Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer traf am Samstag früh von Bern in
Schaff=
hauſen ein, von wo er nach Konſtanz und der
Inſel Mainau weiterreiſte.
Der Reichskanzler traf am Samstag früh in Wien
ein und ſetzte mittags, ſeine Reiſe nach Buchlau fort
Die Regierung von Schwarzburg=Rudolſtadt
gab dem Landtag ein Gutachten des Prof.
Lo=
band=Straßburg bekannt, wonach es der Regierung
unter den obwaltenden Verhältniſſen geſtattet ſei, von
der Verfaſſun g abzuweichen.
Wegen andauernd ungünſtigen Wetters iſt die Fahrt
der „Viktoria Luiſet von Frankfurt a. M. nach
Hamburg auf unbeſtimmte Zeit verſchoben worden.
Die ruſſiſche Kaiſerfamilie iſt am Samstag in
Borodino eingetroffen.
Auf dem Flugplatz Adrian in Frankreich wurden durch
einen in die Zuſchauermenge hineinfahrenden Flieger
4 Perſonen getötet, zahlreicho andere ſchwer
verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Die bayeriſche Lotteriefrage.
*⁎* Nach Meldungen aus München ſcheint man ſich
in den dortigen maßgebenden Kreiſen der beſtimmten
Erwartung hinzugeben, den Anſchluß Bayerns an die
preußiſch=ſüddeutſche Lotteriegemeinſchaft doch noch einem
guten Ende zuführen zu können, nachdem die bayeriſche
Reichsrätekammer die bezügliche Vorlage mit
über=
wiegender Majorität angenommen hat.
Es war Ende vorigen Jahres, als amtlich gemeldet
wurde, die bayeriſche Regierung habe nach vorheriger
Verſtändigung mit Baden und Württemberg mit Preußen
einen Staatsvertrag wegen gemeinſamer Durchführung
der Klaſſenlotterie abgeſchloſſen, und zwar zunächſt auf
fünfzehn Jahre. Bayern ſolle während der erſten fünf
Jahre einen Gewinnanteil von 2215000 Mark jährlich
und vom ſechſten Jahre ab einen ſolchen von 42 Mark für
jedes im vorausgegangenen Jahre im Durchſchnitt der
beiden Ziehungen abgeſetzte Los erhalten. In der
Be=
gründung der Vorlage war gleich geſagt worden, daß bei
der Art des Betriebs eine durch künſtliche Erweckung der
Spielluſt veranlaßte unwirtſchaftliche Steigerung des
Spiels nicht zu befürchten ſei. Während nun in Baden
und Württemberg die verfaſſungsmäßige Zuſtimmung
des Parlaments ohne erhebliche Weiterungen erfolgte
und der Vertrag zwiſchen dieſen Staaten und Preußen
in Kraft geſetzt werden konnte, ergaben ſich in der
baye=
riſchen Abgeordnetenkammer Schwierigkeiten aller Art,
die ſowohl partikulariſtiſchen wie ethiſchen und
finanziellen Bedenken entſprangen. Auf einem
neuen Gebiete ſich unter das preußiſche „Joch”
begeben zu ſollen, machte die meiſten
Abgeord=
neten gruſeln, andere waren wieder prinzipielle
Gegner jeglichen Lotterieſpiels, das ſie für unſittlich
und verderblich halten, die Mehrzahl aber glaubte, daß
bei der Sache mehr herausgeſchlagen werden könne, und
redete einer eigenen bayeriſchen Landeslotterie das Wort.
Mit 123 gegen 23 Stimmen ward am 18. Juli ds. Js.
die Lotteriegemeinſchaft mit Preußen und den anderen
ſüddeutſchen Staaten abgelehnt und die Regierung
er=
ſucht, noch in dieſer Seſſion dem Landtage einen
Geſetz=
entwurf für eine ſelbſtändige bayeriſche Klaſſenlotterie
vorzulegen.
Während ſomit in der Zweiten Kammer der Vertrag
zu Fall gekommen war, hatte der Ausſchuß der Kammer
der Reichsräte denſelben gutgeheißen, und das Plenum
iſt dieſem Beſchluſſe nahezu einſtimmig beigetreten.
Großen Eindruck machte bei der Beratung die Rede des
Miniſterpräſidenten Freiherrn von Hertling, welcher, wie
wir ſchon mitgeteilt haben, neben den finanziellen und
wirtſchaftlichen Gründen, auch die für den Vertrag
ſpre=
chenden politiſchen Geſichtspunkte ins Feld führte und
darauf hinwies, daß Bayern ſelbſt dieſe Lotteriefrage
an=
geregt habe, deshalb für den Fall des Scheiterns in eine
ſchiefe Stellung gegenüber Preußen und nderen
Bun=
desſtaaten kommen würde. Daß man in der
Abgeord=
netenkammer gewillt iſt, eine nochmalige Prüfung der
Angelegenheit vorzunehmen, und zu dieſem Zwecke den
Vertrag zur erneuten Beratung an den Finanzausſchuß
zurückverwieſen hat, läßt die Hoffnung auf eine
befrie=
digende Erledigung zu, aber es bleiben doch noch große
Schwierigkeiten zu überwinden, da die Mehrheit, welche
ſeinerzeit gegen den Vertrag ſtimmte, gar zu erheblich
war.
Trinkſprüche in Bern.
* Bei dem Diner im Berner Hof hielt
Bundes=
präſident Dr. Forrer folgende Rede:
„Eure Kaiſerliche Majeſtät heiße ich im Namen des
Bundesrates in der Bundesſtadt ehrerbietig und herzlich
willkommen. Als uns der deutſche Geſandte zu Anfang
dieſes Jahres den Beſuch ankündigte, nahmen wir dieſe
Eröffnung mit größter Freude über die uns zuteil
werdende ſehr hohe Ehre entgegen und verbanden damit
den Ausruck unſerer Gewißheit, daß das geſamte
Schwei=
zer Volk in dieſem Gefühl mit uns einig gehe. Eure
Majeſtät werden ſich, ſeitdem Sie am letzten Dienstag
in unſerer Grenzſtadt Baſel Schweizer Boden betraten,
davon überzeugt haben, daß Ihr hoher Beſuch für unſer
Land eine eigentliche Feier bedeutet. Wir erfreuen uns
ungetrübt=freundſchaftlicher
Beziehun=
gen zu allen unſeren Nachbarſtaaten. Diejenigen mit
dem Deutſchen Reiche ſind die
umfangreich=
ſten. Der gegenſeitige Austauſch von ideellen und
materiellen Gütern zwiſchen Deutſchland und der Schweiz
iſt in dem Maße bedeutend, daß wir das allergrößte
Ge=
wicht auf deſſen Fortdauer und Entwicklung auf der
Grundlage der Gleichberechtigung legen. Das erſte Mal
ſeit der Durchreiſe im Jahre 1893 weilt das Kaiſerliche
Oberhaupt des Deutſchen Reiches wieder unter uns. Wir
erblicken in dieſem glücklichen Ereſignis den zuverläſſigen
Beweis, daß auch deutſcherſeits der entſchiedene Wille
be=
ſteht, die Bande der Freundſchaft mit uns
immer enger zu knüpfen. Hierfür und
insbe=
beſondere für die überaus freundliche Geſinnung,
die Eure Majeſtät bei jeder ſich bietenden
Ge=
legenheit für die Schweiz an den Tag legen,
ſprechen wir hiermit bei dem heutigen
feier=
lichen Anlaß unſeren tiefgefühlteſten Dank aus.
Ins=
beſonders erfüllt es uns mit Genugtuung, daß Eure
Majeſtät unſerem Wehrwefen ſo ſympathiſches Intereſſe
entgegenbringen.
Wir beſitzen den beſtimmten Vorſatz, unſere
Un=
abhängigkeit gegenüber jedem Angriffe auf dieſes
unſer höchſtes Gut zuſchützen und unſere
Neutrali=
tät gegenüber jedem, der ſie nicht reſpektiert, zu wahren.
Ein notwendiges und zweckdienliches Mittel hierzu
bil=
det eine mächtige und ſchlagfertige Armes.
Uns eine ſolche zu ſichern, iſt eine unſerer vornehmſten
Staatsaufgaben, für deren Erfüllung wir alle Kräfte
ein=
ſetzen. Unſere Geſchichte. Staatsform und geſellſchaftliche
Organiſation weiſen uns darauf hin, daß wir uns
hier=
für des Milizſyſtems bedienen Der Licht= und
Schattenſeiten desſelben bewußt, erkennen wir dankbar
jede, auch herbe Kritik an, die von kompetenter Seite an
unſerem Wehrweſen geübt wird und ſind beſtrebt,
be=
ſtehende Mängel zu heben. Das Schweizer Volk weiß
die Tatſache in ihrer ganzen Bedeutung zu würdigen,
daß der oberſte Kriegsherr des Deutſchen Reiches unſere
Manöver mit ſeiner Anweſenheit beehrt hat und mit der
größten Aufmerkſamkeit verfolgt hat. Wir dürfen uns
wohl der Hoffnung hingeben, daß der mehrtägige
Aufent=
halt Eurer Maſeſtät in unſerem Lande wie uns zur
Freude und Ehre, ſo auch Ihnen zur Erholung von der
gewohnten ſtrengen Erfüllung Ihrer Herrſcherpflichten
gereiche. Damit verbinden wir die Bitte, unſerer Republik
Ihre Freundſchaft, und Ihrem gegenwätigem
Ver=
weilen in der Schweiz eine angenehme Erinnerung zu
bewahren. Mit dem innigen Wunſche, es möge das
be=
freundete Nachbarreich unter dem Zepter ſeines Kaiſers,
unkeres erhabenen Gaſtes, auch fürderhin blühen und
gedeihen, trinke ich auf das Wohl Eurer Majeſtät, der
kaiſerlichen Familie, der deutſchen Regierung und des
deutſchen Volkes!”
Die Antwort des Kaiſers lautete:
Herr Bundespräſident! Ich danke Ihnen beſtens
für die freundlichen Worte, die Sie namens des
ſchweize=
ichen Bundesrates an mich gerichtet haben. Schon ſeit
einiger Zeit hatte ich den Wunſch, die ſchweizeriſchen
Frnpen mandverieren zu ſehen, über deren Leiſtungen
1 ſeit langem vill Gutes hörte. Ich bin daher gern,
Ihrer Einladung entſprechend, bei den diesjährigen
Manövern des ſchweizeriſchen Heeres erſchienen. Seit
uralter Zeit ſind die Bewohner der Schweizer Gebirge
tüchtige und kernige Kämpfer geweſen. Als am Ausgang
des Mittelalters der Glanz des Ritertums erblaßte, da
ſind es die tapferen Eidgenoſſen geweſen, welche
vorbildlich wurden für die Schöpfung, die Ausrüſtung
und Ausbildung der Landsknechte, der erſten deutſchen
Fußſoldaten. Denn allbekannt iſt es, daß das
eidgenöſ=
ſiſche Fußvolk auf zahlreichen Schlachtfeldern hohen
Ruhm geerntet hat und daß die jetzigen Eidgenoſſen, dieſer
ruhmreſchen Geſchichte eingedenk, als tüchtige Soldaten in
den Fußſtapfen ihrer Vorfahren wandelln. Das zu ſehen,
bat einem Soldatenherzen wohlgetan. Die beiden
Manövertage haben mich erkennen laſſen, daß im
ſchwei=
zeriſchen Heeresweſen von allen Seiten mit außer=
ordentlichem Eifer gearbeitet wird, daß der
ſchweizeriſche Soldat große Anſtrengungen aus Liebe zum
Vaterlande mit Freudigkeit erträgt, und daß das
Schweizerheer getragen wird von der Liebe des ganzen
Schweizer Volkes. Nach dem Eindruck dieſer
Manöver=
tage und nach dem herzlichen Empfang, der mir in der
Oſtſchweiz und auch in Bern zuteil wurde, iſt es mir ein
Bedürfnis, hier in der Bundesſtadt meinen aufrich
tigen Dank der ſchweizeriſchen Regierung
auszu=
ſprechen. Wie es eine Freude für mich war, in der ſchönen
Stadt Zürich mich aufzuhalten, ſo gereicht es mir zu
leb=
hafter Befriedigung, wenigſtens einige Stunden in der
ehrwürdigen Stadt Bern zu weilen, die im Angeſicht der
Bergrieſen Jungfrau, Mönch und Eiger ihr ſtolzes Haupt
erhebt. Auf das tiefſte bedauere ich, daß ich es mir auf
ärztlichen Rat verſagen muß, den Firnen des Berner
Oberlandes und den lieblichen Geſtaden des
Vierwald=
ſtätterſees den geplanten Beſuch abzuſtatten. Ich hatte
mich beſonders darauf gefreut, dieſe Perle der Schweizer
Landſchaft wiederzuſehen, die ich vor nahezu zwanzig
Jahren in ſtrahlender Frühjahrsſonne erblickte.
Herr Präſident! Meine Herren Bundesräße! Nach
dem Willen der Vorſehung hat ſich inmitten der vier
benachbarten Großmächte die ſchweizeriſche
Eidgenoſſen=
ſchaft als wohlgeordneter, allen friedlichen Beſtrebungen
zugewandter, auf ſeine Unabhängigkeit ſtolzer,
neutra=
ler Bundesſtaat entwickelt. Mit einzigartiger
Natur=
ſchönheit ausgeſtattet, auf militäriſchen, wiſſenſchaftlichen,
künſtleriſchen, induſtriellen, techniſchen und wirtſchaftlichen
Gebieten fleißig vorwärts ſtrebend, hat der inmitten
Europals gelegene ſchwäizieriſche Staat allges
meine Achtung und Anerkennung ſich erworben. Ein
gro=
ßer Teil der Schweiz hält am deutſchen Geiſtes= und
Ge=
mütsleben feſt, und der Austauſch ideeller und materieller
Güter zwiſchen der Schweiz und Deutſchland iſt
in der Tat ebenſo umfangreich wie natürlich. Sie
ver=
ehren wie wir — um nur an eines zu erinnern — in
Schiller einen Nationaldichter, der Ihrem Volk wie kaum
ein anderer aus der Seele geſprochen hat. Andererſeits
ſind die Werke Ihrer Geiſtesherven, wie Gottfried Kellen
und Conrad Ferdinand Meyer, Gemeingut auch unſeres
Volkes geworden. Es iſt daher begreiflich, edaß die
Schweiz und das Deutſche Reich bei aller Eigenart ihrer
ſtaatlichen Einrichtungen und ungeachtet der
Verſchieden=
heit ihrer geſchichtlichen Entwicklung nicht nur durch
Austauſch ihrer Produkte, ſondern auch durch ihr
geiſtiges Leben und Schaffen mit
einan=
der eng verknüpft in herzlicher vertrauensvoller
Freundſchaft nebeneinander leben wollen, Seit bald 25.
Jahren bin ich ſtets ein guter Freund der Schweiz
ge=
weſen und ſo ſoll es, was an mir liegt, auch bleiben.
Ihnen allen danke ich für den herzlichen Empfang, den
Sie mir bereiteten, für die freundliche Geſinnung und
das Vertrauen, das Sie mir ſeit Jahren
entgegenbrin=
gen Ich trinke auf Ihr Wohl, Herr Präſident, auf das
Wohl des ſchweizeriſchen Bundesrates, auf das Wohl des
ſchönen Schweizer Landes und des trefflichen Schweizer
Volkes.”
Deutſches Reich.
— Ein Nachtragsetat. Zur Beſtreitung der
Koſten der deutſchen Expedition nach den neuen
Kamerun=
gebieten wird das Reichskolonialamt einar
parlamenta=
riſchen Korreſpondenz zufolge einen Nachtragsetat in
Höhe von 500000 Mark einbringen. Dieſe
Nachtrags=
forderung wird dem Reichstage bei ſeinem
Zuſammen=
tritt vorliegen, gleichzeitig wird ihm das Protokoll über
die Berner Konferenz, die die Bedingungen für die
Grenz=
feſtſtellung feſtſetzte, zugehen. Ein Teil der
Grenzkom=
miſſion hat bekanntlich bereits die Ausreiſe angetreten.
Die Teuerungsfrage. Der Bundesrat
wird ſich demnächſt mit der Teuerungsfrage beſchäftigen,
da ihm aus dem ganzen Reiche eine Maſſe von Eingaben
und Anfragen zugegangen iſt. Die dringendſte Aufgabe
ſei, was die Reichsregierung zur möglichſten Linderung
der Fleiſchnot zu tun gedenke..
— Der Nudolſtädter Landtag wählte den
Sozialdemokraten Winter zum Präſidenten, Krieger
(bürgerl.) zum Vizepräſidenten. Die Regierung gab dem
Landtag ein Gutachten von Profeſſor Laband=Straßburg
bekannt, das es als zuläſſig bezeichnet, von der Verfaſſung
abzuweichen, wenn wiederholt eine verfaſſungswidrige
Mehrheit Beſchlüſſe faſſe, die das nahelegen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Bedingungen der ungariſchen
Oppoſition. In maßgebenden Kreiſen wird dem
Rücktritt des Grafen Tisza von dem Präſidium des
un=
gariſchen Parlaments kein Hindernis bereitet werden.
Man iſt überzeugt, daß er auch dann an der Spitze der
Mehrheit bleiben wird. Die Entlaſſung des Kabinetts
Lukacs wird der Oppoſition nicht zugeſtanden werden.
Die 1915 bezw. 1917 notwendig werdenden Erneuerungen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Nnmmer 212.
der öſterreichiſch=ungariſchen Handelsbündniſſe bezw. der
internationalen Handelsverträge erfordern ſichere
parla=
mentariſche Verhältniſſe.
Frankreich.
Ruſſiſcher Beſuch. Der Matin teilt mit,
daß das Großfürſtenpaar Nikolajewitſch den großen in
Poitau ſtattfindenden franzöſiſchen Manövern beiwohnen
wird und drückt ſeine lebhafte Befriedigung darüber aus.
Die ruſſiſchen Gäſte treffen offiziell in Paris ein und
werden auch offiziell von der Regierung empfangen
wer=
den. Die Ankunft des Großfürſtenpaares in der
Haupt=
ſtadt wird für den 11. ds. Mts. erwartet. Es wird noch
an demſelben Tage dem Präſidenten Falliéres einen
Be=
ſuch abſtatten, den dieſer erwidert. Der Präſident der
Republik wird eigens zum Empfang der Gäſte aus
Rambouillet in Paris eintreffen. Die Großfürſtin hat
den Wunſch ausgedrückt, auch Madame Falliéres einen
Beſuch abzuſtatten. Donnerstag findet zu Ehren der
ruſ=
ſiſchen Gäſte ein großes Eſſen zu über hundert Gedecken
ſtatt. Noch am gleichen Abend begibt ſich das
Groß=
fürſtenpaar mittelſt Spezialzuges in das Manövergelände
und wird bis zum 17. dort bleiben.
Spanien.
Die ſpaniſch=franzöſiſchen
Verhand=
lungen. Miniſterpräſident Canalejas dementiert, daß
ſich in den ſpaniſch=franzöſiſchen Verhandlungen
Schwie=
rigkeiten ergeben hätten. Die Verhandlungen ſeien
viel=
mehr im vollen Gange. Canalejas erklärte dem
portu=
gieſiſchen Geſandten, daß alle zwiſchen beiden Ländern
ſchwebenden Fragen in befriedigender Weiſe geregelt
würden.
Serbien und Bulgarien.
Handelsvertrag. Zwiſchen Serbien und
Bulgarien ſind Verhandlungen über den Abſchluß eines
Handelsvertrages eingeleitet. Man glaubt, die erwähnte
Zollunion beider Staaten ſchon in der nächſten
Handels=
vertragsperiode zu erreichen.
Türkei.
Veränderungen im Beamtenſtande.
Die Regierung beginnt, im Beamtenſtande große
Ver=
änderungen vorzunehmen. Die Abſetzungen der Walis
dauern fort. Nunmehr werden aber auch die Gouverneure
und die Vizegouverneure abgeſetzt. Die liberale Partei
verlangt ihre Abſetzung, weil ihr von den bisherigen
Be=
amten Gefahr für die Wohlen droht. Das Minfſterium
des Innern ordnete die raſche Ausarbeitung neuer
Wahl=
liſten und die Annullierung der durch die jungtürkiſche
Regierung vorgenommenen willkürlichen
Wahlkreisein=
teilung an.
China.
Die Wahlen zum
Repräſentanten=
haus. Ein Erlaß Juanſchikais ſetzt die Primärwahlen
für das Repräſentantenhaus auf den 12. Dezember, die
endgültigen Wahlen auf den 10. Januar 1913 feſt.
Die Lage in Südweſt=Juennan iſt nach
den vorliegenden Berichten kritiſch. Die chineſiſchen
Truppen ſollen gemeutert haben. Der Militärgouverneur
iſt verſchwunden.
* Dresden, 7. Sept. Die ſchwediſchen
Jour=
naliſten beſuchten geſtern vormittag die Sammlungen,
Muſeen und Sehenswürdigkeiten Dresdens und folgten
mittags einer Einladung der Tageszeitungen zum
Feſt=
eſſen im Palaſthotel, wo ihnen der Beſitzer der Dresdener
Nachrichten, Geheimer Hofrat Reichardt, nach einer kurzen
Anſprache ein Angebinde überreichen ließ. In
Auto=
mobilen fuhren die Schweden und die Mitglieder des
Ortsausſchuſſes nach Meißen, wo ſie vom Bürgermeiſter
namens der Stadt begrüßt wurden. Nach Beſichtigung
der Albrechtsburg, des Domes nud der königlichen
Por=
zellanmanufaktur erhielt jeder ein Geſchenk in Meißener
Porzellan. Darauf wurde die Rückfahrt nach Dresden
angetreten. Abends folgten die Schweden einer
Ein=
ladung des Oberbürgermeiſters Dr. Beutler und des
Bürgermeiſters Dr. Kretzſchmar zum Diner in den
Feſt=
ſaal des Rathauſes.
Der Empfang geſtaltete ſich ungemein feſtlich und
herz=
lich. Oberbürgermeiſter Dr Beutler und Bürgermeiſter
Kretzſchmar boten alles auf, um den Schweden den Abend
angenehm zu geſtalten. Nachdem der Oberbürgermeiſter
dem König von Schweden, dem deutſchen Kaiſer und dem
König von Sachſen ein dreifaches Hoch gewidmet hatte,
wandte er ſich an die Schweden und betonte mit welcher
Einmütigkeit die deutſche Preſſe über die Schönheit
Schwe=
dens und die Charaktereigenſchaften der Schweden und ihre
Politik urteile. Es freue ihn, die Vertreter dieſes Landes
und ſeiner Preſſe namens der Stadt willkommen zu heißen.
Redner brachte ihnen ein dreifaches Hoch aus.
Chefredak=
teur Dr. Hildebrand=Stockholm dankte und pries Dresden
als eine der ſchönſten Städte der Welt. Ihr und dem
Stadtoberhaupt galt das von ihm ausgebrachte Hoch.
Dann verlas Chefredakteur Schweitzer=Berlin ein vom
König von Schweden eingegangenes Telegramm, in dem
er für den Gruß der ſchwediſchen Journaliſten dankt und
ſeine Freude ausdrückt über die innigen Beziehungen,
welche die ſchwediſchen Preſſevertreter auf deutſchem Boden
pflegen. Der Redner dankte den Herren des Dresdener
Ortsausſchuſſes dafür, daß ſie ſich ſo opferfreudig den
ſchwediſchen Herren widmeten, welche unauslöſchliche
Ein=
drücke aus Dresden mitnähmen. Gegen Mitternacht war
das Feſt zu Ende. Heute morgen fuhren die Schweden
nach Leipzig ab. Der Ortsausſchuß war am Bahnhof
zur Verabſchiedung erſchienen.
* Hamburg, 6. Sept. Die Trauerfeier für
den Bürgermeiſter Dr. Burchard findet am
Diens=
tag vormittag um zehn Uhr in der St. Petrikirche ſtatt.
Der Kaiſer ſandte aus Bern folgendes Telegramm:
„Die Nachricht von dem plötzlichen Tode des
Bürger=
meiſters Burchard hat mich aufs tiefſte erſchüttert. Ich
ſpreche dem Hamburger Senat und der Bürgerſchaft
meine tiefempfundene Teilnahme aus zu dem Verluſt
ihres Stadtoberhauptes, dieſes von mir hochverehrten
Mannes, deſſen große Verdienſte um ſeine Vaterſtadt
ebenſo unvergeßlich bleiben werden, wie ich ihm wegen
ſeiner hervorragenden Geiſtes= und Herzenseigenſchaften
und ſeiner oft erprobten Betätigung in Reichsintereſſen
ein dauerndes, dankbares Andenken bewahren werde.
Wilhelm I. R.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. September.
Zur Fleiſchteuerung.
Nachdem die Stadtverordneten Henrich und
Ge=
noſſen am 1. I. Mts. und vorher bereits die
Stadtver=
ordneten Aßmuth und Genoſſen dem Herrn
Oberbürger=
meiſter Anträge wegen Stellungnahme gegenüber der
Fleiſchteuerung überreicht hatten, fand am letzten
Frei=
tag nachmittag eine Sitzung des
Sozialpoli=
tiſchen Ausſchuſſes ſtatt. In Verhinderung des
Herrn Oberbürgermeiſters gab Herr Bürgermeiſter
Mueller zunächſt Kenntnis von dem Inhalt der
in=
zwiſchen an das Großh. Heſſ. Miniſterium des Innern
und den Herrn Reichskanzler abgeſandten Eingaben.
Der Bericht an das Großh. Miniſterium des Innern
hat hiernach folgenden Wortlaut:
„Die Preiſe für Vieh und für Fleiſch haben eine
derartige Höhe erreicht, daß einerſeits das
Metzger=
gewerbe mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat,
anderer=
ſeits aber die Bevölkerung, namentlich die unteren und
mittleren Volksklaſſen, nicht mehr in der Lage ſind, den
notwendigen Fleiſchbedarf zu decken. Dieſer
außer=
gewöhnliche, die Volkskraft ſchwer ſchädigende Zuſtand
verlangt gebieteriſch außerordentliche Maßregeln, die ſo
lange in Wirkung zu bleiben hätten, bis die
nachweis=
baren Urſachen der abnormen Teuerung beſeitigt ſind.
Die Stadtverwaltung kann die Aufgabe, den Gründen
für dieſe Teuerung bis ins Einzelne nachzugehen, nicht
vollkommen löſen, insbeſondere kann ſie nicht unterſuchen,
ob die Behauptung richtig iſt, daß die deutſche
Landwirt=
ſchaft nicht in der Lage wäre, für den Fleiſchbedarf
Deutſchlands in hinreichender Weiſe aufzukommen. Es
kann aur auf einige Umſtände hingewieſen werden, die
an der Fleiſchverteuerung in mehr oder weniger hohem
Grade beteiligt ſind. Die Beſeitigung dieſer
Verteuer=
ungsmomente läßt die Möglichkeit einer Verbilligung
der Fleiſchnahrung zu. Es ſei hier auf folgendes
hin=
gewieſen:
1. Erleichterung der Vieheinfuhr vom
Ausland, ſelbſtverſtändlich unter Schutzmaßregeln
gegen die Gefahr von Seuchenverſchleppung aus dem
Ausland. Die Erleichterung könnte darin beſtehen, daß
das Vieh an der Grenze amtstierärztlich unterſucht und
unter amtlichem Verſchluß dem Beſtimmungsort im
In=
lande direkt zugeführt und dort ſofort abgeſchlachtet
würde. Es iſt erwieſen, daß durch die zehntägige
Quarantäne an den Eingangsſtellen beträchtliche Koſten
entſtehen, das Vieh im Nährzuſtand zurückgeht und
dem=
gemäß an Gewicht verliert. Die amtstierärztliche
Unter=
ſuchung an der Grenze und der ſofortige
Weitertrans=
port nach dem Beſtimmungsort im Inland, ſowie die
umgehende Abſchlachtung daſelbſt bieten mehr Schutz
gegen Seuchenverbreitung, als der koſtſpielige und
ſchäd=
liche Aufenthalt in der Quarantäne. Die hohen
Zoll=
ſätze in Verbindung mit den Koſten für Quarantäne und
Transport, ſowie dem durch die Quarantäne
entſtehen=
den Verluſt verteuern das aus eingeführtem Vieh
ge=
wonnene Fleiſch derart, daß es nicht billiger iſt, als das
einheimiſche. Die Aufhebung der Quarantäne in
Ver=
bindung mit der gänzlichen oder teilweiſen
Suspendier=
ung des Zolles wird eine weſentliche Herabſetzung der
Fleiſchpreiſe ermöglichen.
2. Die Einfuhr von im Ausland
ge=
ſchlachtetem Fleiſch wird zunächſt weſentlich
er=
ſchwert und verteuert durch die Beſtimmungen des § 6
der Vorſchriſten über die Unterſuchung des in das
Zoll=
inland eingehenden Fleiſches (Abſchnitt D). Hier könnte
eine mildere Beſtimmung Platz greifen, inſofern, als die
Miteinfuhr minderwertiger Teile im Zuſammenhang mit
dem Tierkörper nicht gefordert wird, zumal das
Vor=
handenſein und die Unterſuchung der zur Miteinfuhr
vorgeſchriebenen Teile nicht immer die ſichere Gewähr
bieten, daß das Tier vor der Schlachtung vollkommen
ge=
ſund geweſen iſt. Die ſachverſtändige Unterſuchung des
Fleiſches an ſich bietet, wenn auch nicht abſolut, ſo doch
immerhin die weitgehendſte Garantie für die zutreffende
Beurteilung der Genußtauglichkeit des Fleiſches. Die
zollamtliche Behandlung, ſowie die amtstierärztliche
Unterſuchung des eingeführten Fleiſches müßten eine
raſchere Erledigung finden, was ſeither nicht immer der
Fall geweſen zu ſein ſcheint. Es wird von den
Impor=
teuren geklagt, daß durch den Aufſchub an der
Eingangs=
ſtelle das Fleiſch weſentlich an Wert und Haltbarkeit
ver=
liert, welche Mißſtände noch durch den Transport im
In=
lande häufig derart erhöht werden, das das Fleiſch in
manchen Fällen unverkäuflich geworden iſt. Am
zweck=
mäßigſten würde die zollamtliche Abfertigung und
amts=
tierärztliche Unterſuchung am Beſtimmungsort
vorge=
nommen, denn dort könnte das Fleiſch ſofort in geeignete
Räume gebracht werden, um es in gutem Zuſtande zu
erhalten. Es fehlt für den Transport des Fleiſches im
Inlande an gut eingerichteten Viehwagen. Die dem
Ausland zur Verfügung ſtehende Zahl iſt beſchränkt und
ihre Einrichtung läßt, wenn auch in neuerer Zeit
weſent=
liche Verbeſſerungen getroffen worden ſind, ſehr viel zu
wünſchen übrig.
3. Die Einfuhr von gefrorenem
Fleiſch erſcheint wünſchenswert, jedoch muß weiſe
Be=
ſchränkung beobachtet werden, denn das Fleiſch muß nach
der Ankunft ſofort verbraucht werden und die Zahl der
Abnehmer iſt in Deutſchland zurzeit verhältnismäßig noch
ſehr gering. Zur Deckung des Fleiſchbedarfs der
geringſt=
bemittelten Volksklaſſen und damit zu einer, wenn auch
geringen, Entſpannung des deutſchen Fleiſchmarktes
dürfte die Einfuhr gefrorenen Fleiſches immerhin ein
geeignetes Mittel ſein. Die, wenn auch nur
vorüber=
gehende, Aufhebung der Fleiſchzölle würde die von der
Einfuhr rohen oder gefrorenen Fleiſches erhoffte Wirkung
erhöhen.
4. Es iſt erwieſen, daß das zu Markt gebrachtet
Großvieh in der Qualität, der Mäſtung und dem
Gewicht zurückgegangen iſt, ein Umſtand, der auf
Ernte=
verhältniſſe zurückzuführen iſt. Eine ſchlechte Ernte führtt
zur Abſchaffung des Viehs, eine darauffolgende gute=
Ernte zur tunlichſten Ergänzung der Viehbeſtände, ſo
daß zumeiſt nur ſolches Vieh zu Markt gebracht wird,
von dem der Beſitzer wirtſchaftliche Vorteile nicht mehr
zu erhoffen hat. Die hohen Viehpreiſe haben nicht wenige
Metzger in ein Abhängigkeitsverhältnis zu den Händlern
gebracht, wodurch ebenfalls höhere Preiſe gezahlt werden
müſſen. Auch hier würde die Einfuhr von Fleiſch und
Vieh aus dem Ausland inſofern ausgleichend wirken, als
der einheimiſchen Landwirtſchaft mehr Zeit gelaſſen
würde, ſchlachtreife Ware zu produzieren. Der
Landwirt=
ſchaft wird dies um ſo eher möglich ſein, wenn die Zölle
auf Futtermittel, namentlich auf Mais, ermäßigt oder
vorübergehend aufgehoben werden.
Hiernach bitte ich Hohes Miniſterium, obige
Aus=
führungen einer geneigten Prüfung zu unterziehen und
den gemachten Abhilfevorſchlägen unter 1—4 bei
denmaß=
gebenden Stellen Geltung verſchaffen zu wollen.‟ Die
Eingabe an den Herrn Reichskanzler beſchränkt ſich in der
Hauptſache auf eine abſchriftliche Mitteilung
vorſtehen=
den Berichts und gipfelt in dem Antrage auf ſofortige‟
Einberufung des Reichstages.
Hierauf folgte eine mehrſtündige Ausſprache über die!
etwa von der Stadt ſelbſt zu ergreifenden Maßnahmen,
Die Verhandlungen werden fortgeſetzt. Es iſt zu hoffen,
daß es der Stadtverwaltung wie im vorigen, ſo auch in!
dieſem Jahre gelingen wird, die Not lindern zu helfen.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin beſuchten am Freitag nachmittag 3 Uhr in
Begleitung der Prinzeſſin Ludwig von
Batten=
berg das Alice=Hoſpital. (Darmſt. Ztg.)
Die Chineſen als die erſten Entdecker
Amerikas.
*⁎* Ein überraſchendes Licht auf die
Urge=
ſchichte Amerikas wirft die Auffindung
einer Tonfigur bei San Miguel Amantla,
die unzweifelhaft einen Chineſen darſtellt. Durch
dieſe Endeckung, die Profeſſor William Niven aus Mexiko
City gelungen iſt, wird ein Rätſel gelöſt, dem man ſchon
lange vergeblich nachgeſonnen. Es iſt nämlich nun der
Beweis erbracht für die bereits oft aufgeſtellte intereſſante
Theorie, daß die erſten Entdecker Amerikas, die
Einwan=
derer, die die uralte Ziviliſation Mexikos
ſchufen, chineſiſchen oder jedenfalls mongoliſchen
Urſprungs waren. Die Azteken, das Volk, das die
frühe=
ſten ſpaniſchen Eroberer in Mexiko vorfanden, waren hier
Eindringlinge geweſen, blutige Eroberer, die von den
gewaltigen Palaſt= und Tempelruinen, die heute aus
Mexiko „Amerikas Aegypten” machen, nur wenig erbaut
hatten. Sie nahmen mit Gewalt die Segnungen einer
Kultur für ſich in Anſpruch, die andere Völker vor ihnen
geſchaffen. Als Cortez den König Montezuma, ſſeinen
Gefangenen, fragte: „Wer baute dieſe hohen Tempel?”
antwortete jener: „Die Teltecas” und der ſpaniſche
Hi=
ſtoriker der Eroberung Mexikos Bernal Diaz berichtet
nach den Erzählungen der Azteken, daß der Stamm, der
vor ihnen das Tar von Mexiko bewohnte, die Teltecen
waren. „Telteca” aber bedeutet in der Sprache der
Az=
teken nicht anderes als Erbauer, und ſchon Montezuma
wußte nichts mehr von dieſen geheimnisvollen
Vorgän=
gern, die dieſe mächtigen Werke der Architektur errichtet,
und ebenſo wenig wußten die Archäologen von heute, die
ſich den Kopf über den Urſprung dieſer erſten Beſiedler
Amerikas zerbrachen, bis nun der Fund Prof. Nivens
die Aufklärang gebracßt hat. Der Gelehrte, der feit 30
Jahren die Gräber und Tempel des alten Mexiko
durch=
forſcht, hatte bereits früher die Behauptung aufgeſtellt,
daß das erſte Volk von Mexiko auf dem Weg über
die Behringſtraße aus China gekommen ſei.
Der gleichen Anſicht war der bedeutendſte
mexikani=
ſche Archäologe Ramon Mena, aber in der Kette ihrer
Be=
weiſe fehlte noch ein Glied, das antſcheidende Glied, das
alle Einzelheiten zum bindenden, unauflöslichen Ganzen
zuſammenſchloß. Und das iſt nun gefunden in
der merkwürdigen Chineſenfigur, die vor
1500 und vielleicht noch mehr Jahren einem
der alten Beſiedler des Landes ins Grab
ge=
legt wurde Die im Laufe der Jahrhunderte feſt wie
Stein gehärtete Tongeſtalt zeigt einen Chineſen mit
Schlitzaugen, loſer Jacke, weiten Hoſen und Pantoffeln,
dem zum Chineſen — wenigſtens wie er vor der
Revolu=
tion war — nichts als der Zopf fehlt. Die Chineſen
ha=
ben aber bekanntlich die Sitte des Zopftragens erſt
ange=
nommen, als ſie von den Tatarenhorden aus dem
Nor=
den unterjocht wurden. Die Figur iſt ſieben Zoll lang,
hat 3½ Zoll im Umfang; in den Ohren trägt ſie große
Ringe, wie ſie noch heute die Chineſen haben und auf dem
Kopf ein Käppchen mit einem Knopf in der Mitte, genau
ſo, wie die Kopfbedeckungen der Mandarinen waren,
be=
vor man mit der Republik die neue Kleiderordnung
ein=
führte. Die Arme waren abgebrochen, und man ſah an
den Bruchſtellen den rötlichen friſchen Ton
hervorſchim=
mern; in dem 30 Quadratfuß großen Raum, in dem das
Bildwerk lag, fand man auch die fehlenden Arme.
Nähere Angaben über die Auffindung der
Fi=
gur und ihre hohe Bedeutung für die Archäologie
macht Profeſſor Niven im „American Magazine‟
Er veranſtaltete Ausgrabungen bei San
Mi=
guel Amantla, nahe bei Tlanepantla, 19
eng=
liſche Meilen von Mexiko City entfernt. In einer Tiefe
vos acht Fuß ſtieß er auf eine erſte Kulturſchicht mit
wohlerhaltenen Mauern und zementiertem Boden. In
einer Tiefe von 11 Fuß legte er eine zweite Schicht frei,
und 30 Fuß und 3 Zoll unter der Oberfläche entdeckte er
dann eine Grabkammer, die die feinſten, ihm jemals
vor=
gekommenen. Kunſtarbeiten aus Alt=Mexiko barg. In der
Mitte des Raumes lag auf einer erhöhten rechteckigen
Plattform von Ton der Schädel und eine Anzahl Knochen
eines Männerſkelettes, das nicht über fünf Fuß lang war.
Die Arme waren ſehr lang und reichten faſt bis an die
Knie; der Schädel wies einen ausgeſprochenen
mongo=
liſchen Typus auf. Um den Hals war eine Schnur mit
Kugeln aus grünem Jet gelegt, die ebenfalls deutlich
auf China hinweiſt, denn Jet iſt in Mexiko niemals
gefun=
den worden. Neben dem Körper lag eine Schnur mit 597
daran aufgereihten Muſcheln. Es war augenſcheinlich
Geld, das man dem Toten auf die letzte Reiſe mitgegeben
hatte. Und neben dem Geld lag nun der wichtigſte Fund,
die kleine Tonfigur, der erſte Fund dieſer Art in Mexiko,
der das Vorhandenſein mongoliſchen Blutes, das ſchon
der Typus der heutigen Indianer Mexikos verrät, zur
Gewißheit erhebt. Die Figur war kein Gott und kein
Idol, ſondern das Porträr eines Menſchen, wie deren
Tauſende in allen prähiſtoriſchen Gräbern Mexikos
ge=
funden worden ſind. Wahrſcheinlich iſt ſie das Bildnis
des Mannes, der da begraben wurde.
Prof. Niven ſchätzt das Alter der Funde auf
wenigſtens 15 Jahrhunderte; er glaubt, daß das Grab zu
den Ruinen einer großen Stadt gehört, die in der dritten
Kulturſchicht von San Miguel Amantla noch begraben
liegt, und er hat bereits die Unterſtützung des
mexikani=
ſchen National=Muſeums zugeſichert erhalten, um weitere
Ausgrabungen vorzunehmen, die vielleicht noch helleres
Licht verbreiten werden über die erſten Entdecker
Ame=
rikas, jene mongoliſchen Einwanderer, die eine ſo große
und ſo intereſſante Ziviliſation ſchufen.
Nummer 212
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Seite 3
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Finanzamtmann
Doerr, Vorſtand des Finanzamts Schotten; zum Vortrag
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Geheimen Staatsrat Krug
v. Nidda, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit
der Großherzog haben das Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Aviatiker und Kaufmann Auguſt Euler in
Frank=
furt a. M., das Ritterkreuz 2. Klaſſe desſelben Ordens
dem Leutnant v. Hiddeßen im Leib=Dragoner=
Regi=
ment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24; ferner dem Großh.
Maſchinenwärter in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft Karl Berg zu Guſtavsburg aus Anlaß
ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand das Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte”
ver=
liehen.
* Lehramtsperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Oberlehrer an dem Ludwig=
Georg=Gymnaſium zu Darmſtadt, Profeſſor Eduard
Winter und den Kreisſchulinſpektor bei der
Kreis=
ſchulkommiſſion Offenbach, Schulrat Balthaſar Schaub
auf deren Nachſuchen unter Anerkennung ihrer
lang=
jährigen treuen Dienſte und unter Verleihung des
Charakters als „Geheimer Schulrat” ferner den
Ober=
lehrer an der Viktoriaſchule und dem
Lehrerinnen=
ſeminar zu Darmſtadt Profeſſor Karl Thylmann
auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen treuen Dienſte und unter Verleihung der
Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen und den Pedellen an der
Realſchule in Butzbach Philipp Rumpf auf ſein
Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner treuen Dienſte,
ſämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an, in den
Ruheſtand verſetzt; den Oberlehrer an dem
Realgym=
naſium zu Darmſtadt Profeſſor Ernſt Kleinen zum
Oberlehrer an dem Ludwig=Georg=Gymnaſium zu
Darmſtadt, den Oberlehrer an dem Landgraf Ludwig=
Gymnaſium zu Gießen Profeſſor Dr. Julius Fink zum
Oberlehrer an dem Realgymnaſium zu Darmſtadt, den
Lehramtsaſſeſſor Dr. Jakob Horn zu Gießen zum
Ober=
lehrer an dem Realgymnaſium und der Oberrealſchule
zu Gießen, den Kreisſchulinſpektor bei der
Kreisſchul=
kommiſſion Büdingen Schulrat Heinrich Scherer zum
Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſſion
Offen=
bach, ſämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an, und
den Oberlehrer am Realgymnaſium und der
Oberreal=
ſchule zu Gießen Ernſt Keller zum Oberlehrer am
Landgraf Ludwigs=Gymnaſium zu Gießen mit
Wir=
kung vom 16. September 1912 an ernannt.
* Aus Urlaub zurückgekehrt ſind die Herren
Mi=
niſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz. und
Finanzminiſter Braun Exz.
-g. Ferienſtrafkammer. Der bereits wegen Bettelns 39mal
und wegen Diebſtahls 2mal vorbeſtraſte 41jährige
Kell=
ner Wilhelm Maurer aus Weſthofen hatte ſich am
Samstag abermals wegen Diebſtahls zu verantworten.
Der Angeklagte machte am 24. Juli wieder einmal eine
Betteltour und kam hierbei in Birkenau in die
Wirt=
ſchaft Schütz, wo er den Umſtand, daß er niemand
vor=
fand, dazu benutzte, aus der Ladentheke ein
Porte=
monnaie mit 15 Mark Inhalt zu entwenden. Der
Ange=
klagte wurde wegen Rückfalldiebſtahls zu 4 Monaten
Gefängnis und 1 Woche Haft verurteilt. Die
HHaft wird durch die Unterſuchungshaft verbüßt erachtet.
Außerdem wurde auf Ueberweiſung an die Landespolizei
erkannt. — Die 25jährige Fabrikarbeiterin Katharina
Heberer von hier wird wegen verſuchten Verbrechens
nach § 218 zu 45 Tagen Gefängnis verurteilt und
der 41jährige Bettfedernreiniger Alois Keller aus
Aſchaffenburg wegen eines zu Mosbach, Kreis Dieburg
begangenen Sittlichkeitsverbrechens nach § 176,3 zu 10
Monaten Gefängnis. — Wegen Teilnahme an
einer Schlägerei, in die ſie nicht ohne ihr Verſchulden
hineingezogen wurden und durch die der Tod des
Arbei=
ters Kaſpar Lautenbach aus Fulda verurſacht wurde
hatten ſich der 26jährige Maurer Friedrich Koch aus
Neuſtadt i. O der 23jährige Schmied Johann. Jakob
Jayme aus Sandbach und der 20jährige Maurer Georg
Heuſel aus Sandbach zu verantworten, der Angeklagte
Koch ferner der Bedrohung eines Beamten, ſowie wegen
Widerſtand und dieſer gemeinſam mit dem 19jährigen
Schreiner Adam Friedrich aus Neuſtadt wegen
Beamtenbeleidigung. Am 23. Juni waren die
Ange=
klagten in Sandbach auf einer Tanzmuſik in der
Wirt=
ſchaft Theodor Heyl. Hierbei entſtand aus nicht
aufge=
klärten Gründen Streit. Es war damals Streik in den
Veith=Gummiwerken in Sandbach und ſind die
Differen=
zen anſcheinend hierdurch entſtanden. Bei dieſem Streit
verſetzte der Angeklagte Koch dem Zeugen Philipp
Fried=
rich aus Sandbach eine Ohrfeige. Um dem Streit ein
Ende zu bereiten, ließ der Wirt die Wirtſchaft räumen.
Die Sandbacher blieben noch etwa eine Stunde in dem
Lokal zurück. Die Burſchen aus Neuſtadt zogen nun
randalierend durch das Dorf, wobei ſie von dem
Polizei=
diener Karg zur Ruhe gewieſen wurden, Koch jedoch
be=
drohte ihn mit einem Knüttel, auch beſchimpfte er und
der Angeklagte Adam Friedrich ihn mit unflätigen
Redensarten. Schließlich gingen die Neuſtädter nach
Hauſe. Als ſie jedoch ſchon in Neuſtadt angekommen
waren, kehrten Koch und Friedrich abermals nach
Sand=
bach zurück; vorher ließ ſich Koch noch von Adam
Fried=
rich deſſen feſtſtehendes Meſſer geben. In Sandbach
an=
gekommen, zogen ſie wieder im Dorf herum und
be=
ſchimpften die Sandbacher als Streikbrecher,
Halun=
ken uſw. Dieſe gingen nun gegen die Provokateure vor,
worauf Friedrich ausrückte. Der Angeklagte Koch wurde
von dem Getöteten zu Boden geriſſen und nun
bearbei=
teten Lautenbach, Jayme und Heuſel den am Boden
Lie=
genden mit etwa einen Meter langen Bohnenſtangen.
Als ſich dieſer jedoch wieder etwas aufrichten konnte,
nahmen Jayme und Heuſel Reißaus, der getötete
Lauten=
bach jedoch drang nochmals auf Koch ein. Jetzt gelang
es Koch, ſein Meſſer zu ziehen, das er dem Lautenbach
in den Leib ſtieß. Der Geſtochene mußte noch in der
Nacht im Darmſtädter Krankenhaus einer Operation
unterzogen werden, die ihm jedoch nicht das Leben retten
konnte; er erlag am 28. Juni der gefährlichen Verletzung.
Der Meſſerſtecher nahm nach der Tat Reißaus und
wurde noch auf der Flucht von einem Revolverſchuß am
linken Arm getroffen. Wer die Schüſſe abgegeben hatte
konnte nicht feſtgeſtellt werden. Von der Anklage wird
Notwehr als vorliegend angenommen, da Koch von den
drei mit Prügeln bewaffneten Sandbachern angegriffen
und mißhandelt wurde, weshalb auch gegen Koch nur,
wie gegen Jayme und Heuſel, die Beteiligung an einem
Raufhandel zur Anklage erhoben wurde. Die vier
An=
geklagten geben die ihnen zur Laſt gelegten Taten in
vollem Umfange zu. Das Gericht verurteilt den
Ange=
klagten Koch wegen Widerſtand und
Beamtenbeleidig=
ung zu einer Geſamtſtrafe von 5 Wochen
Gefäng=
nis, die durch die erſten fünf Wochen der
Unterſuchungs=
haft als verbüßt gelten. Adam Friedrich wird wegen
Beleidigung zu 1 Woche Gefängnis verurteilt. In
der Anklage nach § 227 Str.=G.=B. gegen Koch, Jayme
und Heuſel erachtet das Gericht Körperverletzung als
vorliegend, und da dieſe den Tod herbeigeführt hat,
ge=
hört die Aburteilung zur Kompetenz des
Schwur=
gerichts. Da die Anklage gegen Jayme und Heuſel
nicht davon zu trennen iſt, verweiſt das Gericht die
Sache zur Aburteilung an das Schwurgericht.
D Zur Internationalen Reblanskonvention hat
das Großh. Miniſterium des Innern am 27. Auguſt d. Js.
folgende, für Gärtnereien und ähnliche Betriebe wichtige
Bekanntmachung erlaſſen: Das ſerbiſche
Volks=
wirtſchaftsminiſterium läßt keine Unterſuchungen von
Gärten, botaniſchen Anlagen und Pflanzſchulen in bezug
auf das Vorhandenſein der Reblaus mehr vornehmen.
Infolgedeſſen iſt das ſeinerzeit von der ſerbiſchen
Regierung übermittelte Verzeichnis der in Serbien
ge=
legenen, regelmäßigen Unterſuchungen unterliegenden
Gartenbauanlagen fortan als ungültig zu betrachten
und es kann die in der „Deklaration zur Internationalen
Reblauskonpention vom 15. April 1889‟ (R.=G.=Bl. S. 203)
vorgeſehene Vergünſtigung auf die aus Serbien
ein=
gehenden Pflanzenſendungen nicht mehr angewendet
werden. In Zukunft bedarf es deshalb bei der Einfuhr
aller nicht zur Kategorie der Rebe gehörigen Pflänzlinge,
Sträucher uſw., die aus ſerbiſchen Pflanzſchulen, Gärten
oder Gewächshäuſern ſtammen, der im Abſatz 2 des
Artikel 3 der Reblauskonvention vorgeſehenen
Be=
ſcheinigung.
* Reſerve=Infanterie=Brigade und Regimenter. Wie
in den letzten Jahren iſt auch in dieſem Herbſte die
Auf=
ſtelllung von Reſerve=Infanterie=
Regi=
mentern und eine etwa vierzehntägige Uebung für
dieſe bei allen deutſchen Armeekorps angeordnet. Bei den
meiſten werden 2 Regimenter gebildet und bei einigen
dieſer ſindet die Zuſammenziehung beider Regimenter für
kürzere Zeit zu einer Reſerve=Infanterie=Brigade ſtatt.
Bei unſerem XVIII. Armeekorps wurden am 6. d. M.
2 Reſerve=Infanterie=Regimenter formiert, von jeder
Di=
viſion eins, und zwar auf dem Truppenübungsplatz
Darm=
ſtadt. Die 25. Diviſion ſtellt das 1 Reſerve=Regiment
auf. Führer wurde Oberſtleutnant Heuer vom Stabe des
Kaiſer Wilhelm=Regts. Nr 116; die Bataillone führen die
Majore v. Werder vom Stabe des Leibregiments
Groß=
herzogin Nr. 117 (1. Bat.), v. Foller vom Stabe Inf.=Regts.
Nr. 116 (2. Bat.) und von Ihlenfeld vom Stabe
Infan=
terie=Regiments Nr. 118 (3. Bat.) Kompagnieführer ſind
8 aktive Hauptleute oder ältere Oberleutnants der 25. und
4 ebenſolche der 21. Diviſion. Jede Kompagnie wird mit
4 Oberleutnants oder Leutnants (1 aktiven und 3 aus dem
Beurlaubtenſtand) beſetzt. Den ärztlichen Dienſt verſieht
Oberſtabsarzt Dr. Langfeld, Regimentsarzt des Großh.
Artilleriekorps fürs Regiment und zugleich das 1.
Batail=
lon und je 1 Stabsarzt für die beiden anderen Bataillone.
Jedes der 4 aktiven Regimenter zu 3 Bataillonen hat 3
Kompagnien in der entſprechenden Nummerfolge der
Regi=
menter und der Kompagnien eingekleidet Die 21. Diviſion
ſtellte das 2. Reſerve=Regiment auf. Führer des
Regi=
ments und der Bataillone wurden Oberſtleutnant von der
Eſch vom Stabe des Inf.=Regts. Nr. 81 und die Majore
beim Stabe der Inf.=Regt. Nr. 87, 81 und des Füſilier=
Regts. Nr. 80 Baetzendorff (1. Bat) Roſenow (2. Bat.)
und Frhr. v. Keyſerlingk (3. Bat.). Mit der Führung der
Kompagnien ſind 6 aktive Hauptleute oder ältere
Ober=
leutnants der 21. Diviſion und 6 dergleichen aus dem
Be=
urlaubtenſtande beauftragt. Oberſtabsarzt Dr. Klein,
Regimentsarzt des Inf.=Regts Nr. 88, und 2 Stabsärzte
verſehen den ärztlichen Dienſt. Die Einkleidung erfolgte
wie beim 1. Reſerve=Regiment. — Beide Regimenter üben
zunächſt für ſich und werden dann zu einer Reſerve=
In=
fanterie=Brigade unter Oberſt Broſius, Kommandeur des
Infanterie=Regiments Nr. 88 zuſammengefaßt. Die
Brigade nimmt an den letzten Tagen des
Diviſionsmanö=
vers teil.
Telephoniſche Güteranmeldung nach Landorten.
Im Bezirke der Eiſenbahndirektion Mainz iſt neuerdings
die Einrichtung getroffen worden, daß den Empfängern,
die am Sitze einer Poſtagentur oder Poſthilfsſtelle
woh=
nen und — ohne ſelbſt an das öffentliche
Fernſprech=
netz angeſchloſſen zu ſein — von dem Eintreffen ihrer
Wagenladungen oder Stückgüter durch Fernſprecher
ver=
ſtändigt ſein wollen, die von der
Eiſenbahnabfertigungs=
ſtelle aufgegebenen telephoniſchen Benachrichtigungen
durch die Poſtdienſtſtelle übermittelt werden. Zu dieſem
Zwecke wird von dem Poſtbeamten ein Vordruck
ausge=
füllt, der alle für den Empfänger wichtigen Angaben über
die Sendung enthält und der auch zur
Empfangsbe=
ſcheinigung über das Gut gegenüber der Eiſenbahn zu
be=
nutzen iſt. Neben der Geſprächsgebühr wird für die
Zu=
ſtellung der ausgtefüllten Fernſprechanzeige durch die
Poſt dieſelbe Gebühr (25 Pfennig) berechnet, wie für das
ſonſt übliche Herbeirufen der Intereſſenten an die
öffent=
liche Fernſprechſtelle. Die Benachrichtigung in der neuen
Form ſtellt ſich damit billiger als die Anmeldung durch
Telegramm und meiſt auch billiger als durch Boten der
Eiſenbahn. Da ſie außerdem noch den Empfänger raſcher
über den Eingang ſeiner Sendungen unterrichtet, iſt im
Intereſſe der Landbewohner zu wünſchen, daß von der
neuen Einrichtung recht viel Gebrauch gemacht wird.
An=
träge, zu denen Vordrucke unentgeltlich abgegeben
wer=
den, ſind an die Eiſenbahnabfertigungsſtellen zu richten.
* Darmſtädter Vortragsverband. Für den
Vor=
trag, den Herr Generaldirektor Dr. Eger am 20.
Sep=
tember, über „Das moderne Theater” zu halten gedenkt,
macht ſich in unſerem kunſtliebenden Publikum ein ſo
ungewöhnliches Intereſſe geltend (von den angeſchloſſenen
Verbandsvereinen wurden bereits über 700 Karten
ver=
langt), daß der Abend, um drohende Ueberfüllung zu
vermeiden, aus dem „Kaiſerſaal” in den großen Feſtſaal
der Turngemeinde verlegt werden muß. Es
em=
pfiehlt ſich daher für alle, die den Vortrag beſuchen
wollen, dringend, ſich im Vorverkauf im
Verkehrs=
bureau baldigſt mit Eintrittskarten zu verſehen.
* Luther=Feſtſpiel. Am Donnerstag, den 12.
Sep=
tember, nachmittags 4 Uhr, findet im oberen Saal des
Saalbaues für die an dem Feſtſpiel teilnehmenden Damen
eine Koſtüm=Beſprechung ſtatt. Herr Hofrat
Edward wird Koſtüm=Modelle, Photographien und
Zeichnungen vorlegen. Alle mitwirkenden Damen werden
um gütiges Erſcheinen höflichſt gebeten. Am Montag,
den 16. September, abends 8 Uhr, im großen Saale des
Saalbaues iſt eine Verſammlung ſämtlicher
mit=
wirkenden Damen und Herren unter Teilnahme des
Herrn Oberregiſſeurs Dalmonico.
* Bilder vom Tage. Die Bilderauslage in unſerer
Expedition Rheinſtraße 23, bringt von heute ab mehrere
Momentaufnahmen vom Kaiſerbeſuch in der Schweiz,
dann ſolche von der großen Herbſtparade auf dem
Tempelhofer Felde bei Berlin und eine intereſſante
Aufnahme aus einem Zeppelin=Luftſchiff „Geſamt=
Panorama” von Frankfurt a. M. aus der Vogelſchau.
L. K. Zuchtviehverſteigerung. Am 6. September
I. Js., vormittags 11 Uhr, fand hier auf dem Pferdemarkt
die Verſteigerung des aus der Schweiz (Simmenthal)
ein=
geführten Zuchtviehes unter die Beſteller ſtatt, nachdem
dasſelbe 10 Tage in Quarantäne geſtanden hatte. Es
wurden ausgeboten: 14 Bullen, 9 Kühe und 13 trächtige
Rinder, im ganzen 36 Stück Vieh. Der bei der
Verſteige=
rung erzielte Uebererlös wird wieder an die Steigerer
im Verhältnis ihrer Gebote zurückvergütet. Aus der
Kaſſe des Landwirtſchaftskammer=Ausſchuſſes wird
vor=
ausſichtlich noch ein Preisnachlaß von 10 Prozent ge=
Feuilleton.
P Münchener Theater. Am 5. d. M. fand im Königl
Hoftheater die mit großer Spannung erwartete
Aufführ=
ung des „Standhaften Prinzen” von Calderon
durch den Volksfeſtſpiel=Verein ſtatt. Georg Fuchs
hatte eine Neubearbeitung des Werkes unternommen, bei
der beſonderes Gewicht auf die Herausarbeitung
theatra=
liſcher Elemente gelegt war. Der Kontraſt zwiſchen
Ka=
tholizismus und Mohammedanismus, zwiſchen dem
nächtlichen Dunkel unterirdiſcher Gefängniſſe und dem
leuchtenden Zauber mauriſcher Gärten, war in äußerſt
wirkſamer Weiſe herausgearbeitet. Die Szenerie, die
Ge=
wänder, die begleitende Muſik, ja der Rhythmus im
Gehen bei Heiden und Chriſten ſymboliſierten dieſen
Gegenſatz bis ins einzelnſte. Vom erſten Erbrauſen der
Orgel bis zum gewaltigen Halleluja und dem dreimaligen
Amen am Schluß blieb die Darſtellung ihrem
ſymboli=
ſchen Charakter getreu und irrte nie ins platt Realiſtiſche
ab. Der Prinz Fernando, der, ſtandhaft im Glauben, das
Martyrium bis zum bittern Hungertod auf ſich nimmt,
wurde von Alten entſprechend verkörpert. Zu
ſchau=
ſpieleriſchen Glanzleiſtungen war kein Anlaß. Der
Haupt=
akzent lag in der Inſzenierung. Steinrück im Verein mit
Hofrat Klein hatten mit den Möglichkeiten der Bühne in
einer Weiſe ſouverän geſchaltet, daß ſelbſt Max Reinhardt
davon hätte lernen können. Das Orcheſter war auf der
Hinterbühne untergebracht. Darüber hatte die Orgel
ihren Platz. Der Schnürboden war zum Clockenturm
umgewandelt. Rechts und links in den Kuliſſen
verkün=
dete Kanonendonner das Nahen der feindlichen Flotte
Die religiöſe Aufmachung des Werkes beremdete jedoch
zum Teil. Das Publikum enthielt ſich desWBeifalls, und
ſes war nicht entſchieden, ob aus Reſpekt vor dem ſakralen
Inhalt, oder aus Mißmut darüber. In München herrſcht
eben zurzeit in dieſen Dingen eine gewiſſe
Empfindlich=
keit und eine Glorifikation des Katholizismus ſtimmt
ſgeradei dieſenZeitut manhen zur Reſer, der ſonſt
ſeiner Freude an dem Geleiſteten rückhaltlos Ausdruck
verliehen hätte.
ml Der Namenszug im Auge. Eine merkwürdige
Geſchichte wird aus Philadelphia berichtet, eine Geſchichte,
die man ohne weiteres als ein Produkt der überaus
er=
giebigen amerikaniſchen Entenzucht bezeichnen müßte,
wenn ſie nicht durch das Zeugnis ſämtlicher Aerzte
Phila=
delphias belegt würde. Dieſe defilieren nämlich ſeit
eini=
ger Zeit vor einem zweijährigen Baby John Duyan mit
Namen, unterſuchen mit peinlicher Sorgfalt ſeine Augen
und ſchreiben über das Ergebnis dieſer Unterſuchung
ſpaltenlange Artikel, die in dem Bekenntnis gipfeln, daß
ſie ſich das geſchaute Phänomen nicht zu erklären
ver=
mögen. Dieſes Phänomen beſteht in zwei klar
ausge=
prägten einen halben Zentimeter hohen Buchſtaben des
Alphabets, die in Druckſchrift in den beiden Augen des
Wunderkindes in die Erſcheinung treten. Es ſind die
An=
fangsbuchſtaben des Namens, den die Eltern ein paar
Monate vor der Geburt des Kindes dieſem zu geben
über=
eingekommen waren. In der Mitte der Pupille des
rech=
ten Auges des kleinen John Duyan zeichnet ſich ein
kalli=
graphiſch ſchönes J ab, das ſo klar wie eine
Tätowier=
ung erſcheint, während ſich in der Iris des linken ein nicht
minder deutliches D in ſchwungvoller Linienführung
malt. Ein Konzilium ärztlicher Autoritäten iſt jetzt
zu=
ſammengetreten, um den merkwürdigen Fall einer
erneu=
ten wiſſenſchaftlichen Prüfung zu unterziehen. Aber auch
dieſe Beratung hat über das aufſehenerregende
Phäno=
men keine wiſſenſchaftliche Aufklärung zu erbringen
ver=
mocht.
Ein wandernder Wald. In Wales vollzieht ſich
gegenwärtig das eigenartige Schauſpiel, daß ein ganzer
Wald ſeine Stelle verläßt und auf eine andere rückt. Es
handelt ſich um einen etwa 400 Meter breiten
Waldſtrei=
fen von Rüſtern, kräftigen, vollentwickelten Bäumen, der
in ſeiner Geſamtheit auf dem ſteilen Abhang, auf dem er
gewachſen iſt, ins Rutſchen gekommen iſt und auf die
unten vorüberführende Landſtraße zuwandert. An der
Stelle am oberen Rande des Hügels, dieer verlaſſenhat,
hat ſich ein Graben gebildet, der voll Waſſer iſt. Die
Fortbewegung dauerte bereits acht oder neun Tage. Die
Bäume ſtehen freilich nicht mehr alle gerade aufrecht,
ſon=
dern legen ſich nach allen Richtungen um, und einige
lie=
gen ſchon vollſtändig nieder.
* Die jüngſte Großmutter der Welt. Jedes Land der
Welt gibt ſich Mühe, auf irgend welchen Gebieten
mendh=
licher Betätigung einen Rekord aufzuſtellen. Japan, das
den europäiſchen Nationen mit Rieſenſchritten auf den
Leib rückt, hat nun eine „Leiſtung” aufzuweiſen, die
ſchwerlich übertroffen werden dürfte: es beſitzt die jüngſte
Großmutter der Welt, und zwar in der lleinen Kuni
Nid=
zukami. Die niedliche Japanerin, die in dem Dorfe
Ta=
kana ein kleines Pachtgut verwaltet, iſt erſt 28 Jahre alt
und kann ſeit einigen Tagen einen noch kleineren
Enkel=
ſohn pflegen. Mit 13 Jahren verheiratet, hatte ſie bald
ein Töchterchen, das ſich ſeinerſeits mit 14 Jahren
ver=
heiratete, und kurze Zeit darauf einem kleinen Japaner
das Leben ſchenkte. Dieſer junge Erdenbürger hat nun
das beſondere Glück, ſich nicht nur einer Großmutter zu
erfreuen, ſondern auch einer Urgroßmutter und einer
Ur=
urgroßmutter. Denn Frau Kuni Midzukami hat
ihrer=
ſeits eine Mutter und eine Großmutter, welch letztere
allerdings bereits 92 Jahre alt iſt. Es gibt wohl kaum
eine europäiſche Familie, die eine ähnlich große Zahl
lebender Generationen hat.
* Eine Tuaillon=Anekdote. Der Berliner Bildhauer
Tuaillon beging am Samstag ſeinen 50. Geburtstag.
Aus dieſem Anlaß erzählte das B. T. folgende Anekdote:
Als dem Kaiſer der Ankauf der Amazone für die
Natio=
nalgalerie vorgelegt wurde, fiel ihm der für den damals
noch unbekannten Künſtler ſehr hohe Preis auf. Man
er=
klärte ihm, wie ſchwierig das Problem des Pferdes
ge=
weſen ſei; der Künſtler habe ſich jahrlang ein Reitpferd
halten müſſen, um das richtige Modell immer vor Augen
zu haben. Der Kaiſer gab darauf ſeine Unterſchrift mit
den Worten: Unſer Glück, daß er ſich nicht auch noch eine
Amazone haltenmißte.
Seite 4
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Nummer 212.
währt werden können. Der Verſteigerung des ſchönen
Zuchtviehs wohnte eine große Zahl von Intereſſenten bei.
X Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in Partien
1,40 M., Eier 7—8 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 18—22 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 3,00—3,25 M.,
Kumpf (10 Liter) 50 Pf., ½ Kg. 5 Pf., Mäuschen Kumpf
1,30 M., ½ Kg. 10 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner
8—10 M., ½ Kg. 7—12 Pf., Birnen Zentner 6—14 M.
½ Kg. 4—15 Pf., Zwetſchen Zentner 6—8 M., 100 Stück
20—25 Pf., ½ Kg. 5—8 Pf,; inländiſche Trauben ½ Kg.
35 Pf., Preiſelbeeren ½ Kg. 40 Pf., Brombeeren ½ Ltr.
10 Pf., Zitronen 7 Pf.: Salat, Gemüſe: Kopfſalat 3 bis
5 Pf., Endivien 4—8 Pf., Bündel Radieschen 2 Pf., Rettiche
3—5 Pf., Roterüben ½ Kg. 7—8 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 2 Pf., Spinat ½ Kg. 16—18 Pf., Meerrettich 25 bis
30 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf., Tomaten ½ Kg. 12 bis
20 Pf., Wirſing 3—10 Pf., Blumenkohl 10—50 Pf.,
Rot=
kraut 10—30 Pf. Weißkraut 5—12 Pf., Schälgurken 2 bis
18 Pf., Einleggurken 100 Stück 0,70—1 M., Gelberüben
½ Kg. 5—8 Pf., Bohnen ½ Kg. 12—18 Pf., Kohlrabi 3 Pf.,
Hagebutten ½ Kg. 10—20 Pf., Eierſchwämme ½ Kg. 25 Pf.,
Steinpilze ½ Kg. 30 Pf., Ziegenbart ½ 20 Pf.;
Ge=
flügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 1 M., Enten 3,00—3,50 M.,
Hahnen und Hühner 1,50—2,00 M., Tauben 60—70 Pf.,
Rebhühner, junge 1,30 M., alte 1 M., Haſen 4 M., Lapins
1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 0,90—1 M.. Karpfen
80—90 Pf., andere Rheinfiſche 40—50 Pf., Rotzungen
50 Pf., Schollen 45—50 Pf., Kabeljau 35—40 Pf.,
Schell=
fiſche 40 Pf., Seehecht, Seelachs 35 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Ochſenfleiſch 70 Pf. Rindfleiſch 66 Pf.,
Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 60 Pf., Rindswürſtchen
(Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf., Schweinefleiſch 96 Pf.,
geſalzenes und Koteletts 1 M., Schwartenmagen und
Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= und Blutwurſt 76 Pf.
— Weiterſtadt, 7. Sept. Geſtern nachmittag vor 6
Uhr befanden ſich in dem Warteſaal der hieſigen
Station ein Jäger und zwei weitere Perſonen. Erſterer
begann ſein Gewehr zu putzen, das ſich alsbald
entlud, und die ganze Ladung fuhr neben dem einen
Manne, der vor Schreck halb ohnmächtig wurde, in die
Wand. Letztere und die Holzbekleidung wurden ſtark
beſchädigt. Es iſt unbegreiflich, daß jemand, der mit
Schußwaffen umzugehen pflegt, ſich eines ſolchen
Leicht=
ſinns ſchuldig machen kann.
Offenbach, 7. Sept. Eine empfindliche Strafe
diktierte das Offenbacher Schöffengericht wegen
Beleidig=
ung und Bedrohung eines Lehrers dem
Tag=
löhner Langsdorf. Deſſen Sohn, der die Hilfsſchule
beſucht, iſt ein notoriſcher Schulſchwänzer, der deshalb
eines Tages von dem Lehrer Hotz gezüchtigt wurde. Der
Vater des Kindes machte darob dem Lehrer heftige
Auf=
tritte und führte in der Schule eine Skandalſzene auf,
wobei er ſich in den unflätigſten Beleidigungen und
Be=
drohungen gegen den Lehrer erging. Nicht genug damit;
als er wenige Tage ſpäter den Lehrer auf der Straße
traf, wiederholte er das gleiche Manöver. Das Gericht
ging weit über die beantragte Freiheitsſtrafe bei der
Ver=
urteilung hinaus und erkannte wegen der Beleidigungen
und Bedrohungen auf eine Geſamtgefängnisſtrafe von
vier Monaten und wegen der Ruheſtörung auf vier
Wochen Haft.
Dudenhofen, 6. Sept. Seit einiger Zeit wurden in
der hieſigen Stationskaſſe Fehlbeträge
be=
merkt, deren Urſache die Beamten ſich nicht erklären
konn=
ten. Es blieb zuletzt nur die eine Annahme übrig, es
müſſe Geld geſtohlen werden. Einer der Beamten legte
ſich auf die Lauer, während der andere draußen
beſchäf=
tigt war, und ſiehe da: wie ein Wieſel huſchte ein
Zeitungsjunge herein, ſchloß die Kaſſe auf, griff
raſch hinein und wollte ebenſo raſch wieder verſchwinden.
Da ereilte ihn ſein Verhängnis in der Geſtalt des
Stationsvorſtehers.
V Geinsheim, 6. Sept. Die Geinsheimer
Gras=
ſa menernte iſt in dieſem Jahre ſowohl in Menge.
wie auch in Güte zufriedenſtellend ausgefallen. Die
hie=
ſigen Grasſamenpflanzungen, die zu den bedeutendſten
Heſſens zählen, bringen in der Regel in normalen
Jah=
ren eine Einnahme von 50—60000 Mark. In dieſem
Jahre wurden etwa 600 Zentner Grasſamen geerntet.
Mainz, 7. Sept. Ein aufregender Vorfall
ſpielte ſich geſtern abend gegen 6 Uhr in der
Margareten=
gaſſe ab. Der 19jährige Matroſe Georg Bauer aus
Oppenheim, welcher hier in der Hinteren
Synagogen=
ſtraße wohnt, wurde am 14. Mai vom Schöffengericht
zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Bauer ſollte ſeine
Strafe antreten, war aber nirgends aufzufinden. Geſtern
abend traf ihn der Schutzmann Roth 2. vom 1.
Polizei=
bezirk mit ſeinem Hund in der Synagogenſtraße. Der
Schutzmann forderte den Bauer auf, mit ihm zu gehen
und ſeine Strafe anzutreten. Anfänglich ging Bauer
gut=
willig mit, dann ſprang er plötzlich davon, und lief durch
die Löwenhofſtraße nach der Margarekengaſſe. Roth
ſchickte ihm ſeinen Hund nach, der den Bauer in der
Mar=
garetengaſſe ſtellte. Bauer zog hierauf ſeinen Revolver, gab
einen ſcharfen Schuß ab, der Hund ließ ihn los, Bauer
flüchtete weiter. Der Schutzmann Roth zog ſeinen Säbel
und verfolgte mit einem zweiten Schutzmann, der
in=
zwiſchen hinzukam, den Bauer. Es gelang din Beamten,
den Flüchtigen auf der Großen Bleiche feſtzunehmen. Eine
ungeheuere Menſchenmenge war dem Flüchtigen gefolgt.
Dem Bauer wurde ein noch neuer Revolver, der mit vier
ſcharfen Patronen geladen war, und ein Schlagring abge
nommen. — Am Kaiſertor ſteht ein ſtändiger
Schutz=
mannspoſten, der in dem regelmäßigen Turnus
Ablöſung erhält. Seit vielen Wochen hat nun ein
For=
terrier der bisher keine beſondere Erziehung genoſſen
hat, es ſich zur Aufgabe geſtellt, den betreffenden
Schutz=
mann von morgens 7 bis abends 9 Uhr zu bewachen;
nur zwiſchen 12 und 1 Uhr mittags geht er zu ſeiner
Herrſchaft, um ſich durch Speiſe und Trank zu erquicken,
ſonſt hält er ſich ſtramm bei dem Schutzmann auf, und
wenn der Poſten am Rheine einen Kontrollgang macht,
heftet ſich das Tier an ſeine Ferſen und auf Schritt und
Tritt verläßt es ihn nicht. Es iſt dieſes Gebaren des
kleinen Hundes um ſo merkwürdiger, als er durchaus
nicht von den Männern des Geſetzes zu ſeinem Verhalten
angeregt wird. Der Hund ſcheint ſich die ſonderbare
Auf=
gabe zu ſetzen, ohne die Ehre zu haben, ſelbſt Polizeihund
zu ſein, nur aus idealer Auffaſſung die Mainzer Polizei
zu bewachen; anderen Hunden, die ſich ihm nähern, zeigt
er die Zähne. (M. J.)
Mainz, 7. Spt. Regierungsrat von Krug verläßt
Ende dieſes Monats nach 14jähriger Tätigkeit am
Kreis=
amt und der Provinzialdirektion unſere Stadt, um als
Vorſitzender des Oberverſicherungsamtes
in Darmſtadt zu wirken. Regierungsrat von Krug,
der ſeit 1906 Vorſitzender des Kreisausſchuſſes und des
Kreistages iſt, und vorher als Kreisamtmann längere
Jahre Porſitzender des Arbeiter=Schiedsgerichts war, hat
ſich in der Stadt und im ganzen Kreiſe Mainz durch ſein
objektives Wirken und ſein Entgegenkommen allgemeine
Sympathie erworben, und nur ungern ſieht man ihn von
hier ſcheiden.
Worms, 7. Sept. Kanonendonner kündete heute
früh das Toben einer Schlacht in unſerer Nähe.
Nach=
dem die Regimenter 117 bei Abenheim und 118 bei
Heß=
loch in vergangener Nacht Biwak bezogen hatten, wurde
die Gefechtslage heute früh wieder aufgenommen. Die
Biwaks hatten eine Menge von Schlachtenbummlern aus
nah und fern angezogen, die an dem fröhlichen Lagerleben
teils bis zu den frühen Morgenſtunden, als erſt der Alarm
dem Treiben ein Ende machte, teilgenommen. Unſere
Vororte Pfiffligheim und Neuhauſen hatten bereits die
Freuden der Einquartierung. Am 4. und 5. September
lag in Pfiffligheim die dritte Schwadron der 24.
Dra=
goner und in Neuhauſen die Hälfte der zweiten
Schwa=
dron. Die andere Hälfte war in Herrnsheim
unterge=
bracht. Die Stadt erhält Einquartierung am Dienstag
und Mittwoch nächſter Woche. Es kommen hierher der
Diviſionsſtab, ein Infanterie=Brigade=, ein Kavallerie=
Brigade=, zwei Infanterie=Bataillons=, ein Feldartillerie=
Regiments=, ein Feldartillerie=Abteilungsſtab, ſechs
Kom=
pagnien Infanterie und drei Batterien Feldartillerie.
Bingen, 6. Sept. In dieſen Tagen ſind die
Einlad=
ungen zur Hauptverſammlung des
Landes=
gewerbevereins, die am 15. September hier
ſtatt=
findet, ergangen. An die Hauptverſammlung des
Landes=
gewerbevereins am Sonntag ſchließt ſich die
Hauptver=
ſammlung des Verbandes Deutſcher Gewerbevereine und
Handwerkervereinigungen in Bingen am Montag, den
16. und Dienstag, den 17. September, an.
Bingen, 7. Sept. Das Rheiniſche Technikum
hat ſeine Station für drahtloſe Telegraphie
verſtärkt durch die Aufſtellung einer 27 Meter hohen
An=
tenne (Maſt). Die Verſtändigung mit Norddeich an der
Nordſeeküſte iſt hierdurch verbeſſert.
Wald=Algesheim, 7. Sept. Eine Bahnfahrt
zwiſchen Himmel und Erde machten dieſer Tage
einige hier an der Drahtſeilbahn beſchäftigte Arbeiter.
Die Leute wollten den Weg nach dem Rhein auf bequeme
Art machen und beſtiegen deshalb die Wägelchen der
Drahtſeilbahn. Als ſie den halven Weg zurückgelegt
hat=
ten, hielt plötzlich die Bahn. Die Luftpaſſagiere hingen
nun hilflos zwiſchen Himmel und Erde. Erſt nach
lan=
gem Rufen und Schreien wurden ſie entdeckt. Die Bahn
wurde noch einmal in Betrieb geſetzt, bis die
Luftreiſen=
den glücklich wieder unten gelandet waren.
* Bad Nauheim, 7. Sept. Bis zum 15. September
ſind 33 208 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 5003 anweſend waren. Bäder wurden bis
zum 5. September 431876 abgegeben.
Heuchelheim, 6. Sept. Die Bürgermeiſterei hat vom
Heſſiſchen Staatsminiſterium die Nachricht
er=
halten, daß beim Friedensſchluß im Jahre 1866 zwiſchen
Preußen und Heſſen Zweifel darüber vorhanden
waren, ob der Gemeindewald von Heuchelheim, der
zwiſchen dem Kinzenbacher und dem Rodheimer Wald
liegt, nicht auch an Preußen abzutreten ſei. Dieſe
Zwei=
fel ſeien jetzt gelöſt und es ſtehe feſt, daß der
Gemeinde=
wald von Heuchelheim tatſächlich 1866 an Preußen
abgetreten ſei. Da dieſe Tatſache rechtlich für die
Gemeinde von Bedeutung iſt, hat man einen namhaften
Juriſten beauftragt, ſich über die rechtliche Seite der
Sache zu informieren und für die Gemeinde einzutreten,
damit ihr keine Nachteile aus dem nachträglichen
Preußiſchwerden ihres Waldes erwachſen. (Offb. Ztg.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Sept. In der
Theater=
abteilung des Polizeipräſidiums fand aus Anlaß des
kürzlichen Brandes im Theater des Weſtens eine
Kon=
ferenz der Theaterdirektoren ſtatt. Der
Leiter der Abteilung kündigte für die nächſte Zeit eine
eingehende Prüfung der Theater auf ihre Feuerſicherheit
an. — Eine hieſiger Rechtsanwalt iſt nach einer
Mitteilung des Reichspoſtamtes ſchon wiederholt wegen
Beamtenbeleidigung beſtraft worden. Warnungen und
mehrfache Entziehung des Fernſprechers
hätten ihn nicht davon abgehalten, wiederum ausfallend
gegen Fernſprechdamen zu werden. Deshalb ſei zuletzt,
als eine ungewöhnliche Maßnahme in einem
Ausnahme=
fall, die dauernde Sperre des Fernſprechers erfolgt.
Außerdem iſt gegen ihn Strafantrag wegen Beleidigung
geſtellt worden, der nach den Gerichtsferien verhandelt
werden ſoll. — Das Verſchwinden dreier
junger Mädchen aus Oberſchöneweide hat
eine harmloſe Aufklärung gefunden. Die Mädchen, die
man als Opfer eines Mädchenhändlers verſchleppt glaubte,
haben ſich zwar heimlich aus den elterlichen Wohnungen
entfernt, aber durch ein Geſindevermietungsbureau
Stel=
lungen als Dienſtmädchen bei anſtändigen Familien in
der Umgegend Berlins gefunden. Ein Mädchenhändler
v d. Oſten, mit dem der in Begleitung der Mädchen
be=
obachtete junge Mann identiſch ſein ſollte, iſt, wie jetzt
verſichert wird, der Kriminalpolizei nicht bekannt.
Eiſenach, 6. Sept. Hier iſt es zwiſchen den
Haus=
frauen, die ſich zur Bekämpfung der hohen
Lebensmittel=
preiſe zu einem Hausfrauenverein
zuſammenge=
ſchloſſen haben, und den im Milchring vereinigten
Milch=
händlern zu einem regelrechten Milchkrieg
gekom=
men, bei dem die Händler nunmehr den Kürzeren gezogen
zu haben ſcheinen. Da die Milchlieferanten ſich nicht
dazu verſtehen wollten, die Milch für 20 Pfg. das Liter
abzugeben, hat der Hausfrauenverein beſchloſſen, mit
einem auswärtigen Großhändler in ein
Vertragsverhält=
nis einzutreten. Dieſer wird die Milch vom 1. Oktober
ab in Baſſinwagen nach Eiſenach liefern und mindeſtens
zwei Jahre lang zum Literpreis von 20 Pfg. abgeben.
Der Hausfrauenverein beſchloß, auch dann die Milch von
dem neuen Lieferanten zu nehmen, wenn die bisherigen
Händler die Milch noch billiger anbieten ſollten.
Hamburg, 7. Sept. Heute vormittag haben 250
deutſche Aerzte mit dem Dampfer „Cincinnati
Cuxhaven verlaſſen, um die bedeutendſten Städte
Nord=
amerikas und den internationalen Hygiene=Kongreß in
Waſhington zu beſuchen.
Freienwalde, 7. Sept. Zum Tode der
Frei=
frau v. Eckardſtein wird von der kgl.
Staats=
anwaltſchaft folgendes mitgeteilt: „Die am 3. d M. vom
Amtsgericht Strausberg in Gegenwart des Erſten
Staatsanwalts vom Landgericht III und unter Zuziehung
des Sachverſtändigen Barella vorgenommenen
Ermittel=
ungen an Ort und Stelle haben mit voller Gewißheit
ergeben, daß die tödliche Verletzung lediglich auf einen
unglücklichen Zufall zurückzuführen iſt. Die Kugel des
Grafen Finckenſtein hatte dicht vor dem Wildſchwein die
Erde getroffen, war von dem feſten Sandboden
abge=
prallt, aus der urſprünglichen Richtung links ſeitwärts
in die Höhe gelenkt und nunmehr in den Körper der
Frau v. Eckardſtein gegangen, die etwa 70 Meter von
der Anſchlagſtelle der Kugel entfernt auf einer abſeits
gelegenen, 5 Meter hohen Kanzel in Anſchlagſtellung ſich
befunden hatte. Von einer Fahrläſſigkeit des Grafen
Finckenſtein kann hiernach — entgegen den irrtümlichen
Meldungen verſchiedener Blätter — keine Rede ſein.”
Poſen, 7. Sept. Die Pilzvergiftung in der
Familie des Gutsvogtes Nowak hat geſtern noch ein
fünftes Opfer gefordert, indem auch die Frau des
Nowak geſtorben iſt.
Innsbruck, 7. Sept. Auf den Tiroler Bergen wehen
Schneeſtürme. Der Neuſchnee liegt in Nordtirol bis
weit in die Täler herab. Auf dem Brennerpaß herrſchte
heute früh Schneetreiben, ſo daß das Vieh von den Alpen
einen Monat früher als in anderen Jahren abgetrieben
werden muß.
Paris, 7. Sept. In Romilly ſur Seine erkrankten
über 40 Perſonen infolge Genuſſes verdorbenen
Fleiſches. Ein junger Mann iſt bereits geſtorben. Der
Zuſtand anderer iſt hoffnungslos.
Béthune, 6. Sept. Heute morgen fand das
feier=
liche Leichenbegängnis von ſiebzehn bei der
Grubenkataſtrophe in Clarence verunglückten Bergleuten
ſtatt. An dem Leichenbegängnis nahmen der Miniſter
der öffentlichen Arbeiten, Dupuy, Vertreter des
Arbeits=
miniſters Bourgeois, der Präfekt, Deputierte und eine
ungeheure Menſchenmenge teil. Der Biſchof las in der
Kapelle, wo die Leichen aufgebahrt waren, die Meſſe und
hielt die Trauerrede. Dann rief der Miniſter den Opfern
einen Abſchiedsgruß nach, wobei er ſie ihren Kameraden
als leuchtendes Beiſpiel von Heldenmut hinſtellte. Die
Leichen des Ingenieurs Dupont und von zwei
verun=
glückten Rettungsmannſchaften ſind heute aufgefunden
worden.
Kopenhagen, 7. Sept. Als die Dampffähre nach
Malmö heute früh 6 Uhr Kopenhagen auf der Fahrt
nach Malmö verließ, ſtieß ſie mit ſolcher Gewalt an die
Backbordſeite des bremiſchen Dampfers „Merkur” daß
dieſer, um nicht zu ſinken, auf Grund geſetzt werden
mußte.
Petersburg, 7. Sept. Geſtern früh ſind wieder zwei
Häuſer eingeſtürzt. Am engliſchen Proſpekt ſtürzte
ein ſiebenſtöckiger Neubau ein und bildete einen
gewal=
tigen Trümmerhaufen. Ein zweiter Neubau ſtürzte auf
dem Waſſili Oſtrowo in ſich zuſammen. Hierbei kamen
zwei Arbeiter ums Leben. Der erſte Einſturz iſt inſofern
bemerkenswert, als das gewaltige Haus im Laufe
weniger Minuten vom Erdboden verſchwunden war. Die
Nebenhäuſer wurden ſo ſtark beſchädigt, daß ihnen
gleich=
falls der Einſturz droht.
New=York, 8. Sept. Die in der Affäre Gibſon
angeſtellten Ermittelungen haben ergeben, daß auch der
Neffe der ermordeten Frau Kinnon nach der Ermordung
der Frau ſpurlos verſchwunden iſt. Auch der Mann einer
Dienerin wurde erſchoſſen in einem Sumpf aufgefunden.
Gibſon iſt noch nicht verhaftet, wird aber überwacht.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
nehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
* Chopin=Liſzi=Feſt. Raoul von Koczalski,
der bei uns ein Chopin=Liſzt=Feſt veranſtaltet, gehört zu
den pianiſtiſchen Größen, deren Erſcheinen auf dem
Kon=
zertpodium eine Senſation bedeutet. Er iſt der Liebling
des muſikaliſchen Publikums der Reichshauptſtadt, denn
jedes ſeiner Berliner Konzerte geſtaltet ſich zu einem
Triumph und das verwöhnte, muſiküberſättigte Publikum
wird nicht müde, ſeinen Darbietungen atemlos zu lauſchen
und füllt die rieſengroßen Säle bei jedem Auftreten
bis auf den letzten Platz. Wir hoffen, daß ſein
Cho=
pin=Liſzt=Feſt, das am 11 September ſeinen Anfang
nimmt, zu den glänzendſten Veranſtaltungen der Saiſon
gehören wird.
Der Kaiſerbeſuch in der Schweiz.
Der Beſuch in Bern.
* Bern, 6. Sept. In der deutſchen
Geſandt=
ſchaft verſammelten ſich von 3 Uhr ab die
Familienmit=
glieder des Geſandten v. Bülow, die Herren der
Geſandt=
ſchaft mit ihren Damen, der deutſche Konſul v. Jenner, der
bayeriſche Geſandte v. Böhm und die Spitzen der deutſchen
Kolonie. Unter Fanfarenklängen fuhr der Kaiſer um
4 Uhr 30 Minuten vor der Geſandtſchaft vor. Er wurde
von dem Geſandten und deſſen Gemahlin empfangen. In
der Umgebung des Kaiſers befand ſich Fürſt Fürſtenberg.
Der Kaiſer ließ ſich die Vertreter der deutſchen Kolonie
vorſtellen und unterhielt ſich aufs freundlichſte mit jedem.
Hierauf marſchierten die deutſchen Kriegervereine mit
Muſik und Fahnen im Garten der Geſandtſchaft auf. Der
Kaiſer begrüßte ſie mit einem „Guten Morgen,
Kamera=
den!” und ſchritt die Front ab Darauf wurde in den
Räumen der Geſandtſchaft der Tee eingenommen, während
die Berner Stadtmuſik konzertierte. Der Kaiſer ſchenkte
der Dame des Hauſes ſein Bild im Rahmen. Um 6 Uhr
empfing der Kaiſer im Berner Hof die akkreditierten Chefs
der Geſandtſchaften.
Nach kurzer Unterhaltung im Audienzſaal, wo die
große, vom Kaiſer dem Bundesrat geſchenkte monumentale
Standuhr aufgeſtellt iſt, beſichtigte der Kaiſer den
Na=
tional= und Ständeratsſaal und bewunderte vom Balkon
die herrliche Ausſicht. Es folgte eine Fahrt durch die
Stadt, wo der Kaiſer von einer ungeheueren Volksmenge
enthuſiaſtiſch begrüßt wurde. Unter Glockengeläut fand
die Auffahrt am Münſter ſtatt. Am Portal erfolgte die
Begrüßung durch die Kirchenbehörden. Während die
Or=
gel ſpielte, begab ſich der Kaiſer ins Innere, wo ihm die
Herren des Komitees für das Reformationsdenkmal in
Genf vorgeſtellt wurden. In der Kapelle ſind drei große
Reproduktionen des projektierten Reformationsdenkmals
in Genf aufgeſtellt, wofür der Kaiſer bekanntlich 10000
Mark geſpendet hat. Der Kaiſer unterhielt ſich längere
Zeit mit den Herren aus Genf Nach einem Aufenthalt
von einer halben Stunde verließen der Kaiſer und der
Bundesrat das Münſter unter Orgelklängen. Vom
Mün=
ſter ging die Fahrt zum Bärengraben, wo der Kaiſer
ſich an das Geländer des Zwingers begab und den Bären
Büſchel und Rüben zuwarf. Er ſetzte dann die Fahrt über
die Kornhausbrücke durch die Stadt nach dem Berner
Hof fort.
Die Tafel im „Berner Hof” zählte 85 Gedecke. Der
Kaiſer ſaß zwiſchen dem Bundespräſidenten Dr. Forrer
und dem Bundes=Vizepräſidenten Müller. Dem Kaiſer
gege.rüber ſaßen Bundesrat Hoffmann, rechts der deutſche
Geſandte v Bülow Bundesrat Motta und General der
Infanterie v. Moltke, links der ruſſiſche Geſandte
Bacha=
racht, Fürſt Fürſtenberg und Bundesrat Decoppet. Gegen
Schluß der Tafel, die über eine Stunde währte, wurden
die Trinkſprüche ausgebracht.
Als der Kaiſer die deutſche Geſandtſchaft verließ,
ſetzte ein leichter Regen ein, weswegen ein Wagen mit
ver=
ſchloſſenem Verdeck bereit ſtand. Allein der Kaiſer zog
eigenhändig unter dem Jubel des Publikums das Dach
des Wagens zurück Vor dem „Berner Hof” empfingen
Nummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 191
Seite 5.
die Vertreter der deutſchen Geſandtſchaft ihr
Staatsober=
haupt. Eine Dame überreichte dem Kaiſer ein großes
Roſenbukett, das mit einem ſchwarz=weiß=roten Bande
ge=
ſchmückt war. Als der Kaiſer nach dem Empfangsſalon
zurückkehrte, wurde er am Eingange von zwölf
Ehren=
damen aus der Berner Geſellſchaft begrüßt. Die Tochter
des Bundesrats Hoffmann überreichte dem Kaiſer
Blu=
men. Um 9.20 Uhr verließ der Kaiſer den „Berner Hof”
unter den Hochrufen einer großen Volksmenge. Die
Stra=
ßen zum Bahnhof waren glänzend illuminiert. Auf dem
Bahnſteig ſtand eine Ehrenkompagnie, die der Kaiſer unter
den Klängen des Hohenzollernmarſches abſchritt. Dann
verabſchiedete ſich der Monarch durch
Hände=
druck vom Bundespräſidenten Forrer, dem Bundesrat,
der deutſchen Geſandtſchaft, den Herren der Geſandtſchaft,
den übrigen Delegationen und von den ihm beigegebenen
Offizieren. Von weitem ſalutierte und dankte der Kaiſer
noch lange zum Abſchied. Um 9 Uhr 35 Minuten fuhr der
Hofzug unter den Klängen der Nationalhymne und
Salut=
ſchüſſen über Zürich nach Schaffhauſen ab. — Beim
Verlaſſen des ſchweizeriſchen Gebiets werden 22
Kanonen=
ſchüſſe als Abſchiedsgruß gelöſt werden.
* Schaffhauſen, 7. Septbr. Beim Verlaſſen des
ſchweizer Bodens richtete der Kaiſer an den
Bundes=
präſidenten folgendes Telegramm: Im
Be=
griffe, das ſchöne Schweizerland zu verlaſſen, iſt es mir
ein Bedürfnis, Ihnen, Herr Bundespräſident, noch von
der Grenze aus meinen herzlichſten Dank zu ſenden
für die warme Aufnahme, die mir in ſo reichem
Maße ſeitens der Behörden des Landes und durch die
Bevölkerung überall bereitet worden iſt. War es mir zu
meinem großen Bedauern auch nicht möglich, das
urſprüng=
liche Reiſeprogramm im vollen Umfange durchzuführen,
ſo haben die wenigen Tage des Aufenthalts mir doch
viel Neues und Schönes gezeigt und mit einer Fülle
anre=
gender Eindrücke kehre ich jetzt in die Heimat zurück.
Be=
ſonders dankbar gedenke ich der beiden
Manöver=
tage, an denen es mir vergönnt war, die Leiſtungen
Ihrer braven Truppen unter der Leitung tüchtiger,
ſchnei=
diger Offiziere zu beobachten und zu bewundern und mit
der Landbevölkerung in Berührung zu treten. Ich
ver=
laſſe den Boden dieſes gaſtfreien Landes mit aufrichtigen
Wünſchen für deſſen ferneres Gedeihen und für ihr
per=
ſönliches Wohlergehen. Wilhelm, I. R. — Das
Ant=
worttelegramm des Bundesrats lautet:
Eurer kaiſerlichen Majeſtät ſprechen wir für ihr ſo
freund=
liches Telegramm unſeren tiefgefühlten Dank aus.
Es gereicht uns zu einer beſonderen Genugtuung, daß die
Leiſtungen unſerer Offiziere und Truppen ſeitens Eurer
Majeſtät ſo wohlwollende Anerkennung finden. Unſer
Milizheer darf auf ein günſtiges Urteil von ſo hoher,
kom=
petenter Seite ſtolz ſein. In uns klingt mächtig die
Freude über Ew. Majeſtät Beſuch nach und er wird uns
und dem ganzen Schweizervolk unvergeßlich ſein. Wir
ſenden Eurer Majeſtät unſere aufrichtigſten und wärmſten
Wünſche für Ihr Wohlergehen. Im Namen des
Bundes=
rats: Bundespräſident Forrer, Bundeskanzler
Schatz=
mann.
* Bern 7. Sept. Die Schweizeriſche Depeſchen=
Agen=
tur veröffentlicht folgende Mitteilung: „Wie der
Ver=
treter der Depeſchen=Agentur vernimmt, ſind die Mitglieder
des Bundesrats ſowie alle ſchweizeriſchen
Perſönlich=
keiten, die die Ehre hatten, mit dem Deutſchen Kaiſer
in perſönlichen Verkehr zu treten, von der
Liebenswür=
digkeit des hohen Gaſtes und der Herren ſeines Gefolges
entzückt. Die erſtaunliche Vielſeitigkeit des Monarchen, ſein
umfaſſendes Wiſſen auf allen Gebieten, ſein lebhaftes
Intereſſe für unſer Land und ſein gewandtes, leutſeliges
Konverſationstalent flößten allen die größte Hochachtung
vor ſeiner Perſönlichkeit ein. Die gelegentlich geäußerten
Urteile des Kaiſers und ſeiner Generale über unſer
Militär, die, wie verlautet, darin gipfelten, daß die
eid=
genöſſiſche Armee vollſtändig befähigt ſei, die Grenzen der
Schweiz zu ſchützen, erfüllten die Schweizer Behörden und
die Offiziere mit großer Freude. Fragen der aktuellen
Politik ſind, wie verlautet, nicht beſprochen worden, die
Reſultate des Beſuches liegen vielmehr in der Kräftigung
der freundſchaftlichen Beziehungen beider
Staaten.”
* Bern, 7. Septbr. Der Kaiſer ließ hochgeſtellten
Schweizer Perſönlichkeiten zur Erinnerung Andenken
überreichen. Bundespräſident Dr. Forrer und Bundesrat
Hoffmann, Chef des Militädepartements, erhielten
Bronzebüſten des Kaiſers, die übrigen Bundesräte ſowie
Dr. Boucart, Sekretär der politiſchen Abteilung, und
Ge=
ſandter de Claparéde ein photographiſches Porträt in
vergoldetem Rahmen mit Unterſchrift. Auch die
Schwei=
zer Offiziere des Ehrendienſtes wurden mit ſolchen
An=
denken beſchenkt.
Der Kaiſer in Konſtanz.
* Konſtanz, 7. Sept. Der Kaiſer iſt mit
Ge=
folge punkt 9 Uhr hier eingetroffen. Am Bahnhof hatte
ſich trotz des ſtrömenden Regens eine vieltauſendköpfige
Menſchenmenge angeſammelt. Die Vereine der Stadt und
die Feuerwehr, ſowie die Schuljugend bildeten Spalier
auf dem kurzen Wege vom Bahnhof nach dem Hafen. Am
Bahnhof waren kurz vor ¾9 Uhr Prinz Max von Baden
und der Flügeladjudant des Großherzogs
Generalleut=
nant Dürr eingetroffen. Der Großherzog ließ durch
Generalleutnant Dürr mitteilen, daß er infolge einer
ſchweren Erkältung das Bett hüten müſſe und daher
be=
daure, verhindert zu ſein, ſelbſt den Kaiſer zu empfangen.
An ſeiner Statt traf die Großherzogin=Witwe Luiſe mit
ihrem Hofmarſchall Grafen Andlau zum Empfang ein.
Von den ſtaatlichen und ſtädtiſchen hieſigen Behörden
waren nur der Landeskommiſſar Geheimer Regierungsrat
Straub, der Amtsvorſtand Geh. Regierungsrat Dr. Belzer
und Oberbürgermeiſter Dr. Weber zum Empfange
be=
fohlen. Ferner waren erſchienen der preußiſche Geſandte
v. Eiſendecher und Graf Hornſtein=Binningen. Einige
Sekunden vor 9 Uhr verkündete Kanonendonner und das
Geläute aller Glocken ſämtlicher hieſiger Kirchen das
Herannahen des Hofzuges, der punkt 9 Uhr im Bahnhofe
einlief. Der Kaiſer in Generalsuniform befand ſich im
zweitletzten Wagen, dem er alsbald entſtieg. Zur
Be=
grüßung ſchüttelte er dem Prinzen Max von Baden
herz=
lich die Hände. Dann begrüßte der Kaiſer ſeine Tante,
die Großherzogin Luiſe, die er herzlich küßte. Auf die
Frage der Großherzogin, wie es ihm in der Schweiz
ge=
fallen habe, erwiderte der Kaiſer: Ich war einfach
über=
raſcht! Vorzüglich! Nach kurzer Vorſtellung des
Ge=
folges und der anderen anweſenden Herrſchaften ging der
Kaiſer, die Großherzogin am Arme führend, nach dem
bereitſtehenden Wagen, begrüßt von vieltauſend
ſtim=
migen Hoch= und Hurrarufen, die ſich bis zum Kaiſerſchiff
und zur Abfahrt nach der Inſel Mainau fortſetzten. Kaum
hatte der Kaiſer den Dampfer „Kaiſer Wilhelm” betreten
als die Kaiſerſtandarte gehißt wurde. Das Kaiſerſchiff
wurde von zwei weiteren Dampfern nach der Mainau
begleitet. Der Kaiſer unterhielt ſich lange auf dem
Ver=
deck mit dem Prinzen Max.
* Konſtanz, 7. Sept. Der Kaiſer fuhr heute
nachmittag 2 Uhr 10 Min. von der Inſel Mainau mit
dem Dampfer „Kaiſer Wilhelm” nach Unteruhldingen,
beſtieg ſein Automobil und begab ſich nach Heiligenberg
zum Beſuch der fürſtlich Fürſtenbergſchen Familie. Die
Rückkehr des Kaiſers wird um 5.30 Uhr erwartet. Es
regnet in Strömen.
* Konſtanz, 8. Sept. Konſtanz und die
Bo=
denſeegemeinden bereiteten geſtern abend dem
Kaiſer eine großartige Huldigung. Hunderte von
feſtlich beleuchteten Booten belebten die Bucht, auf deren
angrenzenden Höhen Feuer loderten. Verſchiedene Muſik=
und Geſangvereine brachten eine Serenade dar. Der
Kaiſer ſah vom Balkon des Schloſſes aus zu.
Der Kaiſer verließ um 5 Uhr die Inſel
Main=
au. Auf dem Wege vom Schloß nach dem Hafen bildeten
Bürgerwachen von Reichenau und Sipplingen in ihren
hiſtoriſchen Uniformen Spalier. Die Großherzogin Luiſe
begleitete den Kaiſer zum Dampfer. Der Abſchied war
ſehr herzlich. Der Kaiſer umarmte und küßte ſeine Tante
wiederholt. Hunderte von Motorbooten, Segelbooten,
ſowie Salondampfer gaben dem Kaiſerſchiff bis gegen
Immenſtadt das Geleite. Der Kaiſer folgt einer
Einlad=
ung des Königs und der Königin von Württemberg nach
Friedrichshafen.
Ein bemerkenswertes Gutachten.
* Dem Landtage des Fürſtentums
Schwarz=
burg=Rudolſtadt iſt, wie ſchon gemeldet wurde, in
ſeiner geſtrigen Sitzung ein Gutachten über
ver=
faſſungsrechtliche Fragen vorgelegt worden,
das im Auftrage der Regierung der ordentliche Profeſſor
der Rechts= und Staatswiſſenſchaften an der Kaiſer=
Wilhelm=Univerſität zu Straßburg Wirkl. Geh. Rat Dr.
Laband verfaßt hat. Es ſtellt die Grundlagen auf, an
die ſich die fürſtliche Staatsregierung in Zweifelsfällen
halten will, und kommt auf Grund der teilweiſe nicht ganz
klaren Beſtimmungen der Verfaſſung des Landes zu der
Feſtſtellung, daß ein Unterſchied zu machen ſei zwiſchen
Ge=
ſetzen mit allgemein gültigen Rechtsnormen und
Rechts=
normen anderer Art. Als Rechtsnormen
allge=
meiner Natur hätten zu gelten: Aenderungen der
Verfaſſung, Beſtimmungen über Freiheit, Sicherheit
und Eigentum der Staatsbürger. Dieſe Neuerungen
all=
gemeiner Art bedürften zur Gültigkeit der Genehmigung
des Landtages; für Rechtsnormen anderer Art könne dieſe
Zuſtimmung eingeholt werden, indes ſei dies nicht
un=
bedingt nötig. Die Regierung ſei berechtigt, aus
Ueber=
ſchüſſen früherer Etatsperioden (in den letzten von 1909
bis 1911 waren es 660000 Mark), Ausgaben zu leiſten, die
ihr nach § 29 der Verfaſſung nötig erſchienen. (§ 29
han=
delt allgemein von den Rechten der Regierung, die
Auf=
ſicht zu führen).
Laband kommt zu folgendem Schluſſe: „Was die
Frage anlangt, ob die Regierung, wenn wiederholt eine
nicht auf dem Boden der Verfaſſung
ſtehende Landtagsmehrheit gewählt wird,
ver=
pflichtet iſt, ſich an die Beſtimmungen der Verfaſſung zu
halten, ſo iſt im allgemeinen zwar von dem Grundſatz
aus=
zugehen, daß ein pflichtwidriges Verhalten des Landtages
die Regierung von der Beobachtung der Verfaſſung und
der Geſetze nicht entbindet, daß aber dieſer Grundſatz
un=
anwendbar wird, wenn die Regierung in die
Unmöglich=
keit verſetzt wird, dieſe Vorſchriften zu befolgen, und
in=
folgedeſſen ein ſtaatsrechtlicher Notſtand eintritt.” Für den
Fall, daß z B kein Etat zuſtande komme, ſei der letzte
Aus=
weg die Anr ufung des Reichs durch die
Re=
gierung oder den Landtag. Das Reich könne dann
auf Grund des § 76 der Reichsverfaſſung das Nötige
ver=
anlaſſen.
Miniſterbegegnung in Oeſterreich.
* Wien, 7. Sept. Der Reichskanzler von
Bethmann Hollweg traf heute früh 8 Uhr 10 Min.
auf dem Weſtbahnhofe ein. Der deutſche Geſchäftsträger
Prinz zu Stolberg Wernigerode und die Herren der
Bot=
ſchaft waren zum Empfang anweſend. Mit dem gleichen
Zuge wie der Reichskanzler kam auch der Thronfolger
Erz=
herzog Franz Ferdinand und Familie. Auf dem Perrog
des Weſtbahnhofes begrüßten der Thronfolger und die
Her=
zogin von Hohenberg den Reichskanzler herzlich und
unterhielten ſich einige Zeit mit ihm. Der Reichskanzler
ſetzte mittags in Begleitung des Prinzen zu Stolberg=
Wernigerode ſeine Reiſe nach Buchlau zum Beſuch des
Miniſters des Auswärtigen, Grafen Berchtold, fort.
* Buchlau, 7. Sept. Als der Reichskanzler
von Bethmann=Hollweg und Botſchafter Graf
Szögyeny=Marich gegen ½4 Uhr eintrafen, hatten ſich mit
dem Grafen und Gräfin Berchtold und deren
beiden Söhnen die bereits anweſenden Gäſte, nämlich
Botſchafter von Tſchirſchky und Gemahlin und der frühere
Botſchafter Graf v. Lützow und Gräfin v. Haugwitz auf
der Schloßteraſſe verſammelt. Graf und Gräfin Berchtold
hießen den Reichskanzler und den Botſchafter Szögyeny,
ſowie die etwas ſpäter eintreffende Gräfin Szögyeny, den
Prinzen v Stolberg=Wernigerode und Legationsſekretär
Graf v. Hoyos auf das herzlichſte willkommen. Nachdem
der Reichskanzler für die Bewillkommnung gedankt und
Botſchafter v. Tſchirſchky und deſſen Gemahlin ſowie die
anderen Gäſte des Hauſes begrüßt hatte, nahmen die
Herrſchaften den Tee ein. Heute findet zu Ehren des
Reichskanzlers ein Diner ſtatt. Morgen vormittag
tref=
fen der erſte Sektionschef Frhr. Macchio und
Legations=
rat v. Bethmann Hollweg aus Wien ein. Die geplanten
größeren jagdlichen Veranſtaltungen wurden wegen des
regneriſchen Wetters fallengelaſſen. Nach dem Frühſtück
ſoll ein gemeinſamer Ausflug nach der die benachbarte
waldige Bergkuppe krönenden alten Burg Buchlau
ge=
macht werden, der bis zum ſpäten nachmittag dauern
dürfte. Der Reichskanzler fährt morgen abend nach
Schleſien weiter, die anderen Gäſte werden im Laufe des
morgigen abends wieder abreiſen.
* Schloß Buchlau, 8. Sept. Reichskanzler
v. Bethmann=Hollweg und Graf Berchtold
pirſchten heute früh auf Hirſche. Der Reichskanzler
er=
legte einen Achtender. Nach dem Frühſtück wurde der
beabſichtigte Ausflug nach der Burg Buchlau
unternom=
men. Inzwiſchen klärte ſich das Wetter auf. In beſter
Stimmung beſuchten die Gäſte unter der liebenswürdigen
Führung des Burgherrn und der Gräfin Berchtold die
hochinterſſante alte Feſte und die nicht minder
intereſſan=
ten kulturhiſtoriſchen und naturwiſſenſchaftlichen
Somm=
lungen, die von den Vorfahren des Graſen Berchtold
angelegt und von ihm ſelbſt vervollſtändigt ſind. Hierauf
wurde in der Burg ein Imbiß eingenommen. Dann
kehr=
ten die Herrſchaften nach dem Schloß zurück. Der
Reichs=
kanzler fährt heute abend gegen 11 Uhr über Ungariſch=
Bradiſch ab und gedenkt, auf der Rückreiſe ſich in Grätz
bei Troppau bei dem Fürſten von Lichnowski zu einem.
kurzen Beſuch aufzuhalten. Botſchafter v. Tſchirſchky und
Gemahlin verlaſſen Buchlau morgen zu weiteren Beſuchen
in Oeſterreich. Auch die anderen Gäſte reiſen teils heute
abend, teils morgen ob.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 8. September.
„Iphigenia in Aulis”
W-l. Mit Glucks ſeit mehr als 30 Jahren hier nicht
mahr zur Aufführung gelangter dreiaktiger Oper Iphigenia
in Aulis” wurde heute die Saiſon eröffnet. Mit dieſer
Oper iſt Gluck in ſeine dritte bedeutendſte Periode
einge=
treten, die den eigentlichen Bruch mit der Vergangenheit
und den Uebergang zu eier neuen Aera bedeutete Gluck
und Wagner ſind die Reformatoren der deutſchen Oper
ge=
worden; letzterer knüpfte an erſteren wieder an. Schon für
Gluck war die Einheit der Dichtung und Muſik, die
Ueber=
einſtimmung von Inhalt und Form höchſtes künſtleriſches
Prinzip, er ſtrebte vor allem nach Wahrheit des Ausdrucks
und erkannte die Bedeutung der muſikaliſchen
Charak=
teriſtik, ohne die man ſich die moderne Oper nicht mehr
denken kann. Er wollte die Oper zu einem einheitlichen
muſikaliſchen Kunſtwerk umgeſtalten, dem nur die wahre
Kunſt Zweck und Ideal ſind. Die Zeit war für Glucks
Ideen noch nicht reif, ein Beweis dafür iſt der beiſpielloſe
Erfolg von Verdis Troubadour 80 Jahre nach der
Iphi=
genia. Erſt Richard Wagner verwirklichte Glucks
künſt=
leriſche Prinzipien in vollem Umfang, indem er zugleich
nationale Stoffe für ſeine Opern wählte.
So kommt es, daß Glucks Iphigenia uns heute
viel moderner anmutet, als das Publikum vor 50
Jahren, das Konzeſſionen an den Geſchmack des
Publi=
kums und an die Sänger verlangte. Wegen der
Feierlich=
keit ihres Charakters eignet ſich die Oper beſonders zu einer
Eröffnungsvorſtellung, die ja immer einen etwas feſtlichen
Anſtrich hat.
Die Vorſtellung war mit außerordentlicher Sorgfalt
und Liebe einſtudiert, und trug den Stempel einer
einheit=
lichen hochkünſtleriſchen Leiſtung. Das Wanze Beſtreben
ging dahin, ein einheitliches, harmoniſches und ſtilvolles
Ganzes zu ſchaffen und dieſem hohen künſtleriſchen
Hauptzweck alle Nebenzwecken unterzuordnen. Dazu dient
auch die ſogenannte Stilbühne, die wohl noch einige Zeit
im Mittelpunkt der Diskuſſion bleiben wird. Anſtelle der
vorſtehenden Seitenkuliſſen ſind plaſtiſche Wände mit
graugrünen Stoffbehängen getreten, im Hintergrund
er=
hebt ſich eine die ganze Breite der Bühne einnehmende
Treppe mit 12 Stufen, die gemalten Dekorationen (
land=
ſchaftliche und architektoniſche Bilder) fallen ganz fort
hinter der Treppe ſieht man die weite Fläche eines
hell=
farbigen Horizontes. Der vordere Teil der Bühne kann
bis zur Treppe durch einen Vorhang abgeſchloſſen werden,
wenn die Handlung, wie z. B im 2. Akte, den hinteren
Raum der Bühne ausſchaltet.
Infolge dieſer Vereinfachung der Szenerie, die
natür=
lich nicht auf alle Bühnenſtücke zu übertragen iſt,
konzen=
trieren ſich die Aufmerkſamkeit und das Intereſſe der
Zu=
ſchauer und Zuhörer auf die künſtleriſchen Vorgänge der
Bühne ſelbſt, zugleich aber gewährt ſie den Künſtlern die
Möglichkeit einer wirkſameren künſtleriſchen Betätigung.
Beſonders gilt dies auch von den Chören, die ſich auf der
anſteigenden großen Treppe trefflich gruppieren laſſen.
Prächtig und feierlich wirken die Ballettſzenen, die ſich nur
auf dem Podium der Treppe abſpielen. Hier iſt von Herrn
Maler Hans Pellar und Frau Ballettmeiſterin Thiele=
Leon=
hardt etwas ganz neues geſchaffen worden. Mit dem
tradi=
tionellen Tanz iſt endlich einmal ganz aufgeräumt worden;
an ſeine Stelle treten dem Takte der Muſik harmoniſch
angepaßte rhytmiſch=plaſtiſche Bewegungen von
eigen=
artiger Schönheit. Als Vorbild für dieſe Tanzſzene diente
eine aus dem griechiſchen Altertum erhaltene bildliche
Dar=
ſtellung. Wir begrüßen dieſe künſtleriſche Reform des
Bühnentanzes, nach der wir uns ſchon ſo lange geſehnt
haben, mit aufrichtiger Freude, und hoffen, daß ſie nicht die
einzige bleiben wird.
Die Vorſtellung kann geradezu als eine
Muſtervor=
ſtellung bezeichnet werden. Mit einer bis auf den letzten
Choriſten ſich erſtreckenden Einheitlichkeit und Subtilität
war die Stimmung und Stileinheit der Oper gewahrt
worden, und man merkte dieſem wundervollen
Heraus=
arbeiten des einheitlichen Stimmungsgehaltes des
herr=
lichen Werkes an, mit welchem künſtleriſchen Verſtändnis
und intenſiver Hingabe man an ſeine Einſtudierung
her=
angegangen war. Die Sänger und Sängerinnen waren
ſämtlich ſtimmlich vortrefflich disponiert und gefanglich
durchaus auf der Höhe. Herr Weber als Agamemnon
war geſanglich und darſtelleriſch hervorragend und
er=
reichte in der prachtvoll geſungenen großen Schlußarie
des zweiten Aktes den Höhepunkt ſeiner Leiſtung. Herr
Becker zeichnete ſich als Achilles durch ſtimmliche Friſche
und Glanz und geſangliche Zuverläſſigkeit aus. Fräulein
Geyersbachs weiches und ſchönes Organ eignet ſich
für die Partie der Iphigenia, die ſie mit Innigkeit und
Wärme ſang, ganz beſonders gut. Frau von Sugh
entfaltete in der Partie der Klytämneſtra die nötige Verve
des Tones und Energie des Vortrags. Lobend zu
er=
wähnen ſind ebenſo der Kalchas des Herrn Stephani,
der Arkas des Herrn Schützendorf und die Artemis
der Frau Kallenſee. Die Tänze wurden ausgeführt
von den Damen Croneberg und Huber und den
Damen des Ballettkorps.
Die muſikaliſche Leitung der Aufführung unterſtand
Herrn Hofkapellmeiſter de Haan, die ſzeniſche Leitung
Herrn Oberregiſſeur Valdek die Geſtaltung des
Bühnenbildes rührte von den Herren Hoftheatermaler
Kempin und Oberinſpektor Schwerdtfeger her.
Die Verbeſſerungen und künſtleriſchen Reformen, durch
die ſich die Aufführung beſonders intereſſant geſtaltete,
ſind aber in erſter Linie dem neuen Generaldirektor Herrn
Dr. Eger zu verdanken.
Die Oper, die ſchmählicher Weiſe der Vergeſſenheit
anheimzufallen droht und deren Wiedereinſtudierung eine
künſtleriſche Tat war, machte auf die Zuhörer tiefen
Ein=
druck. Einzelne Nummer, wie der Begrüßungschor im
erſten Akt, der wie der Abſchiedsgeſang Iphigeniens von
Achilles im dritten Akt zu dem Schönſten gehört, was die
Opernliteratur aufzuweiſen hat, ebenſo die effektvollen
Nummern des muſikaliſch bedeutendſten dritten Aktes
wirkten geradezu faszinierend. Nach jedem Akte wurde
lebhafter Beifall geſpendet, am Schluſſe wurden die
Künſt=
ler fünfmal hervorgerufen.
So hat die Saiſon einen vielverſprechenden Anfang
genommen; auch bezüglich des Beſuches, denn das Haus
war vollbeſetzt.
Die Großherzoglichen Herrſchaften nebſt hohem
Beſ=
wohnten der Voxſtellung bei.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Nummer 212
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 8. Septbr. Die geplante
Fahrt der „Viktoria Luiſe” von hier nach
Ham=
burg und von da nach Kopenhagen iſt wegen der
an=
dauernd ungünſtigen Witterung vollſtändig
aufge=
geben worden. Das Luftſchiff wird morgen nach
Baden=Baden zurückkehren. Die „Hanſa” wird
voraus=
ſichtlich am kommenden Donnerstag wieder betriebsfertig
ſein und am nächſten Sonntag die Fahrt nach
Ko=
penhagen ausführen.
* Stuttgart 8. Septbr. Vom Deutſchen
Luft=
fahrerverband ſind als Ballonführer für die Gordon=
Bennett=Wettfahrt in Stuttgart auserwählt worden:
In=
genieur Gericke=Berlin, Major Abercron=
Mül=
heim und Oberleutnant Hopfe=Münſter.
* Paris, 7. Sept. Wie aus dem Seebade
Houl=
gate im Departement Calvados gemeldet wird,
unter=
nahm der bekannte Flieger Garros geſtenn einen Flug,
bei dem er eine Höhe von 5000 Meter erreichte und
ſo einen neuen Weltrekord aufſtellte. Infolge einer
Motor=
panne ging Garros im Gleitfluge nieder.
* Paris, 9. Septbr. Auf dem Flugplatz Adrien
bei Gray ereignete ſich ein furchtbares Unglück.
Der Flieger Beard fuhr bei der Landung mit ſeinem
Eindecker in eine Gruppe Zuſchauer. 4 Perſonen
wurden getötet, zahlreiche andere z. T.
ſehr ſchwer verletzt. Der Flieger floh wie
wahn=
ſinnig feldein. Er erklärte ſpäter, er habe die Zündung
nicht mehr abſtellen können.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
* Arheilgen, 7. Sept. In Nr. 210 Ihres geſchätzten
Blattes geht ein Leſer auf die in letzter Zeit in der
nähe=
ren oder weiteren Umgebung von Darmſtadt
vorgekom=
menen Einbruchsdiebſtähle ein; er hat aber
da=
bei unſer liebes Arheilgen ganz vergeſſen, und man
könnte ſich wirklich daruber ärgern und zurückgeſetzt
fühlen, wenn man an etwas ſo lebhaften Anteil hat und
man wird im Programm nicht aufgeführt. Ich möchte nur
an den in letzter Zeit am Etteſterweg ausgeführten bis
zum letzten Einbruchsdiebſtahl in der Dieburgerſtraße
er=
innern; auch hier hat das Pfarrhaus herhalten müſſen,
ſogar der Chorrock des Herrn Geiſtlichen mußte zur
Deckung der Diebe dienen, aber erwiſcht wurde bis jetzt
keiner. Das iſt auch nicht gut möglich, da wir ja bloß
ſechs Sicherheitsorgane hier haben. Wenn aber ſo ein
junger Menſch ſich in ſeinem Uebermut vergißt und nach
11 Uhr etwas laut wird, dann gibt es Leute, die meinen,
ſie müßten es einem der Herren Wachtmeiſter anzeigen:
dann kommt der Strafbefehl mit der großzügigen
Ueber=
ſchrift: „Auf Antrag der Großh. Staatsanwaltſchaft
wer=
den Sie wegen der und der Uebertretung zu ſo und
ſo viel Geldſtrafe verurteilt”, während das Diebesgeſindel
ſein Unweſen ſchon ſo lange treibt und wahrlich die
Ge=
müter mehr erregt, als ſo ein jugendlicher Schreihals,
und auch die Arheilger von den Dieben heimgeſuchten
Einwohner wünſchen in erſter Linie die Zeit ſehnlich
herbei, wo man der Diebe einmal habhaft wird.
Die Kriſe in der Türkei.
* Petersburg 6. Sept. In der ruſſiſchen
Preſſe wie in der Geſellſchaft nimmt die ſtetig wachſende
Unruhe zu, daß die Lage am Balkan äußerſt
kritiſch iſt. Dieſe Stimmung wird geſchürt durch
Alarmnachrichten aus Sofia, durch welche anſcheinend
die dortige Preſſe den Balkanſlawen den Krieg als die
einzige Löſung hinſtellen will. Auch im Auswärtigen
Amt erklärte man mir, man ſehe die Lage ſehr peſſimiſtiſch
an. Berchtolds Vorſchlag ſei doch nur ein Eimer Waſſer
in einen Rieſenbrand. Man rechne damit, daß jeden Tag
eine Kataſtrophe möglich ſei. Dieſen Peſſimismus teilt
die hieſige bulgariſche Diplomatie nicht. Der Geſandte
ſagte mir, die Lage ſei keineswegs ſo, daß man am
Vor=
abend des Krieges ſtehe. Die bulgariſche Regierung
werde alles aufbieten, um ſich nicht von einem
kriegs=
luſtigen Taumel länger forttreiben zu laſſen. Sie werde
lediglich auf die Regelung der mazedoniſchen Zuſtände
dringen. Die Alarmnachrichten entſtanden in
unverant=
wortlichen bulgariſchen Zeitungen, die Kriegspropaganda
treiben.
Darmſtadt, 9. September.
* Die beiden’Walderholungsſtätten wurden wegen
des ungünſtigen Wetters am 7. ds. Mts. in Anweſenheit
mehrerer Vorſtandsmitglieder geſchloſſen. Die
Schließung vollzog ſich in Form einer kleinen Feier.
Die Pfleglinge hatten die Räumlichkeiten mit friſchem
Grün geſchmückt und brachten mehrere unter Leitung des
Herrn Fiſcher eingeübte Lieder wirkungsvoll zum
Vortrag. Hierauf gab der Sekretär des Vereins, Herr
Schneider einen kurzen Ueberblick über die vergangene
Betriebsperiode, wies auf die zunehmende Frequenz hin,
dankte dem Perſonal der Anſtalt, insbeſondere der
Schweſter, Frau Weber, und betonte, daß die
Wald=
erholungsſtätten zu einem guten Teile ihre Gründung
und Unterhaltung der Betätigung werktätiger
Nächſten=
hilfe durch Freunde und Gönner des Unternehmens
ver=
danken. Namens der Beſucher dankte Herr Klemenz
für die in den Walderholungsſtätten geſchaffene Fürſorge.
Auch in dieſem Jahre zeigte ſich wieder, daß dieſe
Er=
holungsſtätten ſich ſteigender Wertſchätzung und
Beach=
tung erfreuen.
* Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
feierte am Samstag im „Kaiſerſaal” ihr 5. Stiftungsfeſt,
das ſich eines ſtarken Beſuches erfreute. Nach einem
ein=
leitenden Muſikſtück trug Fräul. Bonin einen von Herrn
E. Schneider gedichteten Prolog in wirkungsvoller Weiſe
vor. Der 1. Vorſitzende, Herr Kratzſch, begrüßte die
zahlreich erſchienenen Gäſte und hieß insbeſondere den
Vorſitzenden des Deutſchen Stenographenbundes, Herrn
Prof. Pfaff, herzlich willkommen. Der Wilh. Etzoldſche
Männerchor und Herr Sautier ernteten für mehrere
ge=
diegene Geſangsvorträge großen Beifall. Zwei von den
Damen Frl. Georg, Paſchke, Wenzel und Zimbrich, ſowie
den Herren Hof, Hoffmann und Weber aufgeführten
Theaterſtücke gingen flott in Szene und hatten einen
großen Heiterkeitserfolg. Beſondere Anerkennung ward
den von Frl. Grote ſtimmungsvoll zu Gehör gebrachten
Liedern zur Laute zu teil. Eine im „Fürſtenſaal”
ver=
anſtaltete reichhaltige Ausſtellung von ſchön= und
ſchnell=
ſchriftlichen Arbeiten, ſtenographiſchen Zeichnungen,
Stickereien u. dgl. erregte großes Intereſſe und legte
be=
redtes Zeugnis von der Schaffensfreudigkeit der
Vereins=
mitglieder ab. Das in allen Teilen gelungene Feſt fand
ſeinen Abſchluß mit Tanz, der die zahlreichen Teilnehmer
vsoch lange in angeregter Stimmung zuſammenhielt.
Kri
Jah.
m. Zuſammenſtoß. In der Pallaswieſenſtraße fuhren
am Samstag nachmittag zwei Knaben auf einem
ſogenannten „Holländer” aus einem Hofe mit großer
Geſchwindigkeit nach der Straße über den Fußſteig,
ils ein nach der Liebigſtraße fahrender Wagen der
elektriſchen Bahn die betreffende Stelle paſſierte.
Ein lautes Aufſchreien und ein anhaltendes Raſſeln ließ
den Führer den Wagen halten. Der Wagen hatte das
Vorderteil, die zwei Räder des Holländers, abgeriſſen
und neben ſich hergeſchleift. Der ältere Junge, welcher
den Stoß wohl geſpürt hatte, lief eilends an die nächſte
Straßenecke, während der kleinere jüngere die
mit=
geſchleiften Räder ſeines Gefährtes mit Weinen und
Lachen, alſo in großer Aufregung, neben dem elektriſchen
Wagen hervorholte. Der Bruchteil einer Sekunde früher
hätte genügt, zwei junge Menſchenleben zu zerſtören.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. Sept. Der „Reichsanzeiger” gibt einen
Erlaß des bayeriſchen Miniſteriums des Innern bekannt,
durch den vom 10. September ab die Einfuhr von
Rindern und Ziegen aus den ſchweizeriſchen
Kantonen Luzern, Unterwalden, Uri und Zug nach
und durch Bayern bedingungsweiſe wieder
zu=
gelaſſen wird.
* Berlin, 7. Sept. Heute Nachmittag erfolgte bei
Erdarbeiten in Wilmersdorf, als ein Gaskandelaber
ver=
ſetzt werden ſollte, eine heftige Exploſion. Ein
Arbeiter wurde ſchrecklich verſtümmelt. Er war ſofort
tot. Die übrigen Arbeiter blieben unverletzt.
* Berlin, 8. Sept. Ein dem Trunke ergebener
Schneider ſchleuderte heute nacht aus dem Fenſter
ſeiner im zweiten Stock belegenen Wohnung erſt ſeine
Ehefrau, dann ſeine beiden Töchter im Alter
von 8 und 10 Jahren in den Hof und ſprang dann
ſelbſt nach. Alle wurden ſchwer verletzt ins
Kranken=
haus geſchafft, der Schneider als Polizeigefangener.
* München, 8. Sept. Heute vormittag ſtieß in der
Nähe von Buchheim ein Automobil gegen einen
Alleebaum, wobei der Rentier Alfred Bick einen
Ober=
ſchenkelbruch und innere Verletzungen, ſeine Frau einen
Schädelbruch und einen Oberarmbruch erlitten.
* München, 8. Sept. Leutnant Niedermayer,
der unter dem Protektorat der Prinzeſſin Thereſe eine
Expedition zur wiſſenſchaftlichen Erforſchung
Per=
ſiens unternimmt, hat ſeine Ausreiſe angetreten.
* Leipzig, 8. Sept. Eine Deputation, die von den
ſchwediſchen Journaliſten geſtern von Lützen
nach Altranſtädt entſandt wurde, fand bei dem Beſitzer
des Schloſſes, Grafen Hohenthal, herzlichſte Aufnahme.
Dr. Soederberg legte mit einer Anſprache einen Kranz an
der Gedenkſäule nieder. Der Schloßherr zeigte der
Depu=
tation das Zimmer in dem der Friede geſchloſſen worden
iſt, die noch vorhandenen Andenken aus dieſer Zeit und
er=
innerte an den Beſuch des Königs Guſtav in Altranſtädt.
Der Abend in Leipzig gehörte den journaliſtiſchen
Ver=
einigungen der Stadt. Die Ortsgruppe Leipzig des
Reichs=
verbandes der deutſchen Preſſe hatte zu einem feſtlichen
Dämmerſchoppen in dem Ratskeller, der Verein der
Leip=
ziger Preſſe im Anſchluß daran zu einem Abendeſſen in
dem berühmten „Thüringer Hof” eingeladen. Im
Rats=
keller hielten Chefredakteur Dr. Grautoff, Profeſſor
Man=
telius, der ſchwediſche Konſul Direktor Naumann und Dr.
Corwegh zündende Anſprachen. Im „Thüringer Hof”
be=
grüßte Hofrat v. Hahn die Gäſte Auch hier wurden in
Rede und Gegenrede die herzlichſten Gedanken und
Em=
pfindungen ausgetauſcht. Dr. Brandel feierte die Alma
mater, der er ſeine beſte Bildung verdanke Langlet feierte
nochmals die Firma J. J. Weber, die den ſchwediſchen
Gäſten einen ſo herrlichen Tag bereitet habe, und ihren
Chefredakteur Sonne. Auch der Chefredakteur Tjarks von
der La Plata=Zeitung hielt eine Anſprache. Der Wirt des
„Thüringer Hofs” Grimpe, ließ den Gäſten wertvolle
An=
denken überreichen. Vormittags erfolgte nach herzlicher
Verabſchiedung die Weiterfahrt nach Eſſen, wohin eine
be=
ſondere Einladung des Herrn Krupp v. Bohlen und
Hal=
bach die ſchwediſchen Gäſte und ihre deutſchen Begleiter
ruft.
* Oſchatz, 8. Sept. Der Kaiſer trifft am 9. Sept.
morgens im Sonderzug im Manövergelände ein, wo
die Kavallerie und Aufklärungs=Uebungen zu den
Kaiſermanövern beginnen. Das Hauptquartier des
Kaiſers beſteht aus dem Kommandanten Generaloberſt
v. Pleſſen, den dienſttuenden Generalen à la suite
v. Gontard und v. Chelius, den Flügeladjutanten Oberſt
v. Kleiſt und Oberſtleutnant v. Mutius, den Majoren
v. Dommes, Frhr. v. Holzina=Berſtett und v. Caprivi
und außerdem aus dem ruſſiſchen General à la suite
Tatiſchtſcheff, attachiert zur Perſon des Kaiſers. Die
fürſtlichen Manövergäſte und die Generalfeldmarſchälle,
die fremden Gäſte (amerikaniſche und Schweizer Offiziere),
ebenſo die Militärbevollmächtigten der Bundesſtaaten
und die fremden Militär=Altachés wohnen in Dresden.
* Rom, 8. Sept. Gegenüber den von einzelnen
Blät=
tern immer wieder gebrachten Ankündigungen von einer
angeblichen Verſtändigung über den
Friedens=
ſchluß iſt die Agencia Stefani zu der Erklärung
ermäch=
tigt, daß alle Meldungen jeder Unterlage entbehren und
als bedauerliche Machenſchaften angeſehen
werden müſſen.
* Wiltz (Luxemburg), 7. Sept. In der Gerberei
Lambert ſtürzten heute morgen, wie das „
Luxembur=
ger Wort meldet, ſechs Arbeiter in eine Grube,
Vier blieben, tot, zwei wurden gerettet.
* Paris, 8. Sept. Im Verſailler Muſeum wurde in
dem der franzöſiſchen Geſandtſchaft gewidmeten Saal von
einem unbekannten Miſſetäter vier Kriegsbilder
mit einem ſcharfen Meſſer zerſchnitten. Die
verſtümmelten Bilder werden übrigens leicht zu
reſtau=
rieren ſein.
* Paris, 7. Sept. Aus Madrid wird gemeldet:
Der Miniſter des Aeußern Garcia Prieto erklärte einem
Berichterſtatter, daß der ſpaniſche Botſchafter in Paris,
Perez Caballero, nach Beendigung der ſpaniiſch=
fran=
zöſiſchen Verhandlungen ſeinen Poſten verlaſſen
werde. Caballero war von einzelnen Pariſer Blättern
überaus heftig angegriffen worden, weil er ſich an der
Gründung eines ſpaniſchen Bankunternehmens beteiligt
hatte, gegen das kürzlich von mehreren franzöſiſchen
Zeichnern Strafantrag erſtattet worden war.
* Béthune, 8. Sept. Nach den letzten Feſtſtellungen
beträgt die Zahl der Opfer bei dem Unglück der
Grube „Clarence” 88, und zwar 31 Tote, 15 Verletzte
und 42 Vermißte.
* Belgrad, 7. Sept. Es verlautet beſtimmt, daß
Miniſterpräſident Trifkowitſch heute Abend dem
König die Demiſſion des Geſamtkabinetts überreichen
werde. Wegen Bildung eines ſtarken Kabinetts werden
Verhandlungen zwiſchen beiden radikalen Gruppen
ein=
geleitet.
* Petersburg, 7. Sept. Der ruſſiſche Geſandte
in Peking überreichte geſtern dem Verweſer des Aus=
wärtigen Amtes in Peking eine Note, in der darauf
hin=
gewieſen wird, daß die chineſiſche Regierung bisher die
ruſſiſchen Gegenvorſchläge vom 7. November 1911 bezüglich
einer Reviſion des Petersburger
Ver=
trages von 1881 unbeantwortet gelaſſen und auch keine
meuen Vorſchläge gemacht habe. Ebenſo ergebnislos ſeien
die Verſuche der ruſſiſchen Regierung geblieben, ſich mit
der chineſiſchen Regierung über den Termin zu
ver=
ſtändigen, bis zu dem der erwähnte Vertrag in
Kraft bleiben ſolle. Die ruſſiſche Regierung habe daraus
die Ueberzeugung gewonnen, daß die chineſiſche
Regie=
rung über eine Durchſicht des Vertrages nicht verhandeln
könne oder wolle. Sie ſei der Anſicht, daß die chineſiſche
Regierung das ihr durch den Artikel 15 des Vertrages
gewährte Recht, den Vertrag zu revidieren, nicht ausnütze.
Demzufolge ſetzt die Note die chineſiſche Regierung davon
in Kenntnis, daß die ruſſiſche Regierung gezwungen ſei,
den Vertrag von 1881 auf Grund des Artikels 15 als
ein weiteres Jahrzehnt bis zum 20. Auguſt 1921 in
Gel=
tung bleibend anzuſehen.
Petersburg, 7. Sept. Ein Tagesbefehl des
Kaiſers an die Armee und Flotte weiſt auf den
heutigen Jubiläumstag der Schlacht von Borodino
hin und betont, daß ganz Rußland mit dem Kaiſer
zu=
ſammen Dank und Verehrung den Helden des
Vater=
landes und des Krieges zolle. Weiterhin iſt der Wunſch
ausgedrückt, daß die Herzen der Nachkommenſchaft dieſer
Helden tn dem Bewußtſein der Pflicht erſtarken möchten,
damit ſie, wenn die Vorſehung dem Vaterlande eine
neue Prüfung auferlegen ſollte, dieſelbe volle
Ergeben=
heit und Tapferkeit bekundeten wie die Vorfahren, in
der Gewißheit, daß ihre Nachkommenſchaft in
Dank=
barkeit ihrer Namen gedenken werde. Ein anderer
Tagesbefehl kündigt verſchiedene Vergünſtigungen für
die Nachkommen der Teilnehmer des Krieges an.
Petersburg, 8. Sept. Die Meldung polniſcher
Blätter über die Meuterei in Orany (Dep. Wilna)
beruhen auf müßiger Erfindung. In Orany befinden
ſich gegenwärtig nicht nur keine Pioniere, ſondern nicht
einmal Infanterie.
* Borodino, 7. Sept. Die kaiſerliche Familie
iſt hier eingetroffen.
Borodino, 8. Sept. Der Kaiſer und die Kaiſerin
begaben ſich mit ihren Kindern und den Großfürſten vom
Bahnhof zu dem auf dem Felde von Borodino von der
Witwe des n der Schlacht von Borodino gefallenen
Ge=
nerals Tutſchkow errichteten Kloſter und von hier zum
Borodino=Denkmal, wo Teile der Regimenter aufgeſtellt
waren, die an der Schlacht von Borodino teilgenommen
haben. Ferner befanden ſich dort ſämtliche Miniſter, die
Spitzen der Militär= und Zivilbehörden und zahlreiche
Abordnungen, darunter auch die beiden franzöſiſchen
Deputationen. Nachdem der Kaiſer die Front der
Trup=
pen abgeritten hatte, begaben ſich der Kaiſer und die
Kaiſerin in das Invalidenhaus, wo die Zeitgenoſſen der
Schlacht von Borodino, deren Aelteſter 125 Jahre, der
Jüngſte 110 Jahre alt iſt, verſammelt waren. Der Kaiſer
zeichnete die Veteranen durch eine Anſprache aus.
Dar=
auf ſchloſſen ſich der Kaiſer und die Kaiſerin der
Kirchen=
prozeſſion an, die ſich mit dem Muttergottesbilde, das
während der Schlacht von Borodino von der ruſſiſchen
Armee mitgeführt worden war, zum Borodino=Denkmal
begab.
* Moskau, 7. Sept. Nachts ging aus Moskau der
Zug mit dem Großfürſten Michael
Alexandro=
witſch und dem Verkehrsminiſter mit Verſpätung nach
Borodino ab. Als ſich der Zug der Station Fili näherte,
kam aus Petersburg der Zug mit dem Großfürſten
Nikolai Michailowitſch, den Miniſtern der
Marine, der Volksaufklärung, der Juſtiz, des Ackerbaus
und dem Oberprokurator des heiligen Synods entgegen.
Um dem unvermeidlichen Zuſammenſtoß
vorzu=
beugen, lenkte der Weichenſteller den Petersburger
Zug auf ein Reſervegleis. Der Zug zertrümmerte den
Prellbock. Die Vorderlokomotive ſtürzte um. Verletzt
wurde niemand.
* Philippsville, 7. Sept. Das Poſtſchiff „
Diur=
jura” von Marſeille kommend, iſt mit Feuer an Bord
eingetroffen. Da es unmöglich war, den Vrand zu
löſchen, ſo entſchloß ſich die Beſatzung, die eine Exploſion
befürchtete, das Fahrzeug zu verſenken.
* New=London (Connecticut), 7. Sept. In einer
Rede vor der Verſammlung der „Atlantie Deeper
Water=
ways Aſſociation” antwortete Präſident Taft geſtern
auf die Vorwürfe, die man ihm wegen der Unterzeichnung
der Panamakanal=Bill machte: Er hätte es lieber
geſehen, wenn einzelne Teile der Bill weggelaſſen wären.
Er erklärte, er begünſtige nicht die Verletzung irgend eines
Vertrages, aber er mache Anſpruch auf das gleiche Recht
wie die fremden Mächte, einen Vertrag zu interpretieren.
Kaft ſagte: Wir bauen den Kanal zum Nutzen der ganzen
Welt.
* Kaſablanca, 7. Sept. Die bevorſtehende Reiſe
von Abdul Aſis nach Kaſablanca iſt im
Ein=
verſtändnis mit dem Generalreſidenten Lyautey
beſchloſ=
ſen worden. Sie ſoll den Zweck haben, dem Exſultan eine
Zuſammenkunft mit ſeinem Bruder zu ermöglichen. um
mit ihm verſchiedene Fragen perſönlicher Natur zu regeln.
— Berlin, 8. Sept. Im Hauſe Dänenſtraße Nr. 1
brach heute nacht Großfeuer aus, bei dem auch
Men=
ſchenleben in Gefahr gerieten, die jedoch durch die
Feuer=
wehr gerettet werden konnten.
H. B. Frankfurt a. M., 7. Sept. In der nächſten Zeit
wird ſich die für die hieſige Gegend ſo wichtige Frage
entſcheiden, ob die Kaiſermanöver 1913 im
Tau=
nus abgehalten werden. Unter den Gegenden, die für
die Abhaltung des Manövers in Betracht kommen, ſteht
wie zuverläſſig verlautet, der Taunus an erſter Stelle.
Das Kaiſer=Manöver 1913 wird beſonders großzügig
werden. Umfangreiche Truppenteile werden mitwirken
und Luftſchiffe und Aeroplane in größerem Maße als
bis=
her herangezogen werden. Der Kaiſer wird in Wiesbaden
oder Homburg wohnen. In der Nähe einer dieſer Städte
würde auch die Kaiſerparade abgehalten.
HB Paris, 7. Sept. In der Nähe von Arles ſtieß
heute morgen das Automobil des Profeſſors Jaubet
mit einem Eiſenbahnzug zuſammen. Das
Auto=
mobil wurde in den Straßengraben geſchleudert und
veer=
brannte. Der Profeſſor und ſein Chauffeur waren
ſofort tot; die übrigen Inſaſſen des Wagens, die
Frau des Profeſſors und zwei Brüder, wurden ſchwer
verletzt ins Hoſpital von Arles gebracht.
Unübertroffen
als Zuſatz zur Milch.
Unübertroffen
als Nahrung bei
Verdau=
ungsſtörungen. Proſpekte
und eine Probebüchſe ſenden koſtenfrei Muffler & Cie.,
Freiburg i. Brg. Verkauf in Apotheken u. Drogenhandlgen
Nummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912
Seite 7.
Unterrichtsweſen.
Worms a. Rh. Die hieſige Brauer=Akademie
hat am 24. Auguſt das Sommer=Semeſter geſchloſſen,
früher als programmäßig, weil eine größere Anzahl der
Beſucher zum Antritte ihrer Stellungen abreiſen mußte
und es allen recht war, daß bis zu dieſem Zeitpunkte
der Lehrſtoff bewältigt würde. Die Schlußprüfungen
hatten an den voraufgegangenen Tagen ſtattgefunden
und bewieſen, daß alle Studierenden mit Ernſt und
Fleiß an ihrer Ausbildung gearbeitet hatten.
Familiennachrichten.
Rosa Mai
Jacob Störger
VERLOBTE
Friedberg (Hessen) Darmstadt
Todes=Anzeige.
Am 7. September entſchlief nach langem,
mit Geduld getragenem Leiden, unſere liebe
Mutter, Großmutter und Schwiegermutter
Frau
geb. Wamser.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Blumenthalſtraße 69), Bad
Nauheim, Hannover, Berlin, 8. Sept. 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Sept.,
nachmittags 3½ Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
(18867
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Frau, unſere geliebte gute Mutter
und Schwiegermutter
(B18851
Frau Katharine Haller
nach kurzem, ſchwerem Leiden zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Emil Haller u. Kinder.
Darmſtadt, 7. September 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 9.
Sep=
tember, nachmittags 3 Uhr, von der
Leichen=
halle des Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.
(18842
Todes=Anzeige.
Heute morgen 9 Uhr verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden unſer unvergeßlicher lieber
Sohn, Bruder, Schwager und Onkel (18868
Herr Heinrich Schüler
im Alter von 34 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Schüler.
Darmſtadt, den 8. September 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Sept.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe,
Frankn=
ſteinſtraße 11 aus, ſtatt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
ffür den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
ſaus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Todes=Anzeige.
Heute früh verſchied nach langem, ſchwerem
Leiden mein lieber Gatte, unſer guter Sohn,
Bruder und Schwager
(18870
Ludwig Rost, Maler.
Um ſtille Teilnahme bitten
Elise Rost, geb. Krapp.
Familie Krapp.
Familie Rost.
Darmſtadt, Babenhauſen, Ludwigshafen,
Berlin, 8. September 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, 10. Septbr.,
nachmittags 3 Uhr, in Hofheim ſtatt.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe inniger
Teil=
nahme bei dem Ableben unſerer unvergeßlichen
Frau Fanny Sender
geb. Levi
ſagen wir herzlichen Dank.
(18823
Die trauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Leopold Sender.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Hamburg,
den 6. September 1912.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe der Liebe und
Teilnahme beim Hinſcheiden meines lieben Mannes,
unſeres guten Sohnes, Schwiegerſohnes, Bruders,
Schwagers und Onkels ſagen wir allen unſeren
innigen Dank.
(18869
Im Namen der Hinterbliebenen:
Käthe Herrmann, geb. Schäfer.
Berlin, September 1912.
Tageskalender.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
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denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
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Frankfurt aus der Vogelſchau (Aufnahme aus einem
Zeppelin), vom Beſuch des deutſchen Kaiſers in der
Schweiz, die große Herbſtparade auf dem Tempelhofer
Felde bei Berlin.
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Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Nummer 212.
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erl. h., ſ. nachm. Beſchäft. b. e. Weißn. geſucht.
Blumenthalſtraße 53. (*5648 *5522so)
Einfaches Fräulein
im Haushalt, Nähen u.
Kranken=
pflege erfahren, ſucht bald. Stellung für vor= ul nachmittags je ca. drei
bei Kind. od. älter. Dame, ev. als Stunden ſofort geſucht. Näheres
Stütze. Off. u. N 46 Exp. (*5353dso
b. einem Herrn war, ſucht bei 1od. 2
Herrn Stelle. Landmädch. mit gut. gewerbsmäßige Stellenvermitt=
Darmſtadt Stellen. Köchinnen Dienstmädchen, welches alle
und Aushilfen ſuchen tagsüber,Arbeit verſteht und ſelbſtänd. koch.
oder Stundenbeſchäftigung. Frau kann, wird in einen ruh. Haushalt
Berta Neßling,
gewerbsmäßige
Stellenvermitt=
lerin, Ludwigſtraße 8. (*5385fso Zum 1. Okt. geſucht für kleineren
über Beſchäftigung. Offert. unter Hausarbeit verſteht. Mädch. vorh.
O. 12 an die Erv. (*5657Offert. u. N 74 a. d. Exp. (*5496so
Junge, geb. franz. Schweizerin
ſucht Stelle in feinem Hauſe zu
größeren Kindern. In franzöſi=
O. 13 an die Exp.
Junge, ſandere Frau ſucht
Laufdienſt Frau Hamann, Kaup=bügeln gelernt haben. (18796soi
Mädchen ſ. Laufd. vor= u. nachm. Vorn. Dame wünſcht eine
Magdalenenſtr. 11, 2. St. (*5654
Eine Frau ſucht Laufdienſt
Karlſtraße 65.
(*5664
Adolf Dingeldein, Schützen= zu empfehlen.
mäßiger Stellenvermittler. (*5669 Frl. M. Büchner, Mathilden=
Männlich
Junger Mann
23 Jahre alt, mit allen
Kontor=
arbeiten wie Buchhaltung,
Cor=
reſpondenz ꝛc. durchaus
vertraut=
ucht paſſende Stellung per 1. Okt.
oder ſpät. I. Ref. z. Verf. Gefl. Ang.
erbitte u. O. 9 an die Exp. (*5651
gebildet, ſucht Stelle in Privatge=*5453soi) Konfektion Soderſtr. 84. Arbeiterin
ältere
Ein Mädchen, w. d. Weißzeugn. für meine Aenderungs=Werkſtätte
G. Proeser,
Schulſtr. 8.— Sauberes, fleißiges
Mädchen
in der Exped. ds. Bl. (*5392fsg Aelt. Mädchen, welch. 4 Jahre Suche Mädch., welch. koch. können
in recht gute Stellen. Berta Heßling,
Zeugniſſen, Kindermädch. ſuchen in lerin, Ludwigſtraße 8. (*5386fso geſucht. Zu erfragen in der Ex=
pedition dieſes Blattes. (*5499so Haush. Stütze d. ſelbſtänd. kocht,
Fleiſtiges Mädchen ſucht tags=gewandt im Näh. ſt u. die beſſre Geſucht f. 1. Okt. ein jung. ſaub.
Hausmädchen
ſcher Sprache geprüft, gibt Anfangs= zu 2 größeren Kindern, das auch
unterricht in Klavier. Off. unter etwas Nähen verſteht. Off. unter
(*5655N92 an die Exped. erb. (*5532soi Suche ſofort ein braves, fleißiges
Aeitere anſtänd. Frau in allen Hausmädch. beihohem Lohn. Fran
Arb. bew. ſucht v. morg. bis nach Geoss, Heidelbergerstr. 26. (*5544so d. Spül. Beſch. Rhönring 43p. (*5646 Für 1. Oktober Hausmädchen
aus guter Familie für tagsüber
ſtraße 1, Manſarde. (*5643 Frau Finger, Riedeſelſtr. 23. alleinſt., geb., äußerſt gewiſſenh.
erfahrene Frau als Hausdame,
Erzieherin mutterl. Kinder, Be=
Büfettfräulein ſucht Stelleſchließerin, oder Reiſebegleitung
(*5637
ſtraße 10½, Teleph. 531, gewerbs= Man bittet ſich zu wenden an
ſtraße 24 II. vormittags
Jung. Laufmädch. geſucht
*5656)
Ludwigsplatz 4, 2. St.
Lauffran, vorm. r. 9—10 Uhr
geſucht. Vorzuſtellen nur nachm.
Näh. Aliceſtr. 22 2 Tr. (*3638
Fleißiges, ſanberes
Mädchen
tagsüber ſofort geſucht
*5666oim) Lichtenbergſtr. 16, I.
geſucht (B18853
Lauffrau Annaſtraße 61. 1. St.
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Dubiel, Martinſtr. 25, I. rechts.
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Feite ſ. Afermust-Aänse, ſeinſte Ware,
& 8—12 Pfd. ſchw., à Pfd. 60 Pfg., fette
Enten, 3—5 Pfd. ſchw., à Pfd. 65 Pfg., jung.
Masthäknchen, ca. 2 Pfd. ſchw., à Pfd.
60 Pfr., frisch geschl. u. saub. gerupft, vers.
geg. Nachn. A. Kropat, Geflügel-Großmäst.,
Laugszargen-Tilsit.
(*5652
ſchw. Belgier, blind, verk. (18619fso
Ludwig Gunkel IV., Pfungstadt.
zu verkauf.
Große Hundehütte Näh.
Lieb=
frauenſtr. 29, I., b. läger. (*5409fso
In 14 Tagen
waren meine Flechten durch
Ge=
brauch von Obermeyer’s
Medi=
zinal Herba=Seife verſchwunden,
ſchreibt Herr Richard Höfner
in Rinteln. Viele tauſend andere
Zeugniſſe beſtätigen das Gleiche,
weshalb man beim Einkauf
aus=
drücklich nur Obermeyer’s
Medizi=
nal Herba=Seife verlange.
Medizinal Herba=Seife à Stück
50 Pf., 30% ſtärkeres Präp. M. 1.—
zu hab. in all. Apoth., Drog.,
Parfüm.
(II18831
Vorsicht.
Wenn Sie Ihre gut erhaltenen
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Zahngebiſſe, Fahrräder od. ſonſt.
alte Sachen gut verkauf. wollen,
ge=
nügt Poſtkarte an
(*5665
Ph. Becker, Große Bachgaſſe 3,
chriſtliches Geſchäft.
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und Damenkleider, Wäſche, Stiefel,
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genügt, komme ſofort auf
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lung. M. Obstfeld, Kleine
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2 Pädagogſtraße 2.
Am Donnerstag, den 12. Sept.,
nachmittags 4 Uhr pünktlich,
fin-
det im oberen Saal des Saalbaues
für die an dem Festspiel
teilnehmen-
den Damen eine
statt. Herr Hofrat Edward wird
912
Kostüm-Modelle, Photographien und
Zeichnungen vorlegen. Alle mitwirkenden Damen werden um
gütiges Erscheinen höflichst gebeten.
(18844
Am Montag, den 16. September, abends 8 Uhr im
großen Saale des Saalbaues Versammlung sämtlicher
mit-
wirkenden Damen und Herren unter Teilnahme des Herrn
Ober-
regisseur Dalmonieo.
Der Festspiel-Ausschuss:
Pfannmüller, Professor.
Täglich frisch gekelterten (18805so
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wenn auch ohne Vermögen.
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& zückgez. leb. möchte, findet
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traße 14.
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Von der Reiſe
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Seite 10.
Nummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Handel und Verkehr.
— Patent=Erteilungen. (Mitgeteilt von
Dipl.=Ing Klemens Herszberg u. Co Patent= unr
Ingenieur=Bureau, Darmſtadt.) 11e. 250738.
Regiſter=
kartenkaſten mit Aufreihſtange. Fa. Ludwig Alter,
Darm=
ſſtadt. 16. 7. 11. A. 20 900. 20 1. 251004
Sicherheitsvor=
richtung an Eiſenbahnfahrzeugen zur Verhinderung des
Ueberfahrens von Streckenſignalen. Peter Leber,
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heim b. Darmſtadt. 19. 12. 11 L. 33 572. 64b. 251073.
Vorrichtung zum Reinigen und Keimfreimachen von
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leitungen. Hermann Jacoby, Eberſtadt b. Darmſtadt.
Z. 12. 10. J. 13 174. 79b. 251084 Maſchine zur
Herſtel=
lung von Zigarren; Zuſ. z. Pat. 234 405. Otto Preißler,
Groß=Auheim b. Hanau, und Anton Fritz, Darmſtadt,
Steinackerſtr. 14. 13 4. 10. P. 24831. —
Gebrauchs=
muſter=Eintragungen. 43b. 520070. Durch
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Auto=
mat. Hans Schmidt, Darmſtadt Waldſtr. 30. 1. 8. 12.
Sch. 44948. 63c 519311. Vorrichtung, welche ein ſanftes
Anfahren beim Einkuppeln des Motors bei
Kraftfahr=
zeugen gewährleiſtet. Valentin Heß u. Peter Stork,
Eber=
ſtadt. 23. 7. 12. H. 56 865.
H. Frankfurt a. M., 8. Sept. (
Börſen=
wochenbericht) Der letzte Status der Reichsbank
brachte eine weſentliche Steigerung der Anforderungen, ſo
daß jetzt mit einer Erhöhung des offiziellen Diskontſatzes
um mindeſtens ½ Prozent gerechnet werden muß. Dieſe
Ausſicht bewirkte eine Einſchränkung der Spekulationsluſt
im Allgemeinen, während für einzelne Werte die Kaufluſt
und das Animo anhielt. Dabei iſt erfreulicherweiſe Geld
am offenen Markte immer noch ziemlich reichlich vorhanden,
da man ſich allem Anſchein nach bereits auf den
bevor=
ſtehenden Quartalswechſel in ausgiebigerem Maße
vorbe=
reitet hat. Zu bemerken iſt übrigens noch, daß Deutſchland
augenblicklich nur über ziemlich geringfügige
Auslandsgut=
haben verfügt und daher den nunmehr wachſenden
Herbſt=
bedarf aus eigenen heimiſchen Mitteln beſtreiten muß.
Man wird ſich alſo in der nächſten Zeit noch genugſam mit
dem für die Weiterentwickelung der Börſenſtrömung
aus=
ſchlaggebenden Kapitel der Geldverhältniſſe zu beſchäftigen
haben.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, lagen
Deutſche 3½prozentige und 3prozentige Renten während
des Wochenverlaufs ſehr matt und erſt bei Wochenſchluß
brachten ſtärkere Meinungskäufe eine Erholung. Die 4 Gattungen bleiben andauernd gut behauptet.
Günſtig disponiert waren öſterreichiſch=ungariſche Fonds
auf die beſſere Haltung des Wiener Marktes; aber auch
Türkiſche Gattungen, worunter beſonders die Loſe, ſchließen
recht feſt, nachdem jetzt auch von türkiſcher Seite die
Stimmung in den ſtattfindenden Friedensverhandlungen
einem Entgegenkommen geneigter iſt. Chineſen waren
ebenfalls feſt, da das Zuſtandekommen einer größeren
An=
leihe (man ſpricht von 1200 Millionen Mark) nicht mehr
ſo ſchwierig erſcheint. Rumänier, Bulgaren und Serben
erhalten ſich in guter Tendenz, weil man den verſchiedenen
Meldungen vom Balkan, bezüglich der politiſchen Lage
nicht den Wert beimißt.
Von Transportaktien ſtanden wiederum Hamburger
Paketfahrt und Nordd. Lloyd im Vordergrunde bei weiter
ſteigenden Kurſen. Die Auswandererziffern lauten äußerſt
ſzufriedenſtellend ſodaß am weſentlichſten die Ausſichten
auf höhere Dividenden=Ergebniſſe ſtimulierten. Ferner
ſtiegen Orientbahnen auf 170 Lombarden auf annähernd
21 und 3proz. Lombardiſche Prioritäten auf 54,80; letztere
werden in größerem Maße vom Publikum aufgenommen,
da durch die vorausſichtliche Einigung Italiens mit der
Türkei, erſteres wieder Gelegenheit habe, mit der
Sanier=
ungsaktion der Lombardiſchen Bahnen (Südbahn)
vorzu=
gehen Die Berichte über das befriedigende Halbjahrs=
Ergebnis unſerer Großbanken bewirkte zeitweiſe ſtärkere
Meinungskäufe auf dem Bankenmarkte, wovon in erſter
Linie Darmſtädter profitierten. Die gehegten
Erwart=
ungen über den „Phönix”=Abſchluß ſind durch die offizielle
Publikation übertroffen worden. Der Reingewinn ſtellt
ſich auf 29027225 Mark gegen 24474882 Mark im Vorjahr
und die Dividende beträgt 18 Prozent gegen 15 Prozent
im Vorjahr. Auch für Laurahütte erwartet man dieſes
Jahr ein günſtigeres Ergebnis. Der Montanmarkt war
daher recht feſt geſtimmt bei bedeutenden Umſätzen. Auch
vom amerikaniſchen Eiſen= und Stahlmarkte hört man nur
günſtiges. Der Kaufandrang für Roheiſen und
Fertig=
material ſei unvermindert ſtark. Die Bahnen kauften jetzt
große Poſten Stahlſchienen. Alle Arten Fertigmaterial
ſeien ſtramm. Die Spezifikationen laufen durchweg
zahl=
reich ein. Das Intereſſe für Elektrizitätsaktien war in der
vergangenen Woche nur gering und es ſind auf
Reali=
ſationen zumeiſt mäßige Abſchwächungen zu verzeichnen;
hingegen waren Kaliwerte reger gefragt. Weſteregeln bis
217,50 anziehend. Zuckeraktien etwas nachgebend. (
Wag=
häuſel 205½, Frankenthal 430)
Am Kaſſainduſtriemarkt waren insbeſondere Kleyer
und Holzverkohlung bevorzugt; erſtere erhöhten ihren Kurs
auf 600½, letztere bis 343. Für Kleyer erwägt man die
Dividenden=Chancen und iſt angeſichts der Tatſache, daß die
Geſellſchaft bis an die Grenze ihrer Leiſtungsfähigkeit
be=
ſchäftigt und mit hohem Gewinn arbeitet, natürlich leicht
geneigt, ſich Hoffnungen einer höheren Verteilung
hinzu=
geben. Dabei wollen die Gerüchte einer Erhöhung des
Aktienkapitals nicht verſtummen. Bei Holzverkohlung
trat der Wiener Platz als Käufer auf. Moenus ſtiegen
auf 288½, ohne daß Gründe dafür bekannt wurden.
Che=
miſche Aktien ruhiger, Deutſche Gold= und Silber=
Scheide=
anſtalt 700½, Chemiſche Griesheim 260, Albert 470½,
Höchſter 653½ Badiſche Anilin 549½, Kunſtſeide 118½,
Bielefelder Maſchinenfabrik Dürkopp erhalten ſich auf
496¾, Fahrzeug Eiſenach auf 130, Akkumulatoren auf 553,
während Daimler bis 331½ und Gritzner bis 289
nach=
gaben. Von Petroleumwerten notierten Steana=Romana
158 und Naphtha=Nobel 335,20 ohne größere Umſätze. Was
an den Verſionen von der Einführung der Oelheizung bei
der ruſſiſchen Marine, die immer wiederkehren, tatſächliches
iſt, iſt einſtweilen nicht feſtzuſtellen Die Bleiſtiftfabrik
vorm. Faber A.=G., Nürnberg, verteilt wie im Vorjahre
15 Prozent, die „Hafenmühle” Frankfurt a. M. kann 7
Prozent gegen 6 Prozent im Vorjahre zur Ausſchüttung
bringen. Erwähnenswert iſt noch die intenſive Erholung
des Goldminenmarktes an der Londoner Börſe,
wo=
bei auch die kleineren Shares wie „Geduld” und „General
Mining” welche viel in Deutſchland plaziert ſind,
profi=
tieren konnten. Der Kupfermarkt bleibt weiter in feſter
Haltung. Privatdiskont (hier und Berlin 4½ Prozent).
Von Loſen notieren: Augsburger 35,—,
Braun=
ſchweiger 205,—, Pappenheimer 64,—, Genua 210,—
Tür=
kiſche 175,60, Freiburger 70,—, Ungariſche 365,50,
Mein=
inger 35.—, Venediger 43,75, Mailänder 45=Fres.=Loſe 140
(nominell), Mailänder 10=Fres.=Loſe 32,80, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 37,60, in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,60 G., Donau=Regulierung 150,— Madrider 74,— in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
unkünd=
bar) 100,50, 3½proz Reichs 89,10, 3proz. Reichs 78,90,
4proz. Heſſen von 1899 99,90 G., 4proz. Heſſen von 1906
100 G., 4proz. Heſſen von 1908/00 100 G 4proz. Heſſen
(bis 1921 unkündbar) 100,50 3½proz. Heſſen 87,30, 3proz.
Heſſen 77,10, 4proz. Darmſtädter 98,75 G., 3½proz.
Darm=
ſtädter 89,30, 4proz. Heſſ. Land=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—22)
99,80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 23—26)
99,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5)
88,40 G, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11)
88,50 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12)
99,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14)
99,90 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3)
88,60 G., 3½proz. Heſſ Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 88,55 G
Darmſtädter Bank 123,60, Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft
127,25, Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 65,80 G.,
Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 65.—
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.)
280 G., Chemiſche Mühlheim a. M. 63,50, Schantungbahn
137,25. South=Weſtafrika 143,75, Otavi=Anteile 92,—, Otavi=
Genußſcheine 72,—, 4½proz. Ruſſen 100,75, 4proz. 1880er
Ruſſen 90,55, 4proz. 1902er Ruſſen 90,95, 3¼proz. Ruſſen
88,10, 3½proz. Ruſſen 83,30 G., 3proz. Ruſſen 79,—, 4proz.
unifizierte Türken 91,70 G., 4proz. Adminiſtrations=Türken
83,40, 4proz. Bagdad=Türken 83,35, 4proz. konvertierte
Türken von 1905/11 81,60, 5proz. Chineſen 100,05, 4½proz.
Chineſen 94,80, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 97,30,
4½proz. Japaner 94,70, 4proz. Japaner 87.75, 3proz.
Buenos=Aires 70¾.
Gewinnanszug
der
1. Preußiſch-Küddeutſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
3. Klaſſe 1. Ziehungstag 6. September 1912)
Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(özne Gewühr u. Stcl. ſ. 30)
Gachdmck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 1000 Mk. 40461 71507.
12 Gewinne zu 500 Mk. 2344 2663 22105 108655
157910 189439
22 Gewinne zu 400 Mk. 8166 12044 21182. 61918
66792 93176 94757 102805 104968 172189 195835
78 Gewinne zu 300 Mk. 1228 2691 11231 14986
20717 21885 30785 31242 39661 40849 41739 43656
44302 55239 56228 66996 67759 69154 76217 78892
81713 92555 112715 113449 118756 119284 119424
152411 154109 154281 162381. 168701 170441 170461
174995 187113 192620 193597 194892
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 173628
4 Gewinne zu 5000 Mk. 57935 195454
4 Gewinne zu 1000 Mk. 136278 145688
10 Gewinne zu 500=Mk. 83394 117937 129129
148828 157899
16 Gewinne zu 400 Mk. 44938 64817 75062
76726 100071. 116373 158105 165316
76 Gewinne zu 300 Mk.‟ 3334 6027 12700 19874
29214 30495 31620 54205 63419 67832 73071 79539
80367 88356 92699 96327— 116730 119458 120740
123460 127040 135214 146244 148375 150256 156968
157888 160445 165666 167119 172901 173442 182827
190659 192738 193568 194100 198896
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Nummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Seite 11.
Bekanntmachung,
den Wagen= und Fußgängerverkehr am Großh. Hoftheater betr.
Bei dem bevorſtehenden Beginne der Spielzeit im Großh.
Hof=
theater bringen wir die nachſtehenden polizeilichen Anordnungen zur
Regelung des Wagen= und Fußgängerverkehrs am Großh. Hoftheater
vom 10. Dezember 1907 in Erinnerung.
Darmſtadt, den 4. September 1912.
(18638fso
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung,
die Regelung des Wagen= und Fußgängerverkehrs bei Beginn
und Schluß der Vorſtellungen im Großherzoglichen Hoftheater
zu Darmſtadt betr.
I. Auf Grund des § 1 der Polizeiverordnung, die Erhaltung
der Sicherheit und Ordnung in und vor dem Großherzoglichen
Hof=
theater zu Darmſtadt betreffend, vom 1. September 1906 haben wir
zur Regelung des Wagen= und Fußgängerverkehrs bei Beginn und
Schluß der Vorſtellungen im Großherzoglichen Hoftheater die
nach=
ſtehenden Anordnungen getroffen, die an die Stelle der früheren
Anordnungen (vergl. unſere Bekanntmachung vom 6. v. Mts.)
ge=
treten ſind:
1. Die An= und Abfahrt der Wagen vor dem Großherzoglichen
Hoftheater bei Beginn und Ende der Vorſtellungen hat
aus=
ſchließlich unter der Säulenhalle des Hauptportals auf der
Süd=
ſeite des Hoftheaters, und zwar vor dem mittleren Ausgang,
zu erfolgen.
2. Wagen, welche bei Beginn der Vorſtellungen Perſonen nach
dem Großherzoglichen Hoftheater bringen, haben von Weſten,
d. i. von der Zeughausſtraße her, unter der Säulenhalle des
Hauptportals anzufahren und ſofort nach dem Ausſteigen der
Perſon nach Oſten abzufahren.
Die öſtlich des Großherzoglichen Hoftheaters aus der
Hochſchulſtraße, Alexanderſtraße oder der Straße am
Schloß=
graben anfahrenden Wagen müſſen daher an der Hinterbrücke
des Reſidenzſchloſſes vorbei bis zur Südweſtecke des
Theater=
platzes fahren und alsdann die obige Fahrtrichtung nehmen.
3. Die zum Abholen des fahrenden Publikums nach Schluß der
Vorſtellung beſtimmten Wagen haben auf beiden Seiten der
an der Oſtſeite des Theaterplatzes herziehenden Fahrbahn vor
dem Reſtaurant „Zur Oper” hintereinander Aufſtellung zu
nehmen. Inſoweit daſelbſt Platz nicht mehr vorhanden iſt, hat
die Aufſtellung nach Anweiſung des dienſthabenden
Polizei=
beamten in gleicher Weiſe auf der von dem Hoftheater nach
dem alten Theater führenden Straße zu geſchehen. Für
Auto=
mobile können nötigenfalls beſondere Aufſtellungsplätze
an=
gewieſen werden.
4. Der Aufruf bei der Abfahrt der Wagen erfolgt durch den
aus=
ſchließlich hierzu befugten Bedienſteten des Großherzoglichen
Hoftheaters. Iſt bei dem Anfahren unter dem Hauptportal
ein Einſteigen ohne Zeitverluſt nicht möglich, ſo muß der
Wagenführer abfahren und abermals auf den
Aufſtellungs=
plätzen ſo lange halten, bis er aufgerufen wird.
5. Das Ein= und Ausſteigen an anderer Stelle als an der unter 1
angegebenen, iſt verboten.
6. Die An= und Abfahrt der Wagen hat, ſoweit dies
gegebenen=
falls möglich iſt, im Trabe zu erfolgen. Unter der Säulenhalle
darf nur im Schritt gefahren werden.
7. Die vorſtehenden Beſtimmungen finden keine Anwendung auf
die Hofwagen, die an den Hauptportalen auf der Oſt= und
Weſtſeite des Großherzoglichen Hoftheaters anfahren.
8. Es iſt verboten, unbefugt den Wagen= und Fußgängerverkehr
vor dem Hoftheater zu hindern.
9. Bezüglich des Ausweichens gilt die allgemeine Beſtimmung
des § 271 des Polizeiſtrafgeſetzes, wonach bei entgegengeſetzter
Fahrtrichtung beide Wagen nach rechts und bei gleicher
Fahrt=
richtung der vordere zurückbleibende Wagen nach rechts, der
nachkommende überholende Wagen nach links auszuweichen hat.
II. Wer den vorſtehenden Beſtimmungen oder anderen zur
Regelung des Verkehrs vor dem Großherzoglichen Hoftheater
er=
gehenden Anordnungen der Aufſichtsbeamten zuwiderhandelt, wird
gemäß § 4 der eingangs erwähnten Polizeiverordnung vom 1.
Sep=
tember 1906 auf Grund des § 366 pos. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs
mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1907.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
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(Nachdruck verboten.)
15)
Mit bebendem Entſetzen ſah Chriſta das Aufblitzen
des Laufes eines Revolvers.
O. du mein Gott! ſchrie ſie auf und bedeckte ihr Geſicht
mit den Händen.
Da drehte ſich der Fremde mit heftiger Gebärde um
Und als ſie die Hände ſinken ließ, ſah ſie in ein von
Ver=
zweiflung durchwühltes Geſicht, das ihr bekannte Züge
trug. Es war Karl Silbergleit, der Sohn des Mannes,
deſſen Namen man in Bellburg nur noch mit Abſchen
aus=
ſprach. Aber war er es denn wirklich? Sie kannte dieſes
Geſicht, das ſo bleich, ſo entſtellt ihr entgegenſtarrte, nur
in ſorgloſem Frohſinn und übermütiger Fröhlichkeit. Irr
blickten ſie jetzt die dunklen Augen an. Kein Wort kam
über ſeine Lippen, aber dann machte der junge Mann
eine jähe Bewegung, als ob er fliehen wollte.
Da warf ſich Chriſta ihm entgegen. Mit beiden
Hän=
den umklammerte ſie ſeinen Arm
Nein, nein, das dürfen Sie nicht tun, das nicht, Herr
Silbergleit!
Immer feſter hielten ihn ihre Hände, und mit ihrer
ganzen jungen Kraft drängte ſie ihn zurück. Sie hatte
keinen anderen Gedanken, kein anderes Gefühl in dieſem
Augenblick, als daß das nicht geſchehen dürfte, dieſes
Furchtbare und Entſetzliche, was der Unglückſelige plante
Sie, die wohlerzogene junge Dame, ſie Ahtete gar nicht
darauf, daß ihr Körper dem ſeinen ſo nahe war, daß ſie
ſeinen Herzſchlag fühlte. Feſter, immer feſter hielt ſie ihn;
ſie ließ nicht locker, ſo ſehr er ſich auch ſträubte und
frei=
zumachen ſuchte.
Laſſen Sie mich! ſtöhnte er. Wo kommen Sie her,
Fräulein von Leerſen? Wollen Sie ſich weiden an den
Qualen des Sohnes deſſen, der Sie um Hab und Gut
ge=
bracht hat? Gehen Sie doch, gehen Sie, und beflecken Sie
Ihre reinen Hände nicht, indem Sie einen Ausgeſtoßenen,
Verfehmten anfaſſen.
Nein, nein, das ſind Sie nicht. Beklagenswert,
un=
glücklich ſind Sie.
Und das nicht allein! Verflucht, geächtet und
gebrand=
markt. Wo ich gehe und ſtehe, hallen mir Verwünſchungen
und Flüche entgegen. Mit Abſcheu wendet man ſich von
mir. Daß ich ſchuldlos bin an den Tränen, Leiden und
Sorgen, die über ſo viele Familien hereingebrochen ſind
— um meines Vaters willen — danach fragt niemand
Ich bin Blut von ſeinem Blut, Fleiſch von ſeinem Fleiſch,
trage ſeinen Namen, das genügt. Ich kann die leeren
Hände, die ſich mir bittend und flehend entgegenſtrecken
nicht füllen — denn ich habe nichts, womit ich helfen könnte.
Mit meinem Blute will ich drum ſühnen, was mein Vater
verbrach
Aber das iſt keine Sühne! Chriſta ſprach es mit
er=
hobener Stimme. Wem helfen Sie damit? Schuld aber
häufen Sie zu Schuld, wenn Sie das Leben, das Ihnen
Gott gab, freiwillig fortwerfen!
Wen geht das etwas an! Meine Mutter iſt tot.
An=
gehörige habe ich nicht, und meine Freunde? Haha, hal
— Ein Hohnlachen kam von ſeinen Lippen. Mir gehöre
ich an, mir ganz allein. Ich mag, ich will aber nicht
die=
ſes Leben voller Schmach und Schande weiter tragen,
haben Sie doch Erbarmen, Mitleid mit mir, Fräulein
von Leerſen, laſſen Sie mich gehen!
Erbarmen, Mitleid? Das habe ich, ſo wahr ein Gott
über mir lebt, ſagte Chriſta, über deren Geſicht jetzt Tränen
des tiefſten Mitgefühls rannen. Und eben darum laſſe ich
Sie jetzt nicht allein in Ihrer Seelennot und Angſt. Hören.
Sie mich, Herr Silbergleit, Sünde iſt’s, was Sie tun
wollen, Sünde gegen Gott und gegen ſich ſelbſt. Und
tröſtend wie eine Mutter mit einem kranken, irregeleiteten
Kinde ſpricht, redete ſie auf den Unglücklichen ein. Ihre
Stimme bebte anfangs vor innerer Erregung, aber je
weiter ſie ſprach, deſto ruhiger wurde ſie, deſto
überzeug=
ungsvoller ſprach ſie. Es war, als verleihe eine höhere
Macht ihrer Rede Zauberkraft. Wie von ſelbſt formten
ſich die Gedanken zu Worten voll zündender
Ueberzeug=
ungskraft. Einen heißen Kampf voll zitternder Angſt um
die Erhaltung eines Menſchenlebens durchkämpfte ſie und
ward Siegerin
Die ſtarren Züge des bleichen Mannes belebten ſich
mählich. Chriſta fühlte das Zittern und Beben, das bei
ihren Worten durch ſeine Glieder ging, dann kam ein
Aufſchluchzen von ſeinen Lippen und langſam perlten
große Tränen über ſeine Wangen.
Da löſte Chriſta aus ſeiner Hand, die keinen
Wider=
ſtand mehr leiſtete, den Revolver und nahm ihn an ſich.
Dann führte ſie den wie willenlos ihr Folgenden an der
Hand zu einer der niedrigen Grabbänke und ließ ſich an
ſeiner Seite nieder.
Mit keinem Laut, mit keiner Bewegung ſtörte ſie ſein
ſtummes Weinen, denn dieſe Tränen brachten iym
Ret=
tung und Heilung. Allmählich wurde er ruhiger. Da
nahm Chriſta ſeine Hand und ſagte mit leiſer Siimme:
Daß ich über das, was wir in dieſer Stunde gemeinſam
erlebt haben, nie ein Wort zu einer Menſchenſeele über
die Lippen bringen werde, brauche ich Ihnen nicht erſt zu
ſagen, Herr Silbergleit!
Fräulein Chriſta! In übermächtiger Bewegung kniete
Seite 143
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. September 1912.
Nummer 212.
der junge Mann vor dem bleichen Mädchen nieder, und
flüſternd, mie in bebender Scham, kamen die Worte von
ſeinen Lippen. Ich werde dieſer Stunde gedenken, ſo lange
ich atme. Ihre Hand hat mich vom Abgrund des Todes
zurück ins Leben geführt. Ich gebe Ihnen mein
Ehren=
wort: Was auch kommen mag, ich will alles tragen und
nie wieder ſchwach und haltlos zuſammenſinken Die
Er=
innerung an dieſe Stunde, die mir den Glauben an die
Menſchheit wiedergegeben hat, ſoll mein Troſt und meine
Stütze ſein. Gott ſegne Sie für Ihre Güte! Tief ſenkte
er ſeinen Kopf über die zitternden Mädchenhände und in
andachtiger Scheu führte er ſie an ſeine Lippen.
Dann ſchritten ſie ſtumm durch die ſtillen Gräberreihen
dem Ausgang des Friedhofes zu.
Brummend ſah der alte Pförtner dem jungen,
elegan=
ten Paare nach. Schade, daß es ſchon ſo dunkel war!
Er hätte gern gewußt, wer’s war. Sicher ein Liebespaar
das ſich hier heimlich getroffen hatte, denn ſonſt hätten
ſie ſich nicht auf der Straße ſo raſch voneinander getrennt.
Na, und mindeſtens eine halbe Stunde hatte draußen der
junge Mann geſtanden und dem Fräulein nachgeblickt.
Man war über Chriſtas langes Ausbleiben zu Hauſe
bereits in Sorge. Aber den Verweis, den Frau von
Leer=
ſen auf den Lippen hatte wegen des unerlaubten und ſo
lange ausgedehnten Ausgangs, unterdrückte ſie. Sie fand
die Tochter ſo merkwürdig verändert heute abend. Oder
war ſie es ſelbſt durch die vorausgegangene Unterredung
mit den Söhnen, die nun finſter, wortkarg und ernſt
da=
ſaßen Und wieder flog ihr Blick zu Chriſta. Wie
ſelt=
ſam ihre Augen leuchteten! Auch das kindlich Weiche war
aus ihrem Geſicht verſchwunden. Geheimnisvoll thronte
über der weißen Mädchenſtirn etwas Hehres und
Weihe=
pokes.
6. Kapitel.
Nun war auch das geſchehen, wovor ſich Frau von
Leerſen ſo ſehr gefürchtet hatte. Sie hatte das Haus, das
ihr Jahrzehnte eine glückliche und glanzvolle Heimat
ge=
weſen war, verlaſſen und war übergeſiedelt in die neue
Wohnung, die fortan ihr und ihren Kindern eine
Heim=
ſtätte ſein ſollte. Hoch aufgerichtet, ohne ſich noch ein
ein=
ziges Mal umzuſehen, verließ ſie die Schwelle des Hauſes,
das ſo jäh zum Grabe ihres Glückes geworden war. Keine
Träne, keine Klage fand ſie; es ſollte niemand wiſſen.
wie weh es ihr dabei ums Herz war.
Nach dem beinahe fürſtlichen Luxus und Prunk, der
ſie in der miniſterlichen Villa umgeben hatte, kam ihr die
neue Sechs=Zimmer=Wohnung unendlich beſcheiden vor
Die Verſetzung Karl Auguſts nach Bellburg zu dem hier
in Garniſon liegenden Infanterieregiment erfolgte ſehr
bald; er nahm von dieſen ſechs Zimmern zwei für ſich in
Anſpruch. Ein Zimmer ward Chriſta eingeräumt. So
blieben ihr, außer dem Schlafzimmer, das gemeinſame
Eßzimmer und ein kleiner, ſchmaler, einfenſtriger Salon.
Die eleganten Möbel, die ſie behalten hatte — denn ein
großer Teil von ihnen mußte wegen Platzmangel
ver=
kauft werden — wollten ſo gar nicht in den beſcheidenen
Rahmen hineinpaſſen. Sie nahmen ſich ſo ſonderbar zu
dieſen billigen Tapeten, den geſchmackloſen
Stuckdekoratio=
nen an den Decken und den niedrigen Türen und Fenſtern
aus. Aber ſie ſagte nichts; es mußte ja ſein! Zudem war,
wie Karl Auguſt ſagte, die Wohnung für ihre Lage — ſie
befand ſich im beſten Viertel Bellbeirgs — billig. Der
letzte Grund war ausſchlaggebend geweſen. Unter ſolchen
niederdrückenden Erwägungen, die ſie nie gekannt hatten,
mußte in Zukunft ihre ganze Lebensführung ſtehen. Bei
einer genguen Brükuna der Gerksstriſſe hatte ee ich e
geben, daß nicht nur das ganze Leerſenſche Vermögen
ver=
loren gegangen war durch die Silbergleitſche Kataſtrophe,
nein, es waren ſogar Schulden da, beträchtliche Schulden.
Schulden, von denen Frau von Leerſen nichts gewußt
hatte, denn Miniſter Leerſen hatte alle
Geldangelegen=
heiten allein abgewickelt Erbleichend hörte ſie nun von
den großen Summen, die noch zu bezahlen waren, und
auch Karl Auguſt bedurfte bei ſeiner Ueberſiedlung in ein
neues Regiment der Regelung ſeiner Verhältniſſe.
Beim Verkauf des Hauſes und des größten Teiles
ſeiner prunkvollen Einrichtung hatte man wenigſtens Glück
gehabt. Ein reicher Pferdehändler, deſſen Vermögen man
auf Millionen ſchätzte, erſtand nicht nur die Villa mit
ihren Kunſtſchätzen und den koſtbarſten
Einrichtungsgegen=
ſtänden, die Kriſtallkronleuchter, die berſiſchen Teppiche,
vor allem aber auch die Pferde im Stall, die eleganten
Wagen und das Auto. Ja, ſogar einen Teil des
Dienſt=
perſonals übernahm er mit. Er ſchien es ſich in den
Kopf geſetzt zu haben, bei dieſer Gelegenheit ſeinen
ſtau=
nenden Mitbürgern zu zeigen, was ſich Herr Julius
Wind=
fang leiſten könne. Zwar gab es Frau von Leerſen einen
Stich ins Herz, als ſie durch ihren Rechtsanwalt, der die
ganze Verkaufsangelegenheit leitete, den Namen des
Käufers erfuhr. In die Hände eines Emporkömmlings
alſo kommen all die Dinge und Gegenſtände, die ihr lieb
und wert geweſen waren! Und doch, es war vielleicht
gut ſo! Da würde ſie ſie niemals wiederſehen.
Von dem Erlös wurden die Schulden bezahlt. Für
jedes Kind blieben noch fünftauſend Mark übrig. Karl
Auguſt und Joachim erhielten die Summen ausgezahlt.
Für Chriſta ward ſie in Sparkaſſenbüchern von Hofrat
Mehner angelegt.
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