Darmstädter Tagblatt 1912


29. August 1912

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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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wärts nehmen die Poſtämter u, die Agen=
taren
Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Rückreiſe des Kaiſerpaares nach
Potsdam erfolgt am Freitag vormittag.
Prinz Heinrich von Preußen paſſierte auf
ſeiner Reiſe nach Japan am Dienstag Irkutsk.
Zu den Manövern ſind geſtern vormittag Prinz
Ludwig von Bayern und der Großherzog
von Baden und nachmittags der deutſche Kron=
prinz
mit dem Prinzen Eitel Friedrich in
Dresden eingetroffen.
In Holzhauſen bei Köln ſind wieder 3 Perſonen
infolge Genuſſes giftiger Pilze geſtorben.
Die Lage in Kreta gibt erneut Veranlaſſung zur
Beunruhigung. Ein engliſches und ein franzöſiſches
Kriegsſchiff erhielten Befehl, nach Samos zu gehen,
um eine Landung nötigenfalls gewaltſam zu ver=
hindern
.

Die deutſche Schiffahrt.

Ein Hamburger Blatt brachte dieſer Tage ſehr be=
merkenswerte
Mitteilungen über die Lage der deut=
ſchen
Schiffahrt, die allem Anſcheine nach von dem
Generaldirektor Ballin herrühren. Danach iſt die allge=
meine
Geſchäftslage eine außerordentlich gute, und eben=
ſo
ſollen die Ausſichten für das laufende Jahr und ebenſo
für die kommenden ſich ſehr günſtig darſtellen. Das ſind
ſehr erfreuliche Mitteilungen, nachdem es in den letzten
Jahren der deutſchen Schiffahrt nicht gerade glänzend ge=
gangen
iſt. Die großen Geſellſchaften hatten im Gegenſatz
zu früheren Jahren, wenn auch nicht mit Schwierigkeiten
zu kämpfen, ſo doch mit verringerten Erträgen zu rech=
nen
, und man ſah mit einiger Beſorgnis der Zukunft
entgegen. Die Frachten waren mehr und mehr zurückge=
gangen
, in der Hauptſache eine Folge der überſeeiſchen
Schutzzollpolitik der auswärtigen Staaten. Jetzt aber ſin
die allgemeinen Frachtraten überaus befriedigend, ohne
irgendwo eine Tendenz der Abſchwächung zu zeigen, ja
ſogar ſind verſchiedentliche Anzeichen zu Frachtſteigerungen
bemerkbar. Große Hoffnung ſetzt man auch auf die gute
Ausfallernte, die ein lebhaftes Geſchäft für das nächſte
Jahr vorausſehen läßt. Erfreulicherweiſe haben die
augenblicklich herrſchenden Verhältniſſe, von Reibungen
und Differenzen frei, die internationale Schiffahrtswert
ganz und gar verſchont. Unter dieſen Umſtänden ſeien die
Erträgniſſe recht beträchtliche, und die Dividenden würden
zweifellos eine mehr oder minder erhebliche Steigerung
aufzuweiſen haben; ebenſo würden die Geſellſchaften in
der Lage ſein, verſtärkte Abſchreibungen zu machen und
dadurch ihre Verhältniſſe zu konſolidieren.
Man wird dieſes Reſultat allenthalben mit Freu=
den
begrüßen, denn die Schiffahrt bildet ja einen wert=
vollen
Teil unſerer wirtſchaftlichen Betätigung, die für
unſer nationales Vermögen in hohem Maße in Frage
kommt. Wir wiſſen ja, auf welcher Höhe ſich unſere
Schiffahrt befindet. Die deutſchen Dampfer ſind faſt ohne
Ausnahme die beſteingerichtetſten und am meiſten ſeetüch=
tigſten
und ſie ſtehen im Auslande in hohem Anſehen, und
ſie werden von den dortigen Paſſagieren ungemein vor
den anderen bevorzugt. Kataſtrophen, wie die der
Titanic ſind bei uns unmöglich, da iſt die Aufmerkſam=
keit
und das Pflichtgefühl unſerer Kapitäne und Seeleute viel
zu groß. Alles iſt auf das peinlichſte durchgearbeitet und
für alle Eventualitäten iſt auf das trefflichſte geſorgt.
Dieſem Umſtande hat die deutſche Schiffahrt ihr hohes
Anſehen zu verdanken, und man darf hoffen, daß ſie es
auch weiter behalten wird. Die engliſche Rivalität be=
ruht
nicht zuletzt auf dem Neid über den Stand unſerer
Schiffahrt, denn die deutſche iſt für die engliſche die
größte Konkurrenz, die nicht mehr aus dem Felde ge=
ſchlagen
werden kann. Verſchiedentlich haben wir auf die=
iſem
Gebiete die Engländer verdrängt und wenn auch
dieſe die größten Anſtrengungen machen, uns wieder ein=
zuholen
, bisher iſt es ihnen doch nicht möglich geweſen.
In der Hauptſache hat die deutſche Schiffahrt ihre
Höhe nur der eigenen Kraft zu verdanken, die vom Reich
gewährten Subventionen ſind verhältnismäßig gering
und ſtellen ſich in der Hauptſache als Entſchädigungen für
den Transport der überſeeiſchen Poſtſachen dar. An ihrer
Spitze ſtehen Männer mit klarem, weitſchauendem Blick,
Männer deren Namen in der ganzen Welt den beſten Klang

haben und die dazu beitrugen, den Ruhm Deutſchlands
in weite Ferne zu verbreiten. Möge es auch weiterhin
ſo ſein!

Noch eine offiziöſe Erklärung zur Fleiſch=
teuerung
.

* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt in
einem weiteren, mit reichlichem ſtatiſtiſchen Material aus=
geſtatteten
Artikel tzur Frage der Fleiſchverſor=
gung
folgendes:
Die Viehteuerung ſei unſtreitbar, dieſe aber auf
ungenügende Leiſtungsfähigkeit der deutſchen Landwirt=
ſchaft
zurückzuführen und Abhilfe nur in erweiterter
Grenzöffnung und Erleichterung der Fleiſcheinfuhr zu
erblicken, ſei unberechtigt. Die Zahlen über die Schlach=
tungen
in Deutſchland beweiſen wielmehr, daß die
Landwirtſchaft trotz allerſchwerſter Schädigung der Vieh=
zucht
durch die Mißernte des Jahres 1911 in allen als
Viehfutter in Betracht kommenden Früchten und trotz un=
geheurer
Verluſte durch die Maul= und Klauenſeuche doch
mehr Schlachtvieh auf den Markt brachte, als im Vor=
jahre
. (11) Nach Feſtſtellung des kaiſerlichen Geſundheits=
amts
iſt der zum Verbrauch verfügbar geweſene Fleiſch=
vorrat
noch um 2.2 Mill. Kilogramm größer geweſen,
als 1910, und die gleiche Berechnung für 1912 zeigt
weitere Zunahme. Die Linſenbewegungen der Vieh= und
Fleiſchpreiſe ſind keine einheitlichen. Die Fleiſch=
preiſe
ſind ſeit Anfang der ſiebziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts faſt ununterbrochan hinaufge=
gangen
, bei fallenden Viehpreiſen aber
nur zögernd und niemals in vollem Um=
fange
zurückgegangen.
Die Urſachen hierfür ſind mannigfach. Die Un=
koſten
des Fleiſchergewerbes ſind verhältnismäßig in er=
heblich
größerem Maße geſtiegen, als die Viehpreiſe. Es
ſei nur erinnert an die erhöhten Ladenmieten, an die
Steigerung der Geſellenlöhne, an die Anſprüche der
Sanitätsvolizei und des Publikums. Dazu kommt die
vielfach beobachtete Borgwirtſchaft der Konſumenten beim
Fleiſcher, häufig auch eigene finanzielle Abhängigkeit vom
Großſchlächter, Kommiſſionär oder Händler Die Vieh=
erzeugung
iſt immer koſtſpieliger geworden. Die
ſozialen Laſten, Lohnſteigerungen, Leutemangel und vieles
andere zwingen den Landwirt, ſein Schlachtvieh höher
zu verwerten. Daß die Behauptungen der Fleiſcher über
Fleiſchnot und Viehmangel von der politiſchen Preſſe für
Parteizwecke aufgenommen und ausgebeutet wurden,
trug ſicher auch dazu bei, daß die Viehpreiſe immer mehr
anzogen, (!) denn erſt dadurch wurde dem Landwirt klar
gemacht, daß ſein Vieh begehrte Ware ſei und er dabei
mehr als bisher auf den Preis halten könne. Eine
weitere Folge der höheren Preiſe war die Vermehrung
insbeſondere der Schweinehaltung, die zeitweiſe eine
Ueberfüllung der Märkte mit Schweinen
verurſachte. Die Preiſe erreichten im Frühjahr und Som=
mer
1911 einen Tiefſtand, der die Schweinehaltung zeit=
weiſe
unrentabel machte. Ferkel waren in manchen Ge=
genden
überhaupt unverkäuflich. Von billigen
Schweinefleiſchpreiſen merkte aber trotz=
dem
in den Großſtädten niemand etwas.
Die landwirtſchaftliche Erzeugung aber iſt abhängig von
einer Reihe von unbeeinflußbaren Umſtänden, ſo von
dem Ausfall der Futterernte. Gewiſſe Schwankungen in
der Viehhaltung ſind daher unvermeidlich. Die ſtarke
Ausbreitung der Maul= und Klauenſeuche und die Miß=
ernte
von 1911 verteuerten die eigentliche Viehmaſt ſo
gewaltig, daß ſie entweder eingeſchränkt werden mußte
oder nur bei geſteigerten Viehpreiſen noch möglich war.
An geſteigertem Viehangebot fehlte es dennoch nicht, die
Vermehrung der Viehhaltung fand noch weiter ſtatt, neben
der Vermehrung der Schweinehaltung vergrößerte ſich auch
der Rinderbeſtand noch.
Die Steigerung der Schlachtviehpreiſe
ſei darauf zurückzuführen, daß die ungewöhnlich günſtige,
ſich noch aufwärts bewegende allgemeine wirtſchaftliche
Konjunktur die Kaufkraft der Bevölkerung und damit die
Nachfrage nach Fleiſch höher als früher gehalten hat. Dies
iſt ein ſehr erfreuliches Ergebnis der Wirtſchaftspolitik,
gleichzeitig auch das ſicherſte Mittel für die Rückkehr zu
normalen Biehpreiſen.
Die günſtige diesjährige Rauhfutterernte und die
Ausſicht auf gute Hackfruchternte bieten, ſo ſchließt die
offiziöſe Auslaſſung, die Gewähr, daß die Landwirtſchaft
alle Kräfte anſpannen wird, die ungünſtige Einwirkung
des Jahres 1911 auf die Viehhaltung zu beſeitigen. Die
ſtarke und raſche Vermehrungsfähigkeit der Schweine=
produktion
geſtattet angeſichts der diesjährigen guten
Ernte die Hoffnung auf eine nicht allzu lang hinaus=
geſchobene
Rückkehr zu niedrigen Preiſen.
Es iſt nur gul, daß wenigſtens die Hoffnung be=
ſtehen
bleibt. Damit iſt ja ſchon etwas geholfen!

Deutſches Reich.

Die Reichszuſchüſſe für die Schutz=
gebiete
. Nach dem Plane der Reichsfinanzverwaltung
iſt vorgeſehen, daß die Anforderungen der Schutzgebiete
an den Reichshaushalt in der Finanzperiode 1913 bis
1917 einen gewiſſen Beharrungszuſtand erreichen werden.

Man nimmt an, daß ſich die jährlichen Reichszuſchüſſe an
den künftigen Haushalt für die Kolonien in der dies=
jährigen
Höhe um rund 29 Millionen bewegen werden.
Togo und Samoa erhalten bekanntlich keine Reichszu=
ſchüſſe
, da ſie ihre fortlaufenden Ausgaben aus eigenen
Einnahmen decken.
Eine Zentralſtelle für Wohnungs=
fürſorge
in Sachſen. In Dresden iſt jetzt als
Unterabteilung des Landesvereins Sächſiſcher Heimat=
ſchutz
eine Zentralſtelle für Wohnungsfürſorge im
Königreich Sachſen gegründet worden. Sie ſoll alles
auf das Wohnungsweſen in Sachſen bezügliche Material
ſammeln und alle auf Verbeſſerung der Wohnungsver=
hältniſſe
der Minderbemittelten gerichteten Beſtrebungen
fördern. Dieſes Ziel will ſie hauptſächlich erreichen durch
Heranziehung der ſoliden Privatunternehmer zum
Bau von Kleinwohnungen, durch Unterſtützung und
Förderung des Baugenoſſenſchaftsweſens, zu welchem
Zwecke noch in dieſem Jahre ein Verband der ſächſiſchen
gemeinnützigen Bauvereinigungen gegründet wirn,
durch Aufklärung der Allgemeinheit in hygieniſcher=
ziehung
, durch eine Berattung der Bewerber für das
Kleinwohnungsweſen in bautechniſcher und künſtleriſcher
Beziehung endlich durch Propagierung der Wohnungs=
aufſichtsämter
und Wohnungsnachweiſe. Die Zentral=
ſtelle
wird von der ſächſiſchen Regierung tatkräftig
unterſtützt.

Ausland.

Frankreich.
Das franzöſiſch=ſpaniſche Marokko=
abkommen
. Nach Pariſer Blättern iſt die Unterzeich=
nung
des franzöſiſch=ſpaniſchen Uebereinkommens infolge
eines Einſpruchs aufgeſchoben worden, der von Deutſch=
land
und England gegen die Zollabgrenzung zwiſchen
dem ſpaniſchen und dem franzöſiſchen Protektionsgebiete
gerichtet worden iſt. Es iſt nicht bekannt, ob der Auf=
ſchub
in der Unterzeichnung auf dieſe Grenzangelegenheit
zurückzuführen iſt, es trifft aber zu, daß die Errichtung
einer inneren Zollſchranke in Marokko gegen die beſte=
henden
internationalen Abmachungen verſtoßen würde. Es
iſt mit dieſen unvereinbar, daß eine Ware, die einmal
unter Zahlung des geſetzlichen Zolles zum inneren Ver=
kehr
in Marokko zugelaſſen worden iſt, noch einmal an
einer zweiten Stelle einem Zollverfahren unterworfen
werden könnte.
Rußland.
Die Matroſenverſchwörung. Zuverläſſi=
gen
privaten Meldungen zufolge befand die Kommiſſion,
die mit der Vorunterſuchung der Matroſenverſchwörung
der Schwarzen=Meer=Flotte betraut iſt, 50 Mann als
ſchuldig und überwies ſie dem Marinegericht. Gegen
dreihundert unzuverläſſige Matroſen ſind zwecks ſcharfer
Beobachtung in Landkommandos verſetzt worden.
Türkei.
Die kretiſche Frage. Die Agence Havas
meldet aus London: Die engliſche Regierung ſtellte in
Paris und Petersburg das Anſuchen, mit ihr gemeinſam
die Aufmerkſamkeit Griechenlands auf die Gefahren einer
Landung in Samos und des Hervorrufens einer Bewe=
gung
zu Gunſten der Annexion durch Griechenland, wie
ſie gegenwärtig von Griechenland und Kreta vorbereitet
wird, zu lenken. Wie das Reuter=Bureau erfährt, ſind
bereits ein engliſches und ein franzöſiſches Kriegsſchiff
in die Gewäſſer von Samos abgeſandt worden mit dem
Auftrag, die gegenwärtig in Kreta organiſierte Freibeu=
ter
=Expedition, die zur Annexion der Inſel Samos durch
Griechenland führen ſoll, nötigenfalls mit Gewalt an der
Landung zu verhindern.
Vereinigte Staaten.
Engliſcher Proteſt gegen das Panama=
kanalgeſetz
. Die Times meldet aus Waſhington vom
27. Auguſt: Der britiſche Geſchäftsträger hat von neuem
Vorſtellungen wegen der Panamakanal=Gebühren erhoben
und dem Staatsdepartement angezeigt, daß England an
ſeiner heute mitgeteilten Anſicht feſthalte. Vorausſichtlich
wird auf dieſe Vorſtellungen ein neuer Proteſt erfolgen,
ſobald der Text des Geſetzes in London geprüft worden
iſt. Falls die Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen beiden
Regierungen nicht durch diplomatiſche Verhandlungen bei=
gelegt
werden können, werde England ein Schiedsgericht
fordern.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Nummer 203.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Auguſt.

* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen geſtern den Oberleutnant v. Ebmeyer
im Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24,
den Profeſſor Dr. Opitz von Gießen, den Bergamtmann
Scheerer, den Profeſſor Kiſſinger, den Kreisamtmann
Dr. Kintſcher gen. v. Köbke, die Beigeordneten der Stadt
Mainz Dr. Külb und Gündert, den Profeſſor Becker, den
Pfarrer Berck, den Profeſſor Fanto von Dresden; zum
Vortrag den Geheimen Staatsrat Krug v. Nidda, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld, den
Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik
Dr. Eger.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen das Allgemeine Ehren=
zeichen
mit der Inſchrift Für Verdienſte, dem Wacht=
meiſter
a. D. Bauſch, ſeither im 2. Großh. Heſſ. Feld=
artillerie
=Regiment Nr. 61, dem Feldwebel Porth,
dem Vizefeldwebel Diehl und dem Vizefeldwebel
Ochſendorf in der 3. Kompagnie Infanterie=Leib=
Regiments Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, dem
Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten
Auguſt Wolf I. zu Berſtadt das Silberne Kreuz mit
der Krone des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
; ferner haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
nachſtehenden Angehörigen des Großherzog=
lichen
Gendarmeriekorps die Erlaubnis erteilt, die ihnen
von Sr. Maj. dem Kaiſer und König anläßlich der
Truppenübung bei Mainz am 21. d. M. verliehenen
Auszeichnungen anzulegen, und zwar das Kreuz des
Allgemeinen Ehrenzeichens: dem Oberwachtmeiſter Hein=
rich
Eidenmüller; das Allgemeine Ehrenzeichen:
dem Wachtmeiſter Robert Hinze, dem Wachtmeiſter
Georg Spamer und dem Wachtmeiſter Wilhelm Heß.
* Entlaſſen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Stationskontrolleur Finanzamtmann
Philipp Steinmann zu Crefeld wegen Uebertritts in
den Reichsdienſt aus dem Staatsdienſt.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl
Hoheit der Großherzog den Bezirkskaſſier der
Bezirkskaſſe Mainz II, Rechnungsrat Ludwig Höhler
zu Mainz auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
langjährigen treu geleiſteten Dienſte, mit Wirkung vom
1. Oktober d. J. an und ihm aus dieſem Anlaß die
Krone zum Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Hauptſteueramtsaſſiſtenten bei dem Haupt=
ſteueramt
Gießen Friedrich Weiſe zu Gießen zum
Reviſionskontrolleur bei dem Hauptſteueramt Mainz und
den Finanzaſpiranten Ludwig Joſt aus Darmſtadt
zum Hauptſteueramtsaſſiſtenten.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 33 vom
28. Auguſt hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung,
die Gründung eines gemeinnützigen Bauvereins für die
Landgemeinden des Kreiſes Worms betreffend. 2. Be=
kanntmachung
, die Aenderung der Prüfungsordnung
für die juriſtiſche Fakultätsprüfung an der Großh.
Landesuniverſität vom 31. Januar 1907 betreffend.
3. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldver=
ſchreibungen
durch die Heſſiſche Landes=Hypothekenbank
betreffend. 4. Bekanntmachung, die Aufhebung der
Großh. Bezirkskaſſe Altenſtadt betreffend.
g Geſchworenenausloſung. Für die am 23. Septem=
ber
, vormittags 9½ Uhr, unter dem Vorſitz des Land=
gerichtsrats
Schulz beginnende 3. Schwurgerichtsperiode
wurden geſtern folgende Geſchworene ausgeloſt: Ober=
Bahnaſſiſtent i. P. Georg Ferkinghoff in Darmſtadt,
Rentner Jakob Hugenſchütz in Darmſtadt, Bierbrauer
Friedrich Altmann III. in Groß=Umſtadt, Architekt
Rudolf Drott in Darmſtadt, Landwirt Leonhard Ret=
tig
in Ilbenſtadt, Bürgermeiſter Ludwig Schütz in
Gundernhauſen, Landwirt Albrecht Jockel in Stockſtadt,
Landwirt Johann Rupp IX. in Ober=Roden, Direktor
Heinrich Wilhelm Wiegenhagen in Offenbach, Rent=
ner
Wilhelm Hinzmann in Auerbach, Landwirt Jo=
hann
Philipp Reinheimer in Biſchofsheim, Wein=
händler
Karl Anton Holzſchuh in Hirſchhorn, Oberſt=
leutnant
a. D. Friedrich Bullrich in Traiſa, Schloſſer=
meiſter
Johann Heinrich Karl Steinert in Offenbach,
Kaufmann Theodor Heyl in Darmſtadt, Landwirt Hein=
rich
Hartmann III. in Groß=Zimmern Kaufmann
Karl Hochſtätter in Lampertheim, Landwirt Johannes
Schmidt II. in Semd Fabrikant Georg Wilhelm Jo=
hann
Schäfer in Offenbach, Goldarbeiter Guſtav Arm=
bruſt
in Darmſtadt, Büchſenmacher Wilhelm Fried=
land
in Michelſtadt, Landwirt Franz Lingelbach III.
in Bürſtadt, Beigeordneter Johann Schneewind in
Lengfeld, Kaufmann Jakob Philipp Knecht I. in Lam=
pertheim
, Kaufmann Adam Jakob Walther in Seeheim,
Landwirt Heinrich Krug in Crumſtadt, Kaufmann Jo=

hann Michael Ludwig Stetter in Erbach i O., Fabrikant
Otto Schönhof in Offenbach, Rentner Wilhelm Ganß
in Darmſtadt, Metzgermeiſter Wilhelm Bauer I. in
Eberſtadt.
Großh. Hoftheater. Maſſenets Manon
das erfolgreichſte Werk des jüngſt verſtorbenen fran=
zöſiſchen
Meiſters, wurde von der Leitung des Großh.
Hoftheaters zur Aufführung in dieſer Spielzeit
angenommen.
Techniſche Hochſchule. Herrn Dr. Baerwald
wurde die venia legendi für Pyyſik an der hieſigen
Techniſchen Hochſchule erteilt.
Herrn Regierungsbaumeiſter Paul Arnold aus
Darmſtadt, zur Zeit bei dem Hochbauamte der Stadt
Neukölln bei Berlin tätig, wurde unter zahlreichen Be=
werbern
die Leitung der Bauberatungsſtelle
der Stadt Königsberg in Preußen übertragen.
Abgabe der Steuererklärungen. Unſere Leſer wei=
ſen
wir auf die im Amtsverkündigungsblatt Nr. 100 vom
27. Auguſt laufenden Jahres erfolgte Bekanntmach=
ung
der Großherzoglichen Finanzämter über die Ab=
gabe
der Steuererklärungen für das Jahr
1913 hin. Da die Steuergeſetze bekanntlich auch Verfehl=
ungen
, die in der Nichtabgabe notwendiger Steuererklär=
ungen
liegen, unter harte Strafe ſtellen, empfiehlt es ſich
für jedermann, ſeine Verhältniſſe daraufhin zu prüfen,
ob die Einreichung einer neuen Erklärung notwendig
wird und dieſe gegebenenfalls bis zum 1. Oktober dieſes
Jahres an das Finanzamt einzuſenden. Auch das Ge=
meindeumlagengeſetz
vom 8. Juli 1911, das für das
Steuerjahr 1913 erſtmalig zur Anwendung kommt, macht
für viele Steuerpflichtige neue Steuererklärungen erfor=
derlich
.
Wichtig für Privatangeſtellte. Ueber das
Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte vom 20. Dezember 1911
herrſcht noch vielfach Unklarheit, insbeſondere will es
vielen Perſonen nicht in den Kopf, daß Angeſtellte, deren
regelmäßiger Jahresarbeitsverdienſt zweitauſend Mark
an Entgelt nicht überſteigt, doppelt verſichert ſind, daß
ſie nämlich gleichzeitig der Invaliden= und Hinter=
bliebenenverſicherung
auf Grund der Reichsverſicherungs=
ordnung
unterſtehen. Für ſie müſſen alſo von den
Arbeitgebern neben den Beiträgen zur Angeſtellten=
verſicherung
auch Beiträge zur Invaliden= und Hinter=
bliebenenverſicherung
in der gleichen Höhe, wie für
ſolche Perſonen geleiſtet werden, die nur der Invaliden=
verſicherungspflicht
unterliegen. Im allgemeinen fließen
dieſen Angeſtellten auch aus jeder Verſicherung die
gleichen Leiſtungen wie den nur einſeitig Verſicherten zu.
Das dem Verſicherten aus der Angeſtelltenverſicherung
zuſtehende Ruhegeld ſoll nämlich nach § 73 des Geſetzes
nur ſoweit ruhen, als es mit Einſchluß etwaiger Renten
der reichsgeſetzlichen Arbeiterverſicherung und von Ge=
halts
= oder ſonſtigen Bezügen aus gewinnbringender
Beſchäftigung zuſammen den Jahresarbeitsverdienſt, der
dem Durchſchnitt der ſechzig höchſten monatlichen Bei=
trägen
entſpricht, überſteigt. Der Geſetzgeber war näm=
lich
der Anſicht, ein Bedürfnis, dem Verſicherten nach
Eintritt der Berufsunfähigkeit ein höheres Einkommen
zuzuwenden, als ihm aus ſeiner Arbeitskraft zur Zeit
der Berufsfähigkeit zugefloſſen iſt, liege nicht vor. Auch
für die Hinterbliebenenbezüge wird ein niedrigerer
Betrag angeſetzt, weil dem vorgebeugt werden ſoll, daß
die Witwe und Waiſen zuſammen eine Verbeſſerung
ihrer Lage durch den Tod des Ernährers erfahren.
Das Gleiche gilt für Angeſtellte, die ihre frühere
Zwangsverſicherung in der Invaliden= und Hinter=
bliebenenverſicherung
bei einem zweitauſend Mark
überſteigenden Jahresarbeitsverdienſt durch freiwillige
Markenverwendung fortſetzen.
* Die Arbeiterverſicherung in der Praxis. Man ſchreibt
uns: Bei der Beratung des Etats des Reichsamts des
Innern iſt die Rechtſprechung des Reichsverſicherungs=
amtes
, ſowie der übrigen Spruchorgane der Arbeiterver=
ſicherung
Gegenſtand eingehender Kritik geweſen; meh=
rere
Fälle wurden mitgeteilt, in denen offenbar nicht dem
Geiſte der Arbeiterverſicherung entſprechend verfahren
war. Hieraus wird man indeſſen nicht immer den Ge=
richten
einen Vorwurf machen können, iſt doch nicht ſelten
die Verkürzung der Rechte der Verſicherten auf die un=
ſachgemäße
und ungeſchickte Art der Wahrneh=
mungihrer
Rechte zurückzuführen; ſei es, daß Win=
kelkonſulenten
und ähnliche Elemente, zumeiſt gegen hohe
Gebühren, die Sache der Verſicherten in einer ihre In=
tereſſen
nur ſchädigenden Weiſe vertreten. Im Intereſſe
einer ſachgemäßen Durchführung der Arbeiterverſicher=
ungsgeſetzgebung
iſt gerade die Vertretung der Verſicher=
ten
vor den Schiedsgerichten und Oberverſicherungs=
ämtern
ſowohl, wie vor dem Reichsverſicherungsamt
durch eine Stelle geboten, die ſich im Geiſte der Rechts=
pflege
uneigennützig und unparteiiſch an der Aufklärung
des Sachverhalts, an der Vorbereitung der gerichtlichen
Entſcheidung beteiligt und den wohlbegründeten Rechten

der Verſicherten zum Siege zu verhelfen ſucht. Dieſe
Tätigkeit leiſten im großen Umfang die gemeinnützi=
gen
und unparteiiſchen Rechtsauskunfts=
ſtellen
. Die Beratung der Verſicherten, die Wahrneh=
mung
ihrer Rechte, nötigenfalls auch die Uebernahme der
Vertretung vor den Schiedsgerichten, iſt eine ihrer wich=
tigſten
Aufgaben. In großer Zahl bearbeiten ſie gerade
Sachen der Arbeiterverſicherungsgeſetzgebung und leiſten
ſo erhebliche Mithilfe bei ihrer Durchführung. Der Ver=
band
der deutſchen gemeinnützigen und unparteiiſchen
Rechtsauskunftsſtellen hat eine ſtändige Vertretung vor
dem Reichsverſicherungsamt eingerichtet, die koſtenlos die
perſönliche Vertretung der Verſicherten in allen von den
Verbandsmitgliedern überwieſenen Fällen übernimmt.
Aus Bezirken, in denen gemeinnützige Rechtsauskunfts=
ſtellen
noch nicht beſtehen, werden Vertretungen gleichfalls
übernommen. Vertretungsgeſuche ſind an die nächſtge=
legene
Rechtsauskunftsſtelle, für Darmſtadt und
Umgebung an die Städtiſche Rechtsaus=
kunftsſtelle
, Waldſtraße 6. oder an den Vor=
ſitzenden
des Verbandes, Herrn Oberbürgermeiſter Kaiſer
(Neukölln) zu richten.
* Beihilfe zur Einrichtung eines Schulgartens. In
der Sitzung des Obſt= und Kartoffelmarkt=
Komitees am Dienstag wurden zur Anlage eines
Schulgartens für die Stadtmädchenſchule I. 300 Mark
bewilligt. Mancher Leſer wird über die verhältnis=
mäßig
hohe Summe erſtaunt ſein. Wer jedoch die Aus=
führungen
des Leiters dieſes Gartens, Herrn Lehrers
Preſſer, gehört hat, wird ſich über die hohe ethiſche
und gleichzeitig volkswirtſchaftliche Bedeutung eines ſol=
chen
Gartens klar ſein. Wenn Herr Preſſer ſich darüber
beklagt hat, daß ſein Bitten um Zuſchüſſe zur Durchfüh=
rung
dieſes Projekts bei wohlhabenden Einwohnern
unſerer Stadt wenig Anklang fand, ſo mag es nur dadurch
erklärlich ſein, daß der Zweck dieſes Unternehmens nicht
in dem richtigen Lichte dargeſtellt wurde. Es wird heute
darüber Klage geführt, daß Mangel an brauchbarem
Arbeits= und Dienſtperſonal für landwirtſchaftliche Be=
triebe
und im Hauſe herrſche. Hier kann nur durch geeig=
nete
Erziehung von Kindheit auf Abhilfe geſchaffen wer=
den
, und iſt gerade die Einrichtung eines ſolchen Schul=
aartens
, bezw die dem kindlichen Gemüte am leichteſten
faßbare Anleitung in einem ſolchen von hohem erziehe=
riſchen
Vorteile. Es iſt zu erhoffen, daß dieſe Zeilen
die Herzen mancher wohlhabender Darmſtädter Einwoh=
ner
rühren und ſie bewegen, noch ein Scherflein zu
dieſem wirklich allgemein nützlichen Unternehmen bei=
zuſteuern
. Die Koſten ſind mit ca. 3900 Mark veran=
ſchlagt
.
Die Ausſtellung: Das Gas in Haus und
Gewerbe wurde an den erſten drei Tagen von über
3200 Perſonen beſucht, ein Beweis dafür, eines welch
großen Intereſſes ſie ſich bei den Bewohnern unſerer
Stadt und wohl auch der Vororte erfreut. Die Wander=
ausſtellung
wird Ende nächſten Monats 14 Tage in
Frankfurt ſein. Heute iſt der mehrfach angekündigte
Elitetag, an welchem 25 Pfennig Eintritt zum
Beſten des Verbandes für Jugendwohlfahrt und Für=
ſorge
in der Stadt Darmſtadt erhoben werden und
wir bitten unſere Leſer, auch an dieſem Tage die Aus=
ſtellung
recht fleißig zu beſuchen. (Siehe Anzeige.)
* Tagung der Frauen= und Mädchenortsgruppen
des Vereins für das Deutſchtum im Ausland (Allg.
Deutſcher Schulverein) E. V. Vom 18.20. September
1912. Das Programm für die Tagung der Frauen= und
Mädchenortsgruppe des Vereins für das Deutſchtum im
Ausland lautet: Mittwoch, den 18. September,
abends 8 Uhr: Begrüßungsabend im großen Saale des
Städtiſchen Saalbaues mit muſikaliſchen und dramatiſchen
Darbietungen. Gäſte ſind willkommen und können durch
Mitglieder eingeführt werden. Donnerstag, den
19. September, vormittags 9 Uhr: Sitzung der Ver=
treterinnen
der Frauen= und Mädchenortsgruppen und
der Vertreter der Landesverbände. Die Verhandlungen
werden um 10½ Uhr durch eine kleine Frühſtückspauſe
unterbrochen. Nachmittags 2½ Uhr: Feſtmahl im
Gartenſaal des Saalbaues. Gedeck ohne Wein 3 Mk.
Abends 7½ Uhr: Beſuch des Hoftheaters. Nach der
Vorſtellung zwangloſes Zuſammenſein in dem Café
Zur Oper am Theaterplatz. Freitag, den 20. Sep=
tember
, vormittags 9 Uhr: Beſuch der Ausſtellung Der
Menſch Beſichtigung der Madonna von Holbein und
des Reſidenzſchloſſes, ſowie Beſuch der Bracht= Aus=
ſtellung
. Mittags 1 Uhr: Mittageſſen im Hotel Heß
Rheinſtraße. Nachmittags: Ausflug nach Jugenheim
an der Bergſtraße; Abfahrt vom Hauptbahnhof Darm=
ſtadt
3 Uhr 29 Minuten. Im Hotel zur Traube am
Luiſenplatz iſt eine Auskunftsſtelle eingerichtet. Dort
werden Teilnehmerkarten ausgegeben und Anmeldungen
zum Faſtmihl ꝛc entgegengenommen.
* Dritter deutſcher Kongreß für Säuglingsfürſorge
und Mitglieder=Verſammlung der deutſchen Vereinigung

Prinz Reuß bei Napoleon nach der
Schlacht von Königgrätz.

C) Als eine Enthüllung von bedeutendem hiſtoriſchen
Gehalt bringt das Septemberheft der Deutſchen Revue
(Deutſche Verlagsanſtalt) die Erzählung des Prinzen
Heinrich VII. Reuß von ſeiner beſonderen Miſ=
ſion
zum Kaiſer Napoleon III, in den kritiſchen
Tagen, die auf die Schlacht von Königgrätz folgten. Sid=
ney
Whitman, der dem Prinzen durch die Veröffentlichung
ſeiner Erinnerungen an Bismarck nahegetreten war hat
die Schilderung im vertrauten Geſpräch von ihm ſelbſt er=
halten
.
Die Aufgabe, mit der der König von Preußen den
Prinzen Reuß betraut hatte, erforderte eine ſehr behut=
ſame
Behandlung. Kaiſer Napoleon, ſo heißt es in dem
ſchlichten, feſſelnden Bericht des Prinzen, hatte am Tage
nach der Schlacht bei Sadowa an den König telegraphiert
und ſeine Vermittlung zwiſchen den kriegführenden Mäch=
ten
angeboten. Die Antwort, die wir ſchickten, war freund=
lich
gehalten, doch ohne auf den Gegenſtand einzugehen,
denn wir waren in einem Dilemma, wie wir dieſer In=
tervention
entgegenkommen ſollten, da wir entſchloſſen
waren, die ſchon gewonnenen Vorteile weiter zu verfolgen.
Bismarck fragte mich, ob ich vorbereitet ſei, ſofort in einer
Miſſion nach Paris abzureiſen, eine Frage die ich bejahend
beantwortete. Bismarck fuhr fort: Preußen kann ſich auf
einen Waffenſtillſtand nur einlaſſen, wenn die Feſtungen
Königgrätz, Joſefſtadt und Leitmeritz uns ausgeliefert
werden und eine ausgedehnte Demarkationslinie, die Prag
einſchließt, vereinbart wird. Wir würden unſeren Vor=
marſch
während der Unterhandlungen nicht aufhalten
laſſen. Das weniger präzis gefaßte Handſchreiben des
Königs ſollte der Prinz durch die Inſtruktionen Bismarcks
ergänzen, daß die Friedensbedingungen eine Bundes=
reform
auf einer Napoleon bereits bekannten und von ihm
gebilligten Grundlage enthalten ſollten. Die Elbherzog=
ſtümer
müſſen au Proißen kommen, einige der Stgaten.

die uns freundlich geſinnt ſind (die aber nicht einzeln auf=
geführt
werden), müſſen umgeſtaltet, mit anderen Militär=
konventionen
abgeſchloſſen und ein aus direkter Wahl her=
vorgegangenes
Parlament einberufen werden. Wenn
Napoleon, fuhr Bismarck fort, ſich unſeren Vorſchlägen
nicht geneigt zeigen ſollte und die Abſicht hat, ſich unſeren
Plänen zu widerſetzen und uns ſo zum Aeußerſten treibt,
ſo müſſen Sie ihm zu verſtehen geben, daß wir gerüſtet
ſind, in Deutſchland einen großen Brand zu entzünden.
Wir ſchrecken nicht vor der Eventualität zurück, an die
deutſche Demokratie zu appellieren, die Grundrechte zu
proklamieren und den Kaiſertitel anzunehmen, und Na=
poleon
wird ſehen, daß er ſich irrt, wenn er auf die Hilfe
einer Revolution in Deutſchland rechnet. Sollte die
Frage einer Kompenſation auftauchen, ſo geben Sie ihm
zu verſtehen, daß deutſches Gebiet in keinem Falle auf=
gegeben
werden kann, aber wenn er ſonſt irgendwo eine
Kompenſation ſuchen ſollte ſo würde das uns nicht berüh=
ren
. Der Zweck Ihrer Miſſion nach Paris würde, nach=
dem
Sie das Handſchreiben König Wilhelms überreicht
haben, lediglich der ſein, ſich dort zu zeigen und die Fran=
zoſen
beſchäftigt zu halten.
Sehr intereſſant ſchilderte der Prinz die Stimmung,
die er in Paris antraf. Im Vorzimmer der Tuilerien be=
gegnete
ihm bei ſeinem Beſuch der Oberſt Stoffel. Die
gezwungene Haltung des Offiziers, mit dem ich vorher
gut bekannt geweſen, war beluſtigend. Er konnte ſeinen
Aerger, jemand zu ſehen, der gewiſſermaßen im Triumph
direkt vom Schlachtfeld von Sadowa kam, nicht verbergen;
und dieſe ſeine Haltung ſchien mir einigermaßen bezeich=
nend
für das Gefühl, das Paris in jenem Augenblick be=
herrſchte
. Die Beſtürzung war allgemein. Die Leute
hatten etwas ganz anderes erwartet. Napoleon empfing
den Prinzen freundlich, aber die Audienz hinterließ keinen
ſehr befriedigenden Eindruck. Ich vermißte die ruhige
Ueberlegung und Klarheit, die ich zu anderen Zeiten ge=
wohnt
geweſen war, an dieſem Monarchen zu beobachten.
Der Kaiſer ſchien kein gutes Gewiſſen zu haben und war
gugenſcheinlich bedrückt von einer gewiſſen Verlegenheit

wie er aus einer ſchwierigen Situation herauskommen
ſollte, die er, was Italien betraf, ſich ſelbſt geſchaffen hatte.
Auf die Frage Napoleons nach den Friedensbedingungen
konnte Prinz Reuß nur verſichern, daß König Wilhelm
äußerſt gemäßigt in ſeinen Forderungen ſein würde. Von
dem Reformprojekt hatte Napoleon zur Ueberraſchung
des Prinzen nur ganz im allgemeinen Kenntnis. Ich
verbarg mein Erſtaunen nicht als ich dieſe Erklärung
hörte. Ich verſicherte dem Kaiſer, König Wilhelm ſei ehr=
lich
überzeugt, daß Napoleon dieſen Plänen zugeſtimmt
habe, und daß wir uns feſt auf ſeine Zuſtimmung ver=
laſſen
könnten. Die Unterredungen, die Bismanck im
Jahre 1865 in Biarritz mit Napoleon gehabt habe, lange,
ehe dieſes Reformprojekt von Preußen ventiliert worden
war, müßten dem König die Ueberzeugung verſchaft
haben, daß Napoleon mit den Plänen Preußens völlig
einverſtanden ſei. Napoleon war augenſcheinlich in
Verlegenheit, wie er ſich aus dieſer Reihe von Tatſachen,
die gegen ihn ſprachen, herausziehen ſollte. Er ſagte, daß
Preußen, ohne Oeſterreich als Gegengewicht, ein zu mäch=
tiger
Nachbar für Frankreich werden würde.
Am ſtärkſten ſchien Napoleons Haltung von der Sorge
um die vergrößerte Macht Preußens, die dadurch erregte
Eiferſucht der Franzoſen und die Zweideutigkeit der
Oeſterreicher beeinflußt zu ſein. Die Oeſterreicher hätten
ihn glauben gemacht, daß ſie 100000 Man unter den
Wällen von Olmütz ſtehen hätten und dort eine Schlacht zu
liefern beabſichtigten, während ſie jetzt auf Wien zurück
gedrängt wurden und ſich nach Ungarn zurückzogen. Na=
poleon
erklärte, wir ſollten offen gegen ihn ſein (avant
tout étre frane avee moi) und ihm unſere Friedens=
bedingungen
und unſere Abſichten überhaupt mitteilen.
Er verlangte auch, wir ſollten darauf beſtehen, daß Italien
(ils sont si absurdes) gleichzeitig mit Oeſterreich Frieden
ſchließe (ils sont si à bas, qu’ils accepteront vos con-
ditions‟
). Immer wieder kam Napoleon darauf zurück,
was unſere wirklichen Friedensbedingungen wären und
was dann würde. Nur ſchwer und unter gewiſſen Modali=
täten
würde er imſtande ſein, das erregte Gefühl den

[ ][  ][ ]

Nummer 203.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Seite 3.

für Säuglingsſchutz vom 20. bis 22. September 1912.
Die Tagesordnung lautet: Freitag, 20. September,
abends 8 Uhr: Zwangloſer Empfangsabend im Hotel
Zur Traube‟. Samstag, 21. September, vormittags
10 Uhr: Im großen Saal des Städtiſchen Saalbaues in
Darmſtadt Eröffnung des Kongreſſes und Begrüßungs=
anſprachen
. Verhandlungen: 1. Einheitliche Organiſation
der Ausbildung von Säuglingspflegerinnen. Referenten:
Profeſſor Dr. Langſtein=Berlin, Privatdozent Dr.
Ibnahim=München. Diskuſſion. Frühſtückspauſe.
2. Säuglingspflege als Lehrgegenſtand in den Unterrichts=
anſtalten
für die weibliche Jugend Referenten: Dr.
Roſenhaupt=Frankfurt a. M., Geheimrat Gürtler=
Berlin. Diskuſſion. Nach Schluß der Verhandlungen:
Etwa 3 Uhr: Zwangloſes Mittageſſen im Reſtaurant des
Städtiſchen Saalbaues. 4½ Uhr: Beſichtigung von
Darmſtädter Fürſorge=Einrichtungen. (Eine Liſte liegt im
Kongreßbureau aus.) 8 Uhr: Feſtvorſtellung im Groß=
herzoglichen
Hoftheater. Sonntag, 22. September,
vormittags 10 Uhr: Fortſetzung und Schluß der Verhand=
lungen
. 3. Berufsvormundſchaft, Pflegekinderaufſicht
und Mutterberatungsſtelle. Referenten: Geheimrat Dr.
Taube=Leipzig, Bürgermeiſter Mueller=Darmſtadt.
Diskuſſion. Frühſtückspauſe. 4. Geſetzliche Regelung
des Krippenweſens in Deutſchland. Referenten: Ober=
arzt
Dr. Rott=Berlin, Hofrat Meier=München, Re=
gierungsaſſeſſor
Freiherr von Wilmowski=Berlin.
Diskuſſion. 4 Uhr: Beſichtigung der Ausſtellung Der
Menſch. Vorführungen im Ausſtellungskinematographen.
6 Uhr: Empfang der Kongreßmitglieder durch die Stadt
Darmſtadt. Feſteſſen im Städtiſchen Saalbau. Mon=
tag
, 23. September, vormittags: Bei genügender Be=
teiligung
und gutem Wetter Rheinfahrt auf einem
Rheindampfer nach Bingen und zurück oder Ausflug nach
Jugenheim an der Bergſtraße. (Eine Liſte liegt im Kon=
greßburean
aus).
* Aquarell=Ausſtellung. Unſer einheimiſcher Künſtler,
Profeſſor W. Bader, hat einige neuere Aquarelle
dem hiſtoriſchen Stammſitz Schlitz in Oberheſſen und dem
maleriſchen Zwingenberg a. d. Bergſtraße gewidmet. Es
iſt intimſte Stimmungsſchilderei in dieſen Werken zum
Ausdruck gebracht, die ein ernſtes Eingehen in die Land=
ſchaft
und in die Architektur der reizvollen Gebäulichkeiten
verraten. Die Aquarelle ſind im Schaufenſter des Hof=
photographen
H. Steinacker in der Wilhelminenſtraße 6
ausgelegt.
Sachſen=Verein Darmſtadt. Die Zuſammen=
künfte
finden jetzt wieder regelmäßig jeden Samstag ab
9 Uhr abends im Kaiſerſaal ſtatt. Es iſt alſo jedem
hier wohnenden Sachſen Gelegenheit geboten, ſich
zwanglos zuſammenzufinden und heimiſche Sitten und
Gebräuche zu pflegen. Der Verein bietet auch ſonſt
ſeinen Mitgliedern durch Abhaltung von Vergnügungen
und Feſtlichkeiten hinreichend Gelegenheit, ſich in landes=
üblicher
Weiſe gut zu unterhalten. Allen noch Fern=
ſtehenden
kann der Beitritt nur beſtens empfohlen
werden. Der Vereinsbeitrag iſt mäßig und wird durch
die Darbietungen reichlich aufgehoben. (Siehe Anzeige.)
§ Selbſtmordverſuch. Dienstag abend gegen 9 Uhr
verſuchte ſich die Ehefrau eines in der Mühlſtraße
wohnhaften Fuhrmanns mit Lyſol zu vergiften
und mußte durch die Sanitätswache in das Städtiſche
Krankenhaus gebracht werden.

O Eberſtadt, 28. Aug. Wie noch erinnerlich ſein wird
wurde im April 1910 der Polizeihund Liſſi des
hieſigen Wachtmeiſters Reeg in der Eberſtädter Tanne
von einem Wilderer erſchoſſen. Herr Wacht=
meiſter
Reeg befand ſich damals auf Patrouille, ertappte
einen Wilderer, der ſofort Reißaus nahm. Der nachge=
ſſandte
Polizeihund Liſſi ſtellte den Täter, wurde jedoch
von ihm mit einem Teſchin zu Boden geſtreckt. Der Täter
iſt dann unerkannt geflohen, wurde aber jetzt, nach über
zwei Jahren, in dem Arbeiter Jakob Daniel aus
Pfungſtadt, Vater von fünf Kindern, ermittelt und zur
Anzeige gebracht.
n. Egelsbach, 28. Aug. Der verheiratete, 38 Jahre
alte Schreiner Hartwig von hier, der ſchon öfters
Ruheſtörungen verurſachte, hat geſtern abend 10 Uhr in
der Trunkenheit ſeine Frau durch Schläge ſchwer miß=
handelt
und alles Mobiliar, das er erreichen konnte,
ſowie einen Fenſterflügel zertrümmert und in den Hof
geworfen. Nachdem der Ortspolizeidiener und mehrere
handfeſte Männer den Tobſüchtigen in das Haftlokal ge=

bracht hatten, verlief ſich die Zuſchauermenge. Heute
nacht iſt Hartwig aus ſeiner Haft ausgebrochen,
nachdem er die Fenſtergitter ſeiner Zelle auseinander=
gebogen
hatte.
tt. Dieburg, 27. Aug. In der letzten öffentlichen Ge=
meinderatsſitzung
wurde der Wirtſchaftsplan der
Waldungen der Stadt Dieburg pro 1913 genehmigt. Als
Bürgernutzen werden dieſes Jahr 50 Eichen=Wellen
abgegeben und ſoll durch die Oberförſterei darauf geſehen
werden, daß möglichſt einheitliche Wellen zur Ausgabe
gelangen. Einem Antrag der hieſigen Metzger um
Herabſetzung der Schlachthausgebühren
wurde Folge gegeben. Ferner wurde beſchloſſen, daß die
noch auszuführenden Arbeiten im SchulhausNeubau an
der Marienſtraße alsbald vergeben werden ſollen. Der
von der Stadt an das Kriegsminiſterium geſtellte Antrag
wegen Verlegung von Militär nach Dieburg, wurde von
demſelben abgelehnt.
Groß=Umſtadt, 28. Aug. In Verbindung mit der am
21. Dezember zu Groß=Umſtadt ſtattfindenden Bezirks=
tierſchau
veranſtaltet der Landwirtſchaftskammer= Aus=
ſchuß
mit Unterſtützung des Kreisobſtbauverbands Dieburg
der landwirtſchaftlichen Vereine Groß=Umſtadt, Dieburg,
Reinheim, Groß=Bieberau, Reichelsheim hier eine Aus=
ſtellung
landwirtſchaftlicher Bodenerzeug=
niſſe
verbunden mit Prämiierung. Gleichzeitig findet
eine Ausſtellung landwirtſchaftlicher Maſchinen und
Geräte ſtatt. Am 23. September veranſtaltet der Star=
kenburger
Geflügelzüchterverband und der lokale Geflügel=
zuchtverein
Groß=Umſtadt ebenfalls hier eine Geflügel=
ſchau
für die Kreiſe Offenbach und Dieburg.
m. Wembach i. O., 26. Aug. Eine ſchöne Feier durfte
am Sonntag unſere Gemeinde begehen, galt es doch die
von unſerem früheren Mitbürger Herrn Fabrikanten Karl
Dörr=Nieder=Ramſtadt ſeiner Heimatgemeinde erbaute
Kleinkinderſchule einzuweihen. Nach der
Schlüſſelübergabe durch den Erbauer Herrn Architekten
Münch=Darmſtadt, hielt Herr Pfarrer Frank= Rohr=
bach
die Weiherede beſonders die Wichtigkeit der Klein=
kinderſchule
in der Erziehung des Kindes betonend. Wei=
tere
Anſprachen hielten noch der Stifter des Hauſes Herr
Fabrikant Dörr, Herr Pfarrer Correvon=Frankfurt, der
auf die hiſtoriſche Entwickelung der Gemeinde eingehend
hinwies, indem die Vorfahren anläßlich der Hugenotten=
verfolgung
, um ihrem Glauben nicht zu entſagen, in Sa=
voyen
auswanderten und hier in dem ſchönen Odenwald
die neue Heimat gründeten. Herr Bürgermeiſter Bo=
nin
dankte namens der Gemeinde dem Stifter für das
ſichtbare Zeichen ſeiner Heimatliebe. Der Geſangverein
Liederkranz=Wembach und der Poſaunenchor Nieder= Ram=
ſtadt
verſchönerten die Feier durch einige Vorträge.
Sprendlingen, 28. Aug. Bei einem Wirtshausſtreit
wurde der 23 Jahre alte Pflaſterer Georg Kuch durch
einen Meſſerſtich unterhalb des rechten Auges er=
heblich
verletzt. Außerdem erhielt er einen Stein=
wurf
in das linke Auge, das wahrſcheinlich verloren iſt.
Zwiſchen den Vertretern der Gemeinden Neu= Iſen=
burg
und Sprendlingen wurden am Montag Verhand=
lungen
zur Gründung eines Zweckverbandes und
zwecks Lieferung von Gas an die Gemeinde Neu=
Iſenburg gepflogen. Sowohl über die Gründung des
Zweckverbandes, als auch über die Gaslieferung ſoll
vorher ein Sachverſtändiger gehört werden. Die Koſten
des Gutachtens werden von den Gemeinden gemeinſam
getragen. Als Gaswerksgutachter wurde Direktor von
Geßler in Hanau vorgeſchlagen.
Klein=Welzheim, 28. Aug. Nachdem nun in unſerer
Gemarkung die amtliche Abſchätzung des Tabaks ſtatt=
gefunden
hat, kann mit dem Einernten begonnen
werden. Die Ernte iſt infolge des günſtigen Frühjahrs
als gut zu bezeichnen.
Mainz, 26. Aug. Heſſiſchen Blättern wird folgen=
des
gemeldet: Die ſeit Jahren in den katholiſchen Kirchen
der Städte des Großherzogtums von Jeſuiten patres
abgehaltenen Männerkonferenzen ſind wie verlautet, auf
Anordnung des biſchöflichen Ordinariats Mainz, bis auf
weiteres eingeſtellt worden Man geht wohl nicht
fehl, wenn man dieſe Maßnahme auf die Veranlaſſung der
heſſiſchen Regierung zurückführt.
Mainz=Kaſtel, 28. Aug. Die Lünetten Erben=
heim
und Hochheim, die, trotz der Niederlegung der
Feſtungswälle, hier noch ſtehen, ſind nun auch dem Unter=
gang
geweiht Sie ſollen bald nach Beendigung der jetzi=
gen
Herbſtmanöver nie dergelegt werden. Die Spreng=
ung
der Mauern wird durch die beiden hier liegenden
Pionierbataillone bewirkt, die damit zugleich eine Uebung

verbinden ſollen, da die Lünetten ſich unweit von bewohn=
ten
Plätzen befinden und die Sprengung deshalb mit
äußerſter Vorſicht ausgeführt werden muß. Im Laufe
des Winters ſoll die Abräumung der Plätze erfolgen, da=
mit
im Frühjahr mit der Errichtung von Neubauten be=
gonnen
werden kann.
Mainz=Mombach, 28. Aug Heute nacht brach in dem
Anweſen des Holz= und Kohlenhändlers Lehn Feuer
aus, das bald auf die benachbarten Häuſer übergriff. Nur
mit Mühe konnten ſich die Bewohner aus den Häuſern
retten. Der Frau des Fabrikarbeiters Braunbeck ge=
lang
es, vier ihrer Kinder zu retten. Ein 2¼jähriges
Söhnchen erſtickte in den Flammen. Der Mainzer und
der Mombacher Feuerwehr gelang es, das Feuer auf ſeinen
Herd zu beſchränken und ſo ein weiteres Umſichgreifen zu
verhüten.
M. Bodenheim, 28. Aug. Im Hofe der Gaſtwirtſchaft
Zum Lamm hier befindet ſich in einer Kiſte das Heim
einer Katzenmutter mit mehreren Jungen, die von
dem Dobermann des Hauſes ſorgſamſt gehütet werden.
Das gute Einvernehmen, das zwiſchen Hund und Mieze
beſtand, hat ſich ſeitens des braven Lux auch auf die Nach=
kommenſchaft
ſeiner Freundin übertragen und wehe dem,
der es wagt, ſich der Katzenfamilie auch nur zu nähern.
Das Krurren des Hundes beweiſt, wie ernſt er es nimmt,
Hüter eines Geſchlechtes zu ſein, mit dem er nach dem
Sprichwort in Feindſchaft lebt.
Wald=Uelversheim, 28 Aug. Am 11. September
wird hier der Miſſions=Verein in Rhein=
heſſen
ſein Jahresfeſt feiern. Morgens um ½9 Uhr
findet ein Miſſions=Kindergottesdienſt ſtatt. Um 10 Uhr
iſt der erſte Feſtgottesdienſt, in welchem Pfarrer Schuſter=
Nierſtein und Miſſionar Gutekunſt ſprechen werden.
Mittags um 2 Uhr reden Oberkonſiſtorialrat Euler=
Darmſtadt, ſowie die beiden Miſſionare Daſſel und Gute=
kunſt
. Es trifft ſich gut, daß die zwei Miſſionare lange
Zeit in deutſchen Kolonien gearbeitet haben. Daſſel war
auf Neuguinea, Gutekunſt in Kamerun. Ihre Berichte ge=
winnen
dadurch noch erhöhtes Intereſſe. Nicht günſtig iſt,
daß Wald=Uelversheim keine Bahnſtation hat; aber in
Frieſenheim wird morgens um 9.10 Uhr und in Gunters=
blum
morgens um 8.16 und 8.46 Uhr reichlich Fahrgelegen=
heit
geboten. Auch wird für Auswärtige ein Mittageſſen
zu 1,10 Mark im Gaſthaus Zum grünen Baum bereit ge=
halten
. Man ſieht mit Freuden vielen lieben Miſſions=
freunden
entgegen und heißt ſie herzlich willkommen
Gießen, 27. Aug. In verfloſſener Nacht wurde im
Bureau des ſtädtiſchen Arbeitsnachweiſes
eingebrochen und eine Kaſſette mit etwa 300 Mark
geſtohlen. Dem Vorſteher des Arbeitsnachweiſes lag auch
das Einſammeln der Ortskaſſenbeiträge von den ſtädtiſchen
Arbeitern ob, welchen Betrag er dann an die Ortskaſſe
abzuliefern hatte. Dieſer Betrag wurde ihm nun ge=
ſtohlen
.
Nieder=Wöllſtadt 28. Aug. Bei einer Reinigung des
Brunnens im Pfarrgehöft fand man außer vielen
anderen Dingen auch das vollſtändig erhaltene Skelett
eines Schafes. Guten Appetit!

Reich nud Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 27. Aug. Die Nachforſch=
ungen
nach den Urſachen des Bühnenhaus=
brandes
im Theater des Weſtens haben die
Annahme einer vorſätzlichen Brandſtiftung nahezu ent=
kräftet
. Entgegen den Anſichten des Perſonals glaubt
die Polizei vielmehr an eine Fahrläſſigkeit oder an
einen nachträglich ſchwer zu findenden Defekt in der
großen Beleuchtungsanlage, der eine Flammenentwickel=
ung
zur Folge hatte. Den Verdacht einer mutwilligen
Brandſtiftung glaubt man deswegen von der Hand wei=
ſen
zu müſſen, weil keine verdächtige Perſon zur frag=
lichen
Zeit geſehen wurde. Zu der neuen Ver=
haftung
in der Nauener Affäre, über die wir
berichteten, wird aus Nauen gemeldet, daß der heute
nacht Feſtgenommene nach eingehendem Verhör wieder
entlaſſen worden iſt, da er für die Tat nicht in Frage
kommt. Eine Anzahl vom Spiel heimkehren=
der
Kinder, unter denen ſich auch ein 14jähriger
Knabe befand, begegneten einem anderen Knaben, der
ſich ihnen mit einem Revolver entgegenſtellte und
die Worte ausrief: Hände hoch, oder ich ſchieße! Die
Zumutung wurde mit Lachen zurückgewieſen. Der Scherz
ſollte aber bald zum bitteren Ernſt werden. Die Waffe
ging los und verletzte den 14jährigen Knaben ſehr ſchwer
am Kopfe. In der Aufregung rannte der jugendliche

Franzoſen in der Gewalt zu behalten. Hinſichtlich einer
Kompenſation äußerte er nichts Beſtimmtes, aber die
Kaiſerin ſagte: Zwiſchen Ihnen und uns muß ein neu=
traler
Staat vorhanden ſein und halb im Ernſt, halb in
ironiſchem Scherz verſuchte ſie mit ihrem Bleiſtift einen
ſolchen Staat auf eine Karte unſerer weſtlichen Grenzen
zu ſkizzieren. Nach dem Diner in den Tuilerien ſchien der
Kaiſer wieder voll Sorge und Unbehagen zu ſein, als er
mit mir eine Stunde lang auf der mit Linden bepflanzten
Terraſſe gegen die Seine zu auf und ab ging und beſtändig
wiſſen wollte: A quoi voulez-vous en venir? worauf
unſere Annexionen ſich erſtrecken würden? Napoleon er=
klärte
: Ich geſtehe offen, daß ich Unrecht gehabt habe, ſo=
fort
das Geſchenk anzunehmen, das mir Oeſterreich machte
indem es mir Venetien opferte. Aber was wollen Sie?
Ich war geſchmeichelt, als ich ſah, wie das von mir be=
fiegte
Oeſterreich ſpontan und als ein Geſchenk die Pro=
vinz
darbrachte, die ich 1859 nicht erobern wollte. An=
dererſeits
meine ich, daß es einfacher für die Italiener
ſein würde, ohne Schwertſtreich eine ſchöne Provinz zu
nehmen, anſtatt vielleicht 40000 Mann vor den befeſtigten
Plätzen zu laſſen. Aber wie es auch ſei, das iſt nun ſo
geſchehen, und man muß eine Löſung finden Von der
Schwierigkeit ſeiner Stellung könne ſich niemand einen
rechten Begriff machen, ſagte Napoleon weiter; von den
beſten Abſichten gegen Deutſchland erfüllt, könne er doch
niemals wiſſen, wohin er getrieben werden würde. Prinz
Reuß ſchlug nun vor, er wolle zu König Wilhelm zurück=
kehren
und ihm berichten. Napoleon war damit einver=
ſtanden
und übergab ihm ein Handſchreiben für den König.

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Das
große Verdi= Den kmal, das die Stadt
Mailand dem Andenken des greiſen Komponiſten er=
richtet
und das im kommenden Jahre mit großer Feier=
lichkeit
enthüllt werden ſoll, iſt jetzt nahezu vollendet.
In ſeiner kleinen Landvilla am Luganer See hat der
Bildhauer Enrico Butti ſein Modell ausgearbeitet. Die
Figur wird mit dem Sockel nicht weniger als 11 Meter
hoch ſein. Die Geſtalt Verdis erſcheint auf dem Poſta=
ment
in bürgerlicher Tracht und in ſchlichter Haltung.
Man weiß, daß Verdi ſeine ſchönſten Werke konzipierte,
wenn er auf der Straße oder im Freien ſpazieren ging,
die Hände auf dem Rücken und den Kopf unbedeckt: ſo
erſcheint er auch auf dem Werk Buttis, völlzg jrei von

aller Poſe. Am Sockel ſoll eine Anzahl von Genien und
ſymboliſchen Geſtalten den Lebensweg des Künſtlers
illuſtrieren; dazwiſchen tauchen die Hauptgeſtalten ſeiner
Werke auf. Bei der bevorſtehenden großen Verdi=Feier
werden auch noch eine Reihe anderer italieniſcher Städte
dem Meiſter Denkmäler errichten, darunter das Städt=
chen
Buſſeto, wo Verdi geboren wurde, Parma und Rom.
Die Denkmäler in Parma und Buſſeto werden von dem
Bildhauer Ettore Timenes und Luigi Secchi geſchaffen
während das römiſche Denkmal im Atelier Monteverdes
in Arbeit iſt.
Archäologiſche Forſchungen der Ita=
liener
auf den eroberten Inſeln. Seit Mitte
Mai weilt eine italieniſche archäologiſche Miſſion unter
Leitung des Dr. Gerola auf den Inſeln des Aegäiſchen
Meeres, die von der Flotte beſetzt worden ſind, und ſtu=
diert
die zahlreichen alten Bauwerke, die als Zeugen
einer großen Vergangenheit hier überall noch zu finden
ſind. Das Zentrum der Miſſion iſt natürlich die
Stadt Rhodos, aber von hier aus ſind nach allen Orten
der Hauptinſel ſelbſt wie nach den übrigen 12 beſetzten
Inſeln Forſchungsfahrten unternommen worden. Das
erſte Ergebnis der Arbeiten liegt jetzt vor, ein kurzer
ſyſtematiſcher Katalog der archäologiſchen Ruinen und
aller mittelalterlichen, ſowie auch modernen Gebäude, die
für die Kunſt Intereſſe haben. Der Katalog ſoll in Kürze
vom Unterrichtsminiſterium herausgegeben werden. Alle
Monumente wurden genau beſchrieben und photogra=
phiert
, um ſpäter in einer größeren Publikation veröffent=
licht
zu werden. Ueber 400 Photographien, 50 Fakſimiles
von alten Inſchriften ſind bereits zuſammengebracht. Be=
ſonders
reich waren die Ergebniſſe in der Stadt Rhodos,
im Kaſtell von Lindos und in der Hauptſtadt der Inſel
Kos. Ueberall auf den Inſeln wurden künſtleriſch wert=
volle
Schlöſſer und Befeſtigungsbauten aus den Zeiten
der Johanniter ſtudiert und aufgenommen. Nachdem
jetzt die Miſſion des Dr. Gerola beendet iſt, bleibt Dr.
Terro von der italieniſchen archäologiſchen Schule von
Athen noch weiter auf den Inſeln, um die begonnenen
Arbeiten fortzuführen und an wichtigen Stellen auch
Ausgrabungen zu unternehmen.
Vanderbilts orientaliſcher Märchenball. Mit
ihrem orientaliſchen Märchenball haben Mr. und Mrs.
Cornelius Vanderbilt alle anderen prunkvollen Feſtlich=
keiten
, die ſich in der Badeſaiſon von Newport jagten,
weit in den Schatten geſtellt, Was hier Glanz und

Verſchwendung geboten wurde, überſteigt alles, was
bisher die Phantaſie der Dollarkönige an Prunk und
Prachtentfaltung aufbringen konnte. Die wundervolle
Sommerreſidenz der Vanderbilts in Beaulieu hatte für
dieſe Gelegenheit ein neues farbenleuchtendes Gewand
angelegt, und wenn man dieſe Koſten der Verſchöner=
ungsarbeiten
mitrechnet, ſo wurde durch die ganze Ver=
anſtaltung
die Rieſenſumme von 1 Million Mark
verſchlungen. Das Feſt ſelbſt hat nur 540000 Mark ge=
koſtet
. Als Thema für dieſe pompöſe Feerie war eine
Erinnerung an babyloniſche Feſtlichkeiten angegeben.
Und die Amerikaner ſtehen nicht an, ihrem Kröſus den
Preis zuzuerkennen vor den ſagenhaften Wundern einer
Semiramis oder eines Nebukadnézar. Kein orientali=
ſcher
Fürſt, lautet eine dieſer glühenden Depeſchen, mit
all den aufgehäuften Reichtümern von Generationen
würde ein ſinnberückenderes Feſt zuſtande gebracht haben.
Jene heidniſche Königin, deren Laune die hängenden
Gärten ſchuf, hätte ſich nichts Blendenderes wünſchen
können. Eine große Kuppel, die in ein Meer vielfarbi=
gen
Lichts getaucht war, wölbte ſich über dem Haupt=
eingang
. Auf einem Wege, der ebenfalls durch verbor=
gene
Lichtquellen in eine Flut bunter Farbenſpiele ge=
taucht
war, gelangte man durch zwei weitere Kuppel=
gewölbe
zunächſt in den großen Hof und dann in den
Palaſt, der ganz in ein phantaſtiſches Märchenland um=
geſchaffen
war. Von allen Wänden glühten die ſchwe=
ren
Farben orientaliſcher Gewebe; der Fuß trat auf echte
Perſer, die im Licht magiſch erglänzten. Ueberall Orna=
mente
und Dekorationen des Oſtens. Das Glanzſtück
des Ganzen war der Ballſaal, 100 Fuß lang und 60 Fuß
breit, deſſen Wände mit orientaliſchen Gemälden ge=
ſchmückt
waren. Von den Decken funkelten und blitzten
viele Hunderte elektriſcher Sterne; aus den luftigen, von
erotiſchen Pflanzen umrahmten Veranden wehte freund=
liche
Kühle herein. 40 Tiſche waren für das Souper auf=
geſtellt
in einem mit ungeheuren Koſten geſchaffenen
künſtlichen Wald von Bananen= und Orangenbäumen
und ägyptiſchen Lotosblüten. Der Boden war ganz mit
ſeltenen orientaliſchen Blumen beſtreut. Von Südamerika
und Mexiko hatte man Kokosnußpalmen herbeigeſchafft,
herrliche Orchideen aus Afrikas Sümpfen. Von 9 Uhr
abends ab langten die Gäſte aus ihren Villen in New=
port
an; um 11 Uhr war alles verſammelt, ſo daß ſich
der Vorhang heben konnte zur Aufführung der Operette
Die luſtige Gxöfin, die mit aller Ausſtattung und WVer=

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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Nummer 203,

Täter davon. Die tollſten Gerüchte über ein angebliches
Revolverattentat eines Mannes waren bald im Umlauf.
Die von der Polizei vorgenommene Unterſuchung er=
gab
den wahren Sachverhalt. Der verletzte Knabe iſt
ins Krankenhaus gebracht worden. Eine aus drei
Studenten und einem in Potsdam wohnenden Kaufmann
beſtehende Geſellſchaft trat nach einer nächtlicher Ver=
gnügungsreiſe
durch Berlin früh morgens die
Heimfahrt nach Potsdam in einem Automobil an.
Kurz vor Nikolasſee platzte ein Pneumatikreifen. Der
Chauffeur verlor die Herrſchaft über den Wagen und
dieſer prallte in voller Fahrt gegen einen Baum. Das
Fahrzeug ging in Trümmer; ſämtliche Inſaſſen wurden
herausgeſchleudert und erlitten ſchwere G hirnerſchüt=
terungen
.
Metz, 27. Aug. Die am letzten Samstag vom Ober=
kriegsgericht
des 16. Armeekorps zu ſechs Monaten
Feſtungshaft verurteilten katholiſchen Vikare haben
beim Reichsmilitärgericht Reviſion eingelegt.
Köln, 28. Aug. Drei polniſche Arbeiterin=
nen
, Schweſtern im Alter von 15 und 19 Jahren, die auf
dem Rittergut Holzhauſen beſchäftigt waren, erkrankten
nach dem Genuß von ſelbſtgeſuchten und zubereiteten
Pilzen ſehr ſchwer Innerhalb 24 Stunden ſtarben
alle drei unter großen Qualen. Eine vierte Perſon liegt
ſehr ſchwer krank im Krankenhaus.
Barmen, 28. Aug. Ein Großfeuer zerſtörte die
Wuppertaler Eiſenhütte. Der Schaden iſt beträchtlich,
aber durch Verſicherung gedeckt.
Leipzig, 27 Aug. Das Reichsgericht verwarf
die Reviſion des Malers Hofer der am 6. Juli vom
Schwurgericht Mannheim wegen Mordes zum Tode ver=
urteilt
worden iſt. Hofer hatte am 17. März in Heidel=
berg
ſeine Geliebte in den Neckar geworfen, um ſich ihrer
zu entledigen. Das Reichsgericht verwarf ferner die
Reviſion des Tagelöhners Knopp, der vom Schwurgericht
Köln am 10. Juli wegen Mordes zum Tode verurteilt
worden iſt. Knopp erhängte in betrunkenem Zuſtand ſein
Kind in einem Schrank.
Wanne, 28. Aug. Unter dem Verdacht der
Spionage iſt geſtern der Polier Häusner, der bei der
Tiefbaufirma Noll angeſtellt iſt, verhaftet worden.
Häusner war bereits früher wegen verſuchter Spionage
verhaftet worden, er ſoll auch ſchon wegen anderer Ver=
gehen
Freiheitsſtrafen verbüßt haben. Seit zehn Wochen
befindet er ſich in Wanne in Stellung. Häusner wurde
dem Amtsgericht Gelſenkirchen zugeführt.
Hannover, 28. Aug. Vor kurzem verſchwanden hier
aus einer Kaſerne drei Gewehrverſchlußſtücke.
Jetzt iſt der Dieb in der Perſon eines Arbeiters er=
mittelt
worden, der früher in der Kompagnie gedient
hatte und ſich unter dem Vorwande, in der Kantine ein
Glas Bier trinken zu wollen, Eingang in die Kaſerne ver=
ſchaffte
. Die Gewehrverſchlüſſe wurden unter dem Wohn=
ungsfenſter
der Braut des Verhafteten, die ebenfalls feſt=
genommen
wurde, aufgefunden. Ob es ſich um Diebſtahl
oder Landesverrat handelt, wird die Unterſuchung
ergeben.
Sprottau, 27. Aug. Der Montag=Buttermarkt
ſpielte ſich unter lebhafter Erregung ab. Unter den dichten
Menſchenmaſſen herrſchte Bewegung und Kampfesluſt.
Viele mag die Neugierde auf den Markt getrieben haben,
die Erfolge der Kommiſſion von drei Männern und drei
Frauen abzuwarten, die gegebenenfalls vermittelnd
zwiſchen Verkäufern und Käufern eingreifen ſollte. Nach
ſtürmiſchen Szenen gelang es ihr, den urſprünglich gefor=
derten
Preis von 1,60 Mark pro Pfund auf 1,20 Mark
herabzudrücken; in verſchiedenen Fällen wurden ſogar nur
1,10 Mark bezahlt Diejenigen Händler, die bereits 1,60
Mark vereinnahmt hatten, wurden gezwungen, den Diffe=
renzbetrag
wieder zurückzuzahlen. Handler, die gar kein
Entgegenkommen zeigten, wurden unter lautem Hallo vom
Markt gedrängt. Die Polizei war ſtark vertreten, brauchte
aber nirgends einzuſchreiten.
Wien, 28. Aug. Geſtern fand in Baden der erſte ge=
richtlich
vorgeſchriebene Verſöhnungsverſuch zwiſchen der
auf Eheſcheidung beſtehenden Frau Hofrichter
und dem geweſenen Oberleutnant, dem bekannten Gift=
miſcher
, ſtatt. Frau Hofrichter hat ihren Mädchennamen
Geresdorfer wieder angenommen. Hofrichter, der unter
ſtarker militäriſcher Bedeckung in einem Zellenwagen von
der nahen Strafanſtalt herbeigebracht worden war, er=
klärte
trotz Abratung ſeines Verteidigers, daß er darauf
beſtehe, den gerichtlich vorgeſchriebenen zweiten Verſöhn=
ungsverſuch
noch fortzuſetzen.

Genf, 28. Aug. Das Journal de Généve veröffentlicht
eine Nachricht, nach welcher die Memoiren des
Königs Milan demnächſt erſcheinen werden. Sie wer=
den
gleicher Weiſe in franzöſiſch, deutſch und ſerbiſch ge=
druckt
werden und ſind von einem Vertrauensmann des
Königs veröffentlicht, welcher in ſerbiſchen politiſchen
Kreiſen bekannt iſt. Dieſer letztere hatte Zeit, das Manu=
ſkript
zu kopieren, als ſich König Milan in Biarritz be=
fand
, um ſich mit der Königin Natalie auszuſöhnen. Nach=
dem
der Verfaſſer ſeit einiger Zeit wieder nach Belgrad
zurückgekehrt iſt, wo er ſich einer Dynaſtie gegenüber
keinerlei Einſchränkung mehr aufzuerlegen braucht, deren
Mitglieder verſtorben ſind, beabſichtigt er, die Memoiren in
aller Kürze zu veröffentlichen. Dieſe werden, wie es
ſcheint, grade im jetzigen Augenblick eine gewiſſe Bedeu=
tung
haben durch die bisher ungedruckten Auskünfte über
die öſterreichiſch=ruſſiſchen Intriguen auf dem Balkan.
Paris, 28. Aug. Muley Hafid hat geſtern von
Verſailles im Automobil eine Fahrt nach Paris unter=
nommen
, hat ſich die Champs Elyſées, den Place de laCon=
korde
, die Rue de Rivoli, die Avenue de I'Opera und die
großen Boulevards angeſehen und dann in dem Bois de
Boulogne Tee getrunken. Er hat die europäiſche Tracht
und namentlich das europäiſche Schuhwerk, das ihm ſehr
unbequem geworden war, wieder mit der orientaliſchen
Tracht vertauſcht
London, 28. Aug. Der Direktor Pritphard des Box
Ring in Blackfriarz Road, der verhaftet worden war,
weil er die geſtohlene Taſche der Prinzeſſin
Friedrich Karl von Heſſen in Empfang genom=
men
hatte, iſt auf kurioſe Weiſe freigeſprochen
worden. Die Prinzeſſin weigerte ſich, Zeugnis abzulegen
oder einen Vertreter zu entſenden und das Miniſterium
des Innern erklärte daher, die Angelegenheit nicht weiter
verfolgen zu können. Auch die Polizei hat erklärt, daß
unter dieſen Umſtänden ihr Einſchreiten beendet ſei.
Liſſabon, 27. Aug. Nach Blättermeldungen aus
Aldeia de Obispo, Bezirk Guarda, kam es bei einer Be=
erdigung
zu einem Streite zwiſchen dem Pfar=
rer
und dem Vertreter der Ortsbehörde,
auf deſſen Seite ſich die Bevölkerung ſtellte. Als der Pfar=
rer
, dem im Verlaufe des Handgemengis ſein Chorhemd
zerriſſen wurde, einen alten Mann mißhandelte, wurde
er von dem Vertreter der Behörde feſtgenommen. Er
kehrte jedoch unter dem Vorwande, ſein Chorhemd wech=
ſeln
zu wollen, in die Pfarre zurück, bewaffnete ſich mit
einer Browningpiſtole, begab ſich wieder zur Kirche und
erſchoß den Vertreter der Behörde. Die Bevölkerung
mißhandelte darauf den Pfarrer zu Tode, verſtümmelte
ſeine Leiche aufs entſetzlichſte und widerſetzte ſich ſchließ=
lich
auch der Beerdigung des Pfarrers auf dem Kirchhof.

ſonal für 20000 Mark von New=York herübertranspor=
tiert
worden war. 400 Gäſte, alle in koſtbare orienta=
liſche
Gewänder gehüllt, waren in dem Raum verſam=
melt
; der Glanz der Juwelen und Perlen, die ſie trugen,
wurde auf die Summe von 40 Millionen Mark geſchätzt.
Manche Geſtalten ſchienen von glitzernden Farbenwundern
wie überſät, denn in dem hellen Licht gab jeder Schmuck
ſein ſtrahlendſtes Feuer von ſich. Juwelen blitzten ſo=
gar
von den goldenen Pantoffeln der Damen, und dieſe
orientaliſche Märchenpracht erhielt Leben, Glut und Lei=
denſchaft
, als die Paare zu den ſorgſam einſtudierten
Tänzen zuſammentraten und den Prunk ihrer Kleidung
in dem herrlichen Rahmen erſt recht zur Geltung
brachten.
* Eine kleine Aneldote. Sie wird von dem ehemali=
gen
Gouverneur Deutſch=Oſtafrikas, Freiherrn v. Rechen=
berg
, in der Deutſch=Südweſtafr. Ztg. berichtet: Eines
Abends iſt große Geſellſchaft im Gouverneurpalaſt. Die
Beamtenſchaft Dar=es=Salaams iſt mit ihren Gattinnen
vollſtändig vertreten. Exzellenz, die ſich gerade mit einer
liebenswürdigen jungen Frau unterhält, als zur Tafel
gerufen wird, bietet dieſer galant den Arm und führt ſie
zu Tiſch. Darob große Entrüſtung, weil nicht die rang=
älteſte
Dame den Vorzug gehabt hat. Dem Gouverneur
wird dies berichtet. Das nächſte Mal zieht er ſich vor
dem entſcheidenden Moment diskret in ein Nebenzimmer
zurück. Statt ſeiner erſcheint der Adjutant in der Tür
und verkündet: Exzellenz läßt die älteſte Dame zu Tiſch
bitten! Man erzählt ſich, daß der Gouverneur an die=
ſem
Abend ohne Tiſchdame geblieben ſei.
* Der abgebrannte Sultan. Muley Hafid hat die
von Frankreich für ſeine Kur in Vichy geſpendeten 4000
Francs durch Einkäufe und Freigiebigkeit verausgabt
und ſitzt in Verſailles auf dem Trockenen. Als alle
ſeine dringenden Geſuche um eine neue Liebesgabe ab=
geſchlagen
wurden, ſchloß er ſich in ſein Hotel ein und
ließ niemand vor.
* Bauernſchlamheit. Ein Bäuerlein in einem Seiten=
tale
des Inns hatte ſich gegen das Ueberſchreiten ſeiner
Wieſen ſehr einfach zu helfen gewußt. An einer Stelle,
wo jeder Wanderer bisher nach einigen mathematiſchen
Ueberlegungen zu dem Ergebnis kam, daß eine Hypote=
nuſe
immer kürzer iſt als zwei Katheter, ſtellte dieſer
ländliche Menſchenkenner eine Tafel auf, die ſtatt des
groben Verbots eine immerhin noch ganz freundliche
Einladung ausſprach: Nur Rindviecher dürfen ins
Bras gehen. Er ſoll ſeinen Zweck erreicht haben!

Politiſches und Perſönliches aus der
Zweiten Kammer.

*X* Darmſtadt, 27. Aug. Unſere Zweite Stände=
kammer
hat bei ihrer im Herbſt vorigen Jahres erfolgten
teilweiſen Erneuerung nicht nur einen Erſatz der Hälfte
ihrer früheren Mitgliederzahl, ſondern auch einen Zu=
wachs
von acht neuen Mitgliedern erfahren, die ebenſo.
wie zwei weitere ſeit dem Inkrafttreten des neuen Wahl=
geſetzes
gewählte Abgeordnete, nach dem direkten Wahl=
recht
gewählt worden ſind ſo daß die Kammer zur Zeit
aus 23 nach dem alten Wahlrecht indirekt und aus 35 nach
dem neuen direkten Wahlrecht gewählten Volksvertretern
beſteht. Die Zweite Kammer hat ſomit ſeit dem vorigen
Winter fehr weſentliche Veränderungen erfahren und es
wird daher für jedermann von Intereſſe ſein, jetzt an der
Hand der amtlichen Angaben und Ermittelungen über
den neuen Stand der Dinge nähere Mitteilungen zu er=
fahren
, wie ſie ſich aus dem ſoeben erſchienenen und vom
Bureaudirektor der Kammer, Herrn Regierungsrat
Schenck, mit großer Umſicht und Sorgfalt bearbeiteten
neuen Kammer=Handbuch ergeben.
Die einzelnen Fraktionen der Kammer ſind:
die Nationalliberalen mit 17, der Bauernbund mit 15
das Zentrum mit 9 und Fortſchrittliche Volkspartei und
Sozialdemokratie mit je 8 Mitgliedern und 1 Wilder. Im
vorigen (34.) Landtage betrug die Parteiſtärke: 18 Natio=
nalliberale
und 2 Hoſpitanten, 9 Bauernbündler und 2
Hoſpitanten, 7 Mitglieder des Zentrums und 1 Hoſpitant,
5 Sozialdemokraten und 3 Fortſchrittliche Volkspartei,
ſowie 3 Wilde, während im neuen Landtage nur noch
1 Wilder (Abg. Joutz) vorhanden iſt. Von den 58 Ab=
geordneten
ſind 51 im Großherzogtum Heſſen geboren,
und zwar 16 in Rheinheſſen, 17 in Starkenburg und 18
in Oberheſſen. Von den 7 nicht in Heſſen geborenen Kam=
mermitgliedern
ſind 4 Sozialdemokraten (Ulrich iſt Braun=
ſchweiger
, Berthold Sachſe, Eißnert Bayer und Adelung
ſtammt aus Bremen). Die beiden nationalliberalen
Nichtheſſen (Abgg. Auler und Mergell) und der Bauern=
bündler
v. Helmolt ſind geborene Preußen.
Der Konfeſſion nach gehören der neuen Kammer
35 evangeliſche und 14 katholiſche Abgeordnete an, weiter
1 Iſraelit, 1 Altkatholik uſw. Unter den Nationallibera=
len
ſind 9 Evangeliſche und 4 Katholiken, ſowie 4 Abge=
ordnete
, die anderen chriſtlichen Richtungen angehören.
Die Bauernbündler ſind ſämtlich evangeliſch, die Zen=
trumsmitglieder
ſelbſtverſtändlich alle katholiſch. Von
der Fortſchrittlichen Volkspartei ſind 7 evangeliſch, einer
(Soherr=Mainz) katholiſch. Am bunteſten ſieht es in reli=
giöſer
Hinſicht bei den Sozialdemokraten aus. Als kon=
feſſionslos
bezeichnen ſich nur die Abgg. Adelung und
Berthold: Herr Ulrich nennt ſich freireligiös, Herr Fulda
iſt Iſraelit und die übrigen 4 ſchrieben bei der Frage nach
der Religion ganz wie die große Mehrzahl der bürger=
lichen
Volksvertreter, evangeliſch
Recht intereſſant und lehrreich iſt ein Blick auf die
Altersverhältniſſe in der neuen Volksvertretung.
Zehn Mitglieder der Kammer, die zumeiſt erſt im vori=
gen
Herbſt gewählt wurden, haben erſt nach dem großen
Ereignis des Jahres 1870 das Licht der Welt erblickt.
Das jüngſte Mitglied iſt der 1877 geborene Zentrumsab=
geordnete
Dr. Boxheimer; nur zwei Monate älter iſt der
ſozialdemokratiſche Abg. Adelung. Der drittjüngſte iſt
der bauernbündleriſche Abgeordnete v. Helmolt, und der
viertjüngſte der Nationalliberale Abg. Dr. Winkler. Als
fünfter folgt mit 38 Jahren der bauernbündleriſche Abg.
Fenchel und ſechſter iſt mit 40 Jahren der freiſinnige Abg.
Pfarrer Korell, der nur vier Monate jünger iſt als ſein
Namensvetter vom Bauernbund, Vizepräſident Korell=
Angenrod. Dem Jahrzehnt von 18601870 und dem
Jahrzehnt von 18501860 gehören dem Alter nach je 21
Abgeordnete an; weitere fünf ſind in den Jahren 1846
bis 1848 geboren, und das älteſte Mitglied der
Kammer, Abg. Schönberger, im Jahre 1838; er gehört
der Kammer ſeit 34 Jahren an; der zweitälteſte Abgeord=
nete
mit 66 Jahren iſt ebenfalls ein Nationalliberaler,
der Abgeordnete Dr. Heidenreich, der aber erſt ſeit 19
Jahren der Kammer angehört, während der drittälteſte,
Abg. Ulrich, bereits 27 Jahre ſeinen Sitz inne hat. Er iſt
auch das älteſte Mitglied ſeiner Fraktion, während der

älteſte Zentrumsmann der neugewählte Abg. Wiegand
(Poſtmeiſter zu Heppenheim, 55 Jahre) und der älteſte
Fortſchrittler der neugewählte Abg. Heerdt=Mainz (66
Jahre) und der älteſte Bauernbündler der Abg. Senßſel=
der
=Büttelborn (64 Jahre) iſt. Die ſozialdemokratiſchen
Abgeordneten beſitzen ein Durchſchnittsalter von 47 Jah=
ren
; das Durchſchnittsalter der Bauernbündler beträgt
48 Jahre, das der Zentrumsabgeordneten 52 Jahre und
das der Nationalliberalen 55 Jahre.
Die genauere Feſtlegung der Abgeordneten nach ihrer
Berufsſtellung bietet inſofern Schwierigkeiten, als
verſchiedene Abgeordnete mehrere Berufstätigkeiten aus=
üben
. Von ihnen bezeichnen ſich zirka 20 ausgeſprochen
als Landwirte und Gutsbeſitzer, zu denen man auch die
meiſten der Bürgermeiſter in den Landſtädten rechnen
kann. Die zweitſtärkſte Berufsklaſſe der Kammer bilden
die Rechtsanwälte, deren Zahl nicht weniger als 11 be=
trägt
; ſie ſind auf alle fünf Fraktionen verteilt, am
ſtärkſten, mit 4, beim Zentrum. Der Kaufmanns= und
Fabrikantenſtand iſt dagegen nur ſehr minimal vertreten,
und auch die übrigen Berufsarten verteilen ſich derartig,
daß ſie für eine ſtatiſtiſche Gruppe kaum in Betracht kom=
men
können.

Kongreſſe und Verbandstage.

25. Deutſcher Zentralverbandstag für
Handel und Gewerbe.
Hannover, 27. Aug. Heute vormittag wurden
die Verhandlungen des Deutſchen Zentralverbandes für
Handel und Gewerbe fortgeſetzt. Zunächſt referierte
Kaufmann Bauer (Hamburg) über Beſteuerung
der Konſumvereine und Filialgeſchäfte‟
Der Referent beantragte, daß die Konſumvereine zu einer
ſtärkeren Beſteuerung herangezogen werden, und zwar
bei Umſätzen bis zu 1 Million Mark mit 1 Prozent, bei
20 MMillionen mit 4 Prozent und bei mehr als 20 Millio=
nen
mit 5 Prozent; ferner wurde eine progreſſiv ſteigende
Steuer für alle Filialgeſchäfte gefordert. Nach einer kur=
zen
Diskuſſion wurde der Antrag dem Vorſtand über=
wieſen
, der denſelben weiter prüfen ſoll. Sandquiſt
(Magdeburg) beſprach die Bekämpfung der Wa=
renvereine
nach Magdeburger Art und der
Verſandtgeſchäfte‟ In der von ihm vorgelegten
Reſolution wurden die Warenvereine nach Magdeburger
Art als eine Gefahr für den geſamten Kleinhandel be=
zeichnet
und der Vorſtand erſucht, dieſelben mit allen zu
Gebote ſtehenden Mitteln zu bekämpfen, daneben aber
auch den Kampf gegen die Verſandtgeſchäfte wieder auf=
zunehmen
. Die Reſolution fand einſtimmige Annahme.
Körner (Magdeburg) ſprach über das Thema Wie
iſt der Detailhandel am gerechteſten zu be=
ſteuern
? Gegner des Kleinhandels ſeien nicht allein die
Konſumvereine und Warenhäuſer, ſondern auch die Wa=
renvereine
nach Magdeburger Art, die infolge ihrer ge=
waltigen
Reklame und der von ihnen gewährten hohen
Rabatte für den Kleinhandel noch gefährlicher erſcheinen
als die Warenhäuſer. Eine Hilfe hiergegen könne nur
der Staat durch Geſetze ſchaffen, welche alle Betriebe
ſteuerlich gerecht umfaſſen und keine Umgehung zulaſſen,
d. h. durch eine direkte Beſteuerung des Umſatzes in dem
Kleinhandel. Der Referent machte hierzu eine Reihe von
Vorſchlägen und ſchlug eine beſtimmte Steuer als Skala
vor. Auch bezüglich des heimlichen Warenhandels ver=
langte
er feſte Steuerſätze und ſchloß mit der Forderung.
baldigſt eine direkte Beſteuerung des Umſatzes im Klein=
handel
vorzunehmen. Kleinſchmidt (Verden) ſprach
über Die Notwendigkeit der Einführung
eines Befähigungsnachweiſes für den
Kaufmannsberuf‟ Er ſtellte eine Reihe von For=
derungen
auf, die ein Mindeſtmaß von Kenntniſſen beim
Eintritt in die Lehre, Beſuch einer Handelsſchule während
der Lehre, Beſtehen einer Prüfung, eine mindeſtens fünf=
jährige
Gehilfenzeit, den Nachweis von hinreichenden
Kenntniſſen in Buchführung, Handels= und Wechſelrecht
und die Verleihung des Titels Kaufmann mit dem
Rechte der Lehrlingsausbildung fordern. Die Verſamm=
lung
ſtimmte dieſen Ausführungen zu. Der Vorſtand
wurde um nähere Ausarbeitung derſelben erſucht. Nach
einem Referat von Schulz=Greußen über, Stellungnahme
gegen die Erhöhung der Petroleumpreiſe wurden die
Wahlen vorgenommen und beſchloſſen, den nächſten Ver=
bandstag
in Leipzig abzuhalten, worauf die Ver=
ſammlung
durch den Vorſitzenden mit den üblichen Dan=
kesworten
geſchloſſen wurde.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Theaterfragen.
Man wird gewiß zuſtimmen, daß für die Einwoh=
ner
von Darmſtadt eine gewiſſe Verpflichtung beſteht, die
Beſtrebungen der Hoftheaterdirektion durch guten Beſuch
der Vorſtellungen zu unterſtützen. Um dies nun den Be=
ſuchern
zu erleichtern, würde ſich vielleicht die Einführung
einer Einrichtung empfehlen, die in anderen Städten
ſſchon mit gutem Erfolg eingeführt wurde, nämlich die
Ausgabe von Billettheften zu 12 oder 20 Karten zu er=
mäßigtem
Preiſe, die dann am Tage der Vorſtellung an
der Theaterkaſſe, am Verkehrsbureau und in Geſchäften,
gegen Tageskarten in beliebiger Anzahl eingetauſcht wer=
den
. Es ſteht dem Abonnenten ſo die Wahl des Stückes
vollſtändig frei; denn es iſt doch auch für Menſchen,
die im Beruf tätig ſind, oft ſchwer oder unmöglich, über
einen beſtimmten Abend für Theaterbeſuch frei zu ver=
fügen
und es iſt nicht jeder in der glücklichen Lage, ſich
ein ganzes, ein halbes oder auch nur ein Viertel= Abonne=
ment
leiſten zu können.
Kunſtfreundin.
Unzweifelhaft iſt der Beſuch des Hoftheaters als
einzigen Theaters einer Stadt von faſt 90000 Einwoh=
nern
ein ganz unverhältnismäßig ſchwacher zu nennen,
und es fällt dies Fremden und neu hier Zuziehenden um
ſo mehr auf, als die Leiſtungen der Bühne faſt durchweg
ſehr gut und die Preiſe im Vergleich zu anderen, viel
weniger bietenden Theatern, wirklich niedrig zu nennen
ſind. Ich verweiſe hinſichtlich der Preiſe nur auf Frank=
furt
, Wiesbaden, Mannheim uſw. Sehr richtig richtet der
Herrn Oberbürgermeiſter nun in ſeinem Aufruf in erſter
Linie die Bitte an die Bürgerſchaft, durch feſte Abonne=
ments
unſer Hoftheater zu unterſtützen und ich glaube,
daß die Frage, wie man eine Vermehrung der Abonne=
ments
erzielen kann, beſonders eingehend geprüft wer=
den
ſollte. Meines Erachtens wäre in dieſer Hinſicht eine
bedeutende Beſſerung zu erreichen, wenn ſich die Inten=
danz
entſchließen könnte, die Abonnement=Serien AD
auf feſte Abende zu legen. Das geſellſchaftliche Leben im
Winter iſt in Darmſtadt als Hof= und Reſidenzſtadt, dem
Sitze vieler hoher Behörden, einer ſtarken Garniſon uſw.
ein ganz beſonders reges, und es ſteht außer Frage, daß
eine ganz erhebliche Anzahl Familien, auf deren Unter=

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Nummer 203.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Seite 5.

ſſtützung das Theater in erſter Linie rechnen müßte, unter
heutigen Verhältniſſen zögert, ein Abonnement zu neh=
men
, weil niemals vorauszuſehen iſt, an welchem Tage
die abonnierte Serie an der Reihe iſt. Die Einladungen
zu Geſellſchaften, Bällen uſw. ergehen oft 1014 Tage
und noch länger vorher; man nimmt an, und es kann
einem Abonnenten ſelbſt nur einer Serie, das heißt eines
Buchſtaben, paſſieren, daß er auf dieſe Weiſe wochenlang
von ſeinem Abonnement keinen Gebrauch machen kann,
weil er ſich vor Bekanntmachung ſeines Theatertages an=
derſeitig
gebunden hat. Anders läge aber die Sache, wenn
die Vorſtellungen zum Beiſpiel der Serie A ſtets am
Montag, der Serie B ſtets am Dienstag, der Serie C
ſtets am Donnerstag und der Serie D ſtets am Freitag
ſtattfinden und nur die Sonntags=Vorſtellungen auf die
vier Serien verteilt würden. Das Theater würde dann
quaſi nicht mehr den Geſellſchaften uſw. hinderlich im
Wege ſtehen reſpektive gar mancher würde ſich ſicherlich
zu einem Abonnement entſchließen, wenn er auf dieſe
Weiſe vorher richtig disponieren kann und nicht ris=
kiert
, wochenlang ein Abonnement zu bezahlen, das er
nicht benutzen kann, weil er ſich vorher anderſeitig gebun=
den
hatte! Iſt dieſer Weg bei Viertel=Abonnements etwa
aus betriebstechniſchen Gründen nicht gangbar, dann viel=
leicht
bei Fünftel= oder Sechſtel=Abonnements.
Am 8. September beginnt die diesjährige Saiſon
in unſerem Hoftheater. Mit dem neuen Direktor werden
ſicherlich auch verſchiedene Neuerungen getroffen werden.
Ich möchte nicht verſäumen, auch auf eine Neuerung hin=
zuweiſen
, die ſicher von vielen Theaterbeſuchern mit
Freuden begrüßt würde, denen es nicht vergönnt iſt, an
Werktagen das Theater zu beſuchen. Bekanntlich gelan=
gen
an Sonntagen immer Opern=und Operetten zur Auf=
führung
. Wie wäre es, wenn ab und zu auch ein Schau=
oder
Trauerſpiel gegeben würde? Ich glaube beſtimmt.
daß dadurch auch ein Erfolg erzielt würde. Es gibt
Opern, die ich 78mal geſehen habe, dagegen noch kein
einziges Schauſpiel. Außer mir gibt es noch viele andere.
die nur an Sonn= und Feiertagen ins Theater gehen
können. Ein Verſuch könnte ja einmal gemacht werden.
J.

Als pünktlicher Steuerzahler ging ich Montag,
den 26. Aug., ſofort nach der Rückkehr von fünfwöchiger
auswärtiger Badereiſe zur Bezirkskaſſe in der Lindenhof=
ſſtraße
, um die fällige Staatsſteuer zu entrichten, da ich
als ſicher annehmen zu dürfen glaubte, daß an dieſem
Tage geöffnet ſein werde, weil der vorhergegangene ein
Sonntag war, alſo Zahlung ausgeſchloſſen. Leider wurde
lich eines Schlechteren belehrt, denn ein Zettel an der Tür
beſagte, daß die Kaſſe am 26. und 27. geſchloſſen ſei. Von
der ja geringfügigen Mahngebühr abgeſehen, muß ich vor
allem den nicht geringen Zeitverluſt beklagen, da meine
Wohnung von der Kaſſe eine halbe Stunde entfernt iſt.
Bei dieſer Gelegenheit darf aber doch einmal im allge=
meinen
Intereſſe darauf hingewieſen werden, daß ein
weit größeres Entgegenkommen der Steuerbehörde gegen
die Bürger ſehr am Platze wäre, ſtatt ohne jede Rückſicht
auf die gerade vorliegenden Verhältniſſe ſich ſtarr an den
Buchſtaben der Vorſchrift zu halten. Daß übrigens die
(Kaſſen am 13. und 14., ſowie am 26. und 27. der Erheb=
ungsmonate
geſchloſſen ſind, iſt eine anderwärts ganz
unbekannte Eigentümlichkeit, die zwar der Bequemlichkeit
der Beamten dienen mag, aber für die Steuerpflichtigen
höchſt läſtig iſt. Ueber die geradezu jammervollen Raum=
verhältniſſe
bei der Stadtkaſſe iſt ja ſchon häufig Be=
ſchwerde
geführt worden, doch immer noch ohne Erfolg.
Sch.

Den Ausführungen des Einſenders in Nr. 198
des Darmſtädter Tagblatts möchte ich inſofern entgegen=
treten
, als Gemüſe und Obſt dieſes Jahr nicht teuer, ſon=
dern
ſo billig iſt, wie es ſchon Jahre lang nicht mehr
war. Dieſe kleine Einnahme iſt den Verkäufern wohl zu
gönnen. Aber die Marktplatzfrage iſt damit nicht gelöſt.
Für dieſen Herbſt kann wohl Platz geſchaffen werden, aber
für die Zukunft wird der Marktplatz einfach zu klein. Da
nutzt auch die Verlegung des Blumenmarktes nach dem
Ludwigsplatz nichts, wenn er auch noch ſo ſchön bei
unſerem Bismarck=Denkmal ausſehen würde. Wenn nun
aber der Marktplatz zu klein iſt und viele Verkäufer keinen
richtigen Platz bekommen, greifen ſie zum Hauſierhandel.
Dann werden die Marktverkäufer noch mehr geſchädigt.
Und das iſt auch ſo ein Punkt, den Großh. Bürgermei=
ſterei
einmal näher ins Auge faſſen ſollte. Hier kann nur
ein Markthallenbau abhelfen. Wenn ſich die Herren Stadt=
verordneten
am Samstag vormittag, wie es ſo ſtark ge=
regnet
hat, einmal das Treiben auf dem Markt mit an=
geſehen
hätten, dann würden ſie wohl auch zu der Ueber=
zeugung
gekommen ſein, daß eine Markthalle ſehr, ſehr
nötig wäre. Nicht nur, daß bei ſehr ſchlechtem Wetter der
ganze Verkehr ſtockt, auch aus Geſundheitsrückſichten
müßte hier Abhilfe geſchaffen werden. Auf den Platz
einer Markthalle iſt ja ſchon genügend hingewieſen wor=
den
. Das Aufſtellen von Tiſchen für den Gemüſeverkauf
wäre meiner Anſicht nach eine ſehr unnötige Ausgabe.
Ein Marktverkäufer.

Die Erkrankung des Kaiſers.

* Wilhelmshöhe, 27. Aug. Die Abreiſe
des Kaiſerpaares nach Potsdam iſt auf
Freitaa vormittags 10½ Uhr feſtgeſetzt. In der Konfe=
renz
mit dem Chef des Militärkabinetts geſtern nach=
mittag
in Wilhelmshöhe drückte der Kaiſer den Wunſch
aus, den Schlußgefechten der Kaiſermanöver am
11., 12. und 13. September beizuwohnen, um die Kritik
abhalten zu können. Seitens der Leibärzte wird dieſer
Wunſch als erfüllbar ohne Gefahr eines Krankheitsrück=
falls
bezeichnet, wenn, in den nächſten Tagen große Ruhe
und Schonung geübt wird.
* Wilhelmshöhe. 28. Aug. Der Kaiſer
machte heute vormittag bei günſtigem Wetter einen län=
geren
Spaziergang.
* Berlin, 28. Aug. Ueber das Befinden des
Kaiſers wird berichtet: Die Erſcheinungen ſind beſei=
tiat
und die Schmerzen haben ſich verloren. Zur völligen
Wiederherſtellung bedarf er noch einige Tage der Er=
holung
.

Das deutſche Kronprinzenpaar in Merſeburg.

* Die Kronprinzeſſin beſuchte heute vormittag
noch die Ausgrabungen auf dem St. Petri=Kloſter, wo ſie
die ausgegrabenen Reſte der Heinrichsmauer, die Stein=
iſten
=Gräber und anderes beſichtigte Vor dem Kron=
prinzen
erſchienen um 6½ Uhr auf dem Rittergut
Schkopau die Vereine des Jung=Deutſchland=Bundes, ſo=
wie
einige Pfadfinder=Vereine aus Halle, Merſeburg und
anderen Städten der Umgebung, die in einer Stärke von
mehreren Tauſend auf dem Schloßhof Aufſtellung nah=
nen
. Der Kronprinz begrüßte zunächſt die Leiter der Be=
wegung
und richtete an die Knaben eine patriotiſche An=
ſprache
, die mit einem Hurrg auf den Kgiſer ſchloß. Die

Feier, der auch die Kronprinzeſſin vom Fenſter des Schloſ=
ſes
aus beiwohnte, ſchloß mit einem jubelnd aufgenom=
menen
Hoch auf den Kronprinzen und dem Abſingen des
Liedes Heil Dir im Siegerkranz!.
Um ſieben Uhr war im Ständehaus in Merſe=
burg
Tafel für das vierte Armeekorps. An der Haupt=
tafel
hatten wiederum das Kronprinzenpaar und die ſchon
geſtern anweſenden Prinzen des Königlichen Hauſes Platz
genommen. Von deutſchen Bundesfürſten waren einge=
troffen
der Herzog von Anhalt und der Herzog von Sach=
ſen
=Altenburg. Den Fürſtlichkeiten zunachſt ſaßen u. a.
Generaloberſt v. Lindequiſt, General der Infanterie von
Linde=Suden, General der Artillerie Lauter, die Wirklichen
Räte v. Wilmowski und Graf v. Wartensleben=Rogaſen,
ſowie Oberpräſident v. Hegel Gegenüber dem kronprinz=
lichen
Paare ſaßen der kommandierende General Sixt von
Armin, zwiſchen Generalfeldmarſchall v. Bock und Polach
und dem Chef des Generalſtabes v. Moltke, rechts, und
Generalfeldmarſchall Freiherrn von der Goltz und Kriegs=
miniſter
v. Heeringen, links. Im Verlauf des Mahles
brachte der Kronprinz ein dreifaches Hurra auf das
vierte Armeekorps aus. Der kommandierende General er=
widerte
mit einem Toaſt auf den Kaiſer, worauf die Muſik
die Nationalhymne ſpielte. Später fand im Schloßgarten
großer Zapfenſtreich der vereinigten Kapellen des
vierten Armeekorps ſtatt, dem die Herrſchaften vom Gar=
tenpavillon
aus beiwohnten. Aus dem Programm des
Zapfenſtreiches ſeien hervorgehoben die Ouvertüre zu Die
luſtigen Weiber von Windſor und die Zweite Polonäſe‟
von Liſzt. Die Stadt war illuminiert. Zahlreiches Pu=
blikum
hatte ſich in den Hauptſtraßen und der Umgebung
des Schloſſes angeſammelt.

Manövertage in Sachſen.

* Dresden, 28. Aug. Die Stadt zeigt anläßlich
der Manöverfeſtlichkeiten überaus reichen Feſt=
ſchmuck
. Die Häuſerfronten, mit Tannenreiſig, Blumen=
kränzen
und Fenſterteppichen geſchmückt, geben im Ver=
ein
mit den über die Straßen geſpannten Girlanden und
den im Winde flatternden Fahnenreihen ein buntfarbi=
ges
, maleriſches Bild. Am Eingange der Pragerſtraße
erhebt ſich die impoſante Ehrenpforte. Auf dem Platz
vor dem neuen Rathauſe ragen über 20 mächtige, in rot
gehaltene Pilonen, mit grün und gold dekoriert und
oben mit Blumenkörben geſchmückt, empor. Die vor=
nehm
wirkende Dekoration des Altmarktes und die Auf=
fahrt
zu der Friedrich Auguſt=Brücke ſchließen das ganze
Feſtgepränge harmoniſch ab. Die Morgenblätter wid=
men
dem deutſchen Kronprinzen, ſowie den übrigen als
Gäſte des Königs von Sachſen eintreffenden Furſtlich=
keiten
herzliche Willkommensartikel.
* Dresden, 28. Aug. Prinz Ludwig von
Bayern traf heute früh um 8 Uhr 35 Minuten in der
Uniform des Sächſiſchen Infanterie=Regiments 102 auf
dem hieſigen Hauptbahnhofe ein, wo er von dem König,
der die Uniform ſeines Bayeriſchen Infanterie= Regi=
ments
angelegt hatte, herzlich begrüßt wurde. Auf dem
Wiener Platze vor dem Hauptbahnhof nahm der Militär=
verein
102er mit ſeiner Fahne Aufſtellung. Der Prinz
ſchritt die Front des Militärvereins ab. Nach einem
von dem Vorſitzenden des Vereins auf den Prinzen
ausgebrachten Hoch fuhr Prinz Ludwig an der Seite des
Königs in das Reſidenzſchloß, wo er Wohnung nahm.
Um 9 Uhr 39 Minuten traf Fürſt zu Hohenlohe= Barten=
ſtein
ein, wurde im Auftrage des Königs von dem Kron=
prinzen
Georg auf dem Bahnhof empfangen und nach
dem Schloß geleitet.
* Dresden, 28. Aug. Der Großherzog von
Baden traf heute vormittag um 11 Uhr 20 Minuten
auf dem Hauptbahnhof ein, wo ſich der Könkg zur Be=
grüßung
eingefunden hatte. Außer dem Ehrendienſt er=
ſchien
der badiſche Geſandte in Berlin, Graf Berckheim.
Der König fuhr mit ſeinem Gaſte in das Reſidenzſchloß,
wo der Großherzog wohnt. Auch Generalfeldmarſchall
von Bock und Polach, ſowie der Kriegsminiſter von
Heeringen ſind hier eingetroffen.
* Dresden, 28. Aug. Der deutſche Kron=
prinz
traf in Begleitung des Prinzen Eitel Friedrich
nachmittags 3 Uhr im Sonderzug auf dem Hauptbahnhof
ein, wo ſich zur Begrüßung der König und der Kronprinz
von Sachſen eingefunden hatten. Es fand großer mili=
täriſcher
Empfang ſtatt. Das Wetter hat ſich aufgeklärt.

Luftfahrt.

* Frankfurt a. M., 28. Aug. Das Luftſchiff Vik=
toria
Luiſe iſt heute nachmittag um 2 Uhr 8 Minuten
mit 4 Paſſagieren an Bord in Gothaaufgeſtiegen,
paſſierte um 2 Uhr 55 Minuten Eiſenach, 4 Uhr Hers=
feld
, 5 Uhr Fulda, 5 Uhr 30 Minuten Schlüchtern. Das
Luftſchiff hatte auf der Fahrt mit ſtarkem Gegenwind zu
kämpfen, der ſpäter abflaute.

Sport.

* Lawn=Tennis. Am Montag blieb beim Bad=
Nauheimer Tennis=Turnier Frl. Salin
Siegerin mit 86, 62. Am Dienstag nachmittag wurden
die Preiſe durch den Bürgermeiſter von Bad=Nauheim
und den Kurdirektor überreicht. Die einzelnen Kon=
kurrenzen
haben folgendes Ergebnis gehabt: Herren=
Einzelſpiel für Offiziene der Großh. Heſſ. Diviſion:
Erſter Preis Leutnant Daub (Inf.=Regt. 118,
Worms); Zweiter Preis Leutnant von Ilſemann (Inf.=
Regt. 115, Darmſtadt); zwei 3. Preiſe Hauptmann
Schwierz (Inf.=Regt 115, Darmſtadt) und Oberleutnant
Wätjen (Drag.=Regt. 24, Darmſtadt). Herren=Einzelſpiel
ohne Vorgabe: 1. Preis Kreuzer, 2. Preis Lind=
paintner
, zwei 3. Preiſe von Biſſing und Breidenbach.
Damen=Einzelſpiel ohne Vorgabe: 1. Preis Frl.
Salin, 2. Preis Frl. v. Enckevort, zwei 3 Preiſe Frl.
A. Hermans und Frl. J. Weihermann. Herren= Doppel=
ſpiel
ohne Vorgabe: 1. Preis Kreuzer= Lind=
paintner
, 2. Preis v. Biſſing-Fitting, 3. Preiſe
Albrecht-Wolfgang und Bering-Daub. Damen= und
Herren=Doppelſpiel ohne Vorgabe: 1. Preis Frl. v.
Enckevort-Lindpaintner 2. Preis Frl. Salin-
Fitting, 3. Preiſe Frau Böckel-Freienſehner und Frl. J.
Weihermann-Blank. Herren=Einzelſpiel 5a mit Vorgabe:
1. Preis v. Biſſing, 2. Preis Albrecht, 3. Preiſe Dr.
Gerſtein und Breidenbach. Herren=Einzelſpiel mit Vor=
gabe
6b: 1. Preis Liebmann, 2. Preis Schreiber,
3. Preiſe v. Münſtermann und Habenicht. Damen= Einzel=
ſpiel
ohne Vorgabe: 1. Preis Frl Bacher, 2. Preis
Frau Wernher, 3. Preiſe Frl. J. Weihermann, Frau
Böckel. Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe: 1. Preis Fit=
ting
-v. Ilſemann, 2. Preis Bolongaro=Crevenna-
Gerbault, 3. Preiſe Breidenbach-Rackebrandt und Kreu=
zer
-Blank. Damen=Doppelſpiel mit Vorgabe: 1. Preis
Frl. Salin-Frl. Bacher, 2. Preis Frl. Küppers-
Frl. A. Weihermann, 3. Preiſe Frl. A. und B. Hermans,
Frau Hildermann-Frau Böckel. Damen= und Herren=
Doppelſpiel: 1. Preis Frl. Eiermann-Kreuzer,
2. Preis Frl. A. Hermans-Schreiber, 2. Preiſe Frau

Hildermann-Knauer, Miß Springman-Freienſehner.
Schiedsrichter=Preiſe die Herren Dr. Freund und Franz
Müller und die Damen Frau Freienſehner und Freiin v.
Rabenau. Herr Dr. Gerſtein ſprach nach der Preisverteil=
ung
dem Turniervorſtand, dem Turnierleiter, Dr. Paul
Grüder, und dem Kurdirektor den Dank der Spieler aus,
womit das Turnier ſein Ende fand.
* Pferdeſport. Rennen zu Baden. Jugend=
Handikap; 7000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn R.
Haniels Parbleu (Ted Rice), 2. Mut (Winkfield), 3. Kon=
ſequenz
(Schläfke). Tot. 52110. Preis vom Rhein;
6000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Monſ. J. Sterns Don
Diegue (Mc. Gee), 2. Saperlipopette (O'Neill), 3. Le
Zagouan (J. Childs). Tot. 14:10. Zukunfts=Rennen;
50000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Königl. Haupt=Geſt.
Graditz’ Laudon (F. Bullock), 2. Metaſtaſio (Winkfield),
3. Fidelio (J. Reiff). Tot. 40110. Sandweier=Rennen;
6000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn R. Erlers
Huſarenliebe (O'Neill), 2. Siskin (Winkfield), 3. Norton
Con (Blades). Tot. 36:10. Oos=Handikap; 12300
Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Monſ. Olry=Roederers
Holly Hill (Kellet), 2. Islam (J. Childs), 3. Pelleas
(Fox). Tot. 95:10. Heyden=Linden=Hürden=Rennen;
5200 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Monſ. Pfizers Ekwa=
nok
(Parfrement), 2. Orge II (Laſſus), 3. Bilbao (Gehrke).
Tot. 29110.

Das Unwetter in England.

* London, 27. Aug. Die Ueberſchwemmun=
gen
dauern an. Aus verſchiedenen Landesteilen wird
heftiges Unwetter gemeldet. Geſtern herrſchten in Lowe=
ſtoft
beſonders ſtarke Stürme. Bäume wurden entwur=
zelt
und Häuſer beſchädigt. Norwich iſt telephoniſch und
telegraphiſch vollſtändig von London abgeſchnitten. Die
Ernte im Bezirk Loweſtoft hat außerordentlich gelitten.
* London, 27. Aug. Während der durch das
Feuer im Haupttelegraphenamt an den Tele=
graphenleitungen
verurſachte Schaden allmählich wieder
ausgebeſſert und die Wiederherſtellung des normalen Be=
triebes
erwartet wird, ſind heute abend infolge des durch
die Ueberſchwemmung in Norfolk verurſachten
Erdrutſches neue Störungen entſtanden. Das
Kabel Bacton=Borkum, eine der Hauptlinien nach
Deutſchland, iſt durch die Zerſtörung der Landlinien in
Norfolk ebenfalls unterbrochen worden. Der telegra=
phiſche
Verkehr nach Deutſchland wird vorausſichtlich
Verzögerungen erleiden.
* London, 27. Aug. Obwohl die telegra=
phiſche
Verbindung mit Norwich teilweiſe
wiederhergeſtellt iſt, iſt die Eiſenbahnverbindung noch
unterbrochen. Die Great Eaſtern Railway nimmt keine
Paſſagiere nach Norwich und zahlreichen anderen Plätzen
an der Oſtküſte auf, hofft jedoch, morgen mit dem Zug=
verkehr
wieder beginnen zu können.

Erwerbung eines Schmuckſtückes aus Heſſen
durch den Kaiſer.

*X* Darmſtadt, 28. Aug. Der romaniſche
Kaiſerinſchmuck, der vor 30 Jahren in Mainz
gefunden und in der Düſſeldorfer Kunſtausſtellung ſo
großes Aufſehen erregte, iſt, wie wir vernehmen, in den
Beſitz des deutſchen Kaiſers übergegangen.
Der Vorbeſitzer hat die glänzendſten Anerbietungen des
Auslandes zurückgewieſen, um dieſen einzig daſtehenden
Profanſchmuck aus der Hohenſtaufenzeit Deutſchland zu
erhalten.

Zu dem vorerwähnten Fund, der im Beſitze eines be=
kannten
Herrn in Darmſtadt war, gehört ein Ohrgehänge
mit Email und ein reiches Kettengehänge mit koſtbaren
Kameen, alles in Feingold. Es iſt nicht zu entſcheiden,
ob dieſer in Mainz ausgegrabene reiche Frauenſchmuck
aus Goldketten mit Schmelzplättchen und Kameen,
Ohrringen und Fingerringen byzantiniſche oder ſizi=
lianiſche
Arbeit iſt, oder eine deutſche Nachahmung. Die
Aehnlichkeit mit dem Gehänge an der Krone der Kaiſerin
Konſtanze in Palermo ſpricht für das letztere. Ferner ge=
hört
zu dem Funde eine Mantelſchließe (Adlerfibel), faſt
genau wie die im Mainzer Muſeum, in koſtbarer Fili=
granarbeit
mit Email, und mehrere Rundfibeln in fein=
ſter
und reichſter Goldfiligranarbeit mit Perlen und
Halbedelſteinen, teilweiſe mit zarteſter und künſtleriſch
vollendetſter Emailarbeit. Fibel (Fibula) war im Alter=
tum
eine Nadel zum Zuſammenhalten eines Gewandes,
die mit einer Decke oder einem Bügel verſehen war. Letz=
tere
gaben Gelegenheit zu reicher Verzierung in Relief
und Filigran, mit Email, Steinen uſw. Als Material
diente Bronze, Silber oder Gold. Der Kunſt= und Kultur=
wert
dieſer Stücke iſt ganz enorm und nach Zahlen kaum zu
ſchätzen.

Darmſtadt, 29. Auguſt.
G. H. Th. Vom Großh. Hoftheater. Der Kunſtmaler
Hans Pellar wurde von der Leitung des Großh.
Hoftheaters eingeladen, in allen das Ballett und
den Tanz betreffenden Fragen als künſtleriſcher Beirat
zu fungieren. Der Künſtler hat der Einladung Folge
geleiſtet und wohnt bereits den Ballettproben zu Iphi=
genie
in Aulis, deren erſte Aufführung am 8. September
ſtattfindet, bei.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Riva, 28. Aug. Vorgeſtern und geſtern fanden in
Tirol die Schlußmanöver des 14. Korps ſtatt,
denen der Thronfolger Erzherzog Franz Fer=
dinand
beiwohnte. Die Volksmenge bereitete dem Erz=
herzog
begeiſterte Huldigungen. Enthuſiaſtiſche Eviva=
Rufe begleiteten den Erzherzog auf dem ganzen Wege ins
Manövergelände. Der Erzherzog äußerte ſich wiederholt
aufs anerkennendſte über den ihm in Südtirol bereiteten
Empfang. Er ſagte, er ſei glücklich, dem Kaiſer melden
zu können, daß die Landbevölkerung Südtirols kaiſertreu
und gut öſterreichiſch ſei Nach dem Schluß der Manöver
erließ der Erzherzog einen Tagesbefehl an die Truppen,
in dem er dem Kommandanten und den Truppen des
14. Korps ſeine vollſte Anerkennung und Befriedigung
ausdrückt und die glänzenden Leiſtungen der Truppen auf
äußerſt ſchwierigem Gelände hervorhebt.
* Paris, 28. Aug. Die Agence Havas veröffentlicht
folgende Note: Generalreſident Liautey telegraphiert,
er wiſſe immer noch nichts über das Schickſal der neun
Franzoſen, die von dem Prätendenten El Hiba gefangen
gehalten werden. Liautey nahm das Anerbieten von Frei=
willigen
an, als Emiſſäre nach Marrakeſch zum Präten=
denten
zu gehen, um Erkundigungen einzuziehen. Die
bei Mechra=Suk=el=Arba lagernde Kolonne Mangin iſt im
Stande, allen Eventualitäten zu begegnen und bei den
Eingeborenen den Eindruck großer Stärke hervorzurufen.
Er verhindert gegenwärtig die Aufſtändiſchen mit Erfolg
daran, nach Fez, ins Schaujagebiet oder nach Mazagan

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Nummer 203.

zu ziehen Miniſterpräſident Poincaré hatte heute
vormittag eine Unterredung mit dem franzöſiſchen Bot=
ſchafter
in Madrid, Geoffroy, über die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhandlungen.
* Petersburg, 28. Aug. Dieſer Tage erhielt die
Petersburger Geſellſchaft für elektriſche
Kraftübertragung von Waſſerfällen die
kaiſerliche Beſtätigung. Die Geſellſchaft, an deren Spitze
das Brüſſeler Bankhaus Gebr. P. & S. Mottar ſteht,
kaufte die Waſſerfälle Finnlands und die Stromſchnellen
der Wolchow mit den angrenzenden Grundſtücken. Sie
ſicherte ſich auch den Weg nach Petersburg für die erfor=
derlichen
elektriſchen Leitungen. Die Generalverſammlung
der neuen Geſellſchaft, an deren Gründung fünf größere
Banken Petersburgs beteiligt ſind, wählte zum Präſi=
denten
der Verwaltung den Direktor der ruſſiſch=aſiatiſchen
Bank, Exz. Putiloff, zum geſchäftsführenden Direktor und
Vizepräſidenten der Verwaltung den Geh. Staatsrat Paul
Ratner.
H. B. Berlin, 28. Aug. Die Berliner mexikaniſche
Geſandtſchaft hat Schritte eingeleitet, um die Zuſtim=
mung
des Kaiſers und des Kriegsminiſteriums zur Ver=
pflichtung
einer größeren Anzahl preußiſcher Offi=
ziere
der Infanterie, Artillerie und Verkehrstruppen
als Inſtrukteure für das mexikaniſche Bundes=
heer
zu erlangen. Die Abkommandierung der Herren
würde erſt nach Beilegung der jetzigen Unruhen erfolgen.
Berlin, 28. Aug. Die Unterſuchung ergab, daß bei
dem Brande des Theaters des Weſtens Brand=
ſtiftung
nicht vorliegt. Vermutlich iſt das Feuer durch
Ueberhitzung des Ofenrohrs entſtanden.
H. B. Berlin, 28. Aug. Auf der Strecke Grunewald-
Potsdam haben ſich geſtern zwei Frauen vor einen
Vorortzug geworfen. Beide wurden überfahren
und getötet. Die Polizei konnte bisher nur feſtſtellen,
daß es ſich um die Frau und die Tochter eines Tempel=
hofer
Grundeigentümers handelt.
H. B. Berlin, 28. Aug. Eine ſchwere Bluttat iſt in
einer Gaſtwirtſchaft Ecke der Gryphius= und Simplon=
ſtraße
zu Lichtenberg verübt worden. Dort wurde der
Arbeiter Konieczny, der bei einem Streit mit dem Wirt
für dieſen Partei ergriff, von drei Gäſten überfallen und
tödlich verletzt.
H. B. Berlin, 28. Aug. Das ſchwere Unwetter,
das geſtern Weſtdeutſchland heimſuchte, hat im Fern=
ſprechverkehr
zwiſchen Berlin und Weſtdeutſchland erheb=
liche
Störungen zur Folge gehabt. Heute vormittag
waren die Leitungen nach dem rheiniſchen Induſtrie=
gebiet
zum großen Teil unbrauchbar.
H. B. Leipzig, 28. Aug. Ein heute früh niedergegan=
gener
Wolkenbruch und der gleichzeitig herrſchende
SSturm haben in der ganzen Umgebung die noch auf den
Feldern befindliche Getreideernte vernichtet. Die Obſt=
ernte
iſt ebenfalls ſtark gefährdet.
Poſen, 28. Aug. Heute nacht wurden in das
ſtädtiſche Krankenhaus 2 Arbeiterinnen eingeliefert, die
Pilze gegeſſen hatten und ſchwer erkrankt ſind.
Amſterdam, 28. Aug Das mittlere Holland iſt
nachts von einem furchtbaren Unwetter heimgeſucht
worden, beſonders die Gegend von Haag, Utrecht und
Rotterdam, wo große Verheerungen angerichtet wurden.
Viele Schiffe in den Häfen ſind geſunken, Menſchenver=
luſte
ſind anſcheinend nicht zu beklagen. Auch ein deutſcher
Schleppkahn der Weſtfäliſchen Transport=Aktiengeſellſchaft
Dortmund ſoll geſunken ſein.

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G. m. b

Todes=Anzeige.
Heute morgen entſchlief nach kurzem, ſchwerem
Leiden mein innigſtgeliebter Gatte, unſer treu=
(18116
ſorgender, lieber Vater

im 40. Lebensjahre.
Im Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Anna Petitjean und Kinder,
Eliſe Zimmermann.
Darmſtadt, den 28. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. Aug.,
nachmittags 5 Uhr, vom Friedhofsportale
aus, ſtatt.

Bioson für Frauen!

S=

Ferdinand Carl Winfer.
Hoflieferank Sr. Königl. Hoheif des Grossherzogs
Spezialgeschäft für Herren-Wäsche
ferfig und nach Mass
Unterzeuge, Cravatten, Sporfarkikel.

8739a

Der Stadtauflage unſerer heutigen Ausgabe
liegt ein Proſpekt bei über Maggi’s Suppen=
würfel
, worauf hiermit hingewieſen wird. (VI18063

Dankſagung.
Für die vielen herzlichen Beweiſe der Liebe
zu unſerer lieben, guten Mutter, Schweſter,
Schwiegermutter und Großmutter
(18117
Frau Marle Khm Uide
geb. Bauer
und der Teilnahme an unſerem tiefen Schmerz
ſagen wir allen lieben Freunden unſeren wärmſten
Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 28. Auguſt 1912.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott der Allmächtige hat heute abend
½11 Uhr unſere treue und liebe Tochter und
(18093
Schweſter

Mary

nach langem, ſchwerem Leiden, im kaum vollen=
deten
22. Lebensjahre, zu ſich gerufen.
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1912.
Großherzogl. Hofmeierei.
Wilh. Schwarz,
Johanna Schwarz, geb. Pabſt,
Carl Schwarz,
Willy Schwarz,
Georg Schwarz.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Aug.,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauſe aus, ſtatt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Depreſſion hat ſich etwas oſtwärts verlagert.
Randwirbel brachten noch in ganz Deutſchland Regen=
fälle
. Die Temperaturen liegen wie geſtern. Ueber
Deutſchland ſteigt der Druck, ſo daß heute noch Auf=
heiterung
zu erwarten iſt. Jedoch iſt über England
wieder ein Tief erſchienen, das uns aber nicht erheblich
beeinfluſſen dürfte.
Ausſichten für Donnerstag, den 29. Auguſt:
Wechſelnd bewölkt, ohne erhebliche Niederſchläge, mäßig
warm.

Tageskalender.

Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht Ausſtellung auf der Mathil=
denhöhe
(geöffnet von 106 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Ausſtell ung Das Gas in Haus und Gewerbe im
Saalbau (geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr
abends).
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße (Thema: Der Spiritismus, iſt er von
Gott?).
Konzerte: Perkeo um 8 Uhr Singſpielhaus
Metropol um 8 Uhr.

Verſteigerungskalender.
Freitag, 30. Auguſt.

Hofreite=Verſteigerung des Ludwig Volk
(Mühlſtraße 25) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Grummetgras=Verſteigerung um 8½ Uhr
(Zuſammenkunft am Atzwinkelweg am Waldeingang).
Dünger=Verſteigerung um 10 Uhr in der Ar=
tillerie
=Kaſerne (Regt. Nr. 25), um 10 Uhr in der Train=
kaſerne
(Heidelbergerſtraße).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tagblatts zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind beizu=
fügen
; nachträgliche werden nicht berückſichtigt. Un=
verlangte
Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.

Kurſe vom 28. Auguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Sf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,50
79,50
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
89,50
3½ do. Conſols
79,70
do, do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
do.
93,00
3½
83,50
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
do.
87,90
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,70
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
88,00
3½
do.
77,50
3
79,80
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 54,80
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente
4 do. Goldrente . . . 95,60
3 do. einheitl. Rente . 87,40
3 Portug. unif. Serie I 64,30
5 do. unif. Ser. III 67,70
4 do. Spezial . . . . 10,00
4 Rumänier v. 1903 . . 101,00
4 do. v. 1890 . . 94,80
4 do. v. 1905 . . 92,40
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,50
3 do. v. 1902 . . . . 91,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,70
4½ Schweden . . . . . . 88,30
3 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 82,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,70
4 Ungar. Goldrente . . . 90,60
4 do. Staatsrente. . . 83,804

InProz.
Zf.
5 Argentinier
.101,00
4
do.
87,00
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
do.
4½
4½ Japaner . . .
94,50
5 Innere Mexikaner . . . 94,70
3
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,10
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 70,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 156,20
5 Nordd. Lloyd . . . . . 126,70
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 126,10
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 116,00
8 Baltimore und Ohio . 108,75
6½ Schantungbahn . . . 136,70
6½ Luxemb. Prince Henri 162½
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19½
6 Pennſylvania R. R. . 123,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 539,75
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

.167,40
30 Farbwerke Höchſt . . 647,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 356,50
10 Cement Heidelberg . . 151,75
30 Chem. Werke Albert 465,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 322,80
4 Lahmeyer . . . . . . .127,90

Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 162,20
12 Siemens & Halske .241,00
5 Bergmann Electr. .
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,00
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 118,20
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 562,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,50
6 Wittener Stahlröhren 223,00
8 Steana Romana Petr. 156,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 244,00
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 220,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 121,60
3 Südd. Immobilien . 64,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 196,25
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 239,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 181,50
10 Gelſenkirchener . . . . 201,50
8 Harpener .
. . . 198,25
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 274,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,00
4 Laurahütte . . . . . . 179%
10 Kaliwerke Aſchersleben 168,80
Weſteregeln 209,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,40
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,75
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,25
79,80
do.
3
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60
do.
72,00
4

In Proz.
Bf.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,75
3 Raab=Oedenburg . . . 77,20
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
87,70
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,60
4 Rjäſan Koslow . . . 87,90
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 78,50
do.
2¼ Livorneſer . . . . . 69,80
3 Salonique=Monaſtir . 63,75
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,80
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,90
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,80
4 Northern=Pacific . . . 98,40
4 Southern=Pacific
94,80
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 85,40
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,40
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,30
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 173,00
6½ Darmſtädter Bank . 123,10
12½ Deutſche Bank . . . 259,75
6 Deutſche Vereinsbank . 123,20
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,40
10 Diskonto=Kommandit 190,50
8½ Dresdener Bank . . 157,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,50
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 133,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,40
7½ Wiener Bankverein . 135,40
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,00

Zupre.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 97,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
31
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
88,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
88,80
S. 35 .
88,60
S. 911
88,70
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,50
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
3½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . .
3½ do.
89,60
4 Frankfurt
99,80
3½ do.
95,40
4 Gießen .
98,10
do.
4 Heidelberg
98,20
3½ do.
87,90
4 Karlsruhe
. 98,50
do.
88,80
4 Magdeburg
99,10
3½ do.
4 Mainz
. 98,50
3½ do.
90,00
4 Mannheim
. 98,40
do.
89,00
4 München
.100,20
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
88,00
4 Offenbach .

Znpro;
3½ Offenbach
4 Wiesbaden

95,10
3½ do.
4 Worms.
97,80
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 109 172,50
3½ Cöln=Mindner , 100 133,50
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 135,40
Oeſterr. 1860er Loſe . 175,00
125,50
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger.
. fl. 7 34,00
raunſchweiger Tlr. 20
Fs. 15
Freiburger
Fs. 45 150,00
Mailänder
Fs. 10
do.
ſl. 7
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 519,00
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30 45,20
Fs. 400 172,40
Türkiſche .
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . .20,43½
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . .. 20,42
Franzöſiſche Noten. . . .
Holländiſche Noten. . . . 169,50
Italieniſche Noten . . . . 81,30
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90

Reichsbank=Diskonto . .
Reichsbank=Lombard 35f. 5½

[ ][  ][ ]

Nummer 203.

Vereinigte
Kriegervereine Darmſtadts
in Verbindung mit der
Turngemeinde Darmſtadt.
Allgemeine Sedanfeier
Sonntag, den 1. September 1912, abends 8 Uhr,
in der Turnhalle am Woogsplatz,
beſtehend aus:
Feſtrede, Konzert, Geſang u. turneriſchen Aufführungen.
Wir laden unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen
zu zahlreichem Beſuche ein.
Eintrittskarten für unſere Mitglieder pp. werden ausgegeben
von Montag, den 26. Auguſt ab bis Samstag, den 31. Auguſt,
mittags 12 Uhr, bei den Kameraden:
1. Herrn Buchdruckereibeſitzer Bender, Beſſungerſtraße 47,
2. Herrn Kaufmann Hahn, Schwanenſtraße 20 (Ecke Schloß=
gartenplatz
) und
3. am Schalter in der Turnhalle am Woogsplatz.
Nichtmitglieder erhalten Eintrittskarten von Samstag, 31. Aug.
ab nur am Schalter in der Turnhalle am Woogsplatz.
Sämtliche Eintrittskarten werden unentgeltlich verabreicht, ohne
Eintrittskarte iſt der Zutritt nicht geſtattet.
(17886od
Orden=, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand.
Ausstellung
Wbus Gus In Haus u. Gewerbe
im Städt. Saalbau.
Vom 25. August bis einschl. 1. September 1912 täglich geöffnet
von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends.
Donnerstag, den 29. August 1912:
Elitetag

(18096
Eintritt 25 Pfg.
zum Besten des Verbandes für Jugendwohlfahrt und
Fürsorge in der Stadt Darmstadt.
5 Uhr nachmittags: Kochlehr-Vortrag.
achſen=Verein Darmstadt.
C
Jeden Samstag, abends 9 Uhr, Zuſammenkunft
im Kaiſerſaal.
(18102a
Anmeldungen daſelbſt od. bei Sped. Paul Wolf, Rhein=
ſtraße
51 u. bei W. Bauch, Papierh., Alexanderſtr. 17½

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Seite 7.

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ſekundaner
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richt
, leicht faßlich, w. gründ=
lich
u. billig erteilt
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Stiftſtr. 19, III, bei Hofmann.
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und Kleidermachen erteilt
EmilieGreb, Ernſt=Ludwigſtr. 15
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(17321

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Nummer 203.

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Damenhemd, rumpfgestickt . . . 1.95
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breitem Ein- und Ansatz .
1.95
Damen-Beinkleid aus gut. gerauht.
Cöper mit Feston .
.1.95
Nachtjacke, gebleicht, Cöper mit
1.95
Stickerei
Kissenbezug, gebogt oder mit Ein-
95
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13 m Hemdenflanell. gestr. od. kar. 95
2½ m gestreiften Blusenflanell . 95
2½ m Rhenaniastoff, kariert . 95
1½ m Schürzenstoff, 120 cm breit 95
2 m Flock-Piqué
.95
2½ m bunten Jackenbiber
.95
Handtuchgebild in Längen 3 bis
7 Meter
. . 1.95 u. 95
1 m weissen Bettdamast, 130 cm br. 95
1 m roten Bettdamast, 130 cm br. 95
1 Schlafdecke, uni, mit Rand . . 95
1 Biberbettuch, weiss oder bunt . 95
1 Jacquard-Schlafdecke . 2.95 u. 1.95
1 Waffelbettdecke m. Fransen 2.95 u. 1.95
Eleg. Blusenstoffe m. Bordüren, m 95
1 Kaffeedecke, kariert . . . . . 95
Kaffeedecken mit Fransen, neueste
Dessins
2.95 u. 1.25
1 weisses Tischtuch, Jacquard
1.95 u. 95
6 Stück Servietten, Jacquard . . 1.95

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garniert, gestickt:
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.95
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und Spitze garniert
,,,
4 Tablettdeckchen mit Einsatz u.
Spitze garniert, oval oder eckig
9 Meter gestickte Aida-Schrank-
Streifen


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1 Bürstentasche mit 2 Bürsten .
1 Zeitungshalter
1 Bürstentasche und Zeitungshalt.
zusammen .
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95
95
95
2

95
95
95
95
95
95
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Satin-Barchentstoffen . . . . 1.95
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Manschetten . .
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Batistblusen mit reich. Stickereien 1.95
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1 fert. Sofakissen, Kochellein. best.,
in den neuesten Must., mit Füll. 1.95
1 fert. Sofakissen, handgestickt . 2.95

3 Paar Herren-Socken, grau, mit
verstärkter Ferse und Spitze 95
2 Paar Herren-Socken in d. neuest.
Farben .
. 95
1 Paar Herren-Socken, reine Wolle 95
2 Paar Damenstrümpfe, schwarz,
braun oder geringelt
.95
1 Paar Damen-Strümpferein. Wolle 95
3 Paar Kinder-Söckchen in allen
Grössen zum Aussuchen . . . 95
5 Paar Füsslinge, schwarz u. braun 95
1 Herren-Hemd, Macco
. 95
1 Herren-Hose, Macco .
.95
1 Herren- od. Damenhautjacke . 95
1 Herren-Macco-Hemd, Vorderschl.
Ia Qualität.
1.95
1 Herren-Macco-Hose i. jed. Grösse 1.95
1 Einsatzhemd mit Pique od. Zephyr 1.95
1 Einsatzhemd, porös und gleiche
Stoffe ..
. 2.95
Herren- Armer
1 Selbstbinder, eleg. Form . . . 95
2 Selbstbinder
95
2 moderne Regattes für Steh- od.
Umlegekragen
. 95
2 elegante Diplomaten . . .
.95
2 weisse, gestärkte Vorhemden . 95
2 schöne farbige Vorhemden . . 95
1 gute Garnitur, Vorhemd und
Manschetten . . .
. 95
1 Paar gute Gummihosenträger . 95
2 Paar Gummihosenträger . . . 95
1 farbiges Oberhemd mit festen
Manschetten .
2.95

Korsetts

Korsett, grau Drellstoff . . . . 95
Direktoire-Korsett aus gelbem
Drellstoff mit Halter . . . . 1.95
Direktoire-Korsett mit Halter, aus
gutem Satin-Drell .
2.95
Direktoire-Korsett mit Halter,
55 cm lang, grau Drell . . . . 4.95

Damen-Taschen
Damen-Tasche, Kunstleder, Ueber-
schlagform


95
Damen-Samttaschen mit gut. Futter
u. d. neuest. Bügeln 2.95, 1.95, 95
Damen-Taschen, garantiert rein.
Led. m. Spieg. u. Portem. 2.95, 1.95
Damen-Taschen, garantiert rein.
Leder, neueste Ueberschlagform
3.95, 2.95, 1.95
1 Posten Portemonate
2.95, 1.95, 95
Wachstuche
. 95
3 Stück Wandschoner
.95
1 Wachstuch-Tischdecke .
1 m Ia Wachstuch, 70 cm breit . 95
1 Gummi-Wachstuch-Tischdecke 1.95

Bessere Damen- u. Herren-
Schirme, in guten Stocksort.
mit Bezügen
2.90

Tuschenrucher
12 St. Taschentücher gebrauchsf. 95
12 St. weisse Damen-Batist-Tücher 95
12 St. Batisttücher m. farb. Kante 95
6 St. Taschentücher m. handgest.
Ecke .
.95
6 St. Taschentücher mit gewebter
Kante
. 95
6 St. weisse Batisttücher mit Hohl- 95
saum und à-jur
. . . 95
6 St. Taschentücher, sehr gute
Qualität. gebrauchsfertig . . . 95
4 Herren-Batisttücher mit buntem
Rand.
95
6 St. bunte Herrentücherſinlvielen
Farben .
.95
6 reinleinene Taschentücher . . 1.95
5 Tasehenticher m. Landgest.
Ecke u. 1 eleg. Blusennadel 95
Madapolam-Stickereien
enorm bill., Coup. 4,60lang 2.95. 1.95, 95
1 Aufnehmer, 2 Pollrtücher,
3 Spültücher, 1 Netztuch zus. 95

Hronker voorien-Tage
18086)

[ ][  ][ ]

Damen-Reisehüte
, , ,
Straussfedern, Amazonen
3.95, 2.95,
Kinder-Südwester, grau gemust.
Stoff mit Unterrand
Kinder-Südwester, 2farbig
Reise-Auto-Schleier . . 1.95 u.
Ball-Schales, einfarbig und ge-
mustert

. 3.95, 2.95, 1.95,
3 m schw. Taffetband, ca. 11cm br.
Haarbänder, ca. 3 cm br., 12 St.
Haarbänder, ca. 4½ cm br., 8 St.
3 m Libertyband, ca. 13 cm br.,
alle Farben . . . . . . . .

1.95

95
95
95
95
95
95
95
95

3 m Gardinentüll, weiß, créme
oder bunt

1 m Alover Net
3 m Gallerieborde
.
1 Filztuch-Tischdecke
Filztuch-Tischdecke, reich be-
stickt
, rot oder grün . 2.95,
1 Leinenkissenplatte m. Rücken 95
Paar engl. Tüll Brise-bise
1 Paar engl. Tüll Brise-bise
1 Paar Erbstüll Brise-bise mit
Volant
2.95, 1.95,
1 Leinen-Garnit., 3teil., 2 Schales
und 1 Lambrequins
,
1 engl. Tüll-Bettdecke
1 Paar Rouleaux, 2teilig . 2.95,

95
95
95
. 95
1.95
95
95
95
4.95
2.95
1.95

Teppiene,vorlugen

1 Bettvorlage .
3 Meter Läuferstoff
1 Linoleum-Vorlage
2 oder 1 Kokos-Matte
2 Fussmatten
3 m Läufertoff, ca, 67 cm breit
2 Bettvorlagen, Axminster
1 Plüsch-Vorlage
1 grosse Linoleum-Vorlage . .
2 Bettvorlagen
1 m 110 cm br. Linoleumläufer

95
95
95
95
95
1.95
1.95
1.95
1.95
2.95
1.95

1 m 200 cm breites Lino-
leum
, zum Auslegen von
ganzen Zimmern

2.3

10 Stück Blumenseife
7 Stück Lanolin-Seife
7 Stück Konkurrenzseife
7 Stück Palmitinseife
7 Stück Seife 025
1 Haargarnitur: 1 Nackenkamm,
2 Seitenkämme, 2 Pfeile,
1 Spange
zus.
1 Haarbürste, 1 Frisierkamm
1 Frisierspiegel, 1 Frisierkamm,
1 Bartbinde.
. . zus.

95
95
5
95
95

Kinder-Schürzen, aus guten Sia-
mosen
oder türk. gem. Stoffen
1 schwarze Kinder-Kim.-Schürze
2 Knaben-Schürzen, aus guten
gestreiften u. uni Siamosen-
stoffen
, Gr. 4555 cm . . .
1 farbige Damen-Hausschürze
mit Tasche . .
,
1 Damen-Blusenschürze aus Sia-
mosen
mit Besatz . .

1 Zierschürze aus buntem Satin
mit Träger . .
.
1 Damen-Hausschürze aus Sia-
mosen
oder Druck . .
1 weisse Damen-Zierschürze mit
Träger u. Stickerei . . . . .
Damen-Blusen-, Prinzess- od.
Empire-Schürze in viel. apart.
Dessins
1 Damen-Blusen-Schürze, extra
weit, mit blau-weiss getupftem
Satin . . . . . . . . . .

95
1.95

95
95
95
95
95
95
1.95

1.95

1 elegante gut sitzende
Kleiderschürze

mit Aermel . .

1 Kassette Briefpapier, 100 Bog.,
100 Kuverts . .
1 Postkarten-Album f. 500 Postk.
50 Briefbog., 50 Kuverts, Herren-
oder
Damenform, m. Kassette
75 Stück Darmstädter Ansichts-
postkarten

12 Rollen Toilettenpapier . . .
2 Dtzd. Bleistifte, Marke Taunus
Pakete Butterbrotpapier . . .
6 Gross Reissnägel
1 Tischläufer und 100 Stück dazu
passende Servietten
,
1 Postkarten-Album für 400 oder
500 Karten in hochf. Ausführ.
1000 Stück graue Geschäfts-
,
Kuverts

95
95
95
95
95
95
95
95
95
1.95
95

1 Davidis Kochbuch, elegant
gebunden .
95

10 Stück Taillenverschlüsse . .
5 Paar Schweissblätter, waschb.
20 Dtzd. Druckknöpfe
10 m Wäscheborden, waschecht
2 Paar Rüschenstrumpfhalter .
1 schöner Nähkasten m. Einteil.
1 extra grosser Nähkasten mit
Spiegel u. eleg. Ausstattung
1 eleg. Nähkasten mit Spiegel u.
,
reicher Füllung . .

95
95
9
95
5
95
1.95

2.95

95
95
95
1.95
95
95
95
95
95
95
95

1 ovales Waschbecken, Delftd.
1 Sand-Seife-Soda-Gestell, grau
1 Küchenschüssel mit 2 Griffen
Fleischtopf, 30 cm
,
,
1 Backform, 20 cm
1 Salatseiher, 26 cm
,
4 Milchtöpfe,
zus.
1 Fleischtopf mit Deckel, 22 cm
1 Kaffeetopf mit Deckel.
1 Milchkanne, 2¾ Liter
1 Wasser-Eimer, 28 cm .

Holz- und
Korbwaren

1 Handtuchhalter mit Einlage 95
1 Nudelrollengestell, komplett 95
. 95
1 Obsthorde . .
1 Waschbock, zusammenlegbar 1.95
IWichskasten mit 1 Glanz-,
1 Schmutz- u. 1 Auftragbürste
und 1 Dose Pilo. . . . zus. 95
2 Kleiderbügel u. 2Hosenstrecker 95
1 Bäckerkorb, sehr gross
. 1.95
1 Putzschrank m. 3-Schiebkasten
extra schwer
. 2.95
1 Wäschetrockner u. 120 Klam.,
mit klein. Fehlern
.95
95
1 Bauerntisch, braun
1 Paneelbrett, braun
95
1 Bauerntisch, fein poliert
1.95
95 .
1 Bücher-Etagere
1 Lehnstuhl, zusammenklappb. 1.95
.95
1 Marktkorb
.1.95
1 grosser Waschkorb
. 95
1 Krauthobel, gross

Enorm billig!
1 ovale Zinkwanne, 40 cm . 95
1 ovale Zinkwanne, 65 cm . 2.95
1 Waschtopf m. Deck., 32 cm 1.95
1 Waschtopf m. Deck., 38 cm 2.95
. 95
1 Zinkeimer, 30 cm

Dlech und
Euckterwaren

1 Kartoffelpresse, verzinnt . 95
1 runde Brotkapsel, fein lackiert 95
95
1 Etagere mit 3 Dosen
ovaler Brotkasten, bunt dekor. 1.95

1 Posten Back- und Spring
formen . . . . . . Stück 35

Damen-Büsten in all. Gröss.
vorrätig .
dazu passender Ständer . . 1.95

1 Gebäckkasten, fein lackiert . 95
1 Petroleumkanne, 3 Liter, Delft-
.95
dekor
Besteckkorb mit 6 Esslöffeln,
6 Gabeln und 6 Kaffeelöffeln 95

1 Bodenbesen u. 1 Handfeg., zus.
1 Rosshaarbodenbesen, gross
1 Karton mit 6 versch. Bürsten
1 Kokosbesen, 1 Pfd. Seife, 1 Dose
Sidol u. 1 Herdreiber . zus.
1 Spahnkorb, 6 Pak. Seifenpul-
ver
u. 1 Wäscheleine . zus
1 Strassenbesen, Piassava . . .
1 Parkettbohner mit Stiel . . .
1 Fussmatte und 1 Möbelbürste
zusammen
4 Stück Schwämme
. zus.
1 Wachstuch- Markttasche mit
oder ohne Deckel

95
1.95
95
95
95
95
1.95
95
95
95

Stamwaren- und
Wirischartsartiter

. 1.95
. 2.95
. 95

12 Kaffeelöffel, Britannia . . . 95
2 Plätteisen u. 1 Aermelbrett, zus. 95
6 Paar Bestecke. fein vernickelt 1.95
1 Wandkaffeemühle m. Ia Werk 2.95
1 Fleischhackmaschine, Gr. 5 . 2.95
1 Buttermaschine, 2 Liter
1 Kohlenbügeleisen, Marke Hel-
vetia
. . .
1 Reibmaschine . . . . .
Steingar- und
Forzehan
Salatiéren
. . . 95
1 Fleischplatte und 1 runde
Schüssel
. . zus. 95
3 viereckige Gemüseschüsseln 95
1 Kaffeeservice, echt Porzellan,
9teilig, fein dekoriert . . . . 2.95
6 Kr
tel
unt, zusammen 95

1 Posten hocheleg.
töpfe, Ton . . .

Blumen
. Stück 35

Gluswaren und De

1 Tischlampe, 8lin., mit Gussfuss
1 Küchenlampe mit Messingbass.
u. Messingblende
2 Pakete Kerzen, 6" u. 8 zus.
3 Glühstrümpfe, Marke Ornans,
zusammen
1 Tischlampe, 14lin., m. Gussf.
6 Glaskompottieren, zusammen
1 Bierservice, besteh. aus Krug
und 6 Gläsern, fein bemalt .
1 Sturmlaterne mit extra stark.
BassiI)

1 Posten feuerfeste Koch-
. Stück 35
geschirre . .

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

Nummer 203.

Weiblich

Junge Verkäuferin, in der Poſa=
menten
= u. Kurzwarenbranche gut
bewandert, ſucht, geſtützt auf gute
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Junge Frau ſucht gutgehende
Filiale zu übernehmen. Kaution
kann geſtellt werden. Offerten u.
L 83 an die Expedition. (*4653
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ſich in u. außer dem Hauſe. Näh.
Schuchardſtraße 15, 3. St. (*4655

Tüchtige Schneiderin empfiehlt
ſich für in und außer dem Hauſe
Wienersſtr. 69, II. (*4618

Perfekte Hausſchneiderin hat
noch Tage frei. Garantiert für
jede Arbeit. Offerten unt. L. 71
an die Expedition ds. Bl. (*4622

Kchneiderin empf. ſich Wieners=
ſtraße
46, part. links. (*4597md

ſucht Stellung als
Fräulein Empfangsdame. Off.
unter L. 72 an die Exp. (*4642

Frau

ſucht Laufdienſt Lange=
gaſſe
53, 1. St. (*4628

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wöchentlich Beſchäftigung. (*4656
Schuchardſtraße 15, 3. Stock.

Neh. n. Kunden z. Waſchen an
Fr. Schmidt, Weinbergstr. 46, I. (*4654ds

mich im Waſchen u.
Empfehle Putzen
(*4660
Frau Reinhard, Roßdörferſtr. 1.

Junge Dame ſucht Stelle als
Haushälterin. Off. unt. L. 85 an
die Exp. d. Bl.
(*4675

Jge. Frau ſucht zum. 1. Sept.
Laufdienſt, auchsLaden u. Kontor
putz. Lauteſchlägerſtr. 44, S. p. (*4677

Suche für eine junge ordentl.
Frau Laufdienſt. Wohnung
Tannenſtr. 8. Näh. Ausk. w. gern
erteilt Eichbergſtr. 28, I. (B18107

Männlich

Hausburſche, verh., m. Dampf=
heiz
. u. Inſtall. vertr., ſucht dauernde
Stelle. Off. u. L. 92 Exp. (*4699

Ofe Stellen

Weiblich

Redegewandte Dame auf reli=
giöſe
Zeitſchriften gegen hohe Pro=
viſion
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u. L 33 an die Exped. (17956a

Eine
gewandte Maschinenschreiberin
mit flotter Handſchrift ſofort ge=
ſſucht
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an die Expedition. (17922ids

Branchekundige
Verkäuferinnen
geſucht (17925ids
Seidenhaus Eduard Volz.

Zum Eintritt per 1. Oktober d. J.
firme
Stenotypistin
in Buchhaltung erfahren, geſucht.
Handgeſchriebene Offerten nebſt
Zeugnisabſchriften, Angaben über
ſeitherige Tätigkeit und Gehalts=
anſprüchen
erbeten unter L. 68
a. d. Expedition ds. Bl. (18077a

Stenotypistin
gewandt, für Büro ſofort geſucht.
Anfragen nebſt Zeugnisabſchriften
und Salärangabe bittet man unter
L78 a. d. Exp. zu richten. (*4651ds

Geſucht
tüchtige branchekundige Ver=
käuferin
für Kurz=, Woll=, Mode=
waren
und Tapiſſerie, in dauernde
gut bezahlte Stellung per 1. Okt.
Es wollen ſich nur branchekundige
Bewerberinnen melden. Offerten
mit Gehaltsangabe unt. L 94 an
die Expedition ds. Bl. (18115ds

Zum ſofortig. Eintritt wer=
den
einige Mädchen für
Maschinen-Stepp-Arbeiten
geſucht. (*4500md
Gamaschen-
H. Hess.
fabrik
Luiſenſtr.
Rückgebäude lks.

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tüchtige Verkäuferinnen
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für verſchiedene Abteilungen.
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Geschwister Knopf.

Tüchtige
Zuarbeiterin
für Putz geſucht
Seidenhaus Eduard Volz.
(17924ids
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rinnen
find. dauernde Beſchäftigung
Konfektion, Hügelſtr. 63, II. (*4649do

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geſucht Ohlyſtraße 58.

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Wäſche
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Schneiderin für einige Tage in
nächſter Woche für ein Jacken=
kleid
zu fertigen geſ. Off. unt.
(*4680
L 88 an die Exp.

geſucht
Konfektion, Roßdörferſtr. 4, part.

Lehrmädchen (*4682dfs

Suche braves
und fleißiges
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Kirchſtraße 27, I.,
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Dame gegen freie Station geſucht.
Off. unt. A. B. 100 postlagernd
(*4508md
Auerbach.

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Fritz Eichberg, Ernſt=Ludwigſtr. 6.

Jüngere Arbeiterin, Beihilfen,
Lehrmädchen geſucht Konfektion
Sturm, Luiſenſtraße 30. (*4575md
Köchin 0
die Hausarbeit übernimmt, aus=
hilfsweiſe
geſucht. Vorſt. zwiſch.
10 u. 11 Uhr erwünſcht. Zu erfrag.
* der Expedition. (*4542md

Braves, reinliches Zweitmäd=
chen
für Hausarbeit bei gutem
Lohn für ſofort geſucht. Zu erfr.
56 Uhr Steinſtr. 20, pt. (*4617dfs

Mädchen für Hausarbeit von
morgens bis über Mittag geſucht
Beſſungerſtraße 110, part. (*4635

Saubere Frau oder Mädchen
z. Putzen u. Kehren geſucht
Lagerhausſtr. 3, I. St. (*4604df

Jüng., ſaub. Monatsfrau
morgens von 811 Uhr ſofort
geſ. Näheres Expedition. (*4605

Zu einzelner Dame nicht zu junges
Mädchen
welches gut bürgerlich kochen kann
u. die Hausarbeit verſteht, gegen
guten Lohn geſucht. Eintritt
baldigſt erwünſcht. Offerten mit
Zeugnisabſchriften u. L 73 an
die Expedition ds. Bl. (*4639ds

Laufmädchen ſofort
Schuchardſtraße 13, part.

geſucht
(*4668

Tüchtiges Mädchen
welches kochen kann, tagsüb. ſofort
eſucht. Näh. in der Exp. (*4686

Suche gr. Anz. Köchinnen, Haus=
u
. Alleinmädch. Johannette Weiss-
mantel
, gewerbsmäßige Stellenver=
mittlerin
, Kaſinoſtr. 17. (*4685

Sauberes, fleißiges Mädchen,
welches ſchon gedient, für Haus=
arbeit
ſof. gegen guten Lohn geſ.
Kochen nicht erforderlich. Näheres
Mühlſtr. 62, 3. St. (*4678dfs

Lauffrau tagsüber ſofort geſucht
Heinrichſtraße 118, 2. St. (*4702dfs

Ein braves
fleißiges Mädchen
per 1. September geſucht Frau
C. Kahlert, Schützenſtr. 1. (*4067

Saub. junge Frau für einige

od. Mädch.
Stunden vormittags geſucht
*4691) Schießhausſtr. 45, 2. St.

Tüchtiges Hausmädchen per
1. September geſucht (B18100
Herderſtraße 3.

Herrſchaftsköchin ſucht Emma
Frank, gewerbsmäßige Stellenver=
mittlerin
, Karlſtraße 31. (*4687

Männlich

Tücht. Kolportage= Buchhand=
ungsreiſende
gegen hohe Pro=
viſion
u. Fixum geſucht. Offerten
nt. L 32 an die Exped. (17955a

geſucht
Tüchtiger Reiſender zum
Beſuche von Privatkundſchaft. Näh.
in der Exped. ds. Bl. (*4643df

Ein redegewandter, fleißiger,
ſtrebſamer, junger
Mann
der ſtadtkundig iſt, zum baldigen
Eintritt geſucht. Off. mit Ge=
haltsanſprüchen
unter L 67 an
die Expedition.
(18072df

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häusliche Schreibarbeiten. Einzig
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= und Haftpflicht= Verſiche=
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ſtadt
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Verſicherungsgeſellſchaft (alle mo=
dernen
Branchen) als
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durch Geſellſchaftsbeamten prak=
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eingearbeitet, und wird auch
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(*4623dsi

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Ein Friſeurgehilfe eintreten.
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Aliceſtraße 5.
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Zu melden mündlich zwiſchen
8 und 10 Uhr vormittags oder
ſchriftlich bei der
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Fabrik Frankfurt a. M.,
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Jüngerer
braver Dausburſche
geſucht. Wo? ſagt d. Exp. (*4636df

Küchenchef, j. Köche
Reſtaurat.=, Bei= u. Kaffee=Köchin.,
Hausburſche u. Kupferputz., Büfett=
fräul
., Zimmer= Haus= u. Küchen=
ädch
. für Hotel, Cafés u. Reſtaur.
geſucht (gute Zeugniſſe) Adolf
Dingeldein, gewerbsmäßiger
Stellenvermittler, Schützenſtr. 10½,
2. Stock. Telephon 531. (*4692

Tüchtiger (*4428imd
Fuhrmann
mit guten Zeugniſſen, gegen hohen
Lohn für dauernd geſucht Lipp=
mann
May, Weiterſtädterſtr. 70.

Jüngerer
ſauberer Hausburſche
als Nachfrager geſucht.
Nur ſolche, die ſtadtkundig
ſind und in ähnlichen Ge=
ſchäften
in Stellung waren,
wollen ſich melden. (18099
Moriz Landau
Kolonialwaren. Mathildenpl. 1.
Tüchtiger Hausburſche
zum ſofort. Eintritt geſucht. Solche,
die ſchon in Metzgerei tätig waren,
bevorzugt. Zu melden Eliſabethen=
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[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

§8 101.

Donnerstag, 29. Auguſt.

1912.

Bekanntmachung.

Der Oberbürgermeiſter der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt hat auf Grund
des Artikels 11 der allgemeinen Bauordnug und der Artikel 1 u. 2 des Geſetzes vom
26. Juli 1884,
die Enteignung von Grundeigentum betreffend, bei Großh. Kreisamt
30. Sepr. 1899,
zwecks Durchführung der neuen Ireneſtraße von der Schuknechtſtraße zur Arheilger=
ſtraße
Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens bezüglich der nachbezeichneten,
in der Gemarkung Darmſtadt gelegenen Grundſtücke geſtellt:

Kultur=
art

Nr.
Eigentümer
Wohnort
und
Gewann
655
qm
am
132
IV 1601¾10) Hofreite 1 Landwirt Wilhelm Ruths Darmſtadt 297
Neue Irene= und Ehefrau, geb. Burk
ſtraße
IV 1601½d Grabgarten
401
1113
m. Pumpen=
haus

Eckhardtſtr.
IV (601¾/10 Grabgarten
154
daſelbſt
IV 13025/10Straße Neue Weißbind. Friedr. Schaub
215 215
Ireneſtr. u. Ehefr., geb. Scharmann
IV 606 Grabgarten Zimmermeiſter Philipp
381
634
am Lieb= 1 Schaub u. Ehefrau, geb.
frauenpfad! Möſer, Erben: Johann
Philipp, Heinrich, Lud=
wig
und Louiſe Schaub
IIVII 299¾/0Ackerbei dem
242
150
Alandsbirn=
baum

EIVIII367¾10 Grabgarten
139 85
daſelbſt
8. KIVII 367 Grabgarten Schloſſermeiſter Georg
1574
33
15
(1o0 Arheilgerſtr. Hillgärtner und Ehefrau,
geb. Wagner

Dies wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Anfügen, daß der Antrag
nebſt Plänen vom 9. September bis einſchließlich 23. September d. Js. auf der
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt während der üblichen Dienſtſtunden zu jedermanns
Einſicht offenliegen wird.
Zur Verhandlung über den Plan und die zu leiſtende Entſchädigung, ſowie zur
Entgegennahme etwaiger Einwendungen und Anträge wird Tagfahrt vor der Lokal=
kommiſſion
anberaumt auf
Mittwoch den 9. Oktober d. Js., nachmittags 3½ Uhr
(Sitzungsſaal des Kreisausſchuſſes, Darmſtadt, Neckarſtraße 3).
Die Eigentümer, Pächter, Mieter u. ſonſtige an den abzutretenden Grundſtücken per=
ſönlich
Berechtigten, ſowie alle übrigen bei der Enteignung Beteiligten werden aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausſchluſſes und Annahme
der Einwilligung in die beanſpruchte Abtretung oder Beſchränkung,
2. Erklärung auf die angebotene Entſchädigungsſumme bei Meidung der Unter=
ſtellung
der Annahme des Angebots,
3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausſchluſſes mit
ſolchen,
4. Anträge auf Aufrechterhaltung beſtehender Laſten (Art. 19 des Geſ.) bei
Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
5. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die be=
nachbarten
Grundſtücke oder im öffentlichen Intereſſe zur Sicherung gegen
Gefahren und Nachteile notwendig ſind oder notwendig werden bei Mei=
dung
des Ausſchluſſes mit ſolchen,
6. etwaige noch unbekannte Anſprüche und Rechte an die zu enteignenden
Grundſtücke bei Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
in dem oben erwähnten Termin mündlich vorzubringen. Wer am perſönlichen
Erſcheinen verhindert iſt, hat ſich zur Vermeidung der vorgenannten Rechts=
nachteile
durch einen mit ſchriftlicher Vollmacht verſehenen Bevollmächtigten
vertreten zu laſſen.
Zugleich werden die Eigentümer auf folgende Beſtimmungen der Art. 27 u. 9
des Enteignungsgeſetzes beſonders verwieſen:
1. Artikel 27: Wenn dritte Perſonen als dinglich Berechtigte oder wegen ſonſtiger
Rechtsverhältniſſe bei der Enteignung beteiligt ſind, ſo muß ſie der Eigen=
tümer
ſofort nach Zuſtellung der Bekanntmachung der unterzeichneten Behörde
bezeichnen, welche ſie ſodann unter Androhung des geeigneten Rechtsnachteils
zu der Tagfahrt vorzuladen hat.
Unterläßt der Eigentümer dieſe Bezeichnung, ſo bleibt er für dieſe An=
ſprüche
verantwortlich.
2. Artikel 9: Der Eigentümer des abzutretenden Grundſtücks muß von Zuſtellung
der Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen,
beziehungsweiſe der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirtſchaftung die
Genehmigung der Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt einholen, widrigenfalls
dafür eine Entſchädigung demnächſt nur inſoweit verlangt werden kann, als
durch die Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung
geſchieht, der Wert des Geländes erhöht worden iſt.
Räumt der Eigentümer von dem obigen Zeitpunkt an einem anderen
ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundſtück oder ein perſönliches
Recht auf deſſen Benutzung ohne Genehmigung der Großh. Bürgermeiſterei
Darmſtadt ein, ſo ſteht jenem anderen an die letztere ein Anſpruch auf eine
beſondere Entſchädigung nicht zu.
Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteile geladen,
daß im Falle ihres Ausbleibens Verzichtleiſtung auf Fortſetzung des Enteignungs=
verfahrens
unterſtellt und ſie mit den bis dahin entſtandenen Koſten belaſtet werden wird.
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
(18083

Bekanntmachung.

Am 2. September d. Js. findet in dem Gelände zwiſchen Rohrbach, Wembach,
Hahn, Dilshofen, Zeilhard, Roßdorf, Ober=Ramſtadt, Nieder=Modau und Ober=Modau
ein Schießen des 1. Naſauiſchen Feldartillerie=Regiments Nr. 27 Oranien mit ſcharfer
Munition ſtatt.
Das Regiment ſchießt in erſter Feuerſtellung öſtlich von Ober=Modau nach dem
Roſenberg, in der zweiten Feuerſtellung ſüdöſtlich Ober=Ramſtadt nach dem Röderberg.
Das durch die Poſtenlinie abgeſperrte Gelände darf am 9 September von 7 Uhr
vormittags ab bis nach Beendigung des Schießens vorausſichtlich 11 Uhr mittags
nicht betreten werden.
Den Weiſungen der Poſten iſt unbedingt Folge zu leiſten.
Nach Beendigung des Schießens werden die Poſten eingezogen und hierdurch
das Gelände für den Verkehr wieder frei gegeben.
Es wird eindringlichſt davor gewarnt, blindgegangene (nicht zerſprungene) Ge=
ſchoſſe
zu berühren, weil dadurch das Zerſpringen derſelben herbeigeführt werden kann
und dies mit Lebensgefahr verbunden iſt. Von dem Auffinden eines ſolchen Ge=
ſchoſſes
iſt der betreffenden Ortsbehörde und von dieſer dem Feldartillerie=Regiment
Nr. 27 Oranien in Mainz unter genauer Angabe des Fundortes umgehend Mitteilung
zu machen. Das Geſchoß muß bis zum Eintreffen des Sprengkommandos unter Be=
zeichnung
der Stelle durch ein Warnungszeichen unberührt liegen bleiben. Der Finder
erhält als Findegeld für jedes blindgegangene Geſchoß den Betrag von 1 Mark.
(18060ds
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. B.: von Werzer, Reg.=Rat.

Bekanntmachung.

Unter Hinweis auf das im Regierungsblatt Nr. 28 abgedruckte Geſetz vom
17. Juli d. Js. über die Abänderung des Urkundenſtempelgeſetzes und auf die im
Regierungsblatt Nr. 29 veröffentlichte Bekanntmachung dazu vom gleichen Tage,
welche am 15. Juli d. Js. in Kraft getreten ſind, bringen wir die nachſtehend abge=
druckten
Beſtimmungen, die für das Publikum von erheblichem Intereſſe ſind, zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 21 Auguſt 1912.
(18059dsi
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner,

Geſetz

die Abänderung des Geſetzes über den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910 betreffend.
Vom 17. Juli 1912.
Artikel 1.
Der Tarif zum Geſetz über den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899 in der
Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910 wird dahin geändert:
7) Zwiſchen Tarifnummer 43 und 44 werden als Tarifnummern 43a, b und e eingefügt
43a. Jagdpacht.
Jagdpachtverſteigerungen, ſowie ſonſtige Verträge über die Verpachtung
der Jagd auf im Großherzogtum gelegenen Grundſtücken
6 Mark
von jedem angefangenen 100 Mark des nach der Dauer eines Jahres zu be=
rechnenden
Pachtzinſes.
Bei Verträgen, die zur Zeit des Inkrafttretens dieſer Vorſchriften bereits
abgeſchloſſen ſind, iſt der Stempel nach Maßgabe der in vollen Pachtjahren
beſtehenden Reſtpachtzeit zu entrichten.
Verträge, die ein Grundeigentümer mit einer Gemeinde zwecks gemein=
ſamer
Verpachtung abſchließt oder die eine Ueberlaſſung von Eigentums=
jagden
an die Gemeinden zu Weiterverpachtung bezwecken, ſind ſtempelfrei
Vereinbarungen über die Erlaubnis zum Abſchuffe jagdbarer Tiere auf
im Großherzogtum gelegenen Grundſtücken gegen Entgelt ſtehen den Jagd=
pachtverträgen
gleich mit der Maßgabe, daß das innerhalb des laufenden
Kalenderjahres zu zahlende Entgelt an die Stelle des nach der Dauer eines
Jahres zu berechnenden Pachtzinſes tritt. Sie unterliegen indeſſen einem
15 Mark.
Mindeſtſtempel von jährlich
Die Abgabe iſt auch dann zu entrichten, wenn die im Artikel 1 dieſes Ge=
ſetzes
bezeichneten Vorausſetzungen der Stempelpflicht nicht vorliegen.
Der Stempel iſt vorbehältlich der Beſtimmung des Artikeis 12 dieſes Ge=
ſetzes
über die Haftung für die Stempelabgabe von dem Pächter zu entrichten.
Zuſatzbeſtimmungen:
1. Die Miniſterien des Innern und der Finanzen beſtimmen, welche Be=
hörden
den Stempel anzuſetzen und zu erheben haben, und können anordnen,
daß die vereinnahmten Beträge nicht in Stempelmarken zu verwenden ſind.
2. Der Verpächter iſt verpflichtet, der mit der Feſtſetzung des Stempels
beauftragten Behörde bei Meidung der in Artikel 31 dieſes Geſetzes ange=
drohten
Strafen binnen 14 Tagen von allen der Stempelpflicht unterliegen=
den
Vereinbarungen Kenntnis zu geben. Auf Staats= und Kommunalbeamte
findet Artikel 30 dieſes Geſetzes Anwendung.
3. Die Abgabe iſt zu Beginn eines jeden Pachtjahres zu entrichten. Die
Vorauszahlung der Abgabe auf einen über ein Jahr hinausgehenden Zeit=
raum
iſt zuläſſig
4. Auf die Verlängerung von Verträgen findet Artikel 4 Abſatz 4 dieſes
Geſetzes auch dann Anwendung, wenn ſie mündlich erfolgt.
43b. Jagdgenoſſenſchaften.
1. Genehmigung des Miniſteriums des Innern zur Bildung von Jagd=
genoſſenſchaften
nach Artikel 1 Abſ. 1 des Geſetzes, die Bildung von Jagd=
genoſſenſchaften
betreffend, vom 19. Auguſt 1893: bei einer Zahl bis zu
5 Mitgliedern der Genoſſenſchaft
10 Mark,
für jedes weitere nicht als Erſatzteilhaber neu eintretende Mitglied 5 Mark.
2. Genehmigung des Kreisamtes zur Einſtellung eines Erſatzteilhabers für
ein ausſcheidendes Mitglied der Jagdgenoſſenſchaft nach Artikel 1 Abſatz 2
des in Ziffer 1 erwähnten Geſetzes
5 Mark.
43c. Jagdſchutz.
Beſcheinigung des Kreisamtes über die auf Antrag des Jagdberechtigten
5 Mark.
erfolgte Verpflichtung von Jagdſchützen
8) Zwiſchen Tarifnummer 47 und 48 wird als Tarifnummer 47a eingefügt:
47a. Kraftfahrzeuge.
1. a) Erteilung des Führerſcheins (§ 14 Abſatz 1 bis 3 der Verordnung des
5 Mark,
Bundesrats vom 3. Februar 1910 (R.=G.=Bl. Nr. 5)
3 Mark.
b) Verſagung desſelben
2. Erteilung
a) der Zulaſſungsbeſcheinigung (§ 6 der Bundesrats=Verordnung)
5 Mark,
bei Kraſtwagen
bei Kraſträdern.=
2 Mark.

Bekanntmachung.

Die Grundbeſitzer unſeres Kreiſes werden hierdurch aufgefordert, die bei ihnen
aus Anlaß der Herbſtübungen entſtehenden Flurbeſchädigungen alsbald nach Be=
endigung
der Uebungen bei der betreffenden Bürgermeiſterei anzumelden, welche
das Erforderliche wegen Feſtſtellung und Abſchätzung der Beſchädigungen durch die
hierfür beſtellte Flurabſchätzungs=Kommiſſion, ſowie demnächſtiger Auszahlung der
Entſchädigung veranlaſſen wird.
Falls die Aberntung oder die Beſtellung der beſchädigten Felder vor Eintreffen
der Flurabſchätzungs=Kommiſſion eintreten muß, wovon indeß nur in den dringend=
ſten
Fällen Gebrauch gemacht werden kann, ſo iſt dies bei der Bürgermeiſterei
beſonders zu beantragen.
Ausdrücklich wird darauf hingewieſen, daß Beſchädigungen, welche nicht durch
die Truppenübungen ſelbſt, ſondern auf andere Weiſe, insbeſondere dadurch ent=
ſtanden
ſind, daß die Beteiligten das rechtzeitige Abernten unterlaſſen haben, keinen
Anſpruch auf Vergütung begründen können.
Das Gleiche gilt von Arbeiten und Aufwendungen, von denen die Beteiligten
gewußt haben, daß ſie durch die Truppenübungen der nächſten Tage zerſtört
werden mußten.
Darmſtadt, den 27 Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Unter Bezugnahme auf unſere vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir
Ihnen, die hiernach bei Ihnen erfolgenden Anmeldungen entgegenzunehmen und die
Nachweiſungen unter Beachtung des Nachſtehenden aufzuſtellen.
Das für dieſelben notwendige Formular wollen Sie bei uns anfordern.
Damit die Aufſtellung der Nachweiſung ohne jede Verzögerung begonnen
werden kann, iſt durch Umfrage bei den Truppenteilen feſtzuſtellen, ob und wann
die Herbſtübungen in ihren Gemarkungen beendet bezw. ob Flurbeſchädigungen nicht
mehr zu erwarten ſind. Die abgeſchloſſenen Nachweiſungen wollen Sie uns hiernach
ſofort einſenden.
In Hinſicht der Aufſtellung der Nachweiſungen bemerken wir:
1. In denſelben iſt der Flächeninhalt des ganzen Grundſtücks, auf dem die
Beſchädigung entſtanden iſt (Spalte 5 der Nachweiſung) genau anzugeben.
2. Die Spalten 6 und 7 dieſer Nachweiſung ſind mit Blei, die Spalten 8bis 11
aber überhaupt nicht auszufüllen. Die Spalte 6a bleibt nur dann unausgefüllt,
wenn die Beteiligten keine beſtimmten Entſchädigungsforderungen ſtellen.
3. Falls die Aberntung oder die Beſtellung der beſchädigten Felder vor Ein=
treffen
der Flurabſchätzungskommiſſion eintreten muß, wovon indeß nur in den
dringendſten Fällen Gebrauch zu machen iſt, und dementſprechend von dem Orts=
vorſtande
in Gemäßheit der Beſtimmung der Ausführungsverordnung zum Natural=
leiſtungsgeſetz
vom 13. Juli 1898 III zu § 14 Abſ. 3 ff. (R. G. Bl. 1898 Seite 922 ff.)
angeordnet wird, hat eine Vorabſchätzung ſtattzufinden, die von einer aus dem
Bürgermeiſter oder Beigeordneten und zwei unparteiiſchen Ortseingeſeſſenen
beſtehenden Kommiſion vorgenommen wird. Bei dieſer Vorabſchätzung wird nur
der Schadenumfang feſtgeſtellt und gegebenenkalls die Forderung der Beſchädigten
entgegengenommen. Der Betrag der zu gewährenden Entſchädigung iſt nicht feſt=
zuſtellen
. Dies geſchieht vielmehr allein durch die Flurabſchätzungskommiſſion.

[ ][  ][ ]

Nummer 101.

Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.

4. Ueber die Anordnung der Aberntung und die Feſtſtellung des Umfangs des
Schadens iſt ein von den abſchätzenden Perſonen zu unterzeichnendes Protokoll auf=
zunehmen
, denn nur auf Grund ſchriftlicher Aufzeichnungen wird die ſpäter eintref=
fende
Flurabſchätzungskommiſſion in der Lage ſein, ihrer Aufgabe gerecht zu werden und
die zuſtändige Entſchädigung genau zu ermitteln. Dagegen läuft bei Außerachtlaſſung
der erwähnten Beſtimmungen, falls von der Flurabſchätzungskommiſſion ein Schaden
nicht mehr oder nur teilweiſe erkennbar iſt, der Beſchädigte Gefahr, gar keine bezw.
eine nicht gebührende Entſchädigungsſumme zu erhalten.
5. Die Anmeldungen der Flurſchäden ſind in der Art zuſammenzuſtellen, daß es
ermöglicht wird, bei der Begehung der angegebenen Aecker behufs Abſchätzung des
Schadens ohne Umwege vom 1. zum 2., vom 2. zum 3. Acker uſw. zu gelangen.
In der Flurſchädennachweiſung ſind danach die beſchädigten Grundſtücke nach
ihrer örtlichen Lage untereinander aufzuführen und nicht etwa alle Grundſtücke des=
ſelben
Beſitzers, wenn dieſe von einander getrennt liegen.

6. Beſchädigungen, welche nicht durch die Trupenibungen ſelbſt, ſondern auf
andere Weiſe, insbeſondere dadurch entſtanden ſind, daß die Beteiligten das rechtzeitige
Abernten unterlaſſen haben, begründen keinen Anſpruch auf Vergütung.
7. Wegen Anlegung der Schützengräben ſind drainierte Ländereien in geeig=
neter
Weiſe als ſolche kenntlich zu machen.
8. Arbeiten und Aufwendungen, von denen die Beteiligten gewußt haben, daß
ſie durch die Truppenübungen der nächſten Tage zerſtört werden mußten, begründen
(18080a
keinen Anſpruch auf Entſchädigung.
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(18084
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Grummetgras=Verſteigerung.

Donnerstag, den 29. und Freitag, den 30. I. Mts.,
jeweils vormittags 8½ Uhr beginnend, wird das Grummetgras
von den ſtädtiſchen Wieſen an der Beckſtraße, den Wieſen öſtlich des
Friedbofs und beiderſeits des Odenwaldbahndammes an Ort und
Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft: Donnerstag am Woogsdamm, alsdann
hinter dem Schießhans; Freitag am Atzwinkelweg am Wald=
(18001md
eingang.
Darmſtadt, den 26. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jaeger.

Verſteigerungs-Anzeige.

Montag, den 2. September 1912, vormittags
9 Uhr,
verſteigere ich im gefl. Auftrag der Firma Wolf & Co. nachſtehende
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(*4681ds
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Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
F. Kurtz, Auktionator und Taxator
Telephon 1202. Pädagogſtraße 2.
Aufträge werden jederzeit entgegengenommen.

Hessische Handelslehranstalt

Obſt= u. Grummetgras=
Verſteigerung.

Die am 23. lfd. Mts. ſtattge=
habte
Verſteigerung des Obſtes
und des Grummetgraſes von der
Pallaswieſe iſt genehmigt.
Die Mäh= und Obſtabgabeſcheine
ſind bei der Stadtkaſſe erhältlich
und müſſen bis längſtens den 10. k.
Mts. abgeholt ſein. (18033md
Darmſtadt, 26. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Das Komitee

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Frühſtücks an arme und kränk=
liche
oder ſchwächliche Schul=
kinder
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über ſeine Tätigkeit im verfloſſenen
Winter vorgelegt. (18082
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richtig befundene Abrechnung nebſt
den zugehörigen Belegen iſt in
der Woche vom 29. Auguſt bis
einſchließlich 4. September 1912
während der Bureauſtunden im
Stadthaus, Zimmer Nr. 59, zur
Einſicht offengelegt.
Darmſtadt, 26. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Schulgeld=Erhebung.

Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium, die Großh.
Liebigs= und die Großh. Lud=
wigs
=Oberrealſchule, die Vor=
ſchule
der Großh. Gymnaſien,
die Viktoriaſchule und das Leh=
rerinnenſeminar
, die Eleonoren=
u
. Frauenſchule ſowie die Mittel=
ſchulen
für das III. Kalender=
vierteljahr
1912 iſt bei Mei=
dung
des Beitreibungsverfahrens
bis Ende I. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 2. Auguſt 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (16665a

Dünger=Verkauf.

Samstag, den 31. Auguſt,
von 930 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in Darm=
ſtadt
die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
verſteigert. (18055df
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Nr. 23.

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Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.

Dünger=Verkauf.

Freitag, 30. Auguſt 1912
vormittags 10 Uhr, wird auf
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Nummer 203.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

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Jamilie Heerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)

Was haben Sie, Herr Doktor? Sind Sie verſtimmt?
Verſtimmt? Nein, das nicht! Aber aufgeregt
Ihres Rates und ihres Troſtes mehr bedürftig, denn je!
Ein beruflicher Aerger? Die Rückſendung eines
Manuſkriptes? Und, da Joachim abwehrend den Kopf
ſchüttelte, ſetzte ſie zögernd hinzu: Etwas Perſönliches?
Ja, es betrifft mich und Sie, Ada! In ſeinen Worten
lebte mühſam unterdrückt Erregung, und vergebens ſuchte
er in dem Dämmer des Abends in Adas Zügen zu leſen.
Was iſt es? leiſe, kaum hörbar klang die Frage an
ſein Ohr.
Da überfiel ihn mit einemmal eine heiße Angſt.
Ahnte ſie jetzt, was ihn bewegte? Fürchtete ſie ſich vor
dem, was er ſie fragen wollte?
Sie wiſſen, was ich meine, Ada. Es kann ſo nicht
zwiſchen uns weiter gehen! Mutlos gemacht durch den
Verdacht, der auf einmal in ihm emporgeſchoſſen war,
klang es reſigniert und traurig.
Und Ada glaubte ihn zu verſtehen: Nein, es kann nicht
ſo weiter gehen zwiſchen uns, beinahe mechaniſch ſagte ſie
es nach. Jetzt war es alſo da, das, wovor ſie ſich ſeit
Wochen gebangt und geängſtigt hatte. Dieſe Wochen, in
denen ſie unſagbar glücklich geweſen war! Jetzt kam das
Ende die Trennung! Was ſie ſich ſelbſt ſo oft mit ge=
heimem
Beben geſagt hatte, jetzt mochte es Herr von Leer=
ſen
wohl ſelbſt einſehen: ein Verkehr im Hauſe des Ballett=

meiſters Jerling war nichts für den Sohn des Miniſters
Seiner Durchlaucht! Wie oft hatte das ihr Väterchen ſchon
geſagt, wenn nach wundervoll verplauderten Stunden
Joachim von Leerſen von ihnen gegangen war: Mein
Kind, es führt zu nichts Gutem. So ſehr ich den jungen
Mann ſchätze, aber, ich will ihn bitten, nicht mehr zu kom=
men
! Und doch war dieſes Wort nicht gefallen! Der
Vater hatte den jungen Mann wohl ſelbſt zu gern, der
trotz der ſeinem Weſen eigenen Zurückhaltung, ſo offen um
das Vertrauen des ſo viel älteren Mannes warb. Er ſah
wohl auch, daß es ein reines ideales Freundſchaftsband
war, das Joachim von Leerſen und ſie verband Es durfte
ja nicht mehr ſein, das hatte ſie ſich ſelbſt tauſendmal war=
nend
zugerufen, wenn ihr Herz in ſchnellerem heißen
Pochen dem Freunde entgegengeſchlagen hatte! Und
darum mußte ſie auch jetzt alle Faſſung zuſammenraffen.
Joachim von Leerſen durfte nichts davon ahnen! Denn
wie ein ſchmetternder Blitz traf es ſie, daß ſie nun ein=
ander
meiden ſollten. Er durfte nicht merken, daß er ihr
mehr als ein verſtehender Freund war. Einen Augen=
blick
ſchwieg ſie; dann ſagte ſie klar und anſcheinend ganz
ruhig: Sie werden den Verkehr in unſerem Hauſe ein=
ſtellen
müſſen, Herr Doktor! Laſſen Sie mich ausreden,
bat ſie, als Joachim auffuhr und ſich gleichſam, als wolle
er ſie am Weiterſprechen hindern, vor ſie hinſtellte. Ich
weiß und fühle es, daß dieſe Trennung ſein muß, drum
laſſen Sie mich es ſein, die die Bande unſerer Freund=
ſchaft
löſt. Sie hat mir und meinem Vater viel Schönes
gebracht, und dafür möchte ich Ihnen jetzt danken. Ich
aber ſie fühlte, daß es wie Tränen in ihr aufſtieg, und
arum brach ſie ab. Stumm reichte ſie Joachim die Hand.

Doch ungeſtüm ergriff Joachim dieſe und hielt ſie feſt
umſchloſſen.
Ich bitte Sie inſtändig, ſagen Sie mir, was ſoll das
heißen, Ada! drängte er. Ich verſtehe Ihre Worte nicht!
Was reden Sie von Abſchied? Oder wünſchen Sie
mein Fernbleiben? Mein Gott, warum quälen Sie mich
ſo? Ich beſchwöre Sie, ſagen Sie mir die ganze Wahr=
heit
!
Aber kein Wort, kein Laut kam über die feſtgeſchloſſe=
nen
Mädchenlippen.
Da ließ Joachim ihre Hand aus der ſeinen. Eine
tiefe Bitterkeit ſtieg in ihm empor. Ja, nun begriff er!
Sie wußte, was er hatte ſagen wollen aber da ſie ihn
nicht liebte und ſeine Gefühle nicht teilte, wollte ſie ihn in
ihrer vornehmen Weiſe das entſcheidende Wort nicht aus=
ſprechen
laſſen. Sie wollte den Freund vor einer ihn de=
mütigenden
Antwort bewahren.
Wünſchen nein! Kaum verſtändlich, nur wie ein
Hauch entſchwebten die Worte ihrem Munde. Aber ich
weiß, daß Sie nicht anders handeln können, und ich ver=
ſtehe
Ihre Handlungsweiſe auch vollſtändig!
Meine Handlungsweiſe?
Ja, nickte ſie, Sie haben Rückſichten zu nehmen auf
Ihre Familie, Ihren Namen, Ihren Stand. Ein Verkehr
in einer Ballettmeiſters=Familie paßt nicht für Sie.
Fräulein Ada, halten Sie ein! Sie wiſſen nicht, was
Sie ſagen. Schätzen Sie mich wirklich ſo niedrig ein, daß
dergleichen Gründe
Nein, das tue ich nicht. Im Gegenteil, ich ſchätze Sie
höher als alle Menſchen, und darum weiß ich, daß das,
was Sie tun, das Richtigſte und Beſte iſt. In ihrer Er=

[ ][  ][ ]

Seite 14.

regung merkte ſie nicht, welchen dopelten Sinn ihre Worte
hatten und wie warm der Unterton war, der in ihnen
bebte.
Der Mann aber vor ihr hörte dieſen Ton und faßte
ihren eigentlichen Sinn. Er fühlte, wie ſich der Druck
ſeiner Seele lichtete. Eine jubelnde Gewißheit erfüllte ihn:
Er wurde wieder geliebt!
Würde es Ihnen weh tun, wenn wir wirklich von=
einander
ſcheiden müßten? fragte er weich.
Lange kam keine Antwort, und dann ein haſtiges ab=
wehrendes
das weiß ich nicht!
Aber ich, Ada; ich würde einfach daran zugrunde
gehen, denn ich habe Dich ſo lieb, ſo über alle Maßen lieb,
Ada!
O. Gott! Nicht Glück, nicht Freude, nein ein Auf=
ſchrei
des Schreckens war es, und ſie ſtreckte abwehrend
die Hände nach ihm aus.
Joachim aber ergriff die zitternden, kleinen Hände und
zog Ada an ſeine Bruſt. Willenlos, beinah wie gelähmt,
ließ es das junge Mädchen geſchehen.
Dann beugte er ſich zu ihr nieder und erzählte flüſternd
von ſeiner Liebe und was er gelitten habe um dieſer Liebe
willen. Von der Einſamkeit ſeines Herzens ſprach er ihr,
wie unverſtanden und liebeleer er durch ſein ganzes Leben
gegangen ſei, bis er ſie kennen gelernt habe. Wie er durch
ſie ein anderer geworden ſei, ein glücklicher Menſch. Heute
aber ſei es ihm klar geworden, daß er ohne ſie überhaupt
nicht mehr leben könne und wolle. Fragen wollte ich Dich,

Ada, ob Du mich lieben könnteſt, ob Du mein ſein wollteſt
und mit mir als Weib hinaus in die Welt gehen würdeſt.
Könnteſt Du das, Ada?
Es wäre Seligkeit des Himmels!
Ada!
In bebender Leidenſchaft, wie berauſcht von Glück,
ſuchten und fanden ſeine Lipen die ihren.
Nach einem kurzen ſeligen Augenblick des Selbſtver=
geſſens
aber machte ſich Ada aus ſeinen Armen frei Nein,
Joachim, es kann ja nicht ſein! Es iſt unmöglich! ſagte ſie
ernſt.
Nichts, nichts iſt unmöglich, wenn Du mich liebſt! Ich
nehme den Kampf mit der ganzen Welt auf! Aber Du,
meine Ada, ſonſt ſo tapfer und mutig, jetzt zagſt Du? Gibt
Dir denn die Gewißheit unſerer Liebe nicht Kraft, alles zu
tragen?
Nicht um meinetwillen bange ich, Joachim
Alſo um meinetwillen, mein Lieb, und warum? Sein
Arm umſchlang ſie von neuem. Ich bin der glücklichſte
Menſch unter der Sonne! Das, was mir das Teuerſte auf
Erden iſt, halte ich in meinen Armen. Mein biſt Du! Ich
halte Dich feſt, und den wollte ich ſehen, der Dich mir ent=
reißt
!
Ada, Ada, wo bleibſt Du? Aus weiter Ferne trug
der Wind den Ruf herüber. Adas Vater rief.
Mitten in ſeinem jubelnden Glück traf Joachim dieſer
Ruf wie eine Mahnung kommenden Kampfes. Er gedachte

ſeiner Eltern. Unwillkürlich aber faßte er Adas Hand
feſter, und ſie, als habe ſie ſeine Gedanken erraten, er=
widerte
ſeinen Händedruck.
Ja, Vater, wir kommen, rief ſie. Wir wollen eilen,
daß wir die Vorausgegangenen einholen!
Ada, was auch kommen mag, ich bleibe Dein! Ver=
ſprich
auch Du mir das!
Ich verſprach es Dir, Joachim.
Adas Hand in der ſeinen haltend, entwarf Joachim,
während ſie eilends vorwärts ſchritten, der Geliebten in
raſchen Worten, wie er ſich die Zukunft dächte Er wollte
umſatteln, wollte Journaliſt werden, und, ſo bald es irgend
möglich ſei, ſich und ihr ein eigenes Heim gründen und ſie
dann als ſein geliebtes, angebetetes Weib zu ſich holen.
Und Ada lauſchte ſtill und ſelig dem Klang der geliebten
Stimme, und heiß ſtieg in ihrem Herzen, gleich einem Ge=
bet
, der Wunſch empor: O, Gott, hilf du, daß es ſo kommt!
Morgen, wenn er ſich etwas geſammelt hatte, wollte
Joachim mit ihrem Vater ſprechen.
Na, ſchnell, ſchnell, meine Herrſchaften, ſchrie ihnen
ſchon von weitem Peter Geißler entgegen. Leiſe löſte Ada
ihre Hand aus der Joachims. Wir wollen mal mit der
Dame wechſeln, lieber Leerſen. Ich habe mich nun genug
mit dem alten eigenſinnigen Kerl rumgeärgert, Sie könnet
nun dies Geſchäft bei ihm fortſetzen. Ich will auch mal
Fräulein Ada ein bißchen den Hof machen.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 29. Auguſt 1912.

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