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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
inren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Das deutſche Kronprinzenpaar wird im
September eine Reiſe nach England und Schottland
machen.
In Württemberg iſt am Mittwoch abend ein
leichteres Erdbeben beobachtet worden.
Die Herzogin Eliſabeth von Gennua,
Groß=
mutter des regierenden Königs von Italien, iſt im
83. Lebensjahre geſtorben.
Die Königin von England iſt geſtern in Neu=
Strelitz eingetroffen.
Nach Informationen an zuſtändiger Stelle hat die
bul=
aariſche Regierung an die Großmächte das
Erſuchen gerichtet, ihren Schritt in Konſtantinopel auf
Unterſuchung der Greueltaten in Kotſchana und
Beſtra=
fung der Schuldigen zu unterſtützen.
Der Exſultan Muley Hafid iſt geſtern in Marſeille
eingetroffen und reiſt von dort nach Vichy weiter.
Arbeiterverſicherung und Schwindſucht.
KK. Die Heilmaßregeln der infolge der
deutſchen Arbeitervſerſicherung gebildeten
Verſicherungsanſtalten weiſen ein immer
wach=
ſſendes Feld reich geſegneter Arbeit auf. Sie haben eine
ſo mächtige Ausdehnung gewonnen, daß ſie ein
unent=
behrlicher Beſtandteil unſerer Wohlfahrtspflege
gewor=
den ſind. Mit ihnen iſt auch der in Deutſchland im
letz=
ten Vierteljahrhundert zielbewußt geführte Kampf gegen
die Tuberkuloſe (Schwindſucht) aufs engſte verknüpft.
Die Verſicherungsanſtalten verfolgen den Feind bis
in die Arbeitsſtätten und Wohnungen. Bekanntlich
wer=
den Entſtehung und Verbreitung der Lungenſchwindſucht
weſentlich durch die Art der Beſchäftigung, die
Beſchaffen=
heit der Werkſtätte und der Wohnung gefördert. Die
erſten beiden Umſtände ſind dem Einfluß der
Verſiche=
rungsanſtalten im weſentlichen entzogen. Immerhin
haben ſie gegenüber Angehörigen beſtimmter, durch ihre
Arbeit eine Erkrankungsgefahr beſonders ausgeſetzter
Berufsgruppen, beiſpielsweiſe bei Steinhauern, die
Uebernahme eines Heilverfahrens von dem
Berufswech=
ſel des Verſicherten abhängig gemacht. Auch auf
geſund=
heitlich einwandsfreie Geſtaltung der Arbeitsräume
kön=
nen die Verſicherungsanſtalten nur mittelbar einwirken.
Um ſo mehr waren ſie, eingedenk der Mahnung Robert
Kochs, daß die Schwindſucht eine Krankheit der
Woh=
nung und eigentlich des Schlafzimmers ſei, auf
Verbeſſe=
rung der Wohnungsverhältniſſe bedacht.
Vielfach kommen die Mittel der
Verſicherungsanſtal=
ten darlehnsweiſe Baugenoſſenſchaften oder
gemein=
nützigen Vereinen zugute, daneben auch Gemeinden,
Arbeitgebern und in nicht geringer Zahl Verſicherten
ſelbſt. Bis zum Schluſſe des Jahres 1911 betrugen dieſe
Darlehen 362 Millionen Mark. Die
Verſiche=
rungsanſtalten ſorgen auch dafür, daß in der Einrichtung
und, was noch wichtiger, in der Benutzung der Häuſer
bewährten geſundheitlichen Erfahrungen Rechnung
ge=
tragen wird. In neueſter Zeit beſchäftigen ſich die
Ver=
ſicherungsanſtalten auch mit der Entſeuchung von
Woh=
nungen, in denen ein Lungenſchwindſüchtiger gewohnt
hat oder geſtorben iſt. Um den beſonders ſchwierigen
großſtädtiſchen Verhältniſſen gerecht zu werden, hat die
Verſicherungsanſtalt Berlin ſeit 1909 drei eigene
Tuber=
kuloſeſtationen eingerichtet. Die Tuberkuloſeſtationen
wenden ihre Fürſorge auch den Angehörigen der Kranken
zu. Dieſe werden ärztlich unterſucht, und es iſt ein
be=
ſonders erfreulicher Erfolg der planmäßigen
Tuberkuloſe=
bekämpfung, daß hierbei anſcheinend noch geſunde, in
Wirklichkeit aber friſch angeſteckte Perſonen ermittelt und
einer rechtzeitigen Heilbehandlung zugeführt werden.
Eine für die Tuberkulöſenfürſorge beſonders wichtige
Gruppe bilden die ſchwindſüchtigen Kinder. Die
Kran=
kenkaſſen gewährten ſchon nach bisherigem Rechte
erkrank=
ten Angehörigen der Kaſſenmitglieder, darunter auch
jugendlichen Tuberkulöſen, freie ärztliche Behandlung,
Arznei und ſonſtige Heilmittel. Ebenſo erfaßte die Un=
fallverſicherung auch die Hinterbliebenen der durch die
Betriebsunfälle getöteten Perſonen. Die
Berufsgenoſ=
ſenſchaften zahlten im Jahre 1910 etwa 14 Millionen
Mark Witwen= und 16,5 Millionen Mark
Kinderrenten, zu denen noch ſonſtige Aufwendungen
an Hinterbliebene (Sterbegeld, Witwenabfindungen uſw.)
im Betrage von 2,5 Millionen Mark hinzutraten. Auch
manchen tuberkulöſen Kindern werden dieſe
Aufwen=
dungen zugute gekommen ſein.
Mit dem 1. Januar 1912 iſt auch eine
Hinter=
bliebenenfürſorge ins Leben getreten. An die
Seite der Verſicherungsanſtalten iſt jüngſt als ein neuer
Gefährte für den Tuberkuloſenkampf die
Reichsver=
ſicherungsanſtalt für Angeſtellte getreten.
Von beſonderer Bedeutung iſt es, daß das Geſetz in
An=
lehnung an die Invalidenverſicherung zur Abwendung
einer drohenden oder zur Wiederherſtellung einer
einge=
tretenen Berufsunfähigkeit ein Heilverfahren zugelaſſen
hat. Daß dadurch in Zukunft auch weite Kreiſe des
Mittelſtandes, unter deren Angehörigen dieſe Krankheit
viele Opfer fordert, eine planmäßige
Tuberkulöſenfür=
ſorge genießen werden, iſt beſonders zu begrüßen.
Uebrigens ſieht die Angeſtelltenverſicherung auch eine
Hinterbliebenenverſorgung vor.
Nachdem durch eine planmäßig fortſchreitende
Ge=
ſetzgebung immer weitere Kreiſe der erwerbstätigen
Be=
völkerung bis tief in den Mittelſtand von der
öffentlich=
rechtlichen Verſicherung erfaßt wurden, die Heilfürſorge
der Verſicherungsanſtalten auf unheilbare
Schwindſüch=
tige und auf ſchwindſüchtige Kinder ausgedehnt, auch die
Wohnungsfrage nachdrücklich in Angriff genommen
wor=
den iſt, beginnt der Ring ſich zu ſchließen. Der Sieg
über die Schwindſucht als Volksſeuche iſt in Deutſchland
kein ſchöner Traum mehr. Die
Arbeiterverſiche=
rung aber erſcheint in erſter Linie berufen, durch
weiteren Ausbau zur vollen Erreichung des Zieles
mit=
zuwirken.
Das Ergebnis der franzöſiſcheruſſiſchen
Verhandlungen.
* Der Korreſpondent des Figaro meldet: Das
Communigué, welches am Samstag in Paris
und Petersburg ausgegeben wird, wird ſich darauf
beſchränken, die vollſtändige Einheit der Geſichtspunkte,
zu der man in allen Fragen gelangt iſt, zu betonen. Ich
bin in der Lage, die Refultate, welche in einigen Tagen
erreicht worden ſind, näher anzugeben.
Miniſterpräſi=
dent Poincaré hat ſich bemüht, die Vorteile, welche
Frankreich durch die Verhandlungen in Potsdam inbezug
auf die Bagdadbahn eingebüßt hat, durch reichliche
Kom=
penſationen auf anatoliſchen und perſiſchen Linien wieder
einzuholen. Inbezug auf die Situation im Balkan hat
Miniſterpräſident Poincaré kategoriſch erklärt, daß die
franzöſiſche und ruſſiſche Diplomatie zuſammen die
abſo=
lute Aufrechterhaltung des status quo verlangten.
Be=
treffs des italieniſch=türkiſchen Krieges hat man auf
bei=
den Seiten konſtatiert, daß offiziöſe Beſprechungen
zwi=
ſchen der Türkei und Italien ſtattfinden, und daß Grund
zu der Hoffnung vorliegt, daß bald ein neuer
Vermittlungs=
verſuch ſeitens der Mächte unternommen werden kann.
Es wurde aber anerkannt, daß für den Augenblick kein
Schritt dieſer Art getan werden kann. Auf militäriſchem
Gebiet hatte Miniſterpräſident Poincaré keine ſpeziellen
Unterhandlungen mit dem Kriegsminiſter und dem Chef
des Generalſtabs. Aber gewiſſe Aenderungen an den
Beſtimmungen der Militärkonvention von 1892, die man
für nützlich erachtet, ſind bereits diskutiert und auf
bei=
den Seiten beſchloſſen worden. In dieſer Hinſicht wird
die nahe bevorſtehende Reiſe des Großfürſten Nikolai
Nikolajewitſch, welcher offiziell nach Frankreich kommen
wird, als ein Moment der vollkommenen Harmonie
her=
vorgehoben, welche zwiſchen den Generalſtäben der
bei=
den verbündeten Armeen beſteht.
Miniſterpräſident Poincaré richtete vor ſeiner
Abreiſe nach Moskau an Präſident Falliäres ein
Telegramm, worin er ſeine volle Zufriedenheit über den
Verlauf der Petersburger Verhandlungen ausdrückt. Es
ſeien alle aktuellen Fragen erörtert worden.
Detttſches Reich.
Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter
begibt ſich nach einem kurzen Aufenthalt bei Herrn
v. Schön in Berchtesgaden nach Bad Gaſtein zum Beſuch
des Reichskanzlers.
— Ein Gutachten des Reichsjuſtizamts
zur Jeſuitenfrage. Wie Berliner Blätter
mel=
den, hat der Juſtizausſchuß des Bundesrats das
Reichs=
juſtizamt erſucht, eine Denkſchrift über das Jeſuitengeſetz
auszuarbeiten. Das Gutachten des Reichsjuſtizamts wird
die Grundlage für die Entſcheidung des Bundesrats
bil=
den. In der Denkſchrift ſoll die Jeſuitengeſetzgebung
und ihre Auslegung einer genauen Prüfung unterzogen
und feſtgeſtellt werden, ob der bayeriſche Erlaß mit der
bisherigen Auslegung des Jeſuitengeſetzes vereinbar iſt.
Die Entſcheidung des Bundesrats wird bald nach ſeinem
Wiederzuſammentritt erfolgen. Wie bekannt, wird
die Zentrumsfraktion nach dem
Wiederzuſſam=
mentritt des Reichstags den Antrag auf völlige
Aufhebung des Jeſuitengeſetzes ſtellen. Dazu
er=
fahren wir zuverläſſig, daß auch Bayern im Bundesrat
beantragen wird, die völlige Aufhebung des
Jeſuiten=
geſetzes zu beſchließen.
Dr. Solfs Erfolg in Südweſtafrika.
Dr. Solfs Reiſe nach dem deutſchen Schutzgebiet in
Süd=
weſtafrika hat mit einem vollen Erfolg abgeſchloſſen.
Selbſt die nicht ſehr regierungsfreundliche Lüderitzbuchter
Zeitung ſchreibt zu ſeinem Abſchied von der Kolonie:
„An allen Orten, die Se. Exzellenz auf der Reiſe
durch unſer Schutzgebiet berührt hat, hinterläßt er nicht
nur das Gebächtnis eines in hohem Grade
liebenswür=
digen und erfahrenen Staatsmannes, ſondern neben der
Anhänglichkeit der Anſiedler hat er auch ihr Vertrauen
in einem Maße zu erwerben gewußt, das auf ein
fried=
liches und erſprießliches Zuſammenarbeiten des
Reichs=
kolonialamts mit den die Anſiedler vertretenden
Körper=
ſchaften hoffen läßt. Bergbaubefliſſene, Farmer,
Kauf=
leute. Gewerbetreibende, Handwerker haben Gelegenheit
gehabt, durch ihre Vertreter in perſönlichen Verkehr mit
dem Herrn Staatsſekretär zu treten, und für alle hatte er
ein gutes Wort. Mögen ſich die weittragenden
Hoff=
nungen, die in allen Kreiſen an dieſen Beſuch geknüpft
werden, unvermindert erfüllen. Aber auch wenn das
nicht der Fall ſein ſollte wenn der eine oder der andere
Wunſch der Anſiedler oder einer Gruppe derſelben aus
Gründen, die ſich von hier aus nicht ohne weiteres
über=
fehen laſſen, unerfüllt bleiben, ſo bleibt uns als
Haupt=
ergebnis der Reiſe doch immer noch die in Windhuk
ge=
tane unumwundene Erklärung Sr. Erzellenz, daß
Süd=
weſt ein Neudeutſchland werden ſolle, daß unſere Kolonie
in erſter Linie als Siedelungskolonie betrachtet zu
wer=
den verdiene.”
Andere ſüdweſtafrikaniſche Blätter ſprechen ſich in
ähnlichem Sinne aus und laſſen die herzliche
Wert=
ſchätzung erkennen, die Dr. Solf in der Kolonie ſich zu
erwerben gewußt hat.
— Holland und dasdeutſche
Schiffahrts=
abgabengeſetz. Der Berliner Korreſpondent der
Daily Mail ſendet ſeinem Blatte einen langen Bericht
über die angebliche Abſicht Deutſchlands, vom Rhein
einen Kanal nach Emden zu bauen, und dadurch Holland
zu zwingen, die Schiffahrtsabgaben anzunehmen. Der
Korreſpondent benutzt den Artikel zu einer Hetze gegen
Deutſchland, die darauf ausgeht, Holland gegen die
deutſche Regierung ſcharf zu machen. — Die Angaben
des bekannten Hetzblattes verdienen um ſo weniger
Glau=
ben, als die Verhandlungen zwiſchen Deutſchland und
Holland zurzeit, wie verlautet, überhaupt ruhen. Von
einer Abſicht Deutſchlands, einen derartigen Kanal zu
bauen, kann alſo vorderhand gar nicht die Rede ſein.
— Der preußiſch=bayeriſche Lotterie=
Vertrag als Austauſchobjekt? Graf von
Crailsheim hat im Finanzausſchuß des Reichsrates ſehr
warm für den von der Zweiten Kammer abgelehnten
Lotterievertrag geſprochen. Wie die Voſſ. Ztg. erfährt,
will nun das Zentrum im bayeriſchen Landtage „ſeinen
Widerſpruch gegen die Lotteriegemeinſchaft fallen laſſen,
nachdem es das partikulariſtiſche Geſicht ſeinen Wählern
gegenüber hinlänglich gewahrt zu haben glaubt.”
Außer=
dem ſoll die ganze Angelegenheit zu einem kleinen „
Kuh=
handel” benutzt werden, nämlich dazu, Preußen zu
grö=
ßerem Entgegenkommen und zu größerer Eile in der
Frage des Anſchluſſes Bayerns an die Rhein=Main=
Kanaliſation zu bewegen. Ganz im Hintergrunde hoffen
die Führer des bayeriſchen Zentrums, im Landtage auch
noch in einer anderen Sache Vorteile für ſich und das
klerikale Miniſterium Hertling von Preußen
herauszu=
ſchlagen. Die Diskuſſion über die Jeſuitenfrage nämlich
glaubt man angenehmer geſtalten zu können, wenn dieſe
Differenz zwiſchen Bayern und Preußen aus der Welt
geſchafft ſei.
Ausland.
Frankreich.
Frankreich und der neue Sultan von
Marokko. Der Figaro ſchreibt zu der Einſetzung des
neuen Sultans: Herr Caillaur und ſeine Unterhändler
hatten ſich in unbegreiflicher Weiſe die Hände gegenüber
Muley Hafid gebunden. Es bedurfte des ganzen Taktes
und der Energie des Generals Liautey, damit unſere
Intereſſen nicht allzu ſehr unter den Verpflichtungen
litten, welche die damaligen Vertreter Frankreichs in
leichtſinniger Weiſe übernommen haben. Muley Hafid
hat ſich alle Rechte vorbehalten. Er konnte abdanken,
wenn es ihm gefiel, ſelbſt ſeine Nachfolger und ſeinen
Aufenthalt wählen. Das einzige, was uns blieb, war,
ihm eine hohe Penſion zu bezahlen; wenn es künftighin
einem Sultan von Marokko belieben ſollte, auf die Macht
zu verzichten, ſo würde er das auf ſeine Koſten und
Ge=
fahr tun. Die einfache Tatſache des Verzichtens würde
uns von jeder Verpflichtung ihm gegenüber entbinden.
Belgien.
Beſuch des Königspaares in
Antwer=
pen. Der König und die Königin von Belgien,
beglei=
tet von den beiden Prinzen und der Prinzeſſin, hielten
am Mittwoch in Antwerpen ihren feierlichen Einzug und
nahmen im Stadtſchloß Wohnung. Der König und die
Königin hatten bis jetzt ſeit dem Regierungsantritt des
Königs noch keine Gelegenheit, die größeren Provinzſtädte
zu beſuchen und machten nun mit Antwerpen, das ihnen
einen feierlichen Empfang bereitete, den Anfang. Zur
Begrüßung liegen im Hafen das deutſche Schulſchiff
Viktoria Luiſe, der engliſche Kreuzer Glouceſter, das
fran=
zöſiſche Kriegsſchiff Marſeillaiſe und das holländiſche
Linienſchiff Jakob van Heemskerck.
England.
Der Premierminiſter der
ſüdafrika=
niſchen Union Botha iſt zum Ehrengeneral der
britiſchen Armee ernannt worden.
Vereinigte Staaten.
Die Bill über den Stahlzoll iſt vom
Repräſentantenhaus mit 173 gegen 83 Stimmen trotz des
Vetos des Präſidenten Taft angenommen worden. Es
wird aber erwartet, daß der Senat die Vorlage nicht
an=
nehmen wird.
Die Panamakanalbill. Die gemeinſame
Konferenz der beiden Häuſer des Kongreſſes iſt am
Don=
nerstag zu einer Einigung gekommen. Das
Amende=
ment des Senats, das der amerikaniſchen Ozeanſchiffahrt
gebührenfreie Benutzung des Panamakanals einräumt,
wurde geſtrichen. Der Paragraph, der der
armerikani=
ſchen Küſtenſchiffahrt die freie Benutzung des Kanals
ge=
währt, bleibt beſtehen. Eine neue Beſtimmung wurde
an=
genommen, die ſich auf Schiffe bezieht, die
Eiſenbahn=
geſellſchaften gehören und auf die Beziehungen zwiſchen
Eiſenbahn= und Dampferlinien, und zwar entſpricht dieſe
Beſtimmung den Grundſätzen, die von dem Senat
auf=
geſtellt waren. Die Amendements des Senats, wonach
Schiffen, die ſich unter der Kontrolle der Truſts befinden,
die Benutzung des Kanals verwehrt wird, wurde
ange=
nommen. Senator Brandeger und Kongreßmitglied
Steven weigerten ſich, den Bericht der Konferenz zu
unter=
zeichnen.
*
* Moskau, 14. Aug. Zu Ehren des franzöſiſchen
Miniſterpräſidenten Poincaré gab heute der Gouver=
neur ein Frühſtück. Abends veranſtaltete die franzöſiſche
Kolonie ein Feſtmahl.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Auguſt.
Rückgang der Bevölkerung Darmſtadts.
* Bekanntlich hat ſchon bei der letzten Volkszählung
im Dezember 1910 die geringe Zunahme der Bevölkerung
unſerer Stadt Befremden erregt. Jetzt wird nun
ge=
meldet, daß die dauernd geübte polizeiliche Kontrolle der
Zu= und Wegzüge die unerfreuliche Tatſache ergeben hat,
daß im letzten Jahre die Bevölkerung der
Reſidenz nicht allein nicht zugenommen, ſondern im
Gegen=
teil nicht unerheblich abgenommen hat. Die
Richtigkeit dieſer Meldung, die nicht geringes Aufſehen
erregen dürfte, wird uns von zuſtändiger Seite beſtätigt.
Eine Bevölkerungsabnahme bei Städten von der Größe
Darmſtadts gehört zu den ſeltenſten Erſcheinungen und
iſt bei den fünfjährigen Volkszählungen nur ganz
ver=
einzelt konſtatiert worden. Die Gründe dieſer
bedenk=
lichen Erſcheinung zu erforſchen, iſt im Intereſſe unſerer
Stadt unbedingt geboten. Einen Anhaltspunkt könnte
man aus einer genauen Statiſtik der weggezogenen Leute
gewinnen und aus einem Vergleiche der im letzten Jahre
mit denen in den früheren Jahren Zugezogenen.
Jeden=
falls ſollte man dieſer für unſere Stadt ſo überaus
wich=
tigen Frage allgemeinſte Beachtung ſchenken.
Die Bevölkerung Darmſtadts, einſchließlich der
Gar=
niſon, zählte nach der letzten Volkszählung im Dezember
1910: 87089 Einwohner, 1905: 82341, 1900: 72 381.
* Ernannt haben Se. Könial. Hoheit der
Groß=
herzog den Oberbibliothekar Dr. Ludwig Voltz in
Darmſtadt zum Mitglied der Hiſtoriſchen Kommiſſion
für das Großherzogtum Heſſen.
-g. Kriegsgericht. Wegen Kameradendiebſtahls hatte
ſich der Musketier Schäfer vom Leibgarde=Infanterie=
Regiment Nr. 115 vor dem Kriegsgericht der 25. Diviſion
zu verantworten. Der militäriſch ſchon mehrmals
vor=
beſtrafte Angeklagte ſah am 28. Juli auf dem
Truppen=
übungsplatz Ohrdruf, wie ſeine Stubenkameraden Karten
ſpielten und hierbei dem Gardefüſilier Thon ſein
Porte=
monnaie aus der Taſche fiel. Als er ſich unbeobachtet
glaubte, nahm Schäfer das Portemonnaie an ſich. Einen
Teil der darin enthaltenen 7 Mk. ſetzte er ſogleich in der
Kantine in Bier um, 4 Mk. verſteckte er hinter einen
Pfeiler der Umzäunung des Barackenlagers, das
Porte=
monnaie warf er fort. Der Angeklagte gibt den
Dieb=
ſtahl zu, der Schaden wurde erſetzt. Das Gericht
er=
kennt auf 3 Wochen ſtrengen Arreſt und
Ver=
ſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes.
Desſelben Vergehens iſt der Musketier Friedrich Dörr
aus Neuhauſen (Kreis Worms) vom Infanterie=
Regiment Nr. 168 beſchuldigt. Der noch nicht
vorbe=
ſtrafte Angeklagte kam am 21.Juli, morgens 1 Uhr, in
Butzbach von der Wache zurück und ſah, als er die
Stube betrat, wie dem Musketier Schulte der
Bruſt=
beutel heraushing. Er löſchte das Licht, entnahm dem
Beutel zwei Zweimarkſtücke und ein Einmarkſtück. Als
hierbei Schulte erwachte und fragte, wer da ſei,
ant=
wortete er erſt nach mehrmaligem Fragen. Das Geld
nahm er mit in das Bett, am anderen Morgen ſteckte
er es in ſein Kommisbrot. Hier wurde es nach der
Anzeige auch vorgefunden. Dörr gibt an, er wollte nur
einen Spaß mit Schulte machen. Das Gericht ſchenkt
dieſer Ausſage keinen Glauben und verurteilt den
Ange=
klagten zu vier Wochen ſtrengem Arreſt und
Verſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes. —
Der bereits oftmals und auch wegen des ihm
neuer=
dings zur Laſt gelegten Delikts vorbeſtrafte 40 jährige
Gardiſt der Landwehr Chriſtian Kaufmann aus
Mainz war vom Standgericht Mainz wegen unerlaubter
Entfernung in ſechs Fällen zu einer Geſamtſtrafe
von 4 Wochen ſtrengem Arreſt verurteilt worden, weil
er in den Jahren 1907 bis 1912 die
Frühjahrskontroll=
verſammlungen nicht beſucht hatte. Kaufmann hatte
wegen der Höhe der Strafe Berklfung eingelegt, der
vom Kriegsgericht auch inſoweit ſtattgegeben wurde, daß
die Geſamtſtrafe auf 3 Wochen ſtrengen Arreſt
herabgeſetzt wird. — Der vorbeſtrafte Trainſoldat Karl
Georg Dittmar Walber vom Trainbataillon Nr. 18
hat ſich wegen Ungehorſam in unbewaffnetem
Zu=
ſtande und Beharrens im Ungehorſam, Beleidigung
eines Vorgeſetzten und Achtungsverletzung zu
verant=
worten. Der Angeklagte wurde am 30. Juli bei der
Fahrt zwiſchen Eberſtadt und Malchen vom Gefreiten
Fröhlich wiederholt aufgefordert, etwas mehr nach
links zu fahren, da das Fußbankett ſonſt zu ſehr
zer=
fahren würde. Walber kam jedoch dem Befehl nicht
nach, er erwiderte ihm, der Sergeant habe ihm den
Befehl gegeben, er ſolle auf ſeinen Vordermann fahren,
r ſolle ihn in Ruhe laſſen. Auch gebrauchte er die
bekannte Aeußerung Götz’ von Berlichingen. Gefreiter
Fröhlich war dem Sergeanten zur Unterſtützung bei dem
Transport der acht Wagen beigegeben, er war alſo
be=
berechtigt, Befehle zu erteilen. Das Gericht erkannte
auf 3 Wochen ſtrengen Arreſt.
** Todesfall. Am Mittwoch abend verſchied hier
nach längerem Leiden Herr Oberſt z. D. von
Hof=
mann im 79. Lebensjahre. Er trat ſeiner Zeit in das
Großh. Artilleriekorps ein und machte die Feldzüge 1866
und 1870/71 bei dem Großh. Artilleriekorps (
Feldartil=
lerieregiment Nr. 25) mit, ſtand ſpäter in Erfurt,
Magde=
burg, Münſter i. W., und wurde dann Kommandant von
Köln und zuletzt von Küſtrin. Nachdem er ſeinen
Ab=
ſchied genommen, wurde er Kurdirektor von Bad
Nau=
heim. Die letzten Jahre verlebte er in Darmſtadt. Mit
ihm iſt der letzte heſſiſche Ritter des
Eiſer=
nen Kreuzes erſter Klaſſe dahingeſchieden.
— Hoftheater. Für das hochdramatiſche Fach iſt,
wie wir hören, Frau Hanna Raffay engagiert, die zu
dem Enſemble Max Reinhardts gehört hat.
— Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Ein=
nahmen im Monat Juli 1912 betrugen: 1.
Perſonen=
verkehr 667 423 Mk. (gegen 628 637 Mk. im Juli 1911).
2. Güterverkehr 83959 Mk. (80 497 Mk.) 3.
Neben=
innahmen 5753 Mk. (5797 Mk.) 4. Geſamteinnahmen
757 135 Mk. (714 931 Mk.).
* Die Turngemeinde Darmſtadt veranſtaltet am
Sonntag nachmittag in ihrem Turnhaus ein
Sommer=
feſt. Für Kinderbeluſtigung jeder Art iſt in reichſtem
Maße geſorgt. Ebenſo gibt es Ueberraſchungen für
Er=
wachſene, wie Verloſung, Schießgelegenheit uſw. Auch
wird ſich die Turn= und Singmannſchaft an dieſer
Ver=
anſtaltung aktiv beteiligen. Abends findet Tanz im
großen Saale ſtatt. Die Mitglieder und deren
Angehö=
rigen ſowie Freunde und Gönner ſind hierzu freundlichſt
eingeladen.
* Bürger=Verein-Darmſtädter Fechtklub. Wie ſchon
ekannt gegeben und wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
findet das diesjährige Oberwaldhaus=
Sommer=
feſt — wenn die Witterung es erlaubt. — am 17. Auguſt
ſtatt. Es ſind diesmal beſondere Vorbereitungen
getrof=
fen, um den Teilnehmern genußreiche Stunden zu
berei=
ten; neben der Illumination, Lampionpolonäſe,
Gondel=
fahrt, bengaliſche Beleuchtung, Konzert, werden ſicher die
Leiterpyramiden, die von einer Mannſchaft der
Turn=
gemeinde im Freien geſtellt werden, den Glanzpunkt des
Sommerfeſtes bilden. Möge nun auch der Himmel ein
freundliches Geſicht zeigen und Sonne und Wärme
ſpen=
den, damit die Vorbereitungen nicht umſonſt waren und
die Erwartungen nicht enttäuſcht werden.
* Gartenbeiuverein. Nächſten Sonntag wird ein
Ausflug nach Geiſenheim unternommen. (Näh.
im Anzeigenteil.)
* Kavallerie=Verein Darmſtadt Morgen Samstag
begeht der Verein bei Kamerad Diehl, Reſtauration
„zum Krokodil‟ Eliſabethenſtraße 44,
Gravelotte=
feier, verbunden mit Gartenfeſt.
* Der Heſſen=Darmſtädter Volksfeſt=Verein von New=
York hat beſchloſſen, im Jahre 1913 eine gemeinſchaftliche
Reiſe nach der alten Heimat zu machen. Es
ſoll nicht allein eine Vergnügungs= und Erholungsreiſe
ſein, es gilt auch, der alten Heimat zu zeigen, daß die
Söhne und Töchter des Heſſenlandes die, dem deutſchen
Wandertrieb folgend, in der neuen Welt ſich eine Heimat
gegründet haben, dem Lande ihrer Geburt immer einel
treue Liebe und Anhänglichkeit bewahrt haben. Die
Reiſe ſoll aber nicht nur nach Heſſen=Darmſtadt, ſondern
auch nach den größten Städten und den ſchönſten
Sehens=
würdigkeiten Deutſchlands führen. Die Reiſe wird Endel
Mai 1913 mit dem Hamburger Dampfer „Pennſylvania‟
Bilder aus dem Leben Maſſenets.
C) Es war im Rom der ſechziger Jahre, Liſzt, der
Künſtler und der Menſch, ſtand im Mittelpunkt des
muſi=
kaliſchen Lebens in der ewigen Stadt. In jenen Tagen
hielt auch ein junger, ſchlanker Burſche ſeinen Einzug in
Rom: der neue Stipendiat des Rompreiſes, ein
un=
bekannter kleiner Savoyardenjüngling, Jules Emile
Fré=
dérie Maſſenet, damals der jüngſte Bewohner der
Villa Medici. Als Chaplain, ſpäter der berühmte Meiſter
der Geigenkunſt, in einer feinen Zeichnung die Züge des
jungen Muſikanten verewigte, träumten Maler und Modell
gewiß von Ruhm und ſtrahlender Zukunft, aber noch hatte
keiner von ihnen des Schickſals heitere Loſe gezogen. Der
Abglanz einer engen melancholiſchen Vergangenheit, der
damals das Antlitz des jugendlichen Muſikers umſchattete,
mochte Chaplain angezogen haben: ein ſcharf geſchnittener
bartloſer Mund, der ſchmerzliche Geheimniſſe zu
verſchwei=
gen ſchien; darüber aber zwei weiche, tief unter den
Brauen eingebettete Träumeraugen und eine faſt
frauen=
haft zarte Stirn, über der die üblichen Muſikerlocken,
ſorg=
lich zurückgeſtrichen, wallten. Erſt langſam befreite ſich
wieder im Weſen dieſes jungen Menſchen jene ſchlichte,
unverſiegliche Heiterkeit, die lange Jahre banger
Entbeh=
rungen und harter, grauer Pflichterfüllung nie ertötet, aber
doch geknebelt hatten. Der 22jährige Maſſenet konnte auf
keine lichte, ſorgloſe Jugend zurückblicken, wie ſie ſonſt
Kindern vielleicht vergönnt iſt, und er brauchte einige Zeit,
ehe er aus dem Schatten der Vergangenheit den Weg in
das Licht der oft harten, aber klaren Wirklichkeit fand. Das
jüngſte Kind unter 21 Geſchwiſtern. Das rhythmiſche
Hämmern der Schmiede und der harte Aufeinanderklang
von Metall auf Metall begleitete die Geburt des Kindes
und auch ſeine erſten Lebensjahre. Er ſelbſt, der noch
immer arbeitsfrohe und unermüdliche Siebenziger, der
nun in das Reich der Schatten eingetreten iſt, liebte es,
mit einem milden, halbtraurigen Lächeln von jenen
fer=
nen, fernen Erinnerungen zu ſprechen: „Beim Dröhnen
ſchwerer Erzhammer bin ich geboren.” Und wie
entſchul=
digend fügt er hinzu: „So wenigſtens würden früher die
Dichter geſagt haben.‟ Der Vater beſchäftigte in ſeiner
Fabrik viele Tiroler, und dieſen Kindern deutſcher
Alpen=
welt die gern durch heimiſche Weiſen die harte
Eintönig=
keit ihrer ſchweren Arbeit verſchönten, verdankt der kleine
Fules ſeine erſten muſikaliſchen Eindrücke, die durſig ein=
geſogen werden, ſchon das vierjährige Kind mechaniſch
zum Klavier treiben und in ſchüchterner Nachahmung jener
Tiroler Volkslieder die erſten Geheimniſſe des
Muſik=
inſtrumentes ahnen laſſen.
Die Eltern zögern nicht, dieſe ſo urſprünglich
er=
wachende Liebe zur Muſik zu fördern. Aber als der kleine
Jules glücklich ſechs Jahre alt iſt, verſtummen in ihm die
Schmiedehammer und auch die Tiroler Lieder: unter den
Wogen der Revolution von 1848 wird die Werkſtatt, die
Fabrik der Eltern zertrümmert und das Geſpenſt der Not
treibt ſie alle, die vielen Brüder und Schweſtern, von der
Heimat fort in das rauſchende fremde Paris. Als
neun=
jähriges Kind wird der kleine Maſſenet ins Konſervatorium
aufgenommen, er ſpielt Beethovens Sonate op. 18 zum
Entzücken der Lehrer, aber ihre Freude vermag ſein
Heim=
weh und das Gefühl troſtloſer Einſamkeit nicht zu
mil=
dern. Er flieht ſogar aus ſeinem Gefängnis, flüchtet zur
Schweſter, die ihn ſtrengen Sinnes der Gendarmerie
über=
liefert; man ſchleppt ihn nach Lyon zur Mutter und nur
ihrer gütigen Zurede gelingt es, das Kind von neuem
wieder jener Einſamkeit zuzutreiben, über die für ihn der
Weg zum Ruhme führt. Von jener Zeit ab hat der junge
Maſſenet alle jene Leiden des mittelloſen Muſikſchülers
bis zur Neige durchgekoſtet, hat im Orcheſter kleiner
Café=
häuſer geſeſſen und für 2½ Francs die ganze Nacht
hin=
durch „gearbeitet” bis die Müdigkeit ihn überwältigte.
Aber gerade in jenen Tagen der Not und der Enge
er=
wacht in ihm als leiſer Troſt jenes Vertrauen zu ſeiner
Begabung, das fortan, ſchlicht, ſtill und faſt ſchüchtern,
ſeinen Lebensweg begleitet. In dem kleinen Orcheſter des
Café Charles in der Rue des Poiſſonniers, wo der wackere,
ſpäter berühmt gewordene Marié mit den Geſten eines
Königs im Reiche der Töne den Taktſtock ſchwang, ſchlägt
Maſſenet dreimal in der Woche nachts die Zimbel, und
als der beſcheidene blonde Muſikſchüler zögernd ſeinem
„Meiſter” eine eigene Kompoſition zu überreichen wagt,
eine religiöſe Marſchmuſik für Sankt Peter vom
Mont=
martre, erklärt ſich Marié ſogar bereit, das Werk zu
ſpie=
len. Die anderen Abende der Woche ſitzt Maſſenet im
Theaterorcheſter; die Arbeit iſt ſchwer, aber die Hoffnung
groß und der Wille heiter.
So ringt er ſich durch bis zu dem erſten hellen
Sonnen=
ſtrahl, bis zur Erlangung des Prir de Rome, der ihm
auf ein paar Jahre die Sorge ums tägliche Brot abnimmt.
Und in Rom beginnt auch das Aufatmen; Liſzt, damals
der Große, der Vielgefeierte, nimmt ſich des inngen Sa=
voyarden an und durch Liſzt lernt er auch das junge
Mäd=
chen kennen, das nach kurzen Jahren ſeine Braut und ſeine
Gattin wird, die reizende, zarte Mlle. de Sainte=Marie,
erſt eine Schülerin Liſzts und dann die Maſſenets. Ein
einjähriger Aufenthalt in Deutſchland folgt, ein
wei=
eres Jahr in Ungarn und Böhmen, wo die ſchwermütige
tſchechiſche Muſik ſeinen Sinn erweitert. Aber als die
Ge=
liebte nun endlich ſeine Frau geworden und die Stunde
der Heimkehr nach Paris ſchlägt, beginnt auch nach der
Erholungspauſe der Sorgloſigkeit wieder das harte
Rin=
gen mit der Wirklichkeit, wieder der ſchwere, mühſame
Kampf ums tägliche Brot. Wieder ſieht man Maſſenet,
ſchon Komponiſt zahlreicher Muſikſtücke, im
Caféhaus=
orcheſter ſpielen; und den Tag über haſtete er von einem
Haus zum anderen, um durch den Unterricht am Klavier
ein paar Francs zu verdienen. Seine erſten Opern, ſeine
ſtolzeſten Hoffnungen, liegen daheim in der Schubladen
Fünf Jahre müſſen verſtreichen, bis die grauen Wolken
am Himmel der Sorge ſich teilen. Schon will Maſſenet
den Boden Frankreichs verlaſſen und in die Fremde ziehenz
Noch ein letzter Verſuch. Er hat ſeine Maria
Mag=
dalena vollendet; von ſeinem Verleger begleitet, wagt
er ſich zu dem gefürchteten Pasdeloup. Es regnet in
Strömen. „Schnell ans Klavier!” ſagt Pasdeloup mit
ſeiner gewohnten kalten Kürze. Und Maſſenet beginn
mit der Introduktion. Nach den erſten Takten läßt ein=
Sturmwind die Fenſter erzittern und treibt durch den
Kamin den Rauch ins Zimmer. Man öffnet die Fenſter
ſchließt ſie wieder, Maſſenet muß weiter ſpielen, aber der
Sturm kommt wieder: fortwährend muß das Oeffnen und
Schließen der Fenſter wiederholt werden. Und unter
dieſen Umſtänden ſoll die Entſcheidung fallen. Endlich iſte
Maſſenet, aufs tiefſte deprimiert, mit ſeinem Vortrag fere
tig. Er ſchließt das Klavier. Trocken meint Pasdeloup
„Nun, mein Junge, Sie haben ſich Ihr Frühſtück ehrlich
verdient.” Kein Wort weiter. Ein kurzer Abſchied. Bald
darauf geht Maria Magdalena in Szene, der Erfolg iſt
beiſpiellos, das Eis gebrochen. „Mich packt man nicht
leicht, aber ich habe geheult,” ſagt ſogar der ſonſt ſo
un=
zugängliche Ambroiſe Thomas. Der Sieg war
vollkom=
men, und nun beginnt der Aufſtieg, der den jungen
Maſſe=
net von den ſiebziger Jahren ab bis zur Gegenwart zu
einem der am meiſten aufgeführten und am meiſten gefeien
ten Komponiſten in Frankreich machen ſollte,
oder „Graf Walderſee” angetreten und ſoll mit der
Dampferfahrt rund 50 Tage in Anſpruch nehmen.
* Deklamatorium. Man ſchreibt uns: Alle Freunde
chriſtlicher Poeſie werden es mit Freuden begrüßen, daß
nach langer Unterbrechung hier wieder ein
Deklama=
ſtorium zu Gehör gebracht wird, dazu das wenig
be=
kannte Daniel, der Reichskanzler von
Baby=
ſon, verfaßt von dem in vielen Kreiſen bekannten
Schriftſteller Moderſohn. In Gedicht, Lied und
Chorgeſang wird das erhabene Bild des alten
Glaubens=
helden entworfen, der, dem Glauben ſeiner Väter treu,
ſelbſt vor den Qualen des Märtyrertodes nicht
zurück=
ſchreckt. Die Veranſtaltung findet am Sonntag im Saale
der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, ſtatt.
Hugenſchütz’ Felſenteller. Heute, Freitag, findet
zur Erinnerung an die Schlacht bei Gravelotte ein
atriotiſches Konzert ſtatt, wobei dem Charakter
des Tages entſprechende Stücke zur Aufführung
ge=
langen. Der Trompeterſoliſt der 61er Kapelle, Herr
Fritz Lemmer, wird außer einigen Liedern noch die
Bariationen über den Deſſauer Marſch vortragen. Zum
Schluß kommt das militäriſche Potpourri=Kriegsraketen
von A. Konradin zur Aufführung. (Siehe Anzeige und
Plakate.)
Nauheim bei Gyoß=Gerau, 15. Aug. Der Dieb
per in der Nacht vom 7. zum 8. Auguſt in das hieſige
Pfarrhaus einbrach, wird, wie folgt, beſchrieben:
45—40 Jahre alt, 1,80—1,85 Meter groß, geſetzte Statur,
breitſchulterig, volles rötlichbraunes Geſicht, rötliches
Haar, desgleichen Schnurrbart, ungepflegt und unraſiert,
trug bräunlichen abgetragenen Anzug und graues
Klapp=
läppchen. Der linke Unterarm fehlte ſcheinbar; der untere
Teil des Aermels war mit Kordel beigebunden.
Auf=
fallend dick war der linke Oberarm, es ſah aus, als ſei
der ganze Arm vorhanden und der Bettler wollte ſich
auf dieſe Weiſe unkenntlich machen. Der Bettler trug
noch ein viereckiges Paket in gelbem Packpapier an einer
Kordel umhängend mit ſich. Ein geſtohlenes
Zigarren=
etui wird beſchrieben: Schwarzes Kalbleder, außen
ge=
narbt, innen glatt, Nickelbügel mit Druckknopf, nimmt
10 Zigarren auf und iſt noch gut erhalten. Um
Feſt=
nahme und Durchſuchung, eventuell Verhaftung des
Ver=
dächtigen wird von der Staatsanwaltſchaft in
Darm=
ſtadt erſucht.
Offenbach, 15. Aug. Auf Vorſchlag des Beigeordneten
Kappus, des Dezernenten des Schlachthofs, beſchloß
der Verfaſſungsausſchuß gemeinſam mit der Deputation
die Direktorſtelle des Schlachthofes nicht
beizubehalten. Die kaufmänniſche Leitung wird nun
Beig. Kappus ſelbſt überwachen, während die
Fleiſch=
beſchau dem Tierarzt Strauß, hier, übertragen wurde.
Bisher beſorgte die Fleiſchbeſchau Direktor Zeh, der
Tierarzt iſt, ſelbſt. — Für die Vorarbeiten des Projekts
mm Ausbau des Offenbacher Elektrizitätswerks zu einer
Ueberland=Zentrale bewilligte der
Verfaſſungs=
ausſchuß einſtweilig 2000 Mark.
* Kelſterbach, 15. Aug. Heute morgen kurz vor 3 Uhr
brach in der Kunſtlederabteilung der
Kunſtſeide=
fabrik in Kelſterbach Feuer aus, welches das
Abteilungsgebäude und das Lager mit Vorräten
vernich=
tate. Die Ortsfeuerwehr und Frankfurter Wehr hatten
urn 5 Uhr früh das Feuer gelöſcht. Wie uns von der
Be=
tniebsleitung der Kunſtſeidefabrik mitgeteilt wird, wird
der Betrieb in keiner Weiſe unterbrochen. Der Schaden
beläuft ſich auf etwa 25000 Mark.
Oppenheim, 14. Aug. Die Beiſetzung Paul
Wallots, des genialen Baumeiſters, fand heute auf
dem hieſigen Friedhof in der Wallotſchen Familiengruft
ſſtatt. Wie ſein Leben reich an Erfolgen und
Auszeich=
nungen war, ſo hatten auch hohe und höchſte Perſonen,
Körperſchaften und Korporationen in großer Zahl es ſich
nicht nehmen laſſen, durch ihre Vertreter dem
Heimge=
gungenen die letzte Ehre zu erweiſen. Nach der Einſegnung
in Trauerhauſe bewegte ſich ein unüberſehbarer, von
kränzetragenden Schulkindern angeführter Leichenzug nach
dem Friedhof „Es iſt ein Baum gefallen im deutſchen
Künſtlerwalde” war der Text der ergreifenden Trauerrede,
die der Ortsgeiſtliche Pfarrer Kietz am Grabe hielt.
Heran ſchloß ſich die Niederlegung der Kränze. Es legten
arn Grabe Kränze nieder die Vertreter des Großherzogs
von Heſſen, des Königs von Sachſen, des deutſchen
Reichs=
tags, des Reichsamts des Innern, die Ständekammer des
Großherzogtums Heſſen, die ſächſiſche Ständekammer,
Akkademie der Künſte Berlin, Vereinigung Berliner
Künſt=
ler, Akademie der bildenden Künſte München, die
Stu=
di erenden der Akademie der bildenden Künſte München,
philoſophiſche Fakultät Gießen, Magiſtrat Hannover, Bund
deutſcher Architekten, mitteldeutſcher Ingenieurverband
Darmſtadt, Direktor Profeſſor Knoblauch als Vertreter der
Senckenbergiſchen naturforſchenden Geſellſchaft Frankfurt
la. M., Architekten= und Ingenieurverein Frankfurt a. M.,
Akademie der Künſte Dresden, deren Studierenden und die
ehemaligen Schüler, die Techniſche Hochſchule Dresden,
akademiſcher Architektenklub „Akantus‟ Dresdener
Künſt=
lervereinigung „Zunft”, Bürgermeiſter Schmitt als
Ver=
treter der Stadt Oppenheim und andere mehr ſo daß das
Grab unter einem Berge von Blumen und Kränzen
ver=
ſchwand. Der Witwe Frau Geh. Hofrat Marie Wallot,
gingen eine Unzahl Beileidstelegramme zu. So
vom Großherzog folgendes: „Bin durch die
Nach=
richt vom Ableben Ihres hochverehrten Gatten ſchmerzlich
überraſcht und ſpreche Ihnen meine herzlichſte Teilnahme
hierzu aus. Deutſchlands Baukunſt verliert in dem
Ent=
ſchlafenen einen ihrer Beſten. Ich werde ihm immer ein
ehrendes Andenken bewahren. Ernſt Ludwig.” Vom
Reichskanzler: „Zu dem Ableben Ihres von mir
hochge=
ſchätzten Herrn Gemahls, deſſen künſtleriſches Wirken von
nationaler Bedeutung war bitte ich Sie, verehrte gnädige
Frau, den Ausdruck meiner aufrichtigen Teilnahme
ent=
gegennehmen zu wollen. Reichskanzler von Bethmann
Hollweg.” Vom Miniſter des Innern: „Zu dem
ſchmerz=
lichen Verluſt, der Sie und die Ihren durch das Hinſcheiden
Ihres hochverdienten Herrn Gemahls, des genialen
Schöpfers des Reichstagsgebäudes, betroffen hat, bitte ich,
den Ausdruck meiner tiefempfundenen Teilnahme entgegen
zu nehmen. Sein Gedächtnis wird in dem gewaltigen
Bau auch in kommenden Geſchlechtern unvergänglich
fort=
leben. Ich habe den Geheimen Oberbaurat Hückel
beauf=
tragt, die Reichsverwaltung bei der Beiſetzung des
Ent=
ſchlafenen zu vertreten. Der Staatsſekretär des Innern
Dr. Delbrück.” Ferner gingen Depeſchen ein vom
Präſi=
denten des Reichstags, Dr. Kaempf, der Akademie der
Künſte Berlin, der Akademie der bildenden Künſte
Mün=
chen, ein Beileidsſchreiben des Prinzen Joh. Georg von
Sachſen, vom Magiſtrat der Stadt Hannover, allen
Archi=
tektenvereinigungen des Reiches.
Worms, 15. Aug. Geſtern nachmittag kurz nach 1 Uhr
iſt der ſechs Jahre alte Wilh. Binz, Sohn des Friſeurs
Adam B., in den Winterhafen gefallen und ertrunken.
Der geſtern eröffnete Obſtgroßmarkt war gut
mit Obſt befahren und nahm einen zufriedenſtellenden
Verlauf. Obſtgroßhändler aus Leipzig, Duisburg,
Hal=
berſtadt, Mannheim und andere Käufer hatten ſich
ein=
gefunden. Es wurden bezahlt für Aepfel 9, 11 und 14
Mark, Falläpfel 3,50 Mark; Birnen: Williams
Chriſt=
birne 18 Mark, Beſtebirnen 14,50 Mark, andere Birnen
9—14 Mark; Bühler und andere Frühzwetſchen 18 Mark,
Zwetſchen, reife, 10 Mark. Zum direkten Verſand mit
der Bahn gelangte Obſt in zwei Wagen.
* Bingen, 14. Aug. Der Verband der
Bauver=
eine im Großherzogtum Heſſen hält am Sonntag, den
25. Auguſt, vormittags 10 Uhr, in Bingen a. Rh. im großen
Saale des Bahnhofes (1. Geſchoß) ſeinen Verbandstag ab.
Die Tagesordfung lautet: 1. Eröffnung der Verſammlung
und Begrüßung der Erſchienenen. 2. Bericht des
Ver=
bandsvorſitzenden über das abgelaufene Geſchäftsjahr.
3. Kaſſenbericht. 4. Zweckmäßiger Kleingartenbau.
Be=
richterſtatter: Herr Kreisobſtbauinſpektor Mazarin=Worms.
5. Rationelle Heizung und Kleinwohnungen.
Bericht=
erſtatter: Herr Diplom=Ingenieur Fritz=Darmſtadt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Aug. Die Arbeiten
auf der Muſeumsinſel haben bereits ſeit dem
Herbſt vorigen Jahres zu einem großen Teile ein
unlieb=
ſame Unterbrechung erfahren. Man ſtieß bei Bohrungen
auf einen Hohlraum von 60 Meter Tiefe und
60 Meter Breite. Dieſer iſt mit einer ſchlammigen
Maſſe gefüllt, die durch mächtige Pumpen entfernt
wer=
den muß. Die Entſtehung dieſes von einer feſten
Erd=
kruſte umgebenen Raumes führt, wie die Bauwelt ſchreibt,
die Geologiſche Landesanſtalt darauf zurück, daß in der
Eiszeit ein rieſiger Eisblock ſich an der Stelle
feſtgeſetzt hat, der nachher von einer ſtärkeren Erdſchicht
bedeckt wurde, zuſammenſchmolz und ſo die Bildung des
mächtigen Hohlraumes verurſachte, in den von der Spree
her Schlick und Schlamm eindrang und ihn ausfüllte.
Eine unſerer bedeutendſten Berliner Eiſenbetonfirmen
hat bereits zehn verſchiedene Pläne ausgearbeitet, um
den Hohlraum zu überbrücken, da Pfeilerfundierungen
faſt zu den Unmöglichkeiten gehören, die durch das
un=
erwartete Hindernis entſtehenden Mehrkoſten ſind
auf anderthalb Millionen Mark veranſchlagt. Ein
an=
derer Vorſchlag geht dahin, den Hohlraum nach
vollſtän=
diger Ausſchachtung mit Sand und Kies auszufüllen.
Veranſchlagt wird dieſe Löſung der Aufgabe auf etwa
400000 Mark. Indeſſen ſind ſich die Ingenieure noch
durchaus unklar darüber, wie man am zweckmäßigſten
verfahren ſoll. — Der am Samstag in Leipzig aus der
Unterſuchungshaft entlaſſene ruſſiſche Hauptmann
Koſte=
witſch iſt geſtern abend mit ſeiner Frau von Berlin
abgereiſt. Vorher empfing er den Beſuch des
Militär=
attachees und einiger anderer Herren der ruſſiſchen
Bot=
ſchaft. — Hinter dem verſchwundenen Rechtsanwalt Paul
Bredereck wird heute vom Staatsanwalt ein Steck=
brief erlaſſen. Die ſtrafrechtliche Verfolgung
Bre=
derecks iſt deswegen eingeleitet worden, weil ſich auch
ſchon bei der oberflächlichen Prüfung der von Bredereck
verwalteten Pflegſchaften herausgeſtellt hat, daß von den
Depots, die ihm anvertraut waren, beträchtliche
Sum=
men fehlen. Wie hoch die Depot=Unterſchlagungen ſind,
iſt noch nicht genau feſtgeſtellt. Ueber den Aufenthalt des
Verſchwundenen iſt bisher noch nichts bekannt. — Es iſt
keine Seltenheit, daß in der Müllſortieranſtalt in
Seege=
feld ſilberne Löffel, Schmuckſachen und dergleichen
gefun=
den und an den Eigentümer zurückgegeben werden. Jetzt
kann das Städtiſche Nachrichtenamt ſogar mitteilen, daß
zwei Tauſendmarkſcheine aus dem Müll
ans Tageslicht befördert wurden. Ein
Charlotten=
burger Herr hatte mitgeteilt, daß er 2000 Mark verloren
habe, die wahrſcheinlich in das Müll geraten ſeien. Es
konnte feſtgeſtellt werden, in welcher Waggonladung das
vermißte Geld ſein könnte, und als man die betreffende
Ladung genau durchſuchte, fand man die beiden braunen
Lappen in der Tat zwiſchen dem Müll.
Frankfurt, 15. Aug. Der Großhändler A. Stein von
Seligenſtadt war im Beſitze eines koſtbaren
Rin=
ges, der ihm aber ſeit einiger Zeit abhanden gekommen
war. Alles Suchen und Forſchen führte zu keinem
Er=
gebnis. Das Schmuckſtück war nicht zu ermitteln. Da
kam ihm am Sonntag der Zufall zu Hilfe. Er ſah
näm=
lich in einem Schaukaſten das wohlgelungene Porträt
eines Bekannten namens Appel aus Klein=
Krotzen=
burg. Und an der Hand des Photographierten prangte
— er traute ſeinen Augen kaum — ſein ſo lange
ver=
mißtes Kleinod. Nun war ihm die Sache klar. Er hatte
mit Appel vor einiger Zeit geſchäftlich zu tun, und bei
dieſer Gelegenheit eskamotierte der Geſchäftsfreund den
ihm jedenfalls ſehr zuſagenden Ring. Mit Hilfe der
Gendarmeie, die geſtern das geſtohlene Schmuckſtück bei
dem unreihtmäßigen Beſitzer abholte, kam der Beſtohlene
wieder zu ſeinem Ring.
Hardheim, 14. Aug. Wie das Heidelb. Tgbl. erfährt,
ſind die früheren Vorſtandsmitglieder des
Vorſchußver=
eins in Hardheim, Ratsſchreiber Redel, Kaufmann
Halle und der frühere Rechner Henn verhaftet
wor=
den. Der Staatsanwalt von Mosbach war perſönlich in
Hardheim zugegen. Den Verhafteten wird zur Laſt
ge=
legt, daß ſie ſich gegen das Genoſſenſchaftsgeſetz
vergangen haben. Ferner werden ſie der
Unterſchla=
gung und Urkundenfälſchung bezichtigt. Es
handelt ſich um Unregelmäßigkeiten in Höhe von 200000
Mark. Zum größten Teile kommen Hypothekengelder in
Frage, die ohne genügende Sicherheit fortgegeben
wur=
den und verloren gingen. Um die ſchwer geſchädigte
Kaſſe zu ſanieren, fanden bekanntlich im Juni zwei
außerordentliche Generalverſammlungen ſtatt, die eine
Liquidation ablehnten, aber den Mitgliedern große Opfer
auferlegten. Die vorhandenen Reſerven und
Geſchäfts=
anteile wurden vollſtändig abgeſchrieben. Zur Bildung
eines neuen Geſchäftsanteilkontos und zur Beſeitigung
der nun noch verbleibenden Unterbilanz von rund
200000 Mark müſſen die etwa 400 Mitglieder je 1000
Mark in monatlichen Raten von 100 Mark einzahlen. Bei
Aufſtellung der von der Generalverſammlung
genehmig=
ten Bilanz wurde eine Hypothekenforderung von 150000
Mark an die Handelsſchule Miltenberg als
uneinbring=
lich behandelt (es handelt ſich um eine zweite Hypothek);
ebenſo weitere Forderungen von 50000 Mark auf
ver=
ſchiedene andere Konten. Der Vorſchußverein wurde 1869
gegründet. Die Kaſſe gehört dem Verband der
unterbadi=
ſchen Kreditgenoſſenſchaften an, der ein Unterverband
des allgemeinen Verbandes der auf Selbſthilfe
beruhen=
den deutſchen Erwerbs= und
Wirtſchaftsgenoſſenſchaf=
ten iſt.
Straßburg i. E., 14. Aug. Von der hieſigen
Straf=
kammer wurde heute der Schriftſteller Max Dunkel
(Pſendonym Max Treu), gebürtig aus Mittenwalde
(Mark), zuletzt wohnhaft in Berlin, als Betrüger im
wie=
derholten Rückfall zu ſieben Monaten
Gefäng=
nis verurteilt. Dunkel hatte wiederholt
Hotelſchwinde=
leien in verſchiedenen deutſchen Städten verübt. Der
Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt.
Bückeburg, 15. Aug. Der Kaiſer wird im Herbſt
dieſes Jahres, und zwar vermutlich im November, als
Gaſt des regierenden Fürſten Adolf zu Schaumburg=Lippe
zur Jagd auf Hochwild nach Bückeburg kommen. Bei dieſer
Gelegenheit wird der Kaiſer auch die Schaumburg
be=
ſuchen, die er wie erinnerlich, dem verſtorbenen Fürſten
Beorg, dem Vater des Fürſten Adolf, zu ſeiner ſilbernen
Hochzeit, am 16. April 1907, ſchenkte und die ſeitdem, auf
Koſten des Fürſten, durch den Architekten Profeſſor Dr.
Albrecht Haupt in Hannover ausgebeſſert und benutzbar
gemacht worden iſt.
Woldenberg i. d. Neumark, 15. Aug. Vor dem hieſigen
Amtsgericht kam geſtern der Beleidigungs=Prozeß
es antiſemitiſchen Reichstagsabgeordneten Bruhns gegen
45 ſeiner politiſchen Gegner zur Verhandlung. Anläßlich
Vorträge.
-g. Im Heſſiſchen Jagdklub Darmſtadt
ſprach am Mittwoch abend im Gartenſaal des Städtiſchen
Saalbaues Herr Muſeumspräparator Küſthart über
Präparieren und Konſervieren‟ Durch die früher
übliche Arbeit des „Ausſtopfens” führte der Vortragende
aus, iſt die Tätigkeit des Konſervators und Präparators
etwas in Mißkredit gekommen, und daher kommt es wohl
autch, daß nur wenige eine Ahnung haben von dem
Ar=
beitsgange bei der Herrichtung eines zoologiſchen
Schau=
ſtücks, wie ſie in unſeren Muſeen zu finden ſind. Der
Präparator, der es mit ſeiner Arbeit ernſt meint, der
ſei=
inem Werk nicht nur Geſtalt, ſondern Lebenswahrheit
geben will, hat nichts mit einem Ausſtopfer gemein. Um
der Haut des zu präparierenden Tieres die nötige feſte
UUnterlage zu geben, muß erſt ein Modell geſchaffen
wer=
en. Die Lebensgewohnheiten, der anatomiſche
Körper=
bau des Tieres muß vorher genau ſtudiert werden. Eine
gute Gelegenheit hierfür geben unſere zoologiſchen
Gär=
ten. Iſt die gewünſchte Stellung feſtgeſetzt und die
ge=
nauen Abmaße genommen, dann wird mit Hilfe von
Stäben und Draht ein Skelett hergerichtet, das zum Zweck
der leichteren Bearbeitung auf einem drehbaren Ständer
befeſtigt wird. Das Skelett wird nun mit einem
Draht=
gitter überzogen und hierauf der Modellierton
aufgetra=
gen. Jetzt beginnt die eigentliche künſtleriſche Arbeit, die
Ausarbeitung der Muskelpartien. Iſt dieſe Arbeit
be=
ſendet und durch Anproben des Felles etwa noch
feſtge=
ſtellte Fehler beſeitigt, wird ein Gipsabklatſch von dem
Modell hergeſtellt. Von dieſem Abklatſch wird dann die
endgültige Fellunterlage geſchaffen, und zwar werden zu
dieſem Zweck entſprechend zugeſchnittene, mit einem
Ge=
miſch von Gips und Dextrin beſtrichene Leinwandſtreifen
in die Form eingelegt. Die Lagen werden je nach der
Größe des Tieres mehrmals aufgelegt. Sind nun die
einzelnen Teile mit Hilfe ebenſolcher Leinwandſtreifen
ſund Drahtverſteifungen zuſammengeſetzt, wird die ent=
ſprechend gegerbte Haut übergezogen und zum Schutzc
gegen Motten mit vergiftetem Leim feſtgeklebt. Die
Schnittſtellen werden zuſammengenäht und, um auch bei
dem Trocknen der Haut ein Schwinden der einzelnen
Partien und ein eventuelles Platzen zu verhinden, wird
die Haut in den vertieften Stellen mit kleinen Stiften
feſt=
genagelt. Der ſo präparierte Tierkörper iſt
verhältnis=
mäßig leicht und hat eine erhebliche Elaſtizität, ſo daß
Bruch ziemlich ausgeſchloſſen iſt. Der ganze Arbeitsgang
war durch Lichtbilder erläutert. Zum Schluß zeigte Herr
Küſthart eine Reihe von Aufnahmen aus Zoologiſchen
Gärten. Dem Vortragenden wurde lebhafter Beifall
gezollt. — Herr Ingenieur E. Neumann ſprach über
die Möglichkeit der Erfüllung des Jägerwunſches, für die
verſchiedenen Schrotſorten entſprechende farbige Hülſen
zu verwenden, damit eine Verwechslung nicht ſo leicht
möglich iſt. Seiner Anſicht nach ſtehen der Erfüllung
die=
ſes Wunſches äußerſt ſchwere techniſche Bedenken
ent=
gegen. Herr Kommerzienrat Hickler iſt der Meinung,
daß ſich dies bei einigem Entgegenkommen der Fabriken
ermöglichen ließe.
Feuilleton.
— Das Neue Theater in Frankſurt a. M. wurde im
Oktober 1911 ſeiner Beſtimmung übergeben. Schon vor
der Eröffnung war es den leitenden Perſönlichkeiten
klar, daß die Anordnung der Plätze namentlich in den
Logen, nicht glücklich ſei und bauliche
Veränder=
ungen dringend notwendig würden. Da die
Bau=
firma die Eingriffe in den Bau für unmöglich erklärte,
wurde von Theaterſpezialiſten ein Gutachten eingeholt
und daraufhin dem Architekten Profeſſor Dr.
Vetterlein in Darmſtadt der Umbau übertragen.
Es galt vor allem, die ſeitlichen Logen im Balkon ſo
umzugeſtalten, daß ſie einen Blick auf die Bühne
ge=
ſtatten, fernerhin den hochgeſtelzten unangenehmen
Ein=
druck des Raumes zu verändern und dabei auch den
Wandelgängen, ſowie dem Foyer eine beſſere Dekoration
zu verleihen und ſchließlich die Bühne ſo umzugeſtalten,
daß die bauliche Abnahme erfolgen konnte. Da die
Mittel äußerſt beſchränkt waren, mußte an den
eigent=
lichen Bauarbeiten möglichſt geſpart werden. Man
rich=
tete ſich ein, daß tragende Konſtruktionen nicht verlegt
und nur die dekorativ vorgelagerten Flächen beſeitigt
wurden.
Im Zuſchauerraum wurde die vordere Flucht der
Logen gegen die Bühne hin auseinandergedreht und
da=
durch ſofort der Blick auf die Bühne eröffnet. Der
Ein=
bau der Bogen erfolgte durch ſorgfältiges Ausſtudieren
an Ort und Stelle, ſo daß auch die rückwärtigen Plätze
einen freien, durch die Köpfe der vorn Sitzenden nicht
behinderten Blick gewähren. Die Bogenform der
hin=
teren Logen wurde ſeitlich nach vorn fortgeführt und
da=
mit dem Raum der Eindruck größerer Breite verliehen.
Dieſes Ziel wurde auch bei der Dekoration im Auge
be=
halten. Alle Horizontalen wurden verſtärkt und durch
vergoldete Girlanden hervorgehoben, die Decke durch
eine große Hohlkehle verbreitert und durch Kaſſettierung
dem Auge ſcheinbar näher gerückt. Der
Proſzeniums=
bogen wurde tiefer angeſetzt und in großer Form
durch=
geführt, wobei die unglücklichen Proſzeniumslogen des
oberſten Ranges wegfielen. Das große Feld über der
Bühnenöffnung (die auch etwas in der Höhe verkürzt
wurde) bot Gelegenheit zu einer eigenartigen
Dekora=
tion: es wurde hier ein großes Stuckrelief angeſetzt,
welches, ohne die Flächenwirkung zu vernichten, das
Ge=
fühl einer Raumvertiefung erweckt. Dieſe Art iſt in
Pompeji wiederholt auch an den Theaterfronten zur
An=
wendung gekommen und hier im Neuen Theater zum
erſten Male wieder aufgeweckt worden. Im Foyer
war vor allem der dekorative Teil ungelöſt. Die zwei
Stützen und die Unterzüge hatten ein aufdringlich
ſchwe=
res Roſendekor, während gerade dieſe Teile leicht und
elegant ſein mußten. Es wurde alſo hier die äußere,
raumbeſtimmende ovale Wand mit reichem Stuck ver=
der Reichstagswahlen hatten zwei der Angeklagten im
Auftrage der konſervativen und liberalen Parteigänger
Unterſchriften für ein Flugblatt gegen Bruhns geſammelt,
durch das er ſich beleidigt fühlte und die Klage gegen die
Unterzeichner des Aufrufs einleitete. Bei der
Beweisauf=
nahme ſtellte ſich heraus, daß von den 45 Angeklagten 41
das inkriminierte Flugblatt nicht unterſchrieben hatten.
Dieſe 41 Angeklagten wurden freigeſprochen, die anderen
vier zu je 10 Mark Geldſtrafe verurteilt. Die Verurteilten
haben Berufung eingelegt.
Zürich, 15. Aug. Im Kanton Waadt fanden geſtern
fünf Perſonen den Tod. Als der Wirt Frey
mit ſeinem Wagen, in dem ſich ſein elfjähriger Sohn und
der Fiſcher Cuard mit ſeinem elfjährigen Neffen befand,
vom Fiſchen zurückkehrte, ſcheute das Pferd und trabte in
die hochgehende Broye. Ein vorübergehender Mann
ſtürzte in das Waſſer, um die Kinder zu retten. Er ging
jedoch unter. Alle fünf Perſonen ertranken.
Rom, 15. Aug. Auf der Bahnlinie Rom-Civita=
Caſtellana entgleiſte geſtern abend ein
vollbeſetz=
ter Zug. Die Lokomotive und zwei Wagen wurden
vollſtändig zertrümmert. Zwei Paſſagiere fanden den
Tod, ſieben wurden ſchwer, zehn leichter verletzt.
Streſa, 14. Aug. Die Herzogin Eliſabeth
von Genua geborene Prinzeſſin von Sachſen, iſt
heute abend 6 Uhr 20 Min. verſchieden. Am
Sterbe=
lager weilten ihre Kinder, die Königin=Witwe Margherita
und der Herzog Thomas von Genua. Die Herzogin von
Genua, Prinzeſſin Eliſabeth, war als Tochter des Königs
Johann von Sachſen, des bekannten Dante=Ueberſetzers,
und der bayeriſchen Prinzeſſin Amalie Auguſte am 4.
Februar 1830 geboren, heiratete am 22. April 1850 den
Prinzen Ferdinand von Savoyen, Herzog von Genua,
jüngeren Bruder des Königs Viktor Emanuel II. Die
Kinder dieſer Ehe waren die jetzige Königin=Mutter
Margherita und der Prinz Thomas, Herzog von Genua.
Schon nach fünfjähriger Ehe ſtarb am 10. Februar 1855
ihr Gemahl, worauf die junge Prinzeſſin im Oktober 1856
den Marcheſe Niccolo Rapallo morganatiſch heiratete
Seit 27. November 1882 zum zweiten Male verwitwet
lebte die Herzogin von Genua gewöhnlich auf dem
piemon=
teſiſchen Schloſſe Aglié oder im Palazzo Chiableſe zu
Tu=
rin; einen Teil des Sommers pflegte ſie in Streſa am
Lago Maggiore zuzubringen. Seit geraumer Zeit Alters=
Patriarchin des Hauſes Savoyen, erfreute ſich die in
Italien völlig heimiſch gewordene deutſche Königstochter
bei allen Mitgliedern des regierenden Hauſes und in den
Hofkreiſen einer aufrichtigen Verehrung.
Bilbao, 15. Aug. (Infolge eines geſtrigen
Stur=
mes erlitten 14 Schifferbarken Schiffbruch. 119
Per=
ſonen ſind umgekommen. Amtliche Meldungen beſtätigen
die Ausdehnung des Unglücks.
Bilbao, 15. Aug. Das Unwetter hat an der
Nord=
küſte Spaniens eine ganze Anzahl Fiſcherbarken
vernichtet. Der König entſandte ein Torpedoboot,
wel=
ches an der Küſte kreuzen ſoll, um Schiffbrüchigen Hilfe
zu bringen. Auch eine Flottille iſt geſtern aus dem Hafen
ausgelaufen, um den bedrohten Fiſchern Hilfe zu leiſten.
Bis jetzt iſt ſie noch nicht zurückgekehrt. Man nimmt an,
daß ſie die Beſatzung, vieler Fiſcherbarken aufgefunden
hat. In Leiquecho ſind noch vier Fiſcherbarken mit
ins=
geſamt 36 Mann Beſatzung überfällig.
Kopenhagen, 14. Aug. Bei einer Manöverübung
zwiſchen Kriegsſchiffen und den Forts geriet heute nacht
der Küſtenpanzer „Peder Skram” im Sund bei
Kopenhagen auf Grund. Soweit feſtgeſtellt werden
konnte, hat das Schiff keine Beſchädigung erlitten. Die
Kriegsſchiffe „Olfert Fiſcher” und „Skjold” ſind zur
Hilfe=
lleiſtung abgegangen.
London, 15. Aug. Laut Evening Standard wurde der
Direktor eines Londoner Varieté=Theaters in Hamburg
von der Zollbehörde angehalten, weil er
kinemato=
graphiſche Bilder eines Tauchboots mit ſich
führte. Er wurde aufgefordert, die Films, die er zu einer
Aufführung benötigte, zur Vermeidung von
Mißverſtänd=
niſſen nach England zurückzuſchicken.
Waſhington, 15. Aug. In Karthagena in
Ko=
lumbien iſt der amerikaniſche Vizekonſul
erſchoſ=
ſen worden, und zwar, wie dem Staatsdepartement
gemeldet wird, durch einen unglücklichen Zufall. Da aber
ſchon früher Anſchläge auf ſein Leben gemacht worden
ſind, und angeſichts der geſpannten Beziehungen zwiſchen
ihm und den kolumbiſchen Behörden zweifelt man an dem
Bericht über die Urſache ſeines Todes.
Kongreſſe und Verbandstage.
13. Deutſcher Handwerks= und
Gewerbe=
kammertag.
III.
Würzburg 14. Aug. Zunächſt beſchäftigte ſich
der Kammertag heute mit dem Thema
Konſumver=
eine. Der Referent Dr. Schellen=Münſter ſchilderte das
koloſſale Anwachſen der Konſumvereine und wies darauf
hin, daß der organiſatoriſche Zuſammenſchluß des
Kon=
ſumvereins in wirtſchaftlicher und politiſcher Beziehung
Bedenken erregen müſſe. Auch fühle ſich das Handwerk
dadurch bedrückt, daß den Konſumvereinen
Steuerermäßig=
ung zuteil wird und ihnen für ihre Zwecke ſogar fiskaliſche
Räume zur Verfügung geſtellt werden. Die
Geſamtent=
wicklung, die das deutſche Konſumvereinsweſen
ge=
nommen habe, ſtehe einer geſunden Entwickelung des
Staates entgegen und deshalb müſſen die in den
vorge=
legten Leitſätzen aufgeſtellten Forderungen erfüllt werden,
denn den ſchönen Worten müßten endlich einmal Taten
folgen. — Die erwähnten Leitſätze enthalten die bekannten
Handwerkerforderungen gegenüber den Konſumvereinen
und zwar zunächſt geſetzliche Maßnahmen und dann
Maß=
nahmen der Selbſthilfe, darunter engeren Zuſammenſchluß
in Handwerkerkorporationen und wirtſchaftliche Stärkung
der einzelnen ſelbſtändigen Exiſtenzen. — In der Debatte
nahm Direktor Mayer vom Verband gewerblicher
Ge=
noſſenſchaften das Wort, um drauf hinzuweiſen, daß die
Konſumvereinsfrage die aktuellſte ſei, die es für das
Ge=
werbe gebe. — Die Leitſätze wurden hierauf angenommen.
An zweiter Stelle beſchäftigte ſich der Kammertag mit
dem Thema: „Private gewerbliche Schulen,
Akademien und Wandermeiſterkurſe.‟ Der
Kammertag verlangt eine reichsgeſetzliche Regelung der
ganzen Frage. Als Mindeſtmaß ſei zu fordern, daß die
Erteilung einer Konzeſſion von dem Beſtehen einer
Prüf=
ung abhängig gemacht werde. Dringend zu wünſchen ſei,
daß die Stellen, welche die Konzeſſion erteilen, erſt nach
einer gutachtlichen Aeußerung der zuſtändigen
Handwerks=
bezw Gewerbekammer eine Auswahl treffen, ſowie daß
die Kammern in den Prüfungskommiſſionen vertreten
ſeien.
Katholikentag in Aachen.
V.
* Aachen, 14. Aug. In der dritten
öffent=
lichen Verſammlung ſprach der
Reichstagsabgeord=
nete Giesberts über die Binnenwanderung der
Bevölkerung, die durch die Abwanderung des
Ueber=
ſchuſſes der Landbevölkerung in die Städte und das
Vor=
dringen der Induſtrie auf das Land verurſacht werde. Er
empfahl geſunde Wohnungen und beſſere Fürſorge für die
Landbevölkerung. Lehrer Langenberg=Köln ſprach über
die Jugen dpflege als Stutze für Thron und Altar.
Die Grundlage der erzieheriſchen Einwirkung müſſe die
Religion bilden. Mit der geiſtigen Förderung müſſe die
körperliche Erziehung Hand in Hand gehen. Mit allen
Be=
ſtrebungen nach dieſer Richtung könnten die Katholiken
zu=
ſammengehen. — Stadtpfr. Knebel=Mannheim ſprach über
Stellung und Aufgaben der kathol. Frau im
Leben der Gegenwaxt. Er wies darauf hin, daß die Frau
ſich der Autorität des Mannes fügen müſſe, denn auch in
der kleinſten Gemeinſchaft müſſe Autorität des Hauptes
vorhanden ſein, aber die Unterordnung unter den Mann
in der Ehe ſei eine ſelbſt gewollte. Das Idealbild der
katholiſchen Frau ſei Maria, die Mutter und Jungfrau. —
An letzter Stelle ſprach noch Volksſchullehrer Langenberg=
Köln über „Jugendpflege als Stütze für
Thron und Altar‟ Er verlangte Jugehdpflege auf
konfeſſioneller Baſis. — Die Vorträge fanden reichen
Bei=
fall. — Die Verſammlung wurde darauf geſchloſſen.
* Aachen, 15. Aug. Heute morgen um 8 Uhr fand
die fünfte und letzte geſchloſfſen e
Verſa m mlung des Katholikentages ſtatt.
Ein Antrag, der die grundſätzlichen Forderungen der
Katholiken bezüglich der Volksſchule zuſammenfaßt,
ver=
langt, daß der Kirche allein die Erteilung des
Religions=
unterrichts zuſtehe und das Recht der Kirche auf
Ueber=
wachung der geſamten religiöſen und ſittlichen Erziehung
durch entſprechende Teilnahme an der Volksſchulaufſicht
geſetzlich gewährleiſtet werde. Die Beſetzung der Organe
der Schulverwaltung dürfe nur mit Männern erfolgen,
welche Aufrechterhaltung und die Förderung der
kon=
feſſionellen Schuleinrichtungen verbürgen. Um 10 Uhr
fand in der Feſthalle die vierte ordentliche
Generalver=
ſammlung ſtatt. Der bayeriſche Landtagsabgeordnete
Gymnaſiallehrer Stang=Würzburg ſprach über den
Boni=
faziusverein.
Luftfahrt.
sr. Bei der engliſchen
Kriegsflugzeug=
prüfung ereignete ſich ein tödlicher
Unglücks=
fall. Der engliſche Flieger Ralph Fenwick fiel mit
einem Merny=Apparat, der nach den eigenen Angaben
des Fliegers erbaut war, aus einer Höhe von 3000 Fuß
ab und war auf der Stelle tot. Die Maſchine iſt total
zertrümmert, ſo daß über die Urſache des Unglücks kaum
etwas Beſtimmtes zu ermitteln ſein wird. Bei einem
Gleitfluge geriet der Flieger in einen Luftwirbel, das
Flugzeug legte ſich auf die Seite und fiel wie ein Stein
zu Boden. Fenwick lag unter den Trümmern des Appa=
rates, Kopf und Bruſt vollſtändig eingedrückt, ſodaß ſein
Tod auf der Stelle eingetreten ſein muß.
* Danzig, 14. Aug. Der Flieger Oberleutnant
zur See Bertram hat ſeinen Flug Berlin-
Dan=
zig, welchen er am 7. Auguſt mit Leutnant Steffen als
Paſſagier angetreten hatte, aber bei Neuwedell in der
Nähe von Schneidemühl unterbrechen mußte, wegen
andauernd ungünſtigen Wetters und der
ſchlechten Verhältniſſe zur Unterbringung des Apparates
aufgegeben. Der Apparat iſt nach Putzig verladen
worden.
H.B. Hamburg, 15. Aug. Die Fahrt des
Zeppe=
lin=Kreuzers „Hanſa” nach Rügen, die heute
von Hamburg aus ſtattfinden ſollte, mußte wieder
ver=
ſchoben werden, da infolge der Unvorſichtigkeit eines=
Arbeiters eine der Gaszellen beſchädigt wurde und
ent=
leert werden mußte. Dabei zog ſich der Arbeiter
erheb=
liche Verletzungen zu, die ſeine Ueberführung in ein
Krankenhaus notwendig machten. Die Ausbeſſerung der
Zelle ſoll bis morgen vormittag erfolgt ſein.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich
— Zur Brandverſicherungsfrage
Unter Bezugnahme auf den in Ihrem,
ge=
ſchätzten Blatte am 10. Auguſt erſchienenen,
von berufener Seite verfaßten, die Erhöhung
der Brandverſicherungsbeiträge betreffenden Aufſatz
ge=
ſtatte ich mir, folgendes zu bemerken: Es erſcheint
rechneriſch unverſtändlich, daß, während für 1910 bei
einem Geſamtaufwand von 454000 Mark 6 Pfennig für
je 100 Mark Verſicherungsſumme zur Erhebung
gelang=
ten, im Jahre 1911 die Brandentſchädigungen im Betrag
von über 1600000 Mark nur 10 Pfennig Beitrag von
je 100 Mark erforderten. Denn, abgeſehen von den ſich
jährlich wohl ziemlich gleichbleibenden Verwal= und Beiträgen an die Landesfeuerlöſchkaſſe
u. a., hätten für 1911 rund 21 Pfennig als Beitrag für
je 100 Mark Verſicherungsſumme erhoben werden müſſen.
Zweck dieſer Zeilen iſt nicht, den verehrlichen
Haus=
beſitzern, zu denen leider auch ich zähle, einen Schrecken
einzujagen, denn derart verblüffend pflegt man ſich bei
ſtaatlichen Behörden doch nicht zu verrechnen, aber ich
darf wohl hoffen, daß der obenerwähnte, offenbar ſehr
wohlunterrichtete Herr Verfaſſer eine aufklärende
Mittei=
lung in dieſem Blatte kundzugeben nicht unterläßt, wie es
der Landesbrandkaſſe möglich war, ohne Heranziehung
des Reſervefonds die vorjährigen eminent hohen
Brand=
ſchäden in obengedachter Weiſe zu balancieren. Vielleicht
iſt er auch in der Lage, den erregten Gemütern einiges
darüber zu berichten, wie man bisher bei der
Landes=
brandkaſſe die Brandgefahr bei den verſchiedenartigen
Fabrik= und Gewerbebetrieben und auch bei den
länd=
lichen Riſiken, gegenüber den ſtädtiſchen Privatgebäuden.
klaſſifizierte und einſchätzte. Ich bin der Anſicht, daß nach
dieſer Richtung hin vieles verbeſſerungsbedürftig iſt, und
daß eine Fühlungnahme der Großh.
Brandverſicherungs=
iſtalt mit der einen oder anderen preußiſchen Immobiliar=
Verſicherungsgeſellſchaft a. G. manchen für . alle Teile
günſtigen Erfolg zeitigen und eine gerechtere Verteilung
der jährlichen Beiträge bewirken würde.
Landwirtſchaftliches.
L. K. Um höchſte Erträge beim Getreidebau
zu erzielen, iſt es ſiotwendig, leiſtungsfähige und aut
kul=
tivierte Sorten anzubauen und, falls man dieſe nicht ſelbſt
erzeugen kann, oder einen Saatgutwechſel vornehmen will,
aus bewährter Quelle zu beziehen. Der Landwirt wird
daher gerne Gelegenheit nehmen, ſich beſtes Saatgut aus
ſolchen Quellen zu beſchaffen, die zur Gewinnung und
Herſtellung von Saatgut unſerer ertragsreichſten
Getreide=
ſorten berufen und auch eingerichtet ſind. Die
mehrjäh=
rige Tätigkeit der Saatbauſtellen der
Landwirt=
ſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen hat dieſe
durch die vielfachen Erfahrungen unter den verſchiedenſten
Boden= und Witterungsverhältniſſen in den Stand geſetzt,
den Anbau derjenigen Sorten zu betreiben, welche heute
für die gegebenen Verhältniſſe die ertragsreichſten ſind
Es trifft dies ſowohl zu für den Roggen wie für den
Winterweizen und die Wintergerſte. Wer Saatgut ſich
in beſter Qualität verſchaffen will, wende ſich daher an
die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt, Rheinſtr. 34.
Vermiſchtes.
C.K. Ein Bayreuth am Lido. Ein größeres
Theaterprojekt, das beſtimmt erſcheint, eine wertvolle
Be=
reicherung und Feſtigung des italieniſchen Bühnenlebens
zu bringen, ſteht unmittelbar vor der Verwirklichung: Bei
ſehen und die Stützen nur gewiſſermaßen als
kunſt=
gewerbliche Zierſtücke eingeſetzt, die den Blick auf die
Außenwand nicht benachteiligen. In den anſchließenden
Fluren wurden den lilafarbigen Wandbeſpannungen
Aufſtellungen durch leuchtend grüne Frieſe gegeben, die
ſich im Stil den ſonſtigen Raumdekorationen gut
an=
paſſen.
Für das Publikum weniger ſichtbar, aber für das
Theater viel wichtiger als die dekorativen Aenderungen
ſind die baulichen Eingriffe in den
Bühnenmecha=
nismus. Für dieſen ſind ſeit 1910 umfangreiche
Sicher=
heitsvorſchriften geltend, deren Erfüllung der Baufirma
bisher nicht gelungen war. Durch gründliche Eingriffe
wurden jetzt alle Beanſtandungen beſeitigt, ſo z. B. der
eiſerne Vorhang hydrauliſch beweglich gemacht, mit einer
Berieſelungsvorrichtung verſehen, Züge verſchoben, die
Rauchabzüge (übrigens auch im Zuſchauerhaus)
gründ=
lich umgeſtaltet u. a.; auch dafür geſorgt, daß alle
Sicher=
heitsvorrichtungen bei einem gewiſſen Luftüberdruck im
Falle eines Brandes ſich ſelbſttätig in Bewegung ſetzen.
Räumliche Verlegung der Schreinerei, würdigere
Ver=
bindung des Zuſchauerhauſes mit der Bühne, die bisher
nur durch ein Kloſett bewerkſtelligt war, ſeien zur
Ver=
vollſtändigung erwähnt. Leider ließen ſich die völlig
un=
zulänglichen Garderoben der Schauſpieler noch nicht
er=
weitern, da hierfür die nötigen Mittel fehlen; doch iſt zu
hoffen, daß auch weiterhin noch Ergänzungen möglich
werden.
B. B. Das Recht am eigenen Bilde im Film wird
neuerdings ziemlich oft in Anſpruch genommen. Die
Filmfabriken erhalten häufig darüber Beſchwerden, daß
der Beſchwerdeführer ohne ſeine Erlaubnis „gefilmt”
worden iſt. Allgemein wird die Auffaſſung vertreten,
daß eine Einwilligung zur Schauſtellung einer Perſon
im Film nicht erforderlich iſt, wenn es ſich um Bilder
handelt, auf denen die betreffende Perſon nur als
Bei=
werk neben einer Landſchaft, einer Oertlichkeit, einer
Straßenſzene uſw. erſcheint, da ſich in ſolchen Fällen die
Mitaufnahme unbeteiligter Perſonen nicht vermeiden
läßt und ja auch weiter keinen Schaden anrichtet. Um
jedoch über das Recht am eigenen Bilde im Film
Klar=
heit zu ſchaffen, ſoll jetzt ein Spezialfall von einer
be=
kannten Filmfabrik, die bisher für ſolche
Nebenauf=
nahmen auf Verlangen „Schmerzensgeld” zahlte, bis in
die höchſten gerichtlichen Inſtanzen durchgeführt werden.
* Der kälteſte Auguſttag. Der diesjährige Auguſt
hat inbezug auf das niedrigſte Tagesmittel bereits eine
erſte Stelle errungen, indem das Wärmemittel am
Mon=
tag mit 15,8 Grad das niedrigſte in der ſeit 1775
ge=
führten Temperaturchronik iſt. Das zweitniedrigſte
24ſtündige Wärmemittel wurde im Auguſt 1896 mit 16,4
Grad, das drittniedrigſte am vorigen Sonntag mit 16,5
Grad verzeichnet, ſo daß der Auguſt 1912 mit zwei
un=
gewöhnlich tiefen 24ſtündigen Tagesmitteln kaum ſo
bald wieder übertroffen werden dürfte. Ein 24ſtündiges
Wärmemittel unter 17 Grad findet ſich nur noch im
Auguſt 1882 mit 16,6 Grad. Und dabei war ein heißer,
trockener Sommer prophezeit worden!
* Das Fundbureau als Stahlkammer. Das Pariſer
Fundbureau in der Rue Ordener hat dieſer Tage die
Aufklärung eines Vorfalles erhalten, der den dort tätigen
Beamten Monate hindurch Kopfzerbrechen verurſacht hat.
Vor etwa einem Jahre erſchien dort ein gutgekleideter
Herr und gab für etwa 30000 Francs Schmuckſtücke ab,
die er gefunden haben wollte. Es wurde das übliche
Protokoll aufgenommen und man teilte dem glücklichen
Finder mit, daß die wertvollen Schmuckſtücke ſein
Eigen=
tum würden, falls ſich nicht binnen Jahr und Tag ihr
rechtmäßiger Beſitzer meldete. Es vergingen Monate,
ohne daß irgend jemand den Verluſt der wertvollen
Schmuckſtücke angemeldet hätte; nach einem halben Jahre
aber erſchien ein reicher Händler aus der Rue
Cham=
vionnet. aab an, ihm ſeien für etwa 30000 Francs
Schmuckſtücke abhanden gekommen und beſchrieb die vor
einem halben Jahre eingelieferten Schmuckſtücke ſo
ge=
nau, daß man nicht daran zweifeln konnte, daß ſie ihm
gehörten. Sie wurden ihm anſtandslos ausgeliefert.
Hieran iſt nun, abgeſehen von dem beträchtlichen Werte
der Schmuckſtücke, nichts Merkwürdiges. Die Beamten
des Fundbureaus waren jedoch nicht wenig erſtaunt,
als=
nach wenigen Monaten wieder der „Finder” der
Schmuck=
ſtücke von einem halben Jahre vorher erſchien und
die=
ſelben Schmuckſtücke als Fund einlieferte. Wieder
ver=
gingen ein paar Monate, ehe der Beſitzer ſich meldete,
und wieder kam der Kaufmann aus der Rue
Champion=
net und holte die Schmuckſtücke ab. Den Beamten des
Fundbureaus wurde die Sache jedoch zu bunt, als ſich
der Vorfall zum dritten Male abſpielte. Es wurde
nach=
geforſcht, und es ſtellte ſich heraus, daß der Herr aus der
Rue Championnet ein ſehr pfiffiger Herr ſei, der
gemein=
ſam mit dem ehrlichen Finder, der einer ſeiner
Ange=
ſtellten war, die ganze Fundgeſchichte inſzeniert hatte,
um für die Zeit ſeiner Abweſenheit von Paris ſeine=
Wertſachen in ſicherem Gewahrſam zu wiſſen, ohne ſich
darum in Unkoſten ſtürzen zu müſſen.
* Reinfall. Zwei junge Damen ſtiegen in einen
Straßenbahnwagen, fanden aber nur noch Stehplätze.
„Ich werde ſchon einen Platz bekommen,” ſprach die eine
zur anderen. „Nun paß mal auf!” Sich einen geſetzt
ausſchauenden Herrn auswählend, ſchritt ſie auf ihn zu.
„Mein lieber Herr Green!” ſagte ſie. „Wie mich das
freut, Sie zu treffen! Wir haben uns ſo lange nicht
ge=
ſehen. Ob ich Ihren Platz einnehmen will? Nun, ich
muß zugeben, ich fühle mich etwas ermüdet. Danke Ihnen
vielmals!‟ Der Herr erhob ſich. „Setzen Sie ſich, Anna,
mein Mädel,” ſprach er, indem er höflich auf den leeren
Platz wies, „man ſieht Sie nicht oft an Waſchtagen
unter=
wegs. Ich kann mir denken, daß Sie müde ſind. Wie
geht’s Ihrer Herrſchaft?”
Benedig, auf dem Lido, ſollein großer Theaterbau
ent=
ſtehen, das Lido=Theater. Aber es handelt ſich
hier=
bei nicht um das Privatunternehmen irgend eines
ſpeku=
lativen Direktors. In dieſem Theater ſoll nach den
hochſtrebenden Plänen der Künſtlerſchaft für die
italie=
niſche Muſik eine Stätte erſtehen wie ſie Wagner ſich in
Bayreuth geſchaffen hat: ein italieniſches
Bay=
reuth, in dem die beſten Schöpfungen der italieniſchen
Muſik mit den beſten Kräften und in der würdigſten Form
muſtergültig zur Aufführung kommen ſollen. Alljährlich
wird das Theater eine vorausſichtlich dreimonatliche
„Stagione” abhalten, in der die Werke alter und neuer
italieniſcher Meiſter in einer Folge von Feſtſpielen auf der
Bühne Geſtalt gewinnen. Im übrigen wird der
Theater=
raum das ganze Jahr über benutzt werden, es ſollen
täg=
lich Aufführungen ſtattfinden deren Erträgniſſe dazu
dienen, die Koſten der Feſtſpiele zu decken, die den Zweck
und das Ziel des Neubaues darſtellen. Die Organiſation
des Planes liegt in den Händen des Cavaliere Roſſetti,
des früheren Direktors am römiſchen Coſtanzi=Theaten.
Unter den Künſtlern, die den Plan eines italieniſchen
Bay=
reuths mit der freudigen Zuſage feſter Mitarbeit
begrüß=
ten, finden ſich auch Puccini, Mascagni und
Leoncavallo Vitale, Polacco und Sturani. Auch
eine Reihe von Sängern und Sängerinnen haben ſpontan
ihre Mitarbeit angetragen und Förderung des
Unter=
nehmens zugeſagt, darunter die Paſini=Vitale, die Caprile,
die Darolce, die Tenöre Garbin und Palet und Titta
Ruffo. Die Pläne zu dem Neubau des Feſtſpielhauſes
rühren, wie der Corriere della Sera berichtet, von den
Architekten Aleſſandri, Erzoch und Pericoli her und ſind
bereits fertiggeſtellt. Die Faſſade zeigt reinen
vene=
tianiſchen Stil. Durch das Beſtibül wird ein Kanal
geleitet, ſo daß die Gondeln direkt in den Vorraum
ein=
fahren. Der Zuſchauerraum wird 2000 Perſonen faſſen.
Nur eine einzige Reihe von Logen iſt vorgeſehen, über
der ſich ein weites Amphitheater mit einer Galerie
aus=
dehnt.
CK Billige Ferngeſpräche in England.
Die britiſche Poſtverwaltung, die in den letzten Jahren
den Poſtbehörden anderer Länder ſchon oft mit
groß=
zügigen Verkehrserleichterungen und
Verkehrsverbilligun=
gen voraufgegangen iſt, hat jetzt beſchloſſen, im Intereſſe
der Geſchäftswelt und des Publikums eine ſehr
weſent=
liche Vergünſtigung im Fernſprechweſen einzuführen. Der
Generalpoſtmeiſter Samuel hat ſoeben auf eine Anfrage
erwidert, daß bereits in den nächſten Tagen eine
weſent=
liche Verbilligung der Gebühren für die Ferngeſpräche
während gewiſſer Tageszeiten in Kraft treten ſoll. Die
Verbilligung der Gebühren geht von der logiſchen
Er=
wägung aus, daß die großen und wichtigſten
Fernſprech=
linien erfahrungsgemäß nur zu gewiſſen Tageszeiten voll
ausgenutzt, ja dann oft überlaſtet ſind, während zu
an=
deren Stunden die Leitung brachliegt, ohne daß deshalb
der Betrieb eingeſtellt und die Beamten freigegeben
wer=
den können. Wer täglich nach auswärts längere
Fern=
geſpräche zu führen hat, kann den Draht
viertelſtunden=
weiſe mieten. Er zahlt fortan in den ſtilleren
Geſchäfts=
ſtunden: für die erſte und zweite Viertelſtunde nur
drei=
viertel der bisher üblichen Gebühr; für eine dritte und
vierte Viertelſtunde nur die Hälfte des bisherigen Satzes
und für jede weitere Viertelſtunde nur ein Viertel des
jetzigen Tarifs Für dieſe billigen Ferngeſpräche kommen
zunächſt in Betracht die Stunden von vormittags 7 bis
halb 10 Uhr, die Stunden mittags von 1 bis 2 Uhr und
die Zeit nachmittags von halb 5 Uhr ab. „Ich hoffe‟,
ſo ſchließt der Generalpoſtmeiſter ſeine Mitteilung, „daß
dieſe Einrichtung für alle jene Geſchäfte und
Unternehm=
ungen von erheblichem Nutzen ſein wird, die verſchiedene
Filialen in verſchiedenen Städten haben. Wenn eine
Zeitung zum Beiſpiel täglich mit ihrer Provinzredaktion
oder Provinzexpedition ſprechen muß, oder wenn das
Londoner Bureau einer in der Provinz liegenden Fabrik
regelmäßig mit dem Stammhaus Geſpräche führt, wird
die Einrichtung für die Beteiligten erhebliche Erſparniſſe
bringen. Auf Wunſch können die Samstage und
Sonn=
tage von dem Abkommen ausgeſchloſſen werden und
blei=
ben dann gebührenfrei.” Auch für noch größere
Fern=
ſprechzeiten, für die regelmäßige Inanſpruchnahme eines
Drahtes auf mehr als ſechs Stunden, ſind von der
briti=
ſchen Poſtverwaltung nunmehr ſehr erhebliche
Verbillig=
ungen und Verkehrserleichterungen eingeführt worden.
C. K. Eine Expedition zur Aufſuchung
des „Waſſerelefanten” Aus London wird
be=
richtet: Die Frage, ob ein Tier, das als „Waſſerelefant”
öfter erwähnt wird, in dem Gebiet um den Leopold=See
im belgiſchen Kongoſtaat wirklich eriſtiert, wird
gegen=
wärtig wieder lebhaft erörtert, und man plant, in kurzem
eine Expedition zur Suche nach dem merkwürdigen
Geſchöpf auszuſenden. Ein franzdſiſcher Reiſender,
M. le Petit, der kürzlich nach mehrjährigen Reiſen im
franzöſiſchen und belgiſchen Kongogebiet in Natrobt in
Britiſch=Oſtafrika angekommen iſt, erklärt, daß er fünf
ſeltſam ausſehende Tiere in dem ſumpfigen Lande um
den genannten See herum bemerkt habe, die die
Ein=
geborenen für See=Elefanten erklärten. Die Tiere waren
6 bis 8 Fuß hoch und die Köpfe hatten noch am meiſten
Aehnlichkeit mit gewaltigen Tapiren. Die Beamten des
Londoner Naturhiſtoriſchen Muſeums erinnern daran,
daß ihnen von verſchiedenen Seiten, die völlig
unab=
hängig von einander waren, eingehende Berichte über
das Vorhandenſein eines merkwürdigen tapirähnlichen
Tieres im belgiſchen Kongogebiet zugegangen ſind.
Literariſches.
— Der „Land=Kalender für das
Groß=
herzogtum Heſſen” Ausgabe 1913, iſt
ſo=
eben mit gewohnter Pünktlichkeit im Großh.
Staatsver=
lag zu Darmſtadt erſchienen und durch die in allen
Städ=
ten und Gemeinden des Großherzogtums befindlichen
Verkaufsſtellen zu beziehen. Trotz der erheblich teurer
gewordenen Herſtellungskoſten iſt der Preis von 25 Pfg.
derſelbe geblieben. Dieſer „Land=Kalender” iſt einer der
älteſten, wenn nicht überhaupt der älteſte aller in
Deutſch=
land erſcheinendem Kalender, denn er ſteht jetzt ſchon im
203 Jahrgange. Die Ausgabe 1913, die in der
Haupt=
ſache der Erinnerung an die großen weltgeſchichtlichen
Ereigniſſe vor hundert Jahren gewidmet iſt, reiht ſich
inbezug auf Reichhaltigkeit und Ausſtattung ihren
Vor=
gängerinnen würdig an, ja es dürfte nicht an Stimmen
fehlen, die ſie für die ſchönſte aller bisherigen Kalender=
Ausgaben erklären. Außer dem amtlichen Kalendarium
für 1913 und dem amtlichen Verzeichnis aller im Jahre
1913 in Heſſen und den benachbarten Gebietsteilen des
Reiches ſtattfindenden Meſſen und Märkte bringt der
„Land=Kalender”, noch zahlreiche jedermann nützliche
Mitteilungen, Ratſchläge und Tabellen, ſowie erſtklaſſige
Originalaufſätze unterhaltenden und belehrenden,
hei=
teren und ernſten Inhalts. Unter den Dutzenden, z. T.
äußerſt wertvollen Original=Illuſtrationen befinden ſich
diesmal als Kunſtbeilagen eine ganz neue Aufnahme der
Großherzoglichen Familie und ferner ein großes
doppel=
ſeitiges Kunſtblatt „Blüchers Rcheinübergang bei Caub
in der Neujahrsnacht 1813‟. Daß auch wieder eine Anzahl
heſſiſcher Perſönlichkeiten und der bemerkenswerteſten
Weltbegebenheiten der letzten zwölf Monate in Wort
und Bild gedacht iſt, bedarf keines beſonderen Hinweiſes.
Alles in allem bringt der „Land=Kalender 1913” ſoviel
des Schönen und Nützlichen, daß keine heſſiſche Familie
ſeine baldige Anſchaffung unterlaſſen ſollte.
— Richard Graf von Pfeil, Jugend. Ein
Roman aus der heutigen Geſellſchaft. Geh. 3 Mk., geb.
4 Mk. Verlag L. Heege, Schweidnitz. Graf Richard
von Pfeil, der ſeinem Rufe als glänzender Erzähler
hier wieder in vollſtem Umfange gerecht wird, hat
dieſem Buche nur ungern die Bezeichnung Roman
ge=
geben; ſind hier doch ſo viel perſönliche Erlebniſſe und
Erinnerungen bis in die neueſte Zeit verwoben. Dieſer
Umſtand gibt dem Buche aber auch einen eigenen Reiz.
Mit großer Liebe und Sorgfalt ſind die Charaktere in
„Jugend” bis in dle kleinſten Einzelheiten gezeichnet, ſo
daß ſich dem Leſer unwillkürlich der Gedanke aufdrängt,
daß die Perſonen des Romans, wenn auch unter
anderen Verhältniſſen und anderen Namen, noch leben.
Die Lebhaftigkeit und Natürlichkeit der Darſtellung
nehmen den Leſer ganz gefangen und laſſen ihn alle
Phaſen des Romans miterleben. „Jugend” bedeutet
eine wertvolle Bereicherung unſerer modernen
Roman=
literatur, und eine glänzende Aufnahme iſt dem Buche
des bekannten und geſchätzten Verfaſſers ſicher.
— Von dem beliebten Frauen=Journal Buttericks
Moden=Revue iſt das Auguſt=Heft erſchienen. Der
Saiſon entſprechend bringt dieſe beſonders reichhaltige
Ausgabe eine Zuſammenſtellung ſolcher Kleider und
Ko=
ſtüme, für die jetzt während der Ferien und Reiſezeit das
größte Intereſſe vorhanden iſt, nebſt eleganten Neuheiten
für die Spätſommertage. Außerdem geben viele zum
Teil farbige Vollbilder eine Vorſchau der neueſten Moden
für die kommende Saiſon. Auch für die Kleinſten iſt
ge=
ſorgt, und ein größerer Aufſatz behandelt die moderne
Umſtandskleidung. Weiter finden wir wunderhübſche
Plättmuſter beſondere Tafeln für die neueſten
Halsgarni=
turen, für die unverwelkbaren, von Damen jetzt ſo viel
getragenen Sommerblumen, ſowie verſchiedene andere
kleidſame und praktiſche Dinge. Der literariſche Teil iſt
diesmal beſonders reichhaltig Buttericks Moden=Revue
erſcheint am 1. eines jeden Monats. Jedes Heft enthält
einen Gutſchein für eines der beliebten Buterick=
Schmit=
muſter nach eigener Wahl. Aktien=Geſellſchaft für
But=
tericks Verlag, Berlin W. 8, Leipziger Straße 109.
— „Des Lebens Maienzeit.‟ Eine Anthologie
deutſcher Dichterinnen und Dichter und zugleich ein
Hoch=
zeitsangebinde. Herausgegeben von Carl A.
Keller=
mann. Mit Buchſchmuck (11 Porträts) und Saalemotiv
5 Mk ohne Porträts 2,50 Mk. Verlag: Lindners
Buch=
druckeret und Verlagsanſtalt, Leipzig=Anger Breite
Straße 2. Eine prachtvolle Liebesgabe iſt die
Hochzeits=
ſpende, die Carl A. Kellermann, dem Hunsrück= und
Balladendichter Karl Röhrig und der Liederſängerin Elſe
Droyſen, zum Hochzeitstage im Vereine mit zahlreichen
Mitarbeitern geſpendet hat. Was deutſche Dichter in
die=
ſem Hochzeitsangebinde geboten, hat ein Künſtler mit Fleiß
und Liebe illuſtrativ bereichert. Nicht für einen engeren
Kreis allein iſt die Anthologie beſtimmt, vielmehr iſt ſe
trefflich geeignet, jedem Brautpaare als Hochzeitsſpende
mitgegeben zu werden. Die Liebe, die alte Geſchichte, die
ewig neu bleibt und war, traut wie ein altes Wiegenlied,
kommt in der Hochzeitsgabe zu Wort. Und ſo wird jeder
zu dem Werke greifen, der noch einen Zug zu jener Zeit
verſpürt, die die ſchönſte des Lebens war, golden und
hoffnungsvoll, zu des „Lebens Maienzeit.”
Erdbeben.
* Stuttgart, 15. Aug. Aus Balingen,
Ebin=
gen und Hechingen wird gemeldet daß geſtern abend
um 6 Uhr 40 Min. ein kräftiger Erdſtoß mit rollendem
Geräuſch verſpürt wurde.
* Hohenheim, 15. Aug. Die Erdbebenwarte
hat den geſtern abend in verſchiedenen Orten am Fuße
der Schwäbiſchen Alb und im oberen Neckartal verſpürten
leichten Erdſtoß um 6 Uhr 41 Minuten als ein leichtes
Nahbeben verzeichnet.
Die Lage in der Türkei.
* Konſtantinopel, 14. Aug. Die Situation des
Kabinetts iſt unverändert. Man bemüht ſich,
Zia Paſcha zur Zurückziehung ſeiner Demiſſion zu
be=
ſtimmen; wenn er auf ſeinem Standpunkt verharrt, wird
Sbrahim oder Reſchid Bey von der liberalen Entente zum
Miniſter des Innern ernannt.
* Sofia, 14. Aug. Nach Informationen an
zuſtän=
diger Stelle hat die bulgariſche Regierung an
die Großmächte das Erſuchen gerichtet ihren Schritt
in Konſtantinopel auf Unterſuchung der Greueltaten in
Kotſchana und Beſtrafung der Schuldigen zu unterſtützen.
Bisher iſt von den Mächten der Triple=Entente eine
zu=
ſtimmende Antwort eingelaufen.
* Wien 14. Aug. Die Neue Freie Preſſe meldet,
der Miniſter des Aeußern, Graf Berchtold, habe die
Initiative ergriffen, um einen Meinungsaustauſch darüber
herbeizuführen, daß einerſeits das gegenwärtige türkiſche
Regime die Intereſſen der anderen Balkanvölker
entſprechend berückſichtigen ſolle, andererſeits aber die
Bal=
kanvölker ihre Forderungen an die Pforte mit den
tatſäch=
lichen Verhältniſſen in Uebereinſtimmung bringen möchten.
* Wien, 15. Aug. Die Initiative Berchtolds
verfolgt den Zweck, die Pforte in der von ihr
eingeſchlage=
nen dezentraliſtiſchen Richtung zu beſtärken und für ihre
gegenwärtige Politik auch alle Balkanvölker zu gewinnen,
deren Intereſſen hierdurch ebenſo wie die der ottomaniſchen
Regierung am beſten gewahrt werden könnten.
Marokko.
* Paris, 15. Aug. Als Erſatz für einige Schiffe
der marokkaniſchen Schiffsdiviſion, die ſich gegenwärtig
nicht in den dortigen Gewäſſern befinden, wird auf
Er=
ſuchen Liauteys der Kreuzer „Jules Ferry” heute abend
Toulon verlaſſen, um ſich dem Kommiſſar des
General=
reſidenten zur Verfügung zu ſtellen. Wahrſcheinlich wird
noch ein zweiter Kreuzer unverzüglich nach Tanger
geſchickt.
* Paris, 15. Aug. Die Agence Havas meldet:
Sultan Muley Hafid hat am 12. Auguſt
abge=
dankt. Bevor er Rabat verließ, richtete er an den
Kommiſſar des franzöſiſchen Generalreſidenten der
fran=
zöſiſchen Republik in Rabat einen Brief, in dem er ſeine
vollkommene Uebereinſtimmung mit der franzöſiſchen
Re=
gierung verſichert und Muley Juſſuf als Nachfolger
bezeichnet. Dieſes Dokument ſtellt alſo in authentiſcher
Weiſe die Freiwilligkeit der Abdankung des Sultans
feſt unter Zuſtimmung zur Wahl des neuen Sultans.
Die Regierung der Republik hat von Vorſtehendem ihren
bei den Signatarmächten der Algecirasakte beglaubigten
Vertretern Kenntnis gegeben.
Ausgewählte Gruppen
Ausſtellunc
ene e Zntenatenaten
Hygiene=Ausſtellung.
drehen ion
Larngblsage
Im Großherzoglichen
Reſtbenſchieß
Auauſt-Okt. 1012
Eröffnet 9. Auguſt.
Die Ausſtellung ilt ununterbrochen von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends geöffnet,
auch Sonntags.
Eintrittspreis 1 m.
Militär vom Feldwebel abwärts, mit Ausnahme
. . 50 Pfg.
der Einj.=Freiw. . .
Für Vereine bei Kollektiobeſuchen:
Bei Entnahme bis zu 50 Karten . . . . . 0.70
.. . . . 0.60
, „ „ 100
. 0.50
„ von über 100
(VI16998
[ ← ][ ][ → ]Letzte Nachrichten.
(Wokffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Heidelberg, 15. Aug. Heute mittag wurde der
23jährigen Krankenſchweſter Frieda Schmidt, als ſie
einen Fahrſtuhl betreten wollte, durch die Schiebetür, der
Kopf zerquetſcht. Als man ſie befreien wollte, fiel ſie
in den drei Stock tiefen Fahrſtuhlſchacht. Sie war ſofort
t o t.
* Lauffenburg, 15. Aug. Der Oberrhein ſteigt
weiter. Die Uferregulierungsarbeiten müſſen
infolge=
deſſen eingeſtellt werden. Bei Radolfszell ertrank ein
Landwirt, ebenſo in Hottingen. Die Hoteliers müſſen ihre
Zimmer heizen. Die Wein= und Obſternte iſt vernichtet.
* Bochum, 15. Aug. Im Krankenhaus „
Bergmanns=
heil” iſt ein weiterer Schwerverletzter geſtorben.
Es ſind ſomit fünf Verletzte ihren Verletzungen erlegen.
Für die übrigen 18 beſteht keine Lebensgefahr.
* Neu=Strelitz, 15. Aug. Die Königin von
Eng=
land iſt mit ihrer Tochter um 11 Uhr 25 Minuten hier
eingetroffen. Zum Empfang fanden ſich die
großherzog=
liche Familie und die Großherzogin=Witwe ein.
* Marfeille, 15. Aug. Muley Hafid iſt geſtern
abend hier eingetroffen und vom Präfekten namens der
Regierung begrüßt worden. An Land wurden dem
Sultan militäriſche Ehrenbezeigungen erwieſen. Er
reiſt morgen nach Vichy.
* Brüffel, 15. Aug. Bei Empfang des
Königs=
paares in der Handelskammer in
Antwer=
pen ſagte der König in Erwiderung auf die
Begrüß=
ung durch den Präſidenten, er ſei hocherfreut, zu hören,
daß die Handelsmetropole Antwerpen Vertrauen zu der
Proſperität der Kongokolonie habe. In dem Augenblick,
in dem Belgien große Opfer bringe und die Kolonie
dem Handel eröffne, ſei eine derartige Zuverſicht nötig.
Der König richtete den Appell an die Kaufmannſchaft,
ſich dem kolonialen Werk zu widmen im wirtſchaftlichen
Intereſſe Belgiens und im höheren Intereſſe der
Zivili=
ſation.
* Moskau, 15. Aug. Auf dem Feſtmahl, das geſtern
zu Ehren des franzöſiſchen Miniſterpräſidenten
Poin=
caré ſtattfand, brachte der Gouverneur von Moskau einen
Trinkſpruch auf den Präſidenten Falliéres, Poincaré und
auf das franzöſiſche Volk aus. Der franzöſiſche Konſul
wies auf das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis hin und trank
auf das Wohl Poincarés. Dieſer betonte, auf die
aus=
gebrachten Trinkſprüche antwortend, daß die bevorſtehende
Jahrhundertfeier von 1812 die Franzoſen und Ruſſen in
Einigkeit und im Gefühl gegenſeitiger Freundſchaft
be=
gehen würden.
H.B. Berlin, 15. Aug. Das Kronprinzenpaar
wird im September nach Schluß der Kaiſermanöver ſich
nach England und Schottland begeben, um einige Tage
als Gäſte des engliſchen Königshauſes in Balmoral Caſtle
im ſchottiſchen Hochgebirge zu verbringen. Der Kronprinz
dürfte dann als Vertreter des Kaiſers auch der Beiſetzung
des im Frühjahr in Aegypten einer Lungenentzündung
erlegenen Herzogs von Fife in dem neu erbauten
Mauſo=
leum des herzoglichen Landbeſitzes Mar Lodge beiwohnen.
H.B. Meſeritz, 15. Aug. Die Häuslersfrau Marie
Blaszezyk aus Dakowymokre im Kreiſe Grätz, die
wegen Teilnahme an der Ermordung ihres Mannes
durch ihren eigenen Vater, Kaſimir Murkowski, vom
hie=
ſigen Schwurgericht zum Tode verurteilt worden iſt,
iſt vom Kaiſer zu lebenslänglicher Zuchthausſtrafe
be=
gnadigt worden. Ihr zum Tode verurteilter Vater
ſtarb kurz vor feiner Hinrichtung im Gefängnis eines
natürlichen Todes.
H. B. Peſt, 15. Aug. Vor einigen Tagen ſind in
Fer=
tömajor eine große Anzahl Einwohner unter ſchweren
Vergiftungserſcheinungen erkrankt. Es beſtand
urſprünglich Choleraverdacht. Wie jetzt gemeldet wird,
hat jedoch die bakteriologiſche Unterſuchung ergeben, daß
es ſich in allen Fällen um Vergiftungen durch
Methyl=
alkohol handelt.
H. B. Saragoſſa, 15. Aug. Die
Aufſtandsbeweg=
ung der Eiſenbahner dauert noch immer an, ohne
daß nennenswerte Zwiſchenfälle zu verzeichnen wären
Die Bürgerwehr bewacht die Straßen und hält die
Ord=
nung aufrecht. Der Ausſtand iſt allgemein. Selbſt die
Hotel=Bedienſteten ſind in den Ausſtand getreten. In
Mglag verſuchten Ausſtändige die Arbeitswilligen an de
Arbeit zu hindern. Hierbei kam es zu einer Schlägerei
in deren Verlauf mehrere Revolverſchüſſe gewechſelt
wur=
den. Drei Verhaftungen wurden vorgenommen. Bis jetz
ſind 11 Gewerkſchaften ausſtändig.
ſich möglichſt
Den Schmelz der Jugend lang zu
er=
halten, ſoll jede Dame bedacht ſein. Naumann’s
Fauſtring” Lanolinſeife iſt dabei ihr beſter Helfer.
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Aus Bädern und Sommerfriſchen.
— Triberg 14. Aug. Dem langanhaltenden
Regenwetter der letzten Wochen iſt endlich wärmere und
trockene Witterung gefolgt. Neben den vielen Nachteilen,
die das ſchlechte Wetter zur Folge hatte, iſt wenigſtens eine
erfreuliche Erſcheinung zu verzeichnen. Die Waſſerfälle
bieten gegenwärtig mit ihrer mächtigen Waſſerfülle einen
impoſanten, um dieſe Jahreszeit ſonſt nicht gewohnten
Anblick. Wenn die warme Witterung anhält veranſtaltet
die ſtädtiſche Kurverwaltung am nächſten Sonntag, den
18. ds. Mts., abends acht Uhr beginnend, im Kurpapk ein
Großes Parkfeſt. Die Waſſerfälle werden elektriſch und
bengaliſch beleuchtet, ein kleines Feuerwerk wird
abge=
brannt. Die Kurkapelle konzertiert. Das Kurtheater
bietet auf der Freilichtbühne bei Scheinwerferbeleuchtung
ein reizendes Luſtſpiel. Durch Aufſtellung eines
Glücks=
hafens, einer Schießbude und eines Ringwurfſpiels, von
Blumen= Sekt=, Eis= und Naſchbuden iſt für genügende
Unterhaltung geſorgt. Die Pauſen zwiſchen den einzelnen
Darbietungen werden durch Tanzunterhaltung auf dem
freien Tanzplatz im Kurpark ausgefüllt. Zudem wird
die=
ſes Jahr zum erſten Male ein Schönheitswettbewerb
ab=
gehalten, auf deſſen Ausgang gewiß Jedermann geſpannt
ſein wird. Der Reinertrag des Feſtes dient
gemein=
nützigen Zwecken. Dieſer Veranſtaltung geht nachmittags
5 Uhr auf dem Naturtheater eine Aufführung des deutſchen
Märchendramas „Die verfunkene Glocke” voraus.
Statt besonderer Anzeige.
Gestern abend 8 Uhr entschlief nach längerem Leiden im 79. Lebensjahre
(17198
unser lieber Vater, Schwiegervater und Grossvater
der Königl. Preuss. Oberst z. D.
Herr Arlold Ver Horman
Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse und hoher Orden.
Arnold von Hofmann, Major a. D.,
Karl von Hofmann, Major und Bataillonskommandeur
im 1. Kurhess. Inf.-Regt. Nr. 81,
August von Hofmann,
Anna von Hofmann, geb. Freiin von Wedekind,
Antoinette von Hofmann, geb. Wick,
und 4 Enkelkinder.
Darmstadt, Frankfurt a. M., den 15. August 1912.
Trauerfeier Freitag, den 16. August, 5.30 nachm., Frankfurterstrasse 10.
Einäscherung und Beisetzung in aller Stille. — Beileids-Besuche dankend verbeten.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Verwandter, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass
(B17206
unser lieber, treubesorgter Bruder
Herr Georg August May, Käfer und Weinhändler
heute nacht 1 Uhr nach langen, in Geduld getragenen, schweren Leiden, im
66. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlief.
Um stille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmstadt, den 15. August 1912.
Bessungerstrasse 23.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr, vom Elisabethenstift aus, auf dem Bessunger
Friedhof statt; Einsegnung ¼ Stunde vorher.
Von Kondolenzbesuchen bittet man gütigst abzusehen.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme an unserem herben
Ver-
luste, sowie für die zahlreichen
Blumenspenden sprechen wir unseren
tiefgefühlten Dank aus.
Familie
Beckmann-Weissheimer.
Darmstadt, Hügelstr. 87.
(17193
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 16. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 17. Auguſt
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbat=
ausgang 8 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 17. Auguſt:
Vorabend 7 Uhr 05 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 18. Aug., an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet im Nordweſten hat ſeine Lage
nicht verändert. Randwirbel brachten noch in ganz
Deutſchland Regen. Strichweiſe wurden Gewitter
beob=
achtet. Die Temperaturen ſind etwas geſtiegen, liegen
jedoch immer noch unter dem Mittel. Von Südweſten
her dringt langſam hoher Druck vor, jedoch ſind noch
immer leichte Störungen durch die nordweſtliche
Depreſ=
ſion zu erwarten, ſo daß wir mit wechſelnder Bewölkung,
doch trockenem Wetter zu rechnen haben.
Ausſichten für Freitag, den 16. Auguſt 1912:
Wechſelnd bewölkt, meiſt trolken, mäßlg warm.
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern, am 14. Auguſt, entſchlief ſanft in
Laubach, wo ſie zu Beſuch weilte, unſere gute
Mutter
(17220
Julie Süffert
geb. Freiin Röder von Diersburg
nach kurzem, ſchwerem Leiden im eben
vollen=
deten achtundachtzigſten Lebensjahre.
Wilhelm süffert in Santa Cruz,
Emilie Hallwachs, geb. Süffert,
in Nidda,
Else süffert, geb. Süffert,
in Bad Nauheim.
Ze
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße.
Konzerte: Vereinigte Geſellſchaft um 7½ Uhr.
„Perkeo” um 8 Uhr. — Singſpielhaus „Metropol” um
8 Uhr. — Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 17. Auguſt.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
beizu=
fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Un=
verlangte Wanuſkripte werden nicht zurückgelandt.
Gartenbauverein Darmstadt.
Sonntag, den 18. Auguſt d. J.: Beſichtigung
der Obſt= und Weinbauſchule zu Geiſenheim
veranſtaltet vom Kreisobſtbauverband.
Abfahrt: Darmſtadt Hauptbahnhof 725 Ankunft Mainz Süd 8½,
Abfahrt mit dem niederländiſchen Rheindampfer 920 Ankunft in
Geiſen=
heim 1020 — Rückfahrt per Bahn von Geiſenheim 622, Ankunft in
Darmſtadt 902. Geſamtfahrpreis 3.50 Mk.
Die verehrlichen Mitglieder werden zu dem Ausflug freundlichſt
eingeladen. Gäſte ſind willkommen.
(17219
Der Vorſtand.
Turngemeinde Darmſtadt.
M.
Protektor: Se. Kgl. Hoh. der Großherzog.
Sonntag, 18. Auguſt, nachmittags 4 Uhr
Sommerfest
Kinderſpiele, turneriſche Aufführungen,
Tombola, Schießſtand und Mitwirkung der
Singmannſchaft
(17204
Vrum
Abends: TANZ.
Ausweis für Mitglieder II. Quartalskarte, Fremde (Herren)
Der Vergnügungs-Ausschuss.
0 Pfg.
Bürger-Verein.
Darmstädter Fecht-Club.
Samstag, den 17. August,
abends 8½ Uhr:
Sonnnertest
auf dem Oberwaldhaus. 17211
Konzert der Kapelle Weber, IIlumination,
Gondel-
fahrt, turnerische Vorführungen, Tanz etc.
Bei ungünstiger Witterung fällt die Veranstaltung aus.
Hagenschdtz Feischkcher
(Telefon 1445)
Heute Freitag, abends 8 Uhr
Zur denkwürdigen Erinnerung an die Schlacht bei Gravelotte
Farrlorisches Ronzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts Nr. 61
Leitung: Obermusikmeister M. WEB ER.
Im Programm: Arda=Marſch. Euryanthe. Geſchichten aus
vem Wiener Wald. Fanfarenmärſche für althiſtoriſche Feldtrompeten
und Keſſelpauken. Kriegsraketen. Großes militäriſches Potpourri
mit Schlachtenmuſik.
(*3640
— Solo=Vorträge des Herru Fritz Lemmer.
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
Hans Tod, Restaurateur.
Friſche
Her
10 Stück von 58 ₰ an.
Süßrahm=Tafel=Butter
per Pfund
ℳ 1.40
Allerfeinſte, in Qualität
unübertroffen
per Pfund ℳ 1.50
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feinſte Pflanzenbutter=
Margarine, beſter Erſatz
für Natur=Butter(
per Pfund 30 ₰
Eier=Margarine
per Pfund . . . . . 75 ₰
Nußbutter
beſtes Cocosſpeiſeſett
per Pfund . . . . . 55 ₰
Große ſaftige Zitronen
10 Stück . . . . . 68 ₰
Lieferung von 25 Eier
frei ins Haus. (17222
Darmstädter
Eiergroßhandel
Math. Rosenstock
Ludwigstr. 18, Karlstr. 102
u. Kaupstr. 42 (Riegerplatz)
Telefon 490 u. 602.
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junge Tauben, ſehr dick, v. 50 Pf.
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Tiſch, Stühle, noch neu, ſotv.
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*3623) Neckarſtraße 4, Vdh., 1. St.
Graveit. Feier.
Die ehemaligen Pflegerinnen von 1870/71
beabſichtigen, am Montag, den 19. Auguſt, um
3½ Uhr, auf dem Heiligen Krenzberg eine
Gedenk=Feier
abzuhalten. Um recht zahlreiches Erſcheinen wird gebeten. Bitte
Orden und Ehrenzeichen anlegen zu wollen.
(17221
Ravanerie Verei Darmstaut.
Samstag, 17. Auguſt I. Js., abends 8 Uhr,
feiert der Kavallerie=Verein Darmſtadt bei Kamerad Diehl, Reſt.
„Zum Krokodil‟ Eliſabethenſtraße 44,
(17209
Gravelottefeier mit Gartenfesf
unter gütiger Mitwirkung einer Abteilung der
Kapelle des Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24.
Kameraden, Freunde und Gönner ſind freundlichſt eingeladen.
Der Vorstand.
NB. Eintritt 20 Pfg., eine Dame frei.
Einladung zum Deklamsteriums
„Daniel, der Reichskanzler zu Babylon‟
Sonntag, den 18. Auguſt, nachm. 4 Uhr,
im Stadtmiſſionsſaale, Mühlſtraße 24.
Eintritt mit Programm 20 Pfg. (17197
Ludwigsnone.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B14217
Warlere u. Mheatersäufgrerked
Alexanderstrasse 12.
Monat August täglich: (16374a
Das große Variété- und Theater-Programm!
Wally Norden, die kleine Trikot-Nymphe
Neu- Lissi Loselio, Kinderkopistin. — Neuf
Ilchwehhe n eraisd
findet Sonntag, den 18. und Montag, den
19. Auguſt ſtatt, wozu höflichſt einladet
Walter, Hess. Hof.
17182)
Dachkirchweihe Eberstadt.
Sonntag, den 18. Auguſt
Grosse Tanzmusik
wozu freundlich einladet
(*3649fs
Max Brokate, zum Schwanen.
alkoholfreier Apfelrank
wohlbekömmlich. (B16599
Hauptniederlage: Rudolf Schäfer Nachf.
Fonlti
Martinſtraße 95.
Telefon 77.
Kurſe vom 15. Auguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,80
79,90
do.
4 Preuß. Schatzanweifg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 89,70
79,70
Z do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
93,10
do.
3½
87,00
3.
do.
* Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
88,20
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
A Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
K do. do. (unk. 1918) 190,30
87,60
do.
3½
*7,75
do.
13 Sächfiſche Rente . . . . 80,30
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,70
4 do. Goldrente . . . 95,90
4 do. einheitl. Rente 87,40
3 Portug, unif. Serie I 64,50
3 do. unif. Ser. III 67,60
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Kumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 . . 95,30
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,30
A do. v. 1902 . . . . 90,70
4½ do. v. 1905 . . . . 100,34
3½ Schweden
93,80
4 Serbier amort. v. 1895—
4 Türk. Admin. v. 1903 82,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,90
4 Ungar. Goldrente .
90,10
4 do. Staatsrente. . . 88,00
Zf.
InProz.
5 Argentinier
. 100,89
4
do.
86,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
4½
do.
94,10
4½ Japaner . .
94,00
5 Innere Mexikaner . . . 95,30
3
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,20
3 Buenos Aires Provinz 70½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 147,10
5 Nordd. Lloyd . . . . . 123,75
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 114,50
8 Baltimore und Ohio . 109,80
6½ Schantungbahn . . . 135,60
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,50
6 Pennſylvania R. R. . 123,40
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
75,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 544,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
. . . 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 657,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 355,00
10 Cement Heidelberg . . 152,50
30 Chem. Werke Albert 480,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
. .324,75
4 Lahmeyer .
.126,50
Lat
In Proz.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 161,70
12 Siemens & Halske . 240,50
5 Bergmann Electr. . . 140,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,00
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 116,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 563,00
10 Maſchinenf. Badenia 177,00
6 Wittener Stahlröhren 218,00
8 Steana Romana Petr. 149,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 245,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . .
.. . 229,80
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 118,00
3 Südd. Immobilien . 62,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 193,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 239,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 181,30
10 Gelſenkirchener . . . . 201,25
8 Harpener .
. . 198,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 270,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
82,50
4 Laurahütte . . . . . . 178,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 166,80
Weſteregeln 209,00
11
7½ South Weſt Africa 145,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,40
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,90
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,20
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,10
do.
79,10
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,50
do.
77.00
4
In Proz.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,40
77,60
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
88,00
do.
4 Wladichawchas .
88,10
4 Rjäſan Koslow . . . . 88,10
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,10
do.
2¾/10 Livorneſer . .
69,30
3 Salonique=Monaſtir
83,75
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 97,00
4 Miſſouri=Pacific . . . . 71,50
4 Northern=Pacific
99,30
4 Southern=Pacific . . . 94,90
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,20
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,20
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,80
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,25
6½ Darmſtädter Bank 121,90
12½ Deutſche Bank . . . 254,80
6 Deutſche Vereinsbank . 123,60
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,30
10 Diskonto=Kommandit 187,20
8½ Dresdener Bank . . 154,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,10
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,50
5.86 Reichsbank . . . . . 134,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,50
7½ Wiener Bankverein . 134,70
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,00
Z
Zufran,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
3½
do,
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
34
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 .
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,00
S. 3—5 .
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,60
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,30.
do.
3½
89,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 98,80
do.
4 Frankfurt . . . . . . . 100,00
do.
95,00
4 Gießen . .
do.
4 Heidelberg
98,70
do.
4 Karlsruhe
99,00
31
do.
89,00
4 Magdeburg
99,10
do.
4 Mainz .
do.
90,00
4 Mannheim
99,30
do.
88,50
4 München .
100,50
3½ Nauheim
Nürnberg.
.100,00
do.
88,50
4 Offenbach .
Inprot.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . 7.7. 4 98,74
3½ do.
4 Worms
97,75
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 ₰
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 133,60
8 Holl. Komm. . fl. 100 107,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,20
3 Oldenburger . . . . . . 125,10
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 —
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Fs. 15 —
Freiburger
Fs. 45 —
Mailänder
F8. 10
do.
ſl. 7 35,40
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 519,00
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100 360,50
Benediger . . . . Fs. 30 45,40
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke
16,21
Amerikaniſche Noten.
4,18%
Engliſche Noten .
20,44
Franzöfiſche Noten.
81,05
Holländiſche Noten.
169,55
Italieniſche Noten .
80,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten . . .
81,06
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Sanitätsr. Dr. Gutenberg,
Wald-
strasse 1,
Dr. Happel, Sandstrasse 26,
Dr. Machenhauer, Frauenarzt,
Rledeselstrasse 52, (K17140
Dr. Nahm, Heidelbergerstr. 83,
Dr. Schneider Weuckstr. 10.
gährand meiner Abweſenheit
werden die Herren:
Dr. Barthel, S.-R.
Dr. Bodenheimer
Dr. Drauth
Dr. Kolb, S.-R.
Dr. Leydhecker
Dr. Maurer, S.-B.
Dr. Orth II., S.-R.
Dr. Sior (17129dfs
die Güte haben mich zu vertreten.
S.-R. Dr. Birnbaum.
Mrähteden meineg
Abwesenheit
werde ich vertreten durch die Herren:
Dr. Draudt, Heinrichſtr. 17,
Dr. Heyer, Hügelſtr. 57
Dr. Hof, Roßdörferſtr. 19 (nach
ſeiner Rückkehr), (17036mfi
S.=R. Dr. Kolb, Riedeſelſtr. 23,
Dr. Nöllner, Hölgesſtr. 12,
Dr. Schiffer, Hoftheaterplatz 2,
Dr. Staudinger, Heinrichſtr. 94.
Dr. Göring.
Von der Reise
zurück (17158dfs
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Telephon 1540.
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Wilhelminenstrasse 33.
[ ← ][ ][ → ]Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
ſicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Dobermann, 1 Boxer (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde finder
(17199
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
betreffend die Maß= und Gewichtspolizei und die Durchführung
der Nacheichung in der Stadt Darmſtadt.
Die in § 11 der Maß= und Gewichtsordnung vom 30. Mai 1908
vorgeſchriebene Nacheichung der im eichpflichtigen Verkehr
befindlichen Maße, Gewichte und Wagen für eine größte
zu=
läſſige Laſt bis ausſchließlich 3000 kg ſoll in der Stadt
Darmſtadt demnächſt beginnen und nach dem unten ſtehenden
Verteilungsplan durchgeführt werden. Eichpflichtig ſind nicht nur
die im öffentlichen Verkehr befindlichen Meßgeräte, ſondern auch
diejenigen des Handelsverkehrs, wenn er nicht in offenen
Ver=
kaufsſtellen ſtattfindet, ſowie diejenigen, die in fabrikmäßigen
Be=
trieben zur Ermittelung des Arbeitslohnes dienen. Die Beſitzer
eichpflichtiger Meßgeräte ſind bei Meidung der geſetzlichen Strafe
verpflichtet, ihre Meßgeräte, auch wenn ſie ſchon geeicht und noch
richtig ſind, dem Großh. Eichamt Darmſtadt, Woogsſtraße 4,
zur Nacheichung vorzulegen. Ausgenommen ſind ganz aus Glas
hergeſtellte Meßgeräte und alle diejenigen, welche bereits das
eich=
amtliche Jahreszeichen 12 tragen. Die Nacheichung macht den
Be=
ſitzern nur unerhebliche Koſten, ſofern nicht Reparaturen nötig ſind.
Beim Großh. Eichamt werden ſolche Reparaturen nicht mehr
aus=
geführt. Es muß den Intereſſenten überlaſſen bleiben, ſie anderweit
bei geeigneten Fachleuten ausführen zu laſſen.
Jeder Einlieferer hat dem Eichamt zur Vermeidung von
Ver=
luſten und Verwechslungen ein mit ſeinem Namen verſehenes
Stücke=
verzeichnis mit einzureichen. Die Rückgabe erfolgt gegen Barzahlung
der fälligen Eichgebühr. Die dabei erhaltenen Eichſcheine ſind
ſorg=
fältig aufzubewahren und bei der nachfolgenden polizeilichen Maß=
und Gewichtsreviſion vorzuzeigen.
Um eine gleichmäßige und raſche Abwicklung des
Nacheichungs=
geſchäfts zu erzielen, werden für die Nacheichung folgende Zeiten
feſtgeſetzt:
Für das 1. Polizeirevier vom 15. bis 31. Auguſt,
„ 2. bis 14. September,
„ 16. bis 30. September,
1. bis 12. Oktober,
„ 15. bis 31. Oktober,
1. bis 9. November,
11. bis 23. November.
In gleicher Reihenfolge und angemeſſenem Abſtande wird
die polizeiliche Maß= und Gewichts=Reviſion
ſtattfinden.
Den Intereſſenten wird empfohlen, die den einzelnen Revieren
zugeteilten Friſten zu benutzen und ihre Gegenſtände tunlichſt zu
Anfang der einzelnen Zeitabſchnitte, und zwar an den
Vormit=
tagen einzuliefern; Nichteinhalten der Friſten hat verzögerte
Ab=
fertigung zur Folge.
Solche Meßgeräte, die wegen ihrer Größe oder Befeſtigung am
Aufſtellungsort oder aus ähnlichen Gründen nicht zum Eichamt
gebracht werden können, werden auf Antrag an ihrem
Aufſtellungs=
ort nachgeeicht. Hierfür ſind folgende Tage in Ausſicht genommen:
für das 1. und 2. Polizeirevier der 29., 30., 31. Auguſt,
„ 27., 28., 30. September,
,„ 3. „
„ 29., 30., 31. Oktober,
„ 5. „ 6.
„ 22., 23. November.
Für Eichung am Aufſtellungsort wird als Zuſchlag an dieſen
Tagen nur eine Ganggebühr erhoben, während an anderen Tagen
der geſetzlich vorgeſchriebene Züſchlag von mindeſtens 5 Mk. erhoben
werden muß.
Nachſtehende Beſtimmungen der Bekanntmachung Großh.
Mi=
niſteriums des Innern vom 5. Juli 1912 werden der beſonderen
Beachtung empfohlen.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
(16999mf
Vorſchriften für die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte.
§ 1. Die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte ſind verpflichtet:
1. dieſe Meßgeräte, ſofern ſie noch nicht geeicht ſind,
unverzüg=
lich — Bierfäſſer ſowie Förderwagen und Fördergefäße im
Bergwerksbetriebe längſtens bis zum 1. Januar 1913—
eichen zu laſſen;
2. dafür zu ſorgen, daß die Meßgeräte, ſolange ſie im
eich=
pflichtigen Verkehr angewandt oder bereit gehalten werden,
innerhalb der Verkehrsfehlergrenzen richtig ſind und, ſobald
ſie dieſe Fehlergrenzen überſchreiten, aus dem eichpflichtigen
Verkehr entfernt werden;
3. dieſe Meßgeräte, auch wenn ſie geeicht und richtig ſind, in
den durch § 11 der Maß= und Gewichtsordnung beſtimmten
Friſten nacheichen zu laſſen, inſoweit ſie nicht von der
Nach=
eichungspflicht ausgenommen ſind.
§ 2. Die Beſitzer eichpflichtiger Meßgeräte haben dieſe zum
Zweck der Neueichung oder Nacheichung an eine Amtsſtelle der
Eich=
behörden zu bringen und nach beendigtem Eichgeſchäft wieder daſelbſt
in Empfang zu nehmen. Die Rückſendung der vorgelegten
Meß=
geräte durch die Poſt oder Eiſenbahn kann nicht gefordert werden.
Geſchieht ſie trotzdem, ſo geht ſie, ebenſo wie die Verpackung der
Meßgeräte, auf Koſten und Gefahr des Beſitzers. Handelt es ſich
um Neueichung, ſo ſteht dem Beſitzer der Meßgeräte die Wahl unter
den ſtändigen Amtsſtellen frei.
Werden im Nacheichverfahren örtliche Eichtage an beſonderen
Amtsſtellen abgehalten, ſo haben die Beſitzer eichpflichtiger
Meß=
geräte aus der Gemeinde, in der eine ſolche beſondere Amtsſtelle
er=
öffnet iſt, dieſe Amtsſtelle und deren Eichtage zu benutzen. Aus den
Gemeinden, in denen keine örtlichen Eichtage abgehalten werden,
haben die Beſitzer ihre Meßgeräte zu dem in öffentlicher
Bekannt=
machung bezeichneten örtlichen Eichtag einer Nachbargemeinde zu
bringen.
Iſt das Verbringen an eine ſtändige oder beſondere
Amts=
ſtelle zum Zweck der Neueichung oder Nacheichung wegen der Größe
der Meßgeräte oder wegen ihrer Befeſtigung oder Aufſtellung am
Gebrauchsort oder aus ähnlichen Gründen nicht möglich, ſo haben
die Beſitzer die Vornahme des eichamtlichen Geſchäfts außerhalb der
Amtsſtelle durch die Eichbehörde zu veranlaſſen. Handelt es ſich
da=
bei um Meßgeräte, für die in der Gemeinde ein örtlicher Eichtag
be=
ſtimmt iſt, ſo haben die Beſitzer die ihnen obliegenden Vorbereitungen
ſo zu treffen, daß die eichamtliche Behandlung außerhalb der
Amts=
ſtelle in unmittelbarem Anſchluß an den örtlichen Eichtag erfolgen
kann. Nichtbefolgung dieſer Vorſchrift bewirkt eine Erhöhung der
Gebührenzuſchläge (vgl. Bekanntmachung vom 26. März 1912, die
Gebühren im Eichweſen betreffend — Reg.=Bl. S. 226 — unter B I,
Ziffer 3, Abſ. 2 und 3).
Aus beſonderen Gründen, z. B. wenn wegen größerer
Her=
ſtellungsarbeiten ein Meßgerät ohnedies an den Sitz eines Eichamts
gebracht werden muß oder zu einem beſtimmten Eichtag nicht fertig
geſtellt werden kann, können einzelne Beſitzer ihre Meßgeräte anſtatt
zum örtlichen Eichtag ihrer Gemeinde zum Eichamt ſelbſt oder zum
örtlichen Eichtag einer anderen Gemeinde bringen oder eichamtliche
Handlungen außerhalb der Amtsſtelle in anderer als der durch
Eich=
age beſtimmten Reihenfolge beantragen.
Die Präziſionsmeßgeräte aus Apotheken, ärztlichen
Hausapo=
theken und, ſofern ein öffentlicher Verkehr in ihnen ſtattfindet, aus
Apotheken der Krankenhäuſer und ähnlichen Anſtalten brauchen im
Nacheichungsverfahren nicht an eine Amtsſtelle zur eichamtlichen
Be=
handlurg verbracht zu werden (vgl. § 10 Abſ. 2).
§ 3. Die Beſitzer haben ihre eichpflichtigen Meßgeräte zur
Eichung gehörig hergerichtet und gereinigt, ſowie mit den
erforder=
lichen und vorſchriftsmäßigen Stempelſtellen (Zinntropfen,
Eich=
pfropfen) er ehen, vorzulegen. Bei eichamtlichen Geſchäften
außer=
halb der Amtsſtellen haben die Antragſteller dafür zu ſorgen, daß
Eichmittel (Belaſtungs=, Prüfungsmaterial) und Arbeitshilfe recht
zeitig zur Verfügung des Eichbeamten ſtehen, und daß der
Auf=
ſtellungsort leicht gefahrlos zugängig und ſowohl räumlich wie in
anderer Beziehung ſo beſchaffen iſt, daß er für die ordnungsmäßige
Ausführung der Unterſuchung geeignet erſcheint. Bei Nichterfüllung
dieſer Verpflichtungen hat der Antragſteller keinen Anſpruch auf
eich=
amtliche Erledigung.
§ 4. Die Antragſteller ſind bei Meidung des Mahn= und
Bei=
treibungsverfahrens verpflichtet, für die Eichung, Prüfung oder
Be=
glaubigung der von ihnen vorgelegten Meßgeräte die vorgeſchriebenen
Gebühren und, wenn die eichamtliche Behandlung außerhalb der
Amtsſtelle erfolgt iſt, auch die vorgeſchriebenen Gebührenzuſchläge
und Nebenkoſten zu zahlen.
§ 5. Die Beſitzer nacheichpflichtiger Meßgeräte haben die ihnen
von den Eichbehörden ausgeſtellten Eich= und Befundſcheine bei
poli=
zeilichen Maß= und Gewichtsreviſionen ſowie bei Nacheichtermin
vor=
zuzeigen.
Zu dieſem Zweck ſowie auch zur Vermeidung von wiederholter
Anforderung eichamtlicher Gebühren ſind die genannten Scheine
ſorg=
fältig bis zur Nacheichung der darauf bezeichneten Meßgeräte
auf=
zubewahren.
Koſtenrechnungen oder Einzelbezeichnung der Meßgeräte ſowie
Rückgabeſcheine brauchen nicht aufbewahrt zu werden.
§ 6. Es iſt verboten, an geeichten Meßgeräten nachträglich
Maße oder Teilungen oder Nebeneinrichtungen anzubringen, die die
ordnungsmäßige Anwendung und Wirkſamkeit beeinträchtigen können
und deren früheres Vorhandenſein die Eichung unzuläſſig gemacht
haben würde.
Solche Meßgeräte werden als ungeeicht betrachtet und behandelt.
§ 11. Um die Weiterbenutzung unrichtiger, nicht mehr
berich=
tigungsfähiger Meſſinggewichte auszuſchließen, ſind die Eichämter
er=
mächtigt, ſolche Gewichte mit Zuſtimmung des Beſitzers gegen bare
Vergütung des Altmetallwertes zu den vom Miniſterium des Innern
beſtimmten Sätzen einzubehalten. Um dieſe einbehaltenen Gewichte
iſt eine beſondere Nachweiſung zu führen, die zugleich die Quittung
des Beſitzers über den Geldbetrag enthält.
„Angeſtelltenverſicherung‟
Für die in der nachſtehenden Bekanntmachung des Großh.
Kreisamtes unter b genannten Verſicherten werden die Aufnahme=
und Verſicherungskarten im ſtädtiſchen Bureau Waldſtraße 6,
Zimmer Nr. I vorm. 8 bis 12 Uhr und nachm. 3 bis 5 Uhr
aus=
gegeben.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
(17025a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Wir machen wiederholt auf das vorausſichtlich am 1. Januar
1913 in Kraft tretende Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte (
Reichs=
geſetzblatt von 1911 S. 989) aufmerkſam und verweiſen auf unſere
Bekanntmachung vom 5. Juni 1912 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 69)
Ziffer 8 Abſ. 4.
Hiernach hat der zu Verſichernde die Abgabe einer Aufnahme=
und Verſicherungskarte bei der für ihn zuſtändigen Ausgabeſtelle zu
beantragen und die Aufnahmekarte ſelbſt auszufüllen.
Durch Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom
11. Juli 1912 ſind als Ausgabeſtellen beſtimmt:
a) für Verſicherte, die nach dem Vierten Buch der
Reichs=
verſicherungsordnung verſichert ſind, diejenigen Stellen,
die für die Ausſtellung der Quittungskarten zuſtändig
ſind (die zur Zeit noch beſtehenden
Gemeindekranken=
verſicherungen, Orts=, Betriebs= und Innungskrankenkaſſen),
b) für alle übrigen Verſicherten die Großh.
Bürger=
meiſtereien.
Wir fordern alle in Betracht kommenden Verſicherungspflichtige
auf, bei der für ſie zuſtändigen Ausgabeſtelle eine Aufnahmekarte,
der eine kurze Belehrung über die Ausfüllung der Aufnahme= und
Verſicherungskarte beigefügt werden wird, abzuholen und nach deren
Ausfüllung zum Zweck der Ausſtellung einer Verſicherungskarte der
Ausgabeſtelle wieder zurückzugeben.
Es empfiehlt ſich für die Verſicherten, ſich alsbald
Verſicherungs=
karten zu beſorgen, da zu den im Monat Oktober ſtattfindenden
Wahlen der Vertrauensmänner der Angeſtelltenverſicherung nur ſolche
Verſicherte zugelaſſen werden, die im Beſitz einer Verſicherungskarte ſind.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Honbrater
(Ziemer im Ausschnitt)
Böhmische Feldhühner
Feinstgemästete Gänse
: Enten und Hahnen
Schöne junge Tauben
von 50 Pfg. an
(17192
Zarte Frikassee-Hühner
Heirich urmu, Hoſneſerant.
Waqgon Steintöpfe
eingetroffen. Ebenſo eine große Partie Einmach=
und Geleegläser. Dieſelben werden noch billigs
abgegeben. Verſandt nach allen Stadtteilen. (17012idf
Ecke Pankratius=
Mahs Neurott, und Wenckstr. 2.
Bekanntmachung.
Im Konkurs über das
Ver=
mögen des Heinrich Koch II. zu
Eich betragen: die Teilungsmaſſe
444,58 Mk., die nichtbevorrechtigten
Forderungen 7950.06 M. (17210
Darmſtadt, 15. Auguſt 1912.
Reibſtein,
Konkurs=Verwalter.
Haute Miſt abzugeben (*3634fs
Schröder, Karlſtr. 22.
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Karlſtraße 30. (16935a
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Sitenbauerechts. ort. (3614
Dünger=Verſteigerung.
Am Mittwoch, 21. Auguſt d. J.,
vormittags 11 Uhr,
werden im ſtädtiſchen
Schlacht=
hofe, Frankfurterſtraße Nr. 69,
etwa 12 Loſe Stalldünger
ver=
ſteigert.
(17181fo
Darmſtadt, 14. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.
Die Abbrucharbeiten
Ludwigshöhſtraße 28 ſollen
ver=
geben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 20. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(17178fs
Darmſtadt, 14. Auguſt 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Bekanntmachung.
Freitag, 30. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Wirt Ludwig Volk
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 618¼0 484 Hofreite Mühl=
II 619¼10 394 Hofreite ſtraße
Nr. 25,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K33/12
Falls andere xechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 5. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V16762
Bekanntmachung.
Freitag, 27. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Ludwig Heß, dem
Georg Heß und dem Samuel
Reinheimer dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 116//10 216 Grab= ) Hohler
garten Weg
III 1178) 262 Hofreite Nr. 5,
zwecks Aufhebung der zwiſchen den
Eigentümern beſtehenden
Gemein=
ſchaft in unſerem Bureau
zwangs=
weiſeverſteigert werden. (K60/12
Darmſtadt, 13. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V17183
Bekanntmachung.
Freitag, 20. September 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Pri=
vatiers Peter Wenz und deſſen
Ehefrau Luiſe, geb. Weinmann,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 125 310 Hofreite Kirchſtr.
(
Beſſunger=
ſtraße 43),
126 671 Grabgarten daſ.,
XII 62 2306 Acker unter dem
blauen Stein
zwecks Aufhebung der zwiſchen
den Erben beſtehenden
Gemein=
chaft in unſerem
Geſchäftszim=
mer, Wittmannſtraße 1, nochmals
zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Ver=
ſteigerung wird auch dann erfolgen,
wennkein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
anderweite Hinderniſſe nicht
ent=
gegenſtehen.
Darmſtadt, den 30. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (VI17184
Bekanntmachung.
Montag, 26. Auguſt 1912,
vormittags 11 Uhr,
ſollen auf freiwilligen Antrag des
Rechtsanwalts Raab in
Darm=
ſtadt die den verſtorbenen Philipp
Erbes Eheleuten dahier gehörigen
Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 453¾/10 203 Hofreite
Lud=
wigshöhſtraße
Nr. 47,
I 453¾/10 94 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt verſteigert
werden.
Darmſtadt, 5. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (VI16761
Dünger=Verkauf.
Am Samstag, den 17. Auguſt
1912, von 95 Uhr vormittags
ab, wird auf dem vorderen Hofe
der alten Kavallerie=Kaſerne in
Darmſtadt die Matratzenſtreu von
einer Eskadron öffentlich
meiſtbie=
tend verſteigert.
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Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
40)
Dreizehntes Kapitel.
Als Suſanne erwachte, war es ihr, als ſei ihr
Wun=
derſames geſchehen, eine ſolche Freudigkeit lag über ihr.
Sie wußte ſelber nicht, warum. Sie fühlte ſich nicht mehr
hilflos und hatte das Gefühl, daß ſie mit dieſem Hans
wie mit einem ſehr guten, treuen Freunde alles — aber
auch alles beſprechen könne.
Mit einer ihr fremden Hingabe an die Eitelkeit machte
ſie Toilette. Dieſe Herren von der Geſandtſchaft, die in
ihrem Beruf draußen waren, ſind ſehr verwöhnt. So
wählte ſie ein Empirekleid von weicher weißer Seide, das
mit reicher Goldſtickerei verziert war. Großvater hatte
es in Berlin bei einem Schneiderkünſtler beſtellt und ihr
einige Tage vorher zu ihrem Geburtstage verehrt. Es
war das erſte Mal, daß ſie es trug, und es kam ihr faſt
wie ein Unrecht gegen den alten Herrn vor. Den Hals
umſchloß wieder der alte ſchöne Schmuck.
Als ſie in den Eßſaal trat, wo Hans ſie erwartete
auch er hatte den Reiſeanzug gegen den ſchwarzen
Geh=
rock vertauſcht — kam er ihr mit leicht betonter
Feier=
lichkeit entgegen und führte ſie zu Tiſch. Sie ſaß ihm
gegenüber, und er konnte ſich an ihrem Anblick nicht er=
ſättigen. Er erfand ihr zu Liebe ein neues Wort, er
nannte ſie bei ſich: edelſchön, und es tat ihm leid, daß er
es ihr nicht ſagen durfte.
Es machte Suſanne Freude, ſein Wohlgefallen an
hr in jedem Blick zu ſpüren. Was ſie bei Hachfeld ſo
tief verletzt hatte, löſte im Verkehr mit Hans ſeeliſches
und körperliches Behagen aus. Seine Friſche, ſeine
Natürlichkeit und die verwandtſchaftliche traute
Herzlich=
keit tat ihr unbeſchreiblich wohl. Sie verſtand es nur
zu gut, daß Hans von Friedrich Wilhelm ſo geliebt war.
Und er, der ihr gegenüberſaß, all ihre herbe
Schön=
heit und Frauenreine erkennend, ſagte ſich immer wieder:
Warum mußte dieges Mädchen Friedrich Wilhelm
ent=
ſagen zugunſten einer Wronka.
Der Koch hatte ſein Beſtes geleiſtet, und Hans gab
auf ihr neckiſches Fragen zu, daß das Mittageſſen doch
nur ein mäßiger Genuß geweſen ſei.
Speiſt Ihr immer ſo opulent, Suſanne, oder werden
meinetwegen Umſtände gemacht? Das will ich doch nicht
hoffen.
Großvater iſt ein wenig Feinſchmecker, Hans, der
Koch hat nur aus eigener Initiative ein Gericht
einge=
ſchoben, wahrſcheinlich, um Dich zu entſchädigen.
Tauſend ja, dann muß der Kammerherr doch über
große Mittel verfügen.
In anderen Dingen gibt er nichts aus, Hans. Er
reiſt nur nach Gaſtein, fährt nicht nach Berlin, ſpielt und
trinkt nicht, und ſieht ſeit zwanzig Jahren kaum einen
Gaſt hier. Wir verkehren nur mit Oberförſters, es ſind
liebe, vornehme Menſchen.
Rauch heißt er wohl? Er iſt mir bekannt. Ein netter
harmloſer Kerl, großer Jäger. Wie iſt ſeine Frau?
Wir ſind ſehr eng befreundet.
Alſo ſie iſt ſehr nett.
Hälſt Du mein Urteil für maßgebend?
Ich glaube, mich darauf verlaſſen zu dürfen, Suſanne.
Wo wollen wir die Zeit bis zur Heimkehr von
Groß=
vater verbringen?
Wenn es Dir recht iſt, ſo machen wir noch eine
Pro=
menade in den Park, er ſcheint herrlich zu ſein. Mich
hungert nach deutſchem Wald, und ein ſtiller Park hat
für mich etwas unbeſchreiblich Anziehendes. Ihr habt
ja wohl auch Waſſer hier? Iſt nicht eine Allee da, die
zum Fluß führt?
Die Waſſerallee! Hat Friedrich Wilhelm davon
ge=
ſchrieben?
Nein, es iſt nur eine Vermutung, man findet ſie
mei=
ſtens bei Schlöſſern, die einen See oder einen Fluß in
ihrem Bereich haben. Alſo werden wir jetzt, wie auf
alten Bildern zu ſehen iſt, in dieſer Allee auf= und
ab=
wandeln. Schade, daß der Dritte fehlt, für den Zuſchauer
müßten wir uns ſehr maleriſch ausnehmen.
Scherzend und lachend ſchritten ſie durch den Blumen=
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Telephon 1682.
Kein Laden.
gerten, doch als ſe in de ble eintein ief dens
iber=
raſcht: Der gerade Weg!
Eine flammende Röte lief über Suſannes Nacken bis
zur Stirn empor, ſie wagte nicht, ihn anzuſehen. Darum
hatte er ſich Heimaturlaub erbeten, darum war er
gekom=
men. Schuldbewußt neigte ſie den Kopf und ſchwieg.
Suſanne! Hans’ Stimme hatte einen anderen Klang,
es lag eine ſtrenge, herriſche Note darin, er glich in
die=
ſem Augenblick ſeinem Bruder, obwohl ſonſt faſt gar keine
Aehnlichkeit zwiſchen ihnen war, namentlich ſeitdem über
Friedrich Wilhelm das Unglück gekommen war, und ihn
zu einem ſtillen, einſamen Mann gemacht hatte.
Scheu blickte ſie zu ihm auf. Ach, wie war ſie
lieb=
reizend in dieſer Verlegenheit, alles Herbe hatte ſich in
hilfloſe Scham gewandelt. Ja, in dieſem Augenhlick
be=
reute ſie tief, daß ſie den geraden Weg gegangen war.
Warum haſt Du Friedrich Wilhelm verworfen?
Ich — ich konnte nicht anders
Des Kindes wegen?
Ja, und das Kind hatte auch eine Mutter.
Weißt Du, wie ich an meines Bruders Stelle
gehan=
delt hätte?
Suſanne blieb ſtehen und ſah Hans groß an, ſeine
energiſche, offene Art im Verkehr mit ihr ſprach ſie an.
Nein!
Ich hätte Dir jedes Recht abgeſprochen, Dich in meine
Angelegenheiten zu miſchen. Mit einer Wronka wäre
ich fertig geworden. Wenn Ihr feſt geblieben wäret,
und ſie hätte zu wählen gehabt zwiſchen einem armen
Leben bis zum Tode des alten Herrn, oder einem großen
Jahresgehalt, ſie hätte den Jungen hergegeben. Dich
aber, Suſanne — — — Er blickte ſie ernſt an, aber um
ſeinen Mund ſpielte ſchon ein heimliches Lächeln.
Nun, fragte ſie wieder, eine ſeltſame Erregung hatte
ſte erfaßt.
* allen Widerſtrebens.
Hätte ich geheiratet
Sat e dlich zwnge neund, den, und eger
meine Grundſätze erſt recht nicht.
Der gerade Weg! Ja, ich weiß. Und darum habt
Ihr beiden es auch ſo herrlich weit gebracht.
Suſanne brach plötzlich in Tränen aus, ſie wußte
ſelber nicht, warum ſie auf einmal der ganze Jammer
über die verfahrene Sache packte. Hans legte liebevoll
den Arm um die bebende Frau und führte ſie zu der
Bank — es war die letzte der Reihe und ganz nahe dem
Waſſer.
Alſo Du biſt doch im Grunde ein echtes Weib, wenn
die nicht mehr aus noch ein wiſſen, dann ſuchen ſie Schutz
hinter Tränen. Weine nur, weine nur, Du haſt alle
Ur=
ſache dazu, denn Du allein trägſt die Schuld an der
un=
glaublichen Tatſache, daß ſich ein Bagewitz auf dieſem
alten Familienſitz eine Unwürdige holte und ſie zu ſeiner
Gattin erhob.
Ja, eine Unwürdige! rief Suſanne in jäh
ausbre=
chendem Zorn über ſein mit ſolcher Ueberlegenheit an
ihr ausgeübtes Gericht. Und der von allen in
Alten=
werder vergötterte Junker iſt der Sohn eines Fälſchers,
wie ich das Kind eines Diebes und einer leichtſinnigen
Mutter.
Da war es heraus, was ſie ſich nicht auszuſprechen
getraut hatte, und nun weinte ſie noch faſſungsloſer.
Arme Suſanne, armes, liebes Mädchen! klang es
tröſtend an ihr Ohr. Nimm das Schickſal Deiner Eltern
nicht ſo tragiſch.
Ich habe unter dem Fluch meiner Geburt achtzehn
Jahre hindurch gelitten. Bedenke dieſe Zeit, Hans. Um
die Jugend bin ich betrogen worden, und keine Liebe
wachte über mir. Darum konnte ich unſer geliebtes Kind
nicht ebenſo unglücklich machen. Wilhelm hatte in mir
ohne ſein Zutun einen mächtigen Bundesgenoſſen
ge=
funden. Und ich habe geſiegt.
Sieht ſo ein Sieg aus? Iſt Friedrich Wilhelm
glück=
lich geworden?
Er mn ſeibſ de Schud. Er hal Amn aß gelicht,
als er um ſie warb. Es zwang ihn doch keiner zu der Ehe.
Geliebt? — Pah! Ein ſchönes Weib wird ſie
ge=
weſen ſein, das hat ihn gereizt, ſie zu beſitzen. Du haſt
ihn einſam gelaſſen.
Und jetzt vernachläſſigt er ſie. Er liebt nur den
Knaben.
Ich bin begierig, das Kind zu ſehen, das ihn eine
ſolche Dummheit machen ließ. Wie kann man einer
Su=
ſanne entſagen.
Spotte jetzt nicht, Hans, es verletzt mich.
Es iſt meine Ueberzeugung, daß Du die Hauptſchuld
an dem ganzen Elend trägſt.
Ich konnte nicht anders handeln.
Weil Du eben die Suſanne biſt, die den geraden Weg
gehen muß und die ihr Herz nicht verſtehen wollte,
ſon=
dern nur den Verſtand befragte. Schöne Frauen
brau=
chen keinen Verſtand zu haben, wozu? — Sie machten
dadurch die größten Dummheiten, ſo wie Du.
Suſanne lächelte wider Willen, und er freute ſich
darüber. Ihr verzweifeltes Weinen hatte ihm ins Herz
geſchnitten.
Und nun die Wahrheit, Suſanne, was macht die
Wronka, die Friedrich Wilhelm ſo grauſam vernachläſſigt,
daß Du ſogar Mitleid mit ihr zu haben ſcheinſt.
Ich, Mitleid! Suſanne ſprang auf und ging mit
großen Schritten auf und ab, um nur wieder ruhig zu
werden.
Alſo Du trägſt ihr nur ehrlichen Haß? Das freut
mich, denn das iſt in Deinem Fall nur natürlich.
Hans!
Na, was iſt denn dabei. Kräftig zu lieben und zu
haſſen, muß jeder verſtehen, Mann und Frau, dann iſt
Selbſtbewußtſein da und ehrliches Empfinden.
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Reihenfolge die klaſſiſchen Lauf=, Wurf= und
Sprung=
übungen zum Austrag. Im Mittelpunkt des Feſtes ſteht
das 3000 Meter=Stafettenlaufen um den Wanderpreis Sr.
Königl. Hoheit des Großherzogs von Heſſen und bei Rhein,
das im Vorjahre von der Mannſchaft des Frankfurter
Fußballvereins gewonnen wurde. Dieſe Mannſchaft als
Verteidiger des Preiſes wird diesmal in der in dieſem
Jahre ungeſchlagenen Mannſchaft des veranſtaltenden
Vereins, ſowie einer Anzahl guter auswärtiger Stafetten
ſchwere Gegner finden, ſo daß ein heißer aufregender
Kampf zu erwarten iſt. Großes Inntereſſe dürfte auch die
1500 Meter=Stafette um den Wanderpreis des Herrn
General Freiherrn von Heyl (je ein Mann 800, 400, 200,
100 Meter) wegen ihrer wechſelnden Kampfphaſen und
der verſchiedenartigen Zuſammenſetzung der Strecken
her=
vorrufen. Zwei weitere Stafetten, ſowie Einzelläufe über
die Strecken von 100 Meter bis 3000 Meter werden auf der
guten Laufbahn und den zu erwartenden zahlreichen
Mel=
dungen ſcharfe Kämpfe zeitigen. Die üblichen immer gerne
geſehenen Wurfübungen, als: Speerwerfen, Diskuswerfen,
Kugelſtoßen, ſowie die verſchiedenen Sprungübungen und
ein Dreikampf vervollſtändigen das ſorgſam
zuſammen=
geſtellte Programm.
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Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. O. Kampfhenkels
Abe=
lard (Gagelmann), 2. Nortrud (Kudwin), 3. Teſta (Streit).
Tot. 21:10. — Preis von Bindow, Ehrenpreis und 2000
Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn. K. v. Tepper=Laskis
Erla (Dr. Rieſe), 2. Doppelgänger (Lt. Sichler), 3. Mixed
Pickles (Hr. Herfeldt). Tot. 16:10. — Rohrbruch=Jagd=
Rennen, 2000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn.
Buggen=
hagens Sati (Weishaupt), 2. Melitta (T. Baſtian), 3.
San Pedro (Newey). Tot. 17:10. — Preis von Wriezen,
Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn.
K. v. Tepper=Laskis Libel (Dr. Rieſe), 2. Aſtree III (Hr.
Herfeldt), 3. Kiſhon (v. Egan=Krieger)). Tot. 19110. —
Grazauer Hürden=Rennen, 2500 Mark, Diſtanz 2600 Meter:
1. L. Peſchs Blumenflor (V. Roſak), 2. Sweet flag (
Sand=
mann), 3. Eſtramadura (Streit). Tot. 15.10.
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Nelſon (Raſtenberger), 2. Was ihr wollt (Evans),
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Diſtanz 3600 Meter: 1. Hrn. C. Lans Baker Lad (Lt. v.
Moßner), 2. Plutarch (Lt. v. Lütcken), 3. Chirley. Tot.
39110. — Horſter Criterium, 15000 Mark, Diſtanz 1000
Meter: 1. Hrn. R. Haniels Calvados (T. Rice), 2.
Nacht=
ſchatten (J. Lane), 3. Reſeda (O. Müller). Tot. 182:10.
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Meter: 1. Hrn. H. Wenckes Malice (Lt. v. Schillgen), 2.
Sharper (Lt. v. Moßner), 3. Flittergold (Lt. Streſemann).
Tot. 26:10. — Horſter Handicap, 5000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Hrn. L. Dandels Siroco (Gehrke), 2. Marc
Aurel (Torke), 3. Dandolo (Every). Tot. 232:10. —
Rot=
gold=Jagd=Rennen, 3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1.
Hrn. C. Frühlichs Grosvenor Gardens (E. Franke), 2.
Rowdy (Mew), 3. Rekrut (Torke). Tot. 69110.
Vermiſchtes.
* Ein Bild aus der Kleinſtaaterei Thüringens. Die
Kleinſtaaterei Thüringens hat bekanntlich mancherlei
Abſonderlichkeiten zur Folge. Nicht nur, daß in
eini=
gen Gemeinden die Grenze zwiſchen zwei Staaten über
den Tiſch der Gemeindeſchenke hinwegführt, ſo daß die
Einwohner, wenn im eigenen Staate die Polizeiſtunde
ſich geltend macht, einen Stuhl weiter rücken und im
Nach=
barſtaate weiter kneipen. Auch da, wo eine natürliche
Landesgrenze vorhanden iſt, entſtehen manche
Mißhellig=
keiten, wenn die Grenze einen ſonſt als Ganzes
anzu=
ſprechenden Ort in zwei ſelbſtändige politiſche
Gemein=
weſen ſcheidet. Ein Muſterbeiſpiel hierfür iſt die Stadt
Ruhla. Dieſe Stadt zieht ſich in einem ſchmalen Tale
am Erbſtrom entlang, und ihre faſt 8000 Einwohner
wohnen je zur Hälfte auf den beiden Ufern des Baches.
Die öſtliche Hälfte des Ortes gehört zum Herzogtum
Gotha, dagegen unterſteht der weſtliche Teil der
großher=
zoglich weimariſchen Oberhoheit. Infolge dieſer
Zwei=
herrſchaft” haben ſich recht eigenartige Verhältniſſe in
Ruhla herausgebildet. Nicht nur, daß man zwei
voll=
ſtändig getrennte politiſche Verwaltungen, zwei
Bürger=
meiſter, getrennte Polizeibehörden uſw. hat, auch zu
zwei vollſtändig ſelbſtändigen evangeliſchen
Landes=
kirchen bekennen ſich die Ruhlaer. Sie haben zwei
Gottes=
häuſer und zwei Geſangbücher, und ſo können ſie es leicht
erleben, daß ſie auf gothaiſcher Seite geboren und
ge=
tauft, nach dem Umzuge aufs jenſeitige Ufer des
Erb=
ſtroms aber im Weimariſchen konfirmiert und getraut
werden, um ſchließlich, wenn ſie am Ende ihrer Tage
wie=
der wenige Schritte nach Oſten, zurück über den Bach,
verziehen, in „vaterländiſcher” Erde beſtattet zu werden.
Selbſtverſtändlich hat man auch getrennte Schulen mit
beſonderen Lernmitteln. Die Folge war, daß die Väter
der Schulkinder je nach der augenblicklichen Lage ihres
Wohnſitzes auch verſchiedene Bücher anſchaffen mußten,
ein Umſtand, der ſich im Etat der Ruhlaer Hausväter,
die häufig mit großer Kinderſchar geſegnet ſind,
beſon=
ders fühlbar machte. Dieſer Tatſache haben die beiden
Behörden endlich dadurch Rechnung getragen, daß von
Oſtern d. J. ab in beiden Schulen derſelbe Lehrplan,
die=
ſelbe Ferienordnung und dieſelben Bücher Geltung
be=
ſitzen; zu einer Einigung über eine gemeinſchaftliche
Fortbildungsſchule hatte die Not der Zeit die Behörden
ſchon vor längerer Zeit getrieben. Leider aber hat man
nicht vermocht, die Lehrerbeſoldung nach den gleichen
Geſichtspunkten zu regeln. Daraus ergibt ſich die
wei=
tere Abſonderlichkeit, daß Lehrer, welche in demſelben
Orte amtieren, auf der einen Seite des Erbſtroms ein
Endgehalt erreichen, das dem ihrer benachbarten
Orts=
kollegen um 550 Mark überlegen iſt!
Wie nunmehr nach einem Bericht der Leipz. N.
Nachr. aus Gotha verlautet, ſind Unterhandlungen
zwi=
ſchen den beiden Regierungen eingeleitet, welche einen
Gebietsaustauſch bezwecken. Und zwar ſoll Ruhla
voll=
ſtändig an das Herzogtum Gotha fallen, wohingegen
dieſes ſeine an weimariſches Gebiet grenzende Exklave
Werninghauſen abtreten will. Dieſe Löſung dürfte
ge=
wiß nicht auf unüberwindliche Schwierigkeiten ſtoßen,
a die Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Verhältniſſe auf
beiden Seiten anerkannt wird. Es iſt daher zu erwarten,
daß die Verhandlungen bald zu einem auf beiden Seiten
des Erbſtroms mit Genugtuung begrüßten Ergebnis
führen.
C.K. Der Schatz des jungen Segantini. Aus den
Kindertagen Giovanni Segantinis, des berühmten
Malers des Hochgebirges, erzählte ſeine Tochter Bianca
in einem Vortrage, der in den Annales des Scienees
Pſychiques wiedergegeben wird, eine merkwürdige
Epi=
ſode. Als den Knaben ein Verwandter, ein Kaufmann
in Trentino, zu ſich genommen hatte, träumte dieſer nur
davon, nach Mailand zurückzukehren, und er war ſo
leb=
haft von dieſem Gedanken erfüllt, daß ihm im Traum
ein Greis erſchien, der ihm ſagte: „Gehe in den Keller
Deines Bruders; in der einen Ecke wirſt Du einen
hal=
ben Krug mit Goldmünzen vergraben finden.” Am
Mor=
gen erinnerte ſich der Knabe ſeines Traumes, ſtieg in den
Keller hinab und fand an der bezeichneten Stelle den
verheißenen Schatz. Im Ueberſchwange ſeines Glückes
vertraute er ſich einem älteren Kameraden an, der ihm
vorſchlug, ſie wollten alle beide nach Mailand entfliehen,
und meinte, da er der Aeltere und Erfahrenere wäre,
wollte er den Schatz in Verwahrung nehmen. Die
bei=
den Jungen machten ſich auf den Weg; nach vielen
Stun=
den der Wanderſchaft ſuchten ſie erſchöpft eine Unterkunft
ſauf dem Boden in einer Scheune; aber als am Morgen
der kleine Giovanni erwachte, ſah er ſich allein: der
Freund war verſchwunden und mit ihm der Schatz. Drei
ange Nächte blieb der Knabe an dieſem Ort, bis er ſich,
von furchtbarem Hunger gequält, völlig erſchöpft an die
Oeffnung des Heubodens ſchleppte. Infolge ſeiner
Be=
wegung löſten ſich ein paar Bröckel von der Wand und
etwas Heu fiel herab, und dieſes Geräuſch machte einen
Hirten aufmerkſam, der herbeieilte und auf dem Boden
den Knaben in tiefer Ohnmacht fand. Nur nach langen
Mühen gelang es, ihn ins Leben zurückzurufen und
ſſeine Geſundheit wieder herzuſtellen. Der Knabe wurde
arauf zu dem Verwandten zurückgebracht, der ihm nun
endlich ſeinen Herzenswunſch erfüllte und ihn nach
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Die Kinofrage. Eine äſthetiſch=dramaturgiſche
Betrach=
tung. Von Max Broeſike. — Kleine Bauſteine: Der Streit
um das Bismarckdenkmal. Von Konrad Weiß. Zu
Mo=
zarts Baſtien und Baſtienne” Von Privatdozent Dr.
Eugen Schmitz. — Kritik: Aus einer Kindheit. Von
Bern=
hard Achtermann. Das Wollen eine königliche Kunſt. Von
Univ.=Profeſſor Dr. W. Lutoslawski. — Hochland=Echo:
Vom Apoſtolat in der Wiſſenſchaft. — Rundſchau: Das
neuerwachte Miſſionsintereſſe der deutſchen Katholiken.
Wiſſenſchaftliche und okkultiſtiſche Pſychologie. Eugen Wolf.
Abenteurerromane. Bayeriſche Gewerbeſchau 1912.
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