Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer begab ſich am Freitag abend von Eſſen
nach der Zeche Lothringen und von da nach
Wilhelms=
höhe.
Am geſtrigen Sonntag trat die 59.
Generalver=
ſammlung der Katholiken Deutſchlands
in Aachen zuſammen.
Geh. Baurat Profeſſor Paul Wallrt, der Erbauer
des Reichstagsgebäudes, iſt im Alter von 71 Jahren
geſtorben.
Das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” iſt am
Sams=
tag vormittags 10,30 Uhr, von Baden=Oos kommend,
nach ſechsſtündiger Fahrt in Gotha gelandet.
Bei einer Benzin=Exploſion in der
Opel=
garage in Frankfurt a. M. wurden der Buchhalter,
der Garagemeiſter und der Chauffeur getötet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
„Pikante Hiſtörchen”.
* Die Köln. Ztg. ſchreibt: Der ruſſiſche Hauptmann
Koſtewitſch, der, wie bekannt, ſeit längerer Zeit wegen
Spionageverdachts in Unterſuchungshaft ſitzt, ſoll
nach Mitteilungen aus den letzten Tagen gegen Stellung
einer Kaution demnächſt freigelaſſen werden. Ueber ſeinen
Fall gehen nach der Magdeburger Zeitung in
diploma=
tiſchen Kreiſen allerlei „pikante Hiſtörchen” um. Dieſe
Bezeichnung iſt ſo vielverſprechend, daß der Leſer offen
geſtanden recht ſehr enttäuſcht ſein wird, wenn er das
nach Anſicht mehrerer deutſcher Blätter ſo „pikaſite
Hiſtörchen” zu Ende geleſen hat. Es wird nämlich
er=
zählt, daß der Staatsſekretär des Auswärtigen Amts
ge=
glaubt habe, dieſen intereſſanten Fall auf
diploma=
tiſchem Wege erledigen zu müſſen, und daher von
Rußland verlangt habe, daß als Entgelt für Koſtewitſch
der wenige Tage ſpäter gewiſſermaßen als
Austauſch=
ſpion in Warſchau verhaftete deutſche
Artillerieleut=
nant Dahm aus Wolfenbüttel freigelaſſen wurde,
Ruß=
land habe ſich damit einverſtanden erklärt, falls für
dieFrei=
laſſung des Leutnants Dahm ebenfalls eine Kaution
hin=
terlegt werde. Der Gewährsmann der Magdeburger
Zeitung hält dieſes Hiſtörchen für geeignet, um ein
ſelt=
ſames Licht auf den Fall Koſtewitſch zu werfen, der nach
ſeiner Anſicht durch den Staatsſekretär des Auswärtigen
Amts auf „diplomatiſchem” Wege erledigt werden ſolle,
mit anderen Worten unter Beiſeiteſchiebung des
Rechts=
ſtandpunktes. Das muß man wenigſtens aus ſeiner
Dar=
ſtellung entnehmen, und ſo faßt auch die Deutſche
Tages=
zeitung das „pikante Hiſtörchen” auf, wenn ſie den
Aus=
tauſch von Spionen ein bedenkliches und bei uns bisher
nicht übliches Spiel nennt. Damit hat das Blatt
voll=
ſtändig recht, nur daß dieſe Kritik keineswegs allein für
die Vergangenheit, ſondern ebenſo für jetzt und für die
Zukunft zu Recht beſteht und maßgebend iſt. Man
dürfte in den erwähnten diplomatiſchen Kreiſen
eigent=
lich wiſſen, daß die Entlaſſung in Unterſuchungshaft
be=
findlicher Spione zu verfügen ausſchließliche Sache und
Recht des Reichsgerichts oder beſſer des
Unter=
ſuchungsrichters iſt, daß alſo ein diplomatiſcher
Schritt, wie er hier gemeint iſt, überhaupt nicht in Frage
kommen kann. Es iſt nicht bekannt, ob und welche
Schritte das Auswärtige Amt zugunſten des in Rußland
verhafteten deutſchen Offiziers unternommen hat, aber
man müßte es eigentlich für ſelbſtverſtändlich halten, daß
unſererſeits alles getan wird, ihn möglichſt bald aus der
Haft zu befreien. Sollte alſo das Reichsgericht
tatſächlich demnächſt den Hauptmann Koſtewitſch gegen
Kautionsſtellung in Freiheit ſetzen, ſo wäre es doch nur
das Gegebene, wenn das Auswärtige Amt unter
Hinweis auf unſer Entgegenkommen für den deutſchen
Offizier dieſelbe Vergünſtigung zu erlangen verſuchte.
Geſetzt dieſen Fall aber, iſt es doch mehr als
unverſtänd=
lich, unſern Behörden daraus einen Vorwurf zu machen,
daß ſie vollkommen innerhalb ihrer Zuſtändigkeit die
In=
tereſſen deutſcher Reichsangehöriger wahrnehmen. Man
iſt ja doch ſonſt ſo leicht bei der Hand, irgend wo und wie
ſchwächliche Nachgiebigkeit unſerer Regierung gegen
andere Staaten zu entdecken, und gerade dort pflegt man
mit ſeiner Kritik hiergegen nicht zurückzuhalten, wo man
dieſes „pikante Hiſtörchen” ausgegeben hat und
weiter=
gibt.
Die Haftpflicht des Fiskus bei
Eiſenbahn=
unfällen.
* Zur Reiſezeit intereſſiert eine
Reichsgerichtsent=
ſcheidung, die auf die vertragliche Haftung der Bahn
näher eingeht. Iſt jemand auf einer Eiſenbahnfahrt
ver=
unglückt, ſo haftet der Fiskus zunächſt auf Grund des
Reichshaftpflichtgeſetzes aus Betriebsunfall. Die
An=
ſprüche aus Betriebsunfall verjähren in zwei Jahren vom
Tage des Unfalls an. Günſtiger in Bezug auf die
Ver=
jährung iſt der Verunglückte geſtellt, wenn er die
An=
ſprüche auf unerlaubte Handlungen oder vertragliches
Verſchulden des Fiskus gründen kann; dann kommt die
drei= und vierjährige Verjährungsfriſt in Frage.
Tatſäch=
lich ſchließt jeder Eiſenbahnreiſende mit der Erwerbung
der Fahrkarte einen Beförderungsvertrag mit
der Bahn ab. Aus dieſem Vertragsverhältnis haftet der
Eiſenbahnfiskus, wenn ihn oder einen ſeiner
Erfüllungs=
gehilfen ein Verſchulden an dem Unfall trifft. Eigentlich
liegt dem Kläger die Beweislaſt für das Verſchulden des
Fiskus ob. Von Bedeutung iſt deshalb die vorliegende
Entſcheidung, die ausſpricht, daß bei einem ſchweren
Eiſenbahn=Unfall, der nur durch ein Verſchulden der
Bahnbedienſteten eingetreten ſein kann, dem Reiſenden
nicht zuzumuten iſt, die ſchuldige Perſon aus der Mitte
der Beamten herauszuſuchen, um ſo den Beweis des
Verſchuldens zu erbringen. In ſolcher Lag= iſt es Sache des
Fiskus, den Beweis zu erbringen, daß ihn oder ſeine
Beamten keine Schuld treffe. Der Rechtsſtreit zeigt
folgen=
den Sachverhalt:
Der Viehhändler S. aus Wongrowitz fuhr am 27.
März 1907 mit einem Schnellzuge von Berlin nach
Po=
ſen. Der von dem Kläger benutzte Zug fuhr mit zwei
Lokomotiven, Kurz vor der Einfahrt auf dem Bahnhof
in Poſen ſtieß er mit einer Rangiermaſchine ſo heftig
zu=
ſammen, daß die Rangiermaſchine und beide Maſchinen
des Schnellzuges zertrümmert wurden. Ein Reiſender
wurde getötet, mehrere andere Perſonen wurden ſchwer
verletzt. Der jetzt auf Schadloshaltung klagende S. hat
eine ſchwere Störung des Nervenſyſtems erlitten. Er
verlangte „unter Vorbehalt weiterer Anſprüche‟ 3109 Mk.
Der Fiskus erkannte den Anſpruch in Höhe von 337.75
Mark an und wurde nach dieſem Anerkenntnis verurteilt.
Erſt Ende des Jahres 1900 erhob der Kläger weitere
Anſprüche auf Zahlung von 100 Mark und 1800 Mark
jährliche Rente Dieſe Anſprüche des Klägers ſind vom
Oberlandesgericht Poſen weſentlich auf Grund der vom
Fiskus erhobenen Einrede der Verjährung abgewieſen
worden. Das Oberlandesgericht geht davon aus, daß es
ſich lediglich um einen Anſpruch aus dem
Reichshaft=
pflichtgeſetz handele, der in zwei Jahren vom Tage des
Unfalls an verjährt. Die Einwendung, daß die Klage
auf den Transportvertrag geſtützt ſei, weiſt das
Oberlandesgericht zurück, weil dieſe Begründung eine
unzuläſſige Klageänderung darſtelle, denn in
er=
ſter Inſtanz ſei die Klage nicht auf den
Beförderungs=
vertrag geſtützt geweſen.
Gegen dieſes Urteil hat der Kläger mit Erfolg
Re=
viſion beim Reichsgericht eingelegt. Das
Reichs=
gericht erklärt, daß hier keine Klageänderung vorliegt.
Zur Begründung dieſer Feſtſtellung führt der höchſte
Gerichtshof zunächſt aus: Den Klagegrund bildet die
Summe derjenigen Tatſachen, aus denen der Kläger
fei=
nen Rechtsanſpruch ableitet. Der Tatbeſtand, daß
Klä=
ger in einem Abteil dritter Klaſſe des Schnellzuges
ge=
ſeſſen hat und dabei verunglückt iſt, genügt zur
Begrün=
dung eines Schadenerſatzanſpruches aus
dem Beförderungsvertrag. Zweifellos war
damit geſagt, daß dem Kläger als Fahrgaſt bei der
Be=
förderung auf der Eiſenbahn des Beklagten der Unfall
zugeſtoßen ſei. Sodann geht das Reichsgericht auf die
Schwere des Unglücks ein und führt in Bezug auf die
Frage des Verſchuldens aus, daß gerade in dem
vorlie=
genden Fall nicht von dem Kläger der Nachweis eines
Verſchuldens des Fiskus verlangt zu werden braucht.
Denn es iſt kaum denkbar, daß ein ſo gearteter und ſo
ſchwerer Unfall bei ordnungsmäßigem Funktionieren
aller Einrichtungen und bei gehöriger Sorgfalt aller
Be=
amten ſich hätte ereignen können. Dem Kläger kann nicht
zugemutet werden, zur Begründung dieſes Anſpruchs die
beſtimmte Perſon aus der Mitte der bei dem betreffenden
Betriebsvorgang beteiligten Bahnangeſtellten nachzuwei=
ſen, auf deren Tun oder Unterlaſſen der Unfall
zurückzu=
führen iſt. — Das Urteil des Oberlandesgerichts Poſen
iſt deshalb aufgehoben, die Sache ſelbſt an das
Ober=
landesgericht zur anderweitigen Vexhandlung und
Ent=
ſcheidung zurückverwieſen worden.
Deutſches Reich.
— Die kommende Reichstagsſeſſion.
Während der neue Reichstag in dem erſten halben Jahre
ſeines Beſtehens mit Vorlagen abſichtlich nicht beladen
worden war — neben dem Etat und den Wehrvorlagen
beſchäftigte ihn nur das bisher noch unerledigte
Staats=
angehörigkeitsgeſetz —, wird der zweite Seſſionsabſchnitt
der erſten Seſſion im Spätherbſt ein recht arbeitsreicher
werden. Eine Reihe neuer Vorlagen iſt fertiggeſtellt und
wird im Laufe der nächſten Monate vollendet werden.
So weit bis jetzt feſtſteht, werden dem Reichstag zugehen:
das Poſtſcheckgeſetz, der Etat für 1913, ein Entwurf über
die Unfallfürſorge bei Arbeiten, die freiwillig zur Rettung
von Perſonen oder Bergung von Sachen in Notfällen
ge=
leiſtet werden, ein Reichstheatergeſetz, eine Novelle zur
Gewerbeordnung zur Regelung des
Kinematographen=
weſens, ein Entwurf über die Haftpflicht von Straßen=
und Nebenbahnen für Sachſchäden, ein Nachtragsetat für
Neukamerun (Erforſchung und Vermeſſung der neuen
Kolonie), ein Nahrungsmittelgeſetz, ein Entwurf über
Neuregelung der Konkurrenzklauſel, ein Entwurf über
Neuregelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, eine
Novelle, betreffend die Einführung des
Wiederaufnahme=
verfahrens im Disziplinarverfahren für Reichsbeamte,
eine Novelle zum Patentgeſetz, ein
Reichskomptabilitäts=
geſetz, Novellen zur Neuregelung der
Wandergewerbe=
ſcheine und der Wanderfürſorge, ſchließlich die vom
Reichstag geforderten Beſitzſteuerentwürfe. Es iſt
mög=
lich, daß auch das eine oder andere Geſetz noch
zurückge=
halten wird, wenn ſich Schwierigkeiten für ſeine glatte
Erledigung einſtellen ſollten.
Die Erſatzkaſſen in der
Angeſtellten=
verſicherung. Eine offiziöſe Korreſpondenz ſchreibt:
„Nach Aeußerungeneder Preſſe erwartet man anſcheinend
noch an einzelnen Stellen den Erlaß von
Ausführungs=
beſtimmungen über die Zulaſſung von Erſatzkaſſen zur
An=
geſtelltenverſicherung. Wie wir erfahren, ſind ſolche
Aus=
führungsbeſtimmungen nicht in Ausſicht genommen, da
die Entſcheidung über die Zulaſſung einer Kaſſe als
Er=
ſatzkaſſe nur nach Lage des einzelnen Falles getroffen
wer=
den muß.”
— Angebrachte Vorſicht. Der Matin meldet
aus Straßburg, die deutſche Regierung vergrößere die
Schwierigkeiten für franzöſiſche Offiziere, die annektierten
Provinzen Elſaß=Lothringen zu beſuchen. Früher
ge=
nügte es, wenn ein franzöſiſcher Offizier einige Tage im
Elſaß zubringen wollte, daß er den Ort, in dem er ſich
aufhielt, angab. Jetzt muß der Offizier die Gründe ſeines
Aufenthaltes angeben, ferner die Namen der Perſonen,
bei denen er ſich aufhält. Andererſeits wird gemeldet,
daß vom 15. Auguſt ab es jedem franzöſiſchen Offizier
unterſagt ſein wird, ſich in Elſaß=Lothringen aufzuhalten.
Der Grund hierfür ſind die großen Manöver, die in der
zweiten Hälfte des Monats dort ſtattfinden. Derartige
ſtrengere Beſtimmungen würden bei dem Eifer, mit dem
man ſich in Frankreich auf einen deutſch=franzöſiſchen
Krieg vorbereitet, durchaus am Platze ſein.
— Geplante Verbeſſerungen in den
Dienſt= und Ruhezeiten der
Betriebsbe=
amten der deutſchen Eiſenbahnen. Wie man
Berliner Blättern ſchreibt, ſchweben zwiſchen dem
Reichs=
eiſenbahnamt und den Verwaltungen ſämtlicher deutſchen
Staatseiſenbahnen Verhandlungen über Verbeſſerungen
der Dienſt= und Ruhezeiten der Eiſenbahn=
Betriebsbe=
amten. Sowohl im Reichstag wie im preußiſchen
Abge=
ordnetenhauſe ſind eine ganze Reihe von Wünſchen zur
Verbeſſerung der dienſtlichen Verhältniſſe der
Angeſtell=
ten bei den deutſchen Eiſenbahnverwaltungen den
zuſtän=
digen Stellen unterbreitet worden. Sie beziehen ſich in
erſter Linie auf eine Verkürzung der Dienſtſchichten, auf
die Gewährung längerer Ruhezeiten und auf eine höhere
Bewertung des Nachtdienſtes. Das Reichseiſenbahnamt
iſt nun mit ſämtlichen deutſchen Staatsbahnen in
Ver=
bindung getreten und hat dieſe zu gemeinſamen
Verhand=
lungen aufgefordert. Es iſt zu hoffen, daß auf dieſe Weiſe
manche Wünſche, die in den Parlamenten zum Ausdruck
kommen, ſchon in nicht ferner Zeit ihre Verwirklichung
finden werden.
Ausland.
Italien.
Die Friedensverhandlungen. Laut
Se=
colo werden die vor einem Monat eingeleiteten, dann
aber durch den Sturz des türkiſchen Kabinetts
unterbro=
chenen Friedensverhandlungen jetzt in der Schweiz
fort=
geführt werden. Bezüglich Libyens ſei die Einigung auf
gutem Wege. Italien verzichtet auf die
Souveränitäts=
anerkennung ſeitens der Türkei, garantiert das religiöſe
Kalifat und zahlt eine Entſchädigung, über deren Höhe
noch diskutiert wird. Die größten Schwierigkeiten beſtehen
hinſichtlich der Inſeln im Aegäiſchen Meer. Die Türkei
fordert den Status quo, Italien hingegen die Abtretung
von Aſtropalia und Gewährung von Zugeſtändniſſen an
die griechiſche Bevölkerung auch auf den nicht beſetzten
Inſeln. Man hofft, dieſe Frage durchtein internationales
Schiedsgericht löſen zu können und inzwiſchen wenigſtens
einen Waffenſtillſtand herbeizuführen.
Frankreich.
Frankreichs ſchwarzes Armeekorps. Der
Matin veröffentlicht eine intereſſante Statiſtik über die
Zmkunft der ſchwarzen Truppen in Frankreich. Aus
die=
ſem Bericht geht hervor, daß Frankreich zur Zeit ſechs
ſchwarze Bataillone in Marokko in Stärke von 4800 Mann
haben wird, dazu kommen noch 800 Mann
Reſervetrup=
pen in Senegal, ſo daß Frankreich im ganzen 5600 Mann
ſchwarzer Truppen beſitzt. Dieſe Zahl wird im Jahre
1913 bereits auf 15200 angewachſen ſein, die ſich aus
folgenden Kontingenten zuſammenſetzen wird: 6
Ba=
taillone in Marokko, dazu weitere 2 Bataillone, die
be=
reits in der Ausrüſtung begriffen ſind und außerdem
6 neue Bataillone, die von dem franzöſiſchen
Kriegs=
miniſter Millerand verlangt worden ſind Dazu
kom=
men 3 Reſervebataillone in Senegal und 2 in Algier. Im
Jahre 1914 wird die ſchwarze Armee eine weitere
Ver=
ſtärkung erhalten. Es werden 2 neue Bataillone
for=
miert werden, die je 900 Mann ſtark ſein follen, dazu
kommt noch je ein Bataillon am Niger und in
Südſene=
gal, ſo daß Frankreich am Ende des Jahres 1914 ziemlich
20000 Mann ſchwarzer Truppen beſitzen wird, oder ein
Armeekorps. Man wird alſo in Zukunft nicht mehr
mit 20, ſondern mit 21 franzöſiſchen Armeekorps zu
rechnen haben.
Rußland.
Miniſterpräſident Poincaré iſt an Bord
der Jacht „Newa” am Samstag eingetroffen. Am
Lan=
dungsplatze erwarteten ihn Kokozow und Saſonow,
ſo=
wie andere Vertreter des Auswärtigen Amtes und des
Hofminiſteriums, der Chef des Generalsſtabs der Marine
Fürſt Lieven und der franzöſiſche Botſchafter. Kokosow
und Saſonow begrüßten Poincaré herzlich.
Montenegro.
Der türkiſche Geſandte iſt von Cetinje
abge=
teiſt. Die Pforte hat die diplomatiſchen Beziehungen
nicht abgebrochen, dieſe werden durch den
montenegri=
niſchen Geſchäftsträger in Konſtantinopel fortgeſetzt.
Vereinigte Staaten.
Die Reviſion des Zolltarifs. Präſident
Taft legte ſein Veto gegen das Geſetz betr. die Reviſion
des Zolltarifes ein, das ſo niedrige Raten vorſieht, daß
das unausbleibliche Ergebnis ein nicht wieder gut zu
machender Schaden der Wollinduſtrie ſein würde und
eine Stillegung von Fabriken und ſomit die
Arbeitsloſig=
keit von tauſenden von Arbeitern herbeiführen würde.
Präſident Taft verlangte dringend, daß der Senat ſich
nicht vertage, bis Maßregeln Geſetzeskraft erlangt
hät=
ten, durch die die weſentlichen Reduktionen, die das
Ta=
rifamt für möglich erachtet, durchgeführt werden, ohne
daß irgend eine beſtehende Induſtrie gefährdet werde.
Das Panamakanal=Geſetz. Der Senat hat
die Beſtimmung des Panamakanal=Geſetzes
angenom=
men, durch die den amerikaniſchen Eiſenbahngeſellſchaften
verboten wird, in ihrem Beſitz befindliche Schiffe den
Panamakanal paſſieren zu laſſen. Weiter wurde ein
Zu=
ſatzantrag angenommen, in dem auch ſolchen Schiffen die
Durchfahrt verſagt wird, die einer geſetzwidrigen
indu=
ſtriellen Kombination gehören. Alle
Eiſenbahngeſellſchaf=
ten ſollen aufgefordert werden, ſolche Dampferlinien, die
im Falle ihrer Unabhängigkeit ihre Konkurrenten wären,
von ſich abzuſtoßen.
Kanada.
Die Teilnahme Kanadas an der
Reichs=
verteidigung. In einer großen öffentlichen
Ver=
ſammlung der Konſervativen von Kanada hielt
Kriegs=
miniſter Fughes eine Rede, in der er erklärte, Kanada
müſſe mit Neu=Seeland, Südafrika und Auſtralien einer
Kombination angehören, um das Mutterland mit einem
allgemeinen Syſtem der Verteidigung zu unterſtützen. Die
Welt müſſe gelehrt werden, daß die Kronkolonien in der
Verteidigung mit Großbritannien einig ſind. Er
be=
lächelte die Idee, daß Großbritannien einen Einfall
er=
dulden könne. Der Krieg iſt näher, als das Volk ſich
einbildet, weil Deutſchland innerhalb eines
Menſchen=
alters Kolonien haben muß, wenn es nicht abwärts gehen
will. (!) Es iſt wohl bekannt, daß Deutſchland ein
An=
gebot machte, den Wettbewerb in den Schiffsbauten
ein=
zuſtellen, und daß dieſes Angebot verlockend war. Das
wird aber ſo lange nicht geſchehen, wie die alte Flagge
weht. Der Zeitpunkt wird kommen, an dem ein
defini=
tiver Plan der Reichsverteidigung angenommen werden
muß. Wie die Blätter aus London erfahren, wird der
Premierminiſter Borden auf Anſuchen der britiſchen
Re=
gierung den Expremierminiſter Sir Wilfried Laurier
ein=
laden, an einer Konferenz über die Verteidigung zur See
teilzunehmen, die hier ſtattfinden ſoll.
Marokko.
Die Abdankung des Sultans. Der
Korre=
ſpondent des Echo de Paris meldet aus Rabat: Sultan
Muley Hafid werde nach Frankreich abreiſen. Er mache
eine Erholungskur in Vichy. Muley Hafid reiſt an Bord
eines Paſſagierdampfers, der von Gibraltar
herüber=
kommt, um ihn abzuholen. Die Landung erfolgt in
Mar=
ſeille. Muley Hafids Abdankung ſteht unmittelbar
be=
vor, jedoch iſt über die Modalitäten und über die
Bezeich=
nung des Nachfolgers noch nichts beſtimmt. Es wird
verſichert, daß das Abdankungsſchreiben ein Zeugnis der
Freundſchaft für Frankreich enthalten werde. General
Liautey hatte den Sultan für Samstag zum Diner
ein=
geladen. Der Sultan hat die Einladung mit großer Herz
lichkeit angenommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Auguſt.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Rittmeiſter und
Eskadronchef Rogalla v. Bieberſtein, den Oberleutnant
Riedeſel Frhrn. zu Eiſenbach (Johann) und den Leutnant
. Boetticher im Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, den Oberlandſtallmeiſter v. Willich gen.
v. Pöllnitz, den Präſidenten des
Verwaltungsgerichts=
hofes Dr. Dr.=Ing. A. C. Weber, den Geheimen
Ober=
ſchulrat Block, den Verlagsbuchhändler Diemer in Mainz,
den Kaiſerlich Ruſſ. Kammerherrn v. Bioncourt in Bern;
zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den
Oberjäger=
meiſter Frhrn. van der Hoop, den Vorſtand des
Kabi=
netts Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Wirklichen Geheimerat Dr. med. h. c.
K. A. Lingner Exz. aus Dresden das Großkreuz des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem
Obergarten=
inſpektor Ludwig Dittmann die Erlaubnis zur
An=
nahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem
Deutſchen Kaiſer und König von Preußen verliehenen
Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Landzettel aus Darmſtadt eine Lehrerſtelle
n der Gemeindeſchule zu Groß=Gerau mit Wirkung
vom 1. Oktober d. J. an.
g. Ferienſtrafkammer. Wegen Verbrechens nach
§ 176,3 wurde der aus Ballenſtedt gebürtige 37jährige
Friſeur Friedrich Auguſt Louis Groſſe aus Neu=
Iſen=
burg zu 8 Monaten Gefängnis abzüglich 1
Mo=
nat der Unterſuchungshaft verurteilt. — Wegen des
glei=
chen Vergehens in drei Fällen wurde der noch unbeſtrafte
61jährige Schmiedemeiſter Auguſtin Konſtantin
Tho=
mas I. aus Dieburg zu 10 Monaten
Gefäng=
nis verurteilt. Von der Unterſuchungshaft wurde ihm
1 Monat angerechnet. — Wegen Verbrechens nach § 175,2
wurde der 17jährige Dienſtknecht Philipp Nickel aus
Pfungſtadt zu 1 Monat Gefängnis verurteilt; die
Strafe wurde durch die Unterſuchungshaft als verbüßt
er=
achtet. — Die wegen Landſtreicherei in Haft genommene 23 Schirmmacherin Sophie Steinbach aus
Wil=
helmsthal hatte bei ihrer Eintragung in das
Gefangenen=
regiſter in Langen als ihren Namen Sophie Born
ange=
geben und ſich dadurch der intellektuellen
Urkundenfäl=
ſchung ſchuldig gemacht. Sie wurde zu 3 Wochen
Ge=
fängnis verurteilt. Von der Unterſuchungshaft
wur=
den ihr zwei Wochen angerechnet. — Der ſchon wegen
Rückfalldiebſtahls mehrfach vorbeſtrafte 23jährige
Stein=
gutdreher Chriſtoph Dröſcher aus Grünſtadt, Kreis
Frankenthal, hatte ſich wegen eines Diebſtahls und eines
Einſteigdiebſtahlverſuchs zu verantworten. Dröſcher wurde
am 4. Juli aus dem Gefängnis entlaſſen und ihm 85 Mk.
ausgehändigt. Jedoch ſchon am 10. Juli ging er ſeinen
Diebſtahlsneigungen nach, trotzdem er noch im Beſitz von
40 Mark war. An dieſem Tog zog er, eine günſtige
Ge=
legenheit erſpähend, in Darmſtadt umher und kam in der
Erbacherſtraße in ein Haus, wo er ſich erſt durch Klingeln
überzeugte, ob jemand anweſend ſei. Als ihm zufällig
jemand entgegenkam, fragte er nach einem Herrn
Zinn=
gruber, deſſen Namen er vorher auf einer Viſitenkarte an
der Tür geleſen hatte. Als ihm bedeutet wurde, daß
die=
ſer vorläufig nicht nach Hauſe käme, trieb er ſich noch im
Hofe umher. Er ſah bier über einem Stall ein
offen=
ſtehendes Fenſter. Die Gelegenheit zu einem Diebſtahl
ſchien ihm günſtig. Er kletterte an einem dort ſtehenden
Reck empor, dann auf das Dach des Schuppens, um von da
in das Zimmer zu gelangen. Als er ſich beobachtet ſah, ſuchte
er das Weite. In der Nachbarſchaft kam er dann auf
dieſelbe Weiſe in das Haus der Frau Beſt; er ging in
das offenſtehende Zimmer hinein, obgleich in der
Neben=
ſtube jemand anweſend war, durchwühlte eine Kommode
und ſteckte 6 Zigarren und 4,85 Mark zu ſich. Beim
Hin=
ausgehen verurſachte er ein Geräuſch, wodurch er
beob=
achtet und ſchließlich dingfeſt gemacht werden konnte. Den
Diebſtahl gibt der Angeklagte zu. den Diebſtahlsverſuch
beſtreitet er. Er ſei nur deshalb auf die Stange geklettert,
um einen Vogel zu fangen. In beiden Fällen war der
Angeklagte im Beſitze eines geladenen Revolvers. Das
Gericht erkannte wegen beider Fälle auf eine Geſamt=
Zuchthausſtrafe von 3 Jahren und 10 Jahren
Ehrver=
luſt. — Der 18jährige Zwangszögling Joſef Hirſch
und der 17jährige Tagelöhner Chriſtian Wilhelm
Hoff=
mann, beide aus Offenbach und vorbeſtraft, kamen in der
Nacht zum 14. Mai an dem Zigarrengeſchäft von Roſa
Schiretzki in Offenbach vorbei. Sie ſtiegen durch ein
offenſtehendes Fenſter in den Laden ein und entwendeten
Zigaretten im Werte von 7 Mark. Einen Teil davon
verbrauchten ſie, ein Teil wurde noch bei ihnen
vorgefun=
den. Das Gericht verurteilte den Hirſch zu 1. Jahr
Gefängnis abzüglich 2 Monat und 2 Wochen, den
jugendlichen Hoffmann zu 3 Monaten
Gefäng=
nis abzüglich 2. Wochen der Unterſuchungshaft. — Der
bei dem Frankfurter Unternehmer Bratengeier in Arbeit
geweſene 42jährige Tagelöhner Adam Kratz aus
Mör=
felden hatte am 25. März eine Lohnliſte gefälſcht, indem
er aus 15½ geleiſteten Arbeitsſtunden 25½ gefnacht hatte,
Es wurden ihm dadurch 4,30 Mark zu viel ausgezahlt.
Da ſich Kratz durch dieſe widerrechtliche Aenderung der
Urkundenfälſchung in Idealkonkurrenz mit Betrua
ſchul=
dig gemacht hat, erkannte das Gericht unter Zubilliaung
mildernder Umſtände auf die Mindeſtſtrafe von 3
Mo=
naten Gefängnis.
Freifrau Elſa Laura von Wolzogen iſt dieſer
Tage von einem bedauerlichen Unfall betroffen
worden. Bei einem Ausritt, den ſie in der Geſellſchaft
nehrerer bekannter Herren unternahm, ſcheute am
Fuße der Ludwigshöhe plötzlich ihr Pferd und warf die
Reiterin ab. Freifrau von Wolzogen erlitt ſchwere
Verletzungen am Kopf, Arm und Schultern, die zwar
ſehr ſchmerzhafter Natur, aber, wie ſich ſpäter
heraus=
ſtellte, glücklicherweiſe nicht lebensgefährlich ſind. Herr
Tragikomiſches aus der Schwarzen
Republik.
C) Die an Unruhen und Aufſtänden überreiche
Ge=
chichte der Negerrepublik Haiti iſt um ein neues
düſteres Blatt bereichert: Der Präſident General
Le=
onte iſt mit ſeinem Palaſt durch ein Dynamitattentat
n die Luft geſprengt worden. So tragiſch auch dieſer
Vorfall iſt, ſo bleibt es doch das eigenartige Vorrecht
ieſes kurioſen Operettenſtaates, daß ſelbſt die Tragik
m bunten Lichte der „Sonneninſel” und unter den kleinen
Verhäktniſſen einen komiſchen Anſtrich erhält. Haiti, das
Land der Franzöſiſch radebrechenden Neger und der
zigaretten rauchenden Feldmarſchälle in Galauniform und
mit ſchleppendem Kavallerieſäbel, iſt ja die klaſſiſche
Hei=
tat der Tragikomödie weil unter ſeinen Bewohnern,
dieſen halbwilden Negern, die plötzlich zu Untertanen
einer modernen Regierung erklärt wurden, primitive
Roheit und äußerlich aufgepfropfte Kultur eine heilloſe
und wunderliche Verwirrung angerichtet haben.
Jeden=
falls iſt das Dekret des Pariſer Nationalkonvents von
1794, das den Schwarzen in den franzöſiſchen Kolonien
gleiche Rechte mit den Weißen einräumte, für die kleine
Inſel beſonders verhängnisvoll geworden. Seitdem iſt
das herrliche Eiland, das von der Natur mit den
ſprich=
wörtlichen Reichtümern des alten Golkonda ausgeſtattet
iſt und bereits das Entzücken ſeines Entdeckers, Chriſtoph
Columbus, erregte, unabläſſig von ſchrecklichen
Wechſel=
fällen heimgeſucht und von blutigen Revolutionen
durch=
tobt worden.
Als die Inſel während der napoleoniſchen Kämpfe
von den Franzoſen aufgegeben wurde, da gab es
herr=
liche Plantagen und Gärten, ſchöne Landhäuſer und ein
Netz wohlgepflegter Straßen; ſeitdem iſt diefer
paradie=
ſiſche Garten immer mehr und mehr in Verfall geraten;
die Neger, ſich ſelbſt überlaſſen, ſind degeneriert und
mas=
kieren ihre wüſten Orgien mit jenen alten primitiven
Kuktzeremonien, die ſich unter dem Begriff Woodoo
zu=
ſamuenallen. Ein Harsſcher unnd Roagent i8. Sa anderen
in dieſen hundert Jahren gefolgt, und der einzige feſte
Punkt in der ewigen Flucht der Erſcheinungen war der,
daß der eine immer nicht beſſer war als der andere, daß
keiner die Reformen, von denen er vorher ſo viel geredet,
wirklich ausführte, daß die Kaiſer, Könige und
Präſiden=
ten afrikaniſche Neger blieben, die ſich in einem Milieu
von Grauſamkeit und Mord auf alle wilden und
ſchreck=
lichen Inſtinkte ihrer Raſſe beſannen. Unter den
gold=
geſtickten Uniformen ſchlagen die Herzen mit der
unge=
zügelten Wut und Leidenſchaft, wie ſie nur irgend ein
Häuptling eines Kannibalenſtammes im Innern des
ſchwarzen Erdteils aufbringen kann. So bot Haiti das
merkwürdige Schauſpiel einer Art Kinderſtube der
Staa=
ten, in der noch unreife und unerzogene Naturkinder mit
den ſchweren und gefährlichen Waffen, mit den
kompli=
zierten Einrichtungen der modernen Ziviliſation ſpielten.
Der erſte, der ſich nach der Vertreibung der
franzöſi=
ſchen Soldaten zum Herren dieſer „Perle der Antillen”
aufwarf, der ſchwarze General Deſſalines, nahm den
Kaiſertitel unter dem Namen Jacob I. an. Ein Jahr
ſpäter bereits fiel er dem Haß ſeiner politiſchen Gegner
zum Opfer, die ihm zunächſt die Finger abſchnitten, um
ſich ſeiner Ringe zu bemächtigen, und ihn dann langſam
mit einzelnen Axthieben umbrachten. Der Nachfolger
Deſſalines, Chriſtophe, nannte ſich einfach König
Hein=
rich I., umgab aber dafür ſeine Monarchie mit allem nur
möglichem Pomp. Er ließ ſich ſehr feierlich krönen, ſchuf
eine Unzahl von Prinzen, Herzögen und Grafen und
er=
richtete einen regelrechten Hofſtaat mit allen Hofchargen.
Puder, Degen und Spitzenjabot wurden anbefohlen; das
Zeremoniell ſchrieb tauſend Kleinigkeiten vor und alles
war auf das ſchönſte geordnet. Aber leider behielt dieſer
frühere Cafékellner, der ſich auf den wolligen Kopf dieſe
Faſchingskrone geſetzt hatte, nicht immer das königliche
Zepter in der Hand, ſondern er legte es ab, um ſtatt deſſen
einen kräftigen Stock aus Kokosholz in die Hand zu
neh=
men, den er mit unnachſichtlicher Grauſamkeit ſeinen
Wür=
denträgern zu koſten gab. Die Herrlichkeit des Königs
Heinrich hatte bald ein Ende; nun nahm Präſident Beyer
die Regierung in die Hand. Doch die Verſchmörungen
und Revolutionen dauerten fort. 1847 hebt das Schickſal
en Negergeneral Soulouque zum Präſidenten der
Re=
publik empor. Unter Beyer war er Kapitän geweſen und
hatte den Dienſt bei Mlle. Joute gehabt, einer
bronze=
farbenen Pompadour, der drei oder vier Präſidenten
nacheinander huldigten. Ziemlich ſpät wurde er General,
wenigſtens für die Verhältniſſe von Haitig wo man ſonſt
die höchſten Ehrenſtellen und =titel mit derſelben
Schnel=
ligkeit erlangt, mit der ſich die Vegetation dort entwickelt.
Die Gunſt, deren er ſich bei der Favoritin erfreute, war
ihm jedenfalls nützlicher als ſein Generalstitel, und ſo
ward er denn durch den „Willen des Volkes” zum Kaiſer
Fauſtin I. proklamiert.
Damals entfaltete ſich das Operettenkaiſerreich zur
ſchönſten Blüte mit allem grotesken Pomp und Prunk.
Freilich war die allgemeine Heiterkeit etwas
gezwunge=
ner Natur, denn der neue Kaiſer hatte eine große Angſt
vor Verſchwörungen und vor Gift und brachte ſich lieber
ſelbſt um, als daß er ſich der Gefahr ausſetzte, umgebracht
zu werden. Um ſich der Perſon, die ſein Mißfallen
er=
regte, zu entledigen, hatte er eine beſonders ſinnreiche
Methode erfunden: er ließ in dem Fauteuil, auf dem er
das Opfer liebenswürdig zum Setzen einlud, eine Nadel
anbringen, deren unſichtbare Spitze mit einem ſehr
ſtar=
ken, unfehlbar tödlich wirkenden Gift beſtrichen war.
Einer ſeiner Miniſter war von dem Gedanken an dieſe
qualvolle Todesart ſo ergriffen, daß er ſich ſelbſt bei dem
Beſuch von fremden Kriegsſchiffen nur auf Rohrſtühle
ſetzen wollte. Die Offiziere, die das wußten, machten ſich
den Spaß ihm nur Polſterſitze anzubieten; aber er lehnte
energiſch ab und holte ſich ſelbſt irgend woher einen
un=
gefährlichen Stuhl. Nach der Abdankung dieſes
Scheu=
ſals hat eine Unzahl von Präſidenten die Inſel beglückt,
bis auf den vor einem Jahre zur Herrſchaft gelangten
Leconte. Ein ſolcher Aufruhr, wie wir ihn jetzt wieder
erleben, iſt etwas durchaus nicht Ungewöhnliches auf der
„Inſel der Sonne und der Revolutionen” reine
Prtvat=
ſache der Neger, die die Weißen dabei nicht beläſtigen,
ſondern die in ihren Köpfen gärende Hitze nach
bewähr=
ter Methode unter einander austoben laſſen.
Oberſtabsarzt Dr. Beck von den Krefelder Huſaren, der
hier zu Beſuch weilt und ſich in der Nähe der
Unfall=
ſtelle befand, leiſtete die erſte Hilfe und brachte die
Schwerverletzte mit dem inzwiſchen herbeigeeilten
Kranken=
haus=Automobil in ihr Heim. Der an ſich ſchwere
Un=
fall iſt für die hochgeſchätzte Künſtlerin verhältnismäßig
gut abgelaufen. Es ſind keine Komplikationen
einge=
treten und vor allem kein Bluterguß ins Gehien erfolgt,
wie zu befürchten war. Allerdings wird der erlittene
Nervenchock eine ſehr lange Ruhe= und Erholungszeit
be=
dingen. Die äußeren Verletzungen verheilen normal.
* Heſſiſcher Verein für ländliche Heimat= und
Wohlfahrtspflege. Am Mittwoch, den 16. Oktober
d. Js., nachmittags 3½ Uhr, wird im Saalbau zu
Darmſtadt eine Verſammlung des Vereins unter dem
Vorſitz des Herrn Provinzialdirektor Fey=Darmſtadt
ſtattfinden, zu der außer den Vereinsmitgliedern auch
Freunde der Sache Zutritt haben. Auf der
Tages=
ordnung wird ſtehen: 1. Bedeutung des Heimatſchutzes
und der Heimatpflege, ſowie deren wechſelſeitige
Be=
ziehungen auf dem Lande. Vortrag des Herrn
Profeſſor Dr. Frenzel=Darmſtadt. 2. Anlage
länd=
licher Friedhöfe, ſowie Grabdenkmäler auf denſelben.
Vor=
trag des Herrn Bürgermeiſters Kraft aus Trebur. Im
Anſchluß an die Vorträge finden Beſprechungen ſtatt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Herr und Frau Krupp von Bohlen
und Halbach; vom Einſturz des Kraftwerks Franken bei
Nürnberg; die Ankunft des erſten Zuges auf der Station
Jungfraujoch; die Heimkehr des Nordpolfahrers
Mikkelſen.
* Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Juli
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 163
Ochſen, 6 Bullen, 280 Kühe, 11 Jungrinder, 915 Kälber,
2564 Schweine, 162 Schafe, 2 Ziegen und 12 Pferde. —
Beanſtandet wurden: 79 Ochſen, 5 Bullen, 172 Kühe,
7 Jungrinder, 16 Kälber, 449 Schweine, 28 Schafe, 1 Ziege
und 3 Pferde. — Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: * Ochſen, 6 Kühen 1¾ Kälbern, 16¼¾ Schweinen
und 1 Ziege. — Bedingt tauglich war das Fleiſch von:
¾ Ochſen, ½ Kuh, 1¼ Kälbern und 3¼ Schweinen.
Untauglich waren: 1 Kuh, 1288 Organe, 150½ kg
Fett und 90 kg Fleiſch von 760 Tieren. — Auf
Tri=
chinen wurden unterſucht: 2564 im Schlachthaus
ge=
ſchlachtete Schweine, ſowie 2492½ kg für hieſige Metzger
eingeführtes friſches Fleiſch von 125 Schweinen. — Der
Nachunter ſuchung wurden unterzogen: 670 Sendungen
eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 13477 kg Rindfleiſch,
2988. kg Schweinefleiſch, 205 kg Kalbfleiſch, 307 kg
Hammelfleiſch und 63 kg Ziegenfleiſch.
§ Unſall. Am Freitag vormittag gegen 11 Uhr
wurde an der Merckſchen Fabrik in der
Frankfurter=
ſtraße ein Taglöhner von einem Automobil
umge=
fahren. Der Taglöhner, welcher ſchwer verletzt wurde,
iſt zunächſt auf der Unfallſtation der Merckſchen Fabrik
verbunden und dann mittelſt Krankenautomobil in das
Städtiſche Krankenhaus verbracht worden.
=gs- Unfälle. Samstag vormittag 8 Uhr fiel ein
Hilfsarbeiter aus Pfungſtadt, der bei einer hieſigen
Sortieranſtalt beſchäftigt iſt, vom Wagen und zog ſich
einen ſchlimmen Beinbruch dabei zu. — Kurz vor
10 Uhr kam ein Schloſſer aus Wallerſtädten in einem
hieſigen Betrieb in die Transmiſſion; derſelbe zog ſich
dabei am Oberarm ſchwere Verletzungen zu. Beide
Verletzte wurden durch die Rettungswache in das
Städtiſche Krankenhaus gebracht.
§ Selbſtmord. Ein Mann hat Freitag nachmittag
in ſeiner Wohnung ſeinem Leben durch Erhängen
ein Ende gemacht.
§ Hundefang. Im Juli ſind durch den hieſigen
Polizeihundefänger 36 Hunde eingefangen worden.
Hiervon wurden 21 Hunde von ihren Eigentümern
wieder ausgelöſt. 4 Hunde ſind verkauft worden und
11 Hunde mußten getötet werden.
Aus dem Ried, 10. Aug. Die Hamſterplage
wächſt ſich im Ried bis an die Bergſtraße allmählich zu
einer ſchweren Kalamität für die Landwirtſchaft
aus, die ſich trotz aller angewandten
Vertilgungsmetho=
den immer weiter ausbreitet. In manchen Gemarkungen
ſind verſchiedene Felder völlig untergraben, ſo in
Biebes=
heim, Büttelborn, Groß=Gerau; in Heppenheim wurden
in wenigen Tagen etwa 10000 Stück dieſer Nager
ge=
fangen, in Biebesheim mehr als 8000. Die Gemeinden
haben vielfach erhebliche Summen für Fangprämien
aus=
geworfen, und manche Familien verdienen ſich
gegen=
wärtig durch das Aufgraben der Hamſterbaue bis
zu 10 Mark täglich. An einigen Stellen verſucht man
bereits die Tiere durch Schwefelkohlenſtoff zu töten, eine
Methode, die ſich in den letzten Jahren im klaſſiſchen
Lande der Hamſter, dem Regierungsbezirk Magdeburg,
mit zunehmendem Erfolge eingebürgert hat.
Hirſchhorn, 10. Aug. Wegen Verdachts der
Brand=
ſtiftung in dem Müllerſchen Sägewerk bei der
Gai=
mühle wurde der aus einer Zwangserziehungsanſtalt
entlaufene Gg. Eberhardt verhaftet. Er gibt an, den
Brand verurſacht zu haben, um ins Zuchthaus zu
kom=
men, denn da ſei es ſchöner als in der
Erziehungs=
anſtalt.
Mainz, 10. Aug. Ein arges Mißgeſchick iſt, dem
M. J. zufolge, einem auswärtigen Tierarzt paſſiert.
Er ſteuerte ſeinen Wagen zu ſpäter Abendſtunde bei der
Rückkehr von der Praxis in den Straßengraben. Erfolg:
Wagen defekt. Beſitzer verwundet. Acht Tage bettlägerig.
Nach der Wiederherſtellung bittet er den ihn
behandeln=
den Arzt um Ueberlaſſung ſeines Autos und Chauffeurs
auf gewiſſe Stunden. Der Wunſch wird erfüllt. Bei der
erſten Ausfahrt trägt der Tierarzt noch einen kleinen
Ver=
band. Es begegnet ihm ein Bauernfuhrwerk mit
tem=
peramentvollem Pferd. Der Bauer ſpringt ſofort nach
Sichtbarwerden des Autos vom Wagen und führt ſein
Pferd am Zügel. Im Augenblick des Herannahens macht
das Pferd einen Seitenſprung und wirft ſeinen Führer
quer über die Straße. Der Chauffeur hat nur zwei
Wege: entweder den Bauern überfahren oder das
Ge=
fährt in den Graben ſteuern. In ſeiner Geiſtesgegenwart
tut er das letztere. Anprall heftig. Der Tierarzt fliegt
durch die große Glasſcheibe, hat aber Glück, verletzt ſich
an der eben geheilten Stirn und an der großen Zehe, im
übrigen kommt er heil durch die gefährliche Paſſage und
landet in großem Bogen durch die Luft auf einem
Kar=
toffelacker. Das Auto iſt ſchwer beſchädigt. Arzt und
Tierarzt ſind jetzt in der Auto=Reparatur begriffen.
Gonſenheim, 10. Aug. In neuerer Zeit hat man ein
Verfahren entdeckt, um mit Sprengpulver, das
durchaus ungefährlich iſt, Baumlöcher zu machen,
ganze Flächen ohne Spaten und Schaufeln umzuſtürzen,
alten Bäumen, die mit den Wurzeln auf Geſtein
auf=
ſitzen, durch eine Tieferſprengung des Bodens zu helfen
und dergleichen. Die Landwirtſ chaftskammer
beabſichtigt, eine Probeſprengung vornehmen zu laſſen, zu
der alle Intereſſenten und Fachleute Heſſens eingeladen
werden ſollen. Die Probevorführungen ſollen in
Gon=
ſenheim ſtattfinden. Tag und Stunde werden demnächſt
noch bekannt gegeben.
Bad Nauheim, 10. Aug. Sir Edmond Goſchen,
der großbritanniſche Botſchafter in Berlin, iſt zur Kur
hier eingetroffen. — Im letzten Künſtlerkonzert im
gro=
ßen Konzerthauſe ſpielte Hofkonzertmeiſter Guſtav
Have=
mann früher in Darmſtadt, das große Violinkonzert
von Brahms mit Orcheſter in D=dur und ein Konzert
von Mozart.
Nauheim, 10. Aug. Im hieſigen Pfarrhauſe
wurde geſtern nacht eingebrochen. Es ſind den
Tätern Fleiſch= und Wurſtwaren in die Hände gefallen.
Geld erreichten ſie nicht. Die Einbrecher, die in letzter
Zeit die Pfarrhäuſer der Bergſtraße und des Odenwalds
unſicher machten, ſcheinen ihre Tätigkeit von da nach dem
Ried verlegt zu haben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Aug. Der nationale
deutſch=amerikaniſche Lehrerbund, welcher
ſich ſeit Anfang Juli, von New=York kommend, auf einer
Reiſe durch die größeren deutſchen Städte befindet und
dabei viel zum gegenſeitigen Meinungsaustauſch mit der
deutſchen Lehrerſchaft beigetragen hat, beendet dieſe
Stu=
dienfahrt am kommenden Sonntag in der
Reichshaupt=
ſtadt. Hierſelbſt finden ſich die 375 Delegierten des
natio=
nalen deutſch=amerikaniſchen Lehrerbundes zur 40.
Jah=
resverſammlung dieſes Bundes zuſammen. Es iſt das
erſte Mal, daß der deutſch=amerikaniſche Lehrertag nicht
in den Vereinigten Staaten abgehalten wird. — Das hie=
ſige Frauengefängnis wird am 1. Oktober d. J.
als beſondere Anſtalt eingerichtet und ausſchließlich
weib=
licher Leitung unterſtellt. Für die Vorſteherin iſt außer
freier Wohnung ein Gehalt von 2—4000 Mark feſtgeſetzt.
Zu Beginn dieſes Jahres machte das eigenartige
Ver=
ſchwinden des Berliner Rechtsanwalts
Hail=
lant in Berlin großes Aufſehen. Haillant hatte es
durch geſchickte Manipulationen verſtanden, den Glauben
zu erwecken, als ob er beim Schneebad erfroren ſei. Man
fand die Kleider des Vermißten im Grunewald. Von da
ab war jede Spur von ihm verſchwunden. Die
Ermittel=
ungen ergaben indeſſen, daß Haillant wegen großer
Un=
terſchlagungen flüchtig geworden war. Er wurde
ſteck=
brieflich vom Staatsanwalt geſucht. Die Höhe der
defrau=
dierten Summe beträgt rund 150000 Mark. Jetzt taucht
nun die Meldung auf, daß Haillant, der ein Pole iſt, unter
fremdem Namen im Warſchau als Bankbeamter tätig iſt.
Die behördlichen Nachforſchungen wurden ſofort
ein=
geleitet.
Frankfurt, 10. Aug. Geſtern abend gegen 7¾ Uhr
er=
eignete ſich auf dem Gelände der Opelgarage an der
Main=
zer Landſtraße eine ſchwere Benzinexploſion,
durch die der Buchhalter Fritz Götze ſofort getötet und
der Garagemeiſter Anton Froſch, ſowie der Chauffeur
Adam Rat ſo ſchwer verletzt wurden, daß ſie bald darauf
im ſtädtiſchen Krankenhaus ſtarben. Die
Kata=
ſtrophe war von einer heftigen Detonation begleitet, die
weit über das Bahnhofsviertel hinaus hörbar war.
Paſ=
ſanten eilten ſofort an den Schauplatz des Unglücks, wo
ihnen mächtige Flammen entgegen ſchlugen Die Exploſion
war bei dem Nachfüllen von Benzin in die unter dem
Keller des Verwaltungsgebäudes, deſſen Front an der
Mainzer Landſtraße liegt, eingemauerten Benzintanks
er=
folgt. Eines der 300 Liter faſſenden Benzinfäſſer hatte
Feuer gefangen und durch die Gewalt der Exploſion war
auch ein zweites daneben liegendes Faß zertrümmert und
ebenfalls in Brand geſetzt worden. Die hochlodernden
Flammen ergriffen die Fenſterrahmen der im erſten Stock
gelegenen Bureauräume und bedrohten das ganze
An=
weſen. Der Luftdruck war ſo gewaltig, daß in der
gegen=
überliegenden Schuhfabrik zahlreiche Fenſterſcheiben
zer=
ſprangen. Wie das Unglück geſchehen iſt, konnte durch die
bisherige Unterſuchung noch nicht ermittelt werden. Die
Entſtehungsurſache der Exploſion dürfte wohl auch ſchwer
feſtzuſtellen ſein, da die bei der Benzinabfüllung
beteilig=
ten Perſonen tot ſind.
Aſchaffenburg, 9. Aug. Akademie=Profeſſor h. e.
Dr. K. L. Barthels, der während des japan.=ruſſ.
Krieges (1904/05) ein aus militäriſch ausgebildeten
Franzoſen, Belgiern und Luxemburgern beſtehendes
frei=
williges Sanitätskorps organiſierte und befehligte (er
wurde nach dem Kriege zum lebenslängl. Mitglied der
Société Imperiale de la Croix=Rouge Japonaiſe ernannt
und erhielt die japan. Rote Kreuz=Medaille am Bande),
wurde durch das kgl. Hauptzollamt eine mit Gold
aus=
gelegte Ehrenſchale des Prinzen Kotohito,
Ehren=
präſident obiger Geſellſchaft, zugeſtellt.
München, 10. Aug. Das Schwurgericht Straubing
hatte im vergangenen Jahre den Taglöhner Riedl aus
Gſenget bei Waldkirch wegen Ermordung ſeiner
Gelieb=
ten, der Beſitzerswitwe Kellermann, zum Tode
ver=
urteilt. Nunmehr hat der Prinzregent den zum Tode
Verurteilten zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.
Speyer, 10. Aug. Geſtern abend fuhr das
Auto=
mobil des Eiſenhändlers von der Heydt bei Dudenhofen
gegen einen Stein. Das Automobil, in dem ſich fünf
Per=
ſonen befanden, geriet in Brand und wurde vollſtändig
zerſtört. Einer der Inſaſſen, ein Lehrling, erlitt ſchwere
Brandwunden, während die anderen ſich rechtzeitig retten
konnten.
Köln, 9. Aug. Die Kölniſche Zeitung meldet: Die
Zweifel, ob nach dem Diebſtahl der Kaiſerkette
weitere Kaiſer=Wettſtreite ſtattfinden würden, wurden
durch die Aeußerung des Monarchen beſeitigt. Der Kaiſer
erklärte gelegentlich der geſtern abend von 750 Arbeitern
und Angeſtellten der Kruppſchen Werke unter Leitung des
königlichen Muſikdirektors Neumann dargebrachten
Sere=
nade dem Dirigenten, er erwarte, daß auch die Kruppſchen
Sänger im nächſten Jahre zum Kaiſerſingen nach
Frank=
furt kommen würden. Daraus iſt zu entnehmen, daß für
die geſtohlene Kaiſerkette Erſatz geſchaffen wird und
das Wettſingen im Frühjahr nächſten Jahres in
Frank=
furt ſtattfindet.
Feuilleton.
* Wertvolle Briefe. In London fand jüngſt ein
gro=
ßer Autographenverkauf ſtatt, wo Briefe von engliſchen,
franzöſiſchen und deutſchen berühmten Perſönlichkeiten
unter den Hammer kamen. Hier einige Preiſe: Ein Brief
von Carlyle brachte 540 Mark, ein Brief von Swinburne
200 Mark, ein Brief von Gordon=Paſcha‟400 Mark, eine
Schülerarbeit von Oskar Wilde 187 Mark. Die Briefe
von Dickens ſind ſo zahlreich, daß ſie nur 40 bis 60 Mark
brachten; ungefähr ebenſo viel erzielte Alfred Tennyſon.
Ein franzöſiſch geſchriebener Brief von Richard
Wag=
ner, in dem es heißt: „Tout se fait dans ma vie
dlune maniére extraordinaire” und in dem der Meiſter
ſich für einige Tage 4000 Francs zu borgen ſucht, wurde
mit 386 Mark bezahlt. Hoch im Preiſe ſteht Lord
Byron. Seine Briefe ſind ſelten, ünd alle ſind
intereſ=
ſant. Ein von Piſa datierter (1822), in dem von Shelleys
Tod die Rede iſt, brachte 5000 Mark ein; ein anderer
Brief, den Byron wenige Tage vor ſeinem Tode ſchrieb,
brachte 1020 Mk. Für einen kurzen Brief Oliver
Crom=
wells, datiert Cambridge, Ende Januar 1643, wurden
6355 Mark gezahlt, und für ein an ſich belangloſes
Doku=
ment, das Maria Stuart unterzeichnet hat. 4400
Mark. Andere intereſſante Autographen waren: Kurzer
Brief der Königin Eliſabeth 4400 Mark, anderthalb
Seiten langer Brief ihres Geſandten in Edinburg, der
Maria Stuarts Abſicht, Lord Darnley zu heiraten,
mel=
det, 6150 Mark.
* Schlangen als Haustiere. Von einem franzöſiſchen
Gelehrten wurde vor einiger Zeit empfohlen, daß ein
jeder Haushalt ſich eine Schlange an Stelle von Katzen
und Hunden zulegen ſollte, die geeigneter ſeien als irgend
ein anderes Tier das Haus von Ratten und Mäuſen zu
ſäubern. Das iſt abſolut keine neue Weisheit, ſagt die
amerikaniſche Zeitſchrift Fireſide and Farm. Denn ſchon
die alten Römer hielten ſich zu demſelben Zwecke
Schlan=
gen im Hauſe. Seit jener Zeit jedoch iſt das Reptil durch
Hunde und Katzen verdrängt worden. Und die moderne
Hausfrau empfindet Schrecken vor jeder Schlange, ob ſie
nun gefährlich oder harmlos iſt. Dieſe feindliche Haltung
gegen Schlangen iſt jedoch zum größten Teil nur auf
Un=
wiſſenheit zurückzuführen. So wird zum Beiſpiel
ange=
nommen, daß die Schlangen ſchleimig ſind. Das entſpricht
aber nicht den Tatſachen. Die Haut der Schlangen fühlt
ſich kühl an, iſt aher ſonſt vollſtändig trocken. Man könnte
annehmen, ſie ſei aus Porzellan. Der Hauptnachteil bei
Katzen oder Hunden iſt der, daß dieſe Tiere ebenſolche
Träger von Krankheitskeimen ſind, wie die Ratten und
Mäuſe, die ſie vernichten ſollen. Viele Hunde und Katzen
töten Ratten und Mäuſe ohne ſie zu verzehren, und laſſen
ſie an unzugänglichen Plätzen, wo ſie verweſen. Die
Schlange tut das niemals. Eine jede Ratte, die ſie tötet,
verſchlingt ſie auch ſofort. Hierzu kommt noch, daß
Schlan=
gen ſauberer ſind als irgend ein anderes Haustier.
C) Von der Ariſtokratie der Diebeszunft. Ueber das
Weſen und die Organiſation der großen internationalen
Diebesbanden, die jetzt wieder durch die kühne
Entwend=
ung der Juwelen der Fürſten Thurn und Taxis
Aufmerk=
ſamkeit erregen, machen zwei langjährige frühere Beamte
der Pariſer Geheimpolizei, die Kriminaliſten A. M.
Cal=
chas und W. V. Debisſchop, intereſſante Mitteilungen in
einer Arbeit, die jetzt im Matin veröffentlicht wird. Das
Beſtehen internationaler Diebesverbände iſt früher oft
geleugnet worden weil es der Polizei faſt nie gelang,
die meiſterhaft verwiſchten Spuren zwiſchen den einzelnen
Mitgliedern der Gemeinſchaft nachzuweiſen. Erſt die
Er=
fahrung hat die europäiſchen Kriminalbeamten gelehrt,
daß die häufige Erfolgloſigkeit ihrer Bemühungen ſich
nur durch die ganz eigenartige Organiſationsform dieſer
Diebesgenoſſenſchaften erklärt und kein Beweis gegen ihr
Daſein iſt. Während die kleinen Diebe, die
Gelegenheits=
einbrecher, gerne feſt organiſierte Banden mit
gemein=
ſamen Abzeichen und Verſtändigungsmitteln bilden,
ver=
ſchmähen es die großen Diebe, die Ariſtokraten der
Die=
bes=Zunft, Vereinsmeierei zu treiben; ſie lehnen jede
bindende Feſſel ab und begründen ihre
Zuſammenge=
hörigkeit nur auf der Baſis diskreter Sympathie. Sie
kennen ſich perſönlich, aber nie werden ſie zwei große
Coups hintereinander gemeinſam ausführen; zu jeder
neuen „Tat” bildet ſich eine neue Gruppe, die ſich dann
ſofort wieder auflöſt und ſorgſam jeden direkten Verkehr
vermeidet. Daher wird die Arbeit des Kriminaliſten
gewaltig erſchwert, ſobald dieſe intelligenten, in allen
Sätteln gerechten „großen Arbeiter” in Frage kommen,
denn ſie leben in der Welt der Kultur und des Luxus.
verfügen ſtets über Geld und gewandte Lebensformen,
wiſſen ſich in jeder Geſellſchaftsſphäre als
Gleichberech=
tigte zurechtzufinden und fallen nirgends auf. Ein
Ge=
ſetz aber, wohl das einzige das ſie anerkennen, regiert
dieſe Menſchen: das der gegenſeitigen unerſchütterlichen
Treue. Darin beruht das Geheimnis ihrer Organiſation,
und an dieſer Treue, die weder Drohungen noch Beſtech=
ungen zugänglich iſt, ſcheitern die Bemühungen aller
Kri=
minalbehörden der Welt. Untreue und Verrat iſt in
die=
ſen Kreiſen die höchſte Schmach und das ſchwerſte
Ver=
brechen und wird auch immer und unfehlbar mit dem Tod
beſtraft. Iſt einer von ihnen verhaftet, ſo arbeiten alle
gemeinſam an ſeiner Freiſprechung oder Befreiung; wenn
ſie aber ſcheitert, dann wird dem Verurteilten ſein
Beute=
anteil aufbewahrt, durch Unterſtützungen das Schickſal
im Gefängnis erleichtert; der Familie des Ergriffenen
aber zahlt man eine Penſion und bewahrt ſie bis zur
Freilaſſung ihres Oberhauptes vor jeder Not. In der
kriminaliſtiſchen Praxis ſcheitert die Verfolgung von
Dieben dieſes Schlages regelmäßig an der Unmöglichkeit,
dem Band des einen zum anderen nachzuſpüren; unter
ſich ſind ſie eine Gemeinſchaft, der Polizei gegenüber aber
nur Individuen. Der erfahrene Kriminaliſt wird durch
den Tatbeſtand immer nur auf den einen Täter, der den
gemeinſamen Plan ausführte, aufmerkſam; zu den
Hel=
fershelfern führt nie eine Spur. Den Täter aber erkennt
man in der Regel an der Form, in der das Verbrechen
ausgeführt wurde, an den Einzelheiten der Tat, denn
jeder von dieſen Ariſtokraten der Diebeszunft hat in der
Praxis und mit der Erfahrung beſondere, nur ihm eigene
Formen und Handgriffe entwickelt, die er als ſeine
ſpezi=
fiſche „künſtleriſche Note” mit Stolz hütet als eine
Eigen=
tümlichkeit der von ihm ſelbſt geſchaffenen Technik.
Die Hand als Verlobungsanzeige. Bisher, wenn
eine Dame ihrem Verehrer die Hand zum ewigen Bunde
reichte, hielt man es nicht für nötig, dieſem ſymboliſchen
Ausdruck nun auch eine wortwörtliche Präziſierung zu
verleihen. Seit einiger Zeit aber hat man in der
vorneh=
men Geſellſchaft dieſen ziemlich landläufig gewordenen
Ausdruck auf eine amüſante Weiſe in die Tat umgeſetzt.
Es gehört zum guten Ton, daß Verlobte ſich gegenſeitig
eine Abformung ihrer rechten Hand zum Geſchenk machen.
Ja, man benutzt ſogar dies originelle Symbol an Stelle
von Verlobungsanzeigen. Elegante Damen ſenden ihren
nächſten Bekannten ihre Hand aus Bronze, die dann ein
niedliches Kunſtwerk abgibt und ſich auf einem Tiſch oder
Kamin ſo gut ausnimmt wie eine Bronzeſtatuette. Es
iſt freilich eine ziemlich langweilige und auch nicht ganz
angenehme Prozedur, ſich zunächſt einen Gipsabguß über
der Hand nehmen zu laſſen. Aber da es die Mode
ver=
langt ſo unterziehen ſich die Bräute dieſer kleinen
Un=
annehmlichkeit recht gern. Wer es ſich nicht leiſten kann,
ſchickt einen Gipsabguß der Hand, denn die hübſchen
Bronzegüſſe ſind ziemlich teuer.
Ems, 10. Aug. Der frühere Präſident von Mexiko,
Porfirio Diaz, iſt hier zum Kurgebrauch
ein=
getroffen.
Eiſenach, 9. Aug. Geſtern wurde auf dem hieſigen
Hauptbahnhof ein Herr von einem Eiſenbahnzug
über=
fahren und getötet. Heute iſt ermittelt worden,
daß dies der hier zur Kur weilende Generalleutnant z. D.
v. Kroſigk iſt.
Leipzig, 9. Aug. Die Verſammlung der Dresdener
Künſtler und Architekten beſchloß die Errichtung eines
Dresdener Hauſes auf der Leipziger
Bauausſtel=
lung. Der Arbeitsausſchuß für die weitere Vorbereitung
hat ſich unter Oberbürgermeiſter Geheimen Rat Dr.=Ing.
Beutler konſtituiert.
Zoſſen, 9. Aug. Die in der Nähe des Bahnhofes
Wünsdorf gelegene große Dampfmühle von
Gerts=
hofer iſt geſtern niedergebrannt. Wertvolle
Ma=
ſchinen ſind verbrannt oder verwendungsunfähig
gewor=
den. Nur der tatkräftigen Hilfe einer Abteilung der
In=
fanterie=Schießſchule iſt es zu danken, daß die
angrenzen=
den Baracken, in denen über hundert Arbeiter ſchliefen,
und ein weiteres Holzlager gerettet wurden. Bei den
Aufräumungsarbeiten wurde der verkohlte Leichnam des
Heizers aus den Trümmern hervorgezogen. Er iſt
ver=
mutlich im Schlaf von den Flammen überraſcht worden.
Braunſchweig, 9. Aug. Ein dramatiſcher
Zwiſchenfall ſpielte ſich heute, wie die Braunſchw.
Landesztg. meldet, im Sitzungsſaal der 1. Ferienkammer
ab. Dort hatte ſich der Schriftſteller Paul Kochendörfer
wegen Widerſtands gegen die Staatsgewalt und
ver=
ſuchter Nötigung zu verantworten. Als der Vorſitzende
das auf neun Monate Gefängnis und ſofortige
Verhaft=
ung lautende Urteil verkündete, zog der Verurteile
plötz=
lich ein Fläſchchen aus der Taſche und trank deſſen
In=
halt raſch aus. Bewußtlos brach er zuſammen. Der
ſofort hinzugezogene Arzt konnte nur noch den infolge
Vergiftung mit Zyankali eingetretenen Tod feſtſtellen.
Peſt, 9. Aug. Die Aufhebung der
Untzer=
ſuchungshaft und die Einſtellung des
wei=
teren Verfahrens gegen den Urheber des Anſchlags
gegen den Grafen Tisza, den Abgeordneten Kovacs,
welche der Unterſuchungsrichter angeordnet hatte weil die
gerichtsärztlichen Sachverſtändigen erklärten, daß Kovacs
bei Verübung ſeiner Tat unzurechnungsfähig geweſen ſei,
wurde heute auf Grund der Berufung des Staatsanwalts
vom Anklageſenat behandelt. Dieſer bezeichnete die
Un=
zurechnungsfähigkeit als zweifelhaft, weil Beweiſe dafür
vorlägen, daß Kovacs ſeine Tat mit Vorbedacht verübt
habe, und ordnete daher die Ueberprüfung des
Gut=
achtens der gerichtsärztlichen Sachverſtändigen durch den
juſtizärztlichen Senat an. Erklärt dieſer, daß Kovacs bei
der Verübung der Tat zurechnungsfähig war, ſo wird das
Verfahren jedenfalls fortgeſetzt, ſchließt er ſich dem
ärzt=
lichen Gutachten an, ſo wird das Gericht zu beſchließen
haben, ob das Verfahren fortgeſetzt werden ſoll oder nicht.
Bis auf weiteres bleibt Kovacs in Haft.
Meran, 10. Aug. Der Fabrikbeſitzer Quaaß aus
Meran fuhr heute früh 3 Uhr mit ſeinem Auto in
ſchnellſtem Tempo gegen einen Baum. Von den Inſaſſen
wurde ein Fräulein Seidel aus Groß=Röhrsdorf gegen
eine Telegraphenſtange geſchleudert. Sie erlitt einen
Schädelbruch und war auf der Stelle tot. Der Kaufmann
Wolf aus Meran ſowie der Beſitzer des Autos wurden
ſchwer verletzt. Das Auto wurde völlig zertrümmert.
Rom, 10. Aug. Die neueſten Nachrichten beſagen,
daß der Stromboli ſtarken Aſchenregen
aus=
wirft und Rauchſäulen von über 1000 Meter aus dem
Krater emporſteigen unter ſtarkem Getöſe im Innern des
Vulkans.
Palermo, 10. Aug. Eine eigenartige Krankheit iſt hier
ausgebrochen. 1200 Perſonen ſind nach dem Genuß von
Waſſer aus einem anſcheinend vergifteten Brunnen unter
Vergißtungserſcheinungen erkpankt. Drei
ſind bereits geſtorben, viele liegen in ernſtem Zuſtand
da=
nieder. Die Regierung hat eine Unterſuchung über die
Urſache der Erkrankungen angeordnet.
Paris, 9. Aug. Der Kaſſationshof hat das vom
Schwurgericht in Rouen gegen den Sekretär eines
Arbei=
terſyndikats, Durand, ausgeſprochene Todesurteil
aufgehoben. Durand war beſchuldigt, zur
Ermor=
dung des Arbeitswilligen Dongé angeſtiftet zu haben, die
in einer Verſammlung von Ausſtändigen in Havre, in der
er den Vorſitz führte, beſchloſſen wurde. Die
Angelegen=
heit hat ſeinerzeit großes Aufſehen gemacht und iſt auch
im Parlament erörtert werden. Nunmehr wird ein
an=
derer Gerichtshof über den Fall Durand zu befinden
haben.
Petersburg, 9. Aug. In den beiden Reſidenzen
herrſcht andauernd eine ungewöhnliche Hitze und
Trockenheit. Aus anderen Orten des Reiches wird
gemeldet, die Hitze erreichte 35—40 Grad. Die
Wald=
brände nehmen zu und heiße Winde ſchädigen das
Ge=
treide. Es treten Hitzſchläge auf.
Wjasma, 10. Aug. Durch eine Feuersbrunſt
wurden in vier Straßen über 80 Häuſer
einge=
äſchert.
Waſhington, 9. Aug. Das Linienſchiff „
Neb=
raska” ſtieß geſtern nacht auf eine auf den Karten nicht
verzeichnete Sandbank bei New=Port auf und wurde
ſo ſchwer beſchädigt, daß es in das Trockendock der
Bo=
ſtoner Werft gehen mußte. Zur ſelben Zeit brach das
Flaggſchiff „Connecticut” den Kranſtänder und wurde
nach Philadelphia geſandt, wo der Schaden ausgebeſſert
werden ſoll.
Detroit, 9. Aug. Nachdem ſchon kürzlich gegen 9
Mit=
glieder des Detroit Comon Council Haftbefehle
er=
laſſen worden waren, ſind heute früh 15 Aldermen unter
der Beſchuldigung verhaftet worden, große Summen
Be=
ſtechungsgelder angenommen und die Veräußerung
ſtädtiſchen Eigentums an eine Eiſenbahngeſellſchaft
be=
günſtigt zu haben.
Entwurf eines Geſetzes über die Aenderung des
Geſetzes vom 6. Auguſt 1902, die
Handels=
kammern betreffend.
* Das Miniſterium des Innern hat
folgen=
den Entwurf eines Geſetzes über die Aenderung des
Geſetzes vom 6. Auguſt 1902, die Handelskammern
betreffend, nebſt Begründung den Ständen des
Groß=
herzogtums zur verfaſſungsmäßigen Beratung und
Be=
ſchlußfaſſung überſandt:
Artikel I: Artikel 3 erhält folgende Faſſung: Die
Mitglieder der Handelskammer werden gewählt.
Be=
rechtigt, an der Wahl teilzunehmen, und verpflichtet, zu
den Koſten der Handelskammer beizutragen, ſind, ſofern
ſie zu Gemeindeumlagen vom Gewerbebetrieb veranlagt
ſind: 1. alle natürlichen Perſonen, Geſellſchaften und
juri=
ſtiſchen Perſonen, die in einem Handelsregiſter des
Kammerbezirks als Inhaber einer Firma eingetragen
ſind: 2. alle ein Handelsgewerbe treibenden
Genoſſen=
ſchaften, die in einem Genoſſenſchaftsregiſter des Kammer=
bezirks eingetragen ſind; 3. Bergwerksgeſellſchaften, auch
wenn ſie nicht die Rechte einer juriſtiſchen Perſon beſitzen
und im Handelsregiſter nicht eingetragen ſind (Artikel 5
des Einführungsgeſetzes zum Handelsgeſetzbuch); 4. die
Beſitzer ſolcher im Kammerbezirk belegener
Betriebsſtät=
ten, die zu einem außerhalb des Kammerbezirks gelegenen,
im Handelsregiſter eingetragenen Unternehmen gehören,
auch wenn die Betriebsſtätten nicht im Handelsregiſter
eingetragen ſind, ſofern ſie nur einen in kaufmänniſcher
Weiſe eingerichteten Geſchäftsbetrieb erfordern.
Unſer Miniſterium des Innern kann nach Anhören
oder auf Antrag der Handelskammer beſtimmen, daß für
deren Bezirk Wahlrecht und Beitragspflicht außer von
den Erforderniſſen des Abſatzes 2 von einer beſtimmten
Mindeſthöhe des rauhen Wertes des dem Gewerbe
die=
nenden geſamten Vermögens oder, falls eine Gemeinde
von der ihr zuſtehenden Befugnis des Artikels 16 des
Geſetzes, die Gemeindeumlagen betreffend vom 8. Juli
1911 Gebrauch gemacht hat, von einer beſtimmten
Min=
deſthöhe der durch die Ortsſatzung vorgeſehenen
Merk=
male für den Umfang des Betriebes bedingt ſein ſoll.
Artikel II. Artikel 18 Abſatz 2 wird wie folgt
geändert: Für die Verteilung der
Handelskammermit=
glieder auf dieſe Abteilungen ſind die Steuerwerte des
gewerblichen Anlage= und Betriebskapitals der
Wahl=
berechtigten in den einzelnen Erwerbsgruppen
maß=
gebend. Es muß jedoch jede Erwerbsgruppe in allen
Fällen durch mindeſtens einen Vertreter in der
Handels=
kammer vertreten ſein. Unter dem Steuerwert des
ge=
werblichen Anlage= und Betriebskapitals iſt der Anſatz zu
verſtehen, der nach den Vorſchriften der Artikel 9 bis 12
des Gemeindeumlagengeſetzes die Grundlage für die
Be=
rechnung der Gemeindeſteuern vom Gewerbebetrieb
bildet. Hat die Gemeinde von der Befugnis des Artikels
16 des genannten Geſetzes Gebrauch gemacht, ſo tritt an
die Stelle des Steuerwertes des gewerblichen Anlage=
und Betriebskapitals der durch die Ortsſatzung nach
an=
deren Merkmalen für den Umfang des Betriebes
feſt=
geſetzte Beſteuerungsmaßſtab.
Artikel III. Artikel 23 wird durch folgende
Vor=
ſchrift erſetzt: Die Handelskammern haben alljährlich
einen Voranſchlag aufzuſtellen und dem Miniſterium des
Innern zur Genehmigung vorzulegen. Die nach dem
Voranſchlag erforderlichen Summen werden, ſoweit ſie
nicht durch den Staatszuſchuß gedeckt ſind, auf die
ein=
zelnen Wahlberechtigten des Bezirks (Artikel 3) nach dem
ihnen zur Laſt ſtehenden Steuerwert des gewerblichen
Anlage= und Betriebskapitals (Artikel 18 Abſatz 2) oder
nach dem gemäß Artikel 16 des Gemeindeumlagengeſetzes
anderweitig feſtgeſetzten Beſteuerungsmaßſtab
ausge=
ſchlagen. Befindet ſich in dem Bezirk einer
Handelskam=
mer eine Gemeinde, die von der ihr nach Artikel 16 des
Gemeindeumlagengeſetzes zuſtehenden Befugnis Gebrauch
gemacht hat, ſo iſt in dem Voranſchlag der
Handelskam=
mer zugleich feſtzuſtellen, welcher Teil der insgeſamt
auf=
zubringenden Summen auf die in dieſer Gemeinde
wahl=
berechtigten Mitglieder der Handelskammer auszuſchlagen
iſt. Auch dieſe Feſtſtellung unterliegt mit dem
Voran=
ſchlag der Genehmigung Unſeres Miniſteriums des
In=
nern. Die Verzeichniſſe der Umlagepflichtigen und ihrer
umlagepflichtigen Steuerwerte, der Ausſchlag, die
Heb=
regiſter und die Anforderungszettel werden von den
Finanzämtern gefertigt, die Hebregiſter nach erfolgter
Offenlegung von dem Vorſitzenden der Handelskammer
für vollziehbar erklärt. Für die Offenlegung der
Heb=
regiſter und deren Anfechtung gilt Artikel 11 dieſes
Ge=
ſetzes entſprechend. Die Erhebung der Beiträge erfskgt
entweder durch die Handelskammer ſelbſt, oder auf deren
bei dem Miniſterium des Innern vorzubringendes
Ver=
langen durch eine ſtaatliche oder Gemeindekaſſenbehörde.
Rückſtändige Beiträge werden, wenn die Erhebung durch
eine ſtaatliche Kaſſenbehörde erfolgt, in gleicher Weiſe wie
die Staatsſteuern, andernfalls wie die Gemeindeſteuern
beigetrieben.
Für die Tätigkeit der Finanzämter, ſowie der mit
der Erhebung der Beiträge beauftragten Staats= und
Gemeindekaſſenbehörden ſind an die Staatskaſſe und an
die Gemeindekaſſe Vergütungen zu zahlen, deren Höhe
von dem zuſtändigen Miniſterium feſtgeſetzt wird.
Artikel IV. Dieſes Geſetz tritt am 1. April 1913
in Kraft.
In der Begründung heißt es: Wahlberechtigung
und Wählbarkeit zur Handelskammer ſind nach Artikel 3
des Handelskammergeſetzes vom 22. Auguſt 1902 unter
anderen Vorausſetzungen von der Veranlagung zu einer
der vier erſten Klaſſen der Gewerbeſteuer abhängig. Da
das am 1. April 1913 in Kraft tretende Geſetz, die
Ge=
meindeumlagen betreffend, vom 8. Juli 1911,
Gewerbe=
ſteuerklaſſen im Sinne des jetzigen Gewerbeſteuergeſetzes
nicht kennt, iſt es notwendig, den Artikel 3 des
Han=
delskammergeſetzes zu ändern.
Zentralanſtalt für Arbeits= und
Wohnungs=
nachweis.
* Die Zentralanſtalt für Arbeits= und
Wohn=
ungsnachweis in Darmſtadt, Grafenſtraße 30, Telephon
Nr. 371, hat an die maßgebenden Behörden und an eine
große Anzahl intereſſierter Korporationen, Verbände und
Vereine ein Rundſchreiben verſandt am 31. Juli 1912,
in dem es heißt:
Zu den wichtigſten ſozialen Aufgaben unſerer Zeit
gehört die zweckmäßige Organiſation und der Ausbau
der Arbeitsvermittelungstätigkeit. Bei aller
Rückſicht=
nahme auf die Eigenart und die beſonderen Bedürfniſſe
der einzelnen Berufszweige muß der Arbeitsmarkt
zen=
traliſiert werden. Nur wenn ſich Arbeitsangebot und
nachfrage von einer Stelle aus überſehen laſſen, kann
die Vermittelungstätigkeit den Anforderungen
entſpre=
chen, die ein vielgeſtaltiges Wirtſchaftsleben und das
Gemeinwohl an ſie ſtellen. Nichts kann hier mehr
ſcha=
den, als die Zerſplitterung der Kräfte. Trotzdem
be=
ſtehen in Darmſtadt eine Reihe von
Arbeitsnachweis=
ſtellen nebeneinander. Es fehlt ihnen bedauerlicherweiſe
jede Verbindung. Nach den Geſchäftsergebniſſen
beur=
teilt, wird unſere Anſtalt wohl die erſte Stelle unter
hnen einnehmen. Von Herrn Geheimerat Fey ins
Leben gerufen, hat ſie ſich in beinahe zwanzigjährigem,
ſegensreichem Wirken ſehr aut entwickelt. EEs ſind dann,
abgeſehen von den gewerbsmäßigen Stellenvermittlern,
die Facharbeitsnachweiſe und Nachweiſe von
Intereſſen=
gruppen zu nennen. Auch die Lehrſtellenvermittelung
der Handwerkskammer, des Landesgewerbevereins und
der Innungen ſei hier erwähnt. Die ganze Entwickelung
bat die Tendenz einer fortſchreitenden Zerſplitterung der
Vermittelungstätigkeit. Sie verurſacht naturgemäß den
Verluſt von Arbeitskräften und Arbeitsſtellen für das
Wirtſchaftsgebiet der Stadt Darmſtadt und der Provinz
Starkenburg. Die Unüberſichtlichkeit des Arbeitsmarktes
birgt die Gefahr in ſich, daß unſer heimiſches
Wirtſchafts=
gebiet in Abhängigkeit von auswärtigen
Vermittelungs=
eentralen gerät. Daß dies verhindert werde, liegt im
Intereſſe aller Faktoren des Wirtſchaftslebens der Stadt
Darmſtadt und der Provinz. Es gilt, Mittel und Wege
zu finden, die örtlichen Nachweisſtellen und alle
Behör=
den, Vereine und Korporationen, die an der Geſtaltung
des Arbeitsmarktes unmittelbar oder auch nur mittelbar
intereſſiert ſind, zu gemeinſamer Betätigung
zuſammen=
zuführen, ohne daß dieſe Stellen etwa gehalten ſein
ſollen, dem Ganzen berechtigte Sonderwünſche zu opfern.
Einſchränkung iſt natürlich erforderlich. Wer ein Ganzes
will, darf nicht zögern, ſich einzuordnen. Keine
ein=
ſeitige Intereſſenvertretung, kein Kampfmittel ſoll
ge=
ſchaffen werden, allein zum Ziele führen kann nur eine
gemeinnützige und allgemeine, unparteiiſch geleitete
Nach=
weisanſtalt auf paritätiſcher Grundlage. Den guten
Willen aller Beteiligten vorausgeſetzt, wird es gelingen,
die richtige Form zu finden.
Vorbildlich für die Neuordnung der gemeinnützigen
Vermittelungstätigkeit in Darmſtadt könnte das
Arbeits=
amt der Stadt Wiesbaden ſein. In dieſem Amt, ſo
ge=
nannt, weil die Führung eine behördliche iſt, iſt das
Ge=
werbe der Stadt Wiesbaden zu einer beſonderen
Korpo=
ration zur Pflege des Arbeitsnachweiſes vereinigt
wor=
den. Mitglieder ſind die geſetzlichen Vertretungen von
Handel und Gewerbe, der Landes= und
Ortsgewerbe=
verein, die Vereine und Korporationen des
Gaſtwirte=
gewerbes, die kaufmänniſchen Vereine und
Korporatio=
nen, die Frauenvereine, das Gewerkſchaftskartell, die
evangeliſchen und katholiſchen Arbeitnehmervereine und
das chriſtliche Gewerkſchaftskartell. Organ des
Verban=
des iſt die Verbandsverfammlung, die aus je einer
glei=
chen Anzahl von Arbeitgeber= und Arbeitnehmer=
Ver=
tretern beſteht. Die Mitglieder der
Verbandsverſamm=
lung werden von den in Wählergruppen eingeteilten
Verbandsangehörigen auf 2 Jahre gewählt. Die
lau=
fenden Geſchäfte werden von einem unparteiiſchen
Vor=
ſitzenden beſorgt, der nebſt ſeinem Stellvertreter vom
Magiſtrat auf 2 Jahre ernannt wird. Auch der
Rech=
nungs= und Kaſſenführer und der Geſchäftsführer
wer=
den vom Magiſtrat beſtellt. Die Facharbeitsnachweiſe
ſind dem Verbande ſo angegliedert worden, daß ſie
innerhalb desſelben ihre Selbſtändigkeit behalten. Zu
ihrer Verwaltung werden aus den in Betracht
kommen=
den Fachverbänden paritätiſche Ausſchüſſe gewählt. Den
Vorſitz in dieſen Ausſchüſſen führt der von dem Magiſtrat
ernannte Vorſitzende des Arbeitsamts oder deſſen
Stell=
vertreter. So iſt es möglich, den Arbeitsmarkt, bei
zweck=
entſprechender Dezentraliſation der
Vermittelungstätig=
keit und Rückſichtnahme auf die Eigenheiten und
beſon=
deren Bedürfniſſe der einzelnen Berufszweige und
=gruppen, von einer Stelle aus zu überſehen. Das
Wir=
ken des Arbeitsamts iſt in Wiesbaden trotz der kurzen
Zeit ſeines Beſtehens ſchon ſehr ſegensreich empfunden
worden. So viel uns bekannt geworden iſt, hat ſich die
Organiſation durchaus bewährt. Eine gleiche Regelung
würde auch für die hier in Betracht kommenden
Ver=
bände, Vereine und Korporationen große Vorteile mit
ſich bringen. Der Arbeitsmarkt könnte ſoweit, als nur
irgend möglich, überſehen werden. Der Betrieb der
be=
ſtehenden Nachweisſtellen würde durch die
Zuſammen=
legung vereinfacht und verbeſſert. Durch die formelle
Verbindung der einzelnen Abteilungen beſtünde die
größte Gewähr für ein raſches Ausgleichen von
Arbeits=
angebot und =nachfrage. Den ſeither privaten
Arbeits=
nachweiſen kämen alle Vorteile zugute, die öffentlichen
gemeinnützigen Vermittelungsſtellen in weitgehendem
Maße durch Geſetz und Entgegenkommen der Regierung
zugeſtanden ſind. (Es gehören hierher beiſvielsweiſe
die Fahrpreisermäßigungen für Stellenſuchende und für
zugewieſene Arbeiter.)
Die an die Neuregelung geknüpften Erwartungen
werden ſich allerdings nur dann in befriedigender Weiſe
erfüllen, wenn möglichſt alle beteiligten Verbände,
Ver=
eine und Korporationen bereit ſind, ihre Kräfte in den
Dienſt der Sache zu ſtellen, ſei es auch teilweiſe unter
Aufgabe von Sonderwünſchen. Wir gehen voran und
zögern nicht, unſere Verfaſſung, die ſich ſeither bewährt
hat, und es ermöglichte, unter Wahrung voller
Unpar=
teiiſchkeit, im beſten Sinne ſozial zu wirken, einer der
Geſamtorganiſation dienenden Reviſion zu unterziehen.
Wenn die um ihre Mitarbeit angegangenen Stellen
uſagende Antworten erteilen, wird die Zentralanſtalt
ein Organiſationsprojekt ausarbeiten, auf Grund deſſen
dann in die Verhandlungen über die Einzelheiten der
geplanten Regelung eingetreten werden kann. Es iſt
zu wünſchen, daß alle beteiligten Stellen in richtiger
Er=
kenntnis der großen Bedeutung eines gut organiſierten
Arbeitsnachweiſes die Gelegenheit wahrnehmen, durch
tatkräftige Förderung der Beſtrebungen der
Zentral=
anſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis einem
drin=
genden Bedürfnis des wirtſchaftlichen Lebens der Stadt
Darmſtadt und der Provinz Starkenburg zu entſprechen.
Das=Grubenunglück bei Bochum.
Der Kaiſer auf der Zeche „Lothringen”.
* Gerthe, 9. Aug. Der Kaiſer traf heute
nach=
mittag ¾5 Uhr mit Prinz Heinrich, dem
Reichs=
kanzler und den Herren des Gefolges auf der
Un=
glücksſtelle bei Bochum ein. Dem Kaiſer wurde trotz des
Ernſtes der Stunde ein außerordentlich herzlicher
Emp=
fang zuteil. Im Gefolge befanden ſich auch Krupp von
Bohlen und Halbach und ſein Schwager, Freiherr von
Wilmowski; ſerner Staatsſekretär Dr. Delbrück,
Berg=
hauptmann Liebrecht, Bergrat Frielinghaus. Ferner
waren anweſend Oberpräſident Prinz zu Ratibor=Corvey,
Regierungspräſident Bake und Polizeipräſident Landrat
Gertſtein. — Der Kaiſer deſſen tiefernſtes Weſen
all=
gemein bemerkt wurde, ließ ſich ſofort den
Grubenvor=
ſtand, an deſſen Spitze Kommerzienrat Korte, und die
anweſenden Herren der Behörden vorſtellen. In dem
Verwaltungsgebäude waren Grubenkarten ausgelegt,
auf denen dem Kaiſer von der Direktion und von
Berg=
hauptmann Liebrecht die Lage der
Unglücks=
ſtelle bezeichnet und der Hergang des Unglücks erklärt
wurde. Aus den Erklärungen ſei folgendes
wieder=
gegeben: Bis jetzt ſind 105 Tote geborgen, zwei nachts
Geſtorbene liegen im Krankenhaus „Bergmannsheil”
ſechs liegen tot an der Wetterſtrecke, wohin die
Rettungs=
leute bisher nicht dringen konnten (inzwiſchen ſind
hier=
von drei aufgefunden worden), einer wird vermißt. Von
den Verunglückten ſind 80 Familienväter, 41 wohnen in
der Zechenkolonie. — Das Unglück ereignete ſich in
einem Querſchlag auf der 354 Meterſohle vor dem Ort,
wo das aus dem Geſtein austretende Schlagwetter durch
Dynamitſchüſſe freigelegt und angeſteckt worden war.
Dieſe Schlagwetter ſind vorher bereits in geringer Menge
feſtgeſtellt worden. Es war beſonderer Auftrag gegeben
worden, ſie zu beſeitigen und erſt dann zu ſchießen.
Trotz=
dem und obwohl ſelbſt die Betriebsleiter und ein
Beam=
ter an Ort und Stelle waren, wurde kurz darauf
ge=
ſchoſſen. Es iſt freilich feſtgeſtellt worden, daß die
Mann=
ſchaft zunächſt die Wetterfühung
nicht ſo, daß ohne Gefahr hätte geſchoſſen werden können.
Nach den erſten Schüſſen ſammelten ſich infolge der
plötz=
lichen Entladung ſtärkere Wetter, die durch den nächſten
Schuß entzündet wurden. Dafür ſpricht auch die
Tat=
ſache, daß nach der Exploſion die Zündmaſchine, noch mit
Zündſchnüren verbunden, 60 Meter vor dem Ort
gefun=
den wurde. Der Schlüſſel ſteckte noch darin. Daneben
wurden zwei Tote gefunden; einer war ein Hilfsſteiger.
Drei andere Häuer wurden durch die Kraft der
Explo=
ſion in das gleich am Querſchlag befindliche Ueberhauen
hineingeſchleudert. Außerdem wurden in der Nähe zwei
Bohrmaſchinen gefunden, womit die Löcher zum Schießen
hergeſtellt wurden. Die Exploſion erfolgte ſofort nach
dem Schuſſe.
Der Kaiſer unterbrach den Vortrag durch viele
eingehende Fragen, ließ ſich die Entſtehung der
Schlag=
wetter erklären und fragte nach einzelnen
Sicherheits=
ſprengſtoffen bei der Verwendung des Dynamits. Es
wurde geſagt, daß bei der Verwendung von
Sicherheits=
ſtoffen das Unglück vielleicht hätte vermieden werden
können, doch ſei bei ſolchen Geſteinſorten, wie hier, die
Anwendung ſtärker wirkenden Dynamits nicht
berggeſetz=
lich verboten. Als der Kaiſer forſchte, wie die
Schlag=
wetter erkannt würden und ob es hierfür Apparate gäbe,
wurde ihm die Anwendung der Sicherheitslampe
ge=
zeigt. Er ließ ſich den Querſchlagsbetrieb
auseinander=
ſetzen und fragte, wie es mit der Verwendung des
Sicher=
heitsſprengſtoffes beim Anfahren eines Flötzes gehalten
würde. Ebenſo richtete Prinz Heinrich eine große
Reihe von Fragen an die anweſenden Fachleute. Der
Kaiſer ließ ſich darauf zwei Bergleute der
Rettungs=
mannſchaft und zwei Väter verunglückter Bergleute
vorſtellen. Beſonders eingehend befragte er den
Berg=
mann Strauch, der ſeinen einen Sohn tot aus der Zeche
geholt hat, und ließ ſich genau die Auffindung erzählen
und die Eindrücke ſchildern, die Strauch bei dem Unglück
gehabt habe. Er ſprach den beiden Vätern ſein Beileid
aus und beauftragte den Kommerzienrat Korte, dieſes
auch allen Angehörigen der Verunglückten zu
über=
mitteln. Sodann begab ſich der Kaiſer auch nach dem
Zechenplatz zu den dort aufgeſtellten
Rettungsmannſchaf=
ten und Bergleuten, und trat ſofort auf den geretteten
Steiger Kühn zu, den er unter anderem fragte, ob die
Verunglückten wohl ſchwer zu leiden gehabt hätten. Der
Kaiſer trat noch an vier weitere Bergleute heran, mit
denen er ebenfalls längere Zeit ſprach. Der
Rettungs=
mannſchaft drückte er für ihr Verhalten ſeine
Aerken=
nung aus.
Nachdem er ſich verabſchiedet hatte, wurde um 5,25
Uhr die Fahrt, nach dem Krankenhaus
Berg=
mannsheil angetreten, wo der Kaiſer den
verunglück=
ten Bergleuten einen Beſuch abſtattete. Er beſuchte unter
Führung des ſtädtiſchen Oberarztes Dr. Radefeld das
Krankenhaus und die Krankenräume und ſprach mit
meh=
reren Schwerverletzten. Nach einem etwa
viertelſtündi=
gen Aufenthalt verließ der Kaiſer das Krankenhaus und
begab ſich im Automobil nach dem Bahnhof Bochum=Süd,
wo er, nachdem er ſich von ſeinem Gefolge verabſchiedet
hatte, um 5,50 Uhr die Weiterfahrt nach Wilhelmshöhe
antrat.
Beileidskundgebungen.
* Berlin, 9. Aug. Der Präſident des
Reichs=
tages ſandte an die Verwaltung der Zeche „
Lothrin=
gen” folgendes Beileidstelegramm: Anläßlich der
ſchwe=
ren Grubenkataſtrophe, die Ihr Werk betroffen hat, gebe
ich namens des Reichstages meinem tiefen Schmerz
Aus=
druck, daß ſo viele fleißige und wackere Bergleute mitten
in ihrer harten, dem deutſchen Wirtſchaftsleben
gewid=
meten Arbeit vom Tode ereilt ſind. Ich ſpreche allen
denen, über die durch den Verluſt ihrer Angehörigen ſo
ſchwerer Kummer hereingebrochen iſt, mein aufrichtigſtes
Mitgefühl aus.
* Gerthe, 10. Aug. Bei der Direktion der Grube
„Lothringen” iſt folgendes Telegramm eingelaufen:
Aufs tiefſte bewegt durch das ſchwere Unglück, das über
die Grube „Lothringen” hereingebrochen iſt, ſpreche ich
Euer Hochwohlgeboren und den betroffenen braven
Bergleuten und deren Familien im Namen des
Abgeord=
netenhauſes die innigſte Teilnahme aus. Der Präſident
des Abgeordnetenhauſes. In Vertretung
Dr. Krauſe.
* Wien, 9. Aug. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt
anläßlich des Grubenunglücks in Bochum: Die ganze
Oeffentlichkeit Oeſterreichs ſteht unter dem
Eindruck der Nachrichten über das Grubenunglück. Die
öſterreichiſch=ungariſche Monarchie, namentlich die
Deut=
ſchen dieſes SStaates, ſind durch ſo viele Bande
gemein=
ſchaftlicher Intereſſen und durch ſo viele geſchichtliche
Er=
innerungen mit dem Deutſchen Reiche verbunden, daß
jedes Unglück dort uns faſt ſo berührt, als wenn es ſich
im eigenen Lande zugetragen hätte. Wie in Deutſchland
ſo iſt in Oeſterreich der lebhafte Wunſch vorhanden, daß
die Technik und alle Hilfsmittel, welche die Induſtrie
be=
ſitzt, und aller Reichtum, der durch die Arbeit geſchaffen
wird, in erſter Linie verwendet werde, um die
Einrichtun=
gen der Bergwerke und Fabriken zu verbeſſern, damit die
Geſundheit und das Leben der Arbeiter bis zur äußerſten
Grenze der möglichen Sicherheit geſchützt ſind.
* Rom, 10. Aug. Der Popolo Romano ſchreibt:
Die italieniſche Regierung ließ der deutſchen
Regierung ihr lebhaftes Bedauern anläßlich des
Gruben=
unglücks von Bochum übermitteln. Italien könne die
Gefühle des Bedauerns für das ſchwere Unglück, das ſo
viele Arbeiter, die, wie Kaiſer Wilhelm ſagte, auf dem
Felde der Ehre gefallen ſind, nur teilen.
* Paris, 10. Aug. Der ſtellvertretende Miniſter des
Aeußern Briand ließ dem deutſchen Geſchäftsträger
Freiherrn von der Lancken die aufrichtige Teilnahme der
franzöſiſchen Regierung an dem Gruben=Unglück bei
Bochum ausdrücken.
* Gerthe, 11. Aug. Bereits heute wurde die vom
Kaiſer geſpendete Summe den Hinterbliebenen der
Verunglückten durch Zechenbeamte übergeben. Jede
Familie erhielt einen Betrag von 100 bis 150 Mark.
Alle Verunglückten ſind bis auf 2 geborgen.
* Bochum, 11. Aug. Wie uns von der
Knapp=
ſchafts= und Berufsgenoſſenſchaft mitgeteilt wird, iſt es
gelungen, das Entſchädigungs=Verfahren für
die Hinterbliebenen der bei dem Maſſenunglück auf
der Zeche „Lothringen” verunglückten Bergleute ſo zu
beſchleunigen, daß bereits heute — innerhalb drei
Tagen nach dem Unfalle — die Anweiſung der
Hinterbliebenenrente erfolgen konnte. Noch vor der
morgen ſtattfindenden Beerdigung erhalten die
Hinter=
bliebenen Mitteilung über die Bezüge, die ihnen aus der
öffentlich rechtlichen Unfallfürſorge zuſtehen.
Einſchließ=
lich der im Krankenhauſe „Bergmannsheil” Verſtorbenen
betragen die tödlich Verunglückten 110, davon
ſind, ſoweit feſtgeſtellt iſt, 74 verheiratet und 36
ledig. Die Verheirateten hinterlaſſen 74 Witwen und
214 Kinder. Die Geſamtſumme der zu zahlenden
Jahresrente beträgt 64081 Mk., darunter Witwen=
renten im Betrage von 18859 Mk. und Kinderrenten in
Höhe von 44581 Mk. Das Sterbegeld beträgt insgeſamt
11838 Mk.
Der Kaiſerbeſuch in der Schweiz.
* Bern 10. Aug. Das endgültige
Pro=
gramm für den Beſuch des deutſchen Kaiſers
in der Schweiz iſt heute erſchienen. Der kaiſerliche
Sonderzug wird am Dienstag, den 3. September,
nachmitags 3 Uhr 35 Minuten, in Baſel eintreffen, wo ſich
zugleich die zu der Perſon des Kaiſers kommandierten drei
ſchweizeriſchen Offiziere vorſtellen werden. Eine
Abord=
nung des Regierungsrates des Kantons Baſel=Stadt und
ein Vertreter der ſchweizeriſchen Bundesbahnen werden
dem Kaiſer vorgeſtellt. Um 3 Uhr 45 Min. erfolgt die
Ab=
fahrt nach Zürich, die Ankunft daſelbſt auf dem
Haupt=
bahnhof um 5 Uhr 30 Min., wo der Kaiſer durch eine
Delegation des Bundesrates (der Bundespräſident, der
Vorſteher des Militärdepartements und deſſen
Stellver=
treter, begleitet von den Züricher Behörden) begrüßt wird.
Dann begibt ſich der Kaiſer nach der Villa Rietberg, das
Abſteigequartier des Kaiſers. Die bundesrätliche
Dele=
gation nimmt Wohnung im Hotel Baur au lac. Abends
7.30 Uhr findet im Hotel Baur ein Diner ſtatt.
Am Mittwoch, den 4. September, etwa 6½
Uhr morgens, erfolgt die Abfahrt von Zürich nach Wyl,
die Ankunft daſelbſt um 7½ Uhr. Hieran ſchließt ſich eine
Fahrt im Automobil ins Manövergebiet. Um 11½ Uhr iſt
das Manöver beendigt und es folgt eine Automobilfahrt
nach der Karthauſe Itingen bei Frauenfeld, um 3.30 Uhr
Abfahrt von Frauenfeld, 4.22 Uhr Ankunft in Zürich und
Fahrt ins Abſteigequartier. Um 7 Uhr Abfahrt des
Dampfſchiffes und eine Fahrt auf dem Züricher See mit
Seenachtfeſt auf dem See.
Am Donnerstag den 5. September,
früh=
morgens Abfahrt nach Wyl, danach im Automobil ins
Manövergebiet, 9½ Uhr vormittags Schluß des Manövers,
10.55 Uhr Abfahrt des bundesrätlichen Zuges von Wyl
nach Bern, Ankunft daſelbſt um 2.15 Uhr. Um 11 Uhr
Abfahrt des kaiſerlichen Zuges von Wyl nach Bern, wo
der Zug um 2.30 Uhr eintrifft. In Bern Empfang des
Kaiſers durch den Bundesrat, begleitet von den
Präſi=
denten des Nationalrates, des Ständerates und des
Bundesgerichts, ſowie von Vertretern der Berner
Be=
hörden. Es folgt der Beſuch des Bundeshauſes und um
3 Uhr nachmittags eine Fahrt durch die Stadt. Auf der
eutſchen Geſandtſchaft verabſchiedet ſich der Bundesrat
vom Kaiſer. Nach dem Beſuch auf der Geſandtſchaft
be=
gibt ſich der Kaiſer mit Gefolge nach dem Hotel Berner
Hof, wo um 6½ Uhr abends Empfang der in Bern
be=
glaubigten Miſſionschefs durch den Kaiſer ſtattfindet.
Dieſem Empfange folgt ein offizielles Diner. Um 9.15
Uhr abends Abfahrt nach Interlaken, Ankunft daſelbſt
10.25 Uhr. Der Kaiſer ſteigt im Hotel Viktoria ab.
Freitag, den 6. September: 7.55 Uhr nach
Jungfraujoch, Ankunft daſelbſt 11.03 Uhr, Abfahrt von
dort 11.44 Uhr, Ankunft in Eismeer um 12 Uhr, Lunch
daſelbſt. Um 1.10 Uhr=Abfahrt vom Eismeer über
Grin=
delwald zurück nach Interlaken, Ankunft daſelbſt 4.15 Uhr.
Bei ungünſtigem Wetter wird die Fahrt nur bis Eismeer
usgeführt. Die Rückfahrt nach Interlaken würde dann
4 Stunden früher erfolgen. Um 7½ Uhr abends Diner
im Hotel Viktoria, um 9 Uhr abends Konzert im Kurſaal
nd Feuerwerk.
Samstag, den 7. September: Um 8½ Uhr
morgens ein Aufzug, welcher das Alpenleben in der
Ver=
gangenheit und der Gegenwart darſtellt. Um 9.20 Uhr
von Interlaken über Brünig nach Alpnachſtadt, Fahrt
mit dem Dampfſchiff nach Luzern, Ankunft daſelbſt um
1.40 Uhr, Lunch im Hotel National, um 3.50 Uhr
Verab=
chiedung auf Bahnhof Luzern und Abfahrt des
kaiſer=
ichen Sonderzuges nach Baſel. Die Ankunft in Baſel
er=
folgt um 5.42 Uhr.
Zur Krupp=Feier.
* London 10. Aüguſt. Die Times ſchreibt: Die
Hundertjahrfeier in Eſſen iſt in England und zweifellos
auch in anderen Ländern mit ſympathiſchem Intereſſe
verfolgt worden. Die Anweſenheit des Kaiſers hat der
Feier einen nationalen Charakter gegeben und das
deut=
ſche Volk hat allen Grund, aus dieſem Anlaß nationalen
Stolz zu empfinden. Das heutige Deutſchland in
Waf=
fen, fährt die Times fort, iſt in materiellem Sinne von
Krupp geſchaffen, aber die Firma Krupp hat, wie der
Kaiſer in ſeiner Feſtrede betonte, mehr für die Nation
getan, als ſie bloß zu bewaffnen. Sie ſteht an der Spitze
der induſtriellen Tätigkeit, von der das moderne
Deutſch=
land lebt und von der alle energiſchen Nationen, England
ganz beſonders, mehr und mehr abhängig werden. Die
Times hebt hervor, was die Stadt Eſſen der Firma
Krupp verdankt, und fährt fort: Wir hören heutzutage
und nirgends ſo leicht wie in Deutſchland einen
wachſen=
den Chor von Klagen und Vorwürfen gegen die moderne
Induſtrie und die Männer, die ſie geſchaffen haben. Die
Antwort darauf iſt, daß die Induſtrie und ſie allein dem
Volk es zunächſt möglich macht, zu leben und zweitens
in einem ſtändig ſteigenden Grade von Behagen zu leben.
Eſſen iſt ein Beiſpiel dafür, aber nur ein einziges Seit
der Gründung der Firma Krupp iſt die Bevölkerung
Deutſchlands von 25 auf 60 Millionen gewachſen und der
Standard der Lebenshaltung iſt von äußerſter
Aermlich=
eit zu einem hohen Grade von Komfort geſtiegen. Eſſen
zeigt, wie das geſchehen iſt und Eſſen iſt die Schöpfung
ingewöhnlicher Männer. Der Staat hätte das nicht tun
können und ebenſowenig alle Arbeiter zuſammen, die von
der Firma ſeit ihrer Gründung beſchäftigt worden ſind.
Paul Wallot 7F.
* Langenſchwalbach, 10. Aug. Heute nacht
iſt der in Langenſchwalbach zur Kur weilende Geheime
Baurat Profeſſor Paul Wallot, der Erbauer des
Reichstagsgebäudes, im Alter von 71 Jahren
ge=
ſtorben.
Paul Wallot war am 26. Juni 1841 in
Oppen=
heim geboren und beſuchte zuerſt die Gewerbeſchule in
Darmſtadt, ſpäter das Polytechnikum in Hannover,
die Akademie in Berlin und die Univerſität in Gießen.
Im Jahre 1868 machte er eine Studienreiſe nach Italien.
In Frankfurt a. M. begann er dann ſeine Tätigkeit als
Architekt. Nachdem er mehrfach bei öffentlichen
Bewer=
bungen erfolgreich geweſen war, erhielt er im Jahre 1882
den 1. Preis bei dem Wettbewerb zur Erbauung des
Reichstagsgebäudes, deſſen Ausführung von 1884—94
dauerte. 1886 wurde er zum Baurat ernannt und
folgte ſodann einem Rufe als Profeſſor an der Akademie
der Künſte und der Techniſchen Hochſchule zu Dresden.
Er war auch der Erbauer des ſächſiſchen Ständehauſes
und des Palais für den Reichstagspräſidenten in Berlin.
Wallot war u. a. Ehrenmitglied der Akademie in Berlin
und Petersburg, Ehrendoktor der Techniſchen Hochſchule
Darmſtadt und Dresden und Ehrenbürger der Städte
Oppenheim und St. Franzisko.
Langenſchwalvach, 11. Aug. Die Leiche
Profeſſor Wallots wurde geſtern abend nach
Oppen=
heim a. Rh. übergeführt, woſelbſt die Beiſetzung erfolgt.
Luftfahrt.
Fahrt der „Viktoria Luiſe” nach Gotha.
* Baden=Oos, 10. Aug. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” iſt heute morgen 4 Uhr 25 Minuten mit
5 Paſſagieren an Bord unter Führung von Kapitän
Blew zur Fahrt nach Gotha aufgeſtiegen; es ſoll keine
Zwiſchenlandung vorgenommen werden. Die
Fahrt=
richtung geht über Meiningen nach Gotha.
* Eiſenach, 10. Aug. Das Luftſchiff „Viktoria
Luiſe” paſſierte um 9 Uhr 20 Minuten Eiſenach in der
Richtung auf Gotha.
* Meiningen, 10. Aug. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” überflog heute morgen ½9 Uhr die
Stadt Meiningen, führte eine Schleifenfahrt aus und
ſetzte dann, das Erbprinzliche Palais und das
Herzog=
liche Schloß überfliegend, ſeine Fahrt nach Gotha fort.
H.B. Gotha, 10. Aug. Das Zeppelin=Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” iſt heute vormittag 10½ Uhr, von
Baden=Baden kommend, in Gotha eingetroffen und glatt
gelandet.
H. B. Hamburg, 10. Aug. Aus bisher
unaufge=
klärter Urſache iſt geſtern abend 10½ Uhr auf dem
Exer=
zierplatz in Wandsbek ein Schuppen für
Luft=
fahrzeuge in die Luft geflogen. Dabei
wur=
den zwei Flug=Apparate, Modell Taube des Referendar
Casper und ein Doppeldecker von Sohm, total vernichtet.
Ob Fahrläſſigkeit oder Brandſtiftung vorliegt, iſt bis
jetzt noch nicht feſtgeſtellt.
Potsdam, 11. Aug. Der Ingenieur Gſell, Pilot
der Dornerwerke in Johannisthal, unternahm geſtern Abend
und heute früh unter Leitung des Prinzen
Sigis=
mund mit dem von dieſem konſtruierten Aeroplan
mehrere wohlgelungene Flüge von 10 bis 15 Minuten
Dauer auf dem Bornſtedter Felde bei Potsdam. Der
Pilot erreichte Höhen bis zu 150 Meter.
* Hamburg, 11. Aug. Das Luftſchiff „Hanſa”
das heute morgen um 6 Uhr 30 Minuten zu einer Fahrt
nach Flensburg aufgeſtiegen war, überflog Kiel, die
Kieler Förde, die Eckernfördernbucht und Kappeln und
randete um 10 Uhr in Flensburg. 10 Uhr 32 ſtieg
ie „Hanſa” auf, überfuhr die Flensburger Förde und
Kappeln und nahm die Richtung nach der Oſtſee, wo ſie
mit dem dort ankernden Kreuzergeſchwader Grüße
tauſchte. Ueber die Kieler Förde, Kiel und Neumünſter
fuhr das Luftſchiff nach Hamburg, wo es 2 Uhr 36 glatt
landete.
— Kopenhagen 10. Aug. Heute morgen 10 Uhr
ſtiegen die drei Militärluftſchiffer,
Oberleut=
nant Ramm als Führer, Hauptmann Anderſen und
Ober=
leutnant Brandt mit dem Ballon „Danmark” zu einer
Uebungsfahrt auf. Nachdem der Ballon ungefähr eine
halbe Stunde in ſüdöſtlicher Richtung dahingeflogen war,
platzte plötzlich aus bisher noch nicht bekannter
Urſache die Hülle und das Gas ſtrömte aus. Der
Bal=
lon begann ſofort ſchnell zu ſinken und ſtürzte ſchließlich
mit ſeinen drei Inſaſſen in der Nähe der Inſel
Salt=
holm in den Sund. Der Ballon wurde infolge des
heftigen Wellenganges auf dem Waſſer hin= und
herge=
ſchleudert und die Offiziere ſchwebten über eine Stunde
in großer Lebensgefahr, doch konnten ſie ſchließlich von
einem vorüberfahrenden Dampfer aufgenommen und nach
Kopenhagen gebracht werden, wel ſie um ½2 Uhr
nach=
mittags ankamen. Später konnte auch der Ballon
gebor=
gen werden.
Sport.
Leichtathletik. Am Sonntag fanden in Stuttgart
die ſüddeutſchen Athletik=Meiſterſchaften
ſtatt, wobei ſich Joſ. Schröck vom F.=K. Olympia im
800 und 1500 Meter=Lauf beteiligte. Nach ſehr ſchwerem
Kampf gelang es ihm, den 2. Platz gegen den
Olympia=
kämpfer Amberger=Straßburg zu belegen; mit großen
Abſtänden folgten Hoy=München und Klein=Völklingen.
Im 800 Meter=Lauf mußte Schröck leider durch Sturzi
ausſcheiden, nachdem er in ausſichtsvollſter Lage dicht
hinter Amberger ſich befand. Das Feſt fand unter
ſtrömendem Regen bei einer Zuſchauermenge von ca.
2500 Perſonen ſtatt.
* Grünau=Berlin, 11 Aug. Die ſiebente
deutſche Meiſterſchafts=Regatta wurde heute
auf dem Langen See bei kühlem Wetter und friſchem
Winde, der die Ruderer nicht ſehr behinderte,
ausge=
fahren. Im Achterrennen ſiegte der Berliner
Ru=
derverein 1876 nach ſcharfem Kampfe über den Mainzer
Ruderverein, der 1½ Längen zurücklag. Der Berliner
Ruderklub „Sport Boruſſia” gab auf. Der Ruderverein
Sport Germania=Steitin” und der Spindlersfelder
Ru=
derverein 1873 ſchieden bei dem Vorrennen am Samstag
aus. Im Zweierrennen ohne Steuermann ging
der Ludwigshafener Ruderverein allein durchs Ziel. Der
Berliner Ruderverein 1876 gab, hoffnungslos geſchlagen,
bei 1000 Meter auf. Das dritte Rennen um den Einer
brachte die erſte Ueberraſchung. Bei dem Vorrennen
ver=
ſagte unſer erſter Vertreter in Stockholm, Martin Stahnke
vom Ruderverein Wratislavia=Breslau vollſtändig, auch
Nünnighoff, Kölner Klub für Waſſerſport, ſchied aus.
Das Hauptrennen wurde infolge Kolliſion abgebrochen.
Schließlich ſiegte nach heißem Kampfe zur allgemeinen
Ueberraſchung Curt Hoffmann, Mainzer
Ru=
derverein, über Bernhard von Gaza, Rudergeſellſchaft
„Wiking”=Berlin. Auch das letzte Rennen brachte eine
Ueberraſchung. Da der Berliner Ruderverein 1876
ab=
meldete, ſtanden ſich in dem Rennen im Vierer ohne
Steuermann der Olympia=Sieger, der
Ludwigs=
hafener Ruderverein und Mainzer Ruderverein
gegen=
über. Boot an Boot lagen die beiden Gegner während
des ganzen Rennens, bis ſich die Ludwigshafener 10
Me=
ter vor dem Ziel verſteuerten und mit Mainz kollidierten.
Ludwigshafen wurde deshalb als geſchlagen bezeichnet.
Erdbeben.
* Konſtantinopel, 10. Aug. Das Erdbeben
war beſonders ſtark in Kadikoej und auf den
Prin=
zen=Inſeln, doch ſcheint es ſich auch auf das Wilajet
Adrianopel erſtreckt zu haben. Nähere Nachrichten fehleng
da die Telegraphenlinien zerſtört ſind. In Pera iſt die
Waſſerleitung beſchädigt worden. In Tſchorlu, an der
Eiſenbahnlinie nach Adrianopel, wurden etwa 400
Häu=
er, ſowie die Telegraphenſtation durch Feuer zerſtört. In
Zallipoli ſind einige Häuſer und das Telegraphenamt
ingeſtürzt.
— Konſtantin opel, 10. Aug. Das Erdbeben
hat furchtbare Verwüſtungen beſonders an der
Nordküſte des Marmarameeres angerichtet. Dort ſind
an=
geblich 20 Ortſchaften zerſtört. Ein Ort in Wilajet
Adrianopel iſt abgebrannt. Dabei herrſcht ein furchtbarer
Sturm, der das Rettungsſchiff an der Landung verhinderte.
Viele Menſchenleben wurden vernichtet. Die Griechen in
Konſtantinopel planen eine Hilfsexpedition. Ganos,
Chora und Myriophito ſowie andere an der europäiſchen
Küſte des Marmarameeres gelegene Ortſchaften ſind am
härteſten von den mit dem Erdbeben im Gefolge
entſtande=
nen Bränden mitgenommen worden. Samstag
nach=
mittag wurde abermals in Konſtantinopel ein heftiger
Erdſtoß verſpürt. Die Leute verließen ſchleunigſt ihre
Wohnungen und ſtürzten ſich auf die Straße. Wer ſich
gerade auf der Straße befand, als der Erdſtoß
wahrge=
nommen wurde, wurde von einem Schwindel erfaßt und
zu Boden geworfen.
* Konſtantin opel, 11. Aug. Das Erdbehen
hat Konſtantinopel und andere Orte der Küſte des
Mar=
marameeres, namentlich Jallipoli und Myriophito, ſchwer
heimgeſucht. Viele Häuſer ſind eingeſtürzt. Die Straßen
ſind mit Trümmern bedeckt. Kochendes Waſſer füllt
ent=
ſtandene Spalten. Angeblich ſind 300 Menſchen tot
oder verwundet.
* Konſtantinopel, 11. Aug. Berichte von
Augenzeugen beſtätigen, daß das Erdbeben das
Dardanellengebiet ſchwer heimgeſucht hat.
Viele Häuſer ſind eingeſtürzt, darunter das Haus des
per=
ſiſchen Konſuls, ſowie zwei angrenzende Gebäude, in dem
einen das öſterreichiſch=ungariſche Konſulat ſeinen Sitz hat.
Eine Moſchee, die griechiſche Kirche und das engliſche
Kon=
ſulat wurden beſchädigt. Der Uhrturm büßte ſeine
Spitze ein. Die Mauern der Faſſaden der am Meere
ge=
legenen Häuſer wurden weggeriſſen. Längs des Kais,
zwiſchen dem öſterreichiſchen und dem engliſchen Konſulat
wies der Boden große Riſſe auf. Das Kai wurde an
meh=
reren Stellen von kochendem Waſſer überflutet, welches
auch die Spalten füllt. Sämtliche Straßen ſind mit
Trümern bedeckt. Viele Perſonen wurden getötet. Auch
die Landhäuſer wurden ſtark in Mitleidenſchaft gezogen.
Die Stadt Gallipoli wurde noch mehr heimgeſucht. Die
Bevölkerung kampiert im Freien. Ganos und mehrere
andere Orte an der Küſte des Marmarameeres wurden
durch Erdſtürze in Trümmern gelegt. Eine Hilfsexpedition
iſt dorthin abgegangen. In Adrianopel weiſen mehrere
Häuſer Riſſe auf. Ueber das Schickſal Rodoſtos fehlen
nähere Nachrichten. Verletzte die hier eingetroffen ſind,
erzählen erſchütternde Einzelheiten über die
Erdbeben=
kataſtrophe in Myriophito, Ganos, Chora und Periſteri.
Mehrere Brände brachen in Myriophito aus, welches
voll=
ſtändig in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde.
Literariſches.
* Reiſebücher. In der Sammlung „
Hend=
ſchels Luginsland” Beſchreibungen von
Eiſen=
bahn= Poſt= oder Dampfſchiffsſtrecken in Wort und Bild
(Expedition: Hendſchels Telegraph, Frankfurt am Main),
erſchienen als Fortſetzung die Hefte 28, 29, 30. Heft 28
behandelt eine Donaufahrt: Paſſau-Linz-Grein-Melk=
Krems-Wien; Heft 29: Salzkammergut (Salzburg-St.
Wolfgang-Iſchl-Hallſtatt-Auſſee-Salzthal und Jſchl=
Gmünden-Attnang; Heft 30 endlich eine Reiſe mit der
Karwendel=Bahn (München-Starnberg-Murnau-
Gar=
miſch-Partenkirchen, Mittenwald-Innsbruck und
Mur=
nau-Oberammergau. Die reich illuſtrierten und mit
vorzüglichem Kartenmaterial ausgeſtatteten Reiſebücher
empfehlen ſich von ſelbſt.
Darmſtadt, 12. Auguſt.
g Die Unfallgefahren in der Holzinduſtrie. In der
Städt. Turnhalle, Grafenſtraße 30, Eingang
Eliſabethen=
ſtraße wurde geſtern eine vom Deutſchen
Holzarbeiterver=
band veranſtaltete und von hiegen Firmen unterſtützte
Ausſtellung eröffnet, die zeigen ſoll, wie weit gerade in
der Holzbearbeitungsinduſtrie und ſpeziell in der
Möbel=
tiſchlerei die Verwendung von Maſchinen ſich eingeführt
hat und welche Gefahren hierdurch für den Arbeiter
ent=
ſtanden ſind. Die erſte Gefahr der Maſchinenarbeit beſteht
für die Hände und Finger der an den Maſchinen
Arbeiten=
den. Hier ſind nun in der Ausſtellung zunächſt
Photo=
graphien von Handverſtümmelungen vereinigt. An
unge=
ſchützten älteren und praktiſcheren neuen
Holzbearbei=
tungsinſtrumenten wird dann die Entſtehung dieſer
ge=
fährlichen Verletzungen erklärt und ſchließlich gezeigt, wie
durch ſinnreich konſtruierte Vorrichtungen dieſe Arbeiten,
wenn nicht gefahrlos, ſo doch erheblich ungefährlicher
werden. Drei bedeutende Darmſtädter Möbeltiſchlereien
haben eine Anzahl kleinerer Gegenſtände ausgelegt, die
ausſchließlich mit der Maſchine hergeſtellt ſind und die in
ihrer Zierlichkeit und Kompliziertheit erkennen laſſen, mit
welcher Gefahr derartige Arbeiten verbunden ſind Es
ſind dies faſt alles Arbeiten, die nur mit der
Fräß=
maſchine hergeſtellt ſind, ohne daß noch ein anderes
In=
ſtrument verwendet wurde Weiter zeigt die Ausſtellung
Verbandskäſten, wie ſie ſein ſollen und wie ſie nicht ſein
dürften. Ein anderer Feind der Holzarbeiter iſt der
feine Staub, der ſich in die Atmungsorgane feſtſetzt und
oft ſchwere Erkrankungen hervorruft. In kleinen
Gläs=
chen iſt derartiger Staub von den verſchiedenſten
Holz=
arten gezeigt. Gegen dieſen Feind kämpft man am
ſicherſten, wie ein Modell zeigt, durch Anbringung eines
Exhauſtors, der den Staub ſofort an der Entſtehungsſtelle
aufſaugt und ins Freie führt. Die einzelnen Maſchinen
werden durch Rohre an dieſen Exhauſtor angeſchloſſen.
Die Ausſtellung zeigt ſchließlich noch eine Reihe
Abbil=
dungen von Arbeitsräumen, in denen die hygieniſchen
Erforderniſſe nach Möglichkeit erfüllt und die
Unfallge=
fahren für die Arbeiter auf ein Mindeſtmaß
herabgemin=
dert ſind. Andere Abbildungen zeigen Arbeitsräume, die
mit den Fortſchritten der Technik und der Hygiene nicht
Schritt gehalten haben. So zeigt die Ausſtellung, die
den Zweck haben ſoll, eine Erweiterung der Vorſchriften
über Anbringung von Schutzvorrichtungen an
Holzarbei=
tungsmaſchinen und ſtrengen Maßnahmen zur
Durch=
führung dieſer Vorſchriften herbeizuführen, in gleichem
Maße jedem etwas, dem Arbeitnehmer, wie er die
Schutz=
vorrichtungen benutzen ſoll und dem Arbeitgeber, wie
dieſe Schutzvorrichtungen am zweckmäßigſten einzurichten
ſind.
=gs- Schneller Tod. Am Samstag abend 5½ Uhr
wurde der Gemeindeeinnehmer von Groß=Zimmern in
der Kapellſtraße hier von einem Schlaganfall
be=
troffen. Er wurde durch die herbeigerufene
Rettungs=
wache mittelſt Krankenwagen in das ſtädtiſche
Kranken=
haus verbracht, woſelbſt nur noch der Tod feſtgeſtellt
werden konnte.
D Unfall. Am Samstag vormittag, kurz vor 12 Uhr,
iſt die Ehefrau des Fabrikarbeiters Jakob Müller aus
der Merck’ſchen Fabrik bei der Hammelstrift aus einem
fahrenden Zug der Dampfſtraßenbahn rückwärts
ab=
geſprungen und dabei zu Fall gekommen. Sie
ſchlug mit dem Hinterkopf heftig auf dem Boden auf,
blieb einige Minuten bewußtlos liegen und wurde
ſodann in ihre Wohnung verbracht.
Eberſtadt, 10. Aug. Ein ſchweres Unwetter
ſeltenſter Art ging heute nachmittag gegen 5 Uhr in
hie=
ſiger Gegend nieder. Es regnete ca. eine Stunde in
wolkenbruchartigen Strömen, ſodaß binnen kurzer Zeit
die tief liegenden Straßen einem förmlichen See glichen.
Am meiſten heimgeſucht wurde die Alte Darmſtädterſtraße,
die 1½ Stunde lang völlig unpaſſierbar war, denn dort
vereinigten ſich die Fluten, die aus den umliegenden
Bergen in unſeren Ort geſtrömt kamen. Die Kanäle
vermochten bei weitem nicht die ungeheuren
Waſſer=
mengen aufzunehmen und ſo kam es auch, daß das
Waſſer in die Stäkle und Keller drang. Die Alte
Darm=
ſtädter=, Wieſen= und Weinſtraße glichen nach dem Wetter
durch den koloſſalen Schlamm, der angeſchwemmt wurde,
einem großen Stück Feld. Die Straßenbahn, welche 64
hier eintreffen ſollte, blieb an der Schirmſchneiſe im
Schlamm ſtecken und traf mit ¾ Stunde Verſpätung ein.
Der Schaden im Feld iſt unüberſehbar groß.
Wie verlautet, ſind bei dem geſtrigen Gewitter in
Groß=Umſtadt durch Blitzſchlag und nachfolgenden
Brand 2 Wohnhäuſer und 7 Scheuern eingeäſchert
worden.
* Griesheim, 11. Aug. Das geſtern nachmittag
ber die hieſige Gegend ziehende Gewitter entlud ſich
über unſeren Ort mit beſonderer Heftigkeit. Nicht weniger
als viermal ſchlug der Blitz ein, jedoch
glück=
licherweiſe ohne zu zünden. Ein Söhnchen des Pfläſterers
Fickel in der Frankfurterſtraße wurde von einem vom
Hauſe abſpringenden Blitz getroffen und teilweiſe gelähmt.
In einem anderen Falle erſchrak ein Mann durch einen
vor ihm niederfahrenden Blitzſtrahl derart, daß er die
Sprache verlor und dieſelbe bis heute noch nicht wieder
rlangt hatte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 11. Aug. Der Kammer der Reichsräte
hat Reichsrat Graf von Crailsheim ſeinen Bericht über
den Entwurf des Lotteriegeſetzes ſowie über den
Preußiſch=ſüddeutſchen Lotterieſtaatsvertrag unterbreitet,
der bekanntlich von der Kammer der Abgeordneten
ab=
gelehnt worden war. Graf Crailsheim bezeichnet die
gegen den Staatsvertrag vorgebrachten Einwendungen
nicht für ſtichhaltig und den Weg der Einrichtung einer
bayriſchen Staatslotterie im Regiebetrieb für ſchwer
gangbar, ſowie die Verpachtung einer ſolchen wegen
ver=
ſchiedener ihr entgegenſtehender Bedenken nicht für
rat=
ſam. Der Referent beantragt daher, der
Reichsrats=
ausſchuß wolle dem Plenum die Zuſtimmung zum
Voll=
zug des Staatsvertrages mit Preußen empfehlen.
* Aachen, 11. Aug. Die
Generalverſamm=
der Katholiken Deutſchlands wurde geſtern
eingeleitet mit feierlichem Glockengeläute von allen
Kir=
chen der Stadt. Heute vormittag 11 Uhr fand im
Kur=
hauſe die erſte geſchloſſene Verſammlung des
Katholiken=
tages ſtatt. Der Präſident des Lokalkomitees Winands
eröffnete die Verſammlung. Er verlas eine Adreſſe des
Papſtes an das Lokalkomitee und brachte im Anſchluß
daran ein Hoch auf den Papſt aus. Es wurde dann zur
Konſtituierung des Vorſtandes geſchritten. Zum
Präſi=
denten des Katholikentages wurde Juſtizrat Schmidt=
Mainz gewählt. Zum Ehrenpräſident ward gewählt Geh.
Oberjuſtizrat, Oberlandesgerichtspräſident Dr. Spahn.
Ferner wurden gewählt: Fabrikbeſitzer Brands=M.=
Glad=
bach, ſowie Reichstagsabgeordneter Engelen=
Osna=
brück. Zum erſten Vizepräſidenten wurde Grad Edwin
Henckel von Donnersmarck gewählt, als Stellvertreter
Jakob Weber=Kray bei Eſſen; zum erſten und zweiten
Schriftführer Oberpfarrer Drammer und Juſtizrat Buſſe=
Aachen, zum dritten Schriftführer Profeſſor Kinzinger,
zum vierten Schriftführer Gronowski=Dortmund. Sodann
erfolgte die Wahl der Vorſitzenden der Ausſchüſſe. In
den erſten Ausſchuß wurden gewählt als Vorſitzender
Amtsgerichtsdirektor Giesler, als Stellvertreter Profeſſor
Dr. Scholl=Aachen; in den zweiten Ausſchuß als
Vor=
ſitzender Dr. Pieper=M.=Gladbach, als Stellvertreter Pfr.
Cohn=Aachen; in den dritten Ausſchuß wurden gewählt
als Vorſitzender Dr. Werthmann, als Stellvertreter
Fabrikbeſitzer Menghius=Aachen; in den vierten Ausſchuß
Oberlandesgerichtsrat Marx=Düſſeldorf, als
Stellvertre=
ter Religionslehrer Dr. Richard Stark. Sodann verlas
der Vorſitzende ein Schreiben des Domkapitularvikars
der Erzdiözeſe Köln, in welchem dieſer das hohe
Inter=
eſſe des verſtorbenen Kardinals Fiſcher an der
Katholiken=
verſammlung rühmt und mitteilt, daß er als ſeinen
Stell=
vertreter den Domkapitularvikar Dr. Ludwig entſandt
habe. Die Verſammlnug ehrte das Andenken des
ver=
ſtorbenen Kardinals. An den Kaiſer wurde folgende
Depeſche geſandt: Viele tauſend katholiſche Männer, die
zur 59. Generalverſammlung der Katholiken Deutſchlands
in der alten Kaiſerſtadt Aachen, der Stadt Karls des
Gro=
ßen, verſammelt ſind, bringen Ew. Kaiſerlichen und
Kö=
niglichen Majeſtät ihre Huldigungen und ihr Gelöbnis
der unverbrüchlichen Treue zu Kaiſer und Reich dar.
Er=
füllt von Gefühlen der Liebe und der Verehrung für die
erhabene Perſon Ew. Majeſtät, gedenken dankbar Ew.
Majeſtät, die in dieſer alten, ehrwürdigen Stadt ſich zur
Kirche bekannt und beten zu Gott, er möge in ſeiner
Gnade Ew. Majeſtät noch lange Jahre reich geſegneter
Regierung unſeres geliebten deutſchen Vaterlandes
ſchen=
ken. — An den Papſt wurde folgende Depeſche geſandt:
Die zur 59. Generalverſammlung der Katholiken
Deutſch=
lands in Aachen verſammelten Scharen vieler Tauſende
katholiſcher Männer richten am Beginn der Tagung
ehr=
furchtsvolle Blicke nach Rom zu Dir, heiliger Vater,
Stellvertreter Chriſti auf Erden und von Gott eingeſetzten
Lehrer der Chriſtenheit. Dir legen wir in
unverbrüch=
licher Liebe und Treue das Gelöbnis des Gehorſams und
der Anhänglichkeit zur Kirche zu Füßen und erflehen von
Dir, heiliger Vater, ehrerbietigſt den apoſtoliſchen Segen
ür alle Beratungen. — Geſtern nachmittag hatte die
Stadt gemeinſam mit der Kurdirektion die Vertreter der
Preſſe zu einer Beſichtigung der Stadt und der Anlagen
eingeladen. Unter Führung des Kurdirektors Heyl
wurde der Kaiſerſaal im Rathaus beſichtigt, nachdem
Oberbürgermeiſter Veltman die Vertreter der Preſſe
be=
grüßt hatte. Nach einer Fahrt durch den Stadtpark
ver=
inigte die Preſſevertreter ein Imbiß im Belvedere.
Bremen, 11. Aug. Der Dampfer „Frankfurt“
des Norddeutſchen Lloyd iſt heute morgen 4 Uhr bei
Scheveningen mit dem Dampfer „Barmen” der
Dampf=
ſchiffahrtsgeſellſchaft Argo kollodiert. Der Dampfer
„Frankfurt” wird in Rotterdam angeſchleppt. Es beſteht
keinerlei Gefahr. An Bord iſt alles wohl.
* Wien, 10. Aug. Das Wiener Fremdenblatt gibt
bekannt: Der Reichskanzler ſtattet in der erſten
Hälfte des September dem Miniſter des Aeußern, Grafen
Berchtold, einen Gegenbeſuch in Buchlau ab.
Voraus=
ſichtlich leiſtet auch die Gattin des Reichskanzlers der
Ein=
ladung der Gräfin Berchtold nach Buchlau Folge. Auf
Schloß Buchlau werden zur ſelben Zeit auch der deutſche
Botſchafter in Wien v. Tſchirſchky und Gemahlin erwartet.
*Wien, 10. Aug. Das Wiener Fremdenblatt
mel=
det aus Sankt Ulrich: Heute früh iſt es gelungen, die
Leiche des ſeit acht Tagen vermißten Touriſten Karl
von Kirchbach aus Dresden, aufgefunden. In
den letzten Tagen iſt ein Polizeihund verwendet worden,
der die Spur aufſtöberte. Die Leiche lag am Fuße der
Oſtwand des Puflatſch, von Kirchbach war, wie der
Augenſchein ergab, etwa 150 Meter tief abgeſtürzt. Daß
der Tod durch Abſturz erfolgte, iſt unzweifelhaft
feſtge=
ſtellt. Damit werden alle Gerüchte, die von einem
Ver=
brechen wiſſen wollen, zum Schweigen gebracht.
* Paris, 10. Aug. Präſident Falliéres erhielt
geſtern vom deutſchen Kaiſer aus Söſt ein
Tele=
gramm nach Rambouillet, welches lautet: Die
freund=
lichen Worte, die E. Exzellenz aus dem traurigen Anlaß
der ſchrecklichen Kataſtrophe von Bochum an mich zu
rich=
ten die Liebenswürdigkeit hatten, haben mich tief bewegt.
Ich bitte Sie. Herr Präſident, meinen aufrichtigſten Dank
entgegenzunehmen.
* Paris, 10. Aug. Entgegen der Depeſche eines
franzöſiſchen Morgenblattes, die von der bevorſtehenden
Reiſe Mulay Hafids nach Frankreich ſprach,
beſagt eine Depeſche aus Tanger, daß jetzt von einer
Orts=
veränderung des Sultans keine Rede ſei. Der Sultan
ſcheine noch immer den Wunſch zu hegen, abzudanken.
Er beabſichtige zwar, nach Mekka zu gehen, doch ſei die
Verwirklichung dieſes Planes augenblicklich wenig
wahr=
ſcheinlich.
* Cetinje, 10. Aug. Reguläre türkiſche
Trup=
pen wiederholten geſtern die Angriffe auf die
montenegriniſche Grenze bei Velika. Das
Ge=
fecht dauerte den ganzen Tag. Die Angreifer wurden
zurückgeſchlagen. Heute richtete die montenegriniſche
Re=
gierung an die hieſigen Vertreter der Großmächte
eine Zirkularnöte, in der erklärt wird, der
könig=
lichen Regierung ſei jede Möglichkeit entzogen, mit
Aus=
ſicht auf Erfolg ſich mit der Türkei direkt zu verſtändigen.
Die Regierung appelliert deshalb an die Großmächte, ſie
möchten ein radikales Mittel finden zur Beſeitigung
eines Zuſtandes, der nun ſchon lange zum Nachteil der
friedlichen Entwicklung Mentenegros andauere.
*Jaroslaw, 11. Aug. Ein Sturmwind warf
en letzten Brückenbogen der Brücke, die über die
Wolga gebaut wird, um. Zwei Mann wurden getötet,
zwei verwundet.
H. B. München, 10. Aug. Gegen den bayeriſchen
Land=
tagsabgeordneten Oswald (Zentrum) der durch ſeine
Angriffe auf den Verkehrsminiſter von Frauendorffer den
Sturz des Miniſteriums Podewils eingeleitet hat, ſchwebt
ein Verfahren wegen Verleitung zum Meineide.
Der Geſchäftsordnungsausſchuß des Landtages hat jedoch
dem Plenum vorgeſchlagen, die Erlaubnis zur
Strafver=
folgung zu verſagen.
— Eiſenach, 11. Aug. Zum Selbſtmord des=
General=
leutnants z. D. von Kroſigk, der ſich in der Nähe
von Eiſenach von einem Eiſenbahnzug überfahren ließ,
iſt noch folgendes zu berichten: v. Kroſigk hatte längere
Zeit in Eiſenach zur Kur geweilt. Er machte einen
Aus=
flug nach Wuta. Abends wollte er ſich anſcheinend
wie=
der nach Eiſenach zurückbegeben. Er ging auf den
dorti=
gen Bahnhof und warf ſich plötzlich, bevor er
daran gehindert werden konnte, vor einen gerade
einfah=
renden Zug. Die Räder gingen über ihn hinweg und
töteten ihn auf der Stelle. Man fand bei der Leiche ein
Portemonnaie mit 50 Mark Inhalt und eine Fahrkarte
dritter Klaſſe nach Eiſenach. Allem Anſchein nach hat der
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Beneralleunan den Selbſtmord in geiſtiger Unnachtung
verübt.
Tanger, 10. Aug. Der Deutſche Opitz iſt einer
Verbrecherbande, die, teils zu Fuß, teils beritten, die
Um=
gegend von Marrakeſch durchſtreifte, begegnet und von
ihr ermordet worden. Der Eigentümer des Gartens,
in welcher die Leiche gefunden wurde, erklärt, eine
Kopf=
wunde geſehen zu haben. Er verbarg die Leiche in einem
Waſſergraben, verbrannte ſie aber ſpäter in einem
Ziegel=
ofen, aus Furcht, in die Angelegenheit verwickelt zu
wer=
den. Drei Leute von der Bande ſind verhaftet. Zwei der
eigentlichen Mörder ſind nach Rehamna geflohen. Alles
wird verſucht, um ſie zu faſſen. Die noch vorhandenen
Ueberreſte der Leiche ſind nach Marrakeſch gebracht
worden.
Brieſtaſten.
Wega, Zwbg. Den Angaben der Längen im Berliner
Aſtronomiſchen Jahrbuch liegt der Meridian von
Green=
wich zugrunde, ſoweit nicht auf den Berliner Meridian
ſelbſt bezogen wird.
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Druck und Berlage 4. 6. Wilicſche Hoſnachnctaet.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
be=
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Hinscheiden
unserer lieben, guten Frau und Mutter
Frau Susanne Schwab, geb. Leist
Sprechen wir hiermit Allen unseren innigsten Dank aus, besonders auch
Herrn Pfarrer D. Dr. Diehl für seine trostreichen Worte und den sehr
verehrten Krankenschwestern für ihre treue Pflege.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Schwab und Tochter Anna.
Darmstadt, Schustergasse 11, den 10. August 1912.
(16954
Unterfertigter erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ſeine lb. A. H. A. H., I. A. I. A., A. A.
von dem Hinſcheiden ihres lb. A. H. (16962
Dr. med. Gustar Haustaedt
Chefarzt und Stabsarzt a. D.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
J. A.:
Be
Nuss
Heidelberg, im Auguſt 1912.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Nachricht, daß unſer lieber
Vater, Großvater, Schwager und
Schwieger=
vater
(16963
Johann Georg Leuchner
Bürodiener
heute Nacht im Alter von 73 Jahren infolge
eines Schlaganfalles plötzlich verſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Aug.,
nachmittags 5 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
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Urin beſſern ſich ſchnell, wenn man
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gezeichneten Heilwaſſers werden
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Körper kommt zu Kräften u. die alte
Spannkraft u. Lebensfreude kehrt
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36
Suſanne fühlte ſich zu Hauſe. Sie ließ ſich bedienen,
als ob ſie noch das junge Kind von ehedem wäre, Für
alles war geſorgt, die Alte erzählte mit Stolz, daß ſie
jeden Tag friſches Waſſer aus dem Brunnen geholt habe,
all die Monate lang, aber ſtets vergebens.
Das junge Mädchen badete ſich in friſchem Waſſer,
ordnete ihr reiches Haar zu der kleidſamen Friſur, die
ſie Berlin verdankte, und griff nach einem weißen Kleide.
Sie wollte nicht als graue Motte neben Annas Eleganz
ſtehen. Hier war ſie Haustochter, die Enkelin des
Haus=
herrn, ſie wollte ſich ſchmücken.
Am Fenſter blühte eine herrliche Roſe, ſie ſteckte
einige Blüten in den Gürtel, das geſättigte Roſa hob
ſich kräftig von der weißen Toilette ab. Noch einen
prü=
fenden Blick warf ſie in den Spiegel, ſteckte die funkelnde
Schmucknadel noch ein wenig feſter und ſchritt dann ein
wenig bleich mit klopfendem Herzen, aber mit leidlicher
Faſſung dem Wiederſehen mit den Ihrigen entgegen.
Man war ſchon im Eßzimmer verſammelt, und Anna
hatte es vorgezogen, Suſannes Anweſenheit nicht zu
ver=
raten. Ihr Inſtinkt ſagte ihr, daß das junge Mädchen
vorläufig ihr Zuſammentreffen im Park verſchweigen
würde.
Suſannes Eintritt war Senſation — ſie konnte
zu=
frieden ſein.
Bubis Aufjauchzen griff allen ans Herz, und
wäh=
rend er auf die Tante losſprang, bemerkte niemand
außer Auna, wie verzehrend die Blicke Friedrich
Wil=
helms an dem ſchönen Mädchen hingen,
Da war nichts vergeſſen worden, und in dem Herzen
der jungen Frau loderte es auf in wilder Eiferſucht. Ein
wunderliches Spiel begann in den nächſten Tagen.
Su=
ſanne war mit Anna unzertrennlich, ſie heftete ſich an
die Ferſen der Hausfrau, und dieſe wiederum ließ die
Rivalin im Herzen ihres Mannes nicht aus den Augen.
Zur großen Befriedigung der alten Getreuen, die
die Ehre des Hauſes bewachten, reiſte Hachfeld einige
Tage nach Suſannes Heimkehr ab, er hatte Anna nicht
mehr ohne Zeugen ſprechen können. Und an demſelben
Tage ſetzte Suſanne ihre Rückkehr nach Berlin auf den
nächſten Morgen feſt. Es war ihr ſchwer genug
gewor=
den, hier auszuhalten. Großvater war alt geworden und
wurde von der jungen Frau völlig beherrſcht, er tat ihr
allen Willen. Mit Friedrich Wilhelm war kein
unbefan=
gener Verkehr möglich, denn Anna belauerte jedes Wort
— jeden Blick. Nur das Kind, das blieb ihr
unbeſtrit=
tenes Eigentum in den wenigen Tagen. Bubi hatte es
ſogar durchgeſetzt, daß er bei Tante ſchlafen durfte, das
war die höchſte Gunſt, die er zu verſchenken hatte.
Als Suſanne abermals ſchied, rieſelte der
Herbſt=
regen nieder, die Luft war trübe und kalt, fröſtelnd
wickelte ſie ſich in ihren Pelz, als ſie einſam ihres Weges
dahinfuhr — ſie hatte ſich jede Begleitung verbeten. SSie
war daheim eine Fremde geworden, ſie hatte es ſelber
nicht anders gewollt, aber — dem ſalten Stamm hatte ſie
den Erben aus eigenem Fleiſch und Blut geworben. Sie
hatte ihre Miſſion erfüllt.
Zwölftes Kapitel.
Ein Jahr war vergangen. In Berlin wurde die Hitze
fühlbar, man begann ſich mit Reiſevorbereitungen zu
be=
ſchäftigen, der Juli war vor der Tür.
Suſanne kam eines Tages von einer ihrer Wander=
ungen zurück, ſie hatte ihre Pfleglinge beſucht und auch
Recherchen angeſtellt, da neue Fälle größter Not
angemel=
det waren. Müde und erhitzt ſtieg ſie zu ihrer Wohnung
hinauf, die ſie in einem der großen Heime genommen hatte.
Die Poſt lag auf dem Tiſch und ſie griff gleich nach
dem erſten Brief, der die Handſchrift ihres Großvaters
trug. Er ſchrieb ſelten genug, der alte Herr. Haſtig
er=
brach ſie das Kuvert, denn Wilhelm hatte in letzter Zeit
in=
folge des Stickhuſtens, der ihn in den letzten
Winter=
monaten befallen hatte, vielfach gekränkelt.
Liebe Suſanne!
Anna iſt mit Bubi auf Anraten des Arztes nach Wyk
abgereiſt, Jette begleitet ſie auf ihren Wunſch. Leider hat
mich auch Friedrich Wilhelm verlaſſen, er will endlich die
längſt geplante Uebung zum Rittmeiſter machen, da bleibt
er für Wochen fern. Wie wäre es, wenn Du als erſehnter
Lückenbüßer einſprängſt. Laß die Findelkinder ſich einmal
allein ihren Weg in dieſer mangelhaften Welt ſuchen und
komm zu mir, der ich auch bald ſo hilflos ſein werde wie
ein ſolches armes Wurm. Der Turm mit Dörthe erwartet
Dich mit ungeſtümer Sehnſucht. Als ich der Alten meine
Abſicht verriet, Dich herzulocken, weinte ſie vor Freuden,
und der alte Johann ging bei meinem einſamen Mahl
im Tanzſchritt um mich herum. Du darfſt ihnen wirklich
nicht den Tort antun, Dich umſonſt erwarten zu laſſen.
Auch Andreas will den großen Fiſchfang bis zu Deinem
Kommen verſchieben. Alſo, Herzenskind, komm bald zu
Deinem einſamen Großvater
Bagewitz.
Da war ſie ſchon, die große Sehnſucht, das brennende
Heimweh, die ſie ſo oft beſchlichen. Gleich morgen konnte
ſie reiſen, wenn ſie nur wollte. Müde, wie ſie war, eilte
ſie doch wieder davon, ſich Urlaub zu erbitten, der ihr, der
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Sie traf noch eine Auswahl unter ihren Kindern, deren ſie
ſechs mitzunehmen gedachte, ſie wollte ſie bei Leuten im
Dorfe unterbringen, damit ſie in ihren gewohnten
Ver=
hältniſſen blieben, das Eſſen würden ſie vom Schloß
be=
kommen.
Das war ein Jubel bei den Auserwählten und ein
Jammern bei den Zurückbleibenden. Auch zwei elende
junge Menſchenkinder, in Geſtalt von zwei bleichen
Schneiderinnen, nahm ſie mit, ſie ſollten bei ihr im Turm
wohnen, Dörthe würde ſchon gut ſorgen. Sie konnten ſich
nebenher bei den Kindern nützlich machen.
Im Turm hatte ſie allein Hausrecht, Großpapa würde
von der Einquartierung kaum etwas merken.
Ach, daß es nicht noch mehr ſein konnten von den
armen Enterbten. Aber es waren ihr vorläufig noch enge
Grenzen geſteckt, und ſchon dieſes Wenige fiel ihr
unver=
hofft in den Schoß.
Sie beſchloß, die Reiſe wieder zu Waſſer zu machen,
und in Friedrichshof gedachte ſie einen Leiterwagen zu
nehmen, der ſie nach Altenwerder bringen ſollte. Dann
blieb alles in den Rahmen, wie ſie ſich ihn gar nicht
paſſen=
der für ihre Pflegebefohlenen denken konnte. Großvater
ſollte mit ihrer baldigen Ankunft überraſcht werden, ſie
würde ſchon vor ihm ſtehen, wenn er erſt nach der Antwort
ausſah.
Sie wählte ein ſpäteres Schiff, damit ſie der Kühle
des Abends entgegenführen. Doch die Hitze wurde auch
im Beginn der Fahrt nicht läſtig, es wehte ein friſcher
Wind vom Nordoſt. Wie ſich bei Wind und Sonne die
Wangen röteten, und die Kinderangen beim Anblick des
Neuen, Wunderbaren blitzten. Pflegemütterchen mußte
erklären und erzählen, der Mund ſtand ihr nicht ſtill.
Lächelnd bemerkte ſie, wie ihre Schar die Aufmerkſamkeit
der Paſſagiere eregte, und ſie beſchloß ſofort, den Boden
zu beackern, der wohl fähig war, für ſie und ihre Miſſion
Früchte zu tragen. Ehe ſie ihr Ziel erreicht hatte, waren
ſechs weitere Pfleglinge bei guten Landleuten
unterge=
bracht. Auch für zwei kränkliche Schneiderinnen fand ſie
noch gute Unterkunft. Es wurde gleich Alles in die
rich=
tigen Wege =geleitet, und dann erzählte Suſanne den neu
gewonnenen Helferinnen mancherlei von der ſegensreichen
Wirkung des Fürſorge=Vereins. Zuletzt wurde ſogar der
Kapitän gewonnen, daß er verſprach, die kleinen Paſſagiere
für ermäßigte Fahrpreiſe zu befördern.
Die weitere Reiſe verlief programmäßig bei dem
herr=
lichſten Wetter. Suſanne ſah die Wälder wieder in
pran=
gendem Grün, das Rohr rauſchte ſein altes Lied, und der
Rohrſperling ließ von überall ſeinen Sang ertönen. Sie
blieb mit ihrer Schar am Waſſer und durch einen Jungen,
der am Landungsplatz war, wurde Botſchaft nach
Fried=
richshof getragen, daß der Wagen ſie hier abholen ſollte.
Sie lagerten ſich in das weiche Gras und verzehrten
die letzten Vorräte mit größtem Appetit. Dann ging es in
die Blaubeeren, das war ein Jubel. Knapp, daß beim
Vaſſer die letzten Spuren von Geſicht und Händen
ver=
tilgt waren, da fuhr auch ſchon der große Leiterwagen
herbei, der Inſpektor kam ſelbſt mit und hatte ganz im
Sinne von Suſanne eine Kanne Milch mitgebracht. Wie
das den Kindern ſchmeckte und die dicke Stulle
Schwarz=
brot dazu.
Nun ging es mit Geſang durch den tiefen Wald,
zu=
letzt wurde alles ſtill, denn Suſanne begann zu erzählen
von Hirſch und Reh, von dem Meiſter Fuchs und dem
ſcheuen Haſen, bis ſie an eine einſame Wieſe kamen, dort
hielten ſie ſtill und belauſchten das Wild, als es
heraus=
trat, um zu äſen. Die Kinder glaubten, ein Märchen zu
erleben.
So, nun aber zu, Kutſcher, rief zuletzt Suſanne, oder
wir kommen zu nachtſchlafender Zeit in Altenwerder an.
Mit Halloh und Peitſchenklang ging es die Auffahrt
empor zum Schloßportal. Der ungewohnte Lärm rief
Johann und Dörthe herbei. Was die für Augen machten,
als ſie ſahen, welche Maſſeneinquartierung um Obdach
bat. Doch einter der tatkräftigen Leitung Johanns und
der Mamſell war alles raſch geordnet, und die Kinder
be=
kamen noch in ihrem Quartier von der Abendſuppe mit,
die ſchon brodelnd auf dem Herde ſtand.
Suſanne ſelber ging mit ihren großen
Pflegebefohle=
nen gleich zum Turm, wo Dörthe ihnen unten ein Zimmer
anwies, in denen zwar noch die Betten fehlten, die aber
bald beſchafft waren. Erſt als alles geregelt war, machte
das junge Mädchen Toilette und ließ ſich beim
Groß=
vater, der nichts von der geräuſchvollen Ankunft vernommen
hatte, melden.
Er ſaß ganz einſam in ſeinem Zimmer am Fenſter,
und man ſah es ſeinen Augen an, daß ſeine Gedanken
keine freudigen waren, die trübe Vergangenheit war wohl
wieder wach geworden.
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Börſenwochen=
bericht.) Die deutſchen Börſen laſſen ſich in ihrer feſten
Grundſtimmung nicht beirren, obwohl während der erſten
Wochenhälfte die politiſchen Vorgänge in der Türkei
einigen Anlaß boten. Die weiteren Nachrichten von dort
lauten entſchieden beruhigter und laſſen erkennen, daß
viel=
fach mit Senſation depeſchiert wurde. Sonſt iſt nur höchſt
erfreuliches zu melden, in erſter Linie wieder aus der
In=
duſtrie. So hat der Eſſener Roheiſenverband eine
ziem=
lich bedeutende Preiserhöhung (4 Mark pro Tonne)
vor=
genommen, was auf eine große Tätigkeit in den Werken
reſp. ſtark damit verbundener Nachfrage für Roheiſen
ſchließen läßt. Vom amerikaniſchen Eiſen= und Stahlmarkt
ſchreibt der „Ironmonger” daß ſtetig zunehmende
Feſtig=
keit vorhanden iſt. Der Begehr nach Fabrikaten ſei ſo
be=
trächtlich, daß für prompte Lieferung bis zu 4 Dollar
Auf=
geld bezahlt werde. Die Preiſe ſeien ungefähr einen
Dollar höher. Die Nachfrage für Roheiſen wäre
beträcht=
lich, aber die Abſchlüſſe ſeien mäßig bei jedoch
anziehen=
den Preiſen. Am Geldmarkt herrſcht gegenwärtig eine
gewiſſe Unſicherheit. Während der Privatdiskont ſeither
zwiſchen 3½—3¾ variierte, ſtieg er heute in Berlin auf
4 Prozent und wird ſomit bereits jetzt ſchon für den
Herbſtbedarf geſorgt. Dabei iſt tägliches Geld reichlich
und bei etwa 4 Prozent vorhanden. Zu den Einzelheiten
des Verkehrs übergehend, hatte die Kaufluſt für deutſche
Renten in dieſer Woche merklich nachgelaſſen und ſind
da=
her kleine Abſchwächungen zu verzeichnen.
Von den Ausländiſchen Staatsfonds waren die
Ruſſi=
ſchen, Ungariſchen und Türkiſchen recht feſt; auch Japaner
ſind erholt. Die ſchwache Haltung für argentiniſche Werte
iſt etwas beſonderes da doch die glänzende Ernte eher zur
Kaufluſt anregen ſollte. Es ſcheint hier das Angebot vieler
neuer Werte zu drücken und hierdurch auch die ſonſt gut
plazierten älteren Werte in ungünſtiger Weiſe zu
beein=
flußen.
Am Markt für Transportwerte erzielten Südd.
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft eine größere Avance auf die Feſtſetzung
der Dividende (6½ Prozent gegen 6 Prozent im Vorjahre).
Sonſt waren noch Lombarden (Südbahn) und Südbahn=
Prioritäten in beſſerer Frage, wogegen Hamburger
Paket=
fahrt ſowie Nordd. Lloyd bei Wochenſchluß ſtärker
an=
geboten wurden, da die Spekulation darin mit
Gewinſt=
realiſationen auftrat. Schantung ſchließen beſſer auf den
Einnahmeausweis per Juli, der die Betriebseinnahme
auf 262000 Dollar angibt, gegen 220000 Dollar im
Vor=
jahr. Die Mehreinnahme für die erſte Hälfte des Jahres
beträgt 20 Prozent. Auch Orientbahnen und Prince
Henri haben befriedigende Ergebniſſe aufzuweiſen; die
Aktien der erſteren erhöhten ſich auf 158 und der letzteren
auf 159. Bankwerte lagen ſtiller bei faſt unveränderten
Kurſen. Die Unſicherheit über das Schickſal der
inſol=
venten Berliner Baufirma Kurt Berndt und der
Intereſſen=
umfang der beteiligten Banken haben gleichfalls zum Teil
auf die Zurückhaltung eingewirkt.
Am Montangebiet war hingegen ein recht lebhaftes
Geſchäft, da ſowohl die Spekulation größeres Intereſſe, als
auch bedeutende Privatkäufe vorgenommen wurden.
Hauptſächlich bevorzugt zeigten ſich Gelſenkirchner, die
an=
ſehnlich ſteigen konnten. Man ſprach davon, daß ſich der
Betrieb dieſes ſtark auf den Kohlenbergbau baſierten
Unternehmens ſehr günſtig geſtaltet hat. Auch wurde das
Gerücht verbreitet, daß man in Belgien die Gründung eines
neuen Kohlenſyndikats plane, das dann wahrſcheinlich
wie=
der die frühere Verſtändigung mit dem rheiniſch=
weſt=
fäliſchen Kohlenſyndikat herſtellen werde. Fernerhin
ſtimulierte die Mitteilung, daß der Roheiſenverband
be=
reits ſeine Verkaufstätigkeit für 1913 aufgenommen habe.
Für Phönix zirkulierten erneute Dividendentaxationen
bis zu 18 Prozent gehend. Die Dividende für Aumetz=
Friede wird mit 12 Prozent wie im Vorjahre
veran=
ſchlagt. Elektrizitätsaktien waren im Ganzen recht belebt,
jedoch bei Wochenſchluß wieder etwas abgeſchwächt; da
man hörte, daß bei der ruſſiſchen Siemens= und Halske=
Geſellſchaft die Arbeiter ſeit dem erſten Mai in den
Aus=
ſtand getreten ſeien.
Gut disponiert bleibt auch der Kaſſſainduſtriemarkt,
wo bei zeitweiſen Gewinſtabgaben immer erneutes
In=
tereſſe die Oberhand hat. Dieſe Woche ſtanden
Akkumula=
toren Berlin=Hagen im Vordergrunde bei ſteigenden
Kurſen bis 560. Man hört jetzt, daß die Geſellſchaft bei
ihrer demnächſtigen Aktienerhöhung ein ſehr wertvolles
Bezugsrecht in Ausſicht ſtellt: angeblich 100 Prozent
Emiſſionspreis. Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt
wiederum von beſter Seite gekauft und weſentlich höher
(715½ nach 728), Höchſter Farbwerke waren ruhiger (658),
benſo Badiſche Anilin 540, Holzverkohlung 326,75,
Kunſt=
ſeide 120½ und Kleyer 555.— Einen Kursrückgang bis
505 erfuhren Bielefelder Maſchinenfabrik Dürkopp, da man
darüber enttäuſcht iſt, daß keine Kapitalerhöhung
bevor=
ſteht. Bemerkenswert feſt waren Armaturen Hilpert (104)
anſcheinend auf guten Geſchäftsgang. Die Spekulation hat
ſich neuerdings auf „Naphtha” geworfen, die bis 325
ſtiegen; aber es iſt anſcheinend der ruſſiſche Markt, welcher
dafür eintritt. Benz waren dieſe Woche ganz
vernach=
läſſigt, während Daimler=Motoren nach zeitweiſer
Er=
mattung wieder 349,75 ſchließen.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,70, Braunſchweiger
197,—, Pappenheimer 65,— Genua 206,—. Türkiſche
70,50, Freiburger 73,25, Ungariſche 357,— Meininger
35,40, Venediger 46,—, Mailänder 45=Francs=Loſe 145
(nominell), Mailänder 10=Francs=Loſe 32,90, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 36,90 in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,—, Donau=Regulierung 148,— Madrider 72,75, in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
unkünd=
bar) 101,— 3½proz. Reichs 89,75, 3proz. Reichs 79,80,
4proz. Heſſen von 1899 100,—, 4proz. Heſſen von 1906 100
G., 4proz. Heſſen von 1908/09 100 G., 4proz. Heſſen (
un=
kündbar bis 1921) 100,50, 3½proz. Heſſen 87,90 G., 3proz.
Heſſen 77,55, 4proz. Darmſtädter 99,10, 3½proz.
Darm=
ſtädter 89 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
18—23) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
24—25) 99,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
—5) 89,—, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
9—11) 88,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
10—12) 89,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
13—14) 99,90, 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
1—3) 89 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4)
88,90 G Darmſtädter Bank 121½, Südd. Eiſenb.=
Geſell=
ſchaft 128,75, Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 63,50
G., Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 65 B.,
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.)
271 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 62,75, Schantungbahn
131½, South=Weſtafrika 144½, Otavi=Anteile 100½, Otavi=
Genußſcheine 74 G., 4½proz. Ruſſen 100,50, 4proz. 1880er
Ruſſen 90,40 G., 4proz. 1902er Ruſſen 90,90, 3¼oproz.
Ruſſen 88,25, 3½proz. Ruſſen 83,50, 3proz. Ruſſen 80,75,
4proz. unifizierte Türken 89,90, 4proz. Adminiſtrations=
Türken 82 G., 4proz. Bagdadbahn 83,30, 4proz. konventierte
Türken (1905/11) 80,50, 5proz. Chineſen 99,80, 4½proz.
Chineſen 94 B., 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 97,50,
4½proz. Japaner 94,— 4proz. Japaner 88,50, 5proz.
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Francke), 2. Fliege (Bauer), 3. Nickelkönig (Printen). Tot.
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(gef.). Ueberlegen 6 Lg.-Weile.
Gewinnanszug
der
1. Brenßiſch-Füddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
2. Klaſſe 1. Ziehungstag 9. Auguſt 1912
Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 60000 Mk. 101149
2 Gewinne zu 3000 Mk. 28114
4 Gewinne zu 1000 Mk. 93829 192265
2 Gewinne zu 500 Mk. 6117
12 Gewinne zu 400 Mk. 15203 90555 99952 106409
109318 174963
22 Gewinne zu 300 Mk. 6728 13253 35362 59064
79394 81000 84197 90478 154172 167930 168641
92 Gewinne zu 200 Mk. 2556 4094 4877 6630
17299 23388 29900 30137 32630 35602 45556 46463
47578 49469 63153 72938 75682 82440 86882 92913
93101 97420 102466 109884 113295 118856 123884
125566 126592 132117 133122 136597 137028 138064
138658 138922 143370 145644 146992 150459 157867
163651 163706 166909 167051 189167
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 40000 Mk. 105610
2 Gewinne zu 3000 Mk. 87630
4 Gewinne zu 1000 Mk. 31309 126394
12 Gewinne zu 500 Mk. 78854 154466 155371
181110 186489 191724
12 Gewinne zu 400 Mk. 34519 45236 87694 95203
166536 192857
26 Gewinne zu 300 Mk. 6736 14102 23383 40645
62659 53986 61400 66395 69372 105442 124794
126353 128964
64 Gewinne zu 200 Mk. 4020 4306 7942 20668
22573 31372 36133 49812 59453 68785 73519 78070
93372 96881 98180 100031. 104341 107096 109739
111316 118132 121320 131093 145765 147173 161755
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Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
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Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Profeſſor Karl Raupp: Aus den Erinnerungen eines deutſchen
Malers. Mit Abbildungen. — Willy Redhardt: Der letzte deutſche
Landgraf. — Dr. L. Schuſter: Der Seligenſtädter Geleitslöffel. —
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pfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Wormſer reformierte Militär= und
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1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
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