Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt geſtern vormittag 8 Uhr 55 Min. zur
Hundertjahrfeier der Kruppſchen Werke in Eſſen
eingetroffen. Später trafen Prinz Heinrich von
Preußen und der Reichskanzler in Eſſen ein.
Beim Feſtakt hielt der Kaiſer eine längere Rede.
Herr und Frau Krupp von Bohlen und Halbach und
Frau F. A Krupp machten Stiftungen der Familie
und der Firma im Betrage von 14 Millionen
Marr.
Die wegen Spionageverdachts in Eckerförde
ver=
hafteten fünf Engländer ſind geſtern vormittag
wieder freigelaſſen worden.
Auf der Grube Lothringen 12 bei Gerthe fand
geſtern morgen eine ſchwere
Schlagwetter=
exploſion ſtatt. Bis 4 Uhr nachmittags waren
40 Leichen geborgen, doch dürfte die Zahl der
Ge=
töteten weit größer ſein.
Auf dem Schießfelde von Reims, wo zurzeit
Sprengverſuche ſtattfinden, erfolgte eine vorzeitige
Dynamitexploſion, wobei drei Offiziere und
fünfzig Soldaten, darunter mehrere ſchwer,
verwun=
det wurden.
Das engliſche Unterhaus hat ſich bis zum
7. Oktober vertagt.
Der Zweibund.
— Der franzöſiſche Miniſterpräſident Poincaré
weilt zur Zeit in Petersburg, um dem Zaren und den
ruſſiſchen Miniſtern einen offiziellen Beſuch abzuſtatten
und mit den leitenden Perſönlichkeiten zu konferieren.
Selten ſind ſo viel Ströme von Tinte über eine
Miniſter=
reiſe gefloſſen, wie über die des franzöſiſchen
Kabinett=
chefs, und man kann ſich an Ueberſchwenglichkeiten nicht
genug tun; freilich nur an der Seine, während man in
Petersburg ſich ziemlich reſerviert verhält und damit in
den Freudenbecher der Franzoſen etwas Wermut träufelt.
Warum man jenſeits der Vogeſen ſo viel Weſen von
die=
ſer Reiſe macht und gewiſſermaßen die Reklametrommel
rührt, iſt unſchwer zu erkennen. Die Annäherung zwiſchen
Deutſchland und Rußland iſt nicht nach den Herzen der
Franzoſen, ſie hat an der Seine verſchiedentlich
Beklem=
mungen erweckt, die ſich ſteigerten, als vor einigen Wochen
die Begegnung von Baltiſchport den vielbeſprochenen
Abmachungen folgte. Um ein Gegengewicht zu ſchaffen,
wurde die Reiſe Poincarés inſzeniert, und ſeit Wochen
bemüht man ſich, dieſen Beſuch als ein epochemachendes
Ereignis hinzuſtellen.
Es iſt jetzt viel die Rede davon, daß der franzöſiſche
Miniſterpräſident während ſeines Aufenthaltes an der
Newa wichtige Abmachungen treffen dürfte, insbeſondere
ſpukt noch immer das Marineabkommen herum. Warum
man davon ſo viel Weſen macht, iſt eigentlich unerfindlich,
denn es verſteht ſich von ſelbſt, daß zwei ſo eng
ver=
bündete Staaten für alle Eventualitäten ſich vorſehen
müſſen und wenn man jetzt genaue Beſtimmungen
ge=
troffen hat, ſo iſt das nichts weiter als eine Ergänzung
und eine natürliche Folge der beſtehenden Verhältniſſe.
Welchen Wert dieſe angeblich neue Konvention hat,
er=
hellt daraus, daß man in Petersburg nicht gezögert hat,
Deutſchland hiervon offiziell in Kenntnis zu ſetzen und zu
verſichern, daß darin in keiner Weiſe irgend eine Spitze
gegen Deutſchland liege. Franzöſiſche Zeitungsſchreiber
wiſſen natürlich, wie immer, wunderbare Erfolge ſchon
im voraus zu berichten, die der Beſuch Poincarés in
Petersburg nach ſich ziehen werde, insbeſondere betont
man, daß Rußland ſich niemals wieder mit Deutſchland
auf Abmachungen und Verſtändigungen einlaſſen werde,
ohne vorher in Paris die Zuſtimmung der franzöſiſchen
Regierung erbeten zu haben.
Daß der leitende Miniſter eines Staates den
leiten=
den Stellen einer engverbündeten Regierung ſeine
Auf=
wartung macht, iſt ein ſo ſelbſtverſtändlicher Vorgang,
daß ſich in Deutſchland niemand über die Reiſe des
Herrn Poincaré aufgeregt hat und ſie eben als etwas
ganz ſelbſtverſtändliches hinnimmt. Ebenſo iſt es klar,
daß man in einer ſo bewegten Zeit, wie der jetzigen, alle
bedeutſamen Vorgänge auf dem Gebiete der Weltpolitik
eingehend erörtert und, ſoweit dies noch nicht in vollem
Umfange geſchehen, ſich über das beiderſeitige Verhalten
verſtändigt. Wir in Deutſchland können trotz aller fran=
zöſiſcher Preſſetreibereien dem Petersburger Beſuch des
franzöſiſchen Kabinettchefs gelaſſen zuſehen, und er mag
dort noch ſo ſehr aus Höflichkeitsgründen gefeiert werden,
ſein Beſuch hat keineswegs den Wert, den man ihm von
der Seine aus gern beimeſſen möchte.
Die Notwendigkeit der Kolonialpolitik.
* Man pflegt ſich vorzuſtellen, daß unſere
Studenten=
ſchaft weſentlich aus den Söhnen höherer Stände
zuſam=
mengeſetzt, ſei. Aber dem iſt nicht ſo. 1910 waren von
den Berliner Studenten nahezu ein Drittel, 29,59 v. H.,
Söhne von mittleren und Unterbeamten, Volksſchullehrern
und Handwerkern, Bauern uſw. und nur etwa ebenſoviel
31,66 v. H., Söhne von höheren Beamten, Aerzten
Apo=
thekern, Offizieren, Architekten, Ingenieuren,
Schriftſtel=
lern, Künſtlern uſw. Dieſes Drängen zum Studium iſt
das Zeichen eines unabläſſigen wackeren Strebens, aber
es bedroht uns mit einem Abiturienten=Proletariat und
einer Ueberfüllung der höheren Berufe. Nachdem die
jun=
gen Männer auf den koſtbaren hohen Schulen jahrelang
mit großem Fleiß gearbeitet haben, ſitzen ſie da und
kön=
nen ihre Ausbildung nicht verwerten. Die Jahre der
höchſten Kraft, um die Dreißig, werden verſeſſen mit
trüb=
ſinnigem Warten auf eine Anſtellung, deren Gehalt kaum
mehr beträgt, als ein Berliner Maurer mit 20 Jahren
verdient. In den techniſchen Berufen und im
Kaufmanns=
beruf geht es ebenſo. Dieſe Feſtſtellungen, die gewiß
zutreffen, benutzt Profeſſor Delbrück in den Preußiſchen
Jahrbüchern zur Verfechtung einer tatkräftigen deutſchen
Kolonialpolitik. Er ſchreibt:
Die ſtrotzende Gſundheit des engliſchen ſozialen
Körpers beruht darauf, daß dieſe junge Mannſchaft in
den Kolonien Verwendung findet und die mehr als 30
Millionen Indier und Aegypter zu regieren berufen ſind.
Im Mittelalter hat Deutſchland mit dem Ueberſchuß
ſei=
ner höhern Stände, den Rittern, Geiſtlichen und
Kauf=
leuten, den ganzen Oſten von der Saale bis zur Memel
koloniſiert und germaniſiert. Die Einwanderung
deut=
ſcher Bauern und Arbeiter nach Mecklenburg, Pommern,
Brandenburg, Schleſien, Preußen, Böhmen, Inner=
Oeſter=
reich war gering: von oben her, durch den Ueberſchuß an
Regierenden, ſind dieſe Lande germaniſiert worden. Auch
heute haben wir keinen Ueberſchuß unten, da fehlt es
an Arbeitskräften, wohl aber oben, aber es fehlt uns der
Abzug. Die afrikaniſchen Kolonien nehmen einiges auf,
aber es iſt zu wenig. Nicht zum wenigſten gerade die
unteren Klaſſen, die nach oben und vorwärts ſtreben, ſind
deshalb intereſſiert an einer großzügigen deutſchen
Kolo=
nialpolitik, die uns Gebiete niederer Raſſen untertan
macht und dadurch dieſe ſelbſt den höheren Kulturintereſſen
einfügt.
Deutſches Reich.
— Reichsgeſetz oder Landesgefetz zur
Regelung des Wohnungsweſens? Eine
Korreſpondenz wußte zu melden, daß ein Entwurf für
ein preußiſches Wohnungsgeſetz nicht mehr dem
gegen=
wärtigen Landtag, ſondern erſt dem neuzuwählenden
vorgelegt würde. Eine andere Korreſpondenz hat ſich
be=
müht, dieſe angebliche Entſchließung der Regierung durch
Ueberhäufung der bevorſtehenden letzten Tagung mit
Be=
ratungsmaterial zu begründen. Beiden Mitteilungen
liegt keinerlei Kenntnis der tatſächlichen Pläne der
maß=
gebenden Stellen zugrunde. Denn es ſteht überhaupt noch
gar nicht feſt, ob dem preußiſchen Landtag der Entwurf
zu einem Wohnungsgeſetz vorgelegt wird. Daß ein Ent.
wurf aufgeſtellt iſt, iſt im Landtag von der Regierung
er=
klärt worden. Der Entwurf iſt dann einigen
Sachverſtän=
digen zur Begutachtung zugegangen. Dieſe Gutachten
dürften in kurzer Zeit alle vorliegen. Es wird dann zu
prüfen ſein, ob die Urteile der Sachverſtändigen Anlaß
zu einer Umarbeitung des Entwurfs geben. Sobald nach
dieſer Prüfung der Entwurf endgültig feſtſteht, werden
Verhandlungen mit der Reichsregierung beginnen, deren
Zweck iſt, feſtzuſtellen, ob auf ſeiner Grundlage eine
reichsgeſetzliche Regelung des Wohnungswefens möglich
iſt. Der Reichstag hat bekanntlich durch Reſolutionen die
Reichsregierung erſucht, in der nächſten Tagung
Geſetz=
entwürfe zur Regelung des Wohnungsweſens vorzulegen,
und die Reichsregierung hat ſich ausdrücklich bereit
er=
klärt, an einer Löſung der auf dem Gebiete des
Woh=
nungsweſens liegenden Fragen mitzuarbeiten. Dieſe
Tatſachen ſprechen an ſich ſchon dagegen, daß man das
Wohnungsweſen der Landesgeſetzgebung überläßt, bevor
noch durch eingehende Prüfung der ganzen Frage
feſt=
geſtellt iſt, ob ihre Löſung auf dem Wege der
Reichsgeſetz=
gebung möglich iſt oder nicht. Es handelt ſich alſo
vor=
läufig gar nicht darum, wann ein preußiſches
Wohnungs=
geſetz zur Vorlage kommt, ſondern vielmehr darum, ob
es überhaupt zur Vorlage kommen wird, oder ob man
der Reichsgeſetzgebung den Vortritt laſſen wird.
— Die großen Herbſtmanöver der
Hoch=
ſeeflotte werden im September in der Nordſee
ſtatt=
finden. Der Kaiſer wird in Wilhelmshaven an Bord
der Hohenzollern gehen und dem viertägigen
Schluß=
manöver beiwohnen.
— Patentgeſetz und Warenzeichen geſetz.
Vorausſichtlich dürften noch in dieſem Jahre Entwürfe
zu einem Patentgeſetz und einem Warenzeichengeſetz
ver=
öffentlicht werden, um den beteiligten Kreiſen
Gelegen=
heit zu geben, zu der von der Reichsregierung gewählten
Neugeſtaltung der geltenden Geſetze Stellung zu nehmen.
Von der an den Entwürfen geübten Kritik wird es
ab=
hängen, wann die endgültigen Geſetzesvorlagen dem
Reichstag zugehen können.
Vieheinfuhr aus den Kolonien? Die
Allgemeine Fleiſcherzeitung hatte an verſchiedene
Perſön=
lichkeiten eine Umfrage wegen der Einfuhr von
Schlacht=
vieh aus unſeren Kolonien gerichtet. Sie hat ſich u. a.
auch an den früheren Staatsſekretär des
Reichskolonial=
amtes Dr. Dernburg gewandt. Dieſer=hat dem Blatte
darauf ſeine Anſicht in folgendem Schreiben aus
Ahrens=
hoop vom 6. Auguſt mitgeteilt: „Die Forderung
Süd=
weſtafrikas, auf Grund an Ort und Stelle
vorzunehmen=
der Inſpektionen zur Einfuhr von Fleiſch nach
Deutſch=
land zugelaſſen zu werden, iſt vollauf berechtigt. Dies
zu verweigern, iſt im Intereſſe des deutſchen Volkes,
wel=
ches ſo große Opfer für die Kolonien gebracht hat,
un=
verſtändlich. Die Entwickelung Südweſtafrikas wird
unterbunden, die Verbeſſerung der Nahrung unſeres
Volkes aus ſeinen eigenen Hilfsquellen vereitelt und für
die Beziehungen zwiſchen Heimat und Kolonien beſteht
eine Gefahr.”
Ausland.
England.
Der Rücktritt Englands von der
Zuckerkonvention. Im Laufe allgemeiner
Erörte=
rungen vor der Vertagung des Unterhauſes brachten
mehrere Mitglieder den Rücktritt Großbritanniens von
der Zuckerkonvention zur Sprache.
Parlamentsunterſekretär Acland erklärte, der
Aus=
tritt Englands ſei das unvermeidliche natürliche
Ergeb=
nis des Beſchluſſes, der vor einigen Monaten bezüglich
der Ausfuhr ruſſiſchen Zuckers gefaßt worden ſei Er
glaube, es ſei jede Ausſicht vorhanden, daß die
Zucker=
konvention beſtehen bleiben werde. Soweit die
kontinen=
talen Länder in Betracht kämen, glaube er nicht, daß für
die Wiedereinführung des Prämienſyſtems irgendwelche
Wahrſcheinlichkeit vorhanden ſei. England ſei es durch
den Austritt aus der Zuckerkonvention zwar freigeſtellt,
Prämien auszuteilen oder Zucker aus Zuckerrohr vor dem
aus Rüben gewonnenen Zucker den Vorzug zu geben,
Wenn England dies aber täte, würde es den anderen
Ländern eine Waffe gegen ſich ſelbſt in die Hand geben.
Darum habe es die Regierung für richtig erachtet. in der
Mitteilung von dem Austritt zum Ausdruck zu bringen,
daß ſie nicht die Abſicht habe. Prämien zu verteilen, im
britiſchen Reich gewachſenen Zucker zu begünſtigen oder
Rübenzucker mit höheren Abgaben zu belaſten als
Rohr=
zucker. Miniſterpräſident Asauith führte aus: Die
Be=
deutung des Rücktrittes Englands von der Konvention
iſt ſehr übertrieben Der Austritt bedeutet vom
prak=
tiſchen Standpunkt bezüglich unſerer Politik nicht zu viel.
Wir ſind ausgeſchieden aus der Konvention gemäß der
endgültigen ausdrücklichen Verſicherung, die wir im
letz=
ten Jahre gaben, in der geſagt iſt, daß wir der
Konven=
tion nicht länger angehören würden, wenn in der
Ver=
waltungskonferenz abgelehnt werden ſollte, eine gewiſſe
Menge ruſſiſchen Luckers auf den europäiſchen Markt zu
bringen. Wir gaben die Erklärung ganz offen ab,
erhiel=
ten aber troß unſerem Erſuchen eine außerordentlich
wenig entſprechende Antwort.
Das Unterhaus hat ſich bis zum 7. Oktober vertagt.
Die Türkei und Montenegro.
Die italieniſchen Blätter kommentieren den
Zwiſchen=
fall der Türkei mit Montenegro. Die Tribuna findet es
unerklärlich, warum die Türkei, die bereits inmitten ſo
vieler Schwierigkeiten ſteht, einen ſo gefährlichen
Zwi=
ſchenfall mit Montenegro provozierte. Giornale d’Italia
drückt die Gewißheit aus, daß es nicht an Friedensſtiftern
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Anguſt 1912.
Nummer 186.
fehlen wird, die durch eine diplomatiſche Intervention in
Cetinje und Konſtantinopel Feindſeligkeiten verhüten
werden. Deutſchland und Rußland wären in
Baltiſch=
port übereingekommen, den Status quo auf dem Balkan
unbedingt aufrechtzuerhalten. Auch dem Intereſſe
Frank=
reichs und Englands laufe jede Veränderung im
europäi=
ſchen Orient zuwider. Italien und Oeſterreich=Ungarn
erkannten die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des
Status quo an. Italien hatte bereits bei ſeiner
Kriegs=
führung die größten Opfer gebracht. — Corriere d’Italia
erklärt, Italien entfalte ſeinen ganzen Einfluß, um einen
Waffenkonflikt zu vermeiden.
Dem Echo de Paris wird aus Petersburg gemeldet:
Die Mächte der dreifachen Verſtändigung werden, falls
der türkiſch=montenegriniſche Konflikt eine ernſte
Wen=
dung nehmen ſollte, den Mächten vorſchlagen, einen
internationalen Enquete=Ausſchuß zu ernennen, der
be=
auftragt werden ſoll, feſtzuſtellen, auf weſſen Seite die
Schuld zu ſuchen iſt. Dieſe Maßnahme würde den
Er=
folg haben, daß die Reibungen lokaliſiert bleiben. Es iſt
auch beabſichtigt, bei einer ernſten Geſtaltung des
türkiſch=
montenegriniſchen Verhältniſſes, eine Ausgleichung der
Gegenſätze vor dem Haager Schiedsgericht herbeizuführen.
Vereinigte Staaten.
Flottenſchau. Das Marineamt hat gleichzeitige
große Flottenbeſichtigungen der Pacificflotte in San
Franzisko, der aſiatiſchen Flotte in Manila und der
atlan=
tiſchen Flotte in Newyork für den 14. und 15. Oktober
angeordnet. Marinebeamte erklären, dieſe Demonſtration
ſei ohne politiſche Bedeutung. Zu der Newyorker
Flotten=
ſchau, der größten jemals in amerikaniſchen Gewäſſern
abgehaltenen, werden die Mitglieder des Kongreſſes und
die auswärtigen Marineattachés eingeladen.
Die Präſidentſchaftskandidaten.
Rooſe=
velt iſt in Chicago unter einem dreiviertelſtündigen
Be=
geiſterungsſturm zum Präſidentſchaftskandidaten
nomi=
niert worden. Wilſon hielt in ſeiner Sommerreſidenz
Sea Bright eine Rede, in der er ſeine Nominierung zum
demokratiſchen Präſidentſchaftskandidaten annahm und
jede Art von Sonderprivilegien und Privatkontrolle
an=
griff.
Bolivia.
Eröffnung des Parlaments. Die
parla=
mentariſche Seſſion wurde am Mittwoch eröffnet. Die
Botſchaft des Präſidenten erklärt, daß herzliche
Be=
ziehungen mit Peru, Argentinien, Chile und den anderen
Nationen beſtehen, und daß die Regierung wünſche,
die=
ſelben aufrecht zu erhalten. Jede Kontroverſe ſolle auf
diplomatiſchem Wege behoben werden. Der Präſident
ſtellte feſt, daß ſich die Finanzlage infolge des hohen
Zinn=
preiſes, dem Haupterwerbszweige des Landes, günſtig
geſtaltete.
* Amſterdam, 7. Aug. Der Verband der
Diamantſchleifer hat die von dem Hauſe Aſcher
vorgeſchlagene Herabſetzung der Löhne der
Diamanten=
roſettenſchleifer um 15 bis 20 Prozent abgelehnt. Aſcher
antwortete mit der Ausſperrung und ſchloß die
Diaman=
tenſchleiferei. Dieſe Ausſperrung umfaßt 630 Arbeiter.
* Tokio, 3. Aug. Der Kaiſer von Japan
hat beſchloſſen, dem 11jährigen Thronerben eine
europäiſche Erziehung zu geben. Der Prinz ſoll vier
Jahre eine Schule in England beſuchen und dann nach
Paris und Berlin gehen, um ſeine Studien zu vollenden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Auguſt.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog iſt am Mittwoch 1 Uhr nachmittags von
Romrod in Jagdſchloß Wolfsgarten wieder
einge=
troffen. (Darmſt. Ztg.)
* Verſetzt wurde der Finanzamtsgehilfe Jakob
Heß zu Homberg vom Tage des Dienſtantritts an
in gleicher Dienſteigenſchaft an das Finanzamt Groß=
Gerau.
* Militärdienſtnachricht. Hupe, Oberlt. im
5. Großh. Heſſ. Inf.=Regt. Nr. 168, zur Vertretung eines
beurlaubten Inſp.=Offiziers bis zum 29. September 1912
zur Kriegsſchule in Hersfeld kommandiert.
D Von der Techniſchen Hochſchule. Auf
ein=
ſtimmigen Antrag der Abteilung für Maſchinenbau
wurde durch Beſchluß von Rektor und Großem Senat
der Großh. Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt Herrn
Legationsrat Dr. Guſtav Krupp von Bohlen
und Halbach zu Eſſen=Hügel dem
verdienſt=
vollen Träger des Namens Krupp, die Würde
eines Doktor=Ingenieurs Ehrenhalber verliehen in
Würdigung der überragenden Weltſtellung, die das
Haus Krupp ſich und der deutſchen Technik durch ſeine
einzigartigen Leiſtungen auf dem Gebiete der
Eiſen=
induſtrie, der Waffentechnik und der ſozialen Fürſorge,
ſowie durch die Förderung der techniſchen Wiſſenſchaften
während ſeines 100 jährigen Beſtehens erworben hat.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
ver=
handelte in ſeiner geſtrigen Sitzung unter dem Vorſitz
von Regierungsrat v. Werner zunächſt über das
Kon=
zeſſionserweiterungsgeſuch des Martin Schuſter in
Hüttenfeld. Schuſter hat im vergangenen Jahre für
ſeine ſeit einigen Jahren betriebene Schankwirtſchaft
einen Tanzſaal angebaut und beim Kreisamt Bensheim
um Ausdehnung ſeiner Konzeſſion für dieſen Saal
nach=
geſucht. Der Gemeinderat von Lampertheim hatte die
Bedürfnisfrage bejaht. Trotzdem erkannte der
Kreisaus=
ſchuß auf Abweiſung des Geſuches da angenommen
wurde, der Gemeinderat von Lampertheim habe die
Be=
dürfnisfrage ohne ſachliche Prüfung bejaht. Da in
Hüt=
tenfeld für 452 Einwohner 4 Wirtſchaften vorhanden ſind,
darunter drei Tanzſäle, ſei das Geſuch abzuweiſen, da
die Bedürfnisfrage zu verneinen ſei. Der
Provinzialaus=
ſchuß trat dem Urteil des Kreisausſchuſſes bei und
ver=
warf den eingelegten Rekurs unter Auferlegung von
10 Mark Averſionalſtrafe. — Der
Automobildroſchken=
beſitzer und Chauffeur Friedrich Ickler aus Offenbach
hatte am 21. November, abends gegen 7 Uhr, als er mit
ſeinem Automobil, vom Bahnhof in Offenbach kommend,
die Bismarckſtraße in flottem Tempo entlang fuhr, den
Milchhändler Moritz Dietſch mit ſeinem Hundefuhrwerk
angefahren und dadurch den D. am linken Arm und am
Kopf nicht unerheblich verletzt, ſodaß dieſer vierzehn Tage
lang arbeitsunfähig war. Ickler war wegen dieſes
Vor=
falles von der Strafkammer Darmſtadt zu 60 Mark
Geld=
ſtrafe verurteilt worden. Da Ickler dem Beſchädigten
keine Entſchädigung leiſten konnte, weil er pfandlos iſt,
und er auch die Haftpflichtprämien nicht gezahlt hatte,
ſodaß dem Dietſch keinerlei Schaden erſetzt werden konnte,
beantragte das Polizeiamt Offenbach beim Kreisamt
dem Ickler den Führerſchein auf die Dauer von drei
Jahren zu entziehen. Der Kreisausſchuß erachtete die
Entziehung auf die Dauer von 6 Monaten für
ausrei=
chend, da er ohnehin ſchon von der Strafkammer beſtraft
worden iſt. Auf den Rekurs des J. ermäßigt der
Pro=
vinzialausſchuß die Zeit auf 3 Monate. — Durch Urteil
des Kreisausſchuſſes von Groß=Gerau war der Gemeinde
Mörfelden die Anſchaffung einer vierten Feuerſpritze
auferlegt worden. Dem hiergegen eingeſegten Rekurs
wurde vom Provinzialausſchuß aus formellen Gründen
ſtattgegeben, das Urteil des Kreisausſchuſſes aufgehoben
und die Sache zur nochmaligen Verhandlung
zurückver=
wieſen. Nach der neuen Verwaltungsordnung dürfen
nur fünf Beiſitzer bei der Urteilsfindung zugegen ſein,
während bei dieſem Urteil ſechs Beiſitzer anweſend waren.
g. Ferienſtrafkammer. Der 33 Jahre alte Former
Ludwig Eckert von hier, der in einer
Schöffengerichts=
verhandlung über eine Beleidigungsklage verhaftet
wurde, weil ſich die Wahrſcheinlichkeit eines Verbrechens
nach § 174,1 St.=G.=B. ergab, hatte ſich geſtern wegen
die=
ſer ihm zur Laſt gelegten Straftat vor der hieſigen
Ferienſtrafkammer zu verantworten. Er wurde dieſes
Verbrechens in vollem Umfange für ſchuldig befunden
und zu 2 Jahren Gefängnis und 5 Jahren
Ehr=
verluſt verurteilt. — Der 17jährige Hausburſche Wilhelm
Schwarz und der 19jährige Adolf Ullrich, beide aus
Offenbach, hatten ſich wegen Diebſtahls bezw. Hehlerei
zu verantworten. Der Angeklagte Schwarz hat Ende
Mai der Firma Ziegler und Dullſtein in Offenbach zwei
Paar Stiefelſchäfte im Werte von 12 Mark entwendet und
eine Poſtanweiſung über 10,60 Mark erhoben, nachdem
er die Quittung gefälſcht hatte. Der zweite Angeklagte
Ullrich hatte in beiden Fällen Kenntnis von dem Treiben
des Schwarz, wenn nicht gar mitgewirkt. Da ihm eine
Teilnahme aber nicht nachgewieſen werden kann, wurde
er nur wegen Hehlerei zu 3 Wochen Gefängnis
verurteilt, Schwarz erhält unter Einbeziehung einer
Gefängnisſtrafe von 5 Monaten, die er von dem
Land=
gericht Paſſau erhielt, 8 Monate Gefängnis. —
Der Arbeiter Georg Roth aus Bensheim war vom
Schöffengericht zu 4 Monaten Gefängnis
ver=
urteilt worden, weil er bei einer Rauferei nach einem
Tanzvergnügen dem Arbeiter Joſef Weißbinder mit
einem ſtumpfen Gegenſtand eine ſo ſchwere Kopfverletzung
zufügte, daß dieſer längere Zeit arbeitsunfähig war. Die
gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde als
unbe=
gründet verworfen.
Zu den Erörterungen in der Preſſe über die
Er=
höhung der Brandverſicherungsbeiträge von 6 Pfg. für
100 Mark Umlagekapital im Jahre 1911 auf 10 Pfg. in
dieſem Jahre wird uns von berufener Seite geſchrieben:
Die Brandverſicherungsbeiträge bilden keine feſtſtehenden
Prämienſätze, ſie werden vielmehr alljährlich nach dem
Bedarf beſonders feſtgeſtellt. Der Bedarf ſetzt ſich
zuſam=
men aus den Brandſchadensvergütungen des
vorhergehen=
den Jahres, den Verwaltungskoſten, dem Beitrag an die
Landesfeuerlöſchkaſſe und den Beiträgen an die
Gemein=
den für erhöhte Feuerſicherheit der im Hydrantenſchutz
ſtehenden Gebäude. Während die Verwaltungskoſten und
die genannten Beiträge in den einzelnen Jahren
verhält=
nismäßig nur geringe Veränderungen aufweiſen,
unter=
liegen die Brandentſchädigungen naturgemäß mehr oder
weniger großen Schwankungen. Die Erhöhung oder
Minderung des jährlichen Brandſteuerausſchlags hängt
hiernach hauptſächlich von der Höhe der
Brandentſchädig=
ungen des verfloſſenen Jahres ab. Die ungewöhnlich
hohen Brandentſchädigungen des Jahres 1911 von über
1600000 Mark gegenüber denjenigen des Jahres 1910
von nur 454000 Mark ſind die Urſache) daß der
Brand=
verſicherungsbeitrag von 6 Pfg. im Jahre 1911 auf 10
Pfg. in dieſem Jahre erhöht werden mußte. Die
Inan=
ſpruchnahme der Zinſen des Reſervefonds oder des
Re=
ſervefonds ſelbſt zur teilweiſen Deckung des Bedarfs iſt
bei einem Ausſchlag von nur 10 Pfg. geſetzlich nicht
zu=
läſſig. Erſt wenn der Jahresbedarf die Erhebung einert
Umlage von mehr als 10 Pfg. und bezw. mehr als 12 Pfg.:
erfordert, iſt der Fehlbetrag aus den Kapitalzinſen und
aus dem Reſervefonds zu beſtreiten. Der beſondere
Not=
fonds, deſſen Bildung kürzlich von einer Seite gefordert
wurde, iſt hiernach in dem Reſervefonds bereits
vorhan=
den. Da der langjährige Durchſchnittsausſchlag 10 Pfg.
betrug, ſo wurde im Geſetz die Grenze für die
Heranzieh=
ung des Reſervefonds zur teilweiſen Deckung des
Bedar=
fes auf einen Ausſchlag von über 10 Pfg. feſtgeſetzt. Ein
Ausſchlag von 10 Pfg. oder 1 pro Mille des
Verſicherungs=
kapitals dürfte im Vergleich mit den Anforderungen
an=
derer Verſicherungsanſtalten immer noch als kein hoher
zu bezeichnen ſein. Von den Brandverſicherungsanſtalten
der übrigen ſüddeutſchen Staaten werden zum Beiſpiel in‟
dieſem Jahre von 100 Mark Umlagekapital an Beiträgen.
erhoben: von Bayern 15 Pfg., von Württemberg 11 Pfg.,
neben der Entnahme von 2514777 Mk. aus dem
Reſerve=
fonds, von Baden 14 Pfg. Der diesjährige Beitrag
ent=
ſpricht übrigens dem früheren langjährigen
Durchſchnitts=
ausſchlag ſeit Beſtehen der Brandverſicherungsanſtalt von
1 pro Mille des Verſicherungskapitals. In dem Zeitraum;
von 1880 bis 1890 wurden ſogar durchſchnittlich im Jahre
10,3 Pfg. Beitrag erhoben. Erſt von den 90er Jahren an
ermäßigten ſich die Beiträge, wenn auch noch
Ausnahme=
jahre wie die Jahre 1893. 1903 und 1904 mit je 10 Pfg.)
Beitrag vorkamen. Ein Ausſchlag von 6 Pfg. kam abert
ſeit Beſtehen der Anſtalt nur ſechsmal vor.
In den Berichten über eine kürzlich abgehaltene
Ver=
ſammlung einer Intereſſentengruppe wurde Klage über
die hohen Verwaltungskoſten der Heſſiſchen
Brandver=
ſicherungsanſtalt geführt. Demgegenüber ſei zur Auf=)
klärung folgendes feſtgeſtellt: Nach den, in den „
Mitteil=
ungen des Verbandes öffentlicher
Feuerverſicherungsan=
talten in Deutſchland” veröffentlichten Ergebniſſen der
Brandverſicherungsanſtalten der ſüddeutſchen Staaten
be=
tragen die Verwaltungskoſten im Durchſchnitt der Jahre
1898 bis 1908 auf eine Million Mark
Verſicherungskapital=
in Bayern 160 Mk. 57 Pfg., in Württemberg 120 Mk. 384
Pfg., in Baden 110 Mk. 34 Pfg., in Heſſen 93 Mk. 48 Pfg.
Eine gleich günſtige Stellung in bezug auf die Höhe der=
Verwaltungskoſten nimmt die Heſſiſche Anſtalt auch den
übrigen Gebäude=Verſicherungs=Anſtalten des Reiches!
gegenüber ein. Ein Grund zur Klage gegen unſere An=‟
ſtalt über zu hohe Verwaltungskoſten dürfte hiernachs
nicht beſtehen.
Herr Kapellmeiſter Kittel, zweiter
Kapell=
meiſter an unſerem Hoftheater, wird, dem Vernehmen
nach, als Nachfolger Karl Müllers die Oberleitung der
Flaſchenpoſten.
C2) Die Auffindung einer Flaſchenpoſt, die
an=
geblich von der „Titanic” ſtammen ſollte und die
wahrſcheinlich ein wenig geſchmackvoller Scherz irgend
eines Witzboldes geweſen iſt, lenkt den Blick auf den
Miß=
brauch, der ſo oft mit dieſen auch heute noch nicht ganz
bedeutungslos gewordenen Flaſchenpoſten getrieben wird.
Reiſende machen ſich oft ein Vergnügen daraus, eine
ge=
leerte Flaſche mit phantaſtiſchen Mitteilungen oder naiven
Scherzgedichten zu verſehen und dann wohlverkorkt und
verſiegelt ins Meer zu werfen. Ohne daran zu denken,
daß Seeleute, Fiſcher und Küſtenbewohner oft viel Mühe
und Zeit verwenden müſſen, um eine von der Strömung
angetriebene Flaſchenpoſt aufzufiſchen, weil ſie wichtige
und ernſte Mitteilungen enthalten kann. Gefährlicher
aber als dieſe unüberlegten Abſender zweckloſer
Flaſchen=
poſten ſind die Schwindler, die ſich dieſes Mittels
be=
dienen, um Verſicherungsgeſellſchaften zu prellen. Heute
freilich, im Zeitalter der drahtloſen Telegraphie, iſt das
Operationsfeld dieſer erfinderiſchen Köpfe auf ein
Mini=
mum eingeſchränkt; aber in früheren Zeiten ſind
Seever=
ſicherungsgeſellſchaften mehr als einmal durch gefälſchte
Flaſchenpoſten geſchädigt worden. Eines der
berühmte=
ſten Beiſpiele davon iſt der Fall von der Auffindung einer
Flaſchenpoſt des amerikaniſchen Dampfers Vermont”
Die Botſchaft enthielt die Nachricht von dem Untergange
des Schiffes, und ſofort ſchnellte in London die
Rückver=
gütungsprämie auf nicht weniger als 80 Prozent empor.
Als ein paar Tage ſpäter die Nachricht kam, daß die „
Ver=
mont” wohlbehalten St. Helena erreicht habe, hatten die
ſchlauen Schwindler bereits ein gutes Geſchäft gemacht.
Ein großer Teil der in den Weltmeeren treibenden
Fla=
ſchenpoſten ſtammt von den hydrographiſchen Seeämtern
her und ſind von den Behörden ausgeworfen, um den
Wechſel und die Schnelligkeit von Meeresſtrömungen zu
verfolgen. Jede dieſer Flaſchenpoſten enthält ein
For=
mular mit ausführlichen, in ſechs Weltſprachen abgefaßten
Anweiſungen; die Finder werden gebeten, die Breite des
Fundortes einzutragen und die Flaſchenpoſt dann am
nächſten Hafen entweder den Seebehörden oder dem
Kon=
l des bekeiſerden Landes zu übergeben.
Die Entfernungen die von ſolchen
Flaſchen=
poſten zurückgelegt werden, ſind bisweilen gewaltig; vor
einigen Jahren, ſo berichtet eine engliſche Wochenſchrift,
wurde eine Flaſchenpoſt aufgefiſcht, die in 327 Tagen nicht
weniger als 5000 engliſche Meilen zurückgelegt hatte und
bald darauf fand man noch eine zweite Flaſchenpoſt, die
in nur 92 Tagen 2400 Meilen weit durch den Ozean
ge=
trieben war. Bei Schiffskataſtrophen wird die
Flaſchen=
poſt wohl noch auf lange Zeit hinaus eine Rolle ſpielen;
tretz der vielen Gefahren, die eine im Meer treibende
Flaſche umgeben, iſt die Zahl der jährlich aufgefundenen
ſchwimmenden Botſchaften verhältnismäßig ſehr groß,
und jedenfalls größer, als man annehmen ſollte. Am 25.
November 1875 fiſchte ein Küſtenwächter in der Mitte des
Cape Flattery eine ſolche Botſchaft auf, die einen an
„Mrs. Minnie Bowdiſch, San Franzisko” adreſſierten
Brief enthielt. Das Schreiben wurde weiter geſandt,
er=
reichte die Adreſſatin, die Tochter der Abſenderin. Durch
die Flaſchenpoſt erfuhr ſie, daß ihre Mutter bei dem
Un=
tergange eines Paſſagierdampfers ein Grab in den
Wel=
len gefunden hatte. Der Brief war am 1. November
datiert und ſchilderte die furchtbare Notlage des Schiffes.
Die Mutter teilte der Tochter mit, daß ſie einen Teil ihrer
Koſtbarkeiten ſechs Männern übergeben habe, die
ſchwim=
men könnten. Die Schreiberin wollte offenbar noch
nähere Angaben machen, aber das Verſagen der
Beleucht=
ung machte dem Schreiben ein Ende. Der Brief ſchließt
mit den haſtig hingekritzelten Worten: „Hiermit treffe ich
meine letztwillige Verfügung und mache durch dies
Teſta=
ment Dich, Minnie Bowdiſch, zu meiner alleinigen Erbin.
Dies von Deiner Dich liebenden Mutter Jenny Parſons”.
Mrs. Bowdiſch hat von den Schmuckſtücken ihrer Mutter
niemals etwas wiedergeſehen, aber im Jahre 1900 las
ſie zufällig in einer Zeitung, daß bei der Hibernia=
Spar=
bank noch 28000 Mark lagen, die 1875 von einer gewiſſen
Jenny Mandeville deponiert und ſeitdem nicht abgehoben
waren. Mandeville war der Mädchenname der Mutter,
und mit Hilfe der alten Flaſchenpoſt konnte die Tochter
nun die Erbſchaft antreten und die Bemühungen
entfern=
ter Verwandter durchkreuzen, die bereits verſucht hatten,
das vergeſſene Erbe an ſich zu reißen.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Das Recht des
Malers an ſeinem Kunſtwerk. Vor einiger Zeit
wurde mitgeteilt, daß ein Künſtler ein Urteil erſtritten
hätte, nach dem der Eigentümerin eines von ihm
gelie=
ferten Freskogemäldes unterſagt worden war, die auf
dem Bilde befindlichen nackten Sirenen übermalen zu
laſſen. Nun hat auch das Reichsgericht das Urteil
be=
ſtätigt. Die Deutſche Juriſtenzeitung teilt u. a. folgendes
aus den Urteilsgründen mit: Es ſei davon auszugehen,
daß zwar die Anerkennung eines allgemeinen ſubjektiven
Perſönlichkeitsrechts im bürgerlichen Rechte nicht
enthal=
ten ſei, daß es jedoch beſonders geregelte
Perſönlichkeits=
rechte gebe. Ein ſolches ſei aus den Beſtimmungen des
Kunſtſchutzgeſetzes vom 9. 1. 07 zu entnehmen, deſſen
aus=
drückliche Beſtimmungen in Paragraphen 12, 13, 15 uſw.
die urheberrechtlichen Befugniſſe nicht erſchöpften, aber
doch erkennen ließen daß der Künſtler, dem modernen
Rechtsempfinden entſprechend, ein geſetzlich geſchütztes
Recht darauf habe, daß das von ihm geſchaffene Werk als
Ausfluß ſeiner künſtleriſchen Schöpferkraft der Mit= und
Nachwelt nur in unveränderter Geſtaltung
zugänglich gemacht werde. Dies ergebe ſich namentlich
aus Paragraph12, der ſogar den Erwerber des
Urheber=
rechts nicht berechtige, an dem Kunſtwerke ſelbſt . . .
Aen=
derungen vorzunehmen Sei der Eigentümer des
Be=
ſitzes überdrüſſig, ſo könne er das Kunſtwerk veräußern,
wegſtellen oder ſogar völlig vernichten; er greife dadurch
nicht in die künſtleriſche Eigenſchaft des Werkes und
ſo=
mit in das Perſönlichkeitsrecht des Künſtlers ein. Dieſes
habe ſich vielmehr durch Weggabe des Kunſtwerkes einem
ſolchen Schickſal in der Hand des Erwerbers unter=
Durch die Veränderung des Kunſtwerkes
worfen .
habe die Eigentümerin aber das trotz Uebertragung des
Eigentums fortbeſtehende Urheberrecht des Künſtlers
verletzt.
Hermann Sudermanns neueſtes Werik
„Der gute Ruf” ein modernes Geſellſchaftsſtück, wurde
bisher von 26 Bühnen erworben. Die Uraufführung am
Komödienhaus in Berlin findet ſpäteſtenskim Dezemben
Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Auguſt 1912.
Seite 3.
muſikaliſchen Vorbereitung für die Bayreuther
Bühnen=
feſtſpiele übernehmen und vom Herbſt ab ſeinen Wohnſitz
in Bayreuth nehmen.
— Den 80. Geburtstag feiert der Monument=
Auffeher Göbel am 12. Auguſt in voller Rüſtigkeit.
Auszeichnung. Herr Hofphotograph Alb. Fraatz,
Wilhelminenplatz 2, erhielt auf der Photographiſchen
Ausſtellung Heidelberg für ſeine Arbeiten eine bronzene
Medaille.
Im Silberkranz. Am Sonntag, den 11. Auguſt,
feiert das Mitglied des Großh. Hoftheaters, Herr
Bruno Waigandt nebſt ſeiner Ehefrau Macgarethe,
geb. Dude, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
— Der Geſangverein „Sängerluſt” veranſtaltet
morgen Samstag im Garten und in ſämtlichen Räumen
des „Mathildenhöhſaales” ſein Sommernachtfeſt. Bei
großer Illumination des Gartens konzertiert eine
Ab=
teilung der Kapelle Hauske und der Sängerchor bringt
mehrere wirkungsvolle Chöre unter der vortrefflichen
Leitung des Dirigenten Karl Grim zum Vortrag. Nach
Beendigung des Programms wird mit dem Tanz
be=
gonnen. Es wird auch, dem Feſte entſprechend, eine
Fackelpolonäſe ausgeführt werden. Ein Tänzkränzchen
am Sonntag bei Mitglied Wenz, Chauſſeehaus, ſchließt
die Veranſtaltung. (Naheres ſiehe Anzeige am Samstag.)
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 3. Auguſt l. J.
männ=
lich 9902, weiblich 6509, zuſ. 16411, in Prozenten 60,33,
39,67. Der Krankenſtand betrug am 3. Auguſt l. J.
männlich 389, weiblich 315, in Prozenten 3,92, 4,83.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 29. Juli bis 3. Auguſt l. J. 5097,23 Mk. An
Wöch=
nerinnen waren vorhanden am 3. Auguſt I. J. 21.
Sterbefälle kamen vor in der Woche vom 29. Juli
bis 3. Auguſt l. J. 2.
— Ludwigshöhe. Das auf geſtern anberaumt
ge=
weſene Kinder= und Familienfeſt mit Konzert
iſt der ungünſtigen Witterung wegen auf heute,
Freitag, verſchoben worden.
— Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute Freitag, den
9. Auguſt, konzertiert die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=
Regts. Nr. 61 unter Herrn Webers Leitung. Ein
„Lieder= und Balladenabend” liegt dem Programm
dieſesmal zu Grunde, wobei nur gern gehörte Lieder
und einige „Löweſche” Balladen Berückſichtigung finden
werden. Eine Kompoſition „Echo im Walde” von
Pro=
feſſor H. Kling mit Solo=Quartett dürfte allgemeinen
Beifall finden. Zum Schluſſe „Deutſchlands
Er=
innerungen an die Kriegsjahre 1870—71” von H. Saro
mit Schlachtenmuſik. Dieſesmal wirken die Spielleute
des Leibgarde=Regiments mit.
Mainz, 8. Aug. Der frühere langjährige
Obermuſik=
meiſter Muſchke im Infanterie=Regiment Nr. 87, der
ſich allgemeiner Beliebtheit und Achtung erfreute und
eine ſtadtbekannte Perſönlichkeit war, iſt geſtern im Alter
von 58 Jahren geſtorben.
Gießen, 7. Aug. In dem D=Zug Gießen=Limburg,
der um 10.23 Uhr in Limburg eintrifft, verſtarb geſtern
abend plötzlich Generalſuperintendent Rogge
aus Koblenz. Der Verſtorbene hatte vor Antritt ſeiner
Reiſe in Kaſſel verſchiedene Speiſen zu ſich genommen,
nach deren Genuß ſich Unwohlſein und Ohnmacht
ein=
ſtellten. Man nimmt deshalb an, daß Rogge an
Ver=
giftung geſtorben iſt. Kurz vor Weilburg trat der
Tod ein. Von der Staatsanwaltſchaft Limburg wurde
bereits die Obduktion der Leiche angeordnet.
Bad=Nauheim, 8. Aug. Ihre Durchlaucht Prinzeſſin
Henriette von Schleswig=Holſtein iſt im
Parkhotel und Seine Hoheit der Maharadja von
Pu=
dukota iſt im Grand=Hotel zur Kur abgeſtiegen.
Butzbach, 7. Aug. Trotz der raſchen Zunahme der
hieſigen Bevölkerung ſoll an der Realſchule die
Ober=
ſekunda aufgehoben und kein Lateinunterricht mehr
erteilt werden. In der Bürgerſchaft und den beteiligten
Kreiſen der Nachbardörfer erhebt ſich bereits ſcharfer
Widerſpuch gegen dieſen beabſichtigten Abbau der
Real=
ſchule.
Nidda, 7. Aug. Bei Sprengungsarbeiten
im Baſaltwerk zu Ober=Widdersheim ging geſtern mittag
ein Schuß zu früh los, durch den drei Arbeiter ſchwer
verletzt wurden.
Nidda, 8. Aug. Vor dem Amtsgericht fand
geſtern, wie die Darmſt. Ztg. berichtet, Termin in Sachen
des Zuſammenbruchs des Vorſchuß= und
Kredit=
vereins Ober=Mockſtadt in Anweſenheit
zahl=
reicher Mitglieder ſtatt. Konkursverwalter Rechtsanwalt
Sandmann=Hungen führte aus, daß die nach dem
Zu=
ſammenbruche des Vereins den haftpflichtigen Mitgliedern
auferlegte Vorſchußzahlung zur Deckung des Defizits
be=
kanntlich auf 2300 Mark pro Mitglied feſtgeſetzt worden
ſei, da man von der Erwägung ausgegangen ſei, daß 20
Prozent der Ausſtände nicht eingehen und 25 Prozent der
Vorſchußzahlungen ausfallen würden. Das Ergebnis
habe ſich jedoch anders geſtaltet, indem 40 Prozent der
Ausſtände und 44 Prozent der Vorſchußzahlungen nicht
eingegangen ſeien. Die Ergebniſſe der erſten
Vorſchußbei=
treibung, ſowie eine vom Aufſichtsrate veranſtaltete
un=
ter Zuziehung von Vertrauensleuten vorgenommene
Prü=
fung der Vermögensverhältniſſe der einzelnen Genoſſen
habe ergeben, daß bei der erforderlich werdenden
wei=
teren Vorſchußzahlung mit einem Ausfalle von
min=
deſtens zwei Drittel aller Genoſſen (Mitglieder) zu
rech=
nen ſei, was bei rund 400 Genoſſen einem Ausfalle von
267 Genoſſen gleichkomme. Somit könne bei der neuen
Vorſchußeinforderung nur mit 133 Genoſſen gerechnet
werden, und es müſſe abgerundet ein weiterer Betrag von
2700 Mark pro Mitglied erhoben werden. Bankdirektor
Hartleib von der Filiale der Landgräflich Heſſiſchen konz.
Landesbank in Friedberg machte die Anweſenden mit
ei=
ner von ihm ins Auge gefaßten Hilfsaktion bekannt, die
das Konkursverfahren weſentlich abkürzen würde, wobei
allerdings auch die Gläubiger einen Nachlaß gewähren
müßten. Kreisrat Böckmann=Büdingen empfahl, die
dar=
gebotene Hand nicht zurückzuweiſen, da die Vorſchläge
be=
achtenswert ſeien. Das Gericht beſchloß hierauf, die
Be=
ſchlußfaſſung über die Höhe des zu zahlenden weiteren
Vorſchuſſes auszuſetzen und der Konkursverwaltung
auf=
zugeben, eine ſpezialiſierte Bilanz, mit den nötigen
Unter=
lagen verſehen, anzufertigen und zur Einſicht der
Ge=
noſſen aufzulegen.
Kölzenhain, 8. Aug. Bei dem Preisſchießen, das
der hieſige Kriegerverein veranſtaltete, trat auch ein
ſieb=
zehnjähriger Junge als Preisſchütze auf. Beim Laden
des Gewehres ging dem Jungen der Schuß los. Das
Geſchoß ging durch den Rock eines Zuſchauers, etwa
fin=
gerbreit von deſſen Wirbelſäule entfernt, ſtreifte und
ver=
letzte einen anderen Zuſchauer am Arme, durchſchlug
dann dem Landwirt Volp aus Ober=Seibertenrod den
Oberſchenkelknochen und prallte gegen die Knieſcheibe
eines hinter letzterem Stehenden. Der Landwirt Volp iſt
ſchwer verletzt und mußte in die Klinik nach Gießen
ver=
bracht werden. Es beſteht Gefahr, daß der Mann ſein
Bein verliert.
Rrich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Aug. Der aus dem
Lückert=Letzow=Prozeß bekannte Kriminalbeamte von
Tauſch iſt im Alter von 68 Jahren in Bad Aibling
ge=
ſtorben. Der Prozeß Lückert=Letzow enthüllte ein
gan=
zes Intrigennetz der politiſchen Polizei. Gegen von Tauſch
wurde als Folge ſeiner Zeugenſchaft in dieſem Prozeß
ein Meineidsverfahren eingeleitet, das aber reſultatlos
verlief. Auf dem Diſziplinarwege wurde er dann
pen=
ſioniert. — Trotz der polizeilichen Warnung vor dem
Gebrauche überlanger Hutnadeln ſieht man
doch hie und da noch Damen, welche dieſe gefährlichen
Waffen nicht ſtrecken wollen. In den
Straßenbahn=
wagen wurden, nach dem Grundſatze: „Komm den
Frauen zart entgegen” die Damen zunächſt höflichſt
„gebeten, im Intereſſe der Mitfahrenden ihre Hüte nicht
mit lang hervorſtehenden Hutnadeln zu befeſtigen‟ Das
ſcheint aber nicht gezogen zu haben. Dieſe in den Wagen
hängenden Plakate ſind daher jetzt überklebt worden,
und man lieſt nunmehr auf ihnen: „Um eine Gefährdung
der Mitfahrenden zu verhüten, haben die Damen
hervor=
ſtehende Hutnadeln zu ſichern‟ — Im Poſtwagen des
Berlin-Frankfurter Zuges wurde Poſtdirektor
Köh=
ler=Berlin, der auf einer Inſpektionsreiſe begriffen war,
vom Schlage getroffen. Er ſtarb bald darauf im
Krankenhaus Frankfurt a. M.
Straßburg, 8. Aug. An der Schiffbrücke bei
Neuen=
burg ſank ein großer Stein=Nachen mit vier Mann
Beſatzung infolge Ueberlaſtung. Zwei Arbeiter wurden
von Mannſchaften des Jägerbataillons Nr. 5 gerettet, die
beiden anderen ertranken.
Kaſſel, 7. Aug. Im Alter von 92½ Jahren verſtarb
heute der älteſte Veteran der deutſchen
Mili=
tärärzte, Generalarzt a. D. Linder.
Köln, 8. Aug. Der wegen Verdachts des
Dieb=
ſtahls der Kaiſerkette in Haft befindliche
Hoch=
geſchurz hat jetzt vor dem Unterſuchungsrichter ein
Ge=
ſtändnis abgelegt, daß er der Täter ſei. Der
mitver=
haftete Bayer habe ihn mit vorgehaltenem Revolver zu
dem Einbruch gezwungen.
Wien, 8. Aug. Der Landtagsabgeordnete Blum
hielt ſich während der Fahrt von Czernowitz nach Wien
mit einigen Herren im Speiſewagen auf und
über=
zählte nach dem Eſſen ſeine Barſchaft. Nach dem
Aufent=
halt des Zuges auf der Station Colomba hatten drei
Herren im Speiſewagen Platz genommen. Als Blum den
Wagen verließ, folgten ihm die Fremden. In ſeinem
Wagen angekommen, bemerkte er, daß ihm ſeine
Brief=
taſche mit Geld und Wechſeln im angeblichen Betrage von
etwa 100000 Kronen fehlte. Der Verdacht lenkt
ſich auf die Fremden, die auf der Station Stanislau
aus=
geſtiegen waren.
Wien, 7. Aug. Auf der Strecke Wien=Berlin
ver=
ſchwanden zwei Geldbriefe, von denen einer
von der Böhmiſchen Induſtrialbank mit 15000 Mark an
die Deutſche Bank in Berlin, der zweite vom Wiener
Bankverein an eine Berliner Firma mit 10000 Rubel
adreſſiert war. Die Nachforſchungen blieben bisher
er=
folglos.
Como, 7. Aug. Aus vielen Orten der Provinz Como
werden ſchwere Unwetter gemeldet. Der bei
Ar=
geno mündende Bergſtrom Telo iſt infolge des
Gewitter=
regens über ſeine Ufer getreten und hat zwei Häuſer der
Stadt zum Einſturz gebracht, drei beſchädigt. In Dorio
hat ein Bergrutſch zwei Häuſer verſchüttet, drei Perſonen
wurden getötet. Der Bergſtrom Brencia hat zwei
Brücken weggeſchwemmt, drei Perſonen ſind ertrunken.
In Lecco=Valſaſſina und der ganzen Gegend am See
ſind große Verwüſtungen auf den Feldern angerichtet
worden. Die Eiſenbahn Coliſo=Sondrio hat wegen
Unterſpülung den Betrieb eingeſtellt.
Reims, 7. Aug. Durch die Exploſion einer
Dynamitpatrone die während der heutigen
Trup=
penübung erfolgte, ſind zwanzig Dragoner verwundet
worden, zehn von ihnen ſo ſchwer, daß ſie ins Lazarett
gebracht werden mußten.
London, 8. Aug. In Dublin wurde das Urteil
über die Suffragetten geſprochen, die während des
Beſuches des Premierminiſters Asquith den Verſuch
ge=
macht hatten, das Royaltheater in Brand zu ſetzen. Die
beiden Suffragettenführerinnen, Mrs. Leigh und Mrs.
Evans, wurden zu je fünf Jahren
Zwangs=
arbeit verurteilt.
Rotterdam, 8. Aug. Geſtern abend fuhr an dem
belebteſten Punkt der Stadt beim Feſtgebäude ein
Automobil ins Waſſer. Einer der vier Inſaſſen
und der Chauffeur ertranken.
Petersburg, 7. Aug. Ueber die Feuersbrunſt
vom 23. Juli, der eine der älteſten Sehenswürdigkeiten
der ruſſiſchen Reſidenz, das Häuschen Peters des
Großen auf der Petrowski=Inſel, ferner die
Kaſerne der Grenzwachbrigade, das Gebäude der
Petrowski=Vorſtadt=Feuerwehr, die Sägemühle und das
Holzlager von Ljubiſchtſchew, etwa 30 Privathäuſer und
mehrere Perſonen zum Opfer fielen, berichtet die St.
Petersburger Zeitung u. a.: Das Feuer nahm ſeinen
An=
fang in der Sägemühle von Ljubiſchtſchew, und zwar aus
unaufgeklärter Urſache. In wenigen Minuten bildete die
ganze Sägemühle mit drei ſteinernen Gebäuden und das
mächtige Holzlager ein unheimliches Feuermeer. Die in
der Mühle beſchäftigten Arbeiter mußten eiligſt fliehen.
Es ſteht vorläufig noch nicht feſt, wer von ihnen ſowie
von den Wächtern und den anderen Angeſtellten im Feuer
umgekommen iſt. Die geretteten Arbeiter erzählen, daß ſie
mehrere Perſonen in den Flammen
ver=
ſchwinden geſehen und Hilferufe gehört hätten. Die
immenſe Hitze verurſachte ſtarke Wirbelwinde, die die
Flammen immer ſtärker entfachten, welche alsbald der
Reihe nach auf die angrenzenden Gebäude des Hofreſſorts
übergingen. Als die Petrowski=Vorſtadt=Feuerwehr dem
Flammenherd näher rückte, drehte ſich plötzlich der Wind
nach der Richtung des vom Löſchkommando
eingenom=
menen Standplatzes, ſo daß die Mannſchaft auf ein
Haar in den Flammen umgekommen wäre. Ihr
Feuer=
wehrautomobil, das hell aufflammte, wurde in die
Newa geſtürzt. Ein Brandmeiſtergehilfe, deſſen Kleider
lichterloh brannten, ſtürzte ſich gleichfalls in die Newa.
Er wurde mit ſchwachen Lebenszeichen aus dem Waſſer
gezogen. Danach verbreitete ſich das Feuermeer mit
ge=
waltiger Geſchwindigkeit in der Richtung des Gebäudes
der Feuerwehrwache, das alsbald ein Raub der Flammen
wurde, ſowie auf das Häuschen Peters des Großen
an der Ecke des Petrowski Pr. und der Topolewa. Den
Bewohnern der Umgegend gelang es, noch einige kleinere
Sachen, viele eigene Arbeiten Peters des Großen uſw.
hinauszutragen. Die größeren Sachen blieben zurück,
und wenige Minuten darauf war das hiſtoriſche Haus
in einen Haufen Aſche verwandelt. Gleichzeitig
brann=
ten gegen 30 Privathäuſer. Die Panik die unter den
Einwohnern derſelben entſtand, war unbeſchreiblich, Aus
den Häuſern konnte nichts von ihrem Hab und Gut
ge=
rettet werden. In vielen Fällen entgingen die Einwohner
ſelbſt nur mit Mühe und Not dem Tode. Die Bewohner
des zweiten Stockwerks retteten ſich zum größten Teil
durch einen Sprung aus den Fenſtern. Gleichzeitig wurde
die Kaſerne der Grenzwach=Brigade mit allen ihren
Stal=
lungen uſw. vom Feuer erfaßt. Wie viel Mann und wie
viel Pferde hierbei umgekommen ſind, ſteht noch nicht feſt.
Der auf Poſten vor der Kaſerne ſtehende Soldat verblieb
getreu ſeinem Fahneneide auf ſeinem Poſten und kam in
den Flammen um.”
ſtatt. Das Werk wird bereits auch ins Franzöſiſche,
Italieniſche, Engliſche und Ruſſiſche überſetzt.
*⁎* Der Schah als Journaliſt. „Von der Parteien
Haß und Gunſt entſtellt” ſchwankt Schah Naſſir ed dins
Charakterbild in der Zeitgeſchichte. Aber wie auch eine
künftige Zeit über den Politiker und den Menſchen
urtei=
len mag: dem Schriftſteller Naſſir ed din wird man
einſt einen bevorzugten Platz in der jüngſten perſiſchen
Literatur zuſchreiben. In dem europafeindlichen Schah
ſteckte eine gute journaliſtiſche Ader; das wird ſo recht
deutlich, wenn man einen Blick in die Tagebücher ſeiner
weſtlichen Reiſen wirft, von denen das die letzte
Europa=
fahrt behandelnde, bisher noch nicht überſetzt, uns jetzt
durch die Forſchungen des Straßburger Profeſſors
Dr. P. Horn nähergebracht iſt. Im Gegenſatz zu dem
bis dahin üblichen pompöſen Schwulſt hat Naſſir ed din
hier der ſchlichten, klaren, volkstümlichen Erzählungskunſt
Bahn gebrochen; ſein einziges Steckenpferd iſt eine
Vor=
liebe für franzöſiſche Worte, die er nach Belieben in den
Text ſtreut — es war ja die einzige fremde Sprache, die
er verſtand und ſprach. Recht amüſant iſt ſein Beſuch in
der Jagdausſtellung in Kaſſel, oder „Jagdexpoſition”
wie der Schah ſchreibt. „Da ſieht man zahlloſe Geweihe
von Hirſchen, Rehen, Büffeln, Gemſen u. a., Köpfe von
Wild aller Sorten, verſchiedene Bärenfelle, wunderbare
und merkwürdige Vögel, wie Faſanen und andere ſeltene
Vögel; alle hergerichtet. Ferner hat man Arten von
Raub=
vögeln, wie Falken, Geier und dergleichen ausgeſtellt,
ſo=
wie Jagdgeräte und=Werkzeuge, wie Pfeile, Bogen,
Schleudern, Gewehre mit Zündſchnuren und Feuerſteinen,
Hinterlader und dergleichen. Es waren eine Menge
hüb=
ſcher Frauen da, die uns umringten. Wir verlangten
eine Feuerſchloßflinte, um ſie zu verſuchen. Die Frauen
ſcharf anſehend und auf ſie zugehend, ſpannten wir den
Hahn; die erſchreckten Frauen liefen weg und ſchrien. Es
gab ein Gelächter und war ſpaßhaft.” Auch im Berliner
Aquarium machte der Schah aufmerkſame Studien. Dort
hatte es ihm der „Chimpanze” angetan: „Es war ganz
ſchrecklich anzuſehen. Faſt eine Viertelſtunde ſtanden wir
und betrachteten ihn. Er hat auch eine ſeltſame Stimme,
höchſt greulich und ſchrecklich, ſo daß, wer ihn im Walde
hört, arge Furcht bekommt . . . Eine andere
Merkwür=
digkeit iſt eine Schlange, ſo dick wie ein Pappelbaum,
zehn Jahre alt und etwa zehn Ellen lang. Sie war höchſt
ſehenswert. Die Schlange war lebendig und hatte ſich
um ſich ſelbſt geringelt; ſo oft ihr Wärter herankam,
wollte ſie ihn anfallen. Die Schlange beſitzt kein Gift, hat
aber ſo viel Kraft, daß ſie ſich um einen Tiger, den ſie im
Walde ſieht, ringelt, ihn zuſammenpreßt und zermalmt.”
Bei einem Beſuche in Potsdam hat er ſeine Freudé
an den kaiſerlichen Prinzen. „Die vier Söhne Sr. Maj.
des Kaiſers im Alter von 8, 7 5 und 4 Jahren — die
Reiſe fand im Jahre 1889 ſtatt — ſtanden neben Ihrer
Majeſtät der Kaiſerin; alle vier in Matroſenanzüge
ge=
kleidet. Es waren ſehr ſchöne Knaben. Die Amme
(sie! mit Uebertragung perſiſcher Verhältniſſe, wo die
Amme auch im ſpäteren Leben als Reſpektsperſon gilt)
und zwei oder drei vornehme Damen waren noch im
Zim=
mer der Kaiſerin. Ihre Majeſtät die Kaiſerin ſind ſehr
unterhaltend, freundlich und liebenswürdig.” Mit großem
Intereſſe beobachtet der Schah die zahlloſen
Telegraphen=
drähte, die ihm „höchſt erſtaunlich” dünken. „Da ſind nicht
etwa nur ein, zwei oder zehn Drähte. Oben auf hohen
Gebäuden hat man ſtarke eiſerne Pfähle errichtet und in
dieſe an den Seiten eine Anzahl Stangen und Stäbe
ein=
gelaſſen. Ueberall ſind einem Spinnennetze gleich
zahl=
reiche Drähte gezogen; dem Menſchen, der ſie zählen
wollte, würde es vor den Augen flimmern.” Ein ſo guter
Beobachter und Erzähler war der letzte bedeutende
Per=
ſerſchah, den am 1. Mai 1896 kurz vor ſeinem 50jährigen
Regierungsjubiläum die Kugel eines Fanatikers in der
Moſchee zu Teheran niederſtreckte. Leider ſind die zahl=
reichen Blätter mit Karikaturen von ſeiner Hand — er
war ein ebenſo geſchickter wie boshafter Zeichner — in
den Palaſtwirren der letzten Jahre verſchollen.
— Was ein Engländer vom Berliner Schutzmann
er=
zählt. Die Zahl der engliſchen Journaliſten, die
Deutſch=
land bereiſen und für ihr Vaterland entdecken” wächſt
zuſehends. Was bei ſolchen tiefgründigen, in 2 Wochen
zu Ende geführten Studien herauskommt, zeigt ſehr
amü=
ſant die Schilderung des Berliner Schutzmanns und des
Berliner Polizeiweſens die jetzt G. Ward Price in der
Daily Mail veröffentlicht. „Der Berliner Schutzmann
ſcheint einer rieſigen Familie von Vettern anzugehören;
das iſt der erſte Eindruck. Die Schutzleute haben einen
Leibesumfang, der größer iſt als ihre Bruſt und ſie alle
umgürten abends, wenn ſie zu Bett gehen, ihre Oberlippe
mit einem Netzwerk, das dazu dient, den Schnurrbart ſo
kühn empor zu ſträuben, wie den des Kaiſers. Alle
Schutz=
leute halten, wenn ſie gerade nichts zu tun haben, die
Hände auf dem Rücken und blicken grimmig auf die
Paſ=
ſanten, die ſie alle für ihre gewerbsmäßigen Feinde
hal=
ten. Faſt jeden Morgen wird man in den deutſchen
Zei=
tungen bei dem Bericht über die nachts erfolgten
Verhaf=
tungen zwei oder drei ſtets wiederkehrende Sätze finden,
die das Verhältnis des Berliner Schutzmanns
kennzeich=
nen zu jedem Menſchen, der ihm trotzt, wie winzig und
ſchwächlich der Uebeltäter auch ſein möge: Darauf zog
der Schutzmann blank und hieb auf ihn ein, bis der Mann
blutüberſtrömt zuſammenbrach” Man nimmt dieſe
in=
tereſſanten Ausführungen des ſcharfſinnigen britiſchen
Beobachters, daß allnächtlich in Berlin auf dieſe Weiſe
ein paar Menſchen „zuſammengehauen” werden, bis ſie
„blutüberſtrömt zuſammenbrechen” lächelnd hin;
merk=
würdig bleibt nur, daß deutſche Augen von dieſer nach
engliſchem Begriff für den Berliner Schutzmann
charakte=
riſtiſchen täglichen Berufsarbeit nicht viel zu ſehen
be=
kommen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Auguſt 1912.
Nummer 186.
Stadtverordneten=Verſammlung.
9. Sitzung.
-g. Darmſtadt, 8. Auguſt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um ¾4 Uhr und macht folgende
Mitteilungen:
Die vereinigten Kriegervereine haben zu der
Ge=
dächtnisfeier, die zu Ehren der gefallenen Krieger von
1870/71 am 18. Auguſt auf den Friedhöſen ſtattfindet,
eingeladen.
Der Hauptlehrer der Peſtalozziſchule hat für die
Er=
höhung ſeiner Stellenzulage gedankt, ferner der frühere
Turmwächter Aulbach für die Bewilligung eines
Gna=
dengehalts und der Vorſtand des Hilfsvereins der
Großh. Hofmuſik für die bewilligte Zuwendung.
Der Vorſitzende teilt mit, daß der Deutſche
Holz=
arbeiterverband zur Unterbringung der
Wanderausſtel=
lung „Die Unfallgefahren der Holzinduſtrie” um
Ueber=
laſſung eines geeigneten ſtädtiſchen Lokals nachgeſucht
und daß er dem Verband die Turnhalle in dem
ſtädti=
ſchen Gebäude Grafenſtraße 30 hierfür unentgeltlich zur
Verfügung geſtellt habe.
Die Frauengruppe des Deutſchen Schulvereins hält
im September in Darmſtadt ihren Kongreß ab und hat
um einen Beitrag in Höhe der Saalbaumiete gebeten. Die
Verſammlung erklärt ſich mit dieſem Beitrag
einver=
ſtanden.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion hat folgende
An=
frage eingereicht: Welche Maßnahmen gedenkt die
ver=
ehrliche Stadtverwaltung zu ergreifen: 1. im Hinblick auf
die abermalige Erhöhung der Preiſe für Wurſt= und
Fleiſchwaren; 2. im Hinblick auf den derzeitigen hohen
Stand der Milchproduktion und des unveränderten
Preis=
ſtandes der Milch? Unter Berückſichtigung der Tatſache,
daß es ſich hier um zwei der hervorragendſten
Volksnah=
rungsmittel handelt, bitten wir im Intereſſe des
Allge=
meinwohls um Vermittelung der Stadtverwaltung zu
Gunſten der Konſumenten. — Die Verſammlung verweiſt
die Anfrage nach dem Vorſchlage des Oberbürgermeiſters
zur Erledigung an den ſozialpolitiſchen Ausſchuß.
Beig. Ekert referiert über zwei dringende
Wegher=
ſtellungen. Durch die Inangriffnahme der Arbeiten für
den neuen Friedhof an der Breiten Allee wird die
Be=
feſtigung des Dornheimer Wegs weſtlich der neuen
Bahn=
anlagen bis zur Wixhäuſer Hausſchneiſe erforderlich. Die
Koſten ſind zu 6500 Mark veranſchlagt und werden durch
die Anlieger nach Maßgabe der Beſtimmungen des
Orts=
bauſtatuts demnächſt erſetzt. Die Tiefbau=Deputation hat
zugeſtimmt und die Ausführung im kommenden Winter
als Notſtandsarbeit empfohlen. — Die Verſammlung
ſtimmt dem zu.
Nördlich der Breiten Allee, dem Amtsgebäude
der Eiſenbahnverwaltung entlang, iſt die Fertigſtellung
der Straße erforderlich. Die Koſten betragen 2600 Mark.
Dieſelben werden bewilligt.
Wirtſchaftsplan für die ſtädtiſchen
Waldungen.
Die Großh. Oberförſterei Darmſtadt hat den
Wirt=
ſchaftsplan für die ſtädtiſchen Waldungen für das
Wirt=
ſchaftsjahr 1912/13 vorgelegt. Hiernach ſind im ganzen
zur Fällung vorgeſehen 9500 Feſtmeter, und zwar 7100
Feſtmeter Brennholz und 2400 Feſtmeter Nutzholz. Die
Koſten des Waldwirtſchaftsbetriebs (Holzhauerlohn,
Kultur= und Wegbankoſten) ſind auf 50599 Mark
veran=
ſchlagt. Die Landwirtſchafts=Deputation hat den
Wirt=
ſchaftsplan gutgeheißen. Auch die Verſammlung ſtimmt
dem Plan nach dem Referat des Beig. Jäger zu.
Erhöhung der Holzhauerlöhne.
Durch die Erhöhung der Holzhauerlöhne iſt eine
Kreditnachbewilligung für 1912 notwendig geworden.
Dem Antrage der Oberförſterei entſprechend, haben
Landwirtſchafts=Deputation und Finanz=Ausſchuß die
Bewilligung eines weiteren Kredits von 1000 Mark
be=
fürwortet. Der Kredit wird nach dem „Referat des
Stadtv. Dr. Nöllner bewilligt.
Baudispensgeſuche.
Maurermeiſter Ferd. Mahr beabſichtigt, im
An=
ſchluß an den Ringofen auf ſeinem Grundſtück Kaſtanien=
Allee 21 eine offene Halle zu errichten. Da das Grundſtück
außerhalb des Bebauungsplanes liegt, iſt eine Befreiung
von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
erforder=
lich. Der Hochbau=Ausſchuß befürwortet ſie; die
Ver=
ſammlung genehmigt dies.
Die Firma Wetzel, die in den Häuſern Beſſunger
Straße 100 und 102 eine Weinhandlung betreibt, will zur
Vergrößerung von Bureau= und Wohnräumen im
Erd=
geſchoß in der gemeinſchaftlichen Brandmauer der beiden
Häuſer eine Tür anlegen. Hierzu iſt Befreiung von der
Beſtimmung in § 69 der Ausführungs=Verordnung zur
Allgemeinen Bauordnung erforderlich, die der Hochbau=
Ausſchuß zu erteilen beantragt hat. Die Verſammlung
ſtimmt dem zu. — Referent: Stadtv. Werner.
Das Baukonſortium Mathildenhöhe beabſichtigt, bei
der Errichtung der Häuſergruppe hinter dem
Ausſtel=
lungsgebäude auf der Mathildenhöhe einen Teil des
Brandgiebels vom Haus Nr. 10 auf die Länge der Treppe
in der Stärke von 38 Zentimetern auszuführen. Dies
widerſpricht der Beſtimmung in § 68 der Ausführungs=
Verordnung zur Allgemeinen Bauordnung, weshalb um
Befreiung von dieſer Beſtimmung nachgeſucht wird. Der
Hochbau=Ausſchuß hat das Geſuch befürwortet.
Nicht befürwortet hingegen hat der Hochbau=Ausſchuß
das Geſuch desſelben Baukonſortiums für das Haus Nr.
10 der genannten Häuſergruppe, durch Ausbau des
Dach=
geſchoſſes zu Atelierräumen ein fünftes Stockwerk
zuzu=
laſſen. — Referent: Stadtv. Wagner.
Der Hochbau=Ausſchuß will nicht den Dispens
ertei=
len, da dies Konſequenzen dahin haben könnte, daß man
ſpäter Geſuche um Ausbau des fünftes Stockes zu
Wohn=
zwecken nicht ablehnen könne. Der Oberbürgermeiſter tritt
für die Genehmigung ein, da es ſich nur um Ateliers
han=
dele. Ein Mißbrauch der Genehmigung ſei nicht zu
er=
warten. Stadtv. Wittmann bedauert, daß die Häuſer
dort ſo hoch gebaut werden dürfen. Dadurch werde das
gute Geſamtbild der Anlage ſehr benachteiligt, da das
Ausſtellungsgebäude ganz verdeckt werde. Der
Oberbür=
germeiſter weiſt demgegenüber darauf hin, daß es ſich
nicht um ein fünftes Stockwerk handele, ſondern nur um
eine ſtatthafte Ausnahme zum Benutzen des
Dachgeſchoſ=
ſes zu Atelierzwecken. Nach weiteren Ausführungen der
Stadtvv. Wagner, Nodnagel, Schupp, Aßmuth, Bormet,
Säng und Linck wird die Beſchlußfaſſung bis zur nächſten
Sitzung vertagt.
Kaufmann C. Mahr will zur Gewinnung von
Lager=
räumen den freiliegenden Hofraum ſeines Hauſes Ernſt
Ludwigs=Platz Nr. 2 teilweiſe überbauen. Zu dieſem
Zweck ſuchte er um Befreiung von der Beſtimmung der
§§ 32 und 33 der Baupolizeiordnung und des § 56 der
Ausführungs=Verordnung zur Allgemeinen Bauordnung
nach. Der Hochbau=Ausſchuß empfiehlt das Geſuch zur
Genehmigung unter Beachtung aller feuer= und
baupoli=
zeilichen Auflagen. — Die Verſammlung ſtimmt nach dem
Referat des Stadtv. Wagner zu.
Rechnungsrat i. P. Freyer hat um die Erlaubnis
nachgeſucht, auf ſeinem Grundſtück an der Dieburger
Straße Nr. 2 Abwaſſergruben zur Entwäſſerung ſeines
Neubaues daſelbſt anlegen zu dürfen. Die Tiefbau=
De=
putation hat das Geſuch unter den üblichen Bedingungen
befürwortet. — Die Verſammlung genehmigt dies nach
dem Referat des Stadtv. Wittmann.
Abänderung der Baufluchtlinie.
Zur Einlegung eines Doppelgleiſes der Straßenbahn
in die Luiſenſtraße, Frankfurter Straße pp. iſt eine
Aen=
derung der Fußſteiganlage an der nordöſtlichen Ecke des
alten Gerichtsgebäudes am Mathildenplatz erforderlich,
die eine Zurückſetzung der Baufluchtlinie an der fraglichen
Stelle bedingt. Der Hochbau=Ausſchuß empfiehlt dieſe
Zurückſetzung, ſowie den Erwerb des zwiſchen der alten
und neuen Fluchtlinie liegenden Geländes und die
Ueber=
nahme der Koſten der Umänderung der Einfriedigung
und der Gartenanlage pp., wozu die Stadt nach dem
Vertrage mit der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft
verpflichtet iſt. — Referent iſt Stadtv. Dr. Kolb. Die
Verſammlung ſtimmt zu.
Verbreiterung der Ludwigshöhſtraße.
Die durch Beſchluß der
Stadtverordnetenverſamm=
lung erworbene Hofreite Ludwigshöhſtraße 28 ſoll, da ſie
zum großen Teile in die demnächſtige Verbreiterung der
Ludwigshöhſtraße fällt, niedergelegt werden, was vom
Hochbau=Ausſchuß empfohlen wird. Die Verſammlung iſt
damit einverſtanden. — Referent iſt Stadtv.
Witt=
mann.
Aenderungen am Ausſtellungsgebäude
auf der Mathildenhöhe.
Es hat ſich durch die früheren Ausſtellungen als
zweck=
mäßig herausgeſtellt, die vordere weſtliche Terraſſe vor
dem Roſenhof des Ausſtellungsgebäudes auf der
Mathil=
denhöhe mit der Terraſſe vor dem Haupteingang zu
ver=
binden, wodurch zugleich die Möglichkeit gegeben iſt,
unter der neuen Terraſſe einen ſehr nötigen Raum zur
Unterbringung von Kiſten pp. zu ſchaffen. Die genannten
Herſtellungen erfordern eine Ausgabe von 8900 Mark,
wofür die Mittel in dem Voranſchlag für 1912 bereits
vorgeſehen ſind. Hochbau=Ausſchuß, Saalbau=Deputation
und Finanz=Ausſchuß haben dem Antrage zugeſtimmt.
Referent: Beig. Jäger. Stadtv. Lehr wünſcht, daß
die Ausgabe erſpart werde. Die Summe wird bewilligt.
Herſtellung eines Waſſerbaſſins vor der
Ruſſiſchen Kapelle.
Auf Veranlaſſung Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs ſoll aus den vorhandenen Mitteln einer
Stiftung vor der Ruſſiſchen Kapelle auf der
Mathilden=
höhe an der Stelle des vorhandenen Raſenbeetes ein von
zwei Blumenbeeten flankiertes Waſſerbaſſin in
künſtleri=
ſcher Ausführung angelegt werden. Das Baſſin ſoll
einen Beſtandteil der Künſtlerkolonie=Ausſtellung 1914
bilden und der Stadt als Eigentum überwieſen werden.
An die Stadt iſt das Anſinnen geſtellt worden, die Koſten
der durch die Anlage notwendigen Verbreiterung der An=
und Abfahrt nach der Ruſſiſchen Kapelle zu übernehmen,
die Waſſerzuleitung nach dem Baſſin auf ihre Koſten
auszu=
führen und das zur Speiſung des Baſſins erforderliche
Waſſer unentgeltlich zu liefern. Tiefbau=Deputation,
Waſſerwerks=Deputation und Finanz=Ausſchuß haben ſich
mit der Uebernahme dieſer Leiſtungen auf die Stadtkaſſe
einverſtanden erklärt und die Bewilligung der
erforder=
lichen Mittel befürwortet. Die einmaligen Ausgaben
werden 1250 Mark und die dauernden Ausgaben 970 Mk.
jährlich betragen. — Referent: Stadtv. Wagner.
Stadtv. Lehr möchte auch dieſen Betrag ſparen. Stadtv.
Friedrich findet es nicht richtig, daß man Forderungen
von Bedürfnishäuschen wegen der Koſtenfrage ablehnt
während man hier große Summen ausgeben will.
Nach weiteren Ausführungen der Stadtvv. Dr.
Nöll=
ner L. Lautz und Bender wird die Ausgabe
be=
willigt.
Die Anlagen am Böllenfalltor.
Für die Unterhaltung der gärtneriſchen Anlagen am
Böllenfalltor hat die Stadt ſeither einen jährlichen
Zu=
ſchuß von 150 Mk. geleiſtet. Nachdem der
Verſchönerungs=
verein dieſe Anlagen in Pacht genommen hat, wird die
Weiterzahlung des Zuſchuſſes an den genannten Verein,
ſo lange er die Anlage am derzeitigen Platze und in
der=
zeitiger Ausdehnung unterhält, beantragt. Anlagen=
Deputation und Finanz=Ausſchuß haben zugeſtimmt.
Die Verſammlung ſtimmt nach dem Referat des Stadtv.
Bormet zu.
Beitrag an die Hiſtoriſche Kommiſſion.
Der Vorſitzende der Hiſtoriſchen Kommiſſion für das
Großherzogtum Heſſen hat eine Beteiligung der Stadt
Darmſtadt an der genannten Kommiſſion angeregt. Die
Erwerbung der Mitgliedſchaft der Kommiſſion, die nach
den Satzungen mit einem Jahresbeitrag von wenigſtens
1000 Mark verbunden iſt, wird nicht empfohlen; dagegen
wird beantragt, in anbetracht des günſtigen Einfluſſes,
den die Arbeiten der Kommiſſion auf die Förderung der
Kenntnis in der Geſchichte der Stadt haben, einen
jähr=
lichen Beitrag von 100 Mark zu bewilligen. Der Finanz=
Ausſchuß empfiehlt den Antrag. — Der Betrag wird
nach dem Referat des Stadtv. Dr. Nöllner bewilligt.
Etat der Höheren Schulen.
Nach den vorliegenden Ueberſichten über die
Einnah=
men und Ausgaben in 1911 berechnet ſich der Zuſchuß der
Stadt: 1. zur Kaſſe des Realgymnaſiums auf 59063 Mk.
75 Pfg. (gegen den Voranſchlag mehr 2093 Mk. 75 Pfg.)
2. zur Kaſſe der Ludwigs=Oberrealſchule auf 46914 Mk.
84 Pfg.; 3. zur Kaſſe der Liebigs=Oberrealſchule auf
19865 Mk. 08 Pfg. (zu 2. und 3. gegenüber dem
Voran=
ſchlag mehr 1479 Mk. 92 Pfg.). Der Finanz=Ausſchuß hat
die Ueberſichten gutgeheißen. Ebenſo die Verſammlung
nach dem Referat des Stadtv. Bormet.
Erweiterung der Schulgärten.
Der Stadtmädchenſchule ſoll zur Benutzung für die
Kinder ein der Stadt gehöriges Gelände hinter dem alten
Schießhaus überwieſen werden. — Referent iſt Stadtv.
Dr. Nöllner. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Gemüſelieferungen für das
Stadt=
krankenhaus.
Das Stadtkrankenhaus hat oft Schwierigkeiten, das
benötigte Gemüſe zu erhalten. Bisher wurde ein Teil
vom Pfründnerhausgarten geliefert. Es ſoll nunmehr die
der Stadt gehörige Pallaswieſe zur Gemüſezucht benutzt
werden. — Die Verſammlung ſtimmt dem Vorſchlag nach
den Ausführungen des Stadtv. Dr. Nöllner zu.
Kongreſſe und Verbandstage.
Kongreß des Weltbundes der
Kranken=
pflegerinnen.
* Köln, 7. Aug. Weiter ſtand „Die ſoziale
Arbeit der Krankenpflegerinnen” zur
Ver=
handlung. Nach Berichten aus England und Amerika
über dieſes Gebiet ſprach Schweſter Agnes Karll in
groß=
zügiger Weiſe über die ſoziale Arbeit als „Krone der
Diakonie” und behandelte insbeſondere die
Notwendig=
keit der Betätigung von Pflegerinnen in der
Trinker=
fürſorge, der Fabrik= und Krankenkaſſen=Inſpektion
und als Schulſchweſter; ſie forderte eine gründliche
Aus=
bildung für die Verſchiedenartigkeit dieſer Aufgaben,
und betonte, daß jeder der dazu hilft, ſolche Aus= und
Fortbildung einem großen Kreis von Frauen zugänglich
zu machen, dem Volkswohl einen erheblichen Dienſt
leiſtet. — Der „ſozialen Arbeit” war auch der
dritte Tag gewidmet. Es iſt leicht begreiflich, daß die
beſondere Art der ſozialen Arbeit die
Krankenpflegerin=
nen ganz beſonders für ſie geeignet erſcheinen läßt. Das
ging auch aus den gegebenen Berichten über die Tätigkeit
der Schweſtern auf dem Gebiete der Waiſenpflege,
Säug=
lingsfürſorge, Tuberkuloſenfürſorge, Polizeiaſſiſtenz u. a.
hervor; den erſten drei Arten ſozialer Arbeit liegt vor
allem der Kampf gegen die völkermordende Tuberkuloſe
und das ärgſte aller ſozialen Uebel, die
Kinderſterblich=
keit, ob, während die Polizeiaſſiſtentin außerdem u. a.
in der Fürſorge für die ſtrafentlaſſene Jugend unendlich
viel Gutes wirken und der Proſtitution manches Opfer
entreißen kann. — Alle Rednerinnen erhoben erneut die
Forderung einer langjährigen gründlichen
Berufsaus=
bildung zum Wohle der Geſamtheit wie zur
wirtſchaft=
lichen und ſozialen Hebung des
Krankenpflegerinnen=
berufes. — Der letzte Tag gehörte Beſichtigungen und
Ausflügen.
Stenographentag der Schule
Stolze=Schrey.
—r. Magdeburg, 7. Aug. Unter großer
Beteilig=
ung aus allen Gegenden des Reiches wurde in den Tagen
vom 1. bis 6. Auguſt in Magdeburg der 5. Verbandstag
der Stenographenſchule Stolze=Schrey abgehalten. Auch
aus der Schweiz, aus Paris, Wien und Kopenhagen
waren Vertreter erſchienen. In den
Hauptverſammlun=
gen wurde verhandelt über „Pflege der Redeſchrift in
den Vereinen” (Lehrer Konersmann=Kiel), „Die
gegen=
wärtige ſtenographiſche Lage und die Frage der deutſchen
Einheitsſtenographie” (Verbandsvorſitzender Bäckler=
Ber=
lin), „Kurzſchrift und Jugendpflege” (Stadtv. Stark=
Magdeburg), Der kurzſchriftliche Unterricht an den
höhe=
ren Lehranſtalten” (Prof. Dr. Mäule=Stuttgart und Prof.
Dr. Schwarze=Wittenberg), „Diktiermaſchine und
Steno=
graphie” (Bürgerſchaftsſtenograph Hennings=Lübeck) und
„Die Werbetätigkeit der Stenographenvereine” (Lehrer
Hell=Kiel). Beſonders an die Referate über den
ſteno=
graphiſchen Unterricht an den höheren Lehranſtalten
ſchloß ſich eine lebhafte Beſprechung, in der man
allge=
mein zum Ausdruck brachte, daß man auf die
lehrplan=
mäßige Einführung des Stenographieunterrichts in den
höheren Schulen hinwirken müſſe. Bis zur Erfüllung
des darin liegenden Wunſches ſollten ſich die
Schul=
behörden und Schulleitungen die Förderung des
frei=
willigen Unterrichts noch viel mehr als jetzt angelegen
ſein laſſen. Zu fordern ſei ein völliges Vertrautſein mit
der Stenographie ſeitens der Lehrer und Schulleiter.
In der von 2200 Perſonen beſuchten
Feſtverſamm=
lung hielt Direktor Dr. Dewiſcheit Vortrag über „Die
deutſche Einheitsſtenographie” Mit glänzender
Bered=
ſamkeit trat der Vortragende für eine Vereinheitlichung
der Stenographie ein, die dann noch weit mehr als heute
in den Dienſt der wirtſchaftlichen Kräfte, der politiſchen
und geiſtigen Arbeit und der Volkswohlfahrt geſtellt
wer=
den könne.
Am Montag wurde auch ein Militärſtenographentag
abgehalten, der Beſucher aus allen Gegenden des
Lan=
des aufwies. Generalarzt Dr. Körting und
Bezirksfeld=
webel Aue=Altenburg ſprachen über „Die Kurzſchrift, ein
unentbehrliches Rüſtzeug für den angehenden
Militär=
anwärter” Man ſprach ſich allgemein dahin aus, daß die
Stenographie in den Lehrplan der Kapitulantenſchulen
ſo bald als möglich wieder aufgenommen werden müſſe.
Am Wettſchreiben am Sonntag nahmen über 1500
Perſonen teil. Zur Beſchaffung von Ehrenpreiſen
ſtan=
den weit über 4000 Mark zur Verfügung. Den höchſten
Preis erbielt Jean Schmitz=Wiesbaden für eine
glän=
zende Leiſtung von 400 Silben in der Minute. Es folgte
in der Bewertung Richard Bähr=Frankfurt a. M., der
260 Silben in ungekürzter Schrift geleiſtet hatte. Im
ganzen wurden 648 Preiſe verausgabt. Das Ergebnis
des Wettſchreibens wurde als ein hervorragendes
be=
zeichnet. Glänzende Feſtlichkeiten umrahmten die
Tag=
ungen und zahlreiche Nebenverſammlungen füllten die
übrige Zeit aus.
Ausſtellung: Unfallgefahren in der
Holzinduſtrie.
— Man ſchreibt uns: Die Entwickelung der
Holz=
induſtrie hat zu einer immer größeren Verwendung der
Maſchine in der Holzbearbeitung geführt. Wurden nach
der Gewerbezählung im Jahre 1895 in der Induſtrie der
Holz= und Schnitzſtoffe 18914 Motorenbetriebe mit 203 235
Pferdeſtärken gezählt, ſo ſtieg die Zahl bis zum Jahre
1907 auf 36899 Motorenbetriebe mit 408025
Pferde=
ſtärken. Außerdem wurden 1907 noch 63898 Kilowatt an
elektriſcher Energie gezählt, deren Umfang 1895 ſo gering
war, daß die Gewerbezählung die Kraftleiſtung der
Elek=
tromotoren nicht feſtgeſtellt hat.
Holzbearbeitungsmaſchi=
nen bedürfen ausnahmslos einer außerordentlich großen
Rotation und bringen damit die an ihnen beſchäftigten
Arbeiter in große und vor allen Dingen ſchwere Gefahr.
Nach den Berichten der Berufsgenoſſenſchaften kamen im
Durchſchnitt der 15 Jahre von 1895 bis 1909 auf 1000
ver=
ſicherte Perſonen 46,72 Unfälle. Der Durchſchnitt bei den
4 in Frage kommenden Berufsgenoſſenſchaften der
Holz=
induſtrie beträgt zwar nur 45,84, bleibt alſo um ein
Ge=
ringes hinter dem allgemeinen Durchſchnitt zurück. Bei
der Zahl der Entſchädigten, alſo der ſchweren Unfälle,
iſt das Verhältnis aber umgekehrt. Es kommen im
all=
gemeinen bei den gewerblichen Berufsgenoſſenſchaften im
benannten Zeitraum und im Durchſchnitt 7,70, bei den
Holzberufsgenoſſenſchaften aber 11,44 Entſchädigte auf je
1000 Verſicherte. Dazu kommt, daß bei der Zahl der
Ver=
ſicherten die geſamten in den verſicherungspflichtigen
Be=
trieben Beſchäftigten gezählt ſind, während den Gefahren
der Holzbearbeitungsmaſchinen in der Hauptſache nur der
verhältnismäßig geringe Teil der an dieſen Beſchäftigten
ausgeſetzt iſt. Die Zahl der Verletzungen von Arbeitern
an Holzbearbeitungsmaſchinen iſt enorm. Nach einer im
Jahre 1904—05 aufgenommenen Statiſtik der Berliner
Maſchinenarbeiter ergab ſich, daß jährlich 57,24 Prozent
Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Auguſt 1912.
Seite 5.
der Beſchäftigten verunglückt war. Der Einſchränkung
dieſer großen Unfallgefahr gilt darum die Sorge der
be=
teiligten Arbeiter und der dabei in Frage kommenden
Organiſationen.
Der im Jahre 1910 in München abgehaltene
Ver=
bandstag des Deutſchen Holzarbeiterverbandes
beauf=
tragte den Verbandsvorſtand das einſchlägige Material
über Unfälle und Art dieſer Unfälle zu ſammeln und dem
nächſten Verbandstage Leitſätze vorzulegen, die an die
Geſetzgebung, die Behörden und Berufsgenoſſenſchaften zu
richten ſind, um beſſeren Schutz der an
Holzbearbeitungs=
maſchinen beſchäftigten Arbeiter zu erwirken. Zugleich
wurde beſchloſſen, zur Propaganda größeren
Unfall=
ſchutzes an Holzbearbeitungsmaſchinen eine
Wander=
ausſtellung zu ſchaffen.
Dieſem Entſcheid verdankt die vom 11. bis 31. Auguſt
in der Städtiſchen Turnhalle, Grafenſtraße 30,
unterge=
brachte Ausſtellung „Unfallgefahren in der
Holzinduſtrie” ihre Entſtehung. In einer großen
Anzahl bildlicher Darſtellungen werden Arbeitsräume
der Holzbearbeitung aus einer Reihe von Städten
vorge=
führt, Arbeitsräume, wie ſie ſind und — wie ſie ſein
könn=
ten. Muſterbetriebe mit allen techniſchen Neuerungen,
da=
neben rückſtändige Betriebe, denen auch der Laie die
Ge=
fahren für die in den Betrieben Arbeitenden ſannſieht.
Dann einige Schutzvorrichtungen an
Holzbearbeitungs=
maſchinen und eine recht umfangreiche Sammlung der
Folgen der Unfallverletzungen, eine Galerie verſtümmelter
Hände. Die durch den Photographen feſtgehaltene
Ab=
ſtimmung in einer Verſammlung Berliner
Maſchinen=
arbeiter, ein Wald verſtümmelter Hände, legen ein
beſon=
ders beredtes Zeugnis von der Häufigkeit der Unfälle und
der Notwendigkeit größeren Unfallſchutzes der an
Holz=
bearbeitungsmaſchinen Beſchäftigten ab.
Luftfahrt.
* Der Süddeutſche Aeroplanflug, der
mehrmals verſchoben worden war, iſt jetzt endgültig auf
die Zeit vom 14. bis 22. Oktober angeſetzt worden. Der
Flug ſoll Mannheim, Frankfurt a: M., Nürnberg, Ulm
und München berühren. Man rechnet auf eine ſtarke
Be=
teiligung nicht nur ſüddeutſcher, ſondern auch
nord=
deutſcher Flieger.
Einen Aeroplanfernflug von Päris
nach Berlin will der franzöſiſche Flieger Brindejonc
des Moulineaux am Donnerstag früh von dem
Flug=
felde Villa Coublay bei Verſailles aus unternehmen, um
ſich mit dieſem Diſtanzflug um den Pokal zu bewerben,
der für den längſten Flug ohne Unterbrechung in
ge=
rader Richtung ausgeſetzt iſt. Brindejonc will den Flug
mit einer Morane=Saunier=Maſchine unternehmen und
hat Köln und Hannover als Zwiſchenlandungen in
Aus=
ſicht genommen.
* Bonn, 8. Aug. Der franzöſiſche Flieger
Brindejone de Mougineaux, der heute morgen
4,40 Uhr in Paris aufgeſtiegen war, landete heute
mor=
gen um 10 Uhr auf der Hangelarer Heide bei Bonn, um
Benzin einzunehmen. Um 11 Uhr iſt er zur Weiterfahrt
aufgeſtiegen.
Sport.
* Pferde=Rennen zu Steele an der Ruhr.
Berne=Jagd=Rennen; 1500 Mark. Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn H. Stemanns Zucht (Kühl), 2. Antimone (
Pip=
lies), 3. Perdita (K. Fanta). Tot. 24:10. Drei liefen.
1½—5 Lg. — Eſſener Jagd=Rennen; Ehrenpreis und
1500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Rittm. Graf
Harden=
bergs Spaniſh Galleon (Krauſe), 2. Ballette (Beſ.),
3. Doubtful Lady (Lt. von Moßner). Tot. 17110, Pl. 16,
50:10. Unpl.: Gardiſt, Eclair, Topſtone. 2—4 Lg.
Glashütten=Jagd=Rennen; 1500 Mark, Diſtanz 3400
Me=
ter: 1. Herrn Kappes Roſy (Kühl), 2. Haltefeſt (Kreiſel),
3. Kingsway (K. Broda). Tot. 37110, Pl. 12, 14, 14:10.
Unpl.: Karmel, Proud, Spirit, Sturm, Berkſhire,
Gold=
regen, Glimmer II. 5—2½ Lg. — Vereinigungs=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 1500 Mark, Diſtanz 3400
Me=
ter: 1. Herrn F. Gruppes Lagadere (Lt. Schönborn).
2. Dublin Fuſilier (Lt. von Moßner), 3. Le Capiſton
(Beſ.). Tot. 109110, Pl. 17, 14, 16:10. Unpl.: Wanda,
Fickleneß, Binty, Knave of Hearts. 5—3 Lg. — Halden=
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 1600 Mark, Diſtanz 3400
Meter: 1. Herrn C. Roſacks Erbſchaft (Lt. von Moßner),
2. Terciaba (Lt. von Bock=Polach), 3. Saville (Beſ.). Tot.
14110, Pl. 12. 15:10. Unpl.: Leipzig (4), Holle. 12—4 Lg.
— Union=Klub=Jagd=Rennen; 1600 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Rittm. von Platens Erato (Burian), 2. Octave
(Kühl) 3. Lavendel (Piplies). Tot. 27110, Pl. 17, 17110.
Unpl.: Plus, Golddroſſel, Corodexter. 10—5 Lg.
Lawn=Tennis. Das Internationale
Lawn=Tennis=Turnier zu
Heiligen=
damm wurde im Herren=Einzelſpiel ohne Vorgabe um
die Meiſterſchaft von Heiligendamm von Rahe gegen
O. von Müller 6—0, 6—1 gewonnen. Mit Graf als
Partner gewann Rahe ferner das Herren=Doppelſpiel
ohne Vorgabe gegen OHara Murray=Lindemann 8—6,
2—6, 7—5, 6—2. Das offene Herren=Einzelſpiel gewann
dagegen O. von Müller gegen Rahe, der nach einem
Stand von 6—1, 6—2, 1—6 aufgab.
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau, 7. Aug. An unſerem letzten
Ferkelmarkt entwickelte ſich im Hinblick auf die zu
erwar=
tende günſtige Kartoffeleknte ein ſehr lebhafter
Geſchäfts=
gang. Die aufgetriebenen 521 Tiere fanden ſämtlich
raſchen Abſatz und konnten ſogar nicht alle Käufer ihren
Bedarf decken. Ferkel wurden mit 14—25 Mark und
Springer mit 27—35 Mark pro Stück bezahlt. Einleger
waren keine aufgetrieben. Der nächſte Ferkelmarkt wird
am Montag, den 12. d. M., abgehalten. Weiter ſei
dar=
auf hingewieſen, daß am Dienstag, den 20. d. M.,
vor=
mittags 8 Uhr beginnend, in Groß=Gerau eine
Kreis=
ziegenſchau mit Prämiierung ſeitens der 12 Kreisvereine
ſtattfindet. Angetrieben werden einige Hundert Alt= und
Jungtiere der Saanenraſſe.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Durch die Bahnhofsverlegung iſt der
Lagerhaus=
platz von den Kohlenlagern gänzlich geräumt worden,
was allſeits lebhaft begrüßt wurde. Den ſüdlichen Teil
des Platzes, der Stadt gehörig, hat man planiert,
dage=
gen den nördlichen Teil, der Staatsbahn gehörig, läßt
man in rohem und ſchwarzem Zuſtande liegen, auf
letz=
terem befindet ſich ſogar noch ein von den Kohlenarbeitern
herrührendes Bedürfnisplätzchen, was keine beſonderen
Annehmlichkeiten bietet. Man fragt ſich nun: Hat man
ſtädtiſcherſeits für die ſchon ohnedies ſehr geſchädigten
Geſchäftsleute nicht mehr übrig, als daß man ihnen noch
weiter Staub, Schmutz und Unrat bietet, der noch dadurch
erhöht wird daß man auf dem Platze Kohlenwagen
auf=
ſtellt und Schutt abladet? Man könnte doch ganz gut
dem Uebelſtande dadurch abhelfen, wenn man den Kies,
der ſchon auf dem Platze lagert und anſcheinend aber für
andere Anlagen beſtimmt iſt, daſelbſt ausbreitet
und einen Sportplatz herrichtet, was doch wahrlich nicht
als Lurus betrachtet werden kann. Es iſt übrigens zu
verwundern, daß der Bezirksverein Johannisviertel
ſich mit dieſer Sache noch nicht beſchäftigt hat.
Die Hundertjahrfeier des Hauſes Krupp.
* Eſſen (Ruhr), 7. Aug. Nachmittags gegen 4 Uhr
verſammelten ſich im Lichthofe des
Hauptverwaltungsge=
bäudes, in dem morgen die Kaiſerfeier vor ſich geht, über
500 Angehörige des Kruppſchen Werkes in
Gegen=
wart der Mitglieder des Direktoriums und des
Aufſichts=
rates und Vertreter der Behörden, darunter
Handels=
miniſter Dr. Sydow, Oberpräſident Frhr. v Rheinbaben,
Regierungspräſident Kruſe, Oberbürgermeiſter Holle
(Eſſen) und andere. Handelsminiſter Dr. Sydow
be=
tonte in einer Anſprache die Bedeutung des
Hundertjahr=
feſtes und wies auf die hohen Aufgaben der Firma hin.
Auch der Kaiſer habe ſeinem lebhaften Intereſſe
da=
durch Ausdruck zu verleihen geruht, daß er eine große
Anzahl Auszeichnungen verlieh. Dr. Krupp voon
Bohlen und Halbach dankte dem Miniſter für ſeine
Ausführungen und gab die Auszeichnungen bekannt, die
verſchiedenen Angehörigen der Werke vom Großherzog
von Baden, dem König von Württemberg und anderen
Landesfürſten verliehen worden ſind
Ueber 500 Werksangehörige erhielten Orden
ver=
ſchiedener Abſtufungen. Unter anderen erhielt den Roten
Adlerorden zweiter Klaſſe mit Eichenlaub der
ſtellver=
tretende Vorſitzende des Aufſichtsrats Juſtizrat v. Simſon
(Berlin), den Roten Adlerorden dritter Klaſſe mit Schleife
der Vorſitzende des Direktoriums Geh. Finanzrat
Hugen=
berg und Direktor Ehrensberger, den Roten Adlerorden
dritter Klaſſe die Direktoren Haux und Sorge von den
Gruſonwerken, Frielinghauf und der ſtellvertretende
Direktor Schnabel. Direktor Dr. Gillhauſen wurde zum
Geh. Baurat ernannt. Den Roten Adlerorden vierter
Klaſſe erhielten die Direktoren Eccius, Frhr. v.
Boden=
hauſen und Vielhaber.
* Eſſen, 7. Aug. In ſeiner Rede ſagte
Handels=
miniſter Dr. Sydow u. a.: Das Feſt des
hundertjäh=
rigen Beſtehens der Firma Krupp iſt untrennbar von der
Erinnerung an Alfred Krupp nicht bloß vermöge
des beiden gemefnſamen Gebußtsjahres, ſondern vor
allem, weil die Feier der Firma zugleich eine Huldigung
vor dem Manne iſt, der ſie groß gemacht und der ihr das
Gepräge ſeiner Eigenart gegeben hat, und deſſen Geiſt in
ihr noch heute lebendig fortwirkt. Nur auf ſich ſelbſt,
ſeinen freien Willen und ſeine ungemeine Begabung
ge=
ſtellt, hat Alfred Krupp im Kampf mit den widrigſten
Umſtänden mit unermüdlicher Pflicht und nie
erlahmen=
der Ausdauer das ererbte Unternehmen aus engen
Ver=
hältniſſen zur höchſten Leiſtungsfähigkeit emporgehoben.
Beſte Arbeit zu liefern, war überall ſein erſtes Ziel, durch
ſein Schaffen an den Werken des Friedens wie des
Krie=
ges dem Vaterland zu nützen, ſein anderes. Das oft
wiederholte Wort: „Der Zweck der Arbeit ſoll das
Ge=
meinwohl ſein” iſt von ihm während eines langen Lebens
betätigt worden. Erfüllt von klarer Erkenntnis der nahen
Wechſelbeziehungen zwiſchen der Wohlfahrt des großen
Unternehmens und der ſeiner Angeſtellten und Arbeiter,
war er unabläſſig bemüht, bei den Angehörigen ſeines
Werkes die Freude an der Arbeit zu erwecken und die
Sorgen des Lebens zu lindern. So durfte er auf der
Höhe ſeiner Lebensarbeit mit berechtigtem Stolz
aus=
ſprechen: „Ich habe das Bewußtſein, daß dieſe Werke ein
Segen ſind für das Land und für die Arbeiter.” Sein
Werk hat ihn überdauert.
Es iſt eine wohl einzigartige Erſcheinung, daß ein ſo
gewaltiges Unternehmen nicht nur der Familie des
Schöpfers erhalten iſt, ſondern auch bei allen weiteren
Entſcheidungen den perſönlichen Stempel bewahrte, den
ihm ſein Schöpfer aufgedrückt hat. Das Verdienſt daran
gebührt vor allem dem Genius Alfred Krupps und in
gleicher Weiſe auch ſeinem Sohne Friedrich Alfred,
da=
neben aber auch allen (vom oberſten Leiter bis zum letzten
Helfer), die ihre Arbeit im Geiſte der unbedingten
Pflicht=
treue, im Streben nach höchſter Vervollkommnung und
im ſteten Bewußtſein der Pflicht gegen das Gemeinwohl
erweitert und ausgebaut haben. So ſteht das Kruppſche
Werk an der Wende des erſten Jahrhunderts als eine
Zierde der deutſchen Induſtrie und eine Ehre des
dent=
ſchen Namens, hochgeſchätzt im Inlande und über den
ganzen Erdkreis.
* Eſſen, 7. Aug. Herr und Frau Krupp v. Bohlen
und Halbach, ſowie Exz. Frau Friedrich Alfred Krupp
ha=
ben zur Hundertjahrfeier und zum Gedächtnis Alfred
Krupps Stiftungen der Familie und Firma im
Ge=
ſamtbetrag von rund 14 Millionen Mark ins
Le=
ben gerufen. Von dieſer Summe entfallen 1. rund drei
Millionen Mark auf Jubiläumsgeſchenke an Arbeiter und
Beamte, und zwar erhält jeder Arbeiter je nach der Länge
ſeiner Dienſtzeit 5 bis 100 Mark, jeder Beamte ein
Mo=
natsgehalt; 2. fünf Millionen Mark werden zur Bildung
eines beſonderen Fonds verwandt, deſſen Zinſen dazu
be=
ſtimmt ſind, älteren und bewährten Arbeitern der Eſſener
Gußſtahlfabrik, ſoweit es die Betriebsverhältniſſe
geſtat=
ten, Erholungsurlaub unter Fortzahlung des Lohnes zu
gewähren; 3. eine Million Mark dient zur Schaffung
eines Beamtenunterſtützungsfonds, deſſen Verwaltung dem
Vorſtand der Beamtenpenſionskaſſe übertragen wird;
4. eine Million kommt für verſchiedene Zwecke zur
Verwendung, davon als beſondere Stiftung von Frau
Krupp 500000 Mark zur Erleichterung der Unterbringung
der Frauen und Kinder in den Kruppſchen
Erholungs=
häuſern; 5. zwei Millionen Mark werden der Stadt Eſſen
zur Verfügung geſtellt und ſollen für allgemeine
Wohl=
fahrts=, Kunſt= und Muſeumszwecke, ſowie zur
Beſchaf=
fung von Freibetten für Frauen und Kinder in den
ſtädti=
ſchen Krankenanſtalten dienen. Endlich werden 6. zwei
Millionen Mark zum Beſten von Sportplätzen, Soldaten=
Der Menſch.
Ausſtellung im Großh. Reſidenzſchloß Darmſtadt 1912.
Wenn man die 14 Säle durchwandert, in der die nun
für einige Monate nach Darmſtadt verpflanzte
Spezial=
ausſtellung „Der Menſch” der Dresdener Hygiene=
Ausſtellung untergebracht iſt — eine Vorbeſichtigung für
die Preſſe gab uns bereits geſtern nachmittag
Gelegen=
heit dazu —, ſo darf man zunächſt füglich im Zweifel
darüber ſein, worüber man ſich mehr wundern, mehr
er=
ſtaunen ſoll, über die in ihrer Art einzige Ausſtellung
ſelbſt oder über den Menſchengeiſt und =willen, der dieſes
gewaltige Werk geſchaffen, der es in
hundert=
tauſend Einzelheiten zuſammengetragen und zu einem
organiſchen Ganzen gefügt, das an ſich ein gigantiſches
Werk geworden. Ein Werk in dem eine ganze
Menſch=
heitsgeſchichte ſich widerſpiegelt und das eine Sprache
redet, laut und eindringlich und überzeugend: bald ein
zum wemento mori werdendes Menetekel, — da, wo es
uns täglich, ſtündlich begangene Sünden und ihre
furcht=
baren Folgen zeigt, bald eine ins Morgenrot leuchtender
Hoffnung getauchte Glück und Geſundheit kündende
Ver=
heißung — da wo uns überzeugend gezeigt wird, wie die
Hygiene den Kampf gegen Siechtum und frühen Tod
ſieg=
reich zu führen beginnt. Schlichte Sachlichkeit, jede, dem
Laien ſchwer verſtändliche, wiſſenſchaftlich=gelehrte
Ab=
handlung ſtreng vermeidend. zeichnet die Sammlung aus
und gerade dieſe ſchlichte Sachlichkeit, die alle die
aus=
geſtellten Objekte durch ſich ſelbſt ſprechen läßt, ſtempeln
das Werk zu einem großen, zu einer kultzrellen Tat, die
den Namen Lingner mit Goldbuchſtaben in die Geſchichte
der Menſchheit verzeichnen wird. auch wenn „Der Menſch”
ſeines Lebens einziges Werk wäre.
Der Menſch! Nur wer einmal nachdenkt, was unter
dem Begriff „Menſch” alles gezählt werden kann, wer
einmal an ſich ſelbſt prüſt, wie eng wir mit Tauſend und
aber Tauſend Dingen, die uns ſichtbar und unſichtbar,
fühlbar und unmerklich umgeben, organiſch und
unorga=
niſch verbunden ſind, nur wer darüber ſich ein
einiger=
maßen umfaſſendes Bild zu machen vermag, wird die
Be=
zeichnung „Der Menſch” als erſchöpfend für die
Ausſtel=
lung anſehen können. Hunderttauſende haben ſie in
Dres=
den geſehen und hunderttauſende wurden ſtaunend und
bewundernd zum Denken und Prüfen gezwungen von
Dingen die wir vernachläſſigen, überſehen, eben weil ſie
ſelbſtverſtändlich, weil ſie alltäglich ſind. Vernachläſſigen
und überſehen zum Nachteil einer ganzen Raſſe, einer
ganzen Kultur. Ueberſehen, obwohl uns die
Vergangen=
heit lehrt, daß nur die Kulturvölker, die den Wert und
die Bedeutung der Hygiene erkannt haben, eine Blüte
waren ihrer Zeit; und die untergingen, als wachſender
Wohlſtand mit unausbleiblichem Wohlleben und
Aus=
ſchweifungen im Gefolge die Hygiene vernachläſſigte.
Von all dem ſpricht dieſe Ausſtellung in ſteter,
plan=
mäßig ſich wiederholender Wechſelwirkung zwiſchen nur
durch ein Mikroskop wahrzunehmenden Einzelheiten und
umfaſſenden großzügigen Darſtellungen. Sie zeigt uns
die innerliche Wichtigkeit der unſcheinbarſten, dem Laien
ſtets fremd und unbekannt bleibenden Details für den
ganzen wunderbaren Organismus des Lebens. Das
Leben ſelbſt liegt in tauſend Einzelheiten zerlegt vor uns.
Großherzog Ernſt Ludwig, der die Ausſtellung in
Dresden ſah und den ſie, wie wohl jeden Beſucher, in
Bann ſchlug, verdanken wir es, daß wir ſie auch hier in
Darmſtadt ſehen, daß auch in Heſſen noch vielen der
Be=
ſuch ermöglicht wird. So weit ging das Intereſſe unſeres
Landesherrn, und der Wunſch, daß noch möglichſt viele
ſeiner Landeskinder in der Ausſtellung Belehrung und
Erbauung finden, daß er Räume ſeines Reſidenzſchloſſes
bereitwilligſt zur Verfügung ſtellte und die weitgehenden
baulichen Umänderungen geſtattete. 14 Säle, in denen
früher Schätze unſeres Muſeums untergebracht waren,
ſind durch die Architekten Loſſow und Max Hans
Kühne geſchmackvoll und zweckmäßig zur Aufnahme
der Ausſtellung hergerichtet bezw. umgeſtaltet worden.
Eine beſondere elektriſche Lichtanlage dient nicht nur
Be=
leuchtungszwecken, ſie war auch erforderlich zur Bedienung
zahlloſer Apparate, zu deren anſchaulicher Belebung der
elektriſche Funke erforderlich iſt und zur Erleuchtung der
ungezählten Mikroskope.
An Hand der liebenswürdigen Erlänterungen des
wiſſenſchaftlichen Leiters, Herrn Dr. med. Arthur
Luerſſen geben wir nunmehr einen Blick über die
Ausſtellung, wie ſie auf die einzelnen Räume verteilt iſt.
Der Saal2, den wir nach der Garderobe zuerſt betreten,
lernt uns, um den kunſtvollen und überaus komplizierten
Bau des menſchlichen Körpers verſtehen und würdigen
zu können, den feineren Aufbau desſelben und die
Grund=
lagen des Lebens kennen. Wir erkennen an Tafeln in
tauſend= ja millionenfacher Vergrößerung und in
zahl=
loſen Mikroskoven die Lebenszätigkeit der Zellen, deren
Zuſammenfügung zu Geweben und Organen bis zu dem
ganzen unendlich fein funktionierenden Organismus. Wir
ſehen das Blut in ſeine einzelnen Beſtandteile zerlegt: —
Waſſer, Eiweißſtoffe, Fett, Zucker, organiſche Salze und
Gaſe —, und ſehen an einem mechaniſch betriebenen
natur=
großen Glasmodell die gewaltige Arbeit, die das Herz
fortgeſetzt zu verrichten hat, wie es die Blutmengen durch
das ganze überaus feine verzweigte und veräſtelte
Adern=
netz treibt. Beſondere durchſichtig gemachte Präparate
einer Fußſohle und eines Stückes Darm zeigen uns
die wunderbar feine Verteilung der Blutgefäße. Eine
umfangreiche Gruppe bildet das Knochenſyſtem. Sie zeigt
uns die Entwicklung des Knochengerüſtes des Menſchen
vom Fötus bis zum Erwachſenen, und zum Vergleich
die=
jenigen zahlreicher niederer und höherer Lebeweſen. Auch
die Knochengebilde ſind in ihre einzelnen Beſtandteile
zerlegt. An die Knochen ſchließen ſich organiſch die
Mus=
keln, die im einzelnen und in ihrer komplizierten Tätigkeit
mit und gegeneinander (Antagonismus) gezeigt werden.
Beſonders anſchaulich läßt ein bewegliches Modell aus
Metall „Beugung und Streckung des Unterarms” dieſen
Antagonismus in der Muskeltätigkeit erkennen. Die
letzte Abteilung dieſes Saales endlich zeigt uns die Haut
und deren ungemein wichtige, dem Laien faſt unbekannte
Lebetätigkeit und ihre Bedeutung für den ganzen
Orga=
nismus als Atmungs=, Ausſcheidungs= und
Wärmeregu=
lierungsorgan.
Saal 3, den wir nun betreten, iſt der Atmung,
Ab=
ſonderung, den Nerven und der Verdauung gewidmet.
Für erſtere ſind beſonders intereſſant die vielen
natür=
lichen Präparate der Lunge, dieſes Hauptorgans für die
Atmung, die uns zeigen, wie die Lunge eines
Bergarbei=
ters, aber auch die des Großſtadtbewohners von
zahl=
loſen ſchwarzen Kohlenſtaubflecken „berußt” iſt, die ſich
in den überaus feinen Lungenkanälchen feſtſetzen.
Stati=
ſtiken und Tafeln lehren von der Tätigkeit der Lungen
und des Zwerchfelles, und ein Modell das die
Veränder=
ung des Bruſtkorbes bei der Atmung zeigt,
veranſchau=
licht die Muskelkräfte der Rippen uſw. An Präparaten
und ſchematiſchen Darſtellungen ſehen wir die Tätigkeit
der Nieren, wie ſie Nützliches und Schädliches oder
Ueber=
flüſſiges der aufgenommenen Flüſſigkeit filtrieren und
die Nährſtoffe dem Körper reſpektive dem Blut zuführen
und Schädliches ausſcheiden. Die gleiche Gruppe
behan=
delt die Geſchlechtsorgane. Gehirn und Rückenmark
lei=
ten über zu den Nerven, dieſem unendlich wichtigen
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Anguſt 1912.
Nummer 186.
heimen und dergleichen für die Mannſchaften der Armee
und Marine geſtiftet.
* Eſſen, 8. Aug. Der Kaiſer traf mit Gefolge
um 8 Uhr 55 Min. mit Sonderzug auf Station Hügel
hier ein. Er wurde von Legationsrat Krupp von Bohlen=
Halbach und Gemahlin, von Frau Geheimrat Margarete
Krupp und von Freiherrn von Wilmowski und
Ge=
mahlin empfangen. Der Kaiſer fuhr nach der Villa
Hügel, wo er Wohnung nahm. Unmittelbar nach der
An=
kunft verlieh der Kaiſer dem Legationsrat Krupp von
Bohlen=Halbach den Titel und den Rang eines
außer=
ordentlichen Geſandten und Bevollmächtigten Miniſters
und Frau Berta Krupp von Bohlen=Halbach den
Luiſen=
orden 2. Klaſſe.
* Eſſen, 8. Aug. Prinz Heinrich von
Preu=
ßen iſt hier eingetroffen, ebenſo der Reichskanzler von
Bethmann Hollweg. Beide haben auf der Villa
Hügel Wohnung genommen. Um 10.20 Uhr begab ſich
der Kaiſer mit Herrn Krupp v. Bohlen und Halbach
und mit Gefolge im Automobil nach Eſſen, von einem
Spalier von Schulkindern, Vereinen, Bergleuten,
Pfad=
findern, Kriegervereinen uſw. und einer
vieltauſend=
köpfigen Menge ſtürmiſch bejubelt. Vor dem Gebäude
des Bergbaulichen Vereins wurde der Kaiſer durch die
Vertreter der Stadt Eſſen begrüßt. Die Tochter des
Ober=
bürgermeiſters überreichte dem Kaiſer einen
Blumen=
ſtrauß. Die vereinigten Eſſener Männergeſangvereine
trugen den Chor: „Heil Dir, edler Zollernſohn” vor.
Oberbürgermeiſter Holle hielt eine Anſprache, in der
er den Kaiſer namens der Stadt und der Bürgerſchaft im
Land des Eiſens und der Kohle herzlich willkommen
hieß. Unter preußiſcher Regierung ſei Eſſen
emporge=
blüht. Redner ſchloß mit dem Kaiſerhoch. Die
Ehren=
gäſte, die Vertreter der Stadt auf den Tribünen und das
Publikum ſtimmten begeiſtert ein. Der Kaiſer erwiderte
mit freundlichen Worten des Dankes und reichte dem
Ober=
bürgermeiſter wiederholt die Hand. Die Nationalhymne
erklang und unter erneuten Hochrufen fuhr der Kaiſer
weiter zum Hauptverwaltungsgebäude der Firma Krupp,
wo im Lichthof der Feſtakt begann. Mit dem Kaiſer
erſchienen Prinz Heinrich und die Herren der Umgebung.
Außer Krupp v. Bohlen und Halbach und Gemahlin, Frau
Margarete Krupp und den anderen Angehörigen der
Fa=
milie Krupp verſammelten ſich im Lichthofe der
Reichs=
kanzler, die Miniſter v. Breitenbach, Dr. Delbrück, v.
Hee=
ringen, Dr. Sydow, v. Tirpitz und Unterſtaatsſekretär
Zimmermann, ſächſiſcher Kriegsminiſter Generaloberſt von
Hauſen, Kommandierender General v. Einem,
Oberprä=
ſident v Rheinbaben, Oberpräſident Prinz von Ratibor
und Corvey, Großadmiral v. Köſter, General v. Gallwitz,
Admiral v. Hollmann, Kontreadmiral Lanz,
Generalleut=
nant Frhr. v. Lyncker Generalinſpekteur des
Verkehrs=
weſens, Vizeadmiral Schack, Oberbürgermeiſter Holle, die
Spitzen der Behörden, viele Vertreter der Wiſſenſchaft
und der Induſtrie, der Aufſichtsrat, die Direktoren und
die Beamten der Firma Krupp, Arbeiter, Aufſeher,
Mei=
ſter, Oberſteiger, Steiger und zahlreiche Vertreter der
Preſſe.
* Eſſen, 8. Aug. Der Feſtakt im Lichthof
wurde eröffnet durch das Vorſpiel zu der Oper „Rienzi”
Hierauf hielt Herr Krupp v. Bohlen und Halbach
ſeine Anſprache, die er mit dem Kaiſerhoch ſchloß, worauf
die Verſammelten die Nationalhymne ſangen. Sodann
beſtieg der Kaiſer die Rednertribüne, und während alle
Anweſenden ſtehen blieben, hielt er ſeine
Begrüßungs=
anſprache an die Jubel=Firma. Der Kaiſer forderte zum
Schluß ſeiner Rede die Anweſenden zu dreimaligem
Hurra auf. Nachdem ſodann der Wagnerſche Kaiſermarſch
verklungen war, hielt der Vorſitzende des Direktoriums,
Geheimer Finanzrat Hugenberg, die Feſtrede. Ein
Huldigungsmarſch beſchloß die Feſtfeier. — Nach dem
Feſtakt beſichtigte der Kaiſer und Prinz Heinrich, ſowie die
hervorragendſten Ehrengäſte mit den Mitgliedern der
Firma Krupp die anläßlich des Jubiläums errichtete
Ehrenhalle, worauf Herr Krupp von Bohlen und Halbach
über die Entwicklung des Gußſtahls und der Stadt Eſſen
Erläuterungen gab. Der Kaiſer nahm danach an einem
Frühſtück im Hauptverwaltungsgebäude teil.
* Eſſen 8. Aug. Beim Feſtakt im Lichthof
hielt Kaiſer Wilhelm folgende Rede:
Die Geſchichte des Werkes deſſen
hundert=
jähriges Beſtehen wir heute feiern, iſt ein Stück
preußi=
ſcher und deutſcher Geſchichte. Seine Gründung fällt in
das Jahr, mit deſſen Schluß für Preußen und
Deutſch=
land die Morgenröte der Befreiung von der
Fremdherr=
ſchaft anbrach und die Epoche begann, die von Leipzig
her nach Verſailles zur Einigung Deutſchlands unter
preußiſcher Hegemonie führte. Die erſten Jahrzehnte
mühſeligen Ringens, durch die das Werk hindurch mußte,
fallen in die Zeit, da in Preußen unter einer freien
Ge=
werbegeſetzgebung, lebhaft gefördert und unterſtützt durch
meine Vorfahren, in ſtiller, emſiger Arbeit eine Induſtrie
entſtand die inzwiſchen in hundertjähriger Entwicklung
den heimiſchen Markt erobert und auf dem Weltmarkt
zum erfolgreichen Konkurrenten aller Kulturſtaaten
er=
wachſen iſt. Die Annalen dieſer politiſchen und
wirtſchaft=
lichen Entwicklung werden den Namen Krupp ſtets in
Ehren nennen. Kruppſche Geſchütze haben in den Linien
auf den Schlachtfeldern gedonnert, auf denen
Deutſch=
lands Einigkeit vorbereitet und erkämpft wurde.
Krupp=
ſche Geſchütze werden auch heute noch vom deutſchen
Heere und der deutſchen Marine geführt. Auf
Krupp=
ſchen Werften erbaute Schiffe führen die deutſche
Kriegs=
flagge. Kruppſcher Stahl bewahrt Schiffe und Forts.
Zahlreiche Armeen des Auslandes bedienen ſich
Krupp=
ſchen Kriegsmaterials.
Aber die waffentechniſchen Leiſtungen des Werkes
werden faſt noch übertroffen durch die Leiſtungen auf
Ge=
bieten, die der friedlichen Entwicklung der
Völker dienen. Die geſamte Technik des modernen
Verkehrs, die Eiſenbahnräder, Achſen, Schienen, die
Wellen des Schiffes wie des Kraftwagens, beruhen
heute noch auf dem Gußſtahl und den genialen
Konſtruk=
tionen Alfred Krupps. So iſt denn auch nicht ein
kriege=
riſches, ſondern ein kulturelles Fabrikat, der Radreifen,
in der Fabrikmarke und im Familienwappen
verſinn=
bildet.
Das Kruppſche Werk war nicht nur der erſte
Großbetrieb Deutſchlands, ſein großer Leiter war auch der
erſte, der in Deutſchland die ſozialpolitiſchen
Probleme erkannte und zu löſen verſuchte, die aus der
neuen Betriebsweiſe erwuchſen. Die Kranken=
Inva=
liden= und Hinterbliebenenfürſorge der Firma, ihre
Kon=
ſumanſtalten und Fortbildungsanſtalten ihre
muſter=
gültige Wohnungspolitik haben in der deutſchen
Groß=
induſtrie bahnbrechend gewirkt und die ſozialpolitiſche
Geſetzgebung des deutſchen Reiches vorbereiten helfen.
Was Alfred Krupp in einem langen, arbeitsreichen
Leben genial erſonnen und mit eiſernem Willen in die
Tat umgeſetzt hat, iſt inzwiſchen Gemeingut Aller und die
Grundlage einer bedeutenden vaterländiſchen Induſtrie
geworden, deren Entwicklung dem deutſchen Können und
dem deutſchen Schaffensdrange zur hohen Ehre gereicht.
Aber ſein Werk iſt noch immer führend nicht nur auf
tech=
niſchem Gebiete, die Konkurrenz hat es nur zu neuer
Kraftentfaltung beflügelt, ſondern auch durch die hohe
Auffaſſung von den Pflichten des Großunternehmens
gegenüber den Angehörigen des Werks wie gegenüber der
Allgemeinheit.
So haben die in Krieg und Frieden dem Vaterland
geleiſteten Dienſte für dies Werk eine beſondere Stellung
in meinem Staate geſchaffen und durch nunmehr drei
Generationen ſeine Inhaber und ihre Familien zu meinen
Vorfahren und mir in ein Verhältnis
freundſchaft=
lichen Vertrauens geſetzt. Es gereicht mir zur
freudigen Genugtuung, das Werk, ſeine Inhaber und
An=
gehörigen zu dem heutigen Ehrentage perſönlich
beglück=
wünſchen zu können, und ich kann das Bekenntnis der
Treue zu Kaiſer und zu Reich, das ich ſoeben vernommen
habe, nur mit dem Wunſche beantworten, daß es den
jetzigen Leitern des Werks gelingen möge, es
weiterzu=
führen treu der Tradition des Hauſes zur Ehre des
Namens Krupp, zum Ruhme unſerer Induſtrie und zum
Wohle des Deutſchen Reiches.
und unendlich fein verzweigten Gewebe, die den ganzen
Körper durchziehen und alle Gefühle, alle Eindrücke der
Außenwelt dem Gehirn, dem Hauptorgan der geiſtigen
Tätigkeit, übermitteln. Zahlreiche minutiös gearbeitete
Modelle und Maſchinerien veranſchaulichen die
Nerven=
tätigkeit. An einem Tableau, das elektriſch betätigt wird,
ſieht man den Verlauf zweier Nervenbahnen demonſtriert
und man macht ſich klar, daß die willkürliche Umſetzung
von Empfindungen im Gehirn entſteht (Reaktion),
wäh=
rend die unwillkürliche Umſetzung (Reflex) ſelbſttätig vom
Rückenmark aus beſorgt wird. Im allgemeinen hat der
Menſch keine Vorſtellung von der Stärke und der
Man=
nigfaltigkeit der einzelnen Nerven. Der Volksmund ſpricht
zwar von „Nerven wie Stricke haben” und iſt ſich dabei
doch nicht bewußt, daß ſich in unſerem Körper tatſächlich
derartige ſtarke Nervenſtränge befinden. Eine Anzahl von
Naturpräparaten belehrt uns, daß die Nervenſtärke
vari=
iert zwiſchen einem mit bloßem Auge kaum ſichtbaren
Fädchen und einem ſtrickartigen, etwa 2 Zentimeter
Durch=
meſſer habenden Nervenſtrang, dem ſogenannten
Jſchia=
dieus, dem Urheber des Hüftwehs (Jſchias). Natürlich
hat die Dicke der Nerven mit ihrer Lebenskraft nichts zu
tun. Die Gefühlseindrücke werden von Taſtpunkten
auf=
genommen, die in großer Menge und verſchiedener Dichte
über unſere Hautoberfläche verteilt ſind. Je feiner das
Gefühl iſt, deſto näher liegen die Taſtpunkte. Man kann
ſich ſelbſt durch einen Verſuch an einem kleinen Apparat
überzeugen, daß zwei Nadeln, die voneinander 1
Milli=
meter entfernt ſind, von den Fingerſpitzen (in denen
be=
kanntlich die Taſtpunkte ſehr dicht beieinander liegen)
ſchon als getrennte Punkte empfunden werden, während
zum Beiſpiel auf dem Hautrücken, wo das Taſtgefühl nicht
ſo intenſiv ausgebildet iſt, nur ein einfacher Stich
wahr=
genommen wird. — In der gleich umfangreichen Gruppe
„Verdauung” werden in ſyſtematiſcher Reihenfolge die
einzelnen Verdauungsorgane und ihre Tätigkeit an Hand
von Tableaus und Präparaten und Modellen vorgeführt.
Beſonders intereſſant ſind zwei Modelle, die die
Kau=
bewegung beim Fleiſch= und beim Pflanzenfreſſer zeigen,
und ein ſolches, das uns von der Kraftaufwendung
Kunde gibt, die notwendig iſt, um eine Nuß zu knacken.
Es klingt faſt unglaublich, iſt aber wahr, daß eine
Haſel=
nuß, die wir faſt mühelos mit unſeren Zähnen knacken,
einem Druck von — einem Zentner widerſteht.
Der nächſte Raum, Saal 5, iſt den Sinnesorganen
gewidmet; vor allem Naſe, Gehör und Auge, welch
letz=
terem die eingehendſte Behandlung und Darſtellung ge=
widmet iſt. Glas= und Wachsmodelle zeigen, wie das
Auge gearbeitet iſt und wie es in ſeiner Sehtätigkeit ſelbſt
arbeitet. Optiſche, elektriſch betriebene Apparate
veran=
ſchaulichen in hochintereſſanter Weiſe dieſe Seharbeit und
zeigen auch die Fehler, die Kurzſichtigkeit und die
Weit=
ſichtigkeit, und wie beide durch Augengläſer ausgeglichen
werden. Wir ſehen weiter an anderen Modellen, wie
verſchieden die Tätigkeit des menſchlichen Auges von der
des Tieres, zum Beiſpiel der Schlangen und Fiſche, iſt.
Koloſſal vergrößerte Modelle zeigen den Bau des Ohres
und der inneren Gehörorgane, und wieder andere
be=
lehren uns über die Vorgänge beim Sprechen.
Saal 6 zeigt uns den Körperbau. In einem
Stereoskop ſehen wir die Entwickelung des Körperbaues
im Mutterleibe. Weiter, wie das Gerippe, die Grundlage
unſeres Körperbaues, ſich in verſchiedenen Stellungen
verhält, und die Lagerung der Eingeweide, dargeſtellt in
farbigen Bildern und Wachsmodellen. Eine Sammlung
von hiſtoriſch=anatomiſchen Bildern führt uns in jene
Zeiten zurück, wo die Aerzte anfingen, den Körperbau
am Menſchen ſelbſt und mit wiſſenſchaftlicher Genauigkeit
zu ſtudieren.
Saal 7 und 8 bringen umfangreiche Darſtellungen
aus Kindesalter und Säuglingspflege, Saal 9:
Volks=
krankheiten, 10: Geſchlechtskrankheiten, 11 und 12:
Körper=
pflege, 13: Ernährung, und 14: Kleidung. In Saal 4
iſt ein Kinematograph untergebracht, der am „lebenden
Objekt” das Erſchaute illuſtrieren ſoll. Wir werden auf
dieſe Abteilungen zurückkommen.
Heute mittag 12 Uhr wird die Ausſtellung in
Gegen=
wart des Großherzogs und der Großherzogin
durch Anſprachen des Schöpfers der Ausſtellung.
Wirklichen Geheimen Rats Dr. Lingner Exzellenz, und
des Herrn Miniſters des Innern von Hombergk zu
Vach Exz. eröffnet werden. Etwa 400 Einladungen ſind
dazu ergangen. Um 1 Uhr werden die geladenen
Ehren=
gäſte vom Großherzogspaar im Kaiſerſaal des
Reſidenz=
ſchloſſes empfangen.
Möge die Ausſtellung „Der Menſch” wie in
Dres=
den ſo auch hier dienen zur Belehrung und damit
bei=
tragen zur Feſtiaung und Wiederherſtellung des
koſtbar=
ſten Gutes des Menſchen, der Geſundheit! Mögen
Tau=
ſende es ſehen zu eigenem Beſten, zur Ehre ſeines
Schöp=
fers und zu Dank und Ruhm deſſen, der es uns
ver=
mittelte,
unſeres geliebten Großherzogs!
Darmſtadt, 9. Auguſt.
M. St.
Grubenunglück.
* Bochum, 8. Aug. Auf Zeche „Lothringen 12‟
bei Gerthe ereignete ſich heute morgen eine ſchwere
Schlagwetterexploſion. Bis 11 Uhr
vormit=
tags ſind auf Zeche „Lothringen” von 150 eingefahrenen
Bergleuten acht Verletzte geborgen worden. Das
Schickſal der anderen iſt noch unbekannt.
* Bochum 8. Aug. Die
Schlagwetter=
exploſion auf der Zeche „Lothringen 12” ereignete ſich
um ½10 Uhr. Bis jetzt ſind 7 Tote und 16 Schwer=
verletzte geborgen. Der Umfang des Unglücks
iſt unbeſtimmt. Man nimmt an, daß 100 Mann
einge=
fahren ſind, von denen 65 ausfahren konnten.
* Bochum, 8. Aug. Das Unglück auf der Zeche
„Lothringen” iſt bedeutend größer als anfangs
angenommen wurde. Bis 4 Uhr konnten 25 Leichen
geborgen werden, die teilweiſe bis zur Unkenntlichkeit
verbrannt und zuſammengekrümmt waren. Es ſcheint
nunmehr feſtzuſtehen, daß die betreffenden beiden Schächte
brennen, und daß von den noch darin befindlichen
Ar=
beitern kaum einer gerettet werden kann.
* Bochum 8. Aug. Um ½5 Uhr wurde die Zahl
der Toten mit 40 angegeben. Lebend ſind
20 gerettet worden. In einem Bezirk ſind kleinere
Strecken zu Bruch gegangen. Einige kleinere Brände
wurden gelöſcht.
Die Lage in der Türkei.
* Saloniki, 7. Aug. Durch Anhänger des
jung=
türkiſchen Komitees iſt eine Bewegung im
hieſi=
gen Offizierkorps hervorgerufen worden. Ueber hundert
Offiziere hielten eine Verſammlung ab und richteten eine
Proteſtkundgebung an den Sultan, in der ſtrenge
Beſtrafung der Meuterer und Offiziere, die zu den
Re=
bellen übergegangen ſind, gefordert, und die
Wieder=
eröffnung des bisherigen Parlaments verlangt wird,
widrigenfalls ſei eine Kataſtrophe für das Reich
unver=
meidlich. Der Korpskommandant hat eine Unterſuchung
vorgenommen, bei der ſich angeblich herausſtellte, daß die
Offiziere nur den Paſſus kannten, der von der Beſtrafung
der Meuterer handelt. Die Offiziere erklärten ſich bereit,
ſich ſtreng an die Difziplin zu halten. Die Erklärung
der Offiziere wurde dem Kriegsminiſter übermittelt.
Da=
mit iſt der Zwiſchenfall erledigt.
* Konſtantinopel, 8. Ang. Es wird verſichert,
der Beſchluß des Miniſterrats, den
Belagerungs=
zuſtand über Sgloniki zu proklamieren, ſei
die Folge von Nachrichten, daß Dſchavid und Talaat die
Vereinigung der Deputierten nach einer Art Kammer in
Saloniki oder eine andere Vereinigung ins Leben rufen
wollten, um gegen die Regierung zu arbeiten. In der
vorgeſtrigen Nacht wurden Aufrufe der Jungtürken in
einigen Viertel Stambuls verbreitet. Die Polizei konnte
kein Exemplar beſchlagnahmen. Seitdem wird der
Be=
lagerungszuſtand ſtrengſtens gehandhabt. Selbſt die
Journaliſten erhielten nicht die Erlaubnis, nach
Mitter=
nacht auf die Straße zu gehen.
Der montenegriniſche Geſchäftsträger
Plamenatz erſchien auf der Pforte und teilte dem
Miniſter des Aeußern mit, Montenegro ließ die
Truppen von Mojkawatz zurückziehen, beſtehe aber darauf,
die Verantwortlichkeit den türkiſchen Truppen zuzuſchieben
und fordere eine Unterſuchung, um die Verantwortlichkeit
feſtzuſtellen. Miniſter des Aeußern Nordunghian erklärte,
die Pforte gab den Grenzwachen den Befehl, das Feuer
einzuſtellen, jede Provokation zu vermeiden und die
Trup=
pen aus der genannten Zone zurückzuziehen. Der
Grenz=
kommiſſar ſei beauftragt, eine Unterſuchung mit den
montenegriniſchen Kollegen anzuſtellen. Es verlautet,
der türkiſche Geſandte ging bei ſeinem Schritte in Cetinje
über die Inſtruktionen der Pforte hinaus Wenn dies
zutreffen ſollte, werde er die Folgen tragen müſſen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Köln, 8. Aug. Die Köln. Ztg. meldet aus
Peters=
burg: Heute nachmittag konferierte Neratow der
den auf ſeinem Gute im Samaraſchen Gouvernement
weilenden Saſonow vertrat, lange mit dem türkiſchen
Botſchafter Turchan Paſcha, der betonte, daß Rußland
alles aufbieten werde, um die Ruhe auf dem Balkan
zu erhalten und nicht zu ernſten Verwicklungen für die
Türkei, welche die europäiſchen Mächte in Mitleidenſchaft
ziehen könnten, beitragen wolle. Der ruſſiſcheGeſandte in
Cetinje wurde telegraphiſch angewieſen, der
montene=
griniſchen Regierung dieſen Standpunkt Rußlands
mit=
zuteilen, ſowie daß Rußlands Sympathien nicht auf
Seite Montenegros ſeien, falls es ernſte Folgengaus der
Spannung mit der Türkei zöge.
* Kiel, 8. Aug. Die in Eckernförde wegen
Spkonage=
verdachtes verhafteten und ins
Unterſuchungsgefäng=
nis übergeführten fünf En gländer ſind heute
vor=
mittag wieder freigelaſſen worden.
* Paris 8. Aug. Zu dem Manöverunfallbei
Reims wird noch gemeldet: Bei der Vornahme von
Sprengübungen ſeitens des 22. Dragoner=
Regi=
ments auf dem benachbarten Schießplatze explodierte eine
Melinitpatrone zu zeitig und verwundete den Oberſten
de Dampierre, den Eskadronchef Jouillié, den Leutnant
de Marin und 22 Unteroffiziere und Dragoner ſehr
ſchwer im Geſicht, beſonders an den Augen. Eine große
Anzahl der Betroffenen wird wahrſcheinlich das
Augen=
licht einbüßen. Außerdem erlitten 25 Offiziere und
Dra=
goner leichtere Verletzungen.
* Petersburg, 8. Aug. Die Nowoje Wremja
ver=
öffentlicht ein Interview mit einem ruſſiſchen Diplomaten,
in welchem dieſer erklärt, der Abbruch der diplon
matiſchen Beziehungen zwiſchen der
Tür=
kei und Montenegro habe in Petersburg
Ueber=
raſchung hervorgerufen. Die ruſſiſche Diplomatie treffe
alle Maßnahmen, um Montenegro Ruhe und kaltes Blut
einzuflößen und auf die Türkei im Sinne friedlicher
Bei=
legung einzuwirken. Eine Verwickelung ſei weder der
Türkei noch Montenegro nützlich. Montenegro werde
zu=
erſt einen Ausweg aus der ſchwierigen Lage finden.
* Waſhington, 8. Aug. Der Senat lehnte mit 44
gegen 11 Stimmen den Abänderungsantrag Burton zur
Panamakanalbill ab der die vorgeſehene
Befrei=
ung der amerikaniſchen Kriegsſchiffe von der Erlegung
von Kanalgebühren beſeitigen will. Der Senat vertagte
ſich, ohne über den Geſetzentwurf im Ganzen abzuſtimmen.
H. B. Metz, 8. Aug. In Hagendingen bei Metz leitete
ein Arbeiter ſcherzweiſe einem Arbeitsgenoſſen
Stark=
ſtrom in ſeine Arbeitskiſte wodurch dieſer getötet
wurde. Der Täter wurde verhaftet.
H. B. New=York, 8. Aug. Rockefeller jr., der
ein=
zige Sohn des bekannten Oelkönigs, übergab geſtern der
Staatsanwaltſchaft ein die Polizei ſchwer belaſtendes,
gleichzeitig aber auch ihn ſelbſt kompromittierendes
Ma=
terial. Rockefeller jr. unterhielt, ehe er fromm wurde und
Sonntagsſchulen gründete, durch die Vermittelung eines
Detektiv=Agenten jahrelang ein Freudenhaus im
Zen=
trum der Stadt New=York, wofür er viele Taufende von
Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Augnſt 1912.
Seite 7.
Dollars für polizeilichen Schutz zahlte. Ein Polizei=
Inſpekter erhielt allein 2500 Mark monatlich. Die
An=
gelegenheit erregt in der New=Yorker Geſellſchaft das
größte Aufſehen.
Todes=Anzeige.
Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen,
meinen lieben Mann, unſeren guten Sohn,
Bruder, Schwager und Onkel
(16830
Herrn
Nikolaus Knos
nach ſchwerem, mit Geduld getragenem Leiden
zu ſich zu ruſen.
Im Namen der trauernden Hkuterbliebenen:
Margarethe Knos, geb. Hofmann.
Darmſtadt, Jugenheim a. d. B.,
8. Auguſt 1912.
Die Beerdigung=findet am Samstag, 10. Aug.,
nachmittags 5½ Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſeren einzigen, innigſtgeliebten Sohn und
Bruder
(*3125
August
nach kurzem, ſchwerem Leiden im Alter von
17 Jahren in die ewige Seligkeit abzurufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Hartmann
Taunusſtraße 45.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 10. Aug.,
nachmittags 5 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die uns in so reichem Masse
erwiesene Teilnahme sagen wir auf
diesem Wege unseren verbindlichsten
Dank.
(16831
Familie Simon Vogel.
Familie Dr. lsaak.
Darmstadt. den 8. August 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Schweſter,
Schwägerin und Tante
(*3115
Fräulein
Auquste Stumpf
ſagen wir hiermit unſeren beſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
L. Wende, geb. Stumpf.
Darmſtadt, Lauterbach, den 8. Auguſt 1912.
Gstiesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 9. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 10. Auguſt:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbat=
ausgang 8 Uhr 50 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israetitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 10. Auguſt:
Vorabend 7 Uhr 15 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr 45 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 11. Aug., an
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr.
NB. Montag, 12. Aug.: Jaum K. Koton 12. 45.
Dienstag, 13. und Mittwoch, 14. Auguſt:
Rausch Chaudesch Elul.
Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Freitags von 10—1 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 3—5 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Freunden und Bekannten die traurige
Mit=
teilung, daß mein lieber Mann, unſer treuer
Sohn, Bruder und Schwager
(16759
Herr
Dr. Mou. Gusta.- Haustach.
prakt. Arzt, Stabsarzt a. D.
heute infolge einer Lungenentzündung
ver=
ſchieden iſt.
Elgersburg (Thür.), den 5. Aug. 1912.
T amens der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. Haustaedt, Landgerichtsrat.
Von Trauerbeſuchen bittet man abſehen zu
wollen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Zwiſchen Hochdruckgebieten über Nordoſt= und
Süd=
weſteuropa erſtreckt ſich eine Furche tiefen Drucks von
Js=
land über Mitteleuropa nach dem Schwarzen Meer. In
ihr ziehen Depreſſionen in ſüdweſtlicher Richtung, die uns
beim Vorüberziehen leicht beeinfluſſen, ſodaß wir zunächſt
mit dem Fortbeſtehen des unbeſtändigen Wetters rechnen
müſſen. Das im Südweſten erſchienene Hoch ſtellt
all=
mählich Beſſerung in Ausſicht.
Ausſichten für Freitag, 9. Auguſt: Wolkig,
ver=
einzelt Regenfälle, kühl, ſpäter langſam aufheiternd.
Tageskalender.
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Kinder= und Familienfeſt um 4 Uhr auf der
Ludwigshöhe.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
„Perkeo” um 8 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Jleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
be=
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
„asſtrkate
a
M
arlgtast
egce eckttet
Ausgewählte Gruppen
aus der Internationalen
Hygiene=Ausſtellung.
Dresden 1911
Im Großherzoglichen
Reſidenzſchloß
165185
Kurſe vom 8. Anguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,80
do.
79,80
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 89,80
79,80
3 do., do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,20
93,60
do,
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,30
88,00
do.
3½
78,00
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
87,80
do.
3½
77,80
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,20
4 Württemberger v. 1907 100,20
do. v. 1875 95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,40
1¾ Griechen v. 1887 54,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 90,20
4 do. Goldrente . . . 95,50
4 do. einheitl. Rente 86,90
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do. unif. Ser. III 67,30
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,40
4 do, v. 1890 . . 95,50
4 do. v. 1905
4 Ruſſen v. 1880 .
90,30
. 91,00
4 do. v. 1902
4½ do. v. 1905
100,50
3½ Schweden
89,25
4 Serbier amort. v. 1895 85,00
4 Türk. Admin. v. 1903 82,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,30
4 Ungar. Goldrente . . . 90,25
4 do. Staatsrente . . . 87.60
Jf.
InProz.
5 Argentinier
.100,89
do.
86,20
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,40
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,80
4½
do.
4½ Japaner . . . .
93,90
5 Innere Mexikaner . . . 95,30
3
do.
59,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,30
3 Buenos Aires Provinz 70½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 143½
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,30
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 128,75
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,50
8 Baltimore und Ohio . 109,00
6½ Schantungbahn . . . 131,80
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19½
6 Pennſylvania R. R. . 121,80
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 546,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 659,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 348,50
10 Cement Heidelberg . . 152,99
30 Chem. Werke Albert 484,75
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
.. 329,25
4 Lahmeyer .
. .127,50
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 161,10
12 Siemens & Halske .241,50
5 Bergmann Electr. . . 140,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,75
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 119,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 555,70
10 Maſchinenf. Badenia 172,50
6 Wittener Stahlröhren 215,00
8 Steana Romana Petr. 143,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 245,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel:
225,34
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 100,20
3 Südd. Immobilien . 63,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 192,10
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
239,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . .
177,25
10 Gelſenkirchener
.202,00
8 Harpener . . . . . . . 195,40
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 268,90
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 83,25
4 Laurahütte . . . . . . 174,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 207,30
7½ South Weſt Africa 144,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,5
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,25
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,80
do.
79,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30.
Zt.
In Pron
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,10
2¾10 do.
53,50
3 Raab=Oedenburg
77,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,20
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,40
4½ Moskau=Kaſan
96,70
87,70
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,60
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 76,80
4½
do.
2¼/10 Livorneſer . . . . . 69,20
3 Salonique=Monaſtir
4 Bagdadbahn . .
83,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 97,00
4 Miſſouri=Paciſic.
71,40
4 Northern=Pacific
99,20
4 Southern=Pacific . . . 95,00
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,60
5 Tehuantepec . . . . . . 98,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 198,75
7 Bergiſch=Märkiſche
. 150,20
Bahn.
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,75
6½ Darmſtädter Bank . 121,50
12½ Deutſche Bank . . . 254,00
6 Deutſche Vereinsbank . 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,40
10 Diskonto=Kommandit 186,7
8½ Dresdener Bank . . 154,20
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
½ Mitteld. Kreditbank 118,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,80
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,24
5.86 Reichsbank . . . . . 136,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,50
7½ Wiener Bankverein . 134,70
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16.u. 17 .
Bi. Pfandbriefe. InPro
8½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
8½
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
89,00
8
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
99,40
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
99,60
Geſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,00
S. 3—5
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
8½
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
5½ do.
90,00
4 Frankfurt . . . . . . 100,10
5½ do.
95,30
4 Dießen .
98,70
8½ do.
89,90
4 Heibelberg
98,70
3½ do.
4 Karlsruhe
99,00
88,50
8½ do.
4 Magdeburg
99,10
3½ do.
4 Mainz .
98,20
3½ do.
89,80
4 Mannheim
99,30
3½ do.
89,00
München
100,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . . . 100,00
do.
88,60
Offenbach . . . . . . . 98,50
Bf.
Inpro,
3½ Offenbach
4 Wiesbaden . 7.7.4
3½ do.
4 Worms .
98,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „ 79,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 171,40
3½ Cöln=Mindner , 100 133,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,10
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
Fs. 15 —
Freiburger
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10 32,90
Meininger
.ſtl. 7 34,50
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 519,00
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,44
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Amerikaniſche Noten . 4, 18¾
Engliſche Noten . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,60
Italieniſche Noten . . . . 80,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Bombard 34. 5½
Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Auguſt 1912
Seite 8.
in Herren-, Damen- und Kinderstiefel
Es sind dieses teilweise „Reisemuster” und die verschiedensten „Einzelpaare‟,
welche aus Sortimenten übrig geblieben sind und die wir zum Teil mit
Grossem Machlass
verkaufen. Unter vielen anderen befinden sich:
Diverse Paare
Chevr.-Damen-
Halb-
schuhe mit Lackk.
moderne Form . .
Div.
Div.
60 Paare Damen-Chevr.-
50 1 PaareHerren-
Boxkalf-
u. Boxkalf-Schnür-
Schnür-u,
Schnallen-
la Qualität
stiefel
stiefel .
Ein Posten Braune Damen-Schnürstiefe
Ein Posten Damen-Stoff-Schuhe
Ein Posten Braune Herren-Boxkalfstiefe
Ein Posten Kinder- und Mädchenstiefe
16791)
SSchuhwarenhaus
6
Inh. Paul Wildau
Veter
Sädsigetr.Fe
72247‟
Preiswerte
Weisswaren
6 Meter
Handtücher . . 35 ₰
2 Meter
Piqué . . . . . 35 ₰
2 Meter
Croise . . . . . 95 ₰
3 Meter
Cretonne . . . 35 ₰
1 Tischtuch . 95 ₰
2 geb.
Kissenbezüge . 35 ₰
1 Tischdecke . 95 ₰
1 Biber-
Bettuch . . . . 1.85
2 Waschgürtel 95 ₰
1 Kissenplatte 95 ₰
1 Damentasche 95 ₰
1 Lackgürtel . 95 ₰
2m Bettuch-
Lein., 150cmbr. 1.95
3,60 m Damast
130 cm breit .2.75
7 m weisse
Handtücher . . 2.75
1 Meter
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Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Auguſt 1912.
Seite 9.
Anstädter oprdch ulandeissehuis
Leiter: (14940a
Emil Held
Handelslehrer u. beeidigt. Bücherrevisor
Hieron. Schneider
Handelslehrer undBücherre visor
Gründi. Ausbildung in sämtlich, kaufm. Fächern.
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Getrennte Klassen für Fortbildungs- Schüler.
Beginn neuer Kurse: 12. August.
Luisenstrasse 10.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ſchott. Schäferhund. Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(16765
Die Zimmerarbeiten
bei Herſtellung der Einfriedigung des Gaswerks längs des früheren
Odenwaldbahndamms ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibung und Bedingungen, ſowie die Zeichnung
für die Ausführung liegen bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße Nr. 29, Zimmer Nr. 3, während der Dienſtſtunden offen,
woſelbſt auch die Arbeitsbeſchreibung nebſt Angebotsſchein abgegeben
werden.
Angebote ſind bis Mittwoch, den 14. Auguſt, vormittags
11 Uhr, bei der unterzeichneten Verwaltung einzureichen.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
(16640mf
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.
Großherzogl. Landesheil= und Pflegeanſtalt
„Philippshoſpital” bei Goddelau.
Auf dem Wege des öffentlichen Anerbietens ſoll als Bedarf
vom 1. Oktober 1912 bis Ende März 1913 zur Lieferung vergeben
werden:
1. 35000 Kilo Kornmehl,
2. 17500
Kernmehl,
3. 36000
Schwingmehl,
4. 1600 Liter Mohnöl,
5. 200 Kilo getrocknete
Ge=
müſe=
Lang=
ſchnittbohnen,
6. 200 „ (Julienne)
Fran=
zöſiſche Suppe,
7. 2200 „ dörre weiße
Bohnen,
8. 2200 „ Erbſen, geſchälte,
geſpaltene,
Linſen,
9. 2200
10. 500 Kilo Aepfel, gedörrte,
Zwetſchen, ge=
11. 500
dörrte,
ausge=
ſteinte,
Gerſte, geſchälte,
12. 900
13. 1000
grüne Kern,
14. 700
Suppennudeln,
Gemüſenudeln,
15. 200
16. 1500
Reis,
17. 1500
Spelzgries,
Meliszucker in
18. 2600
Würfeln,
19. 1900 „ Meliszucker
ge=
ſtoßen.
Die in Anlage A des Erlaſſes der Großh. Miniſterien vom
16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend, enthaltenen
Be=
dingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen, ſowie
die hieſigen Lieferungsbedingungen und Muſter liegen auf dem
Ge=
ſchäftszimmer des Unterzeichneten am 19., 20. und 21. dieſes
Monats, vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von
2 bis 5 Uhr, offen.
Die Bedingungs= und Angebotsformulare können gegen
Er=
ſtattung der Selbſtkoſten bezogen werden. Ein Verſand von Muſtern
nach auswärts findet nicht ſtatt.
Angebote ſind perſchloſſen und verſehen mit der Aufſchrift:
„Angebot zu der am 9. Auguſt ausgeſchriebenen Lieferung”, bis zum
Eröffnungstermin, den 4. September dieſes Jahres, vormittags
10 Uhr, entweder durch die Poſt einzureichen oder in den
Angebots=
kaſten einzulegen. In den Angeboten ſind die Bedingungen
anzu=
erkennen.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Die einzureichenden Warenmuſter müſſen getrennt von den
Angeboten verpackt und mit der Aufſchrift: „Muſter zum Ausſchreiben
vom 9. Auguſt 1912‟, verſehen ſein.
Goddelau, den 9. Auguſt 1912.
(16777
Großherzogliche Direktion der Landes=Heil= und
Pflege=
anſtalt „Philippshoſpital” bei Goddelau.
J. A.: Stroh, Rechnungsrat.
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Hoflieferant.
(16775
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Bekanntmachung.
Freitag, 30. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Wirt Ludwig Polk
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
Mühl=
II 618¼0 484 Hofreite
ſtraße
II 619¼/10 394 Hofreite Nr. 25,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B3312
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 5. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Miller. (V16762
Bekanntmachung.
Montag, 26. Auguſt 1912,
vormittags 11 Uhr,
ſollen auf freiwilligen Antrag des
Rechtsanwalts Raab in
Darm=
ſtadt die den verſtorbenen Philipp
Erbes Eheleuten dahier gehörigen
Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 453//10 203 Hofreite
Lud=
wigshöhſtraße
Nr. 47,
I 453¾10 94 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt verſteigert
werden.
Darmſtadt, 5. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (VI16761
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hiermit zur öffentlichen
Kennt=
nis gebracht:
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen der Frau
Magdalene Schmidt, geborene
Matheis, Inhaberin des
Schuh=
warenhauſes Schillerplatz 5 und
des Schuhhauſes Alligator,
Lud=
wigsplatz 3 dahier, wird heute, am
6. Auguſt 1912, nachmittags 4 Uhr,
das Konkursverfahren eröffnet, da
die Gemeinſchuldnerin ihre
Zah=
lungsunfähigkeit dargetan und
die Eröffnung des
Konkursver=
fahrens beantragt hat.
Der Amtsgerichtstaxator Wolff
dahier wird zum Konkursverwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 31. Auguſt 1912 bei dem
Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände,
ferner zur Prüfung der
angemelde=
ten Forderungen auf
Dienstag, 10. September 1912,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 219, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an die
Gemeinſchuld=
nerin zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 25. Auguſt
1912 Anzeige zu machen.
Darmſtadt, 6. Auguſt 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts
Darmſtadt I. (16774
Frankartotren
25 Pfund 1.10 Mk.
Zentner 4.00 Mk.
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(16786
Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
34
Bei der armen vernachläſſigten Frau wechſelten die
Launen von einer Stunde zur anderen. Die Arbeit fehlte
ihr, ſie konnte nur tändeln, jede ernſte Beſchäftigung war
ihr verhaßt, ſelbſt die Begabung für Muſik vermochte ſie
nicht zum weiteren Studium zu bewegen. Ihre eigent
liche Kunſt, in Geſellſchaft zu brillieren, alles zu beleben
und zu unterhalten, konnte ſie nur an dem zuſehends
altern=
den Kammerherrn ausüben. Auch bei dem jungen Ehepaar
fand ſie wenig Gegenliebe, ſo blieb alſo nur Hachfeld, an
dem ſie einen nur zu dankbaren Zuhörer und Gefährten
hatte. Sie mochte ſich wenden, wie ſie wollte, ſie fand
keinen Ausweg. Langeweile oder gefährliches Spiel, bei
dem ſie vielleicht den Einſatz verlor.
Ein herrlicher Herbſttag war angebrochen. Bei den
Herren regte ſich ſchon das Jagdfieber, ſelbſt der Kammer
herr ließ ſich zur Pürſche auf den Rehbock fahren. Wenn
er auch nicht mehr anhaltend gehen konnte, ſeine Hand war
noch ſicher genug, um vom Wagen aus ſein Ziel nicht zu
verfehlen. Anna war nach dem zweiten Frühſtück
aufge=
brochen, zu einem längeren Spaziergang, wie ſie hinterließ.
Die große Dogge begleitete ſie wie ſtets, wenn ſie allein
ging. Hachfeld hatte ſie beſorgt, und der ſchöne Hund hing
ſchon ſehr an ſeiner Herrin.
Das Schloß war einſam, denn auch Wilhelm war mit
dem Reitknecht ausgeritten, der Faſanerie zu, er fütterte
die ſchönen Tiere mit Vorliebe, und der Faſanenmeiſter
war ſein beſonderer Freund. Meiſt blieb der Kleine für
Stunden da. Man mußte jetzt die Mittagsſtunden
aus=
nutzen, denn es dunkelte frühzeitig. Man aß ſchon bei
Licht.
Darum war Suſanne auch ſchon in der Morgenfrühe
mit dem kleinen Dampfer, der die Ortſchaft am Fluß mit
der Hauptſtadt verband, von Berlin abgefahren. Halb
diente er dem Güterverkehr, halb dem der Perſonen. Er
ſchleppte auch, wenn es gerade ſo paßte, die Fiſcherböte
ſtromauf. Andreas hatte es Suſanne oft erzählt, und von
ihm wußte ſie auch den Anlegeplatz in Berlin. Es hatte
ſie ſchon lange gereizt, eine ſolche Fahrt zu machen. Und
heute, wo ſie ſich zum erſtenmal heimlich in ihr
Dohlen=
neſt zu ſchleichen gedachte — ſie hielt es nicht mehr aus
vor Sehnſucht nach der Heimat — würde ſie auf dem
Waſſer Altenwerder ſicherlich ungeſehen erreichen.
Es war eine wunderliche Reiſe, ging aber trotz des
Durchſchleuſens raſch genug von ſtatten. Einmal gab es
einen längeren Aufenthalt, den ſie benutzte, um ihr
ein=
faches Mittagsmahl zu halten. Da ſie ihr einfaches Kleid
trug, was ſie auf Wegen der Barmherzigkeit zu tragen
pflegte, ſo fiel ſie nicht beſonders auf. Man hielt ſie für
ortsangehörig in einem der kleinen Dörfer, und die
Han=
delsfrauen, die mit ihren Körben die einzigen Paſſagiere
waren, ſprachen ſie darauf an. Sie ging freundlich auf die
Unterhaltung ein, ſpielte ſie aber ſofort auf das Gebiet der
anderen und forſchte nach ihrem Leben und Treiben.
Suſanne hatte eine ſeltene Gabe, mit ſolchen Lenten
umzugehen, ſie hatte ja Uebung darin von Altenwerder
her und in ihrem neuen Beruf hatte ſie ſich weiter darin
geübt. Was hatte ſie alles gelernt, wie war ihr der Blick
erweitert worden, was hatte ſie an Erfahrung gewonnen,
Erfahrung in menſchlicher Schwachheit und Sünde.
Wer in der Fürſorge helfen wollte, der durfte ſich nicht
ſcheuen, den Schleier zu heben, der das Laſter der
Groß=
ſtadt verhüllt. In ſolchen Stunden hatte ihr nur das
Be=
wußtſein ihrer Miſſion und damit ihrer Pflicht geholfen,
mutig den Schlamm zu durchwaten, um nach denen zu
ſuchen, die noch zu retten waren.
Kinder, die an ihren Eltern zu Grunde gingen, Kinder,
die keiner ſich gewünſcht hatte, und deren Exiſtenz das Elend
der Armut noch vergrößerte. Kinder der Schande und
ſolche, in chriſtlicher Ehe gezeugte, alle — alle ſchienen
Su=
ſanne die kleinen Aermchen entgegenzuſtrecken und mit
Augen der Unſchuld zu betteln und zu flehen: Gib uns
Brot, gib uns Schutz und ein wenig Liebe.
Dann ſtieg ein Traum in ihr auf von künftigen Tagen,
wenn ſie Herrin ihres Vermögens war. O, wie wollte ſie
dann ihr Heim füllen mit den Aermſten der Armen. Im
Walde ſollte es liegen, ein einfacher Bauernhof, und dort
würden ſich die zarten Glieder runden und die Augen
er=
ſtrahlen in ungetrübter Jugendluſt. Wie viele Seelen
würde ſie retten!
Auch wie ſie jetzt dahinfuhr durch den ſonnigen Herbſt,
malte ſie ſich das freundliche Bild immer klarer aus, bis
es Licht war wie die Landſchaft rund um ſie her. Es
hatts einen eigenen Reiz, dieſen Strom hinunterzugleiten
Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Anguſt 1912.
durch Wieſe und Wald. Hier und da tauchten Häuſer auf,
die ſich zu kleinen Ortſchaften um eine Kirche
zuſammen=
drängten, wie die Schafe um den Hirten. Es folgte
wie=
der die grüne Einſamkeit und hier oder dort ein einſames
Schloß oder Gutshaus, das am Ende einer langen Allee
lag. Dann wurde ihr das Herz warm, denn ſie gedachte
ſehnſüchtig ihres Zieles.
Dicht bei Friedrichshof war die Anlegeſtelle, dort
ge=
dachte ſie an Land zu gehen und den Weg am Waſſer
ent=
lang nach Altenwerder zu wandern. Sie lugte ſchon in
die Ferne, ob ſie das Gutshaus erſpähen könne, da ſchreckte
ſie der Zuruf auf, der vom Waſſer am Dampfer erklang.
Ein Fiſcherboot wollte ins Schlepptau genommen werden.
Sie ging nach hinten, um das Manöver zu verfolgen und
erkannte in den Männern Bekannte.
Wo wollen Sie hin? rief ſie ihnen aufs geradewohl zu.
Die Männer blickten ſcharf zu ihr hin, dann nickten
ſie ihr zu und zogen die Schlapphüte: Zum Andreas,
gnä=
diges Fräulein. Wir haben’s eilig und laſſen uns die
Strecke ſchleppen.
Kann ich zu Ihnen überſteigen? fragte ſie in einem
plötzlichen Entſchluß.
Wenn der Kapitän ein wenig ſtoppen läßt.
Der Kapitän gab die Erlaubnis gern, beſonders als
er erfuhr, wer ſein Paſſagier war. Der Fiſcher brachte ſie
glücklich ins kleine Ruderboot, das er am Verbindungstau
zum Dampfer gezogen hatte, und bald darauf ſaß Suſanne
uf dem großen Fiſcherkahn und ſah auf dieſe Weiſe die
Reiſe erheblich abgekürgt.
Es war ihr, als habe ſie ſchon Altenwerder Boden
unter den Füßen und ſaß doch nur auf der harten Bank in
der Geſellſchaft wortkarger Fiſcher.
Friedrichshof lag hinter ihnen, man näherte ſich
Alten=
werder. Wie ihr das Herz ſchlug! Jetzt kam die große
Biegung, hier war ſie damals im Boot von Andreas ans
Land geholt worden.
Ein Ruf der Fiſcher, das Tau klatſchte ins Waſſer,
und der Dampfer entſchwand ihren Augen. Da der Wind
günſtig war, hißten die Männer das rotbraune Segel, und
ſie glitten ſo raſch dahin, daß der Dampfer wieder in Sicht
kam.
Wortkarg deutete einer der Fiſcher mit der kurzen
Pfeife nach vorn, dort tauchte das Haus von Andreas auf.
Nun kannte Suſanne jeden Baum und Strauch. Sie
ge=
dachte der Fahrt mit Friedrich Wilhelm und ihres
verlore=
nen Glückes.
Damals war das Rohr grün geweſen, das nun gelb
gegen den tiefblauen Himmel ſtand. Der Sang des
Rohr=
ſperlings war verſtummt, auch die Stare, die ſich hier in
Scharen anzuſammeln pflegten, waren davongeflogen.
Das Waſſer um den Kiel gluckſte und ſang. Wo war
plötzlich all ihre Freude hin! Neben dem Mann ihrer Liebe
ſtand eine andere und die war die Mutter des Kindes, das
ihr ſo lieb und teuer war, wie eins aus eigenem Blut.
Was hatte doch Großvater in ſeinem letzten Brief von
Anna geſchrieben? Sie iſt wirklich ſcharmant, wir ſind
ſehr gute Freunde geworden. Auch von Oberförſters hatte
er berichtet und von deſſen lieben kleinen Frau. Solch ein
Umgang war für Anna gerade recht. Die Leutchen ſind ſo
glücklich miteinander, erzählte der alte Herr, und Bubi iſt
dort ſchon wie zu Hauſe. Ueberhaupt, mein liebes Kind,
es iſt alles gut ſo, wie es geworden iſt. Du haſt das
Rich=
tige getan, Suſanne, das einzig Richtige.
Das Richtige tun!
Macht es immer glücklich? — Ach mein, aber der
Ver=
ſtand ſagt zum Herzen: Halte ſtill und füge dich mit
An=
ſtand in das Unvermeidliche, ich bin ſtärker als du.
Warum nur kam ſie heim? Was wollte ſie hier?
Sehen, wie alles ſo gut auch ohne ſie ging, und daß ſie ſchon
erſetzt war? Ob Bubi ſie noch liebte? Sie ſetzte den
Knaben an die Stelle des Vaters, und dann widerſprach
eine heimliche Stimme in ihrer unruhig klopfenden Bruſt,
Nein, ſie hätte nicht kommen dürfen — noch nicht!
Weiter glitt das Boot, immer weiter. Sie ſtand vorn
und blickte mit brennenden Augen dem Ziel entgegen.
Wenn ſie ſo weiter liefen, konnte ſie ſich noch bequem vor
dem Diner umziehen.
Da ſtand Andreas und ſchaute nach ihnen aus. Ach,
dieſe glücklichen Augen, als er das gnädige Fräulein
er=
kannte! Möller kam auch herbei, er war durch Lenas Tod
ein ordentlicher Menſch geworden, der keinen Tropfen mehr
trank. Der Fiſchmeiſter half Suſanne ſelber hinaus und
hieß den Knecht den Männern helfen.
Ich komme mit dem Boot nach, rief er ihnen noch zu
und geleitete das junge Mädchen über den Steg.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 9. Auguſt 1912.
Nummer 186.
Temperament des Ferien genießenden
zu Schere und Nadel greifen, um wenigſtens
für die nächſte Zeit noch das Brauchbare
manche Anregung empfangen. Voten doch
Sommerfriſchen eine ſolche Fülle reizvoller
Ideen auch für das kleine Volk, daß vor
den kritiſchen Augen der Großſtadtmutter
aufbaute, die ſämtlich den Stempel der
Schlankleit trugen. Denn juſt wie bei den
muß der kurze Rock von ſeiner Länge ſogar
noch ein Beträchtliches hergeben! Leider
Geſchmack und den Anſtand gefündigt, denn
man ſieht ſogar größtere Mädchen mit ſolch
ſund oft noch mehr freilaſſen, herumſtelzen;
noch ſchlimmer aber wirkt ſolch kurzes
Kleid=
ſchen beim Sitzen, ſo daß man oft nur die
reißen laſſen. Und dabet iſt, recht verſtanden
mode ſo hübſch, daß ſich gerade hier viel
Erfreuliches ſchaffen läßt. Neben dem
Sie ſind ins heimiſche Neſt zurückgeflogen, die kleinen gehalten ſind, läuft der Seitenſchluß bis zum Saume, 1 (die beſonders gewichtigen höchſtens ausgeſchlöſſen!) reizend
Wander= und Zugvögel, die bei Beginn der Ferien voll und der Gürtel markiert die leicht verkürzte Taillenlinie. kleiden. Und daß ſie ſich nicht immer in der gleichen
brennender Ungeduld kaum den Tag erwarten konnten, Das bloße Hälschen (denn halsfrei ſind ſie faſt alle!) Schablone bewegen müſſen, das zeigt das niedliche
an dem der Flug ins Weite ging. Tief gebräunt, ein umgibt ein breiter, flacher Batiſtragen oder ein paſſen=Modelchen Nr. 5250, bet dem die kurze Taillengürtung
wenig verwildert und in nicht mehr ganz einwandfreier artiger Beſatzteil, deſſen pliſſeeumrandete Konturen dann auf die Rückſeite verlegt iſt, die Front aber ſich als breite,
„Toilette” ſind ſie eingezogen, um mit dem harten Muß leicht auf das eingeſetzte Halbärmelchen fallen In dieſem glatte, mit Kreuzſtichkanten verzierte Vorderbahn
präſen=
der Schulbank zu ſanfteren Sitten zurückzukehren. Aber einfachen Genre iſt auch das nette, für ein Schulmädchen ktert. Für beſonders ſchlanke Kinder ſind dieſe Kleidchen
auch den Müttern blühen Kulturaufgaben, wenn es zu= beſtimmte Kleidchen Nr. 5297 gehalten, das, aus kräftigem mit breitem Kragen oder bluſigem Leibchen
vorteil=
mächſt auch nur äußerliche ſind. Haben doch Waſſer, deiſterblauem Wollſtof, mit ſchwarzen Friſs=Knöpfen hafter, unter weich letzterem dann noch ein Unter=
Buft und Sonne nicht zu beſeitigende Erinnerungen an und einer Blende um den Ausſchnitt verziert war. Vorn bluschen getragen werden kann. Da ſich die Mode
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gern in Extremen bewegt, ſo hat ſie
der Kindergarderobe zurückgelaſſen, und
neuerdings die langtailligen Kleider wieder
mancher unüberbrückbare Riß, manch
un=
in Gnaden aufgenommen und damit
heimlich gähnendes Loch wiſſen von dem
dem Unterſetzten und beſonders Kräftigen
einen großen Gefallen getan. Denn es
Wildfanges zu erzählen. Da heißt es denn
läßt ſich nicht leugnen, daß der
tiefver=
legte Gürtel die Geſtalt länger und
ſchlanker erſcheinen läßt. Der Phantaſie
zu retten. Erſt dann geht man zur
Tages=
ſteht hier betreffs der Garnituren ein
ordnung, den mancherlei Neuanſchaffungen,
weites Feld offen, Spitzenbertchen, duftige
über, für die man bereits unterwegs ſo
Kragen und allerlei zierlicher
Krims=
krams werden reichlich verwendet, jg,
die Strandpromenaden und die eleganten
man ſucht ſogar hier die Idee des
dra=
pierten Rockes auf eine mehr originelle
als geſchmackvolle Art zu verwerten:
eines der neueſten Modelle hatte
näm=
ſich ein niedliches Kleidchen nach dem anderen
lich eine ſehr lange, unten überbauſchende
Bluſe, unter der ein glattes Paſſenteil
hervorfiel, das ſich auf ein ſehr kurzes
Großen unß auch hier alles ſchlank und bei=
Pliſſeefaltenröckchen: legte. Das Ganze
nahgr.: iigſein, und damit er ja die moderne
erinnerte durch ſein Uieberbauſchen und
Kürze erreicht und ſich als totſchick präſentiert,
das Faltenröckchen an jene neueſte
Rockform, deren überhängende, unten
abgebundene Tunika auf einem
Pliſſee=
wird gerade hier ſehr viel gegen den guten
volant fällt. Dieſes Uebertragen
ein=
zelner Moden der Großen auf den
An=
zug der jüngſten Dämchen iſt immer ein
übertrieben kurzen Röcken, die völlig die Knie
gefährliches Experiment. „Schön iſt
anders” könnte man darum auch von ſo
manchem Tunikakleide ſagen, das den
ohne=
bin kurzen Rock meiſt noch unproportio=
Kinder bedauern kann, deren Mütter ſich
nierter erſcheinen läßt. Wie kindlich und
zu ſolchen indezenten Uebertreibungen
hin=
nett wirkt dagegen unſer Feſtkleidchen
Modell Nr. 5298.
Modell Nr. 5289.
Modell Nr. 5297.
Nr. 5298, das bei aller Eleganz nichts
und richtig angewendet, die heutige
Kinder=
aufdringlich Geputztes hat. Hierfür kommen
nur ganz weiche, dünne Stoffe in Frage,
franzöſichen Genre, der ſich durch kleine Koketterien und wie im Rücken durch ein breites, aufgeſtepptes, ſchürzen= die nicht bauſchen, während das ſoutachierte Bolero
zierliche Garnituren verrät, macht ſich eine beſondere Vor= artiges Teil vervollſtändigt, wird dieſes oberhalb der und der Rockbeſatz aus kompakterem Material, wie
liebe für amerikaniſche Moden geltend, die, echt kindlich, Taillenlinie durch den Gürtel feſtgehalten. Dieſe glatte! Tuch, Sammet und Seide beſtehen müſſen.
Die neuen Herbſtmäntel trägt man viel in Sammet
gerade durch ihre Einfachheit der kindlichen Erſcheinung!Form eignet ſich auch für die großen Schottenkaros, die
und auch dem deutſchen Geſchmack völlig angepaßt ſind im Winter wieder eine große Rolle ſpielen dürfen, obwohl und mit kurzer Taille, während einfachere Formen
und ſich nebenbei leicht herſtellen laſſen. Bei dieſen ſie in der Kindergarderobe nie aus der Mode gekommen. aus Flauſch= und doppelſeitigen Stoffen ſich durch
ſchlichten Kleidern ſind es oft nur ein paar Goldknöpfe, Auch die wieder beliebten Pliſſeefaltenröckchen, die mit große, oft zipfelige Kragen und unten abgerundete
ein Bortenbeſatz, ein grellfarbiger Lackledergürtel oder einfarbigen Bluſen nette Schulkleider ergeben, wird man, Vorderteile auszeichnen. In Tuchmänteln iſt die große
ein floter Kragen, die den Schick des Ganzen hervorzu= ebenſo wie die Kittelchen der Kleinen, viel in farben= Farbenfreudigkeit auffallend: Hochrot, Mittelblau,
heben wiſſen. Da hat man ganz platte, viereckig aus= freudigen Schottenmuſtern ſehen, die dann höchſtens einen Dunkelgrün ſind Farben, denen man öſters begegnet.
geſchnittene Kittelchen mit Kimonohalbärmel, tiefverlegtem andersfarbigen Vorſtoß oder ein paar Gold= oder Kriſtall= Und es läßt ſich nicht leugnen, daß die kleinen
Gürtel und hemdartigem Schlitzverſchluß, den eine Stickerei l knöpfchen zum Ausputz brauchen. Einen breiten Raum Purzel allerliebſt in ſolch buntem Ueberzieher ausſehen.
oder Goldknöpfe betonen. Bei anderen, die leicht bluſig nehmen die kurztailligen Kleidchen ein, die faſt alle Kinder
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