Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expedit—. — Bei
für Pfnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung v.. . Dei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Dienstag abend in
Wilhelms=
höhe eingetroffen und beabſichtigte, in der Nacht zum
Donnerstag nach Eſſen zur Krupp=Feier zu fahren.
Die Stadt Eſſen verlieh der Witwe von
Fried=
rich Krupp das Ehrenbürgerrecht.
Im ruſſiſchen Miniſterium des Aeußern wird beſtätigt,
daß in Zürich Friedensverhandlungen
zwiſchen türkiſchen und italieniſchen
Diplomaten ſtattfinden.
Der Konflikt zwiſchen Montenegro und
der Türkei hat ſich verſchärft. Der türkiſche
Ge=
ſandte in Möntenegro erklärte, Cetinje verlaſſen zu
wollen.
In einem Tunnel bei Lozanne ſtießen zwei
Eiſenbahnzüge zuſammen, wobei 4 Perſonen
getötet und 20 verletzt wurden.
Der bargeldloſe Zahlungsverkehr.
* Die offiziöſe Berliner Korreſpondenz ſchreibt: Den
bargeldloſen Zahlungsverkehr — Scheck=, Giro= und
Ab=
rechnungsverkehr — nach Kräften zu fördern, hat ſich die
Reichsbank von jeher angelegen ſein laſſen, erfreulicher
Weiſe finden dieſe Beſtrebungen mehr und mehr in
weite=
ſten Kreiſen Anerkennung und Unterſtützung. Ihr Nutzen
wird erſichtlich, wenn man bedenkt, daß das mit unſerer
fortſchreitenden wirtſchaftlichen Entwicklung
zuſammen=
hängende ſtarke Anwachſen des Verkehrs notwendig zu
einer Vervielfältigung der Umſätze führt und demgemäß
einen wachſenden Bedarf an Zahlungsmitteln —
Metall=
geld und Banknoten — bedingt. Da der Bedarf durch
Entnahme aus der Reichsbank, dem großen
Zentralgeld=
reſervoir, gedeckt wird, iſt die unumgängliche Folge des
Mehrbedarfs eine verſtärkte Inanſpruchnahme des
Zentral=
noteninſtituts, die ſich in einer Verminderung des
Metall=
vorrats und in einer Ausdehnung des Notenumlaufs
äußert und damit in der Richtung einer Steigerung des
Diskontſatzes wirkt, deſſen Bemeſſung durch das
Verhält=
nis des Metallbeſtandes zum Notenumlauf weſentlich mit
beſtimmt wird. Der bargeldloſe Zahlungsverkehr ſucht
dieſer Entwicklung entgegenzuwirken, indem er die
Beglei=
chung von Zahlungen unter Vermeidung der effektiven —
nicht nur der metalliſchen, ſondern auch der papiernen —
Zahlungsmittel lediglich im Wege der Verrechnung
er=
ſtrebt. Je mehr es gelingt, auf dieſem Wege den Bedarf.
an Zahlungsmitteln zu verringern, deſto günſtiger wird
die Lage des Zentralnoteninſtituts ſich geſtalten; das
Me=
tallgeld, das in der Zirkulation erſpart wird, fließt von
ſelbſt der Reichsbank zu, und der Minderbedarf an
Bank=
noten ſchränkt den Notenumlauf ein. Die hieraus ſich
ergebende Kräftigung der Reichsbank iſt nicht nur für den
Fall des Eintritts einer Kriſis von größter Bedeutung,
ſie wirkt auch auf das Niveau des Zinsfußes ein, indem
ſie die Möglichkeit bietet, den Diskontſatz niedriger zu
be=
meſſen als es ſonſt angängig wäre. Wie unter dieſen
Um=
ſtänden neuerdings in der Preſſe behauptet werden konnte,
der bargeldloſe Zahlungsverkehr bringe lediglich den
Banken Vorteil, iſt ſchwer verſtändlich. In Wahrheit
liegt ſeine Förderung durchaus im öffentlichen Intereſſe.
So erfreulich aber auch ſeine bisherige Entwicklung
geweſen iſt, mit dem unausgeſetzten Anwachſen des
Be=
darfs an Zahlungsmitteln hat er nicht Schritt gehalten.
Es ergibt ſich dies ſchon daraus, daß die Reichsbank im
Laufe der letzten zehn Jahre dem Verkehr allein an
Gold=
münzen über eine Milliarde Mark zur Verfügung ſtellen
mußte, wovon freilich ein Teil zu induſtriellen Zwecken
im Wege der Einſchmelzung Verwendung gefunden hat.
Eine fortſchreitende Vervollkommnung und
Verallgemeine=
rung des bargeldloſen Zahlungsverkehrs iſt deshalb
dringend zu wünſchen, nicht zum mindeſten im Intereſſe
der Landwirtſchaft, für die ein tunlichſt niedriger Zinsfuß
von beſonderem Werte iſt.
Türkiſcher Wirrwarr.
— Als in Konſtantinopel Abdul Hamid durch die
Jungtürken zum Abdanken gezwungen worden war,
atmete man allgemein auf, denn man glaubte, daß
nun=
mehr für die Türkei eine neue Aera anbrechen werde, und
daß endlich die Zeit einer neuen Blüte für das osmaniſche
Reich herannahe. Das Günſtlingsregiment, das der vorige
Sultan führte, iſt zwar vorüber, aber niemand wird
behaupten wollen, daß die Zuſtände ſich gebeſſert hätten,
es iſt vielmehr im weſentlichen alles beim alten geblieben,
nur daß an Stelle der höfiſchen Intrigen der Zwiſt der
Parteien getreten iſt, der für ein Land noch niemals
etwas gutes gebracht hat. Das neue Regime hatte kaum
eingeſetzt, als ſchon der Parteihader ſein Haupt erhob
und ſeitdem hat eine ſchwere innere Kriſis die andere
ab=
gelöſt. Zu irgend welcher Feſtigung der Verhältniſſe hat
man bisher infolge dieſer Zwiſtigkeiten nicht Zeit
gefun=
den. Der Wirrwarr in der Türkei iſt gleichſam in
Perma=
nenz erklärt worden.
Gewiß iſt es erklärlich, daß ein Land, wie die Türkei
— noch dazu mit ſeiner eigenartigen Zuſammenſetzung
aus Völkern der verſchiedenen Arten von Konfeſſionen —
für eine parlamentariſche Verfaſſung nicht vollkommen
reif iſt, aber gerade hier muß man ſehen, daß auch gerade
die Intelligenten es ſind, die ſich in den Haaren liegen,
anſtatt einmütig zuſammen zu gehen, um das Beſte für
das Vaterland zu ſchaffen. Die zwiſchen dem
jungtür=
kiſchen Komitee und den führenden Armeekreiſen
einge=
tretenen Differenzen ſind es, welche die jetzigen Zuſtände
herbeigeführt haben, deren Ende noch nicht abzuſehen iſt.,
Das energiſche Auftreten der Militärpartei iſt nicht nach
dem Sinne des jungtürkiſchen Komitees, das ſich mehr
und mehr in den Hintergrund gedrängt ſah. Es kam
darum zum Konflikt, der jetzt die ſchärfſte Zuſpitzung
er=
fahren hat, nachdem man die Erfahrung machen mußte,
daß die Bildung eines neutralen Kabinetts ſich als ein
großes Fiasko erweiſt. Die jüngſten Ereigniſſe im
Par=
lament, das Verhalten des neuen Miniſteriums haben
Verwicklungen heraufgeſchworen, die für den weiteren
Lauf der Dinge von den ſchwerſten Folgen begleitet ſein
können. Dabei ereignet ſich dies zu einer Zeit, wo man
genug andere ſchwere Sorgen hat. Man ſcheint ganz
ver=
geſſen zu haben, daß man mit Italien im Kriege liegt
und daß derartige innere Zuſtände den Gegner kaum
ver=
anlaſſen können, ſeine Forderungen zu ermäßigen, in
einem Augenblick, wo er die Schwäche des osmaniſchen
Reiches in der kraſſeſten Weiſe zu ſehen bekommt,
über=
dies die gefährliche Situation in Albanien, wo man von
dem Ausbruch eines Bürgerkrieges nicht weit entfernt iſt.
Es iſt bedauerlich, daß es ſo weit gekommen iſt, und man
muß recht peſſimiſtiſch für die Türkei in die Zukunft ſehen,
da es lange dauern wird — wenn überhaupt! — bis ſie
ſich von den ſchweren Schlägen der letzten Zeit erholt
haben wird
Deutſches Reich.
Der Kaiſer iſt Dienstag abend um 10,50 Uhr,
von Swinemünde kommend, auf dem Bahnhofe
Wil=
helmshöhe eingetroffen. Am Mittwoch blieb der Kaiſer
in Wilhelmshöhe, in der Nacht zum Donnerstag
beabſich=
tigte er in Begleitung des Prinzen Joachim im
Sonder=
zug nach Villa Hügel bei Eſſen zu fahren, wo die Ankunft
8 Uhr morgens erfolgen ſollte. Der Geſamtaufenthalt des
Kaiſers auf dem Schloß Wilhelmshöhe wird
vorausſicht=
lich bis Ende dieſes Monats dauern, wo ſich der Kaiſer
nach Berlin begibt, um hier am 1. September die große
Herbſtparade abzunehmen. Anfangs September tritt der
Kaiſer dann die Reiſe nach der Schweiz an.
Deutſch=engliſche Verſtändigung. Eine
Vorberatung zu der für den Spätherbſt ds. Js. in
Aus=
ſicht genommenen deutſch=engliſchen
Verſtändigungskon=
ferenz fand in Bad Homburg v. d. H. ſtatt. Den Vorſitz
führte der vom engliſchen Komitee zum Präſidenten der
Konferenz gewählte Sir Frank Lascelles, der frühere
engliſche Botſchafter am deutſchen Kaiſerhof, der ſeit einer
Reihe von Jahren ein ſtändiger Beſucher Homburgs iſt
und auch gegenwärtig wieder zur Kur dort weilt. An
der Vorbeſprechung nahmen die engliſchen
Parlaments=
mitglieder A. G. Harvey und H. Snell, ferner Mr.
Weigall und deutſcherſeits die Herren Dr. Richter und
Prof. Dr. Nippold und Bankdirektor Maier als Vertreter
des Verbandes für internationale Verſtändigung, Herr
Dr. Spiecker als Vertreter des kirchlichen Komitees zur
Pflege freundſchaftlicher Beziehungen zwiſchen
Deutſch=
land und England, endlich die Herren Ed. de Neufville,
Univerſitätsprofeſſor Dr. Sieper und Obe” irgermeiſter
Lübke als Vertreter der deutſch=engliſchen
Verſtändigungs=
kommiſſion teil. Es wurde endgültig beſchloſſen, die Ver=
ſtändigungskonferenz in der Zeit vom 30. Oktober bis 1.
November in London abzuhalten und folgende
Gegen=
ſtände zur Verhandlung zu bringen: 1. Förderung der
gegenſeitigen Kenntnis der beiden Länder; 2.
Wirtſchaft=
licher Wettbewerb; 3. Die Preſſe; 4. Unverletzlichkeit des
privaten Eigentums zur See in Kriegszeiten; 5.
Abgren=
zung der beiderſeitigen Intereſſenſphären auf kolonialem
Gebiet.
— Rentenſtatiſtik. Nach einer im
Reichsver=
ſicherungsamt gefertigten Zuſammenſtellung beträgt die
Zahl der ſeit dem 1. Januar 1891 bis einſchließlich 30.
Juni 1912 von den 31 Landesverſicherungsanſtalten und
den zehn vorhandenen Sonderanſtalten bewilligten
Inva=
lidenrenten 2043 354. Infolge Todes oder Auswanderung
des Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit,
Bezuges von Unfallrenten oder aus anderen Gründen
ſind bereits 1090 297 Invalidenrenten weggefallen, ſodaß
am 1. Juli 1912 noch 953057 Invalidenrenten liefen. Ihre
Zahl hat ſich ſonach gegen den 1. April 1912 um 8074
er=
höht. Krankenrenten wurden in der Zeit vom 1. Januar
1909 bis einſchließlich 30. Juni 1912 132792 bewilligt.
Infolge Todes, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit
oder aus anderen Gründen ſind bereits 116 926
Kranken=
renten weggefallen, ſodaß am 1. Juli 1912 noch 15866
Krankenrenten liefen. Ihre Zahl hat ſich ſonach gegen
den 1. April 1912 um 2 erhöht. Die Zahl der während
des=
ſelben Zeitraumes bewilligten Altersrenten beträgt
510838. Infolge Todes oder Auswanderung des
Berech=
tigten oder aus anderen Gründen ſind bereits 419507
Al=
tersrenten weggefallen, ſodaß am 1. Juli 1912 noch 91331
Altersrenten liefen. Ihre Zahl hat ſich ſonach gegen den
1. April 1912 um 1254 vermindert. Seit dem 1. Januar
1912 iſt der Invalidenverſicherung die
Hinterbliebenenver=
ſicherung angegliedert worden. Bis 30. Juni 1912 iſt
Wit=
wenrente und Witwerrente in 829 Fällen,
Witwenkranken=
rente in 17 Fällen, Waiſenrente in 3716 Fällen,
Witwen=
geld in 1050 Fällen und Waiſenausſteuer in 9 Fällen
be=
willigt worden.
— Keine Novelle zur Fahrkartenſteuer.
Wie verlautet, iſt die Abſicht, dem Reichstag einen
Ge=
ſetzentwurf zur Abänderung der Fahrkartenſteuer
vorzu=
legen, vorläufig aufgegeben. Zurzeit iſt die
Fahrkarten=
ſteuer mit ihrem Ertrage für das Reich unentbehrlich und
es könnte ſich daher nur um Abänderungen handeln. Die
preußiſche Eiſenbahnverwaltung ſteht bekanntlich auf dem
Standpunkte, daß durch die ſtarke Belaſtung der oberen
Klaſſen mit der Steuer eine Abwanderung in die unteren
Klaſſen eingetreten iſt, die erhebliche Ausfälle in den
Ein=
nahmen zur Folge hat. Dieſer Mißſtand könnte nur
da=
durch behoben werden, daß — unter Freilaſſung der
vier=
ten Wagenklaſſe wie bisher — ein Ausgleich innerhalb
der drei oberen Klaſſen durch eine Entlaſtung der erſten
Wagenklaſſe und eine entſprechende ſtärkere Belaſtung der
zweiten und dritten Klaſſe erfolgte. Eine ſolche
Rege=
lung hat aber im Reichstage keine Ausſicht auf Annahme.
— Veteranenfürſorge. Die Braunſchw.
Lan=
desztg. meldet: Gutem Vernehmen nach wird die
ange=
kündigte neue Maßnahme der Bundesregierung für
Veteranenunterſtützung eine Zentraliſierung der
Ve=
teranenfürſorge bringen, um die beklagenswerten
Vor=
gänge, über die berichtet wurde, für alle Zeit zu
ver=
hindern. Ob dabei auch gleichzeitig eine Erhöhung der
Beihilfe für die Veteranen eintritt, iſt noch nicht bekannt
geworden.
— Der neue Gouverneur von Togo.
Her=
zog Adolf Friedrich zu Mecklenburg reiſt am 9. Auguſt,
abends 10 Uhr, mit dem Dampfer „Lucie Wörmann” vom
Peterſen=Kai in Hamburg nach Lome, der Hauptſtadt von
Togo, ab. Der Großherzog von Mecklenburg trifft an
demſelben Tage in Hamburg ein, um ſich von dem
Schei=
denden zu verabſchieden.
Ausland.
Italien,
Der itglieniſchen
Friedenskommiſ=
ſion, die mit der Türkei vorläufig die Verhandlungen
führen ſoll, gehören laut Meldung von unterrichteter Seite
an: Der frühere Unterſtaatsſekretär Fuſinato als
Vor=
ſitzender, der frühere Miniſterpräſident Luzzatti, der
frü=
here Miniſter Bertolini und General Cadora. Fuſinato
hatte in Lauſanne mit dem Chef der türkiſchen Miſſion
Said Halim, einem Vetter des Khedive, in der vorigen
Woche eine Unterredung.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Auguſt 1912.
Nummer 185.
Frankreich.
Die Miſſion Poincarés. Der Temps bemerkt
in ſeinem Leitartikel zu der Reiſe Poincarés, daß dieſer
in Petersburg auf die Notwendigkeit hinweiſen werde,
die Abänderung in der militäriſchen Aufſtellung
Ruß=
lands, die im Jahre 1910 getroffen wurde, abzuſchaffen,
das heißt, die ruſſiſche Grenze wieder mit der nötigen
Truppenmacht nach Deutſchland hin zu verſehen. Eine
ruſſiſche Anleihe in großem Stil ſei für dieſe Beruhigung
der franzöſiſchen Meinung zu erwarten.
England.
Die Zuckerkonvention und die Kolonien.
Ueber den Schriftwechſel zwiſchen der Regierung und den
weſtindiſchen Kolonien in Sachen der Zuckerkonvention
iſt ein Weißbuch veröffentlicht worden. Alle
Kolo=
nien haben, wie daraus hervorgeht, der Regierung ihre
Unzufriedenheit über den beabſichtigten Austritt aus der
Konvention ausgedrückt. Darauf hat die Regierung am
2. Auguſt allen zuckerproduzierenden Kolonien den
beab=
ſichtigten Austritt aus der Zuckerkonvention offiziell
ange=
zeigt und gleichzeitig ihrem Bedauern Ausdruck gegeben,
daß ſie im Intereſſe Englands gezwungen ſei, eine den
Kolonien entgegengeſetzte Politik zu verfolgen. Die
Re=
gierung ſei aber überzeugt, daß die Intereſſen der
Kolo=
nien nicht erheblich in Mitleidenſchaft gezogen würden.
Die Regierung wies weiter darauf hin, daß die Mächte
mit Ausnahme Englands der Verlängerung der
Konven=
tion um 5 Jahre zugeſtimmt hätten, ſodaß eine Garantie
gegeben ſei, daß die Zuckerprämkien während dieſer Zeit
nicht erneuert werden würden.
Die Abrüſtungsfrage im Unterhaus.
Im Unterhauſe fragte der liberale Hogge, ob die
Regie=
rung nicht eher Schritte für eine Abrüſtungskonferenz tun
wolle, als von anderen Mächten in dieſer Richtung
Anre=
gungen gegeben würden und ob Asquith im Hinblick auf
die Tatſache, daß ſeit 1899, wo die Frage im Haag
er=
wogen worden und die Ausgaben für die Rüſtungen
ſtän=
dig gewachſen ſeien, einen Plan annehmen werde, wodurch
die Frage der internationalen Abrüſtung in Fluß gebracht
würde. Premierminiſter Asquith erwiderte: Ich glaube
nicht, daß eine internationale Abrüſtung, wenn damit die
Abſchaffung jeder bewaffneten Macht gemeint ſei,
prak=
tiſch durchführbar iſt. Die britiſche Regierung iſt, wie den
anderen Mächten bekannt iſt, immer bereit geweſen, die
Frage der Steigerung der Rüſtungsausgaben
inter=
national zu erörtern. Auf jede Anregung der anderen
Großmächte nach dieſer Richtung hin werde die britiſche
Regierung bereitwillig eingehen
Rußland.
Die Konzeſſionen in der Mandſchurei.
Die Vertreter Rußlands und Japans in Peking haben
ge=
gen die vor kurzem an Belgier und Amerikaner erteilten
Konzeſſionen in der Mandſchurei Proteſt erhoben. Sie
erklärten entſchieden, daß China Konzeſſionen in der
Mandſchurei nur den ſpeziell intereſſierten Mächten
ertei=
len dürfe.
Vereinigte Staaten.
Der Panamakanal. Der Senat hat mit 43
gegen 14 Stimmen ein Amendement zur Kanalbill
ange=
nommen, wonach der Präſident anſtelle der von der
Kom=
miſſion vorgeſchlagenen Dreimännerkommiſſion einen
Gouverneur für die Vollendung, die Verwaltung und den
Betrieb des Panamakanals ernennen ſoll. Dieſem
Gou=
verneur würde auch die Verwaltung der Kanalzonen
zu=
fallen, Präſident Taft hat eine Sonderbotſchaft an den
Kongreß gerichtet, in der er ſchleunige geſetzliche
Beſtim=
mungen zur Schaffung eines Beamtenkörpers in der
Panamakanalzone und die Feſtlegung von
Maximalab=
gaben fordert. Er erklärte, daß die Frage der freien
Durchfahrt für die amerikaniſchen Schiffe ſpäter geregelt
werden könne.
Rooſevelt wurde in der dicht gefüllten
Konvents=
halle mit außergewöhnlichen Ovationen empfangen. Die
Verſammelten ſtimmten wiederholt Lieder an. Rpoſevelt
entwickelte ſein Programm und verlas nur die Hälfte
der aus 23000 Worten beſtehenden Rede und wich von
dem gedruckten Text wiederholt ab, indem er kraftvolle
Zwiſchenbemerkungen einflocht. Die
Wahlprüfungskom=
miſſion des Fortſchrittler=Konvents hat mit 17 gegen 16
Stimmen beſchloſſen, Neger=Delegierte nicht zuzulaſſen.
Die Neger beabſichtigen deshalb an Rooſevelt ſelber zu
appellieren.
* Die belgiſche Königsfamilie und
die Niederfüllbacher Stiftung. Im Streit
um die Niederfüllbacher Stiftung, bekanntlich ein Erbe
König Leopolds der Belgier, hatte der Präſident des
Koburgiſchen Landtages Arnold ſehr ſcharfe Worte gegen
den belgiſchen Staat gebraucht. Jetzt ſieht ſich eine
Toch=
ter des verſtorbenen Belgierkönigs zu einem Eingreifen
veranlaßt. Die Voſſ. Ztg. meldet aus Koburg: Graf und
Gräfin Lonyay ſind hier eingetroffen und im
Bahnhofs=
hotel abgeſtiegen. Sie empfingen den
Landtagspräſiden=
ten Arnold in Sachen der Niederfüllbacher Stiftung. Am
Mittwoch nachmittag war der Landtagsausſchuß zu einer
Beratung zuſammen.
* Tokio, 6. Aug. Die Leichenfeierlichkeiten
für den Mikado finden am 13. September, die
Bei=
ſetzung in Kioto am 14. September ſtatt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Auguſt.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin begaben ſich vorgeſtern vormittag 10¼ Uhr in
Begleitung der Hofdame Freiin v. Rotsmann im Auto
nach Lich und kehrten abends 7 Uhr 10 Min. nach
Jagd=
ſchloß Wolfsgarten zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Die Ausſtellung „Der Menſch” im Großh.
Reſidenzſchloß in Darmſtadt wird am Freitag, den
9. Auguſt, mittags 12 Uhr, von Sr. Königl. Hoheit dem
Großherzog eröffnet. Dazu erging eine größere Anzahl
von Einladungen. Nach der Feier werden die Ehrengäſte
durch den Großherzog und die Großherzogin im
Kaiſerſaal des Reſidenzſchloſſes empfangen. Die
Aus=
ſtellung iſt an dieſem Tage von 3—10 Uhr und an den
folgenden Tagen von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends
geöffnet.
* Deutſcher Kongreß für Säuglingsfürforge in
Darmſtadt. Am Freitag, den 20. September, bis
Sonn=
tag, den 22. September 1912, findet, wie bereits gemeldet,
in Darmſtadt der 3. Deutſche Kongreß für
Säuglingsfürſorge und in Verbindung damit
die Mitgliederverſammlung der Deutſchen
Ver=
einigung für Säuglingsſchutz ſtatt.
Einge=
leitet wird der Kongreß durch einen zwangloſen
Empfangsabend im Hotel „Zur Traube” am Freitag, den
20. September, abends um 8 Uhr. Die Eröffnung des
Kongreſſes erfolgt am 21. September. Ueber das Thema:
„Einheitliche Organiſation der Ausbildung von
Säug=
lingspflegerinnen” referieren: Profeſſor Dr. Langſtein=
Berlin und Privatdozent Dr. Ibrahim=München, über
„Säuglingspflege als Lehrgegenſtand in den
Unterrichts=
anſtalten für die weibliche Jugend‟: Dr. Roſenhaupt=
Frankfurt a. M. und Geh. Rat Gürtler=Berlin.
Nach=
mittags werden die Darmſtädter Fürſorge=Einrichtungen
beſichtigt werden. Abends8 Uhr iſt Feſtvorſtellung im
Großherzoglichen Hoftheater. Am Sonntag, den 22.
Sep=
tember, wird in die Fortſetzung der Beratungen
einge=
treten werden, wobei Geh. Rat Dr. Traube=Leipzig und
Bürgermeiſter Mueller=Darmſtadt über die
Berufsvor=
mundſchaft, Pflegekinderanfſichts= und
Mutterberatungs=
ſtelle referieren werden. Außerdem ſteht auf der
Tages=
ordnung die Beratung der geſetzlichen Regelung des
Krippenweſens in Deutſchland, wofür als Referenten
Oberarzt Dr. Rott=Berlin, Hofrat Meier=München und
Regierungsaſſeſſor Frhr. von Wilmowski=Berlin
vor=
geſehen ſind. Für nachmittags iſt eine Beſichtigung der
Ausſtellung „Der Menſch” geplant. Abends 6 Uhr
wer=
den die Kongreßmitglieder durch die Stadt Darmſtadt
bewirtet werden.
* Der heſſiſche Fechtverein Waiſenſchutz (
Zweig=
verein Darmſtadt) hält am Sonntag, den 11. Auguſt,
im Städtiſchen Saalbau ein zweites Sommerfeſt ab.
Da dieſes beſonders als Kinderfeſt gedacht iſt, ſo iſt durch
verſchiedene Kinderſpiele zu deren Unterhaltung genügend
geſorgt. Jedoch iſt auch für die älteren Beſucher durch
Preisſchießen, Tanz uſw. für die nötige Unterhaltung
Sorge getragen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* 80. Geburtstag. Am 9. Auguſt feiert Herr
Landwirt Jak. Wittmann III. in geiſtiger und
körperlicher Friſche ſeinen 80. Geburtstag. Herr
Witt=
mann gehörte lange Jahre dem früheren Beſſunger
Gemeinderate an.
— Die Heſſiſche Miſſionskonferenz für
Heiden=
miſſion wird ihre 18. Jahresverſammlung am 9.
Ok=
tober in Darmſtadt abhalten. Im Mittelpunkte derſelben
ſteht ein Referat des Herrn Miſſionsinſpektors
Weiß=
haupt aus Leipzig über „Erziehungs=Aufgaben und
Er=
folge auf dem Miſſionsfeld, beſonders in unſeren
Ko=
lonien‟. — Das neue Jahrbuch iſt erſchienen. Wer der
Miſſionskonferenz beitreten will, erhält es von dem
Schriftführer, Pfarrer Fiſcher in Groß=Bieberau, zugeſandt.
*Der Verband der Desinfektoren in Heſſen hat
den Leiter der Heſſiſchen Desinfektoren=Schule, Herrn
Medizinalrat Dr. Böttcher in Gießen, einſtimmig zu
ſeinem Ehrenmitglied ernannt. Das Diplom,
welches demſelben demnächſt überreicht wird, iſt auf
einige Tage im Schaufenſter des Herrn Hofvergolders
Zaun, Ludwigsplatz, ausgeſtellt.
* Preisgekrönte Schützen. Bei dem von der
Schützen=
geſellſchaft „Guſtavsburg” in Guſtavsburg veranſtalteten
Vereinsgruppenſchießen errang die Schützengeſellſchaft
„Wildſchütz” von Darmſtadt den erſten Gruppenpreis.
Außerdem errangen die Herren Alfred Steger, J.
Katzen=
meier, B. Schäfer und Maſing namhafte Geldpreiſe. Herr
Alfred Steger errang bei dem kleinen Schießen den erſten
Preis.
Bom Fernſprechamt. a) Neue Anſchlüſſe:
2126 von Falkenhayn, Oberſt und Kommandeur des
Landwehrbezirks I, Grünerweg 40. 2592 Oscar
Frieh=
melt, Zigarren=Import und Verſand, Rheinſtr. 12½.
(2592) Derſelbe, Heidelbergerſtr. 1. 2130 Jean Götz,
Bäckerei=Konditorei, Wenckſtr. 48. 2128 Haſſia,
Schoko=
ladenfabrik G. m. b. H., Wienersſtr. 66. 2508 Herm.
Heinmüller Gummiwaren Spezialgeſchäft, Schulſtr. 1.
(2506) Leopold Kahn, Kaufmaan, Karlſtr. 3. 951
Ge=
brüber Marſchallik, Zigarettenfabrik, Gr. Ochſeng. 30.
2124 Emil Möller, Direktor der Heſſ. Eiſenbahn=A.=G.
Herdweg 56. 1296 Robert Müller, Juwelier, Luiſenpl. 4.
2521 Hubert v. Platen, Rittmeiſter, Wilhelmſtr. 40.
1045 Margarethe Praſſel, Wwe., Privatin,
Hoffmann=
ſtraße 47. 2127 Frau Sanitätsrat Rapp, Frankfurterſtr. 52.
463 Erwin Raupp, Hofphotograph, Hügelſtr. 59. 2131 Kurt
Rohde i. Fa. W. Weber u. K. Rohde, Fabrikant,
Kaupſtr. 37. 2123 Fr. Wagner Ww., Privatin,
Riedeſel=
ſtraße 39. 2132 M. Weber, Privatin, Heidenreichſtraße 19.—
b) Aenderungen: 1207 Willy Andreß, jetzt Nr. 2509.
739 Max Freund, Eichbergſtr. 11 jetzt 9. 1529
Hand=
werkerzentralgenoſſenſchaft, jetzt Nr. 2524. 1390 Friedrich
Hannemann, Landwehrſtr. 1, jetzt Bismarckſtr. 60. 315
Her=
mann Heinmüller, Schulſtraße 1, jetzt Bachgangweg 20.
(315) Derſelbe Erlenberg 17, jetzt Nr. (2508). 687 Heyl
u. Co. Viktoriaſtr. 76, jetzt Frankfurterſtr. 76. 690 Louis
Holzmüller, jetzt Nr. 2523. 1320 Kahn S. Söhne jetzt
Nachf. Inh. Guſtav Sichel, Nr. 2506. 1265 S. Mainzer
übertragen an Rich. Freudenberger. (142) Jonas Meyer,
Lager Holzhof Main=Neckarbahn, jetzt
Weiterſtädter=
weg. 1192 Carl Nies, Heidelbergerſtr. 1, jetzt 4. 1584 Auguſt
Ochßner, Schillerpl. 8, jetzt Eliſabethenſtr. 42 und Nr. 2511.
315 Schmolz u. Hösl, Schulſtr. 1, jetzt Bachgangweg 20.
1807 Frau Pfarrer Walz Wwe. übertragen an Pfarrer
Wagner. — c. Abgebrochene Sprechſtellen:
(315) Heinmüller, Schulſtraße 6. 1522 Jakob Huck.
1909 Mühlenbauanſtalt.
— Aus der Beſſunger Bücherhalle (
Beſſunger=
ſtraße 48) wurden im Monat Juli 607 Bücher entliehen;
eingeſchriebene Leſer ſeit 1. April 277. Anmeldungen
von Spenden von Büchern und guten Zeitſchriften,
Die Erziehung des japaniſchen
Kronprinzen.
C) In der nach Ueberwindung gewaltiger Widerſtände
tmmer ſchneller fortſchreitenden Europäiſierung Japans iſt
mit dem Entſchluſſe, dem künftigen Beherrſcher des
oſt=
aſiatiſchen Inſelreiches eine europäiſche Erziehung
ange=
deihen zu laſſen, zweifellos eine neue und entſcheidende
Etappe erreicht: Joſhihito der neue Mikado, hat den
Be=
ſchluß gefaßt, den jugendlichen Kronprinzen im Laufe
der nächſten Jahre nach Europa zu ſenden, wo er
in einer engliſchen Schule ſeinen Bildungsgang vollenden
ſoll. Dieſe Aufſehen erregende Entſcheidung iſt der
Ab=
ſchluß einer allmählichen Entwicklung, die Stück um Stück
Geiſt und Formen weſtlicher Kultur mit der des fernen
Oſtens zu vermählen trachtet. Der verſtorbene Kaiſer war
der erſte, der mit der alten Tradition brach: hohe
Mit=
glieder des kaiſerlichen Hauſes niemals von dem heiligen
Boden Japans auch nur auf kurze Zeit zu entfernen, er
ſchickte als erſter Tenno=Prinzen Japans nach dem fernen
Weſten, und eine Zeitlang tauchte ſogar der Plan einer
Reiſe des japaniſchen Kaiſers nach Europa auf. Er kam
nie zur Ausführung. Aber ſchon der damalige Kronprinz,
der heutige Kaiſer, ging in der Aufnahme weſtlicher
Lebens=
formen über ſeinen Vater hinaus und ſetzte es durch, daß
ſein Sohn Hirohito, Michi no Miya, der heutige Kronprinz,
in ſtärkerem Maße europäiſch erzogen wird, als je
vorher ein künftiger Erbe der japaniſchen Kaiſerwürde.
Freilich in den erſten Lebensjahren des heute elfjährigen
Kronprinzen erforderte dieſe Einfügung weſtlicher
Er=
ziehungselemente noch vorſichtig wägenden Takt, denn in
jenen Tagen hing das Volk noch ſtärker an den geheiligten
Formen alter Traditionen, die das Herrſcherhaus
natur=
gemäß nicht plötzlich ablegen konnte.
Nur allmählich konnte europäiſchen Anſchauungen
innerhalb der Mauern des Kaiſerſchloſſes ein freierer
Spielraum gewährt werden. Während der erſten Zeit
zeigte die Erziehung und Pflege des kleinen Prinzen
Hirohito jene ſeltſame Vermengung morgenländiſchen und
abendländiſchen Weſens, der für das damalige Japan und
ſicherlich auch noch zum Teil für das heutige
charakte=
riſtiſch iſt. Aber der jetzige Kronprinz wurde doch der erſte
Sproß aus dem kaiſerlichen Hauſe, dem in der Kindheit die
Haare wachſen durften. Noch dem heutigen Kaiſer wurde
im Knabenalter nach japaniſchem Brauche täglich der Kopf
Eſchoren und mit beſonderem Stolz erzählt die Tokioter
Hoſchronk, daß in den Lindertagen des nun dahinge=
gangenen Mutſuhito die Kaiſerin=Mutter ſelbſt es ſich nie
rauben ließ, ihrem Sohne höchſt eigenhändig das Haupt
zu ſcheren. Bei dem jetzigen Kronprinzen konnte auf dieſen
Brauch bereits verzichtet werden, aber eine Zeitlang mußte
ihm doch täglich das Horoſkop geſtellt werden, weil das
Volk nach altem Glauben das fordert. So gaben denn der
Kaiſer und der Kronprinz ihre Einwilligung zur
Ausführ=
ung dieſer myſtiſchen Riten und kunſtvollen
Beſchwör=
ungen, die ſeit 25 Jahrhunderten die erſten Lebensjahre
aller königlichen Kinder begleitet hatten, und als Hirohito
die Hälfte ſeines erſten Lebensjahres vollendet hatte,
wurde alter Tradition gemäß unter Mitarbeit der
be=
deutendſten Künſtler des Landes das kaiſerliche Siegel für
den kleinen Prinzen entworfen und geſchnitten. Denn noch
immer gilt im Lande der Kirſchblüten das Siegel als ein
koſtbares und wichtiges Beſitztum des Mannes und jede
Fälſchung wird ſtrenger beſtraft, als gewaltſamer Raub.
Allen Gegenſtänden, die der heutige Kronprinz ſein eigen
nennt, allen Kleidungsſtücken, die ihm angezogen wurden,
mußte dieſes Siegel aufgeprägt werden. 22 japaniſche
Wärterinnen ſorgten für das Wohlergehen des
kaiſer=
lichen Kindes, aber die Leitung der königlichen
Kinder=
ſtube war einem alten und vertrauten Freunde des jetzigen
Kaiſers anvertraut, dem Grafen Kawaimura, der ſich um
die kleinſten Einzelheiten der Pflege und der Erziehung
bekümmerte.
Eine der merkwürdigſten und intereſſanteſten
Kon=
zeſſionen an die europäiſche Ziviliſation, die damals in
Japan nicht wenig Aufſehan machte, geſchah ſchon kurz nach
der Geburt des Kronprinzen: man faßte den Entſchluß, das
„mandelförmige Auge” der japaniſchen Raſſe bei dem
künf=
tigen Herrſcher künſtlich umzumodeln. Es kam zu einer
ſchmerzloſen kleinen Operation: am äußeren Winkel der
Augenlider wurde in gerader Linie ein kleiner Einſchnitt
gemacht. Dann zog man die Lider in die gewünſchte Form,
und in dieſer Lage erhielt man es mit Hilfe eines
Heft=
pflaſters. Die Wunde heilte in kaum einer Woche und das
Ergebnis dieſes chirurgiſchen Eingriffes iſt die Tatſache,
daß der künftige Kaiſer, der kleine Kronprinz, die ſonſt
für die Japaner ſo charakteriſtiſchen Schlitzaugen nicht
be=
ſitzt. Europa wird ſich in den nächſten Jahren davon
über=
zeugen können, wenn Kronprinz Hirohito, oder — wie man
ihn in ſeiner Heimat nennt — Prinz Michi ſeine Fahrt
nach Weſten antritt: als der erſte Thronerbe Japans, der
ſeiner Erziehung und Bildung in Europa den letzten
Schliff und den Abſchluß geben ſoll.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Preußiſcher
Landesverband Gabelsberger. Die ſtändig
wachſende Ausdehnung und Bedeutung, die das deutſche
Stenographenſyſtem Gabelsberger im letzten Jahrzehnt
auch in Preußen gefunden hat, führte zur Gründung des
„Preußiſchen Landesverbandes Gabelsberger, Sitz
Be=
lin” wie ſolche Landesverbände bereits in Bayern unten
dem Protektorat des Prinzregenten und in Sachſen unter
dem Protektorat des Königs beſtehen. Vorſitzender des
neuen Landesverbandes, der etwa 1000 Vereine mit 30000
Mitgliedern umfaßt, iſt der bekannte Strafrechtslehrer
an der Berliner Univerſität, Reichstags= und
Landtags=
abgeordneter Geheimer Juſtizrat Profeſſor Dr. v. Liſzt.
Honorar der Künſtler in Bayreuth. Die
Verwaltung der Bayreuther Bühnenfeſtſpiele ſandte dem
Berliner Tageblatt eine Zuſchrift, die Bezug auf den
Aus=
ſpruch Hermann Bahrs nimmt, der, wie mitgeteilt,
behauptete, die Künſtler ſängen alle ohne Honorar. Es
heißt, daß die Summe der Honorare für das Soloperſonal
durchſchnittlich in einer Feſtſpielzeit 160000 Mark, für Chor
und Orcheſter 270000 Mark beträgt. Die Geſamtausgaben
betrugen im Jahre 1911 592453 Mark. Nur die
Dirigen=
ten und einzelne Künſtler ſtellen ihre Kraft umſonſt in den
Dienſt der guten Sache.
* Der freſſende Kopf eines geköpften Vielfreſſers.
Bei=
ſpiele von unerhörter Lebenszähigkeit gewiſſer Inſekten
ſind manche bekannt. Weit überboten werden dieſe
Vor=
kommniſſe im Inſektenleben durch einen Fall von ganz
außergewöhnlicher Lebenszähigkeit, den Dr. Robert
Stäger in der wiſſenſchaftlich=techniſchen Wochenſchrift Die
Umſchau (Frankfurt a. M.) erzählt. In dem Fruchtfleiſch
der Pflaumen, Schlehen, Aprikoſen lebt die Raupe eines
Kleinſchmetterlings, des Pflaumenwicklers. Das Freſſen
geht ihr über alles, es iſt ihre einzige Aufgabe und dieſe
vollführt ſie mit einer ſolchen Pflichttreue, daß eine ſchöne,
ſchwere Pflaume in kurzer Friſt von einem ganzen Syſtem
kotgefüllter Gänge durchzogen iſt. Nach dieſem Dauerfraß
verläßt ſie ſatt die Tafel, um ſich zu verſpinnen. Eines
Tages fand Dr. Stäger beim Pflaumeneſſen, daß die
meiſten Früchte wurmſtichig waren. Die „Maden” die
den halbierten Früchten entkrochen, ſpazierten auf dem
Teller herum. „Um nun einem wanderluſtigen Räupchen
das Entwiſchen vom Tellerrand zu verleiden”, ſchreibt Dr.
Stäger, „ſchnitt” ich es mit dem Deſſertmeſſer entzwei. Was
ich hierauf ſah, war erſtaunlich: der vordere Teil, obmpkl
Nummer 185.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Auguſt 1912.
Seite 3.
ſowie Beitrittserklärungen zum „Verein für Verbreitung
von Volksbildung” (Mindeſtbeitrag 2 Mk.) werden vom
Vorſtand des Vereins gerne entgegengenommen.
Un=
entgeltliche Bücherausgabe: Dienstag, Donnerstag und
Samstag von abends 7½—9 Uhr. Dort auch
Bücher=
verzeichniſſe zu 20 Pfg.
* Ludwigshöhe. Das am Dienstag des ſchlechten
Wetters wegen verſchobene Kinderfeſt findet heute
Donnerstag in vorgeſehenem Rahmen ſtatt. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
* Schuls Felſenkeller (Dieburgerſtr. 85). Das am
letzten Donnerstag wegen der ungünſtigen Witterung
aus=
gefallene Kellerfeſt findet, gutes Wetter vorausgeſetzt, heute
Donnerstag abend ſtatt. Der Garten wird reich durch
Lampions illuminiert und für das Konzert iſt die Kapelle
des Art.=Korps (25er) unter Obermuſikmeiſter Mickleys
Leitung gewonnen. Das Programm wird dem Feſte
an=
gepaßt ſein. (Siehe Anzeige.)
Unſer Leibgarde=Regiment iſt geſtern nachmittag
wieder in ſeine Garniſon zurückgekehrt, nachdem es 14
Tage zu den großen Regiments= und Brigadeexerzieren
abweſend war. Mit klingendem Spiel zog um 6 Uhr die
Leibkompagnie mit den Fahnen durch die Rheinſtraße,
um dieſelben ins Reſidenzſchloß zu bringen. Viele
Hun=
derte hatten das Militär am Bahnhof erwartet und
mar=
ſchierten durch die Straßen mit.
§ Fingierte Anzeige. Ein im Beſſunger=Stadtteil
bedienſtetes Mädchen machte bei der Polizei”hier die
Anzeige, daßein Handwerksburſche ihm das Portemonnaie
mit über 4 Mark geraubt und außerdem ein=
Sittlich=
keitsattentat an ihm zu verüben verſucht habe. Wie die
von der Polizei gemachten Feſtſtellungen nunmehr
er=
gebenshaben, iſt die ganze Anzeige des Mädchens fingiert.
Babenhaufen, 7. Aug. Ein ſchwerer
Automo=
bilunfall ereignete ſich geſtern abend auf der von
hier nach Niedernberg führenden Chauſſee in der Nähe
der Groß=Oſtheimer Straßenkreuzung. Das mit 3
Per=
ſonen beſetzte Auto des Herrn Dr. chem. Zerbe aus
Offenbach am Main ſtieß mit einem Radfahrer, dem
Bäcker Martin Meßner aus Obernburg, zuſammen. Der
Radler blieb ſchwer verwundet und beſinnungslos liegen;
ſein Zuſtand iſt ſehr bedenklich. Infolge allzu raſchen
und heftigen Bremſens überſchlug ſich das Automobil,
ſo daß alle Inſaſſen in weitem Bogen herausgeſchleudert
wurden. Zum Glück kam niemand unter das Auto ſelbſt
zu liegen. Das Automobil aber ging in Trümmer.
Heppenheim, 7. Aug. Geſtern wurde einem hieſigen
Lehrer ein geſunder Sprößling geboren. Durch dieſes
freudige Ereignis gab es hier eine Ur=
Urgroß=
mutter. Der neue Ur=Urenkel hat nun außer ſeinen
Eltern noch rüſtige Großeltern, geſunde Urgroßeltern
und eine Ur=Urgroßmutter, die trotz ihrer 96 Jahre noch
ſehr rüſtig iſt, daß ſie außer häuslichen Beſchäftigungen
ſogar noch landwirtſchaftlichen Arbeiten obliegen kann.
Gewiß eine gefunde Familie!
Mainz, 7. Aug. Durch einen elektriſchen
Motorwagen wurde heute vormittag ein
dreijähri=
ges Kind auf dem nach Gonſenheim führenden Weg
überfahren. Der Schaffner des Wagens brachte das
Kind in ein benachbartes Haus, woſelbſt es alsbald
verſtarb. Den Wagenführer ſoll keine Schuld treffen.
Die Pionierübungen auf dem Rhein
haben geſtern begonnen. Sie werden ſich bis Koblenz
ausdehnen. Einige fremde Pionierbataillone nebſt den
Infanterietruppenteilen der Garniſon Mainz nehmen
daran teil. In einer großen Anzahl von
Militärſonder=
zügen wurden die fremden Pionierbataillone mit all
ihrem Material, das in Kaſtel eingeladen ward, vom
Kaſteler Bahnhof aus nach den Uebungsplätzen im
Rhein=
gau befördert. Sie haben dort ſofort mit den Uebungen
begonnen. Auch die Infanterie, die an den Uebungen
beteiligt iſt, wurde von Kaſtel aus mit der Eiſenbahn
nach dem Rheingau befördert, was geſtern im Laufe des
Tages geſchah. Solange die Uebungen dauern,
biwakie=
ren die Truppen im Freien. Das Mittageſſen wird auf
den Uebungsplätzen verabreicht. Es kommen dabei
fahr=
bare Feldküchen allerneueſter Art, die die Truppenteile
mit ſich führen, zur Anwendung. Ende der Woche kehren
die Truppen in ihre Garniſon zurück. — Zur
Beförder=
ung der Truppen waren zwölf Militärſonderzüge nötig.
Der Kaſteler Bahnhof glich geſtern den ganzen Tag über
einem Kriegslager.
H. K. Mainz, 7. Aug. Für den großen ſtädtiſchen
Krankenhausneubau ſind die Spenglerarbeiten
im Betrage von zirka 45000 Mark an die hieſige
Speng=
lerinnung übertragen worden. Im Einverſtändnis mit
dem Hochbauamt werden die einzelnen Arbeiten
ſach=
gemäß an die verſchiedenen Meiſter verteilt, für die
rich=
tige Ausführung ſind einige der bedeutenderen Meiſter
verpflichtet. Mit dieſer Art der Vergebung wird
prak=
tiſche kommunale Handwerkspolitik betrieben, die der
Stadtverwaltung nur zur Ehre gereicht und die ſicher
auch bei allen ſozial und praktiſch denkenden Bürgern
die vollſte Anerkennung findet. — Bekanntlich wurden
auch die Dachdecker= und Zimmerarbeiten für dieſen
gro=
ßen Neubau an die betreffenden Innungen im Betrage
von rund 250000 Mark vergeben. Dieſe letzteren
Ar=
beiten ſind bereits im vollſten Gange und werden zur
Zufriedenheit der Bauverwaltung ausgeführt. Daß die
verſchiedenen Handwerksmeiſter nicht nur wirtſchaftlich
gekräftigt werden, ſondern auch Gelegenheit haben, ihre
Geſellen und Arbeiter weiter zu beſchäftigen, iſt hierbei
von großer Bedeutung.
(*) Friedberg, 7. Aug. Die Bautätigkeit iſt in
dieſem Jahre ſehr rege. Außer dem bereits vollendeten
Gewerbehaus wurde auch die ſtaatliche Blinden=
Anſtalt erbaut; ſie wartet ihrer baldigen Eröffnung.
In unmittelbarer Nähe beider Schulen wird im Herbſt
mit dem Poſthaus=Neubau begonnen. Der
Per=
ſonen= und der Güterbahnhof beſchäftigen
Hun=
derte von Arbeitern. Da auch eine Anzahl
Privat=
bauten in Angriff genommen iſt, ſo haben die
Bau=
handwerker und Bauarbeiter gute Beſchäftigung.
(*) Ober=Widdersheim, 7. Aug. Ein ſchweres
Unglück ereignete ſich auf dem Baſaltwerk. Bei den
Sprengungsarbeiten ging ein Schuß zu früh los, während
die Arbeiter noch mit dem Legen der Schüſſe beſchäftigt
waren. Drei Arbeiter wurden ſchwer verletzt, zwei davon
kamen in die Klinik nach Gießen. Dem einen wurde die
Naſe und die rechte Hand abgeriſſen.
Niedermörlen, 7.. Aug. Der hier erſchoſſen
auf=
gefundene Bankbeamte Koch aus Köln ſcheint doch
Selbſtmord verübt zu haben. Koch hatte eine Stelle in
Südamerika angenommen. Von ſeinem Vater hatte er
7000 Mark (nicht 70000 Mark) bekommen, die er mit nach
Amerika nehmen ſollte. Mit Koch wollte auch ein Freund
von ihm nach Amerika überſiedeln. Die beiden gingen
zu=
ſammen von Köln weg. Ehe ſie abdampfen wollten, ſahen
ſie ſich noch verſchiedene Städte an. Wie lange die beiden
zuſammen waren und wo ſie ſich getrennt haben, konnte
bis jetzt noch nicht feſtgeſtellt werden. Wahrſcheinlich aber
iſt, daß ſich die beiden Freunde in Frankfurt getrennt haben,
dennt es iſt bereits ermittelt worden, daß Koch einige Tage
in Frankfurt war. Koch iſt hier in ſchlechte Geſellſchaft
geraten, und ſein Freund hat ihn verlaſſen. Nach den
weiteren Ermittelungen iſt anzunehmen, daß Koch das
Geld in leichtſinniger Geſellſchaft ausgegeben hat und ſich
dann ſchämte, nach Hauſe zurückzukehren. Die
Staats=
anwaltſchaft ſucht zunächſt zu ermitteln, wo Koch die 7000
Mark gelaſſen hat. Ein Antrag auf Ausgrabung der
Leiche iſt, der Wormſ. Ztg. zufolge, entgegen anderweitiger
Meldung, nicht geſtellt worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Aug. Wie aus Paris
gemeldet wird, iſt dort heute früh der Leichnam des
Juſtizrats und Notars Paul Michaelis aus Berlin
aus der Seine gezogen worden, der ſeit Freitag aus
einem Hotel in Enghien verſchwunden war. Bei der Leiche
wurde ein Brief gefunden, der über die Gründe des
Selbſtmordes Aufklärung gibt, die in ſehr namhaften
Spielverluſten beſtehen ſollen. Juſtizrat Michaelis hatte
ſich vor einigen Tagen von Hauſe fortbegeben, angeblich,
weil er nach Bad Nauheim zur Kur fahren wollte. Er
reiſte aber nach Enghien les Bains Hier gab ſich
Michge=
lis am Donnerstag voriger Woche im Kaſino dem Spiel
hin und verlor 15000 Francs. In den nächſten Tagen
lieh er ſich von einer bekannten Dame, die er in dem
Badeort getroffen hatte, Geld und verſetzte auch deren
Wertſachen. Auf dieſe Weiſe erhielt er noch 6000 Mark,
die er gleichfalls verſpielte. Am Freitag reiſte Michaelis
mit der betreffenden Dame nach Paris, um dort einen
Bekannten aufzuſuchen. Seitdem hat man ihn nicht mehr
geſehen. Frau Michaelis, die ſich bis vor kurzem in
Marienbad aufhielt, erhielt dort einen Brief von ihrem
Mann, in dem er mitteilte, daß er wegen finanzieller
Sor=
gen ſich das Leben nehme. Juſtizrat Michaelis unterhielt
ein äußerſt gaſtfreies Haus, das koloſſale Summen
ver=
ſchlang. Auch für ſeine Perſon verbrauchte er erhebliche
Geld=
beträge, die er zum größten Teil ſeiner Spielleidenſchaft
opferte. Sein jährliches Einkommen ſoll etwa 80000 M.
betragen haben. — Heute nachmittag 2 Uhr 35 Min. wurde
auf der Strecke Berlin=Halle zwiſchen Großbeeren und
Ludwigsfeld das Fuhrwerk des Beſitzers Ebel aus
Tel=
tow überfahren und zertrümmert. Die
Ehe=
frau des Beſitzers und deren Sohn wurden getötet. Es
liegt eigenes Verſchulden vor, da die geſchloſſene
Zug=
ſchranke von ihnen eigenmächtig geöffnet worden war. —
Gegen den Direktor des neuen Schauſpielhauſes,
Alfred Halm, iſt am Montag von einem ſeiner Gläubiger
beim Amtsgericht Berlin=Schöneberg der Antrag auf
Er=
öffnung des Konkurſes geſtellt worden. Der
Gläubiger iſt die Anſtalt für Aufführungsrecht, die von
Halm etwa 15000 Mk. zu fordern hat. — Nach dem Ge=
nuß von Pilzen ſind heute nacht die Witwe
Schober und ihre beiden Kinder von 3 und 12 Jahren
unter Vergiftungserſcheinungen ſchwer erkrankt.
München, 6. Aug. In der heutigen Münchener
Magiſtratsſitzung gab Oberbürgermeiſter v. Borſcht
eine Erklärung ab, daß mit dem bayeriſchen
Landwirt=
ſchaftsrat ſo lange keine Vergleichsverhandlungen
ge=
pflogen würden, bis nicht der gegen die Stadtgemeinde
erhobene Vorwurf des Vertragsbruches in aller Form
zu=
rückgenommen werde.
Bayreuth, 7. Aug. Kronprinzeſſin Cecilie
iſt hier eingetroffen. Sie beſucht den „Parſifal” und reiſt
abends wieder ab.
Weimar, 7. Aug. Die Wiederherſtellung von
Schillers erſter Begräbnisſtätte auf dem alten
Jakobkirchhofe in Weimar iſt nunmehr geſichert. Nach
einem Entwurf des Stadtbaumeiſters Lehrmann wird ſich
das ſogen. alte Kaſſengewölbe über dem erſten Grabe
Schillers in einer hiſtoriſchen Form gleich einem kleinen
Mauſoleum wieder erheben und in zwei metallenen
Sär=
gen, abgeſehen von Schillers Schädel, alle von Profeſſor
Dr. v. Froriep bei ſeinen Ausgrabungen zutage
geförder=
ten Gebeine aufnehmen. Hierdurch wird der hiſtoriſch
in=
tereſſante, noch vorhandene Reſt des Jakobskirchhofes, der
u. a. noch die Gräber von Lukas Cranach und Chriſtiane
v. Goethe enthält, eine neue Sehenswürdigkeit erhalten.
Die Koſten ſind von privater Seite zur Verfügung geſtellt
worden
Eſſen, 6. Aug. Zu dem heutigen Feſtabend der
Hundertjahrfeier, der die Werksangehörigen mit
der Familie Krupp in dem feſtlich geſchmückten ſtädtiſchen
Saalbau vereinte, waren etwa 1800 Werksangehörige
und Gäſte erſchienen. Kurz nach 8 Uhr trafen, durch einen
Poſaunenſtoß angekündigt, Herr Krupp von Bohlen und
Hallbach nebſt Gemahlin, Freiherr von Wilmowski mit
Gemahlin und andere ein. Gleich nachdem das erſte
Muſikſtück verklungen war, erhob ſich Herr Krupp von
Bohlen und Hallbach zur Begrüßung der Gäſte. Die
An=
ſprache klang in ein begeiſtert aufgenommenes
Kaiſer=
hoch aus. Im weiteren Verlaufe des Feſtabends, der
aufs harmoniſchſte verlief, ſprachen Finanzrat Haux,
Mitglied des Direktoriums, deſſen Hoch der Familie
Krupp und den Kruppſchen Werken galt, Herr Wachter,
Vertreter der Firma in Petersburg, der Direktor Sorge
von den Gruſonwerken, der im Namen der Außenwerke
das Gelöbnis der Treue auch der außerhalb liegenden
Werke verkündete, Finanzrat Klüpfer, Mitglied des
Auf=
ſichtsrats, der alte Erinnerungen an Alfred Krupp
wach=
rief. Sein Hoch galt der jüngſten Kruppſchen Generation,
die die Zukunft der Familie und des Werkes verkörpert.
Vorträge des ſtädtiſchen Orcheſters und heitere Lieder
be=
lebten die anregend verlaufene Feier.
Limburg, 7. Aug. Im dem D=Zug Gießen-Limburg,
der um 10.23 Uhr in Limburg eintrifft, verſtarb geſtern
abend plötzlich Generalſuperintendent Rogge aus
Kob=
lenz. Der Verſtorbene hatte vor Antritt ſeiner Reiſe in
Kaſſel verſchiedene Speiſen zu ſich genommen, nach deren
Genuß ſich Unwohlſein und Ohnmacht einſtellten. Man
nimmt deshalb an, daß Rogge an Vergiftung
geſtor=
ben iſt. Kurz vor Weilburg trat der Tod ein. Von der
Staatsanwaltſchaft Limburg wurde bereits die Obduktion
der Leiche angeordnet.
Itzehoe, 7. Aug. Im Lockſtedter Lager bei
Itzehoe erkrankten 55 Mann vom Infanterie=
Regi=
ment Nr. 84 und 16 von den Huſaren=Regimentern Nr. 13
und Nr. 18 unter hohem Fieber und Erbrechen. Die
Er=
krankungen werden auf den Genuß von verdorbener Wurſt
zurückgeführt.
Melchthal, 6. Aug. Sonntag früh begab ſich das
40jährige Fräulein Kübler=Berlin, zur Kur in dem
Hotel „Alpenhof” weilend, nach der Ebnetalp, wo ſie auch
geſehen worden iſt. Als die Dame am Sonntag Abend
nicht in das Hotel zurückgekehrt war, wurde
ſo=
fort eine Rettungskolonne ausgerüſtet, die bis heute
mit=
tag keine Spur von der Vermißten aufgefunden hat.
Wien, 7. Aug. Bei einem furchtbaren
Hagel=
wetter fielen geſtern Hagelſtücke in der Größe von
Tau=
beneiern. Der niedrig gelegene Stadtteil ſtand unter
Waſſer. In den Wiener Kulturen richtete das Unwetter
großen Schaden an.
Paris, 6. Aug. Ein ſchrecklicher Unfall hat ſich in
Verſailles ereignet. Ein Materialzug der
Straßen=
bahn von Verſailles ſtieß mit einem Privatwagen
zuſam=
men, in dem ſich drei Frauen befanden. Der
Zuſammen=
ſtoß war ſo heftig, daß die drei Frauen in weitem Bogen
auf die Straße geſchleudert wurden, wo ſie tot liegen
blieben. Der Führer des Straßenbahnwagens wurde bis
zur Klärung der Schuldfrage in Haft genommen.
London, 7. Aug. Die Koſten der amtlichen
Unter=
ſuchung der „Titanic”=Kataſtrophe belaufen ſich
nach einer miniſteriellen Mitteilung im Unterhaus auf
rund 350000 Mark.
abgetrennt, lebte weiter, marſchierte weiter, als wäre nichts
geſchehen. Beſonders die Kauwerkzeuge des vorderen
Teils bewegten ſich lebhaft. Das Deſſert geriet nun über
dem Forſchungstrieb in Vergeſſenheit und ich erwog, wie
weit die Zerſtückelung wohl getrieben werden könnte, bis
dieſes kleine „Wurmweſen” ſeine Lebenserſcheinungen
ein=
ſtellen würde. Ich ſchnitt vom Vorderteil noch einige
Leibesringe herunter — und der Reſt arbeitete gleichwohl
weiter. Wie lange wird das ſo fortgehen? Der nächſte
Schnitt ſollte Klarheit bringen. Kühn trennte ich mit
einem ſcharfen Meſſer den Kopf vollends vom Reſt des
Leibesſtumpfes, ſo daß nur noch zwei einzige ſchmale
Ringe an erſterem erhalten blieben. Dieſes ganze
übrig=
bleibende vordere Gebilde maß kaum mehr einen
Milli=
meter in der Länge und ſtellte ſomit nur noch den
zwölf=
ten Teil der unverſehrten Raupe dar. Was aber dieſer
winzige losgetrennte Inſektenkopf noch zu leiſten imſtande
war, iſt unerhört und überſteigt alle bisherigen Begriffe
von Lebenszähigkeit; denn der Kopf der
Pflaumenwickler=
raupe fraß weiter, ſo wie die Lokomotive weiter raſt, auch
wenn der Zug entzweigeriſſen iſt. Die Kiefer bewegten
ſich und der Kopf verſchob ſich gegen die noch anhaftenden
zwei Leibesringe. Ob der Kopf noch ſeine Nahrung
auf=
ſuchen würde? Ich brachte dem Verſuchsobjekt ein kleines
Stückchen Pflaumenfleiſches auf ½ Zentimeter in die
Nähe, und was ich kaum erwarten durfte, geſchah: der
am=
putierte Raupenkopf ſuchte die fünf Millimeter betragende
Entfernung zwiſchen ihm und ſeiner Leibſpeiſe durch
kräf=
tig ausgeführte Verſchiebungen der noch anhaftenden zwei
Leibesringe zu überwinden und ſeine Anſtrengungen
waren von Erfolg gekrönt. In ungefähr drei Minuten
hatte er das Ziel erreicht. Hier angelangt, bearbeiteten
ſeine Kiefer erſt recht lebhaft das zarte Fleiſch der Pflaume
und bohrten ſich geradezu hinein, während der Speiſebrei
beſtändig hinten zum Stumpf herausfloß. Eine halbe
Stunde lang ſetzte der Kopf ſeine Tätigkeit fort, bis die
Bewegungen der Mundwerkzeuge langſamer und lang=
ſamer wurden, immer längere Zwiſchenpauſen eintreten
ließen und endlich ganz ſtoppten. Ich habe den Verſuch
mit anderen Exemplaren der Raupe noch einige Male
an=
geſtellt und immer mit faſt gleichem Erfolg.
Einen Beweis glaube ich durch meine Beobachtung
ſicher erbracht zu haben: Die Inſektenpſyche iſt nicht ſo
dezentraliſiert, wie oft angenommen wird, im Gegenteil
ſind auch hier bei dieſen niederen Formen tieriſcher
Lebe=
weſen die ſeeliſchen Funktionen an ein wenn auch noch ſo
primitives Zentralorgan gebunden, das hier durch ein
Ganglienknötchen repräſentiert wird. Der Kopf meines
Verſuchsobjektes ſieht und riecht offenbar noch tadellos; er
marſchiert mit humpelnden Bewegungen direkt auf das
Ziel los; unbekümmert um die verloren gegangene
Re=
flexmaſchine ſeines ganzen übrigen Körperanhanges,
wid=
met er ſich ganz dem Trieb des Freſſens. Das iſt aber
keine reine Reflexauslöſung mehr, das ſind ſchon Folgen
der ſinnlichen Erkenntnis. Hier regt ſich die Tierſeele in
der primitiven Weiſe des Begehrungsvermögens. Eine
in=
telligente Handlung kann das aber gleichwohl nicht ſein.
Denn was nützt dem Kopf das Freſſen, der über keinen
Darm, überhaupt keinen Leib mehr verfügt!“
C. K. Ein Prophet, der eine Stadt entvölkert. Eine
furchtbare Panik hat ein mexekaniſcher Fanatiker Ceſario
Garcia in der Stadt Guadalajara entfeſſelt. Die blühende
Stadt, die 150000 Einwohner zählte, liegt nun verödet und
iſt von einer großen Zahl ihrer Bewohner verlaſſen.
Grauſiges Entſetzen herrſcht überall; die, die ihre
Wohn=
ungen nicht aufgegeben haben, ſchleichen verſtört durch die
leeren Gaſſen. Eine Wolke des Grauens hat ſich über alles
geſenkt. Und warum? Weil der Prophet, an deſſen
über=
natürliche Kräfte die Menge glaubt, in einer glühenden
Bußpredigt ein Erdbeben prophezeit hat, durch das
Gua=
dalajara in ſeiner Sünden=Maienblüte wie ehedem Sodom
und Gomorrha mit Feuer und Schwefel zerſtört werden
würde. War die andächtige Gemeinde zunächſt noch ge=
neigt, dieſes anſchaulich geſchilderte furchtbare Schreckbild
für eine rhetoriſche Drohung zu halten, ſo wurden alle
Anhänger Garcias von der entſetzlichen Wahrheit ſeiner
Prophezeiung überzeugt, als ein dumpfes Grollen ſich
hören ließ, die Erde erbebte und einige leichte Erdſtöße
die Grundfeſten der Häuſern erſchütterten. Zwar erfolgte
weiter nichts als dieſe im Lande durchaus nicht
ungewöhn=
liche Erſcheinung; das Strafgericht ſchien noch einmal
gnädig vorübergegangen zu ſein, aber die durch den
Fana=
tiker verwirrten Gemüter konnten ſich nicht mehr
be=
ruhigen; der Stachel der Angſt haftete feſt; man glaubte,
daß nun jeden Moment der Feuer= und Schwefelregen
be=
ginnen müſſe, und ſeit der Bußpredigt und dem ihm
fol=
genden drohenden Ereignis haben täglich viele Tauſende
von Bewohnern die Stadt verlaſſen. Garcia ſelbſt und
ein Teil ſeiner Anhänger blieben zurück, weil ſie ſich dem
Schickſal, das der Herr über die Stadt verhängt, nicht
ent=
ziehen wollten. Mitten auf dem Marktplatz hat die
fana=
tiſche Menge dem neuen Propheten einen Altar errichtet
und ſchmückt ihn jeden Tag mit Blumen. Man verehrt in
ihm den „neuen Elias” einen gottgeſandten Boten, der
in einer feurigen Wolke vom Himmel niedergefahren ſei.
Die Einzigen, die in dieſem Chaos allgemeiner religiöſer
Verzückung und wahnſinniger Angſt die Beſinnung noch
nicht verloren zu haben ſcheinen, ſind die Stadtbehörden
von Guadalajara. Sie hielten es für das Beſte, was ſie
tun konnten, wenn ſie den Anftifter all dieſer Verwirrung
aufheben ließen. Aber als Garcia ins Gefängnis gebracht
wurde, entſtand ein Sturm unter der Menge; man
ver=
ſuchte das Gefängnis zu ſtürmen und nur ein ſtarkes
Mili=
täraufgebot konnte mit großer Mühe die Fanatiker
ver=
treiben. Garcia ſoll keine Speiſe und keinen Trank
an=
genommen haben, ſeit er im Gefängnis iſt. Seine
An=
hänger behaupten, er erhalte Nahrung durch göttliche Hilfe.
Jedenfalls iſt es dem Propheten gelungen, die Stadt zu
entvölkern und in heilloſe Verwirrung zu bringen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Auguſt 1912.
Nummer 185.
London, 7. Aug. Die engliſche Frauenrechtlerin Ethel
Schmidt richtete an die Tochter des Oberſten Härtel in
Wien, die unter Anklage geſtellt wurde, weil ſie den
Korps=
kommandeur von Kaſchau, Feldzeugmeiſter Borvevincs,
ohrfeigte, ein Begrüßungsſchreiben im
Na=
men der engliſchen Suffragetten.
London, 6. Aug. Amerikaniſche Depeſchen verſuchen,
aus einem eben wegen Einbruchs und
Fälſchun=
gen verhafteten Chemiker einen zweiten „Raffles” zu
machen. Jakob Guthrie — ſo heißt der junge Mann —
gehört einer guten Cyicagoer Familie an und war
im ſtädtiſchen Laboratorium beſchäftigt. Er ſcheint jedoch
ſeine meiſte Zeit mit dem Leſen von gruſeligen
Detektiv=
geſchichten verbracht zu haben, die ihn ſo begeiſterten, daß
er beſchloß, ſie in die Tat umzuſetzen. In wenigen
Mo=
naten gelang es ihm, Schätze an Kunſt= und
Wert=
ſachen zuſammenzurauben, die auf 1250000 Mark
be=
rechnet werden. Guthrie beraubte nur die Häuſer von
Millionären. Anfangs verſchmähte ſer Bargeld odar
Wertpapiere, aber „mit dem Eſſen kam der Appetit‟ Der
Diebſtahl eines Bankbuches, das auf ein Guthaben von
80000 Mark lautete, verführte ihn, den Namen der
Be=
ſitzerin, die im Auslande weilte, zu fälſchen und 60000
Mark zu ziehen, von denen er etwa 20000 Mark an der
Börſe verlor. Von den Schmuckſachen und
Kunſtgegen=
ſtänden, die Guthrie geraubt, hatte er nichts veräußert;
die Polizei fand alles in großen Koffern verpackt, die in
einem Stall verſteckt waren. Guthrie hatte dieſen Stall
eigens zu dieſem Zweck gemietet und verſuchte bei ſeiner
Verhaftung, die Quittung für den Mietsbetrag zu
ver=
ſchlucken. Wäre es der Polizei nicht gelungen, dieſer
Quittung habhaft zu werden, ſo hätte ſie die geraubten
Schätze wohl nie gefunden.
London, 7. Aug. Ueber das Unwetter in
Eng=
land wird weiter berichtet, daß die Kette der
Cram=
pian=Berge mit einer dichten Schneedecke bedeckt iſt. In
verſchiedenen Teilen des Landes, ſo auf der Inſel Wight,
iſt die Temperatur bis auf 3 Grad unter Null geſunken.
In Derbyſhire ſind ſämtliche Bäche und Seen mit einer
dünnen Eisſchicht bedeckt. In Weſtmoreland konnte die
Ernte wegen des hohen Schnees nicht eingebracht
wer=
den. Im Kanal herrſcht Sturmwetter. In London
ſelbſt regnet es andauernd.
Kongreſſe und Verbandstage.
43. Deutſcher Anthropologentag.
— Weimar 6. Aug. In der heutigen Sitzung
führte den Vorſitz Geheimrat Profeſſor Dr. Bel tz=
Schwe=
rin. — Zunächſt hielt Dr. Wiegers=Berlin einen Vortrag
über „Die geologiſchen Grundlagen der Diluvial=
Prä=
hiſtorie” An der Debatte, die teilweiſe erregte Formen
annahm, beteiligten ſich u. a. Profeſſor Wüſt=Kiel, Dr.
Schmidt=Tübingen, Dr. Hilsheimer und Dr. Neumann.
Profeſſor Wüſt machte den Herren von der Kgl.
preußi=
ſchen Biologiſchen Landesanſtalt den Vorwurf, ſie hätten
ſich bewußt der Unwahrheit ſchuldig gemacht und dieſe
ſeine Behauptung unwiderſprochen gelaſſen. — Darauf
verließen die Herren von der Landesanſtalt unter
lebhaf=
tem Proteſt den Saal. — Nach Schluß der Diskuſſion, an
der ſich noch Regierungsrat Scombaty beteiligte, ſprach
Profeſſor Dr. Kiekebuſch=Berlin, vom Märkiſchen
Muſeum, über: Vorgeſchichtliche Wohnſtätten und die
Methode ihrer Unterſuchung. Anſchließend hieran
refe=
rierte Baumann=Hamburg über die letzten „
Ausgrabun=
gen auf der Altenburg bei Merſeburg” während Dr.
Verworn über hochintereſſante Funde referierte, die bei
La Rochelle in Frankreich gemacht wurden. Es handelt
ſich um Werkſtätten eines paläolithiſchen Jäger=
Künſt=
lers, in denen allerlei paläolithiſche Kunſtwerke
aufgefun=
den wurden. Es ſind im ganzen deren fünf Stück: ein
Pferdekopf, ein Mann als Bogenſchütze und drei
Frauen=
darſtellungen. Wir haben in dieſen Funden Objekte von
großem anthropologiſchem Intereſſe von uns. Auch für
den Kunſthiſtoriker ſind ſie von größtem Intereſſe. Nach
einem lebhaften Gedankenaustauſch wurde die Debatte
geſchloſſen und die weiteren Verhandlungen auf morgen
vertagt.
Jubiläumstagung des Verbandes
Deutſcher Bureaubeamten.
Die in Leipzig tagende Generalverſammlung des
Verbandes Deutſcher Bureaubeamten nahm am Montag,
5. Aug., und Dienstag, 6. Aug., ihren Fortgang. Der
Montag war dem geſchäftlichen Teil (Geſchäfts= und
Kaſ=
ſenbericht, Verbandszeitſchrift, Stellenvermittelung,
Vor=
ſtandswahlen und Satzungsänderungen) gewidmet. Am
Dienstag folgten noch drei Vorträge, und zwar ſprach an
erſter Stelle Herr Otto Elliger= Berlin über: „Die
Durchführung des
Penſionsverſicherungsge=
ſetzes” Seine Ausführungen gipfelten in folgender
Reſolution: „Die Generalverſammlung beauftragt
den Verbandsvorſtand, zur Errichtung eines Einfluſſes
in der Selbſtverwaltung durch beſtmögliche Ausnutzung
der Lage bei den bevorſtehenden
Vertrauensmännerwah=
len mit naheſtehenden Organiſationen in Verbindung zu
treten und die Unterorgane mit Informationen zu
ver=
ſehen über die für die Wahlen in Betracht kommenden
Geſichtspunkte. Die Mitgliedſchaft zum Hauptausſchuß
ſoll auch weiterhin beibehalten werden.” An zweiter
Stelle ſprach Herr Dr. Gorg Jahn=Leipzig über: „Die
Reform der Rechtsverhältniſſe und die Frage
der Vereinheitlichung des Privatbeamtenrechts”. Im
Anſchluß an dieſen Vortrag ſchlug er folgende
Reſolu=
tion vor: „Die am 6. Auguſt 1912 in Leipzig tagende
21. Generalverſammlung des Verbandes Deutſcher
Bu=
reaubeamten betont aufs neue die Notwendigkeit baldiger
Reform der Rechtsverhältniſſe der privaten
Bureaubeam=
ten. Sie ſpricht gleichzeitig ihr Befremden darüber aus,
daß trotz mehrfacher Beſchlüſſe des Reichstages, die dem
Reichskanzler zur Berückſichtigung überwieſen worden
ſind, ſeitens der Regierung noch immer nicht die
erforder=
lichen Maßnahmen ergriffen worden ſind. Den beſten
Weg für eine ſofortige Durchführung dieſer Reform
er=
blickt ſie in der Unterſtellung der Bureaubetriebe unter die
Gewerbeordnung bei gleichzeitiger Reform des dortigen
Dienſtvertragsrechtes, da hierdurch allein eine weitere
Zerſplitterung des Privatbeamtenrechts vermieden und
zugleich ſeiner dringend notwendigen Vereinheitlichung
die Bahn geebnet werden kann. Sodann referiert Herr
W. Schenkler=Leipzig über das Thema: „Jugend
im Berufe und Verbande‟ Es wurde hierzu
folgende Reſolution angenommen: „Die
General=
verſammlung des Verbandes Deutſcher Bureaubeamten
am 5. Aug. 1912 in Leipzig ſtellt feſt, daß die
Bureaulehr=
linge aus erzieheriſchen und beruflichen Gründen
beſon=
deren organiſatoriſchen Schutz bedürfen, weshalb ſeitens
des Verbandes der Jugendfrage ein erhöhtes Intereſſe
zuzuwenden iſt. Die Generalverſammlung hält es
des=
halb für dringend erforderlich, daß in den Kreisvereinen
beſondere Jugendabteilungen nach möglichſt einheitlichem
Muſter-gebildet werden. Der Verbandsvorſtand wird
erſucht, Richtlinien und Normalſatzungen für derartige
Jugendabteilungen auszuarbeiten und den Kreisvereinen
zuzuſtellen.” Sämtliche Reſolutionen werden einſtimmig
angenommen. — Dienstag mittag wurde dann die
glän=
zend verlaufene Jubiläumstagung geſchloſſen.
Die 28. Hauptverſammlung des Deutſchen
Geometer=Vereins in Straßburg.
Die Hauptberatung der Tagung begann am 5. Aug.
in der Aula der Univerſität. Nach den Einleitungsworten
des Vorſitzenden der Tagung, Oberſteuer= und Reg.=Rat
Steppes=München, begrüßte der Geh. Oberregierungsrat
Goetz im Namen des Statthalters und der
Landes=
regierung die Verſammlung. Er betonte in ſeiner
An=
ſprache, daß ihn nicht die Pflicht der Höflichkeit hergeführt
habe, ſondern die Rückſicht auf die Bedeutung und
Wich=
tigkeit der beruflichen Tätigkeit des Landmeſſers auf den
verſchiedenſten Zweigen der Verwaltung, beim Bahnbau,
bei der Aufſtellung der Bebauungspläne, bei der
Forſt=
verwaltung, der Kataſterverwaltung als Unterlage für
die Sicherheit des Grundeigentums und der
Finanzver=
waltung. Letztere habe beſonderes Intereſſe an der
land=
meſſeriſchen Tätigkeit, da zur Zeit die Neuanlage des
Kataſters für Elſaß=Lothringen durchgeführt werden ſoll,
und zwar in der Hauptſache auf dem Wege der
Neu=
meſſung. Die Tätigkeit des Vereins bewege ſich
haupt=
ſächlich auf den Gebieten der beruflichen Tätigkeit und
der Hebung des Standes. Im erſten Gebiete gehe das
Streben auf eine Zentraliſierung des Vermeſſungsweſens
welches allerdings ſehr zerſplittert ſei. Die Hebung des
Standes ſoll erzielt werden durch Erhöhung der
Vorbild=
ung und Verbeſſerung der Ausbildung in
wiſſenſchaft=
licher und ſachlicher Beziehung. Es werde erſtrebt, die
Reife für das Hochſchulſtudium, ein 3jähriges Studium
und 3jährige praktiſche Ausbildung. Wenn auch die
Staatsregierung nicht ſofort der vom Verein als richtig
erkannten Ausbildung der Landmeſſer ſtattgeben könne,
ſo könne der Verein doch verſichert ſein, daß ſeitens der
Regierung auf die Verhandlungen des Vereins ein
gro=
ßes Gewicht gelegt werde und ſie auf die Entſchließungen
der Regierung nicht ohne Einfluß bleiben würden. Er
ſchloß mit dem Wunſche, daß die Verhandlungen des
Vereins einen harmoniſchen Verlauf nehmen mögen und
daß die Vertreter des Landmeſſerberufes auch
Gelegen=
heit nehmen möchten, Land und Leute im Elſaß kennen
zu lernen.
Darauf begrüßte der ſtädtiſche Baudirektor und
Bei=
geordnete Eiſenlohr als Vertreter des
Oberbürger=
meiſters der Stadt Straßburg ebenfalls die
Verſamm=
lung. Nachdem noch Baurat Jordan als Vertreter der
Eiſenbahndirektion in Elſaß=Lothringen die
Verſamm=
lung begrüßt und auf die Notwendigkeit der
Zuſammen=
arbeit des Ingenieurs und Landmeſſers bei den
Arbei=
ten für die Eiſenbahnverwaltung hingewieſen hatte,
wurde in die Tagesordnung eingetreten. Nach
Erledig=
ung der geſchäftlichen Angelegenheiten ſpricht
Ober=
kataſterinſpektor Steuerat Bodenbuſch=Straßburg über
die Neuvermeſſung der Stadt Straßburg. Von den
ſon=
ſtigen Verhandlungen ſei noch der Bericht des
Oberland=
meſſers a. D. Plähn über die Tätigkeit des
Wohlfahrts=
ausſchuſſes erwähnt, der die Gründe darlegt, warum die
Uebertragung der Verwaltung der Unterſtützungskaſſe
für deutſche Landmeſſer, E. V. in Breslau, an den
Deut=
ſchen Geometerverein nicht erfolgen konnte. Sie wird
der Zukunft vorbehalten. Die Unterſtützungskaſſe zahlt
an Hinterbliebene verſtorbener Fachgenoſſen
Unterſtütz=
ung in Höhe von jährlich 5—6000 Mark.
Bei der Vorſtandswahl wurden gewählt: 1.
Steuer=
inſpektor Lotz in Allenſtein als Vorſitzender, 2.
Ober=
ſteuerat Steppes in München als 1. Schriftleiter und
Schriftführer, 3. Profeſſor Dr. Eggert in Danzig als
2. Schriftführer, 4. Oberlandmeſſer Hüſer in Kaſſel als
Kaſſierer. Als Ort der nächſten Hauptverſammlung
wird Hamburg in Ausſicht genommen.
Am zweiten Tage der Verhandlungen wurden
gleich=
falls geſchäftliche Angelegenheiten erledigt. Von
beſon=
derem Intereſſe war hierbei ein Vortrag des Herrn
Kataſterinſpektors Hammer=Straßburg (einem
frü=
heren Großh. Heſſ. Geometer 1. Klaſſe) „Ueber
merkwür=
dige Feldeinteilungen im Elſaß” In ſeinem ſehr
bei=
fällig aufgenommenen Referat wies der Vortragende
an Hand autenthiſcher Quellen nach, daß in vielen
Ge=
markungen des Ober=Elſaß bereits in der Zeit von 1540
bis 1580 Feldbereinigungen ſtattgefunden haben, die in
der Art ihrer Ausführung den heutigen
Feldbereinig=
ungen in nichts nachſtehen. Ein weiterer, ſehr lehrreicher
Vortrag des Herrn Dozenten Dr. Gaſſer an der
Tech=
niſchen Hochſchule zu Darmſtadt über „Die
gerogeo=
dätiſche Landesaufnahme” gab den deutſchen Geometern
Auskunft von dem derzeitigen Stand der
photogramme=
triſchen Technik und ihrer Verwendung zu Aufnahmen
für die Landestopographie und für Kataſterzwecke. Der
Vortragende bediente ſich herbei ſehr guter Lichtbilder,
teils auf der Erde, teils vom Luftſchiff, teils von
Flug=
maſchinen aus aufgenommen. Für den 7., 8. und 9.
Auguſt ſind Ausflüge auf die Hohkönigsburg, auf die
Schlachtfelder, in die Hochvogeſen und in das
Weinbau=
gebiet Reichenweiher=Rappoltsweiler vorgeſehen.
* Köln, 6. Aug. Die heute morgen abgehaltene
Verſammlung des internationalen Kongreſſes des
Weltbundes der Krankenpflegerinnen
faßte nach einem Vortrag von Geh. Medizinalrat Dr.
Hecker=Straßburg über die Ueberarbeitung der
Kranken=
pflegerinnen einen Beſchluß, die Regierungen und
Parla=
mente der einzelnen Länder ſo lange um Hilfe
anzu=
rufen, bis die berechtigten Forderungen der
Kranken=
pflegerinnen erfüllt ſeien. In der Nachmittagsſitzung
be=
ſchäftigte ſich der Kongreß mit den Aufgaben der
Oberin=
nen bei der Erziehung und Ausbildung der
Kranken=
pflegerinnen und der Verwaltung der Hoſpitäler. Hierzu
wurde einſtimmig eine Reſolution angenommen, die für
die Oberinnen eine größere Selbſtändigkeit in der
Ver=
waltung und Leitung der Krankenanſtalten fordert.
Sport.
* Erfolge der Darmſtädter Turnerſchaft
beim Kreisturnfeſt in Aſchaffenburg. Es errangen beim:
a) Vereinsturnen: Turngemeinde Darmſtadt Vereinsriege
an 3 Barren mit 27 Teilnehmern in der 1. Abteilung,
einen 2. Rang; Turngemeinde Beſſungen, Muſterriege am
Pferd mit 8 Teilnehmern in der 3. Abteilung, einen 2.
Rang; Lehrlingsabteilung des Werkſtätteamts II,
Muſter=
riege am Barren mit 11 Teilnehmern in der 3. Abteilung,
einen 2. Rang; Turngeſellſchaft Darmſtadt, Muſterriege am
Stützreck mit 12 Teilnehmern in der 3. Abteilung, einen
3. Rang; Turnverein Darmſtadt, Muſterriege am Barren
mit 12 Teilnehmern in der 3. Abteilung, einen 3. Rang;
b) Sondervorführungen: Turngemeinde Darmſtadt,
Alters=
riege, Muſterriege an 2 Längspferden mit 16 Teilnehmern,
den 3. Sieg mit 27½ Punkten; e) Zwölfkampf (Geräte=
und volkstümliche Uebungen): den 17. Sieg mit 119 Punk=
ten Georg Grohe, Turngemeinde Darmſtadt; den 43. Sieg
mit 105½ P. Georg Haber, Turngemeinde Darmſtadt; den
48. Sieg mit 103 P. Wilh. Freidel, Turngeſellſchaft
Darm=
ſtadt; den 48. Sieg mit 103 P. Karl Reith. Grohe errang
hierbei mit 85 Punkten die höchſte Gerätepunktzahl gegen
Lindner=Frankfurt mit 80½ und Weber, Deutſcher
Turn=
verein Paris, mit 83½ Punkten; d) Neunkampf (
Geräte=
turnen): den 4. Sieg mit 71½ Punkten Phil. Schneider,
Turngeſellſchaft Darmſtadt; den 7. Sieg mit 70 P. Wilh.
Hanſt, Turngemeinde Darmſtadt; den 12. Sieg mit 67 P
Adolf Freund, Turngemeinde Darmſtadt; den 19. Sieg mit
63 P. Herm. Zimmermann, Turngemeinde Darmſtadt;
e) Schwimmen (41 Bewerber und 15 Sieger): den 4. Sieg
mit 114½ P. Otto Löber, Turngemeinde Darmſtadt; den
5. Sieg mit 108½ P. Georg Grohe, Turngemeinde
Darm=
ſtadt; den 11. Sieg mit 89½ P. Franz Hedtler,
Turn=
gemeinde Darmſtadt; den 12. Sieg mit 88 P. Herm.
Zim=
mermann, Turngemeinde Darmſtadt; k) Spielen: Im
Fauſtball 1. Klaſſe ſiegte: Turngemeinde Darmſtadt gegen
Turngemeinde Beſſungen; Werkſtätteabteilung I Darmſtadt
gegen Turnverein Ginnheim. Im Fauſtball 2. Klaſſe
ſiegte: Werkſtätteabteilung II Darmſtadt gegen
Turnver=
ein Saarbrücken 1848; g) Ringen: J. Joſeph, Turngemeinde
Darmſtadt, errang bei vem Ringen der Nichtwetturner den
Ehrenſieg.
x. Turnfeſt in Offenbach. Am nächſten Samstag, den
10. und Sonntag, den 11. Auguſt, findet zu Offenbach das
4. Turnfeſt des Turn= und Spielverbandes der
evangeli=
ſchen Jugendvereine des Rhein=Mainbezirkes ſtatt. Bei
der Vorfeier am Samstag abend werden die auswärtigen
Turner durch den 1. Vorſitzenden des Offenbacher
Wart=
burgvereins, Herrn Pfarrer Müller, begrüßt und manche
künſtleriſche Unterhaltung geboten werden. Die
Turn=
übungen am Sonntag beginnen um 7 Uhr und finden
auf dem Kaſernenhof des Infanterieregiments Nr. 168
ſtatt. An die Uebungen ſchließt ſich um 10 Uhr ein
Feſt=
gottesdienſt in der Exerzierhalle an, bei dem Herr Pfarrer
Hofmeyer die Feſtpredigt hält. Am Nachmittag ziehen die
Turner im Feſtzug nach dem Stadtgarten, wo eine
Nach=
feier, wie Schauturnen, Preisverteilung, Konzert, Geſang,
Preisſchießen uſw. ſtattfindet. Die evang. Jugendvereine
unſerer Stadt werden an dem Turnfeſt teilnehmen und
ſich teilweiſe Samstag abend ab Darmſtadt 7.18 Uhr,
teil=
weiſe Sonntag früh 4.24 Uhr nach Offenbach begeben.
Durch ihre Zugehörigkeit zu Jungdeutſchland können die
Mitglieder die Fahrt um den halben Preis machen.
Luftfahrt.
Vom deutſchen Luftſchiffbau
* In der Luftſchiffwerft in Friedrichshafen
wird jetzt der Bau von 2 neuen großen „
Zeppe=
linen” die Nr. 14 und 15 der geſamten bisher erbauten
Zeppelinluftſchiffe darſtellen, begonnen werden. Die
Vor=
arbeiten zu dem Luftſchiff „L. Z. 14‟ ſind bereits in
An=
griff genommen. Dieſes Luftſchiff wird für Deutſchland
aus dem Grund ein größeres Intereſſe haben, weil es
zum Marineluftſchiff beſtimmt iſt. Die Abmeſſungen und
andere Einzelheiten dieſes Neubaues werden von den
bis=
herigen Luftſchiffen in mancher Hinſicht abweichen. Bei
den jüngſten Zeppelinfahrten über See ſind große
Erfah=
rungen geſammelt worden, die dieſem Neubau zugute
kommen werden. Die Seefahrten der Zeppeline in
die=
ſem Sommer haben ſogar faſt ausſchließlich den Zweck
gehabt, für dieſen bedeutſamen Neubau des „L. Z.e14”
für ſeine Steuerung und für die Tragfähigkeit über See
Erfahrungen zu ſammeln. Die Fertigſtellung dieſes
Luft=
ſchiffes dürfte bereits im Herbſt dieſes Jahres zu erwarten
ſein. Ein weiterer Neubau, der noch in dieſem Jahre in
Angriff genommen wird, wird vorausſichtlich wiederum
den Verkehrszwecken dienen. Dieſes Luftſchiff „L. Z. 15‟
wird ähnlich wie das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” und das
Luftſchiff „Hanſa” mit einer Paſſagierkabine ausgeſtattet
werden.
Berliner Blätter teilen mit, es beſtehe die Abſicht,
auf Grund der mit dem erſten gegenwärtig in Berlin
be=
findlichen Luftſchiff nach dem Syſtem Schütte=Lanz
ein zweites Luftſchiff desſelben Typs zu
er=
bauen. Die Verſuche mit dem erſten Schiff haben die
ausgezeichnete Brauchbarkeit des neuen Starrſyſtems
ein=
wandfrei erwieſen, und bei dem Neubau ſollen die mit
dem erſten Schiff, das von vornherein ein
Verſuchsluft=
ſchiff ſein ſollte, gemachten Erfahrungen zur Geltung
ge=
bracht werden. Die beſonderen
Konſteuktionseigentüm=
lichkeiten des erſten „Schütte=Lanz” durch die ſich das
Luftſchiff vom Typ „Zeppelin” grundlegend unterſcheidet,
alſo das Holzgerippe und die unſtarre Aufhängung der
Gondeln, werden bei dem Neubau beibehalten werden.
Das neue Luftſchiff erhält jedoch mancherlei
Verbeſſerun=
gen, die ſich als wünſchenswert erwieſen haben. Unter
anderem ſoll ein bequemerer Verbindungsgang zwiſchen
den beiden Gondeln innerhalb des Luftſchiffkörpers
her=
geſtellt werden. Auch die zweite Gondel wird mit einer
Plattform zur Aufnahme von Bemannung eingerichtet,
und das neue Luftſchiff ſell von vornherein mit Rückſicht
auf militäriſche Verwendbarkeit, alſo auch auf
Armie=
rung uſw., gebaut werden. Der Termin für den Beginn
des Neubaues liegt zurzeit noch nicht feſt. Der N. B. L.
wird hierzu mitgeteilt, daß dieſe Berliner Meldung den
Ereigniſſen vorauseilt. Beſtimmte Pläne wegen des
Baues eines zweiten Luftſchiffes können erſt dann gefaßt
werden, wenn das erſte vom Staat übernommen worden
iſt. So weit iſt es aber noch nicht. Ob und wie dann
eventuell ein zweiter „Schütte=Lanz” gebaut wird, bleibt
ſpäteren Entſchlüſſen vorbehalten.
* Hirths Fernflug Berlin=Petersburg.
Wie eine Korreſpondenz meldet, beabſichtigt der Aviatiker
Hirth im Laufe dieſes Monats einen Fernflug Berlin=
Petersburg zu Ausführung zu bringen. Er wird dazu
einen ganz neuen Rumpler=Apparat benutzen, der mit zwei
Motoren von je 100 PS. Leiſtungsfähigkeit ausgeſtattet iſt,
ſo daß der Flieger bei Verſagen des einen den anderen in
Gang ſetzen kann. Jeder Motor treibt einen der
vor=
einander geſetzten Propeller; der vordere Motor treibt den
vorderen, etwas kleineren Propeller direkt an, der zweite
Propeller erhält ſeine Drehung über einem Kettengetriebe
vom zweiten Motor. Wichtig iſt, daß beide Motoren
auch zu gleicher Zeit laufen und beide Propeller
antreiben können. Mit dem neuen Apparat hat Hirth ſchon
Geſchwindigkeiten bis zu 150 Kilometer erzielt.
* Johannisthal, 7. Aug. Heute morgen 4 Uhr
52 Minuten ſtieg Oberleutnant Bertram mit Leutnant
Steffen auf einer Rumplertaube zu einem Fernflug
nach Danzig auf.
sr. Die Krupp=Flugwoche, die auf dem
Flugplatz Gelſenkirchen am Sonntag ihren Anfang
nahm, brachte am zweiten Tag einen Ueberlandflug nach
Münſter und zurück, über zirka 140 Klm. Er ſtartete mit
je einem Paſſagier Stiploſchek auf L.=V.=G.=Eindecker,
Stoeffler auf L.=V.=G.=Doppeldecker, Schauenburg auf
A. F. G.=Doppeldecker, Baierlein auf Ago=Doppeldecker,
Nummer 185.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Auguſt 191 2.
Seite 5.
Krüger auf Harlan=Eindecker, Schmidt auf Kühlſtein=
Ein=
decker, Krieger auf Jeannin=Eindecker, Lübbe auf
Rump=
er=Taube und Ingenieur Hartmann auf Rumpler=Taube.
Außer Hartmann erreichten ſämtliche Geſtarteten
Mün=
ſter und führten dort die vorgeſchriebene
Zwiſchenland=
ung aus. Beim Landen reſpektive beim Abflug mußten
Stiploſchek, Krieger, Baierlein und Lübbe infolge von
Havarien aufgeben. Stoeffler und Krieger verflogen ſich.
Als Einziger erreichte Schauenburg mit Leutn. v.
Aſchen=
berg als Paſſagier nach einer Flugzeit von 1 Stunde 47
Minuten für die Geſamtſtrecke wieder den Flugplatz
Gel=
ſenkirchen.
Der Fernflug Berlin-Petersburg, den
den Wright=Pilot Abramowitſch mit
Regierungs=
baumeiſter Hackſtätter am 15. Juli von Johannisthal aus
angetreten hatte, iſt, wie ſchon gemeldet, glücklich beendet
worden. Am Dienstag früh erreichte Abramowitſch das
Militärflugfeld von Gatſchina in der Nähe von
Peters=
burg. Zahlreiche Havarien unterwegs hatten den auf nur
acht Tage berechneten Flug erheblich verzögert.
* Hamburg, 7. Aug. Der Luftſchiff „Hanſa”.
das heute morgen halb 9 Uhr zu einer Uebungsfahrt, die
es bis Friedrichsruh ausdehnte, aufgeſtiegen war, iſt um
halb 11 Uhr vor der Halle glatt gelandet, konnte aber
wegen widriger Querwinde nicht in die Halle gebracht
werden, weswegen es um 1 Uhr 15 Min. zu einer neuen
Fahrt aufgeſtiegen iſt.
* Hamburg, 7. Aug. Das Luftſchiff „Hanſ a”
wurde gegen 5 Uhr nach der Rückkehr von der zweiten
Fahrt glatt in die Halle gebracht.
* Petersburg, 6. Aug. Abramowitſch iſt
heute abend 7 Uhr in Petersburg gelandet,
nach=
dem der Motor nochmals verſagte.
Zur Reiſe Poinearés.
HB Paris 7. Aug. Sämtliche heutigen
Morgen=
blätter veröffentlichen längere Telegramme ihrer nach
Petersburg entſandten Spezial=Korreſpondenten. Im
Echo de Paris ſchreibt Marcel Hutin, daß die erſte Frage,
welche an der Newa behandelt werden wird, ſich auf die
Lage in der Türkei und die Haltung Frank
reichs und Englands angeſichts dieſes Konfliktes
beziehe. Ein hoher Beamter erklärte dem
Korreſpon=
denten, daß die ruſſiſche Diplomatie ſich zur Zeit ſehr
ein=
gehend mit der Entwicklung der Angelegenheit in
Kon=
ſtantinopel beſchäftige, beſonders ſeit der Auflöſung
der Kammer und der Ueberreichung des Ultimatums
an Montenegro. Die ruſſiſche Regierung wird vollſte
Neutralität beobachten und ſich bemühen, den Funken zu
löſchen, der einen Balkanbrand entzünden könnte. Es
muß jedoch feſtgeſtellt werden, daß die Türkei ſich einer
Vergewaltigung der montenegriniſchen Grenze ſchuldig
gemacht hat und man kann es Montenegro nicht
verden=
ken, wenn es zu Repreſſalien greift. Montenegro iſt ein
Freund Rußlands und es beſteht die Hoffnung, daß durch
wohlwollende Ratſchläge eine kriegeriſche Aktion und eine
antitürkiſche Bewegung in Albanien. Griechenland und
Serbien verhindert werden wird Die Beſprechungen in
Petersburg werden ſich ebenfalls mit dem
franzöſiſch=
ruſſiſchen Bündnis und dem guten Einvernehmen
mit England beſchäftigen. Man geht nicht fehl, wenn
man behauptet, daß das Fazit der Konferenzen eine volle
Verſtändigung über alle Fragen ſein wird. Seinem
geſt=
rigen Telegramm fügt Hutin noch hinzu, er habe von einer
bochſtebenden Perſönlichkeit erfahren, daß keine
ſchrift=
lichen Abmachungen bezüglich des Marine=
Uebereinkom=
mens zwiſchen Rußland und Frankreich getroffen
wur=
den, daß aber die Beſprechungen unter Teilnahme
Eng=
lands ſtattgefunden haben. Auf Grund der
vereinbar=
ten mündlichen Abkommen verpflichteten ſich die Mächte
der dreifachen Verſtändigung keinerlei internationale
Fragen mit irgend einer anderen Macht zu verhandeln,
ohne vorher die beiden befreundeten Regierungen befragt
zu haben. Der Korreſpondent dementiert dann in
förmlicher Weiſe, daß eine neue ruſſiſche Anleihe
geplant ſei.
* Petersburg, 7. Aug. Dem Vertreter des
Wolff=Bureaus wird aus gut unterrichteter Quelle
mit=
geteilt, die Verhandlungen der Chefs des
ruſſiſchen und franzöſiſchen
Admiral=
ſtabes trugen keinen agareſſiven, abenteuerlichen
Charak=
ter. Einige Pläne und Projekte ſeien ausgearbeitet und
die Marine=Konvention techniſch vorbereitet.
Bis=
her ſei aber die Konvention nicht unterſchrieben
worden. Die Ratifikation hänge von den endgültigen
Be=
ſprechungen ab, die Poincaré über die politiſche Seite
der Konvention in Petersburg pflegen werde.
Die Lage in der Türkei.
* Saloniki, 7. Aug. Ibrahim Paſcha ließ
allen Arnautenführern die Nachricht der
Kammerauf=
löſung verkünden, wobei er hinzufügte, das neue,
völ=
lig unbeeinflußte Wahlen im Laufe von drei Monaten
vorzunehmen wären und die Behörden in keiner Weiſe
ſich einmiſchen dürften. Die Arnauten nahmen die
Nach=
richt mit unbeſchreiblicher Freude auf und richteten
Dank=
ſadreſſen an den Sultan, den Großweſir und den Senat.
* Konſtantinopel, 7. Aug. Gegen den
Kam=
merpräſidenten Halil Bey iſt, wie aus
Kon=
ſtantinopel gemeldet wird, wegen der Nichtverkündigung
des Auflöſungsdeſrets das kriegs geefichtliche
Verfahren eingeleitet worden.
* Wien, 6. Aug. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Konſtantinopel: Die Komiteepartei ſoll beſchloſſen
haben, ſich in Adrianopel als Parlament zu
kon=
ſtituieren, ſich an den Neuwahlen nicht zu beteiligen und
die Bevölkerung zur Wahlenthaltung aufzufordern.
* Konſtantinopel 7. Aug. Die im erſten
Armeekorps veröffentlichte Verordnung über den
Belagerungszuſtand verbietet den Offizieren,
Reden irgend welcher Art zu halten. Sie unterſagt die
Herausgabe von gegen die Armee gerichteten Schriften,
die Abhaltung polizeilich nicht geſtatteter Verſammlungen
und geheimer Verſammlungen in Klubs, die Betreibung
einer offenen Propaganda für oder gegen eine politiſche
Partei, den Druck und die Verteilung von auf die Politik
der Regierung und die gegenwärtige Lage im Lande
be=
züglichen Flugſchriften, die Anbringung von Plakaten
ähnlichen Inhalts und die Veröffentlichung von
Zeitungs=
beilagen ohne die Erlaubnis der Regierung. Ferner
be=
ſtimmt die Verordnung, daß die Schänken und Bierhäuſer
um Mitternacht geſchloſſen werden und verbietet, nach
Mitternacht ohne Erlaubnis auszugehen, ſowie auf den
Straßen in beunruhigender Art zu laufen oder zu
ſchreien. Schließlich unterſagt ſie das Tragen und den
Gebrauch von Waffen.
* Konſtantinopel, 7. Aug. Die Bevölker=
Ano.der Hauptſtadt iſt mit der Auflöſung der Kam=
mer zufrieden oder verhält ſich indifferent. Nach
Meld=
ungen der Blätter erhält die Regierung aus den
Provin=
zen und von den Korpskommandanten Danktelegramme
anläßlich der Kammerauflöſung. Der Jahreskongreß der
Jungtürkiſchen Partei wird in Saloniki abgehalten.
Konflikt zwiſchen der Türkei und Montenegro.
* Cetinje, 6. Aug. Die Regierung hat die
Re=
klamation des türkiſchen Konſuls wegen des letzten
Grenzzwiſchenfalles dahin beantwortet, daß ſich
keine montenegriniſchen Soldaten auf türkiſchem Gebiete
befinden. Der bedauerliche Grenzzwiſchenfall ſei die
Folge der ſtändigen ſchweren Provokationen durch die
Türkei, welche die ſtrittigen Grenzfragen noch immer nicht
in beiderſeitigem Intereſſe beigelegt habe.
* Cetinje, 7. Aug. (Aus amtlicher Quelle.) Der
türkiſche Geſandte erklärte ſich mit der Antwort
Montenegros unzufrieden und teilte dem
Miniſter des Aeußern mit, daß er, da ihm die verlangte
Genugtuung nicht gegeben worden ſei, heute oder
mor=
gen Cetinje verlaſſen werde.
* Saloniki, 7. Aug. Nach einer amtlichen
Meld=
ung nahmen die Montenegriner unter dem Feuer
der Geſchütze Maikowatz wieder ein. Von Akowo,
Kola=
ſchin und Berane ſind Redifs zur Verſtärkung der
Grenz=
befeſtigung abgegangen. Die Maliſſoren, die bisher mit
den Montenegrinern gemeinſame Sache machten,
änder=
ten auf die Nachricht hin, daß die Kammer aufgelöſt ſei,
ihre Haltung und ſind nun bereit, die Grenze zu
vertei=
digen. Von Ipek und Djakowa ſind vier Batterien nach
der Grenze abgegangen. Die Lage iſt ernſt.
Eiſenbahnunglück.
* Lyon 6. Aug. Heute nachmittag ſtießen im
Tunnel bei Lozanne (Departement Rhöne) zwei
Eiſen=
bahnzüge zuſammen. Vier Perſonen wurden
ge=
tötet, zwölf verletzt.
* Lyon, 6. Aug. Ueber das
Eiſenbahnun=
glück bei Lozanne werden folgende Einzelheiten
ge=
meldet: Der Zuſammenſtoß erfolgte in einem
Tun=
nel, einen Kilometer von dem Bahnhof von Lozanne
entfernt, zwiſchen einem Perſonenzug und einem
Expreß=
zug, der auf der Fahrt von Vichy nach Lyon begriffen
war. Der Perſonenzug war faſt in den Tunnel
einge=
fahren, als der Expreßzug hinzukam. Die Knallſignale,
die die Strecke als geſperrt bezeichnen, funktionierten,
wurden jedoch von dem Lokomotivführer des Expreßzugs
nicht gehört. Bei dem Zuſammenſtoß ſtürzten die letzten
fünf Wagen des Perſonenzugs um, von denen zwei
zer=
trümmert wurden. Vier Tote und etwa 20
Ver=
wundete wurden aus den Trümmern hervorgezogen
und von einem Hilfszug nach Lyon gebracht, wo die
Ver=
letzten ins Hoſpital verbracht wurden; unter dieſen
be=
findet ſich Profeſſor Appel aus Würzburg, der
Quetſch=
ungen am Kopfe davongetragen hat.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Infolge der großen Hitze und Dürre im Sommer
1911 iſt eine unſerer ſchönſten Fichtenhecken in allernächſter
Nähe des ſüdlichen Stadtteiles, und zwar diejenige zum
Aufgang der Kraftsruhe, auf der nördlichen Seite etwa
zur Hälfte eingegangen. Trotzdem zu Beginn des
Früh=
jahrs erſichtlich war, daß die kahlen Teile der Fichtenhecke
vollſtändig abgeſtorben waren, ſind die dürren Fichten,
beiläufig 50 Stück an der Zahl, nicht entfernt worden.
Die Kraftsruhe wird als ſchön gelegener Punkt ſehr viel
von Spaziergängern beſucht, und iſt es denſelben, gerade
wie es dem Einſender dieſes Artikels geht, ſtets ein
un=
liebſamer Anblick geweſen, jetzt ſchon faſt ein Jahr die
kahlen Plätze dieſer ſonſt ſo ſchönen Hecke anzuſchauen.
Hier hätte man alſo ſpäteſtens im Frühjahr durch
Er=
neuerung der Fichten in entſprechender Größe Abhilfe
ſchaffen müſſen. Hoffentlich läßt letztere nicht mehr allzu
lange auf ſich warten.
Ein Naturfreund.
Vermiſchtes.
— Ueber die Kruppſche
Wohlfahrts=
pflege gibt die Zentralſtelle für Volkswohlfahrt ſoeben
aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums der Firma eine
Feſtnummer ihrer Zeitſchrift Concordia heraus. Es
wer=
den dort einige der wichtigſten Seiten der
Arbeiterfür=
ſorge der Firma Krupp in ihrem geſchichtlichen
Werde=
gang eingehend dargeſtellt. Insbeſondere wird der in
den weiteſten Kreiſen vor allem bekannt gewordene
Ar=
beiterwohnungsbau behandelt, der in ſich durch eine
Reihe vortrefflicher Typen die ganze Entwicklung des
modernen Städtebaues und des künſtleriſchen Hausbaues
verkörpert. Hat doch die Firma Krupp auch auf dieſem
Gebiet nicht nur mit der Zeit Schritt gehalten, ſondern
der Entwickelung ſelbſt Bahn gebrochen. Das wird an
einer Fülle ſchöner Abbildungen erläutert. Auch das
Kruppſche Arbeiterbildungsweſen, das in der deutſchen
Induſtrie einzig daſteht, findet eine umfaſſende
Würdig=
ung. Wir erlangen einen Einblick in den Betrieb der
Bücherhalle mit ihren 67885 Bänden und in die Arbeit
des Bildungsvereins, deſſen Ziel vor allem das der
Ge=
meinſchaftlichkeit und der Entwicklung der Perſönlichkeit
iſt, im Gegenſatz zu anderen Inſtitutionen ähnlicher Art,
die da glauben, man müſſe dem Volk nur einige wenige,
beſonders zurecht gemachte Geiſteskoſt bieten. Neu und
gerade im gegenwärtigen Augenblick beſonders
intereſ=
ſant iſt die Jugendpflege bei der Firma Krupp, die
eben=
falls ſchon einen erfolgverheißenden Anfang genommen
hat. Weiter ſind noch die Alters= Invaliditäts= und
Hin=
terbliebenenverſorgung, das Ledigenheimweſen und die
Konſumanſtalt behandelt. Obgleich ſo nur ein Ausſchnitt
aus der Kruppſchen Wohlfahrtspflege gegeben wird,
ge=
winnt man doch ſchon aus der Betrachtung dieſer wenigen
Zweige den Eindruck, daß dieſes ſtolzeſte gewerbliche
Un=
ternehmen Deutſchlands, das einen ſozialen Organismus
darſtellt, wie ihn die Welt noch nicht geſehen hatte, auch
in der Arbeiterfürſorge ein Vorbild gegeben hat, das für
die deutſche Fabrikwohlfahrtspflege von weittragendſter
Bedeutung iſt.
Literariſches.
Fahrten ins Blaue. Ein Mittelmeerbuch
von Oskar A. H. Schmitz. 1912. Georg Müller Verlag,
München. Wenn ein moderner Weltmann, der, wie Oskar
A. H. Schmitz, mit den geſellſchaftlichen und äſthetiſchen
Problemen des zwanzigſten Jahrhunderts verwachſen iſt,
eine Reiſe tut, ſo wird er auch den an den großen
Heeres=
ſtraßen gelegenen Stätten neue intereſſante Seiten
abge=
winnen können. Schmitz gibt in ſeinem mit reichem Bild=
material ausgeſtatteten Mittelmeerbuch eine Reihe
geiſt=
voller Impreſſionen, die niemals an der Oberfläche
dahin=
gleiten, ſondern das Weſen, gleichſam die Seele der von
ihm durchwanderten Städte und Landſchaften
wieder=
zugeben verſuchen. Man empfindet bei jedem einzelnen
feſſelnd dargeſtellten Bilde den beobachtenden ſichtenden
Blick einer künſtleriſchen, Individualität. Dem
Mittel=
meerreiſenden wird dieſes Buch vor allem manche
wert=
volle Aufſchlüſſe über die Raſſeneigentümlichkeiten der
die ſüdlichen Geſtade bewohnenden Völker vermitteln.
Die von Emil Preetorius entworfene Titelzeichnung
ver=
leiht dem Buche die verdiente äußere Ausſtattung.
Dr. W. G.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Hohenſinow, 7. Aug. Der Reichskanzler, der
geſtern aus Swinemünde hier wieder eingetroffen iſt,
be=
gibt ſich abends zur Teilnahme an der Krupp=Feier nach
Eſſen. Morgen gedenkt der Reichskanzler mit ſeiner
Ge=
mahlin nach Bad Gaſtein abzureiſen.
* Köln, 7. Aug. Der Köln. Ztg. wird aus
Peters=
burg gemeldet: Im Miniſterium des Aeußern wird
be=
ſtätigt, daß in Zürich Verhandlungen zwiſchen
türkiſchen und italieniſchen Diplomaten
ſtattfinden. Die Türkei ſei wegen der wachſenden inneren
Schwierigkeiten, die nach Ausſage ruſſiſcher Diplomaten
hier ſehr ernſt genommen werden, jetzt geneigter, Frieden
zu ſchließen. Die Verhandlungen ſind zwar kurze Zeit
abgebrochen worden, jetzt aber wieder im Gange. Der
türkiſche Botſchafter in Petersburg ſoll die
Unterhandlun=
gen führen. Die Anregung zur Wiederaufnahme ſoll von
der jetzt nachgiebigeren Türkei ausgegangen ſein.
* Eſſen, 7. Aug. Nachdem die Stadtverordneten
be=
ſchloſſen haben, Frau Exzellenz Krupp in Anerkennung
ihrer hervorragenden Betätigung für die Stadt und die
Bürgerſchaft das Ehrenbürgerrecht zu verleihen,
überreichte eine Deputation, beſtehend aus
Oberbürger=
meiſter Holle, dem Beigeordneten Grevel und
den Stadtverordneten Altenberg und Legewitt
den Ehrenbürgerbrief an Frau Krupp — Dem
Direk=
torium der Firma Krupp wurde anläßlich der
hundert=
jährigen Jubelfeier von der Stadt eine Adreſſe überreicht.
* Peſt, 7. Aug. Der Unterſuchungsrichter
ordnete die Aufhebung der über den Abgeordneten
Kovacs wegen Mordverſuchs gegen den
Kammerpräſi=
denten Tisza verhängten Unterſuchungshaft an. Die
An=
ordnung erfolgte auf Grund der Gutachten der
Gerichts=
ärzte, welche beſagen, Kovacs habe die Tat in dem
Zu=
ſtande der Geiſtesverwirrung verübt, die ſich bis zur
Be=
wußtloſigkeit geſteigert habe. Sie könne ihm daher
ſtraf=
rechtlich nicht angerechnet werden. Der Staatsanwalt
er=
hob Rekurs beim Anklageſenat, der morgen darüber
ent=
ſcheidet. Bis dahin bleibt Kovacs in Unterſuchungshaft.
* Teherau, 7. Aug. (Reuter.) Eine Abteilung von
260 Gendarmen verließ unter dem Befehl von zwei
ſchwediſchen Offizieren, Siefört und Nyſtröm, am
5. Auguſt Schiras, um die von Saulet ed Dauleh
be=
fehligte Räuberbande anzugreifen, deren Raubzüge
den Handelsverkehr auf der Straße von Schrias nach
Buſhir unterbrachen. Die Gendarmen wurden durch
die Räuber bei Diringun aufgerieben. Sie verloren ein
Geſchütz und faſt ſämtliche Gewehre. Siefört, dem ſein
Pferd unter dem Leibe erſchoſſen wurde, wurde leicht
verwundet.
HB. Berlin, 7. Aug. In der Fabrik Rütger=Werke
in Erkner explodierte heute vormittag nach 10 Uhr
der Naphthalin=Raum. Zwei Arbeiter wurden
verletzt. Das Gebäude, in dem die Exploſion erfolgte,
brannte bis auf die Grundmauern nieder.
— Charlottenburg, 7. Aug. Heute vormittag iſt auch
die 16jährige Tochter der Frau Dr. Hagemann an den
Folgen der Gasvergiftung geſtorben. Die
Ermit=
telungen ergaben, daß von einer wirklichen Notlage der
Familie keine Rede ſein konnte. Vermutlich handelt es
ſich um eine hochgradige Erregung der Frau Dr.
Hage=
mann, die ſie veranlaßte, mit ihren Kindern aus dem
Leben zu ſcheiden.
HB Zwickau, 7. Aug. In Lichtentanne bei Zwickau
iſt heute morgen kurz nach 4 Uhr die Sauerſtoff=Anlage
der Kammgarnſpinnerei von Karl Schmelzer ſen.
in die Luft geflogen. Sämtliche Fenſterſcheiben
der umliegenden Fabrikgebäude wurden dabei
zertrüm=
mert. Der Maſchinenmeiſter Wunſch konnte nur als
furchtbar verſtümmelte und verkohlte Leiche geborgen
werden. Ein Maſchinenwärter rettete ſich leichter verletzt
aus den brennenden Trümmern. Der Schaden beträgt
weit über 100000 Mark.
— Bremen, 7. Aug. Auf dem Schützenfeſt in
Gröpe=
lingen brach in einer Menagerie ein Bär
aus. Er war zwar bald wieder eingefangen, doch wurden
der Menageriebeſitzer, ſein Gehilfe und ein anderer
Schäu=
ſteller durch Biſſe verletzt.
— Beirut, 7. Aug. Ein furchtbarer Wirbelſturm
richtete in der Gegend von Cäſarea große
Verhee=
rungen an. Viele Menſchen ſollen umgekommen ſein.
— Paris, 7. Aug. Heute früh iſt der von Pau nach
Bayonne abgehende Expreßzug der Südbahn bei
Labatut mit einem Omnibus zuſammengeſtoßen.
Zwei Perſonen wurden getötet, mehrere verwundet.
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Mutter, unsere Schwester, Schwägerin und Tante
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geb. Leist
nach langem Leiden im 50. Lebensjahre zu sich zu rufen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Auguſt 1912.
Nummer 185.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Schwab u. Tochter Anna Schwab.
Darmstadt, den 6. August 1912.
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Die Beerdigung findet Freitag, den 9. Angust, nachmittags 5 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, statt.
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Amtlicher Wetterbericht.
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Das Tief, das geſtern über Irland lag, hat ſich
ſüdoſtwärts verlagert. Ueber dem Feſtland iſt der Druck
allenthalben etwas gefallen. Bei weſtlichen Winden
herrſchte geſtern in ganz Deutſchland trübes, regneriſches
Wetter. Faſt überall fielen wenn auch zum Teil nur
geringe Niederſchläge. Von Weſten her beginnt der Druck
zu ſteigen, ſo daß langſame Beſſerung des Wetters zu
erwarten ſteht.
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8. Auguſt: Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, tags warm,
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bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 7—12½ Uhr
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ſorgenden Vater, Bruder, Schwager u. Onkel
Karl Hartung
Waffſenmeister der II. Abt. im Grossh.
Hess. Artillerie-Regt. Nr. 25
heute morgen 8 Uhr nach langem, ſchwerem
Leiden, verſehen mit den hl. Sterbeſakramenten,
in ein beſſeres Jenſeits abzurufen. (16740
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Hartung und Kinder.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet am Freitag,
nachmit=
tags 3 Uhr, vom Trauerhauſe Saalbauſtr. 42
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme bei
dem uns betroffenen ſchweren Verluſte meiner
lieben Frau, unſerer guten Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
(16751
Anna Felmer
geb. Pretsch
ſprechen wir hiermit unſeren tiefgefühlteſten Dank
aus. Beſonderen Dank Herrn Pfarrer Vogel für
die Worte des Troſtes am Grabe der Verblichenen.
Im Namen der trauernden Familie:
Bernhard Felmer und Kinder.
Eberſtadt=Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Tageskalender.
Konzerte: Städtiſcher Saalbau um 8 Uhr. —
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wigshöhe um 4 Uhr. — Schuls Felſenkeller um 8 Uhr.
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Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann,
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ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
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blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 185.
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rika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Hrn. Adolf Rady,
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ſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer Amerika”, 5. Auguſt
4 Uhr 30 Minuten nachmittags in
New=York. — Dampfer „Batavia‟,
von Boſton, Baltimore und
Nor=
folk kommend, 5. Auguſt 9 Uhr
morgens Doverpaſſiert. — Dampfer
„Cincinnati” nach New=York,
5. Auguſt 12 Uhr 50 Minuten
mit=
tags Scilly paſſiert. — Dampfer
„Corcovado”, von Mexiko und
Havana kommend, 6. Auguſt
2 Uhr morgens Dover paſſiert. —
Vergnügungsdampfer „Meteor”
ſiebente Nordlandfahrt, 5. Auguſt
7 Uhr 30 Minuten morgens in
Odde.
Schiffsbericht. Norddeutſcher
Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem
Vertreter Anton Fiſcher,
Darm=
ſtadt, Frankfurterſtraße 12 und 14.
Dampfer „Kronprinz Wilhelm”
6. Auguſt 1 Uhr nachmittags von
Bremerhaven nach New=York
ab=
gegangen. — Dampfer „Neckar”,
5. Auguſt 1 Uhr nachmittags in
Bremerhaven angekommen. —
Dampfer „Prinz Friedrich
Wil=
helm”, 5. Auguſt 10 Uhr
vormit=
tags in Bremerhaven
angekom=
men. — Dampfer „Großer
Kur=
fürſt”, am 6. Auguſt 6 Uhr
vor=
mittags in Lyngſeidet angekommen.
Kurſe vom 7. Auguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz
Sf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
do.
80,00
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,00
80,00
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,30
93,40
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,20
88,00
3½
do.
78,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,20
4 do, do. (unk. 1918)
88,25
3½
do.
77,80
do.
80,20
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,20
3½
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,40
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,20
4 do. Goldrente . . . 95,50
4 do. einheitl. Rente 86,90
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do, unif. Ser. III
3 do. Spezial . . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,40
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905 . . 91,40
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,20
91,00
4 do. v. 1902 .
½ do. v. 1905 .
.100,60
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 85,20
4 Türk. Admin. v. 1903 82,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,90
4 Ungar. Goldrente . . . 90,50
4 do. Staatsrente . . . 87.60
InProz.
Jf.
5 Argentinier
.100,90
4
do.
86,20
41 Chile Gold=Anleihe . 95,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,70
4½
93,70
dv.
4½ Japaner . . . .
94,05
5 Innere Mexikaner . . . 95,40
do,
59,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,95
3 Buenos Aires Provinz 70%
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 143,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,70
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 128,75
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,50
8 Baltimore und Ohio . 108½
6½ Schantungbahn . . . 131,75
6½ Luxemb. Prince Henri 159,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,25
6 Pennſylvania R. R. . 122,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. . 546,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 661,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 348,00
10 Cement Heidelberg . . 153,00
30 Chem. Werke Albert 483,50
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
327,00
4 Lahmeyer.
. .127,50
Letzte
Zubro.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 161,00
12 Siemens & Halske .241,50
5 Vergmann Electr. . . 140,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 171,00
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 120,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 560,00
10 Maſchinenf. Badenia 171,00
6 Wittener Stahlröhren 215,00
8 Steana Romana Petr. 143,00
15 Zellſtoff Waldhof . 243,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 225,40
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien . 63,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 192,25
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 238,40
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . .
.177,90
10 Gelſenkirchener .
198,00
8 Harpener . . . . . . . 194,20
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 268,40
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
83,25
4 Laurahütte
174,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 207,25
7½ South Weſt Africa 124,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,50
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,75
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,70
do.
79,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30
In Proz.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30
77,00
do,
2/10
53,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,20
88,50
4 Ruſſ. Südweſt.
4½ Moskau=Kaſan
96,80
88,10
do.
4 Wladichawchas
88,60
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb.
76,70
do.
2¼/10 Livorneſer . .
69,20
3 Salonique=Monaſtir
4 Bagdadbahn.
83,40
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 97,00
4 Miſſouri=Pacific.
93,50
4 Northern=Paciſic . . . 99,20
4 Southern=Paciſic
. 95,10
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,60
5 Tehuantepec . .
98,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,00
7 Bergiſch=Märkiſche
. . 150,20
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,30
6½ Darmſtädter Bank . 121,80
12½ Deutſche Bank . . . 254,40
6 Deutſche Vereinsbank 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,40
10 Diskonto=Kommandit 187,25
8½ Dresdener Bank . . 154,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,90
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,25
H.86 Reichsbank . . . . . 136,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,60
7½ Wiener Bankverein . 134,80
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98.00
B. Pfandbriefe. InProz.
8½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Krebitv.
S. 15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bauk 99,90
89,00
do.
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank
99,40
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—28 . .
. 99,60
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,00
S. 3—5
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
89,60
8½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
8½ do.
89,50
4 Frankfurt . .
* 100,10
9½ do.
95,30
4 Gießen .
98,70
89,90
3½ do.
98,70
4 Heidelberg
8½ do.
99,00
4 Karlsruhe
8½ do.
88,50
4 Magdeburg.
„ 99,10
8½ do.
4 Mainz
6
3½ do.
89,30
4 Mannheim .
99,30
3½ do.
88,30
4 München .
100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
88,60
4 Offenbach . . . . . . .
Zucrg
-
3½ Offenbach
-
4 Wiesbaden .
3½ do.
4 Worms .
98,20
-
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 172,20
3½ Cöln=Mindner , 100 133,75
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
8 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 159 113,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 —
Braunſchweiger Tlr. 20 196,80
Fs. 15 66,00
Freiburger .
Fä. 45 —
Mailünder
F8. 10
do.
Meininger .
.ſl. 7 34,56
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 519,00
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30 44,10
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,45
20 Franks=Stücke .
16,25
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten .
20,46
Franzöſiſche Noten.
81,10
Holländiſche Noten. . . *169,40
Italieniſche Noten . . . . 89,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . ..
Schweizer Noten . . . . . 81,20
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard Z8t. 5½
Seite 8
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Auguſt 1912.
Nummer 185.
Uebernahme
von
Maurerarbeiten
Neu- u. Umbauten.
Willy Andress
Baugeschäft
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
§8 95.
Donerstag, 8. Auguſt.
1912.
An die Schulvorſtände des Kreiſes und die Vorſtände der Privatſchulen.
Wir empfehlen Ihnen, den 2. September in der üblichen Weiſe in Ihren
Schulen feiern zu laſſen.
Darmſtadt, den 3. Auauſt 1912.
(16711
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps am 8., 12. Auguſt 1912 von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr
abends Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich.
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
im Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(13886a
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.
(15644a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 12. bis 19. Auguſt 1912½
Dauer der
Die Abſperrung
Datum
Truppenteil ½ Abſperrung
Tag.
erſtreckt ſich
von bis
Ueber das ganze
12. Aug. Montag
Feldartillerie
1060
Abſperr=Gelände
13. Aug. Dienstag
14. Aug. ) Mittwoch
Bis zum Land=
16. Aug. 1 Freitag
Infanterie
graben
17. Aug. 1 Samstag
19. Aug. 1 Montag
100 V.
An die Ortspolizeibehörden und die Feldvolizeibehörden
des Kreiſes Darmſtadt.
Es kommt leider ſehr häufig vor, daß Haushaltungs=Abfälle, Scherben,
altes Papier u. dergl., namentlich auch alte Blech= und Emailgefäße, in Feld
und Wald, auf Wege und Plätze oder auf fremde Grundſtücke in unzuläſſiger
Weiſe gebracht oder weggeworfen werden. Art. 112 und 379 des
Polizeiſtraf=
geſetzbuchs geben die Möglichkeit, gegen ſolche Verunreinigungen von öffentlichen
Straßen, Plätzen und Anlagen einzuſchreiten. Sofern auf Privatgrundſtücken an
öffentlichen Wegen ſolcher Unrat unverdeckt lagert, kann mit Polizeiverfügung im
ein=
zelnen Falle auf Grund des Art. 66 der Kreis= und Provinzialordnung durch uns,
oder auf Grund des Art. 129 b der Städeordnung durch den zuſtändigen Polizei=
beanten vrgegangen werden. Nach Art. 35 des Feldſtraſgeſehzes iſt ſtrafdar, wer
unbefugt Steine, Scherben, Schutt oder Unrat auf fremde Felder wirft.
Ferner bildet es einen beklagenswerten Mißſtand, daß das Waſſer der Bäche
und Gräben durch Einleitung und Einwerfen fremder Stoffe immer mehr
Ver=
unreinigungen ausgeſetzt wird. Es iſt deshalb erforderlich, daß die
Ortspolizeibehör=
den auf den Zuſtand der Bäche und der in dieſelben mündenden Gräben ein
beſon=
deres Augenmerk richten und alljährlich Beſichtigungen derſelben vornehmen laſſen.
Direkte Zuleitungen verunreinigender Stoffe müſſen abgeſtellt werden. Oft kommt
es vor, daß Schutt und Unrat an den Ufern der Bäche abgeſchüttet wird, damit er
vom Waſſer weggeſchwemmt werde, und daß Abfälle aus Haushaltungen (alte
Blech=
geräte, Scherben uſw.) in Gräben und Bäche geworfen werden. Bei dem allgemeinen
Intereſſe, welches an der Erhaltung eines möglichſt reinen Bachwaſſers beſteht,
er=
ſcheint es unbegreiflich, daß die Einwohnerſchaft mancher Orte an der Bekämpfung
dieſer bedauerlichen Mißſtände ſelbſt ſo wenig Anteil nimmt. Nach Art. 120 des
Polizeiſtrafgeſetzes iſt das unbefugte Einlegen oder Einwerfen von Steinen, Sand,
Erde, Bäumen, Schutt, Unrat und anderen feſten Körpern in die Bäche oder Gräben
oder Triebwerkskanäle bei erheblicher Geldſtrafe unterſagt.
Die erwähnten Mißſtände werden nicht ſelten auch dadurch begünſtigt, daß von
der Gemeinde nicht in ausreichender Weiſe für Plätze geſorgt iſt, wo Schutt,
Haus=
haltungsabfälle uſw. abgeladen werden können, oder daß dieſe Plätze bei der
Ein=
wohnerſchaft nicht genügend bekannt ſind.
Wir beauſtragen Sie daher:
1. das Polizei= und Feldſchutzperſonal zu genauer Aufmerkſamkeit auf die
be=
regten Mißſtände und deren Verhütung anzuweiſenz.
2. für Abladeplätze für Schutt, Haushaltungsabfälle u. dergl. ſoweit erforderlich
zu ſorgen und bekannt zu machen, wo dieſe Abladeplätze liegen;
3. aus den Bächen und Gräben, ſowie von öffentlichen Wegen und Plätzen den
Unrat, wie Scherben, Blechgefäße uſw. entfernen zu laſſen und, ſofern auf
Privatgrundſtücken in der Nähe von öffentlichen Wegen ſolcher Unrat in
mißſtändiger Weiſe lagert, den Eigentümer zur Beſeitigung desſelben
aufzu=
fordern, wenn dieſer Aufforderung aber nicht entſprochen wird, das Weitere
wie oben bemerkt zu veranlaſſen.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Gendarmerieſtationen des Kreiſes Darmſtadt.
Wir verweiſen auf vorſtehende Verfügung an die Ortspolizeibehörden und die
Feldpolizeibehörden des Kreiſes und beauftragen Sie, in den Landgemeinden bei
Verhütung der oben bemerkten Mißſtände mitzuwirken, ſowie ſtrafbare
Verunreinig=
ungen zur Anzeige zu bringen. Insbeſondere wollen Sie, wenn Sie eine
Verun=
reinigung von Waſſerläufen durch Einleiten fremder Stoffe wahrnehmen, nötigenfalls
ſofort deren Urſache zu ermitteln ſuchen und daüber an uns berichten.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
(16709ds
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Sperrung der Kreisſtraße Groß=Gerau-Mannheim behufs Herſtellung
von Kleinpflaſter.
Wegen Ausführung von Kleinpflaſterarbeiten iſt die Kreisſtraße Groß=Gerau-
Mannheim zwiſchen Wolfskehlen und Goddelau von Klm 8,1—8,4 vom 7. Auguſt ab
auf ca. 8 Tage und zwiſchen Goddelau und Stockſtadt von Klm 10,2—11.3 vom
10. Auguſt ab auf ca. 3 Wochen für den geſamten Fuhrwerks= und Automobilverkehr
polizeilich geſperrt.
Die in der Richtung von Wolfskehlen nach Stockſtadt und umgekehrt fahrenden
Fuhrwerke, Automobile uſw. haben die Straße Wolfskehlen-Leeheim-Erfelden-
Stockſtadt, bezw. Goddelau-Erfelden-Stockſtadt und umgekehrt zu benutzen.
Groß=Gerau, den 31. Juli 1912.
Großherzogliches Kreisamt Groß=Geran
J. V.: Schneider.
(16739
Impftermin.
Dienstag, den 13. d. Mts., ſowie an den folgenden
Diens=
tagen, nachmittags 4 Uhr beginnend, finden in dem
Mädchen=
ſchulhauſe Beſſunger Straße 67 öffentliche und unentgeltliche
Impf= und Nachſchautermine für die Kinder des Beſſunger
Stadt=
bezirks ſtatt.
Impfpflichtig ſind alle im vorigen Jahre geborenen, ſowie die
aus früheren Jahrgängen mit der Impfung im Rückſtande
verblie=
benen Kinder.
Ich mache noch beſonders darauf aufmerkſam, daß aus einem
Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Krupp, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige
Entzün=
dungen oder die natürlichen Pocken herrſchen, die Impflinge zum
allgemeinen Termin nicht gebracht werden dürfen, und daß die Kinder
zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit reinen
Kleidern gebracht werden müſſen.
(16737a
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
ie dauernd ſteigenden Einkaufspreiſe für
Großvieh haben die Großvieh=Metzger
Darmſtadts zu einer Erhöhung der
Fleiſch=
preiſe gezwungen.
(16730
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Neue Kurse beginnen Dienstag, den 13. August.
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Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.
Bekanntmachung.
Die Firma Chr. Schick & Cie.
in Griesheim hat dem Formſtecher
Chriſtian Schick in Griesheim Pro=
(16706
kura erteilt.
Eintrag in das Handelsregiſter
iſt heute erfolgt.
Darmſtadt, 2. Auguſt 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Darmſtadt, 7. Auguſt 1912.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagbkatt, Donnerstag, den 8. Angnſt 1912.
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Der gerade Weg.
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(Nachdruck verboten.)
33)
So, und nun wollen wir mal ganz ernſt ſprechen. Ein
Mann iſt keine Frau. Ein junger Mann tobt ſich aus —
er muß ſich ſogar austoben. Das ſind die Brauſejahre,
da gährt der Moſt, und iſt man ein tüchtiger Kerl, ſo klärt
ſich das alles in Sturm und Drang zu klarem Wein. Ich
will mich nicht ſelber loben, Hilde, aber auch nicht ſchlechter
machen, als ich bin. Was früher war, das iſt geweſen,
und ich habe niemand anders Rechenſchaft abzulegen als
meinem Herrgott und mir ſelber. Schlechtes iſt nicht
da=
runter, ich habe auch keine unglücklich gemacht. Doch bin
ich nicht an dem vorbeigegangen, was ſich mir bot. Viel
Liebes und Gutes habe ich von Frauen erfahren. Dann
kamſt du, und ich durfte getroſt die Hand nach dem reinen
Glück ausſtrecken, das mir aus deinen Augen
entgegen=
lachte. Kind, du konnteſt dich ſchlecht genug verſtellen. Ich
war dir recht, ſo wie ich war, und deinen Eltern war ich
auch recht. Dein lieber Vater, den ich ſo ſehr verehre, fragte
mich nur: Haben Sie Schulden? — Nein. — Hat irgend
ein Weib berechtigte Anſprüche an Sie? — Nein. — So
wurdeſt du mein. Haſt du deinen Schritt bereut? Iſt dein
Vertrauen zu mir wankend geworden?
Hilde hing lange ſchluchzend an ſeinem Halſe, und er
nahm ſie in ſeine Arme und tröſtete ſie, bis ſie wieder ihr
Lachen gefunden hatte. Zuletzt ſagte er noch einlenkend:
Du brauchſt ja mit Frau von Bagewitz nicht intim zu
wer=
den, denn ſie hat vielleicht eine Vergangenheit.
Wenn Onkel abgereiſt iſt, leben wir wieder ganz für
uns.
Ich verlange nichts Beſſeres, aber damit dürfen wir
Menſchen von einer ſolchen geſellſchaftlichen Poſition wie
Bagewitz, nicht vor den Kopf ſtoßen. Immer hübſch klug
ſein, Hilde. Nicht gerade durchwollen mit dem kleinen
Kopf und nicht mit der Tugend protzen. Denke einmal,
wie gut es dir ergangen iſt. Kaum erwachſen, fandeſt du
mich, und nun biſt du eine verliebte, glückliche kleine Frau.
Und bald biſt du eine ebenſo glückliche Mutter, wenn du
dein Kindchen im Arm hälſt. Unſer Kind! Hilde ſagte es,
als ob ſie von einem ſüßen Geheimnis flüſterte, dann
küßten ſie ſich lange.
Friede war geſchloſſen, wenn auch Hilde mit Evas
Schlauheit verſuchen würde, ſich den Konſequenzen der
Willensäußerung ihres Mannes zu entziehen. Nach
einigen Tagen folgte ſie wenigſtens ihrem eigenwilligen
Köpfchen und ließ ſich verleugnen, als die Herrſchaften aus
Altenwerder vorfuhren. Ihr Mann war im Revier,
die=
ſen Zufall nützte ſie aus. Sie hörte mit klopfendem Herzen,
wie der Beſuch ſein Bedauern ausſprach, und lugte durch
die Vorhänge nach der ſchönen Frau aus. Wie bezau=
bernd ihr das matt blaue Jackenkleid ſtand und der große
weiße Hut mit den ſchwarzen Federn.
Doch nun fuhr ſie zuſammen, denn Onkel Hachfeld
tauchte plötzlich neben dem Wagen auf. Rauch im Revier,
und meine Nichte ausgegangen? — Schade, ich bin
un=
tröſtlich. Darf ich nicht die Honneurs der Oberförſterei
machen, es iſt im Garten noch herrlich. Vielleicht, daß
gnädige Frau eine Taſſe Kaffee machen, friſcher Kuchen iſt
da, wenn mich mein Geruchſinn nicht getäuſcht hat.
Anna hatte Luſt auszuſteigen, und ihr zu Liebe
ent=
ſchied ſich der Kammerherr auch dafür, ſo mußte Friedrich
Wilhelm gute Miene zum böſen Spiel machen.
Wider=
ſtrebend nur folgte er dem Grafen, der ſeine Gäſte gleich
in den Garten zu der Laube führte.
Dieſen Zufall benutzte Hilde raſch zu ihren Gunſten.
Sie flog die Treppe hinunter und wollte durch die
Haus=
tür in den Wald flüchten, ſie lief aber Bagewitz
gerade=
wegs in die Arme.
Wie ſie ſich ſchämte, als ſie dem verwunderten Blick
ſeiner Augen begegnete. Er ſagte gar nichts, aber er
mar=
kierte eiſige Abwehr. Wie leid er ihr tat. Ihr warmes
Herz trieb ſie, gut zu machen, und mit geſchickt geſpielter
Ueberraſchung rief ſie: Ach, da ſind Sie noch? Ich war
bange, ſie ſeien ſchon wieder fortgefahren. Haben Sie
Ihren ſchönen Knaben mitgebracht?
Nummer 185.
Darnſtädter=TagblattsDunnerstag, den 8. Auguſt 1912.
Seite 11.
Ge e e e nen e en
wir ſpäter nicht verfehlen —
Wohin hat denn Onkel die lieben Gäſte entführt,
unter=
brach ſie ihn. Ach, in den Garten, ich ſehe es ſchon.
Wie dankbar der Mann ſie anſah, ja, ſie glaubte einen
flüchtigen Druck ſeiner Hand bei der Begrüßung geſpürt
zu haben. Ernſt hatte recht, warum den Sittenrichter
ſpielen. Die Frau zwar — nein, zu der konnte ſie kein
rechtes Zutrauen faſſen. Sie würde abwarten, wie ſie ſich
fernerhin benehmen würde und beſchloß, ſcharf aufzupaſſen.
Ihre ganze Art ſtieß ihr reines Frauenempfinden ab.
Der Nachmittagskaffee verlief ſehr heiter, auch
Fried=
rich Wilhelm war geſprächig. Er widmete ſich ganz
beſon=
ders der jungen Frau, und ſie vertieften ſich zuletzt ſo ſehr
in ihre Unterhaltung, daß ſie ſich völlig iſolierten.
Anna bemerkte dieſes voller Eiferſucht und trieb ihr
Spiel mit Hachfeld noch offenkundiger. Jeder Blick, jedes
Wort war darauf berechnet, ihres Mannes Eiferſucht zu
wecken. Der Kammerherr ließ ſich derweil von Rauch
Jagdgeſchichten erzählen, da waren dieſe beiden blind und
taub für ihre Umgebung.
Im Laufe der nächſten Zeit entwickelte ſich, von
Hach=
feld und Rauch gleichmäßig unterſtützt, ein fröhliches
Hin=
undher zwiſchen Schloß und Oberförſterei. Auch Friedrich
Wilhelm fand ſich darein, denn er hoffte, daß ſich Frau
Hilde mit ſeiner Frau befreunden würde. Vorderhand
war ja noch der Graf als ſtörende Zugabe vorhanden, aber
war dieſer erſt abgereiſt, würde ſich ſein Wunſch wohl
er=
füllen. Keiner in dem kleinen Kreis ahnte, daß ſich Anna
ee ie ire er ete r enen
einſamſten Plätze auf, immer neue, ſo daß ſie bis jetzt von
keinem überraſcht wurden. Der Graf benutzte ſein Rad,
ſo durchmaß er die Entfernung bis zum Schloß in kürzeſter
Zeit.
Anna fühlte, daß Hachfeld immer mehr Gewalt über
ſie bekam. Die unbefriedigte Sehnſucht einer ſinnlichen
Natur kam ihr entgegen, und das hatte der gefährliche
Mann nur zu bald erkannt. Immer deutlicher wurde ſein
Begehren, und es zog ſie unwiderſtehlich zu ihm hin, ſie
konnte es nicht laſſen, mit dem Feuer zu ſpielen. Noch
hielt die Furcht vor Friedrich Wilhelm ſie in der Gefahr
aufrecht. Sie wußte, daß er unerbittlich ſein und die einzig
mögliche Konſequenz ſofort ziehen würde.
Nein, ſie wollte nicht die Stellung verlieren, die ſie
mit ſo viel Klugheit erlangt hatte. Lieber ſich als
anſtän=
dige vernachläſſigte Frau weiter langweilen, als vogelfrei
zu werden, die Beute eines jeden, für die Geſellſchaft durch
den Skandal unmöglich geworden. Sie kannte zur Genüge
dieſen Gerichtshof, der ebenſo unbarmherzig verurteilen
konnte, als er gefliſſentlich in laxer Moral die Laſter derer
überſah, die im Geheimen ſündigten. Gerade die Männer,
die als Junggeſellen tief im Schlamm gewatet hatten
brachen ſpäter ſchonungslos den Stab über jede Frau, die,
oft ſogar ohne ihre Schuld öffentliches Aergernis gab.
Man ließ ſie unerbittlich geſellſchaftlich fallen und ſah über
ſie hinweg.
Oft wollte ſie etwas wie Haß übermannen, Haß gegen
ihren eigenen Mann, der ſie nach ſeiner Liebe hungern ließ.
In ſolchen Stunden wandelte ſie die Luſt an, auch einmal
mit ihm ins Gericht zu gehen. Wer trug die Schuld an
der unglücklichen Entwickelung ihrer Ehe?
Doch nur er. Er hatte ſie geheiratet, um der Armut
zu entgehen, der er durch das Auftauchen des Erben von
neuem anheim fiel. Er war ein kaltblütiger Rechner
ge=
weſen, aber daß er dadurch Suſanne verlor, das konnte er
nicht vergeſſen, und die Liebe zu der ſtolzen, reinen
Stammesgenoſſin ſtand trennend zwiſchen ihm und ihr.
Was mochte zwiſchen den beiden vorgegangen ſein in
der Nacht vor dem Hochzeitstage? Jette hatte ihr doch
er=
zählt, daß ſie in ſeinem Zimmer zuſammen geweſen waren.
Sie hatte dieſe Kenntnis noch nie gegen ihn ausgeſpielt.
Szenen gab es nicht zwiſchen ihnen, denn wenn ſolche
drohten, verließ er ſofort das Zimmer. Ihre Klugheit
hatte ihr geſagt, daß damit gar nichts zu erreichen war.
Er war ſtärker als ſie, denn ſein Herz blieb kalt, das ihre
dagegen verzehrte ſich in der Leidenſchaft, ihn wieder zu
beſitzen. Die Art, wie er ſich ihr, die ihn auf ihre Weiſe
liebte, entzog, das machte ſie oft raſen. Ja, ſie wünſchte
ſich ſogar Suſanne herbei, ſie ſollte die Vermittlerin
ſpie=
len zwiſchen ihr und ihrem Mann.
Es war eine aberwitzige Hoffnung, aber Anna
klam=
merte ſich daran an. Hatte doch Suſanne ſie in die ihr
zu=
kommende Stellung gebracht, auch würde ſie ihr das Kind
wiedergewinnen, denn ſie war gerecht.
(Fortſetzung folgt.)
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Nummer 185.
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15:10. Unpl.: Herzegowina, Sprühfeuer, Oſtia, Red Beß.
Sicher, eine halbe Länge-Hals. — Kurhaus=
Flachren=
nen; 1600 Mk., Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn C. Schmäckes
Atalanta (Herr von Hatten), 2. Gondolier (Leutn. von
Stammer). Tot. 16110. Zwei liefen. Leicht gewonnen.
Travemünder Sportwoche. Der
Pferde=
wettbewerb zu Travemünde, der mit intereſſanten Reit=
und Fahr=Konkurrenzen aufwartete, iſt jetzt zu Ende
ge=
führt worden. Viel Anklang fand der in dieſem Jahre
zum erſten Male auf das Programm geſetzte Geländeritt,
an dem 30 Teilnehmer konkurrierten. Als Sieger aus
dieſer Konkurrenz gingen Leutn. v. Geppert (61. Art.) auf
ſeiner hannoverſchen Stute Wellgunde, Leutn. v. Moltke
(13. Ulanen) auf der oſtpreußiſchen Stute Fantippe, Leutn.
Graf Grote (13. Ulanen) auf dem bekannten Springpferd
Polyphon und Leutn. Graf Schaesberg=Tannheim (6.
Ulanen) auf dem bekannten Grundſee hervor. In den
verſchiedenen Springkonkurrenzen ſiegte Leutn. v. Gagern
auf dem von Stockholm her bekannten Idealiſt, Herr
Has=
perg auf einem Polopony und Leutn. v. Tresckow auf
dem hannoverſchen Rappen Qualm, während in der
Damenſpringkonkurrenz Frau Ilſe v. Ohlendorf den 1.
und 2. Preis erhielt. Den Inländerpreis, der nur
deut=
ſche Pferde zuließ, gewann Leutn. Maue (11. Drag.) mit
ſeiner oſtpreußiſchen Stute Taube. Die Dreſſurprüfung
brachte Leutn. v. Gagern auf Brunhilde einen zweiten
Erfolg. An den Zwiſchentagen fanden regelmäßig
Polo=
turniere ſtatt, welche von Hamburger, Hannoveraner und
Berliner Mannſchaften beſtritten wurden. An den Spring=
Konkurrenzen beteiligten ſich auch die Prinzen Friedrich
Karl und Sigismund von Preußen; letzterer auf ſeinem
in Stockholm neu erworbenen und dort erfolgreich
ge=
weſenen hannoverſchen Fuchs Dohna. Die Abende
wur=
den durch geſellſchaftliche Veranſtaltungen des rührigen
Lübeck=Travemünder Rennklubs ausgefüllt.
sr. Golf. Das Internationale Badener
Golfturnier, das der Badener Golfklub auf ſeinen
Golflinks in Oos veranſtaltete, wurde mit dem Inter
nationalen Amateur=Handikap fortgeſetzt. Es ſiegte
Ba=
ron von Tanfani, der Zweite im Kampf um den
Rooſe=
veltpokal. Der nach ihm benannte Tanfani=Pokal für
Berufsſpieler im Werte von 10000 Mk. fiel an Mr.
Brad=
ley=New=York. Im ganzen beteiligten ſich an dem
Tur=
nier 60 Berufsſpieler.
sr. Deutſche Lawn=Tennis=Siege waren bei dem
In=
ternationalen Lawn=Tennis=Turnier zu Dieppe zu
verzeichnen, welches jetzt ſeinen Abſchluß fand. Die
Mei=
ſterſchaft im Herren=Einzelſpiel gewann der Deutſche
Berg=
mann in der Schlußrunde gegen Nanſet 6—2 6—3 6—1.
Die Meiſterſchaft im Herren=Doppelſpiel wurde von
Bergmann-v. Biſſing 6—2 6—3 6—4 gegen Nanſet-
Wink gewonnen; die Meiſterſchaft im gemiſchten
Doppel=
ſpiel fiel an Bergmann, der mit Fräulein Broquedis als
Partnerin 6—2 6—3 über v. Biſſing-Frl. Tephany
ſieg=
reich blieb. Die Damen=Meiſterſchaft wurde von Fräulein
Broquedis gegen Frl. Niſham 7—5 6—4 gewonnen.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 6. Aug.
Fruchtmarkt=
bericht. Am Wochenmarkt waren einheimiſche
Brot=
früchte reichlich angeboten. Während in Landweizen bei
kleiner Nachfrage einiges umging, war Landroggen wegen
mangelnder Kaufluſt recht flau. Ausländiſche Brotfrüchte
ſehr ſtill. Gerſte in neuer Ware iſt noch nicht offeriert,
dagegen neue Braugerſte bereits ſtärker am Markte, aber
in ſehr verſchiedenen Qualitäten, Für greifbare Ware
aller Marktartikel waren die Vorräte klein; nur die
Zeit=
lieferungen in matter Haltung. Für Mehl halten die
Mühlen feſte Preiſe. Die Mehlhändler hieſiger und
ſüd=
deutſcher Gegend bovkottierten die rheiniſchen Mühlen,
da man mit der Ringbildung zwiſchen den rheiniſchen
und niederrheiniſchen Mühlen nicht einverſtanden iſt.
Futterware bei prompter Verladung war geſucht. Hafer
und Mais wenig verändert. Der Mannheimer
Ge=
treidemarkt iſt ſtetig bei guter Frage für
amerikani=
ſchen Weizen. An der Berliner Produktenbörſe
war Getreide feſt auf das Fallen des Barometers, den
ungünſtigen Erntebericht Preußens und auf Käufe für
Exportzwecke; nur Dezember=Roggen ſchwächer. Hafer
auf Deckungen und regere Lpkonachfrage ziemlich feſt.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den amerikaniſchen
Getreidemärkten (Chicago und New=York) ſchließt Weizen
in ſtetiger Haltung in Erwartung eines hauſſelautenden
Wochenausweiſes der Weltverſchiffungen auf Meldungen
von Regenfällen im Nordweſten der Vereinigten Staaten
ſowie auf Käufe der Firma Armour. Mais in
Ueber=
einſtimmung mit Weizen in feſter Tendenz, insbeſondere
auf die Vorausſage von Regen im Zentralgebiet und
auf Nachrichten aus Buenos Aires.
Hier ſtellten ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſ. und Wetterauer 21,40—21,50, Kurheſſiſcher
21,50, Kanſas 23,25—23,75, Laplata 23,25—23,75,
Red=
winter 23,25—23,75, Nordd. 21,40—21,50, Ruſſiſcher 23,50
bis 24, Rumäniſcher 23,50—24, Manitoba 22—23, Walla
Walla 23,25—23,75. Roggen hieſ. 17,25—17,40,
Ruſſi=
ſcher 18—19, Rumäniſcher 18—19, Bayeriſcher (Pfälzer)
17,25—17,40. Gerſte (Pfälzer) 19,50—20,50, Riedgerſte
19,50—21, Fränkiſche 19,75—20,75 hieſ. und Wetterauer
19,50—20, Ruſſiſche Futtergerſte 17,50—18. Hafer hieſ.
21,75—22, Ruſſiſcher 20,50—22, Rumäniſcher 20,50—22,
Bayeriſcher 21,75—22,10, Amerikaniſcher 16,50—17. Mais
mixed 15,50—16, Donaumais 15,50—15,75. Laplata 15,50
bis 15,75, Ruſſiſcher 15,75—16, Rumäniſcher 16—16,25,
Weißer Mais 15,80—16, Weizenſchalen 11—11,25,
Roggen=
kleie 12,75—13, Weizenkleie 11—11,25, Futtermehl 14 bis
16, Biertreber getrocknet 13,50—14, Weizenmehl hieſ.
Nr. 0 31,50—31,75, feinere Marken 32—32,25, Nr. 1 29,75
bis 30, feinere Marken 30,25—30,50, Nr. 2 28,25—28,50,
feinere Marken 28,75—29, Nr. 3 26,75—27, feinere Marken
27,25—27,50, Nr. 4 22,75—23, feinere Marken 23,25—23,50,
Roggenmehl hieſ. Nr. 0 26.50—27, Nr. 1 24,50—25, Nr. 2
21,25—21,50.
Literariſches.
* Neu erſchienene Broſchüren. Wider die
Sprachverderbnis. Ein Beitrag zur Wahrung des
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des der deutſchen Sprache, mit einem Wortverzeichniſſe von
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Wirth=Deſſau. 4. Auflage (38.—50. Tauſend). Verlag der
Zeitſchrift „Gas” in Nürnberg. — Das Würzburger
Se=
meſter 1912/13. Ein Vademecum und Führer für
Stu=
denten zur fränkiſchen „Main= Wein= und Muſenſtadt”.
Zweite vermehrte Auflage mit Semeſter=Kalender (Winter
1912/13 und Sommer 1913) ſowie vielen Illuſtrationen
und einem Anhang (Die Würzburger Studenten=
Korpo=
rationen). Würzburg. Druck der Königl.
Univerſitäts=
druckerei H. Stürtz A. G. — Vorträge der Gehe=Stiftung
zu Dresden. Band IV. Heft 2. Oertmann, Dr. jur. et phil.
Paul, Profeſſor an der Univerſität Erlangen. Die
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bürgerliche Freiheit und das freie Ermeſſen der Behörden.
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Leipzig und Berlin. — Im Kampf um geſunde Nerven.
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Leipzig, Verlag von Otto Tobies. Preis 1 Mk.
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Rechtsverhältnis der Arbeitgeber und
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Handelsgewerbe nach Reichsrecht”. Zweite,
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6 Mk. Verlag von A. W. Hayns Erben. Berlin SWV. 68,
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be=
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Arbeit=
nehmern hat es Beifall gefunden, ſondern iſt auch von den
Vorſitzenden der Gewerbe= und Kaufmannsgerichte gern
benutzt worden. Alle Fragen von allgemeinem Intereſſe
auf dem zu behandelnden Rechtsgebiete ſind unparteiiſch,
überſichtlich und leicht verſtändlich zur Darſtellung gebracht.
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