Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
taren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Geſtern fand in Weilburg die Beiſetzung des
im Januar ds. Js. verſtorbenen Großlehrzogs
von Luxemburg ſtatt.
Das engliſche Unterhaus lehnte den Antrag
der Radikalen, den Koſtenanſchlag für die
Flotten=Neubauten herabzuſetzen, mit 281
gegen 31 Stimmen ab und bewilligte den
Koſten=
anſchlag.
Im Wapping=Stadtteil zu London fanden
wüſte Ausſchreitungen der ſtreikenden
Dockarbeiter ſtatt, wobei es zu förmlichen
Kämpfen mit der Polizei kam.
Das ſchwediſche Königspaar iſt am Mittwoch
abend von Standartreede wieder abgereiſt.
Das Befinden des Kaiſers von Japan wird nach
den letzten Meldungen als ſehr ernſt bezeichnet.
Die Bekämpfung revolutionärer Umtriebe.
* Im Dezember 1910, als aus Anlaß der Moabiter
Streikkrawalle geſetzgeberiſche Maßnahmen gegen
der=
artige Umtriebe im Reichstag und preußiſchen Landtag
gefordert wurden, lehnte der Reichskanzler ſolche
Maß=
nahmen mit dem Hinweiſe ab, daß bei der kommenden
Neugeſtaltung unſeres materiellen
Straf=
rechts eine Erweiterung der
Srafbeſtim=
mungen gegen die Aufwiegelung und die
Verherrli=
chung begangener Verbrechen in Ausſicht genommen ſei.
Das geltende Strafrecht erklärt nur die Aufforderung zu
beſtimmten Handlungen für ſtrafbar Der Vorentwurf
für ein neues Strafgeſetzbuch will jedoch dem
Auf=
fordern zur Begehung von Verbrechen
oder zur Auflehnung gegen Geſetze das Aufreizen
gleichſtellen. Dieſer Vorſchlag geht von der Erfahrung
aus, daß gerade die gefährlichſten Volksaufwiegler die
Form der Aufforderung vermeiden und dafür die jetzt
ſtrafloſe Anreizung wählen. Aus dieſem Grunde erſchien
es notwendig, einen wirkſameren Schutz zur Abwehr
gegen die Sicherheit des Staates zu ſchaffen. Dabei
ſollen nicht nur die Aufforderung zur Begehung von
Ver=
brechen oder Vergehen, ſondern auch die Anreizung zur
Auflehnung gegen Geſetze oder rechtsgültige
Verord=
nungen oder gegen die von der Obrigkeit innerhalb ihrer
Zuſtändigkeit getroffenen Anordnungen unter Strafe
ge=
ſtellt werden.
Die Strafrechtskommiſſion, die ſoeben den
Abſchnitt des Vorentwurfs über die Verbrechen und
Vergehen gegen die öffentliche Ordnung beendet hat,
hat an dem Vorentwurf uußer rein formalen
Aende=
rungen in ſachlicher Bezieyung noch eine Verſchärfung
vorgenommen, indem ſie das Merkmal der Gefährdung
der geſetzlichen Ordnung nur bei der Anreizung zum
Un=
gehorſam beſtehen ließ, während es für die
Aufforde=
rung zur Begehung von Verbrechen und zur Auflehnung
gegen Geſetze uſw. in Fortfall gekommen iſt. Der
Vor=
entwurf ſieht weiterhin eine Beſtimmung vor, nach der
die Verherrlichung begangener
Verbre=
chen ebenfalls unter Strafe geſtellt wird. Dieſer
Vor=
ſchlag geht von dem Gedanken aus, daß ſich heute
ſchon derjenige ſtrafbar macht, der zur Begehung eines
Verbrechens andere aufreizt, indem er die Tat als
er=
laubt darſtellt oder rühmt. Ein ſolcher Nachweis iſt
je=
doch ſelten zu führen, weil gerade die geſchulten
Agita=
toren an der Tatſache der Verherrlichung, von der ſie
die Wirkung von ſelbſt erhoffen, ſich genügen laſſen, ohne
ſonſtige Beweiſe für ihren Anreizungsvorſatz zu liefern.
Gegen dieſes Verfahren, die ſogenannte „agitatoriſche
Glorifikation”, richtet ſich nun die Strafvorſchrift des
Vorentwurfs. Auch dieſe Beſtimmung hat die
Straf=
rechtskommiſſion übernommen mit der alleinigen
Ein=
ſchränkung, daß die Verherrlichung von Verbrechen in
einer, den öffentlichen Frieden gefährdenden Weiſe
ge=
ſchehen müſſe. Bei der übereinſtimmenden Anſchauung
beider Kommiſſionen darf man annehmen, daß die in
Ausſicht genommene Verſchärfung des Strafgeſetzes gegen
revolutionäre Umtriebe im endgültigen Entwurf
Auf=
nahme finden wird.
Frankreichs Zukunft in der Luft.
C2 „Unſere Zukunft liegt in der Luft”, dies
Schlag=
wort, das in Frankreich von Mund zu Munde geht, iſt
bezeichnend für die Hoffnungen, die man dort auf die
„fünfte Waffe” ſetzt. Im Flugzeug glauben die
Fran=
zoſen das ſichere Mittel zum Siegen bei einem künftigen
Krieg gefunden zu haben. Welch gewaltige
Anſtren=
gungen ſie in dieſer Hinſicht gemacht haben und auf wie
bedeutende Erfolge ſie bereits zurückblicken können, ſtellt
ein Aufſatz über die Entwickelung der Militärluftfahrt
in Frankreich vom Januar 1911 bis Mai 1912 in den
vom Großen Generalſtab herausgegebenen
Vierteljahrsheften für Truppenführung und Heereskunde
(E. S. Mittler und Sohn) dar.
Zwar hält man in der franzöſiſchen
Heeresverwal=
tung unbeirrt an der Ueberzeugung feſt, daß das
Flug=
zeug ein Kriegsmittel von höchſter
Be=
deutung iſt, und die früher dem Luftſchiff ungüng
ſtigen Anſchauungen ſind doch ins Wanken geraten. Das
Luftſchiff eignet ſich vortrefflich zur ſtrategiſchen
Auf=
klärung; ſeine Ausſtattung mit funkentelegraphiſchen
Apparaten erlaubt ihm, in ſtändiger Verbindung mit
dem Armee=Oberkommando zu bleiben. Zwar ſollen
auch die franzöſiſchen Flugzeuge auf Grund einer neuen
Erfindung mit Apparaten für drahtloſe Telegraphie
ausgeſtattet werden, aber die Verſuche ſind noch nicht
ab=
geſchloſſen. Die große Schnelligkeit des Flugzeuges iſt
in manchen Fällen ein Nachteil gegenüber dem Luftſchiff,
deſſen Fahrt bei genauen Beobachtungen beliebig
ver=
langſamt oder ganz eingeſtellt werden kann. Beſonders
bei Nachtfahrten haben ſich Luftſchiffe ausgezeichnet
be=
währt. Bis Ende 1913 ſollen 20 große Luftſchiffe mit
einem Koſtenaufwand von 23 Millionen Franken
fertig=
geſtellt ſein; ebenſo ſollen die Luftſchiffhafen=Anlagen
verbeſſert und vermehrt werden. Für Flugzeuge ſind
1912 221‟ Millionen Franken bewilligt; für 1913 rechnet
man bereits mit einer Ausgabe von 25 Millionen.
Die Zahl der geprüften Flugführer betrug Anfang 1912
150, von denen die Mehrzahl aktive Offiziere ſind; die
Zahl der Flugzeuge betrug Anfang 1912 208. 22
Flie=
geroffiziere waren bis Mitte Mai tödlich verunglückt; ſie
werden als Helden gefeiert, die für das Vaterland
ge=
fallen ſind. Die Ausbildung der Flieger
voll=
zieht ſich in vier Perioden. Zunächſt erhalten ſie
theore=
tiſchen Unterricht und werden im Motorrad= und
Auto=
mobilfahren unterwieſen. Dann werden ſie im Fliegen
unterrichtet und bereiten ſich auf die Prüfungen zur
Er=
langung des einfachen Führerzeugniſſes vor. Eine dritte
Periode iſt der Vervollkommnung der Flieger, dem
Er=
lernen von Gleitflügen, der Ausführung von
Zwiſchen=
landungen, Flügen bei ungünſtiger Witterung und über
Gelände uſw gewidmet. In der vierten Periode erfolgt
die militäriſche Ausbildung, wobei auch das Abwerfen
von Geſchoſſen vom Flugzeug aus erlernt werden ſoll.
Die Einſitzer haben nur ſelten gute Meldungen
ge=
bracht; man hat ſie zwar noch nicht ganz abgeſchafft, aber
ſie werden nur zur Nachrichtenühermittelung und zur
Ausführung kurzer Erkundigungsflüge verwendet. Die
Zukunft gehört den mehrſitzigen Apparaten,
wobei als Beobachter erfahrene Offiziere, hauptſächlich
Generalſtabsoffiziere verwendet werden. Als wichtigſte
Maßregel, um die Induſtrie zum Bau kriegsbrauchbarer
Flugzeuge anzuſpornen. hat die Regierung den
Flug=
zeugwettbewerb in Reims im Herbſt 1911 veranſtaltet,
bei dem treffliche Erfolge erreicht wurden An der
Zer=
legbarkeit der Flugzeuge wurde feſtgehalten,
ob=
wohl die Konſtruktion dadurch ſchwächer ausfallen muß.
Die franzöſiſchen Fliegerabteilungen beſitzen auch
zahl=
reiche Hilfsfahrzenge die ſie von ſtändigen
An=
lagen unabhängig machen, ſodaß ſie der Truppe überall
hin folgen können. Große Aufmerkſamkeit wendet man
auch in letzter Zeit den Artiklerieflugzeugen
zu, da die Beobachtungsoffiziere der Luftflotte bei
Schießübungen der Feldartillerie ſehr gute Meldungen
geliefert haben. Auch von der Flugzeugphotographie
wird bereits Gebrauch gemacht. Eifrig arbeitet die
franzöſiſche Heeresverwaltung daran, das Flugzeug zu
einer wichtigen Angriffswaffe und zu einem gefährlichen
Zerſtörungswerkzeug zu geſtalten. Mit Geſchoſſen ſind
wohl aber bis jetzt nur Zufallstreffer gemacht worden,
ſodaß man für den Angriff beſondere Apparate für
not=
wendig hält. Zur Bekämpfung der feindlichen
Flug=
zeuge iſt dem Kriegsminiſter ein beſonderes Geſchütz
borgeführt worden.
In den Dienſt der Kolonien wurden die
Flug=
zeuge ſeit Ende 1910 geſtellt. Zunächſt wurde eine
Flugſchule in Biskra eingerichtet, dann ſind auch ſolche
für Blidah und Süd=Oran vorgeſehen. Bei den in
Marokko ſtehenden Truppen iſt ein Fliegerdienſt
einge=
richtet, deſſen Hauptſtützpunkt vorläufig Caſablanca iſt.
Was ſdas Marineflugweſen anbetrifft, ſo hat
der als ausgezeichneter Flieger bekannte Seeoffizier
Conneau Vorſchläge gemacht, die Küſtenflugzeuge und
Hochſeeflugzeuge vorſehen. Das Küſtenflugzeug
ſteigt vom feſten Lande auf, unternimmt
Aufklärungs=
fahrten über die Meeresfläche, bei guter Witterung bis
zu 100 Seemeilen, ſtellt Unterſeeminen uſw feſt.
Ver=
ſuche in dieſer Richtung ſind gemacht worden. Das
Hochſeeflugzeug ſoll auf einem ſchnellen Kreuzer
untergebracht werden, der dem Geſchwader vorauseilt.
Vom Schiffe aus ſteigt der Flieger in große Höhen
em=
por und ſichtet den Feind. Eine umfaſſende Organiſation
des Märineflugweſens tritt jetzt ins Leben, nachdem die
erſten Mittel in Höhe von eineinviertel Millionen
Fran=
ken bewilligt ſind.
Deutſches Reich.
— Beſuch des engliſchen Königspaares
in Berlin. Es darf nunmehr als feſtſtehend gelten,
daß das engliſche Königspaar im nächſten Frühjahre am
deuſſchen Kaiſerhofe ſeinen offiziellen Antrittsbeſuch
ab=
ſtatten wird. Nähere Vereinbarungen ſind indeſſen noch
nicht getroffen. Auch der engliſche Kronprinz dürfte im
nächſten Jahre als Gaſt des Kaiſerpaares in Berlin
ein=
treffen.
Das neue Theatergeſetz. Bei den
Vor=
arbeiten zum künftigen Theatergeſetz, das vorausſichtlich
im Herbſt in den Grundzügen fertiggeſtellt ſein wird und
einem Sachverſtändigen=Ausſchuß zur Prüfung
unter=
breitet werden ſoll, hat ſich herausgeſtellt, daß der
Rahmen des Geſetzes enger gefaßt werden muß, als
zuerſt beabſichtigt war, und nur ſolche Fragen geregelt
werden können, die in den Rahmen eines allgemeinen
Theatergeſetzes paſſen. So haben die Koſtümfragen,
Ferien= und Beſoldungsfragen ausgeſchaltet werden
müſſeni, weſil das Geſetz dieſe Gegenſtände einhritlich
ohne Eingriffe in privatrechtliche Verhältniſſe nicht
regeln kann. Auch die Regelung des
Kinematographen=
weſens konnte nicht, wie gewünſcht, durch dieſes
Theater=
geſetz erfolgen; hier muß durch eine Novelle zur
Ge=
werbeordnung Abhilfe geſchaffen werden, indem die
Kinos konzeſſionspflichtig gemacht werden.
Zurückweiſung einer Legende. Die in
Hamburg erſcheinende Monatsſchrift Die Zeitſchrift bringt
in ihrer letzten Nummer neben ſonſtigen Behauptungen
unzuläſſiger amtlicher Förderung der Hamburg=Amerika=
Linie und des Norddeutſchen Lloyd auch perſönliche
An=
griffe gegen den Direktor im Reichsamt des Innern Dr.
Lewald. Danach ſoll Dr. Lewald die ihm vertraulich
ge=
machten Mitteilungen von Schiffahrtsintereſſenten an ihre
Konkurrenten weitergegeben haben. Die Norddeutſche
All=
gemeine Zeitung verweiſt alle dieſe Angaben in das Reich
der Fabel und ſtellt feſt, daß ſie jeder Begründung
ent=
behren.
Ansland.
England.
Fortſetzung der Unterhausdpbatte
über den Flotten=Nachtragsetat. Die
Ab=
ſtimmung über den Flotten=Nachtragsetat gab Anlaß zu
einer allgemeinen Debatte über die Erklärung
Chur=
chills vom 22. Juli. Neue Tatſachen wurden nicht
vor=
gebracht, aber Churchill ſelber erläuterte verſchiedene
Punkte, gegen die die Kritik gerichtet worden war.
Der Unioniſt Prettyman erklärte, der Geiſt,
in dem viele Mitglieder den Etat betrachteten, ſei von
dem Wunſche eingegeben, dem Beiſpiel des deutſchen
Deichstages zu folgen und den Etat debattelos
anzu=
nen. Er für ſeine Perſon bezweifle, daß die im
Etat getroffene Vorſorge ausreichend ſei. Prettyman
fragte darauf: Betrachtet die Admiralität 33 gegen 25
für einen genügenden Sicherheitsüberſchuß? Churchill
erwiderte: Allerdings. Wir werden 1914 eine genügend
große Seemacht haben. Prettyman gab zur Antwort,
er betrachte den Sicherheitsüberſchuß als zu klein.
Chur=
chill fuhr dann fort: Deshalb ſpreche ich auch von
ei=
nem engliſchen Minimum und einem abſoluten
Maxi=
mum, der auf der Seite Deutſchlands verfügbar ſein
könnte. Wir ſind der Anſicht, daß dieſer
Sicherheitsüber=
ſchuß vollſtändig ausreichend iſt, wenn wir alle Momente
berückſichtigen Hinſichtlich des Baues der Dreadnoughts
erwartet die Regierung, daß ſie im letzten Viertel 1913
18 Dreadnoughts zur Verfügung haben wird, während
Deutſchland nur 13 haben würde; im letzten Viertel 1914
würde England 24, Deutſchland 16, im letzten Viertel
1915 England 27, Deutſchland 17 haben. Hinſichtlich der
Zurückziehung der Schlachtſchiffe aus dem Miktelmeer
erklärte Churchill, daß die Schiffe in die Heimat
zurück=
gekehrt ſeien, weil ſie dort, wo ſie waren, nicht von
Nutzen geweſen wären. Sie im Mittelmeer zu belaſſen,
wäre nicht einmal ein erfolgreiches Abſchreckungsmittel
geweſen. Ihre Beſatzung könne nunmehr ſtärkere Schiffe
vom Dyp des „ing Edwardt bemannen. Ehurchill
be=
gründete weiter die Behauptung, daß die Ueberführung
von 4 Dreadnoughts und Kreuzern in das
Mittellän=
diſche Meer eine Verminderung der heimiſchen Flotte
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Juli 1912.
Nummer 174.
um vier Schiffe in ſich ſchließe. Der Miniſter trat dann
den verſchiedenen Kritikern entgegen. Er bekämpfte
zu=
nächſt die Behauptung, daß England in naher Zukunft
nur einen Sicherheitsüberſchuß von vier Schiffen in der
Nordſee haben werde; in Wirklichkeit habe England 33
Schlachtſchiffe in voller Dienſtbereitſchaft zu einer Zeit,
wo Deutſchland deren 25 habe und England werde ein
fünftes Schlachtſchiffgeſchwader von 8 Schlachtſchiffen
haben, das vollſtändig mit aktiven Mannſchaften beſetzt
ſein werde, gegenüber 4 deutſchen Reſerveſchiffen.
Eng=
land werde alſo 41 Schlachtſchiffe haben, während
Deutſchland insgeſamt nur 29 zur Verfügung ſtänden.
Es ſei ganz richtig, daß 8 von 48 Schiffen im Mittelmeer
ſeien, aber dieſe würden ſich ſehr häufig in den
heimi=
ſchen Gewäſſern aufhalten und es werde ſo eingerichtet
werden, daß ſie dann in der Heimat ſein würden, wenn
ihre Gegenwart erforderlich erſcheinen könnte. In dem
Augenblick, wo andere Mächte in der Stärke im
Mittel=
meer eine neue große Entwickelung oder eine ſehr ſchnelle
Entfaltung zeigen würden, würde ſich die Notwendigkeit
für England ergeben, ſeine Streitmacht im Mittelmeer
möglicherweiſe durch Veränderungen in ihrer
Zuſam=
menſetzung und durch die Schaffung eines
Dread=
noughtgeſchwaders zu verſtärken. (Widerſpruch und
Beifall.) Das könne notwendig werden, aber dieſer Fall
ſei noch nicht eingetreten. Ein Mitglied der
unioniſti=
ſchen Partei fragte an, ob genügend Mannſchaften zur
Verfügung ſtehen. Churchill erwiderte, Mannſchaften
ſeien bis 1915 in ausreichender Anzahl verfügbar, bis
wohin es auch möglich ſein werde, wenn erforderlich,
die Zahl der Schlachtſchiffe bei voller Dienſtbereitſchaft
über 33 hinaus ſogar um drei oder vier zu vermehren.
Bis 1915 ſei die Lage durchaus zufriedenſtellend. Der
Hauptgrundfatz des deutſchen Flottengeſetzes ſei die
Schaffung eines dritten Schlachtſchiffgeſchwaders, das
gegen Ende 1914 in Dienſt geſtellt ſein werde. England
werde dann bereits das neue Geſchwader beſitzen, das
ſoweit es die Ueberdreadnoughts (Predreadnoughts)
anbetrifft, in der ganzen Welt unerreicht daſtehen wird.
Churchill ſchloß: Es iſt vollſtändig unſer eigener Fehler,
wenn wir nicht imſtande ſind, uns in Zukunft die
er=
forderlichen Sicherheitsüberſchüſſe zu verſchaffen. Wenn
unſere Forderungen vom Hauſe angenommen werden.
ſo werden wir für unſere Zwecke die ausreichenden
Sicherheitsüberſchüſſe für 1914 haben, 1915 werden wir
nicht ſchlechter geſtellt ſein als 1914. 1916 wird eine
leichte Aufwärtsbewegung zu unſeren Gunſten im
Ver=
hältnis der Schiffe ſtattfinden. Jetzt kann keine
Ent=
wickelung eintreten, die für 1915 oder 1916 in Betracht
kommt und es kann ihr wirkſam entgegengetreten
wer=
den, ſobald ſie bekannt wird.
Der Antrag der Radikalen, den Koſtenanſchlag für
Neubauten herabzuſetzen, wurde mit 281 gegen 31
Stim=
men abgelehnt. Der Koſtenanſchlag wurde bewilligt.
Der kommende Homerulekampf im
Oberhauſe. Die Regierung hat die Verteidigung
der Homerulevorlage für Irland im Oberhauſe Lord
Aſhby Ledgers anvertraut. Es wurde beſchloſſen, die
Seſſion in das nächſte Jahr hinaus zu verlängern und
die ganze Herbſttagung der Beratung von Homerule für
Irland zu widmen, ſodaß die Wahlreform und die
Trennung von Staat und Kirche in Wales erſt im
Früh=
jahr zur Verhandlung im Unterhauſe gelangen werden.
Rußland.
Der ſchwediſche Beſuch in Standart=
Reede. Die „Petersburger Telegraphenagentur”
ver=
öffentlicht folgendes Communiqué: „Der Beſuch des
Königs und der Königin von Schweden in Standart=
Reede trug gemäß dem Wunſche der beiden Monarchen
einen vollkommen privaten und familiären Charakter.
Gleichzeitig bot ſich den die Monarchen begleitenden
Mi=
niſtern des Aeußern Gelegenheit, perſönliche Beziehungen
anzubahnen und ihre Meinung über die Rußland und
Schweden berührenden allgemeinen Fragen
auszu=
tauſchen. Hierbei wurde feſtgeſtellt, daß beide
Regie=
rungen von aufrichtiger Friedensliebe beſeelt und feſt
entſchloſſen ſind, mit vereinten Kräften zur größtmöglichen
Feſtigung der freundſchaftlichen Beziehungen beider
Nachbarſtaaten beizutragen. Außerdem wurde von
bei=
den Seiten feſtgeſtellt, daß keinerlei Abſicht vorhanden
iſt, irgendwelche politiſche Kombinationen einzugehen,
die das zum guten Einvernehmen des ruſſiſchen und des
ſchwediſchen Volkes nötige gegenſeitige Vertrauen
ſchä=
digen könnten. Die ſoeben erfolgte Begegnung beider
Monarchen ſowie ihrer Miniſter, die ſich durch größte
Herzlichkeit kennzeichnete, und andere Anzeichen einer
ruſſiſch=ſchwediſchen Annäherung erſcheinen als neue
Be=
weiſe der zwiſchen den beiden Ländern ſich
entwickeln=
den Freundſchaft, die nicht anders als mit allgemeiner
„Sympathie begrüßt werden kann.”
Kanada.
Flottenpolitik. Der kanadiſche
Marine=
miniſter Hazen teilte einer Abordnung der
Im=
perial Maritime Ligue mit, daß zwiſchen den
kanadiſchen Miniſtern und der Admiralität unter
anderem die Frage der Umwandlung von
Han=
delsſchiffen in Kreuzer beraten worden ſei. Es handelt
ſich darum, die Schiffe in den Stand zu ſetzen, Geſchütze
und Munition zu führen. Geſchütze und Munition
müß=
ten in den Häfen beider Küſten des Atlantic, zwiſchen
denen die Schiffe verkehren, vorrätig ſein, ſodaß ſie ohne
Zeitverluſt in der Lage wären, einen Angriff
abzu=
wehren und die Handelsrouten offenzuhalten. Wenn
Kanada zu der britiſchen Flotte beitrage, ſo bedeute das
nicht eine Verringerung der Leiſtungen Englands,
ſon=
dern eine Ergänzung derſelben. Es handle ſich erſtens
darum, was im Falle einer Kriſis zu tun ſei, und
zweitens um die Grundlage einer dauernden
Flotten=
politik für Kanada. In dem zweiten Falle würde das
Verhältnis der autonomen Dominione zu dem britiſchen
Reiche zur Erörterung kommen müſſen.
China.
Die Nationalverſammlung hat wegen
Unſtimmigkeiten, die ſich in einer geheimen Sitzung
er=
geben hatten, die Abſtimmung über die neuen Miniſter
verſchoben. Es ſind elf Telegramme von bedeutenden
Armeekommandanten eingegangen, die in die
Verſamm=
lung dringen, die Liſte ſofort anzunehmen. Mehrere
die=
ſer Telegramme drohen mit draſtiſchen militäriſchen
Maßregeln, falls die Verſammlung ſich nicht fügen werde.
* Baleſtrand, 24. Juli. Der Kaiſer hörte
heute vormittag einen längeren Vortrag des Generals
von Moltke. Gegen Abend ſetzte General Dickhuth die
Vorträge über die Zeit nach der Schlacht bei Leipzig
fort. Das Wetter iſt ſehr warm, an Bord iſt alles wohl.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Juli.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften begaben ſich am Mittwoch abend 6 Uhr mit
Gefolge im Auto nach dem Eulerflugplatz in Frankfurt
und kehrten um 8½ Uhr wieder nach Jagdſchloß
Wolfs=
garten zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt wurde die Schulamtsaſpirantin Mathilde
Maurer aus Mainz zur Lehrerin an der Viktoriaſchule
zu Darmſtadt unter Belaſſung in der Kategorie der
Volksſchullehrerinnen.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert im
Beur=
laubtenſtande: zu Oberlts. die Lts. der Reſ. v.
Frey=
hold (Halberſtadt) des Leib=Drag.=Regts. (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, Langenbeck (Elberfeld) der Reſ. des
2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61, zu Lts. der
Reſerve: Vizefeldw. bezw. Vizewachtm.: Nicolaus
(Gießen) des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116, Peucer (Colmar) des Garde=Drag.=
Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. Befördert: Püſchler
(Mainz), Oberlt. der Landw.=Inf. 1. Aufgebots, zum
Hauptmann. Verſetzt: Kranich (Schwerin), Lt. der
Reſ. des 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61, zu
den Reſerve=Offizieren des Kraftfahr=Bats.
Abſchieds=
bewilligungen im Beurlaubtenſtande. Der Abſchied
be=
willigt: Wolf (Elberfeld), Hauptm. der Reſ. des
Leibg.=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
Metten=
heimer (Gießen), Hauptm. der Landw.=Inf. 1.
Auf=
gebots, mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw.=
Armee=Uniform, Cramer (I Darmſtadt), Oberlt. der
Reſ. des Eiſenbahn=Regts. Nr. 3.
s. Die Ferienſtrafkammer beſchäftigte ſich in der
geſtrigen bis zum Nachmittag dauernden Verhandlung
mit der Anklage gegen den 35 Jahre alten, unbeſtraften
Landwirt Philipp Maul V von Ernſthofen wegen
Vergehens nach § 146 des Genoſſenſchaftsgeſetzes. Er
war beſchuldigt, in ſeiner Eigenſchaft als früherer
Rech=
ner und Vorſtandsmitglied der Ernſthofener Spar= und
Darlehnskaſſe abſichtlich zum Nachteil dieſer
Genoſſen=
ſchaft mit unbeſchränkter Haftung gehandelt zu haben.
Die von Staatsanwalt Dr. Krug erhobene Anklage er=
ſtreckte ſich nach den Richtungen der Tätigkeit des M.,
weil dieſer als Vorſtandsmitglied ohne Genehmigung
des Aufſichtsrats eigenmächtig den ihm gewährten
Kaſſenkredit erhöht, ferner durch Verquickung eigener
Geſchäfte mit denjeniggn der Kaſſe dieſe unberechtigt
verpflichtet bezw. belaſtet und endlich fremde, zur
Ein=
legung bei der Kaſſe übergebene Gelder im Geſamtbetrag
von etwa 8000 Mark unterſchlagen habe. Dieſe
ver=
ſchiedenen Benachteiligungen ſtellen ſich ſtrafrechtlich als
fortgeſetzte Handlung des eingangs erwähnten Delikts
dar und fallen in die drei letzten Jahre. M. bekleidete
die Rechnerſtelle ſeit 1902 und führte ſie zuerſt
ordnungs=
mäßig, bis er ſich in auswärtige Baugeſchäfte und
Spe=
kulationen einließ. Da ſeine eigenen Mittel hierfür nicht
ausreichten und ſich ihm als Generalbevollmächtiger der
Kaſſe (ohne genügende Kontrolle ſeitens der übrigen
Vorſtandsmitglieder ſowie des Aufſichtsrats) leichte
Gelegenheit bot, ſo half er ſich auf jene Weiſe. Hierbei
wußte er die Bücher ſo zu führen und den Kaſſenbeſtand
jeweils damit in Einklang zu bringen, daß trotz
jähr=
licher Reviſionen die Entdeckung erſt Anfangs dieſes
Jahres erfolgte. Allerdings war anläßlich der
Reviſio=
nen wiederholt die Krediterweiterung (ohne
Genehmi=
gung) beanſtandet und ausdrücklich von dem
General=
anwalt als unzuläſſig bezeichnet worden, was den Ans
geklagten nicht beirrte. Er ſchützte in dieſer Beziehung
guten Glauben vor, indem er Wechſel als Deckung des
Mehrkredits gegeben habe, wie ja auch die
Landwirt=
ſchaftliche Genoſſenſchaftsbank über den einer Kaſſe
ge=
währten Kredit hinaus deren Wechſel annähme. Er
handelte jedoch ganz eigenmächtig, ohne daß Vorſtand
und Aufſichtsrat der Kaſſe Kenntnis hatten. Letztere weiſt
eine Unterbilanz von 123000 Mark auf, die wohl nicht
allein aufs Ms. Verſchulden zurückzuführen iſt.Es
ſind ſchon ſeit geraumer Zeit zwecks Abwendung des
Konkurſes der Kaſſe Sanierungsbemühungen im Lauf,
die hoffentlich gelingen. M. ſelbſt befindet ſich im
Kon=
kurs, nachdem er früher in günſtiger Vermögenslage
war. Seinerſeits und von verſchiedenen Verwandten
beſtrebte man ſich nach der Entdeckung, den der Kaſſe
erwachſenen Nachteil (durch Bürgſchaft, Zahlung uſw.)
möglichſt zu verringern. Ueber ſeine Verhältniſſe hinaus
ſoll M. nicht gelebt haben und ſcheint das Opfer
ver=
fehlter Spekulation geworden zu ſein. Das Gericht
er=
achtete, den Angeklagten im vollen Umfange für
über=
führt, zog ſtrafſchärfend den groben Vertrauensbruch,
ſtrafmildernd das Geſtändnis, teilweiſen Erſatz des
Scha=
dens, mangelnde Kontrolle uſw. in Betracht und ſprach
zwei Jahre Gefängnis, abzüglich acht Monate
Unterſuchungshaft, nebſt 100 Mark Geldſtrafe aus. M
erkannte die Strafe an.
* Die Eugen Bracht=Ausſtellung erfreut ſich hier
ganz beſonderer Sympathie, ſo daß bereits eine ganze
Reihe von Bildern verkauft wurden, die in hieſigen Pris
vatbeſitz übergehen werden. Auch in zahlreichen ausg
wärtigen Zeitungen finden wir Berichte über dieſe
präch=
tige Veranſtaltung, die den Meiſter mit höchſter
Aner=
kennung feiern. Leider finden wir wiederholt (z. B.
im Berliner Tageblatt und in einem hieſigen Blatte) die
falſche Angabe, die Darmſtädter Ausſtellung ſei eine
Wiederholung der Dresdener Bracht=Ausſtellung. In
Dresden wurde am 70. Geburtstag des Meiſters eine
Ausſtellung von Arbeiten ſeiner Schüler
eröff=
net, es befinden ſich dabei aber keine Bilder von
Eugen Bracht ſelbſt. In Dresden plant der
Sächſiſche Kunſtverein am Schluß der
Darm=
ſtädter Ausſtellung im November eine Bracht=
Aus=
ſtellung, ſodaß eine Wiederholung der hieſigen ſtattfindet.
— wenn die zahlreichen Beſitzer, Galerien und Private
ſich bereit finden werden, ihre Schätze ſo lange zu
ent=
behren und nochmals herzuleihen.
* Gehört die Handwerkskammer zu den
öffent=
lichen Behörden? Dieſe Frage hat der Miniſter für
Handel und Gewerbe in einem an die
Handwerks=
kammer zu Berlin ergangenen Erlaſſe bejaht. In dieſem,
für das Handwerk äußerſt wichtigen und weittragendem
Erlaſſe heißt es unter anderem: „Unter Zugrundelegung
der Auffaſſung des Reichsgerichts und des
Kammer=
gerichts, ſowie im Hinblick auf die Vorſchriften des
§ 103 Gew.=Ordg. in Verbindung mit Art. 1 Nr. 1
R.=Geſ. vom 30. Mai 1908 und der Begründung zu
dem Entwurf der Beſtimmungen über die
Handwerks=
kammern muß den Handwerkskammern die
Eigenſchaft als Behörden zugeſprochen
werden
* Odenwaldklub. Die Mitglieder und Freunde des
Odenwaldklubs werden darauf aufmerkſam gemacht, daß
das Lindenfelſer Burgfeſt auf den 28. und 29. Juli
ver=
legt worden iſt.
* Von den Handelskammern werden zurzeit
Ermit=
legungen darüber angeſtellt, in welchem Umfange für
einen Expreßgutverkehr zwiſchen beſtimmten Stationen,
zwiſchen denen er zurzeit nicht zugelaſſen iſt, ein Bedürf=
Aus dem Land des Aufruhrs.
** Wieder haben die Albaneſen zu den Waffen
gegriffen, um das Joch der ihnen verhaßten Türken
ab=
zuſchütteln. Von den Bergen lohen die Flammenzeichen
aus den Tälern tönt das Kriegsgeſchrei, und die
unge=
ſtümen Kräfte dieſes wilden Naturvolkes drängen zum
Ausbruch. Der Albaner, der ſich ſtets ſtolz Schipetar
oder Felſenbewohner nennt, iſt ein geborener Kämpfer;
kann er nicht als Soldat ſich mit dem Feinde meſſen, ſo
wird er zum Räuber, um ſein wageluſtig=abenteuerliches
Temperament auszutoben, um ſeine vielgerühmte
Tapferkeit zu bewähren. Wie das unwirtliche Bergland,
in dem er ſich ſo lange in zäher Abgeſchloſſenheit
ge=
halten, iſt er ſchroff, rauh, felſenhart im Ertragen von
Anſtrengungen, zerklüftet im jähen Emporwallen ſeiner
Leidenſchaften.
Ein eigentümliches Dunkel iſt über die Abſtammung
dieſes Bergvolkes gebreitet, bei dem noch Fauſtrecht und
Blutrache ungeſtört fortleben und das noch wie ein
letz=
ter Reſt urtümlichen Barbarentums in die moderne Zeit
hineinragt. Man hält die Albaner heute für einen
ver=
ſprengten Stamm jenes verwegenen Volkes, das im
Altertum den nördlichen Teil der Balkaninſel inne hatte
und dem die wilden Thraker, die blutdürſtigen Illyrier,
die welterobernden Makedonen entſtammten. Aber
während jene Volksſtämme im Laufe der Jahrhunderte
aufgerieben und namentlich durch die Einwanderung der
Slaven mit fremden Elementen vermiſcht wurden, hat
ſich die ungebrochene Urkraft der alten Illyro=Thraker
in völliger Reinheit in dem kriegeriſchen und
hochbegab=
ten Volk der Albaneſen erhalten, die die Türken mit der
Umformung eines byzantiniſchen Wortes Arnauten
nennen. Von den etwa 1¼ Millionen, die heute die zer=
Aöktetr Brglandſchaft bewehnen, Kt der größte Teil noch
reinraſſig geblieben, wenngleich ſich bereits eine gewiſſe
Miſchung mit Türken und Griechen bemerkbar macht.
Etwa die Hälfte von ihnen ſind Mohammedaner, die
noch faſt wilden Ghegen, während ihre ſüdlicheren
Stammesbrüder, die Tosken, zumeiſt der
griechiſch=
katholiſchen Kirche angehören und eine höhere „Kultur
aufweiſen. Die zur römiſch=katholiſchen Kirche gehörigen
Miriditen, ſüdöſtlich von Skutari, bilden eine
be=
ſondere Gruppe.
Wie Ziviliſation und Glauben, ſo iſt auch ihre
äußere Erſcheinung verſchieden. Im Norden überwiegt
der blonde Typus mit heller Hautfarbe und blauen
Augen; die Albaneſen des Südens ſind ſchwarzhaarig
und kleiner. Allen aber iſt ein ſtark entwickelter
Heimat=
ſtolz, todesmutige Tapferkeit und ein unbeugſames
Frei=
heitsgefühl eigen. Maleriſch ſchreiten ſie einher in ihrer
merkwürdigen Kleidung, mit der kurzen, dunkelroten
Jacke, deren Vorderteil jund Aermel ganz mit engen
ſchwarzen Borten beſetzt ſind und von der die großen
Meſſingknöpfe zu Dutzenden leuchten; die weiten
dunkel=
blauen Pumphoſen reichen bis zu den Knien; der runde
flache Fez, mit der langen blauen Seidentroddel nickt
auf dem Kopfe; die Beine ſtecken in weißen Strümpfen
und die Füße in ſehr ſchönen Schuhen. Der
Haupt=
ſchmuck beſteht in Stickereien. In Skutari kann man in
jeder Straße ein Dutzend plaudernde Männer fehen, die
mit gekreuzten Beinen in dem kleinen dunklen Laden
ſitzen und die ſchwarzen Borten mit reicher Stickarbeit
ſchmücken. Dieſe Stickereien ſind oft wahre
Wunder=
werke und von den Männern ebenſo begehrt, wie vom
ſchöneren Geſchlecht.
Die Frauen ſind, wenn ſie ganz jung ſind, von
hervorragender Schönheit, mit feinen, edlen
Geſichts=
zügen und blitzenden ſchwarzen Augen. Aber ſchon nach
dem 17. Jahre beginnen ſie zu welken und bekommen
Runzeln. Ihre Tracht beſtebt aus demſelben duntel=
roten Tuch, wie die Männerjacken, und iſt ebenſo reich
geſtickt. Auch ſie tragen Pumphoſen von dickem Stoff,
in denen ſie mühſelig einherwackeln, einen reichbeſtickten
angen Umhang, der von den Schultern zu den
Hüften=
geht, von der Naſe bis zu den Knien herab fällt der lange
weiße Schleier, den die Chriſtinnen wie die
Mohamme=
danerinnen tragen und den ſie nur in der Kirche
ab=
legen.
Das „Volk löſt ſich in zahlloſe Stämme auf, die
wie=
er geſchloſſene Gemeindebünde mit eigener
Selbſtver=
waltung bilden. An der Spitze des Stammes ſteht ein
Bajaktar oder Fahnenträger, deſſen Würde zumeiſt
erb=
ich iſt und der im Kriegsfall an die Spitze der
waffen=
fähigen Männer tritt. Verwaltung und Juſtiz liegen
in den Händen eines Rats der Aelteſten; nur bei wen
gen Stämmen herrſcht eine monarchiſche Verfaſſung,
deren Spitze der in Oreſch reſidierende Fürſt, Prink
ge=
nannt, ſteht. Schallt die Stimme des Aufruhrs durch
die Berge, dann verſammeln ſich die Männer der
Ge=
meinde in ihrem unzugänglichen Lager bis an die Zähne
bewaffnet mit ihren trefflichen Gewehren, mit großen
altertümlichen Piſtolen und den krummen Meſſern mit
ſchön verziertem Griff. Ein Reiſender erzählt, wie er
uf ſolch ein Lager ſtieß und von dem Häuptling
mit der traditionellen Gaſtfreundlichkeit, die unter ihnen
herrſcht, aufgenommen wurde. Einen romantiſch=
phan=
taſtiſchen Eindruck nahm er mit fort von dieſen ſeltſam
usſtaffierten Männern mit den glattgeſchorenen Köpfen
— nur am Hinterſchädel wird ein langes Haarbüſchel
gelaſſen — und den trotzigen, verwegenen Zügen. Was
ſie ihm erzählten, war das gleiche, was heute wieder
n den Lagerfeuern der Arnauten ertönt: Haß gegen die
ürken, der Wimſch nach Befreiung und der Schrei nach
Abenteuern Kämpfen, der ihnen ſo tief im
Blute legr.
nis beſteht. Es würde deshalb im Intereſſe der
Han=
delswelt liegen, etwaige Wünſche der zuſtändigen
Han=
delskammer baldigſt zu übermitteln.
* Deutſchvölkiſcher Tuxnverein „Jahn” (Deutſcher
Turnerbund). Man ſchreibt uns: Wir machen auf
un=
ſere am nächſten Sonntag ſtattfindende
Sippenſwan=
derung aufmerkſam, die, begünſtigt durch die herrlichen
Waldwege unſerer ſchönen Bergſtraße, ſehr lohnend zu
werden verſpricht. Es iſt hier auch jedem Wanderluſtigen
Gelegenheit geboten, ſich zu beteiligen. Gleichzeitig ſei
an dieſer Stelle ſchon darauf hingewieſen, daß
künftig=
chin auch unter beſter Leitung und Führung
Jugendwan=
derungen ſtattfinden, was wir beſonders Eltern zur
Kenntnis bringen möchten, die ihre Söhne in guter Hut
wiſſen wollen.
* Oeſterreichiſche und Deutſche Militär=Muſik.
Man ſchreibt uns: Während des Frankfurter
Bundes=
ſſchießens war es die Kapelle des Hoch’ und
Deutſch=
meiſter=Regiments aus Wien, die allſeitiges Intereſſe
erweckte und nach den offiziellen Ankündigungen ſollte
ie gewiß einen Anziehungspunkt bilden, denn ohne
Zweifel iſt ſie eine vorzüglich geſchulte Korporation.
Selbſtverſtändlich und naheliegend iſt, daß eine aus=
Ländiſche Militärkapelle zum Vergleiche mit den
ein=
heimiſchen herausfordert. Der friedliche Wettſtreit der
ſſich am vergangenen Freitag abend auf dem Feſtplatze
Zwiſchen den „Deutſchmeiſtern” und der Kapelle unſeres
„Leibgarde=Regiments” abſpielte, konnte dem objektiven
Zuhörer nicht entgehen. Kopf an Kopf dicht gedrängt
umſtand die Volksmenge den Muſikpavillon auf dem
Die „Deutſchmeiſter” plaziert waren, den Kapellmeiſter
Dei ſeinem Erſcheinen mit warmen Beifall begrüßend.
Wänzlich unbeachtet blieb die inzwiſchen auf dem
anderen Podium platznehmende Kapelle des Leibgarde=
Regimenks. Die Programme beider Kapellen brachten
rneiſt klaſſiſche und beſſere Werke. Es war für
uns Reichsdeutſche nun doch ein herzerquickendes Gefühl
zu beobachten, wie ſich der Erfolg des Abends mehr
und mehr zugunſten der Darmſtädter Leibgarde
ent=
chied. Der toſende Beifall welchen ſie entgegennehmen
Durfte, war ein ehrlich verdienter und iſt der Kapelle
und ihrem Leiter nur von Herzen zu gratulieren,
alſo, es gibt auch hervorragende „Deutſche Militär=
Fapellen” in dieſem Falle eine heſſiſche — eine
Darm=
ſtädter!
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 20. Juli l. J.
männ=
lich 9871, weiblich 6535, zuſ. 16 406, in Prozenten 60,00,
140,00. Der Krankenſtand betrug am 20. Juli l. J.
männlich 391, weiblich 292, in Prozenten 3,96, 4,46
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 15. Juli bis 20. Juli l. J. 5202,95 Mk. (1911: 5233,04
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
20. Juli l. J. 24. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 17. Juli his 20. Juli l. J. 4.
* Der Zirkus Sarraſani, Europas größte, ſchönſte
und bedeutendſte Wanderſchau, wird binnen kurzem ein
Gaſtſpiel in Darmſtadt abſolvieren. Es iſt zum erſten
Male, daß dieſes Rieſenunternehmen in Darmſtadt Einzug
hält, und damit ſteht uns unzweifelhaft ein Ereignis von
tanz beſonderer Bedeutung bevor. Sarraſani iſt nicht
rur auf dem Gebiete der Pferdedreſſur das bedeutendſte
und ruhmvollſte Zirkusunternehmen zur Zeit in Europa;
ein Marſtall von 200 edlen Roſſen allein ſchon gibt die
Gewähr für die Darbietung von etwas ganz
Außerordent=
lchem. Sarraſani führt mit ſich eine Sammlung von
dreſſierten exotiſchen Tieren, die ihresgleichen auf der
gan=
zen Welt ſucht. Ganze Herden von Elefanten, Kamelen,
Löwen, ſibiriſchen Tigern, Seelöwen, indiſchen Büffeln,
Kenntieren, koſtbare ägyptiſche Nilpferde, Känguruhs,
gebras und Zebroide, Tapire Affen und reizvolle
Hunde=
reuten werden in ſeinen Stallungen beherbergt.
Sar=
raſani ſchart um ſich die Elite der europäiſchen
Artiſten=
ſchaft, aber außerdem treten ganze Trupps von Japanern
und Chineſen, von Tripolitanern und Türken, von
In=
danern und Cowboys in die Manege. Einen außer=
Tordentlichen Reichtum an eircenſiſchen Künſten und
Schau=
ſpielen vermag ſo mit Hilfe eines menſchlichen und tieri=
Aſchen Materials von rieſigem Umfange der Zirkus Sar=
Araſani zu bieten. Aber auch in techniſcher Beziehung hat
Adeſes Unternehmen alles andere überflügelt. Sarraſani
Abaut nicht weniger als 25 Zeltanlagen auf, darunter das
größte Zirkuszelt, das in Europa je konſtruiert wurde,
ferner eine Maſchinenhalle, die zehn Maſchinen aufnimmt.
Das Sarraſani=Gaſtſpiel wird bereits in den erſten Tagen
des Auguſt ſeinen Anfang nehmen. Das Unternehmen
Awird in zwei rieſigen Extrazügen von Nürnberg her in
Darmſtadt eintreffen und auf dem Exerzierplatze
arn Bahnhof Aufſtellung finden.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute Freitag, den
126. Juli, findet das am vorigen Freitag verregnete
Konzert „Albert Lortzing=, W. A. Mozart= und Darm=
ſtädter Komponiſten=Abend” der vollzähligen Kapelle
des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 ſtatt. Beſonderes
Intereſſe dürfte die letzte Abteilung des Programms
erwecken. (Siehe auch Anzeige.)
*Unfall. Geſtern morgen wurde der zur
Beob=
achtung des Straßenverkehrs in der Rheinſtraße poſtierte
Schutzmann in der Nähe des Stadthauſes, als er
der vom Monument her kommenden Dampfſtraßenbahn
ausweichen wollte, von einem in entgegengeſetzter
Richtung kommenden Wagen der Elektriſchen ecfaßt und
umgeſtoßen. Er trug glücklicherweiſe nur leichte
Ver=
letzungen davon.
§ Selbſtmord. Ein 26 Jahre alter Hausburſche
von hier hat ſich Mittwoch abend kurz nach 7 Uhr in
einem Hauſe in der Neuen Ireneſtraße erſchoſſen.
* Griesheim, 25. Juli. Ein hieſiger Gärtnergehilfe
fiel ſo unglücklich in ein Miſtbeetfenſter, daß er ſich
die Schlagader der linken Hand durchſchnitt und
nach Anlegen eines Notverbandes in das Krankenhaus
nach Darmſtadt verbracht werden mußte.
Auerbach, 25. Juli. Heute morgen kurz nach ¼4 Uhr
brannte in der an der Darmſtädterſtraße gelegenen
Hechlerſchen Kunſt= und Handelsgärtnerei ein
Material=
ſchuppen nieder. Die Feuerwehr war alsbald zur
Stelle, konnte aber nichts mehr retten. Bahnbedienſtete
hatten den Ausbruch des Feuers bemerkt und Lärm
ge=
ſchlagen. Der Schaden beläuft ſich auf ein paar hundert
Mark.
* Groß=Zimmern, 25. Juli. Man ſchreibt uns: Der
Ring= und Stemmklub Vorwärts hier, welcher
ſchon öfters auf Wettſtreiten wertvolle Preiſe errang,
be=
teiligte ſich an einem Wettſtreite in Soſſenheim, wobei der
Verein ſehr gut abſchnitt. Die 18 Teilnehmer des
Ver=
eins errangen zuſammen 29 Preiſe, darunter 4 ſilberne
Medaillen. Außerdem erhielt der Verein einen 2.
Ehren=
preis für geſamte Leiſtung im Gewichtheben mit 5227
Pfund.
Offenbach, 25. Juli. Der 20 Jahre alte Portefeuiller
Georg Englert von hier nahm im Januar eine
Stel=
lung in Petersburg an. Vor einigen Tagen erhielten die
Eltern des jungen Mannes die telegraphiſche Nachricht,
daß ihr Sohn in der Oſtſee ertrunken ſei. Der junge
Mann war Mitglied des Deutſchen Sportklubs und hatte
wahrſcheinlich mit Klubkollegen einen Ausflug gemacht,
bei dem ſich das Unglück ereignete. Die Leiche des
Ver=
unglückten konnte noch nicht geländet werden. Nähere
Einzelheiten waren noch nicht zu ermitteln.
Mainz, 25. Juli. Zur Errichtung von
Erweiter=
ungs=Feſtungsbauten in der Gemarkung
Wackern=
heim ſchweben ſchon ſeit langer Zeit mit etwa 60
Grund=
eigentümern dieſer Gemeinde Verhandlungen wegen des
erforderlichen Grunderwerbes. Da dieſe wegen zu hoher
Forderungen nicht zum Abſchluſſe kommen konnten, hat
vor einigen Tagen das Gouvernement auf Grund des
Ge=
ſetzes vom Juni 1884 bei der Verwaltungsbehörde den
Antrag auf Enteignung geſtellt. Es handelt ſich im ganzen
um 67 Grundſtücke, von welchen das Gouvernement nur
einzelne Teile, im ganzen etwa 6500 Quadratmeter, für
die Feſtungsbauten benötigt.
* Worms, 25. Juli. Obſt=Großmärkte in
Worms a. Rh. für Kern= und Steinobſt werden im Auguſt
wöchentlich dreimal ſtattſinden. Zur Abhaltung der
Märkte ſteht am Rheinhafen ein geeigneter Platz mit
Eiſenbahngleisanſchluß zur Verfügung; große Lager=
und Kellerräume ſind vorhanden, weitere, dem Handel
entſprechende Einrichtungen werden noch geſchaffen.
Gün=
ſtige Eiſenbahnverbindungen, ſowie eine regelmäßige
Schiffsverbindung auf dem Rhein laſſen den Platz als
äußerſt günſtig erſcheinen. Auch umfaßt die von den
Ver=
waltungsbehörden der bayeriſchen Bezirke Frankenthal
und Kirchheimbolanden, ſowie der heſſiſchen Kreiſe Alzey,
Bensheim, Heppenheim, Oppenheim und Worms
aus=
gehende Organiſation ein außerordentlich großes
Pro=
duktionsgebiet. Es ſteht daher eine reiche Beſchickung der
Obſtaroßmärkte zu erwarten.
Bingen, 23. Juli. Eine eigenartige
Begräb=
nisſtätte hatte ſich ein Ur=Binger gewählt, der unter
römiſcher Herrſchaft an der Mündung der Nahe in den
Rhein ſeinen Wein baute. Er verfügte, daß ſeine
Aſchen=
reſte in einem großen tönernen Weinkrug beizuſetzen
ſeien, und ſeine Angehörigen kamen dieſem Wunſche
nach. Sie ſchlugen den engen Hals des weitbauchigen
Gefäßes ab. bargen im Innern die ſterblichen
Ueber=
reſte und ſetzten das Halsſtück des Kruges fein ſäuberlich
wieder auf; dann wurde der Winzer — es mag auch ein
luſtiger Weinwirt oder ein Weinfreund geweſen ſein —
feierlich beigeſetzt. Seine Ruhe wurde erſt vor einigen
Tagen geſtört, als man bei Anlegung der Zeppelinſtraße
auf den Krua ſtieß. Sachverſtändige ſtellten, laut
Rhein= und Nahe=Zeitung, aus dem Inhalt den Tat
beſtand feſt und der eigenartige Sarg wurde in das
Altertumsmuſeum übergeführt.
* Friedberg, 25. Juli. Die
Vorſtandsmitglie=
der des Landesverbandes der
Hausbeſitzer=
vereine in Heſſen haben hier eine gemeinſchaftliche
Sitz ung. Unter anderem ſteht die Frage der
Gründung einer Heſſiſchen Hausbeſitzer=Zeitung, die
viel=
leicht auch in Verbindung mit der Frankfurter
Haus=
beſitzer=Zeitung erſcheinen wird, worüber Herr Direktor
Volk=Mainz bereits Unterhandlungen mit dem
Heraus=
geber gepflogen hat, auf der Tagesordnung. Auch der
Wiesbadener Verein gibt ſeit längerer Zeit eine gut
reüſ=
ſierende Bürgerzeitung heraus, und hatte Herr Volk mit
dem Leiter des dortigen Vereins, Herrn Direktor
Cra=
rzer, vorgeſtern eine längere Unterhandlung in
Wies=
baden über Druck, Herſtellungskoſten, Abonnements,
Be=
ſchaffung des Leſeſtoffes, Redigierung und
Inſeraten=
weſen als Vorarbeiten zu der bevorſtehenden Beratung
in Friedberg, bei welcher dann Herr Direktor Volk das
Referat hierüber in letzter Verſammlung in Darmſtadt
übertragen wurde.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Juli. Der
Polizeiprä=
ſident erteilte die Genehmigung zur Errichtung eines
ſtädtiſchen Krematoriums. — Zur Begrüßung
der hier eingetroffenen engliſchen Teillnehmer
an dem bis Sonntag dauernden Kongreß des „Royal=
Inſtituts of Publie Health” fanden ſich heute abend im
Landesausſtellungspark etwa zweihundert Gäſte ein. Von
deutſcher Seite waren Generalſtabsarzt der Armee,
Pro=
feſſor Schierning, Obergeneralarzt Steckow, Geheimer
Me=
dizinalrat Waldeyer, Geheimer Regierungsrat und
Di=
rektor des Kaiſerlichen Geſundheitsamtes, Wutsdorff,
Ober=
ſtabsarzt Niehüz und Profeſſor Pannwitz erſchienen. —
Die Genoſſenſchaft Deutſcher
Kinophon=
ſpieler iſt heute nacht endgültig begründet worden.
Dieſes Reſultat wurde nach langen Debatten erzielt. Die
Vertreter einiger Filmfirmen erklärten, die Fabrikanten
hätten ohnehin die Abſicht gehabt, eine Regelung der
Ge=
haltsverhältniſſe und der Arbeitszeit herbeizuführen und
zu dieſem Zweck für die nächſten Tage ſchon eine
Verſamm=
lung in Ausſicht genommen. Der Vorſtand wurde
beauf=
tragt, die geeigneten Schritte zu einer
Verſtändigungs=
aktion mit den Filmfabrikanten zu unternehmen. In die
Genoſſenſchaft zeichneten ſich bereits 103 Mitglieder ein.
Hanau, 25. Juli. Die Nachricht, daß der Zigeuner
Wilhelm Ebender in Genf feſtgenommen worden
ſei, beſtätigt ſich nicht. Bei dem Fuldaer
Unterſuchungs=
richter ſind zwar einige Photographien eingefangener
ver=
dächtiger Zigeuner eingegangen, der geſuchte Mörder des
Förſters Romanus befindet ſich aber nicht unter ihnen.
Königſtein (Taunus), 24. Juli. Der Großherzog
und die Großherzogin von Baden ſind heute
nachmittag kurz nach 1 Uhr zum Beſuch bei der
Großher=
zogin=Mutter von Luxemburg auf Schloß Königſtein
ein=
getroffen.
Leipzig, 24. Juli. Der Ferienſtrafſenat des
Reichs=
gerichts verwarf die Reviſion der Brüder Alex und
Anton Stadtkowitz, die wegen Ermordung des
Polizeiſergeanten Hellermann=Herzebrock vom
Schwur=
gericht in Bielefeld am 23. April zum Tode verurteilt
worden waren.
Leipzig, 25. Juli. Koſtewitſch hat täglich
län=
gere Vernehmungen zu beſtehen. Heute wird ſein
Kom=
plize Nikolski von Düſſeldorf nach Leipzig übergeführt.
Daß der Prozeß Koſtewitſch erſt im Herbſt zur
Verhand=
lung kommt, wird von verſchiedenen Seiten beſtätigt.
Ob der große Spionageprozeß, deſſen Vorgeſchichte in
Straßburg ſpielt und zu dem bereits über 80 Zeugen
geladen ſind, das Reichsgericht vor dem Koſtewitſch=
Prozeß oder erſt nach letzterem beſchäftigen wird,
dar=
über gehen die Meldungen auseinander.
Banſin a. d. Oſtſee, 25. Juli. Hier ereignete ſich geſtern
abend ein bedauerlicher Unglücksfall, dem eine
Ber=
liner Dame, Frau Gertrud Levy aus Berlin, zum Opfer
fiel. Dieſe hatte im Hotel Meeresſtrand mit einem
bekann=
ten Herrn getanzt und dabei bemerkt, daß dieſer einen
Revolver in der Taſche hatte. Frau Levy wollte ſich
die Waffe anſehen, wobei ſie ſich entlud. Tödlich getroffen
ſank die Frau zu Boden. Im Laufe des Vormittags nahm
eine Gerichtskommiſſion den Tatbeſtand auf.
Prag, 24. Juli. In Jinonitz bei Prag iſt in einer
Sandgrube durch unvorſichtiges Abgraben eine
Steinwand eingeſtürzt. Vier Perſonen und ein
Pferde=
geſpann wurden verſchüttet. Drei Perſonen ſind
getötet, eine iſt ſchwer verletzt worden. Die Pferde ſind
gleichfalls tot.
Rom, 24. Juli. Geſtern, kurz vor Mitternacht,
ereig=
nete ſich hier ein Straßenbahnunfall wobei 19
Menſchen leicht und einer ſchwer verletzt wurde. Der
Vom Großherzoglichen Hoftheater.
— Die Großherzogliche Generaldirektion hat für die
kommende Spielzeit 1912/13 eine größere Anzahl von
Novitäten auf dem Gebiete des Schauſpiels
und der Oper erworben, von denen im Folgenden die
wichtigſten genannt ſeien. Das Schauſpiel bringt das alte
Spiel von „Jedermann” in der Bearbeitung von
Hof=
mannsthal, den „Schlachtenlenker” und die „Helden” von
(Shaw (an einem Abend), ferner „Hans Sonnenſtößers
Höllenfahrt” von Paul Apel, Moliéres George Dandin”
in der Bearbeitung von Vollmöller, Gabriel Schillings
Flucht” von Gerhart Hauptmann, „Eine glückliche Ehe‟
von Peter Nanſen und Molnars Gardeoffizier” (
Leib=
gardiſt). Von leichteren Luſtſpielen ſei die Erwerbung der
„Fünf Frankfurter” und der franzöſiſchen Komödie, „Mein
Freund Teddy” erwähnt.
Beſonderes Intereſſe dürfte den
Uraufführ=
ungen entgegengebracht werden; es ſindſdies: das
Schau=
ſpiel „Meiſter Gottfried” von Levetzotp, die Komödie
„Alleſſandro und der Abt” von Egon Dfeſtl und die
Ko=
lmödie Sommer” von Th. Rittner (letztete gleichzeitig mit
dem Wiener Burgtheater). Von den klaſſiſchen
Neuein=
ſtudierungen werden mehrere auf ſder neuen
Stil=
bühne vor ſich gehen Das Prinzip, durch die einfachen
großen Linien des Hintergrunds (Hotizont, Vorhänge)
ſund durch ſparſame Verwendung plaſtiſcher
Deko=
trationen dem Wort wieder mehr zuſeinem Recht zu
verhelfen, vereint ſich hier mit dem Beſtreben nach ſtarken
maleriſchen Wirkungen.
Auch die Shakeſpeare=Bühne ſoll wiederholt
zur Anwendung kommen. Zur Aufführung ſollen
ge=
llanigen, teilweiſe in neuer Inſzenierung, Shakeſpeares
„Hamlet” und „Lear” und zum erſten Male Shakeſpeares
Liebes Leid und Luſt‟. Es ſind weiter vorgeſehen, „
Oedi=
bus” in der Bearbeitung von Wilamowitz=Moellendorf,
Kleiſts „Pentheſilea” und das „Guiscard=Fragment”
ge=
neinſam mit dem „Zerbrochenen Krug”, Goethes „
Tor=
quato Teſſe” Grillparzers „Sappho” und „Der Traum
ein Leben” Schillers „Kabale und Liebe” und „Wilhelm
Tell”. Im März 1913 wird zur Feier von Hebbels 100.
Geburtstag eine zykliſche Aufführung ſeiner Werke
ver=
anſtaltet. Durch Aufnahme der „Nora” „Wildente” und
des „Brand” (letzteres Stück für Darmſtadt Novität), wird
Ibſen, durch einen Einakter=Abend Schnitzler vorläufig
im Repertoire vertreten ſein. Mehrere der klaſſiſchen
Neu=
einſtudierungen ſollen auch durch
Nachmittagsvor=
ſtellungen zu kleinen Preiſen weiteſten Kreiſen
zu=
gänglich gemacht werden.
Die Opernſaiſon wird durch Glucks Iphigenia
in Aulis” eröffnet. Als eine der nächſten Novitäten ſollen
Webers „Die drei Pintos” folgen, ein mit Unrecht weniger
bekanntes Werk des Meiſters, ferner Adams Spieloper
„Wenn ich König wäre” „Onkel Dazumal” ein
muſika=
liſcher Einakter von Dalcroze, „Der Schleier der Pierrette‟
eine Panomime von Dohnany=Schnitzler. Ferner ſind in
Ausſicht genommen „Pelleas und Meliſſande” von
De=
buſſy, und „Manon” von Maſſenet ſowie „Ariadne auf
Naxos” von Richard Strauß. Auch Mahlers 8.
Sym=
phonie ſoll zur Aufführung gelangen. Neu einſtudiert
werden Wagners „Triſtan” und „Meiſterſinger” Mozarts
Entführung” „Carmen” von Bizet, „Hoffmanns
Er=
zählungen” von Offenbach ꝛc.
Die Operette wird als erſte Novität den „Lieben
Auguſtin” von Fall bringen. Hierauf ſoll Lehärs „Eva”
in Szene gehen. Offenbach und Johann Strauß werden
gleichfalls durch mehrere Werke im Reportoire vertreten
ſein. Auch die Erwerbung zweier Ballett=Novitäten iſt im
Gange.
Die Saiſon wird am Sonntag, den 8. September
mit der vorerwähnten Gluckſchen „Iphigenia” eröffnet,
die zuletzt am 28. November 1880 im Spielplan der
Hof=
bühne erſchien. Am 10. und 11. September folgen Hebbels
„Nibelungen” deren dritter Teil (Kriemhilds Rache) in
Darmſtadt diesmal zur Erſtaufführung gelangt.
Erwähnt ſei noch, daß durch die Aufſtellung einer
zweiten, ſogenannten Probebühne, die Arbeitsmöglichkeit
des Theaters weſentlich erhöht wurde.
Feuilleton.
C.K. Rieſenſchwindel durch die Poſt. Der
amerika=
niſche Generalpoſtmeiſter Hitſchock hat ſoeben einen
amt=
lichen Bericht über die Tätigkeit der Poſt in den
Ver=
einigten Staaten während des letzten Geſchäftsjahres,
das am 30. Juni abſchloß, herausgegeben. Aus den
mit=
geteilten Zahlen ergibt ſich, daß die amerikaniſchen
Schdler, die ſich zur Durchführung ihrer Pläne der
Poſt bedienen, im vergangenen Jahre eine beſonders
reiche Ernte machten, denn die gutgläubigen Opfer
die=
ſer Schwindler ſind insgeſamt um nicht weniger als
480 Millionen Mark geſchädigt worden, um rund
200 Millionen mehr als im Vorjahre. 480 Millionen
in einem Jahr! Dieſe gewaltige Ziffer erklärt ſich nur
durch den ſchrankenloſen geſchäftlichen Optimismus des
Durchſchnittsamerikaners, der ſtets von der Möglichkeit
eines märchenhaft ſchnellen Gelderwerbes träumt und
daher von vornherein geneigt iſt, auf alle
Anerbietun=
gen hereinzufallen, die ihm eine „ſichere Verzinſung von
100 Prozent” und dergleichen mehr verheißt. Die
Schwindler arbeiten in erſter Linie mit fingierten
Minengeſellſchaften, verkaufen unzählige völlig wertloſe
Aktien; dann aber verdienen ſie auch reichlich an jenen
Gelegenheitsjägern, die bereitwillig auf jede Annonce
ſchreiben und ſich ſehr tüchtig vorkommen, wenn ſie
ſchleunigſt die im Inſeratenteil angezeigte, nie
wieder=
kehrende Gelegenheit zur Einſendung von fünf Dollar
benutzen, wofür ihnen dann eine „echte, maſſiv goldene
Uhr” oder „haſelnußgroße Solitärdiamanten” verheißen
werden. In 1063 Fällen konnten mit Hilfe der
Poſt=
inſpektoren die Urheber ſolcher Schwindeleien verhaftet
und beſtraft werden. Die erwähnten 430 Millionen ſind
ausſchließlich von gutgläubigen Amerikanern aufgebracht
worden: wie viel die oft ausgezeichnet organiſierten
Schwindelunternehmungen an naiven Europäern
verdient haben, iſt nicht feſtzuſtellen; man weiß zwar
genau, daß der Handel mit Aktien nichtbeſtehender
Minengeſellſchaften auch in Europa, insbeſondere in
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Juli 1912.
Nummer 174.
Straßenbahnwagen hatte kurz nach halb 12 Uhr nachts
die Piazza Vittorio mit dem Ziel Chieſa Nuova
verlaſ=
ſen und war von etwa 20 Perſonen beſetzt. Bis Torre
del Cerroni war alles in Ordnung; als aber der Wagen
in die ſtark abſchüſſige Via Cavour einbog, ſprang die
Rolle vom Leitungsdraht, und der ſtromloſe Wagen
be=
gann mit immer zunehmender Geſchwindigkeit
talab=
wärts zu ſauſen, ohne daß alles Bremſen etwas
nützte. Die Paſſagiere, die zuerſt vor Schreck gelähmt
waren, ſtießen verzweifelte Hilferufe aus. Im letzten
Augenblick noch verſuchte der Schaffner die Rolle wieder
auf den Leitungsdraht zu bringen, doch war bei der
raſenden Fahrt alles umſonſt. Zum größten Glück war
wegen der ſpäten Stunde die ganze Strecke von
Paſſan=
ten frei, ſonſt wäre das Unheil noch viel größer
gewor=
den. Der Wagen rannte bis zur Piazza delle Carette,
wo eine ſcharfe Kurve nach der Via Salara Vecchia
führt. Hier ſprang das Fahrzeug aus dem Gleiſe,
rollte noch ungefähr 30 Meter weit auf dem Pflaſter und
ſtieß dann krachend gegen das ſtarke Geländer des
Fo=
rum Romanum, durchbrach es und fiel aus der Höhe
von ungefähr 4 Meter auf das Forum, wo es ſtark
be=
ſſchädigt liegen blieb. Die Paſſanten, die gerade
vorbei=
kamen, eilten zur Hilfe herbei, andere feuerten, um
Auf=
merkſamkeit zu erregen. Revolverſchüſſe ab. Der Wagen
befand ſich in faſt ſenkrechter Lage, da er ſich mit der
vor=
deren Plattform in den Boden feſtgerammt hatte,
wäh=
rend der rückwärtige Teil noch das Straßenniveau
be=
rührte. Die Paſſagiere lagen, ohne ſich bewegen zu
können, aufeinander. Als endlich Schutzleute und
Feuer=
wehr zur Hilfe eilten, erwies es ſich, daß 19
Wagen=
inſaſſen leichtere Verletzungen, der Schaffner Belardinelle
dagegen ſolche ziemlich ſchwerer Natur erlitten hatte. Alle
wurden nach der Unfallſtation gebracht und verbunden.
Brüſſel, 24. Juli. Das Zivilgericht fällte geſtern
ein Urteil, das viel kommentiert wird. Es handelt
ſich um die Klage eines Reſtaurateurs der Brüſſeler
Weltausſtellung, deſſen Reſtaurant während der
Feuersbrunſt in der Ausſtellung abgebrannt war. Er
verlangte einen Schadenerſatz von 300000 Francs
Das Gericht erklärte die Societé Anonyme der
Weltaus=
ſtellung für verantwortlich und verurteilte ſie zur
vor=
lätfigen Zahlung von 20000 Francs an den Kläger.
Die Begründung des Urteils iſt für die Geſellſchaft ſehr
ungünſtig. Die Geſellſchaft habe Fehler gemacht, die
geradezu verbrecheriſcher Art geweſen ſeien. Oft genug
ſei die Geſellſchaft gewarnt worden. Es iſt
wahrſchein=
lich, daß infolge dieſes Urteils noch eine ganze Reihe
Klagen anderer Geſchädigten gegen die Geſellſchaft
ein=
geleitet wird.
Oſtende, 25. Juli. Die Polizei verhaftete 5 Perſonen,
die der Mitſchuld an dem Juwelen=Diebſtahl bei
der Prinzeſſin Thurn und Taxis verdächtig ſind. Es
han=
delt ſich um eine Engländerin und vier Engländer. Die
Polizei iſt zu der Gewißheit gelangt, daß der Diebſtahl
von einer internationalen Diebesbande begangen worden
iſt. Ein Dutzend weiterer Haftbefehle iſt von der Oſtender
Polizei erlaſſen worden.
Paris, 25. Juli. Das Schwurgericht von
Dou=
ais verurteilte den anarchiſtiſchen Journaliſten und
Ge=
ſangshumoriſten Lafond zu vier Monaten Gefängnis,
weil er in Verſammlungen ausſtändiger Bergleute
Plün=
derungen und ſonſtige verbrecheriſche
Gewalt=
tätigkeiten verherrlicht hatte.
Paris, 24. Juli. Nach einer Meldung der Liberté
ſind in einer Kaſerne der republikaniſchen Garde an 60
Soldaten ſchwer erkrankt. Man glaubte
an=
fangs, daß es ſich um eine Maſſenvergiftung infolge
Ge=
nuſſes verdorbener Speiſen handelte, doch
neigen jetzt die Aerzte zu der Anſicht, daß eine Typhus=
Epidemie vorliegt.
London, 25. Juli. Zu dem entſetzlichen
Brand=
unglück in der Londoner City, über das wir
ſchon berichtet haben, wird weiter gemeldet: In der
An=
ſichtskartenfabrik, in der der Brand auskam, waren im
ganzen 18 Perſonen, darunter 14 Arbeiterinnen,
beſchäf=
tigt. Von letzteren haben zehn den Tod gefunden. Sechs
von ihnen wurden vollſtändig verkohlt aufgefunden,
wäh=
rend vier andere durch Abſpringen aus dem Fenſter
ge=
tötet worden ſind. Es war 6 Uhr abends, als das Feuer
im 5. Stockwerk der Fabrik von Auguſt Thomas in der
Moor Lane ausbrach. In zwei großen Zimmern
befan=
den ſich große Mengen von Zelluloid, die zur Herſtellung
der Poſtkarten verwendet wurden. In einem Zimmer
brannte auf einem Gasherd eine Flamme. Plötzlich
ſchoß aus der Oeffnung des Gaszuleitungsrohres eine
Stichflamme heraus und ſetzte einen danebenſtehenden
Stapel Zelluloid in Brand. In wenigen Sekunden ſtand
das ganze Zimmer in Flammen, die in ihm befindlichen
Perſonen gefährdend. Glücklicherweiſe konnten jedoch
die acht Arbeiterinnen, die ſich in dieſem Raume
auf=
hielten, rechtzeitig das Treppenhaus erreichen und ſich
in Sicherheit bringen. Dagegen war den zehn
Arbeite=
rinnen des Nebenzimmers durch die Flammen der Weg
abgeſchnitten. In ihrer Angſt verſuchten ſie das Dach,
das ſich unmittelbar über ihnen befand, durch eine
ſchmale Oeffnung zu erreichen.
Was nun hier geſchah, gibt der folgende Bericht
eines Augenzeugen wieder: Kurz vor 6 Uhr hörte ich und
zwei Freunde einen Aufſchrei. Wir eilten nach dem
Hinterhauſe und ſahen dort, wie Flammen aus dem
Dache des Geſchäftshauſes der Firma Auguſt Thomas
herausſchlugen. Ungefähr zwölf junge Mädchen ſtanden
hilfeſchreiend und händeringend auf dem ſchräg
abfallen=
den Dach. Hinter ihnen das Flammenmeer, vor ihnen
ein 20 Meter tiefer Abgrund. Wir krochen die
Dach=
mauer entlang an das brennende Dach heran. Etwa
2 Meter von uns entfernt war das Dach bedeutend höher
als die Mauer, auf der wir uns befanden. Die Mädchen
gebärdeten ſich wie wahnſinnig. Wir hatten den
Ein=
druck, als wenn ſie Anſtalt machten, auf die Straße
herunterzuſpringen, und riefen ihnen darum zu, ſie
ſoll=
ten ſich geduldig verhalten, wir würden ihnen Hilfe
bringen. Schließlich fanden wir zwei Planken, die wir
ſchräg über die Tiefe legten. Die Hitze war
unausſteh=
lich. Kaum waren die Planken gelegt, als eines der
jungen Mädchen ſich daran herunterließ. Eine zweite
folgte. Als die dritte auf halbem Wege war, wendete
ſich die Planke um und das Mädchen ſtürzte in die Tiefe.
Einen Augenblick hielt ſie ſich noch krampfhaft an der
Bohle feſt. Das Mädchen war uns ſo nahe, daß wir es
an der Hand ergreifen konnten. Jedoch waren wir nicht
imſtande, es in die Höhe zu ziehen. Es ſtürzte, im Fallen
mehrere Male aufſchlagend, und der Körper durchſchlug
ein Glasdach. Acht oder neun Mädchen blieben noch
auf dem Dache. Die Hitze wurde ſo entſetzlich, daß wir
uns zurückziehen mußten, da wir ſelber von den
Flam=
men bedroht wurden. Nach und nach wurden die
Klei=
er der Mädchen vom Feuer ergriffen, ſie fielen
rück=
lings in das Flammenmeer. Die beiden zuletzt
Uebrig=
gebliebenen hielten ſich feſt umſchlungen. Als die
Flam=
men ſie umringten, ſtanden ſie noch auf der ſchmalen
Mauer. In dem Augenblick, als ſſie ins Feuer
zurück=
fielen, ſtürzte das ganze Dach ein.
London, 24. Juli. Die engliſche Komponiſtin Dr.
Ethel Smith die auch in Deutſchland durch ihre
Kom=
poſitionen bekannt iſt, und die eine große Rolle in der
engliſchen Frauenbewegung ſpielt, wurde heute in dem
nahegelegenen Woking verhaftet und ins Gefängnis
von Oxford eingeliefert. Sie iſt verdächtig, an dem
Anſchlag, das Haus des Staatsſekretärs der Kolonien
Harcourt niederzubrennen, beteiligt zu ſein. Ihre
Ver=
haftung erregt das größte Aufſehen.
Kriſtiania, 24. Juli. Der Exkönig Manuel von
Portugal wird mit Gefolge hier erwartet. Er ſoll am
Donnerstag eintreffen. Der Exkönig reiſt im ſtrengſten
Inkognito und hat die Abſicht, die Weſtküſte Norwegens
zu beſuchen.
Uniontown (Pennſylvanien), 24. Juli. In den drei
Meilen von der Stadt entfernten Superba=Kohlenminen
ſind 40 Bergleute von hereinbrechenden
Waſſer=
maſſen überraſcht worden. Es wird befürchtet,
daß alle ertrunken ſind. Die Flut ſtürzte vom Gebirge
herab. Man glaubt, daß dort ein großes Waſſerreſervoir
geborſten iſt.
Zur Affäre Nieder=Modau.
* Die Abgeordneten Köhler und Dr. Oſann
haben zu der durch den Konkurs über den Spar= und
Kre=
ditverein Nieder=Modau verurſachten Notlage im vorderen
Odenwald folgenden Antrag eingebracht:
Die Zweite Kammer hat ſich anläßlich einer Anfrage
der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen über den Anlaß des
konkurſes des genannten Spar= und Kreditvereins und
deſſen Folgen mit den Verhältniſſen der Nieder=Modauer
Kaſſe beſchäftigt.
Mittlerweile iſt das wirtſchaftliche Unglüc
über die Orte Nieder=Modau, Ober=Modau, Ernſthofen,
Rohrbach auch Ober=Ramſtadt hereingebrochen und hat
nicht allein viele, ja in manchen Orten die Mehrzahl der
Einwohner dieſer Orte ergriffen, ſondern erfaßt auch noch
weitere Gegenden als die, die direkt Nieder=Modau
be=
nachbart ſind. Nicht allein die 196 Genoſſen, welche
zu der Kaſſe Nieder=Modau gehören, ſondern auch die
Schuldner der Kaſſe, Hypothek= und
Bürgſchafts=
ſchuldner, weiter die Bürgen ſind von dem
Zuſammen=
bruch der Kaſſe in ſtärkſte Mitleidenſchaft gezogen. Dazu
kommt, daß durch Zwangsvollſtreckungen in Mobilien und
Grundſtücken das geſamte wirtſchaftliche Leben im vorderen
Odenwald gelähmt iſt und zu befürchten ſteht, daß die in
Mitleidenſchaft gezogenen Perſonen von jeder Tätigkeit in
ihrer Landwirtſchaft und ihrem gewerblichen Leben und
Fortkommen abſehen werden.
Aber auch den Spareinlegern iſt ein
wirtſchaft=
liches Fortkommen unmöglich, da wegen des Konkurſes
keinerlei Auszahlungen ſtattfinden. Neuerdings iſt auch
eine Reihe weiterer Exiſtenzen bedroht, da auch über
den Nieder=Modauer Konſumverein der Konkurs
er=
öffnet wurde, da er Mitglied der Nieder=Modauer Kaſſe
ſei. Hierdurch werden, wenn dieſer Konſumverein
wirk=
lich auch zu den Verluſten der Kaſſe beizutragen hat, eine
ganze Anzahl von ſolchen Perſonen, die der Kaſſe nicht
angehören, ebenfalls an den wirtſchaftlichen Ruin gebracht.
Wir verweiſen auf die verſchiedenen Artikel in der Preſſe,
die ſich mit den Verhältniſſen in dem vorderen Odenwald
bereits beſchäftigt haben und die drohene Vernichtung
vieler angeſehener, braver Familien dargelegt haben
Bei einem ſolchen Notſtande kann der Staat, die
ſtaatliche Verwaltung nicht ruhig zuſehen; es
müſſen Maßregeln ergriffen werden, um den
wirtſchaft=
lichen Untergang ganzer Ortſchaften und
Gegen=
den zu verhüten.
Wir beantragen deshalb: „Großh.
Staats=
regierung wolle zur Abwendung des Notſtandes,
welcher dem vorderen Odenwald durch den Zuſammenbruch
des Spar= und Kreditvereins Nieder=Modau droht,
ſtaatliche Mittel zur Verfügung ſtellen und
hier=
über, insbeſondere auch über die Höhe der Mittel, Art
und Sicherheit der Hingabe den Ständen
gegen=
über Vorlage unterbreiten.”
Luftfahrt.
* Ein zerlegbares ſtarres
Motorluft=
ſchiff. Der Kölner Ingenieur Stühler hat nach
lan=
gen mühevollen Verſuchen, wenn auch nicht gerade ein
neues Luftſchiff erfunden, ſo doch ein eigenartiges
Ge=
rippe erdacht, für das bereits die Patente angemeldet
ſind. Ganz aus Stahl gebaut, wiegt das Gerüſt nach
den theoretiſchen Berechnungen ungefähr nur ein
Fünf=
tel des Zeppelin=Aluminium=Gerüſtes. Dieſe
Gewichts=
erſparnis iſt dadurch erreicht worden, daß das Gerippe
nur aus einzelnen, notwendig Druck beanſpruchenden
Teilen beſteht, das übrige aber lediglich aus geſpannten
Drähten. Die weſentlichſten Teile des Gerippes ſind
nach der Straßb Poſt: 1. ein von Spitze zu Spitze des
Gerippes reichender, den ſenkrechten Längsſchnitt
beſtim=
mender Hauptrahmen, der die in der Außenrichtung
auf=
tretenden Druckkräfte aufnimmt; 2. mehrere auf Druck
beanſpruchte vieleckige Rahmen, die in geeigneten
Längs=
abſtänden die Querſchnittsformen des Gerippes
beſtim=
men; 3. mehrere Vereinigungen von Zugkörpern oder
Drähten, die, in den Ebenen der Rahmen liegend, als
Verſpannungen der Rahmen und als Scheidewände der
Abteilungen oder Kammern dienen; 4. eine Vereinigung
von Zugkörpern oder Drähten, die an beiden Enden des
Hauptrahmens und an jedem einzelnen Rahmen
angrei=
fen und auf der Oberfläche des Gerippes teils die
längs=
gerichteten Seiten, teils die Diagonalen der entſtandenen
Vierecke bilden. Der Hauptvorteil der Erfindung beſteht
darin, daß der Gerüſtkörper zerlegbar und die einzelnen
Teile auswechſelbar ſind. Während nämlich ſtarre
Luft=
ſchiffe im Falle von Beſchädigungen demontiert und
ab=
geriſſen werden müſſen, fällt bei dem Stühlerſchen
Luft=
ſchiff dieſer Nachteil fort. Die Zerlegbarkeit gibt ferner
leichte Beförderungsmöglichkeiten: das Luftſchiff wird
in zerlegtem Zuſtande mit der Eiſenbahn dahin gebracht,
wo es gebraucht wird und tritt von da aus dann mit
neuer Gasfüllung ſeine Fahrt an. Inwieweit dieſe
theo=
retiſchen Angaben der Wirklichkeit entſprechen werden,
bleibt abzuwarten, bezeichnend iſt jedenfalls die
Tat=
ſache, daß dem Erfinder ſofort nach Veröffentlichung
ſei=
ner Konſtruktion von engliſcher Seite die denkbar
gün=
ſtigſten Angebote gemacht worden ſind.
* Frankfurt, 25. Juli. Geſtern beſichtigten der
Großherzog und die Großherzogin von
Heſ=
ſen die Euler=Flugmaſchinenwerke in Frankfurt.
Leut=
nant von Hiddeßen führte auf einer Euler=Flugmaſchine in
einer Höhe von 700 Metern einen prachtvollen Flug über
der Stadt aus. Außerdem flogen gleichzeitig auf dem
Euler=Flugplatz die Euler=Piloten Leutnant von Michels,
Leutnant Sommer und Udo Plackzikowski.
* Frankfurt a. M., 25. Juli. Das Luftſchiff=
Viktoria Luiſe” hat heute morgen eine Fahrt ins
Nahetal unternommen. Die Abfahrt erfolgte kurz vor
6 Uhr. Das Luftſchiff ging bei Wiesbaden vorbei über
den Rhein hinweg direkt nach Kreuznach. Von
Kreuznach ging es über Münſter am Stein, Sobernheim,
Kirn nach Idar, von Idar über Oberſtein und dann
das Nahetal hinunter wieder nach Kreuznach. Hier
wurde die Richtung nach dem Rhein eingeſchlagen und
dieſer bei Oppenheim überquert, worauf die Reiſe über
Groß=Gerau nach Frankfurt fortgeſetzt wurde. Die
Lan=
dung erfolgte um ½10 Uhr. Die ganze Fahrt hat etwa=
3½ Stunden gedauert. An Bord befanden ſich 10
Paſſa=
giere, deren Luftfahrt von prachtvollem Wetter
be=
günſtigt war.
* Mannheim, 25. Juli. Dem Mannheimer
Gene=
ralanzeiger wird von der Luftſchiffhalle zu Gotha
ge=
meldet: Das Luftſchiff Schütte=Lanz wollte heute
früh ſeine Fernfahrt nach Berlin fortſetzen. Beim
Heraus=
holen des Luftſchiffes aus der Halle wurde jedoch die
Hülle leicht beſchädigt. Der Schaden dürfte im
Laufe=
des heutigen Tages ausgebeſſert ſein, ſodaß das Luftſchiff
doch noch heute ſeine Fernfahrt nach Berlin wird
antreten können.
* Metz, 24. Juli. Ueber die geſtrige Fahrt und
Landung des deutſchen Militärflugzeuges
uf franzöſiſchem Boden erfahren wir folgende
authentiſche Angalten: Die beiden Flieger, Leutnant
Pretzell vom Infanterie=Regiment Nr. 132 und Leutnant
Roth als Beobachtungsoffizier, waren geſtern abend in
Dieuze in der Richtung nach Metz aufgeſtiegen. Sie kamen
bei Chäteau=Salins in ein Gewitter und hatten mit
ſtar=
ken Böen zu kämpfen, die ſie mehrmals faſt auf den Boden
erabdrückten. Die Flieger verloren infolgedeſſen die
Orientierung vollkommen und waren gezwungen, zu
lan=
den. Die Landung erfolgte bei Phlin (nicht Flin),
nörd=
lich von Nomeny, ungefähr hundert Meter von der Grenze,
auf franzöſiſchem Boden. Die Flieger wurden feſtgehale
ten und durften mittags um 12 Uhr weiterfliegen. D
Weiterflug verzögerte ſich aber durch Reparaturarbeiten
Heute abend flogen die Flieger nach dem Flugplatz
Frescati=Metz, wo ſie glatt landeten. Die
Auf=
nahme durch die franzöſiſche Bevölkerung war im
allge=
meinen eine ſehr freundliche. Leutnant Pretzell wird mit
Leutnant Becker vom 126. Infanterie=Regiment morgen
den Flug zunächſt nach Saarburg fortſetzen.
* Zweibrücken, 25. Juli. Heute früh um 7 Uhr
landeten auf der Rennbahn des pfälziſchen
Renn=
ereins auf Albatros=Doppeldecker die Leutnants Weier
vom Infanterieregiment Nr 131 als Führer und von
Negelin von der Metzer Fliegerſtation als
Beobachter=
ffizier. Sie waren in Metz um 5 Uhr 30 Min. früh
aufgeſtiegen. Gleichzeitig ſollte auf dem großen
Exerzier=
platz die Landung des Leutnants Braun und des als
Beobachter mitfahrenden Oberleutnants von Dewall, des
Vorſtandes der Metzer Fliegerabteilung, auf Rumpler=
Taube erfolgen, doch ſind ſie bisher nicht
einge=
troffen. Zur weiteren Nachforſchung wird der
lbatros=Doppeldecker wahrſcheinlich noch einmal
auf=
ſteigen.
England, betrieben wird, aber genaue Zahlen über den
auf dieſe Weiſe angerichteten Schaden ſind nicht zu
er=
langen, da die Geſchädigten bei der Ausſichtsloſigkeit auf
Wiedererlangung ihres Geldes meiſtens darauf
verzich=
ten, den Schwindel anzuzeigen.
* Eine Scheidung wider Willen. Dem B. T. wird
von einem Leſer folgende niedliche Geſchichte einer
Schei=
dung wider Willen erzählt: „Zur Niederlegung meines
Teſtaments benötigte ich die amtliche Beſcheinigung meiner
derzeitigen Eheſchließung; ich wandte mich an das
zu=
ſtändige Standesamt einer kleinen Stadt in Weſtpreußen,
wo ich die Ehe geſchloſſen hatte. Nach einigen Tagen
„es war ein Sonntag hell und klar”, las ich in
behag=
licher Sonntagsſtimmung beim Frühſtück meine Zeitung
Da erſcheint der Briefträger mit der Poſtſendung und
bringt unter anderem auch ein amtliches Schreiben aus
jenem weſtpreußiſchen Städtchen. Es war die
Beſcheinig=
ung meiner Eheſchließung mit meiner Frau uſw. Wie
groß war mein Erſtaunen, als ich am Rand dieſes
amt=
lichen Schriftſtückes den Vermerk erblickte: „Dieſe Ehe iſt
am . . . vom königlichen Landgericht in . . . getrennt
worden.” Meine Frau, mit der ich ſeit der
einge=
gangenen Ehe in beſter Harmonie lebe, ſaß, nichts ahnend,
im anderen Zimmer, bei der nützlichen Beſchäftigung der
Spargelzubereitung, als ich ſie auf Grund der in meinen
Händen befindlichen amtlichen Beſcheinigung aufforderte,
ſofort ihr Bündel zu ſchnüren, und zu den Fleiſchtöpfen
ihres Vaters zurückzukehren. Mein Schwager, der mich
zum Frühſchoppen abholen wollte, erklärte mit der
ernſteſten Miene, daß ich von dem mir zuſtehenden Recht
Webrauch machen könne. Nach vielen Schreibereien gelang
des mir endlich, zu erfahren, daß der betreffende Standes=
Seamte mein Blatt im Standesamtsbuch mit dem
nach=
genden verwechſelt hatte. Dieſer Herr ſoll einem
on dit zufolge öfters „gut gefrühſtückt” haben und
hier=
durch iſt meine Scheidung trotz gegenſeitiger Zuneigung
ins Haus geflogen.”
* Einer, der’s erfaßt hat. Ueber eine kaum
glaub=
liche Maßregel bureaukratiſcher Auffaſſung melden ganz
ernſt zu nehmende Blätter folgendes: „Im Hinblick auf
den Rückgang der Geburtenziffer hat ein preußiſcher
Re=
gierungspräſident eine Verfügung erlaſſen, worin er den
Standesämtern ſeines Regierungsbezirkes unterſagt,
Geburten und Eheſchließungen durch die Zeitungen
künftig anzukündigen. Es ſolle dadurch verhindert
wer=
den, daß Familien Schriften und ſonſtige Angebote
zu=
geſandt werden, die zumeiſt die Verhütung von
Kinder=
ſegen betreffen.” Vielleicht wird dieſe Verordnung bald
durch eine andere übertrumpft werden, die die öffentlichen
Hochzeiten und Vermählungs= und Geburtsanzeigen
überhaupt verbietet. Vor allem aber müſſen die
öffent=
lichen Aushänge in den Standesämtern und die
Ein=
tragung der Getauften verboten werden. Der Gedanke
dieſer Verordnung läßt ſich übrigens noch weiter
ver=
werten. So iſt es bedenklich, daß die Univerſitäten und
Hochſchulen ein Perſonalverzeichnis der Studierenden
und die Armee=Rangliſten ein ſolches der Offiziere
ver=
ffentlichen, da ihnen auf Grund dieſer
Bekanntmachun=
gen ſehr leicht verbotene Schriften zugeſandt werden
können. Auch die Herausgabe von Adreßbüchern iſt in
dieſem Sinne zu beanſtanden, da jeder weiß, daß den
darin Verzeichneten z. B. von ganz unbekannten Leuten
Aufforderungen zum Spielen in fremden Lotterien
zu=
geſandt werden ꝛc. ꝛc. Der Gedanke der Vermählungen
und Geburten unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit kann
mithin ſehr befruchtend auf dem Gebiete ſozialer
Für=
ſorge wirken.
Nummer 174.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Juli 1912.
Seite 5.
* Zweibrücken, 25. Juli. Die vermißten beiden
Offizierflieger Braun und v. Dewall ſind genötigt
geweſen, vorzeitig zu landen. Sie ſind mit ihrem
Rumpler bei St. Avold niedergegangen.
H. B. Leipzig, 25. Juli. Hier ſoll eine Zeppelin=
Luftſchiffhalle errichtet werden. Geſtern weilte
Direktor Colsmann hier, um das in Ausſicht genommene
Grundſtück zu beſichtigen.
* Petersburg, 25. Juli. Der Militärflieger
Andreadi, der am 15. Juni in Sebaſtopol zu einem
Fluge nach Petersburg aufgeſtiegen war, landete geſtern
bend in Krasnoje=Sſelo.
Sport.
* Rad= und Motor=Rennen in Darmſtadt. Für die
Rad= und Motor=Rennen, welche der Velociped=Klub
Darmſtadt am Sonntag, den 28. Juli, nachmittags 3½
Uhr, veranſtaltet, macht ſich in hieſigen Sportkreiſen
gro=
ßes Intereſſe bemerkbar, das angeſichts der guten
Be=
ſetzung der einzelnen Rennen durchaus gerechtfertigt iſt.
Man iſt beſonders geſpannt, ob der Weltmeiſter Rode,
der kürzlich in Leipzig die Bundesmeiſterſchaft über 25
Kilometer gewann, ſich auch am Sonntag der zahlreichen
Gegner wird erwehren können, denn der Weltmeiſter iſt
in Leipzig ſchwer geſtürzt, ſodaß er möglicherweiſe in
ſeinem Können am nächſten Sonntag beeinträchtigt iſt.
Immerhin ſind ihm natürlich erſte Chancen zuzuſprechen.
Die zur Verteilung gelangenden Ehrenpreiſe ſind
wäh=
rend der nächſten Tage im Schaufenſter der Firma
Arnold Rode, Ernſt=Ludwigſtraße, ausgeſtellt. Die vom
Velociped=Klub Darmſtadt zur Ausgabe gelangenden
Ehrenpreiſe erfreuen ſich bei den Rennfahrern wegen
ihres hohen Wertes und ihrer geſchmackvollen
Ausführ=
ung beſonderer Beachtung. Auch das von der Firma
Aug. Engel geſtiftete, zur Verloſung kommende
Wotan=
rad iſt die nächſten Tage im Schaufenſter der Firma,
Schuchardſtraße 8, ausgeſtellt.
* Pferde=Rennen. Mülheim=Duisburg. Erſtes
Rennen: 1. Lichtenſtein (Leutn. v. Egan=Krieger), 2. Eſto
(Leutn. v. Berchem), 3. Wanderburſch (Leutn. v.
Moß=
ner). Tot. 33:10. Pl. 12, 11, 12:10. Unpl.:
Siebenſchlä=
fer (4), Jägersmann, Sprudel, Leipzig. ½—4 Lg.
Zweites Rennen: 1. Mix (Dyhr), 2. Aliquando (Kühl),
3. Protegee (Mew). Tot. 187110. Pl. 68, 16:10. Unpl.:
Banagher II, Wild Nut, La Provocante. Hals-¾ Lg.
— Drittes Rennen: 1. Self Control (Leutn. v. Berchem),
2. Ahalative (Leutn. Frhr. v. Lotzbeck), 3. Lisnagarvey
(Leutn. Graf Holck). Tot. 50110. Pl. 14, 14, 14:10.
Unpl.: Doubtful Lady, Turnſtile, Guatemala (4), Oblat,
Ballette, Aſhſtick. Hals-2½ Längen. — Viertes Rennen:
1. Athenian (Leutn. v. Egan=Krieger), 2. La
Faridon=
daine (Leutn. v. Bock=Polach), 3. Nickelkönig (Leutn. von
Berchem). Tot. 23:10. Pl. 14, 22, 20110. Unpl.:
Kings=
way (4), Lucky Jap, I hope ſo, Old Rum. Hals-2¾4
Längen. — Fünftes Rennen: 1. Mainau II (Martin), 2.
Einbrecher (Dyhr), 3. Suhogo (Mew). Tot. 13110. Pl.
10, 12:10. Unpl.: Madame Cavalieri. 1½—10 Lg.
Sechſtes Rennen: 1. J. H. L. (Kühl), 2. Saint Home (E.
Franke), 3. Waudru (Burghan). Tot. 24:10. Pl. 22. 28,
34:10. Unpl.: La Tonquainoiſe, Sharper (4), Llanludno,
Antimone, Malotru. 6—½ Lg.
* Lawn=Tennis. Das Internationale Lawn=
Tennis=Turnier zu Heringsdorf brachte F.
W. Rahe einen Sieg im Heringsdorfer Pokal. Auch die
Herren=Meiſterſchaft von Heringsdorf brachte ihm einen
Erfolg, da er in der Schlußrunde Lindemann 8—6 6—3
6—3 6—2 abfertigte. Im Herren=Doppelſpiel ohne
Vor=
gabe trafen in der Vorſchlußrunde O'Hara Murray=
Lindemann mit Dölle-Graf Sizzo=Noris zuſammen.
Murray-Lindemann ſiegten mit 6—1 6—4 6—3. Im
gemiſchten Doppelſpiel ohne Vorgabe ſiegten Fr.”u
Schuckmann-Rahe überlegen gegen Fräulein Schulz-
O'Hara Murray mit 7—5 6—1. Das Herren=Einzelſpiel
mit Vorgabe Klaſſe A gewann Rothe (— 15) gegen
Jo=
nas (— 15½) mit 6—0 5—7 9—7. Das Herren=
Einzel=
ſpiel mit Vorgabe Klaſſe B gewann Huch (— 15½) gegen
Welck (— 15½) ohne Spiel. Das Damenſpiel mit
Vor=
gabe fiel an Frau Kahlbaum (0), die Fräulein Schulz
(— 15) mit 6—3 6—1 ſchlug. Das Herren=Doppelſpiel
mit Vorgabe gewannen Gärtner-von Lepel 4— 15½)
gegen Rahe-Jonas (—¾) mit 6—4 6—0; das gemiſchte
Doppelſpiel mit Vorgabe Frau Kahlbaum-Gärtner
gegen Fräulein Elsner-Ball (* 15¾) mit 11—9 6—4.
Landwirtſchaftliches.
* Groß=Gerau, 25. Juli. Die Erntezeit
verur=
ſachte bei dem letzten Ferkelmarkt die zurückhaltende
Kaufluſt und den etwas mäßigen Geſchäftsgang. Es
waren 613 Tiere aufgetrieben, die nur langſam Abſatz
fanden und zwar Ferkel für 11—13 Mark, Springer für
20—23 Mark und Einleger für 50 Mark pro Stück. Am
Montag, den 29. d. M., iſt der nächſte Ferkelmarkt, der
einen lebhafteren Geſchäftsgang bringen dürfte, da ſich
die Ausſichten auf eine günſtige Kartoffelernte bedeutend
gebeſſert haben.
Handel und Verkehr.
— Hannover, 24. Juli. Die heutige
außerordent=
liche Generalverſammlung der Hannoverſchen
Bank genehmigte die Erhöhung des Grundkapitals von
6 Millionen auf 36 Millionen Mark. Die neuen Aktien
werden von einem Konſortium unter Führung der
Deutſchen Bank mit der Verpflichtung übernommen, ſie
ſämtlich den Aktionären im Verhältnis von 511 zum
Kurſe von 136 Prozent anzubieten. Sie erhalten für
dieſes Jahr eine vierteljährliche Dividendenberechtigung.
Ueber das abgelaufene Semeſter wurde mitgeteilt, daß
die Umſätze eine erhebliche Steigerung erfuhren, die nur
aus dem regelmäßigen Verkehr herrührten. Das
Reſul=
tat des erſten Semeſters iſt beſſer als das der
korreſpon=
dierenden Periode des Vorjahres. Eine nutzbringende
Verwertungsmöglichkeit für die neu hereinkommenden
zirka 8 Millionen Mark ſei gegeben.
Vermiſchtes.
Schlafloſigkeit bei Hitze. Eine der
quälendſten Nebenwirkungen großer Hitze iſt die
Er=
zeugung von Schlafloſigkeit, beſonders bei Nervöſen und
Herzleidenden. Letzteren dürfte der Prof. Winternitzſche
Herzkühler ſichtliche Erleichterung bringen. In allen
Fällen aber iſt fleißiges Lüften der Haut im Luftbad,
beſonders in den kühleren Abendſtunden, Schlafen bei
offenem Fenſter erſte Bedingung. In großen Gefäßen
Waſſer aufſtellen zur Feuchthaltung der Luft. Eventuell,
bei ſtarker Hitze, reine, feuchte Tücher nachts vor die
Fen=
ſter hängen. Die Abendmahlzeit darf nicht zu ſpät
einge=
nommen werden, nicht zu reichlich ausfallen und muß
frei von ſcharfen Gewürzen und alkoholiſchen Getränken
ſein. Sehr weſentlich auch iſt die Gedankenruhe. Nicht
aufregende Lektüre treiben, erregenden Gedanken
nach=
hängen. Eine Stunde vor dem Einſchlafen allen Sorgen
den Laufpaß geben. Nicht vor dem Einſchlafen an das
Morgen denken. Es iſt genug, daß ein jeglicher Tag ſeine
eigenen Plagen hat. Eine im Notfall erzwungene
See=
lenruhe ſichert am beſten den Schlaf und damit die
Ge=
winnung der Kraft für die Arbeit des nächſten Tages.
Literariſches.
„Bayreuther Taſchenbuch für
Feſt=
ſpielgäſte” von Friedrich Wild. (16 Bogen,
Preis 1,50 Mark — Konſtantin Wilds Verlag, Leipzig)
kommt den Wünſchen aller derer entgegen, welche zum
erſten Male auf dem ſo ſeltſam neuen Boden der
Feſt=
ſpielſtadt ſich bewegen und nur erſt kurze Winke über das
Wichtigſte verlangen. Daher bringt das Taſchenbuch
eine gedrängte Inhaltsangabe der Ringdichtung (1¾
Bogen) vom Herausgeber, und Aufſätze über
Meiſter=
ſinger und Parſival. Hierzu die bühnengetreuen
Nach=
bildungen der diesmaligen Bayreuther Dekorationen nach
photographiſchen Aufnahmen des
Obermaſchineriedirek=
tors Kranich. In Fülle ſind alle von einem
wohlunter=
richteten Führer zu erwartenden Angaben vorhanden
Spielplan und Mitwirkende, 63 Künſtlerbiographien und
über 100 Künſtlerbilder, Führer durch Bayreuth (mit
vie=
len Bildern), Tarife, Fahrpläne uſw. Ferner hat
Kon=
ſtantin Wilds Verlag=Leipzig eine umfangreichere
Aus=
gabe unter dem Titel „Bayreuth 1912” veröffentlicht (23
Bogen, 2.50 Mark), welche die 109 Seiten lange
Erläuter=
ung zum „Ring des Nibelungen” von Moritz Wirth mit
ſieben Notentafeln enthält.
Die Beiſetzung des Großherzogs von
Luxemburg.
* Luxemburg, 25. Juli. Obwohl die Stunde
der Ueberführung der ſterblichen Ueberreſte des
Groß=
herzogs nicht bekannt gegeben war, hatte ſich doch geſtern
abend eine große Menſchenmenge in der Nähe der
pro=
teſtantiſchen Kirche, wo die Leiche vorläufig beigeſetzt
worden war, eingefunden. Um 10 Uhr trafen die
Groß=
herzogin mit der Großherzogin=Witwe,
ſowie dem geſamten Hofperſonal und dem Staatsminiſter
in der Kirche ein, wo ein kurzer Trauergottesdienſt
ſtatt=
fand. Dann hoben acht Gendarmeriewachtmeiſter den
Sarg auf den mit vier Pferden beſpannten L
eichen=
wagen, der hierauf unter militäriſcher Eskorte zum
Bahnhof geleitet wurde. Auf dem Bahnhofe wurde der
Sarg in einen mit Blumen reich geſchmückten
Spezial=
wagen geſtellt, und während der Nacht hielten die
Offi=
ziere die Ehrenwache am Sarge. Um 7 Uhr 2 Minuten
früh erfolgte die Abfahrtnach Weilburg, wo die
Beiſetzung in der Familiengruft ſtattfinden wird.
* Königſtein i. T., 25. Juli. Zur Feier der
Bei=
ſetzung des am 25. Januar verſtorbenen
Großher=
zogs von Luxemburg ſind heute früh um halb 10
Uhr in mehreren Automobilen nach Weilburg
abgefah=
ren: der Großherzog und die Großherzogin von Baden,
die Großherzogin=Mutter von Luxemburg, die
Prinzeſ=
ſinnen Hilda, Antonia, Eliſabeth und Sofie von
Luxem=
burg, die Oberhofmeiſterin von Peren, Oberhofmarſchall
von Hohenhorſt ꝛc. Auch die Spitzen der Königſteiner
Behörden begaben ſich nach Weilburg, woſelbſt noch die
Großherzogin=Witwe und die Großherzogin Marie
Adel=
heid mit ihrer Schweſter Prinzeſſin Charlotte eintreffen.
ebenſo der Herzog von Anhalt und der Herzog Karl
Theodor von Bayern.
* Weilburg, 25. Juli. Um 12 Uhr 25 Minuten
traf der Sonderzug mit den Ueberreſten
Wil=
helms IV Großherzog von Luremburg, aus
Luxem=
burg hier ein. Dem Zuge entſtiegen die regierende
Großherzogin Maria Adelheid von Luxemburg, ihre
Schweſter Prinzeſſin Charlotte und die Großherzogin
Maria Anna. Die Herrſchaften wurden von dem
Bür=
germeiſter empfangen, begaben ſich zunächſt zum Schloß
und dann zur Kirche. Acht Kanoniere der Bürgergarde
überführten den Sarg aus dem Waggon nach dem
Lei=
chenwagen. Unter dem Geläute der Glocken bewegte ſich
der Trauerzug dann zur Kirche. Hinter dem
Trauer=
wagen folgten Großherzog Friedrich II. von Baden, der
Herzog von Anhalt, ſodann in Vertretung des Kaiſers
Kammerherr v. Mutzenbecher=Wiesbaden und die übrigen
hohen Herrſchaften. Bürgergarde, Feuerwehr, Vereine
und Schulkinder bildeten in den zu paſſierenden Straßen
Spalier. Vor der Kirche entbot Dekan Grünſchlag=
Weil=
burg dem Großherzog v. Baden als Vertreter der hohen
Leidtragenden den Gruß des Kirchenvorſtandes. Der
Sarg wurde nunmehr vor dem Altar aufgebahrt.
Hof=
prediger Scheerer hielt eine einfache, würdige Anſprache
Dann wurde der Sarg in die Gruft getragen. Die
Fürſt=
lichkeiten und die Geiſtlichkeit folgten. Hofprediger
Bender ſpendete den Segen. Der Moment der Beiſetzung
in der Gruft wurde durch Glockengeläut verkündet
Hier=
mit hatte die eindrucksvolle Trauerfeierlichkeit ihr Ende
erreicht. Die hohen Herrſchaften begaben ſich ins Schloß
zurück. Heute abend ſechs Uhr verlaſſen die Luxemburger
und die Badiſchen Herrſchaften, ſowie der Herzog von
Anhalt das Schloß und begeben ſich nach Königſtein i. T.
Die Monarchenbegegnung in Standartreede.=
* Standartreede, 24. Juli. Der ruſiſiſchh
Kaiſer beſuchte heute früh den König von
Schwe=
den auf der „Fylgia” wo er vom König empfangen
wurde. Die Fürſtlichkeiten ſchritten die Front der in
Pa=
rade aufgeſtellten Mannſchaft ab und beſichtigten die
In=
nenräume des Schiffes. Später wohnten ſie einer
Artil=
lerieübung bei. Die Majeſtäten verließen unter Salut
den Kreuzer und begaben ſich in einem Dampfkutter unter
Kaiſer= und Königsſtandarte auf den ruſſiſchen Kreuzer
„Bajan”, wo der König, der ruſſiſche Admiralsuniform
trug, vom Marineminiſter bewillkommt wurde und den
Rapport des Kommandanten entgegennahm. Die
Maje=
ſtäten trugen ihre Namen in das Buch der Ehrengäſte des
Schiffes ein. Um 12½ Uhr fand auf dem „Oskar II.” ein
Frühſtück ſtatt, an dem der Kaiſer, die Kaiſerin, die
Groß=
fürſtinnen, die Miniſter und die beiderſeitigen Gefolge
teilnahmen. Um 7½ Uhr war auf der „Standart”
Fa=
miliendiner. Um 10 Uhr abends verläßt das
ſchwe=
diſche Geſchwader Standartreede.
* Standartreede, 24. Juli. In der zehnten
Abendßunde fuhr das ſchwediſche Geſchwader ab.
Der Londoner Hafenſtreik.
* London, 24. Juli. Der Arbeiterführer Havelock
Wilſon, der am Montag von ſeiner Auslandsreiſe
zurückgekehrt iſt, droht einen allgemeinen
Aus=
ſtand der Transportarbeiter an. Er
ver=
öffentlichte ein Manifeſt an die Transportarbeiter aller
Häfen der Vereinigten Königreiche, in dem erklärt wird.
daß, ſo lange die Arbeitgeber des Londoner Hafens ihre
gegenwärtigen Forderungen aufrecht erhielten, die Trade
Unions=Bewegung nicht allein den Londoner Hafen,
ſon=
dern alle Häfen Großbritanniens bedrohe. Wilſon
for=
dert die Arbeiter zur ſofortigen Unterſtützung der
not=
leidenden Dockarbeiter auf und kündigt an, daß er
per=
ſönlich alle Hafenorte beſuchen werde. Er fordert die
Arbeiter dringend auf, falls der Londoner Streik nicht
in einer die Arbeiter zufriedenſtellenden Weiſe beigelegt
werde, zur Tat bereit zu ſein. — Heute nachmittag
durchzogen dreißig= bis fünfzigtauſend Mann mit den
Arbeiterführern an der Spitze die City und
verſammel=
ten ſich ſchließlich auf Tower Hill, wo dann der
Arbeiter=
ührer Ben Tillett eine Anſprache hielt.
H. B. London, 25. Juli. Wüſte
Streikaus=
ſchreitungen fanden geſtern bei den Docks zu
Wap=
ping in London ſtatt. Ein Haufe von 2000 ſtreikenden
Dockarbeitern, die mit Stahlhacken und anderen
Inſtru=
menten bewaffnet waren, verſuchten, die dortigen Docks
zu erſtürmen. Es kam zu einem Kampf zwiſchen
berit=
tener und Fußpolizei, die mit ihren Knüppeln gegen die
Streikenden vorging. Der Kampf endete mit der völligen
Niederlage der Streikenden. Die Szene glich einem
Schlachtfelde. Dutzende von Streikenden lagen blutend
umher, während der Reſt in wilder Flucht davonſtürmte,
verfolgt von den erbitterten Polizeitruppen, die
rückſichts=
los alles niederſchlugen. Eine große Anzahl Frauen
wurde dabei niedergetreten, hunderte von Perſonen
wur=
den verletzt; 15 davon ſchwer. Sechs Streikende wurden
bewußtlos fortgetragen. Auch mehrere Poliziſten ſind
erheblich verwundet. 40 Streikende wurden verhaftet.
In der Great Tower Street überfielen Tauſende von
Streikenden einen Frachtwagen, der von Poliziſten
eskor=
tiert wurde, warfen ihn um, ſetzten ihn in Brand und
verſtümmelten die Pferde. Bei einer Verſammlung der
Streikenden auf dem Tower Hügel ſprach der
Streikfüh=
rer Ben Tillett öffentlich ein leidenſchaftliches Gebet, daß
Gott den Vorſteher des Londoner Hafens, Lord
Devon=
port, erſchlagen möge. Das Gebet wurde von den
Tau=
ſenden mit erhobenen Händen feierlich nachgeſſprochen.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 25. Juli. Der Korreſpondent des Corriere
della Sera auf Aſtropalia erfährt von einem
Marine=
offizier Einzelheiten über die Fahrt der
italieni=
ſchen Torpedoboote in die Dardanellen.
Das kleine Geſchwader drang um Mitternacht mit
abge=
blendeten Lichtern in die Dardanellen ein, wurde zaber
bald von den Scheinwerfern entdeckt und heftig
be=
ſchoſſen. Der Kommandant Millo ordnete an, daß ſich
die Torpedoboote an der Küſte halten ſollten. Die
Matroſen konnten die Bewegungen der türkeſchen
Schein=
werfer genau verfolgen. Ein Hagel von Geſchoſſen aus
den Feſtungskanonen, Feldbatterien und Gewehren ging
über die Schiffe hinweg, ohne zu treffen. Die
Torpedo=
boote näherten ſich der türkiſchen Flotte bis auf zwei
Meilen, wo ſie zwiſchen drei Feuer gerieten. Als der
„Spica” nacheinander auf zwei Stahltroſſen auffuhr,
ordnete Millo in Anbetracht der Unmöglichkeit, weiter
vorzudringen, die Rückfahrt an. Unter heftigem Feuer
erreichten die Schiffe um 1½ Uhr früh ohne Schaden den
Ausgang der Dardanellen. An Bord wurde niemand
verletzt. Man erwartete auf offener See vergeblich die
türkiſche Flotte. Der Zweck der Fahrt war, den
Ver=
teidigungszuſtand der türkiſchen Foltte feſtzuſtellen und
ſie gegebenenfalls anzugreifen; zum wenigſten ſollte ſie
zur Verfolgung herausgefordert werden.
Die Lage in der Türkei.
* Konſtantinopel, 24. Juli. Mahmud
Mukhtar iſt zurückgetreten. Zu ſeinem
Nach=
folger wird wahrſcheinlich ein Marineoffizier ernannt
werden. — Die heutige Komitee=Sitzung nahm einen
ſtürmiſchen Verlauf.
* Konſtantinopel, 24. Juli. Der Präſident des
Staatsrates, Kiamil Paſcha, der unpäßlich ſeins
ſoll, nahm an dem heutigen Miniſterrat nicht teil.
* Konſtantinopel, 25. Juli. Der
Miniſter=
rat beſchäftigte ſich ausſchließlich mit den Vorgängen
in Albanien. Es wurde endgültig die Entſendung einer
Miſſion nach Albanien beſchloſſen.
* Wien, 25. Juli. Die Politiſche Korreſpondenz
ſchreibt aus Sofia: In Regierungskreiſen werden die
Nachrichten, nach welchen in Bulgarien eine
krie=
geriſche Stimmung gegen die Türkei beſtehe,
ſehr unangenehm empfunden, da dieſelben geeignet ſind,
die Haltung Bulgariens in eine falſche Beleuchtung zu
rücken. In den letzten Tagen wurde daher jede
Gelegen=
heit benutzt, alle diesbezüglichen verdächtigenden
Nach=
richten als vollſtändig unbegründet zurückzuweiſen,
ins=
beſondere wird die Verſion, daß in der Armee ſtarke
krie=
geriſche Gelüſte zutage traten, durchaus für unwahr
be=
zeichnet. Man zählt übrigens in Sofia darauf, daß die
Politik Bulgariens im Auslande nicht nach tendenziöſen
Gerüchten, ſondern nach der Grundlage der widerholten
Erklärungen Geſchows über die Grundſätze des
bulgari=
ſchen Kabinetts bezüglich der Türkei beurteilt werde. Es
kann mitgeteilt werden, daß die Diplomatie vor kurzem
abermals bündige Verſicherungen erhielt, nach welchen
die bulgariſche Regierung auch angeſichts der
Verſchärf=
ung der inneren Kriſis in der Türkei durchaus nicht die
Abſicht hegt, von den Grundſätzen der Friedensliebe und
der Loyalität im geringſten abzuweichen.
Darmſtadt, 26. Juli.
D Vom Weg durch die Bleichſtraße. Auf Nachſuchen
von Intereſſenten war beabſichtigt, das Befahren des
Ueberganges über die alten Bahnanlagen von der
Bleich=
ſtraße nach dem Griesheimer Weg mit Handkarren zu
geſtatten. Es hat ſich aber herausgeſtellt, daß aus
ver=
kehrspolizeilichen Gründen das Befahren des Uebergangs
mit Karren nicht geſtattet werden kann, da ſich infolge des
ſtarken Gefälles der weſtlichen Rampe eine Gefährdung
der Fußgänger und der in der Feldbergſtraße
verkehren=
den Fuhrwerke auch bei entſprechenden
Vorſichtsmaß=
regeln nicht vermeiden läßt. Der Verkehr mit Fahrrädern
iſt geſtattet, das Aufſitzen auf den Rädern beim
Ueberfahren des Uebergangs aber verboten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Juli. In Erwiderung des Beſuches,
den vor zwei Jahren eine Anzahl deutſcher Journaliſten
auf Einladung der ſchwediſchen Preſſe in Schweden
ab=
geſtattet haben, werden Anfangs September
Vertre=
ter der Preſſe Schwedens in Deutſchland
eintreffen und nach mehrtägigem Aufenthalt in Berlin
den Einladungen von Vertretern der Preſſe in Dresden,
Leinzig, Bremen, Hamburg und Lübeck Folge leiſten.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Inli 1912.
Nummer 174.
Zwiſchen dem Aufenhalt in Leipfig und Dremen findet
auf Grund einer beſonderen Einladung ein Beſuch der
Kruppſchen Werke in Eſſen ſtatt.
* Berlin, 25. Juli. Beim militäriſchen
Arbeits=
kommando auf dem Truppenübungsplatz Döberitz ſind in
den letzten Tagen ſechs Mann an
ruhrverdäch=
tigen Erſcheinungen erkrankt. Bei vier von den
Erkrankten iſt bakteriologiſche Ruhr feſtgeſtellt worden.
Der Verlauf der Krankheit iſt durchweg leicht. — Die
Militärbehörde traf alle Vorkehrungen, um der
Weiter=
verbreitung der Krankheit vorzubeugen. Es wird
ange=
nommen, daß die Krankheitsfälle mit der vorjährigen
Ruhrepidemie urſächlich zuſammenhängen.
* Berlin, 25. Juli. Der neue Gouverneur von
Deutſch=Oſtafrika Dr. Schnee iſt in Dar=es=Salaam
eingetroffen und hat die Geſchäfte des kaiſerlichen
Gou=
vernements am 22. Juli übernommen.
* Pittsburg, 25. Juli. Wolkenbruchartige
Regengüſſe richteten geſtern in Weſtpennſylvanien,
Oſt= und Weſtvirginia ungeheueren Schaden an. Von
allen Seiten werden die Zerſtörung zahlreicher Häuſer,
Brücken und Telegraphenleitungen, die Unterbrechung
von Eiſenbahnverbindungen, ſowie die Vernichtung der
Ernten gemeldet. Viele Perſonen ſind ertrunken, die
Straßen ſind von Häuſertrümmern verſchüttet und
zahl=
reiche Familien ſind obdachlos.
* Lima (Peru), 25. Juli. Ein Erdbeben von
40 Sekunden Dauer zerſtörte faſt gänzlich die Stadt
Piura. Mehrere Perſonen ſind getötet oder verletzt.
* Tokio, 25. Juli. Der Zuſtand des Kaiſers.
wird im Palais als ſehr ernſt angeſehen. — Geſtern
ſabend llb 12 Uhr wurde folgendes Bulletin ausgegeben:
Die Temperatur beträgt 38,2, Puls 105, ſehr
unregel=
mäßig mung 37, weniger ruhig. Der Kaiſſer iſt heute
erſchör er, ſeine Kräfte ſind geſunken, das
All=
gemeinbefinden iſt unbefriedigend.
Innsbruck, 25. Juli. Von dem geſtern früh hier
unter Führung des Arztes Dr. Lorenz aus Wien
auf=
geſtiegenen Freiballon „Zeppelin” iſt bis heute
mittag noch keine Nachricht eingetroffen. Man befürchtet
deshalb, daß die vier Inſaſſen mit dem Ballon in den
Alpen verunglückt ſind.
HB. Paris, 25. Juli Als geſtern abend gegen 7
Uhr der Marquis Louis de Montebello ſein Schloß
un=
weit Paris zu Fuß erreichen wollte, wurde er
unter=
wegs vom Blitz getroffen und getötet Louis
von Montebello iſt der Sohn des früheren Botſchafters
in St. Petersburg und Direktor der marokkaniſchen
Staatsbank.
St. Abs, 25. Juli. Ein aus Amſterdam
kom=
mender Dampfer ſtieß heute früh bei dichtem Nebel
auf die Klippen im Süd=Oſten des St. Abs=Kaps und
ging untſer Die Paſſagiere und die Mannſchaft
wurden von Fiſcherbooten gerettet.
HB. London, 25. Juli. Aus Ymuiden wird
telegra=
phiert: Eine britiſche Kriegsflotte fuhr in der
vergangenen Nacht durch die dortige Heringsflotte
und zerſtörte ſämtliche Netze.
HB. Malta, 25. Juli Man iſt hier ſehr beunruhigt
über das Schickſal des engliſchen Kreuzers
Proſerpie, der am vergangenen Freitag von
Alexandria abgefahren und ſchon über 38 Stunden
über=
fällig iſt. Man verſuchte, von anderen Schiffen mittelſt
drahtloſer Telegraphie mit dem Dampfer in Verbindung
zu treten, bisher jedoch ohne Erfolg.
Prieſkaſten.
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ſoeben erſchienene Vorleſungs=Verzeichnis der Handels=
Hochſchule für das Winterſemeſter 1912/13 übertrifft
dasjenige des Vorſemeſters ſowohl wie auch die der
anderen Semeſter an Reichhaltigkeit und Ausſtattung
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Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt teilen wir allen Freunden
und Bekannten mit, daß heute nachmittag
4 Uhr unſere innigſtgeliebte Mutter, Groß=
(*1970
mutter und Schwiegermutter
Frau
Lina Steurer Wwe.
geb. Stoesser
im Alter von 75 Jahren nach längerem Leiden
ſanft verſchieden iſt.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Familie L. Steurer.
Darmſtadt, den 23. Juli 1912.
Kaſinoſtr. 24, II.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten Gattin,
unſerer treubeſorgten Mutter
(B15947
Frau Julie Lipp
geb. Rühl
ſagen wir Allen unſeren aufrichtigſten Dank.
Ins=
beſondere danken wir den Schweſtern der
Petrus=
gemeinde für die liebevolle Pflege, dem Herrn
Pfarrer Flöel für die troſtreiche Grabrede, dem
Gaſtwirte=Verein Darmſtadt, dem Orthſchen
Männerquartett, den Stammgäſten der „
Unge=
hängten” dem Kegelklub „Harmonie” dem Tanz=
Inſtitut Geiſt, ſowie für die zahlreichen
Blumen=
ſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Lipp und Kinder.
Darmſtadt, den 25. Juli 1912.
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß heute plötzlich unerwartet unſer
unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und
Onkel
(15969
Friedrich Keil
im 26. Lebensjahre verſchieden iſt.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen
in deren Namen:
Philipp Keil.
Darmſtadt, den 25. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
um 5½ Uhr, vom Friedhofe aus, ſtatt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 26. Juli:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 27. Juli:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbat=
ausgang 9 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 27. Juli:
Vorabend 7 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 10 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 28. Juli, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet hat ſich oſtwärts verlagert,
während die Depreſſion von Weſten her gegen den
Kontinent vorgedrungen iſt. Geſtern war es bei uns
unter dem Einfluß des Hochs meiſt heiter und trocken.
Die Temperaturen liegen heute morgen etwas höher als
ſeither. Die Winde wehen in Deutſchland meiſt aus
öſtlicher Richtung. Wir haben mit dem Einfluß des von
Weſten her vordringenden Tiefs zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 26. Juli:
Wechſelnd bewölkt, ſtrichweiſe Regen, etwas kühler.
Tageskalender.
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —
Bürgerkeller um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Kaiſer Wilhelm und ſein Enkel an Bord der „
Hohen=
zollern; vom Feſtzug zum Bundesſchießen in
Frank=
furt; die feierliche Eröffnung der olympiſchen Spiele
in Stockholm; Manöver der franzöſiſchen
Gebirgs=
truppen.
Verſteigerungskalender,
Samstag, 27. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Johs. Haus (
Forſt=
meiſterſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Freitags von 10—1 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 3—5 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Städtiſches Muſeum (Schloßgraben 9). Geöffnet
Sonn= und Feiertags, ſowie Mittwochs und
Frei=
tags von 11—1 und 3—5 Uhr, bei freiem Eintritt. —
Dienstags, Donnerstags und Samstags von 10—1
Uhr (Eintritt 30 Pfg.).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Aax Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Jleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
be=
timmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Inli 1912.
Nummer 174.
Das Annaſtift in Beſſungen.
Am 1. April dieſes Jahres waren es vierundzwanzig
Jahre, daß die Gemeinden Darmſtadt und Beſſungen
miteinander vereinigt wurden. Dieſe Vereinigung iſe
zum Segen und großen Nutzen beider ausgefallen ud
es wird heute wohl kein einziger Bewohner das alte
Verhältnis zurückwünſchen. Dieſer Zuſammenſchlaß war
eine Notwendigkeit geworden; viele einſichtige Bewohner
beider Gemeinden waren ſeit Jahren eifrig bemüht, ihn
herbeizuführen, und dennoch konnte er erſt nach langen,
hartnäckigen Kämpfen zuſtande kommen. Beide Orte
waren im Laufe der Zeiten an zwei Teilen
zuſammen=
gewachſen und die Beziehungen allmählich ſo zahlreich
geworden, daß eine längere Trennung beiden nur zum
großen Schaden gereichen mußte. So hatte Darmſtadt
das Oktroi eingeführt, während es Beſſungen als
Land=
gemeinde nicht gewährt werden konnte. Das führte zu
mancherlei Streitigkeiten, die aber des Humors nicht
ent=
behrten. An der gemeinſamen Grenze ſuchten die
Beſſun=
ger Geſchäftsleute, wie Bäcker, Metzger uſw., das Oktroi
zu umgehen, und die Jagd auf die Defraudanten war
oft luſtig und lehrreich zugleich. Ja, bei einem ſolchen
Vergehen mußte das Amtsgericht einſt entſcheiden, ob
das Oktroi dort bezahlt werde, wo das Fleiſch gekocht,
oder da, wo es verzehrt wurde. Man erzählte ſich, daß
in den Tagen, an denen die Darmſtädter Behörde eine
allgemeine Vernichtung der allzu zahlreichen Spatzen in
Szene ſetzte, aber die Beſſunger im Gegenſatz zu
Darm=
ſtadt darauf verzichteten, die klugen Tiere über die Grenze
flogen und im Beſſunger Schutz der Darmſtädter
Ver=
folgung ſpotteten.
Der Hauptgegner der Vereinigung war die Gemeinde
Beſſungen, beſonders waren es die Bewohner der alten
ländlichen Gemeinde. Im Laufe der Zeit hatten ſich eine
Anzahl vermögender und reicher Leute auf der Höhe
zwi=
ſchen Darmſtadt und Altbeſſungen, in der Wilhelms=,
Anna= und Heinrichſtraße, eine neue Niederlaſſung
ge=
gründet, welche alle Vorteile der Landgemeinde genoß
(es waren deren nur wenige), die aber auch an allem
Schönen und Guten, welches die nahe Stadt ihnen bot,
teilnehmen wollten, und nichts ſehnlichſter wünſchten, als
Darmſtädter Bürger zu werden. Die Bewohner des alten
Beſſungen aber wollten ihre Selbſtändigkeit als
Land=
gemeinde ganz und voll erhalten, waren mißtrauiſch auf
alle Anbietungen, die man ihnen von Seiten der Stadt
unterbreitete.
Das führte zu einem Zwieſpalt zwiſchen beiden
Tei=
len; das Verlangen der Neubeſſunger auf Gas= und
Waſſerleitung und andere moderne Errungenſchaften
wurde ſchroff zurückgewieſen. „Die Herrn auf dem
Höhenweg” wie dieſe ſpöttiſch von den Altbeſſungern
genannt wurden, durften wohl hohe Steuern bezahlen,
hatten aber in der Gemeinde nichts zu ſagen, da man
ſie bei den Wahlen zum Gemeinderat abſichtlich
igno=
rierte und nur altbeſſungiſche Bauern, Handwerker und
kleine Beamten wählte.
Wie ſehr man ſich gegen alle Vorteile, die ein
grö=
ßeres Stadtanweſen bietet, ſträubte, wie man die
Ver=
einigung trotz aller Befürwortung der Behörde und aller
Einſichtigen zu hintertreiben ſuchte und=dadurch manches
Gute, das man von hoher Seite der Gemeinde
hochherzi=
gerweiſe gewährte, ins Gegenteil verkehrt wurde, zeigt
die Geſchichte des Annaſtifts, die wir hier nach den Akten
erzählen wollen.
Reſidenzen bieten ihren Bewohnern immer viele
Vorteile, welche im allgemeinen von allen Seiten
ge=
würdigt werden. Darmſtadt hatte ſeinen regierenden
Fürſten und Beſſungen die Familie des Prinzen Karl,
die in dem Palais in der Wilhelminenſtraße ihr Heim
aufgeſchlagen hatte.
Die Prinzliche Familie war der Gemeinde
Beſſun=
gen wohl gewogen und gar manche ſoziale und
wohl=
tätig wirkende Einrichtung, wie Kleinkinder= und
In=
duſtrieſchule, verdanken ihr das Daſein. Beſonders war
es Prinzeſſin Eliſabeth, die Gemahlin des Prinzen,
welche ihr großes Wohlwollen dieſen Anſtalten
wid=
mete, ſie unterſtützte und öfters beſuchte Als ihre
ein=
zige Tochter, die am 12. Mai 1845 zu Beſſungen geborene
Prinzeſſin Anna, herangewachſen war, teilte ſie mit ihrer
hohen Mutter die Sorge um dieſe Anſtalten und war ein
häufiger Gaſt in deren Räumen.
Im Jahre 1864, am 12. Mai, wurde ſie mit dem
Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg, der
ſich im Kriege 1870/71 als Heeresführer auszeichnete,
ver=
mählt und ſiedelte nach ihrer neuen Reſidenz Schwerin
über. Bei dieſer feierlichen Gelegenheit ſtiftete das hohe
Paar 100 Gulden, welche unter die Armen der Gemeinde
verteilt wurden, ſowie 300 Gulden zum Beſten der
Kleinkinder= und Induſtrieſchule.
Die Ehe des Großherzoglichen Paares dauerte aber
kaum ein Jahr, denn ſchon am 16. April 1865 ſtarb die
Prinzeſſin Anna, nachdem ſie einer Tochter das Leben
gegeben. Der Gemeinderat von Beſſungen ſchickte am
15. Mai ein Kondolenzſchreiben an den Verwitweten,
worin er für das Intereſſe, welches Höchſtſelige an den
wohltätigen, ſeit vielen Jahren in ſchöner Blüte
ſtehen=
den Anſtalten der Gemeinde, wie Kleinkinder= und
In=
duſtrieſchule für die weibliche Jugend, bei Ausſtellungen,
Prüfungen, Beſcherungen durch ihre hohe Gegenwart
be=
kundete, herzlich dankte.
Am 2. Juni traf von dem trauenden Gatten an den
Gemeindevorſtand von Beſſungen ein Dankſchreiben ein,
worin er bemerkte, daß er beabſichtige, der Gemeinde
Beſſungen, zum Andenken an ſeine verſtorbene Gattin
Anna, ein Geſchenk zu verleihen, und deſſen
Kabinetts=
rat, Schugg, berichtet am 1. Juli, daß S. K. H. der
Großherzog von Mecklenburg, 4000 Taler zur Gründung
einer Anna=Stiftung bewilligt habe. Am 7. Juli
be=
merkt der Kabinettsrat, daß der Großherzog 4000 Taler
gegeben und dabei an die Gründung oder Dotierung
oder Unterhaltung einer Kleinkinderſchule gedacht
wor=
den ſei. Es werden Vorſchläge und Mitteilungen
dar=
über erwartet, über den Namen iſt noch nichts
entſchie=
den. — Der Gemeinderat dankt am 18. Juli für das ſchöne
Geſchenk und bittet den Großherzog, das Geld zur
Gründ=
ung eines Anna=Stiftungsfonds, von deſſen Zinſen die
Koſten der Unterrichtsabteilung der konfirmierten
Kna=
ben und Geſellen in einer Handwerkerſchule oder
ähn=
lichen Anſtalt zur Erlernung der erforderlichen Kenntniſſe
in einem Handwerk, Gewerbe oder in der Landwirtſchaft
beſtritten werden ſollen, verwenden zu dürfen. Fünfzig
Gulden von den Zinſen ſollen alljährlich zum Kapital
geſchlagen werden. Die Verwendung ſoll auch für
kon=
firmierte Mädchen zuläſſig ſein.
Im Laufe des Monats Juli berichtete Kabinettsrat
Schugg, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog
über die ihm gemachten Vorſchläge einverſtanden ſei und
daß, nach. Einſendung einer Quittung, das Geld
ein=
geſchickt würde. Am 4. Auguſt konnte der Bürgermeiſter
deſſen Empfang beſcheinigen.
Jetzt trat der Gemeinderat zu einer Sitzung
zuſam=
men, worin eine Kommiſſion gewählt wurde, die
Vor=
ſchläge über die Verwendung der Zinſen der Stiftung
machen ſollte. Am 5. September traf die behördliche
Ge=
nehmigung zur Annahme der Stiftung ein mit dem
Be=
merken, daß ein Erwerb der Korporationsrechte nicht
notwendig ſei.
Nun beſtand zurzeit die Darmſtädter
Handwerker=
ſchule, die von mehreren Lehrern ſehr gut geleitet und
mit Hilfsmitteln aller Art für den Unterricht ausgeſtattet
war. Der Bürgermeiſter richtete die Anfrage an das
Kuratorium dieſer Schule, ob man bereit ſei, die jungen
Handwerker aus Beſſungen zur Ausbildung
aufzuneh=
men; aus den Zinſen der Anna=Stiftung wolle man
einen Beitrag zu den Koſten geben.
Das Kuratorium bemerkte zuvorkommend, daß ſchon
ſeit Jahren junge Handwerker von Beſſungen die Schule
beſuchten und daß der Aufnahme aller Lehrlinge von
Beſſungen nichts entgegenſtehe, ſondern dieſelbe mit
Freuden begrüßt werden könne.
Das Kreisamt zu Darmſtadt, welches der Anſicht
war, daß dies die beſte Löſung der Angelegenheit ſei,
be=
fürwortete die Aufnahme und bemerkte zugleich, daß die
neue Landwirtſchaftsſchule, die im Laufe des Jahres zu
Darmſtadt gegründet werde, auch die jungen Landwirte
von Beſſungen gerne zu ihren Schülern rechnen würde.
In einer Sitzung des Gemeinderats vom 6.
Novem=
ber 1865 ſollte die Frage erörtert werden, ob man mit
der Darmſtädter Handwerkerſchule einen Vertrag
ab=
ſchließen oder ob man zur Errichtung einer ſelbſtändigen
Handwerkerſchule zu Beſſungen ſchreiten ſolle. Erſterer
Vorſchlag wurde von dem Bürgermeiſter Demmel warm
unterſtützt, konnte aber keine Majorität finden.
Unterdeſſen waren andere Kräfte im Stillen tätig.
Man verbreitete von einer der Stadt feindlichen Seite
die Mär, daß das Geld der Anna=Stiftung den
Darm=
ſtädtern in die Hände geſpielt werden ſolle, das dürfe
nicht geſchehen, das Geld müſſe in der Gemeinde bleiben.
Ein Komitee wurde gegründet, das die Gründung einer
freiwilligen Handwerkerſchule beſchloß. Eine Liſte zur
Aufbringung von jährlichen Beiträgen wurde in Umlauf
geſetzt, und bald waren 287 fl. 15 Kreuzer gezeichnet.
In einer neuen Sitzung des Gemeinderats wurde
von einem ſehr tätigen Agitator für die neue Schule ein
Plan zu deren Einrichtung vorgelegt und genehmigt.
Ein Schulvorſtand von 5 Mitgliedern wurde gewählt,
aus der Mitte des Gemeinderats und 2 aus den
Bür=
gern der Gemeinde, die abwechſelnd jeder
Unterrichts=
ſtunde beiwohnen ſollten; der Gemeinderat behielt ſich
das Aufſichtsrecht vor.
Neben der Handwerkerſchule ſollte auch eine
Land=
wirtſchaftliche Fortbildungsſchule gegründet werden, an
der von Beſſunger Lehrern an dreigAbenden Unterricht
erteilt werden ſollte, die aber nie ins Leben trat.
Am 21. Juni 1866 kam endlich die Gründung
zu=
ſtande und der Gemeinderat gab in einer ſtürmiſchen
Sitz=
ung mit großer Majorität ſeine Genehmigung dazu. Das
Stiftungsſtatut lautete: Zweck der Anna=Stiftung iſt die
Begründung eines Fonds, aus deſſen Mitteln zu den
Koſten der Unterrichtserteilung an konfirmierte Knaben
der Gemeinde Beſſungen in einer Handwerkerſchule oder
ähnlichen Anſtalt zur Erlernung der erforderlichen
Kennt=
niſſe in einem Handwerk oder Gewerbe oder in der
Landwirtſchaft Verwendungen gemacht werden. Auch
für konfirmierte Mädchen der Gemeinde iſt zu gleichen
Zwecken eine Verwendung aus den Mitteln der Anſtalt
zuläſſig.
Die Zinſen des Stiftungskapitals betrugen 280
Gul=
den, welche mit Erlaubnis des Kreisamts zu den
frei=
willigen Beiträgen gegeben und die Summe von 567
Gulden 15 Kreuzer ergaben, die der Schule zur
Verfüg=
ung geſtellt wurde. Am 19. Oktober 1866 wurde die
Schule unter dem Namen Annaſtift, Techniſche
Fort=
bildungsſchule für Gewerbetreibende und Landwirte,
er=
öffnet. Zum techniſchen Lehrer wurde der Beſſunger
Bürger und Zeichenlehrer Schauppner ernannt, und
Leh=
rer Jung, an der Volksſchule, wurde zum Lehrer für
Deutſch und Mathematik beſtellt. Drei Jahre lang wurde
der Unterricht an drei Abenden erteilt und im Publikum
gingen allerlei Gerüchte um, welche der Schule nicht zur
Ehre gereichten. Der Schulbeſuch war mangelhaft, das
Verhalten der Schüler in= und außerhalb der Schule im
ganzen tadelhaft, die Schülerzahl ging ſtets zurück und
von dem Vorſtand ließ ſich niemand bei dem Unterricht
ſehen.
Da erinnerte ſich der Gemeinderat an ſein
Aufſichts=
recht und in ſeinem Namen erſchien der Reviſor Kaſpar
Henkel eines Abends in der Schule, um nach dem Rechten
zu ſehen, wurde aber vom Vorſtand und den Lehrern
zurückgewieſen. Darüber entſtand im Gemeinderat und
in dem Vorſtand des Annaſtifts ein heftiger Streit.
Letz=
terer legte insgeſamt ſein Amt nieder und die Schule war
ohne Haupt.
Auf Veranlaſſung des Kreisamts nahmen Profeſſor
Kumpa und Architekt Baumeiſter Harres eine Reviſion
der Schule vor; ſie erklärten unter anderem die
Zeich=
nungen für ſchlecht und ſchmutzig und die Kenntniſſe der
Schüler mangelhaft. Herr Harres machte verſchiedene
Vorſchläge zur Beſſerung des niederen Standes der
Schule. Im Gemeinderat wurde der Riß wieder
not=
dürftig verkleiſtert, ein neuer Schulvorſtand gewählt und
nach kurzem Anlauf zur Beſſerung der Schulverhältniſſe
wurſtelte die Schule bis zum Jahre 1879 weiter; da war
die Sache ganz unhaltbar geworden.
Auf Befehl des Kreisamts ernannte die Vertretung
der Gemeinde zur Unterſuchung der Schulverhältniſſe
eine Kommiſſion.
Zum Referenten wurde Oberſt Bickel beſtellt, der
nach gründlicher Unterſuchung folgendes Urteil über das
Annaſtift fällte: Zum Eintritt in das Kuratorium des
Annaſtifts fehlte ein höheres Wiſſen und Können, als
es in mancherlei Fällen vorhanden war. Es iſt daher
nicht zu verwundern, wenn ſpäter höchſt traurige
Sze=
nen ſich abſpielten und die mühſam ins Leben gerufene
Anſtalt auf eine ſchiefe Ebene geriet, um allmählich
herunter zu gleiten von dem früher geſteckten Ziele zu
der wenig oder gar nicht mehr entſprechenden
Verfaſ=
ſung, in der ſie ſich heute befindet, denn von allem iſt
nichts geblieben, als ein Zeichenlehrer mit einem
ſoge=
nannten Gehilfen und einem Schuldiener und von den
freiwilligen Beiträgen iſt keine Spur vorhanden.
Da=
bei weiſt die Rechnung von 1878 ein Defizit von 79 Mark
auf, weder ein Präſident noch ein Vorſtand iſt
vorhan=
den. Die Gründung iſt verfehlt, es fehlten die
wiſſen=
ſchaftlichen Faktoren im Kuratorium. Zu derſelben
An=
ſicht gelangte auch der Korreferent, Profeſſor Dr. Schopp.
Der Referent ſtellt die Anträge, der Gemeinderat
wolle beſchließen, Ermittelungen über den Zuſtand der
Schule anzuſtellen und die Schule eingehen zu laſſen, weil
ſie dem Statut und den Anforderungen der Zeir nicht
mehr entſpricht und die Gemeinde nicht in der Lage iſt,
eine Beſſerung herbeizuführen; ferner Verhandlungen mit
der Handwerkerſchule und Landwirtſchaftlichen Schule zu
Darmſtadt anzuknüpfen, unter welchen Bedingungen die
Beſſunger Schüler Zutritt zu denſelben finden.
Die Ergebniſſe der angeſtellten Prüfung waren
mangelhaft. Ein landwirtſchaftlicher Unterricht beſtand
nicht. (Als Kurioſum ſei hier mitgeteilt, daß der
Ge=
meinderat eine Anfrage an die Landwirtſchaftliche Schule
zu Michelſtadt richtete, unter welchen Bedingungen ſie
Schüler aus Beſſungen aufnehmen werde.) Die
Schul=
verſäumniſſe in der Handwerkerſchule waren ſehr
zahl=
reich, die Diſziplin ſchlecht. Freihandzeichnen wurde
nicht erteilt. Um die Schule bekümmerte ſich niemand.
Der Zeichenlehrer Schauppner, welcher 600 Mark Gehalt
bezog, hielt zweimal in der Woche 1½ Stunde
Lineal=
zeichnen, ſein Gehilfe Meß, der 170 Mark jährlich erhielt,
ſtand ihm zur Seite; kein Vorſtand, kein Bürger
unter=
ſtützten ſie. Die Schule hat bisher keinen Vater gehabt,
ſagten die Lehrer. Auch die Zentralſtelle zu Darmſtadt
verzweifelte an der Beſſerung der traurigen Zuſtände.
Man hätte denken ſollen, daß ein einſichtiger Vorſtand
dem guten Rat eines erleuchteten Referenten gefolgt,
die Schule aufgelöſt und die Schüler der Handwerker=
und Landwirtſchaftsſchule zu Darmſtadt überwieſen hätte.
Aber nichts derart geſchah. „Nur dieſes nicht, das
darf nicht geſchehen, die Darmſtädter ſollen dieſen
Triumph nicht haben” das waren die allgemeinen
Redensarten der Altbeſſunger Bürger. Der Fortbeſtand
der Schule wurde beſchloſſen und eine am 17. Dezember
1881 ſtattgefundene Bürgerverſammlung ſtimmte ihm zu.
Die Behörde hatte bei den traurigen Vorgängen jedes
Eingreifen in die Verhältniſſe vermieden, ſtand doch die
dringend notwendige Vereinigung beider Gemeinden in
Bälde in Ausſicht, die den mit kleinbürgerlichem
Eigen=
ſinn feſtgehaltenen Mißverhältniſſen eine Ende machen
mußte.
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Nummer 174.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Jnli 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Boxer. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(15961
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die nachſtehende Warnung des Kgl. Hern Polizeipräſidenten zu
Berlin bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 24. Juli 1912.
(15975
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Warnung.
Im Anſchluß an meine öffentliche Warnung der von dem
Heilverfahren „Radiopathy” eines G. A. Mann, Paris, Rue de
Loupre, vom 4. Februar 1910, gebe ich hierdurch bekannt, daß der
Inhaber des Inſtituts Mann durch Urteil des Pariſer Polizeigerichts
wegen unerlaubter Ausübung ärztlicher Tätigkeit zu einer
Gefängnis=
ſtrafe von 6 Monaten und einer Geldſtrafe von 3000 Frank verurteilt
worden iſt. Mann, der durch marktſchreieriſche Inſerate in deutſchen
Zeitungen für ſich Reklame macht und alle möglichen Krankheiten zu
heilen verſpricht, iſt ein Schwindler gefährlicher Art, der nach ſeinem
eigenen Geſtändnis niemals Medizin ſtudiert hat und dem man
be=
reits in Kanada, ſeinem früheren Tätigkeitsfelde, vor Jahren ſein
unſauberes Handwerk gelegt hat.
Vor dieſem auf Ausbeutung leichtgläubiger kranker Perſonen
abzielenden Schwindel wird hiermit nochmals gewarnt.
(474. I. 16. 12.)
Berlin, den 1. Juli 1912.
Der Polizeipräſident.
In Vertretung: Rebling.
Verſteigerung von altem Eiſen, Kupfer ꝛ.
Dienstag, den 30. Ifd. Mts., vormittags 11 Uhr,
verden auf dem Lagerplatz des Waſſerwerks am alten ſtädtiſchen
Lagerhaus ca. 10000 kg altes Gußeiſen, 3000 kg Schmelzeiſen, ca.
450 kg Kupfer, 300 kg Meſſing und 120 kg Rotguß öffentlich
meiſt=
bietend verſteigert.
Die Beſichtigung dieſer Altmaterialien kann nur unmittelbar
vor der Verſteigerung erfolgen.
(15870md
Darmſtadt, den 20. Juli 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Städtiſches Hallenſchwimmbad.
Vom 1. Auguſt an werden verſuchsweiſe
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Monatskarten zum Preiſe von 2 Mark 75 Pfg. ausgegeben.
Gleichzeitig wird, ebenfalls verſuchsweiſe,
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der Preis eines Einzelbades für Erwachſene von 40 Pfg. auf 30 Pfg.,
„ Kinder „ 20 „ „ 15 „
ermäßigt.
Der Preis der Einzelkarten an Volkstagen beträgt, wie
bis=
her, 10 Pfg.
Städtiſche Badeverwaltung.
(15773a
Klein.
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Die Handelskurse für Fortbildungsschüler beginnen
am 2. September.
(15953a
Anmeldungen erbeten.
Stener=Erhebung.
Das 2. Ziel der
Gemeinde=
ſteuer für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis längſtens Ende dieſes
Monats an den Werktagen,
vor=
mittags von 8 bis 12½ Uhr,
hier=
her zu entrichten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 15. Juli 1912.
Die Stadtkaſſe.
—
Bekanntmachung.
Freitag, 2. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Jacoby
in Darmſtadt, in der Gemarkung
Beſſungen gelegenen
Liegen=
ſchaften:
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XIII 64 1313 Acker, oberſte
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
XIII 140 2631 Acker, am
Pfungſtädter
Weg,
wieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
gerung wird auch dann erfolgen,
des Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 8. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
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Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Bangeſchäft
vorm. Eduard Harres,
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Darmſtädter Baugeſchäft,
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 8. Juli 1912 ſind die
Be=
ſtimmungen über die Firma, das
Koch. (15577a Stammkapital, die
Gewinnvertei=
lung, das Stimmrecht und die
Einziehung von Geſchäftsanteilen
ſowie über die
Vertretungsbefug=
nis geändert.
Bankbeamter Dr. Hans Stirtz
in Darmſtadt iſt als weiterer
Ge=
ſchäftsführer beſtellt.
Die beiden Geſchäftsführer ſind
berechtigt, die Geſellſchaft
gemein=
ſchaftlich zu vertreten.
Jeder der ſtellvertretenden Ge=
Golläcker, ſchäftsführer iſt berechtigt, in
Ge=
meinſchaft mit dem
Geſchäfts=
führer Dr. Hans Stirtz die
Ge=
ſellſchaft zu vertreten.
Das Stammkapital iſt ent=
XXXVI 28 975 Wieſe, die ſprechend dem Beſchluß der Ge=
Rudolphs= ſellſchafter vom 8. Juli 1912 um
280000 Mk. erhöht und beträgt
(15949
jetzt 436000 Mk.
Der Geſellſchafter, Bank für
Handel und Induſtrie, Aktienge=
Die Genehmigung der Verſtei=ſellſchaft in Darmſtadt, bringt auf
ſeine Stammeinlage den
Teilbe=
falls ein der Schätzung entſprechen=trag von 280000 Mark von der
ihm gegen die Geſellſchaft
zu=
ſtehenden Forderung auf
Zinſen=
konto ein, die ihm in gleicher Höhe
auf ſeine Stammeinlage
aufge=
rechnet werden.
Darmſtadt, 19. Juli 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Die Firma L. C. Nungeſſer in
Griesheim hat dem Kaufmann
Theodor Böll in Darmſtadt
Pro=
kura erteilt. Eintrag in das Han=
(15963
delsregiſter erfolgt.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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unterzeich=
neten Amtes offen, wo ſie
wäh=
rend der Dienſtſtunden eingeſehen
werden können. Auch können die
Bedingungen nebſt
Angebots=
formulare gegen porto= und
be=
ſtellgeldfreie Einzahlung von 50 ₰
für jedes Los von daher bezogen
werden.
Schriftliche Angebote,
verſchloſ=
ſen und verſiegelt, mit
entſprechen=
der Aufſchrift ſind bis zum
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öffnungstermin, Dienstag, den
6. Anguſt ds. Js., vormittags
11 Uhr, an das Betriebsamt 1
portofrei einzureichen. Die
Zu=
ſchlagsfriſt beträgt 14 Tage. (315960
Darmſtadt, den 22. Juli 1912.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
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Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
22
Du magſt es ſchon jetzt erfahren, Johann, was der
Großvater noch heute allen Leuten mitteilen wird. Frau
Wronka, die Mutter unſeres kleinen Junkers, iſt die
Frau des verſtorbenen Onkel Wilhelms, und der Kleine
iſt der rechte Enkel und alleinige Erbe des alten Herrn.
Großvater wird Frau von Bagewitz um zehn Uhr in
Begleitung ihres Sohnes abholen, Gott ſegne ihren
Ein=
zug in Altenwerder. Geh und teile Dörthe mit, was
ich Dir geſagt habe. Ihr beiden Getreuen ſollt dies
vor allen anderen zuerſt erfahren.
Unſer kleiner Wilhelm iſt der eheliche Sohn von
unſerem jungen Herrn? Dörthe haben Sie es gehört.
ſſchrie er die alte Dienerin an, die gerade das Zimmer
betrat.
Aber ſie hatte es nicht gehört, und er mußte ihr die
Freudenbotſchaft aufs Neue verkünden, Und als der erſta
Jubel in Worten verklungen war, ſagte die treue Seele:
Na, Johann, wer behält nun doch Recht. Aus Ihrem
Kuckucksei iſt ein Vogel gekrochen, der von Rechts wegen
lin unſer Neſt gehört. Und wir haben wieder einen
jungen Herrn. Gott ſegne unſern Junker.
Suſanne ſah ſich zum erſten Male zurückgeſetzt, den
beiden Getreuen war mit dem kleinen Junker ein neuer
Stern aufgegangen. Bei ihm lag ja die Zukunft des
alten Namens.
Die Wronka blickte verwundert auf, als zu ſo früher
Stunde der Wagen mit dem Kammerherrn und dem
Kinde vorfuhr. Das Erſtaunen wuchs, als ſich der alte
Herr bei ihr melden ließ, der Kleine blieb im Wagen.
Ich komme, um Sie zu bitten, uns dieſen Tag zu
ſchenken. Wollen Sie ſich einmal die neue Heimat des
Knaben anſchauen, gnädige Frau?
Anna blickte ſcharf zu Bagewitz hin. Was bedeuteten
dieſe Worte? Wollte man ſie gefügig machen — ſie
überrumpeln, damit ſie in eine Adoption willige — ſich
den Knaben abkaufen ließ?
Nein — dazu war ſie nicht zu haben. Sie verlangte
die Stellung, die ihr als Mutter Wilhelms zukam.
Bagewitz lernte bei dieſer zweiten Begegnung eine
andere Wronka kennen. Das war kein kokettes,
ſchmei=
chelndes Weib mehr, das ihm gegenüberſtand, dasſelbe
ſprühende Leben zwar und derſelbe Charme, aber aus
den Augen blickte ihm die kalte Ueberlegung eines klugen
Rechners entgegen — die Frau ließ ſich nicht
übervortei=
len, noch in einen Winkel ſtellen.
Es waren nur Sekunden, die das Schweigen dauerte,
dann antwortete Anna mit der Miene einer großen
Dame, die eine Gnade erteilt: Mit dem größten Ver=
gnügen werde ich der freundlichen Einladung folgen,
Herr von Bagewitz, um ſo lieber, als meine Tage hier
nur noch gezählt ſind.
Sie wollen uns ſo bald verlaſſen?
Das hängt von Ihnen ab.
Was ich dazu tun kann, um Sie hier für immer
feſt=
zuhalten, gnädige Frau, das wird geſchehen.
Wirklich?
Anna war jetzt ſichtlich überraſcht, ſie ahnte, daß in
dieſen Worten die Anwartſchaft auf ein Glück lag, daß ſie
gar nicht zu hoffen gewagt hatte. In tollem Wirbel
kreiſten ihre Gedanken, ihre Augen lagen ſo durchbohrend
auf dem alten Herrn, als wollte ſie in ſeinem Herzen leſen,
und da er ihr mit einem gutmütigen, ermunternden Lächeln
zunickte, ſtürzte ſie zu ihm hin und beugte ſich in
aufwal=
lender, ſtürmiſcher Empfindung über ſeine Hand, um ſie
zu küſſen.
Ich weiß nicht, ob ich Sie richtig verſtanden habe.
Herr von Bagewitz.
Ich pflege keine Rätſel aufzugeben.
Wie ſoll ich Ihnen danken?
Indem Sie mein Alter warm machen. Sie haben es
dazu, ich habe es geſtern geſpürt. Doch nun kommen Sie,
der Kleine wird nicht begreifen, wo ſeine ſchöne Mutter
bleibt.
Sie fuhren miteinander durch die lachende
Sommer=
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wie im Traum, ſie vernahm den antwortenden Baß des
Kammerherrn, ſie ſelber aber blickte weit hinaus dem
ſtol=
zen Schloß entgegen, das ihre Heimat werden ſollte — die
Heimat der armen verachteten Wronka, die Gattin des
Entgleiſten.
Mama, guck, da iſt das Schloß von Großvater und
Onkelchen.
Wilhelm war aufgeſprungen und zeigte zur Linken,
wo über eine große Wieſenfläche weg das wuchtige Gebäude
ſich zeigte, das Anna nur ganz von weitem hatte liegen
ſehen. Es hob ſich mit ſeinen grau=weißen Mauern, auf
denen der helle Sonnenglanz lag, in leuchtender Weiße
von den hohen Bäumen des Parks ab — ein
überwäl=
tigender Anblick für Anna Wronka!
Hier ſollte ſie als Herrin gebieten. Ihr dunkles Auge
ſog ſich feſt an den gewaltigen Mauern, dem ſtolzen Turm,
dabei überhörte ſie völlig, daß Bubi auch von einem Onkel
ſprach. Der Kammerherr aber hatte es ſofort erfaßt und
zog das Kind zärtlich an ſich, ihm in das erregte
Geſicht=
chen ſchauend. Haſt Du Onkel Friedrich Wilhelm ſehr lieb?
So lieb wie Dich und Tante Suſanne.
Da erwachten in Anna noch ſtolzere Zukunftsträume,
ſie riß den Knaben in ihre Arme, überſchüttete ihn mit
Küſſen und rief: Wen haſt Du nicht lieb, mein Goldjunge?
Haſt Du Dir zu dem Großvater auch einen Onkel erobert?
Dieſer leidenſchaftliche, impulſive Ausbruch gefiel dem
alten Herrn, die Wronka hatte Temperament, in Liebe und
Haß empfand ſie gleich kräftig. Es war Raſſe in ihr.
Dieſer Onkel wird dem Knaben zum Vormund geſetzt
werden. Noch heute wollen wir alles Geſchäftliche
er=
ledigen, wenn es Ihnen recht iſt, gnädige Frau?
Der Kammerherr hatte franzöſiſch geſprochen, damit
die kleinen Ohren nichts verſtehen konnten. Zu ſeiner
Ueberraſchung antwortete Anna in reinſtem Pariſer
Akzent, ſie war nicht umſonſt mit der kleinen Komteſſe vom
nahen Schloß erzogen worden. Doch das brauchte keiner
zu wiſſen, da ſie für gut fand, zu erzählen, ſie habe ihre
Bildune in einer vornehmen Penſion erhalten.
Eie aut ie ſorehe, de inmn ich ſe nein Franpbſch.
wieder auffriſchen.
Es wird mir eine große Freude ſein, mit Ihnen
plaudern zu dürfen.
Der Wagen hatte die Rampe erreicht, donnernd fuhr
er in das Schloßportal ein, deſſen ſtolze Säulen einen
großen Balkon trugen.
Bagewitz beobachtete heimlich, welchen Eindruck die
Großartigkeit ihrer zukünftigen Heimat auf Anna machen
würde. Aber er erlebte eine Enttäuſchung. Sie ſchritt
ſo ruhig über die Schwelle in die impoſante Halle, als ſei
ſie in einem Schloß geboren — eine Wronka ließ ſich nicht
ſo leicht verblüffen. Nun ſie feſten Boden unter den
Füßen hatte, war ihr Auftreten an Sicherheit und
Gg=
wandtheit das einer vornehmen Dame.
Suſanne trat Anna in ſtolzer Ruhe entgegen. Dieſe
Frau, die mit dem erſten Fußtritt, den ſie ins Schloß ſetzte,
der früheren Herrin ihren Platz ſtreitig machte, ſollte nicht
in ihr Herz ſehen.
Willkommen in Altenwerder, gnädige Frau.
Die beiden Frauen ſahen ſich in die Augen, und
Su=
ſanne bemerkte, daß die Wronka gewachſen war. Warum
nur mußte ſie dieſe Frau ſo klar durchſchauen. Sie las
in den ſchönen Zügen die Zeichen der Eitelkeit und
Ge=
fallſucht, und die einer ausgeſprochenen Sinnlichkeit.
Warum wurde ihr plötzlich um Friedrich Wilhelm bange?
Melden Sie dem Herrn Aſſeſſor unſere Ankunft,
Johann. Ich erwarte ihn zum Frühſtück. Komm
Wil=
helm, wir wollen der Mama unſere Zimmer zeigen.
Und die Pferde und die Hunde, Großvater.
Alles nach der Reihe, mein Junge. Zuerſt werden
wir frühſtücken.
Und nun kam der Augenblick, wo die Wronka in
Ge=
genwart Suſannes dem Vormund ihres Knaben
gegen=
übertrat. Das junge Mädchen ſah, wie Friedrich
Wil=
helm über Annas Schönheit betroffen war, wie er ihr
ganz anders begegnete, als er ſich vorgenommen hatte.
Ja, ſie überraſchte einen vielſagenden Blick des alten
Heren, dr reitncd von den Aiſe zu der ſchnen Fem
glitt, die in bezaubernder Weiſe die Führung der
Kon=
verſation an ſich genommen hatte. Sie plauderte, lachte,
flirtete und war dazwiſchen zärtliche Mutter, bevor man
vom Tiſch aufſtand, hatte ſie mit dem alten Herrn und
Friedrich Wilhelm Brüderſchaft getrunken. Die Wronka
oder Frau von Buchberg hatte ſich zu Anna von Bagewitz
gewandelt und als ſie auch mit Suſanne anſtieß, fuhr über
die Nebenbuhlerin, der ſie doch verdankte, daß ſie ſo raſch
zum Ziel gekommen war, ein Blick ſtolzen Triumphes hin.
Draußen aber ſagte Johann zu Dörthe, ſeiner
Ver=
trauten: Die Wronka trägt den Kopf noch höher wie unſere
alte Gnädige. Das Kommandieren braucht die nicht erſt
zu lernen. Sie ſollen den Junker holen, Dörthe, machen
Sie ſchnell, die verträgt das Warten ebenſo wenig wie
der alte Herr.
Ein dem Frühſtück folgender Rundgang zeigte Anna
den prachtvollen Beſitz, und der Kammerherr verriet der
Frau, die ihn ganz bezaubert hatte, ſchon jetzt, daß ihr
und dem Knaben der andere Flügel des Schloſſes zur
Wohnung beſtimmt werden würde.
Und wo wird Friedrich Wilhelm wohnen?
Für den iſt Raum genug auf meiner Seite.
Und Suſanne?
Meine Enkelin wird einem längſt gehegten Wunſche
Folge leiſten und ſich in der Krankenpflege ausbilden.
Sie kann dann ſpäter hier ihres Amtes walten, wenn ſie
will.
Die Wronka ſtrahlte. Es fügte ſich alles nach ihrem
Wunſch, denn der einzige Menſch, den ſie fürchtete, war
Suſanne von Bagewitz: Und ſie wußte ihr für ihre
vor=
nehme Geſinnung und ihr Gerechtigkeitsgefühl, mit der
ſie Annas Rechte vertreten hatte, nur ſchnöden Dank,
in=
dem ſie ſchon jetzt die Augen zu dem Manne emporhob,
der einer anderen gehörte.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Jnli 1912.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Juli 1912.
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Kurſe vom 25. Juli 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Sf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,80
do.
79,90
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100, 10
3½ do. Conſols . . . 89,90
79,90
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
do.
93,10
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,20
88,00
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,10
44 do. do. (unk. 1918) 100,20
88,60
do.
33½
77,60
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,00
4 Württemberger v. 1907 100,10
do. v. 1875 95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,30
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,50
4 do. Goldrente . . . 96,00
4 do. einheitl. Rente . 87,50
3 Portug. unif. Serie I 64,30
3 do. unif. Ser. III 67,00
8 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 . . 101,75
4 do. v. 1890 . . 95,90
4 do. v. 1905 . . 91,10
95,90
4 Ruſſen v. 1880 .
90,80
4 do. v. 1902 .
.100,30
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 84,80
4 Türk. Admin. v. 1903 82,00
* Türk. unifiz. v. 1903 89,30
4. Ungar. Goldrente . . . 90,50
4 do. Etaatssmte. 8220
Jf.
In Proz.
5 Argentinier
.101,10
4
86,40
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,70
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,50
5 Innere Mexikaner . . . 95,10
do.
63,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,40
5 Gold=Mexikaner . . . 100,10
3 Buenos Aires Provinz 71,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 142,40
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,80
8 Baltimore und Ohio . 108,00
6½ Schantungbahn . . . 130,70
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 185
6 Pennſylvania R. R. . 122,30
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.522,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . . 261,80
30 Farbwerke Höchſt . . 650,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 153,00
30 Chem. Werke Albert 462,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz .
. . . . 324,00
4 Lahmeyer . . . . . . 125,80
Letzte
In Proz.
Divid.
71 Schuchert, Nürnberg 160,00
12 Siemens & Halske .240,50
5 Bergmann Electr. . . 140,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,10
0 Gummi Peter . . . . 122,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 117,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 565,50
10 Maſchinenf. Badenia
6 Wittener Stahlröhren 223,75
8 Steana Romana Petr. 140,80
15 Zellſtoff Waldhof . . 240,80
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . .
.. 225,25
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 189,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 236,40
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 174,90
10 Gelſenkirchener . . . . 192,40
8 Harpener .
. . . 189,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 265,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 100,75
4 Laurahütte . . . . .
10 Kaliwerke Aſchersleben —
11 „ Weſteregeln 201,75
7½ South Weſt Africa 141,40
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,70
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,70
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3. Prag=Duxer . . . . . . 75,20
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatshahn . 94,10
do.
78,80
5 Oeſterr. Stdb. (Lomb.) 99,60
In Proz.
Bf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,50
do.
53,50
77,10
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,90
4 Ruſſ. Südweſt. .
88,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
do.
4 Wladichawchas .
88,90
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,50
4½
do.
90,00
24/10 Livorneſer .
68,70
3 Salonique=Monaſtir . 63,50
4 Bagdadbahn .
83,80
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,80
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 71,40
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 94,80
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,80
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 197,50
7 Bergiſch=Märkiſche
.150,20
Bahn
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,25
6½ Darmſtädter Bank . 121,20
12½ Deutſche Bank . . . 254,10
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,80
10 Diskonto=Kommandit 185,40
8½ Dresdener Bank . . 154,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,20
7 Pfälziſche Bank . . . . 128,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 134,75
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 125,00
7½ Wiener Bankverein . 134,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98.30
H. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
88,00
6
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
do.
89,20
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 18, 16
99,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . .
99,90
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
89,00
S. 3—5 .
89,00
S. 9—11 .
. . . 89,10
Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
8½
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=M. 99,90
do.
V½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . ₰ —
3½ do.
4 Frankfurt. .
100,00
8½ do.
94,00
4 Gießen .
8½ do.
90,10
4 Heibelberg
„ 99,30
9½ do.
88,50
4 Karlsruhe
8½ do.
89,20
4 Magdeburg . .
99,10
8½ do.
4 Mainz . . . . . .
3½ do.
90,00
4 Mannheim . . . . . . 99,20
3½ do.
4 München .
100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg . .
100,00
3½ do.
88,75
4 Offenbac . . .. .
-
31
In Proz
3½ Offenbach
4 Wiesbaden .
.. 4 100,20
94,40
8½ do.
4 Worms.
98,20
3½ do.
88,50
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 172,50
8½ Cöln=Mindner , 100 133,40
8 Holl. Komm. . ſl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,20
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,80
8 Oldenburger . . .
125,50
8½ Raab=Grazer fl. 159 112,40
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
Fs. 15 —
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 —
do.
ſl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 514,00
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100 365,00
Benediger . . . . Fs. 30 42,90
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . .
20,43
20 Franks=Stücke .
16,29
Amerikaniſche Noten . . 4,18¼
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöfiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten.
169,70
Italieniſche Noten .
80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,20
Reichsbank=Diskonto. .
Leat.
Seite 16,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Juli 1912.
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Nummer 174.
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