Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Reichskanzler Dr. v. Bethmann,
Holl=
weg iſt nach Berlin zurückgekehrt.
Die große Hitze iſt, wie aus allen Teilen des
Reiches gemeldet wird, vielfach die Urſache
verheeren=
der Brände.
Auf dem Bodenſee, in Berlin und an mehreren
anderen Orten ereigneten ſich ſchwere Bootsunfälle,
bei denen viele Perſonen ertranken.
Der Sultan ernannte Tatar Osmam
Paſcha zum Kriegsminiſter und Dſchavid=Paſcha
zum Kommandanten des 6. Armeekorps in Monaſtir.
Wegen der Ermordung zahlreicher
ruſſi=
ſcher Untertanen in Chineſiſch=
Kur=
keſtan hat die ruſſiſche Regierung in Peking
Genug=
tuung verlangt.
Die Anleihefrage hat in China zu einer
Mi=
niſterkriſe geführt. Vier Mitglieder des Kabinetts
haben ihre Demiſſion gegeben.
Die Wolken am europäiſchen Horizont.
*⁎* In allen offiziöſen Kundgebungen der letzten
Zeit iſt auf die friedvolle Lage, in der ſich Europa
augen=
blicklich befindet, hingewieſen worden, und erſt dieſer
Tage noch hat der britiſche Schatzkanzler in einer Rede
den Beginn einer Zeit internationalen Wohlwollens
gefeiert und betont, er ſehe keine Wolken am politiſchen
Horizont. Das iſt aber angeſichts der Zuſtände in der
Türkei nur eum grano salis zu verſtehen, wobei wir
nicht etwa an den Tripoliskrieg denken, der ſeine Gefahr
für den allgemeinen Frieden vorläufig verloren zu
ha=
ben ſcheint, ſondern an die Wirkungen, die die inneren
Wirren in der Türkei auf die Ruhe am Balkan
über=
haupt ausüben können.
Während der vorigen Aufſtände in Albanien lag
iſchon ein Konflikt mit Montenegro recht nahe, der, wenn
er zum Ausbruch gekommen wäre, möglicherweiſe die
Aufrollung der Balkanfrage zur Folge gehabt hätte.
Denn ohne Zweifel wird ſich ein im Wetterwinkel
Euro=
pas entſtehender Brand nicht lokaliſieren laſſen, er würd
alle Fragen ihrer Löſung entgegenführen, die ſeit
Jahr=
zehnten mühſam unterdrückt worden ſind, um nur ja
den Status quo auf der Balkanhalbinſel aufrecht zu
er=
halten. Da iſt die albaniſche, die mazedoniſche, die
kre=
tiſche, die armeniſche Frage, ſie alle müſſen einmal
aus=
getragen werden, wenn die Zeit gekommen ſein wird.
Rumort es in der Türkei, dann ſpitzen alle Völkerſchaften
am Balkan die Ohren, um den günſtigen Moment nicht
zu verpaſſen, alte und neue Wünſche in Erfüllung gehen
zu ſehen.
Wie wir meldeten, hat Serbien ſoeben die erſten
beiden Aufgebote der Miliz einberufen — zu einer
län=
geren Waffenübung heißt es offiziell, aber allgemein
nimmt man an, daß es wegen der Zuſtände in der
Tür=
kei geſchehen iſt. Serbien will vorbereitet ſein, um
et=
waigen Gefahren begegnen zu können und nicht das
Nachſehen zu haben. Daß man auch in Bulgarien auf
dem Qui vive ſteht und den Dingen im Osmanenreiche
erhöhte Aufmerkſamkeit ſchenkt, iſt klar. Bulgarien iſt
ja an der türkiſchen Grenze immer gerüſtet, und wenn es
ſich auch dem mazedoniſchen Komitee gegenüber in den
letzten Jahren korrekter verhielt, ſo wird doch niemand
glauben, daß es ſeine Abſichten in Mazedonien
endgül=
tig aufgegeben hat und nicht einen günſtigen Augenblick
für die Verwirklichung ſeiner Pläne benutzen ſollte.
Ebenſo weiß man ja, daß Montenegro ſeine Hoffnungen
auf eine weitere Gebietsausdehnung durch die
Begün=
ſtigung der albaniſchen Unruhen am beſten fördern zu
können glaubt und daß auch Griechenland die kretiſche
Frage in ſeinem Sinne nur durch eine allgemeine
Schwächung der Türkei wird zu löſen vermögen.
Wir ſagen nicht, daß es aus Anlaß der jetzigen
in=
neren Wirren im osmaniſchen Reiche zu einem Sturm
auf dem Balkan kommen muß, aber die Möglichkeit von
Komplikationen liegt doch vor, und es gibt alſo eine
Wolke am europäiſchen Horizont, erfreulicherweiſe die
einzige, die augenblicklich ſichtbar iſt. Wie bei der En=
trevue von Baltiſchport auch die Lage in der Türkei und
die ſich daraus für den Frieden am Balkan ergebende
Ge=
fahr erörtert wurde, ſo werden auch die europäiſchen
Kabinette fortgeſetzt ihr Augenmerk auf jene Wolke
rich=
ten, um zu verhüten, daß aus ihr ein Unwetter
hervor=
bricht, deſſen Folgen ſich nicht überſehen laſſen.
Deutſches Reich.
Dementi. Die in Heft 20 der in Hamburg und
Berlin erſcheinenden Halbmonatsſchrift Die Zeitſchrift
in einem Artikel zur Emdener Hafenfrage unter der
Ueberſchrift „Der Kaiſer und Hamburg gegen Preußen”
ausgeſprochene Behauptung, der Kaiſer habe einen
Teil ſeiner Kapitalien in Aktien der Hamburg-
Ame=
rika=Linie und des Norddeutſchen Lloyd angelegt, iſt der
Nordd. Allg. Ztg. zufolge, völlig erfunden. In
dem Vermögen des Kaiſers befinden ſich keine
Hapag=
oder Norddeutſche Lloyd=Aktien. Die aus der Ueberſchrift
des Artikels zu entnehmende bösartige Inſinuation, als
ob der Kaiſer hamburgiſche Intereſſen gegen Preußen
begünſtige, weiſt die Nordd. Allg. Ztg. auf das ſchärfſte
zurück.
Der Rechtshilfeverkehr zwiſchen
England und Deutſchland. Die Aelteſten der
Kaufmannſchaft von Berlin haben, einer Anregung der
anglo=deutſchen Abteilung der Londoner Handelskammer
folgend, eine Anzahl von Vorſchlägen über die
Verein=
fachung des deutſch=engliſchen Rechtshilfeverkehrs in
ei=
ner Denkſchrift zum Ausdruck gebracht, die auch über den
gegenwärtigen Zuſtand ausführliche Mitteilungen
enf=
hält. Die Aelteſten teilen die Anſicht der Londoner
Han=
delskammer, daß ein Beitritt Englands zu dem Haager
Abkommen angeſichts der Beſonderheiten des engliſchen
Rechts nicht tunlich ſei; ihre Vorſchläge würden
dem=
entſprechend Gegenſtand eines beſondern Abkommens
zwiſchen dem Deutſchen Reiche und Großbritannien
ſein müſſen. — Der Londoner „Barriſter=at=Law‟ Dr.
Ernſt Schuſter beurteilt in der Deutſchen Juriſtenzeitung
die Denkſchrift der Aelteſten folgendermaßen:
„Die . . Schilderung des gegenwärtigen Zuſtandes
iſt nicht frei von Irrtümern, und die vorgeſchlagenen
gegenſeitigen Vereinbarungen laſſen ſich teilweiſe nur
in weſentlich abgeänderter Form durchführen; aber die
Denkſchriſt bietet eine Fülle wertvollen Materials in
klarer und überſichtlicher Darſtellung, und ſie wird als
Grundlage für die weihere Beratung von größtem
Werte ſein. Ihre Verfaſſer verdienen daher den Dank
aller derer, denen das friedliche Zuſammenwirken der
beiden Völker am Herzen liegt.”
— Luftſchiffe für die deutſche Marine.
In der vor zwei Monaten vom Reichstag verabſchiedeten
Flottennovelle iſt eine Summe von 1600000 Mark zum
Erwerb eines Geländes zu Verſuchen für Luftſchiffe für
die Flotte eingeſtellt worden. Wie die Tgl. Rdſch, hört,
hat die Marineverwaltung bei Neumünſter (Holſtein)
ein größeres Gelände angekauft, das zu dieſem Zwecke
beſtimmt iſt. Auf dieſem Gelände ſoll in kurzer Zeit
mit dem Bau von Luftſchiffhallen begonnen werden und
eine Reihe weiterer Gebäude errichtet werden, die für
äronautiſche Verſuche notwendig ſind. Ferner ſind
2 Millionen für die Beſchaffung von Luftſchiffen und
Verſuche mit denſelben bewilligt worden. Von dieſer
Summe wird ½ Million für den Ankauf des Zeppelin=
Kreuzers „Viktoria Luiſe” verwendet. Der Ankauf
ande=
rer Luftſchiffe und Aeroplane iſt ſchon für die nächſte
Zeit beabſichtigt; insbeſondere intereſſiert ſich die
Marine=
verwaltung für den Ankauf eines geeigneten Waſſer=
Aeroplans nach dem Muſter der neuerdings bei der
eng=
liſchen Marine eingeführten Waſſer=Aeroplane, die
kürz=
lich dem König von England vorgeführt worden ſind.
Um ſich eine geeignete Beſatzung zur Führung der
Luft=
ſchiffe heranzubilden, hat die Reichsmarine=Verwaltung
ſieben Offiziere und Ingenieure nach Johannisthal
kom=
mandiert, deren Aufgabe es iſt, die Flugzeuge bezüglich
ihrer Verwendbarkeit für maritime Zwecke zu prüfen und
entſprechende Vorſchläge zu erſtatten. Die
Kommandie=
rung von Seeoffizieren und Ingenieuren nach dem
Flugplatz Johannisthal ſoll von jetzt ab alljährlich
er=
folgen.
Ausland.
Frankreich.
Vom Nationalfeſt. Die meiſten Blätter
be=
ſchäftigen ſich ungewöhnlich eingehend mit dem Verlauf
des Nationalfeſtes. (ſ. a. a. St.) Viele heben hervor,
daß der 14. Juli vor allem das Feſt der Armee
gewor=
den ſei. Namentlich die nationaliſtiſche und konſervative
Preſſe betont mit lebhafter Befriedigung, daß die
Be=
völkerung ſo maſſenhaft wie noch nie zu der
Truppen=
parade in Longchamps geſtrömt ſei und durch die
au=
ßerordentliche Begeiſterung, mit der ſie die Armee
be=
jubelte, bekundet habe, daß ſie rückhaltlos der
Geſamt=
heeresleitung zuſtimmt. Der Exzelſior ſchreibt: Die
po=
litiſchen Wirrniſſe ſchienen während einiger Jahre
zwi=
ſchen der Armee und der Nation eine Schranke
aufgerich=
tet zu haben; dieſe Schranke iſt jetzt gefallen, die
patrio=
tiſche Begeiſterung hat den Sieg davongetragen und
alles, was die Armee angeht, findet im Herzen des
Vol=
kes einen mächtigen Widerhall. Mehrfach wird in den
wärmſten Worten betont, daß dieſer Umſchwung zum
Teil das Verdienſt des Kriegsminiſters Millerand ſei,
dem die Bevölkerung in Longchamps durch ihre Zurufe
ihre Dankbarkeit bekundet habe.
Die franzöſiſch=ſpaniſche
Verſtändi=
gung. Nach einer Blättermeldung aus Madrid
ent=
hält der franzöſiſch=ſpaniſche Verſtändigungsentwurf über
die Eiſenbahn Tanger-Fez folgende Bedingungen:
Die beiden Regierungen werden jenen Punkt
bezeich=
nen, in der die Bahnlinie in ihre Zone eintreten ſoll.
Beiden Mächten wird die Befugnis zuerkannt, die
Teil=
ſtrecke ihrer Zone anzukaufen, ſobald die Bahnlinie
vol=
lendet iſt. An der zum Bau und Betrieb der Bahn zu
gründenden franzöſiſch=ſpaniſchen Geſellſchaft wird, wie
ſchon gemeldet, das franzöſiſche Kapital mit 60, das
ſpa=
niſche Kapital mit 40 Prozent vertreten ſein, doch wird
dem ausländiſchen Kapital mit Rückſicht auf die im
in=
ternationalen Umkreis von Tanger geplante Bahnſtrecke
eine Beteiligung von 8 Prozent reſerviert. Die
Arbei=
ten werden entſprechend den Grundſätzen des
deutſch=
franzöſiſchen Abkommens im Submiſſionswege vergeben
und zwar in Bauloſen von 20 bis 30 Kilometer.
Das Material der franzöſiſchen Flotte.
Bezeichnend für die Güte des franzöſiſchen
Flotten=
materials iſt ein Vorfall, der ſich auf einem Unterſeeboot
abgeſpielt hat und leicht verhängnisvolle Folgen hätte
haben können. Als nämlich das Unterſeeboot „Algérien”
eine Tauchübung vornahm, bemerkte der Kommandant
zu ſeinem Schrecken, daß ſich der Vorderteil des Schiffes
mit Waſſer füllte. Er ließ das Boot ſchleunigſt wieder
an die Oberfläche ſteigen, worauf es ſofort in das Dock
geſchleppt wurde. Dort wurde feſtgeſtellt, daß die
Pan=
zerplatten am Bug des Schiffes vollſtändig eingeroſtet
waren. Es herrſcht über dieſes Vorkommnis
begreif=
licherweiſe große Erregung. Man hält es für geradezu
unverſtändlich, daß ein ſolches Unterſeeboot überhaupt
noch zu Tauchzwecken verwendet werden konnte.
Amerika.
Englands Proteſt. Staatsſekretär Knoz
machte dem Senat von dem Proteſt Englands gegen die
Panamakanalbill in einem Briefe an den Vorſitzenden
der Senatskommiſſion für interozeaniſche Kanäle, Miſter=
Brandeges, Mitteilung. Der Brief, in dem die
engli=
ſchen Einwendungen auseinandergeſetzt werden, und der
von dem engliſchen Geſchäftsträger Mr. Mitchell=Innes
erhobene Proteſt beſprochen wird, wird allgemein
auf=
gefaßt als Ausdruck der Entſchloſſenheit des
Staats=
departements, die geſamte Angelegenheit dem Kongreß
zu überlaſſen. In dem Brief erklärt Knox, aus der
eng=
liſchen Proteſtnote gehe hervor, daß es die Anſicht der
britiſchen Regierung ſei, daß die Eximierung aller
ameri=
kaniſchen Schiffe von der Zahlung der Kanalzölle die
Verletzung des Hay=Pauncefote=Vertrages bedeuten
würde, daß es ferner grundſätzlich keinen Unterſchied
ausmachen werde, ob man den amerikaniſchen Schiffen
Zölle auferlege, nur um ſie ihnen nachher wieder zurück
zu erſtatten, oder ob man ſie ihnen überhaupt erlaſſe.
Die engliſche Note drücke die Anſicht aus, daß dieſes
Verfahren, den Schiffen die Zölle abzunehmen, ſie ihnen
aber wieder zu erſtatten, wenn vielleicht auch den
Ver=
trag dem Buchſtaben nach erfüllen, ſo aber doch
jeder=
falls gegen deſſen Geiſt verſtoßen würde.
Der Senat hat geſtern die Wahl des Senators
Lorimer aus Illinois wegen Wahlbeſtechung für
un=
gültig erklärt. Während des Bürgerkrieges ſind mehrere
Mitglieder des Senats wegen Landesverrats aus dieſem
ausgeſchloſſen worden, aber es iſt ſeit 115 Jahren nicht
vorgekommen, daß ein Senator wegen Beſtechung ſeinen
Sitz verloren hat.
Afrika,
Weltausſtellung. Auf einer unter dem
Vorſitz des Bürgermeiſters von Kapſtadt tagenden
Bür=
gerverſammlung wurde kürzlich der Plan erörtert, dort
in einigen Jahren, genannt wurde 1916, eine Ausſtellung
größeren Umfanges und womöglich internationalen
Cha=
rakters abzuhalten. Verſchiedentlich wurde dabei
aus=
geführt, daß dieſer von Kapſtadt ausgehende Gedanke
auf die Billigung des geſamten Landes rechnen könne.
Mit den anderen größeren ſüdafrikaniſchen Städten wie
mit den Handelskammern ſei bereits verhandelt und
wenn die Regierung auch noch nicht offiziell um ihre
Unterſtützung angegangen worden ſei, ſo könne man doch
aus den Aeußerungen verſchiedener Miniſter,
insbeſon=
dere des Premierminiſters, ſchließen, daß ſie dem Plan
ſympathiſch gegenüberſtehe. Wie die „Ständige
Aus=
ſtellungskommiſſion für die deutſche Induſtrie” mitreilt,
ſiſt bereits ein Zwölferkomitee gebildet worden, das ſich
zunächſt über das geeignetſte Jahr für die Ausſtellung
ſchlüſſig werden ſoll, ſowie darüber, ob ſie über eine
ſüdafrikaniſche Veranſtaltung hinaus zur
Weltausſtel=
lung werden ſoll.
China.
Kabinettskriſe? Wie amtlich mitgeteilt wird,
hat der Präſident die Rücktrittsgeſuche von vier
Mit=
gliedern des Kabinetts, die von ihren Anhängern zum
Rücktritt gezwungen wurden, angenommen. Auch der
Finanzminiſter Hſiunghſhiling iſt zurückgetreten, um ſich
gänzlich dem Studium der Finanzlage des Landes
wid=
men zu können. Der Premierminiſter, der
Finanzmini=
ſſter und der ehemalige Finanzminiſter Chowtſzchi
wer=
den ein Komitee bilden, das ſich mit der Frage
der=
ffremden Anleihen beſchäftigen ſoll. Der Miniſter des
Innern Chaopingelun wird das Finanzminiſterium
interimiſtiſch verwalten, bis die Finanzlage ſich gebeſſert
hat. Alsdann wird das Finanzminiſterium der frühere
Miniſter Chowtſzchi übernehmen.
Ein ruſſiſch=chineſiſcher Zwiſchenfall
Wie amtlich mitgeteilt wird, umringten im Dorfe Tſchira
bei Chotan in Chineſiſch=Turkeſtan chineſiſche Soldaten
und Ortsbewohner, an deren Spitze der aus Kaſchgar
nach Tſchira entſandte chineſiſche Reviſor Siun ſtand,
das Haus des ruſſiſchen Untertans Said Effendi. Ein
chineſiſcher Beamter forderte Said Effendi widerrechtlich
auf, vor dem Reviſor zu erſcheinen. Said Effendi
wei=
gerte ſich und ſuchte die Menge zuerſt mit Worten und
darauf mit Schüſſen auseinander zu treiben. Dabei
wur=
den zwei Angreifer getötet. Nunmehr befahl Siun den
Soldaten zu ſchießen und das Haus Saids anzuzünden.
In dem Hauſe befanden ſich etwa hundert ruſſiſche
Unter=
tanen, von denen viele erſchoſſen wurden und viele in
den Flammen umkamen. Der Generalkonſul von
Kaſch=
gar erſtattete Meldung. Die ruſſiſche Regierung hat
ihren Geſandten in Peking aufgefordert, die ernſteſten
Vorſtellungen zu erheben und volle Genugtuung zu
fordern.
* Deutſche Flotten=Manöver. Der
Erz=
herzog=Thronfolger Franz Ferdinand wird den
dies=
jährigen großen Manövern der deutſchen Flotte bei Kiel
beiwohnen. Auch ein ruſſiſcher Großfürſt hat dazu eine
Einladung erhalten.
* Molde, 14. Juli. Der Kaiſer hielt heute
vormittag auf der „Hohenzollern” Gottesdienſt ab und
machte nachmittags einen längeren Spaziergang.
* Konſtantinopel, 15. Juli. In Syrien
ſind zwei italieniſche Spione verhaftet worden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Juli.
* Vom Hofe. Prinz Heinrich von Preußen
iſt am Samstag mittag 12¾ Uhr im Auto in Jagdſchloß
Wolfsgarten eingetroffen und abends 9 Uhr 20 Min.
wieder abgereiſt. Der Erbgroßherzog und Prinz
Ludwig=begaben ſich am Sonntag vormittag 9½ Uhr
im Auto nach Friedrichshof und kehrten abends 6½ Uhr
nach Jagdſchloß Wolfsgarten zurück. Der Großherzog
kehrte abends 7¾ Uhr nach Wolfsgarten zurück. Ihre
Königl. Hoheit die Großherzogin begab ſich nach
Friedrichshof; die Rückkehr nach Wolfsgarten erfolgte
um 7 Uhr. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog der Fürſtlich Erbach=Schönbergſchen Beſchließerin
Emma Bailey zu Schönberg die Goldene
Verdienſt=
medaille des Ludewigs=Ordens.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Rudolf Zahn
zu Worms die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen der=ihm von Sr. Maj. dem König von
Württem=
berg verliehenen Silbernen Verdienſtmedaille erteilt.
D Nachtrag zur 8. Sitzung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung am Donnerstag, den 18. Juli: 8. Geſuch um
Be=
freiung von der Beſtimmung in § 68 der A. V. zur
Allge=
meinen Bauordnung für einen Neubau vor dem
Haupt=
bahnhof. 9. Geſuch um Befreiung von den Beſtimmungen
in Art. 45 und 50 der Allgemeinen Bauordnung für ein
Bauvorhaben in der Stiftſtraße.
— Grundſätzliche Entſcheidung des großen Senats
des Reichsverſicherungsamt. Das Schiedsgericht für
Ar=
beiterverſicherung hat die Pflicht, den Kläger über die
Möglichkeit zur Nachbringung rückſtändiger
Pflichtbei=
träge zu belehren. Dieſen Grundſatz hat das
Reichs=
verſicherungsamt in einer Reviſionsentſcheidung vom
23. März 1911 mit folgender Begründung ausgeſprochen:
Der Kläger hat in ſeinen Quittungskarten 183
Beitrags=
marken nachgewieſen. In der Berufungsſchrift hat er
behauptet, er ſei vom 30. März 1906 bis 15. Mai von
ei=
ner 10wöchigen Krankheitszeit abgeſehen, ſtändig
ver=
ſicherungspflichtig beſchäftigt geweſen, ſein Arbeitgeber
habe aber nichy genügend Beitragsmarken verwendet.
Das Schiedsgericht hat die Berufung wegen
Nichter=
füllung der Wartezeit zurückgewieſen. Es geht
zutref=
fend davon aus, daß zur Anrechnung von Beitragswochen
verſicherungspflichtige Beſchäftigung für ſich allein noch
nicht genügt, ſondern ſtets noch Beitragsleiſtung
hinzu=
kommen muß. Der Rentenanſpruch des Klägers iſt alſo
zur Zeit jedenfalls unbegründet. Indeſſen laſſen ſowohl
§ 146 des Invalidenverſicherungsgeſetzes als §§ 1442,
1444 der Reichsverſicherungsordnung die
nachträg=
liche Entrichtung von Pflichtbeiträgen innerhalb
beſtimmter zeitlicher Grenzen zu. Es erſcheint daher
nicht ausgeſchloſſen, daß die angeblich rückſtändigen
Bei=
träge noch nachgebracht und ſo die Vorausſetzungen der
Invalidenrente erfüllt werden. Ob die Behauptung des
Klägers richtig ſund die Nachbringung der fehlenden
Beiträge tatſächlich noch zuläſſig iſt, war vom
Schieds=
gericht nicht zu entſcheiden. Dieſe Frage iſt für den
an=
hängigen Rentenſtreit nur von mittelbarer Bedeutung.
Ihre Bejahung hätte weder die Berückſichtigung der noch
ausſtehenden Beiträge noch ihre Eintreibung von dem
ſäumigen Arbeitgeber ermöglicht. Die rechtſprechenden
Inſtanzen haben lediglich zu prüfen, ob die erhobenen
Anſprüche zur Zeit begründet ſind Die Entſcheidung
darüber, ob noch Beiträge nachträglich entrichtet werden
können oder müſſen, liegt den Verwaltungsbehörden ob
(§§ 1442 ff. der Reichsverſicherungsordnung). Eine
Ver=
wiſchung dieſer geſetzlich vorgeſehenen
Zuſtändigkeits=
grenzen müßte zu Schwierigkeiten führen und würde
widerſprechende Entſcheidungen ermöglichen. Auch zu
einer Ausſetzung des Verfahrens war das Schiedsgericht
im vorliegenden Falle nicht verpflichtet. Der Kläger
hätte durch die Ausſetzung zwar Gelegenheit bekommen,
die angeblich rückſtändigen Beiträge nachzubringen und
nötigenfalls eine Entſcheidung der Verwaltungsbehörden
herbeizuführen. Aber eine Pflicht zur Ausſetzung beſtand
nicht. Es iſt lediglich eine dem pflichtgemäßen Ermeſſen
des Schiedsgerichts überlaſſene Zweckmäßigkeitsfrage,
ob ein Rentenverfahren bis zur Entſcheidung einer
Vor=
frage auszuſetzen iſt oder nicht. Dagegen hätte
das Schiedsgericht den Kläger unter
allen Umſtänden über die Möglichkeit der
nachträglichen Beitragsleiſtung
beleh=
ren müſſen. Als foziale Behörde durſte es
ſich nicht auf die Entſcheidung über den ſtreitigen
Renten=
anſpruch beſchränken, ſondern es hatte die weitere
Pflicht, die rechtsunkundige Partei
ſachge=
mäß zu beraten und ihr den Weg zur
Ver=
wirklichung ihrer Anſprüche zu zeigen.
Dieſe Pflicht hat das Schiedsgericht ausweislich der
Akten hier nicht erfüllt. Darin liegt ein Mangel
des Verfahrens, der aber um deswillen nicht
weſentlich iſt, weil die Vorentſcheidung zur Zeit zutrifft
und den Anſprüchen des Klägers in keiner Weiſe ſchadet.
Denn ſie hindert den Kläger nicht, rückſtändige Beiträge
in gleichem Umfang noch jetzt beizubringen, wie dies
während des Rentenverfahrens möglich geweſen wäre,
und dann ſeinen Rentenantrag zu erneuern.
* Dr. Karl Neidhart F. In der Nacht zum Montag
iſt Geh. Obermedizinalrat Dr. Karl Friedrich Neidhart
nach längerem Leiden verſtorben, nachdem er erſt am
16. April ds. Js. nach 42jährigem Wirken im Heſſiſchen
Staatsdienſt in den Ruheſtand getreten war. — Dr. Kark
Neidhart wurde am 20. Februar 1837 zu Altenſchlirf im
Kreiſe Lauterbach geboren. Er promovierte in Gießen am
7. Januar 1860, war alsdann als prakt. Arzt in
Alten=
ſchlirf tätig, wurde am 5. Oktober 1870 zum Kreisarzt des
Kreismedizinalamts Homberg, am 7. März 1876 zum
Kreisarzt des Kreismedizinalamts Oppenheim und zmr
7. April 1877 zum Kreisarzt des Kreisgeſundheitsamts
Worms ernannt. Am 12. September 1881 erhielt er den
Charakter als „Medizinalrat”, wurde am 31. Mai 1882
zum Kreisarzt des Kreisgeſundheitsamts Darmſtadt
er=
nannt und am 24. September 1887 zum vortragenden Rat
bei der Abteilung des Miniſteriums des Innern und der
Juſtiz für öffentliche Geſundheitspflege mit dem
Amts=
titel „Obermedizinalrat” befördert. Am 12. September
1889 erhielt Neidhart das Ritterkreuz 1. Klaſſe und am 25.
November 1901 das Ehrenkreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen. Am 25. November 1892 wurde
ihm der Charakter als „Geh. Obermedizinalrat” verliehen.
Am 7. Januar 1910, aus Anlaß ſeines 50jährigen
Doktor=
jubiläums, wurde er vom Aerztlichen Verein für das
Großherzogtum Heſſen zum Ehrenmitglied ernannt. Am
16. April ds. Is, wurde er auf ſein Nachſuchen und unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen und ſehr
erſprieß=
lichen Dienſte in den Ruheſtand verſetzt und ihm aus
die=
ſem Anlaß das Komturkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen. Der ausgezeichnete
Beamte hatte ſich als Vorſitzender des Heſſiſchen
Landes=
verbandes gegen den Mißbrauch geiſtiger Getränke, als
Mitbegründer der Darmſtädter Volksküche und der
Heſſi=
ſchen Trinkerheilſtätte um das Gemeinwohl noch beſondere
Verdienſte erworben. Er war ein außerordentlich
ver=
dienſtvoller Beamter, deſſen hervorragendes Wirken auf
dem Gebiete der öffentlichen Geſundheitspflege ganz be
ſonders unſere Reſidenz, ja das ganze Heſſenland zu
dau=
ernder Dankbarkeit verpflichtet hat. R. i. p.
* Ueber die Entwickelung der Ueberland=Zentralen haf
Herr Regierungs= und Baurat Schöberl kürzlich in der
Verſammlung des Mittelrheiniſchen Fabrikantenvereinsꝛc
in Mainz einen Vortag gehalten, der jetzt auch als
Broſchüre erſchienen iſt. In außerordentlich inſtruktiver,
überzeugender Weiſe behandelte der Redner ſein Thema
zunächſt hiſtoriſch, dann die Intereſſen der Gegenwart
beleuchtend und zum Schluſſe auch Blicke in die Zukunft
werfend. Von beſonderem Intereſſe iſt die
Beantwort=
ung der Frage, die wohl ſchon jeder, der die
ſtaunens=
werte, grandioſe Entwickelung der modernen
Kraftanla=
gen kennt, ſich vorgelegt, was wird geſchehen, wenn
ein=
mal kein Raum mehr für weitere Ueberland=Anlagen,
wenn deren Netz einmal ganz dicht gezogen iſt:
Wenn in nächſter Zeit ganz Deutſchland mit
elektri=
ſchen Starkſtromleitungen überzogen iſt, ſo wird eine Zeit
der Ruhe, des inneren Ausbaues der allzu eilig
geſchaf=
fenen Anlagen eintreten. Dieſer Entwickelungszuſtand
wird natürlich für die elektrotechniſche Groß=Induſtrie
nicht erfreulich ſein, weil das große Arbeitsgebiet der
Ueberlandanlagen erſchöpft iſt, an dem Tage, an dem das
letzte deutſche Dorf an eine Ueberlandzentrale
angeſchloſ=
ſen iſt. Man wird dann überlegen, ob man in allem
richtig verfahren iſt und wird zunächſt finden, daß
es=
verkehrt war, den 40 Pfg. Licht=Tarif in ſo
gro=
ßem Umfange auf dem Lande eirzuführen. Man wird
bedauern, daß man ſich da und dort auf 30, ja auf 50
Jahre an dieſen Tarif gebunden hat. Auf dem flachen
Lande tritt bald ein gewiſſer Sättigungszuſtand in der
Anſchlußbewegung ein; das Lichtbedürfnis des
Land=
bewohners geht über ein beſcheidenes Maß nicht hinaus,
ſeine bekannte Sparſamkeit bleibt beſtehen; dazu
kom=
men die fortſchreitenden Verbeſſerungen der
Metallfaden=
lampe. Niemand weiß heute mit Beſtimmtheit, wie weit
ſich der Stromverbrauch der Metallfadenlampe für die
Einheit der Lichtſtärke noch herabſetzen läßt. Jetzt iſt
ſchon bei dem 50 Pfg.=Tarif das elektriſche Licht billig
genug. Wird es aber aus den angegebenen Gründen
noch billiger, ſo ſtehen den hohen Anlagekoſten der
Ueber=
landleitungen, Transformatorenſtationen und Ortsnetze
keine genügenden Einnahmen aus dem Lichtverkauf
gegen=
üiber. Der Lichtverkauf aber iſt das wirtſchaftliche
Rück=
grat des Unternehmens, weil auf dem flachen Lande der
Kraftabſatz ſich immer in beſcheidenen Grenzen halten
wird. Auch die Sorge um die Entwickelung des
Dieſel=
motors bleibt beſtehen. Wird der Dieſelmotor noch
beſſer und billiger, ſo zwingt die Konkurrenz mit ihm
da=
zu, mit den Strompreiſen für die beſten, das heißt die
am gleichmäßigſten arbeitenden Abnehmer, immer tiefer
herabzugehen. Die Elektrizitätswerke werden aber in
den meiſten Fällen im Wettbewerb mit dem Dieſelmotor
Von der Oſtaſienfahrt des Prinzen
Waldemar von Preußen.
Tſingtau, 20. Juni.
Prinz Waldemar von Preußen verläßt heute mit
dem Morgenſchnellzug der Schantungbahn die Kolonie,
um über Hungſchan, Tſinanfu, Yentſchoufu, Tientſin
und Peking die Heimreiſe über Sibirien anzutreten. Die
große Oſtaſienfahrt des Prinzen nähert ſich damit ihrem
Ende; ſie hat, wie wir aus verſchiedenen Aeußerungen
unſeres hohen Gaſtes ſchließen dürfen, in dem elftägigen
Aufenthalt in Tſingtau einen Höhepunkt erreicht, der in
der Erinnerung an die mit großen Eindrücken reich
er=
füllten Weltreiſe ſtets an erſter Stelle ſtehen wird. Seine
Königliche Hoheit Prinz Waldemar hat unter der
fach=
kundigen Führung unſeres Gouverneurs einen
umfaſ=
ſenden Einblick in das geſamte öffentliche Leben des
Schutzgebietes gewonnen, unſere wirtſchaftlichen und
kulturellen Beſtrebungen kennen gelernt, mit führenden
Perſönlichkeiten aus allen, auch den chineſiſchen Kreiſen
der Kolonie ſeine Eindrücke beſprochen und die
Ueber=
zeugung gewonnen, daß unſer ſchönes Tſingtau zu einem
machtvollen Hort des Deutſchtums im fernen Oſten
em=
porgewachſen iſt. Wir ſind gewiß, daß Prinz
Walde=
mar, deſſen friſches und liebenswürdiges Weſen hier
un=
gemein ſympathiſch berührt hat, auch manch rein
perſön=
liche liebe Erinnerung von Tſingtau mit nach der
Hei=
mat nimmt. Hier iſt wohl in erſter Linie die Familie
unſeres Gouverneurs zu nennen, deſſen gaſtliches, von
ſchönſter Harmonie erfülltes Heim dem prinzlichen
Welt=
reiſenden die angenehmſten Eindrücke von der
Vertre=
tung des Deutſchen Reiches an der chineſiſchen Küſte, von
der Pflege deutſcher Art und deutſchen Familienſinns im
fernen Lande verſchafft hat. — Viele gute Wünſche der
Kolonie bealeiten Seine Königliche Hoheit den Prinzen
auf ſeiner weiteren Reiſe und bei dem fernen Studium
und Wirken in der Heimat!
(Tſingtauer Neueſte Nachrichten.)
21. Juni.
Prinz Waldemar von Preußen wird am 25. Juni
in Peking eintreffen, und gedenkt etwa acht Tage dort
zu bleiben. Es iſt ein Beſuch der Minggräber und ein
größerer Empfang auf der deutſchen Geſandtſchaft
vor=
geſehen. Von hier wird der Prinz dann die Fahrt nach
Europa antreten. Vom 9. bis zum 19 Juni hat ſich der
Prinz im Schutzgebiet Kiautſchou aufgehalten und dieſe
Zeit dazu benutzt, ſich ein ſo vollſtändiges Bild von dem
geſamten Schutzgebiet zu verſchaffen, wie es in dieſem
Umfange wohl zum erſten Male einem Gaſt vorgeführt
worden iſt. Beſonders die zahlreichen wertvollen
Vor=
träge, die auf den verſchiedenen Stationen des
Pro=
gramms gehalten wurden, haben dazu beigetragen, dem
Prinzen einen ſo umfaſſenden Ueberblick über die
Ver=
hältniſſe des Schutzgebietes zu geben, wie ihn vielleicht
ſehr viele langjährige Bewohner nicht haben. Der
Prinz, der ſich ſchon früher ſehr gründlich über alles im
Schutzgebiet unterrichtet hatte, hat ferner die Ausflüge,
zu denen das Programm ihm Gelegenheit gab, mit
ge=
radezu rührender kindlicher Pietät dazu benutzt, mit
be=
ſonderem Intereſſe gerade die Stätten zu beſichtigen, die
mit dem Beſuch ſeiner Eltern in den Jahren 1898—99
verknüpft ſind, ſo deren damaliges Abſteigequartier im
alten Yamen, ihr Quartier in Litſun, Alt=Schatzykou im
Lauſchan, den Diedrichſtein am Abhange des
Signal=
berges, der in Anweſenheit des Prinzen Heinrich
ein=
geweiht wurde, das alte Artillerielager „Alila” uſw.
Aus dem ſehr reichhaltigen Programm, das Beſuche bei
wohl ſämtlichen ſehenswerten Stätten, öffentlichen und
privaten Anlagen, Schulen, Miſſionen. Kaſernen uſw.
vorſah, wollen wir nur am 10. Juni die Vorträge über
den Hafen, den Kajenbetrieb, die Entwickelung des
Schutzgebietes und über Gerichtsverfaſſung, chineſiſche
Juſtizreform und Militärjuſtiz im Schutzgebiet
hervor=
heben; ferner noch am 11. Juni einen Feſtakt in der
Gouvernementsſchule, die Taufe des Prinz Waldemar=
Weges und die Pflanzung eines Erinnerungsbaums:
den Empfang der chineſiſchen hohen Beamten, Kaufleute
und Literaten im Gouverneurswohnhaus, am 12. Juni
den Beſuch von Tſangkou und Litſun, die Kletter= und
Reitübungen der berittenen Kompagnie und den
Empfang von über zweihundert Perſonen mit dem
Ge=
ſang des Männerchors des dritten Seebataillons; am
13. Juni den ſehr anſprechenden Empfang in dem
pracht=
voll geſchmückten Kiangſu=Klub und die Vorführungen
des Poloklubs, am 14. Juni den Beſuch des Detachements
in Schatzykou und des Mecklenburghauſes, am 15.
Junk=
das Feſtmahl an Bord des Flaggſchiffs des
Geſchwader=
chefs, am 16. Gottesdienſt in der Chriſtuskirche, den
Be=
ſuch des Gouvernementslazaretts und des Tſingtauklubs
und ein Fußballwettſpiel der Matroſenartillerie und der=
Mannſchaft des Kreuzergeſchwaders, eine Fahrt durch
den Forſtgarten mit Tee auf dem Picknickplatz, ſowie ein
Bierabend beim Oberrichter Dr. Gruſen; am 17 einen
Ausflug mit S. M. S. „Scharnhorſt” nach Tai=
ching=
kung, am 18. militäriſche Vorführungen auf dem
Iltis=
platz, ein Frühſtück im Offizierskaſino und eine Fahrt
nach dem Iltisberg und den Befeſtigungsanlagen nach
vorhergehendem Vortraa; am 19 Beſuche des Bezirks=
und Polizeiamts, des Schlachthofs und der
Kiautſchou=
bibliothek und Zapfenſtreich der Garniſon. Am 20,
er=
folgte die Weiterreiſe nach Hung=ſhan, Po=ſhan, Tſi=
nan=
fu, dem Taiſhan, Küfu, Yen=chom=fu, Tientſin und
Pe=
king. Der Prinz hat ſich durch ſein unermüdliches
In=
tereſſe ebenſo wie durch ſein natürliches herzliches Weſen
im deutſchen Schutzgebiet allgemein große Sympathien
erworben, auch bei den Chineſen, deren Beteiligung an
den Veranſtaltungen ganz beſonders bemerkenswert
(Oſtaſiatiſcher Lloyd).
war.
die Führung behalten, weil bei größeren
Produktions=
mengen ihre Erzeugungskoſten immer niedriger werden.
Eine große Ausſicht beſteht für die Elektrotechnik auf
dem Gebiete der Beleuchtung. Es iſt ſicher, daß das
elek=
triſche Licht die Gaslampe in kurzer Zeit verdrängen
wird. Und dann beſteht noch eine große Hoffnung auf
die elektriſchen Bahnen. Hier hat man trotz der großen
Agitation, die in dieſer Sache getrieben wird, mit einem
langſamen Entwickelungstempo zu rechnen, weil ſich der
elektriſche Betrieb eigentlich nur für einen raſchen
Per=
ſonenverkehr eignet. Auf Strecken großen Verkehrs wird
man Schnellbahnen in den nächſten Jahrzehnten bauen.
Es wäre nichts verkehrter, als hier die natürliche
Ent=
wickelung überſtürzen zu wollen, weil man doch weiß,
daß der Dampfbetrieb als allgemeines Verkehrsmittel
in abſehbarer Zeit äuf den Bahnen nicht entbehrt werden
kann.”
— Ehrung der Gefallenen von Laufach=Frohnhofen.
Im Auftrage des Präſidiums der „Haſſia” wurden
zum Gedenktage der Gefechte Laufach=Frohnhofen die
Gräber der Gefallenen geſchmückt. Es hatte ſich eine
große Anzahl Kameraden eingefunden, die Kränze
nie=
derlegten. Auf dem Friedhofe Aſchaffenburg, Laufach,
ſowie dem Oeſterreicher Denkmal wurde je ein
Lorbeer=
kranz mit Widmungsſchleife niedergelegt, während die
übrigen Grabſtätten mit je einem Eichenlaubkranz
ge=
ziert wurden. Zur Feier, welche ſich am Denkmal in
Frohnhofen vollzog, war das geſamte Offizierkorps des
Königl. Bayer, 2. Jäger=Bataillons nebſt der Bataillons=
Kapelle, einer Abordnung von Oberjägern und Jägern
erſchienen, ſowie eine größere Anzahl Kameraden von
Darmſtadt. Bei Ankunft in Frohnhofen prangten
Denk=
mal und Grabſtätten bereits in feierlichem Schmuckd,
was durch das Kommando des 2. Jäger=Bataillons
wie ſeit vielen Jahren — veranlaßt worden war. Dieſer
hochherzige Akt wurde von allen Kameraden tiefbewegten
Herzens empfunden und dankbarſt anerkannt. Die Feier
wurde mit einem Choral durch die Bataillonskapelle
ein=
geleitet und hielt hierauf Herr
Güterexpeditionsvor=
ſteher Feldpufch eine warm empfundene Anſprache,
die etwa lautete:
Meine hochgeehrten Herren Offiziere! Liebe
Kameraden und Freunde! Zur heutigen Gedenkfeier
heiße ich Sie von Herzen willkommen und danke für
Ihr gütiges Erſcheinen und Ihre Teilnahme. Es wird
uns wiederum die hohe Ehre zu teil, das Offizierkorps
des Kgl. Bayer. 2. Jägerbataillons bei uns ſehen und
als Ehrengäſte begrüßen zu können. Wir haben weiter
zu danken, daß Herr Oberſtleutnant Hannappel die Güte
hatte, das Denkmal und die Ruheſtätten der Gefallenen
in ſo herrlicher und pietätvoller Weiſe wieder ſchmücken
zu laſſen, und zur Erhöhung der Feier die
Bataillons=
kapelle, ſowie eine Abteilung von Oberjägern und
Jä=
gern nach hier abzuordnen. Ich bitte daher den Herrn
Major Hofmeiſter als Vertreter des Herrn
Oberſtleut=
nant Hannappel, die Offiziere, die Bataillonskapelle und
die Abordnung des Bataillons für dieſe wiederholte
große Ehrung unſeren innigſten und herzlichſten Dank
entgegen nehmen zu wollen. Wenn wir innerem
Drange, frommem Brauch und Sitte folgend an
gewiſ=
ſen Tagen nach dem Friedhofe wallen, um die Gräber
unſerer Lieben zu beſuchen und daſelbſt ein ſtilles Gebet
zum Himmel ſenden, ſo beſchleicht uns ein ernſtes,
weh=
mütiges Gefühl. Lenken wir dagegen unſere Schritte
nach einem Gefechtsfeld, nach den darauf befindlichen
Maſſengräbern, ſo erfaßt uns ein mächtiges, herbes
Weh. Denn da ruhen nur Männer, die in der Blüte
ihrer Jahre, im ſchönſten Mannesalter, bei dem Ringen
mit dem Feinde ihr frühzeitiges Ende gefunden. Wir
ſtehen hier an ſolcher Stätte, der Stätte, wo vor
nun=
mehr 46 Jahren ein heißer Kampf entbrannte. An den
Maſſengräbern der heſſiſchen Kameraden, wo ſie kämpften
und als wackere Streiter den Tod für das Vaterland
erlitten. Alle, wie ſie hier zur ewigen Ruhe gebettet,
waren gute Soldaten, brave Kameraden und beſiegelten
die Treue zu Fürſt und Vaterland mit ihrem Blute.
Es iſt deshalb unſere Pflicht, das Andenken der
Gefal=
lenen in Ehren zu halten. Um dies zu betätigen, ſind
wir heute hier verſammelt, um den Gefallenen den
Tribut unſerer Liebe und Verehruna zu zollen und deren
Gräber zu ſchmücken. Möge das Andenken an die
Ge=
fallenen auch fernerhin in Ehren erhalten bleiben. Möge
ihr Verhalten, ihr Beiſpiel von Treue und Tapferkeit
dem jüngeren Geſchlechte ſtets ein Vorbild ſein. Sollten
für das Vaterland ernſte Zeiten entſtehen, ſo ſetzen wir
unſere Hoffnung und volles Vertrauen auf die jüngere
Generation, auf die jüngeren Kameraden. Und wenn
der Ruf des Vaterlandes an ſie ergeht, daß ſie alsdann
mit gleichem Mute tren und unentwegt einſtehen für
Kaiſer und Reich, für Fürſt und Vaterland. Das walte
Gott!
Namens des Präſidiums der Haſſia legte Herr
Feld=
puſch einen Lorbeerkranz am Denkmal nieder, ebenſo
na=
mens des Offizierkorps des Kgl. Bayer. 2. Jäger=
Batail=
lons Herr Major Hofmeiſter und namens des
Kriegervereins Darmſtadt Herr Telegraphenſekretär
Zölller. Die Bataillonskapelle intonierte „Kriegers
Gebet” und die ernſte und würdige Feier war beendet.
* Der Landesverband Heſſen des Deutſchen
Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien
iſt ſchon zu einer kräftigen Stütze des Geſamtvereins
ge=
worden. Bald wird ſeine erſte Schweſter
wohlaus=
gerüſtet und ausgebildet die Ausreiſe in die Kolonien
antreten können. Außerdem hat der junge
Landes=
verband nunmehr Badekuren für erholungsbedürftige
Schweſtern, die von aufreibender Tätigkeit aus den
Kolonien heimkehren, in Bad Nauheim eingerichtet.
Dieſe Schweſtern können auf Koſten des
Landes=
verbandes im Viktoria=Heim Aufnahme finden. Das
Viktoria=Heim ſteht unter dem Protektorate der
Prin=
zeſſin Viktoria von Battenberg und iſt außerordentlicher
Zweigverein des Alice=Frauenvereins für Krankenpflege
im Großherzogtum Heſſen. Es iſt zunächſt der rührigen
Tätigkeit der Abteilung Offenbach zu verdanken, daß
die für den Aufenthalt in dem Kur= und
Erholungs=
heim für Rote Kreuz=Schweſtern nötigen Mittel zur
Verfügung ſtehen. Möchten ſich immer mehr Frauen
Heſſens bereit finden, an den nationalen und
ſegens=
reichen Aufgaben des Landesverbandes mitzuarbeiten.
* Kriegerverein Darmſtadt. Zu dem zum Sonntag
nachmittag angeſetzten 4. Vereinsſchießen auf
Stand 6 der Militärſchießſtände hatte ſich wieder eine
ſtattliche Anzahl Vereinsmitglieder eingefunden, um
dem edlen Schießſport zu huldigen. Daß nicht nur die
jungen Kameraden gute Reſultate erzielen können,
be=
wieſen auch die älteren Kameraden, deren Ergebniſſe
nicht hinter denen der jungen Kameraden zurückblieben,
Geſchoſſen wurde ſtehend aufgelegt und ſtehend
frei=
händig auf eine Ringſcheibe aus einer Entfernung von
150 Meter. Es wurden alsdann noch 2
Ehren=
ſcheiben herausgeſchoſſen, welche beide Kamerad Nelle
als beſter Schütze erhielt. Infolge Umbau der
Schieß=
ſtände muß leider eine kleine Pauſe eintreten und
findet das nächſte Vereinsſchießen erſt wieder Mitte
Auguſt ſtatt wozu die Kameraden jetzt ſchon
einge=
laden ſeien. Nach Schluß des Schießens fanden ſich
noch die Teilnehmer in der Gartenwirtſchaft der
Schieß=
ſtände mit inzwiſchen angekommenen Familienangehörigen
zu einem Glaſe Bier zuſammen, um dann ſpäter
wohl=
befriedigt den Heimweg anzutreten.
* Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt e. V. Am
Samstag fand im ſtädtiſchen Saalbau das Sommerfeſt des
Kaufmänniſchen Vereinsſtatt. Es war ein Sommerfeſt in
des Wortes wahrſtem Sinne, denn nach den heißen
Tagesſtunden war der Aufenthalt in dem ſchattigen
Saalbaugarten angenehm erfriſchend. Das gut
zu=
ſammengeſtellte Konzertprogramm, unter
Obermuſik=
meiſter Mickleys Leitung fand allſeitig großen Beifall,
ebenſo die von dem Darmſtädter Soloquartett des
Herrn Indorf zu Gehör gebrachten Liedervorträge.
Den Glanzpunkt des Abends bildete ein Reigen, der
von Herrn Tanzmeiſter S. Guttmann einſtudiert und
von Damen des Vereins ausgeführt wurde. Der
Reigen bot ein entzückendes Bild. Die reich
ausge=
ſtattete Tombola fand ſehe guten Zuſpruch und ein
flotter Tanz vereinigte die ſehr zahlreich erſchienenen
Teilnehmer bis zur frühen Morgenſtunde. Das in jeder
Beziehung harmoniſch verlaufene Feſt legte wieder
be=
redtes Zeugnis davon ab, daß die Beſtrebungen des
Vereins, das gute Verhältnis zwiſchen Prinzipal und
Angeſtellten zu pflegen und zu fördern, auf fruchtbaren
Boden fallen.
* Das Sommerfeſt des Bürgervereins und des
Darmſtädter Fechtklubs fand am Samstag im
Bürger=
vereinsgarten ſtatt und war vom ſchönſten Wetter
be=
günſtigt. Das Feſt war gut beſucht und im prächtig
illu=
minierten, kühlen Garten war es ein Vergnügen, den
Klängen der Kapelle des Leibgarde=Infanterie=Regiments,
unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Hauske die
ernſte und leichtere Muſik gleich vorzüglich zu Gehör
brachte, zu lauſchen. Die Stimmung war deshalb auch
dementſprechend. Ein flottes Tänzchen, an dem ſich nicht
nur die Jugend beteiligte, ſchloß ſich an das herrlich
ge=
lungene Feſtt an.
* Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Das 17.
Deutſche Bundes= und Goldene Jubiläums=Schießen
wurde durch ein intereſſantes Wettſchießen
einge=
leitet. Bei demſelben ſchoß auf Feld 300 Meter
Enk=
fernung Herr Leo Raſt den 8. Becher und auf Stand
175 Meter Entfernung Herr Auguſt Gunſchmann den
18. Becher unter äußerſt ſtarker Konkurrenz.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute Dienstag
konzertiert Herr Muſikmeiſter=Aſpirant W. Klein mit
ſeiner kleinen aber wackeren Kapelle, den Trompetern
des Train=Bataillons Nr. 18, verſtärkt durch Trompeter
des Art.=Regts. Nr. 61, in Hugenſchütz’ Felſenkeller.
Herr Klein hat ein ſehr reichhaltiges Programm gewählt.
(Siehe Anzeige und Plakate.)
* Ludwigshöhe. Gleich wie in früheren Jahren,
ſollen auch heuer die Mittwoch=Abend=
Veran=
ſtaltungen verſchiedenen Charakter tragen. So findet
am nächſten Mittwoch im Anſchluß an das Kurkonzert
ein großes Abendkonzert (Streichmuſik) ſtatt, wobei außer
großer Illumination, Opern und Operetten, ein Wiener
Walzer=Abend vorgeſehen iſt. Ein gemeinſchaftlicher
Heimmarſch mit Muſik und Lampions hält die
Teil=
nehmer bis zum Schluß zuſammen. (Siehe Anzeige.)
§ Milchreviſionen. Während des Monats Juni
ſind durch die hieſige Polizei 3780 Milchreviſionen
vorgenommen worden. Hierbei wurden zwölf Proben
teils wegen zu geringem Fettgehalt und teils wegen
Waſſerzuſatzes beanſtandet und dem chemiſchen
Unterſuchungsamt zur Unterſuchung überwieſen. Infolge
dieſer Beanſtandungen und zwecks Aufklärung des
Sach=
verhalts war die Erhebung von zehn Liefer= und ſechs
Stallproben erforderlich. 40 Liter gewäſſerte Milch ſind
dem Verkehr entzogen worden.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats Juni 21 Perſonen, welche daſelbſt
korrek=
tionelle Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die
längſte Dauer der Nachhaft betrug bei drei Perſonen
je 730 Tage und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei
einer Perſon 156 Tage.
Offenbach, 15. Juli. Vom Zuge
überfah=
ren und getötet wurde auf dem Bahnhof in
Oberts=
hauſen der 32jährige Portefeuiller Peter Seipel aus
Obertshauſen. Er benutzte zu ſeiner Heimfahrt von
Frank=
furt einen Extrazug, der in Obertshauſen nicht hielt. Seipel
ſprang aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge,
wo=
bei ihm der Kopf und die Gliedmaßen abgefahren
wurden. Der Unfall wurde von keinem der Paſſagiere
bemerkt, ſodaß die verſtümmelte Leiche erſt heute morgen
von Bahnbeamten gefunden wurde.
Mainz, 15. Juli. Nach dem den Stadtverordneten
ſoeben zugegangenen Eingemeindungsvertrag
mit Koſtheim hat Koſtheim eine Schuldenlaſt von
998000 und ein Vermögen von 1800000 Mk. Die Stadt
hat die Eingemeindung von der Bedingung abhängig
ge=
macht, daß ſich die Staatsregierung bereit erklärt, den
der=
zeitigen Staatszuſchuß zu den Lehrergehältern von dem
Tage der Eingemeindung ab auf weitere zehn Jahre an
die Stadt Mainz fortzuzahlen. — Die
Stellenbe=
ſetzungskommiſſion prüfte am Samstag mehrere
Stunden lang die eingelaufenen Bewerbungsſchreiben um
die zwei Beigeordnetenſtellen. Zu einem
Er=
gebniſſe iſt man jedoch nicht gekommen. Von den 317
Be=
werbern wurden auf Wunſch der Bürgermeiſterei eine
große Anzahl ausgeſchieden, weil ſie noch zu jung ſind.
Im ganzen ſtehen jetzt noch 40 Herren zur Wahl. In der
nächſten Sitzung, die auf Dienstag abend anberaumt
wor=
den iſt, ſollen die zwei Kandidaten ausgeſucht und den
Stadtverordneten dann zur Wahl am Mittwoch empfohlen
terden.
Mainz, 15. Juli. Zwei junge Leute haben geſtern
vormittag auf der Ingelheimer Aue im Rhein gebadet.
Dabei iſt einer ertrunken. — Durch die Aufregungen,
die die Darmſtädter Gerichtsverhandlnug mit ſich brachte,
iſt bei dem Beigeordneten Berndt eine ſo ſtarke
Depreſſion eingetreten, daß er auf Anraten der Aerzte einen
Erholungsurlaub antreten mußte. — Am 3. Juli war
der 51jährige Arbeiter Karl Ebenhöh aus Bretzenheim
in einem Baugeſchäft der Deutſchhausgaſſe damit
beſchäf=
tigt, einen Kamin auf dem Dach abzunehmen. Der Kamin
ſtürzte um und traf dabei den Arbeiter. Schwer verletzt
Feuilleton.
* Aus Kunſt Wiſſenſchaft und Leben. Von der
Nordoſtpaſſage. Bei Gelegenheit der
geplan=
ten deutſchen Expedition durch die
Nordoſtpaſ=
ſage iſt es von Intereſſe, daran zu erinnern, daß die erſte
Anregung zur Aufſuchung der nordöſtlichen Durchfahrt
von einem Deutſchen ausging, nämlich von
Sieg=
mund Freiherrn von Herberſtein (1486—1566). Dieſer
war zweimal kaiſerlich deutſcher Botſchafter am Hofe des
moskowitiſchen Großfürſten. Die Erfahrungen, die er
auf ſeinen Reiſen durch das Ruſſiſche Reich ſammelte,
legte er in einem umfangreichen, in Wien 1549
erſchie=
nenen Werke nieder: „Rerum Moscovitarum
commen=
tarii” betitelt. Dieſes Werk enthielt eine Karte
Ruß=
lands, auf der die Quelle des Ob in einen See Kithai
(— China) verlegt iſt. In der Nähe dieſes Sees liegt
Cumbalik, das heutige Peking. Das war freilich ein für
unſere Zeit kaum noch verſtändlicher Irrtum, der aber
damals den Gedanken einer Nordoſtfahrt, auf der man
bis ins Herz Chinas gelangen zu können hoffte, mächtig
förderte. Daher iſt es kein Zufall, daß vier Jahre nach
dem Erſcheinen des Herberſteinſchen Werkes von London
aus die erſte Expedition zur Aufſuchung der
Nordoſtpaſ=
ſage in See ſtach; indirekt iſt Herberſtein ihr Veranlaſſer
geweſen. Die erſten Nordoſtfahrten — es ſind engliſche
unter Willoughby und Burrough, ſowie holländiſche
unter Barents — fanden zwar nicht den Weg nach China,
wohl aber verdankte die polare Geographie ihnen die
wichtigſten Entdeckungen von Nowoja Semlja,
Spitzber=
gen und der Bären=Inſel.
Sarah Bernhardts Pläne. Aus Paris
wird berichtet: Nach einer 36tägigen Tournee durch
Bel=
gien, Frankreich und die Schweiz, während der ſie in 23
Städten 32 Vorſtellungen gegeben hat, iſt die
unermüd=
liche Sarah Bernhardt nach kurzem Verweilen in Paris
nach ihrem anmutigen Beſitztum auf Belle Isle abgereiſt,
um dort ihre Erholung im Motorbootfahren, kräftigem
Cennisſpiel und — Pläneſchmieden für den Herbſt zu
ſuchen. Im September wird ſie wahrſcheinlich zur
Ein=
weihung des neuen Belleville=Theaters, das unter
Leit=
ung von Frédérie Soulie eröffnet werden ſoll,
zurückkeh=
ren. Später wird ſie nach London gehen, um im
Coli=
ſeum in den Einaktern „Lucrezia Borgia” und „Königin
Eliſabeth” und in dem neuen Stück „Ein Weihnachts=
abend in der Schreckenszeit” das ihr Sohn Maurice
Bernhardt zuſammen mit Henri Cain geſchrieben hat, in
der Rolle einer Frau aus dem Volke aufzutreten. Im
Oktober wird ſie dann nach Paris zurückkehren, um gleich
wieder zu ihrer „letzten” amerikaniſchen Tournee
aufzu=
brechen. Soweit gehen bis jetzt ihre Pläne. Im Stillen
aber hofft ſie noch, daß Edmond Roſtand ſie durch die
Erfüllung ſeines Verſprechens, ihr die umgearbeitete
„Princeſſe Lointaine” zur Verfügung zu ſtellen,
über=
raſchen wird.
Goethe im Karlsbader Beſchwerdebuch. Goethe
hat als Badegaſt alle die typiſchen Erfahrungen
durch=
gemacht, die auch wir noch heute auf unſeren
Ferien=
reiſen erleben, und ſo durfte auch der unverſchämte Wirt
nicht fehlen, der ihn durch eine geſalzene Rechnung
prellen wollte, aber Goethe war nicht der Mann, der
ſich prellen ließ. In einer geharniſchten Beſchwerde
wehrte er ſich gegen den Uebergriff des Wirtes und ſetzte
Reduzierung der Rechnung und Beſtrafung des Mannes
durch. Manchen, der heute nach dem Beſchwerdebuch
ruft, wird es intereſſieren, wie der Weimarer Olympier
ſich in dieſem Falle benahm, und ſo ſei deshalb ſeine
Beſchwerde, die ſich in den Anmerkungen zum vierten
Bande der „Tagebücher” in der großen Sophien=
Aus=
gabe an ſehr verſteckter Stelle befindet, einem weiteren
Kreiſe mitgeteilt. Goethe machte von Karlsbad aus am
21. Juli 1811 mit ſeiner Frau und deren Begleiterin,
Fräulein Ulrich, einen Ausflug nach dem nahen
Schlaggenwald und kehrte in heiterſter Laune beim
Wirt zum „Roten Ochſen” ein, um dort mit ſeiner
Geſell=
ſchaft zu ſpeiſen. Aber der Wirt wußte die Ehre, die
ihm dabei zuteil wurde, nicht recht oder auch vielleicht
nur zu gut zu würdigen und ſtellte ſeinem berühmten
Gaſte eine Rechnung aus, die dieſen in höchſten Aerger
verſetzte. Die Folge davon war, daß Goethe „das
ge=
horſamſte Promemoria” an den damaligen
Kreishaupt=
mann von Karlsbad richtete, dem er als ein ſtets
poſi=
tiver Kritiker einen Vorſchlag zur Beſſerung beifügte:
Er teilt zunächſt die Tatſachen mit, daß er für ein
Mit=
tageſſen, „mit deſſen Detaille er weder beſchwerlich ſein
noch deſſen Werth er allzu ſehr herabſetzen wolle” und
dem man ſehr viel Ehre antue, wenn man es pro Perſon
auf neun bis zehn Gulden anſchlage, für vier Perſonen
76 Gulden berechnet habe, und fährt dann fort: „
Unter=
zeichneter bittet um Vergebung, wenn er mit dieſer an=
ſcheinenden Kleinigkeit beſchwerlich fällt. Aber es iſt in
dieſen Tagen ſchon öfters zur Sprache gekommen, daß
Geſellſchaften, welche durch die ſchönen Wege, die
herr=
lichen Naturgegenſtände und das gute Wetter auswärts
gelockt wurden, mit Verdruß über ganz unerwartete
Zechen nach Hauſe gekehrt, und ihre gehoffte und
genoſ=
ſene Freude vergällt worden. Eine hohe Behörde wird
auch ohne mein Mitwirken einem ſolchen immer mehr um
ſich greifenden Uebel abzuhelfen wiſſen. Doch füge ich
einen mir ausführbar ſcheinenden Vorſchlag hier bey, in
keiner anderen Abſicht, als um zu zeigen, wie ſehr ich
wünſche, daß Karlsbad, dem ich ſo viel ſchuldig bin, bei
ſeinem bisherigen guten Ruf von billiger Behandlung
erhalten werde. — Unmaßgeblicher Vorſchlag:
Das bisher in Deutſchland übliche Zutrauen, daß man
in einem Gaſthof einkehrt, Bewirthung verlangt und dem
Wirth überläßt, zuletzt die Rechnung zu machen, kann bei
der gegenwärtigen Kriſe, bei dem Schwanken des
Sil=
ber= und Papiergeldes in hieſigen Gegenden wohl kaum
mehr ſtattfinden. Vom Wirthe iſt es kaum zu verlangen,
daß er die alten Preiſe halte, und nicht von den Gäſten,
daß ſie ſich neue ſollen gefallen laſſen. In Italien, wo die
Menſchen einander zu trauen weniger geneigt ſind, iſt es
durchaus hergebracht, daß man nichts in einem Gaſthofe
genießt, bis man ſeine Bedingungen gemacht hat. Und
es hängt von dem Reiſenden ab, wohlfeil oder teuer zu
leben, und man macht ſich jeden Tag ſeine Zeche ſelbſt.
Iſt es ja doch auch in Karlsbad herkömmlich, daß man
ſein Quartier akkordiert, ehe man es bezieht. Der
Speiſe=
wirth ſchickt ſeine Zettel mit den Preiſen, und bei
Pick=
nicks beſtimmt man gleichfalls, wie viel die Perſon zu
zahlen habe, und die Geſellſchaft wird danach bewirthet.
Bei allem Kauf und Verkauf findet Bieten und
Widerbieten ſtatt. Warum ſollte man ſich nicht in
gleichem Falle mit den Wirthen auf dem Lande und
in den kleinen Städten ſetzen können? Mein
unmaßgeblicher Vorſchlag wäre daher dieſer? Eine
hohe Behörde legte ſolchen Gaſtgebern in der
Nachbar=
ſchaft die Verpflichtung auf, mit Perſonen, welche
ent=
weder vorher Beſtellung machen, oder welche geradezu
anfahren, einen beſtimmten Akkord zu treffen über den
Preis deſſen, was man von ihnen verlange; es ſei nun
ein Frühſtück, Mittageſſen, Wein, Kaffee und dergleichen.
Oder auch, wenn Gäſte, wie hier öfters zu geſchehen
pflegt. etwas mitbringen, für das Abſteigezimmer, allen=
wurde er ins Rochushoſpital gebracht. Ebenhöh ſtarb
dort geſtern an den Folgen der Verletzungen.
Worms, 15. Juli. In der Schönauerſtraße
ſtürzte geſtern abend nach ½7 Uhr der Fabrikarbeiter
Johann Fiſcher aus Horchheim auf dem Heimweg mit
ſeinem Fahrrad ſounglücklich, daß er ſchwere
Ver=
letzungen im Geſicht, insbeſondere Bruch des
Naſen=
beines uſw. erlitt. Nach Anlage eines Verbandes wurde
der Verletzte durch die Sanitätswache mittels
Kranken=
wagens in das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.
Bornheim (Rh.), 15. Juli. Die hieſige evangeliſche
Kirche, deren Bau in das 16. Jahrhundert fällt, ſoll
renoviert werden. Bei den im Chor vorgenommenen
Ar=
beiten wurden nach Entfernung des Verputzes noch
gut=
erhaltene ſchöne Wandgemälde freigelegt. Die
Ge=
mälde ſollen hohen künſtleriſchen Wert beſitzen.
Gießen, 15. Juli. Der Rektor unſerer
Landesuniver=
ſität, Herr Profeſſor Dr. König hat ſich geſtern nach
London begeben, um als Vertreter der Univerſität an
der 250jährigen Jubelfeier der Royal
So=
ciety teilzunehmen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Juli. Der diesjährige
Ferienverkehr auf den Fernbahnhöfen hat nach den
amtlichen Feſtſtellungen den vorjährigen an Stärke
über=
troffen. — Im Finowkanal bei der Startbrücke in
Oranienburg badete ein 12jähriger Knabe. Plötzlich
ver=
lor er den Halt und ging unter. Seine Mutter ſprang
ihm entſetzt nach. Des Schwimmens unkundig verſank ſie,
ehe ſie den Knaben erreichte. Dasſelbe Schickſal traf den
Vater, den Heizer Köhler aus Berlin. Von den
Zeu=
gen des Vorfalles hatte Niemand die Geiſtesgegenwart,
den Ertrinkenden durch Stangen oder Leinen Hilfe zu
bringen. — Der Falſchmünzer Havenith wurde
nachmittags dem Unterſuchungsrichter zugeführt. Bei
ſeiner eingehenden Vernehmung gab der junge Mann an,
daß er lediglich das Opfer ſeiner Wißbegierde geworden
ſei Schon in ſeiner früheſten Jugend habe er mit großem
Intereſſe Bücher über chemiſche und galvaniſche
Experi=
mente geleſen. Zuerſt ſei er auf den Gedanken gekommen,
ſich einen Anhängſel für die Uhrkette in der Form eines
Zehnmarkſtückes herzuſtellen. Dies ſei ihm auch zu ſeiner
Zufriedenheit gelungen. Nach und nach habe er es ſo weit
gebracht, daß ſeine Medaillons von echten Goldſtücken nicht
zu unterſcheiden geweſen ſeien. Daraufhin habe er das
Strafrecht ſtudiert und darin geleſen, daß das Anfertigen
dieſer Nachahmungen nicht ſtrafbar ſei, wenn ſie nicht in
den Verkehr gebracht würden. Er ſucht ſich damit
heraus=
zureden, daß er dies auch nicht gemacht habe, vielmehr nur
ſeinen Freunden Wilms und Zittlau die von ihm
angefer=
tigten Zwanzigmarkſtücke zur Anſicht übergeben habe.
Wenn dieſe nun gegen ſein Wiſſen die nachgemachten
Goldſtücke in den Verkehr gebracht hätten, ſo ſei das nicht
ſeine Schuld. Dieſe ganz ſchön zurechtgelegten Angaben
des intelligenten jungen Mannes bewahrten ihn aber nicht
vor ſeiner Ueberführung in das Unterſuchungsgefängnis.
Denn es wurde zweifelsfrei feſtgeſtellt, daß die in
Süd=
deutſchland und dem Rheinlande in Verkehr gebrachten
Falſifikate ebenfalls aus ſeiner „Fabrik” herrühren. Ohne
Zweifel wußte er auch von der Verausgabung und hat
ſicherlich auch ſeinen Gewinnanteil eingeſtrichen.
Heidelberg, 14. Juli. Heute vormittag wurde hier in
der Stadthalle die Allgemeine Deutſche
Photo=
graphenausſtellung vom Großherzog als
Ehren=
protektor eröffnet. Die Begrüßungsanſprache hielt der
Vorſitzende des Ausſchuſſes Hofphotograph Gottmann=
Heidelberg. An die Eröffnungsſitzung ſchloß ſich ein
Rund=
gang durch die von über vierhundert deutſchen Ausſtellern,
darunter ſiebzehn Fürſten, beſchickte Ausſtellung.
Köln, 14. Juli. Die Torpedoboote ſind heute
vormittag 9 Uhr nach Bonn abgefahren.
Helbra bei Eisleben, 15. Juli. Geſtern morgen
ver=
unglückte in Bad Anna beim Baden ein 19jähriger
Berg=
mann. Als ein Mann ihm zu Hilfe kam, klammerte er
ſich an ſeinen Retter an. Beide ertranken. Die
Leichen ſind noch nicht geborgen.
Bremen, 14. Juli. Zu dem Empfangsabend
im Künſtlerverein zu Ehren der Mitglieder des nationalen
deuſtſch=amerikaniſſchen Lichrerbundes
Jan=
den ſich die Vertreter des Senats und der
Schulver=
waltung, die hieſigen Lehrervereine und der amerikaniſche
Konſul ein. Im Auftrage des Senats bewillkommnete
Senator Oelrichs die amerikaniſchen Gäſte, die mit der
Deutſchlandreiſe den Zweck verfolgten, mit den deutſchen
Kollegen in Gedankenaustauſch über die
Schulverhält=
niſſe einzutreten. Profeſſor Dr. Bohm begrüßte die Gäſte
als Leiter des bremiſchen Schulweſens. Der Präſident
des nationalen deutſch=amerikaniſchen Lehrerbundes Fick
dankte für den herzlichen Willkomm. Die amerikaniſchen
Kollegen ſeien gekommen, um ſich zu erbauen an den
Zei=
chen deutſcher Größe und Herrlichkeit, und um ſich zu
be=
raten mit Gleichgeſinnten und Gleichſtrebenden. Der
Vor=
ſitzende des Bremer Lehrervereins Lüdeking drückte die
Freude der Bremer Lehrerſchaft über den Beſuch aus. Die
Mitglieder des Deutſch=Amerikaniſchen Lehrerbundes, ſind
am Sonntag vormittag in Hamburg eingetroffen. Sie
wurden von Mitgliedern der dorkigen Lehrerſchaft am
Bahnhof empfangen. Der Sonntag war der Beſichtigung
Hamburgs gewidmet.
Breslau, 15. Juli. Am Sonntag verſtarb die bei
dem Eiſenbahnunglück bei Schmiedefeld ſchwer verletzte
Elfriede Meier. Die Opferzahl beträgt jetzt elf.
Wien, 15. Juli. In Graz wurde ein Anſchlag auf
den dortigen Pulverturm entdeckt. Der Militärpoſten
feuerte nachts auf zwei verdächtige Männer, die ſich aber
durch die Flucht retten konnten. Die fortgeſetzten
An=
ſchläge auf Pulvertürme haben den Verdacht erweckt, daß
es ſich um planmäßige Machenſchaften einer Oeſterreich=
Ungarn feindlichen Macht handelt. In Offizierskreiſen
wird behauptet, daß gleich nach dem Zündſchlagunglück in
Wiener=Neuſtadt ein italieniſcher Offizier
ver=
haftet worden ſei, was aber von den Militärbehörden
verſchwiegen wurde.
Turin, 15. Juli. Im Provinzial=Irrenhaus
von Turin iſt in der Nacht zum Sonntag eine
Meute=
rei der Irren der Kriminalabteilung ausgebrochen. 80
Mann dieſer Abteilung bemächtigten ſich der Anſtalt und
nahmen vier Wärter gefangen. Die Poliziſten,
Feuer=
wehr und Soldaten, die zum Schutz herbeigerufen
wur=
den, mußten ſich zurückziehen, weil die Irren drohten, die
feſtgenommenen vier Wärter vom Dach herunter zu
wer=
fen. Die Ruhe wurde erſt wieder hergeſtellt, nachdem
man mit den Irren einen förmlichen Friedensvertrag
geſchloſſen hatte.
Bern, 15. Juli. Gegen die Vergebung des Baues des
zweiten Simplontunnels an die Firma Gruen
u. Bilfinger in Mannheim, veranſtalteten verſchiedene
Berufsverbände Proteſtkundgebungen. Andere
Kund=
gebüngen ſtehen bevor. Der Verband der ſchweizeriſchen
Maſchineninduſtriellen beabſichtigt, zum Proteſt der
Schweizeriſchen Ausſtellung fern zu bleiben. Die Preſſe
wendet ſich heftig gegen ſyſtematiſche Verſuche der
deut=
ſchen Induſtrie, durch niedrige Angebote die öffentlich
aus=
geſchriebenen Arbeiten an ſich zu reißen.
Rohrſchach, 15. Juli. Auf dem Bodenſee kenterten
bei ſtürmiſchem Wetter und ungewöhnlich hohem
Wellen=
gang zwei mit Ausflüglern beſetzte Boote. Vier
Per=
ſonen aus Rohrſchach und ſieben aus St. Gallen
er=
tranken. Durch das Hilfegeſchrei aufmerkſam gemacht,
kamen mehrere Boote herbei, die aber wegen des hohen
Wellenganges nichts mehr retten konnten.
Rom, 15. Juli. Laut hieſigen Blättern hat der
Va=
tikan bei der Liquidation der kürzlich verkrachten
Floren=
tiner Banca per il Clero 1½ Millionen Lire
ver=
loren.
Paris, 14. Juli. Anläßlich des Nationalfeſtes
fand heute in Longchamps Parade ſtatt, die von
herr=
lichem Wetter begünſtigt war. Eine ungeheure
Zuſchauer=
menge umgab das Paradefeld. Der Bey von Tunis
be=
gleitete den Präſidenten, als er die Front der Truppen
ab=
ſchritt. Auf der offiziellen Tribüne bemerkte man u. a.
die beiden Söhne El Mokris. Luftſchiffe und Flugzeuge
kreuzten über dem Paradefeld. Der Parade wohnten
außer den ausländiſchen Offizieren und des diplomatiſchen
Korps der Chef des ruſſiſchen Generalſtabes Schillinski
bei. Präſident Fallieres überreichte den
Luftſchiffer=
truppen die Fahne des neu geſchaffenen Regiments für
miltäriſche Luftſchiffahrt. Der Präſident führte aus: Die
Fahne wird inmitten der Armee erſcheinen als Symbol
des franzöſiſchen Genies. Sie wird von dem überlegenen
ruhigen Mut der Aviatiker zeugen. Möge ſie das Andenken
an die Taten der Armee, der ich ſie anvertraue, erhalten!
Die Truppen wurden beim Vorbeimarſch lebhaft begrüßt
beſonders die Infanterie in den neuen Uniformen.
Eines der an der Parade teilnehmenden Luftſchiffe hatte
über Billancourt eine kurze Panne, wodurch es über Paris
abgetrieben wurde. Es landete ſpäter glatt bei Bibigny.
Paris, 15. Juli. In dem bekannten Badeort
Enghien entriß geſtern abend ein anſtändig gekleideter
Mann der die Eintrittsgelder in Empfang nehmenden
Kaſſiererin im Kurſaal einen Haufen Goldſtücke und
mehrere Banknoten und entfloh. Die Menge ſtürzte dem
Dieb nach, der nach wenigen Minuten eingeholt und durch
mehrere Revolverſchüſſe ſchwer verletzt wurde und zu
Boden ſtürzte. Der Uebeltäter, ein Eiſenbahnbeamter,
namens Huiſſon, wurde verhaftet und ins Krankhaus
ge=
bracht.
S.&H. Oſtrowo, 14. Juli. Ein ſenſationell
aufge=
bauſchter Prozeß, deſſen wochenlange Verhandlungen
auch nicht eine einzige der urſprünglich aufgeſtellten
ſchwerwiegenden Behauptungen über die angebliche
Kor=
ruption der preußiſchen Beamtenſchaft an der ruſſiſchen
Grenze ergaben, iſt nunmehr vor dem hieſigen
Landge=
richt zu Ende gegangen. Bekanntlich hatten ſich die
Brü=
der Heinrich und Moritz Woznianski aus
Skal=
mierzyce unter der Anſchuldigung zu verantworten, der
Zollſtation der Bahnſtrecke Berlin-Oſtrowo-Kaliſch
Beträge unterſchlagen und den Vorſtand der dortigen
Güterſtation Giede wiederholt durch Ueberweiſung von
Beträgen von 200 Mark und mehr zu ihren Gunſten nach
der Richtung hin beeinflußt zu haben, daß er ihnen
ver=
ſchiedene Zollerleichterungen gewährte. Mit dem
Güter=
ſtationsvorſteher Giede hatten ſich noch die auf der
glei=
chen Station dienſttuenden Beamten Brettſchneider,
Fra=
ter, Gorz, Kaiſer, Klimpel, Kwas, Pohl und Schulze
wegen des gleichen Vergehens zu verantworten. Die
Beweisaufnahme geſtaltete ſich für die Angeklagten
äußerſt günſtig, ſo daß der Vertreter der Anklage nicht
in der Lage war, gegen ſämtliche Angeklagten die
An=
klage aufrecht zu erhalten. Die Annahme von Beträgen
in Höhe von 200 bezw. 250 Mark wurde von dem
Ange=
klagten Giede ſelbſt zugegehen. Eine für den Ausgang der
Verhandlung allerdings höchſt bedeutſame
Meinungsver=
ſchiedenheit trat nur hinſichtlich der Frage zutage, ov die
Brüder Woznianski dem Stationsvorſteher die Beträge
übergaben, um ihn ihren Wünſchen gefügig zu machen.
Der Verteidigung gelang der Nachweis, daß die
ange=
klagten Beamten die erhaltenen Beträge reſtlos im
In=
tereſſe des Bahndienſtes und damit der geſamten
Ge=
ſchäftswelt verwendeten; ſie waren nämlich genötigt, mit
ruſſiſchen Bahnbeamten zuſammen zu arbeiten, und zwar
bei dieſen in der nun einmal üblichen Weiſe mit
Zuhilfe=
nahme des „rollenden Rubels” Wenn die Bahnbeamten
ihren ruſſiſchen Kollegen gegenüber mit derartigen
gele=
gentlichen aufmunternden Mitteln geknauſert hätten, ſo
würde eine erhebliche Verzögerung in der Beförderung
der Güter und damit eine empfindliche finanzielle Schä=‟
digung der Geſchäftswelt unausbleiblich geweſen ſein. —
Das Gericht ſchloß ſich im weſentlichen den Ausführungen
der Verteidigung an, erkannte aber angeſichts der
tatſäch=
lich vorgekommenen Unkorrektheit gegen Giede auf 300
Mark und gegen die Angeklagten Gebrüder Woznianski
auf 500 bezw. 300 Mark Geldſtrafe. Die übrigen
Ange=
klagten wurden freigeſprochen.
Chicago, 14. Juli. Bei Hindale, einem Vorort von
Chicago, ſtieß im Nebel ein Expreßzug aus Denver
mit einem Poſtfeldzug zuſammen. Bisher ſind 13
Leichen gefunden worden. Zahlreiche Paſſagiere
wur=
den verwundet. Das Unglück iſt wahrſcheinlich auf einen
Irrtum eines weiblichen Weichenſtellers zurückzuführen.
Middelfart, 14. Juli. Die hieſigen Kabelfabriken
er=
warteten vor über einem Monat den Segler „
Nordkap=
mit Kohlen aus Stettin. Den Fabriken iſt jetzt von der
Bergungsgeſellſchaft mitgeteilt, daß das Schiff mit der
Beſatzung unterg egangen iſt.
Kongreſſe und Verbandstage.
Verbandstag der Rabattſparvereine
Deutſchlands.
S. u. H. Stettin, 14. Juli. Unter dem Protektos
rat des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen
in ſeiner Eigenſchaft als Statthalter von Pommern
be=
gannen die Rabattſparvereine Deutſchlands
ihren diesjährigen Verbandstag. Aus allen Teilen des
Reiches ſind die Vertreter der gemeinnützigen
Rabattſpar=
vereine zu dieſer Tagung hier eingetroffen. Von den etwa
700 in Deutſchland beſtehenden Rabattſparvereinen
ge=
hören 422 Vereine mit zirka 66000 Mitgliedern dem
Ver=
bande an. Gegen das Vorjahr hat der Verband um 52
Vereine und um 4500 Mitglieder zugenommen. Die
Ver=
bands=Vereine brachten im abgelaufenen Geſchäftsjahre
35 Millionen Mark Rabatt an die barzahlende Kundſchaft
zur Auszahlung. Eine gewiſſe Beſſerung verzeichnet der
Geſchäftsbericht inſofern, als der Bund der Berliner
Handel= und Gewerbetreibenden einen Rabattverband
Groß=Berlin gegründet hat. Der Kampf gegen die
wirt=
ſchaftlichen Gegner des Kleinhandels wurde auch im
Be=
richtsjahre überall aufgenommen, insbeſondere mit den
Konſumvereinen. Schwere Sorgen macht dem Kleinhandel
in manchen Städten die Ausdehnung des
Warenhaushan=
dels mittels Ueberlandautomobile: Berliner
Warenhäu=
ſer fahren bis weit in die Mark u. die Lauſitz hinein ihre
Wagen. Sodann beſpricht der Geſchäftsbericht die
Not=
wendigkeit der Umſatzbeſteuerung der Warenhäuſer
und=
die Notwendigkeit der Beſteuerung der Konſumvereine.
Der Verband ſtrebt die Schaffung einer eigenen
Berufs=
genoſſenſchaft für den Detailhandel an.
Akademiſches Turn= und Sportfeſt.
— Am 20. und 21. Juli wird die Großh. Techniſche
Hochſchule mit einer Veranſtaltung an die
Oeffentlich=
keit treten, durch die ſie ſich den Beſtrebungen um die
körperliche Ausbildung der deutſchen Jugend in
hoch=
erfreulicher Weiſe anſchließt.
Angeregt durch das lebhafte Eintreten Sr. Königl.
Hoheit unſeres Großherzogs für die Betätigung unſerer
ſtudierenden Jugend an akademiſchen Wettkämpfen, hat ſich
der an unſerer Hochſchule beſtehende Akademiſche Ausſchuß
für Leibesübungen, der die turneriſchen und ſportlichen
Beſtrebungen innerhalb unſerer Studentenſchaft
zu=
ſammenfaßt, entſchloſſen, anſtelle eines ſchon früher
ge=
planten, aber in kleinen Grenzen angenommenen
Wett=
kampfes zwiſchen Angehörigen der benachbarten
Hoch=
ſchulen mit einem Turn= und Sportfeſt an die
Oeffent=
lichkeit zu treten. Obwohl dieſe Veranſtaltung vielfach
noch den Charakter eines erſten Verſuches tragen wird,
iſt doch bei der begeiſterten Anteilnahme unſerer
akade=
miſchen Kreiſe eine rege Mitwirkung ſowohl der
hieſi=
gen Studentenſchaft, als auch der von ihr zu brüderlichem
Wettkampf herausgeforderten Schweſterhochſchulen Gießen
und Heidelberg zu erwarten. Jedenfalls wird das Feſt
zu einer regelmäßigen Wiederkehr dieſer akademiſchen
Wettſpiele den Anfang machen und ſomit eine
Entwickel=
ung körperlicher Betätigung einleiten, die unſerer
ſtudie=
renden Jugend zu hohem Nutzen gereichen und ihr in
den heutigen erfreulichen Beſtrebungen, die nach und nach
alle Volkskreiſe durchdringen, die ihr gebührende
her=
vorragende Stellung anweiſen wird. In weitſichtiger
Würdigung dieſes hohen Zieles hat unſer Landesfürſt
über die akademiſchen Wettkämpfe das Protektorat
über=
nommen. Auch das Großh. Miniſterium widmet den
Veranſtaltungen großes Intereſſe und Wohlwollen, und
die Techniſche Hochſchule hat den urſprünglich, vom Aka=
falls den Gebrauch der Küche und ſonſtiges. Den Gäſten
würde dies bekannt gemacht, und jeder würde ſich gern
danach richten, weil die Sache ſehr einfach iſt. Eine hohe
Stelle hätte hierdurch keine weitere Beſchwerde, weil
das Verhältnis auf einem Vertrag beruht, wo denn
jedermann ſich ſelbſt vorſehen mag. Taxen haben
über=
haupt etwas Mißliches und ſind in dem gegenwärtigen
lugenblick kaum denkbar. Auch wäre die Sache nicht neu
und unerhört, ſondern es erſtreckte ſich nur, was ſchon in
Karlsbad gebräuchlich iſt, auch über die Gegend.”
ck. Das Ende einer Liebe. Aus New=York wird
berichtet: Ein merkwürdiger Anſpruch auf
Schaden=
erſatz iſt von einem New=Yorker gegen eine der beiden
großen amerikaniſchen Telegraphengeſellſchaften in
einem Prozeß anhängig gemacht worden. Weil durch
einen Fehler in der Uebermittelung eines
Tele=
gramms ihm die Liebe ſeiner Braut abwendig
ge=
macht worden iſt, verlangt der praktiſche Yankee ein
ſtatt=
liches Schmerzensgeld. Er hat im Ueberſchwang ſeines
Gefühls eines Tages ſeine Braut durch ein Telegramm
beglücken wollen: „IIove vou for ever” (Ich liebe Dich
ewig); aber als das junge Mädchen das Blatt Papier
ntfaltete, das ihr der Telegraphenbote überbrachte, las
ſie mit Entſetzen: „I leave vou for ever” (Ich verlaſſe
Dich für immer). Der Fehler des Telegraphiſten war
gar nicht groß; er hatte nur ſtatt der drei Striche, die den
Buchſtaben „o” bedeuten, zunächſt zwei Punkte und dann
einen Strich gemacht, die als Punkte (e) und Punkt=Strich
(a) aufgefaßt wurden. Aber dieſes kleine Verſehen hatte
große Folgen. Die junge Dame ſandte erzürnt dem
früheren Geliebten Ring, Geſchenke und Liebesbriefe
zu=
rück und wollte kein Wort mehr von ihm hören, als er ſich
die größte Mühe gab den Irrtum aufzuklären. Der
Mann war verzweifelt; aber als er erfuhr, daß ſeine
Braut ſich mit einem anderen verlobt hatte, ſo daß ihm
jede Hoffnung abgeſchnitten war, benutzte er dieſe
Tat=
ſache zu einer Schadenerſatzklage gegen die
Telegraphen=
geſellſchaft. Die Gerichte werden alſo zu entſcheiden
haben, wie weit die Telegraphengeſellſchaften für ſolche
unvorhergeſehenen Folgen von Verſehen ihrer Beamten
verantwortlich ſind.
C) Werden die Athleten alt? In dieſen Tagen, in
denen in Stockbolm die Atbleten der verſchiedenen Na=
tionen ihre Kräfte meſſen und Höchſtleiſtungen
körper=
licher Tüchtigkeit erzielt werden, hat eine Unterſuchung
beſonderes Intereſſe, die der Direktor des Gymnaſiums
der Yale=Univerſität, Dr. William G. Anderſon, über die
Frage der Langlebigkeit bei den Sportleuten angeſtellt
hat. Er ſtützt ſich auf eine Reihe von Statiſtiken, die man
in einem Zeitraum von 50 Jahren, von 1855 bis 1905,
über 10912 Studierende, die die Klaſſen der Akademie
von Sheffield beſucht haben, angeſtellt hat. Von dieſer
Zahl ſind 1406 geſtorben, während 9506 noch leben. Die
Zahl der Toten beträgt alſo 12,9 v. H. Unter ihnen gab
es 207 Athleten, von denen 58 geſtorben ſind, alſo nur
7,2 v. H. Dr. Anderſon zieht daraus den Schluß, daß die
Athleten keineswegs, wie man wohl behauptet hat, in
der Regel jung ſterben und daß die Herzkrankheiten
durch=
aus nicht als Urſache frühzeitigen Todes bei ihnen
auf=
treten. In den meiſten Todesfällen waren Lungenleiden
die Urſache; aber im Durchſchnitt iſt auch dieſe
Krank=
heit bei den Athleten nicht häufiger, als im allgemeinen.
Wenn auch aus dieſen Unterſuchungen hervorgeht, daß
die Athleten keineswegs eine beſonders kurze
Lebens=
dauer haben, ſo iſt Dr. Anderſon doch nicht der Meinung,
daß die Ausübung des Athletenſports geradezu die
Lang=
lebigkeit fördere.
* Negerfrauen, die Ferkel nähren. Von einer
merk=
würdigen Sitte, die er bei den Wilden von Neu=Guinea
beobachtet hat, erzählt der engliſche Forſchungsreiſende
R. W. Williamſon: Die Mafulus, denen er ſeine
beſon=
dere Aufmerkſamkeit widmete, ſtehen auf einer ſehr tiefen
Kulturſtufe, aber ihr Gaumen iſt recht fein ausgebildet,
und unter allen Künſten verſtehen ſie am meiſten von der
edlen Kochkunſt. Ihre größte Delikateſſe iſt
Menſchen=
fleiſch; aber gleich danach kommt für ſie das Fleiſch
klei=
ner Schweinchen. Um dieſen einen beſonderen
Wohlge=
ſſchmack zu verleihen, laſſen ſie ſie von ihren Frauen
nähren. Jede junge Mafulumutter ſäugt zu gleicher Zeit
ein Kind und ein Ferkelchen. Es gibt keinen bizzareren
Anblick, als die Frauen zu ſehen, wie ſie in ihrem Arm
die kleinen roſigen quiekenden Tierchen tragen. Sie
be=
handeln ſie nicht anders als ihre Babys und ſorgen
da=
für, daß ſie recht fett werden, damit ſie dann eine
präch=
tige Mahlzeit abgeben. Die wunderliche Tatſache iſt von
Williamſon mehrfach beobachtet worden.
demiſchen Ausſchuß für Leibesübungen geplanten
Wett=
kampf zu ihrer eigenen Angelegenheit gemacht.
Das Feſt wird eingeleitet durch einen akabemiſchen
Feſtakt in der Hochſchule, zu dem — wie zu den
Wett=
ſpielen am Sonntag nachmittag — die Allerhöchſten
Herrſchaften ihr Erſcheinen in Ausſicht geſtellt haben.
Bei dieſem Feſtakt wird der bekannte Förderer des
Sports in Deutſchland, Herr Dr. Mallwitz=Berlin, erſter
Vorſitzender des Akademiſchen Sportklubs, einen
Vor=
trag mit Lichtbildern halten über das Thema: „Sport
und deutſches Studentenleben” Am Sonntag morgen
beginnen die Wettkämpfe auf dem Sportplatz mit
turne=
riſchem Fünfkampf, Ausſcheidungskämpfen für den
ſport=
lichen Teil und Schülerwettkämpfen. Nachmittags
wer=
den ein Hochſchuleilbotenlauf und turneriſche und
ſport=
liche Einzelwettkämpfe ausgefochten. Am Abend
ver=
einigen ſich die Feſtteilnehmer zu einem von dem
Aus=
ſchuß der Studierenden veranſtalteten Feſtkommers im
Kaiſerſaal, auf dem auch die Preisverteilung erfolgen
wird.
Sportlichem Brauche folgend, ſollen alle Teilnehmer
bei den Veranſtaltungen in zwangloſer Toilette
((„Straßenanzug”) erſcheinen; auf eine recht zahlreiche
Beteiligung der Damen wird gerechnet.
Dem friſchen, frohen Streben unſerer
Studenten=
ſchaft wird niemand ſeine Sympathie verſagen können;
es ſteht zu hoffen, daß die Einwohner unſerer dem
Fort=
ſchritt auf allen Gebieten huldigenden Reſidenzſtadt
durch rege Teilnahme ihr Intereſſe an dem Feit
hekun=
den werden.
Luftfahrt.
* Johannisthal, 14. Juli. Der Flieger
Abramowitſch mußte um 5 Uhr 37 Minuten in der
Nähe von Küſtrin wegen ſtarken Windes und Kälte
aus 1000 Metern Höhe im Gleitflug landen.
* Straßburg, 15. Juli. Der am Samstag abend
um 8 Uhr hier zu einer Fernfahrt unter Führung von
A. Weber=Straßburg aufgeſtiegene Ballon „Graf
Wedel” des Oberrheiniſchen Vereins für Luftfahrt
mit drei weiteren Inſaſſen, Ziviliſten aus dem Elſaß,
geriet in der Gegend des Donnen über die Grenze und
landete vormittags 8 Uhr glatt in Nettancourt bei
Bar=le=Duc (Departement Meuſe).
* Mannheim, 15. Juli. Das Luftſchiff
Schütte=Lanz” ,das heute früh 5,03 Uhr in
Frank=
furt aufgeſtiegen war, landete vor der Luftſchiffhalle
Rheinau um 8,06 Uhr nach ſchön verlaufener Fahrt.
Sport.
* Stockholm, 15. Juli. Beim Schlußkampf
der Schwergewichtsringer erhiel: Saavel=
Finnland die Goldene, Olim=Finnland die Silberne,
Jen=
ſen=Dänemark die Bronzene Medaille. Beim Schlüßkampf
der Schwimmer über 400 Mtr. mit freier Schwimmart
er=
rang Hodgſon=Kanada die Goldene, Hatſield=
Eng=
daille. Beim Schlußkampf des Hammerwerfens erhielt
Grath=Vereinigte Staaten mit 54,74 Metern die
Gol=
dene, Gillis=Kanada mit 48,39 Metern die Silberne,
Childs=Vereinigte Staaten mit 48,17 Metern die Bronzene
Medaille.
* Stockholm, 15. Juli. Während des geſtrigen
Marathonlaufes wurden der Oeſterreicher Slavik und
der Portugieſe Lazaro vom Sonnenſtich getroffen.
Während der Oeſterreicher außer Gefahr iſt, ſtarb
Lazaro heute morgen im Lazarett.
Hitze und Brände.
* Berlin, 15. Juli. Die drückende Hitze, die
am geſtrigen Sonntag eine Temperatur von mehr als
80 Grad im Schatten zeigte, hat zu einer ganzen
Reihe von Unfällen geführt. Mehr als 10 Perſonen
wurden vom Hitzſchlag getroffen. Auch Waldbrände
traten verſchiedentlich ein. Die Berliner Feuerwehr
mußte mehr als 30 Brände löſchen, von denen einige eine
große Ausdehnung erlangten. U. a. brach in der
Che=
miſchen Fabrik Gruenau, Landshoff u. Meyer, A.=G.,
Feuer aus. Vom Rhein wird gemeldet, daß das
Thermo=
meter in einzelnen Städten auf 30 Grad Celſius im
Schatten ſtieg.
* Frankfurt a. M., 15. Juli. Infolge der
außer=
jordentlichen Hitze ſind geſtern während des
Schützenfeſt=Umzuges viele Frauen und Kinder in
Ohn=
macht gefallen. Jeder der neun fliegenden
Rettungs=
wachen behandelte 20 bis 40 Unfälle, die an der
Haupt=
wache ſogar 60 Unfälle. In den meiſten Fällen handelt
ies ſich nur um leichtere Hitzſchläge und Ohnmachten; in
ſechs Fällen lagen ſchwere Hitzſchläge vor. In einem Fall
itrat ſchwerer Herzkrampf hinzu. Ein 23jähriger Mann,
deſſen Perſonalien noch nicht feſtgeſtellt werden konnten,
wurde von einem tödlichen Hitzſchlag befallen. — Der
Fremden=Zuſtrom war ungeheuer. Man ſchätzt die Zahl
der am Sonntag allein mit der Bahn im Hauptbahnhof
Angekommenen auf eine Viertelmillion, doch konnte der
Verkehr glatt und ohne Unfall abgefertigt werden.
* Wetzlar, 15. Juli. In der Nacht vom
Sams=
ſtag zum Sonntag brach in der Röhrenabteilung der
Buderusſchen Eiſenwerke ein Brand aus,
der einen Teil des Daches zerſtörte. Das Feuer nahm
keinen größeren Umfang an. Störungen in dem
Be=
trieb treten nicht ein.
H. B. Hannover, 14. Juli. Zu dem Brande
der Brotfabrik in Linden wird noch gemeldet:
Das alte Fachwerkgebäude bot dem Feuer reichliche
Nahrung. Als die Feuerwehr anrückte, ſchlugen die
Flammen bereits haushoch aus dem Gebäude empor.
Jede Rettungsaktion war nutzlos. Gegen 11 Uhr war
die Fabrik bis auf die Grundmauern niedergebrannt.
Das im Nachbargrundſtück befindliche Lumpenliger war
ebenfalls nicht mehr zu retten. Gegen 11 Uhr ſtürzte der
größte Teil des Lumpenlagers zuſammen. Mehrere
ge=
füllte Benzintanks konnte man noch rechtzeitig in
Sicher=
heit bringen. Um 1 Uhr nachts war die Gefahr für die
umliegenden Häuſer beſeitigt. Auf dem Kornboden der
Brotfabrik befanden ſich zahlreiche Ladungen Korn, die
erſt in den letzten Tagen eingegangen waren. Sämtliche
Maſchinen ſind vernichtet. Der Betrieb iſt einſtweilen
eeingeſtellt. Der Schaden wird auf eine halbe Million
Mark geſchätzt, iſt aber durch Verſicherung gedeckt. Die
Fabrik beſchäftigte etwa 60 bis 70 Arbeiter, die durch
den Brand arbeitslos geworden ſind.
* Wismar, 15. Juli. Vergangene Nacht
brann=
ten in Pardubitz 13 Gebäude vollſtändig nieder.
* Wilna, 14. Juli. Das Hauptgebäude der
Papierfabrik von Schwarz iſt durch Feuer zerſtört
worden.
* Lodz, 14. Juli. Die Wollwarenfabrik von
Uaſtan Lorenz iſt niedergebrannt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Die Bewohner des Johannesviertels und
deſſen Bezirksvereine ſind mit Recht ungehalten über die
mangelhafte elektriſche Bahnverbindung
dieſes Stadtteils mit dem Hauptbahnhof. Hier
kann einzig und allein die direkte Bahnverbindung
Bis=
marckſtraße-Dornheimer Weg Wandel ſchaffen. Man
fragt ſich, weshalb zur Durchführung dieſer längſt
ge=
planten Linie nicht das Geringſte geſchieht. Seit
Eröff=
nung des Hauptbahnhofes und Freiwerden der alten
Bahnhofsanlagen iſt bald ein Vierteljahr ins Land
ge=
gangen, ohne daß der Durchbruch
Bismarck=
ſtraße-Dornheimer Weg ernſtlich in Angriff
ge=
nommen worden wäre. Beſchleunigung ſcheint man in
dieſer Beziehung nicht zu kennen, obwohl mit
baldig=
ſtem Ausbau dieſer Straßen= und
Straßenbahnver=
bindung allen Beſchwerden abgeholfen, den Intereſſen
des geſamten nördlichen Stadtteiles gedient und auch
eine weit beſſere Verbindung für den Verkehr nach dem
neuen Güterbahnhof geſchaffen wäre. Bei rechtzeitiger
Inangriffnahme der Arbeiten hätte der Durchbruch durch
die alten Bahnanlagen jetzt bald zur Hälfte vollzogen
ſein können.
— Mit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes war
man beſtrebt, nicht nur die unmittelbare Umgebung
des=
ſelben gärtneriſch auszuſchmücken und mit ſchönen
Brun=
nen zu beleben, ſondern auch die Breite Allce, oder
vielmehr amtlich einfach „Allee” genannt, wurde als
Hauptzugangsſtraße würdig angelegt. Damit ſtimmt
aber nicht, daß man den mit Gras bewachſenen
Gelände=
ſtreifen zwiſchen dem Reitweg und dem ſüdlichen
Fuß=
ſteig im Zuſtande der Wildnis beläßt. Das Ausſehen
die=
ſes Streifens trägt nichts weniger als zur Verſchönerung
der Allee bei; er wirkt vielmehr erſt recht häßlich im
Gegenſatz zu den darin eingeſetzten fein geſtrichenen und
mit vergoldetem Knopf verſehenen Straßenbahnmaſten,
die wie in Löchern aufgeſtellt ſcheinen. Die Allee wird
entſchieden nur gewinnen, wenn der bezeichnete Streifen
ſauber hergerichtet und gepflegt würde.
Handel und Verkehr.
* Patent=Ertteilungen uſw. (Mitgeteilt
vom Patentbureau Klemens Herszberg u. Co.
Darm=
ſtadt. 12p. 249908. Verfahren zur Darſtellung von
Verbindungen aus Chinin und Diakylbarbiturſäuren.
Fa. E. Merck, Darmſtadt. 19. 10. 11. — 14c. L. 33 405.
Leit= und Flüſſigkeitsturbinen, Pumpenu nd Gebläſen.
Dipl=Ing. Jakob Bell, Darmſtadt, Martinsſtraße 28.
21. 11. 11. 14c. L. 33 405. Leit= und Flüſſigkeitsturbinen,
Pumpen und Gebläſen. Diplom=Ingenieur
Ja=
kob Lell, Darmſtadt, Martinſtraße 28. 21. 11. 11.
42 n. G. 35037. Meßvorrichtung für die
Durchſtrömungen gasförmiger Subſtanzen. Max
Friedrich Gutermuth, Darmſtadt, Gervinusſtraße 58.
6. 9. 11. — 42f. Sch. 40 679. Vorrichtung an ſelbſttätigen
Laufgewichtwagen, welche nur Wägungen zuſtande
kom=
men läßt, wenn die zu wiegenden Laſten innerhalb
be=
beſtimmter Gewichtsgrenzen liegen; zuſ. zu Anm. Sch.
37443. Karl Schenck, Eiſengießerei und Maſchinenfabrik,
Darmſtadt. G. m. b H., Darmſtadt. 29. 5. 11. — 64 b. L.
32 920. Vorrichtung zum Reinigen von Flaſchen mit
Kugelverſchluß. Auguſt Bonczyk, Mainz,
Heidelberger=
faßgaſſe 11. 18. 8. 11. — 89c M. 45652.
Gasvertei=
lungsrohr für Saturationsapparate. Heinrich Müller,
Groß=Gerau (Heſſen). 13. 9. 11. —
Gebrauchs=
muſter: 21f. 515037 Beleuchtungskörper für
elek=
triſche Glühlampen. Ludwig Ruckelshauſen, Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädter Straße 247. 19. 2. 12. R. 32068.
41b. 514 710. Sturmband für Hüte aller Art. A.
Ro=
ſenthal und Co Darmſtadt. 18. 6. 12. R. 33117.
63 g. 514 863. Fahrradſatteldecke mit Stegenkordel aus
Gummi. Fa. Heinrich Heß, Darmſtadt. 18. 6 12.
H. 56 429. — 63 g. 514864. Fahrradſatteldecke, Fa.
Hein=
rich Heß, Darmſtadt. 18. 6. 12. H. 56 430.
* C. H. Knorr, Aktiengeſellſchaft,
Heil=
bronn a. N. Die Geſellſchaft hat infolge der
fortwäh=
renden Ausdehnung ihres Betriebes laut Beſchluß der
Generalverſammlung vom 29. Irßi ihr Aktienkapital
von dreieinhalb Millionen auf fünf Millionen erhöht.
* Gelſenkirchen, 15. Juli. (Gelſenkirchener
Gußſtahl= und Eiſenwerke vorm. Munſcheid und Co.,
Gelſenkirchen.) Wie uns mitgeteilt wird, war das Werk
in dem am 31. cy. zu Ende gehenden Geſchäftsjahr
in allen Betrieben ſtark beſchäftigt. Man glaubt daher
unter dem üblichen Vorbehalt annehmen zu dürfen, daß
das Ergebnis geſtatten wird, unter Berückſichtigung der
Abſchreibungen und von beſonderen Rückſtellungen eine
Dividende von 5 Prozent zur Verteilung zu bringen.
Die bei dem Werke vorliegenden ſpezifizierten Aufträge
aus dem In= und Auslande ſind derart umfangreich,
daß mit einer vollen Beſchäftigung bis zum Winter
ge=
rechnet werden kann.
Streiks.
* Zürich, 15. Juli. In der Maſchineninduſtrie
wurden 3000, im Baugewerbe 4000 Arbeiter
ausge=
ſperrt. In der Holzinduſtrie ſind 50 Prozent, in der
Textilinduſtrie 60 Prozent ausgeſperrt.
* London, 14. Juli. Bei einer
Demonſtra=
tion ſtreikender Hafenarbeiter im Hydepark
kam es zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen den
Demon=
ſtranten und der Polizei. Ein Streikender griff einen
Mann tätlich an, der gegen einige Bemerkungen eines
Redners proteſtiert hatte. Er wurde verhaftet, aber ſeine
Freunde verſuchten, ihn zu befreien. Die Polizei mußte
Verſtärkungen herbeiholen und trieb die Angreifer dann
zurück. In dem Handgemenge, in das mehrere Frauen
und Kinder gerieten, wurden zahlreiche Perſonen verletzt.
Acht Verhaftungen wurden vorgenommen. Nachdem die
Ruhe wieder hergeſtellt worden war, kündigte der
ſozia=
liſtiſche Abgeordnete Lansbury, der ſelbſt eine
unbedeu=
tende Verletzung davongetragen hat, an, er würde den
Vorfall im Unterhauſe zur Sprache bringen.
Die Unruhen in Portugal.
* Paris, 15. Juli. Aus Madrid wird gemeldet:
Der Miniſter des Innern Darroſo teilte geſtern
meh=
eren Berichterſtattern mit, daß die Note der
portugie=
iſchen Geſandtſchaft mit der von der portugieſiſchen
Re=
gierung überreichten Note gleichlautend ſei. Es ſei dies
ein ungewöhnliches Vorgehen. Der Miniſter fügte
hinzu, daß die durch die royaliſtiſchen Verſchwörer
ver=
urſachten Schwierigkeiten zum Teil auf die von dem
portugieſiſchen Konſul begangenen Fehler zurückzufüh=
ren ſeien. Die ſpaniſchen Blätter ſprechen ſich im
allge=
meinen über das Vorgehen der portugieſiſchen Regierung
beifällig aus. Die republikaniſchen und ſozialiſtiſchen
Mitglieder des Madrider Gemeinderates haben an die
portugieſiſche Regierung eine Sympathie=Adreſſe
ge=
richtet.
Zum Krieg um Tripolis.
* Konſtantinopel, 15. Juli. Tatar Osman
Paſcha iſt zum Kriegsminiſter ernannt worden.
Der neue Kriegsminiſter iſt tatariſcher Abſtammung.
Politiſch iſt er ein unbeſchriebenes Blatt. Zwei deutſche
Offiziere, die unter ihm im 4. türkiſchen Armeekorps dienen,
das in Erzerum ſein Hauptquartier hat, haben ſich in
Brie=
fen au Kameraden ſehr lobend über ſeinen Charakter und
ſeine ſoldatiſchen Fähigkeiten ausgeſprochen.
* Konſtantinopel, 15. Juli. Zahlreiche
Ar=
nauten von Priſtina erhoben bei dem Muteſſarif
gegen die Anwendung des Bandengeſetzes gegen die
Familien der aufſtändiſchen Albaner
Ein=
ſpruch und richteten die dringende Eingabe an die
Re=
gierung, in der ſie darauf hingewieſen haben ſollen, daß
es an der Zeit ſei, Blutvergießen unter Brüdern zu
be=
enden und die Forderungen des albaniſchen Volkes
an=
zunehmen. — Die Lage hat ſich weiter verſchärft, weil
die Albanerführer fortgeſetzt verſuchen, die Bevölkerung
gegen die Regierung aufzuwiegeln. Bei Haſi fanden
neue Kämpfe ſtatt, wobei es Fadil Paſcha gelungen ſein
ſoll, die Arnauten zu zerſprengen. Die elfte
Linien=
brigade wurde mit der Eiſenbahn nach Veriſovic
be=
fördert. Die Regierung ſcheint entſchloſſen, den
Wider=
ſtand der Arnauten auf jeden Fall zu brechen.
* Konſtantinopel, 15. Juli. Der Tanin weiſt
die von gewiſſen Kreiſen und Blättern vertretene Idee
der Bildung eines Koalitions= oder
Konzentrations=
kabinetts zurück. Die Zeitung Terſchiman=j=Makikat
er=
klärt, man müſſe die gefährlichen Verräter vernichten,
die in die Armee eindringen, um Propaganda zu machen
und die Gemüter der Ottomanen zu vergiften. Viel
be=
merkt wird die Einberufung einer Verſammlung
der Arbeitsverbände für heute durch den Stambulex
Zentralklub des jungtürkiſchen Komitees
* Konſtantinopel, 15. Juli. Die Blätter
mel=
den, daß 5 italieniſche Torpedoboote in den
Gewäſſern von Chios kreuzen. Der Wali von Koſſowo
iſt in Priſchtina eingetroffen und verlangte
Verſtär=
kungen. Der Gendarmeriekommandant von Kumanowa
iſt deſertiert.
Vermiſchtes.
* Säuglingsfürſorge im Sommer. Sechs
wichtige Regeln für die heiße Zeit. 1. Das Zimmer kühl
halten! Fleißig lüften! Fußboden feucht halten! Bei Tage
Vorhänge (und Läden) zu! Bei Nacht Fenſter offen! Das
Kind muß das kühlſte Plätzchen in der Wohnung haben.
2. Das Kind kühl halten! Leichte Kleidung und leichtes
Bettzeug (auch im Freien)! Nur keine Federbetten! Bei
großer Hitze kann das Kind auch nackt liegen. Täglich wenn
irgend möglich lauwarm baden oder wenigſtens lauwarm
abwaſchen. — 3. Bruſtkinder widerſtehen der Hitze am
beſten. Unter keinen Umſtänden darf jetzt abgeſtillt werden!
— 4. Größte Vorſicht in der Ernährung! Ja nicht
über=
füttern! Gegen Durſt gebe man dünnen lauwarmen Tee!
— 5. Kuh= oder Ziegenmilch muß friſch ſein, beim Bezug
ſofort abgekocht und gleich wieder gut gekühlt werden.
Die Milch muß immer kühl ſtehen! — 6. Jedes mit der
Flaſche ernährte Kind muß ärztlich überwacht werden!
In den 45 Beratungsſtellen der Gr. Zentrale für Mutter=
und Säuglingsfürſorge erhält jede Mutter und
Pflege=
mutter unentgeltlich Rat und Auskunft. Bei der erſten
Ge=
ſundheitsſtörung muß das Kind ſo raſch als möglich zum
Arzt.
Literariſches.
— An der Hand vollendet ſchöner Illuſtrationen
nach Naturaufnahmen ſchildert die genialen
Flugvor=
richtungen der Pflanzenſamen, die Fallſchirme und
Flug=
apparate, die alle Aeroplane unſerer Ingenieure an
geiſtreicher Zweckmäßigkeit übertreffen, dieſe originellen=
„Rettungsgürtel” mancher Waſſerpflanzen u. ſ. f., der
be=
rühmte engliſche Botaniker Sir Herbert Maxwell in dar
eben erſchienenen 5. und 6. Lieferung der reich
illuſtrier=
ten Wunder der Natur (Ein populäres
Pracht=
werk über die Wunder des Himmels, der Erde, der Tier=
und Pflanzenwelt, ſowie des Lebens in den Tiefen des
Meeres, Deutſches Verlagshaus Bong und Co.,
Ber=
lin W 57, 65 Lieferungen zu je 60 Pfg.). In den
glei=
chen Lieferungen ſchildert u. a. Prof. Dr. H. Potonié die
Entſtehung der Steinkohle aus den Mooren der Urzeit,
erzählt Dr. C. Theſing die Lebensgeſchichte des
ſommer=
lichen Plagegeiſtes unſerer Wohnräume, der
Stubenfliege, ſpricht Bruno H Bürgel über
die Eisberge der See, ein Thema, das mit
Hinblick auf die furchtbare „Titanie”=Kataſtrophe noch
be=
ſſonderes Intereſſe erhält, u. ſ. f. Alle dieſe feſſelnd
geſchriebenen Aufſätze ſind von zahlreichen Illuſtrationen
faſt durchweg nach Naturaufnahmen begleitet,
Illuſtra=
tionen, wie ſie in ſolcher Vollendung kaum je noch
ge=
boten worden ſind
— Ueber Schwabinger Boheme und den Typus des
übermodernen Malweibleins plaudert Joſeph. Aug. Lux,
der das Münchener Leben wie nur wenige kennt, in dem
neueſten (21.) Hefte der illuſtrierten Zeitſchrift
Mo=
derne Kunſt (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57,
Preis des Vierzehntaasheftes 60 Pfg.). Hier findet er
ſich zugleich mit zahlreichen Handzeichnungen des
bekann=
ten Münchener Künſtlers Hans Stubenrauch, die
gleich=
falls von Humor ſprudeln. Aus dem übrigen Inhalt
des alänzend ausgeſtatteten Heftes heben wir außer der
Fortſetzung von Horſt Bodemers ſpannender Erzählung
„Der Millionär” nach Paul Buras geiſtvollen Artikel
Die letzte Nacht in Auerbachs Keller” der jetzt dem
Ab=
bruch anheimgefallen iſt, und Dr Arthur Stiehlers flotte
Plauderei Die Kunſt des Puderns” hervor. Ebenſo
ſeien die feſſelnden Kapitel aus den „Erinnerungen” der
bekanmten Soubrette Gräfin Ilka Kinsky=Palmay
ge=
nannt. An Neuem und Oriainellem aus dem Gebiete
der Kunſt, der Varieté, der Mode und des Sportes iſt
der Zick=Zack mit ſeinen kurzgefaßten Artikeln und
reiz=
vollen Bildern auch diesmal reich.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Karlsruhe, 15. Juli. Der Großherzog iſt
heute mittag von Schloß Eberſtein hierher zurückgekehrt.
Er gedenkt ſich heute abend nach Schloß
Zwingen=
berg zu begeben. — Der Großherzog hat, der
Karls=
ruber Zeitung zufolge, dem ordentlichen Profeſſox der
bratiſchen Theologie und Direkior des
PraliſchThe=
logiſchen Seminars, Dr. Joh. Bauer, an der
Univer=
ſſität Heidelberg den Titel Geheimer Kirchenrat
ver=
lliehen.
* Köln, 15. Juli. Geſtern ertranken beim
Ba=
den im offenen Rhein ein Baugewerksſchüler und zwei
Arbeiter; ein 13jähriger Schüler fiel beim Spielen in
den Rhein und ertrank.
* Breslau, 15. Juli. Die Schleſiſche Volkszeitung
ſchreibt aus Jauer zu den ſkandalöſen
Ausſchreitun=
gen bei der Ueberführung der Leiche des durch
Selbſt=
mord geendeten Kommerzienrats Knappe, des
Mit=
ſinhabers des fallierten Bankhauſes Knappe und
Tho=
imas: Hunderte von Menſchen umlagerten das
Trauer=
ſhaus und als der Sarg herausgetragen wurde, erhob ſich
ſein lautes Johlen und Pfeifen, ſowie Schmährufe und
Verwünſchungen ſeitens der aufs tiefſte erbitterten
Volksmenge. Der Skandal wurde auf dem ganzen
Wege nach dem Bahnhof, von wo die Leiche nach Zittau
zur Einäſcherung gebracht werden ſollte, fortgeſetzt.
Um das ungehinderte Verladen des Leichnams in einen
Güterwagen zu ermöglichen, ſperrte die Polizei, die
ge=
ſgen die erregte Menge einen ſchweren Stand hatte, das
Gelände vom Bahnhof bis zum Konzerthaus ab.
* Rorſchach, 15. Juli. Bei ſtarkem Wellengange
ſippte am Sonntag nachmittag ein Boot um, das ſich
ſim Fahrwaſſer eines württembergiſchen Dampfers befand.
Von den ſieben Inſaſſen wurde nur einer gerettet. Als
ſich das Unglück ereignete, ſtanden in der Aufregung einige
(Perſonen eines anderen Bootes auf, wodurch auch dieſes
umkippte. Von den darin befindlichen ſieben Perſonen
kkonnten nur zwei gerettet werden. Die Umgekommenen
ſſind junge Leute, davon acht Mädchen im Alter von 15 bis
120 JJahren, ſämtlich aus der Schweiz. Die Leichen ſind
noch nicht geborgen.
* Tſchugutſchak, 15. Juli. Der interimiſtiſche
Ge=
meralgouverneur der Provinz Ili, Yelehung, iſt
heimlich über Rußland nach Peking abgereiſt.
Delegierte aus Urumtſchi und Kuldſcha unterſchrieben
im ruſſiſchen Konſulat den Vertrag über die gemeinſame
Verwaltung der Provinzen Ili, Altai, Tarbagatai und
Kaſchgar durch den Generalgouverneur der Provinz
Sintſiang. — Zur Wiederherſtellung der Ruhe in
Kaſchgar werden chineſiſche Truppen aus Ili und
Urumtſchi entſandt.
Berlin, 15. Juli. Auf den Untergrund=
(bahnhöfen Leipziger Platz und Spittelmarkt
entſtan=
den heute nachmittag gegen 2 Uhr durch Kurzſchluß
Kabelbrände, die den Verkehr längere Zeit
hemm=
ten. Unfälle ereigneten ſich nicht.
— Groß=Lichterfelde, 15. Juli. Acht junge Leute
machten geſtern einen Ausflug nach dem Duckerowſee.
Sieben fuhren in einem kleinen Nachen, während der
achte ſie ſchwimmend begleitete. Plötzlich ſtürzte der
Nachen ym und zwei von den jungen Leuten
ertran=
len.
* Straubing, 15. Juli. Der Kraftwagen des
Veterinärrats Münnich rannte beim Ausweichen vor
einem Hunde gegen einen Baum. Der Wagen wurde
zertrümmert. Der Veterinärrat und ſein Sohn wurden
leicht verletzt.
Königsmuſterhauſen, 15. Juli. Auf dem
Croſſin=
iſee kenterte durch eine Bö ein mit vier Perſonen
be=
ſſetztes Segelboot. Zwei Inſaſſen konnten ſich am Boot
ffeſthalten, eine Dame und ein Herr ertranken. Die
In=
ſſaſſen eines zweiten Bootes, das ebenfalls kenterte,
konn=
ſten gerettet werden.
Marienfelde, 15. Juli. Bei der
Polizei=
behörde meldete ſich heute morgen ein Mann mit der
Angabe, er ſei der von der Polizei geſuchte Maler Willy
Reinel, der vor einigen Tagen in der
Fehrbelliner=
ſtraße mehrere Revolverſchüſſe auf die Frau Gärthe
ab=
gegeben hat. Der Mann war völlig entkräftet und
konnte genauere Angaben nicht machen.
Briefkaſten.
B. 7., Jugenheim. Hofrat E, kam nach ſeiner
beendeten Militärpflicht im Kriege 1870/1871
nach Darmſtadt und debütierte am 14. April 1871 an
der hieſigen Hofbühne als: „Friedrich Schiller” in dem
Laubeſchen Schauſpiel „Die Karlsſchüler” und wurde
auf Befehl des Großherzogs Ludwig III, durch den
da=
maligen Leiter des Hoftheaters Geh. Hofrat Teſcher
ſo=
fort engagiert. Volle 25 Jahre blieb der Künſtler in
ſeiner hieſigen Stellung, zuerſt im Fach der jugendlichen,
ſpäter der geſetzten Helden und Liebhaber. Bei ſeiner
Jubiläumsvorſtellung am 14. April 1896 als „Derblay”
ſim „Hüttenbeſitzer” die vor ausverkauftem Hauſe
ſtatt=
fand, bereitete ihm das Publikum ſtürmiſche Ovationen.
Nach ſeinem gleich darauf erfolgten Abſchied von der
hieſigen Hofbühne übernahm E, die Leitung der
groß=
zügigen evangel. Volksfeſtſpiele „Luther” und „Guſtav
Adolf” von Dr Otto Devrient, und zugleich die
Dar=
ſtellung der beiden Titelrollen. Zehn Jahre leitete E.
dieſe Spiele, die bei ſeiner Mitwirkung von 300—500
„Dilettanten in großen und kleineren Städten
Deutſch=
lands — auch im Auslande — begeiſterten
Bei=
fall fanden. In Anerkennung dieſer Tätigkeit verlieh ihm
der Großherzog Karl Alexander von Sachſen im Jahre
1898 den Titel eines Großherzoglich Sächſiſchen
Hof=
rats. Ausführlicheres über den Künſtler finden Sie in
ſzahlreichen biographiſchen Werken, z. B. Bühnenlerikon
((München, Bruckmann), Deutſchlands Künſtler in Wort
und Bild), Eiſenberg: Biographiſches Lerikon (Leipzig,
Paul Liſt), Deutſches Zeitgenoſſen=Lexikon (Leipzig,
Schulze) u. a. m.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet liegt mit ſeinem Kern über der
Oſtſee und beherrſcht unſere Witterung, ſo daß wir
heiteres, trockenes und ſehr warmes Wetter haben. Im
Nordoſten ſind Gewitterregen niedergegangen (Petersburg
25 mm). Unter dem Einfluß des Hochs haben wir mit
keiner Aenderung zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 16. Juli:
Heiter, trocken, ſehr warm.
eine ſchöne
Einnehmend, reizend wirkt weiße Haut.
Wollen Sie eine ſolche erzielen oder erhalten, dann
ver=
wenden Sie bitte nur Naumann’s „Fauſtring”
Lanolin=
ſeife. Paketà 5 Stück 95 Pfg. Einzelſtück 20 Pfg. 1(14176M
Aus dem Geſchäftsleben.
Kaum hatte die Berliner Intendantur der Hofoper
den vom Kaiſer ſelbſt entdeckten, auf des Monarchen
Initiative berufenen glänzenden Tenor Hermann
Jad=
lowker an ihr Inſtitut gefeſſelt, ſofort erſchien New=York
auf dem Plan und ſuchte unter glänzenden Bedingungen
den Sänger uns für immer abſpenſtig zu machen. Das
gelang ihr nicht. Eine beiſpielloſe Karriere hat
Jad=
lowker aber doch gemacht. Vor fünf Jahren noch bezog
er in Karlsruhe eine Jahresgage von 18000 Mark. In
einem früheren Vertrag mit der Berliner Hofoper war
ſchon ein von 30000 bis 36000 Mark anſteigendes
Hono=
rar vorgeſehen, während das inzwiſchen ebenfalls zu
Gunſten Berlins aufgehobene Wiener Abkommen ſogar
ein jährliches Geſamthonorar von 48000 Kronen
garan=
tierte. Der Sänger iſt von neuem in das Berliner
Opernhaus eingezogen unter Bedingungen, die noch
nie=
mals einem Bühnenkünſtler bewilligt worden ſind.
Jadlowker erhält 75000 Mark jährlich. Dieſer Sänger
hat ſich verpflichtet, ſeine koſtbare, weiche und warme
Stimme zur Wiedergabe durch die Sprechmaſchine allein
der Deutſchen Grammophon=Aktiengeſellſchaft zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Von Caruſo angefangen z. B. iſt alles
an erſtklaſſigen Geſangsſtimmen auf „Grammophon=
Platten” feſtgehalten, was ein noch ſo anſpruchsvoller
Intereſſent verlangen könnte. Da iſt es denn ganz
halbſtverſtändlich, daß Hermann Jadlowker,
Deutſch=
lands beſter Tenoriſt der Gegenwart, nicht hat fehlen
dürfen. Offizielle Verkaufsſtelle der Deutſchen
Gram=
mophon=Aktiengeſellſchaft iſt die Firma Karl Jäger,
hier.
Die Kunſt des Reiſens liegt in den Vorbereitungen.
Das Unnötige ſoll zuhauſe gelaſſen, das Praktiſche und
Angenehme nicht vergeſſen werden. Unentbehrliche
Reiſebegleiter ſind Soennecken’s Goldfüllfedern
(Sicherheitsſyſtem), die in jeder Lage getragen werden
können, ohne daß ein Auslaufen der Tinte zu befürchten
iſt, und die jederzeit ſofort ſchreibbereit ſind, ferner ein
Soennecken’s Ring=Notizbuch mit
heraus=
nehmbaren Blättern. Dieſe zwei Gegenſtände bleiben
auch nach Rückkehr aus der Sommerfriſche treue Freunde,
die man nimmermehr vermiſſen möchte.
Ein humoriſtiſcher Unterricht im Zeichnen
wird unſerem Leſerkreis und der Jugend zur Zeit in
unſerem Blatte gratis geboten. Es handelt ſich um
eine Serie von gelungenen Inſeraten, in denen originelle
Männchen — (Strich) Figuren — von Künſtlerhand
entworfen — in allen möglichen köſtlichen Stellungen
und mit treffenden Schlagworten die Schuhereme
„Erdal” verkünden. Es iſt lehrreich und intereſſant
zu ſehen, wie hier mit wenigen Strichen in ſtreng
ana=
tomiſcher Gliederung jede Figur voll heiteren Lebens
hingeſtellt iſt.
Todes=Anzeige.
Geſtern verſchied ſanft nach kurzem Leiden
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schwägerin=und Tante
(15401
Frau Emma Luban
geb. Kleinfeldt
im 69. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
Schießhausſtraße 7.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Juli,
nachmittags 5 Uhr, vom Eingang des Beſſunger
Friedhofes aus, die Einſegnung um 4 Uhr
im Eliſabethenſtift ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß unſer lieber Vater,
Großvater, Bruder und Schwager (15372
Herr Georg Klenk
Privatier
nach langem, ſchwerem Leiden im Herrn
ent=
ſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Klenk,
„ Georg Würthele.
Darmſtadt, 14. Juli 1912.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den
16. Juli, nachmittags um 5 Uhr, vom Portale
des Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, meinen lieben Sohn,
unſeren Bruder, Schwager und Onkel
Herrn Karl Kaiser
nach längerem Leiden im 42. Lebensjahre in
ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elise Kaiser Wwe.
Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Juli,
nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe
Parkus=
ſtraße 11 aus, ſtatt.
(15397
Für die vielen Beweise der
Teil-
nahme am Tode unseres
unvergess-
lichen Bruders sagen wir Freunden
und Bekannten herzlichen Dank.
Jean Monnard,
August Monnard,
Josef Monnard,
Lina Monnard.
Darmstadt,
15. Juli 1912.
Leipzig,
(15410
Todes-Anzeigé.
Gestern abend entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater,
Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater
(15371
Dr. Karl Neidhart
Grossh. Geheimer Obermedizinalrat i. P.
im 76. Lebensjahre.
Darmstadt, Bensheim, Lauterbach, den 15. Juli 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Einsegnung findet Dienstag, den 16. Juli, vormittags 10½ Uhr, im Sterbehause,
Heinrich-
strasse 79, die Einäscherung Mittwoch, den 17. Juli, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium zu
Mainz statt.
Tageskalender.
Zuſammenkunft des Evangeliſchen Klubs um 8½
Uhr im „Darmſtädter Hof”.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Hugenſchütz’
Fel=
ſenkeller um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 17. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Deichert
(Wienersſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Heinrich Müller
(Emilſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16,
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Ar=
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).
Korn= und Grünfutter=Verſteigerung um
4½ Uhr (Zuſammenkunft auf dem Pfarrwieſenweg).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe:
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht derückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Sohhen
Schfhe
jetzt mit hohem (15226a
Preis-Nachlass!
W. Keller
Schirmgeschäft
14 Elisabethenstr. 14
(Vorher Schützenstrasse.)
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Freitag abend
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15409
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ein neuek .
Grammophon-Star
Asoeben Neuaufuahmen in
Grammophonplatten
eingetroffen.
Kommen Sie, Hören
Sie den neuen Tenor und
Sie werden überrascht
sein von der vorzüglichen
Aufnahme.
Vorführung
ohne Kaufzwang.
Ach, Ihres Auges Zauberblick‟
aus Traviata
La Boheme, „Wie eiskalt ist
dies Händchen‟
Arie aus Romeo und Julia
Ach geh’ auf, mach
die Sterne erbleichen‟.
Blumen-Arie aus Carmen.
Duett, „Le Dame Curose‟
„Die neugierigen Frauen‟
(Wolf-Ferrari)
desungen von Geraldine Farrar
und Hermann Jadlowker.
N.buger
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der D. G. A. Berlin-London.
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 89,90
79,90
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,50
do.
(3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100, 10
88,20
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 100,20
88,10
do.
13½
77,50
do.
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,10
4 Württemberger v. 1907 100,10
do. v. 1875 95,20
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,50
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 91,40
4 do. Goldrente . . . 96,30
(4 do. einheitl. Rente 88,20
3 Portug. unif. Serie I 63,90
3 do. unif. Ser. III 66,45
3 do. Spezial . . . . 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 101,80
do. v. 1890 . . 96,00
4 do. v. 1905 . . 91,79
90,30
4 Ruſſen v. 1880 .
4 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
. 89,70
(3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 82,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,30
4. Ungar. Goldrente . . . 90,90
4 do. Staatsrente . . . 88,75₰
In Proz.
Zf.
5 Argentinier
.101,20
4
do.
87,20
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
93,80
do.
4½
94,60
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . . 95,50
do,
59,90
3
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,40
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,40
3 Buenos Aires Provinz 71,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 143,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,20
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . .
8 Baltimore und Ohio . 106,00
6½ Schantungbahn . . . 131,25
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,50
6 Pennſylvania R. R. . 121,20
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger ..
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.. . 518,00
Fabrik.
14 Chem. Fabrik Gries=
. . . 259,40
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 642,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,50
10 Cement Heidelberg . . 152,30
30 Chem. Werke Albert 460,40
12½ Holzverkohlung Kon=
. . . . 312,10
ſtanz
4 Lahmeyer . . . . . . . 126,00
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 161,50
12 Siemens & Halske . 241,50
5 Bergmann Electr. . . 141,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 168,20
0 Gummi Peter . . . . 123,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 129,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 535,00
10 Maſchinenf. Badenia
6 Wittener Stahlröhren 201,50
8 Steana Romana Petr. 140,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 234,90
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 224,60
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 121,00
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 188,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 231,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
174,10
10 Gelſenkirchener . . . . 189,50
8 Harpener . . . . . . . 188,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261,80
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
81,20
4 Laurahütte . . . . . . 172,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 193,00
7½ South. Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 90,30
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,30
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 78,60
3
do.
75,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60
Zf.
In Proz.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 76,70
29/10 do.
53,20
3 Raab=Oedenburg
76,80
4 Kronprinz Rudolfbahn
88,60
4 Ruſſ. Südweſt.
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
4 Wladichawchas . . . . 89,00
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,60
do.
90,50
24/10 Livorneſer . . . . . 68,30
3 Salonique=Monaſtir . 63,50
83,90
4 Bagdadbahn . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,90
4 Miſſouri=Pacific . . . . 71,50
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 95,10
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,60
5 Tehuantepec . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
.150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,50
6½ Darmſtädter Bank . 121,75
12½ Deutſche Bank . . . 255,25
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,3.
10 Diskonto=Kommandit 186, 40
8½ Dresdener Bank . . 153,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,20
7 Pfälziſche Bank . . . . 129,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,60
Wiener Bankverein . 133,40
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,30
Z. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
do.
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
8½
do.
89,20
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
. 99,90
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,20
S. 3—5
89,00
S. 9—11
89,10
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
do.
88,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Güdd. Bd.=Kr.=Bk.=Pk., 99,90
do.
8½
89,40
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . ₰ 98,50
8½ do.
89,10
4 Frankfurt . . . ... ₰ 100,00
8½ do.
92,80
4 Gießen .
98,90
8½ do.
91,00
4 Heidelberg
99,20
3½ do.
88,20
Karlsruhe
½ do.
89,50
4 Magdeburg
99,10
3½ do.
4 Mainz
½½ do.
90,0
4 Mannheim .
do.
88,70
4 München .
99,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . . . 100,00
½ do.
4 Offenbach . . .
In Proz.
8f.
3½ Offenbach .
4
4 Wiesbaden . 7.7.4 99,60
3½ do.
4 Worms .
3 —
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 174,00
3½ Cöln=Mindner , 100 134,50
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,20
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,00
3 Oldenburger . . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
. Fs. 15
Freiburger .
. Fs. 45 —
Mailänder
Fs. 10
do.
Meininger
ſl. 7 34,90
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 515,00
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 366,00
Venediger . . .. Fs. 30
Türkiſche . ..7. Fs. 400 171,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,30
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¼
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten.
81,25
Holländiſche Noten. . . . 169,70
Italieniſche Noten
80,25
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto. .
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2.20
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3.25
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1912.
Beſtannimachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Herbſt 1912.
Diejenigen iungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Herbſt 1912
ſtatt=
findenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallſigen
Geſuche um Zulaſſung bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Auguſt 1912
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr
erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber
getragen werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des
geſetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber
gegen=
über zur Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die
Koſten von der Militärverwaltung beſtritten werden er ſich dieſer
gegen=
über für die Erſatzpflicht des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten, ſowie die
Fähigkeit des Bewerhers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten zur
Beſtreitung der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der
geſetzliche Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten
Verbindlichkeiten, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des
Geſetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder
notariellen Beurkundung.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit, oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) der ſich
Meldende geprüft ſein will.
b) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat.
6. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis
bei=
zulegen.
7. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine dritte
Zulaſſung könnte ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmiat
werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des
Aufenthalts=
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung, vom 22. November 1888 — Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwilige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
(14213a
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Volizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15349
Korn= und Grünfuter=Verſteigerung.
Mittwoch, den 17. lfd. Mts., nachmittags 4½ Uhr, wird
die Kornernte von ca. 3 Morgen ſtädtiſchen Geländes am
Pfarr=
wieſenweg und an der Weiterſtädter Straße, ſowie das Grünfutter
von 6 Morgen der Pallaswieſe an Ort und Stelle öffentlich
meiſt=
bietend verſteigert.
(15377im
Zuſammenkunft auf dem Pfarrwieſenweg.
Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.
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Mittwoch, den 17. Juli 1912, vorm. 11 Uhr,
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1 Sekretär, ferner 1 Grammophon, 1 Schreibmaſchine,
1 Schuhmachernähmaſchine, 1 Coupee, 1 Landauer, 3 Pferde
und 2 Kühe und im Anſchluß hieran an Ort und Stelle;
Gerüſtdiele, Gerüſtſtangen, Handkarren, 1 Kaſtenwagen
und 1 Speispfanne
verſteigert werden. Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen
findet vorausſichtlich ſtatt.
(15376
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11.
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Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher,
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Dienstag, den 23. Juli 1912,
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Darmſtadt, am 15. Juli 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
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Freitag, den 19. Inli 1912,
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(15380id
einzureichen.
Darmſtadt, am 15. Juli 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
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Mittwoch, den 17. ds. Mts.,
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brauchbar gewordenes Offizier=
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(15375
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Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
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Diejenigen, welche an den
Nach=
laß des verſt. Schreiners Konrad
Menz eine Forderung haben,
wer=
den erſucht, bis ſpäteſtens den
21. Juli 1912 dieſelbe bei
Unter=
zeichnetem einzureichen,
andern=
falls keine Berückſichtigung ſtatt=
(*1182
finden kann.
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Nicht zu verwechseln mit ähnlich lautendem Geschäft
in der Rheinstrasse.
(13942a
Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
13
Es griff Suſanne mitten an das zuckende Herz.
So=
hatte ſie wohl auch einſtens in rührender Hilfloſigkeit
den Großeltern jauchzend entgegengelacht, und man hatte
ſie nicht ans Herz genommen. In jähem Impuls heißen
Mitgefühls und überſtrömenden Erbarmens hob ſie den
Knaben zu ſich empor und drückte die weiche Wange an
die ihre, den röſigen, lachenden Mund liebesvoll küſſend.
Nicht weinen! rief das Kind erſchrocken, als es in
die tränennaſſen Augen ſah. Suſanne ſetzte den
indis=
kreten Kleinen raſch zur Erde und ſuchte ſich dem Kinde
zu entziehen, das ſich an ihre Rockfalten klammerte, um
ſie zu tröſten.
Komm Wilhelm, mahnte die Mutter, ihre Klugheit
riet ihr, dem Gebot Suſannes zu folgen. Sie nahm
ihr Kind wieder an die Hand und ſchritt den Weg zurück,
den ſie gekommen war. Sie hatte die Tränen geſehen,
die in den ſtolzen Augen der Erbſchleicherin, wie ſie ſie
nannte, brannten. Sie fühlte es, von der hatte ſie
nichts mehr zu befürchten, aber damit wußte ſie noch
nicht, was ſie zu hoffen hatte, wenn ſie auch noch ſo ſicher
tat. Es gab da oft ſo unbequeme Hausgeſetze.
Suſanne ſah den beiden nach, und in ihren
uner=
fahrenen Augen gewann die ſtolze, in ruhiger
Gelaſſen=
heit davonſchreitende Geſtalt die Glorie der Mutter.
Anna Wronka wurde dadurch geadelt und auch ihr Tun.
Es war ihre Pflicht, die Rechte des Knaben zu
vertei=
digen. Zwar, daß ſie dieſen Weg gewählt hatte,
ge=
richte ihrem Frauenempfinden nicht zur Ehre, aber wer
konnte wiſſen, welcher Geſellſchaftsklaſſe ſie entſtammte
Wenn dieſer Knabe wirklich der Erbe war, ſo mußte
Friedrich Wilhelm von der Verlobung zurücktreten, denn
er würde arm wie zuvor. Das junge Mädchen weinte
laut auf. Wie ſollte ſie es ertragen, daß mit ihm die
Sonne aus ihrem Leben ſchied. Arme Suſanne! Rief
es nicht ſo aus dem Rauſchen des Waſſers, dem ſie ſich
mit jedem ihrer Schritte näherte. Was trieb ſie in ihrem
Jammer dorthin?
Wie es lockte und winkte! Ein Dampfer war
vor=
beigefahren, und in breiten Wellen brach ſich die Flut
aufſchäumend im Rohr. Wie ſie ſich hoben ihr entgegen
als ob ſie mit weichen Händen des Erbarmens nach ihr
griffen.
Da war der Steg, an dem Andreas oft zu landen
pflegte. Ein Boot lag verborgen in Schilf und Rohr,
ſeine Kette war nur loſe an den Pfahl geſchlungen, denn
die grüne Wand hielt ihn feſt. Suſanne ſprang hinein
und griff zu den Rudern.
In ihr war die Verzweiflung, die ihre Mutter
der=
einſt denſelben Weg getrieben hatte und Lena
Mit aller Kraft arbeitete ſie, um das Fahrzeug
fort=
zuſtoßen, dem offenen Waſſer zu. Aber es ſollte ihr nicht
gelingen, der Kiel hatte ſich zu tief in den weichen,
wei=
ßen Sand eingebohrt, die ungeſchickten Hände verſtanden
es nicht, ihn zu befreien. Die Glieder erlahmten bei der
ungewohnten Arbeit, und damit verflog auch die
Wild=
heit der brutal gepeitſchten Seele, die der Menſchheit
gan=
zer Jammer alſo gepackt und geſchüttelt hatte, daß alle
Ueberlegenheit und Beſonnenheit in dem Wirbelſturm
unterging, der bei dem jähen Niederbruch ihres kurzen
Glückes über ſie dahingefahren war.
Sie ſank in einen Winkel des breiten plumpen
Bootes nieder. Auf einem Haufen Netzwerk kauerte ſie
ſich zuſammen, ihr Körper ſchüttelte ein Weinkrampf.
Mein Gott, mein Gott! So ſchrie es in ihr auf
in dem Gefühl gänzlicher Ohnmacht und erdrückender
Hilfloſigkeit. Wenn dieſer Knabe der Erbe war, und
das ſchien gewiß zu ſein, ſo war Onkel Wilhelm noch
bis vor wenigen Jahren oder — ſeine Frau war ganz
in Schwarz gekleidet geweſen — bis ganz vor kurzem
noch am Leben geweſen? Hatte er auch eine Schuld auf
ſich geladen und war verſtoßen worden gleich ihrer
Mutter. Sie fühlte einen wilden Haß aufſteigen gegen
die Großeltern. Lag nicht bei ihnen die Schuld, wenn
beide Kinder verdarben? Wo hinaus führte der Weg
aus dem Labyrinth, in das menſchliche Schwäche und
die Schuld anderer ihr junges unſchuldiges Leben
ver=
ſtrickt hatten.
Tiefe ſeeliſche Erſchöpfung nahm endlich Körper und
Seele gefangen, der Kopf ſank zurück und fand auf dem
zuſammengerollten Wettermantel des Fiſchmeiſters eine
Stütze, die müden Glieder ſtreckten ſich — Suſanne ſchlef
ein. Es war mehr Betäubung wie Schlaf. Sie hörte,
wie aus weiter Ferne das tiefe Rauſchen der ſchlanken
Halme, die ihr das Schlafliedchen zur ſonnigen
Morgen=
ſtunde ſangen. Der Waſſerſchierling undd as Löffelkraut
drängten ſich an die Seite des leiſe ſchaukelnden Bootes,
und vom Ufer her breiteten dichte Erlenbüſche ihr
ſchat=
tendes Dach über das arme, gequälte Menſchenkind. Nur
verſtohlen blinzelte ein kecker Sonnenſtrahl durch das
ſich im warmen Sommerwind wiegende Gezweig.
Die Stunden vergingen, die Sone ſtand höher, ihre
Glut ſtieg mit dem Tageslauf. Mittag war nicht mehr
fern. Die Wangen der Schläferin färbten ſich höher, die
Bruſt atmete unruhig, kurze fiebernde Reden wurden
laut. Ein beängſtigender Traum bedrückte ſie, doch ſie
erwachte nicht. Der Wind hatte ſich ſchlafen gelegt, kaum
daß das Rohr ſich rührte. Die Waſer floſſen ſtill zu
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Eat und degen das gihne Schiflief ſincd zu den
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ßen ſandigen Grund.
Ein großer Fiſch ſtand plötzlich im Rohr,
unbeweg=
lich, nur mit ſeinen Glotzaugen nach Beute
umher=
ſpähend. Wie ſein Schuppenkleid glänzte! Nun wurden
es ihrer mehr. Die Schwüle wuchs von Minute zu
Minute.
Andreas würde ſich freuen, wenn er den gelegten
Reuſen die willkommene Beute entnahm. Noch war
von ihm nichts zu ſehen, und Suſanne ſchlief weiter.
Sie ſah nicht, wie es ſich im Weſten türmte ſchwarz wie
die Nacht. Wie die Wolken ſich ballten und
zuſammen=
wuchſen, bis ſie gleich einem dunklen Bahrtuch, von
unſichtbaren Händen in ſchwindelnder Eile gebreitet, den
blauen, ſonnigen Himmel deckten. Es kam der Sturm!
Er fegte über die Waſſerbreite, daß des Stromes Wellen
ſich bäumten und vor ihm einherliefen wie glitzernde
Schlangen. Nun klatſchten ſie an die Wände des
Boo=
tes, ſie ſchoben und preßten, ſie hoben und trugen. Und
ſo raſch, wie ſie gekommen waren rannen ſie zur Tiefe
zurück und riſſen das hilfloſe Fahrzeug mit ſich aus
ſei=
nem grünen ſicheren Verſteck.
Kaum daß Suſanne bei dem Toben erwacht war
und ſich ihrer Lage bewußt wurde, ſo trieb ſie ſchon in
der Mitte des Stromes, der Willkür des Unwetters
hilf=
los preisgegeben. Noch hingen die ſchwarzen Wolken
über ihr, ohne ihren Schoß zu öffnen, aber ſchon fuhren
die Blitze herab, und der Donner ſang ſein gewaltiges
Lied.
Nun war Suſannes Wunſch erfüllt, um ſie her war
die toſende Tiefe. Ein Sprung, und es war alles vorbei!
Warum nur hob ſich ihr Kopf wieder kräftig und ſtolz
aus den ſchlanken Schultern, warum kamen ihr
Ueber=
legung und Kraft zur Selbſthilfe zurück?
Da ſie der Tod ernſtlich bedrohte, wuchs ihr der
Lebensmut. Nein, nicht feige werden, ſie nahm den
andf mni den eiſelten Sehoaſen auf. Sierihnerie
ſich der Lehren, die ihr Verlobter ihr bei der Bootfahrt
gegeben hatte, mit feſter Hand griff ſie nach dem Steuer.
Es waren der Windungen ſo viele, die der Fluß machte,
es würde ihr ſchon gelingen zu landen.
War da nicht eine menſchliche Stimme, die ihr
zu=
ſchrie? Sie ſpäte nach dem Ufer und erblickte den
Fiſch=
meiſter, der in tollen Sätzen quer durch die Wieſen
rannte. Sie erkannte ſeine Abſicht, er wollte verſuchen,
ihr bei der erſten Krümmung zu Hilfe zu kommen. Nun
war er verſchwunden, und Suſanne fühlte erſt jetzt, wie
verlaſſen ſie war, aber ſie verlor die Geiſtesgegenwart
nicht.
Der Regen praſſelte mit voller Wucht hernieder, und
der Sturm traf das Boot an der Breitſeite, ſo näherte
ſich Suſanne dem Ufer, doch ohne etwas erkennen zu
können. Um ſie her war nur das Toſen der ſtürzenden
Waſſermaſſen, das Leuchten der Blitze und des Donners
Krachen, aber die Gewalt über das Boot verlor ſie nicht.
Jetzt kam etwas dunkles in ihren Geſichtskreis, es mußten
Bäume ſein. Eine gewaltige Strömung riß das Boot
mit ſich fort, die große Krümmung war ereicht. Und
ſchon war Hilfe zur Hand. Andreas ſtand auf der
Lauer, ſeine ſcharfen Augen durchdrangen den Graus.
Sein mächtiger Körper ſtampfte in das Waſſer
hin=
ein, durch Rohr und Schilf, er entdeckte das
dahinſchie=
ßende Boot noch gerade zur Zeit, um ſich ihm in den
Weg zu legen.
Werfen Sie das Tau heraus! ſchrie er Suſanne zu.
Das Tau — das Tau! — Laſſen Sie doch das Steuer
los.
Es gelang dem jungen Mädchen, das Tau ſofort zu
finden und es hinauszuſchleudern. Lang ſchleppte es
im Kielwaſſer hinter dem davonwirbelnden Boot her.
In kräftigen Stößen ſchwamm der Fiſchmeiſter heran,
jetzt hielten ſeine Hände es gefaßt,
Nun das Steuer gehalten, ſchrie er von neuem.
Immer feſte, ich zwinge es ſchon, gnädiges Fräulein.
Nur keine Angſt, gleichen haben wir es geſchafft.
Jetzt hatte er Fuß gefaßt, und ſeiner Rieſenkraft
gelang es ſpielend, das Boot dem ſchützenden Röhricht
zuzuziehen. Schon ſchob ſich die Schilfwand ſchützend
zwiſchen das Fahrzeug und den toſenden, brauſenden
Fluß, der Kiel fuhr knirſchend über den Sand. Andreas
packte Suſanne mit ſeinem Arm und trug ſie unter das
ſchützende Laubdach einer mächtigen Buche. Dann lief
er wieder zum Boot und holte aus einem Verſchlag eine
große Wolldecke, um die Durchnäßte ſogleich einzuhüllen.
Er ſprach kein Wort, er fragte nicht, wie Suſanne
auf das Waſſer geraten war, er bemühte ſich nur um die
Sicherheit des Bootes, das er ſorglich durch das Tau
an einem Baum befeſtigte. Dann als die Gewalt des
Wetters gebrochen war, führte er nach kurzer
Auffor=
derung Suſanne den kürzeſten Weg durch Wieſen und
Röhricht nach der Stelle zurück, von wo ſie die tolle Fahrt
begonnen hatte.
Und wie der wortkarge Mann ihr vorausſchritt,
ſicher und ſelbſtbewußt und doch ſo treu um ſie beſorgt,
kam auch über ſie das Gefühl des Geborgenſeins. Mit
herzlichem Dank verabſchiedete ſie ſich von ihm, als ihre
Wege ſich trennten, und ſchritt die Waſſerallee dem Schloß
zu mit ſtetig wachſendem Mut und dem feſten Vorſatz,
das Rechte zu tun.
Wehmütig lächelnd ſah ſie die Sonnenſtrahlen ſchon
wieder durch die Wolkenlücken blitzen und die regennaſſe
Welt in ſchimmernde Schönheit tauchen.
Der gerade Weg, Friedrich Wilhelm. Es muß ſein,
flüſterte ſie vor ſich hin und fühlte ſchon im
aufzucken=
dem Herzen die Dornen, unter denen all ihre heiße Liebe
und ihr Glück tropfenweiſe verbluten würden.
(Fortſetzung folgt.)
ist der Bedarf in allen „fertigen Artikeln” gross.
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Heute Dienstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr:
Grosses Militär-KonzertlGrosses Militär-Konzert
von der ganzen Kapelle des Grossh. Art.-Korps
Leitung Herr Obermusikmeister F. Mickley.
Programm. U. a.: Grosse Fantasie aus Tannhänser
von Wagner. Fantasie Internationale, Russland, Frankreich,
Oesterreich, Italien, Deutschland. Traumbilder, Fantasie von
Lumbye. Marche à la Turka aus der Fis-moll-Sonate von
Mozart. Musik aus der Biedermeierzeit von Kockert.
Eintritt 30 Pfg. — Dutzendkarten von Donnerstags-
Konzerten häben Gültigkeit.
(15370
Heute zum letztenmal
das grosse Sensationsdrama in 3 Akten:
Die Schlungen
lanzern
Hugenschütz Felsenkeller
(Telephon 1445)
Dienstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr,
der Trompeter des Train-Bataillons Nr. 18
Leitung: Herr Muſikmeiſter=Aſpirant W. Klein.
Im Programm u. a.: II. Teil R. Wagner=Abteilung, Stücke
aus: Parſifal, Fliegende Holländer, Tannhäuſer und Rienzi. Ferner:
Ouvertüre zur Oper: „Die Zigeunerin” und „Orpheus in der
Unter=
welt”, ſowie Solo für Cornet à Piston (Herr Klein) ꝛc. (*1207
Zum Schluß: Großes hiſtoriſch=patriotiſches Potpourri „Vor
100 Jahren und jetzt.”
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
Hans Tod, Restaurateur.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B14217
17. Deutsches Bundes-und
Gold. Jubiläums-Schiessen
Frankfurt am Main 1912.
Haupt-Woche:
Konzerte — Historische Ausstellung —
„Alt-Frankfurt‟ — Vergnügungspark.
Abend-Veranstaltungen:
Montag, 15. Juli: Festspiel. Fackelzug zu Ehren des
Pro-
tektors. Große Schlachtenmusik.
Dienstag, 16. Juli: Radsportliche Vorführungen, Japanische
Nacht. Konzert der „Hoch- und Deutschmeister‟
aus Wien.
Mittwoch, 17. Juli: Konzert des Frankfurter Sängerbundes.
Fackelschwingen der Frankfurter Turnerschaft.
Konzert der -Hoch- und Deutschmeister aus Wien.
Donnerstag, 18. Juli: Ausflug an den Rhein. Abends:
Festpiel. Konzert der „Hoch- und Deutschmeister‟
aus Wien.
Autorisierte Fortsetzung des Weltschlagers
„Der fiegende Zirkus‟. (15405
Freitag, 19. Juli: Balletaufführungen. Aufführungen derf
Frankturter Turnerschatt.
Samstag, 20. Juli: Festspiel. Großes Brillantfeuerwerk.
Sonntag, 21. Juli, 4 Uhr nachmittags: Preisverteilung ar.
die ersten Preisträger. Aufführungen der
Frank-
furter Turnerschaft. Abends: Festspiel.
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Heinheimerſtr. 80, 3. St. I.
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zu verk. Soderſtr. 65, I.,
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am weissen Turm
Ab heute neues Programm
unter anderem:
Madeleinen
Großes ſenſationelles
Drama in 3 Akten aus
dem deutſch=franzöſiſchen
Krieg 1870/71.
In der Titelrolle:
Fräulein Ilſe Oeſer, die
Heldin a. „Sündige Liebe‟.
1 a. d. Halm
½ Morg. Korn abzugeben
Soderſtr. 55, 1. St.
*1208)
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N§ 165.
Dienstag, 16. Juli.
1912.
Heſſche Volksbücher.
(Nachdruck verboten.)
Mit dem ſoeben ausgegebenen Band 12 (Heſſiſche
Sagen, 2. Reihe, zuſammengeſtellt von Karl Bader)
vollen=
den die von mir herausgegebenen Heſſiſchen Volksbücher
ihren vierten Jahrgang. Es wird weitere Kreiſe
inter=
eſſieren, über die Ergebniſſe der Arbeit, die an und mit
dieſem gemeinnützigen Unternehmen, das vor etwa 3½
Jahren ſich erſtmalig in die Oeffentlichkeit gewagt hat,
ge=
leiſtet worden iſt.
Ich beginne dabei mit einer Zuſammenſtellung der
Titel der einzelnen Bändchen. Sie lauten:
Band 1: Friedrich Peppler, Schilderung meiner
Ge=
fangenſchaft in Rußland vom Jahre 1812 bis 1814,
bear=
beitet von K. Eſſelborn. 156 Seiten. Preis broſch. 90 Pfg.,
gebunden 1,20 Mk.
Band 2: Heſſiſche Sagen, 1. Reihe: Auswahl aus J.
W. Wolfs Sammlung, eingeleitet von K. Bader. 96 Seiten.
Preis broſch. 50 Pfg., gbd. 80 Pfg.
Band 3: Bilder aus der heſſiſchen Vergangenheit,
1. Reihe: Der vordere Odenwald in der Zeit vor und in
dem dreißigjährigen Krieg von W. Diehl. 132 Seiten.
Preis broſch. 90 Pfg., gbd. 1,20 Mk.
Band 4: Johannes Stelz, Selbſtbiographie, nach der
Aufzeichnung von Karl Götz, eingeleitet und erläutert von
K. Eſſelborn. 192 Seiten. Preis broſch. 1,20 Mk., gbd.
1,50 Mk.
Band 5: Philipp, Landgraf von Heſſen=Butzbach. Eine
Feſtgabe zur Dreihundertjahrfeier der Begründung der
Landgrafſchaft Heſſen=Butzbach, dargereicht von W. Diehl.
81 Seiten. Preis broſch. 50 Pfg., gbd. 80 Pfg.
Band 6: Bilder aus der Heſſiſchen Vergangenheit,
2. Reihe: Aus der Zeit des Landgrafen Ernſt Ludwig,
von W. Diehl. 98 Seiten. Preis broſch. 60 Pfg., gbd.
90 Pfg.
Band 7: Johann Luft, Leben und Schickſale in meiner
Schulmeiſterlaufbahn, von K. Eſſelborn. 120 Seiten. Preis
broſch. 90 Pfg., gbd. 1,20 Mk.
Band 8: Georg Friedrich Lucius, Drangſale des
Dorfes Jugenheim bei Mainz im erſten
Revolutions=
kriege, von E. Anthes. 93 Seiten. Preis broſch. 60 Pfg.,
geb. 90 Pfg.
Band 9: Ludwig Boclos, Beſchreibung einer
Schüler=
wanderung im Jahre 1813, von W. Diehl. 118 Seiten.
=Preis broſch. 80 Pfg., geb. 1,10 Mk.
Band 10 und 11: Wilhelm Baur, Lebenserinnerungen.
Mit Einleitung und Erläuterungen von K. Eſſelborn. 335
Seiten. Preis broſch. 2,50 Mk., geb. 2,80 Mk.
Band 12: Heſſiſche Sagen, 2. Reihe, zuſammengeſtellt
von K. Bader, 112 Seiten, Preis broſch. 60 Pfg., geb.
90 Pfg.
Die Herſtellung dieſer 12 Bände koſtete einſchließlich
des Buchbinderlohnes die Summe von rund 13000 Mk.,
ihre Verſendung rund 1200 Mk., die Proviſion an den
Buchhandel für diejenigen Exemplare, die nicht direkt
be=
zogen wurden, rund 1700 Mk., die Verluſte, die durch
zah=
lungsunfähige Zwiſchenhändler entſtanden (jährlich etwa
25 Mk.) rund 100 Mk. Es kommt, von ſonſtigen Ausgaben
geringerer Art abgeſehen, mithin ein Geſamtaufwand von
rund 16000 Mk. heraus oder pro Jahr von 4000 Mk.
Dieſe jährlich verausgabten 4000 Mk. ſind bisher zu drei
Fünftel von den etwa 900 Abonnenten getragen worden,
von denen etwa 400 auf Darmſtadt, etwa 500 auf das
übrige Heſſen entfallen. Zwei Fünftel der Summe iſt bei
den erſten drei Jahrgängen, über die eine Abrechnung
vor=
liegt, durch den Verkauf von Einzelexemplaren gedeckt
wor=
den, die zum Teil unſere Geſchäftsſtelle, zum größten Teil
aber der Buchhandel beſorgt hat.
Die Finanzen des Unternehmens liegen derart, daß
ſämtliche Koſten für Hepſtellung und Betrieb der erſtendrei
Jahrgänge gedeckt ſind und daß für den vierten Jahrgang,
den Jahrgang 1911—1912, zurzeit noch eine Schuld von
800 Mk. zu decken iſt, der 750 Mk. Ausſtände an
Abonne=
mentsgelder und ein demnächſt zu erwartender Ertrag von
500 Mk. aus dem buchhändleriſchen Vertrieb von 1911—
1912 gegenüberſtehen. Das Unternehmen hat demnach
zur=
zeit 550 Mk. Schulden.
Abgeſetzt wurden bisher, in runden Summen
ange=
geben, von Band 1: 2220, Band 2: 2180, Band 3: 1980,
Band 4: 1510, Band 5: 1520, Band 6: 1480, Band 7: 1420,
Band 8: 1450, Band 9: 1350, Band 10—11: 1250, Band 12:
1140 Exemplare, in Summa 17500 Bücher, die zu 85
Prozent in gebundenen Exemplaren abgingen,
Der Rückgang, der in den mitgeteilten Zahlen vorliegt,
iſt nicht ein Zeichen des Rückganges des ganzen
Unternehmens. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß von
Bänden, die bereits drei Jahre im Buchhandel
ſind mehr Exemplare abgeſetzt ſein müſſen als von
Büchern, die eben in den Buchhandel kommen. In
Wirk=
lichkeit hat der durchſchnittliche Abſatz zugenommen.
Ich ſchließe meinen Bericht mit der Bitte, daß alle alten
Freunde dem Unternehmen treu bleiben und recht viele
neue hinzukommen möchten. Die Veröffentlichungen
ver=
dienen das, und die Bearbeiter, ſowie der Herausgeber,
die für ihre Arbeit nichts bekommen, ſind wohl dieſer
wirk=
lich geringen Ehrung wert.
D. Dr. Diehl, Pfarrer,
Herausgeber der „Heſſiſchen Volksbücherei”.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Berlin=
Geune=
wald. Preis von Tetſchendorf; 5000 Mark, Diſtanz
1000 Meter: 1. Herrn W. Lindenſtädts Wahrheit (Evans),
2. Prinzgemahl (Schläfke), 3. Grete (Hughes). Tot.
43:10. — Stadion=Handikav; 10000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Frhrn. H. v. Reiſchachs Tourbillon (Spear),
2. Prinz Kuckuck (Weatherdon), 3. Skipper. Tot. 32110.
— Preis von Bindow; 6200 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Herrn J. Beutlers Komet (Janek), 2. Poltergeiſt
(Fox), 3. Felſenburg (Weedgewood). Tot. 18:10.
Großer Preis von Berlin; 74000 Mark, Diſtanz
2400 Meter: 1. Frhrn. S. A. v. Oppenheims Dolomit
(Archibald), 2. Nuſcha (Spear), 3. Carino (Fox). Tot.
16:10. — Berliner Offiziers=Jagd=Rennen; Ehrenpreis
und 8000 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Lt. v. Schepkes
Pilies (Beſ.), 2. Freifahrt (Lt. Braune), 3. Melbourne
(Lt. Stichler). Tot. 105:10. — Fervor=Rennen; 13000
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herren A. und C. v.
Wein=
bergs Fervor (Janek), 2. Feſttarok (Lane), 3. Lombardei
(Evans). Tot. 17110. — Calvello=Preis; 5000 Mark,
Diſtanz 2400 Meter: 1. Herren E. und G. Buggenhagens
Santuzza (Sandmann), 2. Koröbos (Fritſche), 3. Fromme
Helene (Theilen). Tot. 24:10.
Rennen zu Hannover. Sommer=Rennen;
400 Mark Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers
Berber (Raſtenberger), 2. Samhara (Liſter), 3. Erle
(Jentzſch). Tot. 18110. — Bürger=Preis; 10000 Mark,
Diſtanz 2200 Meter: 1. Herren A. und G. v. Weinbergs
Sagitta (F. Bullock), 2. Laps (Shurgold), 3. Don Ceſar
(Müller). Tot. 16:10. — Großer Preis von Hannover;
Goldpokal und 23000 Mark, Diſtanz 1100 Meter: 1. Kgl.
Hauptgeſt. Graditz’ Meißel (F. Bullock), 2. Catena (
Shur=
gold), 3. Biro II (Pretzner). Tot. 14:10. — Preis der
Stadt Hannover; Ehrenpreis und 13000 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſt. Graditz’ Abwechſelung
(F. Bullock), 2. Huſarenliebe (Bleuler), 3. Lily (
Shur=
gold). Tot. 16:10. — Trab=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
1500 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Spion (
Raſten=
berger), 2. Ria (Jentzſch), 3. Königsleutnant (H.
Teich=
mann). Tot. 24:10. — Hürden=Rennen; 4000 Mark,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Frhen. v. Reiſchachs Jungtürke
(Torke), 2. Grunewald (Scholz), 3. Frau Holle (Th.
Baſtian). Tot. 22110. — Hildesheimer Jagd=Rennen;
4000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt. Weinſchenks
I hope ſo (Seeliſch), 2. Cymbal (Wiſchek), 3. Mourlan
(Leiß). Tot. 74:10.
Rennen zu Dortmund. Hunters=Flach=
Ren=
nen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 2800 Meter:
1. Herrn A. v. Schilgens Argile (Beſ.), 2. Flirmond
Robertet (Lt. Frhr. v. Berchem), 3. Lynch=Law (Lt. von
Moßner). Tot. 23:10. — Gaugrafen=Jagd=Rennen; 3000
Mark. Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn H. Stemanns Zucht
(Kühl), 2. Lamhult (Weishaupt), 3. Brunonia (R.
Franke). Tot. 108110. — Juli=Jagd=Rennen; 2500
Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Lt. Ritters Einbrecher
(Dyhr), 2. Raubritter (Pilies), 3. Merval (Rohne).
Tot. 28:10. — Großer Preis von Dortmund; 20000
Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Herrn E. v. Benningſens
Waſſermaus (E. Franke), 2. Kriegsbruder (Seiffert).
3. Ormsby (Piplies). Tot. 319:10. — Emſcher Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3500 Meter:
1. Herren J. und G. Reimanns Silver Sea (Lt. Frhr.
v. Berchem), 2. Douce Amie (Lt. v. Moßner). Tot. 20:10.
— Tribünen=Jaad=Rennen; 3600 Mark, Diſtanz 2200
Me=
ter: 1. Herrn Röthemeiers Rekrut (Kühl), 2.
Komman=
dant (Weishaupt), 3. Kambaſembi (Mew). Tot. 14:10.
Rennen zu Magdeburg. 1. Rennen: 1. Soeur
d’Alteſſe (Printen), 2. Goldrock (Thorſch), 3. Medicis
Pride (Newey). Tot. 30:10. — 2. Rennen: 1. Prognoſe
(Hr. v. Weſternhagen), 2. Colclough II (Lt. v. Tresckow),
3. Szeszela (Lt. Graf Baudiſſin). Tot. 35:10. — 3.
Ren=
nen: 1. Jubilee Juggins (Lt. Graf Baudiſſin), 2.
Gran=
dezza (Lt. v. Hattan), 3. Brookade (Lt. Graf Holck). Tot.
48110. — 4. Rennen: 1. Reine du Jour (Dr. Rieſe),
Lady Angus (Lt. v. Uechtritz), 3. Brampton Laß (Hr.
Purgold). Tot. 21:10. — 5. Rennen: 1. Sonnenblick
(Atzenroth), 2. Feetiſch (Newey), 3. Landbote (J.
Mar=
tin). Tot. 25:10. — 6. Rennen: 1. Tory Hill II (Beſ.),
2. Dainty Fox (Mr. Anthony), 3. Succurs. Tot. 197110.
7. Rennen: 1. Senechal (Yoemans), 2. Muſidora
(Benſch), 3. Heuſchrecke (Dye). Tot. 26110.
* Radſport. R und um Darmſtadt. Der
Velo=
ziped=Klub Darmſtadt veranſtaltete am
Sonn=
tag ſeine alljährliche Fernfahrt Rund um Darmſtadt”
90,8 Kilometer, offen für ſeine Mitglieder. Der Start
erfolgte früh 5 Uhr in zwei Gruppen, von denen die
zweite, beſtehend aus den Fahrern Becker, Damus und
Zimmermann, der erſten, in welcher ſich 15 Fahrer
befan=
den, eine Vorgabe von 6 Minuten gewähren mußte.
Bei Urberach hatten die Malleute die vorzüglich
fah=
rende Spitzengruppe eingeholt, wobei ſich alsdann eine
Gruppe von 6 Fahrern bildete, die bis zum Schluſſe
zu=
ſammenblieb. Sieger blieb ſchließlich der „Rund um
Frankfurt a. M.‟=Sieger W. Zimmermann nach hartem
Kampf, die Zeit des Vorjahres um 2½ Minuten
ver=
beſſernd. Reſultate: 1. W. Zimmermann in 3 St. 8 Min.
30 Sek., 2. E. Damus 3 St. 8 Min. 30,2 Sek., 3. Alb.
Becker 3 St. 8 Min. 30,4 Sek., 4. F. Walkenhorſt 3 St.
8 Min. 30,6 Sek., 5. W. Proeſer 3 St. 8 Min. 30,8 Sek.,
B. E. Bätz 3 St. 8 Min. 31 Sek., 7. C. Bernhardt 3 St.
26 Min. 30 Sek., 8. R. Schmitt 3 St. 26 Min. 30,2 Sek.
In der Abteilung der Senioren ſiegte J. Danz in
4 St. 12 Min.
Die Meiſterſchaften des Deutſchen
Rad=
fahrer=Bundes gelangten am Sonntag bei ſchönem
Wetter in Leipzig zum Austrag. Die kurze Meiſterſchaft
(1000 Meter) brachte eine Ueberraſchung, da der
Favo=
rit, der bisherige deutſche Meiſter Chr. Rohde=Hamburg,
150 Meter vor dem Ziel ſtürzte, ohne ſich indes zu
ver=
letzen. Sieger blieb Max Hanſen=Berlin mit ¾ Länge
vor K. Arnold=Erfurt und Paul Bruns=Magdeburg. In
der 25 Kilometer=Meiſterſchaft entſchädigte ſich dann
Rohde durch einen leichten Sieg mit 3 Längen in 38
Minuten 23,1 Sekunden vor Rob. Müller=Berlin und
Heuer=Leipzig.
Rennen in Dresden. Der Robl=Preis über
eine Stunde war trotz der Rad= und Motorſchäden,
unter denen ſämtliche Fahrer zu leiden hatten, ein ſehr
ſcharfes Rennen, ſodaß der Sieger Linart mit 88,680
Kilometer einen neuen Weltrekord aufſtellte. Von 10
bis 80 Kilometer wurden gleichfalls alle deutſchen
Re=
kords verbeſſert. Zweiter wurde der Franzoſe
Guig=
nard mit 87,900 Kilometer vor Huybrechts 79,125
Kilo=
meter. Im Malfahren wurde Pawke Sieger vor
Sonn=
tag und Hofmann, ebenſo im Prämienfahren vor Rudel
und v. Natzmer. Der Preis von Bachwitz, ein 10
Kilo=
meter=Dauerrennen, wurde von Linart in 13:32¾ (neuer
deutſcher Rekord) gewonnen. Als nächſte endeten
Huy=
brechts 1870 Meter, Saldow 1920 Meter und Guignard,
der unter Raddefekten zu leiden hatte, 2700 Meter zurück.
Renn en zu Zehlendorf=Berlin.
Inter=
nationales Hauptfahren: 1. Stabe 6 Punkte, 2.
Perchi=
cot 6 Punkte, 3. Moretti 7 Punkte, 4. Wegener 11 Punkte.
Die Hundert. 1. Lauf, 50 Kilometer: 1. Demke 46154,2,
2. Riesner 660 Meter, 3. Ebert weit zurück. 2. Lauf, 50
Kilometer: 1. Hall 46:38, 2. L. Vanderſtuyft 640 Meter,
3. Ryſer 1750 Meter zurück. Endlauf, 50 Kilometer:
1. Demke 47115,2, 2. Hall 210 Meter, 3. Riesner 760
Me=
ter, 4. Vanderſtuyft weit zurück. Malfahren: 1.
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3. Dickentman 8830 Meter, 4. Janke 10,550 Meter, 5. van
Neck 11,450 Meter zurück. Kölner Jubiläums=Preis, 20
Kilometer: 1. Somers 16 Min. 59 Sek., 2. Weiß=
Frank=
furt 200 Meter, 3. Zeißler 550 Meter, 4. Eſſer 2300 Meter,
5. Kjeldſen 3500 Meter zurück. 40 Kilometer=Lauf:
1. Somers 34119,4, 2. Eſſer 1900 Meter, 3. Zeißler
* Fußballſport. Sportklub „Haſſia 1908‟.
Am Sonntag beteiligte ſich die 1. Mannſchaft des
Darm=
ſtädter Sportklubs „Haſſia” am Sportfeſte des F.=K.
„Viktoria”=Sprendlingen und gewann unter
ſehr ſtarker Konkurrenz im Fußball=Wettſpielen den 2.
Preis. — Die 2. Mannſchaft ſpielte gegen die 1.
Mann=
ſchaft des F.=K. „Germania”=Eberſtadt und
ge=
wann das Spiel 510. — Gegen den F.=K. „Germania”=
Wixhauſen, 1. Mannſchaft, verlor die 2. Mannſchaft der
„Haſſia‟ 4:1.
* Gehſport. F.=C. Alemannia=Darmſtadt.
Am Sonntag errang in den Olympiſchen Spielen
in Sprendlingen das Mitglied Auguſt Wimmer
den 1. Preis im 8=Kilometer=Wettgehen. Leiſtung 42
Mi=
nuten.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Bei den am Sonntag
in Aſchaffenburg ſtattgefundenen nationalen
olympiſchen Spielen errangen die Mitglieder Curt
Kretzſchmar im 400=Meter=Lauf, Gg. Merkel im
1000=Meter=Lauf und Hch. Ackermann im
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