Darmstädter Tagblatt 1912


15. Juli 1912

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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Hohenzollern mit dem Kaiſer an
Bord iſt von Bergen nach Molde in See gegangen,
wo die Ankunft gegen 9 Uhr abends erfolgte.
Das Luftſchiff Viktoria Louiſe, das Samstag
Nacht 12 Uhr 13 Min. unter Führung von Dr. Eckener
zu einer Fahrt über die Oſtſee aufgeſtiegen
war, kehrte kurz vor 9 Uhr morgens nach Hamburg
zurück, wo es 9 Uhr 45 Min. landete.
Das Urteil gegen die Aſſelner Dynamit=
Attentäter, wurde gefällt. Der Rädelsführer
Schaper erhielt 6 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Ehr=
verluſt
. Die Bergleute Jungermann, Meier und Sa=
watzki
je 3 Jahre Zuchthaus und 4 Jahre Ehrverluſt.
Bergmann Ackermann wurde zu 1 Jahr Gefängnis,
Blank und Dahlhoff zu je 9 Monaten Gefängnis und
Bergmann Huckſchlag zu 5 Monaten Gefängnis verur=
teilt
.
Der franzöſiſche Senat und die Kammer
hielten geſtern eine Nachtſitzung ab, nach der die Ta=
gung
geſchloſſen wurde.
Ein Bombenanſchlag wurde auf den engliſchen
Miniſter des Innern, Mac Kenna, verſucht, der
vermutlich auf die ſtreitbaren Suffragetten zurückzufüh=
ren
iſt.
Das Großfürſtenpaar Kyrill iſt an Bord des
Panzerkreuzers Alexander in Stockholm eingetrof=
fen
, um den Zaren bei den olympiſchen Spielen zu
vertreten.
Ein ſchweres Eiſenbahnunglück hat ſich auf
der Strecke der Illinois=Zentralbahn, unweit von
Cortland, in Miſſouri ereignet, Soviel bis jetzt be=
kannt
iſt, wurden 8 Perſonen getötet und zahlreiche
verwundet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.

Englands Politik im Mittelmeer.

Am intereſſanteſten waren die Ausführungen des
engliſchen Staatsſekretärs der Auswärtigen Angelegen=
heiten
im Unterhauſe, ſoweit ſie ſich auf die Situation
im Mittelmeer bezogen. Was Sir Edward Grey vorher
über das Verhältnis zu Deutſchland ſagte, war nur des=
halb
bemerkenswert, weil gerade die Monarchenbegeg=
nung
in Baltiſchport ſtattgefunden hat. Sonſt hat er
nur wiederholt, was er ſchon früher erklärt hat, und
was auch andere engliſche Staatsmänner bei den ver=
ſchiedenſten
Gelegenheiten betont haben. Derienige Teil
ſeiner Rede, der ſich auf die Mittelmeerfrage bezog, war
ein richtiges Diplomatenkunſtſtück, denn der Staatsſekre=
tär
hat ſich mit keinem Wort über den italieniſch=türkiſchen
Krieg geäußert, eine Unterlaſſung, die ſich durch nichts
rechtfertigen läßt. Bezeichnend iſt ferner, daß Sir Ed=
ward
Grey auch nicht mit einer Silbe auf die kürzlich
veröffentlichten Enthüllungen über einen engliſch= fran=
zöſiſch
=italieniſchen Mittelmeerbund eingegangen iſt, trotz=
dem
bei dem allgemeinen Intereſſe, dem dieſe Frage be=
gegnet
, das ſehr nahe gelegen hätte. Seine ganzen
Auslaſſungen über dieſen Punkt ſind ſo unklar und un=
beſtimmt
gehalten, daß nur die Folgerung bleibt, es
ſeien hier tatſächlich Dinge in der Schwebe, die beſtimmte
Angaben über Englands Abſichten hinſichtlich der Ver=
ſtärkung
ſeiner Mittelmeerpoſition noch nicht zulaſſen.
Das Mittelmeerproblem ſteht im Vordergrunde des
Intereſſes, ſeit Ende Mai der Premierminiſter Asquith,
Churchill und Lord Kitchener auf der Inſel Malta zu=
ſammengekommen
ſind, um in nächſter Nähe Studien zu
machen. Sir Edward Grey betonte in ſeiner Unterhaus=
rede
, England dürfe das Mittelmeer nicht gänzlich auf=
geben
und daß eine genügende Streitmacht dorthin ent=
ſandt
werden müſſe, trotzdem augenblicklich keine Ge=
fahr
drohe. Es ſei gegenwärtig keine Ausſicht auf irgend
einen Streit mit einer anderen Macht im Mittelmeer
vorhanden, und es ſei nicht möglich, eine Streitkraft zu
unterhalten, die ſich in jedem Augenblick gegen alle an=
deren
Flotten behaupten könnte. Wie der Staatsſekretär

gerade jetzt während des italieniſch=türkiſchen Krieges zu
einer ſo optimiſtiſchen Auffaſſung kommt, iſt ſchlechter=
dings
unbegreiflich. Aus Greys Rede geht ſo viel klar
hervor, daß England im Mittelmeer nicht abdanken und
die Verteidigung ſeiner Intereſſen dort nicht dem fran=
zöſiſchen
Freunde überlaſſen wird. Das ſcheint das
Hauptergebnis der erwähnten Konferenzen auf Malta
geweſen zu ſein. Jetzt fragt es ſich allerdings, wie Eng=
land
ſein neues Flottenprogramm für das Mittelmeer
durchführen wird. Ob ihm die deutſche Flottennovelle
Veranlaſſung gibt, die Zuſammenziehung der Seeſtreit=
kräfte
in der Nordſee nicht in dem angekündigten Um=
fange
vorzunehmen, oder aber ob man ſich die für das
Mittelmeer erforderlichen Schiffe durch Neubauten ver=
ſchaffen
will.

Deutſches Reich.

Die perſönliche Sicherheit des Kai=
ſers
in der Schweiz. In der Schweiz iſt der
Bundesrat Mare Ruchet von ſeinem Amt zurückgetreten.
Dazu ſchreibt die Kreuzzeitung: Schon vor längerer
Zeit wurde uns von gut unterrichteter Seite, die mit Re=
gierungskreiſen
der Schweiz nahe Fühlung hält, ver=
ſichert
, daß man dort an zuſtändigen Stellen ſchwere Be=
denken
hege, ob man auch die Verantwortung für die
perſönliche Sicherheit des Deutſchen Kaiſers bei ſeinem
Manöverbeſuche im Herbſte tragen könne, beſonders, da
die Schweizer Geſetze die Anwendung geeigneter Mittel
zur vollkommenen Ueberwachung und rechtzeitigen Un=
ſchädlichmachung
politiſch verdächtiger Perſonen nicht
erlauben. Wäre es nun nicht denkbar, daß Bundesrat
Marc Ruchet, der als Chef des Departements des Innern
auch oberſter Polizeichef iſt, nicht glaubt, die ſchwere
Verantwortung für die völlige Sicherheit des Deutſchen
Kaiſers auf ſich nehmen zu können und deshalb noch vor
dem Beſuche von ſeinem Poſten zurücktritt?
Dementi. Wie auf Anfrage beim Großen
Generalſtab mitgeteilt wird, iſt das Gerücht vom Rück=
tritt
des Generalſtabs=Chefs v. Moltke aus der
Luft gegriffen, v. Moltke denkt nicht an Rücktritt.
Ein abſolut authentiſches Dementi des Gerüchts iſt in
kurzem zu erwarten, ſobald v. Moltke, der ſich im Ge=
folge
des Kaiſers auf der Nordlandsreiſe befindet, Kennt=
nis
von dem Gerücht erhalten haben wird.
Baltiſchport. Von eingeweihter Seite wird
über das Ergebnis von Baltiſchport mitgeteilt, daß in
Baltiſchport beſchloſſen wurde, regelmäßig in etwa
anderthalbjähriger Folge ſolche dem Gedankenaustauſch
dienende Beſuche zu wiederholen. Betreffend den tür=
kiſch
=italieniſchen Krieg ergab die Zuſammenkunft: Ruß=
land
hegt keinen agreſſiven Plan gegen die Türkei,
Deutſchland wird ſtark genug ſein, ebenfalls in dieſem
Sinne auf ſeinen Bundesgenoſſen, dem Rußland immer
noch wenig vertraut, zu wirken. Rußland wird gegen=
über
den ihm naheſtehenden Völkern die bisherige
Politik der Zügelung fortſetzen. Die Inſeln ſoll die
Türkei zurückerhalten.
Umarbeitung der Marineſignal=
bücher
. Kürzlich ſtand vor dem Reichsgericht ein
Signalmaat, der den Verſuch gemacht hat, Abſchriften
aus dem Signalbuch der Flotte an eine fremde Macht
zu verkaufen. Der Landesverräter iſt bekanntlich zu
einer mehrjährigen Zuchthausſtrafe verurteilt worden.
Mit der Beſtrafung des Signalmaats iſt aber die Ange=
legenheit
noch nicht abgetan. Es muß immerhin mit
der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Spionage nicht
nur allein verſucht, ſondern auch vollbracht worden iſt
und eine fremde Macht Kenntnis von einem Teil der
deutſchen Flottenſignale beſitzt. Aus dieſem Guunde
wird es, wie aus Marinekreiſen geſchrieben wird, wohl
notwendig ſein, das Signalbuch einer neuen Bearbei=
tung
zu unterziehen, um auf dieſe Weiſe die Kenntniſſe
der fremden Macht wertlos zu machen. Mit der
Umarbeitung des Signalbuches dürfte wohl bald begon=
nen
werden. Der jetzige Departementsvorſtand im
Reichsmarineamt, Vizeadmiral Capelle, hat ſeinerzeit
als Korvettenkapitän ebenfalls gelegentlich eines Spio=
nagefalles
das ganze Flaggenſignalbuch einer vollſtän=
digen
Umarbeitung unterzogen; eine weitere Umar=
beitung
erfolgte vor drei Jahren die allerdings nicht ſo
durchgreifend war, wie die Arbeit des damaligen Kor=
vettenkavitäns
Capelle.

Ausland.

Frankreich.
Die Kammer nahm in ihrer Abendſitzung das
Geſetz betr. die Ruhegehälter der Bergarbeiter in
Erzgruben und Schieferbrüchen an. Nach lebhafter De=
batte
wurde ein Antrag angenommen, in dem die Re=
gierung
erſucht wird, bei den Eiſenbahngeſellſchaften
vorſtellig zu werden, um eine Aufbeſſerung der Ruhe=
gehälter
der penſionierten Eiſenbahner herbeizuführen.
Die Seſſion wurde dann geſchloſſen. In der Abend=
ſitzung
des Senats wurde das Dekret betr. den Schluß
der Seſſion verleſen.
Gegen das Proportionalſtimmrecht.
Nachdem Combes und Clemenceau den Vorſitz des gebil=
deten
Abwehrkomitees des allgemeinen Stimmrechts
gegen das Proportionalſtimmrecht abgelehnt haben,
wurde der ehemalige Miniſter Raynaud zum Prä=
ſidenten
gewählt. Das Komitee veröffentlicht heute
abend ein von Clemenceau verfaßtes Manifeſt.
Das Komitee zur Verteidigung des
allgemeinen Wahlrechts veröffentlicht ein
Manifeſt, in dem es heißt: Das Proportionalwahlrecht
iſt ein Attentat auf das allgemeine Wahlrecht. Die Re=
gierung
nahm dasſelbe an, um eine Reform durchzu=
ſetzen
unter Mitarbeit der Feinde der Republik. Keine
Bewegung im Lande rechtfertigt dieſe Reform und wird
die Hand auf das allgemeine Wahlrecht gelegt, dann
wird das Majoritätsprinzip in allen politiſchen Ver=
ſammlungen
von den ſiegreichen Minoritäten überwun=
den
und der Unwille der Bevölkerung wird inſtinktiv
zu jenen Leidenſchaften ſteigern, die die franzöſiſche Ge=
ſchichte
kennzeichnen. Was iſt von einem Lande zu er=
warten
, das nur zwiſchen Deſpotismus und Anarchie
zu wählen hat? Daher iſt die Bildung eines Komitees
berechtigt, das überall eine entſchiedene Bewegung ein=
leiten
ſoll, die lediglich durch die Aufrechterhaltung des
Prinzips der Volksſouveränität den revolutionären
Royaliſten, Bonarpartiſten und Klerikalen die ihnen in
Wirklichkeit gebührende Minorität wieder zuweiſen wird.
Die Weſtbahnſen. Auf eine ſchriftliche An=
frage
des Deputierten Engerand betreffs des Sachſcha=
dens
der bei der ſtaatlichen Weſtbahn vom 1. Juli 1909
bis 1. März 1912 angerichtet wurde, erwiderte der Mi=
niſter
der öffentlichen Arbeiten Dubois, daß in dieſem
Zeitraum 68 Lokomotiven, 30 Tender, 198 Güterwagen
und 451 Wagen teils zerſtört, teils beſchädigt wurden.
Belgien.
Der Senat wählte den Baron de Favereau zum
Präſidenten.
Amerika.
Die Panamakanal=Gebühren. Die
Mehrheit des Senats iſt für die Befreiung der ameri=
kaniſchen
Schiffe von den Gebühren im Panamakanal,
indeſſen beſteht im Kongreß noch eine ſtarke Meinungs=
verſchiedenheit
über dieſen Punkt. Bei weitem die über=
wiegende
Mehrzahl der Newyorker Preßorgane iſt für
die britiſche Auffaſſung, daß die Befreiung der ameri=
kaniſchen
Schiffe von den Panamakanalgebühren eine
Verletzung des Hay=Pauncefote=Vertrages iſt. Die
Tribune nimmt indes eine entgegengeſetzte Stellung ein.
Perſien.
Die perſiſche Regierung hat die For=
derung
Rußlands, die perſiſchen Koſaken in Täbris um
700 Mann und 2 ruſſiſche Offiziere zu vermehren, unter
der Vorausſetzung angenommen, daß die perſiſchen Ko=
ſaken
wie bisher dem perſiſchen Kriegsminiſterium un=
terſtehen
ſollen. Zugleich drückt die Regierung die Hoff=
nung
aus, Rußland werde ſich jetzt in der Lage ſehen,
ſeine Okkupationstruppen zu entfernen.
Die Bachtiarenhäuptlinge einſchließlich
des Premierminiſters haben Sardar=Jena. dem Gou=
verneur
von Behbehan die unumſchränkte Gewalt im
Bachtiarengebiet auf 5 Jahre übertragen. Die kaiſerliche
Bank von Perſien hat Sarda=Jeng 160000 Mark vor=
geſtreckt
, um ihn in den Stand zu ſetzen, die Ordnung
aufrecht zu erhalten.
Koreg,
Die Unterſuchung gegen 123 verhaftete
Koreaner, die beſchuldigt werden, in das Komplott
zur Ermordung des Generalgouverneurs Grafen Terauchi
verwickelt zu ſein, iſt abgeſchloſſen worden. Alle Ange=
klagten
leugnen energiſch das Beſtehen eines Komplotts

[ ][  ][ ]

und behaupten, ihre früheren Geſtändniſſe ſeien von der
Polizei gewaltſam erpreßt. Das jetzt vor ſich gehende
Verhör wurde durch richterliche Fragen bewirkt. Die
Behörden ſind der Auffaſſung, daß einige Miſſionare
ſich der Begünſtigung des Komplotts und aktiver Teil=
nahme
ſchuldig gemacht haben.

* Malmö, 12. Juli. Aus Anlaß der Anweſenheit
des deutſchen Kreuzers Viktoria Luiſe gab der
deutſche Konſul Schmitz dem Kommandanten und den
Offizierm ein Diner, wozu die Spitzen der Behörden
und die deutſche Kolonie geladen waren. Kapitän z. S.
Frey toaſtete auf den König von Schweden. Der ehe=
malige
Reichstagspräſident Herslow brachte einen Trink=
ſpruch
auf Kaiſer Wilhelm aus, der von den ſchwediſchen
Gäſten enthuſiaſtiſch aufgenommen wurde.
* Bergen, 12. Juli. Der Kaiſer machte heute
vormittag bei warmem Wetter einen Spaziergang und
begab ſich alsdann auf den Kreuzer Breslau wo er
mit dem deutſchen Konſul Mohr und mit einigen Herren
des Gefolges das Frühſtück einnahm. Die Hohen=
zollern
nahm im Hafen Kohlen ein.
* Bergen, 13. Juli. Die Hohenzollern
mit dem Kaiſer an Bord iſt heute früh um 6 Uhr nach
Molde in See gegangen, wo die Ankunft abends um
9 Uhr erfolgen dürfte.
* Paris, 13. Juli. Nach einer Blättermeldung
hat ſich der ruſſiſche Kriegsminiſter General Sukom=
linoff
von hier nach kurzem Aufenthalt zur Kur nach
Vichy begeben. Das Journal glaubt, daß Sukomlinoff,
obzwar ſein Beſuch keinen amtlichen Charakter habe, mit
dem Präſidenten der Republik, dem Miniſterpräſidenten
Poincaré und dem Kriegsminiſter Millerand Beſpre=
chungen
über die militäriſche Seite des franzöſiſch= ruſſi=
ſchen
Bündniſſes haben dürfte.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 15. Juli.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Geh. Rat Profeſſor
Bracht von Dresden, den Sanitätsrat Dr. W. Orth, den
Oberleutnant Bock v. Wülfingen von der Schutztruppe
für Deutſch=Oſtafrika, kommandiert zur Dienſtleiſtung
beim Infanterie=Leib=Regiment Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117, den Forſtmeiſter Dr. Weber von Konrads=
dorf
; zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den Mi=
niſter
des Innern v. Hombergk zu Vach, den Geheimen
Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Oberförſter
der Oberförſterei Kirtorf, Johannes Eggers zu Kirtorf,
die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm
von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und König von
Preußen verliehenen Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Jakob Rittersberger aus Heppenheim a. d. B. eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Unter=Abtſteinach,
Kreis Heppenheim; dem Lehrer Anton Bach zu Rohr=
bach
, Kreis Büdingen, die Lehrerſtelle an der Gemeinde=
ſchule
zu Vadenrod, Kreis Alsfeld; dem Schulamts=
aſpiranten
Adolf Engel aus Friedberg eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Ernſthofen, Kreis Dieburg.
* Perſonalien von der heſſiſch=preußiſchen Eiſen=
bahngemeinſchaft
. Im Namen der Großh. Regierung
vollzogene Ernennungen und Beförderungen (1. Juni
bis 1. Juli 1912): zu Eiſenbahn=Oberſekretären die
kommiſſariſchen Eiſenbahnſekretäre Buch, Hamann,
Maurer, Moog und Zior zu Mainz; zu Zug=
führern
die Schaffner Amann zu Darmſtadt, Schmitt
zu Biebrich=Oſt und Strackheim zu Biſchofsheim;
zu Weichenſtellern 1. Klaſſedie Weichenſteller Heſſel
und Schmitt zu Gau=Algesheim; zum Lokomotiv=
heizer
der Hilfsheizer Geyer zu Bingerbrück; zum
Triebwagenführer der Hilfstriebwagenführer Herr=
mann
zu Mainz; zu Weichenſtellern der Stations=
ſchaffner
Bunn zu Mainz, die Bahnwärter Emrich
zu Babenhauſen und Göth zu Monsheim und der
Hilfsweichenſteller Hauſt zu Wolfskehlen; zu Schaffnern
die Hilfsſchaffner Becker zu Biſchofsheim, Bott zu
Worms und Fritſch zu Mainz; zum Bahnwärter der
Hilfsbahnwärter Rittersberger zu Harreshauſen.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 25 vom
13. Juli enthält: 1. Verordnung die Enteignung von
Gelände zu Feſtungszwecken um Mainz betreffend.
2. Bekanntmachung, den zwiſchen den Häuſern Stolberg=
Roßla, Stolberg=Stolberg und Stolberg=Wernigerode
abgeſchloſſenen Familienvertrag betreffend.

g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich in feiner
Sitzung am Samstag mit dem Geſuch des Friedrich
Kaufmann aus Falkengeſäß, jetzt in Heppenheim, um
Erteilung eines Wandergewerbeſcheins für den Verkauf
von Manufakturwaren und Nähmaſchinen. Der Geſuch=
ſteller
iſt 22 Jahre alt, und das Kreisamt Heppenheim
hatte Bedenken, dem Geſuch ſtattzugeben, da nach § 57a
der Gewerbeordnung der Wandergewerbeſchein in der
Regel zu verſagen ſei, wenn der Betreffende noch nicht
das 25. Lebensjahr erreicht hat. Als Ausnahme ſoll nur
gelten, wenn der Geſuchſteller der Ernährer einer Familie
und bereits vier Jahre im Wandergewerbe tätig iſt. Da
dies im vorliegenden Fall nicht gegeben iſt, erkannte der
Kreisausſchuß auf Ablehnung des Geſuches. Der Provin=
zialausſchuß
gibt der Klage des Geſuchſtellers ſtatt und
erteilt den Wandergewerbeſchein für das Jahr 1912.
Dem Adam Winkenbach VII. von Viernheim war
durch Polizeibefehl aufgegeben worden, innerhalb 14
Tagen die Abortgrube ſeines neu erbauten Gebäudes den
Plänen entſprechend abzuändern. Der Provinzialausſchuß
hatte ſich bereits am 9. März mit dem von Winkenbach
gegen den Polizeibefehl eingelegten Rekurs beſchäftigt
und hatte nähere Beweiserhebung beſchloſſen. Dieſe Be=
weiserhebung
iſt inzwiſchen vom Kreisamt Heppenheim
erfolgt. Das eingeholte Gutachten lautet dahin, daß der
Anbau, der mit der Abortgrube zuſammenhängt, als Teil
des Gebäudes nicht anzuſehen ſei. Doch ſei zu beanſtan=
den
, daß die Grube mit den Grundmauern des Gebäudes
zuſammenhängt; durch dieſen Zuſammenhang ſei eine ge=
ſundheitsſchädliche
Wirkung zu befürchten. Es müßte die
Grube durch eine Mauer ſo abgeſchloſſen werden, daß ſie
ſich nicht mehr unter dem Anbau befinde. Der Provin=
zialausſchuß
verwirft den Rekurs unter Auferlegung der
Koſten des Verfahrens und von 5 Mark Averſionalbetrag.
Marie Dechert aus Friſchborn erkrankte im Herbſt
1909 und wurde auf Veranlaſſung der Landesverſicherungs=
anſtalt
am 1. Dezember 1909 in die chirurgiſche Abteilung
der Univerſitätsklinik in Gießen eingewieſen. Die Auf=
nahme
erfolgte zunächſt nur für eine vierzehntägige Beob=
achtungszeit
. Da ſich jedoch eine Operation als nötig er=
wies
und hiernach noch eine Heilbehandlung der Dechert
bis zum 26. Februar 1910, weigerte ſich die Landesverſiche=
rungsanſtalt
für die Zeit vom 14. Dezember 1909 bis zur
Entlaſſung für die Behandlungskoſten aufzukommen, da
ſie keine Benachrichtigung von der Operation erhielt. Der
Ortsarmenverband Gießen hat daraufhin als vorläufiger
Unterſtützungswohnſitz dieſe Koſten in Höhe von 102,20
Mark erſtattet, und auf deſſen Klage verurteilte der Pro=
vinzialausſchuß
Gießen den Ortsarmenverband Friſchborn
als Unterſtützungswohnſitz zur Tragung der Koſten. Die=
ſer
klagt nunmehr vor dem hieſigen Provinzialausſchuß
gegen die Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum
Heſſen in Darmſtadt um Rückerſtattung der Koſten für
Operation und Verpflegung der Dechert, da es ſich um ein
Heilverfahren handele und da die Operation und die darauf
folgende Pflegezeit auf die Veranlaſſung der Verſicher=
ungsanſtalt
zur Einlieferung in die Klinik entſtanden ſei.
Die Verſicherungsanſtalt beſtreitet zunächſt die Zuſtändig=
keit
des Provinzialausſchuſſes, da es ſich nicht um ein
Heilverfahren handele. Die Anſtalt habe die Dechert
ausdrücklich zum Zwecke einer vierzehntägigen Beobach=
tungszeit
eingeliefert, zur Erlangung eines Gutachtens,
ob durch ein Heilverfahren die Erwerbsfähigkeit der
Patientin wieder hergeſtellt werden könne. Die Operation
ſei allerdings in dieſen 14 Tagen erfolgt, aber die Ver=
ſicherungsanſtalt
habe erſt am 17. Januar davon erfahren.
Es habe ſich auch herausgeſtellt, daß die Operation die
Erwerbsfähigkeit nicht wiederherſtellen konnte, ſodaß alſo
ein Heilverfahren vielleicht nicht eingeleitet worden wäre.
Der Provinzialausſchuß verwirft die Klage des Orts=
armenverbandes
unter Auferlegung eines Averſionaz=
betrages
von 10 Mark. Vom 18. bis 22. Oktober 1911
war der Arbeiter Franz Schwinger bei dem Landwirt
Horn in Seligenſtadt beſchäftigt und mußte am 24. Oktober
wegen Bruches zweier Rippen in das Frankfurter Kranken=
haus
aufgenommen werden. Hier wurde er bis zum 2. Ja=
nuar
1912 verpflegt. Nunmehr klagt der Ortsarmenverband
Frankfurt gegen den Ortsarmenverband Seligenſtadt um
Erſatz der Pflegekoſten in Höhe von 213 Mark nebſt vier
Prozent Zinſen vom Tage der Klagezuſtellung, da der
Bürgermeiſter von Seligenſtadt ohne Angabe von Grün=
den
die von Schwinger nachgeſuchte Aufnahme in das
Krankenhaus abgelehnt habe. Der Herr Bürgermeiſter be=
ſtreitet
, daß Schwinger angegeben habe, er ſei krank; er
ſei am 23. Oktober betrunken auf ſein Bureau gekommen
und habe verlangt, er ſolle ihn in das Krankenhaus bringen
laſſen. Daraufhin habe er ihm geantwortet, er ſolle ihm
eine ärztliche Beſcheinigung bringen, daß er krank ſei.
Schwinger ſei jedoch nicht wieder gekommen und damit
wäre für ihn der Fall erledigt geweſen. Der Provinzial=
ausſchuß
beſchließt, darüber Beweis zu erheben, durch
Vernehmung des Arztes, der den Schwinger unterſucht hat,

welchen Befund dieſer feſtgeſtellt hat, welche Anordnung
er getroffen und in welcher Eigenſchaft Schwinger ihn
konſultiert hat, ob als Armenarzt oder als Arzt der Ge=
meindekrankenverſicherung
. Der Goldarbeiter Koch aus
Offenbach ſucht um Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb
einer Schankwirtſchaft zu Offenbach in der Mathilden=
ſtraße
nach. Koch iſt 20 Jahre alt und iſt durch ein kör=
perliches
Leiden an der vollen Ausübung ſeines Berufes
behindert. Das Kreisamt trug Bedenken, die Erlaubnis
zu erteilen und legte deshalb das Geſuch dem Provinzial=
ausſchuß
vor. Dieſer lehnte das Geſuch koſtenpflichtig ab.
Sodann wurde noch in der am vergangenen Samstag
anhängigen Sache, betreffend Wirtſchaftskonzeſſionseut=
ziehung
des Wirtes Martin Graber V. in Heppenheim
Beſchluß dahin verkündet, daß darüber Beweis erhoben
werden ſoll, ob der Ehemann Martin Graber V. infolge
ſeines körperlichen und geiſtigen Zuſtandes noch die er=
forderlichen
Eigenſchaften beſitzt und in der Lage iſt, die
Wirtſchaft zu führen, auch die erforderliche Aufſicht aus=
zuüben
, ob derſelbe insbeſondere nicht durch Trunkſucht
oder ſonſtiges Gebrechen geiſtig geſchwächt und als für die
Wirtſchaft aufſichts= und leitungsunfähig anzuſehen iſt:
durch Einholen ſeines Gutachtens Großh. Kreisgeſund
heitsamts Heppenheim und eines Berichts der Gendar=
merieſtation
Heppenheim; ob die Ehefrau Graber es an
der erforderlichen Aufſicht und Ueberwachung des Wirt=
ſchaftsbetriebs
als Stellvertreterin ihres Mannes hat feh=
len
laſſen und ob infolge deſſen Völlerei und Unſittlichkeit
in der Wirtſchaft gefördert wurde, durch Vernehmung.
verſchiedener Zeugen aus Heppenheim.
E Zur 8. Sitzung der Stadtverordneten= Verſamm=
lung
am Donnerstag, den 18. Juli, nachmittags 3½ Uhr,
iſt folgende Tagesordung feſtgeſetzt: 1. Mitteilun=
gen
. 2. Geländetauſch zwiſchen Militär=
fiskus
und Stadt, Erbauung einer Bas
taillonskaſerne und einer Garniſon=
kirche
. 3. Herrichtung von Räumen im Sockelgeſchoß
der Stadtmädchenſchule II (Emilſtraße) zu Unterricht
zwecken. 4. Rückzahlung der Koſtenvorlage für die Ein=
legung
der Waſſerleitung in die Dieburger Straße bis
zu den Hirſchköpfen. 5. Anſchaffung eines feuerfeſten
Schranks für das Ortsgericht II. 6. Die Entwäſſerung
des Gehaborner Hoffeldes durch Herſtellung eines Vor=
flutkanals
.
Generalmajor z. D. v. Kunowski, der hier
ſeinen Lebensabend verbringt, feiert am 20. Juli den
Tag, an welchem er vor 60 Jahren im Garde=
Pionier=Bataillon Offizier wurde. v. K. wurde
ſpäter in das 4. Garde=Regt. z. F. verſetzt, in welchem
er die Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71 mitmachte. Für=
Auszeichnung beim Sturm auf die Düppeler Schanzen
1864 das Gemälde Das 4. Garde=Regt. z. F. beim
Sturm auf die Düppeler Schanzen (im Offizierkaſino
des 4. Garde=Regt. z. F.) zeigt v. K. im Vordergrunde
mit gezogenem Degen an der Spitze ſeiner Kom=
pagnie
erhielt er den Roten Adler=Orden 4. Klaſſe
mit Schwertern, für Auszeichnung beim Sturm auf
St. Privat (18. Auguſt 1870) das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe.
v. K. war Bataillons=Kommandeur im Infanterie= Leib=
regiment
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, kom=
mandierte
als Oberſt das 4. Thüring. Inf.=Regt. Nr. 72
und wurde 1888 Kommandeur der 50. Infanterie=
Brigade (2. Großh. Heſſ.) in Darmſtadt, wo er ſeit 1889
n körperlicher und geiſtiger Friſche im Ruheſtand lebt.
H. K. Auf der Plenarverſammlung der Hand=
werkskammer
am 25. Juni wurde beſchloſſen, für den
Kammerbezirk eine Einziehungsſtelle zu gründen,
um dem allzu ſtark verbreiteten Borgunweſen wirkſam=
entgegenzutreten
. Die Vorarbeiten ſind bereits weſent=
lich
gefördert, ſo daß die neue Einrichtung beſtimmt
am 1. Oktober l. J. ihre Tätigkeit aufnehmen kann.
* Luther=Feſtſpiel=Anfführungen. Auf die am
Montag, den 15. Juli, abends 8¼ Uhr, im Fürſten=
ſaal
, Grafenſtraße 20, ſtattfindende zweite Männer=
verſammlung
, in der durch Herrn Hofrat Edward
eine weitere Rollenverteilung ſtattfinden ſoll, ſei auch an
dieſer Stelle aufmerkſam gemacht. Es ergeht deshalb an
alle evangeliſchen Männer unſerer Stadt jeglichen
Standes und Alters, die bereit ſind, ihre Kräfte in
den Dienſt einer ſchönen und edlen Sache zu ſtellen, die
Bitte, ſich recht zahlreich zu der genannten Verſammlung
einfinden zu wollen. Auch die Anmeldung von Herren
in vorgerücktem, ja ſelbſt in hohem Alter iſt erwünſcht.
* Saalbaukonzerte. Am nächſten Dienstag findet
wieder ein großes Militärkonzert bei ermäßigtem
Eintritt ſtatt. Das Konzert wird diesmal von der gan=
zen
Kapelle des Großh. Artillerie=Korps unter perſön=
licher
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley
ausgeführt. Ein durchaus abwechſelungsreiches Pro=
gramm
ſoll zum Vortrag gelangen. Auch mehrere
Schützenkorporationen, welche zum Beſuche unſerer Reſi=
denz
hier eintreffen, werden an dieſem Abend Beſucher
des Konzertes ſein.

Die Ausgrabung einer Stadt des alten
Paläſtina.

ck. Die alte Stadt Geſer, die etwa 25 Kilometer
ſüdöſtlich von Joppe liegt und eine außerordentlich gün=
ſtige
Lage einnimmt, muß früher ein wichtiger ſtrategi=
ſcher
Punkt geweſen ſein und blickt auf eine uralte, an
wichtigen Ereigniſſen reiche Geſchichte zurück. Dieſe Tat=
ſache
bewog den engliſchen Archäologen Profeſſor Ste=
wart
Macaliſter, an der Stätte des alten Geſer umfaſ=
ſende
Ausgrabungen vorzunehmen, die in zwei Kam=
pagnen
von 1902 bis 1905 und 1907 bis 1909 durch=
geführt
wurden. Die äußerſt reichhaltigen und wich=
tigen
Ergebniſſe ſeiner Arbeiten, die im Auftrage des
Paleſtine Exploration Fund ausgeführt wurden, legt er
nun in einem großen, dreibändigen Werke vor.
Geſer iſt eine typiſche Stadt Paläſtinas und bietet
einen überraſchenden Durchſchnitt durch die ganze Ge=
ſchichte
des Landes, weiſt Spuren auf von all den ver=
ſchiedenen
Raſſen, die zu verſchiedenen Zeiten um den
Beſitz dieſes unglücklichen Landes gekämpft haben. Maca=
liſter
konnte als früheſte Anſiedelung die der ſogenann=
ten
Troglodyten oder Höhlenbewohner feſtſtellen, eines
Volkes, das ſich in der Kultur der neolithiſchen Periode
befand, faſt ausſchließlich Waffen und Geräte aus Feuer=
ſtein
benutzte und eine primitive Kenntnis der Töpferei
beſaß. Es befand ſich auf einer ſehr tiefen Stufe der
Ziviliſation, und man darf aus dem Leben in teils
natürlichen, teils künſtlich gefertigten Höhlen ſchließen,
daß damals noch in Paläſtina ein Krieg aller gegen alle
herrſchte. Seine Technik ſtand trotzdem ſchon auf einer
nicht unbedeutenden Stufe. Das beweiſt die Anlage der
gewaltigen Waſſerſtraßen, die die Quellen der Umgegend
nach Geſer hineinleiteten und ſo die Anſiedelung wäh=
rend
einer Belagerung vor dem Verdurſten ſchützten;
es erſcheint faſt unglaublich, daß dieſe Arbeiten nur mit
Feustein. Meißeln und Meſſern ausgeführt wurden.

Dieſe Troglodyten ſcheinen bis um das Jahr 3000 v. Chr
in Geſer gewohnt zu haben; 500 Jahre ſpäter ſind ſie
von ſemitiſchen Stämmen vertrieben, die wieder unter
die Oberherrſchaft Aegyptens gerieten. Unter dem
Pharao Amenophis IV ging dann Paläſtina für die
Aegypter verloren und die nachfolgende Anarchie machte
für die Hebräer den Weg frei, um ihren in der Bibel
erzählten Zug nach dem gelobten Lande zu unternehmen.
Die Hebräer aber vertrieben nicht die Kanaaniter, ſon=
dern
, wie das Buch der Richter der Wahrheit gemäß
erzählt, erlaubten ihnen, unter ihnen zu wohnen Von
Kreta aus beſetzten die Philiſter die Städte der Meeres=
küſte
, bis auch ſie durch einen neuen Einfall der Aegypter
unterworfen wurden; ihren iſraelitiſchen Vaſallen wurde
dadurch Gelegenheit gegeben, in dem Lande wieder
feſteren Fuß zu faſſen. Wir können dann an der Hand
der Ausgrabungen das Einſtrömen der aſſyriſchen und
chaldäiſchen Elemente verfolgen, die die ägyptiſche Kul=
tur
zu verdrängen begannen; dagegen ſind von den Per=
ſern
, die ihre Nachfolger auf dem blutgedüngten Boden
des heiligen Landes wurden, nur wenige charakteriſtiſche
Spuren gefunden worden. Alexanders Eroberungszug
brachte die Segnungen der helleniſchen Kultur, wie
überall nach Aſien, auch nach Geſer; ein blühender Han=
del
und großer Luxus entwickelte ſich.
In dem Aufſtand der Makkabäer gegen Antiochus
Epiphanes ſpielt die Stadt eine große Rolle, denn ſie
wurde von den Aufſtändiſchen erobert und die Makkabäer
bauten ſich hier eine feſte Burg und einen ſchönen Palaſt.
Welch ungeheure Nachteile der Aufſtand der Makkabäer
für ihre Landsleute nach ſich zog, geht aus den Forſch=
ungen
Macaliſters deutlich hervor. Hier liegt der An=
fang
jener Tragödie des jüdiſchen Volkes, die ſchließ=
lich
ſeine völlige Entwurzelung aus dem heimiſchen
Boden zur Folge hatte. Der Fluch, den ein gewiſſer
Pampras, ein vertriebener Syrier, der zur Zwangsarbeit
am Palaſt das Simon Makkabäus verurteilt worden
war, in eine Wand des Baues einritzte: Möge Ferer

fallen auf Simons Palaſt! war prophetiſch für den
Untergang ſeines Geſchlechtes und ſeines Beſitzes. Als
die Römer wieder Wohlſtand und Kultur in Paläſtina
verbreiteten, war Geſer ſelbſt zerſtört und verlaſſen; ſeine
früheren Bewohner hatten ſich in offenen Dörfern im
Oſten und Weſten der Stadt angeſiedelt. Eine bedeu=
tende
Rolle ſcheint die Stadt, die während des erneuer=
ten
perſiſchen Reiches wieder aufblühte, zurzeit der
Kreuzzüge gewonnen zu haben, da die Theorie Wahr=
ſcheinlichkeit
hat, daß der berühmte Mont Giſart der
Kreuzfahrer Geſer war.
Dieſe vieltauſendjährige Geſchichte hat der Gelehrte
aus den mit größter Sorgfalt freigelegten Schichten der
Ruinenſtätte abgeleſen. Aus den zahlreichen Funden
geht hervor, daß Paläſtina niemals eine wirklich ſelb=
ſtändige
Kultur entwickelte, ſondern daß es ägyptiſche,
aſſyriſche, helleniſtiſche und römiſche Einflüſſe in charake
teriſtiſcher Weiſe umformte. Durch die Grabungen
wurde auch ein neues Licht auf die Bibel geworfen. Die
dem Moloch geſpendeten Opfer der Erſtgeborenen wer=
den
durch die Entdeckung eines Kinderfriedhofes mit
Hunderten von Skeletten neugeborener Kinder beſtätigt.
Die Geſchichte Simſons erfährt eine Erklärung durch die
Freilegung von Pihiliſter=Häuſern, bei denen die Dächer
durch auf Steinunterlagen ruhende Holzpfoſten geſtützt
waren; einem beſonders kräftigen Manne konnte es nicht
ſchwer ſein, dieſe hölzernen Pfoſten umzuſtürzen. S
gar die Geſchichte von Eſelskinnbacken wird aufgehellt
durch den Fund einer merkwürdigen und furchtbaren
Waffe, die aus dem mit Feuerſtein verſehenen Kinn=
backen
eines Tieres beſtand; gewöhnlich mag dieſes mit
ſpitzen Steinen wie mit Zähnen ausgelegte Inſtrument
als Sichel verwendet worden ſein. Die Grabungen
wurden mit enormen Koſten ausgeführt; Macaliſter be=
rechnet
, daß in all den Jahren wohl monatlich gegen
7000 Mark aufgewendet wurden.

[ ][  ][ ]

* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Kaiſer Wilhelm und der Zar in
Bultiſchport; die Zuſchauertribüne bei den Olympiſchen
Spielen in Stockholm; der Düſſeldorfer Hafen, vom Luft=
ballon
aus geſehen; die ruſſiſche Fürſtin Tſchakowsky,
die das Pilotenexamen beſtand.
* Ueberfahren wurde am Freitag abend auf dem
Truppenübungsplatz Griesheim von einem Wagen bei
Erdtransportarbeiten der Kanonier Leichtfuß vom
Artillerie=Regiment Nr. 24, das ſich zurzeit zu Uebungs=
zwecken
auf dem Truppenübungsplatz befindet. Der
Schwerverletzte wurde in das hieſige Garniſonslazarett
gebracht, wo er am Samstag morgen verſtorben iſt.
Worms, 13. Juli. Die Kunſtmühle Baruch und
Schönfeld, die älteſte Wormſer Mühle am Rhein,
iſt geſtern mittag vollſtändig niedergebrannt
nur das Maſchinenhaus konnte gerettet werden. Der
Brand entſtand kurz nach 1 Uhr mittags, wahrſcheinlich
durch Selbſtentzündung der Mehlvorräte im ſüdlichen
Anbau und ergriff dann auch den Hauptbau. Die Flam=
men
fanden an den rieſigen Getreide= und Mehlvorräten
reichliche Nahrung und ſo ſtand denn nach etwa einer
Stunde das ganze Gebäude in hellen Flammen. Alle
Wormſer Wehren waren zur Stelle: die Freiwillige
Feuerwehr, die Militärfeuerwehr, die Fabrikfeuerwehr
von C. Heyl mit der Dampfſpritze und die der Firma
Dörr und Reinhart, ferner die Wehren aller Vororte.
Vom Rhein aus wurde der Brandherd mit einer großen
Anzahl von Schlauchleitungen angegriffen. Die verein=
ten
Anſtrengungen der Wehren konzentrierten ſich ſchließ=
lich
, da an ein Löſchen des Brandes nicht zu denken war.
darauf, dem Feuer wenigſtens das dem Hauptbau nach
der Hafenſtraße zu vorgelagerte Maſchinenhaus zu ent=
reißen
, auch alle nach Norden liegenden Fabrikbetriebe
waren äußerſt gefährdet. Die Degrasfabrik, die dem
Brandherd am nächſten liegt, wurde unter den Schutz
einiger Schlauchleitungen geſtellt. Auf dem Dache der
Heftſchen Kunſtmühle, deren maſſive Bauweiſe jede Ge=
fahr
ausſchloß, hielt Militär Wache. Das Farbwerk
der Firma Schifferdecker hatte ſich in Abwehrbereitſchaft
geſetzt und ſchützte die Dächer durch fleißiges Begießen.
Vier Kompagnien der 118er waren damit beſchäftigt,
auf den umliegenden Feldern durch Funkenftug ent=
ſtehende
Brände zu unterdrücken. Gegen 4 Uhr war
auch der neu angebaute Silo abgebrannt. Die Bureau=
räume
und die Aufſeherwohnung konnten gerettet wer=
den
, ebenſo das Maſchinenhaus. Der Geſamtſchaden
dürfte ziemlich 1 Million betragen.
Gießen, 13. Juli. In einem Neubau an der Licher
Straße ſtürzte geſtern mittag bei Abnahme des Ge=
rüſtes
der 40 Jahre alte Weißbinder Ludwig Eiſen=
feller
aus Hattenrod vom zweiten Stock die Trep=
penöffnung
hinab und erlitt derart ſchwere Ver=
letzungen
, daß er kurz nach ſeiner Einlieferung in die
Klinik ſtarb. Eiſenfeller, der an epileptiſchen Anfällen
gelitten haben ſoll, befand ſich allein im zweiten Stock=
werk
und iſt vermutlich beim Eintreten eines ſolchen
Anfalles die Treppenöffnung hinabgefallen. Den Trans=
port
des Verletzten führten Mannſchaften der Sanitäts=
kolonne
aus.
Bad Nauheim, 13. Juli. Bis zum 11. Juli ſind
21 284 Kurgäſte angekommen, wovon am genannten Tage
noch 7466 anweſend waren. Bäder wurden bis zum 11
Juli 248 957 abgegeben.
Ilbeshauſen, 13. Juli. Die Bemühungen, das ſog.
Felſenmeer als Naturdenkmal zu erhalten, ſcheinen
erfolglos geblieben zu ſein, denn wie der G. AA. berichtet,
hat die Eiſenbahnbehörde ſoeben die Genehmigung er=
teilt
, zur vorteilhafteren Gewinnung der reichhaltigen
Baſaltlager der ſogenannten Oberdörfer Hütung
oberhalb Ilbeshauſen, das auch unter dem Namen Fel=
ſenmeer
bekannt iſt, das betreffende Gelände durch ein
Anſchlußgleis mit dem Bahnhof Ilbeshauſen zu
verbinden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 13. Juli. Der Kaſſen=
bote
Haaſe, der nach Unterſchlagung von 100000
Mark bei der American Expreß Company geflüchtet war
und ſich kürzlich angeblich mittellos der Polizei ſtellte,
hat heute ein Geſtändnis über den Verbleib der ihm
angeblich geſtohlenen 94000 Mark abgelegt. Haaſe gab
an, das unterſchlagene Geld auf dem Tempelhofer Feld
vergraben zu haben. Eine Kommiſſion unter Leitung
des Gerichtsrates Gaze begab ſich an die bezeichnete
Stelle. Das Geld wurde an einem Zaun in der Nähe
der Stadtbahn nach Neu=Kölln, etwa vier Fuß tief ver=
graben
, gefunden, die Tauſendmarkſcheine in einer
Kaſſette, die Hundertmarkſcheine und das Goldgeld in
Wachstuch eingewickelt. Haaſe geſtand weiter ſeinem
Verteidiger ein, daß ſein Freund Thomas ihn zu der

Unterſchlagung veranlaßt habe. Als Haaſe die 100000
Mark in Händen hatte, beſorgte Thomas andere Kleider
eine Kaſſette und einen Wachsleinwandbeutel. Dann
fuhr Haaſe auf das Tempelhofer Feld und vergrub das
Geld an einer dem jetzigen Platze gegenüberliegenden
Stelle. Als Thomas des anderen Tages zu dem verab=
redeten
Stelldichein nicht erſchien, nahm Haaſe an, Tho=
mas
habe ihn beim Vergraben des Geldes beobachtet.
Da er mit Thomas vereinbarte, ſich nach einiger Zeit
zu ſtellen und die Straſe zu verbüßen, wollte er verhin=
dern
, daß ſich Thomas vorher in den Beſitz des Geldes
ſetze. Deshalb grub er an dem folgenden Tage das
Geld aus und vergrub es an der Stelle, wo es jetzt
gefunden wurde. Die in ihrer Wohnung geſtern über=
fallene
und mit Revolverſchüſſen verletzte Frau Gärtke
konnte heute vernommen werden. Ihre Ausſage beſtä=
tigte
die Ermittelungen der Polizei, daß als Täter der in
Berlin gebürtige Maler Willy Reinelt anzuſehen ſei,
der bei dem Gärtkeſchen Ehepaar wohnte, wegen Auf=
dringlichkeit
der Frau gegenüber aber am Tage der Tat
ausziehen mußte. Dabei ſtieß er Drohungen aus.
Schießplatz Kummersdorf bei Berlin, 13. Juli. Hier
ereignete ſich heute morgen ein bedauerlicher Un=
glücksfall
, wodurch ein Mann der Verſuchsbatterie
der Artillerieprüfungskommiſſion getötet und fünf
andere, davon zwei ſchwer, verletzt wurden. Beim Ab=
ſuchen
des Platzes nach Sprengſtücken der verſchoſſenen
Munition hob ein Kanonier ein blindgegangenes mit
Zünder verſehenes Geſchoß vorſchriftswidrig auf und
warf es auf den zur Aufnahme der Sprengſtücke beſtimm=
ten
Wagen. Das Geſchoß explodierte.
Frankfurt, 13. Juli. Heute mittag kurz nach 12 Uhr
wurde an der Konſtabler Wache eine etwa 60 Jahre alte
Frau von einer Autodroſchke überfahren,
wobei ſie am Kopfe ſo ſchwer verletzt wurde, daß ſie nur
tot vom Platze getragen werden konnte. Die Schuld
liegt bei der Frau ſelbſt; ſie iſt unvorſichtigerweiſe in
das Auto hineingelaufen; letzteres fuhr in ganz lang=
ſamem
Tempo.
Zuffenhauſen, 12. Juli. Heute mittag goß eine 70
Jahre alte Frau, die ſich bei ihren hier verheirateten
Söhnen vorübergehend auſhält, in ein ſog. Kohlenbügel
eiſen Spiritus, um es ſchneller zum Erhitzen zu
bringen. Dabei erplodierte das Gefäß. Der Frau ver=
brannten
die Kleider buchſtäblich auf dem Leibe Sie
wurde mit gräßlichen Brandwunden in ein Hoſpital ge=
bracht
. Auch die Kleider eines anderthalbjährigen
Enkelkindes der Frau, das ſpielend in ihrer Nähe weilte
fing Feuer, wodurch das Kind ſchwere Brandwunden
erlitt. Ein zweites Enkelkind, ein dreijähriger Junge,
wurde an den Händen und dem Kopfe ebenfalls bedeu=
tend
verbrannt.
Gera (Reuß), 13. Juli. Trotz zweimaliger Nicht=
beſtätigung
durch die Regierung wählte der hieſige Ge=
meinderat
zum dritten Male die ſozialdemokratiſchen
Mitglieder Rohmann und Fiſcher zu Stadträten.
Jena, 12. Juli. Zu dem Unfall, bei dem drei
Berliner Schulkinder in der Saale ertranken,
wird noch gemeldet: Die Kinder gehörten der Berliner
Ferienkolonie an, die, aus 40 Knaben beſtehend, unter
Leitung eines Berliner Gemeindeſchullehrers in Neuen=
gonna
(Sachſen=Weimar) untergebracht ſind. Zum täg=
lichen
Programm gehört auch das Baden in einem abge=
ſteckten
Badeplatz in der Saale unter der Aufſicht des
Lehrers Fünf Knaben wagten ſich geſtern unbeobachtet
zu weit hinaus, indem ſie unter dem Sicherheitsſtrick
hindurchſchwammen. Die Knaben wurden von der Strö=
mung
fortgeriſſen. Der gleichfalls badende Lehrer ver=
ſuchte
ſchnell den Knaben zu Hilfe zu kommen und
Bauern kamen in Booten herbei. Drei Knaben, zehn=
bis
zwölfjährige Söhne Berliner Arbeiter, kamen nicht
mehr an die Oberfläche. Die beiden geretteten wurden
beſinnungslos geländet. Bis mittag waren zwei Leichen
geborgen.
Tetſchen a. d. Elbe, 13. Juli. Im Schrammſtein=
gebiet
in der böhmiſch=ſächſiſchen Schweiz iſt der 32 jäh=
rige
Lehrer Paul=Berlin abgeſtürzt und hat da=
bei
den Tod gefunden.
Bremen, 13. Juli. Die eine Reiſe nach Deutſchland
unternehmenden Mitglieder des nationalen dentſch=
amerikaniſchen
Lehrerbundes insgeſamt
etwa 400 Lehrer und Lehrerinnen, ſind geſtern abend mit
dem Lloyddampfer Großer Kurfürſt in Bremerhaven
angekommen und heute in Bremen eingetroffen. Am
Bahnhof wurden ſie vom Empfangskomitee begrüßt und
beſichtigten darauf in Gruppen die Stadt. Heute abend
findet ein vom Senat gegebener Empfangsabend im
Künſtlerverein ſtatt.
Guben, 12. Juli. Die der Firma Müller und Dörf=
ling
gehörige Deckenfabrik, Spinnerei und Reißerei iſt
heute mittag niedergebrannt.
Antwerven, 13. Juli. Geſtern brach an Bord des
Red Star=Dampfers Seeland in einer Ladung

Matratzen Feuer aus, wodurch das Schiff erheblich be=
ſchädigt
wurde. Nach einſtündiger Arbeit gelang es, den
Brand zu löſchen. Es handelt ſich um eine verbrecheriſche
Tat, da bereits vorgeſtern verſucht wurde, einen Teil der
Ladung in Brand zu ſetzen, doch konnte das Feuer ſchnell
gelöſcht werden.
Paris, 12. Juli. Nach einer Meldung aus Breſt
explodierte an Bord des Torpedobootszerſtörers
Dunois eine Dynamomaſchine. Zwei Maſchiniſten
wurden ſchwer verwundet.
Paris, 13. Juli. Nach einer Blättermeldung wurden
im hieſigen Credit Foncier d’Algerie drei türkiſche
Schatzſcheine im Betrage von 250000 Franken ent=
wen
det. Der Dieb wird jedoch dieſe Wertpapiere
kaum zu Geld machen können, da zur Auszahlung ver=
ſchiedene
Formalitäten nötig ſind, durch deren Erfüllung
der Dieb ſich verraten würde.
London, 12. Juli. Die Cadeby=Grube, auf
der ſich am Dienstag das ſchwere Unglück ereignete, ge=
hört
der Daneby= und Cadeby=Grubengeſellſchaft und
befindet ſich in Conisborough, in der Nähe einer alten
Schloßruine, wo der König und die Königin am Abend
vorher vom Earl von Yarborough bewirtet wurden.
Vom Schloß aus kann man die Grubenfelder überblicken.
Viele der Bergleute, die noch am Abend vorher mit Be=
geiſterung
das Königspaar begrüßten, liegen heute tot
und verſtümmelt unter den Opfern der Kataſtrophe. Am
Abend des Unglücks beſuchten der König und die Köni=
gin
die Unglücksſtätte und drückten noch einmal perſön=
lich
ihre tiefſte Teilnahme aus und zogen Erkundigun=
gen
über das Unglück ein. Bei der erſten Exploſion in
der Grube ſind ungefähr 30 Leute ums Leben gekommen.
Der ſchwerſte Verluſt an Menſchenleben ereignete ſich je=
doch
, als eine Rettungskolonne hinabgeſtiegen war, um
diejenigen zu retten, die noch zu retten waren. Nur dem
Umſtand, daß das Königspaar die Kohlenfelder beſuchen
wollte, iſt es zu verdanken, daß die Verluſtliſte nicht noch
größer iſt, denn anſtatt 136 Bergleute befanden ſich in
jenem Teil der Grube, in dem die erſte Exploſion ſich er=
eignete
, nur 32 Mann, die übrigen waren bei den Emp=
fangsfeſtlichkeiten
beſchäftigt. Im ganzen betrug die
Belegſchaft 500 Mann. Von den 32 Mann, die an der
Unglücksſtelle arbeiteten, entkamen nur zwei, die ſofort
die Alarmnachricht verbreiteten. Um 1 Uhr morgens
ereignete ſich die erſte Exploſion, auf die ſofort Feuer
ausbrach. Die zweite Exploſion geſchah um 5 Uhr mor=
gens
So groß war das Geräuſch der Detonation, daß
es vier Kilometer weit gehört wurde. Ueber die Ur=
ſache
dieſer Exploſionen iſt man nicht im klaren, man
glaubt jedoch, daß ſie durch einen Sprengſchuß entſtan=
den
. Die Rettungsarbeiten wurden ſofort aufgenommen
und eine große Rettungskolonne ſtieg in die Grube
hinab Inzwiſchen hatten ſich oben die Angehörigen
der Bergleute verſammelt und herzzerreißende Szenen
ſpielten ſich ab, als Leiche auf Leiche aus den Tiefen
heraufbefördert wurde. Im Laufe des Nachmittags, als
die Rettungskolonne an der Arbeit war, wurden vier
weitere Exploſionen vernommen und eine Abteilung der
Rettungskolonne wurde abgeſchnitten. Unter den Ge=
töteten
befinden ſich drei Regierungs=Grubeninſpektoren,
ein Direktor der Geſellſchaft und verſchiedene Beamte.
Die Exploſionen waren ſo fürchterlich, daß die Leichname
zum großen Teil bis zur Unkenntlichkeit entſtellt ſind.
Herr Pickering, der Oberinſpektor der Gruben, der ſich
gleichfalls unter den Toten befindet, war einer der Un=
ermüdlichſten
beim Rettungswerk. Die Zahl der Getö=
teten
iſt bis jetzt noch nicht amtlich feſtgeſtellt, man weiß
aber, daß wenigſtens 75 Leute ihr Leben verloren und
fürchtet, daß die Liſte der Toten ſogar auf 80 ſteigen
könnte. Kurz nach 3 Uhr am Mittwoch morgen ereignete
ſich eine weitere Exploſion und die Detonation brachte
wiederung eine zahlreiche Menſchenmenge an den Gru=
beneinang
. Eine Rettungskolonne von 30 Mann befand
ſich in der Grube. Sie war auf dem Wege nach der Un=
glücksſtelle
, als die Exploſion ſtattfand. Glücklicherweiſe
jedoch war dieſe nicht ſo gewaltig wie am Tage zuvor;
nur ein Mann erlitt ernſthaftere Verletzungen und mußte
an die Oberfläche geſchafft werden. Die ſich entwickeln=
den
Gaſe hatten auf den Reſt der Kolonne einen vor=
übergehenden
betäubenden Einfluß. Nachdem ſie aber
ärztliche Behandlung erhalten hatten, konnten ſie ihre
Arbeit wieder fortſetzen. Trotz der großen Gefahr in
der Grube melden ſich immer mehr Freiwillige, die in
die Grube hinabſteigen wollen. Um das Feuer zu er=
ſticken
, iſt der Exploſionsherd zugemauert worden und
alle Vorſichtsmaßregeln werden von der Grubenverwal=
tung
getroffen, um eine Luftzufuhr zu verhindern. Bis
jetzt ſind 71 Leichen geborgen. Nach einer Statiſtik ſind
in der Zeit von 1902 bis 1911 in Gruben Großbritan=
niens
12 492 Perſonen getötet und 42 154 verletzt worden.
Glasgow, 12. Juli. Vor dem Sheriffgericht
erſchien ein angeblich Deutſcher namens Karl Graves.
der vor drei Monaten wegen verſuchter Spionage verhaf=

Höllen auf Erden.

* Die Hitzwelle, die gegenwärtig wieder in Amerika
wütet und ihre Opfer fordert, ſtellt auch uns das bedroh=
liche
Schreckbild einer Zeit vor Augen, in der die
Strahlen der Sonne nicht mehr Segnungen und Freude
verbreiten, ſondern zu den verderbenbringenden Pfeilen
des Phöbus Apollo werden. Doch ſelbſt wenn uns wie=
der
, wie im Vorjahre, einige Wochen der Schwüle in
Ausſicht ſtehen ſollten, ſo können ſie doch höchſtens gleich=
ſam
als ein kleines Fegefeuer betrachtet werden im Ver=
gleich
mit den Höllengluten, die in manchen Gegenden
unſeres Erdballes etwas ganz Alltägliches ſind. Unter
dieſen Höllen auf Erden iſt wohl die ſchlimmſte die des
Roten Meeres. Hören wir, was uns ein Reiſender, der
Franzoſe Chevrillon, davon erzählt: Wir ſind auf der
Höhe von Maſſaua. Schwere, feuchte Hitze, in der ſich
die Glieder gleichſam aus ihren Gelenken zu löſen ſchei=
nen
, in der jedes Weſen ſchmilzt und ſchwach wird, naſſe
Schwüle, die Tag und Nacht laſtet und entnervt. Manch=
mal
ſcheinen die Kleider zu brennen; man möchte ſie vom
Leibe reißen. Trotz des Doppelzeltes, das auf allen
Seiten das Schiff bedeckt und das Meer ebenſo wie den
Himmel verbirgt, ſind die Augen entzündet von dem
Uebermaß der Helligkeit. Kein Luftzug; die feurige
Luft ſteht ſtarr und unbeweglich, wie eine brennende
Mauer. In dieſem Meere geht es nicht mit rechten Din=
gen
zu; von böſen Geiſtern muß es verzaubert, mit einem
Fluch der dürren Unfruchtbarkeit geſchlagen ſein. Bis=
weilen
blitzt es auf durch einen Spalt im Zelt und er=
ſcheint
wie eine Decke vom flüſſigen Glas, träg, dicht,
drückend: Nichts Furchtbareres und Beklemmenderes gibt
es, als ein unerträgliches Aufglühen im Sonnenfeuer.
Dort hinten, fern am Horizont, ahnt man weite, in
Flammen ſtehende Wüſten, ſchreckliche Einſamkeiten, in
denen es nur Sonne gibt und Feuer. Man dämmert da=

hin in einer Betäubung, in der das Gehirn wüſt erzittert,
und einem plötzlichen Aufblitzen der Angſt, beim jähen
Emporſchrecken und jenen wilden Viſionen voll Grauen,
die ſich der widerſtandunfähigen Phantaſie bemächtigen.
Die Todesfälle, die durch die Hitze während der
Fahrt im Roten Meere hervorgerufen werden, ſind zahl=
reich
. Man zählt hier bis zu 50 Grad im Schatten und
wie in Amerika iſt es die Feuchtigkeit der Luft, die die
Hitze noch unerträglicher macht. Aber der heißeſte Fleck
iſt das Rote Meer noch nicht; in der Sahara werden noch
ganz andere Temperaturen gemeſſen; die größte Wärme,
die Henri Duverrier hier feſtſtellte, betrug 67,7 Grad
Celſius. In den franzöſiſchen Kolonien von Nordafrika
ſteigt die Wärme häufig bis über 40 Grad, und man
darf von Glück ſagen, wenn man wenigſtens von dem
glutheißen, giftigen Wüſtenwind verſchont bleibt. Eine
Vorſtellung von der Hitze gibt eine Geſchichte, die der
General Quesnoy erzählte. Er fuhr mit der Poſt von
Orléansville nach Tönés, als einer der Reiſenden rief:
Das wird aber heut eine heiße Fahrt, man kann’s
ſchon jetzt kaum aushalten. So heiß antwortete der
Poſtillon ruhig, daß man die Eier an der Sonne kochen
kann‟. Eine Wette ward abgeſchloſſen; vier rohe Eier
wurden auf den Kutſcherbock gelegt, und bevor man die
erſte Station erreichte, waren ſie ganz hart gekocht. Aber
nicht nur die Hitze, ſondern auch die Kälte ſchafft Höllen
auf Erden. Eine ſolche iſt die Stadt Wehojansk in Sibi=
rien
, 67 33 31 nördlicher Breite. Steinhäuſer gibt es
hier nicht, ſondern man wohnt in Holzhütten und Erd=
höhlen
; große Hitze wechſelt hier mit noch größerer
Kälte. Die Durchſchnittstemperatur der heißeſten Tage
beträgt 30 Grad über Null. die der kälteſten 61,9 Grad
unter Null. Die Durchſchnittstemperatur beläuft ſich
immerhin auf 16,7 Grad unter Null. Die unglückliche
Stadt hat nur 40. Tage im Jahre den Genuß des
Sonnenlichtes.

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Eine wert=
volle
Siamſamm lung iſt, wie uns aus München
berichtet wird, in dieſen Tagen der königlich bayeriſchen
Akademie der Wiſſenſchaften überwieſen worden. Es han=
delt
ſich um die umfangreichen botaniſchen Sammlungen
und ſiameſiſchen Herbarien, die der deutſche Forſchungs=
reiſende
Dr. C. C. Hoſſeus, der als erſter allgemeiner Na=
turwiſſenſchaftler
das nördliche Siam und einen Teil
Oſtaſiens bereiſte, auf ſeinen Fahrten zuſammengebracht
hat und deren Bearbeitung und Klaſſifizierung jetzt vollen=
det
worden iſt. Die Sammlungen geben ein koſtbares
Tatſachenmaterial zu den wiſſenſchaftlichen Ergebniſſen jener
Forſchungsreiſe, denn es gelang dem deutſchen Forſcher
nicht nur, eine große Zahl neuer Arten und eine neue Gat=
tung
Richthofenia siamensis Hoss feſtzuſtellen, ſondern die
Reiſe brachte auch neue wiſſenſchaftliche Aufſchlüſſe über
die Bedeutung der Bambusſtaude, des Reisbaues und des
Teakholzes. Auch die Frage nach dem Saccharum der
alten Griechen konnte von Hoſſeus gelöſt werden. Die von
jener deutſchen Forſchungsreiſe ſtammenden ethnographi=
ſchen
Sammlungen befinden ſich zumteil bereits in dem
Berliner und in dem Hamburger Muſeum für Völker=
kunde
.
Deutſche Polarexpeditionen. Daß auch in
Deutſchland ein ſtarkes Intereſſe für die Polarforſchung
vorhanden iſt, zeigt die Zahl der deutſchen Expeditionen,
die augenblicklich in den Polargebieten tätig ſind. Außer
der großen Südpolar=Expedition Wilhelm Filchners, die
im Mai 1911 die Heimat verlaſſen hat, ſind eine Reihe von
deutſchen Forſchern im Nordpolargebiet an der Arbeit.
Auf Baffinland der größten Inſel des amerikaniſch= ark=
tiſchen
Archipels, arbeitet ſeit dem Sommer 1909 der Dres=
dener
Ornithologe B. Hantzſch, deſſen Schiff ſchon auf der

[ ][  ][ ]

tet worden war. Der Angeklagte erklärte, er ſei un=
ſchuldig
. Der Verhandlungstermin wurde auf den
26. Juli feſtgeſetzt.

Kongreſſe und Verbandstage.

Deutſcher landwirtſchaftlicher Genoſſen=
ſchaftstag
.
sh. Dresden, 12. Juli. In der zweiten Haupt=
verſammlung
des 28. Deutſchen Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftstages ſprach zunächſt Profeſſor Dr.
Falke=Leipzig über Errichtung von genoſſenſchaft=
lichen
Viehweiden, Schweinezucht= und Maſtanſtalten.
Weiterhin verbreitete ſich der oſtpreußiſche Generalland=
ſchaftsdirektor
Geh. Oberregierungsrat Dr. Kapp=
Königsberg über das Thema Die Bedeutung der öffent=
lichen
Lebensverſicherungsanſtalten für die ländliche Be=
völkerung
unter Mitwirkung der Genoſſenſchaften und
ihrer Verbände‟ Der Referent legte folgende Leitſätze
vor: Die Ausdehnung der Lebensverſicherung und die
Zuwendung ihrer großen ethiſchen und wirtſchaftlichen
Vorteile an die weiteſten Schichten unſerer Bevölkerung,
insbeſondere die Herantragung des Gedankens der Le=
bensverſicherung
in die Landbevölkerung, die ſich bisher
gegenüber der Privatverſicherung und der Lebensver=
ſicherung
überhaupt ablehnend verhalten hat, muß als
dringend wünſchenswert bezeichnet werden. Zur Erfül=
lung
dieſer Aufgabe erachtet der 28. Deutſche landwirt=
ſchaftliche
Genoſſenſchaftstag die öffentliche Lebensver=
ſicherung
, wie ſie neuerdings durch öffentlich=rechtliche,
auf der Grundlage freier Selbſtverwaltung und ihrer
lebendigen Kräfte beruhende Lebensverſicherungsanſtal=
ten
betrieben wird, als vorzugsweiſe geeignetes Mittel.
Die Vorteile und Ziele der öffentlichen Lebensverſiche=
rung
: Verhinderung der Abwanderung der in der Le=
bensverſicherung
zuſammenfließenden großen Sparkapi=
talien
in die Großſtädte und in die Induſtriezentren, die
die Landflucht indirekt begünſtigt und verſtärkt, wie dies
bei der Anlagetätigkeit der Privatverſicherung wahrzu=
nehmen
iſt, vielmehr Erhaltung und Nutzbarmachung
dieſer Kapitalien zugunſten der wirtſchaftlichen Ent=
wickelung
derjenigen Landesteile, die ſie laufbringen.
Heimatpolitik. Entſchuldung und Feſtigung von Grund=
beſitz
und Gewerbe des Mittelſtandes iin Stadt und
Land, Wiederbelebung des unter dem Einfluß der ſozial=
politiſchen
Geſetzgebung des Reiches eingeſchläferten
Willens des Arbeiters zur Selbſthilfe, Förderung wirt=
ſchaftlicher
Unabhängigkeit, Erweckung von Selbſtachtung
und eigenem Verantwortlichkeitsgefühl und zu dieſem
Zweck Ergänzung der reichsgeſetzlichen Zwangsrenten=
verſicherung
durch eine auf freier Selbſthilfe beruhenden
Kapitallebensverſicherung im Wege einer großzügig aus=
geſtalteten
Volksverſicherung entſprechend genoſſenſchaft=
lichem
Geiſt und verdienen deshalb die uneingeſchränkte
Unterſtützung der deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſen=
ſchaften
und ihrer Verbände.
Nach einer kunzen Debatte ſprach Generalſekretär
Oekonomierat Hohenegg=München über das Thema:
Inwieweit und unter welchen Vorausſetzungen ſind die
ländlichen Spar= und Darlehnskaſſen in der Lage, bei
der Befriedigung des ländlichen Realkredits mitzuwir=
ken‟
Der Referent ſtellte hierzu folgenden Antrag: Die
Geldknappheit ſowohl im Jahre 1907 als in der Gegen=
wart
hat ſich am fühlbarſten gezeigt, wo die die Zentral=
Geldausgleichſtelle und die ihr angeſchloſſenen Einzel=
genoſſenſchaften
durch Hingabe von langfriſtigen Dar=
lehen
und Belehnung von Hypotheken ihre Mittel zu
ſehr feſtlegten und damit ihre Liquidität herunterdrück=
ten
. Wir werden auch künftig im wirtſchaftlichen Leben
nicht mit anhaltend günſtigen Verhältniſſen rechnen kön=
nen
, müſſen vielmehr gewärtig ſein, daß ſchlimme Zeiten
ſtets wiederkehren und in ſolchen die höchſten Anfor=
derungen
in Bezug auf Gewährung von Perſonalkredit
an die landwirtſchaftlichen Kreditgenoſſenſchaften geſtellt
werden. Es kann daher nach wie vor nicht Aufgabe der
Spar= und Darlehnskaſſenvereine ſein, ſyſtematiſch an
der Befriedigung des ländlichen Realkredits mitzuwir=
ken
; ſie werden dies den hierfür beſtimmten Hypotheken=
Inſtituten überlaſſen und nur da die Gewährung von
Realkredit in die Hand nehmen müſſn, wo geſetzgeberiſche
Maßnahmen, wie z. B das Güterzertrümmerungsgeſetz
in Bayern dazu Veranlaſſung geben. Aber auch in die=
ſen
Fällen ſollen die Genoſſenſchaften nur inſoweit den
Realkredit befriedigen, als es mit ihrer Liquidität ver=
einbar
iſt und die Hingabe der Hypothekdarlehen nur ge=
gen
ſatzungsmäßige Rückzahlungen, ausreichende Kün=
digungsfriſt
und entſprechend hohe Zinsſätze erfolgt.
Der Antrag wurde einſtimig angenommen. An
letzter Stelle hielt Molkerei=Inſtruktor Schwarz=
Bonn einen Vortrag über Die Schädigung des genoſ=

ſenſchaftlichen Molkereiweſens durch die übertriebene
Verbreitung von Handzentrifugen‟. Der Referent faßte
ſeine Ausführungen in folgendem Antrag zuſammen:
Die Erfindung bezw. Herſtellung von Handzentrifugen
ſtellt unſtreitig einen bedeutungsvollen Fortſchritt in der
Entwickelung der milchwirtſchaftlichen Betriebstechnik
dar; Einführung und Weiterverbreitung guter Hand=
zentrifugen
werden darum für die Landwirtſchaft auch
ſo lange ſegensreich ſein, als dabei die durch die wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſe und Bedürfniſſe gezogenen Gren=
zen
eingehalten werden. Die übertriebene Verbreitung
von Handzentrifugen in den Bezirken genoſſenſchaftlicher
Molkereibetrieben und die nicht oft einwandfreien Mittel,
mit denen ſeit längerer Zeit Handzentrifugen auch bei
den an gut geleiteten Molkereigenoſſenſchaften beteiligten
Landwirte ohne Rückſicht auf dauernden wirtſchaftlichen
Nutzen anzubringen verſucht werden, bilden jedoch eine
ernſte Gefahr für die geſunde Fortentwickelung des ge=
noſſenſchaftlichen
Molkereiweſens und damit für die ge=
ſamte
Landwirtſchaft. Demgegenüber iſt es dringend
geboten, daß ſolchem immer weiter um ſich greifenden
Unweſen in allen beteiligten Kreiſen den landwirt=
ſchaftlichen
und genoſſenſchaftlichen Vereinigungen, nicht
zuletzt aber auch in den Molkereigenoſſenſchaften ſelbſt
die größte Aufmerkſamkeit gewidmet und etwaigen Be=
ſtrebungen
zur unwirtſchaftlichen Verbreitung von Hand=
zentrifugen
rechtzeitig entgegengetreten wird Den deut=
ſchen
Landwirten kann in ihrem eigenſten Intereſſe aber
nicht dringend genug geraten werden, feſt und treu an
der genoſſenſchaftlichen Milchverwertungs= und Verar=
beitungsweiſe
zuſammenzuhalten, die ihnen bei einiger=
maßen
geſchloſſener und pflichttreuer Beteiligung auf die
Dauer doch die beſte Milchverwertung ſichert.
Auch dieſer Antrag fand einſtimmige Annahme, worauf
nach den üblichen Dankesworten der Genoſſenſchaftstag
geſchloſſen wurde.

Gerichtszeitung.

* Krefeld, 12. Juli. Das hieſige Schwurge=
richt
verurteilte heute Nacht nach zweitägigen Verhand=
lungen
den 19jährigen Arbeiter Theodor de Bruyn
zum Tode, de Bruyn war beſchuldigt, am 6. April
dieſes Jahres zu Uerdingen den 16jährigen Aug. Engels
aus Krefeld=Oppum ermordet und beraubt zu haben.
* Dortmund, 12. Juli. Das Schwurgericht
verhandelte heute in der Strafſache gegen die im Alter
von 17 bis 22 Jahren ſtehenden Bergarbeiter Guſt.
Jungermann, Friedrich Schaper, Wilh. Meier
Friedrich Ackermann, Heinrich Sawatzki, Guſtav
Huckſchlag, Ewald Blank und Auguſt Dahlhoff,
die in der Nacht zum 19. März während des Bergarbei=
terſtreiks
vor der Wohnung Arbeitswilliger in Aſſeln
Dynamitpatronen zur Exploſion gebracht haben. Es war
dadurch erheblicher Materialſchaden angerichtet, Men=
ſchen
aber nicht verletzt worden. Schaper wurde zu ſechs
Jahren Zuchthaus, Jungermann, Meier und Sawatzki
zu je drei Jahren Zuchthaus, Ackermann zu einem Jahr
Gefängnis, Blank und Dahlhoff zu je neun Monaten und
Huckſchlag zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die
Geſchworenen hatten verneint, daß die Angeklagten im
Komplott gehandelt haben. Bei den letzten vier Ange=
klagten
war nur angenommen worden, daß ſie, nachdem
ſie von dem Verbrechen Kenntnis erhalten hatten, es
unterlaſſen haben, Anzeige zu erſtatten.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

So viel auch jetzt ſchon über das unvorſchrifts=
mäßige
Fahren faſt aller Fuhrleute geſchrieben wurde,
möchte doch ein fleißiger Beobachter nochmal darauf
aufmerkſam machen, woran eigentlich die Schuld liegt,
daß immerfort wieder Zuſammenſtöße und Unglücke
vorkommen. Einſender dieſes beobachtet z. B. die Ecke
Inſel= und Soderſtraße. Von vielleicht 100 Fuhrwerken
aller Art, welche die Inſelſtraße herunterkommen,
fahren 98, ſelbſt ſolche, welche von obenher einmal richtig
rechts fahren, ganz ſcharf unten in kurzem Bogen
links (ſtatt großem Bogen) in die Soderſtraße ein.
Ebenſo verhält es ſich bei der Ecke Heidelberger= und
Beſſungerſtraße, ſo wird es wohl auch noch bei andern
Straßenecken der Fall ſein. Wie oft ſtehen nun an oben
angegebenen Ecken Schutzleute und ſehen ganz ruhig
dem Unfug zu. Was hilft es, wenn Behörden per
Automobil das Land durchfahren und konſtatieren,
daß die meiſten Fuhrleute falſch fahren (womöglich
80 Prozent), wenn dieſelben aber ſtraflos ausgehen.
Jeder Fahrer kennt die Vorſchriften, braucht alſo nicht
mehr gewarnt zu werden, ſondern jeder einzelne beob=

achtete Fall müßte von den Schutzleuten oder Gendarmen
zur Beſtrafung herangezogen werden, dann würden bald
die vielen Unglücke, welche durch den Leichtſinn der Fuhr=
leute
herbeigeführt werden, verſchwinden. Was nützt
es, wenn ein Schutzmann nach dem Unglücksfall feſt=
ſtellt
, daß die eine Partei falſch gefahren ſei, damit iſt
das Unglück nicht aus der Welt geſchafft. Würde man
eine Zeitlang jeden Uebertretungsfall ohne Rückſicht zur
Anzeige bringen, ſo paßten die Fuhrleute ſchon in
ihrem eigenen Intereſſe auf ſtrenges Einhalten der
Fahrvorſchriften auf.
Einer der nicht Automobil fährt.

Seitdem die frühere ſtädtiſche Straßenbahn mit
der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft vereinigt iſt, ſind
die Fahrpreiſe der elektriſchen Straßenbahn merklich
verändert. Z. B. koſtete es früher vom Schloßgarten=
platz
bis zum Böllenfalltor 15 Pfg. und umgekehrt, was
ja überhaupt die höchſte Gebühr der Elektriſchen war,
und heute muß vom Schloßgartenplatz bis Böllenfalltor
und umgekehrt 20 Pfg. bezahlt werden. Daß die Fahr=
preiſe
nicht richtig reguliert ſind, beweiſt, daß, falls man
am Louvre=Eck einſteigt und bis Böllenfalltor fährt,
15 Pfg. bezahlt und für dieſelbe Fahrt umgekehrt
20 Pfg. entrichtet werden müſſen. Es iſt ſicher nicht
zuviel geſagt, wenn man erwähnt, daß viele T m=
ſtädter
Bürger ſich gegen dieſe verſchiedenen Preiſe auf=
lehnen
, was ja beweiſt, daß ſehr viele, welche am
Böllenfalltor einſteigen, nur bis Verkehrsbüro oder
Monument fahren und dann lieber bis Johannes= oder
Bahnhofsviertel zu Fuß gehen, als den Fahrpreis von
20 Pfg. zu bezahlen. Daher dürfte es im Intereſſe der
Eiſenbahngeſellſchaft, ſowie auch in erſter Linie des
Publikums gelegen ſein, die früheren feſten Fahrpreiſe,
10 und 15 Pfg., wieder herzuſtellen.
H.'8.

Luftfahrt.

sr. Leipziger Flugwoche. Das Ergebnis der
Leipziger Flugwoche liegt jetzt detailliert vor, nachdem
das Preisgericht ſeine Sitzung abgehalten hat. Von den
ausgeſetzten Dauer= und Frühpreiſen gewann Oelerich
auf Mars=Doppeldecker der deutſchen Flugzeugwerke in
Leipzig=Lindenthal 9649 Mark, Falderbaum (Grade=
Gindecker) 3741 Mark, Kahnt (Grade=Eindecker) 2763
Mark, Kanitz (Grade) 2099 Mark, Pentz (Grade) 1520
Mark, Abramovitſch (Wright) 1449 Mark, Krieger ( Jean=
nin
=Eindecker) 658 Mark. Der erſte Höhenpreis, ſowie
der erſte Preis für Steiggeſchwindigkeit von zuſammen
3000 Mark fiel an Hirth (Rumpler=Taube), den zweiten
Preis dieſer Konkurrenz erhielt Jeannin mit 2000. Mark.
Letzterer gewann auch den Preis der Wurfkonkurrenz von
900 Mark, der zweite von 400 Mark fiel an Schirrmeiſter.
* Straßburg, 13. Juli. Auf Einladung der
Geſamtſtudentenſchaft hatte ſich geſtern abend zugunſten
der Nationalflugſpende eine außerordentlich
ſtark beſuchte Verſammlung zu einem Vortragsabend im
großen Saale des Sängerhauſes eingefunden. Unter
den Erſchienenen befanden ſich Prinz Joachim von
Preußen, die Generalität mit dem kommandierenden
General von Fabeck an der Spitze, Unterſtaatsſekretär
Dr. Petri und andere. Nach markigen Begrüßungs=
worten
des derzeitigen Rektors, Prof. Dr. Ficker, ver=
breitete
ſich, ſtürmiſch begrüßt, Geheimrat Profeſſor Dr.
Hergeſell in kurzem, inſtruktivem Vortrag über Zweck
und Aufgabe des modernen Luftfahrweſens und ſpeziell
der deutſchen Aeronautik und Aviatik. Die Glanzleiſtung
des Abends war der Vortrag des Leutnants Schöller
vom Huſaren=Regiment Nr. 9, des bekannten Begleiters
Hirths auf ſeinen Rund= und Fernflügen Straßburg=
Mainz, Konſtanz und Berlin=Wien, der in fließender
Rede über die Vorbereitungen zu einer Aeroplanfahrt
im allgemeinen, dann in ſehr intereſſanten Ausführungen
über ſeine großen Fernflüge als Begleiter Hirths be=
richtete
. Den Schluß des Abends bildete ein Lichtbilder=
vortrag
des Oberleutnant Barends des bekannten
erprobten Fliegers von der hieſigen Militärſtation.
Eine neue Ueberſeefahrt der Viktoria Luiſe‟
* Hamburg, 12. Juli. Das Luftſchiff Vik= Luiſe iſt heute nacht 12 Uhr 15 Minuten mit
zwölf Paſſagieren zu einer Verſuchsfahrt ſeewärts
aufgeſtiegen. Es wird morgen vormittag 9 Uhr zurück=
erwartet
.
Ueber den nächtlichen Meerflug des Luftſchiffes Vik=
toria
Luiſe wird gemeldet: Die Fahrt des um 12 Uhr
15 Minuten mit zehn Paſſagieren zu einer Seefahrt auf=
geſtiegenen
Luftſchiffes geht nach Travemünde und über
die Oſtſee. Als Vertreter des Reichsmarineamts be=
findet
ſich Kapitän Lübbert an Bord. Von der See=

Ausreiſe kurz vor dem Ziel bei der Einfahrt in den Cum=
berland
=Sund mit einem Eisberg zuſammenſtieß, ſo daß
Hantzſch nur das nackte Leben rettete. Durch den Dres=
dener
Verein für Erdkunde wurde er neu ausgerüſtet und
kehrt möglicherweiſe im Laufe dieſes Jahres in die Hei=
mat
zurück. Auf Spitzbergen befindet ſich ſeit dem Som=
mer
porigen Jahres eine deutſche meteorologiſch=ärologiſche
Station, die ihre Entſtehung dem Straßburger, Meteoro=
logen
Hergeſell verdankt. Die beiden Gelehrten, die dort
ein Jahr beobachtet haben, werden zur Zeit gerade ab=
gelöſt
, ſo daß die Station zunächſt noch für ein weiteres
Jahr beſtehen wird. Zur Durchquerung des grönländi=
ſchen
Inlandeiſes iſt in dieſem Frühjahr eine deutſch=
ſchweizeriſche
Expedition unter de Quervain nach der Weſt=
küſte
Grönlands aufgebrochen. Auch an der für 1913 in
oſtweſtlicher Richtung geplanten Durchquerung Grönlands
durch eine däniſche Expedition wird ein Deutſcher, der
Marburger Meteorologe Wegener teilnehmen. Endlich
unternimmt Leutnant Schröder=Syranz, der Lekter der
geplanten deutſchen Expedition, durch die Nordoſtpaſſage
eine Studienreiſe in das nördliche Eismeer, die noch im
laufenden Monat Juli von Hamburg aus beginnt.
Malereien der Buſchmänner. Bei Spitz=
koppje
ſind neue Malereien von Buſchmännern entdeckt
worden. Bisher waren dort ſchon zwei höhlenartige Berg=
falten
bekannt geworden, die ſolche Malereien zeigten. Die
jetzt aufgefundene dritte, halbverſchüttete Felspartie liegt
etwa 400 Meter Luftlinie öſtlich von Spitzkoppje. Sie zeigt
in einer Länge von etwa 50 Meter tief unten am Boden
eine ganze Reihe ſehr gut erhaltener rotgetünchter Bild=
werke
. Die Zeichnungen ſtellen in der Hauptſache Tiere
dar: wie Giraffen, Springböcke und eine Straußenjagd.
Neben dieſen Malereien haben ſich Topfſcherben und ver=
ſchiedene
ſehr ſeltene Steinbearbeitungswerkzeuge gefun=
den
. Bedauerlicherweiſe iſt die Darſtellung der Straußen=
jagd
gewaltſam beſchädig worden, indem man die Fels=
partie
dort mit einem Meißel abzulöſen verſuchte, vermut=
lich
um die Bilder für eine Sammlung zu verwerten.
Von ſeiten der Regierung müßte mit aller Energie für die

Erhaltung ſolcher höchſt wertvoller Reſte einer ausge=
ſtorbenen
Kultur geſorgt werden. Die heutigen Buſchleute
verſtehen weder die Malerei mehr, noch die Anfertigung
von Steingerätſchaften. Woher die künſtleriſche Veranlag=
ung
ihrer Vorfahren ſtammt, iſt bisher noch nicht aufge=
klärt
worden. Die vorgenannten Buſchmannsmalereien
werden auf ein Alter von ungefähr 200 Jahren geſchätzt.
* Franzöſierte Emſer Paſtillen. Der Köln. Ztg. wird
aus Konſtantinopel berichtet: In eine hieſige Apotheke tritt
ein Türke und verlangt Emſer Paſtillen. Er verlangt es
auf deutſch: man reicht ihm eine kleine Aluminiumröhre,
die neue Verpackung der Paſtillen. Der Türke ſieht auf
der Hülle den preußiſchen Adler, und ſtaunend lieſt er:
Contröle de TEtat. Pastilles d’Ems fabriquées dans
les Usines Royales; ſein Mißtrauen ſteigerte ſich, wenn
er auf der anderen Seite auch einen türkiſchen Tert der=
ſelben
Ankündigung findet. Ich möchte die echten Emſer
Paſtillen, ſagt er und legt die Aluminiumröhre zurück.
Dies ſind die echten, erwiderte man ihm. Der Türke wird
beinahe ärgerlich; er geht wortlos hinaus; Sie werden
doch nich behaupten wollen, ſagt er ſcharf von der Tür
her, daß dieſe Waren echt ſind, die angeblich von einer
preußiſchen Behörde in fremder Sprache als in ihren
Usines Royales hergeſtellt angeprieſen werden. Läßt
man etwa in Deutſchland auch die Hundertmarkſcheine in
franzöſiſcher Sprache drucken? Der gute Türke; er hatte
unrecht; er hat uns überſchätzt; die Paſtillen waren echt,
und die Umſchrift auch, mit dem Adler, der etwas kränk=
lich
zwiſchen den franzöſiſchen Buchſtaben klebt und ſich
ſeines ER auf der Bruſt zu ſchämen ſcheint, mit den deut=
ſchen
Farben und den Usines Royales‟ Man wird un=
ſerem
Türken in Deutſchland vielleicht für ſeine Anregung
dankbar ſein und in Zukunft auch die Hundertmarkſcheine
in franzöſiſcher Sprache drucken laſſen. Die Röhre mit
ihrer Aufſchrift iſt dem Muſeum für die Kulturgeſchichte
des Deutſchen unſerer Zeit einverleibt worden. Für Aus=
landsdeutſche
iſt es ſehr beſchämend, zu ſehen, wie ſpieß=
bürgerlich
hier eine Behörde, die das Recht zu haben

ſcheint, ſich preußiſch zu nennen, an der Simpelei und
Mikromanie feſthält, die deutſche Sprache als Aufſchrift
bei Waren, die für das Ausland beſtimmt ſind, zu unter=
drücken
. Wir haben ein Recht, uns ſolcherlei von Behör=
den
zu verbitten. Wenn man im Auslande unſere Sprache
nicht verſteht, ſo ſoll man ſie lernen, und tut man das nicht,
umſo ſchlimmer für das Ausland. Wo eine krankhafte
Neigung zu demütigender Fremdtümelei herrſcht, wie unter
den deutſchen Philiſtern, da gibt es gar keine Kleinlichkeit
in der Bekämpfung dieſer plebejiſchen Irrungen. Der
Auslandsdeutſche leidet unter der Mißachtung, die deut=
ſchem
Weſen und deutſcher Art entgegengebracht wird,
weil der Deutſche in der Heimat und nicht ſelten auch im
Ausland durch ſeine Fremdtümelei alluzuviel Grund zu
Staunen, Heiterleit, Spott und Kennzeichnung plebejiſcher
Geſchmackloſigkeit gibt.
In der Türkei hat die Kenntnis unſerer Sprache große
Fortſchritte gemacht. Heute erläßt das türkiſche Kriegs=
miniſterium
ſeine Ausſchreibungen und Anzeigen in vor=
nehmer
deutſcher Sprache, aber reichsdeutſche Geſchäfte er=
widern
auf deutſche Anfragen von hier in franzöſiſcher
Sprache! Soll man ſich darüber wundern, daß in der
Halle des Tunnels in Galata die Mehrzahl der großen
Plakate von deutſchen Geſchäften herrühren, aber in fran=
zöſiſcher
Sprache gehalten ſind? Oder darüber, daß ein
großes Kleidergeſchäft auf einer 10 Meter langen Ankün=
digung
in bunten Farben ein halbes Dutzend Sprachen
reden läßt, nur Deutſch nicht? Jedes Volk gilt inter=
national
gerade ſo viel, als es ſelbſt national aufzutreten
weiß, und man möchte faſt glauben, daß unſer Volk noch
eines großen nationalen Unglücks bedarf, um ſich auf ſich
ſelbſt zu beſinnen.
Der zuſammenklappbare Damenhut. Miß Noah
Mahone, eine junge iriſche Schauſpielerin, hat mit der ge=
nialen
Löſung des Problems, auch die rieſigſten Kopf=
bedeckungen
der Damen leicht und ſicher zu transpor=
tieren
, ihren an der Hutfrage leidenden Schweſtern einen
garnicht gering zu ſchätzenden Dienſt erwieſen. Die läſti=

[ ][  ][ ]

warte macht Dr. Steffens die Fahrt mit. Die Führ=
ung
liegt wieder in den Händen des Dr. Eckener.
* Hamburg, 13. Juli. Die Ueberſeefahrt des
Luftſchiffes Viktoria Luiſe führte über Segeberg und
Niendorf nach der Oſtſee, die um 2 Uhr früh erreicht und
bis Grönſund, zwiſchen den Inſeln Moen und Falſter,
überquert wurde. Von dort wandte ſich das Luftſchiff
in gerader Richtung über die Oſtſee zur mecklenburgiſchen
Küſte nach Heiligendamm. Die Weiterfahrt er=
folgte
über Wismar, Schwerin und Friedrichs=
ruh
nach Hamburg. Während die Windſtärke anfangs
10 bis 11 Sekundenmeter betrug, flaute der Wind in den
erſten Morgenſtunden ab, ſo daß die Luft ſpäter ganz
ruhig war. Das Wetter war prächtig.
* Hamburg, 13. Juli. Das Luftſchiff Viktoria
Luiſe iſt von der geſtern abend um 12 Uhr angetretenen
Fahrt über die Oſtſee heute vormittag 9 Uhr wieder nach
Hamburg zurückgekehrt und um 9 Uhr 45 Min. glatt
gelandet.
* Frankfurt a. M., 13. Juli. Das Luftſchiff
Schütte=Lanz, das um 6 Uhr 5 Min. in Mann=
heim
zu ſeiner Fahrt nach Frankfurt a. M. aufgeſtiegen
iſt, landete um 7.45 Uhr glatt vor der hieſigen Luft=
ſchiffhalle
.
Paderborn, 14. Juli. Aus dem Weſtfäliſch=
Lippiſchen Luftfahrerverband und dem Mindener Verein
für Luftſchiffahrt iſt dem Weſtfäliſchen Volksblatt zu=
folge
eine Vereinigung hervorgegangen, um den Flug=
platz
Senne bei Lippſpringe zu übernehmen.
Die Vereinigung ſoll auf eine möglichſt große Baſis ge=
ſtellt
werden durch Herbeiziehung aller nationalen
Kreiſe des Volkes. Als Intereſſengebiet für das Unter=
nehmen
kommt vorwiegend der Regierungsbezirk Minden
und die beiden Lippe in Betracht. Innerhalb dieſes
Gebiets ſollen 23 Fliegerſtationen mit Unterkunfts=
ſchuppen
hergeſtellt werden, die für die zu unternehmen=
den
Ueberlandflüge von Wert ſein werden. Der Flug=
platz
bei Lippſpringe ſoll erheblich vergrößert und ſofort
eine Fliegerſchule errichtet werden. Schließlich ſteht in
dem Programm der Vereinigung die Anlage einer
Station für die Marineluftſchiffahrt am Steinhuder
Meer. In allen Orten des in Betracht kommenden Ge=
biets
ſoll auf die Gründung von Ortsausſchüſſen hin=
gewirkt
werden.
* Johannisthal, 14. Juli. Heute Morgen
4 Uhr ſtieg der Wrightpilot Abramowitſch mit Be=
gleiter
, Regierungsbaumeiſter Hackſtedter, nach Königs=
berg
in Preußen auf. Von dort beabſichtigt er nach
Petersburg zu fliegen.
* Reims, 14. Juli. Im Ausſcheidungsfliegen für
den Gordon=Bennettpokal ſchlug Vedrines ſämtliche Re=
korde
von zehn bis 200 Kilometer. Er flog mit einer
Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 169,81 Kilometer in einer
Stunde und legte 200 Kilometer in 1 Stunde 10 Min.
50 Sek. zurück.
* Palo Alto (Jowa), 14. Juli. Der Flieger Smith
ſtürzte aus 50 Fuß Höhe ab. Er war ſofort tot.

Sport.

* Stockholm, 13. Juli. In den olympiſchen
Spielen erhielten beim 100 Meter=Damenſchwimmen
bei freier Schwimmart Auſtralien den erſten und zwei=
ten
Preis, Großbritannien den dritten Preis. Beim
400 Meter=Bruſtſchwimmen erhielt Bath= Deutſch=
land
bei 6 Minuten 29¾ Sekunden den erſten Preis,
Henning=Schweden bei 6 Min. 35¾ Sek, den zweiten
und Courtman=Großbritannien den dritten Preis.
* Stockholm, 14. Juli. Beim heutigen Schlußkampf
im 100=Meter=Rückenſchwimmen erhielt der Ameri=
kaner
Hebner den erſten Preis, die Goldmedaille, mit
1 Minute 2 Sekunden. Den zweiten Preis, die Silber=
medaille
, erhielt der Deutſche Fahr mit 1 Minute
22 Sekunden, den dritten Preis, die Bronzemedaille, der
Deutſche Kellner mit 1 Minute 24 Sekunden.

Handel und Verkehr.

* Berlin 13. Juli. In der Generalverſamm=
lung
der Hohenlohewerke waren von zehn Aktionären
69303000 Mark Aktien vertreten, davon von der Deut=
ſchen
Paläſtinabank 60914000 Mark, von der Deutſchen
Bank 3 412000 Mark, von E. Heimann=Breslau 1320000
Mark, von Feige & Co.=Kattowitz 800000 Mark, von
der Nationalbank 633000 Mk. und von Graf v. Homers=
berg
und Juſtizrat Lobe=Berlin je 550000 Mark, ferner
die Darmſtädter Bank mit 300 000 Mark und S. Bleich=
röder
mit 397000 Mark. In der Verſammlung wurde
der von der Verwaltung vorgelegte Geſchäftsbericht, die

Bilanz, Gewinn= und Verluſt=Rechnung und die vorge=
ſchlagene
Gewinnverteilung gegen die Stimmen des
früheren Generaldirektors Lobe und zweier ſeine In=
tereſſen
vertretenden Anwälte genehmigt. Die Oppoſition
rügte die Abſchreibungen auf die norwegiſchen Gruben
und beantragte, dieſe mit nur 400000 Mark feſtzuſetzen
und noch 1 600000 Mark auf Zink= und Kohlen= Vorkom=
men
abzuſchreiben. Die Anträge wurden abgelehnt und
dann die ſofort zahlbare Dividende einſtimmig auf elf
Prozent feſtgeſetzt. Darauf wurde dem Aufſichtsrat Ent=
laſtung
erteilt, während ſie dem Vorſtande mit Rückſicht
auf das Ausſcheiden des Generaldirektors Lob verwei=
gert
werden mußte. Was die Ausſichten für das laufende
Geſchäftsjahr betrifft, wurde mitgeteilt, daß der Kohle=
und Zinkabſatz ſich bisher recht flott geſtaltet hat und
auch für die nächſte Zukunft ein Nachlaſſen des Abſatzes
nicht zu gewärtigen iſt. Das rechneriſche Ergehnis des
erſten Vierteljahres iſt nicht unerheblich beſſer als im
Vorjahre.

17. deutſches Bundesſchießen.

* Frankfurt, 13. Juli. Prinz Heinrich
von Preußen iſt heute morgen hier eingetroffen und
hat am Vormittag den Schützen=Feſtplatz beſichtigt.
g. Frankfurt, 14. Juli. Nach einem längeren Auf=
takt
, der Vorwoche zum 17. deutſchen Bundesſchießen, das
nunmehr ſchon zum dritten Male in den Mauern unſerer
Nachbarſtadt Frankfurt abgehalten wird, kam heute das
Ereignis des Feſtes, der impoſante Feſtzug zu
dem jeder Schützenbruder, der es nur ermöglichen konnte,
aus Nah und Fern herbeigeeilt war. Schon auf unſerem
Darmſtädter Bahnhof merkte man in den früheſten Mor=
genſtunden
, daß etwas los ſei. Ein Extrazug folgte dem
andern und trotzdem hatten die Schaffner Mühe, in
Darmſtadt und den Stationen bis Frankfurt den unauf=
hörlich
quellenden Menſchenſtrom in den Wagen unter=
zubringen
. Bereits im Bahnwagen erhielt man einen
Vorgeſchmack von den zu erwartenden Wärmegraden,
denn ſchon in den erſten überfüllten Zügen war es eine
gelinde Hitze.
Und doch wie ſchnell waren dieſe kleinen Mühſelig=
keiten
vergeſſen, als der Zug in den Frankfurter Bahn=
hof
einfuhr. Sinnig ſind die großen Hallen mit Tan=
nenreiſig
und Blumen geſchmückt und beleben die ſonſt
ſo ernſten Räume. Auf dem Bahnhofsplatz ſind vier,
äußerſt maleriſch in ihrer farbenfreudigen Buntheit wir=
kende
hohe, gewölbte Türme aufgeſtellt, die im Verein
mit den reich ausgeſchmückten Hotels und dem ſich über
das Ganze wölbenden wolkenfreien Himmelszelt den Ein=
druck
einer erweiterten Empfangshalle machen. Bei
einem Rundgang durch die Straßen der Feſtſtadt merkt
man, daß Frankfurt es nicht nur verſteht, Feſte zu feiern,
ſondern auch ſeine Gäſte aufs wärmſte zu empfangen.
Die Kaiſerſtraße und die Zeil iſt faſt gar nicht wieder zu
erkennen, überall wölben ſich Triumphbogen und Ehren=
pforten
über die ganze Breite der Straße, ſchmücken
lange mit bunten Blumen durchwirkte dunkelgrüne Gir=
landen
, Blumen in verſchwenderiſcher Pracht, Fahnen
und Flaggen aller Farben die Häuſer, ſelbſt das Poſt=
gebäude
und die Häuſer einiger Banken haben ſich dieſer
allgemeinen Feſtesſtimmung willig unterwerfen müſſen.
Aber nicht auf die eigentlichen Verkehrsſtraßen iſt dieſe
Ausſchmückung beſchränkt, ſie iſt allgemein, ſelbſt die engen
und krummen Gaſſen und Gäßchen der Altſtadt wetteifern
in dem Beſtreben, dem Fremden eine ſchöne Außenſeite
zu zeigen.
Von 9 Uhr ab kommen die verſchiedenen Vereine,
meiſt mit Muſikkapellen, die alle nach dem Stadtteil
Sachſenhauſen zuſtrömen. Im Römer, dem ſtolzen
Wahrzeichen Frankfurts, wurde zunächſt mit klingendem
Spiel das Bundesbanner in Empfang genommen und
im weiteren Verlauf auch die Banner der Vereine. In
Sachſenhauſen, beſonders in den Straßen nächſt dem
Main, bei der Obermainbrücke, hat ſich unterdes ein
großer Durcheinander von Masken und Koſtümen der
Vergangenheit und Gegenwart entwickelt, in das jedoch
hald von den Gruppenführern etwas Ordnung gebracht
wird In den Straßen, durch die der Zug ſeinen Weg
nehmen ſoll, beſonders auf der Zeil und in der Nähe
des Opernplatzes, iſt das Menſchengedränge beängſtigend
angewachſen. Da ertönen plötzlich gegen 1 Uhr ſpontan
anwachſende Hurrarufe. Sie gelten Sr Königl. Hoheit
dem Großherzog von Heſſen gleich danach er=
ſcheint
auch Prinz Heinrich von Preußen und
Ihre Kgl. Hoheit die Großherzogin. Sie nahmen
am Opernplatz auf der prachtvollen Tribüne Platz, Gleich
nach 11 Uhr gaben Böllerſchüſſe das Zeichen für den Ab=
marſch
des Feſtzuges und um halb 12 Uhr erreichte die
Spitze die Tribüne am Opernplatz, vorauf ein Reiter
mit fliegender Fahne, Herolde, Trommler und Ger=
mania
mit großem Gefolge. Dann kommt der Reichs=
bannerträger
und Reiter mit den Bannern der Stadt
Frankfurt, und ſchließlich der Feſtwagen der Franko=
furtia
mit dem Bundesbanner, begleitet von Ehrenjung=
frauen
. Ein Senator der letzten Feſtſtadt Hamburg über=
reichte
ſodann dem Oberbürgermeiſter Adickes das
Bundesbanner zur Aufbewahrung bis zum nächſten deut=
ſchen
Bundesſchießen, dieſer nahm es mit Dankeswort
in Empfang.
Die Zweite Abteilung des Feſtzuges brachte in 8 ver=
ſchiedenen
prachtvollen Bildgruppen die Entwickelung des
Schießweſens, vom Steinwurf und der Steinſchleuder an=
gefangen
bis zu den Anfängen der Feuerwaffen und dann
weiter bis zum modernen Maſchinengewehr. Beſonders
bemerkenswert war hierbei der Wagen der St. Barbara,
die Schutzpatronin der Artillerie, eine Gruppe den Sieg
Davids über Goliath darſtellend und Wilhelm Tell. Die
folgende Abteilung brachte reizvolle Bildgruppen aus
Frankfurts Vergangenheit, u. a. einen Prunkwagen mit
Kaiſer Karl dem Großen und ſeinem Hofſtaat, Militär der
freien Stadt Frankfurt ſowie einen Wagen mit der
Allegorie des Friedens, umgeben von den Genien der
Künſte und Wiſſenſchaften. In der vierten Abteilung kamen
in ſchier endloſem Zuge die Schützenverbände. Voran fuhr
ein Wagen des St. Sebaſtian, des Schutzpatrons der
Schützen, dann kamen die Deutſch=Amerikaner, die Schwei=
zer
und Ruſſen, beſonders zahlreich waren die Bayern ver=
treten
. Auch die Darmſtädter Schützen mit der Ka=
pelle
des Leibgarde=Infanterie=Regiments waren in an=
ſehnlicher
Zahl erſchienen; beſonders lebhaft begrüßt wur=
den
die Oeſterreicher mit der Deutſchmeiſter=Kapelle. Es
folgten dann noch Bilder von früheren und jetzigen Jagd=
methoden
und zum Schluß der Frankfurter Vereine. Es ſtell=
ten
hier u. a. ſchöne Wagen und Darbietungen der Land=
wirtſchaftliche
Verein die Turnerſchaft und das Brau=
gewerbe
. Etwa 2¾ Stunden währte der Vorbeimarſch
des Zuges, in dem ziemlich 200 Banner mitgeführt wur=
den
, doch unermüdet wurde jede Gruppe immer von
neuem von den Zuſchauern auf das lebhafteſte begrüßt, von

den Balkons wurden Blumenſpenden heruntergeworfen,
die Durſtigen mit Apfelwein und Bier erquickt, indem man
die Flaſchen an Kordeln herunterließ, kurz Frankfurts Be
wohnerſchaft war in der richtigſten, allgemeinſten Feſt=
ſtimmung
, in der alle konventionellen Schranken fallen und
man ſich gegenſeitig viel leichter menſchlich näher kommt,
als in gewöhnlicher arbeitsnüchternen Zeit.
Als der Großherzog mit dem Prinzen
Heinrich nach dem Vorbeimarſch des Zuges ſich per
Automobil nach dem Feſtplatz begab, wurden ſie wiederum
Gegenſtand der allgemeinen, lebhafteſten Huldigungen.
Bald nach drei Uhr fand in der Feſthalle ein Feſt=
bankett
ſtatt, bei welchem Prinz Heinrich fol=
gende
Anſprache hielt:
Eure Königliche Hoheit Durchlauchtigſter Großher=
zog
, Eure Exzellenz Herr Oberbürgermeiſter, Sehr ge=
ehrte
Herren, Verehrte Feſtverſammlung! Trotz aller Ju=
belſtimmung
iſt wohl ein ernſtes Wort am heutigen Tage
hier am Ort. Wer vaterländiſche Geſchichte kennt, der
weiß, daß unſere vorangegangenen Generationen mit dem
Gedanken der Gründung des Deutſchen Reiches ſich be=
faßten
, und ſo kam es, daß im Jahre 1862 der Deutſche
Schützenbund gegründet wurde als ein Träger des na=
tionalen
Gedankens. Als ſolchen ſehen wir die heutige
Feſtverſammlung vor uns. Mit Freuden begrü
die Abgeſandten des uns ſo nahe und treu verbündeten
Landes der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie. (Bravo!
Mit gleicher Freude empfinde ich mit Ihnen die Entſen=
dung
unſerer Stammesbrüder aus den Vereinigten Staa=
ten
von Nordamerika, der anderen uns befreundeten Nach=
barſtaaten
nicht zu vergeſſen, die ebenfalls hier vertreten
ſind. Wenn wir uns fragen: Haben wir endlich das Ziel
unſerer Vorväter errreicht?, ſo dürfen wir mit Stolz und
ohne Chauvinismus bekennen: Jawohl! Gott ſei Dank,
haben wir ein feſtes, geeinigtes deutſches Vaterland.
(Lebhafter Beifall!) Fragen wir uns aber: Wie ſieyt
es in dieſem Reiche aus? Der Deutſche iſt ein ebenſo wohl=
erzogener
wie tüchtiger und kräftiger Mann und Arbeiter,
Leider ſind wir uns bezüglich unſeres inneren Daſeins
nicht alleſamt einig und ich möchte den heutigen Tag nicht
vorübergehen laſſen, ohne einen Appell an Sie, die Sie
die Träger des nationalen Gedankens ſind, an die bür=
gerlichen
Parteien ergehen zu laſſen. Es klopfe ein Jeder
an ſeine Bruſt und frage ſich: Haben wir das feſtgehalten,
was mit ihrem Herzblut Hunderte und Tauſende in den
ſiebziger Jahren dahingegeben haben? Wer heutzutage
in Deutſchland ſich nicht zu Kaiſer und Reich bekennen
will, der gehört nicht unter uns. (Großer Beifall.) Die
Feſtesſtimmung allein macht es nicht, die Arbeit im täg=
lichen
Leben! Und ſo appelliere ich an unſeren bürgerlichen
Stand. Er arbeite im Stillen für die Kräftigung und Be=
feſtigung
des Reiches. (Bravo.) Aus Nord und Süd,
aus Oſt und Weſt ſind Sie zuſammengeſtrömt, von allen
deutſchen Stämmen. Jeder deutſche Stamm ſei treu ſei=
nem
Herrn, und wir alle zuſammen ſeien treu unſerem
oberſten Herrn, Sr. Majeſtät dem Deutſchen Kaiſer!
(Bravo!) Möge dieſes Feſt nicht verklingen, mögen Sie
nicht auseinandergehen, ohne ſich einander gelobt zu ha=
ben
: Treu zu Kaiſer und treu zum Reich, treu unſeren deut=
ſchen
Idealen. (Bravo!) Treff iſt Trumpf, Trumpf für den
Bürger iſt aber auch der Gehorſam, und nun bitte ich Sie,
Ihre Gläſer zu erheben und ſich alle erheben zu wollen und
mit mir auszurufen: Se. Majeſtät der deutſche Kaiſer und
König von Preußen, den Gott ſchützen und erhalten möge,
Hurra, hurra, hurra!
Nachdem das Hoch auf den Kaiſer verklungen war,
wurde ſtehend die Kaiſerhymne geſungen, worauf zahl=
reiche
Hochrufe auf den Prinzen Heinrich erfolgten.
Der Oberbürgermeiſter erwiderte mit folgen=
den
Worten:
Königliche Hoheit, Meine ſehr geehrten Feſtgenoſ=
ſen
! Ich glaube, Jeder von uns hat das Gefühl von etwas
ganz beſonderem gehabt, als eben der Bruder unſeres deut=
ſchen
Kaiſers markige und mannhafte Worte zu uns
ſprach. Wir wiſſen, daß Reiche erhalten werden auf die=
ſelbe
Weiſe, wie ſie gegründet worden ſind. Das Deutſche
Reich iſt gegründet worden durch die Gewalt der Waffen.
aber es wäre nie gegründet worden, wenn nicht die Gei=
ſter
vorbereitet geweſen wären, und dieſes Feſt, das wir
heute feiern, das vor 50 Jahren zum erſten Male in dieſer
Stadt gefeiert worden iſt, das hat in Verbindung mit an=
deren
ähnlichen Feſten die Geiſter vorbereitet auf den
großen Gedanken der nationalen Einigung. Als
dann der Boden bereitet war, da konnte
in unglaublich kurzer Zeit zum Staunen der Menſchheit
das Werk errichtet werden, deſſen wir uns jetzt freuen,
das Deutſche Reich, deſſen Träger wir ſoeben unſere
Huldigung dargebracht haben. Wir müſſen weiter daran
arbeiten, daß der Geiſt der Einheit, der einſt das Reich
hat gründen helfen, in uns wachſe und gedeihe daß das
Wort von Ernſt Moritz Arndt Das ganze Teutſchland
ſoll es ſein daß das auch immer mehr darin ſeine volle
Erfüllung finden möge, daß das ganze Deutſchland,
jeder einzelne Deutſche erfüllt iſt von dem einen natio=
nalen
Gedanken. (Bravo.) Und, meine lieben Feſt=
genoſſen
, wir können uns darüber nicht täuſchen, Se.
Königliche Hoheit hat es ja ſelbſt ausgeſprochen, es iſt noch
viel zu tun nach dieſer Richtung hin. Der Geiſt der Einheit
muß noch wachſen und erſtarken in uns allen. Er muß hin=
weghelfen
über ſo viele Schwächen, die uns von alters her
ankleben. Darum freuen wir uns eines Feſtes, wie wir es
heute wieder feiern und wir freuen uns vor allem, daß dieſes
Feſt ſeine ganz beſondere Weihe dadurch bekommen hat, daß
das Haus Hohenzollern (Bravo!) und der deutſche natio=
nale
Geiſt ſich ſo eng hier in unſerer Mitte berührt haben.
Wir freuen uns, daß der Bruder unſeres Kaiſers der
Protektor dieſes Feſtes hat werden wollen. Wir danken
ihn von ganzem Herzen dafür; wir danken ihm, der ein
erfolg= und verdienſtreiches Leben im Dienſte des Vater=
landes
und ſeines kaiſerlichen Bruders hinter ſich hat;
daß er nicht müde wird, überall, wo es gilt, die Nation
zur Mannhaftigkeit aufzurufen, zur Uebung der Tatkraft,
der Willenskraft, des Sportes, der Eroberung der Luft
überall ſteht Prinz Heinrich an der Spitze. Das dan=
ken
wir ihm auch heute. Ich bitte Sie, mit mir die Glä=
ſer
zu erheben und in den Ruf einzuſtimmen: Seine Kgl.
Hoheit, der Protektor des Schützenfeſtes, Prinz Heinrich
von Preußen, er lebe hoch, hoch, hoch!
Nach Oberbürgermeiſter Dr. Adickes verlas Ober=
ſchützenmeiſter
Jung zunächſt ein Telegramm des Her=
zogs
Karl Eduard von Koburg=Gotha, in welchem dieſer
eingedenk der Tätigkeit ſeines Oheims für die deutſche
Schützenſache die beſten Grüße übermittelt. Seine Rede
klang aus in ein Hoch auf den Deutſchen Schützenbund.
Oberbürgermeiſter Neumeyer=Wien toaſtete auf die
Wohlfahrt des deutſchen Volkes, auf ſeine ewige Treue
zum Landesfürſten, auf die ſtete Einigkeit zwiſchen Fürſt
und Volk.
Im wohltuenden Gegenſatz zu dem beängſtigenden
Bewühl in der Stadt während des Feſtzuges, bei dem auch
bedauerlicherweiſe die Sanitätskolonne mehrere Male in
Aktion treten mußte, da einige Damen durch das ſtunden=

gen Unbequemlichkeiten und Verdrießlichkeiten, die die Er=
finderin
auf der Reiſe und im Theater am eigenen Leibe
erfahren, haben ihr den Gedanken eingegeben, in der Mitte
des Hutkopfes ein Scharnier einzufügen, das völlig un=
ſichtbar
bleibt, die Trägerin aber in den Stand ſetzt, auch
das enormſte Ungetüm eines Hutes im Handumdrehen auf
den Umfang einer ganz kleinen Form zu beſchränken. Der
zuſammenklappbare Hut bringt ſeiner Beſitzerin die mannig=
fachſten
Vorteile. Er macht nicht nur die Mitführung der
das Reiſegepäck belaſtenden uumfangkeichen Hutſchachteln
überflüſſig, er löſt auch ſpielend die ſchwierige Hutfrage im
Theater. Die Inhaberin eines mit der Scharniervorrich=
tung
ausgerüſteten Hutes kann ſich nicht weiter weigern,
den Hut, den ſie der Garderobe nicht anvertrauen wollte,
abzulegen. Denn dank der Mahoneſchen Erfindung iſt
ihr ja die Möglichkeit geboten, ihren Hut zu einem Nichts
zuſammenzufalten, das ſie bequem auf dem Schoß eder
unter ihrem Sitz unterbringen kann.
ml. Das Richtfeſt des höchſten Wolkenkratzers. Eine
ungewöhnliche, die Senſationsluſt voll befriedigende Zere=
monie
hat in dieſen Tagen in New=York ſtattgefunden.
Punkt 12 Uhr mittag wurde von der 49. Etage des am
Broadway gelegenen neuerbauten Wolkenkratzers Wool=
worth
ein Pfeifenſignal gegeben. Darauf ſtieg unter dem
Jubelgeſchrei einer tauſendköpfigen Zuſchauermenge die
amerikaniſche Flagge an der Spitze eines Maſtes empor,
der ſich über der 57. Etage des rund 240 Meter hohen Ge=
bäudes
erhob. Nächſt dem Eiffelturm iſt der jüngſte Wol=
kenkratzer
New=Yorks das höchſte Bauwerk der Welt. Es
hat an Baukoſten mehr als 56 Millionen Mark beanſprucht,
eine Summe, an der das franzöſiſche Kapital mit 32 Mil=
lionen
Mark beteiligt iſt, ſodaß ſich Frankreich füglich des
Beſitzes der beiden höchſten Gebäude der Welt rühmen
darf. Das Woolworth=Geſchäftshaus wird in ſeinem In=
nern
2000 Bureaus und ein Heer von 10000 Angeſtellten
beherbergen und die Kleinigkeit von 10 Millionen Fen=
ſterſcheiben
zählen.
** Ein origineller Selbſtmord. Die Lebensmüden
kommen auf immer neue Methoden, um dem irdiſchen Jam=
mertal
zu entrinnen. So hat kürzlich ein Farmer in New=
Jerfey Selbſtmord begangen, indem er Gas von ſeinem
Automobil einatmete.

[ ][  ][ ]

lange Stehen in der Sonnenglut ohnmächtig wurden, war
am Nachmittag und Abend der Verkehr auf dem rieſigen
Feſt= und Rummelplatz nicht beſonders ſtark. Von 4 bis
7 Uhr war im vorderen Teil des Feſtplatzes Militär=
Doppelkonzert und am Abend fand die Verteilung von 40
Ehren bechern in der Feſthalle ſtatt.

Die Hitze.

* Wie in vielen früheren Jahren, ſo kommen auch im
gegenwärtigen Sommer aus dem öſtlichen Teil der Ver=
einigten
Staaten wieder Nachrichten über ungewöhnliche
Hitze, die in den großen Städten zahlreiche Fälle von Son=
nenſtich
mit tödlichem Ausgang zur Folge hat. Die Ur=
ſache
dieſer gefährlichen Folgen iſt weniger die abſolute
Höhe der Temperatur als ihre Gleichmäßigkeit bei Tag und
Nacht, ſowie die gleichzeitig herrſchende hohe Luftfeuchtig=
keit
. In den trockenen Gebieten Kaliforniens ſteigt die
Temperatur im Sommer oft viel höher, aber Hitzſchläge
ſind dort überaus ſelten, weil bei geringer Luftfeuchtigkeit
die Nächte ſtarke Abkühlung bringen. In den öſtlichen
Teilen der Union ſind Hitzeperioden gewöhnlich auch mit
langen Dürreperioden verbunden. Die Hitze tritt gewöhn=
lich
zuerſt in den nördlichen und mittleren Teilen des
Miſſiſſippitales auf und verbreitet ſich von da gegen die
Atlantiſche Küſte hin. Während der dreiwöchigen Hitze=
periode
, die vom 1. bis 22. Auguſt 1896 dauerte, kamen
2036 Todesfälle an Hitzſchlag vor. In der erſten Juli=
woche
1872 war die durchſchnittliche Temperatur in New=
York 28,0 Grad bei 75 Prozent Luftfeuchtigkeit und die
Sterblichkeit dort größer als in der Cholerawoche 1866.
Die jüngſt vielfach ausgeſprochene Meinung, die gegen=
wärtige
Hitzewelle Nordamerikas werde ſich über den At=
lantiſchen
Ozean nach Europa fortbewegen, entbehrt jedes
Grundes.
* Berlin, 13. Juli. Um die Mittagszeit zählte man
geſtern noch 28 Grad Celſius im Schatten, gegen drei Uhr
nachmittags hatte die Queckſilberſäule 33 Grad erreicht.
In Kaſſel wurden geſtern um die Mittagsſtunde
an der amtlichen Wetterſäule 37½ Grad feſtgeſtellt.
In Paris erreichte die Hitze 35 Grad Celſius im
Schatten.
In London brach geſtern eine vom Atlantiſchen
Ozean kommende Hitzewelle herein. Die Springbrunnen
auf dem Trafalgarplatz wurden von der Jugend als Frei=
bad
benutzt. Die Richter und Anwälte brachen mit der
alten Ueberlieferung und legten bei der unerträglichen Hitze
ihre ſchweren Allongeperücken ab.

Streikunruhen.

* Zürich, 13. Juli. Infolge des General=
ſtreiks
ruht der Straßenbahnverkehr faſt vollſtändig;
ebenſo feiern alle Transportarbeiter. Auch die Gemeinde=
arbeiter
haben die Arbeit eingeſtellt. Regierungsſeitig
wurden drei Infanteriebataillone und eine Schwadron
Kavallerie aufgeboten.
* Paris, 12. Juli. In der Kammer brachte
Bouiſſon (Sozialiſt) einen Antrag ein, in welchem die
Regierung aufgefordert wird, Schiffe, wenn es erforderlich
ſei für ſich in Anſpruch zu nehmen und die Schiffahrts=
geſellchaft
zu zwingen, die Bedingungen der mit dem Staat
abgeſchloſſenen Verträge zu erfüllen. Der Handelsminiſter,
der alsdann das Wort ergriff, wies auf ſeine früheren Er=
klärungen
hin und betonte, daß er die völlige Neutralität
in dem zwiſchen den Schiffahrtsgeſellſchaften und ihren
Angeſtellten ausgebrochenen Konflikt bewahre, der ledig=
lich
den konkurrierenden fremden Geſellſchaften zugute
komme. Auf Erſuchen des Handelsminiſters änderte
Bouiſſon ſeinen Antrag dahin ab, daß die Regierung auf=
gefordert
wird, bei Abfaſſung der künftigen Verträge der
Feſtſetzung der Lohnbezüge Aufmerkſamkeit zu ſchenken und
ſie bei Bewilligung der Subvention zu berückſichtigen.
Der Antrag wurde angenommen.
* Marſeille, 12. Juli. Zahlreiche eingeſchriebene
Seeleute, begleitet von ihren Frauen, veranſtalteten heute
nachmittag im Jolietteviertel eine Kundgebung
gegen die Erhöhung des Brotpreiſes. Poli=
zeibeamte
und Gendarmen wurden mit Steinwürfen emp=
fangen
. Mehrere Beamte wurden verletzt. Zahlreiche
Verhaftungen ſind vorgenommen worden. Später erneuer=
ten
ſich die Zuſammenſtöße. Der Ordnungsdienſt mußte
verſtärkt werden.
* Antwerpen, 12. Juli. Hier wurden ſämtliche
Vorſtandsmitglieder der Gewerkſchaft verhaf=
tet
weil ſie verſuchten, Arbeitswillige von einigen
Reederfirmen fernzuhalten.

Die Unruhen in Portugal.

* Liſſabon, 12. Juli. Heute früh erſchien eine
Gruppe zu Pferde auf dem Caarrequeire=Gebirge, 20
Kilometer von Liſſabon entfernt, um dort die Wieder=
aufrichtung
der Monarchie zu verkünden.
Truppen und berittene Artillerie wurden ausgeſandt und
einige Verhaftungen vorgenommen. Dabei fielen den
Truppen Waffen und Munition in die Hände. Die mo=
narchiſtiſche
Gruppe ſetzte ſich aus jungen Leuten zu=
ſammen
, die zur Elite der Bevölkerung von Liſſabon ge=
hören
.
* Liſſabon, 13. Juli. Conceiro ſoll am 8. Juli
an der Hand verwundet worden ſein. In Chaves und
Cabeceiras de Baſto werden Kriegsgerichte eingeſetzt
Die flüchtigen Monarchiſten aus Cabeceiros de
Baſto ſind von drei Seiten eingeſchloſſen. In dem unweit
von Liſſabon gelegenen Cezimbra ſind geſtern Unruhen
ausgebrochen, zahlreiche Perſonen wurden verletzt.
* Caboceiras de Baſto, 13. Juli. Die zur
Verfolgung der Verſchwörer in die Berge
entſandten republikaniſchen Truppen töteten ſechs von
ihnen und nahmen zwei gefangen. Die Kriegsgerichte
beginnen heute mit den Verhandlungen gegen die Ge=
fangenen
.
* Madrid, 13. Juli. Es ſind Telegramme von der
Grenze eingelaufen, nach welchen Conceiro ſich an der
Spitze von 700 Monarchiſten in Valenca befindet. Der
Gouverneur der Provinz Caſeres telegraphiert, die ſpani=
ſchen
Behörden verhafteten etwa 40 Monarchiſten, die über
die Grenze zu gehen beabſichtigten.
* Paris, 13. Juli. Dem hieſigen New=York Herald
wird aus Liſſabon gemeldet, der Miniſter des
Aeußern Vasconcellos habe mit dem engliſchen Ge=
ſandten
Hardinge eine lange Unterredung über das Ver=
halten
der ſpaniſchen Behörden gegenüber den portugie=
ſiſchen
royaliſtiſchen Verſchwörern gehabt. Die engliſche Re=
gierung
werde angeblich in Madrid Vorſtellungen er=
heben
, damit die ſpaniſche Regierung den portugieſiſchen
Royaliſten den Verbleib an der ſpaniſch=portugieſiſchen
Grenze nicht länger geſtattet.
Liſſabon, 14. Juli. In Cabeceiras do Baſto
Iind weitere zehn Aufſtändiſche getötet, fünfzehn Prieſter
verhaftet worden. Eine Bande Verſchwörer, die bei

Grou lagerte, ging beim Erſcheinen einer republikaniſchen
Kavallerieabteilung über die ſpaniſche Grenze. In
Coimbra wurde aus dem Hauſe eines Royaliſten eine
Bombe geworfen, die jedoch nur Sachſchaden anrichtete.
In Evora wurde der Bruder des Erzbiſchofs ver=
haftet
, auch in Bellos ſind nach Vornahme von Haus=
ſuchungen
mehrere Angehörige der hohen Geſellſchaft ver=
haftet
worden.
* Madrid, 14. Juli. In Granollers bei Bar=
celona
drangen heute Karliſten in eine republikaniſche
Verſammlung ein und feuerten mit Revolvern auf das
Publikum. Einer wurde getötet, drei verletzt. In Bar=
celona
veranſtalteten die Karliſten Kundgebungen, bei
denen gerufen wurde: Nieder mit der Republik Portu=
gal
, es lebe das Haus Praganza! Zehn Perſonen wur=
den
verhaftet.

Zum Krieg um Tripolis.

* Meſurata, 12. Juli. Die Bevölkerung beginnt,
nach Meſurata und den anderen Orten der Oaſe, die ſie
am Tage der Schlacht verließ, zurückzukehren. Ein heute
morgen bis zum Leuchtturm hin unternommener Erkun=
digungszug
fand alle Orte in der Oaſe in Schutt und
Aſche. Auf dem halben Wege wurde ein Brunnen mit
ſehr reichlichem gutem Waſſer gefunden, von dem aus
man die Stadt, die bereits über hinreichende Waſſervor=
räte
verfügt, mit noch beſſerem Waſſer verſorgen will.
Räuber griffen heute früh eine Ortſchaft am Südrande
derOaſe an, wurden aber von derBevölkerung tapfer zurück=
gewieſen
. Der Scheik Ramadan Schetrani, einer der
einflußreichſten Araberführer, der in dem Kampf vom
8. Juli ſchwer verwundet wurde, iſt geſtorben.

Vermiſchtes.

* Bedeutende Erzlager in Kamerun. Die
geologiſche Erforſchung Kameruns iſt zwar noch nicht
weit vorgeſchritten, die bisherigen Unterſuchungen haben
aber wenig Hoffnung auf das Vorkommen von
Mineralien in abbauwürdiger Menge ergeben. Um ſo
mehr Aufmerkſamkeit verdient die in der Maiſitzung der
Handelskammer für Südkamerun, an welcher auch der
neue Gouverneur Ebermaier teilnahm, von Mitglie=
dern
dieſer Körperſchaft aufgeſtellte Behauptung, daß
zweifelsohne in Südkamerun dem alten deutſchen
Gebiet, große Erzlager vorhanden ſind. Ein Redner
erklärte, er kenne Gegenden, wo Blei, Zinn, vielleicht auch
Silber vorkommt, von den ungeheueren Mengen Eiſen=
ſtein
gar nicht zu reden. Auch ein zweiter Redner führte
aus, daß im Hinterland von Kamerun ausgedehnte Lager
von Edelmetallen vorhanden zu ſein ſchienen, und bat
den Gouverneur, den Regierungsgeologen recht bald
nach Südkamerun zu ſenden. Gouverneur Ebermaier er=
klärte
, er halte es für zweckmäßig, in den Etat des
Schutzgebietes Mittel einzuſtellen für Arbeiten, welche
der ſyſtematiſchen Erkundung und der wirtſchaftlichen
Hebung der unterirdiſchen Bodenſchätze Kameruns dienen
ſollen. Die bisherige Erforſchung habe ſich auf wiſſen=
ſchaftliche
Feſtſtellungen über den geologiſchen Aufbau
des Landes beſchränkt, er ſei aber auch der Anſicht, daß
nunmehr nach der wirtſchaftlichen Seite der Frage von
der Regierung mehr geſchehen müſſe. Sollten die in Süd=
kamerun
vermuteten Erzlager und deren Abbauwürdig=
keit
fachmänniſch feſtgeſtellt werden, ſo wäre es ja immer=
hin
möglich, daß ſich auch in den von Frankreich erwor=
benen
Gebieten Mineralien finden. Dieſe zwar nicht ſehr
wahrſcheinliche Möglichkeit würde aber nur in den nicht
von den Sümpfen ausgefüllten weſtlichen Grenzbezirken
Neukameruns in Frage kommen.

Literariſches.

Heſſiſche Chronik, Monatsſchrift für Familien=
und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau, heraus=
gegeben
von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio und D. Dr.
Wilhelm Diehl, Darmſtadt. Verlag der L. C. Wittich’ ſchen
Hofbuchdruckerei, Darmſtadt. Jährlich 12 Hefte: 6 Mark;
Einzelhefte: 60 Pfennig. Man abonniert beim Verlag und
in allen Buchhandlungen. 1912, Juli=Heft: Inhalt: Ober=
lehrer
und Stadtarchivar Ferd. Dreher: Die Beziehungen
der Senckenberg und anderer Frankfurter Familien zu
Friedberg in der Wetterau. Dr. Hans Braun: Frauen=
münſter
. Lehrer A. Deggau: Stammtafel derer von
Storndorf. Rektor Karl Wehrhan: Vom Mäuſeturm
bei Bingen und anderem alten Aberglauben unſerer
Gegend. II. Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die
Wormſer reformierte Militär= und Flüchtlingsgemeinde, II.
Profeſſor Karl Raupp: Aus den Erinnerungen eines
deutſchen Malers. Dr. L. Schuſter: Der Seligenſtädter
Geleitslöffel. Mit Abbildungen. I. Stadtpfarrer D.
Dr. Wilhelm Diehl: Ein Vorfahre Lili Schönemanns.
Profeſſor Dr. Auguſt Roeschen: Goldmacher in der Pfalz.
Bücherſchau. Aus Zeitſchriften. Umfragen.
Nachrichten. Die ſeit ihrem Erſcheinen ſo raſch beliebt
gewordene Zeitſchrift bietet auch im vorliegenden Heft
wieder mannigfaltige, höchſt wertvolle Beiträge zur Orts=
und Familiengeſchichte beider Heſſen. Höchſt intereſſant
ſind die Aufklärungen über die Beziehungen von Frank=
furter
Familien, ſo der Senckenberg, zu Friedberg in
Heſſen. Zur Geſchichte Frankfurter Familien liefert
D. Dr. Diehl in ſeiner Arbeit: Die Wormſer reformierte
Militärgemeinde 16441650 einen ſchätzenswerten Bei=
trag
, dem ſich eine jedem Goethefreunde äußerſt will=
kommene
Unterſuchung über einen Vorfahren Lili Schöne=
manns
anreiht. Auf drei Seiten iſt die von A. Deggau
aufgeſtellte Stammtafel derer von und zu Storndorf ent=
halten
; weitere Abhandlungen geben wertvollen Stoff
zur Geſchichte des Mäuſeaberglaubens, des wenig beach=
teten
Frauenmünſters bei Fritzlar und des Seligen=
ſtädter
Geleitslöffels Schließlich bringt das vornehm
ausgeſtattete Heft mit zwei erſtmalig veröffentlichten
Zeichnungen (die Maler Lucas und Becker) Erinnerungen
des jetzt in München lebenden Malers, Profeſſor Raupp,
die zur Kenntnis der heſſiſchen Kunſt und Künſtlergeſchichte
von ganz hervoragender Bedeutung ſind.
Band 136 der Fliegenden Blätter (Nrn.
34673492) liegt abgeſchloſſen vor. Den Fliegenden
noch eine beſondere Empfehlung mit auf den Weg zu
geben, iſt nicht mehr nötig. Eine Sammlung der ge=
ſchmackvoll
gebundenen Bände der Fliegenden iſt ein
willkommener Schatz für jede Familienbibliothek, an dem
man ſich immer wieder erfreuen und ergötzen kann. Denn
die prächtigen Zeichnungen und der Humor, durch die
uns die Fliegenden ſeit unſerer Kindheit an lieb ge=
worden
ſind, veralten nie. Der vierteljährliche Abonne=
mentspreis
der Fliegenden Blätter beträgt 3.50 Mark.
Sie ſind durch jede Buchhandlung und durch die Poſt zu
eziehen. Verlag von Braun und Schneider in München.
Griebens Reiſeführer Band 162
Die Rhön Mit 2 Karten. (1 Mk.) Verlag von Al=
bert
Goldſchmidt, Berlin W. 35. Der Wanderer im Rhön=
gebirge
findet in Griebens Rhön einen zuverläſſigen
Berater, der bezüglich Auswahl der Reiſerouten, Wege=
bezeichnung
, Verkehrsmittel, Unterkunft uſw. alle wün=

ſchenswerte Auskünfte erteilt. Das Inhaltsverzeichnis
weiſt auf folgende Abteilungen hin: 1. Allgemeines, 2.
Reiſepläne für die Rhön, 3. Zugangswege zur Rhön, 4.
Wanderung über die hohe Rhön, 5. Wanderung von der
Milſeburg über die Waſſerkuppe nach dem Kreuzberg,
6. Wanderungen in der Umgebung von Gersfeld. Wert=
volle
Ergänzungen des reichhaltigen Textes ſind die beiden
dem Führer beigegebenen Karten.
Merkwürdig erſcheint uns die neuerdings mehr=
fach
gemachte Wahrnehmung, daß Diamanten ganz plötz=
lich
mit großer Wucht in einer Weiſe zerſpringen, die
man kaum anders als ein Explodieren nennen kann. Man
nimmt an, daß dieſe Steine Gaseinſchlüſſe enthalten und
daß das Gas ſie zur Exploſion bringt, ſobald das um=
gebende
Material beſeitigt iſt. Ueber dieſe hochintereſſan=
ten
Unterſuchungen wird im neueſten 24. Heft der illu=
ſtrierten
Zeitſchrift Zur Guten Stunde ( Deut=
ſches
Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57, Preis des
Vierzehntagesheftes 40 Pfg.) berichtet. In dem gleichen
Heft plaudert F. Meißner über praktiſche Radiumver=
wertung
; der Aſtronom Bruno H Bürgel erzählt allerlgi
Intereſſantes vom Meter, vom Kilogramm und von der
Sekunde und alles, was mit dem Maß zuſammenhängſt
Generalleutnant Freiherr von Dincklage ſchildert die
Militärmuſik aller Zeiten und Völker an Hand ſehr
intereſſanter Abbildungen. Dr. Kleinpaul plaudert über
den rieſenhaften, ſeiner Vollendung entgegengehenden
Leipziger Hauptbahnhof. Den Hauptinhalt des Heftes
bilden die beiden großen Romane Die Vetternreiſe‟
von C v Dornau und Fata Morgana von Wilhelm
Rubiner. Novellen, Gedichte uſw. ſchließen ſich an. Aus
dem reichen Bilderſchmuck ſei beſonders die farbige
Kunſtbeilage Jagd vorbei von Sturtevant erwähnt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 13. Juli. Entgegen den in der Preſſe auf=
getauchten
Gerüchten über einen zu erwartenden Rück=
tritt
des Generalſtabschefs Moltke wird
uns von maßgebender Seite verſichert, daß ſich Moltke
der beſten Geſundheit erfreut. Mithin entfällt der
Grund für den in der Preſſe behaupteten Rücktritt.
Berlin, 13. Juli. Ueber den Unglücksfall=
auf
dem Schießplatz Kumersdorf wird weiter
gemeldet: Durch die Exploſion des Geſchoſſes wurde
der Gefreite Sauer von der Verſuchsbatterie der
Artillerjeprüfungskommiſſion getötet, di4 Kanoniere
Gäde und Uhlemann ſchwer, der Sergeant Pokrieske
und der Kanonier Krüger leicht verletzt. Die beiden
Schwerverletzten befinden ſich nicht in Lebensgefahr.
* Frankfurt, 13. Juli. Wie dem Finanzherold aus
Liſſabon gemeldet wird, hat der Staatsanzeiger ein
Geſetz veröffentlicht, welches die Regierung ermächtigt,
folgende Kriegsſchiffe zu kaufen: 6 Weſtroyers
von je 8000 Tonnen, 3 Unterſeeboote von je 245300 Ton=
nen
, 1 Unterſeehilfsboot von 800 Tonnen, 2 Kreuzer von
je 2500 Tonnen. Der Geſamtbetrag hierfür (5830 Contos
Reis) ſoll ratenweiſe bezahlt werden. Wenn nötig, darf
die Regierung eine Anleihe aufnehmen, die innerhalb 15
Jahren tilgbar iſt. Die Kreuzer werden in einer Zeit von
20 Monaten, die übrigen Schiffe innerhalb 15 Monate zu
liefern ſein.
* Wiesbaden, 13. Juli. Die Witwe des kürzlich
hier verſtorbenen Rentners Wahl begeht heute in ver=
hältnismäßiger
Rüſtigkeit ihren 101. Geburrstag.
* Marburg, 13. Juli. Der Oekonom Konrad Naes
wurde in Kirchhain durch den Hufſchlag eines Pferdes
getötet.
* München, 13. Juli. Wie die Münchener Zeitung
meldet, hat Frau Magda Huck u. Söhne anläßlich der=
Wiederkehr des Todestages ihres verſtorbenen Gatten und
Vaters Auguſt Huck 100000 Mark zu Unterſtützungs=
zwecken
für das Perſonal ihrer Zeitungsunternehmun=
gen
, darunter auch für den Verlag der Münchener Zei=
tung
überwieſen.
* Köln, 13. Juli. Wie die Abendblätter aus Eyl
Kreis Mülheim (Rhein) melden, brach in einem Schup=
pen
der dortigen Dynamitfabrik Feuer aus. Im
Augenblick ſtand das ganze Gebäude in Flammen. Zwei
Kinder, die in dem Schuppen ſpielten, ſind verbrannt.
* Hannover, 14. Juli. Geſtern gegen halb 11 Uhr
abends brach in der Hannoverſchen Brotfabrik
in Linden Großfeuer aus, welches das Haupt=
gebäude
erfaßte, zwei Nebengebäude vernichtete und auf
eine Produktenfabrik übergriff. Während es gelang, die
in der Nähe gelegene, durch Funken ſtark gefährdete
Gasanſtalt zu retten, konnte der Brand noch nicht ge
löſcht werden.
* Geeſtemünde, 13. Juli. Das Kirchdorf Debſtedt
im Kreiſe Lehe iſt heute nachmittag von einem verhee
renden Feuer heimgeſucht worden. Bis 5 Uhr nach
mittags waren bereits mehr als 25 Bauerngehöfte ein=
geäſchert
. Auch die alte ſchöne Kirche iſt ein Opfer der
Flammen geworden. Das Feuer greift noch weiter um
ſich und beſteht die Gefahr, daß das ganze Dorf zerſtört
wird.
* Geeſtemünde, 14. Juli. Der Weſerzeitung zu=
folge
gelang es einer Abteilung der Matroſenartillerie=
Feuerwehr den Brand im Dorfe Debſtedt abends
ſieben Uhr zu dämpfen. Im ganzen ſind 25 Wohn=
häuſer
, ebenſo viel Scheunen, das Schulhaus und die
Kirche verbrannt. Viele Pferde und Schweine ſind um=
gekommen
. Der Schaden beträgt mehrere hunderttauſend
Mark und iſt faſt gänzlich durch Verſicherung gedeckt.
Menſchenleben ſind nicht zu beklagen.
*Molde, 14. Juli. Die Hohenzollern ging
am 13. Juli, morgens 6 Uhr, nach Molde in See und=
traf
10 Uhr abends nach guter Fahrt hier ein. Am
Nachmittag fand beim Kaiſer ein kriegsgerichtlicher Vor=
trag
ſtatt.
* Luxemburg, 13. Juli. Dem Luxemburger Wort zu=
folge
hat die Großherzoglich luxemburgiſche Staats=
regierung
einem engliſchen Finanzkonſor=
tium
die Konzeſſion für die Errichtung einer Waſſer=
kraftanlage
an der oberen Sauer mit elektriſcher
Zentrale erteilt, von der das ganze Großherzogtum mit
elektriſcher Energie verſorgt werden ſoll. Die Konzeſſion
iſt auf die Dauer von 60 Jahren gewährt.
* Paris, 13. Juli. In einem Artikel über die milie
täriſchen Beziehungen zwiſchen Frankreich
und Rußland führt der Temps aus, daß das Wort
Frieden mittels des Gleichgewichts heute allen Regier=
ungen
gemeinſam ſei. Es wäre aber gefährlich, wenn man
vergeſſen wollte, daß das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis bis
heute die einzige Grundlage des Gleichgewichts bilde und
daß durch die Anſtrengungen der politiſchen Kräfte der
Frieden auf dem Kontinent geſtört werden könnte, wenn
nicht auch ſtets die militäriſchen Kräfte der beiden europäi=
ſchen
Gruppen ſich die Wage hielten. Was das deutſche
Communigué über die Zuſammenkunft in Baltiſchport
ausdrücke, werde auch durch die Anweſenheit des ruſſiſchen

[ ][  ][ ]

Generalſtabschefs der Armee und Marine betont. An dem
Werk arbeiteten General Schilinski und Admiral Lieven,
wenn ſie mit dem franzöſiſchen Generalſtabschefs konferier=
ten
, mit den franzöſiſchen Korpskommandanten in den
Lagern von Mailly und Chalone zuſammenträfen, wenn
ſie ſich von der ausgezeichneten techniſchen Ausrüſtung und
den jüngſten Fortſchritten des Flugweſens der fran=
zöſiſchen
Armee ſowie den Wert des tatkräftigen Bei=
ſtandes
überzeugten, den ſie von der Induſtrie und der
Armee Frankreichs erwarten könnten.
San Sebaſtian, 14. Juli. König Alfons und
das Perſonal der deutſchen und franzöſiſchen Botſchaft
ſind hier angekommen.
* London, 13. Juli. Der Daily=Telegraph meldet aus
San Sebaſtian, daß der Sultan Mulay Hafid ſeine
Memoiren geſchrieben habe. Sie beſtänden zum Teil aus
einem Tagebuch und reichten bis in die Zeit der Regier=
ung
des Sultans Abdul Aſis.
* Waſhington, 13. Juli. Die Einführung von
Abſinth in die Vereinigten Staaten wurde vom 1. Ok=
tober
ab verboten.
* Waſhington, 13. Juli. Der Sekretär des Han=
delsamtes
hat bei Naturaliſierung eines Auslän=
ders
auch der im Auslande befindlichen Frau und den
Kindern das amerikaniſche Bürgerrecht ein=
geräumt
. Dieſe Entſcheidung ſteht zu der bisherigen
Praxis im Gegenſatz.
* Algier, 13. Juli. In der Nacht zum 12. Juli wurde
zwiſchen Laghuat und Ghardaia ein Poſtwagen von
Eingeborenen überfallen. Der Führer und fünf ein=
geborene
Paſſagiere wurden getötet, ein Kind ſchwer ver=
letzt
.
* Tokio, 13. Juli. Der franzöſiſche Panzer=
kreuzer
Kleber ſtieß im japaniſchen Meer an ein
jgeſunkenes Wrack oder einen unbekannten Felſen und
wurde leck. Es gelang dem Panzerkreuzer, den Hafen
won Kobe zu erreichen, wo er ein Dock aufſuchte.
H. B. Berlin, 13. Juli. Die Americain Expreß Com=
pany
hat heute vormittag die Belohnungvon 4000
MMark die ſie für die Herbeiſchaffung des von dem
Defraudanten Haaſe geſtohlenen Gelde ausgeſetzt hatte,
an den Verteidiger Haaſes, Rechtsanwalt Paul Brederick,
ausgezahlt. Der Rechtsanwalt hat die Hälfte der Summe
für die Witwe Haaſe, die Mutter ſeines Klienten, be=
ſtimmt
.
Berlin, 13. Juli. Heute abend kommen auf dem
Kehrter Bahnhof engliſche Studenten an, die ſich
lauf einer Studienreiſe befinden. Für Sonntag iſt eine
Fahrt durch die Stadt und eine Beſichtigung des Trep=
tower
Parks und der Sternwarte geplant. Die Gäſte
bleiben bis Samstag in Berlin.
Hannover, 13. Juli. Der Bankier Ernſt Traube=
Barſinghauſen am Deiſter erſchoß ſich heute früh. Die
Urſache des Selbſtmordes ſollen Geldſchwierigkeiten ſein.
Magdeburg, 13. Juli. Von den bei der Ex=
pploſion
in den Hildebrandtſchen Mühlwerken
werletzten Arbeitern iſt noch einer geſtorben. Die Zahl
der Toten beträgt nunmehr 9.
Hamburg, 13. Juli. Der in Konkurs geratene
Getreideimporteur Teichmann in Cölleda, der ſeine
Gläubiger durch Wechſelfälſchungen um 400000 Mk.
ſchädigte wurde zu zwei Jahren Gefängnis, der
Prokuriſt Schindler zu ſechs Monaten Gefängnis ver=
urteilt
.
London, 13. Juli. Das Bombenattentat
geſtern auf den Miniſter des Innern Mackenna iſt
vermutlich ſeitens der Suffragetten verſucht worden.
Dieſe drohten ſchon ſeit längerer Zeit, dem Miniſter des
Innern und dem Premierminiſter, Unannehmlichkeiten
zu bereiten. Mac Kenna fand geſtern morgen in ſeinem
Arbeitszimmer hinter einem Vorhang eine Bombe. Die
Bombe wurde unſchädlich gemacht.


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Geſtern nachmittag 5 Uhr verſchied ſanft
nach kurzem, ſchwerem Leiden mein lieber
Gatte, unſer treubeſorgter Vater
Herr Georg Becker
Poſtſekretär.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Frau Marg. Becker,
geb. Mischlich.
Darmſtadt, Riedeſelſtr. 74, 14. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Juli,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
(13647
Friedhofes aus, ſtatt.

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Heute Nacht 1 Uhr verſchied ſanft meine
geliebte Frau, unſere liebe Tante, Großtante
und Urgroßtante
Frau Elise Rühl
geb. Gandenberger.
In tiefer Trauer:
Louis Rühl
Louise Goebel
Familie Commerzienrat Goebel.
Frankfurt und Darmſtadt, den 14. Juli 1912.
Die Beerdigung findet auf Wunſch der Ver=
ſtorbenen
in aller Stille ſtatt. (15343

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Heute verſchied ſanft infolge eines Schlag=
anfalles
unſere treubeſorgte, unvergeßliche
Gattin, Mutter, Schwiegermutter und Groß=
mutter

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Frau
Christine Hammann
geb. Busch
im vollendeten 66. Lebensjahre.
Darmſtadt, Wiesbaden, Cöln, 14. Juli 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den
16. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle
des Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.

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Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Gatten,
unſeren treubeſorgten Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel
Herrn Heinrich Jung
nach längerem Leiden im 71. Lebensjahre in
ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Auguste Jung
geb. Rau.
Darmſtadt, 12. Juli 1912.
(14346
Die Beerdigung findet Montag, den 15. Juli,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe Holz=
ſtraße
10 aus, ſtatt.

Kameradſchaftl. Krieger=
verein
Darmſtadt.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, unſer langjähriges
Mitglied
(15338
Herrn Heinrich Jung
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Montag, den
15. Juli, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus
Holzſtraße 10 aus, ſtatt.
Wir bitten dem dahingeſchiedenen Feld=
zugskameraden
durch zahlreiche Beteiligung
die letzte Ehre erweiſen zu wollen.
Sammlung am Sterbehaus 2¾ Uhr.
Der Vorſtand.

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Heute früh verſchied plötzlich unſer herzens=
gutes
, einziges Söhnchen
Karlchen
im Alter von 8 Monaten.
(15444
K. Arheilger, Handelsgärtner
M. Arheilger, geb. Stork
Darmſtadt, den 14. Juli 1912.

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Heute mittag entſchlief ſanft nach langem,
ſchwerem Leiden im 81. Lebensjahre meine
liebe Schweſter
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Agnes Schünemann
geb. Sesselmann.
Darmſtadt, den 14. Juli 1912.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Luise Schwab, geb. Sesselmann.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
4 Uhr, vom Sterbehaus, Bismarckſtraße 16
aus, ſtatt.

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Hierdurch die traurige Nachricht, daß heute
mein lieber Mann, unſer guter Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
(15335
Jean Kunz
Schuhmachermeister
nach kurzem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Meſſel, den 13. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 15. Juli,
nachmittags 2½ Uhr, ſtatt.

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Heute vormittag 7 Uhr verſchied ſanft
infolge einer Herzlähmung unſer lieber, guter
Vater, Schwiegervater und Großvater
Herr
Rohdak Fantpp Roitzer
Großh. Diſtriktseinnehmer i. P.
im 82. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 13. Juli 1912.
Hölgesſtraße 14.
(15311
Die Beerdigung findet Montag, den 15. Juli,
nachmittags 5 Uhr, vom Eingang des Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.

Für die vielen Beweise der Teil-
nahme
bei unserem schweren Verluste
danken wir herzlichst.
(*1143
Familie Hunsinger.

Tageskalender.
Männerverſammlung zum Luther=Feſtſpiel um
8¼ Uhr im Fürſtenſaal.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht Ornis um 8½ Uhr in der Stadt
Pfungſtadt.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Kaiſerzuſammenkunft in Baltiſchport; zu den Olympi=
ſchen
Spielen in Stockholm; der Düſſeldorfer Hafen,
vom Luftballon aus geſehen; die ruſſiſche Fürſtin
Tſchakowsky, die das Pilotenexamen beſtand.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 16. Juli.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr in der
Ludwigshalle‟.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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sr. Die Olympiſchen Spiele in Stockholm. Das 200=
Meter=Bruſtſchwimmen ſah im Entſcheidungslauf,
der in Gegenwart des ſchwediſchen Königspaares entſchie=
den
wurde, drei deutſche Schwimmer in Front. Bathe=
Breslau ſiegte in 3 Min. 1,8 Sek. überlegen gegen Lützow=
Eßlingen, 3.05 und Mahliſch=Berlin 3:08. Auch den erſten
Zwiſchenlauf im 100 Meter=Rückenſchwimmen lan=
dete
Groß=Karlsruhe in 1 Min. 26 Sek. vor Keller= Span=
dau
und Harensnape=England, dagegen unterlag Fahr=
Cannſtadt im zweiten Zwiſchenlauf gegen den in 1:20,8
ſiegenden Amerikaner Hebner. Der Endlauf des 1500
Meter=Schwimmens, (freier Stil) brachte dem Kanadier
Hodgſon in 22 Min. einen überlegen Erfolg vor Bela Las
Torres=Ungarn 22:39,8 und Hardwich=Auſtralien in
23:15. Die Entſcheidung des 1500 Meter=Schwimmens
(freier Stil) brachte leider nicht den erwarteten Kampf
zwiſchen den Favoriten Kahanamoku=Amerika und Bret=
ting
=Magdeburg, denn der Deutſche wurde von Huzcag
behindert. Kahanamoku ſiegte in 1:3,4 Sekunden
vor Healy=Auſtralien 1:04,6 Sekunden und Huzcag
1:05,6. Bretting, der als Vierter ankam, ließ durch den
Deutſchen Reichsausſchuß ſofort Proteſt einlegen. * Die
leichtathletiſchen Konkurrenzen brachten zunächſt
die Entſcheidung des 10000 Metergehens, für welches
Deutſchland von vornherein unvertreten war. Goulding=
Kanada in 46:48 vor Webb=England 46:50,4 und Altimani=
Italien 47:57,6. An dem 200 Meter=Entſcheidungslaufen
nahm deutſcherſeits Rau teil. Dieſer lief zwar ein ſehr
gutes Rennen, mußte ſich jedoch dicht auf mit dem 5. Platz
begnügen. Craig=Amerika, der Gewinner des Olympiſchen
100=Meterlaufens, ſiegte in 21,7 Sek. mit einem Meter Vor=
ſprung
vor Lippincott=Amerika und Applegarth=England.
Für das Hürdenlaufen über 110 Meter qualifizierten ſich
durch ihre Siege in den Zwiſchenläufen nicht weniger als
fünf Amerikaner. Als einziger Gegner kommt Powell=
England in Betracht. Der einzige Deutſche Teilnehmer v.
Bönninghauſen=München unterlag. Auch in der Ent=
ſcheidung
des Kugelſtoßens (rechte und linke Hand) ſiegte
der Amerikaner Macdonald mit einer Geſamtleiſtung von
26,7 Meter vor Nieghlander 26,67 und Roſé mit 26,50. In
den Ringkampfkonkurrenzen iſt Deutſchland noch durch fünf
Teilnehmer vertreten, da Neſer (Frankfurt a. M.= Schwer=
gewicht
) und Gärſtecker=Nürnberg (Federgewicht) bisher
noch nicht beſiegt wurden, während die Süddeutſchen Lange,
Heckel und Sauerhöfer je eine Niederlage erlitten. Im
modernen Fünfkampf ſteht nur noch die Entſcheidung des
Waldlaufens aus. Die Schweden, de Laval, mit 18 Punk=
ten
, Lillichök mit 22 und Grönhagen mit 25 Punkten
haben die beſten Ausſichten. Im Waſſerballſpiel gewann
Belgien mit 4:1 gegen Frankreich. Im Damenſchwimmen
über 100 Meter (freier Stil) ſchieden die deutſchen Teil=
nehmerinnen
in den Zwiſchenläufen aus. Im Turnen
ſiegte bei den Kürübungen Norwegen vor Dänemark und
Finnland. Die vom Akademiſchen Turnerbund=Leipzig zu=
ſammengeſtellte
deutſche Riege fiel in ihren Leiſtungen
gegen die Ausländer ſehr ab, ebenſo auch im Mannſchafts=
turnen
nach den Sonderbeſtimmungen, das Italien gegen
Ungarn und England gewann. Der deutſche Pro=
teſt
gegen die Disqualifikation in der 400=Meter= Sta=
fette
wurde vom Internationalen Komitee abgelehnt mit
der Begründung, daß ein Schiedsſpruch nicht geändert wer=
den
darf.

Handel und Verkehr.

H. Fran kfurt a. M., 13. Juli. ( Börſen=
wochenbericht
.) Trotz der gegenwärtigen ſtillen
Saiſon, verbunden mit der großen Hitze, die beſonders an
der New=Yorker Börſe hemmend auf den Handel einwirkte,
waren die deutſchen Börſen zeitweiſe ziemlich belebt.
Dabei dokumentierte ſich im allgemeinen eine feſte Stim=
mung
, weiter angeregt durch die Ausſicht der günſtigen
Ernteergebniſſe. Am Kupfermarkte trat vorübergehend
größere Abſchwächung ein, da man von Preisherabſetz=
ungen
ſprach; aber die letzten Nachrichten von den ameri=
kaniſchen
Metallmärkten lauten wieder zuverſichtlicher.
Am Geldmarkt erfolgte eine ſtärkere Anſpannung, wo=
durch
der Privatdiskont bis 3¾ Prozent anziehen konnte.
Es iſt dies hauptſächlich auf das Angebot im amerikani=
ſchen
Finanzwechſel zurückzuführen. Dabei verdient
jedenfalls Beachtung, daß Amerika ſchon jetzt für ſeinen
Herbſtbedarf ſorgt, in der Befürchtung einer kommenden
Verteuerung des Geldſtandes in Wallſtreet. Bei der
deutſchen Reichsbank geſtalteten ſich hingegen die Rück=
flüſſe
recht befriedigend und ſind ſolche größer als in der=

ſelben Zeit des vorigen Jahres. Die Bank iſt bereits jetzt
aus der Notenſteuer. Zu den Einzelheiten des Verkehrs
übergehend, waren deutſche Renten wieder weſentlich
ruhiger, bei gut behaupteten Preiſen. Auch in London
konnte ſich der Konſolskurs kaum erhalten, trotzdem die
Regierung ſich mehr um die Preisregulierung ihrer
Staatspapiere bekümmert. Der letzte Kurs für engliſche
Konſols iſt 75¾.
Von den ausländiſchen Staatsfonds beſtand wieder
ſtärkere Kaufluſt für ungariſche Renten, deren billiges
Preisniveau eben ſehr zu Anlagen geeignet iſt; auch tür=
kiſche
Fonds waren günſtig disponiert und wurden be=
ſonders
türkiſche Loſe für Wiener Rechnung aufgenom=
men
; ferner lagen Argentinier und Mexikaner feſter, wäh=
rend
Chineſen infolge der plötzlich eingetretenen Anleihe=
ſchwierigkeiten
matter waren.
Von Transportaktien ſtanden Hamburger Paketfahrt
und Norddeutſcher Lloyd im Vordergrund des Geſchäfts,
da ſich der Auswandererverkehr recht günftig entwickelt;
auch Lombarden ſind bei Wochenſchluß beſſer beachtet;
ebenſo Lombardiſche Prioritäten. Canada Pacific gin=
gen
in Berlin auf 260 zurück. Nachdem die amerikaniſche
Regierung Schiffe im Beſitze von Eiſenbahn= Geſellſchaf=
ten
von der Benutzung des Panamakanals ausſchließen
will, befürchtet man eine Schädigung für Canada Pacific.
Die zu erwartenden Halbjahrsabſchlüſſe der Banken
haben bisher die Spekulation noch nicht zu großen
Hoffnungen angeregt, obgleich man im allgemeinen höchſt
befriedigende Reſultate und höhere Gewinnziffern als
im Vorjahr erwartet. Namentlich dürften die Verdienſte
auf Proviſions= und Zinſenkonto geſtiegen ſein. Auch
der Konſortialgewinn mag von der Abwicklung verſchie=
dener
erfolgreicher Geſchäfte anſehnlich profitiert haben.
Auf Effektenkontos ſieht es allerdings weniger erfreulich
aus, da gegenüber dem Vorjahre weſentlich niedrigere
Kurſe einzuſetzen ſind. Auf eine ſonderlich gewachſene
Liquidität rechnet man kaum, da die bisher veröffentlich=
ten
Zweimonatsbilanzen nicht viel davon erkennen lie=
ßen
. Die Kurſe der verſchiedenen Bankaktien blieben im
ganzen gut behauptet. Schwächer ſind nur Pfälzer
Bank (129).
Das Montangebiet war ſchwankend in der Haltung,
wenn auch ſchließlich befeſtigt. Von Belgien wurde wie=
der
ein Nachlaſſen der Export=Eiſenpreiſe gemeldet, die
aber ſpäter durch Nachrichten von der Erhöhung belgi=
ſcher
Roheiſenpreiſe wieder ausgeglichen wurde. Zudem
machten die ſeitens des Stahlwerksverbandes bekannt
gegebenen geſteigerten Juni=Verſandt=Ziffern für A= Pro=
dukte
ihre günſtige Wirkung geltend. Bei Phönix, dem
Favoritpapier, macht man auf das demnächſtige Anbla=
ſen
des ſiebenten Hochofens aufmerkſam. Lediglich Ober=
ſchleſiſche
Werte lagen ſchwächer, da man neue Arbeiter=
bewegungen
im Waldenburger Revier befürchtet. Elek=
trizitätsaktien
haben auf Gewinnſtrealiſationen etwas
von ihren ſtark erhöhten Kurſen einbüßen müſſen. Grö=
ßeres
Intereſſe trat im Laufe der Woche für Brauerei=
Aktien hervor, im Zuſammenhang mit der heißen Wit=
terung
und den günſtigen Berichten der großen Handels=
firmen
der Hopfen=Induſtrie.
Am Kaſſainduſtriegebiet erfolgten zeitweiſe Abgaben,
hervorgerufen durch ſtärker auftretende Realiſationsluſt.
Deutſche Gold= und Silber=Scheide=Anſtalt nach Abtrenn=
ung
des Bezugsrechtes 664½ nach 680, Kunſtſeide bis 129,
Kleyer bis 533,80, Holzverkohlung 312 nach 314,75, Moe=
nus
bis 260¼; für die letzteren erwartet man eine kleinere
Dividende gegen die Vorjahre. Es ſei fraglich, ob es der
Geſellſchaft gelingen werde, die Wirkung der geſunkenen
Verkaufspreiſe für die Produkte durch eine entſprechende
Abſatzvermehrung auszugleichen. Recht belebt blieben
Daimler=Motoren, ſowie Benz; erſtere bei 320, letztere
zu etwa 218½. Für Benz erwartet man einen glänzen=
den
Bilanzabſchluß. Naphtha=Nobel wieder bis 300 gehan=
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, während Steana Romana zu 140½ erhältlich waren.
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der
10 Fr.=Loſe 30.10, Raab=Gratzer Anr.=Sch. 37.10, in
Reichsmark; Gothaer Präm. II 118. Donauregulierung
160 P., Madrider 74 P., in Prozent; ferner ſchließen:
4proz. Reichs. (unkündbar bis 1918) 100.70, 3½proz.
Reichs. 90., 3proz. Reichs. 80.05, 4proz. Heſſen von 1899
99.80 G., 4proz. Heſſen von 1906 99.80 G., 4proz. Heſſen
von 1908/09 100.20 G., 4proz. Heſſen (unkündbar bis
1921) 100.50, 3½proz. Heſſen 88.30, 3proz. Heſſen 77.50,
4proz. Darmſtädter 98.50 G., 3½proz Darmſtädter 90 G.,
4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 1823) 100 G., 4proz.

Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 2425) 100.20, 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 35) 89.20 G., 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 911) 89., 4proz. Heſſ. Kom,s
Pfdbr. (S. 1012) 100., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S.
1314) 100.20 G., 3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 13)
89.20 G., 3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 4) 89.10 G.,
Darmſtädter Bank 121¾, Süddeutſche Eiſenbahn= Geſell=
ſchaft
124.50 G., Süddeutſche Immobilien=Geſellſchaft
(Mainz) 69 B., Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach
a. M.) 72.50 B., Schramms Lack= und Farben=Fabriken
(Offenbach a. M.) 271.90, Chemiſche Mühlheim a. M.
66.50, Schantungbahn 132½, South Weſt=Afrika 144.
Otavi=Anteile 93., Otavi=Genußſcheine 65., 4½proz.
Ruſſen 100.65, 4proz. 1880er Ruſſen 90.60, 4proz. 1902er
Ruſſen 90.55, 3¼proz. Ruſſen 88., 3½proz. Ruſſen
83.50, 3proz. Ruſſen 80.75, 4proz. Unifiz. Türken 89.
4proz. Adminiſtr. Türken 82.60 G., 4proz. Bagdadbahn=
Türken 83.90, 4proz. Convert. Türken 1905/11 81 G.,
5proz. Chineſen 99.90, 4½proz. Chineſen 93.75, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 98.40, 4½proz. Japaner 94.65
4proz. Japaner 88.50, 3proz. Buenos=Aires 71½.

Literariſches.

Reiſeliteratur. Im Verlag von Gries
bens Reiſeführer (Verlagsbuchhandlung Albert
Goldſchmidt, Berlin W. 35) erſchien: 1. Band 8: Wien
(2 Mark). Die 22. Auflage dieſes erſchöpfenden Reiſe=
führers
wurde wiederum von Karl Sandter, einer mit
den Wiener Verhältniſſen aufs gründlichſte vertrauten
Perſönlichkeit, bearbeitet. Die vielen architektoniſchen
und landſchaftlichen Schönheiten der einzigartigen Kai=
ſerſtadt
, ihre reichen Kunſtſchätze haben neben den proſa=
iſcheren
, aber darum nicht minder wichtigen praktiſchen
Angaben über Hotels, Verkehrsverhältniſſe uſw. liebe=
vollſte
Berückſichtigung gefunden. Die fünf in jeder Hin=
ſicht
ausreichenden Karten ſind ebenſo wie der Text
gründlich revidiert worden. Bd. 19: München und
die Königsſchlöſſer. Mit 2 Karten und 2 Grund=
riſſen
; 29. Auflage. (1 Mark.) Der Beſucher der feucht=
fröhlichen
Iſarſtadt findet in dieſem Buche alles was
für ihn wiſſenswert und intereſſant iſt. Ein äußerſt prak=
tiſch
angelegter Rundgang gibt dem Fremden ſofort einen
Geſamteindruck der Stadt. Mit großer Sorgfalt und
Ausführlichkeit ſind die Muſeen und Kunſtſammlungen
beſchrieben. Mit einer ausführlichen Schilderung der
näheren und weiteren Umgebung Münchens, ſowie der
berühmten bayeriſchen Königsſchlöſſer, ſchließt das Reiſe=
handbuch
. Der Verband Deutſcher Oſtſee=
bäder
zu Berlin, Unter den Linden 76a, dem alle
irgendwie bedeutenden Oſtſeebäder angehören, verſendet
ſeinen ſoeben erſchienenen bekannten Führer durch die
Oſtſeebäder 1912 für 30 Pfg., franko 60 Pfg. Der Führer,
338 Seiten ſtark, mit Karten und Plänen, beſchreibt in
Kürze ſämtliche 89 Oſtſeebäder und enthält alles Wiſſens=
werte
inbezug auf ihre Lage und Einrichtungen, über
Reiſe, Unterkunft und Aufenthalt, Kurtaxe uſw. Al=
gäu
, Vorarlberg und Weſttirol nebſt den an=
grenzenden
Gebieten der Schweiz. Mit beſonderer
Berückſichtigung des Bodenſeegebietes, Bregenzerwaldes
und der Arlbergbahn. Von A. Waltenberger. 13.
Auflage; bearbeitet von Dr. H. Carl. Mit einer Ueber=
ſichtskarte
und 17 Spezialkarten. Wien und Leipzig, A.
Edlingers Verlag, 1912. (Preis gebd. 4 Mark.) Die
Vorzüge dieſes Spezialführers ſind in den Kreiſen der
Alpenfreunde und Bergſteiger ſo allgemein anerkannt,
daß es keiner Lobpreiſung mehr bedarf. Die neue Auf=
lage
iſt in allen ihren Teilen aufs gründlichſte revidiert
und ergänzt, und alle in den letzten Jahren neu geſchaf=
fenen
Verkehrslinien, Hütten= und Wegbauten und alle
wichtigeren Verpflegſtätten ſind auf das Gewiſſenhafteſte
darin aufgenommen. Nordſeebad Borkum.
Illuſtrierter Führer mit Inſelkarte und Plan der Reiſe=
verbindungen
. Jahrgang 1912. Alljährlich gibt die
Borkumer Badedirektion den vorliegenden, handlichen
Führer, der gratis verabfolgt wird, neu heraus; der
diesjährige iſt ſoeben in außergewöhnlich prächtiger
Ausſtattung erſchienen. Der textlich wie illuſtrativ inter=
eſſante
Führer dürfte bei Erörterung der Reiſepläne für
den Sommer mit Gewinn zu Rate zu ziehen zu ſein.
Tiroler Verkehrsbuch 1912. Das Tiroler Ver=
kehrs
= und Hotelbuch, dieſer beliebte Ratgeber aller Be=
ſucher
Tirols, iſt nunmehr in 10. Auflage erſchienen.
Das handliche Buch kann vom Landesverkehrsrate in
irol, Innsbruck, gegen Einſendung von 60 Pfennig
oder 60 Hellern (auch in Briefmarken) frei bezogen wer=
den
. Zum gleichen Preiſe iſt es auch durch die Buch=
handlungen
und größeren Reiſebureaus zu beziehen.

Der verstehts
rund mancher Groschen,
Klingt im Kasten froh,
Lange leben seine Schuhe,
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15306
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die nördliche Fahrbahn des Markt= und Schillerplatzes zwiſchen
dem Schloßgraben und Ernſt=Ludwigsplatz vom 15. bis zum 23. Juli
ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt.
(15305
Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, den 16. Juli I. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag aus einem Nachlaß in dem
Verſteigerungslokal
Ludwigshalle, Obergaſſe 12
folgende Gegenſtände:
1 Sofa mit 6 Stühlen (rot. Plüſch), 1 Diwan, verſch. andere
Sofas, Seſſel u. Stühle, 1 Sekretär, 1 Glasſchrank, verſch.
Schreibtiſche, 1 Schreibkommode mit Aufſatzſchränkchen,
1 Bücherſchrank, verſch. Waſchkommoden, Nachttiſche, Kom=
moden
und Kleiderſchränke, 2 kompl. Betten und Bettwerk,
1 Vertiko, 1 pol. Ausziehtiſch, verſch. Tiſche und Stühle,
Garderobe= und Büchergeſtelle, Spiegel, Bilder, Vorhänge,
Teppiche und Linoleumvorlagen, 1 Spinnrad, 1 Haspel,
Garnwickel, 2 Hand=Nähmaſchinen, 1 ſpaniſche Wand,
1 Raſierſpiegel, eine große Partie Bett= und Tiſchwäſche,
Porzellan und Glas, verſch. Goldſachen, ſilberne und
verſilb. Tiſchgeräte uſw., Küchenmöbel und ſonſt. Hausrat.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 13. Juli 1912.
(15160so
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Korn= und Hafer=Verſteigerung.
Donnerstag, den 18. cr., abends 6 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag des Nachlaßverwalters Herrn Friedrich
Stumpf hier zirka 10 Morgen Korn und Hafer öffentlich meiſt=
bietend
. Die Frucht ſteht ſehr ſchön. Zuſammenkunſt der
Steigerer am alten Arheilger Weg (Gärtnerei Walter). (*1038som
Kapp. Großh. Gerichtsvollzieher.

Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß des am
28. März 1912 verſtorbenen Glaſer=
meiſters
Peter Günther von
Darmſtadt wird heute, am 28. Juni
1912, vormittags 9½ Uhr, das
Konkursverfahren eröffnet, da der
Nachlaß üherſchuldet iſt und der
Nachlaßpfleger Reibſtein die Er=
öffnung
des Konkurſes beantragt
hat.
Der Rechtsanwalt Landzettel
in Darmſtadt wird zum Konkurs=
verwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
18. Juli 1912 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen Ver=
walters
, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Freitag, den 26. Juli 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 217, Termin anbe=
raumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkurs=
maſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den Ge=
meinſchuldner
reſp. deſſen Erben
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung aufer=
legt
, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache abgeſon=
derte
Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 19. Juli 1912 Anzeige zu
(1537
machen.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
(gez.): Dörr.

Aufpol. v. Möb
Spezialltät: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Adelf Zeller. Schützenſtraße8.

Bekanntmachung.

In unſer Handelsregiſter wurde
heute in Abteilung B Nr. 13 ein=
getragen
:
die Firma Merz, Roth und
Co., Geſellſchaft mit be=
ſchränkter
Haftung, mit
dem Sitze in Eberſtadt b.
Darmſtadt.
Gegenſtand des Unternehmens
bildet die Herſtellung und der Ver=
trieb
von Maſchinen der Betten=
und Bekleidungs=Induſtrie, ſowie
aller verwandten Branchen, ſerner
kommiſſionsweiſe Beſorgung aller
techniſchen Artikel und Anfertigung
von Plänen und Koſtenvoran=
ſchlägen
für Neuanlagen. Zur Er=
reichung
dieſes Zweckes iſt die Ge=
ſellſchaft
befugt, gleichartige oder
ähnliche Unternehmen zu erwerben,
ſich an ſolchen Unternehmen zu be=
teiligen
oder deren Vertretung zu
übernehmen. Das Stammkapital
beträgt Mk. 20 000.
Geſchäftsführer ſind: 1. Georg
Roth, Maſchineningenieur in Eber=
ſtadt
: 2. Karl Jung, Regierungs=
baumeiſter
in Euxhaven.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt er=
richtet
am 7. April 1909 mit Nach=
trägen
vom 29. März 1911, 17. Mai
1911 und 23. Mai 1912. Jeder Ge=
ſchäftsführer
iſt allein und für ſich
zur Vertretung der Firmaberechtigt.
Darmſtadt, 11. Juli 1912. (15333
Großh. Amtsgericht II.

Bekanntmachung.

In unſer Handelsregiſter A
wurde heute eingetragen:
Firma: Gebrüder Unger
in Darmſtadt; Zweignieder=
laſſung
in Meſſel. Inhaber:
Albert Libmann in Darm=
(15332
ſtadt.
Darmſtadt, 11. Juli 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt II.

Dienstag nachm. von 24 Uhr
werd. verſch. alte Schreinerarb.
u. Inſtall.=Artik., Oefen ꝛc. im Hauſe
Annaſtr. 42 geg. bar abgeg. (*1127

Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hiermit zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen des unbe=
kannt
wo abweſenden Kaufmanns
Jakob Jakobſohn zu Darmſtadt
wird heute, am 10. Juli 1912, vor=
mittags
9½ Uhr, das Konkursver=
fahreneröffnet
, da der Pfleger ſeine
Zahlungsunfähigkeit eingeräumt
hat.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt
Wolf zu Darmſtadt wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 30. Juli 1912 bei dem
Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des er=
nannten
oder die Wahl eines ande=
ren
Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigeraus=
ſchuſſes
und eintretenden Falls
über die in § 132 der Konkurs=
ordnung
bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forderungen auf
Donnerstag, 1. Auguſt 1912,
vormittags 9½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201, Termin anbe=
raumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird aufgege=
ben
, nichts an den Gemeinſchuld=
ner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte Befriedig=
ung
in Anſpruch nehmen, dem Kon=
kursverwalter
bis zum 30. Juli
1912 Anzeige zu machen. (15296
Darmſtadt, 10. Juli 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

Bekanntmachung.

Montag, 26. Auguſt 1912, §
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Ludwig Ackermann
dahier gehörige Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 211½/100 213 Grabgarten
GrünerWeg,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmannſtraße 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 18. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V15327

Bekanntmachung.

Montag, 12. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Johann Ludwig Chriſt
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 856 287 Hofreite Schul=
ſtraße
Nr 1,
I 857 163 Grabgarten Ecke
der Schul= u.
Schützenſtr.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (B53/12
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V14157


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Der gerade Weg.

Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
12.
Als Suſanne nach einer Stunde noch auf demſelben
Platz ſaß, ſtiegen Dörthe und Johann die Treppe hinauf,
und klopften nach kurzer Beratung an die Tür. Als kein
Herein zu hören war, traten ſie ein.
Fräulein Suſanne! Mein Gott, mein liebſtes, beſtes
Fräulein, wie ſehen Sie aus, klagte die alte Frau und ſtrich
dem jungen Mädchen die Haare aus dem verweinten Ge=
ſicht
. Waſſer, Johann, einen friſchen Trunk.
Laßt gut ſein, ich werde einen Spaziergang machen,
dann iſt wieder alles in Ordnung. Die Luft iſt hier ſo
dumpf, die machte mir Kopfſchmerzen. Schließe gut zu,
Dörthe.
Suſanne raffte die Papiere zuſammen und ſtieg die
Treppe hinunter. Tags zuvor war ein Gewitter nieder=
gegangen
und hatte die erſehnte Abkühlung gebracht, es
war herrlich im Park. Sie trug ihr koſtbares Beſitztum
zuerſt in ihr Zimmer und ſchloß es ſorglich ein, dann ſchritt
ſie der Waſſerallee zu. Dieſe hatte alle ihre Kämpfe ge=
ſehen
, ſo hoffte ſie auch heute, ſich dort ſelber wiederzu=
finden
.
Die Geſtalt der Großmutter ſtand plötzlich vor Su=
ſannes
geiſtigem Auge. Sie ſah das ſtolze, harte Geſicht,
das nie ein Lächeln für ſie gefunden, den Mund mit den
ſchmalen Lippen, der nie ein zärtliches Wort für ſie gehabt
hatte. Sie ſpürte wieder die harte Hand des Großvaters,
ſeine wortkarge, herriſche Art, den unbändigen Stolz auf
ſeinen Namen und ſeinen Beſitz.
Seit kurzem hatte das Alter ihn gewandelt. Er be=
gann
die Nähe der Tage zu ſpüren, von denen man ſagt,
ſie gefallen uns nicht. Er ſuchte Fühlung mit der Jugend
zu gewinnen, auf deren Kraft er ſich zu ſtützen gedachte.


Dich nicht mehr entbehren, Friedrich Wilhelm. Gut, daß
Du den Vogel eingefangen haſt, Suſanne. Ich glaube, er
ſehnt ſich ſobald nicht wieder nach ſeiner Freiheit zurück.
Wie hatte ihr Verlobter darüber gelacht und behaup=
tet
, mit der Junggeſellenfreiheit ſei es nur eine faule Sache,
da hinge man von allen möglichen Dingen ab. Man ſei
nur frei in einer glücklichen Ehe.
Mit leuchtenden Augen hatte er ſie dabei angeſchaut
und ihr einen herzhaften Kuß gegeben. Ob Friedrich Wil=
helm
wußte, wer ihr Vater war?
Da war ſie wieder bei demſelben Punkt angelangt.
Der Vater immer wieder der Vater, von dem ſie nicht
mehr wußte als von der Mutter. Aber von dieſer hatte
ſie doch ein kleines Bild, das Dörthe ihr heimlich gegeben
hatte. Die anderen waren wohl alle vernichtet worden,
als ſich Friederike von Bagewitz als eine der Familie Un=
würdige
gezeigt hatte. Es hing auch kein Bild von ihr in
der Galerie. Großvater ſprach niemals ihren Namen aus,
und mit der Adoption Suſannes war ja nach ſeiner Mei=
nung
nun endgültig ein Strich unter dieſe traurige Epiſode
gemacht. Das Skelett des Hauſes war tot begraben.
Eine Liebſchaft mit dem Sohn des Inſpektors welche
Schmach!
In der Allee zogen die ſüßen Düfte ſchwer. Die alten
Linden blühten. Suſanne ging langſam zum Waſſer hin
und grübelte. War ihre arme Mutter hier hinabgerannt
in der Verzweiflung der höchſten Not? War ſie beim ver=
meintlichen
Tode des Liebſten zugegen geweſen, hatte ſie
auf ſeine blutige Stirn den letzten Kuß gedrückt?
Ach nein! Denn dann hätte er ſie gleich mitgenommen.
Die grauſige Entdeckung mußte ſie ganz jählings getroffen
haben. Jeden Haltes beraubt, hilflos der Schande preis=
gegeben
, wählte ſie den Tod als Erlöſer. Elterliche Liebe,


ſie ins Leben zurück und umgab die Unſelige mit treuer
Sorge. Zu ſpät, denn die Worte des alten Voß: Sie
ſtarb in meinen Armen, ſprachen nur zu beredt davon, daß
ſich Friederike von Bagewitz in der Schmerzenszeit ihrer
letzten Erdentage an den Vater des Geliebten angeklam=
mert
hatte. Er war ihr Vertrauter und Stütze in ihrer
Hilfloſigkeit geweſen.
Und um die Liebe dieſer treuen, guten Menſchen hatte
man ſie, Suſanne, betrogen! Wie anders hätte ſich ihre
Jugend geſtaltet in liebevollem Verkehr mit dem Inſpektor=
hauſe
. Warum gönnte man ihr dieſen nicht? Aus Eifer=
ſucht
auf den Toten, der ihnen die Tochter genommen hatte.
Schuld gegen Schuld! Aber wer trug die Buße? Su=
ſanne
von Bagewitz, ſie allein. Das Liebespaar war ein=
gegangen
zum ewigen Frieden aber ihr hilfloſes Kind
war zurückgeblieben, ein Spielball fremder Willkür und
grauſamer Härte.
Das junge Mädchen beſchleunigte den Schritt, es war=
ihr
, als ob ſie es mit tauſend Händen vorwärts zöge zum
Waſſer hin, wo auch eine Lena ſich geborgen hatte vor der
Schlechtigkeit der Welt. Um ihres Kindes willen hatte ſie
den rohen Menſchen geheiratet und um des Kindes willen
war ſie freiwillig in den Tod gegangen.
Von dem Stamm der alten Linde her ſtarrten ein
paar Augen auf Suſanne hin, die Geſtalt bargen blühende
Gebüſche. Kein Geſpenſt war es, ſondern eine leben=
atmende
, ſchöne Frau, die lauernd ſtand und die Braut
Friedrich Wilhelms beobachtete.
Nur wenige Schritte noch war ſie von ihr entfernt.
Jetzt galt es, die große Szene zu ſpielen, um die Erb=
ſchleicherin
zu beſiegen. Sie hielt den Trumpf in ihrer
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und Käfern ſpielte, auf ihren Arm. Mit wenigen ſtolzen
Schritten trat ſie aus ihrem Verſteck vor das erſchrockene
Mädchen hin, das in dieſer Einſamkeit noch niemals ſo
rückſichtslos überfallen worden war.
Wie aus einem wüſten Traum, der Herz und Sinne
gefangen nimmt, erwachend, ſtarrte Suſanne auf das ſon=
derbare
Paar. Ihre verweinten Augen blickten ratlos
fragend, während die Füße noch weiter ſchritten.
Was wollte die Fremde? Wie eine Bettlerin ſah ſie
nicht aus.
Sie haben wohl den Weg verloren? fragte Suſannes
weiche Stimme. Dort hinaus liegt die Landſtraße. Dies
iſt der Park von Altenwerder.
Ich bin auf dem rechten Weg, wenn ich vor Suſanne
von Bagewitz ſtehe.
So iſt mein Name.
Und Sie ſind die Braut von Friedrich Wilhelm von
Bagewitz?
Herr von Bagewitz iſt mein Verlobter, erwiderte Su=
ſanne
kühl. Wenn Sie irgend eine Auskunft wünſchen, ſo
wenden Sie ſich bitte an die Kanzlei im Schloß.
Der Weg in die Oeffentlichkeit bleibt mir noch immer,
ich glaube aber, daß Sie, wenn Sie den Grund meines
Kommens erfahren, eine perſönliche Ausſprache vorziehen
werden.
Wie feindlich das klang! Suſannes Verwirrung wuchs.
Wer war dieſe Frau, die aufzutreten wagte, als ſei ſie hier
die Herrin. Ihre Augen fielen auf das Kind, das mit

ſehnen baner Augen ſenſtend icheind ne ihr hunſts=
Ein liebes, vertrautes Geſicht grüßte ſie aus den Zügen
des etwa dreijährigen Knaben, wer war’s?
Wiſſen Sie, wer der Vater meines Knaben iſt?
Suſanne fand keine Antwort auf die ſonderbare, herriſch
vorgebrachte Frage. Das Kind ſtreckte ihr mit einem Auf=
jauchzen
die roſigen Fäuſtchen entgegen, die die bunten
Blumen hielten.
Seine Züge verraten es Ihnen, Fräulein von Bage=
witz
, ich ſehe es Ihnen an. Es bedarf keiner Dokumente.
Und dieſen Knaben wollen Sie und Ihr Verlobter ſeiner
Rechte berauben? Wenn ich es auch zulaſſen würde, daß
ich zur Seite geſchoben würde, um meines Kindes Erbe
nehme ich den Kampf auf. Ich werde ſeine Rechte vertei=
digen
bis zu meinem letzten Atemzuge. Ich laſſe ihn nicht
in die Reihen der Enterbten ſtoßen. Der Sohn von Wil=
helm
von Bagewitz wird von ſeinem Großvater Kammer=
herr
von Bagewitz, anerkannt werden, ſo gewiß ſeine Mut=
ter
die rechtmäßige Frau ſeines Sohnes iſt.
Suſanne ſah den Knaben an, der ſo unverkennbar die
Züge der Bagewitz trug und ſagte leiſe: Onkel Wilhelm
hat einen Sohn?
Ja, hier ſteht der richtige Enkel des Kammerherrn
und zugleich der Erbe von Altenwerder. Vetter Bagewitz
wird ſich wundern, wenn Ihre Hand ihm nicht zugleich
die Anwartſchaft auf dieſen großen Beſitz bringt.
Suſanne gewann bei den letzten Worten ihren ganzen
Stolz zurück und mit ihm die Selbſtbeherrſchung, die ihr
zu eigen war. Kh: Konk bob ſich aus den ſchlanken Schul=

ſiem, ſe bicke die ſchne Frun bechntig m und ſan=
gelaſſen
: Ich möchte Sie bitten, mich jetzt allein zu laſſen,
und den Park zu verlaſſen. Die Rechte Ihres Knaben
werden geprüft werden. Ich verbürge mich dafür. Wo
iſt Ihre Wohnung?
Ich habe beim königlichen Förſter in Sandkrug Woh=
nung
genommen. Er nimmt alljährlich Sommergäſte auf,
wie er mir ſagte.
So warten Sie dort das Weitere ab. Sind Sie unter
Ihrem Namen dort abgeſtiegen?
Nein, ich nenne mich Anna Wronka, das iſt mein
Mädchenname, erwiderte die Fremde und ſetzte das Kind
zur Erde. Den Dank für Ihr verſtändnisvolles Ent=
gegenkommen
behalte ich mir vor. Ich werde mich eine
Woche gedulden, ehe ich weitere Schritte unternehme.
Der ſchöne Kopf der Fremden flog zurück, ſie verſuchte,
ſich einen ſtolzen Abgang zu ſichern. Die Gefaßtheit und
die ſichere Ruhe Suſannes, der ſie jählings ihr Lebens=
glück
zertrümmert hatte, imponierte ihr mehr, als ſie
ſich eingeſtehen wollte, Es wurde ihr ungemütlich unter
dem abweiſenden, kalten Blick der grauen Augen. Schon
wandte ſie ſich zum Gehen, als das Kind, auf das die
ſchöne ſympathiſche Erſcheinung der jungen Mädchens
ſeinen Eindruck nicht verfehlte, ſich von den haltenden
Händen der Mutter befreite und auf Suſanne loslief.
Da Vlumen! Die leuchtenden Kinderaugen blick=
ten
zu ihr auf, und die Händchen ſtreckten ihr die zer=
drückte
Beute hin.

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