Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen, und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Zweite Kammer trat geſtern in der erſten
Beratung der Beamtenbeſoldungsvorlage
den Beſchlüſſen der Erſten Kammer bei mit dem
Unterſchied, daß ſie für die Lehrer eine
Gehakts=
erhöhung von 13½ Prozent (ſtatt 11 Proz.) beſchloß.
Die Kammer nahm aber einen neuen Antrag des
Bau=
ernbundes mit 2726 Stimmen an, der ſich gegen eine
Differenzierung des Wohnungsgeldzuſchuſſes
aus=
ſpricht. Nachdem die Erſte Kammer den Antrag
des Bauernbundes abgelehnt und beſchloſſen hatte,
be=
züglich der Aufbeſſerung der Voksſchullehrergehalte
auf ihrem früheren Beſchluſſe (11 Proz.) zu beharren,
lehnte die Zweite Kammer in ihrer
Nachmittags=
ſitzung den Antrag des Bauernbundes mit 36 gegen
16 Stimmen ab, beſchloß aber mit 28 gegen 24
Stim=
men bei ihrem Beſchluſſe bezüglich der
Volksſchulleh=
rergehalte (13½ Prozent) zu beharren. Die Erſte
Kammer trat darauf nochmals zuſammen und
er=
klärte, auf ihrem Beſchluſſe beharren zu müſſen.
Darauf ſtimmte die Zweite Kammer in einer
zweiten Sitzung endgültig dem Antrag der Erſten
Kammer bezüglich der Aufbeſſerung der
Volksſchul=
lehrergehalte (1 Prozent) zu. Damit iſt die
Be=
amtenbeſoldungsvorlage im Sinne des
Antrags der Erſten Kammer endgültig
angenommen Die Verhandlungen dauerten bis
6 Uhr abends. Darauf vertagten ſich beide
Kammern auf unbeſtimmte Zeit.
Die Zweite badliſche Kammer lehnte die
For=
derung für den Münchener
Geſandtſchafts=
poſten ab.
Reichskanzleer v. Bethmann=Hoollweg iſt
geſtern vormittag in Moskau eingetroffen.
Das Fabrikgebäude der Hildebrandſch en
Mühl=
werke in Magdeburg wurde durch ein
Groß=
feuer zerſtört. Vier Arbeiter werden vermißt.
Die franzöſiſche Kammer nahm die
Wahl=
rejormvorlage mit 339 gegen 217 Stimmen an.
Im engliſchen Unterhauſe hielt: Sir Edward
Grey eine Rede über die auswärtiſe Politik
Englands.
Die Erbſchaftsſteuer.
— Von großer politiſcher Bedeutung iſt eine
Nach=
richt, die von einer oft zu amtlichen Publikationen
be=
nutzten Korreſpondenz veröffentlicht wird. Darin wird
ziemlich deutlich die Erbſchaftsſteuer für den Herbſt
an=
gekündigt. Zunächſt wird erklärt, daß in den
Vorſchlä=
gen, die das Reichsſchatzamt auf Grund der Beſitzſteuer=
Reſolution des Reichstages den verbündeten
Regierun=
gen vorlegen wird, eine Dividendenſteuer aus dem
Grunde nicht figurieren dürfte, weil eine ſolche Löſung
des Beſitzſteuer=Problems mit dem Grundgedanken jener
Reſolution kaum vereinbar ſei. Deshalb werde
wahr=
ſcheinlich auch von der Berückſichtigung des Gedankens
abgeſehen werden, die Beſitzſteuerfrage im Wege der
Landesgeſetzgebung unter gewiſſen reichsgeſetzlichen
Richtlimten und der Erhöhung der Matrikularumlagen
zum Ausdruck zu bringen.
Das Beſitzſteuerkompromiß von 1909, das einen
ähn=
lichen Gedanken verfolgte, iſt ſeinerzeit bekanntlich von
den verbündeten Regierungen einſtimmig abgelehnt
worden. Für dieſes Verhalten waren grundſätzliche
Fragen finanzpolitiſcher und finanztechniſcher Natur in
erſter Linie maßgebend. Für eine Reihe namentlich
kleinerer Bundesſtaaten trat noch die Erwägung hinzu.
daß keinesfalls die Gewähr übernommen werden könne
eine Landesbeſitzſteuer nach den vom Reiche
vorgeſehe=
nen Richtlinien in annehmbarer Form zuſtande zu
bringen. Da dieſe Bedenken auch jetzt noch beſtehen,
wird, ſo glaubt die Korreſpondenz, das Reichsſchatzamt
den Verbündeten Regierungen den Entwurf eine:
Rrichsvermögensſteuer mit verſchiedenen Varianten
(Vermögenszuwachsſteuer und dergleichen) neben
Ent=
würfen für die Einführung von Erbſchaftsſtenern zur
Beſchlußfaſſung unterbreiten.
Dieſe Mitteilung iſt ohne weiteres als die
Ankün=
digung der Wiedereinbringung der
Erb=
ſchaftsſteuervorlage anzuſehen. Es iſt auch
bemerkenswert, daß von einer Dividendenſteuer, die
hauptſächlich von konſervativer Seite vorgeſchlagen
wurde, Abſtand genommen wird. Aus der offiziöſen
Ankündigung geht allerdings nicht hervor, wie die
Erb=
ſchaftsſteuer beſchaffen ſein wird, die dem Reichstag im
Oktober beim Wiederzuſammentritt unterbreitet werden
ſoll. Daß eine Mehrheit bei der jetzigen
Zuſammen=
ſetzung vorhanden iſt, haben die verſchiedenen
Abſtim=
mungen kurz vor der Vertagung des Parlaments
be=
kanntlich ergeben. Bis man aber erſt ſo weit iſt, wird
es noch zunächſt zu lebhaften Preſſeerörterungen und
dann zu ſcharfen Auseinanderſetzungen bei den
Bera=
tungen im Reichstage ſelbſt kommen.
Ein Urteil über die neue Erbſchaftsſteuer wird
man ſich erſt dann bilden können, wenn der
Regierungs=
entwurf im Wortlaut vorliegt, was indeſſen kaum vor
dem Beginn der neuen Reichstagsverhandlungen der
Fall ſein dürfte. Kürzlich ging durch die Preſſe die
Nach=
richt, daß der bayeriſche Miniſterpräſident Frhr. v.
Hert=
ling die Gegnerſchaft zur Erbſchaftsſteuer aufgegeben
habe. Iſt dieſe Meldung richtig, dann wird auch das
Zentrum ſeinen Wderſtand aufgegeben haben, und in
dieſem Falle würden ſich die Reichstagsdebatten über
die Frage weſentlich einfacher geſtalten. Noch ſchwebt
aber alles in der Luft, immerhin iſt die bloße
Ankün=
digung der Erbſchaftsſteuer von nicht zu
unterſchätzen=
der politiſcher Bedeutung.
Die auswärtige Politik Englands.
* Bei der Erörterung des Budgets des
Auswär=
tigen im engliſchen Unterhauſe unterſtützte Earl
Ronald=
ſhay (Unioniſt) die Hauptrichtlinien der Greyſchen
Politik und bat zum Schluſſe Sir Edward Erey um
eine engültige Erklärung über die
eng=
liſche Politik in Bezug auf Perſien und um
Aus=
kunft über das Bagdad=Transperſiſche Bahnprojekt. In
den weiteren Erörterungen, die hauptſächlich Perſien
und die Eiſenbahnfragen behandelten, forderte
Pon=
ſonby (Liberal) Sir Edward Grey auf, Schritte zu
un=
ternehmen, um freundſchaftlichere Beziehungen zu
Deutſchland zu ſchaffen. Er erklärte, er glaube nicht,
daß es unmöglich ſei, vollſtändig freundſchaftliche
Be=
ziehungen zu erreichen.
Staatsſekretär Grey beſprach in ausführlicher Weiſe
die perfiſche Angelegenheit, ging kodann auf
die Mittelmeerfrage über und wandte ſich hierauf den
engliſch=deutſchen Beziehungen zu.
Da=
bei ſagte er, die Beziehungen Englands zu Deutſchland
ſeien gegenwärtig ausgezeichnet und abſolut frei von
irgend einer Frage, durch die die beiderſeinigen
Inter=
eſſen berührt würden. Er glaube, falls ſolche Fragen
ſich ergeben würden, ob dies nun im Zuſammenhanz
mit den wechſelſeitigen Intereſſen in Südafrika oder
aber in Verbindung mit der Bagdadbahn geſchehen
würde, würden beide Regierungen die Ueberzeugung
hegen, daß ihre gegenwärtigen Intereſſen ehrlich
ausge=
glichen werden könnten Daneben beſtänden andere
di=
plomatiſche Gruppen, aber er ſei nicht der Meinung, daß
dies die Freibeit der Ausſprache in Bezuz auf
wechſel=
ſeitige Intereſſenfragen verhindern werde Wenn eine
ſolche Frage auſtrete, müßten dieſe verſchiedenen
diplo=
matiſchen Gruppen nicht notwendigerweiſe in entgegen
geſetzten diplomatiſchen Lagern ſich befinden. Sir
Ed=
ward Grey kam dann auf die Beurteilung zu ſprechen,
die das engliſch=ruſſiſche Abkommen
gefun=
den hat und betonte, daß ſie ein Gegenſtück zu der
Beur=
teilung ſei, der die ruſſiſche Regierung bei einem Teil
der öffentlichen Meinung im eigenen Lande begegnete.
Wenn man die Lage in Perſten betrachts, dann dürfe
man nicht erwägen, ob das Abkommen einen
vollkom=
menen Zuſtand geſchaffen hat, ſondern ob die Lage
durch das Abkommen beſſer oder ſchlechter geworden iſt
Wenn man an alle Unruhen denkt, die in Perſien
ge=
herrſcht haben, und daran, was nicht allein in Perſien
ſondern in den allgemeinen Beziehungen zwiſchen
Ruß=
land und England ſich ereignet hätte, wenn das
Ab=
kommen nicht exiſtieren würde, dann muß man ſagen,
fuhr Gret fort, daß die Aufrechterhaltung des
Abkom=
mens mehr denn je nötig iſt. Die Lacke in Perſien, die.
wie er zugebe, unbefriedigend ſei, hätte doch zu ſchweren
Komplikationen geführt, wenn ein derartiges Abkommen
nicht beſtanden hätte Okne Abkommen wäre Rußland
keſtändig unter der Furcht geſtanden, daß England in
Südperſien aus der Verwirrung der Lage Vorteil ziehen
und Rußlands Intereſſen ſchaden würde. Der alte
Arg=
wohn, der in alten Tagen beſtand, wäre dann noch
ver=
tieft worden. Anſtatt deſſen iſt, wenn wir auch in
Ein=
zelheiten verſchiedener Meinung geweſen ſein mögen,
nie der Verdacht vorhanden geweſen, daß auf einer Seike
der Verſuch gemacht werden könnte, die Lage in Perſien
zum Nachterl des anderen auszunutzen, und die
Tat=
ſache, daß es ſo geweſen iſt, iſt im Intereſſe der beidn
Länder und des Friedens geweſen.
Grey beſprach ſodann die Mittelmeerfrage,
die von größter Bedeutung ſei und tatſächlich die
aus=
wärtigen Beziehungen ebenſo wie die Flottenfrage auf
die Tagesordnung ſetze. Es würde ſchwieria ſein, über
die Angelegenheit ein endgültiges Urteil zu ſällen, weil
ſie ſo voll Abſtuſungen und Steigerungen und ſo ausge=
dehnt ſei, aber man werde ſich bemühen, die Frage in
zwei ſtreng geregelte Teile zu ſondern. Man dürfe ſich
nicht auf die auswärtige Politik allein für den Schutz
des Vereinigten Königreichs verlaſſen. Wenn Sie die
Sicherheitsgrenze der Heimatflotzte untr das Maß deſſen
fallen laſſen, was gegen ſie aufgebracht werden könnte,
ſtellen Sie der auswärtigen Politik eine Aufgabe, die
Sie ihr nicht ſtellen dürften. Sie müſſen der
Flotten=
macht eine genügend ſichernde Stärke geben, was immer
Ihre auswärtige Politik ſein mag, ſonſt wird Ihre
aus=
wärtige Politik überhaupt unmöglich, weil ſie bei jeder
diplomatiſchen Lage, die entſteht, wenn ſie in den
hei=
miſchen Gewäſſern gegenüber der Nachbarftotte oder
ge=
genüber den Nachbarflotten minderwertig iſt, nachgeben
müſſen und ihre Stellung dann nicht diejenige einer
Großmacht ſein wird. Was das Mittelmeer anlangt, ſo
zögere ich nicht, zu ſagen, daß wir dort entweder eine
genügende Streitmacht haben oder in kurzer Zeit
dort=
hin entſenden müſſen, um jedem dort möglicherweiſe
ein=
tretenden Ereignis begegnen zu können. Uns droht
augen=
blicklich keine Gefahr, aber wir ſind im Begriff. das
Mittelländiſche Meer aufzugeben und uns ſelbſt in eine
Lage zu verſetzen, in der wir unſere Intereſſen im
Mit=
telländiſchen Meer nicht ſchützen können. Andererſeits iſt
es nicht nötig, eine Streitmacht im Mittelmeer zu unter:
halten, die jeden Augenblick im Stande iſt, ſich gegen
alle anderen Flotten zu behaupten. Gegenmärtig iſt
keine Ausſicht auf irgend einen Streit mit irgend einer
anderen Macht im Mittelmeer vorhanden. Ich glaube
nicht, daß es eine einzige Macht gibt, die argen uns
feindliche oder nachteilige Pläne erwägt. Aber wenn
wir das Mittelmeer gänzlich aufgeben, würde ſich die
Tendenz herausbilden, mit uns nicht mehr zu rechnen.
In ſeiner Rede im Unterhauſe beſprach Sir Edward
Grey weiter die Lage im fernen Oſten und ſagte,
die auswärtige Politik und die Flottenſtrategie müßten
voneinander abhängen. Die Beziebungen zwiſchen der
japaniſchen Allianz und der Flottenſtrategie ſeien ſehr
eng Der Wert der japaniſchen Allianz liege darin, daß
trotz all der Unbeſtändigkeit in China und der
Schwie=
rigkeiten, die ſich dort ergeben, keinerkei internationale
Komplikationen entſtanden ſind. Die japaniſche Allianz
wirkte nur gutes und brachte England nicht in ſchlechte
Beziehungen zu irgend einer fremden Macht. Im
Ge=
genteil, die Beziehungen zwiſchen Rußland und Japan
ſeien jetzt ausgezeichnet ſund er glaube, die Allianz ſei
mehr denn je im gegenſeitigen Intereſſe der beiden
Länder. Sie ſei mit großer Zurückhaltung und
vollkom=
mener Loyalität gegeneinander abgeſchloſſen worden. Sie
ſai ein großer wohltätiger Faktor in der Erhaltung des
Friedens im fernen Oſten geweſen.
Deutſches Reich.
— Zum Kaiſerbeſuch in der Schweiz
ſchreibt man aus Bern: Der bevorſtehende offizielle
Beſuch des Deutſchen Kaiſers in der Schweiz zu Anfang
September wird in den ſchweizeriſchen Zeitungen
leb=
haft beſprochen. Das Programm für den Kaiſerbeſuch
iſt jetzt bekannt gegeben worden. Man bedauert
allge=
mein, daß der Beſuch des Deutſchen Kaiſers — der erſte
offizielle Beſuch eines deutſchen Herrſchers — nur
wenige Tage währen wird. Die Schweizer
Geſchäfts=
leute erhoffen für die Herbſtſaiſon einen gleich ſtarken
Fremdenandrang wie jetzt im Sommer. Aus England
und Amerika liegen für den September ſchon zahlreiche
Vorbeſtellungen für Hotelquartiere vor, namentlich in
Zürich, Luzern und Interlaken, Orte, die der Kaiſer
be=
ſuchen will. Sein Beſuch wird zwar nur kurze Zeit
dau=
ern, und es iſt fraglich, ob der Kaiſer die Nenbauſtrecke
der Jungfraubahn zum Jungfraujoch eröffnen wird, da
ein Beſuch des Berner Oberlandes mindeſtens 2 Tage
in Anſpruch nehmen würde. In den amtlichen Kreiſen
der Berner Regierung iſt man der feſten Ueberzeugung,
daß der Kaliſer in der Schweiz eine freundliche Aufnahme
finden wird. Für die Zeit der Anweſenheit des Kaiſers
wird in der Schweiz eine ſchärfere Kontrolle fremder
Beſucher ausgeübt werden, doch nimmt man an, daß
irgendwelche unliebſamen Zwiſchenfälle vermieden
wer=
den können. Intereſſant iſt es ſchon jetzt, das Gebaren
der Zeitungen in Frankreich und der franzöſiſchen
Schweiz zu beachten, die befürchten, daß der franzöſiſche
Einfluß in der Schweiz, der leider auch in der deutſchen
Schweiz ſich immer mehr bemerkbar macht, durch den
Kaliſerbeſuch Einbuße erleiden könne.
— Urlaub für Angeſtellte und Arbeiter.
Die Internationale Vereinigung für geſetzlichen
Arbeiter=
ſchutz wird ſich auf ihrer nächſten Delegiertentagung mit
der Frage des Urlaubs für Arbeiter und Angeſtellte
be=
faſſen. Zur Vorbereitung des Themas hat die deutſche
Landesabteilung, die Geſellſchaft für Soziale Reform, ſich
der Aufgabe unterzogen, für Deutſchland auf Grund der
Jahresberichte der Gewerbeaufſichtsbeamten, der Erheb=
ungen von Berufsvereinen, der erteilten Auskünfte uſw.
gen Tatſachenſtoff zuſammenzuſtellen.
Der Verfaſſer dieſes Berichtes, Dr. Ludwig Heyde,
veröffentlicht in der Sozialen Praxis die Einzelheiten des
Geſamtergebniſſes. Wie nicht anders zu erwarten war,
geht daraus hervor, daß der Urlaubsgedanke in
Deutſch=
land Fortſchritte macht. Soll man nun angeſichts dieſer
Fortſchritte, wie ſie der Bericht im einzelnen für
kauf=
männiſche, techniſche und Bureaubeamte, ſowie für die
ge=
werbliche Arbeiterſchaft nachweiſt, an die Geſetzgebung
herantreten, um ſie zur Feſtlegung angemeſſenen Urlaubs
zu veranlaſſen? Zahlreiche Zuſchriften an die Geſellſchaft
für Soziale Reform wollen das, und das öſterreichiſche
Handlungsgehilfengeſetz wird als Vorbild einer ſolchen
zwangsweiſen Urlaubsſicherung angeführt. Der Bericht
ſtellt ſich auf den Standpunkt, daß ein Eingreifen der
Staatshilfe nicht nötig ſei. Es wäre vielmehr zu
befürch=
ten, daß durch die Forderung eines ſolchen Eingriffs
Widerſtände geweckt werden, die nicht erſt wachgerufen zu
werden brauchen, wenn man der Entwickelung ihren freien
Lauf laſſe. Die Tendenz gehe dahin, daß die
Urlaubs=
gewährung mehr und mehr als ſittliche Pflicht betrachtet
werde. Und die Bewegung für Ausbreitung des
Urlaubs=
gedankens werde, wenn die öffentliche Meinung eine rege
Werbearbeit und geſchickte Tarifvertragspolitik unterſtütze,
auch ohne ſtaatlichen Eingriff ſieghaft ſein.
— Ablehnung der Münchener
Geſandt=
ſchaft durch die badiſche Kammer. Die Zweite
badiſche Kammer hat in ihrer Vormittagsſitzung am
Donnerstag mit den Stimmen der Nationalliberalen
und der Fortſchrittler gegen die Stimmen des Zentrums
und der Konſervativen die Forderung für den=Münchener
Geſandtſchaftspoſten abgelehnt. Staatsminiſter Frhr.
von Duſch gab ſeinem lebhaften Bedauern über dieſe
Stellungnahme Ausdruck und betonte, daß es ſich hier
nicht um eine innerbadiſche Angelegenheit handele,
ſon=
dern daß dieſe Frage die Beziehungen zu den
Nachbar=
ſtaaten berühre und daß die Geſandtſchaft gerade nach
dieſer Richtung hin gutes gewirkt habe.
Ausland.
Frankreich.
Die Annahme der
Wahlreformvor=
lage. Bei der fortgeſetzten Beratung über die
Wahl=
reform nahm die Kammer mit 299 gegen 252 Stimmen
den von der Kommiſſion bekämpften Antrag an, der
die Aufſtellung eines Kandidaten in mehr als einen:
Wahlbezirk unterſagt. Darauf nahm die Kammer in
einer lis 11,30 Uhr abends andauernden Sitzung den
Wahlreformentwurf in ſeiner Geſamtheit mit 339 gegen
217 Stimmen an. Die Sitzung wurde unter großem
Lärm geſchloſſen.
Als auf den Bänken der Radikalen die Rufe
De=
miſſion immer ſtärker wurden, erhob ſich
Miniſterprä=
ſident Poincaré und rief den Radikalen einige Worte
zu, die jedoch zumeiſt durch den Tumult übertönt
wur=
den. Poincaré ſagte: Die Regierung hat die
repu=
blikaniſche Mehrheit für ſich. Wenn Sie die
Vertrauens=
ſrage geſtellt hätten, wäre dieſe Mehrheit noch größer.
Hier iſt die Rednertribüne, haben Sie doch den Mut, mich
über die allgemeine Politik der Regierung zu
interpel=
lieren. Die Radikalen riefen von neuem: Demiſſion.
während die Proportionaliſten dem Miniſterpräſidenten
ſtürmiſche Ovationen bereiteten. Poincaré verließ
hier=
auf mit den meiſten Miniſtern und einer großen Zahl
der Proportionaliſten den Sitzungsſaal.
Die ganze Preſſe erörtert lebhaft die Abſtimmung
üiber den Wahlreformentwurf.
Jaurés ſchreibt in der Humanité: Handelt es ſich
nur um letzte Zuckungen und Wutanfälle der Anbänger
des Bezirkswahlſyſtems oder werden dieſe gegen jede
Regierung, die ſich ihnen nicht unterwerfen will, den
Krieg bis aufs Meſſer führen? Da die
Proportionu=
liſten nicht nachgeben werden, ſo kann ſich hieraus eine
gefährliche Kriſe entwickeln. Und um dieſen Streit zu
einer Verfaſſungskriſe zu geſtalten, wollen einige
un=
befonnene Radikale auch noch den Senat in den Streit
zerren. — Die Aurore meint: Der Senat wird niemals
eine direkt feindſelige Haltung gegen die Kammr
ein=
nehmen. Der Wahlreformentwurf kann verbeſſert
wer=
den, aber er wird in ſeinen weſentlichen Beſtimmungen
beſtehen bleiben. — Der Eclair ſchreibt: Clemenceau,
der im Senat eine eifrige Propaganda gegen die
Wahl=
formvorlage entfaltet, werde von ſeinem greiſenhaften
Ehrgeiz angetrieben, um von neuem die
Regierungs=
gewalt an ſich zu reißen und die große Rolle zu ſpielen
zu der er ſich auserſehen glaube. Er will die Republit
vor einem Wahlregime retken, das ſeiner Anſicht nach
den Einfluß der Regierung und die Autorität der
Mehr=
heit verhindert. — Das radikale Blatt Evenement
ſchreibt: Nicht ohne Betrübuis ſehen wir, daß die
lan=
gen Verhandlungen zu einer wirklich ernſten Zwietracht
unter den Republikanern geführt haben. Wir müſſen
alles aufbieten, um die für die weiteren Kämpfe
unerläß=
liche Einigkeit nlieder herzuſtellen. Wenn die
Republi=
kaner einig ſind, dann haben, ſie von den Wahln, nach
welchem Modus dieſe auch immer erfolgen ſollten, nichts
zu befürchten.
Türkei.
Der Kriegsminiſter, In ſeinem
Rücktrikts=
ſchreiben erklärt der Kriegsminiſter, die Kammer und der
Senat hätten das Geſetz, durch welches dem Offizier die
Beſchäftigung mit der Politik verboten wird,
angenom=
men. Er halte es für angebrachter, daß das Geſetz unter
neuen Miniſtern angewendet wird. Außerdem fühle ee
ſich infolge der anſtrengenden Arbeiten in den letzten
Tagen ermüdet..
Maxrokko.
Die Internationaliſierung Tangers.
Aus Madrid wird bezüglich der Verhandlungen über
die Internationaliſierung Tangers gemeldet, man ſcheine
ſich darüber geeinigt zu haben, daß die Verwaltung der
Stadt einem Ausſchuß von 24 Mitgliedern anvertraut
werden ſoll, welche teils von den Bewohnern von Tanger
gewählt, teils von den Vertretern der Signatarmächte
der Algecirasakte namhaft gemacht werden ſollen. Die
Frage des zu Tanger gehörigen Umkreiſes werde wohl
noch einer längeren Erörterung bedürfen, da Spanien
dieſen Umkreis nur mit 6 Kilometer, England jedoch mit
15 Kilometer feſtſetzen wolle. Die franzöſiſchen und
ſpa=
niſchen Fachdelegierten haben ſich in der Angelegenheit
der Eiſenbahn von Tanger nach Fez über die Frage der
polizeilichen Ueberwachung verſtändigt, die von jedem
Land in der ihm zugewieſenen Zone ausgeübt werden
wird. Ebenſo hat man ſich darüber grundſätzlich
ge=
einigt, daß Spanien die Befugnis haben ſoll, die
ſpa=
niſche Teilſtrecke durch Ankauf zu verſtaatlichen
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Juli.
* Vom Hofe. Regierungsrat Piſtor nahm am
Mittwoch an der Frühſtückstafel in Jagdſchloß
Wolfs=
garten teil. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und
Standesbeamten Johann Leonhard Walther II. zu
Schönnen, Kreis Erbach, das Silberne Kreuz des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen; dieſelbe
Aus=
zeichnung dem erſten Kommandanten der freiwilligen
Feuerwehr zu Münſter, Kreis Dieburg, Peter Roßkopf,
und den Feuerwehrleuten Michael Hartig, Adam
Haus VIII. und Georg Stork, ſämtlich zu Münſter,
Kreis Dieburg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
Inſchrift „Für treue Dienſte‟
* Ernannt wurde Karl Hirſch in Darmſtadt zum
Gehilfen für das Gewerbemuſeum und die
Vorbilder=
ſammlung bei der Zentralſtelle für die Gewerbe in
Darmſtadt.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 20,
vom 11. Juli, hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die Aufbringung der Mittel der Großh.
Brandverſicherungskaſſe für 1911 betreffend. 2.
Bekannt=
machung, Vermeſſungen und Vorarbeiten für eine
elek=
triſche Straßenbahn von Seligenſtadt über Klein=
Krotzen=
burg, Hainſtadt, Klein=Auheim, Groß=Steinheim, Klein=
Steinheim nach Dietesheim betreffend. 3.
Ordens=
verleihungen. 4. Ermächtigung zur Annahme und zum
Tragen fremder Orden. 5. Namensveränderungen.
6, Zulaſſungen zur Rechtsanwaltſchaft. 7.
Dienſtnach=
richten. 8. Dienſtentlaſſungen. 9. Ruheſtandsverſetzungen.
g. Strafkammer. Wegen Verbrechens in fünf Fällen
nach § 176, 3 St.=G.=B. wurde geſtern von der hieſigen
Strafkammer der 20jährige Taglöhner Heinrich
Käm=
merer aus Pfungſtadt zu 1 Jahr 3 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt. Von der Unterſuchungshäft
wur=
den ihm 6 Wochen angerechnet. — Wegen desſelben
De=
likts erhielt der 29jährige Dienſtknecht Friedrich Münch
aus Wimpfen 6 Monate Gefängnis, abzüglich ein
Monat der Unterſuchungshaft. — Der wiederholt
vorbe=
ſtrafte 34jährige Arbeiter Johann Franz aus
Viern=
heim hat am 6. Juni dem Adam Winter in Heppenheim
eine Schachtel Zigaretten entwendet. Er erhält wegen
Rückfalldiebſtahls eine Gefängnisſtrafe von 2 Monaten.
Von der Unterſuchungshaft wird ihm ein Monat
an=
gerechnet.
g. Kriegsgericht. Vor dem Kriegsgericht der 25.
Di=
viſion hatten ſich geſtern die Musketiere Adam Göbel
und Karl Hohenreuter vom Infanterie=Regiment
Nr. 168 wegen Kameradenmißhandlung und Ungehorſams
gegen Vorgeſetzte zu veranworten. Die beiden
Angeklag=
ten waren zum Bezirkskommando nach Erbach
abkomman=
diert und hatten hier, als ſie Sonntags vom
Tanzver=
gnügen in die Kaſerne zurückkehrten, mit Kameraden Streit
angefangen, in deſſen Verlauf ſie jüngere Kameraden durch
Schläge, Fußtritte und Werfen mit Fußſchemeln
mißhan=
delten. Die Angeklagten geben an, ſinnlos betrunken
ge=
weſen zu ſein. Das Gericht verurteilte den Göbel zu
4 Wochen ſtrengem Arreſt und Hohenreuter zu 10 Tagen
Gefängnis. — Der Gefreite Otto Nold aus Steinbach
vom Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 war als
ſtellver=
tretender Burſche von ſeinem Offizier beauftragt worden,
einen Waffenrock zum Schneider zu bringen; er verkaufte
dieſen jedoch an einen Kameraden für 10 Mark. Auch ein
Zaumzeug hat der Angeklagte unterſchlagen. Das Gericht
erkennt wegen dieſer Straftaten auf 4 Wochen
ſtren=
gen Arreſt. — Der bereits mehrfach vorbeſtrafte
Dra=
goner Rudolf Dietrich aus Gießen vom Leib=Dragoner=
Regiment Nr. 24 entwendete im Lazarett einem
Kame=
raden ein Portemonnaie mit acht Mark. Er verſteckte
die=
ſes im Lazarettgarten, wo es jedoch bald entdeckt wurde.
Ein Teil des Geldes wurde noch vorgefunden. Das
Ge=
richt verurteilt den Angeklagten zu 5 Monaten
Ge=
fängnis und Verſetzung in die zweite Klaſſe des
Sol=
datenſtandes.
* Heinz Monnard *. Wie aus Berlin gemeldet
wird, iſt in einem dortigen Sanatorium geſtern
mor=
gen Heinz Monnard, einer der erſten Darſteller des
Leſſingtheaters, geſtorben. Der 39jährige Künſtler iſt
ei=
nem krebsartigen Halsleiden zum Opfer gefallen. Heinz
Monnard iſt ein geborener Darmſtädter und
Schü=
ler des Herrn Oberregiſſeur Valdek. Er begann ſeine
künſtleriſche Laufbahn in den 90er Jahren am
Darm=
ſtädter Hoftheater.
* 25jähriges Geſchäftsjubiläum. In aller Stille
feierte geſtern Herr Bauunternehmer H. Sames ſein
25jähriges Geſchäftsjubiläum. Als junger Mann trat
Herr Sames in das früher Vogelſche Baugeſchäft ein
und übernahm nach dem Ableben des noch in guter
Er=
innerung ſtehenden Herrn Vogel das Geſchäft. Was
Herr Sames während dieſer 25 Jahre als Inhaber eines
der größten hieſigen Baugeſchäfte geſchaffen hat, iſt
be=
kannt. Herr Sames gehört ſeit einer Reihe von Jahren
der Stadtverordneten=Verſammlung und hierin dem
Hochbau=Ausſchuß an. Es war eine gute Wahl, ihn für
dieſen Ausſchuß zu beſtimmen, denn es iſt hinreichend
be=
kannt, wie ſein praktiſcher Sinn und reiches Können mit
ausſchlaggebend bei den ganz bedeutenden Projekten
und Ausführungen, die in den letzten Jahren an die
Stadt herangetreten ſind, war. Weiter hervorzuheben
iſt die Tätigkeit des Herrn Sames auf dem Gebiete des
Krankenkaſſen= und Unfallverhütungsweſens, wobei er
ſich als mitberatendes Mitglied große Verdienſte
erwor=
ben hat. Mit noch vielen anderen Gebieten des
öffent=
lichen Lebens iſt der Name Sames aufs engſte
ver=
knüpft. Alls gerechter und für ſeine Arbeiter beſorgter
Meiſter, als tüchtiger Vertreter der ſtädtiſchen Intereſſen
und als wohlwollender Freund und Berater für
jeder=
mann ſtellte er ſeine unermüdliche Schaffenskraft in den
Dienſt des Gemeinwohls. Wir wünſchen Herrn Sames,
daß es ihm vergönnt ſein möge, nach weiteren 25 Jahren
auf alles, was er geſchaffen, bei beſter Gekundheit und
mit Stolz und Zufriedenheit zurückblicken zu können.
nn. 25 jähriges Arbeits=Inbilänm. Am
Sams=
ag kann Herr Georg Becker, Mauerſtraße 12 hier, auf
eine 25 jährige Arbeitstätigkeit als Möbelpacker
bei dem Möbelverkaufs=Geſchäft der Firma Joſeph Trier
zurückblicken. Arbeitsfreudig und treu hat der Jubilar
ſeinen nicht leichten Poſten ausgefüllt, ſo daß es ihm an
Ehrungen an ſeinem Arbeits=Jubiläum nicht fehlen wird.
Ergebnis des Preisausſchreibens. Die
beabſich=
tigte Erbauung einer Turnhalle in Jugenheim
a. d. B. in Verbindung mit den erforderlichen Räumen
für die Handwerkerſchulen zu Jugenheim und Umgekung
gab der Großh. Zientralſtelle für die
Ge=
werbe Veranlaſſung, zur Erlangung von Entwürfen
eſinen Wettbewerb unter den Schülern der oberen Klaſſe
der Baugewerkſchulen zu Darmſtadt, Bingen und
Offen=
bach zu eröffnen. Unter beſonders zahlreicher
Beteili=
gung von Schülern der Darmſtädter Baugewerkſchule
waren bis zum feſtgeſetzten Termin insgeſamt 33
Ent=
würfe eingelaufen. Das Preisgericht, dem die
Direkto=
ren der am Wettbewerb beteiligten Schulen,
Gewerbe=
ſchulrat Meyer als Vertreter der Zentralſtelle, Großh.
Bürgermeiſter Burkhardt aus Jugenheim und
Maurer=
neiſter Chr. Kämmerer als Vertreter der Turngemeinde
daſelbſt, angehörten, trat am 9. Juli d. J. zur
Beurtei=
lung der eingelaufenen Arbeiten zuſammen. Nach deren
erfolgter Prüfung wurde ein I. Preis von 100 Mark,
ſowie ein II. Preis von 70 Mark den Schülern Otto
Biskaborn und Val., Kemmet zuerkannt; den
III Preis von 50 Mark und den IV Preis von 35 Mk.
erhielt Hans Oſtermann, ſämllich aus Darmſtadt.
Angekauft mit je 15 Mark wurden die Entwürfe der
Schüler Georg Vögllein, Ludw. Daun und P. v. Drathen
aus Darmſtadt. Außerdem wurden Diplome zuerkannt
den Schülern Karl Rauſch, Joſ. Breitenbach und Otto
Lütz aus Bingen, Willy Günther aus Offenbach a. M.,
ſowie Friedr. Schaller, Phil. Lindemann, Karl Hilß,
P. v Drathen, Hrch. Pfirſching und Friedr. Bleibtreu
aus Darmſtadt. Wenn berückſichtigt wird, daß ſich unter
den preisgekrönten Entwürfen Arbeiten befinden, die
ſchon auf eine gewiſſe Reife ihrer Verfaſſer ſchließen
laſſen, ſo kann man mit dem Ergebnis des Wettbewerbs
zufrieden ſein; handelt es ſich doch dabei lediglich um
einen Platz. Vor den Toren hatten ſich Hunderte
ange=
ſammelt, deren drohende Blicke mich verfolgten; als ich
in den Saal ging, folgten mir aufreizende Rufe. Drinnen
herrſchte jene zitternde Erregung, die nur auf eine
Ge=
legenheit zum Ausbruch wartet; das neue Regime hat
den breiten Maſſen des Volkes einſtweilen nur Opfer,
Entbehrungen und Not gebracht, und in dem Volke glüht
ein blinder Durſt nach Rache an irgend jemand. Auf dem
Podium ſaßen die jungen Revolutionäre und waren
be=
reit, der Menge klar zu machen, daß nicht von ihnen, den
Jungchineſen, alles Schlimme ſtamme, ſondern allein von
den Fremden. Und unter dieſen wilden Umſtürzlern
er=
kannte ich dieſelben Republikaner, die des Nachts auf dem
franzöſiſchen Pachtgebiete ſchlafen, weil ſie ſich vor dem
Volke, das ſie ausſaugen und zu führen vorgeben,
fürch=
ten. Da ſaß auch der berühmte Seng Wu, der berüchtigte
Anarchiſt, einſt Bombenfabrikant und Bombenwerfer der
ſich inzwiſchen unter dem neuen Regime ſelbſt zum
Divi=
ſionsgeneral befördert hat und den Marſchall Si Yuen
Hang bald zu ſtürzen hofft. Seng Wu wohnt auf
fran=
zöſiſchem Gebiete, hat ſeine chineſiſchen Späher, die ihm
alle im Gebiete der fremden Niederlaſſung wohnenden
Reaktionäre denunzieren; wer von dieſen verdächtigen
Himmelsſöhnen ſo unvorſichtig iſt, das Pachtgebiet zu
verlaſſen und chineſiſchen Boden zuabetreten, wird von
Seng Wus Leuten gepackt und kurzerhand geköpft; ſelbſt
die Frauen finden keine Schonung. . . . Wild rollen die
Worte der Redner durch den Saal, Anklage auf Anklage
gegen die Fremden und ihre finſteren Pläne peithtzen die
Das Menetekel der Chinefen.
(2) Während die Verhandlungen über eine große
in=
ternationale Anleihe für China die
Diplo=
matie und die europäiſche Bankwelt beſchäftigen und die
gegenwärtige chineſiſche Regierung ſich unter dem Druck
der Volksmeinung gegen die Annahme ausländiſchen
Ka=
pitals noch ſträubt, durchziehen fanatiſche Aufwiegler das
Reich der Mitte und ſchüren mit allen Mitteln den Haß
gegen die fremden Teufel. Charles Petit, der in China
weilende Mitarbeiter des Journal gibt in einem Briefe
aus Hankau ein anſchauliches Bild von dieſer Wühlarbeit
fanatiſcher Demagogen, deren Tätigkeit neue ſchwere
Wol=
ſen am Horizonte des neuen Chinas aufſteigen läßt.
Selbſt in unmittelbarer Nachbarſchaft der europäiſchen
Anſiedlungen erheben dieſe geheimen Sendboten des
Fremdenhaſſes ihre Stimmen und unter dem Vorwande,
die internationale Anleihe zu bekämpfen, ſuchen ſie die
Leidenſchaft der Maſſe gegen alle Nichtchineſen zu
ent=
flammen.
Petit war Ende Mai Augenzeuge einer
patrioti=
ſchen Kundgebung gegen die Anleihe in
einer Volksverſammlung, die in Hankau ſtattfand, in
einem großen chineſiſchen Theater, das in unmittelbarer
Nähe der engliſchen Anſiedlung liegt und in dem
unge=
zählte Tauſende von Chineſen ſich zuſammengefunden
hatten. „Als ich kam, war der Rieſenſaal überfüllt, nur
mit größter Anſtrengung errang ich in einem Winkel noch
Erregung der Maſſen empor, die Spannung wächſt zum
Siedepunkt, und nun endlich findet ſie ihre Erlöſung. Mit
den Geberden wildeſter Empörung ſtürzt plötzlich einer
von dieſen revolutionären Fanatikern auf das Podium
und verlangt das Wort; Heng Pe Yo heißt er, und ſchon
beginnt er zu ſprechen: Nein, er ſpricht gar nicht, wilde,
ſinnloſe Naturlaute entſtrömen ſeinen Lippen; das
Ge=
ſicht iſt verzerrt und ich glaube das Schreien einer
gemar=
terten Katze zu hören. Da —, plötzlich blitzt ein Meſſer,
der Redner ſelbſt hat es gezückt und mit einem raſchen
Schnitt trennt er ſich von einem Finger ein Glied ab. Das
Blut ſtrömt, und mit dieſem blutüberrieſelten
verſtümmel=
ten Reſt eines Fingers eilt er gegen die Wand des
Hin=
tergrundes und malt mit Blut Schriftzeichen an
die Mauer, die ſich zu Worten und zu einem Satze
for=
nen: Nieder mit der internationalen Anleihe! Das war
das Signal. In dem mächtigen Saale bricht ein
Deli=
rium der Erregung los unzählige Hände geſtikulieren,
latſchen, und aus Tauſenden von Kehlen tönt, wie aus
den geheimnisvollſten Tiefen von Chinas Volksſeele, ein
Schrei des Jubels und des Triumphes. Der Redner hat
inzwiſchen Schule gemacht; ein blutjunger Kerl ſpringt
mit einem Satz aufs Podium; auch er ſchneidet ſit’ vor
den Blicken der Tauſende mit einem Meſſer den Finger
b und mit einer=Stimme, in der körperlicher Schmerz mit
wilder Begeiſterung ſich unheimlich vermählt, fordert er
alle auf, alles zu verwerfen und zu verſtoßen, was=demd
iſt, bis hinab zu den Zigaretten . . .
ſelbſtändige Schülerarbeiten. Die Entwürfe ſind vom
Sonntag, den 14. bis einſchließlich Sonntag, den 21. Juli
d. J., täglich von 11 bis 1 Uhr im Sitzungsſaal der
Zen=
tralſtelle für die Gewerbe, Neckarſtraße 3, 2. Stock, zur
freien Beſichtigung ausgeſtellt.
— Aus der Beſſunger Bücherhalle (
Beſſunger=
ſtraße 48) wurden im Monat Juni 563 Bücher
ent=
liehen; eingeſchriebene Leſer ſeit 1. April 257.
Anmel=
dungen für Spenden von Büchern und guten
Zeit=
ſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zum „Verein für
Verbreitung von Volksbildung” (Mindeſtbeitrag 2 Mk.)
werden vom Vorſtand des Vereins gerne
entgegen=
genommen. Unentgeltliche Bücherausgabe: Dienstag,
Donnerstag und Samstag von abends 7½—9 Uhr.
Daſelbſt auch Bücherverzeichniſſe zu 20 Pfg.
— Kriegerverein Darmſtadt. Die Mitglieder
werden auch an dieſer Stelle darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß der diesjährige Familien=Ausflug am
Sonntag, den 28. Juli, nach Auerbach-Fürſtenlager-
Schönberg--Bensheim ſtattfindet. (Näheres ſiehe heutige
Anzeige.)
* Bürgerverein, Darmſtädter Fechtklub. Das
erſte diesjährige Sommerfeſt des Bürgervereins und
Darmſtädter Fechtklubs findet, wie aus dem
Anzeigen=
teil erſichtlich, am nächſten Samstag, den 13. Juli,
abends 8½ Uhr, im Vereinsgarten (Saalbauſtraße 67)
ſtatt. Wenn die Witterung günſtig iſt, wird die
Veran=
ſtaltung in dem ſchönen, kühlen, feenhaft illuminierten
Garten allen Teilnehmern genußreiche Stunden
ge=
währen. Die Muſik wird von einer Abteilung der
Kapelle Hauske ausgeführt und verſpricht das mit
Ge=
ſchmack und Verſtändnis zuſammengeſtellte Programm
abwechslungsreiche muſikaliſche Genüſſe. Bei
Regen=
wetter wird das Feſt verſchoben und der Tag in den
Zeitungen bekannt gegeben.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute Freitag
kon=
zertiert wiederum die vollzählige Kapelle des Großh.
Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61. Das Programm iſt beſonders
intereſſant und enthält außer gern gehörten
Muſik=
ſtücken die ſämtlichen Präſentier= und Parademärſche
aller hieſigen Regimenter uſw. Zur Erſtaufführung
kommt der offizielle Feſtmarſch für das Bundesſchießen
in Frankfurt, betitelt: Ueb’ Aug’ und Hand fürs
Vater=
land. Bemerkt ſei noch, daß Herr Weber heute Freitag
perſönlich dirigieren wird. (Siehe Anz.)
* Reſidenztheater. Das neueſte vom Neuen wird im
Reſidenztheater gezeigt. In dem heutigen
Pro=
gramm heben wir vor allem die intereſſanten
Naturauf=
nahmen hervor, ſo die Zerſtörung des Luftſchiffes
Schwa=
ben” das Automobilrennen in Dieppe, die „
Wochen=
chronik d. R. S.” und die naturwiſſenſchaftliche Aufnahme
„Der Goldhaſe” dann die beiden amerikaniſchen
Vor=
führungen: „Das Warnungsſignal” dramatiſch, und
„Eine Expreßheirat” humoriſtiſch. Zum Schluß ſei das
zweiaktige Drama: „Die Hochzeitsfackel” nicht vergeſſen.
(S. Anz.)
Egelsbach, 11. Juli. Man ſchreibt uns: Die hieſige
Gemeinnützige Baugenoſſenſchaft hat ſich aus
kleinen Anfängen heraus zu einem für das hieſige
Wohn=
ungsweſen ſehr bedeutungsvollen Unternehmen entwickelt.
Es wurden von ihr bisher errichtet, 14 Ein= und 22
Zwei=
familienhäuſer. Die erſteren koſten einſchließlich eines
Bauplatzes von rund 300 Quadratmeter im Durchſchnitt
6200 Mark, die letzteren 7500 Mark. Sämtliche Häuſer
fanden nach Fertigſtellung ſofort Abnehmer. Die
Ge=
noſſenſchaft iſt aus Arbeiterkreiſen gegründet worden und
ihnen gehört noch jetzt der überwiegendſte Teil der
Mit=
glieder an. Sie iſt ein typiſches Beiſpiel dafür, was bei
harmoniſchem und gielbewußtem Zuſammenarbeiten im
Wege der Selbſthilfe geleiſtet werden kann.
-g. Auerbach, 11. Juli. Eingebrochen wurde in der
Nacht zum Donnerstag in die Wohnung des
Bahnarbei=
ters Jakob Brückmann VI. zu Auerbach. Hier fiel
dem Einbrecher Geld in noch nicht feſtgeſtellter Höhe in
die Hände. Auch bei dem Bürgermeiſter iſt in derſelben
Nacht anſcheinend von demſelben Täter eingebrochen
wor=
den; wahrſcheinlich iſt der Dieb hier durch das
Keller=
fenſter eingeſtiegen. Geſtohlen wurde jedoch nichts, da der
Täter anſcheinend durch Hunde verſcheucht wurde.
* Offenbach, 11. Juli. Das Großh. Miniſterium der
Finanzen hat im Einverſtändnis mit Großh. Miniſterium
des Innern dem Komitee zur Erbauung einer
elek=
triſchen Straßenbahn Seligenſtadt-Offenbach auf
die Dauer eines Jahres die Genehmigung erteilt,
Ver=
meſſungen und Vorarbeiten für eine elektriſche
Straßen=
bahn von Seligenſtadt über Klein=Krotzenburg, Hainſtadt,
Klein=Auheim, Groß=Steinheim, Klein=Steinheim nach
Dietesheim ausführen zu laſſen.
Mainz, 11. Juli. Die Bautätigkeit innerhalb
der Stadt Mainz hat ſich in letzter Zeit gänzlich nach
neuen Baugebieten verſchoben. Während in den letzten
Jahren unausgeſetzt eine ſehr rege Bautätigkeit,
nament=
lich in der Neuſtadt, herrſchte, liegt dieſe gegenwärtig
hier faſt gänzlich ſtill. Noch vor Jahresfriſt konnte man
beobachten, wie oft 10 bis 12 neue große Wohnhäuſer
zu gleicher Zeit im Bau ſtanden. Jetzt herrſcht dagegen
hier völlige Stille, obwohl noch baureifes Gelände
maſ=
ſenhaft vorhanden iſt. Die Urſache hiervon iſt nach dem
Urteil von Sachkundigen darin zu ſuchen, daß das neu
erſchloſſene Baugelände auf dem Albanusberge wie
überhaupt auf der Höhe bei den Anlagen ganz beſonders
geſucht wird. Dort erheben ſich alljährlich ganz neue
Straßenzüge. Auch in Gonſenheim ſiedeln ſich immer
mehr Mainzer Familien neu an.
Gießen, 11. Juli. Im Großherzogtum Heſſen wurde
die Feſtungshaft ſeither nur im Provinzialarreſthaus
Darmſtadt verbüßt. Da aber die Zahl der
Feſtungsge=
fangenen ſtets zunimmt, wird jetzt nach einer Verfügung
des Miniſteriums der Juſtiz auch im Provinzialarreſthaus
Gießen Feſtungshaft verbüßt. Im übrigen hat in Heſſen
die Zahl der Gefangenen erheblich abgenommen, was
wohl in erſter Linie dem bedingten Strafaufſchub
zuzu=
ſchreiben ſein wird.
Ruppertenrod, 10. Juli. Zwei junge Burſchen im
Alter von zirka 20 Jahren hantierten in der Nähe des
Dorfes mit einem alten verroſteten
Infanterie=
gewehr, das nicht recht funktionieren wollte. Ein 37
Jahre alter Landwirt, Vater von drei Kindern, ging
vor=
über. Kaum war er einige Schritte von den Schützen
ent=
fernt, ſo krachte ein Schuß, der den Mann in den
Leib traf. Der Arzt veranlaßte die ſofortige
Ueberführ=
ung des Verwundeten in die Klinik nach Gießen. Dort
wurde ſofort die Operation vorgenommen und die im
Körper ſitzengebliebene Kugel entfernt. An dem
Auf=
kommen des Mannes wird gezweifelt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Juli. Bürgermeiſter
Dr. Reicke veröffentlicht in der Voſſiſchen Zeitung
ei=
nen Artikel über ſeinen Konflikt mit der
Se=
zeſſion. Die Voſſiſche Zeitung ſchreibt hierzu: Der
ganze unerklärliche 'Streit iſt offenbar auf einen
unzu=
treffenden Bericht über die Tiſchrede Dr. Reickes
entſtan=
den und iſt um ſo ſeltſamer, als Dr. Reicke in der
ſtädti=
ſchen Kunſtdeputation neben Singer jederzeit für die
Se=
zeſſion eingetreten iſt. — Ungefähr 500 Schützen aus
Groß=Berlin werden am kommenden Samstag
mittels Sonderzuges zur Teilnahme am Deutſchen
Bun=
desſchießen nach Frankfurt a. M. fahren. — Dke
Kunſt=
ſchätze des Erzherzogs Johann Salvator
— des als „Johann Orth” Verſchollenen — werden im
Herbſt dieſes Jahres in dem Berliner
Kunſtauktions=
hauſe der Gebrüder Heilbron, Zimmerſtraße 13,
ver=
ſteigert werden. Es handelt ſich hierbei um den
geſam=
ten beweglichen Nachlaß des vor zwei Jahren für tot
erklärten Erzherzogs, den Inhalt ſeiner fünf Schlöſſer,
Orth, Seeſchloß, Stöckel, Schloß Toscana und Villa
Toscana. Dazu gehören beſonders auch ausgezeichnete
alte Waffen, ſowie eine Bibliothek von 1700 Bänden.
In Konradshöhe bei Berlin badete heute die 28
jäh=
rige Frau eines Monteurs aus Köln. Sie veranlaßte
auch eine andere junge Dame ebenfalls ein Bad zu
neh=
men. Beide Frauen gerieten in eine Untiefe und
ver=
ſanken. Der Schwager der jungen Dame ſprang ihnen
nach, wurde aber von den beiden Frauen mit in die
Tiefe gezogen und ertrank ebenfalls Die Frau des
Mannes, der den beiden Damen nachgeſprungen war,
um ſie zu retten, ſtand mit ihren drei Kindern am Ufer
und mußte zuſehen, wie alle drei in den Fluten
ver=
ſanken. Sie iſt ſeit dieſer Zeit verſchwunden, und man
vermutet, daß ſie mit den Kindern ebenfalls ins Waſſer
gegangen iſt. — In einer Schriftgießerei in der
Gnei=
ſenauſtraße entzündete ſich beim Härten des
Me=
alls plötzlich Petroleum und es entſtanden
Stich=
flammen. Hierdurch wurde der Geſchäftsinhaber
Grau=
mann an Händen und Füßen, aber nicht
lebensgefähr=
lich, verletzt. Der 16jährige Lehrling Wetterling erlitt
dagegen ſo ſchwere Brandwunden, daß er wahrſcheinlich
das Leben einbüßen wird.
Frankfurt, 10. Juli. In der zweiten ordentlichen
Generalverſammlung des Vereins zur
Förder=
ing der Elizabeth Duncan=Schule (E. V.)
ge=
achte der Vorſitzende G. H. v. Paſſavant des verſtorbenen
Vorſtandsmitgliedes C. v. Grunelius=Tachard. Die
Ver=
ſammlung ehrte das Andenken des Verſtorbenen durch
Er=
heben von den Sitzen. Den Geſchäfts= und Kaſſenbericht
erſtattete Direktor Merz=Darmſtadt. Der Verein zählt
gegenwärtig 203 zahlende Mitglieder. Nach dem Kaſſenn
ericht konnten insgeſamt der Elizabeth Duncan=Schule
6304 Mark überwieſen werden. Dem Vorſtand wurde
hier=
uf Entlaſtung erteilt. Nach den Ergänzungs= und
Neu=
wahlen des Vorſtandes beſteht dieſer nunmehr aus
folgen=
den Herren: G. H. v. Paſſavant, 1. Vorſitzender, Carl v.
Weinberg 2. Vorſitzender, Baron Philipp v. Schey=
Ko=
romla, Dr. Walter Hardtmuth=Wiesbaden, Dr. jur. u. phil.
H. Swarzenski, Hermann v. Trenkwald, Prof. Dr. H.
Cor=
nelius, Direktor Max Merz=Darmſtadt, Dr. Carlo Andreac,
Dr. A. Bopp=Darmſtadt und Ernſt Simon=
Wolfskehl. Weiterhin ſtimmte die Verſammlung den
vor=
geſchlagenen Statuten=Aenderungen zu.
Braunſchweig, 10. Juli. Die Braunſchweigiſche
Landeszeitung meldet: Der flüchtige Kaſſenbote
Albrecht, der heute vormittag nach Unterſchlagung von
35000 Mark von der Landwirtſchaftlichen Darlehenskaſſe
flüchtete, wurde geſtern nachmittag in Peine verhaftet,
als er bei einem Händler neue Kleider kaufen wollte,
wo=
bei dieſem das aufgeregte Benehmen des Albrecht auffiel.
Er benachrichtigte die Polizei, die den Flüchtigen
ver=
haftete
Brügge, 11. Juli. In der Ortſchaft Meulebeck
zer=
ſtörte eine Feuersbrunſt eine Arbeiterwohnung,
aus der ſich die Eltern entfernt hatten. Die beiden
Kinder im Alter von 2 und 7 Jahren, die
wahrſchein=
lich mit Streichhölzern geſpielt und den Brand
verur=
ſacht haben, ſind in den Flammen umgekommen. Als
die Mutter die Nachricht von dem Unglück erhielt, wollte
ſie ſich ſelbſt in die Flammen ſtürzen und mußte mit
Ge=
walt zurückgehalten werden.
Bern, 10. Juli. Bundesrat Dr. med Adolf
Deu=
cher iſt heute abend geſtorben. Der Verſtorbene war
in den Jahren 1886, 1897, 1903 und 1909
Bundesprä=
ſident.
Rom, 10. Juli. Der ikalieniſche Nationaldichter
Gabriele d’Annunzio, der wegen ſeiner
Schul=
den außer Landes geflohen iſt, hat jetzt mit ſeinen
Gläu=
bigern einen Vergleich zuſtande gebracht. Dieſe haben ſich
verpflichtet, den Dichter gegen eine einmalige
Abfindungs=
ſumme von 40 Prozent unbehelligt zu laſſen.
Paris, 10. Juli. Den Blättern zufolge heißen die drei
Deutſchen, welche als Helfershelfer des Juweliers
Bou=
vier bei deſſen fingierten Einbruchsdiebſtahl
ver=
haftet wurden: Potzanzer, Mürrel, und Burck.
Paris, 11. Juli. Nach einer Blättermeldung aus
Nancy wurden daſelbſt vier als Schreiber beim
Platz=
kommando angeſtellte Soldaten verhaftet, die kürzlich
trotz des Verbots verſucht hatten, den Archivſchrank zu
öffnen, und dabei den Schlüſſel zerbrochen hatten. Die
über den Vorfall eingeleitete Unterſuchung hatte zu dem
unbegründeten Gerücht Anlaß gegeben, daß eine Spionage
verübt worden ſei.
Dünkirchen, 10. Juli. Infolge des Ausſtandes
der hieſigen Hafenarbeiter kam es zu mehreren
Zwiſchenfällen, die ein Eingreifen der Polizei und
der Truppen notwendig machten. Insbeſondere drangen
die Ausſtändigen in die Schmiedewerkſtatt der Marine
und verurſachten daſelbſt Beſchädigungen. Ein Direktor,
der bedroht wurde, gab einen Schreckſchuß ab.
Brüſſel, 10. Juli. Die öſterreichiſchen und belgiſchen
Behörden haben ſich unlängſt gemeinſchaftlich mit der
Vermögens=Verwaltung der Witwe des
Kaiſers Maximilian von Mexiko, die
ge=
wöhnlich „Prinzeſſin Charlotte” genannt wird,
beſchäf=
tigt. Kaiſerin Charlotte, die, wie bekannt, ſeit vielen
Jahren geiſteskrank iſt, wohnt auf dem Schloſſe Bonchout
bei Brüſſel. Sie iſt eine Tochter des belgiſchen Königs
Leopold I und eine Schweſter Leopolds II. Von ihrem
Vater erbte ſie 8 Millionen Mark. Ihr Vermögen wird
heute aber auf fünfzig Millionen Mark geſchätzt. Die
Fürſtin iſt jetzt 72 Jahre alt und erfreut ſich beſter
körper=
licher Geſundheit. Das öſterreichiſche Kaiſerhaus hat ſich
mit der belgiſchen Königsfamilie dahin geeinigt, daß
ein von dem erſteren beſtallter Inſpektor alljährlich eine
Unterſuchung der Vermögensverhältniſſe der unglücklichen
Fürſtin vornehmen ſoll.
London, 10. Juli. Vor einigen Wochen wurde, wie
gemeldet, in den Londoner Zeitungen eine
Beloh=
nung von 200000 Mark ausgeſchrieben für die
Auf=
finduung des Teſtamentes eines engliſchen
Mil=
lionärs namens Thomas Coghlan, der 1892 geſtorben
war. Dieſes Teſtament iſt jetzt wirklich
aufgefun=
den worden. Bis vor kurzem wurde das Vermögen
Coghlans, etwa 20 Millionen Mark, von einem ſeiner
Verwandten Sir Henry Belves Broughton zum Beſten
aller Verwandten Coghlans verwaltet. Das jetzt
vor=
gefundene Teſtament macht aber einige wenige
Ver=
wandte zu Haupterben und findet alle anderen mit
klei=
neren oder größeren Legaten ab Natürlich kann die
Anfechtung des aufgefundenen Teſtamentes nicht
aus=
bleiben.
London, 11. Juli. Die ſog. Maritime Expreß der
nternationalen Kolonialeiſenbahn von Montreal nach
Halifar entgleiſte geſtern nachmittag 37 Kilometer
von der letzteren Stadt entfernt. Der Lokomotivführer
und Heizer wurden getötet, ebenſo ein unter dem
Zuge verſteckter Landſtreicher, der als blinder Paſſagier
mitgefahren war.
New=York, 10. Juli. Die Hitze dauert an, die Zahl
der Hitzſchläge mehrt ſich. Tauſende ſchlafen im Freien.
Fenilleton.
— Hörrohre im Tlſeater. Das Londoner New Theatre
wird binnen kurzem ſeine Gäſte mit einer neuen
Bereiche=
rung modernen Komforts im Theater überraſchen: die
Direktion hat beſchloſſen, jeden Sitz im Zuſchauerraum
mit einem Hörrohr auszurüſten, und die Handwerker ſind
bereits eifrig an der Arbeit, um die kleinen Apparate,
denen nach Einwurf von 6 Pence außer einem Opernglas
fortan auch ein Hörrohr entnommen werden kann, an den
Rücklehnen der Seſſel zu befeſtigen. Dieſe neue
Einrich=
tung iſt nicht nur im Intereſſe jener Theaterbeſucher
ge=
troffen worden, die über keine beſonders guten Hörorgane
verfügen, ſondern auch im Intereſſe der Inhaber der
hin=
teren Plätze, die oft, beſonders bei der Aufführung
moderner Stücke, einzelne Stellen der Schauſpielerdialoge
nur ſchlecht oder mühſam hören und ſich dann natürlich
den Kopf zerbrechen müſſen, um zu raten, was der
Intri=
gant wohl geſagt haben könne, um plötzlich die
Salon=
dame in einen ſo furchtbaren Erregungszuſtand zu
ver=
ſetzen. Und auch die im Flüſterton geſprochenen
Liebes=
ſzenen ſollen auf dem Umwege über das Hörrohr künftig
auch den Inſaſſen des letzten Galerieplatzes zugänglich
ſein, von dem erſten leicht hingehauchten Seufzer
verhal=
tener Leidenſchaft bis zu der dem Liebhaber
entgegenge=
ſchleuderten Warnung, die Friſur der Angebeteten nicht in
Unordnung zu bringen. Die Hörrohre können durch einen
Druck auf einen Knopf auf ſcharfes und mittleres Hören
eingeſtellt werden.
* Die Porträtſtatuette. Die Erfindungsgabe der
amerikaniſchen faſhionablen Damenwelt hat eine Neuheit
gezeitigt, der Kulturpſychologen auch in der alten Welt
einen großen Erfolg prophezeien möchten: die
Porträt=
ſtatuette, die beſtimmt ſcheint, in den Kreiſen der
amerika=
niſchen „Vierhundert” die Photographie bis auf weiteres
zu verdrängen. An Stelle der Photographien, die die ele=
ganten Damen bisher ihren Freundinnen und
Bewun=
derern ſchenkten, iſt eine kleine grazile Statuette getreten,
die in naturgetreuer Nachahmung die Züge und Formen
der ſchönen Spenderin zeigt. Je nach dem Geſchmack und
der Laune dieſer Damen wird dieſe Statuette aus
Mar=
mor oder Bronze hergeſtellt, ja einige für dieſe neue Mode
beſonders begeiſterte Damen wählen ſogar koſtbare
Edel=
metalle. Natürlich muß das erſte Modell, nach dem die
Wiederholungen dutzendweiſe hergeſtellt werden können,
von einem anerkannten Bildhauer geſchaffen werden, der
für dieſe Kleinarbeit ſehr gut honoriert wird. Die
Koſt=
ſpieligkeit dieſer „plaſtiſchen Photographien” gewährleiſtet
ſelbſt im Lande des Dollars eine gewiſſe Exkluſivität der
neuen Mode und wird gerade dadurch zu einem
Verteidi=
ger der Dauer dieſer Laune.
* Später Lohn. Aus Melbourne wird berichtet: Eine
unerwartete und angenehme Ueberraſchung erlebte am
letz=
ten Samstag ein beſcheidener Muſikant, der ſich recht und
ſchlecht als Hornbläſer im Orcheſter einer reiſenden
Theatertruppe durchs Leben ſchlägt. Vor zehn Jahren
hatte William Busby, damals Söldner des engliſchen
Heeres, in London ein Kind gerettet, das über das
Brücken=
geländer in die Themſe hinabgefallen war. Und der Vater
des geretteten Kindes gab damals dem wackeren Soldaten
200 Mark und erwähnte nebenbei: „Ich werde ſchon ſpäter
wieder etwas von mir hören laſſen.‟ Der junge Busby
hatte jenes Abenteuer längſt vergeſſen, das Leben, das ihm
übel mitſpielte, verſchlug ihn als armen Muſſtanten nach
Auſtralien. Als er jetzt in Melbourn= eintraf, wurde er
durch eine amtliche Benachrichtigung überraſcht, in der ihm
mitgeteilt wurde, daß der Vater jenes Kindes geſtorben
und ihm durch Teſtament 140000 Mark vermacht habe. Der
glückliche William Busby erklärte aber ſeinem Direktor
ſo=
fort, daß er dem kleinen Orcheſter keine Schwierigkeiten
be=
reiten und bis zum Abſchluß der Tournee ruhig ſein Horn
weiter blaſen wolle.
* Der menſchenfreundliche Schutzmann. Von einer
guten Tat eines Berliner Schutzmanns berichtet ein
Mit=
arbeiter der Tägl. Rundſchau, der Augenzeuge des
Vor=
falles war. Zu einem an der Kreuzung der Friedrich=
und Leipziger Straße poſtierten Schutzmann kam dieſer
Tage ein Kellner eines in der Nähe gelegenen
Reſtau=
rants mit einem jungen Mädchen, das er beſchuldigte, eine
Zeche von 40 Pfg. gemacht zu haben, ohne bezahlen zu
können, und erſuchte den Schutzmann, das Mädchen
feſt=
zunehmen. Das junge Mädchen, jedenfalls eine
Stellen=
loſe, die der Hunger zu dieſem Vergehen getrieben hatte,
war ganz in Tränen aufgelöſt. Ohne ſich mit dem laut
ſchimpfenden Kellner in ein Geſpräch einzulaſſen, zahlte
der Schutzmann aus ſeiner Taſche die kleine Summe und
ließ das junge Mädchen ſeines Weges gehen.
* Ein heithres Stückchen vom grünen Tiſch trug ſich,
ſo erzählt das Frankf. Volksbl., letzthin auf einem
Vor=
ortsbahnhof im Oſten Frankfurts zu. Dort ſteht auf
bahnſeitigem Gebiet unter anderem auch ein Kirſchbaum.
In der Annahme, daß an dieſem Baum auch Kirſchen
hängen müßten, erließ der zuſtändige
Inſpektionsvor=
ſtand eine Bekanntmachung, worin der
Verſteigerungster=
min der Kirſchen anberaumt war. Pünktlich zur
feſtge=
ſetzten Zeit erſchienen zur Vornahme des
Verſteigerungs=
aktes ein extra aus Frankfurt beorderter Bahnmeiſter und
ein Eiſenbahn=Ingenieur. Es fehlte nur noch an Käufern;
ſie blieben aus, denn es war ihnen die Kaufluſt
vergan=
gen, da die Beſichtigung ergeben hatte, daß der ganze
Kirſchenbeſtand aus 9 etwas kärglichen Früchten beſtand.
* Verſchmähte Prämie. Der millionſte Beſucher der
Münchener Gewerbeſchau hat 100 Mark in bar und die
goldene Erinnerungsmedaille im gleichen Wert im Stich
gelaſſen, obwohl ihm beim Eintritt unverzüglich ſein Glück
mitgeteilt wurde.
Stadtverordneten=Verſammlung.
g. Darmſtadt, 11. Juli.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnete die
Verſammlung um 3,45 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Die Prüfung der Rechnung der Erziehungsanſtalt
„Ohlyſtift” für 1910 hat zu Bemerkungan keinen Anlaß
gegeben.
Es haben gedankt die Großh. Zentrale für
Säug=
lings= und Mutterfürſorge für die Erhöhung des
ſtädti=
ſchen Zuſchuſſes zu der Anſtalt. Der Zweigverein
Darmſtadt des Heſſ. Fechtvereins Waiſenſchutz für den
ſtädtiſchen Zuſchuß zu den Koſten ſeines letzten
Wohl=
tätigkeitsfeſtes, ferner der Leiter der Peſtalozziſchule für
die Stellenzulage.
Die kürzlich vorgenommene Reviſion der Kaſſe des
Pfandhauſes, verbunden mit vollſtändiger
Lagerauf=
nahme, hatte ein derart befriedigendes Ergebnis, daß
ſich der Oberbürgermeiſter veranlaßt ſah, der
Pfand=
hausverwaltung für die ausgezeichnete Geſchäftsführung
ſeine volle Anerkennung auszuſprechen.
Eine Anregung des Stadtv. Aßmuth für die
Ar=
beiter des ſüdlichen Stadtteils Gelegenheit für
Brauſe=
bäder zu ſchaffen, iſt eingehend geprüft. Es iſt jedoch
eine Erfüllung dieſes Wunſches vorläufig nicht möglich.
Im übrigen ſeien die Brauſebadeeinrichtungen im
Hal=
lenſchwimmbad ſehr wenig benutzt. — Stadtv. Dr.
Noellner teilt mit, daß er angeregt habe, daß zu
den letzten Zügen Droſchken am Bahnhof den
ankommen=
den Reiſenden zur Verfügung ſtehen und daß die Breite
Allee bis zur Ankunft der letzten Züge erleuchtet werde.
Daraufhin ſei ſeiner Anregung dahin entſprochen
wor=
den, daß zu dem Zug 1230 Uhr von Heidelberg
Droſchken bereit ſtehen und daß die Breite
Allee bis halb 2 Uhr erleuchtet werde Er
möchte nun noch anregen, daß an den Tagen
der Heidelberger Schloßbeleuchtung Droſchken bis
zum letzten Zug am Bahnhof ſtehen. Auch dem Wunſche
des Stadtv. Aßmuth könne vielleicht dadurch Rechnung
getragen werden, daß den Arbeitern die Brauſebäder in
der Schule an der Hermannſtraße gegen eine kleine
Ver=
gütung nach 6 Uhr abends zur Verfügung ſtehen.
Dem widerſpricht Beig. Jäger und Stadtv. Saleng,
da die Einrichtungen nicht dazu geeignet ſeien. — Stadtv.
Sames hat zu beanſtanden, daß auf dem Gelände und
der Zufahrtsſtraße des Güterbahnhofs keine Trinkſtellen
für Menſchen und Pferde vorhanden ſind Auch für den
Fall eines entſtehenden Brandes ſeien keine
Vorrichtun=
gen vorhanden. Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
teilt mit, daß die Bürgermeiſterei dieſer Beshältniſſe
wegen mehrmals mit der Eiſenbahnverwaltung
verhan=
delt habe, bis jetzt jedoch ohne Erfolg. Der Herr
Oberbürgermeiſter teilt ferner mit, daß am nächſten
Donnerstag noch eine Sitzung ſtattfinden müſſe, da der
wichtige Vertrag mit der Militärverwaltung über die
Bebauung des Geländes an der Breiten Allee erledigt
werden ſoll. Es ſollen noch Kaſernements für ein neues
Fnfanteriebataillon, ſowie für eine
Maſchinengewehr=
kompagnie errichtet werden.
Schaffung einer Zufahrtsſtraße zum
Güterbahnhof.
Nach Eröffnung des neuen Güterbahnhofs ergab ſich
die Notwendigkeit der Schaffung einer weiteren
Zu=
fahrtsſtraße nach dieſem Bahnhof durch den
ſtraßen=
mäßigen Ausbau des Landwehrwegs von der
Weiter=
ſtädter Straße bis zum Eingang des neuen
Güterbahn=
hofs. Der Hochbauausſchuß hat dem Ausbau
zu=
geſtimmt. Referent iſt Stadtv. Sames. Dem Antrag
wird zugeſtimmt.
Der neue Waldfriedhof.
Es referiert hierüber Stadtv Schäfer: Bei
noch=
maliger Prüfung ergab ſich, daß bei einigen
Abteilun=
gen des Bauvoranſchlags noch Vereinfachungen
vor=
genommen werden konnten, ſodaß ſich der zuerſt
angeforderte Kredit für die erſte Bauperiode
von 328200 Mark auf 303 200 Mark
ermä=
ßigt. Hochbau= und Finanzausſchuß befürworten
die Genehmigung des Projekts und des genannten
Kreditbetrags. Stadtv. Pickert beanſtandet die
Er=
richtung einer Urnenhalle, das entſpreche nicht dem Zweck
eines Waldfriedhofs. — Bürgermeiſter Mueller weiſt
darauf hin, daß es den Hinterbliebenen überlaſſen iſt, die
Urnen in Erdgräbern beizuſetzen. Es ſprechen zu der
Vorlage noch Stadtbaurat Buxbaum, Stadtvv.
Lautz, Lehr und Schäfer.
Sodann machte Herr Oberbürgermeiſter Dr
Gläſ=
ſing einige Ausführungen, denen folgendes entnommen
ſei: Die Vorarbeiten für die neue Friedhofsanlage
waren beſonders eingehend gehalten. Sie erſtreckten ſich
auf eine Anzahl von Löſungsmöglichkeiten, die geprüft
wurden, bevor man ſich zu dem vorliegenden Projekt
ent=
ſchloß. Insbeſondere wurde die Frage eingehend
er=
örtert, ob an Stelle der zwei vorgeſehenen
Kuppelbau=
ten ein einziger Kuppelbau von größeren Dimenſionen
errichtet werden könnte und ob im Falle der
architek=
toniſchen Zuſammenziehung des Projekts erhebliche
Mittel erſpart werden könnten. Bereits im Jahre 1910
hatte das Stadtbauamt ein Projekt ausgearbeitet, das
einen großen Mittelbau vorſah.
Die Koſten dieſes Projekts ſtellten ſich keineswegs
geringer als die Koſten der nunmehr beantragten neuen
Friedhofsanlage. Der rein bauliche Teil der neuen
Friedhofsanlage enthält alle Dienſtwohngebäude, das
Krematorium mit Einſegnungshalle, das Portal des
Friedhofs, den Abſchluß des Vorhofs und das
Leichen=
haus mit Einſegnungshalle, ſowie ſämtliche
Zubehör=
anlagen des neuen Friedhofs. Trotz dieſer großen
Auf=
gaben verurſacht der rein bauliche Teil in ſeinem
geſam=
ten Umfange den Koſtenbetrag von etwa 420000 Mark.
Es ſeien hier die Zahlen anderer Friedhofsanlagen
genannt. Bei den Großſtädten iſt zu berückſichtigen, daß
mehrere Friedhöfe nebeneinander beſtehen müſſen,
tratz=
dem ſehr hohe Baukoſten für die Banten der hier in
Be=
tracht kommenden neuen Friedhofsanlagen aufgewandt
wurden. Die Bauten auf den neuen Friſedhofsanlagen
in Frankfurt a. M. überſchritten den Koſtenaufwand
von über 900000 Mark, der neue Friedhof in
Wies=
baden erreichte den Koſtenbetrag von 856000 Mark
ohne Krematorium, der Südfriedhof in Leipzig
er=
forderte annähernd 2 Millionen Mark, die Bauanlage
des Oſtfriedhofs in München ohne Krematorium
972000 Mark, die Bauanlage des Waldfriedhofs zu
München ohne Krematorium über 400000 Mark, die
Anlage zu Lahr in Baden 240000 Mk., in Gießen
(ohne Kremaſtorium) 300000 Mark. in Worms (ohne
Krematorium) 213 000 Mark., das Krematorium zu
Til=
ſit, einer Stadt von 42000 Einwohnern, iſt auf 105 000
Mark veranſchlagt, die Anlage des alten Friedhofs an
der Nieder=Ramſtädterſtraße erforderte ohne Wegkoſten,
ohne Krematorium und neuzeitliches Leichenhaus 320000
Mark. Berückſichtigt man, daß bei der neuen Anlage
in Darmſtadt ein den neuen Anforderungen
entſprechen=
des, größeres Leichenhaus mit Kuppelbau, ein
Krema=
torium mit Kuppelbau, alle Dienſtwohngebäude und
Zubehörbauten erſtellt werden, ſo muß das finanzielle
Reſultat relativ nicht hoch erſcheinen. Im übrigen darf
noch bemerkt werden, daß nach Entſcheidung des
biſchöf=
lichen Ordinariats zu Mainz die Vornahme kathollſcher
Einſegnungs=Akte in der Einſegnungshalle des
Krema=
toriums nicht geſtattet wird. Auch hierdurch iſt es
gebo=
ten, zwei Einſegnungshallen zu errichten.
Stadtv Saeng kann dieſe Ausführungen nur
be=
ſtätigen und möchte beſonders betonen, daß der Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße einen höheren Betrag
erfordern würde, wenn er ausgeſtaltet werden ſollte. —
Der Referent Stadtv Schäfer tritt nochmals für die
Vorlage ein.
Stadtv. Dr. Nöllner ſpricht ſich ebenfalls für die
Vorlage aus; eine Rentabilität der neuen Anlage ſei auch
zu erwarten, da die Nachfrage nach Erbbegräbniſſen ſehr
ſtark ſein wird, und auch die Leichenhalle wird genügend
in Anſpruch genommen werden, denn die weite
Entfern=
ung mache eine Trauerfeier im Hauſe ſehr ſchwierig.
Stadtv. Friedrich teilt mit, daß ſeine Fraktion
dem=
nächſt den Antrag einbringen wird, mit der Eröffnung
des neuen Friedhofes gleichzeitig die obligatoriſche
un=
entgeltliche Leichenbeiſtellung einzuführen. Er habe nur
Bedenken gegen die doppelten Verwaltungskoſten gehabt,
die jedoch durch Herrn Bürgermeiſter Mueller
voll=
ſtändig zerſtreut worden ſeien. — Herr Bürgermeiſter
Mueller hat große Bedenken gegen ein derartiges
Obligatorium, da dann auch Dispenſation zugelaſſen
wer=
den müßten, und da dies nur da ſein könnte, wo große
Wohnungen vorhanden ſind, ſo würde der Eindruck
her=
vorgerufen, als hätten die begüterten Kreiſe eine
Vor=
zugsſtellung.
Die Vorlage wird ſodann gegen die Stimme des
Herrn Lehr angenommen. — Herr Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing dankt dem Herrn Stadtbaurat
Bux=
baum und dem Referenten Schäfer für ihre großen
Bemühungen.
Baudispensgeſuche.
Im Einverſtändnis mit der Tiefbaudeputation wird
beantragt, den Beſitzern des Fabrikanweſens
Landwehr=
ſtraße 63 die Genehmigung zur Errichtung einer
Abort=
anlage mit Grube zu geſtatten. Die
Stadtverordneken=
verſammlung ſtimmt dem zu. — Referent iſt Stadtv.
Wagner.
Der Hochbauausſchuß beantragt die Freigabe der
ver=
längerten Heidenreichſtraße zwiſchen Soderſtraße und
ver=
längerten Darmſtraße und der verlängerten Darmſtraße
von der Verbindungsſtraße zwiſchen dieſer und der
So=
derſtraße bis zur verlängerten Heidenreichſtraße zum
An=
bau. Die Freigabe wird nach dem Referat des Stadtv.
Wagner genehmigt.
Für ein Grundſtück in der Soderſtraße wird unter
Befürwortung durch den Hochbauausſchuß um Befreiung
von der Beſtimmung in § 34 der Baupolizeiordnung
nach=
geſucht. Auch dieſem Geſuch wird nach dem Referat des
Stadtv. Markwort zugeſtimmt.
Waſſerverſorgung für die Landgraf=
Georgs=Straße.
Für die für die Landgraf=Georgs=Straße bereits
ge=
nehmigte Waſſerverſorgungsanlage ſoll vorſorglich ein
Waſſerrohr von größerer Weite, als urſprünglich
bean=
tragt, vorgeſehen werden. Der hierdurch bedingte
Mehr=
aufwand von 2800 Mark wird von dem Finanzausſchuß
zur Genehmigung empfohlen. Die Verſammlung
geneh=
migt nach dem Referat des Stadtv. Markwort die
Mehrausgabe.
Herabſetzung der Benutzungspreiſe für
die Damenſchwimmhalle.
Zur Hebung des Beſuchs der Damenſchwimmhalle
des Hallenſchwimmbades ſollen die Benutzungspreiſe
etwas geändert und ermäßigt werden. Die Benutzung
des Schwimmbades ſoll danach fernerhin 30 Pfg. ſtatt
ſeither 40 Pfg. und an Volkstagen 15 Pfg. ſtatt ſeither
20 Pfg. koſten. Außerdem ſollen Monatskarten zu 2 Mk.
75 Pfg. ausgegeben werden. Der Finanzausſchuß
emp=
fiehlt in Uebereinſtimmung mit der Bäder=Deputation
Genehmigung der Tarifänderung. Der Antrag wird nach
dem Bericht des Stadtv. Säng angenommen.
Bildung einer Krankenhaus=
Schweſtern=
ſchaft.
Hierzu führt der Referent Stadtv. Dr. Noellner
aus: Der mit dem Heſſiſchen Diakonie=Verein wegen
Aull=
übung der Krankenpflege im ſtädtiſchen Krankenhaus
ab=
geſchloſſene Vertrag iſt mit Wirkung vom 1. Mai 1911
ge=
kündigt worden. Da die Diakonie=Schweſtern ihre
Be=
ziehungen zum Verein zum großen Teil mit gleicher
Wirk=
ung gelöſt und ſich bereit erklärt hatten, dem Krankenhaus
hre Dienſte weiter zu widmen, war es möglich, die
Kran=
kenpflege über den Kündigungstag hinaus und demnächſt
mit Hilfe neu hinzugetretener Schweſtern bis jetzt ohne
Störungen weiter zu führen. Zur Sicherung eines
geord=
neten Krankenpflegedienſtes für die Zukunft erſcheint es
nun erforderlich, die Verhältniſſe des geſamten
Schweſtern=
perſonals und ſeine Beziehungen zur Stadt einheitlich zu
regeln durch Gründung einer beſonderen
Schweſternſchaft des Stadtkrankenhauſes,
wie ſie bereits in einer größeren Anzahl von ſtädtiſchen
Krankenhäuſern beſteht.
Nach dem im Juni 1907 abgeſchloſſenen Vertrage hatte
die Stadt an den Verein für jede von dieſem geſtellte
Schweſter eine Pauſchalvergütung zu leiſten. Auf Grund
dieſer Vereinbarung leiſtete die Stadt an den Verein 1909
und 1910 eine bare Vergütung von
zu=
ſammen 23361,07 Mark. Der Koſtenetat für
die Schweſtern hätte bei Weiterbeſtehen des Vertrags
mit dem Diakonie=Verein im Jahre 1909 normalerweiſe
die Höhe von 39620 Mark erreicht gehabt. Dabei ſind die
Invalidenverſicherungsbeiträge die die Stadt zur Hälfte
(zur anderen Hälfte der Verein) übernommen hatte, mit
rund 180 Mark nicht mitgerechnet.
Es ergibt ſich aus den finanziellen Erhebungen, daß
die Stadt durch die neuen Verhältniſſe zurzeit nicht höher
belaſtet wird, als es unter der Herrſchaft des Diakonie=
Vereins=Vertrags der Fall war. Eine allmähliche
Steig=
ung der Koſten wäre auch bei Weiterbeſtehen des Vertrags
in die Erſcheinung getreten.
Krankenhausdeputation, Finanz= und Rechts=
Aus=
ſchuß befürworten die Vorlage und den Satzungs=
Ent=
wurf mit einigen Aenderungen und Zuſätzen zu letzterem.
Zu dieſem Punkt lag folgender ſozialdemokratiſcher
Antrag vor:
Im Anſchluß an die Beſtellung einer eigenen
Schweſternſchaft im ſtädtiſchen Krankenhauſe wolle die
Stadtverordneten=Verſammlung beſchließen: Die Organi=
ſation einer allgemeinen Haus=Krankenpflege innerhalb der
Stadt alsbald vorzunehmen. Dieſe Hauspflege ſoll durch
ältere Frauen, die im Krankenhauſe eine entſprechende
Ausbildung erhalten haben, ausgeübt werden und ſoll
die=
jenigen minderbemittelten Familien umfaſſen, in denen
erwachſene weibliche Angehörige nicht vorhanden und
durch Erkrankung der Hausfrau ſchwere Schäden der
Fa=
milie drohen. Die Notwendigkeit der Hauspflege muß im
einzelnen durch den Hausarzt und das Fürſorgeamt
an=
erkannt werden.
Hierzu bemerkt Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing,
daß hierüber erſt Vorermittelungen angeſtellt werden
müßten, ſo daß der Antrag alſo die entſprechende
Kom=
miſſion beſchäftigen müßte. — Die
Stadtverordnetenver=
ſammlung ſtimmt der Vorlage nach den
Ausſchußvor=
ſchlägen zu.
Neufeſtſetzung der ortsüblichen
Tage=
löhne.
Mit Rückſicht auf die neue Reichsverſicherungsordnung
hat das Großh. Kreisamt eine Neufeſtſetzung der
orts=
üblichen Tagelöhne angeregt, die in Uebereinſtimmung
mit dem Sozialpolitiſchen Ausſchuß nach Anhörung der
Intereſſenten vorgeſchlagen wird Referent iſt Stadtd.
Säng. Der Neufeſtſetzung wird zugeſtimmt.
Fußſteigherſtellung in der Landgraf=
Georgs=Straße.
Da die Bebauung des Durchbruchs der Landgraf=
Georgs=Straße bereits zum Teil erfolgt iſt und die
Straße in Kürze bis zum Oſtbahnhof ausgebaut werden
ſoll, iſt die Herſtellung der Fußſteige an den angebauten
Teilen erforderlich. Die Tiefbaudeputation ſchlägt als
Belagsmaterial für die Fußſteige Zementplatten vor.
Dem wird nach Ausführungen des Beig. Ekert zuge
ſtimmt.
Beſeitigung der
Schulvorführungs=
gebühren.
Zur Vereinfachung des Dienſtbetriebs wird
vorge=
ſchlagen, auf den Erſatz von Schulvorführungsgebühren
fernerhin zu verzichten. Die Einnahmen betragen hier 179
Mark, die Ausgaben 140 Mark. Der Finanzausſchuß iſt
damit einverſtanden, ebenſo die Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung. Referent iſt Stadtv. Kalbfuß.
Schwimmunterricht für Schüler.
Der Oberbürgermeiſter hat angeregt, den Kindern der
oberen Klaſſen der Volks= und Mittelſchulen regelmäßigen
Schwimmunterricht in dem ſtädt. Hallenſchwimmbad
er=
teilen zu laſſen. Es wird zunächſt ein Anfang mit der
Er=
eilung des Schwimmunterrichts bei Beginn der
Schul=
ferien gemacht. Der Oberbürgermeiſter beabſichtigt mit der
Erteilung des Schwimmunterrichts nicht nur eine
Maß=
nahme im Intereſſe der Geſundheit der Kinder, ſondern
auch für die Zukunft eine Förderung des Beſuches des
ſtädtiſchen Hallenſchwimmbades insbeſondere der Halle für
Frauen und Mädchen. Die Koſten ſind auf rund 600 Mark
veranſchlagt. Der Finanz=Ausſchuß befürwortet den
An=
trag. — Die Stadtverordneten=Verſammlung ſtimmte dem
nach dem Referat des Stadtv. Saeng ebenfalls zu.
VIII. ordentliche evangeliſche Landesſynode.
17. Sitzung.
E. Darmſtadt, 11. Juli.
Die heutige Sitzung wurde um 9,25 Uhr mit einem
von Syn.=Abg. D. Schloſſer geſprochenen Gebet
er=
öffnet. Die Synode fährt in der Beratung der
Vor=
lage Großherzoglichen
Oberkonſiſto=
riums, den Bericht über die Verhältniſſe
und Zuſtände der evangeliſchen
Landes=
kirche in der Synodalperiode 1905/1909
betreffend, fort. Auf Wunſch des Berichterſtatters, Syn.=
Abg. D. Schloſſer, macht Geh. Oberkonſiſtorialrat
D. Peterſen ſtatiſtiſche Angaben, wieviel heſſiſche
Geiſtliche ſeit dem Ausſchreiben vom 31. Auguſt 1908 den
Vorſitz im Schulvorſtand niedergelegt haben.
Sodann ſagt die Kirchenbehörde auf Anregung des
Synodalausſchuſſes durch Oberkonſiſtorialrat Euler
Unterſtützung der Beſtrebungen des Evangeliſchen
Preßverbandes für Deutſchland zu.
Nach=
dem Syn.=Abg. Lic. Dr. Dieckmann einige ſeiner
vor=
geſtrigen Aeußerungen über die theologiſche Jugend
modifiziert und Syn.=Abg. Schaub im Anſchluß an die
kirchliche Statiſtik die Verhältniſſe in Offenbach geſchildert
und verteidigt hat, wird die Diskuſſion über den Bericht
nach zweitägiger Dauer geſchloſſen.
Es folgt die Beratung über die Vorlage
Groß=
herzoglichen Oberkonſiſtoriums, die
Ge=
haltsverhältniſſe der nicht definitiv
an=
geſtellten Geiſtlichen betreffend. Die
Kirchen=
behörde beantragt, zu genehmigen, daß in Fällen, in
denen das dienſtliche Intereſſe es empfiehlt, einen
Pfarr=
amtskandidaten länger als 3½ Jahre in einer nicht
defi=
nitiven Stellung mit ſeiner Zuſtimmung feſtzuhalten,
demſelben ein Gehaltszuſchuß in der Höhe der
DDifferenz gewährt werde, die zwiſchen ſeinem Gehalt als
Pfarraſſiſtent, Pfarrverwalter, Pfarrvikar und dem als
definitiven Pfarrer ihm zuſtehenden Gehalt beſteht. Es
entſcheidet darüber das erweiterte Oberkonſiſtorium das
auch über die Dauer des fraglichen Verhältniſſes befindet.
Am Ende jeden Jahres werden demſelben die
einſchlägi=
gen Fälle zu erneuter Beratung vorgelegt. Zugleich wird
nachträgliche Einverſtändniserklärung mit dem dem
lang=
jährigen Pfarrvikar von Büttelborn ſeither ſchon
ge=
währten höheren Gehalt beantragt.
Nach längerer Debatte werden folgende Anträge
mit großer Mehrheit angenommen: 1. Antrag D. Dr.
Diehl und D. Schloſſer: „Synode beſchließt, daß
ſie durchaus damit einverſtanden iſt, daß
Großherzog=
liches Oberkonſiſtorium in einzelnen Fällen, in denen
das dienſtliche Intereſſe es erfordert, Pfarrverwalter über
die übliche Zeit auf ihren Stellen läßt und ſie definitiven
Geiſtlichen im Gehalt gleichſtellt, daß ſie aber eine
generelle Regelung dieſer Angelegenheit nicht
für angebracht hält.” 2. Antrag Wagner: Die
Landes=
ſynode wolle Großherzogliches Oberkonſiſtorium erſuchen,
ihr eine Vorlage zu machen, durch welche die
Gehalts=
verhältniſſe der nicht definitiven
Geiſt=
lichen mit Beginn der Voranſchlagsperiode 1915/20 eine
allgemeine Erhöhung erfahren” 3. Der Antrag des
Ausſchuſſes: „Die Synode wolle nachträglich ihre
Zuſtimmung zu der von Großherzoglichem
Oberkonſiſto=
rium bezüglich des Pfarrvikars in Büttelborn getroffenen
Maßnahme erklären.”
Es folgt Beratung über die Vorlage
Großher=
zoglichen Oberkonſiſtoriums, den
Kugel=
hausfonds zu Butzbach betreffend.
Folgen=
der Antrag des Ausſchuſſes: „Die Synode wolle dem
von Großherzoglichem Oberkonſiſtorium vorgelegten
Satzungsentwurfe, ſoweit die über die finanziellen
Be=
ziehungen zwiſchen Zentralkirchenfonds und
Kugelhaus=
fonds getroffenen Vereinbarungen in Frage kommen, die
Genehmigung erteilen”, wird nach längerer Debatte
einſtimmig angenommen.
Den Schluß der heutigen Tagesordnung bildet die
Beratung des Antrags der Abgeordneten Fritſch und
Genoſſen: „Hohe Synode wolle Großherzogliches
Ober=
konſiſtorium erſuchen, den Kampf gegen die öffentliche
Unſittlichkeit, wie ihn der Deutſch=evangeliſche
Verein zur Förderung der Sittlichkeit
führt, dadurch zu unterſtützen und ſeine Arbeit in
unſe=
rem Lande zu fördern, daß er genanntem Verein einen
jährlichen Beitrag aus den zur Verfügung ſtehenden
Mit=
teln gewährt.” Das Oberkonſiſtorium hat ſich zu dem
Antrag Fritſch und Genoſſen, wie folgt, geäußert: „Bei
aller Anerkennung und Würdigung der Notwendigkeit
und der Tätigkeit des genannten Vereins vermögen wir
nicht ihm zurzeit aus den zur Verfügung ſtehenden
Mitteln einen jährlichen Beitrag zu gewähren, da dieſe
Mittel — ſoweit ſie für die laufende Voranſchlagsperiode
uns zur Verfügung ſtehen — nur hinreichen, um den
innerhalb unſerer Landeskirche an uns herantretenden
Anforderungen zu genügen. Sollte in den nächſten
Vor=
anſchlag mit Rückſicht auf ſolche Wünſche ein größerer
Betrag eingeſtellt werden können, ſo ſind wir unſererſeits
bereit dem genannten Verein einen Beitrag zu
ver=
willigen. Dem von dem Herrn Antragſteller zum
Aus=
druck gebrachten Wunſch, es möge die Arbeit des
genann=
iten Vereins von der Landeskirche gebilligt, unterſtützt
und allen Kirchengemeinden als nötig und möglich
empfohlen werden, entſprechen wir bereits inſofern, als
wir im kirchlichen Verordnungsblatt auf die vom
ge=
nannten Verein für die Sittlichkeitsarbeit veranſtalteten
Inſtruktionskurſe hinweiſen, wie wir auch ſchon
empfeh=
lend auf Schriften hinwieſen, die im Verlage der
Ge=
ſchäftsſtelle des Deutſchen Sittlichkeitsvereins erſchienen
ſind.”
Der Ausſchuß beantragt: Synode wolle
Groß=
herzogliches Oberkonſiſtorium erſuchen, den organiſierten
Kampf gegen die öffentliche Unſittlichkeit, wie ihn der
Deutſche Sittlichkeitsverein führt, dadurch zu unterſtützen,
daß es dieſe Arbeit für nötig und unterſtützungswert
er=
klärt, die Beteiligung daran den Gemeinden und
Geiſt=
lichen empfiehlt und von Aufſtellung des nächſten
Vor=
anſchlags ab einen jährlichen Beitrag gewährt.”
Es ſprechen hierzu die Syn.=Abgg. Römheld (als
Berichterſtatter) und Fritſch (als Antragſteller),
Ober=
konſiſtorialrat Euler, die Syn.=Abgg. Liedtke,
D. Schloſſer, Major von Teichman und
Logiſchen und Obermedizinalrat Balſer. Der
An=
trag des Ausſchuſſes wird einſtimmig angenommen.
Schluß der Sitzung 1½ Uhr. Nächſte Sitzung Freitag
vormittag 9 Uhr.
Luftfahrt.
* Berlin, 11. Juli. Berliner Lokalanzeiger,
Voſ=
ſiſche Zeitung und Berliner Tageblatt melden aus Berlin:
Gegenüber einem kürzlich veröffentlichten Artikel, in dem
der Profeſſor an der Charlottenburger Techniſchen
Hoch=
ſchule, Dietrich, vor Ueberſchätzung der
Flugtech=
nik warnte und die Frage aufwarf, ob die nationale
Flugſpende für einen ſolchen vorzugsweiſe dem Sport
dienenden Gegenſtand notwendig ſei, weiſt jetzt Graf von
Poſadowsky, der in dem Komitee für die nationale
Flugſpende den Vorſitz führt, darauf hin, daß auch das
Fahrrad zuerſt lediglich ein Gegenſtand des Sporrs war,
aber durch dieſen ſeine ungeheuere ſoziale
Be=
deutung im Verkehrsleben errungen habe.
Ferner hätten auch die ſcheinbar nur dem Sport
dienen=
den Pferderennen einen über ihn hinausreichende
Bedeu=
tung für die Pferdezucht, das Verkehrsleben und die
Lan=
desverteidigung gewonnen. Für die Entwickelung der
Flugtechnik ſpreche die Tatſache, daß die Flugunfälle in
der erſten Hälfte des Jahres 1912 die gleichen waren, wie
in der zweiten Hälfte des Jahres 1911, obgleich die Zahl
der Flieger ſich verdoppelte und die durchflogene
Entfern=
ung — 406 250 engliſche Meilen — zweimal ſo groß war.
Graf v. Poſadowsky weiſt ferner darauf hin, daß
ſchwer=
lich alle Nationen Opfer für das Flugweſen bringen
wür=
den, wenn dies nur ſportliche Bedeutung hätte. Die
mili=
täriſche Bedeutung des Flugweſens ſei anerkannt. Die
Entwickelung der Flugtechnik dem Staate zu überlaſſen,
wäre verfehlt; gerade im freien Wettbewerb der Fabriken
und der privaten Flieger liege der Entwickelungskeim der
Flugtechnik. Eine internationale Vereinbarung über das
Herabſchleudern von Bomben aus der Luft ſei erwünſcht.
Die Flugmaſchinen ſtellen, ſo heißt es am Schluß des
Ar=
tikels, ſo weite Möglichkeiten für ihre Benutzung in
Aus=
ſicht, daß das geſamte Volk hoffnungsfreudig dieſe
Er=
findung mit wohlwollendem Intereſſe verfolgen ſollte.
* Wien, 10. Juli. Auf dem Flugfelde Wiener=
Neuſtadt ſtürzte heute vormittag Leutnant Wenzel
aus 30 Meter Höhe ab Der Flieger erlitt eine ſchwere
Gehirnerſchükterung lund zahlreiche Schnittwunden im
Geſicht. Der Apparat wurde zertrümmert.
* Paris, 10. Juli. Auf dem Flugfelde von Reims
ſtürzte der norwegiſche Flieger Ludwig Han ſen
mit ſeinem Eindecker ab und erlitt ſchwere
Verletz=
ungen. Der Unfall wurde dadurch verurſacht, daß ein
Zweiflächer ſo dicht über das Flugzeug Hanſens
hinweg=
flog, daß derſelbe das Gleichgewicht verlor.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Dortmund. Erſtes
Rennen: 1. Kohinoor (Leutn. Krauſe), 2. Plutarch (Leutn.
v. Stammer), 3. Haltefeſt (Leutn. v. Moßner). Tot.
63:10. — Zweites Rennen: 1. Lynch Law (Leutn.
v. Moßner), 2. Spaniſh Galleo (Leutn. Krauſe), 3.
Golden Garnet (v. Bock=Pollach). Tot. 18:10. — Drittes
Rennen: 1. Protegee (Mew), 2. Fifth Ace (Lovegrove),
3. Shyrlei (Birghan). Tot. 19110. — Viertes Rennen:
1. Zero I (Graf Holck), 2. Liebesritter (v. Berchem), 3.
Kabaſembi (Leutn. Krauſe). Tot. 22110. — Fünftes
Ren=
nen: 1. Lisnagarvey (Graf Holck), 2. Counterfeit (Leutn.
Schönborn), 3. Turnſtile (v. Moßner). Tot. 14:10.
Sechſtes Rennen: 1. La Faridondaine (R. Franke), 2.
Tu=
bereuſe II (Cartwright), 3. Tarpaulin II (Torke). Tot.
90110.
* Das Lawn=Tennis=Revanche=Match zwiſchen
Eng=
land und Deutſchland hat im Anſchluß an das Lawn=
Tennis=Turnier in Wimbledon ſeinen Anfang
genom=
men. In den erſten Begegnungen erlitten die Deutſchen
ſchwere Niederlagen. Weltmeiſter Froitzheim=Straßburg
ſpielte im Herren=Einzelſpiel gegen den Auſtralier
Wil=
ding. Er verlor die erſten beiden Sätze jedesmal 2:6 und
gab dann auf. Auch Rahe=Roſtock und Kleinſchroth=
München wurden geſchlagen, und zwar erſterer von
Beamiſh 6—1 6—1 6—1 und letzterer von Mavrogordato
D—6 6—3 6—4 3—6 6—4.
Vermiſchtes.
— Preisausſchreiben. Der Verein
daut=
ſcher Freimaurer hat einen Preis von 3000 Mark für die
beſte Arbeit über das Thema „Die ſoziale Bedeutung
der Käuferſitten” ausgeworfen. Die gedruckte
Erläu=
terung des Themas iſt koſtenlos zu beziehen vom
Sekre=
tariat des genannten Vereins (Hauptmann a. D.
Clau=
ſen in Jena, Johann Friedrichſtraße 1. Der Verlag
Eugen Diederichs in Jena hat ſich bereit erklärt, die
Herausgabe der preisgekrönten Schrift zu übernehmen.
Alle Rechte an derſelben gehen an die preisſtiftende
Ver=
einigung über, doch wird ſie auf jeden ihr etwa
zufal=
lenden Gewinn an der Buchausgabe zugunſten des
Ver=
faſſers verzichten.
C.K. Eine Erdbebenſtatiſtik ſeit Chriſti
Geburt. Der berühmte engliſche Forſcher Milne
ver=
öffentlicht einen Generalkatalog der Erdbeben,
der alle umfangreicheren regelmäßigen Erderſchütterungen
ſeit Beginn der chriſtlichen Aera bis zur Gegenwart
um=
faßt. Die kleinen unregelmäßigen Erſchütterungen, die
gewiſſermaßen als Repliken der großen Erdbeben gelten
können, nicht mitgerechnet, ergibt ſich eine Zahl von mehr
als 4000 großen ſchweren Erderſchütterungen. Bis 650
n. Chr. zählte man 91 große Erdbeben, alſo 14 im
Jahr=
hundert, von 650 bis 1650 1099, alſo etwas mehr als 1
große Erderſchütterung im Jahre. Von 1650 bis 1850
werden 11 im Jahre regiſtriert und von 1850 bis 59 ſogar
31. Man wird annehmen dürfen, daß vom Jahre 1850 ab
ausnahmslos alle bedeutende Erderſchütterungen
wiſſen=
ſchaftlich regiſtriert worden ſind. Der Ueberblick über
die=
ſen Zeitraum ermöglicht die Feſtſtellung der intereſſanten
Tatſache, daß zum mindeſt in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts die Erdbebentätigkeit unſeres Planeten eine
überraſchende Gleichmäßigkeit zeigt.
* Die Sonnenſtrahlung der Kraftquelle.
Daß faſt alle irdiſche Energie uns in Form von Wärme=und
Lichtſtrahlen von der Sonne aus zugeht, iſt bekannt, ebenſo,
daß neben der Nutzbarmachung auf dem Umweg über die
Pflanzenwelt auch eine direkte Ausnutzung der
Sonnen=
ſtrahlen möglich iſt. Habe doch der Sage nach ſchon
Ar=
chimedes bei der Belagerung von Syrakus die römiſche
Flotte mittels eines Brennſpiegels in Brand geſetzt. Ein
findiger Amerikaner namens Shuman hat nun, wie Georg
Henner im neueſten, zwölften Heft der Zeitſchrift „Arena”
(Verlag der Deutſchen Verlags=Anſtalt in Stuttgart)
be=
richtet, eine moderne Anlage zur Ausnutzung der
Sonnen=
ſtrahlen konſtruiert, die zur künſtlichen Bewäſſerung
be=
ſtimmt iſt und in Aegypten aufgeſtellt werden ſoll. Bei
dieſer Anlage werden die Sonnenſtrahlen durch einfache
Glasſpiegel auf flache Metallgefäße reflektiert, die in
Holz=
kiſten eingeſchloſſen und oben durch Glasſcheiben
vollſtän=
dig dampfdicht abgedeckt ſind, während der Boden der
Kiſten durch eine Korkſchicht gegen Wärmeverluſte geſchützt
iſt. Eine Röhre verbindet jede derartige Waſſerpfanne
mit dem Waſſerreſervoir eine zweite führt zu einer
Dampf=
ſammelröhre, die den erzeugten Waſſerdampf einer
ent=
ſprechend konſtruierten Maſchine zuführt und durch dieſen
in Bewegung geſetzt wird. Die Maſchine wiederum treibt
ein Pumpwerk, das die künſtliche Bewäſſerung durch
ge=
eignete Vorrichtungen ermöglicht. Es leuchtet ohne
wei=
teres ein, daß mit der zunehmenden Anzahl der
vorer=
wähnten Waſſerpfannen oder beſſer „Dampfkiſten” auch die
Menge des erzeugten Waſſerdampfes wächſt und damit
auch die für die Maſchine verfügbare Betriebskraft.
Shu=
man hat im Jahre 1911 bei Verſuchen in der Nähe von
Philadelphia mit Hilfe ſeiner Anlage, die 572 ſolcher
Dampfbereitungsapparate umfaßte, pro Minute 12 000 Liter
Waſſer 33 Fuß hoch gefördert. Seine Dampfmaſchine
leiſtete demnach etwa 30 Nutzpferdeſtärken. Die
Dampf=
kiſſen müſſen natürlich ſo aufgeſtellt werden, daß ſie die
Sonnenſtrahlen um die Mittagszeit möglichſt ſenkrecht
auffangen. Im übrigen erfordert auch die fortſchreitende
Jahreszeit eine Regulierung in der Aufſtellung der
Apparate.
Literariſches.
— Oberlehrer Dr. med. Ferdinand Schmidt=
Gründler, Halle a. S.: Eine geſunde Jugend,
ein wehrkräftiges Volk. gr. 8‟, 1,40 Mk. Verlag:
B. G. Teubner, Leipzig. Nach der reichen Fürſorge für
die geiſtige Heranbildung unſerer Jugend iſt es eine
der meiſtbeſprochenen, weit dringlichſten und wichtigſten
Fragen der Zeit, was für ihre körperliche Erziebung
ge=
ſchehen müſſe, um unſerem Volke auch die geſunde
körperliche Kraft zu erhalten. Von dieſer Notwendigkeit
und den Möglichkeiten, ihr entgegenzukommen, handele
das vorliegende Buch.
— Luſtige Schule, Schulhumoresken mit
100 Bildern von Adolf Oberländer. Geſammelt
und herausgegeben von Rudolf Will. 92 Seiten.
Papp=
band. 2,50 Mk. Verlag von Walther Fiedler, Leipzig.
Allen Freunden wahren, echten Humors, jung und alt,
Schülern, Lehrern, Eltern ſei dies Buch aufs wärmſte
empfohlen. Den Kennern des Oberländerſchen
Geſamt=
werkes wird die „Luſtige Schule” noch eine beſondere
Freude ſein, weil keines der hier gebotenen Blätter in
dem großen „Album” enthalten iſt.
— Roulſſſeaus Bekenntniſſſe. Zum 200.
Geburtstag Rouſſeaus erſchien die erſte würdige billige
Neuausgabe ſeiner „Bekenntniſſe” die in Frankreich in
mehr als hunderttauſend Exemplaren verbreitet ſind.
500 Seiken, mit dem Bildnis Rouſſeaus, gebunden
2 Mk., Geſchenkausgabe 3 Mk. Verlegt bei Martin
Mörike, München. Die gewaltige Wirkung, die von
Rouſſeau ausging, iſt mit dem Einfluß auf ſeine
Zeit=
genoſſen noch nicht erſchöpft. Es lebt unter uns Heutigen
keiner, der in der Selbſtbiographie dieſes Umwälzers
nicht ſich ſelbſt erkennen könnte. Es iſt die Wahrheit, die
unerbittliche Wahrheit eines typiſchen Menſchen gegen
ſich ſelbſt, die dieſen Bekenntniſſen ihren ungeheuren
Wert durch alle Jahrhunderte hindurch bewahren wird.
Die hier vorliegende Ausgabe fußt auf der beſten
deutſchen Uebertragung, und indem ſie einige allzu
er=
müdende und entbehrliche Abſchweifungen
zuſammenge=
zogen hat, bringt ſie die Bekenntniſſe dem Genuß des
modernen Menſchen näher.
— Von Pol zu Pol mit Sven Hedin. Die
begeiſterte Aufnahme, die das jüngſte Werk des
berühm=
ten Reiſenden „Von Pol zu Pol” (Rund um Aſien), das
im November vorigen Jahres im Brockhausſchen
Ver=
lag erſchien, bei dem deutſchen Volke und beſonders bei
der deutſchen Jugend gefunden hat, beſtimmte den
Ver=
faſſer, das Verſprechen, das er am Schluſſe jener erſten
Weltreiſe gab, ſchon jetzt wahr zu machen. Soeben
er=
ſcheint im gleichen Verlag und zu demſelben billigen
Preiſe von 3 Mk Von Pol zu Pol” (Neue Folge)
„Vom Nordpol zum Aequator” Mit einer
be=
haglichen Nordlandsreiſe beginnt die neue Wanderung;
ſie führt uns von Skandinavien zum Nordkap und dann
zur ſüdlichen Halbkugel der Erde. Wir begleiten Hedin
durch die drei Kulturzentren Europas: London, Paris
und Rom, die kreuz und quer unter immer wechſelnden
Geſichtspunkten des Gegenwartforſchers und des Hiſto=
rikers durchwandert werden. Dann ſteuert Hedins Schiff
nach Afrika. Ein gewaltiges Drama ſpielt ſich hier vor
den Augen des Leſers ab. So rundet ſich Sven Hedins
„Von Pol zu Pol” zu einem Welttheater im modernſten
Sinne des Wortes. Gerade weil es ſich an die breiteſte
Maſſe der Leſer und ſelbſt an die Jugend richtet, wird es
auf Jahrzehnte hinaus eine klaſſiſche Bedeutung haben,
und dieſe zweite Weltreiſe „Von Pol zu Pol” wird bei
ihrem ſpannenden Inhalt, bei ihrer prächtigen
Ausſtat=
ung. mit farbigen und ſchwarzen Vollbildern und
Text=
karten und ihrem erſtaunlich geringen Preis von 3 Mk.
(gebunden) die gleiche Bewunderung bei der deutſchen
Leſewelt finden, die der erſte „Von Pol zu Pol”
er=
regt hat.
Stimmen aus dem Publikuma
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Der um 12 Uhr 20 Min. nachm. am Hauptbahnhof
eintreffende Dampfbahnzug von Griesheim pflegt
gleich=
zeitig mit einem nach dem Herdweg fahrenden
Elek=
triſchen Wagen an der Kreuzſtelle am Rummelbräu
ein=
zutreffen. Obwohl dieſer Zug vorläufig nur bis zum
Exerzierplatz fährt, wartet die Elektriſche nur ſelten auf
die am Hauptbahnhof umſteigenden Reiſenden, ſelbſt
wenn durch Winke die Abſicht des Einſteigens
kund=
gegeben wird. Der nächſte Wagen nach dem Herdweg
geht gewöhnlich erſt 9—10 Minuten ſpäter ab, ſo daß es
den Anſchein gewinnt, daß die große Eile mit dem
Perſonalwechſel, der bei dem betreffenden Wagen am
Schloß ſtattfindet, in urſächlichem Zuſammenhang ſteht.
Eine Abhilfe wäre hier dringend geboten.
K.
Die Rede Greys.
* London, 11. Juli. Die meiſten Zeitungen
be=
ſchäftigen ſich mit der geſtrigen Rede Sir Edward
Greys. Daily Chronicle ſchreibt: Greys Haltung in
der engliſch=deutſchen Situation war optimiſtiſch und
zu=
gleich konſequent. Er lehnte wiederum die Idee ab, die
Triple=Entente aufzugeben, aber er betonte, daß es
wün=
ſchenswert ſei, wenn die einzelnen Mächte und
Entente=
gruppen freundliche Beziehungen zu den übrigen
Mäch=
ten des Dreibundes pflegten. Er beglückwünſchte
Ruß=
land zu ſeinen guten Beziehungen zu Deutſchland. Seine
Worte, „daß getrennte diplomatiſche Gruppen nicht
not=
wendig feindliche Heerlager zu ſein brauchen” drückt
un=
ſerer Meinung nach die diplomatiſche Weisheit des
Augenblicks aus. Die beiden großen europäiſchen
Grup=
pen müſſen erhalten bleiben, aber es iſt von großer
Wich=
tigkeit, daß ſie nicht wieder ſo ſtark und exploſiv wirken
und Europa in zwei ſich einander feindlich
gegenüber=
ſtehende Intereſſengruppen halbieren. — Daily
Tele=
graph ſagt: Wir bemühen uns nicht um Bündniſſe, wollen
niemand einkreiſen und wir beabſichtigen keiner Nation,
die unſere Rechte und die ihrer Nachbarn achtet,
Hinder=
niſſe in den Weg zu ſtellen. Aus dieſem Grunde hat die
engliſche Nation die Begegnung des Kaiſers mit dem
Zaren mit ſympathiſchem Intereſſe verfolgt. Wir ſind
überzeugt, daß Sir Edward Grey die wirklichen und
auf=
richtigen Empfindungen ſeiner Landsleute ausſprach,
wenn er ſagte, daß alles, was die Schwierigkeiten
zwi=
ſchen Deutſchland und Rußland und zwiſchen
Deutſch=
land und Frankreich beſeitigt, den Weg zu guten
Bezieh=
ungen zwiſchen Deutſchland und England ebnet. Der
Daily Telegraph ſagt weiter, England werde aufrichtig
erfreut ſein, von Grey die Zuſicherung zu erhalten, daß
er mit den engliſch=deutſchen Beziehungen wohl zufrieden
iſt, denn jede Verminderung von Friktionen auf beiden
Seiten müſſe eine wohltätige Wirkung auf den
allgemei=
nen Frieden haben. — Die Morning PPoſt ſchreibt: Die
Erklärung Sir Edward Greys, daß die Beziehungen
zwi=
ſchen England und Deutſchland gegenſeitige Offenheit
zur Grundlage haben, iſt willkommen; auch aus
allgemei=
nen Gründen, denn wenn die Engländer auch auf die
Stellung ihres Vaterlandes als=Seemacht mit Recht
eifer=
ſüchtig ſind, ſo hegen ſie doch keine Feindſchaft gegen
Deutſchland. Ferner iſt im gegenwärtigen Augenblick
zwiſchen den beiden großen Gruppen der europäiſchen
Nächte ein Ausgleich wünſchenswert.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 10. Juli. Die Agenzia Stefan meldet aus
Meſurata vom 9. d. M.: Bei dem geſtrigen Kampfe
verfügte der Feind über mehr als 5000 Gewehre. Die
Flucht erfolgte infolge einer Panik nach allen Richtungen.
Ein Teil der Flüchtlinge konnte ſich in der Richtung auf
Gheran ſüdlich von Belitten vereinigen. Eine genaue
Angabe der Verluſte des Feindes iſt wegen der
Ausdehnung des Schlachtfeldes und der langen Dauer
des Kampfes ſchwierig. Die Italiener beerdigten allein
vor Meſurata 300 gefallene Feinde. Der Feind trug ſchon
zu Beginn des Kampfes zahlreiche Leichen fort und
beſtat=
tete ſie. Viele weitere Leichen ſind noch unbegraben.
Einige Notabeln kehrten nach Meſurata zurück. An die
Bevölkerung wurde ein Manifeſt erlaſſen. Das Leben in
Meſurata, das ein wichtiger handelspolitiſcher Stützpunkt
iſt, kehrt wieder. Die Geſundheit der Truppen iſt ſehr gut.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 11. Juli. In der Akkumulatorenfabrik in
der Stendalerſtraße brach heute mittag ein Brand aus,
der ſo raſch um ſich griff, daß es der Feuerwehr nur
mit großer Anſtrengung gelang, die zahlreichen in der
Fabrik beſchäftigken Perſonen in Sicherheit zu bringen.
Das erſte Stockwerk iſt teilweiſe ausgebrannt.
* Magdeburg, 10. Juli. Infolge einer
Keſſel=
exploſion brach heute Nacht in dem Hildebrandts
ſchen Mühlenwerke Großfeeuer aus. Das
Fabrik=
gebäude wurde völlig zerſtört. Sechs Arbeiter wurden
ſchwer verletzt; vier werden vermißt und ſind vermutkich
umgekommen. Die übrigen elf in der Mühle
beſchäftig=
ten Arbeiter ſind unverſehrt geblieben ſoder nur leicht
verletzt worden.
* Hamburg, 10. Juli. Der zur Nordlandreiſe
aus=
gehende Dampfer der Hamburg=Amerila=Linie
„Kronprinzeſſin Cecilie” kolllidierte
heute vormittag auf der unteren Elbe bei Neumühlen
mit einem Schlepper, von deſſen Beſatzung zwei
Mann ertranken. Der Dampfer konnte ſeine Reiſe
fortſetzen.
* Hamburg, 11. Juli. Wie die Südamerikaniſche
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft mitteilt, kam der ihr gehörige
Dampfer „Cordoba” der am 8. Juli im
Einfahrts=
kanal von Buenos Aires mit dem Dampfer „Cap Vilano”
kollidierte, geſtern nachmittag glücklich im Hafen von
Buenos Aires an.
2 Parts, 11. Zukt. Aus Ghabes wird gemelbet:
Den Republikanern fielen Maſchinengewehre, Munition
und die Korreſpondenz der Royaliſten in die Hände. Die
Stadt iſt ruhig.
* London, 11. Juli. Die Berliner Zeitung meldet:
Der ſogen. „Maritime Expreß” der Internationalen
Kolonialeiſenbahn von Montreal nach Halifax
ent=
gleiſte geſtern nachmittag etwa 37 Kilometer von
Ha=
lifax entfernt. Der Lokomotivführer und der Heizer
wur=
den getötet, desgleichen ein als blinder Paſſagier
mitfäh=
xender Landſtreicher.
* Petersburg, 10. Juli. Der Reichskanzler
iſt nach Moskau abgereiſt.
* Moskau, 10. Juli. Der Reichskanzler v.
Beth=
mann=Hollweg traf um 10.30 Uhr auf dem
Bahn=
hof ein und wurde vom deutſchen Konſul und den
Ver=
tretern der deutſchen Kolonie empfangen.
H. B. Berlin, 11. Juli. Ein frecher
Mord=
anſchlag wurde heute mittag im Hauſe Ferbellinſtraße
24 ausgeführt. Die dort ein Räucherwaren=Geſchäft
be=
treibende Frau Emma Gärtke wurde von einem in das
Ge=
ſchäft eindringenden Unbekannten niedergeſchoſſen und
ſchwer verletzt. Darauf entfloh der Täter und entkam.
H. B. Jena, 11. Juli. Der kürzlich aus der hieſigen
Irrenanſtalt entwichene Raubmörder Paul Genſert
aus Apolda, der einen Selbſtmord in der Saale
vorge=
täuſcht hatte, iſt in Weißenfels verhaftet worden.
Krefeld, 11. Juli. Der auf der Wanderſchaft
be=
findliche Sohn des Krefelder Schreinermeiſters
Opgen=
roth iſt geſtern bei München von zwei Strolchen
über=
fallen und ermordet worden.
. II. B. Paris, 11. Juli. Die Sorbonne war geſtern
as Anlaß der Aufnahme=Prüfungen der Schauplatz von
ſeit vielen Jahren nicht erlebten Tiumulten.
Schon=
am Montag hatte die äußerſt ſchwierige Prüfungs=
Auf=
nahme Proteſt unter den Studenten hervorgerufen.
Geſtern nun kam es bei der Verkündung der Prüfungs=
Ergebuiſſe zu wüſten Szenen. Die Studenten
zertrüm=
merten Fenſter, Tiſche und Bänke, ſtürmten dann in den
zweiten Saal und nahmen auch hier das gleiche
Zer=
ſtörungswerk vor. Inzwiſchen hatte der Rektor Polizei
holen laſſen und die Schutzleute drangen in den Saal.
Zwiſchen ihnen und den Studenten entſtand eine wüſte
Schlägerei, die damit endete, daß ungefähr hundert
Studenten dem Bezirks=Kommiſſariat vorgeführt
wurden.
H. B. Konſtantinopel, 11. Juli. Die ſeit dem
Rück=
tritt des Kriegsminiſters eingetretene Kriſe iſt
auch heute unverändert, doch gilt die Lage des Kabinetts
als hoffnungslos. Das geſtern aufgetauchte Gerücht von
der Demiſſion des Großveſirs Said Paſcha iſt indeſſen
ver=
früht, doch gilt nach allgemeiner Anſicht Kiamil Paſcha als
der kommende Mann, dem es gelingen dürfte, ein dem
Ko=
mitee zuſagendes Miniſterium zu bilden. In dieſem
Ka=
binett ſoll Isman Paſcha das Portefeuille des Krieges
übernehmen.
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Familiennachrichten.
Statt joder Sosenderen Anzoige.
Heute entschlief sanft nach langem,
schwerem Leiden, im Alter von 47 Jahren,
unser lieber Gatte, Vater, Sohn,
Schwieger-
sohn, Neffe, Bruder, Onkel und Vetter
Herr Rudolph Doqn
Ingenieur.
Um stille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Familie:
Frau Rudolph Dogny-Messmer,
Woldemar Dogny und Frau.
Grafen
aden,
8. Juli 1912.
Darmstadt,
Die Beerdigung fand statt: am 11. Juli.
nachmittags 3 Uhr, in Grafenstaden.
Hauptstr. 117.
(15133
Todes=Anzeige.
Geſtern verſchied nach kurzem, ſchwerem
Leiden unſer langjähriger, treuer Kutſcher
Fritz Hoffmann.
Durch ſeine vortrefflichen Charakter=
Eigen=
ſchaften, ſeine Zuverläſſigkeit und eifrige
Tätig=
keit hat er ſich in den langen Jahren ſeiner
Angehörigkeit zu unſerer Firma außerordentlich
verdient gemacht und werden wir ihm ſtets
(15147
ein ehrendes Andenken erhalten.
A. u. J. Monnard,
Hofspediteure.
Darmſtadt, den 11. Juli 1912.
Die Beeerdigung findet Freitag nachmittag
4 Uhr, von der Leichenhalle des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die bei dem uns ſo ſchwer betroffenen
Verluſte meines lieben Gatten, unſeres guten
Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels
Herrn Friedrich Gimberlein
bewieſene Teilnahme, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden, allen denen, welche dem
Dahin=
geſchiedenen die letzte Ehre erwieſen, insbeſondere
Herrn Pfarrer Waitz für die troſtreichen Worte
am Grabe und der Direktion des Großh.
Hof=
theaters und der Hofmuſik, ſagen wir auf dieſem
Wege unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 11. Juli 1912. (15115
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchlief nach ſchwerem Leiden meine
liebe Frau, unſere gute Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter, Schweſter und Tante
Marie Hunsinger, geb. Jung.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 11. Juli 1912.
(*965
Die Beerdigung findet Samstag, den 13. Juli,
nachmittags 3 Uhr, von der ſtädt.
Friedhofs=
kapelle aus, ſtatt. Einſegnung daſelbſt 2¾ Uhr.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 12. Juli:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 13. Juli:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt
9 Uhr 25 Min. Sabattausgang 9 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 13. Juli:
Vorabend 7 Uhr 35 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 9 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 14. Juli, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Montag, den 15. Juli:
Rausch Chaudesch Aw.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Mitteleuropa ſteigt der Druck wieder; über
Island liegt eine ſtarke Depreſſion. In Deutſchland iſt
es trocken und vielfach heiter. Die Morgentemperaturen
liegen bei leichten Winden aus verſchiedenen Richtungen
ziemlich hoch. Es iſt wenig Aenderung des herrſchenden
Sommerwetters zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, den 12. Juli 1912:
Meiſt heiter, trocken, warm; Gewitter.
Tageslalender.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenleller um 8 Uhr. —
Brauerei Fey um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr.
Gewimmeng
der
1. Dreußiſch-Süddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
1. Klaſſe‟ 1. Ziehungstag 10. Juli 1912
auf jede gezogen Rummer und ewer gleich hahe
Gevimn=
gefallen, und zwar je einer anf die Loſe gleicher Nummer4
in den beiden Abteilungen 1 und I.
(Ehne Gewahr Al. St.=l. . 30)
Gachdmt verdeten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne üher
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 60000 Mk. 137335
2 Gewinne zu 5000 Mk. 87889
4 Gewinne zu 3000 Mk. 107433 161571
2 Gewinne zu 500 Mk. 115854
6 Gewinne zu 400 Mk. 11103r 167614 181421
14 Gewinne zu 300 Mk. 22656 51224 66242 148605
150226 162146 1733a0
28Gewinne zu 200 Mk. 1740 11742 19503 22507
29342-K 29458 40344 42926 89986 123021 146634
150189.à 169695 181585
82: Gewinne zu 100 Mk. 715 1057 à 17089 27410
27557 3216a 33629 38614 47428ℳ49668 51122t.b6ans
59338 61978 71745½. 76593a M.84659 99388 100596
102325 102951 112517 5 112601§113610 118473 121481
122544 126365 126538 128664 144481 163736 16770s
170421 177061 176106 179053 179171 185762 186269
169738
In der Nachmitkags=Ziehung wurden Gewimne über
50 Mk. gezogen:
2„ Gewinne zu 30000 Mk. k 177176
2 Gewinne zu 500 Mk. ℳ. 1673cm.
6 Gewinne zu 400 Mk. 68381136737u 165302)
8 Gewinne zu 300 Mk. 70538 71405 162119 179167i
26 Gewinne zu 200 Mk. ſ. 20544 28242 36710 78224
78449 92073 11057a Ffél0ßf 123037 154239 161692
164527 170911
2674
66=Gewinne zu 100 Mk. 1698 5829 6375 9452
12679 25710 26686 31092 35259 36929 38589, 39491
46719 47386 67089 6685770898 . 79082 79155 79778
94896 97555 101796 102153 103416 108064 113642
116383 162666 165610 167056 160800 175003 179312
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Aax Streeſe;
für den. Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen jind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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3½
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3
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3½
3
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4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 100,20
88,30
do.
3½
77,75
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3
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4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,20
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 .
3‟ Italiener Rente . . 96,80
4½ Heſterr. Silberrente 91,70
do. Goldrente . . . 96,30
do. einheitl. Rente 88,40
3 Portug, unif. Serie I 63,50
3 do. unif. Ser, III 66,20
3 do. Spezial . . . . 9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 . . 96,00
4 do. v. 1905 . . 91,60
. 90,30
4 Ruſſen v. 1880 . .
4 do. v. 1902 . . . . 90,60
.100,60
4½ do. v. 1905 .
. 89,50
3½ Schweden ..
4 Serbier amort. v. 1895 85,20
4 Türk. Admin. v. 1903 82,60
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,40
91,10
4 Ungar. Goldrente ..
88,90
4 do. Staate
InProz.
Zf.
5 Argentinier
.100,90
do.
87,30
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
4½
93,75
do.
4½ Japaner . . .
. 94,90
5 Innere Mexikaner . . . 95,30
3
do.
60,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,40
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,60
3 Buenos Aires Provinz 71,50
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9 Hamb.=Amerika=
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5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,25
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5. Anatol. Eiſenb. 60½,
Einz. Mk. 408 . . 112,25
8 Baltimore und Ohio . 106½
6½ Schantungbahn . . . 131,50
6" Furemb. Prine Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18"
6 Pennfylvania R. R. . 121,40
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
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.. 517,00
14 Ehem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 259,75
30 Jarbwerke Höchſt . . 639,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . . 149,50
30 Chem. Werke Albert 460,50
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 316,50
4 Lahmeyer . . . . . . . 126,60
Letzte
In Proz.
Divid.
7½ Schuchert. Nürnberg 161,60
12 Siemens & Halske . 243,00
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10 Deutſch.Ueberſee Elertr. 168,40
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15 Zellſtoff Waldhof . . 237,75
12½ Bad. Zucker=
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häuſel . .
.. 217,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 121,50
3 Südd. Immobilien . 68,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 187,75
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 230,40
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 173,50
10 Gelſenkirchener . . . . 187,50
8 Harpener . . . . . . . 188,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 261,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 80,25
4 Laurahütte . . . . . . 172,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 192,00
11
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 87,25
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 90,50
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,30
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,10
do.
78,75
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99.80
Jſ.
InProſ.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,40
2%0 do.
53,20
3 Raab=Oedenburg . . . 76,80
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt.
88,50
4½ Moskau=Kaſan
. 96,60
4
do.
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88,80
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88,30
3 Portugieſ. Eiſenb.
73,50
4½
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3 Salonique=Monaſtir . 63,80
4 Bagdadbahn .
. 83,90
4½ Anatoliſche Eifenb.. 96,90
4 Miſſouri=Pacific. .
71,50
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Paciſie .
.95,20
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,75
5 Tehuanteper . . . . . . 97,80
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,40
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn:
.150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,50
6½ Darmſtädter Bank . 122,00
12½ Deutſche Bank . . . 255,30
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,20
10 Diskonto=Kommandit 186,20
8½ Dresdener Bank . 154,10
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,75
7 Pfälziſche Bank . . . . 129,00
5.86 Reichsbank . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,40
7½ Wiener Bankverein . 133,75
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,30
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B. Pfandbriefe.
8½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
do.
89,20
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . . .
99,90
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,20
S. 3—5 .
89,00
S. 9—11
8910
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
do.
8½
88,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
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do.
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8½ do.
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4 Heidelberg
8½ bo.
88,10
4 Karlsruhe
8½ do.
88,70
4 Magbeburg.
99,10
3½ bo.
4 Mainz
99,00
3½ do.
90,00
* Mannheim
do.
88,20
4 München .
98,30
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
4 Offenbac . . .
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Schönberg-Bensheim (Einkehr im Deutſchen Haus).
Abfahrt mit Sonderzug 1.40 Uhr nachm. Hauptbahnhof.
Der Fahrpreis beträgt 75 Pfg. für die Perſon, Kinder von
4—10 Jahren die Hälfte. Die Fahrkarte für die Mitglieder ſelbſt iſt
frei, muß aber mitangemeldet werden.
Da die Teilnehmerzahl der Eiſenbahn=Direktion vorher
mit=
geteilt werden muß, bitten wir diejenigen Kameraden, welche ſich an
dem Ausflug beteiligen wollen, dies längſtens bis zum 16. ds. Mts.
unter Angabe der Geſamtzahl für ſich und ihre Familienangehörigen
bei dem Schriftführer Kam. Junge, Schloßgartenſtr. 45, ſchriftlich
oder mündlich anzumelden.
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Die Fahrkarten=Ausgabe findet 1 Stunde vorher im Warteſaal
3. Klaſſe ſtatt und wird ¼ Stunde vor Abgang des Zuges geſchloſſen.
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Freitag, den 12. Juli, abends 8 Uhr:
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Vollzählige Kapelle Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61.
Persönliche Leitung: M. Weber.
Wunschprogramm.
Lohengrin. Dichter u. Bauer. An der Weser (Solo von
Herrn Franke). Zinnsoldaten. An der blauen Donau. Zum
ersten Male: „Ueb Aug und Hand fürs Vaterland‟, offizieller
Festmarsch für das Bundesschiessen Frankfurt a. M. Zum
Schluss: Die Präsentier- u. Parademärsche aller hiesigen
Regimenter.
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
Hans Tod, Restaurateur.
Saal-Eröffnung
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung, und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher. 1 ſchottiſcher Schäferhund,
1 Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15126
Polizeiverordnung,
betreffend: die Abänderung der Schlacht= und
Fleiſchverkaufs=
ordnung für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt vom
25. Juli 1907.
Auf Grund des Artikels 129b Abſatz II Ziffer 1 der
Städte=
ordnung vom 8. Juli 1911 wird nach Anhörung der
Stadtverord=
netenverſammlung zu Darmſtadt und mit Genehmigung Großh.
Miniſteriums des Innern vom 5. Juli 1912 zu Nr. M. d. J. II. 2988
für den Bezirk der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt folgendes
verordnet:
I.
Der § 22 der Schlacht= und Fleiſchverkaufsordnung für die
Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt vom 25. Juli 1907 erhält
fol=
gende Faſſung:
Zur Beförderung des Fleiſches und der Sulzerwaren vom
Schlachthofe nach den Verkaufsſtätten dürfen nur reinliche und
voll=
ſtändig geſchloſſene Wagen und Karren verwendet werden.
Werden bei der Einfuhr von Fleiſch in die Stadt Darmſtadt
keine derartig geſchloſſenen Fleiſchwagen benutzt, ſo iſt das Fleiſch
mit einem reinen waſchbaren Tuch zu bedecken, über welches
nötigen=
falls zum Schutze gegen Näſſe noch ein reines waſſerdichtes Tuch zu
legen iſt. Ebenſo darf das Fleiſch bei Beförderung auf Wagen nicht
überhängen oder ſonſt der Gefahr der Beſchmutzung ausgeſetzt ſein.
Wagen, welche nicht ausſchließlich zur Fleiſchbeförderung dienen,
dürfen hierzu nur in reingehaltenem Zuſtand und nur unter der
Bedingung benützt werden, daß das Fleiſch in beſonderen Behältern
oder Einſätzen untergebracht und in reine Tücher gehüllt wird. Der
gleichzeitige Transport von lebendem Vieh und Fleiſch auf ein und
demſelben Wagen iſt verboten.
Behälter und Gefäße, welche Schlachtprodukte enthalten, dürfen
nur dann unter den Wagen befeſtigt werden, wenn ſie ſtaubdicht
ge=
ſchloſſen ſind.
Für mitfahrende Perſonen ſind die Sitze derart anzubringen,
daß eine Berührung mit dem Fleiſch ausgeſchloſſen iſt.
Das Mitnehmen von Hunden auf den zur Beförderung von
Fleiſch und Fleiſcherwaren dienenden Fahrzeugen iſt verboten.
II.
Vorſtehende Verordnung tritt mit dem Tage ihrer
Veröffent=
lichung in Kraft.
Darmſtadt, den 10. Juli 1912.
(15124
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betr.: Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit in
hand=
werksmäßigen Betrieben.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt in Betrieben des
Hand=
werks Verſtöße gegen die Vorſchriften über die Sonntagsruhe
feſt=
geſtellt und zur gerichtlichen Anzeige gebracht worden ſind, bringen
wir nachſtehend aus der Bekanntmachung des Bundesrats vom
5. Februar 1895 (R. G. Bl. S. 12) die für die bezeichneten
Gewerbe=
betriebe zugelaſſenen Ausnahmen von dem Verbot der
Sonntags=
arbeit erneut zur Kenntnisnahme und Nachachtung.
Darmſtadt, den 10. Juli 1912.
(15125fs
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.
In den nachſtehend aufgeführten Gewerbebetrieben iſt an Sonn=
und Feſttagen die Beſchäftigung von Arbeitern zu den in der
nach=
folgenden Tabelle angegebenen Zeiten und Bedingungen geſtattet:
Bezeichnung
Art der Betriebe
Bedingungen
der zugelaſſenen Arbeitszeit
Der Betried iſt geſtatet an 1Werden 10 Arbeiter
1. Schneberei
im handwerks= 6 nach Wahl des Arbeit= oder mehr in dem
mäßig. Betrieb gebers zu beſtimmenden 1Betriebe regelmäßig
Sonn= und Feſttagen bis lbeſchäftigt, ſo dürfen
12 Uhr mittags. Dieſe Be=jugendliche Arbeiter
fugnis findet auf das Weih=(Perſonen unter 16
nachts=, Neujahrs=, Oſter=, Jahren) zur Sonn=
Himmelfahrts= und Pfingſt=tagsarbeit nicht
her=
feſt keine Anwendung. angezogen werden.
Für jugendliche Ar=
2. Damenkonfek= wie zu 1
beiter verboten.
tion und
Putz=
macherei
wie zu 1.
3. Schuhmacherei wie zu 1
wie zu 1.
wie zu 1
4. Kürſchnerei
5. Herſtellen von) wie zu 1, jedoch nur anwie zu 1.
4 Sonntagen
Strohhüten
wie zu 1
lwie zu 1.
6. Chemiſche
Wäſcherei und
Schönfärberei f.
Kleidungsſtücke
Wenn Arbeitgeber von dem Recht der Sonntagsarbeit nach
den obigen Vorſchriften Gebrauch machen wollen, müſſen ſie dies
vor dem Beginn der Beſchäftigung der Ortspolizeibehörde (Großh.
Polizeiamt) anzeigen, ſowie innerhalb der Betriebsſtätte an geeigneter,
den Arbeitern zugänglichen Stelle eine Tafel aushängen, welche in
deutlicher Schrift die für die Beſchäftigung von Arbeitern an
Sonn=
tagen geltenden Vorſchriften, wie ſie ſich nach dieſer Bekanntmachung
auf Grund der vorerwähnten Bundesratsbekanntmachung vom 5. 2.
1895 für ihre Betriebe ergeben, enthält. (Solche Tafeln ſind in C.
Forgers Druckerei in Offenbach a. M. zum Preiſe von 20 Pfennig
erhältlich.)
Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwider Arbeiter an
Sonn= und Feſttagen beſchäftigt, wird gemäß § 146a der R.=
Ge=
werbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 600 Mk., im
Unvermögens=
falle mit Haft beſtraft.
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Bekanntmachung.
Freitag, den 26. Juli l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Georg Haller
Ehe=
leuten von Darmſtadt, jetzt in
Hoch=
emmerich, im Grundbuch der
Ge=
markung Darmſtadt zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 283 75 Hofreite
Ober=
gaſſe Nr. 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K27/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nichtentgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 2. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V14572
Bekanntmachung.
Freitag, 2. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Jacoby
in Darmſtadt, in der Gemarkung
Beſſungen gelegenen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
XIII 64 1313 Acker, oberſte
Golläcker,
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
XIII 140 2631 Acker, am
Pfungſtädter
Weg,
XXXVI 28 975 Wieſe, die
Rudolphs=
wieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſtei=
gerung wird auch dann erfolgen,
falls ein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 8. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V15107
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hiermit zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen der Firma
J. Hachenburger jun., Inhaber
Hermann Hachenburger in
Darm=
ſtadt wird heute, am 9. Juli 1912,
nachmittags 5 Uhr, das
Konkurs=
verfahren eröffnet, da der
Gemein=
ſchuldner ſeine
Zahlungsunfähig=
keit eingeräumt hat.
Der Kaufmann Karl Dechert
zu Darmſtadt wird zum
Konkurs=
verwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 28. Juli 1912 bei dem
Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forderungen auf
Donnerstag, 1. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 30. Juli
1912 Anzeige zu mächen. (15144
Darmſtadt, 9. Juli 1912.
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geſtellt hat, das Verfahren
man=
gels Maſſe aufzuheben, wird
Ter=
min zur Anhörung der
Gläubiger=
verſammlung über dieſen An=
(15105
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Dienstag, 16. Juli 1912,
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(15111E
Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
10
Suſanne wurde es jetzt ſelber bange, daß ihr
eigen=
mächtiges Vorgehen entdeckt werden würde, ſie folgte
daher raſch der aufgeregten Alten, die ſie zu einer
Wen=
deltreppe führte, die unten mit einer Tür verſchloſſen
war, deren Exiſtenz ihr bisher ganz unbekannt
geblie=
ben war. Auf ein Zeichen Dörthes wurde ſie von
drau=
ßen geöffnet und Johann ſtand vor ihnen.
Habch Sie den Schlüſſel, gnädiges Fräulein?
Hier, Johann. Hat Großvater nach mir gefragt?
Ja, der junge Herr will noch heute mit dem
Nacht=
zug fort, es ſoll früher zu Abend gegeſſen werden. Es
iſt ein Glück, daß die Dörthe Sie gleich gefunden hat.
Ich habe ihr geſagt, daß das gnädige Fräulein uns
nicht verraten würden. Ueber kurzem werden Sie ja
die Herrin hier, dann gibt es keine verſchloſſenen Türen
hnehr für das gnädige Fräulenn, darum habe ich mir
nuch nichts Uebles gedacht, als ich Ihren Wunſch
er=
füllte.
Iſt ſchon recht, Johann. Doch wo ſind wir hier?
AAch ſo, beim Burggraben.
Wenn gnädiges Fräulein mir nun folgen wollen,
ich führe Sie den nächſten Weg.
Gehen Sie voran, Johann, hier bin ich ſeit meiner
Kindheit nicht geweſen, es iſt die reine Wildnis hier. Von
der Tür iſt ſchon nichts mehr zu entdecken.
Auf Befehl des gnädigen Herrn darf hier nichts
ab=
geholzt werden, der Gärtner iſt ganz unglücklich darüber.
Sie ſchritten dicht am dunklen Waſſer hin. Iſt es tief?
fragte Suſanne, nur um etwas zu ſagen.
Tief genug, daß ein Menſch darin ertrinken kann, und
der Grund iſt moorig.
Suſanne ſagte nichts mehr, ſondern beeilte ſich, aus
dieſem dunklen Winkel herauszukommen. Sie atmete tief
auf, als ſie in ihrem Zimmer ſtand, das ſie ungeſehen
er=
reicht hatte. Sie beeilte ſich, ihr ſchwarzes Kleid mit einem
leichten zu vertauſchen.
Ach, da biſt Du ja, rief Friedrich Wilhelm erfreut, als
ſie das Wohnzimmer betrat, ich fürchtete ſchon, Dich vor
meiner Abreiſe nicht mehr zu ſehen.
Ich war etwas angegriffen Verzeih, daß ich Dich ſo
lange warten ließ. Seit wann iſt denn Deine heutige
Ab=
reiſe beſchloſſen worden.
Die Poſt brachte mir Nachricht von Hans, er will mich
vor meiner Abreiſe noch ſehen. Ich treffe ihn in Berlin.
Seine Ernennung zum Attaché bei der Botſchaft in Peking
iſt ſo raſch gekommen, daß es auch mich überraſcht hat. Es
wird ſich nicht mehr ermöglichen laſſen, daß er noch nach
Altenwerder kommt.
Die ſähde, ic hut gerde Lnder dans ſo gerne
kennen gelernt.
Er würde Dir gefallen haben. Ich machte Onkel den
Vorſchlag, mich mit Dir nach Berlin zu begleiten, aber
er war nicht dazu zu bewegen. Friedrich Wilhelm zog
ſie zärtlich in ſeinen Arm. Ich hätte Dir gern ein wenig
von Berlin gezeigt.
Nein, nein, ſpäter einmal, wehrte ſie ängſtlich ab.
Du mein weltfremdes Mädel, ich glaube wahrhaftig,
Du fürchteſt Dich vor der Großſtadt.
Nicht nur vor Berlin, Friedrich Wilhelm, ſondern vor
allen Fremden, Du mußt nicht vergeſſen, daß ich
Alten=
werder noch nie verlaſſen habe und in Einſamkeit
aufge=
wachſen bin.
Daß es heutzutage noch ſo etwas gibt.
Es lag wohl an den Verhältniſſen, und es war gut
ſo. Mir iſt dadurch viel erſpart geblieben.
Er führte die ſo ernſt Blickende in eine der tiefſten
Fenſterniſchen, wie es deren im Schloß ſo viele gab, und
warf ſich in einen Seſſel, ſie auf ſeine Knie ziehend.
Ich glaube, wir nehmen das Anerbieten des Onkels
an, und verleben hier unſere Flitterwochen.
Ich würde es Dir danken.
Da iſt nichts zu danken. Du mußt mir immer ſagen,
was Du Dir wünſcheſt. Ich glaube, Du biſt ſehr beſcheiden.
Wie man es nehmen will. In der Liebe bin ich nicht
Nummer 162.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Inli 1912.
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beſcheiden. Suſanne warf mit jäh ausprchender
Leiden=
ſchaft ihre Arme um ſeinen Hals und drückte ihn
unge=
ſtüm an ſich. Du wirſt mich nicht vergeſſen in Deinem
Großſtadtleben?
Dich vergeſſen?
Wir haben uns zu raſch gefunden.
Friedrich Wilhelm rechnete an ihren ſchlanken Fingern
die Tage ab. Morgen werden es zwei Wochen, und vom
Morgen bis in die ſinkende Nacht waren wir zuſammen.
Das nennſt Du zu raſch?
Mir iſt’s noch oft wie ein Traum.
Und mir wie das Leben ſelbſt. Bald werden alle
Freunde und Bekannte unſer Glück erfahren. Die Anzeigen
werden morgen ſchon verſchickt, auf der Kanzlei ſchreiben
ſie ſich die Finger wund an Adreſſen die ich mitnehmen
werde. Auch die Kreuzzeitung wird es übermorgen
bringen.
Wird ſich Dein Bruder freuen?
Natürlich, dem ſage ich es ſchon heute, und morgen
ſpreche ich mit meinem Chef. Um zehn Uhr kannſt Du
an mich denken. Er wird mich ungern gehen ſehen.
Wird es Dir nicht ſchwer, aus Deinem Beruf zu
ſcheiden.
Nein, denn ich bin mit Leib und Seele Landwirt. Und
denke nur, was das bedeutet, Herr von einem ſolchen Beſitz
zu werden. Uebrigens iſt es ja in Zukunft nicht
ausge=
ſchloſſen, daß ich wieder zu meinem alten Beruf
zurück=
kehre!
Du willſt ins Miniſterium zurück?
Nein, aber Onkel meint, der Landrat ſei alt, und es
ſei begründete Ausſicht vorhanden, daß ich ſein Nachfolger
würde. Darum habe er mich als Erben von Altenwerder
gewählt.
Iſt das denn zu vereinen?
Natürlich, nur müßten wir dann in der Kreisſtadt
wohnen.
Dann hoffe ich, daß Du nie Landrat wirſt.
Vielleicht wirſt Du noch anderen Sinnes, wenn Dich
der Ehrgeiz packt. Du wäreſt die erſte Frau, die nicht
wünſchte, daß ihr Mann Karriere machte.
Ich glaube, dieſer Sinn geht mir ab.
Er ſchläft nur noch bei Dir, Suſanne, wie noch ſo
vieles andere, ich werde es ſchon aufzuwecken wiſſen.
Wer weiß, Friedrich Wilhelm. Du haſt Dir ein
wun=
derlich einſames Menſchenkind zur Ehe gewählt, und es
iſt ſchon zu alt, um ſich zu ändern.
Zu alt? Du unerfahrene Jugend? Er küßte zärtlich
die ſchönen ernſten Augen. Dieſe Augen haben noch gar
nicht ordentlich ins Leben geſehen.
Das macht, ſie haben zu viel nach innen geſchaut.
Viertes Kapitel.
Suſanne kam es vor, als lebe ſie in Saus und Braus.
Da war kaum eine Stunde, die nicht etwas Neues brachte.
Friedrich Wilhelm kehrte nach wenigen Tagen
Abweſen=
heit von Berlin zurück. Nun, wo er ſeinem Beruf
ent=
ſagen mußte, hielt ihn dort nichts mehr. Der Bruder war
nur noch Stunden mit ihm zuſammen geweſen, da er ſich
einſchiffen mußte. Was ſollte er noch allein in der immer
heißer und ſtaubiger werdenden Großſtodt. Er kannte ia
ſies binberſchen, neam esubig wunde. Sche
Zum=
geſellenhaushalt löſte er auf und ſtellte die Möbel beim
Spediteur unter. Bei einer kurzen Anweſenheit war ein
Wohnen im Hotel vorzuziehen.
Heute war Suſanne allein, und ſie wurde der
Einſam=
keit ordentlich froh, war ſie doch bis jetzt ihr Weggefährte
geweſen. Die Herren waren zur Kreisſtadt gefahren und
wollten erſt zur Nacht wiederkommen.
Daß mein Töchterchen nicht etwa aufbleibt, hatte der
alte Herr noch bei der Abfahrt geſcherzt.
Aus der Enkelin war eine Adoptivtochter geworden.
Auf den Verlobungsanzeigen war zu leſen geweſen, daß
der Regierungsaſſeſſor Friedrich Wilhelm von Bagewitz
ſich mit der Adoptivtochter von Bagewitz auf Altenwerder
verlobt hatte.
Ich bin es der kommenden Generation ſchuldig,
Su=
ſanne, hatte der Großvater geſagt, als er ihr eine der
An=
zeigen reichte. Damit war die Sache für ihn abgetan,
aber nicht für das junge Mädchen.
Noch nie hatte der Makel ihrer Geburt ſie ſchwerer
gedrückt als in den Tagen ihres jungen Brautglücks.
Heute ſollte beim Rechtsanwalt Großvaters Teſtament
unterſchrieben werden und die Urkunde, in der ihr
Ver=
lobter zu ſeinem Erben und Nachfolger eingeſetzt wurde.
An ſeiner Seite würde ihr Los ſich mehr als glänzend
ge=
ſtalten. Wer würde es in Zukunft wagen, der Schloßfrau
von Altenwerder ihre Herkunft vorzuwerfen.
Und doch!
(Fortſetzung folgt.)
Die Annahme der Beamten=Beſoldungsvorlage
in beiden Kammern der Landſtände.
Nach zirka 9ſtündigen, von heißen und
leidenſchaft=
lichen Debatten erfüllten Beratungen in zuſammen fünf
verſchiedenen Sitzungen, deren letzte erſt um 6¼ Uhr
abends beendet war, haben geſtern die Erſte und Zweite
Kammer die Regierungsvorlage über die
Dienſt=
bezüge der Staatsbeamten und
Volks=
ſchullehrer und ihrer Hinterbliebenen,
ſowie die Deckungsmittel mit allen dazu gehörigen
Nebengeſetzen im Rahmen des Mantelgeſetzes
verab=
ſchiedet, und zwar im weſentlichen nach
den Beſchlüſſen der Erſten Kammer.
Die nachſtehenden Berichte über die Sitzungen
bei=
der Kammern ſind ſo angeordnet, daß ſie der
zeit=
lichen Folge entſprechen, und ſo eine einheitliche
Ueberſicht über die Verhandlungen beider Kammern
geben, wie ſie ſin der Aufeinanderfolge ſich entwickelt haben.
Zweite Kammer der Stände.
37. Sitzung.
St. Darmſtadt, 11. Juli.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.,
Geheimer Staatsrat Krug von Nidaa, Geheimeräte
Dr. Becker, Dr. Beſt, Süffert, Geheimer
Ober=
finanzrat Seip, Oberfinanzrat Balſer, Legationsrat
Dr. Neidhart, Finanzrat Ulrich.
Die Tribünen ſind überfüllt.
Die auf 10 Uhr anberaumt geweſene Sitzung war
um 12,25 Uhr noch nicht eröffnet. Seit 9½ Uhr
hat der Finanzausſchuß im Verein mit der Regierung
ge=
tagt, um über die Diſſenſe der Erſten Kammer zu einem
Entſchluß zu kommen. Faſt ſämtliche übrigen
Abgeord=
neten wohnten den Verhandlungen bei. Wie verlautet,
dreht es ſich im weſentlichen um das Zuſtandekommen
eines Kompromiſſes zu der Erhöhung der
Volksſchul=
lehrergehälter. Man verſucht, ſich nach beiderſeitiger
gleicher Nachgabe auf den die Mitte bildenden
Satz von 13½ Prozent für die
Volksſchul=
lehrer zu einigen. Die Erſte Kammer iſt faſt
voll=
zählig auf den reſervierten Tribünen verſammelt, ſie hat
ihre Sitzung ebenfalls vertagt, bis die Zweite Kammer
zu einem Entſchluß gekommen iſt.
Um 12½ Uhr wird die Sitzung durch den
Präſiden=
ten Köhler eröffnet. Das Haus berät zunächſt die
Rückäußerungen der Erſten Kammer zur
Beſoldungsvorlage.
Berichterſtatter des Finanzausſchuſſes, Abg. Dr.
Oſann, referiert eingehend über die Verhandlungen im
Ausſchuſſe. Er teilt mit, daß die Erſte Kammer den
Be=
amten nur 90 Prozent der Regierungsvorlage von
Wohnungsgeld und Gehalt zuſammen bewilligt habe.
Dieſem Vorſchlag ſchließt ſich die Mehrheit des
Finanz=
ausſchuſſes an. Der Bauernbund habe einen neuen
An=
trag eingebracht, der die Differenzierung des
Wohnungs=
geldes aufhebt, indem er für den Wohnungsgeldzuſchuß
die Klaſſe II als Grundlage ſetzt. Damit könne er ſich
nicht befreunden. Bezüglich der Lehrergehälter ſchlage
die Mehrheit den Satz von 13½ Prozent Erhöhung vor
ſtatt nur 11 Prozent der Erſten Kammer. Bezüglich der
Zivilliſte beharre der Ausſchuß auf ſeinem Beſchluſſe.
Be=
züglich der Tilgung trete er dem Beſchluſſe des anderen
Hauſes bei (½ Prozent bei den ſeit dem 1. April 1912
kontrahierten Schulden). Redner führt dann noch die
anderen unwichtigen Differenzen an.
Abg. Henrich berichtet über die Aenderungen der
Erſten Kammer zum Urkundenſtempelgeſetz und beantragt
Beitritt zu deren Beſchluſſe.
Finanzminiſter Braun Exz. erklärt ſich mit der
Ge=
währung von nur 90 Prozent für die Beamten
einver=
ſtanden (gegenüber dem Regierungsvorſchlag), um zu
einem Reſultat zu kommen. Neue Deckungsmittel hätten ſich
ja nicht gefunden. Hinſichtlich des Wohnungsgeldes ſei
der Antrag des Bauernbundes erſt ſoeben eingegangen,
und habe er ſich darüber nicht ſchlüſſig machen können.
Er ſei angeſichts der Geſchäftslage des Hauſes für
Ab=
lehnung. Betreffs der Volksſchullehrer ſei die Erſte
Kam=
mer auf die Regierungsvorlage zurückgegangen, und halte
die Regierung 11 Prozent heute noch für richtig auch
gegenüber dem Vorſchlage von 13½ Prozent. Betreffs
des Beſchluſſes über die Zivilliſte verhalte ſich die
Regie=
rung neutral. Mit den vier Fünftel Prozent Tilgung der
nach dem 1. April 1912 kontrahierten Schuld ſei ſie
ein=
verſtanden, ebenſo mit den Aenderungen zum
Urkunden=
ſtempelgeſetz.
Abg. Brauer: Es wundert mich, daß der Herr
Finanzminiſter keine Stellung zu unſerem Antrag nehmen
konnte, weil er ihn erſt zu ſpät erhalten hat. Es war doch
von vornherein unſer Standpunkt, daß wir die
Verſchie=
denheiten zwiſchen Stadt und Land nicht mitmachen. Mit
der Genehmigung höheren Wohnungsgeldes für die
Städte erſteht die Gefahr der Entvölkerung des Landes.
Dem müſſen wir im allgemeinen entgegentreten. Die
Erſte Kammer hat die Mitte gezogen zwiſchen unſerem
Antrag und der Regierung und ſchlägt 90 Prozent vor.
Sie hat aber nicht die Konſequenz gezogen, auch für die
Volksſchullehrer das gleiche zu bewilligen.
Geheimerat Dr. Becker bittet, immer nur an das
Erreichbare zu denken und Lieblingswünſche fallen zu
laſ=
ſen. Er bittet daher, den Antrag des Bauernbundes
ab=
zulehnen, der die Grundlage der ganzen bisherigen
Be=
ratung erſchüttert und im jetzigen Stadium ganz
uner=
wartet kommt. Außerdem begünſtigt er die Beamten auf
dem Lande in übermäßiger Weiſe. Die Partei könne ganz
gut, ohne ſich etwas zu vergeben, für den Ausſchußantrag
ſtimmen.
Abg. Ulrich: Die Herren vom Bauernbund wollen
mit ihrem Antrag ſchon jetzt in dieſem Augenblick die
Differenzierung abſchaffen. Ich meine, in dieſem
Augen=
blick können wir es nicht verantworten, dem Antrag zu
folgen. Die Auffaſſung des Bauernbundes daß die
Be=
amten in der Stadt nicht zu heiraten brauchten (Unruhe,
Heiterkeit, Kontroverſe) iſt nicht ſtichhaltig. Es ſteht feſt,
daß die Wohnungsverhältniſſe auf dem Lande bezüglich
der Preiſe nicht zu vergleichen ſind mit denen in der
Stadt. Wir können alſo den Antrag des Bauernbundes
nicht annehmen. Wenn wir auf unſerem früheren
Stand=
punkt verharren, ſind tatſächlich die Beamten die
Leidtra=
genden. Lediglich aus dieſem Grunde wollen wir dem
Beſchluſſe der Erſten Kammer beitreten. Das wird uns
natürlich ſchwer, denn es war gar nicht gentlemanlike von
der Erſten Kammer, zu ſagen, entweder ihr freßt das, oder
die Vorlage fällt. (Zuſtimmung, Unruhe.) Ich werde
den Herren gelegentlich ſchon die richtige Antwort geben;
bei einer Gelegenheit, da Dritte nicht geſchädigt werden.
Wir verwahren uns gegen die Art und Weiſe, wie die
Erſte Kammer uns in dieſe Situation gebracht hat. Zu
der Frage der Schuldentilgung muß doch feſtgeſtellt
wer=
den, daß endlich die Herren vom anderen Hauſe Vernunft
angenommen haben und zu uns herübergekommen ſind:
(Zuſtimmung, Heiterkeit.) Das wollte ich doch feſtnageln.
Aba. Dr. Schmitt möchte ſeine Abſtimmung
moti=
vieren: Es kommt in dieſem Stadium nicht mehr darauf
an, die taktiſchen Fragen zu verhandeln und hier an
Grundſätzen feſtzuhalten. Die Beamten werden dafür mit
Recht wenig Verſtändnis haben. Wir müſſen endlich
etwas zuſtande bringen. Wenn wir uns wechſelſeitig nicht
einigen, ſind die Leidtragenden die Beamten, und wir
müßten doch alles tun, um die Vorlage zuſtande zu
bringen.
Abg. Dr. Oſann: Ueber die Tragweite des
Antra=
ges des Bauernbundes iſt noch nirgends geſprochen
wor=
den. Erſt nach der Sitzung iſt dieſe Tragweite zutage
ge=
treten. Man will nicht nur die 10 Prozent abziehen,
ſon=
dern noch 50 Mark extra. Dem kann man unmöglich
zu=
ſtimmen. Der prinzipielle Standpunkt des Bauernbundes
iſt durchaus verſtändlich: die Beamten auf dem Lande zu
halten. Aber hier handelt es ſich ja doch nur um ein
Pro=
viſorium, und da darf nur entſcheidend ſein, welche
Re=
ſultate ein Zum=Scheitern=bringen der Vorlage haben
wird. Hierzu ſpricht ferner (auf der Journaliſtentribüng
unverſtändlich) Geb. Staatsrat Krug von Nidde
Damit ſchließt die Debatte
Die Abſtimmung über den Antrag Brauer iſt eine
namentliche. Dafür ſtimmen 27, dagegen 26 Abgeordnete,
ſo daß der Antrag angenommen iſt. Dafür ſtimmen
Bauernbund, die Mehrheit des Zentrums und vier
Na=
tionalliberale.
Der
Antrag des Bauernbundes
geht dahin, bei der Berechnung des Wohnungsgeldes
ein=
heitlich die Ortsklaſſe 2 zu Grunde zu legen. Es ſollen
alle Beamten vom Lande (Klaſſe 3) und die der Stadt
(Klaſſe 1) einheitlich nach Klaſſe 2 berechnete
Teuerungs=
zulagen erhalten. Im Wortlaut heißt der Antrag:
„Bei der Berechnung der Teuerungszulage für 1912 ſind
als Grundlagen (Antrag Oſann) bezüglich des
Wohnungs=
geldes die Sätze der Ortsklaſſe 2 einheitlich
feſtzuſetzen.”
Die Beſoldungsvorlage wird in Art. 1 (90
Prozent vom Regierungsvorſchlag) einſtimmig
angenom=
men, ebenſo die Reſtartikel, mit Ausnahme des Artikels 3
(Lehrergehälter betreffend). Bezüglich der Zivilliſte
wird auf dem früheren Beſchluſſe beharrt, dagegen
bezüg=
lich des Tilgungsgeſetzes dem Beſchluſſe Erſter Kammer
beigetreten; ebenſo betreffs des Urkundenſtempels. Die
Erhöhung der Lehrergehalte um 13½ Prozent (
Kompro=
mißvorſchlag) wird einſtimmig beſchloſſen.
Damit ſchließt die Sitzung.
Die Beſchlüſſe gehen an die Erſte Kammer.
Erſte Kammer der Stände.
7. Sitzung.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.,
Geheimer Staatsrat Krug von Nidda, Geheimeräte
Dr. Becker, Dr. Beſt, Süffert, Geheimer
Ober=
finanzrat Seip, Oberfinanzrat Balſer, Legationsrat
Dr. Neidhart, Finanzrat Ulrich.
Die auf 11 Uhr anberaumt geweſene Sitzung wurde,
da die Verhandlungen der Zwliten Kammer über die
Diſſenſe abgewartet werden mußhen, um viele Stunden
verzögert. Kurz vor 2 Uhr begann der Finanzausſchuß
ſeine Beratung über die neueren Beſchlüſſe des anderen
Hauſes.
Um 2 Uhr 15 Min. wird die Plenarſitzung durch
Vize=
präſident Fürſt Karl zu Solms=Hohenſolms=
Lich eröffnet.
Das Haus erledigt zunächſt debattelos durch
Beitritt zu den Beſchlüſſen der Zweiten Kammer folgende
Poſitionen:
Regierungsvorlage, betreffend Abtretung von
Wegparzellen des Großherzogtum-
Lan=
deseigentum in der Gemarkung Gernsheim.
— Regierungsvorlage, betreffend Summariſche
Ueberſicht der Einnahmen und Ausgaben
der Staatsſchuldenverwaltung für 1908.
— Regierungsvorlage, betreffend Summariſche Ueberſicht
der Einnahmen und Ausgaben der Großh.
Landes=
kreditkaſſe in der Finanzperiode 1996 und
1907. — Regierungsvorlage, Verkauf eines
Ge=
ländeſtreifens des Großherzogtum=
Lan=
deseigentum an die Stadt Groß=Umſtadt
betreffend. — Regierungsvorlage, Verkauf des
fis=
kaliſchen Hofgutes Neu=Ulrichſtein betreffend.
Das Haus tritt dann in die Beratung der
Rückäußerungen der Zweiten Kammer
ein.
Berichterſtatter Direktor Parcus: Der
Finanzaus=
ſchuß iſt zu ſeinem Bedauern nicht in der Lage, den
in der Zweiten Kammer angenommenen Antrag des
Bauernbundes zur Annahme zu empfehlen, weil er
den Antrag erſt zu ſpäter Stunde erhalten hat und
da=
durch in ſeiner finanziellen Tragweite noch nicht zu
über=
ſehen iſt. Es ſoll ausdrücklich betont ſein, daß damit
nicht für oder gegen eine Differenzierung des
Wohnungs=
geldzuſchuſſes Stellung genommen wird; die Frage ſoll
vielmehr vor der definitiven Regelung eingehend und
ernſt geprüft werden unter Berückſichtigung der in der
Zweiten Kammer betonten Geſichtspunkte. Der Ausſchuß
beantragt demgemäß, den Antrag Brauer-Dr.
Weber abzulehnen und bezüglich des Artikels 1
auf dem früher gefaßten Beſchluß zu beharren.
Das Haus ſtimmt dem Antrag
einſtim=
mig zu.
Zu Artikel 3 Abſatz 1 (Volksſchullehrergehälter) führt
Direktor Parcus aus: Wenn auch hierzu der
Finanz=
ausſchuß beſchloß, auf dem von der Erſten Kammer
ge=
faßten Beſchluß (11 Prozent) zu beharren, ſo war
dazu in keiner Weiſe irgend welche Animoſität gegen die
Volksſchullehrer maßgebend oder Halsſtarrigkeit
gegen=
über der Zweiten Kammer. Der Finanzausſchuß hat den
Vorſchlag lediglich aus pekuniären Rückſichten gemacht.
Redner belegt dies kurz durch die bekannten Zahlen und
kommt zu dem Schluß, daß für 1913 für zwei Millionen
noch gar keine Deckung vorhanden iſt, außer der aus dem
Ausgleichsfonds, der ſehr unſicher iſt. Das allein ſind die
Gründe des Finanzausſchuſſes der Erſten Kammer für
ſeine Vorſchläge, die, darauf ſei beſonders hingewieſen,
ja nur Vorſchläge für ein Proviſorium ſſein ſollen. Bis
zur definitiven Regelung ſollen die weitergehenden
Wün=
ſche nochmals eingehend geprüft werden, und ich gebe der
Hoffnung Raum, daß es gelingt, zu erweiſen, was im
Intereſſe der Beamten und Lehrer liegt. Der
Finanzaus=
ſchuß beantragt alſo, auf dem Beſchluß des
Hohen Hauſes zu beharren.
Das Haus ſtimmt gegen eine Stimme
(Geheimerat Kittler) dem Antrag zu.
Graf zu Erbach=Fürſtenau referiert über den
Diſſens zur Erhöhung der Zivilliſte. Der
Aus=
ſchuß ſteht auf dem Standpunkte, daß die Erſte Kammer
ſachlich mit ihrem Antrage hier durchaus im Rechte iſt.
Doch ſchlagen wir im Intereſſe der guten Sache vor, der
Zweiten Kammer nachzugeben und dem von
dieſer gefaßten Beſchluß beizuſtimmen. Wir legen Wert
darauf, mit der Zweiten Kammer zuſammen zu wirken.
Ich muß durchaus proteſtieren dagegen, daß im anderen
Hauſe geſagt wurde, wir hätten den Standpunkt
einge=
nommen „Friß Vogel, oder ſtirb!‟ Das iſt durchaus nicht
ſo, und ich lege namens dieſes Hohen Hauſes energiſch
Verwahrung dagegen ein. Wenn wir feſt blieben,
ge=
ſchieht es nur im Intereſſe des Landes. Wir geben ſonſt
gerne nach, aber in dieſer Frage können wir nicht.
Geh. Staatsrat Krug von Nidda: Die
Regier=
ung erkennt den Standpunkt der Erſten Kammer dankbar
an und ſteht ſelbſt ganz auf dem gleichen Standpunkte.
Sie empfiehlt bezüglich der Zivilliſte, dem Standpunkte
der Zweiten Kammer beizuſtimmen
Der Ausſchußantrag wird dann
ein=
ſtimmig angenommen.
Die Sitzung wird um halb 4 Uhr geſchloſſen, doch
er=
ſucht der Präſident die hohen Herren, noch da zu bleiben,
da die Vorlage vorausſichtlich nochmals an die Kammer
gelangen wird.
Zweite Kammer der Stände.
(Zweite Tagesſitzung vom 11. Juli.)
Kurz vor 3 Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet.
Noch immer ſind die Galerien dicht beſetzt und auch im
Hauſe herrſcht große Unruhe, weil noch allenthalben
Grup=
pen eifrigſt diskutieren.
Abg. Dr. Oſann als Berichterſtatter des
Ausſchuſ=
ſes macht dem Hauſe Mitteilung von den Beſchlüſſen der
Erſten Kammer, die den Antrag des Bauernbundes
ab=
lehnt und auf dem Beſchluß bezüglich der 11prozentigen
Erhöhung der Bezüge der Volksſchullehrer beharrt. Der
Ausſchuß der Zweiten Kammer hat dazu beſchloſſen, ſich
bezüglich der Ablehnung des Antrages des Bauernbundes
dem Beſchluſſe der Erſten Kammer anzuſchließen.
Wei=
ter hat der Ausſchuß in ſeiner Mehrheit
be=
ſchloſſen, zu beantragen, bezüglich der
Volksſchullehrergehalte auf dem Beſchluß
der Zweiten Kammer (13½ Prozent) zu
ver=
harren, die Minderheit war bereit, ſich der Erſten
Kammer anzuſchließen.
Redner führt dann aus: M. H.! Ich habe namens
der Nationalliberalen Partei zu erklären, daß wir
ein=
ſtimmig zu der Auffaſſung gekommen ſind, uns
nun=
mehr zu dem Standpunkt der Erſten Kammer zu
ent=
ſchließen. Meine Herren, Sie haben wahrnehmen können,
wie gerade in unſerer Partei von vornherein den
Beam=
ten und Lehrern gegenüber eine überaus
wohl=
wollende Stellung eingenommen worden iſt, und wenn
man das Wohlwollen nicht allein durch Worte bezeugen
wollte, ſondern auch durch die Tat, wie man
ge=
kämpft hat, insbeſondere auch in meiner Fraktion, bis
zuletzt, dahin, daß eine entſprechende Erhöhung der
Be=
foldung eintreten ſollte gegenüber dem, was die Erſte
Kammer beſchloſſen hat. Meine Herren, ich darf auch
wei=
ter darauf verweiſen, daß in der erſten Sitzung über die
Beſoldungsvorlage gerade in der nationalliberalen
Frak=
tion die Forderung erhoben wurde, daß wegen der
unge=
rechten Behandlung der Lehrer im Verhältnis zu den
mittleren Beamten eine Erhöhung der Gehalte der Lehrer
eintreten müſſe. Wir haben uns ſchlüſſig gemacht, daß eine
Erhöhung von 11 auf 15 Prozent eintreten ſollte. Meine
Herren, den Standpunkt haben wir weiter eingenommen
und haben ihn bis zuletzt vertreten und geſucht, mit den
anderen geſetzgebenden Gewalten zu einem Einklang zu
kommgi. Bei dieſer Vorlage muß unſereinem als
Abge=
ordneten ſtets vor Augen ſchweben, daß er es nicht mit
einer Geſetzesvorlage, ich will ſagen, gewöhnlicher Art zu
tun hat, ſondern daß wir es hier zu tun haben mit einer
Geſetzesvorlage, welche weit eingreift in die
Beſol=
dungsverhältniſſe der Beamten. Meine
Herren, das haben wir uns deshalb vor Augen halten
müſſen, weil wir uns das Ziel vorgeſetzt haben,
unbe=
dingt etwas zu erreichen. Ich würde es nicht für
richtig halten, die Not der Beamtenſchaft hier in den
Wor=
ten und in den Farben darzuſtellen, wie ich es getan habe,
wenn ich nicht die feſte Abſicht gehabt hätte, auch wirklich
zu einem praktiſchen Ergebnis zu kommen. Meine
Herren, hier hat es ſich zu fragen: iſt der Widerſtand der
Erſten Kammer gegenüber den Beſchlüſſen der Zweiten
Kammer ein ſo ſtarrer, daß ich ſagen muß: ich kann nicht
zurückgehen, oder ob ich ſagen muß im Intereſſe der
Beamten und im Intereſſe der Lehrer: ich muß
hier zurückgehen, insbeſondere, wenn ich dann andere
Kon=
zeſſionen, die die Erſte Kammer uns auf anderem Gebiete
gemacht hat, dagegen erhalte. (Zuruf.) — Der Herr Abg.
Bähr iſt nicht orientiert darüber, wenn er ſagt: das ſtimmt
nicht. (Zuruf des Abg. Bähr: Habe ich nicht geſagt!) Die
Konzeſſion ſeitens der Erſten Kammer iſt die, daß eine mit
der Beſoldungsordnung in Verbindung ſtehende Vorlage,
das Schuldentilgun gsgeſetz, trotz des
lebhaf=
teſten Widerſtands ſchließlich von ihr angenommen worden
iſt. Meine Herren, das iſt eine Konzeſſion der Erſten
Kammer gegenüber dem Standpunkt der Zweiten Kammer,
die ſeit langer Zeit auf dem Boden des
Schuldentilgungs=
geſetzes geſetzlicher Art geſtanden hat und die Erſte
Kam=
mer iſt der Zweiten Kammer gegenüber ſeither immer
renitent geweſen, ſo renitent, meine Herren, daß nicht
ein=
mal die Vorlage in Beratung genommen wurde. Jetzt hat
in der Richtung die Erſte Kammer eine Nachgabe gemacht;
ſie hat ein Schuldentilgungsgeſetz geſchaffen, das auch von
der Majorität, ich glaube, von der Einſtimmigkeit dieſes
Hauſes angenommen worden iſt.
Meine Herren, wenn man das auf der einen Seite
er=
wägt — und das ganze Kompromiß iſt nicht allein auf der
Beamtenbeſoldungsvorlage aufgebaut, ſondern es iſt
wei=
ter aufgebaut auch auf der Schuldentilgungsvorlage, die
in dem Mantelgeſetz von der Regierung zu einer
Geſamt=
vorlage vereinigt worden war —, ſo frage ich mich,
abge=
ſehen von anderen Dingen: lebt denn eigentlich die
poli=
tiſche Welt, lebt denn die parlamentariſche Welt nicht von
gegenſeitigen Konzeſſionen? (Zuruf: Echt
nationalliberal!) — Meine Herren, auch das nehme ich mit
in Kauf im Intereſſeder Beamten und im
In=
tereſſe der Lehrer, daß mir auch nachher draußen
geſagt wird, daß man vor der Erſten Kammer umgefallen
ſei. Wenn man mir das ſagt, ſo ſage ich dem
Betreffen=
den: was haſt Du denn geleiſtet für die Beamten?
(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen und im
Bauern=
bund.) Was haſt Du denn für die Volksſchullehrer
gegeben, wenn Du wegen der 2 oder 3 Prozent
eine ganze Vorlage ſcheitern läßt? (
Leb=
hafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Und meine
Herren, wenn Sie die ganze Vorlage zum Scheitern
brin=
gen, ſo entziehen Sie den Beamten einen Betrag von
etwa 2 Millionen, den ſie hier bekommen hätten. Sie
entziehen den Lehrern aber auch — das iſt der andere
Punkt — ſie entziehen den Lehrern die 625000 Mark
die ſie ebenfalls erhalten würden und dann nicht erhalten,
wenn man ſich einfach feſt auf ſeinen Standpunkt ſtellt.
Meine Herren, die Politikiſt die Kunſt der
Er=
reichung des Möglichen, und das Mögliche haben
wir verſucht. Wir haben noch den ganzen Morgen mit der
Erſten Kammer gekämpft. (Lachen links.) Wir haben eine
Einigung nicht erzielen können. Wür ſind von der Erſten
Kammer im Stiche gelaſſen worden. Aber meine Herren,
das Intereſſe eines ſo großen Teiles der Bevölkerung,
deſſen Notlage, deſſen Klagen in dem ganzen Hauſe
auch von Seiten derer, die ſich jetzt auf einen anderen
Standpunkt ſtellen, in den lauteſten Tonen dargelegt
wor=
den ſind, — das Intereſſe dieſer geht mir
ſchließlich doch noch weiter als mein eigenes
Intereſſe, als mein eigener Kopf.
Meine Herren, was kann ich denn einem Beamten
ſagen, was kann ich denn einem Lehrer ſagen, der zu mir
kommt und ſagt: warum haſt Du denn dieſe Vorlage
ab=
gelehnt? Ich kann ihm ſagen: ich bin der Erſten Kämmer
gegenüber feſt geblieben und habe den Widerſtand der
Erſten Kammer gegen mich nicht überwiegend werden
laſſen. Dann wird mir der Beamte und jeder von den
Lehrern ſagen: das war ein ſchöner Standpunkt; wir haben
dadurch nicht einen Pfennig erhalten und wir hätten,
wenn man nicht in der Weiſe die Feſtigkeit durchgeführt
hätte, dadurch große Summen erhalten und nicht in die
Kanäle der Beamtenſchäft allein geleitet, ſondern auch
wei=
ter aus der Beamtenſchaft heraus in die Kanäle des
er=
werbstätigen Volkes weiter übergeführt denn das
iſt doch kein Zweifel, daß das Gehalt, das hier gegeben
wird, nicht in die Taſchen der Beamten hineinfließt,
ſon=
dern weitergegeben wird an diejenigen, die aus der
Be=
amtenſchaft ihr Geld verdienen.
Ich mache mich darauf gefaßt, daß ich als
Nationallibe=
raler wiederum ſo bezeichnetwerde, alsob nur die Erſte
Kam=
mer etwas zu wollen brauche, daß man dann ſöfort
um=
ſchwenke, (Sehr richtig! bei den Soz. und Zuruf links:
Sofort nicht, aber zuletzt!) — Herr Pfarrer Korell gehen
Sie nur hinaus zu den Lehrern, wenn Sie die Vorlage zu
Falle gebracht haben, und ſagen Siet ich bin feſtgeblieben,
und Ihr habt nichts bekommen, ob Sie dann das
Lob ernten, das Sie etwa ernten wöllen, — nun, das mag
Ihnen überlaſſen bleiben. Ich bin ruhig und ſage mir:
hier iſt das Intereſſe des Standes der Beamten,
des Standes der Lehrer in einer ſolchen Frage,
ſodaß ich unter keinen Umſtänden einwilligen kann, Ihnen
garnichts zu geben, wenn ich ihnen nicht alles geben
kann. Ich habe, und mit mir meine ganze Fraktion, den
Beamten alles geben wollen. Ich habe den Lehrern 4
Prozent mehr geben wollen, als ſie nach der
Regierungs=
vörlage haben ſollen. Ich habe mich dafür bemüht und
habe in der Richtung gekämpft.
Meine Herren, der Kampf iſt zu Ende aber die
Ent=
ſcheidung in dem Kampfe muß nicht eine formelle ſein,
ſondern ſie muß eine materielle ſein, eine materielle unter
Berückſichtigung derjenigen Intereſſen,
die wir hier zu vertreten haben. (Lebhafter
Beifall bei den Nationalliberalen und dem Bauernbund.)
Und die Intereſſen ſind nicht allein unſere eigenen
Intereſſen, auch nicht die politiſche Machtſtellung der Erſten
Kammer, ſondern es ſind die Intereſſen des Teiles
des Volkes für den etwas geſchaffen
wer=
den ſoll. Deshalb ſind wir — ich bin damit mit allen
meinen Freunden einverſtanden — zu dem Beſchluß
ge=
kommen, auch auf den Standpunkt der Erſten Kammer zu
treten, insbeſondere weil es ſich doch auch nur um ein
Proviſorium handelt, um ein Proviſorium
gültig bis zum 1. April nächſten Jahres, und am
1. April nächſten Jahres hoffentlich abgelöſt durch ein
De=
finitivum, (Zurufe links), — hoffentlich durch ein
Definiti=
vum, bei dem wir ſo viel mitgearbeitet haben werden, daß
wir auch das noch fertig kriegen. Meine Herren, wenn im
Jahre 1898 die Beſoldungsordnung zuſtande gekommen
iſt, ſo wird ſie auch im Jahre 1912 oder im Jahre 1913,
wenn auch mit großen Kämpfen, zuſtandekommen. Aber
für mich iſt ja das, was ich jetzt bewillige, auch wenn das
Proviſorium aufhört, immer nur ein Proviſorium, und
wenn etwa die definitive Beſoldungsordnung am 1. April
nächſten Jahres noch nicht in Kraft getreten iſt, meine
Herren, dann habe ich wieder die freie Hand mich zu
entſchließen, welches Proviſorium ich dann machen will, ob
diefes Proviſorium oder wieder ein anderes, insbeſondere
ein anderes darin, daß ich vielleicht, wenn ich ſehe, daß
Gegenliebe für die endgültige Geſtaltung der Dinge bei
der Regierung nicht vorhanden iſt, einen Druck auf die
Regierung ausübe, daß dieſe endgültige Geſtaltung der
Dinge auch wirklich kommt. (Zurufe links.)
Meine Herren, das iſt der Standpunkt, den ich auch zu
vertreten habe im Intereſſe derjenigen
Volks=
klaſſen, von denen ich vorhin geſprochen habe, und ich
bitte, alle Gedanken des Widerſtands der Erſten Kammer,
der politiſchen Macht, die man hier vielleicht etwa aufgeben
würde, jetzt nicht zu meſſen, ſondern daran zu meſſen,
welche Intereſſen hier auf dem Spiel ſtehen, und
die Intereſſendieſerſind mir höher als alles,
was man hier theoretiſch auseinanderſetzt.
(Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.)
Abg. v. Brentano (Zentr.) konſtatiert zu ſeiner
Ge=
nugtuung, daß ſeine politiſchen Freunde denſelben
Stand=
punkt einnehmen. Jetzt handele es ſich nicht um
Prinzi=
pienreiterei, die er nicht billigen könne, und die er eines
Abgeordneten für unwürdig halte. Der Bauernbund könne
der Erſten Kammer ihre Ablehnung des Antrags Brentano
nicht übel nehmen, da auch dieſe unvorbereitet geweſen ſei.
Alles oder gar nichts, zu ſagen, ſei völlig verkehrt. Alle
Parteien würden den Beamten und Lehrern das
Ge=
bührende gerne geben und wenn nicht Alles gelungen ſei,
ſo liege das an der finanziellen Frage. Der Vorwurf, daß
ſie Sklaven der Erſten Kammer ſeien, rühre ihn nicht, da er
unbegründet ſei. Habe doch auch die Erſte Kammer
mehr=
fach nachgegeben.
Abg. Ulrich beſtreitet die Richtigkeit der
Behaup=
tung des Vorredners, daß man nichts anderes machen kann.
Man könne ſehr wohl einſtimmig beſchließen, auf dem
Standpunkt zu beharren, dann mag die Erſte Kammer das
Odium auf ſich nehmen, die Vorlage zu Fall zu bringen.
(Zurufe: Was haben die Beamten davon!) Wenn von
einem unwürdigen Spiel geſprochen wurde, ſo muß ich doch
konſtatieren, daß die Erſte Kammer mit uns ein
unwür=
diges Spiel getrieben hat. (Präſident Köhler rügt
die=
ſen Ausdrück.) Die Erſte Kammer hätte nachgeben können,
aber ſie wollte uns in die Knie drücken, uns zwingen, zu tun
wie ſie will, das iſt nichts weiter als eine Vergewaltigung
ſeitens der Erſten Kammer. Wir haben Zug um Zug
nachgegeben, bis wir uns auf 2½ Prozent der Erſten
Kammer genähert haben. Und nun will ſie uns zwingen,
nochmals nachzugeben. Es war für uns ein fortgeſetztes
Kotaumachen vor der Erſten Kammer. Jetzt ſtehe ich aber
auf dem Standpunkt, wenn die Erſte Kammer Schuld am
Scheitern der Vorlage hat, mögen die Beamten im Lande
Sturm laufen gegen die Erſte Kammer und gegen deren Art,
Geſetze zu machen.
Abg. Bach ſtellt feſt, daß die Lehrer bei der Sache
un=
gerecht behandelt werden. Wenn er trotzdem ſchweren
Her=
zens der Vorlage zuſtimmt, ſo geſchieht das unter
Wahr=
ung ſeines prinzipiellen Standpunktes und in der
Hoff=
nung, daß die Ungerechtigkeiten bei der definitiven
Regel=
ung ausgeglichen werden. (Bravo.)
Abg. Korell: Da wir den Beamten und Lehrern das
zukommen laſſen wollen, was ſie zu beanſpruchen haben
und was die Finanzkraft des Landes tragen kann,
müſſen wir feſtbleiben. Die Gerechtigkeit darf nicht zu
kurz kommen und ſie wäre gewahrt worden, wenn die
Be=
amten 90 und die Lehrer 13 Prozent erhalten hätten. Die
Deckung für das Proviſorium wäre dageweſen, wenn man
gewollt hätte. Darum beharren wir auf dem Beſchluſſe.
Finanzminiſter Braun Exz. ſchließt ſich den
Oſann=
ſchen Ausführungen durchaus an. Alle Prinzipienreiterei
müſſe an der unbeſtreitbaren Tatſache der Not der
Be=
amten ſcheitern. Auch die Regierung habe Nachgaben
über Nachgaben gemacht, um der Not der Beamten
ab=
zuhelfen. Den Bachſchen Ausführungen habe er nichts
beizufügen.
Es folgt die namentliche Abſtimmung über
die neuen Ausſchußanträge.
Das Haus tritt mit 37 gegen 11 Stimmen dem
Be=
ſchluſſe des anderen Hauſes betreffs des Antrages des
Bauernbundes bei (d. h. deſſen Ablehnung), während es
mit 28 gegen 24 Stimmen beſchliſeßt, auf
der Aufbeſſerung der Lehrer Um 13½
Pro=
zentzu verharren.
Hier tritt gegen 4 Uhr eine neue Pauſe ein, währent
der die Erſte Khmmer über den letzteren Beſchluß berät.
Erſte Kammer der Stände.
8. Sitzung.
Die zweite heutige Sitzung wird um 5 Uhr 15 Min
durch den Vizepräſidenten Fürſten Karl zu Solms=
Hohenſolms=Lich eröffnet.
Geheimerat Dr. Schmidt berichtet über die
inzwi=
ſchen erfolgten Beratungen des Ausſchuſſes, die das
Er=
gebnis hatten, zu beantragen:
1. das Hohe Haus wolle bezüglich des Artikels 3 (
Volks=
ſchullehrergehälter um 11 Prozent zu erhöhen) auf
dem gefaßten Beſchluß beharnen.
2. ſchlägt der Ausſchuß zur Annahme vor folgende
Reſolution:
„Beide Kammern des Landtages haben, um die
Be=
amten und Lehrer nicht die notwendige Aufbeſſerung ihrer
Bezüge länger entbehren zu laſſen, unter Zurückſtellung
aller grundſätzlicher Meinungsverſchiedenheiten, ſich
da=
hin geeinigt, für die proviſoriſche Regelung,
alſo für ein Jahr, die Sätze von 90 Proz. bezw. 11 Proz.
feſtzuſetzen, indem ſie gleichzeitig an die Regierung
das Erſuchen richtet, die Vorlage wegen
definitiver Regelung baldigſt den
Stän=
den zugehen zu laſſen.
Die Erſte Kammer wird bei der weiteren Beratung
ſich nicht grundſätzlich ablehnend gegen die Beſchlüſſe
ver=
halten, die von der Mehrheit der Zweiten Kammer gefaßt
worden ſind, aber die Zuſtimmung der Erſten Kammer
bis jetzt nicht gefunden haben. Sie wird dann auch ebenſo
wenig grundſätzlich eine Aufbeſſerung der Lehrer im
Sinne der differenzierten Skalen (Weber=Henrich)
ab=
lehnen.
Der Ausſchuß bittet die Mitglieder des Hohen Hauſes,
dieſe Reſolution zu der ihrigen zu machen.
Die Anträge werden einſtimmig angenommen. (Lebh.
Bravo!)
Darauf wird die Sitzung um 5.40 Uhr geſchloſſen und
das Haus auf unbeſtimmte Zeitvertagt.
Zweite Kammer der Stände.
(Dritte Tagesſitzung vom 11. Juli.)
Die dritte heutige Sitzung wird um 5 Uhr 45 Min.
durch Präſident Köhler eröffnet.
Abg. Dr. Oſann als Berichterſtatter teilt mit, daß
die Erſte Kammer auf ihrem Beſchluſſe beharre, dagegen
eine Reſolution angenommen habe, wonach ſie ſich
bei der organiſchen Reviſion nicht grundſätzlich der
Er=
höhung der Lehrergehalte um 13½ Prozent widerſetze.
(Wortlaut ſiehe oben.) Er bittet namens des Ausſchuſſes,
nunmehr den gleichen Standpunkt einzunehmen und die
Reſolution anzunehmen.
Abg. Grünewald wird im Namen ſeiner Partei
nunmehr dem Beſchlüſſe Erſter Kammer beitreten. In
der Reſolution erblickt er eine moraliſche Bindung des
anderen Hauſes.
Abg. Ulrich hält das Entgegenkommen der Erſten
Kammer für ungenügend.
Abg. Dr. Weber erklärt, daß ein Teil ſeiner Freunde
für den Beitritt ſtimmen werde.
Der Beitritt zu dem Beſchluſſe Erſter Kammer wird
mit großer Mehrheit beſchloſſen.
Präſident Köhler dankt den Mitgliedern für ihre
Ausdauer und vertagt um 5 Uhr 55 Min, das Haus auf
den Herbſt.
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