Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Das franzöſiſche Gelbbuch betreffend die
deutſch=franzöſiſchen Marokko=
Ver=
handlungen, das fertiggeſtellt iſt, ſoll am
Don=
nerstag oder Freitag morgen den Senatoren und
Ab=
geordneten ausgehändigt werden.
Die antirepublikaniſche Bewegung in
Portugal greift weiter um ſich. Die Regierung ergriff
energiſche Maßregeln zu ihrer Bekämpfung.
Am öſtlichen Ende des Long Island=Sundes
ſtießen das Schlachtſchiff Hampſhire und der
Damp=
fer Commonwealther und faſt zu gleicher Zeit zwei
Dampfer der Metropolitain=Lnie zuſammen.
Menſchen kamen dabei nicht ums Leben.
Die chriſtlich=nationale Arbeiterbewegung
und der Gewerkſchaftsſtreit.
Von Franz Behrens, Mitglied des Reichstages,
Generalſekretär des Gewerkvereins chriſtlicher
Berg=
arbeiter Deutſchlands, Eſſen (Ruhr).
Der gegenwärkige Gewerkſchaftsſtreit iſt zweifellos
dals Gewerkſchaftsſtreit eine außerordentlich ſtarke
Be=
laſtungsprobe für die chriſtlich=nationale
Arbeiterbewe=
ggung und insbeſondere für die chriſtlichen Gewerkſchaften.
Zu gleicher Zeit aber auch beweiſt das lebhafte Intereſſe,
ſdas die Oeffentlichkeit daran nimmt, daß ſie im Leben
un=
ſſeres Volkes ein Faktor von erheblicher Bedeutung ſind.
Insbeſondere tritt die Bedeutung der chriſtlich=
nationa=
len Gewerkſchaften auch noch deswegen ſo hervor, weil
idie geſamte ſozialdemokratiſche Preſſe in frohlockender
=Weiſe eine Vernichtung derſelben durch die Stellung
Roms in dem Gewerkſchaftsſtreit erwartete. Dieſe
Hoff=
mung hat ſich zwar als trügeriſch erwieſen, aber die So=
Zialdemokratie hat eine feine Witterung dafür, wer ihre
mnüberwindlichen Gegner ſind, und deshalb erwartete
ſie ſo viel von der Hilfe, die ihr gegen die chriſtlichen
Ge=
werkſchaften von Rom kommen ſollte.
Zwiſchen den weſt= und ſüddeutſchen Verbänden und
Dem ſogenannten Berliner Verband katholiſcher
Arbeitervereine beſteht ſeit jeher eine tiefgehende
Mei=
rrungsverſchiedenheit über Form und Charakter der
ge=
orlſchaftlichen Organiſation der katholiſchen Ar=
Heiter. Während die erſteren (ſog. M.=Gladbacher
Rich=
ung) die Organiſierung gewerkſchaftlicher Betätigung im
(ahmen der latholiſchen Arbeitervereine ablehnen und
hren Mitgliedern den Beitritt zu den
interkonfeſſionek=
inen chriſtlichen Gewerkſchaften warm empfehlen, verſucht
Der Berliner Verband die gewerkſchaftiche und
wirtſchaft=
iche Betätigung ſeiner Mitglieder durch katholiſch=
kon=
beſſionelle Fachabteilungen in engſter Angliederung an
die katholiſchen Arbeitervereine zu organiſieren. Zu=
Fleich vertritt der Berliner Verband den Standpunkt, daß
auch die rein gewerkſchaftlichen und wirtſchaftlichen
An=
gelegenheiten der Arbeiter (Löhne, Arbeitszeit uſw.) der
Leitung der Kirche, alſo letzten Endes dem Papſt unter=
Rehen. Dieſe wahrhaft Utramontane Auffaſſung lehnen
die neuerdings im „Kartellverband der
katholi=
ichen Arbeitervereine Deutſchands” organiſierten
weſt=
deutſchen und ſüddeutſchen Verbände ab. Dke in den
Hriſtlichen Gewerkſchaften organiſierten
katho=
ſichen Arbeiter verwerfen in entſchloſſenſter Weiſe den
Standpunkt des Berliner Verbandes und ſtehen mit
den evangeliſchen Mitgliedern der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften unerſchüttert auf dem Boden der vom erſten
Hriſtklichen Gewerkſchaftskongreß 1899 zu Mainz feſtgeſtell,
hen und bewährten Grundſätze.
In verſchiedenen Gebieten insbeſondere (Saarrelier,
Schleſien, Eichsfeld) beſteht ſeit Jahren zwiſchen den
Berliner” Fachabteilern und den katholiſchen
Mitglie=
dern der chriſtlichen Gewerkſchaften Ein heftiger Kampf.
Von Fachabteilungsſeite wurde ſchließlich verſucht,
weil die Fachabteiller in der katholiſchen Arbeiterſchaft
keine befriedigenden agitatoriſchen Erfolge zu verzeichnen
hatten, — die katholiſchen Miſtglieder bezw. Führer in
den chriſtlichen Gewerkſchaften zu verketzern. Dieſer Me=
Hode traten ſchlieflich die deutſchen Biſchöfe entgegen,
indem ſie am 14. Dezember 1910 in fünf Leitſätzen ein
eegenſeitfges Verketzern aus Anlaß der
gewerkſchaft=
lichen Meinungsverſchiedenheiten verboten. Dieſes Verbot
rEchtete ſich praktiſch gegen die Methode der katholiſchen
nachabteiler, da es gegen die Gewerkſchaftler
gegen=
ſaandslos war. Die Berliner Fachabteiler richteten jetzt
iſre Bemühungen über die Köpfe der deutſchen Biſchöfe
hinweg direkt nach Rom. Der Erfolg dieſes Bemühens
waren die bekannten Pfingſttelegramme aus Rom an die
Verſammlung der Berliner Fachabteiler ſehr
zuſtim=
nend in ihren Grundſätzen und Beſtrebungen, und an
den Kongreß des Kartellverbandes der weſt= und
ſüd=
deutſchen Verbände kühl und ermahnend. Dieſe
päpſtlichen Kundgebungen an die beiden Richtungen in
den katholiſchen Arbeitervereinen Deutſchlands
beleuch=
teten die Lage blitzhell und bedeuteten, trotzdem ſie nicht
an die chriſtlichen Gewerkſchaften gerichtet waren, die als
neutrale, interkonfeſſionelle Wirtſchaftsorganiſationen
auf nationaler Grundlage keine religiös=kirchliche
Orga=
niſationen ſind und keiner kirchlichan Inſtanz
unter=
ſtehen — ja ſie ſind darin nicht einmal genannt —, doch
eine für ſie unerfreuliche Stellungnahme. An ſich iſt die
ganze Angelegenheit eine innere Angelegenheit der
Ha=
tholiken. Gebietet jedoch der Papſt allen katholiſchen
Arbeitervereinen Deutſchlands als kirchliche
Organiſatio=
nen, die Grundſätze und Praxis der Berliner
Fachabtei=
ler anzunehmen, ſo bedeutet das eine erhebliche
Er=
ſchwerung der weiteren Ausbreitung der chriſtlich=
natio=
nalen Gewerkſchaften in der katholiſchen Arbeiterſchaft.
Darum nahmen der Vorſtand des Geſamtverbandes der
chriſtlichen Gewerkſchaften, dem evangeliſche und
katho=
liche Mitglieder angehören, ſowie die Organe der
chriſt=
lichen Gewerkſchaftsverbände in beachtenswert
freimüti=
gen Erklärungen wiederholt zu der Angelegenheit
Stel=
lung und lehnten darin einmittig die „
Berlinerei=
ab. Sie erklärten, in keiner Beziehung von ihren
be=
währten Mainzer Grundſätzen abzugehen und ſich (
ka=
tholiſche und evangel’iſche Mitglieder) voneinander nicht
zu trennen, Andererſeits würde es ein ernſter Vorgang
von eminent poltiſcher Tragweite ſein, wenn der Papſt
ſich vorbehaltlos auf den Standpunkt der Berliner
Fach=
abteiler ſtellte
Der in dem Gewerkſchaftsſtreit laut gewordene
Pro=
teſt iſt in Rom wohl gehört worden, denn die
Schluß=
folgerungen aus den Pfingſtkundgebungen wurden
ein=
geſchränkt. Es wurde von kompetenter Seite feſtgeſtellt,
daß die Belobigung der Bertiner Fachabteiler „gar
kei=
nen authentiſchen Charakter beſitzt”. Infolge der
hef=
tigen Erörterungen wünſchte der Papſt ihre Einſtellung,
und den weſtdeutſchen katholiſchen Arbeitervereinen
teiilte die in Hildesheim zuſammengetretene
Biſchofs=
verſammlung mit, daß „die Gewerkſchaftsangelegenheit
in ernſte und wohlwollende Beratung genommen ſei”.
Im katholiſchen Lager iſt infolgedeſſen die heftige
Dis=
kuſſion verſtummt. Für die chriſtlichen Gewerkſchaften
liegt nunmehr, nachdem ſie ihre Stellung klar und
un=
zweideutig dargelegt haben, kein Anlaß vor, die
An=
gelegenheit durch beſondere Maßnahmen weiter zu
ver=
folaen. Insbeſondere wurde auf Anregung der
evan=
geliſchen Mitglieder in der Leitung davon abgeſehen,
einen aſußerordentlichen
Giewerkſchafts=
kongreß einzuberufen, weil eine weitere Beratung
in der Angelegenheit, wenn überhaupt erforderlich, bis
zum ordentlichen Konareß am 6. Oltober ds. Js. in
Dresden Zeit hat. Daß (in den chyiſtlich=nationalen
Gewerkſchaften ſelbſt die Angelegenheit gelegentlich noch
beſprochen wird, iſt erklärlich, da für ſie lediglich
ihre eigenen. von den Mitaliedern gewählten
In=
ſtanzen, maßgebend ſind und ſonſt niemand.
Soweit ſich die Sachlage überkohen läßt, dürften
die Berliner Fachabteiler mit ihrer Aktion zum größten
Leidweſen der Sozialdemokraten Fiasko gemacht haben.
Aber auch für den Vatikan mird hoeem. ſ.ch, die Lehre
dabet herausſpringen, daß die deutſchen Verhältniſſe
anders geartet ſind, als wie ſie von den Berliner
Fach=
abteilern und ihren Hintermännern dargeſtellt werden.
Der chriſtlich=nationalen Arbeiterbewegung ſelbſt wird
dieſer Gewerkſchaftsſtreit zum Vorteil gereichen, weil
er die Lage klärt, den ehrlichen Willen zum
harmonz=
ſchen Zuſammenarbeiten von Katholiſchen und
Evange=
liſchen in den chriſtlichen Gewerkſ ſtaften beweiſt und
das Mißtrauen aus konfeſſionellen Gründen in
evange=
liſchen Kreiſen gegen die chikſtlichen Gewerkſchaften
ge=
genſtandslos macht.
Zur Lage in Vortugal.
** Die Monarchiſten=Bewegung in der
jüngſten Revubllik beginnt immer mehr an Boden zu
ge=
winnen. An einzelnen Stellen des Landes hat ſich die
Bevölkerung gegen das republikaniſche Regime erhoben.
Es ſoll zu ſchweren Unruhen gekommen ſein, über die
nähere Einzelheiten jedoch nicht zu erfahren waren, da
die telegraphiſchen Verbindungen abgeſchnitten ſind. Die
Vehörden haben unverzüglich alle Vorſichtsmaßregeln
getroffen, um eine weitere Ausbreitung der Empörung
zu verhindern und verbreiten beruhigende
Mit=
teilungen. In Porto hatte man ſchwere Unruhen
be=
fürchtet, der Kreuzer Vasco de Gama ging nach Porto
ab. Die Ruhe iſt aber nicht geſtört worden. Der
Mini=
ſter des Innern berichtete, daß zwiſchen Montfort und
Orenſe ein Chauffeur verhaftet worden ſei, der nicht
allein Waffen und Munition transportierte, ſondern es
ſich auch zur Aufgabe gemacht hatte, ſämtliche
telegra=
phiſche Verbindungen zwiſchen Spanien und Portugal
abzuſchneiden. Die Gouverneure der größeren
Provin=
zen haben umfaſſende Inſtruktionen erhalten, um den
ausgedehnten Sicherheitsdienſt längs der Grenze zu or=
ganiſieren. Aus Corunja kommt die Meldung, daß bei
der Ebbe auf dem Strand von Bartierro eine geſunkene
Barke geſichtet wurde, an deren Bord ſich 44 Säcke
be=
fanden, die je 1000 Patronen enthielten. Die
Munitions=
ſäcke trugen den Stempel einer ſpaniſchen Fabrik und
das Datum von Mitte Juni. Man nimmt ohne weiteres
an, daß dieſe Sendungen für Rechnung der portugieſiſchen
Royaliſten erfolgt ſind. Unweit Bartierro wurden 8
Au=
tomobile geſehen, in denen ſich verdächtige Reiſende
befanden. Aus Tuy wird gemeldet: 150 portugieſiſche
Royaliſten gingen in der Nacht zum Sonntag über den
Minho und griffen Valenca an, wurden aber mit einem
Verluſt von 3 Toten und mehreren Verwundeten
zurück=
gewieſen.
Exkönig Manuel und Thronprätendent Dom
Mi=
guel ſollen ihre Kräfte vereinigt haben. Die royaliſtiſche
Bewegung in Portugal wird angeblich auch von den
ſpa=
niſchen Karliſten mit großer Energie unterſtützt.
Ver=
ſchiedene angeſehene Karliſtenführer ſind nach Portugal
abgereiſt und unterhandeln mit den Führern der
roya=
liſtiſchen Bewegung.
Um allen Möglichkeiten vorzubeugen, hält ſich die
Regierung auf dem Laufenden über die Ereigniſſe
und bereitet alles vor, um die Ordnung aufrecht zu
er=
halten. Der Kriegs= und der Marineminiſter trafen
weitere Maßnahmen.
Deutſches Reich.
— Neue Geſetze! Wie die Tägl. Rundſchau hört,
dürften dem Reichstag in der nächſten Tagung folgende
Geſetzentwürfe zugehen: Ein Geſetzentwurf über die
Konkurrenzklauſel, der auf der Grundlage der
ſogenann=
ten bezahlten Karenz beruht. Ferner ein Geſetzentwurf
über die Haftung der Eiſenbahnen für Sachſchäden. Ein
Entwurf über Regelung des Luftſchifferrechts auf
natio=
naler Grundlage iſt gleichfalls in Vorbereitung;
ur=
ſprünglich beſtand die Abſicht, eine internationale
Rege=
lung des Luftſchifferrechts herbeizuführen, doch haben die
eingeleiteten Konferenzen zu einem negativen Ergebniſſe
geführt. Nachdem das Abkommen über die
Vereinheit=
lichung des Seerechts vom Reichstage gebilligt worden
iſt, wird ihm demnächſt eine Vorlage zugehen, die die
internationalen mit den inländiſchen Beſtimmungen in
Einklang bringen wird. Endlich iſt ein Entwurf über
die Regelung der Dienſt= und Arbeitsverhältniſſe der
Rechtsanwaltsgehilfen in Vorbereitung.
— Die neue kaiſerliche Kabinettsorder
über das Duell im Heere ſoll, Blättermeldungen
zufolge, vorausſichtlich nach Schluß der Kaiſermanöver
veröffentlicht werden. Nach der Verordnung ſollen Duelle
künftig grundſätzlich erſt nach Abſchluß eines förmlichen
ehrengerichtlichen Verfahrens ausgetragen werden
dür=
fen. Die Nachricht bedarf der Beſtätigung.
— Reichstagsabgeordnetebeim
Kaiſer=
manöver. Das preußiſche Kriegsminiſterium hat den
Referenten und den Korreferenten des Heereshaushaltes
in der Budgetkommiſſion des Reichstags, die
Abgeord=
neten Gans Edler zu Putlitz und Erzberger zur
Teil=
nahme an den Kaiſermanövern eingeladen. Beide
wer=
den von einem Offizier des Kriegsminiſteriums begleitet
ſein. Das Reichsmarineamt hat bereits mehrfach
Reichs=
tagsabgeordnete zur Teilnahme an den großen
Maus=
vern der Hochſeeflotte eingeladen.
— Vom altnationalliberalen
Reichs=
verband. Gegenüber der Annahme, daß der
alt=
nationalliberale Reichsverband einen Zuſammenbruch
der Nationalliberalen Partei vorbereite und einen Teil
der Nationalliberalen ins freikonſervative Lager
über=
führen wolle, ſchreibt die Nationalliberale
Korreſpon=
dent für Weſtfalen:
„Das eine glauben wir mit aller Beſtimmtheit
ſa=
gen zu können: der altnationalliberake Reichsverbuand
denkt auch nicht mit den leiſeſten Gedanken daran, der
Partei den Rücken zu kehren. Genau ſo wenig wie er im
Intereſſe der Partei wünſchen könnte, daß ſie ſich
ſpal=
tete oder ihre Einigkeit gefährdet würde. Gerade dile
bedrohte Parteieinigkeit und die daraus möglichen
Ge=
fahren waren es ja, die die Mitglieder des
altnatio=
nalliberalen Reichsverbandes zu engerem
Zuſammen=
ſchluß geführt haben. Oder wird irgend jemand
beſtrei=
ten wollen, daß die Einheit und Geſchloſſenheit der
Par=
tei durch nichts ſo ernſtlicher Gefährdung ausgeſetzt
wor=
dan iſt, wie durch die Vorgänge bei der
Präſdenten=
wahl und durch das ſtete Linksdrängen der
Jungüibera=
en? Wenn demgegenüber eine Reihe von
Parteifreun=
den — und es ſind nach Alter, Verdienſt undstreuer Ar=
beit wahrlich nicht die ſchlechteſten — ſich
zuſammenfin=
den, um gegenüber den drohenden Gefahren ihre
war=
nende Stimme zu erheben, ſo ſollte das dankbare
An=
erkennung finden, ſtatt ihnen verdächtigend zu
unter=
ſchieben, mit ihrem Herzen ſtänden ſie eigentlich in
ei=
nem anderen Lager und betrieben ſehnſüchtig die
Spren=
gung der Partei. Jene altverdienten
Nationallibera=
len haben ihre Stimme erhoben und werden das
vor=
läufig wohl auch weiter tun, weil ſie ſehen, wie immer
übereifrige gewiſſe Kräfte die Partek von den
bewähr=
gen Traditionen abzudrängen ſuchen, wie mancher immer
mehr von demokratiſchen Klängen ſich gefangen nehmen
läßt und auch den Begriff des Nationalen in unſerem
Namen und Programm glaubt moderniſieren und
ſozia=
liſieren zu müſſen. Noch immer ſind die
Altnational=
liberalen davon überzeugt, daß das alles wohl Idealen
und Zukunftsträumen entſprechen mag, der praktiſchen
Stärkung des vaterländiſchen Gedankens, den unſer
Volk ſo bitter nölig hat, aber damit kein Dienſt erwieſen
iſt, ſondern nur dazu führen kann, ſich über die
Gefähr=
lichkeit und Tragweite ſozialdzmokratiſcher
antinatio=
naler Beſtrebungen hinwegzutäuſchen.”
Ausland.
Frankreich.
Ueber die Rußlandreiſe des
Miniſter=
präſidenten Poincaré wird offiziös gemeldet:
der Miniſterpräſident wird ſich vorausſichtlich am 3. oder
4. Auguſt an Bord des Panzerſchiffes „Conté” in
Dün=
kirchen einſchiffen und am 7. Auguſt in Kronſtadt
eintref=
fen. Am 8. und 9. Auguſt werde der Miniſterpräſident,
der von ſeinem Kabineſtschef Daeſchner begleitet ſein
wird, in Petersburg lange Unterredungen mit
Saſo=
now haben und am 10. Auguſt vom Zaren empfangen
werden. Am 11. und 12. Auguſt wird Poincaré in
Be=
gleitung des Botſchafters Iswolski Moskau beſichtigen
und ſodann in Kronſtadt an Bord des Conté nach
Frank=
reich zurückkehren. Während der Abweſenheit Poincarés
wird Juſtizminiſter Briand die auswärtigen
Angelegen=
heiten leiten.
Das Gelbbuch über die dem
deutſch=
franzöſſiſchen Abkommen vorhergegangenen
Verhandlungen wird Ende dieſer Woche erſcheinen. Die
in demſelben enthalltenen Schriftſtücke wurden nicht nur
der deutſchen, der engliſchen und der ſpaniſchen
Regke=
rung, ſondern auch den ehemal. Miniſtern des Aeußern
Pichon, Cruppi, de Selves, ſowie dem früheren
Mini=
ſterpräſidenten Caillaux zur Durchſicht vorgelegt. Das
Echo de Paris bemerkt, daß die Deputierten und
Sena=
toren Gelegenheit haben werden, dieſes ſehr umfangreiche
Gelbbuch während der Ferken zu ſtudieren.
Zur Lage in Marokko. Nach einer
Blätter=
meldung aus Fez äußerte General Liautey einem
Be=
richterſtatter gegenüber, die Lage in Südmarokko
ver=
urſache ihm wachſende Beſorgnis. Der neue Prätendent
Hiba mache dortſelbſt täglich Fortſchritte. Es wäre
wünſchenswert, daß ſich dort kein Europäer mehr
auf=
hielte, damit er ſich um ihre Sicherheit nicht zu kümmern
brauche. Er werde einige Bataillone in Maſcheria=ben=
Abbu aufſtellen, die erforderlichenfalls in vier Tagen
nach Marakeſch marſchieren könnten. General Liautey
erwähnte ſodann die Schwierigkeiten der Paziſizierung
und ſagte: Wenn man nicht auf gewiſſe internationale
Erwägungen Rückſicht nehmen müßte, dann wäre
Frank=
reich ſelbſtverſtändlich in der Lage, die zur ſofortigen
Be=
ſetzung Marokkos notwentligen Kraftanſtrengungen zu
unternehmen. Zu dieſem Zweck müßte man 25000 bls
30000 Mann mehr hierher ſchicken, alſo etwa ein
Armee=
korps. Aber im gegenwärtigen Augenblick eine ſolche
Streitkraft dem Mutterlande zu entziehen, wäre recht
ge=
fährlich und derjenige, welcher ſich dazu entſchlöſſe, würde
eine ſchwere Verantwortung auf ſich laden. Ich werde
trachten, mit wenig Truppen viel auszurichten.
Norwegen.
Das Storthing bewilligte weiter
(700000 Kronen für die Befeſtigung von Horten, 400000
Kronen für die Flottenſtation bei Bergen, 100000
Kro=
ien für die Stakion Drontheim und 100000
Kron=
nen für die Station Chriſtianſund. Der Vorſchlag der
Kommiſſion, die bewilligten 20 Millionen durch 7,6
Mil=
lionen aus dem Barbeſtand der Staatskaſſe, 400000
Kro=
nen aus dem Ertrage einer beſonderen Zuſatzſteuer zu
den direkten Steuern und 12 Millionen Kronen aus einer
inneren Anleihe zu decken, wurde gleichfalls angenommen.
Rußland.
Der Reichsrat iſt bis zum 14. November
ver=
tagt worden.
* Stlaatsminiſter a. D. Hobrecht † Der
rühere Oberbürgermeiſter und ſſpätere Finanzminiſter,
Ehrenbürger von Berlin, Arthur Hobrecht, iſt, wie ſchon
gemeldet, im Alter von 88 Jahren geſtorben. Hobrecht
war am 14. Aug. 1824 zu Kobierczin in Weſtpreußen
ge=
boren, ſtudierte in Königsberg, Leipzig und Halle die
Rechte ſund trat 1844 als Referendar in Naumburg
a. S in den Staatsdienſt. Im Jahre 1863 wurde
Ho=
brecht zum Oberbürgermeiſter von Breslau gewählt.
Neun Jahre ſpäter wurde er Stadtoberhaupt von
Ber=
in. Nach dem Rücktritt des Finanzminiſters
Camp=
hauſen trat Hobrecht am 26. März 1878 in deſſen Stelle,
ſchied jedoch wegen Differenzen mit dem Fürſten
Bis=
mark bereits im Juli 1879 mit dem Charakter eines
Wirklichen Geheimen Rats wieder aus dem Miniſterium.
Im Herbſt 1879 wurde Hobrecht von dem Wahlkreis
Preußiſch=Stargard in das Abgeordnetenhaus und 1881
für Marienwerder in den Reichstag gewählt, wo er zu
den Führern der nationallliberalen Partei gehörte.
1893 wurde er nicht wiedergewähbt.
* Die Spielwiut in Frankreich und der
Staat. In Frankreich, wie in manchen anderen
Län=
dern auch, ſind Glücksſpiele verboten, wenigſtens
grund=
ſätzlich. Auf das Verbot folgt dann das Kompromiß.
1907 empfand man das Bedürfnis nach einer neuen
Re=
gelung des Verbots, das insbeſondere ffür Badeorte und
ſonſtige Sammelſtätten der ſommerlichen oder auch
winterlichen Erholung Ausnahmen gelten ließ; damit
war man denn ſoweit gelangt wie zur Zeit Napoleons
auch. Nur meldete ſich diesmal der Staat mit
fiskali=
ſchem Durſt und verlangte 15 Prozent vom Ertrag der
Spiele, wie es hieß, für ſoziale Zwecke. Nun aber fand
die Behörde ein Intereſſe daran, an recht vielen Städten
ſpielen zu laſſen, und nirgendwo fehlt es an Leuten, die
ihr Geld los ſein wollen. Senator Empereur,
Vertre=
ter Savoyens, machte im Senat hierüber intereſſante
Mktteilungen. Aus den Zahlen, die er nannte, geht
her=
vor, daß an den öffentlich geduldeten Spielſtätten, 143 in
123 Ortſchaften, im vorigen Jahre 48 Millionen
ver=
dient worden ſind, die den gutmütigen Spielern
abge=
nommen wurden, nämlich 15 Millionen an dem ſinnigen
Spiel mit den Pferdchen, und die übrigen 33 im
Bac=
charat, Der Staat hat von den 48 Millionen Rohertrag
ſeinen Anteil mit 7,2 Millionen erhalten. Beſonders
bemerkenswert iſt, daß die Pferdchen, das Glücksſpiel
der kleineren Leute, im vorigen Jahre ein Drittel des
Ertrages geliefert haben. Im ganzen hat das Jahr
1911 rund 4,3 Millionen mehr eingebſacht als das
Vor=
jahr. Im einzelnen ſind folgende Erträge zu
verzeich=
nen: Enghien 9,4 Millionen Franken, Nizza, ſtädtiſches
Kaſino 8 Millionen, Trouville 3,4 Millionen, Aix=les=
Bains 2,9 Millionen, Vichy 2,8 Millionen, Biarritz 2,6
Millionen, Nizza Seepromenade 2,1 Millionen, Dieppe
1,5 Millionen, Boulogne 1,4 Millionen und Cannes 1
Million. Die freundlichen Männer, die den Gimpeln
Gelegenheit zur Ausübung des Spiels geben, walten
ihres edlen Amtes nicht umſonſt. Außer den Gehältern
haben die Croupiers und Geldwiechsler beträchtliche
Trinkgelder erhalten, nämlich in Enghien 1,7 Millionen,
die unter 100 Leute zu verkeilen waren, mlacht 17000
Franken auf den Kopf; in Vichy 700000 Franken für
etwa 50 Bedienſtete, oder rund 14000 Franken auf den
Kopf; in Aix=les=Bains 650000 Franken für 42, oder
15 476 Franken für jeden; in Biarritz 525000 Franken
für etwa 15 Bedienſtete oder 14333 Franken für jeden.
Herr Empereur konnte auch angeben, wie der eine oder
andere Spielpächter ſein Glück gemacht hat. Ein
An=
ſtreicher aus Nizza fand ſich in bedrängten Verhältniſſen.
Er pachtete das dortige ſtädtiſche Kaſino. Als er ſich von
dem Geſchäft zurückzog, beſaß er ein Vermögen von
we=
nögſtens 20 Millionen Franken. Drei vereinigte
Päch=
ter, anſcheinend Brüder, haben in 30 Jahren aus
ver=
ſchiedenen Kaſinos zuſammen über 30 Millionen
davon=
getragen. Der eine von ihnen hatte als Kutſcher, der
ſandere als Koch, der dritte als Groom im Leben
degon=
nen. Der Pächter zweier Kaſinos von Biarritz, ein
früherer Schenkwirt, macht ſich 2 Millionen jährlich.
Ein anderer, der in Dinan wirkt, ein ehemaliger
Kell=
ner, ſteht noch in jungen Jahren, hat aber unter den
beſcheidenen dortigen Verhältniſſen über 2 Millionen
verdient. Das alles liegt ſchon vor 1907. Um wieviel
mehr muß der Gewinn ſeither geſtiegen ſein.
Aller=
dings, die Spieler wiſſen in den wenigſten Fällen,
wie=
viel Wolle ſie da hängen ſlaſſen, und daß die Schäfer, dier
ſcheren, llüger ſind als die Schafe, dke geſchoren
wer=
den. Und nun, nach der Rede des Herrn Empereur
heißſt es im Parlament und in der Preſſe: „Es muß
etwas geſchehen!” Und es wird auch anſcheinend etwas
geſchehen, aber ob nicht in drei oder vier Jahren ein
anderer Empereur über die Unwirkſamkeit des Geſetzes
von 1912 klagen wird, das können wir abwarten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Juli.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Friedrich Karl
von Heſſen nebſt 6 Prinzen=Söhnen ſind am
Sonntag mittag 1 Uhr im Auto zum Beſuch in
Jagd=
ſchloß Wolfsgarten eingetroffen und abends wieder
ab=
gereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Generalmajor
Kluge, Kommandeur der 22. Feld=Artillerie=Brigade in
Caſſel, den Generalmajor à la suite Frhrn. v. Heyl, den
Oberleutnant Niehoff vom Infanterie=Regiment Prinz
Friedrich der Niederlande (2. Weſtfäl.) Nr. 15,
komman=
diert von der Kriegsakademie zur Dienſtleiſtung beim
Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, den
Leutnant v. Reichenau vom 1. Garde=Feld=Artillerie=
Regi=
ment, kommandiert von der Kriegsakademie zur
Dienſt=
leiſtung beim Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, den Geheimen Juſtizrat Wahl und den
Dekan Schmidt von Schlitz, den Regierungs= und Baurat=
Mettegang, ſowie den Bademeiſter Schornsheimer von
Mainz, den Rektor der Techniſchen Hochſchule Geh=
Baurat Profeſſor Wickop, den Forſtmeiſter Hofmann von
Schotten; zum Vortrag den Finanzminiſter Braun
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Geheimen Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand des=
Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen dem Major a. D. v. Hatten,
ſeither Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Worms, und
dem vortragenden Rat im Königlich Preußiſchen
Mi=
niſterium für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten
Geheimen Regierungsrat Dr. Hellig zu Berlin das
Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Auguſt Kadel zu Darmſtadt zum
Bureau=
vorſteher bei der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtatio
Darmſtadt und den Haupteueramtsaſſiſtenten bei dem
Hauptſteueramt Mainz, Heinrich Keller zu Maiſ
zum Miniſterialregiſtrator bei dem Miniſterium der
Finanzen.
Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Oberbahnaſſiſtenten Emil Külp zu
Monsheim aus Anlaß ſeiner Verſetzung in den
Ruhe=
ſtand das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen. — In den Ruheſtand
ver=
ſetzt wurden der Bahnwärter Heinrich Burk zu Lich
vom 1. Oktober d. J. an und der Bahnwärter Johannes
Kind zu Maberzell vom 1. September d. J. an.
Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Barbara Stumm aus Mainz eine Lehrerinſtelle an
der Gemeindeſchule zu Ober=Roden, Kreis Dieburg.
g. Strafkammer. Wegen Körperverletzung war der
Taglöhner Johann Hock aus Neu=Iſenburg vom
Schöf=
fengericht mit 25 Mark Geldſtrafe belegt worden. Er hatten
eine Frau derart mißhandelt, daß dieſe in Krämpfe
ver=
fiel. Die Strafkammer verwarf die eingelegte Berufung
und bedauerte nur, die Strafe nicht erhöhen zu können.
Winke für die Reiſe.
Von Dr. med. W. Teſchen.
(Nachdruck verboten.)
Wer reiſen will,
Der ſchweig fein ſtill,
Geh’ ſtets im Schritt,
Nimm nicht viel mit.
B. „Nimm nicht viel mit” iſt leichter geraten als getan
Beſonders die Damen können ſich nicht damit befreunden,
zumal wenn es in berühmte Luxusbäder geht, in denen
man ſich an einem Tage drei= bis viermal umziehen muß
Merkwürdig iſt es, wie gern und willig ſich die Damen
dieſem ungeſchriebenen Geſetz fügen. Perſonen mit
be=
ſcheidenen Reiſe= und Toiletten=Bedürfniſſen kommen ja
auch mit wenig Gepäck aus, zumal es auf den meiſten
deutſchen Bahnen kein Freigepäck mehr gibt. Aber nicht
allein der Koſtenpunkt ſſpielt eine Rolle, ſondern auch der
Umſtand, daß man ſich um ſein Gepäck kümmern muß.
Auch das „Liegenbleiben” unterwegs oder die Reiſe des
Gepäcks nach einem falſchen Ort hat ſchon manche
Reiſe=
freude beeinträchtigt. Darum hat der alte Spruch recht:
„Nimm nicht viel mit.”
Damit ſich aber eine Reiſe auch ſonſt vergnüglich und
erſprießlich geſtalte, iſt es vor allen Dingen notwendig,
daß der Körper geſund und leiſtungsfähig bleibt, darum
„geh’ ſtets im Schritt‟. Das Maßhalten iſt eines der
Ge=
heimniſſe der Reiſekunſt. Die Erholungsreiſe muß ſtets
den Charakter des Vergnügens haben. Das aber ſchließt
alles Haſten, Ueberſtürzen, Aergern und Sorgen aus.
Wem ſind nicht ſchon jene unpraktiſchen Reiſenden
begeg=
net, die, kaum dem Zuge entſtiegen, mit einem wahren
Feuereifer ihren Weg vorwärts ſtürzten?
Wenn man aber zufällig dieſe Schnelläufer wieder
traf, dann waren ſie überanſtrengt, mißmutig und
nieder=
gedrückt. Die echte Reiſeluſt war verflogen. Wer zu
Hauſe Gelegenheit hatte, längere Fußwanderungen zu
machen, der darf am Tage ſeiner Ankunft in ſeiner
An=
fangsſtation zu Ausflügen weiter nichts im Auge haben,
als ſeine Gelenke geſchmeidig zu erhalten. Eine
Fußwan=
derung von zwei Stunden würde für den erſten Tag
voll=
auf genügen. Auch am zweiten Tage ſoll dieſe Wander=
zeit nicht um vieles überſchritten werden, dann erſt kann
man mit Erfolg und Genuß größere Strecken zurücklegen.
Als Ausflügler, ſei es im Walde oder im Gebirge, muß
der Städter ſeine Gewohnheit, bis in den Vormittag
hin=
ein zu ſchlafen, aufgeben, will er nicht ſeinen Weg in den
heißeſten und drückendſten Tagesſtunden zurücklegen.
Beim Bergſteigen heißt es „ſchweig fein ſtill” denn
auch zum Reden gehört Kraft und die Lunge wird durch
das Steigen ſchon ungewöhnlich in Anſpruch genommen.
Auch das Rauchen unterläßt man am beſten unterwegs.
Beim Abſtieg dagegen, der an die Lunge viel weniger
Anforderungen ſtellt, rede und rauche man nach Belieben.
Hat man ſein Ziel erreicht, ſo überlaſſe man ſich nicht
gleich der Ruhe, ſondern verſchaffe ſich noch einige
Beweg=
ung, da man ſich dadurch vor dem höchſt unbehaglichen
Steifwerden der Beine ſchützt.
Unerfahrene Reiſende haben im Anfang ſtets große
Angſt vor Erkältungen. Gewiß, die Gefahr hierzu iſt auf
Reiſen ſehr häufig, namentlich im Gebirge, da der Körper
durch die ungewohnten und oft großen Anſtungungen
leicht ſchwitzt und die Temperatur im Gebirge gegen
Abend plötzlich und ſtark ſinkt. Doch iſt die Sache nicht ſo
ſchlimm, denn wer ſich in den erſten Tagen nur etwas in
acht nimmt, der wird ſich ſpäter kaum noch erkälten.
Da=
her ſuche man ſich anfangs vor einer Erkältung zu ſchützen,
indem man die Füße warm und trocken hält und den
Oberkörper durch ein Plaid oder Lodenmantel ſchützt. Ein
gutes Mittel gegen Erkältungen iſt auch die Hautpflege.
Viele glauben, dieſe auf der Reiſe vernachläſſigen zu
dür=
fen, das iſt aber ſehr falſch. Sind Vollbäder nicht leicht
zu erlangen, ſo mache man täglich kalte Waſchungen.
Viele Perſonen, die ſelten reiſen, fühlen ſich gleich
nach der Abreiſe nicht ganz wohl. Das hat zwei Urſachen;
einmal im Organismus ſelbſt, zweitens in der Art, wie
ſie reiſen. Das längere Verweilen im Freien, die
ver=
änderte Koſt, die ungewohnte Umgebung, das neue
Klima, die fremden Erſcheinungen und die ungewohnte
Bewegung, alles das regt auf und verurſacht oft
Kopf=
ſchmerz, Appetitloſigkeit und Abſpannung. Solche
Zu=
ſtände ſind aber in der Regel nicht gefährlich und von
kurzer Dauer. Sie verſchwinden in dem Grade, als die
neue Lebensweiſe zur Gewohnheit wird, worauf dann
das Gefühl des Wohlſeins und der Freude um ſo merk=
icher hervortritt. Liegt doch der Reiz des Reiſens
haunt=
ächlich in dem Gegenſatz zwiſchen der Ruhe oder ( des alltäglichen Lebens zu Hauſe und der
Ab=
wechslung in der Fremde. Abwechslung ergötzt und
er=
friſcht. Ein leidendes Gemüt wird durch nichts ſchneller
erheitert und gekräftigt, als durch eine Reiſe. Oft iſt dier
bypochondrie, die ſchlechte Laune oder die Unluſt zu
geſell=
ſchaftlicher Erholung nichts anderes, als die Folgs der
eberarbeitung, der Abſpannung durch eintönige Arbeit.
Eine abwechſelnde Uebung der geiſtigen und körperlichen
Kräfte iſt eine unerläßliche Bedingung zur Erhaltung der
Geſundheit.
Auch die Magenfrage iſt auf der Reiſe eine ſehr
wich=
tige. Die meiſten Reiſenden verlangen, daß ihr Magen
unterwegs ein größeres Nahrungsbedürfnis zeige. Das
ſt ja auch in den meiſten Fällen der Fall. Man eſſe auf
der Reiſe nie zu viel auf einmal, denn mit überladenem
Magen gehen oder fahren iſt nicht gut und bewirkt
ſo=
wohl Trägheit als auch Verdauungsſtörung. Man eſſe
öfter, jedesmal mäßig, aber nahrhaft. Auch mit dem
Trinken ſoll man vorſichtig ſein, namentlich bei
Fußwan=
erungen. Wenn durſtige Seelen keine Gelegenheit
vor=
übergehen laſſen, ohne ſich an der verlockenden
Bacchus=
oder Gambrinushalle zu laben, ſo werden ſie ſchwerlich
rüſtige und ausdauernde Fußgänger ſein. Vieles Trinken
von Spirituoſen macht ſchlaff und nur noch durſtiger,
während ein kurzes Ertragen des Durſtgefühls bald
zeigt, daß der Durſt nicht ſo ſchlimm war und es auch
ohne Wein oder Bier ſehr gut geht.
Hat man wirklichen Durſt und kann man es haben,
o trinke man aus dem ſprudelnden Bergquell, das iſt
ge=
ſund und labend. Viele halten das Trinken von kaltem
Waſſer für gefährlich. Das iſt eine veraltete, falſche
An=
icht. So wenig es dem Fieberkranken ſchadet, wenn man
ſeinen überhitzten Gaumen und brennenden Magen mit
kleinen Eisſtückchen kühlt, ſo wenig ſchadet dem Wanderer
der Genuß des erquickenden Waſſers, natürlich immer
vorausgeſetzt, daß er nicht zu viel und zu ſchnell trinkt.
Unſere Heeresleitung iſt ſchon längſt von der früheren
Anſchauung zurückgekommen, daß den ermüdeten und
ſchweißgebadeten Soldaten auf dem Marſche das
Waſſer=
trinken ſchaden könnte; ſie ſorgt vielmehr dafür, daß ihnen
daskühlende Getränk geboten werde, ſo oftees mäglichtiſt.
Der ſchon mehrmals vorbeſtrafte 36jährige Schreiner Karl
Bruder aus Achern war im Mai in die Wohnung des
Maurers Karl Schuchmann zu Sprendlingen eingeſtiegen
und hatte ein dort ſtehendes Fahrrad mitgenommen. Der
geſtändige Angeklagte wurde zu 8 Monaten Gefäng=
Wis, abzüglich 2 Wochen der Unterſuchungshaft, verurteilt.
Wegen eines Einbruchs in die Kirche zu Fechenheim
und Beraubung des Opferſtorles, ſowie mehrerer
Wäſche=
wiebſtähle wurden am 14. März von der Strafkammer
Hanau der 33jährige Fuhrmann Georg Heinrich
Zim=
mer aus Offenbach zu 9 Monaten und der 35jährige
Maſchiniſt Edmund Reinhold Schmidt aus Ruhla zu
Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte
Zimmer war bereits einmal wegen 20 einzelnen
Wäſche=
iebſtählen und drei weiteren Delikten zu 2 Jahren
Monaten Gefängnis verurteilt worden, wovon ihm etwa
Monate mit fünfjähriger Bewährungsfriſt erlaſſen
wur=
nen. Nunmehr hatten ſich beide wiederum wegen fünf
ge=
meinſchaftlich ausgeführten Diebſtählen vor der hieſigen
Strafkammer zu verantworten. Bei einer Hausſuchung
ſeand ſich ein ganzes Warenlager von geſtohlenen
Wäſche=
ſücken bei den Angeklagten. In drei Fällen wurde die
gefundene Wäſche von den Eigentümern wiedererkannt
und dieſe Diebſtähle wurden auch von den Angeklagten
ugegeben. Den vierten Diebſtahl gaben ſie nicht zu. Es
handelt ſich in dieſem Fall um einen Gänſe= und
Stall=
waſendiebſtahl in Lämmerſpiel. Hier gingen die beiden
Angeklagten in der Nacht zum 21. Januar zunächſt durch
das unverſchloſſene Hoftor, wurden jedoch verſcheucht.
Gleich danach ſtieg dann der Angeklagte Zimmer über die
Umzäunung in dasſelbe Grundſtück und nahm aus einem
werſchloſſenen Stall eine Gans und einen Stallhaſen mit.
Sieben Gänſe mit abgeſchnittenen Köpfen ließen die
An=
eklagten am Tatort zurück. Die Ueberführung des
Zim=
mer erfolgte durch einen Indizienbeweis. Die am Tatort
worgefundenen Fußſpuren des Z. ſtimmten genau mit
ſeinen benagelten Stiefeln überein. Auch fand man dort,
wo die Gans getötet wurde, einen Strumpf vor, der von
einem vorher ausgeübten, von den Angeklagten
zugegebe=
nen Diebſtahler herrührte. Unter Einbeziehung der
Hanauer Strafe wird der Angeklagte Zimmer zu 3
Jahren 6 Monaten und Schmidt zu 3 Jahren
Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte
wer=
en beiden auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.
* Gerichtsferien. Am 15. Juli beginnen die
Ge=
t ichtsferien und ſie endigen am 15. September.
Wäh=
nend der Ferien werden nur in Ferienſachen Termine
ab=
gehalten und Entſcheidungen erlaſſen. Ferienſachen
ſnd: Strafſachen; Arreſtſachen und die eine einſtweilige
Verfügung betreffenden Sachen; Meß= und Marktſachen;
Streitigkeiten zwiſchen dem Vermieter und Mierer oder
Untermieter von Wohnräumen oder anderen Räumen oder
zwiſchen dem Mieter und dem Untermieter ſolcher Räume
wegen Ueberlaſſung, Benutzung oder Räumung, ſowie
wegen Zurückbehaltung der von dem Mieter oder dem
Untermieter in die Mietsräume eingebrachten Sachen;
Streitigkeiten zwiſchen Dienſtherrſchaft und Geſinde,
zwi=
ſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hinſichtlich des
Oienſt= oder Arbeitsverhältniſſes, ſowie Streitigkeiten
zwiſchen Kaufleuten und ihren Handlungsgehilfen oder
Lehrlingen; Anſprüche aus dem außerehelichen Beiſchlafe;
Wechſelſachen; Bauſachen, wenn über Fortſetzung eines
angefangenen Baues geſtritten wird; Streitigkeiten wegen
Störung elektriſcher Anlagen auf Grund des Geſetzes vom
(— April 1892; Regreßanſprüche aus Schecks auf Grund
pes Scheckgeſetzes vom 11. März 1906. In den Verfahren
tor den Amtsgerichten hat das Gericht auf Antrag auch
undere Sachen als Ferienſachen zu bezeichnen und zwar
ihne Prüfung des Bedürfniſſes der Beſchleunigung. Es
ſoll hierdurch die Erlangung eines vollſtreckbaren Titels
beſchleunigt werden. Werden jedoch in einer Sache, die
nurch Beſchluß des Gerichts als Ferienſache bezeichnet iſt,
iet einem Termin zur mündlichen Verhandlung einander
widerſprechende Anträge geſtellt, ſo iſt der Beſchluß
auf=
zuheben, ſofern die Sache nicht beſonderer Beſchleunigung
bedarf. In dem Verfahren vor den Landgerichten und in
dem Verfahren vor den höheren Inſtanzen kann das
Ge=
ticht auf Antrag auch ſolche Sachen, welche nicht unter
tie genannten Sachen fallen, ſoweit ſie beſonderer
Be=
ſchleunigung bedürfen, als Ferienſachen bezeichnen. Zur
Erledigung der Ferienſachen werden bei den
Landgerich=
ten Ferienkammern, bei den Oberlandesgerichten
und dem Reichsgericht Ferienſenate gebildet.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starken=
burg am Samstag, den 13. Juli, vorm ttags 9½ Uhr.
lautet: Geſuch des Friedrich Kaufmann in Heppenheim
um Ausſtellung eines Wandergewerbeſcheins. Baugeſuch
des Adam Winkenbach VII. von Viernheim. Klage des
Ortsarmenverbands Friſchborn gegen die
Landes=
verſicherungsanſtalt „Großherzogtum Heſſen” in
Darm=
ſtadt. Klage des Ortsarmenverbands Frankfurt a. M.
gegen den Ortsarmenverband Seligenſtadt.
* Odenwaldklub. Noch war es ruhig in den
Stra=
ßen Darmſtadts, nur in den Gärten und Anlagen
jubi=
lierten ſchon die gefiederten Sänger im Chor, als ſich
die Mitglieder der hieſigen Ortsgruppe am Sonntag
am Bahnhof verſammelten. Sie waren in ſtattlicher
Zahſ erſchienen, ging es doch „der Sonn entgegen”
zum ſchönen deutſchen Rhein. Die lange Bahnfahrt
bis nach Boppard mußte allerdings mit in Kauf
ge=
nommen werden. Sie hatte aber auch ihr Schönes
Muntere Reden verkürzten die Zeit. Majeſtätiſch bot
ſich Vater Rhein dem Auge dar. Von den
rebenum=
gürteten Höhen herab grüßten die alten Burgen als
trutzige Zeugen einer fernen Vergangenheit.
Intereſ=
ſant war die Fahrt mit der Hunsrückbahn von
Bop=
pard bis Ehr. Hier begann die Wanderung. Schon
nach einer Stunde war Karbach, der Ort der
Früh=
ſtücksraſt, erreicht. Wer in dem vörgeſehenen Lokal keine
Unterkunft fand oder ſuchte, lagerte ſich im Freien.
Durch Felder, im Schmucke ſommerlicher Blütenpracht,
ging es dann zum Walde. Eine nannigfaltige
Vege=
tation erfreute hier jeden Naturfreund. Die Erdbeere
am Wege, die Himbeere am Raine und die Heidelbeere
zwiſchen Stock und Stein gaben dem, der ſich die Mühe
des Bückens nicht verdrießen ließ, köſtliche Labung.
Nach wenig mehr als zwei Stunden war der „Spitze
Stein” erreicht. Hier wurde kurz geraſtet, um die
herr=
liche Ausſicht auf den Rhein und die ihn umgebenden
Höhen genießen zu können. Nach einem kurzen Abſtieg
durch gut gepflegte Rebenpflanzungen gelangte man
gegen 3 Uhr in Ober=Weſel, dem Endziel der
Wande=
frung, an. Im Hotel „Gertum am Rhein” war gut
ſein. Das wohlverdiente Mahl mundetze allen
vortreff=
lich. Ein „feiner Stoff” ſorgte für die nötige
Stim=
mung. Die, Rede des Herrn Bürgermeiſters Mueller
galt dem deutſchen Rhein. Ihm weihten die frohen
Geſellen ihr dreifaches „Friſchauf‟ Ein beſonderer
Genuß ſtand den Wanderern noch bevor, die Heimreiſe
mit Schiff bis Mainz. Sie wurde kurz nach 5 Uhr
an=
getreten und verlief in ſchönſter Weiſe. Freundlich
grüßten die ſchmucken Städtchen auf beiden Seiten des
Rheins. Der Zauber einer milden Abenddämmerung
verklärte die ſagen= und rebenumkränzten Hügel mit
ihren noch im Verfall ſtolzen Burgen und Veſten. Mit
der Ankunft gegen 11 Uhr in Darmſtadt war die vierte
Wanderung des Klubjahres 1912 beendet. An ihrem
guten Gelingen haben die Herren Führer Klump
und Notti hervorragenden Anteil. Es ſei ihnen
des=
wegen an dieſer Stelle der Dank der Teilnehmer
aus=
geſprochen.
* Zum Gedenktage der Gefechte Laufachs läßt
das Präſidium der „Haſſia” die Gräber der Gefallenen
am 13. Juli d. J. wie alljährlich ſchmücken. Die Feier
beginnt 9 Uhr 30 Min. am Denkmal in Frohnhofen.
Die Abfahrt 6 Uhr 38 Min. früh. Seitens des
Kriegervereins geht eine Abordnung nach Frohnhofen.
Kameraden und Freunde, welche der Feier beiwohnen
wollen, ſind willkommen.
C. Säuglingsſterblichkeit. Die neueſte Nummer
der Mitteilungen der Großh. Heſſiſchen Zentralſtelle für
die Landesſtatiſtik bringt eine intereſſante
Zuſammen=
ſtellung über die Säuglingsſterblichkeit im Zeitraum
1863/1911. Hiernach kamen auf 100 Lebendgeborene in
der Stadt Darmſtadt im Zeitraum 1863/70 21,5
ge=
ſtorbene Säuglinge. Dieſer Prozentſatz ſank bis 1910
auf 9,1, um in dem heißen Jahre 1911 wieder auf 12,7
zu ſteigen. Etwas ungünſtiger ſind die Verhältniſſe im
Landkreiſe, wo die betreffenden Ziffern 23,0, 12,3 und
14,1 lauten. Dagegen kamen in der Provinz Oberheſſen
im Jahre 1910 7,2 und ſelbſt im ungünſtigen Jahr 1911
nur 8,3 geſtorbene Säuglinge auf 100 Lebendgeborene.
Auf der anderen Seite figurieren die Gemeinden
Lam=
pertheim, Lorſch, Bürſtadt und Biblis im Jahr 1911 mit
der Ziffer 21,1 und Heppenheim, Viernheim und
Wimpfen gar mit 22,8. In der Periode 1863/70 wieſen
dieſe Gemeinden, ſowie Mainz und Worms ſogar
Ziffern von nahezu 30 auf. Vereinzelt ſteht Hirſchhorn
noch im Jahr 1911 mit der Ziffer 35,5 da. Eine aus=
führliche Darſtellung dieſer Verhältniſſe wird als 2. Heft
der Schriften der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfürſorge demnächſt im Staatsverlag erſcheinen.
* Die Priv. Schützen=Getellſcheft Darmſtadt fliftet
als Ehrengabe zum 17. Deutſchen Bundes= und
golde=
nen Jubiläums=Schießen einen prachtvollen Pokal.
Derſelbe entſtammt der Hofſilberwarenfabrik E. L.
Vie=
tor, hier, und iſt einige Tage im Schaufenſter der
ge=
nannten Firma ausgeſtellt. Auch am Feſtzug werden
ſich die Darmſtädter Schützen beteiligen. Sie
verſam=
meln ſich am Feſttage, am 14. Juli, hier am alten
Main-Neckar=Bahnhof morgens 7 Uhr und marſchieren
geſchloſſen unter Vorantritt der vollſtändigen Kppelle
Hauske zum neuen Hauptbahnhof. Abfahrt nach
Frank=
furt=Süd 7,56 Uhr. Beſonders dürfte es intereſſſieren,
daß bei unſeren Schützen zwei Jubilare vom erſten
Deutſchen Bundesſchießen 1862 ſich befinden, die Herren
Mylius und Flehinger. Beide Herren haben vor 50
Jahren mitgeſchoſſen und werden auch in dieſem Jahre
wieder ihre Schießkunſt probieren. Hoffen wir, daß
un=
ſere Darmſtädker Schützen erfolgreich aus dem
fried=
lichen Wettkampfe zurückkehren.
* Der Veloziped=Klub Darmſtadt beteiligte ſich
am letzten Sonntag am ſüddeutſchen Wanderſportfeſt
der Gaue 5 und 9 des Deutſchen Radfahrer=Bundes
und kehrte mit Preiſen reich beladen zurück, indem der
Klub nicht weniger als drei Preiſe errang. Je einen
erſten Preis brachte der Sechſer=Reigen ſowohl als auch
der Achter=Reigen, und im Korſo wurde die mit
38 Fahrern angetretene Mannſchaft mit dem 2. Preis
ausgezeichnet. Letzterer iſt ein beſonders wertvoller
Pokal im Werte von 250 Mk. Die errungenen Preiſe ſind
während der nächſten Tage im Schaufenſter der Firma
L. Hermes, Louiſenſtraße, ausgeſtellt, worauf
Intereſ=
ſenten aufmerkſam gemacht ſeien. Der Veloziped=Klub
hat mit ſeinen jüngſten glänzenden Erfolgen erneut
gezeigt, daß er in ſeinen ſportlichen Leiſtungen
hervor=
ragend daſteht.
* Vogelsberger Höhenklub Zweigverein
Darm=
ſtadt. Die Wanderung am vorigen Sonntag war vom
Wetter ſehr begünſtigt. Der Marſch ging von Groß=
Bieberau durch prächtigen Wald über die Nonroder
Höhe nach Neunkirchen und über die Neunkircher Höhe
und den Rodenſtein nach Reichelsheim. Hier fanden die
Wandersleute im „Adler” ſehr gute Aufnahme und die
Zeit bis zur Abfahrt des Zuges war bei Geſang, Spiel
und Tanz raſch verſtrichen. Daß die Wanderungen des
Vogelsberger Höhenklubs und die Art und Weiſe ihrer
Durchführung allgemeinen Beifall finden, beweiſt am
beſten die Tatſache, daß ſich zu dieſer Wanderung
nahezu 100 Perſonen eingefunden hatten.
Erfreulicher=
weiſe iſt die Gemütlichkeit dadurch nicht im geringſten
beeinträchtigt worden.
— Kraft= und Blntwein. Das Großh. Polizeiamt
teilt uns mit: „Im Verkehr werden nicht ſelten Weine
als Blutwein, Kraftwein oder ähnlich bezeichnet. Dieſe
Bezeichnung iſt im Intereſſe der Konſumenten und des
reellen Weinhandels als unzuläſſig zu erachten. Mag
der Name Blutwein auch urſprünglich von der Farbe
des Weines herrühren, ſo enthält er doch nach der
all=
gemeinen Berkehrsauffaſſung einen Hinweis auf
be=
ſondere blutbildende oder blutverbeſſernde Eigenſchaften, die
keinem Wein mit Sicherheit beigelegt werden können; der
Name kann ſomit auf Täuſchung berechnet ſein und iſt
jeden=
falls zur Irreführung des Käufers geeignet. Auch ohne daß
dem Wein eine beſondere Heilwirkung auf Blutarme,
Nervenſchwache und Geneſende zugeſchrieben wird, iſt
hiernach in der Bezeichnung eines Weines als Blutwein,
Kraftwein oder in ähnlicher Weiſe ein Verſtoß gegen
die Vorſchriften des Reichsgeſetzes gegen den unlauteren
Wettbewerb anzunehmen. Sofern gezuckerter Wein
unter einem ſolchen Namen in den Verkehr gebracht
wird, ſo kann außerdem auf Grund der §§ 5 und 26
Ziffer I des Weingeſetzes vorgegangen werden.
Da=
neben kann eine Beſtrafung wegen Betruges in Betracht
kommen.”
Städtiſcher Saalban. Heute Dienstag gibt die
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn
Webers Leitung einen Richard Wagner=Abend. Zum
Vortrag kommen das Vorſpiel zu Parſifal und
Ton=
bilder aus Rheingold, Walküre und Siegfried. Im
III. Teil des Programms kommen nur Stücke aus der
Zeit 1600—1800 zur Aufführung. (Siehe Anz.)
*Hugenſchütz! Felſenkeller. Heute Dienstag
kon=
zertiert wieder die Kapelle des Garde=Dragoner=
Regi=
ments unter Herrn Mittelſtädts Leitung nach einem
Wenn der Reiſende ängſtlicher Natur iſt, ſo nehme er
kleine Schlucke und behalte ſie einige Sekunden im Mund,
bevor er ſie hinabgleiten läßt.
Sobald der Vergnügungs= oder Erholungsreiſende
Ermüdung oder Erſchöpfung fühlt, ſo ſoll er Halt machen
Aund im nächſten Quartier raſten; denn würde er ſich
zwin=
gen, ſein vorgeſtecktes Ziel mit Mühe und Not zu
errei=
chen, ſo könnte der Zweck der Reiſe leicht ins Gegenteil
umſchlagen.
Nicht nur die Erholungs=, ſondern auch die
Geſund=
heitsreiſe muß ſtets den Charakter des Vergnügens
tra=
gen. Das ſchließt alle Geſchäftsſorgen aus, alles
Ver=
weilen der Gedanken bei unangenehmen Sachen. Man
ſuche Zerſtreuung und vermeide das Alleinleben. Man
halte ſich möglichſt viel im Freien auf, gewöhne ſich täglich
mehr an die freie, ſonnige Luft, auch wenn ein Wind
weht. Er iſt des Menſchen Freund, ex maſſiert und reinigt
die Haut.
Man ſorge ganz beſonders für hinreichende Strümpfe
und gute, bequeme Fußbekleidung. Nie dulde man naſſe
Strümpfe, wechſele ſie jeden Abend, und wenn es ſein
muß, auch am Tage; denn nichts iſt unangenehmer und
fr den Fuß ſchädlicher, als von Staub und Schweiß
hartgewordene Strümpfe.
Viele Perſonen meinen, eine Sommerreiſe müſſe
un=
bedingt nach einem Badeorte gehen. Dadurch ſind die
Modebäder zur Saiſon überfüllt und die Preiſe für
Woh=
nung und Verpflegung hochgeſchnellt. Deshalb begnüge
ſich der Reiſende, welcher keine Brunnenkur durchmachen
muß, mit einer Sommerfriſche. Dieſe iſt älter als der
Badeort, was jedenfalls zu ihren Gunſten ſpricht. Der
Begriff und das Wort „Sommerfriſche” iſt kein
Erzeug=
nis der Neuzeit. Die Bezeichnung kommt aus Tirol, wo
man ſchon ſeit Jahrhunderten in die Friſche geht,
in=
dem man im Sommer ſeinen Aufenthalt in größerer Höhe
nimmt. So entſtanden vielfach ganz neue Orte. Eine
Chronik von 1610 ſagt: „Die Innwohner haben neben
ihren Häuſern in den Städten auch andere in der Höhe,
nämlich auf dem Gebirge, dahin ſie ſich zur Sommerszeit
verfügen.”
Der vom Geſellſchaftsleben oder von der Arbeit
Er=
ſchöpfte tut daher aut, nicht die teuren Landorte, ſondern
nur die einfache Sommerfriſche aufzuſuchen, das heißt,
Wald, Berg, friſche Luft, Sonnenſchein, Naturfrieden und
Befreiung von allen Geſchäften und Gemütsbewegungen.
Solche Sommerfriſchler kehren in der Regel friſch und
geſtärkt heim, viel geſunder oft als ſolche, die an
Heil=
zuellen täglich tranken, aber in der aufregenden
Bade=
geſellſchaft lebten.
Feuilleton.
* Die beſteuerte Körperfülle. Nach dem Berichte einer
engliſchen Zeitſchrift iſt es einer kleinen franzöſiſchen
Stadtgemeinde an den Pyrenäen vorbehalten geblieben,
eine neue und originelle Form zu finden, unter der man
zahlungsunluſtige Bürger zur Oeffnung ihres
wohl=
gehüteten Geldbeutels bringen will. Die Stadtkaſſe
leidet an einer ſehr zähen Ebbe, und da alle bisher
er=
öffneten Steuerquellen nicht ausreichen, um die
Durch=
führung geplanter Verbeſſerungen zu ermöglichen, iſt der
Stadtrat dieſer praktiſch veranlagten Gemeinde auf den
Einfall gekommen, das Körpergewicht ſeiner Bürger der
Beſteuerung zu unterwerfen. Man hat eine eigenartige
Tabelle ausgearbeitet. Wer weniger als 135. Pfund
wiegt, genießt Steuerfreiheit; weſſen Leibesfülle
zwi=
ſchen einem Gewicht von 135 bis 200 Pfund ſchwankt,
ſoll fortan der Stadtkaſſe 12 Fr. bezahlen. Die
Schmer=
bäuche aber, die noch mehr wiegen, zahlen 18 Fr., und
von 270 Pfund ab tritt ein Staffeltarif in Kraft, der jede
weiteren 20 Pfund mit 24 Fr. Steuer belegt. Das Geſetz
wvurde zwar genehmigt, aber ſeine Durchführung wird
vohl noch auf ſich warten laſſen, denn unter der
Bürger=
ſchaft herrſcht begreiflicherweiſe Empörung, und eine
Ab=
ordnung der Wohlbeleibten hat dem Bürgermeiſter
be=
reits klar gemacht, daß eine verſuchte Eintreibung einen
Generalſtreik der Steuerzahler hervorrufen würde. Der
heftigſte Widerſpruch ging jedoch von den Frauen aus,
die ſogar einen Proteſtfackelzug veranſtalteten und
da=
mit drohten, eine Deputation nach Paris zu ſenden, um
die Aufmerkſamkeit der Regierung auf die merkwürdige
Steuerpolitik der Stadtväter zu lenken.
* Ein lautſprechendes Telephon. Ein Telephon, das
roch die phantaſiereichſten Schriftſteller in ihren kühnſten
Träumen zu überbieten verſpricht — ein Telephon, das
klar und deutlich ſpricht, während man ſelbſt bequem im
Stuhl ſitzen bleiben kann, wird augenblicklich in einem
Hauſe in der Nähe des Piccadilly=Zirkus in London
vor=
geführt. Bei dieſem Apparat iſt es nicht mehr nötig, in
den Schalltrichter hineinzuſprechen. Man kann im Zim=
mer umherlaufen, oder auf einem Stuhl ſitzen bleiben
und im gewöhnlichen Unterhaltungston ſprechen. Ein
kleiner Sammelapparat fängt die Worte auf und trägt ſie
zu dem Empfänger, der dann, ohne von ſeinem Sitz
auf=
zuſtehen, in klaren Worten die Botſchaft empfängt, als ob
der Sprecher nur einen Meter von ihm entfernt ſtehen
würde. Der Erfinder dieſes Telephons iſt Mr. W.
Kennedy=Laurie Dickſon, ein früherer Aſſiſtent von
Ediſon. Das Telephon iſt bis jetzt allerdings nur auf
kurze Entfernungen ausprobiert worden, aber Mr.
Dick=
ſon erklärt, daß kein Grund dafür vorhanden ſei, daß die
Erfindung nicht auch für lange Strecken dienſtbar
ge=
macht werden könnte. Die übertragene Stimme kann
durch eine Vorrichtung verſtärkt oder abgeſchwächt
werden.
— Was iſt Ewigkeit? Eine Anſchauung von der
Ewigkeit zu geben, hat ſchon ſo mancher verſucht; aber
originell iſt der Vergleich eines ſchwarzen Predigers, der
ſeiner farbigen Gemeinde, wie Everybodys Magazine
er=
zählt, den Begriff, über den ſich die Philoſophen ſo oft
den Kopf zerbrochen haben, unter folgendem Bilde
dar=
ſtellt: „Wenn ein Sperling, liebe Brüder, einen Tropfen
Waſſer aus dem Atlantiſchen Ozean bei Coney Island
nehmen würde, und mit dieſem Tropfen Waſſer im
Schnabel forthüpfen würde, bis er den Stillen Ozeau
bei San Franzisko erreichte, und wenn er hier den
Tropfen in den Stillen Ozean fallen ließe, und wiederum,
liebe Brüder, wenn er zurückkehrte und hüpfte den
gan=
zen Weg bis Coney Island, und nähme wieder einen
Tropfen und täte dasſelbe, und ſo fort, bis er den
gan=
zen Atlantiſchen Ozean ausgeſchöpft und in den Stillen
Ozean gebracht hätte, dann wäre es doch immer noch
früh am Morgen in der Ewigkeit.”
* Wahres Geſchichtchen. Bei einem feudalen
Kaval=
lerie=Regiment ſtehen drei Offiziere — Graf Zieten, Graf
Schwerin — Graf Seydlitz — Nachkommen der berühmten
Generäle Friedrichs des Großen. Die drei fahren
ge=
meinſam zur Jagd. In dem Abteil erſter Klaſſe ſitzt
be=
reits ein älterer Herr, korpulent, braune Geſichtsfarbe, ein
Großgrundbeſitzer aus Schleſien. Die Offiziere ſtellen
ſich ihm vor: „Graf Zieten‟. Graf Schwerin” „Graf
Seydlitz”. Der Landonkel fühlt ſich angeulkt und erwidert
ſchlagfertig: „Und ich bin der alte Deſſauer”,
vorzüglich zuſammengeſetzten Wunſchprogramm.
Be=
mertt ſei, daß auch bei dieſem Konzert wieder
Wunſch=
zeitel Berückſichtigung finden. Für dieſesmal hatten die
neuen amerikaniſchen Stücke und Two Steps die meiſten
Stimmen zu verzeichnen, für ein Studentenlieder=
Potpourri und ein Echoſtück für Trompeten=Solo gingen
je 15 Wunſchzettel ein, die Fantaſie aus Trompeter
von Säkkingen wurde 5 mal, La Traviata 6mal und
Dollarprinzeſſin 4 mal gewünſcht. Einzelne Stücke können
erſt ſpäter Berückſichtigung finden. (Siehe Anz.)
* Ludwigshohe. Das auf vorigen Mittwoch
feſt=
geſetzt geweſene Abendkonzert mit Réunion mußte
wegen plötzlich eingetretener ungünſtiger Witterung
aus=
fallen, und ſei ſchon heute darauf aufmertſam gemacht,
daß dieſes Konzert mit Réunion und
Turmbeleuch=
tung à la Heidelberger Schloß Mittwoch,
den 9. Juli, bei günſtiger Witterung beſtimmt ſtattfindet.
Nachmittags und abends konzertiert die Kapelle des
Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Leitung des
Heren Weber.
§ Naturalverpflegungsſtation. Während des
Monats Juni wurde die Hilfe der hieſigen
Natural=
verpflegungsſtation von 142 mittelloſen Durchreiſenden
in Anſpruch genommen. Im vorhergehenden Monat
Mai ſind 222 (oder mehr 80) Perſonen unterſtützt
worden.
§ Aſyl für Obdachloſe. Während des Monats
Junt wurde in dem im Lokale des zweiten
Polizei=
reviers in der Alexanderſtraße errichteten Aſyl für
Ob=
dachloſe 272 Perſonen und in demjenigen im Lokale des
fünften Polizeireviers in der Ludwigshöhſtraße 30
Per=
ſonen, zuſammen 302 Perſonen Obdach gewährt.
§ Feſtgenommen wurde ein 38 Jahre alter
Tag=
löhner von hier wegen Unterſchlagung.
§ Hundefang. Durch den hieſigen
Polizeihunde=
aufſeher wurden während des Monats Juni 24 Hunde
eingefangen. Hiervon ſind 16 Hunde von ihren
Eigen=
tümern wieder ausgelöſt worden, 3 Hunde wurden
ver=
kauft und 5 Hunde mußten getötet werden.
— Pfungſtadt, 7. Juli. Man ſchreibt uns: Heute
wurde der auf ſo überaus tragiſche Weiſe um ſein
jun=
ges Leben gekommene praktiſche Arzt Dr. Fiedler
von hier zu Grabie getragen. Ein zahlreiches
Trauergefolge erwies dem erſt ſeit vier Jahren hier
an=
ſäſſigen, leutſeligen, tüchtigen und allgemeiner
Beliebt=
heit ſich erfreuenden Arzt die letzte Ehre. Tief
ergrei=
fende Worte ſprach am Grabe Herr Pfarrverwalter
Bürſtllein. Er lieh dem ſchmerzlichen Gefühle, das
die ganze hieſige Einwohnerſchaft beim Eintreffen der
Unglücksbotſchaft bewegte, beredteſten Ausdruck. Die
Teil=
nahme an dem jähen Geſchick wurde umſo größer, je mehr
man die näheren Umſtände erfuhr. Herr Dr. Fiedler
hatte ſich und ſein Vehikel ganz in den Dienſt der
Teil=
nehmer an der Hochzeit geſtellt. Er hatte ſchne bei ihm
wohnenden Schwiegereltern und ſein Kind bereits zu
einer früheren Stunde hierher gefahren und auch die
übrigen Hochzeitsgäſte von Darmſtadt nach Hauſe
ge=
bracht. Zuletzt holte er ſeine Frau und andere
Ver=
wandte. Man wußte, daß ihm als vorſichtigen
Auto=
lenker keine Schuld beizumeſſen war. Dieſe hat in
fre=
ventlicher Weiſe der Fuhrmenn auf ſich geladen und ſie
dadurch noch vergrößert, daß er die Verunglückten allein
ließ. Scharf geißelte der Geiſtliche dieſe
unverantwort=
liche Handlungsweiſe, indem er auch einen Teil der
Schuld auf unſere Wirtſchaftsordneing übertrug, die
ſo=
gar zu ſpäter Nachtſtunde die Wege unſicher mache und
die Gefahren mehre. Herr Dr. Frank widmete im
Na=
men und Auftrag des ärztlichen Kreisvereins ſeinem
geſchätzten Kollege einen ehrenden Nachruf unter
Nie=
derlegung eines Kranzes. Auch der Sanitätsverein
ſpendete einen Kranz.
Bickenbach a. d. Bergſtr., 7. Juli. Am hieſigen
Bahn=
hof iſt kürzlich eine neue Fabrik unter der Firma
Szo=
kotny u. Ko. entſtanden. Das Werk, welches
Schuh=
leiſten anfertigt, iſt die Filiale eines Frankfurter
Eta=
bliſſements.
S. Zell bei Bensheim, 8. Juli. Geſtern wurde hier
das 4. Gauturnfeſt des Mittleren
Berg=
ſtraße=Gaues bei reger Beteiligung gefeiert.
Einge=
leitet wurde das Feſt am Samstag abend durch einen
Fackelzug und Begrüßung der auswärtigen Gäſte durch
den Sprecher Röder=Zell. Ein hübſcher Feſtzug, an dem
18 Vereine teilnahmen, bewegte ſich durch die geſchmüchkte
Ortsſtraße nach dem Feſtplatz. Dort ſprach der zweite
Präſident des Feſtausſchuſſes, Meiſter=Zell,
Begrüß=
ungsworte. Die Feſtrede hielt Reallehrer Mink=
Bens=
heim. Gauturnwart Graf=Lorſch dankte allen
Betei=
ligten und dem feſtgebenden Verein. Bei dem
Preis=
turnen wurden ſehr gute Reſultate erzielt und errang
Paul Jährling=Auerbach (T.=V. Gut Heil”) den erſten
Preis. Am Abend fanden Feſtbälle ſtatt. Seine
Königliche Hoheit der Großherzog dankte noch am
Abend telegraphiſch für das an ihn geſandte
Huldigungs=
telegramm.
Heppenheim, 6. Juli. In Viernheim gebar eine
ledige polniſche Arbeiterin drei Kinder, von denen
zwei zuſammengewachſen waren. Die Drillinge
waren tot. Die zuſammengewachſenen Zwillinge wurden
der Heidelberger Anatomie überwieſen.
H. Dieburg, 6. Juli. Verhaftet wurde heute
vormittag der 61jährige, verheiratete Schmiedemeiſter
T. wegen Sittlichkeitsverbrechen. Die Verhaftung
er=
folgte auf Grund einer anonymen Anzeige bei der
Stalttsanwaltſchaft und hat T. bei ſeiner Vernehmung
bereits ein umfaſſendes Geſtändnis über ſeine
Verfeh=
lungen, die mehrere Jahre zurückliegen, abgelegt.
Mainz, 8. Juli. Der Termin zur Einſendung der
Angebote für die Beſetzung der beiden
Beigeord=
netenſtellen bei der Stadt Mainz ging am Freitag
zu Ende. Es haben ſich nahezu 300 Bewerber gemeldet.
Undenheim, 6. Juli. Seit geſtern mittag vermißte
der Landwirt Georg Schickert ſeinen vierjährigen
Sohn. Man war der Anſicht, daß er ſich in der
Gemark=
ung verirrt hätte und ſuchte deshalb mit Hilfe von faſt
der ganzen Einwohnerſchaft die ganze Nacht nach dem
Kinde, jedoch ohne Erfolg. Heute morgen wurden alle
Brunnen in der Nachbarſchaft unterſucht und man fand
dabei den Knaben in einem Brunnen ertrunken vor.
Der Deckel war jedenfalls von dem Ertrunkenen aus
Neugierde oder Spielerei geöffnet worden, und man
nimmt an, daß er dabei das Gleichgewicht verloren hat
und hinabgeſtürzt iſt.
(*) Leun, 7. Juli. Die heutige tauſendjährige
Inbelfeier unſeres Städtchens übte auf die
Bewoh=
ner des Lahntales eine ſtarke Anziehungskraft aus. Am
Vormittag war Feſtgottesdienſt. Die hiſtoriſche
Bedeut=
ung des Ortes wurde durch den impoſanten Feſtzug zur
Anſchauung gebracht. Nachdem der Feſtzug durch das
geſchmückte Städtchen marſchiert und auf dem Feſtplatz
angekommen war, begrüßte Bürgermeiſter Weber die
Gäſte. Pfarrer Himmelreich gedachte in der Feſtrede der
Geſchichte und Bedeutung des Städtchens. Abends
fan=
den Fackelreigen, Geſangsvorträge, Waffentanz und
ein Feuerwerk ſtatt.
Reich und Ausland.
Aus den Reichshauptſtadt, 7. Juli. Das
Grund=
ſtück der alten Kaiſer Wilhelm=Akademie in Berlin, das
400 Quadratruten umfaßt, iſt für den Preis von 10,5
Millionen Mark an eine große Berliner Bank verkauft
worden. Ein Teil des Terrains wird zur Vergrößerung
des Bahnhofes Friedrichſtraße verwendet. Anſtelle der
Akademie ſoll ein großer Hotel=Neubau entſtehen,
wie ihn Berlin noch nicht geſehen hat. Vorgeſehen ſind
Einheitspreiſe, ein Garten mit Theater nach
amerikani=
ſchem Muſter und dergleichen. — Die dauernden
Differen=
zen zwiſchen der Berliner Fleiſcherinnung und
dem Zentralverband Deutſcher
Fleiſchergeſel=
len haben jetzt zum offenen Kampf geführt. Noch in
die=
ſem Monat wird in Berlin der erſte größere Fleiſcherſtreik
beginnen. — Nach Betrügereien in Höhe von etwa
250000 Mark iſt die Putzmacherin Jeanette Levi aus
Schöneberg bei Berlin plötzlich geflohen. Fräulein Levi
iſt etwa 56 Jahre alt und hatte eines der vornehmſten
Putzmachergeſchäfte in Berlin W. inne. Sie zählte
durch=
weg wohlhabende Damen zu ihrer Kundſchaft,
intereſ=
ſierte aber ihre Kundinnen auch für Finanzgeſchäfte der
verſchiedenſten Art und erzählte ihnen, daß ſie für Damen
Geld borge, die große Ausgaben hätten, von denen ihre
Ehemänner nichts wiſſen dürften. Ein anderes Mal
ſchwindelte ſie ihnen vor, daß ein Herr zum Ankauf von
Grundſtücken Geld brauche. Unter dieſen und ähnlichen
Schwindeleien bewog ſie mehrere ihrer Kundinnen, ihr
größere Summen zur Verfügung zu ſtellen. Sie gewann
dadurch das Vertrauen, daß ſie zunächſt immer die
Be=
räge mit Zinſen von 30 bis 40 Prozent zurückerſtattete,
bis ſie das Vertrauen ſo weit gefunden hatte, daß man
ihr auch größere Summen auf bloße Unterſchrift gab.
Seit Mittwoch iſt ſie mit ihrer älteren Schweſter
ver=
ſchwunden. Die Verluſte einiger Kundinnen belaufen ſich
auf 18000 bis 64000 Mark. — In der Nacht zum
Sonn=
ag erbeuteten Einbrecher in der Chemikalienfabrik
von Schering einen Platinkeſſel im Werte von
18000 Mark. Die Diebe ſtießen von einem an die Fabrik
anſtoßenden Gelände auf das Grundſtück und verſchafften
ſich dann mit einem Nachſchlüſſel Eingang in das
Labora=
orium. Hier ſägten ſie den Verſchluß, mit dem der
wert=
volle Keſſel befeſtigt war, durch und verſchwanden, ohne
daß von ihrer Anweſenheit etwas gemerkt wurde.
Frankfurt, 8. Juli. Heute Nacht gegen 4,15 Uhr
wurde der Rangierer Andrens Wieſel beim Rangieren
im Oſthafengebiet zwiſchen den Puffern zweier Wagen
toſtgedrückt.
Rüdesheim, 8. Juli. Von Beſuchern des
National=
denkmals auf dem Niederwald werden
all=
jährlich von dem vor dem Denkmal ſich ſtufenweiſe
hin=
ziehenden Moſaikpflaſter Steine herausgebrochen, um ſie
als Reliquien zu bewahren. Es iſt feſtgeſtellt, daß dies
alljährlich erkleckliche Quadratzentimeter ausmacht. In
dieſem Jahre iſt es beſonders ſtark, es ſind nämlich
meh=
rere Quadratmeter, und muß der Fiskus zur Herſtellung
des Pflaſters einige 100 Mark aufwenden. Ein
Maurer=
meiſter in Rüdesheim iſt mit den Herſtellungsarbeiten
beauftragt.
Diedenhofen, 8. Juli. Das Kriegsgericht hat dieſer
Tage vier katholiſche Kapläne zu je 6 Monaten
Gefängnis verurteilt, weil ſie ſich anläßlich einer
Kontrollverſammlung ungebührlich benommen hätten
und im Verfolg dieſes Vorfalles gemeinſchaftlich an den
Bezirkskommandeur ein Schreiben richteten, in dem
u. a. mit Veröffentlichung des Vorfalles in der Preſſe
und Anrufung des Landtages gedroht wurde.
Trier, 8. Juli. Auf dem hieſigen Hauptbahnhof
ſtieß geſtern abend um 11 Uhr eine
Zuglokomo=
tive mit einer Rangierabteilung
zuſam=
men. Hierbei wurden der eine Lokomotivführer und
zwei Poſtbeamte verletzt. Die zwiſchen 11 und 12 Uhr
verkehrenden Perſonenzüge erlitten bis zu dreiviertel
Stunden Verſpätzung.
Hamburg, 8. Juli. Geſtern nachmittag
erkran=
ken im Freibad Wittenbergen bei Blankeneſe drei junge
Leute. Nur eine Leiche wurde aufgefunden.
London, 7. Juli. Das Grab des Herzogs von
St. Albans in Newtown Annon in der Grafſchaft
Tippe=
rary iſt von Räubern heimgeſucht worden. Die
Einbrecher zertrümmerten den Sarg des Herzogs da ſie
offenbar der Anſicht waren, daß er Koſtbarkeiten enthalte.
London, 8. Juli. Die Times meldet aus New=York:
Der Dampfer Commonwealth” der Pall River
Line, mit 900 Paſſagieren an Bord, ſtieß geſtern früh in
dichtem Nebel am öſtlichen Ende des Long Island
Sun=
des mit dem Schlachtſchiff „Hampſhire”
zu=
ſammen. Der Bug des Dampfers wurde eingedrückt,
ber die vorderen Schotten hielten dicht und der Dampfer
konnte mit eigener Maſchinenkraft Newport erreichen. Faſt
zur gleichen Zeit und an gleicher Stelle ſtießen die
Damp=
fer „Bunger Hill” und „Maſſachuſſetts” der
Metropolitain Line zuſammen. Beide Dampfer wurden
beſchädigt, bedurften aber keiner Hilfe.
ck. New=York, 5. Juli. Die diesjährige Feier
des 4. Juli, des Nationalfeſttages, leitete eine neue
Aera ein: in dieſem Jahre brauchte man nicht bange auf
eine Liſte der Opfer patriotiſcher Feſtesfreude zu
war=
ten, faſt gar keine Unglücksfälle haben ſich ereignet,
be=
geiſterte Bürger verzichteten diesmal auf das
Vergnü=
gen, zu Ehren des Unabhängigkeitstages ihre Revolver
n den Straßen abzuſchießen, und ſtatt des
unbeſchreib=
lichen Lärmes, der ſonſt an dieſem Tage New=York zu
einer wahren Hölle macht, zog diesmal nur ein prächtiger
Zug durch die Straßen. Sein Ziel war das Rathaus,
vor dem Bürgermeiſter Gaynor die Parade der
Patrio=
ten abnahm. Einen ſolchen Feſtzug vermag nur Amerika
auf die Beine zu bringen, denn aus der Mitte der
Mar=
ſchierenden erklangen faſt aller Völker Sprachen und jede
Nation war vertreten. Da ſchritten in weißen Hemden die
Kinder Griechenlands, daneben Ungarn, daneben ein
langer Zug Italiener, Ruſſen, und ihnen folgten die
Chineſen. Iren, Schotten und die Deutſchen. Und ſie
alle, um ihre Banner geſchart, nahmen in beſter Ordnung
Aufſtellung, um mit entblößten Häuptern der
Unab=
hängigkeitserklärung zu lauſchen, die inmitten
weihe=
voller Stille von einem Abkommen Waſhingtons von
dem Colonel W. G. H. Waſhington, mit lauter Stimme
verleſen wurde. Die Muſik zu der Feier ſtellten die
Schweden und die in Amerika lebenden Söhne Hawais;
als ſie vorübergezogen waren, erſchienen die Schotten
mit ihren Dudelſäcken und ſchottiſche Mädchen führten
vor dem Oberbürgermeiſter einen Tanz auf. Ihnen
folgten, von dem greiſen, weißhaarigen Häuptling
„lachendes Waſſer” geführt, die Vertreter von einem
Dutzend Indianerſtämme. Die Squaw des älteſten
Häuptlings hielt dem Bürgermeiſter ihr jüngſtes Baby
zum Gruße entgegen, und ein Sturm der Heiterkeit brach
los, als Gaynor ſich mit meiſterhafter Diplomatie der
Pflicht entwand, das rote Baby zu küſſen, und ſtatt deſſen
geiſtesgegenwärtig die Friedenspfeife des alten
Häupt=
lings ergriff. Mit beſonderem Selbſtbewußtſein aber
zogen die Söhne Chinas an den Stadtbehörden vorüber
und ließen das bunte Banner ihrer neuen Republik ſtolz
im Winde flattern.
VIII. ordentliche evangeliſche Landesſynode.
14. Sitzung.
St. Darmſtadt, 8. Juli.
Die Sitzung wird um 9¼ Uhr durch Präſident D.
Stamm eröffnet und mit einem von Syn. Keil
ge=
ſprochenen Gebet eingeleitet.
Die Synode ſetzt dann die Beratung der Vorlage des
Oberkonſiſtoriums „die Verbeſſerung der
Ein=
künfte der Pfarrſtellen und des
Zentral=
kirchenfonds betreffend” fort bei Artikel 9.
Dieſer ſowie Art. 10 werden nach kurzer Debatte in der
Faſſung des Ausſchußantrages angenommen. Art. 12
erhält folgende Faſſung des 2. Ausſchuſſes, nachdem der
Finanzausſchuß ſeinen Antrag zu deſſen Gunſten
zurück=
gezogen hatte:
Werden Pfarrbeſoldungsgrundſtücke verkauft und
überſteigen die Zinſen des Erlöſes die im Durchſchnitt der
letzten 5 Jahre mit den Grundſtücken erzielten Renten um
mindeſtens 1 Prozent, ſo iſt für die Dauer von 30 Jahren,
vom 1. April des Verkaufsjahres an gerechnet, in jedem
Rechnungsjahr 1 Prozent des Erlöſes zu kapitaliſieren.
Soweit auf Grund des gegenwärtigen Geſetzes ein
ört=
licher Ergänzungsfonds zu bilden iſt, fließt dieſem der
Betrag zu. Die hier vorgeſehene Vermehrung des
Ka=
pitals kann in kürzerer Zeit erfolgen, wenn der durch den
Grundſtücksverkauf erzielte Mehrertrag der Pfarrſtelle dies
geſtattet.
§ 13 wird in der Ausſchußfaſſung angenommen.
Ueber § 14 entſteht eine längere Debatte. Im
Ent=
wurf der Kirchenbehörde hat dieſer § folgenden Wortlaut=
Dem Pfründenverbeſſerungsfonds ſind zu
überweiſen: 1. Die im Zentralkirchenfonds bereits
vor=
handenen, durch ältere Erſparniſſe angeſammelten
Kapi=
talien. 2. Die von einzelnen Kirchengemeinden oder Stifs
tungen dem Zentralkirchenfonds zur Ablöſung der ihnen
auferlegten Umlagen ſeit dem Rechnungsjahr 1910 bereits
überwieſenen oder noch zu überweiſenden Kapitalien. 8.
Die dem Zentralkirchenfonds durch den Verlag und
Ver=
trieb des Geſangbuchs, der bibliſchen Geſchichte und
ande=
rer innerhalb der evangeliſchen Landeskirche für das
Groß=
herzogtum Heſſen eingeführten oder noch einzuführenden
Bücher zufließenden Einnahmen. 4. Der aus den unter
Ziffer 3 erwähnten Einnahmen unter der Bezeichnung
Geſangbuchsfonds” bereits angeſammelte Fonds vom
Januar 1913 ab. 5. Die von dem Zentralkirchenfonds
a) durch die Vermittlung gemeinſchaftlicher Verſicherungen.
der Kirchengemeinden oder Geiſtlichen der evangeliſchen
Landeskirche, b) durch die Verwaltung fremder Kapitalien
erzielten beſonderen Einnahmen und Gewinne. 6. Andere
Fonds und Teile ſolcher, welche ſchon gegenwärtig für die
Beſoldung der Geiſtlichen Verwendung finden, nach
Ab=
löſung der ſonſtigen dieſen Fonds obliegenden Laſten.
7. Die verfügbaren Zinſen aus dem Ausgleichsfonds (§ 18).
8. Außerordentliche Einnahmen des Zentralkirchenfonds
nach Anordnung des Oberkonſiſtoriums.
Syn. Wagner beantragt, den ganzen
Geſangbuch=
fonds (Ziff. 4) nicht dem Pfründenverbeſſerungsfonds
überweiſen, ſondern nur einen Teil der Erträgniſſee
ſes Fonds, der an ſich aber beſtehen bleiben ſoll. —
Ausſchußminderheit beantragt, die Poſ. zu ſtrei
chen und dafür zu ſetzen: „die Einkünfte aus dem
Geſang=
buchfonds, ſoweit nicht für andere Zwecke darüber
ver=
fügt wird.”
Der Erſte Ausſchuß beantragt folgenden Zuſatz
9. Ueberſchüſſe aus laufenden Rechnungen des
Zentral=
kirchenfonds nach vollſtändiger Auffüllung des
Ausgleichs=
fonds.
In der Abſtimmung werden die Poſitionen 1 bis 9 in
der Ausſchußfaſſung angenommen. Die
Abänder=
ungsanträge werden abgelehnt.
Die §§ 15, 16, 17, 18, 19 und 20 werden nach dem
Aus=
ſchußantrag in der Faſſung der Vorlage angenommen,
§ 21 in folgender Faſſung des Ausſchuſſes: „Die
Vor=
ſchriften dieſes Geſetzes treten am 1. April 1912 in Kraft,
ausgenommen: a) die Beſtimmungen des § 11, welche
rückwirkend vom 1. April 1910 ab, und b) die
Beſiimm=
ungen in §§ 5, 6, 6a, 7—9 welche am 1. April 1913 in Kraft
treten.”
Damit iſt das Geſetz in erſter Leſung erledigt.
Nach der Pauſe teilt der Präſident mit, daß die
Tag=
ung bis zum Freitag dauern wird. Vom Mittwoch
ab=
ſollen auch Nachmittagsſitzungen ſtattfinden.
Zum Bericht über die Verhältniſſe und
Zu=
ſtände der evangeliſchen Landeskirche in der
Synodalperiode 1905—1909 macht der Präſident zunächſt
längere einleitende Ausführungen.
Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel gibt danach
fol=
gende
Erklärung zum Fall Jatho
ab:
„Die Angriffe, die bei der letzten Tagung der Erſten
Kammer der Landſtände gegen das Oberkonſiſtorium
er=
hoben worden ſind, und die wir ihrem weſentlichen
In=
halt nach als bekannt vorausſetzen dürfen, nötigen uns
zu folgender Erklärung:
Die Mitglieder des Oberkonſiſtoriums lehnen es ab,
irgend einer kirchenpolitiſchen Partei zugerechnet zu
wer=
den, ſelbſtverſtändlich unbeſchadet des Rechtes jedes
Mit=
gliedes, ſeine Auffaſſung der kirchlichen Fragen unter
Be=
achtung der durch ſein Amt ihm gezogenen Grenzen zu
vertreten.
Sie lehnen es ferner ab, bei amtlichen Entſcheidungen
eine beſtimmte Parteirichtung prävalieren zu laſſen. Das
Oberkonſiſtorium erkennt es vielmehr als ſeine Pflicht, bei
allen ihm zuſtehenden Maßnahmen lediglich das Intereſſe
der Sache ſelbſt und das Wohl der geſamten Landeskirche,
unbekümmert um die gegenwärtigen Parteiſtreitigkeiten
und unbekümmert um die Beurteilung, die ſeine
Maß=
nahmen vom Parteiſtandpunkt aus erfahren, als oberſte
Richtſchnur gelten zu laſſen. Auch bezüglich der
Ernen=
nungen an das Predigerſeminar und der Vorſchläge für
die Berufungen für die Synode muß das Oberkonſiſtorinm
ebenſowohl den Vorwurf, daß der liberalen Richtung
An=
gehörige als ſolche von ihm vorgeſchlagen worden ſeien,
wie den zugrundliegenden Wunſch, daß umgekehrt
An=
gehörige einer anderen Richtung als ſolche an Stelle da=
von getreten ſein möchten, als unberechtigt ablehnen.
Ent=
ſcheidend muß in ſolchen Angelegenheiten für das
Ober=
konſiſtorium vielmehr die allgemeine und beſondere
Quali=
fikation für das fragliche Amt ſein, wobei man auf die in
unſerer Landeskirche beſtehende Mannigfaltigkeit religiöſer
und kirchlicher Anſchauungen, ſoweit möglich, Rückſicht
nehmen wird. Die geäußerten Vorwürfe gehen übrigens
von der Vorausſetzung aus, daß allgemein die Theologen
und auch die Laien inbezug auf ihre Richtung überhaupt
klaſſifiziert und beſonders durch die Schlagwörter liberal
und poſitiv charakteriſiert ſeien. Dies iſt nicht der Fall.
Was die Erklärung von 87 Geiſtlichen im Falle Jatho
anbelangt, ſo hat das Oberkonſiſtorium die Schärfe und
Schroffheit lebhaft bedauert, mit der ſehr ſchwere Fragen
der größten deutſchen Landeskirche und ihre Erledigung
durch Männer von hoher Bedeutung, von größtem Ernſt
und unzweifelhafter Gewiſſenhaftigkeit hier behandelt
worden ſind. In der Erwägung jedoch, daß den
Geiſt=
lichen die Freiheit der Erörterung ſolcher gewiß in erſter
Linie und hauptſächlich die preußiſche Landeskirche
be=
rührender, indes immerhin auch für den geſamten
Prote=
ſtantismus ſchwerwiegender Fragen nicht beeinträchtigt
werden kann, haben wir in dieſe öffentliche Erörterung
nicht eingegriffen. Zudem iſt die Landesſynode die für
Entgegennahme von Aeußerungen des Oberkonſiſtoriums
geeignete Stelle. Selbſtverſtändlich haben die betreffenden
Geiſtlichen für ihre öffentlichen Erklärungen, ſowie für die
Erörterungen, die ſich daran anſchloſſen, im großen und
ganzen die Verantwortung ſelbſt zu tragen, auch wenn
bei dieſen Auseinanderſetzungen Mißverſtändniſſe mit
unterliefen.”
Auf Antrag des Syn. Wagner wird beſchloſſen,
dieſe Erklärung drucken zu laſſen und die Beſprechung bis
nach der Drucklegung auszuſetzen.
Es wird dann in die Beſprechung des „Berichtes uſw.”
eingetreten. Zunächſt referiert Syn. D. Schloſſer.
Be=
ſonderes Intereſſe beanſpruchen ſeine Ausführungen über
das Verhältnis der Kirche zum Staat. Wenn er auch
nicht ſagen wolle, daß unſere führenden Männer der Kirche
ihr Intereſſe entziehen, ſo könne man ſich doch nicht des
Eindrucks erwehren, als ob die Kirche hinter wichtiger
erſcheinenden (beſonders finanziellen) Fragen zurücktrete)
als ob ſie minderen Wertes geworden iſt. Auch gewinnt
die neue Anordnung, auf den Steuerzetteln den Betrag
der Kirchenſteuer zahlenmäßig mitzuteilen, ſo ſehr dies
im Intereſſe der Wahrhaftigkeit zu begrüßen iſt, eine
tiefere Bedeutung. Unter dieſen Umſtänden wäre es
drin=
gend zu wünſchen, daß der ſchon früher angeregte Gedanke,
den Staatszuſchuß durch Gewährung eines entſprechenden
Kapitals und deſſen Eintragung in das Staatsſchuldbuch
abzulöſen, zur Verwirklichung käme.
Präſident D. Nebel möchte doch dem Vorredner
gegenüber bemerken, daß die Beziehungen der
Kirchen=
behörde zur Staatsregierung nicht kühler geworden ſind,
daß man vielmehr im allgemeinen auf volles Verſtändnis
in den wichtigſten Angelegenheiten der Kirche bei der
Staatsregierung ſtoße. Beſonders habe er dieſen
Ein=
druck aus einer eingehenden Unterredung mit dem Herrn
Miniſter des Innern, der ſich ſehr warm dahin
ausgeſpro=
chen hat, Staat und Kirche nicht zu trennen, ſondern die
Kirche den Verbündeten des Staates ſein zu laſſen und
umgekehrt. Man ſolle vor allem auch nicht dahin ſtreben,
den Kreisrat aus der fürſorgenden Stellung für die Kirche
hinauszudrängen, ſondern durch ihn die weitere Mitarbeit
des Staates an den Aufgaben der Kirche ermöglichen.
Syn. Wagner vertritt den Standpunkt: dem Staat
die Aufſicht, der Kirche die Verwaltung. Die Mitarbeit
der Kreisräte wird immer erwünſcht bleiben, aber die
Kirche ſollte ſehen, daß ſie in ihren Arbeiten nicht
unbe=
dingt auf die Kreisräte angewieſen iſt. — Aehnlich ſpricht
ſich Syn. Schmidt aus. — Syn. D. Schloſſer ſtimmt
dem nicht zu. Er habe keine Veranlaſſung, das beſtehende
Verhältnis zwiſchen Kreisamt und Kirchenvorſtand zu
ändern. Höchſtens müßte der Kirchenvorſtand mehr
Frei=
heit in Verſchiebungen innerhalb des Voranſchlags, in
Arbeitsregelungen uſw. haben. — Hingegen vertritt Syn.
Fritſch die früheren Eingaben und Anträge im Sinne
der Ausführungen Wagner. — Nach weiterer längerer
Debatte wird ein Schlußantrag angenvmmen. Dann
wird die Sitzung geſchloſſen.
Nächſte Sitzung Dienstag 9 Uhr.
36. Gauturnfeſt
verbunden mit dem goldenen Jubiläum des Main=Rhein=
Gaues der Deutſchen Turnerſchaft.
Eberſtadt ſtand ſchon am Samstag unter dem
Zei=
chen der 4 F, die Einwohner boten alles auf, um den
wackeren Turnern ein herzliches Willkommen zu bereiten.
An den Eingängen des Ortes waren Ehrenpforten
er=
richtet und die Häuſer waren mit Fahnen und Girlanden
reich geſchmückt. Der größte Teil der Turner kam ſchon
am Samstag gegen abend an, eine ſtattliche Zahl, die
ge=
ordnet in ihre Quartiere wanderte.
Dem eigentlichen Feſte ging um 5 Uhr eine Gau=
Aus=
ſchußſitzung voraus, welcher um 7½ Uhr die übliche
Kampf=
richterſitzung folgte; derſelben wohnte der Vorſitzende für
Turn= und Leibesübungen an der Techniſchen Hochſchule
zu Darmſtadt, Herr Profeſſor Finger, ſowie der zweite
Kreisvertreter des 9. Keiſes Mittelrhein, Herr Fabrikant
Schill=Oſthofßn, bei. Während der Sitzung (erſchien
die Turnerin Fräulein Schürmann vom Turnverein
Nieder=Ramſtadt und überbrachte zum goldenen Jubiläum
des Gaues einen rieſigen Eichenſtrauß mit Schleife. Der
Turnverein Nieder=Ramſtadt veranſtaltete einen Stafetten=
Lauf vom Bismarckturm nach Eberſtadt, an dem ſich 12
Turner und 3 Turnerinnen beteiligten. Gauvertreter
Herr Lehrer Roth dankte dem Turnverein Nieder=
Ram=
ſtadt für dieſe ſchöne und überraſchende Ehrung, ebenſo
ſagte er Dank dem Frl. Schürmann für ihre Anſprache bei
Ueberreichung des Straußes. Gegen 9 Uhr ſammelten
ſich die bereits eingetroffenen Turner am Gaſthaus Zur
Eiſenbahn”, um im geordneten Zug nach dem Feſtplatz
zu marſchieren. Dort begann die Feſtfeier. Den Reigen
der Reden eröffnete Herr Bürgermeiſter Schäfer, der
die Grüße der Einwohnerſchaft überbrachte; ſein Gut
Heil” galt dem Großherzog. Der Vorſitzende des
Feſtaus=
ſchuſſes, Herr Oberlehrer Müller, überbrachte die
Will=
kommengrüße des Feſtausſchuſſes. In beredten Worten
gab er eine Schilderung der Geſchichte des Turnens und
betonte ausdrücklich, daß das Turnen eine Geſundung
unſeres Volkes bedeutet; er endete mit einem Gut Heil”
auf das deutſche Vaterland. Der Vorſitzende des Turn=
vereins Eberſtadt, Herr Maurermeiſter Simon, hieß die
Turner im Namen ſeines Vereins herzlichſt willkommen,
ſagte allen Dank, die an den Vorbereitungen des Feſtes
mitgeholfen haben, beſonders der Gemeindeverwaltung
für Ueberlaſſung des Feſtplatzes. Er übergab dem
Gau=
vertreter, Herrn Lehrer Roth=Groß=Gerau, das
Gauturn=
feſt mit einem „Gut Heil” auf das fernere Blühen und Ge
deihen des Gaues. Herr Gauvertreter Roth dankte dem
Turnverein Eberſtadt und dem Feſtausſchuß für die
ge=
leiſteten Arbeiten zur Vorbereitung des Feſtes. Im
Na=
men des Gauausſchuſſes und der Gauangehörigen dankte
er den Einwohnern, ſowie der Gemeindeverwaltung für
den herzlichen Empfang und Aufnahme der Turner und
ſchloß ſeine eindrucksvolle Rede mit einem „Gut Heil” auf
das gute Gelingen des Jubelfeſtes. Herr
Kreisſchul=
inſpektor Kiſſinger überbrachte die Glückwünſche und Grüße
der Kreisſchulkommiſſion und brachte ein „Gut Heil” auf
die deutſche Turnerſchaft und die deutſche Turnerei aus.
Herr Schill=Oſthofen entledigte als 2. Vorſitzender des 9.
Kreiſes Mittelrhein der deutſchen Turnerſchaft und als
Gauvertreter des Gaues Rheinheſſen ſich ſeines Auftrages
und überbrachte die Glückwünſche des Kreiſes und ſeines
Gaues. Profeſſor Finger gedachte der engen Fühlung,
welche die deutſche akademiſche Jugend mit der deutſchen
Turnerſchaft hat und hofft, am 21. Juli, beim akademiſchen
Turnfeſt in Darmſtadt, recht viele deutſche Turner begrüßen
zu dürfen. Den Reigen der Redner beendete Herr
Gau=
vertreter Roth, derſelbe ſprach allen Vorrednern den
herz=
lichſten Dank für überbrachte Grüße und Glückwünſche aus.
Der Feſtſonntag war vom herlichſten Wetter
be=
günſtigt. Früh 5 Uhr war Weckruf und um 6 Uhr traten
441 Turner zum friedlichen Wettkampf an. Das Wetturnen
wickelte ſich raſch ab, es wurde im großen und ganzen gut
geturnt, ſodaß eine größere Anzahl Turner Erfolg zu
ver=
zeichnen hatte. Um 10½ Uhr vormittags war ein
Feſt=
gottesdienſt im Freien, den Herr Pfarrer Paul abhielt.
Das Muſterriegenturnen der Zöglinge begann um 11 Uhr,
es beteiligten ſich 10 Riegen, von den Darmſtädter
Ver=
einen beteiligten ſich Turngemeinde Darmſtadt,
Turnge=
meinde Beſſungen, Turnverein Darmſtadt,
Eiſenbahnwerk=
ſtätte II Darmſtadt. Mittags ½2 Uhr traten die Vereine
zum Feſtzug an. 70 Turnvereine mit ebenſoviel Fahnen
nahmen an dem Zuge teil. Auf dem Feſtplatz, der mit
außerordentlichem Aufwand von dem Eberſtädter Verein
mitten im Kiefernwald, trefflich in Einteilung und
Aus=
ſchmückung, hergerichtet war, löſte ſich der Feſtzug auf.
Tauſende ſammelten ſich auf dem großen Feſtplatz bei den
Klängen der Kapellen des Feldartillerie=Regiments Nr. 61
unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Weber und
des Feldartillerie=Regiments Nr. 47 unter Leitung des
Herrn Muſikmeiſters Sandow an, die verſammelte Menge
dürfte mit 8000 Menſchen nicht zu niedrig geſchätzt ſein.
Kurz nachdem die einzelnen Geräteturnen der Vereine
be=
gonnen hatten, etwa 2.45 Uhr, erſchien der
Groß=
herzog, und nahm, von dem Gauvertreter, Herrn Roth,
empfangen, von der Menge mit Jubel begrüßt, in dem für
ihn hergerichteten Pavillon Platz. Auch die Herren
Ge=
neralmajor z. D. Frhr. v. Heyl und Provinzialdirektor
Fey hatten ſich eingefunden. Auf den Wunſch des
Groß=
herzogs trat zunächſt eine Riege der beſten Turner unter
Leitung des Herrn Gauturnwarts Hofferberth zu
Uebun=
gen am Reck und Barren an. Es braucht wohl kein
Wort darüber verloren zu werden, daß die Leiſtungen der
Einzelnen vorzüglich waren. Einen Glanzpunkt für die
Zuſchauer bildeten die Freiübungen der 620 Turner (480
männliche und 140 weibliche). Sie boten in ihrer Harmonie
und ihrer Disziplin und Exaktheit ein bewundernswertes,
imponierendes Bild. Schon der Aufmarſch der Turner
und Turnerknnen unter den Klängen: „Mein
Deutſch=
land hoch in Ehren” geſtaltete ſich eindrucksvoll. Unter
Leitung des Gauturnwarts Hofferberth wurden dann die
teilweiſe ſehr ſchwierigen Uebungen allgemein gut
durch=
geführt. Der Großherzog, der um 4.15 Uhr das Feſt
wieder verließ, ſprach ſich ſehr anerkennend über die
treff=
lichen Leiſtungen aus und drückte ſeinen Dank dem
Gau=
vertreter und Gauturnwart aus. An die Freiübungen
ſchloſſen ſich die weiteren Turnen der Vereine, der
Frauenabteilungen, deren Turnen unter Leitung des
Be=
zirksturnwarts Joſt beſonderes Intereſſe erweckte, an.
Abends 7½ Uhr fand dann die Preisverteilung
ſtatt. Bei ihr wurden folgende Reſultate bekannt
ge=
geben:
Oberſtufe. 46 Teilnehmer, 35 Sieger. 1. Heinrich
Kunz, Tv. Arheilgen, 125½ P.; 2. Heinrich Diehl, Tbd.
Nauheim, 123 P.; 3. Georg Grohe, Tgd. Darmſtadt, 122
P.; 4. Karl Lanz, Tv. Rüſſelsheim, 116½ P.; 5. Oskar
Jaenſch. Tgd. Neu=Iſenburg, 112½ P.; 6. Martin Traſer,
Tv. Arheilgen, 112 P.; 7. Wilh. Heil I., Tgd.
Sprend=
lingen, 110½ P.; 8. Jak. Heiſter, Tgſ. Walldorf, 108 P.; 9.
Franz Hedtler, Tgd. Darmſtadt, 107½ P.; 10. Jean Heck,
Tgd. Egelsbach, 107. P.
Darmſtädter Turner. 3. Gg. Grohe, Tgd.
Darmſtadt, 116½ P.; 9. Franz Hedtler, Tgd. Darmſtadt,
107½ P.; 15. Gg. Bernhard, Tgſ. Darmſtadt 103 P.; 17.
Ludwig Schwarz, Tgſ. Darmſtadt, 101½ P.; 18. Val.
Schmidt, Tgd. Darmſtadt, 100 P.; 21. Wilhelm Freidel,
Tgſ. Darmſtadt, 98 P.; 27. Karl Reith, Tgſ. Darmſtadt, 92
P.; 28. Georg Hofmann, Tgd. Beſſungen, 91½ P.; 29. Frd.
Huthmann, Tgſ. Darmſtadt, 91 P.
Unterſtufe. 395 Teilnehmer, 262 Sieger. 1. Peter
Zwilling, Tgſ. Walldorf, 134 P.; 2. Jak. Obmann, Tv.
Ober=Ramſtadt, 129½ P.; 3. Heinrich Widmaier, Tgd.
Griesheim 129 P.; 4. Hermann Zimmermann, Tgd.
Darm=
ſtadt, 128½ P.; 5. Karl Schneider, Tgd. Neu=Iſenburg,
127½ P.; 6. Phil. Bär, Tv. Eberſtadt, 127 P.; 7. Wilh.
Heil II., Tgd. Sprendlingen, und Albert Rüdiger, Tgd.
Darmſtadt, 125½ P.; 8. Joh. Schaffner, Tv. Goddelau,
Jean Heiſter, Tgſ. Walldorf, und Joſef Remſpecher, Tv.
Dieburg, 124½ P.; 9. Phil. Betzner, Tgd. Griesheim, und
Friedr. Bleibtreu, Tgd. Darmſtadt, 124 P.; 10. Ernſt
Böhm, Tgd. Beſſungen, 122½ P.
Darmſtädter Turner. 4. Herm. Zimmermann,
Tgd. Darmſtadt, 128½ P.; 7. Albert Rüdiger, Tgd.
Darm=
ſtadt, 125½ P.; 9. Friedr. Bleibtreu, Tgd. Darmſtadt 124
P.; 10. Ernſt Böhm, Tgd. Beſſungen, 122½ P.; 11. Hans
Heinrich, Tgd. Darmſtadt, 122 P.; 19. Heinrich Mohr, Tgd.
Beſſungen, 118 P.; 27. Hans Dittmar, Tgd. Darmſtadt,
113½ P.; 29. Heinrich Krämer, Tgd. Darmſtadt, 112 P.;
30. Fr. Debus, Tgſ. Darmſtadt, 111½ P.; 33. Georg Erb,
Tgſ. Darmſtadt, und Karl Stier, Tgd. Beſſungen, 110 P.;
35. Friedr. Hedtler, Tgd. Darmſtadt, 109 P.; 36. Otto
Mül=
ler, Tgd. Darmſtadt, 108½ P.; 37. Georg Kunz, Tgſ.
Darmſtadt, 108 P.; 41. Adam Heid, Tgd. Beſſungen, 105
P.; 43. Fritz Müller, Tgd. Darmſtadt, 105 P.; 45. Gg.
Vier=
heller, Tgſ. Darmſtadt, 104 P.; 47. Guſtav Völger, Tgd.
Beſſungen, 103 P.; 48. Phil. Matthes, Tgſ. Darmſtadt
102½ P.; 51. Robert Diehl, Tgſ. Darmſtadt, 101 P., und
Georg Schäfer II., Tgd. Darmſtadt, 101 P.; 58. Erich
Kaulfuß, Tgſ. Darmſtadt, 97½ P.; 60. Herm. Bonarius.
Tgd. Darmſtadt, 96½ P.; 61. Heinr. Müller und Fritz
Engel, Tad. Darmſtadt, 96 P.; 62. Konrad Ernſt. Tad.
Darmſtadt, 95½ P.; 64. Georg Schäfer I., Tgd. Darmſtadt,
94½ P.; 68. Ernſt Bingel, Tgd. Darmſtadt, 92½ P.; 70.
Wilh. Daum, Tgd. Darmſtadt, und Adam Rüffel, Tv.
Darmſtadt, 91½ P.; 71. Johs. Dietz, Tgd. Beſſungen, 91
P., 73. Ludwig Penk, Tgd. Darmſtadt, 90 P.
Zöglings=Riegen. Teilnahme 10 Riegen. 1.
Rang=Klaſſe: Tgd. Darmſtadt 34½ P.; Tv. Roßdorf 34 P.;
2. Rang=Klaſſe: Tgd. Beſſungen 32½ P.; Tv. Darmſtadt
32½ P.; Tv. Crumſtadt 31¼ P.; Tv. Eberſtadt 31¼ P.; Tv.
Groß=Gerau 30½ P.; Tv. Hoffnung Hahn 32 P.; Tv.
Goddelau 31¼ P.; Eiſenbahn=Werkſtätte II Darmſtadt
32¾4 P.
Vereins=Riegen. Teilnahme 38 Riegen. Die
Darmſtädter Vereine erhielten: 1. Rang=Klaſſe, 1. Stärke=
Klaſſe: Tgd. Darmſtadt 37 P.; Tgd. Beſſungen 33½ P.;
Tgſ. Darmſtadt 33 P.; 1. Rang=Klaſſe, 2. Stärke=Klaſſe:
8. Kömp. Leibgarde=Regt. Nr. 115 38½ P.; 5. Komp.
des=
ſelben Regiments, 1. Riege, 36 P.; 2. Riege 34 P.; 2.
Rang=Klaſſe, 2. Stärke=Klaſſe: Tv. Darmſtadt 30½ P.
Alters=Riegen. Tv. Eberſtadt 22¾ P.; Tgd.
Darmſtadt 22½ P.; Tgd. Beſſungen 22 P.
Fechtriegen. Fechtriege der Tgd. Darmſtadt
35½ P.
Am geſtrigen Montag fand ein Volksfeſt ſtatt, das mit
einem Turnen der Schulen Eberſtadt und turneriſchen
Auf=
führungen des Tv. Eberſtadt verbunden war.
Gerichtszeitung.
— Saarbrücken, 7. Juli. Die kaum glaubliche
Tatſache, daß ein preußiſcher Reſerve=Offiziers=Aſpirant
wegen Majeſtätsbeleidigung zu
Gefängnis=
ſtrafe verurteilt worden iſt, wirft wieder einmal ein
grelles Streiflicht auf die Folgen der nationalen
Ver=
hetzung, wie ſie von gewiſſer Seite in den Reichslanden
auch unter den Augen der Behörde betrieben wird. Die
Begleitumſtände der ſtrafbaren Handlung ſind ſo
ckgrak=
teriſtiſch, daß ſie verdienen, beſonders hervorgehoben zu
werden. Der Bankbeamte Schatz, ein Angeſtellter der
Firma Utzſchneider u. Ko. in Saargemünd, fühlte ſich
be=
rufen, an einer Gründungsverſammlung teilzunehmen,
die in Saargemünd einen Ortsverein des Souvenir
lorraine ins Leben rufen wollte. Dieſe
Verſamm=
lung fand im Café Nicklaus ſtatt, und zwar in einem
Raume, in welchem auch der Marineverein von
Saar=
gemünd ſeine Verſammlungen abzuhalten pflegte. Der
Marineverein hatte das Zimmer mit patriotiſchen
Emblemen und einer Kaiſerbüſte geſchmückt. Als
nun die Verſammlung des Souvenir lorrain begann.
drehte Schatz die Büſte mit dem Geſicht nach der Wars
zu, indem er unter Anſpielung auf eine vor kurzem
ge=
fallene Aeußerung des Kaiſers ſagte, er wolle den Kaiſer
auch einmal von der anderen Seite kennen lernen.
Da=
mit aber noch nicht genug. Zum Schluſſe der
Verſamm=
lung richtete der Vorſitzende an die Anweſenden die
Frage, ob jemand noch etwas zu ſagen hätte. Schatz
be=
ſaß die Unverfrorenheit, daraufhin zu ſagen, und zwar
in franzöſiſcher Sprache: Ich mache den Vorſchlag, dem
neuen Vorſtand zuzuſtimmen und den anzuſpucken, der
uns während des ganzen Abends den Rücken zugedreht
hat. (Qui nous a tourné le dos pendant toute la soirée.)
Als dieſe Aeußerung in der Oeffentlichkeit bekannt wurde,
erhob der Staatsanwalt die Anklage gegen Schatz wegen
Majeſtätsbeleidigung. Zu der Verhandlung waren 12
Zeugen geladen. Der Angeklagte gab zu, die
inkriminier=
ten Aeußerungen getan zu haben, ſuchte ihnen aber eine
harmloſe Deutung zu geben. Das Umdrehen der
Kaiſer=
büſte ſei nur ein Scherz geweſen, eine Beleidigung des
Kaiſers habe ihm ferngelegen. Ferner ſuchte ſich der
An=
geklagte mit der ſchwachen Ausrede zu entſchuldigen, die
zweite inkriminierte Aeußerung habe ſich nicht auf den
Kaiſer, ſondern auf einen neben ihm ſitzenden guten
Freund bezogen, der ihm während des ganzen Abends
oſtentativ den Rücken zugekehrt habe. Der Angeklagte
meinte weiter, daß der Ausdruck conspuer (anſpucken)
ſeine urſprüngliche Bedeutung verloren habe und jetzt
gebraucht werde, um jemandem ſein Mißfallen über
etwas auszudrücken, z. B. in der Studentenſprache
gegen=
über einem unbeliebten Profeſſor. Der Staatsanwalt
widerlegte dieſe Behauptung auf Grund authentiſcher
franzöſiſcher Wörterbücher und ging in ſeinem Plädoyer
ſehr ſcharf mit dem Angeklagten ins Gericht. Wenn der
Angeklagte, der dem Kaiſer den Treueid geſchworen
habe, über dieſen unpaſſende Scherze mache, ſo ſei das
eine unglaubliche Frechheit eines Mannes, der die
un=
verdiente Ehre genieße, königlich preußiſcher
Vizefeld=
webel zu ſein. Preußen könne in dieſem Lande der
Kon=
zeſſionen und des Undankes viel ertragen, aber nicht
die Mißachtung des Landesherrn. Das Gericht
verur=
teilte den Angeklagten entſprechend dem Antrage des
Staatsanwalts zu vier Monaten Gefängnis,
in=
dem es mildernde Umſtände nicht für vorliegend
er=
achtete.
Mannheim, 6. Juli. Von einem originellen
Streikbureau war in einer
Strafkammerver=
handlung die Rede, die ſich gegen ſechs junge Leute
richtete und bei der es ſich um Ausſchreitungen
ſtreikender Schiffer drehte. Die Angeklagten
ſtanden in einer Märznacht auf der Teufelsbrücke
Streik=
poſten, als ſich der Matroſe Ulrich, der arbeitete, nach
ſei=
nem Schiffe begeben wollte. Die Angeklagten redeten
auf ihn ein, mit nach dem Streikbureau zu kommen, dort
könne er auch ſchlafen. Das Streikbureau entpuppte ſich
ſchließlich als eine Kegelbahn. Hier fielen die
Angeklag=
ten über den arbeitswilligen Ulrich her, riſſen ihm die
Kleider vom Leibe und banden ihn an Händen und
Füßen. Dann machten ſie ſich aus dem Staube. Ulrich
gelang es nach einiger Zeit, ſich zu befreien. Er machte
ſſich auf den Weg nach ſeinem Schiffe, erlitt aber infolge
der Aufregung unterwegs einen Blutſturz, ſodaß er
län=
gere Zeit arbeitsunfähig war. In der Beweisaufnahme
konnte die Beteiligung der einzelnen Angeklagten an dem
Ueberfall nicht ganz geklärt werden. Ein Angeklaater,
der den Streik geleitet haben ſoll, konnte nicht überführt
werden und wurde daher mit noch zwei weiteren
Ange=
klagten freigeſprochen. Dagegen hielt der Gerichtshof
drei Angeklagte für überführt. Das Urteil lautete auf
1 Jahr 6 Monate, 1 Jahr bezw. 6 Monate
Ge=
fängnis.
Militäriſches.
* Die neuen Löhnungsſätze. Am 1. Okt. tritt
eine allgemeine Erhöhung der Löhnung der
Mannſchaf=
ten (Kapitulanten, Gefreite und Gemeine) des
Frie=
densſtandes, ſowie der Unteroffiziere und Mannſchaften
des Beurlaubtenſtandes und des Inaktivenſtandes ein.
Die Löhnung beträgt jährlich 198 Mark für berittene und
180 Mark für unberittene Kapitulanten, 180 Mark für
Obergefreite, 144 Mark für berittene und 126 Mark für
unberittene Gefreite einſchließlich Spielleute 126 Mark
für berittene und 108 Mark für unberittene Gemeine ein=
ſchletlich Spiellute, 105 Mart für Dekonomiehandwerter,
198 Mark für berittene und 180 Mark für unberittene
Sanitätsgefreite. Fahrer beziehen als Gefreite 144 Mark,
als Gemeine 126 Mark Löhnung. Gleichzeitig tritt eine
Erhöhung des Uebungsgeldes für Offiziere,
Sanitäts=
offiziere, Veterinäroffiziere, obere Militärbeamte,
Unter=
ärzte, Unterapotheler und Unterveterinäre des
Beur=
laubten= und Inaktivenſtandes ein. Die Sätze betragen
für die dem Offiziergrade angehörenden Perſonen
täg=
lich 4 Mark, für den Unterarzt, Unterapotheker und
Unter=
veterinär 2 Mk. Die Löhnung der Uebungsmannſchaften
beträgt täglich 84 Pfg. für den Unteroffizier, 35 Pfg. für
den berittenen, 30 Pfg. für den unberitenen Gemeinen.
Die Krankenlöhnung der Gemeinen wird auf 5 Pfg.
er=
höht. Die Schießer bei den Proviantämtern erhalten
10,50 Mark, die Bäcker bei den Proviantämtern 9 Mark
monatliche Löhnung. Die Uebungsmannſchaften bei den
Proviantämtern erhalten als Oberbäcker 84 Pfg., als
Schießer und Bäcker 30 Pfg. tägliche Löhnung.
Luftfahrt.
* Parchim, 8. Juli. Geſtern abend gleich nach 7 Uhr
erſchien das Militärflugzeug „B. 30‟ (Albatros=
Doppeldecker) geführt von Leutnant Blüthgen vom
Infanterie =Regiment Nr. 167 in Kaſſel, mit Leutnant
Behncke vom Huſaren=Regiment Nr. 16 als Paſſagier.
Das Flugzeug, auf dem Rückflug Schwerin-Döberitz
be=
griffen, nahm die Richtung über die Waldungen des
Son=
nenberges und die Höhe des Brunnenberges. Die Flieger
wurden gezwungen, niederzugehen, und in ſteilem
Gleit=
fluge näherte ſich der Apparat dem Erdboden. Der
Gei=
ſtesgegenwart Blüthgens gelang es, mit dem Flugzeug in
eine Tannenſchonung hineinzukommen. Der Anprall war
ganz gewaltig, ſo daß das Flugzeug ſich überſchlug und
vollſtändig zertrümmert wurde die beiden
Flieger unter ſich begrabend. Die Flieger ſind leicht
da=
vongekommen und verbrachten eine ruhige Nacht.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlet Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Ab. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Dierot=weiße Linie
der elektriſchen Straßenbahn erfährt an
verkehrs=
reichen Tagen und Stunden ſeitens der Verwaltung
eine Behandlung, die jeder billigen Rückſicht auf die
Reiſenden entbehrt und abſolut einer Aenderung zu
unterziehen iſt. Am Sonntag nachmittag 2½ Uhr fuhr
der nur zu zwei Drittel beſetzte Wagen der blauen Linie
am Rheintore in dem Augenblicke weiter, als der von
dem Schloßgartenplatz herkommande Wagen der
rot=
weißen Linie anhielt. Die zwölf Reiſenden, welche nach
der Bahn umſteigen wollten, mußten warten, bis der
Doppelwagen der weißen Linie nach drei Minuten
herankam, ſahen ſich aber bitter enttäuſcht, als dieſer
nur noch zwei Fahrgäſte aufnahm. Wegen Ueberfüllung
wurden die übrigen zehn zurückgewieſen und mußten
auf den folgenden blauen Wagen warten, der erſt nach
einiger Zeit aber erſt am Ludwigsplatz ſichtbar wurde.
Als dieſer endlich — natürlich auch ſtark beſetzt —
an=
kam, waren ſeit der Ankunft der rot=weißen Linie 7
bis 8 Minuten verfloſſen, ſodaß für die Löfung der
Fahrkarten an den dicht beſetzten Schaltern und dem
Einſteigen in den Bahnzug eine für bejahrte und
kor=
pulente Reiſende nur ſchwer zu überwindende kurze
Spanne Zeit übrig blieb. Hätte der Schaffner der
blauen Wagen trotz der entſtehenden fürchterlichen Enge
die Wartenden nicht aufgemommen, ſo hätten dieſe —
die wohl ausnahmslos den Zug nach der Bergſtraße
mit Anſchluß nach Jugenheim benutzten — auf das
Sonntagsvergnügen an der Bergſtraße verzichten
dürfen.
Es muß vor allen Dingen die Weiſung
gegeben werden daß die blauen und die weißen
Wagen=Linien am Rheintor fo lange warten, bis das
Umſtleigen aus dem anfahrenden Wiagen
der rot=weißen Linie biewirkt iſt, ſelbſt,
wenn damit eine halbe bis eine volle Minute Fahrzeit
verloren geht, und daß an den verkehrsreichen Stunden
an Sonntagen auch die blauen Wagen vom Ernſt=
Lud=
wigsplatz aus mit Anhängewagen fahren. Die
Verwal=
tung muß es den Anwohnern der rot=weißen Linie
er=
möglichen, ohne allzu großen Zeitverluſt den Bahnhof
zu erreichen.
Wie wird es im Winter werden, wo die Reiſenden
am Rheintor ſchutzlos in Schnee, Regen und Wind
ſtehen und warten ſollen?
Civis.
— Das Tagblatt brachte in Nr. 153 einen Artikel
über das Submiſſionsweſen von Herrn
Stadtverord=
neten Heinrich Sames und bittet ein älterer
Bauge=
werbetreibender in nachfolgendem, hierüber auch ſeine
Erfahrung in die Deffentlichkeit zu bringen.
Die Vergebung der Arbeiten nach dem billigſten
Angebote (Submiſſionsverfahren) bildete ſich nach
Ein=
führung der Gewerbefreiheit heraus. Die Einführung
der Gewerbefreiheit war eine Forderung der
links=
liberalen Partei — konſervative und rechtsſtehende
Nationalliberale waren dagegen. Von dieſer Seite
ſah man den Niedergang der Gewerbe, insbeſondere
des Baugewerbes, durch unlauteren Wettbewerb und
Pfuſchertum voraus. In der Einführung der
Hand=
werkerkammern hat die Regierung in dankenswerter
Abſicht ein Organ geſchaffen, dem Niedergang der
Ge=
werbe entgegen zu arbeiten. Dſieſe Kammern haben ſich
in Heſſan vorzüglich entwickelt. Eine Hauptanſgabe
der Kammern müßte noch ſein, die Vergebung der
Ar=
beiten durch das billigſte Angebot zu bekämpfen und
feſtgelegte Einheitspreiſe einzuführen. Dieſe
Einheits=
preiſe müßten auch für Privatarbeiten eingehalten
werden.
Alle Verbeſſerungen für das Submiſſionsverfahren
ſind hinfällig denn wenn ein Handwerker Mangel an
Arbeit hat, ſo greift er zu dem höchſt unmoraliſchen
Mitel des alzu biligen Augebotes — mögen die
Vor=
ſchriften und Aushaltungen ſein wie ſie wollen. Alſo
muß das Beſtreben zur Verbeſſerung der Lage
des Handwerks ſein: Abſchaffung des
Sub=
miſſionsverfahrens und Regelung der
Arbeits=
vergebung in anderer Weiſe. Die Handwerker müſſen
für die Volksvertretungen der Kammer und des
Reichs=
tages die Kandidaten unterſtützen, welche für ihre
be=
rechtigte Forderung auftreten und ſich ihrer Notlage
an=
nehmen. Das ſind die konſervativen und rechtsſtehende
nationalliberale Parteimänner.
Die Ausführungen des Herrn Sames gegen
Privat=
architekten erregte in weiten Kreiſen Befremden. Gewiß
kommt es vor, daß ein Bauherr ſich einen
Privatarchitek=
ten zur Geſamtübernahme ſeines Bauweſens verpflichtet,
das ſind aber Ausnahmen, und keine Regel ohne
Aus=
nahme.
Die Architekten ſind berufen, außer der
künſtleri=
ſchen Ausgeſtaltung der Bauten auch über die Güte und
Lieferung der Handwerker verantwortlich zu ſein und
den Bauherr vor Uebervorteilungen der Handwerker
bei Stellung der Rechnungen zu ſchützen. Da gibt es
allerdings mitunter große Differenzen, und wer die in
kurzer Zekt erworhene große Vermögen einzelner
Hand=
werker betrachtet, wird Vieles für berechtigt finden! M.
Handel und Verkehr.
— Poſtſcheckverkehr. Um den Bewohnern des
platten Landes die Benutzung des Poſtſcheckverkehrs
weiter zu erleichtern, hat das Reichs=Poſtamt angeordnet,
daß einzelne Zahlkartenformulare, die bisher nur an den
Schaltern der Poſtämter und Poſtagenturen unentgeltlich
verabfolgt wurden, da, ſo ein Bedürfnis dafür vorliegt,
auch bei den Poſthilfsſtellen und durch die
Landbrief=
träger koſtenfrei an das Publikum abgegeben werden.
Erdieden.
— Erdbebenwarte Jugenheim=
Darm=
ſtadt, 8. Juli. Geſtern am 7. Juli vormittags von
9 Uhr 8 Min 19 Sek. bis halb 12 Uhr wurde ein
ſtär=
keres Erdbeben regiſtriert, deſſen Ausgang an der
Südküſte von Alaska liegen dürfte. Vor etwa vier
Wochen, am 7. bis 12. Juni, fanden in jener Gegend
mehnere Bulkanausbrüche und eine große Zahl
ſchwä=
cherer Beben ſtatt, von denen mehr wie 10 hier beobachtet
werden konnten. Das geſtrige iſt bei weitem das ſtärkſte
von allen
* Polſa, 7 Juli Die ſeismographiſchen
Inſtru=
mente des hieſigen hydrographiſchen Inſtituts
verzeich=
neten heute ein ſehr kataſtrophales Beben.
Be=
ginn der Aufzeichnung 9 Uhr 8 Min. 59 Sek. vormittags
mitteleuropäiſche Zeitrechnung, Hauptphaſe 9 Uhr 24
Minuten. Die Entfernung des Bebens wird auf 8700
Kilometer geſchätzt und dürfte in Zentral=
Ame=
rika liegen.
Die internationale Konferenz für drahtloſe
Telegraphie in London
iſt am letzten Freitag förmlich geſchloſſen worden. Das
neue Abkommen wurde von ſämtlichen Delegierten aller
Länder, die auf der Konferenz vertreten waren,
unter=
zeichnet Auf Veranlaſſung der engliſchen Regierung hat
die Konferenz der Benutzung der Funkentelegraphie zur
Verhütung von Unfällen auf See beſondere
Aufmerkſam=
keit gewidmet. Eine Reſolution, die von den britiſchen
Delegaten beantragt war und die ſich für das Prinzip
der obligatoriſchen Ausſtattung der Schiffe mit
funken=
telegraphiſchen Apparaten ausſprach, wurde einſtimmig
angenommen. In dieſer Reſolution ſprach die
Konfe=
renz den Wunſch aus, daß die verſchiedenen
Regierun=
gen entſprechende Maßregeln ergreifen möchten. Ferner
erklärt ſie ein internationales Abkommen für
wünſchens=
wert, damit eine gleichförmige Grundlage für die
Geſetz=
gebung der einzelnen Staaten geſchaffen würde und
ſchließlich empfiehlt ſie den Regierungen die Errichtung
von Küſtenſtationen mit ununterbrochenem Dienſt, wie
es den Erforderniſſen der Schiffahrt entſpräche. Das
neue Abkommen enthält eine Beſtimmung, daß auf den
Schiffen eine beſondere Kraſtquelle vorhanden ſein muß,
um den funkentelegraphiſchen Apparat mindeſtens ſechs
Stunden lang in Tätigkeit zu erhalten, ſodaß ein Unfall,
der die Schiffsmaſchinen zum Stehen bringt, die
Funken=
telegraphie nicht beeinträchtigt. Schiffe der 1. Klaſſe
ſollen einen ununterbrochenen Dienſt haben und
brau=
chen daher mindeſtens zwei völlig ausgebildett
Tele=
graphenbeamte. Bei Schiffen der 2. Klaſſe, die nur einen
Telegraphenbeamten haben, ſoll dieſer die erſten 10
Mi=
nuten jeder Stunde am Apparat hören. Für die
klein=
ſten Fahrzeuge, die Fiſcherboote uſw wird kein
regel=
mäßiger Dienſt vorgeſchrieben. Verſchiedene
Beſtim=
mungen verfolgen den Zweck, Verwirrung durch
Durch=
einanderkreuzen der Meldungen zu verhüten. Der
Teke=
graphenbeamte auf dem Schiffe wird ausdrücklich dem
Befehl des Kapitäns unterſtellt. Weitere Beſtimmungen
regeln den Telegraphenverkehr zwiſchen dem Schiff und
den Küſtenſtationen, ſowie zwiſchen den Schiffen
unter=
einander, mit Rückſicht auf größere und geringere
Ent=
fernungen. Alle beteiligten Staaten erkennen die
Ver=
pflichtung der Schiffe an, ungeachtet der=Verſchiedenheit
der Syſteme ſunkentelegraphiſche Meldungen von
ein=
ander aufzunehmen. Die Konferenz kam zu dem
Ergeb=
nis, daß es noch nicht an der Zeit ſei, Beſtimmungen
über den Dienſt zwiſchen Landſtationen auf große
Ent=
fernungen aufzuſtellen. Die Organiſation eines ſolchen
Dienſtes wird allen Ländern freigegeben, jedoch unter
der Vorausſetzung, daß Störungen durch verſchiedene
Stationen nach Möglichkeit vermieden werden und daß
die Verſchiedenheit der Syſteme nicht zum Anlaß
genom=
men wird, den Verkehr abzulehnen. Die nächſte
Konfe=
renz wird im Jahre 1917 in Waſhington ſtattfinden.
Die Unruhen in Portugal.
* Liſſabon, 8. Juli. Eine amtliche Note beſagt,
die verſtärkte Garniſon Montalegre hielt 300 bis
400 Verſchwörer, die unter Anführung des Kapitäns
Paiva Conceiro ſtehen, in Schach. Eine weniger zahl=
reiche Bande ging auf der Straße Verin.=Ehwes vor.
VVon Chapes wurde ihr eine Abteilung entgegengeſchickt.
Die Bevölkerung von Cabacairas=de=Baſtas ergab ſich
bei der Ankunft der Truppen aus Braga. Viele Rebellen
ſind entflohen, andere gefangen genommen worden. Ein
von den Rebellen eingeſperrter Beamter wurde befreit
und die Landesfahne wieder unter den
vorſchriftsmäßi=
gen Ehrenbezeugungen gehißt. Das fünfte Infanterie=
Regiment geht nach Oporto ab.
** Liſſabon, 8. Juli. Für Barroſell as iſt der
Belagerungszuſtand erklärt worden. Die
Ver=
waltung iſt an die Militärbehörden übergegangen.
Zwi=
ſchen Braga und Vianna do Caſtello ſind die
Telegraphen=
leitungen durchſchnitten worden. Die Eiſenbahnſtrecke
bei Barroſellas, wo Balken auf die Schienen gelegt
wur=
den, iſt unterbrochen. Von Chaves ſind Truppen nach
Montalegre abgegangen. Eine Abteilung Verſchwörer
lagert einige Kilometer von Montalegre. Auch nach
Mai=
bos und Travalcas, wo ſich ebenfalls Rebellen befinden,
ſind Truppen abgegangen. In Villaverde wurde ein
Mann verhaftet, der Briefe nach Mirandella bei ſich
führte. In Chaves wurden acht Verhaftungen
vorge=
nommen.
Literariſches.
— Der Wegweiſer für die Beſucher der
Bayreuther Feſtſpiele 1912 iſt in
die=
ſem Jahre zum zehnten Male ſoeben
erſchie=
nen. (Verlag: Georg Niehrenheim, Bayreuth, 3 Mark)
Das zirka 300 Seiten ſtarke Buch zeichnet ſich durch große
Reichhaltigkeit und gediegene Ausſtattung aus. Im
all=
gemeinen Teil enthält es alles Wiſſenswerte, was der
Feſtſpielbeſucher von der Stadt Bayreuth und den
Wag=
ner=Aufführungen wiſſen muß. Der literariſche Teil
ent=
hält folgende Beiträge: Hermann Bahr: Bayreuth. Anna
Bahr=Mildenburg: Pauſe. Houſton Stewart
Chamber=
lain: Richard Wagner in Frankreich. Michael Gg.
Con=
rad: Erneſtiner Schumann=Heink. Mit zwei Porträts.
Exz. C. Fr. Glaſenapp: Marie Gräfin d’Agoult geb.
Fla=
vigny. Mit einem Porträt. Profeſſor Wolfg. Golther:
Richard Wagners Bildniſſe. Mit 23 Porträts. A. Kieſer:
Richard Wagners „Beethoven”. Kurt Mah: Ein
Rück=
blick auf die Bayreuther Bühnen=Feſtſpiele 1911. Kurt
May: Siegfried Wagner als ſchaffender Künſtler. Mit
einem Porträt. Greta Oske=Fröhlich: Bayreuther
Feſt=
ſpielarbeit. Mit 4 Porträts. Profeſſor Dr. A. Prüfer:
Die Entſtehung der Meiſterſinger nach Bekenntniſſen aus
Richard Wagners Lebenserinnerungen „Mein Leben”.
Mit 2 Bildern von Franz Staſſen. Geheimrat Prof. Dr.
Henry Thode: Richard Wagner als Führer der Jugend.
Hans Paul Freiherr v. Wolzogen: Parzival und Parſifal.
Verzeichnis der Wagner=Literatur. Biographien der
Mit=
wirkenden.
— Aus dem Leben der Gottesanbeterin plaudert der
bekannte Inſektenforſcher F. Marſhall im 2. Heft des
ſo=
eben erſcheinenden, neuen populärwiſſenſchaftlichen
Pracht=
werkes „Die Wunder der Natur‟ (Deutſches
Verlags=
haus Bong & Co., Berlin W. 57. 65 Lieferungen à. 60 Pf)
allerlei Intereſſantes. In Aſien und Afrika tritt ſie faſt
allenthalben auf, vor allen Dingen in den Tropen. Die
Araber, denen das Tier wahrſcheinlich auch ſeinen Namen
„Gottesanbeterin” verdankt, ſind der Anſicht, das Inſekt
erhebe die Arme (die ſtarken Vorderbeine ſehen in der
Tat faſt wie Arme aus) zum Himmel und bete.
Der=
hochintereſſeanten Beſchreibung im neueſteu Heft von „Die
Wunder der Natur” ſind ganz prächtige, große Illus
ſtrationen beigegeben, die die Gottesanbeterin im Kampt
mit überraſchender Naturtreue darſtellen. Auch ſonſt
enk=
hält das Heft eine Reihe ſehr wertvoller Beiträge mit
vorzüglichen Bildern. z. B. Kriſtalle und polariſiertes Licht
von Dr. Carthaus, Der Kugelfiſch von Profeſſor Bullen,
Biegſame Steine, Meeresleuchten von Dr. Theſing, über
Polarlichter von Profeſſor Mareuſe. Zwei Farbentafeln
liegen dieſer Lieferung bei. Die eine ſtellt einen
Rieſen=
ſeidenſpinner aus Madagaskar dar, die andere bringt
elektriſche Leuchtphänomene zur Anſchaung. In Lieferung
3 und 4 behandelt Ernſt Haeckel in einem Aufſatz „
Kunſt=
werke der Zelle; die Frage: Schafft die Natur
Kunſt=
werke? Haeckel deutet uns, wie man ſich die Schöpfung
dieſer Kunſtwerke zu erklären habe, und ſchließt mit einem
Hinweis darauf, daß das moderne Kunſtgewerbe ſchon
vielſach Kunſtwerke der Zelle motiviſch verwertet habe
und verwerte. In denſelben Lieferungen iſt auch ein
intereſſanter Autſatz des Münſchener Botanikers Prof.=
Dr. Karl Gieſenhagen über Inſektenfreſſende Pflanzen”
Von dem auf Borneo heimiſchen Naſenaffen erzählt Sir=
Harry H. Johnſton, der berühmte engliſche Zoologe.
Prof. Carl Auguſt Porges ſchildert ſeltſame „Elektriſche
Entladungen”. Und ſchließlich ſei noch die ſchwungpolle
Schilderung der „Welt des Mondes” durch Camille
Flammarion erwähnt.
— Ueber den phyſiologiſchen Schwachſinn des
Weibes. Von Dr. P. J. Möbius. Zehnte vermehrte
Auflage. Halle a. S 1912, Carl Marhold,
Verlagsbuch=
handlung. Preis Mk. 1,60. Es iſt ein intereſſantes
document humain, daß die ſo heißen Streit entfachende
Schrift jetzt nach relativ kurzer Zeit ſchon in der zehnten
Auflage vorliegt. Ihr geiſtreicher Verfaſſer iſt inzwiſchen
verſtorben, und ſo kann er — was ihm ſicher am meiſten
leid tun würde — die zahlreichen gegneriſchen
Kund=
gebungen, die von weiblicher Seite auch gegen die „zehnte”
losgelaſſen werden, nicht mehr leſen und daraus
nicht=
mehr — die deutliche Beſtätigung ſeiner ungalanten Theorie
entnehmen. Die Schriſt bringr ſo viel ernſte Mahnungen
und Tatſachen, daß ſie als eine der wichtigſten über das
Grundproblem der Frauenfrage gelten muß.
— Lorbeerkränze für deutſche undfremde
Dichter. Beiträge zur Erkenntnis ihres Weſens und
Wirkens von Sigmar Mehring. Eleg. broſch. 3,— Mk.,
geb. 4,50 Mk. Verlag „Continent‟ G. m. b. H., Berlin
W. 15. I. Teil: Heimiſche Dichter, II. Teil: Dichter des
Auslandes. Der Verfaſſer — ſelbſt ein bewährter Sucher
nach den Geheimniſſen des Wortzaubers — läßt eine Reihe
von Lieblingsdichtern, die ihm bei ſeinem Studium über
Reime und Rhythmus und in ſeiner Uebertragungstätigkeit
innig vertraut wurden, vor dem Auge des Leſers aufleben
und zeigt die Meiſter bei ihrem Schaffen, zeigt ihre
Erden=
leiden und Erfolge, die Reiſe ihrer Schöpfungen, die Höhe
ihres Könnens, und die Eigenart, in der ſich ihr Weſen,
und Wirken ausprägt.
nach Pilsner Art
nach Münchner Art
Fell Export 2ude
— feinste Tafelbiere —
Kainer bau in Flaschen und Syphons.
— Handbuch 1912 des Deutſchen Touring=
Club (Deutſcher Touring=Club e. V. Sitz München.)
Nach einleitenden Mitteilungen über den Verein geht das
Büchlein gleich in medlias res, bringt ein Verzeichnis von
Gegenſtänden, die in den verſchiedenen Ländern den
Tou=
riſten bei der Zollbehandlung Unannehmlichkeiten zu
be=
reiten geeignet ſind, Vorſchriften über Waffentragen in
verſchiedenen Ländern und widmet ſich dann ausführlich
den Beſtimmungen und Vorſchriften über
Grenzüber=
ſchreitung mit Fahrrädern und Kraftfahrzeugen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 8. Juli. Die Bankiers Peiſer und
Hirſchberg wurden nach Stellung einer Kaution von
je 50000 Mark aus der Haft entlaſſen.
* Stuttgart, 8. Juli. Das Wahlabkommen der
Nationalliberalen Partei mit der
Volks=
partei zur Landtagswahl iſt heute nachmittag endgültig
unterzeichnet worden.
* Saarbrücken, 8. Juli. In der Spichererbergſtraße
ſtürzte heute mittag die ganze Vorderfront eines
im Bau befindlichen Hauſes infolge unrichtiger
Veranke=
rung ein. Ein Maurerpolier, ein Monteur und ein
Ar=
beiter wurden ſchwer verletzt.
* Breslau, 8. Juli. Anläßlich der Kataſtrophe
bei Schmiedefeld tauchten verſchiedene Gerüchte
rüber die nicht rechtzeitige Alarmierung des Hilfszuges
auf. Die Königliche Eiſenbahndirektion teilt hierzu mit:
Der in Breslau=Hauptbahnhof ſtationierte Hilfszug iſt
rvon dem Zugführer von der Unfallſtelle aus unter
größ=
ter Beſchleunigung angefordert worden. Die
Alarmier=
ung des Begleitperſonals, der Aerzte und Samariter,
er=
ffolgte in Breslau ſchon 10 Minuten nach Eintritt des
Un=
ffalles. Das Eintreffen der durch Fernſprecher oder
be=
fſondere Boten aus ihren Privatwohnungen
zuſammen=
gerufenen Perſönen verzögerte ſich naturgemäß infolge
ider Nachtzeit, ſo daß der inzwiſchen bereitgeſtellte
Hilfs=
zzug erſt 36 Minuten nach der Alarmierung mit dem
er=
fforderlichen Perſonal zur Abfahrt gelangte. — Im
Bahn=
lhof Schmiedefeld, wo infolge der Gleisſperrung an der
Unfallſtelle auch der Perſonenzug nach Glogau hatte
zu=
trückgehalten werden müſſen, waren ſämtliche Hauptgleiſe
beſetzt, ſo daß der Hilfszug auch hier aufgehalten wurde.
Die Fahrtzeit des Hilfszugs von Breslau nach
Schmiede=
ffeld und die Verzögerung bei der Durchfahrt von
Schmiedefeld dauerte etwa 30 Minuten. Mit Rückſicht auf
ddie entgegenſtehenden Schwierigkeiten war eine frühere
Anbringung des Hilfszuges an der Unfallſtelle unmöglich.
* Konitz, 8. Juli. Ein auf einer Fernfahrt nach
Zop=
wot befindliches Automobil der Neuen Automobil=
Weſellſchaft Danzig fuhr geſtern nachmittag auf der
Dan=
ziger Chauſſee auf einen aus Schwellen beſtehenden
Zaun, wodurch die Inſaſſen herausgeſchleudert wurden.
Ingenieur Moll von der Schichauwerft in Danzig erlitt
einen Schädel= und einen doppelten Oberſchenkelbruch.
Er wurde beſinnungslos ins Krankenhaus gebracht. Der
CThauffeur trug Verletzungen an den Händen davon. Der
Lenker des Wagens, Geſchäftsführer Becker, ſowie ein
wierter Inſaſſe, blieben unverletzt.
* Schlochau, 8. Juli. Das auf einer Fernfahrt nach
Zoppot befindliche Automobil des Barons v. Korff=
Lankitten fuhr dicht bei Schlochau einem Laſtautomobil
in die Flanke. Beide Automobile wurden vollſtändig
ertrümmert. Perſonen wurden nicht verletzt.
* Wien, 8. Juli. Auf dem Schießplatz in Oerkeny
Ungarn) platzte infolge vorzeitigen Explodierens einer
Branate das Rohr des Verſuchsgeſchützes. Vier
Kano=
miere wurden getötet, vier lebensgefährlich verletzt.
* Buenos Aires, 8. Juli. In den Prachträumen des
deutſchen Klubs fand geſtern nachmittag die
Eröff=
muung der Ausſtellung der in Berlin beſtehenden
Beſellſchaft für deutſche Kunſt im Auslande
durch den deutſchen Geſandten Dr. Frhrn. von dem
Busſche=Haddenhauſen ſtatt. Die hervorragendſten
Mit=
glieder der deutſchen und argentiniſchen Geſellſchaft
nah=
onen an dem Feſtakte teil.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der Druck iſt über Deutſchland wieder etwas
ge=
ſtiegen. Geſtern fielen ſtrichweiſe leichte Gewitterregen.
Heute morgen iſt es vielfach bewölkt bei mäßig hohen
Temperaturen. Wir werden weiter unter dem
Hochdruck=
tünfluß bleiben, jedoch wird uns das norddeutſche Tief
leichte Gewitter bringen.
Ausſichten für Dienstag, den 9. Juli 1912:
Meiſt trocken und heiter, warm; Gewitter.
Trinkt Bioson!
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Während der Reisezeit
ſenden wir auf Verlangen unſeren verehrlichen
Abonnenten das
Darmstädter Tagblatt
nach allen Orten des Deutſchen Reiches und des
Auslandes. Die Nachſendung kann überallhin
durch Kreuzband erfolgen. Poſtüberweiſungen
ſind nur im Deutſchen Reiche zuläſſig u. empfehlen
ſich dann, wenn der Aufenthalt an einem Platze
länger als 3 Wochen dauert und zu Anfang
eines Monats beginnt.
Die tägliche Zuſendung durch Kreuzband
koſtet innerhalb Deutſchland u. Oeſterreich=Ungarn
pro Woche 40 Pfg.; ins Ausland pro Woche
80 Pfg. Porto.
Die Ueberweiſungsgebühr beträgt pro Monat
25 Pfg.; die Zuſtellungsgebühr im Betrage von
14 Pfg. pro Monat hat der Zeitungsempfänger dem
Beſtellpoſtamte direkt zu erſtatten, bezw. werden
von dem betreffenden Briefträger ſtillſchweigend
kaſſiert. Für jeden angefang. Monat iſt die
Ueber=
weiſungs= und Zuſtellungsgebühr voll zu
entrich=
ten. Anträge auf Ueberweiſung erbitten wir uns
einige Tage vor der Abreiſe
unter genauer Angabe der Adreſſe, weil dadurch
Un=
terbrechungen im Abonnement vermieden bleiben.
Poſtabonnenten unſeres Blattes müſſen die
Ueberweiſung bei ihrem zuſtändigen Poſtamte
beantragen.
Darmstädter Tagblatt.
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Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
durch die traurige Mitteilung, daß mein lieber
Gatte, unſer guter Vater, Bruder, Schwager
und Onkel
(14921
Herr Friedrich Gimberlein
heute früh nach längerem Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Beckerſtr. 28, 8. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Juli,
nachmittags 3½ Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach ſchwerem,
mit großer Geduld getragenem Leiden, meine
innigſtgeliebte, treubeſorgte Gattin, unſere
un=
vergeßliche Mutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(*670
Frau Margarote Derhharu.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Tobias Bernhard
Karl Bernhard
Martin Bernhard
Jakob Kraft III.
Wiebelsbach,
Darmſtadt, † 7. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Juli,
mittags 1 Uhr, in Wiebelsbach ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer
innigstgeliebten
Frau
Katharma Buhl Wwe.
geb. Mahr
sagen innigsten Dank
Familie Heinrich Koch,
Darmstadt,
Familie Karl Buhl,
Enkheim.
(B14947
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte unſeres lieben Sohnes
Georg Hahn
ſprechen wir hierdurch unſeren tiefgefühlten
Dank aus.
Familie Joseph Hahn.
Darmſtadt, den 9. Juli 1912. (14948
Tageskalender.
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im „Darmſtädter Hof”
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Hugenſchütz’
Felſen=
keller um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Prinz
Heinrich von Preußen als Segler bei der Kieler
Re=
gatta; das zerſtörte Zeppelinluftſchiff „Schwaben”; das
Ozean=Luftſchiff „Acron” und ſein Führer; Porträts
vom Tage.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 10. Juli.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
661
Wörfel
I Seumon-Nurf0
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SWürfel 20 Pfg., einzelne Würfel 5 Pfg.
zeichnen sich durch feinen, natürlichen Fleischbrühgeschmack
aus und werden wie hausgemachte Fleischbrühe verwendet
zu Bouillon-Suppen, Saucen, Gemüsen usw.
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[ ← ][ ][ → ] Dr. Paulschlippe
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bis 22. Juli verreist. 5
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die Kinder
denn ich muß ihnen
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machen, doch sie gedeihen
dabei so sichtlich, daß es
dem besten Nährmittel an
die Seite gesetzt werden
kann. Man nehme aber
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auch eine Knochenmühle, Feld=
(*668
bergſtraße 75.
friſchmelt. Ziege mit Jung. zu=
1 perk. Weinberaſtr. 1, 1. St. (*728a
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ich noch nie kennen gelernt. Mein
Arm war ſtark vereitert. Nur
zwei=
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Salu=
derma” beſeitigte ſofort die
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4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
80,20
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 89,90
80,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
do.
93,60
3½
85,50
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,20
do.
88,40
3½
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,10
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 100,30
88,50
do.
3½
77,50
3
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,20
4 Württemberger v. 1907 100,20
3½
do. v. 1875 95,20
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾/ Griechen v. 1887 . . 54,70
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 91,20
4 do. Goldrente . . . 96,40
4 do. einheitl. Rente 88,20
3 Portug. unif. Serie I 63,80
3 do. unif. Ser. III 66,20
3 do. Spezial . . . . 9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
4 do. v. 1890 . . 96,00
4 do. v. 1905 . . 92,09
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,30
4 do. v. 1902
90,90
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
93,50
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 85,60
4 Türk. Admin. v. 1903 82,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 88,75
90,90
4 Ungar. Goldrente
88,90
4 do. Staatsrente.
Zf.
In Proz.
5 Argentinier .
. 101,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 97,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
do.
4½
4½ Japaner . . . .
94,70
5 Innere Mexikaner . . . 95,10
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,25
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,10
3 Buenos Aires Provinz 71,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 144,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,25
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,75
8 Baltimore und Ohio . 106½
6½ Schantungbahn . . . 132,95
64 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,25
6 Pennſylvania R. R. . 121,40
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 516,00
14 Chem. Fabrik Gries=
.268,75
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 645,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,00
10 Cement Heidelberg . . 149,80
30 Chem. Werke Albert 465,25
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
. . . . 308,00
4 Lahmeyer.
125,30
Lete
Iuprot.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 160,60
12 Siemens & Halske . 240,00
5 Bergmann Electr. . . 142,10
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 168,30
0 Gummi Peter . . . . 126,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 126,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 554,90
10 Maſchinenf. Badenia
6 Wittener Stahlröhren 294,00
8 Steana Romana Petr. 143,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 231,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 215,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,00
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 186,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 229½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 174,10
187,40
10 Gelſenkirchener .
.187,50
8 Harpener
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 259,75
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
81,00
Caro. . .
4 Laurahütte
.. . 173,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
11 „ Weſteregeln 192,50
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,00
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Durer . . . . 75,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 94,40
78,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,70
In Proz.
3.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,70
53,30
do.
27/10
76,70
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
88,40
4 Ruſſ. Südweſt.
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,40
89,00
do.
4 Wladichawchas
89,00
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb.
73,50
do.
4½
2½0 Livorneſer .
68,00
3 Salonique=Monaſtir . 63,90
4 Bagdadbahn.
83,80
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,90
4 Miſſouri=Paciſic.
71,60
4 Northern=Paciſic
100,50
4 Southern=Pacific
95,20
5 St. Louis und San
87,40
Francisco . .
5 Tehuantepec .
98,70
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 72,25
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166½
6½ Darmſtädter Bank . 121,70
12½ Deutſche Bank . . . 255,50
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,40
10 Diskonto=Kommandit 187,50
8½ Dresdener Bank . . 153,90
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½½ Mitteld. Kreditbank 118,60
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,40
7 Pfälziſche Bank . . . . 129,00
5.86 Reichsbank . . . . . 134,70
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,70
7½ Wiener Bankverein . 133,75
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,30
B. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Krebitv.
S. 15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
8½
do.
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
do.
89,20
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 99,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . .
99,90
½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
89,20
S. 3—5 .
89,00
S. 9—11
89,10
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
do.
88,30
8½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
9½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . 99,00
8½ do.
90,00
4 Frankfurt.
100,00
8½ do.
95,50
4 Gießen .
98,90
8½ do.
91,00
4 Heidelberg
-
8½ do.
-
4 Karlsruhe
-
B½ do.
89,90
4 Magbeburg
99,10
8½ do.
4 Mainz
99,00
3½ do.
90,80
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
3½
do.
89,40
4 Offenbach . .
-
In Proz.
Bf.
-
3½ Offenbach .
99,60
4 Wiesbaden .
89,50
3½ do.
-
4 Worms
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 79,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . Tlr. 100 173,00
3½ Cöln=Mindner , 100 134,00
3 Holl. Komm. . ſl. 100 108,75
3 Madrider . . Fs. 100 73,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,00
3 Oldenburger . . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl. 7 33,00
Augsburger . .
Braunſchweiger Tlr. 20 197,50
Freiburger .
Fs. 15 65,10
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10 33,10
ſl. 7 —
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 —
do. v. 1858 fl. 100 255,00
Ungar. Staats . . fl. 100 366,00
Venediger . . . . Fs. 30 46,00
. Fs. 400 171,20
Türkiſche .
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke .
16,28
4,18
Amerikaniſche Noten .
20,46
Engliſche Noten .
81,20
Franzöſiſche Noten.
169,60
Holländiſche Noten. .
80,25
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten
81,05
Schweizer Noten . . .
Reichsbank=Diskonto . . . 4
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erfahren, zum ſofortigen Eintritt
geſucht Landwehrſtr. 18, I. (*642oi Junge ſaubere unabh. Lauffrau
für einige Stunden des Vor= und
Nachm. geſ. Liebigſtr. 39, I. (*674 Ein unabhängiges Laufmädchen
für vormittags per ſofort geſucht.
Grafenſtr. 6, 2. St.,elks. (*673 Ordentliches Mädchen f. einige
Stunden vormittags geſucht
*714) Frankfurterſtr. 36, part. Geſuchtin Haushalt2 Perſonen
eine Lauffrau
für einige Stunden am Tag. Zu
melden im Laufe des Mittwoch,
Lucasweg 1, 1. Stock, oder Er=
bacherſtr. 4, part.
(*693 Saubere, unabhängige Lauf=
frau von 8 bis 10 Uhr vormittags
und nachmittags z. Spülen geſ.
Waldſtr. 33, 1 Tr. rechts. (*691 Jüng., fl., ehrl. Laufmädchen
vorm. 1½ Stunde geſucht. Schloß=
gartenſtraße 5, II. (*702 ge Köch., Haus= u. Alleinm.
Suche. i. Herrſchafts=, Privat= u.
Geſchäftsh. f. ſofort u. ſpäter. Frau
Minna Dinge dein, gewerbsmäßige Stellenver-
72s
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Lande ſofort geſucht
(*722
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meines Mädchens, das 5 Jahre
bei mir in Stellung war, ſuche ich
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ſtricken. Gr. Ochſeng. 14, I. (*681
Frau, perfelt im Flicken und
Weißnähen, hat noch Tage frei.
*653) Schuchardſtraße 15, 2. St.
Junge, ſaubere Frau ſucht
Laufdienſt
(*656
Gutenbergſtraße 31, parterre.
Frauh. n. einige Tage im Waſch.
frei Lauteſchlägerſtraße 8. (*658
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an. Offert. W 82 Exped. (*649
Saubere Frau ſucht halbe o. g.
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Näheres Expedition.
(*682
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Junge Frau ſucht Laufdienſt
(*666
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Junge Frau ſucht Laufdienſt,
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Junge ſaubere Frau ſucht für
mittags Beſchäft. Off. unt. W88
an die Exped. ds. Bl. (*690
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zu Hauſe ſchlafen kann, ſucht eine
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tags=
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(*734
parterre.
Junges ſauberes Mädchen ſucht
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Sport.
* Radſport. In Chemnitz kam am Sonntag der
Große Ausſtellungspreis über 100 Kilometer in zwei
Läufen über je 50 Kilometer zur Entſcheidung. Den
erſten Lauf gewann Ryſer vor Saldow, Rudel und Leon
Vanderſtuyft, während im zweiten Lauf Saldow über
Ryſer, Vanderſtuyft und Rudel triumphierte. Im
Geſamt=
klaſſement ſiegte Saldow in 72 Min. 34 Sek. vor Ryſer 120
Meter zurück. Der Berliner Lorenz gewann das
Haupt=
fahren vor Neumer, Techmer und Finn, und das
Vor=
gabefahren als Malmann gegen Vogt, Neumer, Techmer
und Röthig. Im Prämienfahren ſiegte Neumer vor Finn
und Techmer.
Großer Preis der Stadt Paris. Den
erſten Zwiſchenlauf gewann der Franzoſe Puchois mit
doppelter Handbreite vor Walthour, Rütt und Ellegaard,
den zweiten Zwiſchenlauf gewann Hourlier, den dritten
Zwiſchenlauf Friol. Im Endlauf trat dann Hourlier
unerwartet ſehr ſchnell 500 Meter vor dem Bande an,
nahm zehn Längen vor ſeinen überraſchten Gegnern und
konnte trotz aller Anſtrengungen des Favoriten Friol
nicht mehr ganz eingeholt werden. Hourlier gewann
mit zwei Längen vor Puchois und dem ſich
aufrichten=
den Friol. Der Endlauf des großen Tandem=Preiſes
brachte dem neuen Paare Ellegaard=Moretti mit halber
Länge einen Sieg vor Dupré=Martin und Hourlier=
Puchois.
Vermiſchtes.
** Die Langlebigkeit im Wandel der Juhrhunderte.
Einen wertvollen, durch zahlloſe Dokumente belegten
ſtatiſtiſchen Ueberblick über die Langlebigkeit des
Men=
ſchen im Wandel der Jahrhunderte gibt der bekannte
fran=
zöſiſche Forſcher Dr. M. A. Legrand in einem kürzlich=
er=
ſchienenen wiſſenſchaftlichen Werke, das ſich mit den
Fort=
ſchritten der Hygiene und ihren praktiſchen Folgen
be=
ſchäftigt. Dabei zeigt es ſich, daß das durchſchnittliche
Lebensalter des Menſchen im Laufe der letzten 400 Jahre
zugenommen hat; die Zahl der Erdenbürger, die ein
hohes Greiſenalter erreichen, iſt heute ungleich größer als
in früheren Zeiten; der Menſch lebt durchſchnittlich länger
als ehedem. Auf Grund ſeines Materials hat Legrand
eine Tabelle ausgearbeitet, die dieſe Zunahme der
Lebens=
dauer erkennen läßt. Noch im 15. und auch im 16.
Jahr=
hundert erreichen durchſchnittlich 582 von 1000 Menſchen
die Grenze des Greiſenalters, das 60. Lebensjahr. Im
17. Jahrhundert ſteigt dieſe Zahl bereits auf 655, im 18.
Jahrhundert auf 718, im 19. auf 757 und im 20. auf 806.
Die Zahl der Menſchen, die das 80. Lebensjahr erreichen,
beträgt im 15. und 16. Jahrhundert von 1000 Menſchen
durchſchnittlich 118. Das nächſte Jahrhundert weiſt bereits
die Zahl 134 auf, und das 18. ſogar 194, das 19. bringt
dann nur einen geringen Fortſchritt und erreicht 201, aber
as 20. erhebt ſich bis zu 255. Es iſt intereſſant, dieſe
Zu=
nahmen der Langjährigkeit im Laufe des vergangenen
Jahrhunderts zu beobachten. Vom Jahre 1800 bis zum
Jahre 1825 zählt man auf 1000 Menſchen 176, die das
Greiſenalter erreichen. Die Zeit von 1825 bis 1850
regi=
ſtriert dann 198, das dritte Vierteljahrhundert bis 1875
aber bringt mit 175 einen Rückſchlag, der jedoch vom
letz=
ten Vierteljahrhundert überwunden wird, denn von 1875
bis 1900 zählt man bereits 234 Greiſe auf 1000. 1900 bis
1910 ergibt dann die Zahl 255. Ein genaueres
Eindrin=
gen in das ſtatiſtiſche Material enthüllt dann die auffällige
und wiſſenſchaftlich einſtweilen noch unaufgeklärte
Tat=
ſache, daß die Langlebigkeit der Frau im Durchſchnitt
größer iſt, als die des Mannes. In den Vereinigten
Staaten zählte man zum Beiſpiel 1890 3981 faſt
hundert=
jährige Perſonen; den 1398 Männern darunter ſtehen
je=
doch nicht weniger als 2385 Frauen gegenüber. Und wenn
man weiter zurückgeht, findet man 1855 in Deutſchland
2081 Männer, die das 90. Lebensjahr überſchritten hFn,
zugleich aber 3567 Frauen gleichen Alters. Für das
Lebensalter zwiſchen 95 und 100 Jahren iſt die Zahl der
Frauen ſogar doppelt ſo groß als die der Männer: 641
zu 306. Dabei zeigt ſich, wie aus einer engliſchen Statiſtik
hervorgeht, daß gerade jene Frauen, die eine ſtarke und
zahlreiche Nachkommenſchaft beſitzen, die höchſten
Lebens=
alter erreichen. Die berühmte Rumänin Claudia, die 115
Jahre alt wurde, war Mutter von 25 Kindern. Und im
Jahre 1909 ſtarb im franzöſiſchen Departement Aisne eine
faſt hundertjährige Greiſin, die mit 26 Kindern geſegnet
worden war. In der Revue konnte vor kurzem bereits
Dr. Neuville nachweiſen, daß auch in den letzten
Jahr=
zehnten die Steigerung der Langlebigkeit bei den Frauen
größer geweſen iſt als bei den Männern. In England
iſt von 1881 bis 1900 die durchſchnittliche Lebensdauer
bei den Männern um 14 Jahre, bei den Frauen aber um
16 Jahre geſtiegen. In Frankreich betrug in der gleichen
Zeit die Zunahme bei den Männern 10, bei den Frauen
11 Jahre. Und Preußen verzeichnet in der Zeit von 1877
bis 1900 bei den Männern eine durchſchnittliche Zunahme
der Lebensdauer von 25, bei den Frauen aber um 29
Jahre. Dr. Legrand hat ſich in ſeinen Unterſuchungen auch
mit der Frage beſchäftigt, unter welchen Berufen die
Langlebigkeit am häufigſten und am größten iſt. Dabei
zeigte es ſich, daß unter den ſogenannten freien Berufen
die Geiſtlichen an der Spitze marſchieren, gefolgt von den
Staatsmännern, Gelehrten, den Offizieren, den
Schrift=
ſtellern und den Künſtlern. Merkwürdig iſt dabei, daß bei
den herrſchenden Fürſten und überhaupt in den fürſtlichen
Familien die Langlebigkeit geringer iſt. Während
bei=
ſpielsweiſe 234 Geiſtliche das Greiſenalter erreichen, lautet
die entſprechende Zahl für die Fürſten nur 71.
Literariſches.
* Neu erſchienene Broſchüren.
Veröffent=
lichungen des Verbandes Südweſtdeutſcher Induſtrieller.
Band VI, Teil II. Bericht über die auf der vierten
ordent=
lichen Jahresverſammlung (ſechſtes Jahr des Beſtehens
des Verbandes Südweſtdeutſcher Induſtrieller am 10. März
1912 im Roſengarten zu Mannheim ſtattgefundenen
Ver=
handlungen nebſt einem Bericht über die Tätigkeit des
Verbandes im Geſchäftsjahr 1910/11. Herausgegeben im
Auftrag des Direktoriums vom Syndikus Dr. P. Mieck.
Mannheim Dr. H. Haasſche Buchdruckerei G. m. b. H. 1912.
— Die Ammoniak= und Salpeterdüngungs=Frage. Von
Prof. Dr. Dr.=Ing. Paul Wagner, Geh. Hofrat, Vorſtand
der Großh. Heſſ. Landw. Verſuchsſtation Darmſtadt.
Berlin. Verlagsbuchhandlung Paul Parey. Verlag für
Landwirtſchaft, Gartenbau und Forſtweſen. SW.,
Hede=
mannſtraße 10, 1912. — Pfadfinder zur Belebung
mili=
täriſchen Denkens. Bearbeitet von Georg Boettger, 48 S.,
mit vielen Planſkizzen. Preis 50 Pfg. Verlag der
Ver=
einigten Kunſtanſtalten A.=G. München. — „Die
Hals=
krankheiten: Huſten, Schnupfen, Heiſerkeit, Kehlkopf= und
Luftröhrenentzündung, Grippe, Influenza. Verhütung
und naturgemäße Behandlung.” Von Dr. E. Kollegg.
IV. Auflage. Preis 1 Mk. Hof=Verlag von Edmund
Demme, Leipzig. — Die Ziegenzucht unſerer heutigen
Zeit. Krankheiten der Ziegen, deren Heilung und
Ver=
hütung. Von A. von Reneſſe, Landwirtſchaftslehrer für
Tierzucht und Tierheilkunde und ſeit 13 Jahren
Vorſitzen=
der des Ziegenzuchtvereins Münſter. 2. gänzlich
neube=
arbeitete Auflage. Preis 0,50 Mk. Münſter i. W.,
Ver=
lag der Univerſitäts=Buchhandlung Franz Coppenrath.
1912. — Das Luft=, Licht= (Sonnenbad) für Geſunde und=
Kranke nach dem neueſten Standpunkte der Wiſſenſchaft,
ſowie nach eigenen reichen Erfahrungen dargeſtellt von Dr.
med. A. Kühner, Herzogl. Kreisphyſikus z. D. (0,30 Mk.)
III. Aufl. Hof=Verlag von Edmund Demme, Leipzig. —
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nicht nur, ſondern eine wirklich Berufene teilt aus dem
Schatz reichſter Erfahrung meiſt an der Hand ebenſo
le=
bensvoller wie liebevoller Schilderungen aus dem
See=
lenleben der Kleinen mit, was allen Müttern und
Er=
zieherinnen, die es mit der großen ihr anvertrauten
Auf=
gabe ernſt nehmen, zur Ergänzung und Vertiefung ihrer
eigenen Erfahrung hochwillkommen ſein wird. Für
je=
den Freund der Kleinen wie für jeden Erforſcher der
Kinderſeelg werden Lebendigkeit und Fülle der Bilder
eine Quelle herzlichſter Freude und neuer tiefer Einblicke
in das Kinderherz ſein.
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Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps am 9., I1., 12. Juli von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends
Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
. Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe- Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
Mte
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(13886a
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durch=
ſchnitsmarktipreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Junt 1912 für Hafer 23 M0
für Heu 10 M., für Stroh 5 M. pro 100 Kilo betragen.
(14887
Karl Philipp Hofmann I. von Griesheim wurde als Feldſchütze für die
Ge=
markung Griesheim verpflichtet.
(14942
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund, 1 Spitzhund, 1 Dachshund.
1 ſchott. Schäferhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(14914
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut in
Er=
innerung. Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, den
Fuhrwerks=
verkehr ſtreng zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 4. Juli 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betreffend den Verkehr von Fuhrwerken in der Hanpt= und
Reſidenz=
ſtadt Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung betreffend, vom 13. Juni 1874, wird für den Bezirk
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt nach Anhörung der
Stadt=
verordneten=Verſammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 8. Februar 1904 zu Nr. 3480 in
Er=
gänzung der in dieſer Beziehung beſtehenden Beſtimmungen
ver=
ordnet, was folgt:
§ 1. Fuhrwerke müſſen innerhalb der Stadt im Schritt fahren
außer in den durch Geſetz oder Verordnung beſtimmten Fällen:
a) wenn ſie nicht auf Federn ruhen oder bei ſchneller Bewegung
ein übermäßig ſtarkes Geräuſch verurſachen würden:
b) auf Strecken, für welche das Schrittfahren von
Großherzog=
lichem Polizeiamt Darmſtadt durch öffentlichen Anſchlag an
Ort und Stelle allgemein vorgeſchrieben oder im gegebenen
Falle durch einen zuſtändigen Polizeibeamten vorübergehend
angeordnet iſt.
§ 2. Alle Fuhrwerke haben auf den Straßen der Stadt, ſoweit
nicht örtliche Hinderniſſe entgegenſtehen, ſtets die rechte Seite der
Fahrbahn einzuhalten.
Nach der gegenüberliegenden Seite darf nur, wenn dort
an=
gehalten werden ſoll, und nicht früher als notwendig abgebogen
werden.
Das Einbiegen aus einer Straße in die andere muß nach
rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen geſchehen.
§ 3. Die vorſtehenden Beſtimmungen beziehen ſich auf
Fuhr=
werke aller Art, insbeſondere auch auf Handkarren, Fahrräder und
Automobile
Die Beſtimmung des § 1 Ziffer a findet jedoch auf Fahrräder
und Automobile keine Anwendung.
§ 4. Bei Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
kann von Großherzoglichem Polizeiamt die Beſtrafung der Schuldigen
auf Grund des § 366½ des R.=St.=G.=B. (mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark
oder mit Haft bis zu 14 Tagen) veranlaßt werden.
§ 5. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. März l. J. in Kraft.
Darmſtadt, den 20. Februar 1904.
(14843
Großherzogliches Polizeiamt.
Bekanntmachung.
Während der vom 15. Juli bis 15. September d. Js. dauernden
Gerichtsferien werden nur in den durch das Geſetz bezeichneten
Ferien=
ſachen Termine abgehalten und Entſcheidungen erlaſſen. Die
Bear=
beitung der ſämtlichen Angelegenheiten der freiwilligen
Gerichts=
barkeit (insbeſondere Vormundſchafts= und Nachlaßſachen)
unter=
bleibt, ſoweit das Bedürfnis einer Beſchleunigung darin nicht
vor=
handen iſt.
Die für den Verkehr des Publikums mit dem Richter beſtimmten
Gerichtstage finden ieweils Dienstags ſtatt.
In Grundbuchſachen werden die Dienſtſtunden zur Entgennahme
mündlicher Anträge und Erklärungen auf folgende Tage beſchränkt:
Dienstag, 23. Jull,
27. Auguſt,
3. September,
vormittags von 9—12 Uhr.
Da während der Feriendauer infolge Beurlaubungen jeweils
nür ein Teil des regelmäßigen Gerichtsperſonals anweſend ſein wird,
wird dem Publikum anempfohlen, die Beurkundung ſolcher
Rechts=
geſchäfte, die einen größeren Zeitaufwand erfordert, erſt nach den
Ferien zu beantragen, ſoweit nach der Natur des Geſchäfts eine Be=
(14896
ſchleunigung nicht geboten erſcheint.
Darmſtadt, 1. Juli 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 10. Juli 1912, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle‟,
Ober=
gaſſ, öfentlich meiſtbietend gegen Barahlung:
1 hochfeine, faſt neue, mahagonifarbig polierte
voll=
ſtändige Ladeneinrichtung, beſtehend in: 2
Waren=
ſchränken mit Schiebetüren, 2 Theken mit Aufſatz,
1 Ausſtellſchrank mit 6 Glasplatten u. Meſſinageſtäng,
1 Tiſch mit 2 Lederſtühlen, 1 desgl. mit
Bombon=
geſtell, 1 Schränkchen, ſowie 1 Schirmſtänder u. 1 Geſtell;
31 Hefte: „Vorbereitung von zivilberechtigten
Mi=
litäranwärtern”.
ferner: 1 ſilberne Taſchenuhr mit Kette, 1 gold. Ring,
1 Ladenkaſſ, 1 Kanape, Vertiko, 3. Diwans, 1 Schreibtiſch.
1 Sekretär, 1 Landauer, 1 Jagdwagen u. a. m.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände
findet vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
(14937
Darmſtadt, den 8. Juli 1912.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
mit Schlafzimmer u.
Salon Badeeinrichtung zu
(14918ids
verm., 55 Mk.
Ehſabethenſtraße 21, 2. St.
Faſt neue Bettlade mit Stroh=
V matratze und Keil, ein
Schreib=
ſekretär bill. zu verk. Kirchſtraße 21,
3. Stock, bei Frau Greif. (*685
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und
Nach=
ſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
Iteilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktien=
geſellſchaft, Darmſtadt.
Direktor Emil Möller in
Darm=
ſtadt wurde zum
Vorſtandsmit=
glied beſtellt.
(14889
Darmſtadt, 4. Juli 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
) teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 1. Juli 1912.
Hinſichtlich der Firma:
E. M. Mansbacher &
Sohn, Darmſtadt.
Die offene Handelsgeſellſchaft
iſt mit Wirkung vom 1. Juli 1912
aufgelöſt. Geſchäft ſamt Firma
ſind auf den ſeitherigen
Geſell=
ſchafter Jakob Mansbacher als
Einzelkaufmann übergegangen.
Hinſichtlich der Firma:
J. Kahn & Co.,
Darm=
ſtadt.
Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 4. Juli 1912.
Hinſichtlich der Firma:
G. Ph. Nieder, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma iſt auf
Kaufmann Lorenz Adelmann in
Darmſtadt übergegangen.
Der Uebergang der in dem
Betriebe des Geſchäfts
begrün=
deten Verbindlichkeiten und
For=
derungen iſt bei dem Erwerbe des
Geſchäfts durch Lorenz Adelmann
ausgeſchloſſen.
(14888
Darmſtadt, 5. Juli 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
rriearich Whleim
Preußiſche Lebens= und Garantie=
Verſicherungs=Aktien=Geſellſchaft
zu Berlin.
Policenaufgebot.
Die auf den Namen der Frau
Magdalene Vöglin, Darmſtadt,
kautende Verſicherungspolice
Nr. 8046 iſt nach Anzeige der
Ver=
ſicherten in Verluſt geraten. Dies
wird mit dem Bemerken bekannt
gemacht, daß, falls ein
Berech=
tigter ſich nicht meldet, nach
Ab=
lauf von drei Monaten die
ge=
nannte Polie für kraftlos erklärt
und an Stelle derſelben eine neue
Police ausgefertigt wird. (*721.
Berlin, den 8. Juli 1912.
Die Direktion.
Neue feinſte
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2 Nachttiſche, 6 Stühle (*652id
Heinrichſtraße 42, part.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreisſtraße
Abzweig Einſiedel bis Bahnhof Meſſel von Donnerstag, den
11. Juli d. Js. ab bis auf weiteres für alle Fahrzeuge, ſowie für
Radfahrer geſperrt.
Der Verkehr von Dieburg nach Meſſel und umgekehrt geht
über Münſter=Eppertshauſen.
Dieburg, den 3. Juli 1912.
(14892
Großherzogliches Kreisamt Dieburg.
J. V.: Dr. Stammler.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 10. Juli 1912, vormittags 11 Uhr.
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Büfetts, Kredenz, Vertikos,
Spiegel mit Trumeau, Sofatiſch, Diwans, 1
Waſchkom=
mode und 1 Nachtſchränkchen mit Marmorpl.,
Sofa=
tiſch, ferner 2 Smyrnateppiche, 2 Hobelbänke mit
Werk=
zeug, Ladentheke, 2 Bände Brockhaus’ Lexikon, 1
Gram=
mophon mit Platten und 1 Partie iriſche Defen
verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
beſtimmt ſtatt.
(14941
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Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
Großvater,
Sie mußte den Anruf wiederholen, ehe Bagewitz den
Kopf hob und ſich ihr zuwandte.
Iſt was geſchehen, daß du unangemeldet zu mir
kommſt?
Ich muß dich ſprechen.
Hätte das nicht Zeit bis zum Abendeſſen. Du ſiehſt,
daß ich beſchäftigt bin.
Ich muß dich ſprechen.
Ach wohl wegen der Lena.
Nein, das hätte Zeit gehabt.
So. — Das muß in der Tat etwas Wichtiges ſein,
daß ſolch ein Ereignis bei dir in den Schatten ſtellt.
Bagewitz drehte die Kurbel, daß das elektriſche Licht an
dem großen Kronleuchter aufflammte und in dem Zimmer
plötzlich Tageshelle verbreitete. So ſprich.
Er ſtand jetzt mitten im Zimmer und hatte ſich zu ſeiner
vollen Größe emporgerichtet. Aber auch Suſanne trug
ihre ſchlanken Glieder ſtolz geſtreckt, in den großen ernſten
Mädchenaugen lag keine Furcht, noch nie hatte ſie den
Großvater derart angeblickt.
Weiß Friedrich Wilhelm, daß ich ein Sündenkind bin?
Gleich Tropfen ſchwer wie Blei fielen die Worte von
den roten Mädchenlippen und verklangen laut und klar
in dem weiten Raum.
Kammerherr von Bagewitz griff plötzlich nach einem
Halt, es war ihm, als ob alles rund um ihn her einen
wundelicher Kreinluf behinte, ſche Suſ deite
ken=
chend den Atem aus der Tiefe, während die zitternde
Rechte, die Lehne des wuchtigen Seſſels packte, der ihm zur
Seite ſtand.
Woher weißt du —
Daß ich ein Sündenkind bin?
Ja.
Ich hörte es im Kindesalter aus dem Munde eines
alten Herrn, der hier zu Gaſte war. Ich war zehn Jahre
alt und wir feierten deinen Geburtstag.
So. Bagewitz überlief es kalt, als er daran dachte,
daß es der Vater von Friedrich Wilhelm war, der alſo
ge=
ſprochen und es dennoch gelitten hatte, daß noch an
dem=
ſelben Tage die Vereinbarung getroffen wurde, die aus
Suſanne und einem ſeiner Söhne ein Paar machen ſollte.
Er hat mich emporgehoben und geküßt, obwohl ich
mich wehrte. Ich war dem Weinen nahe und verſteckte
mich in den Falten des Türvorhanges, da hörte ich ſeine
Frage und ſein Lachen. Man gab ihm Antwort und
nannte dabei meinen Namen.
Weißt du noch mehr?
Nein.
Warum haſt du nie gefragt?
Es war mir verboten.
Von wem?
Von Dörthe und nachher von meiner Erzieherin.
Ein=
mal wagte ich es, Großmama nach meinen Eltern zu
fragen.
Und die —
Antwortete, ich würde alles ſeinerzeit erfahren.
Und jetzt?
St die zit gebonnen.
Warum?
Weil ich mich heute mit Friedrich Wilhelm verlobt habe.
Und darum willſt du wiſſen, ob es ihm bekannt
iſt —
Daß ich ein Sündenkind bin.
Die Welt hat wie immer das ſchlimmſte angenommen
Suſanne. Deine Eltern ſind vor Deiner Geburt getraut
worden.
Du ſagſt mir die Wahrheit, Großvater?
Ja.
Kennt Friedrich Wilhelm das ganze Geheimnis meiner
Geburt?
Ja.
Und wann werde ich alles Traurige erfahren, was
anſcheinend über der Ehe meiner Eltern liegt?
Wann Du willſt Aber ich glaube, daß es im Sinne
Deines Verlobten iſt, wenn ich Dich bitte, bis nach Deiner
Verheiratung zu warten.
Friedrich Wilhelm mag darüber beſtimmen.
Groß=
vater — das junge Mädchen trat zu dem alten Herrn und
griff nach ſeiner Hand — ich danke Dir dafür, daß Du mich
trotzdem bei Dir aufgenommen und behütet haſt.
Bagewitz entzog ihr ungeduldig die Hand, die ſie
küſſen wollte. Ich werde mit Friedrich Wilhelm ſprechen,
wo iſt er?
Auf ſeinem Zimmer.
So warte hier.
Der Kammerherr ging, Suſanne blieb allein. Sie
hatte alles Licht gelöſcht, es war ihr, als könne ſie die Helle
nicht ertragen. Sie öffnete die Tür zum Balkon und trat
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dinae, die Weiche der Frihlingenacht unſtng ſie, und
das Licht des langſam aufſteigenden Vollmondes verriet
dem herbeieilenden Liebſten, wo ſie ſich geborgen hatte
in dem Widerſtreit ihrer Gefühle, in der Verwirrung der
Scheu und Furcht ſowohl, wie in der verzehrenden
Sehn=
ſucht nach den Wundern der Liebe, die ihr ſeit heute
auf=
gegangen waren.
Suſanne!
Friedrich Wilhelm! — So ſehr liebſt Du mich, daß
Du alles mit mir tragen willſt, was als Schande auf
rneinem Namen ruht?
Ja, ich liebe Dich, ſo wie Du biſt in Deiner Strenge
und in Deiner Reinheit, wie in der Liebe, in der Du Dich
rnir heute offenbart haſt.
Möchte ich Dich nie enttäuſchen.
Er ſchob ſie von ſich, daß er ſie ſah in all ihrer
Schön=
heit und Anmut. Der ſchimmernde Glanz der Mondnacht
umfing zärtlich die lichte, bebende Geſtalt.
Du holde Törin, die Du ſprichſt wie ein Alter. Komm,
ich muß Dir Deinen roten Mund küſſen, damit er andere
Worte redet, wie ſie zu dieſer Stunde paſſen, in der Du
für immer mein eigen wurdeſt.
Mit wildem Ungeſtüm riß er ſie an ſeine Bruſt, daß
ſie unter ſeiner Leidenſchaft erbebte. Wie die roten Lippen
ihm entgegenblühten und Kuß um Kuß zurückgaben in
jauchzend erwachender Liebe.
Nichts mehr denken, von nichts wiſſen wollen, als daß
ſie ein Herz gefunden hatte, das ſie mit herriſchem Fordern
zu eigen begehrte, und das ihr einſames, liebeleeres
Da=
ſein ganz erfüllte mit heiß pulſendem Leben.
Drittes Kapiet
Totenglocken läuteten das Brautglück ein.
Wieder ſchalt ſich Suſanne herzlos, daß ſie über ihrer
Liebe alles vergaß. Sogar das tragiſche Geſchick des armen
Weibes, das im Waſſer aufgefunden wurde, ihr Kind im
Arm, erweckte nur eine raſch vorübergehende Rührung.
Wohl ſtand ſie mit heißen Tränen an ihrem Grab, als
der Prediger, der Lena und ſie zuſammen eingeſegnet hatte,
einige tief bewegte Worte ſprach, aber ſchon auf dem
Heimweg waren ſie getrocknet.
Pfarrer Weinhardt war vom nahen Kirchdorf zu
früher Morgenſtunde herübergekommen, da man die
Ver=
unglückte mit ihrem Kinde ohne alles Aufſehen auf dem
kleinen Kirchhof beerdigen wollte. Um drei Uhr ſollte die
Trauerfeierlichkeit für Inſpektors ſtattfinden, und der
Prediger ging in das Haus, um noch wegen der
Leichen=
rede mit dem Bruder des Verſtorbenen Rückſprache zu
nehmen.
Suſanne hatte ſich von ihm verabſchiedet und beeilte
ſich, um noch zur rechten Zeit zum Frühſtück zu kommen.
Auf ihre Bitte hatte ihr Verlobter davon Abſtand
genom=
men, dem Trauerakt beizuwohnen. Du haſt ſie nicht
ge=
kannt, Friedrich Wilhelm, und außer mir wird nur noch
der Mann und Andreas dabei ſein. Möller ſoll ſein Tun
tief bereuen, und wir wollen ihn ſchonen. Mich kennt er
und weiß, daß ich die Verſtorbene lieb gehabt habe, Du
biſt ihm aber Fremder. Vielleicht beſſert er Ich wirklich,
Andreas will es noch einmal mit ihm verſuchen.
Die fand den Großvater in angeregtem Geſpräch mit
Friedrich Wilhelm, und als ſie ihrer anſichtig wurden,
ſprang ihr Verlobter auf und führte ſie an ihren Platz.
Man fragte ſie nicht nach dem Traurigen, ſondern redete
ihr zu, etwas zu eſſen.
Du wirſt jetzt ein wenig ruhen, Suſanne, ſagte der
alte Herr ſorglich, als ſie ſich erhoben, damit Du zu Tiſch
wieder friſch biſt. Friedrich Wilhelm und ich werden die
Verlobungsanzeige aufſetzen und die Bekanntenliſte
durch=
ſehen. Morgen muß er doch nach Berlin, um ſeinem Chef
ſeine Verlobung mitzuteilen, da kann er alsdann alles
Notwendige beſorgen. Und ich denke, wir laſſen in
weni=
gen Wochen die Hochzeit folgen, wenn es Euch recht iſt.
Auf Altenwerder iſt Platz genug, der rechte Flügel wird
Euch eingeräumt. Wir wollen ihn nach Friedrich
Wil=
helms Rückkehr beſichtigen, und Ihr teilt mir Eure
Wünſche mit. Wollt Ihr eine Hochzeitsreiſe machen, ich
bin einverſtanden. Wenn Ihr es dagegen vorzieht, die
Flitterwochen hier zu verleben, ſo ſchiebe ich meine Reiſe
nach Gaſtein bis dahin hinaus, und Ihr ſeid hier
un=
geſtört.
Du biſt ſo gut, Großvater, ſagte Suſanne und zog
ſeine Hand an ihre Lippen.
Eigennutz, Suſanne, nichts weiter. Ich kann es nicht
erwarten, die Laſt der Geſchäfte auf junge Schultern
abzu=
laden. Auch will ich noch mein Alter an Eurem jungen
Glück wärmen, ehe Ihr mich in die Gruft geleitet. Komm,
Friedrich Wilhelm, wir müſſen uns beeilen, wenn wir
noch heute alles erledigen wollen.
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