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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Hohenzollern, mit dem Kaiſer an Bord,
iſt geſtern vormittag nach Baltiſchport in See
gegangen.
Die Zarenfamilie iſt am Dienstag von
Peter=
hof nach Baltiſchport abgereiſt.
Auf der Zeche Oſterfeld bei Oberhauſen
wurden durch eine Exploſion 14 Bergleute
gatötet.
Die türkiſche Kammer nahm den Geſetzentwurf,
der die politiſche Betätigung der Offiziere
ver=
bietet, an.
*
Der demokratiſche Konvent in Baltimore
nominierte Wilſon zum Präſidentſchaftskandidaten.
Flottenaufwand, Induſtrie und Arbeiterſchaft.
CD „Die befruchtende Wirkung der Floktengeſetze
auf die deutſche Induſtrie” überſchreibt Nauticus im
ſoeben erſchienenen 14. Bande ſeines vortrefflichen
„Jahrbuchs für Deutſchlands
Seeintereſ=
ſen” (Berlin, E. S. Mittler & Sohn) eine Abhandlung,
die durch eine Reihe von Einzelunterſuchungen
veran=
ſchaulicht, welche Unmaſſe von Induſtriezweigen und
Ge=
bieten des Arbeitsmarktes im ganzen Deutſchen Reiche
durch die Lieferungsaufträge der Marine wirtſchaftlich
gefördert wird. Wir entnehmen dieſer Nautieus=
Dar=
ſtellung zuſammenfaſſend die wichtigſten Angaben:
Hat man jenſeits des Kanals die Bedeutung der
Dreadnoughtbauten für die engliſche Induſtrie mit dem
Bilde der Dreadnoughtſtadt erläutert, die, 50 00
Arbeiterfamilien oder 200 000 Köpfe zählend, durch
8 Dreadnoughtbauten ermöglicht würde, ſo liegen bei
uns die Verhältniſſe durchaus ähnlich. Von 1898—1911
wurden nach den deutſchen Etatanſchlägen rund 1310
Millionen Mark für Schifsbauten bewiligt, von denen
896 Millionen Mark auf die Geſamtbaukoſten, 310½ Mill.
Mark auf das Vertikalpanzermaterial und rund 104 Mill.
Mark auf Inventarergänzung uſw. entfallen. Die
preu=
ßiſchen Schiffsbauplätze erhielten im letzten Jahrfünft
jährlich im Durchſchnitt Arbeit für beinahe 60 Mill.
Mark, während Bremer Werften in den letzten Jahren
durchſchnittlich auf 11 Mill. Mark, die Hamburger
Pri=
vatwerften auf 27 Mill. Mark an Aufträgen rechnen
konnten. Das Baugeld, das die Werften empfangen,
flutet aber in unzähligen Kanälen durch alle deutſchen
Gaue, da hunderte von Kohlenbecken und Erzlagerſtätten,
Hütten= und Walzwerken, Maſchinen= und
Werkzeug=
bauanſtalten, Metallwaren= und Inſtrumentenfabriken
um nur einiges zu nennen — zur Mitarbeit am Ausbau
der Kriegsſchiffe herangezogen werden. Dienen doch
bis auf verſchwindend geringe Teile nur deutſche Stoffe
und Erzeugniſſe zur Herſtellung deutſcher Kriegsſchiffe.
und mit ſteigendem Erfolge iſt die Marineverwaktung
auf die Erfüllung des berechtigten Wunſches der
Bun=
desſtaaten bedacht, nach Maßgabe ihres Anteils an den
Marinelaſten bei den Marinelieferungen beteiligt zu
werden.
Die Arbeiterſchaft aber hat an dem
Flotten=
aufwande einen überaus ſtarken Anteil. In dem
Ge=
ſchütz= und Geſchoßmaterial mögen im Jahresdurchſchnitt
reichlich 16 Mill Mark Arbeitsköhne ſtecken; in den
Lie=
ferungen von Pulver= und ſonſtigen Kartuſchen, von
Hülſen, Kleinwaffenmunition uſw. mehr als 4½ Mill.
Mark, in der Herſtellung der Befehlseinrichtungen und
im Einbau des Armſerungsmaterials reichlich über
1 Mill. Mark jährlich. Alles in allem erhalten gegen
15000 Arbeiter jährlich Arbeitsgelegenheit durch die
Armierungsarbeiten der Kriegsmarine Von
den 30 Millionen Landbauaufträgen der
Marine=
verwaltung ſind während der Jahre 1900—1911 jährlich
mehr als 1 Mill. Mark in Geſtalt von Löhnen an die
Arbeiter gefloſſen. In den Lieferungen von 40 Mill.
Mark Stoff ſtecken nach Schätzungen etwa 20 Mill. Mark
Arbeitslöhne. Da die deutſche Landwirtſchaft, die
deutſchen Nahrungsmittelinduſtrien und der
Lebens=
mittelhandel jährlich mit 9——10 Mill. Mark an den
Liefe=
rungen für die Marine beteiligt ſind, erhalten mindeſtens
6000 hierbei beſchäftigte Arbeiter ihren Verdienſt durch
den Flottenaufwand.
Betrachtet man an dem Bau eines Linienſchiffes
auf einer kaiſerlichen Werft den Lohnanteil der Arbeiter,
ſo ergibt ſich, daß rund 4 Mill. Mark Löhne allein im
Bau des Schiffskörpers ſtecken. Für die 2. Stufe des
Bauprozeſſes, den Bau der Maſchinen=, Keſſel= und
elek=
triſchen Anlagen ſind 1,12 Mill. Mark Arbeitslöhne
er=
forderlich. An der Anfertigung der Takelage uſw.
wer=
den rund 20000 Mark Arbeitslöhne verdient. Das
Ver=
arbeiten des Artillerieinventars und der Einbau der
Geſchütze erfordern eine Ausgabe von 160—170000 Mk.
Von rund 34 Mill. Mark Linienſchiff=Baukoſten werden
alſo — unter Hinzurechnung ſonſtiger Einzelpoſten
5¾ Mill. Mark als Arbeitslöhne verausgabt. Mit
die=
ſer Ziffer iſt natürlich der Anteil der Handarbeiter an
der Herſtellung des Linienſchiffes nicht im entfernteſſen
erſchöpft, da eben nur die auf der Werft ſelbſt
vollzoge=
nen Arbeitsleiſtungen in den 5½ Mill. Mark
Arbeits=
löhnen verkörpert ſind. Nun aber bergen die von der
Werft zum Bau des Schiffes bezogenen Rohſtoffe,
Halb=
zeuge, Feinfabrikate, Maſchinen, Geräte und Inſtrumente
wiederum in ſich eine Fülle von Handarbeit. Was für
den Linſenſchiffbaſt einer kaiſerlichen Werſt gilt, trifft
mit geringen Abweichungen auch für die übrigen
Kriegs=
ſchiffsbauten zu, gleichviel, ob ſie auf der kaiſerlichen
oder auf privaten Werften ausgeführt werden. Da im
Durchſchnitt der letzten drei Etatsjahre jährlich etwa
238 Mill. Mark für Neubauten und Armierungen
aus=
gegeben wurden, iſt anzunehmen, daß gegen 155 Mill.
Mark auf reine Arbeiterlöhne und etwa 24 Mill. Mark
auf die Gehälter der Angeſtellten und Betriebsbeamten
entfallen.
Angeſichts ſolcher Nachweiſe kann Nauticus mit Recht
ſchreiben: „Auch wenn man nicht blind iſt für die
Preis=
verteuerung wichtigſter Maſſenbedarfsgegenſtände, die
durch die mit dem Landesverteidigungsaufwand
zuſam=
menhängende Finanzpolitik des Deutſchen Reiches und
der Bundesſtaaten im letzten Jahrzehnt zwar nicht
ver=
anlaßt, aber doch mit begünſtigt worden iſt, ſo muß man
doch anerkennen, daß die Seerüſtungspolitik den
wirt=
ſchaftlichen Fortſchritt Deutſchlands und inſonderheit
ſeiner arbeitenden Maſſen bisher weſentlich
geför=
dert hat.”
Die Zuſtände in der Türkei.
— Die Türkei ſieht ſich augenblicklich in einer recht
prekären Lage. Nicht nur, daß man ſich noch immer im
Kriegszuſtande befindet, ſondern auch die
Schwierigkei=
ten im Innern haben jetzt einen hohen Grad erreicht.
Al=
banien will nicht zur Ruhe kommen, die Inſurgenten
er=
heben immer kühner ihr Haupt und verlangen Erfüllung
ihrer Forderungen, Plänkeleien mit den Truppen ſind an
der Tagesordnung, aber die Führer der letzteren wagen
keinen energiſchen Schlag, weil ſie befürchten, daß die
Truppen nicht zuverläſſig ſind, ſondern eventuell zu den
Aufſtändiſchen übergehen. Haben ſich doch bereits eine
Anzahl Offiziere und Mannſchaften unter Fahnenflucht
dieſen angeſchloſſen und ſich in den Bergen feſtgefetzt. Iſt
ihre Zahl auch nicht ſonderlich groß, ſo handelt es ſich
doch immerhin um ein recht bedenkliches Symptom, da
dieſes Vorgehen leicht böſe Nachahmung finden kann. Die
Situation iſt um ſo ſchlimmer, als es doch nicht
ausge=
ſchloſſen iſt, daß eines Tages der Feind in der Nähe von
Saloniki, erſcheint.
Es läßt ſich nicht leugnen, daß in der türkiſchen
Ar=
mee große Mißſtimmung herrſcht, nicht zuletzt, weil ſich
das jungtürkiſche Komitee in die militäriſchen
Verhält=
niſſe einmiſcht, während man andererſeits verlangt, daß
das Militär ſich von der Politik fernhalten ſoll. Man
wirft den Mitgliedern des Komitees vor, daß ſie eine
Günſtlingswirtſchaft treiben, den Kriegsminiſter und die
Regierung ſelbſt bevormunden und für die ungünſtige
Lage in Mazedonien und Albanien verantwortlich ſind.
Wohin die Dinge treiben, zeigt die Gründung eines aus
Soldaten beſtehenden „Patriotenbundes”, der folgende
Forderungen aufgeſtellt hat: Auflöſung des
jungtür=
kiſchen Komitees, Entlaſſung der Miniſter Talaat und
Dzavid, Einſchränkung der diktatoriſchen Befugniſſe des
Kriegsminiſters Mahmud Schewket, Neuwahlen zum
Parlament, Reform der Verwaltung in Mazedonien
und Albanien. In der Kammer kam es bei dem
Geſetz=
entwurfe, der ſich gegen die Teilnahme der Offiziere an
der Politik ausſpricht, zu recht lebhaften
Auseinander=
ſetzungen.
Jedenfalls zeigt ſich, daß es dem augenblicklichen
Regime noch keineswegs gelungen iſt, die erwünſchte
Sanierung der Verhältniſſe in der Türkei
herbeizufüh=
ren, vielmehr unterſcheiden ſich die Zuſtände ſchon heute
im großen und ganzen herzlich wenig von denen, die
unter Abdul Hamid beſtanden. Dieſe fortdauernden
inneren Zwiſtigkeiten müſſen die ohnehin nicht allzu
ſtarke Feſtigkeit der Türkei ſtark erſchüttern und auch für
die Politik nach außen hin unliebſame Folgen nach ſich
ziehen. Tritt nicht bald eine Umkehr ein, ſo geht die
Türkei anſtatt der vom jungtürkiſchen Regime erhofften
Blüte einem abermaligen Zerfall entgegen,
Deutſches Reich.
Bundesrat und
Branntweinſteuer=
geſetz. Die zuſtändigen Bundesratsausſchüſſe ſind mit
der Ausarbeitung der Ausführungsvorſchriften für das
neue Branntweinſteuergeſetz beſchäftigt. Die
Ausfüh=
rungsvorſchriften ſollen noch im Laufe dieſer Woche
fer=
tiggeſtellt werden, und dann beginnen für den Bundes.
rat die großen Sommerferien. Es handelt ſich hier um
eine ſehr umfangreiche, ſchwierige Arbeit, da die
beſtehen=
den Ausführungsbeſtimmungen zum
Branntweinſteuer=
geſetz durch eine Anzahl neuer Beſtimmungen, die der
Reichstag in die Regierungsvorlage hineingearbeitet
hat, eine vollſtändige Umarbeitung erfahren müſſen. Die
neuen Ausführungsbeſtimmungen ſollen noch im Laufe
dieſes Monats im Zentralblatt veröffentlicht werden.
damit die nachgeordneten Behörden, die Induſtrie und
ſonſtige Intereſſenten Gelegenheit haben, ſich mit den
neuen Beſtimmungen vertraut zu machen. Die
Aus=
führungsbeſtimmungen ſollen zum 1. Oktober in Kraft
treten.
Der Deutſche
Induſtrieſchutzver=
band, Sitz Dresden, der ſeine auf Streikverhütung und
Entſchädigung der Arbeitgeber für unvermeidliche
Ar=
beitseinſtellungen gerichtete Tätigkeit ſeit dem vorigen
Jahre auf alle Teile des Reiches ausgedehnt hat,
bear=
beitete im erſten Halbjahre 1912 231 Fälle von
Arbeiter=
bewegungen. In 140 Fällen konnte eine
Arbeitsnileder=
legung und der damit für die Induſtriellen verbundene
Schaden abgewendet werden. Für 90
entſchädigungs=
berechtigte Arbeitseinſtellungen, von denen 10 zur Zeit
noch beſtehen, liegen Entſchädigungsanſprüche im
Ge=
ſamtbetrage von 102770 Mark für 116671 ausgefallene
Manntage vor. Dem Deutſchen Induſtrieſchutzverbande
(vom Verbande Sächſiſcher Induſtrieller im Jahre 1906
gegründet) gehören gegenwärtig 3360 Betriebe aller
Branchen mit einer Arbeiterzahl von 266000 und einer
Geſamtjahreslohnſumme von ca. 260 Millionen Mark
als Mitglieder an. 58 Branchen= und
gemiſchtgewerb=
liche Arbeitgeberverbände, die faſt alle Induſtriezweige
vertreten, ſtehen mit dem Deutſchen
Induſtrieſchutzver=
bande in enger Verbindung, zum Teil im
Vertragsver=
hältnis.
— Bayern und die Erbanfallſteuer. Die
Tägliche Rundſchau ſchreibt: Wie wir von zuverläſſiger
Seite hören, iſt von der bayeriſchen Regierung ein
Wi=
derſtand gegen die Erbanfallſteuer nicht mehr zu
erwar=
ten. Es darf vielmehr nach Aeußerungen des
bayeri=
ſchen Miniſterpräſidenten von Hertling angenommen
wer=
den, daß Bayern im Bundesrat für die Erbanfallſteuer
ſtimmen wird, wenn der Reichskanzler ſich entſchließen
ſollte, einen Entwurf über die Erbanfallſteuer
vorzule=
gen. Der Bundesrat wird ſogleich nach ſeinem
Wieder=
zuſammentritt anfangs September in die Beratung des
Entwurfs des Reichsſchatzamtes eintreten.
Vorausſicht=
lich dürfte im Laufe des September eine
Zuſammen=
kunft der bundesſtaatlichen Miniſter in Berlin ſtattfinden,
um zu den Vorſchlägen des Reichsſchatzamtes Stellung
zu nehmen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Did Chriſtlich=ſſoziale Vereinigung
des Abgeordnetenhauſes beſchloß, gegen den
ſozialdemokratiſchen Antrag zugunſten der Eiſenbahner
zu ſtimmen und die Abſtimmung zur Verbandsfrage zu
machen. Infolgedeſſen erklärten ſieben Abgeordnete
ihren Austritt aus der Chriſtlich=ſozialen Vereinigung.
Es wurde ferner beſchloſſen, die Reſolution des
Deutſch=
nationalen Verbandes zugunſten der Staatsbedienſteten
mit zu unterfertigen und gegen die Beſtimmungen über
die Notmaßnahmen in Jahren der Mißernte zu ſtimmen.
Frankreich.
Die Beratung der Wahlreform durch
die Kammer wurde am Dienstag fortgeſetzt. Die
Kammer lehnte mit 290 gegen 259 Stimmen ein
Amen=
dement Maginot ab, das von Miniſterpräſident
Poin=
caré und der Kommiſſion bekämpft worden war und
dahin ging, die Zahl der Deputierten nach der Zahl der
eingeſchriebenen Wähler zu berechnen. Auch einige
an=
dere Abänderungsanträge wurden abgelehnt. Sodann
wurde der erſte Paragraph des Artikels 3, der die Zahl
der Mandate in jedem Wahlkreis feſtſetzt, angenommen.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Nummer 155.
England.
Die britiſche Seemacht im Mittelmeer.
Im Oberhauſe lenkte Lord Selbourne die
Aufmerkſam=
keit des Hauſes auf die Lage der britiſchen Seemacht im
Mittelmeer und drückte ſeine Beſorgnis im Hinblick auf
die gegenwärtige Lage aus. Er wies darauf hin, daß
das Mittelmeer die Schiffsſtraße nach Auſtralien und
Indien ſei und daß die Möglichkeit, die feindlichen Schiffe
im Mittelmeer zu vernichten, für dieſe Kolonien ein
ebenſo großer Schutz ſei wie für Großbritannien. Das
Mittelmeer ſei der einzige Weg von Europa nach
Aegyp=
ten und die einzige Straße, auf der nötigenfalls
Ver=
ſtärkungen und Hilfe nach Aegypten geſandt werden
könne. Die Ausdehnung des britiſchen Handels im
Mit=
telmeer ſei ſehr groß, größtenteils der Handel mit
Le=
bensmitteln. Die Bedeutung des Mittelmeeres hänge
nicht von dem Suezkanal ab, denn lange, bevor der
Ka=
nal beſtanden habe, habe England das Mittelmeer ſo
wichtig gefunden, daß es große Opfer brachte und große
Anſtrengungen machte, Gibraltar und Malta zu
bekom=
men und zu behaupten. Wenn Englands Einfluß und
Macht im Mittelmeer als Hauptſache im 18.
Jahr=
hundert angeſehen wurden, wären ſie es heute noch
mehr. — Lord Braſſey erklärte: Nicht Nordeuropa habe
die Verringerung der Mittelmeerkräfte notwendig
ge=
macht, die ſtattgefunden, um die Nordſeeflotte auf eine
genügende große Stärke zu bringen, ſondern ein
Ver=
gleich der britiſchen Heimatflotte mit der deutſchen
Hoch=
ſeeflotte zeige, daß die bisherige Stärke der britiſchen
Schiffe völlig ausreichend geweſen ſei, um jeder
Mög=
lichkeit zu begegnen. — Lord Lansdowne ſtreifte die
mög=
lichen Folgen der Zurückziehung der Schiffe aus dem
Mittelmeer auf die internationalen Beziehungen und
richtete an die Regierung die Bitte, etwas zu tun, um
die Beſorgnis vieler Leute zu zerſtreuen. Seiner Anſicht
nach ſei es das beſte, den früheren Zuſtand im
Mittel=
meer wieder herzuſtellen. — Earl of Crewe ſagte, die
Regierung würde es vorgezogen haben, die Erörterung
darüber hinauszuſchieben, bis die Regierung den beiden
Häuſern mehr über die Politik ſagen könne. Er ſei
heute nicht in der Lage, eine endgültige Erklärung über
die Polikik der Regierung abzugeben. Soweit es ſich
um die Stellung Großbritanniens in der Welt handele,
ſo ſcheue ſich die Regierung nicht, zu erklären, daß nach
ihrer Meinung die Sicherheit des Landes gewährleiſtet
ſei. Die Regierung erkenne vollkommen die Wichtigkeit
der Frage an. Er werde ſobald wie möglich das
Er=
gebnis der noch nicht abgeſchloſſenen Unterſuchung in
dieſer Frage dem Lande bekannt geben.
Türkei.
Die Kammer nahm den Geſetzentwurf, durch
welchen es den Offizieren unterſagt iſt, ſich mit Politik
zu befaſſen, endgültig an. Die Kammer begann dann
mit der Budgetberatung. Der Miniſter für öffentliche
Arbeiten uund proviſoriſche Leiter des
Finanzminiſte=
riums, Dſchavid Bey, erſtattete ein längeres
Finanz=
expoſé. Der Miniſter erklärte, die öffentliche
Staats=
ſchuld von netto 115 Millionen Pfund ſei nicht
über=
mäßig groß und könnte zu Beſorgniſſen keinen Anlaß
geben. Der Miniſter hofft, die Türkei werde in Europa
eine günſtige Aufnahme finden, wenn ſie eine Anleihe
von 25 oder 30 Millionen für öffentliche Arbeiten ſuche
Der Umſtand, daß der Kursſtand der türkiſchen Rente
wenig von dem Stande vor dem Kriege abweiche,
be=
weiſe das Vertrauen der auswärtigen Kapitaliſten. Der
Miniſter kündigte die demnächſt erfolgende Einbringung
eines Geſetzentwurfs zwecks Regelung der ſchwebenden
Schuld, ferner die Unterbreitung der Verträge betreffend
die Bahnen des Schwarzen Meerbeckens, ſowie eines
Geſetzentwurfes betreffend das ſtaatliche Tabakmonopol
an. Der Großweſier Said Paſcha ſprach ſich im gleichen
Sinne aus und erbat die raſche Genehmigung des
Budgets.
Vereinigte Staaken.
Nominierung Wilſons zum
Präſident=
ſchaftskandidaten. Der demokratiſche Konvent
in Baltimore nominierte Wilſon zum Präſidentſchafts=
kandidaten. Clark und Underwood haben ihre
Dele=
gaten von der Verpflichtung, für ſie zu ſtimmen,
ent=
bunden. In der 46. Abſtimmung, die die Entſcheidung
brachte, erhielt Wilſon 990 Stimmen. Die Nomination
erfolgte einſtimmig. Nach der Wahl herrſchte der größte
Freudentaumel. Rooſevelt behielt ſich, als er von der
Wahl Wilſons hörte, ſeine Erklärung für ſpäter vor.
China.
Die Kontrolle der Poſtverwaltung.
Die gefetzgebende Verſammlung beriet in erſter Leſung
über eine Geſetzesvorlage, die die chineſiſche Kontrolle
der Poſtverwaltung einführen will und deren Annahme
die Entlaſſung von 150 jetzt im Dienſt befindlichen
Aus=
länder zur Folge haben wird. Dieſe ſollen dann in
der Weiſe von der Zollverwaltung übernommen werden,
daß ihre Anſtellungs= und Beförderungsverhältniſſe die
gleichen bleiben. Die Vorlage wird wahrſcheinlich
durch=
gehen, wenn nicht die Mächte intervenieren. Die
Ver=
treter des ausländiſchen Handels ſind an dem Schickſal
der Vorlage ſehr intereſſiert, da ſie die Leitung der
Poſt=
verwaltung durch Ausländer für die Handelsintereſſen
für unbedingt erforderlich hält und es wird die Hoffnung
ausgedrückt, daß ein entſprechender Druck ausgeübt
wer=
den möge.
* Karlsruhe 2. Juli. Die Karlsruher Zeitung
veröffentlicht heute den Geſetzentwurf über den Bau
und Betrieb eines Murgwerkes durch den
Staat das im Murgtal, oberhalb Forbach durch den
badiſchen Staat erſtellt werden ſoll, und deſſen Koſten
ohne Bauzinſen und ohne Fernleitungen auf 20 771000
Mark feſtgeſetzt ſind. Bezüglich der Wirtſchaftlichkeit des
Unternehmens betont der Geſetzentwurf, daß die
Eiſen=
bahnverwaltung für ihren Bedarf von der jährlichen
Er=
zeugung des Werkes mit 35 Millionen Kilowattſtunden
im voraus 12 Millionen Kilowattſtunden, ſomit reichlich
ein Drittel der Geſamterzeugung übernimmt, womit für
das Werk eine gute Grundlage geſichert iſt.
* London 2. Juli. Wie gemeldet, wird in
eini=
gen Tagen eine teilweiſe Beilegung des Streiks
der Dockarbeiter erreicht werden und infolgedeſſen
erwartet man auch im Hinblick auf die Hungersnot unter
den Familien der Streikenden ein völliges Aufhören des
Streiks. Hervorragende Mitglieder der Gewerkſchaften
ſagen voraus, daß das Streikkomitee Befehl geben werde,
die Arbeit Ende der Woche wieder aufzunehmen.
* Diee größte Flottenzuſammenziehung
der Welt. Die größte Flottenzuſammenziehung, die
England je geſehen hat, hat ihren Anfang genommen.
Die Geſamtzahl der an dieſer Uebung mitwirkenden
Admirale einſchließlich der Schiedsrichter beläuft ſich auf
22. 42 Schlachtſchiffe, 5 Kreuzer erſter Klaſſe, 25
Panzer=
kreuzer, 9 geſchützte Kreuzer und 250 Schiffe anderer
Typen (Zerſtörer, Torpedo= und Unterſeeboote), ſowie
eine große Anzahl von Munitionsſchiffen nehmen an
diefer Uebung teil. Die Manöver beginnen Ende
näch=
ſter Woche unter Leitung des Admirals Galleghan, der
gegen den Prinzen Ludwig von Battenberg manövrieren
wird. Der Manöverplan wird ſtreng geheim gehalten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Juli.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſt Neugebauer,
Kommandeur des 2. Kurheſſiſchen Feld=Artillerie=
Regi=
ments Nr. 47 in Fulda, den Oberſt z. D. v. Falkenhayn,
Kommandeur des Landwehr=Bezirks I Darmſtadt, den
Oberſtleutnant Frhrn. v. Preuſchen, Kommandeur des
1. Kurheſſiſchen Feld=Artillerie=Regiments Nr. 11 in Kaſſel,
den Major Frhrn. v. Stetten, Kommandeur des Großh.
Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18, den Leutnant v. Heldmann
von demſelben Bataillon, den Kreisamtmann Dr. Heß
von Lauterbach, den Oberlehrer Dr. Völzing von Groß=
Umſtadt, den Rittmeiſter à la suite der Armee Leopold
Prinz zu Iſenburg und Büdingen=Birſtein, den Dekan
Röschen von Freienſeen, den Kirchenrat Völſing von
Gimbsheim, den Dekan Weiß von Selzen (Rheinheſſen);
zum Vortrag den Geheimen Staatsrat Krug v. Nidda,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem zweiten Pfarrer zu Grünberg Fritz
Schmidt die erſte evangeliſche Pfarrſtelle daſelbſt.
* Vortrag im Offizierkaſino. Im Offizierkaſino
des Leibgarde=Infanterie=Regiments fand am Dienstag
nachmittag um 6 Uhr ein Vortrag des Herrn
General=
majors z. D. Jung ſtatt über die „
Jungdeutſchland=
bewegung‟. Dem Vortrag wohnten Se. Königl. Hoheit
der Großherzog und ungefähr 80 Offiziere der
Garniſon Darmſtadt bei.
— Verein Volksküche. Mit 25 Betriebstagen in
dem Monat Junil. J. ſind in der Volksküche
durch=
ſchnittlich täglich verabreicht worden: 108 Stücke Brot
(mit und ohne Butter), 54 Wecke, 81 Becher (½ Liter)
Kaffee (mit und ohne Zucker), 97 Becher Milch, 24
Por=
tionen Wurſt und Fleiſch für ſich, 66 Portionen Suppe
(mittags und abends), 166 Portionen Beilagen (Gemüſe,
Salat, geröſtete Kartoffeln), 46 Portionen Suppe und
Gemüſe zuſammen, 5 Portionen Suppe und Fleiſch
zu=
ſammen, 28 Portionen Gemüſe und Fleiſch zuſammen,
28 Portionen Suppe, Gemüſe und Fleiſch zuſammen,
11 Portionen Quell=Kartoffeln mit Butter. Es ſind
ſomit im Monat Juni l. J. durchſchnittlich
tag=
lich 374 Koſtgänger (männlich und weiblich) mit Mittag=
und Abendeſſen geſpeiſt worden. Dabei kamen 677
Frei=
karten (bereits bezahlte Gutſcheine à 10 Pfennig) zur
Ablieferung und Verwertung, das iſt pro Betriebstag
27 Freikarten. Aus den allmonatlich veröffentlichten
Durchſchnittsberechnungen über bie täglichen Leiſtungen
der Volksküche in 1912 ergibt ſich als Durchſchnitt für
das erſte Halbjahr 1912 täglich: 408 Koſtgänger zu
Mittag= und Abendeſſen, 128 Stücke Brot (mit und ohne
Butter), 68 Wecke, 96 Becher Kaffee (mit und ohne Zucker),
116 Becher Milch, 23 Portionen Wurſt und Fleiſch für
ſich, 70 Portionen Suppe (Mittag und Abend), 154
Por=
tionen Beilagen (Gemüſe, Salat, geröſtete Kartoffeln),
46 Portionen Suppe und Gemüſe zuſammen, 5
Por=
tionen Suppe und Fleiſch zuſammen, 37 Portionen
Ge=
müſe und Fleiſch zuſammen, 26 Portionen Suppe,
Ge=
müſe und Fleiſch zuſammen, 36 Portionen Herina mit
Kartoffeln, 11 Portionen Kartoffeln mit Butter. Dabei
kamen durchſchnittlich täglich 30 Freikarten zur Ablieferung
und Verwertuug.
* Großh. Zentrale für die Gewerbe. Die von Prof.
Riegel von der Künſtlerkolonie für die Friedenskirche
in Offenbach geſchaffenen Altargeräte bleiben noch
bis zum 14. Juli im Gewerbe=Muſeum ausgeſtellt. In
Vorbereitung befindet ſich eine bedeutende Ausſtellung
hinterändiſcher und indoneſiſcher Kunſt,
aus den Sammlungen des Forſchungsreifenden Th. H.
Thomann=Bensheim. Die Eröffnung dieſer
Aus=
ſtellung wird am nächſten Sonntag, den 7. Juli, erfolgen.
Odenwaldklub. „Zum Rhein, zum Rhein, zum
ſchönen Rhein, heißt die Parole für die am kommenden
Sonntag ſtattfindende 4. Wanderung. Wen zieht es jetzt
nicht an die rebenbedeckten Abhänge mit den maleriſchen,
ſchloßgekrönten, im Sonnenſchein ſchillernden Höhen
unſeres, ſo oft beſungenen deutſchen Stromes. Welch
wunderſamer Reiz und welch romantiſcher Zauber
um=
fängt uns bei dem Anblick der herrlichen, gigantiſchen
Felsſzenerien, und wie wohl fühlen wir uns immer
wieder bei ſeinen mit köſtlichem Humor geſegneten
An=
wohnern. Die Fahrt geht ab Hauptbahnhof 5,26 nach
Boppard und von da auf der ſeit einigen Jahren mit
großen Koſten angelegten hochintereſſanten Zahnradbahn
nach Station Ehr im Hunsrück. Die herrlichen
Aus=
blicke auf die bewaldeten Höhen und die
tiefeinge=
ſchnittenen Täler werden den Wanderern unvergeßlich
bleiben. In Ehr beginnt der Marſch nach dem kleinen
Ort Karbach, woſelbſt das Frühſtück eingenommen wird.
Der Beſitzer des einzigen am Ort befindlichen Gaſthofes
iſt nicht in der Lage, ſoviele Touriſten zu verköſtigen,
es wird ſich daher empfehlen, das Frühſtück
mitzu=
bringen. Und weiter führt der Weg durch prachtvolle
Waldungen mit mächtigen Baumbeſtänden, bald ſteigend,
bald abwärts ſchreitend, nach dem „Spitzen Stein .
Der Rundblick, der ſich den Wanderen von hier aus
bietet, iſt wundervoll. Gegen 3 Uhr wird das Endziel
Ober=Weſel erreicht und die Rheinterraſſe des Hotel
Gertner iſt ein herrlicher Platz zum Einnehmen des
Mittagmahles. Von hier wird der Dampfer 5,10 die
Wanderer der Heimat entgegenführen. Drum „Friſch
auf! zum Rhein”.
— Ausſtellung. Anregungen aus dem Publikum
Folge gebend, wird nochmals auf die in den Schaufenſtern
der Buchhandlung Köhler, Schulſtraße 10, z. Z.
ausge=
ſtellten 10 großen farbigen Bilder aus unſerer Kolonie
Süd=
weſtafrika aufmerkſam gemacht. Die eben neu von der
Druckerei Künſtlerbund in Karlsruhe in den Handel
ge=
brachten Bilder (Steinzeichnungen) von Ernſt Vollbehr, an
Ort und Stelle aufgenommen, ſind durchaus geeignet,
rich=
tige Anſchauungen zu geben, und werden nicht nur unſere
Kolonial freunde, ſondern auch die Kolonialgegner
intereſſieren.
* Wanderung. Die Wanderabteilung der
Kauf=
männiſchen Stenographen=Geſellſchaft „Gabelsberger”
unternimmt am Sonntag, den 7. Juli, ihre fünfte
dies=
jährige Wanderung, die die Teilnehmer nach dem
Alt=
rhein führt. Die Abfahrt erfolgt mit dem Zuge 748 vom
Hauptbahnhof nach Goddelau. Es wird auf die Anzeige
in der heutigen Nummer unſeres Blattes verwieſen.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat Juni ergaben die fortlaufenden Reviſionen unſerer
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 358 offene Haustüren
vorgefunden, 109mal brannte Licht in Geſchäfts= und
Bureaulokalitäten, Kellern und Bodenräumen, bezw.
Hellerau, der neue Feſtſpielort.
Von Hubert Maushagen.
Dreieinhalb Kilometer nordoſtwärts von Dresden
gleitet die Fläche des weitgedehnten Landes in ſtillen
Hügelwellen dahin. Hier ſtreckt ſich der Heller aus, ein
großes Militärgelände, das zwiſchen die Stadt auf der
einen Seite und die Villenorte und Dörfer draußen
ge=
ſchoben iſt und an dieſer Stelle wohl für alle abſehbare
Zeit ein Ineinanderſchmelzen von Land und Stadt
ver=
hüten wird. Er ſoll den Namen von einem heute
ver=
ſchwundenen Wirtshaus „Zum letzten Heller” haben, das
in alter Zeit dafür geſorgt haben mag, daß der aus
Dres=
den abkehrende Handwerksburſche nicht eine allzu pralle
Geldkatze der Fährlichkeit des Wanderers durch die
dunklen Föhrenwälder da herum ausſetzte. Die Wälder
ſtehen noch heute ſo ernſt, wenn auch nicht mehr ſo
gruſe=
lig, wie damals, heute führen breite, vielbefahrene
Stra=
ßen nach dem Dorfe Rähnitz, nach Dresdens Villenraſtort
Klotzſche und weiter zum Truppenübungsplatz
Königs=
brück. Aber die Bäume ſind wohl zum größten Teil noch
dieſelben, die anno dazumal dem Handwerksburſchen
ihre Schatten auf den Weg geworfen haben. Denn hier
iſt weit im Umkreis königliches Forſtland, eines der
ſorg=
ſamſt gehegten Waldgebiete, deſſen Wildreichtum auf eine
lange Geſchichte und im Verein mit der erblichen
Weid=
freudigkeit des Wettiner Fürſtenhauſes auch auf eine
lange Zukunft weiſt.
Links an der Königsbrücker Straße treten die Kiefern
und Buchen hart an Felder heran, die der Pflug
durch=
ſchneidet und die in dieſen Tagen im reichen Segen der
Frucht ſtehen. Bauern von Rähnitz und Klotzſche haben
bier ihre Aecker, deren grüne und gelbe Rechtecke das
Hügelland in bizarrem Durcheinander gefeldert halben,
ohne der Landſchaft im Umkreis des weiten Rundblickes,
auch unter dem blaueſten und luſtigſten Sommerhimmel,
ihren herb in ſich ruhenden Charakter zu nehmen. Den
Menſchen faßt es in dieſer großen, ernſten und doch nicht
ſtrengen Einſamkeit wie eine löſende tröſtende
Stim=
mung, wie ein Gefühl von Verſchwiſtertſein mit der
Natur, mit Erde und Halm und Baum, mit Licht und
Wetter, mit Luft und Weide. .
Die Zweigſtraße, die vom Hauptweg nach links
ge=
führt hat, wendet ſich leicht um eine Hügelfalte zwiſchen
den Bäumen eines Waldzipfels hindurch. Da leuchten
zur Rechten das grauweiße Gemäuer und das rote
Schindeldach eines Landhauſes aus einem Bett von
grünem Laub durch die Stämme der Waldbäume, und
ein paar Schritte weiter da hinten wieder eins und da
zur Linken noch einmal. Jetzt tritt der Pfad aus dem
Walde und führt uns an dem einladend freundlichen Bau
einer Gaſtwirtſchaft vorüber, an dem wir zwiſchen den
dicken Kronen der Kaſtanien im Garten den heimeligen
Namen „Waldſchänke” leſen, und nun ſchließt ſich eine
ganze Flucht anmutiger Häuschen zu einer rechtsab
flie=
henden Straße aneinander, die „Am grünen Zipfel”
heißt, und der Blick ſchweift zu einer luſtig über das Land
geſchütteten Siedelung traumhaft reizender Landſitze, von
denen jedweder einen Gürtel reichbeſtellten Gartenbodens
um ſich gezogen hat: wir ſind mitten in Hellerau, der
erſten deutſchen Gartenſtadt.
Es iſt faſt ein weihevolles Gefühl, mit dem man dieſe
Erde betritt. Die erſte deutſche Gartenſtadt, die erſte
und noch immer ſo gut wie einzige Erfüllung
jahrzehnte=
langer Sehnſucht, Hoffnung und Arbeit! Iſt der
groß=
ſtadtmüde Menſch ſo ſchwach an Energie, daß es ſeinen
zahlloſen Anläufen noch nicht öfters gelungen iſt, das Ziel
zu erreichen: die von ihm als Forderung der Zeit
er=
kannte und aufgegriffene wirtſchaftlich, künſtleriſch und
geſundheitlich muſtergültige Menſchenſiedelung zu
grün=
den? Dem Anwachſen unſerer Großſtädte, der
Verteuer=
ung des Grundes und der immer zunehmenden
Unerfreu=
lichkeit des Stadtwohnens für einen Menſchen mit Sinn
für Unabhängigkeit und mit Hunger nach Luft und
Natur, ſollte man einen Ort elementarer Rückſchlagskraft
zutrauen, die ſich die notwendigen Verhältniſſe ſelber
ſchüfe. An Anſätzen hat es ja auch nicht gefehlt. Wohl
jede größere Stadt hat ihre Villenkolonien. Aber der
Be=
griff der Villa” hat ſeinen Charakter als Beſitztum des
wirtſchaftlich unabhängig Geſtellten hier noch nicht
ver=
loren, und wie es mit der künſtleriſchen und
geſundheit=
lichen Seite in dieſen Stadtvierteln ſteht, wo jeder, ſtolz
und froh ſeines Beſitzes, ſein Haus hinſetzt ohne Rückſicht
auf den Nachbar, gerade ſo, wie es ihm paßt und gefällt,
wiſſen wir. Die äſthetiſche Unerzogenheit der breiteſten
Volksſchichten, nicht nur der unteren, hat hier
Geſamt=
bilder geſchaffen, deren künſtleriſche Unerquicklichkeit oder
zum mindeſten Zerfahrenheit ein empfindliches Gefühl
ſehr wohl um die behagliche Stimmung des
Geborgen=
ſeins zu bringen vermöchte.
Es war klar, hier mußte einmal das Heil aus einem
Zuſammenſchluß der Kräfte, aus einer Vereinheitlichung
der künſtleriſchen und wirtſchaftlichen Anlage kommen.
So iſt es denn gewiß kein Zufall, daß die erſte deutſche
Gartenſtadt ihre Entſtehung einem von Karl Schmidt,
dem Leiter der Deutſchen Werkſtätten für
Handwerks=
kunſt, gegebenen Anſtoß dankt. Er entdeckte das Land
hier, ihm gelang es, das 73 Bauern und zwei
Gemein=
den gehörende Gelände zum landwirtſchaftlichen Werte
in eine Hand zu bekommen und es durch Uebereignung
an die Genoſſenſchaft „Gartenſtadt Hellerau” der Bau=
Nummer 155.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Seite 3.
wurde vergeſſen dasſelbe zu löſchen, 14 defekte Schlöſſer
und Türen, ſowie ſteckengebliebene Schlüſſel vorgefunden,
12 offenſtehende Parterrefenſter ermittelt.
* Eberſtadt, 3. Juli. Das Gauturnfeſt ſteht vor
der Türe. Außer der gemeldeten überaus ſtattlichen
Turnerſchar dürfte eine große Beſucherzahl aus
Freun=
deskreiſen zu erwarten ſein. Es wird daher
intereſſie=
ren, zu erfahren, daß für die Bequemlichkeit der Gäſte
auch durch ausreichende Vorkehrungen ſeitens der
Ei=
ſenbahnen geſorgt iſt. Die Main-Neckar=Bahn hat
Turner=Sonderzüge für die Hin= und Rückfahrt
einge=
legt, wovon die Vereine in Kenntnis geſetzt ſind. Bei
der Straßenbahn ſind beſonders erwähnenswert die
Extrazüge zur großen Jubiläumsfeier am Samstag,
Hinfahrt 7,20 Uhr ab Darmſtadt Marienplatz und
Rück=
fahrt 12 Uhr nachts ab Eberſtadt, ferner Sonntag früh
zum Wetturnen 5 Uhr vormittags ab Darmſtadt Schloß,
5,12 Uhr ab Chauſſeehaus, 5,24 Uhr an Eberſtadt. (Näh,
ſiehe Anzeige.)
— Auerbach, 2. Juli. Das Burgfeſt des
Ver=
ſchönerungs= und Kurvereins iſt vorüber, und wer wollte
ſtreiten, daß es ein voller Erfolg geweſen! Von einem
unbeſiegbaren Optimismus erfüllt, ließ ſich der Vorſtand
durch das recht zweifelhafte Wetter des Vormittags nichſt
beirren, und der Erfolg hat ihm recht gegeben, es war ein
glänzendes Gelingen ſeines erſten Verſuchs der
Wieder=
aufnahme der Burgfeſte auf dem Auerbacher Schloß. Der
Beſuch war ganz enorm. 1400 Freikarten hat der
Ver=
ein an ſeine Mitglieder und deren Angehörige verteilt.
Die Zahl der Feſtteilnehmer mag jedoch in die Tauſende
gegangen ſein, die weiten Räume waren faſt zu klein.
Mit beſonderer Genugtuung kann feſtgeſtellt werden, daß
es der Feſtleitung möglich war, das Programm feſt
innehalten zu können. Der Zug hatte ſich unten im Ort
pünktlich formiert und traf unter Vorantritt der
Tromm=
ler und Pfeifer und der Militärkapelle gegen 4 Uhr auf
dem Schloſſe ein. Die Vorträge der Geſang= und
Turn=
vereine fanden allgemeinſten Beifall. Um 6 Uhr begann
der Tanz in der Halle, wo eine fürchterliche Enge herrſchte,
ſo groß war die Menge der tanzenden Paare. An den
Tombola=Gewinn=Tiſchen, die in geſchmackvoller Weiſe
aufgebaut waren, herrſchte ein rieſiger Andrang. Es
galt, 1006 Gewinn auszuhändigen. Entfielen doch auf
30 Loſe 22 Gewinne! Eine heikle Arbeit hatten die
Preis=
richter mit der Zuteilung der Ehrenpreiſe für die
echteſten und beſten oberheſſiſchen und
Oden=
wälder Trachten zu verrichten. Die Feſtleitung
hatte ſich bereits während des Feſtes in den Beſitz der
Namen der trachttragenden jungen Damen geſetzt, und
gegen ½6 Uhr begann die Defiliercour vor den
Preis=
richtern. Herr Profeſſor Heinr. Metzendorf=Bensheim
hatte ſich in dankenswerter Bereitwilligkeit dem
Preis=
richterkollegium angeſchloſſen und als guter Kenner der
Trachten bei der Beſtimmung mitgewirkt. 12 ganz echte
Odenwälder Trachten kamen zur Prämiierung. Fräulein
Nieß=Auerbach errang den Ehrenpreis Ihrer Durchlaucht
der Fürſtin zu Erbach=Schönberg.
Mit Eintritt der Dunkelheit wurden Hunderte von
Lampions von flinken Händen der jungen Turner
ent=
zündet und verliehen den weiten Räumen der Ruine, in
der die Menſchenmenge hin= und herwogte, ein
zauber=
haftes Bild. Eine ſchier endloſe Fackelpolonaiſe
von Hunderten von Paaren bewegte ſich, unter
Vör=
antritt der Muſik, wie eine glitzernde und ſchillernde
Schlange durch die ganze weite Burg. Es war bereits
10 Uhr geworden und volle Dunkelheit eingetreten, als
plötzlich ein heftiger Kanonenſchlag erfolgte und im
glei=
chen Moment die ganze Ruine, vom Boden bis zur
höch=
ſten Höhe, in rotem bengaliſchem Feuer erſtrahlte. Die
Wirkung war überwältigend. Um 11 Uhr erfolgte
offi=
zieller Schluß des Feſtes. Unſer bewährter Schloßwirt,
Herr Klein, hatte alles aufgeboten, um eine ſo große
Menſchenmenge aus ſeinen mehr als beſcheidenen
Wirt=
ſchaftsräumen ſo gut zu bedienen, daß eine Klage nicht
laut geworden iſt. Der Vorſtand darf in dem
Bewußt=
ſein, ſeine Schuldigkeit getan zu haben, ſagen: „Das erſte
Auerbacher Burgfeſt war ein voller Erfolg”.
Heppenheim, 3. Juli. Die Veruntreuungen
des verſchwundenen Kaſſenrechners Höhn ſind, wie
mitgeteilt wird, ſeit Anfang Mai feſtgeſtellt; für dieſelben
iſt Deckung vorhanden. Für alle Wechſel, die ſich in
Umlauf befinden, ſind die nötigen Sicherheiten
vor=
handen.
Dreieichenhain, 3. Juli. Das hieſige Rathaus ſollte
ausgebeſſert und mit einem neuen Anſtrich verſehen
wer=
den. Dabei ſtellte ſich heraus, daß das obere Stockwerk,
das überputzt war, aus ſehr ſauber bearbeitetem, noch
gut erhaltenem Eichenholzfachwerk beſteht. Die
Gemeindebehörde ließ das Holz freilegen und reinigen.
Das untere Stockwerk iſt maſſiv aus Bruchſteinen
herge=
ſtellt und erhielt einen entſprechenden Verputz. Die
oberen Zwiſchengefache wurden mit einem leichten,
kellen=
ſauberen Verputz verſehen. So bietet das Rathaus jetzt
zu ſeinem Vorteil ein verändertes Bild und
Dreieichen=
hain iſt um ein altes Baudenkmal reicher geworden.
Klein=Auheim, 3. Juli. In eine umfangreiche
Sil=
berdiebſtahlsaffäre ſind der Arbeiter W. und
der Händler G verwickelt. W. war in einer Hanauer
Silberwarenfabrik beſchäftigt, wo er im Laufe der Zeit
eine Menge Silberwarengegenſtände entwendete. Er
wurde verhaftet und dem Hanauer
Unterſuchungsgefäng=
nis zugeführt; er hat den Diebſtahl bisher noch nicht
ein=
geſtanden, obwohl bei ihm eine Menge geſtohlener
Ge=
genſtände vorgefunden und beſchlagnahmt wurden. Mit
ihm wurde der Händler G. von Klein=Auheim verhaftet,
der jedenfalls als Hehler in Betracht kommt. Allem
An=
ſchein nach ſind an den Silberdiebſtählen, deren Umfang
noch nicht feſtgeſtellt werden konnte, noch weitere
Per=
ſonen beteiligt, nach denen die Polizei fahndet.
Mainz, 3. Juli. Der hieſige Gemüſemarkt
zeigt zur Zeit eine überaus reiche Beſchickung, wie
man ſie ſeit Jahren hier kaum erlebte. Die der
Gemüſe=
kultur durchaus günſtige feuchtwarme Witterung hat eine
förmliche Ueberproduktion zur Folge, die ſich
von Woche zu Woche immer deutlicher im Sinken der
Preiſe zu erkennen gibt. Die jungen Bohnen z. B., die
vor wenigen Tagen noch 40 Pfg. koſteten, werden jetzt
ſchon trotz des noch frühen Termins zu 25 Pfg. pro
Pfund verkauft. Dasſelbe gilt von allen anderen
Ge=
müſearten. Dabei zeigen die Gemüſefelder der
Nach=
barorte ein geradezu herzerfreuendes Ausſehen. Der
große Reichtum an friſchem Gemüſe hat bereits auch
ſeine günſtige Einwirkung auf die abnorm hohen
Kar=
toffelpreiſe ausgeübt. Infolge der neuerdings
bemerk=
baren geringeren Nachfrage iſt hier der Preis in den
letzten Tagen ſehr raſch um etwa 40 Prozent gefallen. —
Ein hieſiges Geſchäftshaus bezieht allwöchentlich eine
große Partie Schinken in Kiſten mit der
Eiſen=
bahn aus Sachſen. Dieſer Tage ſollten abermals zwei
Kiſten mit Schinken von dort hier eintreffen. Als
die=
ſelben aber nicht eintrafen, ſtellte es ſich heraus, daß die
Kiſten bis Frankfurt mit der Bahn befördert worden
waren, dort aber verſchwanden. Der Schaden
be=
läuft ſich auf über 300 Mark.
Ruppertenrod, 3. Juli. Auf dem Rückwege vom
Feſte zu Ober=Ohmen geriet ein vierjähriger Knabe
unter ein Automobil. Der Bube wurde von einem Rade
erfaßt, herumgeſchleudert und zu Boden geworfen. Die
Kopfhaut wurde ihm bis zum Schädel teilweiſe abgelöſt
und der eine Oberſchenkel zerbrochen.
Trais=Horloff, 2. Juli. Geſtern morgen 6 Uhr
ex=
plodierte bei dem Baggerwerk eine Lokomobile.
Die Maſchine iſt völlig zerſtört, die Stücke flogen weit
umher. Zum Glück wurde niemand verletzt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Juli. Heute abend
ging im Norden und Nordoſten von Berlin ein
Un=
wetter nieder, wie es die Reichshauptſtadt ſeit langem
nicht zu verzeichnen gehabt hat. Zahlreiche
Blitz=
ſchläge zündeten und Ueberſchweemmungen
wurden von vielen Straßen und Plätzen gemeldet, ſodaß
die Feuerwehr in ſtändiger Bewegung war. Am
ſchlimmſten hauſte das Waſſer in der Schönhauſer Allee.
Hier ſtauten ſich von 7 Uhr abends ab die
Straßenbahn=
wagen. Tauſende von Menſchen, die ihre Wohnungen
im Norden der Stadt, in Pankow und
Niederſchön=
hauſen aufſuchen wollten, harrten vergeblich der
Weiter=
beförderung und mußten zu Fuß den Heimweg
an=
treten. Die Zahl der Kellerüberſchwemmungen iſt
außer=
ordentlich groß. Beſonders in der Gegend des
Geſund=
brunnens wurden die Telephonkabel durch die in das
Erdreich dringenden Waſſermengen beſchädigt, was zu
einem Kurzſchluß führte und die Aufhebung des
Tele=
phonverkehrs zur Folge hatte. Stellenweiſe fielen auch
Hagelkörner von Wallnußgröße. — Zu der
Verhaf=
tung der beiden Inhaber des verkrachten
Bankhau=
ſes Peiſer u. Co, wird noch gemeldet: Im Laufe
des heutigen Vormittags fanden eingehende
Vernehmun=
gen von Zeugen und Sachverſtändigen vor dem das
Er=
mittelungsverfahren leitenden Richter in Moabit ſtatt.
Die in Haft befindlichen Beſchuldigten, Leopold Peiſer
und Max Hirſchberg wurden zu dieſen Verhandlungen
zugezogen. Die Maklerfirma Leopold Peiſer u. Co. iſt
eine Kommanditgeſellſchaft, an der außer den beiden
perſönlich haftenden Geſellſchaftern Max Hirſchberg und
Leopold Peiſer mehrere Kommanditiſten beteiligt ſind,
darunter der bekannte Rennſtallbeſitzer Dr. Lemke und
der Graf Hermersberg, der frühere Prinz von
Hohen=
lohe, der bei ſeiner Heirat mit einer Enkelin des alten
Renz den prinzlichen Titel ablegte. — Der Brand des
Kinematographen=Theaters in der
Frank=
furter Allee 153 am zweiten Weihnachtsfeiertage, bei
dem zwei Kinder buchſtäblich zertreten wurden, hatte vor
der 7. Strafkammer des Landgerichts I ein Nachſpiel.
Angeklagt wegen fahrläſſiger Tötung und fahrläſſiger
Körperverletzung war der „Vorführer” Karl Kugler. Das
Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis unter
Anrech=
nung von 1 Monat der erlittenen Unterſuchungshaft. —
Aus dem Teppichgeſchäft der Gebrüder Silbermann in
der Spandauer Straße wurden geſtern Nacht mittels
Ein=
bruchs für etwa 10000 Mark Teppiche geſtohlen.
Frankfurt, 3. Juli. Wie die Kleine Preſſe meldet,
beabſichtigt der Kaiſer, im Laufe des nächſten
Mo=
nats, am 21. oder 22. Auguſt, zur Beſichtigung des
Oſt=
hafens hierher zu kommen. Man darf annehmen, daß
dabei auch die Univerſitätsgründung eine Rolle ſpielen
wird.
Frankfurt, 2. Juli. In der heutigen geheimen
Sitzung der
Stadtverordnetenverſamm=
lung wurde einſtimmig beſchloſſen, den
Oberbür=
germeiſter Voigt aus Barmen an erſter Stelle,
den Stadtverordnetenvorſteher, Juſtizrat Friedleben, an
zweiter und den ſtellvertretenden
Stadtverordnetenvor=
ſteher, Kommerzienrat Ladenburg, an dritter Stelle dem
König vorzuſchlagen. In derſelben Sitzung wurde
darauf beſchloſſen, dem ſcheidenden Oberbürgermeiſter
Dr. Adickes das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
Stuttgart, 2. Juli. Der 39 Jahre alte Taglöhner
Georg Pfrommer aus Bad Steinach, der am 15. Jan.
d. Js. in dem Walde bei Rohr auf den Filtern den
Forſt=
wart Rees erſchoſſen hatte, wurde heute vom
Schwiir=
gericht zum Tode verurteilt. Eine halbe Stunde
vor dieſer Tat hatte er einen Maurer auf der Straße
nach Möhringen, der ihn als vermutlichen Einbrecher
verfolgte, ebenfalls niedergeſchoſſen. Wegen des letzten
Falles erhielt er ſeinerzeit unter Einrechnung einer
zehn=
jährigen Zuchthausſtrafe wegen ſchweren Diebſtahls
eine Geſamtſtrafe von 15 Jahren Zuchthaus. Auch in
der damaligen Verhandlung wegen Totſchlags, begangen
an dem Maurer, war der Angeklagte von den
Geſchwore=
nen ſchon des Mordes an Rees beſchuldigt worden, aber
der Gerichtshof war der Anſicht, daß ſich die
Geſchwore=
nen im Falle Rees zu ungunſten des Angeklagten geirrt
hätten, weshalb in dieſem Falle heute erneut verhandelt
werden mußte.
Elberfeld, 3. Juli. Die Vergiftungen nach dem
Genuß von rohem und gehacktem Pferdefleiſch nehmen zu.
Bisher ſind 150 Perſonen erkrankt.
Elbing, 3. Juli. Die Strafkammer beſtätigte in
der Berufungsinſtanz das Urteil des Schöffengerichts
gegen den Kammerherrn von Oldenburg wegen
Be=
leidigung des Geheimrats Zieſe im Wahlkampf.
Leipzig, 2. Juli. Wegen Fälſchung einer
Eiſenbahnmonatskarte wurde ein 24jähriger
Fabrikarbeiter zu fünf Monaten Gefängnis
verurteilt. Er machte aus der Monatszahl zwei eine drei.
Hamburg, 3. Juli. Mit der Feſtnahme von drei
verdächtigen Perſonen glaubt die Polizei, einen für den
Diebſtahl der Kölner Kaiſerkette wichtigen
Fang gemacht zu haben. In dem Beſitz eines der
Ver=
dächtigen wurde ein zuſammengeſchmolzener
Metall=
klumpen gefunden, den er ſelbſt als Meſſing bezeichnete,
der aber von Sachverſtändigen als feinſtes Dukatengold
erkannt wurde.
Tangermünde, 3. Juli. Auf den Elbewieſen wurden
geſtern nachmittag während eines Gewitters der
Land=
wirt Albrecht, deſſen Sohn, ſeine Schwiegertochter und
ein Knecht vom Blitz getötet. Die Mutter, eine
Magd und ein anderer Knecht wurden ſchwer verletzt
und betäubt.
Luxemburg, 3. Juli. Als zu Anfang vorigen Jahres
die Einfuhr von franzöſiſchem Vieh geſtattet
war, ſchmuggelten die Gebrüder Pierre, Viehhändler in
Rodingen, Vieh holländiſchen Urſprunges im Werte von
40000 Mark über Belgien und Frankreich im
Tranſitver=
kehr hier ein. Sie wurden im Januar d. J. zu je 85000,
40000, 11000 und 7000 Mark Geldſtrafe verurteilt. Ferner
wurde die Beſchlagnahme der eingeſchmuggelten Tiere im
Werte von 40000 Mark angeordnet. Jetzt hat das
Ober=
gericht als Appellinſtanz laut Luxemburger Wort den
einen der Brüder zu 2 Jahren Gefängnis und 600 Mark
Geldſtrafe, den zweiten zu 18 Monaten Gefängnis und zu
derſelben Geldbuße, die beiden anderen zu je 6 Monaten
Gefängnis und 800 Mark Geldſtrafe verurteilt. Außerdem
verfügte das Gericht die Einziehung des beſchlagnahmten
Viehes im Werte von über 10000 Mark und verurteilte die
Beteiligten ſolidariſch zum Werterſatz für die nicht
beſchlag=
nahmten Tiere im Betrage von 32000 Mark.
Mailand, 3. Juli. Der Graf von Turin wäre
geſtern beinahe der Wut einer aufgeregten Bauernmenge
zum Opfer gefallen. Er fuhr mit ſeinem Auto von
Mailand nach dem Oberſee, wobei er auf der Chauſſee in
einen Bauernwagen hineinfuhr, der in einen Graben
ge=
ſchleudert wurde. Zirka hundert Bauern aus dem nahen
Dorf rotteten ſich darauf zuſammen und nahmen eine
drohende Haltung gegen den Grafen ein, den ſie nicht
er=
kannten. Die Lage war für ihn äußerſt gefährlich geworden,
wenn nicht eine Abteilung Gendarmerie zur Hilfe
herbei=
geeilt wäre und den Grafen aus ſeiner verzweifelten
Si=
tuation befreit hätte. Sie konnten es jedoch nicht
verhin=
dern, daß die Bauern das Auto des Grafen zertrümmerten.
New=York, 2. Juli. Auf dem Dampfer „Großer
Kur=
fürſt” des Norddeutſchen Lloyds treten
amerika=
niſche Lehrer und Lehrerinnen eine Reiſe
nach Deutſchland unter den Auſpizien des Natio=
ſpekulation zu entziehen, ſeine Nutzbarmachung für
Wohn=
zwecke alſo zum erſten Male nicht zu einem künſtlich in
die Höhe getriebenen, ſondern zu einem wirklichen Werte
zu ermöglichen. Dieſe Erwerbung mutet wie eine
Wun=
dertat an, und ihre Schwierigkeit erklärt denn auch das
Fehlſchlagen ſo vieler früheren Verſuche am anderen Ort,
wo der Bodenſpekulation es immer wieder gelang, in das
geſchloſſene Vorgehen Breſche zu legen. In der
diploma=
tiſchen Ueberwindung dieſer Widerniſſe lag Karl Schmidts
erſtes Verdienſt, ſein zweites in der Auswahl ſeiner
Mit=
arbeiter. Die ihm und den deutſchen Werkſtätten
ver=
bundenen Künſtler zauberten die Gartenſtadt aus dem
Boden: Richard Riemerſchmied entwarf die Anlage unter
glücklichſtem Eingehen auf die beſonderen
Geländever=
hältniſſe und unter reizvoller künſtleriſcher Ausnutzung
aller natürlichen Unregelmäßigkeiten bei der Führung des
Verkehrs und der engeren Wohnſtraßen, und Baukünſtler
wie Mutheſius, Beſtelmeyer, Hempel, Taſſenow,
Riemer=
ſchmied, und neben ihnen einige andere bauten die
Häuſer. Die beſondere wirtſchaftliche Verfaſſung der
Gartenſtadt, die übrigens noch kein ſelbſtändiges
poli=
tiſches Gebilde iſt, ſondern zur Gemeinde Rähnitz
ge=
hört, beſtimmte, daß die Ueberſchüſſe immer wieder der
Geſamtheit der Genoſſenſchaft zugute kämen, und ſo war
es möglich, nicht nur Begüterte an dieſen Segnungen
teilhaben zu laſſen, ſondern auch Unbemittelte,
insbeſon=
dere Arbeiter. Es iſt ſogar vorgeſehen, daß ebenſo wie
die Landhäuſer die Arbeiterhäuschen, für deren Bau eine
eigene Zweiggenoſſenſchaft neben der
Gartenſtadtgeſell=
ſchaft gegründet und im übrigen dieſelben Künſtler wie
für jene aufgeboten wurden, ein Viertel des geſamten
Hellerauer Landes bedecken dürfen. Das dritte Viertel
iſt für die Ausdehnung der Deutſchen Werkſtätten
zurück=
geſtellt, das vierte zum Teil für öffentliche, zum anderen
für noch nicht beſtimmte Zwecke. Hier iſt die Frage nach
der Möglichkeit billiger und zugleich würdiger
Wohn=
ungen beantwortet, hier iſt insbeſondere in den
Arbeiter=
häuſern das Geheimnis gelöſt, wie ein ganzes Haus von
drei oder vier Zimmern, umgeben von einem ſchönen
Garten, dazu mitten in der freien Natur und in
künſt=
leriſch vollkommenſter Umgebung (dafür ſorgt ein
beſon=
derer Kunſtausſchuß) für nicht mehr denn 300 oder 400
Mark Jahresmiete bereit geſtellt werden kann. Hier iſt
der alte, in unſerem beſtandloſen Stadtleben
untergegan=
gene Begriff des eigenen Heims in ſeiner wirtſchaftlich
einfachſten und geſundeſten und künſtleriſch wohltuendſten
Form zur Tatſache geworden. Die kleinen Häuſer, die
aus der von Ruhe durchſtrömten Landſchaft mit dem
Fernblick auf Wald und blaue Berge herausgewachſen
ſcheinen, ſtehen ohne Prunk da, alles iſt zweckbeſtimmte
Einfachheit, aber aus jedem Mauerwinkel, aus allen
Ab=
meſſungen und aus dem entzückenden Zuſammenklang
der Farbe weht ein Gefühl heiteren Heimfriedens von
dem der zappeligſte Großſtadtmenſch gefangen und zur
inneren Ruhe gebracht werden muß. Gerade dieſer Zug
vollkommener, nie unfreundlicher Sachlichkeit, die faſt ohne
allen Schmuck auskommt und allen Zauber künſtleriſchen
Gehobenſeins aus der vollharmoniſchen Proportion
wir=
ken läßt, iſt es, der aus dem Bilde einer Gartenſtadt
tönen muß. Er gibt jenes Gefühl äußerer und innerer
Sauberkeit, ohne die ſeeliſches Gleichgewicht undenkbar iſt.
Riemerſchmieds Entwurf für den Bau der Deutſchen
Werkſtätten iſt ein Muſterbeiſpiel dafür. Das iſt ein
ge=
räumiger Hof, umſtanden von ſtämmigen Gebäuden mit
ſteilen Schindeldächern und nach der Straße zu mit einer
M=uer umſchloſſen. Der erſte Eindruck iſt der einer
be=
haglichen Dominialanlage. Aber die Häuſer ſelbſt
ver=
hüllen ihre Fabrikbeſtimmung nirgends — auch hier iſt
nicht der Verſuch gemacht, etwas zu ſcheinen, was man
nicht iſt. Noch beſtimmter durchgeführt iſt dieſer
Grund=
ſatz und der Verzicht auf alle ſchmückende Zutat in dem
tempelartigen Bau, den der junge und begabte Taſſenow
für die Bildungsanſtalt Jacques=Dalcroze aufgeführt hat.
Wieder ein rechts und links weit ausladender Vorhof,
umgrenzt von einer Umfaſſungsmauer und
anſchließen=
den eingeſchoſſigen Wohngebäuden. Gegenüber dem
Tor=
eingang aber ſteigen an den vier oder fünf Stufen der
flachen Freitreppe vier eng aneinander geführte, mächtige
vierkantige Säulen auf, die einen ſchmuckloſen
Dreieck=
giebel tragen, und zu beiden Seiten geben die liegenden
Rechtecke der niedrigen Anbauten dieſer
Aufwärts=
bewegung ein Gegengewicht im Eindruck des
Erd=
gebundenſeins. Aller Formüberfluß iſt abgetan, alles
iſt auf die Wirkung des harmoniſchen, ſozuſagen
klingen=
den Verhältniſſes geſtellt, und man fühlt, wie hier Sinn
und Form ebenſo ineinander gewachſen ſind, wie es
drinnen im Schul= und Feſthauſe Meiſter Dalcroze
ſeine Schüler an den Elementen ihres Körpers und ihres
Geiſtes nach dem genialen Syſtem ſeiner rhythmiſchen
Gymnaſtik lehren will.
Dieſer Bau nimmt die Höhe des Ortes ein und iſt
weit im Lande zu ſehen. Schon beim Verlaſſen der Stadt
Dresden leuchten ſeine Mauerflächen weiß über dem
Dunkel der Wälder auf. Die Beſucher der in dieſen Tagen
hier zum erſten Male ſtattfindenden Feſtſpiele werden
den Symbolismus dieſes Hauſes und ſeines Platzes am
eigenen Eindruck erleben. Es iſt ein Bau, der ſo über
das Land wie über die Gegenwart ſchaut, der auf der
Warte der Zeit ſteht und von dem eine Hoffnung in die
Zukunft ausgeht, wie von dem ganzen Ort, der ja
ſcho=
heute mehr eine Erfüllung iſt denn ein Verſprechen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Nummer 155.
nalen deutſch=amerikaniſchen Lehrerbundes an. An der
Reiſe durch Deutſchland ſelbſt nehmen 45 Lehrer, 300
LLehrerinnen und 30 Schulfreunde mit ihren Damen teil.
VIII. ordentliche evangeliſche Landesſynode
Die zehnte Sitzung wurde geſtern vormittag 9¼ Uhr
mit einem vom Syn.=Abg. Hainer geſprochenen Gebet
eröffnet. Als erſter Punkt der Tagesordnung ſteht zur
Beratung die Vorlage Großh. Oberkonſiſtoriums den
norddeutſchen Buß= und Bettag betreffend.
Die Kirchenbehörde hatte mit Schreiben vom 15.
Novem=
ber 1910 mitgeteilt, daß der Herr Reichskanzler die obige
Angelegenheit durch ein Schreiben an das Großherzogliche
Staatsminiſterium unter Hinweis auf die in den
Grenz=
gebieten vorliegenden Mißſtände aufs neue angeregt und
anheimgeſtellt habe, in der Richtung auf eine
Verein=
heitlichung des Bußtags für ganz Deutſchland eine
nochmalige Prüfung vorzunehmen, ſowie daß wir — zur
Aeußerung hierüber aufgefordert — nicht glaubten, uns
äußern zu können, ehe wir feſtgeſtellt hätten, wie die
Lan=
desſynode hierüber denke. Dieſe Feſtſtellung mußte uns
um deswillen von Intereſſe ſein, ja notwendig erſcheinen.
da die Landesſynode im Jahre 1894 mit allen gegen drei
Stimmen den Antrag Rieger angenommen hatte, „daß
der in den meiſten norddeutſchen Landeskirchen
angenom=
mene Buß= und Bettag am Mittwoch vor dem letzten
Tri=
nitatisſonntag auch in der heſſiſchen Landeskirche
einge=
führt werde” und mit allen gegen 11 Stimmen die Frage
abgelehnt hatte: „Soll dem Kirchenregiment zur
Erwäg=
ung anheimgegeben werden, ob nicht, ſo lange die
ſüd=
deutſchen Staaten dem Vorgehen der meiſten
norddeut=
ſchen Staaten noch nicht beigetreten ſind, der ſeitherige
Buß= und Bettag beizubehalten ſei?” — hingegen in dem
Jahre 1901 den Antrag Lühl einſtimmig vorerſt für
er=
ledigt erklärte, der dahin ging „das Oberkonſiſtorium zu
erſuchen, ſich im Verfolg des (ablehnenden)
Miniſterial=
erlaſſes vom 18. Januar 1899 nochmals mit dem Großh.
Miniſterium des Innern in Verbindung zu ſetzen, um die
betreffs Verlegung des Buß= und Bettages ſchwebenden
Verhandlungen nunmehr bald dem von der Landesſynode
einſtimmig ausgeſprochenen Wunſche gemäß zum
definiti=
ven Abſchluß zu bringen‟. Da dem Oberkonſiſtorium
in=
des neuerdings wiederum von Großh. Miniſterium des
Innern mitgeteilt worden iſt, daß ein Wochentag für
den Buß= und Bettag in Heſſen aus wirtſchaftlichen
Grün=
den wohl nicht in Ausſicht genommen werden könne, und
wir es für völlig ausgeſchloſſen halten, daß Preußen und
mit ihm die — ſo weit wir wiſſen — 20 norddeutſchen
Staaten ihren ſeit 1893 eingeführten Bußtag am
Mitt=
woch vor dem letzten Trinitatisſonntag aufgeben, um mit
uns einen Sonntag als gemeinſamen Bußtag zu
ver=
einbaren, da es uns demgemäß zur Zeit ausſichtslos
er=
ſcheinen muß, die Frage der Vereinheitlichung zu fördern,
auch wenn die Landesſynode auf ihrem Beſchluß vom
Jahre 1894 verharrte — was übrigens nach der
Stellung=
nahme des Ausſchuſſes bezweifelt werden muß —, ſo
er=
klärt das Oberkonſiſtorium in einem Schreiben an die
Landesſynode vom 23. März 1912, zur Zeit an der
Be=
antwortung ſeiner Frage vom 15. November 1910 durch
die Landesſynode kein Intereſſe zu haben.
Der Dritte Ausſchuß beantragt demgemäß:
„Hohe Synode wolle das Erſuchen Großh.
Oberkonſiſto=
riums vom 15. November 1910 für erledigt erklären.”—
Hierzu liegt ein Antrag des Syn.=Abg. Dr. Berger
vor, den Antrag des Ausſchuſſes folgendermaßen
abzu=
ändern: „Synode wolle Großherzogliches
Oberkonſiſto=
rium dringlichſt bitten, für die Einführung eines
allgemeinen deutſchen Buß=und Bettages
auch weiterhin mit Entſchiedenheit einzutreten und
ins=
beſondere gegenüber den wirtſchaftlichen Geſichtspunkten,
die gegen den Anſchluß unſeres Großherzogtums an den
norddeutſchen Bußtag geltend gemacht werden, den
reli=
giös=kirchlichen Gründen, die einen ſolchen
emp=
fehlen, zu ihrem Rechte zu verhelfen.”
Es ſprechen zunächſt Syn.=Abg. R ö mhel d (als
Ausſchußberichterſtatter) und Oberkonſiſtorialrat Euler,
der die Geſchichte der ganzen Frage darlegt und betont,
daß die Kirchenbehörde es für das Erſtrebenswerteſte
halte, wenn ein allgemeiner deutſcher Buß= und Bettag
an einem Sonntag im Spätherbſt eingeführt
werden könnte. Das Oberkonſiſtorium ſei erfreut über
den vom Syn.=Abg. Berger geſtellten Antrag und werde,
was an ihm liege, tun. um die bedeutſame Sache im Sinne
dieſes Antrages zu fördern. Allzu große Hoffnungen
dürfe man ſich aber zur Zeit nicht machen. Es ſprechen
(z. T. im Sinne des Bergerſchen Antrags (die Syn.=Abgg.
Fritſch, Keil, Dr. Dieckmann, Dr. Berger
(als Antragſteller), Lic. Jacob, Liedtke, Loos,
Hainer Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel die
Syn.=Abgg. D. Eger und Widmann welch letzterer
folgende, von ihm mit den Syn.=Abgg. Dr. Lahr, Kolb,
Dingeldey und Wagner geſtellte Anfrage an das
Ober=
konſiſtorium begründet: „Iſt hoher Kirchenbehörde
be=
kannt, daß — entgegen den geſetzlichen Beſtimmungen —
im Orpheum zu Darmſtadt in dieſem Jahre zum erſten
Male vom Großherzoglichen Polizeiamt Darmſtadt am
Landes=Buß= und Bettag u. in der Karwoche Theater=
Vorſtellungen geſtattet worden ſind, und welche
Schritte gedenkt Großh. Oberkonſiſtorium zu tun, um
eine Wiederkehr dieſer bedauerlichen Vorkommniſſe zu
ver=
hindern?”
Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel erklärt
hier=
zu, daß das Oberkonſiſtorium noch an demſelben Tage, an
dem die Bekanntmachung der Theatervorſtellungen in der
Preſſe erſchien, bei Großh. Miniſterium des Innern im
kirchlichen Intereſſe entſchieden Einſpruch gegen deren
Veranſtaltung erhoben habe.
Nach einem Schlußwort des Syn.=Abg! Wagner
wird zur Abſtimmung geſchritten. Zunächſt wird
abge=
ſtimmt über einen neuen Antrag der Syn.=Abgg. D. Eger
und Wagner: „Synode ſteht nach wie vor der
Feſtſetz=
ung eines allgemeinen Buß= und Bettages mit größter
Sympathie gegenüber, hält es aber nicht für richtig, die
Erreichung dieſes Zieles auf dem Wege einſeitigen
An=
ſchluſſes Heſſens an den derzeitigen norddeutſchen (
werk=
tägigen) Buß= und Bettag zu erſtreben”, zu deſſen Gunſten
der Ausſchuß ſeinen Antrag zurückgezogen hat. Der
An=
trag Eger=Wagner wird mit 27 gegen 25 Stimmen
an=
genommen; der Antrag Berger iſt damit gefallen.
Es folgt die Beratung über die Vorlage
Großherzog=
lichen Oberkonſiſtoriums, Geſetz, die allgemeine
geiſtliche Witwenkaſſe betreffend. Der Entwurf
hat folgenden Wortlaut: § 1. § 1 Ziffer 6 des Geſetzes
vom 21. März 1895, die allgemeine geiſtliche Witwenkaſſe
betreffend, wird durch folgende Worte erſetzt: Die beiden
Beamten des Evangeliſchen Zentralkirchenfonds, welche
nach § 26 die Geſchäfte der geiſtlichen Witwenkaſſe führen.
§ 2. § 14 des Geſetzes vom 21. März 1895, die
allge=
meine geiſtliche Witwenkaſſe betreffend, in der durch § 1
des Geſetzes vom 25. März 1905, die allgemeine geiſtliche
Witwenkaſſe betreffend, ihm gegebene Faſſung wird dahin
geändert, daß in Ziffer 1 an Stelle der Worte „nicht unter
1000 Mark betragen” und daß Ziffer 2 durch die Worte
erſetzt wird „bei allen übrigen Mitgliedern der
Witwen=
kaſſe mit Ausnahme der beiden Beamten des
Zentral=
kirchenfonds 1200 Mark”. § 3. In den §§ 17 und 18 des
Geſetzes vom 21. März 1895, die allgemeine geiſtliche
Wit=
wenkaſſe betreffend, in der durch die §§ 2 und 3 des
Ge=
ſetzes vom 25. März 1905, die allgemeine geiſtliche
Wit=
wenkaſſe betreffend, ihnen gegebenen Faſſung tritt an
Stelle der Zahl „1000 Mark” die Zahl „1200 Mark” und
an Stelle der Zahl „500 Mark” die Zahl „600 Mark”.
§ 4. § 26 Abſatz 1 des Geſetzes vom 21. März 1895, die
geiſtliche Witwenkaſſe betreffend, in der durch § des
Ge=
ſetzes vom 25. März 1905, die geiſtliche Witwenkaſſe
be=
treffend, ihm gegebenen Faſſung wird durch folgende
Be=
ſtimmung erſetzt: „Die in Ausführung der Geſetze über
die geiſtliche Witwenkaſſe zu führenden Kaſſegeſchäfte
wer=
den von den beiden Beamten des Evangeliſchen
Zentral=
kirchenfonds beſorgt, welche der Dienſtpragmatik für die
Zivilbeamten des Großherzogtums unterworfen und
unſerem Oberkonſiſtorium unterſtellt ſind. Die für die
ſtaatlichen Kaſſebeamten, ſowie die beſonderen von
unſe=
rem Oberkonſiſtorium jeweils erlaſſenen Inſtruktionen
ſind für ſie maßgebend, und die über das Verfahren bei
Dienſtvergehen der ſtaatlichen Kaſſebeamten jeweils
be=
ſtehenden Vorſchriften ſind auf ſie anwendbar.” § 5. § 6
des Geſetzes vom 21. März 1900, die allgemeine geiſtliche
Witwenkaſſe betreffend, wird durch folgende
Bekanntmach=
ung erſetzt: „Die Witwen= und Waiſenverſorgung der
bei=
den Beamten des Evangeliſchen Zentralkirchenfonds
be=
mißt ſich nach den für die Witwen= und Waiſenverſorgung
der Staatsbeamten jeweils beſtehenden Beſtimmungen.”
Hinſichtlich des gegenwärtigen erſten Beamten des
Evan=
geliſchen Zentralkirchenfonds wird beſtimmt, daß er
be=
ziehungsweiſe ſeine Hinterbliebenen inbezug auf
Feſt=
ſetzung der Witwen= und Waiſenbezüge für ſo lange nach
den für die geiſtlichen Mitglieder des Oberkonſiſtoriums
beſtehenden Vorſchriften zu behandeln ſind, als dieſe eine
günſtigere Verſorgung gewähren. § 6. Die
Beſtimmun=
gen der §§ 2 und 3 finden auch Anwendung auf die bei
deſſen Erlaß ſchon vorhandenen Bezugsberechtigten.
Es ſprechen dazu Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel,
die Syn.=Abgg. Dr. Lucius (als Berichterſtatter des
erſten Ausſchuſſes) und Wahl=Schlitz (als
Bericht=
erſtatter des zweiten Ausſchuſſes). Das Geſetz wird mit
einigen redaktionellen Aenderungen angenommen. Die
Beratung eines Antrages Wagner zu § 3, das
Waiſen=
geld von 200 Mark auf 240 Mark jährlich zu erhöhen,
wird bis zur zweiten Leſung des Geſetzentwurfs
zurück=
geſtellt.
Schluß der Sitzung 1 Uhr. Nächſte Sitzung
Donners=
tag vormittag 9 Uhr.
Kongreſſe und Verbandstage.
Kongreß für Volks= und Jugendſpiele.
Heidelberg, 2. Juli. In Gegenwart des
Prinzen Max von Baden, des Prinzen Wilhelm von
Sachſen=Weimar und Generalfeldmarſchalls v. d. Goltz=
Paſcha führte der diesjährige Kongreß für Volks= und
Jugendſpiele ſeine Verhandlungen zu Ende. — Zunächſt
erſtattete Generalfeldmarſchall v. d. Goltz ein Referat
über die Ziele und Zwecke des Jungdeutſche
landbundes der entſtanden ſei durch die
Weltmacht=
laufbahn Deutſchlands. Die Geburtsſtunde des Bundes
ſei die Stunde geweſen, in der dieſer Laufbahn große
Ge=
fahren drohten; das war am 13. September vorigen
Jah=
res. Die Jungdeutſchlandvereine wollen keineswegs den
anderen Jugendvereinen Konkurrenz machen, vielmehr
ſoll ihre Arbeit nur eine ergänzende ſein. Der Redner
verbreitete ſich ſodann über die Organiſation des Bundes
und hob hervor, daß der Bund in kürzeſter Friſt das erſte
größere Jugendheim eröffnen könne. Die Gefahr einer
Militariſierung im Bunde beſtehe durchaus nicht. Die
Jugend ſoll nicht techniſch=militäriſch vorbereitet werden,
vielmehr ſoll nur eine Stärkung und Abhärtung der
jugendlichen Körper, eine Stärkung und Ausbildung der
Sinne und eine Steigerung der natürlichen Intelligenz
bezweckt werden. Der Bund will der Jugend auch ein
wahrhaft frommes Herz erhalten, aber eine beſondere
Pflege des religiöſen Lebens würde wegen der
konfeſſio=
nellen Verſchiedenheiten außerordentlich ſchwierig ſein
Die Geſchichte habe gezeigt, daß der Untergang großer
Reiche nicht plötzlich komme, ſondern ſich langſam
vorbe=
reite. Spuren des Verfalls zeigten ſich auch in unſerem
deutſchen Volksleben. Angeſichts der Ruinen des
Heidel=
berger Schloſſes rufe er dem deutſchen Volke zu: „Sorget
dafür, daß das Vaterland nicht wieder ſo trüben Tagen
entgegengeht, wie ehedem!“
Oberbürgermeiſter Dominjcus (Schöneberg) teilte
ſodann das Ergebnis einer Statiſtik über die Einführung
des Turnunterrichts an den Fortbildungsſchulen mit. Es
ſei zu wünſchen, daß auf dieſem Gebiete mehr geſchehe. —
Sodann hielt Fräulein Dr. Alice Profé einen Vortrag
über die Ertüchtigung des weiblichen
Ge=
ſchlechts, die bisher gänzlid vernachläſſigt worden ſei,
zum Schaden des ganzen Volkkstums. Um des
Selbſt=
erhaltungstriebes willen müſſe der Staat die Ertüchtigung
des weiblichen Geſchlechts in die Hand nehmen. — Auf
die an den Kaiſer und an den Reichskanzler geſandten
Huldigungstelegramme waren inzwiſchen
Ant=
worttelegramme eingelaufen. Der Kaiſer ließ für den
freundlichen Gruß und die Mitarbeit an der Hebung des
Volkswohles und der Feſtigung der deutſchen Jugend
beſtens danken. Der Reichskanzler ſprach dem Kongreß
ſeinen verbindlichſten Dank für die Begrüßung aus und
wünſchte ſeinen patriotiſchen Beſtrebungen auch weiterhin
reichlichen Erfolg.
Als Tagungsort des nächſtjährigen Kongreſſes für
Volks= und Jugendſpiele wurde Stettin gewählt.
Generalverſammlung der nationalen
Arbeiter.
— Eſſen, 2. Juli. Der Bund Deutſcher
Werkver=
eine, der Bund vaterländiſcher Arbeitervereine, der
Hauptausſchuß nationaler Arbeiterverbände, der Verband
ſeemänniſcher Berufsvereine und verwandte Verbände
führten ihre Beratungen zu Ende. Es wurde von den
einzelnen Vertretern der verſchiedenen Verbände Bericht
über den Stand der Bewegung erſtattet. Der Vertreter
von Rheinland und Weſtfalen konnte berichten, daß die
nationale Arbeiterbewegung gerade während des
Berg=
arbeiterſtreiks einen großen Fortſchritt in dieſen
Gebie=
ten genommen habe; es ſei aber nicht zu verkennen, daß
der Kampf gerade gegen die chriſtlichen Gewerkſchaften
geführt werden mußte. Auch in Süddeutſchland hat die
Bewegung immer nur Anhänger gefunden, ſo in
Pirma=
ſens, Karlsruhe, Raſtatt, Mannheim, Frankfurt a. M.,
Ludwigshafen. In der Heimatſtadt der
Werkvereins=
bewegung, in Augsburg, iſt allerdings ein Stillſtand zu
verzeichnen, während in Nürnberg die Zahl der
Anhän=
ger der Bewegung ſich ſtets vermehrt hat. Gute
Fort=
ſchritte hat die Bewegung auch in Hannover, Magdeburg,
Halle und Erfurt gemacht. Im Mansfelder Kohlenrevier
ſind 50 Prozent der Bergarbeiter in Werkvereinen
ver=
einigt. Im Saarrevier wird die Mitgliederzahl der
Werkvereine bald die der chriſtlichen Gewerkſchaften
über=
flügelt haben. An wirtſchaftlichen Erfolgen kann die
Be=
wegung der Werkvereine verzeichnen, daß der Verband
der deutſchen Metall=Induſtriellen künftighin bei
Aus=
ſperrungen diejenigen Arbeiter, die einem Werkverein
mindeſtens ein halbes Jahr angehören, nicht ausſperrt,
während bei örtlichen Sperren ſchon die vierteljährliche
Angehörigkeit beim Werkverein vor der Ausſperrung
Feuilleton.
P. Münchener Theater. Das nunmehr vonder
Zen=
ſur freigegebene „Erotiſche Myſterium”: Die erſten
Menſchen von Otto Borngräber wurde am 1.
Juli im Münchener Schauſpielhaus durch ein
Gaſtſpiel=
enſemble vor ausverkauftem Hauſe zur Aufführung
ge=
bracht. Die erſten Menſchen, welche Borngräber Adahm,
Chawa, Kajin und Chabel nennt, ſehen wir 2 Akte lang
vor uns ſtöhnen, raſen, toben und ſymboliſchen Tiefſinn
ſprechen. Wer ſich eine Senſation erhofft hatte, wurde
gründlich enttäuſcht. Wäre man nicht unter der
Sugge=
ſtion geweſen, einem von der Zenſur mißhandelten
Dich=
ter gegenüberzuſtehen, ſo wäre es unzweifelhaft ein
Durch=
fall geworden. Die Sprache der Dichtung iſt eine Richard
Wagneriſch rhythmiſierte Proſa, und inhaltlich beſteht der
ganze Fortſchritt dieſer Dichtung darin, daß ſie in der
Ausmalung des Trieblebens die durch den Geſchmack
ge=
zogenen Grenzen ignoriert und noch ein Letztes mit
Ueberdeutlichkeit ausmalt: Chawa ſchreit nach Adahm,
Kajin ſchreit nach Chawa, ſeiner Mutter. Der Brudermord
entſpringt — ſelbſtverſtändlich aus einem erotiſchen
Kon=
flikt, aus der Eiferſucht Kajins auf Chabel, den er von
Chawa begünſtigt wähnt. Einen Stoff moderniſieren
heißt allgemach immer mehr nach ſeruellen Pointen auch
dort ſuchen, wo ſie ſicher gar nicht hingehören. Die
Dar=
ſtellung unterſtrich noch die gewagteſten Stellen, beſonders
Kajin, der — natürlich nach dem Weib — die Welt
durch=
raſt, bewegte ſich hart an der Grenze des Erträglichen.
Der Chabel Auguſt Weigerts tat wiederum etwas zu viel
in Heiligkeit. Aber dieſe amor dei iſt doch auch wieder
zu ſehr mit ſexuellen Vorſtellungen gemiſcht, um nicht
ver=
dächtig zu ſein.
* Unſere blauen Jungen in New=York. Ueber den
Aufenthalt des deutſchen Geſchwaders in New=York wird
dem Tag von ſeinem dortigen ſtändigen Berichterſtatter
unter anderem folgendes geſchrieben: Wir ſehen in New=
York ſo oft fremde Kriegsſchiffe, daß ſie mitunter ganz
unbeachtet bleiben. Diesmal war es nun ſchon
ſelbſtver=
ſtändlich, daß der Moltke beſondere Aufmerkſamkeit
her=
vorrief. Der Kreuzer hatte ſich kaum vor Anker gelegt,
als ſchon überall über ſeine Schnelligkeit, ſeinen Panzer
und ſeine Gefechtstüchtigkeit geſprochen wurde. Viele
zogen nach dem Hafen, bloß um dieſes Schiff zu
beſich=
tigen. Bald wurde es aber anders. Die
Liebenswürdig=
keit der deutſchen Offiziere ſprach ſich ſchnell herum, und
das öffnete ſchon die Herzen, doch konnten ſie ja nicht
viele begrüßen, weil ſie von den Feſtlichkeiten, die ſchnell
aufeinander folgten, ganz in Anſpruch genommen waren.
So blieb die Bekanntſchaft mit den Offizieren immerhin
auf kleinere Kreiſe beſchränkt. Für die eigentliche
Ver=
brüderung ſorgten die Mannſchaften. Mit ihren
ame=
rikaniſchen Kameraden zogen ſie, über tauſend Mann
ſtark, nach Coney Island und amüſierten ſich dort
vor=
trefflich. Die Zeitungen ſprechen davon, daß über
neun=
tauſend Paar Frankfurter Würſtchen den hungrigen
See=
leuten zum Opfer fielen. Jeder Matroſe hatte zehn
Bier=
marken erhalten, das reichte aber natürlich nicht, nicht
nur, weil der Durſt groß war, ſondern auch, weil die
Gläſer in Coney Island klein ſind und viel Schaum
ent=
halten. Allerdings hatte ſich auf der luſtigen Inſel eine
rieſige Menſchenmenge angeſammelt, aber das Publikum
ſchloß die engere Bekanntſchaft doch meiſt, wo unſere
Seeleute einzeln oder in kleineren Trupps die Straßen
New=Yorks durchſtreiften. Es fiel auf, wie leicht ſie ſich
zurecht fanden, und die Amerikaner waren überraſcht,
daß ſo viele von ihnen ganz gut Engliſch ſprachen und
Verwandte und Freunde hier hatten, zum Teil ſogar
ſchon ein paar Jahre in New=York geweſen waren.
Gerade durch dieſe Verteilung über die ganze Stadt
lernten die New=Yorker die deutſchen Seeleute kennen. Und
das war gut, denn man konnte bemerken, wie die
Be=
wunderung von Tag zu Tag ſtieg. Die Preſſe, die zuerſt
ziemlich kühl geweſen war, wurde mit jeder Ausgabe
wärmer und erging ſich ſchließlich in loberfüllten
Leit=
artikeln über die Gäſte. Der New=York Herald, deſſen
Deutſchenfreundſchaft ſonſt keineswegs bemerkbar iſt,
ſchwang ſich ſogar zu einem Leitartikel in deutſcher
Sprache auf. Ueberall hörte man nichts als Anerkennung
für die friſchen, ſtrammen Kerle, die ſo ſauber angezogen
waren, ſo keck in die Welt blickten und dabei doch ſo
be=
ſcheiden und höflich auftraten, wie man es von dem
ame=
rikaniſchen Matroſen oder Soldaten gar nicht gewöhnt
iſt. Es fiel allgemein auf, wie jung die Mannſchaft im
Durchſchnitt iſt, und nach kurzer Ueberraſchung verſtand
man auf einmal, daß es ſich ja hier nicht um angeworbene
Leute handelte, ſondern um Jünglinge, die ihrer
Dienſt=
pflicht bereitwillig genügen. Ganz beſonders tiefen
Ein=
druck machte es nicht nur auf Ziviliſten, ſondern auch auf
Militärs, welche die Schiffe beſuchten, daß die Leute alle
willig, flink und mit heiteren Geſichtern ihren Dienſt
ver=
ſahen. Das alte Märchen von dem Zwange, unter dem
der deutſche Soldat ſeufzt, ging vollſtändig in Scherben.
* Ein Idyll aus der Ferienzeit. Ein Juriſt
ver=
brachte im Vorjahr ſeine Ferien in einem ſtillen
freund=
lichen Neſtchen des Odenwaldes, wo noch „echte Natur”
iſt und nicht viele Automobile durchkommen, weil die
ſchlauen Bauern extra die Wege recht ſteinig erhalten. Es
lebte ſich recht nett in dem kleinen Dörfchen, mit ſeinem
Quartier mußte unſer Sommergaſt ſehr zufrieden ſein
und er ſagte dies ſeiner Wirtin beim Abſchied auch
unver=
hohlen. Nur fügte er hin, daß ihm der Schweineſtall
etwas unbequem geweſen ſei, weil er übel zum Fenſter
herein duftete. Als es nun wieder nahe an den Ferken
war, erhielt der vorjährige Sommergaſt einen Brief von
der Bäuerin, in dem ſie anfragte, ob ſie wieder auf ſein
Kommen rechnen könne. Der Juriſt ſchrieb zurück, er habe
noch keine Entſcheidung getroffen, wohin er reiſen worde,
im übrigen wiſſe ſie ja, was ihm im vorigen Sommer
nicht recht gefallen habe. Poſtwendend traf darauf die
Antwort ein: „Bitte, kommen Sie nur herzhaft wieder,
denn ſeit Euer Hochwohlgeboren im vorigen Sommer
heimgereiſt ſind, haben wir überhaupt keine Schweine
mehr gehabt!“
Nummer 155.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Seite 5.
ſchützt. In der Provinz Hannover wurde in einigen
Be=
trieben auf Veranlaſſung der Werkvereine die Arbeitszeit
von 59 auf 57 Stunden herabgeſetzt. Als Ort der nächſten
Tagung wurde Augsburg beſtimmt.
Der Berndt=Schapiro=Prozeß.
Die Plädoyers.
g. Der geſtrige zwölfte Verhandlungstag im Berndt=
Schapiro=Prozeß begann mit dem Plädoyer des Herrn
Staatsanwalts Bernhard. Dieſer führte etwa aus:
Nach elftägiger Beweisaufnahme ſtehen wir jetzt vorm
Ausgange des Prozeſſes, der bei ſeiner erſten Verhandlung
das größte Intereſſe des Publikums erweckte. Durch
Un=
parteilichkeit in der Prozeßführung und unbeſchränktes
Ein=
gehen auf die Wünſche des Angeklagten iſt dem
Angeklag=
ten die größte Wahrung ſeiner Rechte möglich geworden.
Heute iſt der Prozeß keine Senſation mehr, und das
ge=
ringe Publikum iſt ſicher nur gekommen, um den bekannten
Vertreter des Angeklagten Juſtizrat Bernſtein zu hören.
Bezeichnend für den Prozeß iſt es, daß er auch heute noch
in den Zeitungen Schapiroprozeß genannt wird. Dies
zeigt am beſten, daß es ſich eigentlich nur um die Tätigkeit
der Polizeiaſſiſtentin in dieſem Prozeß handelt. Was iſt
nun die weibliche Polizeiaſſiſtenz im Grunde? Es iſt eine
fortſchrittliche Einrichtung, getroffen, um beſtehende
Miß=
ſtände zu beſeitigen und weitgehende Fürſorge zu
ermög=
lichen. Angeregt wurde in Mainz die Anſtellung einer
weiblichen Polizeiaſſiſtentin durch die ſozialdemokratiſche
Stadtverordnetenfraktion. Bei der Anſtellung wurden
der Frau Sch. drei Tätigkeitsgebiete zugewieſen, auf dem
Gebiet der Sittenpolizei, der Wohlfahrtspflege und
Für=
ſorge, ſowie der Krankenfürſorge. Bezüglich der
Kranken=
fürſorge wurde ja der Frau Sch. vom Oberſtaatsanwalt
Dr. Schwarz das glänzendſte Zeugnis ausgeſtellt.
Um=
ſtritten iſt nur die Tätigkeit auf dem Gebiete der
Sitten=
polizei und der Fürſorge. Kaum war die Frau Sch.
ange=
ſtellt, als in der Preſſe Artikel für und wider erſchienen
und auch in dem Blatt des Angeklagten, der in einer für
Frau Sch. günſtigen Weiſe Stellung nahm. Das war
an=
ſcheinend dem Juſtizrat Horch unangenehm und auf ſeine
Veranlaſſung iſt dann der erſte Angriffsartikel erſchienen.
In darauf folgenden Artikeln fühlt nun Frau Sch. ſich
da=
durch beleidigt, daß ihr verſteckt der Vorwurf der
Perverſi=
tät gemacht wird; der Beig. Berndt dadurch, daß ihm
vor=
geworfen wurde, er habe die Unterſuchung parteiiſch
ge=
führt, die Stadtverordnetenverſammlung ſei eine
von ihm veranſtaltete Komödie und die Zeugenausſagen
in der Unterſuchung beſtellte Arbeit geweſen, ferner durch
den vorgeworfenen angeblichen Gegenſatz zwiſchen Privat=
und Amtsleben.
Der Angeklagte hat nun in der Verhandlung verſucht,
den Wahrheitsbeweis für ſeine Behauptungen anzutreten.
Dieſer Verſuch ſei wohl dem Angeklagten vollſtändig
miß=
lungen. Hiervon ſeien lediglich die zwei Fälle
auszuneh=
men, wo die Frau Sch. verſucht hat, Gewißheit zu
er=
langen ob Abortivmittel verkauft und angewendet
wür=
den. Doch berechtigte dies ſelbſtverſtändlich noch nicht zu
jenen Vorwürfen, denn der eine Fall war dem
Angeklag=
ten noch gar nicht bekannt, als er ſeine Artikel ſchrieb und
ein einziger Fall berechtigte ihn nicht, alle jene äußerſt
ſchweren und durchaus unbegründete perſönliche
Beleidig=
ungen in die Oeffentlichkeit zu ſenden.
Der Staatsanwalt unterſucht des weiteren die vom
Angeklagten als Berechtigungsgrund ſeiner Vorwürfe
an=
geführte Behauptung, daß Ladungen und körperliche
Un=
terſuchungen in ungeſetzlicher Weiſe erfolgt ſein ſollen.
Auch dies ſei alles widerlegt worden, denn von
verſchie=
denen Zeugen wurde übereinſtimmend bekundet, daß Frau
Sch. niemals aus eigener Initiative, ſondern immer auf
Weiſung ihrer Vorgeſetzten vorgegangen ſei. Der Schutz
des Paragraphen 193 als Strafausſchließungsgrund könne
dem Angeklagten unter keinen Umſtänden zugebilligt
wer=
den, denn wenn man auch der Preſſe durchaus die
Berech=
tigung zuerkennen muß, öffentliche Mißſtände zu rügen,
ſo ſei doch das, was der Angeklagte in ſeinen Artikeln
aus=
führte, von der Wahrung berechtigter Intereſſen
himmel=
weit verſchieden. Aber nicht nur durch die perſönlichen
Angriffe auf die Nebenkläger ſei die Zubilligung des
§ 193 zu verſagen, die ganze Form, wie der
An=
geklagte alles ins Höhniſche, Lächerliche zog, laſſe erkennen,
daß es dem Angeklagten nicht darum zu tun war,
öffent=
liche Mißſtände zu rügen, ſondern um die Nebenkläger zu
beleidigen und ſie in ihrer Ehre empfindlich zu ſchädigen.
In den Artikeln, die Gegenſtand der Nachtragsklage ſeien,
ſind alle früheren Beleidigungen wiederholt; dieſe ſeien
wohl als eine einheitliche Handlung anzuſehen, ebenſo der
Vorwurf des Meineides gegenüber dem Beig. Berndt und
die Entwendung des Privatbriefes. Die Beſchuldigung,
die Vorwürfe wider beſſeres Wiſſen erhoben zu haben, ſei
fallen gelaſſen. Als mildernd ſei dem Angeklagten
zuzu=
geben, daß er anfangs gemeint hat, er könne beſtehende
Mißſtände aufdecken, ſtraferſchwerend ſei, daß die Artikel
in wohlüberlegter fortgeſetzter Weiſe die ſchwerſten
per=
ſönlichen Beleidigungen brachten.
Er bean t rage für die erſte Anklage
für die Beleidigung der Frau Schapiro 1 Monat
Gefängnis, für die des Herrn Berndt 3 Monate,
für die nachträglichen Beleidigungen je 2 Monate und als
Geſamtſtrafe 7 Monate Gefängnis.
Außer=
dem beantragt er, daß dem Angeklagten die Koſten des
Verfahrens einſchließlich der den Nebenklägern erwachſenen
Auslagen auferlegt werdent ſowie Publikation des Urteils
in verſchiedenen Zeitungen.
Der Vertreter der Frau Schapiro Juſtizrat Cauſé,
betont, daß die inkriminierten Artikel abſichtliche ſchwere
Beleidigungen enthielten. Es ſei dem Angeklagten
durch=
aus nicht darum zu tun geweſen, öffentliche Mißſtände
zu kritiſieren, ſondern die Artikel hätten lediglich als
Motiv Rachſucht und Senſationsluſt gehabt. Wenn auch
der Preſſe das Recht der öffentlichen Kritik zuerkannt
wer=
den muß, ſo ſei es doch auch Pflicht der Preſſe, ſich von der
Richtigkeit der Angaben zu überzeugen, insbeſondere der
Angeklagte mußte als Mainzer Kind wiſſen, daß dort viel
geredet werde. Zu perſönlichen Angriffen gegen Frau
Sch. hatte der Angeklagte erſt recht keine Veranlaſſung,
denn ſie iſt ihm niemals zu nahe getreten, hat niemals
auf die Angriffe geantwortet und trotzdem iſt der
Ange=
klagte zu immer neuen perſönlichen Angriffen gekommen.
Eine beſtimmte Strafe wolle er nicht beantragen, nur ſoviel
wolle er ſagen, daß durch den Angeklagten zwei Beamte
in ihrer Ehre auf das ſchwerſte beleidigt worden ſind und
dieſe ſchwere Beleidigung erfordere auch eine ſtrenge
Strafe.
Rechtsanwalt Löwensberg, Vertreter der Frau
Schapiro, geht nochmals die einzelnen Fälle der
Beweis=
aufnahme durch und ſtellt feſt, daß wohl in allen Fällen
erwieſen worden iſt, daß ſich die Frau Schapiro niemals
eines Uebergriffs ſchuldig gemacht hat. Insbeſondere
ſtellt er feſt, daß der Polizei das Recht zuſteht, Perſonen in
Schutzhaft zu nehmen; dem ſtehe auch das
Reichsgerichts=
urteil nicht entgegen, denn in allen vom Angeklagten
angeführten Fällen handele es ſich um Präventivhaft, die
im Intereſſe der Betroffenen ſelbſt lag. Was die beiden
Fälle der Ermittelung über den Verkauf und Anwendung
von Abortivmitteln anbetrifft, ſo ſei darauf hinzuweiſen,
daß auch das Reichsgericht nicht auf Lockſpitzel verzichtet,
z. B. wenn es ſich um Spionage handelt. Auch bezweckten
die Bemühungen der Frau Sch. nicht, jemand zu einem
Verbrechen zu verleiten, ſondern nur zu ermitteln, ob hier
verbrecheriſche Abſichten vorliegen. Uebrigens habe Frau Sch.
lediglich auf Anweiſungen des Kommiſſärs Kindhäuſer
gehandelt, der ein alter erfahrener Kriminalbeamter iſt,
während Frau Sch. damals ganz neu in ihr Amt
einge=
treten war. Auch an den Razzien habe ſie ſich auf
Anord=
nung ihres Vorgeſetzten beteiligt, ſie habe auch niemals
dabei die Führung gehabt.
Gegen ½7 Uhr wird das Plädoyer abgebrochen und
ſoll heute früh fortgeſetzt werden.
Die Kaiſer=Zuſammenkunft in Baltiſchport.
* Neufahrwaſſer bei Danzig, 2. Juli. Der
Kaiſer traf hier gegen 2 Uhr von Langfuhr ein und
nahm auf der „Hohenzollern” Wohnung. Bald nach 6 Uhr
traf der Reichskanzler in Begleitung des Geh.
Le=
gationsrats Grafen v. Mirbach=Harff und des Adjutanten
Frhrn. v. Sell ein. Vorher war bereits der ruſſiſche
General Tatiſchtſchew angelangt. Sämtliche Herren
nahmen auf der „Hohenzollern” Quartier.
* Danzig, 3. Juli. Die Kaiſerjacht „
Hohen=
zollern” verließ heute früh halb 8 Uhr bei ſchönem
klaren Wetter in Begleitung des Depeſchenbootes „
Sleip=
ner” den Hafen von Neufahrwaſſer. Der Kaiſer,
wel=
cher auf der Kommandobrücke ſtand, dankte wiederholt. für
die Abſchiedskundgebung des zahlreich im Hafen
verſam=
melten Publikums. Als das Kaiſerſchiff die
Hafenaus=
fahrt paſſierte, feuerte die Hafen=Batterie den Kaiſerſalut.
Auf der Reede ſchloß ſich ihm der große Kreuzer „Moltke‟
an, welcher geſtern noch vom Kaiſer beſichtigt worden war.
Die Ankunft in Baltiſchport iſt auf morgen vormittag um
10 Uhr feſtgeſetzt.
* Peterhof, 2. Juli. Das Kaiſerpaar mit
dem Thronfolger und ſeinen Töchtern ſind auf der Jacht
Standart” nach Baltiſchport abgereiſt. Dem Schiff
folgte die Jacht „Polarnaja Sweſta” und fünf
Minen=
boote. Kurz vor der Abfahrt traf noch ein Telegramm
Kaiſer Wilhelms ein, das den Kaiſer einlud, den die
deutſche Kaiſerjacht begleitenden Kreuzer „Moltke” zu
be=
ſichtigen. Der Zar dankte ſofort in herzlichen Worten für
dieſe Aufmerkſamkeit. Er wird der Einladung gern
ent=
ſprechen. Dadurch wird der urſprünglich auf zwei Tage,
den 4. und 5. Juli, bemeſſene Aufenthalt Kaiſer Wilhelms
vermutlich bis 6. Juli ausgedehnt werden.
* Baltiſchport 3. Juli. Heute vormittag iſt
der Zar und ſeine Familie mit der Jacht „Standart”
eingetroffen.
* Berlin, 2. Juli. Die Köln. Ztg. meldet: Die
Nowoje Wremja berichtet, daß bei dem Prunkmahl auf
der Reede von Baltiſchport Trinkſprüche
ausge=
tauſcht werden ſollen. Dieſe an ſich falſche Angabe —
ebenſo wie in Potsdam ſollen auch in Baltiſchport keine
Tiſchreden gehalten werden —, würde uns zu einer
Rich=
tigſtellung keinen Anlaß bieten, wenn nicht der Verdacht
gerechtfertigt wäre, daß die ganze Nachricht, von deren
Un=
richtigkeit ſich die Nowoje Wremja ſehr leicht hätte
über=
zeugen können, nur deshalb verbreitet wird, um, wenn ſie
ſich nicht beſtätigt, eine Unterlage für die Behauptung zu
haben, die Beſprechungen ſeien ſo unbefriedigend
verlau=
fen, daß man ſich nicht einmal über eine Tiſchrede habe
einigen können. Ein ſolches Manöver möchten wir
un=
möglich machen.
Luftfahrt.
sr. Das Ergebnis der Nachtzielfahrt des
Berliner Vereins für Luftſchiffahrt, die am
Samstag abend von der Gasanſtalt Schmargendorf
aus begann und bei der die Inſaſſen des Ballons S. S.,
die Herren Privatdozent Dr. Halbeum, Geh.
Legations=
rat Dr. Geppert und Regierungsbaumeiſter Lange,
ſämtlich aus Berlin, bei einer Landung im Gewitter
ſchwerere Kontuſionen erlitten, iſt jetzt feſtgeſtellt worden.
Den erſten Preis gewann Dr. Bröckelmann mit Ballon
Harburg II, der nur 1300 m von dem 200 km vom
Start entfernten Ziel landete, Zweiter wurde der
Bennet=Sieger Ingenieur Gericke mit Ballon
Har=
burg III, deſſen Landungsplatz 2900 m vom Ziel
ent=
fernt lag. Der dritte Preis fiel an Hauptmann Thewald
(Führer von Ballon Berkin), er landete 4000 m vom
Ziel entfernt, während Dr. Elias mit K.Ae.C. IV mit
5000 m Entfernung vom Ziel den vierten Preis erhielt.
* Wismar, 3. Juli. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” wurde um 9,10 Uhr vom Turme der
Marienkirche geſichtet. Aus der Richtung Proſeken
kom=
mend überflog das Luftſchiff zweimal die Stadt. Um
9,45 Uhr verſchwand das Luftſchiff langſam in der
Rich=
tung der Inſel Pöl.
* Bukareſt, 3. Juli. Auf dem Militär=
Uebungs=
platz ſtürzte der Leutnant Cranda mit einem
Flug=
aparat aus 100 Meter Höhe ab und war ſofort tot.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Wiesbaden.
Gra=
ditzer Geſtütspreis. 4000 Mark. Diſt. 1000 Meter. 1. J.
Oldes Norton Con (Blades), 2. Lombardei (Evans), 3.
Narſes (Spear). Tot.: 175:10. — Staatspreis 4000 Mk
Diſt. 1400 Meter. 1. P Pakheiſers Sand (Spear), 2.
Venezial (F. Bullock), 3. Satire (Wedgewood). Tot.:
20110. — Preis von Oranien 20000 Mark. Diſt. 2400
Meter. 1. J. Oldes Hock (Blades), 2. Kalif (T. Rice)
3. Longfellow (Shurgold). Tot.: 69110. — Wiesbadener
Sommerhandikap 6000 Mark. Diſt. 1600 Meter. 1. J.
Beutlers Gutes Zeichen (Rice), 2. Lt. Oehmigkes
Ba=
ſtion (Fox), 3. R. Cordes Appelles (Wedgewood). Tot
9, 15, 10:10. — Verloſungsrennen, 4400 Mark. Diſt. 1600
Meter. 1. F. Nöthers Revanche (Shurgold), 2. Marcaſite
(Raſtenberger), 3. Dora (Spear). Tot.: 92:10. Preis
vom Feldberg 3000 Mark. Diſt. 2700 Meter. 1. v.
For=
rells Bilbao (V. Roſak), 2. Lamhult (Kreiſel), 3.
Anti=
mone (Falkenthal). Tot.: 35:10. — Preis von der
Eiſer=
nen Hand 3000 Mark. Diſt. 3000. Meter. 1. L Scholls
Waddles (Gehrke), 2. Delbeeg (Hoffmann), 3. Athenian
(Lovegrove).
Handel und Verkehr.
* Berlin 3. Juli. Der Ausſchuß des
Deut=
ſchen Handelstages ſprach ſich dafür aus, daß
den=
jenigen Frauen, die Inhaber von in das Handels=
regiſter eingetragenen Firmen ſind und im übrigen
den Anforderungen bezüglich der Teilnahme an den
Han=
delskammerwahlen entſprächen, die Ausübung des
Wahl=
rechts in eigener Perſon und nicht wie bisher durch
Prokuriſten zugeſtanden werde.
* Frankfurt a. M., 3. Juli. Die heutige
Gene=
ralverſammlung der Metallbank und
Metal=
lurgiſchen Geſellfchaft, Aktiengeſellſchaft Frankfurt a. M.,
beſchloß entſprechend den Vorſchlägen der Verwaltung die
Verteilung einer Dividende von 7 Prozent. Die im
Tur=
nus ausſcheidenden Aufſichtsratsmitglieder wurden
wie=
dergewählt.
* Luxemburg, 3. Juli. Die Einnahmen der
Luxemburgiſchen Prinz Heinrich=Bahn betrugen
in der dritten Juni=Dekade 236680 Francs, das ſind gegen
den gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr 24250 Fres.
Landwirtſchaftliches.
Kurzer Getreidewochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 25. Juni bis 1. Juli.
Das zu Anfang der Berichtswoche herrſchende
Regen=
wetter, Klagen über Dürre im Nordweſten Kanadas und
der Union, ſowie Meldungen, daß Frankreich bis zum
Einbringen ſeiner Ernte noch größere Anſchaffungen zu
machen haben dürfte, bewirkten zunächſt feſte Haltung.
zumal reger Nachfrage nur ſchwaches Angebot vom
In=
lande gegenüberſtand, ſodaß die Verbraucher wieder in
ſtärkerem Maße auf ausländiſchen Weizen zurückgreifen
mußten. Hinzu kam, daß die im Verhältnis zum
Welt=
markte ziemlich niedrigen Preiſe für Herbſtlieferung die
Aufmerkſamkeit des Auslandes auf ſich zogen. Infolge
des ſich entwickelnden Exportgeſchäftes machte ſich auf
dem Lieferungsmarkte andauernd Deckungsbegehr für
Herbſtſichten bemerkbar. Dagegen zeigten ſich für Juli
Realiſationen, die den Wert dieſer Sicht um 2½ Mark
herabdrückten, trotzdem der bisher angediente Manitoba=
Weizen als nicht lieferbar befunden wurde. Wie auf dem
Lieferungsmarkte, ſo übte das für die Vegetation ſehr
günſtige Wetter der zweiten Wochenhälfte auch im
Waren=
geſchäft zuletzt einen Druck auf die Unternehmungsluſt
aus, ſodaß die Weizenpreiſe ſich trotz knappen Angebots
nicht überall zu behaupten vermochten, während Roggen
weiter zu hohen Preiſen begehrt blieb. Für Juli=Roggen
war die Tendenz indes abgeſchwächt, da für deſſen
Ab=
wickelung eventuell ruſſiſches Material in Betracht
kom=
men dürfte und auch das ſchöne trockene Wetter
Realiſa=
tionen veranlaßte. Hafer hatte infolge erhöhter
Forder=
ungen der Provinz zwar etwas feſte Haltung, doch war
die Kaufluſt für dieſen Artikel nicht ſonderlich rege. Von
dem per Juli angedienten La Plata=Hafer erwies ſich
ein Teil als unkontraktlich. Immerhin rechnet man noch
mit größeren Andienungen, und da wenig Neigung zur
Uebernahme des hier unbeliebten argentiniſchen
Mate=
rials beſteht, ſo wurden vielfach Begleichungen
vorge=
nommen. Futtergerſte mußte infolge ſchwacher Kaufluſt
im Preiſe nachgeben; ſpätere Frachten waren indes gut
behauptet, da Rußland mit Offerten zurückhält. Für
Mais iſt das argentiniſche Angebot keineswegs drängend,
doch verhalten ſich die Käufer angeſichts der andauernd
ſtarken Abladungen von La Plata ziemlich reſerviert. Es
tellten ſich die Preiſe für inländiſches Getreide am letzten
Markttage wie folgt:
Weizen
Roggen
Hafer
Königsberg. 223 (— 5 ) 188
195
Danzig
. 236
—) 192
1881
Stettin
. 237 (F 4 ) 197 (*
193
Poſen
. 231 (* 1 ) 198 (*1 ) 190
Breslau
.234 (F 2 ) 206 (*5 ) 190
233 (—
Berlin
203 (*2 ) 208
Magdeburg . 232
203 (*1 ) 206
Halle
. 232 (—
210 (*1 ) 215
234
Leipzig
212 (*1 ) 216
Dresden
212
234
)210 (*1
Roſtock
227
192
Hamburg
239
204
206
Hannover
. 230
210 (*
210
Düſſeldorf . . 238 (* 5 ) 210 (*3
210
Frankfurt a. M. —
)220
Mannheim . . 250
207½
222½
Straßburg . . 245 (* 2½) 207½(
225
München . . 251 (* 2
—) 229 (*1
221
Weltmarktpreiſe: Weizen Berlin Juli 228,75 (—2,50),
Sept. 207 (—0,25), Peſt Okt. 193,95 (—6,45), Liverpool
Juli 172,75 (—), Paris Juli 246,60 (—4,40), Chicago
Juli 167,40 (- 3,50), Roggen: Berlin Juli 195,30 (— 1,50),
Sept. 167,25 (—0,50), Futtergerſte: Südruſſ. frei Hamburg
unverzollt ſchwim. 144,50 (—8,00), Juli 135 (— 1), Herbſt
21,50 (P 1,50), Mais: La Plata Mai=Juni 110 (—1),
Donau prompt 118 (—2).
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Dem „Eingeſandt” in der geſtrigen Nummer kann
man nur beipflichten. Wenn die Stadt die Zahlung des
erſten Steuerzieles bis längſtens 5. Juli verlangt, dann
erwächſt ihr auch die Verpflichtung, einwandfreie und
mindeſtens menſchenwürdige Gelegenheit dazu zu bieten.
Die Stadtkaſſe und ihre hierbei nicht zu beneidenden
Beamten tun ja alles, was möglich erſcheint, um die
Steuerzahler ſo raſch als möglich abzufertigen. Denn
man kann dort nicht nur im Erdgeſchoß, ſondern auch
im erſten und zweiten Obergeſchoß — alſo ein und zwei
Treppen hoch und da unter bedenklichen Verhältniſſen
ſeine Steuern los werden. Die unhaltbaren und ſchon
wiederholt öffentlich gerügten uunzulänglichen
Raum=
verhältniſſe in der Stadtkaſſe ſollten daher eher eine
Ver=
längerung der Zahlungsfriſten auslöſen. Der Stadt
werden hierbei aber durch die im Reichs=
Lohnbeſchlag=
nahme=Geſetz beſtimmte Verjährungsfriſt, die nicht
er=
ſtreckt werden kann, die Hände gebunden ſein, wenn ſie
andernfalls nicht Verluſte an Steuern wird erleiden
wollen.
Warum greift man aber das Uebel nicht bei der
Wurzel an? Die Urſache für die dermaligen
unwür=
digen Zuſtände bei der Steuererhebung beſteht doch
darin, daß die ſtalatliche Veranlagungsbehörde, das
Großh. Finanzamt I, die Gemeindeſteuerzettel erſt Mitte
Juni herausgebracht hat, obwohl der ſtädtiſche
Voran=
ſchlag nach den Zeitungsberichten ſchon anfangs oder
Mitte April und ſomit der Steuerbedarf für 1912
feſt=
ſtand. Alſo beim Staat und bei der Stalatsregierung
muß man ſich beſchweren, die ſolche Zuſtände einreißen
läßt. In anderen größeren heſſiſchen Städten kommen
ſeit Jahren die Gemeindeſteuerzettel ſo zeitig heraus,
daß die Zahlung des erſten Zieles bequem und in aller
Ruhe erfolgen kann. Warum iſt dies hier nicht möglich?
Wenn die Tätigkeit der ſtaatlichen Dienſtſtellen, die ver=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Jult 1912.
Nummer 155.
mutlich nichts umſonſt tun werden, verſagt, dann mache
die Stadt die Sache doch ſelbſt, wie es auch in den
mei=
ſten preußiſchen Städten der Fall iſt.
Literariſches.
— Die ſchwarze Waffe. Torpedoboote — ein
ge=
lindes Gruſeln geht von dem Worte aus, es erweckt die
Vorſtellung von etwas Unheimlichem, von einer Macht,
die doppelt düſter, doppelt gefährlich wirkt, weil ihr
eigentlichſtes Weſen nur für den Fachmann enträtſelt iſt.
Und nun entwirft O. v Gottberg, der bekannte
Kriegs=
berichterſtatter und Journaliſt, in ſeiner glänzend
plaſti=
ſchen, knappen Art in Nr. 23 der „Gartenlaube” ein
Bild von der „ſchwarzen Waffe”, das ſie mit einem Male
unſerem Verſtändnis nahe bringt. Wir erleben ſie mit,
dieſe flott geſchilderte Fahrt, in einem der kleinen „
Ver=
bände”, zu denen ſich die flinken, ſchwarzen Schiffe
zu=
ſammenſchließen; wir ſehen dieſe jungen Führer — eins
mit der Mannſchaft im Geiſt, der ſie alle beſeelt, und doch
über ſie emporgehoben kraft ihrer verantwortlichen
Stel=
lung — mit friſcher Unbekümmertheit auf der engen
Kom=
mandobrücke ſtehen, ſehen die, trotz der
Undurchdringlich=
keit der Nacht, ſo exakt und keck ausgeführten Manöver,
wir lernen die Beſatzung kennen, im Dienſt und in der
knappen Erholungszeit, und immer mehr wächſt uns beim
Leſen der Reſpekt vor dieſer ſchwarzen Waffe, mit der wir
an der Spitze der Nationen marſchieren, auf die wir
ſtolz ſein dürfen in dem ſchönen, ruhigen Gefühl: Hier
halten deutſche Pflichttreue und deutſche Tüchtigkeit einen
„Rekord” der ſo leicht nicht überflügelt werden kann.
— Die Unternehmungsformen. Von Prof. Dr.
Liefmann in Freiburg (Ernſt Heinrich Moritz in
Stutt=
gart.) Broſch. 2.50 M. Gebunden 3.50 M. Dieſes neue
Werk iſt eine gediegene Einführung in die Probleme der
modernen wirtſchaftlichen Unternehmung; es bietet
gleich=
zeitig die Einleitung, Vorſtufe oder Ergänzung zu der im
gleichen Verlage erſchienenen Schrift „Kartelle und Truſts”
Beide Bände zuſammen liefern eine ziemlich vollſtändige
Ueberſicht über die Stellung und Entwicklungstendenzen
der Unternehmung in der heutigen Volkswirtſchaft.
— Das Verſicherungsweſen. Dritte Auflage,
voll=
ſtändig neu bearbeitet von Bernhard Emminghaus,
Ge=
richtsaſſeſſor a. D. In Originalleinenband 3 Mark.
Ver=
lag von J. J. Weber in Leipzig. An Stelle des „
Katechis=
mus des Verſicherungsweſens” von Oskar Lemcke iſt das
vorliegende handliche Werkchen in der Sammlung von
„Webers Illuſtrierten Handbüchern” erſchienen. Es wird
nicht nur von dem Anfänger als Einführung in die
Ver=
ſicherungskunde mit Nutzen geleſen werden, ſondern auch
dem Fachmann manche Anregung bieten; wegen ſeines
Abſchnittes über die Sozialverſicherung wird es für
Ar=
beitgeber und Angeſtellte von beſonderem Intereſſe ſein.
Das Werkchen ſei darum beſtens empfohlen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 3. Juli. Die Verhandlung gegen die
Abgeordneten Borchardt und Leinert wegen der
bekannten Vorfälle im Abgeordnetenhauſe, wozu Termin
vor der Strafkammer auf den 8. Juli angeſetzt war,
wurde wegen plötzlicher Erkrankung des Abg. Borchardt
bis nach den Gerichtsferien auf den 23. September
auf=
geſchoben.
* Berlin, 3. Juli. Nach dem Berliner Tageblatt wurde
der Buchhalter Geb, der nach Veruntreuung von 200000
Mark aus Düſſeldorf flüchtig wurde, auf der Prinkipo=
Inſel im Marmarameer verhaftet und iſt heute unter
ſicherer Bedeckung von Konſtantinopel nach Deutſchland
ge=
bracht worden. Man fand bei ihm noch 180000 Mark. Der
Konſularbeamte, der die Verhaftung veranlaßte, erhielt
eine Belohnung von 1000 Mark und zehn Prozent der
wiedergefundenen Summe, alſo im ganzen 19000 Mark.
* München, 3. Juli. Der Magiſtrat beſchloß,
vor=
behaltlich der Zuſtimmung des Gemeindekollegiums und
der Genehmigung der Staatsregierung, die
Einver=
leibung der Nachbargemeinden Berg am Leim,
Mil=
bertshofen, Mooſach und Ober=Foehring. Hierdurch wird
die Einwohnerzahl um 10 300 Seelen vermehrt.
* Köln, 3. Juli. Die Kölniſche Zeitung verweiſt
die Meinung, Deutſchland wolle verſuchen,
Ruß=
land von dem franzöſiſchen Bündnis und
dem engliſchen Einvernehmen abzuſprengen, in das
Reich der Phantaſie, da die deutſche Politik immer den
Standpunkt einnahm, anderen Staaten in keiner Weiſe
zu verwehren, politiſche Kombinationen einzugehen. Wir
erwarten, ſchreibt das Blatt, von der Kaiſerreiſe keine
Aenderung in der aktuellen Politik Rußlands, ſondern
nur die Wiederherſtellung und Befeſtigung
vertrauens=
voller Beziehungen zwiſchen Rußland und Deutſchland.
Gelingt es, das in manchen Kreiſen Rußlands noch
vor=
herrſchende Mißtrauen gegen Deutſchland zu beſeitigen
und an ſeine Stelle Vertrauen zu ſetzen, iſt alles erreicht,
was wir erwarten können. Bei der Ueberzeugung, daß
zwiſchen beiden Staaten keine ernſten Streitpunkte
vor=
handen ſind, wird ſich ganz von ſelbſt eine politiſche
Orientierung in friedlichem Sinne ergeben.
* Oberhauſen, 3. Juli. Auf der Zeche Oſterfeld „Zur
guten Hoffnungshütte” fand heute mittag 1 Uhr in einem
Aufbruch zwiſchen zwei Flözen beim Schießen eine
Ex=
ploſion ſtatt, bei der 14 Bergleute getötet
und einige verletzt wurden.
* Wien, 3. Juli. Das Abgeordnetenhaus nahm
das Budgetproviſorium, ſowie die geſtern in zweiter
Leſung angenommenen Geſetzentwürfe heute in dritter
Leſung an und begann die zweite Beratung der beiden
Militärſtrafprozeßvorlagen.
* Madrid, 3. Juli. Die Kammer hat geſtern den
Geſetzentwurf, betreffend die Zulaſſung des
Zuſammen=
ſchluſſes benachbarter Provinzen zur Ausführung
öffent=
licher Arbeiten und zur Förderung der gemeinſamen In=,
tereſſen, weiter beraten. Zu Artikel 1 wurden über hundert
Abänderungsanträge eingebracht, darunter viele von den
Liberalen zum Zweck der Oppoſition. Die Anhänger des
Miniſterpräſidenten ſind über die Obſtruktion entrüſtet und
wollen ihr in der nächſten Sitzung, koſte es, was es wolle,
ein Ende bereiten.
H.B. Kaſſel, 3. Juli. Die Abreiſe der
Kaiſe=
rin von Potsdam nach Wilhelmshöhe iſt heute von
Sonntag auf Mittwoch verſchoben worden.
— Breslau, 3. Juli. Wegen
Spionageverdach=
tes wurde in Strehlen ein Ruſſe verhaftet und in das
Brieger Gerichtsgefängnis eingeliefert. Man mutmaßt
einen Zuſammenhang mit der Spionageaffäre
Koſte=
witſch.
— Helſingfors, 3. Juli. In einem Militärlager am
Willmannſtrand wurden durch Blitzſchlag 5 ruſſiſche
Soldaten aetätet; 10 wurden ſchwer, viele leicht verletzt.
Während der Reisezeit
ſenden wir auf Verlangen unſeren verehrlichen
Abonnenten das
Darmstädter Tagblatt‟
nach allen Orten des Deutſchen Reiches und des
Auslandes. Die Nachſendung kann überallhin
durch Kreuzband erfolgen. Poſtüberweiſungen
ſind nur im Deutſchen Reiche zuläſſig u. empfehlen
ſich dann, wenn der Aufenthalt an einem Platze
länger als 3 Wochen dauert und zu Anfang
eines Monats beginnt.
Die tägliche Zuſendung durch Kreuzband
koſtet innerhalb Deutſchland u. Oeſterreich=Ungarn
pro Woche 40 Pfg.; ins Ausland pro Woche
80 Pfg. Porto.
Beſtellpoſtamte direkt zu erſtatten, bezw. werden
von dem betreffenden Briefträger ſtillſchweigend
kaſſiert. Für jeden angefang. Monat iſt die
Ueber=
weiſungs= und Zuſtellungsgebühr voll zu
entrich=
ten. Anträge auf Ueberweiſung erbitten wir uns
einige Tage vor der Abreiſe
unter genauer Angabe der Adreſſe, weil dadurch
Un=
terbrechungen im Abonnement vermieden bleiben.
Poſtabonnenten unſeres Blattes müſſen die
Ueberweiſung bei ihrem zuſtändigen Poſtamte
beantragen.
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Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Mitteilung, daß heute
Mittag meine liebe, treuſorgende Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
(14552
Frau
Marie Geiger Ww.
geb. Weinberger
nach ſchwerem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden ſanft verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Geiger,
Metallwarenfabrikant.
Darmſtadt, 2. Juli 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, den
5. Juli, um 4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus.
Die Beiſetzung von
Herrn Hofbuchhändler
August Klingelhoeffer
findet Donnerstag nachmittag
3 Uhr, von der Leichenhalle des
ſtädtiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die bei dem uns ſo ſchwer betroffenen
Verluſte meiner lieben Frau, unſerer guten Mutter,
Schwiegermutter, Schwägerin, Tante und
Groß=
mutter
(14509
Frau
Christine Hettinger
geb. Hegemann
erwieſene Teilnahme, ſowie für die zahlreichen
Kranzſpenden, allen denen, welche der Verblichenen
die letzte Ehre erwieſen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Waitz für den Nachruf und dem Männer=Qaartett
Humor” ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliehenen.
Darmſtadt, 3. Juli 1912.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Mitteleuropa breitet ſich langſam tiefer Druck
aus. Ein flaches Tief, das über Polen und Siebenbürgen
liegt, verurſachte bei uns heute morgen noch wolkiges
Wetter bei mäßig hohen Temperaturen. Geſtern
nach=
mittag wurden in unſerem Bezirk Gewitter beobachtet,
die zum Teil erhebliche Niederſchläge brachten, Ueber
Frankreich liegt ein neues Tief, das uns morgen noch
beeinfluſſen wird.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
4. Juli: Wolkig, unerbebliche Niederſchläge, mäßig warm.
Tageskalender.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr. — Reſt. „Metropol” um
8 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage, Auslage Rheinſtraße 23: Die
„Viktoria Luiſe” bei der Kieler Woche; zum Kampf
um die Präſidentſchaft der Vereinigten Staaten von
Nordamerika; von der öſterreichiſchen Alpenfahrt; ein
deutſcher Sieg in England.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 5. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Georg Hof (
Moos=
bergſtraße 52) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teibbeſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagbkatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurkergeſand
engl. Jackenkleider
jetzt von
Nummer 155.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Satöott
Ausverkauf
in der
Aohrentons-Asrenun
1 Posten
B25
Leinen-Kostüme
jetzt 6
Posten
marine Jackenkleider
jetzt von 10 an
Posten
Jackenkleider
früher bis 68.−
jetzt 25
Kostüm-Röcke
1 Posten
1 Posten
1 Posten
schwarz und farbig, schwarz undmarin
jetzt Stück früher bis 18.—, jetzt früher bis 32.—, jet.
2.75
7.50
18.00
Rieider
Weiße
Stickereikleider
jetzt 6
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95,30
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,20
5 Tehuantepec . . . .
98,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 195,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . .
.150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,00
6½ Darmſtädter Bank . 121,70
12½ Deutſche Bank . . . 255,60
6 Deutſche Vereinsbank . 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,20
10 Diskonto=Kommandit 186,70
8½ Dresdener Bank . . 153,75
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,70
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 129,50
5.86 Reichsbank . . . . . 134,60
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,10
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 125,00
7½ Wiener Bankverein . 133,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . 98,50
M. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 99,80
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
.. . . 99,90
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6-
89,50
S. 3—5 .
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
do.
88,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pk 99,30
do.
9½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . —
8½ do.
89,50
4 Frankfurt.
99,70
do.
95,20
4 Gießen .
98,90
9½ do.
91,00
4 Heidelberg
98,80
8½ do.
88,50
4 Karlsruhe
8½ do.
89,20
4 Magbeburg
99,10
8½ do.
4 Mainz
98,30
3½ do.
90,00
4 Mannheim
98,30
3½ do.
88,70
4 München
99,90
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
89,6
4 Offenbach
-
8.
ZnPro
3½ Offenbach
99,60
4 Wiesbaden .
3½ do.
88,50
4 Worms .
3½ do.
89,75
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 134,60
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 75,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,50
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,40
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger.
. ſl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 196,00
Freiburger
. Fs. 15
Fs. 45
Mailänder
do.
. Fs. 10 31,50
Meininger .
.ſl. 7 35,50
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl. 100 454,00
Ungar. Staats . . fl. 100 367,00
Venediger .
Fs. 30 44,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,42
20 Franks=Stücke
16,25
Amerikaniſche Noten .
4,18
Engliſche Noten . . .
20,46
Franzöſiſche Noten.
81,15
Holländiſche Noten.
169,60
Italieniſche Noten.
80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lombard Z5f. 5½
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N 75.
Donnersting, 4. Zul.
1912.
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die geſetzlichen
Ferien bei dem Provinzial=Ausſchuß der Provinz Starkenburg mit dem 15. Juli
heginnen und am 15. September d. Js. endigen.
Während dieſer Ferien, welche auf den Lauf der geſetzlichen Friſten ohne
Ein=
fluß ſind, können nur in Sachen, die einer beſonderen Beſchleunigung bedürfen und
von dem unterzeichneten Vorſitzenden von Amtswegen oder auf Antrag als
Ferien=
ſachen bezeichnet werden, Termine abgehalten und Entſcheidungen erlaſſen werden.
Darmſtadt, den 26. Juni 1912.
(14092sd
Der Provinzial=Ausſchuß der Provinz Starkenburg.
Fey.
Das Komie des Höbſt. und Kartoſemarites zu Darmſadt beabſichtigt,
au=
läßlich des vom 12. bis 14. Oktober d. Js. zu Darmſtadt ſtattfindenden Obſt= und
Kartoffelmarktes eine Verloſung von Tafelaufſätzen, Obſt, Gemüſen, Konſerven und
dergleichen zu veranſtalten. Die Ziehung findet am 15. Oktober 1912 ſtatt.
Das Großh. Miniſterium hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung
dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 7000 Loſe zu 0,30 Markldas
Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des Bruttoerlöſes aus dem
Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind.
Zugleich wurde der Vertrieb der Loſe in den Kreiſen Darmſtadt, Dieburg und
Groß=Gerau geſtattet.
(14511
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dobermann. 1 Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(14525
Bekanntmachung,
betreffend: die Durchführung des Hausarbeitsgeſetzes.
Unter Bezugnahme auf die nachfolgende Bekanntmachung
Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 25. Juni 1912 weiſen wir
ſämt=
liche Unternehmer, Leiter von Zweigſtellen, Zwiſchenmeiſter und
Aus=
geber die nach § 13 des Hausarbeitsgeſetzes ein Verzeichnis
derjeni=
gen Perſonen führen müſſen, welchen ſie Hausarbeit übertragen
oder durch welche außerhalb der Arbeitsſtätte des Gewerbetreibenden
die Uebertragung erfolgt, bis längſtens zum 15. Juli 1912 eine
Abſchrift dieſes Verzeichniſſes den zuſtändigen Polizeirevieren
ein=
zureichen.
Darmſtadt, den 3. Juli 1912.
(14543ds
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Nach § 13 des Hausarbeitsgeſetzes ſind u. a. Gewerbetreibende,
die außerhalb ihrer Arbeitsſtätte in Werkſtätten gewerbliche Arbeit
petrichten laſſen, verpflichtet:
ein Verzeichnis derjenigen Perſonen, welchen ſie Hausarbeit
übertragen oder durch welche außerhalb der Arbeitsſtätte
des Gewerbetreibenden die Uebertragung erfolgt, unter
An=
gabe der Betriebsſtätte dieſer Perſonen zu führen; das
Ver=
zeichnis iſt auf Erfordern der Ortspolizeibehörde ſowie den
Gewerbeaufſichtsbeamten jederzeit zur Einſicht vorzulegen
oder einzureichen.
Die entſprechende Verpflichtung liegt ſolchen Perſonen ob, die,
ohne daß ſie eine Arbeitsſtätte beſitzen, für Gewerbetreibende
außer=
halb deren Arbeitsſtätte Arbeit an Hausarbeiter übertragen.
Vom 1. April lf. Js, ab haben ſonach zu führen:
1. ein Verzeichnis der beſchäftigten Hausarbeiter: die
Unternehmer und die Leiter von Zweigſtellen der Betriebe (62 Abſ. 1
des Geſetzes), ſoweit ſie unmittelbar, d. h. nicht durch Zwiſchenmeiſter
oder Ausgeber (Faktoren, Fergen) Hausarbeiter beſchäftigen, die
ſo=
genannten Zwiſchenmeiſter für die von ihnen außerhalb ihrer
Arbeits=
ſtätten mit Hausarbeit beſchäftigten Perſonen oder die ſog. Ausgeber,
Faktoren und Fergen (Perſonen ohne eigene gewerbliche Arbeitsſtätte)
für diejenigen Hausarbeiter, welchen ſie für — meiſt an andern Orten
wohnhafte — Gewerbetreibende Hausarbeit übertragen.
2. ein Verzeichnis der beſchäftigten Zwiſchenmeiſter und
Ausgeber (Faktoren, Fergen): die Unternehmer und die Leiter
von Zweigſtellen der Betriebe hinſichtlich ſolcher Perſonen, durch
welche außerhalb der Betriebſtätten für die Betriebe die Uebertragung
von Arbeit an Hausarbeiter erfolgt, ſei es, daß dieſe Perſonen — wie
die Zwiſchenmeiſter — ſelbſt zugleich an der Herſtellung der
Arbeits=
erzeugniſſe mitbeteiligt ſind, oder daß ſie — wie die Ausgeber (
Fak=
roren, Fergen) — in der Hauptſache nur die Ausgabe der Arbeit
vermitteln.
Zwiſchenmeiſter, welche die übernommene Arbeit ausſchließlich
in ihren eigenen Arbeitsſtuben und Werkſtätten ausführen laſſen,
alſo daneben nicht noch an Hausarbeiter weiter übertragen, ſind in
das Verzeichnis nicht aufzunehmen.
Die Verzeichniſſe müſſen den Namen der Hausarbeiter,
Zwiſchen=
meiſter und Ausgeber unter Angabe der Betriebsſtätte dieſer
Per=
ſonen enthalten.
Wir weiſen die Beteiligten auf dieſe Verpflichtung zur Führung
der Verzeichniſſe hin und bemerken dazu noch, daß in der Stadt
Darmſtadt das Großh. Polizeiamt, in den Landgemeinden die
Bürger=
meiſtereien mit Friſt bis zum 15. Juli lf. Js. eine Abſchrift der
Verzeichniſſe von ihnen einfordern werden.
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fev.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und
Obſt=
wein (auch Johannisbeer= und Stachelbeerwein) unterliegt der
Oktroi=
abgabe.
Wer Wein oder Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung
be=
gonnen und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine
Be=
ſcheiniguug erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit
der Aufſicht beauſtragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes ſowohl im Kelterhaus, als im Keller feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendeter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten
Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
Hier=
bei werden von der durch die Aufnahme ermittelten Geſamtmenge
5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. November 1903, betreffend den Oktoitarif, vorgeſehene
Erleichte=
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung
der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in das die
Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen eigenhändig
unter=
ſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen.
Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung des
Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von
(13904a
2 Mark bis 30 Mark geahndet.
Darmſtadt, den 21. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 16. bis 30. Juni 1912.
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 24.— bis 26.25
Korn
1725 „ 21.50
,
Gerſte
18.75 „ 22.50
Hafer
19.25 „ 23.—
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.—
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 11.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.—
Heu per 50 Kilo Mk. 5.—
Darmſtadt, 3. Juli 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Erhebung der
Gemeindeſteuern.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen 1.
Zie=
les der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli I. Js. erſtreckt.
Zahlung hat bei Meidung des
Beitreibungsverfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (13571a
Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Diejenigen Pfennig=Marken=
Blätter, welche eine auf volle Mark
abgerundete Geſamteinlage bis zum
Ende des abgelaufenen
Viertel=
jahres nachweiſen, ſind nebſt den
ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Samstag, 6. Juli 1912,
an die Herren Stationserheber zur
Veranlaſſung der Ueberſchreibung
abzuliefern.
(14513
Darmſtadt, 3. Juli 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 15. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Heinrich Butterfaß
Witwe, Marie, geb. Strehl, zu
Darmſtadt, und deren Kindern
zu=
geſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
V 62907/100og 92 Hofreite
Pallas=
wieſenſtraße
Nr. 32,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B35/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 26. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (114536
Bekanntmachung.
Donnerstag, 18. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Adam zu
Nieder=Modau und deſſen Sohn
Philipp Wilhelm Adam daſelbſt
im Grundbuch der Gemarkung
Darmſtadt zugeſchriebenen
Grund=
ſtücke:
Flur Nr. qm
20 190 794 Acker) unterhalb
der Schneid=
20 191 787 Acker) mühle,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K49/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 6. Juni 1912.
Großh. Ortsgerichts Darmſtadt I.
Müller. (V12916
Pferde=Verſeigerung.
Dienstag, den 9. Juli 1912, vormittags 10 Uhr,
ſollen im Großh. Hofmarſtalle dahier 2 ausrangierte
Landgeſtüts=
beſchäler unter der Bedingung des ſofortigen Abſchlachtens verſteigert
werden. Ueber das Abſchlachten iſt ein beglaubigtes
veterinärärzt=
liches Zeugnis einzureichen und iſt bis zur Erbringung desſelben
eine Kaution von Einhundert Mark für jeden zu ſchlachtenden Hengſt
ſofort zu hinterlegen.
(14557
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
Großherzogliche Landgeſtüts=Direktion.
von Willich.
I. Preussisch-Süddeutsche
(227. Königlich Preussische)
Klassen-Lotterie
Ziehung 1. Kl. um 10. und H. Jan 1912
Lose zu den amtlichen Preisen:
Achtel Viertel Halbe Ganze
Mk. 5.—
Mk. 10.—
Nkr. 20.—
Mk. 40. g
in jeder Klasse, haben noch abzugeben: (13361a
Die Königl. Preussisch. Lotterie-Einnehmer
H. Hilsdorf
Christian Kullmann L. F. Ohnacker
Elisabethenstr. 2
Wilhelminenstr. 9
Telephon 314
Telephon 351
O. Petrenz, Elisabethenstr. 5
i. Fa. Müller & Rühle, Hofbuchhandlung
Telephon 220.
Ludwigstrasse 1
Telephon 84
Philipp I. Schmidt
Rheinstrasse 33
Telephon 127.
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Georgenſtr. 1, II. Stock.
Frau Helene Beck-Swirles
Dentistin.
En unſer Genoſſenſchafts=Regiſter
wurde heute eingetragen
hin=
ſichtlich der Firma:
Darmſtädter
Genoſſen=
ſchaftsbuchdruckerei,
ein=
getragene Genoſſenſchaft
mit beſchränkter
Haft=
pflicht, Darmſtadt.
Auguſt Stork iſt aus dem
Vor=
ſtande ausgeſchieden und an ſeiner
Stelle der Geſchäftsführer Joſef
Kaindl in Darmſtadt in den Vor=
(14510
ſtand gewählt.
Darmſtadt, 29. Juni 1910
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
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Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
Sage das nicht immer, Friedrich Wilhelm. Ich habe
es in meiner Jugend oft aus dem Munde der Dienſtboten
hören müſſenz wenn mir eine unſchuldige Freude
ver=
boten wurde. Doch ſieh nur, wie es in dem Netz zappelt.
Petri Fiſchzug! rief Wilhelm lachend dem zu ihnen
hinſehenden Fiſchmeiſter zu.
Ja, Herr Baron, klang es zurück. Seit Jahren haben
wir nicht ſolchen Fang getan.
Wir kommen zu Ihnen hinüber, rief der junge Mann
ind half Suſanne bei dem Einſteigen in das breite Boot.
Beluſtigt ſahen ſie der Arbeit der Männer zu, in dem
dicht danebenliegenden Fahrzeug ſtanden die großen
Fiſchkaſten offen, und die Berliner Händler ſortierten
mit großer Schnelligkeit die verſchiedenen Fiſche in ihre
Behälter.
Wo iſt denn der Möller? fragte Suſanne.
Betrunken, gnädiges Fräulein. Das arme Weib hat
er wieder braun und blau geſchlagen.
Die Lena? — Er hat mir doch verſprochen —
Was gilt ſolchem Lumpen ein Verſprechen, gnädiges
Fräulein. Morgen kündige ich ihm.
Andreas!
Es geht nicht mehr, ich habe Geduld genug gehabt.
Wenn es nicht wegen der Lena geweſen wäre, ſo wäre
er ſchon lange geflogen.
Andreas! Bittend ſah ihn das junge Mädchen an.
Nein, nein! Der Kerl muß aus Altenwerder heraus,
ſonſt erleben wir hier noch Mord und Totſchlag.
Und die Lena?
Warum hat ſie ſich an ſolchen Liederjahn
fortgewor=
fen, wo ſie doch ganz andere haben konnte. Den Friedrich
zum Beiſpiel, der hat ſich doch nur wegen ihr von
Alten=
werder fortgemacht.
Ich will nach der Lena ſehen, ſagte Sufanne und
ſtieg über den Rand des Bootes.
Bleib doch, Suſanne. Du ſollſt nicht ohne Schutz in
die Nähe eines Säufers gehen, rief Friedrich Wilhelm
und machte Miene, ihr nachzuſpringen.
Laſſen Sie das Fräulein ruhig gehen, der Möller
liegt wie ein Toter in der Kammer, und der Lena tut ein
gutes Wort not. Wenn die ihren Jungen nicht hätte,
die läge ſchon lang bei den Fiſchen im Grund. Warum
muß denn auch durchaus geheiratet werden, es laufen
genug vaterloſe Kinder herum, ſetzte der Fiſchermeiſter
vertraulich hinzu und ſo leiſe, daß die Händler es nicht
hören konnten.
Ach ſo. Friedrich Wilhelm hatte verſtanden.
Ja, ſo denken wir Mannsleute. Aber das gnädige
Fräulein denkt anders. Und die Lena iſt ſo lange Jahre
in ihrem Dienſt geweſen, ſeitdem ſie in der Schloßkapelle
zuſammen eingeſegnet worden ſind. So hat unſer
gnä=
diges Fräulein es richtig fertiggebracht, daß der Möller
mir als Knecht beigegeben wurde, und die Lena wurde
ſeine Frau, grade noch zur Zeit für den Jungen, bei dem
das gnädige Fräulein Pate ſtand. Nun ſchlägt der Kerl
die Lena und auch den Jungen, und ſie kann nicht von
ihm fortlaufen. Die Weiber ſind eben zu dumm in
ſol=
chen Sachen, ſie gehen ihrem eigenen Kopf nach und hören
auf niemanden.
Aber die Frau kann ſich doch von dem Trunkenbold
ſcheiden laſſen.
Das geht nicht ſo leicht, Herr Baron, der Mann iſt
nicht liederlich. Und die Prügel! — Du lieber Himmel,
wenn ſich alle Weiber von ihren Männern ſcheiden laſſen
wollten, weil ſie geprügelt werden, ich glaube, dazu
reich=
ten alle Gerichte nicht aus, und wie ſollte der Staat die
Prozeßkoſten bezahlen. Die armen Luderchen haben ja
meiſt nichts mehr, als was ſie auf dem Leibe tragen.
Nein, Herr Baron, dann wäre wirklich der
Staatsban=
kerott da, der als Geſpenſt dem Reichstag ſo oft gruſeln
macht.
Könnte Ihre Frau nicht
Meine Frau! — Haha, Herr,Baron, keit wamr hin
Nummer 155.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Seite 13.
ich denn verheiratet. Ne, ne, für ſo was war der
An=
dreas nie zu haben. Anders wars pläſierlicher.
Friedrich Wilhelm lachte herzlich über das pfiffige
Geſicht des Alten, ſagte dann aber neckend: Und jetzt im
Alter?
Verſorgt mich meines Bruders Tochter ſo gut, wie
nur ein Erbonkel verpflegt werden kann. Das muß man
kennen.
Sie ſehen auch nicht aus, als ob Ihnen was abgeht,
Andreas.
Für ſo dumm verkaufe ich mich nicht, Herr Baron.
Ich kenne mich aus im Leben.
Na, viel Glück dazu, Andreas. Vielleicht mache ich
es Ihnen nach.
Das wäre ſchade für Altenwerder. Der alte Herr
Baron will doch noch die Erbfolge geſichert ſehen. Sie
haben keine Zeit zu verlieren, Herr Baron, und ſo was
Liebes und Schönes läuft Ihnen ſo bald nicht wieder
über den Weg, ſagte der alte Mann und wies vertraulich
auf die wieder aus dem Häuschen zum Vorſchein
kom=
mende Suſanne hin.
Was Sie klug ſind.
Man hat doch ſeine Augen im Kopf. Halten Sie ſich
dazu, Herr Baron, Sie ſind der Erſte, unſer gnädiges
Fräulein hat bisher gelebt wie eine Nonne. Ich denke,
es iſt was Schönes darum, die das Lachen zu lehren
und das Liebhaben.
Der Fiſchmeiſter blickte mit ſolcher Verehrung zu
dem jungen Mädchen hin, daß es in dem Herzen des
jungen Mannes heiß aufſtieg in herzlichem
Liebesver=
langen. Er verabſchiedete ſich raſch und eilte Suſanne
entgegen.
Wie war’s?
Sehr ſchlimm. Er hat das Kind wieder ſchwer
miß=
handelt, ſie will von ihm fort.
Recht ſo. Ich kann der armen Frau vielleicht raten.
Ach ja.
Laß mich nur machen.
Ich werde es dir danken.
Aber warum haſt du der Lena die Ehe mit dem Kerl
nicht ausgeredet?
Weil ihr Kind einen Vater haben mußte, davor
mußte alles andere zurückſtehen.
Hm!
Plötzlich lag das Schweigen zwiſchen den beiden
jungen Menſchenkindern. Auch das leiſe Schnauben des
Fuchſes ſtörte ſie nicht auf. Sie ſchritten raſch aus, denn
es war nun wirklich höchſte Eile geboten, wenn ſie noch
rechtzeitig zum Frühſtück eintreffen wollten. Wie endlos
der gerade Weg vor ihnen lag, aber zuletzk war er doch
überwunden, Suſanne lief durch den Blumengarten der
Schloßtreppe zu und nahm die breiten Stufen im Fluge.
Komme ich noch zur Zeit, Johann? rief ſie dem
Diener zu, als ſie die Veranda betrat, in der zu dieſer
Jahreszeit das zweite Frühſtück genommen wurde.
Ja, der Herr Baron kommt ſoeben erſt vom
Spaziergang zurück. Der Tee iſt ſchon aufgebrüht.
Drei Löffel Tee —
Und vorher die Kanne mit heißem Waſſer
aus=
geſchwenkt. Ich habe es dem gnädigen Fräulein genau
abgeſehen. Die Eier liegen im Wärmkörbchen, und vom
Toaſt röſtet die letzte Scheibe. Der alte Diener reichte
Suſanne raſch die ſilberne Gabel, auf die die
Weißbrot=
ſchnitte geſpießt war, denn die beiden Herren kamen
ſchon über die Schloßterraſſe. Man hörte den alten
Bagewitz fragen: So, iſt der Fiſchfang ergiebig ge=
weſen? Da wird beim Andreas wohl guke Zeit geweſen
ſein.
Ja, Onkel, er war ſehr guter Laune heute. Er iſt
ein Prachtkerl, dein Andreas. Doch wegen des Möller
möchte ich dich gern ſprechen. Der Kerl war wieder total
betrunken.
Später, ſpäter, wehrte der alte Herr verdrießlich.
Der Aerger bekommt mir nicht beim Eſſen.
Suſanne eilte auf den Großvater zu, den ſie ſtets zu
dieſer Zeit zuerſt zu ſehen pflegte, und küßte ihm die
Hand. Guten Morgen, Großvater, haſt du gut
ge=
ſchlafen?
Miſerabel, Kind, wie immer. Die Gicht zwickt
wieder mehr als gewöhnlich.
Bagewitz ſetzte ſich mit größter Schonung ſeiner
Gliedmaßen und ließ ſich von Suſanne bedienen. Er
war ſchlechter Laune und mäkelte an allem, ſo daß es
dem Neffen ſiedend heiß wurde vor unterdrücktem Zorn,
bis er einen Ausweg fand.
Ich habe Nachricht bekommen, Onkel, daß ich nach
Berlin zurück muß.
Was du nicht ſagſt, fuhr der Onkel auf, der ſich gerade
an einem köſtlichen Kaviarſchnittchen delektierte,
wäh=
rend ein Paar erſchrockene Mädchenaugen ſich in jäher
Ueberraſchung auf Friedrich Wilhelm richteten, was
dieſem nicht entging.
Gleich morgen gedenke ich zu reiſen.
Das beſprechen wir noch, Friedrich Wilhelm. Ich
fühle mich kränker denn je und kann dich nicht entbehren.
Mein Chef mich auch nicht, Onkel.
Ach was, Hofer kann ſich einen anderen Aſſeſſor
neh=
men, es gibt deren genug.
(Fortſetzung folgt.)
P. P.
Hierdurch beehre ich mich, die ergebene Mitteilung zu machen, daß ich
das seither in der Rheinstraße 17, Ecke Grafenstraße unter der
Firma A. & L. Kling geführte Spenglerei- und Installationsgeschäft nach Austritt des
Herrn A. Kling ab 1. Juli I. J. in denselben Geschäftslokalitäten unter der
handelsgerichtlich eingetragenen Firma
Ludwig Kilng & eo.
Installationsgeschäft und Bauspenglerei
weiterführen werde.
Für das mir bisher entgegengebrachte Wohlwollen sage ich meinen
verbind-
lichsten Dank und bitte höflichst, dasselbe auch auf die neue Firma übertragen zu
wollen.
Hochachtungsvollst
Ludwig Kling, Installationsgeschäft und Bauspenglerei
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Höflichst Bezug nehmend auf Vorstehendes gestatten wir uns zu erwähnen,
daß wir in unser Geschäft tüchtige, erfahrene Fachmänner aufgenommen haben, die
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mit den neuesten maschinellen Einrichtungen versehen und vollständig neu ausgestattet.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Jult 1912.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. Juli 1912.
Nummer 155.
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Zweite Kammer der Stände.
33. Sitzung.
St. Darmſtadt, 3. Juli.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach Exz.,
Ge=
heimeräte Dr. Becker, Dr. Beſt, Süffert,
Legations=
rat Dr. Neidhart, Geh. Oberfinanzräte Seip, Dr.
Rohde, Oberfinanzrat Balſer, Finanzrat Ulrich.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9½ Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein und
er=
ledigt zunächſt eine Mitteilung des Großh.
Staatsmini=
ſteriums,
Privatklage gegen den Abg. Damm
betreffend. Abg. Raab erſtattet mündlich Bericht.
Da=
nach ſchwebt gegen den Abg. Damm eine Privatklage wegen
Beleidigung. Auf Veranlaſſung des Amtsgerichts
Fried=
berg hat das Staatsminiſterium an den Vorſtand der
Zweiten Kammer das Erſuchen gerichtet, eine
Beſchluß=
faſſung darüber herbeizuführen, ob die Kammer die
Ge=
nehmigung zur Vorführung des Abg. Damm geben würde.
Der Vierte Ausſchuß hat ſich mit der Angelegenheit befaßt
und iſt zu dem Beſchluß gekommen, dem Erſuchen
keine Folge zu geben. Dem dahin gehenden
An=
trag des Ausſchuſſes ſchließt die Kammer ſich
einſtim=
mig an.
Danach wird die Beratung der Regierungsvorlage über
die Dienſtbezüge der Staatsbeamten und
Volksſchullehrer und ihrer
Hinterblie=
benen, ſowie die Deckungsmittel
betreffend, fortgeſetzt. Der Präſident gibt vom
Bauern=
bund (Abgg. Brauer und Gen.) geſtellte neue
Initiativ=Anträge
bekannt, die ſich inhaltlich mit den im Ausſchuß bereits
geſtellten und in der Anlage 2 des Berichtes (195)
abgedruckten decken. Neu hinzu kommt eine Skala für
Volksſchullehrerinnen, dahingehend: Die
defini=
tiv angeſtellten Lehrerinnen an den Volksſchulen haben zu
beziehen jährlich: im 1.—3. Dienſtjahr einen Gehalt von
1200 Mark, im 4.—6. von 1400 Mark, im 7.—9. von 1500
Mark, im 10.—12. von 1650 Mark, im 13.—15. von 1750
Mark, im 16.—18. von 1900 Mark, im 19.—21. von 2100
Mark und vom 22. Dienſtjahr ab von 2300 Mark.
Die Anträge ſtehen mit zur Beratung.
Abg. Henrich
beſpricht zunächſt die Erklärung der Regierung, die inſofern
überraſche, als dieſe damit den einzig möglichen Weg
ver=
ſperre, der ihr zur Annahme ihrer Vorlage verhelfen könne,
und die der Vermutung Raum laſſe, daß die Regierung
ſchließlich auch eine Erledigung im Sinne der Anträge und
Vorſchläge des Bauernbundes nicht ablehne. Redner
er=
klärt demgegenüber, daß ſeine Partei in jedem Stadium
der Verhandlungen an dem Vorſchlag des Ausſchuſſes
feſt=
halte, und daß ſie in dem Augenblick das Intereſſe an
der geſamten Vorlage verliere, in dem die Forderungen
des Ausſchußantrages, die für ſie die gerade noch
vertret=
bare Untergrenze darſtellen, abgeſchwächt werden. Er
for=
dert deshalb, daß zuerſt die Bedarfsfrage entſchieden werde
und dann erſt die Deckung. Auch die vom Ausſchuß
vor=
geſchlagene Löſung ſeine keine ideale, ebenſowenig wie die
Vorlage ſelbſt das ſei. Die Fortſchrittliche Volkspartei
hat ebenſo wie die anderen Parteien bemängelt, daß die
Vorlage keine abſchließende Gehaltsverſion brachte. Die
Fraktion hatte gewünſcht, daß die Vorlage in eine
Re=
viſion umgearbeitet werde und Redner iſt überzeugt, daß
das in den verfloſſenen Monaten hätte möglich ſein müſſen.
Je proviſoriſcher die gegenwärtige Vorlage geſtaltet werde,
um damit die baldige Erledigung des Definitivums zu
fördern, um ſo leichter werde ſeiner Partei die
Zuſtim=
mung. Auch der Bauernbund ſtimme grundſätzlich zu, er
wolle aber nur etwa 80 Prozent der geforderten Summe
bewilligen. Die zu erwartende definitive Gehaltsvorlage
wird in ihren Grundſätzen nicht gut anders ausſehen
kön=
nen, als die jetzige Regierungsvorlage, nämlich anſtelle
des Gehaltsgeſetzes der neue, revidierte Gehaltstarif, und
dazu tritt das penſionsfähige Wohnungsgeld. Auf völlig
anderem Standpunkt ſteht wohl nur der Bauernbund, der
einen Unterſchied in der Bezahlung zwiſchen Stadt und
Land nicht will und deshalb den penſionsfähigen
Woh=
nungsgeldzuſchuß ablehnt. Die Gründe für dieſe
Stel=
lungnahme könnten, wie Redner näher ausführt, nicht als
ausſchlaggebend anerkannt werden. Der Bauernbund
ſtelle dann weiter als Ideal den Gehaltstarif der
preußi=
ſchen Staatsbeamten auf. Das ſei beſtechend, namentlich
für die akademiſchen Beamten, ſei aber in Wirklichkeit
irre=
führend. Der Bauernbund wolle nicht den vollen
preußi=
ſchen Tarif bewilligen, ſondern nur ſo viel, als wir nach
Anſicht des Bauernbundes Geld haben. Der Standpunkt
des Bauernbundes ſei wohl zu verſtehen vom
Geſichts=
punkt der ſparſamen Wirtſchaft und der Sorge für eine
ſolide Vermögensverwaltung, aber er laſſe die
Rückſicht=
nahme auf die weitergehenden kulturellen Aufgaben des
Staates und auf deſſen ſoziale Verpflichtungen vermiſſen.
Die vom Bauernbund vorgeſchlagene unzureichende
Teue=
rungszulage ſei darum und weiter auch deshalb unbedingt
und unter allen Umſtänden abzulehnen, weil ſie die in
Ausſicht genommene definitive Beſoldungsreform völlig
in Frage zu ſtellen geeignet ſei. Erfreulich ſei, daß alle
Parteien die den Volksſchullehrern gebotene Erhöhung
von 11 Prozent als ungenügend anerkannt hätten. Für
das definitive Lehrergeſetz behalte ſich ſeine Partei die
ent=
ſprechenden Anträge vor und zwar vor allem neben der
Gehaltsſkala die Erhöhung des Penſionsanſchlages der
Wohnung von 400 Mark auf 500 Mark. Zu beklagen ſei,
daß für die Penſionäre und die Witwen nicht mehr zu
er=
reichen war; wiederholt müſſe auch eine beſſere Bezahlung
der nichtangeſtellten Schreibgehilfen der Regierung ans
Herz gelegt werden. Die Regierung mache dem Ausſchuß
und dem Abg. Ofann zu Unrecht den Vorwurf, daß er
nicht für dauernde Deckung ſorge, zumal ſich auch die
Re=
gierung der gleichen Sünde ſchuldig mache, wenn ſie in
ein Hinausſchieben der Deckung von 831 000 Mark durch
neue Steuern einwillige. Nach den Vorſchlägen des
Aus=
ſchuſſes blieben nur noch 140000 Mark in Zukunft zu
decken. Für die Belaſtung der Landgemeinden finde ſich
wohl keine Mehrheit; der Redner hofft beſtimmt, daß die
ablehnende Mehrheit dann auch die gleiche Gerechtigkeit
den Städten gegenüber walten laſſen werde wegen der
Koſten der höheren Schulen, zumal nur noch ein Reſt von
140000 Mark zu decken ſei, während die Regierung 230000
Mark von den Städten fordere. Das Geſetz über den
Ur=
kundenſtempel hätte ſeine Partei eigentlich nach ihrem
grundſätzlichen Standpunkt abzulehnen. Aber damit ſchaffe
man keine Mittel, die auf anderem Weg noch ſchwerer
auf=
zubringen wären. Forderungen für Ausgaben ſtellen, aber
die Mittel hierfür nicht zu bewilligen, dieſen Lurus könne
ſich ſeine Partei nicht leiſten. In dieſer Zwangslage und
bei der Geringfügigkeit der geforderten Stempelſätze habe
die Partei ſich entſchloſſen — ähnlich wie aus gleichem
Anlaß ihre Freunde in Württemberg — ihre
grundſätz=
lichen Bedenken zurückzuſtellen, aber aus Gründen der
Vorſicht erſt dann, wenn die Ausſchußanträge geſichert ſind.
Daß man auf die Dauer ohne neue Steuern auskommen
könne, glaubt der Redner nicht. Der Redner polemiſiert
gegen die der Fortſchrittlichen Volkspartei zu
Unrechtgemach=
ten Vorwürfe, ſie ſeibeſondersſteuerbewilligungsluſtig. Zum
Schluß ging der Redner ausführlicher auf das
Tilgungs=
geſetz ein, deſſen jetzige Erledigung mit Rückſicht auf die
unabweisbare Notwendigkeit der anderweiten Regelung
der Finanzordnung des Landes wie auch wegen des
Staatskredits geboten ſei. Daß das „Tilgungsſoll” noch
hinter die Beträge der Nottilgungsgeſetze zurückgeſchraubt
würde, ſei zu beklagen, aber im übrigen trage der
Aus=
ſchußantrag der Steuerkraft des Landes Rechnung, ohne
dabei die nötige Fürſorge für die Zukunft aus dem Auge
zu verlieren; die Hauptſache ſei, daß die geſamte
Staats=
ſchuld unter geſetzlichen Tilgungszwang geſtellt werde.
Wenn auch die Vorſchläge des Finanzausſchuſſes keine
ideale Löſung aller Vorlagen darſtellen, ſo ſtimme doch ſeine
Partei zu, weil das zur Zeit der einzig mögliche, Weg
ſei, der notleidenden Beamtenſchaft unverkürzt das zu
geben, was die Regierung ihr bietet und der Lehrerſchaft
ein, wenn auch beſcheidenes Plus, und weil damit der Weg
vorgezeichnet ſei, auf dem ſich die definitive Geſtaltung der
Dinge vollziehe.
Es tritt dann eine Pauſe ein.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen gibt
Präſi=
dent Köhler einen neuen Initiativantrag Dr. Weber und
Gen. bekannt. Dann ſpricht
Abg. Ulrich:
Ich finde, daß die Regierungsvorlage von Anfang. an
wenig Freunde gehabt hat und daß bei eingehender Prüfung
die Abneigung gegen die Vorlage noch gewachſen iſt. Es hat
auf beiden Seiten ein Mißtrauen geherrſcht, das faſt jede
Verſtändigung ausſchloß. Aus dieſem Grunde bin ich
garnicht weiter erſtaunt über die geſtrigen Ausführungen
des Geheimerats Becker. Die Abneigung der Regierung
gegen eine organiſche Reviſion der Beſoldungsordnung
hat überall durchgeſchimmert. Der Herr Geheimerat Becker
hat durchaus nichts Neues geſagt und hat uns auch nicht
beleidigt. Wir haben nie das Vertrauen gehabt, daß die
Regierung die Vorlage annehmen wird, wie wir es
wün=
ſchen und die da (zu den Regierungstiſchen), die trauen uns
nicht. (Große Heiterkeit.) Das iſt nun mal ſo. Es gab
ein Stadium in den Verhandlungen, da die Regierung
klipp und klar ſagte, das iſt ein Proviſorium und wenns
nicht gelingt, ein Definitorium daraus zu machen, dann
bleibts eben ein Proviſorium. Als ich dieſe Ueberzeugung
einmal gewonnen, ſtand für mich feſt, daß man das
Pro=
viſorium ſo proviſoriſch geſtalten müſſe, daß die Regierung
es unmöglich durchſetzen kann. Wir dürfen das
Miß=
trauen gegen den Willen der Regierung, eine organiſche
Regelung der Beſoldung durchzuführen, keinen Augenblick
fallen laſſen. Ich kann mich nicht dazu verſtehen, den
oberen Beamten, die über 7—10000 Mark Einkommen
haben, eine Erhöhung ihrer Bezüge durch Erhöhung des
Wohnungsgeldes zu bewilligen. Wir ſind der Meinung,
daß in erſter Linie die unteren Einkommen zwiſchen 1—2000
Mark einer Erhöhung bedürfen und ſchlagen darum vor,
von unten mit 20 Prozent Erhöhung anzufangen und bei
5000 Mark aufzuhören. Damit ſparen wir etwa 200000
Mark gegenüber den Vorſchlägen der Herren vom
Bauern=
bund. Bedauerlich waren die Vorſchläge zur Erhöhung
der Urkundenſtempel, weil das Publikum darüber
berech=
tigt aufgebracht und gegen die Beamten eingenommen
wer=
den mußte. So oft der Stempel gezahlt werden müßte,
würde man ſich ſagen, daran ſind die Beamten ſchuld. Am
meiſten bedauerlich war dabei die Steuer auf
Feuerver=
ſicherungsverträge, da die in erſter Linie den kleinen Mann
trifft. Redner verbreitet ſich dann ausführlicher über ſeine
oft erörterten Progreſſions=Steueraufſchläge. Wenn die
Regierung dieſen Vorſchlägen gefolgt wäre, hätte man
Mittel genug zur Deckung. Der Herr Geheimerat Becker
hat geſtern die Liebenswürdigkeit gehabt, mich mit einem
Artikel im Offenb. Abendblatt in Verbindung zu bringen.
Ich muß ernſtlich erklären, daß ich auf die Redaktion dieſes
Blattes viel weniger Einfluß habe, als der Herr
Geheime=
rat Becker auf die Redaktion der „Darmſt. Ztg., der er wohl
Direktiven geben kann, was bei uns nicht der Fall iſt.
Daß ich ein beſonderer Steuerſſchwärmer bin, muß ich doch
beſtreiten. Ich war und bin für eine Steuererhöhung der
großen Einkommen und Vermögen zu haben, aber in dem
Moment, da man mir von autoritativer Seite erklärt, es
geht ohne Steuererhöhung, bin ich damit einverſtanden. Ich
bitte den Herrn Präſidenten, die Abſtimmung ſo
vorzu=
nehmen, daß es den Abgeordneten immer noch möglich iſt,
alls ihre weitergehenden Anträge abgelehnt werden, für
von
Oeer
ganz- ohne Sodat
andere zu ſtimmen, damit wenigſtens etwas Poſitives
herauskommt.
Vizepräſident Dr. Schmitt
wird die Abſtimmung wie folgt vornehmen laſſen.
Zunächſt wird abgeſtimmt über den Amendementantrag
Ulrich, vorbehältlich der Abſtimmung über den erſten
An=
trag Brauer und Gen., dann über den Initiativantrag
Brauer und Gen., dann über den Antrag Brauer und Gen.
betr. die Lehrergehälter und dann zum Schluß über den
Antrag des Finanzausſchuſſes. So iſt Gewähr dafür
ge=
geben, daß doch wenigſtens etwas bei der Abſtimmung
herauskommt.
Abg. Münch
hält es für angebracht, doch einmal die Verhältniſſe der
Be=
amten zu beleuchten, denen durch die Vorlage geholfen
wer=
den ſoll. Er verlieſt dann zwei Stellen aus der Eingabe
der akademiſch gebildeten Lokalbeamten, in der deren Not
wahrheitsgemäß geſchildert wird. Er erörtert dann zur
Illuſtrierung an Hand von Zahlenmaterial Einzelfälle und
führt als Gegenbeiſpiele preußiſche Verhältniſſe an. Es
wird in Heſſen nicht eher Ruhe geben, als bis wir zu der
gleichen Gehaltsſkala kommen wie Preußen. Die beſten
zungen Beamten werden uns aus Heſſen weggeholt. Nach
der Regierungsvorlage bleiben die heſſiſchen akademiſchen
Lokalbeamten noch weit hinter den Reichs= und Preußiſchen
Beamten zurück. Es iſt unſere und der Regierung Pflicht,
endlich den Beamten das zu geben, was ihnen zukommt.
Man ſollte Vertrauen gegen Vertrauen ſetzen, damit der
Zuſtand des Mißtrauens aufhört und wir Hand in Harfd
mit der Regierung die Vorlage zuſtande bringen. (Bravo.)
Geheimerat Dr. Becker.
Die warmen Ausführungen des Vorredners entheben die
Regierung der Verpflichtung, nochmals zu beweiſen, daß
das, was die Regierungsvorlage vorſchlägt, das Minimum
iſt, was man den Beamten geben muß. Sie entheben uns
auch der Verpflichtung, den Abg. Ulrich zu
wider=
legen in ſeinen Behauptungen, daß die Kleinen
zu wenig und die Großen zu viel erhalten.
Es iſt nicht von Vorteil für die Vorlage, wenn immer
wie=
der allgemeine ſteuerpolitiſche Fragen eingehend erörtert
werden, über die ſchon zum Ueberdruß im Hauſe debattiert
worden iſt. Wer darüber noch nicht orientiert iſt, kann die
früheren Verhandlungen nachleſen. Auch die Ausführungen
des Abg. Henrich haben meiſt nur theoretiſches Intereſſe
und keine politiſche Bedeutung für die vorliegende Materie.
Ich rechne dazu die Ausführungen betr. die
ſteuer, die Reviſion des Eiſenbahnvertrages und zum
großen Teil auch ſeine BemerkungenlzurSchuldentilgung. Es
iſt leicht, die Forderung aufzuſtellen, keine neuen Schulden
zu machen. In der Praxis ſcheitert dieſer Grundſatz aber
an der Unmöglichkeit. Das Schuldentilgungsgeſetz hat
nicht nur den Zweck, Schulden zu tilgen, ſondern viel
wich=
tiger iſt der Zweck, feſtzuſtellen, wieviel aus den
Eiſenbahn=
überſchüſſen in die laufende Verwaltung übergeführt
wer=
den kann. Der Abg. Münch hat die Frage des
Ver=
trauens nochmals berührt. M. H.! Ich möchte Ihnen dazu
nochmals die Entwicklung der Dinge ins Gedchtnis
zurück=
führen. Der Herr Staatsminiſter hat Ihnen in
feierlich=
ſter Weiſe erklärt, die Regierung werde noch in dieſem Herbſt
eine Vorlage zur organiſchen Regelung der
Beſoldungs=
ordnung einbringen. Sie haben offenbar nicht das
Ver=
trauen zu der Regierung gehabt, daß ſie dieſes Verſprechen
auch wirklich einlöſt, denn Sie haben ſich im Ausſchuß dahin
geeinigt, die Vorlage nur für ein Jahr wirkſam zu machen,
weil Sie offenbar dadurch einen Druck auf die Regierung
ausüben wollen, daß Sie ſie am 1. April 1913 vor ein
Nichts ſtellen und ſie zwingen, bis 1. April 1913 ein
Definitivum zu bringen. Sie haben alſo zuerſt kein
Ver=
trauen gehabt. Ich bitte übrigens nochmals, mein
Steno=
gramm von geſtern nachzuleſeng da ſich ſonſt leicht um
der=
artige Aeußerungen Legenden bilden, die zu allerkei
unbe=
gründeten Behauptungen benutzt werden können. Wenn
Sie einmal abwägen, wer im Laufe der Verhandlungen
mehr nachgegeben hat, Regierung oder Finanzausſchuß,
dann werdg Sie doch finden, daß das Zünglein ſich ſehr
nach der Seite der Regierung hinneigen wird: Zu dem
Standpunkt, den der Abg. Henrich eingenommen hat,
ent=
weder alles oder nichts, kann die Regierung ſich nicht
ver=
ſtehen. Das werden auch die Beamten kaum wollen.
(Sehr richtig.) Die Regierung würde es tief bedauern,
wenn der Initiativantrag nicht hier und im andern Hauſe
eine Mehrheit finden würde. Redner verbreitet ſich an
Hand der Ausführungen des Abg. Henrich, die er meiſt
widerlegt, über die Deckungsfrage. Mit den gleichen
Grün=
den, mit denen der Abg. Henrich der Regierung die
Ver=
antwortung zuſchiebt, könnten wir dieſe dem Hauſe
zurück=
geben. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß
etwas brauchbares zuſtande kommt. Ich muß aber
auch ſagen, daß die Regierung mit gleich
gutem Gewiſſen ein Scheitern der Vorlage
an ihrem Standpunkt ertragen und nach
außen vertreten kann, als Sie ein Scheitern
der Vorlage an Ihrem Standpunkt
ver=
treten wollen. Laſſen Sie uns ruhig weiter arbeiten,
dann wird vielleicht doch noch etwas gutes und brauchbares
zuſtandekommen. Stellen Sie ſich nicht auf den Standpunkt,
alles oder nichts. Damit tun Sie den den Beamten keinen
Gefallen. (Zuſtimmung.)
Nach einer perſönlichen Bemerkung des Abg.
Mol=
than, die ſich gegen den Abg. Ulrich richtet, aber
unver=
ſtändlich bleibt, teilt Vizepräſident Dr. Schmitt mit, daß
der Abg. Grünewald und Gen. über den
Initiativ=
antrag namentliche Abſtimmung beantragen.
Da=
mit ſchließt die Sitzung. Nächſte Sitzung Donnerstag
9 Uhr.
Städtiſches Hallenſchwimmbad
Mühl=
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bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 7—12½ Uhr
morgens).
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