Inſerate.
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175. Jahrgang
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
der Militärflieger Leutnant v. Falkenhayn iſt geſtern
auf dem Flugfeld Döberitz abgeſtürzt und ums Leben
ge=
kommen.
der öſterreichiſche Flieger Czakary erreichte
in Wien mit 2 Paſſagieren eine Höhe von 4300 Metern
und ſtellte damit einen neuen Höhenrekord auf.
Der Zar empfing das Präſidium und 270 Abgeordnete
der Duma in Abſchiedsaudienz.
Die ruſſiſche Kaiſerfamilie iſt zum
Sommer=
aufenthalt in Peterhof eingetroffen.
Die italieniſche Kammer beſchloß geſtern die
Er=
richtung eines Kolonialminiſteriums.
Bei der erſten Abſtimmung über die von den
An=
hängern Rooſevelts angefochtenen
Delegiertenman=
date für den Chicagoer Parteikonvent
ſiegte die Taftpartei mit 605 gegen 464
Stimmen.
Präſident Taft wurde im erſten Wahlgange vom
repuplikaniſchen Nationalkonvent zum
Präſident=
ſchafts=Kandidaten nominiert.
Bei einer Entgleiſung des Expreßzuges
Mancheſter-Leeds wurden ſieben Perſonen
ge=
tötet.
Die Spaltung der Republikaner in den
Vereinigten Staaten.
*⁎* Vorausſichtlich iſt in dem Augenblick, wo dieſer
Artikel erſcheint, die Entſcheidung darüber, wer vom
republikaniſchen Konvent in Chicago für die
Präſident=
ſchaft nominiert wird, bereits gefallen. Mag nun Taft
oder Rooſevelt oder gar ein Outſider der Glückliche ſein,
ſo ändert das nichts an der Tatſache, daß der erbitterte
Kampf zwiſchen den beiden erſteren zu einem ſehr
be=
denklichen Riß in der republikaniſchen Partei geführt
hat. Es waren eben nicht zwei irgend welche
Perſön=
lichkeiten, die ſich da bis aufs Meſſer bekämpften,
ſon=
dern es handelte ſich um zwei der hervorragendſten
Männer der Union, von denen der eine heute noch
Staatschef iſt und der andere ebenfalls früher das
Weiße Haus bewohnte und eine in Amerika ſeltene
Volkstümlichkeit beſaß. Daher erregte dieſer Kampf ſo
großes Aufſehen, daher konnte der eine Gegner dem
anderen nicht weichen, wie es vielleicht im Intereſſe der
Partei gelegen hätte.
Der Gedanke der Gründung einer neuen Partei,
welcher von der Anhängerſchaft Rooſevelts erwogen
wird, iſt nicht etwa neu, denn ſchon im Sommer 1910
wurde bei einem Feſteſſen des Rooſevelt=Klubs in St.
Paul (Minn.) die Bildung einer neuen Partei angeregt,
die die Rechte des Volkes gegenüber den Beſtrebungen,
die nationalen Hilfsquellen des Landes zu
monopoli=
ſieren, vertreten ſollte. Es ſollte eine Partei des
Kom=
promiſſes ſein und gleichzeitig Konſervative und
Pro=
greſſiſten in ſich vereinigen, und die Bildung der Partei
ſollte nach Anſicht vieler die vornehmſte Aufgabe
Rooſe=
velts nach ſeinem Wiederauftreten in der politiſchen
Arena ſein. Dieſer Zeitpunkt wäre alſo jetzt gekommen,
und es bleibt abzuwarten, ob der Gedanke nunmehr
Ver=
wirklichung findet. Man darf geſpannt ſein, welche
Stellung die neue Partei eventuell auf wirtſchaftlichem
Gebiete einnehmen, ob ſie am Hochſchutzzoll feſthalten
oder den Demokraten entgegenkommen wird, die zwar
niemals Anhänger des Freihandels waren, aber doch
nur mäßige Zölle als Finanzzölle forderten oder wo in
beſonderen Fällen ein Schutzzoll im Intereſſe der
natio=
nalen Arbeit har nicht zu entbehren iſt.
Für die republikaniſche Partei kann die Spaltung
natärlich verhängnisvoll werden. Die Vartei hätte
eigentlich gerade jetzt triftigen Grund genug, einig zu
ſein, da ſie geſehen hat, wie die Demokraten infolge ihrer
inneren Zerriſſenheit lange Zeit von der Herrſchaft
aus=
geſchaltet waren und nun nach ihrem
Wiederzuſammen=
ſchluß die beſten Ausſichten haben, ans Ruder zu
kom=
men. In den letzten paar Jahren konnten ſie bei den
Wahlen recht gute Erfolge erzielen, und ihre Chancen
ſtehen auch bei dem demnächſtigen Kampfe um den
Prä=
ſidentenſitz nicht ſchlecht, namentlich wenn ſie bei dem
Parteikonvent in Baltimore, auf dem die
Zweidrittel=
mehrheit entſcheidet, ſich einmütig auf einen geeigneten
Kandidaten einigen könnten. Das würde im Lande im
Hinblick auf den Wirrwarr beim republikaniſchen
Kon=
vent den beſtengEindruck machen. — Zunächſt bleibt die
Nomination der Kandidaten für die Präſidentſchaft
ab=
zuwarten, bevor ein vorläufiges Urteil über den
voraus=
ſichtlichen Ausgang des Kampfes abgegeben werden
kann.
Deutſches Reich.
— Die Strafmilderungen der Novelle
zum Strafgeſetzbuch finden bekanntlich auf alle
vor ihrer Inkrafttretung noch nicht abgeurteilten
Straf=
taten, auch wenn ſie ſchon vorher begangen ſind,
An=
wendung. Für alle bereits früher abgeurteilten
Straf=
taten bleibt es bei den bisherigen ſtrengeren
Strafvor=
ſchriften. Es iſt aber in Ausſicht genommen, in
geeig=
neten Fällen dieſen Verurteilten die Wohltaten des
neuen Geſetzes im Gnadenwege zuteil werden zu laſſen.
Gemäß einer allgemeinen Verfügung des Königs weiſt
der Juſtizminiſter die Vollſtreckungsbehörden an, in
allen Fällen, in denen ſie die Vorausſetzung für eine
Strafmilderung für gegeben erachten, im Amtswege,
ohne daß es eines Gnadengeſuches bedarf, an ihn zu
berichten und einſtweilen die Vollſtreckung der Strafe
auszuſetzen. Zur Durchführung dieſer Anweiſung ſind
eingehende Anordnungen getroffen.
Von der Nationalliberalen Partei.
Zahlreiche nationalliberale Parteiführer veröffentlichen
einen Aufruf an ihre Parteifreunde im Lande, der ſich
mit der Gründung des Altnationalliberalen
Reichsver=
bandes beſchäftigt. In ihm heißt es:
Zu der in der Zentralvorſtandsſitzung vom 24. März
dieſes Jahres erhobenen Forderung, daß es unbedingt
nötig ſei, die Partei feſter zuſammenzufaſſen, ſteht in
ſcharfem Gegenſatz die nunmehr erfolgte Begründung
des Altnationalliberalen Reichsverbandes Er iſt eine
in völliger Selbſtändigkeit außerhalb der Partei ſtehende
Organiſation, die ſich über das Reich erſtrecken will, die
allen Parteimitgliedern, auch ganzen Verbänden ohne
irgend welche Beſchränkungen, wie ſie bisher den
Son=
derverbänden auferlegt waren, offen ſteht. Der
Alt=
nationalliberale Reichsverband ſchafft überall neben der
offiziellen Spitze eine zweite und trägt eine Art
Verwir=
rung in die Reihen der Parteien. Das bedeutet
zweifel=
los eine Zerſplitterung der Kräfte, eine Schwächung
der Stoßkraft, eine unheilvolle Lockerung des geſamten
Parteigefüges. In ernſter Beſorgnis warnen wir
da=
her alle Parteifreunde dem neugegründeten
Sonderver=
band beizutreten. Wir halten es für notwendig, daß
ohne Sonderbündeleien die verſchiedenen Anſichten in der
Partei in den ſatzungsgemäßen Inſtanzen in
Erſchei=
nung treten, damit die Nationalliberale Partei
entſpre=
chend ihrer großen Vergangenheit die Vertreterin des
geſamten nationalen und liberal fühlenden Bürgertums
bleibt.
Freie Verſeinigung heſſiſcher
Na=
tionalliberaler. Die nationalliberalen
Ver=
krauensmänner des Wahlkreiſes Erbach=Bensheim
ha=
ben ſich in ihrer Mehrheit für den Anſchluß an die
neu=
gegründete „Freie Vereinigung heſſiſcher
Nationallibe=
raler” ausgeſprochen. Auch die nationalliberalen
Ver=
eine von Erbach und König haben den gleichen Beſchluß
gefaßt. Eine geſchloſſene Wahlkreis=Organiſation wie in
anderen Bezirken beſteht in Erbach=Bensheim nicht.
— Die Reichspoſtverwaltung hat ſich
entſchloſſen, um Erſparniſſe in ihren Perſonalausgaben
zu machen, eine Reihe von Beamtendienſtgeſchäften auf
weibliche Perſonen zu übertragen. Es handelt ſich
da=
bei um zwei verſchiedene Stellungen. Einmal ſollen,
wie ſchon erwähnt, durchweg bei den Poſtämtern dritter
Klaſſe die nachgeordneten männlichen Beamten (zirka
3600 durch außerhalb des Beamtenverhältniſſes
ſtehende weibliche Perſonen erſetzt werden. Die
Ver=
gütung für die Tätigkeit bei dieſen Poſtämtern wird im
Durchſchnitt 750 Mark betragen, wobei die
Poſtverwal=
tung durch die Verwendung weiblicher Angeſtellter in
Zukunft über 2 Millionen jährliche Erſparniſſe erzielt.
Außerdem ſoll eine Reihe von Dienſtzweigen, die jetzt
von männlichen Beamten verſehen werden, Frauen
über=
tragen werden. Dabei werden an die Stelle von 4500
männlichen Beamten 5100 weibliche treten und, da das
Gehalt einer etatsmäßig angeſtellten Gehilfin in dieſen
Stellungen ſich auf 1928 Mark jährlich beläuft, ſo erſpart
die Poſt hierdurch weitere 4 Millionen jährlich.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Strafverfolgung Kovacs. Der
Immuni=
tätsausſchuß des Abgeordnetenhauſes beſchloß, dem
Anſuchen der Gerichtsbehörde wegen Auslieferung
Ko=
vacs behufs ſtrafrechtlicher Verfolgung, weil er Graf
Tisza zu ermorden verſuchte, ſtattzugeben und ihn der
Staatsanwaltſchaft unter Aufhebung der
Abgeordneten=
qualität auszuliefern.
Italien.
Die Kammer verhandelte über den
Geſetzent=
wurf der Errichtung eines Kolonialminiſtertums.
Mini=
ſterpräſident Giolitti hob die Notwendigkeit hervor,
als=
bald eine planmäßige und ſichere Löſung der ſehr ernſten
Fragen für die Kolonien anzuſtreben, wie die Regelung
des Familieneigentums, die Rechtſprechung des
Abga=
benſyſtems, des Zivilſtandes und der Schule. Der
Mi=
niſterpräſident ſchloß, die Errichtung des Miniſteriums
entſpreche namentlich dem Wunſche, den neuen Kolonien
eine ſolche Ordnung zu geben, daß die Bevölkerung von
Libyen baldigſt erkenne, daß die italieniſche Herrſchaft
für ſie die Quelle der Ziviliſation, des Wohlergehens
und des Reichtums ſein werde. (Lebhafter anhaltender
Beifall.) Der Geſetzentwurf wurde mit 209 gegen 22
Stimmen angenommen.
Frankreich.
Die Okkupation Marokkos. Die
Depu=
tiertenkammer ſetzte die Beratung der
Marokkointerpella=
tionen fort. Abel Ferry fragte bei der Regierung an,
welche Politik ſie in Marokko betreffend den Landerwerb
der Schutzbefohlenen, die Organiſation des
Wirtſchafts=
lebens und der Reform der Verwaltung des Maghzen
einzuſchlagen gedenke. Die Regierung traf, wenn auch
zögernd, durch Schaffung von Einheit in der Leitung und
der Verantwortlichkeit eine ausgezeichnete Maßnahme.
In Caſablanca müſſe ein großer Hafen geſchaffen
wer=
den. Das Schutzbefohlenenſyſtem werde ſich mit der
Ver=
waltung nicht vereinbaren laſſen. Individuelle
inter=
nationale Protektorate ſtänden im Widerſpruch mit dem
franzöſiſchen Protektorat und würden bedauerliche
Zwiſchenfälle hervorrufen. Frankreich habe beim
Aus=
tauſch von Marokko gegen die Kongogebiete dadurch
einen Fehler begangen, daß es Marokko nicht frei von
Hypotheken erlangte. Dennoch, ſagte Ferry, vertraue er,
daß Frankreich ſein Werk in Marokko ruhmreich vollende.
Zu der Beantwortung der eingebrachten
Interpella=
tionen über die Okkupation Marokkos durch den
Kriegs=
miniſter Millerand wird dem Berliner Tageblatt
aus Paris depeſchiert:
In der Kammer wurde die Beſprechung der
zahlkeichen Marokkointerpellationen fortgeſetzt. Es
wur=
den über die Zahl der franzöſiſchen Truppen und über
die zukünftige Verwaltung allerlei Fragen an die
Regie=
rung geſtellt. Der intereſſanteſte Moment der
Verhand=
lungen war, als ein ſozialiſtiſcher Abgeordneter das
Eindringen kapitaliſtiſcher Räuber und Gründer in
Marokko konſtatierte und als er für dieſe Bemerkung
den lebhaften Beifall der Rechten fand Die
Verbrü=
derung zwiſchen den Sozialiſten und den Konſerpativen,
die mehr Berührungspunkte haben, als man annehmen
möchte, wurde in dieſem Augenblick wieder einmal
offen=
bar. Der Kriegsminiſter Millerand antwortete auf alle
Fragen recht ausführlich, ohne aber beſonders viel
Neues mitteilen zu können. Er nahm die Truppen,
namentlich die Offiziere der Kriegsſchule, gegen die
ſozi=
aliſtiſchen Angriffe in Schutz. Nur auf die Frage,
wie=
viel Truppen Frankreich nach Marokko ſenden werde. und
welcher Art dieſe Truppen ſein würden, konnte der
Mini=
ſter keine beſtimmte Auskunft geben. Die Regierung werde
dem General Liautey ſoviel Mannſchaften ſchicken, als
er brauche und verlange.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Eine anſcheinend offiziöſe Mitteilung
bezeich=
net eine allzu peſſimiſtiſche Beurteilung des
gegenwärti=
gen Standes der franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen
als ungerechtfertigt. Nach einer an berufenſter Stelle
eingetroffenen Nachricht bekundet die Madrider
Regie=
rung in mehreren Punkten verſöhnlichere Abſichten,
ins=
beſondere bezüglich der Gegend von Isni und des
Luk=
kos=Gebietes. Was die bezüglich des Uerga=Tales
ge=
troffenen Unterhandlungen anlange, ſo könnten dieſe
nicht von neuem aufs Tapet gebracht werden, denn
Frankreich habe in dieſer Frage bereits die äußerſten
Zu=
geſtändniſſe gemacht und die Madrider Regierung wiſſe
das. Miniſterpräſident Poincaré, ſo ſchließt die
Mittei=
lung, liquidiere in einer für die Intereſſen Frankreichs
möglichſt günſtigen Weiſe eine ſchwer belaſtete Erbſchaft
Es ſcheint, daß es ihm kraft ſeines redlichen und
gedul=
digen Vorgehens gelingt, von Spanien, das er niemals
als gegneriſche Partei angeſehen habe, die Anerkennung
der Rechte Frankreichs in Marokko zu erlangen.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Juni 1912.
Nummer 146.
Portugal.
Im portugieſiſchen
Abgeordneten=
hauſe gab der Miniſterpräſident eine Erklärung des
Inhalts ab, daß in Oporto letzte Woche tatſächlich ein
Staatsſtreich geplant geweſen ſei mit der Abſicht, die
Auflöſung des Parlaments und die Einſetzung der
früheren proviſoriſchen Regierung mit diktatorialer
Macht zu erzwingen. Die Aufmerkſamkeit der Behörden
habe die Ausführung des Planes verhindert. Die
Un=
terſuchung ſei eingeleitet.
Rußland.
Der Kaiſer und die Duma. Aus Anlaß des
Schluſſes der geſetzgeberiſchen Periode der dritten
Reichs=
duma empfing der Kaiſer im Beiſein des
Miniſterprä=
ſidenten und des Miniſters des Kaiſerlichen Hauſes in
Zarskoje Sſelo 260 Abgeordnete der Duma, Vertreter
aller Fraktionen, mit Ausnahme der
ſozialdemokrati=
ſchen. Bei dem Erſcheinen des Kaiſers ertönte ein
don=
nerndes Hurra ſeitens der Abgeordneten. Der Kaiſer
ging die Reihe der Erſchienenen entlang und redete
ver=
ſchiedene Abgeordnete an, alsdann hielt er eine Anſprache
in der er etwa ſagte: Im Verlaufe von fünf Jahren folgte
ich aufmerkſam dem Arbeitsgang der Reichsduma und
will es nicht vor Ihnen verbergen, daß einige Fragen
nicht eine Richtung erhalten haben, die mir
wünſchens=
wert erſchien. Ich finde, die Debatten haben nicht
immer den ruhigen Charakter getragen, während die
Arbeiten hauptſächlich Ruhe erfordern. Andererſeits
bin ich froh, beſtätigen zu können, daß Sie viele Mühe
und Fleiß auf die Löſung der mir augenblicklich als
hauptſächlich erſchienenen Fragen verwandt haben und
zwar der Frage der Organiſation des Agrarweſens und
der Sicherung und Verſorgung der Arbeiterfamilien,
der Volksbildung, ſowie aller der Landesverteidigung
berührender Fragen. Die Abſtimmung über die
Anweiſung eines ſehr bedeutenden Kredits zum Ausbau
der Flotte hat mir wahre Freude bereitet. Ich finde es
wünſchenswert, in erſter Linie die Aufmerkſamkeit
auf das mir von meinem heißgeliebten Vater
hinter=
laſſene Erbe der Kirchen= und Gemeindeſchulen zu richten.
Ich wünſche, daß Ihr glücklich heimkehrt und denen, die
in die vierte Reichsduma wiederkehren ſollten, wünſche
ich, ſie zur ruhigen und fruchtbringenden Arbeit, mir zur
Freude, dem teuren Rußland zum Nutzen wieder zu
ſehen. Auf Wiederſehen, meine Herren!
Der Empfang dauerte ungefähr eine Stunde. Nach
dem Empfang wurden die Abgeordneten bewirtet. Der
Präſident der Duma brachte einen Trinkſpruch auf den
Kaiſer, der Vizepräſident einen auf die Kaiſerin und den
Thronfolger aus. Den Trinkſprüchen folgten begeiſterte
Hurrarufe.
Perſien.
In Täbris wird in den nächſten Tagen eine
zweite deutſche Aktiengeſellſchaft mit einem Grundkapital
von 38000 Toman eröffnet werden. Von 38 Aktien, die
ausgegeben werden, gehen 23 an Perſer und
Moham=
medaner über.
China.
Die chineſiſche Anleihe. Nachdem nunmehr
der Abſchluß der chineſiſchen Anleihe in Paris erfolgt iſt,
werden je nach Bedarf von Zeit zu Zeit
Zuſammen=
künfte der Sechsmächte=Bankengruppe ſtattfinden, ob in
London, Paris, Berlin oder ſonſtwo, ſteht
augenblick=
lich noch nicht feſt. Wie verlautet, werden inzwiſchen
in Peking weitere Beſprechungen erfolgen, um die
Wünſche und Anſichten der chineſiſchen Regierung im
einzelnen kennen zu lernen. Obgleich angenommen
wird, daß nach den allgemeinen Grundſätzen die von
jeder Macht bereit geſtellten Gelder auf dem
Inlands=
markt aufgebracht werden müſſen, hat doch jede Macht
unter beſtimmten Bedingungen das Recht, einen Teil
des Geldes im Ausland flüſſig zu machen.
* Berlin, 22. Juni. Reichskanzler von
Beth=
mann Hollweg beabſichtigt nach der Begegnung
des Kaiſers mit dem Zaren in den Finniſchen Schären
ſich nach Gaſtein zu begeben. In diplomatiſchen
Krei=
ſen wird es für möglich gehalten, daß der Reichskanzler
bei dieſer Gelegenheit auf der Reife nach oder von
Ga=
ſtein dem öſterreichiſch=ungariſchen Miniſter des Aeußern
Grafen Berchtold den Beſuch erwidern wird, den dieſer
ihm im vorigen Monat in Berlin abgeſtattet hat.
* Berlin, 22. Juni. Im Befinden des
Staats=
miniſters Hobrecht iſt plötzlich eine Verſchlimmerung
eingetreten. Die Kinder ſind an das Krankenlager
be=
rufen worden.
* Dresden, 21. Juni. Der König iſt heute
nachmittag 3 Uhr über Baſel zum Beſuch der Herzogin
von Genua nach Streſa abgereiſt. In Baſel wird ſich
der Kronprinz Georg, der ſich vorgeſtern nach Tübingen
begab, dem König anſchließen. Am 24. Juni begeben
ſich die Herrſchaften zu mehrtägigen, Aufenthalt nach
Brunnen am Bierwaldſtätterſee, und Einſiedeln. Die
Rückreiſe erfolgt über Lindau, wo ein Beſuch der
Groß=
herzogin von Toscana in Ausſicht genommen iſt. Die
Ankunft in Dresden iſt für den 29. Juni früh vorgeſehen.
* Koburg, 22. Inni. Die Herzogin
Vik=
toria Adelheid von Sachſen=Koburg=Gotha iſt heute
morgen um 2,10 Uhr auf Schloß Callenberg von einer
Prinzeſſin glücklich entbunden worden.
* Wien, 21. Juni. Der Regent von Perſien
iſt heute früh hier eingetroffen.
* Lüderitzbucht, 21. Juni. Der Staatsſekretär
des Reichskolonialamtes Dr. Solf iſt heute hier
ein=
getroffen und offiziell empfangen worden. Der
Bürger=
meiſter von Lüderitzbucht hielt eine Rede, in der er auf
die ſchwierige Lage der Diamanteninduſtrie hinwies
und die Hoffnung ausſprach, daß der Staatsſekretär ihr
helfen werde, über die Schwierigkeiten hinweg zu
kom=
men. Staatsſekretär Dr. Solf erklärte, daß zum
Peſſi=
mismus kein Anlaß vorliege und verſprach, die
Angele=
genheit mit der Minenkammer zu prüfen. Auf die
Frage des Landesrats Bezug nehmend, erklärte der
Staatsſekretär, er halte es nicht für ratſam, dem Lande
die volle Selbſtverwaltung zu gewähren, es würden
je=
doch aller Vorausſicht nach die Koloniſten größere
Machtbefugniſſe und größere Bewegungsfreiheit
er=
halten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Juni.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Generalmajor z. D.
v. Enckevort, den Major Frhrn. v. Brandenſtein,
Kom=
mandeur des Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23, den Rittmeiſter Frhrn. Weſterweller
v. Anthoni, Eskadron=Chef in demſelben Regiment, den
Rittmeiſter Graf zu Rantzau, Vorſtand der Militär=
Lehrſchmiede in Breslau, den Oberleutnant der
Land=
wehr=Kavallerie I Kern, den Leutnant des Landwehr=
Train I Bäumer, die Leutnants Bellinger, Ritter
v. Waechter, Diehl, Kolkmann und Wittmer von der
Reſerve des Großh. Heſſ. Train=Bat. Nr. 18, den Reg.=
Rat Dr. Gaßner von Offenbach a. M., den
Seminar=
lehrer Müller von Wöllſtein, den Seminarlehrer Knobeloch
von Lindenfels, den Profeſſor Spiegel von Oppenheim,
den Medizinalrat Dr. Bötticher von Gießen, den
Medizi=
nalrat Dietz von Gießen, den Seminarlehrer Lorentz
von Lich; zum Vortrag: den Finanzminiſter Braun,
den Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat. Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Forſtwart der Forſtwartei Raunheim,
Förſter Martin Heß, aus Anlaß ſeiner am 1. Juli d. J.
erfolgenden Verſetzung in den Ruheſtand das Silber
Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmütig
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpirant
Karl Hofmann aus Viernheim, Kreis Heppenhei
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Ober=Rod
Kreis Dieburg.
*In den Ruheſtand verſetzt wurden der Lot
motivführer in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbal
gemeinſchaft Ludwig Friedrich zu Darmſtadt ve
1. Oktober d. J. an und der Bahnwärter Heinr
Graulich zu Stockſtadt a. Rh. vom 1. Auguſt d.
g. Der Provinzialausſchuß verhandelte in
Sitzung am Samstag über das Geſuch des Mid
Daller zu Bensheim für den Betrieb einer ſpaniſ
Weinſtube. Der Provinzialausſchuß kann ein Bedürſ
für eine derartige Wirtſchaft nicht erblicken und verwi
das Geſuch. — Das Geſuch des Friedrich Ehle
Darmſtadt um die Erlaubnis zur Weiterführung der
1898 betriebenen Wirtſchaft in dem Hauſe
Steinack=
ſtraße 2 wird zwecks Vervollſtändigung der Unterlag
abgeſetzt. — Chriſtoph Hellwig zu Lorſch ſucht ab
mals um Erteilung der Wirtſchaftskonzeſſion für
Grundſtück nach. Das Geſuch iſt bereits viermal weg
Verneinung der Bedürfnisfrage abgelehnt worden. Ar
jetzt erkannte der Kreisausſchuß zu Bensheim auf
weiſung des Geſuches, wenn auch diesmal der Ortsvr
ſtand die Bedürfnisfrage bejahte. Der Provinziglau
ſchuß verwarf den eingelegten Rekurs als unbegründ
— Ebenſo wird das Geſuch der Ehefrau Konrad. Eh
hardt in Bensheim abgelehnt, da ihr Mann mit za
reichen Vorſtrafen belegt iſt: — Karl Meinhardtl
treibt in Offenbach eine Schankwirtſchaft. Die Konz
ſion iſt ihm erſt am 8. Februar ds. Is erteilt worde
Da ſich Meinhardt am 1. April mit einer bereits weg=
Kuppelei vorbeſtraften Kellnerin verheiratete, iſt d
Kreisamt Offenbach der Anſicht, daß Meinhardt ſe
Lokal zur Förderung der Unſittlichkeit hergeben kön=
und beantragt deshalb, die Konzeſſion zu entziehen. T
Provinzialausſchuß beſchließt demgemäß unter
Veru=
teilung des Meinhardt in die Koſten des Verfahrens.
nn. Die Zentralanſtalt für Arbeits= und
Wohnung=
nachweis hielt Freitag abend im ſtädtiſchen
Saalba=
ſaal ihre Hauptverſammlung, die von den Vertrete
der angeſchloſſenen Vereine zahlreich beſucht war. He
Bürgermeiſter Mueller begrüßte in herzlichen
Wo=
ten die erſchienenen Delegierten und erſtattete einen i
tereſſanten Geſchäftsbericht, aus dem das
Nachſtehen=
zu entnehmen war. Das Stellenvermittlungsgeſetz vo
2. Juni 1910 iſt für den öffentlichen Arbeitsnachweis vi
einſchneidender Bedeutung geweſen. Damit hat d
Arbeitsnachweis Rechte und Pflichten erhalten. Eit
größere Beachtung desſelben durch die Arbeitgeberſ
nötig und der Bedarf an Arbeitern für die ſtädtiſcht
Betriebe aus der Zentralanſtalt zu decken. Der Ausba
des Arbeitsnachweiſes macht in der Provinz Starker
burg gute Fortſchritte und die Kreisarbeitsnachwei
ſtehen mit der Zentralanſtalt in regem Verkehr.
Pflichten und Rechte der Vermittlungsbeamten wurde
durch eine beſondere Geſchäftsordnung feſtgelegt, um
U=
gehörigkeiten der Arbeitnehmer zu vermeiden.
Mang=
an Arbeit war nicht vorhanden. Unter 11004 eingeſchr
benen Arbeitſuchenden entſprachen aber viele nichtd
Anforderungen der offenen Stellen. In Betracht kame
hauptſächlich Tapezierer und Weißbinder und ungelern
Arbeiter. Nur in den Monaten Dezember bis Janud
1911/12 konnte von einer wirklichen Arbeitsloſigkeit g
ſprochen werden. Die hieſige Nachweisſtelle wurde täg
lich zwanzigmal telephoniſch angerufen, ein Fünftel de
Geſpräche entfallen auf den weiblichen Arbeitsnachwei=
Im Berichtsjahr wurde die Vermittelungstätigkeit au
auf die Lehrlingsſtellen ausgedehnt, aber ohne
beſor=
deren Erfolg, weil ſich in Darmſtadt zu viel
Korporatik=
nen mit der Lehrſtellenvermittelung befaſſen. Die inte
lokale Arbeitsvermittlung hat in 103 Orten 509 Stelle
beſetzt, insbeſondere im Ried und der Bergſtraße.
Fahn=
preisermäßigung wurde an 163 Arbeitſuchende gewähr
Das preußiſche Wanderarbeitsſtättengeſetz und die er
folgte Reform der Verpflegungsſtationen hat die
Inan=
ſpruchnahme des Arbeitsnachweiſes bedeutend vermehr=
In 599 Fällen wurde durch Abſtempelung der Wander
bücher die Bemühungsbeſcheinigung erteilt. Dank de
Mitwirkung der Regimentskommandos der hieſigen Gar
M
Aus neuen Briefen Rouſſeaus.
** 200 Jahre ſind nun bald, am 28. Juni, vergangen
ſeit Jean Jacques Rouſſeau, der Sturmvogel einer neuen
Zeit und der Bringer einer neuen Kultur geboren wurde,
und unendlich iſt die Zahl der Veröffentlichungen, die ſich
mit ihm beſchäftigen. Bei dem Eifer, mit dem man alle
Einzelheiten ſeines Lebens und Schaffens durchforſcht
hat, iſt es eigentlich wunderbar, daß noch eine ganze
Reihe von Rouſſeau=Dokumenten exiſtieren, die in
Sammlungen und Archiven vergraben liegen. Aber nicht
nur eiferſüchtige Autographenliebhaber hüten ihre Schätze,
ſondern es gibt ſogar in der Pariſer Nationalbibliothek
einen von Rouſſeaus Freund Malesherbes
zuſammen=
geſtellten und bisher unbekannten Aktenband, der
zahl=
reiche Briefe des großen Genfers und ſeiner Freunde
enthält. Dieſe vierzig Schriftſtücke, die Pierre Paul Plan
im Mercure de France zum erſten Male veröffentlicht,
werfen neues Licht auf Rouſſeaus Beziehungen zu
ſei=
nen Verlegern, und zu ſeinen Freunden und Gönnern,
wie Malesherbes und der Marſchallin von Luxembourg.
Vor allem aber gewähren ſie uns einen tiefen Einblick
in dieſes ewig bewegte, bei jeder Berührung mit der
Außenwelt ſchmerzhaft zuſammenzuckende Herz, in dieſe
leidenſchaftlich zerklüftete, von widerſprechenden
Antrie=
ben hin= und hergetriebene Seele, die in ihren
Bekennt=
niſſen ſchwankt und zweifelt zwiſchen finſterem Argwohn
und wilden Selbſtanklagen, zwiſchen gänzlicher
Nieder=
geſchlagenheit und neuer Hoffnung, zwiſchen ſchnellem
Haß und überſtrömendem Dankgefühl.
Es iſt die Zeit, da Rouſſeau ſein großes
Erziehungs=
werk, den „Emile” ſeinem Geiſte abgerungen hat und
bei ſeinem Gönner, dem Marſchall von Luxembourg, in
dem idylliſchen Parkſchlößchen von Montmorency lebt.
Die Marſchallin, der der „arme Jean Jacques” bald mit
Scheu und Befangenheit, bald mit Mißtrauen und bald
mit leidenſchaftlicher Hingebung begegnet, und
Males=
herbes, der ihm als Sohn des Kanzlers und als Zenſor ſehr
viel helfen kann, unternehmen es, für den
weltunkundi=
gen Mann einen tüchtigen Verleger zu ſuchen, wollen ihm
alle die Qualen der Verhandlungen abnehmen. Auf ihr
Anraten ſchließt Rouſſeau einen in der Publikation zum
erſten Male wiedergegebenen Vertrag mit dem Verleger
Duchesne, durch den er 6000 Francs für den „Emile”
er=
hält. Alles ſcheint in ſchönſter Ordnung, aber die
Druck=
legung verzögert ſich, und in dem argwöhniſchen Sinn
des ſenſtblen Ropſſeau ſteigen ſchwarze Gedanken auf.
Plötzlich „leuchtet die Phantaſie wie ein Blitz auf” daß
die Jeſuiten ſich des Buches bemächtigt hätten, ſein
Er=
ſcheinen verhinderten oder es in entſtellter Form
heraus=
bringen könnten. Er fürchtet, daß der Vermittler
zwi=
ſchen Duchesne und ihm, Guérin, den er ſpäter ſelbſt
„einen Strohmann” nennt, eine Kreatur der Jeſuiten ſei,
und voll bebender Entrüſtung ſchreibt er im November
1761 an Malesherbes: „Sie werden, mein Herr, mit
Ueberraſchung von dem Schickſal meines Manuſkripts
hören, das durch die Bemühungen des Herrn Guérin in
die Hände der Jeſuiten gefallen iſt. Ich wußte nicht, daß
er Ihnen ergeben war, und erſt ſeit ich es weiß, kann ich
mir das unbegreifliche Benehmen des Verlegers
erklä=
ren, der mich ſeit zwei Monaten mit einer vorgeſpiegelten
Drucklegung zum Beſten hält, die er nicht unternimmt
und nicht unternehmen will, da er mir nur ein oder zwei
Druckproben geſchickt hat und noch kein einziges wirklich
ausgedrucktes Blatt.”
Rouſſeau will lieber, daß man das Erſcheinen bis
zu ſeinem Tode verzögere, als daß man es verſtümmelt
drucke. „Das iſt das Unglück, das ich am meiſten fürchte,
da ich hundertmal lieber will, mein Buch werde
ver=
nichtet, als erſcheine in einer Form, die mein Andenken
entehrt.‟ Er fleht Malesberbes an, für ihn, der in
einem Zuſtand der Ermattung ſei, „ſodaß ich weder
ſchreiben noch handeln kann” zu tun, was Gerechtigkeit
und Menſchlichkeit ihm eingeben. Der Freund antwortet
beruhigend, er zerſtreut ſeine düſteren Befürchtungen, und
nun antwortet Rouſſeau am 20. November in tiefſter
Selbſtzerknirſchung: „Ach, mein Herr, ich habe eine
Scheußlichkeit begangen! Ich zittere davor, oder vielmehr
ich hoffe es, denn ich will hundertmal lieber ein Narr
ſein, ein Sinnloſer, würdig Ihrer Ungnade, und dabei
ein ehrlicher Mann mehr auf Erden bleiben. Nichts hat
ſich ſeit vorgeſtern verändert, aber alles gewinnt für meine
Augen ein anderes Geſicht, und ich ſehe nur noch höchſt
fragwürdige Andeutungen, wo ich die offenſichtlichſten
Beweiſe zu ſehen glaubte. Oh, wie grauſam iſt es für
einen kranken und traurigen Einſiedler, eine regelloſe
Phantaſie zu haben und nichts von dem zu erfahren, was
ihn angeht! Wenn es noch Zeit iſt, ſo flehe ich Sie an,
über meinen vorigen Brief ſtrenges Geheimnis bis zur
vollſten Aufklärung zu bewahren.”
Aber ſchon im nächſten Schreiben fürchtet Ronſſeau,
daß Malesherbes ſeinen Brief mißbraucht habe; er hält
ſein Werk für verloren; er glaubt an eine Verſchwörung
an unnätze Quälereien. „Ich habe ja keine Kaltblütig=
keit, keinen Verſtand, und bin nur dazu da, um zu jam
mern.‟ Die Unruhe über das Schickſal meines Buches
zehrt mich auf und tötet mich,” ſchreibt er am 30. Novem
ber. „Es wäre für mich viel beſſer, auf irgend eine Weit
zu erfahren, woran ich nun bin, als noch länger in die
ſem Zuſtande der Ratloſigkeit und Unſicherheit zu blei
ben, in dem ich ſeit zwei Monaten und ſogar ſeit dreie
bin, ſeit das Manuſkript in ſeinen Händen iſt. In der
Erwartung arbeite ich auf jeden Fall daran, meine erſti
Niederſchrift druckfertig zu machen, was keine Kleinigkeit
iſt, da die Reinſchrift anders angeordnet und beträchtlich
vermehrt war.” Und dann iſt er überzeugt, daß man
nur ſeinen Tod abwartet, den er ſehr nahe fühlt, un
unter ſeinem Namen ein ganz anderes Buch erſchein
zu laſſen, und zugleich klagt er über ſeine Unſinnigkeit
und ſeine Indiskretion, die ihm die Freundſchafteder
Herzogin und Malesherbes verſcherzen werde. „Es gal
eine Zeit,” ſchreibt er an Malesherbes am 23. Dezember=
„da beehrten Sie mich noch mit Ihrer Achtung und ich
fühlte mich deren nicht unwürdig; die Zeit iſt vorbei, ich
ſehe es endlich ein, und obwohl Ihre Geduld und
Güte=
gegen mich unerſchöpflich ſind, ſo kann ich ſie doch nicht
mehr oder die lächerlichſte Blindheit aus demſelben
Grunde erklären. Seit mehr als zehn Wochen ſind mein=
Benehmen und meine Briefe nur ein Gewebe von Unge
rechtigkeiten, Narrheiten und Zornesausbrüchen.
habe Sie, ich habe die Frau Marſchallin in der
ſträflich=
ſten Weiſe vor der Welt bloßgeſtellt. Sie haben alles
geduldet, alles getan, um meinen Wahnſinn zu
beruhi=
gen, und dieſes Uebermaß von Duldſamkeit hat ihn
wirk=
lich in mir zerſtört. Ich öffne zitternd meine Augen und
ich ſehe mich ganz ſo verächtlich, wie ich geworden bin.
Geworden? Nein. Der Mann, der fünfzig Jahre das Herz
trug, das ich in mir fühle, iſt nicht der, der ſich ſo weit
vergeſſen könnte, wie ich es hier tue. Man bittet nicht
mehr um Verzeihung in meinem Alter, weil man ſie nicht
mehr verdient. Doch ich nehme ſelbſt keinen Anteil mehr
an dem, der meinen Namen vergewaltigt und entehrt
Ich überlaſſe ihn Ihrer gerechten Verachtung, aber er iſt
tot, um nie wieder aufzuſtehen.”
Dieſer ſelbſtquäleriſche Ausbruch Rouſſeaus, den
wohl Malesherbes wie die Marſchallin nach ihren von
Plan veröffentlichten feinfühligen Briefen pſychologiſch
richtig einzuſchätzen wußten, war überwunden und
ver=
geſſen, als der „Emile” endlich gedruckt wurde und er
ſchien. Freilich, die Leiden des armen Jean Jacques
hatten mit dieſer Vorgeſchichte des Werkes erſt begonnen!
Nummer 146.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Juni 1912.
iſon konnten von 32 gemeldeten Reſerviſten 17 in Arbeit
eſtellt werden. Zu bedauern iſt auch die Zerſplitterung
*s Arbeitsnachweiſes durch die Facharbeitsnachweiſe.
adurch wird die Vermittelungstätigkeit der
Zentral=
elle erſchwert und den Fachvereinigungen unnötige
oſten verurſacht. Durch die Initiative des Herrn
Pro=
nzialdirektors Fey iſt für das Wirtſchaftsgebiet der
rovinz Starkenburg eine Zentraliſierung des
Arbeits=
achweiſes in die Wege geleitet. Eingeſchrieben wurden
n Berichtsjahr 3155 gelernte und 4211 ungelernie
Ar=
eiter. Das größte Kontingent ſtellten die
Metallarbei=
r mit 1262 Arbeitſuchenden. Bei dem weiblichen
Ar=
eitsnachweis überwog das Angebot (4458) die
Nach=
age (3638). Das gleiche Verhältnis trat auch bei der
ewerbsmäßigen Stellenvermittlung zutage. Bei den
vei konfeſſionellen Organiſationen (eherbergung und
ermittelung weiblicher Dienſtboten) war das Ergebnis
n Berichtsjahr: „Marthahaus” 1073 Stelleſuchende, 700
eſetzte Stellen und 333 Beherbergungen; „Barmherzige
ſchweſtern” 151 offene Stellen, 30 beſetzte Stellen, 168
eherbergungen. Bei der Zentralanſtalt für
Arbeits=
achweis: männliche Arbeiter: 7366 Geſuche, 3977 offene
itellen, 2545 beſetzt; weibliche Arbeiter: 3638 Geſuche,
458 offene Stellen und 1452 beſetzt. Der
Wohnungs=
achweis erſtreckte ſich im Berichtsjahr nur auf
Schlaf=
ellen für Arbeiter.
Die von dem Rechner, Herrn Fr. Dintelmann,
eſtattete Rechnungsablage ergab in Einnahme 5367 Mk.
2 Pfg., in Ausgabe 4183 Mk. 31 Pfg. Dem Rechner
urde mit Dank Entlaſtung erteilk und dem Großh.
ſiniſterium des Innern der Großh. Provinzialdirektion
nd der Stadt Darmſtadt, beſonders aber der
tatkräf=
gen Förderung des Arbeitsnachweiſes durch Herrn
jeheimrat Fey Dank und Anerkennung ausgeſprochen.
der Voranſchlag für 1912 wurde mit 5300 Mark in
Ein=
ahme und Ausgabe feſtgeſetzt. Eine eingehende
Be=
orechung erfolgte über die Neuorganiſation und
Zen=
caliſierung des Arbeitsnachweiſes durch die Provinzen
nd die Beſtellung eines beſonderen
Provinzialvermitte=
ungsbeamten. Die von Herrn Bürgermeiſter Mueller
ierfür vorgetragenen Richtlinien fanden einſtimmig
An=
ahme, Eine im Entwurf vorliegende Benutzungs= und
dausordnung wurde einſtimmig genehmigt. Mit der
Zitte an die Behörden und intereſſierten Kreiſe um
fer=
ere Unterſtützung der Zentralanſtalt wurde die
Ver=
ammlung um 11 Uhr geſchloſſen.
* Verband Mitteldeutſcher Induſtrieller. Zu
forſtandsmitgliedern der neugegründeten Ortsgruppe
armſtadt wurden gewählt: Direktor Brink, i. Fa.
kank für Handel und Induſtrie (Darmſtädter Bank)
G. Darmſtadt, Kommerzienrat J. Göbel, i. Fa.
andenbergerſche Maſchinenfabrik Georg Göbel,
Darm=
adt, Dr. Human, Syndikus der Handelskammer,
Darmſtadt, Kommerzienrat F. Jacobi, i. Fa. Auguſt
jacobi, Seifenfabrik, Darmſtadt. Hofrat A. Koch, i. Fa.
erlagsanſtalt Alexander Koch, Darmſtadt, Direktor
fr. May, i. Fa. Motorenfabrik Darmſtadt, A.=G.,
Darmſtadt, Direktor Lutz, i. Fa. Gebrüder Lutz A.=G.,
Naſchinenfabrik, Darmſtadt, Direktor O. Pillhardt,
Fa. Aktienzuckerſabrik Groß=Gerau, Groß=Gerau,
direktor Fr. Reinmuth, i. Fa. Granitwerke Hemsbach
küth & Reinmuth, Heppenheim, a. d. B., Direktor
zarges, i. Fa. „Helvetia” Konſervenfabrik
Groß=
derau A.=G., Groß=Gerau. — Der Vorſtand der
Orts=
ruppe iſt ermächtigt worden, noch weitere Mitglieder
n den Vorſtand zu kooptieren, und iſt einſtweilen die
kooptation von weiteren 7 Herren von Darmſtadt und
lmgegend vorgeſehen.
* Vorträge von J. Tews. Es wird nochmals
uf die Vorträge von J. Tews aufmerkſam gemacht,
eren erſter heute abend im Kaiſerſaal ſtattfindet. Tews,
ſer früher Lehrer in Berlin war und ſeit einer Reihe
von Jahren als Generalſekretär der eigentliche Leiter
er Geſellſchaft für Verbreitung von Volksbildung iſt,
ilt als Führer der liberalen Lehrerſchaft Deutſchlands
luf ſchulpolitiſchem Gebiet. Er iſt ein vorzüglicher
Redner und verſteht es. Schul= und Erziehungsfragen
n einer auch für Nichtfachleute höchſt intereſſanten
Weiſe zu behandeln. Seine Vorträge ſind in
ver=
chiedenen Städten von Tauſenden beſucht worden.
* Der Brieftaubenklub „Gut Flug‟ Darmſtadt=
Beſſungen veranſtaltete einen Preisflug ab
Bitter=
feld = 322 km. Obwohl hier bereits am frühen
Morgen ein prachtvolles Wetter herrſchte, konnten die
Tauben in Bitterfeld wegen ſtarken Nebels erſt um
10 Uhr aufgelaſſen werden. Die erſten Tauben kamen
bereits kurz nach 3 Uhr hier an. Von den ausgeſetzten
Preiſen erhielten die Herren: H. Horſt den I., L.
Voll=
hardt den II., W. Wittmann den III. und Fr. Weigold
den IV. Preis. Es ſtanden außerdem noch verſchiedene
wertvolle Ehrenpreiſe zur Verfügung und konnte jedem
der Beteiligten ein ſolcher zuerkannt werden.
D Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 15. Juni l. J.
männ=
lich 9917, weiblich 6641, zuſ. 16 558, in Prozenten 59,90,
40,10. Der Krankenſtand betrug am 15. Juni l. J.
männlich 380, weiblich 231, in Prozenten 3,83, 3,47.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 10. Juni bis 15. Juni l. J. 5152,23 Mk. (1911: 4784,61
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
15. Juni l. J. 23. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 10. Juni bis 15. Juni l. J. 1.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtraße 23), ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Enthüllung des Denkmals für den
Zaren Alexander III. in Moskau; Oberſt J. E. B. Seely,
der neue engliſche Kriegsminiſter; die Großherzogin von
Luxemburg auf der Fahrt zur Eidesleiſtung; die
Eiſen=
bahnkataſtrophe bei Malmslätt in Schweden.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Mit Rückſicht auf
das Maſſenkonzert am 25. Juni im Saalbau fällt das
übliche Dienstags=Konzert aus, dafür findtt heute
Montag ein Großes Extra=Konzert der
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter
Herrn Webers Leitung ſtatt. Das Programm iſt im
Anzeigenteil erſichtlich.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in Partien
1,40 M., Eier 6—8 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., vorjähr. Kartoffeln Zentner 5—6 M.,
Kumpf (10 Liter) 80—90 Pf., ½ Kg. 7 Pf., Mäuschen ½ Kg.
14 Pf., neue Italiener ½ Kg. 10 Pf., Malta ½ Kg. 15
bis 16 Pf., neue einheimiſche ½ Kg. 12 Pf.; Obſt
Kirſchen ½ Kg. 30—35 Pf., Walderdbeeren ½ Ltr. 55 bis
60 Pf., Ananas ½ Kg. 60—65 Pf., Johannisbeeren
½ Kg. 18—20 Pf., unreife Stachelbeeren ½ Ltr. 15 Pf.;
Zitronen 6 Pf., Heidelbeeren ½ Ltr. 20 Pf.; Salat.
Gemüſe: Kopfſalat 3—5 Pf., Bündel Radieschen 2—3 Pf.,
Bündel Rettiche 10 Pf., Stück 8—10 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 2 Pf., Spinat ½ Kg. 20 Pf., Meerrettich 15—30 Pf.,
Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf., Tomaten ½ Kg. 35 Pf., Wirſing
10—25 Pf., Blumenkohl 10—60 Pf., Weißkraut 30 Pf.,
Spargeln ½ Kg. bis 50 Pf., Schälgurken 20—40 Pf.,
Ein=
leggurken 6—8 Pf., Bündel Karotten 4—8 Pf., Kernerbſen
Kg. 20 Pf., grüne Bohnen ½ Kg. 40 Pf., Kohlrabi 3—6 Pf.,
Bündel Roterüben 10 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe
Kg. 1,40 M., Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner
2,00—2,20 M., Tauben 70 Pf., Lapins 90 Pf., Reh ½ Kg.
Keule und Ziemer 1,50—1,60 M., Bug 90 Pf.: Fiſche
½ Kg.: Hecht 80 Pf., Karpfen 1 M., Aal 1,50 M., andere
Rheinfiſche 35—60 Pf., Rotzungen 80 Pf., Schollen 35 Pf.,
Kabeljau 20—30 Pf., Schellfiſche 25 Pf., Seelachs 19 bis
24 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60
bis 66 Pf., Hackfleiſch 70—80 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf.,
Schweine=
fleiſch 84 Pf., geſalzenes und Koteletts 90 Pf.,
Schwarten=
magen u. Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u. Blutwurſt 70 Pf.
d. Beerfelden, 22. Juni. Geſtern abend ſtieß die
Frau des Bäckermeiſters Wenz beim Heuabladen ihrem
13jährigen Sohn aus Verſehen die Heugabel in das
linke Auge. Der alsbald herbeigerufene Arzt
ver=
anlaßte die ſofortige Verbringung des Verletzten in die
chirurgiſche Klinik nach Heidelberg. Ob das Auge
er=
halten bleibt, iſt fraglich.
V Groß=Gerau, 22. Juni.
Nationalflug=
ſpende. Am Mittwoch abend trat auf Einladung des
Herrn Bürgermeiſters Arnold das Gr.=Gerauer
Lokal=
komitee und eine Anzahl anderer geladener Herren
zu=
ſammen, um über die Art der in der Stadt Groß=Gerau
zu veranſtaltenden Sammlung ſich zu beſprechen. Man
kam überein, am 1. Juli Spenden von Haus zu Haus zu
ſammeln und teilte zu dieſem Zweck die Stadt in 15
Be=
zirke. Die Sammler wurden beſtimmt und die
betreffen=
den Herren erklärten ſich ſofort bereit, ihre Miſſion zu
erfüllen.
Offenbach, 22. Juni. Der Fabrikant Heinrich
Hel=
ler der in einem Sanatorium in Hofheim im Taunus
weilte, iſt dort ſeit dem 15. Juni ſpurlos
ver=
ſchwunden. Die Nachforſchungen der Polizei hatten
keinen Erfolg. Der Verſchwundene ſteht im 58.
Lebens=
jahr, hat grauen Vollbart, ſilbergraues Haupthaar, trägt
braunen Anzug und braunen weichen Filzhut. Die
Familie hat bei der Behörde für das Auffinden des
Ver=
mißten eine Belohnung ausgeſetzt.
Mainz, 22. Juni. Ein Schwindler treibt zur
Zeit ſein Unweſen bei Gold= und Silberwarenhändlern.
Vor einigen Tagen erſchien bei einem Juwelier auf
dem Markt ein feingekleideter Fremder, der ſich einen
wertvollen Brillantring ausſuchte. Der Fremde bezahlte
mit einem Scheck auf eine auswärtige Bank und entfernte
ſich mit dem Schmuck. Erſt nachdem der Unbekannte
den Laden verlaſſen hatte, kamen dem Inhaber des
Ge=
ſchäftes Bedenken. Er frug bei der auswärtigen Bank
telephoniſch an und erfuhr zu ſeinem Schrecken, daß er,
wie ſchon andere Juweliere in verſchiedenen Städten,
einem Schwindler in die Hände gefallen war, der ein
geſtohlenes Scheckbuch auf den Namen der Bank bei ſich
führt. Der Betrogene erſtattete Anzeige bei der Polizei.
(*) Windhauſen bei Alsfeld, 21. Juni. Gutsbeſitzer
Haberkorn, deſſen Vorfahren über 100 Jahre hier
ſeßhaft waren, hat ſein Gut verkauft und iſt nach
Han=
nover übergeſiedelt. Der Kriegerverein ernannte
ihn zum Ehrenmitglied.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Juni. Der
Sieges=
wagen auf dem Brandenburger Tor iſt
bis=
her Gegenſtand einer Legende geweſen, die ſich ungeachtet
aller gegenteiligen Angaben bis heute erhalten hat. Es
wird behauptet, daß der Siegeswagen urſprünglich mit
der Front nach dem Tiergarten geſtanden habe und daß
ſeine gegenwärtige Aufſtellung erſt erfolgt ſei, nachdem
das Kunſtwerk von den ſiegreichen Preußen aus Paris
zurückgebracht worden war. Die Viktoria habe den Sieg
aus der Stadt gefahren; nunmehr ſolle ſie ihn in die
Stadt tragen, ſagte das Volk. Beweiſe für oder gegen
die Anſicht waren anſcheinend nicht vorhanden, nur wies
die neuere Forſchung immer darauf hin, daß
merkwürdi=
gerweiſe kein Bild des Brandenburger Tores bekannt ſei,
welches den Siegeswagen in anderer Stellung als heute
zeige. Nun hat Herr E. von Siefart in ſeiner demnächſt
erſcheinenden Arbeit „Aus der Geſchichte des
Branden=
burger Tores und der Quadriga” den unwiderleglichen
Nachweis erbracht, daß die Quadriga niemals anders
ge=
ſtanden, als jetzt, daß alſo jene Erzählung eine Legende
iſt. Siefart führt nicht weniger als 18 verſchiedene Werke
und Abbildungen vom Brandenburger Tor auf, deren
erſte 1792, alſo noch vor der Vollendung des Torbaues,
erſchienen iſt. Auf allen erſcheint der Siegeswagen mit
der Front nach den Linden, alſo genau wie er jetzt ſteht.
Es iſt nicht denkbar, daß alle Künſtler ſich über das
Weſentliche, die Front der Quadriga, getäuſcht haben
ſollten und es iſt danach erwieſen, daß eine Umkehrung
des Wagens niemals ſtattgefunden hat. — Der Exzeß
eines angeblich Verrückten rief in dem
Sitz=
ungsſaale der zweiten Strafkammer des Landgerichts III
große Aufregung hervor. Wegen Diebſtahls eines
Flei=
ſcherwagens ſollte ſich der Arbeiter Otto Hagedorn
ver=
antworten. Als der Angeklagte den Sitzungsſaal betrat,
winkte er vergnügt lächelnd mit dem Taſchentuch nach
dem Zuhörerraum und begrüßte ſie mit einem
freund=
lichen „Mahlzeit‟ Dann kletterte er auf die Bank und
rief wiederholt: „Der Kaiſer kommt!” Aehnlichen Unſinn
hatte der Angeklagte ſchon vorher im
Unterſuchungsge=
fängnis verübt. Während der Verhandlung fing der
An=
geklagte ſchließlich an zu toben und warf plötzlich ſeine
Holzpantoffeln mit voller Kraft nach dem im Gerichtsſaal
hängenden Kronleuchter, ſo daß die Glasglocken mit lau=
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Tiefſee=
orſchung. Das Vermeſſungsſchiff der Kaiſerlichen
Marine „Planet” unterſuchte auf der Reiſe von
Oſt=
aſien nach der Südſee die von ihm bereits 1907
nachgewie=
ſene Tiefgrabenſenkung weiter, welche ſich an der Oſtküſte
der Philippinen in nordſüdlicher Richtung hinzieht. Bei
dieſen Arbeiten wurde, wie jetzt telegraphiſch gemeldet
wird, eine Tiefe von 9780 Meter gelotet. Dies iſt die
größte bisher gemeſſene Meerestiefe. Die
Lotung mit Grundprobe und Bodentemperatur iſt
ein=
wandfrei; ſie liegt in 40 sm. Abſtand vom nördlichen
Teile der Inſel Mindano. Die bislang bekannte größte
Tiefe iſt 9635 Meter und wurde 1901 ſüdlich der
Marian=
nen=Inſel Guam durch den amerikaniſchen Kabeldampfer
„Nero” gefunden. Die neue Tiefſeelotung unſeres
Ver=
meſſungsſchiffes iſt ein weiterer Beitrag zu der langen
Reihe wertvoller Aufſchlüſſe auf dem Gebiet der
Meeres=
kunde, die der „Planet” ſeit Antritt der Forſchungsreiſe
im Jahre 1906 der Wiſſenſchaft lieferte.
Das Urheberrecht der Künſtler. Schon
ſeit langem wird in Künſtlerkreiſen, insbeſondere aber
in Frankreich, für die Idee gekämpft, den bildenden
Künſt=
lern, gleich den Schriftſtellern ein Urheberrecht an ihren
Werken zu gewähren, das Malern und Bildhauern einen
gewiſſen Anteil an den Wertſteigerungen ihrer Werke im
Kunſthandel bietet. Der franzöſiſchen Kammer liegt
be=
reits ein dahingehender Antrag vor, über den aber ein
Beſchluß einſtweilen noch ausſteht. Dieſer Kampf um das
Urheberrecht der bildenden Künſtler hat nun einen
ge=
wichtigen Erfolg zu verzeichnen, indem für die künftige
Vorarbeit eine internationale Gemeinſamkeit der
Aktion gewährleiſtet wird. Der unter dem Protektorat
der franzöſiſchen Regierung in Paris zuſammengetretene
internationale Künſtlerkongreß, auf dem alle größeren
Nationen durch Künſtler vertreten waren, hat beſchloſſen,
daß fortan die Künſtlergenoſſenſchaften und
Künſtlerver=
einigungen aller Länder übereinſtimmend darauf
hin=
arbeiten ſollen, daß die Regierung ihres Landes ein
Ge=
ſetz erlaſſe, nach dem den lebenden Künſtlern bei
Verſtei=
gerungen und Wiederverkäufen ihrer Werke ein
beſtimm=
ter Prozentſatz an den erzielten Gewinnen gewährleiſtet
wird. An dieſer Abſtimmung beteiligten ſich unter
ande=
rem im Namen Frankreichs alle Vertreter der großen
Kunſtorganiſationen, ſo auch Rodin; im Namen
Deutſch=
lands E. Berger, für Rußland der bekannte Bildhauer
Bärenſtamm, für Oeſterreich Otto Wagner, für Schweden
Karl Larſeon und Karl Mobler, für Holland Van Hove,
für Belgien De Freeſe und Iplian de Vriendt, und ebenſo
die entſandten Delegierten der führenden däniſchen,
ſpa=
niſchen, italieniſchen Kunſtgenoſſenſchaften.
O) Eine hundertjährige Strafe. Mit ungeduldiger
Spannung erwartet das zwölfte Regiment der britiſchen
Königlichen Lanzenreiter, das gegenwärtig in
Potchef=
ſtroom in Transvaal in Garniſon liegt, den Ablauf dieſes
Jahres, denn mit dem neuen Jahre wird eine Strafe
ver=
büßt ſein, die der Herzog von Wellington vor einem
Jahr=
hundert über das Regiment verhängt hat. Während des
ſpaniſchen Krieges hatten die Lanzenreiter ein Kloſter
überfallen, es geplündert und die Nonnen mißhandelt.
Als der „eiſerne Herzog” davon erfuhr, bemächtigte ſich
ſeiner ein maßloſer Zorn; er ließ ſofort ein Pferd ſatteln.
ſtürmte im Galopp zum Lagerplatz des Regiments und
ließ die Lanzenreiter in Paradeuniform antreten. Vor
der ganzen Truppe aber verurteilte er nun die „zwölften
Lanzenreiter des Königs” zu einer eigenartigen Strafe,
die genau hundert Jahre währen ſollte. „Jeden Abend”.
ſo rief der Herzog den Soldaten zu, „wird die
Regiments=
muſik zur Parade aufmarſchieren und nacheinander die
ſpaniſche Nationalhymne, die ruſſiſche Nationalhymne
den Veſperpſalm, die Hymne des Prinzen von Wales und
dann „God save the King” ſpielen. Und während die
Muſik das ſpielt, werden alle Lanzenreiter ſtillſtehen und
zuhören.” Seit jenem verhängnisvollen Jahre 1812 haben
die zwölften Lanzenreiter, wie der Transvaal Chronicle
ausführt, Tag um Tag dieſe merkwürdige Strafe verbüßt
und in faſt allen Teilen des britiſchen Weltreiches zur
Abendzeit im Stillgeſtanden jene fünf Hymnen angehört.
* „Sonnenſchein auf Flaſchen”. Unter dieſem Titel
berichtet der Daily Mirror über die Erfindung, die nach
langjährigen Verſuchen dem franzöſiſchen Ingenieur
Charles Winter gelungen iſt und die bei weiterer
Ver=
vollkommnung beſtimmt erſcheint, im Betriebe des
moder=
nen Haushalts und vielleicht auch auf manchen
Gebie=
ten der Induſtrie bedeutungsvolle Umwälzungen
hervor=
zurufen. Winter hat eine neue elektriſche Batterie
er=
funden, die mit Hilfe einer beſonderen chemiſchen Löſung
Sonnenſchein aufnimmt, in ſich aufſpeichert und
auto=
matiſch in elektriſche Energie umwandelt. Die Batterie
beſteht aus zwei kleinen, dünnen Platinplättchen, von
denen die eine in eine Löſung von überchlorſaurem
Eiſen=
ſalz getaucht wird, während die andere mit
Queckſilber=
ſalz in Berührung ſteht. Unter der Einwirkung des
Sonnenlichtes vollzieht ſich eine chemiſche Wechſelwirkung
in dem Inhalt der Batterie, die ſich dabei mit
Elektrizi=
tät lädt. Wenn die aufgeſpeicherte Elektrizitätsmenge
verbraucht iſt, kann die Batterie ſofort wieder durch
Son=
nenlicht geladen werden. Dieſer
Sonnenſcheinakkumula=
tor iſt nach den Ausführungen des engliſchen Blattes
dazu beſtimmt, einſtweilen in den Häuſern die bisberi=
gen Licht= und Heizquellen zu erſetzen. Da der Betrieb
der Batterie abſolut koſtenlos iſt und nur die einmalige
Anſchaffung des Apparates in Betracht kommt, würde
nach Amortiſierung des angelegten Kapitals Licht,
Heiz=
ung und auch die Hitze für Kochzwecke koſtenlos beſchafft
werden. Das Entſcheidende an der neuen Erfindung iſt
die Tatſache, daß zu dem Betrieb der Batterie und zur
Erzeugung der elektriſchen Kraft keineswegs der
Sonnen=
ſchein ſelbſt erforderlich iſt: zur Ladung der Batterie
ge=
nügt das gewöhnliche Tageslicht, ſodaß der Avparat auch
bei bewölktem Himmel arbeitet. Mit einer Batterie von
500 größeren Zellen, die tagsüber auf dem Dache eines
Hauſes aufgeſtellt würde, könnte man ſo mit Hilfe des
Tageslichts genügend elektriſche Energie erzeugen, um die
ganze Nacht über ſechs große elektriſche Lampen zu
ſpei=
ſen. Als Hindernis iſt bis jetzt die Koſtſpieligkeit des
Platins zu betrachten; Verſuche, einen Erſatz für dieſes
Material zu finden, ſind im Gange. Nach den
Ausführun=
gen eines elektriſchen Fachmannes beſtehen keine
techni=
ſchen Schwierigkeiten, mit Hilfe dieſer
Sonnenſcheinbat=
terie Straßenbeleuchtungen durchzuführen und
Automo=
bilmotoren zu treiben.
ck. Amerikaniſche Geſetzeswut. Die einzelnen Staaten
der amerikaniſchen Union können ſich in der Geſetzgebung
nicht genug tun, die kleinſten Angelegenheiten des
täg=
lichen und des privaten Lebens ſollen Gegenſtand der
Ge=
ſetzgebung werden. Das Journal bringt eine luſtige
Zu=
ſammenſtellung derartiger Geſetzentwürfe, die
gegenwär=
tig in den verſchiedenen Parlamenten der amerikaniſchen
Staaten mit Begeiſterung verteidigt und bekämpft
wer=
den. In Arkanſas ſoll das Fußballſpiel als ungeſetzlich
und ſtrafbar erklärt werden. In Utah bedroht jeden
Bür=
ger, der nicht wenigſtens einmal in der Woche badet, eine
Geldſtrafe. In Texas ſollen alle Bürger, die Alkohol
trinken, eine jährliche Strafſteuer von 20 Mark entrichten.
In New=York plant man, alle Automobilbeſitzer und
Chauffeure zu zwingen, zugunſten ihrer künftigen Opfer
eine Lebensverſicherung in Höhe von 40000 Mark
aufzu=
nehmen; in Illinois will man allen Trinkern älterer
Jahrgänge die Eheſchließung geſetzlich verbieten. In
Utah beſchäftigt man ſich mit einer Junggeſellenſteuer,
die alten Junggeſellen im Alter von mehr als 45 Jahren
eine jährliche Steuer von 100 Mark auferlegt, während
man im Staate Jowa den Eltern für jedes neugeborene
Kind von Staats wegen eine Prämie von 40 Mark
ge=
währen will. In Kolorado ſoll jeder Bürger, der ein
Trinkgeld gibt, in Strafe genommen werden; zugleich
ſollen die Hoteliers durch Geſetz gezwungen werden, in
ihren Gaſtzimmern für die Fremdenbetten nur Bettücher
zu verwenden, die mindeſtens 2,75 Meter lang ſind.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24.
Nummer 146.
tem Getöſe zu Boden fielen und in tauſend Stücke gingen.
Der Tobende mußte abgeführt und die Verhandlung
ver=
tagt werden.
Würzburg, 22. Juni. Der kürzlich zum Ehrenbürger
der Stadt ernannte Univerſitätsprofeſſor Bryn ſpendete
(100000 Mark, die für die Geneſung kranker und
minder=
bemittelter Kinder Verwendung finden ſollen.
Ulm, 22. Juni. In Heroldsberg bei Nürnberg iſt einer
der Schmuggelapachen ſamt dem Automobil
ffeſtgehalten worden. Auch das Saccharin wurde
beſchlagnahmt. Der Schmuggler war früh um halb 6 Uhr
durch Nürnberg gefahren. Am Abend wurde in
Herolds=
berg ein Auto beobachtet, das ſeinen Weg nicht auf die
Staatsſtraße, ſondern auf einen Waldweg nehmen wollte.
Dieſer Umſtand fiel auf, die Gendarmerie ging der Sache
nach und fand dann auch in einer Waldabteilung den
Wagen in dem weichen Waldboden feſtgefahren. Der
In=
ſaſſe war verſchwunden. Die Gendarmerie bewachte das
Auto und nach einer Stunde etwa kam ein
Lohnauto=
mobil an, das der Schmuggler am Bahnhof in Nürnberg
gemietet hatte, um das Saccharin zu bergen. Statt deſſen
hat nun die Gendarmerie ihn geborgen. Er heißt
Schwei=
zer und hatte nicht weniger als zwölf Zentner Saccharin
bei ſich.
Köln, 22. Juni. Ein ſchwerer
Autombil=
unfall ereignete ſich bei Benrath, wo der nach
Ober=
path ffahrende Kraftwagen ſeines Kölner Fabrikanken
in die geſchloſſene Barriere der Kleinbahn fuhr. Der
Anprall war ſo gewaltig, daß die Inſaſſen in weitem
Bogen auf die Chauſſee geſchleudert wurden. Der
Wa=
gen verbrannte vollſtändig. Der Chauffeur und der
Fa=
brikant wurden ſchwer, zwei Mitfahrende leicht verletzt.
Dortmund, 21. Juni. Heute abend wurde auf der
dem Eiſen= und Stahlwerk Hoeſch gehörigen Zeche „
Kai=
iſerſtuhl I‟ die Kohlenwäſche zum großen Teil durch
Feuer zerſtört. Das große Antriebsſchwungrad
wurde durch herabfallende Balken zerſchlagen. Es dürfte
einige Zeit vergehen, ehe die Wäſche wieder betriebsfähig
iſt. Drei Schichten will die Verwaltung nach Möglichkeit
vermeiden.
Halle (Saale), 22. Juni. Der Kaiſer ſtiftete für
die evangeliſche Kirche in Lüderitzbucht ein koſtbares
Altarfenſter. Der Auftrag für die Entwürfe des
Fen=
ſters wurde dem Kunſtmaler Wilheml Franke in
Naum=
burg erteilt.
Werdau i. S 22. Juni. Durch Großfeuer iſt
geſtern abend die hieſige Vigogne=Spinnerei von Guſtav
Aderhold eingeäſchert worden.
Breslau, 21. Juni. Wegen Giftmordes wurde
der Porzellanbrenner Liebig aus Altwaſſer verhaftet.
Ein Arbeitskollege, mit dem er zuſammenwohnte, hatte
von Bratkartoffeln gegeſſen, die im Zimmer ſtanden und
war geſtorben. Der Arzt ſtellte Arſenikvergiftung feſt. Auch
ſeine Frau und ein Kollege, mit dem er in Zwiſt geraten
war, ſind auf rätſelhafte Weiſe geſtorben.
Brüſſel, 22. Juni. Heute Nacht gegen 2 Uhr wurde
an der deutſchen Geſandtſchaft in der Rue
Belliard eine Platzpatrone gelegt, die mit großem
Geräuſch explodierte. Man nimmt an, daß es ſich um
einen Jungenſtreich handelt, jedoch hat die Polizei eine
ſtrenge Unterſuchung eingeleitet.
Paris, 22. Juni. Der kürzlich von ſeiner Gattin ſchwer
verwundete Lambert Jack iſt geſtern abend ſeinen
Verletzungen erlegen. — Wie aus Montbéliard
gemeldet wird, wurde ein mit der Trambahn zum
Bahn=
hof von Beaucourt beförderter Briefſack der
Wert=
ſpapiere im Betrage von 132000 Francs enthielt,
ge=
ſtohlen.
Grenoble, 21. Juni. Die beiden deutſchen
Stu=
denten Karr und Scholle, die ſich bei einer
Bergbeſteig=
ung verirrten, wurden heute früh von Soldaten, die zur
Rettung ausgezogen waren, lebend aufgefunden. Sie
hatten zwei Tage und zwei Nächte in einer Höhe von 1300
Meter nahrungslos verbracht und waren infolgedeſſen
vollkommen erſchöpft.
London, 21. Juni. Den Mitgliedern der zur Zeit
hier verſammelten Konferenz für
Funkentelegra=
phie führte Graf Arco geſtern ſeine neue
Hochfre=
quenzmaſchine vor, die großes Intereſſe erregte
und lebhafte Anerkennung fand.
London, 22. Juni. Der vermißte Graf
Wels=
burg traf wohlbehalten in einem Hotel außerhalb
Lon=
dons ein. Er iſt infolge nervöſen Zuſammenbruchs eine
Woche lang umhergewandert. Seine Gemahlin ging zu
ihm und wird mit ihm nach London zurückkehren.
London, 22. Juni. Der von Liverpool nach Leeds
gehende Expreßzug entgleiſte geſtern nachmittags
3 Uhr in einer Kurve bei Todmorden. Drei Wagen
wurden zuſammengedrückt und zertrümmert.
4 Frauen und ein Mann wurden auf der Stelle
getö=
tet. 3 Schwerverletzte ſtarben alsbald nach dem
Un=
glück
Bukareſt, 21. Juni. Von 80 Paſſagieren des
Damp=
fers „Königin Eliſabeth” welcher in der
ver=
gangenen Nacht bei Reſava bis auf den Rumpf
ver=
brannte werden 23 Perſonen vermißt. Viele
Paſſa=
giere, welche, ſoweit ſie nicht in Rettungsbooten Platz
fanden, ſchwimmend das Ufer zu erreichen ſuchten,
muß=
ten infolge Hochwaſſers ſtundenlang im Waſſer
verblei=
ben, bis auf Cernavoda Fiſcherboote und zwei
Schlepp=
dampfer eintrafen. Unter den Geretteten befindet ſich
auch der bulgariſche General Sarafow.
Petersburg, 22. Juni. In einer Mcſchinenfabrik
platzte während des Gußes eines Triebrades die Form,
5 Arbeiter wurden durch die glühenden Metallteile
le=
bensgefährlich verletzt.
Tiflis, 21. Juni. Durch einen Wolkenbruch iſt
auf der Bahnſtrecke Beßlau-Sejepzowsk der
Wladi=
waskabahn das Bahngleis auf 46 Werſt Länge
wegge=
ſpült worden. Der Bahnverkehr iſt für längere Zeit
ein=
geſtellt worden. Wie verlautet, ſind 40 Perſonen
er=
trunken.
Batavia, 22. Juni. Im Diſtrikt Peeglang ſtürzte
eine Notbrücke durch Ueberhäufung von Mekkapilgern
ein. Fünfzig Wallfahrer fielen in eine Schlucht; 18
blie=
ben tot, 22 ſind verwundet.
Saalbautheater.
„Und das Licht ſcheinet in der Finſternis”
Drama in 5 Akten von Leo Tolſtoi.
St. Es iſt kein Drama im ſtrengen Sinne des Wortes
Leo Tolſtois nachgelaſſenes Werk, das zur Zeit in der
Ueberſetzung von Auguſt Scholz mit überall gleichem
Er=
folg durch ein Tournee=Enſemble über die deutſchen
Büh=
nen geht. Ein Werk, in dem der viel umjubelte und viel
bekämpfte große ruſſiſche Geiſtesheld eine Art Bekenntnis
ablegt eines Lebens, zu dem er ſich wohl erſt
durchgerun=
igen glaubte, als ein anderes, ein „verderbtes” in ſeinem
Sinne, hinter ihm lag; einer Lebens= und
Religionsauf=
faſſung, die völlige Beſitzloſigkeit als eines ihrer Endziele
und als Grundbedingung anſah und die doch von den
Menſchen, denen er ſie lehren wollte, nicht begriffen, nicht
verſtanden wurde und nicht verſtanden werden konnte,
weil ſie Sünde bekämpfen wollte und als Mittel dieſer
Bekämpfung doch nichts anderes fand, als was nach
herr=
ſſchender Moral und Sitte und Religion wiederum Sünde
iſt. Weil ſie Leben vernichten wollte, ohne imſtande zu
ſein, ein anderes aufzubauen, das auch nur einer leben
konnte das der Dichter und Künder der neuen Religion
und Weltanſchauung ſelbſt nicht zu leben imſtande war
und ihn darum zuſammenbrechen ließ unter der Größe
eigenen geiſtigen Gigantentums, oder — eigener
Men=
ſchenſchwäche.
Mit dieſem Zuſammenbruch, der den Dichter, der ſich
ſelbſt gedichtet, klein zeigt, weil er — wenn auch gehalten
durch das eigene geliebte Weib — zurückſchreckt vor der
äußerſten Konſequenz ſeiner Religions= und
Menſchheits=
forderungen, ſchließt das Stück. Tolſtoi bleibt den
Be=
weis dafür ſchuldig, daß ſeine Anſchauung, ſeine
Reli=
gion die rechte; ja, er tritt dieſen Beweis nicht erſt an
Wollte er konſequent ſein und ſein Drama zu Ende
füh=
ren, dürfte er nicht zurückſchrecken davor, zur Tat werden
zu laſſen, was er von anderen forderte, durfte der große
Geiſt nicht unterliegen im Kampfe mit dem „Kinde, oder
dem liſtigen Weibsbild” — ſeiner Frau —, deren Tränen
ihn zurückhalten in ſeinem „verderbten Leben” Erſt wenn
ddas Leben ſelbſt, wie er es predigte, ihm zeigte im un=
erbittlichen, unaufhaltſamen und unrückbaren Schickfal,
daß es ein falſcher Weg, den er eingeſchlagen, daß der
Bergprediger das nicht gewollt, was er tat, dann erſt
durfte er, deſſen Geiſtesgenius ſich einer Jahrtauſende
alten Welt entgegenſtellte, unterliegen, als Held, der ein
Gigantenringen des Geiſtes verloren. Das gewaltig
an=
gelegte Werk durfte nicht enden in kleinlichem Zagen.
Vielleicht hatte Tolſtoi das ſelbſt empfunden, und
ſein Drama iſt die Tat eines Büßers, ein
Eingeſtänd=
nis deſſen, daß ſein Leben nicht das war, was ſeine
Schriften kündeten. Dann ſchrieb er des eigenen Lebens
Drama, und dann offenbart es in der Tat in ſeinem
grandioſen Gedankenaufbau, ſeiner rückſichtsloſen Realiſtik
eine geniale Geiſteskraft.
Die Aufführung war, von Einzelheiten abgeſehen,
die zum größten Teil in der Unzulänglichkeit der
Bühnen=
verhältniſſe ihre Erklärung finden, von einer
künſt=
leriſchen Größe, wie wir lange keine Darſtellung in
Darm=
ſtadt erlebt. Das gilt in allererſter Linie von den beiden
genialen Künſtlern Friedrich Kayßler und
He=
lene Fehdmer. Friedrich Kayßler hatte ſich in den
Gottſucher, der zum grübelnden Fanatiker wurde,
hinein=
gelebt, als ſpielte er ſich ſelbſt. Das war kein Spiel
mehr, das war Leben, Leben, wie es nur ein genialer
Künſtler nachempfinden kann. „Friedrich Kayßler hatte
ſich in den Helden eingefleiſcht, und ſein zerwühltes
Tol=
ſtoi=Antlitz war keine Maske mehr,” ſchreibt ein Berliner
Kollege. „Es gibt kein höheres Lob, als daß er in dieſer
Disputationstragödie, die zu ihrem problematiſchen
An=
fang zurückkreiſt, auch nicht eine Sekunde deklamierte,
immer ſprach und ſprechend litt. Frau Fehdmer war
in jedem Moment die inſtinktgewaltige, um ihren Erfolg
zitternde Siegerin, die die törichten Worte der Menge
ſpricht und ſie doch mit einer heimlich gefühlten, tiefen
Berechtigung färbt, vor der auch die ſtärkſte
Gedanken=
kraft nicht beſtehen kann.” Wir können uns dem voll
an=
ſchließen. Hinter der überragenden Größe dieſer Beiden
blieben die übrigen Mitglieder des Enſembles zurück
Doch nicht ſo weit, daß eine fühlbare Lücke entſtand. So
darf auch der Geſamtaufführung hohes Lob geſpendet
werden.
Der Berndt=Schapiro=Prozeß.
Fünfter Verhandlungstag.
g. Zeuge Geheimer Medizinalrat Balzer hat die
Tätigkeit der Frau Schapiro ſehr genau kennen gelernt.
Beſonders in der Fürſorge für entlaſſene weibliche
Straf=
gefangene habe Frau Schapiro ganz vorzügliche Leiſtungen
gezeigt. Uebergriffe auch auf dem Gebiet des
Proſtitu=
tionsweſens ſeien ihm nie bekannt worden. Ihm
gegen=
über habe Frau Schapiro öfter bedauert, nicht mehr in
der Zwangserziehung tätig ſein zu können. Von den
Schützlingen der Frau Schapiro ſei ihm oft ſehr
Schmeichel=
haftes über deren Tätigkeit zu Ohren gekommen, er habe
den Eindruck gewonnen, als ob die Beteiligten ſehr mit
dem Wirken der Polizeiaſſiſtentin einverſtanden waren.
Auch in den Bordellen habe ſie viel gebeſſertz beſonders
ein gewiſſes Regieſyſtem mit Kleidungsſtücken beſeitigt
und ein genaues Abrechnungsſyſtem eingeführt. Sie habe
auch eine Unterſtützungskaſſe für ärztliche Dienſte gegründet,
zu der die Mädchen Beiträge zahlten. Die Mädchen legen
jetzt in den meiſten Fällen Sparkaſſenbücher an. —
Fräu=
lein Walz, als Vorſtandsdame des Darmſtädter Vereins
der Freundinnen junger Mädchen, kann dem Wirken der
Frau Schapiro nur das beſte Zeugnis ausſtellen. Sie
habe den Eindruck gehabt, daß alle jene Mädchen, deren
Lebenswandel zu beanſtanden war, von den Eltern nicht
genügend beobachtet werden könnten, weshalb der Verein
auch ſelbſt die Erziehung in die Hand nehme. Auf einen
Widerſtand der Eltern gegen dieſe Maßnahmen ſei man
ſehr ſelten geſtoßen. Sie ſei auch oft mit Mädchen
zu=
ſammengekommen, die unter der Pflege der Frau Schapiro
geſtanden hatten, dabei habe ſie immer den Eindruck
ge=
habt, daß die Mädchen ſehr an der Frau Schapiro hängen
und ihrer dankbar gedenken. Sie halte es im Intereſſe
der Sache für beſſer, wenn die Fürſorge und die
polizei=
liche Tätigkeit in einer Perſon vereinigt iſt, für die
Be=
treffende ſei es allerdings eine ſchwierige Poſition.
Landgerichtsdirektor Nees hat den Vorſitz in der
Strafkammerverhandlung in Mainz geführt. Er ſagt aus,
daß Herr Hirſch faſt bei jedem Punkt der Beweisaufnahme
erklärt habe, er bedauere die Anſchuldigungen, er habe ſich
überzeugt, daß ſie nicht aufrecht zu erhalten ſeien. Herr
Hirſch habe wohl ſechs bis acht Mal einen Vergleich
an=
geregt. Er habe auch erklärt, wie auch die Sache ausgehen
möge, er würde das Urteil mit Würde tragen und die Sache
niemals in ſeinem Blatte wieder erwähnen. — Der
diri=
gierende Arzt der inneren Abteilung des Mainzer
Kranken=
hauſes, Dr. Curſchmann, hat niemals ein
unbe=
rechtigtes Eindringen der Frau Schapiro in das
Kranken=
haus bemerkt. Er halte für Mainz das Wirken einer
Po=
lizeiaſſiſtentin für ſehr ſegensreich, da im Gegenteil zu
an=
deren Städten die jugendlichen Mädchen eine erſchreckend
große Zahl der Kranken ſtellen. Seit dem Eintritt der
Frau Schapiro habe die Zahl der Kranken ſehr
abge=
nommen.
Durch eine weitere Zeugin wurde feſtgeſtellt, daß Hirſch
noch im Januar d. J. die Extranummern mit jenen
belei=
digenden nachgedruckten Artikeln verkaufen ließ. —
Kri=
minalkommiſſar Neumer beſtätigt, daß ſich Frau
Schapiro überraſchend ſchnell in ihren Wirkungskreis
ein=
gearbeitet hatte. Nur einige formelle Mängel hätte in
den erſten Monaten die Staatsanwaltſchaft erhoben,
dem von Juſtizrat Horch bezeichneten Material habe
ebenfalls kein einziger Fall als haltbar erwieſen. Niemal
ſei die Polizeiaſſiſtentin ſelbſtändig vorgegangen, imm
entweder in ſeinem Auftrag oder mit ſeiner Zuſtimmun
Richtig ſei, daß ein großer Teil von Anklagen, die Fre
Schaviro veranlaßt hat, eingeſtellt werden mußte, das
aber ganz gewöhnlich, denn die Polizei ſei verpflichtet,al
Fälle, die zu ihrer Kenntnis kommen, der Staatsanwal
ſchaft zu überantworten. Bei einer Frage des Juſtizra
Bernſtein an dieſen Zeugen, die Bezug nimmt auf die Ein
bruchsgeſchichte bei dem Beig. Berndt, erhebt der Vertret
des Nebenklägers Berndt, Rechtsanwalt Pagenſteche
Einſpruch über die Zuläſſigkeit dieſer Frage. Dem Ang
klagten war zu Ohren gekommen, daß der Schutzman
Reeſch, der damals die Unterſuchung bei dem Einbru
geführt hatte, zum Zeugen Neumer vor fünf Jahren ge
ſagt hätte, wenn er nicht die Stelle als
Wachtmeiſter=
halten würde, wäre der Herr Berndt längſte Zeit Beig
ordneter geweſen. Auf die Frage des N. habe Reeſch Ge
ſagt: Die Unterſuchung habe ergeben, daß nicht 800 Ma
geſtohlen worden ſeien, ſondern Briefe, die das Fräulein
in ihre Hände bekommen wollte. Es ſei aber entgegende
Ergebnis der Unterſuchung auf Veranlaſſung des Herl
Berndt gemeldet worden, der Täter ſei nicht ermittelt wol
den. Danach frägt nun Juſtizrat Bernſtein den Zeuge
Neumann, ob er ſich des Geſpräches erinnert. R.=A. Pagel
ſtecher beſtreitet die Zuläſſigkeit dieſer Frage, bevord
Verteidigung nicht klar formuliert, ob ſie oder der Ang
klagte mit dieſer Frage behaupten will, die Mitteilung
wahr, alſo damit dem Beig. Berndt ein bisher nichtb
hauptetes Amtsverbrechen vorwerfen und dafür den
Wahn=
heitsbeweis antreten will, oder ob ſie nur feſtſtellen wil
das Gerücht ſei zwar unbegründet, aber es ſei dem Ang
klagten zu Ohren gekommen. Als das Gericht nach ein
längeren Beratung hierüber zurückkehrte, verzichtet utig
rat Bernſtein auf die ganze Frage, woraufhin der Vei
treter R.=A. Pagenſtecher den förmlichen Antrag ſtellt,die
Einbruchsgeſchichte zum Gegenſtand der Beweisaufnahn
zu machen, um auch dem Beig. Berndt Gelegenheitzu
völligen Rechtfertigung zu geben.
Gegen 1 Uhr wurde die Verhandlung auf Mong
früh vertagt.
Gerichtszeitung.
— Leipzig, 21. Juni. Vor dem hieſigen Schöffen
gericht hatten ſich die Bäckergeſellen Walter Straub
aus Gotha und Wilhelm Grüneberg aus Jaſtrof
wegen gemeinſchaftlichen Betrugs zu verantworten. Durg
die Verhandlung wurde wieder einmal feſtgeſtellt,war
man von den Ankündigungen über „Lohnender
Nebenverdienſt” zu halten hat. Straube war ſelbſ
einmal im vorigen Jahre auf ein Inſerat hineingefallen
dem Perſonen jeden Standes ein lohnender Nebenverdien
zugeſichert wurde, wobei er aber nur durchaus wertloſſ
Inſtruktionen nach Einſendung eines beſtimmtene
trages erhielt, und er beſchloß nun, ſich auf gleiche billig
Weiſe einen guten Verdienſt zu verſchaffen. Er erließ
ſerate in Zeitungen, in denen er Herren und Damen
zweiſtündiger täglicher Arbeitszeit einen ſicheren Neben
verdienſt von 15 bis 25 Mark wöchentlich in Ausſicht ſtelle
Wenn ſich nun Bewerber meldeten, erhielten ſie einem
„Internationales Adreſſenbureau Merkuria 1889"une
zeichnete Druckſache, in der ſie aufgefordert wurden
Mark bezw. 1,95 Mark einzuſenden, worauf ihnen dam
nähere Mitteilung zugehen werde. Fielen die Leuteda
rauf hinein und ſandten das Geld, dann erhielten ſie ein
Inſtruktion, in der ihnen empfohlen wurde, ausden
Tageszeitungen Adreſſen herauszuſchreiben und dieſeden
Intereſſenten zum Preiſe von 3 Mark pro Hundert anz
bieten. Grüneberg war an der Sache in der Weiſebe
teiligt, daß er ſeinem Kollegen Straube 28 Mark zu
fertigung der notwendigen Druckſachen gegeben hatte. Als
ihm die Sache aber nicht ſicher genug vorkam, trennte er
ſich wieder von ſeinem Kompagnon. Straube wurde vom
Schöffengericht wegen Betrugs zu drei Wochen vier
Tagen Geſängnis verurteilt, während Grünebſg
freigeſprochen wurde, da ihm eine betrügeriſche Abſicht
nicht nachzuweiſen war.
Hamburg, 21. Juni. In der
fortgeſetztene=
handlung gegen den Bankier Lquis Müller der ſich
vor der hieſigen Strafkammer, wie bereits mitgeteilt
wegen verſuchten Gattenmordes bezw. Anſtiftungdaz
zu verantworten hat, nahm auf Grund der
Beweisauf=
nahme der Staatsanwalt als erwieſen an, daß der
geklagte den Mord ſeiner Frau geplant und den Zeugen
Birk zum Morde habe anſtiften wollen. Die Verhands
lung habe dasſelbe Bild ergeben, wie die
Vorunter=
ſuchung. An einen Rachegkt des Birk zu glauben,da
habe man nicht die geringſte Veranlaſſung, da Birke von
dem Angeklagten gut bezahlt und auch ſtets gut
behan=
delt worden ſei, auch ſeien keine Streitigkeiten zwiſchen
ihnen vorgekommen. In Anbetracht der geiſtigen u
moraliſchen Minderwertigkeit des Angeklagten wollen
aber von der höchſten zuläſſigen Strafe abſehen unde
beantrage daher 3 Jahre Gefängnis. 3 Jahre Ehrveriſ
und Stellung unter Polizeiaufſicht. Das Gericht erkanne
auch demgemäß und verurteilte Müller zu 3 Jahren
Gefängnis unter Aberkennung der bürgerlichen
Ehrenrechte auf drei Jahre.
Hamburg, 21. Juni. Vor dem hieſigen Schöfe
fengericht hatte ſich eine Schneiderin von hier wegen
Be=
amtenbeleidigung zu verantworten, die aus einem eigen= Anlaß entſtanden war. Als ſie nämlich im
e=
bruar d Js. auf dem Bahnſteig des Veddeler
Bahn=
hofes kam, wurde ſie von einem Bahnſteigſchaffner
auf=
gefordert, die Spitzen ihrer Hutnadelnz
verdecken da ſie ſonſt nicht mitfahren dürfe, weil
die herausſtehenden Spitzen eine Gefahr für das
mitfah=
rende Publikum bedeuteten. Die Schneiderin wurde
darauf furchtbar erboſt und fuhr dem Mann, der ſo
für=
ſorgeriſch das Wohl ſeiner Mitmenſchen im Auge hatte.
mit den Worten an: „Was wollen Sie dummer Kerl?”
und als der Schaffner ſich das verbat, beſtätigte ſie ihr
Urteil nach einmal mit den Worten: „Das ſind Sie
auch.‟ Ein ähnlicher Vorgang ſoll ſich dann an einem
anderen Tage aus einer ganz ähnlichen
Veranlaſſung=
abgeſpielt haben. Die Angeklagte, die ihr Verhalten
mit ihrer großen Erregung über die Aufforderung des
Schaffners entſchuldigte, erhielt eine Geldſtrafe von
5 Mark.
Landwirtſchaftliches.
L. K. Verſteigerung von Zuchtſchweinen.
Am 19. Juni l. Js. fand hier auf dem
Pferdemarkt=
platz die Verſteigerung der vom Landwirtſchaftskammer=
Ausſchuß für Starkenburg aus norddeutſchen Zuchten
eingeführten 65 Stück Zuchtſchweine unter die Beſteller
ſtatt. Von den verſteigerten Zuchtſchweinen
ge=
hörten 32 Stück den deutſchen Edelſchweinen, ſowie
Nummer 146.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Juni 1912.
Seite 5.
Stück dem veredelten Landſchweinſchlag an. Die
ielten Erlöſe waren ſehr gut, ein Beweis dafür, daß
eingeführten Schweine allgemein gefallen hatten.
der Verſteigerung waren Züchter aus Gernsheim,
ebesheim, Wolfskehlen, Lengfeld, Heppenheim. Hähn=
1, Auerbach, Airlenbach i. O., Langenbrombach i. O.,
chſt i. O., Königſtädten und Trebur beteiligt.
* Der XXVIII. Deutſche
Landwirtſchaft=
he Genoſſenſchaftstag des
Reichsver=
ndes der Deutſchen Landwirtſchaftlichen
enoſzenſchaften findet, wie bireits angekündig!
den Tagen vom 11. bis 13. Juli d. J. in Dresden ſtatt.
e Tagesordnung weiſt eine große Reihe bedeutſamer
rhandlungsgegenſtände auf. Unter den
genoſſenſchaft=
en Fragen allgemeiner Natur ſteht neben dem
Jahres=
icht des Generalanwalts voran ein Vortrag des
Ver=
idsdirektors Hofrat Bach=Dresden über die „
Entwickel=
a des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens im
nigreich Sachſen” Generalſekretär Profeſſor Dr.
Dade=
rlin wird über die „Sittliche und wirtſchaftliche Kraft
genoſſenſchaftlichen Bewegung in der deutſchen
Land=
rtſchaft‟ Generallandſchaftsdirektor Geheimer
Ober=
ſierungsrat Dr. Kapp=Königsberg über die „Bedeutung
öffentlichen Lebensverſicherungsanſtalten für die
länd=
ſe Bevölkerung unter Mitwirkung der Genoſſenſchaften
d ihrer Verbände” ſprechen. Unter den ſpeziellen
Ange=
zenheiten behandelt ein beſonders zeitgemäßes Thema
s Referat des Generalſekretärs Oekonomierat
Hohenegg=
ünchen über die wichtige Frage: „Inwieweit und unter
lchen Vorausſetzungen ſind die ländlichen Spar= und
irlehenskaſſen in der Lage, bei der Befriedigung des
idlichen Realkredits mitzuwirken?” Verbandsdirektor
konomierat Dr. Rabe=Halle a. S. referiert über das
ſema: „Inwieweit tragen die Genoſſenſchaften zu einer
hgemäßen Verwendung landwirtſchaftlicher
Bedarfs=
tikel bei?”. Verbandsdirektor Eicke=Braunſchweig wird
* „Mitwirkung der Genoſſenſchaften bei Linderung der
itternot” behandeln. Profeſſor Dr. Falke=Leipzig ſpricht
er „Errichtung von genoſſenſchaftlichen Viehweiden,
hweinezucht= und Maſtanſtalten” Oekonomierat Dr.
termann=Chemnitz wird über „Stellungnahme, betreffend
* von den Nahrungsmittelchemikern erſtrebte Einführung
tes Deklarationszwanges für Käſe nach Fettgehalt”
re=
ieren, und Molkerei=Inſtruktor Schwarz=Bonn wird das
zema: „Die Schädigung des genoſſenſchaftlichen
Molkerei=
eſens durch die übertriebene Verbreitung von
Handzen=
ffugen” behandeln. Im Anſchluß an den
Genoſſenſchafts=
g findet am Samstag, den 13. Juli, ein Ausflug nach der
chſiſchen Schweiz ſtatt.
Parlamentariſches.
* Die Zweite Kammer der Landſtände
itt zur 32. Sitzung am Dienstag, den 2. Juli 1912,
rmittags 10 Uhr, zuſammen. Auf der Tagesordnung
ehen u. a.: Regierungsvorlage über die Dienſtbezüge
r Staatsbeamten und Volksſchullehrer und ihrer
interbliebenen, ſowie die Deckungsmittel;
Regierungs=
rlage, Geſetzentwurf über die Tilgung der
Staats=
zuld betreffend: Regierungsvorlage, Verkauf eines
eländeſtreifens des Großherzogtum=Landeseigentum an
e Stadt Groß=Umſtadt betreffend: Regierungsvorlage,
erkauf des fiskaliſchen Hofguts Neu=Ulrichſtein
be=
effend; Mandat des Abgeordneten Joutz betreffend,
wie zahlreiche Anträge und Vorſtellungen.
sommerfeſt in der Elizabeth Duncan=Schule.
Ueber der im herrlichſten Frühlingsſchmuck
prangen=
en Marienhöhe wölbt ſich in breitem Bogen ein
klar=
lauer wolkenloſer faſt ſüdlicher Himmel. Lachende,
anzende Sonnenſtrahlen tauchen den freundlich heiteren
kunſttempel, die weit vorgelagerten Terraſſen in
golde=
en Schimmer, zittern über die grünen Matten, hüllen
ern hinten die Baumkronen und Bergkuppen in
bläulich=
natten durchſichtigen Dunſtſchleier. Herrliche Ausblicke
ingsum in die heimatliche Naturſchönheit.
Vogel=
ezwitſcher und Inſektenſummen, ein Blühen und
Sprie=
en, ein lautloſes Lachen und Juchzen: Ein
Sommerfeſt=
ag, wie ihn die Natur ſchöner und ſtimmungsvoller
licht bereiten konnte, einen Rahmen gebend dem Feſt,
as die jungen Novizen einer neuerſtandenen herrlichen
kunſt feiern nach Monden ernſter eifriger Arbeit.
Ind das mit ihnen feiern zahlreiche Freunde und ideale
Förderer dieſer Kunſt, denen es Dank ſein ſoll.
Eine illuſtre Geſellſchaft ſammelt ſich in dem
ſtim=
nungsvoll, in roſig blaues Licht getauchten Feſt= und
Tanzſaal. Wir ſſehlen das Großherzogspaar,
Prinz und Prinzeſſin Wilhelm von Sachſen=Weimar,
Prinz Löwenſtein=Wertheim=Freudenberg, die
Prinzeſ=
innen Iſenburg, Solms=Braunfels, Graf und Gräfin
Reipperg, Miniſter des Innern von Hombergk und
Ge=
mahlin, Geheimerat Römheld und Gemahlin, Baron
und Baronin von Oetinger, General von Breugel,
Pro=
feſſor Donndorf, Profeſſor Hofmeiſter=Stuttgart, Dr.
Karl Federn=Wien, Dr. Stahl, Profeſſor Cornelius=
München und weiter viele Kunſtgrößen und Mitglieder
der Darmſtädter und Frankfurter Geſellſchaft.
Eine kurze Anſprache, in der Direktor M. Merz betont,
daß das „Sommerfeſt” gewiſſermaßen ein Schulfeſt, ein
Prüfung=Ablegen ſein ſoll für die Schülerinnen und
ei=
nen Einblick geben in das auf ernſtes großes Ziel
ge=
richtete Streben der Schule, das nichts geringerem gilt,
als der Erziehung eines neuen geiſtig und körperlich
veredelten Menſchengeſchlechtes in neuerſtandener
herr=
licher alter Kunſt, leitet hinüber in das Kunſtprogramm
Die Klänge von Glucks wunderbarer Ouverture zu
Iphigenie auf Aulis” von der Hofkapelle künſtleriſch
vollendet geſpielt, erfüllen faſt weihe= doch freudvoll
den Raum. Dann die leichten flüſſigen Melodien zweier
Sarabanden von Covelli (für Orcheſter von Max Merz).
Inzwiſchen haben die jungen Kunſtnovizen, in lichte
Gewänder gehüllt, die den prächtig durchtrainierten,
ziel=
bewußt gepflegten Körper nicht ganz verhüllen, den Saal
betreten. Und nun ſingen ſie zu gedämpfter
Orcheſter=
begleitung alte liebe Kinderweiſen, entzückend ſchlicht
und ungekünſtelt: zwei alte Geſänge aus dem 14.
Jahr=
hundert, „Wohl dir liebe Sommerzeit (phrygiſch), „So
ſchöne wir den Angeo nie geſehen” uſw. Wunderbar
iſt Natur und Kunſt gepaart.
Nun kommen die Kleinſten, die zarten Körperchen in
anſchließende lichtblaue Trikots. Wie blühend, wie
ge=
ſund ſehen ſie aus, wie lachen die hellen Aeuglein voll
Lebensluſt, voll Freude an all dem Schönen und Edlen,
Reinen, das ſie umgibt Tag und Nacht. Unter
Führung von Oberleutnant Palſon, dem Lehrer für
ſchwediſche Gymnaſtik an der Schule, führen die
klei=
nen Schülerinnen gymnaſtiſche Uebungen vor, zeugend
von der ſtraffen zielbewußten Körperpflege. Die Haltung
der Kleinen, die Art, wie ſie ihre zarten, doch musku=
Aöſen Körperchen beherrſchen, wie jede auf Kommando
ausgeführte Bewegung trefflich gelingt, iſt
ſprechenderBe=
weis für die in einer Anſprache des Lehrers dargelegte
Theorie, daß die äſthetiſche Gymnaſtik, die eine
ſchwe=
diſche Wiſſenſchaft iſt, unerläßlich für die Pflege der
neuen Tanz kunſt für die ideale Körperpflege
über=
haupt.
Dann Pauſe. Nach einem Spaziergang durch die Anlagen
des geſegneten Stückchens Erde wird droben auf dem
Hügel Tee ſerviert und eine halbe Stunde dem
Gedan=
kenaustauſch gewidmet über das Schöne, das geboten
und das die Natur bietet auch in dieſem Moment.
Inzwiſchen hatte das Orcheſter auf der unteren
Ter=
raſſe Platz genommen, der eine weite halbkreisgeformte
Raſenfläche vorgelagert iſt, und die Gäſte plazierten ſich
vor der Terraſſe. Es begannen Vorführungen
der Schülerinnen im Freien. Mit dem
Ein=
ſetzen der Orcheſterklänge ſchritten ſie die jenſeitige
Frei=
treppe herab, die knoſpenden Körper in lichtfarbene
Schleiergewänder gehüllt, Arme und Füße frei.
Wie=
derum ſangen ſie das wunderſam melodiöſe alte Lied
„Wohl dir liebe Sommerzeit” und dann ſchwebten die
jungen Menſchenblüten in wiegendem Reigen über den
grünen Raſenteppich, in zitterndes Sonnengold getaucht
und tanzten ihre Melodien. Nein, kein Tanz wars, ein
rhythmiſches Nachempfinden, ein Verkörpern der Töne.
Wie die Lerche an der eigenen trillernden Melodie
ju=
belnd zur Sonne emporklettert, haſchten ſie einander,
haſchten die Töne, den Geſang. Wie wunderbar war
das, wie natürlich und ſcheinbar regellos. Aber voll
ent=
zückender Grazie. Jede Poſe, jede Bewegung ein Bild
leuchtenden Lebens. Und wie leuchtete die Freude am
Spiel, am Singen und Tanzen den Mädchen aus den
hellen Augen. Dann kamen auch die Kleinen hinzu,
diesmal ebenfalls in farbenfrohen duftigen
Schleier=
gewändern, und nun folgten Bilder, deren eines das
andere übertraf an Schönheit und Anmut, an Grazie
und friſcher blühender Natürlichkeit und an vollendeter
Kunſt. Eine Verkörperung der Freude und der Aeſthetik
und ein überzeugender Beweis dafür, daß die Schule
in Wahrheit iſt, was ſie ſein will, eine Hochſchule für die
Körperkultur der Frauen, für die zukünftige Ausbildung
der weiblichen Jugend. „Die Elizabeth Duncanſchule
ſieht nicht in der Löſung einſeitiger künſtleriſcher Fragen
ihre Aufgabe, ſondern ſtrebt dem ganzen Menſchen zu,
ſtrebt, vorbildlich zu wirken für eine Erziehung, die der
körperlichen und geiſtigen Ausbildung der Jugend
voll=
kommen gleiche Bedeutung zuerkennt, den Sinn für die
Bedeutung praktiſcher Arbeit wachruft und aus welcher
ſich notwendigerweiſe ſowohl künſtkeriſche Forderung
wie Leiſtung von ſelbſt ergibt.”
Die weiteren Vorführungen der Schülerinnen
brach=
ten in dieſem Teil drei deutſche Volkslieder: a) Ich
ſpring in dieſem Ringe, b) Winzerlied, e) Rätſellied
(für Orcheſter von Max Merz), dann Courante von
Co=
relli, ein ganz entzückendes Menuett, von Rameau,
Scherzo von Max Merz, Chor aus Orpheus „Die Gefilde
der Seligen” von Chriſt, von Gluck und zum Schluß
Trio auch Marche militaire von Fr. Schubert. Das
Hoforcheſter dirigierten die Herren Max Merz und
Ferdinand Edlinger.
Dann wob der Abend ſeine dämmernden Schleier
um die Marienhöhe und der Mond goß ſeine ſilbernen
Fluten darüber. In das geheimnisvolle Raunen und
Rauſchen des Waldes hinein klangen wieder die von
leiſen Winden getragenen gedämpften Klänge alter
Weiſen. Ein Sommerabend wie Thoma in
unvergleich=
licher Meiſterſchaft ihn gemalt. Und wie in dieſem
herr=
liche Gemälde huſchten plötzlich die jungen
Menſchen=
blüten wieder hinein in die zauberiſch ſchöne, ganz auf
den Märchenton geſtimmte Landſchaftsſzenerie. In
laut=
loſen Bewegungen tanzten ſie ihre Liedgeſänge nun in
dieſem Dämmerſchein, wie vordem in ſtrahlender
Sonne. Schwer zu ſagen, was ſchöner war. Dann
flammt plötzlich von irgendwo her ein Scheinwerfer auf
und wirft einen Lichtkegel auf den grünſammtenen
Naturteppich. Und nun geht der wiegende und
ſchwe=
bende Reih’n aus geſpenſtiſchem Dunkel durch den
grel=
len Lichtſtrahl, um wieder unterzutauchen ins
Abend=
dunkel, weitergeführt durch den Geſang der hellen
Mäd=
chenſtimmen. So wiederholt ſich das einzigartige Spiel
fort und fort, bei jedem Auftauchen in dem Lichtkegel
neue Bilder dem Auge bietend, neue Grazie, neue
Schön=
heit. Schimmernde Nachtſchmetterlinge umflattern in
ſchwerfälligem Flug die tanzende Jugend und
Leucht=
käferchen huſchen am Rande des Raſen=Rondells hin
und her, auf und ab, in neckiſchem Spiel, das Bild
märchenhaft verſchönend Das geht ſo fort bis — nun
bis ein Windſtoß dem Orcheſter die Notenblätter
ent=
führt. Eine kleine Weile gehts noch ohne Noten, ½ Takt
in F=dur, dann verſtummt die Muſik. Der Lichtkegel
verſchwindet, die Sommerfeier iſt beendet.
Ratternde fauchende Kraftwagen entführen die Gäſte
nach allen Richtungen durch den nächtlichen Wald Und
bald danach liegt das Heim all dieſer Schönheit und
Lebensfreude in paradieſiſcher Ruhe einer herrlichen
Juninacht.
Flugpoſt am Rhein und Main.
* Samstag morgen um 7 Uhr 32 Minuten ſtartete
der Eulerpilot Leutnant v. Hiddeßen mit 45
Kilo=
gramm Poſtkarten auf ſeiner Eulerflugmaſchine „Gelber
Hund” von Frankfurt a. M. nach Darmſtadt und kam
in Darmſtadt auf dem Truppenübungsplatz um 8 Uhr
an. Es war böiges, windiges Wetter, wodurch die Fahrt
ſehr erſchwert wurde. Sie ging deſſen ungeachtet glatt
von ſtatten. Abends um 7 Uhr 22 Minuten, nachdem die
neue Darmſtädter Poſt in einem verſiegelten Poſtſack von
über einem Zentner in die Eulerflugmaſchine
aufgenom=
men worden, fuhr Leutnant v. Hiddeßen wieder auf dem
Luftwege nach Frankfurt und landete glatt, nachdem
er die Stadt Frankfurt in großer Höhe umkreiſt, um 7 Uhr
37 Minuten auf dem Eulerflugplatz. An den
Zeitdifferen=
zen vom Morgen zum Abend erſieht man den großen
Gegenwind am Abend. Bei der Landung auf dem
Euler=
flugplatz war Exzellenz v. Lyncker, der
Generalinſpek=
tor der Verkehrstruppen, zugegen und gratulierte Herrn
v. Hiddeßen zu dem in ſo glänzendem Stil beendigten
großen Poſtrundflug.
Die Poſtkartenwoche der Großherzogin von Heſſen
hat mit einem vollen Erfolg geendet. Die
Eulerflug=
maſchine, geführt von Leutnant v. Hiddeßen, hat die
Strecken Frankfurt a. M.=Darmſtadt, Darmſtadt=Worms,
Worms=Mainz, Mainz=Frankfurt, Frankfurt=Darmſtadt
und Darmſtadt=Frankfurt immer an den
vorgeſchriebe=
nen Tagen und Stunden zurückgelegt, und zwar iſt ſie
immer pünktlich, wie vorher beſtimmt, abgeflogen und
angekommen, was beſonders hervorzuheben iſt, weil
während der ganzen Woche ſehr ſtürmiſches Wetter
herrſchte und die Windſtärke zwiſchen 6 und 30
Sekunden=
metern wechſelte.
Luftfahrt.
Der Zuſammenſtoß in den Lüften.
* Von dem tragiſchen Zuſammenſtoß in den Lüften,
dem am Mittwoch auf dem Flugplatze von La Brayelle
2 der tüchtigſten franzöſiſchen Fliegeroffiziere zum Opfer
gefallen ſind, entwirft ein Augenzeuge im Matin eine
aus=
führliche Schilderung. Ein leichter Dunſt verſchleierte die
weite Ebene, der Ausblick aber war nicht gehindert, und
der leichte Nebel iſt für das Unglück nicht verantwortlich
zu machen. Der junge Leutnant Peignian, der dem
Flie=
gerkorps ſeit einigen Wochen zugeteilt iſt, war um 6 Uhr
20 Min. früh mit ſeinem Breguet=Zweidecker aufgeſtiegen
und beſchrieb über dem Militärſchuppen in den Lüften
ſeine Kreiſe. In demſelben Augenblick gab auch der
Hauptmann Dubois in ſeinem Zweidecker das Zeichen
zum Loslaſſen und ſtieg auf. Beide Offiziere benutzten
Maſchinen vom gleichen Typ; Dubois aber verfügte über
einen ſtärkeren Motor, und infolgedeſſen über eine größere
Geſchwindigkeit. Der Leutnant flog in demſelben
Augen=
blick nach Oſten, auf die Sonnenſcheibe zu; es iſt möglich,
daß das Licht ihn blendete, ſo daß er den Apparat des
Hauptmanns nicht ſehen konnte. Dubois aber, der in
weſtlicher Richtung, und zwar unmittelbar auf die
Flug=
maſchine ſeines Kameraden zuſauſte, muß unbedingt das
Flugzeug Peignians deutlich geſehen haben, denn er hatte
die Sonne im Rücken. Die Apparate näherten ſich
ein=
ander mit raſender Schnelligkeit. Vielleicht hatte
Haupt=
mann Dubois gehofft, durch die größere Schnelligkeit
ſei=
nes Flugzeuges den Kreuzungspunkt der beiden
Flug=
linien eher zu erreichen als Peignian. Man wird die
Ur=
fachen des Zuſammenſtoßes nie mehr aufklären. Beide
Flieger ruhen im Tode. Das Unglück vollzog ſich in
wenigen Sekunden. Vom Boden aus ſah man, zunächſt
noch ohne Sorge, wie die Flugzeuge ſich einander
näher=
ten; man nahm an, daß ein Ausweichen keine
Schwierig=
keiten bieten könne. Plötzlich ſah man, wie Peignian mit
einem Schlage ſein Flugzeug emporriß und höher ſtieg:
er hatte die Gefahr begriffen und wollte ihr ausweichen.
In derſelben Sekunde aber ſah man mit Entſetzen, wie
auch das Flugzeug des Hauptmanns emporſtieg: genau
in derſelben Höhe prallten nun die Apparate
gegen=
einander. Der linke Flügel des Duboisſchen Apparates
traf den linken Flügel von Peignians Flugzeug, der
Propeller geriet in die Drahtſeile: man ſah nur, wie
plötz=
lich die Maſchine des Leutnants ſich in den Lüften
über=
ſchlug und mit wachſender Schnelligkeit zu Boden ſtürzte.
Wenige Sekunden ſpäter ſchoß auch der Zweidecker
Du=
bois’ der einen Augenblick wie regungslos in den
Lüf=
ten geſtanden hatte, zur Erde nieder. Im erſten
Augen=
blick waren alle Anweſenden ſtarr vor Entſetzen; man
hatte nur hier und da einen Schreckensruf gehört. Dann
ſtürmte man zur Unglücksſtätte: die beiden Maſchinen
waren unmittelbar nebeneinander geſtürzt. Hauptmann
Dubois war noch am Leben, ſaß noch auf dem Sitz des
zerſchmetterten Apparates. Er machte ein Zeichen, man
möge ihn laſſen, will ſich aufrichten, ſinkt zurück: alles
iſt umſonſt. Schlaff und hilflos liegt er da und murmelt
nur einige Worte. Man glaubt zu verſtehen: „Meine
Frau, meine Frau‟ Dann beginnt er zu röcheln.
Leut=
nant Peignian war ſofort tot; die ärztliche Unterſuchung
ergab, daß ihm die Bruſt eingedrückt, der Schädel
ge=
ſprengt und ein Arm gebrochen war. Der Hauptmann
hatte nur einen Hüftenbruch erlitten, aber der furchtbare
Anprall hatte ſeinen ganzen Organismus aus dem
Gleichgewicht gebracht; nur ſeine ſtarke Natur ließ ihn
noch ein paar Augenblicke leben. Er ſtarb wenige
Mi=
nuten ſpäter auf der Rettungsſtation, ohne das
Bewußt=
ſein wieder erlangt zu haben.
* Deutſche Flieger in t ürkiſchen
Dien=
ſten. Eine Johannisthaler Flugmaſchinenfirma hat
zwei Apparate an die Türkei geliefert, die ſchon in den
nächſten Tagen in Konſtantinopel eintreffen dürften. Als
Flieger haben ſich der türkiſchen Regierung der frühere
Otto=Pilot Rentzel und der ehemalige Harlan=Pilot
Leutnant Jahnow zur Verfügung geſtellt. Letzterer tritt
als Offizier in die türkiſche Armee ein und iſt dazu
be=
rufen, als Fluglehrer einen Stamm türkiſcher Flieger=
Offiziere heranzubilden. Mehrere deutſche Firmen ſtehen
mit der türkiſchen Regierung bezüglich Lieferung von
Flugzeugen noch in Verhandlung.
* Berlin, 21. Juni. Auf dem Militärflugplatz
Döberitz iſt geſtern abend der 27jährige Fliegeroffizier
v. Falkenheyn, der bei dem Dragoner=Regiment
Nr. 19 in Oldenburg ſtand, auf ſeinem Aviatik=Eindecker
aus 80 Meter Höhe abgeſtürzt und war ſofort
tot. Der Eindecker lag anfangs ſehr ruhig, doch wurde
er ſchließlich von Böen gepackt, die ihn heftig ſchüttelten.
Leutnant v. Falkenheyn begann, als er ſah, daß die
Ma=
ſchine auf die Dauer dem Winde nicht gewachſen ſei, mit
einem ſehr ſteilen Gleitflug. Aus noch nicht ermittelter
Urſache fiel ſeine Landung zu ſteil aus, ſodaß der
Ein=
decker mit großer Gewalt auf dem Boden aufprallte.
Der Fliegeroffizier ſtürzte aus ſeinem Sitz heraus und
ſchlug mit dem Kopf auf den Boden. Er brach des Genick
und der Tod trat auf der Stelle ein.
* Eſſen, 21. Juni. Auf dem Flugplatz Gelſen=,
kirchen=Eſſen=Rotthauſen wollte heute abend die Fliegerin
Fräulein Lotte Möhring aus Berlin ihre
Piloten=
prüfung auf einem Grade=Eindecker ablegen. Beim
Lan=
den berührte der rechte Flügel des Apparates den
Erd=
boden. Der Apparat überſchlug ſich und begrub
die Fliegerin unter ſich. Sie wurde verletzt, konnte
jedoch nach ihrem Eſſener Hotel gebracht werden. Der
Apparat wurde vollſtändig zertrümmert.
* Kiel. 22. Juni. Heute morgen begann bei ſtarkem
Nebel der Rundflug durch die Nordmark mit
der Etappe Kiel-Flensburg mit
Zwangszwiſchenlan=
dungen in Rendsburg und Schleswig. Auf dem
Flug=
platz waren auch Prinz und Prinzeſſin Heinrich von
Preußen anweſend.
* Danzig, 23. Juni. Der Ballon Danzig”
der heute früh von der Gasanſtalt aufgeſtiegen war, iſt
infolge eines plötzlichen Windſtoßes gegen ein Haus
geſchleudert worden. Der Führer, der Arzt Schucht,
wurde aus dem Korbe geſchleudert und war ſofort tot.
Der Ballon wurde weiter getrieben gegen Mottlau zu.
Der Student Haſſelbach, der die Führung übernommen
hatte, riß an der Reißleine, worauf der Ballon
herunter=
ging. Haſſelbach und Profeſſor Föttinger ſprangen heraus
und blieben unverletzt, eine mitfahrende Dame wurde nur
gering verletzt.
* Wien, 22. Juni. Der Eindecker „Schwalbe” ein
neues Flugzeug des Malers Burrian, welches bei der
Flugwoche in Konkurrenz treten wollte, ſtürzte beim
erſten Flug auf dem Wiener=Neuſtädter Flugfelde mit
dem Piloten Kreiner aus einer Höhe von 80 Metern
ab. Der Apparat wurde zertrümmert, der Pilot
verletzt.
Sport.
* Hamburg, 23. Juni. Derby=Meeting.
Für dasHauptrennen ſtarteten acht Pferde. Nach
ver=
geblichem Start ging das Feld auf Reiſe, wobei „
Gul=
liver II” der Favorit des Königlichen Hauptgeſtüts
Graditz ziemlich ſchlecht abkam. Schließlich verbeſſerte
ſich „Gulliver II” in geradem Platzgang weſentlich und
ſiegte unter dem Jubel der begeiſterten Zuſchauer in
guter Manier gegen den öſterreichiſchen Derbyſieger
Kokoro, Uechtritz gehörend, drittes Fürſt Lubomirskis
„Lom‟. Der Reiter von Gulliver war Bullock, welcher
bei der Rückkehr an die Wage mit lauten Bravos vom
Puhlikum empfangen wurde.
Von der Kieler Woche.
* Kiel, 21. Juni. Heute abend fand an Bord
der „Hohenzollern” bei dem Kaiſer Diner
ſtatt. Dabei ſaß zur Rechten des Kaiſers Bürgermeiſter
Burchard=Hamburg und Generaloberſt von Pleſſen, links
Reichskanzler von Bethmann Hollweg und
Generaldirek=
tor Ballin, gegenüber dem Kaiſer der Oberhofmarſchall
Graf Eulenburg zwiſchen dem Bürgermeiſter Schröder=
Hamburg und Admiral von Arnim, dem Vorſitzenden
des K. J. K., rechts Bürgermeiſter Predöhl=Hamburg
und Admiral von Müller links Zur Tafel waren
ge=
laden u. a.: Vom Kaiſerl. Jachtklub Vizeadmiral z. D.
Baranden, Wirkl. Geh. Oberbaurat Dr.=Ing. h. c. Veith,
Schloßhauptmann Graf von Hahn=Neuhaus,
Konter=
admiral z. D Köllner, Konteradmiral z. D Sarnow,
Kapitän zur See Begas, Geh. Regierungsrat Profeſſor
Busley, Rittergutsbeſitzer v. Schiller=Rückhagen; ferner
vom Norddeutſchen Regattaverein Richard C. Krogmann,
Max Th. Hayn, Alfred Oswald, Friedrich W. Wenzel,
Max Warnholtz, H. v. Eycken, B. Sonnenkalb, A. Storm,
G. Stucke; ſodann Krupp von Bohlen=Halbach,
Ober=
bürgermeiſter Dr. Fuß, Polizeipräſident v Schröter,
Di=
rektor Holtzendorff von der Hamburg-Amerika=Linie:
vom Deutſchen Seglerverband Dr. Jenſſen und Auguſt
Tobias. Vor der Tafel überreichte der Kaiſer dem
Vor=
ſitzenden des Kaiſerlichen Jachtklubs Admiral Arnim
ſein Bildnis, ſowie den Vorſtandsmitgliedern Grafen
v. Hahn=Neuhaus und von Schiller ſeine Photographie.
Der Reichskanzler machte nachmittags dem
Oberpräſiden=
ten von Bülow einen Beſuch an Bord des
Regierungs=
dampfers „Sperber”
* Kiel, 22. Juni. Der Kaiſer beſuchte heute
vor=
mittag Lord Braſſey auf deſſen Yacht „Sun Bean” Zur
Frühſtückstafel an Bord der „Hohenzollern” waren
ge=
laden: Wirklicher Geheimer Rat Dernburg, die
Kontre=
admirale Graf Spee, Schmidt. Stromeyer, Henkel.
Zim=
mermann, Schütz, Souchon, Sthamer, Hipper und Kapitän
Bering. Der Reichskanzler ſpeiſte heute mittag auf der
„Deutſchland‟. Er beſichtigte heute vormittag das
Unter=
ſeeboot „U 11‟ in Begleitung des Generaloberſten v.
Pleſſen, Kontreadmirale Lanz und ſeines Adjutanten
Oberleutnant Freiherr v. Sell. Das Unterſeeboot machte
Tauchübungen. Später beſuchte der Reichskanzler den
Direktor des Norddeutſchen Lloyd Heineken an Bord der
„Bremen”
* Kiel, 23.: Juni. Das Luftſchiff Viktoria
Luiſe” das heute vormittag über der Holſteiniſchen
Schweiz von Hambura kommend eingetroffen war,
unter=
nahm nach einem Paſſagierwechſel zunächſt eine
zwei=
ſtündige Kreuzfahrt über See zur Begleitung
der Regatta. Alsdann kehrte es zurück und landete.
Bald nach 1 Uhr wurde ein erneuter Aufſtieg zu einer
Fahrt in die Nordmark unternommen, bei der Flensburg,
Schleswig und Rendsburg beſucht wurden.
Streiks.
* Magdeburg, 22. Juni. Nachdem die in
Hannover geführten Einigungsverhandlungen
zur Beilegung des Streits in der Metallinduſtrie
ge=
ſcheitert ſind, tritt heute abend die Ausſperrung von
60 Prozent der Arbeiterſchaft in ſämtlichen dem Verbande
deutſcher Metallinduſtrieller angehörenden hieſigen
Be=
trieben in Kraft.
* Rom, 22. Juni. Der Eiſenbahnerſtreik
in Sardinien iſt vollkommen. Jeder Zugverkehr
auf der Inſel iſt lahmgelegt. Das Perſonal verlangt
Verſtaatlichung des geſamten ſardiniſchen Netzes, das
ſich heute in privaten Händen befindet.
* LeHavre, 21. Juni. Während die
eingeſchrie=
benen Seeleute ſich mit dem neuen Schiedsgericht
einverſtanden erklärt haben, haben die hieſigen
Ree=
der dem Unterpräfekten mitgeteilk, daß ſie es ablehnen
würden, ſich einem Schiedsgericht zu unterwerfen. Die
Mannſchaft des heute hier eingelaufenen Ozeandampfers
„Savoie” hat ſich den Ausſtändigen angeſchloſſen.
* Marſeille, 21. Juni. Die eingeſchriebenen
See=
leute erklärten ſich mit dem Gedanken eines
Schieds=
gerichts einverſtanden, das die Forderungen der
eingeſchriebenen Seeleute unter einem allgemeinen
Geſichts=
punkt prüfen ſoll.
* Paris, 22. Juni. In Marſeille ſtreiken 1250
See=
leute. 43 Schiffe liegen im Hafen feſt. Vier Torpedojäger
ſind aus Toulon eingetroffen, um den Poſtdienſt zu
über=
nehmen. Der Paſſagierdienſt zwiſchen Marſeille und der
afrikaniſchen Küſte iſt gänzlich unterbrochen. In Havre
ruht die Arbeit, in Bordeaux iſt der Streik geſtern
vollſtän=
dig geworden. Die Compagnie de Meſſagerie Maritime
hat als erſte der beteiligten Reeder den Schiedsgerichts=
Vorſchlag der Regierung angenommen, und die Seeleute
in Havre haben ſich bereit erklärt, ihren Streit mit den
Reedereien einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Infolge
der ernſten Ausſchreitungen, die geſtern vormittag in Havre
ſtattfanden, iſt der Hafen den ganzen Tag über militäriſch
beſetzt.
* St. Lazaire, 22. Juni. Der Ausſtand der
ein=
geſchriebenen Seeleute iſt hier vollkommen beendet. Er
dauerte nur 24 Stunden und war eine einfache
Solidari=
tätskundgebung der Docker von St. Lazaire für die
ein=
geſchriebenen Seeleute von Marſeille und Havre.
* London, 21. Juni. Premierminiſter Asquith
empfing heute eine Deputation der Vereinigung der
Han=
delskammern, die als Mittel gegen die Streiks
empfahl, die Trade Union finanziell
verant=
wortlich zu machen. Die Deputation trat ferner für
die Verhinderung von Einſchüchterung und für die
Ein=
führung von Zwangsſchiedsgerichten und von
Genoſſen=
ſchaften zur Gewinnverteilung ein. Premierminiſter
As=
quith erwiderte, es ſei nicht Funktion der Regierung, bei
induſtriellen Streitigkeiten die Rolle eines Vermittlers oder
Schiedsſpruches zu übernehmen und ſeine Kollegen hätten
eine ſolche Pflicht niemals übernommen, außer im Falle
der äußerſten Not, wo die Intereſſen der Nation im Spiele
ſtänden, wie bei dem Kohlenarbeiterſtreik. Die Unruhe der
Arbeiterſchaft ſei zum Teil der Steigerung der
Lebensmit=
telpreiſe zuzuſchreiben. Von einem Zwangsſchiedsgericht
müſſe die Regierung abſehen, da es nicht von den
Arbeit=
gebern und Arbeitnehmern begünſtigt werde. Die
kana=
diſche Akte, die vor Beginn einer Ausſperrung oder eines
Ausſtandes eine unparteiiſche Unterſuchung vorſehe,
be=
währe ſich gut und die Regierung erwäge daher, wie weit
ſie für England paſſe. Das Handelsamt prüfe die Frage
der Begründung von Genoſſenſchaften zur
Gewinnverteil=
ung. Jede Art von Einſchüchterung mißbillige er und auch
die verantwortlichen Arbeiterführer träten ihr entgegen,
da Einſchüchterung der ſchlimmſte Feind der Trade Union
wäre. Ein Zwang ſollte weder von den Kapitaliſten noch
von den Arbeitern ausgeübt werden.
* London, 22. Juni. Der Vorſitzende des
Komi=
tees, das mit der Feſtſetzung der Löhne der ſchottiſchen
Bergarbeiter beauftragt war, hat geſtern die
Ent=
ſcheidungen bekannt gegeben. Die Arbeiter hatten
25 Prozent Erhöhung verlangt, während man ihnen nur
12½ Prozent oder 48 Pfg. pro Tag bewilligte.
Unruhen in Liſſabon.
* Liſſabon, 22. Juni. Senator Coſta wurde
beim Verlaſſen des Parlaments mit Steinen beworfen.
Er feuerte zur Verteidigung Revolverſchüſſe ab.
* Liſſabon, 22. Juni. Die Unruhen auf dem
Dom Pedro=Platz ereignete ſich geſtern abend gegen 11
Uhr. Drei Bomben wurden zur Exploſion gebracht,
worauf die angeſammelte Menge durch Kavallerie
zer=
ſtreut wurde. Die Regierung, die die Truppen in der
Stadt patrouillieren läßt, verfügt über alle Mittel, um
die Ordnung aufrecht zu erhalten.
* Liſſabon, 22. Juni. Die Arbeiter
veranſtalte=
ten geſtern abend bis acht Uhr eine Demonſtration
auf den Straßenbahnſchienen. Ausſchreitungen konnten
verhütet werden. Die Straßenbahngeſellſchaft ſtellte
einen Teil ihrer früheren Angeſtellten wieder ein. Sie
erklärt, daß der Straßenbahnverkehr heute wieder
auf=
genommen wird. Die Straßen Liſſabons waren bis in
die ſpäten Nachtſtunden von einer erregten Menge
be=
ſetzt. Durch die Bomben, die auf dem Dom Pedro=Platz
explodierten, wurde eine Perſon getötet und mehrere
Per=
ſonen verwundet. Gegenwärtig iſt die Ruhe wieder
hergeſtellt.
* Liſſabon, 22. Juni. Wie die Blätter melden,
ſind in Covilha zwölftauſend Weber arbeitslos.
* Liſſabon, 23. Juni. Kleine Gruppen von
Streikenden griffen geſtern ohne ernſthaften Schaden
anzurichten, einige Straßenbahnwagen an und bewarfen
die Schutzleute mit Steinen. Die Schutzleute
zer=
ſtreuten ſie; dabei wurden einige Revolverſſchüſſe
abgegeben, durch die mehrere Perſonen verletzt wurden.
Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Der
Straßenbahnverkehr iſt nicht gehemmt.
Zum Krieg um Tripolis.
* Konſtantinopel, 22. Juni. Die Abreiſe
kleiner Gruppen von Italienern dauert fort.
Bis geſtern fertigte das deutſche Konſulat für 8203
Per=
ſonen Päſſe aus. Die italieniſchen Aerzte reiſen bis
Dienstag ab, das italieniſche Spital wird geſchloſſen und
die Kranken in das öſterreichiſche Spital und andere
Krankenhäuſer übergeführt. Die Zahl der hier
gebliebe=
nen Italiener überſteigt nicht 600. Der italieniſche
Vize=
konſul, ein Dragoman und ein Kanzleibeamter bleiben
hier als der deutſchen Botſchaft zugeteilt. Auch der
Botſchaftsrat Garbaſſe wird vorderhand hier bleiben.
Konſtantinopel, 23. Juni. Die ſeit einigen
Tagen verbreiteten Gerüchte, daß wegen Meuterei
von Offizieren und Mannſchaften der Flotte,
die ohne Befehl gegen die italieniſche Flotte ausfahren
wollten, zehn Offiziere zum Tode verurteilt
wor=
den ſeien, ſind anſcheinend richtig. Es herrſcht der
Ein=
druck vor, =daß die Pforte vor der Ausführung des
Ur=
teils zurückſchrecke, da es bisher noch nicht zur Sanktion
unterbreitet worden iſt.
Taft und Rooſevelt.
* Chicago, 21. Juni. Bryand hatte eine
An=
zahl hervorragender Demokraten im ganzen Lande
tele=
graphiſch aufgefordert, ſich mit ihm zu verbinden, um
eine Wahl Parkers zum zeitweiligen Vorſitzenden des
demokratiſchen Konvents in Baltimore zu verhindern.
* Chicago, 21. Juni. Bei dem heutigen
Wieder=
zuſammentritt des Nationalkonvents hatte der
Wahlprüfungsausſchuß, obwohl er die ganze Nacht
hin=
durch verhandelt hatte, ſeine Arbeiten noch nicht
been=
det, da die Anfänger Rooſevelts auf genaueſter Prüfung
jedes einzelnen beſtrittenen Mandats beſtanden. Der
Ausſchuß legte daher nur einen unvollſtändigen Bericht
über die als gültig zu erklärenden Mandate vor.
Dar=
unter befinden ſich auch Mandate der Taftdelegierten,
außerdem neun Alabamabezirke, gegen deren
Anerken=
nung Rooſevelt ſchärfſten Proteſt erhoben hatte. Der
Antrag Harley, die beſtrittenen Delegierten von der
Stimmabgabe auszuſchließen, wurde abgewieſen,
des=
gleichen auch der Bericht der Minorität des
Wahlprüf=
ungsausſchuſſes mit 605 gegen 464 Stimmen. Dies
be=
deutet einen wichtigen Gewinn für Taft. Die
Nomina=
tion des Präſidentſchaftskandidaten wird für morgen
erwartet.
Chicago, 23. Junf. Die Nominierung Tafts
zum republikaniſchen
Präſidentſchafts=
kandidaten erfolgte mit 561 Stimmen; Rooſevelt
erhielt 107, Lafollette 41, Cummins 17, Hughes 2
Stim=
men. 344 Anhänger Rooſevelts enthielten ſich der
Ab=
ſtimmung. Zum Vicepräſidentſchaftskandidaten wurde
der Vicepräſident des Konvents, Sherman, nominiert.
* Chicago, 23. Juni. Die Anhänger Rooſevelts
unter den republikaniſchen Delegierten nominierten noch
in der vergangenen Nacht Rooſevelt zum
ſelbſt=
ſtändigen Präſidentſchaftskandidaten.
Darmſtadt, 24 Juni.
* Gegen die Senſationsberichterſtattung. Aus
Darm=
ſtadt erging jüngſt an den „Vorſtand des Vereins
deut=
ſcher Zeitungsverleger in Hannover” folgende Zuſtimmung:
Der „Darmſtädter Jugendſchriften=Ausſchuß” ſowie der
Vorſtand des „Vereins für Verbreitung von Volksbildung‟
zu Darmſtadt nehmen mit Befriedigung Kenntnis von der
auf Ihrer Hauptverſammlung in Magdeburg gefaßten
Reſolution, betreffend „die publiziſtiſche Behandlung der
Gerichtsverhandlungen über ſexuelle Verfehlungen uſw.”
Mit dem Dank für die in Magdeburg zum Ausdruck
ge=
kommenen Anſchauungen verbinden ſie die Bitte, es möchte
der verehrl. Vorſtand des Vereins deutſcher
Zeitungsver=
leger im Bunde mit allen Organen der deutſchen Preſſe
beſonders auch dahin wirken, daß die in den
Tageszeitun=
gen und den Sonntagsbeilagen erſcheinenden Erzählungen
und Romane hinſichtlich „Eheleben, Mordſzenen uſw.” eine
ſorgſamere Auswahl erkennen laſſen, daß überhaupt die
literariſchen Erzeugniſſe weniger häufig jenen nach For
und Inhalt tiefſtehenden Schriftwerken gleichen, die n
mit Ihnen als volksſchädigend verurteilen und bekämp
müſſen. Wir zweifeln nicht, uns hiermit mit Ihnen
Einklang zu wiſſen und zeichnen mit vorzüglicher Hoc
achtung. Für den Darmſtädter Jugendſchriften=Ausſchu
Dr. Otto, Geh. Schulrat. Für den Vorſtand des Verein
für Verbreitung von Volksbildung: G. Lerch, Reallehre
g. Der Heſſiſche Fechtverein Waiſenſchutz hielt geſter
vormittag im Städtiſchen Saalbau ſeine 20. Lande
verſammlung ab. Der 1. Vorſitzende des Zweil
vereins Darmſtadt, Herr Burggraf, begrüßte die E
ſchienenen und gedachte aus Anlaß des zwanzigjährige
Beſtehens des Geſamtvereins des Gründers desſelbe
des Herrn Scharpenburg=Mainz, worauf H
Horn als Präſident des geſchäftsführenden Ausſchuſſ
herzliche Begrüßungsworte ſprach, die in ein dreifach
Hoch auf Großherzog Ernſt Ludwig ausklangen.
wurde ſodann zur Wahl des Bureaus geſchritten, woh
als Vorſitzender Herr Burggraf, als Stellvertret,
Herr Horn gewählt wurde. Die Feſtſtellung der Pr
ſenzliſte ergab, daß 179 Stimmen vertreten waren. He
Horn erſtattete den Bericht über die Entwickelungd
Vereins, dem folgendes zu entnehmen iſt: Der Vere
zählt jetzt 23 Zweigvereine nebſt 20 Sammelſtellen n
etwa 5000 Mitgliedern. Das Geſamtvermögen hat ſi
gegen 1910 um 5390,04 Mark und das Barvermögen u
5198,15 Mark vermehrt. Bar angelegt waren am Enſ
des Rechnungsjahres 110037,67 Mark, der geſamteVe
mögensbeſtand einſchließlich der Kaſſenbeſtänded
Zweigvereine und der Oberfechterei betrug 114887,
Mark. Jetzt ſind bar angelegt 110837,67 Mark; 40837,
Mark für den Baufonds und 70000 Mark für den Ver
pflegungsfonds. — Der Rechenſchaftsbericht, der m
11 462,16 Mark balanziert, wurde nach dem Antrage d
Rechnungsprüfer genehmigt und dem Kaſſierer Entlaſt
ung erteilt. Auch der Voranſchlag für 1912/13, der ein=
Ausgabe von 5780 Mark vorſieht, gegen 5077,03Ma
Ausgaben des Vorjahres, wurde gutgeheißen. Der g
ſchäftsführende Ausſchuß wurde ſodann einſtimmi
wiedergewählt, für den verſtorbenen Stellvertreterde
Präſidenten Wenz wurde Herr Wießner gewähl
Es folgten dann die Wahlen der Beiräte der neu
Zweigvereine, für den Preß= und Landeswerbe=Au
ſchuß, für die Kalender= und Baufonds=Kommiſſion,
Die Verteilung der Pflegegelder an die Zweigvereit
wurde nicht beanſtandet. Als nächſter Tagungsortwur
Eberſtadt gewählt. Der Vorſitzende der Verſamn
lung gab noch eine Reihe von Beförderungen und
nennungen aus Anlaß einer längeren Tätigkeit im Intel
eſſe des Vereins bekannt, womit die Verſammlung ih
Ende erreicht hatte. Befördert wurden zum Gen=ka
fechtwart die Hauptfechtwarte Heinrich Hartman
Ernſt Lehmann, Ernſt Mannesmann, Franz J. =Roth
Robert Ruppert, Heinrich Wenz; zum Hauptfech
wart der Oberfechtwart Hermann Waldmann; zu
Oberfechtwart der Fechtwart Anton Scharft
Fachtwarten: Frl. Paula Kleiß, Frl. Anna Maa=
Frl. Johann Scheinpflug, Frl. Frieda Zimbrich, Herke
Ph. Brommer, Ludwig Färber, Max Lindner, Karl Seih
und Willy Smets, ſämtlich aus Darmſtadt, und zuſ=
Ehrenmitglied Herr Heinrich Horn=Mai
Am Nachmittag fand anſchließend im Gartend
Saalbaues das Sommerfeſt des Zweigverem
Darmſtadt ſtatt, bei dem der Männergeſangverein „Kon
kordia” unter der Leitung ſeines Dirigenten, Herr
Etzold, ſowie die Kapelle des Großh. Feldartillerie=R
giments Nr. 61 mitwirkten. Es war durch Preis= un
Scheibenſchießen, Verkaufsbuden und Polonäſeng
genü=
gend für Unterhaltung geſorgt. Eine reich ausgeſtattet
Tombola, für die von Darmſtädter Firmen erfreuliche
weiſe zahlreiche nützliche Gegenſtände geſtiftet wurder
und ein Tänzchen verſchönte das Feſt.
* Worms, 23. Juni. Zwei
Handwerksburſchen=
die im ſtädtiſchen Krankenhauſe mit Fenſterputzen be
ſchäftigt waren, ſtürzten geſtern von der Leiter. Den
einen wurde durch das Glas die Kehle durchſchnitten
ſodaß bald der Tod eintrat; der andere iſt ſchwer ver
letzt. Die Perſonalien ſind noch unbekannt.
(*) Friedberg, 23. Juni. Der 22. Landesfeuer
wehrtag, verbunden mit 50jähriger Jubelfeier der
hie=
ſigen „Freiwilligen Feuerwehr” fand hier ſtatt. Uehe
5000 Feuerwehrleute ſind dazu verſammelt. Um 4½ Uh
begann die Haupt= und Abgeordnetenpen
ſammlung im ſchön geſchmückten Saalbau. Der
Lan=
esvorſitzende Keller=Mainz begrüßte die Vertreter den
Behörde: Geheimrat Dr. Melior von der Brandverſicher
ungskammer, Kreisrat Schliephake, Kreisamtmann Muhl,
Beigeordneten Juſtizrat Windecker und die
Kreisfeuerwehl=
inſpektoren, ſowie die Abgeordneten der drei Propinze
Begeiſtert ſtimmte die Verſammlung in das Hoch aufden
Protektor) den Großherzog, ein. Kreisrat Schlieſe
hake ſprach einen herzlichen Willkommgruß namensen
Kreisſtadt und der Wetterau. Geheimerat Dr. Melio
überbrachte der Friedberger Wehr die Glückwünſche
Landesverſicherungskammer und hebt ihr ſegensreic
Wirken in den 50 Jahren mit größter Anerkennung
hei=
vor. Beigeordneter Juſtizrat Windecker ſprach namee
des verhinderten Bürgermeiſters Stahl und der Stadt
Friedberg Begrüßungs= und Dankesworte. Dann ſprach
der Landesvorſitzende Keller der Friedberger
Wehr=
herzliche Glückwünſche aus. Darauf erfolgte die Aufnahme
von drei neuen Wehren: Zell, Großhauſen und
Rüſſels=
heim (Opelfabrik). Keller=Mainz erſtattet ausführlich
Be=
richt über die wichtigſten Fragen im abgelaufenen
Vereins=
jahr. Er weiſt auf die große Brände zu Bingen,
Hechts=
heim, Rüſſelsheim (Opelfabrik) uſw. hin. Zum
Andenken=
an die verunglückten und verſtorbenen Kameraden
erhebt=
ſich die Verſammlung von den Sitzen. Kamerad C.
Mül=
ler=Offenbach hielt einen Vortrag über Erſatz der
Menſchen=
kraft im Feuerlöſchdienſt, insbeſondere bei Spritzen”. Es
entſpinnt ſich nach dem beifällig aufgenommenen Vortrag
eine lebhafte Ausſprache über Fabrikbrände und
Ver=
brauchsmaßnahmen durch Waſſerleitung, Reſervoirs und
dergl. mehr. Es beteiligen ſich an der Ausſprache Fiſcher=
Darmſtadt, Völker=Mainz, Müller=Offenbach, Braubach=
Gießen. Kreisrat Schliephake fordert unter lebhaftem
Bei=
fall, daß jede Wehr darauf hinarbeiten ſolle, daß in allen
Dörfern Waſſerleitungen erbaut würden. Der Vertreter
Schottens erklärt, daß im Kreis Schotten von den 52
Ge=
meinden bereits 44 Hochdruckwaſſerleitungen hätten;
Storn=
fels ſei erſt kürzlich wieder durch ſeine Leitung von einem
ſchweren Großfeuer bewahrt worden. Das Material der
Ausſprache wird dem Ausſchuß zur Bearbeitung überwies
ſen. Damm=Friedberg hielt einen Vortrag über „Neues
auf dem Gebiete des Feuerlöſchweſens‟. Der Deutſche
Feuerwehrtag 1913 findet in Leipzig ſtatt. Schriftführer
Vetzberger=Nidda teilt mit, daß vertreten ſeien aus
Star=
kenburg 61, aus Oberheſſen 35, aus Rheinheſſen 50
Ver=
eine und 12 Kreisfeuerwehrinſpektoren; insgeſamt zählt
Darmſtädter Tagblatt, Montag
1912
a. mdesverband 340 Vereine. Das nächſte
Landes=
euerwehrfeſt des Großherzogtums findet in
Bens=
im ſtatt. An die Verhandlungen ſchloß ſich abends ein
ommers auf der Seewieſe mit Brandangriff auf ein
ennendes Haus, Konzert und Volksbeluſtigungen. Sonn=
; früh um 6 Uhr begann ſchon wieder der Feſttrubel.
n 11 Uhr nahm die Friedberger Wehr auf der
Kaiſer=
aße Paradeaufſtellung, die Front wurde vom
Ehren=
sſchuß und Landesvorſtand abgeſchritten, Geräteübung),
rbeimarſch und Brandienſtübung ſchloſſen ſich an. Kreis=
Schliephake übergab hierauf an eine Reihe von
Wehr=
iten Ehrenzeichen für langjährige treue Dienſtzeit. Der
eſtzug wurde um 2 Uhr am Mainzertor aufgeſtellt; es
iden ſich darin die Ehrengäſte, die nichtheſſiſchen Wehren,
Wehren aus Starkenburg, Rheinheſſen und Oberheſſen,
sgeſamt waren es wohl über 150 Abteilungen, die der
abſehbare Feſtzug aufwies.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 22. Juni. Der „Reichsanzeiger”
veröffent=
ht den Wortlaut des Geſetzes über die Deckung
r Koſten zur Verſtärkung von Heer und
lotte. Das Deckungsgeſetz beſagt in einem einzigen
tikel, die Zuckerſteuer tritt ſechs Monate nach der
Ein=
hrung eines Geſetzes, welches eine allgemeine, den
ver=
iedenen Beſitzformen gerecht werdende Beſitzſteuer
vor=
reibt, ſpäteſtens am 1. Oktober 1916 in Kraft. Der
eſetzentwurf iſt dem Reichstag bis zum 30. April 1913
rzulegen.
Berlin, 23. Juni. Der ruſſiſche Hauptmann
ſoſtewitſch wurde wegen Spionageverdacht
rhaftet.
Berlin, 22. Juni. Der Inhaber der bekannten
ondoner Schwindelbank Brown Saville and
rother, namens Donallon, in London wurde auf
etreiben der Vertrauensſtelle des Zentralverbandes des
utſchen Bank= und Bankiergewerbes verhaftet.
Frankfurt a. M., 22. Juni. Vor der hieſigen
trafkammer begann, heute vormittag der
Landes=
rratsprozeß gegen den Techniker Joſef
Hyroni=
us, den Techniker Heinrich Haunerland und den
ellner Heinrich Schellberg. Die drei werden
be=
uldigt, ſich verabredet zu haben, in den Beſitz von
egenſtänden zu kommen, deren Geheimhaltung im
itereſſe der Landesverteidigung und der Sicherheit des
utſchen Reiches erforderlich iſt. Auf Antrag des
taatsanwalts wurde wegen Gefährdung der
Staats=
herheit und der öffentlichen Ordnung die Oeffentlichkeit
usgeſchloſſen. Das Urteil, das um 6 Uhr abends
fällt wurde, lautete: Hyronimus 2 Jahre Gefängnis
id Stellung unter Polizeiaufſicht, Haunerland acht
tonate Gefängnis, Schellberg wurde freigeſprochen.
eitens der Angeklagten wurde gegen das Urteil Reviſion
igelegt.
Metz, 22. Juni. Heute nacht verſuchten zwei
nteroffiziere des 130. Infanterie=Regiments,
dar=
iter der wachthabende Unteroffizier, einen Einbruch
i den Kaſſenraum des Regiments. Sie wurden
doch dabei abgefaßt. Auf dem Wege zum Arreſtlokal
drohte einer der Unteroffiziere die Eskorte und
ent=
f mit ſeinem Genoſſen. Es gelang jedoch, den einen
ieder einzufangen, während der andere ſich ſelbſt ſtellte.
Kaſſel, 22. Juni. Das Automobil des
Groß=
indlers Hackländer fuhr in der Nähe von Scherfede
im Ausweichen vor einem Hund gegen einen Baum
id wurde in den Chauſſeegraben geſchleudert.
Hack=
nder erlitt einen ſchweren Schädelbruch; ſein Zuſtand
hoffnungslos; ſein Begleiter, ein Reiſender der Firma,
g ſich eine ſchwere Kopfverletzung zu. Der Chauffeur
m mit leichteren Verletzungen davon.
Schloß Schillingsfürſt, 22. Juni. Die Fürſtin
hariclee zu Hohenlohe=Schillingsfürſt, geborene
rinzeſſin Ypſilanti, iſt nach längerem Leiden im Alter
on 49 Jahren geſtorben.
* Bernburg, 22. Juni. Der Gradepilot Schaefer
ürzte bei einem Probeflug zu den hier ſtattfindenden
chauflügen ab. Das Flugzeug zerbrach. Der Flieger
litt eine Gehirnerſchütterung.
Dortmund, 23. Juni. Amtlich. Heute morgen
20 Uhr fuhr der Luauszug 12 im Perſonenbahnhof
angendreer auf eine Rangierlokomotive. Der
nprall war verhältnismäßig ſchwach, nur die Puffer
nid Pufferbohlen der beiden Maſchinen wurden
be=
zädigt. Der Zug 12 fuhr mit 25 Minuten Verſpätung
eiter; die Lokomotive des Zuges iſt betriebsfähig
ge=
ieben. Perſonen wurden nicht verletzt; die Unterſuchung
t eingeleitet.
* Paris, 22. Juni. Der Präſident des
Bäcker=
yndikats erklärte einem Berichterſtatter, die Vorräte
n Mehl ſeien ſo zuſammengeſchmolzen, daß die Lage
irklich kritiſch zu werden beginne. Die Bäcker ſeien
ge=
ötigt, die Brotpreiſe von neuem zu erhöhen. In
eini=
en Provinzſtädten ſeien die Mehlvorräte faſt vollſtändig
usgegangen, ſodaß ſich die Bäcker nach Paris wenden
rußten.
* Petersburg, 23. Juni. Die „Nowoje Wremja”
hreibt unter der Ueberſchrift: In den Schären” daß
ie offizielle Mitteilung von einer Kaiſerbegegnung
lle loyalen Bürger beider Länder mit
Genug=
uung erfülle. Die Kaiſerbegegnung ſei an ſich ein ſo
edeutender Vorgang, daß dagegen alle bisweilen
auf=
ruchenden Unſtimmigkeiten verſchwänden. Die „Nowoje
Vremja” ſchließt mit einer Polemik gegen die deutſche
Ireſſe, deren Haltung hinſichtlich der Kaiſerbegegnung
ür Rußland unfreundliche Abſichten durchblicken laſſe
* Schanghai, 22. Juni. Zwei Kompagnien
in=
iſche Truppen ſind von Hongkong nach Kanton
ufgebrochen, weil dort Unruhen befürchtet werden.
H. B. Kiel, 22. Juni. Der Reichskanzler von
Bethmann Hollweg und Generaloberſt v
Pleſ=
en haben heute vormittag unter Führung des
Inſpek=
eurs des Torpedobootsweſens Konteradmiral Lans auf
dem Unterſeeboot U 11 eine Fahrt unternommen. Das
Interſeeboot vollführte mehrere Tauchübungen.
H. B. London, 22. Juni. Der Eiſenbahnzug, der in
der Nähe von Todmorden in Yorkſhire entgleiſte,
be=
ſtand aus 7 Wagen, die dicht beſetzt waren. Der Zug iſt
einer der ſchnellſten, die auf der Strecke verkehren. Er
lief mit größter Geſchwindigkeit über eine
als gefährlich bekannte Kurve, in der er aus den
Schie=
nen ſprang. Die Lokomotive und der erſte Wagen liefen
etwa 100 Meter neben den Schienen her in einen Hügel
hinein. Der zweite Wagen wurde in ſich ſelbſt
zuſam=
mengeſchoben, während der dritte umgeworfen wurde.
Es ſind 4 Perſonen, 2 Männer und 2 Frauen getötet,
während etwa 20 verwundet ſind. Von dieſen dürften
einige kaum mit dem Leben davonkommen.
H. B. Petersburg, 22. Juni. Aus Peking wird ge
meldet, unter den Gardetruppen ſei eine
Ver=
ſchwörung gegen die Republik entdeckt worden. 30
Teilnehmer an derſelben ſeien feſtgenommen und 5 von
ihnen hingerichtet worden. Den Truppen wurde
verbo=
ten, die Kaſerne zu verlaſſen. In Kanuenfu wurde ein
ſpaniſcher Miſſionar ermordet.
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Waſſer, ohne Salz und ohne Fleiſchbrühe zu nehmen.
Nach dem Aufwallen läßt man 5—10 Minuten auf
kleinem Feuer kochen und gibt gegen den Schluß
ver=
ſchiedene gekochte Gemüſereſte hinein, wie
Blumenkohl=
röschen, Mohrrübchen, junge Erbſen, Kohlrabiſcheibchen.
Mit Maggi’s gebrauchsfertigen Suppen, die ſich durch
reinen und kräftigen Wohlgeſchmack auszeichnen, erſpart
ſich die Hausfrau nicht nur Arbeit und Geld, ſondern
auch das lange Stehen am heißen Herde, ein
Vor=
teil, den ſie in der jetzigen Jahreszeit vor allem zu
würdigen weiß.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Dem Herrn über Leben und Tod hat es
gefallen, am Samstag abend 7 Uhr meinen
lieben Gatten, unſeren guten Vater, Sohn,
(13589
Bruder und Schwiegerſohn
Joseph Voss
Friseur
nach ſchwerem, mit Geduld getragenem Leiden,
im 33. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Voß, geb. Kramm.
Karl Kramm.
Darmſtadt, Köln, den 24. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Juni,
nachmittags 3½ Uhr, von der Kapelle des
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am
Braut
21. ds. Mts. verſchied meine teuere
Frau
Ie Rei
nach kurzem ſchwerem Leiden.
itwe
(13588
Am ſtille Teilnahme bittet
Philipp Kling
Schuſtergaſſe 13.
Darmſtadt, 24. Juni 1912.
Die Beerdigung erfolgt am 24. ds. Mts.,
nach=
mittags 4½ Uhr, vom ſtädtiſchen Friedhof
aus.
Todes-Anzeige.
Am 21. ds. Mts. verſchied nach kurzem,
ſchwerem Leiden unſere treubeſorgte Mutter,
unſere liebe Schweſter, Schwiegermutter,
Schwägerin und Tante
Frau
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernd Hinterbliebenen
in deren Namen:
Käthchen Reinhardt,
Schuſtergaſſe 13.
Darmſtadt, den 21. Juni 1912.
Die Beerdigung findet am 24. ds. Mts.,
nach=
mittags 4½ Uhr, vom ſtädtiſchen Friedhof
aus ſtatt.
(13587
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute mittag 3¾ Uhr unſeren lieben, unver=
(*15327
geßlichen Sohn und Bruder
Zugen
nach kurzen, mit großer Geduld getragenen
Leiden im 23. Lebensjahre in die ewige Heimat
abzurufen.
Worms, den 21. Juni 1912.
Oberpostschaffner Karl Herwig
und Familie.
Die Beerdigung findet Montag, den 24. Juni,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger herzlicher
Teilnahme bei dem Verluſte meines lieben Gatten,
inſeres guten Vaters
(13586
Heern Joh. Lang
Obsthändler
ſprechen wir auf dieſem Wege allen Verwandten
und Bekannten, insbeſondere dem Herrn Pfarrer
Beringer für die troſtreiche Grabrede, ſowie für
die zahlreichen Blumenſpenden unſeren innigſten
Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 22. Juni 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte, ſowie
für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Junker und die zahlreichen Blumenſpenden ſagen
innigſten Dank
die trauernden Hinterbliebenen:
Frau K. Walter Ww.
und Kinder.
Darmaſtadt, 22. Juni 1912.
Pallaswieſenſtr. 41.
(13590
Tageskalender.
Vortrag von J. Tews um 8½ Uhr im „Kaiſerſaal”
(Volksbildungsverein).
Volkstümliche chriſtl. Vorträge um 8½ Uhr im
Rhein. Miſſionszelt an der Lindenhofſtraße. —
Bibel=
ſtunde um 4 Uhr daſelbſt.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23):
Ent=
hüllung des Denkmals für den Zaren Alexander III. in
Moskau; Oberſt J. E. B. Seely, der neue engliſche
Kriegsminiſter; die Großherzogin von Luxemburg auf
der Fahrt zur Eidesleiſtung; die Eiſenbahnkataſtrophe
bei Malmslätt in Schweden.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. — „
Per=
keo” um 8 Uhr. — Reſt. „Metropol” um ½8 Uhr.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Juni 1912.
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Seite 10,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Juni 1912.
Nummer 440,
Sport.
* Pferdegennen. Hamburger: Derby=Woche.
Eintracht=Rennen. 7000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1.
Ge=
ſtüt Graditz’Abwechſelung (F. Bullock), 2. Heloiſe (Lane),
B. Ruby Mc. Kie (Cleminſon). Tot. 16:10. Drei liefen.
Leicht ½—10 Lg. — Hamburger Criterium. 15000 Mark,
Diſtanz 1000 Meter: 1. Hrn. E. v. Benningſens The Wip
(Archibald), 2. Comet (Raſtenberger), 3. Norton (Blades).
Tot. 66:10. Pl. 31, 55:10. Unpl. Melone (4), Muttchen,
Fife Honours. Sehr leicht ¾—1½—½ Lg. — Nickel=
Rennen. 7000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Hrn. R. v.
Wallenbergs Raubgeſell (O. Müller), —2. Rappelkopf
(Cleminſon), —2. Bürgermeiſter (H. Teichmann). Tot.
35110. Pl. 19, 11, 11:10. Unpl.: Royaliſt, Schmuggler.
Kampf Hals-Tot. Rennen. Großes Hamburger
Handi=
cap. 20000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. K. u. A.
Utzſchneiders Cairo (Archibald), 2. Laps (Shurgold), 3.
Savoy the Firſt (F. Bullock). Tot. 64:10. Pl. 25, 28,
52110. Unpl.: Malice (4), Hüon (5), Saint Rules (6),
Kſiaze Pan (7), Florimond Robertet (8), Nonſens
Qua=
train, Premier, Pinion, Tucker, Hock, Lancaſter.
Ueber=
legen ¾—½—Hals. — Borgfelder Rennen. 5000 Mark,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn. Caſſlers Mars (Archibald),
2. Lerobi (F. Bullock), —2. Tiefland (Lane)). Tor.
86:10. Pl. 21, 9, 8:10. Unpl.: Giſela (4), Jeſſonda.
Scharfer Kampf-Hals. — Alphons Brödermann Jagd=
Rennen. Ehrenpreis und 5500 Mark, Diſtanz 4800 Meter:
1. Hrn. H. Rieges Coquet (Lt. Graf Holck), 2. Sturmvogel
(Beſ.)) 3. Forefather (Beſ.). Tot. 29110. Pl. 16,16:10.
Unpl.: Scotch Moor, Adriatic (ausgebrochen). Sicher
½—10 Lg.
* Die Sommer=Rennen des Wiesbadener Renn=Klubs
am 29., 30. Juni und 2. Juli verſprechen nach den
einge=
laufenen Nennungen einen außerordentlich intereſſanten
Sport. Allein für den Preis der Stadt Wiesbaden ſind 50
Pferde genannt und durchweg ſtarke Felder mit dem beſten
Pferdematerial zu erwarten ſein. Die Zahl der
Nenn=
ungen übertrifft diejenigen des Vorjahrs ganz bedeutend
und iſt ein Beweis, welche Anerkennung ſich die ſchöne
Wiesbaden=Erbenheimer Bahn bei den Rennſtallbeſitzern
errungen hat. — Bei dem Verloſungsrennen am 2. Juli
werden Loſe zu 1 Mk. abgegeben, welche zum Eintritt
be=
rechtigen und dem Gewinner die Chance bieten, das
ſiegende Pferd, oder 2000 Mark Prämie zu gewinnen.
Handel und Verkehr.
Patentanmeldungen: B. 56 966. Verfahren
zur Verminderung des Energieverluſtes in Leitungen für
veränderliche elektriſche Ströme mit zwiſchen Hin= und
Rückleitung in gleichen Abſtänden eingeſchalteten
Induk=
tanzquellen. Friedrich Auguſt Becker, Darmſtadt,
Roß=
dörferſtraße 78. — M. 46773. Verfahren zur Darſtellung
von Halogenameiſenſäureneſtern. Fa. E. Merck,
Darm=
ſtadt. — B. 58 738. FliehkraſteStaubſammler mit
kreiſen=
der Gasſäule. Dr.=Ing. Viktor Blaeß, Darmſtadt,
Hein=
richſtraße 140. — Patenterteilungen: 248536
Aus Einzelmaſten beſtehendes Baugerüſt. Hermann von
Kalinowski, Bensheim a. d. B., Darmſtädterſtraße 79.
248696. Einrichtung zur Erleichterung des Feſtſtellens
der Länge von vom Stück entnommener Maßware, wie
Stoffe, Bänder, Spitzen, Schnüre, Fäden u. dergl. Berthold
Mainzer, Heppenheim a. d. B. — Gebrauchsmuſter=
Einſragungen: 510004. Sprengzylinder. Heinrich
Kullmann Darmſtadt, Alexanderſtraße 11. — 510085.
Verſchalter Funkenturm. Paul Meltzer, Darmſtadt, Karl=
ſtraße 66. — 510 640. Ueberſpannungsſchutz von
Strom=
kreiſen oder=Syſtemen für zeitlich veränderliche Ströme.
Friedrich Auguſt Becker, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 78. —
510 641. Als künſtliche Keilleitung ausgebildete
Schutz=
vorrichtung zur Verminderung des Eindringens von
Ein=
ſchaltwellen und höheren harmoniſchen in die Leitung und
zur Abflachung der Wanderwellen atmoſphäriſcher
Elektri=
zität. Friedrich Auguſt Becker, Darmſtadk,
Roßdörfer=
ſtraße 78. — 510 642. Schutzvorrichtung zur Verhinderung
des Eindringens von Einſchaltwellen und höheren
har=
moniſchen in die Leitung und zur Abflachung der
Wander=
wellen atmoſphäriſcher Elektrizität. Friedrich Auguſt
Becker, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 78. — 510 410.
Ge=
windeſchneidkopf zur Verwendung an Bohrrätſchen. Fr.
Piltz u. Sohn, Heidenheim a. B. — 511145.
Stempel=
ſtänder mit mehrfachen Stempelreihen und mit ſichtbaren
Stempelaufdrücken. Heinrich Meſſerſchmied, Darmſtadt,
Heidelbergerſtraße 7.
— Der Aufſichtsrat der Schnellpreſſenfabrik
Franken=
thal, Albert u. Cie., Aktien=Geſellſchaft, hat beſchloſſen, der
am 10. Juli 1914, nachmittags 3½ Uhr, ſtattfindenden
General=Verſammlung die Auszahlung einer Dividende
von 16 Prozent vorzuſchlagen. Nachfrage und Abſatz auch
im neuen Geſchäftsjahre ſind fortgeſetzt befriedigend.
* Frankfurt a. M., 21. Juni. In der heutigen
Generalverſammlung der Elektrizitäts=Aktien=Geſellſchaft
vorm. W. Lahmeyer u. Co.=Frankfurt a. M., in welcher
zehn Aktionäre 22783 Aktien vertraten, wurden die
Anträge der Verwaltung einſtimmig genehmigt. Die
Di=
vidende mit 5 Prozent gelangt von heute ab zur
Aus=
zahlung. Die turnusgemäß ausſcheidenden
Aufſichtsrats=
mitglieder wurden wieder, und Herr Max v. Grunelius
neu in den Aufſichtsrat gewählt. Herr Geheimer
Regier=
ungsrat Dr. Hermann v. Krüger hat ſein Amt als
Auf=
ſichtsratsmitglied niedergelegt.
H. Frankfurt 22. Juni. (
Börſenwochen=
bericht.) Die deutſchen Börſen bekundeten während der
ganzen Berichtswoche eine feſte Haltung, nur hätte das
Ge=
ſchäft etwas lebhafter ſein dürfen. Die Spekulation iſt
wegen des bevorſtehenden Ultimos ſehr zurückhaltend und
daher blieb der Verkehr im allgemeinen mehr dem
Kaſſen=
verkehr zugewendet. Geld iſt übrigens zu
Prolongations=
zwecken reichlich vorhanden und bedang 6 Prozent (die
Seehandlung in Berlin gab ſolches bis 5½ Prozent),
wäh=
rend tägliches Geld zu 3½ Prozent erhältlich war. Der
Privatdiskont ging hier bis 4¼ Prozent zurück, wogegen
er in Berlin, anſcheinend auf Lokalbegehr, auf 4½
Pro=
zent anzog. In Amerika vollzieht ſich eben ein lebhafter
Wahlkampf, der vielleicht in Wallſtreet noch manche
Schwankungen bringen dürfte, aber vorerſt ohne
Einwir=
kung blieb, da zunächſt der Kupfermarkt unverändert
zu=
verſichtlich ausſieht und der amerikaniſche Eiſen= und
Stahl=
markt auf weitere Käufe der Eiſenbahnen ebenſo ermutigend
disponiert iſt. Lediglich Roheiſen zeigt ſich wegen der
Ar=
beiterlage unſicher. An unſeren Börſen ſtimulierten
haupt=
ſächlich noch die Mitteilungen aus der Induſtrie, aus der
Sitzung des Stahlwerksverbandes und der
Generalver=
ſammlung von „Haſpe” in günſtiger Weiſe.
Erwähnens=
wert wäre ferner die Tatſache, daß unſere Reichsbank eine
weitere Goldvermehrung durch Zugänge vom Ausland
erhielt.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, iſt die
erfreuliche Nachfrage für 3½prozentige und 3prozentige
Reichs und preußiſche Konſols zu verzeichnen. Dies wird
auch den übrigen deutſchen Rentengattungen zuſtatten
kommen, denn es wurde in den letzten Wochen geradezu
troſtlos auf dieſem Gebiete, ſodaß ſelbſt die unlängſt
emit=
tierten 4prozentigen Bayern zeitweiſe ¼ Prozent unter den
Emiſſionskurs zurückgingen. Falls die maßgebenden
Fak=
toren mehr Intereſſe wie bisher zeigten, würde leicht eine
ſtabilere Kursrichtung einſchlagen. In London war z. B.
der Konſolskurs bis 76 zurückgegangen, ſtieg aber Freitag
ofort um ein halbes Prozent, nachdem verlautete, daß die
Regierung mit Käufen an dem Markte ſei.
Ausländiſche Staatsfonds waren dieſe Woche ſehr ver
nachläſſigt und die Preisveränderungen ganz geringe, nu
portugieſiſche mehr offeriert, trotzdem der Zinſendienſt fü
Juli bereits zur Verfügung ſteht. Die politiſchen un
finanziellen Verhältniſſe dieſes Landes werden wiede
etwas ungünſtiger beurteilt, wie private Meldungen au
Liſſabon verlautbaren. Madrider Loſe ebenfalls ſtärke
angeboten und niedriger auf die Verſchlimmerung der Fi
nanzlage der Stadt infolge der ſeit 1. Januar abgeſchaffte
Akziſe (consumos) auf Lebensmittel uſw., die allerding
durch neue andere Steuern erſetzt wurden, die aber bishe
nur negativen Erfolg boten.
Der Bahnenmarkt war ziemlich feſt, beſonders Südi
Eiſenbahn=Geſellſchaft bevorzugt. Hamburger Paket un
Nordd. Lloyd vorübergehend ſchwächer, dann aber befeſtig
auf die nunmehrige Verſagung der Emdener Auswander=
Konzeſſion des Fürſtenkonzerns. Bankaktien ſchließen z
faſt vorwöchigen Kurſen; Oeſterreichiſch=ungariſche
Bau=
zeitweiſe lebhafter gehandelt auf Wiener Anregung, wäh
rend Berliner Handelsgeſellſchaft matter lagen.
Am Montangebiet war es etwas belebter und di
Tendenz eher nach aufwärts gerichtet; auch einzelne Elek
trizitätsaktien mehr beachtet. Allgemeine Elektrizitäts=Ge
ſellſchaft bis 265½ anziehend auf guten Geſchäftsgang un
Gerüchte einer Kapitalserhöhung. Brown=Boweri ſchlig
ßen höher (131,75), da die Dividende für das am 31. Mäh
endende Geſchäftsjahr wieder, wie im Vorjahre, 7 Prozen
beträgt. Akkumulatoren Berlin-Hagen erfuhren größen
Schwankungen (506—521—515) auf ſtärkeres Spekulations
intereſſe. Höher ſind Gummi Peter (128,75), Daimle
(277½), Bergmann (144), Höchſter (609), DeutſcheGold
und Silber=Scheideanſtalt (1138), Chemiſche Grieshein
(244,75), niedriger hingegen Kunſtſeide (165½) und Mo
torenfabrik Oberurſel (143½). Gut behauptet ſind Kleyel
499½, Holzverkohlung 305,25 und Bielefelder Maſchinen
Dürkopp 508,90. Naphtha (Nobel) konnten wieder bis 230,90
avancieren; Aluminium waren feſt (247¾) auf die
Er=
höhung der internationalen Aluminiumpreiſe.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,25,
Braunſchwei=
ger 197,50, Pappenheimer 56 nominell, Genua 202,—,
Tür=
kiſche 170,30, Freiburger 72,50, Ungariſche 371 B.,
Meinin=
ger 35,—, Venediger 42,—, Mailänder 45=Fres.=Loſe 144,75,
Mailänder 10=Fres.=Loſe 29,25, Raab=Grazer Anr=Sch
37,30, in Reichsmark; Gothaer Prämie II 117,50, Donau=
Regulierung 154,25 nominell, Madrider 73,80, in Prozent,
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 100,5
3½proz. Reichs 90,—, 3proz. Reichs 80,20, 4proz. Heſſen
von 1899 99,50 G., 4proz. Heſſen von 1906 99,50 G., Aproz=
Heſſen von 1908/09 99,50 G., 4proz. Heſſen (bis 1921 uns
kündbar) 100,60, 3½proz. Heſſen 87,90 G., 3proz. Heſſen
77,90, 4proz. Darmſtädter 98,50 G., 3½proz. Darmſtädter
89,25, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 18—23) 100—,
4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 24—25) 100,20G
3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5) 89,30 G., 3½proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 9—11) 89,40 G., 4proz. Heſſ
Kommunal=Pfdbr. (S. 10—12) 100 G., 4proz. Heſſ.
Kom=
munal=Pfdbr. (S. 13—14) 100,20 G., 3½proz. Heſſ. Kom
munal=Pfdbr. (S. 1—3) 89,50 G., 3½proz. Heſſ. Kom=g
munal=Pfdbr. (S. 4) 89,40 G., Darmſtädter Bank 121½
Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft 124,50 G., Südd. Immobilien=
Geſellſchaft (Mainz) 69 B., Lederwerke vorm. Spicharz
(Offenbach a. M.) 72,50 G., Schramms Lack= und Farben=
Fabriken (Offenbach a. M.) 269 B., Chemiſche Mühlheim
am Main 66,90, Schantung 131½, South=Weſtafrika 146½,
Otavi=Anteile 95,75, Otavi=Genußſcheine 65,75, 4½proz
Ruſſen 100,40 B., 4proz. 1880er Ruſſen 90,50 B., Aproz=,
1902er Ruſſen 90,60, 3¾proz. Ruſſen 88,20, 3½proz. Ruſſen
84,50 B., 3proz. Ruſſen 81,10 4proz. unifizierte Türken
90½ B., 4proz. Adminiſtrations=Türken 82,20, 4proz.
Bag=
dadbahn 84 G., 4proz. konvertierte Türken (1905/11) 80,20,
5proz. Chineſen 99,— 4½proz. Chineſen 93,30, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 98,—, 4½proz. Japaner 9470,
4proz. Japaner 89,—, 3proz. Buenos=Aires 70,70.
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Nummer 146.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Junt 1912.
Seite 11
1
rden am 18. Juni cr. an der Berliner Börse zum Kurse von 96,25% zur Notierung
gelassen und lebhaft gehandelt.
Diese Hypothekenbank wurde im Jahre 1855 durch Chilenisches Staatsgesetz errichtet
d deren. Pfandbriefe, denen ein gleicher Betrag in erststelligen Hypotheken als
cherheit verpfändet ist, sind bei allen Chilenischen Kassen für die Hinterlegung von
utionen und Anlagen von Mündelgeldern gesetzlich zugelassen.
Da das Institut sehr vorsichtig und nicht höher als 50 % des Wertes beleiht, ist also
ppelte Sicherheit vorhanden.
Die Stücke lauten auch in Deutscher Währung; die Coupons sind in Mark-Währung
albar und von jeder jetzigen und zukünftigen Steuer befreit.
Die Tilgung erfolgt ab 1913 durch Auslosung à 100 %.
Dige Pfandbriefe können also als hochverzinsliche Anlage empfohlen werden.
Ich bin, soweitVorrat reicht, Abgeber obiger Pfandbriefe zu jeweiligen Tageskursen; z. Zt. 96,25.
dermann Wertheim, Filiale Darmstadt
Bankgeschäft:: Rheinstrasse 33.
(13424fo
äumungsfristen bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahrswechſel bringen wir nachſtehendes
rtsſtatut wiederholt zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
äumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
tadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach An=
5rung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
kiniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J. 37271
lgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in Kraft treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
erteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
urch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
er Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer,
hon am erften Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
ollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Mietverhält=
iſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen, ſo
inden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
vertrags=
näßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
iner Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
teten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
ranz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
taatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
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Der Plan
über die Herſtellung unterirdiſcher Telegraphenlinien
in Darmſtadt
liegt bei dem Kaiſerlichen Telegraphenamt hier von heute ab vier
Wochen aus.
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Darmſtadt, 21. Juni 1912.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
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dem Oktroi=Reglement und der
Polizeiverordnung beſtraft.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Zahlungs=Aufforderung.
Die Beiträge zur
Invaliden=
verſicherung für die Verſicherten,
die einer der hier beſtehenden
Orts=, Betriebs= oder Innungs=
Krankenkaſſen nicht angehören
(Dienſtboten, Mitglieder
einge=
ſchriebener Hilfskaſſen uſw.) für
das II. Vierteljahr 1912 ſind,
bei Vermeidung des
Beitrei=
bungsverfahrens, bis längſtens
Ende dieſes Monats, an die
Kaſſe, Waldſtraße Nr. 6, zu
ent=
richten.
Arbeitgeber, die es unterlaſſen,
die Verſicherungs=Beiträge bis
zu dem oben bezeichneten
Zeit=
punkte abzuführen, können nach
§ 1488 der
Reichsverſiche=
rungsordnung mit Geldſtrafe bis
zu 300 Mk. belegt werden.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller. (13575
Erhebung der
Gemeindeſteuern.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen 1.
Zie=
les der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli I. Js. erſtreckt.
Zahlung hat bei Meidung des
Beitreibungsverfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (13571a
Bekanntmachung.
Montag, 5. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Bierbrauer Georg
Diehl zu Pfungſtadt im
Grund=
buch der Gemarkung Darmſtadt
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 550 901 Hofreite Große
Bachgaſſe
Nr. 16,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K20/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V13557
Bekanntmachung.
Montag, den 8. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Stukkateur Georg
Gerlach dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
IV 287¾/10 237 Hofreite
Kranich=
ſteinerſtraße
Nr. 22,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K106/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nichtentgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 11. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V13141
Bekanntmachung.
In unſerm Handelsregiſter A
wurde heute die Firma Engel &
Wallhäuſer in Griesheim
ge=
löſcht.
(13558
Darmſtadt, 19. Juni 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verbot:n.)
26)
Nach einer Weile richtete er ſich empor. Sein
Ant=
litz war bleich und in ſeinen Augen lohte ein düſteres
Feuer.
Nun gut, ſagte er, ich verzichte. Aber was hat das
alles mit dem Engagement Elfriedens zu tun? Du
ſprachſt von meiner Ruhe — meine Ruhe, mein Frieden
iſt auf immer dahin!
Du wirſt den Frieden wieder finden, wenn du
Fräu=
lein Born nicht mehr ſiehſt.
Ich werde ſie nie vergeſſen!
Ich glaube es dir — aber du wirſt ihrer nur in
weh=
mütiger ſüßer Erinnerung gedenken. Und dann iſt es
auch zum Beſten Elfriedens ſelbſt. Du mußt ihrer Ehre,
ihrem guten Namen dieſes Opfer bringen.
Ihrer Ehre? Ihrem guten Namen?
Ja, mein lieber Sohn. Du weißt nicht, was die
Leute reden.
Was können ſie reden? fuhr der Graf auf.
Du ſollteſt doch unſere Geſellſchaft kennen! Man
bringt dich mit Elfriede in nahe perſönliche Verbindung
kurz, man ſagt, daß ſie deine — Geliebte ſei . . .
Das iſt ſchändlich!
Ja, es iſt ſchändlich. Du würdeſt dieſem Gerücht
ſedoch neue Nahrung geben, wenn du Elfriede engagierſt
und im ſteten Verkehr mit ihr bleibſt.: Das darfſt du ihr
Lcht antun — ſie würde ſchwer darunter zu leiden haben.
Kannſt du mir den Verleumder nennen, fragte der
Graf mit zornbebender Stimme, ſodaß ich ihn zur
Rechenſchaft ziehe?
Was würde es dir helfen, wenn ich dir dieſen oder
jenen Namen nennen wollte? Ein Gerücht entſteht,
nie=
mand weiß, woher und wie, und doch wiſſen es alle und
alle ſprechen davon. Das liegt in der Luft — es iſt wie
der Wind, von dem auch niemand weiß, von wannen er
kommt und wohin er geht. Du kennſt das Theater zur
Genüge, du weißt, daß die Klatſchſucht auf dieſem Boden
üppig gedeiht. Man hat Elfriede in deinen Armen
zu=
ſammenbrechen ſehen, hat erfahren, daß ihr einige
Wo=
ſchen auf Rügen zuſammen verkehrt habt: das genügt,
ein ſolches Gerücht entſtehen zu laſſen. Du biſt auch nicht
ohne Schuld, Georg. Das Geheimnis, welches du
ge=
fliſſentlich um Fräulein Born gewoben, reizte die
Neu=
gier und die Klatſchſucht der Menſchen.
Aber was rätſt du mir? Was ſoll ich tun, um
die=
ſem ſchmählichen Gerücht ein Ende zu bereiten? rief er
ſchmerzlich bewegt.
Du mußt Doktor Wendeborn und ſeiner Tochter
deine Beweggründe offen auseinanderſetzen.
Das iſt unmöglich! Das hieße Beleidigung auf
Be=
leidigung häufen! Ich weiß auch nicht, ob ich durch ein
ſolches Vorgehen nicht einen Wunſch Elfriedens
zer=
ſtöre . . .
Wenn ſie wirklich zur Bühne gehen will, findet ſie
nach dem hieſigen Erfolge auch anderswo ein
Engage=
ment.
Und wie ſoll ich dem Herzog und der Herzogin
gegenübder irianf Es iſt hapſüclich der Buſchiet
Herzogin, Elfriede hier zu behalten.
Soll ich einmal mit der Herzogin ſprechen?
Du, Mutter?
Ja, ich. Sie wird mich ſchon verſtehen — die Frau
der Frau, die Mutter der Mutter gegenüber.
Aber wenn der Herzog auf ſeinem Willen beſteht?
Er hat ſchon anfragen laſſen, in welcher Rolle Elfriede
demnächſt auftreten wird.
Dann bleibt dir nichts weiter übrig, als deine
Stellung zu verlaſſen. Ich denke, ein Graf Ellerburg
kann auch ohne Hofdienſt leben.
Der Graf ging einige Male im Zimmer auf und ab.
Dann atmete er tief auf und ſagte: „Ja, das iſt der
einzige Ausweg!
Dann küßte er ſeine Mutter auf die Stirn und
ver=
ließ das Gemach, um ſich in ſein Arbeitszimmer
einzu=
ſchließen. Seinem Diener befahl er, niemanden
einzu=
laſſen. Er wollte allein ſein, um ſich klar zu werden und
einen feſten Entſchluß zu faſſen.
Der Gedanke, ſeine Stellung niederzulegen und ſich
auf das einſame Schloß Ellerburg zurückzuziehen,
be=
ſchäftigte ihn fortgeſetzt. Er empfand eine brennende
Sehnſucht nach dem ſtillen Frieden, nach der Einſamkeit
des alten Beſitzes mit ſeinem uralten Park, der fernab
in der großen Welt in dem waldreichen Gebirge lag.
So ſchön ihn die Aufgabe gedünkt hatte, an der Spitze
eines ſchönen Theaters ſeine Begeiſterung für die Kunſt
in die Tat umzuſetzen, ſo häßlich erſchien ihm jetzt dieſe
Wirklichkeit, wo er mit hundert Intrigen und Widerwär=
Nummer 146.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Inni 1912.
Seite 13.
tigkeiten zu kämpfen hatte und ſtets der gehorſame
Diener eines nicht leicht zu behandelnden Herrn war.
Graf Ellerburg beſaß eine allzu ſenſitive Natur, als daß
er ſich gleichgültig mit dieſen Widerwärtigkeiten der
realen Welt hätte abfinden können. Ja, wenn es ſich
um Dinge gehandelt haben würde, die ſeinem inneren
Empfinden gleichgültig geweſen wären, die er nicht mit
dem Herzen erfaßte! Aber die Kunſt ſtand ihm viel zu
hoch, als daß er ſie mit irgend einer anderen dienſtlichen
Tätigkeit vergleichen konnte. Als Offizier hatte er den
Befehlen ſeiner Vorgeſetzten unbedingt gehorchen müſſen
und auch keine eigene Meinung haben dürfen; aber in
jenem Stande ſchmerzte ihn das
Unabhängigkeitsver=
hältnis nicht, er tat ſeine Pflicht, befolgte die Befehle
ſeiner Vorgeſetzten und damit war die Sache abgetan.
Und nun kam noch ſeine Liebe zu Elfriede hinzu und
entfeſſelte in ihm einen Konflikt der Pflichten, aus denen
er keinen anderen Ausweg wußte, als die Flucht in die
Stille und Einſamkeit ſeiner Heimat.
Während des Diners, das er mit ſeiner Mutter, der
Geſellſchaftsdame und einer Verwandten, die zu Beſuch
ggekommen war, gemeinſam einnahm, wurde
ſelbſtver=
ſtändlich von jenen Verhältniſſen nicht geſprochen. Die
KKuſine ſeiner Mutter, eine etwas geſchwätzige ältere
Dame, war unerſchöpflich in Geſchichten aus der
Ver=
edtſchaft von nah und fern, aus den jngſten, wie aus
den Aliſter Zeien. Sie und de Gahſie ſührlen ſaſt
allein die Unterhaltung, während Ellerburgs Gedanken
weit hinweg ſchweiften und er nur mechaniſch dem
Ge=
ſpräch der beiden alten Damen lauſchte.
Als die Tafel aufgehoben war, wollte ſich der Graf
empfehlen.
Beſuchſt du heute abend das Theater? fragte ſeine
Mutter.
Es iſt ja noch meine Pflicht, entgegnete er. Ihre
Hoheit, die Herzogin wird ebenfalls dort ſein, der
Her=
zog iſt allerdings verreiſt.
Vielleicht hat Ihre Hoheit dir etwas mitzuteilen,
ſetzte die Gräfin bedeutſam hinzu.
Ich muß mich bei Ihrer Hoheit melden, ſagte Georg.,
Da werde ich ihr ebenfalls etwas mitteilen.
Uebereile nichts, lieber Sohn.
Der Graf lächelte trübe, küßte den beiden Damen die
Hand und erfreute ſich.
Im Theater wurde irgend eine gleichgültige, ältere
Oper aufgeführt, Für den Intendanten gab es da
eigent=
lich nichts zu tun, denn die altbewährten Kräfte kannten
die Muſik des oft gegebenen Stückes in= und auswendig
die Mitglieder des Orcheſters ſehen nicht einmal mehr
auf die Noten und geigten, blieſen und flöteten
gleich=
mäßig darauf los. Der Kapellmeiſter bewegte mechaniſch
den Taktſtock auf und ab, zuweilen legie er i ganz
niche, ichnte ſch it ſehn Siſck zuſt un veiſchte
ein Gähnen zu unterdrücken.
Langweilig wie auf der Bühne und im Orcheſter
war es auch im Zuſchauerraum. Da ſaß das ſtändige
Publikum im erſten Rang und im Parkett ſeine
Abonne=
mentsplätze ab. Gähnende Lücke im Zuſchauerraum
das Publikum gähnte faſt ſelbſt — die oberen Ränge
waren faſt gar nicht beſetzt. Es war das richtige Bild
eines Theaters einer kleinen Reſidenz an gewöhnlichen
Abonnementsabenden.
Nur die Herzogin ſchien den altbekannten Melodien
aufmerkſam zu lauſchen und nötigte dadurch auch den
beiden dienſttuenden Hofdamen und dem Kammerherrn
wenigſtens den Anſchein der Aufmerkſamkeit auf.
In dem erſten Zwiſchenakt ließ ſich Graf Ellerburg
bei der Fürſtin melden. Die Herzogin wandte ſich
leb=
haft um.
Bitte, treten Sie näher, Exzellenz, ſagte ſie
freund=
lich. Ich habe Sie erwartet.
Hoheit befehlen?
Nehmen Sie hier an meiner Seite Platz — ich habe
mit Ihnen zu ſprechen.
Der Kammerherr und die Hofdamen zogen ſich
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 146.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Juni 1912.
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