Darmstädter Tagblatt 1912


18. Juni 1912

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Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
ionatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
ärts
nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
uren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. Bei
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ür Aufnahme von Anzeigen an vorge=
kommt
jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
hriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

dem Poſtluftſchiff Schwaben wurde geſtern
abend über Offenbach das Poſtluftſeil unbrauchbar
Infolgedeſſen konnten in Darmſtadt und Worms nur
Poſten abgeworfen, aber nicht aufgenommen werden.
Botſchafter Frhr. v. Marſchall ſiſt nach London ab=
gereiſt
.
der Militär=Zeppelinkreuzer Z. 3 wurde
durch Gasentzündung beſchädigt, 3 Angeſtellte erlitten
dabei Verletzungen.
Bei der erſten internationalen Boden=
ſeeregatta
, die in Konſtanz ihren Anfang nahm,
brachte der ſtarke Sturm über ein Dutzend Boote zum
Kentern. Da aber Hilfe ſchnell zur Stelle war, konn=
ten
alle Ruderer gerettet werden.
Auf der Strecke Oels-Wilhelmsbrück in der Nähe von
Kempen überfuhr ein Zug ein Fuhrwerk. Der
Beſitzer, ſeine Frau und der Kutſcher wurden ge=
tötet
.
Die angebliche Begegnung des Königs von
England mit dem Zaren im Laufe des Sommers wird
amtlich dementiert.
Nach einer Odeſſaer Meldung der Daily News werden
die Dardaneklen abermalls geſchloſſen
werden.
Gewitterſtürme richteten in Mittel= und Weſt=
Miſſouri großen Schaden an 26 Perſonen ſind umge=
kommen
.

Schwedens Export.
N. Stockholm, 13. Juni.

Dem Stockholmer Aftonbladet ſeien folgende in=
tereſſante
Einzelheiten über die Verhältniſſe des ſchwe=
diſchen
Exports entnommen:
Im Geſchäftsverkehr Schwedens mit dem Auslande,
der ſich für das letzte Jahr, wofür die Rechnung abge=
ſchloſſen
iſt 1910 auf die Geſamtſumme von
1 264 497000, alſo etwa 1390 Millionen Mark, ſtellt, ent=
fällt
auf die Ausfuhr ein Betrag von 592864000 Kronen
46,89 Prozent) vom ganzen Handelsumſatz, auf die
Einfuhr aber ein ſolcher von 671 633000 Kronen (= 53,11
Prozent). Es iſt in den letzten Jahren gelungen, die
Differenz zwiſchen der Summe der geſamten Einfuhr und
derjenigen der Ausfuhr fortwährend zu vermindern, was
auf den materiellen Aufſchwung Schwedens, ſchließen
läßt. Dieſer Aufſchwung nahm von der Zeit der Union=
auflöſung
an ſeinen eigentlichen Anfang. Die Kraft,
die zu den immerwährenden Streitereien mit Norwegen
vergeudet wurde, wendeten die Schweden von dem
Jahre des Unionbruchs an dem inneren materiellen
Fortſchritt des Vaterlandes zu. Ein wichtiger Punkt
in Bezug auf die Verhältniſſe der Ausfuhr Schwedens
iſt auch, daß der Export bearbeiteter Waren ſtark
zunimmt, während die Einfuhr dieſer Warengattungen
entweder abnimmt oder zum mindeſten auf demſelben
Punkte ſtehen bleibt. Dieſe Erſcheinung hängt mit den
Fortſchritten, die die einheimiſche Induſtrie gemacht hat,
eng zuſammen. Allem Anſchein nach rückt die Zeit
heran, da Schweden im weſentlichen ein Induſtrieland
ſein wird; das Land wird in einer nicht allzu fernen
Zukunft, mit modernen Werkzeugen ausgerüſtet, ſeine
Materialien, namentlich das Holz und die Minerale,
ſelbſt in einem Maße bearbeiten können, wodurch die Be=
deutung
des=Exports von Rohwaren der in Frage
ſtehenden Kategorien entſprechend vermindert wird.
Bisher bilden aber die Rohwaren noch die Haupt=
maſſe
der ſchwediſchen Ausfuhr. Den erſten Platz unter
den Rohprodukten nehmen die unbearbeiteten Holzwaren
ein (Balken und Zimmerholz), deren Wert ſich im Jahre
1910 auf 18,32 Millionen Kronen belief, ſowie die teil=
weiſe
bearbeiteten Holzwaren im Werte von 163 Millio=
nen
Kronen (27 Prozent des ganzen Exports). Sehr
wichtig iſt auch die Ausfuhr von Holzmaſſe und Streich=
hölzern
. Das Kapital, das Schweden in ſeinen Wäl=
dern
hat, iſt, bei guter Verwaltung, eine viel ſicherere
und auf eine unendliche Reihe von Jahren regelmäßigere
Einnahmequelle als jeder andere Naturſchatz. In zwei=
ter
Reihe als Ausfuhrartikel kommen die Nahrungsmit=
tel
in Betracht. Die Gruppe Nahrungsmittel aus
tieriſchen Rohſtoffen und lebende Tiere repräſentiert
über 60 Millionen Kronen oder über 10 Prozent der
Summe der Geſamtausfuhr des Jahres 1910. Unter den
Erzeugniſſen der Viehzucht und Meierei ſteht die Butter
voran. Ein Artikel, deſſen Ausfuhr in den letzten Jah=
ren
mit Rieſenſchritten vorwärts gegangen iſt, iſt das
Rindfleiſch. In dritter Reihe kommen die Metalle, na=
mentlich
Eiſen und Stahl. In Frage kommen hier ſo=
wohl
unbearbeitete als bearbeitete Metalle; unter den
bearbeiteten Metallen mögen Hufeiſen, Nägel, Röhren in
erſter Linie genannt ſein.

Sodann iſt die Ausfuhr von Maſchinen und Gerät=
ſchaften
zu nennen, mit einem Worte die wichtigſten Er=
zeugniſſe
der Induſtrie und Mechanik. Die Fortſchritte
dieſer Induſtrie ſind auffallend, und man kann ſagen,
daß ſie jetzt den Kampf mit der ausländiſchen Induſtrie
auf dieſem Gebiete erfolgreich aufzunehmen vermag. Die
Ausfuhr von Maſchinen und Werkzeugen iſt in den letz=
ten
Jahren fortwährend geſtiegen; während ſich der Wert
dieſer Ausfuhr im Jahra 1910 auf etwa 30 Millionen
Kronen bezifferte, war er im Jahre 1911 auf 36 Millio=
nen
Kronen geſtiegen.
Die Länder, mit denen Schweden in der lebhafteſten
Handelsverbindung ſteht, ſind, je nach ihrer Bedeutung,
Deutſchland, England, Dänemark, die Vereinigten Staa=
ten
von Nordamerika, Frankreich, Norwegen, Rußland,
Holland, Belgien und Finnland. Der Außenhandel
Schwedens konzentriert ſich aber weſentlich auf England,
Deutſchland und Dänemark. Was die Einfuhr betrifft,
ſo nimmt Deutſchland den erſten Platz unter den
Lieferanten Schwedens ein. England iſt aber
bis jetzt der beſte Abnehmer Schwedens. Die ſchwe=
diſche
Ausfuhr nach England bezifferte ſich 1910 auf 190
Millionen, die Ausfuhr nach Deutſchland in demſelben
Jahre auf 124 Millionen Kronen.

Deutſches Reich.

Die Feſtlichkeiten zu Ehren des deutſchen Ge=
ſchwaderbeſuches
in Amerika erreichten mit
dem Empfang der Offiziere und Mannſchaften in New=
York ihren Abſchluß. Dies war zugleich der Höhepunkt
der großartigen Gaſtfreundſchaft. Das Verhalten der
amerikaniſchen Behörden, wie aller an dem Empfang
Beteiligten ließ keinen Zweifel, daß man in den Ver=
tretern
unſerer Flotte Deutſchland ſelbſt zu ehren wünſchte.
Die freundlichen Beziehungen zwiſchen Deutſchland und
Amerika ruhen auf der geſunden Grundlage der wechſel=
ſeitigen
und willigen Anerkennung der beiden
Völker, die ſich in ihren tüchtigen Sigenſchaften mehr
und mehr kennen lernen. Der Anteil des deutſchen Ele=
ments
in den Vereinigten Staaten an dieſer erfreulichen
Entwicklung iſt in den New=Yorker Feſttagen gebührend
hervorgetreten. Die Herzlichkeit der unſeren Schiffen
erwieſenen Gaſtfreundſchaft war in allen amerikaniſchen
Kreiſen außerordentlich aufrichtig. Dankbar blicken wir
auf den ſchönen Verlauf dieſes Flottenbeſuches zurück
und hoffen, daß die Erinnerung an die Tage gemein=
ſamer
Freude im Sinne wachſender Wertſchätzung und
Verſtändigung zwiſchen Deutſchland und den Vereinig=
ten
Staaten fortwirken wird.
Die Finanzen des Schutzgebietes
Togo im Jahre 1911. Das Amtsblatt für das
Schutzgebiet Togo veröffentlicht eine Statiſtik der Ein=
nahmen
und der Ausgaben des Schutzgebietes im Rech=
nungsjahre
1911. Danach iſt die Finanzlage Togos in=
ſofern
erfreulich, als das Jahr 1911 mit einem Ueber=
ſchuß
von rund 647000 Mark abſchließt, obwohl der Ein=
ſturz
der Landungsbrücke in Lome die Einnahmen aus
der Verkehrsanlage um faſt 200000 Mk. gekürzt hat. Im
einzelnen ſtellten ſich Einnahmen und Ausgaben folgen=
dermaßen
:
An Steuern ſind 796000 Mark eingegangen, gegen
den Anſchlag 311000 Mark mehr und gegen die Ein=
nahme
des Vorjahres 22000 Mk. mehr. Es ſind mehr ein=
gegangen
an Steuern der Eingeborenen 24000 Mark
und an Branntweinſteuer 13 000 Mark. Bei der Gummi=
handel
=Erlaubnisſcheinſteuer iſt dagegen ein Rückgang
von 15000 Mark eingetreten. Die Zölle haben bei einem
Geſamtertrage von rund 2,06 Millionen Maxk den An=
ſchlag
um 554680 Mark überſchritten. Die ſonſtigen
Abgaben, Gebühren und verſchiedene Verwaltungsein=
nahmen
ſind bei einem Geſamtertrag von rund 239000
Mark um 25 500 Mark hinter dem Anſchlag zurückgeblie=
ben
. Infolge des Einſturzes der Landungsbrücke haben
die Einnahmen aus der Verkehrsanlage bei einem Ge=
ſamtertrage
von rund 427 000 Mark rund 193 000 Mark
weniger betragen. Davon entfallen auf Mindereinnah=
men
an Brückengebühren 83 400 Mark und auf Minder=
einnahmen
an Pachtzins 110000 Mark. Außeretats=
mäßig
waren im Rechnungsjahre 1911 142000 Mark zu
vereinnahmen und zwar 18 000 Mark Einnahmen aus
dem Baumwollgeſchäft in Sokode in den letzten drei
Jahren und 24000 Mark Einnahmen aus dem Verkauf
von Grundſtücken. Bei den perſönlichen Ausgaben iſt
eine Erſparnis von 32000 Mark zu verzeich=
nen
, der 24500 Mark Mehrausgaben bei den
ſächlichen Ausgaben gegenüberſtehen, ſodaß die Erſpar=
nis
bei den fortdauernden Ausgaben 7750 Mark beträgt.
Die einmaligen Ausgaben ſind um 3250 Mark, die für
die Bekämpfung der Schlafkrankheit mehr ausgegeben
wurden, überſchritten. Außeretatsmäßig waren 146000
Mark zu verausgaben und zwar für die Vermarkungs=
expedition
der Oſtgrenze 4000 Mark, zum Bau eines Ab=

ſonderungshofes für anſteckende Krankheiten in Lome
30 000 Mark, für die Landkommiſſion 2000 Mark, für Be=
ſeitigung
von Waſſerlöchern in der Lagune bei Lome
6000 Mark, für die Pockenbekämpfung 4000 Mark, füx
den Bau einer Notbrücke in Lome 4000 Mark uns für
das Bäumwollgeſchäft in Sokoda in den letzten 3 Jahren
96 000 Mark. Die Mehreinnahmen betragen rund 820000
Mark, die Mehrausgaben rund 172800 Mark, ſodaß ſich
für das Rechnungsjahr 1911 ein Ueberſchuß von 647200
Mark ergibt.
Vompreußiſchen Abgeordnetenhaus.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt in ihren
Rückblicken:
Zu den noch im Stadium der Kommiſſionsberatung
im Abgeordnetenhauſen befindlichen Materien
gehört auch der konſervative Antrag auf Aenderung
der Geſchäftsordnung, zu dem bekanntlich ab=
ſtoßende
der Würde eines deutſchen Parlaments hohn=
ſprechende
Lärm= und Obſtruktionsſzenen der kleinen
ſozialdemokratiſchen Minderheit Veranlaſſung gegeben
haben. Der Präſident des Abgeordnetenhauſes, der durch
eine feſte, gerechte und furchtloſe Handhabung der Ge=
ſchäftsordnung
das parlamentariſche Anſghen nach
Möglichkeit gewahrt und ſich die faſt allgemeine und un=
bedingte
Anerkennung aller bürgerlichen Kreiſe und des
Volkes erworben hat, Freiherr v. Erffa, iſt in dieſer
Woche durch den Tod abberufen worden. Das Abgeord=
netenhaus
ſieht ſich abermals vor die Notwendigkeit
einer Neuwahl des Präſidenten geſtelt. Der Eindrug
aber hat ſich ſchließlich doch als Niederſchlag der Szenen
im Reichstag und im Abgeordnetenhaus ergeben, daß
die Sozialdemokratie ſich durch Verleugnung nicht bloß
alles deſſen, was jedem guten Deutſchen hoch und heilig
ſein muß, in der Geſinnung, ſondern auch alles deſſen,
was geſittet und gebildet heißt, in der Form von allen
anſtändigen Elementen des Volkes von ſelber ſcheidet.
Dieſe Selbſtentlarvung der Sozialdemokratie hat augen=
ſcheinlich
ihrer Iſolierung weſentlich vorgearbeitet.
Zur Frage Köln oder Berlin brin=
gen
die Berliner Morgenblätter folgendes aus Köln:
Die von Rom erhoffte Beruhigung der Gemüter durch
die beiden Erklärungen Heiners iſt nicht eingetreten. Im
Gegenteil, man kann eher von einer verſchärften Kampfes=
ſtimmung
der chriſtlichen Gewerkſchaften reden, die im=
mer
weiter um ſich greift, je länger die authentiſche =
miſche
Erklärung auf ſich warten läßt. Außer einer Vor=
ſtandsſitzung
des Generalverbandes der chriſtlichen Ge=
werkſchaften
mit dem einzigen Punkt der Tagesordnung!
Einberufung eines außerordentlichen Kongreſſes zwecks
Stellung zum Gewerkſchaftsſtreit findet bereits morgen
eine Verſammlung des Bezirkskartells der chriſtlichen Ge=
werkſchaften
ſtatt. Auch in anderen Orten werden Ver=
ſammlungen
aus demſelben Anlaß abgehalten werden.
In evangeliſchen Arbeiterkreiſen beobachtet man fort=
geſetzt
eine ſtrenge Zurückhaltung.
Vom Prinzen Ludwig. Bei dem Feſtmahl,
das ſich den Verhandlungen des Bayeriſchen Kanalver=
eins
anſchloß, hielt Prinz Ludwig eine Rede, worin er
betonte, das beſte Mittel, um in der bayeriſchen Volks=
wirtſchaft
vorwärts zu kommen, ſei die Förderung der
Großinduſtrie, da von dieſer viele Menſchen und zwar
verhältnismäßig gut leben könnten. Daher müßte es
auch die Aufgabe des Kanalvereins ſein, die Induſtrie
zu fördern. Er habe den Wunſch, daß er den Anſchluß
Bayerns an die Werra und Weſer, der die karzeſte Ver=
bindung
Bayerns mit dem Norden bedeute, noch erle=
ben
werde.

Ausland.

Frankreich.
Die Humanité, die ſeit einiger Zeit gegen den
Kriegsminiſter Millerand gerichtete anonyme, angeblich
von einer Gruppe republikaniſcher und ſozialiſtiſcher Of=
fiziere
herrührende Schriftſtücke veröffentlicht, berichtet,
daß der Oberſt des 96. Infanterie=Regiments ſämtliche
an die Offiziere und Unteroffiziere ſeines Regiments
adreſſierte Exemplare des Blattes mit Beſchlag belegt
habe. Die Humanité hat gegen dieſes Vorgehen eni=
ſchieden
Einſpruch erhoben.
England.
Keine Begegnung des Königs mit dem
Zaren. Das Reuterſche Bureau erklärt amtlich,
daß der Bericht über eine angebliche Begegnung des
Königs mit dem Zaren im Laufe des Sommers grund=
los
iſt.
Spanien.
In der Kammer kam der Republikaner Soriano
auf die Angelegenheit des Gemäldes van der Goes zu=
rück
. Er behauptete, das Kloſter Monforte habe nicht
das Recht, es zu verkaufen. Der frühere Miniſter der

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

Nummer 141,

Schönen Künſte und des Unterrichts Burell kritiſierte den
Bericht des Staatsrats, der auf keiner feſten Grundlage
beruhe. Er verlangte, daß alle Dokumente, die ſich auf
die Gründung und das Patronat des Kloſters beziehen,
der Kammer vorgelegt würden. Miniſterpräſident Ca=
nalejas
antwortete, es ſei unrichtig, daß die deutſche
Regierung bei der ſpaniſchen Regierung wegen des Ge=
mäldes
Forderungen erhoben habe. Wir hätten, ſagte
der Miniſterpräſident, dies auch gar nicht geduldet. Rich=
tig
iſt aber, daß die deutſche Regierung, wie dies auch
logiſch iſt, darauf beſtand, daß die Eigentumsfrage an=
geſchnitten
werde. Burell erklärte hierauf: Derartige
Vorſtellungen wurden bei mir niemals erhoben. Mini=
ſterpräſident
Canalejas: Sind Sie deſſen ſicher? Burell:
Ich erhielt nur den Beſuch des Prinzen von Reuß, der
mich in der höflichſten Form um Auskunft in dieſer
Angelegenheit bat. Canalejas: Gehen wir nicht weiter
darauf ein. Sicher iſt jedenfalls, daß logiſche natürliche
Vorſtellungen erhoben wurden. Die Angelegenheit iſt
kompliziert und erfordert eine genaue Prüfung. Eine
Frage iſt jedoch klar, kann die Regierung hohe Kredite
fordern, um Werke dieſer Art Privatleuten abzukaufen,
die ſie vielleicht verkaufen, weil ſie nichts anderes beſitzen?
Ich ſpreche übrigens im allgemeinen, denn bei dem Ge=
mälde
von Monforte haben Zweifel über den Beſitz zu
einem Verfahren geführt, das bald beendigt iſt. Cana=
lejas
fügte hinzu, der Vertreter Deutſchlands in Ma=
drid
erklärte der ſpaniſchen Regierung, daß das Bild
van der Goes für das Berliner Muſeum gekauft ſei. Ein
Teil des Preiſes ſei von der preußiſchen Regierung be=
reits
bezahlt, aus dieſem Grunde möchte er energiſch
darauf dringen, daß der gegen die Berechtigung des
Verkauf des Bildes erhobene Einſpruch zur Erledigung
gelange. Dieſe Reklamation ſei berechtigt geweſen und
im Einklang mit dem internationalen Brauch. Was
den Staatsrat anbetreffe, ſo habe er einen Bericht aus=
gearbeitet
, ohne daß jemand im geringſten einen Druck
auf ihn ausübte. Der Miniſter der Schönen Künſte er=
klärte
, daß der Bericht des Staatsrats der Kammer nicht
vorgelegt werden könne, bevor das Verfahren abge=
ſchloſſen
ſei.
Belgien.
Stichwahlen. Am Sonntag fanden die Stich=
wahlen
zu den Provinzialräten ſtatt. Das Ergebnis
der Wahl beſtätigt die Vorausſagen, daß die Situation
bei den Provinzialſtänden die gleiche bleibt, wie ſie vor
den Wahlen zum Parlament war. Sechs Provinzialräte
werden eine katholiſche und oppoſitionelle Mehrheit haben.
Portugal.
Das neue Kabinett. Das Miniſterium hat
ſich folgendermaßen gebildet: Vorſitz und Inneres:
Duarto Leito, Juſtiz: Correia Lemos, Aeußeres: Aug.
Vasconcellos, Finanzen: Barros Queiroz, Krieg: Cor=
reia
Bareto, Marine: Fernandos Coſta, Oeffentliche Ar=
beiten
: Aug. Berreto, Kolonien: Cerveira. Der Miniſter=
präſident
gehört dem Parlament nicht an. Die Miniſte=
rien
der Inſtiz, des Krieges und der Kolonien ſind An=
hängern
Alfonſo Coſtas anvertraut, die Miniſterien des
Aeußern und der Finanzen Anhängern Camachos, das
Miniſterium der Marine einem Anhänger Almeidas.
Barros Queiroz und Auguſto Barreto lehnten die
ihnen angebotenen Portefeuilles der Finanzen bezw. der
Oeffentlichen Arbeiten noch in letzter Stunde ab. Darauf
übernahm an Stelle Queiroz das Finanzminiſterium
Vieente Ferreira, an Stelle Barretos das Miniſterium für
öffentliche Arbeiten Aurelio Coſta.
Der Geſetzentwurf betreffend die Koloniſation des
Plateaus von Angelo durch iſraelitiſche Auswanderer
aller Nationalitäten wurde von der Deputiertenkammer
einſtimmig angenommen.

Amerika.
Das republikaniſche Nationalkomitee
hat die Prüfung der beſtrittenen Delegierten zum Natio=
nalkonvent
beendet. Von den angefochtenen Delegierten
werden dem Präſidenten Taft 234 und Rooſevelt 20 zu=
geſprochen
. Einer der Delegierten Lafolettes erklärte,
alle Delegierte von Lafolette würden zu Rooſevelt über=
geſhen
. Sogar der Hauptagent des Präſidenten Taft
in New=York, Timothy=Woodruft, ſoll geſagt haben,
Rooſevelt werde den Nationalkonvent mit ſich fortreißen.
Es wird vorausgeſagt, daß Rooſevelt perſönlich auf dem
Nationalkonvent erſcheinen werde, um ſeine Sache zu
verteidigen. In dieſem Falle dürfe man auf äußerſt
erregte Szenen rechnen, einige antirooſeveltſche Zeitun=
gen
prophezeien ſogar blutige Ereigniſſe.
Der deutſche Botſchafter übermittelte zur
Begrüßung des deutſchen Geſchwaders dem zuſammen=
getretenen
Empfangskomitee folgende Nachricht: Ich bin
vom Kaiſer beauftragt, den deutſchen Vereinen den Dank
Seiner Majeſtät für die am Mittwoch abend übermittel=
ten
Grüße auszuſprechen. Dieſes Zeichen loyaler Ge=
ſinnung
berührte den Kaiſer ſehr angenehm.
China.
Ueber die Stellungnahme des Präſi=
denten
Jſuan Shi=kai zum Chriſtentum
enthält die Aprilnummer des in Shanghai erſcheinenden
Chinese Recorder Nachrichten von der größten Wich=
tigkeit
. Am 26. März haben die vereinigten Chriſten
Pekings einen Dank= und Friedensgottesdienſt abgehal=
ten
, zu dem der Präſident durch eine Deputation von vier
chineſiſchen Paſtoren eingeladen wurde. Die Deputation
wurde mit vollen muſikaliſchen und militäriſchen Ehren,
wie ſie Miniſtern beim Kommen und Gehen erwieſen
werden, empfangen und verabſchiedet. Der Präſident er=
widerte
u. a.:
Es iſt noch viel zu tun. Sie als Repräſentanten der
Chriſten können uns wertvolle Hilfe leiſten. Weiſen Sie
Ihre Leute an, daß ſie die Unwiſſenden aufklären über
die gegenwärtige Lage und darüber, wie eine glückliche
Zukunft für unſer Land zu erreichen iſt. Eine Sache, zu
der ich entſchloſſen bin, iſt die, dem Lande Religionsfrei=
heit
zu gewähren. Da Juan Shi=kai ſelbſt an dem
von etwa 3000 Perſonen beſuchten Feſtgottesdienſte nicht
teilnehmen konnte, ſandte er als Vertreter einen hohen
Beamten, Exzellenz Jen, der eine längere Adreſſe verlas.
In dieſer hieß es u. a.: Das Anſehen der chriſtlichen
Miſſionen ſteigt mit jedem Tage mehr, und die Vorein=
genommenheit
und die Mißverſtändniſſe, die früher
zwiſchen Chriſten und Nichtchriſten beſtanden, ſchwinden
mehr und mehr. Das muß China zum Guten dienen.
Viele chineſiſche Chriſten wünſchen der veränderten Lage
halber, daß jeder Anlaß zu Differenzen zwiſchen Chriſten
und Nichtchriſten beſeitigt werde. Sie haben für Unab=
hängigkeit
der Kirchen geſtimmt, um ſie von jedem Schein
einer politiſchen Einrichtung zu befreien. Wir erkennen
ihren Weitblick an. Sie wollen die Arbeit der Miſſionen
auf eine gute, geſunde Baſis ſtellen. Sie ſind geleitet
durch Liebe zur Kirche wie zu ihrem Lande. . . Durch
die Gnade des Himmels iſt die Republik in China eine
vollendete Tatſache. In den Verträgen betr. die loyale
Behandlung der Mandſchus, Mongolen, Muhamme=
daner
und Tibetaner iſt ihnen Religionsfreiheit zuge=
ſichert
. Es iſt dies das erſte Mal in der chineſiſchen Ge=
ſchichte
, daß Religionsfreiheit zugeſichert wird. Wir
können verſichert ſein, ſobald die Nationalverſammlung
zuſammengetreten iſt und die neue Konſtitution feſtſteht,
wird ein Antrag eingebracht werden, der für die anderen
großen Religionen der Welt dasſelbe verlangt. Dadurch
wird das Aergernis der Gewiſſensknechtung aus der
Welt getan, und die fünf Völker Chinas werden ſich der
Segnungen der republikaniſchen Einrichtungen erfreuen.
Der Unterſchied zwiſchen Chriſten und Nichtchriſten wird
für immer verſchwinden. Als Glieder einer großen
Familie werden wir eines Herzens und eines Sinnes
arbeiten und alle Kraft einſetzen für das Wohl und das
Glück der Republik China.
Wenn in China, woran nach den Erklärungen des
Präſidenten kaum zu zweifeln iſt, tatſächlich volle Reli=
gionsfreiheit
eingeführt wird, ſo bedeutet das für die

Miſſion einen neuen Abſchnitt ihrer Arbeit von kau
zu überſehender Tragweite.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Juni.

* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Her
ſchaften begaben ſich am Samstag abend 7½ Uhrn
Gefolge im Auto zum Beſuch des Zirkus Schuma
nach Frankfurt. Die Rückkehr nach Jagdſchloß Wol
garten erfolgte 11½ Uhr. Oberhofprediger Ehrhar
nahm am Sonntag an der Frühſtückstafel im Jagdſchl
Wolfsgarten teil. (Darmſt. Ztg.)
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit der Gro
herzog die am 7. Mai 1912 durch die Stadtverordnete
verſammlung zu Gießen auf weitere 12 Jahre erfol
Wiederwahl des Oberbürgermeiſters der Stadt Gieß
Heinrich Anton Mecum.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog den Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäram
Schotten Dr. Albert Scheibel zum Kreisveterinärar
des Kreisveterinäramts Offenbach, den praktiſchen Ar
zu Gießen Dr. Heinrich Wagner zum Kreisaſſiſtenzar
bei den Kreisgeſundheitsämtern Büdingen und Schotter
mit dem Amtsſitze in Bad Salzhauſen, beide mit Wirkun
vom Tage ihres Dienſtantritts an; ferner den Kreis
aſſiſtenzarzt bei den Kreisgeſundheitsämtern Büdinge
und Schotten zu Gedern Dr. Fritz Schenck zum Kreis
aſſiſtenzarzt bei dem Kreisgeſundheitsamt Gießen un
den Regierungsrat Dr. Philipp Weber, Mitgliedd
Eiſenbahndirektion zu Eſſen, zum Oberregierungsrat.
* Verſetzt haben Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog den Oberſteuerinſpektor des Hauptſteueram
Worms Finanzrat Dr. Albrecht Offenbächer
Worms vom 1. Juli d. J. ab in gleicher Dienſteigenſchaf
an das Hauptſteueramt Gießen.
-g. Strafkammer. Der 49jährige Bäckergeſelle Heiſ=
rich
Lenhard aus Leeheim hatte ſich geſtern vor der hie
ſigen Strafkammer wegen Einbruchsdiebſtahls zu ver
antworten. Am Silveſterabend hörten Gäſte bei de
Wirtin Anna Ganß Wwe. in Leeheim über dem Gaſſ
zimmer verdächtiges Geräuſch. Als ſie dem Geräuſa
nachgingen, entdeckten ſie den Angeklagten, der, als
ſich entdeckt ſah, aus dem Fenſter ſprang und bewußtlos
am Boden liegen blieb. Bei der Eintragung ſeiner Pek
ſonalien in das Gefangenenregiſter ſtellte ſich heraus, daß
Lenhard ſeit nahezu 16 Jahren unter dem falſchen Na
men Bucher in Leeheim arbeitete. Bei dem Diebſtahll
waren ihm etwa 12 Mark in die Hände gefallen.as
Gericht verurteilt den Angeklagten wegen Diebſtahls zu
3 Monaten Gefängnis und wegen der intellek
tuellen Urkundenfälſchung zu 2 Wochen Gefängs
nis. Von der Unterſuchungshaft werden ihm 1 Mon
und 2 Wochen angerechnet. Wegen Pfandverſchleppung
hatten ſich die Taglöhner Heinrich Sturm IIVund
Johann Nolt III. aus Leeheim zu verantworten.ig
beiden Angeklagten hatten gemeinſchaftlich für einen
Dritten Bürgſchaft für eine Schuld von 281 Mark
leiſtet. Gläubiger war die Sparkaſſe Leeheim und
dieſe im Dezember 1910 von dem Schuldner nicht befül
digt werden konnte, ließ ſie bei beiden Angeklage
pfänden. Dem Sturm wurden in ſeiner Gegenwart
in einem Stall allein befindliche Schweine und dem
in Gegenwart ſeiner Ehefrau 1 Schwein und 3äſſſ
die ſich ebenfalls allein in ihren Ställen befanden
pfändet. Als nach vier Monaten die Pfändung noch
immer nicht aufgehoben war, verkaufte, reſp. ſchlachteten
beide die gepfändeten Tiere. Vor dem Schöffengericht
Groß=Gerau machten ſie geltend, ſie hätten gedachtder
Schuldner, für den ſie gebürgt hatten, würde ſeiner Zah
lungsverpflichtung nachkommen können. Das Schöffen
gericht ſprach beide Angeklagte frei, da die Pfändung
auch für Dritte ſichtbar ſein müſſe, insbeſondere müſſ
das, was gepfändet worden ſei, genau nach Art, Alten
und Geſchlecht bezeichnet werden. Die Strafkammer
Darmſtadt gab der Berufung der Staatsanwaltſcht
ſtatt und verurteilte beide Angeklagte zu je 1 Tag
fängnis. Die Pfändung beſtand zu Recht, denn ſie
in Anweſenheit der Angeklagten, reſp. ihrer Angehörige
zuſtandegekommen. Eine nähere Kennzeichnung derg
pfändeten Tiere ſei nicht erforderlich geweſen, dasſie ſich
allein in ihren Ställen befanden. Der 39 Jahreralt
erheblich vorbeſtrafte Kaufmann Friedrich Förſte
aus Stuttgart war ſeit 1. Februar 1911 von der Film
Georg Scherer in Langen als Reiſender engagiert=
wurde
jedoch am 1. Juli wieder entlaſſen, da feſtgeſtell
wurde, daß er ſich Unterſchlagungen von nahezu 200
Mark hatte zuſchulden kommen laſſen. Vor der hieſigen
Strafkammer, wo er ſich deswegen zu verantwortenh

In Paris wurde man unterdeſſen von Tag zu
unzufriedener. Die Weigerung des Kaiſers, Le Boeufd
zuliefern, worin er noch einmal die Größe ſeinere
zeigte, machte böſes Blut, und ſchließlich mußte dereh
malige Kriegsminiſter aus der Stelle als Generalſtabscheſ
die ihm noch geblieben war, entfernt werden. Derlſck
unerſchütterlich, ſo lange er nicht ſeinem Generalſtablelne
Verantwortlichkeit zuſchrieb, die die ſeine war, opferte ſich
ſelbſt, nachdem er Le Boeuf geopfert hatte. Von nuan
hatte man das Vertrauen zu ihm verloren. In Paris
konnten ſchlecht unterrichtete Politiker Le Boeuf die Win=
kelzüge
und Gegenbefehle zuſchreiben, die uns ohne Ver=
teidigung
dem Feinde auslieferten, aber in der Armee
klagte niemand Le Boeuf an; im Gegenteil, die Erbitterung
gegen den Kaiſer war allgemein. In den Biwaks, im
ganzen Heer verlangte man einen militäriſchen Oberbefehls=
haber
, und der Kaiſer verſtand, daß er nicht länger zögern
durfte. Er zwang ſchließlich, nachdem Mac Mahon und
Canrobert abgelehnt hatten, Bazaine, den Oberbefehl zu
übernehmen. Dann ging der Kaiſer zu Le Boeuf und
ſagte ihm in gütigem Tone: Keine Abſetzung, keine Ent=: wir ſind alle beide abgeſetzt. Ich gebe den Befehl=
der
Armee auf, es gibt keinen Generalſtab mehr. An Ollig
vier richtete der Kaiſer von Chälons aus am 19. Auguſt
folgenden Brief: Ich bin ſo völlig von den militäriſchen
Ereigniſſen in Anſpruch genommen worden, daß ich Ihnen
noch nicht ſagen konnte, wie ſehr ich Ihren Rücktritt be=
dauert
habe. Sie haben mir ſo viele Beweiſe der Ergeben=
heit
gezeigt, daß ich mich daran gewöhnt hatte, auf Sie zu
zählen bei der feſten Leitung der Regierungsangelegen
heiten und bei der Wegräumung von Schwierigkeiten. Ich
hoffe nichtsdeſtoweniger, daß unſere Beziehungen ebenſo
eng bleiben werden, als früher. Ich verwende meine
Kräfte darauf, um zu verſuchen, das verlorene Feld wie=
der
zu gewinnen. Wird es gelingen? Gott weiß es!
Indem der Kaiſer dieſes Miniſterium verlor, das in
Wahrheit das ſeine war, ſo ſchließt Ollivier, fühlte er, daß
er ſeine letzte Hoffnung auf Rettung verloren hatte und das
Ende kommen mußte.

Vor dem Sturz Napoleons 1870.

** Das große Drama von Napoleons Sturz und Ge=
fangennahme
im Kriege 1870 hat, wie jede echte Tragödie,
ſeine lange Expoſition gehabt, deren feinere Einzelheiten
durch die neueſte Darſtellung Emile Olliviers in ein hel=
leres
Licht gerückt werden. In der Revue des Deux Mon=
des
veröffentlicht der ehemalige Miniſterpräſident einige
Kapitel aus dem demnächſt erſcheinenden jüngſten Band
ſeines Empire Libéral in denen er die Ereigniſſe nach
der Abdankung ſeines Kabinetts und damit die innere Vor=
geſchichte
des Sturzes Napoleons darſtellt.
Das Miniſterium Ollivier hat abdanken müſſen; der
General Palikao iſt an die Spitze eines neuen Kabinetts
getreten. Der Kaiſer, erzählt Ollivier, war tief erſchüt=
tert
vom Sturz des Miniſteriums: die Kaiſerin hatte ihren
Vollmachten, die notwendigen Veränderungen vorzuneh=
men
, eine viel zu große Ausdehnung gegeben; er hatte ge=
glaubt
, daß es ſich um eine teilweiſe Perſonalveränderung
und nicht um den Sturz des Kabinetts ſelbſt handelte. Er
hatte zugeſtanden) daß Palikao in unſerem Kabinett
Kriegsminiſter werde, aber nicht der Chef eines neuen Ka=
binetts
, das das unſere erſetzen ſollte. Er dachte an die
Folgen der Verabſchiedung dieſer Miniſter, mit denen er
eng verbunden war, für die Ergebenheit derer, auf die er
zählte, und er fühlte ſich dadurch ſchwer betroffen. Der
frühere Kriegsminiſter Le Boeuf war bei ihm bei der An=
kunft
der Nachricht. Ich weiß nicht, was ſie in Paris
machen, ſagte der Kaiſer, ſie verlieren den Kopf; ſie haben
das Miniſterium geſtürzt. Und als ihm Le Boeuf die
Namen der neuen Miniſter vorlas, fügte er mit dem Tone
eines Mannes, der ſich verloren fühlt und ſich in ſein
Schickſal ergibt, hinzu: Was für ein Miniſterium
Was wollen ſie! . . . Traurig ging er in ſein Schlafzim=
mer
und ſagte noch zu dem Prinzen Napoleon: Mitten
im Sturm ſoll man nicht Steuermann und Mannſchaft
wechſeln. Er erfuhr bald, daß er in der Regierung keine
wahrhaften Freunde mehr hatte, und daß die Regentin
betäubt durch die Illuſionen ihrer armſeligen Ratgeber, im
Glauben, den Eingebungen ihres Herzens folgen zu müſſen,
die ſchlimmſten Unvorſichtigkeiten einer kopfloſen, jedes

Verſtandes und jeder Größe entbehrenden Politik unter=
ſtützte
. Er plante damals die Rückkehr nach Paris, die
vielleicht noch eine Rettung hätte bringen können, aber die
Kaiſerin ſchickte ihm einen Vertrauten, der ihm auseinan=
derſetzen
mußte, daß ſeine Rückkehr unmöglich ſei: Wenn
er zurückkäme, würde man ihm mehr als Kot ins Geſicht
werfen. Der Kaiſer war darüber ganz beſtürzt. Da er
beſſer als jeder andere ſeine körperliche Unfähigkeit kannte,
die Anforderungen des Kommandos zu ertragen, ſo wäre
er gern nach den Tuilerien zurückgekehrt, um wieder an die
Spitze ſeiner Regierung zu treten; aber er wagte nicht, den
Schmähungen zu trotzen, mit denen man ihn bedrohte, wenn
er als Beſiegter in ſeine Hauptſtadt zurückkäme, aus der
ſeine Armee, umjubelt von der allgemeinen Hoffnung, aus=
gezogen
war. So zeigte er ſich denn endlich nachgiebig und
verſprach, das Heer nicht zu verlaſſen.
Energiſch wehrte ſich aber Napoleon gegen das Drän=
gen
der neuen Regierung, den früheren Kriegsminiſter Le
Boeuf fallen zu laſſen. Während ſich der ganze Haß nach
den Niederlagen gegen dieſen richtete, blieb ihm der Kaiſer
treu und erklärte: Er hat nur meine Befehle ausgeführt,
ich kann ihn nicht fallen laſſen; das iſt unmöglich. In=
tereſſant
iſt die Charakteriſtik, die Ollivier bei dieſer Ge=
legenheit
von Le Boeuf gibt: Dieſe Erbitterung gegen Le
Boeuf war ungerecht. Er war nicht ſchuldig; er hatte nicht
zum Kriege gedrängt; er hatte niemals in dem Unteroffi=
zierston
, den man ihm zuſchreibt, geſagt: Es fehlt uns
nicht ein Gamaſchenknopf. Er hatte ſeinen Kollegen, den
Deputierten, dem Lande die Verſicherung gegeben, daß wir
zu ſiegen imſtande wären und daß er an den Sieg glaube,
und er hatte damit nicht Unrecht. Nach ſeiner Ankunft bei
der Armee hatte er immer wieder zur Offenſive gedrängt.
Wenn man ſeinem Antrieb gefolgt wäre, ſo wäre nur ein
Befehl notwendig geweſen, das Rettungswort: Vorwärts!
Er iſt nicht der Urheber der demoraliſierenden Befehle und
Gegenbefehle geweſen, er war vielmehr ihr Opfer. Man
kann ihm auch nicht vorwerfen, daß er es an Aufrichtigkeit
gegen den Kaiſer hätte fehlen laſſen. Er liebte ihn und
war ihm ergeben, und bei jeder Gelegenheit hatte er ihm
ſeine Meinung ausgeſprochen, viel freimütiger als andere,
die erzählten, was ſie nicht geſagt hatten.

[ ][  ][ ]

Netütter 141.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912

Seite 3.

der Angeklagte zu, daß er einkaſſierte Gelder in Höhe
i etwa 1800 Mark für ſich behalten habe, ſtellt jedoch
Firma eine Gegenrechnung für Speſen und Koſten in
gleichen Höhe aus. Er ſei dadurch, daß ihm ganz
centable Reiſetouren zugewieſen und ihm die Reiſe=
e
gekürzt wurden, erheblich geſchädigt worden, wes=
b
er ſich für berechtigt hielt, ſich ſchadlos zu halten.
hatte ein Monatsgehalt von 200 Mark und 8 Mark
gesſpeſen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten
er Berückſichtigung ſeiner vielen Vorſtrafen zu
Monaten Gefängnis.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
jung des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starken=
g
am Samstag, den 22. Juni vormittags
Uhr, lautet: 1. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch der
trad Ehrhardt Ehefrau zu Bensheim. 2. Desgleichen
Michel Saller daſelbſt. 3. Desgleichen des Chriſtoph
wig zu Lorſch. 4. Desgleichen des Friedrich Ehle zu
emſtadt. 5. Den Wirtſchaftsbetrieb des Karl Meinhardt
Offenbach betr.
Fahrplanänderungen. Von Sonntag, den
Juni, ab wird der jetzt zwiſchen Darmſtadt und
openheim verkehrende Sonntags=Perſonenzug 940a
iſchen Darmſtadt und Seeheim gefahren und fällt
der Strecke Bickenbach-Heppenheim aus. Eine
iderung des Fahrplans tritt auf der Strecke bis
kenbach nicht ein. Ab. Bickenbach verkehrt der Zug
folgt: Bickenbach ab 322 Uhr nachm., Alsbach an
Uhr, Jugenheim an 333 Uhr, Seeheim an 338 Uhr.
5 Gegenzug wird von dem gleichen Zeitpunkte ab der
rſonenzug 343 an Sonn= und Feiertagen in nach=
zendem
Fahrplan gefahren: Seeheim ab 754 Uhr
hm., Jugenheim ab 759 Uhr, Alsbach ab 805 Uhr,
kenbach ab 812 Uhr, Eberſtadt ab 822 Uhr, Darmſtadt
d an 830 Uhr, Darmſtadt Hbf. an 836 Uhr. Die Züge
0 und 5443 S. auf der Strecke Bickenbach=Seeheim
en an Sonn= und Feiertagen aus.
C Der Heſſiſche Automobilklub hatte am Sonntag ſeine
tglieder und Sport=Freunde zu einer Picknicktour
ch Lindenfels eingeladen. Trotz des wenig günſtig
heinenden Wetters waren die Mitglieder erfreulich
lreich der Einladung gefolgt. Sicher hat es auch nie=
nd
bereut, an der außerordentlich genußreichen, in vor=
licher
Stimmung verlaufenen Fahrt teilgenommen zu
en. Auch der nachmittags einſetzende Regen konnte der
mierten Stimmung keinen Abbruch tun, und wenn er
h den Aufenthalt im Hotel Friedrich in Michelſtadt
ingsweiſe etwas verlängerte, ſo wußte die genußfrohe
jar der Autler dieſe Stunden aufgezwungener Muße ſo
hlich zu verleben, daß ſie ebenſo im Fluge entſchwanden,
die auf der glatten Chauſſee durchfahrenen. Etwa
Dutzend Wagen hatten ſich ſchon in Darmſtadt zur
lnahme eingefunden, um vom Klubheim (Hotel Bri=
nia
) aus um 9 Uhr vormittags die Fahrt in den herr=
en
frühlingsjungen Odenwald anzutreten. Zunächſt
gs durch die Bergſtraße nach Bensheim und dann auf
r wunderbare Ausblicke öffnenden Höhenwegen zum
blichen Lindenfels. Picknickplatz war das wenige Mi=
ten
hinter Lindenfels romantiſch ſchön gelegene Teufels=
h‟
. Ein ideal ſchöner Platz zu fröhlicher Raſt im
eien. An ſteilem Hang wildromantiſch zerſtreute mäch=
e
grünbemooſte Felsſtücke, durch Buchen und Tannen
halten und von Unterholz umſäumt. Ein leiſe plät=
erndes
Bergwäſſerchen ſchlängelt ſich durch die Fels=
iſſen
, um ſich, unten gefaßt, als Fontaine hoch zu er=
en
, Kühlung ſpendend, wie die herrlichen Buchen
hatten. Trompetenklänge der im Tempelchen unterge=
ichten
Muſikkapelle der Garde=Dragoner begrüßten die
cheinander eintreffenden Teilnehmer, deren man gegen
Uhr etwa 100 zählen konnte, die die ſtattliche Zahl von
inahe 20 Wagen hergebracht, und die ſchnell in ver=
iedenen
Gruppen maleriſch am Hange ſich lagerten. Es
iren Kraftwagen aus Darmſtadt, Offenbach, Worms,
bach, Alzey, Michelſtadt, Lindenfels, Dalsheim uſw.
ir Begrüßung hatten ſich viele Lindenfelſer, darunter
iziell eingefunden Herr Dr. Weißmann, als Vorſtand
Verkehrs= und Verſchönerungsvereins Lindenfels und
Ortsgruppe des Odenwaldklubs, der nach herzlichem
illkomm der Freude der Lindenfelſer darüber Aus=
ick
gab, den heſſiſchen Automobilklub nun zum zweiten
ale begrüßen zu dürfen. Er brachte mit ſeinen Linden=
ſern
dem Heſſiſchen Automobilklub ein dreifaches Hoch!
Treffliche Worte der Erwiderung und des Dankes für
r Willkommgruß ſprach der Vorſitzende des Heſſiſchen
ttomobilklubs, Herr Aſſeſſor Zimmer. Wenn die Auto=
biliſten
auch ungewöllt hin und wieder in Kon=
it
kommen mit den Wanderern wegen des von ihnen
bſt am meiſten gehaßten Staubes, der ſich beim beſten Wil=
*nicht bekämpfen laſſe, ſo haben doch beide ein gemein=
mes
ſchönes Ziel, wennſie hinaus fahren oder wandern: die

herrlichen Schönheiten der Natur zu genießen. Zu dieſem
idealen Ziel finden beide ſich ſtets zuſammen. Als äußeren
Ausdruck der Freundſchaft und Zuſammengehörigkeit habe
der Heſſiſche Automobilklub beſchloſſen, dem Verſchöner=
ungsverein
Lindenfels eine Bank zu ſtiften (Lebh. Bravo),
dem Wanderer zum Ruhen und Naturgenießen. Dann
gaben die im Keſſel, lieblich duftend, brodelnden 100 Paar
Frankfurter die mit Behagen verzehrt wurden, Anlaß
zur zarten Anſpielung auf das freundnachbarliche Ver=
hältnis
des Heſſiſchen Automobilklubs mit dem Frankfurter
Automobilklub; zum Schluß ein Hoch auf die Zukunft der
Odenwaldperle. Schnell ſchwanden bei Muſik und Tanz,
bei allen möglichen leiblichen Genüſſen und ſchäumendem
Gerſtenſaft aus dem Hotel Odenwald in Lindenfels die
Stunden, bis gegen 2½ Uhr zur Weiter= und Heimfahrt
geblaſen wurde. Ueber Reichelsheim gings nach Ober=
gerſprenz
, dann hinauf auf die Spreng und nach Michel=
ſtadt
zum Hotel Friedrich. Von hier nach drei weiteren
gemütlichen Stunden über Höchſt, Groß=Umſtadt und Die=
burg
nach Darmſtadt zurück, das in ſtrömendem Regen,
aber beſter Laune erreicht wurde. Dem Klub und den
Teilnehmern war die Picknickfahrt ein voller Erfolg.
* Stenographiſches. Man ſchreibt uns: Des öfteren
erſcheinen in den Tageszeitungen Zahlenangaben über die
nach den Stenographieſyſtemen Gabelsberger und Stolze=
Schrey Unterrichteten, welche jedoch nicht immer deutlich
erkennen laſſen, ob ſie für das Deutſche Reich oder für das
deutſche Sprachgebiet Geltung haben ſollen. Infolgedeſſen
können Mißverſtändniſſe entſtehen, und es erſcheinen zu=
weilen
Berichtigungen der Gegenpartei in welchen dieſe
grundverſchiedenen Begriffe vertauſcht ſind, ſo daß ſich
ſcheinbare Widerſprüche ergeben müſſen. Da die Zahl der
nach beiden Syſtemen innerhalb Deutſchlands Unterrich=
teten
für uns beſonderes Intereſſe bieten, ſo ſei nochmals
auf nachfolgende Zahlenangaben hingewieſen, die, unzwei=
deutig
gefaßt und den Jahrbüchern der Schulen Gabels=
berger
und Stolze=Schrey entnommen, nicht anfechtbar
ſein dürften. In Deutſchland (alſo nicht einſchließ=
lich
des deutſchſprachlichen Auslandes) wurden im letzten
Zähljahre unterrichtet: nach Gabelsberger 103 449
Perſonen, nach Stolze=Schr ey 122756. Im gleichen
Zeitraume wurden in Preußen nach Gabelsberger 23 403,
nach Stolze=Schrey 95185 Perſonen unterrichtet. In der
Schweiz iſt das Syſtem Stolze=Schrey weitaus am meiſten
verbreitet, in Oeſterreich dagegen das Gabelsbergerſche;
doch handelt es ſich hier faſt durchweg um eine ältere Form
des Gabelsbergerſchen Syſtems, die in Oeſterreich amtlich
beibehalten wurde, während in Deutſchland faſt ausſchließ=
lich
die 1902 auf dem Berliner Stenographentage ange=
nommene
neue Schriftform gelehrt wird.
*X* Der Jahresverſammlung der Kriegerkamerad=
ſchaft
Haſſia ſchloß ſich am Nachmittag eine gemein=
ſame
Mittagstafel im Pfälzer Hof an, an der mehrere
Hundert alte Krieger teilnahmen. Der Präſident der
Haſſia‟ Generalmajor à I. s. Frhr. Max v. Heyl,
brachte das erſte Hoch auf Kaiſer und Großherzog aus.
Der ſtellvertretende Präſident Major z. D. Beck dankte
den Ehrengäſten für ihr Erſcheinen und widmete ihnen
ſein Glas. Regierungsrat Werner brachte einen
Trinkſpruch auf die Haſſia aus. Noch während des
Eſſens trafen beim Präſidium der Haſſia‟ Dankesteke=
gramme
des Kaiſers und des Großherzogs ein.
* Der Krieger=Verein Darmſtadt hielt Sonntag
nachmittag auf Stand 6 der Militär=Schießſtände ſein
zweites diesjähriges Vereinsſchießen ab. Um
3 Uhr wurde mit dem Schießen begonnen (150m ſtehend
aufgelegt auf Ringſcheibe), wobei recht gute Reſultate
erzielt wurden. Nicht minder gute Ergebniſſe wurden
bei dem hierauf ſtattfindenden ſtehend freihändigen
Schießen, ebenfalls auf Ringſcheibe, erreicht. Es war
eine Freude, mitanzuſehen, wie die Kameraden wett=
eiferten
; jeder wollte die höchſte Ringzahl erzielen.
Alsdann wurden noch zwei Ehrenſcheiben herausgeſchoſſen,
welche die Kameraden Nelle und G. Bender errangen.
Leider mußte dann das Schießen infolge ſtark ein=
ſetzenden
Regens abgebrochen werden. Der Verein be=
abſichtigt
jetzt öfters derartige Schießen abzuhalten,
wozu die Mitglieder kameradſchaftlichſt eingeladen werden.
* Der Deutſch=Oeſterreichiſche Alpenverein, Sektion
Starkenburg, unternahm am Sonntag einen Ausflug nach
dem Speſſart. Unter Führung des Herrn Buchbinder=
meiſters
Mauer ging die Wanderung ab Aſchaffenburg
über den Grauen Stein (Frühſtücksraſt) Schimborn,
Mömbris von Station Mömbris=Menſengeſäß bis
Michelbach gings per Bahn dann weiter nach der
Herrenmühle (Mittagsraſt) und hinauf zum zirka 435
Meter hohen Hahnenkamm, von dem man weithin das Ge=
birge
des Speſſarts, den Odenwald und die Bergſtraße
überſehen konnte. Der Weg zurück nach Aſchaffenburg
führte über Oberafferbach. Beim Abſtieg wurden die

Wanderer von einer Regenböe überraſcht, die ſo ſtark war,
daß ihr viele kräftige Aeſte der mächtigen Kirſchbäume
zum Opfer fielen. Vorübergehend war ein Weitermar=
ſchieren
faſt unmöglich, welcher Umſtand aber den Humor
der wackeren Schaar nicht zu beeinträchtigen vermochte.
Nach ſtrammer 7ſtündiger Wanderung, an der auch der
Präſident der Sektion, Herr Privatier Ludwig Roll teil=
genommen
hatte, brachte, nach einem kleinen Imbiß, der
Zug 7 Uhr 30 Min. die Touriſten wieder in ihre Heimat
zurück.
* Verein ehemaliger 13er Huſaren. Bei der am
Samstag abend im Hotel=Reſtaurant Merz hier abgehalte=
nen
Verſammlung wurde das älteſte Mitglied (Dienſtzeit
1871/74), Herr Kamerad Polykarp Grabenau, zum
Vorſitzenden des Vereins gewählt.
C. Vom Wetter. Die erſte Junihälfte hat uns keinen
einzigen ſogenannten Sommertag gebracht, war vielmehr
ſo kühl, ſo daß man oft glauben konnte, daß ſchon der
Herbſt angebrochen ſei. Selbſt im vorjährigen ſo kühlen
Juni waren in der erſten Hälfte 4 Tage mit mindeſtens 25
Grad Celſius (Sommertage) zu verzeichnen geweſen.
Gleichwohl darf man die Hoffnung auf einen warmen, ja
heißen Sommer noch nicht aufgeben, da auch im Vorjahr
der Juni ſehr kühl war und darauf ein Juli und Auguſt
folgte, deren tropiſche Hitze noch in Aller Gedächtnis iſt.
Nachdem die Sommer 19061910 ſämtlich und zwar zum
Teil erheblich zu kühl warer, ſteht zu erwarten, daß der
Ausgleich der im Vorjahr bereits in ſo ausgeſprochener
Weiſe begonnen hat, ſich während einer Reihe von Som=
mern
fortſetzen wird. Hinſichtlich der Regenarmut über=
treffen
die letzten Monate des laufenden Jahres die ent=
ſprechenden
Monate des Vorjahres deſſen Frühjahr be=
reits
zu den trockenſten hier beobachteten gehörte. Vom 1.
März bis 15. Juni 1911, war eine Niederſchlagsmenge von
145,6 Millimeter gemeſſen worden, während dieſe Summe
heuer nur 123,3 betragen hat. Uebrigens iſt der Stand
der Feldfrüchte ſelbſt in den Sandäckern unſerer Umgebung
ein befriedigender, und im beſſeren Boden teilweiſe recht
gut.
C. Ruhebänke. In dankenswerter Weiſe iſt nunmehr
nach dem Vorbild des Hauptbahnhofs auch auf dem Bahn=
ſteig
des Südbahnhofs eine Reihe Ruhebänke aufgeſtellt
worden
* Hugenſchütz Felſenkeller. Heute Dienstag abend fin=
det
ein Großes Militärkonzert der vollzähligen Kapelle des
Garde=Drag.=Regts. Nr. 23, unter Herrn Muſikmeiſter
Mittelſtädts Leitung ſtatt. (Siehe Anzeige und
Plakate.)
Ludwigshöhe. Mittwoch, den 19. Juni, findet
im Anſchluß an das Kurkonzert Abendkonzert mit
Reunion ſtatt. Um 1045 Uhr gemeinſamer Heimmarſch
mit Muſik nach Böllenfalltor und Kaſtanienallee.
(Siehe Anzeige.)
§ Geiſtesgeſtört. Am Sonntag nachmittag gegen
7 Uhr wurde ein in der Waldſtraße bedienſtetes Mädchen
plötzlich geiſtesgeſtört. Das Mädchen iſt mittelſt Kranken=
Automobils in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht
worden.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter Konditor
aus Ludwigshafen iſt wegen Diebſtahl feſtgenommen
worden.
Reinheim, 17. Juni. Von der Staatsanwaltſchaft iſt
der Offenb. Ztg. zufolge gegen ein begütertes Mitglied
der Nieder=Modauer Sparkaſſe eine Strafunterſuch=
ung
eingeleitet worden. Es beſteht der Verdacht, daß
das Mitglied Vieh, Vorräte und ſonſtige Sachen ver=
äußert
oder beiſeite geſchafft hat, um ſich hierdurch ſeiner
Haftverbindlichkeit zu entziehen. Auf Veranlaſſung der
Staatsanwaltſchaft finden gegenwärtig eingehende Ver=
nehmungen
ſtatt.
Wald=Michelbach, 17. Juni. Die kürzlich entdeckte
Höhle im nahen Hornbach wurde unter Leitung
des Odenwaldforſchers Gieß=Heppenheim zugänglich
gemacht, ebenſo eine noch größere und intereſſantere
zweite Höhle gegen Vöckelsbach zu. Die älteſten
Leute in der Gegend behaupten, in mittelalterlichen
Kriegszeiten hätten dieſe Höhlen dazu gedient, die wert=
vollſten
Habſeligkeiten vor Feindeshänden in Sicherheit
zu bringen.
Babenhauſen, 15. Juni. Geſtern vormittag brach in
der Confurter Mühle ein Feuer aus durch das
das Backhaus und das Trockenhaus vollſtändig in Aſche
gelegt wurden. Die abgebrannten Gebäude waren bereits
vor einigen Jahren ein Raub der Flammen, aber im
vorigen Jahre wieder neu aufgebaut worden. Der Be=
ſitzer
der Mühle befindet ſich ſeit einem Vierteljahre in
Konkurs.
Sprendlingen, 17. Juni. Das anderthalbjährige Söhn=
chen
des Briefträgers K. Hahn zog in einem unbewach=
ten
Augenblick die Waſchmaſchine mit ſiedendem Waſſer

den der Tod hinwegraffte, ehe es ihm vergönnt war, den
Abſchluß ſeines Werkes zu erleben. Bei dem lebhaften
Aufblühen des archäologiſchen Sammeleifers in Italien iſt
die Zeit nicht allzu fern, wo auch die neuen jetzt eröffneten
Säle dem Zufluß neu aufgefundener Altertümer nicht mehr
genügen werden. Wie das Journal des Débats mitteilt,
hat der Architekt Bazzani bereits die Pläne zu einem wei=
teren
Ausbau vorbereitet; dieſe neuen Entwürfe ſehen
eine ganze Reihe von Anbauten vor, die ſich in ihren For=
men
ſehr glücklich dem Werke Vignolas anpaſſen und unter=
ordnen
und die in ihrer Anlage den herrlichen Ausblick über
die Gärten der Villa Borgheſe bewahren.
C Eine neue Deutung des Rübezahl. Rübezahl, der
Geiſt der ſchleſiſchen Berge, hat mit ſeinem Namen den Ge=
lehrten
ſchon viel Kopfzerbrechen bereitet, bis man ſchließ=
lich
ſich auf die Deutung Rübezahl Rübenzagel ( Rüben=
ſchwanz
) geeinigt hat. Aber es iſt nicht glaublich, daß
dieſes Schimpfwort die urſprüngliche Benennung des die
unterirdiſchen Naturſchätze hütenden Dämons war, der ja
nicht urſprünglich im Rieſengebirge heimiſch iſt, ſondern
zunächſt im Harz gehauſt hat. Eine neue Deutung des
Rübezahl, der in ſeinem Wechſel von Güte und Bosheit,
in ſeinem Auftreten bald als Segen ſpendender und bald
als Verheerung bringender Geiſt ein Symbol des Berg=
mannsſchickſals
darſtellt, gibt nun Carl Niebuhr in den
Grenzboten. Die deutſche Koloniſation des Rieſen=
gebirgs
und Glatzer Schneegebirges erfolgte ſeit dem 13.
Jahrhundert von Thüringen und Sachſen her. Nun hat
ſich zwar im Schneegebirge kein Bergbau entwickelt und
es gibt dort auch keinen Rübezahl, aber die Bevölkerung
benennt eine Pflanze, nämlich den buſchigen Schach=
telhalm
, mit dieſem Namen, nennt ſie im Dialekt
Rübazahl. Die Urſache der Benennung für dieſes meiſt
zwiſchen Rüben und Flachs vorkommenden Unkrauts iſt
klar: der junge Schachtelhalm ſieht ſo aus, wie der Buſch
der Rübe, und enttäuſcht alſo beim Herausziehen. Da
Geiſter vielfach von Pflanzen ihre Benennung erhalten, ſo
darf man wohl den Schachtelhalm zu dem Rübezahl in Be=
ziehung
ſetzen. Der Federbuſch, der ſich an allen Feſt=

Feuilleton.

CK. Die Villa des Papſtes Julius als Muſeum.
önig Viktor Emanuel hat feierlich die neuen Säle des
tertums=Muſeums eingeweiht, das in der berühmten
lla des Papſtes Julius III. ſeine Stätte gefunden hat.
e Villa, die im 16. Jahrhundert in den päpſtlichen Gär=
i
erbaut wurde, iſt eins der prächtigſten Beiſpiele eines
ndhauſes der Renaiſſance, das uns erhalten geblieben iſt
e wurde damals zu dem ehrſamen Vergnügen des
ipſtes errichtet, ad honestam voluptatem wie die In=
rift
beſagt. Sie iſt eine der ſchönſten Schöpfungen Vig=
las
, der bei dieſer Aufgabe ſeiner Phantaſie und ſeinem
iſſen frei die Zügel ſchießen laſſen konnte; der Meiſter
nutzte dieſe Gelegenheit dazu, in der Villa des Papſtes
1 altes römiſches Haus erſtehen zu laſſen, er ſchmückte die
ſſade mit Portalen und die Gärten mit Statuen, undd
rade in dieſer Anordnung gibt das Bauwerk einen außer=
dentlich
intereſſanten Einblick in die Vorſtellungen, die
Renaiſſance von einem römiſchen Hauſe hegte. Der Ge=
nke
, dieſes intereſſante Bauwerk der Nachwelt zu er=
lten
und in ein Muſeum umzuwandeln, hat eine lange
ſchichte; 1889 zur Zeit des Miniſteriums Boſelli trat
lice Barnabei mit dem Plan hervor, die verlaſſene
pſtliche Villa in ein Muſeum umzuwandeln, in dem alle
onumente des früheſten Altertums Italiens eine Stätte
den ſollten. Die Beſtände dieſer neu geſchaffenen
immlung vermehrten ſich raſch, die berühmte Sammlung
arberini wurde aufgekauft und die Grabungen in La=
im
und Etrurien brachten immer neue Schätze. Schon
t langem war die Villa des Papſtes Julius zu klein
worden, um die Fülle der Altertümer und Kunſtwerke
fzunehmen, und die Notwendigkeit tauchte auf, die
äumlichkeiten durch Anbau eines neuen Seitenflügels zu
weitern. Neue Galerien wurden geſchaffen, und man be=
itzte
dieſe Gelegenheit, um auch die Gartenanlage und die
ißböden nach den urſprünglichen Plänen zu reſtaurieren.
ieſe Wiederherſtellung bleibt das Verdienſt Aldolfo
oſtas, der auch den Beginn der Arbeiten leiten durfte und

trachten der Bergknappen findet, und früher ein not=
wendiges
Schutzabzeichen für die Häuer geweſen ſein mag,
erinnert an den Schachtelhalmbuſch, und ſo kann denn der
Rübezahl ein Symbol der Bergmannsarbeit geweſen
ſein, das dann auf den Berggeiſt übertragen wurde. Wie
kam aber nun der Schachtelhalmbuſch bei den Bergleuten
in Aufnahme? Die Rolle der Pflanzen beim Auffinden
des verborgenen Bergſegens iſt wohl bekannt. So verrät
Viola calaminaria Zinkerzlager, beſonders Galmei= Schich=
ten
, Convulvulus athaeoides den Phosphorit, und in
Amerika gibt es verſchiedene anerkannte Leitpflanzen für
Bleiglanzadern, ſo Gummibäume. Im Märchen zeigen
ſeltene Pflanzen den Ort an, an dem man den Zugang zu
Schatzhöhlen findet, und ſo wird auch der Schachtelhalm
als Hinweis auf Schätze der Erde gegolten haben. Dafür,
daß der Berggeiſt und ſein Pflanzenſymbol weithin ge=
meinſam
gefaßt worden ſind, zeugt der Geiſt Riebe im
Taunus; auch auf Orte wie Rübenach (unweit Koblenz),
Rübenau (Erzgebirge) und den Neuſtädter Rübenberg
im Hannoverſchen läßt ſich in Zuſammenhang mit dem
Rübezahl hinweiſen.
* Die Beiſetzung der Stimmen. In den Kellern der
Pariſer Nationalakademie für Muſik, in den Gewölben
der Großen Oper, verſammelte ſich am Donnerstag eine
auserleſene Geſellſchaft, die gekommen war um in Gegen=
wart
des Unſterſtaatsſekretärs der ſchönen Künſte einer un=
gewöhnlichen
Zeremonie beizuwohnen: der Beiſetzung der
Stimmen. Aber die Feierlichkeit trug keinerlei düſteren
Charakter, ja ſie wurde mehrfach durch lauten Applaus
unterbrochen: was man hier beiſetzte, waren neue Schätze
des Muſeums der Stimme Grammophonplatten, die
dazu beſtimmt ſind, der ſpäteren Nachwelt Kunde zu geben
von den Leiſtungen der Geſangskunſt und der Muſik im 20.
Jahrhundert. Die Platten waren durch glasartige Ge=
häuſe
ſorgſam gegenſeinander iſoliert, in Pergament ver=
packt
und wie wirkliche Mumien mit Bändern umſchnürt.
So ſetzte man ſie in den dafür beſtimmten Urnen feierlich
bei, in denen ſie ruhen ſollen, bis ſpätere Geſchlechter ſie
einſt wieder zu Klang und Lehen erwecken. Die beige=

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Jnni 1912.

Nummer 141.

vom Herd und verbrühte ſich am ganzen Körper
derart, daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt wird.
Klein=Auheim, 17. Juni. Die Gummiwaren=
fabrik
Peter, hier, hat jetzt nach nunmehr 8wöchigen,
umfangreichen Herſtellungsarbeiten ihren Betrieb im vol=
len
Umfange wieder aufgenommen.
B. Von der Tromm, 17. Juni. Die Eröffnung des
vor zwei Jahren neu erbauten Ireneturmes hat
für die hieſige Gegend eine ganz erhebliche Verkehrs=
ſteigerung
zur Folge gehabt. Ungezählte Touriſten und
Landleute aus der Ferne wie aus der Nähe beſuchen
beſonders an den Sonntagen die Tromm, um die Aus=
ſicht
vom Ireneturm zu genießen. Nun hat Herr Stadt=
baumeiſter
Heuſel=Darmſtadt, der im vorigen Jahre
auf der Tromm als Sommergaſt weilte, für die Beſucher
des Turmes eine Orientierungstafel geſtiftet,
die auf der Spitze des Turmes angebracht iſt und den
Beſucher, beſonders wenn er in der Gegend noch fremd
iſt, eingehend belehrt über die unendliche Mannigfaltig=
keit
des Tromm=Rundblicks zwiſchen Frankenſtein, Otz=
berg
, Katzenbuckel und Königsſtuhl, den vier Eckplätzen
des Odenwalds. Aber was innerhalb dieſer Grenzmar=
ken
des Gebirges an Bergen, Höhen, Türmen, Burgen,
Dörfern zu ſehen iſt, findet ſich naturgetreu auf der
Tafel. Leider mußte das wertvolle und ſcöne Werk
alsbald von unnützen Händen, die nichts unbeſchädigt
laſſen können, verſchmiert werden. Durch eine Schutz=
vorrichtung
wird aber künftig dem Rowdietum das
Handwerk gelegt werden. Den Dank des Odenwaldklubs
für die Stiftung des Herrn Heuſel ſprach Herr Ober=
amtsrichter
Wünzer Waldmichelbach am vergange=
nen
Sonntag aus Anlaß des diesjähr. Frühjahrs=
Trommfeſtes aus, das von den Ortsgruppen am
Fuße der Tromm, Waldmichelbach, Fürth, Rimbach,
Hammelbach, Mörlenbach und von der Ortsgruppe Lin=
denfels
wieder ſehr gut beſucht war. Fröhliches tou=
riſtiſches
Leben herrſchte dort oben in der Schönen Aus=
ſicht
das auch durch den andauernden und eindring=
lichen
Regen, der manche Sektion auf dem Heimweg
überfiel, nicht beinträchtigt werden konnte.
Lampertheim, 17. Juni. Das Dienſtmädchen eines
hieſigen Arztes wollte eine Lampe füllen, wobei dieſe
explodierte. Im Nu ſtanden die Kleider des Mäd=
chens
in Flammen. Da niemand zu Hauſe war,
ſprang das Mädchen durchs Fenſter auf die Straße, wo
man ihm die brennenden Kleider vom Leibe riß. Doch
war der Körper ſo verbrannt, daß das Mädchen in das
Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Zuſtand iſt
ſehr bedenklich.
Obertshauſen, 17. Juni. Die feierliche Konſe=
kration
der neuen katholiſchen Kirche, die
nach Plänen des Kirchenbaurats Prof. Ludwig Becker=
Mainz auf dem Terrain der ehemaligen Kirche mit einem
Koſtenaufwand von 100000 Mark errichtet wurde, fand
unter Anteilnahme der geſamten Bevölkerung am Sams=
tag
und Sonntag durch Biſchof Dr. Georg Heinrich Kir=
ſtein
=Mainz ſtatt. Der Ort trug aus dieſem Anlaß ein
feſtliches Kleid. Neben dem Biſchof und etwa 40 Geiſt=
lichen
aus der Umgebung waren u. a. Kreisrat Loch=
mann
, Kreisamtmann Dr. Reitz und Juſtizrat von
Brentano erſchienen.
Mainz, 16. Juni. Der vor Jahresfriſt ins Leben ge=
rufene
Verein zur Bekämpfung der Sklaverei
Deutſcher in der Fremdenlegion hat in ſei=
ner
in Dresden abgehaltenen Generalverſammlung be=
ſchloſſen
, den Jahresbeitrag für ordentliche Mitglieder
auf 1 Mark feſtzuſetzen. Die Tätigkeit des Vereins im
erſten Jahre ſeines Beſtehens war eine außerordentlich
rege. Es wurde eine umfaſſende Agitation über ganz
Deutſchland eingeleitet. Tauſende von Flugblättern
kamen zur Verteilung, aufklärende Lichtbildervorträge
über die Schreckniſſe der Legion wurden veranſtaltet von
Vereinen, Schulen, Univerſitäten, Truppenteilen uſw. und
ſind dieſe zweifelsohne von erheblichem Nutzen für unſer
Volk und Vaterland geweſen. Eine Reihe von Rechts=
ſachen
hatte der Verein in Bearbeitung. Die deutſchen
Geſandtſchaften und Konſulate an der Mittelmeerküſte
haben den Verein unterſtützt, auch hat der letztere mit den
Polizeiorganiſationen an der deutſch=franzöſiſchen Grenze
Fühlung genommen. Für Mainz und Umgebung ſoll
nun ebenfalls eine Ortsgruppe gebildet werden.
Mainz, 17. Juni. In einer Kunſtdruckerei der Hin=
teren
Bleiche geriet am Samstag morgen eine Einlegerin
beim Reinigen einer Steindruckpreſſe zwiſchen Farbtiſch
und Walzen und erlitt eine Bruſt= und Rippen=
quetſchung
. Die Verunglückte wurde von der Sani=
tätswache
ins Rochusſpital gebracht.
Finthen, 16. Juni. Bei einem Neubau ſtieß man
in geringer Tiefe auf zwei gut erhaltene römiſche
Steinſärge, die dicht beieinander ſtanden. Ein Mu=
ſeumsbeamter
ſtellte feſt, daß es ſich um Beſtattungen

aus dem 4. Jahrhundert handelt. Als Beigaben fanden
ſich zwei jener allbekannten Kugelfläſchchen und ein klei=
neres
Fläſchchen aus Glas vor. Die Skelette waren
recht gut erhalten, ſie rührten von Perſonen im Alter von
8040 Jahren her. Der Fund beſtätigt aufs neue die
Annahme, daß hier in der Nähe der ſchon zu Römerzei=
ten
gefaßten Quelle des Königsborns eine römiſche Nie=
derlaſſung
beſtand
Worms, 16. Juni. Geſtern fand hier die Einweihung
des Mathildenſtiftes ſtatt, einer Schöpfung von
Profeſſor Metzendorf, die die Firma Cornelius
Heyl für die Wöchnerinnen ihrer Arbeiter bauen ließ.
Nach Vortrag eines Knabenchors hielt der Reichstags=
abgeordnete
Frhr. v. Heyl eine Anſprache. Im Namen
der Arbeiterſchaft begrüßte Herr Strack die Errichtung
des Heims. Er überreichte der Frau Baronin einen
prächtigen Roſenſtrauß mit Dankesworten für die Ueber=
nahme
des Heims in ihre Obhut. Dr. Göbel gab ſeiner
Freude Ausdruck, daß ihm die Leitung des Heims über=
tragen
wurde. Oberbürgermeiſter Köhler ſprach als
Vertreter der Stadt. Unter Führung von Prof. Metzen=
dorf
folgte darauf die Beſichtigung des Heims.
Worms, 17. Juni. Geſtern vormittag gegen 5¼
Uhr brach ſm Lagerraum des Geſchäftes von Ludwig
Huff, Techniſche Maſchinen= und Fabrikbedarfsartikel,
Noltzſtraße 8, ein Brand aus, der durch die raſch zur
Stelle geeilte ſtädtiſche freiwillige Feuerwehr nach etwa
dreiviertel Stunden gelöſcht wurde. Außer einem Ge=
bäudeſchaden
in Höhe von etwa 2000 Mark ſind Waren
im Werte von 810000 Mark verbrannt. Ueber die
Entſtehungsurſache konnte Beſzimmtes bis jetzt nicht feſt=
geſtellt
werden. Der Materialſchaden iſt durch Verſiche=
rung
gedeckt.
* Worms, 17. Juni. Der 18jährige Fabrikarbeiter
Georg Wolff wurde geſtern von einem 27jährigen
Fabrikarbeiter A. Bähr in Herrnsheim auf der Straße
erſtochen. Wolff war ſofort tot. Die beiden waren in
Streit geraten. Der Täter wurde verhaftet.
Homberg a. d. Ohm, 16. Juni. Geſtern nacht wurde
die einſam an der Nebenbahnlinie Burggemünden= Kirch=
hain
gelegene Beſitzung der Frhrn. v. Schenckſchen
Familie von Einbrechern heimgeſucht. Die
Diebe drangen in das in einem Garten gelegene Land=
haus
ein und raubten einen großen Teil des Fami=
lienſchmuckes
. Unter den geſtohlenen koſtbaren Schmuck=
ſachen
befindet ſich auch ein Perlenkollier, das einen Wert
von 60000 Mark hat. Von den Dieben fehlt jede Spur.
Freifrau Emilie von Schenck hat für ihre Ergreifung eine
Belohnung von 2000 Mark ausgeſetzt.
Stornfels, 16. Juni. Geſtern mittag entlud ſich über
unſerem Orte ein ſchweres Gewitter. Der Blitz ſchlug
dabei in das Wohnhaus des Landwirts Schneider
ein und zündete. Das Haus ſowie zwei Scheuern und
ein Stall brannten nieder.

ſetzten Platten enthielten phonographiſche Aufnahmen von
Caruſo, Amato, dem Tenor Franz, dem Baß Chaliapine,
von Geraldine Farrar, der Sembrich, der Tetrazzini und
zahlreichen anderen bekannten Sängern und Sängerinnen
Schon einmal, im Jahre 1907, ſind auf dieſe Weiſe in den
Katakomben der Großen Oper Stimmen beigeſetzt wor=
den
, worunter ſich damals Platten von Scotti, Battiſtini,
der Patti, der Melba, der Schumann=Heink, von Selma
Kurz, Emma Calvé und auch Aufnahmen vom Violinen=
ſpiel
Kubeliks befanden.
ck. Der höchſte Wolkenkratzer der Welt. Am Dienstag
hat in New=York der Turm des berühmten Wolkenkratzers,
des Metropolitan Building ſeinen Ruhm verloren, das
höchſte Bauwerk Amerikas zu ſein: an dieſem Tage
wurde das Gerüſt des neuen im Bau ſtehenden Wool=
Worth=Building am Broadway über die Höhe des Metro=
politan
=Gebäudes hinaufgeführt. Der Bau hat jetzt das
Maß des Metropolitan=Hauſes, das 700 Fuß hoch iſt,
überſchritten. Nur wenige Monate trennen die amerika=
niſche
Metropole noch von der endgültigen Fertigſtellung
und Einweihung dieſes Rieſenwerkes amerikaniſcher Gotik,
das in ſeinen Mauern und Bureauräumen die Bevölkerung
einer ganzen kleinen Stadt aufnehmen kann und bis zu
einer Höhe von 750 Fuß zum Himmel emporſtrebt. Das
Wool=Worth=Building wird dann nicht weniger als 55
Stockwerke aufweiſen. Die zwölfſtöckigen Wolken=
kratzer
, die noch vor dreißig Jahren durch ihre Höhe Er=
ſtaunen
erregten, werden ſich neben dieſem Rieſenbau wie
Puppenhäuſer ausnehmen. Nach jahrelanger raſtloſer Ar=
beit
iſt die Bauweiſe durch Errichtung eines Stahlgerüſtes
vervollkommnet, und man kann dieſe amerikaniſche Technik
des Hausbaues als abſolut ſicher und zuverläſſig anſehen.
Amerikaniſche Architekten behaupten, daß die Errichtung
von Hausbauten in Höhe des Eiffelturmes keine techniſche
Schwierigkeit mehr bietet, und ſo wird es vorausſichtlich
auch das Los des Wool=Worth=Buildings ſein, binnen
weniger Jahre von anderen noch höheren Wolkenkratzern
übertroffen zu werden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 16. Juni. Die ſchwe=
diſche
Viktoriagemeinde Berlin beabſichtigt
in Berlin eine Kirche und ein Gemeindehaus zu errich=
ten
. Der Magiſtrat Berlin hat beſchloſſen, der ſchwedi=
ſchen
Gemeinde am Planufer, nahe der Waterloobrücke,
einen geeigneten Bauplatz am Landwehrkanal neben
dem Kieslagerplatz zu überlaſſen und zwar 100 Mark
für den Quadratmeter unter der Bedingung, daß der
Bauplatz unentgeltlich an die Stadt zurückgegeben wer=
den
muß, ſobald die Benutzung der Kirche zu gottes=
dienſtlichen
Zwecken aufhört. In einem größeren Lo=
kale
zu Lichtenberg fand kürzlich über die diesjährigen
Rekruten Generalmuſterung ſtatt. Als
eine Anzahl entkleideter junger Leute ſich in den Mu=
ſterungsſaal
begeben wollte, erſcholl aus ihren Reihen
plötzlich die Arbeitermarſeillaiſe. Der aufſichtsführende
Offizier trat ſofort dazwiſchen und inhibierte das Wei=
terſingen
des Liedes. Nach der Muſterung wurde der
ſangesfrohe Marsjünger in Haft abgeführt. Von der
kaiſerlichen Oberpoſtdirektion in Potsdam iſt für die
Dauer der Obſternte in Werder in dem Hauſe des
Gaſtwirts Kärger unweit des Bahnhofes eine Poſt=
anſtalt
mit Telegraphenbetrieb eingerichtet worden.
Die Werderaner haben dieſem Poſtamt den Namen
Kirſchen=Poſtamt beigelegt und erhoffen von ihm eine
merkliche Beſchleunigung in dem Verſand der aufgegebe=
nen
Pakete, die während der Haupternte alltäglich eine
recht ſtattliche Zahl erreichen. Der Buchhalter J.
Zinke, zurzeit in Koſten (Provinz Poſen) in einer
Zuckerfabrik beſchäftigt, erdroſſelte heute morgen
ſeine von ihm getrennt lebende Ehefrau, die Zimmer=
vermieterin
Roſa Zinke, geb. Döbel, in dem Schlafzim=
mer
ihrer Wohnung in der Flottwellſtraße, weil ſie
nicht wieder zu ihm kommen wollte. Der Täter iſt
flüchtig.
Brandenburg a. d. Havel, 17. Juni. Nach Beendig=
ung
einer Schießübung der zweiten Batterie des
zweiten Brandenburgiſchen Artillerie=Regiments wurden
auf der Chauſſee die Pferde eines Wagens, auf welchem
Scheiben und andere Gegenſtände verladen waren, plötz=
lich
ſchen und raſten gegen einen Chauſſeebaum. Dabei
ging der Wagen in tauſend Stücke und die Soldaten wur=
den
entweder herunter geſchleudert oder gerieten unter die
Trümmer des Wagens. Ein Kanonier iſt an den Folgen
der Verletzungen geſtorben; drei andere liegen in be=
denklichem
Zuſtande im Garniſonlazarett.
Solbad Rappenau bei Heidelberg, 16. Juni. Heute
nachmittag fand hier unter Beteiligung eines tauſend=
köpfigen
Publikums die feierliche Eröffnung des erſten
deutſchen Spezialſanatoriums für ſoge=
nannte
chirurgiſche Tuberkuloſe ſtatt. Die mit
den modernſten Heilvorrichtungen verſehene Anſtalt, die
zwiſchen prächtigem Eichenwald und Wieſengelände liegt,
hat 140 Betten in drei Klaſſen für Erwachſene und Kinder.
Begrüßungsanſprachen hielten Geheimer Juſtizrat Dr.
Vohſen=Heidelberg und Bürgermeiſter Freudenberger=
Rappenau. Der leitende Arzt Profeſſor Dr. Vulpius=
Heidelberg hielt die Eröffnungsrede und übernahm die
Führung durch ſämtliche Räume der Anſtalt, deren Heil=
verfahren
die beſte Gewähr für gründliche Ausheilung
und den beſten Schutz für Verkrüppelung bietet.
Triberg, 14. Juni. Am 6. und 7. Juli dieſes Jahres
findet in Triberg die Jahresverſammlung des Badiſchen
Architekten= und Ingenieurvereins ſtatt.
Aus dieſem Anlaſſe wird am 6. Juli abends eine Italie=
niſche
Nacht mit Feuerwerk an den Waſſerfällen abge=
halten
.
Konſtanz, 17. Juni. Bei der erſten internationalen
Bodenſee=Regatta geſtern herrſchte ein ſo ſtarker Sturm,
daß über 100 Boote kenterten. Da Hilfe
ſchnell zur Stelle war, konnten alle Ruderer gerettet
werden.
Metz, 17. Juni. Der Bürgermeiſter von Uckingen
Enſel wurde am Samstag auf dem hieſigen Bahnhofe

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
* Zum Kayßler=Fehdmer=Gaſtſpiel
vom Berliner Deutſchen Theater im Saal=
bautheater
ſchreibt man uns: Friedrich Kayßler und
Helene Fehdmer, die hier im Saalbautheater am nächſter
Freitag, den 21. und am Samstag, den 22. Juni, gaſtierer
werden und das nachgelaſſene Drama von Tolſtoi Unk
das Licht ſcheinet in der Finſternis zur Darſtellung brin=
gen
, das im Berliner Kleinen Theater und auf der Tour
nee des Enſembles durch faſt ſämtliche Großſtädte einer
außerordentlich ſtarken Erfolg hatte, gehören zu den inter
eſſanteſten Bühnenkünſtlern Berlins. Sie ſind mit den
Berliner Deutſchen Theater und mit dem Wirken Ma=
Reinhardts ſeit deſſen Anfängen verbunden und haben ir
Berlin, ſowie bei auswärtigen Gaſtſpielen den Ruhm ihre
ſtarken, künſtleriſchen Perſönlichkeit ſtets in hervorragen
dem Maße bewährt. Gerade die beiden Hauptrollen ir
dem Drama Tolſtois, die ſie als Gäſte im Berliner Kleiner
Theater kreiert haben und in denen der große ruſſiſche Dich
ter ſich ſelbſt und die Gräfin Tolſtoi darſtellt, bieten ihre:
Individualität, wie die ganze deutſche Preſſe beſtätigt
ganz hervorragende Aufgaben.

vom Herzſchlag getroffen und ſtarb. Nach Verlauf vo
kaum einer Stunde war auch ſeine Gattin verſtorben. S
war hinzugekommen und hatte ſich über den Tod des Ga
ten dermaßen aufgeregt, daß ſie ebenfalls vom Herzſchla
getroffen wurde.
Bonn, 17. Juni. Kommerzienrat Kuechen in
heim an der Ruhr ſtiftete anläßlich ſeines 25jährige
Jubiläums als Seniorchef der Reederei Mathias Stinne
100000 Mark für die Univerſität als Grundſtock ein
rheiniſchen Stiftung für Geſundheitsforſchung. Außerde
machte er eine Stiftung von 100000 Mark zum Ba
einer Stadthalle in Mülheim.
Hamburg, 15. Juni. Reiſende der Firma Karl Hagen
beck kamen heute aus Liberia in Hamburg an und brack
ten drei ausgewachſene männliche und ein paar 2jährig
lebende Zwergflußpferde mit. Dieſe Tiere wurden bit
her weder in Europa noch ſonſtwo in Gefangenſchat
gezeigt.
Wien, 17. Juni. Der Wiener Techniker Berm i
vom Zſigmondy=Gamseck im Rax=Gebiete tödlich abge
ſtürzt.
Innsbruck, 17. Juni. Der Tiroler Landesſchu
rat hat gegen die Stimmen der italieniſchen Mitgliede
die Errichtung einer deutſchen Privatſchulei
Folgaria bewilligt.
Meran, 15. Juni. Bei vorzüglichem Wetter fand di
feierliche Eröffnung der Jaufenſtraße ſtatt, de
jüngſten Hochalpenſtraße, die bereits am 17. dieſes Monat=
in
die Fahrſtrecke der internationalen Alpenfahrt einbe
zogen wird. Die Jaufenſtraße iſt die direkte Verbindun
zwiſchen dem Brenner= und Ortlergebiet und Meran=
einem
der erſten öſterreichiſchen Kurorte. Die Eröffnun
erfolgte in Gegenwart des Statthalters, der Spitzen de
politiſchen Behörden, der Bauleitung, der Gemeinde=Vor
ſtehungen und verſchiedener Körperſchaften, der Preſſe
vertreter und Schriftſteller des Landes, und unter Teil=
nahme
einer großen Volksmenge in echt tiroliſcher Weiſ=
mit
Böller= und Peitſchenknallen, Muſik und Schützen in
Nationaltracht. Die Straße iſt autogerecht erbaut, führ=
über
den 2100 Meter hohen Jaufenpaß mit relativer
Höhenunterſchieden von 2600 Metern, bietet großartig
Ausblicke auf die Gletſcher der Stubaier= Oetztaler= und
Zillertaler Alpen und iſt für den Touriſten= und Autover=
kehr
zwiſchen Nord= und Südtirol von größter Be=
deutung
.
Paris, 16. Juni. Ein Mann namens Rouſſe=
wurde
unter der Beſchuldigung verhaftet er hätte
die Poſt aus Zentralamerika beſtohlen. Er trug neunt
aus Kuba, Mexiko und Zentralamerika ſtammende Briefe
bei ſich, die Schecks enthielten, die er jedoch noch nicht
hatte anrühren können und von denen einer auf 500000
Francs lautete. Der Diebſtahl ſei wahrſcheinlich in dem=
Gebäude der Poſtverwaltung begangen worden=
Paris, 17. Juni. Nach Schätzung der Poſtverwaltung=
dürfte
der verhaftete Poſtdieb Rouſſet an 200 Briefe
geſtohlen haben. Es ſcheint ihm jedoch nicht gelungenzu
ſein, auch nur einen einzigen der darin enthaltenen zahle
reichen Schecks zu Geld zu machen. Man glaubt,daß
Rouſſet mehrere Helfershelfer gehabt hat.
Paris, 17. Juni. Bei der geſtrigen Vorſtellunghen
Wagners Rheingold unter Weingartners Leillng
wurde das Publikum von dem andauernden Geräuſchbei
der Aufſtellung der Dekorationen in eine äußerſts
regte Stimmung verſetzt. Weingartnen,der
glaubte, die Entrüſtungsrufe richteten ſich gegen ihn,
verließ das Dirigentenpult. Es entſtand ein unbeſchreib=
licher
Lärm, bis Weingartner, mit Beifall begrüßt, wieder
an ſeinen Platz kam. Kaum hatte er einige Takte dirigiert=
als
ein neuer Zwiſchenfall eintrat. Der Darſteller des
Mime war, als er auftreten ſollte, nicht zu finden. Das=
Orcheſter mußte das Vorſpiel abbrechen. Nachdem der=
Darſteller endlich erſchienen war, konnte die Vorſtellung
ohne weiteren Zwiſchenfall von ſtatten gehen.
Paris, 17. Juni. Wie aus Madrid gemeldet wird,
wurde daſelbſt ein Mann verhaftet der verſchiedene
hiſtoriſche Dokumente zu verkaufen ſuchte, die an=
geblich
aus dem Franzöſiſchen Archive ſtammen. Bei dem
Verhafteten ſollen unter anderem der Pyrenäenvertrag,
der bekannte Friedensvertrag zwiſchen Ludwig XIV. und
Philipp IV., ferner der Verzicht der Tochter Philipps IV
Maria Thereſia auf ihre etwaigen Kronrechte und ein von=
Karl III. unterzeichnetes Schriftſtück gefunden worden
ſein. Der Verhaftete gab an, Antolin=Faoundo zu heißen
und die Papiere von einem in Paris wohnenden Spanier
namens Del Amo erhalten zu haben. Die Polizei glaubt,
daß dieſer angebliche Del Amo mit einem gewiſſen=Rol
mero identiſch iſt, einem ehemaligen Journaliſten, der
in Barcelona wegen eines den König Alfons beleidigen
den Artikels zu Gefängnis verurteilt worden iſt und ſich
nach Frankreich geflüchtet haben ſoll. Der Direktorde
Franzöſiſchen Staatsarchives erklärte einem Berichterſta=
ter
, daß die beiden erſtgenannten Dokumente ſich noch am
Samstag an ihrem Platz befunden hätten. Nach Anſia
des Leiters der Arſenal=Bibliothek ſcheint es ſich umdü
ſchungen zu handeln.
Linkoeping, 16. Juni. Unter den bei dem E iſen=
bahnunglück
bei Malmslaett Getöteten beſinden
ſich die Tochter Strindbergs und Fabrildirektor
Loeft. Die Toten und Verletzten wurden nach dem Kran=
kenhauſe
gebracht, wo ſich herzzerreißende Szenen abſpiel=
ten
. Zu den Rettungs= und Aufräumungsarbeiten an der
Unfallſtelle wurde Militär hinzugezogen. Von den ver=
letzten
Perſonen ſind zwei geſtorben. Die Köni=
gin
begab ſich heute abend von Borgholm nach Malm=
flaett
. Die Opfer ſind bis auf drei identifiziert.

Kunſtnotizen.

[ ][  ][ ]

Seite 5.

Kongreſſe und Verbandstage.

1. Deutſcher Auskunfts= und Fürſorge=
ſtellentag
für Tuberkuloſe.
sh. Berlin, 15. Juni. Im Anſchluß an die geſtrige
auptverſammlung des Deutſchen Zentralkomitees zur
Jekämpfung der Tuberkuloſe fand heute im Reichstags=
ebäude
der 1. Deutſche Auskunfts= und Für=
orgeſtellentag
ſtatt. Die Verſammlung wurde ge=
itet
von Geheimerat Gaffke=Berlin. Er eröffnete
e Verſammlung mit einer Begrüßungsanſprache. Mehr
id mehr habe ſich herausgeſtellt, daß der Schwerpunkt
der Bekämpfung der Tuberkuloſe bei der Tätigkeit der
luskunfts= und Fürſorgeſtelle liege. Im Jahre 1909
iben nur 244 Stellen beſtanden, im letzten Jahre be=
its
720. Die große Zahl und die Verſchiedenheit der
tellen laſſe es als wünſchenswert erſcheinen, daß man
n irgend einer Weiſe zentraliſiere. Es hat ſich daher im
entralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkuloſe ein Ko=
litee
gebildet, nach dem Vorbilde der Lupuskommiſſion.
ieſe Kommiſſion für die Fürſorge und Auskunft ſoll
nen Austauſch herbeiführen über die in den verſchie=
enen
Landesteilen gemachten Erfahrungen. Und die=
r
Aufgabe dient in erſter Linie auch die heutige Ver=
immlung
. Nach einigen geſchäftlichen Mitteilungen
durde in die Tagesordnung eingetreten. Zunächſt hielt
frofeſſor Dr. Ranke=München einen Vortrag über
ie Iſolierung des Tuberkulöſen in der
Vohnung. Er führte aus, daß das zur Behandlung
ehende Thema auf der Internationalen Tuberkuloſe=
onferenz
in Philadelphia ein Gegenſtand heftiger
kontroverſe geweſen ſei. Die einen ſeien durchaus für
ſolierung der Kranken innerhalb der Wohnung einge=
ceten
, während die anderen nur eine Iſolierung in der
lnſtalt für möglich hielten. Es könne aber nicht ſchwer
illen, den richtigen Weg zu finden. Daß die Iſolierung
ich in der Wohnung möglich ſei, ſei außer Zweifel,
enn man müſſe vor allem berückſichtigen, daß der eigent=
liche
Herd der Krankheit in der Wohnung angegriffen
erden müſſe. Es muß aber dafür geſorgt werden, daß
en Fürſorgeſtellen hinreichende Mittel zur Verfügung
ehen, um minderbemittelten Kranken die Iſolierung zu
cmöglichen. Was eine gute Durchführung der Fürſorge
nbetrifft, ſo bedürfe man vor allem der Anzeigepflicht,
nd die maßgebenden Stellen ſeien in dieſer Beziehung
och nicht genügend vorbereitet. Zum Schluſſe ſeiner
usführungen gedachte der Redner auch der Fürſorge=
hweſtern
, von deren Tauglichkeit Sieg oder Niederlage
bhänge. Dasſelbe gilt auch vom Arzte. Korreferent
u dem Thema war Profeſſor Kayſerling= Ber=
n
. Er begrüßte es als beſonderen Fortſchritt, daß die
eue Reichsverſicherungsordnung den Verſicherungsanſtal=
n
Mittel an die Hand gebe, um zur Hebung der Ge
undheitspflege, namentlich unter der arbeitenden Be=
ölkerung
, beizutragen. An der Diskuſſion beteilig=
en
ſich Dr. Becker=Charlottenburg, Stadtrat Rabe=
ow
=Schöneberg und Hofrat Frankenburger=
türnberg
. Unter den weiteren Mitteilungen zu dem be
prochenen Thema befand ſich ein Referat über die Be=
andlung
des Auswurfs in der Behauſung des Tuber=
uloſen
durch Dr. Beſchhorner=Dresden und über die
Läſchedesinfektion durch Dr. Oxenius=Frankfurt a. M.
ſach einer lebhaften Diskuſſion wurden die Verhand=
ungen
geſchloſſen.

deutſcher Reichs=Poſt= und Telegraphen=
beamtentag
.

sh. Frankfurt a. M., 15. Juni. Der Verbandstag
er mittleren Reichs=Poſt= und Telegraphenbeamten
durde am Freitag abend durch eine Begrüßungsfeier im
Zoologiſchen Garten eingeleitet. An der Begrüßungsfeier
rahmen etwa 2000 Delegierte und Mitglieder des Verban=
es
mit Damen teil. Poſtſekretär Bechſtedt begrüßte die
Vertreter der Behörden und der Stadtverwaltung und die
uswärtigen Verbandsmitglieder. Der Bezirksvereinsvor=
itzende
, Oberpoſtaſſiſtent Jenick, wies in ſeiner Feſtrede
arauf hin, daß die Organiſation nach einem nunmehr
Ojährigen Beſtehen etwa 40000 Mitglieder umfaſſe. Er
etonte ſodann die hervorragenden Leiſtungen der Wohl=
ahrtseinrichtungen
des Verbandes. Die Schulung der
Nitglieder und die Ausbildung zur Betätigung im öffent=
ichen
Leben ſei eine der wichtigſten und vornehmſten Auf=
aben
des Verbandes. Oberpoſtrat Abeler begrüßte die
Verſammlung im Namen der Kaiſerlichen Oberpoſtdirek=
ion
Frankfurt, Stadtrat Franke im Namen der Stadt.
Der erſte Verbandsvorſitzende, Telegraphenſekretär Britz=
Zerlin, brachte ein Hoch auf die Stadt Frankfurt aus, deren
ozialpolitiſches Wirken anzuerkennen ſei. Heute began=
ien
die geſchäftlichen Verhandlungen des Verbandstages.

Reichsverbandstag der deutſchen Preſſe.

* München, 16. Juni. Unter Beteiligung von
Vertretern ſtaatlicher und ſtädtiſcher Behörden, zahlrei=
cher
Delegierten aus allen Teilen Deutſchlands, ſowie
Vertretern der Preſſe Oeſterreichs und der Schweiz wur=
den
heute morgen im Feſtſaal des Künſtlerhauſes die
Verhandlungen des Delegiertenkages des Reichs=
verbandes
der deutſchen Preiſſe und des
Verbandes deutſcher Journaliſten= und Schrift=
ſtellervereine
begonnen. Chefredakteur Dr.
Mohr eröffnete die Tagung mit Worten herzlichſter
Begrüßung an alle Erſchienenen. Redner wies auf die
große Kulturarbeit hin, die in Deutſchland täglich
von mehr als 4000 Tageszeitungen, die mehr als eine
Milliarde Volksvermögen darſtellen, geleiſtet wird und
ſchloß: Wir verlangen Gleichberechtigung mit jedem
geiſtig Schaffenden und die ſoziale und wirtſchaftliche
Hebung unſerer Arbeitsgenoſſen. In dieſem Sinne
wünſche ich der Tagung reichſten Erfolg. Staatsminiſter
Ritter v. Thelemann hieß die Vertreter der Preſſe
namens der bayeriſchen Regierung willkommen und
wünſchte den Beratungen über ideelle und ſoziale Fra=
gen
reichſten Erfolg. Weitere Begrüßungsanſprachen
hielten Ritter v. Schmädel namens der Penſions=
anſtalt
deutſcher Journaliſten und Schriftſteller. Ober=
bürgermeiſter
Dr. Ritter v. Borſcht im Namen der
Stadt München, Bezirksamtsaſſeſſor Roth namens der
Polizeidirektion München und Direktor Helfreich namens
des Vereins deutſcher Zeitungsverleger. Chefredakteur
Oſterhuber brachte ein Hoch auf den Prinzregenten und
den deutſchen Kaiſer aus. Marr=Berlin dankte im Na=
men
der beiden Verbände den ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Behörden für die freundlichen Begrüßungsworte und
wünſchte der Tagung reichſten Erfolg. Dann wurden
die Fachberatungen eröffnet. Stoffers=Düſſeldorf
referierte über die Bedeutung der Schäden der Ge=
richtsberichterſtattung
und über die anzuſtre=
benden
Reformen. An das Korreferat des Verlags=
direktors
Bernhard=Berlin ſchloß ſich eine längere De=
batte
an. Schließlich gelangte einſtimmig eine Reſo=

lution Bernhard zur Annahme, in der verlangt wird,
daß ſich die Preſſe der Berichterſtattung über den Teil
von Prozeſſen, in dem von ſexuellen Verfehlungen die
Rede iſt, enthält, falls die Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen
iſt, wenn dagegen die Preſſe zugelaſſen bleibt, ſoll die
ſenſationelle Ausſchmückung ſolcher Prozeſſe unterbleiben.
Schließlich ſollen Konflikte zwiſchen Richtern, Staats=
anwälten
und Verteidigern nicht zum Gegenſtand ſen=
ſationeller
Darſtellung gemacht werden. Redakteur Dr.
Obſt=Hamburg referierte über den Zeugniszwang. Ein=
ſtimmig
gelangte eine Reſolution zur Annahme, die die
Reichsregierung auffordert, bei der Strafprozeßreform
dafür Sorge zu tragen, daß nicht nur beim Strafver=
fahren
der Zeugniszwang aufgehoben wird, ſondern
auch bei den Bundesſtaaten dahin gewirkt wird, daß beim
Diſziplinarverfahren von dem Zeugniszwang kein Ge=
brauch
mehr gemacht wird. Die Verſammlung ſprach
die Erwartung aus, daß es die Mitglieder der Preſſe
vermeiden, Kollegen bei dem Zeugniszwangsverfahren
vorzuladen.
* München, 16. Juni. Die Delegierten der
Preſſetagung fanden ſich heute abend, einer Ein=
ladung
der Stadt München folgend, zu einem Feſtmahle
im Rathausſaale ein. Als Ehrengäſte waren u. a. zu=
gegen
die Miniſter v. Thelemann und Breunig, die Ex=
miniſter
von Podewils und von Crailsheim, General=
intendant
Speidel, Geheimrat Heigel, Stadtkommandant
Generalleutnant Schmidt, v. Defregger, Oskar Miller,
Vertreter der Handelswelt und andere illuſtre Perſön=
lichkeiten
. Oberbürgermeiſter v. Borſcht hieß die Gäſte
herzlich willkommen. Sein Hoch galt der deutſchen
Preſſe. Redakteur Gieſen ſprach den Dank der Gäſte
aus und toaſtete auf die Stadt München. Verlagsdirek=
tor
Bernhard=Berlin trank in herzlichen, in humo=
riſtiſche
Form gekleideten Worten auf Borſcht. Redak=
teur
Kaſtan brachte ein Hoch auf die Damen aus. De=
ungemein
ſtimmungsvolle Abend verlief in der gemüt=
lichſten
Weiſe.

Flugpoſt am Rhein und Main.

* Von der Oberpoſtdirektion geht uns fol=
gende
Mitteilung zu: Die in der Stadt umlaufenden Ge=
rüchte
, daß die Flugmarken nicht mehr abgeſtempelt wür=
den
, ſind irrig. Die Flugmarken, welche nicht neben
die Poſtfreimarke, ſondern ſtets auf den für die
Mitteilungen vorgeſehenen linken Teil der Vor=
derſeite
der Poſtkarten zu kleben ſind, werden nach
wie vor mit dem beſonderen Aufgabeſtempel Flugpoſt am
Rhein und Main bedruckt. Weiter wird darüber Klage
geführt, daß viele ſeit Dienstag oder Mittwoch aufgelieferte
Poſtkarten noch nicht in die Hände der Empfänger gekom=
men
ſind. Dieſe Karten lagern noch bei den betreffenden
Poſtämtern, weil infolge ungünſtiger Witterung ein wei=
terer
Aufſtieg des Luftſchiffs nicht hat ſtattfinden können
und grundſätzlich daran feſtgehalten wird, daß keine Luft=
poſtkarte
zur Beſtellung kommen ſoll, die nicht auch tat=
ſächlich
ſtreckenweiſe durch die Luft beför=
dert
worden iſt.
Das Poſtluftſchiff Schwaben
kam geſtern abend gegen 7 Uhr trotz des ſtarken Windes
von Offenbach her über Darmſtadt und warf nach einer
Kreuzfahrt auf dem Exerzierplatz zwei Poſtbeutel
mit Luftpoſt an Fallſchirmen herab. Trotzdem die Stunde
der Ankunft nicht bekannt gegeben war, füllte ſich der Platz
ſchnell mit Publikum, das zu Fuß, zu Rad, Wagen und
Auto dem Luftkreuzer nachfuhr. Die bereitgehaltene hie=
ſige
Luftpoſt konnte nicht übernommen werden, da
nach einem ausgeworfenen Telegramm das Flugpoſt=
ſeil
in Offenbach infolge urkünſtiger Verhältniſſe und
des ſtarken Windes unbrauchbar wurde und abge=
ſchnitten
werden mußte. Das Luftſchiff flog von hier nach
Worms weiter.
Die neue grüne Luftpoſtmarke zu 30 Pfg.,
die nur in kleiner Auflage vorhanden war, iſt geſtern abend
faſt vollſtändig von verſchiedenen Seiten aufgebraucht
worden. Eine neue Auflage kann nicht mehr erfolgen.

* Frankfurt a. M., 17. Juni. Leutnant v. Hid=
deßen
flog heute früh mit der Eulerflugmaſchine Typ
Gelber Hund mit Flugpoſtkarten von Mainz nach
Frankfurt. Die Poſt wurde auf dem Großen Sand in
Mainz von Poſtbeamten aufgeliefert und auf dem Euler=
flugplatz
von der Poſt in Empfang genommen. Die Ab=
fahrt
von Mainz erfolgte um 4 Uhr 10 Min., die Landung
in Niederrad um 4 Uhr 30 Min. 30 Sek. heute morgen.
Bei dem ganzen Poſtrundflug hat Leutnant v. Hiddeßen
alle vorhergeſagten Beförderungszeiten auf die Stunde
eingehalten und dabei 203 Kilo Poſtſachen befördert.

Luftfahrt.

Ein Unfall des Z. 3.
* Friedrichshafen, 17. Juni. Beim Entleeren
der letzten Gaszelle des Z. 3 entſtand heute nachmittag
eine Gasentzündun g auf bisher unaufgeklärte Weiſe.
Ein kleiner Teil der Außenhülle des Luftſchiffes ver=
brannte
an der Spitze und ein Teil der Träger wurde
zerſtört. Drei Angeſtellte wurden leicht verletzt. Die
Reparaturarbeiten dürften 23 Tage in Anſpruch nehmen.
* Frankfurt, 17. Juni. Das Luftſchiff Schwa=
ben
das um 7.27 Uhr in Baden=Oos zur Rückfahrt nach
Frankfurt aufgeſtiegen war, iſt hier kurz nach 10 Uhr glatt
gelandet.
* Kiel 16. Juni. Heute nachmittag begann der
unter dem Protektorat des Prinzen Heinrich von Preußen
ſtehende große Nordmarken=Flug 1912 mit der
Kieler Flugwoche. Infolge des ſtürmiſchen Wetters
und ſtarker Regengüſſe begannen die Aufſtiege erſt in
ſpäter Abendſtunde. Prinz und Prinzeſſin Heinrich, ſowie
Prinz Adalbert wohnten den Veranſtaltungen bei.
* Angers, 16. Juni. Bei den heutigen Flugver=
anſtaltungen
um den Preis des Aeroklubs handelt
es ſich darum, die 150 Kilometer lange Strecke Angers-
Cholet-Saumur-Angers dreimal zurückzulegen. Mor=
gen
muß dann die Strecke noch viermal durchflogen wer=
den
. Garros legte die drei Strecken in 7 Stunden 57 Min.
zurück, Brindjoui des Moulinais brauchte für die beiden
erſten Rundfluge 7 Stunden 25 Minuten. Zwei andere
Flieger haben bei der zweiten Durchfliegung der Strecke
Pannen erlitten.
* Angers, 16. Juni. Bei den heutigen Flugver=
anſtaltungen
iſt Legagneuxabgeſtürzt. Der Appa=
rat
wurde zextrümmert, Flieger und Paſſaaier und un=

verletzt. Auch Bedel ſtürzte in der Nähe des Aufſtieg=
platzes
infolge Bruch des Propellers ab; er iſt ebenfalls
unverletzt.
Die Flugveranſtaltungen leiden unter dem
ſchlechten Wetter und ſtarkem Wind. Die Konſtruk=
teure
erklären: wir wollen das Leben der Flieger nicht auf
das Spiel ſetzen. Um 9 Uhr 10 Min. iſt als Erſter Gar=
ros
mit einem Eindecker aufgeſtiegen.

Sport.

* Der Velozipedklub Darmſtadt er=
zielte
am letzten Sonntag gelegentlich der vom Gau 9
des Deutſchen Radfahrerbundes veranſtalteten Vereins=
wanderfahrt
nach Michelſtadt einen hübſchen Erfolg,
indem die Tourenfahrer des Klubs mit 30 Fahrern den
1. Preis nebſt ſilberner Gauplakette in Gruppe A, Ver=
eine
mit über 60 Mitgliedern, errangen. Die gefahrene
Strecke betrug 87 Kilometer und führte ab hier nach
Weinheim, Birkenauer Tal, Fürth, Marbach, Erbach,
Michelſtadt.
* Kiel, 17. Juni. Wegen des ſtarken Sturmes
fällt die heutige Regatta um den franzöſiſchen Eintonner=
Pokal aus.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Jnni 1912.

Die Rundreiſe des bayeriſchen Miniſter=
präſidenten
.

* Die Reiſe des bayeriſchen Miniſterpräſidenten Frei=
herrn
v. Hertling an den württembergiſchen, badiſchen
und heſſiſchen Hof gibt erneut Veranlaſſung, von einer er=
gebnisloſen
Rundreiſe Hertlings zu ſprechen. Der Ber=
liner
Morgenpoſt wird aus Stuttgart telegraphiert: Der
bayeriſche Miniſterpräſident Frhr. v. Hertling, der ſich
morgen dem König im Schloß Bebenhauſen vorſtellen
wird, iſt heute nachmittag hier eingetroffen und überaus
freundſchaftlich aufgenommen worden. Umſo entſchiedener
wird aber der württembergiſche Miniſterpräſident jeden
Verſuch ſeines bayeriſchen Kollegen, eine mildere Auffaſ=
ſung
des Jeſuitengeſetzes zu erreichen, zurück=
weiſen
. Auch bei ſeinem Beſuch in Dresden hat Freiherr
v. Hertling erfahren können, daß die ſächſiſche Regierung
ebenſo wie die preußiſche eine Abänderung des Jeſuiten=
geſetzes
, welche den religiöſen Frieden bedroht, ſich wider=
ſetzen
wird. Durch die Aufſtellung des Hamburgiſchen
Bundesratsbevollmächtigten zum Berichterſtatter gilt das
Schickſal des bayeriſchen Antrages für beſiegelt.
* Stuttgart, 17. Juni. Der König hat, wie der
Staatsanzeiger meldet, dem bayeriſchen Miniſterpräſiden=
ten
Freiherrn v. Hertling das Großkreuz des Ordens
der württembergiſchen Krone verliehen,

Heer und Flotte.

Auf Poſtanweiſungen nach Konſtantinopel
und Smyrna (deutſche Poſtanſtalten), ſowie nach den
ottomaniſchen Poſtanſtalten iſt fortan die auszuzahlende
Summe ausſchließlich in Piaſter (Gold) und Para anzu=
geben
und zwar auch dann, wenn ſie 100 Piaſter
(Gold) 1 Pfund Türkiſch und darüber beträgt. Bei
der Ausfüllung des Poſtanweiſungsformulars ins=
beſondere
auch bei der Wiederholung des Piaſterbetrags
in Buchſtaben ſind lateiniſche Schriftzeichen anzu=
wenden
.
Bpt. Zur Kursentwickelung der Hypo=
thekenbank
=Pfandbriefe. Man ſchreibt uns:
Die Ausgabe 4½prozentiger Pfandbriefe durch eine
Hypothekenbank iſt auf den Kurs der 4prozentigen und
der 3½prozentigen Hypothekenbank=Pfandbriefe bisher
ohne merkbaren Einfluß geweſen. Die Hypothekenbank=
Pfandbriefe ſcheinen damit von neuem ihre Widerſtands=
fähigkeit
gegen eine ungünſtige Kursentwickelung bewäh=
ren
zu ſollen. Das iſt angeſichts der gegenwärtigen
Lage des Rentenmarktes um ſo bemerkenswerter, als der
Kurs der Hypothekenbank=Pfandbriefe zwar um einige
wenige Prozent nachgegeben, im Verhältnis zu dem
Tiefſtand des Kurſes deutſcher und ausländiſcher Staäts=
papiere
aber ſich vortrefflich gehalten hat. Man erwäge
nur, daß, ganz abgeſehen von den 3½prozentigen und=
zprozentigen
deutſchen Staatspapieren, Kurseinbußen
bis beinahe 10 Prozent ſelbſt ſolche 4prozentigen aus=
ländiſchen
Renten erlitten haben, die, wie die öſterrei=
chiſche
und die ungariſche Kronenrente, bevorzugte An=
legepapiere
auf dem deutſchen Kapitalmarkt zu ſein pfle=
gen
. An den günſtigen Stand des Kurſes der Hypothe=
kenbank
=Pfandbriefe hat die Aufnahme eines Teiles des
auf den Markt kommenden Pfandbriefmaterials durch
die Hypothekenbanken ſicherlich einen großen Anteil. Aber
ohne die Beliebtheit der Pfandbriefe beim Publikum
würde es den Hypothekenbanken angeſichts der heutigen
Lage des Rentenmarktes kaum möglich ſein, den Kurs
ihrer Pfandbriefe ſo erfolgreich zu ſtützen.
* Internationale Zugverbindungen.
Die direkten Zugverbindungen, eine Zuſammenſtellung
der durch Bayern und die Rheinpfalz führenden direkten
Schnellzüge iſt ſoeben neu erſchienen. Neben den Fahr=
zeiten
enthält dieſe Broſchüre wichtige Verkehrs= und
Tarifbeſtimmungen, erläuternde Angaben über den Lauf
von Speiſe=, Schlaf= und Durchgangswagen, ſowie die
Vorſchriften über die Zollabfertigung im Reiſeverkehr=
nach
den Bayern begrenzenden Auslandsgebieten. Das
Schriftchen, dem eine Ueberſichtskarte des rechtsrheini=
ſchen
Eiſenbahnnetzes beigegeben iſt, wird an Intereſſen=
ten
koſtenlos abgegeben durch die Amtliche Auskunftsſtelle
der Königl. Bayeriſchen Staatseiſenbahnen im Inter=
nationalen
öffentlichen Verkehrsbureau in Berlin, Unter
den Linden 14.

Vom tripolitaniſchen Kriegsſchanplatz.

* Zur Idee der Tripoliskonferenz wird
dem Berliner Tageblatt aus Paris telegraphiert: Der
römiſche Korreſpondent des Echo de Paris meldet zu den
Erklärungen der italieniſchen Preſſe über das Scheitern
der Konferenzidee, daß dieſer Gedanke noch nicht ganz
aufgegeben ſei. Trotz des Widerſtandes, den zurzeit
Oeſterreich und Deutſchland der Konferenzidee entgegen=
ſetzen
, ſei man in diplomatiſchen Kreiſen überzeugt, daß
der Vorſchlag bald wieder aufgenommen werde. Die
Mächte der Triple=Entente und Italien ſelbſt wünſchen
die Konferenz, daher ſei nicht anzunehmen, daß Oeſter=
reich
=Ungarn und Deutſchland ſich abſeits halten wer=
den
. Dasſelbe Blatt will aus Rom aus offiziellen
Kreiſen gehört haben, daß alle Gerüchte über eine bevor=
ſtehende
Aktion im Aegäiſchen Meere unbegründet ſeien
und daß die italieniſche Flotte im Augenblick keine wei=
teren
Inſeln beſetzen werde. Auf Grund von Informa=
tionen
ſeitens eines unterrichteten Diplomaten glaubt
der römiſche Berichterſtatter der Deutſchen Tageszeitung
folgende beſtimmte Angaben veröffentlichen zu dürfen:
Es iſt heute bereits durch den Willen Italiens ausge=
ſchloſſen
, daß die 12 von Italien derzeit beſetzten Inſeln
in den status quo ante bellum zurückkehren. Die Kom=

[ ][  ][ ]

miſſion von Inſelgriechen, welche nach Rom kommen
wollte, um hier die bekannten Wünſche nach Bildung
eines ſelbſtändigen Staatsweſens der 12 Inſeln mit oder
ohne Samos und Kreta vorzutragen, iſt in Athen vom
griechiſchen Miniſterpräſidenten Venizelos zurückgehalten
worden. Venizelos ſelbſt hat es auf ſich genommen, die
Kanzleien von Rom, und dann in erſter Linie von Lon=
don
, Petersburg und Paris, welche infolge ihrer Schützer=
rolle
auf Samos in erſter Linie zu einem entſcheidenden
Worte berufen erſcheinen, für die Angelegenheit zu inter=
eſſieren
und von ihnen größtmöglichſte Zugeſtändniſſe
im Sinne der Inſelgriechen zu erlangen. Es iſt des wei=
teren
als höchſt unberechtigt zu erachten, daß Italien
Rhodos oder eine andere beſetzte Inſel dauernd zu eigen
behält, und zwar, weil andernfalls England nicht einver=
ſtanden
ſei. Hiermit vergleiche man, heißt es in der=
Deutſchen Tageszeitung, folgenden franzöſiſchen Hetzver=
ſuch
: Als Zeugen für die Wahrheit ſeiner Behauptungen,
daß an der plötzlichen Einſtellung der Aktion Italiens
im Archipel nur die beiden anderen Dreibundmächte die
Schuld tragen, ruft der römiſche Korreſpondent des Echo
de Paris den italieniſchen Miniſter die Marini an, der
erklärt, daß der Dreibundvertrag gewiſſe Artikel enthalte,
die ſich beſonders auf den Balkan und den Archipel be=
ziehen
und die auch Italien einige Verpflichtungen auf=
erlegen
, an welche es von Oeſterreich=Ungarn und
Deutſchland mitſamt der Mahnung erinnert werde, daß
es ſeine militäriſchen Operationen im Aegäiſchen Meere
bis auf weiteres einſtelle.
H.B. Rom, 17. Juni. Der frühere Marineminiſter
erklärte, daß Italien für den Augenblick auf weitere
Aktionen im Aegäiſchen Meer verzichte in=
folge
eines Meinungsaustauſches zwiſchen Oeſterreich,
Deutſchland und Italien. Italien hat ſich jedoch für
ſpäter einen anderen Entſchluß vorbehalten.
* Rom, 17. Juni. General Camerana meldet
mittels Funkenſpruch aus Merſa Busceifa vom 16.
Juni: Nachdem wir um 6 Uhr früh Marabut und Sidi
Busceifa beſetzt und Truſſpen gelandet hatten, beſetzten
wir ſofort die benachbarte Oaſe und die Höhe von Cap
Farrug. Beide Stellungen liegen an der Küſte etwa
zwölf Kilometer von der Stadt Misrata. Bei unſeren
Bewegungen ſuchten uns ſehr zahlreiche feindliche Ab=
teilungen
aufzuhalten, wurden aber baldigſt durch
Schiffsartillerie und ſpäter durch das Gewehrfeuer der
Matroſen und der gelandeten Truppen unter Zurück=
laſſung
einiger Toten zerſtreut. Wir hatten keinerlei Ver=
luſte
. Später zeigten ſich dieſe zurückgeworfenen Abteil=
ungen
, die inzwiſchen Verſtärkungen erhielten, auf der
rechten Seite. Gegen nachmittag gingen ſie zu einem
regelrechten Angriff vor, der von unſeren Truppen ab=
gewieſen
wurde. Der Kampf dauerte bis gegen 6 Uhr.
Dann wurden die Angreifer, die 50 Tote auf dem
Schlachtfelde zurückließen, zum Rückzug gezwungen. Wir
erbeuteten zahlreiche Waffen und Munition. Unſere Ver=
luſte
waren zwei Tote und neun Verwundete, darunter
ein Askari tot und zwei verwundet.
* Konſtantinopel, 16. Juni. Das Kriegs=
miniſter
ium veröffentlicht über den Kampf bei Lebda
am 12. Juni folgende Depeſche: Türken und Araber
griffen mit zwei Kolonnen zwei große italieniſche Be=
feſtigungen
an. Es gelang nach ſiebenſtündigem Kampfe,
e Verteidiger zu vernichten. Dabei eroberten ſie eine
Fahne, eine Menge Waffen und Munition und zerſtörten
zwei Kanonen. Die zweite Kolonne rückte bis an die
Küſte vor, griff das Lager der Italiener an und tötete
zahlreiche Italiener. Der Reſt flüchtete in die italieni=
ſchen
Befeſtigungen. Die Streitkräfte der Italiener bei
Homs und Margheb verſuchten einen Gegenangriff, wur=
den
aber ſiebenmal zurückgeſchlagen. Homs, Sidibark
und Margheb wurden von der Flotte und der Artillerie
tapfer verteidigt. Die Türken und Araber zogen ſich zu=
rück
, nachdem ſie die Lebensmittel= und Munitionsvor=
räte
der Italiener verbrannt hatten. Die Verluſte der
Italiener betragen 17 Offiziere und über tauſend Mann;
ſeitens der Türken und Araber ſind 100 gefallen, darunter
ein Leutnant; ungefähr 200 wurden verwundet.
H.B. Rom, 17. Juni. Das lenkbare Luft=
ſchiff
B. B. unter Führung des Generals Denti
machte geſtern eine Rekognoszierungsfahrt in der Um=
gebung
von Tripolis. Als ſich das Luftſchiff gerade über
einer Abteilung feindlicher Truppen befand, ſetzte plötz=
lich
der Motor aus und das Luftſchiff war der Gefahr
ausgeſetzt, inmitten der türkiſchen Truppen
landen zu müſſen. Unter großer Anſtrengung gelang
es der Beſatzung zum Glück im letzten Augenblick, den
Motor ſoweit wieder herzurichten, daß er einige Umdreh=
ungen
machen konnte. Abſeits der Truppen wurde dann
eine Landung vorgenommen und ſofort mittels draht=
loſer
Telegraphie aus Tripolis Hilfe herbeigerufen.
H.B. London, 17. Juni. Aus ſicherer Quelle wird
mitgeteilt, daß Englandnicht zugeben werde, daß
Italien weitere Schritte im türkiſchen Archipel unter=
nimmt
. Die britiſche Regierung iſt geneigt, die Tür=
kei
zu unterſtützen, indem ſie ihr die Mittel zur
Fortſetzung des Krieges gewährt. Sie knüpft jedoch
daran die Bedingung, daß die Pforte in der europäiſchen
Türkei Reformen einführe und die Lage der Chriſten
verbeſſert.

Streiks.

* London, 17. Juni. In mehreren Hafenſtädten,
wie Cardiff, Newport, Swanſea, Barri und Saiford, be=
ſchloſſen
die Hafenarbeiter einſtimmig, heute die Arbeit
wieder aufzunehmen. Der Streik bleibt alſo im
weſentlichen auf den Hafen von London beſchränkt. In
einer Verſammlung, die geſtern am Trafalgar=Squares
ſtattfand, gab der Präſident des Transportarbeiterver=
bandes
, Goſſeline, zu, daß der Nationalſtreik ins Waſſer
gefallen ſei und daß den Streikenden Geldmittel fehlen.
Es heißt, daß Goſſeline am Samstag für Beendigung
des Streiks eingetreten ſei, aber überſtimmt wurde. Allem
Anſchein nach geht jedoch auch der Londoner Hafen=
ſtreik
ſeinem Ende entgegen.
* Havre, 16. Juni. Die Delegierten des Bureaus
des Komitees vom Nationalverband der eingeſchriebenen
Seeleute gaben in einer Verſammlung der Streikenden
bekannt, daß das Komitee ſich vollſtändig mit den Strei=
kenden
ſolidariſch erkläre und daß die Bewegung und
deren Beginn durch das Nationalkomitee feſtgeſetzt und
vorbereitet würde, ſobald die Delegierten in die Häfen
zurückgekehrt ſind. Die Verſammlung beſchloß, den
Streik fortzuſetzen.
* Petersburg, 16. Juni. Der Auswei=
ſungsbefehl
gegen die ſtreikenden Arbeiter der
Lenagoldwäſchereien wurde aufgehoben, da das
Reichsratsmitglied Senator Manuchin, das mit der Re=
viſion
der Gruben beauftragt iſt, es für nötig befunden
hat, daß während der Zeit der Unterſuchung alle, auch
die Streikenden, auf den Gruben anweſend ſind.

Vermiſchtes.

* Organiſation des Ausſtellungs=
weſens
in Japan. Für das Geſchick, mit dem
man in Japan bemüht iſt, bewährten europäſſchen Inſti=
tutionen
nachzueifern, ſpricht die Tatſache, daß man ſich
neuerdings auch der Organiſation des Ausſtellungs=
weſens
nach dem Muſter der in Deutſchland und anderen
europäiſchen Staaten beſtehenden Ständigen Ausſtel=
lungskommiſſionen
zugewendet hat. Neben der ſeit
mehreren Jahren beſtehenden und ſich aus kleineren
Gewerbetreibenden zuſammenſetzenden Vereinigung
Tokioer Ausſteller auf ausländ Ausſtellungen hat ſich
ſoeben in Japan eine Ausſtellungs=Studiengeſellſchaft
(Hakurankai Kyokai) gebildet. Wie die Ständige Aus=
ſtellungskommiſſion
für die deutſche Induſtrie bekannt
gibt, ſtehen an der Spitze dieſer Studiengeſellſchaft, die
einen durchaus gemeinnützigen Charakter trägt, Perſön=
lichkeiten
, die in der japaniſchen Induſtrie und Finanz
welt eine führende Rolle einnehmen. (Präſident iſt der
Vicomte Oura Kanetake.) Die Gründung ſcheint auf
einen Wunſch des zuſtändigen Miniſteriums zurückzu=
gehen
, mit dem die Geſellſchaft in ſtetem Einvernehmen
ihre Tätigkeit ausüben und z. B., ſofern die Regierung
es nicht ſelbſt bewerkſtelligt, auch die Organiſation ja=
paniſcher
Ausſtellungen in die Hand nehmen ſoll.

Literariſches.

Griebens Reiſeführer Band 53: Die
Nordſeebäder 15. Auflage. Mit 8 Karten. (2 Mk.).
Verlag Albert Goldſchmidt, Berlin W. 35. Als unterrich=
teter
und zuverläſſiger Reiſebegleiter erweiſt ſich Griebens
bewährter Reiſeführer Die Nordſeebäder bearbeitet von
Schiller=Tietz, für Beſucher der Seebäder auf den nord=
und oſtfrieſiſchen Inſeln, an der Elb= und Weſermündung,
an der holländiſchen, belgiſchen und ſkandinaviſchen Küſte.
Der Bearbeiter der neuen Auflage iſt mit der reichen
Materie gründlich vertraut. Beſonderes Gewicht iſt über=
all
auf die Mitteilung der Verkehrsverhältniſſe, des geſell=
ſchaftlichen
Lebens, der Unterkunftsfrage und der Preiſe
gelegt, ſodaß der Band nicht nur während des Aufent=
haltes
an der See, ſondern auch für die Wahl eines paſ=
ſenden
Nordſeebades und für die Vorbereitungen unent=
behrlich
iſt. Acht vorzügliche Karten und Pläne (neu:
Norderney und Blankenberghe) erhöhen den Wert des
Führers ſehr weſentlich.

Darmſtadt, 18. Juni.
g. Ortsgewerbeverein. Etwa 60 Herren waren der
Einladung des Ortsgewerbevereins zur Beſichtigung
der Gandenberger ſchen Maſchinenfabrik
(Inhaber Jean Göbel) gefolgt. Herr Kommerzienrat
Göbel begrüßte die Erſchienenen und gab zunächſt
eine intereſſante Schilderung der Entwickelung des Un=
ternehmens
. Es wurde vor nunmehr 56 Jahren begrün=
det
und befaßte ſich urſprünglich mit dem Bau von
Brückenwagen und Reparaturen. Später kam der Spe=
zialmaſchinenbau
für Eiſenbahnfahrkarten hinzu. Die=
ſer
Fabrikationszweig entwickelte ſich in derartig uner=
warteter
Weiſe, daß, als vor 24 Jahren die Ueberſiede=
lung
aus der Schützenſtraße nach'dem jetzigen Grundſtück
erfolgte, der Bau von Brückenwagen ganz aufgegeben
werden konnte. Heute beſitzt die Firma im Präziſions=
maſchinenbau
für Fahrkartendruck und dergleichen enen
Weltruf. Die Firma befaßt ſich in erſter Linie mit der
Fabrikation von Maſchinen zur Anfertigung und Kon=
trolle
von Eiſenbahnfahrkarten, zur ſelbſttätigen Anfer=
tigung
von numerierten und perforierten Papierbil=
leten
, Kontrollmarken und der Herſtellung von Prä=
ziſions
=Papierrollen=Schneidmaſchinen. Beſonders in=
tereſſant
iſt es, daß die Firma Fahrkartendruckmaſchi=
nen
herſtellt, mittes derer vom Schalterbeamten die
Fahrkarten ſelbſt gedruckt werden, ferner die Maſchinen
zum Druck von Poſtbriefmarken auf endloſen Streifen,
die in letzter Zeit viel gebraucht werden für Briefmar=
kenautomaten
und für die im Verſuchsſtadium befind=
lichen
Maſchinen für die Barfrankierung. Nach dieſen
einleitenden Worten wurden die Erſchienenen in drei
Gruppen geteilt, und Herr Kommerzienrat Göbel, Herr
Göbel jun, und Herr Werkmeiſter Bergner übernah=
men
in liebenswürdigſter Weiſe die Führung der einzel=
nen
Gruppen durch die Räume der umfangreichen Fabrik
(insgeſamt werden jetzt 220 Arbeiter und 45 Beamte dort
beſchäftigt). Es würde zu weit führen, alles das aufzu=
führen
, was in dieſen Räumen gebaut wird, um in ſinn=
reicher
Weiſe die Arbeit von Menſchenhänden faſt entbehr=
lich
zu machen. In alle Erdteile wandern dieſe Erzeug=
niſſe
Darmſtädter Gewerbefleißes, wie z. B eine auf
Beſtellung angefertigte Druck= und Perforiermaſchine für
Lotterieloſe der Stadt Lima in der Republik Peru, die
in einem Arbeitsgang Vorder= und Rückſeite bedruckt
und perforiert, während bei der gewöhnlichen Arbeits=
weiſe
6 bis 8 Arbeitsgänge nötig wären. Nachdem
die beſonders auf Präziſionsarbeit eingerichteten ſauberen
Arbeitsräume beſichtigt waren, ließ es ſich die Firma
nicht nehmen. ihre Gäſte auf das liebenswürdigſte zu be=
wirten
. Hierbei ergriff der Vorſitzende des Ortsgewerbe=
vereins
Herr Malermeiſter Kraus die Gelegenheit, der
Firma Dank für das große Entgegenkommen auszuſvre=
chen
und dem Dank für das Geſehene Ausdruck zu ver=
leihen
. Sein Hoch aalt dem weiteren Blühen und Ge=
deihen
der Firma Göbel zum Segen Darmſtadts und
der deutſchen Volkswirtſchaft. Ein von der Firma über=
reichtes
ſchönes Andenken erregte den Beifall der erſchie=
nenen
Gäſte.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Hamburg, 17. Juni. Der Kaiſer und die höchſten
Herrſchaften ſind heute mittag 12 Uhr an Bord der
Hohenzollern zurückgekehrt. Prinzeſſin Viktoria
Luiſe reiſte um 12 Uhr 20 Minuten nach Station Wild=
park
ab. Der Kaiſer nahm um 12½ Uhr an dem Früh=
ſtück
beim Generaldirektor Ballin teil.
* Innsbruck, 17. Juni. In der vergangenen Nacht
wurde das Urteil in dem Prozeß gegen die Inns=
brucker
Poſträuber, die Geſchwiſter Volderauer,
gefällt. Die Angeklagten inſzenierten im Januar 1911
einen großen Poſtbetrug. Der Hauptangeklagte, Karl
Volderauer, ließ ſich in der Uniform eines Poſtbeamten
einen Poſtwagen geben und entführte damit Wertbrief=
ſendungen
im Betrage von mehr als 17000 Kronen. Karl
Volderauer wurde zu 6 Jahren, ſeine Schweſter Marie,
eine frühere Poſtbeamtin, zu 3½ Jahren und die Mutter
zu 2 Jahren ſchwerem Kerker verurteilt.
* Stockholm, 17. Juni. Die auswärts verbreitete
Nachricht von der Verhaftung des Stations=
vorſtehers
in Malmslaett iſt unbegründet. Bisher
wurde überhaupt noch niemand verhaftet. Das Verhör
finbet erſt heute ſtatt.

* Ottawa, 17. Juni. Amtlich wird eine lange Li
von Gegenſtänden bekannt gegeben, für die die Zöl
revidiert werden. Darunter befinden ſich Materiali
zur Fabrikation von Hüten, Gummiwaren, optiſchen
ſtrumenten und Seidenwaren, ferner verzinktes Eiſ
und Stahlbänder, wie ſie bei Anfertigung von Matt
Verwendung finden. Die Liſte wird nach dem britiſch
Vorzugstarif Zollfreiheit genießen.
* Konſtantinopel, 17. Juni. Infolge eines päp
lichen Schreibens, in dem den Mitgliedern des Ve
waltungsrats des armeniſch=katholiſche
Patriarchats Exkommunikation angedro
wird, trat der Verwaltungsrat geſtern zu einer Sitzun=
zuſammen
. Er beſchloß, an den Papſt ein Telegram
abzuſenden, das beſagt, die Mitglieder des Verwaltung
rats ließen es niemals an Gehorſam gegenüber d
Kirche fehlen. Sie bedauerten, daß dem Vatikan irri
Nachrichten übermittelt wurden. Der Verwaltungsrat b
beſchäftige ſich nicht mit kirchlichen Angelegenheiten.
* Konſtantinopel, 17. Juni. Die Regierung übe
mittelte der Kammer die Geſetzentwürfe über
Steuererhöhungen während des Kriege
Die Geſetzentwürfe betreffen die 26prozentige Erhöhun
der Grund= und Immobilien= ſowie der Gewerbeſteue
die 3prozentige Abgabe von den Beamtengehältern, d
Erhöhung der Militärbefreiungstaxe von 50 auf 60 Pfun
für den aktiven Dienſt und von 30 auf 40 Pfund für d
Reſerve. Einige andere Steuern, angeblich Salz= un
Spirituoſenſteuern, ſollen eine mäßige Erhöhung
fahren.
* Konſtantinopel, 17. Juni. Die Beſprechungen de
Pforte mit der Gruppe der Banque Ottoman
über einen zweiten Vorſchuß von 2½ Millione
Pfund auf die Optionsanleihe von 10 Millionen ſin
beendet. Die Bank will für den Augenblick nur ein
Million gegen Schatzſcheine hergeben. Der Finanzminiſte
hat dem Miniſterrat von dem Abſchluß des Vorſchuſ
geſchäftes Mitteilung gemacht.
* Kanſas=City, 17. Juni. Ein Gewitterſtur
richtete am Samstag in Mittel= und Weſt=Miſſouri gre
ßen Schaden an. 26 Perſonen ſind umgekommen, der Me
terialſchaden iſt bedeutend. Die Städte Merwin, Adriat=
Leaton und Sedalia ſind ſtark beſchädigt worden.
Jonesville (Ohio) wurde der Glockenturm der katholiſche
Kirche durch den Tornado während des Gottesdienſte
umgeworfen. Drei Perſonen wurden getötet, darunte
der Prieſter, der nach dem erſten Schreck den Gläubigs
befahl, zu flüchten, während er blieb um die letzten
Sakramente zu ſpenden. Der materielle Verluſt in Ohie
wird auf eine Million Dollars geſchätzt.

H.B. Berlin, 17. Juni. Herr v. Marſchallha
heute mittag 1 Uhr 5 Minuten vom Bahnhof Friedrich
ſtraße aus Berlin verlaſſen, um ſich nach London zu be=
geben
. Die Gattin des Botſchafters wurde geſternmi
ihrer Tochter von der Kaiſerin in Potsdam empfanget
und zur Frühſtückstafel zugezogen.
H. B. Erſurt, 17. Juni. Der verheiratete Maten
Schreiber wurde heute nacht gegen 2 Uhr aufder
hannisſtraße in Gegenwart ſeiner Frau von einem Man
der ihn mutwillig angerempelt hatte, nach kurzemn
wechſel erſchlagen. Der Täter wurde von Paſſan
verfolgt, entkam aber.
Paris, 17. Juni. In einem Hotel in Brügge wude
am Samstag ein elegant gekleidetes Paar, das an
ag von Paris gekommen war, tot aufgefunden
Es hatte ſich als Herr und Frau Parents eingetragen
Papiere wurden nicht gefunden. Der Mann eidroſſelte
offenbar ſeine Begleiterin mit einem Handtuch und tötete
ſich dann mit einer Strychnineinſpritzung.
Tobolsk, 17. Juni. In einem nahen Dorfe zündet=
ein
Bauernweib während eines Trinkgelages das Haus
der Zecher an. Acht von denſelben kamen um, fünfzehn
Gehöfte brannten nieder.

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hält während seines jetzt 30jährigen Bestehens stets
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streng an dem Grundsatze fest:
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lichst billig zu liefern. :. : 3

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auch Sonntags von 912 Uhr. (658m

Todes=Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten hier=
mit
die traurige Mitteilung, daß unſere gute
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

Frau Margarethe Wenz

geb. Steinius
Witwe des Großh. Hauptst.-Amtsdieners J. Wenz
heute nachmittag ſanft verſchieden iſt. (*14930
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Albert Unger u. Frau, geb. Wenz.
Frankfurt a. M., den 16. Juni 1912.
Wingertſtraße 18, I.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
19. Juni, vormittags 10½ Uhr, von der Leichen=
halle
des Darmſtädter Friedhofs aus.

Aus dem Geſchäftsleben.

Auszeichnung. Auf der vor einigen Tageni=
Luxemburg geſchloſſenen internationalen Gaſtwille
Kochkunſt= Induſtrie= und Gewerbe=Ausſtellung wurden
die Fabrikate der Firma H. W. Schlichte, älteſtrund=
größte
Steinhäger= ſowie Dampf=Kognak= und Kornk
Dickmaiſch=Brennerei, Steinhagen i. W., mit der höchſten
Auszeichnung nämlich der Großh. Luxemburgiſchen
Staatsmedaille, ausgezeichnet. Ebenſo erhielt die Firma=
auf
der kürzlich geſchloſſenen Kochkunſt= und Gaſtwirte=
Ausſtellung des weſtfäliſchen Gaſtwirteverbandes in
Bochum die höchſte Auszeichnung, das Ehrenkreuz des=
deutſchen
Gaſtwirteverbandes. Der Vertreter für Darm=
ſtadt
und Umgegend iſt Phil. Barth, Weinhändler.

[ ][  ][ ]

mmer 141.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

Seite 7.

Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Gestern abend entschlief sanft nach schwerem, geduldig getragenem
Leiden meine liebe, gute Frau, unsere Tochter, Schwiegertochter, Schwägerir
und Nichte
Elisabeth Köth. geb. Weil
im 27. Lebensjahre.
Darmstadt, den 17. Juni 1912.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Georg Köth, Bankkassier.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Juni 1912, nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofs-
kapelle
aus, statt.
(13209

Dankſagung.

Für die mir anläßlich des Ablebens meines
Mannes in ſo reichem Maße bewieſene Anteil=
nahme
ſage ich auf dieſem Wege Allen ins=
beſondere
den Beamten der Heſſiſchen Landes=
Hypothekenbank und dem Katholiſchen Männer=
verein
Darmſtadt herzlichen Dank. (B13228
Darmſtadt, den 15. Juni 1912.
Frau Katharina Winterhalter.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter der Herrſchaft der Depreſſion fielen in ganz
Deutſchland Regen, zum Teil in erheblicher Menge. Das
Tief hat ſich nun nordwärts verlagert. Auf dem
Kontinent ſteigt der Druck. Die Morgentemperaturen
liegen zwiſchen 10" und 13 Im Weſten erſcheint wieder
eine Zyklone, die uns ſpäter leicht beeinfluſſen dürfte.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 18. Juni:
Ziemlich heiter und trocken, ſpäter leichte Trübung;
Temperatur wenig verändert.

Gewerbe=Bibliothek u. Vorbilderſamm=
lung
. Der Leſeſaal iſt geöffnet: an allen Wochen=
tagen
von 8½12½ u. 35½ Uhr (Samstag=Mittag
ausgenommen). Leſeabende: Dienstags und Frei=
tags
, abends von 810 Uhr.
Hochzeitsturm. Turmzimmer und Ausſtellungs=
räume
, täglich geöffnet von 912 und 36 Uhr.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Am Sonntag morgen 2 Uhr entſchlief ſanft
nach langem, ſchwerem Leiden unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Lina Seim Wwe.
geb. Fritz.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Seelze b. H., den 17. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Juni,
nachmittags 2¾ Uhr, von der Leichenhalle des
(13218
Friedhofes aus, ſtatt.

Tageskalender.

Münchener Spezialausſtellung zur Förder=
ung
der Volkshygiene im Fürſtenſaal ( geöff=
net
von 109 Uhr).
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. Reſt.
Metropol um ½8 Uhr. Perkeo um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Start
des Fliegers Hirth in Johannisthal zum Fernflug
Berlin-Wien; das Großfeuer in Stambul; Schutz=
leute
vor dem Parlamentsgebäude in Budapeſt; die
Merriſonſtraße in Peking nach der Plünderung.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 19. Juni.

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Kirſchen=Verſteigerung um 4 Uhr auf der Großh.
Marienhöhe.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich!
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 17. Juni 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Staatspapiere.
Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
Deutſche Reichsanl. . 90,00
80,00
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
do. Conſols . . . 90,00
79,90
do. do.
Bad. Staatsanleihe . . 99,70
do.
93,20
do.
Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
do.
88,00
do.
Hamburger Staatsanl. 100, 40
Heſſ. Staatsanleihe . . 99,50
do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
88,20
do.
78,00
Sächfiſche Rente . . . . 80,10
Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,60
¼/ Griechen v. 1887 . . 55,20
¼ Italiener Rente . .
§ Oeſterr. Silberrente 91,50
do. Goldrente . . . 96,00
do. einheitl. Rente 88,20
Portug. unif. Serie I 64,10
do. unif. Ser. III 65,70
do. Spezial . . . . 9,80
Rumänier v. 1903 . . 101,40
do. v. 1890 . . 95,30
do. v. 1905 . . 91,40
Ruſſen v. 1880 . . . . 90,60
do. v. 1902 . . . . 90,75
do. v. 1905 . . . . 100,40
Schweden . . . . . . 93,50
Serbier amort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1903 82,4C
Türk. unifiz. v. 1903 90,70
Ungar. Goldrente . . . 90,90
do. Staatsrente . . . 89,20

Zf.
InProz.
.101,40
5 Argentinier
do.
86,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,60
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,60
do.
41
93,48
. 94,50
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . . 94,40
do.
60,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 71,25
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt

. . . .141½
5 Nordd. Lloyd . . . . . 116,90
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,80
8 Baltimore und Ohio . 106,50
6½ Schantungbahn . 131,50
6" Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,60
6 Pennſylvania R. R. . 120,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
75,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 503,00
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

. . 246,00
30 Farbwerke Höchſt . . 602,30
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 246,00
10 Cement Heidelberg . . 150,00
30 Chem. Werke Albert 455,00
12½ Holzverkohlung Kon=
. . 305,80
ſtanz
4 Lahmeyer .
. . .125,50

Eete
Inpran.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 156½
12 Siemens & Halske . 236½
5 Bergmann Electr. . . 142,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,20
0 Gummi Peter . . . . 128,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 160,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 496,10
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 195,00
8 Steana Romana Petr. 138,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 231,50
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 213,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 189,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
. . . . 227,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 175,90
10 Gelſenkirchener . . . . 188½
8 Harpener . . . . . . . 185%
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,60
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
. . . 82,30
4 Laurahütte . . . . . . 175,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 194,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,20
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Durer . . . . . . 75,90
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,60
do.
78,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,75

St.
Inſrn,
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,90
do.
53,25
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 94,30
4 Ruſſ. Südweſt.
. 88,50
4½ Moskau=Kaſan
. 96,30
do.
88,20
4 Wladichawchas
88,10
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb.
76,30
do.
24/10 Livorneſer . . . . . 67,20
3 Salonique=Monaſtir . 63,60
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,25
4 Miſſouri=Pacific . . . . 71,80
4 Northern=Pacific
99,60
4 Southern=Pacific . . . 95,40
5 St. Louis und San

Francisco . . . . . 87,10
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 195,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . .
. 150,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 165,90
6½ Darmſtädter Bank . 121,50
12½ Deutſche Bank . . . 253,80
6 Deutſche Vereinsbank . 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,06
10 Diskonto=Kommandit 184,50
8½ Dresdener Bank . . 152,75
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 123,50
½ Wiener Bankverein . 133,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16. u. 17 . . . 38,60

Bf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
. . . 89,30
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 97,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
8½
88,50
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
3½
100,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,90
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
99,95
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
89,50
S. 35
89,30
S. 911
.89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
8½
do.
88,80
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,90
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
8½
do.
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
4
8½ do.
89,20
4 Frankfurt.
99,80
3½ do.
93,00
4 Gießen
98,40
8½ do.
90,50
4 Heidelberg
98,00
8½ do.
88,80
4 Karlsruhe
98,50
8½ do.
88,70
4 Magdeburg
99,00
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
90,00
4 Mannheim
98,50
3½ do.
88,80
4 München
100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
do.
½
90,00
4 Offenbach

InPro.
Zf.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . 100,00
95,50
3½ . do.
4 Worms .
98,50
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 90,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 173,50
3½ Cöln=Mindner , 100 135,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,20
3 Madrider . . Fs. 100 75,80
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 135,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,80
3 Oldenburger ..
124,90
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl. 7
Augsburger .
Braunſchweiger Tlr. 20 197,40
Freiburger
Fs. 15
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10
fl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 528,00
do. v. 1858fl.100 449,00
Ungar. Staats . . fl. 100 371,50
Venediger .
Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,23
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¼
Engliſche Noten . .
20,44
Franzöſiſche Noten. . . . 80,95
Holländiſche Noten. . . . 169,10
Italieniſche Noten . . . . 80,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto. . . 4½
Reichsbank Zombard 35P,51a

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

Nummer 141.

Weiblich

Filiallelierin
die ſchon mehrere Geſchäfte ſelbſt=
ſtändig
geführt, ſucht Engagement.
Off. u. § 51 a. d. Exped. (*14772

Verkäuferin mit guten Zeugn.,
ſucht zum 1. Juli Stellung in Weiß=
warengeſchäft
. Offert. unt. § 58
an die Exped. ds. Bl. (*14891im

Schneiderin ſelbſt., tücht., empf.
ſich in und außer dem Hauſe.
Karte gen. Soderſtr. 22, pt. (*14880

klickfrau empf. ſich im Ausbeſſern
& v. Kleid., Weißzeug ſowie Herren=
kleid
. Heinheimerſtr. 40. (*14816

Tüchtige Büglerin ſucht noch
Kunden in und außer dem Hauſe
Roßdörferſtraße 17, Hinterhaus
(*14872id
parterre.

empfiehlt ſich.
Geübte Büglerin Näh. Runde=
turmſtraße
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(*14863

Anſtänd. Frau empf. ſich im
Flicken u. Ausbeſſ. v. Wäſche. Näh.
Heinrichſtr. 64, Manſ. (B12780

Tücht. Schneiderin empf. ſich in u.

geſetzten Alters, aus ſehr
Fräul. achtbarer Familie, in
allen Hausarbeiten gründlich er=deutſche Familie. Gute Behandlung
fahren, ſucht Stelle als Haus=
ſtehendem
Herrn. Nähere Aus=93 u. abends von ½89 Uhr
kunft erteilt Frau Bäcker Koch,
Hochſtraße 14.

Herrſchaftsköchin, Reſtaurat=
Köchin, Landmädch., dar. Oberheſſ.,
Berta Nessling, gewerbsmäßige Stel=3 Leut., Mädch., w. koch., zu 2 Leut.,
lenvermittlerin, Ludwigſtr. 8. (*14775gj

Der kath. Mädchenſchutz=
Verein ſucht Stelle für:
1. gewandtes Hausmädchen mit Ein feines Hausmädchen,
guten Zeugniſſen,
2. Kindermädchen für nachmitt.,
Anlernen.
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täglich 35 Uhr.

Junge ſaub. Frau ſ.Laufd. vor=
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Hausarbeit mit übernimmt. Es Sof. ein 1. Mädch. f. ein. Stund
wird mehr auf gute Behandlung
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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Jnni 1912.

Nummer 141.

Sport.

* F.=C. Olympia‟ Darmſtadt. Die Leichtathletik=
abteilung
des F.=C. Olympia‟ Darmſtadt entſandte
am Sonntag eine Junioren=Stafette über 3000 Meter
zum Sportfeſt nach Mörfelden, die in dieſer Zuſammen=
ſetzung
nie vorher gelaufen war. Unter 4 Mannſchaften
g. ung es der Darmſtädter Stafette, obwohl nur Junioren
in derſelben ſtarteten, den 1. Ehrenpreis zu erringen.
Den 2. Preis errang der feſtgebende Verein, der be=
kanntermaßen
über ein vorzügliches Läufermaterial ver=
fügt
. Den 3. Platz belegte der Fußballverein Frankfurt
1880. Weiter errang der Junior Georg Weber im
1000 Meter=Laufen den 4. Preis.
* Das Feldbergfeſt. Unter den volkstümlichen turne=
riſchen
Veranſtaltungen nimmt das Feldbergfeſt über
weite Gebiete Mitteldeutſchlands nach wie vor die bedeu=
tendſte
Stellung ein. Es hat von ſeiner alten Zugkraft
nichts eingebüßt, ja es hat von Jahrzehnt zu Jahrzehnt
an Beteiligung immer mehr zugenommen und gilt in
ſeinen turneriſchen Ergebniſſen als ein Gradmeſſer bei
der Beurteilung des Fortſchreitens der volkstümlichen
Turnerei. So war auch heuer, obwohl das Wetter ſchon
die Tage voraus recht ungünſtig war, der Beſuch äußerſt
rege. Am Samstag nachmittag fand das Turnen um
den Taunuspreis (Völſungen=Preis) ſtatt. Sieger blieb
der Mainzer Turnverein. Der Sonntag brachte
zunächſt eine Sitzung des Kampfgerichts unter dem
Obmann Münch=Hagenburg. Der Fünfkampf beſtand
aus: Stabhoch, Weithoch, Steinſtoßen, 100 Meter=Laufen
und einer Freiübung. Die höchſt zu erreichende Punkt=
zahl
war 90. Von 900 gemeldeten Turnern traten 864
an. Das Wetter war während des ganzen Wetturnens
außerordentlich ungünſtig. Gegen 6 Uhr war der Wett=
kampf
beendet. Nur ein kleines Häuflein von Turnern
war noch verblieben, das die erſten Reſultate anhörte
und dann im Eiltempo von der unwirtlichen Stätte
eilte. Den Ehrenpreis mit 85 Punkten errangen ge=
meinſchaftlich
Otto Mühl, T.=V. Mainz von 1815, und
Fritz Schneller, T.=V. Homburg v. d. H. Den erſten
Preis mit 82 Punkten errang Jakob Bornheimer, Gau=
Bickelheim; den 2. Preis mit 81 Punkten Jul. Frey, T.=V.
Mannheim; Rudolf Holz, Oberſtein und Fr. Kofler,
T.=V. Homburg v. d. H.; den 3. Preis mit 80 Punkten
Lorenz Fink, M.=T.=V. Wiesbaden; den 4. Preis mit 79
Punkten Hugo Volze, T.=V. Frankfurt; Hans Friſchkorn,
T.=V. Wiesbaden; den 5 Preis mit 78 Punkten Konrad
Burkhart, T.=V. Bieber; den 6. Preis mit 77 Punkten
Muſchart, Akad. T.=V. Köln; den 7. Preis mit 76 Punk=
ten
Silbereid, Tgm. Unterliederbach; den 8. Preis mit
75 Punkten Gg. Rauppott, M.=T.=V. Wiesbaden; Wehr=
mann
, T.=V. Hafenberg; Karl Schwalt, T.=V. Sallach;
den 9. Preis mit 74 Punkten Wintermeyer, T.=V. Dotz=
heim
; Peter Müller, Frankf. T.=V.; den 10. Preis mit 73
Punkten A. Dreher, T.=V. Pforzheim; Joh. Kroh, T.=V.
Griesheim; W. Kratz, T.=V. Mainz; Wilh. Arlt, T.=V.
Ems und Joh. Gill, T.=V. Mainz. Im Fauſtball=
werfen
waren fünf erſte und drei zweite Mannſchaften
angetreten. Es blieben Sieger: In der erſten Gruppe:
Tgſ. Niederrad (20:30), Tgm. Bockenheim, Tgm. Ober=
rad
(32:21) und T.=V. Aſchaffenburg (47123); in der zwei=
ten
Gruppe: Tgm. Bockenheim (296), T.=V. Fechenheim
(24:15) und T.=V. Ginnheim. Den Taunuspreis hatte
der Turnverein von 1815 gegen Frankfurter Turnverein
zu verteidigen. Letzterer blieb Sieger; der Schild geht
auf ein Jahr in den Beſitz des Vereins über.
* Pferdeſport. Deutſches Traber=Derby.
In Berlin=Ruhleben ging am Sonntag das Deutſche
Traber=Derby vor ſich. Die mit einem Wander= Ehren=
preiſe
des Kaiſers und 40000 Mark ausgeſtattete Prüfung
wurde von ſieben Dreijährigen beſtritten. Der durchweg
führende Brennus war vor Erreichen der Geraden ge=
ſchlagen
. Dort zog Jkarriverai in Front und ſchien zu
gewinnen, als er anſprang. Herrn R. Meyes Quercus,
der zu Beginn einen ſchweren Fehler gemacht hatte,
wurde von ſeinem Trainer und Fahrer Wiltſhire auf der
Außenſeite geſchickt vorgeworfen und ſchlug Jarriverai
(Ch. Mills) leicht mit anderthalb Längen. Drei Längen
zurück folgte Brennus (Lichtenfeld) vor Quatalis. Tot.
53:10, Pl. 13, 13, 12:10. Quercus legte die 3200 Meter
betragende Diſtanz in 5 Minuten 3,8 Sekunden zurück,
was einem Kilometer=Rekord von 1 Minute 34,8 Sekunden
entſpricht.
Hamburger Derby=Woche. Eröffnungs=
Rennen; 6000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn A. von
Schmieders Colleoni (Lane), 2. Barbaroſſa (F. Bullock),
3. Atina (Weatherdon). Tot. 17110. Silberne Peitſche;
Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn
A. v. Schilgens Argile (Beſ.), 2. Lynch Law (Lt. v. Moß=
ner
), 3. Eager Girl (Lt. v. Keller), Tot. 34:10. Großer
Hanſa=Preis; Ehrenpreis und 45000 Mark, Diſtanz 2200
Meter: 1. Königl. Hauptgeſt. Graditz Gulliver II (F.
Bullock), 2. Cambronne (Cleminſon), 3. Kalchas (Spear).
Tot. 22:10. Kaiſerin Auguſta Viktoria=Jagd=Rennen;

Ehrenpreis und 30000 Mark. Diſtanz 5000 Meter:
1. Herrn E. Brummes Alvo (Lt. Graf Holck), 2. Fairfax
(Lt. v. Egan=Krieger), 3. Hart (Dr. Rieſe). Tot. 40:10.
Schiffbecker=Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn C. Laus Yazna (Fox), 2. Jeſſonda (Spear),
3. Claudio (Schläfke). Tot. 86:10. Peter=Handikap
15000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn R. Haniels
Aſchanti (Rice), 2. Blumenflor (Cleminſon), 3. Donora
(F. Bullock). Tot. 78:10. Chilperic=Rennen; 7000 Mk.
Diſtanz 1000 Meter: 1. Graf Arco=Zinnebergs Spleen
(Janek), 2. Melone (Cleminſon), 3. Orontes (Davis)
3. Strohblume (Blades). Tot. 19110.
II. Berliner Concours hippique 1912.
Die Reſultate am Samstag waren: Kinderpreis: 1. Bubi
v. Burchardts 8jähr. Rotſchimmelwallach (Kecky), 2. Graf
Konrad v. Frankenbergs 8jähr. Rotſchimmelſtute Red
(Roſe), 3. Dr. Eſſers a. br. St. Primroſe. Sechs Pferde
konkurrierten. Jagdpferde=Eignungsprüfung für Pferde
im Beſitz von Pferdehändlern: 1. G. Woltmann u. Co.s
a. br. W., 2. desſelben a. Sch.=W., 3. Julius Beermanns
Gjähr. br. W. Zehn Pferde konkurrierten. Inländer=
Preis: 1. Rittmeiſter v. Gottbergs 5jähr. Sch.=W. Vaſall
(Frau v. Gottberg); 2. Oberleutn. Jobſts 5jähr. dunkel=
brauner
Wallach Colleoni (Beſ.), 3. Rittm. v. Oeſterleys
6jähr. F.=St. Goldkäfer. Achtzehn Pferde konkurrierten.
Großes Jagdſpringen: 1. Leutn. Graf v. Schaesberg=
Thannheims 8jähr. br. W. Krieger (Beſ.), 2. Herrn E.
Wittkops 8jähr. F.=W. Scharrkann (Beſ.), 3. Leutn. von
Scharfenbergs a. br. St. Impatience (Leutn. v. Studnitz).
34 Pferde konkurrierten. Maiden=Dreſſurprüfung: 1.
Major v. Heydebrecks 7jähr. j. dunkelbr. W. Honved (Beſ.),
2. Leutn. v. Heydens 5jähr. R.=W. Spieler (Beſ.), 3.
Aſſeſſor W. Krauſes 7jähr. dunkelbr. Stute Gualdrada
(Beſ.). Sieben Pferde konkurrierten.
Der letzte Tag brachte die große Dreſſurprüfung, in
der Hauptmann Müllers 7jähriger Fuchs=Wallach King I
gegen Major v. Kroſigks 6jährige dunkelbraune Stute
Mignon und Herrn A. Kirſchtens 6jähr. Fuchs=Wallach
Popon ſiegte. In der Einſpänner=Konkurrenz ſiegte Frau
Scheids 6jähriger Schimmel=Wallach Hundtmann. Zwei=
ter
wurde Herrn Leo van Berghs 6jähr. braune Wallach
Royal Red. Dritter wurde Freiherrn von Boltenſterns
8jähr. Schimmel=Wallach Iger. Die Einigungsprüfung
für Reitpferde gewann Herrn Oppenheims 6jähr. Sch.=W.
Silver Coin vor Herrn F. Wolffs dunkelbrauner Stute
Maid Mary und Frau A. Hartes 6=jähr. Sch.=W. Nigger
Bob. Das Damen=Jagdſpringen gewann Frau Hauptm.
Müllers alte Sch.=St. Blanche vor Frau Mauritz’ 8jähr.
dunkelbr. Stute Lola und Herrn Baers 7jähr. F.=St.
Debutante.
Rennen zu Breslau. Reitpark=Rennen: 2500
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Prinz A. Taxis Spotleß
(Jangl), 2. Panna (Naſh), 3. Ruſtie (Brederecke). Tot.
67110. Verloſungs=Rennen; 3000 Mark. Diſtanz 1400
Meter: 1. Herrn Forells Bilbao (Bleuler), 2. Cockney
(M. Aylin), 3. Koralle (Naſh). Tot. 18:10. Bücke=
burger
Ehrenpreis=Jagdrennen; Ehrenpreiſe; 3000 Meter:
1. Herrn S. v. Wallenbergs Jamaika (Leutn. v. Uechtritz);
2. Rhea Sylvia (Leutn. von Lieres), 3. Marcell (Beſ.).
Tot. 14:10. Juni=Handikap: 6000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herrn F. C. Arnulls Induſtrie (Shurgold),
2. Germania I (Jentzſch), 3. Julius Cäſar (Bleuler).
Tot. 28:10. Preis von Oltaſchin: 3000 Mark, Diſtanz
1800 Meter: 1. Herrn W. Biſchofs Mansfeld (Evans), 2.
Maſter (Liſter), 3. Bode (Bleuler). Tot. 22110. Ver=
ſuchs
=Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Mr.
Rays Well off (Shurgold). 2. Brangäne (Hughes), 3.
Komet (Raſtenberger). Tot. 75:10. Juni=Jagdrennen;
Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Leutn.
Menz M. W. (Leutn. von Stammer), 2. Ill Bell (Leutn.
Graf Strachwitz), 3. Lady Angus (Leutn. von Uechtritz)
Tot. 158110.
Bei den Rennen zu Tilſit ſiegten am Sonn=
tag
folgende Pferde: Erſtes Rennen: Techtelmechtel
(27110), Harikiri (76110), Herzensfreund (25:10), Talis=
man
(30110), Haiti (38:10), Ruth (24:10).
Rennen zu Wien. Großes Sommer=Handikap
der Dreijährigen; 23000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1.
Herrn K. von Geiſts Cſaba (Pretzner), 2. Outing (Varga),
3. Visz (Guttmann). Tot. 94:10.
Franzöſiſches Derby in Chantilly. Um
den mit 100000 Franken ausgeſtatteten Prix du Jockeiklub,
dem ofiziellen Namen des franzöſiſchen Derbys, bewarben
ſich 17 Pferde. Es erfolgte ein glatter Start. Im Vor=
dertreffen
galoppierten zunächſt Sightly, Gorgorito,
Amoureux und Zenith. Bereits im Einlaufsbogen löſte
ſich der von Jockei Sharpe geſteuerte Friant II des Prin=
zen
Murat von den übrigen los und fertigte auch einen
letzten Angriff von Amoureux III (Bellhouſe) überlegen
mit zwei Längen ab. Ganz am Schluß rückte noch Ukaſe II
(G. Stern) auf und entriß Sightly mit anderthalb Län=
gen
das dritte Geld. Auf den nächſten Plätzen endeten
Houli, Hypocrite, Zenith II. Romagny und Foxling vor
dem Reſt: Calvados III, Quorum II, Qui, Dop, de

Viris, Nickel, Gorgorito, Didius. Tot. 327110. Die Zeit
für die 2400 Meter des Rennens war 2 Minuten 42,6
Sekunden.
* Radſport. Die Straßenfernfahrt Rund
um die Lauſitz kam am Sonntag bei gutem Wetter
zum Austrag. 27 Geldpreisfahrer ſtellten ſich um 5 Uhr
morgens dem Starter. Von den Konkurrenten blieben
Franz Suter=Zürich, Aberger=Berlin und Richard Weiſe=
Berlin bis zum Schluß zuſammen. Suter ſiegte im End=
ſpurt
mit 20 Meter in 8 Stunden 30 Min. für die 242 Kilo=
meter
. Zweiter wurde Aberger=Berlin 8:30105, Dritter
Weiſe=Berlin 8:30:20, Vierter E. Zander=Berlin 8:38222,
Fünfter E. Kleikamp=Wiffen 8:47:50, Sechſter Schenkel=
Leipzig. In der Klaſſe der Amateure ſiegte Hemprich=
Dresden in 9 Stunden 22 Min.
* Internationales Berliner Polo=Turnier. Im End=
kampf
um den Novices=Cup trafen ſich der bereits am
Freitag ſiegreich geweſene Wiener Poloklub (Baron
Mayr=Mellnhof, Prinz Ferdinand von Auerſperg, Prinz
Vincenz von Auerſperg und Graf Bouquoy, back) mit
dem Dresdener Poloklub (W. Kennert, E. von Arnim, C.
von Arnim und Oberleutnant Sulzberger, back). Nach
zunächſt offenem Spiel konnten die Wiener in den näch=
ſten
Sätzen drei Tore erzielen, denen die Dresdener nur
eins entgegenzuſtellen vermochten. Nach dem Pferde=
wechſel
erhöhten die Wiener durch ein weiteres Tor ihren
Sieg auf 411. Im Anſchluß hieran wurden die Handikap=
Spiele ausgeſpielt, an denen alle Spieler des Vortages
außer den Hamburger Herren teilnahmen. Siegreich
blieb die erſte Mannſchaft (Oppenheim, Mr. Geo, Mr.
Muir, Graf Bouquoy (back) mit 422 gegen die zweite
Mannſchaft (Dr. Wiener, Graf F. Dohna, Mr. Vanneck
und Prinz Ferdinand von Auerſperg (back).
* Die Olympiſchen Spiele in Stockholm und die
deutſche Turnerſchaft. Man ſchreibt uns: In einer zwei=
ten
Sitzung des deutſchen Turnausſchuſſes in Kiel wurde
die Beteiligung der deutſchen Turnerſchaft in Stockholm
endgültig abgelehnt. Dieſer Beſchluß erregte allgemeine
Verwunderung und dürfte deshalb eine kurze Aufklär=
ung
am Platze ſein. Man hat der deutſchen Turnerſchaft
ſogar mangelndes nationales Pflichtgefühl vorgeworfen,
ohne die Gründe zu wiſſen, von denen ſich die Turner=
ſchaft
bei Faſſung jenes Beſchluſſes leiten ließ. Nach=
dem
die deutſche Turnerſchaft bereits die Entſendung
von 3040 Turnern beſchloſſen hatte, hat das Turnen
bei der Leitung in Stockholm leider ſo wenig Entgegen=
kommen
gefunden, daß ſich auch noch der belgiſche, hollän=
diſche
und franzöſiſche Turnverband entſchloſſen haben,
von der Beteiligung abzuſehen. Zur Vorführung des
deutſchen Turnens ſtanden nur 45 Minuten zur Verfüg=
ung
. Wäre nun irgend ein wichtiger Teil, z. B. Ord=
nungs
=, Frei=, Stab= und Keulenübungen, in Wegfall ge=
kommen
, dann hätte man der deutſchen Turnerſchaft
gegenüber dem ſchwediſchen Turnen den Vorwurf ge=
macht
, ſie treibe da unnütze Kunſtſtücke, ohne auf den ge=
ſundheitlichen
Wert der Gymnaſtik einzugehen. Auch die
Opfer, 810000 Mark für 45 Minuten auszugeben
ſchienen der deutſchen Turnerſchaft etwas zu hoch. Die
deutſche Turnerſchaft hat es, ihrer geſchichtlichen Entſteh=
ung
und ihren Aufgaben entſprechend, von jeher abge=
lehnt
, ſich an internationalen Wettkämpfen und Sport=
feſten
zu beteiligen, weil dieſe durch ihre ganze Geſtaltz
ung nur der Erzielung einer beſchränkten Anzahl von
Höchſtleiſtungen zugute kommen und ſomit im Gegenſatz
zu den Beſtrebungen der deutſchen Turnerſchaft ſtehen,
die mit der Vielſeitigkeit ihrer für jedes Alter und Ge=
ſchlecht
berechneten Uebungen eine harmoniſche Ausbild
ung großer Volksmaſſen erſtrebt. Die einzige Aus=
nahme
, die bisher einmal gemacht wurde, die Beteiligung
von 32 Turnern an den Olympiſchen Spielen in London
unter Führung des kürzlich verſtorbenen Profeſſors
Keßler=Stuttgart im Jahre 1908, hat durch die dabei
gemachten Erfahrungen denen recht gegeben, die ſich auch
damals gegen jede Beteiligung ausgeſprochen hatten.
Wohl errangen die deutſchen Turner damals den erſten
Preis, wohl waren ihre Leiſtungen nach dem Urteil aller
Sachverſtändigen muſterhaft, aber in dem für 70000 Per=
ſonen
berechneten Zuſchauerraum waren während der
Vorführungen der deutſchen Turner kaum 150 Zuſchauer
anweſend. Als die deutſchen Turner in ſtraffem, elaſti=
ſchem
Schritt, gleichmäßig und ſchmuck gekleidet, bei Er=
öffnung
des Feſtes an der königlichen Loge vorüber=
zogen
, empfing ſie eiſige Kälte, alſo ein niederdrückendes
Gefühl gleich beim Einzug in das Städion.
* Der Stafettenlauf Potsdam=Berlin fand am Sonn=
tag
unter großer Beteiligung zum fünften Male ſtatt.
153 Mannſchaften mit 2650 Läufern nahmen alle teil und
kamen bis auf einen am Ziele an. Sieger und Gewinner
des neu geſtifteten Kaiſerpreiſes war der Berliner
Sportklub. Gleichfalls ausgezeichnet bewährten ſich
die Militärmannſchaften. Das Auguſta=Regiment ge=
wann
den Preis für die erſten und den für die zweiten
Regimentsmannſchaften. Die Eliſabether holten ſich den
Preis für den beſten erſtmalig teilnehmenden Verein.

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[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt

u 2.

Dienstag, 18. Zun.

Ueberſicht

er von Großherzoglichem Miniſterium des Innern für das Rechnungsjahr 1912
zenehmigten Umlagen zur Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe in den Ge=
meinden
des Kreiſes Darmſtadt.

Umlagen auf die dopp.
58 5
Grundzahlen und die
ganzen Einkommen= Sonſtige Ausſchläge
ſteuerbeträge der Orts=
Namen
einwohner u. Forenſen
der
Zuſchlag in
Bezeichnung der
Aus=Prozenten
Aus=
Art des. Aus=
der
doppelten
ſch
ſchlags und der
Gemeinden 5S
ſchlag Grundzahlen
ſchlag in
u. des ganzen.
Repartitions=
655
Pro=
Einkommen=
zenten

norm
ſteuerbetrags
Mk.
M.
Mk.
1Arheilgen. . 61338
112600 183,572
ABraunshardt 6669 2) 7300) 109,458
Auf die evangeliſchen
6 196 100 7,580
ZDarmſtadt . (2860640 (3673062l 128,4
Parochianen d. ver=
einig
. Zivilgemeinde
(Geſamtgemeinde).
19600 9,155 6 IAuf dieſelben der
evangeliſch. Petrus=
gemeinde
in Beſſun=
gen
.
Auf dieſelben der
30000 8,489
evangeliſchen Pau=
lusgemeinde
in Beſ=
ſungen
.
Auf die Angehörigen
132000 13,695
der kathol. Kirchen=
gemeinden
St. Lud=
wig
u. St. Eliſabeth.
AAuf dieſelben der
9000 9,96
kathol. Kirchenge=
meinde
Beſſungen.
82982130 000 156,66 6 4 579 6,8971 6 Auf die evangeliſchen
4Eberſtadt.
Parochianen.
1800 26,491 6Auf die katholiſchen
Parochianen.
5Eich.
1950 191,891
1016
12742
GErzhauſen
19800 155,381
4 000) 49,252
Eſchollbrücken! 8121
8Gräfenhauſen 14 596
21 400 146,61
Auf die evangeliſchen
AGriesheim . 65318) 5 1 95600 146,36
2800 5,122
Parochianen.
10 343)
Hahn
10 400) 100,55
1753
Malchen
3350) 191,025
Auf die evangeliſchen
12775
19Meſſel
17500 136,98
965) 9,052
Parochianen.
Nd.=Beerbach 8 189
9600) 117,22
4Rd.=Ramſtadtl 49 650 1 53500 107,754
15Ob.=Ramſtadtl 57516
70000 121,705
Pfungſtadt . 1101 451
1057 1,349 6 Auf die evangeliſchen
170 000) 167,567
Parochianen.
Auf die katholiſchen
628/28,24
Parochianen.
Roßdorf
35876 6 36000) 100,344
SSchneppen=
4330
hauſen:
7600) 175,503
raiſa:
21051 5 22 600 107,356
20Waſchenbach 2157 4 4 600 213,22
Weiterſtadt . 1 16 700
20000 119,76
22Wixhauſen . 14250 2 24000 168,419

Vorſtehende Ueberſicht wird mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis ge=
bracht
, daß die zielweiſe Erhebung der Umlagen in den Monaten Mai, Juli, Sep=
tember
, November 1912, Januar und März 1913 ſtattfinden ſoll.
Weiter wird bemerkt, daß die vorgeſchriebenen, für die Beſchwerden gegen die
Erhebung der Umlagen überhaupt maßgebenden Bekanntmachungen in den Beilagen
Nr. 8, 9 und 14 des Großh. Regierungsblatts vom 8., 11. Mai und 4. Juni 1912
erſchienen ſind. Von den in dieſen Bekanntmachungen genannten Tagen an laufen die
Friſten von 4 Wochen zur Vorbringung vorbezeichneter Beſchwerden. Dieſe Friſten
haben für Darmſtadt am 4. ds. Mts. für Pfungſtadt am 11. Mai d. Is und für die
übrigen Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt am 8. Mai d. Js. begonnen.
Darmſtadt, den 7. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Feyz.
13176

Bekanntmachung.

Die Kreisſtraße von Arheilgen nach Baierseich im Zuge der Kreisſtraße
Darmſtadt-Frankfurt (von Arheilgen von kem 48 ab bis zum Waldanfang, km 7.6
bei Baierseich) mit den auf dieſe Strecke auſtoßenden Querwegen (letztere dicht an
der Kreisſtraße) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter von Mittwoch, den

1912.

20. d. Mis. ab auf ea. 6 Wochen für ſümtliches Fuhrwert (Geſpamne, Automoble,
Motorräder uſw) geſpert.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung
den aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen, und zwar über Darmſtadt- Gräfen=
hauſen
-Mörfelden-Langen. Nach Maßgabe des Fortſchreitens der Pflaſterarbeiten
wird die bezeichnete Teilſtrecke wieder dem Verkehr übergeben.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der Polizei=
verordnung
vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
(11830a
Darmſtadt, den 22. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Das von der Stadt Darmſtadt ausgeführte Induſtriegleis auf der Südſeite
der Weiterſtädterſtraße iſt fertiggeſtellt.
Termin für die landespolizeiliche Abnahme der Induſtriegleisanlage iſt auf
Donnerstag, den 27. Juni 1912, nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle an=
beraumt
.
Etwaige Einwendungen gegen die planmäßige Ausführung der Anlage ſind
bei Meidung des Ausſchluſſes in dieſem Termin vorzubringen.
(13174
Darmſtadt, den 15. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Landwirte unſeres Kreiſes, daß bei
dem Großh. Provianramt Darmſtadt Heu neuer Ernte unmittelbar von der
Wieſe angefahren werden kann. Es muß jedoch vollkommen trocken und noch nicht
in Schweiß geraten beim Amt ankommen, was erfahrungsmäßig nicht mehr der
Fall iſt, wenn es länger als 1 Tag vor der Ablieſerung auf den Wagen oder die
Bahn verladen worden iſt.
Anfuhr täglich von 6 Uhr früh an.
Jede weitere Auskunft erteilt mündlich, telefoniſch oder ſchriftlich das Pro=
viantamt
Darmſtadt.
Darmſtadt, den 13. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.; v. Werner.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung noch beſonders in Ihren
Gemeinden zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.
(13173is
Darmſtadt, den 13. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In. Vertr.: v. Werner.

Bekanntmachung.

Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft zu Darmſtadt hat die landespolizei=
liche
Abnahme einiger Aenderungen der Gleisanlagen an der elektriſchen
Straßenbahn dahier beantragt. In Betracht kommen die Aenderungen gegenüber
dem Weſtausgang der Friedrichsſtraße an dem ehemaligen Heſſiſchen Ludwigs=
bahnhof
und an der Südweſtecke des Großh. Reſidenzſchloſſes auf dem Marktplatz.
Die Pläne der Aenderungen liegen in der Zeit von Mittwoch, den 19.
bis Mittwoch, den 26. d. Mts. einſchließlich auf Großh. Polizeiamt dahier zu
Jedermanns Einſicht offen. Etwaige Einwendungen hinſichtlich der planmäßigen
Ausführung der Aenderungen ſind innerhalb dieſer Friſt bei Meidung des Aus=
ſchluſſes
bei Großh. Polizeiamt vorzubringen.
Darmſtadt, den 16. Juni 1912.
(13213
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Die Heſſiſche Eiſenbahnaktiengeſellſchaft zu Darmſtadt beabſichtigt eine Er=
weiterung
der elektriſchen Straßenbahn dahier und die Einrichtung elektriſchen Be=
triebs
mit oberirdiſcher Stromzuführung auf den im Stadtgebiete liegenden Strecken
der Dampfſtraßenbahn durchzuführen.
Zeſchreibungen und Planentwürfe liegen in der Zeit von Dienstag, den 18.
bis Dienstag, den 25. ds. Mts. einſchließlich im hieſigen Stadthauſe zu Jeder=
manns
Einſicht offen.
Termin zur landespolizeilichen Prüfung der Projekte wird anberaumt
auf Donnerstag, den 27. ds. Mts., vormittags 9¼ Uhr, im Rathaus ( Markt=
platz
) dahier.
* Einwendungen gegen die Projekte ſind bei Meidung des Ausſchluſſes in dem
Termin vorzubringen.
(13212
Darmſtadt, den 15. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Die Firma Georg Donges zu Darmſtadt beabſichtigt, ihren Gleisanſchluß in
der Weiterſtädterſtraße zu verändern. Beſchreibung und Planentwurf liegen in
der Zeit von Dienstag, den 18. ds. Mts. bis Dienstag, den 25. d. Mts. zu
jedermanns Einſicht im hieſigen Stadthauſe offen. Termin zur landespolizei=
lichen
Prüfung des Entwurfes iſt feſtgeſetzt auf Donnerstag, den 27. Juni ds. Js.,
nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle. Einwendungen gegen das Projekt ſind
bei Meidung des Ausſchluſſes in dem Termin vorzubringen.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(13211

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56 be=
ſinden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(13197

Bekanntmachung.

Die diesjährige ordentliche Mitgliederverſammlung des Heſſi=
ſchen
Schutzvereins für entlaſſene Gefangene findet
Dienstag, den 25. d. Mts, nachmittags 4¼ Uhr,
zu Bensheim a. d. B. im Rathausſaal ſtatt.
Um recht zahlreiches Erſcheinen wird im Intereſſe der guten
Sache freundlichſt gebeten.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
(13201
Der Vorſtand des Vereins:
Dr. Preetorius,
Becker,
Großh. Generalſtaatsanwalt,
Großh. Kanzleidirektor,
Vorſitzender.
Schriftführer.

Verſteigerungs=Anzeige.

Mittwoch, den 19. Inni 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 19 (Roſenhöhe) verſchiedene
Möbel, darunter Diwans, Schreibtiſche, Vertikos, Waſchkommoden,
Spiegelſchränke, Trumeauſpiegel, Bücherſchränke, Pianinos, 1 Silber=
ſchrank
, ſilb. = u. Kaffeelöffel, Meſſern, Gabeln, Tee= Kaffee=,
Likörſervice, Nippſachen, 38 Bände Meyers u. 2 Bände Brockhaus
Lexikon, und an Ort und Stelle 1 Partie Gerüſtſtangen, Diele,
Handkarren u. Speispfannen zwangsweiſe verſteigert.
(13227
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, 1.

Augrescheſeigemng.

Die Verſteigerung des Heugraſes
von den ſtädtiſchen Wieſen öſtlich
des Friedhofs uſw. vom 6. und
7. ds. Mts. iſt genehmigt.
Die Mähſcheine können bei der
Stadtkaſſe in Empfang genommen
werden und müſſen bis 20. d. M.
eingelöſt ſein.
(13162oi
Darmſtadt, den 10. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Oeffentliche Impfung.

Unentgeltliche Impf= und Nach=
ſchautermine
finden, ſolange. Be=
dürfnis
, jeden Mittwoch, nach=
mittags
von 5 Uhr ab, im Schul=
haus
in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.

Wer tauſcht älteres Motorrad
239 gegen ein noch faſt neues
Herrenrad um gegen entſpr. Auf=
zahlung
. Offert. erbitte u. 8 48 an
die Expedition ds. Bl. (*14854im

eu, ſchw. echt. Flügelb)
amenhut billig zu verkaufen.
Landwehrſtr. 11, part. (*14846

Kirſchen=Verſteigerung.

Mittwoch, den 19. Juni d. Js., nachmittags 4 Uhr,
wird die Kirſchen=Ernte auf der Großherzoglichen Marienhöhe öffent=
lich
meiſtbietend verſteigert.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
Großherzogliches Hofmarſchallamt.
J. A.:
13232)
Meinhardt.

Heugras=Verſteigerung.

Donnerstag, den 20. Juni, vormittags 10 Uhr
beginnend, wird das Heugras von ca. 15 Morgen Wieſen der Ge=
meinde
Traiſa an Ort und Stelle abteilungsweiſe meiſtbietend ver=
ſteigert
. Zuſammenkunft am Bahnübergang der Odenwaldbahn.
Großh. Bürgermeiſterei Traiſa.
Walter.
(13190

ADDTuen
Rheinstrasse 6
ſind Ziegel, Fenſter, Türen, Oefen
und Herde, Brenn= und Bauholz,
Backſteine und rauhe Steine ſofort
billia abzugeben.
(*14829ids

Kuterhalt. Sofa und 1 Hänge=
lampe
billig zu verkaufen
Rhönring 25, L.
(13220ids

Zu berkanfen: Weite Meiall=
O bettſtelle mit 3teil. Wollmatr.,
Keil, Federbett, 2 Kiſſen, Waſchtiſch
mit Spiegelaufſatz, Nachttiſch mit
Marmorplatte, 2türiger Schrank,
Waſchgarnit., groß. Kabinenkoffer.
Anzuſehen tägl. von 12½ bis 2 Uhr.
Näheres in der Exved. (13188im

Közenig getragener, faſt neuer
heller Sommeranzug für
20 Mk. zu verkaufen. Anzuſehen
zwiſchen 10 und 2 Uhr. (*14850im
Rühll, Waldſtr. 9. 3. St.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

Nummer 141,

Gescharisverlegung und Enprenlunge

Meinen geehrten Geschäftsfreunden und dem titl. Publikum von Darmstadt und
Umgegend beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, dass ich meine seither Rheinstr. 6
innegehabten Geschäftsräume nach

Rheinstrasse

Stock

(Haus Hachenburger Sohn)
verlegt habe und an das Fernsprechnetz unter
Nr. 1961

angeschlossen bin.

13226)

Hochachtungsvoll
Erich Meinhardt
Tapetenhandlung.

Verſteigerungs=Anzeige.

Donnerstag, den 20. Inni I. J., vorm. 9 Uhr
verſteigere ich im Hauſe Moosbergstrasse 44½
auf freiwilligen Antrag des Erben die zum Nachlaß des Fräulein
Marie Korell gehörigen Möbel u. Haushaltungs=Gegenſtände, als:
1 Sofa, 1 Chaiſelongue, 1 Damenſchreibtiſch, 1 Salon=
tiſch
, 1 Büfett, 1 Vertiko, 2 Hocker, 1 Bauerntiſch,
1 Ausziehtiſch, 2 Etageren, 1 Ständerſäule, 1 Spiegel
mit Trumeau, 2 Kommoden, 1 Flur=Garderobe, 1 Haus=
apotheke
, 1 Schränkchen mit Aufſatz, 1 Nähmaſchine
(Naumann) für Hand= und Fußbetrieb,
ſo gut wie neu, und ſonſt. kleine Möbel, Spiegel, Bilder,
2 Teppiche, Vorhänge und 1 Wanduhr, verſchied. Stühle
und Seſſel; ferner 2 kompl. Betten mit Roßhaar=
Matratze, 2 Waſchkommoden mit Marmorplatte,
2 Nachttiſche, 1 Spiegelſchrank, 1 pol. Kleider=
ſchrank
, 1 Küchenſchrank, 1 Küchentiſch, faſt neu, 1 Putz=
ſchränkchen
, 1 Fliegenſchrank, 1 Stehleiter, 1 Petroleum=
ofen
, 1 Gaszuglüſter ꝛc.
Die Möbel ſind ſehr gut erhalten und faſt alle in nußb

poliert.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
(13224im
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Der Verkauf der Restbestände unseres Detailwaren-
lagers
wird nur noch bis Ende dieses Monats im Ladenlokal

4 Kirchstrasse 4

zu Versteigerungspreisen

fortgesetzt. Es sind noch vorrätig in reichhaltiger Auswahl:
Elegante Herren und Knaben-Anzüge, Gehrock-
Anzüge u. einzelne Gehröcke, Sport-Anzüge,
Ueberzieher u. Ulster, Pyjacks, Werktags- u.
Sonntags-Hosen, Pelerinen, Knaben- Wasch-
blusen
u.-Anzüge, Sommer- u. Winterjoppen,
Berufskleider aller Art etc. etc.
Buxkinstoffe für Herren- u. Knaben-Anzüge, für Damen-
kostüme
und Röcke.
Kleiderstoffe, Bettwaren, Vorhangstoffe, Trikotagen,
fertige Hemden, Schürzen, Kinderkleider, Handtücher,
Oxfordstoffe für Kleider, Blusen, Jacken, Röcke und
sonstige Manufakturwaren etc.
(13178a
Günstige Gelegenheit für Wiederverkäufer zu billigem Einkaufe.

Oppenheimer & Co., Detail: Kirchstr. 4.

Wegen Räumung meiner Baumſchule

Gärtnerei Heinrich Schneider, Hoflieferant

Schwanenstrasse 39

Telefon 780.

Wegen Trauerfall

bleibt mein Geschäft ab Montag
auf 8 Tage geschlossen.
Goddelau, 17. Juni 1912.
An

(13191

Leopold Schellenbero

Konſursperſahren.

Ueber das Vermögen des Manu=
fakturwarenhändlers
Georg Kär=
cher
I. in Griesheim bei Darm=
ſtadt
wird heute, am 17. Juni 1912,
vormittags 117 Uhr, das Konkurs=
verfahren
eröffnet.
Der Kaufmann Ernſt Wolff in
Darmſtadt wird zum Konkursver=
walter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
5. Inli 1912 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen Ver=
walters
, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Freitag, 12. Juli 1912,
nachmittags 3½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Neues Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß,
Saal Nr. 118, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkurs=
maſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den Gemein=
ſchuldner
zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung auf=
erlegt
, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache abgeſon=
derte
Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 5. Juli 1912 Anzeige zu
machen.
(13231
Zugleich wird ein vorläufiger
Gläubigerausſchuß beſtellt, zu
deſſen Mitgliedern ernannt werden:
1. Otto J. Wolff in Frankfurt a. M.,;
2. der Inhaber der Firma L. &
W. Levy daſelbſt und 3. der In=
haber
der Firma Hermann Engel
daſelbſt.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II

in der Dieburgerſtraße, am Parkhauspfad, und um mir den Umzug
nach meinem neuen Grundſtücke an dem neu angelegten Täubches=
höblenweg
zu erleichtern, verkaufe meine großen Beſtände an
Coniferen, Obstbäumen, Rosen, Ziersträucher
ete, etc. zu bedeutend herabgeſetzten Preiſen.
Für Coniferen naht nun die beſte Pflanzzeit.
Insbeſondere mache aufmerkſam auf meine Blautannen,
Taxus und Burus in allen Formen, Nordmannstannen, Cy=
preſſen
uſw.
(13230

Konkursverfahren.

Das Verfahren, den Konkurs
über das Vermögen des Zimmer=
meiſters
Karl Lorenz in Darm=
ſtadt
betreffend, wird wegen Unzu=
länglichkeit
der Maſſe eingeſtellt.
Termin zur Abnahme der Schluß=
rechnung
, zur Erhebung von Ein=
wendungen
und etwaigen Beſchluß=
faſſung
über nicht verwertbare
Sachen wird beſtimmt auf (13204
Freitag, den 12 Juli, vormit=
tags
10 Uhr, Zimmer Nr. 219.
Als Vergütung wird dem Ver=
walter
die nach Abzug der Koſten
verbleibende, etwa 200 Mark be=
tragende
Maſſe zugewieſen.
Darmſtadt, 13. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht I.

Freiwillige
Verſteigerung.

Vonnerstag, 20. Jnni 1912,
vormittags 9 Uhr,
ſollen die den Geſchwiſtern Ernſt
und Albert Ziſſel zuſtehenden Im=
mobilien
:
Flur Nr. qm
II 275 578 Hofreite Alexan=
derſtr
. Nr. 15,
II 276 154 Grabgarten da=
ſelbſt
,
II 277 58 Hinterbau und
Holzſtall da=
ſelbſt
,
zwecks Aufhebung der Gemein=
ſchaft
in unſerem Büro öffentlich
verſteigert werden.
(V12112
Dieſe Verſteigerung ſoll die
letzte ſein und bei annehmbarem
Gebot der Zuſchlag erteilt werden.
Darmſtadt, 28. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.

Schöne junge Kätzchen zu ver= Müte w. j. Geſchm. entſpr. chicgarn. i. u.
Siſchenken Karlſtr. 97, I. r. (*14818 M g. d. H. Ludwigspl. 8, V. III. (12737

Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen per
ſofort, billig und gut.
(7894a

lt. Kinderwagen
Hügelſtr. 2, II.

bilig abzug.
(*14861

Postkurten Woche
ss der Grossherzogin. 38

Bekanntmachung

an die Verkaufsstellen!

Die Postkartenwoche ist mit dem 16. Juni zu
Ende gegangen. Für die überaus freundliche Mit-
wirkung
der Darmstädter Laden-Inhaber dankt die
Geschäftsstelle. Die gratis übergebenen Probebilder
werden den Verkaufsstellen überlassen. Die fest
abgenommenen Bilder werden am Dienstag und Mitt-
woch
mittag von 36 Uhr in der Geschäftstelle im
alten Palais gegen Rückvergütung des gezahlten
Preises auf Wunsch zurückgenommen.

Die Flugpost am Rhein und Hain

bleibt mit Genehmigung des Reichspostamtes Berlin
bis Sonntag, den 23. Juni, in Betrieb. Bis
dahin sind die noch übrigen Ansichtspostkarten, alle
Flugpostkarten und Flugpostmarken von Wiederver-
käufern
mit dem bekannten Rabatt aus dem Depot der
Geschäftsstelle bei der Firma J. Ph. Leuthner,
Ernst-Ludwigsplatz, zu beziehen. Dort wird auch
ein Plakat der Flugpost p. p. abgegeben. Das Luft-
postamt
bleibt bis Sonntag geöffnet. Die neue
Luftpostmarke zu 30 Pfg., die jede Karte zur
Luftpostkarte macht, kommt heute heraus. (13225

Unübertroffene Qualität
Höchſter Nährwert!

Reformbutter

Hövelers

Nächste Woche

Reformhafer

(Hafererſatz)
nur allein echt zu haben bei (13177a
Carl Manck Nachf.,
Wendelſtadtſtraße 40.

Ziehung am 26. und 27. Juni.
Grosse
Frankfurter-Lotterie

zu Gunsten des Vereins für
Luftschiffahrt.

4492 Gewinne im Werte von Mk.

lleue Mobel

weit unterm Preis:
Schreibtiſch (Diplomat) 72 Mk.,
ff. Bücherſchrank 110 Mk., hochf.
Vertikos 65 Mk., Ausziehtiſch,
110 cm lg, 25 Mk., Trumeau
40 Mk., Diwans 42, 50 u. 55 Mk.,
Nähtiſchchen16M., Büſtenſtänder
8 Mk., Plüſchtiſchdecken 10 Mk.,
Flurſtänder 17 Mk., Bilder billig;
ferner 1 Spiegelſchrank,
130 cm br., hell gewichſt, mit
2 Schubkaſten, faſt neu, prima
Arbeit, 95 Mk., abzugeben (*14900
Gartenſtraße 20, parterre.

AESE GES
583
6
G

Gelegennenshaut.

Frankfurter Lose 3 Mk.;
Porto u. Liste extra 30 Pfg.
versenden die General-Debits
Ferd. Schäfer
Düsseldorf, Königsallee 52.
Louis Hederich
Frankfurt a. M. Fahrgasse 148.
Auch zu haben in allen Lotterie-
geschäften
u. durch Plakate kennt-
lichen
Verkaufsstellen.

2 Bettſtellen, eichen mit Stahl=
und Kapockmatratzen, 1 Waſch=
kommode
mit Marmor u. Spiegel=
aufſatz
, 2 Nachtſchränke, 2 Stühle,
1 Handtuchſtänder, faſt neu,
zuſammen für 240 Mk. abzugeben
Gartenſtraße 20, parterre. (*14901

zanz neuer Kinderwagen,
nur 2 mal gebraucht, ſofort
zu verkaufen. Zu erfr. Hölges=
(*14843ids
ſtr. 10, III., V.

ettſtelle m. Matr. u. 2=türiger
Kleiderſchr. zu verkauf. Nieder=

Ramſt.=Str. 16, Vdh. III. I. (*14859

1
Gespul

und Kartoffelſchalen
abzugeben (*14886id
Pankratiusſtraße 7.

Sitz= Liegewagen mit Stühlchen
für 2 K. geeignet zu verkauf.
Weinberaſtr. 14. H. pt. l. (B13216

[ ][  ][ ]

Nummer 141.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

Seite 13.

im Doppel-Wag

iſt eingetroffen.
Engros=Verkauf im Schlachthof
Detail=Verkauf in meinem Geſchäftslokal: Große Ochſengaſſe
per Pfund 76 Pfg.
per Pfund 76 Pfg.
Telephon 53; Mam Guckenheimen relephon 537

die Qualität des von mir eingeführten Fleiſches weiteren
NB. Uml tagen im Erbprinzen‟.

Kreiſen zu zeigen, verkaufe ſolches an allen Markt=
(13198

Garten=Wirtſchaft
und gute Küche, bevorzugt von Dielen, bietet der
Brauerei=Ausſchank Heß, Kirchſtraße.

13034a

Einladung

zur Generalverſammlung der Zentralanſtalt für Arbeits=
und Wohnungsnachweis in Darmſtadt
auf
Freitag, 21. Juni 1912, abends 8½ Uhr
im stäatisehen Faalbau (Voreimmer des Gartenſals,
Eingang Riedeſelſtraße).
Tagesordnung: 1. Erſtattung des Jahresberichts für 1911; 2. Vorlage
der Rechnung für 1911; 3. Voranſchlag für 1912; 4. Organiſations=
fragen
: 5. Erlaß einer Benutzungs= und Hausordnung. (13212

Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.

Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten ea
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897

Konzertsaal Perkeo
Alexanderstrasse 12 und 14.
(12034a
Täglich das grosse Variété- u. Theaterprogramm.

Soeben gelangte zur Ausgabe:
Juni=Heſt 1912

der

Heſſiſchen Chronik

Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Dr. F. Schrod: Hofrat Bernhard Meyer. Stadtpfarrer
D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Wormſer reformierte Militär= und Flücht=
lingsgemeinde
, 16441650. Profeſſor Dr. Willy Liſt. Rektor K.
Wehrhan: Vom Mäuſeturm bei Bingen und anderem alten Aberglauben
unſerer Gegend. Dr. Philipp Loſch: Die erſte Volkszählung in Heſſen.
Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Ein Darmſtädter Original aus
dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Zur Einwanderung der Schweizer
in den Odenwald. Bücherſchau. Aus Zeitſchriften. Umfragen.
Nachrichten.

Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der Heſſiſchen Chronik
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(13185ids
A. Schrimpff und Frau
empfohlen von ersten hiesigen Familien
Neckarstrasse 22, parterre
(*14866
Iastitut für Tanzkunst und Kallisthenie!
Einem Privatkursus können noch Damen und Herren beitreten.
Eigener Unterrichtssaal.

(Direktion: Willy Roemheld.)

Freitag u. Samstag
21. u. 22. Juni, 8 Uhr:

Mhene rhimer
vom Deutschen Theater
Berlin
semble (20 Mitglieder)
Und das 1i
Scheinet in der
Finsternis

Drama in 5 Aten
von Leo Tolstoi.

Preise: 3, 2, 1.50 u. 1 Mk.
Vorverkauf: Verkehrsbüro.

Wäglich friſches Kalbsgetröfe,
Lungen, Leber, Herzen ꝛc.,
Hammelsbruſt, Hammelsbraten,
Kalbsbraten, gerollt. Kalbsnieren=
braten
in allen Größen vorrätig.
Spezialität: Gehackte Kalbskotte=
letts
in allen Größen vorrätig.
Louis Hein, Hofmetzger,
Schuſtergaſſe 19.
(10254a

Kinderwagen
ſehr aut erhalten 18 Mk., Kinder=
ſitzklappſtuhl
4 Mk. zu verkaufen.
Inſelſtr. 21, 1. St. inks. (3203imd

Ein intereſſanter, leinreicher Vortrag findet am Donnerstag=
den
20. Jnni, im Kaiſerſaal über das
upfkoch-System Original Bade Duplez‟
ſtatt. Die verſchiedenen Verwendbarkeiten des
Dampf-Einkochers Original Bade Duplez‟
zum Friſchhalten von Obſt, Gemüſe, Fleiſch uſw., Dämpfen von
Gemüſe und zur Fruchtſaftbereitung werden praktiſch vorgeführt
und ſachlich erläutert, ſodaß ſich jede Hausfrau ſofort ein abſchließen=
des
Urteil über den hohen Wert dieſes Syſtems bilden kann.
Zugleich Ausſtellung ſämtlicher
Original Bade Duplex‟- Artikel.
(13054sim
Um recht zahlreichen Beſuch bittet
Carl Bayer, Schulſtraße 7
Eiſenhandlung
Beginn 3 Uhr nachmittags.
Eintritt frei.

Vereinigte Gesellschaft.
Mittwoch, 26. Juni:
Ausflug nach Bensheim
Abfahrt 5 Uhr. Fahrt bis Auerbach. Spaziergang von
Auerbach nach Bensheim. 6¾/ Uhr warmes Abendeſſen
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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

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21)

Wie ein goldiges, ſonniges Phantaſiebild ſtand die
Zeit, die ſie mit Ellerburg verlebt, vor ihrer Seele, wie ein
ſchöner Traum, den man in der Kindheit geträumt und
auch im Alter nicht vergeſſen kann. Kein Schatten, kein
Mißton trübte dieſes Bild, das rein und klar ſich ab=
zeichnete
von dem Hintergrunde ihrer keuſchen Seele.
Kein Schatten ruhte auf dem Bilde des Mannes, der in
ihrem Herzen lebte. Sie wußte, daß auch er ſie liebte, daß
er gegen dieſe Liebe gekämpft und ſtark geblieben war
in der Entſagung. Sie dankte es ihm, denn ſie war ſich
ihrer eigenen Schwachheit bewußt er hätte nur die
Hand ausſtrecken brauchen, und ſie wäre an ſein Herz ge=
ſunken
, um Leben und Welt in ſeinen Armen zu vergeſſen.
Dann würde das ſchöne Traumbild zerſtört, die Er=
innerung
an die ſchönen, ſonnigen Tage mit Bitterkeit ver=
miſcht
, die Reinheit ihrer Liebe vernichtet und ihr heiliges
ſein. Sie war ihm dankbar für ſeine Kraft, an der ſie ſich
jetzt emporrichten konnte; ſie dankte ihm, daß er ihr ſein
Bild nicht getrübt hatte.
Ihren Studien gab ſie ſich jetzt mit allem Eifer hin.
Im nächſten Jahre, wenn ſie das volljährige Alter erreicht,
mußte es ſich entſcheiden, ob ſie zur Bühne gehen ſollte,

der nicht. Bis dahin wollte ſie auf jeden Wunſch ver=
zichten
, um nicht Unfrieden in die Familie zu tragen.
Denn ihre Großeltern und ihr Vormund, der Bruder ihrer
Mutter, waren noch immer entſchiedene Gegner dieſes
Planes. Sie brauſten zornig auf, wenn nur eine leiſe
Andeutung gemacht wurde. Ja, Onkel Franz hatte ſogar
einmal mit der Obervormundſchaft gedroht, der er den Fall
unterbreiten wollte, um der Mutter und dem Stiefvater die
Erziehung Elfriedens zu nehmen. Dieſen Konflikt wollte
ſie unbedingt vermeiden, ſah ſie doch, daß ihre Mutter
ſchon jetzt unter der Entfremdung litt, die der Tochter
wegen zwiſchen ihr und ihren nächſten Verwandten ent=
ſtanden
war. Aber ihren Plan ganz aufzugeben, ver=
mochte
ſie nicht; dazu nahm ſie ihren künſtleriſchen Beruf
viel zu ernſt. Und jetzt konnte ſie erſt recht nicht verzichten,
wo die Liebe zu einem Mann, dem ſie nie zu eigen werden,
den ſie aber auch niemals vergeſſen konnte, Beſitz von ihr
ergriffen hatte. Einem anderen Manne die Hand zu
reichen, war ihr unmöglich geworden, und tatenlos, als ein
alterndes Mädchen innerhalb der Familie dahinzudäm=
mern
, das wiederſtrebte ihrem ganzen energievollen
Weſen.
Nein, jetzt mußte ſie erſt recht vorwärts und ſich eine
Stellung in der Welt erobern, damit er ſah, daß er keiner
Unwürdigen ſeine Liebe zugewandt hatte!
Sie ſaß in ihrem Zimmer, als die Tür raſch geöffnet

wurde und ihr Stiefvater, einen Brief in der Hand hal=
tend
, haſtig eintrat.
Eine intereſſante Neuigkeit, rief er, denke dir, Graf
Ellerburg iſt in Berlin eingetroffen und will uns heute
Abend beſuchen. Er möchte mit mir über die Aufführung
der Klytig Rückſprache nehmen.
Elfriede erglühte in freudigem Schreck.
Iſt es dir unangenehm oder peinlich, mit dem Grafen
zuſammenzutreffen, fuhr Wendeborn fort, ſo könnteſt du
ja für heute Abend zu Bekannten gehen.
Das iſt doch nicht dein Ernſt, Papa, entgegnete El=
friede
mit leichtem Unmut. Ich freue mich, den Grafen
wiederzuſehen.
Hm Mama meinte, es ſei beſſer
Elfriede erhob ſich und legte den Arm um die Schulter
Wendeborns. Auf ihren Lippen ſchwebte ein ernſtes,
ſtolzes Lächeln.
Mama kann ruhig ſein, lieber Papa, ſagte ſie feſt und
beſtimmt. Und du wirſt mir doch vertrauen falſche
Sentimentalität iſt nicht meine Sache.
Bravo! dann iſt ja alles gut. Gewiß habe ich volles
Vertrauen zu dir. Ich fragte auch nur, weil Mama
meinte . . . aber ich ſelbſt habe ihr ſchon geſagt, daß keine
Gefahr dabei iſt.
Nein, Papa, keinerlei Gefahr, erwiderte Elfriede mit
einem eigenen, ſtolzen Zug um die Lippen.

[ ][  ][ ]

Dann hilf der Mama ein wenig in der Küche. Ich
habe den Grafen gebeten, bei uns zu Abend zu eſſen.
Ja, lieber Papa von Herzen gern.
Die Freude des Wiederſehens rief in Elfriede eine’faſt
übermütige Fröhlichkeit hervor. Sie neckte ſich mit Grete
herum, die in beinahe noch größerer Aufregung ſchien,
als ihre Schweſter es war. Frau Martha war völlig be=
ruhigt
. Wer ſo harmlos luſtig ſein konnte, bei dem ſaß
die Liebe nicht ſo tief, meinte ſie und zerſtreute damit alle
ihre Bedenken.
Das Wiederſehen geſtaltete ſich äußerſt herzlich. Als
der Graf Elfriedes Hand an die Lippen führte, erbebte ſie
zwar und eine heiße Glut ſtieg in ihre Wangen, aber dann
plauderte ſie harmlos und fröhlich mit ihm und unter
Lachen und Scherzen wurden die Erinnerungen an den
Aufenthalt auf Rügen ausgetauſcht.
Doktor Wendeborn war ſehr geſpannt, zu hören, was
der Graf mit ihm beſprechen wollte. Aber dieſer meinte
lachend: Nein, heute kommt erſt das Vergnügen und dann
das Geſchäft, Nach Tiſch wollen wir vom Geſchäft reden.
Unter heiteren Geſprächen nahm man das Abendeſſen
ein. Dann brachte Frau Martha die jüngeren Kinder zur
Ruhe und der Graf und Doktor Wendeborn zogen ſich in
Wendeborns Arbeitszimmer zurück.
Kommen Sie nur mit uns, Fräulein Elfriede, ſagte
der Graf. Sie müſſen mit anhören, was ich Ihrem Herrn
Papa über die Klytia zu ſagen habe. Vielleicht können Sie
uns einen Rat geben.
So nahm denn auch Elfriede in ihres Vaters Arbeits=

zimmer Platz. Die Herren zündeten ſich Zigarren an, El=
friede
reichte ihnen Kaffee und ein Gläschen Chartreuſe,
dann ſaßen ſie eine Weile ſchweigend da.
Bewundernd ruhten die Augen des Grafen auf der
ſchlanken Geſtalt Elfriedens, die in einem hochlehnigen,
altmodiſchen Seſſel ſaß und von dem durch einen roten
Schleier gedämpften Lampenlicht ſanft überſtrahlt wurde.
Ein glücklicher, traumhafter Ausdruck lag auf ſeinem Ant=
litz
; als er aber gar zu lange ſchwieg, wurde Doktor
Wendeborn ungeduldig und mahnte mit einem: Nun,
lieber Herr Graf, was haben Sie mir mitzuteilen?
Ellerburg ſtrich ſich, wie aus einem Traum erwachend,
mit der Hand über die Stirn.
Ja ſo entſchuldigen Sie, lieber Freund. Aber
Unangenehmes hört man noch früh genug.
Unangenehmes?
Nun ja kurz heraus, die Aufführung Ihres
Werkes iſt für dieſe Saiſon in Frage geſtellt.
Ach nicht möglich!
Alle Vorbereitungen ſind getroffen, fuhr der Graf fort.
Die Koſtüme, die Kuliſſen, die Szenerien ſind hergeſtellt.
Ich kann ſagen, daß ich keine Mühen und Koſten geſcheut
habe. Aber manchmal wollte ich faſt verzweifeln. Denn ſo,
wie Ihr Werk mir vorſchwebt, ſo, wie wir es auf Rügen
ſelbſt gleichfam erlebt haben, ſo wollte es mir nicht ge=
lingen
. Und dann die Rollenverteilung! Sie glauben
nicht, beſter Doktor, wie ſchwierig dieſe war. Die Männer=
rollen
- das ging noch. Der Norbert gibt einen erträg=
lichen
, iugendlich ſentimentalen Liebhaber ab und in unſe=

rem erſten Helden haben wir ebenfalls eine ſehr tüchtige
Kraft. Auch Brüggemann als Gott Pan iſt gut. Aber die
Damen! Mit einem Wort, ich kann die Rolle der Klytia
nicht beſetzen.
Aber wie iſt das möglich? Sie ſchrieben mir doch,
Fräulein Scheideman ſollte die Rolle ſpielen!
Sie hat abgelehnt.
Und weshalb?
Nun, ich will es Ihnen offen geſtehen: weil ich ihr
einige Male mein Mißfallen über ihre Auffaſſung der Rolle
in ſehr unzweideutiger Weiſe zu erkennen gegeben habe.
Aber Sie können die Dame doch zwingen?
Das wohl, dann verdirbt ſie uns aber die ganze Auf=
führung
. Sie läßt es eben darauf ankommen, weil ja,
ja, weil ſie der Liebling des Herzogs iſt! Da iſt nichts zu
machen. Das ſind ſo die Leiden und Freuden eines Hof=
theater
=Intendanten, mein Lieber!
Da muß man eben eine andere Klytia ſuchen!
Brav geſprochen. Aber wo ſie finden? Ich bin ſchon
bei drei Theater=Agenten geweſen, aber ſie haben nichts
ordentliches mehr auf Lager, wie ſie ſagen. Man könnte
ſich freilich durch ein Gaſtſpiel helfen, dann müſſen wir aber
die Aufführung hinausſchieben.
Wie unangenehm! Ich hatte ſo große Hoffnungen auf
dieſe Aufführung geſetzt. Von ihr hängt es ab, ob mein
Werk am hieſigen Schauſpielhaus aufgenommen wird.
Ich ſelbſt bin troſtlos, lieber Freund. Wir müſſen
uns eben in das Unvermeidliche fügen.
(Fortſetzung folgt.?

Nummer 141.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Juni 1912.

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