Darmstädter Tagblatt 1912


04. Juni 1912

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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
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M. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

In Hamburg fand geſtern in Gegenwart des Her=
zogspaares
Johann Albrecht zu Mecklen=
burg
die Eröffnung der Kolonialausſtel=
lung
ſtatt.
Im Reichsamt des Innern trat geſtern eine
Konferenz zur Beratung von Handwer=
kerfragen
zuſammen.
Die Wahlen in Belgien ergaben einen Sieg der
Klerikalen und der Regierung.
Der engliſche Kriegsminiſter Haldane
iſt zu mehrtägigem Aufenthalt in Kaſſel eingetroffen.
Präſident Taft hat ſich mit dem deutſchen Botſchaf=
ter
und anderen hohen Perſönlichkeiten zur Begrü=
ßung
des deutſchen Geſchwaders nach
Hamptonroads begeben.

Lärmpolitik und Realpolitik.

* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreiben die Münchener
Neueſten Nachrichten: Von vielen Seiten beſchäftigt man
ſich jetzt mit der Frage nach dem Grund der Aenderung
in der Haltung der Sozialdemokratie im Reichstag.
Dieſe Frageſtellung iſt an ſich ſchon falſch. Die Sozial=
demokratie
hat im Reichstag ſoweit poſitiv geſtimmt, wie
man es vernünftigerweiſe überhaupt für jetzt erwarten
konnte, und im Falle der Erbſchaftsſteuer ſogar poſitiver,
als ſelbſt Optimiſten zu hoffen wagten. Daß der Erb=
ſchaftsſteuerantrag
vor der Hand nur platoniſche Bedeu=
rung
hat, ändert daran nichts; denn daran iſt die Sozial=
demokratie
nur in dem Sinne ſchuld, daß die Reichs=
reitung
dieſes. Geſchenk nicht aus den Händen der Sozial=
Semokratie annehmen, daß ſie nur dann eine Erbſchafts=
keuer
haben will, wenn ſie auch ohne die 110 zu haben
iſt: eine Zwangsvorſtellung, als deren Opfer der
Staatsſekretär Wermuth auf der Strecke geblieben iſt.
Die Aenderung liegt, zum wenigſten bis jetzt, nicht in
den Taten, ſondern in den Reden. Auf die gemäßigten
Reden der erſten Wochen ſind die unwürdigen Ausſchrei=
ungen
der letzten acht Tage gefolgt, mit denen der hero=
tratiſche
Ehrgeiz der Lärmmacher aus dem preußiſchen
Abgeordnetenhauſe ſeinen Einzug in den Reichstag zu
zalten ſchien. Die Herren Scheidemann, Lenſch, Lede=
dour
läſterten und ſchmähten ſo rückſichtslos und zugleich
offenbar ſo planmäßig, daß es in der Tat nicht erlaubt
ſt, von bloßen Entgleiſungen zu reden.
Wir erblicken vielmehr in dieſer Hingabe an die
chlechten Inſtinkte großſtädtiſcher Maſſenverſammlungen
inen bewußten Zweck. Nur bedeutet es eine Verkennung
eder Verkehrung der Sachlage, wenn man von einem
Blan der Sozialdemokratie als ſolcher ſpricht. Es iſt
dielmehr die Gruppe der Radikalen, dieſe noch immer
nächtige, aber keineswegs allmächtige Gruppe in der
Partei, die dieſen Vorſtoß aus einer nicht ſchwer zu
rurchſchauenden Abſicht unternommen hat.
Schon lange iſt dieſer Gruppe jedes Paktieren ſowohl
nit bürgerlichen Parteien wie jede poſitive parlamen=
ariſche
Mitarbeit, ſelbſt im Sinne freiheitlicher Ent=
Dickelung, ſelbſt zur Abwehr neuer Belaſtung des Maſ=
enverbrauchs
ein herzhafter Greuel. Es iſt die nämliche
Jeſinnung, als deren Wortführer Bebel vor den Wahlen
terkündet hat, 50 Mandate ſeien ihm lieber als hundert:
ras ſtärkſte Bekenntnis zur politiſchen Unfruchtbarkeit,
on dem man jemals gehört hat.
Und nun ſind es nicht 50, ſondern 110, und die Gefahr
iner Mitarbeit wenigſtens an einigen Aufgaben bekam
Seſtalt. Das deutſche Volk erwartet jetzt nicht Worte,
ondern Taten, ſo hatte gleich in der erſten Etatsdebatte
Or, Frank=Mannheim die Lage beſchrieben. Das war zu
iel des Böſen im Sinne der wilden Männer, bei denen
isher und in Zukunft gerade das Wort als die höchſte
eiſtung des Volkstribunen gilt, einzig vielleicht noch
bertrumpft vom Schrei. Schon damals erhielt Dr.
rank eine biſſige Zenſur, weil ſeine Rede zu kurz ge=
deſen
war; deutlicher konnte die radikale Seite nicht
zigen, was ihres geiſtigen Lebens Inhalt und Krone
*. Nun hat es übergekocht, und der Deckel iſt vom
eſſel geſprungen. Gegen die Gefahr einer, wenn
uch nur begrenzten, Mitarbeit an der Geſetzgebung und
egen die Träger dieſer Gefahr, die Reviſioniſten und
sewerkſchaftler, richtet ſich in Wahrheit der durchaus nicht

ſpontane Ausbruch der Radikaliſten; und wenn nicht alles
trügt, werden wir bald noch des öfteren Einblicke in
einen Kampf erhalten, von dem die letzten parlamen=
tariſchen
Szenen nur eine Epiſode vorgeführt haben.

Die Wahlen in Belgien.

* Die Wahlen für die Kammer und Senat in Bel=
gien
ſind am Sonntag vormittag im ganzen Lande ruhig
vor ſich gegangen. Die ſtarke Wahlbeteiligung kann nicht
auffallen, da in Belgien Wahlpflicht beſteht: doch
folgte das Publikum mit großer ſichtlicher Anteilnahme
den Vorgängen und hielt von den frühen Abendſtunden
an die Boulevards der innern Stadt ſtark beſetzt, um die
erſten Ergebniſſe entgegenzunehmen, Bei der ungeheuren
Leidenſchaftlichkeit, mit der der Wahlkampf geführt wurde,
befürchtete man, daß es am Wahltage ſelbſt und an den
folgenden Tagen zu Ausſchreitungen kommen würde.
Die Regierung hatte ſich daher veranlaßt geſehen, für
Sonntagnachmittag die Truppen der Brüſſeler Garniſon
in den Kaſernen in Bereitſchaft zu halten und ein ſtarkes
Gendarmerieaufgebot aus der Provinz Brabant nach
der Hauptſtadt zuſammenzuziehen, das dort zuſammen
mit der ſtädtiſchen Polizei für die Aufrechterhaltung der
Ordnung ſorgen ſollte. Sie ließ dieſe Maßnahme ſchon
vorher durch die klerikalen Parteiblätter verkünden, jeden=
falls
der abſchreckenden Wirkung halber. ferner wurden
die drei jüngſten Jahresklaſſen der Reſerve zu den Waf=
fen
einberufen. In dem Eiſenbahnminiſterium wurde
ein Aufgebot von 200 Gendarmen bereitgehalten.
Schon um 10 Uhr abends lagen die erſten Ergebniſſe
vor. Die Wahlſchlacht ſcheint für die Klerikalen
gewonnen zu ſein. In Nivelles, Tournai, Roulers.
Thielt und Antwerpen haben ſie je einen Sitz gewonnen,
auf die die Oppoſition ziemlich ſicher rechnete. Die 20
neuen Kammerſitze dürften je zur Hälfte den Klerikalen
und der Oppoſition zufallen. Von den alten Sitzen wird
das Kartell noch einige verlieren, ſo daß die klerikale
Mehrheit von ſechs auf wenigſtens 12 bis 14 Stim=
men
erhöht werden dürfte. Die noch ausſtehenden Ergeb=
niſſe
, namentlich die aus Lüttich und dem Induſtrie=
gebiet
Mons=Charleroi können noch Verſchiebungen her=
beiführen
, doch wird vorausſichtlich das Geſamtergebnis
dadurch nicht mehr weſentlich beeinflußt werden. Die
Nachricht von einem wahrſcheinlichen Sieg der Klerika=
len
in Brüſſel rief ungeheure Aufregung hervor.
Man mißt die Mißerfolge der Oppoſition teilweiſe
dem liberalen=ſozialen Bündnis zu, das hauptſächlich in
Antwerpen mehr geſchadet als genutzt hat. Die liberalen
Blätter ſtellen feſt, daß der Tag für die Liberalen eine
Niederlage bedeutet und daß die Lage im Lande unſiche=
rer
geworden iſt als je. Die Siege der Liberalen und
Sozialiſten im Induſtriegebiet lindern nicht die Nieder=
lagen
in den weſtlichen Bezirken.

Oeſterreich und Bulgarien.

* Am Sonntag vormittag machte die bulgariſche
Königsfamilie in Wien Beſuche bei den Mitglie=
dern
der kaiſerlichen Familie. Mittags fand ein Dejeu=
ner
beim Erzherzog Franz Ferdinand ſtatt, an dem auch
die beiderſeitigen Miniſter des Aeußern teilnahmen. Die
hohen Gäſte bildeten überall Gegenſtand herzlicher Kund=
gebungen
der Bevölkerung. Königin Eleonore ſtattete
am Nachmittag der Gemahlin des Miniſters
des Aeußern Grafen von Berchtold einen
halbſtündigen Beſuch ab. Abends fand zu
Ehren der fürſtlichen Gäſte ein Galadiner in
Schönbrunn ſtatt, an dem der Kaiſer, die Mitglie=
der
der kaiſerlichen Familie, die hier anweſenden Prinzen
von Sachſen=Koburg und Gotha, die Miniſter der Aus=
wärtigen
Angelegenheiten Graf Berchtold und Geſchow, die
übrigen Miniſter und eine Reihe von Hof= und Würden=
trägern
teilnahmen. Kaiſer Franz Joſef brachte
folgenden Trinkſpruch aus:
Es gereicht mir zur lebhaften Freude, Eure Majeſtä=
ten
und die Königlichen Hoheiten den Kronprinzen und
den Prinzen Kyrill willkommen zu heißen. In einigen
Wochen, Sire, werden 25 Jahre verfloſſen ſein ſeit dem
Tage, da die Vorſehung Eurer Majeſtät die Geſchicke
Bulgariens anvertraute. Indem Eure Majeſtät von An=
tritt
der Regierung an die Politik der Weisheit und =
ßigung
verfolgten, haben Sie Ihrem Volke die Wohl=
taten
des Friedens gewahrt und mächtig beigetragen zu
dem unausgeſetzt wachſenden Gedeihen Ihres Landes.
Meine wärmſten Wünſche begleiten die friedliche Ent=

wicklung Bulgariens, das Dank der hohen Weisheit
Eurer Majeſtät ein Element der Ordnung und Ruhe auf
dem Balkan bildet. Ich bin glücklich, die Anweſenheit
Eurer Majeſtät und Königlichen Hoheiten unter uns als
ein neues Unterpfand der ausgezeichneten Be=
ziehungen
anſehen zu können, die zwiſchen unſe=
ren
Staaten beſtehen. Ich erhebe mein Glas zu
Ehren Eurer Majeſtäten und der ganzen Königlichen
Familie!
Der König von Bulgarien erwiderte: Ihre
gnädigen Willkommgrüße, die Eure Königliche und
apoſtoliſche Maſeſtät ſoeben an uns gerichtet haben,
rühren tief an mein Herz und ich ſage Eurer Majeſtät
dafür in meinem Namen, ſowie im Namen der Königin
und meiner Söhne meinen aufrichtigen Dank. Das ſym=
pathiſche
Intereſſe, das Eure Majeſtät nicht aufhörten,
dem Werke, das die Vorſehung mir anvertraute, und der
Entwicklung meines Landes ſentgegenzubringen, wofür
Eurer Majeſtät Worte mir einen neuen, koſtbaren Beweis
geben, hat es mir zur angenehmen Pflicht gemacht, Eurer
Majeſtät als Souverän an der Wende des 25. Jahres
meiner Regierung die Gefühle meiner Dankbarkeit zum
Ausdruck zu bringen. Mit beſonderer Genugtuung er=
fülle
ich heute dieſe Pflicht und nehme gleichzeitig Ge=
legenheit
, die wahren Gefühle zu bezeugen, die ich für
Eure Majeſtät hege, deren erhabene Perſon ſich in einer
langen hiſtoriſchen Regierung den höchſten Anſpruch auf
die Bewunderung und Achtung ganz Europas erwarb.
Ebenſo glücklich wie Sie, Sire, in dieſem denkwürdigen
Augenblick ein Unterpfand mehr für die ausgezeich=
neten
Beziehungen zu ſetzen, die zwiſchen unſe=
ren
beiden Staaten beſtehen, erhebe ich mein
Glas zu Ehren Eurer Majeſtät und der ganzen kaiſerli=
chen
Familie!

Deutſches Reich.

Die Handwerkerkonferenz hat geſtern
im Reichsamt des Innern in Berlin begonnen. Sie ſteht
unter dem Vorſitz des Geheimrats Spielhagen und iſt
der Beratung folgender beiden Fragen gewidmet: Bei=
träge
der Induſtrie zu den Koſten der Lehrlingsausbil=
dung
im Handwerk und Abgrenzung von Fabrik und
Handwerk Fragen, die ſchon ſeit längerer Zeit unſere
volkswirtſchaftlichen Kreiſe beſchäftigen. Zu der Kon=
ferenz
, von der man ſich eine Klärung der Sachlage ver=
ſpricht
, iſt eine begrenzte Zahl von Vertretern der Indu=
ſtrie
und des Handwerks geladen.
Die Entwicklung Kameruns im Jahr=
zehnt
190 1/10. Der neueſten Ausgabe des Amts=
blattes
für das Schutzgebiet Kamerun liegt eine ver=
gleichende
Statiſtik der Einnahmen und der Ausgaben
Kameruns während der Jahre 19011910 bei. Wir ent=
nehmen
dieſer Statiſtik im folgenden die Zahlen, die für
die Entwickelung Kameruns am markanteſten ſind.
Was zunächſt die Einnahmen angeht, ſo brachten die
Steuern i. J. 1901 rund 32 000 Mk., i. J. 1910 rund 1,93
Mill. Mk. Die Zoll= und die Nebeneinahmen der Zoll=
verwaltung
wachſen in denſelben Jahren von rund 1.00
Mill. Mk. auf rund 4,00 Mill. Mk. Die ſonſtigen Ab=
gaben
, Gebühren und verſchiedenen Verwaltungseinnah=
men
ſtiegen von rund 147000 Mk. i. J. 1901 auf rund
909 000 Mk. 1. J. 1910. Die eigenen Einnahmen des
Schutzgebietes ſtiegen mithin (unter Hinzurechnung einer
außeretatsmäßigen Einnahme von rund 36 000 Mk. für
das Jahr 1910) von 1,18 Mill. Mk. i. J. 1901 auf 6,97
Mill. Mk. i. J. 1910. Die ſteigende Entwickelung der
Einnahmen iſt ſowohl bei den Steuern wie
bei den Zöllen mit je einer Ausnahme wäh=
rend
des ganzen Jahrzehnts ſtetig geweſen.
Nicht ganz ſo ſtetig ſind die Ausgaben geſtiegen: ſie waren
in den Jahren 1903 und 1904 geringer als i. J. 1901.
ſie rund 4,55 Mill. Mk. gegen rund 8.76 Mill Mk. i.
1910 betrugen. Der Fehlbetrag, beſonders niedrig in den
Jahren 1903, 1904, 1905, 1906 und 1908, ſtellte ſich i. J.
1901 auf rund 1,44 Mill. Mk. gegenüber rund 1,95 Mill.
Mark i. J. 1910.
Rom, Köln und Berlin. Die Köln.
Volksztg. äußert ſich jetzt zu den vielerörterten Depeſchen
an den Berliner Verband und an die Frankfurter Gewerk=
ſchaft
. Sie ſchreibt:
In unſerer abwartenden Haltung kann uns die in=
zwiſchen
erfolgte Veröffentlichung der Antworttele=
gramme
des Kardinalſtaatsſekretärs nicht beirren. Wenn
auf den Unterſchied in Ton und Haltung dieſer beiden
Telegramme aus Rom verwieſen wird, der das eine als
Belobigung und Ermunterung, das andere als Ermah=
nung
, um nicht zu ſagen als Tadel, erſcheinen laſſe, ſo
verlangt die Wahrheit, ohne weiteres zuzugeben, daß ein
merklicher Unterſchied allerdings nicht zu beſtreiten iſt.
Man braucht die Bedeutung dieſer Tatſache indeſſen nicht
zu übertreiben. Sollten tatſächlich gegenwärtig in Rom
ungünſtige Meinungen über die im Kartellverband der
katholiſchen Arbeitervereine Weſt=, Süd= und Oſtdeutſch=
lands
, ſowie in den chriſtlichen Gewerkſchaften orggni=
ſierten
katholiſchen Arbeiter verbreitet ſein, ſo wäre dies
eine Tatſache, die nach unſerer feſten Ueberzeugung nur
auf irrige Informationen zurückgeführt werden könnte,

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Nummer 129.

und es verſteht ſich von ſelbſt, daß dieſe Informationen
nicht durch deutſche Biſchöfe nach Rom gelangt ſein könn=
ten
, mit deren Willen und Kraft, deren Ernennung Hun=
derte
und Tauſende ſeeleneifrige Prieſter als geiſtliche
Präſides und Generalpräſides jener Arbeitervereine fun=
gieren
. Auf dieſen Umſtand iſt beſonderes Gewicht zu
legen.
Die Abweiſung der Klage Borchardt=
Leinert. Der Oberſtaatsanwalt in Verlin hat, wie
ſchon gemeldet, die von den Abgeordneten Borchardt
und Leinert gegen den Polizeileutnant Kolb und vier
Schutzleute erſtattete Anzeige, bei der es ſich im Grunde
auch nur um Agitationszwecke handelte, zurückgewieſen.
In der Begründung wird die der Anzeige wegen Ver=
brechens
im Sinne der Paragraphen 105 und 106 des
Strafgeſetzbuches zu Grunde liegende Auffaſſung, daß
die Beſtimmungen der Geſchäftsordnung des Abgeord=
netenhauſes
über den Ausſchluß von Abgeordneten im
Widerſpruch mit dem Geſetz ſtünden und deshalb unver=
bindlich
ſeien, als unzutreffend zurückgewieſen. Der
Umſtand, daß die Anordnung des Präſidenten eine geſetz=
widrige
Maßnahme nicht darſtelle, ergebe zugleich die
Rechtmäßigkeit der Amtshandlung der mit der Durch=
führung
der prinzipiellen Maßregel befaßt geweſenen
Polizeibeamten. Die beiden Abgeordneten werden ge=
gen
dieſen Beſcheid Beſchwerde einlegen, die natürlich
keinen anderen Erfolg haben wird.

Ausland.

Italien.
Pätriotiſche Kundgebungen am Na=
tionalfeſte
. Am Sonntag, als am Tage des Natio=
nalfeſtes
, war ganz Italien der Schauplatz großer patrio=
tiſcher
Kundgebungen, die beſonders den Truppen, die
an den Paraden teilnahmen, bereitet wurden. Die aus
der Türkei Ausgewieſenen wohnten ebenfalls den Para=
den
bei und wurden von der Bevölkerung herzlich be=
grüßt
. Am Sonntag war auch der Todestag Garibaldis
deſſen man überall gedachte. In Mailand traf ein Zug
Patrioten, die am Denkmal Garibaldis einen Kranz nie=
dergelegt
hatten, bei der Rückkehr mit Truppen zuſam=
nien
, die von der Parade kamen. Es kam zu begeiſterten
patriotiſchen Kundgebungen, während die Muſik die
Königshymne und die Garibaldihymne ſpielte.
Frankreich.
Die Sammlung für Militärflugzeuge
hat den Betrag von 3355986 Franken erreicht. Neue
Beiträge laufen nur noch ſpärlich ein.
Spanien.
Der Stand der Unterhandlungen mit
Frankreich. In unterrichteten Kreiſen betrachtet
man den augenblicklichen Stand der franzöſiſch=ſpaniſchen
Unterhandlungen als höchſt bedenklich. England habe
ſeit Mitte April fünf Vorſchläge unterbreitet, die, obſchon
jedesmal ungünſtiger, von Spanien unter der Bedingung
angenommen worden ſeien, daß eine feſte und ſcharfe
Grenzfeſtlegung vorgenommen werde, um ſpätere Streit=
fragen
zu vermeiden. Frankreich ſcheine aber am Ge=
genteil
Intereſſe zu haben und erhebe ſtets neue For=
derungen
und Beanſtandungen. Zwar habe man Frank=
reich
ſchließlich den größten Teil des Uergatales auf bei=
den
Ufern abtreten wollen und ſich auf das zur Verbin=
dung
des Rifs mit dem Garb unumgänglich notwendige
Hinterland zurückdrängen laſſen, doch lehne Frankreich
mit Vorbedacht alle Vorſchläge ab, die klare Abmachun=
gen
bedeuteten. Daß England auf Koſten Spaniens
franzoſenfreundliche Politik treibt, erregt Befremden
und Unwillen, und man erachtet es nicht für ausge=
ſchloſſen
, daß Frankreichs unerſättliche Anſprüche die
Verhandlungen auf einen toten Punkt führen können.
England.
Die Konferenz in Malta. Asquith, Chur=
chill
und Kitchener beendeten am Sonntag ihren Beſuch
in Malta. Der erſte Lord der Admiralität drückte in einer
öffiziellen Erklärung die Befriedigung über die gute Or=

ganiſation der Hafen= und Dockanlagen aus und be=
merkte
, man habe die Abſicht, vollen Gebrauch von den
Möglichkeiten, die dieſe bedeutende Flottenbaſis biete,
zu machen und ſie zu jeder Zeit in ſolchem Zuſtand zu
erhalten, daß ſie im Frieden wie im Kriege den Bedürf=
niſſen
der im Mittelmeer operierenden Flotte entſprechen
kann.
Dänemark.
Die Steuervorlagen. In dem vom Folke=
thing
und vom Landſthing zur Beratung der Steuervorlagen
eingeſetzten gemeinſamen Ausſchuß wurde nach längeren
Verhandlungen eine Verſtändigung erzielt. Hiernach
wird die Einkommen= und Vermögensſteuer um etwa
3,6 Millionen Kronen erhöht werden, das heißt um
850000 Kronen weniger als die Vorlage der Regierung
vorſah. Die Bierſteuer wird derart erhöht werden, daß
gegen die Vorlage ein Ausfall von 350000 Kronen ent=
ſteht
und die Spiritusſteuer ſo, daß ein ſolcher von 300000
Kronen eintreten ſoll. Um den Ausfall für die Herab=
ſetzung
der Steuereinnahmen teilweiſe auszugleichen,
wird eine Erhöhung der Stempelabgaben der Staats=
lotterie
und der Abgaben vom Totaliſatorumſatz vorge=
ſchlagen
.
Rußland.
Die Finanzen Rußlands. Der Reichsrat
trat in die Budgetberatung ein. Der Finanzminiſter
charakteriſierte in anderthalbſtündiger Rede das Budget
1912. Er erklärte, wenn die Schätzungen der Einnahmen
gegen 1911 ſich auch bedeutend erhöhten, ſo erwieſen ſie
ſich ſchon jetzt vollkommen berechtigt, da die Einnahmen
in den vier Monaten von 1912 die Einnahmen des glei=
chen
Zeitraumes des Vorjahres um 34 Millionen über=
ſtiegen
. Weiter wies der Miniſter darauf hin, daß ſich
trotz der großen Steigerung der Ausgaben des Ordi=
nariums
, unter denen ſich die durch die Mißernte hervor=
gerufenen
enormen Anweiſungen und Hilfeleiſtungen be=
fänden
, im letzten Jahre die Staatsſchuld ſich um 154
Millionen, während der drei letzten Jahre um 200 Mill.
verringerte. Weiter ſprach der Miniſter über die Sta=
bilität
der Finanzlage. Wohl ſei die Zukunft von
Schleiern verdeckt, jedoch gäben die Reſultate der letzten
5 Jahre keinen Grund zum Peſſimismus. Zu den au=
ßerordentlichen
Ausgaben im Zuſammenhange mit dem
Schiffbauprogramm übergehend, wies der Miniſter nach,
daß das ruſſiſche Budget durchaus den Anforderungen
der Marinerüſtungen gewachſen ſei. Indem er davon
ausging, daß die Einnahmen des Reiches jährlich um
3½ Prozent zunehmen, berechnete der Miniſter den freien
Barbeſtand in zehn Jahren auf anderthalb Milliarden
Rubel. Der Miniſter ſchloß mit der Erklärung, die ſinan=
zielle
Stabilität ſei eine permanente Erſcheinung und
werde Rußland die Möglichkeit geben, allen kulturellen
Erforderniſſen des Reiches mit freier Hand zu genügen,
ferner die Mittel für die Reichswehr liefern, ohne die
eine Großmacht nicht leben könne.

Der ſozialdemokratiſche Bauarbei=
terverband
der die Gruppen Maurer, Bauhilfs=
arbeiter
, Stukkateure und Plattenleger umfaßt, hatte am
1. Oktober 1911 310032 und am 31. Dez. 1911 295688
Mitglieder. Der Mitgliederſtand dürfte jetzt 320000 be=
tragen
. Das Vermögen betrug am 31. Dezember 1911
10 571 193,66 Mark, wovon 8 495 613,18 Mark zinstragend
angelegt ſind. Die Jahreseinnahme betrug 7007345,81
Mark. Die reinen Zinseinnahmen betrugen 195924,35
Mark. An beſonderen Streikbeiträgen wurden 148912,74
Mark geleiſtet. Für Streiks und Ausſperrungen wurden
verausgabt 352819,68 Mark. Das Fachorgan koſtete
295 293,42 Mark, oder pro Mitglied 1,02 Mark, die per=
ſönliche
Verwaltung pro Mitglied 24 Pfennig.
Der Durchſchnittsbetrag pro Kopf mithin 30
Mark, ohne die Lokalbeiträge der Lokalverwaltungen, die
beträchtlich höher ſind. Im Jahre 1911 fanden keine gro=
ßen
Lohnkämpfe ſtatt, deshalb auch das rapide Anwach=
ſen
des Vermögens. Gegenüber dieſen Rieſenſummen
erſcheinen die Beiträge der Arbeitgeber zu ihrer eigenen
Organiſation ſehr gering.

* New=York 3. Juni. In einem Leitartikel
klärt die New=York Tribune zum Beſuch des deu
ſchen Geſchwaders, ſolcher Verkehr zwiſchen
beiden Ländern ſei angemeſſen bei den engen Bezieh
gen, die ſeit Beginn des nationalen Lebens zwiſchen
beiden Ländern herrſchte und hebt hervor, daß die=V
einigten Staaten hinwiederum auch einer großen Me
deutſcher politiſcher Flüchtlinge ein Aſyl gegeben he
die mit tiefer Sympathie die Entwicklung des deutſe
Konſtitutionalismus verfolgen. Vom techniſchen Sta
punkt ſei der Beſuch des Geſchwaders deshalb intereſſt
weil der Moltke das letzte Wort im modernen Schlge
ſchiffbau darſtelle, auch deshalb, weil die Schiffe eine
machtvollſten Flotten der Welt repräſentieren, aberg
nie in einen Krieg verwickelt geweſen ſeien.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Jun

Die erſte deutſche Luftpoſt.
* Soeben iſt die Genehmigung der erſten deutſe
Luftpoſt (Flugpoſt am Rhein und Main) eingetrof
Regelmäßige Beförderung der Luftpoſt durch Zeppel
Luftſchiffe, Errichtung von Luftpoſtämtern in den Städ
Frankfurt a. M., Offenbach, Darmſtadt, Mainz
Worms, Eröffnung der Luftpoſt am Sonntag, d
9. Juni, vormittags 11 Uhr, Reichspoſtaliſche Steml
Flugpoſt am Rhein und Main.
Wir erfahren dazu weiter folgendes: Mit der P
kartenwoche der Großherzogin wird die erſte deut
regelmäßige Luftpoſt eröffnet.
Die Einrichtung iſt wie folgt getroffen: Die
üblich frankierten und außerdem mit der Luftpoſtme
(10 Pfg.) verſehenen Poſtkarten werden von der Rei=
poſt
mit dem Stempel Flugpoſt am Rhein, Darmſt=
(Datum) oder Flugpoſt am Rhein und Main, Ma
Offenbach uſw. abgeſtempelt, alsdann durch das P
luftſchiff Schwaben und nach Bedarf durch Flugze=
einen
Teil des Poſtweges durch die Luft befördert 1
dann durch die Reichspoſt an jede Adreſſe des Weltp=
verkehrs
verſandt. Die Poſtkarten mit Flugpoſtmar
können in alle Briefkäſten des Großherzogtums und
Frankfurt eingeworfen werden. Von allen Poſtſtation
werden ſie der Luftpoſtbeförderung durch die Reichs)
zugeführt. Die Luftpoſt beſteht nur kurze Zeit, n
Briefmarkenſammler des eigenartigen Stempels
Reichspoſt wegen intereſſieren wird. Das Luftſch=
Schwaben wird in der Poſtkartenwoche die heſſiſdh
Städte nach näherem Programm abfahren und die L1
poſt mit Poſtflugſeil aufnehmen.
Außer dem Luftpoſtſchiff Schwaben werden a
auch einige Flugzeuge ſich in den Dienſt der erſt
deutſchen Luftpoſt ſtellen. Die Poſtkarten müſſen mitd
offiziellen Luftpoſtmarke frankiert ſein un=
dürfen
dann in jedem Reichspoſtbriefkaſtende
Städte Darmſtadt, Offenbach, Mainz und Wornt=
eingeworfen
werden. Die Luftpoſtmarkenſermi
den offiziellen Poſtkarten der Poſtkartenwoche berkau
und zwar in Luftpoſtämtern, in denen Beamte d
Reichspoſt fungieren. Die Aufnahme der Luftpoſt dur
die Luftſchiffe erfolgt auf den Exerzierplätzen. Das Lu
ſchiff muß dazu tief herabgehen, ſtillhalten und am eige
konſtruierten Fangſeil die Poſtſäcke auf= und abzieh
Die Schwaben wird erſtmalig am Mittwoch, den
Juni, nachmittags und ſpäter am Samstag, den 15.t
und Sonntag, den 16. Juni die genannten Städte
fliegen, um die Luftpoſtſäcke aufzunehmen. Nähere=M
teilungen folgen.

* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Heu
ſchaften beſuchten am Sonntag den Gottesdienſt
der Hofkirche. Prinzeſſin Franz Joſe
von Battenberg nahm am Sonntag an der Fr=
ſtückstafel
im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Gro
herzog empfingen geſtern den Oberſtleutnant v. Crüg
Kommandeur des 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Re
ments Nr. 61, den Major Freiherrn v. Brandenſte
kommandiert zum Garde=Dragoner=Regiment (1. Gro

Die Futuriſten.
Von Dr. Walter Georgi.

Das Geiſtig=Komplizierte im Gewande des Gewollt=
Primitiven beherrſcht faſt jede in den letzten Jahren neu
auftretende Richtung in der modernen Malerei. Den
Anſtoß zur künſtleriſchen Produktion gibt ſelten mehr das
ſceliſche Erlebnis. Es ſind faſt ausſchließlich Probleme
des philoſophiſch herangebildeten Intellekts, die zu pro=
duktivem
Schaffen begeiſtern Man bedenkt nicht, daß
hierbei jede natürliche künſtleriſche Arbeit von vornherein
ausgeſchaltet wird: im Gegenteil, man ruft ſich noch oben=
drein
zum Apoſtel einer neuen Wahrheit aus, der einzig
möglichen und echten Kunſt der Gegenwart und Zukunft.
Dies trifft in letzter Zeit ebenſo für die franzöſiſchen Ku=
biſten
zu, die der tolle Wahn erfüllt, jeglichen Körper nach
den Geſetzen der Geometrie zu zerlegen und ihn alsdann
durch eine Syntheſe von bunten Vielecken zu rekonſtruie=
ren
, wie für die neueſte Offenbarung auf dem Gebiete der
Malerei, die uns die Futuriſten von Italien her zu ver=
künden
ſuchen. Man würde ſich mit ihnen auf Grund
ihrer geradezu wahnwitzigen Reſultate überhaupt kritiſch
nicht beſchäftigen und ſie im Stillen an der Unfruchtbar=
keit
ihres künſtleriſchen Strebens zugrunde gehen laſſen,
wenn nicht ein Teil der intellektuellen Grundlagen ihres
Programms auf den erſten Blick für jeden nach künſtleri=
ſcher
Vertiefung Suchenden etwas Beſtechendes hätte, ſo
daß zweifellos manches ernſte Talent an den futuriſtiſchen
Problemen erfolglos ſeine Kräfte verbrauchen wird.
Die Kollektivausſtellung der Futuriſten
während der letzten Monate in Berlin verſuchte zum
erſten Mal ſeit dem Beſtehen der futuriſtiſchen Bewegung,
auch in Deutſchland um Anhänger zu werben. Jeden=
falls
gab ſie Gelegenheit, ſich mit den Richtlinien dieſer
neuen künſtleriſchen Revolution vertraut zu machen. Die
Futuriſten erklären ſich als die Uranfänger einer gänzlich
erneuerten Senſibilität, die es ihnen ermöglicht, das
Weſen aller Objeite zu durchdringen und im Abſoluten

zu leben. Die Metaphyſik Henri Bergſons gab dieſer
neueſten Kunſtrichtung wohl die erſte geiſtige Anregung.
Soweit deckt ſie ſich im Grunde mit jedem echten künſt=
leriſchen
Ringen, ohne daß ſie gleichzeitig einen beſonde=
ren
Anſpruch auf Originalität zu erheben berechtigt wäre.
Doch die Futuriſten gehen weiter. Eine körperliche oder
geiſtige Einheit zu durchdringen, genügt ihrem Feuergeiſt
nicht mehr. Es muß vielmehr eine Vielheit ſein, die
ihren Fähigkeiten ein Feld der Betätigung zuweiſt. Da=
rin
liegt das Neue und zugleich der Todeskeim der gan=
zen
futuriſtiſchen Bewegung. Es iſt zum mindeſten zwei=
felhaft
, ob eine ſenſible Natur imſtande iſt, ſich gleichzeitig
in eine Vielheit von Dingen, Erſcheinungen und Stim=
mungen
zu verſetzen; aber völlig ausgeſchloſſen iſt es,
dieſe Vielheit mit ihren mannigfachen Perſpektiven, in
ein und demſelben Kunſtwerk zum Ausdruck zu
bringen, ohne hiermit nicht den Eindruck des völlig Kon=
fuſen
und mit dem Tollhaus Verwandten zu erreichen.
Aber auch das genügt den Futuriſten noch nicht; ſie machen
noch einen weiteren Schritt ins Nebelhafte. Unter ihren
begnadeten Augen verlieren die Körper die Undurchdring=
lichkeit
des Stoffes und verwandeln ſich in durchſichtige
Transparente. So ſieht man oft durch eine und dieſelbe
Figur hindurch noch zwei bis drei andere Figuren, d. h.
man erkennt ſcheinbar wahllos umhergeſtreute Arme,
Beine und Köpfe, aus denen erſt die Hilfe des Verſtandes
eine Erkenntnis, niemals aber einen Genuß gewährt. Da=
zu
tritt außerdem noch die weſentliche Grundforderung
des futuriſtiſchen Programms, daß ſich der Künſtler in
die Mitte der Bewegung aller Dinge zu verſetzen und
dieſe im Bilde möglichſt getreu auszudrücken habe. Das
auf ſolchen Grundſätzen aufgebaute Kunſtwerk verliert
jeglichen Halt; Körper, Empfindungen, Raum und Zeit
wirbeln in ihm wild durcheinander: ein wüſtes Tohuwa=
bohu
, das eine äußerſt primitive Darſtellungsweiſe nur
noch erhöht.
Man höre, was die Futuriſten ſelbſt über ihre künſt=
leriſchen
Beſtrebungen in einer kurzen theoretiſchen Er=
örterung
im Vorwort ihres Ausſtellungskataloges ſagen

die eher intereſſante pathologiſche Zuſtände, als e
künſtleriſche Erkenntnis wiedergibt. Hiernach verlat
vor allem der futuriſtiſche Primitivismus eine völl
Abkehr von jeder natürlichen Beobachtungsweiſe. So
klärt er unter anderem: Die 16 Perſonen, die ſich
einem im Gang befindlichen Autobus befinden, ſind e
mal eine, zehn, vier oder drei Perſonen; ſie ſind unbew
lich und ändern ihren Platz; ſie kommen, gehen, hüp
auf die Straße, plötzlich von der Sonne verſchlung.
dann ſetzen ſie ſich wieder hin wie ewige Symbole
allgemeinen Vibration. Wie oft ſahen wir auf der War
der Perſon, mit der wir uns unterhielten, das Pferd, 1
dort hinten am anderen Ende der Straße daherlief.
Unſere Körper dringen ein in das Sofa, auf dem
ſitzen, und das Sofa in uns. Der Autobus ſtürzt ſich
die Häuſer, an denen er vorübereilt, und die Häuſer
den Autobus und verſchmelzen mit ihm.
Die Futuriſten nennen dies phyſiſchen Tranſz=
dentalismus
womit das Ueberſinnliche ihrer Kunſta
faſſung gekennzeichnet werden ſoll. Daß die hierause
ſpringenden Reſultate den Erſcheinungen jeglicher nat=
licher
Erfahrung Hohn ſprechen, iſt ebenſo klar, wie
futuriſtiſchen Eindrücke myſtiſch verworren und für
Geſamtheit der Beſchauer unverſtändlich ſind. Selbſt
kunſtphiloſophiſch Gebildete vermag ſich nur ſchwer in
Intentionen dieſer Künſtlerſchar zu verſetzen. Man w
wohl ſchwerlich ohne Lächeln an die im Bilde verwi
lichte Behauptung der Futuriſten, daß das laufende Pft
als Bewegungserſcheinung nicht vier, ſondern zwan
Füße habe, herantreten. Mit dem gleichen Recht kön
man ihm, ohne die äſthetiſchen Grundſätze der Futurif
zu verletzen, hundert Füße und ebenſo, viele .
geben, da ſich jede Bewegung in eine beliebige Anze
von Einzelerſcheinungen zerlegen läßt. Die letzte Kl
heit wird den Bildern noch durch die Gegenwart ſym!
liſcher Flecke, Linien und Farbenzonen genommen,
keiner Wirklichkeit entſprechen, ſondern nach einem Gef
ihrer inneren Mathematik muſikaliſch die Bewegung
per G
Betrachters vorbereiten und vergrößernsſollen.

[ ][  ][ ]

Nummer 129

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Seite 3.

Heſſ.) Nr. 23, behufs Vertretung des beurlaubten Regi=
mentskommandeurs
, den Major Frhrn. Truchſeß von
und zu Wetzhauſen beim Stabe des Großh. Train=
Bataillons Nr. 18, den Kreisamtmann Dr. Jann von
Friedberg, den Geh. Kirchenrat Dr. theol. Eger von
Friedberg, den Finanzrat Ulrich, den Geh. Hofrat Werner,
Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik;
zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Finanz=
miniſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Kabinettsſekretär Dr. Wehner; in beſonderer
Audienz den Königl. Preußiſchen außerordentlichen Ge=
ſandten
und bevollmächtigten Miniſter Frhrn. v. Jeniſch.
Ordensverleihungen. Se. Königl, Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Komturkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
: dem Oberſt v. d. Schulenburg, Kom=
mandeur
der 13. Kavallerie=Brigade, ſeither Kommandeur
Des Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23;
das Ehrenkreuz desſelben Ordens: dem Oberſt von
Wright, Kommandeur des Großh. Mecklenburgiſchen
Füſilier=Regiments Nr. 90 Kaiſer Wilhelm, ſeither beim
Stabe des Infanterie=Leibregiments: Großherzogin
(3. Großh. Heſſ.) Nr. 117: das Ritterkreuz 1. Klaſſe des=
ſelben
Ordens; dem Major a. D. v. Rogues, ſeither
Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Gießen, dem Stabs=
veterinär
Woite bei der Militär=Veterinär=Akademie,
ſeither Regiments=Veterinär des Garde=Dragoner= Regi=
rnents
(1. Großh. Heſſ.) Nc. 23; das Ritterkreuz 2. Klaſſe
Desſelben Ordens: dem Rittmeiſter v. Beſſer, Eskadron=
chef
im Schleswig=Holſteinſchen Ulanen=Regiment Nr. 15,
ſeither Oberleutnant im Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23: das Allgemeine Ehrenzeichen
mnit der Inſchrift Für Verdienſte, dem Vizefeldwebel
Der Landwehr 2. Aufgebots Mohr ſeither im Leib=
garde
=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115;
Die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen: dem Wachtmeiſter a. D.
Wilhelm Kleinſchmidt; das Silberne Kreuz des=
elben
Ordens; dem Wachtmeiſter a. D. Nikolaus
Theuerkauf, beide ſeither im Großh. Gendarmerie=
korps
; dem Königlich Bayeriſchen Konſervator am
Nationalmuſeum in München Dr. Friedrich Hermann
Hofmanndas Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen und zum 3. Juni dem
Kunſtmaler Profeſſor Eugen Bracht, Mitglied der
Königlichen Akademie der Künſte zu Dresden, die Goldene
Verdienſtmedaille für Kunſt und Wiſſenſchaft die Er=
aubnis
zur Anlegung der von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaiſer verliehenen Roten Adler=Medaille erteilt: dem
Wachtmeiſter und Stationsführer Kern im Großh.
Hendarmeriekorps.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
zerzog
den Charakter als Leutnant dem Oberwacht=
neiſter
a. D. Heinrich Apfel ſeither Kreis= Oberwacht=
neiſter
im Großh. Gendarmeriekorps.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
derzog
den Chemiker Dr.=Ing. Emil Heuſer zu
Steyrermühl zum etatmäßigen außerordentlichen Pro=
eſſor
für Celluloſechemie an der Techniſchen Hochſchule
u Darmſtadt; ferner wurde ernannt der Gerichtsſchreiber=
rſpirant
Adam Joſeph Knapp in Wald=Michelbach zum
Aktuariatsaſſiſtenten bei dem Amtsgericht Offenbach mit
Wirkung vom 17. Juni 1912.
* In den Rnheſtand verſetzt wurde der Schreib=
rehilfe
bei dem Amtsgericht Groß=Gerau Wilhelm Reitz
ruf Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen
reuen Dienſte; ferner der Steueraufſeher Johannes
Valter zu Mainz auf ſein Nachſuchen, unter Aner=
ennung
ſeiner langjährigen treu geleiſteten Dienſte und
hm aus dieſem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienſt=
rdens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Militärdienſtnachrichten. Oberſtl. Fauſtmann
Früher im Großh. Artilleriekorps Nr. 25), bisher Komm.
es 1. Weſtfäl. Feldart.=Regiments Nr. 7 (Standort
Weſel), zum Kommandeur der Trains in Hannover
Bataillon Nr. 7 in Münſter, Nr. 9 in Rendsburg und
ſtr. 10 in Hannover) ernannt; derſelbe hat in dieſer
Stellung die Uniform des Train=Bats. Nr. 10 zu
ragen. Major v. Lengerke (früher im Inf.=Leibregt.
Hroßherzogin Nr. 117) im Großen Generalſtab, kom=
nandiert
zur Dienſtleiſtung bei der Kommandantur
Diedenhofen, zum Generalſtab dieſer Kommandantur
erſetzt. Hauptmann v. Kietzell (früher im Leib=
arde
=Inf.=Regiment Nr. 115), Komp.=Chef im Inf.=
Tegt. General=Feldmarſchall Prinz Friedrich Karl
on Preußen (8. Brandenburg.) Nr. 64 (St.=O. Prenz=
au
), zwecks Vertretung eines beurlaubten Aidutanten
ur Gen.=Inſpektion des Militär=Erziehungs= und Bil=
Ungsweſens kommandiert. Rittmeiſter Werneburg
rüher im Train=Bat. Nr. 18), Komp.=Chef im Bran=
enb
. Train=Bat. Nr. 3 (St.=O. Spandau,) kommandiert
ur Dienſtleiſtung beim Kriegsminiſterium, in das
driegsminiſterium verſetzt. Major z. D. Thieſen
rüher im Inf.=Regt. Nr. 168), zuletzt Bats.=Kommandeur
n Inf.=Regt. Nr. 135, zum Bezirksoffizier beim Land=

wehr=Bezirk II Berlin ernannt. Das Großh.
Heſſiſche Train=Bataillon Nr. 18, bisher von der
4. Traindirektion in Kaſſel reſſortierend, iſt nunmehr
dem Kommando der Trains in Koblenz ( Kom=
mandeur
Oberſtlt. v. Nathuſius, bisher Kommandeur
des Lothring. Train=Bats. Nr. 16 in Forbach) unter=
ſtellt
, und zwar mit den Train=Bataillonen Nr. 8 in
Koblenz und Nr. 11 in Kaſſel.
* Poſtkartenwoche der Großherzogin (9. bis 16. Juni).
Wie wir hören, ſind bereits über 200000 Karten und etwa
3000 Wohlfahrtsbilder aus 9 Kreiſen des Landes beſtellt;
die Beſtellungen aus den anderen 9 Kreiſen ſtehen noch
aus. In Darmſtadt ſelbſt ſind von Vereinen und Läden
ſchon etwa 7000 Karten feſt abgenommen. Wir ſind ge=
beten
worden, darauf hinzuweiſen, daß eine frühzei=
tige
Beſtellung die Verſendung der Vorräte ſehr er=
leichtert
. Auch könnte bei ſpäterer Beſtellung der Vorrat
vergriffen ſein. Dies gilt beſonders auch für die Wohl=
fahrtsbilder
(Anfragen beim Kreiskomitee, Adr. Großh.
Kreisamt; in Darmſtadt auch bei dem Bureau der Poſt=
kartenwoche
im alten Palais und bei den durch rote Pla=
kate
bezeichneten Läden im Zentrum der Stadt.)
g. Schwurgericht. Das Schwurgericht verhandelte
geſtern unter dem Vorſitz von Landgerichtsrat Weiffen=
bach
gegen den am 16. Dezember 1872 zu Stanz in der
Schweiz geborenen Viehwärter Kaſpar Chriſten wegen
Mord verſuchs. Vertreter der Anklage iſt Staatsan=
walt
Bernhards, Verteidiger des Angeklagten Rechts=
anwalt
Buß. Der Anklage liegt der am 10. Februar
1912 in Lengfeld an der 19jährigen Marie Hild verübte
Mordverſuch zu Grunde. Die Verhandlung in dieſer
Sache war bereits für die erſte diesjährige Schwurge=
richtsperiode
angeſetzt worden, mußte jedoch wegen
ſchwerer Erkrankung der Hauptzeugin ausgeſetzt werden.
In der geſtrigen Verhandlung gibt zunächſt der Angeklagte
eine Schilderung ſeines Lebens, ſowie die der Tat vorauf=
gegangenen
Vorgänge. Er hat bisher nur eine geringe
Vorſtrafe erlitten. Seit 1893 befindet er ſich in Deutſch=
land
und hat während dieſer Zeit eine große Anzahl
Stellungen als Melker gehabt, da er ſtets bei der gering=
ſten
Veranlaſſung ſein Stellung wechſelte. Im Auguſt
1911 trat er bei dem Beſitzer Walter in Lengfeld in Stel=
lung
, wo er an der am 1. Januar 1912 ebenfalls in die
Dienſte des Walter getretenen Marie Hild Gefallen fand.
Durch verſchiedene Anzeichen glaubte er, bei der Hild
Erhörung zu finden. Als er jedoch Anfang Februar einen
ernſtlichen Verſuch machte, mit ihr ein Verhältnis anzu=
fangen
, ließ ihn die Hild gehörig abfahren. Sie erzählte
die Liebeswerbungen des Chriſten den Arbeitskollegen,
die ihn nun damit fortwährend hänſelten. Darüber ge=
riet
Chriſten nun nach ſeiner Angabe in ſolche Wut, daß
er ſich vornahm, der Hild einen gehörigen Denkzettel zu
geben. Er kaufte ſich am 7. Februär zu dieſem Zwecke ein
großes feſtſtehendes Meſſer und paßte die Gelegenheit ab,
der Hild eins auszuwiſchen. Er wußte, daß ſie jeden
Morgen ſchon frühzeitig in der Futterküche zu tun hatte.
Hier erwartete er ſie am 10. Februar, und als die Hild vor
der Feuerung kauerte, verſetzte er ihr zwei wuchtige Meſſer=
ſtiche
in den Rücken. Wie er zugibt, wäre es ihm einerlei
geweſen, wenn er ſie tödlich getroffen hätte. Das Meſſer
hätte er ſchon längere Zeit vorher in die Hand genommen.
Er wurde gleich nach der Tat vom Beſitzer Walter, der auf
die Schreie der Getroffenen herbeieilte, feſtgenommen, wo=
bei
er das Meſſer fortwarf. Nachdem er eine tüchtige
Tracht Prügel bekommen hatte, ließ man ihn frei, um ſich
um die Verletzte zu kümmern. Er ging dann flüchtig,
wurde jedoch noch am Abend desſelben Tages in der Nähe
von Groß=Umſtadt feſtgenommen. Die Verletzte, die ſich
noch nicht von den Verletzungen erholt hat, gibt an,
Chriſten habe abſolut keine Urſache gehabt zu glauben, daß
ſie geneigt wäre, mit ihm zu verkehren. Bei der Tat ſoll
er nach ihrer Erinnerung geſagt haben: Verrecken ſollſt
Du vor meinen Augen, Du ſollſt nicht mehr das Tageslicht
ſehen. Nach den Gutachten der behandelnden Aerzte Dr.
Schäfer und Medizinalrat Dr. Lademann verurſachte
der eine Stich eine vollſtändige Lähmung des rechten
Beines, der andere eine Verletzung der Lunge. Die Läh=
mung
des Beines beſtehe zum Teil noch heute, und ſei an=
zunehmen
, daß das Bein dauernd einen Nachteil davon=
tragen
werde. Die Geſchworenen verneinten die Frage
nach Mordverſuch und bejahten diejenige nach Tötungs=
verſuch
und bewilligten mildernde Umſtände. Das Gericht
erkannte daraufhin auf 3 Jahre Gefängnis.
* Eine intereſſante Gerichtsentſcheidung. Der Gaſt=
wirt
Johann Eberhard zu Worms war beſchuldigt
worden, die bei ihm bedienſtete Kellnerin nicht ſo bezahlt
zu haben, daß ſie nicht auf Trinkgelder der Gäſte
angewieſen war. (Uebertretung der Kellnerinnen=
verordnung
der Stadt Worms.) Das Schöffengericht
hatte auf Freiſprechung erkannt. Das Landgericht Mainz
hob das Urteil auf und erkannte auf 3 Mark Geldſtrafe.
Gegen dieſes Urteil legte Hr. Eberhard Reviſion
beim Oberlan des ger icht ein, und die=

ſes erkannte, wie die W. Ztg. berichtet, auf Freiſpre=
chung
. Intereſſant iſt die Begründung des Oberlandes=
gerichts
, in der es u. a. heißt: Der Reviſion iſt darin
beizutreten, daß die in Frage kommende Vorſchrift
der Polizeiverordnung gegen den § 105 der
Gew.=Ordnung verſtößt und darum ungültig iſt.
Nach § 105 iſt die Feſtſetzung der Verhältniſſe zwiſchen
den ſelbſtändigen Gewerbetreibenden und den gewerb=
lichen
Arbeitern Gegenſtand freier Uebereinkunft ( vorbe=
haltlich
der durch Reichsgeſetz begründeten Beſchränkun=
gen
). Demnach kann weder durch Landesgeſetz, noch durch
örtliche Polizeiverordnungen die freie Uebereinkunft ir=
gendwie
ausgeſchloſſen oder beſchränkt werden. Die
Rechtsgültigkeit der Polizeivorſchrift gegenüber § 105
kann auch nicht etwa mit der Erwägung begründet wer=
den
, daß Verträge zwiſchen Gaſtwirt und Kellnerin, wo=
nach
letztere mehr oder weniger auf Trinkgeld angewieſen
iſt, ſchlechthin gegen die guten Sitten verſtoße. Es kann
auch ſehr wohl der Fall ſein, daß ein ſolches Vertragsver=
hältnis
vom Standpunkt der guten Sitten durchaus be=
denkenfrei
iſt. Dies trifft insbeſondere dann zu, wenn nach
der Art, dem Gang und Betrieb der Wirtſchaft mit ei=
niger
Sicherheit darauf zu rechnen iſt, daß die Kellnerin
auch ohne ein gegen die guten Sitten verſtoßendes Ver=
halten
gegenüber den Gäſten ſoviel an Trinkgeldern be=
zieht
, daß ſie dadurch ihr gehöriges Auskommen hat. Die
Polizeivorſchrift geht daher mit ihrem ganz allgemein
gehaltenen Verbot unter allen Umſtänden zu weit, wes=
halb
ihr die Rechtsgültigkeit abzuſprechen iſt. Die Koſten
des Verfahrens der drei Inſtanzen fallen der Staatskaſſe
zur Laſt.
O Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starken=
burg
am Samstag, den 8. Juni, vormittags 9½ Uhr.
lautet: Enteignung von Gelände zur Erbauung einer
Straße nach dem neuen Südbahnhof in Darmſtadt.
Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch des Wilhelm Rückert in
Offenbach. Den geiſteskranken Adam Kiſſeberth in Kirch=
Brombach betr.
* Geſchlechtertag. Bei dem Vorſitzenden des Ge=
ſchlechtsvereins
der Familie Krug von Nidda, Geh.
Staatsrat Krug von Nidda zu Darmſtadt, wurde am
2. Juni der diesjährige Geſchlechtertag abgehalten, zu
welchem Mitglieder aus Preußen, Sachſen und Heſſen
mit Angehörigen erſchienen waren.
* Kinderleſezimmer (Vergl. geſtrige Notiz). Die Jugend=
gruppe
der Ortsgruppe d. Allg. Dtſch. Frauenvereins richtet
an alle Freunde ſozialer Beſtrebungen die herzliche Bitte
um Zuwendungen von Kinder= und Jugendbüchern
jeder Art oder von Geldſpenden für dieſe neue, gewiß
ſegensreich wirkende ſoziale Einrichtung. Die Bücher=
ſammelſtellen
gibt die heutige Anzeige bekannt.
* Der Heſſiſche Landesverein für Innere Miſſion ge=
denkt
ſeine diesjährige Jahresverſammlung am
15. und 16. September in Darmſtadt abzuhalten. Auf dem
Familienabend am 15. September wird Pfarrer D. Dr.
Diehl=Darmſtadt Bilder aus der chriſtlichen Liebes=
tätigkeit
der Vergangenheit vorführen. Die Hauptver=
ſammlung
am 16. September wird ſich mit der Fürſorge
für die weibliche Jugend beſchäftigen und am Nachmittag
wird ein Referat des Pfarrers Wurm=Stuttgart folgen
über die Stellung der Inneren Miſſion zur Gemeinde=
organiſation
und zur Humanität.
* Verein Volksküche. (Unter dem Protektorat der
Großherzogin.) Zufolge der Sonn= und Feiertage in dem
Monat Mai war die Volksküche in dieſem Monat nur an
23 Tagen geöffnet. Die üblichen Durchſchnittsberechnun=
gen
über den Verkehr ergeben, daß im Monat Mai täglich
359 Koſtgänger (männlich und weiblich) ihr Mittag= und
Abendeſſen in der privaten Wohltätigkeitsanſtalt erhalten
haben. Es ſind im ganzen durchſchnittlich täglich verab=
reicht
worden: 97 Stücke Brot (mit und ohne Butter), 58
Wecke, 83 Becher (ein Drittelliter) Kaffee (mit und ohne
Zucker), 94 Becher Milch, 43 Portionen Wurſt und Fleiſch
für ſich, 61 Portionen Suppe (mittags und abends), 146
Portionen Beilagen (Gemüſe, Salat, geröſtete Kartoffeln),
42 Portionen Suppe und Gemüſe zuſammen, 28 Portionen
müſe und Fleiſch zuſammen, 4 Portionen Suppe und
Fleiſch zuſammen, 31 Portionen Hering mit Pellkar=
toffeln
. Dabei kamen 716 Freikarten (bereits bezahlte
Gutſcheine zu je 10 Pfg.) zur Ablieferung und Verwer=
tung
. Der Vorſtand betrauert ſeit dem 10 Mai den
Heimgang des erfahrenen und tatkräftigen Mitgliedes,
des Ehrenbeigeordneten Herrn Konrad Egenolf, und be=
wahrt
dem Entſchlafenen ein ehrendes Gedächtnis. Herr
Egenolf hat dem Vorſtand ſeit 6. Juni 1903 angehört.
* Stenographen=Vereinigung Gabelsberger‟ Bei
dem am Sonntag in Bad König abgehaltenen Bezirks=
Wettſchreiben erzielte die Vereinigung 5 Ehrenpreiſe,
13 erſte Preiſe, 7 zweite Preiſe, 3 dritte Preiſe in den
Abteilungen 60200 Silben. In der Monatsverſamm=
lung
am 8. Juni wird die Preisverteilung für das
Wettſchreiben der Vereinigung erfolgen.

olgt beſchränkt ſich meiſt auf eine Bewegung der Lach=
ruskeln
des Beſchauers, der von der Tragik des tiefen
zwieſpaltes zwiſchen Wollen und Können dieſer Künſtler
eine Ahnung hat. Die maleriſche Beſchreibung ſeeliſcher
Sindrücke aus unſerer niemals ruhenden Umgebung iſt
ur möglich, wenn ſie auf eine typiſche Erſcheinung kon=
entriert
wird, die die Bewegung des Ganzen ahnen läßt.
Die impreſſioniſtiſche Malerei löſt dieſes Problem durch
eeignete Verteilung von Licht und Farbe, während ein
Dünſtler wie Ferdinand Hodler in ſeinem bekannten Holz=
acker
die wuchtige Bewegung in einer einzigen weitaus=
olenden
Linie weiſterhaft zum Ausdruck bringt. Statt=
eſſen
verſuchen die Futuriſten die Darſtellung der Be=
Jegung in einem kinematographiſchen Rhythmus, der das
dunſtwerk mit einer nervöſen Unruhe durchſetzt und es in
ine Unmenge verwirrender, nur ſchwer durch den Ver=
and
zuſammengehaltener Einzelheiten zerſplittert. Der
ildende Künſtler iſt in der Darſtellung an die Einheit
er Erſcheinung nach Zeit und Maß gebunden. Darüber
Dird er niemals hinauskommen. Die Bewegung durch
ie Mittel der bildenden Künſte als Aufeinanderfolge
Sſtlos darzuſtellen, wird ihm ſtets verſagt bleiben. Das
Ill er der Literatur überlaſſen, der die Schilderung von
er Aufeinanderfolge der Erſcheinungen und Stimmun=
en
zugewieſen iſt. Der Kardinalfehler der futuriſtiſchen
Kalerei liegt in der Ueberſchreitung der Grenzen ihrer
unſt, in dem Willen, literariſch=philoſophiſche Probleme
rit unzureichenden Mitteln löſen zu wollen. Bis zur
vertloſen Groteske verzerren ſich weiterhin dieſe philo=
ephiſchen
Spielereien in der Abſicht, Seelenzuſtände
diglich durch mehrere das Bild zerſchneidende Linien
iederzugeben. So ſollen beiſpielsweiſe ſenkrechte, wel=
ge
, gleichſam erſchöpfte, hier und da an Silhouetten
erer Körper angeklammerte Linien leicht die Sehnſucht
d die Mutloſigkeit ausdrücken; hüpfende, gerade oder
ztmme Linien dagegen, die ſich angedeuteten, zuflucht=
Whenden, eiligen Geſten beimengen, chaotiſche Gefühls=

erregung. Und in dieſem Chaos von ſpitzfindigen erklü=
gelten
Ausdrucksmitteln erſtickt der letzte Reſt warmer
künſtleriſcher Regung.
Eine eingehende Erörterung über die verſchiedenen
Werke der einzelnen Meiſter, die durch jene erwähnte Kol=
lektivausſtellung
das Berliner Publikum für ihre Kunſt
zu gewinnen ſuchten, führt zu keinem Reſultat, da es im
Hinblick auf die jedem normalen Vorſtellungsvermögen
widerſprechenden Offenbarungen ein ausſichtsloſes Unter=
nehmen
iſt, ein klares Bild von den futuriſtiſchen Aus=
ſchreitungen
zu geben. Das einzige Werk, das die Hand
eines ſtarken Könnens verrät und das mit verſtändlichen
Mitteln den Eindruck gigantiſcher, an einer Bauſtelle täti=
ger
Arbeitskräfte wiedergibt, iſt Boccionis: Er=
wachende
Stadt. Auch in koloriſtiſcher Beziehung iſt es
beachtenswert. Die übrigen Arbeiten Boccionis
unterſcheiden ſich in nichts von den grotesken Auswüchſen
der anderen Futuriſten, obwohl man ihm mitunter, wie
bei der Darſtellung des den Beſchauer erdrückenden Ge=
fühls
in einer lärmenden Großſtadt durch ſich krümmende
zuſammenſtürzende Häuſer, mit äußerſtem Wohlwollen
noch zu folgen vermag. Den Werken ſeines Kollegen
Carra gegenüber muß man offen den Bankerott ſeiner
eigenen geiſtigen Fähigkeiten erklären. Man ſtelle ſich
vor, daß ein viertel Quadratmeter Leinwand berufen iſt,
ineinander verwoben gleichzeitig die Empfindungen eines
in der Straßenbahn Fahrenden und des Beſchauers von
draußen wiederzugeben. Hier ſinkt die künſtleriſche Meta=
phyſik
auf die Stufe des groben Unfugs herab. Oder man
bemüht ſich gar, den zweifachen Eindruck zu vermitteln,
den eine alte Droſchke durch das plötzliche Rütteln ſowohl
bei den Inſaſſen wie bei den Vorübergehenden hervor=
ruft
. Unwillkürlich erweckt das wilde, alle Formen in ſich
auflöſende Durcheinander bei dem Beſchauer ein Gefühl
aufſteigender Seekrankheit. Wenn dies gar der letzte Zweck
dieſer künſtleriſchen Tat ſein ſollte, dann ſind die Futu=
riſten
wahrlich Meiſter der Gefühlserregung und dazu

berufen, uns durch ihre Kunſt völlig neue Perſpektiven
zu eröffnen. Der Boulevard Severinis ſcheint den
bereits altmodiſch anmutenden Kubismus noch nicht völ=
lig
überwunden zu haben. Licht und Schatten zerteilt die
Haſt auf dem Boulevard in geometriſche Formen, erklärt
der Katalog. Aber man wird den Eindruck nicht los, als
ob ein Kind ſeine Bilderklötzchen wahllos der Vorlage
zuwider zuſammengeſetzt habe.
Dieſe Beiſpiele mögen als Illuſtration der futuriſti=
ſchen
Ideen und ihrer Darſtellungsweiſe genügen. Jede
weitere Kritik erſcheint überflüſſig. Noch ſind die Zeiten
nicht herangebrochen, die das Programm der Futuriſten,
die Vernichtung unſerer geſamten künſtleriſchen Vergan=
genheit
, der Verwirklichung entgegenführen. Wir wollen
durch unſere Kunſt die zerſtörende Geſte des Anarchiſten,
die ſchönen Gedanken, die töten, und die Verachtung des
Weibes, heißt es in ihrem Manifeſt. Laßt ſie doch kom=
men
, die guten Brandſtifter, mit den karbolduftenden
Fingern!
Da ſind ſie! Da ſind ſie ja! . . . Steckt
doch die Bibliotheken in Brand! Leitet die Kanäle ab,
um die Muſeen zu überſchwemmen. . . . Ha! Laßt ſie
dahintreiben, die glorreichen Bilder. Nehmt Spitzhacken
und Hammer! Untergrabt die Grundmauern der hochehr=
würdigen
Städte! Hört ſich das nicht wie leidenſchaft=
liche
Ausbrüche von Verfolgungswahn an? Man rufe
den Pſychiater oder den Staatsanwalt! Ein ſolcher Mut
entſpringt nicht der inneren Sicherheit des auf ſich ver=
trauenden
Talents, vielmehr einer ins Krankhafte geſtei=
gerten
Verzweiflung über die Unzulänglichkeit der auf die
künſtleriſche Produktion gerichteten eigenen Kräfte. Der
Aufwand an prahleriſch herausfordernden Worten ver=
mag
aber Taten nicht zu erſetzen. Die echte Kunſt ver=
langt
etwas weniger Philoſophie, dagegen mehr ech te
Empfindung. Vertraut ſich ihr das künſtleriſche Genie
an, dann wird es ohne polternde Manifeſte zum Ziele
kommen. Jede innerlich begründete Kunſt überzeugt ohne
begleitende Worte lediglich durch ihre Gegenwart,

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

* Zahnärztliche Poliklinik für die Volksſchulkinder
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt. Im Mai wur=
den
behandelt 594 Kinder (300 Mädchen und 239 Knaben)
mit 784 Konſultationen. Gefüllt wurden 483 Zähne, aus=
gezogen
wurden 266 Zähne (294 Milchzähne und 17 blei=
bende
Zähne). Zahl der Tage, an denen Sprechſtunden
abgehalten wurden: 19. Sprechſtunden von 1012 und
25 Uhr.
* Städtiſche Bücherhalle. Im Mai wurde die Leſe=
halle
im ganzen von 3179 Perſonen beſucht (im Mai 1911
von 3181), durchſchnittlich an jedem Tage von 102 Be=
ſuchern
. Aus der Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden
im ganzen 9963 Bände (1911: 9124), darunter 3874 wiſſen=
ſchaftliche
und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem
1. April dieſes Jahres neu eingeſchriebenen Leſer beträgt
2204. An Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat wei=
ter
ein: vom Aerzteverein Darmſtadt 1 Band, von Frau
Cay Witwe 25 Bände, von Frau Juſtizrat Dieffenbach
6 Bände, von Herrn Landgerichtsdirektor Dornſeiff 42
Bände, von Frl. S. Fuchs, Lehrerin i. P. 8 Jahrgänge
Zeitſchriften, von Frl. Köſter 2 Bände, von Herrn Dr.
C. Lange 16 Jahrgänge Zeitſchriften, von Frl. B. und
S. Lotheißen, Lehrerinnen, 10 Bände, von Frl. O. Rady
2 Bände und 1 Jahrgang Zeitſchriften, von Frl. Swo=
boda
, Hoftanzlehrerin, 14 Bände und 6 Jahrgänge Zeit=
ſchriften
, aus dem Nachlaß von Frau J. Venator Witwe
1 Band, von Herrn Major von Weſternhagen 45 Bände.
Allen Gebern herzlichen Dank. Weitere Schenkungen von
Büchern, ſoweit ſolche nicht veraltet, ſind jederzeit will=
kommen
.
Der Sommerausflug des Bezirksvereins Martins=
viertel
, der urſprünglich an dem idylliſch gelegenen
Eleonorenbrunnen gefeiert und beendet werden ſollte,
fand ſeinen Abſchluß in Traiſa im Gaſthaus Zum
Löwen (Beſitzer Herr Seibert), woſelbſt bei guter, auf=
merkſamer
Verpflegung und vortrefflicher Muſik des
Trainbataillons Nr. 18, Chorführer Herr Klein, Kinder=
ſpiele
, Geſangsvorträge und Tanz in bunter Reihen=
folge
abwechſelten. Den Glanzpunkt des Nachmittags
bildeten indes die prachtvollen Vorträge des Geſangver=
eins
Eintracht in Traiſa, die unter der Leitung ihres
muſikbegabten, überaus tüchtigen Dirigenten, Herrn Wil=
helm
Ehrhardt aus Darmſtadt, die zahlreichen Zuhörer
zur Begeiſterung entflammt haben. Den wackeren Sän=
gern
mit ihrem Dirigenten gebührt hierfür herzlicher
Dank. Der Bezirksverein Martinsviertel kann aber mit
Befriedigung auf ſeinen Ausflug zurückblicken.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Die Beiſetzung König Friedrichs VIIII.
von Dänemark in Roeskilde: Vertreter der europäiſchen
Mächte im Trauerzug; Porträts vom Tage; der Dampfer
Imperator nach dem Stapellauf; eine von den Demon=
ſtranten
bei den Straßenkämpfen in Budapeſt errichtete
Barrikade.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute findet großes
Streichkonzert ſtatt, welches von der Kapelle des Leibg.=
Inf.=Regts. Nr. 115 ausgeführt wird. (Siehe Anzeige
und Plakate.)
* Ludwigshöhe. Wie in den letzten Jahren, ſo ſollen
auch heuer an den Mittwochabenden im Anſchluß an
das übliche (Nachmittags=)Kurkonzert Veranſtaltungen
verſchiedenen Charakters (Abendkonzerte,3Johann Strauß=
Abend, Reunion, Illumination u. a. m.) abgehalten
werden. Morgen Mittwoch, den 5. Juni, findet die erſte
dieſer Veranſtaltungen ſtatt und iſt Konzert, Reunion
und um 10 Uhr 45 Min. gemeinſchaftliche Lampion=
Polonäſe nach Böllenfalltor und Kaſtanienallee ge=
plant
. Von hier ab Elektriſche Bahnen. (Siehe Anzeige.)
* Das Reſidenztheater am weißen Turm erſucht
uns um folgende Richtigſtellung ſeiner Notiz vom
Samstag: Nicht die Darmſtädter Pfadfinder, ſondern
der Verein Jung=Darmſtadt war am Kriegsſpiel
am Himmelfahrttag beteiligt. Auf die kinematographiſchen
Vorführungen Jung=Darmſtadt beim Kriegsſpiel wird
aufmerkſam gemacht.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat Mai ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 374 offene Haus=
türen
und Tore vorgefunden, 78 mal brannte Licht in
Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und Laden=
räumen
, bezw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen, 13
defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel vorgefunden, 19 offenſtehende Parterrefenſter
ermittelt.
Vermißt. Das Polizeiamt gibt bekannt: Am
30. April I. Js. entfernte ſich der 23jährige Student
Heinrich Hüttenbach aus Erlangen aus ſeiner
Wohnung mit der Angabe, einen Ausflug nach Nürn=
berg
zu unternehmen, von dem er am Abend wieder
zurück ſein wollte. Er iſt bis heute nicht zurückgekehrt und
hat auch keinerlei Nachrichten an ſeine Angehörigen ge=
langen
laſſen. Dieſe haben eine Belohnung bis zu
1000 Mark für Auffindung desſelben ausgeſetzt.

Hüttenbach iſt ungefähr 1,76 m groß, ſchlank, kräftig ge=
baut
, hatte braunes, bei ſeinem Verſchwinden kurz ge=
ſchnittenes
Haar und war immer glatt raſiert. Er hat
auffallend ſonnverbrannte Geſichtsfarbe, dunkle Augen
und längliche Kopfform. Bekleidet war er mit grünlich=
gelbem
Sakko=Anzug und vielleicht mit einem grau=
grünen
Paletot (Ulſter). Es iſt nicht unwahrſcheinlich,
daß er einen großen braunen Ruckſack trug, der außen
zur Hälfte mit Leder bezogen war. In ſeiner ſchwarzen
Brieftaſche, die er immer bei ſich hatte, befanden ſich ca.
300 bis 500 Mark, außerdem Militärausweispapiere und
eine Mitgliedskarte des Deutſch=Oeſterr. Alpenvereins
mit Photographie. Für die Stätten der Nachforſchung
kommen in Betracht: 1. Krankenhäuſer, da Hüttenbach
auf einer Reiſe in Bosnien einige Tage an ſchwerem
Fieber erkrankt war und ein Rückfall nicht ausgeſchloſſen
iſt. 2. Gaſthäuſer und Herbergen, da er bei ſeinen
Fußwanderungen dort einzukehren pflegte eventuell
unter dem Namen Stubenrauch. 3. Er war ein ge=
wandter
aber tollkühner Sportsmann (Skilauf, Rudern,
Reiten, Jagen), es iſt alſo die Vermutung nicht von der
Hand zu weiſen, daß ihm bei Ausübung einer dieſer
ſportlichen Betätigung etwas zugeſtoßen iſt, da H.
Gewohnheit hatte, ſolche Unternehmungen allein au zu=
führen
. Von allen Erhebungen, die event. zur Erm itt=
lung
des H. führen könnten, bittet man ſofort der
hieſigen Kriminalpolizei, woſelbſt eine Photographie des
H. offen liegt, zu machen.

Pfungſtadt, 3. Juni. Der Main=Rheingau
der Deutſchen Turnerſchaft hatte für geſtern
hierber ſeine Gauturnfahrt angeſagt. Zwar war das
Wetter den Veranſtaltungen nicht ſonderlich günſtig,
aber immerhin hatten faſt alle Vereine des Rhein= Kuin=
gaues
eine ſtattliche Turnerſchar in das feſtlich geſchmückte
Städtchen entſandt und auch die Einwohner Pfung=
ſtadts
hatten durch zahlreichen Beſuch ihr Intereſſe für
die deutſche Turnſache bezeugt. Auf dem eigenen Turn=
platz
des Pfungſtädter Gauvereins entwickelte ſich dann
auch trotz des wenig freundlichen Wetters ein friſches
Turnerleben. Unter der Oberleitung des Gauturnwarts
Hofferberth gingen die Wettkämpfe glatt und ohne
Unfall von ſtatten. Die Ergebniſſe ſind folgende:
Vierkampf. Gruppe A. (3040 Jahre): 1. Preis
(64 P.) Heinrich Bötticher, Tv. Pfungſtadt, 2. (63) Lud=
wig
Schwarz, Tgeſ. Darmſtadt, 3. (58½) Fr. Huthmann
und Adam Tracht, Tgeſ. Darmſtadt; von den Darm=
ſtädter
Turnern erhielten Preiſe: 6. (53) O. Weis, Tgde.
Darmſtadt, 7. (51) G. Grün, Tgeſ., 8. (50) Ph. Ernſt, Tv.,
15. (45) Emil Brecher, Tgde. Beſſungen, 18. (42½) Karl
Schäfer, Tgeſ., 22. (40) G. Schmidt, Tv., 23. (39½) Karl
Schmidt, Tgeſ., 25. (38) Wilh. Bläß, Tade. Beſſungen.
Gruppe B. (über 40 Jahre): 1. (55) Jean Schmidt, Tgeſ.
Darmſtadt, 2. (45½) G. Pritſch, Tv. Nieder=Beerbach,
3. (44½) G. Barth, Tgeſ. Rüſſelsheim, Karl Böhm und
Adolf Keßler, Tade. Beſſungen. Fünfkampf (bis 30
Jahre): 1. (84 P.) Hrch. Diehl, Tb. Nauheim, 2. (81½,
Oskar Jänſch. Tade. Neu=Iſenburg, 3. (79½) Franz
Oberndörfer, Tgeſ. Walldorf; von den Darmſtädter Tur=
nern
erhielten Preiſe: 5. (78) Karl Schubkegel, Tgde.
6. (77) Adolf Arm, Tade., 10. (73) Karl Reith, Tgeſ.,
Ernſt Böhm, Tgde. Beſſungen und Gg. Grohe, Tgde.,
11. (72½) Auguſt Beringer, Tgde. Beſſungen, 12. (72)
Phil. Schneider, Tgeſ., 13. (71½) W. Freidel, Tgeſ., 15.
Gg. Reinhard, Tgde. Beſſungen, 18. (69) Gg. Friedrich,
Tgde. Beſſungen, 27. (64) Gg. Leonhardt, Tgeſ., 29. (63)
W. Seidel, Tgde., 32. (61½) Fr. Debus, Tgeſ., 37. (59)
Hans Heinrich, Tade., 38. (58½) Franz Hedtler, Tgde.,
39. (58) Gg. Erb, Tgeſ., und Guſt. Völger, Tgde. Beſſun=
gen
, 41. (56½) H. Zimmermann, Tgde., 44. (55) Franz
Weyland, Tgeſ., 51. (51½) Val. Schmidt, Tgde., 52. (51)
Albin Ferner, Tv., 54. (50) A. Riffel, Tv., 55. (49½) R.
Diehl, Tgeſ., 56. (49) A. Heid, Tgde. Beſſungen, 58. (48)
H. Mohr, Tgde. Beſſungen, 60. (47) Chr. Weyland, Tgeſ.,
Fr. Müller und Fritz Hedtler, Tgde., 62. (46) H. Weins=
heimer
, Tgde., und H. Spöhrer, Tade. Beſſungen. Son=
derübungen
: Eilbotenlauf blieb Tgde. Beſſungen
mit 80½ Sekunden 1. Sieger. Im Tauziehen errang
die Tade. Darmſtadt den 1. Preis.
Gauvertreter Roth=Groß=Gerau dankte dem feſt=
gebenden
Verein für die gelungene Veranſtaltung und
gab ſeiner Freude Ausdruck über die vorzüglichen Leiſt=
ungen
. Er ſchloß mit einem dreifachen Gut Heil auf
die Deutſche Turnerſchaft, in das begeiſtert eingeſtimmt
wurde.
V. Groß=Gerau, 3. Juni. Am Sonntag wurde zum
erſten Male der vom hieſigen Radfahrerverein geſtiftete
Wanderpreis ausgefahren. Als erſter legte die 50 Kilo=
meter
lange Strecke Joh. Hirſch in 1 Stunde 30 Min. zu=
rück
, zweiter Adam Veith 1 Stunde 38 Min., dritter Karl
Seiler 1 Stunde 40 Min. Der Preis wird an drei Sonn=
tagen
ausgefahren, bis ihn der Gewinner ſein eigen nen=
nen
kann.

Ober=Oſtern i. Od., 3. Juni. Ein erregendes Er
eignis erlebte unſere Gemeinde letzter Tage. Hier be
findet ſich nämlich eine aus früheren Zeiten ſtammend
Höhle. Jeder Fremde, der den Odenwald zu ſeine
Erholung als Aufenthalt wählte, vergaß nie, ſie zu be
ſichtigen. Nun begaben ſich wieder zwei Herren nach Ober
Oſtern, um dieſe Höhle, Oſtra=Höhle genannt, ſich anzu
ſehen. Ein alter, beinahe 80jähriger Mann folgte de
Bitte der beiden Herren und begleitete ſie mit einem Lich
nach dem Eingang der Höhle und dann weiter. Als ſi
nun mehrere Meter hineingeſchritten waren, verſchwan
der alte Mann ſpurlos mit dem Licht vor der
Augen der beiden Herren. Dieſe arbeiteten ſich mühſan
wieder zurück und holten Hilfe. Die herbeigeeilten Leut
hörten in der Tiefe die Stimme des Ein=
geſunkenen
, der zehn Meter tief ins Waſſer geſtürz
war. Nun wurden Seile in die Tiefe gelaſſen, der alſ
Mann band ſich feſt und kam ſo wieder an die Oberfläch
der Höhle. Die Höhle galt immer als eine Grube, au
der vielleicht im vorigen Jahrhundert Erz und Spat ge
graben wurde. Nun wird aber vermutet, daß dieſe Höhl
eine Räuberhöhle war und den Räuberhorden ir
14. Jahrhundert als Aufenthalt diente. Der Einſturz ſo=
auf
das Erdbeben im November v. J. zurückzuführen ſeit
denn die nahe dabei beſchäftigten Arbeiter wollen an
folgenden Tage nach dem Erdbeben ein Getöſe und Rau
ſchen gehört haben, wobei ſie dachten, es entſtehe abermal
ein Erdbeben. Die Gemeinde Ober=Oſtern iſt nun darut
eingekommen, den Eingang der Höhle verſchütten
dürfen.
Sulzheim, 3. Juni. Einen ſtreitbaren Hau
hahn beſitzt ein hieſiger Einwohner. Er ſtand mit eine
Pintſcher nicht in den beſten Beziehungen. Vorige Woc
kam es zwiſchen beiden zum Kampfe. Man glaubte, de
der Hund als Sieger hervorgehe. Plötzlich verſetzte d
gefiederte Streiter ſeinem Gegner einen heftigen Hi
mit dem Schnabel ins Genick. Es war ein tödlich
Hieb, denn der Hund fiel zur Erde, zappelte noch e
wenig und war tot.
Mainz, 3. Juni. Eine Schwindelgeſellſcha
hat ſich kürzlich hier niedergelaſſen. Zwei angeblie
Kaufleute aus der Schweiz und aus Straßburg gründet
hier ein Inkaſſogeſchäft, lediglich zu dem Zweck, um leidk
gläubige Perſonen um ihr Geld zu prellen. Die beid=
Kaufleute errichteten auch ein Bureau und nahm
dann hieſige Perſonen als Geſellſchafter auf, damit die
an dem aus den Geſchäften erwachſenden Gewinn Ant=
nehmen
könnten. Die Beiträge der Geſchäftsteilnehm=
beliefen
ſich bis auf 24 Mark. Als dann die beid
Kaufleute genügend Geld eingeheimſt hatten, verſchwa
den ſie aus Mainz auf Nimmerwiederſehen.
Bingen, 3. Juni. Die Analyſe des Waſſers d
kürzlich beim Bohren zur neuen Rheinbrücke zutage g
förderten Quelle ergab, daß das Waſſer nicht nur ſta=
ſalzhaltig
iſt, ſondern auch einen ausnahmsweiſe ſta=
ken
Stahlgehalt führt, ſodaß es ſich zur Schaffmr=
eines
Stahlbades eignen dürfte. Die Quelle iſt ſehr we
ſerreich und hat einen ſtarken Druck, ſodaß ſie noch dr=
Meter über das Bohrrohr hinaus ſprudelt. Die Fra=
des
Ausnutzungsrechtes dürfte aber Schwierigkeiten m
chen, denn die Quelle liegt im Fahrwaſſer, 22 Meter vor
Ufer entfernt. Dazu kommt, daß ſie nach neueren Fef
ſtellungen bereits auf heſſiſchem Gebiet liegt. Nachdem di=
Bohrungsarbeiten bei Geiſenheim einige Tage fortgeſetz
worden ſind, iſt es gelungen, dieſelbe Mineralquelle, die
auf heſſiſchem Gebiete liegt, nun auch auf der an=
deren
Seite der Ingelheimer Aue, die der Staht Gei=
ſenheim
gehört, anzubohren. Obwohl die Unter=
ſuchungen
des Waſſers noch nicht beendet ſind ſieht feſt
daß das Waſſer der Quelle ſtark kohlenſäurehaltig iſt.
Gießen, 3. Juni. Ein Unbekannter verſucht
am Freitag im hieſigen Pfandhaus eine Anzah=
neuer
Taſchenuhren zu verſetzen. As ei
Schutzmann erſchien und ihn zur Rede ſtellte, ergriff erſt
fort die Flucht und eilte zur Treppe hinab. Einen ar
deren unten an der Treppe poſtierten Beamten rante
über den Haufen. Dieſer vermochte ihn jedoch, trotz ein
beim Fall erlittenen nicht unerheblichen Verletzung feſtz=
halten
, bis Hilfe kam. Nach heftigem Widerſtande wur
der Menſch nach dem Polizeigefängnis verbracht. B
ſeiner ſpäteren polizeilichen Vernehmung bequemte erſ
zu dem Geſtändnis, daß er in der Nacht vom 28. zum ?
vor. Mts. in Lich einen Einbruch ausgefüh
habe, und es fanden ſich auch Gegenſtände in ſeinem ?
ſitz, die aus dem Diebſtahl herrührten. Außerdem gab
zu, die Uhren in Olpe i. W. geſtohlen zu haben. In Ol
wurden vor einiger Zeit mittelſt Einbruchs bei einem Ul
macher für 1000 Mark Uhren geſtohlen. Die im Beſitz d
Verhafteten befindlichen Uhren ſtammen aus dieſem Die
ſtahl. Obgleich er verſchiedene Legitimationen bei
führte, dürfte feſtgeſtellt ſein, daß es ſich um den Ger
Kiefer aus Hohenlimburg handelt.

Konzerte.

mm. Das Kirchenkonzert in der Sankt Eliſabethen=
kirche
am Sonntag, den 2. Juni, nahm unter allſeitiger
ſtarker Anteilnahme aus allen Kreiſen der Freunde ernſter
Tonkunſt einen ſehr ſchönen Verlauf, zumal verſchiedene
bekannte und beliebte Künſtler ſich in den Dienſt der Sache
geſtellt hatten. Mit einer der weihevollſten Orgelkompo=
ſitionen
von Sebaſtian Bach, dem großen G-moll= Prälu=
dium
und Fuge in norddeutſcher Weiſe komponiert, er=
wies
ſich Herr Domkapellmeiſter Vogt aus Mainz als
ein außerordentlich gediegener Kenner der verborgenſten
Feinheiten in der Verbindung eigenartiger Klangcharak=
tere
, ſowie als feinſinniger Interpret mit ſelbſtandiger,
wohldurchdachter Vortragsweiſe. Sehr angenehm berührte
darum auch die freie, geiſtige Auffaſſung des tiefreligiöſen,
innig empfundenen Präludiums mit Bevorzugung zarter
Soloſtimmen (im Gegenſatz zu der älteren, nur virtuoſen,
Spielweiſe), welches in dieſer modernen Ausführung erſt
recht die andachtsvolle Wirkung hervorruft. Auch die ſpäter
von ihm geſpielte Konzertphantaſie von F. Lux über O.
Sanctiſſima gab Gelegenheit, die reichen Klangmittel der
Orgel vorteilhaft anzuwenden. Für Soloſänger gibt es
wohl kaum einen beſſeren Raum zur Entfaltung der
Stimme, als die hohen, impoſanten Kirchenhallen. Wun=
derbar
erklang darum auch die reine Sopranſtimme der
Großh. Hofopernſängerin Fräulein W. Lehmann in
dem Gebet von Ferdinand Hiller, dem ſchwungvollen
Halleluja von Hummel; auch die bekannte und in die
Zeit ſo gut paſſende Arie aus der Pfingſtkantate von Bach:
Mein gläubiges Herze verfehlte ihren Eindruck nicht.
Den geſanglichen Teil des Programms bereicherte Herr
Konzertſänger Franz Müller durch das Rezitativ und
Arie: So ihr mich von ganzem Herzen ſuchet aus Men=
delsſohns
Elias zu dem die Begleitung (Herr Lechner)
die Klangeffekte des Originals geſchickt wiedergab. Zwei
weitere Geſänge Ergebung von Arnold Mendelsſohn

und Morgenhymne von Henſchel gaben dem gediegenen
Künſtler Gelegenheit zur Entfaltung ſeiner ſympathiſchen
Tenorſtimme.
Die gute Akuſtik der Kirche konnte man dann noch in
den Vorträgen für Streichinſtrumente bemerken, einem An=
dante
für Violoncell von A. Giraud, welchem Herr Hof=
muſiker
A. Weyns ſeelenvollen Ton und Empfindung
verlieh, und in zwei Violinſtücken, die Herr Kammermuſiker
F. Mehmel mit bekannter feinfühliger Auffaſſung tech=
niſch
vollendet vortrug, dem zartempfundenen Schumann=
ſchen
Abendlied und Larghetto von W. A. Mozart.
In die umfangreiche und größtenteils auch ſehr an=
ſpruchsvolle
Orgelbegleitung teilten mit beſtem Gelingen
ſich die Herren Bankvorſteher J. B. Lechner und Großh.
Muſikdirektor M. Klaſſert, die außerdem ſich noch mit
je einem Solovortrag beteiligten, erſterer mit der für Orgel
von Matthiſſon=Hanſen übertragenen Morgenſtimmung
aus E. Griegs Peer=Gynt=Suite, einer intereſſanten Be=
arbeitung
, und Herr Muſikdirektor Klaſſert mit der be=
kannten
D-moll=Toccata von Bach, die, exakt und gewandt
ausgeführt, den würdigen Abſchluß des Konzertes bildete
und mit ihren hehren Klängen die feierliche Stimmung der
Abendſtunde ausklingen ließ.

Feuilleton.

* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Spielplan der
Frankfurter Theater. 1. Opernhaus. Diens=
tag
, 4. Juni: Figaros Hochzeit. Mittwoch, 5.: Der Roſen=
kavalier
. Donnerstag, 6.: Fidelio. Freitag, 7.: Ge=
ſchloſſen
. Samstag, 8.: Dunja, hierauf: Flotte Burſche.
Sonntag, 9.: Rigoletto. Montag, 10.: Zum erſten Male
Eva. Dienstag, 11.: Rigoletto. Mittwoch, 12.: Der
Freiſchütz. Donnerstag, 13.: Letzte Vorſtellung vor den
Ferien: Eva. Von Freitag, 14. Juni, bis Samstag, 13.
Juli inkl., bleibt das Opernhaus geſchloſſen. Wieder=
eröffnung
der Opernſaiſon: Sonntag, 14. Juli 1912.

2. Schauſpielhaus. Dienstag, 4. Juni: Nat
der Weiſe. Mittwoch, 5.: Der Herr Hofrat. Donne
tag, 6.: Madame Sans=Géne. Freitag, 7.: Alt=Heil
berg. Samstag, 8.: Alt=Frankfurt. Sonntag, 9.: 2
Frankfurt. Montag, 10.: Götz von Berlichingen. Die
tag, 11.: Alt=Frankfurt.
Spielplan des Großh. Hof= und Nat
nal=Theaters Mannheim. Dienstag, 4. Ir
Die Hochzeit des Figaro. Mittwoch, 5.: Freund
Donnerstag, 6.: Die Zauberflöte. Freitag, 7.: Fa
Samstag, 8.: Rigoletto. Sonntag, 9.: Die Hochzeit
Figaro. Montag, 10.: Lumpazi Vagabundus.
* Der Kronprinz als Schriftſteller. Auf dem de
ſchen Büchermarkte ſteht eine Ueberraſchung bevor.
einer Stuttgarter Verlagsanſtalt wird demnächſt
Werk erſcheinen, das den deutſchen Kronprinzen 3
Verfaſſer hat und in dem er ſeine Erlebniſſe und Be
achtungen als Jäger ſchildert. Es wird den Titel
ren: Aus meinem Jagdtagebuch. Von Friedrich
helm, Kronprinz des Deutſchen Reiches und von Pr
ßen‟ Die Schilderungen erſtrecken ſich auf Jagden
Deutſchland und im Auslande; beſonders eingehendn
von den Tagen erzählt, die der Kronprinz in Indien 1
Ceylon verbracht hat. Photographiſche Jagd= und La
ſchaftsbilder, zum Teil vom Kronprinzen und der Kr
prinzeſſin aufgenommen, werden das Buch ſchmüc
mit dem der künftige Träger der Kaiſerkrone als Scht
ſteller vor der Oeffentlichkeit debütieren wird.
* Die erſte Reichsautomobilpoſt. Wie mitgeteilt w
iſt in Lobenſtein (Reuß) die erſte deutſche Reichsar
mobilpoſtlinie in Betrieb genommen worden. Die Li
führt von Schleiz in das Gebiet der vogtländiſchen Pla
die von der Bahn bisher recht vernachläſſigt war.
wurden zunächſt zwei Ehrhardt=Automobile von 18
Pferdekräften mit Sitzplätzen für 12 Perſonen eingeſte
Große Fenſter gewähren freien Ausblick auf die Gege
und abends werden die Wagen elektriſch beleuchtet.

[ ][  ][ ]

Nummer 129.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Seite 5.

Bad=Nauheim, 3. Juni. Ein ſchrecklicher Un=
fall
ereignete ſich Samstag abend in der Garten=
feldſtraße
. Auf dem Johannesberg werden gegenwär=
tig
verſchiedene Neubauten aufgeführt. Ein Weißbinder=
geſelle
und zwei Lehrlinge hatten den Auftrag, das Rüſt=
zeug
von einem Neubau nach der Werkſtätte zu fahren. Die
Laſt des Wagens betrug mehrere Zentner. Beim Ein=
biegen
in die Gartenfeldſtraße verloren die beiden Lehr=
linge
die Gewalt über den Wagen, und auch der rückwärts
gehende Geſelle konnte den Wagen nicht halten. Er kam
zu Fall und trug eine Verletzung am Bein davon. Der
Wagen ſchoß nunmehr in raſendem Lauf die ſteile Straße
hinunter und riß die beiden Lehrlinge, die ſich noch be=
mühten
, das Schlimmſte abzuwenden, mit ſich. Der
Wagen fuhr gegen ein Haus, überfuhr die beiden
Lehrlinge mehreremal und ſchleifte ſie ein Stück
mit, ſo daß ſie bewußtlos liegen blieben. Der eine Lehr=
ling
, Meſer aus Ilbenſtadt, wurde ſchrecklich zugerichtet;
er dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Verhältnis=
mäßig
glücklich kam der Lehrling Peter Mell aus Ober=
Mörlen davon, der nur erhebliche Hautabſchürfungen er=
litt
. Als die alte lutheriſche Kirche nebſt Pfarr=
haus
für den Preis von 35000 Mark im Jahre 1904 käuf=
lich
in den Beſitz der ruſſiſchen Gemeinde über=
ging
, wurde der Kirchenhahn entfernt und in das
ruſſiſche Muſeum des Alexanderheims in Berlin über=
geführt
, das ſtehen gebliebene Kreuz wurde mit einem
goldenen Stern beſetzt. Die ruſſiſchen Kirchenbeſucher
machten aber geltend, der Stern ſei ein Wahrzeichen der
Muhammedaner und nicht der griechiſch=katholiſchen Kirche.
Nunmehr wird der Stern, ebenſo das alte Kreuz, das noch
aus dem Jahre 1732 ſtammt, entfernt. Dafür ſoll die Kirch=
turmſpitze
ein griechiſch=katholiſches goldenes Kreuz erhal=
ten
. Das Kreuz iſt von dem ruſſiſchen Kurgaſt Alexander
Palmin von Moskau geſtiftet worden. Die Zahl der ruſſi=
ſchen
Kurgäſte betrug im letzten Jahre 4680.
(*) Laubach, 2. Juni. Das große Sägewerk am
nahen Bahnhof Wetterfeld iſt geſtern Nacht anſcheinend
infolge Brandſtiftung total niedergebrannt. Die
eintreffenden Wehren aus Laubach, Wetterfeld, Rupperts=
burg
, Lauter und Röthges waren dem Element gegen=
über
vollſtändig machtlos.
(*) Lauterbach, 2. Juni. Der Vogelsberger
Höhenklub tagte geſtern und heute hier. Die 31.
Hauptverſammlung war auch dieſes Jahr wieder ſehr
zahlreich beſucht. Als Begrüßungsfeier fand geſtern
abend in der Turnhalle ein Kommers ſtatt. Der verdienſt=
volle
Vorkämpfer des Vogelsbergs, Prof. Bender= Frank=
furt
, hielt einen Vortrag über den Vogelsberg und zeigte
ſchöne Lichtbilder. Heute um 11 Uhr begann die Haupt=
verſammlung
. Von neuen Zweigvereinen wurden aufge=
nommen
: Mücke, Echzell, Birſtein, Reichelsheim in der
Wetterau, Langen und Schlüchtern. Damit iſt die Zahl
der Zweigvereine auf 43, die der Mitglieder auf rund 1500
geſtiegen. Für die Errichtung eines Turmes auf der Her=
chenheimer
Höhe wurden wiederum 200 Mark bewilligt;
für Wandererherbergen ſind 150 Mark vorgeſehen. Dem
Deutſchen Wandertag zu Büdingen wurden 300 Märk zu=
gewieſen
, am neuen Klubhaus werden 2100 Mark an den
Koſten abgetragen. Die Einnahmen ſetzen ſich zuſammen
aus faſt 4000 Mark Mitgliederbeiträgen und 500 Mark
Einnahmen vom Bismarckturm. Für Ruhebänke, Schutz=
hütten
und Wegmarkierung ſind weitere Beträge vorge=
ſehen
. Der Voranſchlag für 1912 ſchließt mit 5450 Mark
in Einnahme und Ausgabe. Die Hauptverſammlung 1913
wird in Lich ſtattfinden. An die Hauptverſammlung ſchloſ=
ſen
ſich das Feſteſſen, ein Volksfeſt, Jahrmarktbetrieb und
Tanz.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 3. Juni. Im Sitzungs=
ſaale
der Stadtverordneten fand heute vormittag die
Begrüßung der ſchwediſchen Stadtverord=
neten
durch Oberbürgermeiſter Kirſchner und Stadt=
verordnetenvorſteher
Geheimen Juſtizrat Caſſel ſtatt.
Namens der Stadt Stockholm antwortete der dortige
Stadtverordnetenvorſteher Dr. von Frieſen, namens
Gothenburgs ſprach Stadtverordnetenvorſteher Carlan=
der
, für Malmö Stadtverordnetenvorſteher Gymnaſial=
direktor
Lindahl. An den eindrucksvollen Akt ſchloß ſich
eine Rundfahrt durch die Stadt an. Am geſtrigen
Sonntag gingen nachmittags und abends ſchwere Ge=
witter
über Berlin nieder. An einigen Stellen ſchlug
der Blitz ein. Im Tiergarten wurden mehrere Bäume
entwurzelt. Der Schadenerſatzanſpruch der
Witwe Hermann, deren Mann bei den Moabiter
Unruhen durch einen nicht ermittelten Schutzmann ge=
tötet
wurde, gegen den preußiſchen Fiskus iſt bekannt=
lich
gerichtsſeitig dem Grunde nach für gerechtfertigt er=
klärt
worden. Auf Antrag der Klägerin iſt jetzt der Fis=
kus
durch eine einſtweilige Verfügung des Könialichen
Amtsgerichts angewieſen worden. bis zur endgültigen
rechtskräftigen Erledigung der Streitſache der Witwe
eine Wochenrente von 10 Mark zu zahlen. Daß auch

der Tiergarten als Operationsfeld bei der Her=
ſtellung
von Films in Betracht kommt, iſt nur den
Eingeweihten bekannt: nur ſelten merken Spazier=
gänger
davon etwas. Gewöhnlich wird in den frühen
Morgenſtunden gearbeitet, beſonders an den Reitwegen
und an den Seen. So durchratterten z. B. geſtern meh=
rere
Kraftwagen die noch ſtillen Wege. Auf einer roman=
tiſchen
Stelle wurde Halt gemacht, und eine Anzahl phan=
taſtiſch
gekleideter Perſonen, Räuber, Ritter, Zigeuner,
Edeldamen und was ſonſt im Drama vorkommt, entſtie=
gen
den Wagen. Im Nu war der Aufnahmeapparat
aufgeſtellt und auf das Kommando Los! ſetzte die
Handlung ein. Nach vollendeter Aufnahme beſtiegen die
Mitwirkenden ſchnell wieder die Autos, um einen ande=
ren
Punkt aufzuſuchen, wo in verändertem Koſtüm die
Handlung weiterſpielte. In kurzer Zeit war das Drama,
das vielleicht in einem fernen Lande ſpielt, fertig und
wird wohl bald die ſtaunende Menge ergötzen, die nicht
ahnt, daß der Berliner Tiergarten als Hintergrund für
die Handlung gedient hatte.
Kronberg, 3. Juni. Hier wurde heute vormittag um
11 Uhr die 84jährige Witwe Zimmermann ermor=
det
aufgefunden. Die alte Frau wohnte ſeit Jahren
allein. Am Samstag machte ſie noch Beſorgungen; ſeit=
dem
iſt ſie nicht mehr geſehen worden. Man nimmt an,
daß der Mord in der Nacht zum Sonntag begangen
wurde. Ob ein Raubmord vorliegt, konnte noch nicht feſt=
geſtellt
werden. Eine Wiesbadener Gerichtskommiſſion
iſt bereits hierher abgegangen.
Kaſſel, 4. Juni. Der engliſche Kriegsminiſter Hal=
dane
iſt geſtern zu mehrtägigem Aufenthalt hier ein=
getroffen
.
Neuſtadt, 3. Juni. Geſtern abend wurde auf der
Strecke Dürckheim-Neuſtadt in der Nähe des Bahnhofes
Mußbach die zerſtückelte Leiche eines 16 bis 20
Jahre alten Mädchens auf den Schienen aufgefunden.
Die Leichenteile waren zirka 100 Meter zerſtreut. Nähe=
res
iſt noch nicht bekannt.
Oehringen, 2. Juni. Geſtern nachmittag explo=
dierte
das Stampfwerk der Pulverfabrik Adolsfurt.
Das Gebäude wurde zerſtört. Menſchen ſind nicht getötet
worden. Die Fabrik war ein kleines, den Köln=Rottweiler
Pulverfabriken gehöriges Werk und beſchäftigte nur we=
nige
Arbeiter.
Köln, 3. Juni. Aus dem Geldſchrank des Poſtamts 10
ſind Freimarken im Geſamtwerte von wahrſchein=
lich
mehreren Tauſend Mark und außerdem 400 Mark
Bargeld geſtohlen worden. Von den Tätern fehlt
jede Spur.
Göttingen, 2. Juni. Ein überraſchender
Fund wurde in Rechberghauſen in der Wohnung einer
Lehrersfrau gemacht, die vor kurzem ermordet worden
war. Zur Verſteigerung der Hinterlaſſenſchaft fand
eine Mobiliaraufnahme ſtatt. Hierbei ſtieß man auf
einen alten Seſſel, der ſich als auffällig ſchwer erwies.
Eine Unterſuchung förderte 320 Zwanzigmarkſtücke zu=
tage
. Außerdem wurde ein Barvermögen von 21000
Mark feſtgeſtellt. Trotz eingehender Unterſuchung iſt es
bisher nicht gelungen, eine Spur von dem Mörder zu
entdecken.
Leipzig, 3. Juni. Als das geſtrige Radmeeting
wegen des ſchlechten Wetters unterbrochen werden mußte,
verlangte das Publikum das Eintrittsgeld zu=
rück
. Mehrere Perſonen verſuchten, das Vorſtands=
gebäude
zu ſtürmen. Die Polizei war ſchließlich ge=
zwungen
, mit blanker Waffe vorzugehen. Mehrere Per=
ſonen
wurden verletzt, viele Verhaftungen mußten vor=
genommen
werden.
Graudenz, 3. Juni. In dem Prozeß wegen der
polniſchen Wahlkrawalle in Schwetz anläßlich
der Reichstagsſtichwahl verneinten die Geſchworenen ſämt=
liche
Schuldfragen, nur die Schuldfragen nach ſchwerem
bezw. einfachem Landfriedensbruch wurden be=
jaht
. 7 Angeklagte wurden freigeſprochen. Die Arbeiter
Subkowski und Piotrowski und der Malergeſelle Gad=
zinski
wurden zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Die
Unterſuchungshaft wurde voll angerechnet.
Paris, 2. Juni. Die Zeitung Opinion ſchreibt in
ihrer heutigen Nummer: In den letzten Tagen befand
ſich ein Sohn des deutſchen Kaiſers, und zwar
Prinz Joachim, unter ſtrengſtem Inkognito in Paris,
und es gelang ihm auch, vollkommen unbemerkt zu blei=
ben
. Um jeden Verdacht abzulenken, war der Prinz in
einem Hotel in der abgelegenen Straße Rue de Friedland
abgeſtiegen. Eines Morgens machte er im Bois de Bou=
logne
einen Spaziergang zu Fuß in Begleitung des
deutſchen Botſchafters Freiherrn von Schön, als er ſich
plötzlich dem Präſidenten der Republik, der auch einen
Spaziergang machte, gegenüberſah. Präſident Falliéres
und Prinz Joachim wechſelten einen diskreten Gruß.
Falliéres war natürlich inoffiziell von dem Beſuch des
Prinzen in Paris in Kenntnis geſetzt worden.
Paris, 3. Juni. Ueber das Verſchwinden des
Domherrn Piton wird aus Angers gemeldet, die
Unterſuchung habe Anhaltspunkte dafür ergeben, daß

der Geiſtliche von Verbrechern unter dem Vorwand, ihn
zu einem Sterbenden zu begleiten, in einen Hinterhalt
gelockt und ermordet worden ſei. Man glaubt, daß ſeine
Leiche in den Marnefluß geworfen worden iſt. In der
Nähe des Fluſſes fand man das Kruzifix, die Stola, den
Hut und einen zerriſſenen Aermel des Talars des Dom=
herrn
. Bei dem Hut befand ſich ein Zettel mit den Wor=
ten
: Tod den Geiſtlichen
Paris, 3. Juni. Gegen den Biſchof Caſtellan
von Digne im Departement Niederalpen wurde von der
Staatsanwaltſchaft die Anklage erhoben, daß er die
dem Seminar und verſchiedenen Wohltätigkeitsanſtalten
gehörenden Wertpapiere im Betrage von 900000 Francs
ihrem Zweck entzogen habe. Biſchof Caſtellan, der wäh=
rend
des geſtrigen Gottesdienſtes dieſe Anklage von der
Kanzel herab mit großer Entrüſtung zurückwies, wird
am 13. Juni vor dem Zuchtpolizeigericht erſcheinen.
Paris, 3. Juni. In Beauvilliers bei Chartres
an der Orleansbahn ereignete ſich geſtern ein furcht=
bares
Unglück. Eine Bahnarbeiterin, die mit einer
Nachbarin in einem Geſpräch begriffen war, hatte ver=
geſſen
, die Schranke herunterzulaſſen, und die Tochter
der Nachbarin, ſowie ein ihr anvertrauter Pflegling
ſpielten auf dem Bahngeleiſe. Plötzlich brauſte ein
Schnellzug heran. Die beiden Frauen wollten die Kin=
der
retten, wurden jedoch ſamt den Kindern von der
Lokomotive erfaßt und getötet.
Liverpool, 3. Juni. An Bord des Cunarddampfers
Carmania der hier im Dock liegt, brach geſtern abend
Feuer aus, das nach vier Stunden gelöſcht werden
konnte. Die prunkvoll ausgeſtatteten Räumlichkeiten der
zwei oberſten Docks, darunter der Salon, das Geſell=
ſchafts
=, das Schreib= und das Rauchzimmer, ſind völlig
ausgebrannt. Die Reiſe des Dampfers nach New=York,
die am Dienstag ſtattfinden ſollte, wurde abgeſagt.
Wologda, 2. Juni. Am hieſigen Landungsplatz ex=
plodierte
ein Dampfkeſſel eines Paſſagier=
dampfers
. Vier Perſonen ſind getötet, viele verletzt
worden.
New=York, 2. Juni. Geſtern abend verſuchten 300
ſtreikende Kellner in ein Hotel einzudringen und
die Arbeitswilligen herauszuholen. Die herbeigerufene
Polizei kämpfte 20 Minuten lang mit den Streiken=
den
, die ſcharfe Schüſſe abgaben. Mehrere der Streiken=
den
wurden verhaftet.

Städtiſche Neubauten.

* Die Verlegung der Bahnhöfe hat neben größeren
Straßenherſtellungen und Kanalbauarbeiten auch die Not=
wendigkeit
zur Errichtung einiger ſtädtiſcher Gebäude ge=
bracht
, die am 1. Mai d. Is ihrer Beſtimmung über=
geben
werden konnten. Es ſind dies: Das Zollnieder=
lagegebäude
am Güterbahnhof, das Oktroi=Aufſeher= und
Wiegehäuschen am Dornheimer Weg und das ſtädtiſche
Gebäude am Hauptbahnhof.
Das Zollniederlagegebäude dient als Er=
ſatz
des alten ſtädtiſchen Lagerhauſes in der Lagerhaus=
ſtraße
und ſteht auf Eiſenbahngelände, das der Stadt
pachtweiſe überlaſſen worden iſt. Dieſe Bauſtelle wurde
wegen ihrer bequemen Lage im Güterbahnhof gewählt
und hat Gleisanſchluß. Das Gebäude hat 3 Stockwerke.
Das Erdgeſchoß enthält die Zollabfertigungsräume, die
Zollniederlage und die öffentl. Niederlage, ein Bureav
für die Zollbehörde, ein kleines Bureau für den ſtädti=
ſchen
Verwalter. Sockelgeſchoß und Obergeſchoß werden
als Lagerräume ſowohl für zollpflichtige Gegenſtände als
auch ſonſtige Waren benutzt. Die Verbindung der 3 Ge=
ſchoſſe
geſchieht durch eine Treppe und 2 elektriſche Auf=
züge
mit Druckknopfſteuerung, von denen aber bis jetzt
nur einer fertig eingebaut iſt. Das Gebäude kann durch
den Aufbau von 3 Stockwerken noch erweitert werden
und iſt in ſeiner Konſtruktion ſchon ſo eingerichtet, daß
dieſe Erweiterung leicht und bequem möglich iſt. Das
Gebäude hat eine Länge von 42 Meter und eine Breite
von 19 Meter und iſt mit einem flachen Teerpappdach
abgedeckt. Die Baukoſten betrugen rund 115000 Mark.
Das Oktroi= und Wiegehäuschen am
Dornheimer Weg ſteht auf ſtädtiſchem Gelände am
Eingang zum neuen Güterbahnhof und enthält Räume
für die Oktroiverwaltung und für einen Wiegemeiſter.
Vor dem Gebäude ſind 2 Brückenwagen eingebaut, von
denen die eine neu beſchafft wurde und für eine Laſt von
10000 Kilogramm berechnet iſt, während die andere von
der Lagerhausſtraße entnommen worden iſt und für15000
Kilogramm geeicht iſt. Die beiden Wagen ſind mit dem
der Firma Schenck patentierten Securitas=Apparat
für Präziſionsverwiegungen ausgeſtattet und mit Druck=
apparat
verſehen. Neben dem Gebäude iſt ein kleiner
Schuppen für die Zwecke des Tiefbauamts errichtet wor=
den
, der zur Unterſtellung von kleinen Gießwagen und
Geräten dienen ſoll. Das Gebäude iſt nur eingeſchoſſie
und erforderte einen Koſtenaufwand von etwa 11000
Mark, ohne die beiden Wagen.
Das ſtädtiſche Gebäude am neuen
Empfangsgebäude das in der Mittelachſe des
Poſtneubaues und dieſem gegenüber errichtet wurde, kam
nach den Plänen des Herrn Profeſſor Pützer zur Aus=
führung
und iſt in erſter Linie dazu beſtimmt, als öffent=
liche
Bedürfnisanlage zu dienen und einen Hof mit ſeiner
Einfriedigung abzuſchließen, der dem ſtädtiſchen Tiefbau=
amt
und anderen ſtädtiſchen Verwaltungen zur Unter=
bringung
von Geräten, Handkarren und Straßenbau=
material
dienen ſoll. In dem Gebäude ſelbſt ſind ſowohl
Aborte für Frauen als auch Aborte für Männer einge=
richtet
worden und zwiſchen dieſen iſt neben einem Raum
für die Oktroiverwaltung ein Zimmer eingerichtet wor=
den
, das noch der Beſtimmung harrt. Mit der Ausbil=
dung
des Gebäudes und ſeiner Stellung wurde auch die
Abſicht des Künſtlers verwirklicht, dem ganzen Straßen=
und Platzbild den aus künſtleriſchen Gründen unbedingt
nötigen Abſchluß zu geben. Die Einfriedigungsmauer
hat eine Höhe erhalten, bei der es nicht möglich iſt, die
dahinter aufgeſtellten Wagen uſw. von der Straße aus zu
erkennen. Die Einfriedigungsmauer iſt aber weiter durch
den neuen ſtädtiſchen Brunnen geſchmückt worden, der
auf der Oſtſeite nach dem Entwurfe des Bildhauers Pro=
feſſor
Heinrich Jobſt angelegt worden iſt.

Kongreſſe und Verbandstage.

Neuphilologentag.
Frankfurt a. M., 2. Juni. Der Kongreß der
Neuphilologen führte ſeine Beratungen zu Ende. Pro=
feſſor
Dr. Förſter (Leipzig) hielt einen Vortrag über
den Wert der hiſtoriſchen Syntax für die Schule. Er be=
tonte
, daß die hiſtoriſche Entwickelung der Sprache gleich
dem naturwiſſenſchaftlichen Unterricht geeignet ſei, den
Schülern das Lebendige in der Sprache zu übermitteln
und ihnen durch das Miterleben des Entſtehens der heu=
tigen
Sprachformen das Weſen und den inneren Aufbau
der Sprache und ihrer Gejetze näherzuhringen. Durch das

neue Verbindung wird der abgelegenen Gegend zu gro=
ßem
Aufſchwung verhelfen.
* Japaniſche Bilderheirat. Eine Praxis, die in Ja=
pan
mit größtem Intereſſe beobachtet wird, iſt die, die
unter dem Namen Bilder=Heirat bekannt iſt. Heiraten
in Japan werden gewöhnlich durch eine Mittelsperſon
zuſtande gebracht. Um aber Ehen zwiſchen Mädchen in
Japan und Männern in Hawaii oder auf der anderen
Seite des pazifiſchen Ozeans zu ſtiften, werden den aus=
gewanderten
Junggeſellen zur Auswahl und Anſicht
ganze Stöße von Photographien überſandt. Dieſe wer=
den
nicht nur von Freunden oder Verwandten verſchickt,
ſondern auch von für dieſen Zweck gebildeten Geſellſchaf=
ten
. Hat nun ein Ehekandidat ſeine Wahl getroffen, ſo
wird ihm das betreffende Mädchen zugeſandt. Meiſtens
kennen ſich die beiden Parteien überhaupt nicht. Und es
iſt abſolut kein ungewöhnliches Schauſpiel, auf den Lan=
dungskais
von Honolulu und San Franzisko Japaner
umherirren zu ſehen, die mit einer Photographie in der
Hand nach ihrer zukünftigen Ehegefährtin Ausſchau hal=
ten
. Es wird behauptet, daß Unterſchiede zwiſchen Pho=
tographie
und Original zuweilen zu ſchmerzlichen Auf=
tritten
geführt haben. Dieſe Art von Heiratsmarkt iſt ſeit
vier oder fünf Jahren im Gange. Seit 1910 jedoch hat
der Markt einen ungeheueren Aufſchwung gezeigt und
zirka 200 Mädchen treten allmonatlich die Reiſe ins Un=
gewiſſe
an. Vor der Abreiſe des Mädchens wird jedoch
der Ehekontrakt erſt fix und fertig gemacht und unter=
ſchrieben
, ſo daß es ein Zurück kaum noch gibt.
560 Mark Einkommen in der Minute. Am Diens=
rag
erſchien Rockefeller als Zeuge vor Gericht und mußte
Auskunft geben über ſeine Beteiligung und ſein Verhält=
nis
zum Standard Oil=Truſt, vor allem aber über die
Beziehungen des Truſts zu zahlreichen Nebengeſellſchaf=
en
, Bei dieſer Gelegenheit erfuhr man Näheres übes

das Einkommen Rockefellers und über ſein
Vermögen. Er ſelbſt freilich erklärte, er könne genaue An=
gaben
über ſein Geſamtvermögen nicht machen; er könne
es nur ſchätzen, und Irrtümer von 40 Millionen wären
dabei unvermeidlich. Aber er gab im übrigen ſehr klar
und rückhaltlos Auskunft über alles. Auf Grund dieſer
Angaben hat die New=Yorker World berechnet, daß John
Rockefeller heute über ein Vermögen von rund 3600
Millionen Mark verfügt. Aber der Wert ſchwankt
täglich um ein paar Dutzend Millionen, da mit jeder ge=
ringen
Kursveränderung an der Börſe die Werte ſteigen
oder fallen. Rockefeller ſpekuliert übrigens nicht; er legt
ſein Geld an, und wenn die Kurſe ſehr hoch ſtehen, ver=
kauft
er. Ebenſo kauft er bei ſehr niedrigem Kursſtand
und legt die erzielten Reingewinne wieder in billigen
Papieren an. Der größte Teil ſeines Vermögens ſind
in Petroleum= Eiſenbahn= Bank= und Induſtrieaktien
angelegt. Amüſant iſt die Tatſache, daß Rockefeller durch
das Gerichtsurteil, das ſeinerzeit die Auflöſung des
Standard Oil=Truſtes verfügte, ein glänzendes Ge=
ſchäft
gemacht hat. Mit dem Urteil gingen die Kurſe der
dem Truſt unterſtehenden Tochtergeſellſchaften in die
Höhe und Rockefeller verdiente dabei rund 400 Millio=
nen
. Durchſchnittlich hat der Petroleumkönig ein Jah=
reseinkommen
von 250 Millionen Mark, im Jahre 1907
aber verdiente er nicht weniger als 550 Millionen. Das
war ein ungewöhnlich günſtiges Jahr. Gewöhnlich kann
er mit einer Monatseinnahme von 20 Millionen rechnen,
ſein Einkommen beträgt alſo in der Woche rund 4½
Millionen. in der Minute 560 Mark und in der Sekunde
9,50 Mark. Für wohltätige Zwecke und Bildungsinſti=
tute
hat Rockefeller bisher insgeſamt 698 Millionen Mark
geſtiftet; das Opfer war aber nicht groß, er beſtritt die
Stiftungen von ſeinem Einkommen und taſtete als vor=
ſichtiger
Hausvater ſein Kapital nicht an.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Nummer 129.

Befolgen dieſer Methode werde die Auffaſſungsfähigkeit
des Schülers energiſch geſchult. Profeſſor Wypler
(Wien) hielt einen Vortrag über eine neue Art der Sprach=
betrachtung
. Er will in der hiſtoriſchen Entwickelung
nicht nur auf die geſchichtliche Entſtehung der modernen
Sprachen zurückgehen, ſondern vielmehr auf ihre natürliche
Entſtehung. Oberlehrer Dr. Zeiger (Frankfurt a. M.)
ſprach dann noch über die Beſtrebungen zur Vereinfachung
und Vereinheitlichung der grammatiſchen Beziehungen.
Der nächſte Neuphilologentag wird in Bremen ſtatt=
finden
.

Deutſcher Chemikertag.
Freiburg i. Br., 2. Juni. In Anweſenheit des
Großherzogs von Baden hielt der Verein deutſcher Che=
miker
hier ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab, mit
der zugleich die Feier ſeines 25jährigen Beſtehens ver=
bunden
war. Der Vorſitzende, Geheimer Regierungsrat
Profeſſor Dr. Duisberg (Charlottenburg), gab einen
Rückblick über die Entwickelung des Vereins, der 1887 mit
180 Mitgliedern in Frankfurt a. M. gegründet wurde und
heute über 5000 Mitglieder zählt. Nach einer Begrüßungs=
anſprache
durch den Großherzog wurde in die materiellen
Verhandlungen des Kongreſſes eingetreten. Profeſſor Dr.
Harries (Kiel) hielt einen Vortrag über Künſt=
lichen
Kautſchuk. Dr. Hofmann (Elberfeld) ergänzte
dieſen Vortrag, indem er die künſtliche Kautſchukherſtel=
lung
ſchilderte. Geheimer Hofrat Profeſſor Dr. Hempel
ſprach über Allgemeine Geſichtspunkte der chemiſchen
Technik.
In einer allgemeinen Verſammlung hielt ſodann Ge=
heimrat
Profeſſor Dr. Ehrlich (Frankfurt a. M.) einen
überaus intereſſanten Vortrag über Neue Anwend=
ungsformen
des Salvarſan. Er ſchilderte zu=
nächſt
eingehend die im Laboratorium vorgenommenen
Tierverſuche und kam dann auf die angeblichen Schädig=
ungen
nach Salvarſan=Anwendung zu ſprechen, wobei er
nachwies, daß dieſe Schädigungen nicht auf das Salvarſan
zurückzuführen ſeien, ſondern daß in dem zur Löſung ver=
wendeten
Kochſalzwaſſer ſich ſchon Bakterien befanden.
Bei den Fällen, die zum Tode führten, ſei nach ſeiner Er=
mittelung
meiſtenteils eine zu große Doſis Salvarſan an=
gewendet
worden. Schließlich kam der Vortragende auf
die Fälle zu ſprechen, wo eine vollſtändige Heilung durch
die Anwendung von Salvarſan konſtatiert werden konnte.
Zum Schluß ſprach noch Dr. Raſchik (Ludwigshafen)
über Waſſerlösliches Schießpulver‟ Dr. Mertens
(Freiburg) führte ſein Tiefdruckverfahren vor. Damit
hatte die Tagung ihr Ende erreicht.

Luftfahrt.

* Frankfurt, 3. Juni. Das Luftſchiff
Schwaben das ſeit einigen Tagen in der Halle Ba=
den
=Oos ſtationiert iſt, trifft Dienstag früh zwiſchen 7 und
8 Uhr wieder in Frankfurt ein und bleibt bis zum 8. Juni
hier. Die Viktoria Luiſe die gegenwärtig in
Düſſeldorf weilt, begibt ſich Mitte Juni nach Hamburg,
um während der Kieler Woche an der Nordſee zu ſein.
* Friedrichshafen, 3. Juni. Das für den
Paſſagierdichſt beſtimmte Luftſchiff Hanſa wird
Ende Juni flugfertig ſein. Es hat dieſelben Größenver=
hältniſſe
wie die Viktoria Luiſe und iſt 8 Meter länger
als die Schwaben
* Hamburg, 2. Juni. Die große Luftſchiff=
halle
in Fuhlsbüttel ſteht ſeit einiger Zeit fertig zum
Empfang da. Anfang vorigen Jahres hat ſich die Ham=
burger
Luftſchiffhallen=Geſellſchaft mit 685000 Mark Ka=
pital
gebildet, und da der Staat rund 120000 Mark für
Herrichtung des faſt 45 Hektar großen Platzes und dieſen
ſelbſt koſtenlos auf 30 Jahre zur Verfügung ſtellte, ſo war
der Hallenbau bald in die Wege geleitet. Hamburg iſt
damit in die Reihe der großen Luftſchiffhäfen eingerückt.
Die Halle iſt 160 Meter lang, 50 Meter breit und 20 Me=
ter
hoch, kann alſo zwei Zeppelinſchiffe gleich=
zeitig
faſſen. Drei Laternenaufbauten auf dem Dach
dienen als Beobachtungsſtand. Graf Zeppelin ſieht hier=
mit
einen neuen Schritt auf dem Wege zur Vollendung
ſeines Lebenswerkes getan, ſoll doch der Hamburger =
fen
wichtiger Stützpunkt für die geplanten Forſchungs=
fahrten
in die Arktis werden. Im übrigen ſollen von
hier aus verſchiedene Fahrten nach benachbarten Städten
und, wie ſchon gemeldet, ſeewärts unternommen werden.
* Bremen, 2. Juni. Das Parſeval= Luft=
ſchiff
gab die Fahrt nach Bremen wegen der ungünſtigen
Wetterlage auf. Aus zuverläſſiger Quelle erhalten wir
die Nachricht, daß der Flieger Krieger auf Jeannin=
Apparat bei Uchte im Kreis Nienburg, kurz vor Minden,
wegen ſtarken Sturmes und Gewitter auf einer ſumpfigen
moorigen Wieſe landen mußte. Die Räder und das
Fahrgeſtell des Apparates ſanken knietief in den Boden
ein. Das Fahrzeug ſtellte ſich auf den Kopf, wobei das
Vordergeſtell und die Propeller zertrümmert wurden.
Krieger ſowie ſein Begleiter Leutnant Steffen blieben
unverletzt. Der Flieger Schirmeiſter, der um 6,36 Uhr
in Bremen ſtartete, mußte wegen ſchwieriger Orientie=
rung
, veranlaßt durch den furchtbaren Regen und Gewit=
terböen
, die Fahrt um 7,40 Uhr bei Liebenau, 30 Kilomtr.
vor Minden, unterbrechen. Der Apparat blieb unbe=
ſchädigt
.
* Bremen, 3. Juni. Von der Oberleitung des
Nordweſtfluges: Sämtliche hier anweſenden
Flieger ſtarteten formell (durch Anlaufen des Pro=
vellers
und Handaufheben). Durch dieſes Verfahren iſt
der Start für die Flugleitung erledigt. Der Abflng rich=
tet
ſich nach den Wetterverhältniſſen.
* Breslau, 2. Juni. Heute nachmittag fand das
Ausſcheidungsfliegen für die Gordon= Ben=
netfahrt
ſtatt. Es ſtarteten die Ballons Franken 2,
Krefeld, Abercron, Osnabrück, Stuttgart 2 und Münſter.
Der Start vollzog ſich glatt bis auf Abercron, der ſich
mit dem Korb in Telegraphendrähten verfing. Er kam
jedoch ohne Schaden wieder frei und konnte die Fahrt
fortſetzen. Vorher fand der Start zu der Zielfahrt ſtatt,
woran ſich die Ballons Schleſien. Windsbraut und Ber=
lin
1 beteiligten. Das Ziel iſt Bojanowo. Die Ballons
flogen in nordöſtlicher Richtung davon.
* Breslau, 3. Juni. Von den bei dem Aus=
ſcheidungsflügen
für die Gordon=Bennet=
Fahrt aufgeſtiegenen Ballons ſind bisher gelandet:
Abercron um 3,40 Uhr an der Oſtſee, nordöſtlich von
Stolp in Pommern, Krefeld um 4,45 Uhr früh ſüdöſtlich
vom Leuchtturm von Jershöft bei Schlawa in Pommern.

Sport.

* Olympiſche Spiele. Darmſtädter Sport=
klub
1905. Bei den am 2. Juni in Weiſenau ver=
nſtalteten
nationalen olympiſchen Spielen
erreng Herr Hc. Bert im Schleuderballwerfen und

Herr Aug. Gehbauer im 20 Kilometer=Wettgehen je
den 1. Preis.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

In nachſtehenden Zeilen möchte ich die Aufmerk=
ſamkeit
auf einen Zuſtand lenken, der wohl als höchſt
unpaſſend bezeichnet werden und das Gefühl der in Be=
tracht
kommenden Eltern verletzen muß. Das auf dem
Friedhof an der Nieder=Ramſtädter Straße im letzten
Jahre mit verſtorbenen ganz kleinen Kindern belegte
Quartier wurde eingeſät und iſt jetzt bis zu 1 Meter hoch
vollſtändig überwuchert, ſodaß man glaubt, man ſtünde
vor einem grünen Kornfeld. Es iſt hierdurch faſt ganz
unmöglich, das Grab eines lieben verſtorbenen Klei=
nen
aufzufinden, ganz abgeſehen davon, daß es zur Un=
möglichkeit
gemacht wird, es mit Blumen zu ſchmücken,
da doch alles im Unkraut erſtickt. Wenn es Vorſchrift iſt,
die nicht unterhaltenen Gräber einzuſäen, dann ſollte
es mit gewöhnlichem Raſen geſchehen, der nicht ſo hoch
wächſt, und jedenfalls bedeutend beſſer ausſehen würde.
Die eben übliche Weiſe erweckt den Anſchein, als ſei auf
dem Friedhofe Viehfutter gepflanzt worden. Der Großh
Bürgermeiſterei wären viele Eltern zu Danke verpflichtet,
wenn hier baldige Abhilfe getroffen würde.
Im Namen Vieler E. H.

Das deutſche Geſchwader in Amerika.

* Waſhington, 3. Juni. Präſident Taft und
Gemahlin, der deutſche Botſchafter, Marineſekretär Meyer
und viele andere Perſönlichkeiten begaben ſich geſtern
abend an Bord der Mayflower nach Hamptonroads,
um das deutſche Geſchwader zu begrüßen.
Die Schlachtſchiffe Utah Delaware und Florida
tauſchten am Sonntag, als die amerikaniſchen Schiffe
auf der Fahrt nach Hamptonroads das Virginia=Capes
paſſierten, Salut mit Moltke aus. Die Seeoffiziere
ſagen, auf amerikaniſchen Schiffen ſei der Salut am
Sonntag nicht üblich. Die Tatſache, daß Utah zuerſt
Salut feuerte, ſei eine ungewöhnliche Höflichkeit für den
deutſchen Kommandanten. Moltke erwiderte den
Salut. Die Offiziere und Mannſchaften ſtanden auf Deck
und begrüßten die Amerikaner durch Schwenken mit
ihren Mützen.

Königin Wilhelmina in Paris.

* Paris, 2. Juni. Die Köngin und der Prinz=
gemahl
wurden, begleitet von dem Präſidenten
Falliéres und ſeiner Gemahlin und dem Miniſterpräſiden=
ten
, im Rathauſe feierlich begrüßt. Die Königin dankte
für den warmen Empfang, den ihr die Bevölkerung von
Paris bereitet habe und zeichnete ſich in das Goldene Buch
der Stadt Paris ein. Sodann begaben ſich die Fürſtlich=
keiten
in das Miniſterium des Aeußern.
* Paris, 2. Juni. Miniſterpräſident
Poincaré gab heute zu Ehren der Königin Wil=
helmina
und des Prinzgemahls ein Feſtmahl zu 150
Gedecken, an dem Präſident Fallisres, die Miniſter, die
Gefolge der Königin und des Prinzgemahls, Mitglieder
des Senats und der Kammer, ſowie der Academie fran=
caiſe
teilnahmen.

Die Wahlen in Belgien.

* Brüſſel, 3. Juni. Die genauen Ergeb=
niſſe
der Kammerwahlen mit Stimmenzahlen
dürften erſt nach der amtlichen Feſtſtellung des Wahlreſul=
tats
bekannt werden. Nach den bis jetzt vorliegenden
Ergebniſſen erhalten von den 20 neuen Kammer=
ſitzen
die Klerikalen 2 Sitze in Brüſſel, je 1 in Gent,
Tongro, Virton, Lüttich, Termonte, Roulers, Tournhout
und Antwerpen und 2 in Charleroi. Die Verluſtziffern
von weiteren 5 Sitzen dürften den Vorausſetzungen des
Miniſteriums des Innern entſprechen. In Brüſſel wurde
durch die Liberalen der demokratiſche Abbé Fonteyne ge=
wählt
. Von den Reſultaten der Senatswahlen ver=
lautet
im Augenblick noch nichts. Das Wahlreſultat dürfte
erſt in einigen Tagen feſtſtehen, da in verſchiedenen Wahl=
kreiſen
nachträgliche Abſtimmungen ſtattfinden müſſen.
Das Ergebnis dürfte im Verhältnis zu den Kammer=
wahlen
eine bedeutend verſtärkte Mehrheit der Klerikalen
bringen. Ernſte Unruhen außer einigen unweſentlichen
Zuſammenſtößen ſind heute Nacht nicht vorgekommen.
* Brüſſel, 3. Juni. Die einberufenen Reſer=
viſten
ſind bereits vollzählig verſammelt, ſodaß von
heute mittag ab dem Kriegsminiſter etwa 40000 Mann
zur Verfügung ſtehen, da gegen Abend Unruhen befürchtet
werden. Der geſtern in Huy gewählte Klerikale Pitſaert
iſt heute vormittag geſtorben.
* Brüſſel, 3. Juni. Die bisherige Mehrheit
der Klerikalen hatte 6 Stimmen betragen. Sie keh=
ren
in beträchtlicher Stärke zurück. Im einzelnen ſind
folgende Wahlergebniſſe bemerkenswert. In Ant=
werpen
, wo das Wahlkartell von Liberalen und So=
zialiſten
ſicher mit dem Gewinn der beiden neuen Sitze
gerechnet hatte, fiel nur der eine Sitz den Sozialiſten zu,
ebenſo errangen die Klerikalen den Sitz in Turnhout. In
Brügge wurde der chriſtliche Demokrat Fonteyne gegen
den Liberalen gewählt. In Gent ging ein Sitz der So=
zialiſten
an die Klerikalen verloren, ebenſo wie der libe=
rale
Sitz von Courtrai an die Klerikalen verloren ging.
Auch in Huy=Waremme ging ein Sitz den Sozialiſten ver=
loren
. In Charleroi und in Lüttich wurden die
Hoffnungen des Kartells enttäuſcht. Die Provinz Lim=
burg
, die bisher 2 liberale Abgeordnete hatte, wird
ganz den Klerikalen ausgeliefert. Die Ergebniſſe in Brüſ=
ſel
fehlen noch, doch ſcheint ſicher, daß der/alte Beſitz=
ſtand
erhalten bleibt und das von den 5 neuen Sitzen 3 an
die Klerikalen, 2 an die Oppoſition fallen. 4Auffallend iſt
der beträchtliche Stimmenzuwachs, den die Klerikalen in
mehreren Brüſſeler Vororten zu verzeichnen haben. Man
kann ſich die Sache nur ſo erklären, daß atts dem liberalen
Lager ein großer Abmarſch zu den Klerikalen erfolgt iſt.
Die großen Geſchäfts= und Finanzleute haben aus Furcht
vor den ſchädlichen Wirkungen eines Umſichgreifens des
Sozialismus geſchloſſen für die Klerikalen geſtimmt, eben=
ſo
zahlreiche Induſtrielle aus der Gegend von Mons und
Charleroi. Auf dem flachen Lande, in den flandri=
ſchen
Provinzen, wo das Bündnis mit den Sozialiſten
ohnehin keine große Bedeutung hatte, dürfte in dieſer Art
des Zuſammengehens mit den Sozialiſten auch der tie=
fere
Grund für den entſcheidenden Wahlſieg der Kleri=
kalen
zu erblicken ſein. Der Eindruck, den der Sieg der
Klerikalen in dem liberalen Lagre machte, wo man
ſehr ſiegesgewiß geweſen war, iſt der einer tiefen Ent=
täuſchung
. In einer Verſammlung der liberalen Par=
teileitungerichtete
der liberale Führer Hymans eindring=

liche Worte der Ermahnung an die Partei, die Ruhe zu
ewahren, und ſich nicht vom erſten Schmerz und Zorn
zu unüberlegten Handlungen hinreißen zu laſſen. In
gleichem Sinne ſprach auch der Sozialiſt Vandervelde,
und da die Wirkung des großen Sieges der Klerikalen
ſo niederſchmetternd war, ſo glaubt man nicht, daß es zu
größeren Unruhen im Lande kommen wird.

Der Streik in England.

* London, 3. Juni. Der Verband der Bau=
arbeiter
hat beſchloſſen, alle Mitglieder, die im Lon=
doner
Hafen beſchäftigt ſind, zum ſofortigen Streik=
aufzufordern
. Der Verband beſchloß ferner, die ange=
ſchloſſenen
Gewerkſchaften aufzufordern, daß ſie ihre Mit=
glieder
im ganzen Bezirk des Londoner Hafens zum
ſofortigen Ausſtand veranlaſſen ſollen, falls nichtorgani=
ſierte
Arbeiter mit ihnen zuſammen eingeſtellt würden.
London, 3. Juni. Die Zahl der in den
Docks Arbeitenden iſt weiter geſtiegen. Viele
Hunderte, darunter ſtellenloſe Bureaubeamte, haben ſich
vor den Bureaus der Geſellſchaften am Hafen verſam=
melt
, um auf Stellung zu warten.
* Southampton, 3. Juni. Die hieſigen
Hafenarbeiter drohen mit einem neuen Streik,
der 7000 bis 8000 Arbeiter umfaſſen würde. Sie haben
neue Forderungen über Lohn= und Arbeitsbedingungen
geſtellt, aber die Arbeitgeber haben angeſichts der Auf=
beſſerung
im letzten Sommer es abgelehnt, ſich in eine
Diskuſſion der Forderungen einzulaſſen.

Der italieniſch=türkiſche Krieg.

* Paris, 3. Juni. Angeblich hält Italien für
die unmittelbar bevorſtehende gleichzeitige Beſetzung
von Chios und Mytilene ein Korps von 20000
Mann bereit. Auch ſei ein kombinierter Angriff zu Lande
und zu Waſſer beabſichtigt.
* Rom, 3. Juni. Italien behält ſich eine ſchlüſſige
Antwort auf die franzöſiſche Anfrage über
eine internationale Konferenz vor. Die
Anerkennung der italieniſchen Souveränität in Libyen
müſſe unbedingt das Ergebnis etwaiger Verhandlungen
ſein. Die Beſetzung der Aegäiſchen Inſeln würde als
Proviſorium betrachtet, das aber von unüberſehbaret
Dauer ſein könne.

Marokko.

* Paris, 2. Juni. General Liautey ſandte
aus Fez dem Miniſterium des Aeußern folgendes Tele=
gramm
unter dem 1. Juni, abends 9 Uhr: Die Ko=
lonne
des Oberſten Jourand, welche fünf Bataillone In=
fanterie
, ſechs Abteilungen Artillerie und zwei Eskadrons
Kavallerie umfaßte, rückte 5 Uhr früh gegen den Feind
vor, der ſich zehn Kilometer nordöſtlich von Fez geſam=
melt
hatte. Das Feuer wurde um 6 Uhr durch die Vor=
hut
gegen den Feind auf dem Zelaghügel eröffnet, der
infolge des Artilleriefeuers von den Abhängen nicht
herunterſteigen konnte. Um 10 Uhr gelang es der Ar=
tillerie
, den Feind von den Abhängen zu vertreiben, der
in hellen Haufen floh. Der Anführer der Harka fiel in
unſerer Nähe. Der Feind ließ zahlreiche Tote zurück.
Wir hatten 9 Tote und 28 Verwundete. Ein engliſcher=
Inſtrukteur wurde ebenfalls getötet. Um 11 Uhr 30 Mi=
nuten
machte die Kolonne auf dem rechten Ufer des Sebu=
Halt. Die Operation wird morgen fortgeſetzt.
Paris, 3. Juni. General Liautey beabſich=
tigt
, angeſichts der vorzüglichen Haltung der Bewohner
von Fez die ihnen auferlegte Kriegskontribution zu er=
laſſen
. Die Bevölkerung zeigt ſich von dieſer Abſicht=
äußerſt
befriedigt.

Vermiſchtes.

Deutſchnationaler Handlungse
gehillfenverband. Aus dem Jahresberſicht
für 1911 des Dautſchncktionalen Handlungsgehilfen=
verbandes
zu Hamburg dürften folgende Angaben auch
unſere Leſer intereſſieren: Der Verband zählte am
Schluſſe des Jahres 122162 Mitglieder und behauptete
damit ſeinen Platz als der größte kaufmänniſche Verein
der Welt. Von den 2810 Gehilfenbeiſitzern der Kauf
mannsgerichte ſtellte er allein 1060. Seine Einnahmen
beliefen ſich im Berichtsjahre auf 1773814,14 Mark und
ſein Geſamtvermögen wuchs auf 1 236 259,41 Mark. Die
Abteilung für Lehrlinge zählt über 14000 Mitglieder
und veranſtaltete u. a. 398 Unterrichtskurſe mit 4931 Teil=
nehmern
. Die Abteilung für Bildungsweſen richtete 465
Lehrkurſe ein, die von 5000 Gehilfen beſucht wurden.
Ferner wurden 519 belehrende Vorträge veranſtaltet, die
32600 Teilnehmer fanden. 119 Rezitations= und Lieder=
abende
wurden von 30000 Perſonen beſucht. Der Rechts=
ſchutz
erteilte 6829 mündliche und 9685 ſchriftliche Aus=
künfte
und erſtritt den Mitgliedern 74 283,32 Mark an
ſtrittigen Gehältern und 255 Zeugniſſe. Die Auskunftei
erteilte 10 525 Auskünfte und die Stellenvermittelung er=
zielte
3521 Beſetzungen außer Lehrlings= und Aushilfs=
ſtellungen
. Die Verſicherung gegen Stellenloſigkeit zahlte
an 1594 Stellenloſe 94 139,23 Mark Renten (ſeit ihrem
Beſtehen an 10850 Perſonen 676 760.13 Mark) und beſitzt
Rücklagen in Höhe von 914938 Mark. Die Sparkaſſe des
Verbandes umſchloß am Jahresſchluſſe 9156 Sparer mit
2 419941,28 Mark Einlagen, die mit 4 Prozent jährlich
verzinſt werden. Die Darlehnskaſſe gewährte in 332 Fäl=
len
zinsfreie Darlehen in der Geſamthöhe von 16 940,85
Mark. Die Kranken= und Begräbniskaſſe des Verbandes
zählte Ende des Jahres 22872 Mitglieder und zahlte an
Kranken= und Begräbnisgeldern 616653,51 Mark aus.
Dieſe Angaben laſſen jedenfalls erkennen, daß der
Deutſchnationale Handlungsgehilfenverband ein ſehr be=
deutſamer
Faktor in der deutſchen Angeſtelltenwelt iſt.

Literariſches.

Von Thüringen und vom Harz, dem Ziele der
Sehnſucht vieler Reiſenden, die jetzt, da der Sommer
ins Land zieht, ihr Bündel ſchnüren, um die herrliche
Wald= und Bergesluft zu atmen, erzählt uns die ſoeben
erſchienene Bäder= und Reiſenummer der illuſtrierten
Familienzeitſchrift Zur Guten Stunde (Deutſches
Verlagshaus Bong und Co., Berlin W. 57. Preis des
Vierzehntagsheftes 40 Pfg.). Einer der berufenſten Ken=
ner
des Harzes, Dietrich Vorwerk, ſchildert die erheben=
den
Eindrücke, die der Harzwanderer in dieſem von Tan=
nenduft
, Boderauſchen und Brockenwind durchwehten
Bergen gewinnt, und Auguſt Trinius erzählt in feinſin=
niger
Weiſe von der Heimat der Minneſänger, dem Thü
ringer Walde, dem grünen Herzen Deutſchlands‟ Die
beiden reichilluſtrierten Aufſätze, die ein gut Stück Schön=
heit
deutſcher Heimat erſchließen, werden allen denen
ein willkommener Führer ſein, die jetzt hinauspilgern in
die Natur, um Ruhe und Erquickung zu ſuchen. Das
Heift enthält außerdem ein intereſſantes Panorama aus

[ ][  ][ ]

Nummer 129.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Innt 1912.

Seite 7.

dem Harz, das alle ſehenswerten Punkte im Bilde zeigt.
Die Fortſetzung von Wilhelm Rubiners Roman Fata
Morgana feſſelt den Leſer durch die Wende im Schickſal
des Helden der Erzählung; ein anderer, neuer Roman
Die Vetternreiſe ſorgt für guten humoriſtiſchen Leſe=
ſtoff
. Ueber Sonnenfinſternisbeobachtungen plaudert
Bruno H. Bürgel in anſchaulicher, leicht faßlicher Form.
Außerdem enthält das Heft verſchiedene ſpannende Auf=
ſätze
. Unter dem reichen Bilderſchmuck heben wir beſon=
ders
die farbige Kunſtbeilage Der Wanderer hervor.
Gareis Deutſche Reichsgeſetze in
Einzelabdrucken. (297 gültige Nummern à 20 Pfg.)
Verlag von Emil Roth in Gießen. Neuerſcheinung:
Nr. 460/64: Ausführungsbeſtimmungen zur
Reichsverſicherungsordnung. 1 Mk., geb. 1,30
Mark. Die hier vorliegenden, für einen großen Teil unſe
rer Leſer wichtigen Ausführungsbeſtimmungen zur
R.=V.=O. mögen in dieſer Ausgabe beſtens empfohlen ſein.
Vorzügliche Ausſtattung und billiger Preis haben die
Gareisſche Sammlung deutſcher Reichsgeſetze, welche die
einzige iſt, in der man alle deutſchen Reichsgeſetze in gut
kommentierter Textausgabe findet, in der Juriſtenwelt
Jund beim Publikum eingeführt.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Neuſtadt a. d. H., 3. Juni. Die Ermittelungen über
den Leichenfund bei Mußbach haben ergeben, daß es
iſich um einen Selbſtmord eines 17jährigen Mädchens G.
kaus Neuſtadt handelt, das die Tat begangen haben ſoll,
(weil ihr Vorwürfe über den Beſuch einer Tanzmuſik ge=
imacht
worden ſind.
* Hamburg, 3. Juni. Das Herzogspaar Jo=
khann
Albrecht zu Mecklenburg mit Gefolge
ltrafen mittags kurz vor 12 Uhr am Dammtorbahnhof ein,
rwo ſie von dem Vorſitzenden der Abteilung Hamburg der
DDeutſchen Kolonialgeſellſchaft, Bürgermeiſter O. Ewald
lund einigen Vorſtandsmitgliedern der Abteilung empfan=
jgen
wurden. Vom Bahnhof fuhren die Herrſchaften ſofort
nach dem neuen Muſeum für Völkerkunde, wo ſich zur Er=
köffnung
der Kolonial=Ausſtellung Herzog
Adolf Friedrich zu Mecklenburg, die Bürgermeiſter Ham=
fburgs
, viele Senatoren, der Präſident der Bürgerſchaft,
fEngel, der Oberbürgermeiſter von Altona, ſowie andere
(Ehrengäſte eingefunden hatten. Ferner waren die Vor=
ſtandsmitglieder
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft zugegen,
deren Tagung heute hier beginnt. In der Eingangshalle
des Muſeums hielt deſſen Direktor Profeſſor Thilenius
leine herzliche Begrüßungsanſprache, in welcher er auf die
große Bedeutung des Kolonialinſtituts und der Stif=
tungen
hinwies, welche die Ausſendung von Expeditionen
in unſere Kolonien ermöglichten. Sodann erfolgte ein
Rundgang durch die überaus reichhaltige Ausſtellung, wo=
bei
die Ergebniſſe der Afrikaexpedition des Herzogs Adolf
Friedrich zu Mecklenburg, ſowie die übrigen Räume des
neuen Muſeums beſichtigt wurden.
* Wien, 3. Juni. Dre König und die Köni=
gin
von Bulgarien ſowie die Prinzen, die ſich
bereits geſtern nach der Hoftafel vom Kaiſer und den
Mitgliedern des Kaiſerhauſes verabſchiedet hatten, ſind
heute vormittag nach Ebenthal abgereiſt. Der bulgariſche
Miniſterpräſident und der größte Teil des Gefolges ſind
in Wien zurückgeblieben und werden ſich der königlichen
Familie auf ihrer Reiſe nach Berlin, die Ende der Woche
angetreten wird, anſchließen.
* Wien, 3. Juni. Als Antwort auf die Huldi=
gungs
depeſche, die während des Banketts zu
Ehren der Berliner Stadtvertreter am Freitag abend an
den deutſchen Kaiſer gerichtet wurde, iſt folgendes
an den Bürgermeiſter Neumayer gerichtetes Tele=
gramm
eingetroffen: Euer Hochwohlgeboren und den
Mitunterzeichnern des geſtrigen Telegramms ſpreche ich für
die freundliche Begrüßung, die mich ſehr gefreut hat, und
für die gaſtliche Aufnahme der Vertreter meiner Haupt=
und Reſidenzſtadt meinen kaiſerlichen Dank aus. Ich
bin hochbefriedigt, daß das deutſch=öſterreichiſche Bundes=
und Freundſchaftsverhältnis auch in dem guten Einver=
nehmen
der kommunalen Körperſchaften ſo warmen Aus=
druck
findet. Wilhelm I. R.
* Salzburg, 3. Juni. Die Leiche des Abgeordneten
Silberer, der ſeit einer im Herbſt vorigen Jahres
unternommenen Skitour vermißt wurde, iſt auf dem
Hundſtein bei Zell gefunden worden.
* Innsbruck, 3. Juni. Der frühere öſterreichiſche Ab=
geordnete
Geiger, eine der führenden Perſönlichkeiten
der altkonſervativen Partei, iſt auf der Station Piana der
Arlbergbahn unter einen Eiſenbahnzug geraten und ſofort
getötet worden.
* Peſt, 3. Juni. In einer ausführlichen Abhandlung
beantwortete der Miniſterpräſident Lukacs die Wahl=
Freformvorſchläge der Oppoſition. Er lehnt
den Vorſchlag ab, daß an Stelle der definitiven Wehr=
reform
ein Proviſorium mit erhöhtem Rekrutenkontingent
bewilligt werde. Die Anträge der Oppoſition zur Wahl=
reform
unterzieht der Miniſterpräſident einer eingehenden
Kritik. Er weiſt darauf hin, daß die vorgeſchlagene Er=
höhung
der gegenwärtigen Wählerzahl von 1,2 auf 2,9
Millionen für eine ruhige Entwickelung nicht unbedenklich
ſei, da dies eine Vermehrung um 150 Prozent bedeute,
und verpflichtet ſich neuerdings feierlich zur Vorlage einer
Wahlreform in der Herbſtſeſſion. Dieſer Geſetzentwurf
werde auf den Prinzipien des allgemeinen und gleichen
Wahlrechts, jedoch mit gewiſſen Einſchränkungen aufge=
baut
ſein. Der Regierungsentwurf werde einen Intel=
ligenzzenſus
einführen und nur für Analphabeten aus=
hilfsweiſe
einen ſehr geringen Vermögenszenſus zulaſſen.
Demgegenüber ſollen ſich die oppoſitionellen Parteien ver=
pflichten
, an der raſcheſten Erledigung der Wehrgeſetze
mitzuwirken und dann ein erhöhtes Rekrutenkontingent
von 136000 Mann zu bewilligen. Auch ſoll im Zuſam=
menhang
mit der Wahlreform die Hausordnung des Ab=
geordnetenhauſes
revidiert werden. Dieſe Anträge wer=
den
als unabänderlicher Standpunkt der Regierung be=
kannt
gegeben.
* New=York, 3. Juni. Einer Depeſche aus Ha=
vana
zufolge nahm der General der Revolutionäre,
Eſtenos, die Stadt Semaye, die dreißig Meilen von San=
tiago
entfernt liegt, ein, plünderte ſie und brannte ſie nie=
der
. Alsdann zogen ſich die Aufſtändigen auf die Höhen
zurück. Neger griffen Hameau bei San Louis an, ver=
gewaltigten
drei Frauen und plünderten die Kaufhäuſer.
H. B. Berlin, 3. Juni Auf der Zoſſener Chauſſee
ewurde geſtern bei Groß=Malchow ein junges Mädchen
von einem Automobil überfahren und ge=
tötet
. Das Mädchen, das zu Rade war, ſoll auf der
falſchen Seite gefahren ſein.
Köln, 3. Juni. In Kalk brachte in einem Kreis
ſſpielender Kinder ein Knabe eine Infanterie=
Platzpatrone zur Exploſion. Mehrere Kinder wur=
Keuſchwer verletzt, einem Jungen ein Auge ausgeriſſen.

Krakau, 3. Juni. Hier ſtarb infolge eines Schlag=
anfalles
der Privatier Goldſchweig im Alter von
112 Jahren.
H.B. London, 3. Juni. Auf der Carmania
einem Dampfer von 20000=Tonnen Gehalt, der Cunard=
Linie gehörend, brach geſtern im Hafen von Liverpool
beim Einnehmen von Ladung Feuer aus. Das Schiff
erlitt ſo großen Schaden, daß es einſtweilen von den
Fahrten ausſcheiden mußte. Ungeheuere Waſſermaſſen
wurden von den Dampfſpritzen in das brennende Schiff
geſchleudert, ſodaß für das Schiff die Gefahr des Sin=
kens
beſtand. Er neigte ſich ſtark nach einer Seite. Erſt
zu ſpäter Nachtſtunde gelang es der Feuerwehr, nach
Löſchung des Brandes, unterſtützt von zahlreichen im
Hafen liegenden Schiffen, das Waſſer ſoweit auszupumpen,
daß ein Sinken des Dampfers ausgeſchloſſen war.
Briefkaſten.
A. 1. Sie finden das ganz genau in Ihrem Mili=
tärpaß
.

Eine Panne iſt ein kleines Uebel,

vergleicht man ſie mit den Scherereien, die einem
aus einer ernſten Erkältung erwachſen, wie ſie
bei einer Autofahrt immer möglich iſt. Man
ſollte darum immer auch eine Schachtel Fays
ächter Sodener Mineral=Paſtillen mitnehmen,
wenn man zu einer Autofahrt rüſtet. Die Paſtillen
halten die Schleimhäute geſchmeidig, beugen
Affektionen vor und ſchützen gegen die immenſe
Gefahr, die der Staub immer bedeutet. Man
bekommt Fays Sodener in allen Apotheken,
Drogerien ꝛc. für 85 Pfg. pro Schachtel. (12291Mf

aarfärben mit Henné. Spezialität.
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466.
Kopfwaschen 1. mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 912 Uhr. (6584a

Aus dem Geſchäftsleben.

Das Tagesgeſpräch betitelte ſich die Vor=
anzeige
von Schneiders weißer Woche. Und in
der Tat ins Auge ſpringend ſind ſchon beim Anſichtig=
werden
des Geſchäftshauſes genannter Firma die ge=
ſchmackvoll
dekorierten 8 Schaufenſter; aber auch ebenſo
reizvoll wirkt im Innern des Hauſes die dekorative Zu=
ſammenſtellung
der koloſſalen Läger in Wäſche, Kon=
fektion
, Gardinen, die unbedingt die Kaufluſt des die
Firma beſichtigenden Publikums anregen dürften; es ver=
ſäume
daher niemand in dieſer Woche einen Beſuch bei
der Firma M. Schneider.
Man ſchreibt uns: Unter den vielen Mitteln, die
zur Heilung von Rheumatismus, Gicht, Zuckerkrankheit,
Nierenleiden, Blutarmut, Schwäche, Nervoſität, ſchlechter
und fehlerhafter Blutbeſchaffenheit angeprieſen werden,
ſind die natürlichen Heilwäſſer ſeit Jahrhunderten von
den Aerzten geſchätzt. Unter den Mineralwäſſern nimmt
der Lauchstädter Mineralbrunnen‟ eine führende
Stelle ein. Die wunderbaren, zuverläſſigen Heilerfolge
mit Lauchſtädter ſtützen ſich auf eine mehr als
200 jährige Erfahrung. Trinkkuren mit Lauchſtädter
Mineralbrnnnen wirken harnſäurelöſend und ſind be=
ſonders
jetzt im Frühjahr zur Förderung der Geſund=
heit
zu empfehlen.
Wir verweiſen auf den der heutigen Nummer
beiliegenden Proſpekt, aus dem die Niederlagen in
Darmſtadt erſichtlich ſind.
(12342
Warum ſoll man Suppen eſſen? In
manchem kleineren Haushalt wird wegen des leidigen
Zeitmangels oder wegen der nicht geringen Umſtände
und Ueberlegung, die das Bereiten einer guten Suppe
verurſacht, oftmals gar keine Suppe auf den Tiſch ge=
bracht
. Dies iſt ſowohl vom Standpunkt einer richtigen
Ernährung als auch vom Koſtenſtandpunkt ans zu be=
dauern
. Es iſt nämlich eine Tatſache, daß jede Mahlzeit
mit Suppe ſich billiger ſtellt und beſſer ernährt als
Mahlzeiten ohne Suppen, denn flüſſige Nahrung wird
vom Körper viel beſſer ausgenützt als feſte, die meiſt
auch viel teurer iſt. Mit den bekannten Knorr=
Suppenwürfeln ſtellt man übrigens die beſten
Suppen ſchnell und einfach her, nur durch Auflöſen der
Suppenmaſſe in Waſſer und Kochenlaſſen. Knorr=
Suppenwürfel ſparen Zeit, Arbeit und Geld.

Familiennachrichten.
Opaganshsnstansssso
Danksagung.
Für die mir aus Anlaß meines 25jährigen
Dienſtjubiläums von ſo vielen Seiten zuge=
gangenen
Glückwünſche und Ehrungen nehme
ich gerne die Gelegenheit wahr, Allen meinen
ehrerbietigſten Dank auszuſprechen. (12316
Bruno Hofer, Garniſ.=Backmſtr.
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
Oseggtseatahse

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)

Geſtern verſchied nach ſchwerem Leiden
unſer guter Bruder, Sohn und Schwager
Geora Kopp
im 53. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ph. Kopp, Reallehrer.
Darmſtadt, den 3. Juni 1912. (12322
Die Beerdigung iſt Dienstag, 4. Juni, nach=
mittags
2 Uhr, von der Friedhofskapelle aus.
Von Kondolenzbeſuchen bitten wir abzuſehen.

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſer guter, lieber
Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Johann Grünic
heute abend ¾9 Uhr nach langem Leiden ſanft
entſchlafen iſt.
(12282
Familie Peter Grünig.
Nieder=Ramſtadt, 2. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
um 3 Uhr, vom Sterbehaus aus, ſtatt.

Danksagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
, welche uns in dieſen ſchweren Tagen er=
wieſen
wurden, ſagen wir innigen Dank. (12330

Adam Fick nebst Sohn.

Darmſtadt, den 3. Juni 1912

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
anläßlich dem Hinſcheiden unſerer lieben
Frau
Jonannerte Saiomon

geb. May
ſagen wir unſeren innigſten Dank.

(*13698

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Darmſtadt, 3. Juni 1912.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Das Tief über England hat ſich weiter nach Oſten
verlagert. Unter ſeinem Einfluß fielen geſtern in ganz
Deutſchland Regen. Oſt= und Südeuropa werden noch
immer von dem Hoch beherrſcht und ſind daher meiſt
trocken. Die Morgentemperaturen liegen in Deutſchland
vielfach etwas tiefer als geſtern. Das Tief wird voraus=
ſichtlich
nach Nordoſten abziehen, jedoch iſt mit keiner
dauernden Beſſerung zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 4. Juni:
Unbeſtändig, Regenſchauer, kühl, windig.

Tageskalender.

Verſammlung für Damen zwecks Beſprechung zum
Lutherfeſtſpiel um 6 Uhr im Fürſtenſaal.
Volkstümliche chriſtl. Vorträge um 8½ Uhr im
Rhein. Miſſionszelt an der Lindenhofſtraße. Bibel=
ſtunde
um 4 Uhr daſelbſt.
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. Reſt. Metropol
um ½8 Uhr. Perkeo um 8 Uhr. Hugenſchütz!
Felſenkeller um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe ( ge=
öffnet
von 106 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Ver=
treter
der europäiſchen Mächte bei der Beiſetzung =
nig
Friedrichs VIII. von Dänemark; Porträts vom
Tage; der Dampfer Imperator nach dem Stapellauf;
Barrikadenbau bei den Straßenkämpfen in Budapeſt.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 5. Juni:

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr Karl=
ſtraße
6.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟
Städtiſches Muſeum (Schloßgraben 9). Geöffnet
Sonn= und Feiertags, ſowie Mittwochs und Frei=
tags
von 111 und 35 Uhr, bei freiem Eintritt.
Dienstags, Donnerstags und Samstags von 101
Uhr (Eintritt 30 Pfg.).
Beſichtigung des Großh. Reſidenzſchlof=
ſes
: An jedem Wochentage von 34 Uhr; Sonntags
von 111 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlanate Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

reret.
Schöner schattiger Garten.
Bei ungünstiger Witterung im Lokal.
Sonntag Anfang 4 Uhr. Stets freier Eintritt.
Guter Mittagstisch und reichhaltige Abendkarte.
A. Holz, Inhaber.
*13769)

oder Sie unter Schuppenbildung leiden,
gebrauchen Sie
vertrauensvoll
ung
3000 Stück, darunter Raritäten, Dr. Dralles
Bärken-
Uam
Haarwasser
Sie werden mit dem
Erfolg zufrieden sein
Preis M. 1.85 u. 3.70
Ueberall zu haben.

(12317

Heute Dienstag
neues Programm, u a.:
Das Kriegsspiel des
Jung Darmstadt
am Himmelfahrttage.
In der Nacht des Urwaldes
sensat. Tierdrama etc. etc.

Seite 10.

Darmſraoker Tagblatt, Wienstag, den 4. Jum 1912.

Nummer 129.

Sit. Jngenogeuppe des Ang. Deurſchen
Frauenvereins (Ortsgeuppe Darmſtadt)

wird demnächſt hier ein

einrichten. Sie erbittet hierzu Spenden von Büchern (Bilderbücher,
Märchen= und Sagenbücher, Jugendſchriften, Reiſebeſchreibungen uſw.)
und Geldſpenden.
Jegliche Gabe wird mit großem Dank entgegengenommen.
Die Sammelſtellen befinden ſich bei
(12283
Frl. Ottilie Rady, Zimmerſtraße 1, und
Frl. Maria Herrmann, Roßdörferſtraße 60.

Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
M
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897


Ludwigshohe
Morgen Mittwoch, den 5. Jnni, abends 8 Uhr,
im Anſchluß an das regelmäßige Nachmittags=Kurkonzert
roßes
s Abend-Konzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung Herr Musikmeister M. Weber
Erste Keunion
Um 10" Uhr gemeinſchaftlicher Lampionzug nach Böllen=
falltor
und Kaſtanienallee.
(12311
Eintritt 25 Pfg. 10 Karten Mk. 1.50.

eu

Schland

ſauber geſammelt in 2 Bänden
(Schaubeck) billig zu verkaufen.
Reflektanten wollen ihre Adreſſe
unt. O 34 i. d. Exp. niederl. (*13709

Ala botterle
8419 Gewinne im Werte von Mark
155000
o66
10050
Lose 5 Mark 2.-
Porto und Liste 30 Pf. extra, zu haben
bei den Königl. Lotterie-Einnehmer
und in allen durch Plakate kenntlicher
Verkaufsstellen.
Lose-Vertriebs-Gesellschaft
Berlin N 24. Monbijouplatz 2
A. Molling
Hannover und Barhn. Lennéstr. 4

(12066))

Sllugenschutz Feisenneler
Telephon 1445.
Heute Bienstag, abends 8 Uhr:
Grosses Streiehkonzert
Kapelle des Leibgarde-Inf.-Regts. Nr. 115
(Grösserer Teil derselben)
Leitung: Herr Mewes.
Wiener Volksabend.

Im Programm nur österreichische, bezw. Wiener volkstüm-
liche
Komponisten.
(*13778

Eintritt mit Programm 10 Pfg.

Hans Tod, Reſtaurateur.

Konzertsaal Perkeo
Alexanderstrasse 12 und 14.
(12034a
Täglich das grosse Variété- u. Theaterprogramm.

Cervelat
Gothaer und Braunschweiger
Leber- und Mettwürste
Frankfurter Würstehen in Dos.
Pains
Anchovy- und Sardellenbutter
Oelsardinen
Fleischpasten in Tuben
Capern
Mixed Piekles
Gewürz-Gürkchen.

Schulstr. 10
Telephon 71.

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Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 18%C.

[ ][  ][ ]

3 65.

Dienstag, 4. Inni.

1912.

Dem Obmann der ſtändigen Rettungswache der freiwilligen Sanitäts=Haupt=
Kolonne vom Roten Kreuz in Darmſtadt, Wilhelm Schmidt daſelbſt, und dem ſtän=
digen
Wachtmann der freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten Kreuz in Darm=
ſtadt
, G. A. Schneider daſelbſt, wurde die jederzeit widerrufliche Erlaubnis zur Aus=
hildung
von Kraftwagenführern erteilt.
(12284
Der Odenwälder Reiterverein, e. V. in Erbach i. O. beabſichtigt mit dem anläß=
lich
des Eulbacher Marktes am 22. Juli 1912 ſtattfindenden Pferderennen eine Ver=
loſung
von Fohlen und Sachgegenſtänden zu verbinden.
Großherzogliches Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß 5000 Loſe zu 1 Mk.
das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des nach Abzug der Reichs=
ſtempelabgabe
verbleibenden Bruttverlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf
von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Der Vertrieb der Loſe iſt in der Pro=
vinz
Starkenburg geſtattet.
(12319

Bekanntmachung.

Die Kreisſtraße von Arheilgen nach Baierseich im Zuge der Kreisſtraße
Darmſtadt-Frankfurt (von Arheilgen von km 4,8 ab bis zum Waldanfang, km 7,6
bei Baierseich) mit den auf dieſe Strecke aufſtoßenden Querwegen (letztere dicht an
der Kreisſtraße) iſt wegen Ausführung, von Kleinpflaſter von Mittwoch, den
29. d. Mts. ab auf ca. 6 Wochen für ſämtliches Fuhrwerk (Geſpanne, Automobile,
Motorräder uſw.) geſpert.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung
denaufgeſtelten Tafeln entſprechend zu erfolgen, und zwar über Darmſtadt- Gräfen=
hanſen
-Mörfelden-Langen. Nach Maßgabe des Fortſchreitens der Pflaſterarbeiten
wird die bezeichnete Teilſtrecke wieder dem Verkehr übergeben.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der Polizei=
verordnung
vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
Darmſtadt, den 22. Mai 1912
(11830a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Darmſtadt, den 31. Mai 1912.
Betreffend: Das Aushebungsgeſchäft für 1912, hier Zugänge Militärpflichtiger.
Der Zivilvorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt
an die Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes.

Sofern ſeit der Muſterung des laufenden Jahres ſich Militärpflichtige bei Ihnen
angemeldet haben ſollten, welche ſich in einem anderen Aushebungsbezirk zur
diesjährigen Muſterung geſteilt haben und Anzeige hierüber von Ihnen noch nicht
erſtattet worden iſt, ſehe ich Ihrem ſofortigem Bericht hierüber, für jeden Mann
getrennt und unter Vorlage des Loſungsſcheins desſelben, entgegen.
(12287a
Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Nach Mitteilung des Vorſtands der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
werden die Sprechſtunden in der Fürſorgeſtelle für Lungenkranke in Darmſtadt nicht,
wie bisher Mittwochs, ſondern vom 6. Juni d. Js. ab bis einſchließlich 4. Juli Don=
nerstags
, nachmittags von 35 Uhr, abgehalten.
Darmſtadt, den 31. Mai 1912.
(12320
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung ſofort und wiederholt
auf ortsübliche Weiſe zu veröffentlichen.
Darmſtadt, den 31. Mai 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Der Vertrieb der Loſe der 1. Klaſe 1. Preußiſch=Süddeutſchen (227 Königlich
Preußiſchen) Klaſſenlotterie wird am 6. Juni d. Js. beginnen und die Ziehung der
1. Klaſſe dieſer Lotterie am 10. und 11, Juli 1912 ſtattfinden.
(12318

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dobermann. Die Hunde können von den Eigen=
tümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteige=
rung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(12304

Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 5. Juni I. J., vorm. 9 Uhr,

verſteigere ich im Hauſe
Karlstrasse No. 6, I.
auf freiwilligen Antrag der Erben die zum Nachlaß der Frau Rentner
Hufnagel gehörigen Mobilien, als:
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1 nußb. pol. Büfett, 1 mod. Herrenſchreibtiſch, 1 nußb.
pol. Sekretär, 1 Regulator, 1 Pendule,
1 ſehr guten Raſſenſchrank,
1 Kommode, 2 nußb. pol. Bettſtellen mit Sprungrahmen
und 1 Nachttiſchchen, 1 Toilettenſpiegel, 2 zweitür. und
1 eintür. Kleiderſchrank, 1 ovaler und 1 Spiegel
mit Goldrahmen und 1 Kinderbettſtelle, 1 Ausziehtiſch,
2 Seſſel und ſonſtige kl. Gegenſtände und Bilder ꝛe:
ferner 1 verſ. Tafelaufſatz, 1 Kaffeeſervice für 12 Per=
ſonen
, 1 Glasbowle und verſch. Vaſen ꝛc.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(12240oi
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxatot,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 7. Inni l. Js., vormittags 9 Uhr
und nachmittags 3 Uhr,

verſteigere ich im Hauſe
Martinſtraße 38, 1. Stage
im Auftrag der Erben die zum Nachlaß des Senatspräſidenten
H. Schäfer gehörigen Möbel und Haushaltungsgegenſtände:
1 Diwan mit Umbau, 1 Büfett in eichen geſchnitzt, 1 Aus=
ziehtiſch
, 1 Bauerntiſch, 1 Sekretär, nußbaum poliert, 1 Spiel=
tiſch
, 1 Sofa, 2 eiſerne Bettſtellen, 2 Kleiderſchränke, 1 Etagere,
2 Bücherbretter, 1 Nähtiſch, verſchiedene große und kleine
Tiſche, Waſchtiſche. Nachttiſche, Spiegel, Bilder und Vor=
hänge
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uſw. 1 Vogelhaus mit Ständer, 1. Reiſekorb, 1 Stutz=
flügel
, 1 Herrenſchreibtiſch, 1 antiker zweitüriger
Kleiderſchrank (Rokoko), 7 Wedgwood=Platten und ſon=
ſtige
altertümliche Gegenſtände, darunter 2 türkiſche
Shawls und 2 ſeidene Tücher, Weißzeug, Porzellan,
Glas= und Ziergegenſtände, Herrenkleider und Wäſche,
ſowie ſonſtige Haushaltungsgegenſtände aller Art.
3 noch gut erhaltene eiſerne Füllöfen.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(12285id
Darmſtadt, den 4. Juni 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

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Eine Münzenſammlung
zu verkauf. Ausk. Exped. (12226B

Ueberſicht

der Durchſchnittspreiſe von folgen=
den
Früchten und Verbrauchsgegen=
ſtänden
in der Zeit
vom 16. bis 31. Mai 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 24. bis. 26.
Korn
.17.
Gerſte
. 19.
Hafer
20.75 24.-
Butter ½ Kilo Mk. 1.50
Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 11.
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 5.50
Darmſtadt, 1. Juni 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.

Heugras=Verſteigerung.

Die am 28. ds. Mts. ſtattge=
habte
Verſteigerung der Heugras=
ernte
von der Pallaswieſe und der
Futternutzung von anderen ſtädti=
ſchen
Grundſtücken iſt genehmigt.
Die Mähſcheine ſind bei der
Statkaſſe erhältlich und müſſen
bis zum 10. Juni abeholt ſein.
Darmſtadt, 30. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger. (12255oi

Weißbinder= und
Aſphalt=Arbeiten

im ſtädtiſchen Pfründnerhaus,
Aſphaltarbeiten im Schlachthof,
ſowie Schreinerarbeiten ( Erneue=
rung
von Fußböden) in der Stadt=
knabenſchule
I, ſollen vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem unter=
zeichneten
Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der Dienſt=
ſtunden
offen
Angebote ſind bis
Montag, den 10. Juni 1912,
vormittags 15 Uhr,
einzureichen.
(12310im
Darmſtadt, am 3. Juni 1912.
Stadtbauamt.
Burbaum.

Bekannimachung.

Im Konkurs über den Nachlaß
des Bernhard Wertheimer von
Meſſel ſoll eine Abſchlagsdividende
von 55 Prozent zur Verteilung
kommen. Die verfügbare Maſſe
beträgt 8153 Mk. 68 Pfg., die
Forderungen der nichtbevorrech=
tigten
Gläubigerbetragen 14642 Mk.
91 Pfg. Verzeichnis der zu be=
rückſichtigenden
Forderungen liegt
auf der Gerichtsſchreiberei Groß=
herzoglichen
Amtsgericht Darm=
ſtadt
II offen.
(12301
Darmſtadt, 3. Juni 1912.
Reibſtein,
Konkursverwalter.

Schaspfelten
Tabahspfeien
aller Art u. Preislagen,
Enur erſtklaſſige Fabri=
kate
, ſämtl. Erſatzteile
u. Rauchartikel Pfeifen=
ſpezialiſt
Fr. Marguth,
* Darmſtadt, Marktſtr.3,
Ecke große Ochſengaſſe.
(10372a)

Weißes Leinen=Jachett
mit Einſ., wenig getr., für Mädchen
von 1415 Jahren bilig zu verk.
Gutenbergſtr. 11, part. (11452t

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 5. Juni 1912, nachm. 3 Uhr,

verſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle dahier
(Obergaſſe) öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung:
8 Diwans, 6 Vertikos, 4 Büfetts, 3 Spiegel, 2 Kleider=,
2 Kaſſen= und 2 Eisſchränke, 3 Waſchtiſche, 2 Kommoden,
2 Pianinos, 3 viereck. Tiſche, 2 vollſt. Betten 1 Schreibpult,
1 Schreibtiſch, 1 Sekretär, 1 Sofa, 1 Klubſeſſel, 1 Sitztruhe,
1 Trumeauſpiegel, 1 Theke, 1 Waage m. Gewichten, 1 Waaren=
ſchrank
, 1 photogr Apparat, 1 Fahrrad, 1 Partie Nipp= und
Spielwaren, 6 Bände Meyers Verikon u. a. m.
Ferner:
a) auf freiwilligen Antrag:
1 Kaſſenſchrank, 1 gut erhaltene Badewanne und ver=
verſchiedene
Hausmobilien,
b) auf Grund Vermieterpkandrechts:
1 pol. Sekretär, 1 Linoleumteppich, 1 Küchenſchrank
und 1 Sofa.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet be=
ſtimmt
ſtatt.
(12344
Darmſtadt, 3. Juni 1912.
Kapp, Großh. Gerichtsvollieher
zu Darmſtadt, Friedrichſtraße 24.

Heugras=Verſteigerung.
Donnerstag, den 6. Juni d. Js., nachm. 2 Uhr,

wird die Heugras=Ernte auf der Großh. Roſenhöhe zu Darmſtadt
öffentlich meiſtbietend verſteigert (Zuſammenkunft am Kühn’ſchen
Garten); desgl. am
Freitag, den 7. Juni d. Js., nachm. 2 Uhr,
im Großh. Herrngarten und um 4 Uhr in dem Schloßgarten zu
Kranichſtein.
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
(12352
Großherzogliches Hofmarſchallamt.
J. A.: Meinhardt.

Hengras=Verſteigerung.
Freitag, den 7. Juni l. Js., von nachmittags
3 Uhr ab,

wird das Heugras von den Wieſen der Stadt Pfungſtadt in der
Fohlenweide, im Kauf. Schwarzen Stock und Große Judenkirchhof
(zirka 35 Morgen) an Ort und Stelle öffentlich verſteigert.
Zuſammenkunft an der Fohlenweide. Die Feldſchützen Jäger
und Rau ſind zur Auskunſtserleilung beauſtragt.
(12345im
Pfungſtadt, den 3. Juni 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.

Arbeitsvergebung.

Der Neubau einer Brücke über die Modau im Zuge des
Büchnerswegs in Eiſenbeton=Konſtruktion nebſt allen erforderlichen
Arbeiten, Lieferungen und Leiſtungen, ſoll im öffentlichen Wettbewerb
vergeben werden. Bedingungen, Zeichnungen und Maſſenberechnung
liegen an unterzeichneter Stelle in den Dienſtſtunden zur Einſicht
offen. Angebote mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind poſtfrei
und verſchloſſen bis zum 10. Juni ds. Js., vormittags 11 Uhr, bei
uns einzureichen, woſelbſt die Eröffnung ſtattfindet.
Pfungſtadt, den 24. Mai 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
(12349im

Aufforderung.

Hiermit fordere wiederholt jedermann auf, der Anſprüche an den
Nachlaß des am 3. Januar ds. Js. verſtorbenen Fuhrunternehmers
Chriſtian Stumpf hier, Gardiſtenſtraße 15, zu machen hat, ſeine
Forderung bis längſtens 10. Juni ds. Js. ſchriftlich bei mir ein=
zureichen
.
(*13760id
Friedr. Stumpf, Nachlaßverwalter,
Frankfurterſtraße 85.

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(*13806

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Jnni 1912.

Nummer 129.

Carik und Taribeitimmungen
für die Abgabe von elektriſchem Strom aus dem Elektrizitätswerk der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft zu Darmſtadt.

Unter Aufhebung der ſeitherigen Bedingun=
gen
vom 24. Dezember 1910 wird nachſtehendes für den
Bezug elektriſchen Stromes aus dem Elektrizitätswerk
der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft beſtimmt:
§ 1.
Stromlieferung. Das Elektrizitätswerk liefert ge=
mäß
folgenden Bedingungen elektriſchen Strom für Be=
leuchtung
und Kraft, ſowie zu ſonſtigen Zwecken:
Wenn durch Betriebsunfälle, höhere Gewalt oder
andere unabwendbare Urſachen oder infolge von Kriegs=
ereigniſſen
, Streiks oder behördlichen Anordnungen, oder
wegen Ausführung von Meſſungen, neuen Anſchlüſſen uſw.
die Stromlieferung unterbrochen werden muß, ſo ruht
die Verpflichtung zur Stromabgabe ſo lange, bis die
Störungen oder deren Folgen beſeitigt ſind. Eine Ent=
ſchädigung
für nicht erfolgte oder mangelhafte Strom=
lieferung
kann in dieſen Fällen der Abnehmer nicht bean=
ſpruchen
.
Die Zählermiete und ſonſtige Gebühren ſind auch
für die Dauer der Unterbrechung zu zahlen:
Stromarten. Es werden geliefert:
a) für die inneren Stadtbezirke:
Gleichſtrom: Dreileiterſyſtem mit iſoliertem
Mittelleiter 2X110 Volt für Licht und 220 Volt für
Kraft.
b) Für die äußeren Stadtbezirke und für das Land:
Drehſtrom von 50 Perioden:
Hochſpannung: 6000 und 20 000 Volt.
Niederſpannung: 125/220 und 220/380 Volt.
In . . . . . . . Schaltung.
Die Entſcheidung wegen der Lieferung des Stromes
wegen der einen oder anderen Art und Spannung bleibt
dem Elektrizitätswerk vorbehalten.
Der Unternehmer hat ſich bezüglich der in Frage
kommenden Stromart und Spannung beim Elektrizitäts=
werk
jeweilig zu erkundigen.
§ 2.
Anmeldung zum Strombezug. Wird für einen der
angegebenen Zwecke der Bezug von elektriſchem Strom
gewünſcht, ſo iſt dementſprechender Antrag bei dem
Elektrizitätswerk unter Benutzung des hierfür beſtimm=
ten
Vordrucks einzureichen. Iſt der Antragſteller nicht
Eigentümer des Hauſes, für das der Anſchluß gewünſcht
wird, ſo iſt die Zuſtimmung des Hauseigentümers ſchrift=
lich
beizubringen.
Jeder Abnehmer iſt zum Bezug von elektriſchem
Strom auf mindeſtens drei Jahre verpflichtet (ſiehe § 11).
Wegen der Ausführung der Inneneinrichtungen wird
auf § 4 und die jeweils gültigen Inſtallationsvorſchriften
verwieſen.
§ 3.
Hausanſchlüſſe. Die Herſtellung der Anſchlüſſe das
heißt, alle Lieferungen und Arbeiten, auch Ausbeſſerun=
gen
und Aenderungen von den Straßenleitungen bis an
den Elektrizitätszähler, einſchließlich dieſes, einer Haupt=
ſicherung
und der Hauptausſchalter, geſchieht nur durch
das Elektrizitätswerk, und zwar bis zur Straßengrenze
auf Koſten des Elektrizitätswerks, von da ab auf Koſten
des Beſtellers.
Alle für den Anſchluß an das Leitungsnetz erforder=
lichen
feſtſtehenden Umformer (Transformatoren) wer=
den
ausſchließlich von dem Elektrizitätswerk geliefert
und unterhalten.
Den für den Anſchluß nötigen Raum hat der Ab=
nehmer
koſtenlos entſprechend den Anordnungen des
Elektrizitätswerks, zur Verfügung zu ſtellen.
Der von dem Elektrizitätswerk auf Koſten des Be=
ſtellers
hergeſtellte Teil des Anſchluſſes ( Anſchluß=
leitungen
, Hauptſicherung, Hauptausſchalter und Zu=
behör
) bleibt Eigentum des Elektrizitätswerks.
Der Abnehmer haftet für alle Beſchädigungen an
dieſen Teilen, darunter auch für Feuer=, Waſſer= und
Säureſchäden gegen die er ſelbſt gegebenenfalls die An=
lagen
zu verſichern hat.
Das Elektrizitätswerk beſorgt unentgeltlich alle Re=
paraturen
an dieſen Teilen, ſofern ſolche nicht durch Ver=
ſchulden
des Abnehmers herbeigeführt worden ſind. Es
iſt dem Elektrizitätswerk daher auch geſtattet, weitere auf
dem gleichen Grundſtück gelegene Abnehmer an den vor=
handenen
Hausanſchluß anzuſchließen, ohne daß der Be=
ſteller
oder Abnehmer, der die Koſten für dieſen Teil des
Anſchluſſes aufgewendet hat, irgend eine Vergütung von
dem Elektrizitätswerk beanſpruchen kann.
Steigleitungen. Dem Elektrizitätswerk iſt die
alleinige Herſtellung der Steigleitungen bis zu den
Zählern vorbehalten, auch iſt ihm die Mitbenutzung der
Steigleitungen, d. h. der Leitungen zwiſchen Haupt=
ſicherung
und den Elektrizitätszählern zur Abgabe der
Energie an Dritte koſtenlos zu geſtatten.
Den Beſtellern eines Anſchluſſes (ſiehe § 3 Abſatz 1)
wird auf Verlangen vor der Ausführung ein Koſten=
überſchlag
von dem Elektrizitätswerk aufgeſtellt.
In der Regel wird für jedes Anweſen nur ein An=
ſchluß
hergeſtellt. In beſonderen Fällen kann jedoch vom
Elektrizitätswerk die gemeinſame Benutzung eines An=
ſchluſſes
durch mehrere Abnehmer auf verſchiedenen
Grundſtücken zugelaſſen werden.
Die Benutzung eines ſolchen erweiterten Anſchluſſes
zwecks Erlangung beſonderer Vergünſtigung bei der
Berechnung des elektriſchen Stroms iſt unſtatthaft.
Größe des Anſchluſſes. Die Größe und Art der An=
ſchlußeinrichtungen
werden von dem Elektrizitätswerk
feſtgeſetzt und in der Regel ſo bemeſſen, daß ſie auch für
ſpäter dem im Grundſtück zu erwartenden Stromver=
brauch
genügen.
Für elektriſche Anlagen, die, außer von dem Elektri=
zitätswerk
, noch aus einer anderen Stromquelle geſpeiſt
werden, bleibt. ſoweit erforderlich, die Vereinbarung be=
ſonderer
Anſchlußbedingungen vorbehalten.
§ 4.
Ausführung der elektriſchen Einrichtungen im Innern
der Gebäude und Grundſtücke. Elektrotechniker, die Ein=
richtungen
im Innern der Gebände ausführen wollen,
bedürfen hierzu einer ſchriftlichen Erlaubnis vom Elektri=
zitätswerk
. Sie müſſen ſich verpflichten, alle dieſe Ein=
richtungen
, unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter
Beachtung der hierfür erlaſſenen beſonderen Vorſchriften,
auszuführen. Das Elektrizitätswerk wird jedoch über die
inneren Einrichtungen gerne Rat und Auskunft erteilen.
Dem Elektrizitätswerk ſteht das Recht zu, die Aus=
führung
der Arbeiten zu überwachen und zu prüfen und
die Vollziehung des Anſchluſſes oder die Zuführung des
elektriſchen Stroms ſolange zu verweigern, bis die von
ihm zu einem ſicheren und ungeſtörten Betrieb für not=
wendig
erachteten Einrichtungen oder Aenderungen aus=
geführt
und die vorgeſchriebenen Pläne und Meldungen
aocraalegt. Gea.

Auch Aenderungen an beſtehenden, an das Leitungs=
netz
angeſchloſſenen Anlagen (Verlegung neuer Leitungen,
Aenderung der Größe und Zahl der Lampen, Motoren,
Einrichtungen uſw.) dürfen ohne ſchriftliche Genehmigung
des Elektrizitätswerks nicht vorgenommen werden.
Durch den von dem Elektrizitätswerk bewerkſtelligten
Anſchluß einer Anlage wird der die Hausinſtallation
ausführende Unternehmer ſeiner Verpflichtungen gegen
den Auftraggeber oder Stromabnehmer hinſichtlich vor=
ſchriftsmäßiger
und tadelloſer Ausführung ſeiner Ar=
beiten
und Lieferungen nicht enthoben. Das Elektrizi=
tätswerk
übernimmt in dieſer Hinſicht keinerlei Verant=
wortung
.
Sicherungen. Alle Schmelzeinſätze für normale
Patronenſicherungen ſind durch das Elektrizitätswerk zu
beziehen.
§ 5.
Elektrizitätszähler. Zur Meſſung des Stromver=
brauchs
werden ausſchließlich von dem Elektrizitätswerk
Elektrizitätszähler beſchafft, aufgeſtellt und mietweiſe den
Stromabnehmern überlaſſen.
Ihre Bedienung und Inſtandhaltung geſchieht nur
durch das Elektrizitätswerk und auf deſſen Koſten, ſofern
nicht durch Verſchulden des Abnehmers beſondere Un=
koſten
erwachſen.
Der Abnehmer zaftet für die an den Zählern vor=
kommenden
Beſchädigungen aller Art (Feuer= Waſſer=,
Säureſchäden uſw.). Den Aufſtellungsort, ſowie Größe
und Zahl der Elektrizitätszähler beſtimmt das Elektrizi=
tätswerk
. Auf Verlangen desſelben ſind die Zähler, auf
Koſten des Abnehmers, mit einem verſchließbaren Schutz=
ſchrank
zu umgeben.
Zähler dürfen nicht angeſtrichen werden.
Zur Vornahme irgendwelcher Arbeiten an den
Zählern iſt nur das Perſonal des Elektrizitätswerks
berechtigt.
Für die Elektrizitätszähler iſt eine monatliche Miete
nach folgenden Sätzen zu zahlen:

Elektrizitätszählermiete

1 KW. Nennleiſt. ,50 Mk.
Für einen Zähler bis
,60
von über 1 2
,70
2
,80
510
,90
1015
1520
1,
2030
1,20
3050
1,50

für größere Zähler als für 50 KW. bleiben beſondere
Feſtſetzungen vorbehalten.
Die Zählermiete wird mit dem Stromzins in
monatlichen Teilbeträgen erhoben.

Die Zählermiete wird von Beginn des Monats ab
in dem der Zähler aufgeſtellt wurde, bis zum Ablauf
des Vertrags ununterbrochen erhoben, einerlei, ob elek=
triſcher
Strom bezogen wurde oder nicht.
§ 6.
Feſtſtellung des Stromverbrauchs. Der Abnehmer iſt
verpflichtet, für den von dem Elektrizitätszähler ange
zeigten Stromverbrauch nach dem feſtgeſetzten Tarif
Zahlung zu leiſten.
Für den zu anderen als zu Beleuchtungszwecken
abzugebenden Strom werden Beſondere Zähler auf=
geſtellt
, ſobald von dem betreffenden Abnehmer die für
dieſe Zwecke feſtgeſetzte Strompreisermäßigung bean=
ſprucht
wird (ſiehe § 7B). Die Leitungen von dieſen
Zählern bis zu den betreffenden Einrichtungen müſſen
überall ſichtbar ſein und es werden keinerlei Abzweig=
ungen
zu Beleuchtungszwecken geſtattet.
Das Ableſen der Zähler erfolgt mindeſtens einmal
monatlich durch Bedienſtete des Elektrizitätswerks.
Werden von dem Abnehmer Zweifel über die Richtig=
keit
der Angaben des Zählers erhoben, was bei dem
Elektrizitätswerk ſchriftlich anzuzeigen iſt, ſo wird der
Zähler durch Beamte des Elektrizitätswerks geprüft und
der Abnehmer zur Beiwohnung der Prüfung eingeladen.
Das Ergebnis dieſer Prüfung iſt für beide Teile
maßgebend, einerlei, ob der Eingeladene erſchienen iſt
oder nicht.
Ergibt die Prüfung, daß der Zähler die zuläſſige
Verkehrsfehlergrenze nach oben oder unter überſchreitet
ſo werden Rückvergütungen oder Nachzahlungen nach
billigem Ermeſſen im Verhältnis des Unterſchiedes zwi=
ſchen
Fehlanzeige und richtiger Angabe berechnet. Dieſe
Berechnung kann ſich nur auf die beiden vorhergehenden
Kalendermonate erſtrecken, jeder weitere Anſpruch eines
Abnehmers iſt ausgeſchloſſen.
Für den Fall, daß ein Zähler zwecks Auswechſelung
ohne Erſatz vorübergehend entfernt werden muß, oder
überhaupt verſagt, wird für die Zeit, in der eine Strom=
meſſung
nicht ſtattfand, der Verbrauch nach billigem Er=
meſſen
des Elektrizitätswerks aus dem Verbrauch
Vor= und Nachmonats oder dem des Vorjahres berechnef.
Die Berechnung der Rückvergütung oder Nach=
zahlung
wird auf der nächſtfälligen Monatsrechnung
ſichtbar zum Ausdruck gebracht.
Ergibt die Prüfung, daß der Zähler innerhalb der
zuläſſigen Verkehrsfehlergrenzen bleibt, ſo hat der Ab=
nehmer
die Koſten der Prüfung zu tragen.
Die einmaligen Prüfungskoſten für Elektrizitätszähler
betragen mindeſtens das Fünffache der monatlichen Zäh:
lermiete und werden mit beſonderer Rechnung erhoben

§ 7.
Strompreiſe
für den Verbrauch in einem Verwaltungsjahre, das am 1. April beginnt und am 31. März endigt.

A. für Beleuchtungszwecke.

Für die erſten 3000 Kilowattſtunden 50 Pfg. für eine Kilowattſtunde
45
folgenden 3000
40
400

500
35.
30
alle folgenden
Bei Entnahme von hochgeſpanntem Drehſtrom ermäßigt ſich der Strompreis für alle Abſtufungen um 15%
Die allmählige Preisermäßigung wird nur gewährt, wenn die Entnahme des Stromes von einem
Abnehmer und in einem Anweſen ſtattfindet.

B. Strompreis für motoriſche und andere Verwendung bei beſonderer Meſſung. Hierzu zählt die Strom=
lieferung
für Motoranlagen, Heizzwecke, Elektrochemie, Lichtbäder und Kinematographen.

beiſpielsweiſe ergibt ſich daraus bei;
Für die erſten 3000 KW.-St. 20 Pfg. für die KW.=St., 3000 KW.-St. durchſchnittlich 20 Pfg. für die KW.=St.,
19,5
6000
19
folgenden 3000
19,0
9000
*300
18
18,5
12000
3000
17
18,0
15000
3000
16
20 000
17,25
5000
15
16,6
25 000
5000
14
15,8
32500
7500
13
15,08
40 000
alle folgenden
12
10:
50000
14,45
60000
14,04 .
Ueber 60 000 KW.-St. nach beſonderer Vereinbarung.

Die allmähliche Ermäßigung des Grundpreiſes wird nur gewährt, wenn die Entnahme des Stroms von
einem Abnehmer und in einem Anweſen ſtattfindet.
Für den Antrieb von Umformern für Beleuchtung, Umformern für Akkumulatorenladung oder für unmittel=
bare
Akkumulatorenladung wird der Preis unter 4) Beleuchtungszwecke gerechnet oder es findet auf Antrag der
Doppeltarif unter D) Anwendung.
Nachlaß für hochgeſpannten Drehſtrom.
Bei Entnahme von hochgeſpanntem Strom ermäßigt ſich der Grundpreis um 15%.
Dieſe Preisermäßigung ſetzt die getrennte Verrechnung für Licht und Kraft voraus.

C. Nachläſſe.

Benutzungsdauernachlaß.
Auf dieſe Preiſe für Kraftſtrom unter B) wird bei
Entnahme von über 1000 Kilowattſtunden im Jahre nach
der Zahl der Betriebsſtunden innerhalb des Verwal=
tungsjahres
folgender Rabatt gewährt:

5% bei einer jährlichen Benutzungsdauer von 500 Stdn.
750
7,5%
1000
10%
. 1200
12%

Der Nachlaß wird am Schluſſe des Verwaltungs=
jahres
feſtgeſetzt und ausbezahlt. Bei Beendigung des
Strombezuges wird der Nachlaß bei Aufſtellung der letz=
ten
Rechnung verrechnet.
Erläuterung über den Benutzungsdauernachlaß. Aus
dem Mittel von den drei Aufnahmen zu Anfang, in der
Mitte und am Ende des Verwaltungsjahres wird der
Anſchlußwert in Kilowatt feſtgeſtellt.
Die Benutzungsdauer in Stunden iſt
Jahresverbrauch in Kilowattſtunden
Anſchlußwert in Kilowatt.
Der Anſchlußwert
wird feſtgeſtellt nach den Angaben der Leiſtungsſchilder
(Original=Fabrikſchilder), der Motoren und ſonſtigen
ſtromverbrauchenden Einrichtungen des Abnehmers. Die
Leiſtungsſchilder werden bei der erſtmaligen Aufnahme
mit einem Stempel des Elektrizitätswerkes verſehen.
Auf Antrag kann auch die höchſte gleichzeitige Strom=
entnahme
durch Elektrizitätszähler mit Maximum=
zeiger
feſtgeſtellt werden und wird dieſer Höchſtbetrag
an Stelle des Anſchlußwertes für die Berechnung des
Benutzungsdauernachlaſſes zugrunde gelegt.
D. Doppeltarif.
Die Vergünſtigung des Doppeltarifes beſteht darin,
daß zu beſtimmten Zeiten, in denen die maſchinellen An=
lagen
des Elektrizitätswerkes größere Stromentnahmen
zulaſſen, alſo außerhalb der Zeit der ſtärkſten Belaſtung
des Werks (Sperrzeit), ein größerer Nachlaß auf den
Grundpreis für Strom eintritt.
Hierbei wird Licht= und Kraftſtromverbrauch durch
einen Doppeltarifzähler gemeſſen.

Die Sperrzeiten ſind:

im Monat Januar die Zeit von 410 nachmittags
510
Februar
610
März
April
716
Mai
Juni
iſt keine Sperrzeit.
Juli
Auguſt
September die Zeit von 610 nachmittags
510
Oktober
November 410
Dezember . 410

Als Strompreis außerhalb der Sperr=
zeit
kommt der Krafttarif unter B) in Anwendung.
Als Strompreis innerhalb der Sperr=
zeit
kommt der Lichttarif unter A) in Anwendung.
1. Der Doppeltarif kommt immer zur Anwendung:
für den Antrieb von Umformern für Beleuchtung,
für Umformer zur Akkumulatorenladung oder für
unmittelbare Akkumulatorenladung.
2. Ladenbeſitzer, die ſich verpflichten, ihre Schau=
fenſter
bis 10 Uhr abends zu beleuchten, können einen
Doppeltarifzähler erhalten, und wird dann die
Sperrzeit um 8 Uhr aufgehoben.
3. Der Doppeltarif kann auch zugeſtanden werden, wenn
ſich der Abnehmer verpflichtet, jährlich für 500 Mark
Strom zu entnehmen. Wird dieſe Geldſumme nicht
erreicht, ſo iſt der Unterſchiedsbetrag am Schluſſe
eines jeden Jahres nachzuzahlen, jedoch nicht mehr,
als die Entnahme einer gleichen Zahl Kilowattſtun=
den
zum Lichtſtrompreis betragen hätte
Stromabgabe für Reſerveanſchlüſſe
erfolgt von Fall zu Fall nach beſonderen Bedingungen.
Für angeſchloſſene Klingeltransformatoren iſt eine
jährliche Gebühr von 3 Mark zu entrichten.
§ 8.
Zahlungs= und Sicherheitsleiſtung. Die Lieferung
des elektriſchen Stromes und die mietweiſe Ueberlaſſung
der Elektrizitätszähler erfolgt gegen monatliche Be=
zahlung
.

[ ][  ][ ]

Nummer 129.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Seite 13.

Die Zahlung der Rechnungen für Stromverbrauch
und Miete für Elektrizitätszähler hat entweder an den
(mit Berechtigungsſchein verſehenen) Ueberbringer oder
innerhalb acht Tagen nach Vorzeigung der Rechnung, die
Zahlung der Rechnungen für Anſchlußarbeiten, Ausbeſ=
ſerungen
und ſonſtige Arbeiten und Lieferungen inner=
halb
drei Wochen nach Zuſtellung der Rechnung an das
Elektrizitätswerk zu erfolgen.
Wenn das Elektrizitätswerk für die entſtehenden
Schuldigkeiten für Stromverbrauch, Elektrizirätszähler=
miete
, Arbeiten und Lieferungen einſchließlich der Zähler
eine Sicherheit für wünſchenswert erachtet, ſo hat der Ab=
nehmer
ſolche in der von dem Elektrizitätswerk beſtimm=
Auftrag nicht ausgeführt, oder der hergeſtellte Anſchluß
auf Koſten des Abnehmers entfernt wird.
ten Höhe und Art zu leiſten, widrigenfalls der betreffende
§ 9.
Ueberwachung der elektriſchen Einrichtungen. Dem
Elektrizitätswerk ſteht das Recht zu, die geſamte ange=
ſchloſſene
elektriſche Anlage zu überwachen und von Zeit
zu Zeit auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen.
Der Abnehmer iſt verpflichtet, den Beamten und Ar=
beitern
des Elektrizitätswerkes den Zutritt zu den Elek=
trizitätszählern
, ſowie allen Räumen, in denen ſich
elektriſche Einrichtungen befinden, zu geſtatten. Ferner
iſt der Abnehmer verpflichtet, ſeine Anlagen in gutem,
betriebsſicherem Zuſtande zu erhalten.
§ 10.
Betriebsſtörungen. Wenn eine weſentliche Störung
im Betriebe einer elektriſchen Anlage eintritt, ſo iſt dem
Elektrizitätswerk ſchleunigſt Mitteilung zu machen. Bei
einer merklichen Erwärmung der Leitungsdrähte, Aus=
ſchalter
und dergleichen, iſt der betreffende Stromkreis
durch Oeffnen des zugehörigen Ausſchalters und, wenn
nötig, des Hauptausſchalters zu unterbrechen.
§ 11.
Beendigung des Strombezuges. Die Geltungsdauer

des Vertrages für Lieferung und Entnahme elektriſchen
Stromes beträgt mindeſtens drei Jahre, vom Tage der
Inbetriebſetzung oder Betriebsfähigkeit einer Anlage an
gerechnet. (§ 5, Schlußſatz.)
Durch Wohnungswechſel des Abnehmers wird der
Vertrag gelöſt, wenn der Wechſel vom Abnehmer minde=
ſtens
vier Wochen vorher dem Elektrizitätswerk angezeigt
worden iſt. Iſt die Anzeige unterblieben oder nicht recht=
zeitig
erfolgt, ſo läuft der Vertrag weiter, bis, nach Nach=
holung
des Verſäumten, die vierwöchige Kündigungsfriſt
verſtrichen iſt.
Will der Abnehmer nach Ablauf des Vertrages auf
die Stromentnahme verzichten, ſo muß er dies dem Elek=
trizitätswerk
drei Monate vorher mitteilen. Andernfalls
gilt der Vertrag als auf ein weiteres Jahr verlängert.
Die vorſtehend erwähnten Anzeigen und Mitteilungen
ſind dem Elektrizitätswerk ſchriftlich gegen Empfangs=
beſcheinigung
zuzuſtellen.
Die Abſperrung von Leitungen und die Beſeitigung
von Anſchlüſſen erfolgt in gleicher Weiſe wie die Herſtel=
lung
der letzteren gemäß § 3 Abſatz 1.
§ 12.
Entziehung der Stromlieferung. Dem Elektrizitäts=
werk
ſteht das Recht zu zur ſofortigen Einſtellung der
Stromlieferung oder zur Abſperrung oder Beſeitigung
des Anſchluſſes:
1. wenn der Abnehmer gegen eine der in dieſen Be=
dingungen
enthaltenen Beſtimmungen und Anord=
nungen
verſtößt, insbeſondere wenn er ſeinen Zah=
lungsverpflichtungen
nicht pünktlich nachkommt;
2. wenn ein Anſchluß dreiviertel Jahr hindurch un
benutzt geblieben iſt;
3. wenn unberechtigte Stromentnahme ſtattfindet.
Der Abnehmer iſt verpflichtet, für den Zeitraum dieſer
Einſtellung bis zum ordnungsmäßigen Ablauf des Ver=
rags
(§ 11 Abſ. 1) an das Elektrizitätswerk eine monat=
lich
zur Erhebung gelangende Entſchädigung in Höhe

der Hälfte des Monatsdurchſchnitts der für die letzten
zwölf Monate (oder deren Teil) für Stromverbrauch
geleiſteten Zahlungen unbeſchadet der Vorſchrift des
§ 5 letzter Abſatz zu entrichten.
Für Anſchlüſſe, die hergeſtellt, aber innerhalb Jahres=
friſt
nicht benutzt werden, iſt das Elektrizitätswerk berech=
tigt
, eine jährliche Gebühr in Höhe von 8 Prozent der
Herſtellungskoſten des Teiles der Leitung, der außerhalb
ſeines Anweſens liegt, zu erheben. Dieſe Gebühr entfällt
bei zehnjährigem Beſtehen des Anſchluſſes.
Das Recht der Zugänglichkeit zu einem ſolchen nicht
benutzten Anſchluß (laut § 9) bleibt jedoch beſtehen, bis
der Anſchluß gänzlich entfernt, d. h. von den Straßen=
leitungen
abgetrennt iſt.
Der Abnehmer iſt verpflichtet, für alle durch die Strom=
entziehung
, ſowie für die ſpätere Wiederherſtellung der
Anlage entſtehenden Koſten aufzukommen. Es ſtehen ihm
auch keinerlei Entſchädigungsanſprüche infolge obiger
Maßnahmen zu.
§ 13.
Techniſche Vorſchriften für die Ausführung elektriſcher
Anlagen. Hinſichtlich der techniſchen Ausführung der
elektriſchen Anlagen gelten die jeweils gültigen Vor=
ſchriften
für die Errichtung elektriſcher Starkſtromanlagen
nebſt den örtlichen Zuſätzen. Ueber dieſe erteilt das
Elektrizitätswerk jederzeit Auskunft.
§ 14.
Das Elektrizitätswerk behält ſich das Recht vor,
Aenderungen oder Zuſätze an vorſtehenden Beſtimmungen
eintreten zu laſſen, wenn ihm hierzu das Bedürfnis vor=
zuliegen
ſcheint.
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1. April 1912 an in Wirkſamkeit.
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[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Nummer 129.

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Sie war an ſeinem Knie niedergeſunken, umklammerte
ſeine Hände und blickte mit angſtvollen Augen zu ihm auf.
Und dann brachen ſich die Worte in fliegender Haſt aus
ihrem gequälten, übervollen Herzen Bahn, wie der Sturz=
bach
aus dem Felſen, und wie der Hilfeſchrei eines Ge=
marterten
klang es von ihren Lippen. Schließlich brach
ſie ſchluchzend zuſammen und verbarg ihr tränenüber=
ſtrömtes
Antlitz in die Arme.
Wie ein Paroxismus des Schmerzes, des Jammers
war es über ſie gekomen. Wochenlang hatte ſie ſchweigen
und alle Sklaverei einer kleinlichen Lebensanſchauung er=
tragen
müſſen, jetzt quoll der ganze Schmerz, der ganze
Zorn, Stolz und Trotz in ihr empor und herzerſchütternd
klang die Klage von ihren Lippen, erſchütternd drang die
Bitte zu ſeinem Herzen: Hilf mir oder ich komme um
ich gehe zu Grunde!
Tief bewegt legte Wendeborn die Arme um die bebende
Geſtalt und zog ſie empor. Ihr Haupt ſank auf ſeine
Schulter, ihre gefalteten Hände umſchlangen ſeinen Nacken
und leichter, nicht mehr ſo krampfhaft, wie vorhin, floſſen
ihre Tränen.
Meine arme, kleine Elfe, ſagte er leiſe und ſanft. Ich

habe es geahnt, daß es dereinſt ſo kommen würde. Sie
wollten Deiner Kehle die ſchillernden Libellenflügel rau=
ben
, ſie wollten den bunten Falter einfangen, töten und
in einen engen Glaskaſten ſperren, zur Mumie austrocknen
und ihn dann den guten Nachbarn als eine Rarität zeigen.
Aber nein, fuhr er lauter und beſtimmter fort, und in
ſeiner Stimme grollte verhaltener Zorn, ſie ſollen es nicht
ich werde Dir helfen! Ich werde Dich vor ihnen ſchützen!
Dieſe Qual muß aufhören ſie richtet Dich zu Grunde.
Deine Mutter wird es gewiß einſehen und auf unſerer
Seite ſtehen, mein Kind. Und dann wollen wir den ſehen,
der Mutter und Tochter zu trennen vermag. Die Zeit
der Halbheit, der ewigen ſchwächlichen Rückſichtnahme
muß vorüber ſein. Hier gilt es eine Menſchenſeele zu ret=
ten
hier ſteht Höheres auf dem Spiele als die Gewohn=
heit
und das philiſtröſe Behagen zweier alten, in ihrem
Leben eingeroſteten Menſchen! Ich billige jetzt den Schritt,
den Du getan haſt, ich werde ihn vor Deiner Mutter und
vor Deinem Vormund zu verteidigen wiſſen.
Mit glänzenden Augen ſah Elfriede zu ihm auf. Ihre
Wangen glühten.
Ich wußte es, daß Du mich verſtehen würdeſt, ſagte
ſie mit bebender Stimme. Deshalb kam ich zu Dir.
Ich danke Dir für Dein Vertrauen, Elfriede, das ich
gewiß nicht täuſchen werde. Aber eius muß ich verlangen
Du mußt mir alles ſagen Du darfſt mir nichts ver=
heimlichen
. Du haſt von einem Heiratsplan der Groß=

mutter geſprochen, Du haſt Deine Abneigung dagegen in
ſcharfer Weiſe ausgeſprochen. Hat dieſe Abneigung nur
den negativen Grund der mangelnden Liebe zu dem be=
treffenden
Bewerber, oder noch einen poſitiven Grund
die Liebe zu einem anderen Mann?
Elfriede erbleichte und ſenkte das Haupt. Sollte ſie
auch dieſes Geheimnis ihres Herzens dem Vater offen=
baren
? Ihr keuſcher Stolz ſträubte ſich dagegen, doch als
er mild und ernſt die Hand auf ihr Haupt legte, als ſie in
ſein gütiges teilnahmvolles Antlitz blickte, da ſprach ſie
tiefaufatmend: Du lieſt in meinem Herzen, Papa ich
kann Dir nichts verheimlichen ja, es iſt auch die Liebe
zu einem anderen Mann, die mir jene Heirat unmöglich
macht.
Und iſt es jener Ernſt Norbert, von dem Du ſprachſt
den Du liebſt?
Eine Purpurglut überflammte die Wangen Elfriedes.
War er denn ein Zauberer, daß er die geheimſten Regungen
ihres Herzens erriet? Wie durch einen Nebel ſah ſie ſein
gütiges, ſanftes und doch ernſtes Geſicht; ſie vermochte
nicht zu antworten, ſie ſchlang die Arme um ſeinen Nacken
und verbarg das Antlitz an ſeinem Herzen.
Auch er ſprach kein Wort weiter, er ſtreichelte nur
ſanft ihren blonden Scheitel und drückte ſie liebevoll und
zärtlich an ſich.
Eine Weile ſaßen ſie ſo in ſtummem Zwiegeſpräch
der Seelen. Sie verſtanden einander auch ohne Worte.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Jum 1912.

Seite 15,

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Dann ſagte er leiſe: Kein näheres Band knüpft Dich an
jenen Mann?
Sie ſchüttelte den Kopf.
Und Du verſprichſt mir, ihm ohne mein Wiſſen und
ohne meinen Willen nicht wieder näher zu treten?
Ja, Papa ich verſpreche es Dir!
So iſt es gut kein Wort mehr darüber. Und nun
laß uns auch einmal als praktiſche Menſchen ſprechen und
überlegen, wie wir Deiner Mutter entgegentreten wollen,
ſetzte er mit einem leicht ſchelmiſchen Lächeln hinzu.
VI.
Frau Martha Wendeborn war eine gefügige, ſanfte
Natur, die aber auch ihren eigenen Willen durchſetzen
konnte, wenn irgend etwas ihr Feingefühl oder ihren Ge=
rechtigkeitsſinn
verletzen wollte. Aus Liebe zu ihren Eltern
hatte ſie dieſen ihre Tochter aus erſter Ehe überlaſſen, ob=
gleich
ſie die Trennung von Elfriede ſehr ſchwer empfand
und ihrem Gatten recht geben mußte, daß der Aufenthalt
im großelterlichen Hauſe nur nachteilig auf die Entwickel=
ung
Elfriedes einwirken könne. Als ihr Mann ihr jetzt
aber die Verhältniſſe, wie ſie ſich geſtaltet hatten, aus=
einander
ſetzte, als er ihr vor Augen führte, daß es ihre
mütterliche Pflicht ſei, in erſter Linie für das Wohlergehen
ihres Kindes zu ſorgen, das in jenen Verhältniſſen zu
Grunde gehen mußte wie ſie, Martha, ſelbſt zu Grunde
gegangen wäre, wenn ſie in der neuen Ehe nicht einen
neuen Halt, nicht friſche Luft, Freiheit und Licht geatmet
hätte da flammten die Liebe zu ihrer Tochter und der
Zorn gegen den Unverſtand ihrer Eltern hell in ihr em=
por
, ſie nahm. Elfriede in die Arme und erklärte energiſch,
von nun an ſelbſt für ihre Tochter ſorgen zu wollen.
Imig ſchmiegte ſich Elfriede in die Arme der Mutter;

jetzt erſt wußte ſie ſich geborgen, jetzt erſt fühlte ſie, daß ſie
eine Heimat gefunden hatte.
Lächelnd beobachtete Wendeborn Mutter und Tochter.
Es war nicht etwa ein Gefühl des Triumphes, das ſein
Herz in dieſer Stunde erfüllte, ſondern eine innige Freude,
daß er Mutter und Tochter endlich zuſammengeführt. Er
war ſich bewußt, Martha während ihrer dreizehnjährigen
Ehe auf eine höhere Stufe des Denkens und Empfindens
gehoben zu haben. Daß aus dem kleinen, hübſchen, aber
unbedeutenden Weibchen unter ſeiner Leitung, unter ſeinem
Einfluß ſich eine die Verhältniſſe des Daſeins, die Höhen
und Tiefen des Lebens beherrſchende, ernſt und doch mild
denkende Frau entwickelt hatte, die ein tiefes Verſtändnis
für das Edle und Schöne im Leben, ein Abſcheu gegen
alles Häßliche und ein inniges Mitleid allem Leid gegen=
über
beſeelte.
So wollte er auch Elfriede erziehen und ſie empor=
heben
aus dem Dunſtkreis des alltäglichen Lebens auf die
freien, lichtfrohen Höhen eines edlen Menſchen= und Künſt=
lertums
.
Die zwölfjährige Grete, ſein eigenes Töchterchen, be=
grüßte
die erwachſene Schweſter mit Jubel, Grete ſah mit
unbegrenzter kindlicher Verehrung zu Elfriede auf und
ſchloß ſich ihr auf das innigſte an. Hans freilich, der zehn=
jährige
Quartaner, betrachtete die große Schweſter anfangs
mit einem gewiſſen Mißtrauen; als Elfriede ihm aber
wunderbar ſchöne Soldaten und Pferde, dann ſogar einen
ganzen zoologiſchen Garten malte, da verſöhnte er ſich mit
ihr und ward ihr begeiſterter Anhänger.
Mit Deinen Eltern wird es wohl noch einen heißen
Kampf koſten, Martha, ſagte Doktor Wendeborn, als man
des Abends nach dem Eſſen beiſammen ſaß. Ich kann Dir
leider in demſelben wenig zur Seite ſtehen, denn * Ate

ſich an deine Eien ſchreſten, o vide i0 welich ge=
rade
das Gegenteil von dem erreichen, was wir beabſich=
tigen
. Man glaubt mir nun einmal meine guten Abſichten
nicht.
Laß mich dieſen Kampf nur allein ausfechten, entgeg=
nete
Martha mit ſiegesgewiſſem Lächeln. Du ſollſt Dich
überhaupt auf keine Schreiberei einlaſſen, das werde ich
allein beſorgen.
Ich rate Dir nur, in Deinen Briefen nicht heftig zu
werden, wenn auch Deine Mutter einmal eine gereizte
Sprache anſchlägt. Schreibe ruhig, daß Elfriede aus
Furcht vor der geplanten Heirat Deine Hilfe erbeten habe
und Du als Mutter die Pflicht fühlteſt, Deiner Tochter zu
helfen, da Du dieſe Heirat ebenfalls nicht für paſſend hiel=
teſt
. Du würdeſt Elfriede einige Zeit bei Dir behalten,
um ſowohl ihr, wie den Großeltern Zeit zu laſſen, über
den peinlichen Vorfall hinwegzukommen.
Einige Zeit bei mir behalten? Nein, für immer ſoll
ſie bei uns bleiben. Ich mache mir ſchon Vorwürfe, daß
ich ſie überhaupt von mir gelaſſen habe.
Nun, das wird ſich ja finden. Nur nichts übereilen.
Wir werden Elfriede Unterricht erteilen laſſen, ſie hat
noch manches nachzuholen.
Vorläufig laß ſie ſich erſt einmal körperlich erholen
und kräftigen. Das arme Ding iſt ja ſo ſchmal und bleich
geworden.
Ja, da haſt Du Recht, ſie ſieht gar nicht gut aus und
oft fürchte ich, daß ſie am Ende krank ſei!
Es iſt der Geiſt, der ſich den Körper baut, zitierte
Wendeborn lächelnd. Laß ihren Geiſt friſch und geſund
werden und Du wirſt mit Erſtaunen ſehen, wie auch ihr
Körper aufblüht.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagbkatt, Dienstag, den 4. Jnni 1912.

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36:10, Pl. 14, 13:10. Unpl.: Faultleß (ausgebr.) 34 Lg.
Schwarz=weiß=rot=Steeple=Chaſe. 5000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Mr. Ralphs Deeoration (E. Franke)), 2.
Plutarch (Kühl), 3. Tero I (Weishaupt). Tot. 65:10. Pl.
21, 14:10. Unpl.: Schuhplattler. 14 Lg.
Rennen zu Dresden. Juni=Verkaufs=Rennen.
2500 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hr. E. Klaus Peking
(O. Müller), 2. Roſa (Jentzſch), 3. Fair Dorothy ( Weis=
haupt
). Tot. 35:10, Pl. 12, 11, 13:10. Unpl.: Cackler (4),
Flower Seller, Cormon Senſe, Lady of the Cintra, North
Eaſt. 31 Lg. Juni=Jagd=Rennen. 4000 Mark, Di=
ſtanz
4000 Meter: 1. Hr. B. Wolffs Cuſtozza (Kuttke jr.),
2. Beſſy (Laſſe), 3. Freude (Schiemann). Tot. 50110, Pl.
23, 36:10. Unpl.: Galicia (4), Anſpielung. Sehr ſicher
35 Lg. Preis von Borna. Ehrenpreis und 2200 Mark.
Diſtanz 2000 Meter: 1. Prinz A. Taxis Shifty (Lt. Streſe=
mann
), 2. Orſini (Beſ.), 3. Hacklers Beauty (Beſ.). Tot.
23:10, Pl. 10, 10:10. Drei liefen. Leicht 13 Lg. Juni=
Verkaufs=Hürden=Rennen. 2500 Mark, Diſtanz 2600 Me=
ter
: 1. Rittmeiſter Keyſers Douceur (Brederecke), 2. Gruna
(Kuttke), 3. Prärie (Thorſch). Tot. 37110, Pl. 13, 12,
12:10. Unpl.: Radegaſt, Orede, Moſel, Ghoorka. Sicher
1½1 Lg. Großes Dresdner Jagd=Rennen. Ehren=
preis
und 11500 Mark. Diſtanz 4500 Meter: 1. Lt. A. v.
Hanſemanns Coiffeur (Weishaupt), 2. Laertes (O'Connor),
3. Gefa (Jentzſch). Tot. 33:10, Pl. 16, 16:10. Unpl.: Royal
Flaſh (4), Eo ipſo. Leicht 246 Lg. Sommer=Handicap.
3500 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. G. v. Sprengers
Lady Augus (Rittmeiſter Keyſer), 2. Landport (Lt. Streſe=
mann
), 3. Pois de Senteur (Beſ.). Tot. 20:10, Pl. 11,
12:10. Drei liefen. Ueberlegen 6Weile.
Bei den Rennen zu Hamm i. W. ſiegten am
Sonntag folgende Pferde: Eclair (51:10), Bel Priſon
(18:10), Hausfrau (13:10), Urtica (27110) und Doubtful
Lady (69110). Bei den Trabrennen in München=
Daglfing waren am Sonntag folgende Pferde erfolg=
reich
: Wallnuß (30:10), Paganini (179:10), Charibert
(29.10), Agnat (44:10), Eſpoir du Forets (15:10) und Beata
Vasco (57110).
Der Metropole=Preis, eine mit 23000 Kro=
nen
ausgeſtattete Zweijährigen=Prüfung, bildete am Sonn=
tag
die Hauptkonkurrenz der Rennen zu Wien. Das Ren=
nen
endete mit dem Siege des Favoriſierten Jaromir.
Der Hengſt des Herrn Baron G. Springer gewann über=
legen
mit drei Längen gegen Graf Pejecſevichs Sumurum;
einen Hals zurück endete Hrn. v. Mautners Angelica als
Dritter. Tot. 30110, Pl. 35, 54:20. Der von Gouvernant
gezogene Jaromir beſitzt Engagements im nächſtjährigen
Deutſchen Derby und im Großen Preis von Hamburg 1913.
* Radrennſport. Radfernfahrt München-
Zürich (325 Kilometer). In Leutkirch (130 Kilometer)
erreichten nur noch Paul Suter, R. Chopard und Wied=
mer
gemeinſam als Erſte die Kontrolle. Dieſe drei Fahrer
machten das Ende unter ſich aus. Dem Schweizer Paul
Suter gelang es, ſeinen vorjährigen Erfolg zu wiederholen
und das Rennen in 13 Std. 28 Min. 48,3 Sek. zu ge=
winnen
. 10 Längen zurück folgte der Schweizer Chopard,
dicht gefolgt von Wiedmer=Genf. Von den Deutſchen
Fahrern endete Schenckel=Leipzig als Vierter und
Aberger=Berlin als Fünfter.
Hlympia=Radrennbahn. Hauptfahren: 1.
Peter, 2. v. Wegener 1 Lg., 3. Carapezzi, ¼ Lg., 4. Tech=
mer
. Verfolgungsrennen: 1. Pawke, 2. Packebuſch, 3. Wege=
ner
4. Schwab. Preis von Tegel, 15 engl. Meilen (24,135

e Gnitia (Sontinental. Pneu) 10 Mt. 4 Stk.,
2. Pawke 1970 Meter zurück, 3. Schulze 2620 Meter, 4.
Jenske 3050 Meter zurück. Preis von Charlottenburg, 15
engl. Meilen: 1. Miquel (Continental=Pneu) 17 Min.
16,8 Sek. (Rekord), 2. Demke 180 Meter, 3. Janke 1470 Me=
ter
, Schipke 2420 Meter zurück. Tandemvorgabefahren:
1. Techmer=Peter (20 Meter), 2. Schmittchen=Stellbrink
(70 Meter), 3. Münzner=Vierck (100 Meter). Zehn= Mei=
len
75 Kilometer): 1. Janke 55 Min. 54,2 Sek., 2. Miquel
290 Meter, 3. Schipke 5360 Meter, 4. Demke 5820 Meter zu=
rück
, Gnilka aufgegeben. Troſtprämienfahren: 1. K. Mül=
ler
, 2. Ganzevoort, 3. Ehlert, 4. W. Theiß.
Auf der Pariſer Buffalo=Bahn kam am
Sonntag das Dreier=Match Ellegaard=Perchicot=Poulain
zum Austrag und endete mit dem knappen Siege des alten
Weltmeiſters Ellegaard, der zwei von drei Läufen gewann
und nur im erſten mit Handbreite gegen Perchicot unter=
lag
. Das 60=Kilometer=Rennen hinter Motoren verlief
ſehr regelmäßig und endete nach 50 Min. 56 Sek. mit dem
überlegenen Siege Guignards. Didier blieb 7 und der
Holländer Dickentman 8 Runden zurück. Ein Tandemfahren
gewannen Seigneur=Ricaux vor Cottrel=Coſtet und Ruß=
Rohmer.
* Fußball. Das Berliner Fußball=Pokal=
Spiel Viktoria gegen Hertha fand am Sonntag
im Beiſein von etwa 3000 Perſonen auf dem Hertha=Platz
ſtatt und endete unentſchieden 222. Viktoria hatte in der
erſten Spielhälfte etwas mehr vom Spiel und ſicherte ſich
die Führung mit 2.0 bis zur Pauſe. Nach Halbzeit kam
Hertha beſſer auf und konnte die beiden ausgleichenden
Tore aufholen
Gewinnanstug

226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 18. Ziehungstag. 1. Juni 1912.

(Iine Gewchr. 2. St.=l. ſ. 30)
Gachmc verboten)

In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
8 Gewinne zu 5000 Mk. 15691 50874 72328 147474
82 Gewinne zu 3000 Mk. 5809 8681. 16453 19996
21052 28842 39305 45477 46159 60861. 61614 87434a
75433 77796 81444 83045 86957 92240 94614 95027
95765 99220 100930 103613 107609 1159751126g)
122815 133472 135367 135967 136879 142335 14844a
157796 159789 162120 168194 179426 180478 187637
86 Gewinne zu 1000 Mk. 929 8010 1844530438
31423 33004 34862 37386 38549 38638 38937 46650
55738 56616 58559 62740 66311 71804 74899 81110
84845 87988 97387 98857 101434 101785 114100 118673
125112 125407 127371 136823 140361 141920 147203
149092 155118 155623 166986 167227 174473 177898
188596
158 Gewinne zu 500 Mk. 3202 5767 6066 7103
17294 33601 34717 37086 39247 4308a 4b6dl. 46000
a9667 50106 51044 53736 5a757 61560 6102d (631s
6564 66658 71545 72931 73679 7a798 75164 26995
76012 27070 31605 66266 80218 6910s 91d32 63167
95555 97115 113705 116409 117396 119550 123126
124003 126847 127793 128683 128652 130971 131901
134153 137197 137521 138629 139781 142074 142758
143057 143334 145797 146628 146685 152137 154382
157733 159607 160479 162518 164044 168789 170299
171413 173728 175478 176780 180225 182438 184142
187666
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinnerüber
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50 000 Mk. 41594
4 Gewinne zu 15000 Mk. 3514 119430
2 Gewinne zu 10000 Mk. 129809
8 Gewinne zu 5000 Mk. 37341 62487 156924 189215
58 Gewinne zu 3000 Mk. 3989 7067 8515 11657
12074 12401 15898 39731 42096 43132 49156 49796
61566 65038 56953 71763 74743 75761 88087 101628
108033 124712 129763 143483 145081 156692 177792
184278 189332
96 Gewinne zu 1000 Mk. 4274 5292 12669 13314
21711 22226 28800 29245 31905 32537 33943 48125
55135 55572 59441 62380 62389 63294 78855 83666
66106 6e582 66676 66663 91417 92270 101967
113634 115943 118376 118529 119867 120236 125914
128725 129455 139333 141423 150616 152227 155709
157762 164688 165126 166317 168220 176005 177293
188 Gewinne zu 500 Mk. 2865 5790 7584 8088
11685 12048 12167 13051 15308 16715 18846 18911
19033 20407 24234 26046 28573 33871 34589 36105
36322 36742 36297 39257 39736 42540 43936 a4405
48736 a8407 a8667 50152 51164 52431 55376 57643
57044 58209 61010 62674 62696 63770- 63900 64294
65513 65532 68423 70698 72618 74192 7a327k. 74552
76816 81150 83431 83574 84784 86053 86896 88982
92706 97046 97383 99963 100186 102649 . 106844
115581 117540 119257 123384 124602 125236 128111
135200 145339 146045 148002 148523 150703 151532
152345 153804 154223 158018 159034 168282 172302
173063 174015 176595 187506 189042 189106

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(12049M

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Juni 1912.

Nummer 129.

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[ ][  ][ ]

Was das Beste auf der Welt se
Gesundes Blut
Gestählte Sehnen
eeeneren

Eizr Im Prümant
ist für die Gesundheit von unschätzbarem Werte
eine häusliche Trinkkur
mit Lauchstädter Mineralbrunnen.
Der Brunnen schmeckt angenehm und erfrischend.
Zufolge der glücklichen Kuren mit Lauchstädter Brunnen sollten alle
vor allem solche
Kranke, ironte die zn Rheumatismus, Gicht,
schlechter u fehlerhafter Blutbeschaffenheit,
utarmut, schwäche, Hervosität

leiden, nicht versäumen
einen Versuch zu machen.
Zuckerkranken ist der Brunnen als Kurgetränk wegen der
günstigen Erfolge ebenfalls sehr zu empfehlen.
stählen durch eine Trinkkur mit Lauchstädter Brunnen ihren
Gesunde körper und festigen die Gesundheit.
Sie können in Ihrem eigenen Hause ohne große Unkosten eine Brunnenkur
gebrauchen.

[ ][  ][ ]

(SII.

Seit 200 Jahre

durch .

hat sich die unübertroffene Heilwirkung des Lauchstädter Brunnens bewährt. Die bedeutendsten
deutschen Männer, viele deutsche und fremde Fürsten und Fürstinnen, viele Tausende aller Stände und
Berufe haben durch den Lauchstädter Brunnen Heilung und Genesung gefunden.


L
Der Brunnen besitzt durch seine mineralische Beschaffenheit die Fähigkeit, krankhafte Ablagerungen
zu lösen, sie aus dem Körper auszuscheiden, Er enthält andererseits Mineralstoffe,
welche zur Kräftigung des kranken Organismus, zur Auffrischung des Blutes, zur Rege-
neration
des Knochen-, Muskel- und Nerensystems nötig sind. Gesundes Blut aber ist
die Grundlage der Lebenskraft, schlechtes Blut der Träger aller Krankheitsstoffe.

Ll
Gebrauchs-Anweisung.

Früh morgens:
1
Eine Stunde vor dem Mittagbrot: 1
Eine Stunde vor dem Abendessen: 1

2 Trinkgläser
2 Trinkgläser
2 Trinkgläser

die Kr Lahn zu Hause ohne Berufsstörung
durchgeführt werden.

Der Brunnen schmeckt angenehm und erfrischend.
Der Brunnen wird in zahlreichen Kliniken und Krankenhäusern, sowie
von vielen Herren Aerzten ständig getrunken.

Herr Dr. von B., Sanitätsrat in Hannover, schreibt:
Da mir der Brunnen so ausgezeichnete Dienste leisiet in
der Stärkung des Magens und dadurch Hebung der ge-
sunkenen
Kräfte, so möchte ich um eine nochmalige
Sendung von 50 Flaschen bitten.
Herr Dr. med. D . . ., prakt. Arzt, Serlin, echreidt:
Ich bestätige gern, daß ich den Brunnen wegen seiner
angenehmen und milden Wirkung auf die Verdauung wie
den ganzen Sioffwechsel in meinem Hause ausschließlich uns
in meiner Praxis seit jängerer Zeit in überwiegendem Naße
zur Anwendung bringe und mit den Erfolgen recht zu-
frieden
bin, zumal er auch von empfindlichen Persenen
wegen seines milden angenehmen Geschmackz gern ge-
nommen
wird.
Herr Dr. med. A . . . prakt. Arzt, in P., schreibt:
Ich habe Ihren Brunnen bei einemseit Jahrenanschwerer
Gicht darniederliegenden Manne angewendet. Der Brunnen
erwies sich ausgezeichnet und kann nur wärmstenz
empfohlen werden.

Herr Dr. E. K . . . . . in Dressen schreibt:
ihr vorzügliches Mineralwasser habe ich dereits des
öſteren Gelegenheit gehabt zu empfehlen und ich selbst habe
mich so daran gewöhnt und in meinem Befinden davon
protitiert, daß ich es nicht mehr missen möchte.
Herr Dr. med. H., Halle a. S., schreidt:
Da Ihr Brunnen von den Patienten gern getrunken
wirö, uns zum meine Famiiie denselben as tägliches Hausgetränk
gern verwesctt, se bete un Uabarssssung einer Kiste
Jares Branasks.
Herr Dr. 6
Eei!
ich habe den Lauchstäster Bruanen bei Biutarmut und
Bleichsucht, sowie bei Frauen während der Wechseljahre
mit sehr guten Erfolgen jahrelang verordnet. Der Brunnen
wird von den Patienten gern getrunken, da er angenehm und er-
frischend
schmeckt uad den Appetit anregt. Ueberhaupt konnte
eine Besserung des Allgemainbelindens regelmäßig
konstatiert werden

Machen Sie einen Versuch!
Eine Trinkkur mit Lauchstädter Brunnen schafft neue Lebenskraft, der Appetit wird angeregt
und das Blut aufgefrischt, gefestigte Gesundheit, Frische, Lebensmut, Arbeitskraft, Energie,

gesunder Schlaf halten von neuem Einkehr.

Brunnenversand Lauchstädt in Thüringen.

[ ][  ][ ]

ilter Patient

Der Brunnen ist seit 200 Jahren von den berühmtesten Arzten erprobt und hat sich immer glänzend bewährt.

längerer Zeit in überwiegendem Maße zur Anwendung bringe
und mit den Erfolgen recht zufrieden bin, zumal er auch
von empfindlichen Personen wegen seines milden ange-
nehmen
Geschmacks gern genommen wird.
Dr. med. D ., prakt. Arzt.
Berlin.

Langjähriger ich erlaube mir, Ihnen meinen herz-
Rheumatismus. lichen Dank mitzuteilen, denn seitdem
ich Ihren Lauchstädter Brunnen an-
wende
bin ich von meinem langjährigen Rheumatismus
geheilt. Wegen des Wohlgeschmacks und der vor-
züglichen
guten Wirkung genieße ich ihn auch täglich
mit größtem Wohlbehagen. Im Interesse meiner Kollegen,
die meistens durch unser Gewerbe an Rheumatismus zu leiden
haben, kann ich nicht unterlassen, eine Kur mit Lauchstädter
Brunnen aufs wärmste zu empfehlen.

Gicht.

Ich habe Ihren Brunnen dei einem
seit Jahren an schwerer Gicht dar-
niederliegenden
Manne angewendet. Der Brunnen erwies sich
usgezeichnet u. kannnur wärmstens empfohlen werden.
Dr. meö K . . .. prakt. Arzt.

Liebertwolkwitz

Fleischermeister 6.

Nervosität,

Rheumatismus. Erlaube mir Ihnen mitzutellen, daß
mir Ihr Brunnen ganz erstaunliche
Wirkung gegen meinen Rheumatismus gebracht hat.
Konnte vor der Trinkkur keine Nacht vor Schmerzen mehr
schlafen und bin jetzt vollständig frei von dem Leiden. Gleich-
zeitig
ersuche ich um Zusendung einer Kiste Ihres Brunnens.
j. M.
Hüsten.

ich din vollständig befreit von mei.
Gichtknoten, 1 nem qualvollen Rheumatismus,
an dem ich schon seit 12 Jahren litt
Schlaflosigkeit, und alle möglichen Mittel umsonst
1 angewendet habe; auch meine Gicht-
knollen
sind ganz verschwunden, meine Nerven sind ge-
stärkt
. Früher konnte ich keinen Schlaf finden; jetzt schafe
ich die ganze Nacht hindurch. Auch habe ich eine Gewichts.
zunahme von 17 Pfund. Ich habe jetzt nahezu 50 Flaschen
getrunken, werde aber wegen meiner Gesundheit den Brunnen
weiter trinken und jedermann empfehlen.

Frankfurt a. M

Frau Elise K

Ich kann Ihnen über mein Befinden
Gicht.
nach dem Gebrauch ihres Mineral-
brunnens
mitteilen, daß ich das erreicht habe, was ich trotz 1 Appetitlosigkeit, die an Blutarmut, Appetitlosig-
aller
früherenBehandlung und kostspieligen Badekuren nicht Magenleiden. 1 keit und einem nervösen Magen-
erlangen
konnte, denn ich fühle mich wieder frei von
Schmerzen und kann meinem Geschäft wieder ganz nach- 1 vollste Anerkennung auszusprechen. Sie fühlt sich sehr wohl
gehen, was ich jahrelang durch die immer wiederkehrende und munter.

ich fühle mich veranlaßt, für die Wir-
kung
des Brunnens bei meiner Frau,
leiden litt und Erfolg hatte, meine

Blutarmut,

Gicht nicht konnte, Ich werde Ihren Brunnen wieder weiter
benutzen und kann denselben jedem Gichtleidenden bestens
empfehlen.
H. P . . . . Metzgermeister.
Köln.

Sayda.

O. K

Königl. Landgendarm.

Zucker.

1 Da der Arzt bei mir 3% Zucker
und Eiweißverlust festgestellt hatte,
ließ ich mir eine Kiste Ihres Lauchstädter Brunnen schicken.
Als ich dieselbe verbraucht hatte, war weder Zucker noch
Eiweiß bei mir mehr nachzuweisen, trotzdem ich gegessen
hatte wie vorher, nur den Alkohol hatte ich eingeschränkt.
Nachdem ich nun die zweite Kiste habe, lasse ich den Urin
alle Woche einmal untersuchen, aber es ist nichts mehr nach-
weisbar
, es ist alles verschwunden.
F. 8
Weißensee.

Rheumatismus, Blutarmut, Hiermit meinenherzlichsten
Nerven- u. Herzschwäche. Dank für die Zusendung

Ihres diesbezügl. Lauch-
städter
Wassere. Meine Frau war schwer krank an Rheuma:
tismus, Blutarmut, Nervenschwäche und Herzschwäche.
Nachdem sie das Wasser getrunken hat, ist aller rheumatischer
Schmerz geschwunden. Sie fühlt sich wieder kräftig und hat
eines ganz anderen Lebensmut dadurch erhalten.
H. H
Hinterkermsdort.

Gicht.

Nacdem ich Ihren Vorschriften gemäß
täglich eine Flasche Wasser getrunken

Blutarmut,
Nervosität,

1 Meine Frau hat sich an Ihr Minerai-
wasser
so gewöhnt daß ich beab-
sichtige
, es dauernd zu beziehen.
Appetitlosigkeit, Ich kann Ihnen mitteilen, daß die
Wirkung des Wassers bei meiner
Frau eine geradezu wunderbare ist; ihr Wohlbeſinden
ist direkt von dem Wasser abhängig. Litt sie früher
viele Jahre lang, ohne daß ihr etwas helfen konnte, an
Bleichsucht, Nervosität, Verstopfung, Schlaf- und Appetitlosig-
keit
und deren üblen Folgen, die das Leben kaum noch lebens-
ist
meine Frau stark und gesund.

habe, fand ich, daß der ganze Körper einer Umwälzung unter-
zogen
wurde, indem ich mich bedeutend besser fühlte und der
Orin wieder eine gesunde Farbe annahm. lch litt früher
häufig im Winter an echweren Gichtanfällen; seitdem
ich Ihr Wasser trinke, habe ich nichts mehr verspürt
und kann es allen, die an Gicht leiden, nur empfehlen.
Tischlermeister A. H.
Hemer.

Rheumatismus.

ich halte es für meine Pflich, im inte-
resse
des leidenden Publikums mitzu-

Bickenburg.

nie ausgshen lacset.
Altona

wert erscheinen ließen so hat sich das mit jeder Kiste Wasser, teilen, daß ich nur durch das Lauchstädter Wasser von
die sie getrunken, gebessert und seit einem halben Jahre meinem Rheumatismus, an dem ich seit 30 Jahren leide,
fast gänzlich befreit bin. Alles was ich in der Zeit gegen das
Leiden angewandt habe, war vergeblich. 28 Jahre habe ich
Z. R
frisch-römische, Kiefernadel-, Salzbäder genommen, bin aber
nicht zu dem Resultat gekommen, wie durch den vorgeschriebenen
Blutauffrischung. Bevor ich Ihren Brunnen getrunken Gebrauch von Ihrem Brunnen, ich werde ihn auch als Getränk
habe, war ich so flau und hinfällig, beibehalten und zum Frühjahr wieder bestellen, Ich litt fürchter
daß ich mich kaum meinem Geschäft widmen konnte, Ich bin lich an Rheumatismus Schon nach Genuß von einigen
jetzt ein ganz anderer Mensch geworden; ich bin den Flaschen Ihres Brunnens hatte ich bedeutende Linde-
ganzen
Tag mit Vergnügen im Geschäft und mir ist abends rung. Daß der Brunnen vorzügliche Heilkraft besitzt, beweist,
ganz wohl. Bitte um Zusendung einer weiteren Originalkiste, daß,ich für meine Freunde bestellte, außerdem habe ich es
Ich werde de Lauchstädter Gtelle afs tägliches Grtranß aum im Gaztwinsverein vorgetragen, Ich warde sets Geiegen
heit nelmen, dis kangihlungen m Meberolen.
Sastirt . 2
irsmetdurg

[ ][  ]

St.

Weitere Urteile über den Leuchstäufer Brunnen

Ich litt lange Zeit an heftigem
Katarrh, Lungen- Katarrh und Lungenverschlei-
verschleimung
, mung. Hiergegen hat mir dieses
Appetitlosigkeit. Wasser große Dienste geleistet,
1 sodaß es mir sogar den Lebens-
geist
auf angenehme Weise aufgefrischt hat. Meine
Frau litt lange Zeit an gänzlicher Appetitlosigkeit und Ner-
vosität
. Beides ist durch den Genuß Ihres Mineralwassers
wesentlich besser geworden, auch deren Kopfschmerzen
sind dadurch sehr vermindert worden. Uns beiden hat
also das gesandte Wasser große Dienste erwiesen, was ich
hiermit gern bezeuge.
G. I.,
Dresden.

Frauenleiden.

Senden Sie mir sofort wieder eine
Originalkiste Brunnen. Ich teile

Ihnen mit, daß ich von diesem Mineralwasser höchst befriedigt
bin. Namentlich bei Frauen in vorgerücktem Alter zur
Überwindung der sogenannten schweren Jahre und bei
heftiger Nervosität ist es ein wahrer Lebenswecker und
sollte daher dieses köstliche Wasser in keinem Hause
fehlen.

Meerane.

O. 2

Kaufmann.

Appetitloeigkeit.

Gicht,

Kann ihnen mit Freuden mitteilen,
Rheumatismus. 1 daß Ihr bewährter Brunnen mir, sowie
meiner Frau unerwarteten Erfolg
gebracht hat. Meine Frau lag an Gicht und Rheuma-
tismus
im vorigen Jahre darnieder und rutschte förmlich
uf den Knien. Von meiner Mutter wurde mir Ihr vorzüg-
licher
Brunnen geraten und als Mitglied des Flotten-Vereins
benutzte ich die Bestellkarte, ließ mir eine Originalkiste kommen.
Nachdem die letzte Flasche geleert, fühlen wir uns beide wohl
und können den Brunnen nicht mehr entbehren, Ich bitte
meine Anerkennung an die Offentlichkeit zu bringen.
. Königl. Straßenwärter.
O. L..
Ebersbach.

Gleichzeitig muß ich Ihnen mitteilen,
daß der Brunnen gegen Appetit.
losigkeit bezw. schlechten Magen, nach Vorschrift getrunken,
bei ca. 30 bis 40 Flaschen vollständig wieder gesund gemacht hat.
J. K
Ober-Lazisk.

Blutarmut,

Ich teile Ihnen mit, daß mir Ihr
Nervenschwäche. Lauchstädter Mineralwasser gegen
1 meine Blutarmut und allgemeine
Nervenschwäche sehr gut bekommen ist. Ich bin wieder
kräftig und kann auch arbeiten. Auch meine Kinder haben
denselben gern getrunken, alle drei sehen jetzt gesund und
frisch aus und haben schöne rote Backen.
Frau R .
Neu- Brockwitz.

Blutauftrischung.

1 Ersuche um Zusendung von 2 Original-
kisten
Mineralbrunnen. Aus meinen
vielen Bestellungen ist zu ersehen, daß ich mich ohne Ihren
Brunnen nicht wohl fühle. Er wirkt sehr appetitanregend
und auffrischend auf das Blut. Ich kann den Brunnen
jedem aufs wärmste empfehlen und bin Ihnen zu stetem Dank
verpflichtet.
E. K . . . . . Fleischermeister.
Bismarcksruhm.

Rheumatismus. Seit ich den Brunnen getrunken habe,
haben sich noch keine Rückfälle
von Rheumatismus bei mir gezeigt, auch nicht bei dem
schlechten und feuchten Wetter, was wir dieser Zeit hier an
der Ostsee haben.
A. F . . . Polizeisergt.
Sonderburg.

Solche Dankschreiben gehen uns täglich zu; wegen Platzmangel können nur die wenigen erwähnt werden.
Wo nicht erhältlich, wende man sich an: Verwaltung des Brunnenversandes zu Lauchstädt i. Thür.
Niederlagen in Darmstadt:
ngen.
Sämtl.Apotheken, Drogen- u. Mineralwas.
Hauptdepöt:
er
J Feurten Cene
Großherzoglicher Hoflieferant
Telephon Nr. 45.
Ludwigsplatz Nr. 7.