Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
onatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
ren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
r Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Hriebenen Tagenwird nicht übernommen.
rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
die Großherzogliche Familie iſt auf ihrer
Rückreiſe von Livadia am Mittwoch in Kiew
eingetrof=
fen und abends nach Kaliſch weitergereiſt.
aiſer Franz Joſef empfing den Berliner
Ober=
bürgermeiſter Kirſchner in längerer Audienz.
ie Vertreter der Londoner
Schiffseig=
ner lehnten es ab, an der Konferenz des
Han=
delsamtes am Freitag teilzunehmen, da die
früheren Vereinbarungen von den Arbeitern nicht
ein=
gehalten worden ſeien.
die Zahl der Opfer des Unglücks in dem
Kinematographentheater zu Villareal
beträgt 65.
der amerikaniſche Flieger Wilbur Wright iſt
geſtern geſtorben.
Das europäiſche Kriegsgeſpenſt.
O Ueber das europäiſche Kriegsgeſpenſt verbreitet
ch im demnächſt erſcheinenden Juniheft der Deutſchen
kevue (Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt) der
öſterrei=
ziſche Feldmarſchalleutnant a. D. von Wanniſch.
Ihm erſcheint der Friedenshimmel inſofern umwölkt,
ls die Stimmung in Großbritannien und in Frankreich
egen Deutſchland, in der ruſſiſchen Geſellſchaft, ſowie in
stalien gegen Oeſterreich=Ungarn gerichtet ſei.
Gleich=
eitig aber weiſt er auf beruhigende Momente von
Ge=
dicht hin. Die friedliche Löſung der Marokkofrage habe
ine weſentliche Friedensbürgſchaft für Europa
geſchaf=
nen; dazu komme das gute Einvernehmen des
Deut=
chen Reiches mit Rußland und die Beſeitigung der
Stö=
ungen, die zwiſchen den Kabinetten von Wien und
Pe=
ersburg eingetreten waren. Da ferner der geſunde Sinn
des engliſchen Volkes ſich immer deutlicher gegen das
refährliche Unternehmen eines Krieges gegen
Deutſch=
and ausſpreche, wären die Bedingungen für die
Erhal=
ung eines dauernden Friedens gegeben, wenn die
klei=
reren Balkanſtaaten von jeder friedensgefährlichen
Aus=
rützung des itrlieniſch=türkiſchen Krieges zurückgehalten
verden könnten. Ausſchlaggebend werde da England
ind Rußland ſein, nämlich die Frage: ob das derzeit
roch nicht offenkundige Ringen dieſer beiden Weltmächte
im die Herrſchaft in den Gebieten zwiſchen Euphrat
ind den Randgebirgen des Indus und ein allmähliches
Vordringen Rußlands bis zur weſtlichen Einbuchtung
des Indiſchen Ozeans, durch Aktionen in Europa,
näm=
ich Aufrollung des für Rußland immer feſſelnden
Bal=
anproblems, verhindert oder doch hinausgeſchoben
verde. Darüber ſeien ſich ohne Zweifel die engliſchen
Staatsmänner ganz klar, daß, wenn auch Deutſchland
dem engliſchen Handel und dem engliſchen Preſtige der
Alleinherrſchaft zur See unbequem ſein möge, nur
Ruß=
land die einzige Macht wäre, die der engliſchen
Weltherr=
ſchaft ernſtlich gefährlich ſei, weil nur Rußland Englands
Herrſchaft in Indien wirklich gefährden könne. Und
dazu müßte es kommen, wenn England ſich der
natür=
lichen weiteren Expanſion Rußlands zum Perſiſch=
Indi=
ſchen Ozean entgegenſtellen wollte. Das ruſſiſche
Vor=
dringen, ſo ſchwierig es auch ſcheine, müſſe bei den
gro=
ßen Hilfsquellen, die Rußland zu Gebote ſtehen,
ſchließ=
lich doch zum Ziele führen, weil England mit all ſeinem
Golde nicht imſtande wäre, genügend Truppen auf die
Beine zu bringen, um die unerſchöpfliche ruſſiſche
Heeres=
macht auf die Dauer aufzuhalten. Es ſei demnach ſehr
nahegliegend, daß England eine günſtige Gelegenheit,
Rußland am Balkan neuerdings zu
engagieren, gern ergreifen oder ſie zu ſchaffen
be=
müht ſein werde. Das wäre die einzige ernſte Befahr,
die den Frieden Europas bedrohe.
Frankreichs Operationen in Marokko.
* Unter Hinweis auf die Alarmnachrichten über die
Ereigniſſe in Fez richtet das Journal des Débats
in einem anſcheinend offiziöſen Artikel an die öffentliche
Meinung die nachdrücklichſte Aufforderung, ſich über
der=
artige tendenziöſe Nachrichten, welche wohl noch eine
Zeit lang periodiſch wiederkehren dürften, nicht zu beun=
ruhigen und die Regierung nicht jeden Augenblick
zur Abſendung von Verſtärkungen zu
drän=
gen. Man habe bereits 47000 Mann in Marokko ſtehen,
die Ziffer dürfte nicht mehr weſentlich überſchritten
wer=
den, da man ſonſt die nationale Verteidigung des
Mut=
terlandes gefährden könnte. Nach einer ebenfalls
offi=
ziöſen Mitteilung beſchloß die Regierung,
Nachforſchun=
gen nach dem Urſprung und den Verbreitern der falſchen
Gerüchte anzuſtellen. Offiziös wird ferner gemeldet,
General Lialutey kennzeichnete in ſeiner an den
Miniſter des Aeußeren gerichteten Depeſche die Lage
dahin, daß er im Feindesland lagere und alle aus
die=
ſem Zuſtand erwachſenen Folgen und Verpflichtungen
ins Auge faſſe. Die franzöſiſche Beſatzung von Fez,
welche aus fünf Bataillonen, drei Artillerie= und zwei
Maſchinengewehrabteilungen beſteht, wurde durch ein
aus Mekines eingetroffenes Bataillon
Kolonialinfante=
rie, Senegalſchützen und eine Maſchinengewehrabteilung
verſtärtk. Ein weiteres Bataillon ſoll in Mekines
ein=
treffen. Ferner ſtehen zur Verteidigung von Fez eine
fliegende Truppe von ſechs Kompagnien, eine
Gebirgs=
batterie und eine Schwadron Saharareiter zur
Ver=
fügung.
In der Depeſche des Generals Liautey über die
Lage in Fez heißt es weiter: Es iſt unerläßlich, die
ehemaligen Behörden, von denen keine Spur mehr
vor=
handen iſt, raſcheſtens wiederherzuſtellen. Ich habe im
Laufe meiner Unterredung mit dem Sultan erkannt, daß
wir uns hier wie in Feindesland befinden, und nur auf
unſere Truppen, jedoch auf keinerlei lokale Unterſtützung
rechnen dürfen. Im Einvernehmen mit dem Konſul
Gaillard und dem General Moinier habe ich bereits
Maßnahmen ergriffen, um wenigſtens dem Anſchein nach
die Autorität des Maghzen wiederherzuſtellen. Ich
appel=
lierte an diejenigen Perſönlichkeiten, die noch etwas
An=
ſehen und Einfluß beſitzen, und dieſe werden die
tradi=
tionellen täglichen Audienzen beim Großweſier wieder
aufnehmen.
Die britiſche Mittelmeerkonferenz,
zu der Premierminiſter Asquith, Marineminiſter
Churchill, Prinzadmiral Ludwig von
Batten=
berg, der zweite Seelord, Lord Kitchener, Englands
Vertreter in Aegypten, und General Sir Jan
Hamil=
ton, der Oberbefehlshaber der britiſchen
Militärſtatio=
nen im Mittelländiſchen Meer, ſich auf der Inſel Malta
zuſammenfinden, erregt fortgeſetzt die beſondere
Auf=
merkſamkeit der Londoner Blätter. Das Reuterſche
Bu=
reau iſt von zuſtändiger Stelle zu der Erklärung
ermäch=
tigt, daß die Meldungen, die dem Zuſammentreffen von
Lord Kitchener mit Asquith und Churchill auf Malta
ei=
nen internationalen Charakter beimeſſen,
je=
der Grundlage entbehren.
Es handelt ſich angeblich um die Frage, ob es im
Intereſſe des britiſchen Reiches iſt, die Baſis ſeiner
Kriegsflotte im Mittelländiſchen Meer von Malta nach
Gibraltar zu verlegen. Lord Kitchener iſt der Meinung,
daß eine derartige Neuerung einen verhängnisvollen
Einfluß auf die britiſche Stellung im Mittelländiſchen
Meere haben werde, wenn nicht die Garniſonen von
Malta, Gibraltar und Aegypten bedeutend verſtärkt und
moderniſiert würden. Daily Mail erklärt, es ſei
wahr=
ſcheinlich, daß auch eine engere Anſchließung an
Frankreich mit Bezug auf Fragen des Militärs und
der Marine beſprochen werde. Ernſtere Blätter
enthal=
ten ſich jeden Kommentars. — Nachdem der neue
Marine=
miniſter die ganze Oſtküſte Englands mit einer
Kette von Zerſtörern und Unterſeebooten umgeben hat,
wird jetzt an einem neuen „Verteidigungsplan”
gearbei=
tet. Von einem Ende der Oſtküſte Großbritanniens bis
zum anderen ſoll eine Kette von Flugſtationen gebildet
werden, in der ſowohl Flugmaſchinen als auch Luftſchiffe
verſchiedener Art zur Verwendung kommen werden.
Deutſches Reich.
— Neue Garniſonen. Aus Anlaß der
Heeres=
verſtärkung erhalten, wie die Deutſche
Volkswirt=
ſchaftliche Korreſpondenz erfährt, folgende Städte im
Oſten neue Garniſonen: Pleſchen. Schwetz,
Deutſch=
krone und Neuſtettin, ferner werden die drei neu zu
er=
richtenden Pionierbataillone in Graudenz, Küſtrin und
Trier untergebracht werden.
Zu Dr. Solfs Reiſe nach
Südweſt=
afrika meldet der Reichsanzeiger: Der
Staatsſekre=
kär des Reichskolonialamts, Wirklicher Geheimer Rat
Dr. Solf, hat eine etwa viermonatige Dienſtreiſe nach
Deutſch=Südweſtafrika angetreten. Der Staatsſekretär
Dr. Solf folgt den Spuren des Staatsſekretärs
Dern=
burg, der auch eine Parlamentspauſe benutzt hat, um
den deutſchen Kolonialbeſitz in Afrika aus eigener
An=
ſchauung kennen zu lernen. Dr. Solf iſt auf Grund ſeiner
langjährigen Tätigkeit als Kolonialbeamter ein genauer
Kenner deutſcher Schutzgebiete außerhalb Afrikas. Die
Reiſe, die er jetzt nach der zweitgrößten deutſchen
Kolo=
nie unternimmt, hat der Staatsſekretär ſogleich nach der=
Uebernahme ſeines Amtes geplant. Sie wird ihm Gex
legenheit bieten, wenigſtens einen kleinen Teil des
Schutzgebietes kennen zu lernen, das auf einer Fläche
vom anderthalbfachen Umfang des Deutſchen Reiches
weniger Bewohner zählt als Schwarzburg=
Sonders=
hauſen.
Der Botſchafterwechſel in
Konſtan=
tinopel. Am Mittwoch nachmittag wurde Frhr. von
Marſchall vom Sultan in Abſchiedsaudienz empfangen.
Der Sultan drückte Frhrn. v. Marſchall die Hoffnung
aus, daß der Botſchafter auch in London der Freund der
Türkei bleiben werde. Frhr. v. Wangenheim trifft zu
kurzem Aufenthalt in Konſtantinopel ein, um vor
Mar=
ſchalls Abreiſe noch eine Beſprechung mit dieſem zu
ha=
ben. Den Botſchafterpoſten dürfte er erſt Mitte Juni
übernehmen.
Der Zwieſpalt in der katholiſchen
Arbeiterbewegun g. Der Verband katholiſcher
Arbeitervereine, die ſtreng konfeſſionelle Organiſation, har
auf ihrem Delegiertentag in Berlin gegen die chriſtlichen
Gewerkſchaften und die ſogenannte Kölner Richtung eine
Kundgebung veranſtaltet, die von neuem die
Aufmerk=
ſamkeit auf die Gegenſätze innerhalb der auf dem Boden
des Zentrums ſtehenden Arbeiterbewegung lenkt. Mit
großer Feierlichkeit hat man ein Schreiben des Papſtes
verleſen und mit ſtürmiſchem, langanhaltendem Beifall
begrüßt, worin den ſtreng konfeſſionellen katholiſchen
Arbeitervereinen, der ſogenannten Berliner Richtung,
das päpſtliche Lob, das „Approbo”, den „anderen”, alſo
den chriſtlichen Gewerkſchaften, aber das „Reprobo”
ver=
kündet wird. Das Berliner Zentrumsblatt Germania
hebt im Druck beſonders auch den Satz des päpſtlichen
Schreibens hervor, der lautet: „Der heilige Vater
wünſcht lebhaft, daß alle anderen Arbeiterorganiſationen
mit Euch übereinſtimmen ſollen”. An dieſes Schreiben
des Papſtes reihten ſich oſtentativ warme
Begrüßungs=
telegramme anderer kirchlicher Würdenträger. Die „
Köl=
ner Richtung” wird dieſen Vorſtoß ihrer Widerſacher in
der eigenen Partei wohl nicht ſtillſchweigend hinnehmen
können.
— Die Ausführungsbeſtimmungen zum
neuen Beſitzfeſtigungsgeſetz das vom
preu=
ßiſchen Abgeordnetenhauſe bereits endgültig genehmigt
iſt und das Anfang Juni vom Herrenhauſe verabſchiedet
werden ſoll, werden im Laufe der Sommermonate
er=
laſſen werden. Es iſt beabſichtigt, zur Durchführung
dieſes Geſetzes in Schleſien eine Geſellſchaft neu zu
grün=
den, die, ähnlich wie die Mittelſtandkaſſe in Poſen, die
Bauernbank in Danzig, Geſchäfte zur Feſtigung deutſchen
Grundbeſitzes betreibt. In den übrigen Provinzen
wer=
den neue Geſellſchaften nicht gegründet werden, da in
Pommern und Oſtpreußen bereits
Siedlungsgenoſſen=
ſchaften beſtehen, die in der Lage ſind, die durch das
Beſitzfeſtigungsgeſetz in Ausſicht genommene Tätigkeit
zu übernehmen. In Schleswig=Holſtein wird eine ſchon
beſtehende Geſellſchaft für dieſen Zweck ausgebaui
wer=
den. Als Behörde zur Wahrnehmung der ſtaatlichen
Rechte und Intereſſen iſt für das Beſitzfeſtigungsgeſetz
der Oberpräſident jeder Provinz in Ausſicht genommen,
dem auch die Verwaltung des Fonds zuſteht.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Wehrreform und Wahlreform. Das
ungariſche Abgeordnetenhaus verhandelte über den
Geſetzentwurf über die Armeereform, gegen welche
monatelang die Obſtruktion angekämpft hatte,
in der Generaldebatte. Es herrſcht nunmehr die
Hoffnung, daß die Wehrreform in normaler
Ver=
handlung bis zu Ende beraten wird. Was die
Wahl=
reform betrifft, ſo verhandeln die verſchiedenen Fraktio=
Seite 2
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Nummer 126
nen der Oppoſition über einen einheitlichen Entwurf.
Dieſer wird ſodann der Regierung mitgeteilt, um als
Grundlage für die Verſtändigung zwiſchen der
Regie=
rung und der Oppoſition in dieſer Frage zu dienen. Wie
verlautet, ermäßigten ebenfalls die Sozialiſtenführer
ihre Anſprüche ſehr und erklärten, ſich mit der
Vermeh=
rung der Wählerzahl auf 2,4 Millionen begnügen zu
wollen, damit in der Wahlreform ein Einvernehmen mit
der Regierung zuſtande kommt.
Portugal.
Skandalſzenen in der Kammer. In der
Deputiertenkammer kam es am Mittwoch bei der
Bera=
tung eines Antrages betreffend die Einſetzung eines
Ausſchuſſes zur Unterſuchung der Haltung der
Juſtiz=
behörden in dem Verſchwörungsprozeß zu einem
gro=
ßen Tumult und Prügelſzenen zwiſchen den
Abgeordne=
ten, wodurch auch das Publikum zu Kundgebungen
ver=
anlaßt wurde. Die Sitzung wurde darauf anfgehoben
und die Galerie durch eine Abteilung Soldaten geräumt.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung nahm die Kammer
mit 66 gegen 36 Stimmen ein Vertrauensvotum für die
Regierung an.
Griechenland.
Die kretiſchen Deputierten haben
be=
ſchloſſen, zur Eröffnung der Kammer nicht nach Athen
zu kommen. Dieſe Nachricht hat in politiſchen und
kom=
merziellen Kreiſen einen guten Eindruck gemacht.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelt und Taft. Mit den
Primärwah=
len von New=Jerſey iſt die perſönliche Kampagne
zwi=
ſchen Rooſevelt und Taft zum Abſchluß gelangt. Nahezu
in allen Städten, wo Primärwahlen ſtattgefunden haben,
hat Rooſevelt einen ausgeſprochenen Sieg errungen, und
ſeine Wahlagenten halten ſeine Nominierung als
Prä=
ſident für ſicher. Andererſeits glauben die Anhänger
Tafts noch immer, daß der Präſident den
Nationalkon=
vent beherrſchen werde. Die republikaniſchen
Kandida=
ten verlegen ihr Hauptquartier am Montag nach
Chicago.
* Kaiſer und Cumberländer. Ueber den
Telegramm=Austauſch, der zwiſchen dem Kaiſer und
dem Herzog von Cumberland bei dem Unglück
ſtattgefun=
den hat, bringt die welfiſche Deutſche Volkszeitung
ſol=
gende Mitteilungen aus Gmunden: Der Herzog hat am
Tage nach dem Unglücksfalle an Kaiſer Franz Joſef die
offizielle Meldung telegraphiſch erſtattet, daß der Prinz,
der Hauptmann im öſterreichiſchen 42. Infanterie=
Regi=
ment war, tödlich verunglückt ſei. Dieſe Meldung erfolgte
durch den Herzog in ſeiner Eigenſchaft als Inhaber des
genannten Regiments. An andere Souveräne hat der
Herzog keinen telegraphiſchen Bericht über das Ablehen
des Prinzen ergehen laſſen. Die offizielle Anzeige über
den Tod des Prinzen erfolgte durch ſogenannte
Noti=
fikationsſchreiben, die durch Vermittelung der
betreffen=
den Miniſterien oder der Hofämter überreicht wurden.
Auf dieſem Wege iſt auch Kaiſer Wilhelm benachrichtigt
worden. Der Kaiſer hat dem Herzog durch Telegramme
ſein Beileid ausgeſprochen und mitgeteilt, daß ſeine
bei=
den Söhne, die Prinzen Eitel Friedrich und Auauſt
Wil=
helm an die Unglücksſtelle entſandt würden, für deren
Teilnahme der Herzog ſofort dem Kaiſer telegraphiſch
gedankt hat. Sobald der Herzog erfuhr, daß der Kaiſer
auch für die Ueberführung der Leiche von Nackel nach
dem Bahnhofe Frieſack militäriſchen Ehrendienſt
ange=
ordnet habe, ſandte der Herzog ein weiteres herzliches
Danktelegramm an den Kaiſer.
* Liſſabon, 29. Mai. Die Aufhebung des
Straßlen= und Drahtſeeilhatnbettriebes,
eine Folge des Ausſtandes, hat erhebliche
Unzu=
träglichkeiten für die Bevölkerung mit ſich gebracht. Die
Ausſtändigen fordern Wiedereinſtellung der Entlaſſenen
Aufbeſſerung der Löhne und Regelung des Penſions= und
Urlaubsweſens. Heute morgen haben die Ausſtändigen
die Ausfahrt der Straßenbahnwagen verhindert. Es
herrſcht Ruhe. Die Direktion der Straßenbahn hat durch
Anſchlag angekündigt, daß das ganze organiſierte
Per=
ſonal entlaſſen ſei.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Mai.
* Der Großherzog und die Großherzogin mit
den Prinzen ſind am Mittwoch nachmittag auf der
Rückreiſe von Livadia in Kiew eingetroffen. Der
Groß=
herzog und die Großherzogin beſuchten mehrere Kirchen
und reiſten abends nach Kaliſch ab. Am Bahnhof
waren bei der Abfahrt die Vertreter der Regierungs=
und Kommunalbehörden anweſend. Die
Großherzog=
lichen Herrſchaften treffen heute mittag 2 Uhr 8 Min.
mittelſt Sonderzuges hier ein.
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Montag, den 3. Juni d. Js.,
vor=
mittags im Reſidenzſchloß Audienzen erteilen, ſowie
Meldungen und Vorträge entgegennehmen. Am Samstag,
den 1. Juni d. Js., finden keine Audienzen pp. ſtatt.
* Hiſtoriſche Kommiſſion. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den katholiſchen Pfarrer i. P.
Peter Bruder in Dieburg auf ſein Nachſuchen von der
Stelle eines Mitgliedes der Hiſtoriſchen Kommiſſion für
das Großherzogtum Heſſen enthoben.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Guſtav Schwalm aus Vonhauſen, Kreis Büdingen,
eine Lehrerſtelle an der Muſterſchule zu Friedberg.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 13
vom 30. Mai hat folgenden Inhalt: 1. Ueberſicht der
von Großh. Miniſterium des Innern für das Jahr 1912
genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe in den Landgemeinden des Kreiſes
Bens=
heim. 2. Ueberſicht der für das Rechnungsjahr 1912 zur
Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe der Gemeinden
des Kreiſes Schotten genehmigten Umlagen. 3. Ueberſicht
der von Großh. Miniſterium des Innern genehmigten
Umlagen zur Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe der
Stadt Bensheim im Rechnungsjahr 1912. 4.
Ordens=
verleihungen.
Das Schwurgericht für Starkenburg verhandelt
in der zweiten dies jährigen Schwurgerichtsperiode unter
dem Vorſitz von Gr. Landgerichtsrat Weiffenbach
(Stellvertreter Gr. Landgerichtsrat Lebrecht) folgende
Fälle: Montag, 3. Juni: Kaſpar Chriſten, Viehwärter,
aus Stanz (Schweiz), in Lengfeld wegen Mordverſuchs
(Staatsanwalt Bernhards, Verteidiger Rechtsanwalt
Buß). Dienstag, 4. Juni: Franz Joſeph Kümmel,
Sattler, aus Offenbach, Michael Braun, Taglöhner, aus
Offenbach, Wilhelm Franz Jung, Eiſendreher, aus
Hanau, in Offenbach, Johann Spahn, Taglöhner, aus
Jügesheim, in Offenbach wegen Straßenraubs (
Staats=
anwalt Dr. Leoni, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Brücher).
Mittwoch, 5. Juni: Wilhelm Illig, Taglöhner, aus
Ludwigshöhe, in Worms, Karl Theis, Taglöhner, aus
Worms, Jakob Pfeiffer, Taglöhner, aus Worms wegen
Notzucht (Staatsanwalt Bernhards, Verteidiger
Rechts=
anwalt Carnier II). Freitag, 7. Juni: Friedrich Wilhelm
Kelb, Lithograph, aus Gotha, in Darmſtadt wegen
Totſchlagsverſuchs ſim Gewerkſchaftshaus! (
Staatsan=
walt Schreiber, Verteidiger Rechtsanwalt Bruſt).
Sams=
tag, 8. Juni: Ludwig Gölz, Taglöhner, aus Schönberg,
in Darmſtadt wegen Raubmordverſuchs (Staatsanwalt
Dr. Krug, Verteidiger Rechtsanwalt Colin). Montag,
10. Juni: Wilhelm Kraft, früher Bahnſteigſchaffner,
aus Hungen, in Sprendlingen=Buchſchlag wegen
Ver=
brechen im Amt uſw. (Staatsanwalt Bernhards,
Ver=
teidiger Rechtsanwalt Carnier I.). Dienstag, 11. Juni:
Heinrich Bergmann Kreisamtsgehilfe, aus Darmſtadt,
in Bensheim wegen Verbrechen im Amt (Staatsanwalt
Dr. Krug, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Fulda).
Mitt=
woch, 12. Juni: Joſeph Schecker, Fabrikarbeiter, aus
Mainz, in Koſtheim wegen Notzucht (Gerichtsaſſeſſor
Dr. Fuchs, Verteidiger Rechtsanwalt Gallus).
Don=
nerstag, 13. Juni, und Freitag, 14. Juni: Johann
Baptiſt Bender, zuletzt Bahnhofsvorſteher, aus Bingen,
in Biblis wegen Verbrechen im Amt (Gerichtsaſſeſſor
Dr. Fuchs, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Löb).
Veranſtaltung eines elektrotechniſchen Fachkurſes
in der Inſtallation von Lichtleitungen in Darmſtadt.
In=
folge der Ermäßigung des Einheitspreiſes für
Elektrizi=
tät aus dem Elektrizitätswerk Darmſtadt, das zu einer
Ueberlandanlage auszubauen beabſichtigt wird, wird eine
große Anzahl Neuanſchlüſſe erfolgen, die den mit der
Anlage elektriſcher Leitung vertrauten Inſtallateuren
Ar=
beit und Verdienſt bringen wird. Die Großh.
Zentral=
ſtelle für die Gewerbe in Darmſtadt iſt daher in
Erwägungen eingetreten, ob es ſich ermöglichen läßt,
Handwerksmeiſter, die ſeither nur wenig oder gar keine
Gelegenheit hatten, elektriſche Inſtallationen
auszufüh=
ren, mit derartigen Arbeiten durch den Beſuch eines in
Darmſtadt zu veranſtaltenden Fachkurſes ſoweit
ver=
traut zu machen, daß ihnen, vielleicht in der erſten Zeit
unter beſonderen Bedingungen, von den maßgebenden
Stellen die Erlaubnis zur Ausführung von Inſtallations
arbeiten erteilt wird. Als Teilnehmer an dem Fachkurſe
würden wohl nur Handwerksmeiſter, die ſchon ſeit Jah
ren ihr Gewerbe ausführen, in Betracht kommen. Vo
gewerblichen Berufen werden insbeſondere diejenige
bevorzugt werden, die ſeither ſchon mit Inſtallations
arbeiten befaßt waren. Die Oberleitung des Kur
ſes übernimmt die Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
Vor allem erſcheint es wichtig, die Beamten des Darm
ſtädter Elektrizitätswerks als Lehrer für den fachliche
Teil des Unterrichts zu gewinnen, den ergänzenden theo
retiſchen Unterricht würden wohl Lehrer der Gewerbe
ſchule Darmſtadt übernehmen. Weiter erſcheint es not
wendig, daß eine größere Anzahl Teilnehmer — etw.
20 bis 25 — ſich zur Beteiligung an dem Fachkurſus be
der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe anmeldet un
zugleich zu einem regelmäßigen Beſuch dieſes Kurſe
verpflichtet. Der zu bewältigende Unterrichtsſtoff
derart umfänglich, daß hierfür etwa 180 Stunden auf
wendet werden müſſen. Hierzu allein die Abendſtunde
zu verwenden, an denen die Teilnehmer ermüdet ſeit
werden, erſcheint nicht angängig allein ſchon aus de
Grunde, weil der Kurſus ſich ſehr lange hinziehen und dan
das Intereſſe an dem Unterricht ſchwinden wird. Fü
die Unterrichtserteilung werden deshalb nach Vereinbar
ung mit den Teilnehmern, die Tagesſtunden herangezo
gen werden müſſen. Bemerkt ſei hierbei, daß der Fach
kurſus nicht lediglich für in Darmſtadt anſäſſige Hand
werksmeiſter abgehalten werden ſoll, es vielmehr
nu=
erwünſcht ſein kann, wenn ſich hieran auch Handwerks
meiſter aus der Umgegend von Darmſtadt beteiligen.
* Vom Truppenübungsplatz. Die beiden
Bataillon=
des Füſilier=Regiments Nr. 80 v. Gersdorff ſind aus
Wiesbaden geſtern auf dem Truppenübungsplat
Griesheim eingetroffen. Sie wurden in Wies
baden mit der Bahn verladen, bis nach Biſchofsheim ge
bracht und traten von da den Fußmarſch nach Gries
heim an. Die Uebungen in der Brigade werden einig
Wochen danern.
— Auf eine 25jährige Beamtendienſtzeit kann an
1. Juni Herr Garniſonbackmeiſter Höfer vom hieſiger
Proviantamt zurückblicken. Am 1. Juni 1887 übernahn=
Herr Höfer nach 12jähriger Militärdienſtzeit das ihn
übertragene Amt eines Backmeiſters in der alten, der
jüngeren Generation nicht mehr bekannten, längſt von
Erdboden verſchwundenen Garniſonbäckerei in der
Mag=
dalenenſtraße. Schon im nächſten Jahre ſiedelte er in
die neue Garniſonbäckerei in dem damals noch im
Ent=
ſtehen begriffenen Militärviertel über, wo er ſeitdem
ununterbrochen ſeinen ſchweren und
verantwortungsvol=
len, in der Sorge für das leibliche Wohl der Soldaten
der Garniſonen Darmſtadt und Babenhauſen, ſowie der
auf dem hieſigen Truppen=Uebungsplatz übenden
Trup=
pen aufgehenden Dienſt verſieht. In vielen Manövern
beſonders den Kaiſermanövern in den Jahren 1897 und
1905, war er mit Auszeichnung tätig. Seine Leiſtungen
bei der 1905 für das 18. Armeekorps aufgeſtellten, kriegs
mäßig arbeitenden Feldbäckereikolonne aus fahrbaren
Feldbacköfen wurden durch Verleihung des preußiſchen
Allgemeinen Ehrenzeichens anerkannt. So manchen hat
er während ſeiner langen Dienſtzeit zum Militärbäcker
ausgebildet; groß iſt die Zahl der zu der alljährlichen
Feldzwiebackbäckerei beim hieſigen Proviantamt und zu
den Manöverproviantämtern eingezogenen Reſerviſten,
die unter ihm im Bäckereidienſt gearbeitet hat. Möge es
dem allſeitig beliebten und geſchätzten Beamten berämt
ſein, in ſeinem ſchweren Amt in alter Friſche toch kecht
lange zu wirken!
nn. Vom Darmſtädter Marineverein. Kapitäſlellhant
Alerander Freiherr v Senarclens=Grancy Sohn
des verſtorbenen Generaladjutanten Sr. Kgl. Hoheit des
Großherzogs, ſtiftete dem Darmſtädter Marineverein
einen namhaften Geldbetrag als Grundſtock zur
Anſchaf=
fung einer Vereinsflaage. Dieſe Spende hat unter
den Kameraden und ehemaligen Angehörigen der
Kaiſer=
lichen Marine große Freude hervorgerufen. — In den
Tagen vom 5. bis 8. Juli 1912 findet in Düſſeldorf ein
Allgemeiner Deutſcher Marine=Kongreß ſtatt, mit
dem auch das 25jährige Stiftungsfeſt des Düſſeldorfer
Marinevereins und der 22. Verbandstag der Deutſchen
Marinevereine verbunden iſt. Ueber 10000 Mariner aus
allen Gauen Deutſchlands werden dort zuſammenkommen
Auch der Darmſtädter Marineverein wird durch eine
Ab=
ordnung bei dem Marine=Kongreß vertreten ſein.
Stadtverwaltung von Düſſeldorf hat zu den Koſten des
Feſtes einen Zuſchuß von 8000 Mark geleiſtet. Auch ſteht
die Entſendung einer Anzahl Torpedos nach Düſſeldorf
in Ausſicht.
* Arbeitsnachweis. Der Verband Deutſcher
Trans=
portarbeiter, ein der ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaft
Ein Beſuch bei Bismarck zum
achtzigſten Geburtstag.
C) Unter den Vertretern der deutſchen Fürſten und
Re=
gierungen, die Bismarck zum achtzigſten Geburtstag ihre
Glückwünſche darbrachten, befand ſich auch der badiſche
Ge=
ſandte und Bevollmächtigte zum Bundesrat Eugen v.
Jagemann der im Gefolge des perſönlich
gratu=
lierenden Großherzogs von Baden am 28. März
1895 einige unvergeßliche Stunden beim Altreichskanzler
verlebte. Seine Erinnerungen an dieſen Beſuch
ver=
öffentlicht er im neueſten Heft der Deutſchen Revue. Der
damalige Kanzler Fürſt Hohenlohe hatte die gleiche Fahrt
gemacht und überreichte in Gegenwart Jagemanns die
Bundesratsadreſſe an Bismarck. Eigentümlich kontraſtierte
die Reckenhaftigkeit im Aeußern des Altreichskanzlers zu
der Kleinheit und Schmächtigkeit Hohenlohes. Zur
Ver=
leſung der Adreſſe ließ es der Beglückwünſchte nicht
kom=
men; er wollte den Text ſpäter in Ruhe leſen. Der Fürſt
zeigte dann den beiden den — merkwürdigerweiſe auf
un=
bedecktem Flügel liegenden — Pallaſch mit goldenem Korb
das kunſtvoll gearbeitete Geſchenk des Kaiſers. Jagemann
ſchildert den eigentümlichen Hauch der
Beſcheiden=
heit der über das ganze Anweſen ausgebreitet war:
Ein Landhaus, kein Schloß, ohne zierende Architektur
ein einfacher Eingang und im Inneren blanker, weiß
ge=
ſcheuerter Boden, mehrerer Zimmer wenigſtens, wie in der
guten alten Zeit, mit braun lackierten Flieſen dazwiſchen
— keinerlei Stil in der Einrichtung, ſondern nach der Gunſt
des Zufalls Zuſammengekommenes, darunter wenige
Stücke von ſichtlicher Bedeutung, wie Bismarcks altes
Oel=
bild, deſſen Wiedergabe das Titelblatt des Gothaer
Hof=
kalenders von 1870 ſchon zierte — aber im
Hauptwohnge=
mach ein großer runder Tiſch mit allerhand bequemen
Sitzen, von ſelbſt zur auch damals bald gebildeten Korona
um des Hauſes Patriarchen einladend — und ein
geräum=
iges Eßzimmer mit langer Tafel und einer offenen
Veran=
da außerhalb. Ein ſo großer Mann braucht keinen
Schmuck um ſich, da ſeine Perſon alles umgebende Gerät
zur=Lichtigkeit macht, und ſein eigenes Intareſſe war ganz
anderen Dingen zugewandt als irgendwelcher
Aeußerlich=
keit.”
Die behagliche Stimmung, die über allem ruhte,
ging vor allem von ihm ſelbſt aus. „Es wurde ohne
Zeremoniell geplaudert und gegeſſen, und zwar brachte es
der Fürſt, praesente medlico Schweninger, an dieſem Tage
fertig, zwei= bis dreimal in der Zeit zwiſchen elf und vier
Uhr zu eſſen. Denn er hielt mit allen Gäſten mit. Zuerſt
wurden die abziehenden Halberſtädter Küraſſiere mit einem
Mahl bedacht, das bei unſerer Ankunft eben abgedeckt
wurde. Sodann war Prinz Heinrich von Preußen,
freudig bewegt, mit ſeinem damals einzigen, ſechsjährigen
Sohn Waldemar, dem feiner, väterlicher Sinn die
weihe=
volle Lebenserinnerung, Bismarck noch geſehen zu haben,
verſchaffen wollte, einige Zeit vor uns als Gratulant
ge=
kommen und mußte, bei knapper Zeit, etwas früher ſpeiſen
und abreiſen, und endlich wurde für die badiſchen Gäſte und
für das Bismarckſche Haus zugleich gedeckt, wobei der Fürſt
ſcherzend ſagte: „mauvais coeur, bon estomae” und
namentlich den Auſtern entſchieden Neigung zeigte.
Bis=
marcks Erſcheinung und Geſpräch bannte den ganzen
Kreis der Tiſchgeſellſchaft zum Aufſchauen und Aufhorchen.
„Während der Großherzog mit ihm zur Tafel ſchritt,
führte ich dahin die Gräfin Rantzau, Bismarcks Tochter,
deren jüngſter Sohn ſeinem Großvater recht ähnlich ſah.
Bismarcks Profilſilhouette mit dem ſonnenbeſchienenen,
wuchtigen Schädel war das gegebene, ſchönſte Kunſtbild
einer mächtigen Denk= und Tatkraft, ſeine Unterhaltung
friſch, an Naheliegendes anknüpfend.
Gleich einem großväterlichen Idyll war es
anzuſchauen, wie der Fürſt den Prinzen Waldemar, dem
er ſchließlich ſein Bild übergab, an ſich angeſchmiegt hatte.
Er erzählte ihm aus der Kinderzeit ganz in der Weiſe
wie man der Jugend nahekommt: „Ich habe ſchon beim
Sieg von Waterloo geſchrieen, denn da war ich drei
Mo=
nate alt, und da ſchreit man am meiſten.” Insbeſondere
erzählte er auch vom Kloſtergymnaſium und daß das
Königliche Schloß in Berlin damals durch ſeine Höfe
als allgemeiner Durchgang diente. Und wie ſie als
Schü=
ler auch darin durch die Stockwerke geſtiegen ſeien und auf
den Gängen geſpielt und gelärmt hätten; manche Wohn=
ungen ſeien da vermietet oder überwieſen geweſen, und
be=
ſonderes Vergnügen hätte es ihnen gemacht, ein altes
Fräulein Kramſta herauszuſchellen und im Verſteck damn
aufzupaſſen, ob ſie wohl komme und ſie dann
räſon=
nieren zu hören. Und er machte draſtiſch nach, wie ſie
über die böſen Jungen zankte.‟ Das Gedächtnis des
Fürſten ſetzte alle in Erſtaunen und er ſtellte damals ſelbſt
eine Erklärung dieſer Gabe auf. „Anknüpfend an die in
Vorpommern zum Teil bis 1815 gegangene ſchwediſche
Herrſchaft und an den Zuſtand der Städte, daß in ſeiner
Jugend auch vornehme Damen noch das Schwediſche
ge=
konnt und das Plattdeutſche als Umgangsſprache gebraucht
hätten, ſagte er, den eigenen Erlebniſſen eines Menſchen
müſſe man hinzurechnen, was er durch Erfahrung und
Er=
zählung der letztvorangegangenen zwei Generationen in
ſich aufgenommen habe. Von allem, was aus mündlicher
Schilderung der Altvordern ſich ihm eingeprägt habe,
be=
ſitze er die allerfeſteſte Vorſtellung — natürlicherweiſe, weil
das als Wichtiges und Weniges und mit Reſpekt
emp=
fangen werde. Insbeſondere liege ihm die Zeit Friedrichs
des Großen ſo nah, als ob er ſie miterlebt hätte, durch die
Ueberlieferung der Seinigen.”
Dem Beſucher fiel bei aller Regſamkeit des Fürſten
ſeine innerliche, olympiſche Ruhe auf. „Die Ruhe
eines Mannes, der ſich der bloßen Beobachterrolle des
„Zuſchauers im Parkett” bewußt war, Geſchichte reichlich
gemacht hatte und keine weitere bezielte, es ſei denn,
ge=
legentlich, wenn es ihm zu ſchwül ward. einen
Donner=
keil loszulaſſen. So vermied auch er ſelbſt jedes
eigent=
lich politiſche Geſpräch, das auch die Größe des Kreiſes
ziemlich ausſchloß. Die Ruhe war zugleich auch diejenige
des Landedelmannes welchen trotz der Uniform ſein
Ge=
ſicht typiſch ausdrückte, und er konnte vom Wetter ſelbſ
intereſſant reden und dabei geſprächig werden über ſeine
Bäume und Fluren, Anlage und Wachstum und Zeit
da=
für, wie über Ritte, Gänge und Fahrten in der freien Luft.
Sein Heim und Park waren ihm lieb, und ſcherzend über
ſein Alter ſprach er: „Ich bin bereit, mich mit den Füßen
zuerſt zum Hauſe hinaustragen zu laſſen, aber freiwillig
gewiß nicht.”
Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Seite 3.
rgegliederter Fachverein, hat dieſer Tage ein
Rund=
hreiben verſandt in dem von der Einrichtung eines
Zen=
alarbeitsnachweiſes Mitteilung gemacht wird. Um
Ver=
echſelungen zu vermeiden, wird darauf hingewieſen,
rß die aus öffentlichen Mitteln ſubventionierte und
ater ſtädtiſchem Einfluß verwaltete unparteiiſche
nid unentgeltliche Zentralanſtalt für Arbeits= und
Johnungsnachweis ſich Grafenſtraße Nr. 30 pt.
Telephon Nr. 371) befindet. Die Geſchäftsſtunden der
ewerblichen Abteilung ſind auf 8—12½ Uhr
nd von 2½—6 Uhr feſtgeſetzt. Die im ſtädtiſchen Hauſe
Jaldſtraße Nr. 6 (Telephon Nr. 371) untergebrachte
ienſtboten=Abteilung kann von den
Herrſchaf=
n (gegen Erſtattung einer geringen Einſchreib= und
Ver=
ittelungsgebühr) und von den Dienſtboten (koſtenlos)
I den Geſchäftsſtunden von 8—12 Uhr und von 3—6
hr benutzt werden.
nn. Akademiſches Turn= und Sportfeſt in Darmſtadt
nd Ausſchuß für Leibesübungen an der Techniſchen
ochſchule. Unter dem Protektorat des Rektors der
Tech=
iſchen Hochſchule Geh. Baurat Profeſſor Wickop hat ſich
i der hieſigen Hochſchule ein akademiſcher Ausſchuß für
eibesübungen gebildet. Seine Aufgabe beſteht in der
örderung der Leibesübungen jeder Art. Gleiche
Aus=
hüſſe beſtehen bereits an vielen deutſchen Hochſchulen
ind Univerſitäten. Dem hieſigen Ortsausſchuß gehören
n: Seine Magnifizenz der Rektor der Techniſchen
Hoch=
hule, die Profeſſoren Dr. Finger und Kayſer, ſowie die
iertreter der akademiſchen Turnvereine Alemannia und
ihibellinia, die Sportabteilung des A. T. B., die Akadem.
riege und deren Leiter. — Am 21. Juli d. J. findet in
armſtadt ein akademiſches Turn= und Sportfeſt ſtatt,
1 dem auch die Beteiligung der Studentenſchaft der
Uni=
erſitäten Gießen, Marburg und Heidelberg uſw. in
cherer Ausſicht ſteht. Auch die Darmſtädter
Studenten=
haft, aus deren Reihen zahlreiche Wettkämpfer an dem
urnfeſt teilnehmen, wird zum guten Gelingen der
Ver=
nſtaltung alles beitragen.
D Vom Fernſprechamt. a) Neue Anſchlüſſe.
469 Hans Becker, Architekt, Saalbauſtraße 60, 1925
Brun=
er, Leutnant, Artillerieſtraße 8, 1987 Joſef Bſchirrer,
Früchtehandlung, Nieder=Ramſtädter Straße 43, 1471
darl Dohn, Roßſchlächterei, Langgaſſe 3, 1898 Max
draudt, Dr. Prof., Spezialarzt für Chirurgie,
Heinrich=
raße 70, 2538 Fenner, Rittmeiſter a. D Eſchollbrücker
Straße 12, 1951 H Front, Stickerei=Atelier,
Eliſabethen=
raße 10, 1952 Wilh. Gerling, Poſtkarten=Kunſtverlag,
Valdſtraße 30. 1545 Wilhelm Grimm, Privatmann,
Ho=
rechtſtraße 8, 2095 Gg, Hinkel, Bauſtelle des Neubaues
dörnermagazin, Eſchollbrücker Straße 25, 1882 Koch,
öberſt, Wittmannſtraße 60, 1617 E Lippmann,
Kultus=
eamter, Ireneſtraße 4, (2537) Dr. Marx, Großh.
Rabbi=
er, Georgenſtraße 10, 1677 Moritz Mayer, Kaufmann,
Pendelſtadtſtraße 38, 1681 Friedrich Quiel,
Ober=
ngenieur, Schwanenſtraße 70, 2537 Rabbinat der
Iſrae=
itiſchen Religionsgeſellſchaft und Großh. Rabbinat
Jarmſtadt II, Georgenſtraße 8, 2539 D. Rehfeld und Co.,
3. m. b. H., Spezialhaus für Damen= und
Kinderkon=
ektion, Ludwigſtraße 5, 2589 Ludwig Reichenheim,
Hein=
kchſtraße 51, 1694 Johannes Schäfer, Schreinermeiſter,
Zardiſtenſtraße 6, 1715 Karl Schüler, Rentner,
Wey=
rechtſtraße 2, (2585) Städt. Schulzahnklinik, Waldſtr. 21.
764 Frau Roſalie Stade, Prinz Chriſtianweg 21. 1778
Nax Tamm, Fabrikdirektors=Witwe, Roßdörfer Straße
tr. 79, 1984 Wolff, Autos, Photograph. und Kaffee
lebungsplatz, Lagerſtraße. 1862 Oskar Wolff, Kaufmann,
theinſtraße 46. — b) Aenderungen. (351) Gottl.
Inhäuſer, Klappacherſtraße 5, jetzt Saalbauſtraße 60. 841
Zierniederlage der Rheiniſchen Bierbrauerei, jetzt
Kon=
ad Muth, Vertreter der Niederlage der Frankfurter
Jürgerbrauerei, 1771 Robert Blum, Im Geißenſee 11.
etzt Martinſtraße 54, 733 Eduard Brechner,
Viktoria=
traße 50½, jetzt Alexandraweg 35, 1436 Dr Ernſt Draudt.
Viktoriaſtraße 42. jetzt Nr. 2520, Heinrichſtraße 17, 1927
W. Girmſcheid. Blumenthalſtraße, jetzt Dornheimer Weg
344 D. Hauſtädt, Heerdwea 64. jetzt Hobrechtſtraße 8,
380 Friedrich Heyl, jetzt H Schäfer, Auto=Garage,
Frank=
urter Straße 130, 1374 L. Katzmann, Viktoriaſtraße 30,
etzt Bismarckſtraße 55. 839 Jakob Krug, jetzt Nr. (2559)
423) Heinrich Lautz, Karlſtraße 94, jetzt Nr. 1577. 1140
Dr. Mever=Edward, Heidenreichſtraße 37. jetzt
Heinrich=
traße 162, 345 A. und J Monnard, Güterhalle, Main=
Neckarbahn, jetzt Güterabfertigung Hauptbahnhof. 319
Ernſt Niemann jetzt Hauptbahnhof (265). Offiziers=
Kaſino Trainbataillon Nr. 18. jetzt Nr. 2522. 926 Heinrich
Pullmann, Stiftſtraße 41. jetzt Soderſtraße 7, 1915 Georg
Rackur, Hügelſtraße 11, jetzt Wilhelmſtraße 2. 1328 Dr
P. Schlippe, Wilhelminenſtraße 9, jetzt Rheinſtraße 15,
533 Zollexpedition Blumenthalſtraße 22, jetzt
Zollabfer=
tigungsſtelle Güterbahnhof. — e) Abgebrochene
Sprechſtellen. 1930 v. Etzel, 576 v Geldern=
Cris=
pendorf, 446 Adolf Haas, 556 A. und J. Monnard,
Güter=
halle Staatsbahn.
* Prämiiert, Bei der Ausſtellung des
Kaninchen=
zucht=Klub Darmſtadt wurden folgende Züchter
mit Preiſen ausgezeichnet. Belg. Rieſen: Gg.
Schäfer 1 Ehrenpreis, 1 zweiter Preis und 2 dritte
Preiſe. Chr. Rühl 1 Ehrenpreis. Peter Dauer 2 erſte
und 2 dritte Preiſe. Karl Henkelmann 1 erſter Preis.
Chr. Wurm 1 zweiter Preis. Franz Stephan 1 dritter
Preis. — Franzöſ. Widder: Fritz Hedderich
1 erſter Preis und Peter Dauer 1 dritter Preis —
An=
gora: Rich. Schwab 1 Ehrenpreis und 1 dritter Preis.
— Silber: Karl Henkelmann 1 Ehrenpreis, 1 erſter,
2 zweite und 1 dritter Preis. Emil Häcker 1 zweiter
Preis und Fritz Hedderich 1 dritter Preis — Belg
Rieſen=Jungtiere: Gg. Schäfer 1 Ehrenpreis
1 erſter, 2 zweite und 1 dritter Preis. Chr. Rühl 1
Ehren=
preis und Heinrich Hafner 1 dritter Preis. — Deutſche
Rieſenſchecken: Heinrich Auer 1 dritter Preis
Schlachtzucht: Heinrich Auer 1 erſter Preis. Peter
Dauer 1 zweiter Preis und Chr. Rühl 1 dritter Preis
Auf Pelzſachen erhielten Chr. Rühl und Fritz Hedderich
je 1 zweiten Preis. — Die Ausſtellung war vom beſten
Wetter begünſtigt und erfreute ſich zahlreichen Beſuches.
* Schützengeſellſchaft Weidmannsheil Darmſtadt.
Die Preisverteilung des Preisſchießens nahm einen ſehr
ſchönen Verlauf und erfreute ſich eines äußerſt
zahlrei=
chen Zuſpruchs. Von nah und fern waren die Schützen
erſchienen, um ihre wohlverdienten, bei äußerſt ſcharfer
Konkurrenz errungenen Preiſe in Empfang zu nehmen.
Beſonders zu erwähnen ſind die Herren Ph. Ganß, J.
Getroſt, Pet. Meerſtädter und Gg. Guyot, welche durch
ihr vortreffliches Spiel ſehr zu dem Gelingen des Feſtes
beitrugen. Das Arrangement dieſer Veranſtaltung,
wel=
ches in den bewährten Händen des 1. Vorſitzenden, Herrn
Gg. Hahn. lag, fand lebhaften Beifall und wurde Herrn
Hahn in Anerkennung ſeiner Verdienſte von Seiten der
Mitglieder ſein in Lebensgröße gemaltes Bruſtbild
über=
reicht. Bei der Preisverteilung erhielten die erſten
Preiſe auf Meiſterſcheibe: 1. Preis Ed. Breitrück
Schützen=Geſ. Weidmannsheil, 2. Preis Wilh. Gelfius
Schützen=Geſ. Tell, Darmſtadt, 3. Preis Gg. Hahn.
Schützen=Geſ. Weidmannsheil. Auf Serienſcheibe: 1. Preis
Gg. Hahn, Schützen=Geſ. Weidmannsheil, 2. Preis
Schönle, Flobert=Schützenverein Offenbach, 3. Preis
Winkler, Tell=Ober=Ramſtadt. Die Gaſtehrenſcheibe
errang Herr Gg. Bierbach=Darmſtadt, 2. Auszeichnung
Schneider=Offenbach, 3. Auszeichnung Schönle=Offenbach.
Den Tagesehrenpreis errang Herr Gg. Luley, Fortuna=
Darmſtadt den Vereinsehrenpreis Herr Gg. Hahn, Weid
mannsheil.
D) Keine elektriſchen Poſtwagen. In den
Tages=
zeitungen iſt in letzter Zeit wiederholt auf die
Ein=
ſtellung elektriſcher Wagen zu den Poſtbeförderungen
zwiſchen dem Poſtamt I (Rheinſtraße) und dem neuen
Hauptbahnhof hier hingewieſen worden. Die Frage der
Verwendung elektriſcher Wagen zu dem gedachten Zweck
iſt ſeitens der Ober=Poſtdirektion ſchon früher eingehend
geprüft worden. Von der Ausführung des Planes
mußte jedoch wegen der Schwierigkeiten bei
der Einfahrt in das Poſtgrundſtück in der
Rhein=
ſtraße und wegen der geringen Ausdehnung des
Poſt=
hofes abaeſehen werden. Im übrigen würde
durch die Verwendung der elektriſchen Wagen gegenüber
der jetzigen Beförderungsweiſe nur eine ſo geringe
Be=
ſchleunigung erzielt werden, daß ſie für den Poſtverkehr
nicht ins Gewicht fallen würde
* Das Zeppelinluftſchiff „Schwaben” erſchien
geſtern vormittag über unſerer Stadt. Es machte hier
eine ſchöne Schleifenfahrt und flog dann wieder in der
Richtung nach Frankfurt zurück.
* Zeltmiſſion. Man ſchreibt uns: Umſtände halber
wird die Miſſion hier ſchon am Sonntag, den 2. Juni,
aufgenommen; mit dem Aufbau des Zeltes auf dem
freien Platz in der Lindenhofſtraße neben dem
Finanz=
amt iſt bereits begonnen. Das Zelt kommt diesmal
von Hießen hierher, wo dasſelbe, wie überall, von vielen
Leuten beſucht wurde. Erfreulich war vor allem der
Beſuch von vielen Studenten, die teilweiſe regelmäßig
kamen. Der vortragende Prediger Dölken ſteht
durch=
aus auf dem Boden der heiligen Schrift. Bei allem
Ernſt, mit der er Gottes Sache vertritt, verſteht er doch ſo
volkstümlich und zündend zu reden, daß es jedermann
ein Vergnügen iſt, ihm zuzuhören. Herr Dölken zeichnet
in ſeinen Vorträgen die Schäden unſerer Zeit auf allen
Gebieten und in allen Schichten des Volkes ſo klar und
deutlich, daß wohl alle ſeine Zuhörer, auch die ſonſt nicht
mit ihm übereinſtimmen, trotzdem gerne wiederkommen.
Auch der Gegner findet eben bei Herrn Dölken, daß
dieſer nicht des materiellen Gewinnes willen ſo redet,
ſondern daß hier hinter der Perſon die Ueberzeugung
und Erfahrung ſteht. Die Zeltmiſſion will den
entkirch=
lichten Maſſen unſeres Volkes dienen. Daß hierbei gut
deutſch geſprochen und der oft ſo ſüßliche Ton und
Weſen mancher Chriſten vermieden wird, fällt angenehm
auf. Am Sonntag, den 2. Juni, nachmittags 4 Uhr, iſt
Eröffnungsverſammlung wobei Dölken über Sturm im
Anzug” reden wird. Am Abend um 8 Uhr iſt die
zweite Verſammlung mit dem Thema: „Sünde
Beichte — Vergebung. In der Woche iſt jeden
Nach=
mittag 4 Uhr Bibelſtunde und abends 8½ Uhr
öffent=
licher Vortrag. In den Abendſtunden wird gewöhnlich
ein hieſiger Geſangverein mitwirken. Alles nähere, vor
allem auch die Themata, ſind aus dem Anzeigenteil dieſes
Blattes zu erſehen.
S. Auerbach, 30. Mai. Heute nacht tötete ſich
in der „Wolfsſchlucht” einer nahe dem Orte gelegenen
Bergſchlucht, auf einer Bank durch einen Schuß in die
rechte Schläfe der 23 Jahre alte Lackierer Adam Moebus.
Er war erſt ſeit Herbſt verheiratet und in der Stuttgarter
Daimler=Motorenfabrik beſchäftigt, und hegte ſchon
wäh=
rend der Pfingſtfeiertage, an denen er mit ſeiner Frau
das Elternhaus beſucht hatte, Selbſtmordgedanken.
V. Gernsheim, 30. Mai. Einen wertvollen
Fang machte der Fiſcher Jakob Keſſel von hier bei
einem im Rheine vorgenommenen Fiſchzuge. Nach kurzer
Zeit ging in das von ihm ausgeworfene Garn ein
rie=
ſiger Salm im Gewichte von 21 Pfund.
Gernsheim, 30. Mai. Die Sicherungsarbeite
und Unterfangungen an Fundamenten der durch
Hohl=
räume gefährdeten Wallſahrtskapelle zu
Maria Einſiedel ſind ſo weit vorgeſchritten, daß
keinerlei Gefahr mehr beſteht. Die gefährdeten
Chor=
ſtrebepfeiler wurden mit ſtarken Hölzern geſprießt und
alsdann nacheinander immer im Winkel des
Sohlenquer=
ſchnittes freigelegt und bis zu einer Tiefe von 2,60 Meter
unter Terrain untermauert. Durch gehöriges Verkeilen
konnte eine gute Verbindung zwiſchen dem alten und dem
neuen Mauerkörper erreicht werden.
M. Stockſtadt, 30. Mai. Einen Akt grenzenloſer
Ro=
heit leiſteten ſich einige junge Burſchen. Sie legten ſchwere
Betonblöcke, die von einem Fundament herrührten, auf die
Fußſteige der Chauſſee nach Goddelau zu. Einige
Rad=
fahrer, die das Hindernis in der Dunkelheit nicht
ſahen, fuhren dagegen. Einer davon ſtürzte ſo unglücklich,
daß er ſich erheblich im Geſicht verletzte. Auch wälzten ſie
ein ſchweres eiſernes Benzin=Faß auf die Chauſſee, um
Automobilunfälle herbeizuführen. Zufälligerweiſe bemerkte
ein mit zehn Perſonen beſetztes Auto dieſes Hindernis.
Die Täter ſind von der Gendarmerie namhaft gemacht
worden. Eine exemplariſche Strafe iſt für dieſe Täter am
Platze.
Mainz, 30. Mai. (An der Guſtavsburg fiel geſtern
von einem dort verankerten Floß ein Flößer in
den Rhein; ehe ihm Hilfe geleiſtet werden konnte, wurde
er von der Strömung unter das Floß getrieben.
Als die anderen Flößer Anſtalten zur Rettung trafen, kam
aus einer Lücke im Floß ein Arm des Verunglückten zum
Vorſchein. Die Flößer ſuchten das Loch zu erweitern und
den Mann aus dem Waſſer zu ziehen. Von dem gerade
vorüberfahrenden Koſtheimer Boot ſprang dann ein Mann
ins Waſſer und mit ſeiner Hilfe wurde der Verunglückte
endlich befreit. Sein Körper war ſchon leblos und es
dauerte längere Zeit, bis man ihn wieder ins Leben
zurückrufen konnte.
Gießen, 29. Mai. Im Jahre 1875 hatten ſich 86
Gemeinden aus den Kreiſen Gießen, Alsfeld, Büdingen,
Lauterbach und Schotten vereinigt, um gemeinſam ihre
Anſprüche auf Losholz aus fiskaliſchen
Waldun=
gen bei der heſſiſchen Regierung durchzuſetzen. Jede
Ge=
meinde, darunter auch Grebenhain, hatte damals einen
Beitrag von 20 Mark zur Deckung der Koſten des
Rechts=
ſtreites vorzulegen. Die längere Zeit geführten
Ver=
handlungen hatte jedoch nicht den gewünſchten Erfolg und
die betreffenden Gemeinden ſind bis heute noch nicht in
den Genuß ihrer damals geltend gemachten Anſprüche
gekommen. Auf Antrag verſchiedener an dem Rechtsſtreite
beteiligter Gemeinden ſoll nun das zu dem Prozeß nicht
Feuilleton.
C. K. „Bis in die Puppen.‟ Die uns heute ſo geläufige
ſedensart „Bis in die Puppen” mit der wir eine ſehr
veite Entfernung und im übertragenen Sinne überhaupt
ine Ueberſchreitung des normalen Maßes bezeichnen, iſt
n ihrem Urſprung gewiß den Meiſten, die ſie anwenden,
öllig dunkel und eine Aufhellung des eigentlichen Sinnes
der mit der Entſtehung des Berliner
Tier=
rartens eng verknüpft iſt, wird gewiß willkommen ſein.
Dieſe Rückführung der Redensart auf ihre eigentliche
Be=
deutung gibt Dr. Fritz Arnheim in einem vor kurzem in
rer Voſſiſchen Buchhandlung erſchienenen Werke über den
Hof Friedrichs des Großen, das auch ein aufſchlußreiches
Kapitel über den genialen Baumeiſter des großen
Fried=
ich, über Knobelsdorff, enthält. Knobelsdorff iſt
a der eigentliche Schöpfer des Tiergartens denn er führte
ruf Befehl Friedrichs des Großen die ſchon von
Fried=
ich I. aufgenommene, aber nicht durchgeführte und von
einem Nachfolger ganz aufgegebene Idee aus, aus dem
Wildgehege des Tiergartens einen Luſtpark nach
franzö=
iſchem Muſter zu ſchaffen. Knobelsdorff, deſſen zartes
und tiefes, in ſeiner Zeit ziemlich alleinſtehendes
Natur=
empfinden wir in ſeinen ganz impreſſioniſtiſch geſehenen
Landſchaften mitfühlen können, hat dem Tiergarten in
großen Zügen die Geſtalt gegeben, die er heute hat. Er
ielbſt wohnte ja in der „Meierei” jenem kleinen, von ihm
erbauten Landhaus, das noch jetzt beim Schloſſe Bellevue
teht und zur Wohnung des Hofgärtners gehört. In der
Nähe dieſer idylliſchen Beſitzung ſchuf er den „Großen
Stern” und die Charlottenburger Chauſſee; vom Großen
Stern gingen breite Alleen aus, zwiſchen denen allerlei
Baum= und Strauchpartien mit Irrwegen, die damals ſo
beliebten ſchattigen „Labyrinthe”, angelegt waren. In
hellen Scharen zogen von nun an die Berliner in den
früher ſo unwirtlichen und ungangbaren Tiergarten, um
die neu angepflanzten ausländiſchen Akazien zu
bewun=
dern oder bis zur „Faſanerie” dem heutigen Zoologiſchen
Garten, zu pilgern, wo die ſeltenen. vom Rittmeiſter Chaſot
beſorgten böhmiſchen Faſanen allgemeines Entzücken
regten. Gewichtiges Kopfſchütteln und ſo manchen Witz
riefen aber die ſechzehn „Puppen” hervor, mythologiſche
Siamen, die Knobelsdorff am Großer Sterp. zwiſchen den
nach franzöſiſcher Art geſtutzten Hecken hatte aufſtellen
laſſen. Dieſe Bildwerke, deren gelehrten allegoriſchen Sinn
man nicht verſtand, wurden viel beſprochen. Aber nur
rüſtigen Spaziergängern war es möglich, ihre
Tiergarten=
promenade „bis in die Puppen” auszudehnen, denn die
Entfernung vom Mittelpunkt der Stadt war groß und der
Fußweg ſo ſandig, daß man nur langſam und mühſam
vorwärts kam. So entſtand denn für eine weite
Ent=
fernung der Ausdruck „bis in die Puppen” und er wurde
bald in witziger Weiſe auch im anderen als räumlichen
Sinne gebraucht und erhielt raſch jene Ausprägung, die
er noch heute hat.
Die „ſchwarze Gefahr” in Afrika. Die allgemeine
Erregung, die im Kapland durch die Angriffe einiger
Schwarzer auf weiße Frauen hervorgerufen worden iſt,
ſchildert ein Brief aus Johannesburg, den ein engliſches
Blatt veröffentlicht. „Die ſchwarze Gefahr hat ihr Siegel
auf Johannesburg gedrückt; eine Panik hat ſich aller
bemächtigt. Sicherheitskomitees ſprießen wie Pilze
her=
vor und die Gewehrfabrikanten halten reiche Ernte.
Frauen üben ſich im Revolverſchießen und die „Töchter
Transvaals” ein Bund weiblicher Freiwilliger, die ſich
halb als Krankenpflegerinnen und halb als Amazonen
betätigen, machen eifrig Propaganda, um auch
Nichtmit=
glieder in der Kunſt des Schießens und des Djiu=Djitſus
zu unterrichten. Die Angriffe der Schwarzen auf weiße
Frauen haben eine ſo aufgeregte Atmoſphäre geſchaffen,
daß beſtändig Gerüchte umherſchwirren von neuen Untaten.
Da die Regierung nichts tut, hat die Bevölkerung von
Johannesburg die Wahrung der Geſetze ſelbſt in die Hand
genommen, und Treibjagden auf Kaffern werden
häufige Erſcheinungen. Letzte Woche fand eine ſolche Jagd
in Foreſt Hill, einem Vorort ſüdlich von Johannesburg,
ſtatt. Eine Verſammlung von etwa 400 mit Revolvern,
Gewehren, Peitſchen und dicken Knüppeln ausgerüſteten
Männern hörte eine Anſprache mit an, in der die beſten
Mittel gegen die ſchwarze Gefahr erörtert wurden, als
plötzlich einer ſeinen Revolver abſchoß und ſchrie: „Es iſt
genug geplappert, nun iſts Zeit zum Handeln! Kommt
mit!‟ In einem Moment war die ganze Verſammlung
auseinander geſtoben, Dutzende von Revolvern knallten,
und man nahm ſogleich die „Verfolgung” auf. Es hatte
ſich nämlich das Gerücht verbreitet, daß=ein Kaffer eine
Untat begangen, was ſich ſpäter als unwahr herausſtellte,
und nun ſuchte man den Verbrecher, einen fünf Fuß ſechs
Zoll großen Schwarzen mit Hut, Schuhen und einem
grauen Anzug. Alle Eingeborenen, auf die man ſtieß,
wur=
den ausgefragt, einer genauen Unterſuchung unterworfen
und vielfach gemißhandelt. Die wilde Horde drang
ſchließ=
lich bis in ein Kafferndorf, wo man zufällig einen Mann
mit einem grauen Anzug fand. Der Unglückliche floh, alles
ſtürzte ihm nach, aber er entkam, und ſo beruhigte ſich
end=
lich die aufgeregte Menge. Zahlreiche eingeborene Diener
verlaſſen Johannesburg, und zwar ſind es gerade die
beſſeren Elemente, die die Hetze forttreibt. Großes
Auf=
ſehen erregte das Bild eines Schwarzen, das ein Arbeiter
an einem Schornſtein aufhängte. Die hin= und
herſchwan=
kende Figur konnte weit im Umkreis geſehen werden, und
überall glaubte man, daß hier an einem Kaffern ein
Lynchgericht vollzogen ſei. Hunderte ſtrömten herbei, und
viele krochen auf die Dächer, um den „tanzenden Dämon”
zu ſehen.
* Das Herdenbuch als Standesamtsregiſter. In
ei=
nem amtlichen Schriftſtück des Staates Virginia wird
folgender Fall erzählt: In einer Klage um einen
Beſitz=
titel in einem amerikaniſchen Staate drehte ſich die ganze
Frage ſchließlich um das Alter der Erben. Keiner der
Zeugen vermochte eine beſtimmte Angabe zu machen; ſie
erinnerten ſich lediglich des ungefähren Jahres. Ein
Standesamtsregiſter konnte nicht befragt werden, da ein
ſolches nicht vorhanden war, und der Haupterbe war
nahe daran, zu verlieren, einfach, weil er ſein genaues
Alter nicht anzugeben vermochte. Durch Zufall fiel einem
der Zeugen ein, daß der Mann an demſelben Tage
ge=
boren war, an dem eine beſonders wertvolle Kuh auf der
elterlichen Farm ein Kalb geworfen hatke. Andere
Zeu=
gen beſtätigten dies. Da das Kalb ſo vornehmer
Ab=
ſtammung war, hatte man ſeine Geburt verzeichnet, und
die Bücher der Viehzuchtgenoſſenſchaft gaben ſchließlich
das Mittel an die Hand. das Alter des Mannes
zweifels=
frei feſtzuſtellen. Der Fall erinnert an die tragikomiſche
Geſchichte jener Dollarprinzeſſin, die einen europäiſchen
Grafen heiraten wollte, aber monatelang hingehalten
wurde, weil ſie mangels einer Geburtsurkunde nicht
be=
weiſen konnte, daß ſie überhaupt geboren war.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Nummer 120.
verwendete Geld, das damals bei der Sparkaſſe
Hom=
berg verzinslich angelegt wurde und bis auf 802 Mark
angewachſen iſt, wieder abgehoben und den Gemeinden
ausbezahlt werden.
* Friedberg, 30. Mai. Zwei für die Allgemeinheit
wichtige Gebäude ſind jetzt nahezu vollendet, nämlich die
Gewerbeſchule und die Blindenanſtalt. Die
Gewerbeſchule wird nächſten Sonntag eröffnet, die
Ein=
weihungsfeier findet etwa 14 Tage ſpäter ſtatt. Die
Blindenanſtalt wird Ende Juli eingeweiht werden. Die
halte Blindenanſtalt ſoll an die Kultur=Inſpektion
ver=
mietet werden.
(*) Wölfersheim, 30. Mai. In der Wetterau wird
jetzt mit der Aufrichtung der Fernleitung und der
Einrichtung der Ortsnetze begonnen. Die
Arbei=
ten zur Errichtung der elektriſchen Kraftzentrale bei der
hieſigen Gruppe Ludwigshoffnung ſind bereits in
An=
griff genommen. Man kann beſtimmt damit rechnen, daß
zu Beginn des Winters die ganze Anlage funktionieren
wird Auch die abgebrannte Trockenanlage wird wieder
kaufgebaut.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Mai. Die Tägliche
Rundſchau meldet: Der Kronprinz wird zwiſchen
dem 19. und 24. Juni zum erſten Male ſein Langfuhrer
Huſaren=Regiment nach dem Abſchluß der von ihm
ge=
leiteten Ausbildung dem kommandierenden General von
Mackenſen vorſtellen. Der Kaiſer erſcheint zu der
Re=
gimentsbeſichtigung nicht, da er am 15. Juni in Hamburg
eintrefſen und bis Ende Juni bei den Elbregatten und
der Kieler Woche anweſend ſein wird. Den Kieler
Re=
gatten kann der Kronprinz wegen der
Regimentsbeſich=
tigung nicht beiwohnen. — Der Kaiſer begab ſich heute
morgen um 6 Uhr mittels Automobil vom Neuen
Pa=
lais nach Döb eritz, wo um 6,30 Uhr ein Exerzieren
der zweiten Garde=Infanterie=Brigade unter dem Befehl
des Kaiſers begann zur Erinnerung an die Parade der
Brigade vor Kaiſer Friedrich im Jahre 1888. An das
Exerzieren ſchloß ſich eine Gefechtsübung der Brigade
unter Hinzuziehung von anderen Truppenteilen aller
Waffengattungen vom Gardekorps. Um 11,45 Uhr ritt
der Kaiſer an der Spitze des zweiten Garde=Regiments
in das Barackenlager ein, wo er im Kaſino mit dem
Offizierkorps der Brigade das Frühſtück nahm. — Ein
dreiſter Raubanfall wurde vor dem
Geſchäfts=
haus der Dresdener Bank in der Behrenſtraße auf eine
junge Dame ausgeführt, die auf der Bank 600 Mark
abgehoben hatte. Als die Dame eben die Straße
betre=
ten hatte, wurde ihr plötzlich von hinten ihre Handtaſche
in die ſie das Geld hineingetan hatte, von einem Manne
in mittleren Jahren entriſſen und ehe ſie recht zur
Be=
ſinnung kam und die Paſſanten aufmerkſam machen
konnte, war der Räuber ſchon entkommen.
München, 29. Mai. Ein gewaltiger
Berg=
rutſch hat am Fürberge unweit des Kloſters Mariaeck
bei Traunſtein umfangreiche Neuformationen
herbeige=
führt. Ein Teil des Berges, der ſeit dem letzten heißen
Sommer breite und tiefe Spalten zeigte, wurde durch
Gießbäche in Bewegung gebracht und donnerte mit
mäch=
tigem Getöſe zu Tal. Ungeheuere Felsblöcke und
Baum=
rieſen wurden mit fortgeriſſen. Nahezu 25 Tagwerk
Hoch=
wald und Jungholz fielen der Zerſtörung anheim. An
der Stelle eines zu Tal führenden Weges hat ſich jetzt eine
Kluft gebildet, die ungefähr 60 Meter tief und 40 Meter
breit iſt.
Deſſau, 30. Mai. Wie die Hofhaltung des Prinzen
Eduard von Anhalt mitteilt, befindet ſich der
er=
krankte Prinz Joachim auf dem Wege der Beſſerung.
Der Kranke iſt vollſtändig fieberfrei und außer Gefahr.
Die Blinddarmoperation, die von den Herren Sanitätsrat
Dr. Voltmann und Dr. Müller ausgeführt wurde, iſt
über Erwarten gut verlaufen.
Brandenburg, 30. Mai. In Gegenwart des
Kai=
ſers wird heute die fünfhundertjährige
Wie=
derkehr des Einzugs der Hohenzollern
in Brandenburg gefeiert. Es finden aus dieſem
Anlaß die Wiedereinweihung der alten St.
Katharinen=
kirche nach umfaſſender Wiederherſtellung des Innern, die
Enthüllung des Kurfürſtenbrunnen mit Reiterſtandbild
des Kurfürſten Friedrich I. von Profeſſor Manzel und
die Einweihung des aus den Ruinen neuerſtandenen
Rat=
hauſes ſtatt. Die Altſtadt mit dem ſchönen Feſtſaal,
wel=
cher dem öffentlichen Gebrauch zurückgegeben iſt, und die
Straßen verſchwinden unter einer Flut von
Laubgewin=
den. Fahnen und Bannern. Ueberall ſind Ehrenpforten
errichtet, Schulen und Vereine bilden Svalier. Der
Zu=
zug aus der gänzen Provinz, auch aus Berlin, iſt
gewal=
tig. Extrazüge bringen immer neue Scharen. Das
Wet=
ter iſt kühl und trübe. Um 10 Uhr vormittags traf der
Kaiſer begleitet von Prinz Oskar, unter dem
Ge=
läute der Glocken und den Hochrufen der Menge vom
Neuen Palais hier ein. Der Kaiſer wurde am Portal
der St. Katharinenkirche, nachdem er die Front der
Ehrenkompagnie des Infanterie=Regiments Nr. 35
ab=
geſchritten, von den ſtädtiſchen Behörden und der
Geiſt=
lichkeit empfangen. Am Kirchenportal hatten ſich unter
den Ehrengäſten eingefunden: Der Reichskanzler,
Mini=
ſter von Trott zu Solz, Finanzminiſter Dr. Lentze.
Ober=
präſident Conrad, kommandierender General von Bülow,
der Präſident des evangeliſchen Oberkirchenrats Voigts
und die Bürgermeiſter der Nachbarſtädte. Der Kaiſer
betrat das Gotteshaus, um dem Feſtgottesdienſt
beizu=
wohnen. Die Weiherede hielt Generalſuperintendent
Köhler, das Vaterunſer ſprach Oberpfarrer Mohnhaupt.
Der Kaiſer hat eine große Anzahl Ordensauszeichnungen
verliehen.
Iſenhagen, 29. Mai. Der dritte Teil des alten
Klo=
ſters Iſenhagen, das 1243 von der Herzogin Agnes
von Sachſen geſtiftet wurde, iſt heute nachmittag ein
Raub der Flammen geworden. In dem
abgebrann=
ten Teile, der etwa 100 Jahre alt iſt, befand ſich die
Woh=
nung der Aebtiſſin von Harling, die zurzeit ſich in Celle bei
ihren Verwandten befindet. Eine Inſaſſin des Kloſters
mußte in ſchwer krankem Zuſtande auf das Landratsamt
gebracht werden.
Mayen, 29. Mai. Bei einer Ausfahrt an den Laacher=
See iſt das Automobil des hieſigen Kurhauſes durch
einen Sturz in den Straßengraben verunglückt. Der 28
Jahre alte Joſeph Hertmanni, ein Sohn des Beſitzers,
wurde getötet, verſchiedene Kurgäſte ſind verletzt.
Uſedom, 29. Mai. Bürgermeiſter Trömel, der als
fortſchrittlicher Reichstagskandidat für Uſedom=Wollin
auf=
geſtellt war, hatte ſich, wie erinnerlich, im vorigen Jahre
von Berlin aus ohne Urlaub nach dem
Aus=
klande begeben und dort längere Zeit verweilt. Er
mußte ſich deswegen im Diſziplinarverfahren, das über
ein Jahr gedauert hatte, vor dem Bezirksausſchuß in
Stet=
tin verantworten. Die Schlußverhandlung fand unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt. Das Urteil lautete auf
Freiſprechung; ein Teil der Koſten wurde der
Staats=
kaſſe, der andere dem Beklagten auferlegt. Bürgermeiſter
Trömel wird, wie er der Oſtſee=Zeitung mitteilt, demnächſt
wieder ſein Amt antreten.
Lemberg, 29. Mai. Aus Anlaß des heutigen 250₰
jährigen Jubiläums der Univerſität
Lem=
berg ſandten die meiſten Univerſitäten des In= und
Auslandes Adreſſen, darunter Würzburg, Heidelberg,
Leipzig, Erlangen, Gießen, München und Freiburg. Unter
den neuernannten Ehrendoktoren befinden ſich
Miniſter=
präſident Graf Stürgkh, Unterrichtsminiſter Dr. Huſſarek,
Statthalter Dr. Bobrzynski, der Dichter Sienkiewicz und
Madame Curie=Paris.
Nizza, 29. Mai. Die Leiche des ruſſiſchen
Botſchaf=
ters Grafen von der Oſten=Sacken wurde heute
abend zur Ueberführung nach Rußland zum Bahnhof
ge=
leitet. Vorher fand eine Trauerfeier in der Kapelle des
ruſſiſchen Kirchhofes ſtatt, an der u. a. der erſte Sekretär
der ruſſiſchen Botſchaft in Paris, Patiſtſchoff und der
Attaché der ruſſiſchen Botſchaft in Berlin, v. Zakriewsky,
teilnahmen. Unter den Kränzen befand ſich ein Kranz
Kaiſer Wilhelms, ſowie einer des Botſchafters Iswolski.
Paris, 30. Mai. Auf der in den Tuileriengarten
ver=
anſtalteten internationalen Hunde=
Ausſtel=
lung waren auch mehrere deutſche Hundeausſteller
ver=
treten. Der Polizeihund „Tell” des Herrn Sauter
aus Groß=Sachſen bei Heidelberg mußte wiederholt, wie
das Berliner Tageblatt ſchreibt, vor dem
Präſiden=
ten, dem Landwirtſchaftsminiſter und dem
Polizeipräfek=
ten arbeiten. Herr Falliéres ſoll über die Leiſtungen des
Polizeihundes derartig entzückt geweſen ſein, daß er den
Polizeipräfekten beauftragte, eine Abordnung nach
Mann=
heim zu ſchicken, um die Dreſſur zu ſtudieren und eine
An=
zahl Hunde anzukaufen, die auf der Jagd gegen die
Apachen verwandt werden ſollen.
Villareal, 29. Mai. Heute hat hier die Beerdigung
der Opfer des Unglücks in dem
Kinematogra=
phentheater, deren Zahl jetzt auf 65 feſtgeſtellt iſt,
ſtattgefunden. An dem Leichenzug beteiligten ſich die
Militär= und Zivilbehörden, die Geiſtlichkeit, zahlreiche
Korporationen und Abordnungen verſchiedener Provinzen.
Eine ungeheuere Menſchenmenge folgte bis zum Kirchhof,
wo ſich ergreifende Szenen abſpielten.
London, 29. Mai. Geſtern wurde das Teſtament
des am 29. Januar in Aegypten verſtorbenen Schwagers
des Königs, Herzog von Fife, deſſen Beſitztümer
man auf ungefähr 120 Millionen Mark ſchätzt, geöffnet.
Es wurde wie das eines Mitgliedes der königlichen
Familie behandelt und gleich nach der Veröffentlichung
und dem Schwur der Teſtamentsvollſtrecker wieder
ver=
ſiegelt und wird dem Publikum daher unzugänalich ſein.
New=York, 29. Mai. Der Dampfer „Moltke‟
der Hamburg=Amerika=Linie iſt heute im Nebel im
Am=
broſe=Kanal auf Grund geraten, ſpäter aber wieder
los=
gekommen und hat ſeine Reiſe fortgeſetzt.
New=York, 29. Mai. Der franzöſiſche
Damp=
fer „Hudſon” iſt im Hafen mit dem Dampfer „
Bor=
wind” der Protorico=Linie zuſammengeſtoßen,
Der „Hudſon” der ſchwer beſchädigt worden war, ſteuerte
eiligſt zum nächſten Dock, wo er nach Ausſchiffung der
Paſſagiere ſank. Auch der „Borwind” iſt beſchädigt
worden.
Parlamentariſches.
*x* Darmſtadt 30. Mai. Der vierte
Aus=
ſchuß der Zweiten Kammer trat heute unter
Vor=
ſitz des Abg. Raab zu einer Sitzung zuſammen. Das
Kammerpräſidium hatte dem Ausſchuß die Prüfung der
Frage überwieſen, ob das Mandat des Abg. Joutz=
Butzbach noch als zu Recht beſtehend zu erachten ſei, da
Umſtände vorlagen, aus denen nach Artikel 8 des
Wahl=
geſetzes die Ungültigkeit der Wahl hergeleitet werden
könne. Der zum Referenten in der Sache ernannte
ſozial=
demokratiſche Abg. Raab beantragte die Erklärung, daß
die Unterlage für eine Ungültigkeitserklärung des
Man=
dats nicht gegeben, das Mandat mithin auch weiter als
gültig zu erachten ſei. Der Ausſchuß beſchloß demgemäß.
Weiter beſchäftigte er ſich noch mit dem Antrag des Abg.
Finger, betr. Arbeitsloſe, der für erledigt erklärt wurde,
dem Antrag des Abg. Ulrich, betr. Verſtaatlichung der
Apotheken, Einteilung in Sanitätsbezirke ꝛc., der
abge=
lehnt wurde, ſowie mehreren Vorſtellungen worüber jedoch
erſt ſpäter Beſchluß gefaßt werden ſoll. Die
Weiterbe=
ratung des Ausſchuſſes erfolgt am nächſten Dienstag.
Kongreſſe und Verbandstage.
Hauptverſammlung des Vereins für das
Deutſchtum im Ausland.
Lübeck 28. Mai. Der Vexein für das
Deutſch=
tum im Auslande hält ſeine diesjährige
Hauptverſamm=
lung vom 28. bis 30. Mai in Lübeck ab. Am Montag
abend fand im Schabbelhauſe eine zwangloſe Begrüßung
der Gäſte ſtatt. Es waren etwa 75 Perſonen anweſend.
Herr Direktor Chriſtenſen, der Vorſitzende der Ortsgruppe
Lübeck, wandte ſich mit begrüßenden Worten an die
An=
weſenden. Der zwangloſen Begrüßung am Montag
abend folgte am Dienstag vormittag 9 Uhr eine Sitzung
des Vertretertages und nach einem Mittagsmahl
eine Beſichtigung der Stadt unter einheimiſcher
Führung, ſowie ein Ausflug in die nähere
Um=
gebung Lübecks. Am Dienstag abend fand im Saale
des Hauſes zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit ein
Feſtabend ſtatt Der Vorſitzende der Ortsgruppe
Lübeck Herr Eiſenbahndirektor Chriſtenſen, wandte
ſich mit einer Begrüßungsrede an die Anweſenden und
ſagte etwa: Ich heiße Sie alle herzlich willkommen. Aus
allen Gauen ſind die Anhänger unſerer Beſtrebungen in
Lübeck zuſammen gekommen, um ſich ernſter Arbeit
hin=
zugeben. Im vorigen Jahre hat die Tagung am Rhein
ſtattgefunden, alſo in einer Gegend, anders an Schönheit
und an Eigenart der Bevölkerung. Aber auch wir ſind
ſtolz auf die Eigenart unſerer Gegend und unſerer
Be=
völkerung, auf die ganze Natur unſeres Heimatlandes.
Wir hoffen und wünſchen, daß es unſeren Gäſten bei uns
ebenſo gefallen möge, wie es ihnen am Rhein gefallen
hat. Lübeck iſt ja ein hiſtoriſch ſo intereſſanter Ort und
aus dem Boden, auf dem wir leben, haben wir die Liebe
zu unſerem Vaterlande geſogen. — Auf die Worte des
Herrn Direktor Chriſtenſen entgegnete Herr
Generalſekre=
tär Geiſer etwa folgendes: Die Ziele unſeres Vereins
ſind, die deutſche Kultur hinauszutragen und ihr
Wachs=
tum und ihre Exiſtenz im Auslande zu ſtärken. Gerade
Lübeck iſt ein für unſere Beſtrebungen vorbildlicher Ort.
Von Lübeck aus iſt einſtmals der deutſche Kaufmann als
Träger deutſcher Kultur hinausgezogen, und dem
deut=
ſchen Kaufmann ſind der deutſche Gelehrte und Geiſtliche
gefolgt. In Bezug auf die Eigenart unſeres Vereins
ſoll nicht ungeſagt bleiben, daß unſere Aufgaben weit ab
von jeder Vereinstätigkeit im gewöhnlichen Sinne ſtehen.
Wir wollen ein Stück deutſcher Zukunftsarbeit leiſten Im
weiteren Verlauf des Abends hielten noch die Herren
Paſtor Dekind=Elberfeld und Amtsgerichtsrat Krähe=
Zwickau Anſprachen.
Hauptverſammlung der Deutſchen
Turnerſchaft.
— Kiel 29. Mai. Unter dem Vorſitze des greiſer
„Turnvaters” Deutſchlands, des Geheimen Sanitätsrates
Dr. med. Götz (Leipzig) und in Anweſenheit zahlreiche
hervorragender Führer im deutſchen Turnweſen, trat hie
die Deutſche Turnerſchaft zu ihrer diesjährigen großer
Ausſchußſitzung zuſammen. Die Tagung fand im neuer
Kollegienſaale des Rathauſes ſtatt und begann mit eine
nichtöffentlichen Sitzung der Unterausſchüſſe. Heute mit
tag ſetzten die öffentlichen Verhandlungen ein. Der Vor
ſitzende der Deuſchen Turnerſchaft, Geh. Rat Dr. Götz
der jetzt 86 Jahre alt iſt, leitete die Verhandlungen mi
einer kurzen Begrüßungsanſprache ein. Namens der Stad
Kiel entbot Stadtrat Freyſe der Tagung den Willkom
mengruß. Der Vorſitzende dankte hierfür und wies dan
darauf hin, in wie erfreulicher Weiſe die Deutſche Turner
ſchaft gewachſen ſei und wie ſie ſich auch die Sympathier
derjenigen erworben habe, die ihr bis in die letzte Zei
hinein nicht ſehr freundlich gegenüber geſtanden hätten
Die Bücherei der Deutſchen Turnerſchaft habe ſehr gün
ſtige Verhältniſſe aufzuweiſen. Das gleiche gelte von den
Jahn=Muſeum in Freyburg a. U. Die Gründung eine=
Jugendturnblattes wurde für wünſchenswert erachtet
Die Vorarbeiten hierfür wurden dem Ausſchuß für di
ſchulentlaſſene Jugend übertragen. Aus den Mitteln de
Ferdinand Götz=Stiftung zur Errichtung deutſcher Turn
ſtätten wurden insgeſamt 37 notleidende Turnverein
mit 11900 Mark unterſtützt. Die einzelnen Unterſtützun
gen ſchwanken zwiſchen 100 Mark und 500 Mark.
Profeſſor Reinhardt=Berlin überreichte in
Namen der vier Berliner Turngaue ein geſticktes
Fah=
nenband für das Banner der Deutſchen Turnerſchaft zun
Andenken an die Hundertjahrfeier des Turnvereins ir
der Haſenheide. Ein Bericht des Schulrats Schmuck=
Darmſtadt über das Verhältnis zum Jung
deutſchlandbund führt zu einer längeren Debatte
Die Ziele des Bundes, wie ſie Generalfeldmarſchall
von der Goltz=Paſcha feſtgelegt hat, werden ausdrücklick
gebilligt. Jedoch werden eine Menge von
Beſchwerdenlau=
über die Art und Weiſe, wie die Grundſätze des
Jung=
deutſchlandbundes in den einzelnen Orten
durchgeführt=
werden, insbeſondere darüber, daß man überall
Neu=
gründungen von Vereinen vornimmt, anſtatt für die
Ver=
einigung und Stärkung der beſtehenden Vereine Sorge
zu tragen. Es werden drei Mitglieder des Ausſchuſſes
beauftragt, eine kurze Erklärung über das Verhältnis
der Turnerſchaft zum Jungdeutſchlandbund
auszuarbei=
ten und dem Ausſchuſſe zur Beratung und Begutachtung
vorzulegen.
Als Ort der nächſten Ausſchußſitzung wird Leipzig
beſtimmt. Ueber die Vorbereitungen zum Deutſchen
Turnfeſt 1913 in Leipzig wird eingehend Bericht
er=
ſtattet. Als Termin hierfür wird der 12. Juli in
Aus=
ſicht genommen. Eine Reihe von Anträgen, die ſich auf
Neueinführung von Turnregeln beziehen, werden mit
Rückſicht auf die große Menge ſchon vorhandener Regeln
abgelehnt.
Deutſcher Lehrertag.
III.
— Berlin, 29. Mai. Nach Eröffnung der helltigen
2. Hauptverſammlung des Deutſchen Lehrertags teille
der Vorſitzende, Röhl=Berlin, mit, daß Se. Mälder
Kaiſer für die ihm übermittelte Huldigung durchdas
Hofmarſchallamt ſeinen beſten Dank übermitteln laſſt
Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten.
Zu=
nächſt erſtattete Rektor Tittel=Dortmund ein Referat üher
das Thema „Die rechtliche Stellung des
Leh=
rers in Staat und Gemeinde‟. Er legte
ſei=
nen Ausführungen folgende Leitſätze zugrunde:
1. Der Lehrer bedarf einer geſetzlichen Regelung ſeiner
beamtenrechtlichen Stellung in Staat und Gemeinde.
Durch das Geſetz iſt unzweideutig auszuſprechen, ob der
Lehrer unmittelbarer oder mittelbarer Staatsbeamter iſt.
In dem neu zu ſchaffenden Lehrer=(Beamten=)Recht iſt
der Eigenart des Lehrerberufes gebührend Rechnung zu
tragen. In der Wahl ſeines Wohnortes darf der Lehrer
nur durch die Rückſicht auf die Erfüllung, ſeiner
Dienſt=
pflichten beſchränkt werden. Die Vorſchriften, nach denen
Staat und Gemeinde für die Amtspflichtverletzungen
ihrer Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt
haften, ſind auch auf den Lehrer anzuwenden. Für
Leh=
rer, die bei Ausübung ihres Berufes Unfälle erleiden,
iſt geſetzliche Fürſorge zu treffen. 2. Der Lehrer bedarf
keiner beſonderen Beſchränkung in der Ausübung
ſtaats=
bürgerlicher und politiſcher Rechte. Die Beſtimmung des
Gerichtsverfaſſungsgeſetzes, die den Lehrer vom Amt
eines Schöffen und Geſchworenen ausſchließt, iſt zu
be=
ſeitigen. Dem Lehrer iſt das paſſive Gemeindewahlrecht
zu gewähren. Die Annahme einer Wahl darf von der
Genehmigung der Dienſtbehörde nicht abhängig gemacht
werden. In der Ausübung des Vereins=,
Verſamm=
lungs= und Petitionsrechtes ſowie in ſeiner politiſchen
Betätigung, iſt der Lehrer nicht zu beſchränken, ſoweit
da=
bei die Pflichten nicht verletzt werden, die mit der
Aus=
übung eines Staatsamtes verbunden ſind. 3. Der
Leh=
rer bedarf eines wirkſamen Schutzes ſeiner Rechte durch
ein zeitgemäßes Diſziplinargeſetz. Dem Lehrer muß das
Recht zuſtehen, nach Eröffnung des
Beſchwerdeverfah=
rens das förmliche Diſziplinarverfahren gegen ſich zu
beantragen. Im Falle der Suspenſion darf keine
Ver=
minderung des Gehalts eintreten. Es ſind beſondere
Diſziplinarkammern und Diſziplinarhöfe zu bilden, in
denen auch Beamte aus der Kategorie des Angeklagten,
niemals aber deſſen direkte Vorgeſetzte, Sitz und Stimme
haben. Die Vorunterſuchung muß in Gegenwart des
Angeklagten und ſeines Verteidigers ſtattfinden. Auf
Antrag ſind auch in der Hauptverhandlung, bei der nur
in beſonderen Fällen die Oeffentlichkeit auszuſchließen
iſt, Zeugen zu hören, und andere Beweiſe zu erheben.
Das Wiederaufnahmeverfahren, ſowie die Entſchädigung
unſchuldig Verurteilter müſſen geſetzlich gewährleiſtet
werden. Die allgemeinen Beſtimmungen über die
Ver=
jährung müſſen auch im Diſziplinarverfahren
Anwend=
ung finden.
Die Lehrer Otto=Charlottenburg und Pautſch=Berlin
haben den Antrag eingebracht, den erwähnten Nebenſatz
im Leiſatz 2 durch folgenden zu erſetzen: Soweit
da=
bei die Pflicht des Amtseides nicht verletzt wird” Nach
längerer Diskuſſion werden die Leitſätze unter Annahme
des Antrages Pautſch angenommen; ferner wird ein
An=
trag angenommen, der verlangt daß die Beiſitzer zu den
Diſziplinarkammern von den Lehrern ſelbſt zu wählen
ſind.
An zweiter Stelle beſchäftigte ſich der Deutſche
Lehrer=
tag mit dem Thema: „Die wirtſchaf liche Lage
der deutſchen Volksſchullehrer‟. Das Refe=
Seite 5.
Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
rt hierüber erſtatteteLehrer Menzel=Berlin, der ſeinen
usführungen folgende Leitſätze zugrunde legte: „Soll
ie deutſche Volksſchule ihre Aufgaben im Dienſte der
eſamten Volksbildung und damit auch der ſteigenden
irtſchaftlichen Entwickelung erfüllen, ſo hat das deutſche
iolk die Pflicht, ſeine Volksſchullehrer wirtſchaftlich ſo
1 ſtellen, wie es der Wichtigkeit und Schwierigkeit des
ehreramtes entſpricht. Bei aller Anerkennung der
Fort=
hritte, die durch die Geſetzgebung der meiſten deutſchen
itaaten während der letzten Jahre in der
Lehrerbeſold=
ng herbeigeführt worden ſind muß doch feſtgeſtellt
wer=
en, daß kein Beſoldungsgeſetze jenem Grundſatz voll
erecht wird. Die Arbeit der Volksſchullehrer iſt als
eie geiſtige Tätigkeit von der der akademiſch gebildeten
ehrer in ihrem Weſen nicht verſchieden.
Gehaltsfeſtſetz=
ngen, die das Voksſchullehrergehalt auf die Hälfte des
ehaltes akademiſch gebildeter Lehrer oder noch
niedri=
er bemeſſen ſind daher nicht gerechtfertigt. Vielmehr
t das Dienſteinkommen der Volksſchullehrer, das,
abge=
hen von der Deckung des Wohnungsbedürfniſſes
grund=
itzlich in Stadt und Land gleich ſein muß, dem der
aka=
emiſch gebildeten Lehrer in weit höherem Maße
anzu=
ähern, als es zurzeit der Fall iſt.”
Die Reſolution wird nach längerer Debatte
unver=
ndert angenommen. Mit den üblichen Schluß= und
ankesworten werden ſodann die Beratungen des 24.
Ugemeinen Deutſchen Lehrertages geſchloſſen. Der
ächſte Deutſche Lehrertag findet 1914 in Kiel ſtatt.
er Verein mittlerer
Staatseiſenbahn=
beamten (Sitz Köln)
ielt im Römer zu Frankfurt a. M. ſeine diesjährige
auptverſammlung unter zahlreicher Beteiligung
on Delegierten aus allen Teilen von Preußen=Heſſen ab.
us der Eröffnungsrede des Vorſitzenden iſt zu
entneh=
ien, daß der Verein für die Verbeſſerung der
wirtſchaft=
chen Verhältniſſe ſeiner Mitglieder nicht nur die
Staats=
ilfe in Anſpruch nehmen will, ſondern auch
muſtergül=
ge Einrichtungen der Selbſthilfe geſchaffen hat. Der
Ver=
n hat ſeit ſeiner Gründung an Sterbegeldern 343 397 Mk.,
n Witwen= und Waiſenunterſtützungen 36 325 Mk., an
darlehen 284875 Mk. und an in Not geratene Kollegen
3 217 Mk. gezahlt. Außerdem wurden noch
Begräbnis=
eihilfen von 41 273 Mk. gezahlt und für Rechtshilfe 77379
Nark aufgewendet. Auch im Jahre 1911 war der Verein
1 der glücklichen Lage, faſt 50 Prozent der Einnahmen
ir Wohlfahrtszwecke verausgaben zu können. Als
be=
onderer Punkt ſtand neben den Fragen der
Standesheb=
ng und der inneren Organiſation ein Vortrag des Dr.
öfle über das Thema: „Der Beamte in der
Volkswirt=
haft” zur Tagesordnung, der mit reichem Beifall
auf=
enommen wurde. Der Vortragende betonte beſonders
ir die Beamten die Pflicht, Fühlung zu nehmen mit den
nderen Erwerbsſtänden und ſich von denſelben nicht
ab=
uſchließen, ſondern praktiſche Arbeit mitzuleiſten an den
ozialen und caritativen Aufgaben des Staates und der
Jemeinden. Eine einſtimmig gefaßte Reſolution
be=
eichnet es als die zurzeit dringende Aufgabe des Vereins,
ir die auch vom Abgeordnetenhaus beſchloſſene völlige
ehaltliche Gleichſtellung der preußiſch=heſſiſchen
Eiſenbahn=
ſſiſtenten mit den Verkehrsaſſiſtenten des Reiches mit
len Mitteln zu wirken.
* Frankfurt a. M., 29. Mai. Auf Einladung von
00 Vertretern der Deutſchwiſſenſchaften aller
Berufsſtel=
ungen, Philologen, Hiſtoriker, Kunſtforſcher,
Deutſchrecht=
er, fand in der Frankfurter Akademie unter zahlreicher
Jeteiligung namhafter Fachleute die begründende
Verſammlung des Deutſchen
Germaniſten=
erbandes ſtatt, deſſen Ziel iſt der deutſchen Sprache
ind Kultur im nationalen Geiſtesleben, beſonders in der
Jugendbildung, einen ihrer Bedeutung entſprechenden
Slatz zu erringen. Es ſprachen Profeſſor Panzer und
Grofeſſor Sprengel=Frankfurt über Weſen und Aufgaben
Hirektor Bojunga=Frankfurt über die Organiſation des
Verbandes. An der Verſammlung beteiligten
ich unter anderem Geheimrat Vogt (Marburg)
Seheimrat Matthias (Berlin), Profeſſor Caſtle (Wien)
ind Direktor Boetticher (Berlin). Die Verſammlung
chloß mit Annahme der Satzungen und Wahl des
Vor=
kandes an deſſen Spitze Profeſſor Elſter (Marburg) ſteht.
die erſte Verbandstagung findet im Herbſt 1913 in
Mar=
urg ſtatt.
* Freiburg i. B., 30. Mai. Der Verein
eutſcher Chemiker eröffnete ſeine diesjährige
dauptverſammlung, verbunden mit der Feier ſeines 25 Beſtehens, heute vormittag mit einem Feſtakt in
er Aula des neuen Kollegiengebäudes. Anweſend waren
er Großherzog, ferner Kultusminiſter Dr. Böhm,
Seheimer Regierungsrat Dr. Lehne vom
Reichsgeſund=
eitsamt, Geheimer Regierungsrat Dr. Kerp vom
Reichs=
atentamt, Vertreter der Stadt und der Univerſität, viele
lbordnungen befreundeter Vereine des In= und
Aus=
andes, ſowie über fünfhundert Mitglieder des Vereins
us ganz Deutſchland. Der Vorſitzende, Geheimer
Regier=
ingsrat Profeſſor Dr. Duisberg=Charlottenburg warf
inen längeren Rückblick auf die Entwicklung des Vereins
ter im Jahre 1887 mit 180 Mitgliedern in Frankfurt a. M.
egründet wurde und heute über 5000 Mitglieder zählt.
Der Redner entbot ſodann herzlichen Willkommensgruß.
Der Großherzog dankte kurz für die Begrüßung und ſprach
en Wunſch aus, daß auch in Zukunft Wiſſenſchaft und
Praxis Hand in Hand zuſammenwirken mögen. An den
Daiſer wurde ein Huldigungstelegramm geſandt. Hierauf
olgten Begrüßungsanſprachen. Die Jubiläumsſpende hat
inen Betrag von 225000 Mark ergeben, die unter
ande=
em für ein vom 1. Januar 1913 ab zweimal wöchentlich
rſcheinendes Verbandsorgan verwendet wird.
einer dreifachen Rundung durch 3 vaſenähnliche Aufſätze
und 4 muſchelartige Waſſergefäße mit 4 Waſſerſpeiern
auf=
gelöſt worden. Das Waſſer ergießt ſich in ein ovales
nie=
driges Baſſin. Zu beiden Seiten ſind kleine
Trink=
brünnchen angebracht. In der Mitte erheben ſich zwei
Putten, die unter Blumengewinde das Stadtwappen
hal=
ten. Der Entwurf zu dem ganzen Werk ſtammt von dem
Bildhauer Profeſſor Heinrich Jobſt, der auch die Modelle
gefertigt und die Ausführung in Stein übernommen hat.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog, der ſich
bekannt=
lich für alles lebhaft intereſſiert, was zum Schmucke der
Stadt dient, hat an der Geſtaltung der ganzen Anlage
regen Anteil genommen und ſein Intereſſe durch
wieder=
holte Beſprechungen und Beſichtigung der Modelle bezeugt.
Die neue Brunnenanlage iſt aber nicht nur eine wertvolle
Bereicherung des Stadtbildes ſondern ſtellt zugleich ein
Denkmal anzuerkennenden Bürgerſinnes dar. Herr
Bei=
geordneter Schmitt und ſeine Frau Gemahlin haben in
hochherziger Weiſe der Stadtverwaltung die Mittel für
den ſchönen Brunnen zur Verfügung geſtellt. Der Herr
Oberbürgermeiſter hat Veranlaſſung genommen, den
Stif=
tern den herzlichſten Dank der Stadtverwaltung und der
Darmſtädter Bürgerſchaft zum Ausdruck zu bringen.
Möge das ſchöne Werk von guter Vorbedeutung ſein für
weitere Stiftungen zur Verſchönerung der Stadt,
Der ſtädtiſche Brunnen am neuen
Hauptbahnhof.
* Zum Abſchluſſe des Platzes vor dem neuen
Haupt=
dahnhof nach Süden hat die Stadt, wie bekannt, neben
dem Betriebsgebäude der Eiſenbahn auf ihre Koſten ein
Sebäude errichtet, das Dienſträume für den Oktroidienſt,
öffentliche Bedürfnisanſtalten ꝛc., ſowie im Anſchluß daran
inen größeren Hofraum enthält, der zur Aufſtellung von
tädtiſchen Fuhrwerken, ſowie der Stoßkarren der
Dienſt=
nänner dienen ſoll. Der Hof iſt durch eine
Einfriedig=
ungsmauer nach der Straße abgeſchloſſen. In der
Stirn=
eite dieſer Einfriedigungsmauer iſt ein Brunnen
einge=
daut, der bei der Eröffnung des Hauptbahnhofs leider nur
n unfertigem Zuſtande gezeigt werden konnte, neuerdings
aber fertiggeſtellt und in Betrieb geſetzt worden iſt. Der
Brunnen verdankt ſeine Entſtehung der Al icht der
tädtiſchen Verwaltung, die Einfriedigungsmauer durch
Einfügung eines belebenden Momentes zu verſchönern.
Dieſe Abſicht iſt, wie die fertiggeſtellte Anlage zeigt, auf
das glücklichſte erreicht worden. Die Mauerfläche iſt in
Luftfahrt.
sr. Berliner Frühjahrs=Flugwoche.
6. Tag. Abramovitſch und Mohns ſtiegen bei Regen und
ſtarkem Winde bereits vor der Startzeit auf und teilten
ſich in die beiden erſten Frühpreiſe von 500 und 300 Mark.
Den dritten Frühpreis von 200 Mark brachte
Abramo=
vitſch dann noch durch einen weiteren Start an ſich. Bei der
Landung zertrümmerte er aber durch allzu hartes
Auf=
fahren ſein Fahrgeſtell. Die Flüge waren alle nur von
ſehr kurzer Dauer. Von 6 bis 7 Uhr blieb es dann
voll=
ſtändig ſtill, als Abramovitſch mit ſeinem Wright=
Doppel=
decker nochmals herauskam, um einen größeren Höhenflug
zu abſolvieren, den er jedoch infolge der heranziehenden
ſchweren Regenwolken nach 15 Minuten beendete und
aus 300 Metern Höhe wieder landete. Um ½8 Uhr ſetzte
dann Vollbetrieb ein. Kurz hintereinander ſtarteten
Mohns, Marchal, Stoeffler, Roſenſtein, Alig,
Abramo=
vitſch, Krüger, Beyerlein und Wechsler, allerdings nur
zu mehr oder minder kurzen Flügen. Der Beſuch war
wiederum nur ſehr ſchwach. Es ſtarteten im ganzen acht
Flieger.
Die Preisverteilung für die Ballon=
Zielfahrt, die der Berliner Verein für Luftſchiffahrt
am 11. Mai d J. von Schmargendorf aus mit dem Ziel
Görlitz veranſtaltete, iſt jetzt erfolgt. Von der
Preis=
bewertung wurden ausgeſchloſſen erſtens der Ballon
„Harburg II” weil die ordungsmäßige Beſtätigung der
Landung im Bordbuch fehlte und auch ein
Landungs=
ttelegramm nicht eingegangen war, zweitens Ballon
„Bröckelmann”, weil das Bordbuch erſt verſpätet zur
Poſt gegeben war. Den erſten Preis erhielt der Ballon
„Delitzſch” (Führer Dr. Henoch), der bei Sophienwalde,
157,5 Kilometer vom Ziel entfernt, gelandet war. Den
zweiten Preis erhielt Ballon „Berlin” (Führer Oblt.
Ge=
rike), der bei Streitwalde, 161,5 Kilometer vom Ziel,
lan=
dete, den dritten Preis Ballon „Fiedler” (Führer von
Allwörden), Landungsplatz Groß=Rehne 165 Kilometer
vom Ziel, den vierten Preis Ballon „Pommern” (
Füh=
rer Oblt. Riecke) mit Landung bei Friedberg, 205
Kilo=
meter vom Ziel, und den fünften Preis Ballon „
Hilde=
brandt” (Führer Caſſirer), der 225 Kilometer vom Ziel
bei Friedrichswalde niederging.
Sport.
* Radrennen in Darmſtadt. Gelegentlich
der vom Velozipedklub Darmſtadt am Sonntag, 2. Juni,
nachmittags halb 4 Uhr, auf der Radrennbahn
veranſtal=
teten Berufsfahrer=Rennen findet auch die Berufsfahrer=
Meiſterſchaft von Heſſen über 1 Kilometer ſtatt, wozu
Fahrer, die in Heſſen und Heſſen=Naſſau geboren oder ſeit
drei Monaten ihren Wohnſitz haben, ſtartberechtigt ſind.
Gemeldet haben hierzu die beſten heſſiſchen Fahrer, die
ſich um den Titel „Meiſterfahrer von Heſſen” ſcharfe
Kämpfe liefern werden. Vorausſichtlich dürfte der ſeit
längerer Zeit in Frankfurt a. M. wohnende Meiſter Jul.
Bettinger über ſeine Gegner triumphieren, während die
Plätze die Mainzer Barth und Würtz, der vorjährige
Sie=
ger belegen dürften. In den letzten Tagen ſind noch
mehrere Nachmeldungen erfolgt, u. a. die Nürnberger
Be=
rufsfahrer, an ihrer Spitze der diesjährige Sieger von
Mailand-München, Fr. Schmid, der auf der Liſte der
„großen Kanonen” einen weiteren wertvollen Zuwachs
bildet. Für die am gleichen Tage ſtattindende, an der
Rennbahn endigende Fernfahrt Straßburg-Kolmar-
Darmſtadt ſind insgeſamt 80 Fahrer eingeſchrieben, von
denen die erſten vorausſichtlich gegen 2 Uhr nachmittags
hier eintreffen werden. Die offizielle Bekanntgabe der
Sieger erfolgt auf der Rennbahn durch Tafel.
* Automobilſport. Das Internationale
Auto=
mobil=Bergrennen von Le Mans (Frankreich),
das von dem dortigen Automobilklub über einen
Kilo=
meter bei ſtehendem Start bei einer Steigung der
Renn=
ſtrecke bis 6,5 Prozent veranſtaltet wurde, gewann der
ekannte Rennfahrer Hemery, der auf einem Lorraine=
Dietrich=Rennwagen der Grand Prix=Type die Strecke in
31,8 Sek. zurücklegte, was einer durchſchnittlichen
Stun=
dengeſchwindigkeit von 115 Kilometer entſpricht. Am
zweiten Tage führte das Rennen über zwei Kilometer
die Hemery in 15,6 Sekunden bedeckte. Dieſe Zeit wurde
aber von einem 100 PS. Bugatti=Wagen in der dritten
Klaſſe unterboten, der nur 1 Min. 13 Sek. benötigte. In
den übrigen Klaſſen ſchnitten die beteiligten
deut=
ſchen Wagen vorzüglichab So gewannen Apollo
Bugatti und Mercedes ihre Klaſſenrennen. Auch in der
Spezial=Konkurrenz bezüglich Sparſamkeit und
Leiſtungs=
fähigkeit des Motors ſicherten ſich die Bugatti=Wagen
ſo=
wohl in der Klaſſe der Renn= wie der Tourenwagen den
erſten Platz.
In Bayonne beſtätigte der neue franzöſiſche
Mei=
ſterfahrer Perchicot ſeine hervorragende Form, denn er
ſchlug im Endlauf des Großen Preiſes den alten
Welt=
meiſter Ellegaard und den Italiener Moretti. — In
Scheveningen kam ein Dreiermatch hinter Motoren
zum Austrag, deſſen drei Läufe jedesmal van Neck vor
Gent und Leon Vanderſtuyft als Sieger ſah. — Der
Fran=
zoſe Lavalade konnte in Angouleme ein 100
Kilo=
meter=Rennen in drei Läufen mit vier Punkten vor Simar
mit 5 und Germain mit 9 Punkten gewinnen. — In
Charleroi gewannen die Franzoſen Fournous=
Jac=
quard ein amerikaniſches Mannſchaftsfahren über 50
Kilo=
meter vor dem deutſchen Paare Aſchoff=Sonntag,
Otto=
van Bever und Meurgen=Melotte. Ein Prämienfahren
über 20 Kilometer brachte der Oeſterreicher Heller vor
Meurgen Charlier, Sonntag und Aſchoff auf ſein Konto
— Den Großen Preis von Vreſt gewang der Italiener
* Berlin, 30. Mai. In der Monatsſitzung des
Zentralausſchuſſes der Rſeichsbank gab
Präſident v Havenſtein bekannt, daß gegen den 23.
bis 25. Mai der Metallbeſtand eine Abnahme um zehn
Millionen aufweiſe gegen eine Zunahme von 7 Millionen
im Vorjahre. Die Anlagen ſeien um 16 (i. V 4), die
fremden Gelder um 3 (32) Millionen geſtiegen. Die
un=
gedeckten Noten ſtellten ſich am 25. Mai auf 182 gegen
99 Millionen im Vorjahre. v Havenſtein führte weiter
aus, daß die Politik der Vorſicht und des Abwartens
in der Diskontbeurteilung ſich als richtig erwieſen habe.
Es hätten ſich neue Geldanſprüche ſeitens des heimiſchen
Wirtſchaftslebens geltend gemacht. An der Börſe
beſtän=
den hohe Geldſätze und es würden große Anſprüche an
die Reichsbank geſtellt. Die Reichsbank werde gegen die
Vorjahre um 110 bis 120 Millionen Mark mehr in
An=
ſpruch genommen, nur in den Jahren 1907 und 1908
hät=
ten ähnliche Verhältniſſe obgewaltet. Die
Verſchlech=
terung gegen das Vorjahr ſei in der letzten Zeit ſtändig
gewachſen und zwar betrug ſie am 16. Mai 27 Millionen.
um 23. Mai 44 Millionen, am 25. Mai 63 Millionen. Es
ſei fraglich, ob eine baldige Beſſeruna in Ausſicht zu
neh=
men ſei. Es wurde ſchließlich beſchloſſen, am 15. Juni
eine Abſchlagsdividende von 1¾4 Prozent auszuzahlen.
Einigen ſtädtiſchen Anleihen und ruſſiſchen Prioritäten
wurde die Lombardfähigkeit bewilligt.
H. Frankfurt a. M., 30. Mai. Der Wochenmarkt
war nur wenig belebt und die Veränderungen blieben
gegen die Vorwoche ganz geringfügig. Landweizen war
faſt geſchäftslos und ſind die Preiſe nominelle. Für
Land=
roggen beſtand einige Nachfrage, auch Hafer ziemlich gut
begehrt. Mais knapp und feſt. Futterartikel gut
be=
hauptet. Die Forderungen für Mehl ſind wieder etwas
höher gehalten doch fanden kaum nennenswerte
Ab=
ſchlüſſe ſtatt. Am Mannheimer Getreidemarkt
war die Tendenz behauptet und Notierungen
unver=
ändert. An der Berliner Produktenbörſe war
die Haltung für Getreide bei geringer Kaufluſt eher
williger; auch die ausländiſchen Offerten zum Teil
nach=
giebiger. Das Wetter wird als für die Saaten nicht
un=
günſtig gehalten, zumal in der Provinz immer noch
Regenfälle ſtattfinden. Hafer ſchwach behauptet bei etwas
mehr Angebot aus der Provinz. Lokoware war ziemlich
Polledri vor Lemaſſon und dem Amerikaner de Marg.
Im Prämienfahren feierte der Deutſche Appelhans einen
Sieg, der ferner mit Germain als Partner das Tandem=
Rennen vor Lemaſſon=Laurent und de Mara=Polledri
landete.
Auf dem New=Yorker Vailsburg=
Velo=
drom gelang es dem Auſtralier Grenda, ſein
amerikani=
ſches Debut gleich zu einem Siege zu geſtalten. Grenda
gewann ein Fünfmeilenrennen vor Frank Kramer in 10
Min. 49,2 Sek. Ein Verfolgungsrennen gegen Drobach
brachte der Auſtralier nach 4,5 engl. Meilen ebenfalls auf
ſein Konto. — Grenda, ſowie ſeine Landsleute Clark und
Goullet, nehmen beſtimmt an den diesjährigen
Radwelt=
meiſterſchaften in Amerika teil, die alſo, wenn Ellegaard
und Friol gleichfalls in der großen Konkurrenz ſtarten,
ganz hervorragenden Sport verſprechen.
* Pferderennen. Rennen zu Karlshorſt.
Poſeidon=Hürden=Rennen; 3000 Mk., Diſtanz 3000 Meter:
1. Fürſt Hohenlohe=Oehringens Sturmwind (Sandmann),
2. Bille (Jentzſch), 3. Nihiliſt (Newey). Tot. 12110.
Preis von Bamberg; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Herrn O. v. Mitzlaffs Imker (Leutn. von
Keller), 2. Landesvater (Leutn. von Lütken), 3. Emſig I
(Leutn. von Zobel). Tot. 56:10. — Großes Berliner
Jagd=Rennen; 80000 Mark, Diſtanz 5500 Meter: 1. Monſ.
H. de Mumms Trianon III (O'Connor), 2. Lord Forfar
(H. Brown), 3. Onvide (J. B. Moreau). Tot. 82:10.
Fantasca=Jagdrennen; 4000 Mark, Diſtanz 3600 Meter:
1. Herrn M. v. Hattens Vel=Vel (Wiſchek), 2. Anſpielung
(W. Winkler), 3. Beatrice B. (Jentzſch). Tot. 60:10.
Preußen=Preis; Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Herrn K. von Tepper=Laskis Hart (Dr.
Rieſe), 2. Edelmann (Beſ.), 3. Oberbayer (Herr von
Weſternhagen). Tot. 35:10. — Lankwitzer Jagd=Rennen;
3200 Mark, Diſtanz 4200 Meter: 1. Herrn M. Solimans
Zinc (Weißhaupt), 2. Lucky Wave (Martin), 3. Alike (E.
Weber). Tot. 29110. — Preis von Schöneiche: 3300 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Dr. F. Rieſes Quäkerin (Tr
Rieſe), 2. Luchs (Leutn. Graf Strachwitz), 3. Jungtürke.
Tot. 215:10.
Rennen zu Magdeburg. Chamant=Rennen;
4800 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn R. von
Wallen=
bergs Haſard (O. Müller), 2. Senechal (Smith), 3.
Tour=
billon (Shurgold). Tot. 20:10. — Edelmann=Jagdrennen;
Ehrenpreis und 2400 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Leutn.
von Schmidt=Paulis Capo Lazarro (Leutn. von Mitzlaff)
2. Polykrates (Leutn. von Pagenhardt), 3. Dido (Leutn.
von Hedrich). Tot. 13:10. — Nuage=Rennen: 5800 Mark,
Diſtanz 1350 Meter: 1. Heurn O. Kampfhenkels Reichspoſt
(W. Bullock), 2. Sand (Spear), 3. Rauhreif (F.
Bul=
lock). Tot. 131110. Großer Preis von Magdeburg;
Goldpokal und 30000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Kgl.
Hauptgeſtüt Graditz’ Flagge (F. Bullock), 2. Heimdall
(W. Bullock), 3. Eſche (Fox). Tot. 16:10. — Mai=
Han=
dikap; 6000 Mark, Diſtanz 2200 Meter: 1. Herrn R. von
Wallenbergs Raubgeſell (O. v. Müller), 2. Künſtler (
Bul=
lock), 3. Thereſe (M. Aylin). Tot. 45:10. — Beethoven=
Jagdrennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Leutn. Nehrings Colotte (Leutn. v. Kramſta),
2. Maßlieb (Leutn. von Mitzlaff), 3. Lord Byron (Beſ.).
Tot. 28:10.
* Lawn=Tennisſpiele. Das Berliner
Lawn=Tennis=Turnier im Grunewald erreichte
am Mittwoch bei leider ungünſtiger Witterung ſeinen
Abſchluß. Unter dem ſehr zahlreich erſchienenen
elegan=
ten Publikum bemerkte man u. a. die Prinzen Adalbert
und Friedrich Karl von Preußen. Die Schlußkämpfe um
die Meiſterſchaft von Preußen brachten die Begegnung
von Froitzheim=Straßburg und Rahe=Roſtock. Rahe kam
in dem erſten Satz durch ſeine Nervoſität gegen den ruhig
ſpielenden Froitzheim nicht auf und verlor dieſen mit
3—6. Im zweiten Satz verbeſſerte Rahe ſeine Form und
gewann 11—9. Rahe griff dann weiter mit wuchtigen
Langbällen an, doch verſtand es Froitzheim, mit großer
Sicherheit alle Bälle zu parieren und mit 6—2 den dritten
Satz zu gewinnen. Den vierten Satz behauptet wieder
Rahe durch brillantes Netzſpiel und große Schnelligkeit
6—3. Da ſomit jeder der beiden zwei Sätze gewonnen
hatte, mußte ein fünfter entſcheidender Satz geſpielt
wer=
den. Froitzheim war hier am Angriff, ſo daß er ſich, da
Rahe noch verſchiedene Fehler machte, raſch vier Spiele
ſichern konnte. Da Rahe auch von den ausſtehenden drei
Spielen nur noch eins gewinnen konnte, iſt er ſomit 6—3
9—11 6—2 3—6 6—1 geſchlagen. Die Meiſterſchaft von
Ferlin gewann Kreuzer, der in der Vorſchlußrunde Rahe
6—2 6—4 geſchlagen hatte, kampflos gegen Froitzheim, der
nicht antrat.
Handel und Verkehr.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Nummer 120
ſeſ. Nach den kehzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (New=York und
Chicago) war Weizen nach feſter Eröffnung auf den
hauſſelautenden Bericht des Cineinnati Price=Current
ſchließlich in leicht rückgängiger Bewegung auf
Meld=
ungen von Regenwetter in Kanſas. Mais, zu Beginn
durch Käufe der Kommiſſionshäuſer günſtig beeinflußt,
ſchließt willig auf die Vorausſage guten Wetters und
auf die enttäuſchende Nachfrage für Lokoware.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 23,50 nominell,
Nord=
deutſcher 23,50 nominell, Kurheſſiſcher 23,50 nominell,
Ruſſiſcher 24,50—25,50, La Plata 24,50—25,50,
Rumäni=
ſcher 24,50—25,50, Redwinter 24,50—25,50, Manitoba
24,50—25,25, Kanſas 24,50—25,50, Walla Walla 24,50
bis 25; Roggen, hieſiger, 21—21,10, Bayeriſcher (
Pfäl=
zer) 21—21,10, Ruſſiſcher 21,25—21,50, Amerikaniſcher
Rumäniſcher 21,25—21,50; Gerſte, Pfälzer, —, hieſige
und Wetterauer —, Fränkiſche —, Ungariſche —
Ried=
gerſte — ruſſiſche Futtergerſte —: Hafer, hieſiger, 22
bis 22,25 Bayeriſcher 22—22,25, Ruſſiſcher 20,50—22,50
Amerikaniſcher 20—21, Rumäniſcher 20,50—22,50; Mais
mixed 18,50—18,60, Ruſſiſcher 18,60—18,75, Donaumais
18,60—18,75, Rumäniſcher 18,60—18,75. La Plata 18,40
bis 18,60. weißer Mais 18,60—18,70, Weizenſchalen 13 bis
13,25, Weizenkleie 13—13,25, Roggenkleie 14,25—14,50,
Futtermehl 15—16, Biertreber, getrocknet, 15,50—15,60;
Weizenmehl, hieſiges (Baſis ab Mannheim), Nr. 0: 32,25
bis 32,50, feinere Marken 32,75—33, Nr. 1: 30,50—30,75,
feinere Marken 31—31,25, Nr. 2: 29,50——29,75, feinere
Marken 30—30,25, Nr. 3: 26,50—26,75, feinere Marken
27—27,25, Nr. 4: 25—25,25, feinere Marken 25,50—25,75;
Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0: 27—27,50, Nr. 1: 25—25,50,
Nr. 2: 22—22,50.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Wie wir hören, genügt die Zahl der angemeldeten
Teilnehmerinnen an einem Frauenklub nicht zur
Bildung eines ſolchen. Da aber der Frauenklub in vielen
anderen Städten eingeführt iſt und ſich dort als
entſchie=
dene Annehmlichkeit bewährt hat, ſo iſt zu erwarten, daß
ſich auch eine größere Zahl hieſiger Damen allmählich mit
dem Projekt befreunden und die Teilnahme daran nach
ſpäter wiederhollter Aufforderung eine
zahl=
reichere ſein wird.
Der Londoner Transportarbeiterſtreik.
* London, 30. Mai. Die Situation im
Lon=
doner Hafen iſt unverändert. Eine große Zahl von
Schiffen liegt in den Docks ohne daß die Löſcharbeiten
begonnen hätten. Aber die Lebensmittelmärkte, vor
allem der Fleiſchmarkt in Smithfields, erhalten reichliche
Zufuhren. In den Weſtindian=Docks haben die
Hafen=
behörden durch Anſchlag bekannt gemacht, daß heute früh
alle Leute Arbeit finden würden, die ſich gemeldet hätten.
Eine beträchtliche Anzahl von nichtorganiſierten
Arbei=
tern aus Nord=England iſt eingetroffen. Der Vorſitzende
des Reederverbandes der Themſeſchiffahrt gab
Vertretern der Preſſe folgende Erklärung ab: Wir
ſind entſchloſſen, daß die Leute unſere Bedingungen
an=
nehmen, und nicht wir die ihrigen. Die Leute haben alle
Abkommen gebrochen, die wir mit ihnen geſchloſſen haben,
und wir müſſen uns dagegen ſchützen. Die Streikenden
haben ſich bereit erklärt, den Transport von
Lebensmit=
teln zu erleichtern, aber anſtatt bei der Beförderung leicht
verderblicher Waren zu helfen, weigern ſie ſich jetzt, die
Maſchinen an den Kühlapparaten zu bedienen. Eine
ſtark beſuchte Verſammlung der Londoner
Han=
delskammer nahm geſtern einſtimmig eine
Reſolu=
tion an, die das Recht der Arbeitgeber betont,
nichtorganiſierte Arbeiter zu beſchäfigen. Mehrere
Red=
ner verlangten von der Regierung den energiſchen Schutz
der Arbeitswilligen, vor allem gegen die Streikpoſten.
Aehnliche Reſolutionen wurden von der Schiffsbörſe
angenommen. Der Vorſtand des Transportarbeiter=
Ver=
bandes hat den Vorſchlag des Handelsamts abgelehnt,
die Arbeit wieder aufzunehmen, ſobald die Konferenz
beginnt.
* London, 29. Mai. Eine
Maſſenverſamm=
lung der Ausſtändigen, an der ſich etwa 40000
Perſonen beteiligten, wurde heute nachmittag in Tower
Hill abgehalten. Der anweſende Arbeiterführer Gosling
erklärte, Sir Edward Clarke hätte in ſeinem Gutachten
entſchieden, daß die organiſierten Arbeiter nicht berechtigt
ſeien, ein Zuſammenarbeiten mit den Nichtorganiſierten
zurückzuweiſen. Trotzdem würden ſie dies tun. Die
Transportarbeiter wären die ſchlechteſt bezahlte Klaſſe
der Geſellſchaft; ſie erſuchten die Regierung, einen
Min=
deſtlohn feſtzulegen, um für die Zukunft Schwierigkeiten
zu vermeiden.
* London, 29. Mai. Handelsminiſter
Buxton hatte heute nachmittag mit dem
Streik=
komitee im Handelsminiſterium eine Beſprechung,
wobei die Bedingungen, unter welchen die Konferenz
am Freitag ſich abſpielen ſoll, erörtert wurden. Wie es
heißt, verlangen die Arbeiter die Zuſicherung, daß
Arbeit=
geber jeder Art vertreten ſeien und ein etwaiges
Abkom=
men für alle Arbeiter im Transportweſen bindend
ſein ſoll.
* London, 29. Mai. Die Vertreter der
Schiffseigner lehnten es ab an der Konferenz
des Handelsamtes am Freitag teilzunehmen, da die
frü=
heren Vereinbarungen von den Arbeitern nicht
eingehal=
ten worden ſeien.
H.B. London, 30. Mai. Die Streiklage die
ſich bereits etwas gebeſſert hat, iſt von neuem wieder
ernſter geworden. Die Nachrichten über die Abſichten
der Arbeiterführer widerſprechen ſich. Es berrſchen große
Meinungsverſchiedenheiten darüber, welches Ergebnis
die morgige Konferenz zwiſchen Arbeitgebern und
Arbei=
ter=Vertretern zeitigen wird. Der Arbeiterführer
Gos=
ling erklärte in einer Verſammlung der Streikenden, daß
Freitag wahrſcheinlich eine Einigung erzielt werden
wird. Die Arbeiter drohen mit der Proklamierung eines
nationalen Streiks, wenn die Arbeitswilligen, die von
auswärts gekommen ſind, um hier gegen hohen Lohn zu
arbeiten, nicht entlaſſen würden.
Vermiſchtes,
— Der Deutſche Buchgewerbeverein mit
dem Sitz in Leipzig hält ſeine 24, ordentliche
Hauptver=
ſammlung in dieſem Jahre am 20. Juni in München ab.
Die Einladungen hierzu ſind bereits an die Mitglieder
ergangen. In Verbindung mit der Hauptverſammlung iſt
ſeitens der Münchener Mitglieder des Deutſchen
Buch=
gewerbevereins ein intereſſantes Programm aufgeſtellt
worden, um den Teilnehmern noch etwas beſonderes zu
bieten, So ſollen u. a. auch die Bayeriſche Gewerbeſchau,
das Hertiche Muſem und die Betriebsräume der Firmg
Knorr und Hirth (Jugend) in München beſichtigt werden.
Nichtmitgliedern, die Intereſſe an dieſen
Veranſtaltun=
gen haben und die die Mitgliedſchaft des Deutſchen
Buch=
gewerbevereins zum Zwecke der Teilnahme an dieſen
Veranſtaltungen zu erwerben wünſchen, wird das
Pro=
gramm auf Verlangen zugeſandt. Die Anmeldungen zur
Teilnahme an der Münchener Tagung müſſen ſpäteſtens
bis zum 12. Juni in der Geſchäftsſtelle des Deutſchen
Buchgewerbevereins in Leipzig bewirkt werden.
— Beim diesjährigen Internationalen
Armee=Gepäck=Wettmarſch Dresden über eine
Strecke von 30 Kilometer am Sonntag, 12. Mai, mußten
3 Teilnehmer dem Krankenhaus überliefert werden. Die
Sächſiſche Zentral=Korreſpondenz hebt hervor, daß dieſe
drei Maroden Abſtinenten ſind und daß das Auffallende
dieſer Tatſache vermehrt wird durch den Umſtand, daß
weitere ſieben Teilnehmer, die auf halbem Wege erſchöpft
zuſammenbrachen, ebenfalls Abſtinenzler ſind. Von den
übrigen Teilnehmern wird berichtet, daß ſie in völliger
körperlicher Friſche und Elaſtizität am Ziel anlangten.
Dieſe Tatſachen ſtehen im kraſſen Gegenſatz zu der Theorie,
daß hohe körperliche Leiſtungsfähigkeit durch Abſtinenz
allzu ſehr begünſtigt wird.
Literariſches.
— „Die Kunſt unſerer Heimat” bringt in
dem neueſten Heft neben ſtimmungsvollen Gedichten von
Holzamer, Greiner und Stiefenhofer Aufſätze über den
Darmſtädter Meiſter Richard Hölſcher, dem zahlreiche
Reproduktionen älterer und neuer Werke des Künſtlers
beigegeben ſind, dann „Von der Schönheit des
Vogels=
berges”, von Franz Como, über „Kunſt und Schule‟
von Neuendorff, „Zur Jubiläumsausſtellung der
Kunſt=
gewerbevereinigung Schnörkel” in Frankfurt am
Main, von, Julius Hülſen, „Kleine Berichte
aus dem Kunſtleben unſerer Heimat” und
Bücherbeſprechungen. Alfred Bock hat die Novelle
„Am Uferrand” beigeſteuert. An Bildbeilagen
enthält das Heft außer der mit gutem Geſchmack
gewähl=
ten Hölſcherſchen Kollektion Bilder von den Neubauten
in Bad=Nauheim, eine alte Zeichnung der
Liebfrauen=
kirche in Schotten aus dem Jahre 1826, eine
Federzeich=
nung von W. Bader, Holzſchnitte von G Breitwieſer und
eine Lichtbilderaufnahme von M. Perſcheid, Alfred Bock
darſtellend.
— Ernſt von Wolzogen iſt der Verfaſſer des
in „Kürſchners Bücherſchatz” Band 825, bei Hermann
Hillger Verlag, Berlin W. 9, zum Preiſe von?20 Pfg.
er=
ſchienenen Buches „Der Lebensretter=und
an=
dere Erzählungen‟ Der Inhalt dieſes 96
Sei=
ten ſtarken und reich illuſtrierten Bändchens, „Mein erſtes
Abenteuer” „Der Lebensretter” „Die ſchwarze Gudrid”.
zeigt wieder aufs neue, welch ein humorvoller Erzähler
Ernſt von Wolzogen iſt. Sowohl „Mein erſtes
Aben=
teuer” wie „Der Lebensretter” ſind Kabinettſtücke feinen
Humors, während „Die ſchwarze Gudrid” von einer
großen Empfindungstiefe zeugt.
— Die Vereinigung zur Erhaltung deutſcher Burgen
hat anläßlich ihrer diesjährigen Burgenfahrt nach dem
Lahntal eine Sonder=Nummer ihrer Zeitſchrift Der
Burgwart herausgegeben, welche uns jetzt vorliegt.
Das mit zahlreichen Abbildungen geſchmückte, vornehm
ausgeſtattete Heft enthält u. a. nachſtehende Aufſätze: Ein
Burgenmaler von Maximilian Rayſilber, Kloſter Arnſtein
von Bezirkskonſervator Profeſſor Dr. Luthmer, Weilburg
von Profeſſor Gropius, Zur Geſchichte der Burg Naſſau
von Geh. Archivrat Dr. Wagner, Schloß Braunfels von
Fürſtl. Baurat Seiler, Schloß Diez. Die Geſchäftsſtelle
der Vereinigung, Berlin=Grunewald, ſtellt Intereſſenten
dieſe Sondernummer auf Wunſch zur Verfügung.
Marokko.
* Paris 30. Mai. Aus Fez wird unterm 27.
dieſes Monats gemeldet: Die Nacht, von der man glaubte
ſie würde unruhig verlaufen, iſt, abgeſehen von einigen
Gewehrſchüſſen, die aus Gärten abgefeuert wurden, ruhig
vorübergegangen. Alle Vorſichtsmaßregeln waren
ge=
troffen und die Garniſon verſtärkt. Jeder war bewaffnet
wie an den Tagen des Aufruhrs. Der Feind rührte ſich
nicht. Die Haltung der Bevölkerung iſt ruhig. Die
energiſchen Maßnahmen welche die
Franzo=
ſen ergriffen hatten, um einen Angriff zurückzuweiſen,
riefen einen ausgezeichneten Eindruck hervor. Die drei
Heiligengräber, die im Oſten der Stadt bei Taodert
lie=
gen und den Meuterern und Plünderern ſeit den Tagen
des April als Zufluchtsort dienten, wurden durch
Genie=
truppen mit Melinit in die Luft geſprengt. Die Haltung
der Stämme im Weſten kennt man nicht. Wenn dieſe
gegen Fez marſchieren, würde die Lage kritiſch und eine
Verſtärkung der Truppen notwendig werden.
Augenblick=
lich liegen in Fez und Dardebibagh ſieben Bataillone mit
4500 Mann, außerdem Kavallerie und Artillerie. Eine
energiſche Offenſivbewegung iſt alſo unmöglich, wenn die
Stadt von allen Seiten angegriffen wird. Ein Bataillon
Verſtärkungen iſt für morgen angekündigt, ein anderes
für den 1. Juni. Bei den Angriffen am 25. und 26. Mai
wurden auf franzöſiſcher Seite ein Offizier getötet, zwei
ſchwer und drei leicht verwundet; außerdem wurden 60
Soldaten verwundet. Der Feind hatte beträchtliche
Ver=
luſte. In den Verſchanzungen des Lagers der Abteilung
Fellert ließ er 35 Tote zurück; viele Tote hatte er mit
fort=
getragen. Der Kampf war einer der ſchwerſten, den die
Franzoſen bisher in Marokko zu beſtehen hatten. Infolge
der Ereigniſſe wurden die Unterredungen zwiſchen dem
Sultan und General Liautey aufgeſchoben.
Darmſtadt, 31. Mai.
gs. Unfall. Geſtern abend gegen 6 Uhr fuhren
dem Ortseingang von Bickenbach zwei Moto
radfahrer in voller Geſchwindigkeit gegen ein
Baum. Die beiden ſchwerverletzten Radfahrer wi
den von der Rettungswache mittels Krankenautomob
in das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.h
* Berlin, 30. Mai. In der Kapelle der ruſſiſchen B
ſchaft fand heute mittag eine Trauerfeier für
verſtorbenen ruſſiſchen Botſchafter von d
Oſten=Sacken ſtatt. Der Kaiſer entſandte als V
treter Generaladjutanten Generaloberſten v. Keſſel, Ko
mandant von Berlin; als Vertreter der Kaiſerin n
Kammerherr von Winterfeld erſchienen. Der Reichska
ler, durch die Teilnahme an der Domfeier in Brand
burg verhindert, perſönlich zu erſcheinen, ließ durch
Staatsſekretär des Auswärtigen ſein tiefſtes Beil
ausſprechen.
* Berlin, 30. Mai. Herr Wilhelm Pomplu
langjähriger Leiter des Wagnerſchen Telegraphiſch
Korreſpondenz=Bureaus in Frankfurt a. M., ſeit 1½ Ja
ren in der Berliner Zentrale des Wolff=Bureaus, ſta
heute im Alter von 47 Jahren.
* Stuttgart, 30. Mai. In der Schloßkirche in Li
wigsburg fand heute mittag 12 Uhr die Beiſetzur
der Herzogin von Urach ſtatt nachdem vormitta
im Trauerhauſe in Stuttgart die Einſegnung der
Lei=
in Gegenwart des Königspaares und der übrigen Für
lichkeiten erfolgt war.
* Brandenburg, 30. Mai. Von der Kirche begab ſ
der Kaiſer im Automobil unter weiteren ſtürmiſch=
Kundgebungen des Publikums zum Denkmalsplatz, wo d
Enthüllung des Denkmals für den Kurfürſten Frie
rich I. ſtattfand. Nach einem Gang um das Denkmal b
trat der Kaiſer das alte Rathaus und begab ſich zum Fe
ſaal in den oberen Stock. Hier wurde er mit
Fanfar=
empfangen. Nachdem der Kaiſer ſich in das goldene Bu
eingetragen hatte, nahm er vom Bürgermeiſter den
Ehre=
trunk entgegen und hielt eine Anſprache. Nach dem Vo
beimarſch der Ehrenkompagnie verließ der Kaiſer nach
Uhr unter erneuten andauernden Hochrufen der Bevölke
ung Brandenburg. Nachmittags wurde ein hiſtoriſche
Feſtzug abgehalten.
* Wien, 30. Mai. Der Kaiſer empfing in Schör
brunn den Berliner Oberbürgermeiſter Kirſchner
längerer Audienz.
* Wien, 30. Mai. Der deutſche Botſchafte
und Gemahlin gaben heute anläßlich des Beſuche
der Berliner Stadtvertreter ein Frühſtück, z
dem die Herren der Botſchaft, Oberbürgermeiſter Kirſch
ner, der Stadtverordnetenvorſteher=Stellvertreter Caſſe
einige Stadträte und Stadtverordnete von Berlin, de
Bürgermeiſter und die drei Vizebürgermeiſter von Wie
geladen waren.
II. B. Halle a. d. S., 30. Mai. In einem Walde bei
Schkeuditz wurde der 23jährige Student der Medizin,
Kleinwächter, ein Sohn des Schkeuditzer Sanitätsrats
Kleinwächter, erſchoſſen aufgefunden. Der junge
Mann hatte ſich tags zuvor auf die Jagd begeben undvar
nicht nach Hauſe zurückgekehrt. Ob Selbſtmord oder ein
Unglücksfall vorliegt, konnte bisher noch nicht ſeſtgeſtelte
werden.
H. B. Lyon 30. Mai. Geſtern abend ſtieß aufde
Linie Embrun=Briancon im Bezirk Savines eine Maſchine
mit einem Zuge zuſammen, in dem größtenteils
Sol=
daten, die vom Urlaube zurückkehrten, ſaßen. Drei Wagen
wurden ſtark beſchädigt, 29 Soldaten verletzt. Ein Teil
von ihnen mußte ins Krankenhaus geſchafft werden.
H.B. Petersburg, 30. Mai. In Reſcht hat, ein
enorme Feuersbrunſt 500 Magazine mit Baum.
wolle, Zucker und anderen Waren eingeäſchert, ebenſt
12 Karawanen=Depots. Der Schaden beträgt 40 Mill
Mark. Auch mehrere Menſchen ſind dem Brande zun
Opfer gefallen.
* Dayton, 30. Mai. Der Flieger Wilbu
Wright iſt geſtorben.
Brieſtuten.
K. H. Die Frage läßt ſich ſo allgemein nicht beant
worten. Es kommt auf Entſcheidung des Einzelfalles an
K. K. 19. Ja! Die Schweſter iſt ja Partei und nich
Zeugin.
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streng an dem Grundsatze fest:
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Nummer 126,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Seite 7.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, meinen unvergeßlichen
Gatten, unſeren treubeſorgten Vater, Großvater,
Schwiegervater und Onkel
(12100
Herrn
Philipp Schneider
im 82. Lebensjahre in die Ewigkeit abzuberufen.
Darmſtadt, den 30. Mai 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Lina Schneider, geb. Ebert.
Die Beerdigung findet Samstag, den 1. Juni,
4 Uhr nachmittags, vom Sterbehauſe,
Schwanen=
ſtraße 29aus, ſtatt. Einſegnung ¾ Stunde vorher.
Tageskalender.
onzerte: Hotel Heß um 8 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —— „
Per=
keo” um 8 Uhr. — Reſtaurant „Metropole” um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (
ge=
öffnet von 10—6 Uhr).
Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
lympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß meine liebe, unvergeßliche
Gattin, unſere treubeſorgte Mutter und gute
Schweſter
Frau
Pauline Schnittspahn
geb. Keiber
heute morgen an einem Hirnſchlag ſanft
ver=
ſchieden iſt.
Darmſtadt, 30. Mai 1912.
Im Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Otto Schnittspahn
Poſtdirektor a. D.
Die Einſegnung findet Samstag, den 1. Juni,
vormittags ½10 Uhr, im Trauerhauſe, Grüner
Weg 7, die Einäſcherung nachmittags 5 Uhr im
Krematorium zu Mainz in aller Stille, ſtatt.
Von Blumenſpenden und Beileidsbeſuchen
bittet man abſehen zu wollen. (12117
Hochzeitsturm. Durmzimmer und
Ausſtellungs=
räume, täglich geöffnet von 9—12 und 3—6 Uhr.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 31. Mai:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 1. Juni:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabatt=
ausgang 9 Uhr 25 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 1. Juni:
Vorabend 7 Uhr 40 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 9 Uhr 25 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. Nachmittags
7 Uhr 15 Min.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Während über ganz Süd= und Mitteleuropa der
Druck etwas gefallen iſt, hat die ſkandinaviſche Depreſſion
ſich wenig verändert. In Deutſchland wehen im Norden
nordweſtliche, im Süden öſtliche Winde. Die
Morgen=
temperaturen nehmen von Nord nach Süd zu, ſie
bewegen ſich zwiſchen 8” und 13‟. Von Irland her
dringt ein neues Hoch in ſüdöſtlicher Richtung vor, ſo
daß wir bei wechſelnder Bewölkung Fortbeſtehen des
meiſt trockenen Wetters erwarten dürfen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 31. Mai:
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, etwas wärmer.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
wird seit Jahrzehnten mit glänzendem Erfolge zur
Haustrinkkur bei Nierengriess, Gicht, Stein,
Eiweiss und anderen Nieren- und Blasenleiden verwandt.
Sie ist nach den neuesten Forschungen auch dem
Zuckerkranken vor allen anderen Mineralwässern zu
empfehlen, um den täglichen Kalkverlust, der ein sehr
ſalamander
wesentliches Moment seines Leidens hildet, zu ersetzen.
Für werdende Mütter und Kinder in der Entwicklung ist sie
für den Knochenaufbau von höchster Bedeutung. Die
He-
enenquelle ist die Hauptquelle Wildungens und steht
in ihrer überaus glücklichen Zusammensetzung einzig in
er Welt da. — Man überzeuge sich hiervon selbst durch
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Kurſe vom 30. Mai 1912.
teilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
f.
Staatspapiere.
Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
80,70
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
89,90
do. Conſols
89,80
do. do.
Bad. Staatsanleihe . . 99,60
92,60
do.
84,30
do.
Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,0C
88,75
do.
79,10
do.
Hamburger Staatsanl. 100,00
Heſſ. Staatsanleihe . . 99,90
do. do. (unk. 1918) 100,00
88,90
5½
do.
78,10
do.
80,10
5 Sächſiſche Rente .
* Württemberger v. 1907 100,10
95,00
31
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,80
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 92,00
I do. Goldrente . . . 96,40
k do. einheitl. Rente 88,80
5 Portug. unif. Serie I 64,40
3 do. unif. Ser. III 67,60
do. Spezial . . . . 9,90
* Rumänier v. 1903 . . 101,50
F do. v. 1890 . . 95,00
⁕ do. v. 1905 . . 91,60
90,60
* Ruſſen v. 1880
90,70
E do. v. 1902
100,40
4½ do. v. 1905 .
5½ Schweden .
Serbier amort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1903 83,70
Türk. unifiz. v. 1903 91,30
Ungar. Goldrente . . . 91,00
* do. Staatsrente . . . 89,50
In Proz.
.100,50
5 Argentinier
87,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
do.
94,20
4½ Japaner . . . . . . . 94,70
5 Innere Mexikaner . . . 94,6)
61,90
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 90,00
. 99,60
5 Gold=Mexikaner .
3 Buenos Aires Provinz 71,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 142,70
5 Nordd. Lloyd . . . . . 117,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,30
8 Baltimore und Ohio . 107,20
6½ Schantungbahn . . . 134½
6‟ Luxemb. Prince Henri 159,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 16,10
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
74,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. 506,00
14 Chem. Fabrik Gries=
.. 253,50
heim
30 Farbwerke Höchſt . . 609,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim
10 Cement Heidelberg . 153,90
30 Chem. Werke Albert 460,00
12½ Holzverkohlung Kon=
.. . 313,80
ſtanz
4 Lahmeyer
. .128,00
etzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 158,80
12 Siemens & Halske . 240,25
5 Bergmann Electr. . . 136,60
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 177,20
0 Gummi Peter . . . . 134,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 176,20
30 Adler=Fahrradwerke
. . . . 505,50
Kleyer
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 194,00
8 Steana Romana Petr. 140,10
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,30
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel .
. 212,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 121,40
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 189,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . .
.229,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
.. 177,50
10 Gelſenkirchener . . . . 190,00
8 Harpener
. 188,20
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 257,10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. 86,00
4 Laurahütte . . . . . . 178,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 193,50
7½ South Weſt Africa 148,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 89,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,70
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 90,70
3 Prag=Duger . . . . . . 75,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 105,40
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,40
do.
78,40
5 Oeſterr. Südh. (Lomb.) 99,90
In Pro=
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,20
do.
53,60
20
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt.
. 88,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
do.
88,00
4 Wladichawchas
.88,60
4 Rjäſan Koslow .
. 89,50
3 Portugieſ. Eiſenb.
75,80
do.
91,70
24/10 Livorneſer . . . . 67,80
3 Salonique=Monaſtir . 65,00
4 Bagdadbahn .
. 84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,90
4 Miſſouri=Pacific. . . . 72,72
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Pacific . . . 95,00
5 St. Louis und San
Francisco . .
.87,50
5 Tehuantepec . . . . . . 99,30
0
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 196,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.. 150,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,80
6½ Darmſtädter Bank . 121,50
12½ Deutſche Bank . 255,00
6 Deutſche Vereinsbank . 123,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 185,00
8½ Dresdener Bank . . 153,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,50
6½ Mitteld. Kreditbank 119,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,90
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 136,75
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,75
7½ Wiener Bankverein .
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16. u. 17 .
98,60
Bf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
89,50
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
88,50
81
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,50
do.
89,50
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.. 100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
. . 100,35
8½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 89,50
S. 3—5
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
8½
do.
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,10
8½ do. (unk. 1914) . . 88,20
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,99
do.
3½
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
C
8½ do.
89,50
4 Frankfurt.
e 100,00
8½ do.
93,00
4 Gießen .
.
3½ do.
91,50
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
4 Karlsruhe
98,30
do.
8½
89,00
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
99,00
3½ do.
90,00
4 Mannheim . . . . . . 98,90
3½ do.
4 München
99,80
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
89,80
4 Offenbach
97.8t
In Proz
3½ Offenbach
4 Wiesbaden . . .
100,00
3½ do.
89,90
4 Worms .
98,50
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 137,00
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . .
136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,40
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,20
Freiburger .
Fs. 15 76,50
Fs. 45
Mailänder .
Fs. 10
do.
.ſl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864fl. 100
do. v. 1858fl. 100 451,80
Ungar. Staats . . fl. 100 377,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,44
20 Franks=Stücke .
16,19
Amerikaniſche Noten.
4,19
Engliſche Noten . .
20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,00
Holländiſche Noten. . . . 169,60
Italieniſche Noten . . . . 80,35
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 80,95
Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lombard Zsf. 6
Seite 8.
Beiblich
verſeltin
Fräulein
Steno=
graphie u. Maſchinenſchreiben, ſuch
Stelle. Off. u. N 54 Exp. (*13335df
Ein jung. ſ. Mädchen ſucht füt
morg. Laufdienſt. Näh.
Gervinus=
ſtraße 49, Hths. Manſ. (*13342df
velches alle
Solides Mädchen, Hausarbei
wohl verſteht, etwas nähen u.
bügeln kann, ſucht Stelle als zweites
Mädchen bis 1. Juli. Off. L. 20
hauptpoſtlag. Darmſtadt. (*13376
Gut empf. Frau ſucht ſtundenw.
Beſchäftigung. Zu erfr.
Luiſen=
ſtraße 16, Manſarde. (*13372
Junges Mädchen, 16 Jahre
alt, ſucht Stellung als Allein= oder
zweites Mädchen. Näh. Nieder=
Ramſtädterſtr. 9, Hth., 2. St. (*13396
Landmädch., welch. ged. haben
nette Kindermädch. ſuchen Stellen
Frau Berta Neßling,
gewerbsmäßigeStellen-
vermittlerin, Ludwigſtr. 8. (*13395fs
Zuverl. Frau mit gut. Empf. ucht
Waſchen u. Putzen od. Aushilfe od.
Laufdienſt Karlſtr. 23. (*13379
Junge, unabhängige Frau ſucht
Laufſt. Blumenthalſtr. 63. (*13435
Zuverläſſ. reinl. Frau ſucht
Lauf=
dienſt, geht auch Laden und Büro
reinigen. Mühlſtr. 10, II. (*13436
Frau ſ. Laufſt. morg. 2—3 Stdn.
Dieburgerſtr. 42, Stb., I. (*13410
Jg. Restaurationsköch. ſ. St. Mina
Dingeldein, gewerbsmäßige Stellen=
3440
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Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl=
Inhalt: Stadtpfarrer D. Dr. Wilh. Diehl: Aus dem Hausbuch des
Amts=
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Einwanderung der Schweizer in den Odenwald. — Wilhelm Müller:
Rad=
brennen, ein alter Gerichtsbrauch im Ingelheimer Grund. — Dr. Albert
Becker: Zur Verlobungsgeſchichte der „Großen Landgräfin”. — Geheimerat
Guſtav Kobelt: Erlebniſſe eines heſſiſchen Feldjägers 1793 bis 1795.
Dr. F. Schrod: Hofrat Bernhard Meyer. Mit Abbildungen. —
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von Weſtfalen.
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fahren, Entſchädigungsfahren.
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Jul. Bettinger, Weltrekordmann, Sonntag
ind Aschoff-Köln, bekannte Sechstagefahrer u. a.
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Siewert-Berlin, Sieger von Halle-Potsdam-Halle.
Kraft=Straßburg, der bekannte Meiſterfahrer von
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„Neckar” iſt am 28. Mai,
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Der Doppelſchrauben=
Schnellpoſt=
dampfer „Kaiſer Wilhelm der
Große‟ iſt am 29. Mai, morgens
1 Uhr, und der
Doppelſchrauben=
dampfer „Bremen am 20. Mat,
morgens 2 Uhr, in New=York
angekommen.
Der Dampfer „Georg
Waſhing=
ton” iſt am 27. Mai, 8 Uhr
vor=
mittags, in Bremen angekommen.
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Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 170 C.
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Miſſionszelt zu Darmſtadt
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Abend 8½ Uhr und außerdem jeden Sonntag nachmittag 4 Uhr
volkstümliche, cheiſtliche Vorträge
gehalten. — Die Thematas für die erſte Woche ſind folgende:
Sonntag,
Montag,
Dienstag,
Mittwoch,
Donnerstag, 6.
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Samstag, 8.
2. Juni, nachm. 4
abends 8½
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im Anzug.
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Mit Jeſum von Nazareth.
Jeden Nachmittag (außer Samstags) findet im Zelt um 4 Uhr
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Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
er Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
den ſich: 1 Wolfshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
rentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
gerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk
„ vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(12069
Anter= u. Birſchenernie=Verſteigerung.
Dienstag, den 4. Jnni, vormittags 9 Uhr,
1. die Futterernte (Grünfutter und Heugras) von 6,5ha fiskaliſche
Grundſtücke in der Hirtenbach, im Steckenborn, Marienhöhe
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2. die Kirſchenernte aus ſämtlichen Anlagen daſelbſt, geſchätzt zu
4½ Zentner, in 3 Loſen ferner: 3 Haufen Erbſenreiſig.
Zuſammenkunft in der Hirtenbach am Lärchenwäldchen.
Eberſtadt, den 30. Mai 1912.
(12086
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
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reitag, den 31. Mai 1912, nachmittags 3 Uhr,
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ſtimmt verſteigert.
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Menu 2 Mk.
Vorspeise
Legierte Suppe mitSchwämmchen
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Gleichzeitig empfehle täglich
Prischen Kafbe, Torten und Kuchen.
Zu gütigem Besuche ladet ergebenst ein
(12070
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[ ← ][ ][ → ] lch habe es mir diesmal besonders angelegen sein
lassen, dem verehrten Publikum in der
in Bezug auf Qualität und Preiswürdigkeit der
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gelegten Waren ganz Hervorragendes zu bieten.
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Schaufenster-Dekorationen.
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Weissen Waren.
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Kunſt und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
N.
Siehſt du — da haben wirs! Das kommt von dieſem
albernen Komödieſpielen! Jetzt ſchreibt man uns ſchon
anonyme Briefe! Aber das hat niemand anders getan als
die Kanzleirätin Bangemann, die neidiſch auf unſere
El=
friede iſt, weil ſie beſſer geſpielt hat, als die Töchter der
Bangemann!
Mit heftig hervorgeſtoßenen Worten warf Frau
Minna Schulze ihrem Gatten, der behaglich ſeinen
Mor=
genkaffee ſchlürfte, einen Brief zu, erhob ſich von ihrem
Stuhl und ging erregt im Zimmer auf und ab.
Was iſt denn geſchehen? fragte Friedrich Wilhelm
Schulze, phlegmatiſch nach dem Briefe greifend. Aber ſchon
nachdem er einige Zeilen geleſen, färbte ſich ſein Geſicht
purpurrot; er ſchlug heftig mit der Hand auf den Tiſch
und rief: „Das iſt ja ine ausgemachte Gemeinheit!
Der anonyme Brief war aber auch danach beſchaffen,
das würdige Ehepar aus ſeiner Ruhe aufzuſchrecken. Er
lautete: Eine gute Freundin gibt Ihnen den Rat, ein
wachſames Auge auf Ihre Enkelin Elfriede zu haben.
Ernſt Norbert iſt ein ſchöner Mann und ſcheint das In=
tereſſe Ihrer Enkelin in hohem Maße erregt zu haben.
Wenigſtens wollen aufmerkſame Augen Norbert und ihre
Enkelin öfter in ſehr intimem Geſpräch geſehen haben.
Es wird ja jetzt ſehr früh dunkel und die Promenaden
unſerer Stadt ſind von fünf Uhr nachmittags an
menſchen=
leer und wie geſchaffen zur intimen Ausſprache zweier
Liebenden.
Alſo nochmals — die Augen offen halten! Dies rät
Ihnen
eine gute Freundin.”
Das iſt eine Gemeinheit, wiederholte Herr Schulze
aufgebracht. Unſere Elfriede und dieſer Komödiant! Nein,
ſo etwas! Das iſt ja ein Ding der Unmöglichkeit.
Das wollen wir gleich unterſuchen. Ich werde
El=
friede einmal ordentlich ins Gebet nehmen.
Du wirſt doch nicht, Frau! Solche anonyme Wiſche
wirft man einfach in den Ofen, entgegnete Herr Schulze
in einer Anwandlung vornehmer Würde.
Aber nicht, wenn ihr Inhalt mit den eigenen
Beobach=
tungen übereinſtimmt.
W—a—a—as?
Ich habe ſchon ſeit einiger Zeit den Verdacht gehegt,
daß ſich Elfriede viel zu ſehr für die Perſon des
Schau=
ſpielers intereſſiert. Am Abend der Aufführung von des
Profeſſors Feſtſpiel hat ſie mit Vorbert eine ganze Zeit
lang allein in einem einſamen Winkel der Bühne geſtand
i und geplaudert. Als ich zu ihnen trat, hatte ſie hochre
Wangen und gar ſeltſam leuchtende Augen; ſie wußte v
Verlegenheit kein Wort zu ſagen. Haſt du ihr verändert
Weſen nicht auch bemerkt?
Ja freilich — ſie iſt ſtill und blaß geworden.
Und iſt wie toll hinter dem Theater her! Hauptſächli
wenn dieſer Norbert ſpielt, iſt ſie nicht zu halten. Ab
dieſe romantiſche Schrulle muß ihr gründli chausgetriebe
werden. Gleich werde ich ſie rufen!
Das wirſt du bleiben laſſen, unterbrach ſie Hei
Schulze, indem er ſich erhob und ſeine Frau am Arme
griff. Durch deine Heftigkeit würdeſt du blos alles ve
derben. Du reizeſt das Mädchen nur zum Widerſpru=
und wer kann wiſſen, was dann geſchieht? Wir müſſe
ſie auf andere Weiſe von dieſer törichten Schwärmerei z
heilen ſuchen.
Aber wie?
Wie wärs, wenn wir ſie auf einige Zeir zu
Wend=
borns ſchickten,
Damit ſie nur dort noch mehr in ihrer Torheit beſtärl
wird! Weißt du nicht, daß Doktor Wendeborn auch ſü
das Theater ſchwärmt? Daß er ſogar Theaterſtück
ſchreibt und Theaterkritiker iſt?
Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Seite 13.
Nun, Profeſſor Kurdelbaum ſchreibt auch
Theater=
ftücke und iſt ein hochangeſehener Mann.
Der iſt etwas ganz anderes. Kurdelbaum iſt
Pro=
feſſor und Schuldirektor und ſchreibt nur zu ſeinem
Ver=
gnügen. Doktor Wendeborn tut aber nichts weiter. Nein,
da weiß ich ein beſſeres Mittel.
Nun?
Eine verſtändige Heirat.
Ja, das wäre freilich das beſte Mittel. Aber wie
willſt du das erreichen?
Wir brauchen nur Herrn Kuhnert ein paar mal
ein=
ßuladen, dann hält er um Elfriede an.
Und wenn Elfriede ihn zurückweiſt?
Das darf ſie eben nicht! Dazu ſind wir doch auch
Roch da.
Hm — das ſcheint mir doch eine ſchwierige Sache.
Ueberlaß nur alles mir, ich werde es ſchon machen.
Ich bin damit einverſtanden. Aber vor allem keine
heftige Auseinanderſetzung mit Elfriede! Das Kind tut
mir leid.
Ich verzichte darauf, wenn du mich nur ſonſt
gewäh=
ren läßt.
Von dieſem Tage an begann ein Martyrium für
El=
friede, unter dem ſie ſowohl ſeelig als körperlich
zuſammen=
zubrechen drohte. Sie durfte niemals allein ausgehen;
wie ein aufmerkſamer Poliziſt ſchritt Frau Minna Schulze
ſtets an ihrer Seite einher und beobachtete alle ihre
Be=
wegungen, ihr Minenſpiel, ihre Augen mit argwöhniſchen
Blicken. Das Theater blieb ihr fortan verſchloſſen, ſogar
ihre lieben Bücher wurden ihr fortgenommen, das
nüch=
terne Stadtblatt war ihre einzige Lektüre. Die Mal= und
Muſikſtunden, die ſie bisher genommen wurden abbeſtellt,
dafür erhielt ſie einen Kurſus in der Schneiderei und im
Weißnähen — gewiß eine ſehr nützliche Beſchäftigung für
ein junges Mädchen, aber nicht geeignet einem Charakter
wie der Elfriedes war, zu genügen, und den heißen Durſt
ihrer Seele zu ſtillen. Im Hauſe mußte ſie waſchen und
kochen, das Dienſtmädchen wurde abgeſchafft und Elfriede
mußte deſſen Arbeit übernehmen.
Sie unterzog ſich allen dieſen Arbeiten willig und ohne
Murren. Aber in ihrer Seele ward es mit jedem Tage
düſterer; ihr Herz wurde der Verzweiflung nahe gebracht.
Niemandem konnte ſie ſich anvertrauen, nirgends fand ſie
Verſtändnis für ihren Seelenzuſtand. Freundinnen beſaß
ſie nicht; was hätten ihr dieſe auch nützen können, da ſie
niemals allein war, da ſie keinen Brief, nicht einmal an
ihre Eltern ſchreiben durfte, der nicht der Kontrolle der
Großmutter unterlag. Aus dieſem Grunde ſchrieb ſie lieber
überhaupt nicht, ſodaß ſich ihre Mutter bereits über ihre
„Schreibfaulheit” beklagte.
Elfriede ahnte wohl, woher dieſe plötzliche Aenderung
ihrer Lebensweiſe gekommen war. Sie fügte ſich in das
Unvermeidliche, aber wenn Frau Minna Schulze hoffte,
mit ſolchen Mitteln den Sinn der Enkelin zu ändern und
ſie ihren Plänen gefügig zu machen, dann täuſchte ſie ſich.
Elfriede bewahrte in der Tiefe ihres Herzens die Liebe
und Treue nicht nur dem geliebten Manne, ſondern auch
der heißerſtrebten Kunſt, in der ſie dereinſt Großes zu
leiſten hoffte.
So rückte Weihnachten allmählich heran.
Wir werden Herrn Kuhnert einladen, den heiligen
Abend bei uns zu verbringen, ſagte Frau Schulze. Die
Junggeſellen ſind an dieſem Abend ſtets ſo allein und Herr
Kuhnert liebt das Familienleben ſo ſehr.
Elfriede erbleichte. Jetzt wußte ſie, wo hinaus die
Pläne der Großmutter gingen und weshalb ſie, Elfriede,
ſo von allem Verkehr abgeſchnitten worden war. Aber in
ihrer einſamen, ſtolzen Seele bäumte ſi chder Trotz
em=
por, ſie erhob ſich raſch und verſetzte mit bebender Stimme:
Ich kann dich zwar nicht verhindern, Herrn Kuhnert
ein=
zuladen, aber ich bitte dann, mich für den Abend zu
ent=
ſchuldigen und mir zu erlauben, auf meinem Zimmer zu
bleiben.
Frau Schulze war im erſten Augenblick ſprachlos.
Langſam ſtieg ihr die Zornesglut in die Stirn und dann
brach der Sturm über die arme Elfriede los, die dieſem ſich
haſtig überſtürzenden Wortſchwall nichts entgegenſetzen
konnte als ein ſtolzes Schweigen. (Fortſetzung folgt.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Seite 15.
ie neue Maß= und Gewichtsordnung.
3. Einführung der geſetzlichen
Nacheichungspflicht.
(Schluß.)
Die Ueberwachung des Maß= und Gewichtsverkehrs
ſchah ſeither durch die Polizeibehörden, die zu dieſem
peck in Heſſen bei den Landgemeinden alle fünf Jahre,
*i den größeren Städten alle drei Jahre, ſogenannte
lizeilich=techniſche Maß= und Gewichts=Reviſionen unter
uziehung eines Eichmeiſters als Sachverſtändigen
ab=
elten. Dieſe Reviſionen erfreuen ſich einer ausgeſpro
nen Unbeliebtheit, teils weil eine Störung des
Ge=
äftsbetriebes dabei unvermeidlich iſt, teils weil eine
hädigung des Rufes des ſo öffentlich von
Polizeibeam=
revidierten Geſchäftsmannes befürchtet wird. Dazu
mmt, daß die ſeitherige Strafbeſtimmung (§ 369 Ziffer 2
s Strafgeſetzbuches) denjenigen mit Geldſtrafe oder
ift bedrohte, bei dem nicht „gehörig geſtempelte” oder
trichtige Meßgeräte „vorgefunden” wurden. Solche
egenſtände verfielen überdies der Einziehung. In
die=
e Strafbeſtimmung lag eine doppelte Härte. Einmal
nnte der Beſitzer von Meßgeräten nicht anſehen, ob ſie
ehörig” geſtempelt waren, und wenn nicht, ob das nicht
va auf einem Verſehen eines Eichbeamten beruhte;
ſo=
nn aber mochte ein Beſitzer die von ihm als unrichtig
kannten Meßgeräte auch in beſter Abſicht außer Gebrauck
ſetzt haben, er wurde trotzdem beſtraft, wenn ſie in
ſei=
m Beſitz vorgefunden wurden”.
Alle dieſe Mißſtände haben dazu geführt, die
Erhalt=
ig eines normalen Zuſtandes der Meßgeräte auf
ande=
m Wege zu erzielen als bisher. Man iſt davon
aus=
gangen, daß bei dem üblichen Gebrauch ein richtiges
leßgerät ſeine Richtigkeit mit großer Wahrſcheinlichkeit
ne gewiſſe Zeit lang beibehält, nach dieſer Zeit aber neu
richtigt werden oder als nicht mehr berichtigungsfihig
ts dem Verkehr ausſcheiden muß. Auf Grund dieſer
fahrungsmäßigen Zeiträume ſchreibt die neue M. u.
O. vor: „§ 11. Die dem eichpflichtigen
Ver=
hr dienenden Meßgeräte ſind innerhalb
eſtimmter Friſten zur Nacheichung zu
ringen. Die Friſten, innerhalb deren die
Nacheich=
ig vorzunehmen und zu wiederholen iſt, betragen bei
den Längenmaßen, den Flüſſigkeitsmaßen, den
Meß=
erkzeugen für Flüſſigkeiten, den Hohlmaßen und
Meß=
erkzeugen für trockene Gegenſtände, den Gewichten, den
fagen für größte zuläſſige Laſt bis einſchließlich 3000
ilogramm, ſowie den Fäſſern für Bier zwei Jahrer
den Wagen für eine größte zuläſſige Laſt von 3000
Kilo=
ramm und darüber, den feſtfundamentierten Wagen und
in Fäſſern für Wein und Obſtwein drei Jahre. Die
riſt beginnt mit dem Ablauf desjenigen Kalenderjahres.
welchem die letzte Eichung vorgenommen worden iſt
ei Fäſſern, in denen Wein gelagert iſt, endet die
Nach=
chungsfriſt nicht, bevor das Faß entleert worden iſt
asmeſſer ſind von der Nacheichung ausgenommen.” Von
in ſonſtigen eichpflichtigen Gegenſtänden unterliegen der
acheichpflicht ferner nicht die Fördergefäße im
Berg=
erksbetriebe, ſowie die ganz aus Glas hergeſtellten
Meß=
eräte. § 24 M. u. G.O.: „Für diejenigen Meßgeräte
elche beim Inkrafttreten dieſes Geſetzes bereits mit
nem die Zeit ihrer Eichung oder letzten Nacheichung
be=
ichnenden Jahreszeichen verſehen ſind, beginnen die in
11 feſtgeſetzten Friſten für die Nacheichung oder deren
siederholung mit dem Ablauf des ſo bezeichneten
Ka=
nderjahres; für diejenigen Meßgeräte, die noch kein
ahreszeichen tragen, mit dem Ablauf des Jahres in
elchem dieſes Geſetz in Kraft tritt.‟ Dafür drei Beiſpiele:
Iſt eine Fuhrwerks= oder Gleiswage (die ſchon ſeither
ei jeder Eichung eine Jahreszahl erhalten mußte)
zuletz=
n Jahre 1909 geeicht worden, ſo läuft ihre dreijährige
riſt vom 1. Januar 1910 an, endigt alſo am 31. Dezember
212. Die Wage muß alſo noch im Jahre 1912 nachgeeicht
erden. Trägt ſie als letztes Jahreszeichen 1910 oder
211, ſo verlängert ſich ihre laufende Friſt bis Ende 1913
ezw. 1914. 2. Die Bierfäſſer der Brauereien, welche
bis=
er nicht geeicht waren, haben für die erſte Eichung eine
riſt bis 1. Januar 1913. Von da ab läuft ihre
zwei=
rhrige Nacheichungsfriſt, ſo daß bis längſtens 31.
Dezem=
er 1914 ihre erſte Nacheichung ſtattgefunden haben muß.
ie Bierfäſſer dagegen, welche ſeither ſchon freiwillig von
en Brauereien zur Eichung gebracht und dabei mit der
ahreszahl der Eichung verſehen worden ſind, müſſen
denn ſie die Jahreszahl 1910 oder eine ältere tragen, bis
ingſtens 31. Dezember 1912, wenn ſie aber die
Jahres=
ahl 1911 tragen bis 31. Dezember 1913, und wenn ſie die
ahreszahl 1912 tragen, bis 31. Dezember 1914 nachgeeicht
rin. 3. Die Meßgeräte des Kleinhandelsverkehrs tragen
isher kein Jahreszeichen. Ihre Nacheichungsfriſt würde
lſo, da die M. u. G.O. am 1. April dieſes Jahres in
raft trat, am 1. Januar 1913 beginnen und in 2 Jahren,
lſo am 31. Dezember 1914, ablaufen. Hier wird nun
Uerdings eine landesrechtliche Uebergangsbeſtimmung
ine Beſchleunigung mit ſich bringen inſofern, als
diejeni=
en Landesteile, in welchen ſeit der letzten polizeilich=
tech=
iſchen Maß= und Gewichtsreviſion ſchon drei oder mehr
Jahre verfloſſen ſind, noch im laufenden Jahre einer
poli=
eilichen Reviſion unterworfen werden ſollen, um den
lebergang von den ſeitherigen fünfjährigen
Reviſions=
erioden in die künftig zweijährigen beſſer auszugleichen.
Daß die Einführung der Nacheichung den Beſitzern
er Meßgeräte auch ſonſt mancherlei Erleichterungen und
Fereinfachungen gegen ſeither bringt geht aus folgendem
ervor: Bisher wurden die Gewerbetreibenden vor den
eweiligen Maß= und Gewichtsreviſionen polizeilich
ver=
varnt und es wurde ihnen empfohlen, ihre Gegenſtände
echtzeitig vorher nachprüfen und nötigenfalls berichtigen
u laſſen, damit Beſtrafungen und Beſchlagnahmen
ver=
nieden würden. Die Meßgeräte mußten dann den
Eich=
mtern zur Prüfung zugeſchickt werden, wo ſie ſich
perio=
iſch anhäuften und nur mit Zeitverluſt abgefertigt werden
onnten und unter Umſtänden inzwiſchen im
Geſchäfts=
etriebe der Beſitzer dringend vermißt wurden. Die
Eich=
gebühren waren hoch, dazu kamen meiſt Berichtigungs=
und Transportkoſten. Selbſt dort, wo in den letzten
Jah=
ren auf Wunſch der Intereſſenten ſogen. örtliche Eichtage
abgehalten und damit wenigſtens die Eichgeſchäfte
be=
ſchleunigt worden ſind, hatten die Beſitzer der Meßgeräte
immer noch Grund, über die Höhe der Gebührenzuſchläge
(40 Prozent) zu klagen, die zur Deckung der beſonderen
Eichamtsunkoſten erhoben werden mußten.
Jetzt werden zum Zwecke der Nacheichung im
weſent=
lichen nur noch diejenigen Beſitzer ihre Meßgeräte in ein
Eichamt verbringen müſſen, die am Sitz eines Eichamtes
wohnen. Im übrigen ſoll die Nacheichung auf feſten
Rundreiſen zu vorher bekannt gemachten Zeiten
ſtattfinden, wobei die Eichmeiſter mit ihrer techniſchen
Ausrüſtung in allen denjenigen Gemeinden nach Bedarf
örtliche Eichtage abhalten werden, wo ihnen ein
geeigntes Lokal zur Verfügung geſtellt wird und wo die
Gemeinde ſich zur koſtenloſen Einziehung und Ablieferung
der Gebühren bereit erklärt. Bei Gewährung von
ört=
lichen Eichtagen wird ſo weit gegangen werden, wie es
Zeit und Geſchäftsumfang an den einzelnen Orten
ge=
ſtattet. Die Koſten der Rundreiſen ſelbſt hat nicht mehr
der Intereſſent, auch nicht die Gemeinde, ſondern die
Staatskaſſe zu tragen. Ueberdies ſind die
Nacheich=
ungsgebühren weſentlich niedriger als die
Neueichgebühren. Für die Mehrzahl der Gegenſtände des
Kleinhandelsverkehrs betragen ſie nur noch etwa die
Hälfte. Sodann werden — im Gegenſatz zu benachbarten
Staaten — in Heſſen die Gegenſtände in gewiſſen
aus=
drücklich zugelaſſenen Fällen auch von dem Eichbeamten
berichtigt, wodurch den Beſitzern namentlich bei den
Meſ=
ſingewichten unnötige Doppelkoſten erſpart werden. Eine
Benachteiligung von Gewerbetreibenden (z. B.
Schloſ=
ſern) iſt aus dieſer Vorſchrift um deswillen nicht zu
er=
warten, weil die Art der vom Eichmeiſter
vorzunehmen=
den Berichtigungen immerhin eng umgrenzt iſt, ſchon mit
Rückſicht auf die ſonſt mehr erforderliche Zeit zur
Erledig=
ung des Nacheichungsgeſchäfts.
Endlich wird im Nacheichungsgeſchäft eine weitere
Fehlergrenze bei der Prüfung angewendet.
Die Einführung der Nacheichung ſoll zwar die Härten
des ſeitherigen Verfahrens der Maß= und Gewichtspolizei
mildern, kann aber deren Obliegenheiten nicht völlig
er=
ſetzen. Eine Kontrolle der erfolgten Nacheichung muß den
Polizeibehörden vorbehalten bleiben und Uebertretungen
ſind ja auch durch § 22 der M. u. G.O. unter Strafe
ge=
ſtellt. (Geldſtrafe bis 150 Mark oder Haft. Daneben
Un=
brauchbarmachung oder Einziehung, eventuell
Vernicht=
ung der Geräte.) Eine weſentliche Verbeſſerung liegt
da=
rin daß nicht mehr der bloße Beſitz vorſchriftswidriger
Geräte ſträfbar iſt, ſondern nur ihre Anwendung und
„Bereithaltung” im eichpflichtigen Verkehr. Damit
ent=
fällt für die Polizei künftig die Veranlaſſung zur
förm=
lichen Hausſuchung nach unvorſchriftsmäßigen Geräten.
Die Reviſion kann ſich auf die zum eichpflichtigen Verkehr
dienenden Räumlichkeiten beſchränken; ſie kann ſich
über=
dies vereinfachen, wenn der Beſitzer der Meßgeräte dem
Polizeibeamten den bei der Nacheichung erhaltenen
Eich=
oder Prüfungsſchein vorlegt. Dieſe Scheine ſind deshalb
ſorgfältig aufzubewahren und bei Reviſionen
vorzuzei=
gen. Im übrigen revidiert der Polizeibeamte künftig in
erſter Linie nur die Jahreszeichen der Meßgeräte. Eine
Richtigkeitsprüfung braucht wegen der kurzen
Nacheich=
ungsfriſten nur noch in offenbaren Zweifelsfällen
ſtatt=
zufinden. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Pflicht des
Beſitzers, ſeine Geräte zur Nacheichung zu bringen, ihn
nicht von der weiteren Verantwortung dafür entbindet,
daß die Meßgeräte jederzeit richtig ſind. Um die
Beſitzer von der ſeither oft ſchwer empfundenen Sorge um
den Verbleib der als falſch verworfenen, nicht mehr
be=
richtigungsfähigen Meſſinggewichte zu befreien, wegen
deren, wenn ſie nach der Rückgabe beim Beſitzer
vorgefun=
den wurden, ſeither vielfach Strafen verhängt werden
mußten, iſt die Einlöſung ſolcher Gewichte zum
Altmetall=
wert durch die Eichamtskaſſe in Ausſicht genommen.
Da=
mit wird zugleich ſicher erreicht, daß die falſchen Stücke
nicht mehr im Verkehr bleiben und auch nicht
verſehent=
lich weiter benutzt werden.
4. Verſtaatlichung des Eichweſens.
In Heſſen ſind die Eichämter ſchon ſeit 1819
Staats=
anſtalten. Inſofern bringt alſo die M. u. G.O. in dieſem
Punkte wenig Neues. Eine anderweitige Organiſation
der Eichämter iſt aber aus dem Grunde nötig geworden
weil nach dem Willen des Reichsgeſetzes die ſeitherige
Vergütung der Eichmeiſter in Form von
Gebührenantei=
len aufhören muß und ihre Anſtellung als Staatsbeamte
erforderlich wird. Die ſeitherige Praxis, als Eichmeiſter
Gewerbetreibende anzunehmen und ſie auf
Gebührenan=
teil zu ſtellen, war bei den übrigen Gewerbetreibenden
der gleichen Art mit Recht ſehr unbeliebt. Die Anſtellung
der Eichmeiſter als Staatsbeamte hat ſich je länger je
mehr als dringendes Erfordernis zur Beſeitigung der
Mängel des ſeitherigen Syſtems erwieſen.
Mit der nunmehrigen Aenderung in der
Beamten=
organiſation iſt eine anderweitige Einteilung der
Eich=
amtsbezirke nötig geworden. Künftig werden unter der
Großh. Eichungs=Inſpektion als techniſcher
Aufſichtsbe=
hörde ſechs Haupteichämter in Darmſtadt, Offenbach,
Gie=
ßen, Friedberg, Mainz und Worms, beſtehen, die ſtändige
Perſonalbeſetzung erhalten. Von dieſen Haupteichämtern
wird an beſtimmten, nach Bedürfnis feſtzuſetzenden
Amts=
tagen der Dienſt in den ſechs Nebeneichämtern mit
ver=
ſehen, die in Bensheim, Erbach, Alsfeld, Nidda, Bingen
und Alzey verbleiben.
Außer dieſen Eichämtern können nach Bedarf für
zelne Arten von Eichgegenſtänden ſogen.
Abfertigungs=
ſtellen errichtet werden, die ebenfalls vom Perſonal der
Haupteichämter bedient werden. Haupt= und
Nebeneich=
ämter, ſowie Abfertigungsſtellen ſind ſtändige Amtsſtellen
im Sinne der Eichgebührenordnung, d. h. dort ſind
Zu=
ſchläge für die beſondere Inanſpruchnahme der Beamten
nicht zu zahlen. Ebenſo gelten diejenigen Räume, in denen
örtliche Eichtage im Nacheichungsverfahren abgehalten
werden, als Amtsſtellen wenigſtens für die eichamtliche
Behandlung ſolcher Gegenſtände für die der Eichtag
be=
ſtimmt iſt.
Bei Eichung außerhalb der Amtsſtelle wird ein
Zuſchlag erhoben, der bei Gasmeſſern 5 Prozent, ſonſt
20 Prozent der Gebühren, mindeſtens aber 5 Mark für
jeden Beamten und jeden angefangenen Tag beträgt. Im
Nacheichungsverfahren ermäßigen ſich dieſe 5 Mark in
be=
ſtimmten Fällen bis auf 1 Mark.
In allen Fällen bedarf es zur Vornahme von
Eich=
geſchäften außerhalb der Amtsſtelle eines beſonderen
An=
trages. Der Antragſteller iſt auch verpflichtet, für die
rechtzeitige Bereitſtellung der Eichgeräte und der nötigen
Arbeitshilfe auf ſeine Koſten zu ſorgen und die Fahrkoſten
des Eichmeiſters, ſoweit ſie nicht Eiſenbahnkoſten ſind, zu
tragen. Den Großbetrieben (z. B. Brauereien,
Wagen=
fabriken uſw.) können regelmäßige Eichungen in dazu
be=
reitgeſtellten Räumen bewilligt werden; aber dieſe Räume
gelten in der Regel nicht als Amtsſtellen.
Wie ſchon bemerkt, iſt das Eichperſonal künftig in den
Haupteichämtern konzentriert und erledigt von dort aus
alle Eichgeſchäfte. Es empfiehlt ſich deshalb, alle
Beſtel=
lungen und Sendungen an das nächſtgelegene
Haupteichamt zu richten, wenngleich die Wahl der
Eichſtelle dem Intereſſenten überlaſſen iſt. Die Benutzung
der Amtstage an Nebeneichämtern und
Abfertigungsſtel=
len wird durch geeignete Bekanntmachungen natürlich
möglichſt erleichtert werden und iſt ſehr erwünſcht, um die
verhältnismäßig hohen Unkoſten dieſer Anſtalten
erträg=
lich zu machen. Die örtlichen Eichtage im Nacheichungs
verfahren ſind — von Ausnahmefällen abgeſehen — für
die am Ort wohnenden Intereſſenten obligatoriſch; durch
Nichtbenutzung entſtehen ihnen ja auch unter allen
Um=
ſtänden größere Koſten.
Eine Ausnahme von der Vorſchrift, daß die
Eichan=
ſtalten ſtaatlich ſein ſollen, iſt auf Grund der M. u. G.O
nur für die am 1. April beſtandenen Gemeinde=
Faß=
eichämter zugelaſſen. Infolgedeſſen bleiben in Heſſen
55 ſolche Faßeichämter neben den Staatseichämtern
be=
ſtehen, jedoch nur für Fäſſer und Herbſtgefäße. Sie
unter=
ſtehen in der Verwaltung den Bürgermeiſtereien, techniſch
der Eichungs=Inſpektion. Für die techniſche Aufſicht
zah=
len die Gemeinden an die Staatskaſſe eine Gebühr. Die
Gemeinde=Eichmeiſter ſind nicht Staatsbeamte. Ihre
Be=
ſoldung iſt Sache der Gemeinden. Faßeichämter ohne
geeignetes Perſonal oder Eichlokal können geſchloſſen
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(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
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84604 87672 89790 105113 106050 110143 119050
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52159 54442 58252 66994 67437 69260 72812 76650
81556 81956 82367 85857 87348 88546 89451 89724
92279 92889 94664 94964 95410 95818 97025 99161
101261 101837 107683 112485 113851 114966 119776
121666 124034 127279 130103 130948 134431 137191
142688 143998 145236 146471 147997 149515 151356
151603 152035 152439 155558 155869 159201 160139
162124 164503 165596 166135 166506 170223 171086
172115 175376 175769 176821 179549 181428 188878
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 106199
6 Gewinne zu 10000 Mk. 13210 20427 140357
2 Gewinne zu 5000 Mk. 43124
84 Gewinne zu 3000 Mk. 3913 . 4000 7274 15284
18198 18937 28588 31204 35106 36116 44209 45077
56067 56161. 56322 68526 68892 71859 72173 79234
80344 86385 86882 90619 98474 117649 118909
123731 127338 143911 149397 151490 154111 156214
161708 164108 168924 171389 173270 175314 181625
185951
74 Gewinne zu 1000 Mk. 4955 8680 9048 13130
17269 18782 39760 39994 41146 41998 52181 55243
55895 58723 64915 69602 73107 86619 105948
106488 111738 112395 123965 127835 128123 140809
141966 144555 146127 148661 156019 166802 168275
168606 169301 181507 182790
174 Gewinne zu 500 Mk. 6356 7142 7415 7682
14536 15372 21755 23437 26387 29267 33262 33613
40095 40231 43871 45966 47574 50199 50484 51942
54539 54686 60298 63760 64088 65588 66735 68075
69169 69581 72691 73052 74165 76399 76443 78024
84787 87285 88625 91087 91610 96365 96748 99516
99530 101124 102435 109066 109470 109873 110108
111630 113407 118783 119641 119778 120472 120729
122124 127187 127634 129182 132154 134716 135750
136645 138319 138438 142672 148699 149104 151010
160224 160498 164447 166556 170015 170194 173822
175848 175932 180163 181585 163060 185288 186519
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Seite 15=
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Mai 1912.
Nummer 126.
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