Darmstädter Tagblatt 1912


29. Mai 1912

[  ][ ]

Inſerafe
Abonnemenkspreis
175. Jahrgang
ionatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
ärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ir Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
hriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

as Großherzogspaar hat geſtern von Livadia
ſeine Rückreiſe nach Darmſtadt angetreten.
ie Beiſetzung des Prinzen Georg Wil=
helm
von Cumberland hat geſtern in Gmunden
ſtattgefunden.
er öſterreichiſch=ungariſche Miniſter des Aeußern, Graf
Berchtold iſt in Wien wieder eingetroffen.
n Ungarn iſt durch Hochwaſſer großer Schaden
angerichtet worden.
n Villareal (in Spanien) iſt ein Kinotheater ab=
gebrannt
, wobei 80 Perſonen ums Leben
gekommen ſind.
er Sultan von Marokko, Muley Hafid, hat ſich
endgültig entſchloſſen, abzudanken.

Die Berliner Konferenzen.

* Der Kabinettsſekretär Graf Hoyos, welcher den
frafen Berchtold nach Berlin begleitet hat, hat ſich
ort einem Vertreter der Neuen Freien Preſſe gegenüber
ber den Inhalt der Beſprechungen mit den deutſchen
ſtaatsmännern etwa folgendermaßen geäußert:
Den Hauptinhalt der Konferenzen des Grafen Berch=
Ild mit den deutſchen Staatsmännern hat der ita=
ieniſch
=türkiſche Krieg gebildet, der natürlich
ie beiden verbündeten Regierungen jetzt vor allem be=
häftigt
. Leider beſteht zunächſt keine Ausſicht, zu einer
eberbrückung der Gegenſätze zwiſchen Italien und der
ürkei zu gelangen, da Italien die Souveränität über
ripolis etwas voreilig erklärt hat und auf der andern
leite die Türkei verſichert, daß ſie gerade auf die Souve=
inität
über Tripolitanien nicht verzichten kann. Ein
usweg aus dieſen Schwierigkeiten iſt einſtweilen nicht
t finden.
Von einer Triploliskonfereenz iſt zwiſchen
en Regierungen noch nicht die Rede geweſen. Der Nutzen,
en eine ſolche Konferenz bringen könnte, iſt auch nicht
icht einzuſehen. Ueberdies würden ſich deren Zuſtande=
immen
große Schwierigkeiten in den Weg ſtellen. Es
t immer leichter, von einer Konferenz zu ſprechen, als
e zuſammenzubringen. Daß die Fortdauer des Krieges
len Frieden auf dem Balkan ſtören ſollte, iſt,
die die Dinge gegenwärtig liegen, nicht zu befürchten. Die
alkanſtaaten haben bisher eine Haltung bewahrt, die im
ntereſſe des Friedens mit Genugtung zu begrüßen iſt,
nd werden in dieſer ruhigen Haltung wohl auch weiter=
in
verharren. Italien hat bisher den Schauplatz ſeiner
rilitäriſchen Aktionen begrenzt und hat verſichert, daß
Im die Erhaltung des Friedens auf dem Balkan am Her=
en
liege.
Auf die Frage nach einer Entente zwiſchen
tußland und Italien verwies Graf Hoyos auf
ie Aeußerungen Saſonows, daß ein ruſſiſch=italieniſches
invernehmen nicht eriſtiere. Bezüglich der angeb=
chen
Verſtimmungen zwiſchen Deutſchland und Oeſter=
eich
=Ungarn, welche in den letzten Tagen im Deutſchen
leichstage von einigen Abgeordneten erwähnt worden
nd ,ſagte der Graf, von dieſen angeblichen Verſtimmun=
en
ſei in der Preſſe die Rede geweſen, aber die Aus=
orache
des Grafen Berchtold mit den deutſchen Staats=
nännern
habe gezeigt, daß ein volles, ungetrübtes Ein=
ernehmen
zwiſchen den beiden verbündeten Re=
ierungen
beſteht, und daß die beiden Regierungen ſich
uch in Zukunft gegenſeitig unterſtützen werden in der
Verfolgung der Ziele einer konſervativen Politik, d. h.
iner Politik, die darauf gerichtet iſt, den Frieden zu
ichern und den Status quo aufrecht zu erhalten
Von Zeit zu Zeit kann es nichts ſchaden, die feſte Zu=
ammengehörigkeit
der beiden Verbündeten gewiſſen
Nächten vor Augen zu führen, die immer wieder ver=
uchen
, Mißtrauen zu ſäen, um die Eintracht zu ſtören und
Oeſterreich von Deutſchland abzubringen. Dieſe Beſtre=
ungen
haben in Wien ſelbſt ihren Sitz, wo bekanntlich
eer engliſche Botſchafter ſich derart benommen hat, daß
r nur noch aus Anſtandsgründen auf ſeinem Platze ge=
elieben
iſt, und auch der franzöſiſche Botſchafter Crozier
ſt an dieſen Machenſchaften vielleicht nicht ganz unbetei=
igt
geweſen. Insbeſondere iſt es die Balkanpolitik, in
er man Oeſterreich Schlingen zu ſtellen ſucht. Nun, ſolche
Dinge ſind für uns nichts neues, man kann über ſie zur

Tagesordnung übergehen, ſie werden nicht imſtande ſein,
der Intimität Deutſchlands und Oeſterreich=Ungarns Ab=
bruch
zu tun.

Ein neuer Generalſtreik in England.

* England ſteht wieder vor einem Transportarbeiter=
ſtreik
, der das ganze Land umfaßt. Das Streikkomitee
hat am Sonntag abend nach mehrſtündiger Sitzung den
Beſchluß veröffentlicht, daß von morgen an alle
Transportarbeiter der vereinigten Königreiche
die Arbeit niederzulegen haben. Der Streik,
der ſich bisher auf London beſchränkte, greift ſomit auch
auf die Zentren des Landes über. Es ſteht zu befürchten,
daß England ähnlich ſchlimmen Tagen entgegengeht, wie
im Auguſt v. Js., wo die Transportarbeiter ſtreikten und
im März ds. Js., als der große Kohlenarbeiterſtreik ſeine
verderblichen Wirkungen auf alle Induſtrien und den ge=
ſamten
Handel Englands geltend machte.
Das Londoner Streikkomitee hat ſich an die
Gewerkſchaften der anderen Häfen gewandt, um das
Löſchen von Schiffen, die aus dem Londoner Ha=
fen
kommen, zu verhindern. Derſelbe Appell iſt an den
Internationalen Transportarbeiterverband ergangen.
Ferner hat das Streikkomitee ein Manifeſt erlaſſen,
das alle Transportarbeiter zum Streik auffordert und
das gegen die Verwendung von Polizei und Militär zum
Schutze der Arbeitgeber proteſtiert. Die Polizei hat ſtrikte
Order erhalten, die Beförderung von Lebensmitteln aus
dem Hafen ſicherzuſtellen und Einſchüchterungsverſuche
von Arbeitswilligen zu verhindern. Ueber die Streik=
poſten
iſt angeordnet worden, daß ſie ſich nur einzeln an
die Arbeiter wenden dürfen und auch nur dann, wenn
dieſe damit einverſtanden ſind. Wer ein Pferd aufhält
oder einen Fuhrmann beläſtigt, ſoll ſofort verhaftet
werden.
Der Generalſtreik der Transportarbeiter geht, laut
dem Vorwärts, auf folgende Forderungen zurück: 1. Von
den organiſierten Arbeiter ſoll nicht verlangt werden, daß
ſie mit nichtorganiſierten zuſammenarbeiten. 2. Im Ha=
fen
von London ſollen innerhalb der verſchiedenen Arbei=
terkategorien
durchweg gleiche Löhne gezahlt werden.
Zur Baſis dieſer Löhne ſollen die höchſten Sätze genom=
men
werden, die gegenwärtig gezahlt werden.
Die erſte Forderung bedeutet die kaum verſchleierte
Einführung des Koalitionszwanges. Denn, indem die
organiſierten Arbeiter das Recht erhalten, mit Unorgani=
ſierten
nicht zuſammenzuarbeiten, wird für die Unorga=
niſierten
ein mittelbarer Zwang zum Einritt in die Orga=
niſation
ausgeübt. Die zweite Forderung räumt mit dem
Grundſatz auf, daß verſchiedene Arbeitsleiſtungen ver=
ſchieden
zu entlohnen ſeien. Die Tragweite dieſes Schrit=
tes
wird dadurch geſteigert, daß die höchſten Sätze zur
Grundlage des für alle gleichen Lohnes genommen wer=
den
ſollen. Welche Rückwirkung dieſe einſchneidenden
ſozialiſtiſchen Forderungen auf die öffentliche Meinung
Englands ausüben werden, bleibt abzuwarten. Die libe=
rale
Mehrheit des Unterhauſes iſt der Arbeiterſchaft durch
die Einführung des Mindeſtlohnes im Bergbau ziemlich
weit entgegengekommen. Ob die Forderungen der Lon=
doner
Transportarbeiter im Zuſammenhang mit einem
Streik, der dem engliſchen Wirtſchaftsleben naturgemäß
gewaltige Verluſte zufügen muß, nicht einen Umſchwung
zur Folge haben werden, iſt eine offene Frage.

Deutſches Reich.

Regierung, Deckungsfrage und Be=
ſitzſteuer
. Ueber die Beſchaffung der Wehrvorlagen=
deckung
durch Zuhilfenahme einer Beſitzſteuer und über
die Stellung der Verbündeten Regierungen zu dieſer
Angelegenheit ſchreibt die offiziöſe Nordd. Allg. Zta.:
Konnte ſchon ſeit geraumer Zeit mit Sicherheit darauf
gerechnet werden, daß die bürgerlichen Parteien den
Wehrvorlagen ihre Zuſtimmung geben würden, ſo ſchien
bis in die letzten Tage die Beſchaffung der Deckung
nicht ungefährdet. Je größer die hieraus entſpringen=
den
Meinungsverſchiedenheiten waren ,deſto erfreulicher
iſt es, daß es gelang, einen Weg zu finden, der bereits
jetzt eine Löſung bringt und die erforderliche Deckung
ſchafft, ohne die Zukunft zu verbauen. Bei der Beſei=
tigung
der ſogenannten Liebesgabe kam es darauf an,
die Einnahmen aus der Branntweinſteuer zu vermehren,
ohne einem wichtigen Produktionsgewerbe die Grund=
lagen
geſunder Enwickelung zu entziehen. Dieſem
Zwecke dient es, und es liegt auch im Sinne der bisheri=
gen
Geſetzestendenz, wenn die Hälfte der Mehrerträge
zur Unterſtützung des gewerblichen Spiritus verwandt

wird, und die Verbündeten Regierungen konnten ſich da=
her
mit dieſem Entſchluß einverſtanden erklären, nachdem
für eine andere Deckung Sorge getragen war. Die Ver=
bündeten
Regierungen haben auch dazu ihre Zuſtimmung
erklärt, daß dieſe Deckung in einer allgemeinen Beſitz=
ſteuer
beſtehen ſoll. Der Reichsfinanzverwaltung wird
nunmehr die Ausarbeitung einer allen Arten des Beſitzes
gerecht werdenden Beſitzſteuervorlage obliegen. Ob es
gelingen wird, eine Beſitzſteuer zu finden, die auch allen
Arten der Parteianſchauungen und Lehrmeinungen ge=
recht
wird, iſt allerdings eine andere Frage, zumal die
Möglichkeiten einer allgemeinen Beſitzesbelaſtung be=
ſchränkte
ſind. Jedenfalls aber iſt es vom Standpunkte
der Finanzpolitik aus das einzig richtige geweſen, die
bedeutſame Frage jetzt nicht über das Knie zu brechen
und die ſorgſam geſchonte Reſerve nicht ohne zwingenden
Grund hinzugeben, vielmehr eine gründliche und Dauer
verſprechende Ausgeſtaltung des Steuerprojektes vorzu=
bereiten
. Vor allem für bedeutſam erklärt die Nord=
deutſche
es, daß die geſetzgebenden Körperſchaften an deni
Grundſatze: Keine Ausgabe ohne Deckung feſtgehalten
haben Damit ſei es der Reichsfinanzverwaltung ermög=
licht
, die in den letzten Jahren mit Erfolg beſchrittenen
Wege weiter zu verfolgen.
Frhr. v. Marſchall. Zu Ehren des am Mon=
tag
nächſter Woche über Paris abreiſenden Frhrn. v. Mar=
ſchall
findet Freitag abend ein Abſchiedseſſen beim türki=
ſchen
Miniſter des Aeußern ſtatt. Samstag verabſchiedet
ſich der Botſchafter von der deutſchen Kolonie. Die Ab=
ſchiedsaudienz
beim Sultan iſt auf den 29. ds. Mts. feſt=
geſetzt
.
Angeſtellte und Beitragsentrich=
tung
für die Verſicherung. Die neuen Beſtim=
mungen
über die Beitragsentrichtung für die Angeſtellten=
verſicherung
von der Reichsverſicherungsanſtalt ſind mit
Genehmigung des Reichskanzlers nunmehr erlaſſen wor=
den
. An Stelle von Marken, wie ſie für die Arbeiterver=
ſicherung
vorgeſchrieben ſind, ſoll danach das Poſtſcheck=
verfahren
treten. Die Beſtimmungen haben die ungeteilte
Zuſtimmung der zahlreichen Arbeitgeber und Angeſtellten
gefunden, die als Vertreter von Handels= und Landwirt=
ſchaftskammern
ſowie von Arbeitgeber= und Angeſtellten=
verbänden
gehört worden ſind. Auf die Einzelheiten der
Regelung wird an Hand der amtlichen Bekanntmachung
im Reichsanzeiger noch zurückzukommen ſein.
Zum Fall Borchardt. Prof. L. v. Bar in
Göttingen, der hervorragende Kenner des öffentlichen
Rechts, äußert in der letzten Nummer der juriſtiſchen
Fachzeitſchrift Das Recht eine Anſicht über die vom ſo=
zialdemokratiſchen
Abgeordneten Borchardt ins Rollen
gebrachte Rechtsfrage, ob der Präſident des preußiſchen
Abgeordnetenhauſes auf juriſtiſch feſtem Boden ſich be=
fand
, als er den Abgeordneten mit Polizeigewalt aus dem
Sitzungsſaal entfernen und für den Schluß der Sitzung
daraus fernhalten ließ. Er bejaht dieſes Recht. Es
liege Notwehr des Parlaments gegen die rechtswidrigen
Uebergriffe eines einzelnen Abgeordneten vor. Dieſe
Notwehr berechtige das Parlament, insbeſondere ſeinen
Vertreter, den Präſidenten, diejenigen Maßnahmen zu er=
greifen
, die zur Abwehr der Störung erforderlich ſeien.
Wie die Entziehung des Wortes zuläſſig ſei, ſo könnten
auch noch ſtärkere Maßregeln ſich als notwendig erweiſen.
Und wenn die vorhandene Dienerſchaft nicht zur Entfer=
nung
genüge, ſo dürfe die Polizei auf Anfordern des Präs
ſidenten die Notwehrhilfe leiſten. Aus dieſer Begrün=
dung
des präſidialen Rechts würde ſich ergeben, daß es
auch bereits vor Erlaß der neuen Geſchäftsordnung be=
ſtanden
habe. v. Bar hält es ſogar für bedenklich, dieſes
Recht ausdrücklich in einer parlamentariſchen Geſchäfts=
ordnung
feſtzuſetzen, da dieſe Feſtlegung die Würde des
Parlaments zu beeinträchtigen geeignet ſei.

Ausland.

Frankreich und Marokko.
Der Sultan von Marokko empfing General Liautey
in Audienz. General Liautey hob in einer Anſprache
die politiſche Weisheit und die Energie des Sultans rüh=
mend
hervor und verſicherte, daß die letzten Ereigniſſe in
keiner Weiſe dem Fortſchrittswerk der beiden Regierun=
gen
Hinderniſſe bereiten könnten. Frankreich ſei entſchloſ=
ſen
, unter voller Achtung der Machtbefugniſſe des Sul=
tans
ſowie der Religion und der Sitten ſeiner Unter=
tanen
ihm wirkſame Hilfe bei der Einführung eines Regi=
mes
der Ordnung und der Ziviliſation zu leihen. Der
Sultan erwiderte hierauf, er zweifle nicht an dem Ge=
lingen
der Aufgabe Liauteys, deſſen Gefühle der Achtung
vor den Einrichtungen und der Religion des Landes ihm
eine vertrauensvolle Garantie böten. Liautey könne auf

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtarter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 191.

Nummer 124,

die Freundſchaft und die Aufrichtigkeit der Gefühle der
marokkaniſchen Regierung rechnen. Und ſo heiße er ihn
und ſeine Begleitung willkommen.
England.
Veränderung in Englands Mittel=
meerſtellung
. Wie ein Kabelbericht aus Kairo mel=
det
, wird Lord Kitchener ſich zu einer vier=
tägigen
Zuſammenkunft mit Premierminiſter Asquith
und dem Erſten Lord der Admiralität Winſton Churchill
nach Malta begeben. In Kairo verlautet, der Zweck der
Zuſammenkunft ſei die ägyptiſche Okkupationsarmee zu
verſtärken und die Baſis der engliſchen Mittelmeertrup=
pen
von Malta nach Aegypten zu verlegen. Die Erhö=
hung
des Truppenkontingents wird damit begründet, daß
die Bevölkerung im Sudan ſtark zunehme und daß andere
mit England in Verbindung ſtehende Länder Zentral=
afrikas
eine Erhöhung fordern. Auch Tripolis und andere
Nachbarländer Aegyptens ſpielen bei der Erhöhung des
Kontingents eine Rolle.
Vereinigte Staaten,
Der Zweck der ReiſedesStaatsſekretärs
Knox. Auf einem Bankett der Pan=Amerikaniſchen Ge=
ſellſchaft
erklärte Staatsſekretär Knox in einer Rede, der
Hauptgrund ſeiner letzten Miſſion nach dem Caribiſchen
Weere ſei geweſen, die kommende Eröffnung des Pana=
makanals
zu einer Botſchaft brüderlicher Grüße an die
benachbarten Nationen zu geſtalten und ſie zu verſichern,
daß die Eröffnung des Kanals den Beginn einer neuen
Aera enger, verſöhnlicher Beziehungen aller Amerikaner
bedeuten würde. Der Vorſitzende der Kommiſſion für
Auswärtige Angelegenheiten, Sulzer, führte aus;
Er ſei mit Staatsſekretär Knox in der mexikaniſchen Frage
einverſtanden. Wenn die Mexikaner ihren internationa=
len
Verpflichtungen nachkommen, würden die Vereinigten
Stgaten nicht intervenieren. Der ſchlimmſte Fehler oder
pielmehr ein Verbrechen wäre es, wenn die Vereinigten
Staaten Mexiko überfallen wollten. Von einem Erobe=
rungskriege
dürfe keine Rede ſein. Obendrein würde ein
ſolcher Eroberungskrieg nicht weniger als 300000 Mann
und 300 Millionen Dollars erfordern.
Perſien.
Eine vollſtändige Rekonſtruktion des
Miniſteriums iſt zu erwarten, ſohald die Expedition
gegen Salar ed Dauleh ihr Ziel erreicht hat. Hierbei
ſird wahrſcheinlich das Bachtiarenelement aus dem Mi=
niſterium
verſchwinden, da die Anweſenheit der Bachtja=
ren
=Khans in ihren eigenen Gebieten ſehr nötig iſt. Man
nimmt an, daß der Regent bis nach der Neubildung des
Fabinetts hier bleiben wird. Man nennt den Sepahdar
als möglichen Premierminiſter.

* Die am Montag verſtorbene Herzogin Amalie
von Urach war die Gattin des Herzogs Wilhelm von
Urach und Mutter von 10 Kindern, von denen das jüngſte
vor kurzem geboren war. Zwei Kinder ſind ihr im Tode
porangegangen. Die Herzogin war 46 Jahre alt
und die Tochter des verſtorbenen Herzogs Karl Theodor
in Bayern und Schweſter der Königin von Belgien und
der Prinzeſſin Rupprecht von Bayern. Die Herzoge
von Urach, Grafen von Württemberg, ſind Nachkommen
des Herzogs Wilhelm von Württemberg (*f 1830) aus
deſſen Ehe mit der Freifrau von Tunderfeldt. Der Her=
zog
Wilhelm hat ſeinen Wohnſitz in Ludwigsburg.
* Hannover, 28. Mai. Die Ausſperrung
in der Metallinduſtrie iſt hier jetzt vom Ver=
ein
der Metallinduſtriellen in der am 11. Mai beſchloſſe=
nen
Höhe von 60 Prozent der Arbeiterſchaft durchgeführt.
Infolgedeſſen haben auch die übrigen Arbeiter auf den
meiſten Werken gemäß den Beſchlüſſen der Organiſation
die Arbeit niedergelegt, fodaß faſt vollſtändige Arbeits=
ruhe
herrſcht. Nur in einzelnen Betrieben wird die Arbeit
mit einer geringen Arbeiterzahl aufrecht erhalten.
* Paris, 27. Mai. Präſident Fallißres
wohnte heute nachmittag in den Tuillerien in Anweſen=
heit
einer gewaltigen Menſchenmenge dem Vorbeimarſch
der franzöſiſchen und ausländiſchen Vereine bei, die an
dem diesjährigen internationalen muſikali=
ſchen
Wettbewerb teilgenommen hatten Bei dem
Vorbeimarſch der ausländiſchen Vereine erhob ſich der
Präſident und grüßte. Die Vereine brachten dem Präſi=
denten
durch Zurufe ihre Huldigung dar. Beſondere
Ovationen wurden den elſaß=lothringiſchen Vereinen be=
reitet
.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Mai.

* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Oberbrandmeiſter und 2. Kommandanten
der freiwilligen Feuerwehr zu Darmſtadt Ludwig Vogel
das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen, ſowie dem Brandmeiſter Ludwig
Müller und dem 1. Steigerführer und Rechner Jakob
Bauſcher, beide Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr
zu Darmſtadt, das Silberne Kreuz desſelben Ordens.
* Ernannt wurde der Hilfsdiener beim Amtsgericht
Mainz Friedrich Ludwig zum Kreisdiener bei dem
Kreisamt Offenbach mit Wirkung vom Tag ſeines Dienſt=
antritts
an; ferner die Schulamtsaſpirantin Huldg
Waldner aus Waſſelnheim (Elſaß) zur Lehrerin an
der Eleonorenſchule zu Darmſtadt, unter Belaſſung in
der Kategorie der Volksſchullehrerinnen.
* Entlaſſen wurde der Lehrer an der Gemeinde=
ſchule
zu Nieder=Ingelheim, Kreis Bingen, Leonhard
Muntermann auf ſein Nachſuchen aus dem Schul=
dienſte
.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde die Lehrerin
an der katholiſchen Schule zu Bingen Franziska Hutter
auf ihr Nachſuchen bis zur Wiederherſtellung ihrer
Geſundheit.
Poſtkartenwoche J. K. H. der Frau Groß=
herzogin
. Die Vorbereitungen ſind in vollem Gange.
Der Vertrieb wird meiſt von örtlichen Komitees oder
Vertrauensmännern in einer den lokalen Verhältniſſen
entſprechenden Weiſe durchgeführt. Die Probebilder ſind
überallhin verſandt worden, und die Beſtellungen be=
weiſen
, daß ſie in der Bevölkerung Anklang finden.
Zahlreiche Körperſchaften beteiligen ſich an dem Ver=
trieb
zum Beſten der guten Sache. Diejenigen Vereine,
die ſich über die Beſtellungen bis ietzt noch nicht ſchlüſſig
geworden ſind, werden darauf aufmerkſam gemacht, daß
nach dem 1. Juni eingehende Beſtellungen vielleicht nur
noch teilweiſe berückſichtigt werden können. Es empfiehlt
ſich daher, etwaige Beſtellungen baldigſt vorzunehmen.
(Kreiskomitee, Adr. Gr. Kreisamt in Darmſtadt auch
in den durch Plakate bezeichneten Läden,)
s. Preßbeleidigung. Nachdem kaum der bekannte
zweite Beleidigungsfall Berndt mit Verurteilung des
Angeklagten, Redakteur Hirſch, durch die Strafkammer
Mainz zu 2 Monaten Gefängnis geendigt hat und
vorausſichtlich in die Reviſionsinſtanz am Reichsgericht
gehen wird, naht ein neuer Verhandlungstermin in dem
erſten Strafverfahren Berndt=Schapiro gegen Hirſch
vor der hieſigen Strafkammer I. Sie wird ſich, weil
das Reviſionsgericht das auf 6 Monate Gefängnis
lautende Mainzer Strafkammerurteil aufgehoben und
den Fall zur Entſcheidung an das hieſige Landgericht
verwieſen hat, in der Dienstag, den 18. Juni d. Js.,
beginnenden, vorausſichtlich eine ganze Woche dauernden
Verhandlung mit dem ſehr umfangreichen Fall befaſſen.
Es ſind ſchon jetzt 108 Zeugen hierzu geladen. Den
Vorſitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Nagel, Anklage=
vertreter
iſt wahrſcheinlich Staatsanwalt Bernhards; als
Anwälte der Nebenkläger Berndt und Schapiro werden
die Rechtsanwälte Dr. Pagenſtecher und Juſtizrat Dr.
Cauſe, beide in Mainz, und als Verteidiger die An=
wälte
Dr. Bernſtein=München und Dr. Bopp hier tätig
ſein. Die Verhandlung findet im großen Schwur=
gerichtsſaal
ſtatt.
* Einäſcherung. Am Samstag vormittag 11 Uhr
wurde im Offenbacher Krematorium die ſterbliche Hülle
Karl Hepps eingeäſchert. Die nächſten Verwandten
waren zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilt, mit
Darmſtädter Freunden des verewigten Dichters ver=
ſammelt
, um Heyp die letzte Ehre zu erweiſen und ihm
den Dank für das, was er an Liebe, Freundſchaft und
geiſtigem Gute geſpendet, auszuſprechen. Als Vertreter
von Darmſtädter Vereinigungen, dem Verein für
Wiſſenſchaft, Kunſt und Literatur, dem Goethe=Bund
und dem Journaliſtene und Schriftſteller=Verein, ſprachen
die Herren Inſpektor Scheyrer und Profeſſor Dr. W.
Nagel in längeren Ausführungen Worte der Würdigung
des umfaſſenden Wirkens Hepps. Ernſte Weiſen Joh.
Seb. Bachs und Beethovens gaben der einfachen und
dadurch um ſo eindrucksvolleren Feier die künſtleriſche
Weihe.
* Kleyer=Stiftung. Der für Förderung des Auto=
mobilbaues
und der Luftſchiffahrt an der Großh. Tech=
niſchen
Hochſchule in Darmſtadt errichteten Kleyer=
Stiftung iſt vom Großherzog am 11. Mai die Aller=
höchſte
Genehmigung nach § 80 des Bürgerlichen
Geſetzbuches und Artikel 7 des Heſſiſchen Ausführungs=
geſetzes
erteilt worden.
* Jubiläum. Am geſtrigen Tage feierte der Bau=
führer
Johannes Heß aus Weiterſtadt im Hauſe des
Herrn Architekten und Bauunternehmers Ludwig
Wagner ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum.
Von ſeinem Chef wurde ihm ein namhafter Geld=
betrag
und von dem Buchhalter im Namen des Perſonals
eine ſilherne Uhr üherreicht.
O 25. Stiftungsfeſt des Bäckergehilfen=Vereins. Unter
zahlreicher Beteiligung hieſiger und auswärtiger Berufs=
vereine
beging am Montag der Bäckergehilfen=
verein
Darmſtadt ſein 25. Stiftungsfeſt. Am Vor=
mittag
fand die Begrüßung der auswärtigen Vereine

am Bahnhofe ſtatt, woran ſich eine Beſichtigung der
Sehenswürdigkeiten unſerer Stadt, ſowie ein gemein
ſames Mittageſſen anſchloß. Um 3 Uhr bewegte ſich ein
impoſanter Feſtzug nach dem Städtiſchen Saalbau, w.
ſich in dem Saalbaugarten bei dem Feſthankett ein
rechte Feſtesfreude entwickelte. Eingeleitet wurde de
Feſtakt durch einen Begrüßungsmarſch der Kapelle de
Leibgarde=Regiments Nr. 115, an welchen ſich ein Begri
ßungschor der Geſangvereine Germania und Olympic
Darmſtadt ſchloß, Frl. El. Metz begrüßte den Jubelverei
mit einem Prolog. In ſeiner Feſtanſprache dankte de
erſte Vereinsvorſitzende Gg. Schilling den Prinzipale
und Gründern des Vereins, insbeſondere dem Ehrer
vorſitzenden Herrn Bäckermeiſter Gg. Kraus und Herr
Obermeiſter Gg. Finger, für die Unterſtützung de
Vereinsbeſtrebungen. Der Ehrenvorſitzende gab ſodan
ein Bild von der Gründungszeit und dem Werdegan
des Bäckergehilfenvereins. Sein Hoch galt der Einigke
zwiſchen Meiſter und Gehilfenſchaft. Zahlreiche Graty
lationen und Feſtgeſchenke wurden dem Jubelverei
noch dargebracht. Den Schluß des Feſtbanketts bildete
Muſikvorträge ſſowie Männerchöre der Geſangverein
Lyra und Olympia und eine reich ausgeſtattete Tombol
Ein Jubiläumsfeſtball im großen Saalbauſaale gab de
ſchön verlaufenen Feſte einen würdigen Abſchluß,
* Siegreiche Sänger. Der Geſangverein Ljede=
kranz
Darmſtadt errang auf dem großen nationale
Geſangwettſtreit in Arheilgen unter ſtarker Konkurrer
im Klaſſenſingen in der 2. Stadtklaſſe mit 235 Punkte
den 2. Preis, im Ehrenpreisſingen mit 140 Punkten de
1. Ehrenpreis. Beim Singen um den höchſten Ehren
preis, woran ſich 19 Vereine beteiligten, gelang es der
Verein, den höchſten Ehrenpreis, geſtiftet von Sr. König
Hoheit dem Großherzog, mit 235 Punkten zu erringei
* Der Heſſiſche Odenwaldverein machte an
Sonntag einen großen Ausflug. Es verſammelten ſie
die Mitglieder, ſowie eine Anzahl Gäſte früh morgen
5 Uhr am Oſt=Bahnhof und dann gings in her=
licher
Fahrt bis zur Station Gaimühle, von hie
zu Fuß mit Muſik nach Waldkatzenbach, wo das Frü=
ſtück
eingenommen wurde. Nach einer Stunde Raſt gin
es weiter durch die ſchöne Wolfsſchlucht nach Zwinger
berg am Neckar und weiter nach Eberbach, woſelbſt da
Mittageſſen ſtattfand. Um 4 Uhr erfolgte d
Weiterfahrt per Dampfer durch das ſchöne Neckarthe
nach Heidelberg, wo man um 8 Uhr ankam und nac
einem gemütlichen Beiſammenſein die Rückfahrt na=
Darmſtadt um ½10 Uhr wieder antrat.
Aus der Beſſunger Bücherhalle (Beſſunger
ſtraße 28) wurden im Monat April 610 Bücher en=
liehen
; eingeſchriebene Leſer ſeit 1. April 218. G
ſchenke gingen ein: von Frau Geh. Oberforſtrat D
Walther 3 Bände und 5 Jahrgänge Zeitſchriften, vo
Ungenannt 2 Bände. Den gütigen Gebern herzliche
Dank! Anmeldungen weiterer Spenden von Bücher
und guten Zeitſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zur
Verein für Verbreitung von Volksbildung (Mindeſ
beitrag 2 Mark) werden vom Vorſtand des Verein
gerne entgegengenommen. Unentgeltliche Bücherausgab
Dienstag, Donnerstag und Samstag von abends 71
bis 9 Uhr; dort auch Bücherverzeichniſſe zu 20 Pfennig
§ Feſtgenommen. Am zweiten Pfingſtfeiertage ſin
hier feſtgenommen worden ein 17 Jahre altes Dienſt
mädchen aus Fehlheim wegen Diebſtahl und ein
43 Jahre alter Uhrmacher aus Koblenz wegen
Betrug.
M Wolfskehlen, 28. Mai. Die hieſige Sparund
Darlehenskaſſe hatte im abgelaufenen Geſchäfts
jahr einen Kaſſenumſatz von 271191 Mark. Der Reln=
gewinn
beträgt 1070 Mark.
M Trebur, 28. Mai. Die zu unſerer Gemarkung ge
hörende, Nackenheim gegenüberliegende Oberau wurd
von ihrem ſeitherigen Beſitzer, Alexander Hinkel, at
Herrn Wilhelm Lübſen in Oldenburg verkauft, der au
dem 220 Morgen großen, fruchtbaren Obſt= und Wieſen
gelände eine Pferdezuchtſtation in größerer Aufmachun=
errichten
will.
Dieburg, 28. Mai. Der geſtern hier verſammelt
Kreistag des Kreiſes Dieburg hat einſtin
mig die Errichtung eines Kreiswaſſerwerks be
ſchloſſen und zu dieſem Zwecke 30000 Mark für die Vox
arbeiten zur Verfügung geſtellt. Eine dreigliedrig
Kommiſſion wurde ſogleich beauftragt, die nähere
Schritte zu tun, damit das Werk zum Segen des Krei
ſes, insbeſondere der Gemeinden des nördlichen Teils
bald ins Leben treten kann. Eine gute Quelle mit vor
züglichem Waſſer iſt im Gerſprenztale bei Hergershauſer
bereits erbohrt.
M. Langen, 28. Mai. Bei einer Mitgliederzahl von 8
Perſonen hatte die hieſige Spar= und Darlehenskaſſe in
Vorjahre einen Kaſſenumſatz von 1982941 Mark und er
zielte einen Reingewinn von 3197 Mark.
Offenbach, 28. Mai. Am Samstag abend wurde ir
der Karlſtraße der 5jährige Peter Kriegsmann vor
einem Trambahnwagen der Bürgeler Linie erfaß
und zu Boden geworfen. Der Knabe erlitt dabei ſchwer
Schädel= und Unterleibsverletzungen, dener
er im Krankenhaus erlegen iſt. Am Samstag vor
mittag verſammelten ſich die ausgeſperrten und ſtreiken

Auch eine Rede an das deutſche Volk.

K. Heißt’s doch im Fauſt: Denn eben, wo Begriffe
fehlen, da ſtellt ein Wort zur rechten Zeit ſich ein Vor 60
und 70 Jahren ſang das deutſche Volk: Schleswig=Holſtein
meerumſchlungen bis ein ſchön’rer Morgen tagt
und der hat getagt, und den ſchwer geprüften Elbherzog=
tümern
iſt ihr Recht geworden, up ewig ungedeelt, und
auch dem hart geprüften deutſchen Volk begann ein ſchön=
rer
Morgen zu tagen. Und jetzt ſchwärmt und ſingt man
gedankenlos von Elſaß=Lothringen! Wo iſt aber da das
angeſtammte Recht? Als vor Jahrhunderten Frankreich,
leider unter Beihilfe von Mitgliedern edelſter deutſcher
Geſchlechter, die Bistümer Straßburg, Metz, Toul, Ver=
dun
wie Fetzen aus dem Mantel des ſinkenden Deutſchen
Reiches riß, da war der Name Elſaß=Lothringen nur ein
leerer geographiſcher Begriff, gerade ſo wie etwa die
Pieardie, Bretagne oder Franche=Comté, ohne jegliche
politiſche Geltung, ſeitdem die Schöpfer der franzöſiſchen
Zentralgewalt ſie jeder Sonderrechte bergubt hatten.
Wohl aber leſen wir in den Berichten der Zeitgenoſſen
wie noch am Ende des 18. Jahrhunderts zumal die Be=
wohner
der einſt lothringiſchen Bistümer ſich mit zäher
Hartnäckigkeit gegenüber dem Eindringen des Franzoſen=
tums
in ihr Gebiet gewehrt haben. Denn gerade dieſem
Sonder= bezw. Cantönligeiſt haben die Begründer der
einigen und unteilbaren fränkiſchen Republik den Garaus
machen wollen, indem ſie alle hiſtoriſchen Sonderrechte
durch die Departementseinteilung radikal ausrotteten.
Als dann 1870/71 das unter preußiſcher Führung ge=
einte
Deutſchland mit Donnerhall, wie Schwertgeklirr

und Wogenprall ſein Eigentum wieder nahm, das ihm
einſt mit Hinterliſt und offener Gewalt entriſſen worden
war, da war das kein Elſaß=Lothringen, ſondern eben
nur ein paar Departements; es fehlte ja auch jetzt noch
Toul, Verdun, Nanzy und Mömpelgard, von deren geſetz=
licher
Zuſammengehörigkeit in dem Eingangs erwähn=
ten
Sinn auch gar keine Rede war. Die Pariſer haben
ihren einſt blutgetränkten Platz, den ſie jetzt Place de la
Concorde nennen, mit einer Anzahl weiblicher Stand=
bilder
geziert, davon ſie einem den Namen Straßburg
gaben. Als ich 1858 einige Monate in Paris mich auf=
hielt
und man ahnungslos der kommenden Dinge von
den ehemals deutſchen Ländern ſprach, da war von einem
Elſaß oder Lothringen nirgends die Rede, man konnte
nur die Departements Haut=Rhin, Bas=Rhin, de la
Meuſe uſw., woher die Pariſer Reſtaurants ihre
deutſchſprechende Aufwärterſchaft bezogen. Die trauernde
Alſace=Lorraine haben ſie erſt nach 71 jenſeits der Vo=
geſen
gleichzeitig mit der Grotte von Lourdes entdeckt.
Es iſt eben ein bedauerlicher Irrtum, daß die guten
Deutſchen gerade ſo, wie ſeinerzeit die Krinoline und den
Humpelrock, auch dieſen neueſten Artiele de Paris un=
beſehen
annahmen und gar darin eine Parallele zur
Schleswig=Holſteinfrage gefunden haben wollen. Es
gibt eben und gab nie ein Land Elſaß=Lothringen mit
einem beſonders verbrieften Recht!
Es ſind doch immer nur gewiſſe, ſich abſondernde
Parteibeſtrebungen, die eigentlich in internationalem Bo=
den
wurzeln und ſolche Vorſtellungen gern für ihre Son=
derzwecke
ausnützen. Und gerade im neuen Reichsland
ſind es diejenigen, welche ſich nicht mehr darauf beſinnen

wollen, was ihre Vorfahren einſt gelitten, als die gierig
Macht von Weſten her an dem zerbröckelnden Deutſcher
Reich das Rezept anwandte, was jetzt wieder in Nord
Afrika verſucht wird, in den Zeiten des roi soleil und
unter der Herrſchaft einander ſich ablöſender königliche:
Buhlweiber, bis zu dem Volksbeglücker Eulogius Schnei
der und Genoſſen, die ja auch ſchon ihre Lohredner
fanden,
Wenn es kläglicherweiſe auch welche dort gibt, die
ihren angeſtammten Schwabennamen mit einem e mue
oder einem accent aigu franzöſiſch auffriſieren, tun ſi
es doch nur gerade ſo, wie die Scoulez und Müllers
kofsky, den Polaken zu gefallen. Was macht das, wenn
ſie ins Geſicht der deutſchen Nation offen ihr Bedauern
ausſprechen über das große Unrecht, das die
Allemands lourds ihren Freunden angetan, als ſie ihner
bei Wörth, Spichern, Gravelotte und Sedan alle die
Schläge ausbezahlt haben, welche dieſe umgekehrt jenen
bei ihrem geplanten Spaziergang in Berlin zugedacht
hatten.
Freudig kann es daher nur in jedem deutſchen Her
zen mitklingen, wenn unſer Kaiſer denen, die ſo tapfe
hinter dem vermeintlichen Geſetzzaun hervorbellen, weil
ihnen da Niemand was tun könne, ſtatt des gewohnten
Zuckerbrots endlich einmal die eherne Fauſt gezeigt hat
Landgraf, werde hart!
Einer, der auch einſt nach ſeinen ſchwachen Kräften
mitgeholfen hat und damals den Traum ſeiner
Jugend erfüllt ſah.

[ ][  ][ ]

n Metallarbeiter des Kreiſes Offenbach, um zu
n Abmachungen mit den Unternehmern Stellung zu
hmen. Die Abſtimmung ergab deren Annahme mit
00 gegen 200 Stimmen. Der volle Betrieb in den in
etracht kommenden Fabriken wird Mittwoch, den 29.
ai, wieder aufgenommen.
Mörfelden, 28. Mai. Der Rangierer Schulmeyer
urde auf dem Bahnhof von einem Rangierzug
berfahren. Schwer verlert wurde ier nglückliche
ich dem Frankfurter Krankenhaus gebracht, wo ihm das
rke Bein und der linke Arm abgenommen werden
ußten.
Raunheim, 28. Mai. Der vor einigen Tagen im
ain bei der Raunheimer Schleuſe geſunkene, mit
ackſteinen beladene Kahn Donauzille konnte am
amstag gehoben werden. Die Mainſchiffahrt,
e wegen des geſunkenen Bootes geſperrt war, wurde am
eichen Tage freigegeben und die Schleppzüge und
ampfer, die ſich während der Zeit der Sperrung in gro=
r
Zahl vor und hinter der Unfallſtelle angeſammelt hat=
i
, konnten ihre Fahrten fortſetzen.
Heuſenſtamm, 27. Mai. Geſtern abend ereignete ſich
r ein ſchwerer Unfall. Zurzeit wird die Brücke
er den Bieberbach, die von der Dampfwalze eingedrückt
dir, neu aufgebaut; die Kreisſtraße iſt infolgedeſſen ge=
errt
. Die Fuhrwerke ſowie Automobile müſſen ihren
eg durch das rechtsſeitige Bachbett nehmen. Das links=
tige
iſt für den Fußgängerverkehr hergerichtet. Gegen
un Uhr kam nun gleichzeitig ein Auto von Offenbach
d ein Auto von Rembrücken an der fraglichen Brücke an.
r Führer des von Rembrücken kommenden Autos
rubte, man könne auch links fahren und überfuhr im
ben Augenblick den 10jährigen Sohn Peter des
rtefeuillers Joh. Groh von hier, der unter das Auto
riet und lebensgefährlich verletzt wurde. Er
ißte noch in der Nacht in das Krankenhaus nach Offen=
ch
verbracht werden.
tt. Burg Otzberg, 28. Mai. Man ſchreibt uns: Gegen
0 Damen und Herren wanderten den ſteil aufwärts
hrenden Weg zum Otzberg hinan zur Hauptverſamm=
ng
des Vereins für Heimatpflege im
reiſe Dieburg‟ Die Erſchienenen wurden von
errn Kreisrat Dr. Wagner aufs herzlichſte begrüßt.
e wies beſonders darauf hin, daß der Verein Heimat=
lege
es als ſeine Haupttätigkeit für die Zukunft er=
hten
müſſe, Heimatliebe, Heimatſinn und Heimatfreude
erzeugen durch zahlreiche Exkurſionen unter ſach=
mäßer
Führung. Es gelte, die Heimatpflege in die
atur zu verlegen, ſtatt aufs Papier. Danach betrat
err Pfarrer Schuſter=Hering die mit Tannengrün
zierte Rednertribüne und hielt einen Vortrag über die
Feſchichte des Otzberges und ſeiner Veſte‟ Glänzende
hetorik, reiches Wiſſen in Zeit= und Ortsgeſchichte,
iſſenſchaftliche Durcharbeitung des Stoffes und doch
ieder volkstümliche Form des Vortrages, gewürzt von
rudelndem Humor und luſtigen Anekdoten, feſſelten
rs höchſte Intereſſe auch des letzten Teilnehmers. Der
ortrag bot eine überreiche Fülle lebensvoller Tatſachen
eimatlicher Geſchehniſſe; von allen Seiten wurde der
bhafte Wunſch geäußert, derſelbe möge in unſerer Ver=
nszeitſchrift
Die Heimat zum Abdruck gelangen. Nach
ngehender Beſichtigung der erhaltenen Burgteile ging
zum Abſtieg nach dem idylliſch gelegenen Zipfen
jer folgte nun ein zweiter inſtruktiver Vortrag des
errn Oberlehrers Dr. Völſing=Groß=Umſtadt über
die Geologie des Otzberges Auch dieſer Redner
ußte durch ſeine von tiefem Studium zeugenden Aus=
hrungen
, die durch vollendete zeichneriſche Darſtellungen
läutert wurden, nachhaltiges Intereſſe zu erzeugen;
icher Beifall lohnte ſeine hoch zu ſchätzende Arbeit. Hier=
if
erfolgte ein ausführlicher Rechenſchaftsbericht, ver=
inden
mit Rechnungsablage ſeitens des Vereinskaſſiers,
*s Herrn Schulrats Gunderloch=Dieburg. Aus
m Rückblick vom Jahre 1911 ſei bekannt gegeben: Das
eimatblatt erſcheint jetzt in doppeltem Umfang gegen
üher, an Mitgliedern zählt der Verein heute 270. Das
ereinsjahr ſchließt mit einem Ueberſchuß von 25 Mark
Nach Prüfung der Rechnung wird Herrn Schulrat
underloch Decharge, ſowie Dank für ſeine gewiſſenhafte
rbeit ſeitens des Vorſitzenden erteilt. Bedeutungsvolle
nregungen im Sinne unſerer Heimatpflegebeſtrebungen
rben noch die Herren Kreisrat Dr. Wagner, Herr
rofeſſor Dr. Diehl=Dieburg, Herr Baurat Klump=
ieburg
u. a. Von Seiten des Vorſitzenden wurde die
nſchaffung eines Epioſkopes empfohlen. Im Herbſt
II ein gemeinſchaftlicher Ausflug nach Seligenſtadt
nternommen werden. Herr Oberlehrer Malſi=Dieburg
ird den geſchichtlichen Teil und Herr Baurat Klump=
ieburg
den bautechniſchen Teil der Beſichtigung der
iſtoriſch denkwürdigen Stätten Seligenſtadts überneh=

men. Nachdem die Tagesordnung erledigt, gedachte der
Vorſitzende unſeres Landesfürſten, des genialen Förde=
rers
heimatlicher Kunſt. Die Tagung war gleich einem
reichen Born, der ſeine friſchen Quellen ergießt in die
durch Alltagsſtaub faſt vertrockneten Menſchenherzen.
Möge ein recht reges Leben auch im neuen Vereinsjahr
einſetzen und die Mitgliederzahl wiederum verdoppelt
werden, damit die großen Gedanken einer verſtändigen
Heimatpflege in immer weitere Volkskreiſe dringen.
Lindenfels, 27. Mai. Der diesjährige Pfingſt=
verkehr
war hier und an der ganzen Bergſtraße äußerſt
lebhaft. Schon am Samstag waren die Hotels beſetzt
und am erſten Feiertag war in vielen Orten ſelbſt keine
Privatwohnung mehr zu haben. Die für Automo=
bile
ſo gefährliche Kurve in der Nähe unſeres
Waſſerwerkes wird nun beſeitigt. Bekanntlich fuh=
ren
vor 14 Tagen an dieſer Stelle zwei Automobile zu=
ſammen
.
Mainz, 28. Mai. Eine ſchwere Meſſerſteche=
rei
fand in der Nacht zum Montag auf einem hier am
Rheinufer vor Anker liegenden Schiff zwiſchen Ma=
troſen
ſtatt. Zwei Matroſen wurden durch Meſſer=
ſtiche
in Kopf, Arme, Beine und Leib ſchwer ver=
letzt
. Die Täter wurden verhaftet. Ein Wirtsſohn
aus der Hinteren Bleiche wurde vorgeſtern plötzlich irr=
ſinnig
. Er warf Flaſchen und Gläſer durchs Fenſter
auf die Straße. Die Sanitätswache brachte den Irrſin=
nigen
ins Spital. Ein Arbeiter bekam in einer Wirt=
ſchaft
der Schönbornſtraße mit der Wirtin Streitigkeiten.
Plötzlich ergriff er ein Bierglas und ſchlug es der
Wirtsfrau auf den Kopf. Es entſtand eine der=
artige
Verletzung, daß die Frau ins Rochushoſpital ge=
bracht
werden mußte
Mainz=Kaſtel, 28. Mai. Der Flaſchenbierhändler
Weigandt aus Wiesbaden befand ſich am Morgen des
zweiten Pfingſtfeiertages im Hofe einer hieſigen Bier=
brauerei
, um Bier abzuholen. Er zog in dem abſchlüſ
ſigen Hof einen ſchweren Karren beiſeite, wobei er der=
art
zwiſchen den Karren und eine Mauer geriet, daß er
erheblich an Bruſt und Leib gequetſcht wurde.
Die Verletzungen waren derart, daß er kurze Zeit nach
ſeiner Einlieferung ins Krankenhaus ſtarb
Gonſenheim. 28 Mai. Auf dem Güterbahnhof waren
Pfingſtſamstag Arbeiter mit dem Ausladen der Holz=
maſten
für das Elektrizitätsortsnetz beſchäftiat, als durch
einen Zufall der Wagen ins Laufen kam. Wäh=
rend
ſich die anderen Arbeiter in Sicherheit bringen konn=
ten
, kam der Arbeiter Joſeph Wohn unter den Wagen
zu liegen und konnte nur mit ſchweren inneren
Verletzungen befreit werden. Die Sanitätskolonne
legte Notverbände an und brachte den Verletzten in das
Rochushofpital nach Mainz.
(*) Gießen, 27. Mai. Heute abend ſuchte die Poli=
zei
mit ihren Hunden fortgeſetzt die Züge ab. In der
Goetheſtraße iſt nachmittags eine beträchtliche Geld=
ſumme
man ſpricht von 20000 Mark geſtohlen
worden. Das Abſuchen des Bahnhofs und der Züge
blieb in dem ſtarken Menſchengedränge erfolglos.
* Bad Nauheim, 28. Mai. Ueber den Kurerfolg
der Kaiſerin verlautet, daß dieſelbe außerordentlich
damit zufrieden ſei. Sie iſt imſtande, große Spazier=
gänge
, ſelbſt über eine Stunde während, ohne jede Be=
ſchwerde
auszuführen. Am Tage ihrer Abreiſe von Hom=
burg
ließ die Kaiſerin ihren Nauheimer Arzt, Profeſſor
Dr. Groedel, nochmals zum Abſchied kommen und konnte
ſich derſelbe bei dieſer Gelegenheit davon über=
zeugen
, daß die erfreulicherweiſe hier erzielte große
Beſſerung im Befinden der Kaiſerin eine nachhaltige iſt.
Schlitz, 28. Mai. Im Jahre 812 weihte Erzbiſchof
Richolf von Mainz die Kirche in Schlitz in Oberheſſen zu
Ehren der hl. Margarete ein. Zur Erinnerung an die=
ſen
Tag ſoll am 20. Sevtember ds Is das elfhun=
dertjährige
Jubiläum des Beſtehens der Kirche
durch die jetzt evangeliſche Kirchengemeinde feſtlich be=
gangen
werden. Bei der Feier dieſes ſeltenen Feſtes wer=
den
vorausſichtlich der Kaiſer und der Großherzog in
Schlitz anweſend ſein.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 27. Mai. Der Kaiſer
empfing geſtern mittag im Neuen Palais Frl. Mathilde
Kirſchner, die Tochter des Oberbürgermeiſters, den Leib=
arzt
Dr. Niedner und den Konſul Chriſtoph, den General=
direktor
der Niskyſchen Barackenfirma. Es handelte ſich
um den Bau eines Erholungsheimes, das der
Kaiſer für mittelloſe Arbeiterkinder Berlins an der Oſt=
ſeeküſte
errichten will. Frl. Kirſchner hat ſich bereit
erklärt, die Leitung der Anſtalt zu übernehmen. Die
Anlage iſt ſo geplant, daß monatlich 150 Kinder Auf=

nahme finden können. Die Einrichtung wird mithin im
ganzen jährlich 700800 erholungsbedürftigen Arbeiter=
kindern
zugute kommen. Das neue pommerſche
Jagdſchloß des Kronprinzen ,das Fiſchereigut
Moritzhof über deſſen Ankauf durch den Fiskus wir be=
richteten
, liegt zwiſchen dem großen und dem kleinen
Mützelburger See, in der Nähe des Städtchens Neuwarp
(Kreis Ueckermünde). Das Gut umfaßt etwa 900 Mor=
gen
, faſt der ganze übrige Teil beſteht aus Wieſen, auf
die die Rehe aus den anliegenden wildreichen Wäldern
hinüberwechſeln. Der kleine Mützelburger See iſt ſehr
reich an Aalen und Zandern, während der große See we=
gen
ſeines zu geringen Kalkgehaltes und niedrigen Waſ=
ſerſtandes
faſt gar keinen Beſtand an brauchbaren Fiſchen
aufweiſt. Das Fiſchereigut Moritzhof wurde Ende der
60er Jahre von einem Fiſcher aus Prenzlau für den
Preis von 90000 Mark erworben. Damals ſtand dort
nur ein einfacher Fiſcherkaten. Die folgenden Beſitzer
haben neue Wirtſchaftsgebäude aufgeführt und viel für
das Gut getan. Auf dem Exerzierplatz am Bahnhof
Eichkamp wurde am Pfingſtſonntag die Heerſchau
der Pfadfinder durch Generalfeldmarſchall Frhr.
von der Goltz abgehalten. Am Montag war Ruhepauſe.
Am Abend verſammelten ſich die Pfadfinder am Oſtbahn=
hof
, von wo im Sonderzug die Fahrt nach Harnekop, dem
Schloſſe des Grafen Häſeler angetreten wurde. Hier au=
gekommen
, bezogen die Pfadfinder in drei Dörfern Nacht=
quartier
Die Pfingſttage brachten die gefürch=
teten
kalten Tage des Monats Mai. Der Verkehr war
erheblich geringer als in den letzten Jahren. Ueber den
Flugplatz Johannisthal zoa am Montag gegen 6 Uhr
nachmittags eine ſchwere Regenböe, die ſtarke Wirbel=
winde
brachte Alle in der Luft befindlichen Flieger
ſchritten unverzüglich zur Landung und brach=
ten
ſich und ihre Maſchinen in Sicherheit. In der
Villa eines bekannten Bildhauers in Werder ereignete
ſich ein Unglücksfall durch Gasvergiftung, der eine
Freundin der Tochter des Künſtlers, ein 16jähriges Mäd=
chen
, zu m Opfer fiel.
Aſchaffenburg, 28. Mai. Der verheiratete Stations=
gehilfe
Chevalier wurde in der vergangenen Nacht auf
dem Hauptbahnhof von einer Rangierabteilung über
fahren und ſtarb kurz darauf im Krankenhaus.
Nürnberg, 28. Mai. Am Samstag vormittag wollte
bei einer Probe für das an den Pfingſttagen ſtattfindende
Preisreiten Frau Klara Kuppenheim, die Gattin
eines Fabrikanten aus Pforzheim, eine Hürde nehmen,
wurde aber von dem Pferde abgeworfen. Das Pferd
blieb an einem Hindernis hängen, fiel auf die Frau und
erdrückte ſie.
Pirmaſens, 27. Mai. In große Aufregung ſind die
hieſigen Hausfrauen verſetzt worden: wenige Tage
vor dem Feſt ſahen ſie ſich gezwungen, in ihren Familien
die vegetariſche Koſt einzuführen, denn die Flei=
ſchermeiſter
ſtreiken! Sie haben ihre Läden
geſchloſſen, da es ihnen angeblich unmöglich war, unter
den vom Stadtrat erlaſſenen neuen ortspolizeilichen Vor=
ſchriften
weiter zu arbeiten, wenn ſie nicht dem ſicheren
Ruin entgegengehen wollten. Die Innung ſcheint ent=
ſchloſſen
zu ſein, den Kampf mit dem Stadtrat bis zum
äußerſten durchzufechten. Sie richtet nämlich im Verein
mit dem Vorſtand des Bezirksvereins Rheinpfalz und
dem Vorſtand des Deutſchen Fleiſcherverbandes an alle
Fleiſcherinnungen und Fleiſchermeiſſer im Deutſchen
Reiche die herzliche und dringende Bitte, ihr in der
ſchwierigen Lage ihre Sympathie zu bezeugen und ihr
durch Zuwendung möglichſt reichlicher Geldſpenden das
Ausharren bis zu einer günſtigen Entſcheidung möglich
zu machen Bearündet wird dieſe Bitte, die in den
Fachblättern veröffentlicht wird, damit, daß die Metzger=
innung
in Pirmaſens den ſchweren Kampf nicht nur für
die eigene Exiſtenz führe, ſondern auch für die Erhaltung
und Selbſtändiakeit des ganzen Fleiſcherhandwerks.
Darum ſei es Pflicht aller deutſchen Fleiſchermeiſter, die
Kollegen in Pirmaſens auf das nachdrücklichſte und tat=
kräftigſte
zu unterſtützen, damit ſie den Kampf zu einem
guten Ende führen könnten. Man darf neugierig ſein,
wer in dieſem eigenartigen Streit Sieger bleiben wird.
Koblenz. 28. Mai. In der erſten Pfingſtnacht wurde
in einem Wäldchen bei Koblenz=Neuendorf ein Sergeant
des 28. Infanterie=Regiments ermordet aufgefun=
den
. Der Getötete hielt in der einen Hand ein Taſchen=
meſſer
, mit dem er ſich anſcheinend, nachdem ihm das
Seitengewehr entriſſen worden war, verteidigt hat. Es
cheint ſich um eine Schlägerei zu handeln.
Aachen, 28. Mai. Eine Geſellſchaft junger Leute be=
fuhr
in einem Kahn einen Weiher bei Aachen. In ihrem
Uebermut ſchaukelten ſie ſo lange, bis der Kahn um=

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Das Kino
m Dienſte der Kirche. Die Morgenpoſt meldet
us Mailand: Kinematographiſche Vorführungen in
atholiſchen Kirchen zur Illuſtrierung der heiligen Ge=
chichte
und des Katechismus ſind auf Verlangen katholi=
cher
Bildungsgeſellſchaften nunmehr vom Vatikan ge=
rattet
worden. Vom Papſt ſind folgende Vorſchriften
rlaſſen worden. Während der Aufführung iſt das Sakra=
gent
aus der Kirche zu entfernen. Beide Geſchlechter
nüſſen getrennt ſitzen. Die Pfarrer haben für reichliche
Zeleuchtung in den Pauſen zu ſorgen und ſcharfe Aufſicht
u üben. Auch iſt die Erlaubnis des zuſtändigen Biſchofs
ür die Vorführungen erforderlich.
Deutſche Preiſe für einen Geſangswett=
kreit
in Amerika. Deutſche Sängerbünde umſpan=
ten
auch Amerika. 46 deutſche Männerchöre bilden den
tordöſtlichen Verband deutſch=amerikaniſcher Geſangver=
ine
. Sie bereiten einen großen Geſangwettſtreit vor,
der in den Tagen vom 29. Juni bis 4. Juli in Phila=
delphia
ſtattfinden ſoll, wo man damit beſchäftigt iſt
eine Rieſenhalle zu errichten, die über 13300 Plätze ent=
halten
wird, davon 8555 zu ebener Erde und 4746 auf er=
höhten
Rängen, während das Podium 5000 Sängern
Raum bieten ſoll. Die Baukoſten betragen 130000 Dol=
kar
, alſo mehr als eine halbe Million Mark. Zahlreiche
Preiſe ſind für den Geſangwettſtreit geſtiftet, darunter
einer vom deutſchen Kaiſer und mehrere von deutſch=
rmerikaniſchen
Großinduſtriellen. Unter den Preiſen be=
indet
ſich auch ein prachtvoller Pokal, den die Firma Ge=
drüder
Stollwerck, Köln und New=York, in der Gold=
chmiede
=Kunſtanſtalt von Gabriel Hermeling herſtellen
jeß und den die Vereine als Wanderpreis behandeln
vollen.
Spielplan der Frankfurter Theater.
L. Opernhaus. Mittwoch, 29. Mai: Einmaliges
Saſtſpiel des Herrn George Baklanoff von der k. u. k
Hofoper in Wien: Rigoletto. Donnerstag, 30.: Carmen.
Freitag, 31., geſchloſſen. Samstag, 1. Juni: Triſtan und
Iſolde, Sonntag, 2.: Der Troubadour. Montag, 3.: Alt=

Wien. Dienstag, 4.: Figaros Hochzeit. 2. Schau
ſpielhaus. Mittwoch, 29. Mai: Der Kaufmann von
Venedig. Donnerstag, 30.: Cyrano von Bergerac. Frei=
tag
, 31.: 1. Gaſtſpiel von Ernſt von Poſſart: Freund Fritz
Samstag, 1. Juni: Büxl. Sonntag, 2.: 2. Gaſtſpiel Ernſt
von Poſſart: Clavigo; hierauf: Gelehrte Frauen. Mon=
tag
, 3.: Schöne Frauen. Dienstag, 4.: 3. (letztes) Gaſt=
ſpiel
Ernſt von Poſſart: Nathan der Weiſe. 3. Neues
Theater. Mittwoch, 29. Mai: Das Leutnantsmündel.
Donnerstag, 30. (zum erſten Male, Wiener Autoren=
abend
): Der Kuß, Groteske in einem Akt von L. Huna:
hierauf: Die glücklichſte Zeit, Luſtſpiel in drei Akten von
R. Auernheimer. Freitag, 31.: Das Leutnantsmündel.
Samstag, 1. Juni: Der Kuß; hierauf: Die glücklichſte
Zeit. Sonntag, 2., 3½ Uhr, ermäßigte Preiſe, zum letz=
ten
Male: Das kleine Café. Abends 8 Uhr: Der Kuß;
hierauf: Die glücklichſte Zeit.
Spielplan des Großh. Hof= und Natio=
naltheaters
Mannheim. Mittwoch, 29. Mai:
Madame Butterfly. Donnerstag, 30.: Die Jungfrau von
Orleans. Freitag, 31.: Der fidele Bauer. Samstag,
1. Juni: Pentheſilea; Der zerbrochene Krug. Sonntag
2.: Die Hochzeit des Figaro. Montag, 3.: Kaufmann von
Venedig.
cl. Weimarer Theaterbrief: Der Urfauſt au
der Bühne. Aus Weimar, 25. Mai, wird uns geſchrie=
ben
: Zu Ehren der Tagung der Goethe= Geſell=
ſchaft
wurde diesmal im Weimarer Hoftheater
eine Aufführung des Urfauſt veranſtaltet. Dieſe Erſt=
aufführung
wird mit einer Wiederholung, die man in=
folge
der Ueberfüllung des Hauſes am Goethetage am
zweiten Pfingſtfeiertage geben wird, vorausſichtlich wohl
auch die einzige bleiben. Es handelt ſich um die erſte,
noch in den Frankfurter Tagen abgefaßte Niederſchrift
des jungen Goethe, wo ihm als nicht ganz verſtandenes
Ideal der ſchnelle Szenenwechſel der Shakeſpeare=
Bühne vorgeſchwebt haben mag. Erich Schmidt, der eine
Abſchrift dieſes impreſſioniſtiſchen und realiſtiſchen
Fragments entdeckt hatte, bewirkte auch die Aufführung,
die Goethe nicht gewollt hatte vor dem verſammelten
Ilm=Athen und den Goethe=Gäſten. Die Intendanz gab

bekannt, daß dieſes Bruchſtück als aparte Feſtgabe für
einen ausgewählten Kreis von Kennern dargeboten
werde; gleichſam wie Skizzen großer Maler den Ein=
geweihten
intereſſieren, ſo könne es auch einmal eine
Bühnenſkizze tun. Der Vergleich hinkt inſofern, als es
gar keine Bühnenſkizze iſt und nicht ſein ſollte, höch=
ſtens
eine Manuſkriptſkizze, eine Art Kladde des poeti=
ſchen
Stoffes und der erſten Eingebung. Goethe hat nicht
zugegeben, daß das 1790 etwas erweiterte Fragment
aufgeführt wurde. Wie viel weniger dieſes! Als ein
verhältnismäßig abgeſchloſſenes Ganze hebt ſich von die=
ſem
Rohmaterial nur die Gretchen=Tragödie ab.
Die Bühnenwiedergabe des Urfauſt iſt ſomit als
ein wenig dankenswertes Experiment hinzunehmen. Die
techniſchen Mittel der in jeder Weiſe gut ausgeſtatteten
Hofbühne retteten die Aufführung, ſo gut es eben gehen
mochte. Allen Goethe=Freunden, Forſchern und Goethe=
Philologen insbeſondere, wird aber trotzdem dieſer
merkwürdige Abend in Weimar unvergeßlich bleiben. In
der Darſtellung verſuchte Herr Illiger (Fauſt), ſein ſchau=
ſpieleriſches
Unvermögen nach beſten Kräften zu ver=
bergen
. Als Mephiſto hat man Herrn Dr. Pohl aus Ber=
lin
kommen laſſen, der ſich mit der unvollendeten Teufels=
geſtalt
ſo vollendet wie eben möglich abfand. Eine den
meiſten Zuhörern erfreuliche Ueberraſchung bot Fräulein
Pils als Gretchen. Erſcheinung, Ton und Spiel waren
ſehr wirkſam und die Steigerung bis zur Wahnſinnsſzene
künſtleriſch hervorragend. Frau von Springer als Frau
Marthe Schwertlein brachte ihre etwas ſtereotypen Be=
wegungen
und Sprechmanierismen ſehr gut zur Wirkung.
Die Szenen im Garten zwiſchen den luſtwandelnden
vieren: Mephiſtopheles und Marthe, Heinrich (oder Jo=
hannes
!) und Margarete gelangten im Sinne ſhakeſpea=
reſcher
Bewegung und Lebensfülle am beſten zur Dar=
ſtellung
.
Zum Andenken an die anmutige, am 22. September
1797 ſo jung verſtorbene Schauſpielerin Chriſtiane
Neumann=Becleur (Goethes Euphroſyne) wurde
im Weimarer Park eine Kopie des früheren Euphroſyne=
Denkmals in unmittelbarer Nähe von Goethes Garten=
haus
aufgeſtellt. Fräulein Eliſabeth Schneider

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer 124.

ſchlug. Ein junger Mann, der einem Mädchen beiſtand,
ertrank mit dieſem.
en, 28. Mai. Geſtern abend nach 9 Uhr wurde
nach Geſthäftsſchluß der Filiale einer Bäckerei in der See=
Vorſtadt auf eine junge Verkäuferin ein Raubüber=
fall
verübt. Das Mädchen hatte bereits den Rolladen
nach der Straße zu heruntergelaſſen, als an der hinteren
verſchloſſenen Tür gepocht wurde. Das Mädchen öffnete
und ein Menſch von etwa 20 Jahren trat ein, der noch
einige Semmeln verlangte. Er machte dann die Türe
hinter ſich zu, während das Mädchen das Verlangte her=
beiholte
. Der Eindringling verſuchte nun, ſich der Laden=
kaſſe
zu bemächtigen. Das Mädchen leiſtete Widerſtand,
worauf ſie von dem Räuber mehrere Schläge über den
Kopf erhielt. Auf ihr Hilfegeſchrei eilten Leute herbei
worauf der Räuber die Flucht ergriff und die Ladenkaſſe
im Stich ließ. Es gelang ihm, zu entkommen. Das
Mädchen iſt ſchwer verletzt.
Plauen i. V., 28. Mai. In der Nähe von Oberpirk
gerieten zwei Automobile Plauener Fabrikanten, die
von Mühltroff kamen, beim Ueberholen an einer ſteilen
Straßenböſchung aneinander. Sie wurden die Böſchung
hinabgeſchleudert. Das eine Automobil über=
ſchlug
ſich vollſtändig. Seine fünf Inſaſſen wurden
herausgeſchleudert und ſchwer verletzt. Eine Perſon iſt
bereits geſtorben.
Hamburg, 26. Mai. Heute nachmittag 2 Uhr ſtürzte
auf der Bille ein an der Billhörner Brückenſtraße gele=
gener
Anlegeponton ein, in dem Augenblick, als ſich
auf ihm etwa 60 Mitglieder eines Geſangvereins, der
einen Ausflug unternehmen wöllte, befanden. Von den
dabei ins Waſſer gefallenen Perſonen iſt, ſoweit bekannt,
eine Frau ertrunken. Noch in den Abendſtunden
war die Feuerwehr mit dem Abſuchen der Bille nach
etwaigen weiteren Leichen beſchäftigt.
Peſt, 27. Mai. Wegen verſchiedener Ausſchrei=
tungen
bei den letzten Demonſtrationen wurden wei=
tere
43 Perſonen verhaftet. Von der Staats=
anwaltſchaft
iſt gegen 15 Anklage erhoben worden.
Caſtellon de la Plana (Spanien), 28. Mai. Aus
Villar Real wird gemeldet: In einem Kinotheater
iſt ein Brand ausgebrochen, wobei 80 Perſonen um=
gekommen
ſind und viele andere ſchwer verletzt worden
ſeien.

Parkamentariſches.

*X* Darmſtadt 28. Mai. Der vierte Aus=
ſchuß
der Zweiten Kammer wird am Donnerstag,
den 30. Mai, vormittags zu einer Sitzung zuſammentreten
und ſich in erſter Linie mit der Frage der Gültigkeit des
Mandats des Abg. Joutz=Butzbach beſchäftigen. Abg.
Joutz war ſ. Zt von ſeinem früheren Wohnort nach
Frankfurt a. M. verzogen und dorthin gerichtete Sen=
dungen
der Zweiten Kammer waren als unbeſtellbar zu=
rückgelommen
. Zur Beratung ſtehen weiter die Anträge:
Molthan und Gen., betr. Sonntagsruhe der Eiſen=
bahnbeamten
, Singer und Gen., betr. Arbeitsloſe, Dr.
Zuckmeyer und Gen., betr. Vergebung öffentlicher Ar=
beiten
, Ulrich und Gen., betr. Sanitätsbezirke, die
Apotheken als Staatseigentum ꝛc., Grünewald und
Gen, betr, die Gehaltsregulierung der Beamten ꝛc. Auch
die Vorſtellungen der heſſiſchen Bauaſpiranten und des
Verbandes Deutſcher Handlungsgehilfen zu Leipzig
wegen des Fortbildungsſchulzwanges für weibliche kauf=
männiſche
Angeſtellte ſollen zur Beratung kommen.

Der altuationalliberale Reichsverband‟

In den letzten Wochen ging durch die ganze Preſſe
eine Anzahl von Mitteilungen über die Gründung
eines altnationalliberalen Reichsver=
bandes
die ſo widerſprechend waren, daß wir ſie nur
kurz regiſtriert haben. Heute werden uns über die neue
politiſche Gründung folgende intereſſanten Mitteilungen
gemacht:
Als nach der Reichsfinanzreform die nationalliberale
Partei bei den Nachwahlen eine Reihe von Mandaten
verloren hatte und die Preſſe unausgeſetzt gegen den ſog.
ſchwarz=blauen Block zu Felde zog, womit beſonders der
Sozialdemokratie die Wege für ihre Agitation gebahnt
wurden und ſich der Linksabmarſch der Parkei immer
deutlicher dokumentierte, trat vor etwa 1½ Jahren in
Braunſchweig eine Reihe von Politikern zuſammen, die
ſich zur Aufgabe ſetzten, die Partei wieder auf die mitt=
lere
Linie zurückzuführen, den Linksabmarſch aufzuhalten
unter Wahrung der vollen Selbſtändigkeit nach links
und nach rechts gleichmäßig Fühlung zu nehmen, und in
der Preſſe für eine objektivere Beurteilung der innerpoli=
tiſchen
Verhältniſſe einzutreten.
Die Beſprechung führte zur Bildung eines Elferaus=
ſchuſſes
deſſen Tätigkeit ſich zwar nicht vor aller Oef=
fentlichkeit
zeigte, die aber manches Unheil von der Par=

tei ferngehalten hat. Das bekannte Wolffſche Telegramm
nach der Präſidentenwahl, das eine Maſſenflucht aus der
Partei verhinderte, die Vorbereitung zur Zentralvor=
ſtandsſitzung
, in der die bekannten Anträge gegen die
Jungliberalen Annahme fanden, die 30 weißen Zettel,
die gegen Baſſermanns Taktik abgegeben wurden, die
Wahl zum geſchäftsführenden Ausſchuß, ſind Aeußerun=
gen
der zielbewußten, nur von ſachlichen Geſichtspunk=
ten
geleiteten ſtillen Arbeit des Elferausſchuſſes
Als auf dem Delegiertentag in Berlin der Abg.
Dr Friedberg im Gegenſatz zu dem Abg. Baſſermann
rückhaltslos die verſchiedene Auffaſſung zwiſchen den
Altnationalliberalen und den Jungliberalen klargelegt,
insbeſondere die Stellung zur Sozialdemokratie als das
entſcheidende Merkmal in den Vordergrund geſtellt hatte,
mußte naturgemäß auch der Elferausſchuß der Braun=
ſchweiger
Vereinigung Stellung nehmen, weshalb ſich am
Abend des Delegiertentages eine große Anzahl von De=
legierten
und Parlamentariern im preußiſchen Abgeord=
netenhaus
zuſammenfanden, unter denen ſich auch eine
große Anzahl heſſiſcher Delegierter befand. Die Aus=
ſprache
ergab volle Einmütigkeit der Auffaſſung der Lage
und die Notwendigkeit, ſofort an den Ausbau der Orga=
niſation
in großem Maßſtabe heranzutreten. Es gelang,
den ſeitherigen Generalſekretär der nationalliberalen
Partei, Herrn Fuhrmann, als geſchäftsführendes Vor=
ſtandsmitglied
zu gewinnen, der ſeine Stellung bereits
angetreten hat. Das Bureau des neuen Verbandes be=
findet
ſich vom 1. Juni ab Berlin, Schellingſtr. 4. Im
Laufe des Monats Juni wird die Zuſammenberufung
des größeren Ausſchuſſes ſtattfinden. um die Organiſation
in den einzelnen Landesteilen in die Hand zu nehmen.
Die Richtlinien, die ſich der Verband gegeben, ſind unge=
fähr
auch diejenigen, die der heſſiſche Nationalliberalis=
mus
ſeit Jahren befolgt hat, und die nur von einigen
kleinen Gruppen nicht gebilligt werden dürften. Es ſteht
deshalb zu erwarten, daß ſich auch in Heſſen ganze
Wahlkreiſe dem neuen Verband anſchließen werden. und
daß dadurch mancher, der mit der Taktik Baſſermanns
nicht einverſtanden iſt, ſich der Reichspartei zuwenden
wollte, der nationalliberalen Parei erhalten bleibt.

Odenwald=Klub.

* Man ſchreibt uns: Die Ortsgruppe Darmſtadt ver=
fügt
trotz ihrer numeriſchen Stärke leider immer noch
nicht über die zur weiteſtgehenden Förderung ihrer idea=
len
Beſtrebungen erforderliche Anzahl von Mitgliedern.
Sie wendet ſich daher mit folgendem Werbeſchreiben an
die Oeffentlichkeit:
Wenn ſich Wald und Fluren mit jungem Grün
ſchmücken und in den Wieſengründen die erſten Blumen
blühen, dann erwacht neue Wanderluſt. Die milden
Strahlen der Frühlingsſonne bringen Groß und Klein
auf die Beine. Tauſende durchziehen wieder unſer Klub=
gebiet
, den herrlichen Odenwald. Sie laſſen ſich von den
Wegbezeichnungen des Odenwaldklubs über Berg und
Tal, vorbei an munteren Bächlein durch zaubervolle Pfade
zur freien Halde führen. Ausſichtstürme bieten den
Wanderern prächtige Fernſichten. Ungehindert gleitet der
Blick von hier aus weithin über die Gipfel der heimat=
lichen
Berge, herab zu lieblichen Tälern und anmutigen
Dörfern.
Es hat einer langjährigen und großen Arbeit des
Odenwaldklubs bedurft, erhebliche Mittel mußten aufge=
wendet
werden, bis das Klubgebiet ſo dem Verkehr er=
ſchloſſen
war, wie dies heute der Fall iſt. Wegweiſer=
Anlagen aller Art, die Farbenmarkierungen, Ausſichts=
türme
, Schutzhütten, Ruheplätze uſw. zeugen von einer er=
folgreichen
, hervorragend gemeinnützigen Tätigkeit, die ſich
aber nicht allein auf die Schaffung von Vorausſetzungen
für ein genußreiches Wandern beſchränkt.
Die einzelnen Ortsgruppen des Odenwaldklubs ver=
anſtalten
für ihre Mitglieder regelmäßig Wanderungen,
im Winter auch Vortragsabende, die ſich großer Beliebt=
heit
erfreuen. Beſondere Fürſorge widmet der Klub den
Jugendwanderungen. Durch bewährte Führer läßt er
alljährlich tauſende von Schülern und Schülerinnen höhe=
rer
Lehranſtalten und der Volksſchule rechtes Wandern
lehren und hilft ſo mit ein geſundes Geſchlecht bilden, das
ſeine Heimat kennt und liebt.
Vieles iſt erreicht. Unter den deutſchen Wanderver=
einen
ſteht der Odenwaldklub mit an erſter Stelle. Von
der allgemeinen Achtung, die er genießt, von ſeinem idea=
len
Streben und der Herz und Gemüt erfriſchenden Ge=
ſelligkeit
ſeiner Mitglieder gab erſt wieder das letzte Deko=
rierungsfeſt
unſerer Ortsgruppe Kunde. Es iſt das unbe=
ſtrittene
Verdienſt des Klubs, die Schönheiten des Oden=
waldes
allgemein zugänglich gemacht zu haben. Der
immer mehr ſich ſteigernde Verkehr hat für Stadt und Land
materielle und ideelle Vorteile gebracht. Nicht zuletzt auf
heimatspolitiſchem Gebiete kann der Klub reiche Erfolge

verzeichnen. Aber noch iſt nicht alles getan, noch harrt
manche Aufgabe der Löſung. Die beſtehenden Einrich=
tungen
und Anlagen des Klubs müſſen unterhalten, ver=
beſſert
und vermehrt werden. Die Jugendwanderungen
ſind ſtets tatkräftig zu fördern. Das alles erfordert
natürlich ſo erhebliche Mittel, daß wir auf die Unterſtütz=
ung
der weiteſten Kreiſe angewieſen ſind.
Es ergeht dann an Alle, die Intereſſe für die Sache
des Odenwaldklubs haben, die von ſeinen Einrichtungen
Gebrauch machen, das Erſuchen, der hieſigen Ortsgruppe
beizutreten. Der Jahresbeitrag beträgt nur 3 Mark
(2 Mark für die Ortsgruppe und 1 Mark für den Geſamt=
klub
). Möchten ſich recht Viele alsbald entſchließen, dem
Erſuchen zu entſprechen. Sie helfen dadurch Beſtrebungen
fördern, die friſche und fröhliche Wanderluſt bei Jung und
Alt beleben, zum Wohle der Allgemeinheit, im Dienſte der
Heimat.

Kongreſſe und Verbandstage.

Deutſcher Lehrertag.
Berlin, 27. Mai. Unter Beteiligung von übe
8000 Lehrern aus allen Teilen des Reiches ſowie aus der
Auslande begannen heute in der Reichshauptſtadt d
Verhandlungen der diesjährigen deutſchen Lehrer
verſammlung, die vom Allgemeinen Deutſchen Lel
rerverein mit dem Sitz in Berlin veranſtaltet iſt. All
zwei Jahre treten bekanntlich die Vertreter der größte
Lehrervereinigung der Welt, als die ſich der Deutſch
Lehrerverein darſtellt, zu wichtigen und bedeutſamen Ver
handlungen und Kundgebungen zuſammen. Neben de
Reichsregierung ſind auch Vertreter der preußiſche
Staatsregierung zu den Beratungen erſchienen. Ferne
haben verſchiedene andere Bundesſtaaten offizielle Del
gierte entſandt und ebenſo eine große Anzahl deutſche
Kommunalverwaltungen. Sehr ſtark iſt die Beteiligun
aus Süddeutſchland, vor allem aus Bayern, Württen=
berg
und Baden ferner hat auch das Königreich Sachſel
zahlreiche Delegierte entſandt. Aus dem Ausland ſir
Vertreter der Lehrerſchaft Englands, Schwedens, Be
giens, Japans, Rußlands und vor allem aus Deutſc
Oeſterreich erſchienen.
Den Verhandlungen ging die Eröffnung ein
Schulausſtellung vorauf, die im preußiſchen Al
geordnetenhauſe untergebracht iſt und ein überſichtliche
Bild bietet über die Fragen der Schulhygiene, der He
matkunde und des Werkunterrichts Am heutigen Nac
mittag traten die vereinigten deutſchen Prüfung
ausſchüſſe für Jugendſchriften zu ihrer die=
jährigen
Hauptverſammlung zuſammen. Die Ausſchüf=
wurden
im Jahre 1892 auf dem Deutſchen Lehrertag
Halle auf Veranlaſſung des ſchon ſeit 1887 beſtehende
Ausſchuſſes von Berlin gegründet und umfaßt derzeit 1.
Ausſchüſſe. Die Verſammlung beſchäftigte ſich heute z
nächſt mit dem Thema Volksbibliotheken un
Jugendliteratur‟ Der Referent, Lehrer Na
mann=Meißen hatte hierzu Leitſätze aufgeſtellt, in dene
er ausführte, daß die Jugendabteilung von der Meh=
zahl
der Bibliotheken in den allerbeſcheidenſten Grenze
ausgebaut iſt. Am auffälligſten trete das Elend unſer=
Jugendliteratur in den Bücherbeſtänden der Bibliotheke
zu Tage. Faſt überall ſeien die Bücher der Jugendabte=
lung
ſowohl nach dem äußeren Zuſtand wie nach der
inneren Gehalt minderwertig. Als Urſache dieſer Z1
ſtände glaubt der Referent zunächſt den Umſtand bezeich
nen zu dürfen, daß die meiſten Verwaltungsbeſören
den hohen Bildungswert eines guten Buches nichter=
kannt
haben; darum ſtatten ſie ihre Bibliotheken mit=
zureichenden
Mitteln aus. In größeren Bibliotſelel=
mit
reichen Mitteln und literariſch gebildeten Bibliothe
karen wird die Jugendabteilung oft nebenſächlich behar=
delt
. Der Referent ſtellte dann Grundſätze für die Eit
richtung und Verwaltung von Jugendabteilungen in de=
Bibliotheken auf. Die Volksbibliotheken ſeien zum Zwe= Errichtung von Jugendabteilungen von den Verwa
tungsbehörden mit ausreichenden Mitteln auszuſtatte
Die Bücherauswahl habe in erſter Linie nach literariſch
Geſichtspunkten zu erfolgen. An zweiter Stelle beſche
tigte ſich die Hauptverſammlung mit dem Then
Literariſche Erziehung und Arbeits
ſchule‟ Der Referent Rüttgers=Düſſeldorf er
pfahl hier die Leiſätze, die von der Ortsgruppe Leipz
aufgeſtellt waren. Darin wird ausgeführt: Die liter
riſche Erziehung in der Arbeitsſchule iſt ein Proble
deſſen fortſchreitende= Verwirklichung mit der Erforſchu=
des
kindlichen Sprachlebens aufs inniaſte zuſamme
hänat. Das Ziel aller ſprachlichen Betätigung im Sin
der literariſchen Erziehung iſt pſychiſche Sprachaneignur
alſo ſprachliches Schaffen und Geſtalten aus innerer A
ſchanung heraus. Der Aufſatzunterricht muß das Ki
anleiten. aus eigenem Schauen und Empfinden hera
zu geſtalten, um zu eigenem Stil zu gelangen. Der Le
Me

vom Hamburger Schauſpielhaus (früher am hieſigen Hof=
theater
) ſprach zur Feier der Enthüllung eine Dichtung
Ernſt von Wildenbruchs, auf deſſen Wunſch das Denkmal
wieder Aufſtellung gefunden hat.
D. Sir Julius Wernher. Von in Darmſtadt
wohnenden Verwandten des Sir Julius Wernher
wird uns mitgeteilt: Der Vater Sir Julius Wern=
hers
war nicht General, ſondern ſeines Zeichens In=
genieur
. Er kam in den 40er Jahren in die Maſchinen=
fabrik
des Münzrats Rößler hier und wohnte in der zur
Fabrik gehörigen Wohnung, der ſog. Schmelz am
Maintor, einem alten bekannten Darmſtädter Gebäude,
das heute nicht mehr exiſtiert. Dort wurde Sir Julius
Wernher geboren. Sein Vater baute ſpäter die Taunus=
bahn
, wurde Direktor derſelben und dann Baudirek=
tor
der Heſſiſchen Ludwigsbahn, in welcher
Stellung er die Ruhr-Siegburg=Bahn von Limburg
nach Weſtfalen baute. Er iſt in ſeinem Fach ein hoch=
geachteter
und bedeutender Mann geweſen.
C.K. Die neueſten Sonnenſchirme. Die kegelförmige
Geſtalt des Sonnenſchirms, die ſo lange als die einzig
mögliche galt, iſt in den letzten Jahren mehr und mehr
aufgegeben worden; in dieſem Sommer aber ſind an die
Stelle dieſer klaſſiſchen Form Geſtaltungen von ſo merk=
würdigem
Ausſehen getreten, daß ſie bald unſer Straßen=
bild
verändern werden. Die beliebteſte und erfolgreichſte
der neuen Formen hat das Ausſehen einer Glockenblume.
Der Schirm beſteht aus zwei deutlich geſonderten Teilen,
einer flachgerundeten Kuppel und einem Vieleck, das aus
zahlreichen, ſenkrecht heruntergehenden Stäben gebildet
wird. Die beiden Teile beſtehen bisweilen aus dem glei=
chen
Material in gleicher Farbe; viel häufiger aber iſt
der breite, eckige Rand aus einem zu dem flachen Dach
kontraſtierenden Stoff gearbeitet und reich mit Spitzen
und Volants verziert. Neben dieſer Glockenblumen=Form
gibt es Schirme, die die Form eines Rechtecks oder eines
Quadrats haben; der Hauptakzent liegt ſtets auf der rei=

chen Dekorierung des Randes der nunmehr den wich=
tigſten
Teil des Schirmes bildet. Recht wunderlich wir=
ken
die ganz flachen japaniſchen Schirme, denen ſich exo=
tiſche
Modelle in der Art perſiſcher Schirmformen zuge=
ſellen
Die letzte Neuheit iſt ein Schirm, der aus einer
Kuppel und einem viereckigen Unterteil beſteht.
Dieſe mathematiſch reine Form unterliegt jedoch
wieder mannigfachen Varianten, ſo daß man bei ſolchen
wunderlich aus Kurven und Ecken zuſammengeſetzten Ge=
bilden
, die über dem Haupt der ſchönen Trägerin ſchwan=
ken
, unwillkürlich an jene merkwürdigen Dachformen den=
ken
muß, die manchmal ſo verdreht und kraus auf alten
Bauernhäuſern ſitzen
* Oeffentlicher Ausbruch eines ſchweren Jungen
Eine ergötzliche Aufnahme für den Kientopp fand, wie
wir in der Voſſiſchen Zeitung leſen, in Berlin, und zwar
in dem alten, dem Untergange geweihten Krögel ſtatt,
einer ſchmalen, dunklen Gaſſe, die vom Molkenmarkt nach
dem Spreeufer zu läuft. An der Weſtſeite zieht ſich das
alte Unterſuchungs= und Strafgefängnis hin. Dieſer alte
Bau wurde nun zur Zielſcheibe der Aufnahme gemacht,
aber man begnügte ſich nicht mit dem Gebäude ſelbſt, in
draſtiſcher Weiſe wurde vielmehr der Ausbruch eines
ſchweren Jungen aus einer der früheren Verbrecher=
zellen
, die am Ende der alten Straßen, unweit der Spree,
liegen, gemimt. Ein junger Mann, mit glattraſiertem
Geſicht, hatte ſich dementſprechend koſtümiert, indem er
einen Gefängnisanzug mit Knüpftuch angelegt hatte. Drei
von den Eiſenſtäben, die ſich vor dem Zellenfenſter ent=
lang
ziehen, waren vorher durchſchnitten worden, und
durch die ſo entſtandene Oeffnung ließ ſich der ſchwere
Junge ſeelenvergnügt zum großen Jubel der unten ſtehen=
den
Zuſchauermenge an einem Seil herunter. Gegen die=
ſen
verwegenen Ausbruch hatte merkwürdigerweiſe das
ganz in der Nähe am Molkenmarkt 1 befindliche neue
Polizeibezirksamt Berlin=Mitte nichts einzuwenden.

Eine Pfingſtfahrt im Auto.

Wer zu Fuß die Welt durchwandert und es verſte
in Feld und Wald zu ſchauen, der ſchwört darauf, d
nur er imſtande iſt, die Natur wahrhaft und erſchöpfe
zu genießen. Ihm offenbart ſie in tauſend Einzelheit
eine Fülle ihrer unendlichen Kleinmalerei in Blume u
Halm und Baum und Strauch und bringt ihm nach ſtr.
denlanger Wanderung auch wohl durch einen Anbl
gigantiſcher Berge oder weiter Täler ihre Erhabenh
zum Bewußtſein. Umfangreicher und wechſelvoller, al
weniger detailliert, ſind die Bilder, die deß Auge
bieten, der auf flinkem Stahlroß durch die Fluren ro
und wieder anders genießt die Natur, wer Wagen u
Pferd zur Verfügung hat. Wer von all dieſen hätte ni
ſchon, halb neidvoll, halb mitleidig, Zweifel geäuße
daß die Inſaſſen ſauſender Autos überhaupt etwas
nießen von der Natur, die ſie kilometerfreſſend dur
fliegen. Wir ſind oft gar ſchnell bei der Hand mit e
fälligem Urteil. Unſer Kleingeiſt lernt ſchwer Halt
machen, wo menſchliche Kritik eitel Selbſterhebung blei
Der unverſiegbare Urborn aller Schönheit, die die Nat
dem Menſchen ſchenkt, bietet ſo unendlich, ſo unerſchöt
lich viel, und ſeine Gaben ſind ſo vielgeſtalten u
wechſelvoll, daß ſie immer und immer wieder überwäl
gend dem offenen Auges Schauenden in Bann ſchlä
Mag er wandern oder fahren, mag er im Auto ſauf
oder fliegen, unſer herrlicher deutſcher Frühling bie
jedem von ſeinen Reizen in verſchwenderiſcher Fülle.
Zwei Tage, die uns ein herrliches Stück der der
ſchen Heimat erſchloſſen, liegen hinter uns. Die Fal
durch ein Stück heſſiſchen Odenwaldes, durch Baden u.
Bayern und durch die geſegneten Gefilde des lieblich
Schwabenlandes bot uns Bilder von berauſchend
Schönheit. Ueppiges Sprießen und Blühen von zat
ſtem Farbenreiz, wie ihn nur der Süden vermuten lät

[ ][  ][ ]

Nummer 124.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Seite 5.

unterricht ſoll nicht Hilfsdienſte zur Vermittelung von
Wiſſen und Moral leiſten, ſondern ſich in den Dienſt der
Sprachkultur ſtellen. Dieſes Ziel erfordert, daß nur
Stoffe von künſtleriſcher Qualität ,nicht Tendenzſtücke, an
das Kind herangebracht werden, insbeſondere Stoffe
der Volksliteratur Aehnliche Theſen hatte die Orts=
gruppe
Berlin aufgeſtellt.
Die Freie Vereinigung für philoſo=
shiſche
Pädagogik hielt unter dem Vorſitz des
Oberlehrers Steglich=Dresden ihre 11. Tagung ab. Direk=
or
Ruthe=Berlin ſprach über Die Frage der Arbeits=
chule
vom Standpunkt der Erziehungsphiloſophie aus.
Außerdem trat heute unter dem Vorſitz des Rektors Dr.
Bünther=Berlin eine Verſammlung des Vereins zur
Förderung der Schulſtatiſtik zuſammen, in
der der Direktor des Statiſtiſchen Amtes Berlin, Prof.
Dr. Silbergleit, einen Vortrag über die Wiſſenſchaftlichen
Frundlagen vereinsſtatiſtiſcherArbeiten hielt. Ferner ſpra=
hen
Lehrer Goldhahn der Vorſitzende der Comenius= Stif=
ung
in Leipzig, über Grundſätzliches zur Statiſtik des
Schulaufwandes In einer geſchloſſenen Sitzung der
Vertreter der Schulpolitiſchen Vereinigung
prach der Vorſitzende der Vereinigung für Schulpolitik
n Breslau, Ertel, über Aufgaben und Arbeitsgebiete
der Vereinigung für Schulpolitik.
Am Nachmittag traten die Delegierten des Deutſchen
Lehrervereins zu einer geſchloſſenen Vertreterverſamm=
ung
im Lehrervereinshaus zuſammen; außerdem tagten
der Deutſche Verein für Naturkunde und der Verband
Deutſcher Schulgeographen.
Den Höhepunkt des heutigen Tages erreichte der
Deutſche Lehrertag mit dem Begrüßungsabend im Zirkus
Schumann.
* Berlin, 28. Mai. Die deutſche Lehrer=
verſammlung
wurde heute vormittag im Zirkus
Schumann von dem erſten Vorſitzenden Lehrer Roel= Ber=
lin
mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiſer eröffnet.
Es wurde beſchloſſen, dem Kaiſer ein Huldigungstele=
gramm
zu ſenden. Darauf wurde Oberlehrer Schubert=
Augsburg zum zweiten, Lehrer Herter=Berlin zum drit=
ten
Vorſitzenden gewählt. Kultusminiſtier
v. Trott zu Solz begrüßte darauf die Verſammlung
im Namen der preußiſchen Regierung und der Reichs=
behörden
. In ſeiner Rede ſagte er u. a., was Deutſch=
land
, ſpeziell Preußen für die Volksſchule getan habe,
lehre die Geſchichte. Man habe Preußen das klaſſiſche
Land der Volksſchule genannt; es habe auch ſein möglich=
ſtes
getan, um ſich dieſen Rang zu erhalten. Freilich gin=
gen
auch innerhalb der Lehrerſchaft über das, was dem
Wohle der Volksſchulen entſpreche, die Meinungen aus=
einander
. Wenn es auch unvermeidlich ſei, daß die Leh=
rer
in den poitiſchen Kampf gezogen würden, dürfte doch
die Schule nicht davon berührt werden. Sie müſſe frei
bleiben von jeder Politik. Die Lehrer hätten die Auf=
gabe
, die ihnen anvertrauten Kinder zu gebildeten, vater=
landsliebenden
Kindern zu erziehen. Sodann begrüßte
Bürgermeiſter Reicke die Verſammlung im Namen der
Stadt, Lehrer Herter=Berlin im Namen der Berliner Leh=
rerſchaft
, darauf ſprach Weber=München über die Ar=
beitsſchule
,

* Frankfurt a. M, 28. Mai. Heute vormittag 9½
Uhr wurde der 16. Deutſche Neuphilologentag
durch Direktor Dörr in der Aula der Akademie eröffnet.
Nach Begrüßungsanſprachen ſeitens des Rektors der
Akademie und der Vertreter der ſtädtiſchen und ſtaatlichen
Behörden begannen die Vorträge. Herr Sadler aus
Leeds ſprach über das Thema: Was England der deut=
ſchen
Erziehung verdankt. Herr Brunot aus Paris und
Profeſſor Morf aus Berlin hielten ebenfalls Vorträge.
Hierauf fand die Begrüßung durch die ſtädtiſchen Behör=
den
im Römer ſtatt.
* Eisleben 27. Mai. Am 25., 26. und 27. Mai
keierte der Deutſche Stenotachygraphen= Ver=
band
in Eisleben unter Beteiligung der Behörden und
von etwa 200 Abgeordneten aus allen Teilen Deutſch=
lands
, ſowie durch zahlreiche Glückwunſchtelegramme be=
grüßt
, ſein und des gaſtgebenden Vereins ſilbernes Grün=
dungsfeſt
. Aus den Beſchlüſſen ſei hervorgehoben: Ein=
ſtimmige
Wahl des Reichs= und Landtagsabgeordneten Dr.
Thoma, deſſen Name auch aus den von ihm geſtellten Ver=
mittlungsanträgen
des 23er Ausſchuſſes zur Herbeiführ=
ung
eines Einheitsſyſtems in Erinnerung iſt, zum Ehren=
vorſitzenden
, ſowie Gründung einer eigenen Kanzlei mit
beſoldeter Hilfskraft in Berlin. Vorſitzender wurde Land=
gerichts
=Oberſekretär Amey=Stendal, Vorſitzender der
Prüfungskommiſſion blieb Redakteur Bratengeyer,
Schriftleiter des Verbandsblattes Hoffmann= Wies=
aden
. Die Mitgliederzahl des Verbandes befindet ſich in

ſtark aufſteigender Linie. Namentlich im letzten Halbjahr
haben ſich ihm an 60 neue Vereine und Unterverbände an=
geſchloſſen
.

Sport.

* Darmſtädter Radrennen. Die am Sonn=
tag
, den 2. Juni vom Velociped=Klub Darm=
ſtadt
angeſetzten Rennen haben eine vorzügliche Be=
ſetzung
erfahren. Im Preis Straßburg-Darmſtadt
einem Dauerrennen mit Motorſchrittmachern treffen ſich
Roſenlöcher=Dresden, Wißmann=Dortmund und Thiele=
Erfurt, von denen beſonders die zwei Erſtgenannten
intereſſieren. Denn beide haben bereits verſchiedentlich
über die beſten deutſchen Dauerfahrer geſiegt und zählen zu
den erfolgreichſten Rennfahrern der letzten Saiſon. Auch
Thiele=Erfurt wird in Sportskreiſen günſtig beurteilt, ſo=
daß
der Kampf dieſes Trios am Sonntag recht heiß wer=
den
dürfte. Die Berufsfahrer=Flieger=Rennen erfreuen ſich
ebenfalls guter Beſetzung. Es ſtarten in den verſchiede=
nen
Rennen u. a. der Weltmeiſter Otto Meyer, der Welt=
rekordmann
Jul. Bettinger, die Hamburger Heinemann
und Radlein, die Kölner Chr. Müller, Buntenbroich,
Aſchoff, Sonntag u. a. der Züricher Kradolfer, ferner
Frings=Aachen, Brehmer=Hannover, ſowie die ſämtlichen
Mainzer, Frankfurter und Darmſtädter Berufsfahrer.
Unter Hinzurechnung der an der Fernfahrt Straßburg-
Kolmar-Darmſtadt beteiligten Fahrer, von denen die
beſten beſondere Rennen auf der Rennbahn beſtreiten,
findet ſich am Sonntag eine auserleſene Rennmannſchaft
hier ein. Die Eintrittspreiſe zum Rennen hat der Velo=
ciped
=Klub trotz der großen Ausgaben nicht erhöht, ſo=
daß
ihn hoffentlich ein guter Beſuch für ſein Beſtreben,
gute Rennen zu bieten, entſchädigt.

Luftfahrt.

sr. Berliner Frühjahrs=Flugwoche. Die
beiden Pfingſtfeiertage brachten den dritten und vierten
Tag der Frühjahrsflugwoche, von denen am Pfingſt=
Sonntag wegen des ſtürmiſchen Wetters nur von
Abramovitſch Flüge ausgeführt wurden, der durch drei
Aufſtiege die drei Frühpreiſe von 500, 300 und 200 Mk.
gewann. Am Pfingſtmontag ſah die Witterung an=
fangs
ebenfalls ſehr ungünſtig aus und die Beteiligung
der Flieger war anfangs ſehr ſchwach, bis dann gegen
7 Uhr zeitweiſe ſieben und acht Apparate in der Luft
waren. Die Frühpreiſe erhielten Steffler (1. Prris),
Mohs (2. Preis) und Abramovitſch (3. Preis). Im
übrigen wurden nur kleinere Flüge ausgeführt, von
denen allerdings ein Höhenflug von ca. 1000 Metern
von Abramovitſch bemerkenswert iſt. Es ſtarteten im
ganzen 10 Flieger. Der am Samstag verunglückte
Fokker, deſſen Paſſagier Leutnant Schlichting (2. Eiſen=
bahn
=Regiment) den Tod fand, hatte nur eine leichte
Gehirnerſchütterung erlitten und war am Pfingſtmontag
ſchon wieder auf dem Flugplatz.

Handel und Verkehr.

Patentanmeldungen: L. 33 572. Sicher=
heitsvorrichtung
an Eiſenbahnfahrzeugen zur Verhin=
derung
des Ueberfahrens von Streckenſignalen. Peter
Leber Griesheim b. Darmſtadt. Patent=
erteilungen
: 247820. Aetze für Flachdruckformen
aus Metall unter Verwendung komplexer und oxi=
dierender
Salze. Dr. Otto C. Strecker, Eberſtadt, Kr.
Darmſtadt. 247990. Verfahreu zur Darſtellung eines
therapeutiſch wertvollen Derivates des Hexamethylen=
tetramins
. Fa. E. Merck u. Dr. W. Eichholz, Viktoria=
ſtraße
50½ , Darmſtadt. Gebrauchsmuſter=
Eintragungen: 508904. Reguliervorrichtung für
Prognathie. Hans Muhn, Darmſtadt, Kahlertſtr. 25.
507 672. Bolzen mit Hülſen für natürliches Haarwellen
(Ondulation) und andere verwandte Zwecke. Philipp
Wallhäuſer, Darmſtadt, Wilhelminenſtr. 10.

Hochwaſſer in Ungarn.

* Peſt, 28. Mai. Aus vielen Ortſchaften werden
Hochwaſſerſchäden gemeldet. Der Wallfahrtsort
Mariaradna iſt überſchwemmt. Im Arader Komitat ſind
mehrere Häuſer eingeſtürzt. In Szilagyſoukyo, Szaſz=
Regen und Maros=Vaſarhely in Siebenbürgen ver=
urſacht
das Hochwaſſer einen Schaden von Millio=
nen
. Mehrere Brücken der Maros ſind fortgeſchwemmt
und der Bahndamm beſchädigt. Der Verkehr iſt an
vielen Stellen unterbrochen. Es laufen weiter zahlreiche
Meldungen ein, daß Häuſer eingeſtürzt ſind. Auch Men=
ſchen
ſind den Fluten zum Opfer gefallen.

Der italieniſch=türkiſche Krieg.

Die Ausweiſung der Italiener.
* Rom, 26. Mai. Die Agenzia Stefani meldet: In
Brindiſi und Neapel treffen fortwährend ausgewie=
ſene
Italiener ein, und in Ancona und Venedig
werden weitere Schiffe erwartet. Die Ausgewieſenen
kamen, von ſämtlichen Habſeligkeiten entblößt, an, da ſie
vor ihrer Abreiſe vollſtändig ausgeplündert worden ſind.
Einige von ihnen mußten unter Androhung von Gefäng=
nis
den türkiſchen Beamten ihre letzten Erſparniſſe aus=
liefern
, die ihnen unter dem Vorwand abgenommen wur=
den
, es müßten der türkiſchen Regierung die Steuern für
ein Jahr im voraus bezahlt werden. (2) Die italie=
niſche
Regierung gewährt den Ausgewieſenen jede Unter=
ſtützung
; von allen Seiten, von Privatperſonen und
öffentlichen Anſtalten werden ihr Geldmittel und Arbeits=
gelegenheit
für die Ausgewieſenen angeboten. Die ita=
lieniſche
Bevölkerung, die bei der Ausſchiffung der G
fangenen Gefühle des Erbarmens und des Mitleids
äußerte, iſt durch den Anblick des Elends der Ausgewie=
ſenen
erbittert.
Die Blätter widmen der Ausweiſung der
Italiener aus der Türkei lange Berichte und er=
zählen
zahlreiche Grauſamkeiten, die die Türken bei
der Ausweiſung begangen haben ſollen, Corriere d’Ita=
lia
behauptet, die Türkei verletze durch die Ausweiſung
die Kapitulationen, nach denen alle in der Türkei leben=
den
Fremden dem gemeinen Recht unterſtänden, und weiſt
darauf hin, daß alle Staaten an der Aufrechterhaltung
der Kapitulationen das größte Intereſſe haben. Tri=
buna
fordert die Regierung auf, energiſcher gegen den
Feind vorzugehen, bisher habe Italien der beſonderen
Lage der Türkei Rechnung getragen und alle mögliche
Rückſicht geübt Aber dieſe Art der Politik werde ſchwie=
rig
, da die Türkei Italiens Langmut für Schwäche halte.
Es ſtehe jetzt nur noch ein Weg offen, um den törichten
und anmaßenden Feind zur Vernunft zu bringen.
* Konſtantinopel, 28 Mai. Die im Ausland
verbreiteten Gerüchte über die Beläſtigungausge=
wieſener
Italiener ſind falſch. Bisher ſind über=
haupt
nur wenige Italiener abgereiſt. Lediglich in
Smyrna verlangten die Behörden, wie verlautet, von we=
nigen
Italienern die Zahlung einer Gewerbeſteuer.
Beſchießung eines franzöſiſchen Damp=
fers
durch die Türken.
* Rom, 26. Mai. Giornale d’Italia meldet aus
Neapel: Der Dampfer Caucaſe der Meſſageries
Maritimes iſt heute morgen hier angekommen. Der Ka=
pitän
des Schiffes berichtete, daß die Offiziere des Ha=
fens
von Smyrna, nicht zufrieden, den Dampfer
Texas in Grund gebohrt zu haben, fortführen, die
Schiffe der neutralen Nationen zu beſchie=
ßen
. Er erzählt: Die Caucaſe hatte ſoeben mit 60
ausgewieſenen Italienern an Bord, einem Lotſenſchiffe
folgend den Hafen von Smyrna verlaſſen, als plötzlich
das kleine Fort beim Leuchtturm zwei Schüſſe abfeuerte.
Ich ließ ſofort die Maſchinen ſtoppen. Jedoch wenige
Minuten nachher pfiffen zwei Geſchoſſe über die Maſten
des Schiffes hin und fielen 300 Meter von der Caucaſe‟
entfernt ins Waſſer. Der Paſſagiere bemächtigte ſich eine
Panik und nur mit großer Mühe gelang es der Be=
ſatzung
, die Ruhe wieder herzuſtellen, Ich ließ durch Sig=
nale
um Aufklärung bitten, jedoch das Lotſenſchiff ant=
wortete
, ohne irgend welche Aufklärung zu geben, die
Caucaſe ſolle die Reiſe fortſetzen. Der Kapitän des
Schiffes erſtattete dann dem franzöſiſchen Konſul Be=
richt
, der verſprach, ſofort ſeine Regierung zu benachrich=
tigen
. Der Konſul befragte die Beſatzung und die Paſſa=
giere
über den Vorgang und erhielt von ihnen eine Be=
ſtätigung
der vom Kapitän abgegebenen Darſtellung. In
dem Bericht des Kapitäns heißt es wörtlich: Ich halte
dieſe Hanilung für durchaus verbrecheriſch. Ich pro=
teſtiere
lebhaft dagegen und bitte, daß energiſche Maß=
regeln
gegen ſolche Handlungsweiſe ergriffen werden,
welche die ſchwerſten Folgen, wie bei der Texas hätte
haben können. Ich bitte durch eine Unterſuchung den
Tatbeſtand feſtzuſtellen, um der franzöſiſchen Flagge Ge=
nugtuung
verſchaffen zu können.
* Paris, 28. Mai. Der franzöſiſche Kon=
ſul
in Neapel hat an ſeine Regierung einen Bericht
über den Zwiſchenfall des Poſtdampfers Caucaſe ab=
geſandt
, der beim Verlaſſen des Hafens von Smyrna
von den Forts der Stadt bombardiert worden ſein ſoll.
Die Regierung wird, ſobald ſie dieſen Bericht erhalten
hat, über die in dieſer Angelegenheit zu ergreifenden
Maßnahmen Beſchluß faſſen.

und kraftvoll=herbe, kernhafte Wald= und Berglandſchaf=
ten
, wie ſie die deutſche Heimat charakteriſieren.
Fauchend und knatternd gehts durchsdie Straßen.
Der Selbſtfahrer iſt bequem und was viel wichtiger
erſcheint zuverläſſig. Am Steuer ſitzt der Beſitzer und
neben ihm ſeine junge Gattin. Für uns Inſaſſen eine
doppelte Verſicherung. Wir können uns alſo ruhig ganz
dem Naturgenuß hingeben, den die Pfingſtfahrt
vermitteln ſoll, die keine Sportfahrt iſt. Nun hinein in
den friſchen Pfingſtmorgen. Wie in einem wandelnden
Panorama ziehen die Bilder, hier noch bekannt und längſt
geliebt, an uns vorüber. Ueber Ober=Ramſtadt und Rein=
heim
gehts durchs liebliche Gerſprenztal. Zwar die
Sonne iſt noch ungnädig und ein kühler, faſt rauher Wind
weht, zunehmend mit zunehmender Höhe. Aber wunder=
bar
friſch und rein iſt die Luft und der Blick reicht weit
in die Lande. Bald taucht der Otzberg auf in der Ferne,
in ganz leichten Dunſtſchleier ſein burggekröntes Haupt
gehüllt, wie ihn Auguſt Wondra ſo gern gemalt. Mehr=
mals
noch grüßt er uns ſo nach Wegwenden in immer
anderer, ſtets reizvoller Beleuchtung. Und auch der
Schnellerts grüßt herüber aus dem ſagenvollen Herrſch=
gebiet
des wackeren, trinkfeſten Rodenſtein, deſſen Burg=
ruine
in wild=romantiſches, jagendes Gewölk getaucht.
Weiter gehts zwiſchen Bergwaldhängen, die ſaftige Wie=
ſen
und wogende Felder trennen, vom Wegrain im pran=
genden
Blumenſchmuck begrenzt. Ganz plötzlich öffnet
eine Wegbiegung den Blick auf des Odenwaldes Perle,
Lindenfels, das lieblich am Höhenhange liegt. Ueber
Michelſtadt und Hetzbach gehts auf Höhenwegen, die
Landſchaftsbilder von wunderſamem Reiz enthüllen, zur
Höhe des Krähbergs deſſen Gipfel zur erſten Raſt aus=
erſehen
. Wie reizend iſt ſo ein Frühſtück im Freien nach
50 Kilometer in friſcher Höhen= und Waldesluft. Es
mundet trefflich und perlenden Schaumweins Inſpira=
tion
leiht dem Austauſch der Eindrücke der Fahrt wei=
tere
Wagen von Offenbach und Darmſtadt haben ſich in=
zwiſchen
angeſchloſſen poeſievollen Ausdruck.
Nun iſt auch die Sonne Siegerin geworden über das
ſcwere neue Gewölk und ihre Goldſtraßlen ſpenden

wohltuende Wärme. Und ſie leuchtet wunderſam ver=
ſchönend
über die Talſchnitte und Hänge, deren Grün
ein vorausgegangener Regen erfriſcht und von Staub
gereinigt hat. In tauſend Nuancen ſchimmert im Glanze
ihrer Strahlen die herrliche Natur, die auf der Weiter=
fahrt
ſo unendlich viel wechſelvolle Bilder bietet. Wenn
wir die nerventötende Auspuffklappe hat infolge eines
im Stillen geſegneten Drahtſeilbruches ſich geſchloſſen
faſt geräuſchlos gleiten auf Chauſſeen und Hochwald=
wegen
, die bei jeder Kurve neue Ausblicke erſchließen,
ſehen, wie ganz weit hinten die Burgen und Höhen den
Horizont begrenzen, wie die Sonne, für uns als Strah=
lenquell
nicht ſichtbar, weit hinten liegende Strecken als
Einzelbilder ſcharf umriſſen heraushebt, aus dem ganz
leichten bläulichen Dunſt, aus dem Dunkel ſchwarzgrüner
Tannen, deren ernſtes Gewand der Frühling übermütig
mit zahlloſen gelbgrünen Spitzchen neuer Triebe pfingſt=
lich
geſchmückt, aus den unendlich weiten, ſaftig=grünen
Wieſenmatten, von ſilbernen Wäſſerchen durchzogen, be=
lebt
von Strauch und Unterholz, und mit Frühlings=
blumen
geziert; oder wenn der Strahlen herrliches Far=
benſpiel
eins der maleriſch gruppierten Oertchen und
Städtchen trifft, die weit unten ſo winzig erſcheinen, ſo
niedlich wie Spielzeug; da verſtummen die gegenſeiti=
gen
Zu= und Ausrufe wie ſchön wie wunderbar
ſchön und wir beginnen ſchweigend die Schönheiten
unſerer Pfingſtfahrt zu genießen, ſo überwältigend
ſind ſie.
Spielend nimmt unſer braver Wagen eine gute
deutſche Marke die Steigungen, mögen ſie plötzlich
kommen, mögen ſie in Serpentinen ſich emporſchrauben
zur Höhe. Bald hinter Kailbach wird die Grenze Badens,
aus dem der Katzenbuckel längſt uns grüßte, zum erſten
Male paſſiert und dann gehts zur Mittagsraſt nach Eber=
bach
, das reizend am Neckar liegt. Wir hatten Grund
nicht lange zu weilen. Uns winkt die wunderbare Fahrt
am Neckar entlang, über 40 Kilometer, bis Wimpfen.
Es iſt bei der Fülle der Naturgenüſſe, die die ganze Fahrt
uns bot, nicht leicht, zu entſcheiden, doch darf wohl kon=
ſtatiert
werden, daß dieſe Strecke der Pfingſtfahrt ſchön=

ſter Abſchnitt war in ihrem ſteten Wechſel von Berg und
Tal, von Feld und Wieſenrain, von Wald und Halde.
In Eberbach Mittagsmahl, in Wimpfen der Kaffee, das
bringt nur das Auto zuwege. Das hoch liegende Mat=
hildenbad
in Wimpfen bot gaſtliche Stätte. Von der
Veranda, auf der ſchnell der braune Trank ſerviert war,
genoſſen wir mit ihm die ſchönſte Augenweide. Wie eine
ins Rieſenhafte ausgebaute wohlgepflegte Schloßterraſſe
liegt die Neckartallandſchaft tief unter uns gebreitet im
Halbkreis, umgrenzt vom Neckar. Unendlich weit reicht
der Blick über dieſes geſegnete Stück Heimat. Stieglitze
und Finken fliegen ohne jede Scheu herein in die Loggia
und picken die Kuchenreſte. Faſt wolkenlos iſt jetzt der
weitgewölbte ſtrahlend blaue Himmel. Hoch oben zieht
eine Weihe in ſtolzem, majeſtätiſch ruhigem Fluge ihre
Kreiſe. Faſt wie Hirths Taube ſieht ſie aus, aber wie
viel kann der Menſch wohl noch lernen von dieſem Flug!
Der ſinkenden Sonne Strahlen tauchten die Landſchaft
weit hinten in mattgoldenen Schimmer und übergoſſen
die grünen in zarten Dunſtſchleier gehüllten Matten mit
Bluſt.
Nun geht die Fahrt hinein ins geſegnete Schwaben=
land
. Vorzügliche Chauſſeen und faſt durchweg automo=
bilfreundliche
Bevölkerung überall. Die Landſchaftsbilder
der ganzen Schwabenfahrt ſind wieder voller Schönheit.
und eigenartigem Reiz. Ohne Aufenthalt das intereſ=
ſante
Heilbronn ließe das eigentlich bedauern , ging’s
nach Schwäbiſch=Hall, des erſten Tages Abſchluß.
220 Kilometer liegen hinter uns.
Der letzte Abſchnitt dieſer Fahrt brachte ſportlich einige
Schwierigkeiten. Bis Weinsberg und ſpäter vor
Löwenſtein gehts in drei= und mehrfachen Serpentinen
ſteil aufwärts. Einen der Teilnehmer erreichte dann
vor Löwenſteins Stadttor auch ſein Schickſal: Zuſammen=
ſtoß
mit einem linksfahrenden Fuhrwerk. Der Gaul, den
ſein Lenker, natürlich zu ſpät, herumreißen will, attackiert
das Auto. Mit den Vorderhufen zertrümmert er die
Scheiben des Führerſitzes, die Laternen, die Kühlerdecke
und wer weiß, was noch geſchehen wäre, wenn der heiße
Kühler ihm nicht etwas unangenehm des Leibes empfind=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer I2a.

2 Konſtantinopel, 2. Nat. Die Ftalien
ner die auf Rhodos eine italieniſche Behörde ein=
ſetzten
, unterließen die Einrichtung von Garniſonen und
Behörden auf den übrigen beſetzten Inſeln. Vizeadmiral
Presbytero erließ eine Proklamgtionan die Be=
pölkerung
von Kalymnos, daß die Verwaltung wie
unter der türkiſchen Regierung beibehalten werde und bis
auf weiteres ſteuerfrei bleibe, und daß ferner die Beſitz=
tümer
der türkiſchen Regierung auf die Lokalverwaltung
übergehen würden. Italieniſche Schiffe würden die Inſel
häufig beſuchen, um die Bewohner zu ſchützen.

Marokko,

* Paris, 28. Mai. Nach einer offiziöſen Mitteilung
dürfte Muley Hafid, der von ſeinen Abdank=
ungsabſichten
nicht abzubringen iſt, von der fran=
zöſiſchen
Regierung erſucht werden, ſeine geplante Reiſe
nach Rabat zu verſchieben, da man befürchtet, daß ſeine
Abreiſe auf die Stämme einen ſchlimmen Eindruck aus=
üben
könnte und überdies die zu ſeiner Begleitung erfor=
derlichen
Truppen gegenwärtig für die Verteidigung von
Fez unentbehrlich ſeien.
* Paris, 28. Mai. Der Entſchluß Muley
Hafids, dem Thron von Marokko zu entſagen, iſt nun=
mehr
endgültig und unwiderruflich. In einer langen
Unterredung mit Liautey erklärte Muley Hafid neuer=
dings
kategoriſch, daß er entſchloſſen ſei, abzudanken
und Fez unverzüglich zu verlaſſen. Der Sultan wird
aller Wahrſcheinlichkeit nach ſchon in dieſer Woche mit
dem nach Paris zurückkehrenden Reſidenten Regnault von
Fez aufbrechen und die Reiſe nach Rabat antreten.
* Paris, 27. Mai. Nach telegraphiſchen Meldun=
gen
des Generals Liautey über den vorgeſtrigen
und geſtrigen Kampf im nördlichen Stadtteile von Fez
warf die Garniſon die Aufſtändiſchen, die in Häuſer und
Gärten eingedrungen waren, Schritt für Schritt zurück.
Um 1 Uhr vormittags wurde im Norden von Fez die
Offenſive ergriffen, die den Rückzug der Angreifer zur
Folge hatte. Ebenſo wurden ſie im Oſten der Stadt zu=
rückgeworfen
und verfolgt und erlitten große Verluſte.
Die franzöſiſchen Truppen haben ſich tapfer geſchlagen.
Die Zahl der franzöſiſchen Verluſte iſt noch nicht feſtge=
ſtellt
. Europäiſche Zivilperſonen wurden nicht verletzt.
* Paris 28. Mai. Aus Fez wird über den An=
griff
der Berber vom 26. d. M. mittels Funken=
ſpruch
gemeldet: Ein Teil der Angreifer, dem es ge=
lungen
war, durch eine Breſche in die Stadt einzudringen,
hatte bereits mit dem Plündern begonnen, dach wurden
die Angreifer vertrieben Zwei Moſcheen, in die ſie ſich
geflüchtet hatten, wurden bombardiert und teilweiſe zer=
ſtört
. Zwei vereinzelte franzöſiſche Poſten, die von den
Berbern umzingelt worden waren und große Verluſte er=
litten
hatten, wurden durch Verſtärkungstruppen befreit.
* Paris 28. Mai. Im Miniſterrat unter dem Vor=
ſitze
des Präſidenten Fallieres brachte Miniſterpräſident
Poincaré Telegramme des Generals Liautey zur
Kenntnis des Inhalts, daß der Angriff auf Fez zu=
rückgewieſen
wurde und die Angreifer bedeutende Ver=
luſte
erlitten hätten. Auf die Bitte Liauteys werden neue
Verſtärkungen, beſtehend aus Kolonial=Infanterie, Tir=
railleurs
, Spahis und Gebirgs=Artillerie nach Marokko=
entſandt
, ſodaß der Effektivbeſtand der Truppen auf
47000 Mann erhöht wird.

Vermiſchtes.

Ein jüdiſcher Koloniſationsfonds.
Einer der intereſſanteſten, durch allgemeine Volksſpenden
ufgebrachten Koloniſationsfonds iſt zweifellos der im
Jahre 1902 nach Anregung des Heidelberger Profeſſors
Schapira begründete Jüdiſche Nationalfonds‟ Der
Fonds, der dazu beſtimmt iſt, in Paläſtina Grund und
Boden für die jüdiſche Koloniſation zu erwerben und
als unveräußerliches Eigentum des jüdiſchen Volkes zu
bewahren, ſetzt ſich aus ganz kleinen Gelegenheitsſpen=
den
zuſammen und erreichte ſo bereits im Jahre 1906 die
erſte, 1910 die zweite Million und hat ſeit Ende 1911 ein
Vermögen von über drei Millionen Mark aufzuweiſen.
Intereſſant iſt die Steigerung der Einnahmen in den
letzten Jahren, ein deutliches Zeichen für die raſche Vor=
wärtsentwickelung
der zioniſtiſchen Weltorganiſation, die
den Fonds begründet hat. Die Jahreseinnahmen be=
trugen
1908 229700 Mark. 1909 427750 Mark, 1910
147300 Mark und überſchritten 1911 zum erſten Male die
halbe Million mit 553700 Mark. In Deutſchland allein
wurden im Jahre 1911 zirka 111600 Mark aufgebracht.
Von dem geſamten Vermögen des Jüdiſchen National=
fonds
ſind zurzeit ſechzig Prozent bereits in Paläſtina
inveſtiert. Auf dem zu Pfingſten in Poſen ſtattfinden=
den
13. Delegiertentage wird Dr. Max Sichel=Chemnitz

ein beachtenswertes Referat über die Tätigkeit des =
iſchen
Nationalfonds erſtatten, das die Aufmerkſamkeit
weiter deutſcher Kreiſe auf dieſen raſch populär gewor=
denen
Koloniſationsfonds lenken wird, deſſen weiteres
Gedeihen im Intereſſe des jüdiſchen Koloniſationswerkes
dringend zu wünſchen iſt.

Literariſches.

Wie Menzel ein Königreich vergaß, darüber plau=
dert
in humorvoller Weiſe ein Aufſatz des neueſten (17.)
Heftes der illuſtrierten Zeitſchrift Moderne Kunſt
(Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57; Preis des Vier=
zehntagsheftes
60 Pfg.). Aus dem übrigen Inhalt des
reich ausgeſtatsten Heftes ſei noch beſonders der mit
künſtleriſchem Material verſehene Aufſatz Georg Mal=
kowskys
über Otto Soltaus Malerei mit ihren geiſtvol=
len
, grotesken Motiven, ferner O. Chriſts feſſelnde Plau=
derei
vom Turf Die Peitſche hervorgehoben. Der bel=
letriſtiſche
Teil enthält eine humorvoll einſetzende, flotte
Erzählung von Horſt Bodemer: Der Millionär die den
Leſer ſogleich in ſeinen Bann ſchlägt. Ebenſo muß Eliſa=
beth
Goedickes geiſtvolle Skizze aus der Schriftſtellerwelt
Nicht umſonſt genannt werden. Der Bilderſchmuck ent=
hält
farbenprächtige Aquarell=Fakſimiles und ſchwarze
Kunſtbeilagen nach gediegenen, ſchon durch ihre Motive
feſſelnden Gemälden bedeutender Künſtler. Da ſchließlich
der Zick=Zack auch diesmal an Ueberraſchungen aus dem
Kunſt= und Varieté=Leben reich iſt, ſo wird dieſes inhalt=
reiche
Heft unſeren Leſerkreiſen hochwillkommen ſein.
Die Sammlung Spielbücher bringt in dieſem
Jahre wieder ein neues Bändchen mit dem Titel Zau=
berkunſtſtücke
und Taſchenſpielereien von
A. Czepa (Verlag Otto Maier, Ravensburg), das ebenſo
wie die bisher erſchienenen Bändchen wieder auf gute
Aufnahme ſicherlich rechnen kann. Die langen Win=
tertage
verlangen alle möglichen Unterhaltungen, und ſo
bringt dieſes Bändchen mit ſeinen oft luſtig wirkenden
Vorführungen neuen Stoff dafür. Amüſant iſt es, wenn
eines aus der Geſellſchaft es verſteht, derartige Vorführ=
ungen
mit ganz einfachen Mitteln zum Beſten zu geben,
und hierzu bietet gerade das vorliegende Büchlein (Preis
80 Pfg.) eine Unmenge Stoff. Es iſt eine hübſche Zu=
ſammenſtellung
aller möglichen Taſchenſpielereien, die
viel angenehme Unterhaltung bieten.

liche Unterſeite gekitzelt. Nervenſchock und Ohnmacht der
Inſaſſinnen. Achſen verbogen und das linke Vorderrad
gänzlich zertrümmert. In bewundernswerter Weiſe
wahrt der Lenker, Herr Dominik=Offenbach, ſeine Ruhe.
Der Schaden wird unterſucht und repariert! Keiner
hätt’s für möglich gehalten. Um 3 Uhr nachts, nach 7 ſtün=
diger
Arbeit, kam er in Hall an, ohne eine Fabrik in An=
ſpruch
genommen zu haben; acht neue Speichen, ſelbſt
gezimmert, waren eingezogen. Das Waſſer im Kühler
kochte, daß ziſchend eine Dampffahne wehte. Aber die
Pfingſtfahrt wurde zu Ende gefahren.
In Hall iſt’s bei unſerer Ankunft noch hell, ſo daß
etwa anderthalb Stunden noch der Beſichtigung gewidmet
werden können. Das reizende, an hiſtoriſchen Sehens=
würdigkeiten
reiche und ſtädtebaukünſtleriſch hochintereſ=
ſante
Städtchen, eine ehemalige Reichsſtadt, liegt in einem
tiefen Tale amphitheatraliſch zu beiden Seiten des Ko=
chers
. Es bietet mit ſeinen Türmen und ſonſtigen mittel=
alterlichen
Baudenkmalen, ſtattlichen Kirchen, altertüm=
lichen
Häuſern (ein entzückendes Renaiſſancehaus in der
Heilbronner Straße!), und ſeiner maleriſchen Umgebung
(Burgruine Limpurg, kocheraufwärts das ehemalige Stift
Komburg, gegen Südoſten der bewaldete Einkorn), einen
prächtigen Anblick, beſonders von jenſeits des Kocher.
Freundlich hat der Herr Poſchthalter, der Wirt des
Hotels Lamm Poſt uns begrüßt, und wir ſind vor=
züglich
bei ihm aufgehoben. Man rüſtet in Hall zum
allpfingſtlich wiederkehrenden Siedersfeſt. Maleriſche
Zünftler und Landsknechte marſchieren mit Trommeln
und Pfeifen durch die Straßen. Es herrſcht allgemeine
Fröhlichkeit. Nur uns wollte ein übereifriger Diener
der ſchwäbiſch=hallſchen Hermandad ſie wehren. Aber aus
dem ſo ernſt angelegten Akt wurde ſchließlich ein Inter=
mezzo
, das uns mit dem Schutzmann Nr. 1 noch lange
Heiterkeitsſtoff bot.
Früh um 6 Uhr weckt uns erneuter Trommelwirbel
der Landsknechte, und es geht zum Aufbruch. Benzin
faſſen, Wagen nachſehen, kleine Reparaturen erfordern
doch noch Stunden, ſo daß es wohl bald 9 Uhr war, als
unſere Wagen=nach herzlichem Abſchied knatternd und

fauchend die ſteile Straße erklommen, die uns zur Chauſ=
ſee
nach Ilshofen führt. Unſer nächſtes Ziel und das der
Fahrt überhaupt iſt Rothenburg o. d. Tauber
das wir nach anderthalbſtündiger flotter Fahrt erreichen.
Mitten in des Feſtes Trubel fahren wir hinein. Weit
über 100 Autos ſind in den Straßen verteilt und den
Marktplatz und die angrenzenden Straßen ſind ſchwarz
von Menſchen. Alle Mundarten hört man; zuerſt natür=
lich
Dammſtädtiſch und faſt alle fremden Sprachen.
Rothenburg rüſtet zum hiſtoriſchen Feſtſpiel: Der
Meiſtertrunk über das eine ausführliche Beſprech=
ung
bereits früher an dieſer Stelle erſchien. Der Höhe=
punkt
unſerer Pfingſtfahrt war damit erreicht. Rothen=
burg
ſelbſt iſt einesteils zu bekannt, um ſeine einzigartigen
Schönheiten hier kurz zu ſchildern, und eingehendere
Schilderung verbietet der Raum. So viel aber mag ge=
ſagt
ſein, daß das entzückende Städtchen immer von
neuem feſſelt und immer neue Reize offenbart, wenn man
ſeine Straßen durchwandert. Dazu aber iſt’s beſſer zu
einer Zeit ohne Feſtſpiel und ohne Tauſende von
Fremden.
Die Weiter= reſp. Rückfahrt verlief glatt und brachte
die gleichen Schönheiten in immer anderem Rahmen.
Ueber Röttingen und Mergentheim gings und durch =
nigshofen
und Tauberbiſchofsheim; dann halb=
links
abgeſchwenkt nach Hardheim und nach Milten=
berg
, wo nochmals Raſt gehalten wurde am Ufer des
Mains. Und dann ging’s in den dämmernden Abend
hinein. Ein prachtvolles Schauſpiel bot uns noch die
ſinkende Sonne, deren Untergang wir faſt ununterbrochen
beobachten konnten auf der 14 Kilometer langen, ebenen
und weit überſichtlichen Strecke zwiſchen Obernburg und
Aſchaffenburg. Ueber Babenhauſen und Dieburg wurde
die heſſiſche Reſidenz mit dem hereinbrechenden Abend
wieder erreicht. 250 Kilometer waren am zweiten Tage
zurückgelegt. Die herrliche Pfingſtfahrt war beendet. Es
war eine Tour, die jeden Automobiliſten, der neben ſeinem
Kraftwagen auch die Natur noch liebt, warm empfohlen
werden kann.
M. St.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Mainz, 28. Mai. Der frühere Direktor der Mainzer
Lederwerke, Heinrich Herrmann, hat in einem Anfall
geiſtiger Umnachtung ſeinem Leben durch Erhängen ein
Ende gemacht.
* Stuttgart, 28. Mai. Die Beiſetzung der Herzo=
gin
von Urach findet am Donnerstag, den 30. ds.
Mts., mittags 12 Uhr, in der Schloßkirche zu Ludwigs=
burg
ſtatt, nachdem zuvor in Stuttgart im Palais Urach
eine Trauerfeier abgehalten wurde. Die Leiche wurde
geſtern nachmittag einbalſamiert. Geſtern ſind der K ö=
nig
und die Königin von Belgien hier einge=
troffen
und haben im Beſidenzſchloß Wohnung genom=
men
. Eingetroffen ſind ferner die Herzogin Karl Theo=
dor
und Herzog Franz Joſef von Bayern. Angemeldet
ſind: Erzherzog und Erzherzogin Franz Salvator, Prinz
und Prinzeſſin Rupprecht von Bayern, Herzog Ludwig
von Bayern, Prinz Max von Sachſen.
Luxemburg, 28. Mai. Das Luxemburger. Wort
meldet: In Nieder=Donven an der Moſel erſchoß ein
junger Winzer namens Krier die 18jährige Tochter eines
Winzers aus Ahn aus einem Hinterhalt. Das Mädchen,
um deren Hand ſich Krieger vergebens bewarb, wollte
Donnerstag heiraten. Ferner ſeuerte Krier auf den
Bruder des Mädchens einen Schuß ohne zu treffen. Nach
der Tat verſchanzte ſich der Mörder, mit mehreren Geweh=
ren
bewaffnet, in ſeinem Haus. Er drohte, jeden der
ſich ihm nähere, zu erſchießen. Die Wohnung wird von
ſechs Gendarmen bewacht.
* London, 28. Mai. Die Lage auf den Docks
iſt unverändert. Tauſende von Kiſten mit Aepfeln, Ba=
nanen
, Orangen und Kartoffeln können infolge des Aus=
ſtandes
der Transportarbeiter hicht abgeliefert werden
und verkommen. Eine beſondere Polizei macht auf den
Docks die Runde, worüber die Ausſtändiſchen unwillig
ſind. Das Geſchäft auf dem Fleiſchmarkt in Smithfields
iſt faſt normal und es beſteht keine Schwierigkeit, das
Fleiſch in der ganzen Hauptſtadt zu verteilen. Gefrorenes
Rindfleiſch iſt im Preis geſtiegen. Für Hämmel, Schweine
und friſches Fleiſch iſt der Preis unverändert.
* Sewaſtopol, 28. Mai. Das Großherzogs=
paar
von Heſſen hat ſeine Rückreiſe nach
Deutſchland heute vormittag angetreten. Das ruſſiſche

Kaiſerpaar begleitete die Herrſchaften von Livadia bi
hierher auf der kaiſerlichen Jacht Standard
* New=York, 28. Mai. Der braſilianiſcheG
ſandte hielt geſtern auf dem Pan=Amerikaniſchen Ba
kett eine Rede die großes Aufſehen erregte. (
proteſtiert energiſch gegen die Beſchlagnahme braſilian
ſcher Kaffeevorräte und erklärte, ſeine Hoffnung auf B
ginn einer neuen Aera in den Handelsbeziehu
gen zwiſchen Braſilien und den Vereinigte
Staaten erlitten in dem Augenblick einen ſchwere
Stoß, wo wie der Geſandte ſich ausdrückte , die Ve
einigten Staaten willkürliche, geradezu revolutionä
Doktrinen aufſtellten. Daß die Waren im Auslande nicht
dem dort geforderten Preis, ſondern zu dem Preiſe
kaufen ſein müßten, den die amerikaniſchen Kaufleute za
len wollten, das ſei eine ganz neue Doktrin. Die Ve
einigten Staaten ſeien anſcheinend geneigt, ſie anzuwe
den, wenn ſie dadurch auch eine internationale Freun
ſchaft von langer Dauer opferten.
* Norfolk, 28. Mai. Die Schlachtſchiffe Lor
ſiana Kanſas New=Hamſphire und South Car
ling ſowie fünf Torpedoboote ſind hier eingetroffe
um das deutſche Geſchwader zu empfangen.

Berlin, 28. Mai. Ein ſchweres Automobi
unglück, bei dem ſechs Perſonen erheblich verle=
wurden
, ereignete ſich geſtern, am zweiten Pfingſtfeil
tage, in Rudow unweit Britz. Dort fuhr der Kra
wagen des Hofbuchdruckereibeſitzers Görlich aus Gro
lichterfelde mit ſolcher Wucht gegen einen Baum, daß d
Wagen völlig zertrümmert wurde. Alle ſec
Inſaſſen erlitten ſo ſchwere Verletzungen, daß ſie in
Krankenhaus gebracht werden mußten. Nach einer ſpär
ren Meldung iſt in dem Befinden des verunglückten Bu=
druckereibeſitzers
Görlich und Familie eine Beſſerung ei
gotreten, ſo daß die Frau und der Knabe nach ihr
Wohnung in Groß=Lichterfelde übergeführt werden konnt
Dagegen läßt der Zuſtand des Ehepaares Kober i
Ueberführung noch nicht zu.
Eberbach (Baden), 28. Mai. Auf dem Katzenbuck
wurde am Sonntag nachmittag die faſt entblößte Leick
eines 20jährigen Mannes, die eine Wunde an der Bru
ſowie deutliche Spuren von Strangulationen aufwie
aufgefunden. Die Hoſe hing an einem Baum; ſonſtie
Kleidungsſtücke fehlten.
München, 28. Mai. Die Tochter des Malers W.
helm v. Kaulbach iſt heute geſtorben.
H. B. Deſſau, 28. Mai. Prinz Joachim Ernſ.
der Thronerbe des Herzogtums Anhalt, hat ſich ein
Blinddarmoperation unterziehen müſſen. De
Befinden des Prinzen wird von den behandelnden Aer
ten als ſehrernſt bezeichnet.
Wien, 28. Mai. Vor dem Karltheater wurden di
Portierfrau Leopoldine Ratt und ihre 18jährige Tochte
von einem Automobil überfahren und ge
tötet. Die Polizei nahm den Chauffeur feſt. Sie konnt=
ihn
nur ſchwer gegen die wütende Menge ſchützen, die ih
lynchen wollte.
H. B. Gmunden, 28. Mai. Die feierliche Bei
ſetzung des verunglückten Prinzen Georg Wil=
helm
von Cumberland fand heute vormittagit
Mauſoleum zu Gmunden ſtatt, an der mehrere hunden
Perſonen teilnahmen. Enorm war die Zahl der einge
gangenen Kranzſpenden. Auf dem Wege zum Mauſoleim
bildete eine tauſendköpfige Menſchenmenge SpalierAch
dem geiſtlichen Akt im Mauſoleum verabſchiedete ſichdie
Familie des Herzogs von Cumberland und die Verſad=
ten
in ergreifender Weiſe von der Leiche. Nachmiltags
fand die Fürſtentafel im herzoglichen Schloß undde
Marſchalltafel im Hotel Auſtria ſtatt. Daran ſchloßſich
ein Empfang ſämtlicher hannoverſcher und braunſchwei=
giſcher
Vereine durch den Herzog von Cumberland.
II. B. Paris, 28. Mai. Die heute über die allge
meine Lage in Portugal verbreiten Nachrichten
beſtätigen die ſehr erheblichen Fortſchritte der monarchi
ſtiſchen Agitation in der Hauptſtadt, ſowie in Oporto und
anderen Provinzſtädten. Der Miniſter des Innern ha
bei ſeiner in der vorigen Woche unternommenen Inſpek
tionsreiſe die Wahrnehmung gemacht, daß der Nord
oſten Portugals gegen etwaige Ueberfälle ganz unzu
reichend geſchützt iſt. Ein großer Teil der Garniſon vor
Oporto erhielt Bereitſchaftsbefehl, um auf die erſte De
peſche hin nach Norden marſchieren zu können.
Paris, 28. Mai. Geſtern plünderten Ban
diten den Poſtwagen des Expreßzuges Paris=Nizz
aus Der Wert der geraubten Poſtſachen iſt nicht ſeh
hoch.

Kindermehl.
inkenk

Tausendfach bewährte
Nahrung bei:
Brechdurchfall,
Diarrhöe,
Darmkatarrh, etc.

Ine Amerlean B0 60.
Cnächst dem Bis-
Ernst-Ludwigstrasse 23 (marck-Denkmal
Neuer Spielplan
von Mittwoch, 29. Mai bis inkl. Freitag, 31. Mai.

Der Deserteur
Spannendes Drama in 2 Akten.
31Jahre unschuldig
im Kerker
(12010
Rührendes Drama

sowie das sonstige

[ ][  ][ ]

Nummer 124

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Seite 7.

erkaufs-
ellen
durch
eses Plakat
enntlich.

VI 6419

Fabrik ant:
August Jacobi
Darmstadt.

Während der Reisezeit
ſenden wir auf Verlangen unſeren verehrlichen
Abonnenten das
Darmstädter Tagblatt
nach allen Orten des Deutſchen Reiches und des
Auslandes. Die Nachſendung kann überallhin
durch Kreuzband erfolgen. Poſtüberweiſungen
ſind nur im Deutſchen Reiche zuläſſig u. empfehlen
ſich dann, wenn der Aufenthalt an einem Platze
länger als 3 Wochen dauert und zu Anfang
eines Monats beginnt.
Die tägliche Zuſendung durch Kreuzband
koſtet innerhalb Deutſchland u. Oeſterreich=Ungarn
pro Woche 40 Pfg.; ins Ausland pro Woche
80 Pfg. Porto.
Die Ueberweiſungsgebühr beträgt pro Monat
25 Pfg.; die Zuſtellungsgebühr im Betrage von
14 Pfg. pro Monat hat der Zeitungsempfänger dem
Beſtellpoſtamte direkt zu erſtatten, bezw. werden
von dem betreffenden Brieſträger ſtillſchweigend
kaſſiert. Für jeden angefang. Monat iſt die Ueber=
weiſungs
= und Zuſtellungsgebühr voll zu entrich=
ten
. Anträge auf Ueberweiſung erbitten wir uns
einige Tage vor der Abreiſe
unter genauer Angabe der Adreſſe, weil dadurch Un=
terbrechungen
im Abonnement vermieden bleiben.
Poſtabonnenten unſeres Blattes müſſen die
Ueberweiſung bei ihrem zuſtändigen Poſtamte
beantragen.
Darmstädter Tagblatt.

Die Rashernbriderſchaft
erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
Leichenwagens aufmerkſam zu machen. Der Wagen
bietet in ſeiner ernſten und würdigen Erſcheinung
Gewähr für eine pietätvolle Beſtattung.
(550a
Beſondere Beſtellungen hierzu nehmen entgegen:
Wagenverwalter Lorenz, Woogsplatz 5, Tel. Nr. 211,
Wagenführer Ernſt Büchler, Nieder=Ramſtädterſtr. 56.
Tel. Nr 1073.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber ganz Mittel= und Südeuropa lagert ein aus=
gedehntes
Hochdruckgebiet, dem ein ausgeprägtes Tief
über der Oſtſe gegenüber liegt. Bei mäßigen Nord=
weſtwinden
herrſcht in Deutſchland meiſt wolkiges
Wetter Niederſchläge ſind nur an der Küſte gefallen.
Randwirbel der nordöſtlichen Zyklone dürften morgen
unſer Weter leicht beinfluſſen.
Ausſichten für Mittwoch, den 29. Mai 1912:
Wolkig, vereinzelt leichte Regenfälle, mäßig warm.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines guten, unvergeßlichen
Gatten, unſeres Vaters, Bruders, Schwieger=
vaters
, Großvaters, Schwagers und Onkels
Herrn Heinrich Schüler
ſagen wir Allen, die ihm die letzte Ehre erwieſen,
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden unſeren
beſten Dank. Insbeſondere danken wir auch für
die Kranzſpenden der Herren Beamten und Ar=
beiter
, dem Arbeiterverein der Eiſenbahnwerk=
ſtätte
, dem Sparverein Zur Tanne und dem
Herrn Pfarrer für die troſtreichen Worte.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 28. Mai 1912. (B12009

Dür die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Verluſte meines geliebten, unvergeßlichen
(11976
Gatten und unſeres Vaters
Georg Riemenschneider
ſagen innigen Dank
Lina Riemenschneider, geb. Keller,
und Kinder.
Darmſtadt, den 28. Mai 1912.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme beim
Heimgang unſerer unvergeßlichen Schweſter,
(11964
Schwägerin und Tante
Frau Kathi Hau
geb. Schmehl
ſagen wir tiefgefühlten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Anna Schmehl,
Johanna Schmehl,
Guſtav Schmehl.
Darmſtadt, 28. Mai 1912.

Tageskalender.

Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Hotel Heß um
3 Uhr. Bürgerkeller um 8 Uhr. Schützenhof um 8
Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe ( ge=
öffnet
von 106 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): König
Friedrich VIII. von Dänemark auf dem Totenbett;
Porträts vom Tage; eine Attacke der Fürſtenwalder
Ulanen; das Ozean=Luftſchiff Suchard.

Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 30. Mai.

Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).

Callddcfe Rasensprenger, Schlauchwagen

Herm. Heinmulter, Erstesspeziuigeschatrum Plulzereiephon 315. Alle Reparaturen prompt und billigst

Schulstr. 1

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

nach Pilsner Art 5
nach Münchner Art
Hell Export DGDG
n feinste Tafelbiere
in Flaschen und Syphons.
2453a
aus Gummi, rohe u. gummierte
Hanfschläuche (9917a
Strahlrohre, Verschraubungen
sowie sämtliche Zubehört eile.

If.

Kurſe vom 28. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.

Staatspapiere.
Dtſche. Reichsſchatzanw. 100, 00
½ Deutſche Reichsanl. . 90,00
80,70
do.
* Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,80
80,60
§ do. do.
1 Bad. Staatsanleihe . 99,80
92,50
do.
84,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,70
89,00
3½
do.
79,10
8
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe .
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
8375
do.
3½
3
78,00
do.
.. 80,20
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100, 10
95,00
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,70
15 Griechen v. 1887 . . 54,80
3 Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,40
4 do. Goldrente . . . 96,50
4 do. einheitl. Rente 89,40
3 Portug. unif. Serie I 64,50
3 do. unif. Ser. III 68,00
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,10
4 do. v. 1890 . . 94,80
4 do. v. 1905 . . 91,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,50
4 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,20
4 Türk. Admin. v. 1903 83,70
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldrente . . . 91,20
* de. Staatsrente . . . 89,704

In Proz.
5 Argentinier . . . . . . 101,20
bo.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,20
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,20
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 94,55
5 Innere Mexikaner . . . 94,50
60,20
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,90
3 Buenos Aires Provinz 71,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 144,00
5 Nordd. Lloyd .
. .118,80
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,50
8 Baltimore und Ohio . 107,20
6½ Schantungbahn . . . 135,50
6½ Luxemb. Prince Henri 159,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 16,50
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
.75,00
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . . . 507,75
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

.. . 257,00
30 Farbwerke Höchſt . . 609,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . . 154,00
30 Chem. Werke Albert 459,40
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz

.. . 312,50
4 Lahmeyer . . . . . . . 128,60

Inſtro.
Boid.
7½ Schuchert, Nürnberg 160,00
12 Siemens & Halske . 241,80
5 Bergmann Eletr. . . 14 ,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 177,00
0 Gummi Peter . . . . 134,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 174,80
30 Abler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 496,50
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 141,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 236,90
12½ Bad. Zucker=Wag=
. 213,00
häuſel:
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 117,50
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 191,25
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
.231½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
. . 180,00
10 Gelſenkirchener . . . . 192,50
8 Harpener
.. 190,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 261,20
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 106%
4 Laurahütte . . . . . . 178,75
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 192,50
7½ South Weſt Africa 148,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 89,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,90
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 90,70
3 Prag=Durer . . . . . . 76,10
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,30
3
do.
78,40
15 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,90


Inſtra.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,30
do.
53,90
3 Raab=Oedenburg
. 77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 95,50
4 Ruſſ. Südweſt. .
. 88,40
4½ Moskau=Kaſan .
. 96,30
do.
88,00
4 Wladichawchas . . . . 88,90
4 Rjäſan Koslow.
3 Portugieſ. Eiſenb.
. 75,70
do.
91,50
2½ Livorneſer . . . . . 68,10
3 Salonique=Monaſtir . 65,00
4 Bagdadbahn .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,90
4 Miſſouri=Paciſie. . . . 73,00
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Paeifie
. 95,50
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,40
5 Tehuanteper . . . . . . 90,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 196,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,75
6½ Darmſtädter Bank . 121,50
12½ Deutſche Bank .255,00
6 Deutſche Vereinsbank . 123,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 184,50
8½ Dresdener Bank . . 153,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,70
6½ Mitteld. Kreditbank 119,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,30
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 125,00
7½ Wiener Bankverein . 133,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,60

9. Pfandbrieſe. Zukrez
3½ Frankſ. Hypoth.=Bank
S. 15.
. . 89,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 98,00
* Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
8½
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,50
do.
8½
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 18, 16
.100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
1823. .
.100,35
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 .
89,50
S. 35 . .
89,30
S. 911
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
3½
do.
,89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,10
3½ do. (unk. 1914) . . 88,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
8½
do.
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 98,60
8½ do.
89,60
4 Frankfurt.
a 100,00
8½ do.
93,00
4 Gießen .
3½ do.
91,50
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
4 Karlsruhe
98,80
8½ do.
89,00
4 Magdeburg.
3½ do,
4 Mainz .
99,00
3½ do.
89,80
4 Mannheim
do.
4 München .
99,80
3½ Nauheim
4 Nürnberg:
100,00
3½ do.
89,80
4 Offenbach . . . . . . . 97,90

e
8.
3½ Offenbach . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 100,00
89,80
19), do.
4 Worms .
98,50
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 136,90
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,30
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. .
. 136,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,00
3 Oldenburger . .
. 126,00
2½ Raab=Grazer ſl. 150 115,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
. ſl. 7
Augsburger. . .
Braunſchweiger Tlr. 20 198,20
Freiburger . .
. Fs. 15
Mailänder .
.. Fs.45
.Fs. 10
do.
ſt. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 533,00
bo. v. 1858fl. 100 451,80
Ungar. Staats . . fl. 100 377,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 172,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . .
16,22
Amerikaniſche Noten..
4,19
Engliſche Noten . .
20,48
Franzöſiſche Noten..
81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,65
80,45
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75=
Ruſſiſche Noten . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,00
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard Zsf. 6

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer 124.

Sonntag, don 2. Jumi 1512: Grosse allgemeins

veranstaltet vom Verein der Hundefreunde von Darmstadt und Umgegend, e. V., in den neuen Verkaufs.
hallen des Schlachthofs. Geldpreise in allen Klassen, grosse Zuchtpreise, wertvolle Ehrenpreise.
Geschäftsstelle: L. Kapfenberger, Elisabethenstr. 39.
Meldeschluss: 26. Mai. 11015a,

ichl Häpp
Tiroler Kapelle

Eintritt stets frei.

Eintritt stets frei.
(11900a

2224
1 Gasberd, Sporl=Siz=Llegewag,
zu verk. Kranichſteinerſtr. 1, I. (*13164

lucke mit Jungen (rebh. It.) zu
verk. A. Otto, Frankfurter=
ſtraße
115, a. Nordbahnh. (*12949fm

Sonntag, den 2. Jnni cr., nachm. 3½ Uhr,
auf der Radrennbahn, Heidelbergerſtraße:
Grosse Steher-
und Flieger-Weftbewerbe
für Berufsfahrer
im Preis von Straßburg-Darmſtadt
Dauerrennen mit Motorſchrittmachern,
am Start:
Bosenlöcher-Dresden, einer der bedeutendſten
Dauerfahrer Deutſchlands.
Wissmann-Dortmund, der bekannte Meiſterfahrer
von Weſtfalen.
Thiele=Erfurt, Meiſterfahrer von Thüringen.
Flieger=Hauptfahren, Mehrſitzerfahren, Prämien=
fahren
, Entſchädigungsfahren.
Hier treffen ſich: der Weltmeiſter Otto Meyer,
Jul. Bettinger, Weltrekordmann, Sonntag
und Aschoff=Köln, bekannte Sechstagefahrer u. a.
Austragung der Meiſterſchaft von Heſſen.
Ankunft der Fernfahrer der 367 km
langen Fahrt Straßburg=Darmſtadt.
Schlußkämpfe derſelben in einem beſonderen Rennen.
Es treffen ein die beſten Matadore der Straße,
ſca. 70 an der Zahl, hierunter:
Hans Ludwig, Sieger der bisher größten und
bedeutendſten Fahrt quer durch Deutſchland über
1500 km.
Strasser-München, Sieger der gigantiſchen Fahrt
Mailand=München 1911.
Ernst-Wien, Sieger von Nürnberg=Stuttgart.
Hartmann-Schwabach, Sieger der klaſſiſchen Fahrt
Wien=Berlin.
Siewert-Berlin, Sieger von Halle-Potsdam-Halle.
Kraft-Straßburg, der bekannte Meiſterfahrer von
. Elſaß.
Braun=Nürnberg, der bekannte Meiſterfahrer von
Franken. Ferner Gebr. Zander, Rott=
nick
uſw.
Eintrittspreiſe nicht erhöht, ſondern wie bisher. Mitglieder
haben freien Eintritt.
Vorverkauf zu ermäßigten Preiſen in den Fahrradhandlungen
und den durch Plakate kenntlichen Stellen.
I1osomfs Veranstalter: Velockped-Club Darmstadf.

Hotel-Pension, Restaurant
am Wild-Park b. Darmstadt.
Mod. Neubau. Zimmer mit
vorzügl. Pens. v. Mk. 4.50 ab.
Telephon Nr. 44.
Familien-Arrangements mn
weitgeh. Entgegenkommen.
Restaur.: Alfred Schmitz.

E7

Fuhrwerk zu Diensten.

Nächste Nahnstation: Messel (20 Min.)

Tigliehn frieche Hauebaekene füehen, ferten.
Mranz ets.
(10391a)


Breiklnseige Kiehe.
Diners und Soupers.
Binding-Bier und
Löwenbräu-München,
Fassende Züge ab Darmstadt:
730 915 100 112 10 30 g5
Ab Messel: 119 320 5et 644 9at
6 70

Meckarsaimer

Modelle 1912
Unübertroffen an Leiſtungs=
fähigkeit
und einfachſter
:: :: Handhabung:: ::
Gebrauchte Motorräder
ſchon von 150 Mark an
mit Garantie. (11731af
L. Beudt Nachf.
Inh. L. Waldschmitt
Hölgesſtraße 1.

Franz. Billard mit all h. preis=
wert
zu verkauf. Näh. Nieder=

Ramſtädterſtr.
im Laden.

Mittwoch

Ein Roman aus der
Geschäftswelt.

Kulicke
als Luftschiffer

Darmstadts!

Ecke Mühlſtr. 76,
(*13169

Ein Tiſch, Kinder=Klappſtühlchen
L u. hölz. Kinderbettſt. bill. z. verk.
Stiftſtraße 97, Stb., p. r. (*13150md

im

(*1322!

Schützenhof
am Mittwoch, den 29. Mai 1912, abends 8 Uhl
Kapelle des Grossh. Art.-Rgts. Nr. 61.
Populäres Programm.
Luftkurort
hiclbenet.

Unten
fels te.
Perle des Odenwalds.

Elektr. Licht. Zentralheiza. Penſ.
von 4.50-5. Tel. 9. Beſ. A. Vogel.

Beliebt ist
ein Ausflug in das
reizend gelarene ſtblble
Rheinhotel Nierstein.
Bekannt durch seine Küche und Weine.
Schattige Rheinterrassen, grosser Saal.
Autogarage, Stallung, Fernspr. 31.

rau u. weiße halbſächr. Kaße,
Gauf d. Namen Minna hör.,
entlaufen. Wiederbr Bel. (*13145
Ludwigspl. 3, Schuhladen.

Fung, geſtr. Doper abhand. gek.
3 Abzug. gegen Belohnung
*13146) Pareusſtr. 21, part.


Iugekaufen braungeſteckter
O Dackel (H.=M. 4708). Näher.
in der Expedition.
(*13177

Woog, am 28. Mat 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3.78 m.
Luſtwärme 90 G.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 160C.
Woog=Polizei=Wache.

Progranim
zu dem am Mittwoch, de
29. Mai, von 121 Uhr mit
tags vor dem Neuen Palais ſtatt
findenden Konzert der Kapeli
des Großh. Heſſ.Art.=Regts. Nr. 61
1. In die weite Welt, Marſe

G. Gnauck. 2. Intermezzo und
Danse Espagnole aus der Suit
I'Arlesienne‟ von G. Bize

3. Eva=Waizer aus der Operett
Die moderne Eval von J. Gilber=
4. Wenn der Bräutigam mit de
Nelſon
Braut, Lied von R.
5. La Tzigane‟, Zigeuner=M
zurka von L. Ganne. 6. Mariette
moderner Chanſon v. Kier Corauin=

Im Herbst ds. Js. gedenkt der Hessie
sche Hauptverein des Evangelischen
Bundes sein
25jähriges Jabiläum
in unserer Stadt zu feiern. Um dieset
Feier ein besonders festliches Gepräge
2
zu geben, ist beschlossen worden, hier
eine Reihe von Aufführungen des überall, zuletzt in unserer
Nachbarstadt Worms, mit so grossem Erfolg gegebenen
Volks-Festspiels
Luther
von Dr. Otto Devrient
zu veranstalten.
Wir zweifeln nicht daran, dass Devrients Lutherauch dieses.
Mal wie vor 16 Jahren seine Wirkung nicht verfehlen, sonderg
seine hinreissende Kraft in allen Schichten der Bevölkerung wieder
aufs glänzendste bewähren wird.
Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Gange und bereits
so weit gediehen, dass die offizielle Rollen-Anmeldung und
-Verteilung nun stattfinden soll. Es sind dafür zunächst zuel
Versammlungen in Aussicht genommen, zu deren recht zahlreichem
Besuch hierdurch eingeladen wird.
Für die Herren: Montag, den 3. Juni 1912, abends 8½Uhn
im Fürstensaal, Grafenstrasse 20,
(11986ms
Für die Damen: Dienstag, den 4. Juni 1912, nachmitags
6 Uhr im Fürstensaal, Grafenstrasse 20.
Es wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Mitwirken
den allen Kreisen der hiesigen evangelischen Bevölkerung und
den verschiedensten Lebensaltern angehören.
Ausser einem recht zahlreichen Angebot von Herren, auch
solchen in vorgerücktem, ja selbst hohem Alter, ist namentlch
auch die Anmeldung singbegabter Damen dringend erwünscht.
Für den Festspielausschuss:
Pfannmüller, Professor.

[ ][  ][ ]

Nummer 1243

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Seite

Weiblich

ücht. Kassiererin
rfekt in Buchführung, ſucht Stel=
ng
per 1. Juli, eventl. ſpäter.
fferten u. N 21 Exp. (*13192mds

J., tüchtig u. zuverl., wünſcht
tellung. Offerten unter N 26
die Expedition.
(*13205

üichtige Schneiderin
ipfiehlt ſich für feine Damen=
Kindergarderobe bei mäßigen
reiſen.
(*13239md
Mathildenplatz 10, 1.

Erfahrene Schneiderin ſucht
unden für in und außer dem
auſe. Garant. eleg. Sitz, auch bei
ickenkl. f. ſtarke Damen. Off. u.
11 an die Exp. ds. Bl. (*13151

Frau ſucht morgens Laufdienſt
3148) Blumenthalſtr. 109, III., I.

Mehrere jüngere Mädchen mit
1t. Empfehl., ſuch. Stellen Frau
oth, gewerbsmäßige Stellenver=
ittlung
, Schloßgartenſtr. 49. (*13154

Jg. Mädch., 16 Jahre, d. Nähen
Bügeln kann u. Liebe zu Kind.
it, ſucht Stellung. Näh. Gar=
iſtenſtraße
16, part. (*13183

Aelt. Mädchen, ſch. gedient, u.
Hausarbeit g. verſteht, ſucht Aus=
lfe
oder Stelle p. 1. Juni Lieb=
auenſtraße
109, part. (*13181

tellen ſuch. Mädch., das koch, kann,
m. g. Zeugn., z. 1. Juni, u. mehr.
ng. Mädch. h. u. ausw. Johannette
eissmantel, gewerbsmäßige Stel=
nvermittlerin
, Kaſinoſtr. 17 (*13222

Saubere, ehrl. Frau ſucht mor=
ns
12 Std. Laufſtelle, Laden
. Büro zu reinigen. Fuhrmanns=
raße
12, Vorderh. 1. St., I. (*13214

Mädchen ſucht Stell. i. Waſchen
id Putzen Nieder= Ramſtädter=
raße
9, Vorderh. II. (*13226

Männlien

Jung. Mann ſucht abends nach
Ihr Nebenbeſchäft., Schreibarb. od.
rgl. Off. u. N 12 Exped. (*13173

Junger, ehrlicher Mann ſucht
tellung als
(B11894
Portier
ageriſt od. ſonſt. Vertrauens=
iſten
. Off. unter M 86 Exved.

Kaufmanniſche Lehrſtelle
ſucht für jungen Mann mit Be=
chtigung
zum Einj.=Freiwilligen.
ffert. u. N 16 Exped. (*13187mdf

Weiblich

Berkäcſerin
ird von hieſig. Schweinemetzgerei
ei freier Station und guter
ezahlung z. alsbaldigen Eintritt
ſucht. Gefl. Offerten unter M 70
d. Exp. ds. Bl. erb. (1185isim

Ich ſuche zum 1. Juli gut=
npfohlene
, branchekund. (11775a
Verkäuferin.
Hermann Berger
Ernſt=Ludwigſtraße 10.

Dräuerin
1 Stenographie u. Kontorarbeiten
wie Maſchinenſchreiben bewand.
ir hieſiges Engros=Geſchäft per
fort geſucht. Reflektantinnen be=
eben
ihre Offerten mit Gehalts=
nſprüchen
und Zeugnisabſchriften
nter N 18 an die Expedition
S. Blattes zu richten. (11991md

Schulentl. beſſeres Mädchen
rgsüber zu Kind geſucht
13123im) Marktplatz 4, 1. St
Junges ſaub. Laufmädchen
är tagsüb. geſ. Kaffeegeſchäft
Ernſt=Ludwigſtr. 10. (*13128im

Suche für die Sommermonate
u einem 4jähr. Kinde beſſeres
Mädchen oder Kindergärtnerin
. Klaſſe. Offerten an Frau
E. Neinhaus, Bensheim. (11961

Junges Mädchen für einige
Stunden vormittags (häusliche
Urbeit) per ſofort geſucht (*13141
Hochſtraße 26, parterre.

Suche zum 1. Junt oder ſpäter ein
tücht. Hausmädchen.
Trau Professor Kleukens,
Hohler Weg 45. (*13135

Junges ſauberes Mädchen
äglich einige Stunden für leichte
Sausarbeit u. zur Beaufſichtigung
ines Kindes geſucht (*13236
Wendelſtadtſtraße 6, 2. Stock.

(11990

Frottier-Handtücher

mit Borde

Frottier-Handtuch, 4090, gutes Fabrikat.
Frottier-Handtuch, 45/100, solide Ware
75 ,
Frottier-Handtuch, 50/110, prima Qualität, einfach weiss oder
. . Stück 1.40 ,
Frottier-Badetücher
Frottier-Badetuch, 100/100, Ia Qualität . . . . Stück 1.50, 1.30
Frottier-Badetuch, 100/130, solides Fabrikat
Frottier-Badetuch, 130/180, Ia Fabrikat . ..
Frottier-Badetuch, 140/200, schwere solide Ware . . . 6.25, 4.25

38
60
95

. . 2.
. 3.80

Badehosen
für Herren und Knaben
2
von (35 an
aus rotem Cöper
aus rotem Cöper mit weisser 3e
Kante . . . . . . . von 68
aus farbigem Satindrell von 48 an

Badeanzüge
für Damen und Mädchen
aus rotem Kattun für Mäd-
chen
. . 1.95, 1.70, 1.35
65
2.25
für Damen . . . .
aus schwarzem Satin für
3.50
Damen

Bade-

in enormer

Mäntel
50
Auswahl, von 8 an

Bademützen
Badehauben
in grosser Auswahl
von 60 an.

Bade-

Teppiche

von

80
an

Markt 7.

Guggenheim & Marx.

Markt 7.

Suche per 1. Zuli eventl. früher
beſſeres gewandtes
Hausmädchen.
Anfangslohn 25 Mark. Frau Dr.
Büchner, Pfungſtadt. (11808sms

Laufmädch. vormitt. u. nachmitt
geſ. Mathildenſtr. 54, I. (*13231

Jung., kräft. Mädchen bis
1. Juni tagsüber geſucht Soder=
(12004
ſtraße 79, Laden.

Laufmädch. f. morg. u. mittags
geſ. Soderſtr. 89, I. Etg. (*13219

Geſucht ſof. od. 15. Juni für
e. f. bürgerl. Haushalt ein tücht
Alleinmädch. od. 1 unabh. jüng
Frau m. g. Empfehlungen. Frau
Roth, gewerbsmäßige Stellenver=
mittlung
, Schloßgartenſtr. 49. (*13155

Ehrliche, flinke Lauffrau geſucht
Palm, Viktoriaſtr. 58, I. (*13194

Ein Mädchen mittags zu zwei
(*13206
Kindern geſucht
Riedeſelſtraße 74, 1. St.

ſofort
Tücht. Servierfräulein geſucht
*13162md) Ratskeller, Obergasse 3.

Suche 1 tücht. Mädchen in ein Ge=
ſchäftsh
. u. 1 Mädchen zur Aus=
hilfe
bis Oktober. Johannette Weiss-
mantel
, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Kaſinoſtr. 17. (*13221

Männlich

Bautechniker
mit Bau= und Büropraxis, flotte
Zeichner, per ſof. geſ. (11920sim
Off. mit Gehaltsanſpr., Zeugn.
und ſelbſtgef. Zeichnungen unter
M 95 an die Expedition ds. Bl.

Geschastele
ſoll in jedem Bezirkerrichtet werden.
Nur ſtrebſame Leute, gleich welchen
Berufes, wollen ſich melden. Ein=
kommen
monatlich Mk. 350.. Be=
rufsaufgabe
, Kapital und Lader
nicht nötig. Anfragen u. No. 361
an Invalidendank Köln. (J11984

Herr. u. Dam. jed. Stand. erh. Verd.
i. H. d. Abſchr., verv., Seite 20 Pf.
Mansmutterverlag Berlin-Lichtenrade, (*

der geneigt, Zigarren
Verjenigt, an Wirte zu verkaufen,
bei M. 250 Vergtg. pr. Mt. od. hoher
Proviſ. wolle ſchleunigſt ſchreiben an
A. Rieck&=Co., Hamburg. (11983f

Jedermann
wird zum Chauffeur
ausgebildet in kurzer Zeit
Off. Stellen koſtenl. (*13170msi
Darmſtädter Chauffeur=Schull
Schäfer, kreisamtlich zugelaſſen,
Frankfurterſtr. 130, Telephon 1380.

Dreher und
Maſchinenſchloſſer
die auf dauernde Arbeit ſehen,
werden in unſerem Zweiggeſchäft,
Weiterſtädter Straße Nr. 81. ſofort
(11951imd
eingeſtellt.
Gebrüder Lutz A.-G.,
Maſchinenfabrik u. Keſſelſchmiede,
Darmſtadt.

Zum 1. Juni ev. früher, tüchtiger,
ehrlicher Hausdiener geſucht.
Martins-Drogerie, Pankratius=
ſtraße
41.
(*13157

ſofort
Bierhandlung
Müller, Kiesſtr. 20. (*13215

Junger
Burſche geſucht.
ſauberer

ſofort
Sauberer Hausburſche geſucht
Bäckerei, Grafenſtraße 33. (*13147

Gut empfohlener Hausbursche
(Radfahrer u. ſtadtkundig) welcher
ſchon in Colonialwaren=Geſchäften
tätig war, zum alsbald. Eintritt
geſucht Hoflieferant Breimer,
Eliſabethenſtr. 14.
(*13153

Sauberer Burſche
welcher Gartenarbeit verſteht (oder
Gärtner) und evtl. auch ſervieren
kann, zu ſofortig. Eintritt geſucht.
B11992) Ludwigshöhe‟

Jüng. kräftig. Hausburſche geſ.
Wendelſtadtſtraße 8, II. (*13178

Auf Anwaltsbüreau wird ein
Schreiberlehrling geſucht. Offert.
unter N 17 an d. Exped. (*13210md

Wir ſuchen für unſer Büro einen
der Gabelsbergerſchen Steno=
graphie
kundigen Lehrling=
der
in alle kaufmänniſchen Arbeiten
eingeführt wird und Gelegenheit
zur Vervollkommnung in der Steno=
graphie
und im Maſchinenſchreiben
findet. Deutscher
Stenographenbund Gabelsberger
*13213) Klappacherſtr. 40.

Der Militär-
Wohnungsanzeiger
Frühjahr 1912
iſt erſchienen und für
30 Pfg. in der Expe=
dition
des Tagblatt
zu haben. (10510t

Da, wo es der Hausfrau un=
möglich
iſt, die Wäſche ins Freie
zu hängen, nehme ſie nur ein oder
zwei Pakete Giotil zum Kochen der
Wäſche. Giotil tut in dieſem Falle
der Luft und
die Arbeit der Sonne,
indem es tadellos reinigt u. bleicht,
ohne der Wäſche zu ſchaden. Per
Paket 30 Pf.
Fabrikanten Hauauer Seifenfabrik
J. Gioth, G. m. b. H.
Alleinige Niederlage: (VI11985
Karl Steinhäuser
Germania-Drogerie.

Von der Reiſe zurück:
Aberr Taßer
Dentist
Ludwigsplatz 1, 1. Stock.
(*13182

Diejenige Person
iſt erkannt, die den Schirm, der
im Warteraum 3. Kl. beim Brunnen
ſtehen geblieben iſt, weggenommen
hat und wird erſucht, denſelben
Mollerſtr. 45 im Laden abzug., da
ſonſt Anzeige erſtattet wird. (*13237
Heirat.
Mittlerer Staatsbeamter
möchte ſich gerne verheiraten.
Wer kann ihm gewiſſenhaft
helfen, ſeinen Herzenswunſch
zu verwirklichen. Nachricht. u.
N 6 an die Exp. (*13136
Silb. Kettenarmband
am Montag verloren. Abzugeben g.
Belohnung Landwehrſtr. 6. (*13238

Sonſervatoriſch gebild. Dame
erteilt Anfängern und Vorge=
ſchritt
. gründl. Klavierunterricht u.
Theorie. Off. u. N 68,Exp. (B11828

Französin
diplomierte Lehrerin, erteilt
Konversations- u. Literatur-
Unterricht
(*12609ms
Moosbergstrasse 55.

Jung. Mann wünſcht gründlichen
franzöſiſchen Unterricht. Off.
mit Preisang. u. N 23 Exp. (*13188

Bügel=Kurſus
Der Unterricht beginnt Mitt=
woch
, den 29. Mai, und können
noch einige Damen teilnehmen.
Honorar mäßig. (*13233
Mühlſtraße 5, II.

Gelme

Lauteſchlägerſtr. 5½
4 Zim.=Wohn., neuzeitl., 3. St., an
ruh. Leute zu vm., 450 M. (*13240ms

Pankratiusſtraße 7, 2. Stock,
große 3 Zimmerwohnung mit allem
Zubehör alsbald zu vermieten.
Preis 400 Mk. jährlich. (*13232mdf

Pankratiusſtr. 29, 2= Zimmer=
wohnung
im 1. Stock. (*13218ms

Lauteſchlägerſtr. 5½
i. Stb., 2 kl. Zim. m. Kochof. a. alleinſt.
Frau od. Frl. zu verm. (*13241
Mierte Zimmer
Ludwigſtr. 16, III., möbl. Z.
mit Kaffee zu 15 Mk. zu v. (*13211mdf

Grafenſtr. 8, II., ſchön möbl.
Zimmer mit Schreibtiſch. (*13217

Waldſtraße 3, 3. Stock, möbl.
Zimmer zu vermieten. (*13223mf

Klappacherſtr. 66 gut möbl. Z.
in ſchöner Lage zu verm. (12000a

Darmſtr. 33a, II., möbl. Z. bei
kinderloſen Leuten ſofort. (*13225

vermieten.
Fernſpr. 709.

Lagerraum
ca. 105 qgm, direkt am neuen Güterbahnhof, zu

(11762ms

W. Mahr,
Weiterſtädterſtraße 80.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer 124.

Was der Riesling unter des Weineskraft,
ist Kaiserbier im Gerstensaft.
Verlangen Sie ausdrücklich Kaisers Flaschenbiere‟.
Leohhard Raiser S Dlergrosshandlung

Schutz-Marke:

Viktoriastrasse 58.

Telephon 129.
(11179a

Hess. Damen-bekleidungs-AKademte
Elisabeth Bert
Darmstadt
Bessungerstr. 14
Tageskurse: täglich 912 und 26 Uhr
Für Hausbedarf 45 Wochen Schneiderinnen 56 Wochen
Absteck-Direktricen 4 Wochen Direktricen 7 Wochen
Lehrerinnen 7 Wochen
(B182
(Abendkurse: 4 mal wöchentlichv. 810 Uhr abds.
Für Hausbedarf: Dauer 4 Wochen.
Beginn neuer Kurse jeden Montag.
Prospekt und nähere Auskunft jederzeit.
Mässiges Honorar. Kostenl. Stellenverm.

Eine Wohltat für Damen ist
Kopfwaschen
mit den neuesten Wasch- u. elektr. Trocken-
apparaten
und bildet regelmässiges Waschen
nach meinem System die denkbar beste
Haarpflege. Schöne helle Damen- Salons
gegenüber dem neuen Palais. Kopfwaschen
inkl. Frisur 1 Mark. Separater Färbe-
Salon (Methode Henné).
(9646a
Friseur Müller

Telefon 1466. Wilhelminenplatz 2. a. d. kath. Kirche.

Brillen, Pincenez
Ferngläser, Binocles
Barometer, Thermometer
Anfertigung von Brillen nach ärztlicher Vorschrift.
Lieferant mehrerer Krankenkassen. (10441a
g. Karp Hoflief.
T.
Ludwigstrasse 20.

Kalef

u. Technisches Bureau
H. Uhrig
Darmstadt, Rheinstr. 47.

Knaben-
Mädchen

Nason

Anzüge
Kleider

Eiim Enenreien
Lohnkutscherei u. Pension-Stallung
Darmstadt
Tel. 530 Heidelbergerstrasse 25. Tel. 530
Empfehle meine eleganten Equipagen (mit und
ohne Gummiräder) zu allen Gelegenheiten, sowie mein
(B11825
Neuzeitliches
Herrschans-Automobin

Kieler Form. Marke Witt‟
Beste Stoffe und vorzügliche Arbeit
zeichnen Witt’s echte Kieler Matrosen-
Anzüge und Mädchen-Matrosenkleider
aus. Bitte Preisliste zu verlangen.
Ansichtssendung bereitwilligst

Knaben-Waschblusen und Anzüge
in allen modernen Formen und in jeder Preislage.
Waschstoffe am Stück.
In Raisluss

Marktpl. 10.

Schwarz-weisse Rabattmarken.

Am Rathaus.
(11715dfm

Selten pass.
Kauf für
Brautleute.
Vollſtändig neue Einrichtung,
alles poliert, in moderner Aus=
führung
als:
(*12384mmm
Schlafzimmer: 2 Betten m. beſter
Einlage, gr. 2tür. Spiegelſchrank,
Waſchkommode mit Marmor, dto.
2 Nachtſchränke, Handtuchſtänder.
Wohnzimmer: hochfeines Verti=
kow
m. Verglaſung u. Intarſien,
eleganter Umbau mit Schränkchen,
prachtvoll. Diwan, Auszugtiſch,
4 beſſere Stühle.
Küche: 2 Schränke mit echter
Meſſingverglaſung, Tiſch, Stühle.
Alles zuſammen für den Spott=
preis
von
nur Mk. 620,
abzugeben. Näh. Baumweg 33,
1. Etage, Frankfurt a. M.

Günſtige Gelegenheit f. Braut=
paare
! Vollſtänd. Schlafzim.,
beſtehend in 2 Betten mit Spiral=
feder
= u. Wollmatratzen, Waſch=
komde
. m. Spiegelaufſatz, 2 Nacht=
tiſche
, zweitür. Kleiderſchr. mit
2 Schubkaſten, 130 cm breit, desgl.
eichen pol. Schlafz., echt pitch-pine
Kücheneinrichtung mit Kunſtver=
glaſung
, 150 Mk., pol. Kleider=
Spiegelſchr., innen eichen, prima
Handarb., langj. Garantie. Gebr.
Möbel werd. in Zahl. gen. Gebr.
guterh. Möbel fortw. zu ſehr bill.
Pr. zu haben Wendelſtadtſtr. 2 u.
Neckarſtraße 17.
(*13086sm

Trauringe

jerwirkt und verwertet Patente, Gebrauchsmuster u. Warenzeichen.
Sachverständige Beratung auf allen Gebieten des gewerblichen
Rechtsschutzes durch erfahrene Spezialingenieure. Bereitwillige
Auskunft unverbindlich und kostenlos.
(7238a

(Kugelringform) empfiehlt billigſt
Schul-
4 Schul-
str
. 4. Ernst Macholde str. 4.
Einkauf u. Umtauſch von altem
Gold, Platina u. Silber zu den
höchſten Preiſen. (9408a

G eee
bietet ſich demnächſt für
Umzüge
nach Richtung Heidelberg, Mann=
heim
, Karlsruhe, Höchſt a. Main,
Frankfurt a. Main.
(11574a
Albert Vogt, Möbelspedition
Tel. 2050. Gutenbergſtr. 1.

Handwerker
kaufen
Möbellacke
Terpentinöl
Terpentin-
Ersatz
Leinöl
Glaspapier
Politur, Leim
Splritus
zu Engrospreisen
bei

Das Beste f. schwache
Augen und Glieder
(beſonders, wenn nach dem
Baden damit gewaſchen) iſt
das ſeit 1825 weltberühmte,
ärztlich empfohlene (11230a
inische Wasser
von Joh. Chr. Fochtenberger in
Heilbronn, Liefer. fürſtl. Häuſ.
Feinſt. u. billigſt. Parfüm.
In Flaſchen à 45, 65 u. 1.10.
Alleinverkauf f. Darm-
stadt
: G. Hauptmann, Rheinſtr. 19.

Für die Bräberen-Saise
Offeriere fortwährend friſche
Erdbeeren (Kronberge
zum billigſten Tagespreis. (1180
Ed. Türtmann
Telephon 1425. Grafenstr. 1
Lieferungen nach allen Stadtteil

Gebrauchter Schreibtif
mit Aufſatz zu verkaufen. (1186
Heinheimerſtr 9, Werkſtätte
Keine Ziehungs-Verlegung
Ziehung den 4. u. 5. Juni 191s
Arnstädter
ferie
90
o5s3 Gewinne zus.II

11 Lose 10 Mk.,
Porto u. Liste
Lose A IM. 25 Pfg. estra
versendet das General-Debit
Lotteriehankäub..
Eisenach.
Phil. J. Schmidt, L. Ohnacker, I
Pr. Lott.-Ein., ferner: Gg. Lud
Kriegk, Fr. Marguth, Joh. Helnri
Möser u. Valentin Setbert. (1134s

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Seite 11.

für

Kurzwaren, Schneiderei-Artike

Bänder
Halbleinen-Band, 4 Meter
Stück 4
Leinen-Band, Goldretort,
4 Meter
Stück 5
Schürzenband, bunt gestreift,
4 Meter-Stück
Stück 3
Halbleinen-Band, blau u. grau
4 Meter-Stück
Stück 5
Taillenband, 3½-Meter-Stück
Stück
Naht-Band, 8 Meter
Stück 16
Hosenschoner-Band mit
Kante, schwarz
. Meter 4

Scha
issblätter
Paar
in Trikot .

Nadelwaren, Knöpfe

Sieherheitsnadeln Ich helfe
Dir‟ . Brief 1 Dtzd. Stück
Stahlstecknadeln in Blech-
dosen
. . . 50 Gramm-Dose
Stahlstecknadeln in Briefen
à. 100 Stück
Stecknadeln mit schwarzen u.
bunten Köpfen . . 100 Stück
Stecknadeln . . . 200 Stück
Nähnadeln Marke Blitz‟
Brief à 25 Stück
Stopfnadeln
25 Stücke
Haarnadeln Freya, glatt u.
gewelt
. Brief

6=
9
5
43
6

Futterstoffe

faconet, ca. 100 cm, schwarz 9
Meter 30
Jaconet, ca. 100 cm, grau und
marine
Meter 38
Taillenköper, ca. 82 cm, fein-
Meter 38
fädige Qualität
Fwilled, 100 cm, feinfädig

Kleidersatin, ca. 80 cm, gutes
Fabrikat . . . . . . Meter 58

Seidensatin, baumw., großes
Farbensortiment.

Meter 48
Lustre, schwarz und farbig
Meter 55, 45
EXTRA-RABATT
auf alle
Spitzen und Besätze

Futtermull, schwarz, weiss,
Meter 23
grau
Steifleinen, 70 cm breit
Meter 38

Schneiderleinen, bügelecht

Meter 58

Haarnadeln Immunidad‟.
Haarnadeln . . . 2 Päckchen
Lockennadeln
. Briek
Lockennadeln . . 2 Päckchen
Druckknopf Pryms Zukunft‟
Dutzend
Dutzend
Druckknopf
Perlmutterknöpfe 2 Dtzd.
Perlmutterknöpfe 2 Dtzd. 30,
Wäscheknöpfe
. Dtzd.
diverse Grössen

1
12
4
12
25
5

Stossborden
Sammetstoss mit Litze,
. . . Meter 30
schwarz
Sammetstoss mit Paspol.
schwarz . . . . . . Meter 35
Besenlitze
. . Meter 8, 6
schwarz
Schutztresse Elsa‟, schwarz
. Meter 5
und farbig
Einfasslitze, extra breit,
. Meter
alle Farben
Verlängerungsborden mit
Litze . . . . . Meter 34, 20

genstützen
bchen
Krugen
Celluloid . . . Dutzend 28
12 Dutzend

Verschiedenes

Taillenverschluss mit Fisch-

bein-Einlage, waschbar, Stück 12
Taillenstäbe, weiß, grau und
.. Dtzd. 15
schwarz
Druckknopflitze, schwarz u.
. Meter 45
weiss
Strumpfband-Mechanik, Pr. 18
Schuhnestel, Macco, 100 cm lg.,
gute Qualitäten . . . Paar 10

Schuhnestel, Eisengarn, 120cm 09
lang, gute Qualitäten . Dtzd. 2a
Schuhnestel, Eisengarn, 100 cm 16
Dtzd. 12
lang .
Schuhnestel, Eisengarn, 80 cm.
lang
Dtzd.
Gummiband, all. Farb., gl. 18, 14, 9
Rüschengummiband, mod.
. . . Meter 25
Farben

Grösste Auswahl in Bändern.


EAIRA-KABAI T
auf alle
(12007
Tülle und Chiffons.

Darmstädter
Sprach-u. Handelsschule
10 Luisenstrasse 10
Leiter: Emil Held u. Hieron, Schneider.
Gründl. Unterricht in kaufm. Fächern, fremden Sprachen,
6775a
Stenogr. u. Maschinenschreiben.
Kurse: Anf. jed. Viertelj. Einzelunt.: jederzeit.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.

Gefunden: 1 altes leres Portemonnaie. 1 Portemonnaie
nit Inhalt 2 neue Vierträger aus Draht. 1kurze Hundeleine. 1 weiß.
Netall=Gliederarmband. 1 runde Broſche mit Amethyſt u. ſilberner
Fette. 1 langer weißer Damenhandſchuh. Zugelaufen: 1 Kriegs=
zund
, 1 Dobermann.
(11966

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

icher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
inden
ſich 1 ſchot. Schäferhund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(11975

Dünger=Verkauf.

Am Donnerstag, den 30. Mai
1912, von 950 Uhr vormittags
1b, wird auf dem vorderen Hofe
der alten Kavallerie=Kaſerne in
Darmſtadt die Matratzenſtreu von
iner Eskadron öffentlich meiſt=
dietend
verſteigert. (11952im
Abfuhrfriſt bis Freitag abend
inſchließlich.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.

Ein Poſten B
tannene Brette
zebraucht, aber noch in gutem
Lande, ſofort zu kaufen ge
Off. erb. u. N29 an die Exp. (*1

Bekanntmachung.

Mittwoch, den 26. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Philipp Adam zu
Nieder=Modau, im Grundbuch der
Gemarkung Darmſtadt zugeſchrie=
bene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
35 1499/10 286 Hofreite Hein=
heimerſtraße

Nr. 75,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(Ka1/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V11206

Herren= u. Damenrad, beide mit
Freil., ſehr gut erh., billigſt ab=
zug
. Magdalenenſtr.7, Hth., I. (*13234

Ge iſer Handeleſten .
I telung 2, wurden folgende
Einträge vollzogen:

Am 20. Mai 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Robert Förſter, Café=
Reſtaurant zur Oper,
Darmſtadt.
Inhaber: Robert Förſter, Ho=
teller
in Darmſtadt.
Gelöſcht die Firma:
Konrad Lautermann, Darm=
ſtadt
.
Am 22. Mai 1912.
Aenderung hinſichtlich der
Firma:
Frau M. Mylius Darm=
(11965
ſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Philipp Oeſtreicher, vorm.
Frau M. Mylius.
Darmſtadt, 23. Mai 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

J. Donges & Wiest, Grafenstr. 26.

Hof-Uhrmacher und Optiker
Ernst-Ludwigstrasse 25.

Feldstecher

(10697a

in grosser Auswahl mit Etui u. Riemen
zum Umhängen von Mk. 10. an.

Jagdgläser, Militärgläser

Prismen-Gläser
v. Zeiss, Görz & Busch etc.
Preise wie ab Fabrik
von Mk. 75. an.

wienen, ſehr
Wanderer-Rad, billig‟

4429a)

Grafenſtraße 26.

Wanderer

Paris 1900 . Grand Prix
San Remo 1908 Grand Prix
Genua 1908 . Grand Prix
Brüssel 1910 . Grand Prix

das Beste
deutsche
(9443a) Fahrrad

Ankauf
alter Flaſchen, Eiſen, Metalle,
Ma
Lumpen u. Papier (*13230md
H. Zwickler, Holzſtr. 24, 1. St., I.12001a)

getrag. Kleider
Schuhe ꝛc. zu den
höchſten Preiſen.
Poſtkartegenügt.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer 124.

(Schutzmarke Schwan)
ist billig, bequem, sparsam,

Bier

Spezialangebot von größter Preiswürdigkeit!
Wichtig tar Braufeate!

Gediegene Wohnungs
Einrichtung.

für Mk.

1940.

Speisezimmer
dunkel eichen
1 Büfett
1 Anrichtetisch
6 Rohrstühle
1 Ausziehtisch
1 Diwan in Mokette.
Herrenzimmer
dunkel eichen
1 Bücherschrank
1 Diplomatenschreibtisch
1 Schreibsessel mit Leder
1 Tisch
2 Lederstühle
1 Ottomane
1 Diwandecke.
Schlafzimmer
hell nußbaum mit Intarsien
2 Bettstellen
2 Nachtschränke
1 Waschtoilette
1 zweitür. Spiegelschrank
2 Rohrstühle
1 Handtuchständer.

Elegante Wohnungs-
Einrichtung

für Mk.

Speisezimmer
dunkel eichen
1 Büfett
1 Kredenzschrank
1 Ausziehtisch
6 Lederstühle
1 Diwan.
Herrenzimmer
dunkel eichen
1 Bücherschrank
1 Diplomatenschreibtisch
1 Schreibsessel mit Leder
1 Tisch
2 Lederstühle
1 Ottomane
1 Diwandecke.
Schlafzimmer
hell nußbaum mit Intarsien
2 Bettstellen
2 Nachtschränke
1 Waschtoilette
1 zweitür. Spiegelschrank
2 Rohrstühle
1 Handtuchständer.

Hochfeine, vornehme
Wohnungs-
Einrichtung
für Mk. 2227
Speisezimmer
dunkel eichen
1 dreiteiliges Büfett
1 Kredenzschrank
1 Ausziehtisch
6 Lederstühle
1 Diwan.
Herrenzimmer
dunkel eichen
1 dreitürige Bibliothek
1 grosser Dipl.-Schreibtisch
1 Schreibsessel mit Leder
1 runder Tisch
2 Lederstühle
1 Ottomane
1 Diwandecke.
Schlafzimmer
eichen oder hell nußbaum
2 Bettstellen
2 Nachtschränke
1 Waschtoilette
1 dreitüriger Schrank
2 Rohrstühle
1 Handtuchständer.

Kilder

Sportwagen

in allen Farben und Ausführungen. Ueber 100
Stück zur Auswahl. Billigste Preise.
Neuheit! Wagen mit Pneumatics
vollständig stoßfrei.

9t2n

1. Longes 6 Mest, eralenstr. 23,

Küche taubengrau lackiert Küche carolinapine natur 1 Küche carolinapine natur

bert Vogt
Möbel=Spedition
Gutenbergstrasse 1.
Telephon Nr. 2050.
Pünktliche und gewiſſenhafte Bedienung. Erſtklaſſige
neue Patentmöbelwagen.
(10652a
Mässige Preise.

1 Küchenbüfett
1 Anrichte mit Aufsatz
1 Tisch
2 Stühle
1 Ablaufbrett.

1 Küchenbätett
1 Anrichte mit Aufsatz
1 Tisch
2 Stühle
1 Ablaufbrett.

1 Küchenbüfett
1 Anrichte m. Schrank-Aufs.
1 Tisch
2 Stühle
1 Ablaufbrett. (10900a

Ferner komplette Einrichtungen für Mk. 2400, 2600, 2800, 3000 u. s. f.
Gr. Ochsengasse
Setokanhernur 21-23.
Telefon 287. Bitte genau auf meine Firma u. Haus-Nummer zu achten. Telefon 287.

60%

Becngs Kahdierter Korh-Kahee

5.
Zmmfe
Infemafionale
HvElENE-Ausstellung
Oresden 191):
GRosSER PREls!

Men und
Engehren .

Der Morgentrunk

Für Alt und Jung

B1RRENWASSER
Verhütet Haarausfall und Schuppenbildung

(10188M

SMARRT DEN HAARWuchs BELEBT DIE NERVEN
Preis: Broschüre und Gufachten gratis
und
M 1.95 GE0B6 DRALLE. HAMBURG. G. 3.70.
J.%eeeeTeeefTTT!

Kunſt und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)

Friedrich Wilhelm Schulze wußte weder von alten
noch von neuen Werken des Profeſſors und ſah den Doktor
verſtändnislos an.
Das Werk, fuhr dieſer fort, behandelt die Einführung
der Reformation in hieſiger Stadt. Es iſt eine hervor=
ragende
Arbeit und behandelt den Konflikt der damaligen
Zeit in durchaus verſöhnendem Sinne. Zur Aufführung auf
dem hieſigen Theater iſt es zu umfangreich. Wir haben
nun beſchloſſen, ein Feſtſpiel zu arrangieren, bei dem nur
einige Hauptrollen durch Berufsſchauſpieler gegeben wer=
den
, die übrigen Rollen jedoch durch hieſige Dilettanten.
Direktor Brüggemann wird den Pfarrer Asmus geben,
Ernſt Norbert hat den Junker Diether von Stahleck über=
nommen
aus reiner Gefälligkeit, um ſich für die freund=
liche
Aufnahme in hieſiger Stadt dankbar zu erweiſen. Die
meiſten Rollen ſind ſchon beſetzt, es fehlt uns nur noch eine
Dame, welche die Käthe Asmus, die Tochter des Predigers
und die Geliebte des Junkers Diether gibt. Da dachten
wir an Fräulein Elfriede, die ſchon bei den Vorſtellungen
im Kaſino den Beweis eines hervorragenden Talentes er=
bracht
hat.

Eine heiße Glut überflammte die Wangen Elfriedens
und ihr Herz krampfte ſich in heißem Schreck zuſammen.
Sie ſollte mit Ernſt Norbert zuſammen ſpielen? Und
gar ein Liebespaar? Unmöglich! Sie würde kein Wort
über die Lippen gebracht haben.
Herr Schulze räuſperte ſich verlegen.
Ich weiß wirklich nicht, Herr Doktor . . . da müßten
wir vorher doch mit meiner Frau ſprechen . . .
Gewiß Herr Schulze. Aber ich bin gewiß, daß Ihre
Frau Gemahlin nichts dagegen haben wird. Die jungen
Damen der erſten Geſellſchaft ſpielen mit zum Beiſpiel
die Tochter des Amtsrichters, des Sanitätsrats, des Pro=
feſſors
Kurdelbaum und des Kanzleirats Bangemann. Nicht
wahr, gnädiges Fräulein, wandte er ſich an Elfriede, Sie
laſſen uns nicht im Stich?
Elfriede hatte ihre Faſſung wieder gewonnen. Was
ihr als ſchöner Traum vorgeſchwebt, die edle Geſtalt eines
wahren Dichterwerkes zu verkörpern, das ſollte jetzt Wirk=
lichkeit
werden! Sie zieh ſich innerlich der Feigheit und
Zaghaftigkeit, daß ſie im erſten Augenblicke von dieſer
Aufgabe zurückgeſchreckt war. Hier wurde ihr Gelegenheit
geboten, zu zeigen, welch reichen Schatz ihr Inneres barg;
hier vermochte ſie ſich aus der dumpfen Atmoſphäre ihres
Lebens in eine reinere Luft, in eine höhere Welt zu ver=
ſetzen
wäre das nicht töricht von ihr geweſen, dieſe Ge=
legenheit
zurückzuweiſens

Wenn meine Großeltern es geſtatten, entgegnete ſie mit
feſter Stimme, werde ich ſehr gern die Rolle übernehmen.
Ich danke Ihnen, gnädiges Fräulein, im Namen des
Komitees und habe die Ehre, Ihnen ein Exemplar des
Schauſpiels, betitelt Glaube und Liebe, zu überreichen.
Leſen Sie es bitte durch. Sie werden dann zugeben, daß
es das Werk eines wirklichen Dichters iſt. Die Rolle der
Käthe Asmus iſt eine ſehr ſympathiſche und dürfte Ihner
gewiß gefallen. Wollen Sie dann die Güte haben, über=
morgen
abend um 6 Uhr im Kaſino zu einer Leſeprobe zu
erſcheinen?
Sehr gern, wenn meine Großeltern erlauben.
Ich habe nichts dagegen, Kind, ſagte Großpapa Schulze.
gutmütig lächelnd.
Frau Minna Schulze machte freilich anfangs große
Augen, als ſie hörte, um was es ſich handelte, Sie hielt
nicht viel von der Schauſpielerei, und daß Ernſt Norbert
mitſpielte, machte ihr die Sache erſt recht verdächtig. Als
ſie jedoch hörte, daß die Töchter der Kanzleirätin Bange=
mann
mitwirkten, da meinte ſie: Was die können, das
kann unſere Elfriede erſt recht Du kannſt mitſpielen
aber ich werde dich in alle Proben begleiten und wäh=
rend
der Vorſtellung hinter den Kuliſſen bleiben.
So war es denn beſchloſſene Sache und am nächſt=
folgenden
Abend begab ſich Elfriede zur erſten Leſeprobe.

[ ][  ][ ]

Seite 13.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.
Nummer 124.

Neueröffnetes Spezial-Haus

M.
Die Aufführung des Pfarrer Asmus war glänzend
verlaufen. Die größte Ueberraſchung aber bereitete Allen
das Spiel Elfriedens. Da war nichts von Dilettantismus
zu bemerken, nichts von Befangenheit oder Unnatur; jeder
Situation wußte ſie ſich in durchaus edler, natürlicher Weiſe
anzuſchmiegen, jeder Gedanke, jede Empfindung fand bei
ihr den treffenden Ausdruck und, wäre doch etwas zu
kadeln geweſen, ſo war es die allzu große Leidenſchaftlich=
keit
in den Augenblicken des Affektes.
Direktor Brüggemann war entzückt, hingeriſſen.
Mein Fräulein, Sie ſind ein künſtleriſches Talent erſten
Ranges, ſagte er begeiſtert. Sie ſollten zur Bühne gehen.
Ich verpflichte mich, Sie binnen einem Jahre ſo auszu=
bilden
, daß Sie jedem Theater Ehre machen.
Elfriede ſchüttelte ernſt den Kopf. Was würden meine
Verwandten dazu ſagen, entgegnete ſie. Ich glaube, ſie
würden mich für verrückt erklären, ſetzte ſie für ſich hinzu.
Eine Enkelin Friedrich Wilhelm Schulzes auf der Bühne
das war einfach undenkbar.
Dennoch fühlte ſie, daß Direktor Brüggemann ihre Be=
gabung
richtig beurteilte. Und nie in ihrem Leben, ſeit ſie
ſelbſtändig zu denken vermochte, hatte ſie ſich ſo vollkommen
glücklich gefühlt, wie während der Zeit der Vorbereitungen
mit Proben zu dieſer Aufführung. Da war ſie in ihrem
Lebenselemenſt geweſen, Ha fühlte ſie ſich über alle Kleinig=
keiten
ihres Daſeins emporgehalten, da war ſie ganz, was
ſie ſein ſollte, da erfüllte ſie die von einer gütigen Fee ver=
liehenen
Gaben und Talente.
Ihr Stimmung wurde noch erhöht durch das Zu=
ammenſpiel
mit Ernſt Norbert. Sie erbebte innerlich und

erblaßte, als ſie zum erſten Mal dem jungen, genialen
Schauſpieler gegenübertrat. Sie war befangen und ver=
wirrt
, als ſie mit ihm die Bühne betrat und wie er, wie
es ſeine Rolle mit ſich brachte, in leidenſchaftlichen Worten
zu ihr ſprach. Aber an ſeinem Talent, an ſeinem ruhigen,
ernſten Weſen richtete ſie ſich bald wieder auf. Im Zu=
ſammenſpiel
mit ihm vergaß ſie die perſönlichen Empfin=
dungen
, ſie war nur Künſtlerin, nur der Charakter, den
der Dichter geſchaffen. In den Zwiſchenpauſen jedoch war
ſie befangen und ſuchte eine Begegnung mit Ernſt Norbert
zu vermeiden. Wohl bemerkte ſie, wie ſein ernſtes Auge
oft mit forſchendem Ausdruck auf ihr ruhte, wie er ver=
ſuchte
, ſich ihr zu nähern, und wie er ſich unmutig zurück=
zog
, wenn ſie in den Kreis der mitſpielenden Damen trat
oder ſich an die Seite ihrer Großmutter ſetzte, die mit miß=
trauiſchen
Argusaugen die Vorgänge auf der Bühne und
hinter den Kuliſſen beobachtete.
So kam es, daß Robert keine Gelegenheit fand,
Elfriede allein zu ſprechen, obgleich beide fühlten, daß ſie
ſich nach einer Ausſprache ſehnten.
Der Beifall war verrauſcht. Die Darſteller hatten ſich
hinter die Kuliſſen zurückgezogen und ſchauten
neugierig dem feierlichen Akte auf der Bühne zu, wo das
Feſtſpielkomitee dem Dichter einen mächtigen Lorbeerkranz
unter einer ehrenden Anſprache überreichte. Profeſſor
Kurdelbaum zeigte ſich ſehr gerührt; ſeine Würde erlaubte
es nicht, ohne Dankesrede von dem Publikum zu ſcheiden.
Wenn Profeſſor Kurdelbaum aber erſt einmal zu reden
anfing, dann fand er ſobald kein Ende. Er berauſchte ſich
an ſeinen eigenen Worten, die in ſchönen, langen Perioden
von ſeinen Lippen ſtrömten. Alles lauſchteraufmerkfam die=

ſen ſchönen Worten, denn es galt als ungebildet, an der
Rednerkunſt des Profeſſors Kurdelbaum zu zweifeln.
Nur Elfriede befand ſich nicht unter den Zuhörern.
Ste war überwältigt, gleichſam betäubt von dem Ein=
druck
, den die Darſtellung auf ſie gemacht; ſie hatte ſich
ſelbſt in ihrer Rolle vergeſſen, und ſich mit leidenſchaft=
licher
Erregung dem Spiel hingegeben; jetzt vermochte ſie
ſich kaum noch aufrecht zu erhalten, die Tränen ſtürzten
aus ihren Augen, in einem entfernten Winkel der Bühne
war ſie auf einen Stuhl geſunken.
Niemand achtete auf ſie. Selbſt ihre Großmutter nicht,
die ſich in die erſte Reihe der Zuhörer des Profeſſors Kur=
dembaum
gedrängt hatte, um ja kein Wort zu verlieren.
Elfriede konnte ſich ohne Störung ihren Empfindun=
gen
und Gefühlen hingeben, die ihre Seele mit ſchmerz=
lich
ſüßer Wehmut erfüllten.
Da hörte ſie plötzlich ihren Namen die Stimme,
die ihn ſprach, durchbebte ſie mit freudigem Schreck
Ernſt Norbert ſtand vor ihr.
Ein ſanftes, glückliches Lächeln ſchwebte auf ſeinem
blaſſen, geiſtreichen Antlitz. Er befand ſich bereits im
modernen Geſellſchaftsanzuge, das einfache Schwarz des=
ſelben
hob ſeine edle Geſtalt ſowie die Bläſſe ſeines Ge=
ſichtes
noch mehr hervor, als das mittelalterliche Koſtüm
es tat. Dunkle, kurzgehaltene Locken umhüllten ſein Ant=
litz
und die hohe Stirn. Unter den ſtarken, geſchwunge=
nen
Augenbrauen blickten die grauen Augen klug und
ſanft zugleich hervor; eine Flamme innerer Begeiſterung
leuchtete in ihnen.
(Fortſetzung folgt.)

Z. m.
6. N.

Neue Jackenkostüme
auf Seide, aus Stoffen engl. Art, blau u. schwarz
Haupt-
2000
preislagen: 240 25 3350 3900 4500 500

für

Damen- und ILinder-Konfektion
Darmstadt, Ludwigstraße 5
Telefon 2539.

Extre=Angebot!
Ia Stoffe, Rumpf und
Ein Sortiment Engl. Paletots,
Aermel mit Ia Seiden-
serge
gefüttert, Schneiderarbeit, regulärer Wert 39.00

Neue Paletots
aus Stoffen englischer Art
*
Hauptpreislagen: 575 400 1450 1750 1950
Neue Kostümröcke
aus Stoffen englischer Art, blau und schwarz
Kammgarn
750 050 10
Hauptpreislagen: 300 400 575 7 9 12
1987

Priia Fiider Saderkrauf
das beſte, was in dieſem Artikel geboten werden kann
Frima Salz- und Essig-Gurken
Mixed Pickles, Roterüben u. Preißelbeeren
(ſüß und pikant)
illes von bekannter Güte, empfiehlt loſe gewogen, ſowie in
Doſen und Eimerpackungen
11791a
Georg Korbus
(
Einmach=Geschäft
Luiſenſtraße 36.
Telephon 1093.

Schneeweiße Wäsche

gibt

Waschpulver

Gemahlene Salmiak-Terpentin-Seife‟.
Garantie für höchste Reinigungskraft beigrößter
Schonung der Wäsche.
Ueberall zu haben
in weissen Paketen mit grünem Druck und roten
Hämmern.
(3779a
Alleiniger Fabrikant:
P. H. Schrauth, Neuwied am Rhein.

Wenn Sie eine gute
Gardine
in Leinen od. Tüllgebrauchen,
so benützen Sie den
Gelegenheits-
kauf
!
Wir haben eine grosse An-
zahl
Leinengardinen im Preis
bedeutend zurückgesetzt
bis zu 50%
Besichtigung ohne Kauf-
zwang
.
Gardinen
aller Art.
Alover-Nets
in allen Farben, licht und
kochecht.
Bettdecken
Brise-bise
Mull
in bester Ausführung und
billigsten Preisen.
Hess. Gardinen- und
Stickerei-Manufaktur
Hehll Vertane
Gesellschaft mitbeschränkter
Haftung. (11082a
Tel. 1615. Bleichstr. 1c.

Zerrenwäſche, Gardinen, Kleider
u. Bluſen werd. z. Büg. angen.
Büglerin geht auch außerm Hauſe
11657a) Mathildenpl. 15, I., Walther.

üte w. jed. Geſchm. entſp. ſchick u.
f. angef., ält. H. mod. umgearb.
Ludwigsplatz 8. Vdh., III. (11503a

Adler=Automobil
7/17 Ps Sportvierſitzer, neu, ſofort lieferbar.
Vierzylinder, vorzüglich erhalten,
Laudauiel, ſehr billig abzugeben.
(11627a
Müller & Ober, Karlstr. 30.

Eine wertvolle Bibliothek für das Haus!
Für wenig Geld eine für alle Zeit wertvolle Bibliothek
zu erwerben dieſe Gelegenheit bietet ſich Ihnen durch Abonnement
auf die im Verlage der Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart erſcheinende
Bibhollen der Unterhaftung
und des wissens.
Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens be=
(V8602
ginnt bereits ihren 36. Jahrgang.
In vielen Millionen von
Bänden verbreitet er=
füllt
ſie ihr Programm:
jedem Bücherliebhaber Gelegenheit zu geben zur Anlegung einer
wirklich gediegenen, ſpannendſte Unterhaltung und eine uner=
ſchöpfliche
Fundgrube des Wiſſens zugleich bietenden

Privatbibliothek

aufs allerbeſte.
Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens er=
ſcheint
in 13 vierwöchentlichen, reich illuſtrierten, elegant in
echte Leinwand gebundenen Bänden mit Goldrücken= und
Deckelpreſſung. Jeder Band iſt mit einem hübſchen, farbigen
Umſchlag verſehen. Um die Anſchaffung auch weniger Be=
mittelten
zu ermöglichen, beträgt der Abonnnementspreis
nur 75 Pfennig für den Band
ein Preis, zu welchem der Buchbinder im einzelnen noch nicht
einmal den bloßen Einband zu liefern im ſtande wäre.
Beſtellungen nehmen Buch= und Kolportage=
handlungen
, Journalexpeditionen ꝛc. entgegen.
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig

Sehrock, Frack, SmolingAn=
G züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10073a

Eiſerne, weiſe Kinderbettſtelle
zu verkaufen Wienersſtr. 77,
part., vormittags. (*13171md

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer 124.

Sport.

* Billard. Seit Beſtehen des Darmſtädter
Billard=Klubs iſt der Billardſport in Darmſtadt in
ſtetem Zunehmen begriffen. Sehr viele Wettſpiele und
Turniere haben ſtattgefunden, doch hat mancher Spieler
leider keinen Preis davongetragen. Nun findet vom 1.
bis 30. Juni in der Billard=Akademie Hotel Heß ein
Billard=Preis=Spiel ſtatt; bei welchem jedem
Spieler die beſte Gelegenheit gegeben iſt, einen Preis zu
gewinnen. Preiſe ſind: 1. Preis im Werte von 40
Mk., 2. Preis im Werte von 30 Mk., 3. Preis im Werte
von 10 Mark. Ehrenpreiſe. Nähere Auskunft über die
Bedingungen des Wettſpieles erteilt und Anmeldungen
nimmt entgegen der Leiter des Preisſpiels, Billardmeiſter
L. Haubl, Hotel Heß
* Pferderennen. Rennen zu Hamburg=Groß=
Borſtel. Die Reſultate am Sonntag waren: Eröff=
nungs
=Rennen, 3800 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Graf
Seidlitz=Sandreczkis Narſes (Spear), 2. Bascaville (Ted
Rice), 3. Atina (F. Bullock). Tot. 20110. Eppendorfer
Jagd=Rennen, Ehrenpreis und 6800 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Hrn. Ravensbergs Eſto (Lt. Graf Holck), 2.
Ruhm (Lt. v. Moßner), 3. Garibaldi (Beſ.), Tot. 17.10.
Mai=Rennen, 6150 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn.
W. Biſchoffs Jack Horner (Evans), 2. Zampieri (Wurſt),
3. Self Control (Raſtenberger). Tot. 50:10. Früh=
jahrs
=Rennen, 6000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Kgl.
Haupt=Geſtüt Graditz’ Matterhorn (F. Bullock), 2. Rahana
(Yeomans), 3. Perilla (Fox). Tot. 14:10. Borſteler
Handicap 10000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Freiherrn
Hans v. Reiſchachs Five o'Clock (F. Bullock), 2. Banderilla
(Yeomans), 3. Longfellow (Shurgold). Tot. 26:10.
Hunters Flachrennen, Ehrenpreis und 4300 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Hrn. Haſpergs jr. Guards Chapel (Lt.
Braune), 2. Roi Negre (Lt. Graf Holck), 3. Golden Garnet
(Lt. v. Berchem). Tot. 61110. Pfingſt=Steeple=Chaſe,
Ehrenpreis und 5500 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt.
Graf Baudiſſins Princeß of Wales (Beſ.), 2. Kunſtſtück
(Lt. v. Moßner). Tot. 15:10.
Montag=Winterhuder=Rennen, 3800 Mark, Diſtanz
1000 Meter: 1. Hrn. J. Beutlers Giſela (Raſtenberger),
2. Conſtantin (Fox), 3. Baudiſſin (Wheaterdon). Tot.
57110 Harveſtehuder Steeple=Chaſe, 4000 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Hrn. M. Meyers Dinnet (M. Seiffert),
2. Dongal (J. Martin), 3. Ariel (Th. Baſtian). Tot.
26:10. Verloſungs=Rennen, 5300 Mark, Diſtanz 1300
Meter: 1. Hrn. Balduins Bilbao (Evans) 2. Polonius
(Mc. Dermott) 3. Herbert (M. Aylin). Tot. 49110.
Alſter=Preis, 25000 Mark, Diſtanz 2200 Meter: 1. Hrn.
Paulſens Cambronne (Cleminſon), 2. Don Ceſar (H. Ay=
lin
), 3. Papyrus (Weatherdon). Tot. 51:10. Lockſtedter=
Rennen, 10000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. R.
Haniels Aſchanti (Rice), 2. Blumenflor (H. Teichmann),
3. Morena (Davis). Tot. 14:10 Alſterkrüger Jagd=
Rennen, 4000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. P. H.
Spenglers Bellevue (Charvat), 2. Mainau II (Martin),
3. Frankfurt (Th. Baſtian). Tot. 56:10. Handy=Andy=
Steeple=Chaſe, 5000 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Hrn.
E. Zeyns Adriatic (M. Seiffert), 2, Hogyne (V. Roſak),
3. Beautiful Eve (Charvat). Tot. 14:10.
Rennen zu Stuttgart=Weil. Sonntag=
Mai=Rennen, 2000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Hrn. N.
Löbſteins Sonnenblick (Jeſſop), 2. Jelängerjelieber
(Schläfke), 3. Junker (Wedgewood). Tot. 20110. Pl.
20, 11:10. Verkaufs=Jagd=Rennen, 1200 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Hrn. V. M. Fels Kneißel (Lt. Zeltmann),
2. Recluſe (Lt. Dietzſch), 3. Saint Antonius (Lt. Graf
Holck). Tot. 26:10. Tribünen=Preis, 10000 Mark,
Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. A. Schürmanns Saint Rules
(Leiner), 2. Labrador (Cleminſon), 3. Sideslip (Schläfke).
Tot. 206:10. Herzog Albrecht=Jagd=Rennen, Ehrenpreis
und 5000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn. H. Peils

Chateauvert (Lt. v. Moßner), 2. Loveley Grace (Lt. v.
Berchem), 3. Lola Beeth (Hr. Leibbrand). Tot. 32110.
Preis von Donaueſchingen, 2000 Mark, Diſtanz 2000
Meter: 1. Hrn. N. Löbſteins Satire (Wedgewood), 2.
Blauer Dunſt (Schläfke), 3. Mouche (Jeſſop). Tot. 26:10.
Preis von Scharnhauſen, 1500 Mark, Diſtanz 2500
Meter: 1. Hrn. C. Fröhlichs Großvenor Gardens (Lt. v.
Moſch), 2. Aman (Lt. Graf Holck), 3. Protege (Lt. v. Moß=
ner
). Tot. 28:10.
Montag=Damen=Preis Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 1800 Meter: 1. Hrn. F. Noethers Rutland Arms
(Lt. Graf Holck), 2. Junker (Lt. v. Moßner), 3. Sonnenblick
(Lt. v. Moſch). Tot 24:10. Subſkriptions=Preis, 8000
Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1 Geſt. Weils Trotz (Schläfke),
2. Artus (Breſſel), 3. Poucette (Schuller). Tot. 14:10.
Preis von Eßlingen, Ehrenpreis und 2200 Mark, Diſtanz
3500 Meter: 1. Hrn. V. M. Fels Kneißel (Lt. Zeltmann),
2. Succours (Lt. v. Moſch), 3. Jhope ſo (Beſ.). Tot. 34:10.
Union=Klub=Rennen, 4000 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Hrn. C. Fröhlichs Labrador (Schläfke), 2. Nicolaus
(Dye), 3. Geraldine (Wedgewood). Tot. 20110. Preis
von Weil, Ehrenpreis und 12000 Mark, Diſtanz 5000
Meter: 1. Hrn. Rannertshauſens Bauernfänger (Lt. Graf
Holck), 2. Blitzmädel (Beſ.), 3. Raiſuli (Hrn. Jahrmarkt).
Tot. 20:10. Herzog Philipp=Jagd=Rennen. Ehrenpreis
und 1650 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Lt. Dietzſchs Blue
Boy (Beſ.), 2. Hunwick (Graf Schaesberg), 3. Judelle II
(Beſ.). Tot. 48:10.
Rennen in Grunewald. Gaſtfreund=Rennen,
5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Geſtüt Gürzenichs
Quartus (Spear), 2. Octopus (Shurgold), 3. Germot
(Jentzſch). Tot. 62110. Caius=Handicap, 10000 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. E. v. Buddenbrocks Fliegender
Holländer (Oleijnik), 2. Königsleutnant (Jentzſch),
-2. Loretta (Bleuler). Tot. 149110. Das Freudenauer
Rennen mußte mangels Beteiligung ausfallen. Kineſem=
Rennen, 25000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Hrn. A.
u. C. v. Weinbergs Fervor (Janek), 2. Kalchas (Spear),
3. Hüon (Lane). Tot. 15:10. Internationales Hürden=
Rennen, 20000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Monſ. H.
de Mumms Clin d’Oeil (OConnor), 2. Horridoh (G.
Winkler) 3. Dinna Ken (O'Leary). Tot. 27110. Preis
von Onkel Tom, 4200 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn.
C. Brocks Sardanapal (Theilen), 2. Fairfax (Streit), 3.
Edda (Weishaupt). Tot. 83:10. Feſt=Jagd=Rennen)
Ehrenpreis und 7000 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Hrn.
K. v. Tepper=Laskis Hart (Dr. Rieſe), 2. Procles (Lt.
Graf Einſiedel), 3. Brampton Laß (Rittm. Keyſer). Tot.
21110.
Rennen in Magdeburg. Elbe=Jagd=Rennen,
Ehrenpreis und 1800 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt.
Nehrings Colette (Lt. v. Kramſta), 2. Delaware (Lt. von
Berchem), 3. Polykrates (Beſ.). Tot. 29110. Verkaufs=
Handicap, 5800 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Hrn. E.
v Davids Parazs (Pretzner), 2. Drakon (W. Bullock), 3.
Skipio (F. Bullock). Tot. 28:10. Preis der Provinz
Sachſen, Ehrenpreis und 25000 Mark, Diſtanz 1350 Meter:
Lindenſtädts Oranien (F. Bullock), 2. Santuzza (W. Bul=
lock
), 3. Huſarenliebe (Yeomans). Tot. 28;10. Sperber=
Handicap, 6000 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Hrn. F.
Lindenſtädts Oranien (F. Bullock), 2. Santuſſa (W. Bul=
lock
), 3. Black River (Pretzner). Tot. 18110. Tuki=
Rennen, 3800 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. F. W.
Mayers Dürkheim (O. Müller), 2. Rayon dOr (F. Bul=
lock
), 3. Teſta (Yeomans). Tot. 40110.
Rennen zu Breslau. Pfingſt=Jagd=Rennen,
Ehrenpreis und 1600 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Frau
E. Hildebrandts Bieſelberg (Theilen), 2. Douceur ( Brede=
recke
), 3. Merry I (Schiemann). Tot. 16:10. Korps=
Jagd=Rennen, Ehrenpreis und 1600 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Lt. v. Kroſchützis Ill Bell (Beſ.), 2. Germanikus
(K. Schöller), 3. Folletto (Beſ.). Tot. 22:10. Kirſch=
blüthe
=Hürden=Rennen, 5000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:

1. Hrn. Herbſts Erda (Schiemann), 2. Galvani (Wiſchek
3. Iſtvan (Sandmann). Tot. 17110. Kronprinz
helm=Jagd=Rennen, Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſta
4000 Meter: 1. Lt. A. v. Hanſemanns Alpenfex (Lt. Gra
Bethuſy), 2. Lady Angus (Lt. v. Uechtritz), 3. Talmon
(Hr. v. Weſternhagen). Tot. 40110.
Bei den Rennen in Königsberg ſiegter
Tagesſonne (33:10), Piſeke (15:10), Almanſor (33110
Fürſtin (74:10), Maianfang (30:10), Lätitia (26:10).
Rennen zu Wien. Große Wiener Sommer
Steeple=Chaſe, 12000 Kronen, Diſtanz 6400 Meter
Elgin (Szenze), 2. Yatagan (Sparkes), 3. Miutan (
meny). Tot. 29110. Oeſterreichiſcher Stuten=Preis
35000 Kronen, Diſtanz 2400 Meter: 1. Acte (Dillon),
Libuska (Varga), 3. Magali (Miles). Tot. 14:10.
* Lawn=Tennis=Spiele. Die mit Spannung erwartet
Begegnung der Mannſchaft des All=Englandklub=Londo
mit den beſten deutſchen Vertretern des Lawn=Tennis
Sports ging am Pfingſt=Samstag und=Sonntag vor ſid
Wider Erwarten zeigten ſich die deutſchen Spieler
der ganzen Linie ihren Gegnern mehr oder weniger über
legen. Am erſten Tage ſchlug der Berliner O. v. Mülle
mit 63, 97, 63 Hillyard. R. Kleinſchroth=Münche
fertigte Stoward 75, 60, 63 ab und im Herren=Dop
pelſpiel unterlagen Gore Powell mit 68, 36, 16 geg
Rahe=H. Kleinſchroth. Froitzheim=Straßburg ſiegte nac
wunderſchönem Kampf über den All=England=Meiſte
Gore 86, 64, 64, während G. H. Lowe gegen Kreu
zer=Frankfurt a. M. 61, 36, 36, 46 unterlag.
Herren=Doppelſpiel R. Kleinſchroth=O. v. Müller gege
Hillyard=Stoward endete 16, 26, 57 zugunſten de
Deutſchen. Die Senſation des Tages bildete der Sie
von F. W. Rahe=H. Kleinſchroth über das engliſche Brü
derpaar A. H. Lowe=G. Lowe, die nach erſtklaſſigem Spie
64, 36, 26, 36 unterlagen. Am Sonntag trafe
ſich Hillyard=Stoward und Froitzheim=Kreuzer. Die En,
länder unterlagen trotz aller Anſtrengung dem ſchöne=
Kombinationsſpiele des deutſchen Paares 26, 5
26. Den erſten Sieg für ihre Farben erfochten die
brüder Lowe dann gegen von Müller=R. Kleinſchroth be
einem ſehr ausgeglichenen Spiel mit 2:6, 6:4, 610,
Im Herren=Doppelſpiel unterlagen A. H. Lowe und Gor
nach ebenfalls intereſſantem Spiel gegen Rahe und Ott
von Müller 36, 26, 61, 64, 79. Ebenſo wurde
Gore=K. Powell nach ganz überlegenem Spiele von Froitz
heim=Kreuzer 16, 36, 16 geſchlagen.
* Fußballſport. Holſtein=Kiel Deutſche
Fußlballmeiſter. Am Pfingſt=Sonntag trafen ſie
in Hamburg auf dem Viktoria=Platze die Meiſter de
ſüd= und des norddeutſchen Verbandes im Entſcheidungs
kampf um die Deutſche Fußballmeiſterſchaft. Karlsruh
ſpielte gegen Wind. Während der ganzen erſten Hälft
war Kiel bedeutend überlegen, auch im Zuſammenſpie
und in der Schnelligkeit beſſer. Der ſüddeutſche Innen
ſturm verſagte. Bis Halbzeit wurde nichts erzielt. Ach
Minuten nach der Pauſe verwirkte Karlsruhe durch un
faires Spiel einen Elfmeterball, den der bekannte inter
nationale Linksaußenſtürmer Möller unhaltbar ins To
ſandte. Auch im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte
hatten die Norddeutſchen mehr vom Spiel, doch fand kein
Schuß mehr den Weg ins Tor. Holſtein-Kiel gewinn=
damit
zum zweiten Male die ſeit dem Jahre 1902 zun
Austrag gelangende Deutſche Fußballmeiſterſchaft.
Berliner Fußball=Vereine. Union ſiegte
in Dresden mit 211 gegen Sportluſt, verlor aber übe
raſchenderweiſe in Leipzig mit 214 gegen den Leipzie
Ballſpielklub. Der Berliner Meiſter Preußen weilen
Mittweida, verlor aber mit ſchwacher Mannſchaft mit
3:5 gegen den Mittweidaer Ballſpielklub. Konkordia
ſpielte in Chemnitz unentſchieden 222 gegen Sturm=
vogel
. Viktoria wurde in Wien von dem Wiener Sport=
klub
, einer der beſten öſterreichiſchen Mannſchaften, mi
2:4 geſchlagen. Der total aufgeweichte Boden machte das

BAVRiSCHE
GEWERBESCHAU
1912b MüHCHEN
MAl Bis OKTOBER
UNTERDEM PROTEKTORATS. K. H.DEs
BRIHIZREGENTENLufrpOlDV.BAVEREI
Gewerbe und
Kunst-Handwerk
Werkstätten im Betrieb
Hisforische Abteilungen
Künstter-Theater
Vergnügungspark.
Sporffeste

Fritz Hammesfahr Foche b. Soling.
cs. Versand geg. Nachn. od. vorh. Kasse.
Beste Rasiermesser
3 jähr. Garantie.

Ges. gesch.
Kronen-Diamantstahl M. 3.25 Haarschneidemaschine Perfekt M. 4.25.
Kronen-Sülberstahl - M. 2.25 Katelos illstr. in 5000 verschied.
Kasiermesser, Weißheft M. 1.50 Artkeln sende gratis und franko.

Gebrauchte 25 Ps.

Keſſel, Transmiſſionen, alles gut
erhalten, erbteilungshalber billig
abzugeben. Gefl. Anfragen unt.
N 10 an die Exp.
1963

Sophlet=Apparat, wenig gebr., f.
5 Mk. abzug., ebenſo kl. Waſch=
keſſel
1 Mk. Lucasweg9, III. (*13139

Kr. Tiſch (z. Ausziehen) 8 Mk.
Schreibtiſch 27 M., Sofa 20 M.,
Kleiderſtock 3 M., Petrol.=Kochherd
3 M., Bilder. Näh. Exp. (*13197

Hochfeines Pianino
kreuzſaitig, wird unter 6 jähriger
Garantie billig abgegeben. Teil=
zahlungen
geſtattet. (*13140mm
Gartenſtraße 17, part.

Große Hausuhr
dunkel Eiche (Pferdemarkt=Gewinn),
billig abzugeben, anzuſehen Karl=
ſtraße
29, im Uhrengeſch. (11969a

Ende Juni od. Anfang
Geſuchl Juli ein leerer Möbel=
wagen
zum Transport einer kl.
Wohnungseinrichtung von Mainz
nach Darmſtadt. Offerten unter
(B11994
N 25 an die Exp.

guterh. Chaiſelongue, 1 blaues
1 Jackettkleid für 2 Mk. und ver=
ſchiedenes
Porzellan zu verkaufen
Lauteſchlägerſtr. 6 II, links. (*13184
Bohnenſtangen
(*13159
liefert billigſt
J. Bruchfeld, Holzhandlung.
Plüſchgarnit., 2 Tiſche, 1. Küchen=
ſchrank
, 2 Spiegel zu verk. An=
zuſehen
zwiſchen 25 Uhr nachm.
(*13160
Landwehrſtr. 16, part.
Alntike Truhe, Oelbild, Stiche
uſw. billig abzugeben. Näh.
(*13144
in der Exped. ds. Bl.
Vornehm
wirkt ein zart., reines Geſicht, ro=
ſiges
, jugendfriſch. Ausſehen, weiße,
ſammetweiche Haut u. ein ſchöner
Teint. Alles dies erzeugt die allein
echte Steckenpferd=Lilienmilch=
Seife à St. 50 Pf., ferner macht der
Dada=Cream
rote u. riſſige Haut in einer Nacht
weiß u. ſammetweich. Tube50 Pf. b.
F. B. Grodhaus, am weißen Turm,
Chr. Schwinn, Obere Rheinſtraße 8,
Georg Frank, Eliſabethenſtraße 9,
Anton Logel. Eliſabethenſtraße 30,
Karl Steinhäuser, Mühlſtraße 78,
Joh. Stenger, Viktoria=Drogerie,
Gebr. Vierheller, Schuſtergaſſe 17,
A. Walchner Nachf., Ludwigsplatz 1,
Adolf Zachmann, Bleichſtraße 46,
Phil. Kähler, Wenckſtraße. (V544

Hoeben gelangte zur Ausgabe:
Mai=Heſt 1912
der
Heſſiſchen Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Stadtpfarrer D. Dr. Wilh. Diehl: Aus dem Hausbuch des Amts=
verweſers
Johann Philipp Lichtenberg. Profeſſor K. Henkelmann: Zur
Einwanderung der Schweizer in den Odenwald. Wilhelm Müller: Rad=
brennen
, ein alter Gerichtsbrauch im Ingelheimer Grund. Dr. Albert
Becker: Zur Verlobungsgeſchichte der Großen Landgräfin. Geheimerat
Guſtav Kobelt: Erlebniſſe eines heſſiſchen Feldjägers 1793 bis 1795.
Dr. F. Schrod: Hofrat Bernhard Meyer. Mit Abbildungen. Stadt=
archivar
Ferdinand Dreher: Cuſtines Schutzbrief für Friedberg in der
Wetterau. Aachener Wappen und Genealogien. Bücherſchau.
Aus Zeitſchriften. Umfragen. Nachrichten.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der Heſſiſchen Chronik
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
(9318dso
Buchhandlungen.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den g9. Wnt 19120

Seite 15.

piel ungehener ſchwierig. In Verkin ſchlug der
portklub Charlottenburg den Fußball=Sportverein Frank=
rt
aus Frankfurt a. M. nach beiderſeitig mäßigem Spiele
1 (Pauſe 111).
Die Würzburger Kickers beſiegten auf eigenem
oden am Pfingſtmontag den 1. F.=K. Bamberg, welcher
r Oſtkreisliga angehört, mit 611 Toren.
* Radrennen. Rennen in Straßburg i. E.
m B.=Z.=Preis gewann Miquel den erſten Lauf über
Kilometer in 4 Min. 27 Sek. mit 200 Meter Vorſprung
r Böſchlin, während Walthour infolge Motordefekts
ifgab. Im zweiten Lauf über 10 Kilometer ſiegte Böſch=
* in 8 Min. 24 Sek. knapp vor Miquel, 71 Meter und
falthour 200 Meter zurück. Auch den dritten Lauf über
Kilometer landete Böſchlin in 21 Min. 56,2 Sek. vor
falthour, 800 Meter und Miquel 1200 Meter zurück.
jalthour lag bis zur 25. Runde an der Spitze, fiel aber
inn durch Kettendefekt zurück. Geſamtklaſſement 1. Böſch=
1, 2. Miquel, 3. Walthour. Im Radwelt=Preis über
Kilometer lag Walthour durchweg in Front und ſiegte
43 Min. 33 Sek. mit 2000 Meter Vorſprung vor Böſch=
n
, der in der 82. Runde Reifendefekt hatte. In dem
0 Kilometer=Rennen ſiegte Böſchlin überlegen in 1 Std.
Min. 42½ Sek. vor dem indisponierten Franzoſen
riquel.
Beim Großen Preis der Grafſchaft Berg über 100
ilometer wurde Sieger Guignard in 1 Std. 17 Min.
Sek. vor Günther, 93,600 Kilometer, Hall 93,550 Kilo=
eter
und Linart 93,360 Kilometer, die ſämtlich unter
ad= und Motordefekten zu leiden hatten. Das Haupt=
hren
gewann Schürmann vor Hoffmann und Münzner
nd im Tandemrennen ſiegte ebenfalls Schürmann mit
reidenbach als Partner vor Chr. Müller=Buntenbroich
nd Hoffmann=Münzner.
Die Radrennen in Mailand ergaben in dem
auerfahren über je 15 Kikometer den Sieg des Fran=
iſen
Contenet vor Bruni und dem Italiener Bordoni.
ie Einzelreſultate waren: 1. Lauf; 1. Bruni 14:27, 2.
jordoni; 2, Lauf: 1. Contenet 15:10, 2. Bordoni, 500
keter; 3, Lauf: 1. Contenet 15:30, 2. Bordoni 250 Meter
trück.
Die Radfernfahrt Bordegur-Paris ge=
ingte
während der Pfingſtfeiertage zum 22. Male zum
ustrag. Es ſtarteten von 62 gemeldeten Fahrern 50.
mile Georget, der Sieger des Rennens von 1910, ge=
ann
in 19 Std. 32 Min. vor Petit Breton 19141 Garri=
ou
und Salmon. Das Rennen iſt 592 Kilometer lang
nd wird ſeit dem Vorjahre über die erſte Hälfte ohne
nd über die zweite Hälfte mit Schrittmachern (auf Ein=
elmaſchinen
) gefahren.
Auf der Pariſer Prinzenſtarkbahn ge=
ingte
aus Anlaß der dort eintreffenden Teilnehmer der
ſernfahrt Bordeaux-Paris das klaſſiſche Rennen um
en Prix Zimmermann hinter Tandemführung zur Ent=
heidung
. Paul Didier ſiegte vor Hourlier.
In Antwerpen gelangte ein 50 Kilometer= Ren=
en
zum Austrag, das von Somers in 39 Min. 52 Sek.
ewonnen wurde. Luycken 500 Meter, Verhoeven 1100
Neter zurück. Im Zweiſtunden=Mannſchafts=Rennen ſieg=
m
Verlinden=Janſſens, die 77,600 Kilometer zurücklegten,

mit 20 Punien vor Banweter=Sck 21 und Mauwers=
Vanhymbeck 41 Punkte.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.

Geöffnet an Wochentagen von 9 12 Uhr vorm. und
8 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene, Am 20. Mai: Dem Steinmetz Georg
Schnauber, Kahlertſtr. 49, eine T. Maria Margarete.
Am 23: dem Fahrradhändler Ludwig Waldſchmitt,
Hölgesſtr. 1, eine T. Anna Maria. Am 19.; dem Gärtner
Philipp Jährling, Nieder=Ramſtädterſtr. 62, eine T.
Johanna. Am 23.: dem Schloſſer Jakob Hörr, Saal=
bauſtr
. 26, e. T. Evg Eliſabeth. Am 20.: eine unehel. Toch=
ter
Suſanne Margareta. Dem Innen=Architekten Karl
Ludwig Wilhelm Schmank, Schützenſtr. 16, ein S. Wil=
helm
Theodor Jean. Am 24.: dem Wagenwärter bei der
Staatsbahn Maximilian Kalkbrenner, Lagerhausſtr.
28, eine T. Amalie Roſalie. Am 23.: dem Sergeant im
Leihgarde=Inf.=Regt. Nr. 115 Heinrich Broſt, Pareus=
ſtraße
15½, ein S. Albert Peter.
Aufgebotene. Am 23. Mai: Fabrikbeſitzer Max Georg
Kermes zu Hainichen, und Johanna Emma Regina
Wenzel, Georgenſtr. 13. Am 25.: Architekt Ludw. Nohl
zu Offenburg, mit Anna Katharina Kamp, geb. Weigold
zu Auerbach.
Eheſchließungen. Am 23. Mai: Bankbeamter Ludwig
Metzger mit Auguſte Riedmatter, beide hier. Bäcker=
gehilfe
Ludwig Oberndörfer mit Marie Buſch, beide
in Jugenheim a. d. B. Am 24.: Lehrer und Kantor Iſi=
dor
Horwitz in Zülpich, mit Roſa Mainzer, hier. Reiſe=
ſekretär
Heinrich Merz mit Auguſte Luck, beide hier.
Am 25.: Kaufmann Ludwig Kling, hier, mit Buch=
halterin
Emma Bauer, in Weinheim a. d. B. Buchbin=
der
Ludwig Schildknecht mit Elifabethe Riehl, beide
hier. Dreher Friedrich Haſſelmann mit Büglerin Ka=
tharina
Friedrich, beide hier. Schriftſetzer Philipp
Flach mit Katharina von der Heyden, beide hier,
Bankbeamter Wilhelm Ehrhard mit Margareta Rein=
hardt
, beide hier. Lehrer Joſef Leilich in Klein= Krotzen=
burg
, mit Anna Meier, hier. Oberfeuerwerker Richard
Fiſcher mit Johanna Steuernagel, beide hier. Weiß=
binder
Chriſtian Gunkel mit Magdalena Janſohn,
beide hier. Bankbeamter Wilhelm Konrad mit Bar=
bara
Giegerich, beide hier. Großh. Seminarlehrer
Philipp Gutzler in Bensheim, mit Henriette Wilhelminna
Zeitz, in Frankfurt a. M. Bahnarbeiter Philipp Ben=
der
, hier, mit Maria Trautmann in Wahlen.
Geſtorbene. Am 23. Mai: Hofſchauſpielerin i. P.
Johannette Wilhelmine Schimmer, 66 J., ev., Pankra=
tiusſtr
. 52. Privatier Johann Karl Jacob Hepp, 71
J., moniſtiſcher Rel., Frankfurterſtr. 11. Generalmajor zur
Dispoſition Karl von Gerlach, 53 J., ev., Riedeſelſtr.
23. Katharine Hau, geb. Schmehl, Witwe des Kürſch=
ners
, 54 J., ev., Gervinusſtr. 36. Am 24.: Kaufmann
Wilhelm Leonh. Georg Heinrich Riemenſchneider, 56
J., ev., Schützenſtr. 5. Martin Friedrich Büchner, 1 J.,
ev., Schloßgaſſe 18. Büglerin Charlotte Henn, 23 J.,
ev., Sandſtr. 40.

Gewinnauezng
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlatterte.
5. Klaſſe. 13. Ziehungstag. 25. Mai 1912.

Auf ede gezogene Ranner ſund zwei gleich dohe Gebiane
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
tu den beiden Abteilungen 1 und II.
Gachdruck verwoten)
(Ohne Geuchr. u. Stchl. ſ. 3)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 75000 Mk. 90915
4 Gewinne zu 10000 Mk. 53202 187692
2 Gewinne zu 5000 Mk. 34685
70 Gewinne zu 8000 Mk. 4570 4829 6228 6416
7733 9581 10918 23188 23775 25549 41460 42506
46352 48928 50517 68938 65956 85686 90282 92077
92206 93738 113082 122355 123477 129084 155155
155751 163142 165598 171913 178986 179276 183169
185202
82 Gewinne zu 1000 Mk. 2754 11535 14430 29159
80584 32656 43190 45292 48759 49129 54126 55532
62945 70193 75707 76066 65201 86918 89399 99431
106999 107260 114089 118484 121934 125186 127343
184164 139446 140498 146879 156771 16614s 171710
173625 177273 178017 182944 183900 185594 187636
166 Gewinne zu 500 Mk. 1982 2421 4865 5062
6459 6287 7624 10290 10350 14215 14997 16905
19262 21438 22771 28011 29730 30567 30767 31932
36107 37948 38648 40381 41946 43583 51817 56226
56368 59486 59668 61575 71799 72373 74858 77202
77386 78505 78877 80172 82971. 84082 84127 85012
86383 86398 90639 91121 97262 99142 101069 109325
119598 119639 125001 128051. 128792 132610 134427
135977 139926 140850 141678 144523 144661 148044
151027 155126 155606 156913 157640 158208 161523
168695 168796 176139 176174 178035 179388 180402
184339 166573 188008
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 70380
52 Gewinne zu 3000 Mk. 6746 11485 16785 17851.
23528 84091 35379 41948 48627 57955 65451 67283
81647 83410 87126 113364 116586 119474 119490
122558 126968 188120 150704 157093 171514 174040
90 Gewinne zu 1000 Mk. 953 4139 5419 8695
10942 12225 20198 28224 30634 31562 33881 34093
35793 86761 36897 45504 47649 49411 49946 51047
51577 58400 59271 59918 64082 66902 72292 73304
81972 85717 95435 107193 120849 122351 134492
138995 146840 148210 148345 150390 159814 170009
178336 179405 184811
152 Gewinne zu 500 Mk. 2653 3798 8859 13477
24144 25970 30959 32635 33011 34160 35826 38589
60671 52611 53695 57863 57931 59672 61222 62857
64461 66590 67472 68015 68773 69512 73437 74580
77366 82084 82994 87048 88690 89043 89080 91525
91625 92457 103926 104902 105847 105555 117216
119529 122890 126390 129205 131547 131685 136006
136884 137625 140289 143298 144226 144820 145794
149732 153415 154434 165145 155937 157770 15868a
158963 159101 160981 167000 173420 174286 179460
162404 183266 183773 187428 188249

Reiseeiker- Au Hoher

Grösste Auswahl

in allen Grössen und Preislagen
Offenbacher Lederwaren- und Koffer-Spezialhaus
Carl Sans
Schulstrasse 1. Telephon 1991.

Billigste Preise

(12003a

50
Einheitspreis 2
Salamander
Luzus-Ausführung . . . 1650

Lack-Stiefel
vornehmster Gesellschaftsstiefel

Alle nur ördenklichen
. Ausführungen

11747a)

SALAMANDER
EAHL-ATHZS 8. C9
Lichuigsstrasseih.

Von heute ab kommt mein
pezialbier

hell und dunkel

wieder in Ausſchank und Verſand in nur
Qualität
K.
Brauerei zum goldnen Brunnen

Heinrich Schul

(*13142

Dieburgerſtraße 85.
Schloßgaſſe 25.
Beſtellungen erbitte per Poſtkarte, welche vergütet wird.

Ainen Acker mit Klee geſucht
(im Oberfeld bevorzugt). Näh.
Pallaswieſenſtraße 25. (12002mdf

Mogneil=Diwan
gute Arbeit, neu, unter Wert ab=
zugeben
Darmſtr. 10, II. (*13227

Fergennn
In der am 23. ds. Mts. ſtattgefundenen Stadt=
verordneten
=Sitzung wurde ein Bericht von Seiten
des deutſchen Holzarbeiter=Verbandes, Zahlſtelle Darm=
ſtadt
, eingereicht, daß unſer Meiſter, Herr Schreiner=
meiſter
Karl Kahrhof, die ortsüblichen Löhne
nicht zahle.
Unterzeichnete erklären hiermit, daß wir von
unſerem Meiſter genau nach Tarif, ſogar teilweiſe

über Tarif, bezahlt werden.
Darmſtadt, den 25. Mai 1912.
Ludwig Göbel
Heinrich Bohn
Adam Krämer
Geerg Bauer
August Heeger
Wilhelz Späth.

(12006

Kleider, Bluſen, Gardinen
Herrenwäſche wird wie neu ge=
bügelt
. Bügeln kann erl. werd.
10837a) Mauerſtraße 10, 1. St.


1912 Zuchthähner
ſchöne, ſt. Tiere liefert
Geflügelhof Weſtfa=
len
, Eiſerfeld=Sieg‟
Katalog grat. (10234E

Glucke m. 14 Jungen für 8 Mk.
zu verk. Sandbergſtr. 54. (*13220

Fücken v. 2 Tag bis 3 Monat alt
abzug. Darmſtr. 33a, II. (*13224

Geſichts=
ausſchlag
,
Pickel, Miteſſer, Flechten uſw. per=
ſchwinden
meiſt ſehr ſchnell, wenn
man den Schaum von Zucker’s
Patent-Medizinal-Seife, à St.
50 Pf. (15% ig) u. 1.50 M. (35%ig,
ſtärkſte Form) abends eintrocknen
läßt. Schaum erſt morgens ab=
waſchen
u. mit Zuckooh-Creme
(§ 7 Pf. und 2 Mk.) nachſtreichen.
Großartige Wirkung, v. Tauſenden
beſtätigt. BeiFr. Schaefer, A. Logel
Ch. Schwinn, Drogerien, u. Gg.
Frz. Frank, Parfümerie (11050E

Dr. med. Babucke, Spez.-Arzt.
Weisbrod &- Witwitzkv, Spez.f.
Haut-u. Geschlechtsleiden
Harnröhrenerkrankungen,
Ausflüsse, Sxphilis.
Frankfart a. M., Kalserstr. 60
Schmerzloges rasches Heilver-
fahren
elne Gusckellber.
Rasche Heilungen nach
Ehrlich-Hata 606.
Sprechstund,: 111 und 48
Uhr. Sonnt. u. Feiert. 101 Uhr.
(8151a)

[ ][  ][ ]

Sfeis
neueste
Dessins

fachenbungerjr.
7 RheinStr. 7
(V1396)
Tannenklötzchen
zum Anfeuern (8150a
kurz geſchnitten und gehackt
Brennholz, buchen und eichen
don Mk. 1.20 per Ztr. empfiehlt
Brennholz=Dampfſchneiderei
Martin Jahn,
Pallaswieſenſtr. 30. Tel. 305.

Ziehung 4. und 5. Juni.
5. Kirchenbau-
Heid Lotterle
zu Arnstadt, Thüringen.
3333 Geldgewinne ohne Abzug zus. M
65000
Hauptgewinne M.

5oed

1 Los 1 M., Porto und Liste 20 Pf,
5 Lose 4.80 franko Porto und Liste
empfiehit und versendet
Carl Heintze,
Hamburg, Alstertor.

. Kronledchter
Mehrere ſehr gut erhalt., ſchmied=
eiſerne
Kronleuchter für größere
Räume u. alle Beleuchtungsarten
geeign., werden umſtändehalb. ſehr
bill. abgeg. Mühlſtr. 11. (*13023sim

Sommerüberzieher
für kräftige Figur, modefarben,
gut erhalten, für 10 Mk. zu verk.
*11180t) Saalbauſtraße 42, 1. St.

Billige
beste
RaErkenten
Fettschrot 60% Stück
Steinkohlenbriketts
Union-Briketts. (B8121
Verlangen Sie Preise u. Probezentner.
Tel.
Karl-
1sos Gg. Schött str. 5d

Prima (mildgeſalzenen) Schinken
Pfd. 1,05 M., und (mildgeſalz.)
Seitenſtück à Pfd. 95 Pfg., beides
trock. Winterwaren, offer. Pleisch- u.
Wurstwarenversand von Karl Völ-
zing
, Oberhessische Wurstfabrikat.,
Ruppertenrod, O.-H.
(10528a

Kernſeifen, Schmier=
ſeifen
in Eimern
Wachs= u. Stearinlichte
Parkettwachs, Parkettroſe
Toilette=Seifen u.
Parfumerien
Kämme, Schwämme,
Zahnbürſten (10756a
Mediziniſche Seifen
Abfallſeifen zu 55 u.
65 Pf. das ½ Kilo gewog.
Alles in beſter u. geringerer
Ware. (Rabattmarken.)
a. weiß

50 1o und mehr
Nachlaß
gewähren wir auf eine Anzahl
Kinderwagen
Sportwagen
Klappftühle
vor unſerem Umzug nach unſerem
Laden Grafenſtr. 45.
C. Donges & Wlest
Grafenstr. 26.

Starke
Astern-Levkoyer
und
Thymianpflanzen
Gärinerei 1oos
am isr. Friedhof. (B116

Weißes Leinen=Jackett
mit Einſ., wenig getr., für Mädch
von 1415 Jahren billig zu ver
Gutenbergſtr. 11, part. (1145

SPiano
gebr., unt. Garantie M. 350.
Pianoforte-
Groshandig, Karn Arnola
Ecke Erbacherstrasse.

D3a0a)

Damen-
Kopfwaschen
§ mit Frisur 1.00
Ondulat. 1.50
Ph. Wallhäuser
Wilhelminenstr. 10
Telephon 2024.

Das Reinigen, Auf- u. Um-
färben
aller Gardinen, Por-
tieren
, Teppiche, Läufer,
Möbelsteffe etc. besorgt
bestens u. billigst, Gardinen,
per Blatt von 50 Pfg. an.

Chem. Waſchanſtalt
Schulstr. 13. Telef. 708.

[ ][  ][ ]

36 124.

Mitwoch, 20. Mal.

1912.


öbnunds
G
neiger
Erſcheint 2 mal wöchentlich in der Auflage des Tagblatts, bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Inſeraten. Für den
Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Inſerate müſſen ſtets tagsvorher bis ſpäteſtens 12 Uhr mittags zur Aufgabe gelangen. Später uns zugehende Inſerate können
nur am Schluſſe des Blattes Aufnahme finden.
Ireneſtr. 7, a. d. Frankfurterſtr.,

Herderstrasse 24

(e
Herrſchaftswohnung ſtr. 25
1. Etage, 10 Zimmer, 2 Badezim.,
nit reichl. Zubeh. u. groß. Veranda,
neu hergericht., ſof. beziehbar. Näh.
Rheinſtr. 25, Kontor A. (7971ms

Einlstatttenbaus
Ecke Ohlyſtraße u. Grüner Weg,
teu erbaut, 11 Zimmer mit reichl.
Zubehör, herrſchaftl. eingerichtet,
der ſofort beziehbar, zu ver=
nieten
ev. zu verkaufen. Näheres
Ohlyſtraße 69, parterre. (B3395ms

Herrschaftswohnung
Viktoriaſtraße 42, 1. u. 2. Etage,
e 8 Zimmer, 3 Manſarden, 2 große
Keller, neu hergerichtet, zu ver=
nieten
. 1. Etage p. 1. September,
2. Etage per 1. Jul. Näheres
Kahlertſtraße 13, 1. Stock. (7002ms

Rhefnstrasse 43
wird der zweite Stock zum
1. Oktober I. J. anderweit ver=
mietbar
. Er enthält 8 Zimmer,
Badezimmer u. reichl. Zubehör,
Elektr. und Gasinſtallation,
Gartenbenutzung, Stall für
3 Pferde. Beſichtigung zwiſchen
111 und 57 Uhr geſtattet.
Näheres bei Juſtizrat Dr. Bendor.
Eaſinoſtraße 8. (10655ms

Martinſtraße 35, Herrſchaftsh.,
10 Zimmer, Bad, Gas, elektr. Licht,
Garten ꝛc., zu verm. oder zu verk
Näheres: Laden Kiesſtraße 66, Ecke
Nieder=Ramſtädterſtraße. (7972ms

Das Haus
Hermannſtr. 16
mit Garten, z. Alleinbe=
wohnen
, zum 1. Oktober
zu verm. 9 Zimmer, Bad,
Gas u. elektr. Licht. Preis
2200 Mk. Beſichtig. 111,
36 Uhr. (B11345ms

Rhern= u. Grafenſtraße Ecke
2. Etage, 10 Zimmer, wovon zwei
in der Manſarde, alles mit jedem
Komfort ausgeſtattet, zu vermiet.
(11419ms
H. Lautz.
Das Haus
Heinrichstr. 62
mit 17 bewohnbaren Zim=
A mern nebſt Zubehör und
Garten, mit Balkon nach
der Straße und Veranden
nach dem Garten p. 1. Ok=
tober
I. Js. zu vermieten,
im Ganzen oder auch in
Stockwerken getrennt.
Zu erfragen an Werktagen
zwiſchen 111 Uhr im Gar=
Atenhauſe bei dem Beſitzer des
(11820ms
Hauſes.
Hermannstr. 39
Herrſch.=Haus, eleg., 15 Zim., gr.
Gart., Stall. f. 7 Pferde, Rem., per
1. Okt. Näh. Aliceſtr. 17, II. (*13201msm

Rossdörfer-
strasse
60
ſchöne große 7 Zimmer=
Wohnung, 2 Trepp. hoch,
zum 1. Juli d. J. zu verm.
Einzuſehen von 111 Uhr.
Zu erfragen 1. St. (8569ms

Kichustrase 21
iſt die neu hergericht. Wohn.
im 2. Obergeſchoß, beſt aus

zu vermieten
bastaſ. har

und

ätsbald
(469m

Me tet

Niederramſtädterſtr. 49,
ſchöne 6=Z.=Wohn. p. ſof. (8028m

her her, 1, part.
zu vermieten.

r tect

Irenestr. 12,

ſofort. Näh. part.

e eteit

Schulſtraße 10
1. Stock, 610 Zim., Bad,
Gas, Elekt., auf Wunſch mit
Gart., per 1. Okt. (10164imds

Beckstrasse 64

11 Uhr ab.

Heidelbergerſtr. 7, Ecke Riedeſel=
ſtraße
, 7 Zimmerwohnung m. gr.
Bad, Balkon, Gas, Elektr. event.
für 2 bekannte Familien auch ge=
teilt
, per ſofort zu vermieten.
Näheres im 1. Stock. (10369ms

THarinstr. 54, part.
6 Zimmerwohnung mit reichl.
Zubehör, Gas, Bad, elektr.
Licht, ganz neuzeitl., Garten,
Balkon, per ſofort zu vermiet.
Näh. Heinr. Funk, Soder=
ſtraße
76, Tel. 1031. (4849ms
Mathildenplatz 7 eine große
6 Zimmerwohnung nebſt Zubehör
im 2. Stock per ſofort, desgleichen
im 1. Stock 4 event. 5 Zimmer per
(9964mss
Juli zu vermicten.

Pallaswiesenstr. 28
2. St., 6 Zimmer m. reichl. Zubeh.,
Näh. daſelbſt.
(7979ms

Villa Rheinblick,
Herdweg 56 iſt die herrſchaftl.
Wohn. d. unt. Stocks, beſteh. i. 6
Zim. m. reichl. Zubeh., Gartenant.
v. 15. April 1912 ab zu vermieten.
Näher. d. Architekt Weber, Die=
burgerſtraße
8.
(7409ms Tamusſtraſſe 4, 1. Stock,
6 Zim Gas, neu hergericht.
(auf Wunſch Garten) per ſof.
31 zu verm. Näheres 2. Stock
bei Fr. Dr. Winecke. (10162ms n Steinſtraße 5
=6 Zimmerwohnung mit allem Zu
s behör per 1. Juli evtl. früher.
(11191ms
Näheres parterre. Landwehrſtraße 1 6 Zimmer=
Wohnung, gegenüber dem Herrn=
garten
, mit Gas u. Elektr., neu
herger., nebſt Zubeh. p. ſof. (*13085sm
In vermieten.
1.Mathildenplatz 10 große ge=
räum
. 6=Zimmerwohnung, 2. St.,
m alles neu hergerichtet, ſofort bezieh=
bar
, zu vermieten. Näheres
9743ms) Kahlertſtr. 38, 1. St. Heinrichstr. 124
t,6 Zimmerwohnung nebſt Zubehör!
und Garten, per ſofort. (9159ms
ft 2
8
Z Mauerstr. 18, 1. St.
5 Zimmerwohnung mit all. Zubeh.
zu vermieten, zu ſofort beziehen.
Näheres part.
(6761ms (B7612ms Kiesſtr. 80, I., ſchöne geräumige
5 Zimmerwohnung mit allem Zu=
behör
zu verm.
(11973ms Wienersſtraße 83, 1. Stock,
ri5=Zimmerwohnung.
(7664ms § Die bisher von Herrn Dr. Guten=
berg
bewohnte 1. Etage, 5 Z.
mit reichl. Zubehör, neuzeitl.
hergerichtet, iſt per ſofort zu
vermieten.
(7981ms
Näh. im Laden Ludwigſtr. 10, neeen
n 1. St. 5ſch. Zim., Bad, Gas, neu her=
gerichtet
, Balk ev. elektr. Licht. 125ms
Wittmannstrasse 25, I.
5 gr. Z. m. Bad, Veranda, gerad.
Manſardz, per ſofort zu verm. ev.
mit Stalung. Näh. Wittmann=
ſtraße
23, part.
(3117ms
I Neidelbergerstr. 88
große 5 Zimmerwohn. m. Lino=
leumbelag
. Näh. Heinr, Funk,
Soderſtr. 76, Tel. 1031.(B8124ms ½
Pallaswieſenſtr. 39, part.
5 Zimmerwohnung nebſt Zubehör
zu vermieten. Näh. 2. Stock oder
Rheinſtr. 25, Kontor A. (7606ms
1 e Viktoriastr. 30, II.
geräumige, eleg. 5=Zimmerw.,
Bad. elektr. Licht, Gas, Veranda
und ſonſt. Zubehör, per ſofort

ev. ſpäter, an ruhige Mieter.
Näh. Kontor daſelbſt. (8010ms 5 Zimmer=
Hochſtr. 30 Wohnung,
2. Stock, mit 2 Bodenkam., Heiz= u.n
Leuchtgas ꝛc., per ſofort zu verm.
Näheres 1. Stock.
(B8138ms b
Moosbergſtr. 94
Ecke Heidelbergerſtr., 5 Zimmer,
Bad, Manſ. und allem Zubehör(
per ſofort zu verm. (B3707ms

Wohnung: 5 Zimmer u. Zubehör,
per 1. Juni. Einzuſ. v. 111 Uhr.
Näh. Rheinſtr. 12, 1. St. (10170ms

Beſſungerſtraße 115, 1. Stock,
5= Zimmerwohnung. (7662ms

M
Emilstr. 42 pfah z. 1. Juli
oder früher K.
ſehr große 5 L.-Wohnung
im 2. Stock mit all. Zubehör,
Balkon, Veranda, Garten,
kompl. Bade=Einrichtung uſw.
Näheres 1. Stock. (11600ms

witeriaſtrate 1, 1 ee
merwohnung mit Bad u. Zubehör
per 1. Juli zu verm. Einzuſehen
von 111 und v. 35 Uhr. Zu
erfragen narterre
(2508ms

Luisenstrasse 6
Wohnung: 5 große Zimmer,
Küche, Zubeh., auch als Büro
ſehr geeignet, per ſofort z. vm.
Näh. Heinr. Funk, Soder=
ſtraße
76, Tel. 1031. (4848ms Wendelſtadtſtr. 26, 1. Et.
große 5 Zimmerwohnung mit all.
nötigen Zubehör per 1. Juli, au
Wunſch früh. zu verm. All. Nähere
Wendelſtadtſtr. 28, 2. St. (7304ms Karlſtraße 20 eine 5= Zimmer=
wohnung
mit allem Zubehör ſof.
zu verm. Preis 550 Mk. (8931ms Wienersstr. 56
1. Stock, große helle, neu hergericht.
5 Zim.=Wohn. mit vollſt. Zubehör,
Licht= u. Brenn=Gas an ruh. Fam.
für ſof. anderw. zu verm. (5340ms Obere Tannusstr. 15, I.
ſchöne große 5 Zimmerwohnung
auf 1. Jult zu vermieten. Zu be=
ſichtigen
von 10 Uhr vormittags
bis 4 Uhr nachm.
(6085ms Heinrichstr. 146, 1. St.
elegante 5 Zimmerwohn., gr. Manſ.=
Zimmer u. kl. Zimmer, Gas, elektr.
Licht, an ruhige Leute p. 1. Juli z. v.
Einzuſehen v. 25 Uhr. (B7389ms Segogesesssesessseseee
Heinrichstr. 134, I.
elegante 5 Zimmerwohnung mit
Badeeinricht., Fremden= u. Mädch.=
Zim., Balkon u. Veranda, Gas u.
elektr., Licht u. Bleichplatz, Südſeite
ohne Gegenüber, auf 1. Juli ev.
früher wegzugshalber zu vermieten.
Näh. daſelbſt part. (11972ms
Ssssssssse Hoffmannſtr 14, I., 5 Zim. a.
ruh. Familie. Näh. part. (7931ms Beſſungerſtr. 88, verſetzungsh.,
iſt im Hth. pt. eine Wohn. v. 5 Zim.,
Speiſek., abgeſchl. Vorpl., 2. Kell.,
Gasl., gem. Waſchk., Bleichpl., gr.
Trockenb., p. 1. Juli 1912 anderw.
zu verm. Pr. 425 M. Näh. Bau=
büro
Dieburgerſtr. 8. (7408ms Schloßgartenſtraße 11, 1. St.,
5=Zimmerwohnung.
(7663ms Heinrichstr. 110, 2. Ltage
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
Zubeh., 2 Manſardenzimmer, Gas,
Bad, Kalt= u. Warmwaſſerleitung,
Mitbenutzung des Trockenbodens,
Bleichplatzes, zu vermieten. Näh.
Soderſtr. 102, 1. u. 3. Etage. (7613ms Soderſtraße 106
part., 5 Zimmerwohnung,
m. Balkon u. Veranda p. 1. Juli
zu vermieten.
(8058ms Hoffmannſtr. 1, frdl. 5= Zim.=
Wohnung im 2. St. mit Zubeh.
per 1. Juli zu verm. Näheres
parterre.
(3170ms 10664
Alicestr. 19, II. ms
frdl. 5=Zim.=Wohnung, 2 ſchöne
Manſard., 2 Keller, Trockenboden ꝛc.
p. 1. Zuliod. ſpäter. Zu erfrag part. Ecke Rhein- u. Grafenstr.
2. Etage, 5 ſehr große Zimmer
m. Bade= u. Ankleidezimmer, hoch=
herrſchaftlich
, mit allem Komfort,
Dampfheizung, p. 1. Juli bezieh=
bar
. H. Lautz.
(9715ms
18 Stiſtſtraße 67, Ecke Linden=
hofſtraße
, im 1. Stock, neuzeitl.
eingerichtete große 5 Zimmerw.
mit Linoleumbelag großem Vor=
platz
, komplettem Bad, Küche mit
Vergnda, Gas u. Elektr. , per
1. Juli. Näheres parterre bei
Philipp Spieß, jr.
(V8193

ſchöne 5 Zim.=Wohnung alsbald z. v.
Näh. Moosbergſtr. 53. (B8610ms

Wienersstrasse 71
5=Zimmerwohnung (1. Etage od.
Parterre) mit allem Zubeh. (Gas)
per 1. Julit zu verm.
(8453ms

Heinrichstr . 141
parterre, geräumige 5= Zimmer=
wohnung
mit Zubehör alsbald

Mretr. chertern
5 Zimmer und allem Zubehör nebſt
Vorgarten per 1. Juli zu vermieten.
Näh. Mathildenpl. 9 1. St. (8955ms

Niederramſtädterſtr. 575, I.
Schöne 5 Zimmer=Wohnung per
1. Juli zu vermieten. Näheres
parterre.
8990ms

Heinrichstr. 160, 1. St.
5 elegante Zimmer mit allem Zu=
behör
für 1. Juli zu verm. Näh.
Mathildenſtr. 41, 2. St. (B8270ms

Wilheiminenstr. 17½
5 Zimmerwohnung mit Jentral=
heizung
u. Zubehör per ſofort zu
vermieten. Näheres beim Beſitzer
Gg. Hinkel, dipl. ing., Frankfurter=
ſtraße
16½, part., od. Wilhelminen=
ſtr
. 17 b. H. u. F. Becker. (8438ms

Ecke Roßdörfer= u. Stiftſtr.
3. Stock, hübſche neuhergerichtete
5 Zimmerwohnung mit allem Zu=
behör
ſofort oder ſpäter zu verm.
Auskunſt erteilt Her Leißler,
Stiftſtraße 62.
(10910ms

Frankfurterstr. 19, II.
5 Zimmerwohnung mit Bad und
allem Zubehör per 1. Juli. Näheres
zu erfragen parterre.
(8475ms

Rheinſtraße
Eingang Georgenſtraße, 1. Stock,
5 Z.=Wohn., Gas, elekt. Licht per
1. Juli. Näh. Rheinſtr. 33, I.(8907ms

Hügelstr. 29, I.
5 Zimmer, Balkon, Gas u. elektr.
Licht, Badez. m. kompl. Einricht.,
Küche, Keller, Boden ꝛe. an ruhige
Mieter per ſof. zu verm. (9679ms

Eliſabethenſtraße 5
2. Stock, ſchöne 5 Z.=Wohnung
m. Badez. u. Zubehör per 1. Juli
zu vermieten. Heiz= u. Leuchtgas,
Kloſett im Vorpl. Einzuſehen von
morg. 11 Uhr ab. Näheres daſelbſt
u. Mathildenſtr. 44, II. (B8922ms

Hölgesstr. 10, 1. Stock
ger. 5 Zimmerw., Badez., Mädchenz.,
Balkon, Gas, Waſchk., Bleichpl. u.
all. Zubeh. wegen Wegzug. (9192ms

Mathildenstr. 50, part.
ſchöne Fünf=Zimmerwohnung per
1. Juli. Preis 1000 Mk. Näheres
Beletage.
9622ms

Zum 1. Juli
ſchöne 5 Zimmerwohn. m. Gas,
elektr. Licht u. all. ſonſt. Zubehör
zu verm Näheres Ecke Erbacher=
ſtraße
im Pianoforte-Magazin. (9700ms

Heidelbergerſtr. 85, 2. Bt.
ſchöne geräumige 5=Zimmerwohn.
mit Balkon u. all. Zubeh. v. 1. Juli
ab zu vermieten. Näheres daſelbſt
und Soderſtraße 112. (9909ms

Heinrichstr. 70
moderne 5 Zimmerwohnung,
2. Stock, mit allem Zubehör
(Gas, Bad, elektr. Licht,
Veranda) ſofort zu verm.
Näheres Mathildenſtraße 54,
1. Stock.
(B10200ms

Wittmannstr. 27, part.
5 Zimmerwohnung mit allem Zu=
behör
p. 1. Oktober zu vm. Einzuſ.
von 1012 u. 36 Uhr. (B22ms
Mathildenſtr. 9,
1. Stock, 5=Zimmerwohnung
mit Balkon u. Veranda, nebſt
Zubehör, bis 1. Juli zu ver=
mieten
, auch früh. (B10232ms
Zu erfragen im ſelben Hauſe
ebener Erde.
Wenckstr. 56, I.
in ruh. Hauſe eine 5 Zimmerw. mit
all. Zubeh., neu hergericht., zu verm.

[ ][  ][ ]

Seite 180

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer 124.

Wilhelminenstrasse 19, I. Darmstädter Hausbesitzerverein. Wilhelminenstrasse

Zu vermietens

19, I.

Grünerweg 40, Neubau
zwei 7 Zimmerw., 2 Fremdenz., Zen=
tralh
., Vacuumreinig., per ſofort
Näh. Hoffmannſtr. 21, oder b. Hrn.
Archit. Klee, Heinrichſtr. 82. (8036mst

Aliceſtr. 19½, 1. St., Eckhaus,
freie Lage, herrſchaftl. Wohnung,
7 Zimmer, Erker, Veranda, reichl.
Zubehör wegzughalber per 1. Juli.
Auf Wunſch Gartenanteil. Näh.
parterre.
(9726ms

Karlſtr. 66, herrſch. 7 Zimmer=
wohnung
, Bad, Gas, elektr. Licht,
reichlichem Zubehör, per 1. Juli.
Näheres 3. Stock. (10985ms

Heidelbergerstrasse 9½
elegante Bel=Etage, 6 große Zim=
Amer, Zubehör, per 1. Oktober.
Näheres part.
(11891ms

Neidelbergerstrase 91,
herrſchaftl. 6=Zimmerwohn., reichl.
Zubeh. Näh. 3. Stock. (8038ms

elegante
Miisabethenstr. 50 6 Zimmerw.,
Bad, reichl. Zubh., p. ſofort. (8039ms

Viktoriaſtr. 41, I., herrſchaftl.
6=Zimmerwohn., vornehm gehalt.,
getäfelt. Speiſeſaal glasbedeckte
tVeranda, Warmwaſſerltg., Bad m.
kompl. Einricht., reichl. Zubehör,
p. ſofort od. ſpäter.
(9227ms

Martinſtr. 64, I., wegugshalb.
5 Zimmer, 1 Fremdenz., Mädchenk.,
Bodenk., Küche, Speiſek., Badez.
mit vollſtändig. Badeeinrichtung,
Loggia mit prachtvoller Ausſicht,
Gartenanteil per 1. Oktober, evtl.
früh., 1200 Mk. Näh. Fuchsſtr. 16,
3. St. Telephon 247. (9225ms

Friedrichstr. 40, 2. St.
ſchöne 5 Zimmerwohn., ſämtlichem
Zubehör, per 1. Juli, auch früher,
dazu ev. ferner Manſ., 3 Zimmer,
abgeſchl. Vorplatz. Näheres im
Kontor.
(6743ms

Heidenreichstrasse
und Saalbauſtraße 78
5 Zimmerwohn., Fremdenz., Bad,
Gas, Balkon, Loggia, alles neuzeit=
lich
. Näh. Soderſtr. 102, I. (6433ms

Frankenſteinerſtraße 58 ſchöne
neuzeitlich einger. 5 Zimmerwohn.4
per ſofort oder ſpäter. (11998ms

Bismarckstrasse 60
Wohnung v. 56 Zimmer, reichl.
Zubeh., p. 1. Juli. Näh. 1. St. (9970ms

Kohährierſtraße 28
neuzeitliche 5 Zimmerwohn., Bad,
Veranda u. Zubehör per 1. Juli.
Näh. part. Preis 620 Mk. (8197ms

Landwehrstr. 5, 3. St.u
neuzeitl. 5 Zimmerwohn., Magdk.,
Gas, Bad mit Gasofen, Keller amg
1. Juli. Einzuſeh. v. 111 Uhr u.
6 Uhr. Näh. Mylius, 1. St. (7398ms

5=Zimm.=
Viktoriastr. 96,
. wohn.,
Bad, Manſ. per 1. Juli.
(8942ms

Beckſtr. 83, 2. St., 5 Zimmerw.
mit Bad, Gas u. allem Zubehör
per 1. Jult. Näh. part. (11427ms

Beſſungerſtraße 41 freundliche
4 Zimmerwohn., 380 Mk. (11638ms

1 Schwanenſtr. 39, III. Stock,
4=Zimmerwohn., Balkon, Zubeh.,
480 Mk., per 1. Juli. (8940mss

Grafenſtr. 35, Ecke =Waldſtr.,
2. u. 3. Stock, je eine 4 u. 5 Zimmer=
Wohnung per 1. Juli. oder ſpäter.
Näheres 2. Stock. 11425ms

Rhönring 9, ſchöne 4 Zimmer=
Wohnung, neuzeitlich eingerichtet,
ſper 1. Juli. Näh. part. (10465ms

Bismarckſtr. 78, III., ſchöne
45=Zimmerwohnung, Gas, weg.
Verſetzung, per 1. Mai. Näheres
parterre.
(9223ms

Mathildenplatz 2
ſchöne 3 Zimmerwohn. per 1. Juli
event. früher u. ſchöne 2 Zimmer=
wohnung
desgleichen. (10701ms

Sandbergſtr. 54, neuzeitliche
3 Zimmerw. ſof. beziehb. (11426ms

Kirchſtr. 14, III., 3 Zim.=Wohn,
Küche, Kammer, neu hergerichtet,
(11428ms
ſper ſofort.

Eliſabethenſtraße 29, Hinterh.,
ſchöne 3 Zimmerwohnung. Näh.
im Laden.

Liebfrauenstrasse 68
3 event. 4 Zimmerwohn. Näheres
1. Stock.
(10702ms

Mühlſtraße 26, 2. u. 3. Stock,ſt
3= und 4=Zimmerwohnung., Bad,
Balkon, ganz modern eingerichtet,
per 1. Juli. Näh. part. (9725ms
Gr. Kaplaneigaſſe 35, helle
2= Zimmerwohn., 2 Treppen hoch.
Näh. Beckſtraße 57. (9226ms

Lichtenbergſtr. 78, 1. Stck., Htb.,
ſchöne 2 Zimmerwohnung, abgeſchl
Vorplatz, große Küche. Näheres
Vorderhaus, 1. Stock. (19954ms

Büro. Näh. daſ.

part., 2 Z.=W.,Küche,
eignet ſich auch für

(8043ms

Laden mit
Eliſabethenſtr. 1½, Magazin,

Kont. per ſofort.

(8045ms

Fuchsſtr. 14 Stallungſ.2 Pferde,
hochelegant. Remiſe u. vollſtändige
Kutſcherwohnung. Näheres Fuchs=
ſtraße
16.
(6434ms

Unentgeltlicher Wohnungsnachweis u. nähere Auskunft über Preis uſw. in der Geſchäftsſtelle Wilhelminenstr. 19, 1. St., zu erfragen.

Grafenſtraße 31, 1. Stock, gut
(7400msmöbliertes Zimmer. (11251ms

durch Leerstehen unvermieteter Wohn-

SohoTz GEGEN REAUUFAEErume mangels Mieter verleiht
Allgemeiner Deutscher Mietversicherungsverein a. G. zu Berlin

W. 9., Potsdamerplatz 3. Telephon: Amt Lützow 3017, 3018, 5934.

(11996a

Moosbergstrasse 63, II.
große, ſchöne 4 Zimmerwohn. mi
Gas, Bad, Loggia u. reichl. Zub
zu vermieten.
(B10922ms
Sofort zu vermieten
eine ſchöne Wohnung
Karlstrasse 115
enth. 4 große Zimmer, Küche, Bad
Veranda, Loggia, Gas u. elektr.
Licht, im Dachſtock ein großes
Zimmer, Keller, Mitgebrauch dei
Waſchküche, ſofort zu vermieten.
Näheres bei C. W. Brauiig
Martinſtraße 74. (B10956s
Gutenbergſtr. 11 große Mr=
zimmerwohn
. mit allen Bequem
lichkeiten und Gartenanteil pe
1. Juli. Preis 620 Mk. Zu erfr
Pankratiusſtr. 1 (Laden). (11222ms
Gervinusſtraße 93
nächſt der Heinrichſtraße, ſchön
4 Zimmerwohnung, hochparterr=
mit
Bad und allem Zubehör, pe
1. Juli ev. früher zu vermieten
Näh. Kiesſtraße 93, parterre, vo
(B11000m
9 bis 3 Uhr.
Mühlſtr. 41 neuh. 4 Z.=W. ſofo=
zu
verm. Einzuſ. bis 5 Uhr. (11170
Nieder=Ramſtädterſtraße 5½
1. St. neuzeitl. 4 Zimmerwohnun
mit Badezim. u. all. ſonſt. Zube
an ruh. Miet. z. 1. Juli zu vern
Pr. 700 M. Näh. daſ. 2. St. (113771
Schwanenſtr. 20
2. St., ſchöne 4 Zimmerwohnun
per 1. Juli zu vm. Näh. Niede
Ramſtädterſtr. 57b, 1. St. (11416m
Sandbergstr. 60, par
ſchöne 45 Zim.=Wohn. mit Zu
per 1. Zuli zu verm. (B11392m
Viktoriaſtraße 25, ſchöne Vie
Zimmerwohnung mit Gas, Be
u. gr. Balkon p. 1. Juli. (1626
Landgraf Georgſtraße 62
3. Stock, ſchöne 4 Z.=W., Mk. 450. 1. Juli zu verm. (11599m

Hisabethenstr. 25
tb., 1. St., geräumige 4 Zim=
ierwohn
., Balkon, Zubeh. an
h. Fam. ſof. zu vm. (11857a

helminenstr. 9
aus, 2. Stock, eine ſchö
zimmerwohnung per ſofe
rloſes Ehepaar od. einzel
vermieten. (*13158m

Wohnungen
mit 3, 4 u. 5 Zimmer u. reichliche
Zubehör, per ſof. und ſpät. zu vert
Näheres durch Bauführer Albl
Hohmann., Rhönring 113. (7994m
Beſſungerſtr. 105, Vorderi
3 Zimmerwohn. zu verm. (B3130m
Waldſtr. 25, Vorderh, ſchör
3 Zim.=Wohnung u. eine ſolche i.
(7201m
Seitenbau bis 1. Juli.

[ ][  ][ ]

Nummer 124.

Blamenthalstrasse 111
1. Etage, rechts, ſchöne 3 Zimmer=
(11305mslwohnung per 1. Juli zu vermiet.
Näheres bei Max Gnckenheimer,
(7654ms Große Ochſengaſſe. (10227ms mit Zubehör, 27 Mark pro Monat,
per ſofort. Näheres part. bei
Klingler.
(10438ms Sättstr. 41, II., Torderd.,
3=Zim.=Wohnung p. 1. Juli. Preis Moosbergſtraße 93 2=Zimmer=
360 Mk. jährlich. Näh. daſelbſt,
Hinterhaus, pt. rechts v. 101 Uhr, Pankratiusstr. 30
3 Zimmerwohnung u. eine Manſ.= Schwanenſtraße 61, 3. Stock,
große 3 Zimmerwohnung ſof. Näh.
prt. u. Heidelbergerſtr. 9½ (10911ms 1geräum. 2 Zimmerwohn. zu verm. 3. Stock, per 1. Juli zu vermieten
und eine Zwei=Zimmerwohnung
mit Zubehör im Hinterhaus, ge= Erbacherſtr. (Vorderh.) 2=Zim. für kinderloſes Ehepaar, per
ſof. zu vermieten. Näh. Pallas= Stiftſtr. 19, part.
wieſenſtr. 23, im Laden (11011ms Frankenſteinſtr. 50zeine ſchöne
3 Zimmerwohnung, 3. Stock, der
Neuzeit entſprechend, mit Gas,
verm. Näh. part. (B11188mseine 2 Zimmerwohnung z. Unter= Gartenstr. 20, part.
3 Zimmerwohnung nebſt Zubehör
per 1. Juli preisw. z. vm. Auskunft
erteilt der Nachlaßverwalter Fr.
Buss, Rechtsanwalt, Bismarck=bei Hammer dortſelbſt. (11185ms 3 Zimmer (unmöbl) an einz.
Herrn oder Dame per 1. Okt. zu vm.
Näh. Zeughausſtraße 3. (11225ms Soderſtr. 67, Manſardenw.,
3 Zim., abgeſchl. Vorplatz, Küche
mit Gas, Bodenraum, 2 Keller,
Waſchküche u. Bleichplatz. (11194a ſchöne Manſardenwohnung, 3 Zim., m. Zubehör per 1. Juli zu verm.
Küche uſw. zu vermieten. Preis Preis 260 Mk.
300 Mark.
(10390ms ſchöne 3 Zimmerwohnung p. 1. Juni
zu vermieten. Zu erfragen dort= 3 Zimmerwohn. per 1. Juli ( ein=
zuſeh
. v. 123 Uhr). Manſarde p.
1. Juni. Näheres part. (11438a Pallaswieſenſtr. 30, Hinter=
behör
, 25 Mk. p. Mon. (10158ms u. 1. St., Nähe d. Hochſchule p. 1. Juni
u. Juli. Näh. Holzſtr. 22. (11396ms Weinbergstr. 52, part.
3 Zim., Küche, Vorplatz bis 1. Juli.
Preis 340 Mark.
(B11414ms Mauerſtr. 21, III., ſchöne neu=
zeitl
. 3 Z.=W. m. all. Zub. p. 1. Juli
a. ruh. Leute. Näh. 1. St. (11415ms Elisabethenstr. 39, I.
Wohnung, 3 Zimmer mit Küche,
Keller ꝛc. zu verm. Näheres im
Glasladen daſelbſt.
(11831a Lauteſchlägerſtraße 7, ſchöne
3=Zimmerwohnung mit Zubehör.
Näheres 1. Stock rechts. (*13012sm freundl. 3=Zimmerwohn. Näh.
Pankratiusſtraße 54.. (11818ms Untere Weinbergſtr. 49
iſt eine ſchöne 3 Zimmerwohnung
nebſt Zubehör per 1. Juli zu ver=
ſtraße
123.
(B11875ms Eine 3=Zimmerwohnung im
Hinterhaus zu vermieten. Näh.
Kiesſtraße 21.
(11888ms freundl. 3 Zim=
Stiftstr. 52, II. merwohnung
mit Gas per 1. Juli. wohnung per 1. Juli zu verm.
Näh. daſelbſt 1. St. (10282t Martinstrasse 101
nette 3 Zimmerwohn. (B6417m Neue Niederſtr. 15 ſch. große
3=Zimmerwohnung billig zu ver=
mieten
. Näheres im 1. Stock
(B8120m
daſelbſt. Untere Hügelſtraße 87 kleinere
3 Zimmer=Wohn. (neu hergerichtet)
ſofort zu verm. (Ruhige Mieter.)
Näh. 1. Stock daſelbſt. (11970ms Bureau, Kontor u. Lager geeignet,
äue Ecke der Hoch= u. Kiesſtr. 34
2 Zimmer (ohne Küche)parterre, auch Vorderh., Manſarde, 2 Zimmer u.
Küche an ru
ute ſof.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Seite 19.

Mathildenpl. 9, Mittelban
2 Zimmer u. Küche, nur an ruhige
Leute zu vermieten. Näh. Vorder=
(8956ms
haus, 1. Stock. Fuhrmannſtr. 12, Seitenbau, Liebfrauenſtraße 74.
I. Stock, ſchöne 3=Zimmerwohnung ſchöne 2=Zimmerwohnung m. Man= Schulſtraße 10
ſardenzimmer und Veranda per Büroräume zu vermieten.
1. Juli zu vermieten. Näh. bei Magazin, auch als Werkſtatt
Göriſch, Vorderh., part. (10722ms verwendbar, Keller können zimmerwohn. zu verm. (B9315ms Wohnung p. ſof. od. ſpät. (B10395ms od. Riedlingerſtr. 21, pt. (10448ms Gr. Ochſengaſſe 14 ger. 2=Zim.= Kiesſtr. 65, Laden mit Zimmer
Wohn. für 18 Mk. per 1. Juni. zu vermieten.
(10440ms
Näh. Wirtſchaft. Obergaſſe 40 Zwei=Zimmer= Kärlstrasse 20
Wohnung zu verm. (10662ms wohnung mit Küche. (11313ms Der von Herrn Uhrmacher P. Wol 42 Kranichsteinerstr. 42
Eine ſchöne Drei=Zimmerwoh= Anzuſ. täglich bis 3 Uhr. (10655ms nung mit reichlichem Zubehör, im Zwei ſchöne unmöbl. Zimmer Gr. Laden m. 2 Schaufenſtern, Wohn., monatl. 16 Mk. Näh. Beichſtraſt 40, 2. St.
2 Zimmer und Küche an ruhige
Leute per 1. Juli.
(10915ms Waſſerleitung u. Veranda, ſof. zu Bleichſtraße 11, Hinterbau, Hellel Läden
ſtellen von Möbeln, eventl. als
Lager, zu vermieten. (10908ms Beſſungerſtr. 88½ 2 Zimmer=
wohnung
zu mäß. Preiſe. Näh. ſtraße 74, I., Tel. 295. (11187ms Hölgesſtr. 10, 2 Zimmer, Küche groß u. ſchön, in verkehrsreicher
Familie. 42 Elisabethenstr. 42
helle geräumige 2 Zimmerwohn.,
kleine Familie alsbald zu verm.
Preis Mark 20.
(11598ms Eliſabethenſtr. 43, Mittelbau, Lauteſchlägerſtr. 6 2 Zimmer
(11651ms Pankratiusſtraße 69, 1. Stock, ohne Küche per alsbald an eine bei H. & F. Becker oder
Perſon zu vermieten. (*13029sm ſelbſt bei Frieſe. (11278ms! Dieburgerſtr. 10 2=Zimmerw.G.Hinkel, Dipl.=Ing. (6303ms
für ält. Ehepaar o. einz. Perſon per
1. Juli zu vermieten. Roßdörferſtr. 26 ſchöne Zwei=
Zimmerwohnung, Manſarde ſofort ſtoßendem Ladenzimmer, ev.
zu vermieten.
(11918ms bau, 3 Zimmerwohnung mit Zu= Wienersſtr. 52 2 Zim.=Wohn. b. p. 1. Juli anderweit zu verm.
1. Juni, daſ. Werkſt. ſof. (*13156md Näh. 2. Stock. Kiesſtr. 31, Vdh., part., 2 Zim. mit Gas. (11997ms Schloßgaſſe 12 1= und 2= Zim=
merwohnung
.
(7661ms Große Ochſengaſſe 1, 1. St.,
1 Zimmer mit Küche zu vermieten.
Näheres Holzſtraße 11. (6045ms Forſtmeiſterpl. 5 Stube, Kam.,
Küche. Preis 12,50 Mk. (B10666ms Eckhardtſtr. 19, p., ſch. unmöbl.
Parterrezim. (Hth.) z. vm. (10776ms Große Kaplaneigaſſe 60 Zim.
Kabinett u. Küche ſofort. (10955ms 1 Zimmer, Küche u. Keller. Daſ.
Pankratiusstr. 16 1Stall, Remiſe und Heuboden zu
vermieten.
(11445a One Zimmer Karlſtr. 60, Manſ. z. v. (B8134ms mieten. Näheres Heidelberger=Kranichsteinerstr. 341 Der von der Firma Zenner &. Co.,
kleine Manſardenwohn. (11864ms
Geer
In Arheilgen
Einfamilienhaus, Rheinſtraße 4,
7762t15 Zimmer, Küche u. Zubehör, per
Neue Ireneſtr. 63, 1. St., 3 Z.=1. Juli zu verm. Näheres Darm=wohnte Laden (früher Konditorei
ſtädterſtraße 145.
(10971ms Pfungſtadt, Eliſabethenſtr. 27,
(7668ms
3=Zimmerwohnung. (
I Bismarckſtr. 55, part., ſch. hell
p. ſof. Näh. daſ. part. links. (6044ms Atelier=Bau
ſchöne helle Räume, auch als
ganz od. geteilt zu verm. Jochhein, mit zwei Schaufenſtern
Liebigſtr. 24.
(8876ms Wilhelminenstr. 29
Die von Frl. Schmitts (Modes)
als Bureau geeian. Näh. 1. St. (V10187 bewohnte Hälfte des erſten Stockes
als Geſchäftslokal neu hergericht.,
Karlſtraße 54 Bez. 1. Juli. Näheres bei dem
Hausverwalter daſ. im Seitenbau
3730ms od. Wendelſtadtſtr. 28, II. (11315ms

Erbacherſtr. 17
Stock, ſchöne 3 Zimmerwohnung
1 vermieten.

Ahaſtraße 12, Hinterhaus
Zimmerwohnung.

zine 3-Zim.-Wohnung
rit kompl. Badeeinricht., Balkon
ſonſtigem Zubehör der Neuzeit
is 1. Juli zu verm., ev. auch früher.
cäh. Neue Niederſtr. 17. (B8196ms
Für Flaſchenbier= od.
Milchhandlung
3 Zimmerwohnung, großer
Keller, Trockenboden und
Stallung, Hof, in der Sand=
bergſtraße
, ſofort zu verm. d.
Heinrich Funk, Soderſtr. 76.
Telephon 1031. (7422ms

Heinheimerſtraße 42, 1. St.,
Zimmerwohnung.
(7655ms

Neue Freueſtraße 57, 1. Stock,
Zimmerwohnung.
(7656ms

Waldſtraße 7, I., 3 Zimmer
kabinett, nebſt Zubehör, p. 1. Juli.
luskunft parterre.
(8607ms

Weinbergſtraße 45 3= Zim=
terwohnung
.
(7658ms

Mollerſtraße 12 ſchöne große
Zimmerwohn. mit Gas, im 1. St.
er 1. Juli zu verm. (9419ms

Veue Niederstrasse 13
Zimmerwohnung per 1. Juli zu
erm. Zimmermann. (B8392ms

Schloßgartenſtr. 5, 3. Stock
Zimmerwohnung. (8435ms

Taunusſtr. 45, 2. St., ſchöne
Zimmerwohnung zu vm. (8353ms

Kranichteinerſtrale 65
Seitenbau II. St., ſchöne große
Zimmerwohnung zu verm., event.
nit Werkſtätte. Näh. daſ. u. Bau=
üro
Pallaswieſenſtr. 26. 8188ms

Schuchardſtraße 4.
Schöne 3 Zimmerwohnung I. St.
mit Gas, Veranda und ſonſtigem
Zubehör per ſofort zu vermieten.
8063ms
Näheres parterre.

Liebfrauenstrasse
Zimmer mit Küche, Veranda, Alexanderstr. 13, Vorderh.,
Manſardenſtube, Gas, getr. Keller
ind ſonſt. Zubeh., per 1. Juli an
tur ſolide Familie zu verm. Näh.
Liebfrauenſtr. 107, I. (8358ms

r. 27, 1. St.,

chöne Dreizimmerwohnung mit
ämtlichem Zubehör per 1. Juli Zwei neuzeitl. 3 Zim.=Wohn., pt.
u vermieten.
(8746ms

Kaupſtr. 7, 3. St., 3 Zimmer=
Dohnung, neu hergerichtet, billig
ofort oder ſpäter. Zu erfragen
zur Schuchardstraße 13, I., Hausbes.-
Verein.
(8909ms

Kirchſtr. 8, 3 Zimmerwohnung
nit Küche, Mittelbau I, p. Mon.
M. 25., zu verm.
(10367ms

3 Zim.=Wohn
Beckstr. 54 Manſ., 2. St
mnit Gas und reichlichem Zubehör
der 1. Juli zu verm. (8639ms

Liebfrauenstrasse 74
1. St. rechts, große 3 Zimmer=
wohn
. per ſofort. (10360ms
Näh. part. b. Göhrig u. Heinrich
Funk, Soderſtr 76, Tel. 1031.

Beſungerſtr. 8, Man, igerabde
Zimmer, zu vermieten. (B9151ms

Steinackerstr. 1, 3. St
große 3 Zim.=Wohnung mit Bad u.
Zubeh. Zu erfr. daſelbſt. (B9153ms

Fuhrmannſtraße 3, 3= Zimmer=
wohnung
mit Gas.
(9187ms

Eckhardtſtraße 1, 2. Stock,
geräumige 3 Zimmerwohnung mit
Gas, Speiſek. uſw., per 1. Juli zu
verm. Näh. daſelbſt 1. St. (9469ms

Neue Irenestrasse 62
3 Zimmerwohn. mit Z., Veranda
u. Gartenanteil v. 1. Juli ab zu
vermieten. Näheres Rheinſtr. 28,
1. Stock rechts.
(9688ms

Kaupſtraße 32
3 Zimmerwohnung im 3. Stock
mit Gas, Veranda ꝛc., per 1. Juni
zu vermieten. Näheres bei Frau
Schad, 1. Stock.) (B10487ms

Wilhelminenstr. 27
3 Zimmer ohne Küche m. Keller,
Nebenraum und Gas bis 1. Juli
zu vermieten. Näher. Hofkonditor
Graß m ann, Wilhelminen=
ſtraße
6.
(9681ms

ſchöne, freundlich
Mühlſtr. 37 3 Zimmerwoh=
nung
mit allem Zubehör per
15. Mai zu vermieten. Einzuſehen
von 2 Uhr mittags ab. (9741ms

Neue Ireneſtraße 15 ſchöne
3 Zimmerwohnung. (10915ms

kleine Manſ.,

Riesſtr. 66, II., 2 Zimmer u.größ. Büro=Räume zu vermieten.
Küche, zu vermieten. (9912ms H. Lautz.
(8289ms

ſehr groß mit Gas, Elektr. Licht,

Dampfheizung u. all. Zubeh z. verm.
Bürtgaraame Eleg. Wohnung auf Wunſch. (8960ms

Ecke Rhein- u. Grafenstraße.

Beſſungerſtraße 66, ſch. Zwei=A dazu gegeb. werd. (10165imds
(9678ms bewohnte Laden iſt mit od. ohne
Wohn. p. ſofort zu vm. Zu erfr.
I. Germann, Karlſtr. 20, 1. St. (8003ms Rheinstr. 14
zum 1. Juli zu vermieten. Näheres2 Zim., 2 Lagerräumen u. Zub.,
Eliſabethenſtr. 58, Lad. (10731ms 1. Juli zu verm. Näh. Grafen=
(8005ms
ſtraße 23, 2. Stock. (10804ms Schützenſtr. 7 Gr. Laden
mit 2 Schauf. mit od. ohne Wohn.
z. vm. N. b. Wolff, Schulſtr. 10. (8004ms im Zentrum, mit 3 Zimmerwohn.,
auch als Büro geeignet. Näheres
Nieder=Ramſtädterſtr. 49. (10371ms Laden
und allem Zubehör an kinderloſe! Straße, mit reichlichen Neben=
(11189ms1 räumen ſofort zu verm. Anfr.
unt. U 81 an die Exp. (7069ms neu hergerichket, nur an ruhige,Wichelminenſtr. M. 72
Laden mit kompl. hochfeiner
Einrichtung u. Zubehör, 3 groß
Erkern, Zentralheizung, evtl. auch
geteilt in 2 Läd., mit zuſ. ca. 220 qm
Bodenfläche per ſofort zu ver=
Magdalenenſtr. 7, Stb., 2 Zim mieten. Näh. Wilhelminenſtr. 17
Frankfurterſtr. 161, parterre, bei (11924a Ernſt=Ludwigſtr. 3, Laden
mit einem Schaufenſter, an=
noch
3 Zimmer im 1. Stock,
(7634ms Schulſtraße 3
ſchöner, hochmoderner Laden
mit 2 Schaufenſter und reichlichem
Zubehör, Nordſeite, feinſte Ge=
ſchäftslage
, per ſofort oder ſpäter
zu vermieten.
(9141ms Für Friseur!
Weinbergſtr. 11, Laden
für Friſeur= u. Zigarrengeſchäft,
mit Wohnung 400 Mk. per Jahr.
Näh. Heinrich Funk, Soderſtr. 76,
Telefon 1031.
(B9642ms m. 2 Zimmer=
Laden Wohnung
Dieburgerstr. 13 zu vermieten Mauerſtraße 32.
Näheres bei Küchler, Bis=
marckſtraße
20.
(9913ms Landwehrstr. 13
groß. 2=Fenſter=Laden m. Maga=
zin
oder Werkſtätte ſofort zu ver=
mieten
. Preis 500 Mk. Näheres
durch B. Baer, Tel. 1145. (10383a Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (11316oms Marktplatz 10
am Rathaus iſt der von
Herrn Lederhändler Weiner be=
Schürg) nebſt Wohnung u. groß.
Keller für den 1. Juli zu verm.
B4863m)
Th. Kalbfuß. Laden
mit Seiteneingang ſofort zu ver=
Räume in Nähe d. Juſtizgebäudes mieten, als Laden, Büro oder
beſſere Werkſtätte. Näheres in der
Expedition ds. Bl.
(9677m Grosser Ladeh
in verkehrsreicher Lage, an Um=
ſteigeſtelle
der elektr. Bahn, per
ſofort zu vermieten. (11592ms
S. Kahn Söhne, Lederhdlg.
3 Karlſtraße 3.

Md.-Kaustädterstr. 5
Laden mit Wohnung u. ſonſt. Zu=
behör
auf 1. Juli zu vm. (11971ms
Näh. auf dem Baubüro daſelbſt.

Lagerraum
Das 2. Stockwerk im ſüdl. Teil
des ſtädt. Lagerhauſes (320 qm
Bodenfläche), d. Fahrſtuhl u. Haupt=
treppe
leicht u. raſch z. erreich., iſt alsb.
zu verm. Näh. Ausk. wird von d.
Lagerhausverwalter u. im Stadt=
haus
(Zimmer 56) erteilt. (7999ms

Lagerraum
im 4. St. der Südhälfte d. ſtädt,
Lagerhauſes, etwa 150 qm groß, z.
Lagern v. Frucht, Mehluſw. geeign.
alsbald zu verm. Näh. Auskunft
wird v. d. ſtädt. Lagerhausverwalt.
u. i. Stadthaus, Zim. 56, ert. (7998ms

26
Gartenſtraße &e
Lager= u. Kellerräume, Stallung
für 3 Pferde, geeig. für Flaſchen=
biergeſchäft
=Niederlage ꝛc., ſof. oder
ſpäter zu vermieten (9744ms
Näh. Kahlertſtr. 38, 1. St.

Grosse
Ochsengasse 12
3 ſtöckiges Lagerhaus
(auch als Werkſtätte ge=
eignet
), p. ſofort billig
zu verm. Näh. daſelbſt
bei Störger. (11596ms

Kranichſteinerſtr. 6, Werkſtatt
mit Wohn. Näh. daſelbſt. (8000ms
Hügelſtr. 29, ein gr. hell. Raum,
ca. 43 qm mit 60 qm Boden, Keller
u. Kontorals Werkſtatt o. Geſchäfts=
lokal
geeignet, ſof. zu verm. (8002ms

Werkstätten-
Waldstr. 30 Lngerräume
evtl. mit Wohn., Gas u. Elektr. ꝛc.
per ſofort oder ſpäter. (8001ms

Ahaſtr. 12 Werkſtätte. (7665ms

Stiftstrasse 41
Werkſtätte nebſt großem Boden
u. Lagerplatz ſofort zu vermieten,
evtl. mit Wohnung. Näh. Hinter=
haus
, part., links, od. Riedlinger=
ſtraße
21, part.
(8714ms

Stiftſtraße 89, kl. Werkſtätte
zu vermieten.
(9682ms

Helle Werkſtätte, 80 Um, ev. el.
Licht, ſof. Näh. Karlſtr. 30, I. (11192m

Werkſtätten
Auto-Garagen, u. Stallung
per ſof. z. verm. H. Braun, Moosberg=
ſtr
. 97n. d. Heidelbergerſtr. (B8139ms

Heidelbergerstr. 59
für 45 Pferde, Re=
Stallung miſe, Burſchen.=Zim.
per ſofort zu vermieten. (6954ms

Große Stallungen, Remiſe,
Heuboden, groß. Hof, eventl.
Schwenkhalle ꝛc., für Biernie=
derlage
, Kutſcher od. Fahrunter=
nehmer
, im nördlichen Stadt=
teil
ſofort zu vermieten durch
Heinrich Funk, Soderſtr. 76,
Telefon 1031.
(10361ms

Stallung
Viktoriaſtraße 78, für 4 Pferde,
Heuboden und Remiſe, ſofort zu
vermieten.
Näh. bei Paul Meſſerſchmitt,
Ludwigſtraße 18 u. C. W. Braun,
Martinsſtraße 74.
(9000ms

Stallung
Wilhelmſtr. 16
für 3 Pferde, Remiſe
u. Burſchenzimmer per
1. Juli zu verm. Näh.
i. d. Exp d. Bl. (11013ms

Hermannſtraße 4 Stallgebäude
für vier Pferde Sattelkammer,
Remiſe und Burſchenzimmer uſw.
per ſofort oder ſpäter zu verm.
Näheres durch Bauführer Albin
Hohmann, Rhönring 113. (9962ms
Fraukfurterſtr. 24 Stalung
für 34 Pferde mit Zub. (8835ms

Mbierte Zimmer

Fuchsſtraße 10, 2. St., großes,
ſchönes Eckzimmer an ſolid. Herrn
per 1. Mai zu vermieten. (7635ms

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Nummer

Hügelſtr. 85 2 ſchön möblierte
Zimmer billig zu verm. (10665ms

Heinrichſtraße 69 großes und
kl. freundl. möbl. Zimmer mit g.
Penſion zuſ. odi einz. z. v. (7847ms

Heinrichstr. 112, III.
gut möbl. Wohn= u. Schlafzimmer
mit Schreibt. u. ſep. Eing. (8398ms

Gervinusſtr. 63, 2. St., möbl.
Zimmer zu vermieten. (9145ms
Rheinſtraße 28, 2. St., links,
gut möbl. Wohn= u. Schlafzimmer
zu vermieten.
(9488ms

Soderſtraße 75, part., ein
ſchön möbliertes ſonn. Zimmer mit
Schreibtiſch.
(9710ms

Saalbauſtr. 38, III., großes,
geſund. Zimmer, neu möbl. (9915ms

Neckarſtr. 28, I., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (10203ms

Grafenſtraße 45, II. I., möbl.
Zimmer an beſſ. Fräul. (10657ms
Moſerſtraße 5 (Pension Weidig)
23 gut möblierte Zimmer ſofort
zu vermieten.
(B10925ms

Kiesſtraße 45, 2. Stock, ein
möbliertes Zimmer. (10914ms

Eſchollbrückerſtr. 6, 1. Stock,
möbl. Wohn= und Schlafzimmer
mit Balkon per 1. Juni zu verm.
Bad im Hauſe.
(11169a

Martinſtr. 2 ſchönes, gr. hel
Wohn= u. Schlafzim. mit Gas,
Schreibt. u. geſchl. Glas=Veranda,
f. ſof. zu verm. Für Lehrer oder
Beamte paſſend. Der H. iſt Allein=
mieter
.
(B10921ms)

Neckarſtr. 10, Eing. Waldſtr.,
2 Tr., gr. ſch., g. möbl. Zim. (11258ms

Karlſtr. 45, part, 1 gut und 1
einf. möbl. Zim. zu verm. (11354a

Moosbergſtr. 63, part. links,
ſchön möbl. Zimmer. (B11209ms

. Schützenſtr. 10½, 3. St., möbl.
Manſardenz. b. z. verm. (11451ms
Friedrichstr. 11, II.
möbliertes Zim. zu verm. (11624ms

Karlſtr. 33, 2. St., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (11632a

Neckarſtr. 26, part., möbl. Zim=
mer
mit Frühſtück 20 Mk. (11650ms
Waldſtraße 18, 1. Stock, ſchön
möbl. Zimmer mit ſep. Eing. per
1. Juni zu vermieten. (11672a

Wenckſtr. 9, möbl. Zim., part.,
a. ſol. Herrn od. Dame zu vm., ſof.
od. ſp. Pr. m. K. 20 M. m. (*13015sm

Neckarſtraße 9, 1. St. I., möbl.
Zimm., p. Mon. 15 Mk. (11822ms

Neckarſtraße 16, Gartenbau,
4 gut möbl. Zimmer mit Klavier
und Schreibtiſch, auch einzeln, nur
an beſſ. Herrn zu verm. (11817ms
Heinheimerſtr. 22, II. I., groß
freundl. gut möbl. Zim. (11353a

Karlſtr. 53, part, frdl. möbl.
Zimmer zu vermieten. (11223oms
1. St., gut
Alexanderſtr. 4, möbliert.
Zimmer mit od. ohne Penſion
an 1od. 2 Herren zv. (113560ms

Kiesſtr. 66, II., möbl. Wohn=
Schlafzimmer mit Schreibtiſch und
Gas zu vermieten. (9911oms

Darmſtr. 14, I., möbl. Zim. mit
583,
Schreibt., ev. Wohn= u. Schlafz. (113
Luiſenplatz 7, 2. St., ſchön. mbl.
Zim. an ſol. Herrn zu vm. (11435t

Bleichſtr. 45, I., möbl. Z., m.
od. ohne Penſ., a. f. 2 Herr. (11584a

Luifenſtr. 6, III., ſchön mbl. Z.
ſofort zu verm.
(10161t

Waldſtr. 32 möbliert. Zimmer
zu vermieten.
(11437t

Saalbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (11069t

Mathildenpl. 3, Stb. II., einf.
möbl. Z. ſof. m. Kaffee, 2,60 M. (11597t

.4, II.

ſchön möbl. Zimmer m. g. Penſion
zu bill. Preiſe zu verm. (11580a

Friedrichſtr. 16, II., gut möbl.
Zim. in beſſ. ruh. Haush. (11863t

Ludwigſtr. 17, 2. St., 1 od. 2
möbl. frdl. Zimmer an ſel. Herrn
billig zu vermieten. (11874a

Landwehrſtr. 6, möbl. Zimmer
mit gut. Penſ. zu vm. (11821oms

Niederramſtädterſtr. 57
Metzgerei, möbl. Zim. mit Schreib=
tiſch
, ſeparat, mit oder ohne Penſion
preiswert zu vermieten. (11629a

Karlſtraße 31, I., groß. helles,
gut möbl. Zimmer per 1. Juni
zu vermieten.
(11899ms

Inſelſtraße 19, Vorderhaus,
2. Stock, ein, auch zwei gut möbl.
Zimmer, ſehr preiswert nur an
beſſeren Herrn zu verm. (11967a

Bismarckstr. 82, part.
gut möbl. Zimmer mit oder ohne
Penſ. per 1. Juni zu vm. (11958mdf

Nieder=Ramſtädterſtr. 65½,
bei Wilhelm, ſchön möbl. Zimmer
billig zu vermieten. (*13199ms

Roßdörferſtr. 81, I., prächtig
nöbl. Zikmer zu verm. (11956a

Wilhelmſtr. 51, pt., gut möbl.
Zim. m. Schlafk. p. 1. Juni. (11658a

Ecke der Löffelgaſſe u. Ruths=
ſtraße
2 helle Zimmer mit oder
ohne Möbel zu verm. Bezügl. der
Lage iſt es für ein Hausgeſchäft
(Schuhmacher, Schneider ꝛc.) ſehr
geeignet.
(11968a

Eliſabethenſtr. 49, Hth., 1. St.,
möbl. Zimmer zu verm. (*13204md

Fuhrmannſtr. 8, 2. St. l., ſchön
möbl. Zimmer für beſſeren Arbeiter
ſofort zu vermieten. (*13209

Viktoriaſtr. 24, I., ſchön möbl.
Zim. in ruh. kl. Haush. (*13185ms

Schlossgartenstr. 55, II.
gegenüb. d. Herrng., gut möbl. Wohn=
u
. Schlafz. m. o. oh. Penſ. (*13180mdf

Waldſtraße 39, part., möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*13168

Neue Schwanenſtr. 72, 2. St.,
2 gut möbl. Zimmer an ſol. Herren,
auf Wunſch Penſion. (*13174md

Mühlſtr. 42, part., gut möbl.
Zimmer mit Penſ. ſof. (*13166mfs

Liebfrauenſtraße 78, Hinterh.
1. Stock, ſchöne Schlafſtelle für an=
ſtändigen
Arbeiter.
(*13176

Stellenloſe Mädchen finden
Unterkunft bei Frau Bauer,
Marktplatz 12.
(2886a

Eltern, die auf Reiſengehen
erhalten für ihre Kinder ſorgſame
Penſion in einem Pfarrhauſe in
ſchöner Gegend Oberheſſens. Auch
erholungsbedürftige Kinder wer=
den
gerne aufgenommen. Knaben
kann Nachhilfeſtunden gegeben
werden. Gefl. Off. befördert die
Exp. ds. Bl. u. L 79. (11464oms

Penſion.
Gute Verpfleg. u. angen. Wohnen i.
bevorz. Lage find. Herr o. Dame (a.
Schüler od. Schülerin) b. gebildeter
Fam. Grüner Weg 25, II. (B11993


Geuche

Perein ſucht kl. Lokalem. größer.
Saal für 2 mal monatlich.
Offerten unter N 22 an die
Expedition.
(*13191

Eineluftige u. geräumige
Werkstätte
in der Nähe der Kies= oder Karl=
ſtraße
, nicht zu weit entfernt vom
Zentrum der Stadt, wird für einen
Holzbearbeitungsbetrieb z. 1. Juni
d. J. geſucht. Offert. unt. L 10
an die Exped. ds. Bl. (11246mf

Einfamilienhaus
ſucht vom 1. Okt. oder früher
Offizier a. D. Bedingungen:
78 Wohnräume. Höchſtpr.
2000 Mk. Bequeme Verbind.
f. Gymnaſium u. Töchterſchul=
beſuch
. Off. N20 Exp. (*13198

in Darmſtadt, nicht i. Zentrum
der Stadt, für ein Filial=
geſchäft
der Kurz=, Putz= und
Modewarenbranche per Sep=
tember
geſucht. Off. unter
L 9 an die Exped. (11232mf

Eine 5=Zimmer=Wohnung
mit Terraſſe und gutem Zubehör
in ſchöner Lage zum Preis von
750 Mk. zum 1. Juli oder 1. Okt.
geſucht. Offerten unter N 27 an
die Exp. d. Bl.
(B11988

Gleines Haus od. ſchöne 2
Zimmer=Wohn. m. kl. Werk=
ſtätte
in freier ſonniger Lage zu
mieten geſucht. Gefl. Off. mit
genauer Preisangabe unt. M 81
an die Exped. d. Bl. (*13080sim

Einzel. Her ſucht 4 3 Zim.=W.
m. Veranda, i. ruh. Hauſe, mögl.
ohne Ueberwohner per 1. Okt., bev.
Heerdweg=Viertel. Offert. unter
N 15 an die Exped. (*13163msm

Schöne
4 Zimmerwohnung
mit Zubehör, im 1. od. 2. St.,
in ruhiger, vornehmer Lage,
ab Juli geſucht von Beamten
für ſeinen zu gründenden
Hausſtand. Angebote unter
N 7 an die Exp. (*13137

eſucht zum 1. Juli von 2 ruh.
Leuten 2= ev. kl. 3=Zimmerwohn.
Näh. Viktoriaſtr. 54. (*13216ms

auf Sept. od. Okt.
Geſucht eine freundliche
4 od. 5 Zimmerwohnung mit
allem Komfort und Zubehör, ev.
Parterrewohnung mit kl. Vor=
garten
, in einem Villenviertel.
Offerten mit Preisangabe u.
N1 a. d. Exped. d. Bl. (B11945im

ebildeter Herr, geſetzt. Alters,
ſucht zum 1. Juli, eventuell
ſpäter für dauernd in ruhiger
Familie 2 unmöblierte Zim-
mer
mit Penſion. Es wird be=
ſonders
reflektiert auf ſchöne
Lage, nicht zu weit vom Zentrum
der Stadt und vorzügl., bürgerl.
Küche. Offerten sub N 13 an
ie Expedition ds. Bl. (*13167

Schön möbl. Wohn= u. Schlaf=
zimmer
per 1. Juli von Ge=
ſchäftsdame
geſucht, bei ruhigen
Leuten im Zentrum der Stadt.
Offerten mit Preisangabe unter
N 14 an die Exped. (*13165

ſucht möbl. Zimmer,
Dame
mögl. 1. St. Off. unt.
N 5 an die Exp.
(*13138

bl. Zimmer mit Gas un
Mſep. Eingang in nur ruhigem
Hauſe ſofort geſucht. Off. unter
N 28 an die Exped. (*13212

zweiſtöckig (6 u. 5 Zimmer), mit
Manſarde, in beſter, ruhiger Lage
in Darmſtadt, Ecke der Stein= u.
Hölgesſtraße, mit ſchönem Garten,
iſt erbteilungshalber zu verkauf.
Auskunft erteilt der Teſtaments=
vollſtrecker
Justizrat Dr. E. E. Hoffmann
in Darmſtadt, Hügelſtr. 45. (11031a

Einlammmien.
Haus

mit Garten, nahe am Herdweg
wird für 60000 Mk. zum Kauf an=
geboten
. Näheres bei Gilbert,
Waldſtraße 20, Laden. (*13189

Schönes Landhaus für
7000 Mk. mit großem Garten
ſofort zu verkauf. Off. u. L 42
an die Exp. erbeten. (11418a
Landhausverkauf!
Erſtklaſſ. neuerbautes Land=
haus
, Nähe Darmſtadt, billig zu
verkaufen. Offerten unter M 92
an die Exped. ds. Bl. (*13152mdf

Villa

in Seeheim, 7 Zimmer, Bad
reichl. Zubehör und Garten, für
14000 Mk. ſofort zu verk. Offert.
unt. M 58 an die Exp. (B11995

Landhaus
ſofort zu verkaufen.
Offerten unter L 11 an
Exped. ds. Bl.
(11261a

us zum Alleinbewohnen,
Orangerie=Allee 14 iſt zum
1. Juli 1912 zu vk. od. z. vm. Näh.
b. Mahr & Markwort, Architekten,
Darmſtadt, Kaſinoſtr. 8. (8367a

Schöne neue

4-Zimmerhäuser
in guter Lage, gut rentierend,
direkt von Beſitzer unter günſtigen
Bedingungen zu verkaufen. Offert.
unter G 58 an die Exped. (10726a

Dur Vergröß. unſ. Fremden=
Penſion ſuchen wir ein
größeres Haus
in feiner Lage zu mieten, event
zu kaufen. Zentralheizung, Bad,
Gas und elektriſches Licht er=
wünſcht
. Offerten an Fräul. K.
und M. Gaulé erbeten. (11712a

mit gutgeh. Kolonial=
Haus waren=, Obſt=und Ge=
müſe
=Geſchäft im Johannesviertel
zu verkaufen. Offert. unt. M 47
an die Expedition. (*12956sms

Einfamilien=Haus
Villenkol. Eberſtadt, 5 Z., Mäd=
chenz
., Fremdenz., gr. Diele, Bad,
Zentralheiz., gr. Garten, 23000 M.
u. günſt. Zahlungsbeding. zu verk.
Näh. van der Does, Moosberg=
ſtraße
94, Darmſtadt. (B10667

Kleines 2 ſtöckiges
2 Zimmerhaus
auch zum Alleinbewohnen, mit
ſchönem Garten, im ſüdl. Stadt=
teil
, zu verkaufen
(10373a
Näheres Mühlſtraße 68, 1. St.

Schöne Bauplätze an
der neu erſchloſſenen Straße
zum Botan. Garten zu vrk. Anfr.
unter F 92 an die Exped. (9978a

zu ver=
Milch-Geschäft kaufen.
Gute Kundſchaft. Prompten Liefe=
anten
. Off. u. N 24 Exp. (*13186

Kolonialwarengeſchäft z. verm.
3 Kranichſteinerſtr. 59. 11981a

6000 Mk. II. Hypothek

Ing., Mitglied des Verbar
deutscher Gutachterkamn
(Sitz Berlin), Mitglied
deutschen Schutzverbat
für geistiges Eigentum, pi
Erfindungen kostenh
reell und sachgemäß
ff. Referenzen. Ueber 30 eig
Geschäfte und Vertretun
Ausführl. Broschüren kos
frei. Mainz, Bahnhofstraf
Telefon 2754
Wegen Umzug billi
verkaufen:
Vollſtändige Badeeinricht
Hochfeine Waſchgarnitur
Gaszuglampe
Gaslampe (Graetzinlicht här
Gasherd und Tiſch dazu
2 Bügeleiſen für Gas
Waſchbütte verzinkt, Kohle
Wäſchetrockner
Mädchenbett mit Matratze
Pat. zuſammenkegbares S
Bügelbrett, Gewichte
Mülleimer
Kinderſportwagen
Zeichentiſch mit Reißbrett
und ſonſtige kleine Gegenſ A. Gawrilow, Seiterst
1. Stock, nach 10 Uhr. (*131 L

Billigſter
Gelegenheitskau
Eine größere Partie Her
Damen=, Knaben=, Mädche
Kinderſtiefel, ſowie alle Gr
Sandalenſpottbil
zu verkaufen
(1
Michael Fick, Schuhmach
Holzſtraße 24.

Schwarzſeidenes Kleid für
Dame und 2 weiße Kir=
mäntel
billigſt zu verkaufen.
in der Expedition.

auf ein neuerbautes Wohnhaus in
guter Lage von pünktl. Zinszahler
geſucht. Offerten unter M 8 an
die. Expedition.
(B11617

2000 Mk. II. Hypothek
uf neuerbautes Landhaus von
Selbſtgeber geſucht. Offerten unter
M91 an die Exped. (*13149mdf

Weiß emaill. Bettſtelle mit
Meſſingköpfen, großer Reiſe
korb, Kleiderpuppe, Babykorb, alles
tadellos erhalt., billigſt zu verkfn
Näh. in der Exp.
(*13196

riefmarken
für Sammler billig
*13190) Waldstrasse 20.

natürlich, haltbar
Locken u. hübſch erzielt
Dr. Kuhn’s Sadulin= Lok=
kenerzeug
. Als Waſſer
0.80, 0.60, als Po=
nade
1.50, 1. von
rz. Kuhn, Kronen=
Parf., Nürnberg. Hier: F.
B. Grodhaus, Seifenf. a.
weiß. Turm u. b. Friſeuren. (V,91

Erbteilungshalber
iſt ein ſchönes Anweſen in vornehmſter Lage, beſtehend aus 2½ſtöckig.
Hauſe, j. Stock 4 Zimmer, Küche uſw., ſchönem Vorgarten und park=
ähnlichem
Hintergarten mit prächtigem alten Baumbeſtande zu einem
ſehr billigen Preiſe dem Verkauf unterſtellt. Einſichtnahme und
nähere Auskunft durch
(B11977
C. W. Braun, Martinſtr. 74.

Ein ſchönes Anweſen in der Landskronſtr. iſt
ſofort äußerſt preiswert zu verkaufen. Näheres durch
C. W. Braun, Martinſtr. 74.
B11978)

In vornehmſter Lage des Herdwegs iſt ein
21
iſtöckiges 5=Zimmerhaus,
ſehr ſolid gebaut, mit ſchönem Vorgarten und prächtigem Obſtgarten
wegen vorgerückten Alters des Beſitzers zu einem äußerſt billigen
Preiſe zu verkaufen. Nähere Auskunft erteilt
(B11979
C. W. Braun, Martinſtr. 74.

Villenbauplatz.
In der Gartenſtadt Nieder=Ramſtadt-Traiſa iſt in ge=
under
, naturſchöner, vor Nordwinden geſchützter Lage ein ſchöner,
parkähnlich angelegter großer Garten ſehr preiswert zu verkaufen.
Nähere Auskunft erteilt
(B11980
C. W. Braun, Martinſtr. 74.

Darten
großartiges Spekulationsgelände
Meinen nur 3 Minuten zu Fuß bei Darmſtadt gelegenen, ca.
5000 am großen Garten mit neuem Wohnhaus verkaufe ich zu
25000 Mk. bei 12000 Mk. Anzahlung. Reſt kann 9 Jahre zu 4%
ſtehen bleiben. Vermittler erh. bei erfolgter Anzahlung 1000 Mk. Prov.
Offerten unter M 96 an die Exped. d. Bl.
(11922sms

emall.
Prachtv. Herd Nick
faſt neu, zu verkaufen
Heinrichſtraße 70.

gutes Fahrrad (2
Sofolt derer) zu verk. (*1

Roßdörferſtr. 83,

Kornstroh zu vei
Müllerſtraße 15. (*13207

Ein Obeht
Für Wirtel Landmetzgerſ=
Abnehmer für prima gut geré
Landwurſt: Leber= und ?
wurſt à Pfd. 70 Pf., Preßkop
Pfg., wöchentlich 5060
Kotletts und geſalzene Rippe
franko Darmſtadt.
Offert. unt. N 19 an die Ex

Stühle! Körbe! Stüt=
werden
billig und dauerhaft
flochten, Korbreparaturen pro
ausgeführt. Korb= und St=
flechterei
von Ludwig Schmi
Rundeturmſtr. 2. Arbeit w. ab.
Poſtkarte genügt.

kleinerer zweiräd., gebr. St
wagen, ev. Kaſtenwag., zu k
geſucht Karlſtr. 15 (Lad.), (*12

getrag. Herr
u. Damenkle
Ieh kaufe Schuhe. Zahl
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (117.
J. Schnitzer. Schloßgaſſe 1

fo alleMöbel, ganzeNachl.
Kauſe u. Einrichtungen, Piat
u. Kaſſenſchränke Kurtz, Pädag
ſtraße 2, Teleph. 1202. (114

Zänle Hochste u. 1on
für getr. Kleider, Schuhe, Wäſe
Möbel u. dergl.
Poſtkarte genügt. (*13129
A. Hochmann,
Kleine Ochſengaſſe 16, Lad=

Wer dort ? (1164
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 1
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zah
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höch
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genüg

getragene Herren=
Ich kaufe Damenkleider und
Schuhe. Zahle höchſte Preiſe. Po
karte genügt. J. Blum, Gro
Bachgaſſe 19, Laden. (*13193m
Groß. gebr. Kleiderſchrau
zu kaufen geſucht. Offerten unt
N9 an die Exp. ds. Bl. (1196

4060 Liter Pollmich
franko Oſtbahnh. geſ. Off. m. Prei
(1195
Exp.