Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Graf Berchthold wurde am Samstag vom Kaiſer
im Neuen Palais empfangen.
Das Luftſchiff „P. 6" iſt bei einem Aufſtieg in Leipzig
zu Schaden gekommen.
Das große Nürtinger Zementwerk der
Port=
land=Zementwerke Heidelberg=Mannheim iſt
abge=
brannt.
Auch in der Schweiz ſoll eine nationale
Flug=
ſpende für eine Militärluftflotte geſammelt werden.
Die italieniſche Kammer nahm das
Wahl=
reformgeſetz an.
Der Generalreſident in Marokko, General Liautey
iſt in Fez angekommen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Pfingſtkongreſſe.
C) Aus Berlin, 25. Mai, wird uns geſchrieben:
Pfingſten, das liebliche Feſt, iſt gekommen und es
beginnt fürchterlich zu „tagen” in deutſchen Landen. Die
Kongreßhochflut ſetzt jedesmal um Pfingſten herum
mit Allgewalt ein und in faſt jeder größeren Stadt treten
auch in dieſen Tagen wieder Kongreſſe aller Art
zuſam=
men. Den deutſchen Zeitungen und ihren Leſern wird
wieder mancherlei zugemutet in den nächſten Wochen und
hen dem gewöhnlichen Feld=, Wald. und
Wieſenkon=
greſſen aller Art tagen diesmal zu Pfingſten mehrere
Kongreſſe, die das Intereſſe der Allgemeinheit in
An=
ſpruch nehmen. In der Reichshauptſtadt tritt der
Deut=
ſche Lehrertag zuſammen der die im Deutſchen
Lehrer=
verein zuſammengeſchloſſene deutſche Lehrerſchaft zu
wichtigen Beratungen zuſammenführt. Ebenfalls in
Ber=
lin tagt zu gleicher Zeit auch der Kongreß für
Schul=
geſundheitspflege und die Deutſche Zoologiſche
Geſell=
ſchaft, ſowie der Brandenburgiſche Hausbeſitzertag.
Auch die Volksſchullehrerinnen finden ſich zu Pfingſten
zuſammen, und zwar in Düſſeldorf. Dort tagt auch der
Verbandstag der Abſtinenten Lehrerinnenvereine, während
in Erfurt der Katholiſche Lehrerverein ſeine diesjährige
Hauptverſammlung abhält. Eine weitere
Lehrervereini=
gung findet ſich in Kiel zuſammen, und zwar die
Haupt=
verſammlung des Neuen Preußiſchen Lehrervereins, der
ſich ſpeziell die Vertretung der Landlehrer angelegen ſein
läßt. Schließlich iſt auch Hagen i W. mit einer
Lehrer=
tagung beglückt, wo ſich die Preußiſchen techniſchen
Leh=
rerinnen zu ihrer diesjährigen Hauptverſammlung
zu=
ſammenfinden. Die höheren Lehrer halten in Frankfurt
a M. ihre Hauptverſammlung unter der Firma „
Neu=
philologentag” ab, und ſchließlich finden ſich in
Braun=
ſchweig die deutſchen Gewerbeſchulmänner zuſammen,
ſo=
daß das diesjährige Pfingſtfeſt ſozuſagen eine
General=
tagung faſt der geſamten deutſchen Lehrerſchaft bildet.
Auch die Hauptverſammlung des Deutſchen
Fröbelver=
bandes in Nürnberg. die Tagung des Reichsverbandes
wiſſenſchaftlicher Verbindungen in Caſſel, der
Deutſch=
nationale Jugendtag in Frankfurt a. O., der Deutſche
Geographentag in Innsbruck, die Tagung des Deutſchen
Schulvereins in Wels in Oeſterreich, die
Hauptverſamm=
lung des Deutſchen Sprachvereins in Reichenberg in
Böhmen, die Tagung des Deutſchen Germaniſtenbundes
in Frankfurt a M., die Hauptverſammlung der Deutſchen
Religionslehrerinnen in Elberfeld und der Verein
Deut=
ſcher Handelslehrer, der in Köln tagt. vervollſtändigen
das Bild, und am Ende läß ſich auch der Deutſche
Frei=
ſtudententag in Weimar in dieſen Rahmen einfügen.
In der Kanonenſtadt Eſſen=Ruhr finden ſich
gleichzei=
tig die Mitglieder des Evangeliſch=Sozialen Kongreſſes
zur diesjährigen Hauptverſammlung zuſammen. Der
Kongreß bildet faſt jedesmal den Auftakt zu größeren
ſozialpolitiſchen Erörterungen in der Preſſe aller
Par=
teien, und wenn ihm diesmal auch ſein bisheriger
Vor=
ſitzender Profeſſor Dr Harnack fehlt, ſo werden doch ſeine
Verhandlungen und Beſchlüſſe allgemeine Beachtung
fin=
den, da zu ſeinen Mitgliedern die hervorragendſten
Per=
ſönlichkeiten auf ſozialem Gebiete zählen. Eine religiöſe
Tagung iſt auch die Eiſenacher Pfingſtkonferenz, die in
dieſem Jahre in Detmold zuſammentritt, und ebenſo
auch die Evangeliſche Vereinigung in Eberswalde.
Mehr ſozialpolitiſcher Natur iſt die
Hauptverſamm=
lung des Kaufmänniſchen Verbandes für weibliche
Ange=
ſtelle in Köln und die Tagung des Allemeinen
Deut=
ſchen Muſikerverbandes in Danzig, ſowie der Kongreß
für Krüppelfürſorge in München. Dem deutſchen
Turn=
weſen dient die Hauptverſammlung der Deutſchen
Tur=
nerſchaft in Kiel, der volkstümlichen Geſundheitspflege
die Hauptverſammlung der Deutſchen Naturheilvereine in
Frankfurt a M
Von wiſſenſchaftlichem und zugleich gewerblichem
Intereſſe iſt die Hauptverſammlung Deutſcher Chemiker
iin Freiburg i. Br. Daneben gehen drei Verbandstage
ſozialpolitiſcher Natur, und zwar die Hauptverſammlung
des Verbandes der Gemeinde= und Staatsarbeiter in
„München, die Tagung des Zentralverbandes der
Schmiede in Düſſeldorf und die Hauptverſammlung des
Deutſchen Technikerverbandes in Köln. Das rein
wiſſen=
ſchaftliche Intereſſe nimmt eine Reihe anderer Tagungen
in Anſpruch, ſo die Hauptverſammlung der Goeihe=
Ge=
ſellſchaft in Weimar, der deutſche Bibliothekartag in
München, die Verhandlungen des 8 Deutſchen
Abſtinen=
tentages in Freiburg i. Br., der Bund zur Erhaltung
der Naturdenkmäler aus dem Tier= und Pflanzenreich,
der ſich in Magdeburg verſammelt, ferner eine Tagung
deutſcher Spezialärzte für Verdauungs= und
Stoffwech=
ſeltrankheiten in Homburg v. d. H., der Internationale
Techniſche Kongreß zur Verhinderung von
Arbeitsunfäl=
len und für induſtrielle Hygiene in Mailand. Auch ein
Parteitag findet zu Pfingſten ſtatt, nämlich die Tagung
der Demokratenvereinigung in Nürnberg.
An dieſe Pfingſtkongreſſe ſchließen ſich unmittelbar
an die Hauptverſammlung der Deutſchen
Kolonialgeſell=
ſchaft in Hamburg, der Deutſche Gaſtwirtetag in
Chem=
nitz, die Hauptverſammlung der Schiffsbautechniſchen
Ge=
ſellſchaft in Kiel, der Verbandstag deutſcher
Beamten=
vereine in Straßburg und die Tagung des Deutſchen
Flottenvereins in Weimar. Es iſt deshalb nicht zu
ver=
wundern, daß Mitte Juni ds. Is. ſich in München
gleich=
zeitig der Reichsverband der deutſchen Preſſe und der
Verband der deutſchen Journaliſtenvereine zu ihrer
dies=
jährigen Hauptverſammlung zuſammenfinden und dort
auf Mittel und Wege ſinnen werden, um dieſer
Kongreß=
wut in irgend einer Form zu begegnen. Man hat
näm=
lich nicht mit Unrecht allmählich den Eindruck gewonnen,
daß nur die ausführliche Berichterſtattung in der
Tages=
preſſe dieſe Tagungen gefördert hat, ohne daß Tagespreſſe
und Publikum einen im Verhältnis zu den Aufwendungen.
ſtehenden materiellen und ideellen Gewinn daraus
gezo=
gen haben. Viele dieſer Kongreſſe ſind im Laufe der Jahre
mehr in die Breite als in die Tiefe gegangen, andere
ha=
ben der Tagespreſſe ihre Mühe ſchlecht dadurch gedankt,
daß ſie auch noch Fehler und Mängel in der
Bericht=
erſtattung entdeckten und daraufhin die Vertreter der
Preſſe ſſchlecht behandelten. Eine weitere Kategorie von
Kongreſſen hat ſich allmählich ſogar zu förmlichen
Re=
klametagen herausgewachſen und noch andere nehmen
durch die Weitſchweifigkeit ihrer Reden und Beſchlüſſe
den Raum der Zeitungen und die Zeit der Redalteure
und Leſer ganz übermäßig in Anſpruch. Allen dieſen
Uebelſtänden wird der Deutſche Preſſekongreß in
Mün=
chen wohl durch einen Beſchluß auf Beſchränkung der
Kongreßberichterſtattung ein wenig die Flügel
beſchnei=
den und es wird ſich dann wahrſcheinlich zeigen, daß es
auch ſo geht.
Die Politik auf der Straße.
— In der Hauptſtadt Ungarns iſt es, wie
gemeldet, zu ſchweren Erzeſſen gekommen, die in
direkte Straßenkämpfe ausarteten und viele blutige
Opfer erforderten Die Sozialdemokratie wollte zu
Gun=
ſten der Einführung eines allgemeinen und gleichen
Wahlrechts proteſtieren und darum proklamierte die
Ar=
beiterſchaft für einen Tag den Generalausſtand, um im
Freien Verſammlungen abzuhalten. Daß es hierbei
nicht ohne Ruheſtörungen abgehen würde, war angeſichts
der herrſchenden Gärung vorauszuſehen, und die
Regie=
rung hatte darum umfaſſende Sicherheitsmaßnahmen
getroffen. Wird einmal die Politik auf die Straße
ge=
zerrt, dann dauert es gewöhnliche nicht lange, bis die
Flinte losgeht, und ſo auch in Peſt. Als das
Polizeiauf=
gebot mit dem ſpäter herangeholten Militär die
De=
monſtranten zurückhalten wollte, bemächtigte ſich der
Menge ſofort fanatiſche Wut, man errichtete Barrikaden,
und eröffnete ein Bombardement mit Steinen, zwiſchen
das das Geknatter der Revolver hindurchtönte. Polizei
und Militär erwiderten das Feuer, und die Folgen
ha=
ben wir jetzt vor uns.
Es liegt auf der Hand, daß die Ereigniſſe vom
Donnerstag auf die Geſtaltung der innerpolitiſchen
Si=
tuation in Ungarn von größtem Einfluß ſein werden.
In einer Hinſicht freilich kommen die Vorgänge der
Re=
gierung zugute. Die Juſthpartei hatte ein Bündnis mit
den Sozialdemokraten abgeſchloſſen, die dadſurch das
allgemeine Stimmrecht durchſetzen wollten, während die
erſtere hoffte, dadurch die Gewalt über die Maſſen zu
er=
langen. Nachdem nunmehr aber die Sozialiſten auf die
Straße geſtiegen ſind, wollen die Anhänger der
Juſth=
partei nichts mehr von ihnen wiſſen, und ſie haben eine
Schwenkung nach rechts vollzogen. Anderſeits aber iſt
es klar, daß die Sozialiſten nun mit umſo größerer
Ener=
gie für die Gewährung der Wahlrechtsreform eintreten
werden. Dies umſomehr, als der neugewählte Präſident
des Abgeordnetenhauſes Stephan Tisza als der ſchärfſte
Gegner einer Wahlrechtsreform bekannt iſt. Man wird
ja vielleicht einige Zugeſtändniſſe machen wollen, um den
Gegnern die Waffe aus der Hand zu winden, viel aber
wird es nicht ſein, denn man weiß, daß die Politik Eis=
leithaniens von einer Oligarchie geleitet wird, die ſich
von niemand hineinreden laſſen will.
Es iſt ein offenes Geheimnis, daß in Ungarn
viel=
fach die Politik dazu benutzt wird, um im Trüben zu
fiſchen und für ſich ſelber oder für ſeine Freunde materielle
Vorteile irgend welcher Art herauszuſchlagen. Leider
beſteht keine Ausſicht, daß hiermit bald aufgeräumt
wird, denn noch iſt der Einfluß dieſer Kreiſe ungemein
groß, denen, die eine Aenderung der Verhältniſſe
herbei=
zuführen wünſchen, ſetzen ſie den ſchärfſten Widerſtand
entgegen. Es iſt damit aber nicht etwa geſägt, daß es
in den Parteien der Oppoſition beſſer wäre, vielmehr
bietet die innere Politik Ungarns von je in ihrer
Ge=
ſamtheit ein wenig ſchönes Bild, ohne daß für
abſeh=
bare Zeit die Ausſicht auf eine Beſſerung beſtände.
Deutſches Reich.
— Graf v. Berchtold in Berlin. Der Kaiſer
verlieh dem öſterreichiſchen Miniſter des Aeußern Grafen
v Berchtold den Schwarzen Adlerorden. Die
Norddeut=
ſche Allgemeine Zeitung meldet: Zu Ehren des Grafen
v. Berchtold hat beim Staatsſekretär v. Kiderlen=
Wäch=
ter am Freitag ein Frühſtück ſtattgefunden. Vormittags
ſtattete Graf Berchtold dem Reichskanzler einen Beſuch
ab. Abends fand zu Ehren des Grafen Berchtold beim
Reichskanzler ein Diner ſtatt, wozu der
öſterreichiſch=
ungariſche Botſchafter und das Perſonal der Botſchaft
Einladungen erhielten. Ferner waren geladen Oberhof=
Hausmarſchall Graf Eulenburg, der bayeriſche Geſandte
Graf Lerchenfeld=Koefering, der Chef des Generalſtabs
von Moltke, der Chef des Admiralſtabs, von Heeringen,
die Staatsminiſter Tirpitz, Delbrück, Beſeler,
Breiten=
bach, Sydow, Trott zu Solz, General der Infanterie
Hee=
ringen, Freiherr v. Schorlemer, Dr. Lentze, die
Staats=
ſekretäre Krätke, Lisco, v. Kiderlen, Solf, Kühn, die
Un=
terſtaatsſekretäre Wahnſchaffe, Zimmermann, Eiſenhart,
Rothe u. a. Der Berliner Lokalanzeiger meldet: Von
einer dem Grafen v. Berchtold naheſtehenden Perſönlichkeit
wird mitgeteilt, daß die Reiſe des Miniſters nach
Ber=
lin keinen beſonderen Zweck habe. Die Berliner
Beſpre=
chungen würden deshalb auch nicht zur Vorbereitung
neuer Vermittlungsverſuche im italieniſch=türkiſchen
Kriege benutzt werden. Die Gefahr einer Rückwirkung
dieſes Krieges auf den Balkan ſei jetzt noch weniger zu
befürchten als vor einigen Wochen.
— Der Kaiſer und das Haus
Cumber=
land. Wie die Norddeutſche Allgemeine Zeitung
offi=
ziös beſtätigt hat, hat zwiſchen dem Kaiſer und dem
Herzog von Cumberland wegen des tragiſchen Todes
des Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland, der auf
einer Automobilfahrt bei Frieſack verunglückte, ein
herz=
licher Depeſchenwechſel ſtattgefunden. Damit wird den
Blättermeldungen jeder Boden entzogen, nach denen das
Beileidstelegramm des Kaiſers nicht an den Herzog,
ſon=
dern an die Herzogin von Cumberland gerichtet worden
ſein ſoll. Wahrſcheinlich liegt hier eine Verwechslung
mit einem anderen Beileidstelegramm des Kaiſers
an=
läßlich des Todes des Königs von Dänemark vor, der
ein Bruder der Herzogin von Cumberland war. Wie
übrigens der Preußiſche Staatsanzeiger mitteilt. legt
der preußiſche Hof wegen des Todes des Prinzen Georg
Wilhelm Trauer auf acht Tage an.
— Das Offiziersduell. Der Tägl.
Rund=
ſchau zufolge iſt eine neue kaiſerliche Kabinettsorder über
das Offiziersduell vorausſichtlich noch im Sommer zu
erwarten. Es dürfte ſich dabei um eine Ergänzung der
kaiſerlichen Order von 1897 handeln, die während dieſer
15 Jahre ſich in verſchiedener Hinſicht als
abänderungs=
bedürftig erwieſen haben ſoll. Man erwartet, und das
iſt im Hinblick auf den ſcharfen Zuſammenſtoß des
Kriegsminiſters von Heeringen mit dem Zentrum über
dieſe Frage von beſonderem Intereſſe, daß die neue
Or=
der eine weitere Einſchränkung des Offiziersduells
be=
zweckt und daß ſie insbeſondere Anweiſungen enthält,
wie in Ausnahmefällen, beiſpielsweiſe wenn religiöſe
Ueberzeugung das Duell verbietet, zu verfahren ſei. Die
Meldung bedarf der Beſtätigung.
— Die Grafenſtadener Angelegenheit.
Wie verlautet, hat die elſäſſiſche Maſchinenfabrik
Gra=
fenſtaden die Forderung der Regierung auf Entlaſſung
des deutſchfeindlich geſinnten Direktors endgültig abge.
lehnt und die Regierung wird nunmehr in den nächſten.
Tagen die im Werte von 1 Mill. Mark für Grafenſtaden
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Nummer 128.
zurückgehaltenen Beſtellungen an Lokomotiven an andere
Fabriken vergeben. Grafenſtaden wird natürlich auch
ſpäter keine Staatsaufträge mehr erhalten. Die Arbeiter
der Elſäſſiſchen Maſchinenbau=Geſellſchaft haben ſich in
einem offenen Briefe an den Direktor des Werkes
ge=
wandt, um Mitteilung über ihre Exiſtenz in den nächſten
Monaten zu erhalten. Die Meldung, daß die Fabrik in
Grafenſtaden zahlreiche Aufträge aus dem Auslande
er=
halten habe, trifft nicht zu, es dürfte ſomit im Herbſt der
Betrieb tatſächlich ſtill gelegt werden. Volenti non fit
infurfa.
— In der journaliſtiſchen Vertretung
der konſervativen Partei tritt eine bedeutende
Veränderung ein. Die Kreuzzeitung, das Hauptorgan
der Konſervativen, teilt folgendes mit: „Wir haben
un=
ſeren Leſern die Mitteilung zu machen, daß mit Rückſicht
auf gewiſſe Aenderungen im Geſchäftsbetriebe der
Kreuz=
zeitung zugleich die Stellung des Chefredakteurs berührt
wird. Unſer jetziger Chefredakteur, Miniſterialdirektor
a. D. Hermes, wird zu unſerem Bedauern auf ſeinen
Wunſch demnächſt aus ſeiner Stellung ſcheiden. Die
po=
litiſche Haltung und der Charakter unſeres Blattes
blei=
ben ſelbſtverſtändlich unverändert.” Soweit die
Kreuz=
zeitung. Ueber die wahren Gründe des Ausſcheidens
von Hermes, der in politiſchen und journaliſtiſchen
Krei=
ſen das größte Anſehen genießt, iſt zurzeit noch nichts
Beſtimmtes zu erfahren, man nimmt nur an, daß die
Kreuzzeitung materiell in eine ſtärkere Abhängigkeit von
der konfervativen Partei gerät.
— Die Betriebseinnahmen der
preu=
ßiſch=heſſiſchen Staatseiſenbahnen
be=
trugen im April 1912 gegenüber dem gleichen Monat
des Vorjahres im Perſonenverkehr 2 Mill. Mark gleich
3,61 Prozent, im Güterverkehr 8,7 Mill. Mark gleich 7,62
Prozent, insgeſamtz nach Abzug der Mindereinnahme
aus den ſonſtigen Quellen 10,6 Mill. Mark gleich 5,92
Prozent mehr. In Betracht zu ziehen hierbei iſt, daß
der April 1912 einen Sonntag weniger und einen
Werk=
tag mehr hatte als im Vorjahre.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Miniſterpräſident Lukacs über den
Generalſtreik. Miniſterpräſident Lukacs
beant=
wortete im ungariſchen Abgeordnetenhauſe die
Inter=
pellation über den Generalſtreik. Er führte aus:
Den Vorwand zu dem Generalſtreik hat die
Weige=
rung gebildet, die Erlaubnis zu einer Kundgebung vor
dem Parlament zu erteilen. Die Polizei hat die
Abhal=
tung vieler Volksverſammlungen in geſchloſſenen
Räu=
men geſtattet, hielt es aber nicht für zuläſſig, daß eine
Verſammlung von 50000 erregten Menſchen einen Druck
auf die Verwaltung ausüben dürften. Auch kann ich es
nicht gelten laſſen, daß als Urſache des Generalſtreiks
die Haltung der Regierung zur Wahlreform bezeichnet
wird Erſt vor einigen Tagen habe ich erklärt, daß ich
die Verpflichtung zur Durchführung der Wahlreform für
die Regierung vollkommen anerkenne und daß wir
ent=
ſchloſſen ſind, dieſe Frage — ſelbſtverſtändlich auf Grund
unſerer Ueberzeugungen — baldigſt zu löſen. (Lebhafte
Zuſtimmung.) Es will mir ſcheinen, daß die
ſozialdemo=
kratiſche Parteileitung eine Kraftprobe veranſtalten
wollte, um ihren verblaßten Nimbus aufzufriſchen. Ob
dies Ziel erreicht worden iſt oder nicht, weiß ich nicht,
aber es iſt meine volle Ueberzeugung, daß die Sache des
Fortſchritts durch dieſe Unruhen nicht gewonnen hat.
(Lebhafter Beifall.) Denn niemand, der ein Freund des
Fortſchritts der demokratiſchen Entwichelung iſt, wird
ſich mit ſolchen Elementen vereinigen, die ihre Prinzipien
durch Raub, Mord und Brandſtiftung kundgeben. (Lang
anhaltender ſtürmiſcher Beifall.) Was die Maßnahmen
der Regierung betrifft, ſo iſt außer Polizei und
Gen=
darmerie auch Militär in Anſpruch genommen worden.
Nachdem die hieſige Garniſon nicht genügte, wurde
auch aus der Provinz Militär nach Peſt beordert.
Es können jeden Augenblick weitere Verſtärkungen
herangezogen werden. Ich will nun noch das Moment
der Verantwortlicheit berühren. Es erſcheint mir
uner=
läßlich den unverantwortlichen Faktoren gegenüber, die
über viele Tauſende von Menſchen mit abſoluter
Macht=
vollkommenheit verfügen, auf die Verantwortlichkeit
hin=
zuweiſen, daß ſie die Folgen für jeden Mißbrauch ihrer
Führergewalt zu tragen haben werden. (Lebhafter
Bei=
fall.) Das Haus nahm von der
Interpellationsbeant=
wortung Kenntnis
Einvernehmen im ungariſchen
Abge=
ordnetenhauſe. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Peſt: Zwiſchen ſämtlichen oppoſitionellen Parteien des
Abgeordnetenhauſes wurde ein Einvernehmen erzielt,
das ſich auf alle aktuellen politiſchen Fragen, namentlich
auf die Frage des Wehrgeſetzes und der Wahlreform
be=
zieht. In der Frage der Wahlreform kommt der
Stand=
punkt der vereinigten Oppoſition nunmehr dem
Stand=
punkt der Regierung nahe. Bezüglich der Wehrreform
nimmt die Oppoſition nunmehr einen Standpunkt ein,
der die Erledigung der Wehrreform in abſehbarer Zeit
ermöglichen würde. Die Führer der Sozialdemokraten
ſind mit den Abmachungen einverſtanden, die ſchriftlich
niedergelegt und von den Führern der Parteien
unter=
ſchrieben werden.
Ausſchließung von Abgeordneten.
Julius Kovacs (Bauernpartei), der im ungariſchen
Ab=
geordnetenhauſe bei der Präſidentenwahl die Urne vom
Tiſch geworfen hatte, wurde zur Ausſchließung für 30
Sitzungen, Andreas Rath (Juſthpartei) wegen
Wider=
ſetzlichkeit gegen den Präſidenten zur Ausſchließung von
8 Sitzungen verurteilt.
Italien.
Entſchädigung der Abgeordneten. In
der Kammer wurde bei der Beratung der Wahlreform
der Antrag Carcano betreffend die Aufhebung des
Ar=
tikels über die Entſchädigung der Abgeordneten mit 288
gegen 41 Stimmen abgelehnt.
Schweiz.
Eine Militärluftflotte. Auch in der
Schweiz ſoll für die Militärluftflotte nach dem Beiſpiel
anderer Länder eine nationale Flugſpende eingeſammelt
werden.
Frankreich.
Die Kongregationen. Der Senat beendete
die Bgratungen über den Kommiſſionsbgricht betreffs
der bei den Liquidationen der aufgelöſten
Kongregatio=
nen gemachten Erhebungen. Nach der Erklärung des
Unterſtaatsſekretärs im Miniſterium des Innern Morel
iſt die Regierung entſchloſſen, den Kongregationen
ge=
genüber vollkommen im Sinne der Geſetze zu verfahren.
Der Senat nahm ſchließlich mit 203 gegen 56 Stimmen
eine Reſolution an, in der die Erklärungen der
Regie=
rung gebilligt werden.
Amerika.
Die Lage auf Kuba. Aus Havanna wird
ge=
meldet: Alle Zuckerfabriken in Chaparra, Santa Lugia
und anderen Orten der Provinz Santiago ſind infolge
der Negerrevolte geſchloſſen worden und werden
be=
wacht. Die Lage in der Provinz Santiago iſt ſehr ernſt.
* Der deutſche Kaiſer in der Villa
We=
ſendonck. Wie amtlich bekanntgegeben wird hat der
Schweizer Bundesrat beſchloſſen, ein von priv. Seite
ge=
machtes Anerbieten für den Aufenthalt des deutſchen
Kaiſſers in Zürich anzunehmen. Der Kaiſer wird
danach für ſeinen Aufenthalt die Villa
We=
ſendonck zur Verfügung geſtellt erhalten.
Es handelt ſich um die bekannte Villa der ehedem in
Zürich wohnenden deutſchen Familie Weſendonck in
ſchö=
ner landſchaftlicher Lage in Zürich=Enge, in der Richard
Wagner, durch den der Name der Familie Weſendonck
und insbeſondere der von Mathilde Weſendonck in die
Kunſtgeſchichte übergegangen iſt, verkehrt hat. Das kleine
Häuschen auf derſelben Anhöhe, das Wagner einſt
be=
wohnte, ſteht nicht mehr. In Interlaken wird dem
Kai=
ſer für den Aufenthalt im Berner Oberland das Hotel
Viktoria am Höhenweg zur Verfügung geſtellt.
* Paris, 24. Mai. Der Liberté zuſolge hält man
es für wenig wahrſcheinlich, daß zwei Brüder
Man=
nesmann in Tarudant eingeſchloſſen ſeien. Von
den vier Brüdern befinde ſich Alfred Mannesmann auf
ſeiner Beſitzung in Caſablanca, der zweite Reinhard
Mannesmann halte ſich gegenwärtig in Madrid auf,
wo=
er kürzlich vom König empfangen worden ſei. Die
bei=
den Brüder Otto und Robert Mannesmann ſollen
ge=
genwärtig im Susgebiet reiſen, wohin ſie ſich auf ihre
eigene Gefahr begeben hätten, doch ſei ein Angriff gegen
ſie nicht unternommen worden.
* London 25. Mai. Die Erregung in der Stadt
wegen des plötzlichen Ausbruches des Ausſtandes
der Hafenarbeiter iſt eine ſehr ernſte. Mar
glaubt, daß innerhalb einiger Tage ein völliger Mange
an Lebensmitteln eintreten wird. Bereits jetzt begint
ein allgemeiner Sturm auf die Lebensmittelgeſchäft
Die Ausſtändigen haben ſcharfe Maßnahmen gegen die
jenigen Firmen beſchloſſen, welche ihre Waren anſtatt au
dem Landwege auf andere Weiſe befördern laſſen. Da
Exekutiv=Komitee der Londoner Rollkutſcher hat beſchlo
ſen, keine Waren zu transportieren, deren Transport vo
den Verladern abgelehnt worden iſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Mar.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Grof
herzog den proviſoriſchen Lehrer an dem Ernſt Ludwi
Seminar zu Bensheim Johann Bentz zum Lehrer e
dieſer Anſtalt.
* Eugen Bracht=Ausſtellung. Die „Freie Vereir
gung Darmſtädter Künſtler” beabſichtigt, in der zweit
Hälfte des Sommers 1912 zur Feier des 70. Geburt
tages ihres Ehrenmitgliedes, des Geh. Hofrats Pr
Eugen Bracht, eine umfangreiche Ausſtellung vi
deſſen Werken zu veranſtalten. Es iſt geplant, die gan
Entwickelung des Meiſters vorzuführen und eine gro
Anzahl von Arbeiten aus Privatbeſitz erſtmalig ausz
ſtellen. Die Ausſtellung findet im ſtädtiſchen Ausſte
lungshauſe auf der Mathildenhöhe ſtatt.
* Bismarck=Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Nac
dem die kleine Bismarck=Ausſtellung im Städtiſchen M
ſeum nun abgeſchloſſen iſt, ſei allen, die zu ihrem G
lingen beigetragen, ſowohl den Darleihern von Ausſte
lungsſtücken, wie den Geſchäftsleuten, die durch unentgel
liche Lieferungen das Unternehmen unterſtützt habe
beſtens gedankt. Den zahlreichen Beſuchern wird eit
Erinnerung daran willkommen ſein. Von zweien d
ſchönſten Bilder, die aus dem Schönhauſener Bismar=
Muſeum hier ausgeſtellt waren, dem von Profeſſor Herr
Müller gemalten „Einſiedel” und dem ſtimmungsvolle
„Blick von der Marienhöhe nach der Bergſtraße” ſind vo
Herrn Heinr. Lautz farbige Anſichtspoſtkarten hergeſter
und in deſſen Laden (Rheinſtraße) in dieſen Tagen,ſ
wie bei dem Aufſeher in dem Städtiſchen Muſeum
erhalten. — In den in zwei Auflagen als Führer dur
die Ausſtellung verkauften „Wanderung durch die Bi.
marck=Ausſtellung” hat ſich ein unliebſamer
Druckfehl=
eingeſchlichen. Bei der Wiedergabe der Unterredung Bi
marcks bei der Ueberreichung des Geburtstagsgeſchenke
war bemerkt, daß „faſt” alle Namen der Abordnung
der Bismarckliteratur verdruckt ſeien, nur „Paul Wolf
kehl iſt richtig”. Es hätte das Wörtchen „faſt”
weggela=
ſen werden können, da auch der letztere Name unrichtig i
Es muß natürlich Otto Wolfskehl heißen, der ſich grof
Verdienſte auch um das Darmſtädter Bismarck=Denkme
erworben hat.
* Soziale Arbeit und die moderne Frau. Ma
ſchreibt uns: Soziale Arbeit, das iſt das Loſungswor
für die Tätigkeit der modernen Frau. Wie wenige abe
wiſſen, ein wie großes, ernſtes, unbebautes. Feld di
gebildete Frau gerade hier noch vor ſich hat. Es
wir=
ja oft genug darüber geſchrieben, aber die wenigſter
machen ſich klar, daß dazu geſchulte und gebildete
Kräft=
nötig ſind. Wenn die Frau auch durch ihre Eigenar
ſchon für dieſen Beruf vorgebildet iſt, ſo braucht ſiedoch
eine Ausbildung auf ſozialem Gebiet, um nicht Ungen
ſchult in dem großen Gewebe der Fürſorge Mi
arbeiten. Wie ſegensreich wäre es, wenn gesludte
Damen, die z. B. in Kranken= und Säuglingspflels
ausgebildet ſind, mehr als jetzt noch geſchieht, Handan
legen bei dem großen Werk der Mutter= und
Säuglings=
fürſorge. Die überall entſtehenden Organiſationen geber
gerade auf dieſem Gebiete Gelegenbeit zu ſelbſtändiger
freier Arbeit unter pekuniär günſtigen Bedingungen=
Die Gr. Zentrale f. M. u. S. i. H. (Sitz
Darmſtadt=
die die ganze Säuglingsfürſorge im Großherzogtur=
Heſſen organiſiert hat, bedarf immer wieder neuer Hilfs
kräfte, die als Kreispflegerinnen eine große, ſelbſtändig=
Tätigkeit entwickeln müſſen, eine Arbeit, die allerding
nur unter einer taktvollen Frauenhand gedeihen kann
Man macht auch hier wieder die Erfahrung, daß nich
wie man im allgemeinen hört, die Frauen=Berufe über
füllt ſind, ſondern daß die ſoziale Arbeit mehr gebildet
Frauenkräfte braucht, als bis jetzt vorhanden ſind.
— Ortsgewerbeverein zu Darmſtadt. Zu dem 1
Vorbereitungskurſus für die theoretiſche Meiſterprüfun
im Handwerk werden weitere Anmeldungen noch bei de
Handwerkskammer zu Darmſtadt bis ſpäteſtens 29. Me
entgegengenommen. Der Kurſus wird bei genügende
Teilnahme am 1. Juni beginnen.
* Vogelsberger Höhenklub. Am Samstag, den
und Sonntag, den 2. Juni hält der Geſamtverein de
V. H. K. zu Lauterbach ſeine Hauptverſammlung al
An die Verhandlungen des erſten Tages, die dure
Lichtbilder und Männerchöre anziehend unterbroche
werden, ſchließt ſich am folgenden Tage ein Volksfeſ
Mee
Sir Zulius Wernher.
* Mit Sir Julius Wernher, der lange als der erſte
Teilhaber der ſeit vorigem Jahre eingegangenen Firma
Wernher, Beit u. Ko. weit in der Welt bekannt war,
iſt — ſo ſchreibt die Köln. Ztg. — einer der letzten von
den großen Südafrikanern aus der Reihe der
Mitleben=
den geſchieden, die von Anfang an die ſchon
legenden=
hafte Zeit der großen Diamanten= und Gold
funde miterlebt und mitgemacht haben. Sir Julius
Wernher, der ſeit vielen Jahren naturaliſierter
Eng=
länder und ſeit 1905 Baronet war, ſtammte aus
Darm=
ſtadt. Sein Vater war hier Offizier und iſt als
Ge=
neral geſtorben, ſein Großvater war Präſident des
Appellhofes und Geheimer Rat. Der General Wernher,
der als Generaladjutant des Großherzogs von Heſſen
viele Freunde auch über die Grenzen ſeines engeren
Vaterlandes hinaus gehabt hat, war ein Vetter des eben
Verſtorbenen. Julius Wernher hatte ſeine Jugendjahre
in Frankfurt verlebt, dort auch in einem Bankhauſe ſeine
Lehrzeit beſtanden, als Freiwilliger in einem Dragoner=
Regiment den Feldzug von 1870 mitgemacht, war dann
nach London gegangen und hier als nicht
zweiund=
zwanzigjähriger Anfänger bei der Firma Widenmann u.
Broicher tätig, als das Anerbieten an ihn herantrat, für
den Pariſer Diamantenhändler Jules Porges nach
Süd=
afrika zu gehen. Er griff zu, wie ſo mancher junge
Deutſche, der in die weite Welt hinaus möchte, und ſteuerte
damit alsbald, ohne es ſelbſt zu wiſſen, in die ganz
große geſchäftliche Laufbahn hinein. Es würde zu weit
führen, im einzelnen zu erzählen, wie ſich in den
folgen=
den Jahren in Kimberley, wo das Feld ſeiner Tätigkeit
lag, die Dinge entwickelten und überſtürzten, wie
Wern=
her ſich bald als ein hervorragend tüchtiger, befähigter
und zuverläſſiger Mann erwies und Vertreter von
Por=
ges wurde, wie Porges eine Menge wertvoller
Gruben=
anteile erwarb und nach Verſchmelzung mit einer
eng=
liſchen Firma ſein Geſchäft in die Compagnie Frangaiſe
de Diamants du Cap umwandelte, wie Wernher mit dem
phantaſiereichen und kühnen Alfred Beit und anderen
Matadoren des Diamantengebietes in enge
freundſchaft=
liche und geſchäftliche Verbindung trat und wie
ſchließ=
lich unter Cecil Rhodes die Verſchmelzung der ſämtlichen
Hauptintereſſen in der großen De Beers Company
zu=
ſtande kam. Als das geſchehen war, ſchrieb man 1880
und Julius Wernher kehrte nun dauernd nach London
zurück als Teilhaber des Hauſes Jules Porges, das
ſpäter ſeine Firma in Porges, Beit u. Ko. und beim
Ausſcheiden des Gründers, 1889, in Wernher, Beit u. Ko
umwandelte.
Es iſt bekannt, wie die großen Häuptlinge der
Dia=
manteninduſtrie in Kimberley bei den Goldfunden in
Johannesburg ſozuſagen nach dem Geſetze der
Natur=
notwendigkeit auch dort bald eine führende und
beherr=
ſchende Rolle ſpielten. Nur wer mit den einſchlägigen
Verhältniſſen einigermaßen vertraut iſt, der mag ſich
einen annähernden Begriff von der Bedeutung dieſer
Rolle und von dem Umfang des Geſchäftes von Wernher,
Beit u. Ko. in London, und ihrem afrikaniſchen Hauſe
H. Eckſtein u. Ko. in Johanesburg machen. Alfred Beit,
der vor ſechs Jahren geſtorben iſt, hat für ſeine Perſon
ein Vermögen von über 8000000 Pf. St. hinterlaſſen
Er und ſein nun auch verſtorbener Freund Julius
H. Eckſteir u. Ko. in Johannesburg machen. Alfred Beit,
der Mann der genialen Ideen und des kühnen Fluges,
ſo war Wernher der beſonnene, abwägende Kritiker,
der die Schwierigkeiten der Ausführung mit ſicherem
Blicke überſab und durch keine Macht aus den Grenzen
der Sicherheit hinauszudrängen war. Dabei ein beſchei
dener, zurückhaltender Mann und für ſeine Perſon gan
ohne Ehrgeiz. Nichts machte ihm ſtilleres Vergnüger
als daß es Leute gab, die ihn nur als den chriſtliche
Vornamen der Firma betrachten wollten. Sir Juliu=
Wernher war lebenslang ein gewaltiger Arbeiter, noc
bis in die letzten Jahre hinein, bis ihm eine tückiſcht
ſchmerzhafte Krankheit ſeine Tage verbitterte und de=
Reſt ſeines Lebens zur Qual machte. Da hat der Manr
der eben erſt die Sechzig überſchritten hatte, dann all
mählich ſeinen großen Zuſammenhang abgewickelt un
zuerſt anfangs vorigen Jahres den größten Teil de
Londoner Geſchäfts und des Johannesburger Hauſes
H. Eckſtein u. Ko. an die Central Mining and Inveſt
ment Corporation übertragen. Im Anfange dieſes Jah
res ging die Diamantenabteilung, die die Firma ſich
bi=
dahin noch vorbehalten hatte, an die neue, aus den übri
gen Teilhabern von Wernher, Beit u. Ko. beſtehend
Firma L. Breitmeyer u. Ko. über: Sir Julius Wernhe
trat ſelbſt zurück und ſeine bisherige Firma ging ein.
Der Reſt ſeiner Tage war eine ſchwere Leidenszeit
die noch verbittert wurde dadurch, daß der älteſte ſeine:
drei Söhne, ein junger Mann von 23 Jahren, dem der
Vater bereits für 34000 Pf. St. Schulden bezahlt hatte
für weitere nahezu 100000 Pf. St. bankbrüchig wurde
Sir Julius Wernher hatte mit ſeinem verſtorbenen
Freunde und Geſchäftsgenoſſen zuſammen 500000 Pf. St
für die ſüdafrikaniſche Univerſität ausgeworfen, die auf
Cecil Rhodes’ Beſitzung bei Kapſtadt errichtet wird. Er
ſoll auch ſonſt in der Stille ſehr wohltätig geweſen ſein
Er bewohnte in Vicadilly das Bath Houſe, beſaß in
Hertfordſhire einen berühmten Landſitz, hat aber ſelbſt
hauptſächlich ſeiner Arbeit und ſeinen kleinen
Liebhabe=
resen für Kunſtgegenſtände der Renaiſſance gelebt.
Nummer 125
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Seite 3.
ißeren Stiles für die zahlreichen Gäſte, die von nah
d fern erwartet werden. Der feſtgebende Verein, einer
ſtärkſten des V. H. K., wird alles tun, ſeinen
anderbrüdern und Wanderſchweſtern den Aufenthalt
den Mauern Lauterbachs ſo angenehm als möglich
machen, und lädt die Klubgenoſſen von Nord, Süd,
t und Weſt zu ſeinem Feſte herzlich ein.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
ion (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
i ausgeſtellt: König Friedrich VIII von Dänemark auf
n Totenbett; Graf von der Oſten=Sacken, der verſtorbene
ſiſche Botſchafter in Berlin; der bei einem
Automobil=
glück ums Leben gekommene Prinz Georg von
Cumber=
d der ſchwer erkrankte Kardinal Fürſtbiſchof Dr. Kopp:
e Attacke der Fürſtenwalder Ulanen; das Ozean=Luftſchiff
uchard”
* Städtiſcher Saalbau. Heute, am dritten
Pfingſt=
ertag, abends 8 Uhr, findet populäres
Militär=
nzert der vollzähligen Kapelle des Großh. Heſſ. Art.. Nr. 61 unter Leitung des Herrn Muſikmeiſters
eber ſtatt. Das Programm iſt gehaltvoll und bringt
hrere Erſtaufführungen, die ſehr intereſſieren dürften.
i ungünſtiger Witterung findet das Konzert im Saal
tt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
rgangener Woche. Butter ½ Kg. 1,45—1,50 M., Eier
9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.,
rtoffeln der Zentner 5—6 M., Kumpf (10 Liter) 80
90 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 14 Pf.,
alta‟ Kg. 18 Pf., Aepfel ½ Kg. 45—50 Pf., Zitronen
Pf., Apfelſinen 5—7 Pf., Kirſchen ½ Kg. 60 Pf.,
müſe, Salat u. dgl.: Kopfſalat 5—8 Pf., Bündel
dieschen 2 Pf., Bündel Rettiche 5—10 Pf., Meerrettich
—25 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10—12 Pf., Tomaten ½ Kg.
Pf., Bündel Römiſch=Kohl 2—3 Pf., Spinat ½ Kg.
10 Pf., Wirſing 10—30 Pf., Weißkraut 30 Pf.,
Blu=
nkohl 20—60 Pf., Spargeln ½ Kg. 40—70 Pf., Gurken
—40 Pf., Bündel Karotten 25 Pf., Kernerbſen ½ Kg.
Pf., Bohnen ½ Kg. 60 Pf.; Geflügel, Wild:
inſe, junge, ½ Kg. 1,40 M., Enten 4—5 M., Hahnen
d Hühner 2,00—2,20 M., Paar Zuchttauben 1,50 bis
00 M., Zicklein 2—3 M., Lapins 90 Pf.; Fiſche
Kg.: Hecht 80 Pf., Karpfen 1 M., Aal 1,50 M.,
an=
e Rheinfiſche 35—60 Pf., Rotzungen 89 Pf., Schollen
Pf., Kabeljau 20—30 Pf., Schellfiſche 25 Pf., Seelachs
—24 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: däniſches
hſenfleiſch 76 Pf., desgl. Rindfleiſch 70 Pf., anderes
ndfleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
ndswürſtchen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf.,
Schweine=
iſch 84 Pf., geſalzenes und Koteletts 96 Pf.,
Schwarten=
igen u. Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u. Blutwurſt 70 Pf.
* Das Korn blüht. Seit einigen Tagen iſt
Roggenblüte unter ausgezeichneten
Temperatur=
dingungen im beſten Gange. Die Blüte hat ſich trotz
r verhältniem ißig ungünſtigen Frühja ’switterung
II entfaltet, mächtige Staubwolken der Blütenpollen
ehen über die wogenden Felder, ſodaß das
Vefruch=
ngsgeſchäft ſich zugunſten einer vorausſichtlich ſehr
irken Ernte vollzieht.
Jugenheim a. d. B., 25. Mai. Nachdem vor mehreren
ihren zur Abhaltung katholiſchen Gottesdienſtes hier ein
ztſaal errichtet wurde, ſchreitet man nun zur
Erbau=
ng einer entſprechenden Kirche da der
Bet=
aliſich längſt als viel zu klein erwies. Die Arbeiten zum
eubau der Kirche ſind bereits zur Vergebung
ausge=
rieben.
V Groß=Gerau, 25. Mai. In dem waſſerreichen
Ge=
ite des Hofes Schönau bei Groß=Gerau ſoll in Kürze ein
f 2½ Millionen Mark veranſchlagtes Waſſerwerk
richtet werden. Nachdem eine der nächſten
Stadtverord=
tenſitzungen von Mainz ſich mit den Einzelheiten des
evjektes befaßt haben wird, wird die Inangriffnahme
r Arbeiten ſofort erfolgen, ſodaß man mit der
Vollen=
ng der Anlage innerhalb zweier Jahre rechnet.
Mainz, 25. Mai. RegenGeſchäftsbetrieb haben dieſesJahr
e Fabriken für Eiſenbahnwagen. Die
Beſtel=
ng von 20000 gedeckten; und offenen Güterwagen durch die
eußiſch=heſſiſche Eiſenbahnverwaltung geben reichliche
beitsgelegenheit. Auch die ſüddeutſchen Verwaltungen,
uptſächlich Baden, haben größere Aufträge erteilt. Die
aggonfabrik in Mainz=Mombach, die vor
rzem 100 gedeckte fünfzehn Tonnen=Güterwagen für die
ſenbahndirektion Danzig abgeliefert hat, erledigt eben
nen Auftrag von einer Anzahl dreiachſiger Packwagen
r die Direktionen Saarbrücken und Mainz. Auch eine
artie der nach einem Beſchluß des Eiſenbahnminiſteriums
ßt ſtärker zur Einführung kommenden offenen Wagen
it dem erhöhten Ladegewicht von 400 Zentnern, kommen
ßt zur Ablieferung. Das genannte Werk hat auch für die
holländiſche Staatsbahn die Lieferung mehrerer
Spezial=
wagen (Fleiſchtransportwagen) ausgeführt.
R. Mainz, 25. Mai. Eine Salzquelle im
Rhein. Für den Bau der neuen Rheinbrücke Bingen-
Rüdesheim werden ſeit Ende April im Flußbett auf der
rechten Seite bei Geiſenheim Geſteinsbohrungen
vorge=
nommen. Bei dieſen Arbeiten iſt man jetzt in einer
Ent=
fernung von etwa 20 Metern vom Geiſenheimer Ufer
mitten im Fahrwaſſer in 22 Meter Tiefe auf eine Salz
quelle geſtoßen. Die Quelle hat einen außerordentlich
ſtarken Druck, ſo daß das Waſſer zum Bohrloch hoch
her=
ausſprudelt und weiter ſteigt. Der Salzgehalt der
Quelle iſt ſo ſtark, daß das Waſſer ungenießbar iſt. Die
Geſteinsart, in der die Quelle angebohrt wurde, iſt
blau=
grüne Lette.
* Mainz, 25. Mai. Der Geſchäftsführer der hieſigen
Automobilzentrale, der in Hanau geborene 37jährige
Lud=
wig Mühlenpfordt, iſt nach Unterſchlagung von
5000 Mark ſeit geſtern flüchtig.
* Bad=Nauheim, 25. Mai. Bis zum 23. Mai ſind
8422 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem Tage
noch 5627 anweſend waren. Bäder wurden bis zum 23.
Mai 77747 abgegeben.
(*) Ettingshauſen, 24. Mai. Eine glückliche
Gemeinde iſt unſer Dorf zu nennen, denn es iſt das
einzige Dorf im Kreiſe Gießen, das keine
Ge=
meindeſteuern erhebt. Es deckt ſeine
Gemeinde=
ausgaben faſt ausſchließlich von den beträchtlichen
Einnahmen aus ſeinen ausgedehnten herrlichen
Waldungen. Die Gemeinde beſitzt Waſſerleitung und
Bahnanſchluß und führt die Feldbereinigung gegenwär
tig durch. Nur die Einführung der elektriſchen
Straßen=
beleuchtung im Anſchluß an die Zentrale Wölfersheim
lehnten die vorſichtigen Stadtväter ab aus Furcht vor
der Gemeindeſteuer.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 25. Mai. Der
Groß=
weſir Said Paſcha wird gegen den 20. Juni nach
Berlin kommen und hier mehrere Tage verweilen. Von
da aus wird er ſich wahrſcheinlich nach Homburg v. d. H.
zu längerem Kurgebrauch begeben. — Die diesjährige
Deutſſche Lehrerverfammlung, die in den
Tagen vom 27. bis 30. ds. Mts in Berlin tagt, wird die
zahlreichſt beſuchte aller bisherigen Verſammlungen ſein,
denn es liegen ſchon jetzt rund achttauſend
Anmel=
dungen vor. Für die Hauptverſammlung mußten die
Anmeldungen bereits vor längerer Zeit geſchloſſen
wer=
den, da das Verſammlungslokal, der Zirkus Schumann,
nur eine begrenzte Zahl aufnehmen kann. — Der bekannte
Erfinder Ganswindt zeigt das Ableben ſeiner
Gat=
tin, Mutter von 16 Kindern, im Alter von 45 Jahren an.
Der Kutſcher Rückert ſollte wegen Verbüßung einer
Polizeihaftſtraße von den Schutzleuten Biene und
Schön=
feld in ſeiner Wohnung Müllerſtraße 75 verhaftet werden
Er ſetzte der Verhaftung Widerſtand entgegen und entriß
Biene, nachdem dieſer ihm einen Säbelhieb verſetzte, die
Waffe. Er verſetzte dann dem Schutzmann Schönfeld
einen Fauſtſchlag gegen den Unterleib. Schönfeld zog
einen Revolver und gab einen Schuß ab, der Rückert in
die rechte Halsſeite traf. Rückert wurde ſchwer, aber
nicht lebensgefährlich verletzt, ins Krankenhaus gebracht.
Kronberg, 25. Mai. Heute früh 11 Uhr wurden in der
neureparierten Burgkapelle die Zwillingsbrüder
Philipp und Wolfgang von Heſſen, die Söhne
des Prinzenpaares Friedrich Karl von Heſſen, konfirmiert.
Mannheim, 25. Mai. Große Ausſchreitungen
begingen in der Nacht vom 23. auf den 24. ds. Mts.
ſtrei=
kende Matroſen auf der Teufelsbrücke und im
Streik=
bureau in der verlängerten Jungbuſch=Straße, woſelbſt ſie
einen 21jährigen arbeitswilligen Matroſen aus
Ockersheim, welcher im Begriffe war, ſich an Bord ſeines
im Rheinhafen liegenden Bootes „Leo” zu begeben,
ge=
meinſam überfallen, gröblich mißhandelt und gewaltſam
nach dem Streikbureau gebracht haben. Dortſelbſt wurde er in
einer Kegelbahn, in der die Streikenden kampierten, ſeiner
Schuhe und Joppe entledigt und ſodann mit Stricken an
Händen und Füßen gefeſſelt und außerdem trotz ſeines
kränklichen Zuſtandes noch mißhandelt und
ge=
ſchlagen. Nach etwa zwei Stunden gelang es dem am
Boden liegenden Gefeſſelten durch Zerreißen und Aufbeißen
der Stricke ſich frei zu machen und zu flüchten. Auf der
Flucht brach er in der Nähe des Binnenhafens infolge
Ent=
kräftung und Blutverluſtes zuſammen und blieb einige
Zeit liegen. Er konnte ſich ſchließlich wieder aufraffen
und ſich an Bord ſeines Schiffes begeben. Die Täter
vorerſt fieben Perſonen — die auch beſchuldigt ſind, den
Ueberfallenen ſeiner Barſchaft beraubt zu haben, ſind
ver=
haftet worden.
Nürtingen, 25. Mai. Heute nacht gegen ½2 Uhr
brannte das bekannte große Nürtinger
Zement=
werk der Portland=Zementwerke Heidelberg=Mannheim,
das auf einſamer Höhe ſteht, nie der. Das Feuer dehnte
ſich ſehr raſch aus, ſodaß turmhohe Flammen aus dem
Gebäude emporloderten und der grelle Lichtſchein weithin
zu ſehen war. Da Windſtille herrſchte, war die Gefahr
eines Uebergreifens des Feuers auf andere Objekte
aus=
geſchloſſen. An ein wirkſames Einſchreiten indeſſen war
nicht zu denken, da der Feuerherd zu mächtig war. Die
Maſchinen ſind zerſtört, die Drahtſeilbahn
zuſammen=
gebrochen. Das ganze große Werk, das erſt vor kurzem
einer Renovierung unterzogen worden war, iſt vernichtet.
Gegen 260 Arbeiter ſind brotlos geworden. Der
Scha=
den beläuft ſich auf über eine Million Mark. Das
Feuer brennt fort und wird wohl erſt im Laufe des Tages
völlig gelöſcht werden können. Die Urſache des Brandes
konnte bis jetzt nicht feſtgeſtellt werden.
Köln, 25. Mai. Geſtern nachmittag ſtürzte am
Frieſenwall ein der Eiſen= und Metall=Großhandlung G.
Schönen gehöriger Eiſenlager=Schuppen
zuſam=
men. Drei Arbeiter konnten ſich retten, ein vierter ward
am Ausgange ſchwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Zwei weitere Arbeiter liegen unter den Trümmern.
Die Unglücksſtätte bildet ein unentwirrbares Chaos von
Stein, Mörtel, Balken, Sparren und Tauſenden von
lan=
gen Eiſenſtangen. Die Rettungsarbeiten wurden ſofort
von der Feuerwehr, den Pionierbataillonen Nr. 7 und 24
und Infanteriemannſchaften aufgenommen, doch die
Ab=
tragung der ſchweren Eiſenmaſſen geſtaltete ſich ſehr
ſchwierig.
Düſſeldorf, 25. Mai. Der Prokuriſt einer
Grundſtücks=
firma flüchtete nach Unterſchlagung von etwa
1½ Millionen Mark. Es iſt ermittelt, daß er ſich in
Kon=
ſtantinopel aufhält; es ſchweben
Auslieferungsverhand=
lungen.
Göttingen, 25. Mai. Der engliſche Kriegsminiſter
Lord Haldane weilt ſeit vorgeſtern hier incognito
unter dem Namen Brown. Er unternimmt
Spa=
ziergänge und Automobil=Ausflüge in die nähere und
weitere Umgebung. Haldane iſt von London aus direkt
über Kaſſel nach Göttingen gefahren und wird
voraus=
ſichtlich noch einige Tage hier bleiben. Er befindet ſich in
Begleitung des Profeſſors Brown.
Mittenwalde, 24. Mai. Im Dorfe Telz bei
Mitten=
walde entzündeten ſich heute nachmittag in der
Knochenmühle der Chemiſchen Werke Merkur
Benzin=
dämpfe. Es erfolgte eine furchtbare Exploſion. 5
Ar=
beiter, die ſteils ſchwer, teils leichter verletzt wurden,
mußten in das Mittenwalder Krankenhaus
transpor=
tiert werden. Der Dachſtuhl und das Obergeſchoß des
Fabrikgebäudes ſind vollſtändig ausgebrannt.
Aus der Schweiz, 25. Mai. Die letzten 24 Stunden
brachten einen gewaltigen Wetterſturz. In
Appen=
zell bringt die Sitter Hochwaſſer. Das Berner Oberland
meldet Winterwetter; bis zu 1500 Meter herab liegt
Neu=
ſchnee. Auf der Wengernalp beträgt die Schneehöhe 15
Zentimeter, auf dem Gotthardt 80 Zentimeter.
Rom, 24. Mai. Eine ernſte Mahnung an die
Senſationspreſſe richtet der Popolo
Ro=
mano, der in manchen Beziehungen ein weißer Rabe
unter den Tagesblättern der italieniſchen Hauptſtadt iſt.
Er liebt es nicht, ſeine Leſer mit Phraſen zu berauſchen.
drückt ſich immer kurz und bündig aus und meidet mit
muſterhafter Gewiſſenhaftigkeit die nach Pariſer Muſter
von den meiſten Zeitungen Italiens beliebte
ausführ=
liche Behandlung und geſchäftliche Ausbeutung
ſkanda=
löſer Vorkommniſſe. Eine Gelegenheit, dieſe ſeine
eigen=
artige Richtung von neuem zu betonen, bot ihm der vor
einigen Tagen am römiſchen Schwurgericht eröffnete
Prozeß gegen den Mörder Paterno, einen
ehemaligen Kavallerieleutnant, der vor einem Jahr ſeine
Geliebte, die Gräfin Trigona, vormals Hofdame der
Königin von Italien. mit einem Weidmeſſer umgebracht
hat. Die ſenſationslüſterne Preſſe Roms erwartete die
Verhandlung mit größter Spannung, bereitete ihre Leſer
in langen Berichten aus den Unterſuchungsakten darauf
vor und rüſtete ſich zu einer umfangreichen Wiedergabe
der Verhandlungen. Der Vorſitzende des
Schwurgerichts=
hofes hielt es jedoch für angemeſſen, mit Rückſicht auf die
unſittliche Vorgeſchichte des Mordes, vielleicht auch aus
Schonung für die der Ermordeten naheſtehenden
Hof=
kreiſe die Oeffentlichkeit des Prozeſſes auszuſchließen.
Infolgedeſſen erſchien im Popolo Romano nicht ein
Wort über das Verhör des Angeklagten, der Zeugen uſw.,
während die übrigen Blätter trotzdem täglich mit
grau=
ſigem Behagen ihren Leſern die Einzelbeiten der
Ver=
handlung und des vertrauten Verhältniſſes der beiden
Helden des Trauerfpiels auftiſchten. Als nun einige
Konzerte!
* Die Konzertſaiſon wurde am Freitag mit einem
onzert im Städtiſchen Saalbau zum Beſten des
ilfsfonds der Großh. Hofmuſik unter Leitung des
Hof=
rpellmeiſters, Herrn Hofrat de Haan, beſchloſſen, das
dwohl hinſichtlich der Anberaumung ſeines Termins
ls auch beſonders wegen ſeines Programms als „
außer=
rdentlich” bezeichnet werden konnte und vor nahezu
usverkauftem Saale ſtattfand. Der Aufführung von
feethovens „Neunter” ging das Konzert für Violine
nd Orcheſter von Brahms vorauf, das uns erwünſchte
felegenheit bot, Herrn Hofkonzertmeiſter Havemann
lieder zu hören. Ein Künſtler, wie er, kann ſich an die=
*s große Werk, das neben den Violinkonzerten von
beethoven und Mendelsſohn zu nennen iſt, heranwagen
nd ſeiner Schwierigkeiten Herr werden. Wie Herr
davemann ſeine Aufgabe künſtleriſch löſte, erfüllte uns
on neuem mit unbegrenzter Hochachtung vor ſeiner
kunſt, die ſich in dem herrlichen, in Tonſchönheit
förm=
ich ſchwelgenden Adagio in glänzendſtem Lichte zeigte.
Selbſtverſtändlich wurde der Künſtler wieder ſehr
ge=
eiert.
Die Aufführung von Beethovens Neunter
Sinfonie, die dem hieſigen Muſikverein vorbehalten
geblieben iſt, geſtaltet ſich jedes Mal zu einem
muſikali=
chen Feſte. Die Mitwirkenden waren die durch
auswär=
ige Künſtler aus Frankfurt und Mainz verſtärkte
Hof=
apelle, die aktiven Mitglieder des Muſikvereins
ind des Sängerchors des Lehrervereins und als
Soliſten die Konzertſängerinnen Frau Sophie
Schmidt=Illing, Fräulein Elſe
Diefenthä=
er, Herr Konzertſänger Franz Müller und Herr
Hofopernſänger Alfred Stephani (Darmſtädter
Vokalquartett). Dieſe bedeutenden muſikaliſchen
Trup=
den waren auf dem verlängerten Podium ſo gut
grup=
diert, wie es eben möglich war. Ueber die Bedeutuns
von Beethovens Neunter Sinfonie, die er als ſein
muſi=
aliſches Teſtament an die Nachwelt bezeichnet hat und
die die Quinteſſenz ſeines geſamten künſtleriſchen Schaffens
Aldst, noch etwas zu ſagen, wäre dasſelbe, als wenn
man etwa zu Goethes Fauſtdichtung einen Kommentar
geben wollte. Sie gehört der Geſchichte an und das
Ur=
teil ſteht feſt, daß weder vorher noch nachher ein Werk
von gleicher Großartigkeit und Erhabenheit geſchaffen
worden iſt. Die heutige Aufführung unter Herrn Hofrat
de Haans begeiſterter Leitung brachte uns die
Bedeut=
ung der grandioſen Tondichtung wieder lebhaft zum
Bewußtſein und das Publikum folgte der Aufführung
mit einer an Andacht grenzenden Aufmerkſamkeit. Die
Kapelle, die in der faſt 1½ſtündigen Aufführung eine
Rieſenaufgabe zu löſen hat, unterzog ſich dieſer mit
gan=
zer Hingabe und vollem künſtleriſchen Gelingen. Die
Chöre und die Soliſten, ſtimmfriſch und ſangeserprobt,
ſekundierten ihr mit Begeiſterung. Das Publikum,
er=
griffen von dem mächtigen Eindruck, den die glänzend
gelungene Aufführung des grandioſen Werkes hinterließ
ſpendete dem verdienſtvollen Dirigenten Herrn Hofrat
de Haan und den Künſtlern am Schluſſe begeiſterten
Beifall.
Fetiſſeton.
* Wie König Friedrich VIII. von Dänemark verkannt
wurde. Die eigenartigen Umſtände, unter denen König
Friedrich VIII. von Dänemark in Hamburg ſtarb und
unerkannt in ein Krankenhaus geſchafft wurde, rufen, wie
von unterrichteter Seite geſchrieben wird, einige
Erleb=
niſſe in das Gedächtnis zurück, die dem ſchlichten Könige
zugeſtoßen waren und von denen er mehrfach mit großer
Freude ſprach. König Friedrich liebte es, zu Hauſe und
in der Fremde in ganz einfachem ſchlichten Rock
herum=
zugehen, um möglichſt wenig erkannt und beläftigt zu
werden. Bald in den erſten Jahren ſeiner Regierung
ereignete ſich ein ſcherzhafter Vorfall in ſeiner eigenen
Reſidenzſtadt. Er hatte einen längeren Spaziergang
ge=
macht und war dabei vom Regen überraſcht worden. Er
fuhr darum in einer Mietsdroſchke, die ihm begegnete,
nach Hauſe und gab als Ziel der Fahrt das Schloß an.
Der Kutſcher fuhr natürlich nicht in das Tor hinein,
ſon=
dern hielt draußen. Der König forderte ihn auf, durch
das Tor durchzufahren, da er nicht naß werden wollte.
Der Kutſcher weigerte ſich aber, da er ſonſt beſtraft
wer=
den könnte. Er fuhr erſt dann weiter, als der König ihm
verſprach, die Strafe für ihn zu bezahlen. Als der
mili=
täriſche Poſten des Königs anſichtig wurde, präſentierte
er das Gewehr, und jetzt merkte der Kutſcher, wenn er in
ſeinem Wagen hatte. — Aehnlich erging es ihm einmal
während einer Reiſe. Er trat in ein Bierreſtaurant und
ſetzte ſich an einen großen Tiſch, an dem nur ein Herr ſaß.
Dieſer machte ein ſehr brummiges Geſicht. Bald erfuhr
der König, daß es ſich um einen Stammtiſch handelte, und
daß er darum hier von dem einen Herrn, der auf ſeine
Stammtiſchgenoſſen wartete, als Eindringling behandelt
wurde. In einer längeren Unterredung, die ſich zwiſchen
den beiden am Tiſch ſitzenden Herren entſpann, wurde
das Verhältnis aber immer wärmer, und als der König
aufbrach, um in fein Hotel zu gehen, erklärte ſich der
an=
dere Herr bereit, ihn nach Hauſe zu begleiten und ihm ſo
den Weg zu zeigen. Im Hotel hat ſich anſcheinend der
Herr nach dem Namen des Gaftes erkundigt und dort
er=
fahren, daß es der König von Dänemark ſei. Jedenfalls
erhielt der König am nächſten Tage einen Brief, der
fol=
gendermaßen begann: „Majeſtät in tieiſter Ehefurcht
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Reinhardt in
Paris. Das Gaſtſpiel des Reinhardtſchen Enſembles
im Vaudeville=Theater zu Paris wurde mit der
Generalprobe der Pantomime „Sumurun” eröffnet.
Die Vorſtellung, der ein zahlreiches Publikum, darunter
der deutſche Botſchafter mit den Herren und Damen der
Botſchaft, beiwohnte, fand großen Beifall, namentlich die
eigenartige Inſzenierung erweckte ſichtliches Intereſſe
Beſondere Erfolge hatten Gertrud Eyſold, Maria Vermi
Moiſſi, Bienfeldt und Wegener. Reinhardt mußte zum
Schluſſe lebhaften Hervorrufen Folge leiſten. Die Urteile
der Kritik in den Blättern lauten zumeiſt recht
befriedigend.
Goethes letzte Bekannte geſtorben.
In Erfurt ſtarb im 89. Lebensjahre Frau Julie
Riem=
ſchneider, geb. Salzmann. Die Verſtorbene galt als die
letzte Bekannte Goethes. Sie hatte in deſſen Garten in
Weimar, wo ſie geboren iſt, immer mit dem „Onkel Goethe‟
geſvielt mit dem ſie alltöglich zſammen war.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Nummer 122.
Leſer des Popolo Romano ſich darüber beklagten, daß
ihnen die Leckerbiſſen vorenthalten wurden, erklärte die
Redaktion in einem Leitartikel „Das Geſetz und die
Sit=
ten” unter Hinweis auf die einſchlägigen geſetzlichen
Be=
ſtimmungen, daß es unter Strafe verboten ſei, aus einem
ſchwebenden Gerichtsverfahren Akten zu veröffenſlichen
oder über einen hinter geſchloſſenen Türen verhandelten
Prozeß in der Preſſe zu berichten. Ohne ſich weiter
darum zu kümmern, wie die übrigen Blätter es
ange=
fangen haben, dem Geſetz ein Schnippchen zu ſchlagen,
tadelt und beklagt der Popolo die durch ſie verübte
Ver=
letzung der guten Sitten und hofft, daß alle, die einen
Begriff von der hohen erzieheriſchen Aufgabe der Preſſe
haben, ſeiner Auffaſſung der Sache und ſeinem
Verhal=
ten zuſtimmen werden. Zugleich beruft ſich der Popolo
Romano, der auch darin ſich von der übrigen Preſſe
Roms unterſcheidet, daß er deutſche Zeitungen lieſt, auf
das deutſche Beiſpieel (!) und führt zur
Nach=
ahmung den jüngſt in Magdeburg gefaßten Beſchluß des
Vereins Deutſcher Zeitungsverleger an, wonach dieſe ſich
verpflichten, über Prozeſſe, bei denen die Oeffentlichkeit
ausgeſchloſſen wird, nicht in ihren Blättern zu berichten
und überhaupt von Prozeſſen intimer Art keine
Mittei=
lungen zu machen, die doch nur der krankhaften Neugier
der Leſer frönen würden. Wirkſamer als dieſe durchaus
lobenswerte Mahnung des Popolo Romano dürfte aber
das gerichtliche Vorgehen gegen die Blätter ſein, die mit
ihren ſenſationslüſternen Berichten gegen das Geſetz
ver=
ſtoßen haben. Wie nämlich die Vita häite mitteilt,
wird gegen alle dieſe Zeitungen Roms und Italiens
das Strafverfahren eingeleitet.
Paris, 24. Mai. In Lyon wurde ein Beamter
des Arſenals von mehreren hundert Arbeitern des
Kriegshafens angegriffen, beſchimpft und
durchge=
prügelt, weil er einen Arbeiter beſtraft hatte. Auch
die Gendarmen, die den Beamten befreien wollten,
wur=
den mißhandelt. Da ähnliche Vorfälle ſich ſeit
Monats=
friſt wiederholt ereigneten, beſchloß der Seepräfekt, die
Anſtifter der meuteriſchen Bewegung ſtrenge zu
be=
ſtrafen.
Brüſſel, 25. Mai. Den hier aus allen Teilen des
Lan=
des einlaufenden Meldungen zufolge haben die letzten
Gewitter großen Schaden angerichtet. In der
Gegend von Gent hat Hagelſchlag die Obſternte faſt
gänz=
lich vernichtet. Zahlreiche Telegraphenleitungen ſind
zer=
ſtört. Durch Blitzſchlag wurden verſchiedene Häuſer in
Brand geſteckt. In einer größeren Weberei in Gent mußte
die Arbeit eingeſtellt werden, da das Waſſer in die
Ar=
beitsräume eindrang. Auch in den Ardennen hat das
Waſſer großen Schaden angerichtet Viel Vieh iſt in den
Fluten umgekommen.
Roeskilde, 24. Mai. Seit den Morgenſtunden iſt der
Menſchenzudrang anläßlich der Beiſetzung des
Königs ſehr groß. Der Bahnhof und der Weg, durch
den der Trauerzug gehen wird, iſt mit
Trauerdeko=
rationen geſchmückt. Infanterie und Kavallerie iſt hier
eingetroffen. Um 12¼ Uhr kam der Extrazug mit den
Miniſtern, Reichstagsmitgliedern und dem diplomatiſchen
Korps an. Um 1½ Uhr traf der Zug mit der Leiche
des Königs und dem Trauergefolge ein. Die
könig=
lichen Herrſchaften und die übrigen Fürſtlichkeiten
bega=
ben ſich in die Warteſäle, wohin der Sarg von
Offizie=
ren getragen wurde. Die königlichen Damen begaben ſich
zu Wagen nach der Domkirche. Der Sarg wurde auf den
Leichenwagen geſtellt. Während die Militärkapelle einen
Choral ſpielte, ſetzte ſich der Zug in Bewegung. An
der Spitze ritten Dragoner, es folgten Feldartillerie
und Infanterie. Hinter dem Sarge kamen die
Fürſt=
lichkeiten. In der erſten Reihe ſchritten der König mit
ſeinen Söhnen, der König von Schweden, der König der
Hellenen, der König von Norwegen und die übrigen
Herrſchaften. Um 2¼ Uhr kam der Trauerzug bei der
Domkirche an, wo der Sarg ſofort vom Wagen gehoben
und in die Kirche getragen wurde. Dieſe war aufs
prachtvollſte geſchmückt mit ſchwarz und weißen
Drape=
rien und Blattpflanzen. Auf dem Chore hatte die hohe
Geiſtlichkeit Platz genommen. Der Trauerzug mit der
Leiche des Königs bewegte ſich in der vorgeſchriebenen
Ordnung durch den Mittelgang, wo der Sarg auf den
Katafalk gehoben wurde. Darauf nahmen die
könig=
lichen Herrſchaften Platz. Die Trauerfeier wurde
einge=
leitet durch einen Choralgeſang, worauf Hofprediger
Paulli die Trauerrede hielt. Auf die Rede des
Hofpre=
digers folgten ein Chor= und ein Sologeſang.
Gleich=
zeitig wurden von Infanteriebataillonen Gewehrſalven
abgeſeuert. Während ſich die ganze Verſammlung
er=
hob, wurde der Sarg in die Kapelle Friedrichs V
ge=
tragen. Die königlichen Herſchaften folgten dem Sarge.
Nachdem dieſer auf ſeinen Platz geſtellt war, ſprach
Hof=
prediger Paulli ein Gebet. Unter Orgelklängen ver=
ließen die königlichen Herrſchaften die Kirche und begaben
ſich ins Palais, wobei der König die Königin=Witwe,
König Guſtav die Königin Alexandrine führte, während
die anderen Herrſchaften folgten. Nach kurzem
Aufent=
halt im Palais begaben ſich die Herrſchaften nach dem
Bahnhof, von wo gegen 4 Uhr die Rückreiſe nach
Kopenhagen erfolgte In zwei Sonderzügen
folg=
ten die übrigen Trauergäſte.
München, 24. Mai. Zur Beſichtigung der höchſten
Eiſenbahn Deutſchlands auf dem 1840 Meter
hohen Wendelſtein hatten ſich auf Einladung des
Ge=
heimrats von Steinbeis die Vertreter der Münchener
Preſſe nach Brannenburg begeben, von wo ſie eine Fahrt
auf der neuen Bahn unternahmen. Morgen wird die
Bahn dem allgemeinen Verkehr übergeben.
Kongreſſe und Verbandstage.
— Der Landesverband der Hausbeſitzer=
Vereine im Großherzogtum Heſſen hielt
im Konzerthaus der Liedertafel in Mainz ſeinen erſten
Verbandstag ab. Vertreten waren die Verbände
Mainz, Darmſtadt, Offenbach, Gießen und Friedberg.
Außer den Herren des Landesverbandsvorſtandes waren
noch eine Anzahl Vorſtandsmitglieder der einzelnen
Ver=
bände anweſend, insbeſondere Mainz. In Vertretung
des Vorſitzenden des Landesverbandes, Stadtverordneten
Bernhart=Mainz eröffnete Direktor Volk=Mainz
die Verſammlung. Sein Vorſchlag, dem Herrn
Architek=
ten Schembs=Darmſtadt die Leitung der heutigen
Verſammlung zu übertragen, fand einſtimmige Annahme.
Er erſtattete den Geſchäftsbericht über die
Tätig=
keit des Verbandsvorſtandes im abgelaufenen Jahre.
Als vorläufig erledigt können vier große Arbeiten gelten:
1. Der Bericht an die Regierung und beide Kammern
betreffend die Gemeindeſteuergeſetzgebung. 2. Die
Re=
form des Landesbrandkaſſengeſetzes. 3. Der Bericht an
die Regierung zwecks Eintreten beim Bundesrate gegen
die Ueberhandnahme der Beläſtigungen und Nachteile
durch Kraftfahrzeuge, Automobile uſw. in den größeren
Städten und die dadurch bedungene Erhöhung der
Ge=
fahr und Unglücksfälle. 4. Die Denkſchrift an ſämtliche
Oberbürgermeiſter, Bürgermeiſter und Stadtverordneten
Verſammlungen des Großherzogtums betr. die
Leiſt=
ung des Waſſergeldes an die heſſiſchen Gemeinden durch
die Hausbeſitzer. Direktor Volk=Mainz wies darauf hin,
wie in allen dieſen Fragen auch das große Publikum
durch zahlreiche Artikel in den Tagesblättern aller
heſſi=
ſchen Städte auf dem Laufenden gehalten und das
Inter=
eſſe dadurch wachgerufen und rege gehalten worden ſei.
Er habe eine ſehr umfangreiche journaliſtiſche Tätigkeit
auf dieſem Gebiete entwickelt und bei der geſamten Preſſe
Heſſens faſt ausnahmslos großes Entgegenkommen
ge=
funden. Es folgte ein kurzes Referat über die
Kaſſen=
verhältniſſe, die mit einem Ueberſchuß am
Jahres=
ſchluſſe abſchließen.
Der erſte Gegenſtand der Diskuſſion betraf die
Mitgliedſchaft des Vereins Alzey, worüber die Herren
Schembs, Volk und Grünwald=Mainz und Schmidberger=
Friedberg ſprachen. Alsdann wurde Beſchluß gefaßt,
daß der nächſte Verbandstag im Mai 1913 in Offenbach
ſtattfinde. Ueber die Frage einer Verſtärkung des
Vor=
ſtandes, welche ſich in der Praxis ergeben
hat, entſpann ſich eine längere Debatte. Es wurde
be=
ſchloſſen: Eine Statutenabänderung ſoll nicht ſtattfinden,
dagegen ſoll der Vorſtand von Jahr zu Jahr durch auf
dem Verbandstage zu erwählende zwei weitere Herren
aus zwei verſchiedenen dem Verbande angehörigen
Städten auf die Dauer des jeweiligen Geſchäftsjahrs
ver=
ſtärkt werden mit dem Rechte beſchließender Stimme für
die Dauer ihres Jahres. Für das laufende Jahr
wur=
den die Herren Winter=Offenbach und Schmidberger=
Friedberg auf Vorſchlag Volk einſtimmig gewählt.
Hierauf kamen mehrere Anträge des Vereins
Offen=
bach zur Verhandlung; zunächſt die brennende Frage der
zweiten Hypotheken, Referent Direktor Volk, der in
län=
geren Ausführungen, unter Vorlage eines ſtarken
Akten=
faſzikels und Zeitungen, die ungeheuere Mühewaltung
darlegt, die er ſich im Einverſtändnis mit ſeinem
Vor=
ſtand in Mainz in dieſer Sache — leider vergeblich —
gemacht habe, um den Hausbeſitzern in dieſer ſo
drücken=
den Frage Erleichterung und Hilfe zu gewähren. Leider
ohne Erfolg. Uebrigens ſei das letzte Wort in der Sache
nicht geſprochen und wenn die Gemeindevorſtände in
un=
erklärlicher Ablehnung ſich fern hielten, müſſe eben an
den Staat, die Provinz, gegangen werden. Der Antrag,
den er zu dieſem Zwecke vorſchlug, wurde mit großer
Zuſtimmung angenommen.
Eine längere ſpannende und lehrreiche Diskuſſion
rief der Antrag auf Gründung einer „Heſſiſchen
Hausbeſitzer=Zeitung” hervor. Im Prinzip
wird die Gründung beſchloſſen; doch ſollen erſt die
grund=
legenden Vorarbeiten in Angriff genommen und
gleich=
falls in nächſter Vorſtandsſitzung gründlich geprüft und
beraten werden. Mit Einholung von Informatioted
ſoll jede Stadt einen ihrer Herren betrauen. Ueber das
rigoroſe Ermittelungsverfahren der heſſiſchen
Behörden bei der Heranziehung der
Wertzuwachs=
ſteuer ſprach Herr Winter=Offenbach dann in kurzem,
intereſſantem und gut aufgenommenem Vortrage. In
an=
deren Städten will man dieſe Erfahrung nicht ſo ſehr
gemacht haben. Der Vorſitzende empfiehlt, Material zu
ſammeln und der Landesverbandsvorſtand wird dann
an geeigneter Stelle, aber auch in geeigneter Form,
vor=
ſtellig werden. Betreffend die raſchere Erledigung von
Miets= und Räumungsklagen referierte derſelbe Herr mit
dem Erfolge, daß beſchloſſen wurde, bei Großh.
Mini=
ſterium der Juſtiz dieſerhalb vorſtellig zu werden. Ein
weiterer Antrag Offenbachs, über den Herr Winter
gleich=
falls kurz referierte, das Geſetz, die Sicherung von
Bauforderungen betreffend, fand nicht
allgemei=
nen Beifall und Anklang und war man in Majorität der
Anſicht, daß ſich hier die Intereſſentenkreiſe, die
Bau=
gewerksvereinigungen, in ihrem eigenen Intereſſe ſelbſt
bemühen möchten, eine Beſſerung der Lücken des
betref=
fenden Geſetzes anzuſtreben. Eine Reviſion des
Heſſi=
ſchen Stempelſteuergeſetzes im allgemeinen,
hauptſächlich hinſichtlich des Immobilienwechſels,
nament=
lich bei Zwangsverſteigerungen, begründete Herr Winter=
Offenbach gleichfalls in längeren Ausführungen. Auch
hier ward beſchloſſen, vorerſt Material zu ſammeln und
dann eventl. in der Sache vorzugehen.
Darauf wurde um 6 Uhr die Verſammlung
ge=
ſchloſſen.
Militäriſches.
* Berlin, 24. Mai. Nachdem die Entſcheidungen
auf die Geſuchsliſten für den Monat Mai vorgeſtern
er=
gangen ſind, laſſen ſich die
Perſonalveränder=
ungen im Heere für dieſen ganzen Monat überſehen.
Nachdem zu Anfang des Monats die 15. Diviſion in
Köln, die 32. und 35. Infanterie=Brigade in Saarbrücken.
und Flensburg, die Infanterie=Regimenter Nr. 21 und
35 in Thorn und Brandenburg a. H., das Feldartillerie=
Regiment Nr. 36 in Danzig und die 11. Gendarmerie=
Brigade in Kaſſel neu beſetzt worden waren, ſind am
22. d. M. hinzugetreten bei der Infanterie die
Regimen=
ter Nr. 114 und 159 in Konſtanz und Mülheim an der
Ruhr, bei der Kavallerie das Huſaren=Regiment Nr. 14
in Kaſſel — bei welcher Gelegenheit ſieben Führer von
Kavallerie=Brigaden zu deren Kommandeur ernannt
wur=
den — bei der Fußartillerie das Regiment Nr. 13 in
Ulm, beim Ingenieur= und Pionierkorps die 1. und 3.
Ingenieur=Inſpektion in Berlin und Straßburg i. E.,
die 4. und 6. Feſtungs=Inſpektion in Thorn und Metz,
das Kommando der Pioniere des XV und XVIII.
Armeekorps in Straßburg i. E. und Mainz. Ernannt
wurden zu Oberſten 2 Oberſtleutnants der Infanterie,
2 der Feldartillerie und 1 der Eiſenbahntruppen, dazu
161 Leutnants aller Waffen, von denen der überwiegend
größere Teil, nämlich 136, als Abiturienten ein
vor=
datiertes Patent erhielten, ſowie 125 Fähnriche,
ein=
ſchließlich eines aus dem Kadettenkoprs angeſtellten,
Sport,
— Radrennen. Die am 2. Juni d. J. vonden
Velozipedklub Darmſtadt angeſetzten großen
Radrennen auf der Radrennbahn verſprechen das Haupt
ereignis der diesjährigen Radrennſaiſon zu werden=Me
ausgeſchriebenen Wettbewerbe vereinigen eine
Reiheerſt=
klaſſiger Steher= und Flieger=Berufsfahrer, deren
Teil=
nahme allein ſchon die Veranſtaltung zu einer
bedeuten=
den macht. Außerdem bringen die Schlußkämpfe der
gro=
ßen Fernfahrt Straßburg-Kolmar-Darmſtadt, die ſich
auf der Rennbahn abſpielen werden, eine angenehme
Ab=
wechſelung des Programms, indem die zwölf Sieger der
Fernfahrt noch zwei beſondere Rennen auf der Rennbahn
beſtreiten. Es wird intereſſant ſein, hierbei beobachten
zu können, welch glänzende Leiſtungen ein gut trainierter
Fahrer zu vollbringen imſtande iſt, der bereits eine
Rie=
ſenleiſtung von 367 Kilometer bewältigt hat. Die
ge=
nannte Fernfahrt, welche am 1. Juni abends 10 Uhr in
Straßburg beginnt, wird von insgeſamt 70 Fahrern
be=
ſtritten, unter denen ſich die bedeutendſten Straßenfahrer
Deutſchlands und Oeſterreichs befinden, und auch der
Wien-Berlin=Sieger H. Ludwig=Nied, der Ernſte von
Mailand-München P. Straſſer=München, die Sieger
vieler großer Fernfahrten: H. Hartmann=Schwabach,
Zeeh=Hamburg, Ernſt=Wien. Rottnick. Sievert, Zander=
Berlin und viele andere. Von beſonderem Intereſſe iſt
die Teilnahme des Straßburger Dauerfahrers Auguſt
uſw.” und von dem Stammtiſchgenoſſen herrührte. Der
Stammtiſchgenoſſe erhielt von dem König eine Einladung
zu einem Beſuche in ſeiner Hauptſtadt, und iſt auch
mehr=
ffach Gaſt des Königs geweſen. — Eine andere kleine
Anekdote iſt auch ein Zeugnis für den ſchlichten Sinn des
Königs. Bei einer Grundſteinlegung ſollte der
Kron=
prinz auf Bitten der Beteiligten die Weihe vollziehen.
Der König war aber nicht dazu zu bewegen, damit nicht
der junge Prinz zu frühzeitig die Ehrungen ſeines
Be=
rufes kennen lerne. Erſt kommen die Pflichten und dann
der Glanz und die Ehren!” Mit dieſer Begründung lehnte
er die Teilnahme des Kronprinzen an der Feierlichkeit ab.
— Haarmenſchen. Ein eigenartiges Thema hat ſich
der Profeſſor Ledouble aus Tours in einem großen Werk
geſtellt, das er zuſammen mit Dr. Franeois Houſſay
unter dem Titel „Beitrag zum Studium der
Veränder=
ungen durch Uebermaß des Haarwuchſes beim Menſchen”
veröffentlicht hat. Er ſtellt hier die wichtigſten Fälle
un=
gewöhnlicher Behaartheit zuſammen von jenen „Haar
menſchen”, die am ganzen Körper über und über behaart
ſind, bis zu den Frauen, die ſich üppiger Bärte erfreuen.
Von bärtigen Frauen wird ſchon im Altertume
berichtet, ſo von der ägyptiſchen Königin Hatſopitu, von
Goela, der Tochter des römiſchen Konſuls Simachus; von
der heiligen Paula von Avila und der heiligen
Wilge=
fortis erzählt die Legende, daß ſie, um Anfechtungen ihrer
Schönheit zu entgehen, Gott baten, ſie häßlich zu machen,
und nun lange Bärte erhielten, was der Gelehrte durch
die Tatſache auf natürliche Weiſe erklären will, daß
Men=
ſchen nach ſchweren Krankheiten häufig einen abnormen
Haar= und Bartwuchs aufweiſen. Frauen mit ſtarken
Schnauzbärten haben es ſogar bis zum Huſarenleutnant
und bis zum General gebracht; in unſeren Zeiten freilich
laſſen ſie ſich lieber als Wunder in den Panoptiken
an=
ſſtaunen, wie das Beiſpiel der ihrer Zeit berühmten Julig
CCaſtrana beweiſt. Berühmte „Bartdamen” waren Marie=
Madeleine Lefort, deren Bart nach einer Krankheit
ſchnee=
weiß wurde, ſo daß ſie den Eindruck eines würdigen
Greiſes machte, und Mme. Taylor, die ſich und ihrem
MManne durch dieſe Naturgabe zu einem ſtattlichen Ver=
mögen verhalf. Vielen Frauen bringt freilich der üppige
Flaum auf ihrer Oberlippe kein Geld, ſondern nur
Un=
annehmlichkeiten; eine große Anzahl Fälle läßt ſich
an=
führen, in denen Frauen deswegen als verkleidete
Män=
ner verhaftet wurden. Selbſt kleine Mädchen haben
bis=
weilen ſchon richtige Bärte. Männer zeichnen ſich im
Haarreichtum durch Länge ihrer Bärte aus. Der Baron
Hans=Adam von Oxenſtierna, der 1529 in Stockholm
ge=
boren wurde, war ſtolz auf ſeinen ſechs Fuß zwei Zoll
langen Bart. Einen Bart von 3,20 Meter Länge beſaß
der deswegen berühmte Wolam Tapley aus Texas; unter
den Lebenden wird wohl den längſten Bart Louis
Cou=
lon haben, deſſen Schnurrbart 1,50 Meter und deſſen
Kinnbart 3.30 Meter lang iſt. Den Rekord in der
Bart=
länge hat Jules Dumont mit 3,65 Meter aufgeſtellt. Er
ſtarb 1902 in Tours. Das Hauvthaar von Frauen erreicht
bisweilen einer erſtaunliche Länge; ſo maß das der
Mexikanerin Mercedes Caſſio 2,10 Meter; ein Fall, der
durchaus nicht allein ſteht.
sh. Was iſt Liebfrauenmilch? Die Liebhaber der
Lieb=
frauenmilch werden enttäuſcht ſein, wenn ſie von
nach=
ſtehender Gerichtsverhandlung Kenntnis erhalten: Vor der
zweiten Strafkammer in Mainz als Berufungsinſtanz,
hatte ſich ein Weinhändler zu verantworten, der
Aben=
berger Wein unter dem Namen „Liebfrauenmilch” verkauft
hat.Das Schöffengericht Worms, vor dem die Sache
zu=
erſt’zur Verhandlung kam, konnte ein Vergehen gegen das
Weingeſetz hierin nicht erblicken, der Amtsanwalt hatte
aber Berufung eingelegt, ſodaß ſich auch die Strafkammer
mit der Angelegenheit befaſſen mußte. Zu dem
frei=
ſprechenden Urteil des Schöffengerichts hatten in erſter
Linie die Gutachten verſchiedener Sachverſtändiger,
Weinkommiſſare und Weingroßhändler, beigetragen, die
übereinſtimmend erklärten, Liebfrauenmiléh ſei nur ein
Phantaſiename. Auf denſelben Standpunkt ſtellte ſich in
der Strafkammerverhandlung der Vorſitzende des
Rhein=
heſſiſchen Weinhändlerverbandes, Kommerzienrat Hart.
Er führte aus, daß in Worms nur ein Liebfrauenſtift in
einer Größe von 6 Hektar exiſtiere. Auf dieſem Gebiete
könnten höchſtens 10 bis 12 Stück Wein geerntet werden,
deren Qualität aber ſo ſei, daß ſie verſtochen werden
müß=
ten. Schon im Mittelalter habe man ſämtliche Weine,
die bei Worms wuchſen, als Liebfrauenmilch bezeichnet.
Das Grundſtück um die Liebfrauenkirche in Worms, das
die Weinberge trage, gehöre 8 Perſonen. 7 von dieſen
Eigentümern hätten ſich ebenfalls auf dieſen Standpunkt
geſtellt, daß Liebfrauenmilch nur ein Phantaſiename ſei,
und daß die Qualität dieſes Weines es verlange, daß er
mit anderen Weinen verſtochen werden müſſe. Nur der
8. Eigentümer, ein Maſchinenfabrikant aus Prag, habe
einen abweichenden Standpunkt eingenommen, aber
ledig=
lich weil er fürchtete, daß das Grundſtück, wenn der Name
als Phantaſiename gelte, nicht mehr den hohen Wert, wie
gegenwärtig beſitzen werde Der Sachverſtändige meinte,
die Marke „Liebfrauenmilch” ſei nur deshalb eine
Welt=
marke geworden, weil der deutſche Weinhandel beſtrebt
ge=
weſen ſei, unter dieſem Namen nur gute Qualitätsweine
zu liefern. Der Gerichtshof folgte den Ausführungen des
Sachverſtändigen und ſprach den Angeklagten wiederum
frei.
V Ein Schwalbenheim im Warteſaal. Groß=Gerau
kann ſich rühmen, die zweite Stadt Deutſchlands zu ſein,
in deren Warteſaal III. Klaſſe der Eiſenbahnſtrecke Mainz
—Darmſtadt ein Schwalbenpaar ſich ſein Heim einrichtet.
Auf dem Kopf einer Leitungsſtange des elektriſchen Lichtes,
die von der Decke herabhängt, haben die eifrigen Tierchen
bereits ein handbreites Fundament zu ihrem Neſt fertig
gekleiſtert, und ſind eben dabei, die Wölbung ihres Baues
auszuführen. Es iſt intereſſant mit anzuſehen, wie
un=
geniert die eifrigen geflügelten Bauhandwerker durch den
Warteſaaleingang ein= und ausfliegen, im Schnabel
Fäden, Packwolle und ſonſtiges Baumaterial, das ſie mit
ungeheuerer Behendigkeit beim Neſwau ankleben. Die
Beamten haben in dankenswerter Weiſe eine ſchirmartigt
Schutzvorrichtung über der elektriſchen Glühbirne
ange=
bracht, und hoffentlich ſtört kein übereifriger Bürokratius,
das muntere Schwalbenpärchen in der Einrichtung ſeiner
Sommervilla!
Nummer 123.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Seite 3.
raft, der ſich verſchiedentlich auf der hieſigen Rennbahn
ervorgetan hat. Auch die zwei beſten einheimiſchen
jahrer, Damus und Zimmermann vom Velozipedklub,
eteiligen ſich an der Fernfahrt und dürften in der
Her=
enfahrergruppe gute Siegesausſichten haben.
Luftfahrt.
* Darmſtadt, 27. Juni. Das Luftſchiff
Schwaben” überflog, von Baden=Baden kommend,
eute morgen nach 9 Uhr unſere Stadt und nahm ſeinen
urs nach Frankfurt.
* Frankfurt a. M., 27. Mai. Das heute früh um
Uhr 5 Minuten zur Beobachtung des Sonnenaufgangs
ufgeſtiegene Luftſchiff Schwaben” iſt vormittags ½10
hr über Frankfurt eingetroffen. Nach einer großen
ſchleifenfahrt über der Stadt erfolgte auf dem Gelände
er Deutſchen Luftſchiffahrts=Aktiengeſellſchaft die
Land=
ng gegen 10 Uhr. Bald darauf ſtieg der Kreuzer zu einer
veiſtündigen Rundfahrt um Frankfurt a. M. auf.
* Berlin, 25. Mai. Der zweite Tag der
Johan=
isthaler Flugwoche brachte noch nach der
offi=
ellen Flugzeit einen ſchweren Unglücksfall. Der
it dem Leutnant Schlichting vom Eiſenbahnbataillon als
aſſagier aufgeſtiegene Flieger Focker ging aus
be=
rächtlicher Höhe im Gleitflug nieder. Etwa 15 Meter über
em Boden verſuchte Focker ſeinen Apparat wieder
hoch=
ibringen. Dabei brach ein Flügel. Der Apparat
über=
hlug ſich und ging in Trümmer. Die Hinzueilenden
inden Focker mit ſchweren Verletzungen,
wäh=
end ſein Paſſagier tot war.
H. B. Leipzig, 25. Mai. Das heute 6 Uhr hier
ingetroffene Parſeval=Luftſchiff Nr. 6 wurde
ge=
en ¾11 Uhr von einer Windböe erfaßt und losgeriſſen.
Es wurde etwa 200 Meter weit geſchleift und iſt
voll=
tändig zertrümmert. Das Luftſchiff bereitete
ich gerade zum Aufſtieg vor, als es plötzlich von einem
Vindſtoß in die Höhe geriſſen wurde. Im Luftſchiff
be=
and ſich nur noch der Steuermann, welcher der
Mann=
chaft, welche den Ballon hielt, zurief: „Loslaſſen!” Bis
luf einen Soldaten folgten alle dem Befehl. Dieſer ließ
rſt aus einer Höhe von 5 Metern los und erlitt durch
den Abſturz ſchwere Verletzungen. Der
Steuer=
nann öffnete ſofort die Reißleine, worauf das Luftſchiff
urückſank. Hierbei ſtieß es gegen die Umzäunung eines
Tennisplatzes, der ſich unmittelbar an den Sportplatz
an=
chließt. Bei dem Aufprall knickte die Ballonhülle in der
Mitte zuſammen. Die Motore ſind vollſtändig
zertrüm=
nert. Der Steuermann wurde durch den Anprall aus
der Gondel geſchleudert und erlitt ſchwere Verletzungen,
* Kiel 26. Mai. Zum Nordmarkflug haben
ich bisher 20 Flieger gemeldet. Damit iſt die Höchſtzahl
er zugelaſſenen Teilnehmer erreicht.
Vom Spielplan des Hoftheaters 1911/12.
* Der offizielle ſtatiſtiſche Rückblick für das
Theaterjahr 1911—12 iſt ſoeben erſchienen. Wir
erſehen daraus, daß gegeben worden ſind 176
Vor=
ſtellungen im Abonnement (in der vorigen Saiſon
ebenfalls 176) und 46 (42) außer Abonnement, darunter
26 (23) Schüler= und Volksvorſtellungen bezw. Vorſtellungen
zu ermäßigten Preiſen, 5 (4) Kindervorſtellungen und 1
Sondervorſtellung für die Schüler der Stadtſchulen, alſo
im ganzen 222 (218) Vorſtellungen. Der Kunſtgattung
nach gehörten den Opern und Operetten 114 (119), dem
Ballett 7 (6), dem komiſchen Genre 9 (15), dem Schau= und
Luſtſpiele 105 (95) Aufführungen an. In der Oper und
Operette erſchienen unter 43 (49) verſchiedenen Werken
meu 4 (5), neu einſtudiert 9 (11), im Schauſpiel im
weiteren Sinne unter 51 (49) verſchiedenen Werken neu
12 (10), neueinſtudiert 19 (18).
Von den neuen Werken der Oper bezw. Operette
hatte Grigri” den größten Bühnenerfolg zu
verzeich=
nen, die übrigen drei brachten es auf 4 bezw 5
Auffüh=
rungen. Von den neuen Werken im Schauſpiel brachten
es außer dem Zugſtück der Saiſon „Meyers” nur Ernſt
Hardts „Gudrun” und das bald wieder vom Spielplan
verſchnfundene Luſtſpiel „Das kleine
Schokoladenmäd=
chen” auf 4 Aufführungen, 4 Stücke wurden dreimal, 2
zweimal und „Die Jüdin von Toledo” gar nur einmal
aufgeführt.
Die meiſten Aufführungen überhaupt,
mämlich 10, erlebte das Luſtſpiel „Meyers” nach ihm
ommt die Operette „Grigi” mit 9 Aufführungen. Fünf
Aufführungen hatten zu verzeichnen die Opern „Carmen”
„Der Kuhreigen” und Tosca” Auf 4 Aufführungen
brachten es die Opern „Das Glöckchen des Eremiten”
„Madame Butterfly” und „Der Schmuck der Madonna”
das Ballett „Champagnerviſionen” und im Schauſpiel: „Das
kleine Schokoladenmädchen” „Gudrun”, „Glaube und
Heimat”.
Der meiſtaufgeführte Komponiſt iſt Richard
Wagner mit 20 Vorſtellungen und 8 Werken. Von Puccini,
Verdi und Lortzing wurden je 3 Werke in 10 bezw 8 und
4 Vorſtellungen aufgeführt. Im Schauſpiel ſteht
Schiller mit 6 Werken und 7 Vorſtellungen an der Spitze;
nach ihm kommen Shakeſpeare mit 5 Werken und 9
Vor=
ſtellungen, Grillparzer mit 3 Werken und 4 Vorſtellungen.
Goethe iſt mit der Fauſt=Trilogie und Taſſo in 10
Vorſtel=
lungen vertreten.
Aus dem Perſonal des Hoftheaters ſind
ausgeſchieden die Damen: Scherbarth, Speiſer=
Suchanek, Howard, Grünberg, Bruker, Lehmann, Longin
und die Herren: Lehrmann, Hans Hacker, Speiſer, Hoff,
Heinz (Chordirektor), Weiß. Neu engagiert ſind,
ſo=
weit uns bekannt geworden iſt: die Herren Leo Schützendorf
(Baßbuffo), Auguſt Globerger (lyriſcher Tenor), Kurt Ehrle
(jugendlicher Liebhaber), Frau Olga Kallenſee (
Koloratur=
ſängerin), Frl. Anna Jacobs (Altiſtin), Frl. Katharina
Jüttner (Opernſoubrette), Frl. Käthe Dorſch (
Operetten=
ſoubrette).
Ferner wird mitgeteilt, daß Herr Dr. Paul Eger,
ſeit=
her Dramaturg und Oberregiſſeur am Landestheater in
Prag, vom 1. Juli d. J. ab „mit dem Charakter als
Gene=
raldirektor” zum Leiter des Hoftheaters ernannt
wor=
den ſei.
Graf Berchtolds Beſuch in Berlin.
* Berlin, 25. Mai. Wie das Wolffſche Bureau von
gut unterrichteter Seite erfährt, iſt Graf Berchtold
durch die Aufnahme, die ihm hier von allen
maßgeben=
ien Kreiſen bereitet wurde, ſowie durch den gnädigen
Empfang, den ihm der Kaiſer gewährte,
außerordent=
ich befriedigt. Die eingehenden Unterredungen, die mit
em Reichskanzler und dem Staatsſekretär des Aeußern
gepflogen, wobei alle politiſchen Tagesfragen
durchſpro=
hen wurden, ergaben, daß man in Berlin für die
konſer=
ativen Ziele der öſterreichiſch=ungariſchen Politik volles
Verſtändnis hat und auch einſieht, wie großen Wert für
ie Nachbarmonarchie infolge ihrer geographiſchen Lage
ind wirtſchaftlichen Intereſſen am Balkan die
unge=
törte Erhaltung der Ruhe im Oſten
Euro=
as beſitzt.
* Wien, 25. Mai. Zu dem Berliner Beſuch
des Grafen Berchtold ſchreibt das „Fremdenblatt”.
die Fahrt des Miniſters nach der Hauptſtadt des
Deut=
chen Reiches entſprach der feſtgewurzelten Tradition,
rach der die neuen Staatsmänner der beiden verbündeten
Mächte nach ihrem Amtsantritt ſich dem Souverän des
illiierten Staates vorſtellen und mit den leitenden
Staatsmännern in perſönliche Fühlung treten. Unter
Bezugnahme auf die Begrüßung durch die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung heißt es dann weiter: Die warme,
gerzliche Aufnahme, die Graf Berchtold bei ſeinem Beſuch
in Berlin fand, gibt abermals Zeugnis von den
unver=
inderten feſten und innigen Beziehungen
zwiſchen dem Deutſchen Reiche und der öſterreichiſch=
un=
gariſchen Monarchie. Gerade im jetzigen Augenblick wird
den Beſprechungen Graf Berchtolds mit den leitenden
Perſönlichkeiten des Deutſchen Reiches geſteigerte
Wich=
igkeit beigemeſſen werden, da es ja ſelbſtverſtändlich iſt,
daß bei den Unterredungen alle die auswärtige
Po=
litik berührenden Fragen erörtert werden. Die
etzige, ziemlich komplizierte auswärtige Lage wird der
Erörkerung überaus reichen Stoff geliefert haben. Es
braucht wohl nicht erſt hervorgehoben zu werden, daß
bei dieſer Gelegenheit abermals die vollſtändige
Uebereinſtimmung in den Aeußerungen der
lei=
tenden Staatsmänner der beiden alliierten Mächte
zu=
tage trat. Erſt vor kurzer Zeit gedachte Graf Berchtold
in ſeinem vor den Delegationen entwickelten Expoſé des
deutſch=öſterreichiſch=ungariſchen Bundesverhältniſſes in
wärmſten Worten. Der herzliche, ehrende Empfang, der
ihm in Berlin zuteil wurde, fügte ſich harmoniſch dem
Bilde an, das Graf Berchtold in den Delegationen über
die Beziehungen zwiſchen dem Hohenzollernhauſe und
der Habsburger Monarchie entwarf.
* Wien, 25. Mai. Der Berliner Vertreter der
Neuen Freien Preſſe erfährt von maßgebender Seite, der
Zweck der Reiſe des Grafen Berchtold ſei
erreicht worden. Graf Berchtold habe mit dem
Kai=
ſer und dem Kanzler ausführliche Beſprechungen über
die europäiſche Lage gepflogen, wobei eine völlige
Uebereinſtimmung der Auffaſſungen zutage getreten
ſei. Unrichtig ſei die Annahme, daß der Beſuch nur mit
der angeblich geplanten gemeinſamen Aktion
Deutſch=
lands und Oeſterreich=Ungarns in der Frage des
türkiſch=
italieniſchen Krieges zuſammenhänge. Eine ſolche Aktion
ſei nicht beabſichtigt. Der Beſuch würde überhaupt
kei=
nerlei Ueberraſchungen zur Folge haben. Das von
ita=
lieniſchen Blättern verbreitete Gerücht, daß ein Proteſt
Oeſterreich=Ungarns und Deutſchlands bei der Pforte
wegen der Ausweiſung der Italiener bevorſtehe, ſei
falſch, ebenſo die Nachricht, daß eine Konferenz zur
Be=
endigung des Krieges einberufen werden ſolle.
Erdbeben.
— Jugenheim a. d. B., 26. Mai, V. Die
Erd=
bebenwarte meldete die Regiſtrierung eines mit
tel=
ſtarken Fernbebens am 25. Mai, abends von 7
Uhr 4 Min. 52 Sek. bis gegen 7¾ Uhr. Der Herd liegt
in der Türkei, am Südufer des Schwarzen
Meeres etwa 42 Grad nördlicher Breite, 33½ Grad
öſtlicher Länge. Es iſt nicht zu erwarten, daß ein
erheb=
licher Schaden angerichtet wurde, da das betroffenene
Ge=
biet ſchwach bevölkert iſt.
* Laibach, 25. Mai, 9 Uhr nachm. Heute abend
7 Uhr 3 Minuten 58 Sekunden wurde der Beginn eines
ſtarken Fernbebens regiſtriert. Die
Hauptbeweg=
ung von 35 Millimetern war um 7 Uhr 10 Min. 9 Sek.
Der Herd iſt im Oſten, 1400 Kilometer entfernt.
* Bukareſt, 27. Mai. Geſtern abend 8 Uhr wurde
faſt in ganz Rumänien ein Erdbeben verſpürt.
Be=
ſonders ſtark mit unterirdiſchem Getöſe verbunden war es
in Facſani, wo großer Schaden angerichtet wurde und
eine Panik entſtand. Um 10 Uhr abends wurde ein neuer
Erdſtoß von geringer Stärke verſpürt. Die Bevölkerung
fürchtete ſich, in ihre Behauſungen zurückzukehren.
Die Exzeſſe in Peſt.
* Peſt, 24. Mai. Heute abend wurden auf der
äußeren Waiznerſtraße neuerdings Exzeſſe verübt,
wobei 140 Verhaftungen erfolgten. Die Exzedenten waren
vielfach mit Revolvern und Meſſern bewaffnet und mit
großen Steinen verſehen, mit denen ſie die Schutzleute
bewarfen. In einigen Provinzſtädten iſt der eintägige
Generalſtreik ohne ernſte Ruheſtörung verlaufen. Die
Aufnahme der ausgeſperrten Arbeiter der Fabriken iſt
für Dienstag nach Pfingſten feſtgeſetzt.
* Peſt, 24. Mai. Seit den erſten
Nachmittagsſtun=
den regnet es in Strömen. Infolgedeſſen ließen die
Kundgebungen, die in den äußeren Bezirken noch
in den erſten Abendſtunden ſtattfanden, an Umfang, und
Stärke nach.
Peſt, 27. Mai. Die Opfer der
Arbeiter=
unruhen wurden unter Teilnahme einer nach vielen
Tau=
ſenden zählenden Arbeitermenge zu Grabe
getra=
gen. Die Juſthpartei ließ ſich durch die Abgeordneten
Bekanyi und Gyoerffy vertreten. Nach der kirchlichen
Zeremonie hielt der Arbeiterführer Bekanyi die
Trauer=
rede, worauf die Menge ſich in größter Ordnung
zer=
treute.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 24. Mai. In der Kammer ſetzte der
Unter=
ſtaatsſekretär des Aeußern, Scalea, eingehend die
Maß=
nahmen auseinander, die die Regierung zur
Unter=
ſtützung der Einſchiffung der von der Türkei
aus=
gewieſenen Italiener ergriffen hat. Er
er=
wähnte, daß die Hafenbehörden angewieſen ſeien, bei der
Ankunft der Ausgewieſenen für die Unterkunft der
Be=
dürftigen zu ſorgen und ihnen Arbeit zuzuweiſen.
Sca=
lea erklärte, die Ausgewieſenen würden leicht
Exiſtenz=
mittel im Vaterlande finden. Schließlich ſandte er im
Namen der Kammer den Ausgewieſenen ſeinen Gruß,
die unverzagt die ſchmerzliche Maßnahme auf ſich
genom=
men und dadurch ihres italieniſchen Namens ſich würdig
gezeigt hätten.
* Petersburg, 25. Mai. Die in der Wiener
All=
gemeinen Zeitung und in anderen ausländiſchen
Blät=
tern erſchienene Meldung, Rußland habe die
Ini=
tiative zur Einberufung einer Konferenz in der Frage
des türkiſch=italieniſchen Krieges ergriffen,
entbehrt jeglicher Begründung. Rußland beabſichtigt
nicht, eine derartige Initiative zu ergreifen.
* Rom, 25. Mai. Die Regierung hat die
Auf=
hebung der Blockade von Rhodos
ange=
ordnet.
* Mailand, 25. Mai. Der Corriere della Sera
meldet vom 24. Mai aus Athen, daß bisher 4000
Ita=
liener Smyrna verlaſſen haben und in
Kon=
ſtantinopel angekommen ſeien. Weitere 6000
Italie=
ner würden Smyrna verlaſſen, ſobald eine genügende
Anzahl von Dampfern vorhanden ſein werde. Die
Aus=
gewieſenen hätten ſich über ſchlechte Behandlung durch die
türkiſchen Behörden beklagt. Drei italieniſche
Eiſenbahn=
arbeiter ſeien ohne jede Urſache getötet worden. Einem
weiteren Telegramm des Corriere zufolge hat General
Ameglio aus den Gefängniſſen von Rhodos Epiroten,
Albanier, Mazedonier und Bulgaren ſowie politiſche
Ge=
ffangene freigelaſſen. Auch politiſchen
türki=
ſchen Gefangenen, die nach der Inſel Rhodos
ver=
bannt worden waren, gab er die Freiheit wieder.
Marokko.
* Fez, 24. Mai. General Liautey iſt heute
nachmittag hier eingetroffen. El Mokri begrüßte den
General als Vertreter des Sultans drei Kilometer von
der Stadt und gab ihm zu Ehren ein Frühſtück. Liautey
trank auf das Wohl des Sultans und das Gedeihen des
Landes. El Mokri erwiderte, indem er Liautey
willkom=
men hieß. Der Geſandte Regnault hatte eine lange
Unterredung mit dem General. Sodann ſetzte ſich der
Zug nach Fez in Bewegung. Franzöſiſche Truppen
bil=
deten Spalier. Die Menge der Soldaten machte auf die
zahlreichen Eingeborenen, die als Zuſchauer
herbeige=
ſtrömt waren, ſichtlichen Eindruck. Ueber dem Stadttore
von Fez wehen die franzöſiſchen Farben. — Der Sultan
wird Liautey morgen in Audienz empfangen.
* Fez, 25. Mai. Der Geſandte Regnault gab
geſtern dem General Liautey ein Diner, auf dem
Regnault erklärte Erfolge Liauteys würden Erfolge
Frankreichs ſein. Liautey erwiderte, indem er die Erfolge
Regnaults feierte. Er gab den Entſchluß kund, an den
Grundſätzen des Protektorats und der Souveränität des
Sultans feſtzuhalten und die Sitten und die Religion der
Eingeborenen zu achten. Den Eingeborenen gegenüber
werde er eine Politik der Sympathie und der
Rückſicht=
nahme befolgen, was für militäriſche Maßregeln er auch
ergreifen müſſe. Später fand eine Soiré ſtatt, an dem
auch Mitglieder der franzöſiſchen Kolonie und der fremden
Konſulate teilnahmen.
* Paris, 25. Mai. Nach einer anſcheinend
offi=
ziöſen Meldung hat Generalreſident Liautey
vorläufig als Verſtärkungstruppfen drei
Infan=
teriebataillone, womöglich Marine=Infanterie, dann
eine Gebirgsbatterie und zwei Reitergeſchwader
ver=
langt. Die Regierung ſei entſchloſſen, alles zu
bewilli=
gen, was er zur Durchführung der ihm anvertrauten
Auf=
gabe fordern ſollte. Liautey habe aus ſeiner Anſicht über
die Schwierigkeiten dieſer Aufgabe keinen Hehl gemacht.
* Paris 25. Mai. Im Miniſterrat ſprach ſich der
Miniſterpräſident über die Lage in Marokko aus.
Dann wurde in die Beratung des vom Miniſter des
In=
nern ausgearbeiteten Vorentwurfs zur Wahlreform
ein=
getreten.
* Paris, 27. Mai. Nach einer beim
Kriegs=
miniſter eingegangenen neueren Meldung ſind bei dem
geſtern bei Fez ſtattgehabten Kampfe lediglich einige
Soldaten verletzt worden.
Literariſches.
— Heſſiſche Chronik Monatsſchrift für
Fa=
milien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Begründet und herausgegeben von Dr. Hermann
Bräu=
ning=Oktavio und D Dr. Wilhelm Diehl. Das
vorlie=
gende Heft 5 der ſchnell beliebt gewordenen Zeitſchrift
hat folgenden Inhalt: Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm
Diehl: Aus dem Hausbuch des Amtsverweſers Johann
Philipp Lichtenberg. 3. Profeſſor K. Henkelmann:
Zur Einwanderung der Schweizer in den Odenwald.
Wilhelm Müller: Radbrennen, ein alter
Gerichts=
brauch im Ingelheimer Grund Dr. Albert Becker:
Zur Verlobungsgeſchichte der „Großen Landgräfin”
Ge=
heimerat Guſtav Kobelt: Erlebniſſe eines heſſiſchen
Feldjägers. 1793 bis 1795. Dr. F. Schrod: Hofrat
Bernhard Meyer. Mit Abbildungen. Stadtarchivar
Fer=
dinand Dreher: Cuſtines Schutzbrief für Friedberg in
der Wetterau. Aachener Wappen und Genealogien, ſowie
die Rubriken: Bücherſchau. Aus Zeitſchriften.
Umfra=
gen. Nachrichten. Der Bezugspreis beträgt
vierteljähr=
lich 1,50 Mark, jährlich 6 Mark. Preis des Einzelheftes
60 Pfg.
— Die Ernährung des geſunden und
kranken Magens. Von Dr. P. Münz, Badearzt
in Bad Kiſſingen. Verlag Heerdegen & Barbeck (Bruno
Henings) in Nürnberg. Preis 1.80 Mk. Der als
medizi=
niſcher Schriftſteller bekannte Badearzt Dr. Münz (Bad
Kiſſingen) bringt in der vorliegenden Schrift das ebenſo
ſchwierige wie wichtige Gebiet der Diätetik des geſunden
und kranken Magens in klarer und leichtverſtändlicher,
oft geradezu ſpannender Weiſe zur Darſtellung und führt
dem Leſer gleichzeitig ein anſchauliches Bild von allen
Arten der Magenerkrankungen und der Wichtigkeit ihrer
diätetiſchen Behandlung vor Augen.
Dr. Baſtian Schmids
naturwiſſen=
ſchaftliche Schülerbibliothek. Bd. 2.
Phyſi=
kaliſches Experimentierbuch, Teil II, von Profeſſor
Her=
mann Rebenſtorff in Dresden. Anleitung zum
Experi=
mentieren für mittlere und reife Schüler. Mit 87
Ab=
bildungen. VI. und 178 S. 8. 3 Mk. Verlag von B. G.
Teubner, Leipzig und Berlin. Dem mit großem
Inter=
eſſe von den jugendlichen Leſern aufgenommenen erſten
Bändchen des Experimentierbuches iſt jetzt der bereits
darin angekündigte zweite Band gefolgt. Der Hauptzweck
iſt wiederum auf die Anleitung zum ſelbſtändigen
Expe=
rimentieren gelegt, während die theoretiſche Behandlung
zurücktritt. Die Verſuche ſind ſo ausgewählt, daß ſie
unter Anwendung geringer, für jeden Schüler
erreich=
barer Mittel zum gründlichen Beobachten und zum
Nach=
denken anregen. Wie in dem erſten Bändchen des
Experi=
mentierbuches, ſo wird auch in dieſem das ganze Gebiet
der Phyſik, entſprechend dem Verſtändnis der
entſpre=
chenden Altersſtufe, behandelt.
Darmſtadt, 27. Mal.
-gs- Unfälle. Geſtern vormittag, bei Ankunft des
Zeppelin=Luftſchiffes, wollte ein in der Lindenhofſtraße
wohnendes 13jähriges Mädchen aus dem Fenſter im
erſten Stock hinausſehen, bekam aber, weil das Bettzeug
noch im Fenſter lag, das Uebergewicht und ſtürzte in
den Hof. Das Kind trug einen Schädelbruch davon.
Es wurde durch die Rettungswache mittelſt Kranken=
Kraftwagen in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
Nachmittags gegen 3 Uhr kam eine Dame in der Frank=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Nummer 122.
furterſtraße mit ihrem Fahrrad ſo unglücklich zu
Fall, daß dieſelbe einen Bruch des rechten Unterſchenkels
davontrug. Sie wurde nach Anlegung eines
Stützver=
bandes durch die Rettungswache mittelſt Kranken=
Kraft=
wagen in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Mai. Der Jahresfeier der
argen=
tiniſchen Unabhängigkeits=Erklärung
wurde heute mit einem Feſtmahl begangen, zu dem
der „Deutſch=Argentiniſche Zentralverband zur Förderung
wirtſchaftlicher Intereſſen” in den Kaiſerſaal des Hotels
Adlon eingeladen hatte. Dem Ehrenmitglied des
Ver=
bandes Generalfeldmarſchall Dr. Frhr. von der Goltz,
der bekanntlich als Spezialgeſandter des Kaiſers der
Jahrhundertfeier der argentiniſchen
Unabhängigkeits=
erklärung im Jahre 1910 angewohnt und bei dieſer
Ge=
legenheit den Grundſtein zu dem von den Deutſchen
Argentiniens der Stadt Buenos Aires geſtifteten
Monu=
mentalbrunnen gelegt hat, wurde vorher eine künſtleriſche
Nachbildung zweier prachtvoller Gruppen dieſes
Mon=
mentalbrunnens übergeben.
* Berlin, 25. Mai. Der einige Tage vor Oſtern
nach Unterſchlagung von 400 Mk. Regimentsgeldern
verſchwundene Zahlmeiſteraſpirant Bamberger vom
Gardefüſilier=Regiment iſt im Walde von Hennigsdorf
tot aufgefunden worden. Neben ihm lagen die
Leichen ſeiner Geliebten und deren dreijährigen Tochter;
ſie haben anſcheinend Gift genommen.
* Neues Palais bei Potsdam, 25. Mai. Graf
Berchtold traf um 12½ Uhr in Begleitung des
öſter=
reichiſchen Botſchafters hier ein und wurde vom
Kai=
ſer allein empfangen. Graf Berchtold wurde zur
Früh=
ſtückstafel geladen. Er ſaß rechts vom Kaiſer, links vom
Kaiſer der öſterreichiſche Botſchafter. An der Tafel
nah=
men außerdem u. a. der Reichskanzler, Staatsſekretär von
Kiderlen=Wächter, der öſterreichiſch=ungariſche
Marine=
attaché und der Militärattaché, der Chef des Zivil= und
Militärkabinetts und der Chef des Generalſtabes, von
Moltke, teil.
* Potsdam, 27. Mai. Heute vormittag begann das
Stiftungsfeſt des Lehr=Infanterie=
Bataillons, ſog. Schrippenfeſt, mit Gottesdienſt an
der Südſeite des Neuen Palais, an dem außer dem
Kai=
ſerpaar, vielen Prinzen und Prinzeſſinnen, dem
Reichs=
kanzler, die Generalität und die fremdherrlichen Offiziere
teilnahmen. Nach dem Gottesdienſt nahm der Kaiſer
den Vorbeimarſch ab, worauf in fahnengeſchmückten
Zel=
ten die Mannſchaftsſpeiſung ſtattfand. Der Kaiſer
brachte ein Hurra auf die Armee, der Generaloberſt auf
den Kriegsherrn aus; ſämtliche Kapellen der Potsdamer
Garniſon konzertierten. Nach militäriſchen Meldungen
der ſchwediſchen und chileniſchen Militärattachés, des
bayeriſchen Generalleutnants Ritter v Hoehn, und
in=
ländiſcher Offiziere fand in dem Muſchelſaal des Neuen
Palais Frühſtückstafel ſtatt.
* Frankfurt a. M., 27. Mai. In der Nacht vom
Sams=
tag zum Sonntag gegen 3 Uhr brach in der
Dampfſchrei=
nerei von Georg Canne in Rumpenheim Großfeuer
aus, das rieſige Dimenſionen annahm. Sämtliche
Feuer=
wehren der Umgegend und die Berufsfeuerwehren von
Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. eilten nach der
Brandſtätte. Erſt am Sonntag mittag konnte man des
Feuers Herr werden. Der Frankfurter Feuerwehr gelang
es, ein großes Benzin= und Oellager zu retten. Der
Scha=
den beträgt 6—700000 Mark. — Geſtern früh um 4 Uhr
wurde die Feuerwehr nach dem Schaumainkai
ge=
rufen, wo eine Bauhütte in Brand geraten war.
Nach dem Ablöſchen fand man die verkohlte Leiche des
Nachtwächters Otto Pfeffer vor. Auch ſein Hund war
in den Flammen umgekommen. Die Urſache iſt offenbar
Entzündung durch Ueberheizen des Ofens.
* Kronberg, 27. Mai. Auf Schloß Friedrichshof
waren heute nachmittag die Kronprinzeſſin von
Griechen=
land und deren Schweſter Prinzeſſin Adolf von
Schaum=
burg=Lippe zu kurzem Beſuch eingetroffen. Die Damen
fuhren zum Tee nach Frankfurt a. M. — Das Prinzen4
paar Friedrich Karl von Heſſen war mit ſeinen ſechs
Söhnen heute zum Frühſtück bei der Landgräfin von
Heſſen.
* Karlsruhe, 25. Mai. Der Hilfsmuſiker Brüßer vom
Badiſchen Leibdragoner=Regiment Nr. 20, der am Morgen
des 24. Januar das Dienſtmädchen Margarete Benz aus
Eiferſucht erſchoſſen hatte, wurde vom Oberkriegsgericht
wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die Benz
hatte das Verhältnis zu ihm löſen wollen.
* Freiburg i. B., 25. Mai. In der heutigen
Vor=
mittagsverhandlung im Platten=Prozeß
erſtattete der Pſychiater Profeſſor Dr. Bunke ſein
Gut=
achten, bei dem er nichts von nachteiligen Folgen des
damaligen Ohnmachtsanfalles glaubt. Bei der
Beob=
achtung in der pſychiatriſchen Klinik habe Platten den
Eindruck eines frühzeitig gealterten Mannes gemacht,
doch konnten beträchtliche Veränderungen im
Blutkreis=
lauf nicht feſtgeſtellt werden. Das Gedächtnis Plattens,
der ein Mann von mehr als durchſchnittlicher Begabung
ſei, ſei nicht ganz normal in mänchen Dingen und ſeeliſch
ſei Platten eigentümlich veranlagt, bar von
Gefühlswal=
lungen. Es ſei in der Klinik gelungen, Platten einen
mehr als fünfſtündigen ununterbrochenen Schlaf zu
ver=
ſchaffen. Der Gutachter kommt zu dem Schluß, Platten
leide an Arterien=Scleroſe und an ſehr leichter
Gehirn=
erregung, aber chroniſcher Alkoholismus liege bei ihm
nicht vor. Mitbeſtimmend für die Strafbemeſſung ſeien
die pathologiſchen Momente und Alkoholgenuß,
dage=
gen eine geiſtige Krankheit oder Bewußtloſigkeit nicht
anzunehmen. Strafrechtlich ſei Platten für ſeine Tat
verantwortlich, denn er hätte es ſeinem Heizer ſägen
müſſen, wenn er ſeine Widerſtandsfähigkeit ſchwinden
fühlte. — Außerdem iſt in der heutigen Sitzung ein
Schreiben der Generaldirektion der badiſchen
Eiſenbah=
nen verleſen worden, wonach bisher an Entſchädigungen
1 766 425 Mark bezahlt worden ſind. Neun Fälle ſind
aber noch nicht entſchieden.
* Stuttgart, 27. Mai. Ueber den Tod der
Her=
zogin von Urach werden folgende Einzelheiten
ge=
meldet: Die Herzogin ſtand geſtern nachmittag in beſter
Stimmung und ungeſtörtem Wohlbefinden zum zweiten
Mal ſeit ihrer Niederkunft auf und zog ſich etwas raſch
an. Kurz nach 4½ Uhr trat plötzlich ein ohnmachtähnlicher
Zuſtand ein, den der ſofort herbeigerufene Arzt als
Em=
bolie der Lungenarterien, verurſacht durch abgeriſſenen
Thrombus einer vorausgegangenen Venenentzündung
erkannte. Bei der ſchweren Art der Erkrankung war eine
Rettung unmöglich. Die Herzogin verſchied nach kurzer
Zeit ohne Todeskampf und ohne das Bewußtſein
wieder=
erlangt zu haben.
Dresden, 27. Mai. Der König empfing geſtern
abend 7 Uhr im Reſidenzſchloß den Miniſter des Aeußern
Berchtold in Gegenwart des Staatsminiſters Vitzthum
v. Eckſtädt und des öſterreichiſchen Geſandten Grafen
Forgach in Audienz. Er überreichte hierbei Berchtold
den Hausorden der Rautenkrone, während Graf Hoyos
das Komturkreuz 2. Klaſſe des Albrechtsordens erhielt.
Der Audienz ſchloß ſich eine Tafel an, an der Graſ
Berchtold, Graf Hoyos, Staatsminiſter Vitzthum v.
Eck=
tädt, ſowie Geheimer Legationsrat v. Stieglitz und
andere teilnahmen. Um 10.50 Uhr reiſte Graf Berchtold
nach Wien zurück.
* Eydtkuhnen, 27. Mai. Hauptmann Dreßler
traf, dem „Oſtdeutſchen Grenzboten” zufolge, geſtern
abend im Bahnhof, von einer zahlreichen Menge mit
Hurrarufen begrüßt, ein. Die Freilaſſung war ihm
vor=
geſtern nacht 1 Uhr in der Zelle mitgeteilt worden.
Dreßler wurde, wie er ſelbſt angibt, ſtets gut behandelt.
* Peſt, 27. Mai. Aus Neuſchloß und Reſicza
wer=
den große Ueberſchwemmungen gemeldet.
Zahl=
reiche Häuſer ſind eingeſtürzt, die Saaten ſind
ver=
nichtet. Auch andere Ortſchaften der Umgebung ſtehen
unter Waſſer. Der Schaden beträgt mehrere Millionen.
* Rom, 25. Mai. In der Deputiertenkammer
wurde heute bei der Beratung der Wahlreform der
Antrag Mirabelli auf Abſchaffung der
Vereidig=
ung der Abgeordneten mit großer Mehrheit abgelehnt,
nachdem der Miniſterpräſident ſich dagegen ausgeſprochen
und darauf hingewieſen hatte, daß auch der König den
Eid auf die Verfaſſung leiſte und daß jedermann wiſſe,
wie treu die Könige von Italien immer daran gehalten
haben. Das Wahlreformgeſetz wurde darauf angenommen.
Der Berichterſtatter Bertolini dankte den Abgeordneten
für die Mitarbeit an dem Geſetz und beglückwünſchte
Giolitti zu der Einbringung und der Annahme der ſo
bedeutenden Reform. Er wünſchte, daß ſich die von
der Kammer an die Ausdehnung des Wahlrechts
ge=
knüpften Hoffnungen auf neuen Fortſchritt, neue Blüte
und weiteres Wohlergehen Italiens erfüllen möchten.
Brüſſel, 27. Mai. Infolge des Ablebens der
Herzogin von Urach reiſten der König und die
Königin heute vormittag nach Stuttgart.
* Antwerpen, 27. Mai. Jean Blockx Direktor
des Konſervatoriums, iſt im Alter von 62 Jahren
ge=
ſtorben.
* London, 27. Mai. Die Laſtträger von
Co=
vent=Garden, ſowie vom Londoner Frucht= Mehl= und
Gemüſemarkt ſtellten heute morgen gemäß der
Auf=
forderung des Verbandes die Arbeit ein. Die
Nicht=
organiſierten ſetzten die Arbeit fort. Die Vertreter des
Verbandes bemühen ſich, ſie zum Anſchluß an den
Streik zu bewegen.
* Madrid, 27. Mai. Der Ausſtand der
Eiſen=
bahnangeſtellten in Andaluſien nimmt eine
be=
trächtliche Ausdehnung an. Die Bezirke von Cordova
und Sevilla haben ſich der Bewegung angeſchloſſen.
Die Züge werden von den Ingenieuren und Aſſiſtenten
geführt; nur die Poſt führenden Züge verkehren. Die
Niveauübergänge ſind ohne Bewachung. Auch die
Ange=
ſtellten der Bezirke von Cadix haben den Streik im
gan=
zen Netz erklärt. In Keres unterſtützen die
Hafenarbei=
ter die Bewegung. Die Angeſtellten von Granada haben
heute den Streik beſchloſſen. In Andaluſien wurden
einige Züge bei der Fahrt angehalten.
* Madrid, 27. Mai. Der Miniſterpräſident, die
Mi=
niſter der öffentlichen Arbeiten und des Innern, ſowie
der Direktor der andaluſiſchen
Eiſenbahn=
geſellſchaft berieten heute über den Streik. Die
Regierung trifft Maßregeln, um die Aufrechterhaltung
des Dienſtes zu ſichern und im Falle von
Verwickelun=
gen ſchnell einzugreifen.
Odeſſa, 27. Mat. Infolge eines Windſtoßes
kenterte auf dem Meere ein Boot mit vierzehn Inſaſſen,
zehn Perſonen ertranken.
* Petersburg, 275 Mai. Auf Grund der
nachdrück=
lichen Verwendung des deutſchen Botſchafters, verfügte
die ruſſiſche=Regierung die Freilaſſung des
Grenzkommiſſars Dreßler, der bereits in Eydtkuhnen
eingetroffen iſt,
* New=York, 25. Mai. Nach einem Telegramm aus
Havanna beſagen Nachrichten aus Santiago, daß
der Aufſtand ſchnell zunimmt. Die
Aufſtändi=
ſchen zerſtörten die Eiſenbahn, ſowie die
Telegraphen=
leitungen an verſchiedenen Orten. Der Weißen in der
Oſtprovinz hat ſich eine Panik bemächtigt; ſie haben in
den Städten Zuflucht geſucht. Die Zuckerfabriken ſind
geſchloſſen. Da die Eigentümer der amerikaniſchen
Plan=
tagen keinen Schutz durch die Behörden ſich verſchaffen
können, haben ſie den Kommandanten der amerikaniſchen
Flottenſtation Guantamamo gebeten, Marineſoldaten zu
entſenden. Zuvor iſt hierzu jedoch die Einwilligung der
kubaniſchen Regierung notwendig. Eine amerikaniſche
Fabrik iſt verwüſtet. Die Maſchinen wurden zerſtört.
* New=York, 27. Mai. Nach einer Depeſche der
Agence Havas richtete Präſident Gomez geſtern an
den Präſidenten Taft ein Telegramm, in welchem er in
freundſchaftlicher aber feſter Weiſe gegen das
Eingrei=
fen der Vereinigten Staaten proteſtiert.
Nach Meldungen aus Santiago iſt die Lage in der
Pro=
vinz Oriente andauernd beruhigend. Bei Parral kam
es zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen den Truppen und
den Aufſtändiſchen; die Aufſtändiſchen hatten dabei
zahl=
reiche Tote und Verwundete. Nach einem Gerücht ſoll
der Führer der Aufſtändiſchen, Eſtenos, zum
Präſiden=
ten der neuen Republik ausgerufen worden ſein.
* Rellano, 25. Mai. Wie gemeldet wird, betrugen
in der Schlacht bei Rellano die Verluſte Orozcos,
der über etwa 8000 Aufſtändiſche verfügte, annähernd
viertauſend Mann, 2000 entflohen in Unordnung.
General Huerta ſprach die Abſicht aus, den Kampf mit
allen Kräften fortzuführen. Der Sieg habe von neuem
die Ueberlegenheit der Regierung gezeigt; die
Mann=
ſchaften ſeien voller Zuverſicht.
* Lima, 27. Mai. Die Regierung erklärte die
Wahlen für ungültig. Die Unruhen dauern fort.
Die Volksmenge griff die Häuſer verſchiedener Politiker
an und ſteckte ſie in Brand. In Anrequipa, Puno und
anderen Städten verhinderte die Menge die Wahlen.
H. B. Berlin, 25. Mai. Heute vormittag, wenige
Minuten vor 11 Uhr, ſtürzte an der Eharlottenburger
Gasanſtalt ein großes Gerüſt ein, auf dem ſich ſechs
Maler befanden, die von dem Gerüſt begraben wurden.
Die Verunglückten wurden zwar ſofort befreit, hatten aber
bis auf einen erhebliche Verletzungen davongetragen. Die
Verunglückten wurden nach dem Krankenhauſe gebracht.
— Göttingen, 26. Mai. Der engliſche
Kriegs=
miniſter Lord Haldane, der Mittwoch abend von
London abreiſte, befindet ſich ſeit Donnerstag in ſeiner
alten Studienſtadt Göttingen. Er iſt hier in Gebhardts
Hotel, das er immer zu bewohnen pflegt, abgeſtiegen.
Lord Haldane wahrt ſtrengſtes Inkognito und hat den
Namen Mſtr. Brown angenommen, den auch ſein
Be=
gleiter, ein bekannter Profeſſor, führt. Lord Haldane iſt
in Göttingen kein Fremder. Er hat in jungen Jahren
an der Göttinger Univerſität Philoſophie ſtudiert, die
Stadt in letzter Zeit faſt jedes Jahr beſucht und erſt im
Mai vergangenen Jahres ſeinen Neffen beſucht, der jetzt
Hörer der Univerſität iſt. Der Aufenthalt Haldanes in
Göttingen dient nur ſeiner Erholung. Er unternimmt
weite Fahrten und Spaziergänge bis in den Harz und
empfängt keinerlei Beſuche. Auch am Samstag hat
dane bereits um 10 Uhr vormittags einen Ausflug ur
ternommen. Er wird am Montag oder Dienstag
tingen verlaſſen. Ueber das nächſte Reiſeziel iſt nichts
bekannt.
— Danzig, 26. Mai. Am
Himmelfahrttagee=
krankten in verſchiedenen Orten der Kreiſe Elbing und
Marienwerder nahezu 100 Perſonen, wahrſcheinlich an
Fleiſchvergiftung. Von dieſen iſt eine Frau ge
ſtorben und bereits beerdigt. Die Staatsanwaltſchaf
ordnete die Ausgrabung der Verſtorbenen an. Der
Er=
krankungsherd iſt bisher noch nicht feſtgeſtellt.
An Sommertagen
sind Fruchtpuddings, Rote Grütze, Flammeris erfrischend und
wohlbekömmlich. Durch Verwendung von
C
gewinnen die Speisen an Wohlgeschmack und Nahrwert.
Aerztlich empfohlen. Rezeptbüchlein kostenfrei durch die
Corn Products Co., Hamburg I.
e e eee e
(118435i)
Auf kaum über 1 Pfennig ſteilt ſich eine Taſſe
SANGROJEE Geim
Dieſe vorzügliche und durch ihre Ausgiebigkeit im
Ge=
brauch ſo billige Teemiſchung vorzugsweiſe
britiſch=
indiſcher Teeſorten iſt zum täglichen
Genußgan=
beſonders geeignet. Das 125 Gr.=Paket 90 Pfg.=
(½ Ko.=Paket Mk. 3.50). Moriz Landau, Fernſpr. 116,
aarfärben mit Henné. Spezialität
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466.
Kopfwaschen 1.— — mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 9—12 Uhr.
2
Statt Karten.
Für die uns anlässlich unserer
Ver-
mählung erwiesenen
Aufmerksam=
keiten sagen hiermit verbindlichen
Dank.
(*13132
L. Metzger und Frau Auguste,
geb. Riedmatter.
(6584a
Oeehsa
Seegsa
(Statt besonderer Anzeige.)
Die glückliche Geburt eines gesunden
Buben zeigen hocherfreut an
Dr. jur. Alexander H. Bopp und Frau Bopp
Darmstadt, 26. Mai 1912
(11954
Wilhelmstrasse 38.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute vormittag 8½ Uhr entſchlief ſanft
nach langem, ſchwerem Leiden unſer lieber
Karl Weil
Ministerialregistrator.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Eberſtadt, Darmſtadt, Groß=Gerau,
Eſchers=
heim u. Lauterbach, den 26. Mai 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 30. Mai,
vormittags 10 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt. (11956
Dankſagung.
Zurückgekehrt von dem Grabe unſerer un=
(11953
vergeßlichen, lieben Schweſter, der
Handarbeits=Lehrerin
Marie Korell
ſagen wir allen lieben Verwandten, Freunden
und Bekannten herzlichen Dank für ihre Teilnahme.
Inſonderheit danken wir dem Herrn Pfarrer
Herpel für die troſtreiche Rede bei der Einſegnung,
den Schülerinnen für den erhebenden Geſang, und
dem Herrn Hauptlehrer für ſeine zu Herzen
gehenden Worte am Grabe, ſowie dem
Lehrer=
perſonal und den Schülerinnen für die reichen
Kranzſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Nummer 123.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Seite
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass
heute vormittag unser innigstgeliebter, treubesorgter Vater, Schwiegervater
und Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Jean Gauch
Rentner
im 62. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Mathilde Viel, geb. Gauch.
Darmstadt, 27. Mai 1912.
Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in Alzey statt.
(11955
Tageskalender.
ionzerte: Ludwigshöhe und Schuls Felſenkeller um
4 Uhr — Saalbau, Bürgerkeller und Heſſiſcher Hof um
8 Uhr.
hilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): König
Friedrich VIII. von Dänemark auf dem Totenbett;
Porträts vom Tage; eine Attacke der Fürſtenwalder
Ulanen; das Ozean=Luftſchiff „Suchard”
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 29. Mai.
Gſaſerwerkzeug= uſw. Verſteigerung um 2½
Uhr Weinbergſtraße 11.
Faſelochs=Verſteigerung um 3 Uhr im Rathaus
zu Spachbrücken.
Verkehrs=Verein: öffentliches, Verkehrsbureau
Ernſt Ludwigsplatz (Zentrale der elektriſchen
Straßenbahn). Auskünfte jeder Art.
Daick und. eſant z. . Zilicſch. Soluchrackere=
Verantwortuch für den rolitiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Auskand Dr. Oſta Waldaegel; für den übrigen
redaktionelken Teil=und Letzte Nachrichten: Mar Sreeſe;
für den Iaſerkenteil, Inſeratbexagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Saitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für denredaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Todes-Anzeige.
Freunden, Verwandten und Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, meinen
innigſt=
geliebten Gatten, unſeren lieben guten Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
und Onkel
Herrn
Cimbel
Stadt-Wiesenwärter
im 70. Lebensjahre am 1. Pfingſtfeiertag nach
ſchwerem Leiden in die Ewigkeit zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Henriette Gimbel
und Kinder.
(16957
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. d. M.,
nachmittags um 3 Uhr, vom Sterbehauſe,
Pallas=
wieſenſtraße 160 aus, ſtatt.
Dünger=Verkauf.
lm Donnerstag, den 30. Mai
912, von 95 Uhr vormittags
b, wird auf dem vorderen Hofe
er alten Kavallerie=Kaſerne in
darmſtadt die Matratzenſtreu von
iner Eskadron öffentlich
meiſt=
jetend verſteigert. (11952im
Abfuhrfriſt bis Freitag abend
inſchließlich.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
Aufforderung.
Ich fordere hiermit jedermann
uf, der Anſprüche aus dem
Nach=
iß des am 3. Jan. d. J. verſtorb.
fuhrunternehmers Chriſtian
Stumpf hier, Gardiſtenſtr. 15, zu
rachen hat, ſeine Forderung bis
ingſtens 10. Juni er. zwecks
Prü=
ung bei mir anzumelden. (*13134
riedr. Stumpf, Nachlaßverwalt.=
Frankfurterſtraße 85.
Tannenſchwarten
. Klötzchen zum Anfeuern, prima
rocken, ca. 15 cm lang, per Zent.
.50 Mark einſchließlich Oktroi
ei Keller Karl Schimmer,
rel. 212. (8149a) Heinheimerſtr. 76.
20
Gaslüster
ihr gut erhalten 5fl., ſowie eine
Neſſingzuglampe im Auftrag
(10152a
illig abzugeben.
Gottfr. Beck,
Karlſtraße 39.
Leere Weinflaschen
(*13118
u verkaufen
Schießhausſtraße 120, part.
Kleider, Bluſen, Gardinen
Herrenwäſche wird wie neu
ge=
ügelt. Bügeln kann erl. werd.
O837a) Mauerſtraße 10, 1. St.
Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles aber
alles umſonſt bis ich 1904 in der
Beitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 08.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt und iſt in Doſen à
Mk. 1. 15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
Original=
dackung weiß=grünsrot und Frma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fölſchungen weiſe man zurüc.
Junge Schäferhunde
Volfsfarb., feinſter Abſtammung,
mit ff. Stammbaum billig abzug.
Heorg Ludwig, Gastwirt,
(11927
Weder=Modau.
Reformkorsetten
z. Knöpfen mit Gummi an
den Seiten Mk. 2.75.
Kirchstrasse 12,
gegenüb. der Stadtkirche.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Dangenenenent
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. H. 1.— im Abonn.
heftiger Migräne
Bei stärkem
Kopfschmerz,
Aus der Serie:
„Hygiene im
Leben‟.
jst7)5 Eau de Cologne
die natürlichste Medizin . — Ein Taschen-
uch oder Tuch mit getränkt und um Stirn oder
Nacken-
partie gelegt, beruhigt ausserordentlich. — Migrane und Kopfschmerz
erschwinden. Die Nerven werden gestarkt und neu belebt.
Man verwende indes nur die Marke
8 nie ein anderes Erzeugnis
nic andere Eau de Cologne.
fin Qualität unerreicht
Kl. Grathwohl per St. 2 Pfg.
Karial per Stück. . . 3 Pfg.
We-Fi-Gra p. Stück . 4 Pfg.
Kgeidbonquet p. Stück 5 Pfg.
Gapricé per Stück . . 5 Pfg.
Ernſt Götz, Eigarren=Import
Karlſtraße 39. (7339a
(311944
Am 1. Juni ds. Js. wird die Bedarfshalteſtelle
„Martinsmühle” auf der Strecke Darmſtadt=Arheilgen
aufgehoben und dafür die Halteſtelle „
Nordbahn=
hof” neu eingeführt.
(11955
Darmſtadt, 25. Mai 1912.
Die Direktion.
Brennholz-Verſteigerung.
Dienstag, 28. Mai, nachm. 2 Uhr, werden Obergaſſe 16
30 Haufen Brennholz
öffentlich gegen Barzahlung verſteigert.
(*13133
Arnola’s neues Strapazierpianino
zum Preiſe von Mk. 500. aufgenommene Speziakitäk) mit großem edlem Ton, der beſten
Mechanik, die exiſtiert, und ſtärkſtem Eiſenbau. Abſolnt dauerhaft,
ſtimmfeſt und fein ausgearbeitet, unter 10jähriger Garantie. Keine
Durchſchnitts=Maſſenware. Franke Probeſinbung ohne Kaufzwang.
Pfanefrte-Fabrkk Vh.ud
Kgl. bayer. Hoflieferant, Aſchaffenburg.
(9724a
Geschmiedete Bügelstähle,
flache und halbrunde,
Bügelefsen, Plätteisen,
Bügelkohlen (6770a
Wald=
L. Aufnagel, ſtraße
7.
Grathwohl
ohnenſtungen
geſpitzt
imprägniert (10879a
Gerüſtſtangen etr.
preiswert bei
Holzhandlung.
Tamenbinden
empfiehlt Rosine Federlin,
Watten-
geschäft, Schuchardſtr. 10, I. (151a
Arschank des berämien
:: Wormser Weinmostes:
Kein Trinkzwang. (114
Referm-Rosäaurant
4Hnntrase 4, I. Mock.
(9444a
1s
zuverlässigste
Motorrad.
Verlangen Sie Preisliste
u. lesen Sie aus unserer
Gutachtenmappe, was
u nsere Abnehmer sagen
. Donges & Wiest, Grafenstr. 26.
Mai 1912.
Nummer 125.
Eiim Eienelen
Lohnkuischerer u. rensioh-Stallung
Darmstadt
Tel. 530 Heidelbergerstrasse 25. Tel. 530
Empfehle meine eleganten Equipagen (mit und
ohne Gummiräder) zu allen Gelegenheiten, sowie mein
Neuzeitliches
(B11825
Herl Schals Katemobn.
per Pfund 80 Pfg.
Prima däniſches Kindfleiſch
per Pfund 70 Pfg.
Ecke Ober- und Schlossgasse.
Georg Appfel,
Telephon 929. (10836a
Einlnd Filder Saderkauf
das beſte, was in dieſem Artikel geboten werden kann
rima Salz- und Assig-Gurken
Mixed Pickles, Roterüben u. Preißelbeeren
(ſüß und pikant)
alles von bekannter Güte, empfiehlt loſe gewogen, ſowie in
Doſen und Eimerpackungen
11791a
Geele Korbug
Einmach=Geschäft
Telephon 1093.
Lniſenſtraße 36.
„ArWAN
die neueste und beste
deutsche Nähmaschine
5 Jahre Garantie. (9549a
Alleinverkauf
Haas & Bernhard
19 Rheinstrasse 19.
Ziehung garantiert 31. Mai 1912.
Grosse Württbg. Roie Kreus
-Loherie
911 Gelstewinne
396a
Haupfsewinne Mk.
6
590
6 Lose 11 Mk., 10 Lose 20 Mk.
Lose à 2 Mk., porte und Liste 25 Pfg. extra.
ßZu haben bei den bekannten Verkaufsstellen u. Generalagentur
J. Schweickert, Stuttgart, Marklstr. 6.
(515
Iortarberer &. G cn. Keien
Chemische Waschanstalt Gardinen-Wäscherei
Läden in allen Stadtteilen!
Neu
Pankratiusstrasse 1, eröffnet:
Rheinstr. 12½, Karlstr. 115, Nd.-Ramstädterstr. 18
Mainz: Schillerstrasse 50. (10863a
Anerkannt hervorragende Leistungen
Schnelle Bedienung: Mäßige Preise.
Größte u. modernste Färbereiu.chem.
Wasch-
anstalt in Darmstadt, Pallaswiesenstr. 146.
Seite 8.
Darmſtädter
399egey
Kunstgenerbliche lapeten
Kein
Erich Meinhardt mein
Laden!
Laden!
Obere Rheinstrasse 6, am Schloss
(9393a
Tapeten-
Grosshandlung
empfiehlt sich für
Stadt und Land.
Günstigste
Einkaufsquelle für
Bauunternehmer,
Architekten und
Hauseigentümer.
Heesesssseeseesseesesss
Einladung zum Abonnement auf
Kanlzels
aus reinem Leitungswaſſer.
Im Abonnement für 30 aufeinander folgende
Tage, welches jeden Tag beginnen kann, koſten
5 Pfund . . . täglich 16 Pfg.
10
„ 23
Unter Zuſicherung prompter und ſtets frühzeitiger
Bedienung bitte um Erteilung geſch. Aufträge.
August Orlemann
Beckstrasse 54
Telephon 957.
Mein Kunſt=Eis iſt bei größter Kälte=Abgabe am ſpar=
(10806a
ſamſten im Verbrauch.
Udler=Automobll
7/17 Ps Sportvierſitzer, neu, ſofort lieferbar.
Vierzylinder, vorzüglich erhalten
Laudaufer, ſehr billig abzugeben.
(11627a
Müller
er, Karlstr. 30.
Tagblatt, Dienstag, den 28.
Seus Damfe
weiß es, daß die besten u. billigsten
Haararbeiten
bei mir angefertigt werden.
Mauf
z je nach Länge der Haare
2 Mk. 2.00, 3.60, 4.50, 6.50
6s
s Haarzöpfe.
aus Naturhaar
Ein
Mk. 6.00, 3.09, 10.00,
12.00 bis 30.00
2
Haarzöpfe .
aus prima Schnitthaar
Mk. 15.00, 18.00, 24.00
bis 50.00.
Scheltel-Unterlagen
es Haarunterlagen f. Scheitel-Frisuren
Mk. 3.00, 5.00, 8.00 bis 2000.
Für runde Frisnren dieselben Preise.
Nür prima Material,
Anfertigung aller anderen
prakt. Haar-Ersatzteile.
Auffärben alter Haararbeiten
in kurzer Zeit.
Empfehle den
Damen mein.
nach den
neuesten
Er-
fahrung.
ein-
gerichteten
Damen-Salon
Vollständ. senarat
Kabineneinteilung
Neueste elektrische
Zentral-Trockenanlage
Größte Anlage am Platze.
Gesündeste Behandlung
der Haare.
Kopfwaschen
mit Frisur
Mk. 1.00
Kopfwaschen g
m. Ondulationg
Mk. 1.50
Kinder-
75 Pfg.
Kopfwaschen
(11336a
Friedrich
Tinmann
Spezial-Damen-Salon
Elisabethenstraße 21.
Gossgsttet
Schubereme Pilo weiter! Woher
kommt das? Weil Pilo ein Freund
des Hausbalts geworden iſt; denn
das Dienſtmädchen iſt mit dem
Stiefelputzen in wenigen Minuten
fertig, die Frau und der Mann
freuen ſich über den eleganten
Hochglanz und das Kind beſchmutzt
ſich die Händchen nicht. wenn es
an den Schuben ſpielt, Pilo iſt
un=
antaſtbar das beſte aller
exiſtieren=
den Schubputzmittel. Es werden
viele ſchlechte Schuhcrémes
ange=
boten, daber Vorſicht beim Einkauf.
Patente
Musterschutz
Warenzeichen
Entstaubungsanlagen
8701a)
Uipl. Jnu. Hemens Herssbera u. Co.
Patent- und Ingenieur-Büro
Telephon 1695 Rheinstr. 19, I.
Darmstadt
Unaufbaltſam wuchert
in
Villen, Häuſern und Hütten
Nummer 123₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Seite 9.
Weiblich
Kinf. Schneiderin empfiehlt ſich
in all. Näharbeiten. (*12923dsi
Schäfer, Soderſtr. 33, 2. Stock
Juchf Stehung
ſei älterem gebildeten Herrn,
rfahren in feiner Küche und
m Hausweſen, ſowie in
Kran=
enpflege bewandert, kräftig
ind geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
eitherigen Stellungen zur
Ver=
ügung. Näheres im
Martha-
haus.
(4298t
Tücht. Reſtaurationsköchin mit
angjähr. gut. Zeugn. ſucht Stelle
hier od. auswärts Emma Frank,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Karlſtraße 31.
(11946
Männlich
Junger Anfänger
in Schreibmaſchine und
Steno=
graphie perfekt, ſucht Stellung auf
Bureau zum 1. Juli I. J. Off. u.
M 60 an die Exp.
(*12990fsi
Junger Kaufmann
20 Jahre, ſucht Stellung als
Ver=
käufer und Dekorateur, ev. auch
Uebernahme einer Zigarren=Filiale.
Off. unt. N4 an die Exp. (*13125
Weiblich
verfelt in
Fräulein, Buchführung
und Maſchinenſchr., zum 1. Juli
in dauernde Stell. geſucht. Off.
mit Gehaltsangabe unter M 71
an die Expedit. ds. Bl. (*13048sid
wird von hieſig. Schweinemetzgerei
bei freier Station und guter
Bezahlung zi alsbaldigen Eintritt
geſucht. Gefl. Offerten unter M 70
a. d. Exp. ds. Bl. erb. (11851sim
Ich ſuche zum 1. Zuli
gut=
empfohlene, branchekund. (11775a
Verkäuferin.
Hermann Herger
Ernſt=Ludwigſtraße 10.
Lehrmädchen aus achtb. Fam.
gegen ſofortige Vergütung geſucht.
Näheres in der Exped. (*12978fsi
bei hohem Lohn
Geſucht zum 1. Juni ein
tüchtiges Mädchen mit guten
Zeugniſſen, das koch. kann u. etw.
Hausarbeit verſieht. Vorzuſtell. v.
4—7 Uhr Viktoriaſtr. 36 (11689dsi
Ein zu jeder Hausarbeit williges
Mädchen mit guten Zeugniſſen,
welches auch Liebe zu Kindern hat,
als zweites Mädchen per 1. Juni
geſucht Stiftſtr. 17, II. (11829a
Schulentl. beſſeres. Mädchen
ſtagsüber zu Kind geſucht
*13123im) Marktplatz 4, 1. St.
Fuite ſalt. aſahdiet
für tagsüb. geſ. Kaffeegeſchäft
Ernſt=Ludwigſtr. 10. (*13128im
Modell gesucht.
Weibliches Kopfmodell.
Vor=
ſtellen Dienstag 10—11 Uhr
bei Scharvogel, Karlſtraße 94,
*1313
Ateliergebäude
Männlich
aller Berufe
ſene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
mit Bau= und Büropraxis, flotter
Zeichner, per ſof. geſ. (11920sim
Off. mit Gehaltsanſpr., Zeugn.
und ſelbſtgef. Zeichnungen unter
M95 an die Expedition ds. Bl.
Einer alt eingeſeſſenen
Darmstädter Firma
iſt
(11693)f
durch Uebernahme
unſerer Vertretung Gelegenheit
geboten zu lukrativer
Betäti=
gung. Bedingung: Gute
Ver=
bindung zu beſſeren, bürgerlichen
und induſtriellen Kreiſen.
Offert. erb. unt. F. C. H. 250
an Rudolf Hosse, Frankfurt a. M.
Platzvertreter
oder
(11942M
von leiſtungsf. Konfektionshauſe
zum Verkauf fertiger
Damen=
kleider, Bluſen ꝛc. an Private
für hier u. Umgebung ſof. geſucht.
Off. erb. u. 8. 5 an Rudolf Mosse
Greiz i. V.
Schiffsjungen
erhalten gratis Auskunft über
Kar=
riere und Ausrüſtung I. Brandt,
Altona a. Elbe. Fiſchmarkt 20. (11346E
ſelbſtändig. A
Jüng. Küfer beiter, für Re
paraturarbeit (keine Kellerarbeit
in dauernde Stell. geſ. Schriftl.
Anerb. u. M 61 Exped. (11790a
der die Vacuumreinigung
mit übernimmt, geſucht
Joseph Trier.
Hofmöbelfabrik
Wilhelminenſtr. 25.8
Dreher und
Maſchinenſchloſſer
die auf dauernde Arbeit ſehen,
werden in unſerem Zweiggeſchäft,
Weiterſtädter Straße Nr. 81. ſofort
(11951imd
eingeſtellt.
Gebrüder Lutz A.-G.,
Maſchinenfabrik u. Keſſelſchmiede,
Darmſtadt.
Für Engros=Haus wird älterer,
noch rüſtiger, gut beleumundeter
(11908si
Mann als
Forschnesser
unld Wachfer
geſucht, der Halbinvalide ſein kann,
aber gutes Gehör beſitzen muß.
Lebenslauf mit Zeugnisabſchriften,
Referenzen u. Lohnanſprüchen unt.
M 93 an die Expedition erbeten.
Türs und
Firmenſchilder
Emaille- u. Messingausführung
raſche Lieferung, billige Berechnung
Wilhelm Reiß. Ernſt=
(7336a
Ludwigſtraße 22.
Fahrräder
.70 M.
Prima Tourenrad
Elegante Halbrenner 95 M.
Ag. Hahn, Gutenbergstr. 58.
Kein Laden. (10807a
Ein ſolch gutes Mitel gegen
Wundens
wie Zucker’s „Saluderma” habe
ich noch nie kennen gelernt. Mein
Arm nar ſtark vereitert. Nur
zwei=
malige Anwendung von „
Salu=
derma” beſeitigte ſofort die
Ent=
zündung und Eiterung. Helene
Stöhr.‟ Doſe 50 Pfg. u. 1 Mark
(ſtärkſte Form). Bei F. Schaefer,
Ludwigsplatz 7, Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8, A. Logel,
Eliſa=
bethenſtr. u. Gg. F. Frank, Parf.
Tüchtige
Polſterer und Lederarbetter
bei hohem Lohn ſuchen 11868si
Rose & Co., Dortmund
Kaufmännisch. Verein Frankfurt a. MI.
Erstklassige Stellenvermittlung.
Leistungsfähigste Krankenkasse.
Bezirksverein Darmstadt
Vereinslokal: Hotel Russischer Hof
Zusammenkünfte: Jeden Freitag
Schweizerische
Vers.-Bestand 202-Millionen. Gesamt-Vermögen 102 Millionen
Wir suchen für Hessen als Oberinspektor eine
tüchtige Kraft
in dauernde und entwicklungsfähige Stellung. Bei
günstigen Vertragsbedingungen werden neben festen
Bezügen von M. 3000.— die üblichen Diäten und
Pro-
visionen gewährt.
(11929is
Erfolgreiche Fachleute mit nachweisbaren günstigen
Resultaten in Organisation und Akquisition sind eingeladen,
Offerten, die vertraulich behandelt werden, einzureichen.
Direktion für Süddeutschland.
Dr. jur. Jos. Ruf.
München, Ungererstrasse 28.
Tel. Nr. 32144.
e
geübte Näherinnen
die feinere Arbeiten in größeren Mengen liefern können, für
Heim=
arbeit und auf unſere Werkſtatt bei guter Bezahlung per ſofort für
dauernd geſucht.
(11434
Oppenheimer & Co., Schulstr. 2.
Soeben gelangte zur Ausgabe:
Mai=Heſt 1912
der
Heſſiſchen Chronikl
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Stadtpfarrer D. Dr. Wilh. Diehl: Aus dem Hausbuch des
Auts=
verweſers Johann Philipp Lichtenberg. — Profeſſor K. Henkelmann: Zur
Einwanderung der Schweizer in den Odenwald. — Wilhelm Müller:
Rad=
brennen, ein alter Gerichtsbrauch im Ingelheimer Grund. — Dr. Albert
Becker: Zur Verlobungsgeſchichte der „Großen Landgräfin”. — Geheimerat
Guſtap Kobelt: Erlebniſſe eines heſſiſchen Feldjägers 1793 bis 1795.
Dr. F. Schrod: Hofrat Bernhard Meyer. Mit Abbildungen. —
Stadt=
archivar Ferdinand Dreher: Cuſtines Schutzbrief für Friedberg in der
Wetterau. — Aachener Wappen und Genealogien. — Bücherſchau.
Aus Zeitſchriften. — Umfragen. — Nachrichten.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(9318dso
Original-Füllung
der Brauerei
: Bindind
Frankfurt a. M.
Ein besonders feines Tafelgetränk ist
dunkles Exvortbier
nach Kulmbacher Art
in sämtlichen Filialen der Firma (11928
Maderrungraße
N Helen ℳ
(526a
„Ringfrei‟
Verlangen Sie Preise und Probezentner. Absolute erstklassige Qualitäten.
Telephon
Karl Koch, Heidelbergerstr. 9½.
497.
Eine Wohltat
für Kranke wie Gesunde
Dert
Salbe
Pillen
Zäpfchen
Mk. 1.30
„, 1.30
„, 2.00
Als Krankenpflegerin mit fast 30jähriger Dienstzeit würde
ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen, von dessen
Vorzügen und völliger Unschädlichkeit ich mich nicht zuvor
überzeugt hätte, Ich habe vielfach Gelegenheit gehabt, zu sehen
und zu hören, daß die Dunpräparate mit nie versagendem Erfolg
bei offenen Wunden, Katarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus,
Jschias, Lungen- und Rippenfellentzündung, Blinddarm- und
Bauchfellent-
zündung u. a. angewandt wurden. Mir selbst haben die Dunsalbe
und Dunpillen gegen Rheuma und Anschwellung der Beine treffliche
Dienste geleistet, und ich bin überzeugt, dass nur sie allein mir
das Leben gerettet haben, als ich kurz vor Weihnachten von
einem schweren Schleim-Schlaganfall getroffen worden war. (10757a
Darmstadt, 3. Juni 1910.
Schwester K. Sedlmair.
Prospekte und klinisch-therapeutische Abhandlung kostenfrei
durch die Fabrik Hans Heiss, Darmstadt, Rossdörferstr. 22.
Bestandt.: Dun-Salbe Cerat. resin, pini 25, Cerrnt. Cetacel 25; O1. Jacor Aselli
15 Ger. Flav. 15 Bals. Ganad. 2: Mirrhs 0, 5; Grb. erv. dltr. 15, Titell.
ovi 25. — Dun-Pillen: O1 Arach. 6; Ol. Jecor Aselli 12; Cerat. res. pini 14
Cer, Flav. 12; Bals. Chnad, 1 5 Cerat Cetaccl 2; Seb. eerv fltr. 13; Vitell.
ori 135₰ Rad. 1g. 28. Dan-Züpfehen: Gerat. ros, pint 25; Gern 3f.
Miraß 0,3: Vittelt. r1.201, Gerat Gerael 35: 01. Jevor Auolt 15; Mel. 8.
Gels. Ganasl. 2
Frachtbriefe
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.
[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Nummer 123.
(1939m
a
n
oe Z
an Claloll m
600
Sport.
sr. Die erſten Verſuche mit einem
„Fliegenden Fahrrad” wurden am Donnerstag
unter offizieller Kontrolle auf dem Flugfelde von Juviſſy
ausgeführt. Dem bekannten Rennfahrer Lavalade gelang
es, einige Sprünge auszuführen. Er überſprang dann ein
in zehn Zentimeter Höhe gezogenes Band und
ſchließ=
lich dreimal ein Band von 20 Zentimeter Höhe. Seine
ſprunghaften Flüge erreichten eine Länge von 1,10 Meter.
— Der bekannte Weltmeiſterringer Paul
Pons ſoll, einem Telegramm zufolge in ſeiner
Heimatſtadt Soignes in Südfrankreich infolge einer
Blinddarmoperation geſtorben ſein. Er hat ein Alter von
48 Jahren erreicht.
* Der Zuſtand Wilbur Wrights, der, wie
be=
kannt, an Typhus erkrankt iſt, iſt einem Telegramm
zufolge, als hoffnungslos zu bezeichnen. Die Temperatur
iſt ſo in die Höhe geſchnellt, daß die Aerzte alle Hoffnung
aufgegeben haben.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 25. Mai. (
Börſenwochen=
bericht.) Die Börſen ſind bereits Samstag in die
Pfingſtferien gegangen, und ſo blieb der Verkehr am
Freitag, dem letzten dieswöchentlichen Geſchäftstag, in
engen Grenzen. Auch während der vorhergegangenen
Tage waren die Umſätze ſehr geringfügig, da man ſich
zeitig mit der Ultimoregulierung beſchäftigte. Die
Zins=
ſätze waren zwar bei etwa 4½ Prozent etwas hoch, aber
da ſich kein Stückeüberfluß zeigte, ſo machte das einen
guten Eindruck. Die Tendenz blieb im allgemeinen feſt,
beſonders der Montanmarkt auf die vom Nenen
Stahl=
werksverband beſchloſſenen Preiserhöhungen für Halbzeug
und Formeiſen. Es wurde auch von neuen
Verhandlun=
gen zur Syndizierung der B=Produkte geſprochen. Die
Warnungen des Berliner Staatskommiſſars haben
aller=
dings eine Hemmung der Aufwärtsbewegung in den
favoriſierten und überbezahlten Werten bewirkt. Eine
Ruhepauſe mag übrigens der inneren Geſundung der
Börſe nur vorteilhaft ſein. Bemerkenswert bleibt
jeden=
ffalls, daß die Urteile über die induſtrielle Konjunktur nach
wie vor durchaus günſtige ſind. So ſchreibt die Rhein.=
Weſtf. Zta. darüber: Wenn man ſich an die beſtehenden
Verhältniſſe hält, ſo ſind zurzeit in der Induſtrie
wenig=
ſtens noch keine Anzeichen für einen Umſchwung
vorhan=
den, im Gegenteil befinden wir uns augenblicklich erſt in
der Aufwärtsbewegung der Preiſe. Nachdem die glänzende
Beſchäftigung längere Zeit angehalten hat, fängt nun das
Preisniveau an, ſich dem Beſchäftigungsgrad anzupaſſen
und in den verſchiedenen Erzeugniſſen in die Höhe zu
gehen. Die Kaufluſt hat bis jetzt noch nicht nachgelaſſen
und der Auftragsbeſtand bei den Werken nimmt ebenſo
noch zu. Die Hoffnungen, daß unſere Reichsbank ihren
oſititelen Sahz ernaßzigen wird, ſind bieher unerfült
ge=
blieben und es ſind vorerſt auch keine Ausſichten dazu
vor=
handen, nachdem deren letzter Status eine weitere und
zu einer Herabſetzung des Diskonts erforderliche
Kräf=
tigung nicht gebracht hat.
Zu den Einzelheiten des Geſchäftsverlaufs übergehend,
haben Deutſche Renten weiterhin kleine Einbußen erlitten,
da die Neuemiſſion der 50 Millionen Mark bayeriſcher
Anleihe vielfache Abgaben veranlaßte. Der
Subſkriptions=
preis dieſer Anleihe läßt noch eine Marche gegen den
Tageskurs, fo daß an einem Erfolg nicht zu zweifeln iſt.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren die ruſſiſchen
mehr beachtet, aber auch Türken halten ſich recht feſt,
wäh=
rend Chineſen auf die bevorſtehende Anleihe niedriger
ſchloffen. Transportwerte lagen im ganzen ſchwächer,
ausgenommen Orientbahnen auf die guten Einnahmen,
infolge der Dardanellenſperre. Hamburger Paketfahrt
und Nordd. Lloyd konnten ſich bei Wochenſchluß befeſtigen.
Kauda ſind wieder in Berlin auf 259 zurückgegangen,
auf Gerüchte über Ernkeſchäden und
Verſtaatlichungsver=
ſionen.
Der Bankenmarkt iſt bei kleinen Umſätzen zumeiſt
ab=
geſchwächt. Gut behauptet blieben Darnſtädter Banz.
Mit Intereſſe wurde die Nachricht von dem bevorſtehenden
Eintritt des Oberſtaatsanwalts v. Heſſert in die
Verwal=
tung der Bank für Handel und Induſtrie (Darmſtädter
Bank) aufgenommen. Schaaffhauſenſcher Bankverein
waren bis 124½ gedrückt, auf eine angebliche Beteiliaung
an einer neuen Zahlungsſchwierigkeit im Berliner
Bau=
gewerbe; ferner wurde auch von Perſonalveränderungen
in der Direktion gerüchtweiſe geſprochen. Große Umſätze
zu erhöhten Kurſen fanden in Elektrizitäts=Aktien und
be=
ſonders in Allgem. Elektrizitäts=Geſellſchaft ſtatt, auf die
Erhöhung der Verkaufspreiſe einzelner Artikel um 10
Prozent. Niedriger waren Bergmann, bis 142½,
anläß=
lich der herannahenden Ausgabe der neuen Aktien. Von
Montanpapieren ſchließen Bochumer Gelſenkirchener und
Phönir höher; ſo blieb es ſtiller und eher matter.
Der Kaſſainduſtriemarkt hatte zwar keine großen
Um=
ſätze, jedoch der Grundton blieb gut behauptet. Kleyer bei
494 Moenus bis 300, Höchſter Farbwerke zu 608½,
Ba=
diſche Anilin bei 506 und Daimler=Motoren bis 274
ziem=
lich gehandelt. Oberurſeler Motoren ſtiegen bis 148.
Schwächer ſchließen Fahrzeug Eiſenach (122), Gritzner
Durlach (270), Aluminium (245) und Holzverkohlung
(312½), Akkumulatoren Berlin-Hagen variierten ſtark
zwiſchen 507—492—503½g. Privat=Diskont ½½/ Prozent
(in Berlin 4 Prozent).
Von Loſen notieren: Augsburger 35,10,
Braunſchwei=
ger 198,20, Pappenheimer 54.— Freiburger 74.—,
Tür=
kiſche 171,80, Genua 195.—, Ungariſche 374,—, Meininger
35.—, Venediger 42,— Mailänder 45=Fres=L. 135 (
nomi=
nell), Mailänder 10=Fres.=L. 31.70, Raab=Grazer Anr.=Sch.
38,—, in Reichsmark; Gothaer Prämie II 118 G., Donau=
Regulierung 148 (nominell) Madrider 75,—, in Prozent.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1921 unkündbar)
100,60, 3½proz. Reichs 90.— Sproz. Reichs 80,60, Aproz.
Heſſen von 1899 99,75. 4proz. Heſſen von 1906 99,90, 4proz.
Heſſen von 1909/09 99.50 G. 4proz. Heſſen (bis 1921
un=
kündbar) 100,50, 3½proz. Heſſen 88,80 G., Zproz. Heſſen
78,10, 4proz. Darmſtädter 98,50 G., Z½proz. Darmſtädter
89,50 6 Aproz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—2)
100,40 G., A4proz. Heff Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25)
100,50 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5)
89,30 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11)
89.40 G. 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12)
100,40 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14)
100,50 G., 5½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3)
89,50 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4)
89.40 G., Darmſtädter Bank 121¾. Südd. Eiſenbahn=
Ge=
ſellſchaft 124,50 G. Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz)
60 B. Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.)
75,40 B., Schramms Lack= und Farbenſabriken (Offenbach
a. N.) 2200 6, Ehemiſche Mihlheim a. M. Ga0
Schm=
tungbahn 135¼, South=Weſtafrika 156,—, Otavi=Anteile
92.—, Otavi=Genußſcheine 64,—, 4½proz. Ruſſen 100,25
4proz. 1880er Ruſſen 90,50, 4proz. 1902er Ruſſen 90.50
3 ¾proz. Ruſſen 88.—, 3½proz. Ruſſen 84,50, Zproz. Ruſſer
81,25, 4proz. unifizierte Türken 90,90, 4proz. Adminiſtra.
tions=Türken 83.70 G., 4proz konvertierte Türken vor
1905/1911 81,80, 4proz. Bagdadbahn 84 G., 5proz. Chineſer
100,20 G., 4½gproz. Chineſen 93,50, 5proz. Chineſer
(Tientſin=Pukow) 98,70, 5proz. Japaner 94,50, 4½proz
Japaner 89,75, Zproz. Buenos=Aires 71½.
Gewinnanszug
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterks.
5. Klaſſe. 12. Ziehungstag. 24. Mai 1912.
Auf jede genogene Kammer ſind wet gleich dohe Gewine
gefallen, und zwar je einer anf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und in.
(Ohne Gewchr. u. St.A. f. 30)
(Kahimnc verbeten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 10000 Mk. 56719 164594
8 Gewinne zu 5000 Mk. 59596 76493 138545 182921
72 Gewinne zu 3000 Mk. 6564 9648 13267 20055
25792 29607 32649 41248 42337 45734 50253 5297s
660a 56626 59109 6034d 64076 75666 79272 6902a
91266 95640 115200 120426 122482 126777 130301.
132911 135612 139820 147617 148215 152461 153524
182111 187434
96 Gewinne zu 1000 Mk. 2408 3857 6743 21877
26053 31549 31815 43355 45108 45576 47930 a0667
56461 58915 61381 72506 72589 75394 76868 81615
673g5 900es 100573 106952 11002a 1445 1100s
116201 119206 120227 120544 129758 133660 136239
141876 141981 142870 144053 144198 149413 156269
163450 166654 171401 173991 17543a 177166 162561.
172 Gewinne zu 500 Mk. 792 1773 3370 7243
8244 8460 10340 11055 11824 13052 20655 25031
25035 25206 25312 3010 31210 3g65l. 39271. 3ogas
41018 43021. 43069 46725 52624 54472 54660 55252
69217 63437 65144 66070 66621. 67463 67650 68660.
69327 80452 82661 82756 63518 84099 84906 87147
sodös 02250 94210 9518 9ra1 100225 101010 1005
104947 106846 113020 121608 123994 125640 125699
132813 137251 138428 136471 138965 139460 140178
140445 144664 146655 149701 153417 155103 155514
158605 165005 16612a 167450 172121 172502 11261s
17423d 176778 178837 181985 182551 169472
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
6 Gewinne zu 5000 Mk. 111056 131196 158501
58 Gewinne zu 3000 Mk. 10587 10652 22732 29538
3250 86093 5000 51807 51650 679r2 Sagss gem
66065 77105 79014 67274 108527 120001 12007
131008 135861 138534 143472 145014 154082 159474
160706 170727 16593d
88 Gewinne zu 1000 Mk. 1602 1957 4376 7998
19885 20332 24383 2a727 28173 29360 31792 33168
35495 37931 42203 43706 52441 55212 57698 6190s
73307 7a537 75152 61297 84902 9a22s 91205 101on
101485 106005 108546 111655 114651 116826 119862
121828 130571 131813 135486 152907 171305 173138
187349 187758
186 Gewinne zu 500 Mk. 1103 1821 2199 6219
9272 14010 14682 18725 19780 21517 23226 2471i
25366 27725 33860 33418 46486 48156 a9648 512m
56573 56254 66805 61439 63620 69256 69687 69927
70048 71955 73345 76934 77041 78368 79492 815
82596 82637 86636 86942 89218 89939 93104 93106
96761 98023 104019 104617 107705 110580 112533
112651 113128 113134 114303 114923 115845 115875
115946 116723 123062 125980 126105 126905 128889
134273 137308 138254 140777140839 143344 143839
147199 147723 149273 150419 154972 157283 168000
160042 161719 162289 162895 163714 169031 175895
179598 180611 183706 184944 166858 187489 188420
Pfungstädter Flaschenbiere in altbewährter Reinheit und Güte
Pfungstädter
Pfungstädter
Pfungstädter
Pfungstädter
„ Pilsner‟
„ Kaiserbräu‟
„„ Märzen‟
„ Bock Ale‟
Brauerei-Füllung
direkt vom Lagerfass
Bestellungen erbittet. man per Telefon, Amt Darmstadt Nr. 246
od. an die mit Plakaten gekennzeichneten Verkaufsstellen zu richten
Exportbrauerei J. Hildebrand, G. m. b. H.
(3114a
Pfungstadt.
Großer Gelegenneltskauf
in
Gardinen . Gardinenstoffen
Möbelstoffen . Brises Bises
33 und Congresstoffen 38
da solche wegen Aufgabe des Artikels
: total ausverkaufen:
Hur so lange vorrat reicht.
(9873a
Ludwigs=
Sebr.isosienty: platz:
Suehien & Heister
Liebigstrasse 48 DARMSTADT Telephon 1047
Ausführung von Wandplattenverkleiundgen,
Fuss-
bodenplattenbelägen in Ton. Mosaik- und
Zement-
platten, Asphaltbeläge, allen Beton- und
Eisenbefen-
arbeiten, lsolierungen, Holzpfiaster
Baumaterialien-Handlung
Wand- und Fussbodenplatten — Zement
Kalk — Gips — Karbolineum — Teer
lsolier- und Dachpappe usw.
(2297a
Gute Qualitäten!
Mässige Preise!
Billiger
Ausverkauf
Niemand verſäume dieſe
Gelegenheit!
3 hochf. Schlafzimmer hekl,
nußb., in Eichen u. lackiert, 1
Speiſe=
zimmer, eichen, 2 Küchen, natur
pitchepine u.lackiert, hochſ. Vertikos,
Schreibtiſch. Bücherſchrank,
Diwans, Chaiſelonaue,
Sofg=
umban, Trumeau, Flurſtänder,
Anszieh= u. Steatiſche,
Bett=
ſtellen mit Matratzen, 3
Näh=
tiſchchen, Büſtenſtänder,
Rauch=
tiſchchen, Hausapotheke.
Plüſch=
tiſchdecken, Bilder — alles neu,
prima Arbeit, zu jedem
annehm=
baren Preiſe abzugeben
Gartenſtr. 20, parterre.
Salos
— Extra=Ausleſe — (10578a
lals Stärkungswein für Kinder u.
Kranke ärztlich empfehl., empfiehlt
per Flaſche ohne Glas Mk. 1.—
G. Roth, Dieburgerſtr. 9.
Schulstr. 10
Telephon 71.
lose und in Packungen
in reicher Auswahl
immer frisch bei:
Stets erhalten Sie die
schwarz-weissen
Rabattmarken.
(11933if
Total-Ausverkauf
wegen Aufgabe d. Laden-Geschäftes
solider guter Schuhwaren
zu nochmals bedeutend herabgesetzten Preisen.
(11786a
Ernst-Ludwigstr. 21, I.
D. Herrmann.
wie neu, ſehr
Adler-Rad, billig zu verk.
Grafenſtraße 26.
(11774a
here, Benck, Saeſtug=An=
Gzüge, Zhlinder, zu verleihen Manderer-Rad, billig
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10073a 4429a)
(
Grafenſtraße 26.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
30 65.
Dienstag, 28. Maſ.
1912.
hat dem Bayeriſchen Landeshil
oten Kreuz in München die Erlaubnis erteilt. 700 Loſe einer am 15. Junt 1912
u veranſtaltenden Geldlotterie innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach
em von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen 180 000 Loſe
1,10 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem
heſſi=
chen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit des Vertriebs
er Loſe zur I. Klaſſe einer Kgl. Preußiſchen Votterie iſt Ankündigung, Ausgabe und
(11934
Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Vekauntmachung.
Der Kreis=Ausſchuß hat beſchloſſen, den Kreisangehörigen zur Pflege ihrer
Obſt=
aumpflanzungen, ſoweit möglich, den Kreis=Obſtbautechniker und die
Kreisbaum=
pärter gegen Zahlung einer Vergütung an die Kreiskaſſe zur Verfügung zu ſtellen.
Anträge auf Inanſpruchnahme des Kreis=Obſtbautechnikers oder eines
Kreis=
saumwärters ſind an Kreis=Obſtbautechniker Dorſch, Neckarſtraße 3, zu richten.
Die an die Kreiskaſſe zu entrichtende Vergütung iſt wie folgt feſtgeſetzt:
a) Für Inanſpruchnahme des Kreis=Obſtbautechnikers:
5 Mark für den danzen und 2,50 Mark für den halben Tag; ferner die
auf=
jewendeten Bahnfahrtkoſten;
b) Für Inanſpruchnahme eines Kreisbaumwärters:
3 Mark für den ganzen und 1,50 Mark für den halben Tag; ferner die
auf=
jewendeten Bahnfahrtkoſten.
Zu a und b kommen in Anſatz:
Bei Inanſpruchnahme bis zu 3 Stunden .
½ Tag
bei 3 und mehr Stunden . . 1 Tag.
Die Großh. Bülegermeſtereien der Landgemeinden werden beauſtragt, vorſtehende
Bekanntmachung zur Kenntnis ihrer Gemeindeangehörigen zu bringen.
(11812si
Darmſtadt, den 15. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: v. Werner.
Bekauntmachung.
Die Kreisſtraße von Arheilgen nach Baierseich im Zuge der Kreisſtraße
Darmſtadt-Frankfurt (von Arheilgen von km 4,8 ab bis zum Waldanfang, km 7,6
bei Baierseich) mit den auf dieſe Strecke aufſtoßenden Querwegen (ietztere dicht an
der Kreisſtraße) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter von Mittwoch, den
29. d. Mts. ab auf ca. 6 Wochen für ſämtliches Fuhrwerk (Geſpanne, Automobile,
Motorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung
den aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen, und zwar über Darmſtadt-
Gräfen=
hauſen-Mörfelden-Langen. Nach Maßgabe des Fortſchreitens der Pflaſterarbeiten
wird die bezeichnete Teilſtrecke wieder dem Verkehr übergeben.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
verordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
(11830a
Darmſtadt, den 22. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
icher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde. 1 ſchott. Schäferhund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
zelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(11932
zortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Die Bruſtſeuche unter den Pferden der 2. Eskadron des Garde=
Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. iſt erloſchen. (11931
Darmſtadt, den 24. Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung,
die Ausſtattung z weier Brautpaare betreffend.
Aus der Heinrich und Helene Keller=Stiftung ſollen an zwei
unbemittelte, unbeſcholtene, in der Stadt Darmſtadt bürgerlich
anſäſſige Brautpaare, nachdem ſolche am 4. September d. Js. ihre
kirchliche Trauung haben vollziehen laſſen, Beiträge zur Ausſtattung
überwieſen werden, die ſich auf etwa 325 Mk. für jedes Brautpaar
belaufen werden.
Die Auswahl der Brautpaare erfolgt durch die
Stadtverord=
neten=Verſammlung, nach Anhörung des erſten Geiſtlichen der
Re=
ligionsgemeinſchaft der aufgetretenen Bewerber.
Gehörig begründete Bewerbungen ſind bis längſtens 10. Juni
d. Js. bei mir einzureichen.
Darmſtadt, den 17. Mai 1912.
(11544ii
Der Oberbürgermeiſter:
J. B.: Mueller.
Verloſung von Schuldverſchreibungen
der Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind heute nachſtehende 3½ gige Schuldverſchreibungen auf den
Inhaber durch Verloſung zur Rückzablung berufen worden, nämlich:
I. Rückzahlbar am 1. September 1918n
Buchſt. V Abt. I zu 2000 Mk. Nr. 8, 69, 89, 220, 267, 330, 478,
518, 547, 645, 716, 721, 738.
II zu 1000 Mk. Nr. 12, 19, 43, 131, 148, 166, 358,
V
409, 419, 671, 685, 760,
III zu 500 Mk. Nr. 3, 12, 64, 103, 261, 279, 298,
353, 433, 459. 464, 504, 711, 780,
IV zu 200 Mk. Nr. 3, 11, 368, 383, 396, 399, 420,
V
432, 473, 506, 563, 640, 728, 730, 799, 874, 920, 930.
II. Rückzahlbar auf den 1. November 1912:
Buchſt. J. Abt. I zu 2000 Mk. Nr 84, 138, 174, 180, 251, 304, 392,
412, 482, 509, 556, 685,
II zu 1000 Mk. Nr. 3, 140, 152, 239, 240, 278, 373,
458, 518, 521, 639, 641, 772,
„ III zu 500 Mk. Nr. 62, 156, 157, 225, 232, 431, 452,
483, 484 556, 592, 625, 635, 748, 757, 846, 954,
IV zu 200 Mk. Nr. 16, 25, 126, 146, 161, 422, 441.
Die Einlöſung geſchieht bei der Stadtkaſſe Darmſtadt, ſowie
bei der Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt und Berlin
und deren übrigen Niederlaſſungen.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben
genannten Verfallterminen auf.
Die nachverzeichneten 3½’igen Schuldverſchreibungen ſind
bereits gekündigt, aber noch nicht zur Einlöſung gekommen, und zwar:
auf den 1. September 1907
Buchſt. V Abt. IV zu 200 Mk. Nr. 392,
auf den 1. Februar 1911:
Buchſt. II Abt. I zu 2000 Mk. Nr. 524,
II „ II zu 1000 Mk. Nr. 187,
auf den 1. Juli 1911:
Buchſt. K Abt. II zu 1000 Mk. Nr. 788,
„ 809,
IV
200
K
auf den 1. September 1911:
Buchſt. V Abt. II zu 1000 Mk. Nr. 647,
365,
500
III
930,
500
„ M „ III
auf den 1. Oktober 1911:
Buchſt. L. Abt. III zu 500 Mk. Nr. 2061,
„ A. Gaswerksſchuldverſchreibung) zu 200 Mk. Nr. 1243,
auf den 1. November 1911:
Buchſt. 3 Abt. II zu 1000 Mk. Nr. 532,
auf den 1 Februar 1912:
Buchſt. EI Abt. II zu 1000 Mk. Nr. 545,
II „ IV zu 200 Mk. Nr. 72 und 436.
Die Verzinſung dieſer Schuldverſchreibungen hat von den
an=
gegebenen Tagen ab aufgehört.
Darmſtadt, den 22. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
(11948id
Dr. Gläſſing.
Beſichtigung von
Mietwohnungen u. Feuerſtätten.
Die Wohnungs= und
Feuer=
ſtättenbeſichtigung findet
gegen=
wärtig im fünften Polizei=Revier
ſtatt.
(1148800o
Darmſtadt, 14. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller.
Hass 1A
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telefon 1679.
— (11128a
Schrei bmaschinen-
Arbei ten
Diktate
in separätem Raum
Verviel fältigungen
ohne Fettränd.
Zeugnis-Abschriften
schneI I-sauber
diskret-biIIig.
Sommerüberzieher
für kräftige Figur, modefarben,
gut erhalten, für 10 Mk. zu verk.
*111806) Saalbauſtraße 42, 1. St.
Cirme
in Flaſchen
à Mk. 1.—, 1.50 u. 2.50
Parket-
Wachs
weiß u. gelb, beſte Qualität
Terpentinöl garantiert
rein
Terpentin=Oel=
Sangajol Erſatz, billigſt
Parket-Bodan
Stahl-Spähne
fein, mittel und grob
Parket-Rose empfiehlt
Anton Fischer
Adler-Drogerie
Frankfurterſtr. 12/14, (6484a
I. Hess. Versich. geg-Ungezieter
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 1. Mai, und die folgenden Mittwoche, ſolange
Bedürfnis, von 5 Uhr nachmittags ab unentgeltliche Impftermins
im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene,
ſowie für ältere mit der Impfung im Rückſtand verbliebenen Kinder
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe. Kinder, die in dieſen Terminen nicht geimpft
wer=
den, ſind bis zum Jahresſchluß auf Koſten der Eltern impfen zu
laſſen, ändernfalls im Januar k. Js. die Nachholung der Impfung
binnen kürzeſter Friſt unter Strafandrohung angeordnet wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch
Erwach=
ſene auf ihren Wunſch und Kinder, die erſt im laufenden Jahre
ge=
boren ſind, auf Wunſch ihrer Vertreter geimpft.
In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als
50 Impfungen vorgenommen.
Kinder deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem
Impfarzt vorgeſtellt werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere
Benachrichtigung an die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten, wie
Schar=
lach, Maſern, Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus,
roſen=
artige Entzündungen oder die rnatürlichen Pocken herrſchen, dürfen
Impfliuge zum allgemeinen Te min nicht gebracht werden.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
(10185a
Darmſtadt, den 29. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Beugrasveriteigerung.
Dienstag, den 28. d. Mts., nachmittags 3 Uhe
beginnend, wird die Grasnutzung von der früher Böttinger’ſchen
Wieſe am Darmbach und dem ſtädt. Gelände an der
Gräfenhäuſer=
ſtraße, ſodann die Heugrasernte von der Pallaswieſe an Ort und
Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft an den bezeichneten Stellen.
(11810si
Darmſtadt, den 23. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter
Z. V.: Jaeger.
Gebirgshaferflocken krälie
Aromatisch!
1 Pfund 40 Pfg.
Alleinvertrieb für Darmstadt, unser Mitglied:
Reformgeschäft, Krista‟
Gesundheitliche Nahrungs- u. Genussmittel
Anton Braunwarth. — Fernspr. 971.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billgſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
Kür Hausbeſ. Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung ges.
Ungesieter beſond. zu empfehlen.
Aenßerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (10759a
Abonnements
auf
KanstAss
können jeden Tag beginnen. Ich liefere:
5 Pfd. täglich zu 16 Pfg.
10 Pfd. täglich zu 23 Pfg.
und bitte um Erteilung geschätzter Aufträge.
(10503a
J. Trautwein
Nieder-Ramstädterstr. 13 u. Frankfurterstr. 32. Tel. 111.
Weißes Leinen=Jackett
Parkesehöden
mit Einſ., wenig getr., für Mädchen i werd. gerein. Dieburgerſtr. 4. (5073a
von 14—15 Jahren billig zu verk.
Gutenbergſtr. 11, part. (11452t
Sohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V10582)-J. Müller, Kiesſtr. 20.
ut erhaltener Ladenſchrank,
Overteil Schiebetüren mit
Glas, Unkerteil Holzklapptüren
bill. zu verkaufen G. Armbrust,
Moderne Beleuchtungskörper von ersten Fabriken
für Gas u. elektr. Licht in allen vorkommenden Stilarten, vom
bürgerlichen Bedarf bis zur reichsten Auswahl, finden Sie in dem
Spezialgeschäft
Georg Keil, Elisabethenstrasse 36
unter der Möbelfabrik Ludwig Alter. — Telephon 769.
Vorhandene alte Beleuchtungskörper werden aufgearbeitet,
moderni-
siert, stehendes Gaslicht zu Hängegas (Grätzinlicht) umgewandelt, alte
Gaskörper zu elektr. Licht aptiert. Uebernahme von
Wohnungsum-
zügen für Gas, elektr. Licht und Badeeinrichtungen bei prompter,
billiger und reeller Bedienung. — Beleuchtungskörper werden nach
Entwürfen zu Fabrikpreisen angefertigt
(10593a
Gasherde
Syst. Prometheus
Beachten Sie meine Ausstellung!
Frdl. reelle Bedienung, anerkannt
billige Preise, prima Referenzen.
Gnhntehtanfant.
und Standöfen
ohne Lötfuge,
Flach-
u. Kugelform in 8, 10,
14 u. 18kar. Gold d.
Paar v. 10 bis 20 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Grössen stets vorrätig. (191.
L. Borné, Hoflieferant
Uhren, Gold- u. Silberware:
25 Ernst-Ludwigstrasse 25.
Ziehung 4. und 5. Juni.
5.
Kirchenbau-
d-költerle
zu Arnstadt, Thüringen.
3333 Geldgewinne ohne Abzug zus. M
Hauptgewinne M.
Einladung
zur freien Besichtigung meines Ausstellungshauses ohne jede Kaufverpflichtung.
Ich offeriere Ihnen bei nur erstklassigster Qualität zu folgenden billigen Preisen:
1 Los 1 M., Porto und Liste 20 Pf.
5 Lose 4.80 franko Porto und Liste
empfiehlt und versendet
Hamburg, Alstertor.
Erlano
gebr., unt. Garantie M. 350.−
Pianoforte-
Großhandig. ssarl Arloll
Ecke Erbacherstrasse.
is Kronleuchter
Mehrere ſehr gut erhalt., ſchmied
eiſerne Kronleuchter für größer
Räume u. alle Beleuchtungsarten
geeign., werden umſtändehalb ſehr
bill. abgeg. Mühlſtr. 11. (*13023sim
Ein
älteresädler-Motor-Zweirad
ſowie 1 ungebraucht. Germania=
Motorrad ſehr billig zu verkauf
August Engel.
B11579) Landskronſtr. 79.
Küchen:
Darmstädter Möbeleinrichtungshaus
Ludwig Stritzunger, Heinrichstr. 67
Kunstgewerbliches Etablissement für innenausstattung
Inhaber der hessischen Staatsmedaille für hervorragende Leistungen.
Lieferung franko.
Garantie: 10 Jahre.
(11s
Zur Beseitigung von
oesichts-u. Körperhaaren
Damenbart
ist
tatsäch-
lich das
beste Mittel
der Welt
„Subito‟
weil es die
Haare
sofort
schmerzlos
entfernt
radikal mit Wurzel
so dass ein Wiederwachsen
dieser Haare ausgeschlosen
ist. Keine Hautreizung und
besser alsElektrolyse. %=101.38
Garantie absol. unschädl.
SichererErfolg. Preis 3.50/.
Preisgekrönt gold. Nedalile. Melebantschr.
Versand diekret Nachn.
od. Voreinsnd. (auchBriefm.)
Friedrich Tillmam
Elisabethenstrasse 21.
Kunſt und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
Der Vorhang rollte empor, das Spiel begann.
Gewiß war das geniale Erſtlingswerk Schillers ſchon
weit beſſer gegeben worden! Gewiß hafteten dem Spiel
und der Ausſtattung manche Mängek an, und ſelbſt der
jugendliche Hofſchauſpieler Norbert, der ſich auf der kleinen
Provinzbühne die Sporen als Heldendarſteller verdienen
wollte, war noch kein vollendeter, reifer Künſtler — aber
im Allgemeinen bewährte ſich auch hier wieder das
künſt=
leriſche Geſchick des Direktors Brüggemann. Das geniale,
leidenſchaftlich=erfüllte Werk trug gleichſam die
Dar=
ſtellung und ließ über manche Mängel in der Darſtellung
hinwegſehen.
Die Schauſpieler taten ihre Schuldigkekt in vollem
Maße; namentlich das leidenſchaftlich durchglühte Spiel
Norberts riß das Publikum hin und entflammte es zu
wahrer Begeiſterung. Immer und immer wieder
muß=
ſen Norbert, Fräukein Meerſcheidt, und Direktor
Brügge=
mann vor der Rampe erſcheinen, der Direktor ſtrahlte im
berechtigten Triumphgefühl, Fräulein Meerſcheidt, eine
für jugendliche Rollen ſchon etwas ältliche Dame, lächelte
ſüß, und Ernſt Norbert verbeugte ſich ernſten Geſichtes,
die ſchmale, weiße Hand leicht auf die Bruſt gelegt.
Dieſer Norbert iſt ein großes Talent, hörte Elfriede
den Gymnaſialdirektor Kurdelbaum ſagen, der in der
Nebenloge ſaß. Er wird ſicherlich ſeinen Weg machen;
wenn er jetzt am Hoftheater auch nur kleine Rollen hat,
einſt wird er als Stern erſter Größe am Theaterhimmel
glänzen. Ich will nur wünſchen, daß er auf der rechten
Bahn bleibt.
Profeſſor Kurdelbaum galt als eine Autorität auf dem
Gebiete der Kunſt, hatte er doch ſelbſt einige hiſtoriſche
Dramen verfaßt, von denen eines ſogar am Hoftheater
aufgeführt worden war.
Wollen Sie Ihr neueſtes Werk nicht einmal an unſerem
Theater aufführen laſſen, Herr Profeſſor? fragte eine
andere Stimme.
Ich habe ſchon daran gedacht, entgegnete der
Pro=
feſſor. Doch bin ich davon zurückgekommen, da mein Werk
mehr als Feſtſpiel gedacht iſt. Ste wifſen, Dokkor, daß es
eine Epiſode aus der Geſchichte unſerer Stadt behandelt.
Ja, ich weiz — es ſpiekt in der Reformationszeit.
Ja, und es behandekt die Einführung der Reformation
in unſerer Stadt. Als Feſtſpiel in der Art der
Luther=
feſtſpiele würde es wohl am Platze ſein.
Ei, ſo arrangieren Sie doch ein ſolches Feſtſviel! Ich
ſtelle mich Ihnen gern zur Verfügung und Direkto
Brüggemann gewiß auch.
Ich werde es mir überlegen, lieber Doktor.
Die Herren verſtummten, da das Spiel von Neuem be
gann.
Nach der Vorſtellung befand ſich Elfriede in einen
Taumel der Gefühle, die ihr immer und immer wieder di
heißen Tränen in die Augen drängten und mit ſchmerzlid
ſüßem Schauer ihre Seele überrieſelten. Es war wie ein
neue Offenbarung von etwas Hohem und Heiligem über ſi
gekommen, dem ſie ſich willenlos, machtlos hingeben mußte
Aber nicht nur der Zauber der genialen, gewaltigen Dich
tung hatte dieſe Wirkung hervorgebracht, ſondern aud
etwas rein Perſönliches, das Elfriede ſich ſelbſt nicht zu
erklären wußte, miſchte ſich in dieſe Stimmung. Von den
Darſteller des Karl Moor ſchien ein Fluidum auszugeher
und ihre Seele und ihr Herz mit einem ſüßen Zauber zu
umſtricken. Wenn die großen, tiefernſten Augen Norberts
in den Zuſchauerraum ſchweiften, dann war es Elfriede
als fuchten ſeine Augen ihre eigenen, als begegneten ſid
ihre Blicke und ruhten im ſeligen Vergeſſen ineinander.
Die Loge, in welcher Fran Schulze mit Elfriede ſaß
befand ſich freilich ziemlich nahe der Bühne, und da die
Raumverhältniſſe des Theaters recht beſchränkt waren, ſo
war es durchaus nicht unmöglich, daß Norbert Elfriede ge=
Nummer 123₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Gegründet 1832f
Telephon 977
ſehen hatte. Beſonders zum Schluß der Vorſtellung hätte
Elfriede darauf ſchwören mögen, daß ſein Blick ihr
ge=
golten habe.
Er wurde zum ſo und ſo vielten Male herausgejubelt
und verneigte ſich ernſt dankend nach allen Seiten. Käthe
und Liſe Bangemann geberdeten ſich wie außer ſich vor
Be=
geiſterung, ſie lehnten ſich weit über die Brüſtung und
klatſchten mit vorgeſtreckten Händen. Elfriede kam dieſer
laute aufdringliche Applaus wie eine Entweihung vor, ſie
vermochte die Hände nicht zu rühren, ſtumm und ſtarr, mit
bleichen Wangen und glühenden Augen ſaß ſie
regungs=
los da.
Das eifrige Klatſchen der beiden jungen Damen im
erſten Rang veranlaßte Norbert, empor zu ſehen und ſich
mit einem leicht ironiſchen Lächeln auf den Lippen gegen
die Loge zu verbeugen. Doch plötzlich nahm ſein Geſicht
einen andern Ausdruck an, das Lächeln verſchwand von
ihm und machte einem Ausdruck der Bewunderung Platz.
Seine Augen ruhten eine kurze Weile auf dem blaſſen, ſo
ſeltſam erregten Geſicht Elfriedens, dann verbeugte er ſich
ernſt, trat in die Kuliſſen zurück, und war durch alles
Applaudieren und Rufen nicht mehr zu bewegen, nochmals
auf der Bühne zu erſcheinen.
Schlaflos verbrachte Elfriede die Nacht; wie im
Traume verrichtete ſie am Tage die ihr obliegenden
häus=
lichen Arbeiten; am liebſten ſaß ſie am Fenſter, die Stirn
in die Hand geſtützt, und verfolgte mit träumeriſch
ſinnen=
dem Blick den Flug der Wolken, die von dem feuchtkalten
Nordweſtwind gepeitſcht, in wilder, ſich überſtürzender Eile
dahinjagten.
Das Kind muß mehr Zerſtreuung haben, ſagte
Fried=
rich Wilhelm Schulze gutmütig und kaufte ihr zu jeder
Vorſtellung des klaſſiſchen Zyklus ein Billet.
Elfriede küßte dankbar die Wangen des Großvaters,
der ihr, ohne es zu wiſſen, den größten Dienſt erwieſen
hatte. Sie vermochte die Zeit kaum zu erwarten, daß die
Vorſtellungen begannen. Am Tage dieſer Vorſtellungen
war ſie in einer faſt übermütig luſtigen Laune, um aus dem
Theater mit erregtem Geſicht, glühenden Wangen,
leuchten=
den Augen heimzukehren, aber kaum imſtande, ein Wort
zu ſprechen.
Der gute Friedrich Wilhelm Schulze ſchüttelte
er=
ſtaunt das Haupt ob der Veränderung, die mit Elfriede
vorgegangen war; aber Frau Schulze war klüger, als ihr
Gatte; ſie begleitete ihre Enkelin öfter in das Theater und
bemerkte wohl, mit welch tiefem Intereſſe Elfriede das
Spiel Norberts verfolgte. Eine mißtrauiſche Natur, ſtets
geneigt, hinter idealer Begeiſterung eigenſüchtige, niedrige
Intereſſen und Abſichten zu vermuten, ohne Glauben an
wirkliche Reinheit des menſchlichen Herzens, ſchöpfte ſie
ſpfort Berdacht, daß die Begeiſterung Elfriedens für das
Theater eigentlich nur der Perſon des gefeierten
Schau=
ſpielers gelten könne. Sie beobachtete Elfriede mit
ſchar=
fen Augen, und da ſie nichts Verdächtiges entdecken konnte,
beſchloß ſie, vorläufig zu ſchweigen. Aber ſie konnte
den=
noch einige ſpitze, anzügliche Redensarten nicht unter=
drücken, die Elfrieden die Glut der Scham in die Wangen
trieben und ſie veranlaßten, ſich noch mehr in ſich
zurück=
zuziehen, als es bisher geſchehen war.
Das Gaſtſpiel näherte ſich ſeinem Ende. Elfriede dachte
mit Schrecken daran, daß dann wieder die traurige, öde
Zeit anbrechen werde, die durch nichts als durch
Kaffee=
geſellſchaften und ab und zu eine langweilige Tanzerei im
Kaſino unterbrochen wurde.
Da ließ ſich eines Mittags Doktor Blume melden, der
junge Lehrer, welcher bei der Vorſtellung der „Räuber”
mit dem Profeſſor Kurdelbaum in der Nebenloge geſeſſen
und das Geſpräch über das Feſtſpiel geführt hatte.
Frau Minna Schulze befand ſich noch im Negligee,
d. h. ein ſehr nachläſſiger und ſchmutziger Morgenrock
um=
hüllte ihre Geſtalt; ſie konnte ſich vor dem Beſuch nicht
ſehen laſſen, der ſomit von Herrn Schulze und Elfriede
empfangen wurde.
Herr Schulze, der den jungen Lehrer nur flüchtig vom
Kaſino her kannte, fühlte ſich durch den Beſuch ſehr
ge=
ſchmeichelt. Sehr höflich fragte er, womit er dem Herrn
Doktor dienen könne.
Ich komme im Auftrage eines Komitees, Herr Schulze,
entgegnete Doktor Blume, welches ſich vor einigen'Tagen
gebildet hat, um das neueſte Werk des Profeſſors
Kurdel=
baum in hieſiger Stadt zur Aufführung zu bringen.
(Fortſetzung folgt.)
vorm. A. Gaertler,
Spezialität:
Wandplatten
Ton- und Mosaikplatten
Wetterfeste Verblender
Wandbrunnen
Heizkörperverkleidungen
Kunstmarmor
Kächel-Oefen
Kamine
Dauerbrandöfen
Man verlange Offerte. — Prima Referenzen.
Ausführung von Reparaturen.
Aeltestes Spezial-Geschäft am Platze.
(7160a
Lieferung und Ausführung.
Damen-
Kopfwaschen
mit Frisur 1.00
„Ondulat. 1.50
aus St. Gallen sind eingetroffen.
Schön gestickte Roben, Blusen in verschiedenen Farben,
sowie ganz bestickte Stoffe, Roben- u. Blusenstreifen.
Stickerei für Wäsche.
Die Stickereien sind fein, die Farben waschecht.
Sehr billige Preise.
(11085a
Mühlstrasse 54,
Frau Christoph,
Woogsplatz,
Wilhelminenstr. 10
Telephon 2024.
11320a)
m. Hanſatturweren, 5155g
Im Abonnement für mindeſtens 30
aufeinander=
folgende Tage, welches jeden Tag beginnen kann, koſten:
(10762a
5 Pfund täglich 16 Pfg.
Klar-Eis iſt bei größter Kälteabgabe
am ſparſamſten im Gebrauch.
Fr. Schubkegel
B. M. Hachenburger
Landwehrſtraße 19, Tel. 750
Wilhelminenſtraße 31, Tel. 9
Fr. Stumpf, Hoflieferant
Lud. Fischer
Frankfurterſtraße 85, Tel. 869
Neckarſtraße 10, Tel. 103.
mit den
echten
der beste deutsche Wagen
Generalvertreter:
(9550a
Haas z Bernhard, Rheinstr. 19.
Ge
Mililonentach bewährt. —
Zu haben in
hian ene iat
nebeustchend
abgebildete
Schleilenmarke
und fordere ausdrücklich:
Brauns’sche Farben.
Antpet. . Zot.
Garten=Kies
Spezialität: uſw., ſowie alle
liefert H. Kaus, Grüner Weg 93,vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Telephon 1591.
(B8587) Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Meine Schaufenster sind sehenswert. Sie zeigen
stets die neuesten Erzeugnisse der Mode zu sehr
mäßigen Preisen. Spezialhaus für Damen-
Kon-
fektion HERMANN BERGER, Hoflieferant,
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage.
Werprobt,
derlobt
(5746a
[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mät 1912.
Nummer 125.
Spezial-Ausschank
Grosser schattiger
Münchener Löwenbräu
Mestawrant Gustar Schiz
Platanengarten.
Luisenstrasse 14.
Küche zu jeder Tageszeit.
(11675a)
Pilsner Urquell.
Burger-Keller
Nur noch bis Ende ds. Mts.
konzertiert
Michl Häpp
Tiroler Kapelle
Eintritt stets frei. Eintritt stets frei.
(11900a
Musik-Verein Darmstadt.
Sonntag, 9. Juni 1912 ffür die aktiven u. inaktiven Mitglieder
Familien=Ausflug
Alsbach-Alsbacher Schloß (Frühſtück)-AnerbacherSchloß-Anerbach
In Auerbach bei Weigold „Zur Bergſtraße, ½4 Uhr gemeinſames
Mittageſſen à 2 Mk. das trockene Gedeck. Abfahrt Hptbhf. 8.58,
(„Süd‟ 9.03), Rückfahrt ab Auerbach 8.39. Sonntagsbillet III. Kl.
Auerbach (85 Pfg.). Bei ſchlechter Witterung Abfahrt 1.07, (reſp.
1.12) nach Zwingenberg und kürzerer Gang nach Auerbach. Durch
Mitglieder eingeführte Gäſte ſind willkommen. Einzeichnungsliſte
liegt auf bis Freitag, 7. Juni, abends beim Hausmeiſter,
Stein=
ſtraße 24 (Telefon 970). Nächſte Chorprobe Freitag, 31. Mai.
Um recht zahlreiche Beteiligung bittet
Der Vorſtand.
(11947isd
Städtischer Saaibau.
Dienstag, den 28. Mai, abends 8 Uhr,
3. Pfingstfeiertag
Populäres Militär-Konzert
der ganzen Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 6
Leitung Herr Musikmeister M. Weber.
Aus dem Programm: Die vier preisgekrönten
Militär-
märsche der Woche‟. Suite aus der Musik zum „Rosenkavalier‟
von Rich. Strauss. Tonbilder aus „Siegfried” von Rich.
Wagner und „Carmen” von G. Bizet- u. a. m.
— Eintritt 30 Pfg.
NB. Bei ungünstiger Witterung findet das
Kon-
zert (Streichorchester) im Saal statt.
(11926
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897
Krankenkasse
für Beamte, Kaufleute und Gewerbetreibende
(eingeſchriebene Hilfskaſſe Nr. 3) zu Darmſtadt.
General=Verſammlung
am Sonntag, den 9. Juni 1912, vormittags 10 Uhr, im kleinen
Saale der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Vorſtandswahl. 3.
Statut=
änderung. 4. Verſchiedenes.
(11937a
Es ladet freundlichſt ein
Der Vorstand.
A.: Carl Kaiſer, Vorſitzender.
Hadprbannol.
Mittagessen von Mk. 1.50 an.
Vorzügl. Kaffee u. Kuchen
(Eigene Konditorei)
11794fi
Hunchner Hokprau — Heues Exboht
E. Niemann
Hoflieferant.
roßsärinerei Henkel 6. u. k. u. Harmstadt
empflehft sich zur Unterkaltung u. Anlase ven Gürten.
Besprechungen und Voranschläge kostenlos und
unverbindlich. — Schenswerfe Anlagen,
Gewächs-
u. Palmenhüuser Rossdörferstrasse 199, Tel. 297. (1394a
Wenn Sie
Gardine
in Leinen od. Tüllgebrauchen,
so benützen Sie den
Gelegenheits-
kauf!
Wir haben eine grosse
An-
zahl Leinengardinen im Preis
bedeutend zurückgesetzt
bis zu 50%
Besichtigung ohne
Kauf-
zwang.
Gardinen
aller Art.
Alover-Nets
in allen Farben, licht und
kochecht.
Bettdecken
Brise-bise
Mull
in bester Ausführung und
billigsten Preisen.
Hess. Gardinen- und
Stickerei-Manufaktur
Hehri Portane
Gesellschaft mit beschränkter
Haftung. (11082a
Tel. 1615. Bleichstr. 1c.
werd. ſchön u. billig
Hüte
garn., Altes verw.
10816a) Eliſabethenſtr. 49, Vdh., II.
Buchenſcheitholz!
kurz geſchnitten und geſpalten
la trocken (7001a
per Ztr. Mk. 1.30, frei Keller
Kari Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212
werden fachgemäß zu
konkurrenz=
los billigem Preis angefertigt.
Ausgekämmte Haare werden
ver=
wendet. Getragene Zöpfe werden
paſſend aufgefärbt.
(38
2.
Unterlagen
mit Haar v. 3 Mk. an
Chiguon v. 2 Mk. an
Bei Aufträgen wird die nötige
Anleitung zum Selbſtfriſieren ge=
(9083a
geben.
G. Kanzler
Marktſtraße 3.
Dampfreinigungsanstalt
(5949a
für
Betifedern u. Daunen
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Barchent, Feder-
und Daunenköper.
I. Böttinger
Hofſtallſtraße 6
(nächſt dem Mathildenplatz)
Tekephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes
Geſchäft dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten n.
Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.
Reformhosen
in Trikot und Satin
Direktoirhosen
in Trikot
(2295:
in Triko
Surnhosen u. eievle
für Damen und Mädchen
in grosser Auswahl billigst bei
Pnlripp 1ess
Schillerplatz 3
Darmstadt
Schillerplatz 5
gebrauchte, aber noch kabellſt
Shhanſenſter-Spiegerſchelen
je 1,44 X2,10 m, unten verziert, in Eichenholzrahmen 90/40 mm ſi
preiswert zu verkaufen. Nachrichten erbeten unter M 99 an
Expedition dieſes Blattes.
(1193
Zum Abonnement empfohlen:
Das Duch tul Jiiic
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
47. Jahrgang erſcheinende
:: illuſtrierke Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzüge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt :: :: :: viele prachtvolle Illuſtrationen,
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefke. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und=
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
(V8523
künſtleriſchen Illuſtrationen.
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu
richten: wo der Bezug auf Hinderniſſe ſtößt, wolle man lich. direkt
an unterseimnets. Aerlaasbuchhandlung in Stutigart. wanden,
Anion Deukſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Institat zur Vernichtung jegl. Ungeziefer
Darmstadt, Dieburgerstrasse 11
Inh.: Ch. Sehenk
Wanzen, Käfer, Mäuſe, Katten, Motten uſw.
vertilgt unter Garantie bei billigſter Berechnung
Beſtellung. erb. ſchriftl. od. Tel. 2067
Koſtenloſer Beſuch nach hier u. auswärts. (10533:
Eatfernen der MottenSchirmfabrik Schlüter,
aus Polſtermöbel ohne aufpolſtern
Kirchſtraße 27
unter Garantie billigſt (5252a
J. Frieß, Höbel. u. Tapeziergeschäft, Reparaturen u. Ueberziehen ve=
(7948a
Neue Kiesſtraße 43.
ſofort, billig und gut.
Nummer 128.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Seite 15.
Schulſtraße 10
1. Stock, 6—10 Zim., Bad,
Gas, Elekt., auf Wunſch mit
Gart., per 1. Okt. (10164imds
Soderſtr. 90, Ecke Beckſtr.,
roße 5 Zimmer=Wohnung m.
das, Bad u. allem Zubehör
als=
ald billig zu vermieten. Näh.
riesheimerweg 19, Kontor. (9777t
Iiktorigstrasse 96
hr ſchöne geräum. 5 Zimmerw. m.
eichl. Zubeh. p. 1. Juli z. v. (8059id
imer
Kiesſtraße 129
Stock, 4 Zimmer, Badez., Küche
tit Vorratsk., 2 Keller, Mädchenk.,
eranda, zu vermieten. Näheres
tiesſtraße 127, part. (11229oms
Grafenſtr. 35, Ecke Waldſtr.
u. 3. St., je eine 4 u. 5
Zimmer=
dohnung per 1. Juli oder ſpäter.
(11753a
äheres 2. Stock.
reundl. 3
Zim=
liftstr. 52, II. merwohnung
it Gas per 1. Juli.
7762t
Neue Ireneſtr. 63, 1. St., 3 Z. per 1. Juli zu verm.
Näh. daſelbſt 1. St. (10282t
Zimmerſtr. 5
chöne 3 Zimmerwohnung alsbald
u verm. Näh. part. (11575a
Zu vermieten p. Juli=Auguſt 1912
n der 3=Häuſergruppe Landgraf=
Heorgſtraße:
Im Eckhauſe Sackgaſſe Nr. 20
ie ſämtlichen Parterrelokalitäten,
ie Wohnungen in den
Oberge=
choſſen (je 3 Z. u. K.)
Im Zwiſchenhauſe Landgraf=
Seorgſtraße Nr. 34 die
Wohn=
ingen in den Obergeſchoſſen (je
Z. u. K.)
Im Eckhauſe Gr. Kaplaneigaſſe
Nr. 58 Laden mit Wohnung u.
I. Wohnung parterre (2 Z. u. K.).
Die Wohnungen in den
Oberge=
choſſen (von ie 3 Z. u. K. und
Z. u. K.). Nähere Auskunft bei
Harres & Barth, Saalbau=
(11046a
traße 79.
3= Zimmer=
Kaupstr. 51,
wohnung
u vermieten. J. Riegler,
Kaupſtraße 51.
(*12860mfo
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
= Z.=Wohnung per ſofort. (3660
Viktoriaſtr. 26, Stb. I., große
Zimmerwohn. mit reichl. Zubeh.,
Koch= u. Leuchtgas, p. 1. Juli z. vm
Näh. Vorderhaus, parterre. (9657id
Zimmer
Langgaſſe 11, 2=Zimmerwohn.,
Küche, Waſſerleitung, zu vermiet.
Näh. Waldſtraße 10, II. (*12968fi
Gartenſtraße 17, Seitenbau,
1 evtl. auch 2 Zimmer, Küche und
Keller ſofort zu vermieten. Näh.
Viktoriaſtraße 26, part. (11520id
DieWohnung. u. Geſchäftslokale
in der 3 Häuſergruppe an der
Landgraf Georgſtraße
Ecke Sackgaſſe u. gr.
Kaplanei=
gaſſe, ſind zu vermieten und im
Juli oder Auguſt cr. zu beziehen.
Nähere Auskunft bei Harres
Barth, Saalbauſtr. 79. (10838a
Schulſtraße 10
Büroräume zu vermieten.
Magazin, auch als Werkſtatt
verwendbar, Keller können
dazu gegeb. werd. (10165imds
Der von der Firma Zenner & Co.,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (11316oms
nebſt Magazin mit
Zell. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vernketen. Näheres Hügelſtr. 27,
Koſftor.
(8698od
Heinheimerſtr. 22, II. I., gro
Freundk gut möbl. Zim. (11353a
Karlſtr. 53, part., frdl. möbl
Zimmer zu vermieten. (11223oms
1. St., gut
Alexanderſtr. 4, möbliert.
Zimmer mit od. ohne Penſion
an 1od. 2 Herren zv. (11356oms
Kiesſtr. 66, II., möbl. Wohn=
Schlafzimmer mit Schreibtiſch und
Gas zu vermieten. (9911oms
Darmſtr. 14, I., möbl. Zim. mit
Schreibt., ev. Wohn= u. Schlafz. (11585g
Luiſenplatz 7, 2. St., ſchön. mbl.
Zim. an ſol. Herrn zu vm. (11435t
Bleichſtr. 45, I., möbl. Z., m.
od. ohne Penſ., a. f. 2 Herr. (11584a
Grafenſtr. 39, II., ſchön möbl.
Wohn= und Schlafzimmer
preis=
wert zu vermieten. (11401a
Teichhausſtr. 38, 1. St. links,
können zwei anſtändige Arbeiter
Schlafſtellen erhalten. (11534ids
Mühlſtr. 58, III., Kapelplatz,
gut möbl. Zimmer. (10207ids
Wieſenſtr. 9, Ecke Grafenſtr.,
ſchön möbl. Zim. p. ſofort. (10389ids
Karlſtr. 31, II., gr. gut möbl.
Zimmer bei ruhiger Familie per
1. Juni zu vermieten. (11709ids
Neue Schwanenſtraße 72, II.
zwei fein möbl. Zimmer an ſolide
Herren zu vermieten. (*12924dss
Luiſenſtr. 6, III., ſchön mbl. Z.
ſofort zu verm.
(10161t
Kiesſtraße 27, im Gartenbau
links, 2 gr. helle ſchön möblierte
Zimmer zu verm., Preis Monat
25 Mk., evt. auch einzeln. (11306t
Waldſtr. 32 möbliert.
Zimmer=
zu vermieten.
(11437t
Saalbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (11069t
Mathildenpl. 3, Stb. II., einf.
möbl. Z. ſof. m. Kaffee, 2,60 M. (115974
Penſion Eliſabethenſtr. 4, II.
ſchön möbl. Zimmer m. g. Penſion
zu bill. Preiſe zu verm. (11580a
Große Kaplaneigaſſe 16 zwei
möbl. Zimmer zu verm. (*12973fso
Landwehrſtr. 6, möbl.
Zimmer=
mit gut. Penſ. zu vm. (11821oms
Schützenſtraße 8, Hth., möbl.
Zimmer an Herrn od. Fräul., per
Woche 3.50 Mk. m. Kaffee. (*13044so
Friedrichſtr. 16, II., gut möbl.
Zim. in beſſ. ruh. Haush. (11863t
Ludwigſtr. 17, 2. St., 1 od. 2
möbl. frdl. Zimmer an ſol. Herrn
billig zu vermieten. (11874a
Hochſtr. 15, I., ſch. möbl. Zim.
mit od. ohne Penſion. (11777if
Heidelbergerſtr. 75, pt., möb.
Zimmer zu vermieten. (B11919ids
Wilhelmſtr. 51, pt., gut möbl.
Zim. m. Schlafk. p. 1. Junt. (11658a
Wilhelminenstr. 31
ſchön möbl. Zim. zu verm. Anzuſ.
mittags von 12—2 Uhr. (11481a
Grafenſtr. 24 frdl. möbl. Man
ardenz. a. Schüler od. Frl. (10522od
Landgraf Georgſtr. 70, 2. St.,
freundlich möbliertes Zimmer zu
vermieten.
(5584id
Mauerſtr. 15, einf. möbl. Zim
für 12 Mk. zu verm. (*13120if
Luifenſtr. 32, I., Vdh., kl. möbl.
Z. m. Kaff. a. jg. Mann. (*131211d
Gr. Ochſeng. 18frdl. möbl. Zim.
per W. 3 Mk. Näh. 1. St. (*13126
it
Eliern, die auf Reiſengehen,
erhalten für ihre Kinder ſorgſame
Penſion in einem Pfarrhauſe in
ſchöner Gegend Oberheſſens. Auch
erholungsbedürftige Kinder
wer=
den gerne aufgenommen. Knaben
kann Nachhilfeſtunden gegeben
werden. Gefl. Off. befördert die
Exy. ds. Bl. u. L114640ms
Gesucht
z. 1. Juli Martinſtr.
Herdweg=Gegend Stall
für Offz.=Pferd: auch Einzelſtand
mit Zubehör, Burſchengelaß nicht
erforderlich. Offert. mit Preis unt.
M79 an die Exp. d. Bl. (*13064si
Wleines Haus od. ſchöne 2—3=
Zimmer=Wohn. m. kl.
Werk=
tätte in freier ſonniger Lage zu
mieten geſucht. Gefl. Off. mit
genauer Preisangabe unt. M 81
an die Exped. d. Bl. (*13080sim
auf Sept. od. Zit
eſucht eine freundliche
od. 5 Zimmerwohnung mit
m Komfort und Zubehör, ev.
Offerten mit Preisangabe u.
Exped. d. Bl. (B11945im
S
n Maßkorſetten empfiehlt ſich
Frau E. Hof, Parcusſtraße 7,
2. Stock. Vertr. von 1. deutſch.
(*13036si
Maßkorſettenfabrik.
1eeMahdd-, Holig
Versand-Geschäft
abzugeben. Erforderl. ca. 400 Mk.
Offerten unter B. 52 poſtlagernd
Jugenheim a. Bergſtr. (11915si
Gutgehende Wirtſchaft
iſt zum 1. Juli ds. Js. an tücht.
kautionsfähige Wirtsleute zu
vergeben. Gefl. Anerbieten an
Brauerei W. Rummel
(11840sid
erbeten.
Wieſe
im Schneppenzahl, Flur 24, 51¾10,
53¾/10, 5900 am, per ſofort zu
erpachten. Näheres Holzhof=
(7845a
Allee 1, Kontor.
Eintamhrenhaus.
Im Geiſenſee 11, Ecke
Schieß=
hausſtraße, nach den Plänen des
Herrn Prof. Pützer ſolid u.
prak=
tiſch erbaut, mit 8 Zimmern,
4 Manſarden, Bad, elektr. Licht,
ſchönen Wirtſchaftsräumen im
Suterrain u. Zentralheiz., iſt ſof.
zu verkaufen oder zu vermieten.
Geſamtflächengehalt einſchl. des
Gartens 711 qm. Die
Beding=
ungen ſind günſtig geſtellt.
Wei=
teren Aufſchluß erteilt das
Immo=
biliengeſchäft Sebastian Eckler,
Rheinſtr. 9, Telef. 243. (11935a
Einfamilienhaus
mit allem Komfort, neu und ſolid
erbaut, in ſüdlicher Höhenlage,
ent=
haltend 12 meiſt große Zimmer,
Zentralheizung, elektr. Licht, Gas,
Küche mit beſ. Zugang, u. größ.
Garten, wird zu dem niedrigen
Preis von Mk. 63000 verkauft.
Uebergabe nach Wunſch. Weiteren
Aufſchluß bei der Firma Sebaſtian
Eckler, Rheinſtr. 9, Tel. 243. (9092a
Berrſchanl.
Bellßung
zu verkaufen.
Das Anweſen des verſtorbenen
Herrn Dr. Lochmann,
Saalbau=
ſtraße 70, direkt an den Garten
des ſtädtiſchen Saalbaues
an=
grenzend, wird dem Verkauf
unterſtellt, kann nach Wunſch
übernommen werden und beſteht
aus einem ſolid gebauten, auch
zum Alleinbewohnen geeigneten
Wohnhauſe von 15 Zimmern,
3 Kammern nebſt allem
Zube=
hör und einem ſelten ſchönen,
arkartigen Garten im
Geſamt=
flächengehalt von 2927 qm.
Von letzterem können 2
Bau=
ſtellen mit einer Straßenfront von
30 laufenden Metern abgeteilt
werden. Der Beſitz wird eventl.
auch getrennt abgegeben. Weiteren
Aufſchluß erteilt Intereſſenten
be=
reitwilligſt die Firma Sebaſtian
Eckler, Rheinſtr. 9, Tel. 243. (10526a
Verkauf von
Bauplätzen.
Von dem Gelände der ehemals
E. Merck’ſchen Fabrik zwiſchen
Soderſtr. u. Landgraf=Georgs=
Straße ſind Bauplätze in
ver=
ſchiedener Größe ſofort ſehr
preiswert und unter günſtigen
Bedingungen zu verkaufen.
Nähere Auskunft bei Harres &
Barth, Saalbauſtr. 79 und bei
Seb. Eckler, Rheinſtr. 9. (10580a
Hauskauf.
2½ oder 3 ſtöck. neuzeitl.
4 od. 5 Zimmerhaus mit all.
Zubehör u. Garten, in ſüdöſtl.
Lage, z. kaufen geſucht. Off.
mit Preisang. u. M 97 Exp.
(*131.
Kleines 2ſtöckiges
2 Zimmerhaus
hauch zum Alleinbewohnen, mit
kſchönem Garten, im ſüdl. Stadt=
(10373a
ſteil, zu verkaufen
Näheres Mühlſtraße 68, 1. St.
Landhaus
ſofort zu verkaufen.
Offerten unter L 11 an
Exped. ds. Bl.
(11261a
Gut rentierendes
Geſchäftshaus
gegen kleinere Villa an der
Berg=
ſtraße zu tauſchen geſucht.
Offerten unter M 98 an die
Ex=
pedition dieſes Blattes. (*13122ism
Ver besst
Schönes Landhaus für
7000 Mk. mit großem Garten
ſofort zu verkauf. Off. u. L 42
an die Exp. erbeten. (11418a
Bauplätze
im Südviertel.
In ſchönſter Höhenlage, zwiſchen
Ludwigshöh= und Götheſtraße,
ſind Bauplätze für freiſtehende
Häuſer in verſchiedener Größe zu
günſtigen Zahlungsbedingungen
ſehr preiswert zu verkaufen.
Näh. Auskunft bei Harres & Barth,
Saalbauſtraße 79.
(10760a
Bauplatz
ca. 300 qm, in nächſter Nähe
der Künſtlerkolonie, ſowie des
Oſthahnhofes, zur Errichtung
eines Sechszimmerhauſes (
ge=
nehmigte Baupläne vorhanden)
unter günſtigen Bedingungen
zu verkaufen. Nähere Auskunft
erteilt die Firma Julius Kahn,
Schulſtr. 15, Tel. 135. (K10547
Wer Geld braucht
erhält ſolches auf Wechſel,
Schuld=
ſchein, Mobiliar vorſchußfrei in
jeder Höhe, ſowie Hypotheken=
Ver=
mittelung ꝛc. durch E. Mauthe,
Vertreter R. Foege,
Riedeſel=
ſtraße 48, I. Sprechſt. von 9—12 u.
2—6, Sonntags v. 9—1 Uhr. (10808a
Baukapital zur=
9—10000 M. Fertigſtellung
eines Wohnhauſes geſucht. Offert.
u. M 75 a. d. Exp. d. Bl. (*13056sim
Wie ich eine
chicke Frau wurde?
Dadurch, dass ich meine
überall bewundert. Kleider
nur nach d. entzückenden
Favorit-Moden-Album,
Preis nur 60 Pf., wählte u.
nach den vorzügl.
Favorit-
schnitten leicht u. preiswert
selbstschneiderte. Favorit-
Mstr. sind einzig.
Hundert-
tausende benutz. nur diese.
Die Verbraucher erh. 1912
wertv. Jub.-Gaben. Präm.-
Liste gratis d. alle Agent,
Ferner empfohlen:
Jugend-Hoden-Album 60 Pf.
Favorlt-Handarbelts-Album 60 Pf.
Verlag: Internat.
Schnitt-
manufaktur Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz
Engl. Damenſattel preisw. z. v
Off. u. N3 a. d. Exp. (*1312
will meet at the Darmstaedter
Hof to-day at 8½ p. m. Mr.
Weiss will give us a lecture on
vegetarianism. Guests are
ad-
mitted free.
(*13130
wünſcht engliſch
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
Berlitz-School
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstrasse 19, II.
Telephon 613.
Englisch
Französisch
Italienisch
Spanisch
Russisch
Deutsch.
Von Juni bis Oktober
auf sämtliche Preise
15% Rabatt.
Prospekt und Frobestunde gratis.
Bureauzeit 9—1 u. 3
Zur (10555a
Maibowle
empfehle einen ausgezeichneten
EKperr-Apreiwent
per Flasche 30 Pfg. ohne Gl.
Dieburger-
G. Roth, strasse 9.
Der Militär-
Wohnungsanzeiger
Frühjahr 1912
iſt erſchienen und für
30 Pfg. in der
Expe=
dition des Tagblatt
zu haben. (10510t
Schlafzimmer
ſchwer eichen, ganz bill. abzugeb.
verſch. Trumeauxſp., Büfetts, mod.
Diwans, Flurgarderoben,
Schreib=
tiſche, Bücherſchr., Spiegelſchr.,
Kleiderſchr., Waſchkom., Ruheſtühle,
Vertikos, Bettſtellen, Matratzen,
kompl. Einricht. denkb. billigſt.
Eliſabethenſtraße 46, Vorderhaus,
part. Friedr. Holzer. (*13116
Gebr. Franzenl
Hesserschmiede u. Schleiferei
befindet sich jetzt (*1801
15 Gr. Ochsengasse 16.
ühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (1180a
Dachdeckerarbeiten
werd. prompt u. billigſt ausgeführt
11127a) L. Christen, Kaupſtr. 45.
Wlinder Mann empfiehlt ſich
im Flechten von Körben und
Stühlen. Arbeit wird abgeholt.
Gg. Treuſch, Eckhardſtr. 33. (10273a
Frau empfiehlt ſich im
Aus=
beſſern von Wäſche, Damen= und
(B9110
Herrenkleidern
Ludwigsböhſtraße 1½, 3. St.
Mit Obermeyer’s Medizinal Herba-
Seife verſchwinden nach zahlreichen
Anerkennungen
Geſichts
Ausſchlag, Pickel, Miteſſer,
Flech=
ten überraſchend ſchnell, wenn man
den Schaum in einer dünnen
Schicht abends eintrocknen läßt
und morgens abwäſcht. (11938fI
Medizinal Herba=Seife à Stck.
50 Pf., 30% ſtärk. Präpar. Mk. 1.—
zu hab. i. all. Apoth., Drog., Parfüm.
Aelteres allernſt. Fraulein
ſucht Anſchl. an ält. Dame zu
ge=
meinſchaftl. bürgerl. Haush. Off.
unt. N 2 an die Exp. (*13119ids
jähr. Waiſe, Deutſchamerika=
21 nerin, Tochter eines
Geſchäfts=
mannes, häuslich erzogen, große
Barmitgift, wünſcht baldige
Hei=
rat. Werte Anträge von Herren
(Vermögen nicht Bedingung)
er=
eten unter Postlagerkarte 4
Berlin 18.
(11941M
Sapager entſtogen.
Kleiner grüner Edel=Sittig
(roter Kopf) ſeit 20. Mai
ent=
flogen. Wurde zuletzt geſehen am
21. Mai Ecke Herdweg und
Hoff=
mannſtraße. Gegen hohe Beloh=
(*13124
nung abzugeben
Weyprechtstrasse 3.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Dortmund” 21. Mai
4 Uhr 30 Minuten nachmittags
von Neworleans nach Hamburg.
Dampfer „Moltke”, vom
Mittel=
meer, 23. Mai 6 Uhr morgens
in New=York.
Dampfer „Pennſylvania‟, 23. Mai
1 Uhr nachmittags von New=
York über Boulogne nach
Ham=
burg.
dampfer „Prinz Adalbert” nach
2 Philadelphia, 23. Mai 7 Uhr
morgens Dover paſſiert.
Dampfer „Viktoria Luiſe” nach
New=York, 24. Mai 7 Uhr
mor=
gens Dover paſſiert.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Mai 1912.
Fernsprecher 923 Darmstadt Rheinstrasse 6
I. Ein jährige Handelsschule mit vollem
Tages-
unterricht.
II. Halbjahrkurse zur Vorbereitung für den kaufm.
(11861a
Beruf.
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 13. August.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.
Karbader- und Hassugen
erhält man am gewissenhaftesten im
Hlgflehbadh
Landgraf Philipp-Anlage 62. — Telefon 835.
Spez. Kohlensäurebäder nach Patent Keller.
Unübertroffen an Kohlensäuregehalt, 10 K. M. 13.—.
Um recht rege Benutzung bittet
A. Anger.
11949a)
Garrenschlädche
in Gummi
Spezial‟-Qual. in rot, schwarz u. grau, m. Einl.
in den Normalstärken
13 16 19 22 25 mm I. W.
4½ mm Wandstärke
3 3½ 4
ℳ 1.30 1.85 2.55 2.85 3.70 per 1id. Meter
mit entsprechendem Rabatt. (10186a
Schlauchwagen, Rasensprenger,
— Strahlrohre etc. billigst.
Reparaturen defekter Schläuche. — Preislisten gratis.
Gebrader Viernenen
Darmstadt
Teleton 200.
in Treibriemen jeder Art;
Grosses Lager Maschinenölen, dtr. Imp.;
kons. Fetten; Putzwolle; Oeler;
Holzriemen-
scheiben „Flenders‟ Farben, Lacke etc. etc.
Neue
Luxuswage
u. gebrauchte Landauer, Halbverdecks,
Selbstfahrer, Jagd- u. Parkwagen sowie
fertige Luxus- u. Arbeitsgeschirre
Sämtl. Artikel für den Fahr- u. Reitsport
Grösstes Lager am Platze. (11024a
Sattlerei u.
H. Suchhammer Wagenbau
Elisabethenstraße 44.
Telephon 1214.
in nur bester
Quali-
tät. Für Haltbarkeit
der Borsten wird
weitgehendste
Ga-
rantie geleistet.
Parfümerie Gg. Frz. Frank
(6543a)
TTelephon 886.
Elisabethenstrasse 9.
Grafenſtraße 26.
wieneu,Ganarien, H. u. W., Zucht= u. Ein=
Hessen-Rad ſehr bill. A ſatzkäfige weg. Aufg. bill. zu verk.
(11832a 111289a) Hoffmannſtr. 5½, 3. St.
Nummer 123.
„Kansa
Allgemeines Handels-Institut
Heinrich Moeller.
Vergleiche zur Vermeidung
und Beendigung von Konkursen.
Bücher-Revisionen. 33
Bilanzprüfungen. 3
Gutachten.
Beratung in Steuerangelegenheiten. Vermögensverwaltungen.
Testamentsvollstreckungen.
Beratung in Beteiligungsangelegenheiten u. beiseriösen Gründungen.
Uebernahme von Treuhandfunktionen aller Art.
Ankauf.
:: Bevorschussung.
Einziehung von Forderungen (ohne Kostenvorschuss).
Schuckhardstr. 13.
Fernruf 476.
(9216a
Für die Frübeeren-Saison
Offeriere fortwährend friſche
Erdbeeren (Kronberger)
zum billigſten Tagespreis. (11805a
Ed. Türtmann
Telephon 1425. Grafenstr. 19.
Lieferungen nach allen Stadtteilen.
Läglich friſches Kalbsgekröſe,
Lungen, Leber, Herzen ꝛc.,
Hammelsbruſt, Hammelsbraten,
Kalbsbraten, gerollt.
Kalbsnieren=
braten in allen Größen vorrätig.
Spezialität: Gehackte
Kalbskotte=
letts in allen Größen vorrätig.
Louis Hein, Hofmetzger,
(10254a
Schuſtergaſſe 19.
Korsetten
Billigſter
Gelegenheitskauf!
nur nach Mlah
O. Manter-Rippert
Nachf.
Elisabethenstr. 12, II.
Tel. 1779. (1183a
Schagpfeifen
Tabakspfeifen
aller Art u. Preislagen,
nur erſtklaſſige
Fabri=
kate, ſämtl. Erſatzteile
u. Rauchartikel.
Pfeifen=
ſpezialiſt Fr. Marguth,
Darmſtadt, Marktſtr.3,
Ecke große Ochſengaſſe.
(10372a)
für Piäterinen leustraten
G
ist die beste
Grösste Reinheit und Ergiebigkeit.
Ohne Zusatz
sofort fertig zum Gebrauch
ergibt bei leichter Handhabung,
die prachtvollste Plättwäsche.
Pakete:½ Kilo, ½ Kilo, 2½ Kilo
In den melsten Geschäften.
n
Günstige Transportgelegenheit
bietet ſich demnächſt für
Umzüge
nach Richtung Heidelberg,
Mann=
heim, Karlsruhe, Höchſt a. Main,
(11574a
Frankfurt a. Main.
Tel, 2050. — Gutenhergſtr. 1.
Wer dort ? (11646a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(11048a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.
Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
nnt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (11936a
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telefon 479
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (8299a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
getrag. Herren=
u. Damenkleid.,
Ich kau
Schuhe. Zahle d.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (11785a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
alle Möbel, ganzeNachläſſe
Rauſk u. Einrichtungen, Pianos
u. Kaſſenſchränke Kurtz,
Pädagog=
ſtraße 2, Teleph. 1202. (11486a
Aufruf an Herrſchaften
und junge Leute.
Kaufe getr. Kleider, Schuhe, alte
Zahngebiſſe, Waff., ſow. Gold= u.
Silbergegenſtänd. Poſtk. gen. od.
Tel. 2085. Komme ſof. M.
Obſt=
feld, Kl. Bachgaſſe 7. (11837a
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(10303a
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr.3
hitend jed. Geſchmr entſpſcht
f. angef., ält. H. mod. umgear
Ludwigsplatz 8. Vdh., III. (14
Eine größere Partie Herren=,
Damen=, Knaben=, Mädchen= u.
Kinderſtiefel, ſowie alle Größen
Sandalen ſpottbillig
zu verkaufen
(11284a
Michael Fick, Schuhmacherei,
Holzſtraße 24.
Zanfe
höchste Preise
für getr. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Möbel u. dergl.
Poſtkarte genſgt. (*13129im
A. Hochmann,
Kleine Ochſengaſſe 16, Laden.
Fr