Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt von Homburg aus geſtern in
Ham=
burg, die Kaiſerin in Potsdam eingetroffen.
Geſtern fand auf der Hamburger Werft des „Vulkan”
der Stapellauf des Rieſendampfers „
Impera=
tor” der Hamburg=Amerika=Linie, des größten
Damp=
fers der Welt, ſtatt, bei dem der Kaiſer die Taufe
voll=
zog.
In Frankfurt fanden geſtern die
Grundſtein=
legung zu der neuen Kaiſerbrücke und die
Eröff=
nung des Oſthafens ſtatt.
Der öſterreichiſch=ungariſche Miniſter des Aeußern,
Graf Berchtold, hat ſich geſtern nach Berlin
begeben, wo er ſich zwei Tage aufhalten wird.
Auch in Oeſterreich=Ungarn wird eine
natio=
nale Sammlung zur Schaffung einer
Luft=
flotte veranſtaltet werden.
Das ungariſche Abgeordnetenhaus wählte
mit ſämtlichen Stimmen Graf Tisza zum
Präſi=
denten.
Bei dem von den Sozialdemokraten in Peſt
inſzenier=
ten Maſſenſtreik kam es geſtern zu förmlichen
Straßenkämpfen.
Sie portugieſiſche Kammer beſchloß die Auf=
Ahebung der Geſandtſchaft beim Vatikan.
Reichstagsvertagung.
— Der Reichstag hat ſich bis zum 26.
No=
vember vertagt, nachdem er in nahezu 70
Sitzun=
gen etwa dreieinhalb Monate verſammelt war. In
die=
ſer verhältnismäßig kurzen erſten Periode hat die im
Januar neu gewählte Volksvertretung nicht nur ſehr
wichtige Beſchlüſſe gefaßt, die Verhandlungen waren auch
mitunter ſo ſtürmiſch, daß mehr als einmal das
Damok=
lesſchwert der Auflöſung über dem Hauſe am
Königs=
platz ſchwebte. Zunächſt war es die Präſidentenwahl,
die eine Machtprobe nach der Richtung hin bildete, ob die
rechtsſtehenden oder die linksſtehenden Parteien die
Mehrheit haben. Man wußte zwar, daß es ſich nur um
wenig Stimmen handeln könne, aber die verſchiedenen
Abſtimmungen haben ſämtlich zu Gunſten der linken
Seite eine geringe Mehrheit ergeben. Der zunächſt zum
Präſidenten gewählte Zentrumsführer Dr. Spahn trat
ſofort zurück, weil der Sozialdemokrat Scheidemann
er=
ſter Vizepräſident geworden war und auch der
national=
liberale Dr. Paaſche mußte ſein Amt als zweiter
Vize=
präſident niederlegen. Die Folge war die Wahl des
Präſidiums Kaempf, Paaſche, Dove, das auch vier
Wo=
chen ſpäter beſtätigt wurde.
Wie immer nahmen auch in dem abgelaufenen
Seſſionsabſchnitt die Etatsberatungen einen breiten
Raum ein. Es wurde natürlich bei dieſer Gelegenheit
mehr über die vorangegangene Wahlſchlacht, als über
den Etat ſelbſt geſprochen. Bemerkenswert war beim
Militär=Etat der Zuſammenſtoß zwiſchen dem
Kriegs=
miniſter von Heeringen mit dem Zentrum, weil der
Mi=
niſter über die Duellfrage Anſchauungen vertrat, die im
Hauſe auf ſtarken Widerſpruch ſtießen. Auffallend ſchnell
wurden die Wehrvorlagen erledigt, da alle bürgerlichen
Parteien den Forderungen der Regierung zuſtimmten.
Die Deckungsfrage nahm dagegen mehr Zeit in Anſpruch,
aber auch hierüber verſtändigten ſich alle Parteien, mit
Ausnahme der Freiſinnigen und Sozialdemokraten,
ſo=
daß ſchließlich die Branntweinſteuervorlage gleichfalls
mit großer Mehrheit verabſchiedet werden konnte. Sehr
wichtig war ferner, daß der Reichstag ſich für die
Erb=
ſchaftsſteuer ausgeſprochen und daß der Schatzſekretär die
Vorlegung einer Beſitzſteuer zugeſagt hat. Wenn man
ſich erinnert, daß noch vor wenigen Jahren Fürſt Bülow
gehen mußte, weil er ſich für die Erbſchaftsſteuer zu ſehr
engagiert hatte, im Parlament aber für ſie keine
Mehr=
heit finden konnte, dann beweiſt dieſer Umſtand, daß der
Reichstag eine bedeutende Schwenkung nach links
erhal=
ten hat, wenn auch tatſächlich bei voll beſetztem Hauſe
ſich Rechts und Links ziemlich die Wage halten.
Nit Interpellationen hat ſich das Haus in den
ver=
floſſenen Monaten nur ſehr wenig beſchäftigt. Außer
dem Streik im rheiniſch=weſtfäliſchen Kohlenrevier, der
mehrere Sitzungen in Anſpruch nahm, war von großen
Intereſſe die nationalliberale Interpellation über die
bayeriſche Auslegung des Jeſuitengeſetzes. Man gab ſich
mit der Erklärung des Reichskanzlers, daß der
Bundes=
rat über dieſe Angelegenheit endgültig entſcheiden ſollte,
zufrieden und dieſen Beſchluß wird man abwarken
müſſen. Die Aufſehen erregenden Kaiſerworte über die
Aenderung der elſaß=lothringiſchen Verfaſſung führten zu
beſonders erregten Debatten, in denen hauptſächlich der
Ex=Vizepräſident Scheidemann hervortrat.
Eine weſentliche Aenderung erfuhr die
Geſchäftsord=
nung durch die Einführung der „Kurzen Anfragen”, die
zweimal. in der Woche der Regierung vorgelegt werden
können. Auch eine Reihe von Wahlprüfungen iſt bereits
erledigt worden. Die meiſten wurden für gültig erklärt,
nur in Hagenow=Grevesmühlen muß eine Neuwahl
ſtatt=
finden, weil die Wahl des konſervativen Abgeordneten
Pauli kaſſiert wurde. Beweiserhebungen wurden u. a.
be=
ſchloſſen für den erſten Berliner Wahlkreis, in dem
be=
kanntlich Präſident Dr. Kaempf mit ganz geringer
Mehr=
heit gewählt worden iſt. Für den verſtorbenen
Alters=
präſidenten Träger iſt der Führer der Fortſchrittlichen
Volkspartei Dr. Wiemer, der bei der Hauptwahl ſeinen
alten Wahlkreis Nordhauſen verloren hautd neu ins
Haus eingetreten. Nach der angeſtrengten Arbeit iſt den
Reichsboten die Ruhe bis zum November zu gönnen.
Die Verabſchiedung der Wehrvorlagen.
*⁎* Ein großes Werk hat der Reichstag endgültig
erledigt: die Wehrvorlagen ſind in dritter Leſung
ange=
nommen und gleichzeitig der Regierung Mittel und Wege
zur Beſchaffung der Gelder zur Deckung der Koſten
ge=
boten worden. Bei der hohen nationalen Bedeutung
des Werkes rechtfertigt ſich wohl ein kurzer Rückblick auf
die Entwickelung.
Als im vorigen Sommer die internationale Lage
ſehr ernſt geworden und der Friede bedroht war, da
rich=
tete ſich die Aufmerkſamkeit unſerer leitenden Kreiſe,
nachdem die Gefahr als überwunden gelten konnte, auf
unſere Wehr zu Lande und zu Waſſer, und man erwog
die Frage, ob denn dieſe Wehr noch den veränderten
Verhältniſſen, insbeſondere auch den neuen
Mächtekon=
ſtellationen gewachſen ſei und die Garantie gewähre, daß
Deutſchland Angriffen von jedweder Seite die Stirn zu
bieten vermöchte. Zwar war erſt kurze Zeit ſeit der
letzten Erhöhung der Friedenspräſenzſtärke des Heeres
und ſeit der Neuordnung unſerer Flotte vergangen, aber
als die Regierung die Notwendigkeit einer weiteren
Ver=
ſtärkung unſerer Wehrmacht feſtſtellte, da gab ſich in der
öffentlichen Meinung eine nahezu einmütige Zuſtimmung
kund, es herrſchte ein erfreuliches Verſtändnis aller
bür=
gerlichen Kreiſe dafür, daß der Friede nur dann geſichert
bleibe, wenn unſere Arme und Marine allen
Anforderun=
gen entſprächen. Die Zeiten, wo jede der Verteidigung
des Vaterlandes geltende Maßnahme auch bei einem
Teil der bürgerlichen Parteien Oppoſition fand, ſchienen
vorüber zu ſein, trotz aller Bedenken wegen der Koſten
zeigte ſich völlige Bereitwilligkeit, den Abſichten der
Re=
gierung zuzuſtimmen. Dieſe Bereitwilligkeit wurde noch
dadurch erleichtert, daß die Wehrvorlagen nur das
drin=
gendſt Notwendige forderten und das Hauptgewicht auf
Neuorganiſationen legten.
Am 22. und 23. April fand die erſte Leſung im
Reichstage ſtatt, worauf die Ueberweiſung an die
Bud=
getkommiſſion erfolgte. In dieſer wurden die Vorlagen
mit unweſentlichen Aenderungen gutgeheißen, und ſchon
am 10. Mai konnte die Heeresvorlage, am 14. Mai die
Flottenvorlage die zweite Plenarleſung paſſieren. Es
machte einen vorzüglichen Eindruck, daß die Annahme
en bloc erfolgte, nachdem nur die äußerſte Linke ihren
ablehnenden Standpunkt vertreten hatte. Die definitive
Verabſchiedung am Dienstag vollendete das bedeutſame
Werk, bei dem nationale Rückſichten einen ſo
willkomme=
nen Sieg über alle anderen Erwägungen davongetragen
hatten.
Dieſer Eindruck kann auch nicht dadurch abgeſchwächt
werden, daß bezüglich der Deckungsfrage manche
Schwie=
rigkeiten entſtanden. Aber auch hier wurde eine
befrie=
digende Löſung gefunden, die zugleich von einem
ge=
wiſſen Vertrauen zur Regierung zeugt. Jedenfalls
ge=
bührt dem Reichstage Anerkennung dafür, daß er mit ſo
viel Geſchick und Würde dieſer bedeutſamen nationalen
Aufgabe gerecht geworden iſt.
Deutſches Reich.
Der Dank des Kaiſers für die
An=
nahme der Heeres= und Marine=Vorlage.
Es wurde bereits angekündigt, daß der Kaiſer für die
glückliche Durchführung der Wehrvorlagen an ſeine
nächſten Ratgeber und erſten Vertreter der Forderungen
im Reichstag beſondere Auszeichnungen vorgeſehen habe.
Dieſe Verleihungen ſind nun erfolgt. Der Kaiſer verlieh
dem Reichskanzler das Kreuz der Großkomture des
königlichen Hausordens von Hohenzollern, dem
Staats=
ſekretär von Tirpitz die Brillanten zum Schwarzen
Adlerorden, dem Kriegsminiſter von Heeringen den
Schwarzen Adlerorden und dem Reichsſchatzſekretär Kühn
den Kronenorden erſter Klaſſe. Dem
Kolonialſtaats=
ſekretär Dr. Solf wurde der Stern zum Kronenorden
zweiter Klaſſe verliehen, dem früheren Gouverneur von
Deutſch=Oſtafrika, Frhrn. v. Rechenberg, der Rote
Adler=
orden zweiter Klaſſe mit Eichenlaub.
— Der Reichstagspräſident und der
Fall Scheidemann. Gegen den Präſidenten des
Reichstags Dr. Kaempf ſind wegen der Rede des Abg.
Scheidemann bekanntlich verſchiedene Angriffe gerichtet
worden, gegen die ſich jetzt die Freiſ. Ztg. auf Grund
des ſtenographiſchen Berichtes über die Freitagsſitzung
wendet. Das Blatt konſtatiert zunächſt, „daß die
mei=
ſten Angriffe auf Grund von durchaus unzuverläſſigen,
die tatſächlichen Vorgänge ganz falſch wiedergebenden
privaten Parlamentsberichten erhoben worden ſind”. Es
führt dann näher aus:
Es iſt in der konſervativen Preſſe moniert worden,
daß der Präſident erſt nachträglich, gewiſſermaßen unter
dem Druck des Exodus des Reichskanzlers und der
an=
deren Regierungsvertreter den Abg. Scheidemann
we=
gen ſeiner Beſchimpfung Preußens zur Ordnung gerufen
habe. Aus dem ſtenographiſchen Bericht ergibt ſich
je=
doch, daß dies nicht der Fall iſt. Dr. Kaempf hat ſofort,
nachdem der Auszug des Reichskanzlers erfolgt war,
erklärt: Ich habe mir den ſtenographiſchen Bericht über
die letzten Aeußerungen des Herrn Abg. Scheidemanre
be=
ſtellt, die ich von hier aus nicht völlig verſtanden habe.
Ich werde mir vorbehalten, ihn zur Ordnung zu rufen,
wenn das Stenogramm Aeußerungen enthalten ſolle,
die dies notwendig machen.‟ Dieſer Ordnungsruf
er=
folgte dann auch, nachdem Dr. Kaempf das Stenogramm
der Scheidemannſchen Rede erhalten hatte. Alſo nicht
aus Konvenienz gegen den ſozialdemokratiſchen Redner iſt
der Ordnungsruf unterblieben, ſondern, wie Herr Dr.
Kaempf gleich feſtgeſtellt hat, weil bei der herrſchenden
Unruhe auf dem Präſidentenſitze nicht jedes Wort
vr=
ſtanden werden konnte. Ferner wird in verſchiedenen
Preßorganen, u. a. in der Deutſchen Tageszeitung,
dar=
über ſtandaliert, daß der Präſident dem Abgeordneten
Scheidemann im ganzen ſechs oder ſieben Ordnungsrufe
erteilt, ihn aber nicht nach dem zweiten Ordnungsruf
auf die eventuellen Folgen (Entziehung des Wortes)
aufmerkſam gemacht habe. Nun geht aus § 46 der
Ge=
ſchäftsordnſung keineswegs hervor, daß der Präſident
nach dem zweiten Ordnungsruf unbedingt den Redner
auf die Folgen aufmerkſam machen und dann die
Ver=
ſammlung befragen muß, ob ſie den Redner noch weiter
hören will. Aber ſelbſt wenn man das außer Betracht
läßt — für den vorliegenden Fall kommt dieſe
Beſtim=
mung der Geſchäftsordnung gar nicht in Frage da Abg.
Scheidemann von dem Präſidenten während ſeiner Rede
überhaupt nur zweimal zur Ordnung gerufen worden iſt
und ſich nachher von der Ordnung nicht mehr entfernt
hat. Der dritte Ordnungsruf erfolgte erſt auf Grund
des Stenogramms der Scheidemannſchen Rede, nachdem
der Genoſſe ſeine Rede bereits beendet hatte. Aus
alle=
dem ergibt ſich, daß der Reichstagspräſident vollſtändig
korrekt vorgegangen iſt, und daß nicht der geringſte
An=
laß vorliegt, ſeine Geſchäftsführung zu rügen.
— Die deutſch=engliſchen
Beziehun=
gen. Das Juniheft der Monatsſchrift „Nord und Süd‟.
bringt eine Reihe von Artikeln aus der Feder
hervor=
ragender engliſcher Staatsmänner und Politiker, die
durchweg das Thema „die deutſch=engliſchen
Beziehun=
gen”, „die Entſpannung zwiſchen dem Dreibund und der
Tripleentente” in freundlichem Sinne behandeln, ſo von
Lord Haldane, Balfour, Bonar Law, Sir Frank
Lascel=
les, Baron Alfred Rothſchild.
Konferenz über Herabſetzung der
Altersgrenze. Nach dem Einführungsgeſetz zur
Reichsverſicherungsordnung hat der Bundesrat im Jahre
1913 die geſetzlichen Vorſchriften über die Rücklagen bei
den Berufsgenoſſenſchaften und im Jahre 1915 die
geſetz=
lichen Vorſchriften über die Altersgrenze zur erneuten
Be=
ſchlußfaſſung vorzulegen. Zur Vorbereitung für die
Ent=
ſchließungen des Bundesrats fanden im Reichsamt des
Innorn mit Sachverſtändigen der Bundesregierungen
Beratungen ſtatt, zu denen auch Mitglieder des Reichs=
tags, ſowie Vertreter der Berufsgenoſſenſchaften und der
Landesverſicherungsanſtalten eingeladen waren. Die
Be=
ratungen ſollten dazu beitragen, für die künftigen
Ent=
ſchließungen der geſetzgebenden Körperſchaften
einwand=
freie Unterlagen zu gewinnen, namentlich feſtzuſtellen,
nach welchen Richtungen die Sachverſtändigen und die
Beteiligten die Beſchaffung von ſtatiſtiſchem Material
für wünſchenswert hielten. In den Verhandlungen iſt
eine Uebereinſtimmung über die vorbereitenden
Unter=
ſuchungen erzielt worden. Die Erörterung von
Einzel=
fragen bleibt ſpäteren Verhandlungen vorbehalten.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
DieEinleitung einer nationalen
Sammlung zur Schaffung einer
Luft=
flotte nach dem Beiſpiel von Deutſchland, Frankreich,
Rußland und Italien ſteht unmittelbar bevor. Das
Mi=
niſterium des Innern hat die Genehmigung zu der
Sammlung in allen Kronländern bereits erteilt.
Präſidentenwahl im ungariſchen
Ab=
geordnetenhauſe. Am Mittwoch nachmittag
verkündete der Vizepräſident Beöty im ungariſchen
Ab=
geordnetenhauſe, daß zur Wahl des Präſidenten
geſchrit=
ten werde. Dieſe Erklärung wurde von der Oppoſition
mit großem Lärm und ſtürmiſchen Zurufen
aufgenom=
men. Der Präſident erteilte einigen Abgeordneten
Ord=
nungsrufe und verwies ſie wegen Widerſetzlichkeit an den
Immunitätsausſchuß. Als der erſte Stimmzettel in die
Urne geworfen wurde, ſtürzte Julius Kovacs (
Bauern=
partei) zur Urne und ſtieß dieſe zu Boden. Hierauf
ent=
ſtand ein unbeſchreiblicher Tumult und ein Handgemenge.
Verſchiedene Abgeordnete bemühten ſich vergebens, die
Ruhe wiederherzuſtellen. Der Präſident ſah ſich
genö=
tigt, die Sitzung zu ſuspendieren. Bei der
Wiedereröff=
nung ſchien ſich die Aufregung gelegt zu haben und die
Urne wurde wieder auf den Tiſch geſtellt. Die Oppoſition
verließ den Saal und die unterbrochene Abſtimmung
wurde fortgeſetzt. Von den Mitgliedern der
Regierungs=
partei, die im Saale geblieben waren, wurden ſämtliche
Stimmen (210) auf den Grafen Tisza abgegeben, der
hiermit zum Präſidenten gewählt iſt. In ſeiner
Eröff=
nungsrede ſagte Tisza, er werde ſtets mit dem
Pflichtge=
fühl und der Verantwortlichkeit eines ehrlichen Mannes
ſeines Amtes walten. Bezüglich der Obſtruktion ſagte
er, es gäbe kein Mitglied des Hauſes, welches ſich nicht
ſchon einmal verurteilend über die Obſtruktion geäußert
hätte. Man müſſe der Geſchätfsordnung ihren ſittlichen
und rechtlichen Inhalt wiedergeben, indem dieſe ſo
an=
gewendet werden ſoll, daß ſie die Ordnung in den
Be=
ratungen des Abgeordnetenhauſes ſichert. Die
Regie=
rungspartei bereitete dem neuen Präſidenten ſtürmiſche
Ovationen.
Frankreich.
Das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis.
Der ruſſiſche Botſchafter in Paris, Iswolski, wies in
einer Rede, die er in der Generalverſammlung der
Ruſ=
ſiſchen Handelskammer hielt, darauf hin, daß dieſe in
er=
ſprießlicher Weiſe die Bande zwiſchen den beiden ver
bündeten Ländern feſtige. Das franzöſiſch=ruſſiſche
Bünd=
nis ſei geradezu eine Lebensnotwendigkeit und verfolge
im weſentlichen ein friedliches Ziel. Der Botſchaſter
ſchloß mit der Verſicherung, die Regierungen würden
ihre Bemühungen fortſetzen, um den italieniſch=türkiſchen
Konflikt durch intimes Zuſammenarbeiten in
vollſtän=
diger Harmonie mit England, dem Freunde Frankreichs
und Rußlands, zu löſen.
England.
Die Reiſe Lord Haldanes nach Berlin.
Lord Haldane hat ſich wiederum auf acht bis zehn Tage
nach Deutſchland begeben. Es wird zwar ausdrücklich
verſichert, die Reiſe ſei rein privater Natur, ein bloßer
Erholungsausflug, und der Miniſter werde Berlin gar
nicht berühren, allein, da das gleiche bekanntlich auch bei
der früheren Gelegenheit verſichert wurde, ſo ſoll nicht
unerwähnt bleiben, daß der parlamentariſche Mitarbei
ter des miniſteriellen Daily Chronicle ebenſo
ausdrück=
lich erklärt, Lord Haldane gehe nach Berlin, werde dort
acht bis zehn Tage verweilen, und der gegenwärtige
Aus=
flug ſei die Folge der früheren Reiſe. Dabei wird die
Hoffnung ausgedrückt, daß bei dieſem neuen Beſuch die
Tafel ganz glatt und rein abgewaſchen werde, ehe der
Frhr. v. Marſchall ſeine Amtstätigkeit hier beginnen
werde. Mittlerweile ſei es von guter Vorbedeutung, daß
gegenwärtig die Beziehungen zwiſchen Downingſtreet und
der Wilhelmſtraße herzlicher und offener ſeien als je ſeit
zwei Jahren.
Die chineſiſche Anleihe. In Beantwortung
von Anfragen betreffend die chineſiſche Anleihe erklärte
der Staatsſekretär des Aeußern Sir Edward Grey im
Unterhauſe, obwohl die britiſche Regierung ihre
defini=
tive Unterſtützung leihe, ſchließe dies keinerlei pekuniäre
Verbindlichkeiten hinſichtlich der Anleihe ein. Die
Regie=
rung werde ihre Unterſtützung keiner Anleihe gewähren,
die nicht bindende Garantien vorſieht für die geeignete
Verwendung ihrer Erträgniſſe, ſowie für die Bezahlung
des Kapitals und der Zinſen. Das Uebereinkommen
werde ein finanzielles ſein und die einzelnen Gruppen
würden auch in jeder Kombination, die ſich immer bilden
mag, vertreten ſein. „Ich ſehe keinen Grund, irgend
welche Mißhelligkeiten zwiſchen den Mächten zu
befürch=
ten.” Grey fügte hinzu: Die Bedingungen der ruſſiſchen
Beteiligung an der Anleihe ſeien gegenwärtig
Gegen=
ſtand vertraulicher Verhandlungen zwiſchen den Mächten
und den beteiligten Finanzgruppen. Die britiſche
Re=
gierung würde ihre Billigung jeder Anleihe verſagen,
deren Bedingungen die Politik der offenen Tür in der
Mandſchurei und in der Mongolei für den britiſchen
Handel verletzten.
Portugal.
Die Aufhebung der Geſandtſchaft beim
Vatikan wurde von der Kammer mit 50 gegen 45
Stimmen beſchloſſen.
Schweden.
Der Bau eines Panzerſchiffes. Der
Staatsrat hat die vom Schwediſchen Panzerſchiffsverein
für den Bau eines Panzerſchiffes geſpendete Summe von
12 Millionen Kronen im Namen des ſchwediſchen Staa
tes angenommen. Der König teilte dies dem
Reichs=
marſchall brieflich mit und fügte hinzu, er und ſein
Königshaus wollten ebenfalls zur Stärkung der Wehr=
kraft des Landes beitragen und ſchenkte deshalb 1000
Kronen für das Panzerſchiff.
Amerika.
Aus Kuba. Ein Telegramm aus Santiago
Kuba beſagt: Die Situation in den kubaniſchen Provi
zen, wo jüngſt eine Negerverſchwörung gegen die Reg
rung entdeckt wurde, geſtaltet ſich raſch immer ernſt
Die Zahl der Neger, die allein in der Oſtprovinz zu i
Waffen gegriffen hat, wird jetzt auf über 500 geſchä
Eine Nachricht aus Havana beſagt, daß weitere Trupp
verſtärkungen nach der öſtlichen Provinz abgeſandt w
den ſind. Die Meldung beſagt weiter, daß das Schtr
gen der Regierung es unmöglich macht, von der Ar
dehnung des durch die Raſſengegenſätze hervorgerufer
Aufſtandes eine richtige Vorſtellung zu bekommen.
* London, 23. Mai. Die geſtrige außerorde
liche Konferenz des Bergarbeiterverba
des nahm eine Reſolution an, die gegen die Entſd
dungen der Lohnkommiſſionen in einigen Revieren pri
ſtiert. In einigen dieſer Entſcheidungen hätten
Mindeſtlöhne nicht die Sätze erreicht, die man nach
Erklärungen des Premierminiſters Asquith und ſei
Kollegen hätte erwarten können. Die Vorſitzenden ſä
licher Lohnkommiſſionen hätten bei Feſtſetzung der M
deſtlöhne für Akkordarbeiter ſich geweigert, den
Du=
ſchnittsakkordlohn des Reviers zugrunde zu legen.
Konferenz müſſe daher aufs Entſchiedenſte gegen die E
cheidungen proteſtieren und erwarte von der Regierr
ſofortige Schritte, um die gerügten Mißſtände zu beſe
gen. Die Konferenz beauftragte den Ausſchuß, eine
ſprechung mit der Kommiſſion nachzuſuchen.
Stadt und Land.
Darmſt adt, 24. Mai
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr.
vom 28. Mai, hat folgenden Inhalt: 1. Ueberſicht
von Großh. Miniſterium des Innern für das Jahr 1
genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der Bedürfn
der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes
Be=
heim. 2. Ueberſicht der für das Rechnungsjahr 1912
Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe der Gemeint
des Kreiſes Alsfeld genehmigten Umlagen. 3. Ueberſ.
der von Großh. Miniſterium des Innern für das
Ete=
jahr 1912 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung
Kommunalbedürfniſſe in den zu den Bezirken der
Fina=
ämter Friedberg, Hungen und Nidda gehörigen
meinden des Kreiſes Büdingen. 4. Ueberſicht der
Großh. Miniſterium des Innern für das Etatsjahr 1
genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfniſſe in
Landgemeinden des Kreiſes Mainz (mit Ausnahme
Gemeinde Ebersheim). 5. Bekanntmachung, Vermeſſung
und Vorarbeitenfür eine Nebenbahn von Bensheimn
Lindenfels betreffend.
* Militärdienſtnachrichten. Es wurden beförde
Leutnant Freiherr v. Malapert gen. Neufville und
Le=
nant Viktor Graf zu Sayn=Wittgenſtein=Berleburg,
Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr.
Leutnant Leo, im Infanterie=Regiment Prinz Karl
Großh. Heſſ.) Nr. 118, zu Oberleutnants: v. Mich
Fähnrich im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Gro(
Heſſ.) Nr. 115, und Tenner, Fähnrich im 5. Großhuc
Infanterie=Regiment Nr. 168, dieſer unter Verſetzung
Infanterie=Regiment Nr. 173, zu Leutnants mit Pal
vom 20. Mai 1910: v. Storch, char. Fähnrich im Gar=
Dragoner=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, zum Fä
rich; Brandenburg, Leutnant im 2. Großh. Heſſ. Fa
artillerie=Regiment Nr. 61, zum Oberleutnant; Pri
Unterarzt im Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Fa
Nach Schluß der Theaterſaiſon.
* Am Mittwoch iſt mit einer Aufführung des „
Flie=
genden Holländers” zu ermäßigten Preiſen und bei
aus=
verkauftem Hauſe die Theaterſaiſon
geſchloſ=
ſen worden. Auf Einzelheiten des Spielplans
wer=
den wir ſpäter noch zurückkommen. Der Abſchluß der
Saiſon bildet einen Abſchnitt in der Geſchichte unſeres
Hoftheaters, indem der langjährige Leiter des
Hof=
theaters, Herr Generaldirektor Geh. Hofrat Emil
Wer=
ner, in den Ruheſtand tritt und die Leitung des
Inſtituts an den bisherigen Oberregiſſeur am
Landes=
theater in Prag, Herrn Dr. Paul Eger, übergeht.
Ob=
wohl Herr Generaldirektor Werner erſt mit dem
Ein=
tritt des neuen Direktors in ſein Amt am 1. Juli d. J.
von der Leitung des Hoftheaters zurücktritt, iſt ſeine
Tätigkeit für die Oeffentlichkeit doch mit Schluß der
Sai=
ſon als abgeſchloſſen zu betrachten. Ein Rückblick auf
ſein Wirken als Künſtler und Leiter unſeres Theaters
iſt daher ſchon heute am Platze.
Emil Werner kam nach verſchiedenen
Engage=
ments an den Bühnen in Elbing, Ulm, Bromberg, Wien
und München im Jahre 1867 als junger, 22jähriger Künſt
ler an unſer Hoftheater und wurde als Nachfolger
Klä=
gers für das Charakterfach engagiert. 1881 wurde er
Re=
giſſeur und in der Saiſon 1888—89 übernahm er das Fach
der humoriſtiſchen Väter. Am 6. September 1892 feierte
er ſein 25jähriges Dienſtjubiläum, bei welcher
Veran=
laſſung er beſonderer Ehrungen teilhaftig wurde. Der
Großherzog verlieh ihm die Goldene Medaille für Kunſt
und Wiſſenſchaft, das Geſamtperſonal des Hoftheaters
und die „Genoſſenſchaft Deutſcher Bühnenangehöriger”
um die ſich Werner ſeit ihrer Gründung an dauernde
Ver=
dienſte erworben hat, der Verwaltungsrat des ſtädtiſchen
Spiel= und Feſthauſes in Worms ꝛc. ließen ihm
Ge=
ſchenke und Glückwunſchadreſſen überreichen. Am Abend
ſeines Jubiläumstages trat er als „Thimotheus Bloom”
in „Roſenmüller und Finke” auf und das Publikum gab
ſeiner Verehrung für den Künſtler in lebhafteſter Weiſe
Ausdruck. Am 1. Mai 1894 wurde Herrn Werner nach
dem Rücktritt Wünzers unter Verleihung des Titels
„Oberregiſſeur” die „Verſehung der Stelle des Direktors
des Großherzoglichen Hoftheaters und der Hofmuſik
übertragen, am 25. November 1895 erhielt er den Titel
„Hoftheaterdirektor” am 13. April 1897 wurde er zum
Direktor und am 25. November 1900 zum
Generaldirek=
tor des Hoftheaters und der Hofmuſik ernannt.
Anläß=
lich des 100jährigen Beſtehens des Hoftheaters wurde
ihm im Mai 1910 der Titel „Geheime Hofrat” verliehen.
Es werden noch viele unter uns ſein, die ſich gern
und mit größer Befriedigung des Künſtlers Emil
Wer=
ner erinnern, denn er war ein vortrefflicher Schauſpieler.
Sein „Nathan” z. B. konnte geradezu als eine ideale
Leißtung bezeichnet werden. Außer anderen Rollenchrat=
chen wir nur den Dorfrichter Adam (Zerbrochene Krug),
Shylok, Antonio (Taſſo), Pater (Renaiſſance), Buttler
(Wallenſtein), Vanſen (Egmont), Deſſauer (Anna=Liſe),
Piepenbrink (Journaliſten) zu nennen, und die
Erinner=
ung an dieſe prachtvollen Geſtalten wird wieder
lebhaf=
in uns aufſteigen. Nach Uebernahme der
Direktions=
geſchäfte zog ſich Werner leider mehr und mehr von der
Bühne zurück. Die letzte Rolle, die er geſpielt hat, iſt der
„Nathan” geweſen.
Es iſt eine große Summe von Arbeit, die Herr Geh.
Hofrat Werner in den 18 Jahren ſeiner
Direktionstätig=
keit geleiſtet hat. Das Amt eines Theaterdirektors iſt
ebenſo ſchwierig und verantwortungsvoll, wie
undank=
bar und aufreibend. Wenn auf jemand das Wort paßt,
daß er es niemandem recht machen kann, ſo iſt es der
Leiter eines Theaters. Wir wiſſen wohl, daß Herr
Wer=
ner es dem Publikum nicht immer recht gemacht hat
ebenſo aber iſt es uns bekannt, daß das Publikum über
alle Vorgänge am Hoftheater immer nur einſeitig
unter=
richtet worden iſt und den Schwierigkeiten, mit denen ein
Theaterdirektor im allgemeinen und Herr Werner im
be=
ſonderen zu kämpfen gehabt hat, nicht Rechnung getragen
hat. Er hat, zu ſeinem eigenen Nachteil, es immer
abge=
lehnt, den Weg in die Oeffentlichkeit zu betreten, teils
aus Grundſatz, teils auch, weil ſich die Interna eines
Theaters der Erörterung in der Oeffentlichkeit entziehen.
Der verantwortliche Leiter eines Theaters, der es allen
dem Publikum und den Künſtlern, recht macht, ſoll, wie
geſagt, erſt gefunden werden. Für die gewiß der Reform
bedürftigen Anſtellungsverhältniſſe und die ſoziale Lage
der Künſtler überhaupt kann ein einzelner Direktor nicht
verantwortlich gemacht werden, die Gegenwart rechnet
mit den gegebenen Verhältniſſen.
Viele von den Maßnahmen der Leitung des
Hof=
theaters, die vielleicht nicht immer verſtanden und
ge=
billigt worden ſind, ſind durch die leidige Finanzfrage
bedingt worden, und es iſt ein großes Verdienſt des
ſchei=
denden Direktors, die ſchwierige Frage — und es war
wohl die ſchwierigſte — der Vereinigung des
künſtleri=
ſchen und des finanziellen Prinzips gelöſt zu haben. Ob
und wie ſich dieſe Frage, die die brennendſte zu ſein
ſcheint, fernerhin löſen läßt, muß erſt die Zukunft lehren
Der Beſuch des Theaters ſpielt hierbei eine wichtige
Rolle. Ob, wie allgemein behauptet wird, der Beſuch des
Hoftheaters in den letzten Jahren zurückgegangen iſt, läßt
ſich ſicher nur aufgrund ſtatiſtiſchen Materials feſtſtellen.
Daß unſer Publikumkein Interſſemehrfür das Theaterhabe,
iſt mehrmals widerkegt worden und wird durch die
Vor=
ſtellungen zu ermäßigten Preiſen, die faſt regelmäßig vor
ausverkauftem Hauſe ſtattfinden, jedes Mal von neuem
widerlegt. Aus den Kreiſen des zahlungskräftigen
Pu=
blikums, das die Abonnenten ſtellt, iſt Klage darüber
ge=
führt worden, daß durch den Umbau des Hoftheaters
viele Logenplätze verloren gegangen ſeien, da für ſie nur
die wenigen vorderen Plätze der Balkonlagen in Be=
tracht kommen können, während die hinteren mind
wertig ſeien, der erſte Rang aber durch den Umbau deg
diert und die Plätze verhältnismäßig zu teuer ſeien.
folgedeſſen hätten ſich viele alte Abonnenten, die frü
daran gewohnt waren, eine Loge für ſich zu haben,
zur=
gezogen. Es läßt ſich nicht in Abrede ſtellen, daß d
Einwendung eine Berechtigung hat.
Ob das Repertoire an dem etwaigen Rückgang
Beſuches die Schuld trägt, iſt außerordentlich ſchi
feſtzuſtellen. Der Geſchmack und das Intereſſe des
blikums, denen Rechnung getragen werden ſoll, ſind
außerordentlich verſchieden, und die Rückſichten, die
Hoftheater bei der Aufſtellung des Spielplans nehr
ſoll, ſind ſo vielſeitiger Art, daß die Frage mit d
Schlagwort „modern” oder „nicht modern” nicht zu l5
iſt. Aufführungen moderner und modernſter Stücke
oft ebenſo ſchlecht beſucht geweſen, wie die klaſſiſe
Stücke. Dem Zeitgeſchmack ſind eher zu viele, als
wenig Konzeſſionen gemacht worden.
So weit unſere Beobachtungen reichen, hat ſich
Beſuch des Publikums mehr und mehr auf die billig
enorm beſuchten Volksvorſtellungen abgeſchoben, die
häufiger geworden ſind als in den früheren Jahren 1
vielfach von dem Publikum beſucht werden, das früher
den feſten Abonnenten gehört hat.
Einen Wunſch aber möchten wir ſchon heute a
ſprechen, nämlich, daß das Künſtlerperſonal nicht zu h
fig und nicht ohne zwingende Gründe gewechſelt und 1
ſucht werden möge, bewährte und beliebte Kräfte
halten, wenn möglich mit pekuniären Opfern, wobei al
dings vorausgeſetzt wird, daß ſolche gebracht wer
können. Wir können leider nicht verhehlen, daß
berechtigten Wünſchen der Kritik in dieſer Hinſicht
auch bei dem Engagement neuer Kräfte nicht immer e
ſprochen worden iſt.
Herr Geh. Hofrat Werner hat unſer Hofthec
unter ſehr ſchwierigen Verhältniſſen auf der künſtleriſc
Höhe zu halten verſtanden, die ſeiner Vergangenheite
ſpricht. Was unſer Hoftheater leiſtet, wird erſt von der
recht gewürdigt, die in der Lage ſind, Vergleiche
anderen Theatern anzuſtellen. Nicht auf Kleinigkei
und einzelne Leiſtungen kommt es dabei an, ſondern
den künſtleriſchen Geiſt, der das Ganze beſeelt. Es
eine bekannte Tatſache, daß die meiſten Tadler un
denen zu finden ſind, die das Theater nicht beſuchen.
Wir wünſchen Herrn Geh. Hofrat Werner, der, du
vielfache ehrende Beweiſe des unbegrenzten
Vertrau=
ſeines Herrn ausgezeichnet, achtzehn Jahre lang das
ſtitut an erſter Stelle geleitet und ſich bleibende Verdier
um dieſes erworben hat, die erſt die Zukunft in ih
ganzen Bedeutung würdigen wird, daß er, der Bü
ſeines verantwortungsvollen Amtes enthoben, pro
negotiis einen heiteren und glücklichen Lebensabend’ v
leben möge!
rrtillerie=Regiment Nr. 25, zum Aſſiſtenzarzt; Freiherr
Truchſeß von und zu Wetzhauſen, Rittmeiſter beim Stabe
es Großh. Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18, zum Major,
vorl. ohne Patent; Godeffroy=Faerber, Rittmeiſter und
Eskadronchef im Huſaren=Regiment Nr. 10, zum überz.
Najor (früher im Großh. Dragoner=Regiment Nr. 23):
ſon der Schulenburg, Oberſt, beauftragt mit der Führung
der 13. Kavallerie=Brigade, wird zum Kommandeur
die=
er Brigade ernannt (ſeither Kommandeur des Großh.
Dragoner=Regiments Nr. 23); Witt, Oberſtleutnant z. D.,
ugeteilt dem Generalkommando des 14. Armeekorps, mit
der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform des
Infanterie=Regiments Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr.
18, von ſeiner Dienſtſtellung enthoben; Melchior,
Oberſt=
eutnant z. D. und Kommandeur des Landwehrbezirkes
Offenburg, wird dem Generalkommando des 14.
Armee=
orps zugeteilt (früher im 5. Großh. Heſſ. Infanterie=
Re=
ziment Nr. 168); Spangenberg, Major beim Stabe des
Füſilier=Regiments Königin (Schleswig=Holſteiniſches)
Nr. 86, zum Oberſtleutnant befördert (früher im
Infan=
erie=Regiment Nr. 168); von dem Kneſebeck,
Oberleut=
rant im Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feld=
Urtillerie=Regiment Nr. 25, unter Verleihung des
Cha=
akters als Hauptmann und Ausſicht auf Anſtellung im
Zivildienſt, der Abſchied bewilligt. Im
Beurlaub=
enſtande werden befördert: Steinmetz,
Vize=
feldwebel (St. Wendel), Lange, Vizefeldwebel (I
Ham=
durg), zu Leutnants der Reſerve des Leibgarde=
Infan=
terie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115; Schuſter,
Vize=
feldwebel (I Darmſtadt), Becker, Vizefeldwebel (I
Ham=
burg), zu Leutnants der Reſerve des Infanterie=Regts.
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116; Muhl,
Vize=
feldwebel (I Darmſtadt), zum Leutnant der Reſerve des
Infanterie=Regiments Prinz Karl (4. Großh. Heſſiſches)
Nr. 118; Dr. Ruez, Dr. Schlick, Oberärzte der Landwehr
1. Aufgebots (Worms), zu Stabsärzten; Mayer,
Veteri=
när der Reſerve (Worms), zum Oberveterinär. Der
Abſchied bewilligt: Meyer, Oberleutnant der
Landwehr=Infanterie 1. Aufgebots (I Darmſtadt),
Wen=
zel, Oberleutnant der Landwehr=Kavallerie 1. Aufgebots
(Gießen), beide mit der Erlaubnis zum Tragen der
Land=
wehr=Armee=Uniform; Gildemeiſter, Oberleutnant der
Landwehr=Feldartillerie 2. Aufgebots (I Darmſtadt);
Plagge, Leutnant der Landwehr=Infanterie 2. Aufgebots
(II Darmſtadt).
** Der ruſſiſche Botſchafter Graf von der Oſten=Sacken,
der, wie geſtern gemeldet, in Monte Carlo im Alter von
32 Jahren geſtorben iſt, war, bevor er auf den Berliner
Poſten berufen wurde, 14 Jahre in München Geſandter
und vorher ſehr lange Zeit, bis zum Jahre 1881,
ruſſi=
ſcher Miniſterreſident in Darmſtadt. Es war
die Zeit, wo der Zar Alexander II., der mit der Tochter des
Großherzogs Ludwig II., Prinzeſſin Maria, vermählt
war, regelmäßig einige Monate in Jugenheim an der
Bergſtraße zuzubringen pflegte. Vor einigen Jahren
ver=
lor der alte Herr ſeine Gemahlin (geb. Gräfin von der
Oſten=Sacken) und da auch Krankheit ihn befiel, mußte er
ſich von der äußeren Repräſentation mehr und mehr
zurück=
ziehen. Von qualvollem Leiden hat ihn jetzt der Tod
erlöſt.
g. Strafkammer. Der 25jährige Kaufmann Adolf
Ktatſchmer aus Weiler ließ ſich im Auguſt 1909 von
der Firma Jonas u. Cie, in Berlin eine goldene Uhr im
Werte von 245 Mark ſenden. Den Betrag verpflichtete er
ſichein monatlichen Raten von 14 Mark abzuzahlen. 50
Mark hatte er auch abbezahlt, als er dann aber ſeine
Zah=
lungen einſtellte, verlangte die Firma die Uhr zurück, da
ſie dieſelbe auf Eigentumsvorbehalt gegeben hatte. Der
Angeklagte hatte jedoch die Uhr einem Bekannten zur
Hochzeit geſchenkt. Da alſo der Angeklagte einen
Gegen=
ſtand verſchenkt hatte, der noch nicht in ſein Eigentum
übergegangen war, und die Firma dadurch geſchädigt
hatte, wurde er vom Schöffengericht wegen
Unterſchlag=
ung zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. K. legte Berufung
gegen das Urteil ein und behauptete, zum Verſchenken der
Uhr berechtigt zu ſein, da in dem Katalog angegeben war,
die Firma liefere Geſchenk= und Gebrauchsgegenſtände. Es
hätten ſich zwei Bekannte von ihm ebenfalls verpflichtet,
zu den Ratenzahlungen beizutragen; da jedoch beide
ſpäter abreiſten, war er nicht in der Lage, die Zahlungen
einzuhalten. Die beiden angegebenen Zeugen wiſſen
je=
doch gar nichts von der Uhr und haben ſich
ſelbſtverſtänd=
lich auch nicht zur Zahlung verpflichtet. Der Berufung
des Angeklagten gibt die Strafkammer ſtatt, hebt das
Urteil des Schöffengerichts auf und ſpricht den
Angeklag=
ten von der Beſchuldigung der Unterſchlagung frei. Es
ſei nicht widerlegt, daß er durch die Bezeichnung im
Ka=
talog „Verkauf zu Geſchenkzwecken” in den Glauben
ver=
ſetzt worden ſei, daß er die Uhr verſchenken dürfe.
Auf eine ganz verwerfliche Art ſuchte der 32jährige
Schuhmachergeſelle Georg Emil Ehrlinger aus
Reich=
mannsdorf in Bayern, der geſtern vor der hieſigen
Straf=
kammer ſich wegen Diebſtahls zu verantworten hatte,
die=
ſen Verdacht von ſich auf einen Unſchuldigen abzulenken.
Der Angeklagte hat bereits mehr als 10 Jahre hinter
Ge=
fängnis= und Zuchthausmauern verbracht und hatte auch
in Dieburg ſchon einmal eine Gaſtrolle gegeben. Im
September 1911 kam er hierher zurück um aber nicht
er=
kannt zu werden, legte er ſich einen falſchen Namen bei.
Unter dieſem falſchen Namen bekam er auch Beſchäftigung
bei dem Schuhwarenhändler Franz Scherer III., dem er
nach und nach 20 Paar Schuhe im Werte von 200 Mark
entwendete, die er verkaufte. Der ebenfalls bei Scherer
beſchäftigte Schuhmachergeſelle Kraus erkannte den
An=
geklagten und machte der Polizei Mitteilung von der
An=
nahme des falſchen Namens. Als Ehrlinger davon
Kennt=
nis erhielt, verſchwand er aus Dieburg, wurde jedoch
bald feſtgenommen. Aus Rache für dieſe Anzeige gab
nun der Angeklagte an, Kraus hätte ihm die Schuhe zum
Verkauf übergeben. Angeſichts dieſer frivolen
Hand=
lungsweiſe und der vielen Vorſtrafen verurteilte das
Ge=
richt Ehrlinger zu 2 Jahren 1 Monat Zuchthaus.
Wegen der Beilegung eines falſchen Namens erhält er
zwei Wochen Haft, die auf die Unterſuchungshaft
angerechnet werden. Außerdem werden ihm die
Ehren=
rechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.
Der ſchon mehrmals vorbeſtrafte 25jährige
Schloſſer=
geſelle Karl Heldmann von hier hatte ſich geſtern
wegen mehrerer Diebſtähle zu verantworten. Im
Auf=
trage einer hieſigen Blumenhändlerin ſollte er am 14. April
zwei Dutzend Nelken im Wert von 3,60 Mark verkaufen,
was er auch tat. Er lieferte jedoch den Betrag nicht ab,
ſondern verjubelte ihn. Am 8. Dezember 1911 wurde dem
Kaufmann Juan Prim und am 13. April 1912 dem Peter
Fipp je ein Fahrrad geſtohlen. Das erſtere, das bei ihm
gefunden wurde, will der Angeklagte von zwei
Unbekann=
ten zum Verkauf erhalten haben. Das zweite Rad wurde
hinter dem Odenwalddamm von einem Gartenbeſitzer in
ſeinem umfriedigten Grundſtück aufgefunden, dieſer ſah
dann ſpäter, wie der Angeklagte hinauskam und auffällig
in den Garten ſah. Er hat alſo ſicher das Rad dorthin
gebracht, um es bei Gelegenheit in Sicherheit zu bringen.
Das Gericht erkennt den Angeklagten in allen drei Fällen
für ſchuldig, und verurteilt ihn zu einer Geſamtſtrafe von
1 Jahr 9 Monat Zuchthaus und 5 Jahren
Ehr=
verluſt. — Der 68jährige Schuhmacher Ludwig Matthäus
Englert aus Wimpfen, deſſen Vorſtrafregiſter eine
Un=
ſumme der verſchiedenſten Strafen aufweiſt, hat am 29.
Februar 1912 eine Hoſe entwendet, die ihm jedoch ſofort
wieder abgenommen wurde. Er wird zu der
Minimal=
ſtrafe von 3 Monaten Gefänghis verurteilt.
s. Schadenerſatzklage der Stadt Offenbach gegen Dr.
Dullo. Der bekannte, ſchon ſeit nahezu zwei Jahren
an=
hängige Prozeß, den die Stadt Offenbach aus Anlaß der
Kaiſerhofaktienaffäre mit ihrem Oberhaupt führt, tritt
nun=
mehr in das Stadium der Beweiserhebungen ein. Es wurde
in der geſtrigen Verhandlung der Zivilkammer III des
hie=
ſigen Landgerichts Beweisbeſchluß verkündigt, und mit
deſſen Durchführung als beauftragter Richter der Beiſitzer,
Amtsgerichtsrat Dr. Maurer betraut. Ueber die
kläger=
iſche Behauptung, daß Dr. Dullo bei der fraglichen
An=
legung von einer halben Million ſtädtiſcher Gelder durch
Lombardierung jener Aktien grob fahrläſſig und entgegen
den ſtädtiſchen Einrichtungen gehandelt habe, ſollen als
Zeugen einzelne Stadtverordnete, ſowie Bankier Wolf=
Frankfurt a. M. vernommen und ferner die reglementaren
Vorſchriften des Finanzminiſteriums über das Verfahren
der Zentralſtaatskaſſe bei Anlegung vorübergehend
ver=
fügbarer Gelder erhoben werden. Die gleichen Zeugen,
ſowie der ſtädtiſche Rechnungsvorſteher ſollen auch über
die gegenteiligen Behauptungen des Beklagten ausſagen.
r. Verein für Verbreitung von Volksbildung. Die im
„Fürſtenſaal” abgehaltene ordentliche Haupt
ver=
ſammlung wurde durch den Vorſitzenden Reallehrer
Lerch mit einer Anſprache eröffnet, in der er mit warmen
Dankesworten der ihm zu ſeinem 70. Geburtstag vom
Vereinsvorſtand gewidmeten Beglückwünſchung gedachte.
Ein großer Teil der zahlreichen Glückwünſche jenes Tages
gelte nach ſeiner Auffaſſung wohl vornehmlich der
Betätig=
ung für die Allgemeinheit und die in ihm liegende
An=
erkennung gebühre alſo zum größten Teil den
Vorſtands=
mitgliedern und dem Verein ſelbſt. Gerade vor vierzig
Jahren ſtand der Verein nach kaum einjährigem Beſtehen
vor der Aufgabe, der erſten Hauptverſammlung der
Ge=
ſellſchaft für Verbreitung von Volksbildung” (Sitz Berlin)
hier eine würdige Aufnahme zu bereiten. Aus jenen
An=
fängen iſt die Geſellſchaft zu bedeutſamem Einfluß auf die
freiwillige Bildungsarbeit im Deutſchen Reich und zu un=
geahnter Stärke in ihren Mitteln aufgeblüht, wovon die
38, wiederum hier abgehaltene Hauptverſammlung vor
vier Jahren neues beredtes Zeugnis ablegte. Die 42.
Hauptverſammlung tagt in dieſem Herbſt in Wiesbaden zu
Ehren des verdienten Mitbegründers der Geſellſchaft, Geh.
Regierungsrats Prof. Dr. Fr. Kalle. Es empfiehlt ſich
eine diesſeitige lebhafte Beteiligung. Mit dieſer
Anreg=
ung verband Redner den gleich beifällig aufgenommenen
Vorſchlag, den beiden noch lebenden Mitbegründern des
hieſigen Vereins Geh. Hofrat Prof. Dr. C. Thiel hier und
Geheimrat Dr. H. Thiel Exz. in Berlin eine
Aufmerkſam=
keit durch Zuſendung der neueſten Vereinsdruckſachen mit
Begleitworten zu erweiſen. Die Anſprache ſah von einem
näheren Eingehen auf die Entwicklung der erwähnten
vierzig Jahre ab und faßte die gewonnenen Erfahrungen
dahin zuſammen, daß man als Bildungsverein den
zeit=
gemäßen Förderungen der Aufwärtsentwicklung in rechter
Weiſe entſprechen müſſe und ſich nicht mit der bequemen
Wiederholung des vor Jahrzehnten, aber inzwiſchen
un=
zulänglich Gewordenen begnügen dürfe. Es gelte, den
Vereinsſatzungen gemäß, alle Bildungsfaktoren zu beachten
und zu pflegen, die für die geiſtige, ſittliche und auch für
die körperliche Kultur unſerer Mitmenſchen zeitgemäß und
förderlich erſcheinen und zwar unverrückbar auf gänzlich
neutralem Boden. Die weitere Geſtaltung der
Vereins=
arbeit ſolle dahin gehen, daß ſie, getragen von ſozialem
Geiſt und Sinn, von Jugend und Volk, von Reich und
Arm gewürdigt werde, damit wie bisher das Vertrauen
zu dieſen Beſtrebungen im ſteigenden Maße wachſe. Nach
dieſer Anſprache folgte der Tätigkeitsbericht. Der
ver=
ſtorbenen Mitglieder wurde durch Erheben dankbar
ge=
dacht. Eine nähere Zuſammenſtellung der Veranſtaltungen
war jedem Mitglied gedruckt zugegangen. Die nach dem
Tätigkeitsbericht erſtattete Vereinsrechnung des
Mini=
ſterialreviſors Wandel weiſt in Einnahme 4601.52 Mark
und in Ausgabe 4044,28 Mark, alſo einen Ueberſchuß von
557,24 Mark auf. Sie wurde mit Worten des Dankes
ge=
nehmigt, ebenſo der Voranſchlag für das laufende Jahr.
Die ſtatutengemäß ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder
Oberſtleutnant Gad Stadtverordneter Hüfner Geh.
Kom=
merzienrat Dr. Merck und Muſikdirektor Süß werden
wiedergewählt. Die Wahl der Reviſoren ergab die
Herren Volksbankdirektor Stein und Rentner H. Kichler,
wozu der Vorſtand noch ein drittes Mitglied beſtimmen
ſoll. Die Vereine Ingendfürſorge und Jungdeutſchland,
ſowie die Beſtrebungen zur Schaffung des Beſſunger
Knabenhorts (ähnlich der Knabenarbeitsanſtalt) ſollen mit
Jahresbeiträgen unterſtützt werden. An die vom
Vor=
ſitzenden für den künftigen Arbeitsplan erörterten
Vor=
ſchläge ſchloß ſich eine fruchtbare Ausſprache an. Sie
lieferte den Beweis, daß der Verein mit Genugtuung und
froher Zuverſicht in das neue Jahrzehnt eintreten durf,
wenn er nur ſeinen bisher betätigten Grundſätzen treu
bleibt. Dank wurde allen, bei der Vereinsarbeit
Beteilig=
ten geſpendet und in beſonders warmer Weiſe brachte ihn
Herr Oberſtleutnant Gad dem hochverdienten Vorſitzenden
dar, der mit unermüdlicher Tatkraft und regſter Initiative
ſeiner Aufgabe gerecht wird. Lohn für ſeine bisherigen
Leiſtungen und Anſporn für weitere wird der Verein
da=
rin ſehen, wenn recht viele der ihm bisher noch
Fernſtehen=
den im Intereſſe der Allgemeinheit ihren Beitritt erklären.
2. Erholungsaufenthalt für bedürftige Kinder
unſerer Stadt. Wie wir hören, werden am Mittwoch
nach Pfingſten auf Veranlaſſung des ſtädtiſchen
Pflegeamtes 80 Kinder in einen mehrwöchigen
Erholungsaufenthalt auf dem Lande
ver=
bracht werden. 35 Knaben kommen nach Lützelbach auf
der Neunkircher Höhe in die langjährig bewährte
Gaſt=
wirtſchaft von Klenk, während für 45 Mädchen diesmal
nach einem Abkommen mit der Stadt Worms das
Wormſer Erholungsheim auf dem hohen Darsberg bei
Neckarſteinach” gewählt worden iſt. Die ſchöne Lage
dieſes Heims in beträchtlicher Höhe, von umfangreichen
Waldungen umgeben, wird vielen Leſern d. Tgbl.
be=
kannt ſein. Die Koſten werden von verſchiedenen
Stif=
tungen getragen, zum Teil älteren, wozu nun noch die
Merck=Rieger=Stiftung des Herrn Medizinalrat Dr.
A. E. Merck und ſeiner Frau Gemahlin getreten iſt. Es
iſt nicht unintereſſant, feſtzuſtellen, daß bei den
ausge=
wählten Kindern vor der Abreiſe auch eine Herſtellung
des Gebiſſes vorgenommen wird.
* Kirchenkonzert. Wir wollen nicht verfehlen, an
dieſer Stelle nochmals auf das am Sonntag, den
2. Juni, abends 8 Uhr, in der St.
Eliſabethen=
kirche ſtattfindende Kirchenkonzert
auf=
merkſam zu machen. Das reichhaltige und vielſeitige
Programm, ſowie die Namen der Mitwirkenden ſtellen
einen bedeutenden Kunſtgenuß in ſichere Ausſicht.
(Näheres ſiehe Anzeige im Anzeigenteil der heutigen
Nummer.)
Feuilleton.
C5 Ein Idyll aus dem Aegäiſchen Inſelkriege. Eine
heitere kleine Epiſode aus der Geſchichte der italieniſchen
„Eroberungen” im Aegäiſchen Meere erzählt der bekannte
Kriegskorreſpondent Paolo Scarfoglio in der Stampa.
Durch einen Zufall hatte der Korreſpondent an Bord eines
griechiſchen Handelsdampfers die kleine Inſel Leros
be=
reits einige Tage vor der Beſetzung durch die Italiener
beſucht. Auf Leros gibt es nur ein kleines, unbedeutendes
Fiſcherdorf und die türkiſche Beſatzung, die mit dem
Vor=
dringen der Italiener im Aegäiſchen Meer vom Lande
völlig abgeſchnitten war, beſtand nur aus ein paar Mann.
Die wackeren Krieger, die weiß Gott ſchon wie lange
ver=
geſſen und verlaſſen auf dem öden Eiland hauſten, waren
ſich natürlich darüber klar, daß ſie, wenn nicht heute, dann
ſicher morgen ihr Eiland irgendeiner italieniſchen
Land=
ungsabteilung übergeben mußten, was inzwiſchen ja auch
geſchehen iſt. Allah hatte vergeſſen, ſeinen Söhnen
Ka=
nonen zu ſchenken und auch mit der Munition mochte es
bei dieſer kleinen, verlaſſenen Schar nicht zum Beſten
be=
ſtellt geweſen ſein. Als Scarfoglio die einſame Inſel
be=
ſuchte, hockten die paar Soldaten trübſelig auf der alten,
halb verfallenen kleinen Feſtung, die noch aus den
Glanz=
tagen Venedigs ſtammt und auf einem Felsvorſprunge
liegt. Von hier aus beobachteten ſie das Meer, und im
Gefühl ihrer Wehrloſigkeit zog ſich der Trupp ſtets
ſchleu=
nigſt zurück, wenn am Horizont der Rauch eines Dampfers
ſichtbar wurde oder ein italieniſches Torpedoboot
vorüber=
fuhr. Erſt wenn ſie ſahen, daß das Torpedoboot ſich nicht im
geringſten um ihre Inſel kümmerte und ruhig weiter glitt,
kehrten die armen Kerle ein wenig zögernd in ihre
„Feſtung” zurück. „Vom Dampfer aus habe ich eine dieſer
haſtigen Fluchten mit angeſehen. Die wenigen Soldaten
hatten unſeren Beſuch zwar freundlich empfangen, aber
unſere Anweſenheit erfüllte ſie mit berechtigter
Nachdenk=
lichkeit. Unſer griechiſcher Kapitän hatte ſich den Witz
er=
laubt, dem Sergeanten zu erzählen, wir ſeien italieniſche
Offiziere, die gekommen ſeien, um ſich die geeignete Stelle
für dee bevorſtehende Landuna in aller Ruhe einwal an=
zuſehen. An Bord hatte ein Bekannter von mir ſeinen
kinematographiſchen Apparat ſtehen, und die guten Türken,
die eine ſolche Maſchine noch nie in ihrem Leben
geſehen=
hatten und die blitzende Oeffnung der Linſe auf ſich
ge=
richtet ſahen, machten immer einen vorſichtigen Bogen,
wenn ſie dieſer geheimnisvollen Maſchine nahe kamen.
Am Nachmittag kam dann am Horizont ein italieniſcher
Torpedobootszerſtörer in Sicht. Sofort verkrochen ſich die
„Streitkräfte von Leros” hinter den alten Feſtungsmauern.
Mein Freund vom Kinematographen ſprang zu ſeinem
Apparat und begann mit wildem Eifer und laut lachend
die Kurbel zu drehen: er wollte dieſen haſtigen ſtrategiſch
nicht notwendigen Rückzug auf ſeine Platte bannen. Die
Beſchäftigung mit dieſer Höllenmaſchine trug dann
dazu bei, die „Garniſon” noch mehr zu beunruhigen: ſie
fühlten einen zweiten gefährlichen Feind in der Flanke.
Aber Allah war unſerer Sache nicht hold und beſtrafte
uns: der Apparat funktionierte nicht, und ſo kam die
Auf=
nahme nicht zu Stande, wie eifrig der Operator ſich auch
bemühte, ſich ſeine ſpärlichen Haare auszuraufen.‟ Ein
paar Tage ſpäter wurde die verlaſſene Inſel von den
Italienern „erobert”
Die drahtloſe Telegraphie in Amors Dienſten.
Bittere Klagen über die unverantwortliche Weiſe, auf die
man ihm ſeine Arbeit erſchwert, hat der Kommandant
der Torpedoſtation von Newport, Kapitän Williams,
beim amerikaniſchen Marinedepartement erhoben. Die
privaten Stationen für drahtloſe Telegraphie ſind in der
Umgebung dieſes von der eleganten und reichen
Geſell=
ſchaft ſo ſehr bevorzugten Ortes derartig zahlreich
ge=
worden, daß die Aufnahme von offiziellen Nachrichten
und Befehlen für ihn beinahe ins Reich der
Unmöglich=
keit gerückt iſt. Die jungen Damen von Boſton und
an=
deren der Küſte benachbarten Städte haben die
Erfind=
ung Marconis völlig in den Dienſt Amors geſtellt und
die ganze Atmoſphäre der Bay iſt mit Liebesſchwüren
und Sehnſuchtsſeufzern erfüllt. Die Herzſchen Wellen
ſcheinen wirklich nur noch die Vibrationen
hochklopfen=
der, von Liebe erfüllter Herzen wiederzugeben. Mitten
in eine Depeſche, die wichtige Befehle für ein Panzerſchift
enthält, klingen plötzlich Worte inbrünſtiger Zärtlichkeit
hinein, die durchaus nichts mit dem Marinedienſt zu tun
haben. Sweet heart Maggie” beſchwört ihren „
dar=
ling Jack”, ſich nicht länger dem Vergnügen der
Jacht=
fahrt hinzugeben, ſondern endlich in die Arme ſeiner
ſüßen Maggie zurück zu kehren, deren Herz „zerſchmilzt”
und deren Lippen „trocken ſind, da ſie ſo lange nicht
ge=
küßt wurden.” Kapitän Williams hat ſeinem Bericht an
das Marineminiſterium noch den Wortlaut einer Anzahl
anderer Liebesbotſchaften beigefügt, die an Glut der
Ge=
fühle und an Dringlichkeit der Aufforderung die Seufzer
Maggies weit übertreffen.
ml. Kröten als Zuchttiere. Ein gewiſſer Potts, der
zu Seattle im nordamerikaniſchen Staate Waſhington
eine Farm betreibt, iſt durch die Verwirklichung des
Ge=
dankens, Kröten zu landwirtſchaftlichen Nutzzwecken zu
züchten, zu einem lohnenden und gewinnbringenden
Ge=
ſchäft gekommen. Angeſichts ſeiner Verzweiflung über
die durch Inſektenfraß zerſtörten Felder riet ihm ein altes
Weib, die Schädlinge durch Kröten zu vertreiben. Potts
folgte dem Rat und legte inmitten ſeines Beſitzes eine
kleine Grube an, die er mit zwölf Kröten beſetzte. Nach
Jahresfriſt hatte ſich das Dutzend in die Tauſende
ver=
mehrt, die auf die Felder verteilt wurden und durch die
Vertilgung der Inſekten die auf ſie geſetzten Hoffnungen
erfüllten. Der Erfolg des in Seattle erprobten Mittels
ſprach ſich bei den benachbarten Farmern raſch herum und
brachte Potts zahlreiche Aufträge auf Lieferung von
Kröten. Der Handel gewann bald ſolche Ausdehnung,
daß der Züchter die Landwirtſchaft an den Nagel hängte
und ſich fortan nur der Armee von Kröten widmete, die
ſich über ſein ganzes Beſitztum verbreitet hatte. Der
Mann konnte bald der Nachfrage nicht mehr genügen,
und ließ es ſich angelegen ſein, die Preisforderung der
ſteigenden Konjunktion anzupaſſen, indem er den Preis
für 12 Dutzend einjähriger Kröten auf 20 Mark feſtſetzte.
Heute iſt der Farmer im Beſitze eines blühenden
Geſchäf=
tes, das ohne Mühe und Koſten reiche Erträge bringt, da
die Fruchtbarkeit der Krötenweibchen die Stetigkeit der
Produktion weitgehendſt ſichert.
* Der Akademiſche Architekten=Vereiſt an der
hieſigen Techniſchen Hochſchule beſichtigte am
Dienstag die Hofmöbelfabrik Glückert unter der
liebenswürdigen Führung des Herrn Direktof Beeiſch.
Ein faſt dreiſtündiger Rundgang durch die Fſibrik und
die Ausſtellungsräume gab den Teilnehmern reichlich
Gelegenheit, ſich mit dem umfangreichen Betrieb der
Möbelfabrik vertraut zu machen. An die anregende und
lehrreiche Beſichtigung ſchloß ſich am Mittwoch ein
Be=
ſuch der ſtimmungsvollen Räume des Glückerthauſes
auf der Mathildenhöhe an.
* Choralmuſik vom Stadtkirchturm. In
dankens=
werter Weiſe hat ſich der Wartburg=Poſaunen=Chor
Darmſtadt entſchloſſen, am 1. Pfingſtfeiertag, früh
6¼ Uhr, vom Turm der Stadtkirche folgende Stücke zu
blaſen: 1. O, heilger Geiſt kehr bei uns ein; 2. Schmückt
das Feſt mit Maien; 3. Freu dich ſehr, o meine Seele;
4. Nun danket alle Gott.
— Poſtnotiz. Wegen des ſtarken Poſtverkehrs an
Pfingſten werden am 1. Pfingſtfeiertag (26. Mai)
Pakete, Wertbriefe, Poſtanweiſungen und
Zahlungs=
anweiſungen außergewöhnlich — vormittags — beſtellt.
Außerdem beginnt am 1. Pfingſtfeiertag die
Brief=
beſtellung erſt um 8½, ſtatt wie ſonſt Sonntags
um 8 Uhr vormittags.
* Militär=Doppelkonzert. Im „Schützenhof” findet
heute, Freitag, den 24. Mai, zu Ehren des von hier
ſcheidenden bisherigen Pächters, Herrn Carl Jungt,
ein Doppelkonzert ſtatt. Die Ausführenden ſind die
Kapellen des Leibgarde=Regiments und Garde=Dragoner=
Regiments. Die erſte Abteilung wird mit Militärmuſik,
die zweite mit Streichmuſik und die letzte ebenfalls mit
Streichmuſik durch die vereinigten Kapellen ausgeführt
werden. Bei ungünſtiger Witterung Konzert beider
Kapellen im Saal. (Siehe Anzeige.)
* Sommerfeſt. Am Sonntag, den 23. Juni,
veran=
ſtaltet das Feſtamt der Freien Studentenſchaft
ein ländliches Feſt.
z. Unfall. Mittwoch morgen gegen ½8 Uhr ging
ein 15 jähriges Mädchen auf dem Fußſteig in der
Karl=
ſtraße. An der Ecke der Heinrichſtraße wurde ſie von
einem Radfahrer, der eine große Holzſchachtel
auf dem Rücken trug, derart am Kopfe und Ohr
verletzt, daß die Wunde im ſtädtiſchen Krankenhaus
vernäht werden mußte. Der Radler kümmerte ſich nicht
um die Verletzte.
-h- Zwingenberg, 23. Mai. Da die Frühkirſchen
ihrer Reife entgegengehen, wird der Obſtmarkt am
Pfingſtdienstag eröffnet, und zwar in der neuen
Markt=
halle an der Wieſenpromenadenſtraße, ganz nahe dem
Bahnhofe.
V Büttelborn, 23. Mai. Ein eigenartiger
Vorfall ereignete ſich hier in den letzten Tagen. Eine
hieſige Einwohnerin hatte ihre beiden 4 Wochen alten
Ferkelchen im Hof herumlaufen laſſen, um ſich
gehö=
rig auszutoben. Als der Mann, der ſpäter nach Hauſe
kam, nach den Tierchen ſehen wollte, fand er zu ſeinem
Erſtaunen nur noch eins vor. Mann und Frau machten
ſich nun auf die Suche und man ſah, wie ein großer
Kater über einen Zaun „mit dem Ferkelchen im Maul”
ſetzte. Man jagte ihm das Tierchen wieder ab
und pflegte es, ſo daß die Bißwunden des Katers bald
wieder verſchwunden waren.
Raunheim, 23. Mai. Durch Verſagen des Steuers
fuhr geſtern mittag in der Raunheimer Schleuſe
das Schiff „Anna”, des Schiffers Hammel aus Nierſtein,
mit aller Wucht gegen das untere Schleuſentor und ſank
ſofort. Nur mit Mühe konnte der Schiffer ſich und
ſeine Familie ans Land retten. Der Kahn hatte 4000
Zentner Backſteine geladen und liegt ſo ungünſtig, daß
nur Dampfboote und Schiffe unter fünf Meter Breite
die Schleuſe paſſieren können. Es iſt daher die
Groß=
ſchiffahrt auf einige Tage vollſtändig unterbunden. Das
Schiff wird mittels Greifbaggers entladen und dann
gehoben. Während dieſer Hebungsarbeiten wird
jeden=
falls auch die übrige Schiffahrt ſtill liegen müſſen.
Da=
durch, daß das Schiff im unteren Kanal geſunken iſt,
muß die Bergungsarbeit unter Waſſer ausgeführt
wer=
den, was mit großen Schwierigkeiten verbunden iſt.
Ober=Roden, 22. Mai. Der hieſige Bahnhof, der
ſchon lange, beſonders aber ſeit der Eröffnung der Strecke
Ober=Roden-Sprendlingen, nicht mehr den geſteigerten
Anforderungen gewachſen iſt und ſchon manchen
Unglücks=
fall verurſacht hat, ſoll nun gründlich umgebaut und
er=
weitert werden. Vor allem kommen die Rangiergleiſe
mehr aus dem Orte heraus und in der Richtung nach
Eppertshauſen zu liegen. An den Wegübergängen werden
Ueberführungen errichtet. Auch beſteht die Abſicht, das
jetzige Bahnhofsgebäude, das trotz der wiederholten
Er=
weiterungsbauten immer wieder zu klein iſt, in
Woh=
nungen für Beamte umzuwandeln und ein neues,
grö=
ßeres zu erbauen. Das ganze Projekt, für das die
Pläne in der Hauptſache ausgearbeitet ſind, erfordert
etwa 1 Million und wird im nächſten Frühjahr in
An=
griff genommen.
Wald=Michelbach, 22. Mai. Die Tatſache, daß nun
auch das kleine Hartenrod Telegraphenanſtalt
bekommen hat, ſo ſchreibt das Erb. Krsbl., erinnert ſo
lebhaft an unſer Poſtweſen im vorigen
Jahr=
hundert. Anfangs der zwanziger Jahre vorigen
Jahr=
hunderts bekamen wir durch einen Briefboten von
Hep=
penheim aus nur alle 14 Tage Poſt. In den dreißiger
Jahren kam wöchentlich ein Einſpänner=Wägelchen von
Fürth aus durch unſer Gebirge, die Poſtſachen in allen
Orten bis Hirſchhorn verteilend. Einige Jahre ſpäter ging
dieſer Wagen Montags von Fürth nach Hirſchhorn und
Donnerstags von Hirſchhorn nach Fürth. Und als im
Jahre 1846 die Straße Wald=Michelbach-Weſchnitztal
er=
öffnet wurde, erhielten wir täglich Poſt. Zuletzt
ver=
kehrte dieſer Poſtwagen täglich zweimal. Als aber im
Jahre 1898 unſere Bahn eröffnet wurde, erhielten
wir täglich viermal Poſt. Und heute haben
nicht nur die kleinſten Orte, ja ſogar die ſelbſt
tief im Gebirg liegenden Einzelgehöfte täglich zweimal
Poſt. Wenn alſo noch vor 90 Jahren ein Briefbote die
Brieſe von einer ganzen Woche in einem Ranzen auf dem
Rücken für die vielen Orte unſeres Gebirges befördern
konnte, ſo würden heute für alle dieſe Orte zur
Beförder=
ung der wöchentlichen Poſtſachen viele Heuwagen nötig
ſein. Hieraus iſt ſo recht erſichtlich, wie eminent Handel
und Verkehr ſich innerhalb dieſer kurzen Friſt gehoben
haben.
* Mainz, 22. Mai. In dem heute vor der hieſigen
Strafkammer verhandelten
Beleidigungspro=
zeß des Beigeordneten Berndt, welcher bekanntlich
zum Berliner Stadtverordneten gewählt wurde, gegen den
Chefredakteur Heinrich Hirſch, beantragte der
Staats=
anwalt einen Monat Gefängnis und Urteilspublikation
in hieſigen und mehreren benachbarten Zeitungen. Das
Gericht verurteilte den Angeklagten Hirſch auf Grund des
§ 86 wegen Beleidigung zu zwei Monaten
Ge=
fängnis, Publikation des Urteils, Einziehung reſp.
Vernichtung der betreffenden Zeitungsnummern und
Plat=
ten. Der Schutz des § 193 (Wahrung berechtigter
In=
tereſſen) wurde dem Angeklagten verſagt. Die
Verhand=
lung dauerte bis nach 6 Uhr abends. Die ſämtlichen vom
Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Bopp=Darmſtadt geſtellten
Anträge: 1. Auf Verbindung dieſes Prozeſſes mit dem im
kommenden Monat in Darmſtadt zur Verhandlung
kom=
menden, 2. auf Vereidigung und 3. auf Ablehnung
ſämt=
licher Richter des Mainzer Landgerichts wegen
Befangen=
heit, wurden von dem Gericht abgelehnt. — Der
Neueſte Anzeiger hatte zweimal behauptet, ein Mitglied
der Bürgermeiſterei, Beigeordneter Berndt, habe in dem
bekannten Dammrutſchprozeß ſein Wort
verpfän=
det, daß der Prozeß gewonnen werde, er (Berndt) lege
ſein Amt nieder, ginge der Prozeß verloren. Auf Grund
dieſer Erklärung ſei der Prozeß durch alle Inſtanzen
ge=
führt worden. Als der Prozeß am Reichsgericht verloren
war, ſchrieb das Blatt: „Das gegebene Wort harrt noch
immer der Einlöſung”.
Mainz, 23. Mai. Der bei Bodenheim mit dem Auto
des J. Engmann verunglückte Autolenker iſt heute
im Rochushoſpital ſeinen ſchweren Verletzungen
er=
legen.
Worms, 23. Mai. Einem Viehhändler aus
dem Odenwald wurde geſtern nachmittag im Städtiſchen
Schlachthaus eine Brieftaſche mit 1470 Mark
In=
halt geſtohlen. Der Mann hatte wenige Minuten
ſeinen Rock an die Stalltüre gehängt, welche Gelegenheit
ein 13jähriger Junge benützte, den Diebſtahl
auszufüh=
ren. In Geſellſchaft des letzteren befanden ſich noch drei
weitere Buben. Die jugendlichen Uebeltäter konnten
alsbald ergriffen werden, und das Geld wurde wieder
zur Stelle gebracht, bis auf 10 Mark, die ſie vernaſcht
hatten. Die Brieftaſche hatten ſie in einen Kanal
gewor=
fen, wo ſie ſich ſpäter noch vorfand.
Oppenheim, 22. Mai. Einen ſchweren Unfall
erlitt geſtern nachmittag 5 Uhr der Brückenwärter
Kiſ=
ſel an der Oppenheimer Fähre. Die Brücke hatte
ange=
legt und Kiſſel war mit dem Aufrollen der Kette
beſchäf=
tigt, als ihn ein mit der Brücke übergeſetztes Automobil,
das kaum angekurbelt, ohne Führer losfuhr, erfaßte und
gegen die Kettenrolle preßte. Dem Bedauernswerſen
wurden die Oberſchenkel, das Becken ſowie die rechte
Hand ſtark gequetſcht, auch erlitt er ſchwere innere
Bauch=
verletzungen. Er wurde vorläufig in ſeiner nahen
Woh=
nung untergebracht.
Oppenheim, 23. Mai. Der Betrieb der ſtaatlichen
fliegenden Brücke — Oppenheimer Fahrt —, die
den Verkehr zwiſchen Rheinheſſen und Starkenburg
ver=
mittelt, ſoll durch das Legen eines Kabels
ver=
beſſert werden. Das jetzige, mitten im Strom
ver=
ankerte lange Seil kommt in Wegfall. Die bei ſtarkem
Schiffsverkehr eintretenden längeren Verkehrsſtörungen
finden dann nicht mehr ſtatt, da das neue Seil die
Be=
wegungen der Brücke an dem Kabel zu beiden Ufern
mit=
macht und dadurch das Fahrwaſſer für den Schiffsverkehr
freigehalten iſt. Die Beſichtigung der Stromſtelle durch
die Behörde hat bereits ſtattgefunden.
* Bad=Nauheim, 23. Mai. Der Großherzog von
Mecklenburg=Schwerin iſt zur Kur mit Gefolge
hier eingetroffen und im Carlton=Hotel abgeſtiegen,
wo=
ſelbſt auch der Großherzog von Mecklenburg=
Strelitz, der geſtern mit ſeinem Adjutanten v. Bülow
hier eingetroffen war, Wohnung genommen hat.
Ilbenſtadt, 22. Mai. Nachts brachen Diebe in das
Schulgebäude ein und zerſchlugen in der erſten
Klaſſe, als ſie wertvolle Sachen nicht fanden, die
phyſika=
liſchen Geräte, zerriſſen die erreichbaren Bücher und Hefte
und zerſchlugen den Klaſſenſchrank. Von den Tätern hat
man keine Spur entdecken können.
(*) Aus der Wetterau, 23. Mai. Das große
Grup=
penwaſſerwerk für die Orte Kloppenheim, Klein=
Karben, Büdesheim, Groß=Karben, Dortelweil, Okarben
und Nieder=Erlenbach wird gegenwärtig ausgeführt. Die
Quellen liegen am Abhange, des Taunus bei Ober=
Ros=
bach. Der Hauptrohrſtrang wird 37 Kilometer, die
Orts=
leitungen werden 97 Kilometer lang. Zwei
Hochbehäl=
ter mit 600 Kubikmeter Inhalt werden erbaut. Die
Quellen liefern täglich rund 1500 Kubikmeter gutes
Trinkwaſſer. Die ganze Anlage des Waſſerwerks
erfor=
dert eine Bauſumme von 400000 Mark. Die
Be=
triebskoſten werden ſehr gering ſein, da das ganze Werk
Freifalleitung hat; Maſchinenanlagen ſind nicht
notwendig. Im Spätſommer ſoll die Leitung in Betrieb
geſetzt werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Mai. Zu der
Nach=
richt, gegen die Leiter des Propaganda=
Aus=
ſchuſſes Groß=Berlin, Staatsſekretär a. D.
Dern=
burg uſw. ſei Anklage wegen Aufreizung zum
Klaſſenhaß erhoben worden, begangen durch die
Ver=
breitung eines Bildes= von Käthe Kollwitz, richtete der
Oberſtaatsanwalt Preuß an das Berliner Tageblatt eine
Zuſchrift, in der es heißt, er habe zwar bereits im März
auf Grund einer Anzeige, die vom Propaganda=Ausſchuß
veranlaßten Säulenanſchläge und die von ihm
heraus=
gegebenen Poſtkarten einer Prüfung unterzogen, zu einem
Einſchreiten nach § 130 des Strafgeſetzbuches aber keine
Veranlaſſung gefunden. Es ſei demnach wegen
Verletz=
ung dieſer Geſetzesbeſtimmung eine Anklage weder
er=
hoben, noch für die Zukunft von ihm beabſichtigt.
Die Erörterungen über den Untergang der „
Ti=
tanie” haben eine Privatklage gezeitigt, die
Marconi und der geſchäftsführende Direktor der
Marconi=drahtloſen Telegraphen=Geſellſchaft gegen den
verantwortlichen Redakteur der Welt am
Mon=
tag anſtrengten. Unter der Ueberſchrift: „Der
Gemüts=
menſch Marconi” hatte das Blatt die Behauptung
aufge=
ſtellt, der Erfinder habe ſkrupellos bei der Kataſtrophe den
Schmerz und die Qual Tauſender zugunſten ſeiner
Geſell=
ſchaft in bar gemünzt. Die Verhandlung dieſer Klageſache
wird möglicherweiſe noch vor den Gerichtsferien
ſtatt=
finden. — Heute iſt der Reſerveleutnant im 2. Garde=
Ulanenregiment, Oswald Frhr. v. Richthofen, der
am 10. Mai v. J. den Maler und Leutnant a. D.
Wil=
helm v. Gaffron=Oberſtaden in der Jungfernheide im Duell
erſchoſſen hat, nach achtmonatiger Feſtungshaft
begna=
digt worden. Frhr. v. Richthofen war im Juli v. J.
vom Kriegsgericht der Landwehrinſpektion Schöneberg
wegen Zweikampfs mit tödlichem Ausgang zu 2 Jahren
Feſtungshaft verurteilt worden.
Frankfurt 23. Mai. Auf der Maininſel fand heute in
Anweſenheit der Vertreter der Behörden vormittags 11
Uhr die feierliche Grundſteinlegung für die
neue Kaiſerbrücke ſtatt. Oberbürgermeiſter Adickes
hielt eine kurze Anſprache und verlas die eingemauerte
Ur=
kunde, nach der die neue Brücke den Namen „Kaiſer=
brücke” erhalten ſoll. Dann folgten die üblich
Hammerſchläge.
Frankfurt, 23. Mai. Der amerikaniſche
neralkonſul Frank D. Hill wurde heute v
mittag das Opfer eines tödlichen Unfall
Er war als Nachfolger des Generalkonſuls Günther vo
Jahren auf den Frankfurter Poſten berufen worden.
war Junggeſelle und wohnte in einem Hotel. T
ſtürzte er heute vormittag aus dem driten Stock über
Geländer des Treppenhauſes. Er erlitt ſo ſchwereA
letzungen, daß er nach kurzer Zeit ſtarb. Niemand
Augenzeuge der Kataſtrophe. Vermutlich hat ſich
Hill zu weit über das Geländer hinausgelehnt und
infolge eines Schlaganfalles hinabgeſtürzt. Die
wurde auf den Frankfurter Friedhof verbracht.
Homburg v. d. H., 22. Mai. Der Kaiſer mit
folge hat heute abend 9 Uhr 40 Minuten Homburgn
achttägigem Aufenthalt verlaſſen und iſt nach
Hamb=
abgereiſt. Die Kaiſerin in Begleitung der Prinze
Luiſe und Prinz Oskar iſt 9 Uhr 25 Minuten nach Pr
dam abgefahren. Zum Abſchied waren anweſend
kommandierende General des 18. Armeekorps v. Eichhr
Oberbürgermeiſter Lübke und Major v. Schmied.
Mannheim, 23. Mai. Während einer nächtlichen V
gnügungsfahrt von hier nach Heidelberg ſtieß he
früh 2¾ Uhr eine mit ſieben Perſonen beſetzte Autote
meter=Droſchke auf der Seckenheimerſtraße etwa 10 M
vor dem Uebergang der Riedbahn mit ſolcher Wucht ge
drei auf der linken Straßenſeite ſtehenden Bäume, daß
Auto vollſtändig zertrümmert und die Inſaſſen hera
geſchleudert wurden. Zwei derſelben, ein Kutſcher
eine Kellnerin, ſowie der Chauffeur erlitten lebensg
fährliche Verletzungen. Die gerichtliche Un
ſuchung iſt eingeleitet.
— Freiburg i. Br., 22. Mai. Am heutigen
Vormi=
wurde auf dem Bahnhof in Freiburg ein Probez
zuſammengeſtellt, der genau ſo ausgerüſtet war, wie
Unglückszug. Dies war auf Antrag des Angek!
ten Zugführer Bähr geſchehen, der behauptet hatte.
der Probezug, mit dem ſeiner Zeit Verſuchsfahrten=
Müllheim ſelbſt unternommen wurden, nicht dem
unglückten Zuge entſprochen habe. Es wurde durch
vorgenommenen Verſuche heute der ganze Vormittag
Anſpruch genommen. Hauptſächlich handelte es ſich dar
ob der Zugführer und der Heizer von ihrem Stande
den Lokomotivführer beobachten konnten. Das iſt
die Schuldfrage des Zugführers Bähr und des Heiz
Memde äußerſt wichtig, da ſie, wenn ſie ſehen mußten,
Platten ſich ſchon vor der Station Auggen ſetzte
einſchlief, die nötigen Maßnahmen treffen mußten. N
mittags halb 4 Uhr wurde die Verhandlung wieder
genommen und in der Erörterung der Schuldfrage
Zugführers Bähr fortgefahren. Hierauf wurde die
handlung auf morgen vertagt. — Das Urteil iſt vora
ſichtlich nicht vor Pfingſten zu erwarten.
Eſſen, 23. Mai. In Styrum entſtand geſtern
ſchen den Mitgliedern mehrerer Fußballklubs
Schlägerei, wobei ein Eſſener Spieler einen Sch
delbruch erlitt. Er erlag den Verletzungen.
Perſonen wurden verhaftet.
Bremen, 23. Mai. In dem Prozeß gegenAl
Plate beantragte der Staatsanwalt 5 Jahre Gef
nis. Das Urteil lautete auf dreieinhalb Jahre Gefäng
und 3 Jahre Ehrverluſt. Die erlittene Unterſuchun
haft von 14 Monaten wurde angerechnet.
Görlitz, 23. Mai. Der 52jährige Bürgermeiſter=
Plötzen bei Löbau wurde auf der Chauſſee zſiſch
Kuppritz und Plötzen von einem Auto auser
überfahren und getötet.
Memel, 22. Mai. Geſtern fand die Memel=
Spionage=Affäre vor der Strafkammer des La
gerichts ein gerichtliches Nachſpiel. Unter vollkommen
Ausſchluß der Oeffentlichkeit waren 14 Zeugen gelak=
Auf der Anklagebank ſaßen der Bäckergehilfe All=
Pruszeit aus Groß=Pillkallen und der Bäckermei=
Rieder aus Eydtkuhnen. Das Urteil lautete gegen Pr
zeit wegen Vergehens gegen das Reichsgeſetz vom 3.J
1893 auf 1½ Jahre Gefängnis, 3 Jahre Ehrt
luſt und Zuläſſigkeit der Stellung unter Polizeiaufſi
Rieder wurde wegen Mangels an Beweiſen freigeſprock
In der Urteilsbegründung wird feſtgeſtellt, daß Prus
der ruſſiſchen Regierung ſich freiwillig zur Spionage
geboten habe. Pruszeit legte bei ſeiner Verhaftung
Geſtändnis ab.
Wien, 22. Mai. In Bodenbach a. d. Elbe bili
ſich ein Komitee, um ein Denkmal zu ſchaffen, das
deutſch=öſterreichiſche Bündnis verſinnb
lichen ſoll. Die Regierung erklärte, dem Plane durch
wohlwollend und überaus ſympathiſch gegenüberzuſte
und verſprach ihre materielle Förderung.
Wien, 22. Mai. Ein Wiener Advokat wurde
ſtern von der Wiener Advokatur auf ein Jahr ſusp
diert, weil er von einer Klientin einen großen Bet
angeblich als „Schweigegeld für die Preſſe” erha
hatte. Als aber die Angelegenheit trotzdem in den B
tern erſchien, machte die Klientin Anzeige. Es ſtellte
heraus, daß der Advokat gar nicht erſt verſucht hatte,
Redakteure zu beſtechen.
Innsbruck, 23. Mai. Im Pitztale zerſtörte eine L
wine die Drahtverbindungen und machte den Verl
unmöglich. Im Valſertale gehen ſeit etwa 4 Tagen
unterbrochen Felsſtürze nieder. Im Karwendelgebiet
durch das Hochwaſſer die Wege ſtark beſchädigt.
Paris, 23. Mai. Nach Meldungen aus Santa=C
auf Teneriffa ſoll Expräſident Caſtro
Urämie leiden. Seine Familie und die Aerzte ſte
in Abrede, daß er überhaupt aus Amerika zurückgeke
ſei. Sie erklären, die Heilmittel ſeien für die Schwe
Caſtros beſtimmt.
Paris, 23. Mai. Infolge der bei den Bandite
belagerungen gemachten Erfahrungen iſt der
lizeipräfekt Lépine auf die Idee gekommen, in Zukt
bei derartigen Gelegenheiten Stickſtoffbomben
verwenden. Im chemiſchen Gemeindelaboratorium n
den gegenwärtig Verſuche mit derartigen Bomben
macht, die aus großen mit Schwefelkohlenſtoff und etr
Aether gefüllten Glaskugeln beſtehen. Es heißt, daß
Verſuche, die Wirkſamkeit dieſer Bomben dargetan hät
London, 23. Mai. Um einer Gänſeheerde aus
weichen lenkte der Führer eines Automobils
Fahrzeug in den Straßengraben, wo es ſich übe
ſchlug. Dabei wurde eine im Auto ſitzende Frau
tötet, ein Herr ſchwer verletzt. Der Chauffeur blieb
verletzt. Als er aber ſah, was er angerichtet hatte, ſpre
er in einen benachbarten See und ertrank.
London, 23. Mai. Die Führer der Frauenſtin
rechtsbewegung, Mrs. Pankhurſt. Mr. Pet:
Lawrence und deſſen Frau, die wegen ſtaatsgefährlie
Umtriebe angeklagt, ſind ſchuldig befunden und alle
neun Monaten Gefängnis verurteilt worden
Parlamentariſches.
L Am Mittwoch vormittag fand unter dem Vorſitz
des Staatsminiſters Ewald eine Sitzung der
Kommiſſion zur Beratung über die
Ver=
einfachung der Staatsverwaltung ſtatt, an
der regierungsſeitig noch Finanzminiſter Braun,
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach und
Geheimerat Dr. Becker teilnahmen. Es wurde die
von dem Miniſterium der Finanzen, Abteilung für
Steuerweſen, vorgelegte Denkſchrift über die
Steuer=
veranlagungsbehörden in Heſſen beraten. Zwei
Kom=
miſſionsmitglieder vertraten die Meinung, daß die
Stellen der Finanzamtsvorſtände zum Teil ſtatt mit
akademiſch vorgebildeten Beamten mit mittleren
Be=
amten beſetzt werden könnten. Die übrigen Mitglieder
ſprachen ſich in Uebereinſtimmung mit der Regierung
dahin aus, daß ſich die bisherige Organiſation
der Veranlagungsbehörden durchaus bewährt habe.
Die Regierung ſtellte in Ausſicht, minder vorgebildetes
Perſonal in größerem Umfang wie ſeither im Dienſte
der Verwaltung der direkten Steuern zu beſchäftigen,
und nach Durchführung der Gemeindeſteuerreform und
der den Steuerveranlagungsbehörden durch die
Reichs=
ſteuergeſetzgebung geſtellten und demnächſt etwa noch
weiter zufallenden Aufgaben an eine Prüfung der Frage
heranzutreten, ob nicht die Zahl der Finanzämter
ver=
mindert werden könne.
X* Darmſtadt, 22. Mai. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer hielt heute
nach=
mittag gemeinſam mit der Regierung, für welche die
Herren Staatsminiſter Ewald, Finanzminiſter Braun,
Miniſter v. Hombergk, Geheimerat Dr. Becker=und
mehrere andere Miniſterialvertreter erſchienen waren,
wiederum über die Beamten= und
Lehrerbeſol=
dungsvorlagen eine Beratung ab, die ſich bis
7½ Uhr abends ausdehnte. Es fanden ſehr eingehende
Ausſprachen zunächſt über die Höhe der prozentualen
Gehaltsaufbeſſerungen und dann beſonders über die
Aufbringung der Mittel ſtatt, wobei natürlich die von
der Regierung in Vorſchlag gebrachten Deckungsmittel
eingehend diskutiert wurden; auch die Frage der
Heran=
ziehung der Gemeinden zu den Verbeſſerungen der
Lehrergehalte, die Vorſchläge über den Stempel für
Ver=
ſicherungsverträge ꝛc. wurden lebhaft beſprochen. Eine
vorläufige Entſcheidung über dieſe Fragen dürfte indes
erſt in der morgen erfolgenden Fortſetzung der Beratung
getroffen werden.
*X* Darmſtadt, 23. Mai. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer ſetzte heute
vormit=
tag ſeine gemeinſame Beratung mit der Regierung über
die Beamten= und
Lehrerbeſoldungs=
reform fort. Als Vertreter der Regierung waren die
Herren Staatsminiſter Ewald, Finanzminiſter
Braun, Miniſter des Innern von Hombergk zu
Vach und mehrere Miniſterialräte zugegen. Es wurde
wiederum eingehend über die Aufbringung der Mittel,
den Urkundenſtempel, die Beteiligung der Gemeinden
uſw. beraten, doch wurden irgend welche bindenden
Beſchlüſſe noch nicht gefaßt. Für die nächſte, nach
Pfing=
ſten ſtattfindende Sitzung ſollen ſeitens der Regierung
noch verſchiedene nähere Aufſchlüſſe gegeben und
Berech=
nungen über die Wirkung einzelner prozentualer
Gehalts=
älfbeſſerungen vorgelegt werden.
Stadtverordneten=Berſammlung.
4. Sitzung.
St. Darmſtadt, 23. Mai.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um 4 Uhr.
Ein Nachruf.
Zu Beginn der Sitzung widmete der Vorſitzende dem
verſtorbenen Ehrenbeigeordneten Egenolf
einen ehrenden Nachruf und gedachte in warmen Worten
der Dienſte, die der Entſchlafene in mehr als
dreizehn=
jähriger uneigennütziger Tätigkeit als Stadtverordneter
und Ehrenbeigeordneter der Stadt Darmſtadt geleiſtet
hat, und die ihm in der Stadtverwaltung ein dauerndes
und ehrendes Gedächtnis ſichern. Die Verſammlung
er=
bebt ſich zu Ehren des Verſtorbenen von den Sitzen.
Darauf macht der Vorſitzende folgende
Mitteilungen:
Die Ortsgruppe Darmſtadt des deutſchnationalen
Handlungsgehilfen=Verbandes bittet um Schaffung einer
Pflichthaushaltungsſchule für alle
erwerbs=
tätigen Mädchen unter 18 Jahren. — Die hieſigen
Brauereibeſitzer und Weinhändler wenden ſich in einer
Eingabe gegen die Bewilligung eines ſtädtiſchen
Bei=
trags an den hieſigen Ortsverein des deutſchen
Alko=
holgegnerbundes. — Der deutſche Holzarbeiter=
Verband, Zahlſtelle Darmſtadt, bittet, den
Schreiner=
meiſter Karhoff bei der Vergebung ſtädtiſcher
Arbei=
ten fernerhin unberückſichtigt zu laſſen, da er nicht die
ortsüblichen Löhne zahle.‟ — Die hieſigen
Feld=
geſchworenen bitten um Erhöhung der
Tagegebüh=
ren. — Der evangeliſche Frauenverein des
Schloßbezirks, das katholiſche Pfarramt St.
Eliſa=
beth und der Verſchönerungsverein haben für die
Be=
willigung ſtädtiſcher Beiträge gedankt. — Zur
Förder=
ung des neuſprachlichen Unterrichts an den
höheren Schulen war ein Austauſch von in= und
ausländiſchen Lehrkräften angeregt worden.
Das Kuratorium der beiden höheren Mädchenſchulen iſt
der Anſicht, daß die Vorteile des Austauſches an
Lehr=
kräften in keinem Verhältnis zu den Koſten ſtehen. Es
empfiehlt, das ſeitherige Verfahren beizubehalten, wonach
Lehrkräfte auf Nachſuchen unter Gewährung einer
ſtädti=
ſchen Beihilfe auf kürzere Zeit ins Ausland beurlaubt
werden können.
Von der „Heag”.
Beigeordneter Ekert macht folgende Mitteilung:
Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft hat nunmehr
den Tarif und die Tarifbeſtimmungen für die Abgabe
von elektriſchem Strom feſtgefetzt und ebenſo die
Vor=
ſchriften für die Ausführung elektriſcher Anlagen, dem
jetzigen Stande der Stromlieferung entſprechend,
auf=
geſtellt. Der Tarif für das Stadtgebiet iſt feſtgeſetzt nach
Maßgabe der Beſtimmungen des zwiſchen der
Süd=
deutſchen” und der Stadt abgeſchloſſenen Vertrags,
wo=
nach die Aktiengeſellſchaft verpflichtet iſt, den Preis für
Lichtſtrom mit Wirkung von Beginn der Geſellſchaft ab
von 70 Pfg. auf 50 Pfg. herabzuſetzen und angemeſſene
Nachläſſe einzurichten. Der ſeitherige Krafttarif ſoll bis
auf weiteres beibehalten werden. Die Rabatte für
Licht=
ſtrom ſind in ähnlicher Weiſe geſtaffelt, wie die bereits
früher feſtgeſetzten Nachläſſe für Kraftſtrom. Der
Strom=
preis für Beleuchtungszwecke beträgt bei Entnahme von
niedergeſpanntem Strom für die erſten 3000
Kilowatt=
ſtunden 50 Pfg. für die Kilowattſtunde, für die
folgen=
den8000 Klewattſtandenür die folgee
Kilowattſtunden 40 Pfg., für die folgenden 5000
Kilo=
wattſtunden 35 Pfg., für alle folgenden Kilowattſtunden
30 Pfg.
Bei Entnahme von hochgeſpanntem Drehſtrom
er=
mäßigt ſich der Preis für alle Abſtufungen um 15
Pro=
zent. Die übrigen Tarifbeſtimmungen ſind etwas
ver=
einfacht und im weſentlichen unverändert geblieben. Sie
werden ergänzt durch den Umſtand, daß Drehſtrom auch
bei Nacht abgegeben wird. Zur Hebung des allgemeinen
Verkehrs in den Straßen in den Abendſtunden iſt — wie
in einigen Städten bereits mit Erfolg eingeführt — den
Ladenbeſitzern ein beſonderer Anreiz auf
Preisermäßig=
ung dadurch geboten, daß eine Beſtimmung
aufgenom=
men wurde, wonach der Lichtſtrom von 8 Uhr abends
ſab nach dem Krafttarif (Grundpreis 20 Pfg. ſtatt 50
Pfennig) berechnet wird, wenn die Schaufenſter bis 10
Uhr abends beleuchtet werden. Ferner kann die
Vergün=
ſtigung der Einführung des Doppeltarifs auch dann
zu=
geſtanden werden, wenn ſich der Abnehmer verpflichtet,
jährlich für 500 Mark Strom zu entnehmen. Die
Vor=
ſchriften für die Ausführung elektriſcher Anlagen ſind
gleichfalls im weſentlichen geblieben, ſie ſind nur ergänzt
worden, ſoweit es durch die Lieferung von Drehſtrom
und hochgeſpanntem Strom notwendig war.
Im Anſchluß hieran führen die Stadtvv. Kahn und
Sames Beſchwerde darüber, daß die 15=Pfg.=Grenze
der Straßenbahn nicht bis zum Schloßgartenplatz, ſondern
nur bis zur Frankfurterſtraße geführt wurde.
Beig. Jäger ſtellt auf eine Beſchwerde von
An=
wohnern des Dornheimer Wegs feſt, daß die Straßen
haußerhalb des Bebauungsplanes nicht von der Stadt
hergeſtellt zu werden brauchen, fondern im vorliegenden
Falle von der Eiſenbahnbehörde. — Stadtv. Hüfner
vertritt energiſch die Intereſſen der fraglichen
Anwoh=
ner, die als gute Stenerzahler auch ein Anrecht darauf
haben, Wege und Licht zu ihren Wohnſtätten zu erhalten.
Wenn man eine ſolche Waldkolonie ſchaffe, müſſe man
auch für Wege ſorgen.
Auf weitere Beſchwerden bezüglich des
Straßen=
bahntarifes vertritt der Vorſitzende die beſtehenden
Be=
ſtimmungen. Dann wird in die Tagesordnung
ein=
getreten.
Baudispensgeſuche.
Geſuche um Geſtattung einer Ausnahme von der
Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts werden
einge=
reicht: a) von Gärtner K. Walter für Erbauung eines
Schornſteins an dem Schuppen auf ſeinem Grundſtück
am alten Arheilger Weg und b) von dem Darmſtädter
Golf=Klub für Errichtung eines Blockhäuschens auf dem
Grundſtück am Böllenfalltor. Beide Geſuche werden von
dem Hochbau=Ausſchuß gegen Ausſtellung eines
bezügli=
chen Reverſes zur Genehmigung empfohlen und von der
Verſammlung nach Referaten der Stadtvv. Sames und
Wittmann genehmigt.
Ein Geſuch der Firma Gebrüder Neu um Befreiung
von den Beſtimmungen des § 32 Abſ. 1 und 6 und § 33
der Baupolizeiordnung für Errichtung einer überdeckten
Glashalle in der Hofreite Ludwigsplatz Nr. 9 wird von
dem Hochbau=Ausſchuß nicht befürwortet. Der
Refe=
rent, Stadtv. Markwort, erſucht die Verſammkung,
ſich der Ablehnung anzuſchließen. Die Stadtvv. Dr.
Kolb und Sames ſind gegen dieſen Antrag und
bit=
ten, aus Billigkeitsgründen den Dispens zu erteilen. —
Beig. Jäger meint, die Stadt ſei gerne
entgegenkom=
mend, doch ſei die Genehmigung im vorliegenden Falle
nicht zu befürworten. — Die Angelegenheit wird dann
an den Ausſchuß zurückverwieſen, der ſich die Sache an
Ort und Stelle anſehen ſoll.
Ueber
Abtretung von Straßengekände
berichtet Stadtv. Lindt: Zwiſchen der Stadt und den
übrigen Grundbeſitzern des Baublocks zwiſchen
Beck=
ſtraße, Soderſtraße, verlängerter Heidenreichſtraße und
Straße ſüdlich des Woogs iſt eine Gelände=Aufteilung
vereinbart worden, durch die eine zweckmäßige
Bebau=
ung des Geländes ermöglicht wird. Das in die
projek=
tierten Straßen fallende Gelände wird unentgeltlich an
die Stadt abgetreten, das Reſtgelände durch Austauſch
gleicher Flächen in Bauplätze eingeteikt. Hochbau= und
Finanz=Ausſchuß haben den bezüglichen Tauſchverträgen
zugeſtimmt. Die Verſammlung ſtimmt ebenfalls zu.
Ueber
Geländeerwerb
erſtattet Beig. Jäger Bericht: Die Kirſchenallee ſoll
von der Weiterſtädter Straße bis zum Dornheimer Weg
durchgeführt werden. Der Hochbau=Ausſchuß beantragt,
das erforderliche Straßengelände auf dem Wege der
Ent=
eignung zu erwerben, falls es von den Beteiligten nicht
unentgeltlich an die Stadt abgetreten wird. Die
Ver=
ſammlung iſt damit einverſtanden.
Das Protokoll über die
Vergebung der kleinen
Unterhaltungs=
arbeiten für 1912
wird zur Genehmigung vorgelegt. Die Auswahl der
Unternehmer erfolgte durch das Los. Der Hochbau=
Aus=
ſchuß hat den bezüglichen Vorſchlägen des
Oberbürger=
meiſters zugeſtimmt. Referent Stadtv. Sames bittet,
die die Firma Karhoff betreffenden Teile auszuſetzen,
bis die Eingabe des Holzarbeiter=Verbandes geprüft iſt.
Nach kurzer Debatte wird dem Vorſchlage zugeſtimmt.
Kreditbewilligungen zum
Krankenhaus=
erweiterungsbau.
Die bisherigen Erweiterungen des ſtädtiſchen
Kran=
kenhauſes haben durch Aenderungen an dem
urſprüng=
lichen Projekt, die während der Ausführung als
notwen=
dig oder zweckmäßig erkannt und von den beteiligten
Ausſchüſſen gutgeheißen wurden, eine
Kreditüberſchreit=
ung von rund 48000 Mark hervorgerufen. Der
Hoch=
bau= und Finanz=Ausſchuß, ſowie die Krankenhaus=
De=
putation befürworten die nachträgliche Bewilligung der
fehlenden Mittel aus vorhandenem Vermögensfonds.
Nach eingehendem Referat des Stadtv. Schäfer, der
die Bewilligung warm befürwortet, und nach längerer
Debatte wird dem Antrag der Ausſchüſſe zugeſtimmt.
Stadtbaurat Buxbaum gibt hierzu einen kurzen
Rück=
blick über die Geſchichte des Erweiterungshaues. (Siehe
beſ. Artikel.)
Geſſuchum Koſtenerlaß.
Verſchiedene Hausbeſitzer in der Beſſunger Straße
haben um Erlaß der Koſten für den Neuanſchkuß der
Hausentwäfferungen bei Umlegung des Kanals in die
Beſſunger Straße nachgeſucht. Die Tiefbau=Deputation
beantragt Ablehnung des Geſuchs. Nach dem
Re=
ferat des Stadtv. Lindt ſtimmt die Verſammlung zu.
Vom Schbachthof.
Für die Maſchinenanlage im Schlachthof ſoll zu
Laſten von Erſparniſſen ein Zylinderöl=Deſtillator
ange=
ſchafft werden. Schlachthof=Deputation und Finanz=
Aus=
ſchuß ſind hiermit einverſtanden. Ebenſo die
Verſamm=
lung. ent
Heimſparbüchſen.
Die von der ſtädtiſchen Sparkaſſe beſchafften 200
Heimſparbüchſen haben nicht ausgereicht. Es wird mit
Zuſtimmung des Finanz=Ausſchuſſes beantragt, die
Mit=
tel zur Beſchaffung von weiteren 500 Heimſparbüchſen
mit zirka 1500 Mark zu bewilligen und die Sparkaſſe zu
ermächtigen, weitere Sparbüchſen je nach Bedürfnis
an=
zuſchaffen. Nach dem Bericht des Stadtv. Bender
ſtimmt die Verſammlung zu.
Der zur
Beſchaffung vonphyſikaliſchen Apparaten
für die neue Liebigs=Oberrealſchule bewilligte Kredit ſoll
zu Laſten von Erſparniſſen bei dem Baukredit um 5500
Mark erweitert werden. Schul= und Finanz=Ausſchuß
ſind hiermit einverſtanden. Nach dem Referat des Stadtv.
Nodnagel auch die Verſammlung.
Waſſerabgaben für Straßen= und
Kanaz=
bauten.
Bei der Ausführung von Straßen= und Kanalbauten
ſoll künftighin das erforderliche Waſſer dem Unternehmer
koſtenfrei geliefert und der Waſſerpreis auf den
Bau=
kredit verrechnet werden. Nach dem Referat des Stadtv.
Sames ſtimmt die Verſammlung zu .
Kleinere Vorlagen.
Die Koſten der baulichen Unterhaltung des ſtädtiſchen
Hauſes Luiſenſtraße 16 in 1912 ſollen nach Antrag des
Hochbau= und Finanz=Ausſchuſſes aus dem Refervefonds
beſtritten werden. Auch hierüber referiert Stadtv.
Sames Die Verſammlung ſtimmt zu.
Im ſtädtiſchen Schlachthof ſoll ein in kleine
Räume geteiltes Häuschen errichtet werden, das als
Auf=
enthaltsraum für die Händler dienen ſoll. Die Koſten
ſollen im Einverſtändnis mit der Schlachthof=Deputation
und dem Finanz=Ausſchuß aus Erſparniſſen gedeckt
wer=
den. Die Verſammlung iſt einverſtanden. Referent:
Stadtv. Göbel.
Für die Erneuerung des Anſtrichs der
Hinter=
gebäude der Stadthaushofreite wird von
dem Hochbau=Ausſchuß und Finanz=Ausſchuß die
Bereit=
ſtellung eines Kredits von 700 Mark beantragt und nach
Befürwortung durch den Referenten, Stadtv. Sames,
bewilligt. — Stadtv. Louis Lautz möchte hierbei die
Aufmerkſamkeit auf die Faſſadenherſtellung des
Rathau=
ſes richten. Stadtv. Ramdohr unterſtützt dies.
Beig. Jäger macht darauf aufmerkſam, daß das 20000
Mark koſten würde.
Um Befreiung von baulichen Beſtimmungen haben
nachgeſucht: a) Gaſtwirt K. Seipp für Errichtung eines
Hintergebäudes Kiesſtraße 32, b) Frau Dotzler für
Er=
bauung eines Landhauſes am Hohlen Weg und e)
Kauf=
mann Adolf Kahn für Errichtung eines Lagerſchuppens
Ecke Löffelgaſſe und Ruthsſtraße. Die drei Geſuche
wer=
den von dem Hochbau=Ausſchuß zur Genehmigung
empfohlen. Die Verſammlung iſt einverſtanden.
Refe=
renten: Stadtvv. Lindt, Schäfer und Sames.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt.
Die Erweiterung des ſtädtiſchen
Kranken=
hauſes,
die im Jahre 1911 ihren vorläufigen Abſchluß fand und
für die in der geſtrigen Stadtverordnetenverſammlung ein
weiterer Kredit von 47902 Mark noch nachbewilligt
wor=
den iſt, hat eine Geſchichte, die bis zum Jahre 1894
zu=
rückreicht. Das Krankenhausgrundſtück war damals noch
ſehr klein und war nördlich durch das ſogen.
Galopper=
gäßchen abgeſchloſſen. Vom Jahre 1806 ab in dem das
Vordergebäude an der Grafenſtraße zunächſt als
zwei=
geſchoſſiger Bau zugleich mit dem Korrektionshaus erbaut
worden war haben zwar fortgeſetzte Erweiterungen und
Neubauten, ſowie Geländeerwerbungen für die Zwecke des
Krankenhauſes ſtattgefunden.
Die Platznot im Krankenhauſe erreichte aber im
Jahre 1894 eine ſolche Höhe, daß mehrere Stadtverordnete
in öffentlicher Sitzung die Vergrößerung des
Kranken=
hauſes oder einen Neubau dringlich forderten.
Die Unterſuchungen, die ſchon im Gange waren,
er=
gaben, daß auf dem damals zur Verfügung ſtehenden
Ge=
lände Vergrößerungen nicht in ausreichendem Maße
vor=
genommen werden konnten. Die Stadt entſchloß ſich
des=
halb, nachdem die Neubaufrage wiederholt und eingehend
geprüft war, zu der Erwerbung anliegender Grundſtücke
und hat dieſe Erwerbungen bis in die neueſte Zeit
fort=
geſetzt, ſodaß nun ein Gelände zur Verfügung ſteht, auf
dem das Krankenhaus ſo vergrößert und erweitert werden
kann, daß für abſehbare Zeit genügend Raum gewonnen
wird.
Viele Jahre ſollten über den verſchiedenen
Neubau=
projekten und Erweiterungsvorſchlägen dahingehen, ehe
man wirklich zum Baubeginn kam. Die
Krankenhaus=
deputation beſchloß im Auguſt 1902 auf Antrag der
Bür=
germeiſterei, die Vergrößerung des Krankenhauſes auf der
derzeitigen Stelle und hieß die Erwerbung des
anliegen=
den Geländes gut. Es wurde folgender Beſchluß gefaßt:
In Erwägung, daß der Neubau eines Krankenhauſes
an anderer Stelle ſofort einen Koſtenaufwand von
min=
deſtens 2 Millionen Mark verurſachen würde, während
das beſtehende Krankenhaus beibehalten werden müßte;
in Erwägung ferner, daß daher nicht nur ein bedeutender
Mehraufwand an Anlagekoſten und deren Verzinſung und
Tilgung, gegenüber einer Erweiterung am jetzigen Platze,
ſondern auch doppelte Wirtſchafts= und
Verwaltungsein=
richtung notwendig werden würde; in Erwägung endlich
daß nach dem Ergebnis der Unterſuchungen des
Stadtbau=
amts und der Krankenhausdirektion im Einvernehmen mit
dem Großherzoglichen Kreisgeſundheitsamt nachgewieſen
erſcheint, daß die zur Erwerbung in Ausſicht genommenen
Hofreiten von Albert, Spamer und Beſt in Verbindung
mit dem bereits früher erworbenen Gelände von Lautz
u. Iſenbeck, Wirtz und Schließmann für eine lange Reihe
von Jahren ausreichende Erweiterung des Krankenhauſes
(Vermehrung um 200 Betten) ermöglichen, ohne daß eine
nennenswerte Erweiterung der beſtehenden
Wirtſchafts=
gebäude erforderlich wäre wird beſchloſſen:
Von dem Neubau eines Krankenhaufes an anderer
Stelle zur Zeit abzuſehen, die Erweiterung des
beſtehen=
den Krankenhauſes gutzuheißen und den von der
Bürger=
meiſterei bereits vorbereiteten Ankauf der Liegenſchaften
von Albert, Spamer und Beſt zu genehmigen.
Dieſer Beſchluß wurde in der Stadtverordnetenver
ſammlung vom 18. Dezember 1902 gutgeheißen und die
Neu= und Umbauten konnten bald darauf begonnen wer
den. Die Vergrößerung umfaßte folgende Anlagen:
Inmitten des Grundſtückes wurde ein großes
Iſolier=
gebäude errichtet, ferner ein Gebäude für Unruhige und
Geiſteskranke, daneben eine Leichenkapelle mit den
erfor=
derlichen Nebenräumen, Sektionsraum uſw. Auf der
Süd=
ſeite des Grundſtückes wurde ein großes Wirtſchaftsgebäude
mit neuen Küchen, der Wäſcherei, ſowie den erforderlichen
Räumen für Dienſthoten erbaut. Das Keſſelhaus wurde
beträchtlich vergrößert und ein neuer großer Keſſel
auf=
geſtellt, von dem aus das ganze Krankenhausanweſen mit
Dampf verſehen und beheizt wird. In der Südweſtecke
kam ein Desinfektionsgebäude mit einem neuen 40 Meter
hohen Kamin zur Ausführung. Der größte Bau iſt jedoch
der neue Anbau an das Hauptgebäude, der bis zur
Fuchs=
ſtraße reicht, und dort noch einen großen Flügel nach
Nor=
den erhalten hat. Auch die Operationsräume im
Kran=
kenhaus erwieſen ſich inzwiſchen als zu klein und es kam
deshalb ein großer Operationsbau mit Poliklinik und den
erforderlichen Aufnahmeräumen zur Ausführung. Die
ganze Bautätigkeit, die faſt durchweg mit großen
Umände=
rungen im Innern der vorhandenen Gebaude verbunden
war, erforderte 8 Jahre, und das Projekt, das bereits im
Jahre 1902 vorgelegt worden war, hat natürlich während
der langen Bauperiode und unter Zuziehung von
Spe=
zialiſten auf den verſchiedenen Gebieten der
Krankenhaus=
einrichtung weſentliche Veränderungen erfahren. Die
Bet=
tenzahl iſt während des Baues beträchtlich geſtiegen. Die
Einrichtung hat im Laufe der Jahre eine mit dem
Wachs=
tum des Krankenſtandes parallel laufende gewaltige
Ver=
änderung erfahren müſſen, während der Baukredit in den
Hauptpoſten nicht erweitert worden iſt. Die Geſamtanlage
erforderte den Betrag von 1036669,98 Mark, während für
das Mobiliar die Summe von 139198,35 Mark
veraus=
gabt wurde. Bewilligt waren für den Bau 1009 790 Mark
für das Mobiliar der Betrag von 122000 Mark. Es iſt
ſomit eine Ueberſchreitung der bewilligten Bauſumme von
3 Prozent entſtanden, deren Nachbewilligung erforderlich
war und in der geſtrigen Stadtverordnetenſitzung
geneh=
migt wurde.
Wenn eine Ueberſchreitung der Kredite ſchließlich
kon=
ſtatiert werden mußte, ſo darf doch nicht außer Acht
ge=
laſſen werden, mit welchen Umſtänden der langwierige
und ſchwierige Bau verknüpft war in dem nahezu die
Hälfte aller Koſten auf techniſche Einrichtungen und
Mo=
biliar verwendet werden mußte, und es darf nicht außer
Acht gelaſſen werden, daß die Anforderung des
Haupt=
kredits nur nach generellen Plänen vor nunmehr 9 Jahren
geſchah, und daß ſelbſtverſtändlich damals über die
tech=
niſche Einrichtung, das erforderliche Mobiliar und über
die mediziniſch=techniſche Inſtallation nur ganz generelle
Angaben möglich waren. Es darf nicht außer
Berückſich=
tigung bleiben, daß der Betrieb des Krankenhauſes
mög=
lichſt wenige Beläſtigungen oder Störungen durch die
Bau=
ausführung erfahren durfte und daß der Neubau überall
mit einer vollkommenen Neugeſtaltung der alten
vorhan=
denen Bauten notgedrungen verbunden war, Arbeiten, die
von vornherein gar nicht völlig überſehen werden können.
Die Stadtverordnetenverſammlung genehmigte unter
dieſen Umſtänden einſtimmig die Bewilligung der
erfor=
derlichen Mittel und ſprach dem Herrn Oberbürgermeiſter
und dem Stadtbauamt ihre Anerkennung für die geleiſtete
Arbeit aus.
Mit dieſer großen Erweiterung des Krankenhauſes
ſchließt indeſſen nicht die Bautätigkeit auf dem
Kranken=
hausgrundſtück ab. Schon ſind neue Projekte da, deren
Vorlage in der nächſten Stadtverordnetenverſammlung
erfolgt. Zunächſt handelt es ſich um Schaffung eines
ge=
räumigen Veſtibüls und der erforderlichen Nebenräume
an der Grafenſtraße. Das jetzige Direktorwohnhaus wird
als Bureaugebäude umgebaut, die Apotheke wird aus dem
Hauptgebäude in das früher Albertſche Haus verlegt. Im
ehemaligen Heinzerlingſchen Haus an der Grafenſtraße
werden die pathologiſch anatomiſchen und mediziniſchen
Laboratorien eingerichtet, die Häuſer Bismarckſtraße 38,
40 und Fuchsſtraße 19 werden für Wohnungen der Aerzte,
Beamten und Schweſtern leingerichtet. Zwei alte
ab=
gängige Keſſel im alten Keſſelhaus müſſen durch neue
er=
ſetzt werden. Die neuen Bauten werden an die
vorhan=
dene Zentralfernheizung angeſchloſſen. Das durch die
letz=
ten Ankäufe hinzugekommene Gelände ſoll reguliert,
gärt=
neriſch angelegt und die erforderlichen Wegeanlagen
her=
geſtellt werden.
Das Krankenhausgrundſtück iſt nach den letzten
Zu=
käufen ſo groß, daß auch weitere Bauten noch möglich
ſind. Es werden in abſehbarer Zeit zwei weitere
Pavil=
lons mit etwa 160 Betten noch hinzukommen.
Wenn dieſe Periode der Bautätigkeit, deren
Realiſie=
rung allerdings noch in weiter Ferne ſchwebt, vorbei iſt,
dann wird die Stadt ein Krankenhaus haben, das ſich mit
den größten und beſteingerichteten Anſtalten dieſer Art
wohl vergleichen laſſen darf.
Kongreſſe und Verbandstage.
* München 22. Mai. Im alten Rathausſaale
fand heute vormittag bei überaus zahlreicher Beteiligung
der gemeinſame Kongreß der deutſchen und
öſterreichiſchen Induſtriellen ſtatt, wozu
außer Vertretern der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden
ſich u. a. auch eingefunden hatten: Prinz Ludwig von
Bayern, Staatsminiſter Freiherr v. Soden,
Staatsmini=
ſter Graf Podewils, der öſterreichiſch=ungariſche Geſandte
ſowie hervorragende Vertreter der Induſtie und
Handels=
welt. Namens der bayeriſchen Regierung begrüßte
Miniſterialrat Meinel die Verſammlung. Er erinnerte
an die engen Bande, die Freundſchaft und Sympathie,
welche Deutſchland und Oeſterreich verbinden und zu
deren Mehrung und Feſtigung die gegenwärtige Tagung
beitragen möge. Oberbürgermeiſter Dr. v. Borſcht
gab dann ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß der
Zen=
tralverband der deutſchen Induſtriellen ſich mit dem
öſter=
reichiſchen Gewerbeverein in München zu einer
impoſan=
ten Tagung zuſammengefunden habe.
Anläßlich des Kongreſſes fand heute abend in dem
Hauptreſtaurant der Gewerbeſchau ein Feſtbankett
ſtatt. Anweſend waren unter anderem: Miniſter Frhr.
von Hertling, Miniſter von Knilling, Frhr. von Soden,
der öſterreichiſche Geſandte von Velics, Vertreter der
ſtädtiſchen Körperſchaften, von Kunſt und Wiſſenſchaft,
ſowie Vertreter der hieſigen Handelskreiſe. Frhr. von
Hertling hielt eine Rede, in der er u. a. ſagte: Als beſten
Gewinn dieſer Tagung würde ich es bezeichnen, wenn in
unſeren lieben öſterreichiſchen Gäſten ſich die
Ueberzeug=
ung befeſtigte, daß über die Schranken hinweg, die unſer
Wirtſchaftsgebiet trennen, die Hand Deutſchlands ſich in
Treue in die Hand der engverbündeten jenſeitigen
Mon=
archie legt, wenn es gilt, das hohe Gut des Friedens mit
Stärke und Nachdruck zu wahren. Redner ſchloß mit
einem Hoch auf den Kaiſer Franz Joſef.
:Weimar, 22. Mai. Der deutſch=
evange=
liſche Frauenbund trat hier zu ſeiner neunten
Generalverſammlung zuſammen, die von der
Bundesvorſitzenden Fräulein Paula Müller (
Han=
nöber) geleitet wird. An der Tagung nahmen außer den
zahlreichen Mitgliedern viele Vertreter der ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden teil, und auch die Großherzogin von
Sachſen=Weimar und die Herzogin von Koburg=Gotha
hatten Vertreterinnen entſandt. In der
Begrüßungsver=
ſammlung hob die Vorſitzende hervor, daß der Bund
wei=
ter s günſtiger Entreiselung begrißſen it und eine u
erfreuliche Ausdehnung genommen hat, daß die
Gründ=
ung von Landesverbänden als vermittelnden Faktoren
notwendig geworden iſt. Die Mitglieder des Bundes
wollen deutſche Frauen ſein, die durch treue
Pflichterfül=
lung deutſches Weſen in ſich tragen, und außerdem
evan=
geliſche Frauen, deren Arbeit auf dem feſten Fundament
des Evangeliums beruht. Die Grüße der ſtaatlichen
Be=
hörden überbrachte Staatsminiſter Exz. Dr. Rothe, die
Grüße der Stadt Weimar Bürgermeiſter Dr. Dondori
Namens der Kirchenbehörden ſprach Geheimer Kirchenrat
D. Spinner.
Sodann trat man in die geſchäftlichen Verhandlungen
ein, die zunächſt den Geſchäftsbericht der zweiten
Vorſitzenden Gräfin v. d. Gröben brachten. Daraus iſt
beſonders hervorzuheben die Schaffung von 12 Landes=
und Provinzialverbänden, die Einführung von zwei
Reiſeſekretärinnen, die Bildung von Jugendabteilungen
und eine ſtärkere Propaganda auf dem Lande. Der Bund
zählt zurzeit 13 500 Mitglieder und halten etwa 13000
Mit=
glieder evangeliſche Frauenzeitungen. Nach einer
eingehen=
den Debatte nahm die Generalverſammlung einſtimmic
eine Reſolution an, wonach die Ortsgruppen in
ihren Gemeinden dahin zu wirken haben, daß die
Be=
ſchlüſſe, die in den verſchiedenen Synoden zwecks
amt=
licher Eingliederung der Frauen in die kirchlichen
Ge=
meinden gefaßt ſind, in die Tat umgeſetzt werden; ferner
ſollen entſprechende Anträge von den einzelnen
Orts=
gruppen immer wieder aufs neue bei den Synoden
ein=
gereicht werden, wenn es die Verhältniſſe geſtatten.
Weiter lag der Verſammlung folgender Antrag des
Bundesvorſtandes vor: „Die
Generalverſamm=
lung wolle die Ortsgruppen in den Hafenſtädten anregen,
daß ſie zuſtändigen Ortes für Anſtellung von
Schiffahrts=
matronen eintreten. Dieſe Matronen ſollen dazu dienen
die auf den Schiffen reiſenden Frauen und Mädchen zu
behüten und vor den zahlreichen ſittlichen Gefahren, vor
allem vor denen des Mädchenhandels zu ſchützen und ſie
in jeder Weiſe zu beraten und zu unterſtützen. Auch dieſer
Antrag wurde nach eingehender Erörterung
ange=
nommen.
Im weiteren Verlauf der Tagung wurde dann noch
eine Reihe von öffentlichen Vorträgen gehalten,
So ſprach u. a. Dr. v. Mangoldt (Frankfurt a. M.) über
„Wert und Wege der Wohnungsreform” Frl. v.
Feld=
mann (Barſinghauſen) über die Mitarbeit der Frau in
der Wohnungsreform” Frl. Paula Müller über „
Frauen=
bewegung und perſönliches Leben”, Frl. Donecke (
Wien=
hauſen) über „Pflichten und Rechte der Frau in der
bür=
gerlichen Gemeinde”. Welches Intereſſe die einzelnen
Vorträge erweckten, geht daraus hervor, daß ſich an jeden
von ihnen eine lebhafte Erörterung anſchloß.
* London, 23. Mai. Auf der erſten
General=
verſammlung der britiſch=deutſchen
Freundſchaftsgeſellſchaft führte der
Vor=
ſitzende, Sir Franc Lascelles, aus, in den Beziehungen
beider Länder ſei erfreulicherweiſe eine ſehr merkliche
Beſſerung eingetreten. Die Geſellſchaft ſollte ſich
Glück dazu wünſchen, daß ſie einen, wenn auch
beſchei=
denen, Anteil an dieſer Entwickelung hätte. Ihre
Ar=
beiten ſeien auch weiter notwendig. Aber ſie müßte
Ge=
duld üben und jeden heftigen und unüberlegten Schritt
vermeiden, um die beiden Regierungen in der
Fort=
führung der ſchwebenden Verhandlungen in keiner Weiſe
zu ſtören.
Der Kaiſer in Hamburg.
* Hamburg, 23. Mai. Die Straßen, die der
Kaiſer auf der Fahrt nach dem Hafen paſſiert, und die
ganze Hafengegend zeigen ſchon von früher Stunde an
ein lebhaftes Treiben. Die Schulen ſind geſchloſſen.
Ueberall verkündet reicher Flaggenſchmuck die Teilnahme
der Bevölkerung. Die Landungsbrücken an St. Pauli
ſind mit friſchem Grün geſchmückt. Von früh an
beför=
derten zahlreiche Dampfer Scharen der Geladenen zur
Vulkanwerft, wo neben dem gewaltigen, zum Ablauf
be=
reiten „Imperator” große Tribünen errichtet ſind,
Vor dem hochragenden Bug ſteht die Taufkanzel. Hier
iſt der Hauptplatz für die Feſtgäſte und den Senat,
wäh=
rend die größte Tribüne an der Breitſeite des Schiffes
liegt. Der Feſtplatz und die ganze Werft ſind reich mit
Flaggen und Girlanden geſchmückt. Beſondere
Vorkeh=
rungen ſind getroffen, um Havarien der im Hafen
liegen=
den Fahrzeuge zu vermeiden, die vielleicht durch die bei
dem Ablauf des Rieſenſchiffes erzeugte Bewegung des
Waſſers hervorgerufen werden könnten.
Am 8,20 Uhr traf der kaiſerliche Sonderzug
auf dem Dammtorbahnhof ein. Zum Empfang hatten
ſich auf dem Bahnhof eingefunden Bürgermeiſter Dr.
Burchard und der Bürgermeiſter Dr. Schröder, ferner der
preußiſche Geſandte von Bülow mit dem Legationsrat
Graf von Baſſewitz, ſowie der Staatsſekretär des
Reichs=
marineamtes von Tirpitz. Der Kaiſer, der
Admirals=
uniform trug, begrüßte jeden einzelnen der Erſchienenen
und fuhr mit dem Bürgermeiſter Burchard im offenen
Staatsautomobil vom Bahnhof nach den
Landungs=
brücken, auf dem ganzen Weg von einem zahlreichen Pu
blikum mit lebhaften Kundgebungen begrüßt. Auf dem
feſtlich geſchmückten Hamburger Staatsdampfer wurde die
Fahrt zur Vulkanwerft angetreten. Leider war
inzwiſchen der Sonnenſchein verſchwunden: der Himmel
hatte ſich ſchnell bezogen und während der Fahrt auf dem
Staatsdampfer fiel ein leichter Regen.
Auf der Landungsbrücke traf der Kaiſer vor der
Ab=
fahrt zur Vulkanwerft mit dem Herzog Albrecht von
Württemberg zuſammen, der mit dem Chef der
Hochſee=
flotte Admiral von Holtzendorff auf der Landungsbrücke
eingetroffen und dort von den Bürgermeiſtern Oswald
und Predöhl empfangen worden war.
Um 9,47 Uhr lief der Imperator” von
Sta=
pel. Nachdem Bürgermeiſter Burchard die Tautreds
gehalten, taufte der Kaiſer das Schiff mit den Worten:
Ich taufe dich „Imperator”. Bürgermeiſter Burchard
brachte ein Hoch auf den Kaiſer aus. Der leichte Regen,
der vorher gefallen war, hatte inzwiſchen aufgehört.
* Hamburg, 23. Mat. Nach dem Taufakt
be=
gab ſich der Kaiſer mit dem Dampfer „Dahlmann”
zur gegenüberliegenden Ellerholzhöft, wo die
Ablaufkan=
zel erbaut worden iſt und beſah auf der Fahrt dorthin
die auf der Werſt in Bau befindlichen Kriegsſchiffe.
Um 9,47 Uhr ſetzte ſich der „Imperator” in Bewegung
und ging unter brauſenden Hurrarufen ins Waſſer. Nach
dem Stapellauf wurde der Kaiſer vom Bürgermeiſter
Burchard nach der preußiſchen Geſandtſchaft begleitet, wo
er abſtieg.
Der Tod des Prinzen von Cumberkand.
* Berlin 22. Mai. Der Stallmeiſter des Herzogs
von Cumberland Bödecker hatte heute eine längere
Au=
dienz beim Prinzen Eitel Friedrich gehabt, um
die=
ſem im Namen des Herzogs den Dank auszuſprechen
für die Aufmerkſamkeiten, die beim plötzlichen Kinſchelden
des älteſten Sohnes des Herzogs vom Kaiſer und
de=
kaiſerlichen Familie erwieſen worden ſind.
* Gmunden, 22. Mai. Heute nachmittag 4½ Uh
traf im Sonderzug die Familie des Herzogs vor
Cumberland, welche die Leiche des Prinzen Geor
Wilhelm heimbrachte, auf dem hieſigen Bahnhof ein. Dor
und auf den Straßen zum Schloßpark hatte ſich eine groß
Menſchenmenge angeſammelt. Nachdem der Zug einge
laufen, wies der Herzog die Witwe des verunglückte
Kammerdieners zu der Herzogin in das Coupé. Der an
Bahnhof verſammelten Menge bemächtigte ſich tiefe
B=
wegung. Sodann ordnete ſich der Trauerzug. De
ſechsſpännige Leichenwagen mit der Leiche des Prinze
Georg Wilhelm und der vierſpännige Leichenwagen m
der Leiche des Kammerdieners Gxeve fuhren zur Schlof
kapelle, wo die Leichen aufgebahrt wurden.
* Gmunden, 23. Mai. Laut Mitteilung aus zu
verläſſiger Quelle hat Kaiſer Wilhelm ein ſel
herzliches Beileidstelegramm geſandt, das abe
nicht an den Herzog, ſondern an die Herzogin von Cun
berland adreſſiert war.
Die Trauerfeierlichkeiten in Kopenhagen.
* Danzig, 22. Mai. Das Kronprinzen
paar reiſte abends nach Kopenhagen ab. Zu
Gefolge tritt in Kopenhagen der Chef der Marineſtatic
der Oſtſee Admiral Coerper.
* Kopenhagen, 22. Mai. Der größte Teil d
ausländiſchen Repräſentanten iſt zu den Bei
ſetzungsfeierlichkeiten heute abend hier eing
troffen. Unter den eingetroffenen Fürſten befinden ſie
Erzherzog Peter Ferdinand, Don Carlos von Spanie
Prinz Arthur von Connaught, der Herzog von Genr
und Großfürſt Michael Alexandrowitſch, ferner trafen d
angemeldeten Vertreter der deutſchen Fürſten, ſowie D
putationen Hollands und Belgiens, endlich eine
Abor=
nung des deutſchen Heeres und der Marine ein.
* Kopſenhagen. 22. Mai. Die Kaiſerin
Witwe von Rußland und die Königit
Witwe von Enaland kamen heute abend ve
England hier an. Auf dem Bahnhof wurden ſie von
de=
däniſchen und norwegiſchen Königspaare, dem Großfü
ſten Michael Alexandrowitſch und den däniſchen
Prir=
zen und Prinzeſſinnen empfangen. Ferner war der M
niſterpräſident Berntſen und der engliſche und ruſſiſch
Geſandte anweſend. Die Herrſchaften fuhren nach Ame
lienborg wo ſie die Königin=Witwe begrüßten und b
gaben ſich nach dem Schloß Hvilloere.
Zum Zuverläſſigkeitsflug.
Die Preisverteilung.
1. Prinz Heinrich=Preis der Lüfte; fi
die beſte Geſamtleiſtung: Hellmuth Hirth.
2. Preiſe für Zuverläſſigkeit: 1. Hirt
(Ehrenpreis des Großherzogs von Baden), 2. Gre=
Wolffskeel (Ehrenpreis des Statthalters Grafen Wedel=
3. Bahrends, 4. Mahnke, 5. Fiſch, 6. Vogel von Falken
ſtein, 7. Hartmann (Präſidentenpreis), 8. Wirth.
3. Aufklärungspreis: a) für Luftſchiffel
1. Dr. Eckener (Ehrenpreis des Präſidenten von Gen
mingen), Beobachter: Major Hüslein (Preis des Prin
zen Max von Baden); b) für Flugzeuge: 1. Leuman
Bahrends (Ehrenpreis des Prinzen Wilhelmvon
Sachſen=Weimar), Beobachter: Leutnant AlbrechtPreis
des Prinzen von Schaumburg=Lippe), 2. Leuant
Mahnke (Ehrenpreis des bayeriſchen Kriegsminiſters)
Beobachter Knofe: (Preis des preußiſchen Kriegs
miniſters).
4. Höhenvreis: 1. Dr. Eckener (Ehrenprei
Dreikerhoff), 2. Hirth (Ehrenpreis des Großherzogs von
Heſſen), 3. Bahrends (Ehrenpreis Davidſon), 4. Gra=
Wolffskeel (Ehrenpreis der heſſiſchen Flugſtudiengeſell
ſchaft. Darmſtadt).
Außerdem wurden noch eine große Anzahl
Erinner=
ungspreiſe verteilt an die Paſſagiere, Unvarteiiſchen. ſo
wie an verſchiedene Herren, welche ſich beſondere
Ver=
dienſte um die Veranſtaltung erworben haben.
* Konſtanz, 22. Mai. Bei dem Abſchluß
bankett wies Prinz Heinrich von Preußen au
den Fortſchritt hin, den die Flugtechnik ſeit dem Vorjahr
gemacht habe. Wenn er auch weit entfernt davon ſei, zu
ſagen, daß die Flugmaſchine einen Krieg entſcheide,ſ.
müſſe er doch ſagen, daß ſie eine nützliche Aufklärungs
arbeit für Heer und Marine leiſte. Der Kaiſer ſandt
ein Telegramm, in dem er über den erſten Heereszuver
läſſigkeitsflug ſeine Freude ausſpricht. Nach dem
Banket=
folgte die Preisverteilung.
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 22. Mai. Das Luftſchif
„Z. 3” hat ſeine Werkſtättefahrten beendigt. Ende de=
Monats findet die Ueberführung nach Hamburg ſtatt, vor
wo Luftfahrten über See unternommen werden. Di
Uebernahme durch die Heeresverwaltung erfolgt
Anfan=
bis Mitte Juni.
* Frankfurt, 23. Mai. Das Luftſchiff „Vi!
toria Lukſe”, das heute vormittag 5.19 Uhr zu
einer Fahrt nach Düſſeldorf aufgeſtiegen war, iſt daſelb
um 9,40 Uhr glatt vor der Halle gelandet und ſogleie
in dieſelbe gebracht worden.
sr. Ein tödlicher Fliegerabſturz ereignete
ſich in der Nähe von Dayton in dem amerikaniſchen Staate
Ohio. Dort ſtürzte der Aviatiker Southard aus geringer
Höhe ſo unglücklich ab, daß er tot liegen blieb.
Erdbeben.
* Heidelberg, 23 Mai. Der Seismograph de
Königsſtuhlwarte verzeichnete heute ein kräftige
Fernbeben, deſſen ſtarke Ausſchläge um 4,10 Uhr er
folgten, bei einem Nachbeben von drei Stunden Dauer
* Aachen, 23. Mai. Die Erdbebenwarte der Tech
niſchen Hochſchule ſtellte ein von 3,30 bis 8 Uhr
morgen=
andauerndes ſtarkes Fernbeben feſt, deſſen 835
Kilometer entfernter Herd wahrſcheinlich in Japar
lag. Die größte, um 4,10 Uhr hier regiſtrierte Boden
bewegung betrug 0,8 Millimeter.
* Karlsruhe, 23. Mai. Der Seismograph de
hieſigen Techniſchen Hochſchule zeigte heute früh zwiſcher
7 und 8 Uhr ein ſtarkes Fernbeben an.
* Hohenheim, 23. Mai. Die Inſtrument.
der Erdbebenwarte regiſtrierten heute früh eit
ſtarkes Fernbeben, das um 4 Uhr 6 Min. ſein Marimun
erreicht hatte.
Handel und Verkehr.
— 4 Prozent Staatsanlehen von 1912
Nächſten Mittwoch, den 29. Mai, gelangen 50 Millionen
dieſer Obligationen zum Kurſe von 100,25 Prozent zur
Eubſkription. Da die Auleihe bis 1. Mai 1930-unkünd=
ar iſt, hält man den Emmiſſionspreis von 100,25
Pro=
ent für äußerſt preiswert. Zeichnungen hierauf nimmt
ereits die Bankfirma Hermann Wertheim, hier,
ent=
egen. (Siehe Anzeige.)
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom 22. Mai. Die „Tribuna” ſchreibt: Die
Jungtürken beſchloſſen die Ausweiſung der
Ita=
iener, aber ſie zögern, ſie auszuführen, denn ſie
wiſ=
en, daß ſie durch dieſen Akt, der allen Prinzipien der
Ziviliſation widerſpricht, und noch nie dageweſen iſt, ihre
Naske Europa gegenüber fallen laſſen und ihre Liebe zur
rürkei ſelbſt den profeſſionellen Türkenfreunden ſchwer
nachen würden. Nach einer derartigen Kundgebung
vird es ſelbſt Europa für ſehr ſchwierig halten, dieſe
Inſeln, welche von einer ſehr edlen Raſſe bewohnt
wer=
en, der Herrſchaft eines Volkes zurückzugeben, das ſich
ls Barbarenvolk erwies, indem es die Diplomatie zu
inem internationalen Erpreſſungsmittel zu machen
ver=
uchte. — Giornale d’Italia ſchreibt: Das Vorgehen der
rürkei beweiſt, daß wir es mit einem Staate zu tun
ſaben, der alle Eigenſchaften barbariſchen Urſprungs
be=
pahrte. — Popolo Romano hebt hervor, daß die
wäh=
end des Krieges in der Türkei wohnenden Italiener der
Türkei nicht den geringſten Grund gaben, ſich über ſie zu
eklagen. Die Zeitung erinnert an die Worte des
Mi=
tiſters des Aeußern, Said, vom 19. Oktober, als er auf
die heftigen Reden der Jungtürken, welche die
Auswei=
ung forderten, antwortete. Said habe damals bemerkt,
die Ausweiſung würde die Türken um die Sympathien
zer öffentlichen Meinung Europas bringen und wäre in
dem Augenblick ſchädlich, wo die Türkei die Hilfe der
Mächte brauche. Außerdem erinnerte er an das Vorgehen
der Franzoſen, die 1870 die Deutſchen ausgewieſen
hät=
ten, ſpäter aber Milliarden bezahlen mußten. Die
Re=
patrierung von 40000 oder 50000 Italienern kann einem
arbeitsſamen Volk von 35 Millionen wie Italien keine
Beſchwerde verurſachen. Der Krieg iſt noch nicht zu Ende
und es wird uns nicht an Gelegenheit, uns ſchadlos zu
halten, fehlen. — Meſſagero ſchreibt: Die von der Türkei
ergriffene Maßregel iſt eine barbariſche Rache, die dem
Völkerrecht und den guten internationalen Regeln
zu=
widerläuft. — Vita erklärt: Wenn die Türken glauben,
uns durch ihren gewalttätigen, gehäſſigen Erlaß
aufzu=
halten, ſo haben wir ihnen ſchon die Antwort erteilt,
in=
dem wir eine weitere Inſel beſetzten; und wir werden
darin fortfahren.
Marokko.
* Paris 23. Mai. Aus Fez wird dem Matin
mit=
keks Funkentelegramm vom 20. Mai gemeldet: Der
Kund=
ſchafterdienſt ſignaliſiert eine allgemeine
Ver=
ſchlimmerung der Lage. Die Stämme verſuchen
ſich anzuſchicken, gegen Fez zu marſchieren. Die
notge=
drungene Untätigeit der Franzoſen wird als ein Zeichen
von Schwäche ausgelegt und die etwa 10 Kilometer von
Fez lagernde Harka werde immer verwegener und gebe
die Abſicht kund, alle Stämme auszuplündern, die ſich
ihr nicht anſchließen wollen. Die von den Aufrührern
bedrohten Ueld Jama wandten ſich an die Franzoſen um
Hilfe, die ihnen jedoch mangels einer Truppe nicht
ge=
währt werden konnte. Ein Angriff auf Fez ſcheint
un=
mittelbar bevorzuſtehen. Zahlreiche Perſonen, die eine
neue Belagerung befürchten, verließen bereits die Stadt.
Am 19. Mai wagten ſich einzelne Aufrührer bis in die
Gärten unterhalb der Stadtmauern vor und gaben von
dort aus mehrere Flintenſchüſſe ab. Die Lage iſt ſo, daß
man die Hinrichtung der vom Kriegsgericht verurteilten
Meuterer verſchoben hat, aus Furcht, daß hierdurch
Ruhe=
ſtörungen verurſacht werden könnten.
Darmſtadt, 24. Mai.
Karl Hepp . Im 72. Lebensjahre iſt geſtern
nach=
mittag nach längerem Krankſein der Dichter und
Schrift=
ſteller Karl Hepp geſtorben. Karl Hepp war am 28.
März 1841 in Koblenz geboren und beſuchte auch das
dor=
tige Gymnaſium. Es war ihm zunächſt nicht vergönnt,
ſſeinen ſchön=geiſtigen Plänen zu leben. Er mußte ſich
gegen ſeinen Willen dem kaufmänniſchen Beruf widmen.
Er fand ſchließlich in dem Meyerſchen Bibliographiſchen
Inſtitut zu Leipzig, deſſen Chef ihm bald ſein volles
Ver=
trauen ſchenkte, einen befriedigenden Wirkungskreis, der
ihm auch zu literariſcher Betätigung Gelegenheit gab.
Doch erſt nach ſeinem Austritt aus dem Inſtitut, bald
fünfzigjährig, konnte er ſich ganz ſeinen wiſſenſchaftlichen
und dichteriſchen Neigungen widmen. Er tat es mit
un=
ermüdlichen Eifer und ſchuf neben mehreren größeren
Wer=
ken auch umfangreiche dichteriſche Kleinarbeit. Vielen
Jubiläen und bedeutſamen Bühnenaufführungen am
Hof=
theater gaben ſeine Prologe ſtimmungsvolle Einleitung,
rund auch in den Dienſt der Vereine ſtellte er hin und
wieder ſeine Feder und ſeine Dichtkunſt. Er ſchuf eine
ganze Reihe bedeutſamer Werke, darunter eine auf
ge=
wiſſenhaften Quellenſtudien beruhende Schiller=Biographie,
ſſowie das auf unſerer Hofbühne mit Erfolg aufgeführte
Savonarola=Drama „Der Prior von San Marco‟ Die
ſeine Lebens= und Weltauffaſſung wiedergebende poeſie=
und gedankenvolle Dichtung großen Stils „Paracelſus”
blieb ſein letztes großes Werk. Sein 70. Geburtstag, den
Hepp am 28. März vorigen Jahres feierte, gab den das
Geiſtesleben in unſerer Stadt pflegenden Faktoren
Ge=
legenheit, der Verehrung und Liebe Ausdruck zu geben.
Die ihm beſonders naheſtehenden hieſigen literariſchen
Vereine, der Verein für Wiſſenſchaft, Kunſt und Literatur,
der Darmſtädter Journaliſten= und Schriftſtellerverein,
deſſen erſter 1. Vorſitzender er war, die Freie literariſch=
künſt=
leriſche Geſellſchaft und der Heſſiſche Goethebund ließen
ihm eine künſtleriſch ausgeführte Glückwunſchadreſſe
über=
reichen, wobei die Vorſitzenden der einzelnen Vereine
An=
ſprachen hielten und eine beſonders geprägte Medaille zur
Erinnerung an die Feier des Tages überreichten. Den
Vereinen hatten ſich das Bibliographiſche Inſtitut in
Leip=
zig und viele Freunde und Verehrer Hepps mit ihren
Unterſchriften angeſchloſſen. Die letzten Monate hatte der
Verſtorbene unter Krankheit zu leiden. Seine Leiche wird
nach Offenbach übergeführt, um dort eingeäſchert zu
werden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. Mai. Das preußiſche
Abgeord=
netenhaus nahm das
Beſitzbefeſtigungs=
geſetz in dritter Leſung endgültig in namentlicher
Ab=
ſtimmung mit 212 gegen 99 Stimmen an.
* Berlin, 23. Mai. Gemeinſam mit Aſſeſſor Dr.
Kleefeld wird der Reichstagsabgeordnete Legationsrat
a. D. v. Richthofen Geſchäftsführer des
Hanſabun=
des ſein. Das Mitglied des Direktoriums Dr.
Streſe=
mann übernimmt als wirtſchaftlicher Beirat die
Bear=
beitung wichtiger Fragen betr. Handel und Induſtrie,
ferner ſolche Fragen, die dieſe Stände und die
Ange=
ſtellten gemeinſam berühren Die Leitung der Arbeiten
für das Handwerk übernahm als Mitglied des
Direk=
toriums Obermeiſter Knieſt, Vorſitzender des
Innungs=
ausſchuſſes in Kaſſel.
* Wildpark bei Potsdam, 23. Mai. Die Kaiſerin,
Prinzeſſin Viktoria Luiſe, Prinz Oskar und Geſolge
tra=
fen heute vormittag hier ein. Zum Empfange fanden
ſich ein Prinz und Prinzeſſin Eitel Friedrich und Prinz
Auguſt Wilhelm. Die Kaiſerin begab ſich ins Neue
Palais.
* Frankfurt a. M., 23. Mai. Der Magiſtrat der
Stadt Frankfurt a. M. hatte heute etwa 150 Teilnehmer
an den Einweihungsfeierlichkeiten zu einem Frühſtück
in den Römer geladen, an dem die Spitzen der
ſtaat=
lichen, ſtädtiſchen und militäriſchen Behörden teilnahmen
Oberbürgermeiſten Dr. Adickes brachte das Kaiſerhoch
aus. Oberbürgermeiſter Hengſtenberg gab von einem
Schreiben des Kaiſers an den Miniſter der
geiſtlichen Angelegenheiten v. Trott zu Solz Kenntnis,
welches lautet: Homburg. Aus Ihrem Bericht habe ich
mit Intereſſe von dem Stand der Verhandlungen
Kennt=
nis genommen, welche die Errichtung einer Univerſität in
Frankfurt a. M. unter Erweiterung der vorhandenen
wiſſenſchaftlichen Anſtalten zum Gegenſtande haben. Daß
Dank dem opferfreudigen Willen der Stifter für dieſes
Vorhaben die Mittel zum weitaus größten Teile
ge=
ſichert ſind, erfüllt mich mit Befriedigung. Ich will
dem=
gemäß genehmigen, daß der Plan der Errichtung
einer Univerſität in Frankfurt a. M.
wei=
ter verfolgt wird und beauftrage Sie, mir den
Ent=
wurf einer Univerſitätsſatzung vorzulegen, ſobald der
Nachweis der erforderlichen Mittel in vollem Umfange
erbracht iſt. Wilhelm R.
* München, 23. Mai. Der Prinzregent hat den
könig=
lichen Geiſtlichen Rat Dekan und Stadtpfarrer von St.
Eliſabeth in Nürnberg, Jakob Hauck zum Erzbiſchof
von Bamberg ernannt.
* Peſt, 23. Mai. Der Generalſtreik hat heute
begonnen. Die heutigen Abendblätter und die morgigen
Frühausgaben erſcheinen nicht. Man nimmt an, daß nicht
ganz ein Drittel der Arbeiterſchaft an dem Generalſtreik
teilnimmt, doch ſind genaue Ziffern nicht feſtzuſtellen.
* Peſt. 23. Mai. Der Maſſenſtreik iſt nur
teilweiſe gelungen, da in den meiſten Fabriken
gearbeitet wird. Die Polizei ſchätzt die Zahl der
De=
monſtranten auf 50000. Der erſte Zuſammenſtoß
er=
folgte auf der Margarethenbrücke, wo ein Demonſtrant
verletzt wurde. Von einem Neubau auf der äußeren
Weizenerſtraße bewarfen die Arbeiter die Polizei mit
Steinen und gaben etwa 70 Schüſſe ab. Die Polizei
er=
widerte das Feuer. Hierbei wurde ein Arbeiter getötet
und 9 verletzt, ebenfalls wurden 3 Poliziſten ſchwer
ver=
letzt. Am Freiheitsplatz fanden mehrere Attacken ſtatt
Die Menge floh und zertrümmerte die Fenſterſcheiben der
Auslagen und die Straßenlaternen. Auf mehreren
Li=
nien wurde die Einſtellung des Straßenbahnverkehrs
er=
zwungen. Laut Polizeibericht betrug um 12 Uhr
mit=
tags die Zahl der Verwundeten 63, darunter 25
Schwer=
verwundete. Unter den Verwundeten befinden ſich ſieben
Polizeibeamte. Zwei Perſonen ſind getötet worden.
Die Neue Freie Preſſe meldet aus Peſt: Aus Anlaß
des Generalſtreiks kam es zu mehrfachen
Zuſammen=
ſtößen zwiſchen Arbeitern und Polizei und Militär.
An einer Stelle eröffneten von einem Neubau aus
Ar=
beiter ein Steinbombardement auf die Polizei. Ein
Ar=
beiter wurde getötet. Die Polizei gab zwei Salven
ab. Auch zwiei Poliziſten wurden ſchwer verwundet.
An einer anderen Stelle wurden mehrere Huſaren von
den Pferden geriſſen, Straßenbahnwagen wurden von
den Streikenden angehalten, die Fenſterſcheiben
zertrüm=
mert und zahlreiche Fahraäſte verwundet. An einer
drit=
ten Stelle wurde ein Polizeihauptmann durch einen
Steinwurf am Kopf ſehr ſchwer verletzt. Kurz nach 11 Uhr
kam es an verſchiedenen Orten zu förmlichen
Straßen=
kämpfen. Die Arbeiter errichteten mehrere Barrikaden
und zertrümmerten die Fenſter zahlreicher Gebäude. Die
Polizei war machtlos. Mittaas gegen 1 Uhr wurde der
Befehl erteilt, die geſamte Peſter Garniſon zu
mohili=
ſieren. Vor der Redaktion der Magyar Hirlap ſchoſſen
Arbeiter auf die Polizei. Ein Poliziſt blieb ſofort tot.
Bisher ſind im ganzen vier Todesfälle bekannt, darunter
die zweier Poliziſten. Hundert Perſonen ſind ſchwer
verletzt, 140 Verhaftungen wurden vorgenommen.
* London, 23. Mai. In Verbindung mit dem
Streik im Hafen von London legten geſtern
600 Fuhrleute die Arbeit nieder, die hauvtſächlich
den Feiſchtransport nach dem Londoner Fleiſchmarkt
von Smithfields bewältigten. Man befürchtet eine
wei=
tere Ausdehnung des Streiks bei dem Transport von
Lebensmitteln. Die Zahl der Ausſtändigen wird auf
10 bis 20000 angegeben. Außer der Weigerung, mit nicht
organiſierten Arbeitern zuſammen zu arbeiten, werden
jetzt auch Forderungen auf Lohnerhöhung vorgebracht.
Die Regierung hat eine Unterſuchung über die Urſache
und die Umſtände des Streiks angeordnet.
H. B. Paris, 23. Mai. Der Prinz von Wales,
der bekanntlich der franzöſiſchen Mittelmeerflotte einen
Beſuch abſtattet, hat geſtern in Begleitung des Admirals
Boué de Lapeyrere, des oberſten Kommandanten der
Mit=
telmeerſtreitkräfte, an einer Tauchübung eines
Unter=
ſeebootes teilgenommen. Alles ging glatt und ohne
Zwiſchenfall von ſtatten. Unterwegs begegnete die Flotte
dem deutſchen Wörmann=Dampfer „Gertrud Wörmann”
der von Durban kam. Flaggengrüße wurden ausgetauſcht
und die Muſik der „Gertrud Wörmann” ſpielte die
Mar=
ſeillaiſe, die von Bord der Flotte applaudiert wurde.
von Mk. 1,10 an
Henneverg=Seide per Meter
porto= u. zollfrei
in ſchwarz, weiß und farbig,
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für jeden Bedarf.
Verlangen Sie Muſter. G. Henneberg, Illrich
Ohne Zähne keine Verdauung. Die Zähne müſſen die
feſte Nahrung, deren der Menſch bedarf, zerkleinern. Mit
Hilfe des Speichels, der ſich während des Kauens abſondert,
werden die Speiſen für die Verdauung vorbereitet. Gut
gekaut iſt halb verdaut, ſchlecht gekaut iſt halb den Magen
verdorben. Mit dem Verluſt der Zähne gehen körperliche
Leiſtungsfähigkeit und geiſtige Spannkraft zurück, weil die
Nahrung nicht mehr in der Weiſe für den Magen
vorge=
arbeitet wird, wie es für den normalen Lebensprozeß not=C
wendig iſt. Den Verdauungskrankheiten vieler Menſchen
würde durch Geſunderhaltung der Zähne vorgebeugt
wer=
den. Tägliches, zweimaliges Dutzen der Zähne mit
Kos=
modont=Zahncreme mit aktivem Sauerſtoff (Tube 60 Pf.)
er=
hält Zähne und Geſundheit. In allen einſchlägigen
Geſchäften zu haben. Drobetube gratis durch die
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Wie glänzt die Welt in Duft und Sonne,
wie herrlich und wonnig iſt der Mai! Aber
haben Sie nicht einen Bekannten, der auch jetzt
erkältet iſt und gar nicht weiß, woher er’s hat?
Erkältungen gibt’s eben in jeder Jahreszeit und
immer muß der Menſch auf der Hut und zur
Abwehr bereit ſeln. Die Abwehr, die ſeit 25
Jahren mit Vorliebe benützt wird, ſind Fays
ächte Sodener Mineral=Paſtillen, die man in
jeder Apotheke, Drogerie oder
Mineralwaſſerhand=
lung für 85 Pfg. per Schachtel erhält. (11103M
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Kopfwaschen 1.— — mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 9—12 Uhr. (6584a
Die
fingſt=
Nummer=
des „Darmſtädter Tagblatt“
welche am Samstag, den 25. Mai cr. erſcheint, liegt
— drei Tage lang
auf. Dieſe Ausgabe bietet daher eine ausgezeichnete
Gelegenheit zur Empfehlung von
Hotels, Reſtaurants
und Ausflugsorten.
Inſerate hierfür erbitten wir uns bis ſpäteſtens
Freitag, den 24. Mai er., abends 5 Uhr
(eventl. telephoniſch).
Darmſtädter Tagblatt.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Keligiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 24. Mai:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 25. Mai:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabatt=
ausgang 9 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 25. Mai:
Vorabend 7 Uhr 35 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 9 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. Nachmittags
7 Uhr 15 Min.
Keuzsſe,
EAuu
D
3!
erld us Sester
1706)
nur das Ge
Todes-Anzeige.
Nach einem reichen Leben, das dem Dienste des Schönen und der Wahrheit
ge-
widmet war, entschlief im Alter von 71 Jahren am 23. Mai, nachmittags 3¼ Uhr, zu
Darmstadt
(11838
Carl Heb
Seine Freunde betrauern in ihm den guten, warmherzigen Menschen und feinsinnigen
Schriftsteller, der, mit grossen Gaben des Geistes ausgerüstet, aus eigener Kraft sich in
zahlreichen Werken ein bleibendes Denkmal setzte, den für die geistige und freiheitliche
Entwickelung seines Volkes allezeit begeistert eintretende Kämpfer und den tiefen Denker,
der am Menschheitsgute zu wirken nicht müde ward.
Seine Freunde.
Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen.
Die Einäscherung findet am Samstag nachmittag in Offenbach statt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und für die zahlreichen Blumenſpenden bei dem
uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meiner lieben
Gattin, unſerer guten Mutter, Schwägerin und
Tante
(11797
Frau Auguste Becker
geb. Göller
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Waitz für die troſtreichen Worte und der
Krieger=
kameradſchaft „Germania” unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 23. Mai 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte,
ins=
beſondere Herrn Pfarrverwalter Flöel für ſeine
troſtreiche Grabrede, ſagen innigſten Dank
Familie Wilhelm Reinhardt,
Familie Heinrich Bohländer.
Darmſtadt, 22. Mai 1912.
(*12998
Weiter.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 24. Mai:
Wechſelnd bewölkt, einzelne Regenfälle, Temperatur wenig
verändert.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres unvergeßlichen Vaters,
Schwiegervaters, Großvaters und Urgroßvaters
Herrn Jacob Christ
ſagen auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jean Christ.
Darmſtadt, den 23. Mai 1912. (11781
Dankſagung.
(Nur auf dieſem Wege.)
Für die uns erwieſene wohltuende Teilnahme
und die überaus zahlreichen Blumenſpenden bei
dem herben Verluſte, der uns betroffen,
tiefge=
fühlteſten Dank.
(B11710
Darmſtadt, den 22. Mai 1912.
Mathilde Kessler, geb. Schäfer.
Fritz Schäfer.
Tageskalender.
Konzert (9. Sinfonie) um ½8 Uhr im Saalbau.
Konzerte: „Schützenhof”. Hotel Heß, Bürgerkelle
„Perkeo” und Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 25. Mai.
Fohlen= und Dünger=Verſteigerung um 10U
auf dem Pferdemarktplatz.
Druck und Belage z. 6. Pilicſche Soſbnhndten
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleto
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrige
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max
Streef=
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilunge
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtad=
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſir
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwail
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werde
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nid
zurückgeſandt.
das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Rech
beliebteste Mittel zu Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung
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Woog, am 23. Mat 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,80 m.
Luftwärme 14 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 180C.
Woog=Polizei=Wache.
Kurſe vom 23. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Sf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
80,70
3.
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,00
89,60
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,70
92,60
3½
do.
83,75
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
88,50
3½
do.
3
do.
79,30
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
do.
89,00
3½
8
78,00
do.
3 Süchfiſche Rente . . . . 79,90
4=Württemberger v. 1907 100,40
95,00
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,40
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,80
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrents 91,90
4 do. Goldrente . . . 96,50
4 do. einheitl. Rente 90,20
3 Portug. unif. Serie I 64,60
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,10
4 do. v. 1890 . .
4 do. v. 1905 . . 92,00
4 Ruſſen v. 1880
4 do. v. 1902
90,10
.100,30
4½ do. v. 1905
93,70
3½ Schweden
4 Serbier amort. v. 1895 85,20
4 Türk. Admin. v. 1903 83,70
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldrente . . . 91,20
4 do. Staatsrente. . . 89,504
Zf.
In Proz.
5 Argentinier
. 101,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe .
4½
do.
93,90
41 Japaner . . . . . . . 94,40
5 Innere Mexikaner . . . 94,25
3
do.
60,20
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . 99,20
3 Buenos Aires Provinz 71,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt
. . . . 143,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 117,80
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,50
8 Baltimore und Ohio . 107,50
6½ Schantungbahn . . . 134½
6½ Luxemb. Prince Henri 159,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 16,30
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
75,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik.
. . 504,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.257,20
30 Farbwerke Höchſt . . 602,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim
.350,00
10 Cement Heidelberg . . 153,75
30 Chem. Werke Albert 459,80
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 313,00
4 Lahmeyer . . . . . . .128,594
In Proz.
Bioib.
7½Schuchert, Nürnberg 158,30
12 Siemens & Halske . 237½
5 Bergmann Electr. . . 145,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 175,50
0 Gummi Peter . . . . 135,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 172,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 494,00
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 195,00
8 Steana Romana Petr. 139,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel .
213,40
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 123,00
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 189,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 228,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 179,80
10 Gelſenkirchener . . . . 190,75
8 Harpener .
.189,80
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 258,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
86,00
4 Laurahütte
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10 Kaliwerke Aſchersleben
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Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 89,00
41½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer .
. . 76,50
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,40
do.
78,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,909
Zucreo,
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,50
do.
53,60
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 95,50
4 Ruſſ. Südweſt . .
88,40
4½ Moskau=Kaſan
96,20
do.
4 Wladichawchas
88,40
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb.
75,60
do.
91,50
24/0 Livorneſer . . .
68,00
3 Salonique=Monaſtir . 65,00
4 Bagdadbahn . . . .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
4 Miſſouri=Pacific.
73,40
4 Northern=Pacific .
99,70
4 Southern=Pacific
95,50
5 St. Louis und San
Francisco . .
.87,90
5 Tehuantepec . . . .
99,10
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 197,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,10
6½ Darmſtädter Bank . 121,751
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 185,00
8½ Dresdener Bank . . 153,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,20
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 126,00
7½ Wiener Bankverein . 133,50
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 ℳ. 17 . . . 98,60
Zupre
Bf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
. . 89,50
S. 19 .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
89,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,50
do.
3½
89,50
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
. 100,35
8½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,50
S. 3—5
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
do.
3½
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
89,70
8½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
2
8½ do.
89,50
4 Frankfurt.
C 100,00
3½ do.
95,10
4 Gießen .
3½ do.
91,75
4 Heidelberg
99,00
8½ do.
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98,80
8½ do.
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4 Magdeburg.
98,70
3½ do.
4 Mainz
99,00
3½ do.
89,80
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99,30
3½ do.
88,80
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4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,40
3 Oldenburger . . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,50
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Braunſchweiger Tlr. 20 198,20
Freiburger . . . . Fs. 15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10 32,00
Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 530,00
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 374,00
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Franzöſiſche Noten. . . . 81,05
Holländiſche Noten. . . . 169,69
Italieniſche Noten . . .. 80,45
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei= Bekanntmachung.
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde. 2 Pinſcher, 1 Rehpinſcher, 1
Kriegs=
hund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr. ſtatt.
amstag, den 25. Man
sind unsere Kassen und Schalter nur von
9 bis 1 Uhr
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geöffnet.
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Samstag, den 25. Mai
ſind unſere Schalter von 8 bis 1 Uhr
geöffnet und nachmittags geſchloſſen. (11764 Freitag, den 5. Juli 1912,
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.
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4 je bayer. Stadtsaniehen von 1912
unkündbar bis 1. Mai 1930.
Die Subscription findet statt
Mittwoch, den 29. Mai 1912
zum Kurse von
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Filiale Darmstadt, Rheinstr. 33. in unſerem Bureau zwangsweiſe
Die Restbestande
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für Herren, Jünglinge und Knaben, werden nur noch billig zu verkaufen
kurze Zeit größtenteils zu und unter Selbſtkoſtenpreis
wegen Aufgabe dieſer Artikel ausverkauft.
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Freitag, den 31. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr
Eheleuten dahier zugeſchriebene
BankfüirHand
Liegenſchaft
(11730 Flur Nr. qm
IV 35490/100 318¾10 Hofreite
Pan=
kratiusſtraße
Nr. 8,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K5/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 4. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V10856
Bekanntmachung.
Freitag, den 31. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Jakob Huck
Ehe=
leuten dahier gehörige Liegen
ſchaft:
Flur Nr. qm
XIV 98¾/10 619 Hofreite
Heidel=
bergerſtraße 61,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V10857
Bekanntmachung.
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Georg Hof
Ehe=
leuten dahier gehörigen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
T 405¼/10 444 Hofreite
Moos=
bergſtraße 52,
I 405 /0 58 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Nähere Auskunft an unseren Schaltern.
Darmſtadt, 21. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
GBeſſungen)
Frantz. (V11773
Bekanntmachung.
Freitag, den 14. Jnni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Weißbindermeiſter
Karl Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3052/10 702 Hofreite
Lich=
tenbergſtraße
Nr. 73,
verſteigert werden. (K15/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
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reicht.
Darmſtadt, 21. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
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(11516if
Kunſt und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
1)
2.
Karl Adolf Kuhnert — in Firma Karl Wilhelm
Kuh=
nert Nachfolger, Material= und Kolonialwaren=Handlung
— war in der Tat kein übler junger Mann und man
konnte es Herrn Friedrich Wilhelm Schulze und ſeiner
Gattin Minna Schulze, geborenen Müller, eigentlich nicht
verdenken, daß ſie die Weigerung ihrer Enkelin, Karl
Adolf Kuhnert zu heiraten, nicht zu begreifen vermochten.
Was haſt du nur an Herrn Kuhnert auszuſetzen?
fragte Frau Minna Schulze faſt jeden Tag, in der
Hoff=
nung, ihre Enkelin Elfriede doch zu dieſer vorteilhaften
Heirat zu überreden. Herr Kuhnert iſt dreißig Jahre alt,
alſo im beſten Alter, hat ein gutgehendes Geſchäft, das
ſich ſchon über fünfzig Jahre an der Straßenecke uns
gegenüber befindet, iſt ein wohlhabender ordentlicher
Mann und wenn er auch nicht gerade ſchön iſt, ſo ſchadet
das nichts. Auf Schönheit kommt es bei dem Mann gar
nicht an. Ich weiß wirklich nicht, was du an ihm
auszu=
ſetzen haſt!
Elfriede ſah mit ihren großen dunklen Augen
träu=
meriſch in die Weite. Dann entgegnete ſie mit einem
leicht ſchelmiſchen Lächeln: Nur das eine, Großmutter,
caß ich Herrn Kuhnert nicht liebe.
4 UFrau Minna Schulze lachte nervös auf.
4 .50.
Liebe — immer mit deiner Liebet Dieſe ſogenannte
Liebe verſchwindet in der Ehe ſehr bald. Man gewöhnt
ſich einfach aneinander — das iſt alles.
Und wenn man ſich nicht aneinander gewöhnt, wie
es zum Beiſpiel meine Eltern nicht konnten?
Unſinn! Dein Vater war ein Taugenichts .
Großmutter!
Na ja — was wahr iſt, iſt wahr! Deine Mutter war
ſiebzehn Jahre alt, als ſie deinen Vater heiratete, der auch
nur um einige Jahre älter war. Er hatte ſich die Hörner
noch nicht abgelaufen — das geſchah das Unglück — die
Scheidung wurde zur Notwendigkeit.
Und ſpäter?
Später ſtarb dein Vater, weil er ein tolles Leben
ge=
führt. Kind, Kind, vor all ſolchem Kummer will ich dich
ja gerade bewahren. Du ſollſt einen ordentlichen Mann
heiraten, einen ſoliden Kaufmann — nicht einen ſolchen
Windhund, wie dein Vater es war, der glaubte, mit
ſei=
nen dreihunderttauſend Mark die Welt tanzen laſſen zu
können, wie er wollte. Aber er iſt an ſeinem Leichtſinn
zugrunde gegangen.
Mama hat mir aber erzählt, daß du gerade ihre
Hei=
rat mit meinem Vater gewünſcht hätteſt. Ihr habt euer
Kind ja zu dieſer unglücklichen Ehe gezwungen, denn
Mama war noch viel zu jung, um den ganzen Ernſt
die=
ſes Schrittes zu erkennen . . .
Wir deine Mutter gezwungen? Wir zwingen
nie=
manden, auch dich nicht. Wenn deine Mutter verſtändiger
geweſen wäre, dann hätte die Ehe auch eine aanz glück=
in e e e et
enpfiwlich.
Ich bitte dich, Großmutter, laß uns nicht mehr hier
über ſprechen. Es tut mir weh.
Ja, du biſt auch ſo empfindlich und kannſt kein der
bes Wort vertragen. Du hältſt dich für zu gut, eine
Kolonialwarenhändler zu heiraten und in ſeinem Ge
ſchäft mit tätig zu ſein. Du möchteſt eine Künſtlerin wer
den — eine Malerin — oder gar zur Bühne gehen! Dein
Mutter und dein Stiefvater haben dir dieſe Mucken i.
den Kopf geſetzt. Die ſind ja ganz verückt mit deiner
Talent. Aber ich treibe dir dieſe Mucken aus — verla
dich darauf!
Dem Redeſtrom der alten Frau machte glücklicher
weiſe der Eintritt ihres Gatten, des Rentiers Friedrie
Wilhelm Schulze, ein Ende.
Laß doch die alten Geſchichten ruhen, Minne
ſagte er. Quäle doch das Kind nicht. Wenn ſie nun ein
mal Karl Adolf Kuhnert nicht heiraten will, ſo findet ſie
eben ein anderer. Außerdem iſt Elfriede ja erſt achtzeh:
Jahre alt.
Alt genug zum Heiraten, brummte Frau Minna. Abe
ſie ließ doch das Thema fallen und begab ſich in die Küche
wo ſie ihren Zorn an den Tellern und Schüſſeln ausließ
Herr Schulze, ein Mann in den ſiebziger Jahren, vor
einer breiten, ſchwerfälligen Geſtalt, ließ ſich wuchtig ir
das altmodiſche Sofa fallen, daß es in allen Fuger
krachte. Dann nahm er die Zeitung zur Hand und ver
tjefte ſich in den Bericht über die letzte Stadtverordneten
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ſeun, in der während eirene Sanden deſig derider
geſtritten worden war, ob auf dem reparierten Turm der
alten Marktkirche ein Kreuz oder ein Hahn als
Wetter=
fahne anzubringen ſei.
Diejenigen, welche für das Sinnbild des Hahnes
ge=
weſen, hatten ſchließlich den Sieg davongetragen, womit
auch Herr Friedrich Wilhelm Schulze ganz einverſtanden
war.
Herr Friedrich Schulze war der Typus des ſatten
Kleinbürgertums. Durch eigene, fleißige, redliche Arbeit
— er hatte dreißig Jahre ein Leinenwaren= und
Tuch=
geſchäft geführt, das er vor fünf Jahren ſeinem Sohne
Franz übergab — hatte er ſich einen beſcheidenen
Wohl=
ſtand erworben, lebte in ſeinem „eigenen Hauſe” am
Marktplatz der Stadt, über die er kaum hinausgekommen
war, hielt das Seinige ſparſam zuſammen, ohne dabei in
Geiz zu verfallen, und kümmerte ſich ſonſt nicht um die
Händel der Welt, wenn ſie nicht ſein ureigenſtes
Inter=
eſſe berührten. Kunſt und Wiſſenſchaft waren ihm
unbe=
kannte Dörfer, in das Theater ging er nicht, wenn er auch
für ſeine Frau und Enkelin auf zwei Plätze im erſten
Rang des Stadttheaters abonniert hatte. Das Intereſſe
für öffentliche Angelegenheiten ſchnitt für ihn bei den
Be=
ratungen der Stadtverordneten ab; über die Politik der
Regierung räſonierte er, weil es ſo Sitte war, ohne ſie
zu verſtehen, im übrigen lebte er vergnüglich und
behag=
lich in den Tag hinein, ſoweit es ihm ſeine etwas
auf=
geregte Ehehälfte geſtattete.
Elfriede blickte indeſſen mit trüben, tränenſchweren
Augen auf den öden Marktplatz hinaus, auf dem ſich in
dem Schmutz des erſt halb aufgetauten Schnees nur
eung lunhpie büncde anderteden. 2b und nu eite
ein Dienſtmädchen oder eine Frau vorüber und trat in
den Laden von Adolf Kuhnert, um nach einiger Zeit mit
vollbepacktem Handkorbe herauszukommen und in eine
der Seitengaſſen zu verſchwinden.
Ein troſtloſer, finſterer, nebeliger Novembertag
la=
gerte ſchwer und dunſtig auf der kleinen Provinzialſtadt.
Die Dächer trieften von Näſſe, die Straßen und Gaſſen
waren mit einer ſchwarzen, ſchlammigen Maſſe angefüllt,
kaum die Bürgerſteige waren zu paſſieren. An eine
Stra=
ßenreinigung dachte die Stadtverwaltung nicht, der Hahn
auf dem Kirchturm war ihr wichtiger, als die Sauberkeit
der Straßen. Der Schnee ſchmolz ja bei dieſem
lauwar=
men Tauwetter von ſelbſt, weshalb ſollte man da für
eine Fortſchaffung desſelben noch Geld ausgeben?
Elfriede war anders geartet als ihre Großeltern. Sie
hatte den lebhaften Geiſt ihres verſtorbenen Vaters
ge=
erbt, der mit ihrer Mutter in kurzer, unglücklicher Ehe
lebte, dann von ihr geſchieden und bald darauf geſtorben
war. Ein unglückſeliges Geſchick, teils durch eigene
Schuld, teils durch die Unduldſamkeit anderer
herbeige=
führt. Elfriede hatte ihren Vater kaum gekannt; ſie war
drei Jahre alt geweſen, als er ſtarb. Um ſo inniger ſchloß
ſie ſich an die Mutter an, die nach der kurzen freudloſen
Ehe in das Elternhaus zurückgekehrt war.
Als Elfriede ſieben Jahre zählte, verheiratete ſich ihre
Mutter zum zweiten Male mit Dr. Robert Wendeborn,
dem Redakteur der in der kleinen Stadt erſcheinenden
Zeitung. Es war eine Heirat aus Liebe; Elfriedens
Mut=
ter fand in der Verbindung mit dem geiſtreichen,
gemüt=
vollen Mann ein volles warmes Glürk, wenn auch Frau
Aimn Schin uerſchwerihre Eineitigung zu der Eße
mit dem „Zeitungsſchreiber” gegeben hatte.
Auch für Elfriede brachen fröhliche, glückliche Jahre
an. Sie verlebte im Hauſe ihres Stiefvaters eine
glück=
liche Kindheit. Dann aber war Dr. Wendeborn nach
Ber=
lin geganden, um dort in freier, literariſcher Tätigkeit zu
leben. Die Großeltern hatten Elfriede nicht hergeben
wollen, ſie war in dem großen, düſteren, alten Hauſe am
Markte geblieben, hatte nur immer auf Wochen bei ihren
Eltern geweilt — Lichtpunkte in ihrem ſonſt
einför=
mig dahinfließenden Leben — und ſo war ſie achtzehn
Jahre alt geworden mit einem Herzen voll Sehnſucht
nach Licht, Luft und Freiheit und einer dürſtenden Seele
nach Wiſſen und Erkenntnis.
Gewiß, die Großeltern waren, abgeſehen von
eini=
gen Heftigkeiten der temperamentvollen Frau Minna
Schulze, freundlich und gütig zu Elfriede, aber den
bei=
den alten Leuten, die ſtets nur Sinn für das Materielle
des Lebens hatten, ging das Verſtändnis für das tiefe
Seelenleben des jungen Mädchen ab. Betätigungen
die=
ſes Seelenlebens nannten ſie „romantiſche Mucken” und
die künſtleriſchen Talente „brotloſe Künſte”. Beim
Er=
wachen dieſes reiferen Seelenlebens hatte Elfriede ſich
vertrauensvoll den Großeltern eröffnet. Sie fand jedoch
kein Verſtändnis, im Gegenteil nur abſprechendes Urteil.
Und da die Großmutter ſogar einige Male ſehr heftig
ge=
worden war und Onkel Franz, der Vormund Elfriedens.
mit einer ſtrengen Penſion gedroht hatte, ſo zos ſich
Elfriede in ſich ſelbſt zurück und ſpann ſich in ihre eigenen
Pläne und Gedanken ein.
(Fortſetzung folgt.)
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[ ← ][ ][ → ] Feinde in Darmſtadt im verfloſſenen
Jahrhundert.
Von Philipp Brüchmann.
Zweimal hat die Stadt Darmſtadt im 19.
Jahrhun=
dert Feinde in ihren Mauern gehabt; im Jahre 1813 die
Verbündeten, 53 Jahre ſpäter die Preußen. Die bei dieſen
Anläſſen in unſerer Vaterſtadt ſich abſpielenden
Vor=
gänge zu=ſchildern, ſoll der Zweck der folgenden Zeilen
ſein.
Invaſionen ſind für eine Gemeinde ſtets folgenſchwere
Ereigniſſe. Sie ſchädigen durch die Einquartierungslaſten
empfindlich deren Finanzen und beeinträchtigen durch
ihre Begletterſcheinungen, wie u. a. Unterbindung des
Handels und Verkehrs, die Erwerbstätigkeit der
Bewoh=
ner. Einer bevorſtehenden Invaſion wird deshalb von
den Bürgern ſtets mit Sorge entgegengeſehen und das
Erſcheinen der Erſten der Feinde bleibt immer ein
be=
merkenswertes Vorkommnis in der Geſchichte einer
Gemeinde.
1813 — Die erſten Koſaken.
Die Nachricht von der Schlacht bei Hanau am 30.
Oktober und die Flucht Napoleons nach dem Rhein hatte
ſich in der Reſidenz des Großherzogtums, welches als
Rheinbundſtaat für die anrückenden Verbündeten
Fein=
desland war, bald verbreitet. Da das Eintreffen des
Feindes jederzeit zu erwarten war, verließ Großherzog
Ludewig I. und Familie die Reſidenz und wandte ſich
nach Mannheim. Die Gemüter der Bewohner erfüllten
ſich mit Furcht vor den kommenden Ereigniſſen. Raub
und Plünderung wurden allgemein befürchtet und mit
Bangen ſah man dem Erſcheinen der Koſaken entgegen.
Es war am Nachmittag des 2. November, als
plötz=
lich eine ungefähr 1000 Mann ſtarke Reitermaſſe durch das
Jägertor in die Stadt ſprengte. Es waren zwei
Schwa=
dronen öſterreichiſcher Huſaren und 600 bärtige Reiter
mit Lanzen, auf kleinen Pferden, — die gefürchteten
Ko=
ſaken. Die Reiter ſprengten auf den Luiſenplatz, wo ſie
von den Pferden ſtiegen, während der Kommandant ſich
in das Kanzleigebäude begab.
Mittlerweile war die Kunde: „Die Koſaken ſind da”
wie ein Lauffeuer in die Stadt gedrungen und Tauſende
ſtrömten herbei und umſtanden nun Oeſterreichs und
Ruß=
lands Krieger. Die Koſaken wurden wie Wundertiere
angeſtaunt und alsbald, um dem Ausbruch von
Feind=
ſeligkeiten vorzubeugen, mit Branntwein, Tabak und
Eß=
waren traktiert. Als die Bürger ſich auf dieſe Weiſe das
Wohlwollen der Feinde geſichert hatten, verſuchten ſie
eine Unterhaltung mit den Steppenſöhnen, die ſich äußerſt
komiſch geſtaltete. Die Darmſtädter verſtanden nicht
Ruſſiſch und die Ruſſen nicht Deutſch. Alſo wurde die
Unterhaltung in der Geberdenſprache geführt. Die
Bür=
ger redeten gebrochen Deutſch, vagierten mit den Händen
und ſchrien, als ob ſie es mit Schwerhörigen zu tun
hät=
ten. Das alles ließen ſich die Koſaken wohl gefallen,
zu=
mal die Zugaben reichlich ausfielen. Sie lächelten dazu
und tranken vergnügt ihren Wotka.
Nach Verlauf von zwei Stunden kam der
Komman=
dant wieder aus dem Miniſterium heraus; die Reiter
ſtiegen auf die Pferde, formierten ſich und ritten zum
Rheintor hinaus. Da fiel — wie ein Augenzeuge meint
manchem eine zentnerſchwere Laſt vom Herzen, denn
ſtatt des Pulverdampfes hatte man nur den Dampf der
Friedenspfeife gerochen.
Die abziehende Reitermaſſe war das berühmte
Mens=
dorffſche Streifkorps geweſen, welches ſich auf dem
Marſche nach dem Rheine befand. Bald erhielt die
Reſi=
denz durch das Gros der Verbündeten: Ruſſen,
Oeſter=
reicher, Preußen, eine drückende Einquartierung. Doch
ſchon nach einigen Tagen hatte die Invaſion ihr Ende
erreicht, da Großherzog Ludewig I. ſich den Alliierten
anſchloß.
1866 — Die erſten Preußen.
53 Jahre ſpäter. — Die Gefechte bei Frohnhofen und
Aſchaffenburg waren geſchlagen. Die Bundestruppen
be=
fanden ſich auf dem Rückzug durch den Odenwald: der Weg
nach der heſſiſchen Reſidenz lag den Siegern offen. Eine
ähnliche Stimmung wie damals ergriff die Bewohner.
Die Unterbrechung des Poſt=, Bahn= und
Telegraphen=
verkehrs hatte eine Stockung in den Handelsgeſchäften
her=
beigeführt und die drohende Invaſion lag wie eine
drückende Schwüle auf der Stadt.
Die herrſchende Stille wurde plötzlich am Nachmittag
des 18. Juli durch den Ruf „Die Preußen kommen”
unter=
brochen. Eine 6 oder 7 Mann ſtarke preußiſche Dragoner=
Patrouille ſprengte mit gezogenen Säbeln und
ſchuß=
fertigen Karabinern durch die Straßen vor das Rathaus.
Dort ſtellte ſich der Führer, ein Unteroffizier, als
Quartier=
macher eines 12000 Mann ſtarken Korps vor, deſſen
An=
kunft unmittelbar bevorſtehe. Nachdem ſich die Dragoner
überzeugt, daß kein Feind in der Nähe ſei, nahmen ſie mit
merkwürdiger Ortskenntnis Augenſchein von der Poſt,
Telegraphenamt, Zeughaus, Kaſernen und dergleichen.
Die paar Preußen hatten unterdeſſen ganz
Darm=
ſtadt auf die Beine gebracht und waren alsbald von einer
anſehnlichen Schar jüngerer und älterer Bewohner
Darm=
ſtadts begleitet, von denen die erſteren ſich erlaubten, die
feindlichen Reiter auf das gröblichſte zu beleidigen. Der
Unteroffizier erklärte hierauf den dieſem Treiben ruhig
zu=
ſehenden Erwachfenen, daß er Befehl habe, über das
Ver=
halten der Bewohner Bericht zu erſtatten und daß, wenn
nicht ſofort Ruhe eintrete, dies der Stadt teuer zu ſtehen
komme.
Glücklicherweiſe gelang es einigen angeſehenen Bürgern,
die Ordnung wieder herzuſtellen und den Unteroffizier zu
beruhigen. So war der Zwiſchenfall, der für die Stadt
böſe Folgen hätte haben können, beigelegt. Nachdem die
preußiſchen Vorboten ſich etwa zwei Stunden in
Darm=
ſtadt aufgehalten hatten, entfernten ſie ſich wieder.
Mittlerweile hatte die Bürgermeiſterei den
Ein=
wohnern bekannt gegeben, ſich auf eine ſogleich eintreffende
Einquartierung von 12000 Mann vorzuſehen. In kurzer
Zeit waren alle Metzger= und Bäckerläden ausverkauft und
jedermann hatte ſich verproviantiert. Aber Stunde um
Stunde verging, es wurde Abend, es wurde Nacht, ohne
daß die angekündigten Truppen erſchienen.
Der Führer der Patrouille, welche die Aufgabe hatte,
die verloren gegangene Fühlung mit dem 8. Bundes=
Armee=Korps wieder herzuſtellen, hatte ſich zur eignen
Sicherheit und zur Verſchleierung der Abſichten der
preußi=
ſchen Main=Armee den ſchlimmen Spaß erlaubt, die
un=
mittelbare Ankunft der 12000 Mann anzuſagen,
während=
deſſen die preußiſche Armee ruhig am Main ſtand und an
dieſem Tage gar nicht an einen Vormarſch dachte.
Erſt drei Tage ſpäter hielt ein Teil der Diviſion
Goeben ſeinen Einzug. Von da ab bis zum 18. September
fehlte es dann der Stadt Darmſtadt nicht mehr an
feind=
licher Einquartierung.
Seit 1866 hat kein Feind mehr die heſſiſche Reſidenz
betreten. Möge ſie im 20. Jahrhundert von Invaſionen
verſchont bleiben und es ihren Bewohnern beſchieden ſein
immer die Segnungen des Friedens zu genießen.
Gewbinmnanenug
der
226. Königlich Prenßiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 10. Ziehungstag. 22. Mai 1912.
Auf jede gepogene Rumner ſind zwet gleic bohe
Gewim=
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
56 Gewinne zu 3000Mk. 12429 19467 26655 30838
34526 54116 57688 63458—66543 81232 82530 100831.
103411 103416 112403 114972 127216 128684 180432
137152 152893 169751 177611§181055 162174 186977
187120 187833
104 Gewinne zu 1000 Mk. 2662 4451 9785 9923
12370 12826 16384 22999 430201: 48622 50747 56247
56990 59787 63410 64149 68498 80933 83042 87623
95423 95956 99089 107330ℳ108511 110806 112049
112996 118363 121063 123244 à 127738 131332 134584
141154 141332 141578½ 148971F151567 154176 154575
159027 159038 159943: 160124F163696 164694 165010
165845 173989 183700 188378
184 Gewinne zu 500? Mk. 878 510 2520à 2956
4593 4684 7427 21704 i23428524795 27793 31051
35437 37890 37991 393675 39862§ 43266 44084 44559
45380 47023 52923 f 56793 § 59153 62827 63240 64816
67411. 67450 67748 68869270292 71979 76494 76672
78033 79615 81166 81509 82647 82897F 83455 84086
86857 88760 94063 96576 98443 98471. 99388 104725
105454 106936 110589*111137g 111281 112758 112652
114760 115277§ 118177§ 120692½121847 126464 129592
131610 136372 § 136881.5 141807 *146671 149772 152666
152837 157532 1622235166884f 165993 168237 171416
175298 176141. 177534 177867à 178425 178668 1.79005
183200 167124 187127F 188380 à 198901%
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne üher
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4 Gewinne zu 30 000=Mk. § 52187K 65940
2 Gewinne zu 10000 Mk. 170250
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74 Gewinne zu 3000 Mk. 6414 6784 21432 26480
30791. 32197 33359 37596 40232 45514 47987 55847
65348 65696 71819 78182 79625 81530 81547 83147
97615 100473 117134 122550 134032 136374 139408
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43346 43713 45306 46071. 48067 51355r52676 64277
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