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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
der Reichstag nahm zu Beginn ſeiner geſtrigen
Sitzung den Antrag auf Vertagung des
Reichs=
tages bis zum 26. November an. Die Beſitz= und
Erbſchaftsſteuer (Koſtendeckung für die
Stär=
kung von Heer und Foltte) wurde ohne Debatte in
dritter Leſung angenommen.
der engliſche Kriegsminiſter Lord Haldane
iſt zu einem neuen Beſuch nach Berlin abgereiſt,
der ganz privater Natur ſein ſoll.
Der ruſſiſche Botſchafter in Berlin Graf
v. d. Oſten=Sacken iſt geſtern in Monte Carlo
geſtorben.
Der Prinz von Wales hat ſich nach Toulon
be=
geben, um den franzöſiſchen
Flottenmanö=
vern beizuwohnen.
Die welfiſche Frage und die Thronfolge
in Braunſchweig.
Aus Berlin wird uns geſchrieben: Dem Unglück
des Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland wird
nie=
mand menſchliche Teilnahme verſagen. Energiſcher
Wi=
derſpruch aber muß erhoben werden, wenn dieſes
Un=
glück als Gelegenheit zu welfiſcher
Stimmungs=
mache benützt wird. Das geſchieht im Berliner Lokal=
Anzeiger durch folgende Ausführungen:
Durch ſeinen Tod iſt nun die welfiſche Frage wieder
einnal zur Diskuſſion geſtellt, oder ſagen wir beſſer die
Bäunſchweigiſche. Es iſt mit einiger Sicherheit zu hoffen,
däß ſie nun eine Löſung finden wird, die alle Teile
be=
friedigt. Der Herzog von Cumberland wollte für ſeine
Perſon nicht auf Hannover verzichten; der nun
Verſtor=
zene hat es auch nicht getan, aber aus anderen Gründen
us ſein Vater. Nun iſt der Weg für den jüngeren Sohn,
der in Bayern zurzeit Kavallerieoffizier iſt, frei. Er
pird nach menſchlicher Vorausſicht in abſehbarer Zeit
Herzog von Braunſchweig werden, und es gibt dann keine
Welfen mehr, die grollend abſeits ſtehen. Die
Welfen=
rage hat damit aufgehört zu eriſtieren und ein weiterer
Schritt zur Einigung und Einheit des Vaterlandes iſt
zeſchehen.
Die Erweckung des Anſcheins, als ob die Löſung der
Welfenfrage ein Bedürfnis der „Einigung und
Einheit des Vaterlandes” ſei, entbehrt ebenſo jedes
tat=
ſächlichen Grundes, wie die Behauptung, daß für den
Prinzen Ernſt Auguſt der Weg nach
Braun=
ſchweig jetzt frei geworden ſei. Davon kann im Ernſt
keine Rede ſein. Die Sach= und Rechtslage, die zum
Bundesratsbeſchluß vom 2. Juli 1885 und damit zur
Verhinderung einer welfiſchen Regierung in
Braun=
ſchweig geführt hat, wird durch den Tod des Prinzen
Georg Wilhelm in keiner Weiſe geändert. Denn der
Herzog von Cumberland hat auch nach dem Tode des
Prinz=Regenten Albrecht gegenüber Kaiſer und Reich
nichts anderes getan, als daß er am 2. Oktober 1906 den
Wunſch ausſprach: er und ſein älteſter (jetzt
verunglück=
ter) Sohn wollten ihre braunſchweigiſchen
Regierungs=
rechte auf den Prinzen Ernſt Auguſt übertragen. Von
einem Verzicht auf Hannover iſt für kein Mitglied
des Hauſes Cumberland damals die Rede geweſen.
Fürſt Bülow hat daher als preußiſcher
Miniſterprä=
ſident am 3. Oktober 1906 dem braunſchweigiſchen
Staatsminiſterium mit vollem Rechte u. a. das
Nach=
ſtehende mitgeteilt:
„In dem durch den früheren Beſchluß (des
Bundes=
rates. Red.) gekennzeichneten Verhältnis des Herzogs zu
Preußen iſt eine antſcheidende Aenderung
nicht eingetreten. Auch beſtehen noch immer
und zwar unter mindeſtens ſtillſchweigender Duldung
des Herzogs, Beſtrebungen, die ſich in ihrem Endziel auf
die preußiſche Provinz Hannober erſtrecken,
Es kann Preußen nicht zugemutet werden, daß es in den
benachbarten Bundesſtaaten eine welfiſche Regierung
dulde, durch die der preußiſche unter dem Schutz der
Reichsverfaſſung ſtehende Beſitzſtand gefährdet werden
würde.
Was Fürſt Bülow in den vorſtehenden Sätzen
feſt=
ſtellt, gilt unverändert für die unmittelbare Gegenwart.
Erſt am 19. Mai d. J. hat die
Landesverſamm=
lung der hannoverſchen Welfen eine
Reſo=
lution angenommen, die ausſpricht, daß die Partei „die
Wiederherſtellung der Freiheit und Selbſtſtändigkeit des
engeren Vaterlandes im Rahmen des Deutſchen Reiches
unter dem angeſtammten Welſenhauſg erhofft.‟ Die
welfiſche Landesverſammlung hat ferner dem Herzog
von Cumberland ein Huldigungstelegramm geſandt,
worin die Partei erklärt, „ſich eins zu wiſſen mit dem
Königlichen Hauſe der Welfen im Kampfe für das Recht
Hannovers”. — Wer ſolche Kundgebungen dankend
an=
nimmt, duldet, ja unterſtützt die welfiſchen Beſtrebungen
zur Wiederherſtellung Hannovers als eines
ſelbſtändi=
gen Königreiches. Solange ein Mitglied des Hauſes
Cumberland eine derartige Haltung gegenüber
Preu=
ßen für zuläſſig hält, iſt eine welfiſche Regierung
in Braunſchweig unmöglich. Es iſt darum nichts
weiter als welfiſche Stimmungsmache, zu behaupten, daß
durch das Unglück des Prinzen Auguſt Wilhelm für ſeinen
jüngeren Bruder der Weg nach Braunſchweig frei
gewor=
den ſei.
Die Lehren der Titanie=Kataſtrophe.
⁎: Auf Anregung der New=Yorker Seemanns=
Ge=
noſſenſchaft hat der amerikaniſche
Staats=
ſekretär Meyer nunmehr probeweiſe einen
regel=
mäßigen Signaldienſt und eine Beobachtung der
Eisberggefahr angeordnet. Der amerik. Kreuzer
„Birmingham” hat den Befehl erhalten, ſüdlich der
Grand Vanks zu kreuzen, den Zug der Eisberge zu
be=
obachten und täglich zweimal alle Wahrnehmungen
drahtlos weiterzugeben. Das Schiff hat insbeſondere
die Aufgabe, die Richtung der Eisfluten und die Lage
größerer Eisberge feſtzuſtellen, um dann auf drahtloſem
Wege die benachbarten Schiffe zu verſtändigen. Die
„Birmingham” iſt mit einem beſonders ſtarken
drahtlo=
ſen Telegraphenapparat ausgerüſtet worden. Wenn
die=
ſer Verſuch günſtige Erfolge zeitigt, wird die
Regie=
rung der Vereinigten Staaten vorausſichtlich
zuſammen mit anderen Seemächten eine regelmäßige
Ueberwachung der Eisfelder einrichten. Trotzdem die
Schiffahrts=Geſellſchaften infolge der „Titanic‟=
Kata=
ſtrophe einen neuen Kurs gewählt haben, der 250
See=
meilen ſüdlich von der alten „Fahrſtraße” verläuft, iſt
die Gefahr von Zuſammenſtößen mit Eisbergen damit
doch nicht vollkommen beſeitigt und aus dieſem Grunde
auch hat die amerikaniſche Marine den
Beobachtungs=
kreuzer entſandt.
Eine weitere Folge der „Titanie”=Kataſtrophe iſt
ein Ergänzungsgeſetz zu den
amerikani=
ſchen Schiffahrtsbeſtimmungen. Dieſes
Zuſatzgeſetz iſt von dem Richter Alexander, dem Obmann
des Handelsmarine=Komitees, dem Senat unterbreitet
worden und wird in den nächſten Tagen vorausſichtlich
mit großer Mehrheit angenommen werden. Der
wich=
tigſte Abſatz dieſes neuen Geſetzes beſtimmt: „Für jeden
Dampfer der Vereinigten Staaten, wie auch für jedes
Paſſagierſchiff anderer Staaten, die das Meer oder die
großen Seen befahren und mehr als fünfzig Perſonen,
gleichviel ob Paſſagiere oder Beſatzung, an Bord führen
dürfen, iſt es fortan ungeſetzlich, amerikaniſche Häfen zu
verlaſſen, ſo lange ſie nicht mit einer Vorrichtung für
drahtloſe Telegraphie verſehen ſind.‟ Dieſe
Vorrichtun=
gen ſind im Geſetz genau umſchrieben, die Apparate
müſ=
ſen mindeſtens eine drahtloſe Reichweite von hundert
Seemeilen haben und zu ihrer Bedienung ſollen nach
dem Wortlaut des Geſetzes zwei oder mehr erfahrene
Telegraphiſten an Bord ſein, von denen einer ſtets
ſo=
wohl bei Tage wie in der Nachtzeit Dienſt tun muß.
Vom italieniſch=türkiſchen Kriege.
Die Ausweiſung der Italiener.
* Das türkiſche Miniſterium des Aeußern bereitet
ein Rundſchreiben vor, das allen türkiſchen
Ver=
tretern im Auslande und wahrſcheinlich auch den
Bot=
ſchaftern in Konſtantinopel mitgeteilt werden ſoll und
worin die Ausweiſung der Italiener durch die Haltung
Italiens im tripolitaniſchen Kriege, ſowie insbeſondere
das Vorgehen gegen die Inſeln im Aegäiſchen Meere,
wo muſelmaniſche Privatperſonen als Kriegsgefangene
erklärt wurden, eingehend begründet wird.
Corriere d’Italia ſchreibt: Die Türkei iſt wie ein
verwundetes wildes Tier. Auf den Krieg, der von den
Italienern auf das gewiſſenhafteſte nach den Methoden,
die von ziviliſierten Völkern angewendet werden,
ge=
führt wird, antwortet ſie auf Art der Wilden. Auf die
Niederlage bei Pſithos antwortet ſie mit der
Auswei=
ſung der Italiener. Die Türkei ſchädigt vor allem
da=
durch ſich ſelbſt, denn die italieniſchen Kolonien waren
ein wertvoller Organismus durch ihren Handel und ihre
ökonomiſchen Hilfsmittel. Offenbar verlor Konſtantino=
pel den Kopf. — Giornale d’Italia hebt hervor, daß
Italien jetzt nach der Beſetzung der Inſel Kos Herr über
zwölf Inſeln des Aegäiſchen Meeres ſei und ſeine Aktion
von Süden nach Norden fortſetzt.
Laut dem Neuen Wiener Tageblatt haben
Oeſter=
reich=Ungarn und Deutſchland die
nach=
drücklichſte Vorſtellung gegen die Maſſenausweiſung
der Italiener bei der Pforte erhoben mit der
Begrün=
dung, durch ſolche Verfügung einen Racheakt darzuſtellen,
der eine zweiſchneidige Waffe ſei. Durch dieſe
General=
ausweiſung würden auch die türkiſchen Intereſſen
ge=
ſchädigt.
Der König von Italien ſtellte dem
Miniſter=
präſidenten 100000 Franken für die von der türkiſchen
Regierung ausgewieſenen Italiener zur Verfügung.
Ueber die Stellung der Triple=Entente=
Mächte zum italieniſch=türkiſchen Krieg
ſchreibt der Temps: Die Beſetzung der türkiſchen Inſeln
im Aegäiſchen Meere durch die Italiener hat das
Kräfte=
gleichgewicht auf einer wichtigen Strecke des Welt=
See=
verkehrs vollſtändig verändert, und man muß feſtſtellen,
daß die neue Richtung des italieniſch=türkiſchen Krieges
dem Dreibund durchaus günſtig, dagegen der Triple=
Entente und namentlich Rußland viel weniger günſtig
iſt. Es iſt Sache der beteiligten Regierungen, die
ehr=
liche Freunde Italiens, aber auch auf ihre eigenen
Inter=
eſſen bedacht ſind, dieſe durch die italieniſche
Kriegfüh=
rung geſchaffene Lage zu prüfen.
Rußland und die Dardanellenfrage.
Der ruſſiſche Miniſterpräſident ging in einer Rede,
die er auf dem 6. Kongreß der Vertreter von Induſtrie
und Handel hielt, auf die Schließung der
Dar=
danellen ein und bemerkte, man müſſe die Frage mit
der erforderlichen Delikateſſe behandeln. Die
Dardanel=
lenfrage ſei von größter politiſcher Bedeutung und die
Regierung habe das vollkommen erkannt; Beweiſe ſeien
ihr Verhalten gegenüber dem Vorſchlag, Getreide für
Konterbande zu erklären, und der Nachdruck, mit dem ſie
die Wiederöffnung der Dardanellen gefordert habe. Die
Möglichkeit der Wiederholung derartiger Ereigniſſe ſtelle
eine Frage von beträchtlicher politiſcher Bedeutung dar,
die die Regierung entſprechend beſchäftige. Ihre Löſung
hänge indeſſen nicht von Rußlands eigenem Willen allein
ab. Der Miniſter riet deshalb, die Behandlung der
Frage nicht über das zuträgliche Maß auszudehnen.
Neue Friedensverhandlungen?
Die Deutſche Tageszeitung meldet aus
Konſtanti=
nopel: Nach zuverläſſigen Mitteilungen haben die
Mächte der italieniſchen Regierung geraten, alle
Trup=
pen aus Tripolis zurückzuziehen und ſich
mit den bereits beſetzten Küſtenplätzen zu begnügen.
Italien ſoll den Vorſchlag angenommen haben. Auch die
Türkei iſt geneigt, auf dieſer Grundlage, zu der die Idee
von Freiherr v. Marſchall ausgegangen ſein ſoll, die
Frriedensverhandlungen aufzunehmen. Diſſe
Meldung iſt nicht ſehr wahrſcheinlich und mit großer
Vor=
ſicht aufzunehmen.
Deutſches Reich.
Graf Berchtold in Berlin. Der
öſter=
reichiſch=ungariſche Miniſter des Aeußern Graf Berchtold
trifft, Blättermeldungen zufolge, am Freitag vormittag
in Berlin ein; er wird von dem öſterreichiſch=ungariſchen
Botſchafter von Szögyeny=Marich und den Herren der
Botſchaft empfangen werden. Mittags wird beim
Staats=
ſekretär Herrn von Kiderlen=Wächter ein Frühſtück zu
Ehren des Miniſters ſtattfinden. Um 8 Uhr abends
iſt der Miniſter Gaſt des Reichskanzlers. Am Tage
darauf wird der Miniſter vom Kaiſer in Potsdam
em=
pfangen.
— Die Verfaſſung in Elſaß=
Lothrin=
gen. In der Zweiten elſaß=lothringiſchen Kammer kam
nach mehreren Angelegenheiten interner Natur ein
An=
trag Hauß (Zentr.) und Genoſſen nebſt einem ähnlich
lautenden Antrag Boehle (Soz.) und Genoſſen zur
Be=
ratung dahingehend, es ſei in dem Verfaſſungsgeſetz
vom vorigen Jahre an Stelle des Paſſus „das
Ver=
faſſtungsgeſetz kann nur durch Reichsgeſetz aufgehoben
oder geändert werden” folgende Faſſung zu ſetzen: „kann
nur durch Landesgeſetz geändert werden”. Nachdem die
Abgeardneten Hauß (Ztr.) und Peirotes (Soz.) die
Anträge ihrer Partei begründet hatten, gab
Staatsſekre=
tär Zorn von Bulach namens der Regierung folgende
Erklärung ab: Die Aenderung des Verfaſſungsgeſetzes
vom 31. Mai 1911, die die beiden Anträge Hauß und
Peirotes zum Gegenſtand haben, iſt Sache der
Reichs=
geſetzgebung. Der Herr Reichskanzler hat in der Sitzung
des Reichstags vom 17. Mai zu dieſer Frage bereits
Stellung genommen und ich kann meinerſeits auf ſeine
Aeußerungen verweiſen. Wenn das am 1. September
in Kraft getretene Verfaſſungsgeſetz auch nicht den
end=
gültigen Abſchluß der ſtaatsrechtlichen Geſtaltung Elſaß=
Lothringens bedeutet, ſo erſcheint es doch ausgeſchloſſen,
daß die Reichsgeſetzgebung in der nächſten Zeit Schritte
unternimmt, oder daß die elſaß=lothringiſche Regierung
in der nächſten Zeit dafür eintritt, an den Grundlagen
der Verfaſſung im Sinne der vorliegenden Anträge
Ab=
änderungen vorzunehmen. Die elſaß=lothringiſche
Re=
gierung hält es im Intereſſe einer geſunden
Entwick=
lung des öffentlichen Lebens für dringend nötig, daß
dem Lande Zeit gelaſſen wird, ſich ruhig und friedlich
in die neue Verfaſſung einzuleben. Die beiden Anträge
wurden einſtimmig angenommen. Im übrigen verlief
die Sitzung ohne bemerkenswerten Zwiſchenfall.
— Die Miſchehen. Aus Windhuk, 21. Mai,
wird gemeldet: Eine Reſolution des Landesrats
be=
fürwortet im Falle geſitteter Lebensführung die
Aner=
kennung der bis zum Jahre 1905 geſchloſſenen
Miſch=
ehen und bittet, für die Zukunft jede Ehe zwiſchen
Wei=
ßen und Eingeborenen ſtrengſtens zu verbieten. Der
Landesrat ſieht in der Heiratserlaubnis eine ſchwere
Gefahr für das Deutſchtum und befürchtet eintretenden
Falles eine Abwanderung der beſten Koloniſten aus
Deutſch=Südweſtafrika.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Sturmſzenen im ungariſchen
Abge=
ordnetenhatſe. Nachdem die Rücſtrittserkläfung
des Präſidenten Navay im ungariſchen
Abgeordneten=
hauſe verleſen war, ordnete Vizepräſident Beoethy die
verlangte Geheimſitzung an. In dieſem Teile der
Sitzung kam es zu erregten Zwiſchenfällen, beſonders
als Apponyi vor der Verletzung der Hausordnung warnte
und Szmrecſanyi der Mehrheit vorwarf, daß ihre
Mit=
glieder mit dem Gelde der Regierung gewählt worden
ſeien. Erſt um 2 Uhr wurde die Sitzung wieder als
öffentlich erklärt. Es kam alsbald zu großen Tumulten.
Ein ſozialiſtiſcher Arbeiter warf Flugzettel in den Saal,
auf denen erklärt wird, daß ein mit Gewalt zuſtande
gebrachtes Wehrgeſetz ungültig ſei, ſodaß auf Grund
eines ſolchen Geſetzes niemand zum Militärdienſt
ver=
pflichtet werden könne. Noch größer wurde der Lärm,
als Szmreeſanyi der Mehrheit das Wort „Schweinerei”
zurief. Die Arbeitspartei wollte ſich auf Szmreeſanyi
ſtürzen, und der Präſident mußte die Sitzung
unter=
brechen. Schließlich gelang es der Mehrheit trotz des
Einſpruches der ganzen Oppoſition, für Mittwoch das
Wehrgeſetz auf die Tagesordnung zu ſtellen. Der
Im=
munitätsausſchuß verurteilte die Abgeordneten Juſth
und Lovaſoy, die die Weiſungen des Präſidenten
miß=
achteten, dazu, in öffentlicher Sitzung abzubitten.
Frankreich.
Das Parlament iſt wieder eröffnet.
Die Kammer hob die Sitzung zum Zeichen der Trauer
um den verſtorbenen Präſidenten Briſſon auf, nachdem
Vizepräſident Etienne auf ihn eine mit faſt einſtimmigem
Beifall aufgenommene Gedächtnisrede gehalten hatte.
Ferner verlas der Vizepräſident die von den fremden
Parlamenten eingegangenen Beileidskundgebungen. In
der nächſten, am Donnerstag ſtattfindenden Sitzung ſoll
die Präſidentenwahl erfolgen. Der Senat vertagte ſich
zum Zeichen der Trauer nach einer Gedächtnisrede für
den verſtorbenen Kammerpräſidenten Briſſon bis Don=
nerstag. Die Blätter ſprachen von der Abſicht Combes?
von der Stellung als Präſident des ausführenden
Aus=
ſchuſſes der radikalen und der ſozialiſtiſch=radikalen
Partei zurückzutreten. Der Grund ſei in dem
Fort=
ſchritt, den der Gedanke der Wahlreform im Ausſchuß
gemacht habe, zu ſuchen. Mitteilungen aus guter Quelle
beſagen, daß der Rücktritt bereits vollendete Tatſache ſei
Die radikalen Blätter richten an die Deputierten
ihrer Partei die dringende Mahnung, bei der Wahl des
Kammerpräſidenten einmütig vorzugehen. Die France
ſchreibt: Wenn die linksrepublikaniſchen Teputierten,
die vier Fünftel der Volksvertretung ausmachen, nicht
imſtande ſind, ſich in dieſer Frage zu einigen, dann iſt
dies ein beredtes Geſtändnis der Ohnmacht. Was
könnte eine Regierung von einer Mehrheit zu erwarten
haben, die eine ſolche Zerfahrenheit an den Tag legt.
Der Evenement ſagt, die Republikaner dürfen nicht
zu=
laſſen, daß die Entſcheidung bei der Wahl des
Kammer=
präſidenten der Oppoſition zufalle und dies ſei zu
be=
fürchten, wenn ſie nicht imſtande ſeien, Diſziplin zu
hal=
ten. Der Radical ſpricht die Ueberzeugung aus, daß die
radikale und ſozialiſtiſch=radikale Partei ihre Pflicht
er=
füllen würde und „dem Würdigſten” den Sieg ſichern
werde trotz aller Ränke und politiſchen Machenſchaften.
In der Humanité erörtert Jaurés in einem „Sinkenden
Ballon” betitelten Artikel ſpöttiſch die Kandidatur
Del=
caſſés und meint, Delcaſſé möge fortfahren. Frankreich
als Miniſter zu retten. Ein Patriot könne das für eine
dringendere Aufgabe als die Kammerpräſidentſchaft
an=
ſehen.
Ruſſiſch=franzöſiſche
Unſtimmigkei=
ten. Die Pariſer Abendblätter ſind der Anſicht, daß trotz
der offiziellen Ableugnungen zwiſchen den Kabinetten
von Paris und Petersburg doch
Meinungsverſchieden=
heiten beſtehen müſſen. Die Preſſe ſpricht die Hoffnung
aus, daß die Petersburger Reiſe des franzöſiſchen
Mini=
ſterpräſidenten Poincaré dazu beitragen werde, die
zwi=
ſchen beiden Regierungen beſtehende Feindſchaft zu
be=
ſeitgen und das alte freundſchaftliche Verhältnis
wieder=
herzuſtellen.
England.
Die Konferenz über die Frage der
Sicherheitsvorrichtungen auf See.
Ver=
ſchiedene Mitglieder des Unterhauſes wieſen
nachdrück=
lich auf die Notwendigkeit internationaler Verſtändigung
über die Vorſchriften betr. die Sicherheitseinrichtungen
an Bord der Schiffe hin. Handelsminiſter Buxton
ant=
wortete, die Regierung ſtehe gegenwärtig in
Verhand=
lungen mit der deutſchen Regierung betreffs einer
inter=
nationalen Konferenz über die Frage der
Sicherheits=
vorrichtungen auf See. Die engliſche Regierung habe
jedoch bei den Verhandlungen mit der deutſchen betont,
daß, ſo vorteilhaft ſolche internationale Konferenz auch
ſei, die Einführung der ſich als notwendig erweiſenden
Vorſchriften in England dadurch nicht aufgehalten
wer=
den könne. Auf eine Anfrage Auſten Chamberlains, ob
an die franzöſiſche und italieniſche Regierung
Mittei=
lungen gerichtet worden ſeien, erwiderte Buxton,
vor=
läufig träfen die deutſche und die britiſche Regierung
Vorbereitungen unter ſich. Die Anfrage Peels, ob die
deutſche Regierung die Initiative zu den Verhandlungen
ergriffen habe, beantwortete Buxton bejahend. Die
deutſche Regierung habe ſich in dem Augenblick an die
britiſche gewandt, als dieſe ihr Mitteilung machen wollte.
Er glaube jedoch nicht, daß in dieſer Beziehung eine
Rivalität oder Eiferſucht beſtanden habe, weil er
an=
nehme, daß alle Nationen nach der Lehre, die ſie erhalten
hätten, über dieſe Frage im Einvernehmen zu ſein
wünſchten.
Die neuen Marineforderungen. Winſton
Churchill hat dem Unterhauſe bisher kein beſtimmtes
Da=
tum für die Einbringung der neuen Kreditforderungen
für die Marine angegeben. Dieſe Forderungen werden
dem Parlament erſt Ende Juni oder Anfang Juli
zu=
gehen. Churchill wird am 10. Juli von ſeiner
Mittel=
meerreiſe, die er in Begleitung Asquiths angetreten hat,
zurückkehren und in der zweiten Hälfte des Juli werden
die nuen Flotten=Manöver ſtattfinden. Nach dieſen
Manövern werden die Kreditforderungen vom
Parla=
ment verlangt werden. Ein Beweis für die Wichtigkeit
welche die Admiralität den neuen Forderungen beilegt
iſt die Tatſache, daß der Marineminiſter den Mitglie
dern des Parlaments eine offizielle Ueberſetzung de
neuen deutſchen Flottengeſetzes hat zugehen laſſen. Da
Dokument giebt nicht nur den genauen Wortlaut de
deutſchen Flottengeſetzes wieder, ſondern auch die Ko
ſtenpreiſe in engliſcher Währung für jede dieſer Abände
rungen. Es iſt das erſte Mal, daß die Admiralität i
dieſer Weiſe vorgeht.
Dänemark.
Der nieue König. Der Miniſterpräſiden
Bernßen hat im Folkething einen Geſetzentwurf eit
gebracht, der die Apanage des Königs Chriſtian ar
eine Million feſtſetzt. Außerdem werden ihm dr
Schlöſſer zugeſprochen. Die Königin=Witwe erhält ein
jährliche Apanage von 150000 Kronen und zum Wohr
ſitz ein viertes Schloß.
Serblen.
Die Skupſchtina wählte den Altradikale
Andra Nikolitſch zum Präſidenten und die altradikale
Abgeordneten Koſta Stojanovitſch und Jakob Gorbitſt
zu Vizepräſidenten.
* Reiſe Haldanes nach Deutſſchlant
Wie die Londoner Blätter melden, reiſt Kriegsminiſte
Haldane nach Berlin und wird dort zehn bis zwölf Tag
in rein privaten Angelegenheten verweilen. Wie de
Berliner Lokalanzeiger an unterrichteter Stelle hört, i
die Vermutung der Londoner Evening News, daß
au=
bei der diesmaligen Deutſchlandreiſe Lord
Haldane=
die privaten Vorwände ſpäter wieder fallen gelaſſe
werden würden, unrichtig. Der engliſche Kriegsminiſte
habe die Abſicht, wie ſchon öfter, ſeinen Frühlingsurlau
im Schwarzwald zuzubringen.
* London 21. Mai. Faſt alle Arbeiter, die an
den Leichterfahrzeugen der Themſe beſchät
tigt ſind, legten die Arbeit nieder. Ma
nimmt an, daß die Zahl der Ausſtändigen ungefäh=
10000 erreicht. Im Unterhauſe teilte Handelsminiſte
Buxton mit, daß die Regierung angeſichts der Unzufrie
denheit, die unter den Arbeitern auf den
Leichterfahrzeu=
gen der Themſe und des Medway herrſche, unverzüglin
eine Kommiſſion ernennen werde, welche die Urſache
dieſer Unzufriedenheit feſtſtellen ſoll.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. Mak.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Robert Eichberger aus Seligenſtadt, Kreis Offenbach
die Lehrerſtelle an der katholiſchen Schule zu Gau=
Wein=
heim, Kreis Oppenheim.
* Perſonalnachrichten der Eiſenbahndirektiot=
Mainz. Ernannt: die Hilfsheizer Jörg in
Mann=
heim, Dores in Mainz, Lanius in Wiesbaden zu Lofg
motivheizern: Hilfsſchaffner Machſner in Biebrich zum
Schaffner; Hilfsrottenführer Diehl in Oberſpeyizung
Rottenführer; der Hilfsbahnwärter Seckler in
Langen=
lonsheim zum Bahnwärter. Techn. Eiſenbahnſehetär
Neidecker in Mainz führt ab 1. Mai d. J. die Amtst
bezeichnung „Techn. Eiſenbahn=Oberſekretär”. Verſetzt=
Eiſenbahnaſſiſtent Langer von Dornberg=Groß=Gerau
nach Bingerbrück; Schaffner Rübenach von Biebrich
nach Wiesbaden. Geſtorben: Rangiermeiſter Grüne
wald in Mainz, Weichenſteller Schwinn in Mannheim
Waldhof. — Belohnungen und Auszeich
nungen. Des Kaiſers und Königs Majeſtät haber
Allergnädigſt geruht, dem Weichenſteller Leukel i
Erbach (Rhg.) aus Anlaß des Uebertritts in der
Ruheſtand das Allgemeine Ehrenzeichen (in
Silber=
zu verleihen.
g. Der Kreisausſchuß verhandelte geſtern nachmittag
unter dem Vorſitz von Regierungsrat Reinhart zu
nächſt über die Beſchwerde des Maurers Wilhelm Emit
zu Roßdorſ wegen verweigerter Armenunterſtützung
Emig iſt Steinbrucharbeiter und bezieht eine monatliche
Unfallrente von 11,90 Mark, er hat 5 Kinder, von denen de
eine Sohn 28 Jahre alt, verheiratet iſt und zwei Kinde
hat. Der zweite Sohn iſt 22 Jahre und dient in Gießen
beim Infanterie=Regiment Nr. 116, das Geſuch auf vor
zeitige Entlaſſung dieſes Sohnes iſt abgelehnt worden
Ein Zubiläum der feucht=fröhlichen Muſe.
Von J. C. Lusztig.
Das Lahrer Kommersbuch feiert in dieſen Tagen ein
ſtolzes Jubiläum: die hundertſte Auflage! Wie viele
Generationen fröhlicher Burſchen haben ſeine Lieder in
trauter Runde geſungen, wie viel Freude und
Fröhlich=
keit iſt aus den Blättern aufgeſtiegen, die deutſches
ſtudentiſches Weſen verkörpern, vielleicht mehr wie alles
andere, was zum Leben der Muſenſöhne gehört! Nicht
alle Studentenlieder, die der dicke Band enthält, können
jetzt ihr Jubiläum mit dem Buche zuſammen begehen:
denn eine große Anzahl von ihnen iſt ja erheblich
jünge=
ren Datums. Aber den Grund für den Aufbau dieſer in
jeder Hinſicht bedeutſamen Sammlung feuchtfröhlicher
Vokalmuſik ſtammt doch aus der Zeit, in der man anfing,
die Geſänge zu ſichten, die ſeit langem von den Studenten
bei ihren Zuſammenkünften geſungen worden waren.
Da verlohnt es ſich wohl, ein wenig Umſchau zu halten
wie ſich dieſe Geſänge gebildet haben, woher ſie ſtammen
und in welcher Faſſung ſie im Wechſel der Zeiten
verſchie=
dentlich erſchienen ſind. Das Lahrer Kommersbuch
frei=
lich gibt darüber keine Auskunft. Es ſtellt nur, wenn
man ſo will, den Kodex der Fröhlichkeit dar. Den
Kom=
mentar dazu liefert vielmehr ein anderes Kommersbuch,
das Profeſſor Mar Friedländer, mit kritiſch=hiſtoriſchen
Anmerkungen verſehen, ſeinerzeit bei Peters in Leipzig
herausgegeben hat. Es enthält natürlich auch die
wich=
tigſten Studentenlieder, wie ſie in dem Lahrer Buch
auf=
gezeichnet ſind, wenn auch mitunter in anderer, auf
hiſto=
riſche Forſchungen gegründeter Form. Das intereſſante
Buch iſt eine unſchätzbare Quelle hiſtoriſcher Darſtellung
und bildet auch an ſich einen glänzenden Beitrag der
kri=
tiſchen Forſchung auf dem Gebiete des Liedes.
Im Gaudeamus igitur waren die zweite und
dritte Strophe merkwürdigerweiſe urſprünglich kirchlich:
ſie finden ſich ſchon in einem Bußgeſange vom Jahre
1267. Die älteſte zuſammenhängende Faſſung der erſten
drei Seerden iſt vorkanden in einem handſchiſtlichen
Liederbuch des Barons von Crailsheim, aus den Jahren
1750—1755. Die Spuren der Melodie, die nicht ſehr alt
iſt, treffen wir zuerſt in Sperontes „Singende Muſe an
der Pleiße” im Jahre 1736. Den erſten vollſtändigen
Druck der Melodie hat Max Friedländer in einem ſehr
ſelten gewordenen Buche „Lieder für Freunde geſelliger
Freude” erſchienen zu Leipzig 1788, gefunden. Aber
nicht die Verſe des Gandeamns ſind hier untergelegt,
ſon=
dern der Text zu „Brüder, laßt uns luſtig ſein” und die
gravitätiſche Sarabanden=Weiſe erſcheint da mit kleinen
Rokokozöpfchen geſchmückt. Das Lied „Als die Römer
frech geworden” wurde zuerſt gedruckt in den
Mün=
chener Fliegenden Blättern im Jahre 1848. Das
Stu=
dentenlied „An der Saale hellem Strande” iſt
auf der Rudelsburg gedichtet worden, und zuerſt erſcheint
es gedruckt in Kuglers Skizzenbuch 1830. Zur Hochzeit
von Anna Neander, der Tochter des Pfarrers Neander
in Tharau bei Königsberg, wurde das Lied „Aennchen
von Tharau” gedichtet. Aus dem preußiſchen
Platt=
deutſch hat es Herder im Jahre 1778 ins Hochdeutſche
überſetzt. Sein Verfaſſer iſt zweifellos Simon Dach.
Die Melodie taucht zuerſt auf in Silchers Volksliedern
für Männerſtimmen, herausgegeben in den Jahren 1825=
1826. Von Silcher iſt auch die Melodie zur „Loreley”
die in den Volksliedern für vier Männerſtimmen
eben=
falls in Tübingen zuerſt erſchienen iſt. Die Quelle für
Text und Muſik zu dem Liede „Als Noah aus dem
Kaſten war” iſt die Erzählung vom Schloſſergeſellen
und Vater Noah, zu der Reißiger die Muſik geſchrieben
hat. Das Lied ſtammt aus dem Jahre 1827.
„Bier her, Bier her” erſcheint zum erſten Male
in Text und Melodie in dem Kommersbuch für den
dent=
ſchen Studenten, das in Magdeburg 1855 herauskam.
Sonderbarerweiſe iſt die Melodie identiſch mit dem im
Pianiſſimo zu ſingenden Wiegenliede: Stille, ſtille, kein
Geräuſch gemacht” „Crambambuli, das iſt der
Titel”, nimmt ſeinen Text aus Wittekinds „
Nebenſtün=
diger Zeitvertreib in Teutſchen Gedichten” das in Danzig
und Leipzig erſchienen iſt. Das Lied zählt dort 102
Stro=
phen und=hat noch eine lange=Einleitung n Alerandri=
nern. Das Lied iſt unter dem direkten Einfluß des vo
dem Jahre 1740 entſtandenen Kanapee=Liedes gedichte
Selbſt in die klaſſiſche Literatur fand der „Crambambuli
Eingang: „Pfui, pfui, Herr Wirt, ſo guten Danziger z
haben und ſo ſchlechte Mores” ſagt Juſt, der Bedient
des Majors von Tellheim in Leſſings „Minna von Barr
helm‟ Der Text zu dem Liede „Der Papſt leb
herrlich in der Welt” iſt wahrſcheinlich durch Le
ſings Gedicht „Die Türken” angeregt worden. Die Me
lodie findet ſich zuerſt in einem patriotiſchen Liede, i
einer Auswahl deutſcher Lieder aus dem Jahre 1827
Das Gedicht „Deutſchland, Deutſchland übe
alles” iſt im Jahre 1841 in Helgoland entſtanden un
im September dieſes Jahres als Einzeldruck
veröffen=
licht worden. Die Melodie komponierte Haydn im Ja
nuar 1797 zu der in demſelben Monat von Haſchka gedick
teten neuen Nationalhymne „Gott erhalte Franz, de
Kaiſer‟ Der Druck von „Ein Hering liebt ein
Auſter” findet ſich zum erſten Male in den Münchene
Fliegenden Blättern im Jahre 1848. In ſtudentiſch
Kreiſe wurde es durch Schwanitz’ Blätter der Erinner
ung im Jahre 1851 gebracht. Das Vorbild für ſein
Geſchichte fand Scheffel in den Epigrammen des Dichter
Antiphilos aus Byzanz, der im erſten Jahrhundert nac
Chriſti in Rom lebte.
Der Text und die Melodie zu Es ritten dre
Reiter zum Tore hinaus” ſteht ſchon in Nicolai
„Feynem Almanach” 1777. Goethe ſchreibt 1806 über de
Text: Ewiges und unzerſtörliches Lied des Scheiden
und Meidens” und über die Melodie ſpricht ſich Rei
chardt im Jahre 1782 aus: Sie iſt mir eine der alle?
ſchönſten Volksmelodien‟. Die Melodie zu „Es ſteh
ein Baum im Odenwald” ſtammt aus Reichardt
„Lieder für Kinder” und war urſprünglich auf den Tex
„Nicht lobenswürdig iſt der Mann” geſetzt. Die uns ſi
ernſt erſcheinende Melodie zu dem Liede „Es zoger
drei Burſchen wohl über den Rhein” gehört
urſprünglich zu den heiteren Volksliedern: „Ich haß
neinen Weizen am Berg geſält” und „Wenn ich kein Gelt
im Beutel hab””, und erſcheint zum erſten Male in der
imig erhält von der Gemeinde Unterkunft im
Armen=
aus, er ſucht nunmehr um Gewährung einer
Armen=
nterſtützung nach, die ihm jedoch von der Gemeinde
ver=
deigert wurde, da vor allem der Sohn vom Militär
frei=
egeben werden müſſe, um ſeine Eltern mit zu
unter=
alten. Der Kreisausſchuß gibt der Beſchwerde des
Ge=
ichſtellers ſtatt und verurteilt die Gemeinde, bis zur
Ent=
rſſung des Sohnes vom Militär dem Emig ab 1. April
912 eine wöchentliche Armenunterſtützung von 3 Mark zu.
ahlen. — Der frühere Maurer Friedrich Bär I. zu
Friesheim hat am 12. April durch Beſchluß des
Gemeinde=
ats die Anordnung erhalten, bis zum 30. Mai ſein im
lrmenhaus innegehabtes Zimmer zu verlaſſen, da der
emeinderat der Anſicht war, Bär und einige andere
In=
iſſen des Armenhauſes könnten ſehr gut für eine eigene
Bohnung aufkommen, da im Armenhaus Platz für eine
ufzunehmende Familie geſchaffen werden müßte. Bär
nagt auf Aufhebung des Gemeinderatsbeſchluſſes, da er
ruchleidend ſei und gerade genug für ſeinen
Lebensunter=
alt verdienen könne. Der Kreisausſchuß verwirft die
eſchwerde des Bär als unbegründet. — Der Privatier
einrich Becker zu Nieder=Ramſtadt hat um Erlaubnis
um Betriebe einer Kaffeewirtſchaft mit alkoholfreien
Ge=
ränken in der Frankenberger Mühle am Fuße des
Fran=
enſteins, beim Anfang der Himmelsleiter im
Mordach=
il nachgeſucht. Der Geſuchſteller hat bereits früher ein
Jeſuch um eine Schankkonzeſſion mit alkoholhaltigem
Ge=
ränk eingereicht, das jedoch abgelehnt wurde mit Rückſicht
uf die nahegelegene Trinkerheilſtätte Burgwald. Das
uf alkoholfreies Getränk beſchränkte erneute Geſuch wurde
om Gemeinderat Nieder=Ramſtadt befürwortet, vom
kreisausſchuß in nichtöffentlicher Verhandlung aus
bau=
olizeilichen Gründen verſagt. In der beantragten
münd=
lichen Verhandlung bittet der Geſuchſteller um
Genehmig=
ung des Geſuches, da er bauliche Aenderungen an dem
Sebäude nicht vornehmen darf, weil die Mühle unter
Denkmalſchutz ſteht. Ein Bedürfnis ſei zweifellos
vor=
anden. Der Kreisausſchuß verſagt die Genehmigung
mter Auferlegung einer Averſionalſtrafe von 3 Mark.
g. Kriegsgericht. Der als Freiwilliger eingetretene,
m zweiten Jahre dienende Landwirt Ludwig Jully
rus Krümlingen (Kreis Saarburg) vom Garde=Dragoner=
Regiment Nr. 23, war am 8. Mai einem Befehl des
Ser=
geanten Otto, ſchneller zu marſchieren, trotz Wiederholung
es Befehls nicht nachgekommen, ſondern nahm eine
un=
nilitäriſche Haltung ein, indem er den Kopf unnatürlich
och hob und den Bauch herausſtreckte. Da ſich dieſe
Handlung als Ungehorſam und Beharren im Ungehorſam
vor verſammelter Mannſchaft qualifiziert, wird der
An=
geklagte zu der Mindeſtſtrafe von 43 Tagen
Gefäng=
tis verurteilt. Im Intereſſe der Aufrechterhaltung der
nilitäriſchen Disziplin wurde ſeine ſofortige Feſtnahme
verfügt. — Der Kanonier Peter Lorenz Ehrhardt vom
Feldartillerie=Regiment Nr. 61 hat ſich wegen
Kameraden=
diebſtahls in fünf Fällen zu verantworten. Er hat auf der
Mannſchaftsſtube ſeinen Kameraden Bürſten, eine Schürze
und ein Hemd entwendet und hat dieſe Gegenſtände auch
nicht herausgegeben, als danach gefragt wurde. Da er in
der Vorunterſuchung angab, an einem krankhaften Trieb
zurleiden, ſich Sachen anzueignen, war der Angeklagte
umerſucht worden. Der unterſuchende Stabsarzt konnte
einen krankhaften Zuſtand nicht feſtſtellen, höchſtens konnte
erbei dem Angeklagten eine Sammelwut beobachten, da
eröft ganz wertloſe Gegenſtände ſammelt, ohne eine
Ver=
wendung dafür zu haben. Das Gericht erkennt auf vier
Wochen mittleren Arreſt, eine Woche wird ihm
ruf die Unterſuchungshaft angerechnet.
* Der Heſſiſche Landesausſchuß des Deutſchen
Flot=
tenvereins hielt dieſer Tage in Frankfurt a. M. eine
Sitz=
ung ab. Es wurden die Delegierten für die am 9. Juni
in Weimar tagende Hauptverſammlung gewählt und
be=
kannt gemacht, daß die Hauptverſammlung des
Heſſiſchen Landesverbandes am 16. Juni in
Bin gen abgehalten wird. Die in dieſem Sommer
ſtattfindenden Geſellſchafts= Lehrer= Schüler= und
Volks=
ſchülerfahrten wurden beſprochen. Es wurde dabei u. a.
ausdrücklich feſtgeſtellt, daß der ebenfalls eine
Geſell=
ſchaftsfahrt ankündigende „unabhängige Mainzer
Flot=
tenverein” in keiner Beziehung irgend welcher Art zu dem
Deutſchen Flottenverein ſteht.
— Herr Kapellmeiſter Richard Heinz, der 5 Jahre
lang den verantwortungsvollen Poſten des
Chordirek=
tors inne hatke, ſcheidet mit Schluß dieſer Saiſon aus
dem Verbande des hieſigen Hoftheaters. Eine kleine,
aber erhebende Feier leitete geſtern morgen die letzte
Probe, die Herr Chordirektor Heinz leitete, ein. Als er
den feſtlich dekorierten Chorſaal betrat, ſtimmte der
ge=
ſamte Herrenchor das Mückſche „Gott grüße dich” an.
Zum Andenken an ſeine hieſige Tätigkeit wurde ihm ein
Geſchenk, geſtiftet von dem geſamten Hofchor, mit einer
kleinen ſinnreichen Anſprache überreicht. Mit bewegten
Worten dankte Herr Heinz ſeinen Getreuen.
nn. Nationalflugſpende und Studentenſchaft.
Laut Anſchlag am ſchwarzen Brett der Techniſchen
Hochſchule fällt auf Beſchluß der
Studentenverſamm=
lung vom 18. Mai d. J. die geplante Veranſtaltung eines
Bismarckfackelzugs am 21. Juni nach dem
Bismarckturm auf dem Dommersberg für dieſes Jahr
aus. Statt deſſen werden die Korporationen die dafür
aufgebrachte Repartition von 4 Mk. pro Kopf der
Nationalflugſpende zuweiſen.
nn. Rektoren=Konferenz. Heute und morgen findet
in Danzig eine Konferenz der Rektoren
ſämt=
licher deutſchen Techniſchen Hochſchulen
und Univerſitäten ſtatt, an der auch der Rektor der
hieſi=
gen Techniſchen Hochſchule, Herr Geh. Baurat Profeſſor
Wikop, teilnehmen wird.
* Heſſiſcher Fürſorgeverein für Krüppel. Am 21. ds.
Mts. hielt der Verein im Sitzungsſaale der
Landesver=
ſicherungsanſtalt ſeine diesjährige
Mitgliederverſamm=
ſung ab. Herr Geh. Regierungsrat Dr. Dietz als
Vor=
ſitzender begrüßte die Erſchienenen und erſtattete den
Bericht für 1911, das erſte Vereinsjahr, das in erſter
Linie der Organiſation und der Werbung von
Mitglie=
dern gewidmet war. Die Zahl der Mitglieder betrug
Ende 1911 528 mit über 3700 Mark Beiträgen und iſt
über die einzelnen Bezirke des Landes ſehr ungleich
ver=
teilt. Die Mitgliederzahl beträgt z. B. in der Stadt
Darmſtadt 137, in Offenbach dagegen nur 24, in Mainz
32, in Worms 15, in den Kreiſen Bensheim ſind 5,
Groß=Gerau 5, Heppenheim 7, Oppenheim 2,
Büdin=
gen 3, Friedberg 5, Lauterbach 8 Mitglieder vorhanden.
Es iſt zu hoffen und zu wünſchen, daß auch in dieſen
Bezirken die humanen Beſtrebungen des Vereins durch
Beitritt von Mitaliedern Anerkennung und Unterſtützung
finden werden. Trotz der beſchränkten finanziellen
Mit=
tel iſt es dem Verein gelungen, allen an ihn
herantreten=
den Unterſtützungsgeſuchen, ſoweit ſie den Rahmen der
Vereinstätigkeit nicht überſchritten, gerecht zu werden. Es
wurden Zuſchüſſe zur Beſchaffung von Stützkorſetts uſw.,
Beiträge zur bernflichen Ausbildung, zu Behandlungen
im Krüppelheim und in Krankenhäuſern gewährt. Die
ſtändig ſteigende Zahl der Geſuche beweiſt, daß der
Ver=
ein und ſeine menſchenfreundlichen Beſtrebungen immer
bekannter und immer mehr gewürdigt werden. Für das
Jahr 1912 wurde kein beſonderer Voranſchlag aufgeſtellt,
die eingehenden Beiträge ſollen zu Unterſtützungen
ver=
wandt werden. Der Schatzmeiſter, Herr Hauptlehrer
Löſch, erſtattete Bericht über die Rechnung. Zur
Prü=
fung der Rechnung für 1911 wurden die Herren
Sani=
tätsrat Dr. Kolb und Amtmann Krapp gewählt.
Die von dem Vorſtand beantragten Aenderungen der
Satzung wurden einſtimmig genehmigt. Sodann
wur=
den an Stelle der nach Darmſtadt verſetzten
Vorſtands=
mitglieder Prof. Dr. Frentzel. früher Worms, und
Ober=
midizinalrat Dr. Balſtr. früher Mainz, die Herren
Bürgermeiſter Dr. Schmidt in Mainz und
Kreisaſſiſtenz=
arzt Dr. Freſenius in Worms als Vorſtandsmitglieder
für Rheinheſſen, ſowie Herr Dekan Sauerwein=Alsfeld
als Vorſtandsmitglied für Oberheſſen gewählt.
* Die 22. ordentliche Generalverſammlung der
Zen=
tralgenoſſenſchaft der heſſ. landw. Konſumvereine,
e. G. m. b. H. zu Darmſtadt, hat im Städtiſchen Saalbau
hier ſtattgefunden. Die Verſammlung war aus allen
Teilen des Landes gut beſucht. Wir entnehmen aus dem
durch den Vorſitzenden des Vorſtandes, Herrn
Oekonomie=
rat Dr. Heidenreich, vorgetragenen Geſchäftsbericht
pro 1911, daß der Genoſſenſchaft am Ende des Jahres
148 Mitglieder, und zwar 139 Bezugs= und
Abſatz=
genoſſenſchaften und 9 Einzelperſonen, angehört haben.
Der Geſamtwarenbezug im Jahre 1911, beſtehend aus
Hilfsdünger, Kraftfuttermitteln, Kohlen, Sämereien,
Torfſtreu, Schwefel, Kupfervitriol uſw betrug 537254 604
Zentner im Werte von 1731641,31 Mark. Der
Dünger=
bezug iſt wiederum gegen das Vorjahr nicht unerheblich
geſtiegen, insbeſondere bei Superphosphat, Kalidünger,
Ammoniak und Chiliſalpeter. Der Reingewinn inkl.
Vortrag aus 1910 beträgt 70 502,76 Mark. Hiervon ſollen
nach den Anträgen des Aufſichtsrates und Vorſtandes
verwendet werden für die verſchiedenen Reſerven 11000
Mark, die Geſchäftsguthaben ſollen mit 5 Prozent
ver=
zinſt und als Rückvergütung auf die verſchiedenen
Warenbezüge ſollen 52 404,60 Mark ausgeſchüttet werden.
Die Geſchäftsguthaben von 216 Geſchäftsanteilen
betru=
gen am Ende des Jahres 21483 Mark, die entſprechende
Haftſumme 108000 Mark und die am 31. Dezember 1911
vorhandenen Reſerven 109500 Mark. Die
Verhandlun=
gen wurden durch den Vorſitzenden des Aufſichtsrates,
Herrn Oekonomierat Schmitt in Guntersblum,
ge=
leitet. An den Geſchäftsbericht knüpfte ſich eine lebhafte
Ausſprache. Bilanz und Jahresrechnung wurden
einſtim=
mig genehmigt und dem Vorſtand Entlaſtung erteilt. Die
Vorſchläge für die Verwendung des Reingewinnes
wur=
den einſtimmig genehmigt. Die Wahlen erfolgten durch
Zuruf. Die ausſcheidenden Mitglieder des Vorſtandes
und Aufſichtsrates wurden einſtimmig wieder= und
anſtelle des durch Tod ausgeſchiedenen Mitgliedes des
Aufſichtsrates, Herrn Alt=Bürgermeiſter Keim in
Wons=
heim, wurde der jetzige Bürgermeiſter Keim in
Wons=
heim einſtimmig neu gewählt. Nach Schluß der
Verhand=
lungen vereinigten ſich die Teilnehmer zu einem
gemein=
ſamen Mittagsmahle.
* Hilfsaktion für Nieder=Modau. Man ſchreibt uns:
Die weitere Entwickelung des Konkursverfahrens über die
Nieder=Modauer Kaſſe hat die ſchon früher gehegten
Be=
fürchtungen leider beſtätigt. Die Verhältniſſe liegen ſo
ungünſtig, daß alle Beteiligten größere
Verluſte erleiden werden. Dieſe Verluſte treffen in
erſter Linie die Mitglieder der Kaſſe, die wohl von ihrem
Erſparten nicht viel übrig behalten werden. Aber auch die
Gläubiger der Kaſſe, namentlich die Spareinleger, haben
mit ſehr erheblichen Einbußen zu rechnen. Die Einbußen
werden um ſo größer ſein, je ſchonungsloſer gegen die
haftpflichtigen Mitglieder der Kaſſe vorgegangen wird.
In dieſem Falle kann es nämlich leicht dahin kommen,
daß die den Kaſſegläubigern haftenden Werte nicht
ſach=
entſprechend verwertet werden können, ſondern zum
Scha=
den aller Beteiligten verſchleudert werden müſſen. Wie
wir hören, hat in Kreiſen, die ſich für die Angelegenheit
intereſſieren, dieſe Sachlage neuerdings zu Verhandlungen
darüber geführt, ob nicht Maßnahmen getroffen werden
können, in denen zwar eine überſtürzte und für alle Teile
ſchädigende Abwickelung des Konkurſes vermieden,
trotz=
dem aber den Kaſſegläubigern in abſehbarer
Zeit eine Zahlung geleiſtet werden kann.
Man erſtrebt eine Organiſation, bei der es möglich iſt,
den Mitgliedern der Kaſſe trotz der unvermeidlichen
ſchwe=
ren Verluſte doch wenigſtens ihre wirtſchaftliche Zukunft
zu erhalten. Es wird ferner daran gedacht, die
Forde=
rungen der Sparkaſſegläubiger aufzukaufen. Dies würde
für die Kaſſegläubiger namentlich deshalb von Nutzen
ſein, weil ſie alsdann ſehr viel früher befriedigt würden,
als ihre Quoten im Konkursverfahren ausgezahlt
wer=
den können. Daß die Kaſſegläubiger im Konkurs
bekannt=
lich überhaupt keine Zinſen erhalten, wäre dabei noch
be=
ſonders zu beachten. Selbſtverſtändlich können die
Spar=
kaſſeforderungen nur dann erworben werden, wenn die
Gläubiger auf einen entſprechenden Nachlaß eingehen.
Wie hoch dieſer Nachlaß gegriffen werden muß, hängt von
eingehender Prüfung und Ermittelung der vorhandenen
Werte ab. Solange dies nicht einwandfrei feſtgeſtellt iſt,
empfiehlt es ſich unter keinen Umſtänden, daß die
Kaſſe=
gläubiger ihre Anſprüche gegen die Konkursmaſſe etwa
„verhandeln‟. Dahingehende Angebote einzelner
Geld=
geber ſollten deshalb unbedingt abgelehnt werden, und
zwar umſomehr, als ſolche Geſchäfte, die unter dem Druck
der Not und vor vollſtändiger Klärung der wirklichen
Sachlage geſchloſſen werden, möglicherweiſe für nichtig
er=
klärt werden und Beteiligte in Wucherprozeſſe verwickeln
können. Alle Beteiligten ſollten daher von übereilten
Schritten abſehen und zunächſt die weiteren Feſtſtellungen
und Maßnahmen abwarten, die von nichtintereſſierten
Perſönlichkeiten ausgehen.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Zu dem
Vor=
bereitungskurſus für die Meiſterprüfung
im Handwerk in der Zeit vom 1. Juni bis
10. Juli 1912 werden weitere Anmeldungen noch
ent=
gegengenommen. In dem Kurſus werden, worauf wir
erneut aufmerkſam machen, durchgeſprochen u. a. die
rechtlichen Beſtimmungen der Reichsgewerbeordnung,
der Arbeiterverſicherungsgeſetzgebung und der
Gewerbe=
gerichte. Außerdem wird ein gründlicher Unterricht in
Buchführung, Wechſellehre, Scheckverkehr und Kalkulation
erteilt. Die Unterrichtsgebühr, welche im voraus zu
entrichten iſt, beträgt 10 Mk. Die Anmeldungen
haben baldigſt und bis längſtens 29. Mai bei der
Handwerkskammer zu Darmſtadt, Georgenſtraße 9, zu
erfolgen.
* Zeltmiſſion. Man ſchreibt uns: Die Rheiniſche
Zeltmiſſions=Geſellſchaft, die im letzten Jahre ihr Zelt
in hieſiger Stadt hatte, in dem Herr Prediger Dölken
durch ſeine echt evangeliſchen, dabei aber volkstümlichen,
alles packenden Vorträge beſtens bekannt geworden iſt,
hat auf vielfachen Wunſch beſchloſſen, die Arbeit in
die=
ſem Jahre hier zu wiederholen. Dieſe Nachricht wird
die vielen Beſucher des Zeltes gewiß erfreuen, hat ſich
die gute Sache doch mit Herrn Dölken als
weitblicken=
den, bibelgläubigen Evangeliſten viele Freunde
erwor=
ben, manchen näher zu Gott geführt und großen Segen
geſtiftet. Die Arbeit wird hier am Sonntag, den 9.
„Liederweiſen zum Deutſchen Liederbuch für Hochſchulen”
aus dem Jahre 1823 auf Uhlands Gedicht angewendet
Zu „Freut euch des Lebens” kam die Melodie von
Nägeli; ſie erſcheint zuerſt in den „Freymauerer=Liedern”
von Böheim in Berlin 1794. Merkwürdig genug iſt die
Abſtammung der Melodie zu „Grad’ aus dem
Wirtshaus komm ich heraus”. Sie ſteht zuerſt
in den „Deutſchen Liedern nebſt ihren Melodien” in
einem Büchlein, das im Jahre 1843 in Leipzig erſchien.
Sie iſt aber nach der ſpaniſchen Tanzweiſe „La Cachucha‟
gebildet, die durch die berühmte Tänzerin Taglioni
ein=
geführt worden war!
Das Lied „Ich bin der Fürſt von Thoren”
ſtammt von einem Geſange, der urſprünglich zu Beginn
des 18. Jahrhunderts beim Plumpſackſpiel geſungen zu
werden pflegte. Bei der Stelle: „Schieß mir die Füchſe
nieder” warf der Mitſpielende den Plumpſack weiter. Die
Melodie zu „Im kühlen (tiefen) Keller ſitz
ich hier” ſtammt von L. Fiſcher, dem berühmten
Baſ=
ſiſten, für den Mozart den Osmin in der Oper „Die
Ent=
führung aus dem Serail” ſchrieb. Das Gedicht von Karl
Müchler heißt urſprünglich „Der Kritikaſter und der
Trin=
ker‟ Dort ſingt der Kritikaſter „auf einem Faſſe voll
ſchwarzer Tint”” und ihm antwortet der Trinker. Dem
Dämon Eitelkeit des Kritikers ſetzt er den Dämon Durſt
entgegen, und nach der Klage des Rezenſenten „Ich bleibe
klein, und wenn, ich auch zeitlebens rezenſiere” hebt er
freudig den Schlußgeſang an: „Ich trink’ ich trinke!”
Das Gedicht „O alte Burſchenherrlichkeit”
ſteht zuerſt am 9. Auguſt 1825 in der Berliner Zeitſchrift
Der Freimüthige. Der Name des Autors iſt dort nicht
verzeichnet. Die Form des Liedes und auch ſein Refrain:
„O Jerum, Jerum, Jerum!” paßt ſich genau dem
älte=
ren Liede „Was fang’ ich armer Teufel an, die Gelder ſind
verzehrt” an. Seit dem Jahre 1825 iſt der Wortlaut
un=
verändert geblieben, nur „O quge mutatio rerum” iſt im
Original nicht enthalten. Anfangs hat das Lied nur
wenig Beachtung gefunden. Erſt als ſich im Jahre 1842
eine Melodie, die noch jetzt gebräuchliche, dazu gefunden
hatte, hat man das Gedicht mehr gewürdigt. Es iſt heute
eines der ſchönſten und verbreitetſten Studentenlieder
geworden, aber ſein Autor blieb unbekannt. Da ereig
nete ſich im Jahre 1877 etwas ganz Merkwürdiges: Beim
Marburger Univerſitäts=Jubiläums=Kommers wurde in
überraſchender Weiſe verkündet, daß der beim Kommers
als alter Herr anweſende Sanitätsrat Eugen Höfling aus
Eſchwege der Dichter des Liedes ſei. Dr. Höfling gab
dann die Mitteilung über ſſeine Autorſchaft „förmlich zu
Protokoll” und rauſchende Ovationen wurden ihm
dar=
gebracht. Nach ſeinem Tode wurde für den „Dichter der
Burſchenherrlichkeit” an deſſen Sterbehauſe eine
Gedenk=
tafel angebracht, deren Inſchrift Scheffel verfaßte. Aber
ſeither ſind durch die ſehr ſorgfältigen Unterſuchungen
von Dr. Wilh. Ermann Zweifel an der Autorſchaft
Höf=
lings laut geworden. Höfling iſt am 5. Oktober 1808
geboren. Er müßte demnach das Lied im Alter von 16½
bis 16¾ Jahren als Unterprimaner gedichtet haben. Aber
vor ſeinem Abiturienten=Examen war ihm nach ſeiner
eigenen Angabe „alles ſtudentiſche Leben und Treiben
noch gänzlich unbekannt geblieben” Auch haben ſich ſeine
Angaben über die Art der Entſtehung und
Veröffentlich=
ung des Gedichtes als irrtümlich erwieſen, und nie
wie=
der hat er ſich dichteriſch betätigt. Um ſo auffallender iſt
es, daß der 16jährige Gymnaſiaſt ein ſo formvollendetes
Gedicht verfaßt haben ſoll, in dem ſich zudem noch die
reifſte Lebensanſchauung an die Oberfläche ringt.
Die erſte bekannte Quelle: „Studio auf ſeiner
Reiſ”” iſt das „Deutſche Liederbuch zum Gebrauch für
Studenten” aus dem Jahre 1852, das zu Nürnberg und
Erlangen erſchien. Die erſte Spur zu dem Liede „Was
kommt dort von der Höh’” findet ſich in einer
Ko=
mödie von Holberg aus dem Jahre 1722. Vollſtändig
hat Max Friedländer das Lied in einem Manuſkript der
Berliner Königlichen Bibliothek: „Burſchenlieder von
Ernſt Theodor Heinrich Melzer, Stud. jur.” geſammelt
Wittenberg 1808, gefunden. Es hat dort 33 Strophen,
und die Melodie findet ſich notiert im Jahre 1830 in
„Orpheus und Komos” Meißen 1830. Sie iſt
urſprüng=
lich eine Volksmelodie aus dem 18. Jahrhundert. Das
Gedicht „Bekränzt mit Laub den lieben vol=
len Becher” erſchien zuerſt in J. H. Voß‟ Muſen=
Almanach für das Jahr 1776 und war eines der
volks=
tümlichſten Lieder des 18. und 19. Jahrhunderts. Die
Melodie dazu iſt ſchon im Jahre 1790 in Johann Andrés
„Muſikaliſchem Blumenſtrauß” erſchienen. Lange Zeit
hindurch hat man dem Dichter und dem Komponiſten ihr
Autorrecht an dem Liede beſtritten. Mit Unrecht wurden
von Joh. Peter Hebel, und nach ihm von anderen, Text
und Muſik dem badiſchen Kirchenrat Sander
zugeſchrie=
ben. Aus den erſten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts
freilich ſteht in allen Liederſammlungen als Komponiſt
der Name von A. P. Schulz verzeichnet. Aber Schulz
hat das Rheinweinlind zwar zweimal in Muſik geſetzt,
ſeine Weiſen jedoch ſind von der überall angenommenen
Andréſchen durchaus verſchieden. Die Melodie zu „
Brü=
der reicht die Hand zum Bunde” ſtammt aus
Mozart „Kleiner Freimaurer=Kantate‟. Er komponierte
ſie drei Woche vor ſeinem Tode. Die früheſte Spur von
„Ca=Ca geſchmauſet” findet ſich in Euſtachius
Schildos „Spielteufel” Frankfurt a. d. O., 1557.
Kind=
leben bearbeitete den Text in ſeinen Studentenliedern”
1781. Die Melodie wird nach dem Kommersbuch von
Methfeſſel aus dem Jahre 1818 geſungen. Das Lied
„Herr Bruder zur Rechten” war ſchon im 17.
Jahrhundert bekannt. Die Melodie wurde im Jahre 1740
in Schleſien geſungen. Zu dem Burſchenlied „Im Krug
zum grünen Kranz” ſtammt der Text aus den „77
Gedichten aus den nachgelaſſenen Papieren eines
reiſen=
den Waldhorniſten” die im Jahre 1821 in Deſſau
er=
ſchienen ſind. Die Melodie gehörte zu einem ſehr alten
Volkslied „Die Nonne‟. In dem Kommersliederbuche
von Köpel (1847) findet ſich zum erſten Male der Text zu
„In der großen Seeſtadt Leipzig‟ Der
Ur=
ſprung der Melodie iſt aanz merkwürdig: ſie wurde im
Jahre 1826 von Blum auf das Goetheſche Gedicht „Mit
einem gemalten Bande” komponiert, und zwar iſt die
Originalform ein vierſtimmiger Walzer für
Männerſtim=
men. Nach ihr ſingt der Dorfſchuſter in Kellers „
Sinn=
gedicht” ſein Lied „Kleine Blumen, kleine Blätter”
Juni, beginnen und vorerſt 4 Wochen dauern.
Zelt=
evangeliſt iſt wieder Herr Prediger Dölken, als Organiſt
dient Volksſchullehrer Beg. Das Zelt kommt auf den
früheren Platz in der Lindenhofſtraße neben dem
Finanz=
amt zu ſtehen. Alles Nähere wird demnächſt in dieſem
Blatte veröffentlicht.
* Erſtes Donnerstags=Konzert im Saalbau.
Auf den Beginn der Konzerte im Saalbau=Garten
ſei auch an dieſer Stelle nochmals hingewieſen. Was
bezüglich der Vortragsordnung und deren Durchführung
in künſtleriſchem Sinne dargeboten wird, abermals
her=
vorzuheben, erübrigt ſich; es genügt, zu bemerken, daß
die Konzerte vom Muſikkorps des Leibgarde=Regiments
ausgeführt werden. (Siehe Anzeige.)
* Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”.
Die gut beſuchte Mai=Verſammlung eröffnete der
1. Vorſitzende, Herr Schömer, mit einem Nachruf für
das verſtorbene Vereinsmitglied Herrn Major a. D.
von Kraemer=Elſterſtein. Die Anweſenden ehrten das
Andenken durch Erheben von den Sitzen. Der Vorſitzende
gab eine größere Anzahl Einläufe bekannt. Das
Preis=
richteramt für Tauben für die im Herbſt ſtattfindende
Geflügel= und Vogelausſtellung hat
nun=
mehr Herr Frick=Biebrich übernommen. Eine längere
Ausſprache fand alsdann über „Das Waſchen weißer
Hühner” ſtatt. Die Herren K. Berntheiſel hier und
Wührer=Arheilgen machten hierüber intereſſante
Mit=
teilungen. Bei dem nächſten Punkt der Tagesordnung:
„Aus der Praxis für die Praxis” ſchilderten Herr Hein
und der 2. Vorſitzende ihre bei der Anwendung von
„Chinoſol” bei Geflügel gemachten Erfahrungen. Sie
empfahlen den Mitgliedern wärmſtens, bei
vorkommen=
den Erkrankungen ihres Geflügels ſich dieſes
vorzüg=
lichen, vollſtändig unſchädlichen Heilmittels zu bedienen.
Nach der üblichen Verloſung ſchloß der 1. Vorſitzende
um ¾12 Uhr die Verſammlung.
* Ein Weltreiſender, der heute von Darmſtadt aus
die Reiſe um die Welt antreten will, machte
geſtern auf unſerer Redaktion ſeinen Abſchiedsbeſuch. Es
iſt der 34 Jahre alte Heinrich Tretow, der die Reiſe
lediglich aus eigenem Intereſſe unternehmen und durch
Verkauf von Anſichtspoſtkarten ſeinen Labensunterhalt
beſtreiten will.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Noch in friſcher
Er=
innerung ſtehen die im vergangenen Sommer in
Hugen=
ſchütz’ Felſenkeller (einer der ſchönſten Gärten unſerer
Stadt, an der Odenwaldbrücke Dieburgerſtraße gelegen)
abgehaltenen Militärkonzerte, welche ſich eines
außer=
ordentlich guten Beſuches zu erfreuen hatten. Das hat
Herrn Reſtaurateur Tod veranlaßt, die Konzerte
auch in dieſem Sommer regelmäßig am Dienstag und
Freitag durchzuführen und ſo ſoll am Freitag, den
24. Mai, das erſte Konzert ſtattfinden, das von der
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter
Herrn Webers perſönlicher Leitung ausgeführt wird.
Die Konzerte der Weberſchen Kapelle mit ihrem
popu=
lären Charakter haben ſich einen feſten Stamm des
hieſigen Publikums erworben. (Siehe Plakate und
Anzeige.)
— Herrenloſer Lotteriegewinn. Der auf Los
Nr. 4985 der Darmſtädter
Frühjahrspferde=
markt=Lotterie entfallene Gewinn — ein Fohlen —
wird am Samstag, den 25. Mai, vormittags 10 Uhr, auf
dem Pferdemarktplatz verſteigert werden, wenn er bis
dahin nicht abgeholt worden iſt.
V. Groß=Gerau, 22. Mai. In dem benachbarten
Berkach ſchlug bei dem am Dienstag abend
nieder=
gegangenen Gewitter ein Blitz in die Stallung des
Landwirts Petrie, fuhr in die Eiſenkoppel, an der
die Kette der Stalltiere befeſtigt iſt und tötete eine
Milchkuh und ein Kalb.
Aus dem Ried, 22. Mai. Die Erbauung einer
Kreis=
ſtraße von Worfelden nach der Straße Groß=Gerau iſt
nun genehmigt. Von den 54000 Mark betragenden
Koſten zahlt der Staat 20 250 Mark, Worfelden 4125 Mk.,
der Fiskus für den Gerauer Domanialwald 2625 Mk., die
Provinz Starkenburg 13500 Mk. und der Kreis Groß=
Gerau 13500 Mk.
Rüſſelsheim, 22. Mai. Ein intereſſantes
Denkmal iſt im hieſigen Opelſchen Park zu ſehen.
Es iſt dies ein mächtiger Eiſenblock, der ſich während des
letztjährigen großen Fabrikbrandes in der ungeheueren
Gluthitze des Feuers aus Materialteilen der
verſchieden=
ſten Art bildete und in ſeiner äußeren Geſtalt einer Grotte
ähnelt. Teile von Fahrrädern, Nähmaſchinen,
Automobi=
len, Kettenrädern, Ketten und Schwungrädchen, ſowie
viele andere Eiſen= und Gußteile haben ſich mit Schlacken
zu einem höchſt originellen Gebilde vereinigt, das im
Feuer auf das Stativ einer Werkzeugmaſchine zu liegen
kam und mit dieſem zuſammenſchmolz. Das
merkwür=
dige Gebilde erregt bei allen Beſchauern die höchſte
Be=
wunderung.
tt. Dieburg, 20. Mai. Ueber alles Erwarten groß
war die Zahl der geſtern auf den Ruf Großh.
Kreisſchul=
kommiſſion Dieburg im Saale „Zum grünen Baum”
Er=
ſchienenen. „Jugendpflege im Kreiſe Dieburg”
war der Gegenſtand der Verhandlungen. Nachdem Herr
Kreisrat Dr. Wagner die anweſenden Damen und
Herren aufs herzlichſte begrüßt und dabei ſeiner Freude
über die rege Teilnahme Ausdruck gegeben, wurden die
Beratungen pünktlich 2 Uhr eröffnet. War ſchon die
impoſante Verſammlung ſelbſt ein beredtes Dokument
dafür, daß man in unſerem Kreiſe gerne Zeit und
Ar=
beitskraft zur Verfügung ſtellt, wenn es gilt, die ideale
Seite menſchlichen Daſeins zu pflegen, ſo zeigten die
ausgiebigen, von Herrn Schulrat Gunderloch
frucht=
bringend geſtalteten zweiſtündigen Debatten, welch
rei=
ches Maß von Intereſſe gerade dieſem Gebiete
öffent=
licher Fürſorge entgegengebracht wird. Nachdem das
Thema ſelbſt in erſchöpfender Weiſe eine Klärung
ſei=
tens vieler Redner gerade für unſere örtlichen
Verhält=
niſſe gefunden, wurden die von Großh.
Kreisſchulkom=
miſſion vorgeſchlagenen Beſchlüſſe einſtimmig
ge=
faßt: 1. Die heutige Verſammlung erklärt ſich einſtimmig
für den Anſchluß an den Bund „Jungdeutſchland‟
2. Die Arbeiten der „Jugendpflege” werden den in jeder
Gemeinde bereits beſtehenden Ortsfürſorgeausſchüſſen
übertragen, die zu dieſem Zwecke eine entſprechende
Er=
weiterung erfahren ſollen. Sofort erklärten viele
An=
weſende ihren perſönlichen Beitritt zu dem Bunde „
Jung=
deutſchland” ebenſo erfolgte der ſofortige Anſchluß
ſei=
tens vieler Jugend= und Turnvereine des Kreiſes
Dieburg durch die anweſenden Vorſitzenden der
betref=
fenden Vereine. Möchten ſich recht viele praktiſche
Ar=
beiter finden in unſerem Kreiſe, die ſich der Erſtarkung
und Veredelung deutſcher Jugend von ganzem Herzen
hingeben.
Offenbach 22. Mai. Der den hieſigen Lehrern zum
Beſuch der Verſammlung des Deutſchen Lehrervereins in
Berlin von den Lokalbehörden verweigerte
Ur=
laub wurde ihnen nunmehr vom Miniſterium
genehmigt. Den Lehrern wurde ſogar anſtatt der
nachgeſuchten zwei Tage von dem Miniſterium drei
Tage Urlaub gewährt.
Offenbach, 22. Mai. Im Anſchluß an den
vollſtändi=
gen Umbau der Offenbacher Kanalanlagen
wird auch eine eigene Kläranlage gebaut werden, für die
Dr.=Ing. Heyd die Vorarbeiteu angefertigt hat. Um
nun ähnliche Kläranlagen, wie ſie für Offenbach in
Be=
tracht kommen, kennen zu lernen, hat eine ſtädtiſche
Kom=
miſſion eine Studienreiſe nach Eſſen, Bochum,
Dortmund und Barmen gemacht, auf der die Kläranlagen
der einzelnen Städte einer genauen Beſichtigung
unter=
zogen werden. An der Reiſe beteiligen ſich von der
Ver=
waltung die Beigeordneten Weil und Eißnert und
Bau=
inſpektor Sprengel, ſowie Dr.=Ing. Heyd; von den
Stadt=
verordneten Reuter, Steinert, Brunn, Dr. Rothſchild und
Weipert.
M Nackenheim, 21. Mai. Ein ſchwerer
Auto=
mobilunfall ereignete ſich heute auf der Landſtraße
zwiſchen hier und Bodenheim. In der Nähe der
Albrechtſchen Ziegelei wollte das Auto des
Weinhänd=
lers Engmann zu Oppenheim an einer
Schienen=
kreuzung einem Fuhrwerk ausweichen, wobei es ins
Schleudern geriet und ſich überſchlug. Dem
18jährigen Wilhelm Engmann, der am Steuer ſaß,
wurde hierbei die Bruſt eingedrückt, ſodaß er
ſo=
fort tot war. Der neben ihm ſitzende Chauffeur
wurde herausgeſchleudert und ſchwer verletzt ins
Mainzer Krankenhaus gebracht, während zwei Damen im
Hinterſitz mit einigen Beulen davonkamen.
Dittelsheim, 21. Mai. Bei dem heute nachmittag
über unſere Gemarkung gezogenen ſchweren Gewitter
wurden von einer Anzahl Arbeitern, die ſich in ein Win
gertshäuschen flüchteten, die Ehefrau Johann Gei
vom Blitzerſchlagen, während ein weiterer Arbei
ter gelähmt wurde. Die übrigen kamen mit der
Schrecken davon.
Gießen, 22. Mai. Das Preisgericht in dem Wett
bewerb für ein Plakat zur Jahrhundert
feier der Befreiungskriege in Bresla
hat das mit dem zweiten Preiſe ausgezeichnete Plake
von Wilhelm Woelke in Gießen zur Ausführun
beſtimmt. Das Plakat wirkt beſonders durch die Zurüc
haltung in der Farbe und große ſilhouettenhafte Fli
chen. Als Symbol der Zeitbeſtimmung iſt der Abſchie
der Freiheitskämpfer von den Lieben daheim im Morger
grauen dargeſtellt.
Okarben, 20. Mai. Während der Abfertigung de
11,17 Uhr abends nach Frankfurt fahrenden Perſoner
zuges wurde von einem bisher nicht ermittelten Diel
die Stationskaſſe ausgeplündert und ihre
Inhaltes in Höhe von 35—40 Mark beraubt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauphſtadt, 21. Mai. Zu de
großen Unterſchlagung bei der America=
Expreß Co, wird noch berichtet: Die fortgeſetzten Er
mittlungen zeigen immer deutlicher, daß Haſe ſeine
Streich von langer Hand geplant hatte. Zum Schein lie
er in ſeinem Zimmer alles unverändert. Seine Koffe
ſtanden noch dort, wo er ſie immer hinſtellte. Auch ſein
Kleidungsſtücke ſchienen noch alle vorhanden zu ſein. Al
man aber genauer zuſah, zeigte es ſich, daß ein Anzu
fehlte. Die Koffer, die früher Briefſchaften des Flück
tigen bargen, waren leer. Haſe hat offenbar alles
beſei=
tigt, was irgendwie über ſeine Beziehungen Auskunf
geben konnte. Feſtgeſtellt iſt, daß er den „Lebemann”
z=
ſpielen liebte. Er beſuchte beſonders in der Friedrich
ſtadt Wirtſchaften mit weiblicher Bedienung und fie
dort wiederholt durch ſeine großen Ausgaben auf.
Heute abend 7½ Uhr brach im Hotel Kaiſerho=
Feuer aus, das den ganzen Dachſtuhl vernichtete. Di
Feuerwehr war mit drei Löſchzügen an der Brandſtell
erſchienen und ihren Bemühungen gelang es gegen zehr
Uhr, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken. Perſoner
ſind nicht verletzt worden. Da dies in dem Hotel ſei
kurzer Zeit der zweite Brand iſt, wird Brandſtiftung ver
mutet. — Den erſten Hitzſchlag erlitt ein Schutz
nann, Melchmann, der vor dem Kolonialmuſeum
plötzlich=
zufammenbrach. — Mit Hilfe des Erkennungsdienſtes der
Berliner Kriminalpolizei iſt es gelungen, die Perſönlich
eiten der beiden getöteten Verbrecher von Nauen
feſtzuſtellen. Sie wurden agnosziert als der 1876
geborene Arbeiter Fritz Pieper, ein mehrfach mit Zucht
haus vorbeſtrafter Einbrecher, der in Berlin in der
Ma=
ienburgerſtraße eine Stube bewohnte, und der 1876
ge=
borene Max Koch, der ebenfalls wiederholt mit dem
Strafrecht in Konflikt geraten war und zuletzt wegen
nehrerer Telegraphendraht=Diebſtähle eine längere
Zucht=
hausſtrafe zu verbüßen hatte.
Homburg v. d. Höhe, 21. Mai. Der Kaiſer
be=
uchte heute vormittag die Saalburg und
empfing=
an der Jupiterſäule deren Stifter, Rechtsanwalt
Oppen=
heimer=London, und deren Erbauer, Bildhauer Schmahl=
Koſtheim, und nahm von Prof. Neeb=Mainz Erklärungen
ber die Säule und ihre Einzelheiten entgegen. Heute
bend beſuchten das Kaiſerpaar, Prinz Oskar
undi=
zeſſion Viktoria Luiſe ein geiſtliches Konzert in deEt
löſerkirche, das die Kurverwaltung veranſtaltet halle,
ei dem die Konzertſängerin Lilly Hoffmann=Wiesbaen
Organiſt Schildhauer, der Homburger Cäcilienverein und
das Kurorcheſter mitwirkten.
Freiburg i. Br., 22. Mai. In der geſtrigen
Pro=
zeßyarhandllung geglen den Hokkomſivfühn
rer Platten wurden die von Rechtsanwalt Frühauf
verlangten Erläuterungen über die Dienſteinteilung des
adiſchen Eiſenbahnperſonals bekanntgegeben. Die
Ge=
neraldirektion der badiſchen Staatseiſenbahnen iſt der
Anſicht, daß die Dienſteinteilung ſeit 1906 erheblich
ver=
eſſert worden ſei, und daß mit den Verbeſſerungen noch
fortgefahren werde, ſo daß die Einführung der
ſchwei=
eriſchen Beſtimmungen für das badiſche Perſonal keinen
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Dienstag
verabſchie=
dete ſich in der Titelpartie der Oper „Carmen” Frl.
Howard, die drei Jahre lang unſerer Hofbühne
an=
gehört hat, vom hieſigen Publikum. Die Oper, die wohl
die meiſtaufgeführte unſeres Spielplans iſt, war wohl
deshalb gewählt worden, weil Carmen neben Dalila Frl.
Howards beſte Partie iſt. Wir würden der
letztge=
nannten Oper, die ſeltener auf dem Spielplan
erſchie=
nen iſt, nun allerdings den Vorzug gegeben haben.
Frl. Howard hat ſich bei dem hieſigen Publikum großer
Beliebtheit erfreut; ſie wußte allen ihren Rollen ſtets ein
intereſſantes, perſönliches Gepräge zu verleihen und
be=
währte ſich auch in kleinen und kleinſten Rollen als
wahre Künſtlerin von vornehmem Geſchmack und
ausge=
prägtem künſtleriſchen Stilgefühl, das bei ihr zu einer
beſonderen Kunſt ausgebildet war. Dieſer ſowohl, als
auch ihrer hervorragenden, durch erſte Meiſter gebildeten
Geſangstechnik verdankte ſie das lebhafte Intereſſe, das
man ihrem jedesmaligen Auftreten entgegenbrachte, und
ihre künſtleriſchen Erfolge. Bei ihrem Scheiden wurde
die beliebte Künſtlerin durch reiche Blumenſpenden und
zahlreiche Hervorrufe geehrt.
* Eine Erinnerung zu Neſtroys 50. Todestage. Am
23. Mai 1862 iſt Johann Neſtroy, nicht ganz 60 Jahre alt
in Graz einem Schlaganfalle erlegen. Sein
Leichenbegäng=
nis fand in Wien ſtatt. Während des Leichenzugs ertönte
auch ein von Kapellmeiſter Stenzl komponierter
Trauer=
marſch, in welchem die beliebteſten Weiſen aus Neſtroys
Poſſen verwebt waren. Die Idee, aus Poſſenmelodien
einen Trauermarſch herzuſtellen, war ja wohl etwas
ab=
ſurd, aber unter den vorliegenden Umſtänden hatte ſie doch
auf die Wiener, die zu Tauſenden zum Leichenbegängnis
ihres Lieblings erſchienen waren, eine ſeltſam rührende
Wirkung ausgeübt, was in den Berichten über die
Lei=
chenfeier zum Ausdruck gekommen iſt.
* Prinz Georg Wilhelm von Cumberland, der am
Montag verunglückt iſt, war in ſeiner Jugend von
kräf=
tiger Konſtitution, doch zog er ſich, der ſich in ſeinen
Muße=
ſtunden zum Zimmermann ausgebildet hatte, beim
Bau einer Blockhütte in der Umgegend des väterlichen
Beſitztums eine ſchwere Verletzung der Knieſcheibe zu, die
ihn jahrelang am Gehen behinderte und ſeinen ganzen
Geſundheitszuſtand ungünſtig beeinflußte. Da ſpäter noch
eine Nierenerkrankung hinzukam, ſo beſtand längere Zeit
die Befürchtung, daß der Prinz völligen Siechtum
ver=
fallen werde. Häufiger Kuraufenthalt in Aegypten behob
dieſe Gefahr, doch konnte der Prinz, welcher dem öſter=
reichiſchen Infanterie=Regiment Nr. 42, deſſen Inhaber
ſein Vater iſt, als Hauptmann angehörte, keinen
Front=
dienſt mehr verrichten.
* Roeskilde, die Ruheſtätte der Dänenkönige. Die
ſterblichen Reſte König Friedrichs VIII. von
Dänemark ſollen im Dome von Roeskilde ihre letzte
Ruhe=
ſtätte finden. Roeskilde („Rothſchild”) 31 Kilometer
weſt=
lich von Kopenhagen gelegen, iſt eine der älteſten und
hiſtoriſch wichtigſten Städte Dänemarks. Schon unter
König Harald Blauzahn (geſt. 986) wird der Ort erwähnt.
Damals drang das Chriſtentum ſiegreich im Norden vor.
Die alte heidniſche Kunſtſtätte Ledra mit ihrem mächtigen
Götterhaine verlor ihre Bedeutung, dafür baute ſich der
König in Roeskilde ſeine Burg und errichtete hier auch die
erſte Kirche zu Ehren der heiligen Dreieinigkeit,
frei=
lich nur aus Holz. Bald wurde Roeskilde zur erſten Stadt
Dänemarks. Der Biſchof Suegno, der im 11.
Jahrhun=
dert lebte, begann die alte Holzkirche in Stein
umzu=
bauen; der fromme König Knud der Heilige (1080—1086)
hat das Werk vollendet. Der Dom von Roeskilde iſt eines
der vornehmſten Erzeugniſſe des romaniſchen Stiles im
Norden; höchſtwahrſcheinlich iſt er von einem deutſchen
Meiſter errichtet worden, wie denn überhaupt die
Deut=
ſchen in jenen Jahrhunderten die wichtigſten
Kultur=
bringer geweſen ſind. Der Dom, wie er heute ſteht, iſt
nicht der urſprüngliche Bau, er zeigt nämlich ſo große
Uebereinſtimmungen mit dem Dome zu
Braun=
ſchweig und vor allem mit dem zu Ratzeburg, daß
er unbedingt dieſen deutſchen Kirchen nachgebildet, alſo
jünger als ſie ſein muß. Auf Grund dieſer Ueberlegung
wäre der Bau des Doms in ſeiner jetzigen Geſtalt in die
erſten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts zu ſetzen. Das
jüngſte Stück des Doms ſind die Gewölbe, die vielleicht
bei einem Verſchönerungsbau um das Jahr 1300,
mög=
licherweiſe auch erſt nach dem Brande vom Jahre 1443,
erneuert worden ſind. Neben dem Dome gab es in
Roes=
kilde noch 20 Kirchen und Klöſter. Im ganzen Mittelalter
reſidierten hier die Könige von Dänemark, und das
Bis=
tum war zum Erzbistum, zum Sitze des oberſten
Kirchen=
fürſten des Landes, umgewandelt worden. Mit dem
Be=
ginn der Neuzeit begann die Herrlichkeit von Roeskilde
dahinzuſchwinden; die Reformation nahm ihm ſeinen
Erzbiſchof, und die Könige zogen fort in das nahegelegene
Kopenhagen. Neben den veränderten Verhältniſſen haben
uch elementare Kataſtrophen zum Niedergange der Stadt
beigetragen. Heute iſt es ein kleines Städtchen von etwa
8000 Einwohnern, ſauber und beſcheiden wie all die
hüb=
chen Landorte Dänemarks und nur der mächtige alte
Dom ragt hinein in die nüchterne Enge von heute. Hier
haben die erſten Männer Dänemarks ihre Ruheſtätte
ge=
funden, und 30 Könige liegen hier begraben. Nun
wird auch der Sarg Friedrichs VIII. denen ſeiner Ahnen
beigeſellt werden.
C. K. Ein anſpruchsvoller Tenor. Von der
Gaſtſpiel=
fahrt des berühmten italieniſchen Tenors Caffarelli,
der im Jahre 1753 von Ludwig XV nach Paris geladen
wurde, berichtet der Marzocco auf Grund neu
aufgefunde=
ner zeitgenöſſiſcher Dokumente, intereſſante Einzelheiten.
Der berühmte Sänger war nach Paris gerufen worden,
um die Kronprinzeſſin zu unterhalten, die Mutterfreuden
erwartete. Der König hatte ſich bereit erklärt, alle Koſten
von Caffarellis Pariſer Aufenthalt zu tragen, und der
Tenors nutzte das auch weidlich aus: er war alles andere
eher, als ſparſam, gab ſehr anſehnliche Summen aus und
ließ die Rechnungen einfach dem Hofe einreichen, der dann
auch prompt bezahlte. Der König überſchüttete den
Sän=
ger mit Gunſtbezeugungen, ſchenkte ihm koſtbare goldene
Tabakdoſen, gab ihm täglich 75 Francs, ſtellte ihm eine
Equipage mit zwei Pferden zur Verfügung, eine Tafel
von ſieben oder acht Gedecken und außer dem freien Logis
noch zwei Diener zur perſönlichen Bedienung. Caffarelli
ſang am Hofe, bei allen Zeremonien und auch bei
Privat=
leuten. Die zeitgenöſſiſchen Berichte rühmen die
pracht=
volle Stimme und die wundervolle Kunſt des Vortrages,
aber wie königlich Ludwig XV. auch die Dienſte des
Sängers lohnte: Caffarelli war nie zuſrieden, weder mit
dem Geld, noch mit den Geſchenken, noch mit den
Ver=
günſtigungen. Als ihm eines Tages der König eine
gol=
dene Tabakdoſe ſchickt, fährt Caffarelli den Ueberbringer
verächtlich an: „Was, dieſes Zeug ſchickt mir der König
von Frankreich? Sehen Sie her, hier habe ich dreißig
ſolcher Dinger, und das kleinſte von ihnen iſt mehr wert,
als das des Königs. Wenn wenigſtens das Bild des
Königs noch auf der Doſe wäre!” „Mein Herr,” erwidert
betreten der Höfling, „der König von Frankreich ſchenkt
nur den Botſchaftern ſein Bild.‟ Empört fährt der Tenor
auf: „Nur den Botſchaftern? Schön, dann ſoll er auch
die Botſchafter ſingen laſſen!‟ Die Epiſode wurde dem
König erzählt, der herzlich darüber lachte und vergnügt
der Kronprinzeſſin die Geſchichte erzählte. Sie aber ließ
ſich den ehrgeizigen und unzufriedenen Virtuoſen des
Geſanges kommen, empfing ihn ſehr liebenswürdig und
ohne jeden Vorwurf, ſchenkte ihm einen prächtigen
Dia=
manten und gab ihm dazu einen Paß. „Er iſt vom
Kö=
nig ſelbſt unterzeichnet” ſagte ſie, „das iſt für Sie eine
große Ehre, aber Sie müſſen ſie ſich bald zu Nutze machen,
denn der Paß gilt nur zehn Tage.”
Vorteil bedeuten würde. Rechtsanwalt Frühauf kann
der Anſicht der Generaldirektion nicht zuſtimmen; wohl
nögen für die eine oder die andere Kategorie der
Be=
rmten Erleichterungen geſchaffen worden ſein, nicht aber
ür das Stations= und Fahrdienſtperſonal. Frau
Plat=
en, die als Zeugin vernommen wird, ſagte aus, ihr
Mann habe 1895 einen Ohnmachtsanfall gehabt und ſei
rach dieſer Zeit wiederholt am Tiſch eingeſchlafen.
Plat=
en ſelbſt erklärte hierzu, daß der Aufenthaltsraum für
ie Lokomotivführer in Baſel zum Schlafen ungeeignet
zeweſen ſei.
Hamburg, 21. Mai. Der Kommandant des der
Ham=
durg-Amerika=Linie gehörenden Dampfers „Kaiſerin
luguſte Viktoria” berichtete beim Anlegen ſeines
Schif=
es in Cherbourg, er habe bei der Ueberfahrt von
Ham=
urg nach Southampton an einem von Pariſer Blättern
ticht näher bezeichneten Orte eine deutſche Barke
getroffen, in der ſich eine deutſche
Schauſpieler=
ruppe befand. Die Leute hatten eine kleine
Ver=
mügungsfahrt machen wollen und gerade nur ſo viel
Nundvorrat mitgenommen, wie für eine Mahlzeit reichte.
Sie ſeien dann abgetrieben worden und hätten fünf
olle Tage auf der See zugebracht. Halb
ver=
ſungert ſeien ſie an Bord genommen worden. Wie die
damburg-Amerika=Linie weiter mitteilt, handelt es ſich
im die drei Hamburger Schauſpieler Johannes
Grün=
vald, Otto Nindorff und Otto Jekſch, die in dem
klei=
ien Segelkutter „Ulk” eine Fahrt von Geeſtemünde nach
Emden unternommen hatten. Der Kutter wurde leck,
und die Schauſpieler machten den Dampfer „Kaiſerin
Auguſte Viktoria” durch Flintenſchüſſe auf ihre Notlage
aufmerkſam. Nach den übereinſtimmenden Ausſagen der
Aerzte ſoll ihr Zuſtand ſo gefährlich ſein, daß
man kaum glaubt, ſie am Leben erhalten zu können. Die
Schauſpieler wurden in einer Cherbourger Klinik
unter=
gebracht.
Frankfurt a. d. O., 21. Mai. Der Forſtreferendar
Knobloch, der den Spediteur Hedrich nach einem
Wortwechſel niederſchoß und zur Beobachtung ſeines
Zeiſteszuſtandes in die Landesirrenanſtalt Landsberg
überführt wurde, iſt aus letzterer in das
Unterſuch=
ungsgefängnis zurückgebracht worden. Die
Be=
obachtungen ſeines Geiſteszuſtandes haben ergeben, daß
er für die Bluttat verantwortlich zu machen iſt.
Breslau, 21. Mai. Die Schleſiſche Volkszeitung
mel=
det: Heute mittag wurde Fürſtbiſchof Kopp operiert.
Der Patient hat die Operation gut überſtanden.
Paris, 21. Mai. Im Tunnel von Lioran zerriß
geſtern ein Perſonenzug, der von Aurillac nach
Murat fuhr, in zwei Teile und fuhr mit raſender
Ge=
ſchwindigkeit bergab auf die Station Saint Jacques zu.
Reiſende krochen in die Bremſerbuden und brachten den
Zug im letzten Augenblick zum Halten.
Paris, 22. Mai. Wie der Matin erzählt, fand eine
Frau Pascal, die kürzlich wegen Ermordung ihres
Gatten und deſſen Tante vor den Pariſer Geſchworenen
geſtanden hatte, jedoch freigeſprochen worden war,
auf der Straße ein von einem hochgeſtellten Diplomaten
an einen franzöſiſchen Miniſter gerichtetes Schreiben.
Auf den Rat ihres Advokaten übergab die Frau den
Brief, der ſich auf die jüngſten internationalen
Ereigniſſe bezieht, dem Abſender, da der Adreſſat
nicht genau bezeichnet war. Das Blatt bemerkt hierzu:
Wenn das Schreiben, welches ein Dokument von hoher
Michtigkeit war, in die Hände eines Gegners
Frank=
teichs gefallen wäre, ſo hätte dies die Urſache ernſter
Schwierigkeiten werden können.
Paris, 21. Mai. Der Prinz von Wales iſt
heute vormittag in Toulon eingetroffen und hat
ſich, vom Oberbefehlshaber der Kriegsflotte, Admiral
Bue de la Peyrére, begrüßt, alsbald an Bord des
Pan=
zerſchiffes „Danton” begeben, um den bis Samstag
dauernden Flottenmanövern beizuwohnen.
Chicago, 21. Mai. Hier hat geſtern der „
Apfel=
könig” von Amerika Selbſtmord begangen. Der
Mann war, wie über New=York gemeldet wird,
Hein=
rich Spruch aus Armenthal, der angeblich einer
beſ=
ſiſchen Familie entſtammt. Spruch hatte in Oregon und
Kalifornien rieſige Obſtgärten angelegt und beherrſchte
jahrelang den Apfelmarkt in den Vereinigten Staaten.
In der letzten Zeit aber hatte er ſich dem Trunke
er=
geben und bedeutende finanzielle Verluſte erlitten.
Immerhin hatte er noch ein geſichertes
Jahreseinkom=
men von über 50000 Mark. Er war mit einer hübſchen
jungen Witwe, Frau Frances Roſenblatt, einer
Toch=
ter des reichen Großſchlächters Nelſon Morris, verlobt,
die ihm öfter, aber vergeblich, Vorwürfe wegen ſeiner
Trunkſucht gemacht hatte. Geſtern erklärte ſie ihm, ſie
würde die Verlobung löſen, wenn er nicht nüchtern
blei=
ben könne. Spruch war untröſtlich und nahm ſich das
Leben. In einem Teſtament, das auf dem
Nachttiſch=
chen lag, vermacht der Verſtorbene ſeine Obſtgärten einem
„Baron Saubach von Armenthal in Heſſen=Darmſtadt”.
Dem Erben iſt nur auferlegt worden, für einen Knaben
in Chicago zu ſorgen, „der mir in den letzten Tagen
einen großen Dienſt geleiſtet hat”. Spruch war in der
letzten Zeit verſchiedene Male wegen Trunkenheit
ver=
haftet worden. (Adelsfamilien Saubach oder Spruch
gibt es in Heſſen ebenſo wenig wie die Ortſchaft
Armen=
thal.)
Montevideo, 21. Mai. Der Entdecker des Südpols
Amundſen, iſt hier eingetroffen. Er wurde bei
ſei=
ner Landung im Namen des Präſidenten von einem
Mitglied der Regierung begrüßt und von zahlreichen
Beamten und der Volksmenge gefeiert.
Santiago de Chile, 22. Mai. Bei den
Ueber=
ſchwemmungen in den Bergwerken von Gatice und
der Umgegend von Autofagaſta ſind vierzig Perſonen
umgekommen und verletzt worden.
Kunſtwtizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Außerordentliches Konzert der
Hof=
muſik. Beethovens „Neunte” vereinigt am Freitag,
den 24. d. M., im Saalbau wieder einmal, wie bei
frühe=
ren Gelegenheiten, die durch auswärtige Künſtler
ver=
ſtärkte Hofkapelle mit dem Muſikverein und dem
Lehrer=
ſängerchor. Zu dieſer bei größeren Aufgaben ſchon oft
unter Herrn Hofrat de Haans ſicherer Führung
ver=
einigten kunſterprobten Schar geſellt ſich eine Reihe von
Soliſten, die ihrerſeits zur glücklichen Löſung der großen
Aufgabe ſehr weſentlich beizutragen haben. Die vier in
Darmſtadt wohnenden, ſchon oft in Konzertaufführungen
erfolgreich gewirkt habenden Geſangskünſtler: Frau
Schmidt=Illing, Frl. Elſe Diefenthäler, die
Herren Franz Müller und Alfred Stephani, haben
ſich vor Monaten zu einem „Darmſtädter Vokalquartett”
zuſammengefunden und in emſiger gemeinſamer Arbeit
ſich zu einer achtunggebietenden Kunſteinheit entwickelt;
ein Umſtand, der bei den außerordentlich hohen
Anſprü=
chen, die die Neunte Sinfonie an das
Solo=
quartett ſtellt, dem Kurßwerk ſehr zu ſtatten kommt.
Einen großen Erfolg hatte vor kurzem das Quartett bei
der Aufführung von Mozarts Requiem in Offenbach. Die
Eröffnung des Konzerts geſchieht durch das
Brahms=
ſche Violinkonzert, deſſen Solopart von dem hier
unvergeſſenen Hofkonzertmeiſter G. Havemann
inter=
pretiert wird. Havemanns Künſtlerlaufbahn hat eine
raſche Aufwärtsbewegung gemacht, da er von hier aus
über die erſte Konzertmeiſter=Stellung des Hamburger
Orcheſters der Muſikfreunde hinaus auf den Poſten des
erſten Lehrers am Leipziger Konfervatorium in kurzer
Zeit gelangt iſt. In ſolcher Wertung liegt der beſte
Be=
weis der ſtarken Entwickelungsfähigkeit und der bereits
erreichten Höhe des Künſtlers.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 22. Mai. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 10,20 Uhr vormittags. Auf der
Tagesordnung ſteht zunächſt der Beſchluß zur
Vertagung dies Reichstags
bis zum 26. November.
Abg. Haaſe (Soz.): Es iſt an der Arbeitskraft
Raubbau getrieben worden, nicht nur an der der
ſteno=
graphiſchen und anderen Beamten des Haufes, ſowie
der Journaliſten, ſondern auch an der unſerigen, dabei
iſt die Arbeit noch lange nicht bewältigt. Eine Vertagung
bis 26. November iſt unzweckmäßig. — Das Wort wird
nicht wieiter verlangt. Der Antrag wird
ange=
nom men.
Es folgt die dritte Beratung des
Zuſatz=
vertrages zum Auslieferungsvertrag
mit Luxemburg. Der Vertrag wird ohne Debatte
angenommen. Ohne Debatte paſſiert auch die dritte
Le=
ſung der Verträge mit Bulgarien. Es folgt
die dritte Leſung des Militärluftfahr=
Fürſorgegeſetzes. Abg. Dr. Südekum (Soz.):
Ich bitte Sie, den Titel des Geſetzes zu faſſen „
Fürſorge=
geſetz für militäriſche Luftfahrer” Ohne weitere
De=
batte wird unter faſt einſtimmer Annahme dieſes
Antra=
ges das Geſetz angenommen. Es folgt die dritte
Le=
ſung der Koſtendeckung für die Stärkung
von Heer und Flotte (Beſitz= und
Erbſchafts=
ſteuer). Das Geſetz wird ebenfalls ohne Debatte
ange=
nommen.
Alsdann beginnt die
dritte Leſung des Etats.
Abg. Ledebour (Soz.) (unter großer Unruhe des
Hauſes): Wir haben ſoeben eine Anzahl der wichtigſten
Vorlagen hier angenommen unter einer Unruhe des
Hauſes, die zeigt, daß die Herren gar kein Intereſſe
ha=
ben. (Lärm rechts. Präſident Dr. Kaempf: Es iſt
unzuläſſig, dem Hauſe Mangel an Intereſſe vorzuwerfen.
Heiterkeit.) Ledebour fährt fort: Die Vorlagen
werden hier durchgepeitſcht, weil die Reichsregierung es
für angemeſſen gehalten hat, die Reichstagsauflöſung
in den Januar zu verlegen. Deshalb haben ſich die
Ver=
handlungen auf einen kürzeren Zeitraum
zuſammenge=
drängt, als es wünſchenswert und nötig geweſen wäre.
(Unruhe.) Dieſer Zeitpunkt iſt aus aller engherzigſter
Parteirückſicht gewählt worden. Schuld an allem iſt das
unglückliche Diätengeſetz mit der Eintauſendmarkprämie
am Schluſſe der Seſſion. Deshalb halten wir es für
durchaus nötig, daß, ſo bald wie möglich der Reichstag
an eine Reviſion des Diätengeſetzes herantritt, und
zwar ſo, daß künftighin Diäten nur für die wirklichen
Sitzungstage gegeben werden. Es ſteht feſt, daß das
Kaiſerwort in Straßburg dem Sinne nach dahin ging,
daß er, wenn ſolche Vorkommniſſe ſich wiederholen, die
Verfaſſung in Scherben ſchlagen werde. Man hätte
ent=
weder den Thron in Scherben geſchlagen, oder einen
ſol=
chen König in Balmoral oder in einem Schloß wie am
Starnberger See untergebracht. (Unruhe rechts. Rufe:
Unerhört. Glocke des Präſ.: Präſ. Dr. Kaempf: Ein
ſolcher Vergleich iſt meiner Anſicht nach vollſtändig
unzu=
läſſig. Wegen des letzten Ausdrucks rufe ich Sie zur
Ordnung.) Ich kann mit dieſem Punkt auch ſchließen.
Ich habe zum Ausdruck gebracht, was geſchehen müßte,
wenn das deutſche Volk genügend auf ſein
Selbſtbewußt=
ſein bedacht wäre. (Unruhe rechts. Präſ. Dr. Kaempf
ruft den Redner wiederum zur Ordnung. Großer Lärm
bei den Soz.) Wir ſind auf alles gefaßt und
gewapp=
net und werden dafür ſorgen, daß der Kampf aufrüttelnd
wirkt für die Maſſen des Volkes, damit ſie die
Verhält=
niſſe klar kennen, die ſie bedrücken, und wir werden auch
dafür ſorgen, daß das Deutſche Reich eine dem deutſchen
Volke wirklich angemeſſene Staatsform bekommt.
Abg. Schultz=Bromberg (Rp.): Herr Ledebour hat
gezeigt, wohin die Fahrt geht. Fangen Sie damit an,
dann hört die Zahl Ihrer Mitläufer auß. An der
Krone hängen ſie mehr als an Ihren Phantaſien. (Bravo
rechts.) — Abg. Ledebour (Soz.): Ich habe
abſo=
lut nicht verſchleiert, daß ich mich über den Kaiſer
ge=
äußert habe. Zu meinem engliſchen Beiſpiel bin ich
durch den Herrn van Calker hingewieſen worden. Ich
habe dem deutſchen Volke ſo viel Selbſtgefühl gewünſcht,
als die Engländer es haben. Kann man deutlicher ſein?
Reichskanzler Dr. v. Bathmann Hollweg:
Der Abgeordnete Ledebour hat in ſeiner Rede geſagt, ich
hätte am vorigen Freitag, als wir über Elſaß=
Lothrin=
gen ſprachen, Schwierigkeiten gehabt, die Worte des
Kai=
ſers.zu verteidigen. Ich kenne keine Schwierigkeiten, für
meinen Kaiſer einzutreten (Lebh. Beifall rechts) und ich
weiß, daß ich die überwiegende Mehrheit des deutſchen
Volkes hinter mir habe. Daß ich mich mit Ihnen nicht
verſtändigen kann, meine Herren, das gebe ich gern zu.
Sie haben heute wieder als das Ideal hingeſtellt, das
deutſche Volk unter ein ſozialiſtiſches Regime zu ſtellen.
Davon will das deutſche Volk nichts wiſſen. Das deutſche
Volk hält an ſeinem Kaiſer, hält an ſeiner
verfaſſungs=
mäßigen Inſtitution feſt und das deutſche Volk fühlt
ſich verletzt, wenn der Kaiſer in einer Weiſe hier kritiſiert
wird, wie der Abgeordnete Ledebour es getan hat. Das
deutſche Volk wird ihm, der Tag wird noch kommen, die
Antwort geben auf dieſe Angriffe gegen Kaiſer und
Reich. (Stürm. Beifall.) — Abg. Südekum (Soz.):
Es handelt ſich nicht darum, daß wir Angriffe gegen die
Verfaſſung machen, ſondern daß wir ſolche Angriffe
zu=
rückweiſen. (Sehr richtig! links) und damit etwas tun,
was das Amt des Reichskanzlers wäre; denn er iſt
ver=
pflichtet, die Verfaſſung zu wahren. Es handelt ſich bei
uns nicht um einen Kampf gegen die Perſon des
Kai=
ſers, ſondern um eine Weiterentwickelung der Verfaſſung
Daß eine ſolche von weiten Kreiſen des Volkes erſtrebt
wird. haben die letzten Wahlen gezeigt. Unſere
Frie=
densbeteuerungen im Parlament werden im Ausland
als nichtsſagend angeſehen, weil lediglich eine Perſon
darüber zu befinden hat. Wir werden nicht ruhen und
raſten, bis dieſe Gefahr beſeitiat iſt.
Reichskanzler von Bethmann
Holl=
weg: Meine Herren! Der Aha. Südelem hat mir ſuchen
als Aufgabe zugewieſen, die Verfaſſung in Schutz zu
neh=
men; das werde ich auch mit vollem Rechte tun. Ich bin
jederzeit dafür eingetreten, und wenn der Abg. Südekum
heute wieder ausgeführt hat, die Aeußerungen Sr.
Maje=
ſtät des Kaiſers in Straßburg wären Angriffe auf die
Verfaſſung, ſo verweiſe ich ihn auf das, was ich in dieſer
Beziehung neulich geſagt habe. Der Abg. Südekum hat
mir weiter eine Belehrung darüber erteilt, daß
ver=
faſſungsmäßige Zuſtände fortgebildet würden,
fortgebil=
det werden können und fortgebildet werden müßten. Ich
glaube, der Abg. Südekum wird mir genügend Kenntnis
und Verſtändnis für die Geſchichte zumuten, als daß ich
dieſem Satz nicht beipflichten ſollte. Aber meine Herren!
Sie gehen doch etwas anders vor. Die Herren
Reviſioni=
ſten lieben es ja, es ſo darzuſtellen, als ob eine
geſetz=
mäßige Fortbildung unſerer Verfaſſungszuſtände nach dem
ihnen vorſchwebenden Ziele ihre Abſicht ſei. Was hat
aber neulich der Abg. Scheidemann hier geſagt? Er iſt
zurückgekommen — ſo habe ich ihn wenigſtens
verſtan=
den — auf die Aenderung Ihrer Geſchäftsordnung,
wo=
nach jetzt an die Interpellationen Anträge geknüpft
wer=
den ſollen. Damals, als die Debatte über dieſe
Geſchäfts=
ordnung ſtattfand war der ganze Reichstag, der dieſe
Aenderung beſchloſſen hat, einſtimmig der Anſicht, es ſollte
keine Verſchiebung des konſtitutionellen Syſtems, unter
dem wir leben, damit gemeint ſein. Was hat aber der
Abg. Scheidemann geſagt? Er hat ausgerufen mit einem
ſehr deutlichen Wink auf das Zentrum, auf die
National=
liberalen und die Fortſchrittliche Volkspartei, ſie ſollten
doch nun einmal Männer werden und zur Tat ſchreiten,
ſie ſollten den Beſchlüſſen, die der Reichstag etwa faſſen
ſollte, zur Wirklichkeit verhelfen. Iſt das
verfaſſungs=
mäßige Fortbildung? Ich glaube, es iſt ein ſcharfer
Ein=
griff in unſere Verfaſſungsverhältniſſe, (Lebhafte
Zuſtim=
mung, rechts.) und was im übrigen von Ihnen auf
Par=
teitagen und Ihrer Preſſe geſagt worden iſt über die
Form, wie Sie dies Ziel erreichen wollen, dem Sie
nach=
ſtreben, ſo iſt von Verfaſſungsmäßigkeit keine Rede mehr.
Darüber ſollten ſich doch die Herren klar ſein, wenn ſie
anderen Leuten den Vorwurf machen, daß ſie nicht für
die beſtehende Verfaſſung eintreten. (Lebhafter Beifall,
rechts.) — Abg. Schultz=Bromberg (Rpt.): Der Kaiſer
hat in den 24 Jahren ſeiner Regierung bewieſen, daß er
es treu mit der Verfaſſung meint. Wenn die Ausländer
derartig über unſere Zuſtände denken, dann ſind ſie ſchlecht
beraten und ſollten eines Beſſeren belehrt werden. (Bravo!
rechts.) — Abg. Scheidemann (Soz.): Wenn jemals
eine Rede entſtellt wurde, ſo iſt das mit meiner geſchehen.
(Zuruf rechts: Dies Kind, kein Engel iſt ſo rein!)
Scheide=
mann fortfahrend: Ich habe kein Wort zurückzunehmen.
Auch der Herr Reichskanzler hat mich vollkommen
miß=
verſtanden, als er den Saal unter Proteſt verlaſſen hat.
In dieſen Dingen gibt es zwiſchen Reviſioniſten und
Ra=
dikalen bei uns nicht die geringſten
Meinungsverſchieden=
heiten. Wir haben ſtets geſagt: Wir wollen auf
fried=
lichem Wege erreichen, was wir wollen. In Deutſchland
haben wir keine anarchiſtiſchen Gewalttaten, weil wir eine
ſtarke Sozialdemokratie haben, die die Leute in friedliche
Bahnen leiten kann. Sie (zur Rechten) haben es in der
Hand, ob wir uns weiter friedlich entwickeln wollen und
Sie haben die Verantwortung dafür.
Damit ſchließt die Generaldebatte. Der Etat des
Reichstages wird bewilligt. Es folgt der
Etat des Reichskanzlers und der
Reichs=
kanzlei.
Abg. Emmel (Soz.): In Elſaß=Lothringen liefern
lediglich die alldeutſchen Hurrapatrioten den Nationaliſten
den Agitationsſtoff. Womit verdienen die Elſaß=
Lothrin=
ger die Drohung? Der Landtag hat ſeine Befugniſſe nicht
überſchritten. Eine Verwarnung durch den Reichskanzler
würde nur ein Lachen auslöſen. Sollte die Verfaſſung
nur ein Kinderſpielzeug ſein? Die Abſtriche ſind erfolgt
aus Sparſamkeitsrückſichten, Für den Grafenſtadener
Direktor geht uns jedes perſönliche Intereſſe ab.
Umſo=
mehr bekämpfen wir das Syſtem derartiger
Maßregelun=
gen. Die Berichte an die Reichsregierung über den
Gra=
fenſtadener Fall ſind einſeitig von der Perſon der neuen
Exzellenz, Unterſtaatsſekretär Mandel, verfaßt. Auf ihn
ſind auch die Preſſetreibereien gegen den Statthalter
zu=
rückzuführen. Wir haben das Vertrauen zu dem
elſaß=
lothringiſchen Volk, daß es ſich vom engen Nationalismus
zum Internationalismus der Sozialdemokratie bekehren
wird.
Preußiſcher Staatsminiſter v. Breitenbach: Der
Fall Grafenſtaden liegt völlig klar. (Sehr richtig!) Ein
langjähriger Lieferant der preußiſchen Eiſenbahnen zeigt
ein deutſchfeindliches Verhalten. Ich bin nicht der
Auf=
faſſung, daß es ſich um Kindereien handelt, ſondern um
ein Symptom des Deutſchenhaſſes. Nachdem ein
deutſch=
feindliches Verhalten zur Schau getragen worden iſt, iſt
das Vorgehen ein außerordentlich mildes zu nennen. Es
iſt nur verlangt, denjenigen, der verantwortlich iſt, zu
entfernen. Geſchieht dieſes, ſo behält das Werk die
Auf=
träge. Die Angriffe gegen die elſaß=lothringiſche
Regie=
rung zurückzuweiſen, iſt nicht meine Aufgabe. Ich bin der
dortigen Regierung dankbar für die Aufklärung der
Sach=
lage. Die Beſchlüſſe der Zweiten Kammer haben bewußt
der unbewußt den nationaliſtiſchen Beſtrebungen
Vor=
ſchub geleiſtet. Das Grafenſtadener Werk betreibt auch
franzöſiſche Korreſpondenz. Das könnte man auch
Kin=
derei nennen. Der elſaß=lothringiſchen Induſtrie hat man
keinen Dienſt erwieſen. Wir waren ſehr
entgegenkom=
nend und wollen es auch heute noch ſein. Deshalb mag
ſich die Fabrik entſcheiden. Wird unſere Forderung nicht
erfüllt, dann kann ſie keine Aufträge von uns mehr
be=
kommen. — Elſaß=lothringiſcher Geh. Regierungsrat Dr.
Sieveking: Unterſtaatsſekretär Mandel iſt durchaus
korrekt verfahren. Die elſäſſiſche Regierung weiß ſich frei
von Kleinlichkeit in der Behandlung dieſer Dinge. Herr
Emmel möge das Seinige tun gegen chauviniſtiſche
An=
wandlungen.
Der Etat des Reichskanzlers, Reichskanzlei und
Aus=
wärtiges Amt werden bewilligt.
Es folgt der
Etat des Innern.
Abg. v. Böhlendorff=Kölpin (konſ.): Der
Schutz der Seefiſcherei ſollte auch auf die Oſtſee= und
ſpe=
ziell auf die Heringsfiſcherei ausgedehnt werden — Eine
Reſolution in dieſer Richtung wird einſtimmig
ange=
nommen. Bezüglich der Verbeſſerung des
Wohnungs=
weſens vertritt Abg. Dr. Jäger (Zentr.) eine hierzu
eingebrachte Reſolution — Abg. Göhre (Soz.): Auf
ſozialpolitiſchem Gebiete liegt keine größere Aufgabe
über die nächſte Zeit vor als dieſe. — Abg. Laſer (nl.)
Es muß von Reichswegen für die Wohnungsfürſorge
eingetreten werden, damit Einheitlichkeit geſchaffen wird.
— Abg. Braband (Fortſchr. Vp.): Wir werden den
Reſolutionen, die die Kommiſſion uns vorlegte,
zuſtim=
men. — Abg. Liz. Mumm (Wirtſch. Vgg.): Die
Regie=
rung wird ſicherlich ihr Möglichſtes tun, dieſe hochwich=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 23. Mai 1912.
tige Frage zu regein und die ſebzigen unerträglichen Zu. beſeitigen. — Die von der Kommiſſion
vorge=
ſchlagenen Reſolutionen zur Regelung des
Wohnungswe=
ſens und Förderung des Baues von Kleinwohnungen
werden einſtimmig angenommen. Der Etat des Innern
wird bewilligt.
Es folgt der
Etat des Reichsheeres.
Hiermit wird verbunden die Beratung der
Oſtmar=
kenzulage.
Abg. Dr. Südekum (Soz.): Bei der erſten
Le=
ſung habe ich es für verwerflich erklärt, daß ein hoher
Offizier, der Präſes der Artillerieprüfungskommiſſion,
ſeinen Sohn bei der Firma Krupp als Angeſtellten
unter=
gebracht habe. Das trifft nicht zu. Ich bin falſch
unter=
richtet. Es handelt ſich um einen anderen Offizier. —
Abg. Gothein (Fortſchr. Vp.): Der Straßburger
Fall des abgelehnten Offiziersaſpiranten hat dazu
ge=
führt daß der Kriegsminiſter die Stieftante dieſes
jun=
gen Mannes auf das Schwerſte verdächtigt und beleidigt
hat Wir bewilligen doch dem Kriegsminiſter nicht ſein
Gehalt, damit er im Nebenamt noch
Zudenmiſſion=
treibt! (Lachen links. Unruhe rechts.) — Abg.
Schulz=Erfurt (Soz.) beſchwert ſich darüber, daß
ei=
nem jungen Manne von der Militärbehörde nur deshalb
der Berechtigungsſchein zum Einjährig=Freiwilligendienſt
verweigert worden ſei, weil er wegen Vergehens gegen
das Reichsvereinsgeſetz mit 6 Mark Geldſtrafe belegt
worden ſei. Die Militärbehörde hat ſich um die
poli=
tiſche Tätigkeit der jungen Leute ncht zu kümmern.
Kriegsminiſter v. Heeringrn: Die Auskunft,
die ich über den jungen Mann in Straßburg erhalten
habe, beruht auf amtlichem Material. Der Frau Liebe
iſt bei ihrer Anweſenheit in Berlin geſagt worden. ſie
möge ſchriftlich mitteilen, wie die Verhältniſſe in
Wirk=
lichkeit liegen, damit, wenn ihr Unrecht geſchehen ſei.
die=
ſes wieder gut gemacht werden könne. Für die Juden
und Chriſten wird kein Unterſchied gemacht. Wo in
die=
ſer Beziehung Mißſtände vorkommen, wird unerbitlich
eingegriffen. Das Taufwaſſer ſchafft hierin keine
Aen=
derung. Es kommt nur darauf an, ob der betreffende
Aſpirant vom Offizierkorvs gewählt wird oder nicht.
Für den einfährig=freiwilligen Dienſt iſt ein
Unbeſchol=
tenheitszeugnis notwendig, das aber nicht von der
Mi=
litärbehörde, ſondern von der Zivilbehörde ausgeſtellt
wird. Die Erſatzbehörde dritter Inſtanz, der der Fall
vorlaa, hat auf Grund des Urteils der Zivilbehörde, die
den Berechtigungsſchein verweigert hat, weil der junge
Mann wegen Unterſtützung ſozialdemokratiſcher
Beſtre=
bungen verurteilt worden war, keine Urſache gehabt.
die=
ſes Urteil der Zivilbehörde aufzuheben und ihrerſeits
aus eigener Machtvollkommenheit den Berechtigungsſchein
zu erteilen. — Aba. v. Maſſow (konſ.): Die kleinen
Städte mit ihren hohen Kommunallaſten müſſen mit
Garniſonen belegt werden. — Nach nochmaligen
Bemer=
kungen des Abg. Schulz=Erfurt (Soz.) ſchließt die
Debatte. — Es folgt die Beſprechung auf
Gewährung der Oſtmarkenzulage
Abg. Wendel (Soz.): Durch den ganzen Poſtetat
namentlich zieht ſich die deutſch=preußiſche
Antipolenpoli=
tik hindurch. Die Aufregung der Rechten über die
Ab=
lehnung der Oſtmarkenzulage iſt erklärlich, da es ſich um
den Verluſt eines politiſchen Kampfmittels handelt. Eine
Oſtmarkenzulage iſt berechtigt, wenn den Beamten
auf=
erlegt würde, die fremde Sprache im Intereſſe des
Dien=
ſtes zu erlernen. Unſer Antrag geht dahin, daß allen
Poſtbeamten dieſe Zulage gewährt würde. —
Staats=
ſekretär Krätke: Die Oſtmarkenzulage iſt von der
Poſtverwaltung ſtets nur bewilligt worden, um die
Reichsbeamten mit den Staatsbeamten gleichzuſtellen.
Für die Sozialdemokraten iſt es leicht, einen derartigen
Antrag zu ſtellen, da ſie doch den Etat nicht bewilligen.
(Sehr gut rechts.) Es iſt völlig überflüſſig, ſolche
Ma=
növer zu machen. Die Beamten fallen darauf doch nicht
herein. — Abg. Spahn (Zentr.) begründet einen
An=
trag ſeiner Partei auf Weiterbewilligung der
Oſtmar=
kenzulagen an die betreffenden Beamten in Poſen und
Weſtpreußen bis zum Schluß dieſes Jahres. — Abg.
Graf v. Weſtarp (konſ.): Wir beantragen
Wiederher=
ſtellung der Oſtmarkenzulage, zum mindeſten in drei
Viertel der bisherigen Höhe. Prinzipiell muß die
Oſt=
markenzulage aufrecht erhalten bleiben. — Abg. Schlee
(nl.): Wir beantragen volle Aufrechterhaltung der
bis=
herigen Oſtmarkenzulage. — Abg. Seyda (Pole): Wir
unterſtützen den ſozialdemokratiſchen Antrag. — Abg.
Schultz=Bromberg (Rp.) ſtimmt dem Antrag von
Weſtarp zu. — Staatsſekretär Krätke: Uns iſt nichts
davon bekannt, daß konfeſſionelle Unterſchiede bei der
Ge=
währung der Oſtmarkenzulage gemacht werden. — Abg.
Hubrich=Oberbarnim (Fortſchr. Vp.): Wir treten
dem Antrage der Nationalliberalen bei, dann aber auch
dem Antrag des Zentrums. — Nach weiteren
Bemerkun=
gen des Abg. Spahn (Zentr.), des Staatsſekretärs
Krätke und des Abg. Weinhauſen (Fortſchr. Vp.)
ſchließt die Debatte Der Antrag des Zentrums auf
Zah=
lung einer Entſchädigung für den Fortfall der
Oſtmar=
kenzulage bis zum 3. Dezember 1912 wird gegen die
Stimmen der Polen angenommen. — Der Reſt des Etats
wird ohne weitere Debatte erledigt.
Der Marine=Etat wird ſodann ohne Debatte
ange=
nommen, ebenſo der Juſtizetat und der Etat des
Reichs=
militärgerichts, der Etat des Reichsſchatzamtes wird
ebenfalls bewillgt, desgleichen der des
Reichskolonial=
amtes und der Schutzgebiete. Beim Etat des
Reichseiſen=
bahnamtes wünſcht Abg. Stolle (Soz.) beſſere
Eiſen=
bahnverbindungen in Sachſen. — Der Etat wird
bewil=
ligt, ebenfalls der Etat der Reichsſchuld ohne weſentliche
Debatte, ferner der Allgemeine Penſionsfonds, der
Poſt=
etat und der Etat der Reichsdruckerei, und ebenfalls
der Etat der allgemeinen Fünanzverwaltung, Das
Etatsgeſetz wird in der Geſamtabſtimmung gegen die
Stimmen der Sozialdemokraten, der Polen und einiger
Elſäſſer angenommen.
Es werden ſodann noch einige Reſolutionen
erle=
digt. Eine konſervative Reſolution auf Ausarbeitung
eines Geſetzes zum Schutze der Arbeitswilligen gegen
Bedrohung und Gewalttätigkeiten wird in namentlicher
Abſtimmung mit 63 gegen 275 Stimmen abgelehnt, drei
Abgeordnete haben ſich der Stimme enthalten. Die
übri=
gen Reſolutionen werden abgeſetzt. Die zum Etat
vor=
liegenden Reſolutionen werden nach dem Antrage der
Kommiſſion erledigt. — Der Reichskanzler, der nach der
Bewilligung ſeines Etats den Reichstag verlaſſen hatte,
erſcheint wieder. — Die Prüſung der Wahl des Abg.
Bruhn (Rfp.) wird abgeſetzt. Innerhalb der
Tages=
ordnung wird noch einem Antrag, ein ſchwebendes
Ver=
fahren gegen den Abg. Gerſtenberger (Zentr.)
ein=
zuſtellen, nicht ſtattgegeben. Hiermit iſt die
Tagesord=
nung erledigt.
Präſident Dr. Kaempf dankt ſodann den Herren
des Präſidiums für die Mitarbeit während der
verfloſſe=
nen Seſion. — Abg. Baſſermann (nk.) dankt dem
Präſidenten im Namen des Hauſes für die
Geſchäfts=
führung, welchen Dank Präſident Kaempf erwidert. —
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Wir ſtehen
jetzt vor dem Abſchluß eines an ſegensreicher Arbeit
fruchtbaren Seſſionabſchnittes. Die Einheit, zu der
ſich die Mehrheit der Volksvertretung in den für das
Vaterland hochwichtigen Fragen zuſammengefunden hat,
legt Zeugnis ab von dem Willen, für die Verſtärkung
der Machtſfellung des Vaterlandes leinzutreten.
Des=
halb können Sie leichten Herzens zurückkehven. Dem
Dank den Ihnen das geſamte Vaterland, der Kaiſer
und die Verbündeten Regierungen zollt will ich hiermit
Ausdruck gegeben haben Er verlieſt ſodann eine
kaiſerliche Verfügung, die den Reichstag vertagt.
Präſident Kagmpf: Bevor wir
auseinander=
gehen, wollen wir in den alten Ruf einſtimmen. (Die
Sozialdemokraten verlaſſen den Saal mit Ausnahme
der Abgeordneten Landsberg und Fiſcher=
Ber=
lin, die als Schriftführer fungieren, die ſtehen bleiben.)
Kaempf: Seine Majeſtät der Kaiſer, er lebe hoch
In den dreifachen Ruf ſtimmen die Abgeordneten
be=
geiſtert ein. — Schluß nach halb 8 Uhr.
Der Tod des Prinzen von Cumberland.
* Berlin, 21. Mai. Prinz Auguſt
Wil=
helm von Preußen begab ſich heute vormittag,
nachdem er die Nachricht von dem Tode des Prinzen
Ge=
org Wilhelm erfahren hatte, ſofort im Automobil von
Potsdam nach Frieſack. In den fahrplanmäßigen Zug
um 11,40 Uhr, vom Lehrter Bahnhof abgehend, wurde
ein Salonwagen eingefügt, in dem ſich mehrere
Trauer=
gäſte, darunter Herzog Paul von Mecklenburg, nach
Frie=
ſack begaben.
* Frieſack, 21. Mai. Heute nachmittag 5 Uhr
fand aus dem ſchlichten Dorfkirchlein zu Nackel die
feierliche Ueberführung der Leiche des
Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland und deſſen
Kammerdiener ſtatt. Zu den Trauerfeierlichkeiten waren
erſchienen: Prinz Eitel Friedrich, Prinz Auguſt Wilhelm
und andere hohe Herrſchaften. Vier Unteroffiziere des
24. Infanterieregiments in Neuruppin ſtanden an dem
Sarg Ehrenwache, während vor der Kirche eine
Kom=
pagnie desſelben Regiments Aufſtellung genommen hatte.
Die Feier, an der faſt ſämtliche Einwohner des
Dörf=
chens herzlichen Anteil nahmen, wurde durch den Geſang.
eingeleitet: „Wer weiß, wie nah mir mein Ende‟ Die
Einſegnung der Leiche nahm Paſtor Wolfram aus Nackel.
vor. Der Geſang des Liedes: „Laß mich gehen” bildete
den Schluß der Feier. Der Nackeler Militärverein
bil=
dete Spalier, als die mit Flieder geſchmückten Särge aus
dem Kirchlein getragen wurden. Der Degen lag auf.
dem Sarg des Prinzen. Der Nackeler Mititärverein
ge=
leitete den Leichenzug zum Bahnhof. Eine Schwadron
der Rathenower Ziethenſchen Huſaren ritt dem
Leichen=
zug von Frieſack entgegen. Auf dem Fahnhof Frieſack
erfogte ſodann die Ueberführung der Leiche mit dem
fahrplanmäßigen Abendzug 7 Uhr 2 Min. nach Gmunden.
* Braunſchweig, 22. Mai. Der
Herzog=
regent ſandte ſogleich nach Eintreffen der
Trauernach=
richt ſeinen Flügeladjutanten nach Nackel, um im
Auf=
trage des Herzogs Johann Albrecht und der Frau
Her=
zogin an der Bahre des Verewigten einen Kranz
nieder=
zulegen.
* Prag, 21. Mai. Der Herzog von
Cumber=
land, der die Nachricht von dem Tode des Prinzen
Georg Wilhelm in Dresden erhalten hatte, iſt heute mit
der Herzogin und der Prinzeſſin Olga hier eingetroffen.
Nach ihm traf Leutnant Prinz Ernſt Auguſt von
Eum=
berland aus München hier ein. Erzherzogin Maria
Anungiala ſtatzete den Fürſtlichſeiten im Hotel einen
Kondolenzbeſuch ab. Kaiſer Wilhelm, Kaiſer Franz Joſef.
und der König von England haben Beikeidstele,
gramme geſandt. Morgen vormittag findet die Ab
reiſe der herzoglichen Familie nach Gmunden ſtatt.
Zum Zuverläſſigkeitsflug.
* Ueberraſchender= und hocherfreulicherweiſe habe
die 4 Flieger, die vom Anfang bis zum Schluſſe durd
hielten, auch die letzte, ſchwierigſte Etappe mit der Uebe:
querung des Schwarzwaldes, die die Flieger bis zirt
1700 Meter hinauftrieb, ohne Zwiſchenfall überwunde
und ſind glatt in Konſtanz gelandet. Dieſe Leiſtung mu
beſonders hoch bewertet werden, weil ſie die erſt
ihrer Art in Deutſchland iſt: bisher hat ma
noch niemals im Rahmen eines Ueberlandfluges
Ueberfliegung eines ſo hohen Gebirges, wie es di
Schwarzwald iſt, verlangt. Es kommt aber noch hinz
daß die Ausdehnung des Gebirgsſtocks ſehr groß iſt.
ihn ſich ſofort die Berge der Schwäbiſchen Alb anſchli
ßen, und daß, wenn endlich dieſe hinter dem
Flieg=
liegen, die Berge ziemlich ſteil zum See abfallen. 6
lag daher gar nicht außer dem Vereich der Möglichkei
daß einer der Flugteilnehmer den richtigen Augenbli
zum Niedergehen aus der Flughöhe von 1200 und mel
Metern verſäumen und auf dem Waſſer des Bodenſee
landen” könnte. Allerdings waren die umfaſſendſte
Vorſichts= und Sicherheitsmaßregeln ergriffen worde
dennoch bleibt die Größe dieſer Leiſtung unbeſtrille
Die viele Mühe und Arbeit der Vorbereitung di
Fluges iſt nicht umſonſt geweſen. Unſere deutſchen Fli
ger haben Leiſtungen vollbracht, die die größte Ane
kennung verdienen und gewiß nicht nur im Inlande, ſo:
dern auch im Auslande gewürdigt werden. Hirth, d
Gewinner ſo vieler Flugpreiſe, hat auch diesmal' 3
kürzeſte Flugdauer gehabt. Allerdings iſt beim Klaſſ
ment des Fluges nicht allein die Schnelligkeit, ſonder
auch die Aufklärungsübungen und der Steigwettbewer
mitzubewerten. Für den folgenden Platz kommt Obe
leutnant Bahrends in Frage, der viele Gutpunk
in der Aufklärungsübung machen konnte. Den nächſte,
Platz wird wohl Rittmeiſter Graf Wolffskeel belege=
Nächſtdem wird jedenfalls Oberleutnant Mahnke kon
men, dann Leutnant Fiſch. Unſere Militärflieger habe
bei dieſem Fluge beinahe Unmögliches geleiſtet, keine
von ihnen hatte die lange Erfahrung wie Hirth, aberſ
hielten ſich ſo tapfer und flogen mit ſolcher Bravour, dea
wir in Zukunft von den Leiſtungen derſelben das Beſ
hoffen können.
Die Ergebniſſe des Fluges laſſen ſich, ſo ſchreibt D
Fr. Linke in der F. Z., heute nur zum Teil übe
blicken. Die Ueberlegenheit des neuen Rumpler
Apparats, ſoweit ſie nicht auf Rechnung ſeines Fül
rers Hirth kommt, iſt wohl zweifellos. Ferner
zeig=
ſich, wie bei einigermaßen gutem Wetter alle beteiligte
Typen einen erfreulichen Grad von Zuverläſſigkeit
e=
reicht haben. Nur ein Sturm, wie er am erſten und
zwe=
ten Tag der Veranſtaltung herrſchte, könnte faſt die ganz
Ausübung des Flugſports unmöglich machen. Die ſelbſ.
bewußte Kühnheit und Kraft der Teilnehmer gehön
dazu, überhaupt den Flug zu beginnen, und zu bemur
dern iſt es, daß einige wirklich die erſte Etappe vollende
ten. Bei ſolchem Wetter haben wohl noch nie
auch in Frankreich nicht, Ueberlandflüge ſtattgefunden
Die Flieger, die durchhielten, kamen auch bis ans=Ziel
bis auf einen, Leutnant Vogel von Falckenſtein, der durc
eine unglückliche Landung in Saarbrücken um den Preis
ſeiner Leiſtungen kam.
Die Frage, ob Luftſchiff oder Flugſelcs
den Vorrang verdient, muß mit Vorſicht behandelt weis
den, da ſubjektive Anſchauungen in Frage kommenMit
ſcheint, daß man wohl aus den Leiſtungen bei der Aufe
klärung, beſonders aber beim Aufſtiegwettbewerb, der
Schluß ziehen kann, daß augenblicklich den Zeppelinluft
ſchiffen die größte Zuverläſſigkeit und häufigſte. Ver
wendungsmöglichkeit zukommt. Die ohne jeden Zwiſchen
fall verlaufenen großen Flüge der Schiffe „Viktori=
Luiſe” und „Schwaben” und beſonders die Schwarzwald
überquerung des „Z. 12‟ ſind glänzende Erfolge, welch
die Flieger zu weiteren Fortſchritten anſpannen werder
Ueber die Lehren des Zuverläſſig
keitsfluges ſchreibt man den Berl. N. N.: Bein
zweiten Deutſchen Zuverläſſigkeitsflug haben unſere Flie
ger gezeigt, daß ſie, was Schneid und Entſchloſſenhei
anlangt, wohl kaum den Franzoſen nachſtehen, was ihne
aber unbedingt fehlt, iſt die nötige Erfahrung. Man
mu=
immerhin bedenken, daß die meiſten Flugführer erſt ſei
kurzer Zeit tätig ſind und daß ſie häufig das praktiſch
Fliegen unterbrechen müſſen, weil ihre Apparate nach
geſehen und ausgebeſſert werden müſſen. Es iſt Sach
der Militärverwaltung, ſich die erforderliche Anzahl vo=
Flugmaſchinen zu beſchaffen, damit ſtets genügend Re
ſervemaſchinen zur Verfügung ſtehen. In Frankreich gib
es ſogenannte Eskadrilles, das bedeutet eine Serie
vo=
acht Maſchinen, von denen drei Sektionen zu je zwei ir
täglichen Gebrauch ſind, während eine Sektion zur Re
ſerve zurückgehalten wird. Es hat ſich bei dem Zuver
läſſigkeitsflug herausgeſtellt, daß namentlich unſere Mo
toren noch außerordentlich unzuverläſſi
ſind. Zur Abſtellung dieſes Uebelſtandes kann auch de
Staat nichts beitragen, denn es iſt Sache der Fabriken
daran zu arbeiten, die Motorinduſtrie zu heben. Nut
kann es aber niemand den Fabriken verdenken, wenn ſi
ſich hauptſächlich mit der vorläufig noch immer ausſichts
Für die Pfingst=Feiertage:
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(HELL).
Vorzüglicher Feiertagstrunk!
den 20. Mai d.
Versand ab Montag.
Bestellungen hierauf nehmen jetzt schon die bekannten Verkaufsstellen
(11406sd
sowie die Brauerei selbst — Telephon 385 — entgegen.
reicheren Automodil=MRotoren=Fabrikaten beſchäftigen.
Flugmotoren aber nur nebenbei herſtellen. Allgemein iſt
von den Beteiligten bei dem Oberrheiniſchen Flug die
Anſicht ausgeſprochen worden, daß hier die Verwaltung
der Nationalſpende ein hervorragendes Feld der
Tätig=
keit finden würde Es kommt darauf an, jetzt Mittel zur
Verfügung zu ſtellen, um die Fabriken zu veranlaſſen,
ihre beſondere Aufmerkſamkeit den Flugmotoren
zuzu=
wenden. Während des Fluges kam es zum Beiſpiel vor,
daß ein völlig neuer deutſcher Motor von Anfang an
ver=
ſagte. Motorfehler waren überhaupt an der
Tagesord=
nung. Wir kommen nicht ſchneller vorwärts, wenn hier
nicht bald Wandel geſchaffen wird. Eine ernſte
Mahn=
ung, mit allen Kräften für die Nationalſpende zu werben!
Die Preisträger
olazieren nach offizieller Mitteilung wie folgt: Hirth
erhält den vom Prinzen Heinrich von Preußen geſtifteten
Zuverläſſigkeitspreis, die erſte Trophäe des Wettbewerbs.
Ihm folgen inbezug auf beſte Geſamtleiſtungen
Wolffs=
leel, dann Barends und Mahnke. Bei der
mili=
äriſchen Aufklärungsübung in Metz und Saarbrücken
rangieren Barends und Mahnke nebeneinander, im
Höhenwettflug iſt die „Viktoria Luiſe‟ Siegerin
ge=
dlieben, während Hirth an zweiter Stelle ſteht.
Der in Metz ſtattgefundene
Aufklärungswett=
bewerb, der den Zweck hatte, die
Beobachtungsmög=
lichkeit auf den einzelnen Flugmaſchinen zu prüfen, hatte
inſofern ein negatives Reſultat, als ſich herausſtellte, daß
hier lediglich das Glück ausſchlaggebend war, ob der
Paſſagier die Meldung geſchickt abfaßte und ebenſo
ge=
ſchickt zu Boden lancieren konnte, das heißt, es wären
hier lediglich die ſtrategiſchen Fähigkeiten der Beobachter
zu bewerten geweſen, weil der Pilot gar keinen Einfluß
auf das Ergebnis ſeines Erkundungsflugs hatts. Es
tellte ſich denn auch heraus, daß das beſte Ergebnis nicht
diejenige Flugmaſchine hatte, von der aus der freie
Aus=
blick auf das ganze Gelände möglich war, ſondern
die=
jenige Maſchine, deren Meldung überhaupt gefunden
wurde. Eine Geſamtbewertung der Leiſtung nach
Punkt=
zahl, wie das beabſichtigt war, hätte daher ein ganz
fal=
ſches Bild inbezug auf die Leiſtung der Piloten und
Flug=
maſchinen bringen müſſen. Die Oberleitung ſcheint
die=
ſen Mangel in der Ausſchreibung auch bei der
Preis=
bewertung in Betracht gezogen zu haben.
Wir bringen nachſtehend eine Tabelle, aus der die
Flugzeiten der einzelnen Flieger nach Stunden,
Minu=
ten und Sekunden erſichtlich ſind. Bekanntlich wurde die
zweite und die vierte Etappe nämlich die
Aufklärungs=
übung zwiſchen Metz=Saarbrücken und der
Höhenwett=
bewerb zwiſchen Mainz und Darmſtadt, bei der
Bewert=
ung nach der Flugzeit nicht mitgerechnet.
Tagesſtrecke
5.
Hirth Sa. 1.31:95 0149:56 1.07106 1:36100
Wolffskeel 1115.00 6319.07 15227112 1221:44 1:44:19 2111:00
Bahrends 1:39.00 22:23:15 2522:13 2:00:42 1.29136 1.50100
Mahnke 1.35.00 32117:31 26.09221 2:45:30 1.42143 2221.00 1.38:00 34:36:34
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 22. Mai. Der ruſfiſche Botſchafter in Berlin,
Graf v. d. Oſten=Sacken, iſt heute nacht in Monte
Carlo geſtorben.
* Paris, 22. Mai. Die Agence Havas meldet aus
Fez: Die verhältnismäßige Untätigkeit, zu welcher die
Truppen bei Fez bis zum Eintreffen von
Verſtärk=
ungen gezwungen ſind, hat eine Ausbreitung der
Erregung unter den Stämmen des Oſtens und
Süd=
oſtens zur Folge. Auch in der Umgegend von Sefru
wachſe die Erregung. General Moinier ſandte zwei
Kompagnien zur Verſtärkung dahin ab, obwohl der Platz
bereits eine Garniſon von vier Kompagnien, ſechs Tabors
und einer Sektion Artillerie beſitzt.
* Cetinje, 22. Mai. Reguläre türkiſche
Trup=
pen griffen geſtern bei Velika eine montenegriniſche
Wache an, um ſie von dem Berge Tetrebinjak, den ſie
beſetzt hielt, zu verdrängen. Zwei Montenegriner
wur=
den verwundet. Die hier weilende
montenegriniſch=
türkiſche Grenzkommiſſion begab ſich ſofort an den
Schau=
platz des Zwiſchenfalles, um den Konflikt beizulegen und
weiteren Unruhen vorzubeugen.
* Konſtantinopel, 22. Mai. Das Kriegsminiſterium
veröffentlicht eine längere Darſtellung der Uebergabe
der Garniſon von Rhodos. In dem Bericht
wird darauf hingewieſen, daß die italieniſchen Truppen
den türtiſchen um das Zehnfache überlegen waren und
24 Feld= und Gebirgsgeſchütze hatten, während die
Tür=
ken nur zwei Gebirgsgeſchütze beſaßen. Major Abdullah
erkannte, daß Widerſtand unmöglich war und nahm den
Vorſchlag auf Uebergabe unter der Bedingung an, daß
der Garniſon militäriſche Ehren erwieſen würden und
die Offiziere ihre Säbel behielten. Die türkiſchen
Trup=
pen waren nur ein Bataillon ſtark, welches aus 870
akti=
ven Soldaten, 14 Reſerviſten und 66 Gendarmen beſtand.
Tie Zahl der Gefangenen, die ſich den Italienern
über=
gaben, überſteigt nicht 700. Die Uebergabe fand ſtatt,
nachdem die Zahl der Gefallenen 30 Prozent des
Ge=
ſamtbeſtandes erreicht hatte. Ein ſo weit gehender
Wi=
derſtand, ſagt der Bericht, iſt in der Kriegsgeſchichte
ſel=
ten. Ein ſolcher Kampf macht der ottomaniſchen Armee
Ehre Gewiſſe widrige Umſtände haben einen Kleinkrieg
unmöglich gemacht.
Berlin, 22. Mai. Geſtern abend ſtießen am
Kurfürſtendamm zwei Autodroſchken
zuſam=
men. Der Inſaſſe der einen, Landtagsabgeordneter
Dr. Grunenberg, erlitt eine ſchwere Verketzung am Knie.
H. B. Kaſſel, 22. Mai. Der Prokuriſt der Aktien=
Geſellſchaft Spinnerei und Weberei in Kaſſel iſt nach
Verübung großer Unterſchlagungen geflüchtet.
Die Höhe der unterſchlagenen Summe iſt noch nicht
feſt=
geſtellt, doch handelt es ſich um hohe Beträge. Die
Staatsanwaltſchaft hat die Verfolgung des Flüchtigen
aufgenommen. Der Prokuriſt iſt 50 Jahre alt.
H. B. Haag, 22. Mai. Wie nunmehr mitgeteilt wird,
wird die Königin von Holland auf ihrer Reiſe
nach Paris von der Großmeiſterin des Hofes der
Kö=
nigin und zwei Ehrendamen begleitet ſein, ferner vom
Chef und Unterchef des Militär=Kabinetts, einem
Ordon=
nanz=Offizier und dem Direktor der Privatkanzlei. Der
Pringemaht wird ſch in Begleitung eines
Flügeladiu=
tanten befinden.
— Mailand, 22. Mai. Hier wurden drei elegant
ge=
kleidete junge Leute verhaftet. Man fand bei ihnen
eine große Menge koſtbarer Juwelen, die bei einem
. Diebſtahl am 12. Mai d. J. in einer Juwelenhandlung
in Genf entwendet worden ſind.
H. B. Paris, 22. Mai. Geſtern iſt ein ſtarkes
Un=
wetter über die Stadt Compiégne niedergegangen.
Es ging ein wolkenbruchartiger Regen nieder, der die
junge Saat fortſchwemmte. Der Blitz ſchlug in die
Kirche Der Kirchturm ſtürzte ein und durchſchlug
meh=
rere Dächer benachbarter Häuſer. Vier auf der Straße
Vorübergehende, ſowie der Vikar, der ſich gerade in der
Kirche befand, wurden durch die Geſteinsmaſſen ſchwer
verletzt.
H. B. Petersburg, 22. Mai. Die ruſſiſche
Kri=
minalpolizei verhaftete das Vereinigte
Streik=
komitee der Petersburger Arbeiterſchaft. 10 Mann
ge=
lang es, zu entkommen. Bei den Verhafteten wurden
Hausſuchungen vorgenommen.
Familiennachrichten.
August Weissgerber
Therese Merkel (*12945
VERLOBTE
Darmstadt
Köln
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Tiefbetrübt machen wir hiermit die traurige
Mitteilung, daß unſere liebe Schweſter, Schwäge=
(1725
rin und Tante
Fräulein Marie Korel
Handarbeits=Lehrerin
geſtern im 50. Lebensjahre plötzlich und
uner=
wartet ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Ludwig Korell.
Darmſtadt, Leipzig, 22. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Mai,
nachmittags 4 Uhr, von der ſtädtiſchen
Fried=
hofskapelle aus, ſtatt.
Etwa zugedachte Blumenſpenden bittet man
im Alicehoſpital abzugeben.
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Suche f. m. Tochter
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Exped. d. Bl.
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Mädchen ſucht Stele als Aush.
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Schulentl. Mädch. ſ.morgens bis
nach dem Spülen Laufſtelle
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Rein. Frauſ. Laufd., gehra. halbe
T. waſch. u. putz. Gardiſtenſtr. 5.(
Saub. Frau ſucht tagsüber
Be=
ſchäftigung. Gefl. Nachfr.
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ſtraße 40, 2. St., erbeten. (*12912
Männlien
Jung. Kaufmann, Stenographie
und Maſchinenſchr. kundig, ſucht
bald. Stellung auf Büro. Gefl.
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1912.
Bekanntmachung.
Die Königlich Preußiſche und Großh. Heſſiſche Eiſenbahndirektion Mainz hat
zur Erweiterung des Bahnhofs Griesheim auf Grund von Artikel 1 und 2 des
26. Juli 1884
* die Enteignung von Grundeigentum betreffend, bei der
Geſetzes vom
17. Juli 1899,
unterzeichneten Behörde Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens bezüglich
der nachgenannten, in der Gemarkung Griesheim gelegenen Grundſtücke geſtellt:
art
und
Gewann Eigentümer Wohnort am 8
55
g 5
E 26
S. 2. 265
Ei 2s 2
am 438 Acker; auf
die Niedern=
zäun Reinheimer, Jakob III., und
Ehefrau Eliſabeth, geb.
Reinheimer Griesheim 856 51 Landau, Peter III., u. Frau
Magdalena, geb. Hart=
mann 1713 198 40 Gerhardt, Valentin IV. 862 185 441 Diefenbach, Johannes V., u.
Frau Margarete, geb. Graf 1219 230 442 Ruppert, Karl, Hutmacher,
und Frau Friederike, geb.
Reinheimer 1150 226 443 Notnagel, Wilhelm I., und
Frau Marie, geb. Höhl 769 156 445 Dieſelben 212 131 Acker; auf
denGerauer
Weg Die evangeliſche Kirche des
Bezirks der Stadtgemeinde
Darmſtadt, erſte evangel.
Pfarrſtelle, Kaplanei Darmſtadt 65. 6710 446 Acker; auf
die Niedern=
zäun Knatz, Wilhelm I. Erben,
Witwe Eliſabethe, geb.
Schecker; Knatz Magdalene,
minderjährig Griesheim 581 23 7 Feldmann, Peter XII., Mau=
rer, und Ehefrau Magda=
lena, geb. König 531 128 Dieſelben 344 Die evangeliſche Kirche des
Bezirks der Stadtgemeinde
Darmſtadt, erſte evangel.
Pfarrſtelle, Kaplanei Darmſtadt 650 185 Maſſing, Peter VII., u. Ehe=
frau Eliſabethe, geb. Oll=
weiler Griesheim 306 74 Dieſelben 281 83 Hofmann, Karl Philipp I., u.
Ehefrau Philippine, geb.
Hofmann 262 79 453 Dieſelben 250 454 Dieſelben 350 102 455 Huck, Peter II. 313 109 Kiſſinger, Heinrich II., und
Frau Chriſtine, geb. Noth=
nagel
Die evangeliſche Kirche des
Bezirks der Stadtgemeinde
Darmſtadt, erſte evangel.
Pfarrſtelle, Kaplanei 344 122 Darmſtadt 425 150 Schupp, Peter I., und Frau
Eva, geb. Krauter Griesheim 213 87 59 Krauter, Jakob I. Erbe,
Schupp, Eva, geb. Krauter 156 76 60 Schupp, Peter I., und Frau
Eva, geb. Krauter 150 150 461 Philipps, Peter I. 31
Dies wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Anfügen, daß der Antrag
nebſt Plänen vom 3. bis einſchließlich 17. Juni 1912, auf der Großh.
Bürger=
meiſterei Griesheim während der üblichen Dienſtſtunden zu jedermanns Einſicht
offen=
liegen wird.
Zur Verhandlung über den Plan und die zu leiſtende Entſchädigung ſowie zur
Entgegennahme etwaiger Einwendungen und Anträge wird Tagfahrt vor der
Lokal=
kommiſſion auf
Montag, den 8. Juli 1912, vormittags 8 Uhr,
an Ort und Stelle anberaumt.
Die Eigentümer, Pächter, Mieter u. ſonſtige an den abzutretenden Grundſtücken
per=
ſönlich Berechtigte, ſowie alle übrigen bei der Enteignung Beteiligten werden aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausſchluſſes und Annahme
der Einwilligung in die beanſpruchte Abtretung oder Beſchränkung,
2. Erklärung auf die angebotene Entſchädigungsſumme bei Meidung der
Unter=
ſtellung der Annahme des Angebots,
3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausſchluſſes mit
ſolchen,
4. Anträge auf Aufrechterhaltung beſtehender Laſten (Art. 19 des Geſ.) bei
Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
5. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die
be=
nachbarten Grundſtücke oder im öffentlichen Intereſſe zur Sicherung gegen
Gefahren und Nachteile notwendig ſind oder notwendig werden bei
Mei=
dung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
6. etwaige noch unbekannte Anſprüche und Rechte an die zu enteignenden
Grundſtücke bei Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
in dem oben erwähnten Termin mündlich vorzubringen. Wer am perſönlichen
Er=
ſcheinen verhindert iſt, hat ſich zur Vermeidung der vorgenannten
Rechtsnachteil=
durch einen mit ſchriftlicher Vollmacht verſehenen Bevollmächtigten vertreten zu laſſen.
Zugleich werden die Eigentümer auf folgende Beſtimmungen der Art. 9 u. 27
des Enteignungsgeſetzes beſonders verwieſen:
1. Artikel 9: Der Eigentümer des abzutretenden Grundſtücks muß von Zuſtellung
der Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen,
beziehungsweiſe der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirtſchaftung die
Genehmigung des Unternehmers einholen, widrigenfalls dafür eine
Ent=
ſchädigung demnächſt nur inſoweit verlangt werden kann, als durch die
Ver=
änderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geſchieht,
der Wert des Geländes erhöht worden iſt.
Räumt der Eigentümer von dem obigen Zeitpunkt an einem anderen
ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundſtück oder ein perſönliches
Recht auf deſſen Benutzung ohne Genehmigung des Unternehmers ein, ſo
ſteht jenem anderen an die letztere ein Anſpruch auf eine beſondere
Ent=
ſchädigung nicht zu.
2. Artikel 27. Wenn dritte Perſonen als dinglich Berechtigte oder wegen ſonſtiger
Rechtsverhältniſſe bei der Enteignung beteiligt ſind, ſo muß ſie der
Eigen=
tümer ſofort nach Zuſtellung der Bekanntmachung der unterzeichneten Behörde
bezeichnen, welche ſie ſodann unter Androhung des geeigneten Rechtsnachteils
zu der Tagfahrt vorzuladen hat.
Unterläßt der Eigentümer dieſe Bezeichnung, ſo bleibt er für dieſe
An=
ſprüche verantwortlich.
Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteile vorgeladen,
daß im Falle ihres Ausbleibens Verzichtleiſtung auf Fortſetzung des
Enteignungs=
verfahrens unterſtellt und ſie mit den bis dahin entſtandenen Koſten belaſtet werden wird.
Darmſtadt, den 17. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
(11732
Bekanntmachung.
Auf der Strecke Darmſtadt-Aſchaffenburg zoll zur Erhöhung der
Be=
triebsſicherheit der Wegübergang Nr. 63 in km 46,3 der Strecke Meſſel-
Dieburg beſeitigt und durch eine gewölbte 5,00 m breite Wegüberführung in
km 46,186 erſetzt werden.
Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß Plan und
Beſchreibung der Anlage in der Zeit von Donnerstag, den 23. d. Mts. bis
Samstag, den 1. Juni d. Js. einſchließlich, auf Großh. Bürgermeiſterei Meſſel
zu jedermanns Einſicht offen liegen und dav der landespolizeiliche
Prüfungs=
termin auf Dienstag, den 4. Juni d. Js., nachmittags 4 Uhr 15 Minuten an
Ort und Stelle anberaumt worden iſt.
Etwaige Einwendungen müſſen bei Meidung des Ausſchluſſes in dieſem
Termin vorgebracht werden.
Darmſtadt, den 21. Mai 1912.
(11679
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die Firma Wilhelm Mahr, Dampfſägewerk dahier, beabſichtigt, an der
Induſtriegleisanlage auf der Südſeite der Weiterſtädterſtraße dahier ein
Anſchluß=
gleis nach ihrem Gelände herzuſtellen.
Der Plan der Anlage liegt in der Zeit von Donnerstag, den 23. bis
Don=
nerstag, den 30. d. Mts. einſchließlich, auf Großh. Bürgermeiſterei dahier
(Zimmer Nr. 29) zu jedermanns Einſicht offen.
Etwaige Einwendungen gegen die Anlage ſind bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes innerhalb der bezeichneten Friſt bei Großh. Bürgermeiſterei hier
vor=
zubringen.
Darmſtadt, den 21. Mai 1912.
(11678
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde. 2 Pinſcher, 1 Kriegshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (11703
Bekanntmachung.
Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im
Gewerbe=
betrieb der Bäcker, Friſeure und Photographen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt
vom 27. Dezember 1907 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die
Sonn=
tagsruhe zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An den beiden Pfingſtfeiertagen darf im Handelsgewerbe
auf Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts vom 6. September
1907 weder eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern,
noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichs=
Gewerbe=
ordnung ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vor
mittags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr:
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nach
mittags 1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (Zeitungs=
und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen ohne
Zeit=
beſchränkung.)
B. Fur den zweiten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nachmit=
tags 1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nach=
mittags 3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von
vor=
mittags 6 Uhr bis 11 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vor=
mittags 5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
7. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten
Pfingſtfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags.
Am zweiten Pfingſtfeiertag iſt jeglicher Gewerbetrieb
einſchließ=
lich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Pfingſtfeiertagen iſt, wie an allen Sonn= und
Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb der Werkſtätte
in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der Vorbereitung von
öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen geſtattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Pfingſtfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten
Pfingſtfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbebetriebes und die
Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den
photo=
graphiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der
Auf=
nahme von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feiertagsarbeiten länger als drei
Stunden dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten
Sonntag für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag
mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder
in jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und
zwar ſpäteſtens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu
laſſen. Wenn die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche
des Gottesdienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten
Sonntag die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei
zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekanntgegebenen
Beſchäf=
tigungs= und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
nnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
(11535id
Darmſtadt, den 17. Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Betr.: Konkurs über den Nachlaß
des Philipp Höhl III.
von Griesheim.
Bekanntmachung.
Termin zur Prüfung der
nach=
träglich angemeldeten Forderungen,
ſowie zur Beſchlußfaſſung über die
Verwertung des in Griesheim bei
Darmſtadt gelegenen
Geſchäfts=
hauſes, das bis jetzt nicht
ver=
wertet werden konnte, wird auf
Antrag des Konkursverwalters
an=
beraumt auf
(11680
Freitag, den 31. Mai 1912,
nachmittags 3½ Uhr,
vor Großh. Amtsgericht II
Darm=
ſtadt, neues Gerichtsgebäude,
Zim=
mer Nr. 118.
Darmſtadt, 14. Mai 1912.
Großh. Heſſ. Amtsgericht II
Darmſtadt.
Betr.: Konurs über das
Ver=
mögen des Bäckermeiſters
Wilhelm Brücher III.
von Arheilgen.
Bekanntmachung.
Termin zur Beſchlußfaſſung über
die von dem Konkursverwalter
betätigte Immobiliarveräußerung
nebſt des zugehörigen
Geſchäfts=
inventars wird auf
(11681
Mittwoch, 29. Mai 1912,
vormittags 11½ Uhr,
Zimmer Nr. 118, beſtimmt.
Darmſtadt, 18. Mai 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II
Darmſtadt.
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betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne des § 139d Ziffer 3 der
Reichs=
gewerbeordnung (Ueberbeſchäftigung von Gehilfen ꝛc.), ſowie im Sinne
des § 139e Abſatz 2 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung (
Verlänge=
rung der Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen bis 10 Uhr
abends) werden hiermit beſtimmt:
die zwei letzten Werktage vor Pfingſten.
Hiernach dürfen am 24. und 25. Mai lfd. Js. ſämtliche offene
Verkaufsſtellen in hieſiger Stadt bis 10 Uhr abends für den
geſchäft=
lichen Verkehr geöffnet ſein. An den gleichen Tagen finden die
Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und Mittagspauſen der
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsſtellen keine
Anwendung.
Darmſtadt, den 15. Mai 1912.
(11394sid
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
10. Vorbereitungskurſus
für die
theoretiſche Meiſterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog. Kleiner
Be=
fähigungsnachweis) dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche
Perſonen Lehrlinge anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden
haben. (Die Beſtimmungen finden gleicherweiſe auf männliche wie
auf weibliche Gewerbetreibende Anwendung.)
Vielſeitigen Wünſchen entſprechend, beabſichtigen wir daher
zur Vorbereitung auf den theoretiſchen Teil der Meiſterprüfung
einen Kurſus in Buchführung, Wechſellehre, Scheckverkehr,
Gewerbe=Verſicherungs= und Genoſſenſchafts=Geſetzgebung
ab=
zuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 1. Juni beginnen
und am 10. Juli endigen. Als Unterrichtszeit ſind die Mittwoch=
und Samstag=Nachmittage vorgeſehen.
Anmeldungen werden auf der Handwerkskammer zu
Darm=
ſtadt, Georgenſtraße 9, bis ſpäteſtens 29. Mai entgegen genommen.
Die Teilnehmergebühr mit 10 Mk. iſt im Voraus zu entrichten.
Der Vorſtand
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des Ortsgewerbevereins zu Darmſtadt.
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Samstag, den 25. Mai 1912, vormittags 10 Uhr, wird
auf dem Pferdemarktplatz, Holzhofallee 32, der bis jetzt nicht
abgeholte 10. Preis der Frühjahrspferdemarkt=Lotterie,
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öffentlich meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung verſteigert. (*12919
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also vom 28. Mai ab, werden unsere Geschäfte
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Kongreſſe und Verbandstage.
* München, 21. Mai. Heute wurde hier unter
zahl=
reicher Beteiligung die Vollverſammlung des
Zentral=
verbandes Deutſcher Induſtrieller durch
Landrat Roetger eröffnet, der auf die Begrüßungen der
Staats= und ſtädtiſchen Behörden und der induſtriellen
Körperſchaften mit verbindlichſtem Dank erwiderte und
dann einen anziehenden Rückblick auf die Tätigkeit des
Zentralverbandes warf. Darauf erſtattete Regierungsrat
Dr. Schweighoffer einen lichtvollen Geſchäftsbericht. Für
den morgen ſtattfindenden Kongreß den deutſchen und
öſterreichiſchen Induſtriellen wird auf 600 Teilnehmer
ge=
rechnet.
* München, 21. Mai. Die öſterreichiſchen
Teilneh=
mer des Kongreſſes deutſcher und öſterreichi=
ſcher Induſtriekker und
Gewerbetreiben=
der, etwa 250 Perſonen, ſind heute abend, im Sonderzug
von Wien kommend, hier eingetroffen. Zum Empfange
und zur Begrüßung hatten ſich eingefunden: der
öſter=
reichiſche Geſandte v Velics mit dem Legationsrat Grafen
v. Bruſelle Generalkonſul Bruckmann, einige Vertreter
der Bayeriſchen Gewerbeſchau und andere. Heute abend
fanden ſich die deutſchen und öſterreichiſchen Teilnehmer
des Kongreſſes im Künſtlerhauſe zur Begrüßungstafel
zuſammen.
* Bern, 21. Mai. Die internationale Konferenz
für diſe techniſche Einheil im
Eiſenbahn=
weſen iſt heute eröffnet worden. An den
Verhandlun=
gen, die acht bis vierzehn Tage dauern werden, nehmen
Vertreter von zehn Staaten teil.
Luftfahrt.
Erfolgreicher Offiziersflug.
* Weimar, 22. Mai. Geſtern abend landeten
hier in einem Broquet=Doppeldecker Leutnant
För=
ſter und der Erkundungsoffizier des Großen
General=
ſtabes, Hauptmann Wachenfeld. Die Flieger
erreich=
ten auf der Fahrt von Döberitz hierher teilweiſe eine
Höhe von 1200 Metern. Der Flug ging ſehr raſch
von ſtatten. Es handelt ſich um das einzige
Broquet=
fahrzeug, das bisher in Deutſchland Verwendung findet.
Bei günſtiger Witterung beabſichtigen die Flieger heute
abend zurückzufliegen.
Die Flieger legten die 70 Kilometer lange Strecke
nach Weimar in nur 45 Minuten zurück.
* Flieger=Unfall. Auf dem Fluggelände der
Eulerwerke fuhr geſtern früh ein Offizier mit dem
Fahrzeuge des Prinzen Heinrich gegen einen Birnbaum.
Während der Flieger unverletzt blieb, wurde das
Flug=
zeug vollſtändig zerſtört.
* Zürich, 22. Mai. Der Flugſchüler
Weilen=
mann ſtürzte aus einer Höhe von 20 Metern ab und
blieb bewußtlos, ſchwer verletzt, liegen. Das Flugzeug
wurde gänzlich zertrümmert.
* Kriſtiania, 21. Mai. Auf Veranlaſſung des
norwegiſchen Luftſchiffahrtsvereins haben gegen 80 nam=
haſte Verſönlichkeiten im ganzen Lande einen Aufruf
für die Sammlunng einer Luftflotte erlaſſen.
Die einkommende Summe wird der Regierung zur
Ver=
fügung geſtellt.
Antlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich ſeit geſtern wenig verändert. Auch
heute zieht ſich ein Tief vom Kanal nach Mittel= und
Süddeutſchland, das uns trübes, regneriſches Wetter
bringt. In Süddeutſchland liegen die
Morgentempera=
turen bei 14 Grad, im Norden bei 11 Grad. Niederſchläge
ſind überall gefallen. Wir haben auch morgen Fortbeſtehen
des unbeſtändigen Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 23. Mai:
Unbeſtändig, zeitweiſe Regenfälle, mäßig warm, ſpäter
langſam aufheiternd.
Tageskalender.
Konzerte: Saalbau, Hotel Heß, Bürgerkeller und
„Perkeo” um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 24. Mai.
Hofreiten=Verſteigerung des Hch. Jacoby (
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ſtraße 18 u. 20 und Mathildenplatz 8) um 10 Uhr auf
dem Ortsgericht I.
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ſtraße 43) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
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von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
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Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Da öffnete ſich mit einem kräftigen Ruck die Tür,
und Kaare Myrdal, das braune Geſicht mit den
leuchten=
den, blauen Augen ſtolz erhoben, ſtand in der Stube und
ſtreckte beide Arme nach Hallgerdr aus.
Ein Schrei, ein entſetzter Schrei löſte ſich von ihren
Lippen. Auf ihren Knien kroch ſie heran, und ſeine Füße
umfaſſend, ſchluchzte ſie auf:
Vergib, vergib mir, Kaare Myrdal, ich bin Deiner
Liebe nicht wert.
Da lächelte er ſo eigen und hob die bebende
Mädchen=
geſtalt empor an ſeine Bruſt, und ihr tief in die Augen
ſchauend, ſagte er innig:
Nur der Gereifte, Abgeklärte, der durch eine lange
Leidensnacht ſelbſt gegangen, kann verſtehen, wie leicht
eines Menſchen Seele irrt, ehe ſie die rechte Heimat
fin=
det. Wer wie ich in den Regionen des Eismeeres Gottes
Wunderkraft erkennen lernte, wer wie ich in der
ſchauer=
lich großen, unendlichen Einſamkeit auf den Herzſchlag
lauſchen konnte, der über das weite Meer zu mir drang,
der weiß auch, daß die Liebe nicht nur Wunden ſchlägt,
ſondern daß ſie auch heilen kann.
Willſt Du es mit mir verſuchen, Hallgerdr? Willſt
Du mein Weggenoſſe ſein, und teil haben an allem, was
mich bewegt und was mir zu eigen? Du in all Deiner
Kraft und Herrlichkeit biſt wie geſchaffen zu der Frau
eines Mannes, deſſen Leben andere Aufgaben verfolgt,
als die, hinter dem Ofen an warmer Heimſtatt zu ſitzen
dann ſchlag ein. Ich will nichts von Dir, was Du nicht
geben kannſt. Tröſten, hüten will ich Dich, wenn Deine
Seele wund iſt, und Du ſollſt mir zur Seite gehen als
tapferer Weggeſelle, der Du mir ſchon in Jugendtagen
warſt.
Willſt Du es mit mir verſuchen, Hallgerdr? Sieh,
Euer Hof des Schweigens kann nun nicht mehr zwiſchen
uns treten. Ein einziges Stöhnen der Erde nahm ihn
hinweg. Erlöſe durch ein einziges Wort mein Herz
Hallgerdr.
Und ſie ſah mit leidtiefen, blauen Augen zu ihm auf,
in denen es wie von Smaragden glühte, und ſie ſagte
leiſe, als ſähe ſie in unbekannte Fernen:
Nun kommt das Glück doch noch zu mir.
Gynna hat es geſtern geträumt, daß du kommen
wür=
deſt, Verzeihen im Herzen, aber ſie weiß auch, daß ich dich
lieb habe, Kaare Myrdal, nicht mit der leidenſchaftlichen
Glut, die das Unmögliche fordert, aber mit der innigen,
treuen Liebe, die nicht wankt, weil ſie das Leid geläutert
hat. Nimm mich hin. Mein ganzes Leben in deinen
Dienſt.
Da flog ein ſeliges Leuchten über ſein Geſicht, und er
zog Hallgerdr feſt an ſeine breite Bruſt.
Leiſe und zart ſuchten ſeine Lippen die ihren, und
dann küßte er ihr die Tränen hinweg, die leuchtend ihre
Wimpern netzten.
Als ſie Tags darauf, ein glückſeliges Paar, den
weiten Weg über die Lavafelder ritten, hin zu der Stätte,
auf der einſt Hallgerdrs Vaterhaus geſtanden, um Abſchied
zu nehmen, ehe Hallgerdr an Kaare Myrdals Seite ihr
wildes Vaterland verließ, um ſich im fernen Norwegen
ion Konre Rhldet ſche ebeitſeſeite eir Meit me haie
da ritt die alte Gynna hinterher. Sie hatte es ſich nie
nehmen laſſen, das Paar zu geleiten, um noch einmal d
verſunkenen Hof zu ſehen.
Das weiße Haar hing ihr wirr um das kleine, ve
trocknete Geſicht, aber die blauen Augen, die ſtrahlten i
reinſten Glück, als ſie, zu den weißen Gletſchern aufblicken
die dürre Hand prophetiſch emporgehoben, ſprach:
Alles Leid löſt die Liebe. Sie nimmt die Not und di
Fluch, ſie trägt ein jauchzendes Lied in den ſchweigende
Hof. Sie baut an fernen Küſten ein ſtrahlendes Hau
und Hallgerdrs Goldhaar webt ein Zaubergeſpinnſt, de
alles Glück für immer gefeſſelt hält.
Und dann kniete ſie nieder an dem ſchwarzen Krei
mit dem Birkenkranz, und leiſe murmelnde Worte raun
ſie wie Zauberformeln hinab in das ſtille Grab.
Ravna Jonſon ſollte es hören, daß der Fluch getile
ſeitdem die Liebe geſiegt, die ewig verzeihende, göttlic
Liebe.
Kaare Myrdal und Hallgerdr ſtanden Hand in Har
im heiligen Schweigen.
Das Meer warf jauchzend ſeine brandenden Wogi
gegen die Felſen, und auf den weißen Fjelden lag es w
Sternenflimmer.
Ueber dem toten, verſunkenen Hof aber ſpannte ſi
in märchenhafter Pracht ein ſprühender Regenbogenkran
Rot, gold, grün, violett ſpannte er ſich über den weiße
Schnee der Gletſcher, und hob ſich wie eine ſchimmerni
Pforte der Seligkeit weit über den Hof des Schweigen
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Leitung: Hofkapellmeister Hofrat W. de Haan.
Mitwirkende: Frau Sophie Schmidt=Illing, Frl. Elſe
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Vokalquartett), Herr Hofkonzertmeiſter Guſtav Havemann=Leipzig,
die altiven Mitglieder des Muſikvereins und der Sängerchor des
Lehrervereins. Orcheſter iſt verſtärkt durch Künſtler aus Frankfurt
und Mainz.
Programm:
1. Konzert für Violine und Orcheſter
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(Hofkonzertmeiſter Guſt. Havemann=Leipzig)
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Grosser Ausflug mit Musik
einer Abteilung der Kapelle des Drag.=Regts. Nr. 24.
Abfahrt früh 5 Uhr 11 Min. ab Roſenhöhe bis Gaimühle,
von da zu Fuß nach dem Katzenbuckel, Beſichtigung des Turmes,
nachher zurück nach Wald=Katzenbach, daſelbſt eine Stunde
Früh=
ſtücksraſt. Von Wald=Katzenbach durch die Wolfsſchlucht, nach
Zwingenberg am Neckar, Beſichtigung der Burg uſw., ſodann per
Bahn nach Eberbach, daſelbſt Mittagstiſch im Reſtaurant „Stolzeneck”.
Von Eberbach nach zweiſtündiger Raſt per Schiff um 4 Uhr 10 Min.
nach Heidelberg, Ankunft daſelbſt um 7 Uhr, Spaziergang nach dem
Schloß und gemütliches Beiſammenſein bis zur Rückfahrt um 9 Uhr
37 Min. oder 10 Uhr 9 Min. nach Darmſtadt.
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Die Eiſenbahn=, ſowie die Schiffahrt wird für Mitglieder aus
der Vereinskaſſe vergütet!
Alle Mitglieder und Landsleute werden höflichſt eingeladen
und erſucht, ¾5 Uhr an der Roſenhöhe zu ſein. Auch Gäſte ſind herzlich
willkommen und werden Anmeldungen zum Ausflug noch bis
Sams=
tag bei dem I. Vorſitzenden, Gg. Rieſinger, Mauerſtraße 8,
ent=
gegengenommen.
Der Vorstand.
Die Luftſchiffhalle S=
in Frankfurt a. M. iſt am 1. Pfingſtfeiertag bei
freiem Eintritt den ganzen Tag zu beſichtigen.
Am ſ2. Pfingſttag kommt bei geeigneter
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H. Frankfurt a. M., 21. Mai.
Fruchtmarkt=
bericht. Der Wochenmarkt wurde durch die beſſere
Wettergeſtaltung und günſtigere Saatenſtandsberichte
beeinflußt und verkehrte in recht flauer Haltung. Trotz
des relativ geringen Angebots mußte Landweizen
we=
ſentlich im Preiſe nachgeben, während Landroggen auf
ſtärkere Nachfrage behauptet blieb. Ausländiſche
Brot=
früchte waren ebenfalls billiger offeriert, doch herrſchte
wenig Kaufluſt. Gerſte geſchäftslos. Hafer bei gutem
Konſum unverändert. Mais und Futterartikel ſehr
ruhig. Mehl nachgiebiger. Der Mannheimer.
Ge=
treidemarkt iſt bei unverändert reſervierter Tendenz
nahezu geſchäftslos. An der Berliner
Produk=
tenbörſe war Getreide matt, da das milde, ſchöne
Wetter die Kaufluſt zurückhielt und das
nordamerika=
niſche ſowie argentiniſche Angebot ſtärker und ermäßigt
war. Dabet geht der Mehlabſatz ſehr ſchwerfällig. Hafer
ebenfalls ſchwächer auf reichlichere inländiſche Offerten.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
amerikani=
ſchen Getreidemärkten (Chicago und New=York)
war Weizen größeren Schwankungen unterworfen. Die
Firma Armour kaufte viel per Juli, infolge der Abnahme
der Zufuhren in Kanſas und des ungünſtigeren Wetters
im Nordweſten der Vereinigten Staaten; doch hat der
Schluß noch Abſchwächungen zu verzeichnen. Für Mais
wurden per September Realiſierungen vorgenommen,
während ſonſt die Notierungen wegen der kleinen
Zu=
fuhren ſich beſſer behaupten konnten. Die ſichtbaren
Wei=
zenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 43,30 Mill. Buſh.
auf 39,35 Mill. Buſh. zurückgegangen, hingegen die
Mais=
vorräte von 6,47 Mill. Buſh. auf 6,53 Mill. Buſh
geſtie=
gen. In Kanada haben die Weizenvorräte in dieſer
Woche von 18,48 Mill. Buſh. bis 16,12 Mill. Buſh.
nach=
gelaſſen.
Hier ſtellten ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſ. und Wetterauer 23,50, Kurheſſiſcher 23,50,
Laplata 24,50—25,50, Redwinter 24,50—25,50, Kanſas
24,50—25,50, Nordd. 23,50, Ruſſiſcher 24,50—25,50,
Ru=
mäniſcher 24,50—25,50, Manitoba 24,50—25,50, Walla
Walla 24,50—25,50. Roggen hieſ. 21, Ruſſſcher 21—21,50,
Rumänſcher 21—21,50, Bayeriſcher (Pfälzer) 21—21,50.
Gerſte unverändert. Hafer hieſ. 22—22,25, Ruſſiſcher
20,50—22, Rumäniſcher 20,50—22, Bayeriſcher 22—22,25,
Amerikaniſcher 20—21. Mais mired 18,50—18.75,
Donau=
mais 18,50—18,75, Laplata 18,50—18,75, Ruſſiſcher 18,50
bis 18,75, Rumäniſcher 18,50—18,75, Weißer Mais 18,50
bis 18,75, Weizenſchalen 13,25—13,50, Weizenkleie 13,25 bis
13,50, Roggenkleie 14,50—14,75, Futtermehl 15—16,
Bier=
treber getrocknet 15,50—15.75. Weizenmehl hieſ. Nr. 0 32,
feinere Marken 32,50—32,75, Nr. 1 30—30.25, feinere
Mar=
ken 30,50—30,75, Nr. 2 29—29,25, feinere Marken 29,50 bis
29,75, Nr. 3 27—27.25, feinere Marken 27.50—27,75. Nr. 4
24,75—25, feinere Marken 25,25—25,50, Roggenmehl hieſ.
Nr. 0 27—27,50, Nr. 1 25—25,50, Nr. 2 22—22,50.
Literariſches.
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Roman. Verlag Dr. P. Langenſcheidt, Berlin W. 57.
Preis 4 Mark, gebunden 5 Mark. Es iſt ein
unbarm=
herziges Buch, das in ſeinem ungeſtümen Drange nicht
Rückſicht nimmt auf prüde Seelen und ſenſible Gemüter.
Zugegeben, daß der Dichter in ſeinem Helden alles
ge=
häuft hat, was dieſe Abart von Jeuneſſe dorée an
Cha=
rakterſchwäche, Sinnlichkeit, Leichtſinn, idiotenhafter und
dabei doch rührender Leichtgläubigkeit gegenüber den
Sirenen der Liebe aufzuweiſen hat; zugegeben, daß es
nicht immer ſo tragiſch verlaufen muß, daß ſo mancher
ſich aus der Tollheit des Großſtadttrubels in die Gefilde
der geſunden Vernunft hinüberrettet, — grauſame,
er=
ſchütternde, lehrreiche Wahrheiten ſind es doch, die die
Grundlage des Werkes bilden. Mögen ſie weit
hinaus=
klingen in die Welt und allen denen, die mit
gleichgül=
tigem Lächeln über die galanten Abenteuer unſerer
Söhne hinwegſehen, den Vätern, den Müttern, den
Er=
ziehern, die Augen öffnen.
Das ruſſiſche Reich in Europa und
Aſien. Herausgegeben von Hofrat Dr. Axel von
Bouſtedt und Davis Txietſch. Geb. 8 Mark.
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Das deutſchſprachliche Publikum weiß viel zu wenig von
den wirtſchaftlichen Verhältniſſen ſeines größten
Nach=
bars und ſeines größten Aliehmers. Von dieſem
Standpunkt ſind die Verfaſſer ausgegangen und geben in
dem handlichen Bande über alle einſchlägigen Fragen
genau Beſcheid. Der eine der Verfaſſer iſt Ruſſe und
kennt ſein Vaterland recht genau, ebenſo Sibirien, wo
er jahrelang gelebt hat. Ausſtattung und Anordnung
des Buches iſt gut, der Preis nicht hoch und dürfte es
ſich ſchnell einbürgern, denn wirklich richtige, authentiſche
Daten über Rußland ſind in deutſcher Sprache kaum
er=
hältlich.
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2 Gewinne zu 15000 Mk. 119222
6 Gewinne zu 5000 Mk. 61059 133877 167619)
58 Gewinne zu 3000 Mk. 3962 8198 10946 12569
13770 31229 32026 48463 41793 47082 52269 53670
81746 85356 92688 106043 106564 110043 117858
118398 124415 158559 158907 171099 171845 180586
180913 184935 187278
108 Gewinne zu 1000 Mk. 2430 4267 6849 9900
10995 15220 15740 17343 19598 19678 19784 23250
25246 33336 39325 42262 42965 44685 45154 46522
65418 56603 68868 71353 74577 85149 86594 91065
92442 99601 104078 105501. 105774 107691 106358
110137 124762 125758 126837 129144 133573 185007
135178 136090 136616 146462 151537 153853 157666
163879 180888 184111 188064 189868
186 Gewinne zu 500 Mk. 577 6267 8302 8640
13611 14400 18051 20362 21161 21926 28072 28368
28952 37858 44593 47732 50185 52104 54216 55041
18269 59167 59988 62693 76079 66516 70279 72634
774306 77279 82287 82499 83962 84961. 85540 8635t
86752 86806 89352 89868 94668 95229 97721 98654
101275 107766 11204 110399 110488 113866 11588f
116552 118099 121850 123402 126553 128336 13245t
135223 136465 136579 139588 140047 141855 145220
145747 147047 149700 150626 154405 155121. 15783i
161462 162486 162651 163270 165996 166051 166350
166852 168356 170225 170527 172225 177931 178038
181539 181899 182245 187156 187460 189338 189838
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 15000 Mk. 46826 134569
2 Gewinne zu 10000 Mk. 155417
2 Gewinne zu 5000 Mk. 9430
70 Gewinne zu 3000 Mk. 8153 9170 21510 2453‟
25819 25907 35855 38350 39510 41352 43040 4622.
46412 51889 53911 56659 60735 76895 77246 7739.
85082 85109 99973 102064 109413 116296 125630
138900 140222 144985 148958 149391. 163267 16595
182718
96 Gewinne zu 1000 Mk. 5051 11042 12700 13561
15609 28769 33191 36920 37273 46231 62815 65894
66461 67403 78843 80501 87187 87692 88431 8895
91873 93142 100696 107252 108307 108731 111080
111572 118346 118505 125254 126446 129199 12929
133668 136758 137785 138042 144353 163710 17037i
176279 176799 177969 181347 181473 185223 18784i
190 Gewinne zu 500 Mk. 1683 2650 4614 975
13794 16511 16774 17513 19719 20515 24038 2527½
26266 33175 35162 36802 38075 38269 40648 40820
41043 41947 45429 74551 52011 52160 56466 5672
58414 60070 60154 61890 65535 66133 67728 6845
71907 73251. 74686 74887 77424 77481. 77814 78450
79748 89605 90448 91523 99756 102196 104578 10464a
105203 107279 115205 118232 119085 123973 126160
126556 127487 128091 128413 134864 136642. 186660
136745 142553 145592 145727 147005 14924415220
155950 156047 157049 157450 160422 162197 166268
168307 168494 169118 176524 176924 178500 179632
180870 183179 184702 185975 186470 167059 191510
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