Inſerafe
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
* Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
ſDer Kaiſer hat den Beſuch in Wiesbaden
und Frankfurt aufgegeben und iſt von Metz
nach Homburg abgereiſt.
Scaatsſekretär Wermuth wurde mit 72 von
73 gültigen Stimmen zum Oberbürgermeiſter
von Berlin gewählt.
Die Nationalflugſpende dürfte die
Geſamt=
ſumme von 3 Millionen Mark ergeben.
Die italieniſche Kammer lehnte die Verleihung
des Wahlrechts an die Frauen mit 218 gegen
48 Stimmen ab.
Die franzöſiſchen Automobilbanditten
Pallet und Garnier wurden in Nogent ſur
Marne mehrere Stunden in einer Villa belagert und
getötet.
Der König von Dänemark, der in Hamburg
während eines Spazierganges von einem Schlaganfall
betroffen wurde, iſt in einem Automobil, das hn ins
Krankenhaus fuhr, geſtorben.
Der bisherige däniſche Kronprinz wurde als
Chri=
ſiſtian X. zum König von Dänemark
prokla=
miert .
Der ſchwediſche Dichter Auguſt
Strind=
mberg iſt in Stockholm im 64. Lebensjahre ge=
Eſtorben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Der Kaiſer und Elſaß=Lothringen.
** In ziemlicher Uebereinſtimmung melden Pariſer,
Straßburger und Berliner Blätter, der Kaiſer habe
im Verlauf des Eſſens, das im Palais des
Staatsſekre=
tärs Zorn von Bulach in= Straßburg ſtattfand
den Bürgermeiſter Dr. Schwander in ein
Geſpräch über die pol it iſche
Lage in Elſaß=Lothringen gezogen.
In ſehr ernſter Weiſe und in nachdrücklichem Tone habe
dabei der Kaiſer geſagt: „Hören Sie einmal, Sie haben
uns bis jetzt hier nur von der guten Seite kennen
ge=
lernt. Ich kann Ihnen aber ſagen, daß Sie uns auch
von der anderen Seite kennen lernen können. Das kann
ſo nicht weiter gehen hier. Wenn die Dinge aber ſo
weiter=
lgehen, dann heben wir einfach die Verfaſſung
Lauf und verleiben Sie Preußen ein.‟ Der Kaiſer ſoll
dieſe Worte ſo laut geſagt haben, daß ſie auch in der
Lweiteren Umgebung gehört worden ſind. So iſt es zu
Ibegreifen, daß dieſe Worte, die — ihre Echtheit
voraus=
geſetzt — beſonderes Aufſehen erregen werden, in die
Zeitungen gekommen ſind. Nach dem Matin habe der
Kaiſer ſich noch ſchärfer ausgedrückt und geſagt, er werde
die ganze Verfaſſung „in Scherben ſchlagen”, wenn das
ſo weiter ginge. Später ließ der Kaiſer ſich das
Mit=
glied der Erſten Kammer, den früheren
Reichstagsabge=
ordneten Vonderſcheer, vorſtellen und unterhielt ſich mit
ihm in ſehr ernſthafter Weiſe längere Zeit über dasſelbe
Thema.
An der Sache ſelbſt iſt alſo kaum noch zu zweifeln,
und es liegt vielleicht gar nicht einmal die Abſicht vor,
mit der Publikation der Aeußerung zurückzuhalten. Muß
man auch, wenn man ehrlich ſein will, zugeben, daß der
Kern des kaiſerlichen Ausſpruchs vollkommen
be=
rechtigt iſt und die Meinung der gut deutſchen
Be=
völkerung im Reiche, in Preußen und auch in Elſaß=
Lothringen wiedergibt, ſo wird anderſeits Anſtoß daran
genommen, daß der Kaiſer dies und in ſolcher Form
ausgeſprochen hat, weil es wieder Veranlaſſung zu
allerlei unliebſamen Erörterungen geben wird und ſchon
gegeben hat. Was die Sache ſelbſt betrifft, ſo iſt eine
Verfaſſungsänderung nicht durch den Kaiſer, ſondern nur
mit Zuſtimmung des Bundesrats und des Reichstags zu
ermöglichen, der dafür und gar für eine Einverleibung
in Preußen nicht zu haben ſein wird.
Die Zentrumsfraktion der Zweiten elſaß=
lothringi=
ſchen Kammer hat ſchon ihre Abſicht kundgegeben, einen
Antrag auf Aufhebung des Paragr. 28 der Verfaſſung
(wonach die Verfaſſung nur durch die geſetzgebenden
Fak=
toren des Reiches abgeändert werden kann) einzubringen,
bei dem die Aeußerungen des Kaiſers zur Sprache
kom=
men ſollen.
Die Angelegenheit wird vielleicht das Gute haben,
daß ſie den renitenten franzoſenfreundlichen Elſaß=
Lothringern einmal den Ernſt der Lage und ihre eigene
Unklugheit zu Gemüte führt.
Die Flottenvorlage.
— Der Reichstag hat das Flottengeſetz in
zweiter Leſung unverändert angeenommen.
Kurz vor der Abſtimmung erſchien der Reichskanzler mit
dem Unterſtaatsſekretär Wahnſchaffe im Saal. Der
Prä=
ſident rief das Flottengeſetz und die Ergänzung zur
Ab=
ſtimmung auf. Es blieben mit den Sozialdemokraten nur
die kleinen Gruppen der anweſenden Welfen, Polen und
Elſäſſer ſitzen. Bei der Verkündigung des Ergebniſſes
der Abſtimmung: Annahme des
Flotten=
geſetzes, erbrauſte lauter Beifall. Der Reichskanzler
ſchüttelte dem Staatsſekretär der Marine glückwünſchend
die Hand und verließ den Saal mit ſeinem
Unterſtaats=
ſekretär.
Dieſes Reſultat kann als hocherfreulich bezeichnet
werden, denn es geht über das hinaus, was man
allge=
mein erwartet hatte; gewiß ſtand die Annahme der
Flot=
tenvorlage außer Zweifel, immerhin aber war es nicht
ganz ausgeſchloſſen, daß einige Abſtriche und
Abänderun=
gen in der Kommiſſion erfolgen würden. So aber iſt der
Eindruck, den der Beſchluß machen muß, ein um ſo
grö=
ßerer und wirkungsvollerer namentlich gegenüber dem
Auslande, wo dieſe einmütige Haltung der bürgerlichen
Parteien zu den Wehrfragen zum Teil ſogar
Beklemmun=
gen hervorruft.
Ein gut Teil dieſes Erfolges darf Herrn v. Tirpitz
zugeſchrieben werden, der in planvoller Arbeit ohne
Ja=
gen und Haſten auf ſein Ziel losſteuert und niemals
daran denkt, uferloſe Forderungen zu ſtellen. Trotz
häu=
figer Angriffe beſchränkt er ſich ſtets auf das, was gerade
notwendig und mit der Finanzlage vereinbar iſt, und
darum iſt er auch von Erfolg zu Erfolg geſchritten, und
unter ſeiner Führung hat unſere Kriegsmarine allmählich
eine ganz bedeutende Verſtärkung erfahren. Es iſt
be=
greiflich, daß man beſonders jenſeits des Kanals dieſe
zielbewußte Arbeit nicht gern ſieht und alles mögliche
angeſtellt hat, um den deutſchen Flottenplänen ein Paroli
entgegenzuſetzen; indeſſen ſcheint man jetzt die
Erfolg=
loſigkeit dieſer Bemühungen eingeſehen zu haben,
nach=
dem deutſcherſeits durch Wort und Tat betont worden iſt,
daß wir uns in unſere Angelegenheiten nicht hineinreden
laſſen. Die der engliſchen Regierung ſehr nahe ſtehende
Weſtminſter Gazette kommt in einer Betrachtung über die
Miſſion des Botſchafters v. Marſchall auch auf die
Flot=
tenfrage zu ſprechen, unter Beziehung auf die
Aeußerun=
gen des Staatsſekretärs v. Tirpitz in der
Budgetkommiſ=
ſion und bemerkt dazu, jede Nation ſei ehrlich davon
überzeugt, daß ihre Rüſtungen nicht aggreſſiv ſeien; ob
die anderen Nationen ebenſo vorgingen, hänge faſt ganz
von den politiſchen Beziehungen ab. Dann macht aber das
Blatt das bemerkenswerte Zugeſtändnis, daß die
Mög=
lichkeit, die Beziehungen Englands zu Deutſchland zu
verbeſſern, in einer Vertiefung in die Politik und dem
Beiſeitelaſſen der Flottenfrage läge.
Man ſieht alſo, die entſchiedne Haltung Deutſchlands
in dieſer Frage hat ihren Eindruck nicht verfehlt, wie ja
gerade England ſtets einzulenken pflegt, wenn man die
Zähne zeigt. Darum wird auch, wie wiederholt
hervor=
gehoben werden möge, die Haltung der bürgerlichen
Par=
teien in der Flottenfrage, wie zu den Wehrvorlagen
über=
haupt, ihre Wirkung nicht verfehlen und dazu dienen, die
Stellung Deutſchlands nach außen hin ungemein zu
kräf=
tigen.
Deuſches Reich.
Die nationale Flugſpende. Die
natio=
nale Flugſpende hat, wie in der Sitzung des Komitees
feſtgeſtellt wurde, bisher mehr als zwei Millionen Mark
ergeben. Es ſtehen aber noch eine ganze Menge von
Sammlungsergebniſſen aus, ſodaß nach ungefähren
Schätzungen etwa drei Millionen Mark
zuſammenge=
bracht ſein dürften.
Schwierigkeiten im
Zentralſchieds=
gericht für das Baugewerbe. Man ſchreibt uns:
Bekanntlich iſt beim Abſchluß der großen Kämpfe im
Baugewerbe im Sommer 1910 ein Hauptvertrag zwiſchen
dem Deutſchen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe und
den Zentralverbänden der Bauarbeiter abgeſchloſſen,
durch den ein Zentralſchiedsgericht eingeſetzt iſt, das
Berufungen gegen Urteile der unteren
Tarifvertrags=
inſtanzen und grundſätzliche
Tarifvertragsangelegenhei=
ten entſcheiden ſoll. Es beſteht aus 5 Unparteiiſchen, 4
Arbeitgebern und 4 Arbeitnehmern. Dem geſchäftsfüh=
renden Unparteiiſchen liegt es nach der Geſchäftsordnung
des Zentralſchiedsgerichts ob, die Termine der Sitzungen
anzuberaumen. Der letzten Einladung zu einer Sitzung,
die am 13 Mai ds Is in Berlin ſtattfinden ſollte, haben
nun die beiden ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften, der
Deutſche Bauarbeiterverband und der Zentralverband der
Zimmerer Deutſchlands, nicht Folge geleiſtet Außer den
Unparteiiſchen hatten ſich nur die Vertreter des
Arbeit=
geberbundes und des Zentralverbandes chriſtlicher
Bau=
arbeiter eingefunden, ſodaß in die Verhandlungen nicht
eingetreten werden konnte Das Verhalten der ſoziaſe
demokratiſchen Bauarbeiterverbände ruft in den Kreiſut.
der Bauarbeitgeber große Empörung hervor.
— Der Deutſche Flottenverein. Rhof
dem Bericht des Deutſchen Flottenvereins für 191fegiſch
trug das Vereinsvermögen 381000 Mark, der fle’s net
ſchlag für 1912 gleicht ſich in Einnahme und Ausgend net
429000 Mark aus, die Erhöhung der Ausgabe un i. wer
Mark iſt durch geſteigerte Druckpreiſe hervorgeruſenttß
das Invalidenheim wurden 54000 Mark geſammel
Verein umfaßt 53 Hauptausſchüſſe, 3463 Ortsarkkn,
298000 Einzelmitglieder und 756 000 körperſchaftlichs
Rit=
glieder. Aus dem am 1. Januar 1912 100000 Mark
be=
tragenden Chinafonds wurden 82 Unterſtützungen mit
8672 Mark bewilligt, aus dem Südweſtafrikafonds mit
38000 Mark 154 Unterſtützungen mit 8900 Mark.
19 Schülerfahrten mit 2961 Teilnehmern fanden ſtatt,
ferner 15 Sonderfahrten mit 3600 Mitgliedern. Der
Be=
richt gibt ein gutes Bild von der planmäßigen und
um=
faſſenden Werbetätigkeit des Vereins.
— Der bayeriſche Lotterievertrag. Die
bayeriſche Kammer der Abgeordneten hat den
Lotterie=
vertrag mit Preußen entſprechend einem Antrag des
Abg. Held (Zentr.) zur nochmaligen Beratung an den
Finanzausſchuß zurückverwieſen. Es ſoll dabei auch die
Frage erwogen werden, ob nicht die Errichtung einer
rein bayeriſchen Klaſſenkotterie zweckdienlicher ſei. Im
Laufe der Debatte über den Vertrag ſprachen ſich die
Sozialdemokraten und ein Teil der Liberalen gegen die
Annahme des Vertrages aus. Das Zentrum nahm nicht
definitiv Stellung.
Ausland.
Italien.
Die Wahlreform. Die Kammer lehnte beſ
der Beratung des erſten Artikels der Wahlreform auf
Antrag des Miniſterpräſidenten in namentlicher
Abſtim=
mung mit 206 gegen 67 Stimmen den Antrag Mirabelli
ab, das Stimmrecht allen großjährigen Italienern zu
gewähren. Gleichfalls wurde auch auf Verlangen des
Miniſterpräſidenten durch Handaufheben der Antrag
Mi=
rabelli, das Stimmrecht auch den Italienern zu
ver=
leihen, die nicht zum Reiche gehören, abgelehnt.
Frankreich.
Die Marokko=Verhandlungen. Aus
Madrid wird gemeldet, daß der engliſche
Vermittlungs=
vorſchlag, wonach das Uergagebiet nach den dort
anſäſſi=
gen Stämmen zwiſchen Spanien und Frankreich geteilt
werden ſoll, in Madrid ungünſtig aufgenommen worden
ſei. Man ſuche eine andere Löſung.
Bulgarien.
Bulgarien und Rußland. In einer
Be=
ſprechung der Reiſe der bulgariſchen Miſſion nach Livadia
hebt Mir hervor:: Kein bulgariſches Blatt habe ſich
ge=
funden, welches die Reiſe als Zeichen künftiger
Komplika=
tionen auf dem Balkan hingeſtellt habe. Gegenüber der
Behauptung ausländiſcher Blätter, daß zwiſchen
Bulga=
rien und Rußland angeblich eine militäriſche Konvention
zum Zwecke territorialer Aſpirationen auf dem Balkan
abgeſchloſſen ſei, iſt Mir ermächtigt, ſolche Gerüchte
ent=
ſchieden zu dementieren. Bulgarien könne ſich mit keiner
Großmacht durch eine Konvention verbinden. Seine
Intereſſen gebieten ihm, ſich in der internationalen
Poli=
tik volle Freiheit zu bewahren. Die Entſendung der
Miſſion ſei nur eine meuerlicheKundgebung für die
Befeſti=
gung der Bande zwiſchen dem Befreier und dem
Be=
freiten.
Schweden.
Die Anſchaffung von Kriegsmaterial.
Beide Kammern des Reichstages nahmen in gemeinſamer
Sitzung mit 222 gegen 143 Stimmen den Geſetzentwurf
der Regierung an, für die Anſchaffung von Kriegsmaterial
für 1913 3½ Millionen Kronen zu bewilligen. Von der
Summe ſollen 2½ Millionen Kronen gemäß einer ſpäter
zu treffenden Beſtimmung verwandt werden.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelt im Wahlkampf. Rooſevelt nahm
den Wahlkampf in Ohio mit erneuter Kraft und
Lebhaf=
tigkeit auf. Er bleibt im Staate Ohio bis nach
Beendigung der Primärwahlen am 21. Mai. Er
beabſich=
tigt, 60 Reden zu halten in allen Bezirken außer den
beiden, die den Heimatsort des Präſidenten Taft (
Cin=
einnati) bilden. Bei der Eröffnung ſeiner Wahlreden
er=
klärte Rooſevelt wiederum, der gegenwärtige Kampf
be=
deute geradewegs einen Kampf zwiſchen dem Volk und
den politiſchen Boſſes. Der gegenwärtige Wahlfeldzug
ſei der größte ſeit dem Tode Lincolns.
Mie
China.
— Die Anleihefrage. Der Vizepräſident der
Ruſſiſch=Aſiati=Bank, Verſtraete, iſt in London
eingetrof=
fen, um Rußland auf den kommenden Beſprechungen zu
vertreten, in denen die Details der Sechsmächte=Anleihe
von 60 Millionen Pfund für China auf Grund der Peking
von den Mächten geſtellten Bedingungen feſtgeſetzt
wer=
den ſollen. Sogleich nach ſeiner Ankunft hatte Verſtraete
Beſprechungen mit dem ruſſiſchen und dem japaniſchen
Botſchafter. Er erklärte, Rußland habe hinſichtlich der
Beteiligung an der Anleihe keine politiſchen Motive oder
Aſpirationen, abgeſehen von denen, die den Mächten
offi=
ziell mitgeteilt worden ſeien, nämlich die Wahrung der
ruſſiſchen Sonderintereſſen in der Mongolei und in
Weſt=
ching. Die Sechsmächte=Bankgruppe trat zu ihrer erſten
Sitzung zuſammen. — Wie aus Peking gemeldet wird, iſt
die zwiſchen den Banken und den Vertretern Chinas
ab=
gehaltene Konferenz, die den ganzen Tag andauerte,
re=
ſſultgtlos verlaufen. Die chineſiſchen Vertreter ſchlugen
un=
mögliche Aenderungen vor, die meiſt eine überraſchende
Unkenntnis der Finanzen verraten. Dabei drängen ſie auf
einigen Abſchluß der Anleihe, weil unter den Truppen
wegen Nichtbezahlung ihres Soldes große Aufregung
herrſcht.
* Petersburg, 14. Mai. Die Fabriken
faſt vollſtändig ſtill. Die Zahl der Strei=
2.
den beträgt 100000. Trotz des Regenwetters
fan=
mehrere Straßendemonſtrationen ſtatt. Arbeiter
dechzogen verſchiedene Stadtteile mit roten Flaggen
und ſangen revolutionäre Lieder. Die Polizei zerſtreute
die Menge ſund verhaftete vierzig. Ernſte Zwiſchenfälle
ſind nicht vorgekommen.
Stadt und Land.
Darmſt adt, 17. Mai.
Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10,
enthätt: 1. Ueberſicht über die von Großh. Miniſterium
des Innern für das Rechnungsjahr 1912 genehmigten
Umlätzen zur Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe in
den Cemeinden des Kreiſes Heppenheim. 2. Ueberſicht
der für das Jahr 1912 Ri. genehmigten Umlagen zur
Beſträitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen
Religions=
gemeinden des Kreiſes Alzey. 3. Ueberſicht der von
Großh. Miniſterium des Innern für das Rechnungs=
78
jahr 1912 zur Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe der
iſreelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes Offenbach
gelehmigten Umlagen. 4. Zulaſſungen zur
Rechtsan=
wäſtſchaft.
g. Kriegsgericht. Der 23jährige Bäckergeſelle Albert
Heinrich Hofmann aus Gießen, jetzt Infanteriſt im
In=
fanterie=Regiment Nr. 116, ſtand am Mittwoch wegen
Fahnenflucht bezw. Entziehung der Wehrpflicht vor dem
Gericht der 25. Diviſion. Hofmann hat bereits trotz ſeiner
Jugend 4 Jahre 4 Monat hinter Gefängnismauern
ver=
bracht und als er im Jahre 1909 zum Militär ausgehoben
wurde, entwendete er ſeinem Dienſtherrn einen Geldbetrag
von 350 Mark und flüchtete, um ſich der ihm drohenden
Strafe zu entziehen, nach der Schweiz. Er wurde jedoch
ausgeliefert und büßte ſeine Strafe in Freiburg ab. Der
Angeklagte meldete ſich nach ſeiner Entlaſſung aus dem
Ge=
fängnis ordnungsgemäß bei den zuſtändigen
Bezirks=
kommandos an. In Worms wurde er dann abermals zun
Militär ausgehoben, er mußte jedoch ſeine Arbeitsſtelle
wechſeln und ging nach Gießen, wo er feſtgenommen wurde.
Das Gericht ſah nicht für erwieſen an, daß die Abſicht der
dauernden Dienſtpflichtentziehung beſtanden habe, denn er
habe ſich immer bei den Bezirkskommandos angemeldet.
Es verurteilte ihn deshalb nur wegen unerlaubten
Ent=
fernens vom Heere zu 6 Monaten Gefängnis.
Wegen Diebſtahl an einem Kameraden hatte ſich der 21 Gardiſt Karl Herbſt vom Garde=Infanterie=
Regi=
ment Nr. 115 zu verantworten. Er hatte dem Gardiſt
Schmidt ſein Taſchenmeſſer ausgeführt und es nicht
herausgegeben, trotzdem Schmidt wiederholt nach dem
Meſſer gefragt hatte. Der Angeklagte, der bereits
mehr=
mals militäriſch beſtraft iſt, behauptet, das Meſſer
gefun=
den zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu
16 Tagen ſtrengem Arreſt
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion in
Darmſtadt. Se. Maj. der Kaiſer und König haben
anläßlich der Anweſenheit Ihrer Maj. der Kaiſerin und
Königin in Bad Nauheim dem Poſtdirektor
Flaſchen=
träger den Roten Adlerorden 4. Klaſſe und dem
Poſt=
inſpektor Kleinſteuber den Königl. Kronenorden 4. Klaſſe
zu verleihen geruht. Aus dem gleichen Anlaß haben
die Ober=Poſtſchaffner Heß und Hübner wertvolle
Ge=
ſchenke erhalten.
* Poſtkartenwoche. Von J. K. H. der Frau
Groß=
herzogin ſind aus Livadia weitere
Aufnah=
men für die Poſtkartenwoche angelangt, nämlich ein
wohlgelungenes Bild unſeres Erbgroßherzogs mit dem
Zarewitſch am Meeresſtrande in Livadia und eine
Grup=
penaufnahme der kaiſerlich ruſſiſchen Kinder mit unſeren
beiden Prinzen.
* Zur Deutſchen Flugzeug=Spende haben die Beamten
der Firma E. Merck einen namhaften Beitrag geliefert.
Die Summe von 428 Mk. 65 Pfg. wurde an die Bank für
Handel und Induſtrie abgeliefert.
* Vom Hoftheater wird uns geſchrieben: Wir
wol=
len nicht verfehlen, noch einmal auf die Freitag, den 17.
Mai, ſtattfindende Benefizvorſtellung für den
Penſionsfonds aufmerkſam zu machen. Die zur
Aufführung kommende Operette „Prima=
Balle=
rina” hat hier in Darmſtadt einen ganz beſonderen
Er=
folg gehabt, jedenfalls Dank dem Umſtande, daß das
hieſige Perſonal ſehr glücklich zuſammengeſtimmt war.
In erſter Linie waren es das Ehepaar Speiſer=Suchanek,
ſowie Frl. Grünberg, die an dem Erfolge einen
haupt=
ſächlichen Anteil hatten. Da die Genannten unſere
Bühne verlaſſen, bietet die Vorſtellung am nächſten
Frei=
tag, den 17., zum letzten Male Gelegenheit, in der
be=
währten Beſetzung dieſe Operette zu hören, die durch
ihre gefälligen Melodien und ein unterhaltendes
Text=
buch ſo kräftig eingeſchlagen hat. Ein weiteres Intereſſe
gewinnt die Vorſtellung dadurch, daß die Tenorpartie
von Herrn Wirl vom Frankfurter Opernhaus gaſtweiſe
geſungen wird, der ſie bei der Erſtaufführung des Werkes
kreiert hat.
Im Anſchluß an ein kürzliches „Eingeſandt” wird
uns mitgeteilt, daß die Anſetzung der Benefizvorſtellung
auf Freitag (die übrigens von den Künſtlern und
nicht von der Direktion beſtimmt worden iſt) nötig war
und ſich nicht ändern ließ, weil der Frankfurter Gaſt für
einen anderen Tag nicht zu bekommen war. Ferner
möch=
ten wir bemerken, daß unſere kurze Beſprechung der
„Zauberflöte‟=Vorſtellung vom Dienstag, wenn ſie
rich=
tig geleſen wurde, nicht ſo verſtanden werden konnte, daß
das Publikum im allgemeinen über den Wechſel in der
Wahl des Gaſtes nicht unterrichtet worden ſei, ſondern
nur das Publikum (d. h. denjenigen Teil des Publikums)
meinte, das nicht unterrichtet gewefen ſein ſollte.
Meiſterprüfungen für Handwerker in der Provinz
Starkenburg. Zur Erlangung der Befugnis zum
Anleiten von Lehrlingen im Handwerk nach
§§ 129 und 133 der Gewerbeordnung vom 30. Mai 1908
(Kleiner Befähigungsnachweis), ſowie zur
Erwerb=
ung des Meiſtertitels wird nunmehr wiederum
eine Meiſterprüfung abgehalten. Behufs Zulaſſung zu
derſelben iſt an das Sekretariat der Handwerkskammer
zu Darmſtadt die Prüfungsgebühr mit 35 Mark
einzu=
zahlen. Mit der Quittung hierüber verſendet die
Kam=
mer zugleich das vorgeſchriebene Anmeldeformular,
wel=
ches ausgefüllt, mit ſämtlichen geforderten Anlagen
(Nachweiſen) an den Vorſitzenden der
Meiſterprüfungs=
kommiſſion für die Provinz Starkenburg, Herrn
Inge=
nieur Markwort zu Darmſtadt, Kaſinoſtraße 8, baldigſt
einzureichen iſt.
* Eine Carl=Beyer=Ausſtellung hat die Hof=Buch=
und Kunſthandlung Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße 16,
als dritte Sonderausſtellung Darmſtädter Künſtler
eröff=
net. Carl Beyer lebte von 1826—1903 faſt nur in Darmſtadt,
nur hier hat er Großes und Schönes geſchaffen, und doch
wird er vielen durch die Ausſtellung als ein Fremder
ge=
zeigt werden. Sein ſtilles Arbeiten und Ringen blieb
unbeachtet, ſeine beſten Werke blieben in Mäppen
ver=
wahrt, für niemanden zugänglich. Endlich wurde doch
der Wert ſeiner Arbeiten erkannt, zum erſten Male kamen
ſie erfolgreich in der Nachlaßausſtellung im Kunſtverein
zum Vorſchein, ein Bild „Bei Niederramſtadt” aus dem
Jahre 1871 befand ſich 1906 auf der
Jahrhundertausſtel=
lung in der Nationalgalerie in Berlin, und ſchließich
er=
warb im vorigen Jahre unſer Landesmuſeum drei
Arbei=
ten („Faſanerie”, „Blicke in die Rheinebene und nach dem
Taunus”) für die Gemäldegalerie, Damit iſt Carl Beyer
der Vergeſſenheit erdriſſen, und das verdientermaßen.
Sein unermüdliches Schaffen galt in erſter Linie ſeiner
Heimat, ſeinen heimatlichen Wäldern, Bergen und
Tä=
lern; mit dem innigſten Verſtändnis für die Natur in
ihren lieblichſten Eigenarten hat er herrliche Partien aus
der Umgebung Darmſtadts, aus dem Odenwald und
Taunus in ſeinen Arbeiten wiedergegeben, die auch heute
noch nach 40 bis 45 Jahren friſch und keineswegs
un=
modern wirken. Jedes Bild zeigt ſein treues und
ſleißi=
ges Naturſtudium, hier friſche Sonneneffekte und ſaftiges
Grün neben feinen Frühlings= und Herbſtſtimmungen, da
feintonige Regenſtudien, tiefliegende Horizonte und reich
bewölkte hohe Himmel, — eine warme und techniſch
voll=
endete Kunſt, an der kein Kunſtfreund vorübergehen wird
Möge dieſe Ausſtellung mit dazu beitragen, den Namen
Carl Beyer unſerem Heſſenlande zu erhalten und ſeiner
Kunſt immer neue Wege dorthin zu bahnen, wo er bisher
noch ein Unbekannter war. — Die ausgeſtellten Originale
ſind zu verhältnismäßig billigen Preiſen käuflich zu
er=
werben.
* Verband der Detailliſten=Vereine im
Großher=
zogtum Heſſen. In der Vorſtandsſitzung berichtete der
Vorſitzende, Herr W. Kalbfuß, zunächſt über die
ſeit=
herige Tätigkeit des Verbandes und beſprach ſodann
das weitere Arbeitsprogramm. Den Einladungen zu
den Tagungen des bayeriſchen Verbandes der Vereine
zum Schutze für Handel und Gewerbe, ſowie des
Zentralausſchuſſes für die Geſamtintereſſen des deutſchen
Einzelhandels im Hanſabunde konnte alſo leider nicht
entſprochen werden. An der am 2. Mai in Kaſſel
ſtatt=
gefundenen Verſammlung der
Intereſſengemein=
ſchaft der Detailliſtenverbände Deutſchlands hatte der
Vorſitzende teilgenommen und berichtete derſelbe über
den Verlauf der Tagung. Um dem in letzter Zeit
über=
hand genommenen Zugabe=Unweſen zu ſteuern,
iſt von einer großen Anzahl von Detailliſtenverbänden
darunter dem heſſiſchen Verband, gemeinſchaftlich ein
„an die Hausfrau” gerichtetes Flugblatt in einer
großen Maſſenauflage hergeſtellt worden, daß z. Zt. von
mehreren Verbandsvereinen zur Verteilung gebracht
wird. Die nachdrückliche Beſteuerung der
Wander=
lager wird angeſtrebt und ſind die Vorarbeiten hierzu
im Gange. Um dem übertriebenen Borgen und
Kreditgeben zu ſteuern, iſt die Gründung einer
Einziehungsgenoſſenſchaft geplant, ebenſo iſt
die Bildung einer Arbeitszentrale im Gange, die
den Zweck hat, die Intereſſen des Gewerbes und
Handels gegenüber den Konſumvereinen zu vertreten
und zu fördern. Beiden Beſtrebungen beabſichtigt der
Verband ſich anzuſchließen.
* Verein der Detailliſten von Darmſtadt. In der
Vorſtandsſitzung führte der Vorſitzende die
neuge=
wählten Mitglieder, die Herren Borné und Fiſchl, ein
mit dem Wunſche, daß ſie tatkräftig mitarbeiten werden
zum Segen und Wohle des ganzen Standes. Die
Ver=
teilung der Aemter gemäß § 10 der Vereinsſatzungen
ge=
ſchah wie folgt: 1. Vorſitzender: Herr W. Kalbfuß, 2.
Vor=
ſitzender: Herr Fr. Klockow, Schriftführer: Herr F.
Becker Rechner: Herr Ph. Schaaf. Der Vorſitzende
be=
richtet ſodann über die Tätigkeit der Kommiſſion zur
Werbung neuer Mitglieder, Ausbau der Tätigkeit des
Ver=
eins uſw. Leider ſteht noch eine große Anzahl hieſiger
Firmen dem Detailliſten=Verein fern. Sie zu gewinnen
und ſie zu überzeugen, daß es in beiderſeitigem Intereſſe
notwendig iſt, dem Detailliſten=Verein, als der
maßgeben=
den Vertretung des Kleinhandels, anzugehören, iſt die
nächſte wichtige Aufgabe. Der Jahresbericht für 1911
wird im Druck erſcheinen und außer den Mitgliedern auch
all den noch fernſtehenden hieſigen Detailliſten zugehen.
Ein Blick in den Bericht wird ſie überzeugen von der
großen Arbeit, die in ihrem eigenen Intereſſe durch den
Vorſtand geleiſtet wird. Der Wert einer
kaufmänni=
ſchen Vorſchule mit vollem Tagesunterricht
wird immer mehr erkannt und erregt mehr und mehr das
Intereſſe ſowohl der einzelnen Kommunen als auch der
Regierung. Der Verein wird ſeine Agitation zur
Erreich=
ung dieſes Zieles alsbald wieder aufnehmen. Der Vos
ſitzende berichtet ſodann über die neuen Fälle unlauteren
Wettbewerbes und die hierin getroffenen Maßnahmen.
Immer noch gehen dem Vorſitzenden anonyme Schrei=
Die Haftung der White Star Line für
den Untergang der „Titanic‟.
** Wie berichtet worden iſt, haben deutſche
Ver=
ſicherungsgeſellſchaften beſchloſſen, Regreßanſprüche
an die White Star Line auf Grund der in Waſhington
gemachten Zeugenausſagen zu erheben. Mit Rückſicht
hierauf unterſucht Aſſeſſor Dr. Wegerdt in der
Deutſchen Juriſtenzeitung, unter welchen
Vorausſetznugen und in welchem Umfange dieſe Reederei
für den Schaden haftet, der durch den Verluſt an
Men=
ſchen und Gütern infolge der „Titanie”=Kataſtrophe
her=
beigeführt worden iſt.
Von den Beſtimmungen des engliſchen Rechtes
kom=
men vor allem die über die Haftung des Reeders für
Nachläſſigkeit der Schiffsbeſatzung in
Frage. Die Merchant Shipping Act enthält hierüber
nichts. Es iſt aber eine allgemeine Regel des Common
Law daß die auf einem Schiffe Angeſtellten die Servants
des Reeders ſind, für deren Nachläſſigkeit er nach
Com=
mon Law haftet. Dieſe Haftung ergibt ſich aus dem
Dienſtverhältnis, das zwiſchen dem Reeder und ſeinen
Angeſtellten beſteht. Erforderlich iſt aber, daß der durch
die Nachläſſigkeit der Schiffsbeſatzung angerichtete
Scha=
den in Ausführung ihrer Dienſtverrichtungen
herbeige=
führt iſt. An einer genauen Begriffsbeſtimmung von
Nachläſſigkeit fehlt es. Was den Umfang dieſer
beſchränk=
ten Haftung betrifft, ſo ſoll der Reeder bei Verluſt von
Menſchenleben oder Geſundheitsbeſchädigung allein oder
in Verbindung mit Verluſt oder Beſchädigung von Wa
ren, Kaufmannsgütern oder ſonſtigen Sachen im ganzen
nicht über 15 Pfund pro Tonne vom Schiffsraumgehalt
haften und bei Verluſt oder Beſchädigungen von Waren,
Kaufmannsgütern oder ſonſtigen Dingen, mag außerdem
Verluſt an Menſchenleben oder Geſundheitsbeſchädigung
hinzukommen oder nicht, im ganzen nicht über 8 Pfund
pro Tonne. Zu dieſem Zwecke ſoll der Tonnengehalt
eines Dampfſchiffes durch ſeinen eingetragenen
Tonnen=
gehalt unter Zurechnung eines für die Herſtellung dieſes
Tonnengehalts abgezogenen Maſchinenraums beſtimmt
werden. Der Raumgehalt der Schiffsbeſatzungsräume
darf bei Berechnung der ſtatutariſchen Haftungsſumme
vom Bruttoraumgehalt des Schiffes abgezogen werden
Wenn der Raumgehalt der „Titanic” unter
Berück=
ſichtigung vorſtehender Beſtimmungen auf etwa 40000
Tonnen angenommen wird, ſo würde die White Star
Line unter der Vorausſetzung, daß die engliſchen
Ge=
richte den Untergang der „Titanic” auf ein Verſchulden
der Schiffsbeſatzung in Ausführung ihrer
Dienſtverrich=
tungen zurückführen und daß die White Star Line nicht
vertraglich die Haftung für dieſen Fall ausgeſchloſſen
hat, bis zu 15 Pfund X 40000, d. h. im ganzen bis zum
Höchſtbetrag von 600000 Pfund — 12. Millionen Mark
haften. Erreicht der für den Menſchenverluſt und die
Geſundheitsbeſchädigungen geltend gemachte
Schaden=
erſatz nicht den Betrag von 7 Pfund X 40000, d. h.
280000 Pfund — 5600000 Mark, ſo ſind die übrigen
Kläger nicht zum Ueberſchuß berechtigt, da die Haftung
des Reeders für Verluſt oder Beſchädigung von Waren
Kaufmannsgütern oder ſonſtigen Sachen 8 Pfund pro
Tonne nicht überſteigen ſoll. Beträgt andererſeits der
für den Menſchenverluſt oder die
Geſundheitsbeſchädi=
gungen zugeſprochene Schadenerſatz mehr als 5600000
Mark, ſo können ſich nach der engliſchen Praxis dieſe
Kläger wegen des nicht gedeckten Mehrbetrages genau
ſo wie die übrigen Geſchädigten, deren vom Gericht
zu=
geſprochene Forderungen ſonſtwie hoch ſein mögen, an
die übrigen 6 400000 Mark halten.
Die Sporaden und ihre Bewohner.
C) Mit den neuen Inſelbeſetzungen durch
die Italiener iſt die Inſelkette der Sporaden faſt
vollkommen in italieniſchem Beſitze und die wenigen
klei=
nen Eilande, die noch fehlen, werden vorausſichtlich in
den nächſten Tagen beſetzt, womit dann die ganze
Inſel=
kette, die ſich von Kandia bis zur Anatoliſchen Küſte zieht,
in italieniſchen Händen ſein wird. Die wichtgſte von ihnen
iſt wohl Karpathos, die zwiſchen Rhodos und
Kandia liegt; ſie weiſt eine Längsform auf und hat bei
13 Kilometern Breite eine Länge von 48 Kilometer. Das
kleine Eiland beſitzt nach italieniſchen Angaben eine
Be=
völkerung von etwa 5000 Köpfen, die ſich durch
Tiſchler=
arbeiten und Holzſchnitzerei ernährt. Der höchſte Gipfel
iſt der 1219 Meter hohe Berg Laſtos. Im übrigen iſt der
Boden unfruchtbar, die Küſten bieten ſchlechte
Landungs=
gelegenheiten, nur bei Arkaſſa an der Weſtküſte findet ſich
ein guter Ankerplatz.
Die kleine Inſel Kaſos liegt an der Südſpitze von
Karpathos in der Richtung auf Kandia und bildet ſo eine
Fortſetzung jener Inſelkette, die das Aegäiſche Meer vom
Mittelmeer ſozuſagen ſcheidet. Kaſos, das eine
Bevölke=
rung von einigen 5000 Menſchen aufweiſt, beſitzt einen
gewiſſen Ruf durch ſeine Schwammfiſcherei; in
der Tat lebt die Bevölkerung nur vom Handel mit
Schwämmen. Nach dem griechiſchen
Unabhängigkeits=
kriege war Kanſas entvölkert und verwaiſt; erſt nach und
nach ſiedelte ſich eine Schar von Seeleuten und
Schwamm=
fiſchern auf dem kleinen Eiland an. Die
Schwammfiſche=
rei wird in kleinen Schaluppen betrieben, die an ſchönen
Tagen, mit fünf oder ſechs Leuten bemannt, unter der
Führung eines „Reis” zu früher Morgenſtunde
ausfah=
ren. Schon zu Sonnenaufgang ſind die Schwammbänke
erreicht, und nun beginnt die Suche nach einem guten
Jagdplatze. Iſt das Meer unruhig, ſo bleiben dieſe
Be=
mühungen oft erfolglos; nur bei ruhiger Witterung läßt
ſich der Meerboden erkennen. Iſt ein günſtiger
Schwamm=
grund gefunden, ſo wird das Segel eingezogen, Anker
geworfen und ſofort beginnt die Arbeit. Ein Seil, das
einen ſchweren weißen Stein trägt, wird hinabgelaſſen,
und an dieſem Tau turnen die Schwammtaucher in die
Tiefe hinab. Hier werden haſtig die Schwämme von den
Felsklippen losgeriſſen, die Taucher tragen um den Hals
ein Netz, das die Beute aufnimmt. Und wenn ſie
Atem=
not ſpüren, eilen ſie zu ihrem Seil zurück und ſchnellen
ich mit einem kräftigen Ruck zur Waſſeroberfläche empor,
wobei ſie das Seil loslaſſen. Der weiße Stein ſpielt
dabei eine wichtige Rolle: nicht ſelten kommt es vor, daß
ben zu mit Beſchuldigungen anderer Firmen. Es ſei
hier deshalb nochmals ausdrücklich bemerkt, daß derartige
Zuſchriften keine Berückſichtigung finden,
ſondern alle ohne weiteres in den
Papier=
korb wandern. Wer Beſchwerde zu führen hat, ſoll
ſich vertrauensvoll an den Vorſtand wenden, das Weitere
wird dann von ihm unter Wahrung der ſtrengſten
Dis=
kretion veranlaßt. — Das Großh. Kreisamt hat auf
An=
ſuchen des Vereins verfügt, daß am Vorabend des
Himmelfahrtstages die Geſchäfte bis 9 Uhr geöffnet ſein
dürfen. Eine generelle Regelung iſt für das nächſte Jahr
in Ausſicht genommen und zwar dahingehend, daß nicht
nur an den Samstagen, ſondern an den Vorabenden aller
Sonn= und Feſttage bis 9 Uhr geöffnet ſein kann.
Da=
gegen hat die Anregung zur Freigabe des Sonntags vor
Oſtern und vor Pfingſten zum verlängerten Verkauf an
Stelle der beiden Meß=Sonntage wegen den damit
ver=
bundenen Komplikationen wenig Ausſicht auf Erfolg.
Ueber die Gründung einer
Einziehungsgenoſſen=
ſchaft referiert der Vorſitzende. Ein Beſchluß in dieſer
Frage wurde noch nicht gefaßt.
* Die Beratungsſtunden der Großh. Zentrale für M.
und S. in Beſſungen, Ludwigshöhſtraße 4, (Altes
Rat=
haus) und Heinhermerſtraße 21, fallen am Freitag, den
17. Mai aus.
* Die ſtädtiſche Rechtsauskunftsſtelle Darmſtadt,
Waldſtraße 6, iſt am Freitag, den 17. Mai, nachmittags,
geſchloſſen und dafür Samstag, den 18. Mai,
nachmit=
tags, von 4 bis 6 Uhr geöffnet. Die gewöhnlichen
Sprechſtunden ſind vormittags von 9 bis 12½ Uhr und
nachmittags von 3 bis 5 Uhr, außer Samstags
nach=
mittags
Vom neuen Hauptbahnhof. Es liegt im
Intereſſe der Reiſenden, vor allem der mit der elektriſchen
Bahn ankommenden, zum Eintritt in die Schalterhalle
nicht das öſtliche, ſondern das ſüdliche Tor am
Brunnen des Verkehrsvereins zu wählen. Es iſt dies
der kürzeſte und bequemſte Weg zu den Schaltern und
zur Gepäckabfertigung. Auch die Eiſenbahngepäckträger
ſind nur an dem ſüdlichen Tor aufgeſtellt, da hier auch
die Vorfahrt der Droſchken vorſchriftsmäßig zu
er=
folgen hat.
Fahrplanänderungen der Elektriſchen. Der in der
morgigen Nummer nochmals mit einigen
Aenderun=
gen veröffentlichte Fahrplan der elektriſchen
Straßenbahn weiſt einige weſentliche
Verbeſſerun=
gen auf. Während bisher der erſte Wagen ab
Lands=
kronſtraße 6.49 Uhr verkehrte, fahren nunmehr ſchon 6.34
und 6.41 Uhr daſelbſt Wagen nach dem Hauptbahnhofe
ab. Ebenſo iſt 6 Uhr 43 Min. ein Wagen ab
Taunus=
ſtraße eingelegt worden. Dieſer Wagen hat am Ernſt
Ludwigs=Platz Anſchluß nach dem Hauptbahnhof. Es
ſind jetzt die vielfach benutzten Staatsbahnzüge kurz nach
7 Uhr von den genannten Punkten aus ebenſo, wie vom
Schloßgartenplatz ab zu erreichen. Hierdurch wird einem
oft geäußerten Bedürfnis genügt.
* Preisſchießen. Am Samstag, den 18. Mai, beginnt
das vom Schützenklub Darmſtadt veranſtaltete
große öffentliche Preisſchießen im Vereinslokale
Reſtau=
rant G. Hanſel, Ecke Beck= und Soderſtraße 90. Geſchofſen
wird auf 12 Meter mit ſcharfer Munition. Es iſt jedem
Freunde und Gönner dieſes Sports Gelegenheit geboten,
ſich wertvolle Preiſe zu erringen. Die Preiſe ſind im
Vereinslokal ausgeſtellt. (Alles nähere im
Anzeigen=
teil.)
Zuſammenſtoß. Am Samstag nachmittag ſtießen
an der Kreuzung der Taunus= und Wenckſtraße zwei
Radfahrer zuſammen. Beide kamen zu Fall
und erlitten Verletzungen.
ie Räder wurden
beſchä=
digt. Die Zeugen des Vorfalles werden um Angabe
ihrer Adreſſen erſucht.
* Heſſiſcher Hof. Am Samstag, den 18. Mat,
abends 8 Uhr, wird die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=
Regts. Nr. 61, welche von der Senne zurückgekehrt iſt,
mit einem ſorgfältig zuſammengeſetzten Programm die
Saiſon eröffnen. Hierbei wird Herr Muſikmeiſter
Weber eine eigens zu dieſem Zweck verfaßte Jubel=
Fanfare für Althiſtoriſche Feldtrompeten und
Keſſel=
pauken zur Aufführung bringen und ſind im Programm
auch noch die neueſten Operetten=Schlager vorgeſehen.
Die Konzerte, welche ſich allgemeiner Beliebtheit
er=
freuen, finden regelmäßig
amstags und Mittwochs
tatt. Am Sonntag, den 19. Mai, abends 8 Uhr, gibt
die Kapelle ein großes Extra=Konzert.
§ Ueberfall. Ein 15 Jahre altes Mädchen, welches
am Dienstag nachmittag Eſſen trug und wieder nach
Hauſe gehen wollte, wurde von einem Mann gepackt
und am Eiſenbahndamm niedergeworfen. Das Madchen
ſchrie um Hilfe, worauf der Mann die Flucht ergriff.
Zwei Frauen, von welchen die eine die Mutter des
Mädchens war, eilten herbei und verfolgten den Mann
und ſahen wie er in die Zentralwerkſtätte eilte. In
der Werkſtätte wurden den Frauen die daſelbſt
befind=
lichen Perſonen mehrere hundert, gegenübergeſtellt.
Dieſelben konnten den Täter aber nicht herausfinden.
§ Feſtgenommen. Ein 47 Jahre alter Kutſcher aus
Mainz, welcher von der Staatsanwaltſchaft Mainz
wegen Sittlichkeitsverbrechen ſteckbrieflich verfolgt wird,
iſt hier feſtgenommen worden.
* Zwingenberg, 14. Mai. Der von dem
Obſtverwert=
ungsverein E. V. Zwingenberg und Umgegend beſchloſſene
Markthallenneubau geht ſeiner Vollendung
ent=
gegen und wird in etwa 14 Tagen gelegentlich der
Eröff=
nung des Frühkirſchenmarktes dem allgemeinen Gebrauch
übergeben werden. Die nach den Plänen Großh. Heſſ.
Landwirtſchaftskammer gefertigte Markthalle wird einen
Koſtenaufwand von rund 3500 Mark verurſachen. Die
Halle enthält ſowohl Verpackungsräume für Großhändler,
als auch Räume, in denen insbeſondere von entfernteren
Orten kommende Marktbeſucher ihr Obſt, wenn ſie dieſes
zur Erzielung beſſerer Preiſe etwa ein oder mehrere Tage
aufbewahren wollen, unter Sicherheitsleiſtung des Vereins
unterbringen können. Die Mitgliederzahl des Vereins hat
ſich gegen das vergangene Jahr verdoppelt und beträgt zur
Zeit 270.
Alsbach, 13. Mai. Man ſchreibt uns: Das in der
„Sonne” hier abgehaltene Konzert des
Geſangver=
eins „Eintracht” erfreute ſich guten Beſuches und
anden die Darbietungen ungeteilten Beifall. Die
Män=
nerchöre gelangen vorzüglich und gaben ein Zeugnis von
dem unermüdlichen Streben des den Verein leitenden
Dirigenten Herrn Rentner Schulz-Alsbach. Die Soliſten
des Abends boten hervorragendes. Herr Lehrer Adolf
Frey=Darmſtadt ſpielte den 1. Satz Violin=Konzert A=Dur
von Mozart und verſchiedene kleinere Stücke alter Meiſter
n Burmeſter=Bearbeitung mit ſchönem Ton, vorzüglicher
Technik und feinem Verſtändnis. Auch Herr Lehrer Ludw.
Müller aus Darmſtadt, ein mit einer umfangreichen,
chönen, glänzenden Tenorſtimme ausgeſtatteter Sänger,
löſte mit der Arie aus „Freiſchütz” und verſchiedenen
Lie=
dern ſtarken Beifall aus. Last not least durften wir Frl.
Kato Hofmann aus Offenbach bewundern. Die Sängerin
beherrſcht ihre wohlklingende, äußerſt ſympathiſche
Sopran=
timme in jeder Lage gleich gut und macht ihrer Schule alle
Ehre. Das Hornquartett des Leibgarde=Regiments Nr.
115 beteiligte ſich noch mit ſechs kleineren Stücken am
Pro=
gramm. Die Vorträge der Herren müſſen als meiſterhaft
bezeichnet werden, ſowohl in Ton als Stimmung und
fanden ebenfalls ungeteilten Beifall. Frau Cora Schulz
begleitete ſämtliche Stücke auf dem Klavier. Sie bot
Muſtergültiges als Begleiterin. Eine wohlgelungene
Auf=
führung der „Brieftaſche” von Heinrich Rüthlein, eines
hübſchen witzigen Einakters in Darmſtädter Mundart, gab
ſämtlichen Mitwirkenden (Frl. Gretchen Eichhorn, Frl.
K. Rindfuß, ſowie den Herren Ludwig Bonin, Heinr.
Mahr, Joſeph Zehfuß, Fritz Wenz) Gelegenheit, ihr
ſchau=
ſpieleriſches Talent ins rechte Licht zu ziehen und fanden
Darſteller und Stück vermöge ausgezeichneter Regie des
Präſidenten des Vereins, Herrn Lebrecht, großen Beifall.
A Beerfelden, 14. Mar. Am Sonntag mittag fand
hier eine Ausſchußſitzung des Bezirksverbandes Erbach der
Ortsgewerbevereine ſtatt. Faſt ſämtliche Vereine
hatten ihre Vertreter entſandt. — Zur ſelben Zeit hielt die
hieſige Spar= und Darlehnskaſſe ihre diesjährige
General=
verſammlung ab. Die Spareinlagen ſind im
abgeſchloſſe=
nen Geſchäftsjahr um 26000 Mark gewachſen und betragen
177000 Mark, ebenſo hat der Verkauf an Sparkarten an
Umfang zugenommen, es wurden für annähernd 11000
Mark Sparkarten verkauft. — Heute mittag, als die
Mehr=
zahl der Einwohnerſchaft ſich zum Mittagsmahl
niederge=
laſſen hatte, erſcholl Feuerlärm. Es brannte eine
Scheune in Unter=Beerfelden, ganz nahe dem Wohnhaus
Kolmer=Paulus. Die Feuerwehr war raſch zur Stelle,
ettete das Wohnhaus und beſchränkte das Feuer auf
ſeinen Herd, trotzdem der nächſte Hydrant
unverhältnis=
mäßig weit von der Brandſtelle entfernt war, Allzugroße
Sparſamkeit bei Anlage von Waſſerleitungen ꝛc. iſt ſehr
vom Uebel, da der Einzelne gegebenenfalls ſolche Mängel
teuer bezahlen muß.
* Offenbach, 15. Mai. Ein Orden, der ihn nicht
er=
reichte, wurde dem Polizeirat Ldw. Bräunig zu
Offen=
bach verliehen. Am Dienstag meldete die Offenb. Ztg.
den Tod des erſt ganz kürzlich in den Ruheſtand
verſetz=
ten Polizeirats und am Mittwoch wird amtlich
bekannt=
gegeben, daß ihm der Großherzog die Krone zum
Rit=
terkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen hat.
* Worms, 15. Mai. Bei vollſtändig
ausverkauf=
tem Hauſe wurde geſtern abend zum dritten Male
im Feſthaus das Volksſtück in rheinheſſiſcher Mundart:
De Rothaus=Reformader” von W. Briegleb
durch Mitglieder der hieſigen Turngemeinde gegeben. In
Scharen waren beſonders die Leute aus den
benachbar=
ten Dörfern herbeigekommen. Aber auch die weitere
Ferne, die Pfalz und Frankfurt, hatten Zuſchauer
ge=
ſchickt. Die Regie hatte wieder Herr Hofſchauſpieler
Hacker. Mit ſtürmiſcher Begeiſterung wurde das Stück
aufgenommen und den trefflichen Darſtellern in reichſtem
Maße Beifall geſpendet.
Worms, 15. Mai. Schwere Brandwunden
an der Bruſt und am rechten Arm erlitt geſtern mittag
das 9jährige Töchterchen eines in der
Juden=
gaſſe 3 wohnenden Taglöhners, als es für ſein jüngeres
Schweſterchen auf einem Spirituskocher Milch
wärmen wollte. Das verletzte Mädchen mußte in das
Städtiſche Krankenhaus gebracht werden.
Oſthofen, 15. Mai. Herr Karl Weber hat einen
¼ Morgen großen Weinberg in der Gewann Handweid.
Zum Fang der Heuwurmmotten hatte er am 10.
Mai 15 Büchſen mit Druſenwein gefüllt, und am 14. Mai
wurden in den Fanggefäßen 263 Motten gezählt, alſo
durchſchnittlich 17,5 Motten in der Büchſe. Die geringſte
Zahl war 8, die höchſte 37. Das Beiſpiel zeigt deutlich,
was erreicht werden kann, wenn eine gute Lockflüſſigkeit
rechtzeitig angewendet wird.
Lauterbach, 15. Mai. Bürgermeiſter Stöpler von
hier kann auf eine 25jährige Amtstätigkeit als
Bürgermeiſter und Ortsgerichtsvorſteher der Stadt
Lauterbach zurückblicken. Aus dieſem Anlaß wurde ihm
von dem Großherzog das Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen mit der Krone
verliehen. Auf Wunſch des Jubilars wurde von einer
offiziellen Feier Abſtand genommen, und er hat ſich durch
eine Reiſe auch jeder anderen Ehrung ferngehalten. Von
dem Stadtvorſtand erhielt er einen wertvollen Becher als
Jubiläumsgabe. Bürgermeiſter Stöpler erfreut ſich bei
ſeinen 63 Lebensjahren einer großen körperlichen Rüſtigkeit.
Außer ſeinem Amt als Bürgermeiſter und
Ortsgerichts=
vorſteher iſt er noch Mitglied der Zweiten Heſſiſchen
Ständekammer, des Provinzialtags, des Kreistags,
Kreis=
ausſchuſſes und der Kreisſchulkommiſſion.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 15. Mai Die Haus=
und Wohnungs=Ausſtellung hatte in den
letzten Tagen zahlreichen Beſuch. Am Sonntag wurde
ſie trotz des Sommerwetters von 10000 Perſonen beſucht.
— In Wannſee ſtarb an den Folgen eines Schlaganfalles
der Profeſſor an der Univerſität Leipzig Dr. Raoul
Richter, Sohn des Malers Guſtav Richter und ſeiner
Frau Kornelie, geborene Meyerbeer. Profeſſor Richter
hat ſich durch ſeine Arbeiten über Nitzſche und den
Skep=
tizismus in der Philoſophie und in der
Religionsphilo=
ophie bekannt gemacht. — Raffinierte Fälſchungen,
durch die die Poſtverwaltung nach den bisherigen
Ermit=
telungen um 5000 Mark geſchädigt wurde, ſind bei dem
Haupttelegraphenamt entdeckt worden. Der
Täter, ein 23 Jahre alter aus Brandenburg (Havel)
ge=
bürtiger Poſtaſſiſtent Fritz Blunck, der bei dem
Haupt=
telegraphenamt beſchäftigt war und bei ſeinen Eltern in
den Fiebrichſtraße zu Neukölln wohnte, iſt verſchwunden.
Einen bei den Fälſchungen Beteiligten, und zwar einen
Handlungsgehilfen namens Rabe, hat man feſtgenommen.
— Heute früh 5 Uhr machte der Förſter Rohrbeck
vom Forſthaus Rieſelhaus bei Hermsdorf einen
Patrouil=
lengang, als er zwei verdächtigten Männern begegnete.
Einer ſtürzte ſich auf den Förſter, um ihn zu erſtechen.
Dieſer wollte ihn mit dem Kolben ſchlagen; plötzlich löſte
ſich ein Schuß, traf den Angreifer in den Hals und führte
der Taucher im Eifer des Sammelns die Richtung
ver=
liert und im Augenblick der Atemnot ſein Seil nicht
ſo=
fort wiederfindet. Wenn es ihm dann nicht gelingt, an
dem leuchtenden weißen Stein das eigene Tau oder das
eines Arbeitsgefährten ſofort zu finden, iſt ſein Schickſal
beſiegelt, denn unter dem Druck von drei oder vier
Atmo=
ſphären würde er nicht zur Oberfläche zurückkehren
kön=
nen und in der Tiefe erſticken. Die Schwämme werden
in verſchiedenen Tiefen gefunden, aber an ſeichteren
Stel=
len iſt die Qualität ſchlechter; um wirklich ſchöne
Exem=
plare zu erlangen, müſſen die Schwammfiſcher bis zu
Tiefen von 30 und 35 Metern hinabtauchen und dann
wird ihre Arbeit nicht nur ſchwer, ſondern auch gefährlich.
Da man im beſten Falle bei einem guten Tagewerk
höch=
tens zehn bis zwölf außergewöhnlich ſchöne Schwämme
findet, ſind die Preiſe auch ziemlich hoch. Die Taucher
von Kaſos vermögen eine ganz erſtaunlich lange Zeit
unter Waſſer zu bleiben, und noch heute gilt der alte
Brauch, daß ein Jüngling nicht heiraten darf, ehe er
nicht imſtande iſt, einen Schwamm aus 35 Meter Tiefe
emporzuholen.
Die Inſel Tilos iſt völlig bedeutungslos;
in=
tereſſanter iſt Niſyros deſſen mittlerer Berg der
ein=
zige heute noch tätige Vulkan Kleinaſiens iſt. Der
Berg ſtößt beſtändig Rauchwolken aus, unter deren Hitze
ſich Schwefelkriſtalle bilden. Zur Regenzeit nimmt die
Tätigkeit des Vulkans zu; dann bildet ſich in den Tiefen
des Kraters ein glühender, brodelnder Schwefelſee. Die
kleine Inſel Hyali, die zwiſchen Niſyros und Kos
liegt, iſt rein vulkaniſcher Natur: hier ankerte übrigens
im Jahre 1570 die chriſtliche Flotte, die ein Jahr ſpäter
bei Lepanto die türkiſche Seeherrſchaft zerſtören ſollte.
Volkswirtſchaftlich ſind alle dieſe von den Italienern
be=
ſetzten Inſeln ſo gut wie bedeutungslos; man motiviert
hre Beſetzung mit der Notwendigkeit, der Garniſon von
Rhodos die Flucht zu Nachbarinſeln abſchneiden zu
müſſen, da ſonſt die Türken gar leicht bei günſtiger
Wit=
terung in kleinen Ruder= und Segelbooten entweichen
könnten.
Feuilleton.
*⁎* Auguſt Strindberg *. Auguſt Strindberg iſt am
Dienstag nachmittag nach längerem Leiden in Stockholm
geſtorben. Mit ihm iſt einer der bedeutendſten
ſchwe=
diſchen Dichter, der ſich weit über ſeine Heimat hinaus
einen Namen gemacht hatte, dahingeſchieden.
Strind=
berg war am 22. Januar 1849 in Stockholm geboren.
Zunächſt Lehrer, ſtudierte er dann Medizin, beſuchte
darauf die Theaterſchule und nahm in den Jahren 1870
bis 1872 ſeine Studien wieder auf. Das von ihm
ver=
faßte Drama „Meiſter Olof” wurde 1872 vom Publikum
abgelehnt. Die Enttäuſchung hierüber fand ihren
Wider=
hall in den Schilderungen aus dem Stockholmer
Künſtler=
leben „Das rote Zimmer” das die realiſtiſch=
naturali=
ſtiſche Literaturbewegung in Schweden einleitete und
einen Sturm der Entrüſtung hervorrief. Strindberg
antwortete mit einer Satire „Das neue Reich”
In
raſcher Folge erſchienen dann die Schauſpiele „Frau
Margit” und „Glückspartei”, ſowie eine Reihe von
Ge=
dichten uſw. Strindberg hat in ſeinen Anſchauungen
manche Wandlungen durchgemacht, die ſich in ſeinen
Schriften offenbaren. Aus dem Realiſten wurde ein
Myſtiker, und dann drang in ihm wieder der frühere
Naturaliſt durch, als welcher er eine Fülle von Poeſie
entfaltete. In der modernen ſchwediſchen Literatur war
er der größte Sprachenneuerer, der kühnſte und
eigen=
artigſte Geiſt, der freilich mit ſeinem rückſichtsloſen
Drauf=
gängertum viel Widerſpruch und Anfeindung fand. Seit
geraumer Zeit wußte man, daß Strindbergs Tage
ge=
zählt ſeien, am Magenkrebs iſt der Dichter dahingerafft
worden.
* Neue Ausgrabungen in Pompeji. Bei der
Fort=
ſetzung der Ausgrabungen unter der Leitung des Prof.
Spinazzola wurde eine vollſtändig erhaltene Freske
von außergewöhnlicher Bedeutung und wunderbarfr
Schönheit entdeckt. Die Freske ſchmückte die Faſſade eines
an einem öffentlichen Wege liegenden Hauſes und
wurde von dem daſelbſt wiedergefundenen Dach geſchützt.
Die Freske ſtellt die Venus von Pompeji mit einem
Dia=
dem dar, die untergeflügelten Amoretten auf einem von
vier herrlichen indiſchen Elefanten gezogenen Wagen
daſteht. Die Farben ſind ſehr harmoniſch und friſch.
* Taft und Rooſevelt. Die Morningpoſt gibt aus
Waſhington vom 14. Mai einige Proben aus der Rede
des Präſidenten Taft in Ohio. Er ſagte: Rooſevelt
ver=
gleicht ſich mit Abraham Lincoln, aber er gleicht ihm
weniger als irgend eine Perſönlichkeit des Landes. Bei
jeder Ankündigung, die er macht, ſollte man glauben.
daß er das ganze Theater vorſtellt. Es iſt „Ich!” „Ich!”
und wenn ihr dieſer ſeiner Eitelkeit und ſeinem Egois=
mus nachgebt und ihm das gebt, was Waſhington und
Jefferſon nicht erhielten und was ſelbſt Grant nicht
er=
halten konnte, ſo werdet ihr ihm mit einem
Macht=
bewußtſein ins Amt bringen, das dem Lande gefährlich
ein wird. Rooſevelt erklärt ſich als unentbehrlich.
An=
genommen, er führe wie ein Prophet in einem Wagen
gen Himmel und verſchwände aus den Augen, ſo ſollte
das Land ſich weiterhelfen. Wenn er zum dritten Mal
Präſident wird, warum nicht zum vierten, fünften und
echſten Mal und auf Lebenszeit, damit wir Ruhe haben
und uns um unſere Privatangelegenheiten kümmern
kön=
nen und ihn regieren laſſen.
ml. Ein Held der Fremdenlegion. Daß auch in
un=
erem nüchternen proſaiſchen Alltagsleben das
ſentimen=
tale Idyll noch ſeinen Platz findet, beweiſt der
Liebes=
roman eines Frl. Felix, einer wohlhabenden jungen
Baſelerin, die in dieſen Tagen ihren blinden Bräutigam
in der Stadtkirche zu Baſel zum Altar führte. Beſagter
Bräutigam war ein Schweizer namens Haberthur, der
in der franzöſiſchen Fremdenlegion in Marokko diente.
Er hatte ſich in der Schlacht am Muluya=Fluß
ausgezeich=
net, wo er unbeſchadet ſeines zerſchmetterten Armes
meh=
rere Stunden, bis ihn eine Kugel des Augenlichts beraubte,
kämpfte. Haberthur hatte als Belohnung für ſeine
Tapfer=
keit das Kreuz der Ehrenlegion und eine
Invaliden=
penſion von 1200 Franken pro Jahr erhalten und war
uch von dem Präſidenten der Republik durch eine
per=
önliche Anſprache ausgezeichnet worden. Der blinde,
einarmige Invalide war dann von franzöſiſchen
Solda=
ten nach ſeiner Heimatſtadt transvortiert worden. Hier
hatte ihn das durch ſein Schickſal gerührte Frl. Felix
kennen gelernt und das Mitleid hat ſie ſchließlich
veran=
laßt, ihm ihre Hand anzutragen.
Die Verbreitung der Bibel. Nach Ausweis der
Vertriebsſtatiſti” des „Britiſh and Foreign Bible
So=
ciety” hat die vorjährige Bibelproduktion die Höhe von
7394323 Exemplaren erreicht, eine Produktion, die
5502820 Mark Unkoſten verurſachte und einen Verluſt
von 332 640 Mark ergab. Insgeſamt hat die
Bibelgeſell=
ſchaft ſeit ihrem Beſtehen die Kleinigkeit von 236
Millio=
nen Bibeln gedruckt und verkauft, und zwar in nicht
we=
niger als 440 Sprachen. Zum erſten Male iſt jetzt eine
Bibel im „Rom” der Sprache”, die die Zigeuner unter
ſich ſprechen, erſchienen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mai 1912.
deſſen ſofortigen Tod herbei. Der zweite wurde
von dem Förſter verhaftet. Wahrſcheinich handelt es ſich
um zwei Wilderer. — Ein entſetzlicher Vorfall
hat ſich im Nordoſten Berlins zugetragen. Dort ſollte
der 12 Jahre alte Gemeindeſchüler Artur Gottſchalk durch
einen Schutzmann zwangsweiſe in die Schule gebracht
werden. Während der Junge mit dem Anziehen
beſchäf=
tigt war, lief er plötzlich in das Nachbarzimmer, öffnete
das Fenſter und ſprang aus dem vierten
Stockwerk auf den Hof hinab. Dort blieb er mit
zerſchmetterten Gliedern liegen und wurde in
hoffnungs=
loſem Zuſtande nach dem Krankenhaus gebracht. Das
Kind wird als aufgeweckt und fleißig geſchildert. Es
kam auch in der Schule gut vorwärts und gab niemals
irgend welchen Anlaß zu Beſchwerden. Vor einiger Zeit
änderte ſich plötzlich das Bild. Das Kind blieb häufig
von der Schule fern, ohne eine ſtichhaltige Entſchuldigung
dafür angeben zu können. Die Schuldeputation
ermäch=
tigte ſchließlich den Schuldirektor, den Schüler jeden
Mor=
gen durch einen Schutzmann zwangsweiſe zur Schule
führen zu laſſen. Jetzt wird von Mietern behauptet, daß
die Mutter an dem Vorfall mitſchuldig ſſei, da ſie den
Schüler vom Beſuch der Schule abgehalten habe, damit
er ihr die Zimmer reinigen und ihre Einkäufe beſorgen
könne.
Jena, 15. Mai. Vor dem Schöffengericht wurde
geſtern in einer Sache verhandelt, die berechtigtes Aufſehen
erregen wird. Der früher an der Jenaer Frauenklinik
tätige Aſſiſtenzarzt Dr. Felix Theilhaber, der jetzt am
Virchow=Krankenhaus in Berlin iſt, hatte noch während
ſeines Jenaer Aufenthalts ſeinen Kollegen Dr. Auguſt von
der Heide geohrfeigt. Der Beleidigte hatte daraufhin
Theilhaber eine ſo ſchwere Duellforderung überſchickt, daß
ſie vom militäriſchen Ehrengericht abgelehnt wurde, und
nicht in anderer Weiſe Satisfaktion verlangt.
Infolge=
deſſen wurde dem Beleidigten die militäriſche Charge
ab=
erkannt, weil er keine ſtandesgemäße Satisfaktion erlangt
hatte. Dr. von der Heide klagte nun gegen den Beleidiger
vor dem bürgerlichen Gericht, das geſtern gegen Dr.
Theil=
haber wegen tätlicher Beleidigung auf zwei Wochen
Gefängnis erkannte. Gegen Dr. von der Heide war
wegen brieflicher Beleidigung Widerklage angeſtrengt. Er
wurde zwar ſchuldig befunden, aber ſtraffrei erklärt. Der
Verurteilte wird gegen das Urteil Berufung einlegen.
Brandenburg, 15. Mai. Ein in einem Arbeitsſaal der
erſten deutſchen Feinjutegarnſpinnerei ausgekommener
Brand zerſtörte ſämtliche Spinnerei=Maſchinen.
Zur Unterſtützung der freiwilligen Feuerwehr wurde eine
Abteilung vom 35. Füſilier=Regiment herangezogen.
Hamburg, 15. Mai. Geſtern wurde auf einen
Ham=
burger Vorortzug aus den Anlagen in der
Stern=
ſchanze ein Schuß abgefeuert. Die Kugel
zer=
trümmerte zwei Fenſter eines Wagens dritter Klaſſe.
Zahlreiche Perſonen, die ſich in dem Abteil befanden,
wurden durch herumfliegende Glasſplitter im Geſicht teils
ſchwer, teils leicht verletzt.
Breslau, 15. Mai. Die Erkrankung des
Kar=
dinals Kopp beſteht, wie die Schleſiſche Volkszeitung
von zuſtändiger Seite erfährt, in einer
Blinddarmrei=
zung. Heute früh fand ein Aerztekonzilium ſtatt, welches
einen operativen Eingriff vorläufig nicht für notwendig
befand.
Gitſchin, 15. Mai. Unmittelbar nach der
Theatervor=
ſtellung ſchoß die Sängerin Sudoma auf den
Schau=
ſpieler Wrba und verletzte ihn tödlich. Sodann kehrte ſie
die Waffe gegen ſich ſelbſt und brachte ſich einen tödlichen
Schuß bei. Das Motiv ſoll unerwiderte Liebe ſein.
New=Orleans, 15. Mai. Durch einen neuen
Deich=
bruch, 25 Meilen nördlich von hier, ſind 60000
Perſo=
nen und 1000 Quadratmeilen bebauten Landes
be=
droht.
Parlamentariſches.
X* Darmſtadt, 15. Mai. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer hat heute
gemein=
am mit der Regierung zunächſt eine allgemeine
Er=
ſörterung über die Geſetzentwürfe inbetreff der
Be=
amten= und Lehrerbeſoldung abgehalten. Als
Regierungsvertreter wohnten die Herren Staatsminiſter
Ewald, Finanzminiſter Braun, Miniſter v.
Hom=
bergk und eine Anzahl Miniſterialräte der Beratung
bei. Es fand zunächſt eine Art Generaldebatte ſtatt, in
der die ganze finanzpolitiſche Situation, wie ſie ſich
nach Vorlage dieſer Geſetzentwürfe und den dazu in der
Kammer von den Rednern der einzelnen Fraktionen
ausgeſprochenen Anſichten darſtellt, durchgeſprochen
wurde. Im allgemeinen glaubt man, konſtatieren zu
können, daß nach dieſer Ausſprache die Hoffnung gehegt
wird, in der Beſoldungsfrage eine endgültige
Ver=
ſtändigung zwiſchen Regierung und Volksvertretung
herbeiführen zu können, die auch den Wünſchen der
Beamten und der Lehrerſchaft in hinreichendem Maße
entſprechen wird. Ueber den Inhalt der heutigen
Be=
ratung und die dabei geäußerten generellen
Geſichts=
punkte iſt zunächſt abſolutes Stillſchweigen proklamiert
worden. Am Mittwoch kommender Woche ſollen die
Beratungen weiter fortgeführt werden.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 15. Mai. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnete die Sitzung um 1,18 Uhr mit folgender
Anſprache:
Meine Herren! Seine Majeſtät König Friedrich
von Dänemark iſt auf deutſchem Boden infolge
eines Herzſchlages plötzlich aus dem Leben geſchieden
Der Deutſche Reichstag ſpricht der benachbarten
däni=
ſchen Nation ſein herzliches Bedauern und aufrichtiges
Mitgefühl hiermit aus. (Die Mitglieder des Hauſes
haben ſich von ihren Sitzen erhoben.) — Auf der
Tages=
ordnung ſteht der
Marineetat.
Abg. Vogtherr (Soz.): Den berechtigten
Wün=
ſchen der Nordſeefiſcher, die bei den Schießübungen ſchwer
geſchädigt werden, muß entſprochen werden. — Abg. Dr.
Struve (Fortſchr. Vp.): Bei den fortgeſetzt ſteigenden
Anſprüchen, die an das techniſche Perſonal der Marine
geſtellt werden, müſſen den Ingenieuren auch
entſpre=
chende Erleichterungen geſchaffen werden. Die
Stellen=
vermehrungen ſind dankbar anzuerkennen. Es bleiben
aber noch viele Wünſche zu erfüllen. Die Trennung der
Ingenieurſchule von der Deckoffizierſchule iſt nötig. Auch
die Deckoffiziere müſſen in ihrem Rang erhöht werden.
Sie müſſen aus dem Unteroffizierſtand herausgehoben
werden. Die durchgehende Dienſtzeit in den
Werftbe=
trieben ſollte wieder eingeführt werden. Die
Unterſee=
boote, die bereits außerordentlich exakt arbeiten, müſſen
weiter ausgebaut werden. — Staatsſekretär v. Tirpitz:
Auf die Nordſeefiſcher wird nach Möglichkeit Rückſicht
genommen. Es wird auch dafür Sorge getragen, daß ſie
zur Flutzeit Cuxhaven ungefährdet erreichen können. Dem
Ingenieurkorps bringe ich von jeher das größte
Wohl=
wollen entgegen. Auch die Seezulage wird ihnen
ge=
währt, wie keiner anderen Offizierskategorie. Die
Auf=
faſſung, die Dr. Struve von den Verhältniſſen der
Inge=
nieure hatte, entſpricht nicht den Tatſachen. Jede Marine
kann beneidet werden, wenn ſie ſolche Sicherheit im
Funk=
tionieren ihrer Maſchinen hat wie wir. Deshalb gehen
wir natürlich mit großer Vorſicht an den Gedanken
her=
an, etwas in der Organiſation des Ingenieurweſens zu
ändern. Strafgewalt vermögen wir den Ingenieuren
nicht zu geben. Eine verſtärkte theoretiſche
Schulausbil=
dung der Ingenieure verbietet ſich bei der rapiden
Ent=
wicklung der Marine von ſelber. Bedauerlich iſt es, daß
unſere Unterſeebootsmannſchaften kürzlich in der Preſſe
ein ungünſtiges Urteil gefunden haben. Wir brauchen
nicht das Licht der Oeffentlichekit zu ſcheuen. (Beifall.)
— Abg. Erzberger (Zentr.): Die vielen Millionen
für unſere Marine gehen faſt ausſchließlich an die
nörd=
liche Induſtrie. Man möge auch die ſüddeutſche
Indu=
ſtrie und Landwirtſchaft bei Beſchaffung der Materialien
berückſichtigen. Der Verkauf von Wein aus den
Offizier=
kaſinos an Private ſollte beſeitigt werden. Beim
Ver=
kauf des Altmaterials ſollte der Staatsſekretär ſich an
den Stahlverksverband wenden. Die Strafgewalt
auszu=
dehnen iſt nicht zu empfehlen, dann kommen die Matroſen
gar nicht aus dem Arreſt heraus Für niemand iſt ſoviel
in den letzten Jahren geſchehen, wie für die Ingenieure,
ſie ſtehen ſich viel beſſer als ihre Kollegen in der
Privat=
induſtrie Die geteilte Arbeitszeit, namentlich für die
Winterzeit, ſcheint nicht praktiſch zu ſein. Die
Angeſtell=
tenausſchüſſe ſollten baldigſt eingerichtet werden. Die
Beſugniſſe der Arbeiterausſchüſſe müſſen ausgedehnt und
die Wochenfeiertage ebenfalls entlohnt werden. —
Vize=
admiral Capelle: Bei jeder Submiſſion wird auch
die ſüddeutſche Induſtrie berückſichtigt. Gänzlich
ungehö=
rig iſt es, wenn Weine von Offizierkaſinos vertrieben
werden, meiſtens ſind die Beſchwerden aber nicht
zutref=
fend geweſen. — Abg. Hoff (Fortſchr. Vp.): Gegen die
Heranziehung Süddeutſchlands zu den Lieferungen haben
wir nichts. Die Sache iſt aber doch nicht ſo, daß die
Marineorte mit Segen geradezu überſchüttet werden. Die
Schullaſten dieſer Orte bedingen Steuererhöhungen bis
zu 70 Prozent. Auch die Fiſcher der Oſtſee klagen über
Benachteiligung durch die Marineſchießübungen. Seitens
des Oberwerftdirektors wird ein ſoldatiſcher und
bureau=
kratiſcher Geiſt gepflegt, der nicht den Intereſſen der
Werft entſpricht. — Abg. Vogtherr (Soz.): Eine
Aus=
dehnung der Strafgewalt halten wir nicht für angebracht.
Bei den Submiſſionen ſcheinen nicht beſonders ideale
Zuſtände zu beſtehen. — Abg. Dr. Struve (Fortſchr.
Vp.): Mit Penſionsbedingungen allein iſt den
Deckoffi=
zieren nicht gedient — Abg. Ahlhorn (Fortſchr. Vp.):
Die Verkaufsſtellen bei der Werft in Wilhelmshaven
lie=
fern nach wie vor an Private. Durch derartige
Wohl=
fahrtseinrichtungen werden die Geſchäftsleute ſchwer
ge=
ſchädigt. — Abg. Erzberger (Zentr.): Wollen wir den
Deckoffizieren helfen, dann mögen wir ihre
Penſions=
bedingungen verbeſſern. — Das Gehalt des
Staatsſekre=
tärs wird bewilligt.
Bei dem Kapitel „Geldverpflegung der Marineteile‟
wird eine Reſolution der Budgetkommiſſion auf
Verbeſ=
ſerung der ſozialen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe der
Deckoffiziere angenommen. Beim Kapitel
Indienſthal=
tung fordert Abg. Brandes=Halberſtadt (Soz.),
daß Lieferungen für die Marine nur ſolchen Firmen
ge=
geben werden, die anſtändige Arbeitsbedingungen haben.
Bei der Firma Krupp ſind weitere Reduzierungen der
Löhne eingetreten. Die Arbeiterlebenshaltung wird
da=
durch erheblich gedrückt. — Staatsſekretär v. Tirpitz:
Ich kenne die Arbeiterverhältniſſe bei der Firma Krupp
ſehr genau und kann nur ſagen, daß ſie weſentlich beſſer
ſind, als Herr Brandes es darſtellt. — Bei dem Kapitel
„Bekleidungsämter” verlangt Abg. Albrecht (Soz.)
eine Einſchränkung der Hausarbeit für die Frauen.
Vizeadmiral Capelle: Daß die Heimarbeit eine
Aus=
nutzung der Frauen darſtellt, iſt nicht richtig. Allerdings
erhalten von den Bekleidungsämtern viele Frauen Arbeit,
wir halten das aber für eine Wohlfahrtseinrichtung für
Kiel und Wilhelmshaven. Im Verhältnis zu den
beſchäf=
tigten Schneidern iſt die Zahl der Frauen keineswegs
hoch. — Abg. Struve (Fortſchr. Vp.): Die Verwaltung
tut recht daran, wenn ſie an die Arbeiterinnen Arbeit gibt.
Die Schneider werden dadurch keineswegs benachteiligt.
— Abg. Noske (Soz.): Das heißt doch die Sozialpolitik
auf den Kopf ſtellen, wenn dieſes Verhalten noch gebilligt
wird. — Vizeadmiral Capelle: Wir haben 1500
Frauen zur Verfügung, dieſe werden aber nicht dauernd
beſchäftigt, ſondern ſie erhalten ein beſtimmtes Penſum
für jede Woche. — Beim Kapitel „Unterhaltung der
Flot=
ten und der Werften” wünſcht Abg. Brandes (Soz.)
eine Beſſerſtellung der Arbeiter auf den Werften. —
Admi=
ral Harms: Die Arbeiter ſind bereits als
gleichberech=
tigte Faktoren bei der Feſtſetzung der Löhne anerkannt.
Die Löhne ſind im letzten Jahre um 19 Prozent
aufge=
beſſert worden, das macht mehr aus als die
Lebensmit=
telteuerung. — Abg. Weinhauſen (Fortſchr. Vp.):
In einer Reihe von Privatbetrieben ſind die Löhne viel
mehr geſtiegen. als in denen der Marineverwaltung. Der
Bau von Schiffen ſollte nur noch ſolchen Firmen
zugewie=
ſen werden, die den Arbeitern gute Löhne zahlen.
Eine Reſolution der Budgetkommiſſion auf Einführung
der Verhältniswahl für die Wahlen zu den
Betriebskran=
kenkaſſen und den Arbeiterausſchüſſen wird angenommen.
— Abg. v. Savigny (Zentr.) befürwortet für
Unter=
ſeeboote und Kriegsſchiffe die Einführung von
Feuer=
löſchapparaten, von denen er Abbildungen auf den Tiſch
des Hauſes niederlegt.
(Schluß ſiehe Letzte Nachrichten).
* Berichtigung. In dem Bericht über die Sitzung
des Reichstags vom 11. d. M. war geſaat, daß der Abg.
Hersfeld (Soz.) eine beſſere Beſoldung der
Proviantamtsbeamten gewünſcht habe. Dieſer
Wunſch iſt nicht von dem genannten Abgeordneten,
ſondern von dem Abgeordneten Werner=Hersfeld
(Dtſch. Refp.) ausgeſprochen worden.
Belagerung und Tötung franzöſiſcher
Automobilbanditen.
* Nogent ſur Marne, 14. Mai. Die beiden
Automobilbanditen Vallet und Garnier
ſind in einem Hauſe eingeſchloſſen und werden von
Poli=
zeimannſchaften belagert. Die Verbrecher feuern mit
Gewehren auf die Menge und die Beamten. Ein
Polizei=
brigadier wurde verwundet ins Hoſpital transportiert.
* Nogent ſur Marne, 14. Mai. Die
Auffin=
dung der Spur der Automobilbanditen
Gar=
nier und Vallet iſt dem Angeſtellten einer hieſigen
Bank zu danken. Die Banditen wollten dort Wertpapiere
zu Geld machen und wurden von dem Angeſtellten erkann
der die Polizei ſogleich benachrichtigte. Alsbald begabe
ſich der Chef der Sicherheitspolizei Guichard und mel
rere Polizeiinſpektoren im Automobil nach Nogent un
kamen um 5½ Uhr abends vor dem von den Banditen ge
mieteten Landhauſe an. Guichard rief durch das Gitte
des Gartens hindurch: Im Namen des Geſetzes, der Pol
zeikommiſſar! Ein Mann, der ſich im Garten befand, er
widerte mit einem Revolverſchuß. Guichard blie
glücklicherweiſe unverletzt und zog ſich zurück. Er ließ ſo
gleich das Haus umſtellen und benachrichtigte den
Polize=
präfekten Lépine telephoniſch. Lépine begab ſich mit dre
Polizeidirektoren an den Schauplatz. Unterdeſſen ware
die Gendarmen der Umgegend und die Zuaven aus der
Forts Nogent herbeigerufen worden. Eine große
Volks=
menge ſtrömte herbei. Es mußte ein Ordnungsdienſt eir
gerichtet werden, um die Menge zurückzuhalten. Zu gle
cher Zeit ſetzte ein heftiges Gewehrfeuer zwiſchen de
belagerten Verbrechern und den belagernden Gendarmen=
Zuaven und Polizeiagenten ein, von denen einige dure
improviſierte Schilde geſchützt, ſich trotz des lebhafte
Feuers dem Hauſe zu nähern verſuchten. Ein Schil
wurde von einer Kugel durchbohrt. Polizeipräfekt Lépin
der inzwiſchen bis dicht an die Mauern herangekomme
war, wäre durch dieſe Kugel faſt getroffen worden. Da=
Geſchoß ſchlug wenige Zentimeter über ſeiner Schulter i
eine Mauer ein. Einige Ziegelſteine wurden losgelöſt un
fielen zu Füßen des Polizeipräfekten nieder. Der Poli
zeiinſpektor Fleury wurde durch einen Schuß in den
Bau=
ſchwer verletzt, ein Inſpektor namens Lépine durch einen
Schuß in die Seite ernſthaft verwundet, ein dritter
In=
ſpektor weniger ſchwer verletzt.
Um 10 Uhr 20 abends wurde eine
Dyna=
mitpatrone ans Haus gelegt. Eine gewaltige
Deto=
nation erfolgte. Man hörte das Geräuſch von einſtürzen
den Mauern und zerbrechenden Fenſterſcheiben. Die Ban
diten ſetzten das Gewehrfeuer lebhaft fort. Das Haus
wa=
wohl ſchwer beſchädigt, aber nicht zerſtört worden. Di
Zahl der Neugierigen war inzwiſchen ins Ungeheure ge
wachſen. In den angrenzenden Straßen war der Verkehl
nahezu unmöglich. Um 11½ Uhr abends wurde ein
zweite Dynamitpatrone zur Exploſion gebracht
Es gelang den Banditen wiederum, ſich in
Sicherhei=
zu bringen. Im düſtern Schein der Fackeln bemerkte mmn
daß in das Haus eine große Breſche gelegt worden war
Die Zuaven nahmen auf den Umfaſſungsmauern Aufſtel
lung und feuerten von dort aus auf die Banditen, dere
Silhouetten von Zeit zu Zeit in der Breſche erſchienen
Pariſer Feuerwehrleute mit 250 Fackeln und elektriſche
Scheinwerfern ſind zwar inzwiſchen in Nogent einge
troffen, haben aber bis gegen Mitternacht noch nicht au
den Kampfplatz gelangen können.
* Paris, 14. Mai. Die Belagerung der Ban
ditenvilla in Nogent ſur Marne dauerte um
10½ Uhr noch fort. Die von der Polizei vom
Eiſenbahn=
viadukt aus geſchleuderten Bomben haben zwar das
Dach ſtark beſchädigt, aber die Villa ſelbſt ſteht noch zum
größten Teile. Garnier und Vallet, welche ſich zuerſt
den Kellerraum geflüchtet hatten, kletterten dann auf den
Dachboden und begannen von neuem zu feuern.Gen
darmen und Zuaven drangen in ein Nachbarhaus ein und
beſchoſſen die Banditenvilla, jedoch allem Anſchein nach
ohne Wirkung. Polizeipräfekt Lépine telephonien
an das Pariſer Feuerwehrkommando=um
elektriſche Scheinwerfer, um eine wirkſame Beſchießung
zu=
ermöglichen. Ferner wurde das Zeughaus in Vincennes
um Dynamitpatronen erſucht, mit denen das Haus indie
Luft geſprengt werden ſoll, doch iſt es möglichdaß
man damit bis zum Tagesanbruch wartet. Aus
dergan=
zen Umgegend ſtrömen unaufhörlich Neugierige herbei.
Aus den Zügen, welche den Viadukt oberhalb der
Ban=
ditenvilla paſſieren, rufen die Reiſenden: Nieder mit den
Banditen!‟ Die Villa, welche von den Verbrechern kürzlicht
um den Preis von 400 Francs gemietet worden war, liegt
in der Nähe der Marne in einer Gruppe von kleinen
Land=
häuſern, die im Sommer von Fiſchereiliebhabern
bewohnt=
werden.
* Paris, 15. Mai. Nachdem die um 2 und 2.15 Uhr
früh unternommenen Verſuche, die Banditenvilld
mittels Dynamitpatronen in die Luft zu ſprengen,
vergeblich geweſen waren, beſchloß der
Sicherheitsdirek=
tor Guichard, mit mehreren Poliziſten durch den Garten des
Hauſes einzudringen. Von neuem praſſelten Revolver= auf die Poliziſten und zwei derſelben ſtürzten
ſchwer verwundet zu Boden. Die Poliziſten ſtürmten
vor=
wärts, gefolgt von den Gardiſten, Zuaven, Gendarmen und
Detektivs mit Polizeihunden, die mit Schilden bedeckt
waren. Plötzlich entzündeten ſich die Vorhänge eines
Zim=
mers der Villa und in ſeinem Flammenſchein erblickte man
eine Matratze. Garnier hatte ſich in dieſelbe
einge=
wickelt und feuerte mit weit vorgeſtreckter Hand ſeinen
Re=
volver ab. Die Gendarmen und Zuaven erwiderten die
Schüſſe und die Kugeln ihrer Lebelgewehre drangen durch
die Matratze. Ein Poliziſt und ein Zuave ſtürmten in das
Zimmer und riſſen die Matratze auseinander. Garnier
lagtot darin, die Bruſt von Kugeln durchlöchert.
Vallet fuhr fort, ſich von ſeinem Zimmer aus durch
Revolverſchüſſe zu verteidigen. Er wurde von den Schüſſen
der Poliziſten ebenfalls getroffen und ſtürzte. Die
Po=
liziſten eilten herbei, bemächtigten ſich ſeiner und
ſchlepp=
ten ihn gleichzeitig mit der Leiche Garniers fort. Die
Menge durchbrach den Kordon und rief: Zum Tode,
zum Tode mit ihm!” Mit Mühe hielt die Polizei die
Menge ab, die ſodann dem Sicherheitsdirektor Guichard
leb=
hafte Huldigungen darbrachte. Garniers Leiche wurde nach
der Leichenhalle, Vallet in ein Pariſer Krankenhaus
ge=
bracht, wo er nach einer Stunde ſtarb. In ſeinem Hauſe
wurde ein ganzes Arſenal von Einbrecherwerkzeugen,
ſo=
wie zahlreiche Revolver, Patronen und Zeitungen
vorge=
funden.
* Paris, 15. Mai. Die Blätter beſchäftigen ſich
faſt ausſchließlich mit der Belagerung der
Autoban=
diten in Nogent ſur Marne. Die meiſten betonen,
Paris und das ganze Land würden mit einem Gefühl der
Erleichterung das Ende des ſchrecklichen Dramas
erfahren, in welchem ſich die Verteidiger der öffentlichen
Sicherheit und beiſpielloſe Verbrecher gegenüber ſtanden.
Der Kaiſer im Reichslande.
* Mörchingen 15. Mai. Heute vormittag wurde
in der Gegend von Mörchingen eine große
militäri=
ſche Uebung des geſamten 16. Armeekorps und der
bayer. 18. Infanteriebrigade abgehalten. Der Kaiſel
hatte ſich um 5½ Uhr bei ſchönſtem Wetter im Automobil
von Metz nach der Chauſſce Harprich-Mörchingen
bege=
ben. In den Dörfern, die der Kaiſer paſſierte, war
allen=
halben feſtlich geflaggt In der Stadt Mörchingen waren
Ehrenpforten errichtet. Der Kaiſer beobachtete zunächſt
zu Fuß und dann zu Pferde die Truppenbewegungen. Es
Nummer 115.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mai 1912.
Seite 5.
mdelte ſich um ein Korpsmanöver gegen einen
markier=
n Feind. Die Bewegungen hatten in früheſter
Mor=
nſtunde begonnen. Um 8 Uhr traf die Spitze des Korps
i der Chauſſee Barenweiler=Cerbécourt auf den Feind
id es entwickelte ſich ſodann der Angriff des Korps.
* Metz 14. Mai. Der Kaiſer traf hier um 7,20
hr im Automobil vor dem Gebäude des
Generalkom=
andos des 16. Armeekorps ein, nachdem er vorher noch
ne Reihe von Forts von Metz beſichtigt hatte und iſt
i. Generalkommando abgeſtiegen. Auf der
Automobil=
hrt hierher machte der Kaiſer in Vie halt und
beſich=
zte die Münze. Mit dem Kaiſer iſt auch der Statthalter
raf Wedel hier eingetroffen. Um 8 Uhr abends war
afel im Generalkommando.
* Metz, 15. Mai. Das Manöver bei
Mörch=
gen war um 1 Uhr mittags zu Ende. Der Kaiſer hielt
rauf eine Beſprechung mit den Offizieren ab. Bei
nem Ritt durch Mörchingen wurde er von den Vereinen
d Schulen lebhaft begrüßt. Der Kaiſer nahm darauf
ien Vorbeimarſch des Armeekorps und der Bayeriſchen
eigade ab und nahm militäriſche Meldungen entgegen.
er Kaiſer verlieh eine Reihe Auszeichnungen, u. a.
er=
elt den Roten Adlerorden zweiter Klaſſe mit Eichenlaub
eneralleutnant Schöpflin der 33. Diviſion, den Roten
olerorden zweiter Klaſſe der württembergiſche
General=
jjor v. Logau und der bayeriſche Generalmajor Scheler und
n Kronenorden zweiter Klaſſe die Oberſten v. Ilſemann,
ldemann und v. Köſchenbahre, Der Kaiſer begab ſich
hier=
ich mit dem Hofzuge nach Amanweiler, um von dort aus
e Beſichtigung der Forts fortzuſetzen.
— Straßburg, 15. Mai. Der Bürgermeiſter Dr.
chwander erklärte: Dem Sinne nach ſind die
eußerungen des Kaiſers zutreffend, der
Wort=
ut iſt jedoch in der Preſſe nicht authentiſch wiedergegeben.
edenfalls hat der Kaiſer, wenn er gegenüber gewiſſen
Be=
ebungen, die das Land nicht zur Ruhe kommen laſſen
id ließen, die Möglichkeit einer Einverleibung des
Lan=
s in Preußen erwähnte, dies nur in dem Sinne
ge=
eint, daß dies auf dem legalen Weg durch die
geſetz=
benden Faktoren des Reiches erfolgen muß.
König Friedrich von Dänemark F.
* Hamburg, 15. Mai. Der König von
änemark, welcher auf der Durchreiſe ſeit vorgeſtern
ier weilte, iſt nachts hier am Herzſchlag geſtorben
König Friedrich von Dänemark hat nur
Jahre regiert. Er folgte ſeinem Vater am 29.
Ja=
uar 1906. Er war am 3. Juni 1843 geboren, iſt alſo
9 Jahre alt geworden. Seiner im Jahre 1869
geſchloſſe=
ten Ehe mit der Prinzeſſin Luiſe von Schweden, einer
ochter des Königs Karl XV. von Schweden, ſind 8
kinder, 4 Töchter und 4 Söhne, entſproſſen, von denen
ine Tochter, die mit dem Prinzen Friedrich zu Schaum=
Durg=Lippe vermählt geweſene Prinzeſſin Luiſe, bereits
erſtorben iſt. Der zweite Sohn iſt der König Haakon
von Norwegen. Der älteſte Sohn, jetzige König
Thriſtian X., iſt bekanntlich der Schwager des
deut=
ſchen Kronprinzen, da er mit der Schweſter der
Kronprin=
zeſſin, Herzogin Alexandrine von Mecklenburg=Schwerin,
vermählt iſt. Dieſer Ehe entſtammen zwei Söhne, der
nmmehrige Kronprinz Friedrich, geb. 1899, und Prinz
Knud, geb. 1900.
* Hamburg, 15. Mai. Der König von
dänemark hatte ſich geſtern beſonders wohl gefühlt und
toch ſeine Freude geäußert, daß er heute früh nach
Ko=
enhagen zurückkehren werde. Abends gegen zehn Uhr
internahm er, wie er es jeden Abend zu tun pflegte, ohne
Zegleitung noch einen kurzen Spaziergang. Nicht ſehr
veit vom Hamburger Hof, wo der König und die
Köni=
in wohnten, wurde der König von einem
Unwohl=
ein befallen und bewußtlos in ein Auto gebracht,
as ihn — da der inzwiſchen verſchiedene König nicht
rkannt wurde — in ein hieſiges Krankenhaus
rachte. Als der König ins Hotel nicht zurückkehrte,
un=
ernahmen ſofort das Gefolge des Königs und der
Be=
itzer des Hotels alle erforderlichen Schritte. Noch im
Laufe der Nacht wurde die Leiche des Königs in
das Hotel gebracht.
Die Nachricht von dem Tode des Königs, die in den
Morgenſtunden durch Extrablätter verbreitet wurde, hat
in der ganzen Stadt die ſchmerzlichſte Teilnahme
hervor=
gerufen, da der König hier ein häufiger und ſtets gern
geſehener Gaſt war. Das Rathaus und die anderen
öffentlichen Gebäude haben die Flaggen auf Halbmaſt
gehißt. Der däniſche Generalkonſul und die Vertreter
des Hamburger Senats fanden ſich frühzeitig im Hotel
ein, um der Königin in dieſen ſchweren Stunden
beizu=
ſtehen. Noch im Laufe der Nacht wurde den Verwandten
der königlichen Familie und den regierenden Fürſten das
plötzliche Ableben des Königs telegraphiſch mitgeteilt.
— Hamburg, 15. Mai. Der Gynäkologe Ludwig
Seeliger teilt mit: Geſtern abend gegen halb 11 Uhr
ſah ich einen älteren Herrn ſich auf der Treppe der
Schlächterei Bürk niederlaſſen, da er ſich leidend fühlte.
Ich richtete ihn auf und fragte ihn nach ſeiner Wohnung.
Er antwortete mir: Im Hamburger Hof. Mein
Aner=
bieten, ihn mit einem Wagen dorthin zu begleiten, lehnte
er mit dem Bemerken ab, daß er ſich beſſer fühle und daß
er zu Fuß nach Hauſe gehen werde. Nach einigen
Schrit=
ten brach er wieder zuſammen. Sein Pulsſchlag war
ſehr ſchwach. Anſcheinend hatte nach dem erſten
Schlag=
anfall ein ſchnell darauf folgender zweiter das Ende
her=
beigeführt.
— Kopenhagen 15. Mai. Der erſte
Käm=
merer des Königs bekam, als er von dem Ende
des Königs hörte, einen Schlaganfall.
Luftfahrt.
* Frankfurt, 15. Mai. Geſtern beſtanden
wieder=
um zwei Eulerpiloten die Internationale Pilotenpprüfung
und zwar Leutnant Pirner vom Königl. Bayeriſchen
2. Pionier=Bataillon in Speyer, vom Bayeriſchen
Kriegs=
miniſterium zu den Eulerwerken kommandiert, und Herr
Placzikowsky, beide aus Dortmund.
*Baden=Oos, 15. Mai. Das Luftſchiff
„Schwaben” paſſierte gegen 11 Uhr Karlsruhe und
landete 11,42 Uhr glatt vor der hieſigen Halle.
* Etampes 15. Mai. Geſtern abend ſtürzte der
Flieger Hauptmann Echeman auf dem hieſigen Flugplatz
aus einer Höhe von 40 Metern ab, ſein Zuſtand iſt
hoff=
nungslos.
* Paris 15. Mai. Der geſtern abgeſtürzte
Militär=
flieger Hauptmann Echeman iſt im Krankenhauſe zu
Etampes ſeinen Verletzungen erlegen.
* Tödlicher Flieger unf all.
Wie=
der hat der Flugſport zwei Menſchenleben gefordert.
Der engliſche Aviatiker E. V. Fiſher unternahm am
Montag mit dem Amerikaner Maſon auf dem
Brook=
landsflugfelde einen Aufſtieg in ſeinem Eindecker. Der
Apparat ſtürzte plötzlich kopfüber in die Tiefe. Flieger
und Paſſagier fanden bei dem Sturz ihren Tod. Der
Unfall iſt auf ein Verſagen des Motors zurückzuführen.
Fiſher wurde durch den Sturz aus dem Sitz geſchleudert,
Maſon wurde jedoch unter den Trümmern begraben. Der
Benzinbehälter explodierte und die Maſchine war ſofort
eine einzige Flamme. Die entſetzten Zuſchauer löſchten
ſofort die Flammen und zogen die ſchwerverbrannte Leiche
Maſons hervor. Die Aerzte erklärten jedoch, daß er
be=
reits vor dem Sturz getötet worden ſei. Fiſher war
eben=
falls auf der Stelle tot. Er war 24 Jahre alt und gehörte
zu den erſten engliſchen Fliegern.
Sport.
* Athletik. Bei den am Sonntag, 12. Mai, in
Frankfurt a. M. ſtattgefundenen Ausſcheidungs=
Ring=
kämpfen des Reichsverbandes für Athletik zu den
dies=
jährigen Olympiſchen Spielen in Stockholm konnte Herr
Konrad Stein, Mitglied des Athletenvereins
Darm=
ſtadt, unter auserleſener Konkurrenz als zweiter Sieger
heimkehren. Demſelben iſt es nun vergönnt, als einziger
Darmſtädter Teilnehmer die Farben Heſſens in
Stock=
holm im Ringen zu vertreten und wäre zu wünſchen und
zu hoffen, daß er auch von dort als Sieger heimkehrt.
Handel und Verkehr.
* Berlin 15. Mai. Der Staatskommiſſar
bei der Berliner Börſe hat folgendes
Schrei=
ben an den Börſenvorſtand gerichtet: Der
Um=
fang, den die Spekulation neuerdings namentlich auf
dem Kaſſamarkt annimmt, gibt zu ernſten Beſorgniſſen
Anlaß. Anſcheinend iſt es das Publikum, das durch
ſeine Kaufaufträge die ungewöhnlichen Kursſteigerungen
der letzten Tage veranlaßt hat. Die Befürchtung liegt
nahe, daß ein nach allen Erfahrungen unausbleiblicher
Rückſchlag der um ſo zeitiger und plötzlicher eintreten
muß, je mehr ſich die Uebertreibungen häufen, für ſehr
weite Kreiſe ſchwere Verluſte bringen wird. Es darf
vorausgeſetzt werden, daß die Banken und Bankiers ſich
dem Ernſt der Lage nicht verſchließen und durch
Warn=
ungen und Krediteinſchränkungen ihre Kundſchaft zur
Mäßigung anzuhalten ſuchen. Ein durchgreifender
Er=
folg iſt aber bisher noch nicht zu verzeichnen. Ich
ver=
kenne nicht, daß dem Börſenvorſtand Mittel zur
Unter=
drückung der Mißſtände kaum zu Gebote ſtehen. Unter
den obwaltenden Umſtänden halte ich mich gleichwohl für
verpflichtet, Maßnahmen zur Erwägung zu ſtellen, die
wenigſtens zu einer Milderung führen könnten.
Ins=
beſondere dürfte zu prüfen ſein, ob es angängig iſt, im
Kaſſageſchäft an dem Syſtem des Einheitskurſes
aus=
nahmslos feſtzuhalten. Ich behalte mir vor, andere
An=
regungen mündlich vorzutragen und beehre mich daher
zu erſuchen, die Angelegenheit auf die Tagesordnung der
nächſten Sitzung des Börſenvorſtandes zu ſetzen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Sonderbeſteuerung der Beamten oder
Steuererhöhung?
In der am 28. März ds. Js. in beiden Kammern
vom Finanzminiſter abgegebenen Erklärung heißt es, daß
es nach den Vorſchlägen der Regierung nicht möglich
war, die mittleren und höheren Beamten, „wie es an
ſich gerechtfertigt wäre, denen im Reich und in Preußen
gleichzuſtellen”. Weiter heißt es, daß die Bezüge der
heſſiſchen Beamten um 12,3 bis 20,9 Prozent niedriger
ſind, als bei den gleichgeſtellten Reichs= oder
Eiſenbahn=
beamten.
Schon in den Verhandlungen der beiden Kammern
im Frühjahr 1908 iſt von allen Parteien die Not der
Be=
amten anerkannt und dringend Abhilfe verlangt worden,
von verſchiedenen Parteien ſelbſt dann, wenn dadurch
eine Steuererhöhung nötig werden ſollte. Die
Thron=
rede vom 27. Dezember 1908 ſtellt die als notwendig
bezeichnete Regelung in Ausſicht. Vier Jahre ſind in
das Land gegangen und heute hangen und bangen die
Beamten noch immer, nachdem ſie während dieſer Jahre
gedarbt oder Schulden gemacht oder einen Teil ihres
Vermögens zugeſetzt haben. Woran iſt nun die von
allen maßgebenden Faktoren ſeit Jahren und auch
neuer=
dings wieder in den Verhandlungen der Zweiten
Kam=
mer als dringend netwendig bezeichnete Aufbeſſerung
der heſſiſchen Beamten geſcheitert? Doch nur daran, daß
keiner jener Faktoren es wagt, ſofort die dazu nötige
Steuererhöhung vorzuſchlagen, obgleich alle Parteien und
auch die Regierung ſich darüber klar ſind, daß ohne
Steuererhöhung die Sache nicht zu machen iſt. Um der
Geſamtheit der Steuerzahler ein Opfer zu erſparen, ſetzt
man die heſſiſchen Beamten zu Beamten zweiter Klaſſe
herab, legt ihnen ein außerordentlich großes Opfer auf.
Nach jener Erklärung ſind die Bezüge eines heſſiſchen
Unterbeamten um etwa 12.3 Prozent zu niedrig. Bei
1500 Mark Gehalt macht dies rund 180 Mark, das iſt
ungefähr der 8½fache Betrag der auf 1500 Mark
Einkom=
men entfallenden direkten Steuer. Die Wirkung auf die
Kaſſe des Beamten iſt die einer vorweg genommenen
Steuer von 900 Prozent der Staatsſteuer. Bei mittleren
und höheren Beamten iſt es ähnlich. Z. B. 6000 Mark
Gehalt, 20.9 Prozent Unterſchied gegen das Reich, macht
12—1300 Mark, das iſt bei 170 Mark Steuer rund das
7½fache oder 750 Prozent dieſer Steuer. Für eine Reihe
von Beamten wird dieſer gleich einer Sonderſteuer von
durchſchnittlich 800 Prozent wirkende Fehlbetrag durch
die einerſeits als „Flickwerk” anderſeits als „geſchickt
gemacht” bezeichnete Regierungsvorlage teils beſeitiat.
teils gemildert. Eine große Zahl von Beamten bleibt
aber auch nach jener Vorlage noch mit 10,5 Prozent des
Gehalts oder nahezu 400 Prozent der Steuer hinter den
entſprechenden Reichsbeamten im Gehalt zurück. Durch
dieſe außerordentlichen Erſparniſſe an den Gehältern der
3600 heſſiſchen Beamten hat man der Geſamtheit die
Steuererhöhung und dem Staate 12 Millionen in vier
Jahren erſpart. Damit hat man Schulden getilgt und
den Staatskredit vermeintlich gehoben. Aber durch die
ſeit Jahren von der Regierung und von
Kammermitglie=
dern ſtets wiederholten Erklärung, daß man die
Beam=
ten nicht ſo bezahlen könne, wie es gerechtfertigt
wäre dürfte der Staatskredit unter das frühere Niveau
geſunken ſein. Dieſer Kredit dürfte ſich heben, wenn der
Staatt ſeine Beamten in Gehalt. Wohnungsgeld und
Penſion wie Preußen und das Reich hält und die
Schul=
dentilgung entſprechend den dann noch verfügbaren
Mit=
teln regelt. Alſo fort mit jeder Sonderbeſteuerung und
anſtelle eines Flickwerks gleich ganze Arbeit geſetzt!
Das Kaiſerliche Poſtamt hat in den
letz=
ten Tagen wieder einmal die Beſtellzeiten für die Poſt=
einläufe mitteilen laſſen. Amtlich wurden wieder
ein=
mal die am Ende der einzelnen Beſtellbezirke
wohnen=
den Empfänger daran erinnert, wie ſie hinſichtlich der
Poſtbeſtellungen doch ſo ſtiefmütterlich behandelt werden.
Tag für Tag, jahraus, jahrein erhalten ſie ihre Briefe,
Zeitungen uſw. anderthalb bis zwei Stunden ſpäter, als
wie die am Anfang der Beſtellbezirke wohnenden. Jeder
Betroffene, der um ½8 Uhr morgens ſeine Wohnung
verlaſſen muß, erfährt faſt täglich, wie unangenehm es
iſt, ſeine Frühpoſt erſt um ½1 Uhr mittags leſen zu
kön=
nen. Warum wechſelt man denn nicht allmonatlich mit
dem Anfangsort der Beſtellung? Das iſt doch einmal
ein Wunſch, deſſen Erfüllung nichts koſtet und die
ſtän=
digen Beſchwerden der Betroffenen verſtummen läßt R.
Zweiter deutſcher Zuverläſſigkeitsflug
am Oberrhein.
4. Tag des Zuverläſſigkeitsflugs: Saarbrücken-Mainz.
(130 Kilometer.)
* Saarbrücken, 14. Mai. Heute abend 8 Uhr
gab die Sektion Saar=Moſel des Niederrheiniſchen
Ver=
bandes für Luftſchiffahrt im Zivilkaſino ein A ben
d=
eſſen. Prinz Heinrich von Preußen nahm von
dort aus um halb 10 Uhr Zapfenſtreich und Fackelzug der
Garniſon Saarbrücken entgegen. Die impoſante
Ver=
anſtaltung, die mit dem von beiden Ufern der Saar ſich
im Waſſer ſpiegelnden Flammenhimmel und unter
Teil=
nahme einer ungeheueren Zuſchauermenge einen überaus
prächtigen Anblick bot, war eine ſpontane und begeiſterte
Huldigung der Bevölkerung vor dem Prinzen und bildete
den Abſchluß der Veranſtaltung.
Um die nach der Wettervorausſage für den Flug
günſtigſte Zeit wahrzunehmen, ſollte morgens der
Auf=
ſtieg ſchon um 4 Uhr 30 Min. beginnen. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” wird zwiſchen halb 6 und 6 Uhr
er=
wartet. Es wird auf dem Flugplatz landen und ſich
vor=
ausſichtlich eine halbe bis eine Stunde hier aufhalten
und dann den Flug nach Mainz und Frankfurt a. M.
fortſetzen.
Leutnant Engwer traf geſtern mittag zur weiteren
Teilnahme an dem Zuverläſſigkeitsflug hier ein. Sein
Apparat wurde geſtern nachmittag auf dem Flugplatze
untergebracht. Leutnant Fiſch hat aus Dieuze
mitge=
teilt, daß er im Falle der rechtzeitigen Reparatur ſeines
Apparates von dort aus nach Saarbrücken fliegen und
wenn möglich, nachmittags den Flug nach Mainz
fort=
ſetzen will. Referendar Cafpar wird ſich
vorausſicht=
lich von Mainz aus wieder am Fluge beteiligen können.
Der nach der Landung hier beſchädigte Apparat des
Leutnants Vogel von Falckenſtein iſt zunächſt
nicht gebrauchsfähig. Dem Flieger iſt geſtattet worden,
mit einem anderen Apparat am weiteren Fluge
teilzu=
nehmen.
* Saarbrücken, 15. Mai. Zum Fluge nach
Mainz ſind aufgeſtiegen: Graf von Wolffskeel
4 Uhr 30 Min., Mahnke 4 Uhr 32 Min., Barends 4 Uhr
35 Min., der in einem weiten Bogen einen Rundflug um
den Platz machte, Hirth 4 Uhr 40 Min., der ſofort in
ele=
gantem Fluge zu großer Höhe aufſtieg.
* Mainz, 15. Mai. Auf dem hieſigen
Flug=
platze, der heute das Ziel der am Zuverläſſigkeitsflug
beteiligten Aviatiker bildet, landete 5 Uhr 28 Min.
30 Sek., von Saarbrücken kommend, Oberingenieur
Hirth. Als Zweiter traf Graf von Wolffskeel 5 Uhr
45 Min. 30 Sek. ein, deſſen Flugzeug etwas unſanft
lan=
dete. Die Paſſagiere wurden herausgeſchleudert, blieben
jedoch unverletzt. Der Apparat wurde nicht beſchädigt.
Um 6 Uhr 32 Min. landete Leutnant Barends. Leutnant
Mahnke hat ſich anſcheinend im Nahetal verflogen.
* Mainz, 15. Mai. Der Flieger Mahnke, der
ſich verflogen hatte, landete hier um 7 Uhr 10 Minuten
50 Sekunden.
Prinz Heinrich traf um 8 Uhr im Automobil
auf dem Startplatz ein. Er wurde lebhaft begrüßt. —
Außer Prinz Heinrich waren Prinz und Prinzeſſin von
Battenberg im Automobil angekommen. — Bei
Barends (Rumpler=Taube) bekam über Kaiſerslautern
das Waſſerrohr einen Sprung; der Begleiter Barends,
Oberleutnant Albrecht, kletterte hinaus und verwickelte
das Rohr, dadurch wurde eine Zwiſchenlandung
ver=
mieden.
Den Verlauf des vierten Tages
ſchildert die „Frkf. Ztg.” wie folgt: In Saarbrücken
brannten auf der Straße noch die Laternen, als die
Frei=
willigen=Autos davon ſtoben. Wir ſind eben auf dem
belebten Landungsplatz eingetroffen, als Graf
Wolffs=
keel losfährt. Kurz nacheinander gehen Mahnke,
Barends und als Letzter Hirth auf die Reiſe. Hirths
Einflächner marſchiert vortrefflich und man weiß ſchon
im voraus: Er macht’s wieder! Engwer, der ebenfalls
ſtarten wollte, hat die Montage ſeines Apparates noch
nicht vollendet und gibt für heute auf. Nun, da alle
Zu=
verläſſigkeitsflieger den Platz verlaſſen haben, wendet
ſich das Intereſſe der „Viktoria Luiſe” zu, die früh
mor=
gens 4 Uhr Baden=Oos verlaſſen hat und in Saarbrücken
landen will, um neue Paſſagiere einzunehmen. Als wir
uns kurz nach 6 Uhr auf die Weiterreiſe machen, iſt der
Kreuzer noch nicht geſichtet. Schnell ſind wir am erſten
Zipfel des Königreichs Stumm vorübergeraſt und eilen
der bayeriſchen Pfalz entgegen. St. Ingbert und
Hom=
burg werden ſchnell paſſiert. In den Straßen wartet
Jung und Alt auf die kommenden Dinge. Jedes Auto
wird mit Tücherſchwenken und Freudenrufen begrüßt.
Der herrliche Haardtwald haucht uns eine angenehme
Kühle ins Auto, die den Schlaf aus den Augen wiſcht.
Um 8 Uhr hatten wir Kaiſerslautern erreicht. Die ganze
Pfalz ſcheint ihren reichen Kinderſegen auf Feldern und
Wieſen ausgeſtreut zu haben. An der Landſtraße liegen
große Scharen, lange Reihen von Mädchen und Knaben
hocken am Grabenrand. Feldblumenſträuße werden uns
zu Hunderten zugeworfen; bei Alzey iſt unſer braves
Auto buchſtäblich von Blumen und Blüten überſtreut.
Hinter Kirchheim ſichten wir die „Viktoria Luiſe” die,
wie wir hören, um 7 Uhr in Saarbrücken wieder
aufge=
ſtiegen war. Das Luftſchiff ſtreckt die Naſe nach oben. Es
hat durch die ſtarke Sonnenbeſtrahlung hohen Auftrieb.
Dank der vorzüglichen Mainzer Organiſation brauchen
wir nicht lange nach dem Großen Sand zu ſuchen, über
dem ein gelber Drachenballon ſchwebt. Die Nachrichten,
die uns auf dem Sand erwarten, ſind erfreulicherweiſe
gute. Alle vier Aeroplane ſind wohlbehalten hier
ange=
langt; Hierth, der zuletzt abflog, als Erſter. Er hat die
131 Kilometer lange Strecke in der unglaublich kurzen
Zeit von 49 Minuten zurückgelegt; das heißt, er iſt mit
etwa 160 Kilometer Geſchwindigkeit über
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mai 1912.
Nummer 115,
den Haardtwald geflogen. Allerdings hatterer auch etwas
Rückenwind. Einer der Flieger hatte auf der Fahrt die
Orientierung verloren; fand ſich aber bald wieder zurecht
und erreichte glücklich ebenfalls den Sand.
Auf allen Wegen nach dem Großen Sande herrſchte
ſchon in der erſten Morgendämmerung reges Getriebe
Um 5 Uhr 28 Min, kam plötzlich Hirth an; er hatte die
mehr als 130 Kilometer lange Strecke Saarbrücken-
Mainz in knapp 50 Minuten zurückgelegt, wobei er eine
höchſte Höhe von 1300 Meter erreichte. Um 5 Uhr 45 Min.
erſchien Graf Wolffskeel, der um 4 Uhr 26 Min. geſtartet
war. Beim Landen ſtellte ſich ſein Apparat in dem tiefen
Sandboden auf die Spitze und der Pilot und ſein
Beglei=
ter flogen heraus. Sie erlitten aber keine Verletzung.
Auch der Doppeldecker blieb unverſehrt. Wolffskeel hatte
etwa 800 Meter Höhe erreicht. Beide Flieger klagten
über böige Winde beim Austritt aus dem Gebirge in die
Rheinebene. Als Dritter landete um 6 Uhr 34 Minuten
Barends, der 4 Uhr 45 Min. in Saarbrücken die Reiſe
angetreten hatte. Mahnke, der in Saarbrücken um 4.28
Uhr aufgeſtiegen war, kam hier erſt um 7 Uhr 10 Min.
an, weil er anfänglich ſich verirrt und die Richtung nach
Metz eingeſchlagen hatte.
Der Flugplan
iſt jetzt folgender: Engwer der in Saarbrücken
ge=
ſtartet war, mußte wegen Motordefektes landen und
ſcheidet aus. Aus dem gleichen Grunde hat Fiſch, der
in Dieuze niedergegangen war, aufgegeben. Von
Karls=
ruhe nehmen Hartmann, Caſpar und Vogel
von Falckenſtein an dem Flug teil. Thuna wird
ſchon von Frankfurt aus wieder mitfahren. Die
offiziel=
len Etappenzeiten von heute ſind folgende: Hirth 49
Minuten, Wolffskeel 1221:44, Barends 2100142,
Mahnke, der bei Oppenheim eine Zwiſchenlandung
vornahm, 2145:30.
Helmut Hirths 160=Kilometer=Flug.
Leutnant Schoeller vom Huſ.=Regt. Nr. 9, der
Fährgaſt Hirths, berichtete über Hirths Fahrt: Der
Aufſtieg erfolgte um 4 Uhr 41 Min., um 4 Uhr 51 Min.
wurde bei 500 Meter Höhe St. Ingbert, um 4 Uhr 54 Min.
Neunkirchen (720 Meter), um 5 Uhr 2 Min. Münchweiler
(980 Meter) erreicht. Den Wind hatten wir im Rücken; die
höchſte erreichte Höhe war 1300 Meter. Die große
Schnel=
ligkeit der Fahrt geſtattete keine ſehr deutlichen
Beobach=
tungen, ſchon die bloße Orientierung war durch die grelle
Sonne und den dicken Dunſt erſchwert. Beim Austritt aus
dem Gebirge (bei Kreuznach) ſtellten ſich ſehr heftige Böen
ein bis Mainz. Die Landung erfolgte um 6 Uhr 32 Min.
glatt, war aber erſchwert dadurch, daß uns die Sonne ins
Geſicht ſchien. Die Fahrt ging mit raſender Schnelligkeit,
die in der Luftlinie 126 Kilometer lange Strecke wurde in
49 Min. 44 Sek. durchmeſſen, was für die Stunde 151,2
Kilometer ergibt. Da aber nicht abſolut Strich” ſondern
von Kreuznach ab etwas zu weit links gefahren wurde, iſt
die Schnelligkeit noch größer und kann unbedenklich auf
160 Kilometer für die Stunde angenommen werden.
Flugtag in Darmſtadt.
St. Darmſtadt, 17. Mai.
Seit ½4 Uhr iſt der Fugplatz Darmſtadt das Ziel
vieler Tauſende. Zahlloſe Automobile donnern,
Motor=
räder knattern in den friſchen Maimorgen hinaus. Wagen,
Radfahrer und Fußgänger folgen. Die Chauſſee nach
Griesheim und die Waldwege ſind ſchwarz von
Men=
ſchen. Das Wetter iſt prachtvoll, etwas kühl und
win=
dig. Die erſten langen Extrazüge, dicht beſetzt, ergießen
bei Ankunft weitere Scharen von Beſuchern auf den
Flug=
platz. Auf dem Flugplatz ſelbſt iſt alles ſeit Stunden
in regſter Tätigkeit. Zahlloſe Poſten und Winker mit
Flaggenſignalen ſind über den ganzen Platz verteilt,
dem zahlreiche Fahnen und Flaggen ein feſtliches
Ge=
präge verleihen. Berittene Poſten und Ordonanzen
jagen hin und her, und an den beiden Telephonen
klin=
gelt es fortwährend. Eben um 4,30 Uhr wird von
Mainz gemeldet, daß die Flieger mit dem Start
be=
ginnen, und um 5 Uhr ſoll der Abflug von Mainz
erfol=
gen. Die „Viktoria Luiſe” iſt bereits in Mainz
ein=
getroffen.
Um 5 Uhr halten etwa 20000 Menſchen den Flugplätz
umſäumt. Da noch immer die weiße Flagge ausgehängt
iſt, wird die Menge in ſteter ſtarker Spannung gehalten,
bis um 5 Uhr 10 Min. gemeldet wird, daß als erſter
Flie=
ger Oberlt. Bahrends auf Rumpler geſtartet ſei. In
kurzer Aufeinanderfolge wird dann der Abflug folgender
Flieger gemeldet: Bahrends 5 Uhr 6 Min., Mahnke
5 Uhr 6 Min. 50 Sek., Wolffskeel 5 Uhr 10 Min.
45 Sek., Hirth 5 Uhr 15 Min. Kurz nach der
Bekannt=
gabe des Starts der Flieger verkünden lebhafte Hochrufe
das Sichtbarwerden des erſten Fliegers. Bahrends
er=
ſcheint, 5 Uhr 26 Min. in großer Höhe über dem Waldrande,
nähert ſich in ſchnellem Fluge dem Flugplatz, den er 5 Uhr
29 Min, erreicht und landet nach einer mit ſtaunenswerter
Sicherheit und Eleganz ausgeführten Schleife 5 Uhr
30 Min. unter den brauſenden Hochrufen der Menge.
Eine Minute ſpäter kommt Mahnke in Sicht. Ungefähr
2 Minuten ſpäter landet er. 5 Uhr 32 Min. verkündet
er=
neutes Hochrufen das Inſichtkommen von Wolffskeel.
Dieſer kommt in ſo großer Höhe an, daß er den Flugplatz
zweimal umkreiſen muß, ehe er zur Landung ſchreiten
kann. Er landet 5 Uhr 36 Min. Zur ſelben Zeit erſcheint
in ſchnellem, wunderbaren Fluge Hirth. Auch er kommt
in großer Höhe an und umkreiſt den Flugplatz zweimal,
bevor er 5 Uhr 37 Min, dicht vor der Tribüne niedergeht.
Inzwiſchen iſt Prinz Heinrich von Preußen auf
dem Flugplatz erſchienen, der die Flieger ſofort nach ihrer
Ankunft begrüßte. Beim Aufſtieg in Mainz ging Hirth
als Sieger für den ſchnellſten Aufſtieg hervor, da er in
wenigen Minuten eine Höhe von 500 Metern erreichte.
Die Ankunft von Leutnant Engwers iſt für heute
nach=
mittag wahrſcheinlich. Um ½7 Uhr kommt der Wagen
der Oberleitung von Mainz hier an. Nach längeren
Ver=
handlungen mit dem Prinzen Heinrich wird, entgegen der
bisherigen Abſicht, die Flieger alsbald nach Frankfurt
abfliegen zu laſſen, beſchloſſen, den Darmſtädter
Flug=
tag programmäßig ſtattfinden zu laſſen.
Die Flieger ſtarten demnach 6 Uhr abends zumſ
Fluge nach Frankfurt.
Die Flieger haben hier im Hotel Traube Wohnung
genommen. Der Flieger Leumant Fiſch, der
direkt von Saarbrücken nach Darmſtadt fliegen wollte,
erlitt unterwegs Motordefekte und mußte eine Notlandung
vornehmen, wobei ein Flügel ſeines Apparates
zertrüm=
mert wurde. Infolgedeſſen ſcheidet dieſer Flieger aus.
Große Anerkennung verdient der Heſſiſche Automobilklub,
der zahlreiche Automobile zur Verfügung ſtellte. Die
Automobile ſind bereits ſeit 2 Uhr unterwegs. Der
Auto=
dienſt funktionierte ganz vortrefflich.
Es ſei noch einmal darauf hingewieſen, daß die
ge=
troffenen Anordnungen unbedingt eingehalten werden
müſſen, und nochmals ausdrücklichſt bemerkt, daß nur
Inhaber von Karten für Tribüne und 1. Platz bei der
Landung der „Viktoria Luiſe” bis zur näheren Abſperrung
herantreten dürfen.
An dem
Flugzeugzeltwettbewerb
beteiligten ſich 5 Firmen, von denen 4 Zelte für je einen
Flugapparat und eine ein Zelt für zwei Apparate
aus=
ſtellt. Es ſind für dieſen Wettbewerb 2 Preiſe
aus=
geſetzt und zwar je einer für Zuverläſſigkeit und einer
für Schnelligkeit. Die Zuverläſſigkeit wird bewertet nach
der Widerſtandsfähigkeit bei Sturm und Regen uſw.
Dieſe Probe haben ſämtliche Zelte, die während des
ſtürmiſchen Wetters geſtern und vorgeſtern bereits
auf=
geſchlagen waren, glänzend beſtanden, und nach der auf
mindeſtens 3 Jahre bemeſſenen Haltbarkeit der
Zeltſtoffe. Die Schnelligkeit gilt der kürzeſten Zeit
des Abbruchs und der Verpackung, ſowie dem
Wiederauf=
ſchlagen der Zelte zum ſofortigen Gebrauch. Dieſer
Wett=
bewerb wird heute vormittag vor ſich gehen
Die Zeppelin=Kreuzer.
* Frankfurt a. M., 15. Mai. Das Luftſchiff
„Schwaben” iſt um 8 Uhr 10 Min. zur Fahrt nach Baden=
Oos aufgeſtiegen; das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” iſt um
5 Uhr 5 Min. in Baden=Oos zur Fahrt nach Frankfurt
a. M. aufgeſtiegen.
Die „Schwaben” paſſierte Darmſtadt in
pracht=
voller Fahrt zirka 20 Minuten vor 9 Uhr.
* Karlsruhe, 15. Mai. Das Luftſchiff
Schwa=
ben” das heute morgen 8 Uhr 10 Min. in Frankfurt a. M.
aufgeſtiegen war, hat die Stadt um 11 Uhr in der Richtung
auf Baden=Oos paſſiert.
* Trier, 15. Mai. Heute früh 6 Uhr 15 Min.
paſ=
ſierte ein Zeppelin=Luftſchiff in großer Höhe und
raſcher Fahrt die Stadt. Eine Nummer war nicht zu
er=
kennen. Das Luftſchiff kam aus der Richtung Köln und
hatte die Richtung nach Saarbrücken inne.
* Saarbrücken, 15. Mai. Die „Viktoria
Luiſe” kam um 6 Uhr 40 Min. in Sicht, überflog die
Stadt und landete nach einem Rundflug um 6 Uhr 55 Min.
Um 7 Uhr 25 Min ſtieg ſie wieder auf, zur Fahrt nach
Frankfurt.
* Frankfurt a. M., 15. Mai. Die „Viktoria
Luiſe” iſt um 10 Uhr 54 Min. vor der Luftſchiffhalle in
Frankfurt gelandet.
* Köln, 15. Mai.: Das Militär=Luftſchiff
„Z. 2” das heute nacht zur Teilnahme an den militäriſchen
Uebungen aufgeſtiegen war, iſt um 9½ Uhr wieder in Köln
eingetroffen und gelandet.
— Linz 15. Mai. Im Totengebirge wurden die
Reſte des Ballons „Salzburg” und die Leiche von
Oberleutnant Werner aufgefunden. Werner war am
26. Dezember 1911 in Gegenwart des Erzherzogs Joſef
aufgeſtiegen.
Vermiſchtes.
— Die vom 18.—21. Mai in Frankfurt a. M. in
der Landwirtſchaftlichen Halle und auf dem angrenzenden
30 000 Quadratmeter großen freien Gelände ſtattfindende
Landwirtſchaftliche Maſchinen=
Ausſtel=
lung iſt vom Frankfurter Landwirtſchaftlichen Verein zu
dem Zwecke arrangiert worden, den Landwirten,
Oekono=
men und Beſitzern verwandter Betriebe, wie Brauereien,
Müllereien und Holzſchneidereien Süddeutſchlands
Ge=
legenheit zu bieten, die neueſten Errungenſchaften der
Tech=
nik im Betrieb zu zeigen und die erforderlichen Maſchinen
preiswert zu beſchaffen. Mit der gut beſchickten und
vor=
trefflich organiſierten Ausſtellung iſt ein Markt verbunden,
dem um ſo größere Beachtung ſeitens der Intereſſenten
entgegengebracht wird, da, wie bekannt, in dieſem Jahre
die Wanderausſtellung der Deutſchen
Landwirtſchaftsgeſell=
ſchaft ausfällt. Viele fleißige Hände arbeiten tagtäglich,
den Beſuchern ein vollkommenes Bild vorzubereiten und
ſchon iſt eine kleine Zeltſtadt mit flatternden Wimpeln
und Fähnchen über Nacht erſtanden, in welcher die
koſt=
baren Ausſtellungsmaſchinen untergebracht ſind. Ein
Rundgang durch die Ausſtellungsgelände bietet bereits
heute, wenn auch noch unfertig, einen Einblick in die
heu=
tige, ganz anders geartete Bewirtſchaftung eines modernen
Landwirtſchaftsbetriebs; überall iſt durch die Anwendung
ſinnreicher Maſchinen die Arbeitskraft auf ein Minimum
reduziert und die Arbeitsleiſtung auf das Höchſtmaß
ge=
ſteigert. Motorpflüge, welche in einem Arbeitsgange
voll=
ſtändig ſaatfertigen Boden in jeder gewünſchten
Krüme=
lung herſtellen, werden allgemeine Anerkennung finden.
Die Eröffnung der Ausſtellung wird unter Teilnahme der
Spitzen der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden von dem
Verbandsvorſitzenden Herrn Freiherrn Gottlieb Albert
Mumm von Schwarzenſtein nächſten Samstag um 10 Uhr
vormittags ſtattfinden.
— Deutſche Geſellſchaft für Kaufmanns=
Erholungsheime. Das Präſidium der Deutſchen
Geſellſchaft für Kaufmanns=Erholungsheime hat ſeine
ſämtlichen Heime für den Kriegsfall dem Kaiſer als
La=
zarette zur Verfügung geſtellt. Der Geſellſchaft ſind in den
letzten Tagen wieder eine Reihe von Stiftungen
zugegan=
gen von: Dr. Levy=Hohenſalza 5000 Mark, Weithas
Nach=
folger, Leipzig 5000 Mark, Berlin=Gubener Hutfabrik,
Guben 10000 Mark. Mit größeren Mitgliederbeiträgen
ſind beigetreten u. a.: Württembergiſche Metallwarenfabrik,
Geislingen, 2500 Mark, Koepp u. Ko., Oeſtrich, 2000 Mark
Das Oſtſeeheim der Deutſchen Geſellſchaft für Kaufmanns=
Erholungsheime in Misdroy wird am 12. Mai d. J. der
Benutzung übergeben. Das Heim ſteht zur Benutzung
offen den kaufmänniſchen Angeſtellten und techniſchen
Be=
amten kaufmänniſcher und induſtrieller Betriebe, ferner den
minderbemittelten ſelbſtändigen Kaufleuten.
Familien=
angehörige derſelben werden aufgenommen. Aufnahme=
bedingungen ſind von der Geſchäftsſtelle der Geſellſchaft
Wiesbaden erhältlich.
Literariſches.
— Das ſehr reichhaltige Maiheft des allſeits bekan
ten und beliebten Moden= und Frauen=Journals „Bu
tericks Modenrevue” bringt wieder eine gan
Anzahl entzückender Abbildungen eleganter Frühjahr
und Sommerkoſtüme, Röcke, Bluſen, Morgenkleider uſ
Eine beſondere Tafel führt uns die neueſten Pariſ
Frühingshüte vor. Aber auch der Kleinſten und Allſ
kleinſten iſt mit Backfiſchkleidern, Kinderkleidchen uſ
wieder gedacht. Die Tafel für Plättmuſter bringt
eini=
ſchöne Modelle. Eine Menge nützlicher und praktiſch
Winke enthält auch der Artikel „Schneidere ſelber”. Außf
dem findet man neue reizende Ideen in Halsgarnitur
aus Band und Spitze. Der literariſche Teil iſt wie ſte
ſehr reichhaltig. Wie allgemein die Wertſchätzung iſt.
Buttericks Schnittmuſter genießen, geht aus dem koloſſ
len Abſatz hervor, den ſie haben und der ſich im letzt=
Jahre auf zirka 23 Millionen Exemplare beläuft. Bi
tericks Moden=Revue erſcheint jeden Monat mit je eine
Gutſchein für ein Schnittmuſter. Der
Abonnementspre=
beträgt 8 Mark pro Jahr 2 Mark pro Quartal (bez
9,60 Kr. und 2,40 Kr.) Zu beziehen durch jede Buchhan
lung, jedes Poſtamt, jede Buttericks Agentur und die
durch die Aktiengeſellſchaft für Buttericks Verlag, B
lin W. 8, Leipziger Straße 102.
— Adreßbuch 1912 ſämtlicher Bergwerk
Hütten= und Walzwerke Deutſchlands
neb=
der Nebenbetriebe. 8. Jahrgang. 566 Seiten.
Teile in Leinenband gebunden 8 Mk. Verlag von H.
Ludwig Degener, Leipzig. Von dieſem bereits weit un
breit gut bekannten und als äußerſt brauchbar und
nü=
lich befundenen Hand= und Nachſchlagebuch liegt wiedern
in völlig neuer Bearbeitung der 8. Jahrgang vor. Einze
in ſeiner Art bietet es nicht nur allein Firmenadreſſa
von: Braunkohlenwerken, Steinkohlenbergwerken,
Kal=
bergwerken, Erzbergwerken, Hüttenwerken, ſondern es gie
auch in umfaſſender authentiſcher Weiſe Aufſchluß übe
Poſt= und Eiſenbahnverhältniſſe, Fernſprechnummern, d
Eigentümer (ob Privat= oder fiskal. Beſitz, A.=G.od
G. m. b. H. uſw.), Vertreter, Direktoren, Repräſentante
kaufmänniſche und techniſche Leiter, Betriebsführer, Höll
des angelegten Kapitals Kure, Obligationen, Anleihe
Bankverbindungen, Gründungsjahr, Art der Betriebe w
des Fabrikats, Förderung und Produktion, Anzahl d
Schächte, Oefen und Preſſen, Abſatzverhältniſſe, Betrieb
kräfte, =einrichtungen und =maſchinen, Anzahl der Beamte
und Arbeiter, Zugehörigkeit zu Verbänden und Syndikate
und enthält außerdem eine Bezugsquellenliſte wieei
Menge Anzeigen. Mit anerkennenswertem Fleiße un
großer Sachkenntnis iſt hier alles für Fabrikanten
Händler von Maſchinen, Werkzeugen, Rohmaterial un
Bedarfsartikeln Wiſſenswerte zuſammengetragen, beſon
ders ſorgfältig durchgeſehen, ergänzt und erweitert or
den. Es iſt in der Tat der beſte und unentbehrlichſte
geber der Montaninduſtrie.
Johan Falkberget. In der äußerſte
Finſternis. Eine Erzählung aus dem Bergarbeiten
leben. Preis 3 Mk. broſch., 4 Mk. geb. Verlag derNo
diſchen Bücheret von Georg Merſeburger, Leipzig.
Buch iſt eine Fackel in äußerſter Finſternis; es iſt geſchrl
ben aus dem großen Mitleid und der großen Liebe eillen
begnadeten Dichters. Das Schickſal ſtellt ihn mitten üſſten
die Aermſten der Armen, die fried= und heimatloſen
benarbeiter im hohen Norden, als einen ihresgleic
mitten hinein in all das Elend hilfloſer Jämmerlicn
und Roheit. Das Werk iſt im hohen Sinne zeitgemä
nſeren Tagen der großen Bergarbeiterbewegung, die
immer wie eine ſchwere drohende Wolke am Weltenh
zont ſteht.
„Die ſchmackhafte Küche ohne Fleiſch
Preis 35 Pfg. 3. Auflage. (4.—5. Tauſend.) Zimmel
mannſcher Verlag, Chemnitz, Poſtſtraße 43. In knappe
klarer Form bringt das Büchlein 125 Rezepte von nahr
haften Gerichten, die ſich auf billige und einfache
Weiſ=
herſtellen laſſen. Sie ſind ſowohl für die vegetariſch
als auch für die gemiſchte Küche beſtimmt und dürfter
deshalb in jeden Speiſezettel eine willkommene Abwech
ſelung bringen.
Darmſtadt, 17. Mai.
g. Strafkammer. Mit einer umfangreichen
Beweis=
aufnahme wurde am Mittwoch vor der hieſigen Straf
kammer gegen den 31jährigen früheren Bürovorſteher
Peter Freitag aus Mainz und die 29jährige Frau
Anna Schreiber geb. Calm, von Neu=Iſenburg
eine Anklage wegen Konkursvergehen verhandelt. Sie
ſind beſchuldigt, keine Eröffnnugsbilanz gezogen und die
Bücher unzureichend geführt zu haben, ferner des
Ver=
gehens gegen das Krankenverſicherungs= und
Unfallver=
ſicherungsgeſetz, da die den Arbeitern gemachten
geſetz=
lichen Lohnabzüge nicht an die Verſicherungsträger
ab=
geführt wurden. Freitag iſt außerdem der
Gläubiger=
begünſtigung und der Untreue angeklagt. Die
Ange=
klagte hatte anfänglich die Ende 1909 in Konkurs
ge=
ratene Möbelfabrik M. Horch u. Cie, in Neu=
Iſenburg=
weitergeführt, die dann den Angeklagten Freitag, um
Betriebsmittel zu erhalten, als Teilhaber in das
Ge=
ſchäft aufnahm. Zur Bedingung war die
Zurverfügung=
ſtellung von 15000 Mark zur Ablöſung einer
Hypothel=
gemacht. Da jedoch Freitag nach ſeiner Angabe nur etwa=
6000 Mark Vermögen beſaß und auch dieſes nicht ſofort
verfügbar war, mußte die Hypothek auf andere Weiſe
beſchafft werden. F. hatte ſich von mehreren Gläubigern=
Geldbeträge beſchafft, die er nach ſeiner Angabe teils in
das Geſchäft brachte und teils für Reiſen und zu ſeinem
Lebensunterhalt verbrauchte. Als er ſah, daß das
Ge=
ſchäft nicht in die Höhe zu bringen war, ließ er ſich die
Geſchäftsbücher nach Mainz bringen und zedierte einer
Gläubigerin verſchiedene Außenſtände. Einem weiteren
Gläubiger ſollen Waren aus der Fabrik geliefert worden
ſein, die er als Vergütung für deſſen Bemühungen zur
Geldbeſchaffung bezeichnet. Nach einigen Monaten,
An=
fang 1910, geriet dann das Unternehmen abermals in
Konkurs. Die Anklagebehörde ſah in der Zeſſion und
der Möbellieferung eine Gläubigerbegünſtigung und
Untreue, da beides von Freitag ohne Wiſſen des andern
Teilnehmers geſchah. F. gibt zu ſeiner Verteidigung
n, er ſei in dem Glauben geweſen, es wäre genügend=
Betriebskapital vorhanden geweſen, ſeine Aufnahme als
Teilnehmer ſei nur zwecks Beſchaffung der Hypothek und
zur Geſchäftsführung geſchehen. Dies behauptet er,
trotzdem er weder techniſche noch beſondere kaufmänniſche
Kenntniſſe beſaß. Wegen der Abführung der
Verſiche=
rungsgelder und der ordnungsmäßigen Führung der
Bücher wollen ſich beide Angeklagte auf den Geſchäfts
führer Horch verlaſſen haben. Das Gericht verurteilt den
Angeklagten Freitag zu 4 Monaten Gefängnis
und 50 Mark Geldſtrafe die Angeklaate
Schrei=
ber zu einer Geldſtrafe von 40 Mark.
Nummer 115.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mai 1912.
Seite 7.
* Darmſtädter Schloßfreiheits=Geld=Lotterie und
irmſtädter Frühjahrs=Pferdemarkt=Lotterie. Am
Mitt=
ich fanden von den vorgenannten Lotterien Ziehung
tt, wovon wir hier die Hauptgewinne mitteilen. Bei
Schloßfreiheits=Lotterie fiel der erſte Hauptgewinn
n 20000 Mark auf 76 621, der zweite Hauptgewinn von
00 Mark auf 18063, drei a 1000 Mark auf 33 700,
222, 53694, 4 a 500 auf 51849, 59019, 80 162 und
2094. — Von der Pferdelotterie ſind die erſten 10
Ge=
nne: Nr. 22 509 ein Jagdwagen, ſowie zwei Pferde
bſt Zweiſpännergeſchirr, Nr. 12094 ein
Einſpänner=
igen, ſowie ein Pferd nebſt Geſchirr, Nr. 9970 ein Pferd
. 1830 ein Pferd, Nr. 5861 ein Pferd, Nr. 22167 ein
erd, Nr. 16671 ein Fohlen, Nr. 20 764 ein Fohlen,
. 10 030 ein Fohlen, Nr. 4985 ein Fohlen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. Mai. Reichstag (Schluß). Der
ſt der fortdauernden Ausgaben wird
be=
lligt, ebenſo die einmaligen ordentlichen Ausgaben,
außerordentliche Etat und die Einnahmen. Es folgt
zweiter Punkt der Tagesordnung der Etat für
autſchou. Abg. Nacken (Ztr.) beantragt eine
Er=
hung der Mannſchaftslöhnung für Kiautſchou im
Ge=
ntbetrage von 50000 Mk. Der Antrag wird
ange=
mmen und der Etat ohne weſentliche Debatte
er=
digt. Ohne Debatte wird der Etat der
Schutz=
bietsſchuld erledigt, ebenſo das Etatsgeſetz.
Es folgen Petitionen. Da keine Wortmeldungen
rliegen, werden die auf der Tagesordnung ſtehenden
etitionen erledigt, die übrigen abgeſetzt. Darauf wird
ctagt. Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr. Kurze
An=
ligen, Etat des Reichskanzlers, der Reichskanzlei und
5 Auswärtigen Amts. Schluß 8 Uhr.
* Berlin, 15. Mai. Dem Reichstag iſt folgende
cze Anfrage des Abg. Colshorn (Welfe) zugegangen:
t dem Reichskanzler der authentiſche Wortlaut der
undgebung des Kaiſers vom 13. Mai an den
Fürgermeiſter von Straßburg, Dr. Schwander, bekannt,
elche die eventuelle Aufhebung der elſaß=lothringiſchen
erfaſſung und die eventuelle Einverleibung
Elſaß=
othringens in Preußen zum Gegenſtand gehabt haben
I? Iſt der Reichskanzler in der Lage, dem Reichstag
n authentiſchen Wortlaut der kaiſerlichen Kundgebung
kannt zu geben und übernimmt der Reichskanzler die
rfaſſungsmäßige Verantwortung dafür?
* Berlin, 15. Mai. Die achte Kommiſſion
*s Reichstags (betreffend Beſeitigung des
Brannt=
einkontingents) hat die § 58, 69, 72 und 207 des
Brannt=
einſteuergeſetzes nach den Anträgen Dietrich geändert
id den Reſt der Vorlage genehmigt. Damit erledigte
e Kommiſſion ihre Arbeiten.
* Berlin, 15. Mai. Die
Wahlprüfungskom=
iſſion des Reichstages beſchäftigte ſich in ihrer
utigen Sitzung mit der Prüfung der Wahl des
Ab=
ſordneten Herzog (Wirtſchaftl. Vgg.) I., Kaſſel
kinteln, Hofgeismar). Die Wahl wurde beanſtandet
nd Beweiserhebung beſchloſſen.
* Berlin, 15. Mai. In der heutigen Sitzung der
ſtadtverordneten erfolgte die Wahl des neuen
berbürgermeiſters. Es wurden 116
Stimm=
ttel abgegeben, darunter 42 weiße und ein ungültiger.
on 73 gültigen Stimmzetteln entfielen 72 auf
Staats=
kretär a. D. Wermuth, der ſomit gewählt iſt.
* Metz, 15. Mai. Der Kaiſer hat wegen des
Ab=
bens des Königs von Dänemark den Aufenthalt in
iesbaden und Beſuch in Frankfurt a. M.
auf=
egeben und iſt heute abend 11 Uhr mit Gefolge nach
omburg v. d. Höhe abgereiſt, wo er einige Zeit zu
eiben gedenkt.
* Homburg v. d. H., 16. Mai. Der Kaiſer traf
eute morgen kurz vor ſieben Uhr mit großem Gefolge
uf dem Staatsbahnhof ein. Am Gottesdienſt, der heute
vormittag in der Erlöſerkirche ſtattfand, nahmen das
aiſerpaar und Prinzeſſin Viktoria Luiſe teil.
* Eiſenbach (Taunus), 16. Mai. Heinrich Weimer,
er mutmaßliche Mörder ſeines Bruders, des Müllers
Veimer, hat ſich in Eiſenbach dem Staatsanwalt von
Viesbaden geſtellt. Er wurde ſofort verhaftet und
nem eingehenden Verhör unterzogen, in dem er die Tat
ugne
* Mannheim, 15. Mai. Die ſüddeutſche Gruppe
es Geſamtverbandes Deutſcher
Metall=
nduſtriellen hat, wie bekannt, im Anſchluß an den
Frankfurter Streik und im Einverſtändnis mit dem
Ge=
amtverband beſchloſſen, am 1. Juni in allen der
ſüd=
eutſchen Gruppe angehörigen Betrieben 60 Prozent der
Urbeiter aus zuſperren wenn bis dahin nicht alle
nnerhalb der ſüddeutſchen Gruppe beſtehenden
Arbeiter=
ewegungen beigelegt ſind. Der Geſamtverband
beab=
ichtigt, wie die Neue Badiſche Landeszeitung dazu
mit=
teilt, Mitte Juni eine Geſamtausſperrung in
der deutſchen Metallinduſtrie eintreten zu laſſen, wenn
die ſüddeutſche Ausſperrung bis dahin erfolglos bleibt.
* Mülheim (Ruhr), 15. Mai. In der
Stadtverord=
ietenſitzung vom 10. April wurde beſchloſſen, den
Groß=
nduſtriellen Thyſſen anläßlich ſeines 70.
Geburts=
ages am 17. Mai zum Ehrenbürger zu ernennen;
der Ehrenbürgerbrief ſoll Thyſſen bei ſeiner Rückkehr von
der Reiſe überreicht werden. — Thyſſen ſtiftete der
Unter=
ſtützungskaſſe des Hüttenwerkes 110000 und der
Unter=
ſtützungskaſſe der Maſchinenfabrik 70000 Mark. Die
Ge=
ſamtſumme der von ihm beſchloſſenen Stiftungen reicht
an eine Million heran.
* Braunſchweig, 15. Mai. Staatsminiſter
Hart=
wieg mußte ſich heute im Herzoglichen Krankenhauſe
einer Darmoperation ungerziehen. Sein
Befin=
den iſt den Umſtänden nach gut.
* Stallupönen, 15. Mai. Zu dem Fall Dreßler
haben die Oſtdeutſchen Grenzboten aus ruſſiſcher Quelle
Nachrichten erhalten, Dreßler ſollte von Kowno nach
Suwalki übergeführt worden ſein. Dieſer Umſtand
dürfte zu der Annahme, daß die Freilaſſung bereits
an=
geordnet ſei, geführt haben. In Suwalki ſolle demnächſt
vor dem Prokureur eine gerichtliche Verhandlung gegen
ihn ſtattfinden. Andererſeits wieder verlautet, daß man
die Freilaſſung Dreßlers am 19. Mai, dem Geburtstage
des Zaren, erwarte. Wie von ruſſiſcher Seite weiter
ver=
ſichert wird, habe die bisherige Unterſuchung der
ruſſi=
ſchen Behörden keinerlei Beweis für die Schuld Dreßlers
erbracht. Auch die bei einem Photographen, einem
Agen=
ten und einem jüdiſchen Speiſewirt in Kibarty
vorge=
nommenen Hausſuchungen unter Leitung einer
gericht=
lichen Kommiſſion aus Suwalki ſind ergebnislos
verlau=
fen. Dreßler ſollte mit dieſen Perſonen in Verbindung
geſtanden und von ihnen Material erhalten haben. In
Wirklichkeit ließ er ſich bei dem Photographen einmal
photographieren; die beiden anderen kennt er überhaupt
nicht.
* Rom, 15. Mai. Deputierteukammer. Bei
der Beratung der Wahlreform wurde in namentlicher
Abſtimmung mit 218 gegen 47 Stimmen bei 5
Stimm=
enthaltungen der Antrag Mirabelli, den Frauen das
Stimmrecht zu verleihen, abgelehnt. Auch die
Regierung wies den Antrag zurück.
* Belgrad, 15. Mai. Finanzminiſter Protitſch
der gegen die Löſung der parlamentariſchen Kriſe durch
Bildung einer radikalen Koalition Stellung nahm, reichte
ſeine Demiſſion ein.
* London, 15. Mai. (Oberhaus.) Im Verlauf der
allgemeinen Beſprechung der Militärpolitik ſtellten
verſchiedene Peers die Frage, ob das Expeditionskorps
für den Dienſt auf dem Kontinent für den
Bedarfs=
fall in Bereitſchaft ſei. Der Marques of Crewe erklärte
hierauf: Im Hinblick auf die etwas ſorgloſe Art, mit der
die Mößlichkeit der Ueberführung ſtarker Truppenkörper
nach dem europäiſchen Kontinent beſprochen worden iſt,
halte ich es für angebracht zu erklären, daß wir keine
Abkommen haben, die militäriſche Verpflichtungen
unſerer=
ſeits in ſich ſchließen. Wir haben keine militäriſchen
Bündniſſe, die uns in Schwierigkeiten verwickeln könnten
und keine geheimen Abmachungen oder Verpflichtungen.
Wir haben freundliche Verſtändigungen intimen
Charakters und die Mitglieder des Hauſes ſind ebenſo
kompetent wie die Regierung, die etwaige Tragweite
dieſer Verſtändigungen bei denkbaren auswärtigen
Komplikationen zu ermeſſen ebenſo wie die denkbaren
Umſtände, unter denen dieſe Verſtändigungen zu einem
Eingreifen unſererſeits — was Gott verhüte — in eine
auswärtige Verwickelung führen könnten.
*London, 15. Mai. Im Unterhauſe fragte
der Liberale Godfrey Collins, ob Churchill den
Extra=
betrag nennen könne, der unter Berückſichtigung des
neuen, im Reichstag beratenen
Ergänzungs=
flottenetats während des laufenden Finanzjahres
für Neubauten ausgegeben werden ſolle. Churchill
er=
widerte, die bezügliche Summe betrage 342 466 Pfund
Sterling, von welcher, entſprechend dem Ergänzungsetat,
98 847 Pfund Sterling für die Anſchaffung von
Luft=
ſchiffen und zu Verſuchen mit ihnen beſtimmt ſeien, der
Reſt für Unterſeebote. Collins fragte, ob unter dieſen
Umſtänden Grund zu der Annahme vorhanden ſei, daß
1912 für England ein Eroänzungsetat erforderlich ſei.
Churchill erwiderte: Jawohl, ich werde ſicherlich einen
Ergänzungsetat vorzulegen haben.
* Petersburg, 15. Mai. Der Reichsrat nahm in
dritter Leſung die Geſetzesvorlagen betreffend die
Ver=
ſorgung der Arbeiter in Krankheitsfällen und die
Arbeiter=
verſicherung bei Unglücksfällen an, ſowie die
Geſetzes=
vorlagen über den Elementarunterricht.
Nikolajew, 16. Mai. Das Pulvermagazin
der Marine iſt explodiert. Drei Soldaten ſind
ſchwer verwundet worden. Ein Aufſeher, der ſich während
der Exploſion im Innern des Magazins befand, iſt
ver=
mutlich in Stücke geriſſen worden. In der Stadt wurden
zahlreiche Fenſterſcheiben zertrümmert und viele Häuſer
abgedeckt. Die Urſache der Exploſion iſt unbekannt.
* Konſtantinopel, 15. Mai. Bei der Annahme des
Vorſitzes der Kammer hielt Halil Bey eine
Anſprache, in der er hervorhob, die zweite Wahlperiode
ſei für die osmaniſche Nation vor der Welt eine
Prüfungs=
zeit geweſen, deren Bedeutung ſich angeſichts des
ungerechten Krieges noch erhöhe. Die Nation habe
diesmal Feſtigkeit bewieſen, wie in anderen kritiſchen
Zeiten, und die Wahlen ruhig zu Ende geführt. Sie
habe die Notwendigkeit der Einigkeit erkannt. Man
müſſe der Zukunft mit Feſtigkeit und Vertrauen
ent=
gegenſehen. Es ſei eine politiſche Pflicht und eine
Forde=
rung der Ziviliſation für die ganze Welt, die osmaniſche
Nation nicht zu übergehen, ſondern zu reſpektieren. Die
Türkei wolle nicht den Frieden bedrohen, ſondern im
Gegenteil die leicht erzeugten Funken im Orient mit
Freiheit und Gerechtigkeit löſchen.
* New=York, 15. Mai. Nach einem Telegramm aus
Jguala im Staate Guerreſo ſind die 1500 Mann
Regier=
ungstruppen, die das vierzig Meilen von Jguala entfernte
Tolvapeda verteidigten, in einem zweitägigen Gefecht am
26. und 27 April ſo gut wie aufgerieben worden. Die
Lage von Jquala wird als kritiſch bezeichnet. Der Bezirk
iſt ſeit dem 12. April von jeder direkten Verbindung
abge=
ſchnitten.
* New=Orleans, 15. Mai. Banditen hielten den
New=York=Expreß in der Nähe von Hattiesburg (
Miſſi=
ſippi) auf, ſprengten den Gepäckwagen mit
Dynamit und flüchteten zu Pferd mit einem Paket, in
dem ſich 140000 Doll. befanden. Die Reiſenden wurden
nicht beläſtigt. Berittene Schutzmannſchaften nahmen
die Verfolgung auf.
— Wiesbaden, 15. Mai. Obgleich der Kaiſer
nicht nach Wiesbaden kommt, das bereits vollen
Feſtſchmuck angelegt hat, finden die Feſtſpiele im
Hoftheater doch ſtatt, nur das Galakonzert im Kurhaus
und die Kaiſerparade fallen aus.
Der Tod des Königs von Däuemark.
* Hamburg, 15. Mai. Ueber den Tod des
Kö=
nigs von Dänemark werden noch folgende
Einzel=
heiten gemeldet: Der König weilte hier auf der Rückreiſe
von Nizza ſeit Montag abend mit der Königin, den
Prin=
zeſſinnen Thyra und Dagmar, ſowie dem Prinzen Guſtav.
Im Gefolge befanden ſich Hofmarſchall Graf v.
Bröcken=
hüus=Schack. Leibarzt Profeſſor Blech. Da der König ſich
geſtern durchaus wohl fühlte, unternahm er abends ½10
Uhr allein den gewohnten Abendſpaziergang. Auf dem
Rückwege zu ſeinem Hotel gegen ½11 Uhr überfiel den
König auf dem Gänſemarkt in der Nähe des
Jungfernſtie=
ges, wenige Minuten von ſeinem Hotel entfernt, eine
Schwäche. Ein Paſſant ſtützte ihn. Ein Automobil wurde
herbeigeholt und da niemand den König erkannte, der
Wagen nach dem Hafenkrankenhaus dirigiert. Während
der Fahrt verſchied der König, ohne das Bewußtſein wieder
erlangt zu haben. Vom Hotel aus, wo man vergeblich
auf die Rückkehr des Königs wartete, und wo ſein
Aus=
bleiben ernſte Beſorgnis erweckte, unternahmen die Herren
in Begleitung des Direktors Wach vom Hamburger Hof
ſofort Nachforſchungen. In vorgerückter Stunde fand
Di=
rektor Wach die Leiche des Königs im Krankenhauſe. Die
Leiche wurde gegen ½4 Uhr früh in den Hamburger Hof
gebracht, wo ſie vorläufig unter Blumen und Kränzen
aufgebahrt wurde. Heute vormittag zog ein Doppelpoſten
des hieſigen Infanterieregiments vor dem Hotel auf
Zahlreiche Perſönlichkeiten, Mitglieder des Senats, der
Geſellſchaft, viele Mitglieder der hieſigen däniſchen
Ko=
lonie haben ſich in die Liſten eingezeichnet. Außer den
öffentlichen Gebäuden haben viele private Gebäude und
die Schiffe auf Halbmaſt geflaggt.
* Kopenhagen, 15. Mai. Die Königsjacht
die gegen 5 Uhr in Begleitung des Panzerſchiffes „Olfert
Fiſcher” abfuhr, trifft am Donnerstag früh in
Trave=
münde ein, wo inzwiſchen die Leiche des Königs
eingetroffen iſt, die ſofort auf die „Danebrog” überführt
wird. Die Königin=Witwe und die übrigen Mitgleder
des königlichen Hauſes begeben ſich gleichfalls an Bord,
worauf die Jacht ſofort wieder in See geht. Die
An=
kunft in Kopenhagen erfolgt Freitag mittag, wo
unter großen Zeremonien die Leiche an Land gebracht,
nd in die Schloßkirche überführt werden ſoll. Die
Bei=
ſetzung findet am 24. Mai in der Domkirche von Roskilde
tatt.
* Kopenhagen, 15. Mai. (Telegr.) Auf dem
Amalienborger Schloßplatz hatte ſich eine Volksmenge von
30= bis 40000 Perſonen verſammelt, als
Miniſter=
präſident Berntſen auf den Balkon des Palaſtes
Chriſtians Vll. trat und mit lauter Stimme ausrief: König
Friedrich VIII. iſt tot, es lebe König Chriſtian X.!
Die Menge begrüßte die Erklärung des
Miniſterpräſiden=
ten mit neun Hurrarufen. König Chriſtian trat darauf
in Generalsuniform mit dem blauen Bande des
Elefanten=
ordens auf den Balkon, während der Miniſterpräſident ſich
zurückzog. Der König trat vor, entblößte ſein Haupt
und hielt folgende, von Beifallskundgebungen oft
unter=
brochene Rede:
Eine traurige Botſchaft hat alle Dänen betroffen. Der
König, mein hochgeliebter Vater, der ſelbſt hoffte, geſund
und friſch zurückzukehren, iſt plötzlich geſtorben. Tiefe
Trauer hat meine vielgeliebte Mutter und alle ſeine
Näch=
ſten ſowie jeden Dänen betroffen. Eine ſchwere
Verant=
wortung iſt nun auf meine Schulter gelegt, aber ich hoffe,
daß das gleiche Vertrauen, das meinem vielgeliebten Vater
entgegengebracht worden iſt, nun auch mir
entgegenge=
bracht werden wird. Dänemarks Glück, Freiheit und
Selbſtändigkeit wird mein Ziel ſein, und alle däniſchen
Männer, die dasſelbe wollen, mögen ſich darauf die Hand
reichen. Gott ſchirme und ſegne unſer Vaterland, es lebe
Dänemark!
Die Volksmenge brach in anhaltende begeiſterte
Hurra=
rufe aus; die Flagge auf dem Palais, die auf Halbmaſt
geweht hatte, ging in die Höhe, die Forts feuerten den
Königsſalut. Als die Hurrarufe anhielten, traten auch
die Königin Kronprinz Frederikund Prinz
Knud auf den Balkon, die gleichfalls mit Jubel von der
Volksmenge begrüßt wurden. Nach einigen Minuten
zogen ſich die königlichen Herrſchaften zurück. Mehrere
Ge=
ſangvereine ſtimmten die Nationalhymne an, in welche
die Volksmenge einfiel. Der König und ſeine Familie
traten abermals auf den Balkon und hörten den Geſang
an. Es erfolgten neue begeiſterte Kundgebungen und
Ge=
ſang vaterländiſcher Lieder. Nachdem ſich die königliche
Familie zurückgezogen hatte, leerte ſich der Platz allmählich.
H. B. Hamburg, 16. Mai. Nachdem geſtern
abend im Hotel Hamburger Hof die däniſche
Kö=
nigsfamilie in einer Trauerandacht von dem
ent=
ſchlafenen König Abſchied genommen hatte, wurde um
Mitternacht der Sarg geſchloſſen und zugelötet, worauf
er mit der Danebrog=Flagge bedeckt wurde. Die
Toten=
wache halten die Diener des Königs. Heute morgen kurz
nach 8 Uhr fand die feierliche Ueberführung der Leiche
des Königs nach dem Hafenbahnhofe ſtatt. Vor dem
Portal hatte eine Ehrenkompagnie des Regiments „
Ham=
burg” mit Fahnen und Muſik Aufſtellung genommen. Die
Soldaten präſentierten beim Herannahmen und
Nieder=
ſetzen des Sarges auf den mit 6 Pferden beſpannten
Leichenwagen. Unter den Klängen eines Chorals
und Trommelwirbel ſetzte ſich der Leichenzug in
Be=
wegung. Ihm folgten etwa ein Dutzend Equipagen mit
den nächſten Angehörigen des Königs, der Bürgermeiſter
von Hamburg und der Vorſtand der hieſigen däniſchen
Kolonie. Die Ankunft auf dem Bahnhofe erfolgte
gegen 8½ Uhr. Hier wurde der Sarg in den bereit
ſtehenden Leichenwagen getragen, worauf die
Ueberfüh=
rung nach Travemünde erfolgte.
* Trſavemünde. 16. Mai. Der „Danebrog”
der die Leiche des Königs von Däncmark
überführt, machte an der Poſtbrücke feſt, während die
Panzerſchiffe „Olfert Fiſcher” und „Peder Skram” unter
dem Kommando des Vizeadmirals Kofred Hanſen auf
der Reede vor Anker gegangen ſind. Auf dem „
Dane=
brog” zeigt der Speiſeſaal, in dem die Aufbahrung des
Sarges erfolgt, ſchwarzen Trauerſchnhick. Das Schiff
ſelbſt iſt ſchwarz drapiert. Auf Deck iſt die Königskrone,
von Flor umhangen. angebracht. Um 10½ Uhr traf der
Großherzog von Mecklenburg=Schwerin
ein; ferner hatten ſich Bürgermitiſter Eſchenburg und
Senator Fehling als Vertreter der Stadt Lübeck u. a.
eingefunden. Drei Minuten nach 11 Uhr lief der von
Hamburg kommende Sonderzug unter dem Geläute der
Glocken in Travemünde ein. Auf dem Wege vom
Bahnhof bis zum „Danebrog” bildeten die Mannſchaften
der beiden däniſchen Kriegsſchiffe Spalier. Der Sarg
wurde aus dem Wagen gehoben und von den Prinzen
Harald und Guſtav, ſowie den Offizieren der däniſchen
Schiffe nach dem „Danebrog” getragen. Die Königin
folate, geführt von dem Großherzog von Mecklenburg=
Schwerin. mit den Prinzeſſinnen, dem däniſchen
Ge=
ſandten in Berlin und den übrigen Leidtragenden. Vor
dem Sarge ging der Kriegerverein von Travemünde mit
Fahne. Bei der Ankunft des Zuges auf dem .Danebrog”
gaben die Kriegsſchiffe einen Salut von 27 Schüſſen ab.
Der Sara wurde in den Speiſeſaal getragen. wo ein
Kranz des neuen Königs Chriſtian X. einen ſtillen Gruß
ans der Heimat entbot. Kurz vor 12 Uhr ging der
„Danebroa” in See. Die zahlreich am Ufer
Verſammel=
ten entblößten= ſtillſchweigend das Haunt, während die
Königin=Witwe mit den Prinzen und Prinzeſſinnen den
ſtillen Abſchiedsaruß wehmütiga erwiderten.
Briefkaſten.
H. K. i. W. Bei einem Betriebsunfall tritt die
Ver=
pflichtung der Berufsgenoſſenſchaft zur Entſchädigung erſt
mit Beginn der 14. Woche nach dem Tage des Unfalls ein.
Bis dahin hat die Krankenkaſſe ſatzungsgemäße
Kranken=
unterſtützung zu gewähren. Sieht nun die Krankenkaſſe=
Satzung eine Karenzfriſt für den Bezug von
Kranken=
geld vor, ſo ändert daran die Urſache der Erkrankung
(Betriebsunfall) nichts.
Weiße, blitzende Zähne. Die Pſlege der Zähne mit
der Kosmodont=Zahnbürſte und Kosmodonk=Zahncreme mit
aktivem Sauerſtoff iſt ſchon nach verhältnismäßig kurzem
Gebrauch deutlich dadurch erkennbar, daß die Zähne ein
beſſeres Ausſehen erhalten. Die Kosmodonk=Zahnereme mit
aktivem Sauerſtoff reinigt die Zähne und macht ſie blendend
weiß. Ein Fachmann ſchreibt uns: „Schließlich möchte ich
noch die große, ebenfalls auf der Wirkung des aktiven
Sauerſtoffes beruhende Reinigungskraft der Kosmodont= B
Zahnereme erwähnen. Ich habe über 6 Jahre ein und dieſelbe
Zahncreme gebraucht, habe mich aber nach nur 3 bis 4
wöchiger Benutzung zur Kosmodont=Zahnereme gewandt, da
ſie ſogar den Niederſchlag von 20 Zigaretten pro Tag faſt
ſpurlos vernichtet.” Kosmodont=Zahncreme mit aktivem
Sauerſtoff (Tube 60 Pfennig) iſt in allen einſchlägigen
Geſchäften zu haben. Drobetube gratis durch die
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Frankfurt am Main.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mat 1912.
Nummer 10.
beim
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=P
Ven
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beſonders hinzuweiſen. Dieſe fachgemäße Miſchung
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daß ſie den weitgehendſten Anſprüchen zu genügen
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erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
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Tel. Nr. 1073.
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hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß heute
vormittag 10 Uhr unſere liebe Mutter,
Schwie=
germutter, Großmutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(11328
Frau
Louise Diez Witwe
geb. Kauf
nach kurzer aber ſchwerer Krankheit ſanft dem
Herrn entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Martin Schäfer,
Willy Hellmann,
,,
Peter Walther,
,
Karl Diez,
,
Willy Hechler.
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Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Mai,
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Freitag, den 17. Mai:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 18. Mat:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabatt
ausgang 9 Uhr 5 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der ioraelitiſchen
Religiong=
geſellſchaft.
Samstag, den 18. Mai:
Vorabend 7 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 9 Uhr 5 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 19. Maj
an: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr. Abend=
9 Uhr 5 Min.
Tageskalender.
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Probe des Muſikvereins zur 9. Sinfonie um 8½ Uh
im Vereinshaus.
Zuverläſſigkeitsflug mit Landung der „Viktori,
Luiſe” auf dem Truppen=Uebungsplatz.
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Freitags von 10—1 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 3—5 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereis
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
echler
Deutſcher
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 115.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mai 1912.
Seite 9.
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Dr. Draudt, Heinrichſtr. 17,
Dr. Göring, Mühlſtr. 64,
Dr. Heyer, Hügelſtr. 57,
Dr. Leydhecker, Heinrichſtr. 23,
S.=R. Dr. Maurer, Steinſtr. 32,
Dr. L. Orth, Landwehrſtr. 12,
Dr. Sior, Hochſtr. 60. (11172mf
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Dr. W. Oeth, I.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 17. Mai 1912.
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Nummer 115.
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Großh. Kreisamts Darmſtadt.
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3 58.
Freitag, 17. Mal.
1912.
Bekanntmachung.
Für die am 17. d. Mts. oder an einem der folgenden Tage, gelegentlich des
werläſſigkeitsflugs am Oberrhein, auf dem Truppenübungsplatz bei
Gries=
im ſtattfindenden Flugveranſtaltungen wird auf Grund des Art. 65 der
Kreis=
d Provinzialordnung folgendes angeordnet:
I.
Alle auf den Trupenübungsplatz fahrenden Wagen, Automobile und
Motor=
der haben von der Straße Darmſtadt-Griesheim aus die, an der Halteſtelle der
ampfſtraßenbahn abzweigende Querſtraße einzuſchlagen und von dieſer nach Weſten
die Hauptlagerſtraße einzubiegen. An der hier durch Tafeln kenntlich gemachten
telle hat das Publikum die Fahrzeuge zu verlaſſen und ſich auf den durch Tafeln
intlich gemachten Wegen auf die Zuſchauerplätze zu begeben.
II.
Die leeren Automobile haben ſodann durch die Waldſtraße nach der nördlichen
igerſtraße abzufahren und an dem für ſie vorgeſehenen Platz Aufſtellung zu nehmen.
Die leeren Wagen haben die Hauptlagerſtraße weiter zu fahren und ſich an
m für ſie beſtimmten Platz aufzuſtellen.
III.
Die Automobile ſind zur Rückfahrt an ihrem Aufſtellungsplatz (nördliche
igerſtraße) zu beſteigen. Die Abfahrt hat von hier aus zu erfolgen, und zwar nur
ſer die weſtliche Lagerſtraße nach der Straße Griesheim-Darmſtadt.
Die Wagen ſind zur Rückfahrt an ihrem Aufſtellungsplatz (an der
Haupt=
gerſtraße) zu beſteigen.
Die Anordnung in Abſ. 1 Satz 2 gilt auch für die Wagen.
IV.
Automobile und Motorräder dürfen auf der Querſtraße, den Straßen innerhalb
des Lagers und der weſtlichen Lagerſtraße nur mit einer Stundengeſchwindigkeit
von 15 km fahren.
V.
Die durch gelbe Flaggen mit der Aufſchrift: „Deutſcher Zuverläſſigkeitsflug am
Oberrhein 1912” bezeichneten Automobile der Flugoberleitung, ſowie die mit blauen
Flaggen bezeichneten Automobile der hieſigen Sportleitung ſind überall durchzulaſſen.
Das Gleiche gilt für Krankenautomöbile und Krankenwagen.
mehe
VI.
Bei den nachmittags zu erwartenden Landungen des Zeppelinluftſchiffs
„Viktoria Luiſe” dürfen nur die mit Karten für den Tribünen= und erſten Platz
ver=
ſehenen Zuſchauer nach den Landungen an die Landungsſtelle herantreten, und zwar
nur bis zu der von Militär gebildeten Abſperrung.
Bei den Landungen des Luftſchiffs iſt das Rauchen außerhalb der
abge=
ſperrten Zuſchauerplätze ſtreng unterſagt.
VII.
Die Zuſchauer dürfen ſich, abgeſehen von dem unter VI. erwähnten Fall,
unter keinen Umſtänden auf dem Flugplatze außerhalb der abgeſperrten
Zu=
ſchauerplätze aufhalten.
VIII.
Das Publikum wird dringend aufgefordert, die vorſtehenden Anordnungen
zur Verhütung von Unglücksfällen genau zu befolgen.
Zuwiderhandlungen gegen die Anordnungen werden auf Grund des Art. 65
der Kreis= und Provinzialordnung mit Geldſtrafen bis zu 90 Mark beſtraft.
(11183mf
Darmſtadt, 9. Mai 1912.
Großh. Kommandantur.
Großh. Kreisamt Darmſtadt.
von Randow.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
her Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
nden ſich: 2 Pinſcher. Bernhardiner, 1 Dobermann (zugelaufen)
ie Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
1sgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
ndet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (11288
in reichlicher Auswahl bei
Bekanntmachung.
Freitag, den 31. Mai 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
II die den Gaſtwirt Jakob Petri
heleuten dahier zugeſchriebene
iegenſchaft:
lur Nr.
qm
IV 35490/100 318/10 Hofreite
Pan=
kratiusſtraße
Nr. 58,
1 unſerem Bureau zwangsweiſe
(K5/12
erſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
iſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
ehmigung der Verſteigerung auch
ann erfolgen, wenn das eingelegte
Reiſtgebot die Schätzung nicht
er=
eicht.
Darmſtadt, den 4. Mai 1912.
hroßh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(V10856
Müller.
Bekanntmachung.
Freitag, den 31. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
oll die den Jakob Huck
Ehe=
zuten dahier gehörige Liegen
haft:
Flur Nr. qm
XIV 98¾/10 619 Hofreite
Heidel=
bergerſtraße 61
n unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
nannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
teigert werden.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Hroßh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V10857
Bekauntnachung.
Freitag, den 24. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Hein=
rich Jacoby VIII. dahier gehörigen
Immobilien:
Flur Nr. qm
I 32/10 232 Hofreite
Gar=
tenſtr. 30,
I 327/10 233 Hofreite
Gar=
tenſtr. 18,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K141/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V10322
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
31 730 Hofreite
Ma=
thildenplatz8,
I 321/10 157 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K1/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V10323
Speiseb-
Ckartoffeln
Ueberrheiner Induſtrie, Zentner
5 Mk., empfiehlt J. Vetter,
Wenckſtraße 60.
(9902a
Mühlſtraße 20 und 22
Telephon 546. (10698a
Goldgelbe (11275a
A. Castritias
Bekanntmachung.
Freitag, den 31. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Wirt Ludwig Volk
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
navanf
Flur Nr. qm
II 618½0 484 Hofreiten Mühl=Bpolsekartettoin
II 6191/10 394 Hofreite) ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe empfiehlt in la Qualität
verſteigert werden.
(K33/12
W. Nungesser
Darmſtadt, 15. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I. Fernſpr. 864. — Dieburgerſtr. 10.
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Für den Verkauf des Holzes in 40 Pf., ſowie gute Speiſekartoffel
dem Holzhofe dahier ſind folgende10 Pfd. 55 Pf. u. kleine zum Röſten
Preiſe pro Rm. bis auf weiteres u. Salat 10 Pfd. 50 Pf. (*12399mfs
feſtgeſetzt:
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Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
Teuterhaltener Kinder=Sitzliege=
II. Kl. 10 „
wagen, vernick., bill. zu verk.
Kiefern=Scheiter I. Kl. 10 „
St. (*12428fs
Schwanenſtr.
II. Kl. 8
.
Scheiter II. Kl. beſtehen aus
aufgeſpaltenem Knüppelholz.
Afes
Die Beſtellungen des Holzes
haben bei Großh. Bezirkskaſſe Ein guterhalt. Handwagen
Darmſtadt zu erfolgen. (11317a zu kaufen geſucht Friedrich Schad,
Darmſtadt, 15. Mai 1912.
Sattlermeiſter, Pfungſtadt. (11309fs
Großh. Holzmagazins=Verwaltung.
AEc getrag. Herren=
2e
Heinemann, Geh. Forſtrat.
u. Damenkleid.,
Flugtag am 17. Mai in Darmſtadt.
Die ſtädtiſchen Bureaus ſind am 17. Mai, nachmittags,
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geſchloſſen.
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Darmſtadt, den 15. Mai 1912.
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höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (10724a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
Der Ausſchuß für Errichtung des Denkmals
„Kapitänleutnant Fiſcher”
macht hiermit bekannt, daß in der Zeit vom 18. Mai bis 1. Juni
die Rechnungsablage bei Unterzeichnetem zur Einſichtnahme offen liegt.
J. A.
Grodhaus
*12438)
4 Ernſt Ludwigsplatz 4.
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Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Ein müdes Lächeln zuckte über das braune Geſicht des
Kapitäns.
Was ſcherte ihn Ravna Jonſons Zorn, jetzt, wo doch
alles verloren war.
Iſt die Frau dort Dein? fragte Hallgerdr noch einmal,
und ihre Augen blitzten vernichtend über ihn hin.
Nein, ſie iſt nie mein geweſen, gab er wie im Traum
zurück, denn ich habe — ſie nie geliebt!
Ein einziger wimmernder Laut kam von Helgas
Lip=
pen, dann wandte ſie ſich und ſchritt ſtumm zur Tür.
Aber Hallgerdr vertrat ihr den Weg. Wie eine
Kö=
nigsmaid aus der fernen Sage ſtand ſie im lang
herab=
wallenden Goldhaar vor der ſchwankenden Geſtalt, und ihre
Stimme klang wie fern verhallender Glockenkon, als ſie
mit einem befehlenden Blick auf Ingwald ſagte:
So dürft Ihr nicht von hinnen gehen, edle Frau.
Ver=
zeiht, wenn ich Euch gegen Eueren Willen halte, und wenn
ich es geſchehen laſſen muß, daß man Euch, die Ihr als
Gaſt in den Widarhof kamt, kränkt.
Ihr klagt den Mann dort an, der Euch weh getan. Ein
ſchweres Verbrechen iſt es, des Ihr ihn zeiht. Er
vertei=
dige ſich, wenn er kann.
Ein wides Leudten drach ans Znmalds Augen, in
heißes, verzehrendes Feuer, als er, die Arme jauchzend
hebend, es Hallgerdr entgegen ſchrie:
Was fragſt Du noch? Was grübelſt und bettelſt Du dort
vor der Frau, die glaubt, mit ihrer kühlen, ſorgenden
Haus=
frauenliebe oder mit der ſogenannten Pflicht mich zu
hal=
ten, während unſere Seelen flammengleich aus Schutt und
Trümmern zum Himmel emporſteigen. Was weiß ſie von
der Liebe, die ewig währt, die alle Schranken durchbricht,
alle Hinderniſſe zertrümmert, die Ketten zerbricht und
rei=
ßende Waſſer überbrückt, die über alles hinweg uns
zu=
einander zwingt? Ja, es iſt wahr, die Frau dort iſt mein
mir einſt angetrautes Weib, das ich ehrlich lieb gehabt,
bis ich voll Grauen erkennen mußte, daß dieſe geduldige,
ſorgende Liebe ein erbärmliches Fünkchen geweſen, das ein
Hauch verlöſchen konnte, als die echte Flamme der einzigen,
großen Leidenſchaft zu Dir, Hallgerdr, hervorbrach. Was
war mir Weib und Kind, Hallgerdr, was Heimat und
Va=
terland? Nur Dich wollte ich. Ich bat und flehte die Frau
dort an um meine Freiheit. Sie weigerte ſie mir. Wenn
Du ahnteſt, was ich gelitten, wie ich tauſendmal Dir alles
geſtehen wollte, um nicht vor Dir als Meineidiger und
Wortbrüchiger zu ſtehen, und wie zuletzt das Eis, das
un=
überwindliche Eis mich ſo lange fern hielt von Euerem
Hof, daß ich monatelang tauſend Schmerzen litt im
ſchwei=
genden Jammer über mein unſeliges Geſchick.
Nun aber iſt das Eis gebrochen. Der Frühlingsiſt da,
und wenn die ganze Welt in Trümmer geht, unſere Liebe,
Hallgerdr lebt, die kann keine Macht der Erde zerſtören,
die iſt ſtärker als der Tod. Hierher zu mir, hier iſt Dein
Platz, an meiner Bruſt, und wenn dieſe Frau dort es
tauſendmal hindern will, ſo wahr die Welt ſteht, Du wirſt
mein, mein!
Wie ein Jauchzen brach es von ſeinen Lippen. Aber
plötzlich ging ein jähes Erblaſſen über ſein heißes Geſicht=
Senkte ſich nicht die Stube, War nicht draußen ein
Krachen wie von wildem Donnern und Blitzen? Stand
denn noch die Welt?
Niemand ſchien das Schwanken der Erde zu gewahren
außer Ravna Jonſon. Der ſah ihm ins Geſicht, und ſeine
drohenden Augen glühten ihn hohnvoll an wie die eines
Teufels.
Nun kommt das Ende, Kapitän, frohlockte der Alte.
Paßt einmal auf. Nun wollen wir mal ſehen, wer von
uns den Fluch löſt.
Seid ſtill, Alter, gebot Ingwald rauh, und ſich das erſtes
mal an Helga wendend, herrſchte er ihr gebieteriſch zu:
Kehre heim zu Deinem Knaben, Weib, und hemme
nicht meinen Weg. Sträube Dich, ſo viel Du willſt, ich
zerbreche dennoch die Ketten, an denen Du mich halten
willſt, und ſollten ich und Du darüber zugrunde gehen.
Ein Ruck ging durch die hohe Geſtalt der Frau mit
den dunkel umſäumten Augen. Stolz richtete ſie ſich empor,
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dann aber ſagte ſie hoheitsvoll, mit einem Blick, der ihn
kief in das Herz traf:
Ich halte Dich nicht mehr, Ingwald Anderſen. Der
Weg iſt frei! Bis jetzt habe ich immer geglaubt, daß ich
Dir doch etwas geweſen in unſerem gemeinſamen Leben,
aber die heutige Stunde hat mir offenbart, daß in Deinem
Herzen eine Hölle tobt, vor der mir grauſt. Ich habe Dich
lieb gehabt, fuhr ſie fort, und ich hätte nie aufgehört, Dich
zu lieben, aber dieſe Stunde, in der Du alles das
verleug=
neſt, was Dir einſt wert war, in der Du die Mutter Deines
Kindes zu einer Dirne herabwürdigſt, indem Du
behaup=
teſt, Du hätteſt ſie nie geliebt, die trennt uns für immer.
Gehe Deinen Weg! Gehe ihn in Frieden, wenn Du kannſt
Ich ſehe ein, wie töricht ich war, daß ich etwas halten
wollte, was mir nie gehörte. Ich habe keine andere
Ent=
ſchuldigung für mein Handeln als die, meinem Kinde den
Vater zu erhalten, den Vater, nach dem es fragt bei Tag
und bei Nacht, für den es betet, und auf deſſen
Wieder=
kehr es wartet, wie der Menſch auf ſeinen Heiland. Du
haſt nicht danach gefragt, ob ich leide, ob Du mir den
Todesſtoß gabſt, als Du Dich ſo grauſam von mir riſſeſt.
Nur Deine Selbſtſucht, Dein Begehren beherrſchte Dich.
Gold und Gut boteſt Du mir für Deine Freiheit. Achtlos
warf ich es Dir vor die Füße. Auch mein Kind ſoll keinen
Teil daran haben. Dein wildes Begehren nach dem
trau=
rigen Weibe dort, das, ſo jung noch, ſchon ſo ſchwere Bürde
trägt, mag ſich erfüllen. Ich leſe in ihren klaren Augen,
in dem edlen Freimut ihrer Mienen, daß keine Schuld ihre
Seele drückt. Hüte Dich, Ingwald Anderſen, daß Du ihre
Seele nicht auch mit Füßen trittſt, wie die meine. Was
Du mir tateſt, konnte ich Dir verzeihen, denn ich fühle, Du
biſt der willenloſe Sklave Deiner ungebändigten
Leiden=
ſchaft geworden. Aber hüte Dich, auch dieſe andere zu
be=
itrügen, ſie zu kränken, ihr wehe zu tun. Ich nehme dieſe
Erinnerung an ſie mit heim in meine troſtloſe Einſamkeit,
mit heim zu meinem Kinde, und wenn ich am Kamin
ſitzen werde und unſer blonder Knabe Märchen von mit
verlangt, dann werde ich ihm leiſe erzählen, daß in fernen
Landen ſich durch Not und Tod ein Königspaar zueinander
fand, für das er beten müſſe, beten, als wäre der König
ſein Vater, der tot für ihn ſei, tot, wie für ſeine einſame
Mutter. Und wenn die Kinderhände ſich dann betend
heben und ein ſüßes Lächeln ſich über die ſonnigen
Kinder=
augen legt, dann, Ingwald Anderſen, finde auch ich
viel=
leicht die Kraft für den, der mir ſelbſt die Liebe zu ihm
mit rauher Hand aus dem Herzen riß, zu beten, für ihn
und für ſein blondes Glück, das ich ſegnen möchte mit
weichen, heiligen Mutterhänden.
Helga! ſchrie der Kapitän erſchüttert, der Frau zu
Füßen ſinkend und weinend ihre Knie umfaſſend. Helga!
Wie ſoll ich Dir danken. Wie groß biſt Du und wie gut.
Verzeihe mir meine Härte und Grauſamkeit. Ach, ich
möchte Dir ja alle Hände unterbreiten. Ich möchte Dir
und unſerem Kinde ja alles zu Liebe tun. Nur von ihr,
die ich mit fiebernder Seele, mit allen Sinnen und allen
Gedanken begehre, dürft Ihr mich nicht reißen. Komm,
Hallgerdr, knie nieder und danke ihr, die uns unſer Glück
gibt. Sie ſchenkt mir das Leben wieder, ſie macht mich
reich und groß.
Er verſuchte Hallgerdrs Hand zu faſſen und ſie an ſeine
Seite niederzuziehen, aber Hallgerdr nahm ſtolz und fremd
ihre Hand zurück.
Steht auf, Kapitän Anderſen, ſagte ſie ernſt, und ihre
Stimme klang hohl, als käme ſie aus weiter Ferne. Nicht
danken kann und will ich der Frau dort, der ich wider
Willen ein Stück von ihrem Herzen riß. Ihr vernichtetes
Leben, durch Euere Schuld vernichtet, würde nicht zulaſſen
daß auch nur ein einziger Glücksſchimmer in meine Seele
fällt. Ich habe Euch geliebt. Wie ein Feuer kam es über
mich mit raſender Gewalt. Ich konnte nichts anderes
den=
ken, als immer nur Euch und immer wieder Euch. Aber
ſeitdem ich weiß, daß Ihr einer anderen die Treue
ge=
brochen, um mich zu lieben, ſeitdem ich weiß, daß Ihr Euer
ſüßes, kleines Kind meinetwegen verlaſſen konntet, da iſt
in meiner Bruſt etwas hart geworden, Kapitän. Nicht mal
weinen könnte ich um Euch, ſo leer und öde iſt es in mir.
Nur eines wohnt noch darin, das Grauen vor Euch und
Euerer Liebe. Geht heim, Kapitän, aber wagt es nie
wie=
der, den Widarhof zu betreten. Ihr kamt in unſer weißes
Eisland, um Rache an den Bewohnern des Hofes zu
neh=
men, die einſt an den Eueren Unrecht verübten, Ihr habt
Euch gerächt, Ingwald Anderſen, Ihr habt hier mit kalter
Hand ein Menſchenleben zerbrochen, das gläubig und
ver=
trauend ſich in Euere Hand gab. Wir ſind nun quitt. Hebe
ſtolz das Haupt, Vater, der Widarhof iſt frei! Gelöſt iſt
der Fluch, der ihn umfangen. Ich, ich zahlte ihn mit
meinem Herzblut, mit meinem Glück!
Der jüngſte Tag kommt, brüllte da Bjarni plötzlich
ins Gemach, rettet Euch, hinaus, hinaus!
Mit wilder Haſt riß er Hallgerdr und Helga aus
der Tür.
Hinaus! ſchrie er noch einmal die Männer an.
Dieſe ſtanden ſich plötzlich, die Augen feſt ineinander
gebohrt, allein gegenüber.
Die Erde hob und ſenkte ſich wie in tiefem Atemholen.
Sagte ich es nicht, lachte Ravna Jonſon grimmig auf,
nun kommt das Ende. Ja, ja, mein Söhnlein, jetzt ernten
wir die Frucht unſerer Taten,
Er umklammerte mit beiden Händen die Handgelenke
des Kapitäns, ſo daß dieſer nicht imſtande war, ſich zu
rühren.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 14.
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ein=
zelnen drehbaren Mahlzähnen beſtehenden Wurfringen,
welche die Einſtellung verſchiedener Spaltweiten
ermög=
lichen. E. Burckard, Darmſtadt, Emilſtraße 28.
H. Frankfurt a. M., 2. 14. Mai. (
Fruchtmarkt=
bericht) Am Wochenmarkt war Landweizen
reich=
licher vorhanden und auch die Preiſe dafür etwas
nach=
giebiger. Das Geſchäft blieb jedoch geringfügig, da der
Konſum und die Mühlen nur das notwendigſte kauften.
Landroggen war ebenfalls ſehr ruhig, aber gut
be=
hauptet. Für Hafer herrſchte regere Nachfrage, die zu
unveränderten Sätzen befriedigt wurden. Mais knapp
und feſt. Gerſte geſchäftslos. Futtermehl ruhig
und preishaltend. Die Forderungen für Mehl ſind etwas
ermäßigt.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ruhig,
bei kleinen Umſätzen. — An der Berliner
Produk=
tenbörſe war Getreide anfangs feſter geſtimmt, weil die
gefallenen Regenmengen für ungenügend gehalten wurden,
dann abgeſchwächt, als Kommiſſionäre verkauften und
La=
plataweizen billiger offeriert wurde. Beſonders gedrückt
war Roggen per Juli. Der Konſum iſt ſchwach, auch die
Nachfrage für Exportzwecke ruht zur Zeit. Hafer per
Liefer=
ungstermine auf größere Abgaben nachgebend. Lokoware
war ruhiger, aber feſt. — Nach den letzten Kabelnachrichten
von den amerikaniſchen Getreidemärkten
(New=York und Chicago) war Weizen recht ſchwach auf
günſtigere Ernteberichte aus Kanſas, und Oklahoma, ſowie
auf den baiſſelautenden Wochenausweis der
Weltverſchiff=
ungen. Mais eröffnete feſt auf ungünſtige Ernteberichte
über ungenügende Anpflanzung, ſowie auf Käufe Armours.
Schluß jedoch kaum ſtetig, da Abgaben erfolgten. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 47,64
Mill. Buſh. auf 43,30 Mill. Buſh. und die Maisvorräte von
7,49 Mill. Buſh. auf 6,47 Mill. Buſh. zurückgegangen. Auch
in Kanada ermäßigten ſich die Weizenvorräte in dieſer
Woche von 22,28 Mill. Buſh. auf 18,48 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſ. und Wetterauer 24,25, Kurheſſiſcher 24,25,
La=
plata 25,75—26,50, Redwinter 25,50—26,50, Kanſas 25,50
bis 26,50, Nordd. 24,25, Ruſſiſcher 26—26,25, Rumäniſcher
25,75—26,25, Manitoba 25,50—26,50, Walla Walla 25,50
bis 26,50; Roggen hieſ. 21—21,25, Ruſſiſcher 21,75—22,
Rumäniſcher 21,75—22, Bayeriſcher (Pfälzer) 21,10—21,15;
Hafer hieſ. 22,25—22,50, Ruſſiſcher 22,75
—23,—,
Rumä=
niſcher 22,80—23,—, Bayeriſcher 22,40—22,75,
Amerikani=
ſcher 20—20,50; Mais mixed 18,25—18,50, Donaumais
18,20—18,40, Laplata 18,30—18,60, Ruſſiſcher 18,50—18,75,
Rumäniſcher 18,50—18,70, Weißer Mais 18,40—18,60,
Weizenſchalen 14,40—14,50, Weizenkleie 14,25—14,50,
Roggenkleie 15—15,25, Futtermehl 16,50—17, —, Biertreber
getrocknet 15,60—15,75, Weizenmehl hieſ. Baſis ab
Mann=
heim Nr. 0 33,50—33,75, feinere Marken 34—34,25, Nr.
32—32,25, feinere Marken 32,50—32,75, Nr. 2 31—31,25,
feinere Marken 31,50—31,75. Nr. 3 29—29,25, feinere
Mar=
ken 29,50—29,75, Nr. 4 26—26,25, feinere Marken 26,50 bis
26,75,Roggenmehl hieſ. Nr. 0 28,50—29.—, Nr. 1 26,50 bis
27.—, Nr. 2 22.50 —23,— .
Sport.
* Pferderennen. Rennen zu Düſſeldorf.
Gerresheimer Flachrennen; 3000 Mark, Diſtanz 1400
Me=
ter: 1. Herrn C. Coſacks Bravo (Kreiſel), 2. Zucht (Kühl),
3. Saba (Mac Farlane). Tot. 30110. Drei liefen. Ein
gegen die Siegerin wegen Behinderung eingeleter
Pro=
teſt wurde zurückgewieſen. Sehr ſicher, 1—1½ Lg.
Jan Wellem=Jagdrennnen; Ehrenpreis und 2500. Mark
Diſtanz 3000 Meter: 1. Leutn. Pauwels Trompete III
(Leutn. v. Egan=Krieger), 2. Doubtful Lady (Beſ.),
3. Percy Taylor (Herr von Weſternhagen). Tot. 16:10.
Drei liefen. Handgalopp, 15—15 Lg. — Bergiſches Flach=
Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn R.
Then=Berghs Lamhult (Schlafke), 2. Schmuggler (
Raſten=
berger), 3. Kakadu I (Buſch). Tot. 30110, Pl. 13, 13:10.
Unpl.: Eager Girl (4), Headwind. Sicher, Hals-/ Lg.
— Rheinbaben=Jagdrennen; Ehrenpreis und 5000 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Leutn. Lipkens Mariani (Leutn.
von Moßner), 2. Lucky Jap (Leutn. von Görne), 3. Olt
Rum (Beſ.). Tot. 24:10, Pl. 17, 40:10. Unpl.: Bodger II,
Scotch Poſt. Leicht, 1½—3 Lg. — Düſſeldorfer Handikap;
5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn F. Lindenſtaedts
Oranier (M. Aylin), 2. Jris (Evans), 3. Blue in Blue
(Schläfke). Tot. 50110, Pl. 11, 10, 10:10. Unpl.: Traviata
(4), Gargamelle, Ria, Kolombine. Sicher, ¾—1 Lg. (Im
vierten Rennen lief Chateauvert noch unplaziert.)
Haus Roland=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000 Mark,
Diſtanz 3600 Meter: 1. Herrn Wepes Don Juan (Leutn.
von Moßner), 2. Gay Paris (Leutn. Schönborn), 3.
Lis=
nagarvey (Leutn. v. Egan=Krieger). Tot. 25110, Pl.
16, 25:10. Unpl.: Suhogo (4), Ormsby (ausgebr.).
Ueber=
legen, 8—1 Lg. — Jägerhof=Flachrennen; 2000 Mark,
Diſt. 2000 Meter: 1. Herrn H. Haas’ Prolixe (Hammer),
2. Florimond Robertet (Kühl), 3. Dandolo (
Wedge=
wood). Tot. 29110, Pl. 15, 14, 20:10. Unpl.: Tubereuſe II
(4), Saint Homme, Hold Up II, Firſt Extra, Briar Truſh,
M. E. N., Marcaſite. Sehr leicht, 2—¾/ Lg.
* Lawn=Tennis. Im Internationalen
Lawn=Tennis=Turnier zu Wiesbaden
wurde bereits eine große Zahl von Konkurrenzen
ent=
ſchieden. Das Herren=Einzelſpiel um den Wiesbadener
Pokal gewann O. Froitzheim gegen O. Kreutzer 6—4 6—3
—0 zurückgezogen, nachdem Froitzheim in der dritten
Runde O. Lindpaintner 6—4 6—4 und O. Kreutzer R.
Kleinſchroth 6—2 6—3 geſchlagen hatte. Die Herren=
Meiſterſchaft von Wiesbaden fiel gleichfalls an O.
Froitz=
heim. In der dritten Runde hatte er O. v. Müller 6—4
6—3 aufgegeben, geſchlagen und traf nun in der
Schluß=
runde auf F. W. Rahe, der vorher R. Kleinſchroth 6—2
6—5 beſiegt hatte. Froitzheim gewann gegen Rahe 6—2
6—2 6—4. Die Damen=Meiſterſchaft von Wiesbaden
wurde von Fräulein M. Rieke=Hamburg gegen Fräulein
Salin 6—4 9—7 gewonnen. Das Doppelſpiel für
Her=
ren ohne Vorgabe fiel an Rahe=R. Kleinſchroth mit 1—6
6—2 6—4 6—3 gegen Kreutzer=R. Kleinſchroth. Das
ge=
miſchte Doppelſpiel iſt noch nicht beendet. Von den
Vor=
gabeſpielen gewann F. Roſenthal das Herren=Einzelſpiel
Klaſſe B, Frau Honigmann das Damen=Einzelſpiel und
L. Grüder=H. Kleinſchroth das Herren=Doppelſpiel.
* Auswärtige Radrennen. In Angers bewies
Friol wieder ſeine große Klaſſe, da er in einem Match in
drei Läufen mit fünf Punkten vor Hourlier und Ellegaard
ſiegte. Friol gewann den erſten und zweiten Lauf vor
Ellegaard und Hourlier reſpektive Hourlier und
Elle=
gaard, unterlag aber im dritten Lauf gegen Hourlier.
Der Belgier Vanhouwaert brachte in Charleroy ein
Hundertkilometerfahren ohne Schrittmacher nach
Punkt=
wertung vor Brocco, Faber, Ceſar und Melotte an ſich,
In Montlucon wurde ein amerikaniſches
Mann=
ſchaftsfahren von Boutellier=Beyl gegen Appelhans=
Ca=
rapezzi und Jacquard=P. Didier gewonnen, während ein.
Prämienfahren an den Deutſchen Appelhans vor
Jac=
quard fiel. — In Padua beſtritten Moretti, Verri,
Gardelin und Polledri ein Match. Moretti, der den
erſten und dritten Lauf, und Verri, der den zweiten Lauf
gewonnen hatte, teilten ſich mit je fünf Punkten den
erſten Platz vor Gardelin und Polledri mit je zehn
Punkten.
Gewinnauszug
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 4. Ziehungstag. 14. Mai 1912.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 150000 Mk. 70685
10 Gewinne zu 5000 Mk. 97349 99136 101399
156982 165039
68 Gewinne zu 3000 Mk. 2695 3072 5546 9898
9859 20395 28319 31223 32709 42782 42952 54906
60319 76221 81808 83432 86621. 90456 94956 96871
114686 121786 122184 127438 139924 140219 148885
157305 168618 178909 182639 183666 184782 189973
82 Gewinne zu 1000 Mk. 1181 1558 7039 11255
24649 27072 30426 38767 41128 41176 49562 54829
57498 60864 63182 64108 65859 66861 71495 80001
83270 95782 99017 100805 104706 105434 112652
113475 113956 114482 119279 121763 126992 132654
137579 137927 143283 161289 172394 173641 177473
172 Gewinne zu 500 Mk. 1942 4527 5559 6161
7387 7392 10875 12049 23130 23439 23460 31787
32778 32873 33380 39774 40180 41456 46648 47981.
49998 50886 50965 52527 53275 53295 58399 54662.
55050 56178 58909 67207 69939 70353 73487 74087.
87965 91331 92553 93261 95208 96635 96969 99226
99293 103297 105550 106112 107108 108934 109772
110583 116238 118526 119950 121609 123164 123837
124231. 127068 127193 129558 131119 139133 139925
145649 146613 147697 149323 150944 151896 154242
160846 162813 164868 169427 170080 171081 175568
176060 176390 177056 180698 188094 186642 189741
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 60000 Mk. 127852
2 Gewinne zu 10000 Mk. 65544
2 Gewinne zu 3000 Mk. 1520 14278 15656 15724
16033 26508 27100 36535 38893 42157 48199 70686
74326 75243 75475 78097 81795 95539 105148 122086
127199 128762 134675 136312 136420 139256 139527
140117 153494 159765 165904 167163 174146 180143
185791 187532
98 Gewinne zu 1000 Mk. 11699 12501 12866 15410
18116 18994 22879 26865 35000 36693 39813 47219
47655 47982 53565 64968 73578 77240 79635 80552
83092 83696 84736 86263 92957 96033 103525 104136
104279 115005 119146 136236 138580 138658 139085
152097 152333 152527 160561 163217 164364 16577
167971 169193 172376 181516 181767 185002 187298
178 Gewinne zu 500 Mk. 3603 7924 10374 10592
12965 18664 20513 24479 28936 31756 32422 34014
34077 34448 39152 40370 40907 41676 42312 48831
49771 51553 53224 54673 55565 56575 58394 64231
64735 66855 69232. 70445 71179 72431 74124 76847
77641 78159 79364 81804 83472 83838 85095 87991
88198 90589 91567 93440 94094 96132 98613 105721.
106960 107883 112704 113269 115977 118631 119071
120351 121601 123916 127201 131391. 135442 140792
140828 145197 146308 147889 155957 157131 158840
159666 160250 161490 161506 162470 164199 166015
166098 175384 175755 176249 177803. 180095 184022
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