Inſerate
Abonnemenkspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
nonatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
pärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
nren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
1. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ür Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
chriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
der Kaiſer iſt geſtern vormiltag in Straßburg
eingetroffen.
Vie aus Karlsruhe gemeldet wird, hat der Kaiſer auf
Vortrag des Reichskanzlers den Frhrn. v. Marſchall
zum deutſchen Botſchafter in London
er=
nannt. Die Ueberſiedelung des Frhr. v. Marſchall
nach London erfolgt Mitte Juni.
die Budgetkommiſſion des Reichstags
nahm die Novelle zum Flottengeſetz an.
der Reichs anzler iſt in Berlin wieder
einge=
troffen.
as preußiſche Abgeordnetenhaus erklärte
geſtern die Ausſchließung des ſoz. Abg.
Borchardt mit 319 gegen 8 Stimmen für
be=
rechtigt.
lm Sonntag wurde in Straßburg die
elſaß=
ſothringiſche Fortſkrittsparteß
ge=
gründet.
der portugieſiſche Geſandte in Paris erklärte die
Ge=
rüchte über die angeblichen deutſchen Pläne
be=
züglich der portugieſiſchen Kolonien für
durchaus unbegründet.
Die deutſche Rüſtung.
— Ungeahnt ſchnell hat die Vertretung des deutſchen
ſolkes die Wehrvorlagen angenommen, ſoweit ſie
as Landheer betrifft, und dieſe raſche Arbeit iſt
ſohl nicht ohne Abſicht geſchehen, ſie ſollte
dokumentie=
in, daß die Nation noch immer hinter der Regierung
eht, wenn es gilt, unſere Wehrkraft zu ſtärken. Nur
denige Redner ſprachen am Freitag, dann wurden die
zorlagen glatt en bloc angenommen unter Zuſtimmung
imtlicher bürgerlicher Parteien mit Ausnahme der
Po=
en. So hat ſich dieſer Reichstag mit oder trotz ſeinen
10 Sozialdemokraten in nationalen Fragen
zuverläſſi=
er erwieſen, als alle ſeine Vorgänger und zugleich den
zeweis für die völlige Bedeutungsloſigkeit und
Einfluß=
oſigkeit der ſozialdemokratiſchen Partei in ſolchen
Fra=
en erbracht.
Daß die beabſichtigte Wirkung erreicht worden iſt,
eigt eine Preßſtimme, die von jenſits der Vogeſen
u uns herüberſchallt. Der wenig deutſchfreundliche
Natin widmet der Abſtimmung eine längere
Beſpre=
jung und gibt der Anſicht Ausdruck, daß das Ergebnis
em Einfluſſe der deutſchen Preſſe zuzuſchreiben ſei. Das
zlatt fragt ſich, welchen Zweck die deutſchen Zeitungen
iit ihrer jetzigen Haltung verfolgten, nachdem doch der
leichskanzler dieſes Vorgehen öffentlich getadelt habe.
Jährend der letzten ſechs Monate habe man es nicht
un=
erlaſſen, Frankreich ſo hinzuſtellen, als ob es jeden
Au=
enblick bereit wäre, ſich auf Deutſchland zu ſtürzen, und
em Volke klar zu machen verſucht, daß Frankreich,
Eng=
and und Rußland dekadente Völker ſeien. Des
wei=
eren wird ausgeführt, daß allerdings einige
unbedeu=
nde Blätter chauviniſtiſche Artikel gebracht hätten, die
ls die öffentliche Meinung Frankreich von Seiten der
eutſchen Zeitungen hingeſtellt worden ſeien, während
ie Artikel der bedeutenderen Blätter, die ſämtlich auf
inen gemäßigten Ton geſtimmt waren, von der
deut=
hen Preſſe einfach totgeſchwiegen worden ſeien. Aus
em ganzen klingt der Aerger heraus, den man wohl
n der Seine über die Opferwilligkeit des deutſchen
Vol=
empfindet , da man ſich bewußt iſt, daß Frankreich
i der Rüſtung doch nicht mehr gleichen Schritt mit
deutſchland halten kann, ſondern zurückbleiben muß.
Die Lektion, die man damit nach außen hin erteilt
at, iſt demnach eine recht gute, denn eine ſolche
Hal=
ung macht einen Eindruck, dem ſich niemand entziehen
ann. Das ſieht man wieder einmal an England, wo
ie feſte Haltung Deutſchlands als durchaus
ſelbſtver=
ändlich erachtet wird. Wir wiſſen ja zur Genüge, daß
llbion nur den achtet, der mit Entſchiedenheit
aufzu=
reten verſteht, und den verächtlich über die Achſel ſieht,
er ihm nachläuft und dienert. Es iſt wohl nicht von
ugefähr, daß im jetzigen Moment der Führer der
kon=
ervativen Partei, Law, die ſeit Jahren ſtets
Deutſch=
and wenig freundlich gegenübergeſtanden hat, in einer
lede überaus warme Töne angeſchlagen bat. Der Par=
teiführer erklärte ausdrücklich, es könnte kaum ein
grö=
ßres Unglück geben, als einen Krieg zwiſchen England
und Deutſchland, welchen Ausgang er auch immer haben
ſollte, und am Schluſſe ſeiner Rede trat er direkt für ein
Uebereinkommen mit Deutſchland ein. Derartige
Stim=
men hat man ſchon lange nicht mehr über den Kanal
herüberſchallen gehört, und man geht wohl ſchwerlich in
der Annahme fehl, daß eben unſere zielbewußte
Hal=
tung und die Konſequenz, die wir für unſere Wehrkraft
aus den Differenzen mit England und Frankreich
gezo=
gen haben, nicht ohne tiefen Eindruck geblieben ſind. Für
die Erhaltung des Weltfriédens ſiſt das von größter
Bedeutung.
* Wien, 11. Mai. Das Fremdenblatt ſchreibt
an=
läßlich der Annahme der Wehrvorlage im
deeutſchen Reichstagſe, die geſtrige Abſtimmung
in Berlin werde nicht bloß im Reich, ſondern auch im
Ausland großen Eindruck machen, weil ſie zeige, daß
die Volksvertretung einig und feſt ſei in dem Willen,
die Wehrmacht des Reiches zu ſtärken. Auch für
Oeſter=
reich möge das Beiſpiel, das der deutſche Reichstag der
Welt geboten habe, nicht ohne Bedeutung ſein. Es werde
in Oeſterreich viele geben, die ein Neidgefühl nicht
wer=
den unterdrücken können bei dem Gedanken, daß der
deutſchen Wehrmacht bei ihren Forderungen eine ſo
raſche werktätige Unterſtützung der Volksvertretung zu
teil geworden ſei.
* Paris 12. Mai. Nach einer
Blättermel=
dung dürfte ſich der nächſte Miniſterrat eingehend
mit den Folgen des deutſchen Wehrgeſetzes
beſchäftigen und die etwa zur Verſtärkung der
nationa=
len Verteidigung Frankreichs erforderlichen Maßnahmen
ins Auge faſſen. — Die deutſche
Heeresvor=
lage wird anläßlich ihrer=Annahme durch den
Reichs=
tag von der hieſigen Preſſe eifrig erörtert. Der
ehe=
malige Generaliſſimus de Lacroix führt im Temps
aus, die militäriſchen Anſtrengungen Deutſchlands ſeien
ſehr beträchtlich. Durch das Wehrgeſetz werde die
deutſche Armee der Zahl, aber ganz beſonders ihrer
Qua=
lität nach verſtärkt. Deutſchland habe ſichtlich vor allem
den Zweck verfolgt, den Offenſivwert ſeiner Armee zu
er=
höhen). Die Lüberté ſchreict: Die Heeresvorlage
bildet eine Drohung für uns. Sie darf uns aber keine
Furcht einflößen. Die Zahl iſt in der Schlacht nicht
im=
mer das Entſcheidende. Was uns mehr beunruhigt, iſt
unſere innere Zerriſſenheit. Der Figaro ſchreibt:
Un=
ſere öffentliche Meinung muß die Regierung zwingen,
Mittel zu finden, um wider die bedrohlichen Rüſtungen,
die nur gegen uns gerichtet ſind, ein Gegengewicht zu
finden. Man muß allen begreiflich machen daß es jetzt
dringendere Fragen gibt als die Einkommenſteuer und daß
die nationale Verteidigung doch wichtißer iſt, als die
Verteidigung der Verweltlichungspolitik. In der
Au=
torite ſchreibt ein Ofizier: Das einzige Mittel zur
Verſtärkung der franzöſiſchen Militärmacht wäre die
Wie=
dereinführung der dreijährigen Dienſtzeit
Deutſches Reich.
— Ueber die Stellung der
öſterreichi=
ſchlen und niederländiſchen Regierung
zu dem Schiffahrtsabgabengeſetz wird von
unterrichteter Seite geſchrieben: Die Stellung der
öſter=
reichiſchen Regierung zur Einführung von
Schiffahrts=
abgaben auf der Elbe iſt unverändert ablehnend. Um
ſich in dieſer Beziehung den Rücken zu ſtärken, hat der
frühere öſterreichiſche Handelsminiſter Dr. Weiskirchner
durch ſeine Hintermänner einen Beſchluß des
öſterreichi=
ſchen Reichsrats herbeigeführt, der es der öſterreichiſchen
Regierung einfach verbietet, über die Einführung von
Schiffahrtsabgaben mit Deutſchland zu verhandeln. Als
vor einiger Zeit in Wien angefragt wurde, wie man ſich
jetzt zur Sache ſtellt, berief ſich der jetzige
Handelsmini=
ſter v. Roepler auf dieſen Beſchluß des Reichsrats,
ſtellte aber in Ausſicht, daß man über die Frage
gele=
gentlich der Ernezerung der Handelsvertriige ſprechen
werde. Dißſe wenig tröſtliche Antwort bedeutet im
Grunde nichts weiteres, als daß Oeſterreich bei der
Er=
neuerung der Handelsverträge das Maß der Konzeſſionen
abwägen will, das ihm für ſeine Zuſtimmung zu den
Schiffahrtsabgaben geboten wird, ehe es ſeine
Entſchei=
dung trifft. Aehnlich, aber womöglich noch um einiges
ungünſtiger, liegen die Dinge mit den Niederlanden. Die
holländiſche Regierung hat jede Gelegenheid ergriffen,
um in der Oeffentlichkeit zu erklären, daß ſie nicht
ge=
neigt ſei, auf die Abgabenfreiheit des Rheins zu
ver=
zichten. Dieſe Eröffnung hat die niederländiſche
Regie=
rung dem deutſchen Geſandten auf amtlichem Wege zur
Kenntnis gebracht. Um den holländiſchen Widerſtand zu
brechen, ſpielt man, wie ſchon mitgeteilt, ſchon ſeit einiger
Zeit mit dem Plan, einen Kanal vom Rhein nach der
Nordſee zu bauen. Die preußiſche Regierung hält
vor=
erſt mit ihrer Stellungnahme zu dem Plan zurück.
— Regelung des Kinematographen!
weſens im Reichstheatergeſetz. Wie
ver=
lautet, finden gegenwärtig Erwägungen zwiſchen den
zuſtändigen Reſſorts ſtatt, ob der § 33a der
Reichs=
gewerbeordnung, der ſich mit der Konzeſſionspflicht
thea=
traliſcher Vorführungen befaßt, eine Erweiterung dahin
erfahren ſoll, daß auch die Kinematographentheater
kon=
zeſſionspflichtig und die Erteilung einer Konzeſſion von
dem Vorliegen eines Bedürfniſſes abhängig gemacht
werden ſoll. Es iſt zu erwarten, daß eine reichsgeſetzliche
Regelung der Angelegenheit im Rahmen des in
Vor=
bereittung befindlichen Reichstheatergeſetzgs eerfolgen
wird. Für die reichsgeſetzliche Regelung kommt
dage=
gen die Beaufſichtigung durch die Polizeibehörde und
deren etwaige Verſchärfung nicht in Betracht, da dieſe
zu den Befugniſſen der Landesregierungen gehört. Das
gleiche gilt von der Ausübung der Zenſur.
— Der Reichsverband und die letzten
Reichstagswahlen. Die Ausſchußſitzung des
„Reichsverbandes gegen die Sozialdemorkatie” wurde
am 9. Mai, dem Gründungstage, unter zahlreicher
Be=
teiligung der Ortsgruppenvertreter aus allen Teilen des
Deutſchen Reiches unter dem Vorſitz des
Reichstagsab=
geordneten Generalleutnant z. D. v. Liebert, eröffnet.
Der wichtigſte Punkt der Verhandlungen betraf „Die
Reichstagswahlen 1912‟. Das Refereat hatte Wirkl.
Geh. Rat v. Dirkſen, Mitglied des Abgeordnetenhauſes,
übernommen. Im Anſchluß daran wurde nach
eingehen=
der Ausſprache einſtimmig folgende Entſchließung gefaßt:
„Nach § 1 ſeiner Satzungen hat der „Reichsverband
gegen die Sozialdemokratie” die Beſtimmung, der
So=
zialdemokratie durch Wort und Schrift entgegenzutreten
und bei Wahlen auf ein gemeinſames Vorgehen aller
bürgerlichen Parteien hinzuwirken. In aufopfch
ungs=
voller Arbeit iſt der Reichsverband bisher mit Erfolg
bemüht geweſen, ſeinen Zweck zu erfüllen, er hat in faſt
allen Bundesſtaaten den monarchiſch geſinnten Teil der
Bevölkerung zum Kampf gegen die Sozialdemokratie
aufgerufen und bei allen Wahlen ſeine Mittel und ſeine
Organiſation in den Dienſt aller bürgerlichen Parteien
ohne Ausnahme geſtellt, die ſeine Hilfe in Anſpruch
nah=
men. Dank und Anerkennung aus den verſchiedenen
bürger=
lichen Lagern, erbitterte Feindſchaft der Sozialdemokratie
beweiſen, daß der Reichsverband ſich auf dem richtigen
Wege befand. Bei den diesjährigen Reichstagswahlen
war die angewandte Arbeit nicht von vollem Erfolge
gekrönt. Manche glaubten, daß ein Teil der Schuld
hier=
für der vom Reichsverband befolgten Haltung
beizu=
meſſen ſei Dieſe Annahme iſt inſofern irrig, als nicht
der Reichsverband ſich geändert. ſondern ein Teil des
Bürgertums es nicht verſchmäht hat, der
Sozialdemo=
kratie durch Stichwahlabkommen eine Reihe von
Man=
daten auszuliefern, um ſich ihre Wahlhilfe in anderen
Kreiſen damit zu erkaufen. Unter dieſen Umſtänden
ver=
mag der Reichsverband nicht länger die bürgerlichen
Parteien im Wahlkampf gleich zu bewerten. Nachdem
ſich die Vorausſetzung geändert hat, von der bei
Be=
gründung des Reichsverbandes ausgegangen wurde, daß
alle bürgerlichen Parteien einmütig gegen die
Sozial=
demokratie Front machen würden, wird der Verband
genötigt ſein, die Folgerung daraus zu ziehen und gegen
Verbündete der Sozialdemokratie ebenſo vorzugehen, wie
gegen dieſe ſelbſt.”
Eſin ſpätes Dementi. Die offiziöſe
Münchener Korreſpondenz Hoffmann meldet:
„Die am 5. Mai in Neuſtadt a. H. gelegentlich der
Tagung des bayeriſchen Landesverbandes des Deutſchen
Flottenvereins von Sr. kgl. Hoheit dem Prinzen Georg
gehaltene Rede hat vielfach eine durch mangelhafte
Be=
richterſtattung veranlaßte irrige und tendenziöſe
Deu=
tung erfahren. Sr. kgl. Hoheit hat, wie der genaue Tert
der Rede ergibt, die Abſicht einer Stellungnahme gegen
die Reichsleitung bezüglich der Flottenpolitik völlig
fern=
gelegen. Soweit die Stellungnahme der bayeriſchen
Staatsregierung zur Flottenfrage in den Kreis der
Preſſe=Erörterungen gezogen worden iſt, ſind wir
er=
mächtigt, feſtzuſtellen, daß die Staatsregierung
hinſicht=
lich des Ausbaues der deutſchen Flotte ganz und
unein=
geſchränkt auf dem Boden der von der Reichsleitung
auf=
geſtellten Forderungen ſteht.
Dieſes Dementi kommt etwas ſpät. Daß Prinz
Georg im Namen der bayeriſchen Scaatsregierung
ge=
ſprochen hat, iſt übrigens nirgends behauptet worden.
Elſaß=lothringiſche
Fortſchritts=
partei. Am Sonntag wurde in Straßburg die
elſaß=
lothringiſche Fortſchrüttspartei gegründet. Die aus einer
Verſchmelzung des liberalen, demokratiſchen und
unab=
hängtigen Elements hervorgegangene Parteil ſteht auf
dem Boden des Anſchluſſes an das Deutſche Reich und
erſtrebt die völlige Gleichſtellung Elſaß=Lothringens mit
den Bundesſtaaten des Reiches.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
Zum Fall Borchardt. Am Montag ſollte
bei Beginn der Sitzung des preußiſchen
Abgeordneten=
hauſes die Entſcheidung getroffen werden über den
Pro=
teſt des gemaßregelten Sozialdemorkaten Borchardt. Die
bürgerlichen Parteien hatten ſämtlich beſchloſſen, den
Proteſt Borchardts zu verwerfen. Auch die
Fortſchritt=
liche Volkspartei beſchloß, für die Berechtigung des
Prä=
ſidenten zu ſeinem Verfahren zu ſtimmen. Sie bringt
dies in folgender Mitteilung zum Ausdruck:
Die Landtagsfraktion der Fortſchrittlichen
Volks=
partei verhändelte über den Einſpruch des Abg.
Bor=
chardt. Es beſtand Einmütigkeit darüber, daß die
Vor=
gänge das Anſehen der Volksvertretung herabſetzten. Es
wurden lebhafte Bedenken gegen die Zweckmäßigkeit des
Vorgehens des Präſidenten geltend gemacht. Der
Prä=
ſident hätte ſämtliche Abgeordneten ohne Unterſchied der
Partei erſuchen ſollen, den Raum vor der Rednertribüne
freizuhalten. Die Durchführung der Ausſchließung hätte
erſt nach Räumung des Saales und der Tribünen
er=
folgen ſollen. Anderſeits erachtet die Fraktion als
feſt=
geſtellt, daß der Abgeordnete Borchardt in gröblicher
Weiſe gegen die Ordnung des Hauſes verſtieß. Er hat
die mehrfach wiederholten Anordnungen des Präſidenten
nicht befolgt, auch dann nicht, als dieſe Anordnungen
„zum letzten” und „zum allerletzten Male” ergingen, mit
dem Hinweis auf die Folgen. In der Ueberzeugung, daß
die Ordnung des Hauſes gewahrt werden muß, wenn
nicht das parlamentariſche Weſen ſelbſt ſchweren Schaden
leiden ſoll, beſchloß die Fraktion, durch die Abſtimmung
zum Ausdruck zu bringen, daß der Präſident nach den
jetzigen Beſtimmungen der Geſchäftsordnung berechtigt
war, von den diſziplinariſchen Mitteln Gebrauch zu
machen. Um aber der Wiederkehr derart widerwärtiger,
das Parlament entwürdigender Auftritte vorzubeugen,
beantragt die Fraktion die Wiederherſtellung des § 64
der Geſchäftsordnung in der früheren Faſſung und
da=
mit die Streichung der Beſtimmungen über die
Aus=
ſchließung und Entfernung von Abgeordneten.
Der Schwäb. Merkur erinnert daran, daß die
Ge=
ſchäftsordnung der württembergiſchen Zweiten Kammer
ebenfalls die Beſtimung enthält: „Daß Mitglieder des
Hauſes vom Präſidenten von der Sitzung ausgeſchloſſen
und nötigenfalls auf ſeine Anordnung hin entfernt
wer=
den können.” In Württemberg iſt dieſe Beſtimmung
einſtimmig, auch von den ſozialdemokratiſchen
Abgeord=
neten, angenommen worden. Man ſiebt auch hieran
wieder, wie wenig es den Herren vom Vorwärts auf die
Wahrheit ankommt, wenn ſie auf das rückſtändige
Preu=
ßen mit ihren Schimpfereien losgehen; behaupſtete der
Vorwärts doch, daß ein Vorfall, wie der im preußiſchen
Abgeordnetenhauſe nur im Junker=Preußen möglich
ge=
wefen ſei.
— Die Frage der Aufhebung der
katho=
liſchen Feiertage für ganz
Süddeutſch=
land iſt nunmehr einheitlich geregelt. Wie man hört,
haben ſich die ſüddeutſchen Biſchöfe dahin geeinigt, die
drei Marientage (Lichtmeß 2. Februar, VVerkündigung
25. März und Empfängnis 8. Dezember) und den
Jo=
ſephstag (19. März) von Anfang nächſten Jahres ab
aufzuheben.
Ausland.
Spanien.
Vertrauensvotum für Canalej as.
Nach=
dem die Kammer verſchiedene Tage hindurch die vom
Miniſterpräſidenten befolgte Politik beſprochen hat,
wo=
bei die Republikaner dem Minſterpräſidenten
vorwar=
fen, ſo gut wie nichts von dem demokratiſchen Programm
der Thronrede erfüllt zu haben, wurde in der letzten
Sitzung ein Vertrauensvotum für Canalejas mit 180
ge=
gen 73 Stimmen angenommen. Die Minorität beſtand
aus Konſervativen, Carliſten und Republikanern.
Portugal.
Die portugieſiſchen Kolonien. Der
por=
tugieſiſche Geſandte in Paris Joao Chagas erklärte
ei=
nem Redakteur des Temps, die Gerüchte über die
angeb=
lichen deutſchen Pläne betreffend die portugieſiſchen
Ko=
lonien ſeien durchaus unbegründete Hypotheſen. Selbſt
wenn die portugieſiſche Regierung die Kolonien abtreten
wollte, könnte ſie dies nicht tun, da ſich das nationale
Gefühl Portugals dagegen aufbäumen würde. Gewiß,
das Kolonialreich Portugals ſei neben dem
Mutter=
lande ſehr groß, und die portugieſiſche Regierung ſei auch
entſchloſſen, in bedeutendem Maße bei Wahrung der
nationalen Intereſſen die wirtſchaftliche Mitarbeit der
Mächte anzunehmen, und zwar nicht nur Englands und
Deutſchlands, ſondern auch Frankreichs und alle jener
Staaten, die der Entwirkelung der portugieſiſchen
Kolo=
nien ihren wirtſchaftlichen Beiſtand gewähren wollen.
Portugal ſei bereit, dieſer Mitarbeiterſchaft alle
mög=
lichen Zugeſtändniſſe zu machen und in erſter Linie eine
Verringerung des Einfuhrzolles in den Kolonien auf 15
Prozent ad valorem zu bewilligen.
Griechenland.
Die kretiſchen Deputierten. Die
Blät=
ter veröffentlichen einen Befehl der kretiſchen Regierung
an den kretiſchen Vertreter Lyonakis, durch den
angeord=
net wird, daß die 20 Deputierten, die nach Athen
gekom=
men ſind, dort ſo lange bleiben, wie es nötig iſt, um
auch die von den Mächten Verhafteten zu vertreten.
China.
Die Anleihe. Die Vertreter der Banken und
der Finanzminiſter vereinbarten am Sonntag in Peking
ein Vorſchußgeſchäft gegen Ausgabe von Schatzſcheinen
im Betrage von 10 Millionen Pfund. Die Schatzſcheine
ſind binnen Jahresfriſt aus den Erträgen einer
um=
faſſenden Anleihe einzulöſen. Der Plan ſieht eine
wirk=
lich tatkräftige Oberaufſicht durch ausländiſche und
chineſiſche Reviſoren vor. Wenn Juanſchikai den Plan
killigt, ſoll die Nationalverſammlung erſucht weſden,
ihn zu genehmigen. Das Projekt bedeutet eine
Nieder=
lage Tanſchaoyis, der noch immer dagegen iſt, obwohl
das Land jetzt geradezu einem Pulverfaß gleicht, denn
die unbezahlten Soldaten neigen zu neuen
Ausſchrei=
tungen.
* Hann olver, 12. Mai. Die hieſigen
Metall=
induſtriellen beſchloſſen, am 27. Mai 60 Prozent
der in ihren Betrieben beſchäftigten Metallarbeiter
aus=
zuſperren, wenn, bis dahin die zurzeit noch
ſtrei=
kenden Arbeiter der hannoverſchen Firmen die Arbeit
nicht wieder aufgenommen haben. Den von der
even=
tuellen Ausſperrung betroffenen Arbeitern wird die
Kün=
digung rechtzeitig zugeſtellt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. Mai.
* Verſetzung in den Ruheſtand. Wie amtlich
bekannt gegeben wird, haben Se. Königl. Hoheit der
Großherzog den Generaldirektor des Großh.
Hof=
theaters und der Hofmuſik Geheime Hofrat Emil Wern er
auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner treuen und
ausgezeichneten Dienſte mit Wirkung vom 1. Juli 1912 ab
in den Ruheſtand verſetzt und ihm aus dieſem Anlaß
das Kommandeurkeuz 2. Klaſſe des Ludewigs=Orden
verliehen.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden
Pfarraſſiſtent Bürſtlein zu Pfungſtadt, Dekanat
Eberſtad=
zum Pfarrvikar daſelbſt; Pfarraſſiſtent Mangold zu Gries
heim zum Pfarraſſiſtenten der Landpfarrei Mainz, De
kanat Mainz (mit dem Wohnſitz in Bretzenheim); Pfarr
amtskandidat Adolph, ſeither Repetent an der Theologi
ſchen Fakultät der Landesuniverſität Gießen, zum Pfarr
aſſiſtenten von Griesheim und Arheilgen, Dekanat Darm
ſtadt (mit dem Wohnſitz in Griesheim); Pfarrverwalte
Bönning zu Brauerſchwend zum Pfarrvikar in Wald
Michelbach, Dekanat Erbach; Pfarrverwalter Eichenaue
zu Nieder=Flörsheim zum Pfarrverwalter in Brauer
ſchwend, Dekanat Alsfeld: Pfarraſſiſtent Rieder zu Klein
Linden zum Pfarrverwalter in Mittel=Seemen, Dekana
Schotten; Pfarrvikar Clotz zu Beerfelden zum Pfarr
aſſiſtenten in Bad=Nauheim, Dekanat Friedberg; Pfarr
aſſiſtent Flöel zu Darmſtadt zum Pfarrverwalter de
Petrusgemeinde zu Darmſtadt, Dekanat Darmſtadt; Pfarr
verwalter Stumpf zu Heubach zum Pfarraſſiſtenten in
Beerfelden, Dekanat Erbach (erſte Pfarrſtelle).
g. Strafkammer. Der bereits vorbeſtrafte 25jährig
Eiſenhobler Georg Jak. Luft aus Offenbach hatte ſic
geſtern vor der Strafkammer wegen Diebſtahls zu
verant=
worten. Er hatte im Dezember 1911 und Januar 191½
ſeinem Schlafkollegen Walter Bobitzſch einen Geldbetrag
von 11,80 Mark geſtohlen, indem er deſſen Koffer mit einen
falſchen Schlüſſel öffnete. Der Angeklagte gibt an, da
mals in großer Geldverlegenheit geweſen zu ſein, da e
einen größeren Betrag zu zahlen hatte. Das Gericht ver
urteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis von der
Unterſuchungshaft werden ihm 6 Wochen angerechnet.
Der noch minderjährige Schneider Auguſt Neumann
aus Huckelsheim war am 24. März zu Offenbach
zunächſ=
allein, ſpäter mit einem Komplizen namens Steigerwal
in das Anweſen des Althändlers Georg Strephan einge
ſtiegen und hatte von dort zwei Säcke voll Röhrenknocher
und altes Eiſen geſtohlen, die ſie für 2,08 Mark verkauften
Steigerwald war nach der ärztlichen Unterſuchung für un,
zurechnungsfähig erklärt worden und mußte deshalb geger
ihn auf Einſtellung des Verfahrens erkannt werden. Nen
mann wurde wegen ſchweren Diebſtahls in zwei Fäller
zu 3 Monaten Gefängnisverurteilt. Von der
Unterſuchungshaft wird ihm 1 Monat angerechnet.
O 4 rovinziglausſchuß. Die Tagesordnun
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provin
Starkenburg am Samstag, den 18. Mai, vormittag
9½ Uhr, lautet: 1. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch des
Heinrich Glück in Bürſtadt. 2. Wirtſchaftskonzeſſions
geſuch des Jakob Landgraf VIII. in Bürſtadt. 3. Wirk
ſchaftskonzeſſionsgeſuch des Fridolin Kienzle in Bür
ſtadt. 4. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch des Johs. Schauerl.
in Bürſtadt. 5. Klage des Ortsarmenverbandes
Offen=
bach gegen den Landarmenverband Offenbach. 6.
Ent=
eignung von Gelände zur Eröffnung der
Friedrich=
ſtraße in Neu=Iſenburg. — Die Tagesordnung
für die Sitzung am Dienstag, den 21. Mai, nachmittags
3 Uhr, lautet: 1. Einwendungen des Peter Schmidt und
Heinrich Frieß in Sickenhofen gegen den Voranſchla
der Gemeinde Sickenhofen. 2. Rückerſatz von Koſten für
Anſchlüſſe an die Waſſerleitung zu Birkenau; hier= Be
anſtandung eines Gemeinderatsbeſchluſſes. 3. Baugeſuch
des Franz Joſeph Fiſch in Jügesheim. 4. Beſchwerde
des Schutzmanns Tieß in Offenbach gegen ſeine
Ent=
laſſung uhnen
m. Vom neuen Bahnhof. Nur noch ein Tageſtkennt
uns von der Eröffnung der neuen
Odenwaldbahn=
ſtrecke. Seit Eröffnung des Hauptbahnhofs warman
eifrig bemüht, am Sensfelderweg den Bahnkörperer
alten Wormſer und Mainzer Strecke abzutragen, umsden
Anſchluß des neuen Odenwaldgleiſes nach dem Haupt
bahnhof herzuſtellen. Es war eine ſchwierige Arbeit,d
eine Notbrücke, die über die alten Gleiſe geführt worden
war, für den neuen Verkehr auf der Verbindungsbah
zugeſchüttet werden mußte. Dies iſt nun geſchehen bis
auf Bettung der zwei Gleiſe auf Steinſchotter. An der
ſelben Stelle ſind die beiden Odenwaldgleiſe geſtern fer
tiggeſtellt worden. Das Stationsgebäude am Nord
Aus neuen Briefen von Hector Berlioz.
C Eine Reihe intereſſanter, bisher unveröffentlichter
Briefe von Hector Berlioz werden in der Revue
Bleue mitgeteilt; ſie ſtammen zum Teil aus dem Jahre
1830, in dem der Komponiſt als Inhaber des Prix de
Rome in der italieniſchen Hauptſtadt weilte, zum Teil
aus dem Jahre 1843, in dem er zum erſten Male in
Deutſchland war, zum Teil aus den Jahren 1847 bis
1855 von ſeinen Reiſen nach Rußland und England. Aus
Rom ſchreibt Berlioz nach der Lektüre von Viktor Hugos
„Notre=Dame de Paris” einen begeiſterten Brief an den
Dichter, den er mit Beethoven vergleicht. Das Dämoniſche
und Mächtige dieſer gotiſchen Phantaſien, das in ſeinen
Werken einen Nachhall erweckte, hat ihn tief ergriffen.
„Man ſagt mir,” ſo ſchließt er, „daß Sie Notre=Dame zu
einer Oper umgeformt haben und daß „der dicke luſtige
Mann” (Roſſini) die Muſik dazu macht. . . . Er iſt ſehr
luſtig, der dicke Mann. Es iſt wahr, daß Weber tot
iſt.‟ Charakteriſtiſch für Berlioz’ Art der Begabung und
Schaffensweiſe iſt ein Schreiben an Scribe, das Vorſchläge
für den „teuren Mitarbeiter” zu dem Textbuch einer Oper
enthält: „Wenn wir nach einem Thema ſuchen, das ſich zu
breiten, leidenſchaftlichen Tonentfaltungen und
über=
raſchenden Wirkungen eignet, ſo iſt es ohne Zweifel gut,
wenn ich Ihnen mitteile, daß gewiſſe Völker wie gewiſſe
Perſönlichkeiten mir im tiefſten antipathiſch ſind Luther
z. B., die Chriſten aus der Zeit des römiſchen
Kaiſerrei=
ches und dieſe Tölpel von Druiden. Sehr liegen würde
mir ein antikes Thema, aber ich habe Furcht vor den
Ko=
ſtümen für unſere Schauſpieler und ebenſo vor dem
pro=
ſaiſchen und nüchternen Sinn unſeres Publikums.
Viel=
leicht wäre eine einfache Liebesgeſchichte das Beſte, aber
es müßte eine Geſchichte voll leidenſchaftlicher Liebe ſein,
die erfüllt iſt mit Schreckensſzenen, bei denen große Maſſen
in Bewegung geſetzt werden und die im Mittelalter oder
im vergangenen Jahrhundert ſpielen; das wäre für mich
das Günſtigſte. Es handelt ſich dabei, wohl verſtanden,
nicht darum, daß der heroiſche oder dithyrambiſche Stil
dauernd bewahrt wird; ich liebe im Gegenteil die
Kon=
traſte außerordentlich. Da haben Sie mein ganzes
Be=
ſkenntnis.”
Am intereſſanteſten ſind für uns die Briefe aus
Dreis=
den und Leipzig, in denen der Komponiſt von ſeinen
Konzerten und ſeinen Beziehungen zu deutſchen Muſikern
erzählt. In Dresden, wo ihn bei dem Intendanten von
Lüttichau ein Brief Meyerbeers einführte, wollte er ſeine
große Trauer= und Triumphſymphonie für zwei Orcheſter
und Chöre aufführen, aber die gewaltigen Anforderungen,
de er an die zwei ſtark beſetzten Orcheſter ſtellte, konnten
nur mit großen Schwierigkeiten überwunden werden.
Be=
ſonders waren zu wenig Blasinſtrumente da. Aus
Leip=
zig, wo er begeiſtert aufgenommene Konzerte gab, ſchreibt
er 1843: „Ich bin krank geweſen und bin es noch, infolge
der unglaublichen Mühen, die mir die Proben in Dresden
und Leipzig gemacht haben; ſtell‟ Dir vor, daß ich in
Dresden in zwölf Tagen acht Prohen von dreieinhalb
Stunden Länge und zwei Konzerte abgehalten habe und
daß ich einmal von Leipzig nach Dresden und zurück in
einem Tag fahren, die beiden Konzerte vorbereiten und
zurückkehren mußte, um dem Konzert beizuwohnen, das
Mendelsſohn hier dirigierte. Mendelsſohn iſt
lie=
benswürdig geweſen, reizend, aufmerkſam, mit einem Wort
ein vollkommener guter Kamerad: Wir haben unſere
Takt=
ſtöcke als Zeichen unſerer Freundſchaft ausgetauſcht. Das
iſt ein ſehr großer Meiſter und ich ſage dies trotz ſeiner
begeiſterten Komplimente für meine Romanzen, denn von
meinen Symphonien, Ouvertüren und dem Requiem hat
er mir kein Wort geſagt. Er hat hier zum erſten Male
ſeine „Walpurgisnacht” nach einem Gedicht Goethes
auf=
geführt und ich verſichere Dich, daß das eine der
wunder=
barſten Orcheſter= und Chorkompoſitionen iſt, die man
hören kann. Schumann, der ſchweigſame Schumann,
iſt von dem Offertorium in meinem Requiem ganz
elektri=
ſiert; er tat neulich zum größten Erſtaunen derer, die ihn
kennen, ſeinen Mund auf, ergriff meine Hand und ſagte:
„Dieſes Offertorium geht über alles” Man hat von mir
einige Stücke für ein Wohltätigkeitskonzert verlangt und
ich habe ihnen den König Lear, einen Chor mit Orcheſter
und das ewige Offertorium gegeben. Dieſe drei Stücke
haben die Leipziger entſchieden hingeriſſen. O! wenn ich
doch in Paris einen Saal und einen Chor hätte, über die
ich ohne lächerliche Koſten verfügen könnte! Wieviel Dinge
würde ich Euch hören laſſen, die Euch noch ſo gut wie
unbekannt ſind.”
Gott und das Unglück.
* Ueber die ſicher von Tauſenden religiös geſinnter
Menſchen und von noch mehr Skeptikern in den letzten
Wochen aufgeworfene Frage „Wo war beim
Unter=
gang der „Titanie” der liebe Gott?” hat Pfarrer
Willy Veit am 28. April in der Katharinenkirche zu
Frankfurt eine Predigt gehalten, die jetzt bei Moritz
Dieſter=
weg (Preis 20 Pfg.) im Drucke erſchienen iſt. Der
Ge=
dankengang der intereſſanten Ausführungen iſt folgender:
Wir Menſchen machen uns das Bild eines Gottes
zurecht, der bereit iſt, in jedem Augenblick in das äußere,
geſetzmäßige Geſchehen einzugreifen, der keinen Menſchen,
beſonders wenn er zu ihm betet, in der äußeren Not läßt,
ſondern ihn durch ein äußeres Wunder errettet und der
deshalb in jener Nacht auch den 1600 Ertrinkenden hätte
beiſtehen müſſen. Solch einen zurechtgedachten Gott
gibt=
es nicht. Suchen wir aber nach dem wirklichen Gott, ſo
ſtoßen wir zunächſt auf eine harte, naturgeſetzliche
Ord=
nung der Welt. Der Kampf mit Naturgewalten gehört zu
dieſer Ordnung. Aber dem Menſchen iſt geſagt:
wenn=
du willſt, brauchſt du dieſen Gewalten nicht ſchutzlos
preis=
gegeben zu ſein, du kannſt Herr über ſie werden. Und in
Jahrtauſender langer Arbeit hat der Menſch von den ihm
gegebenen Möglichkeiten Gebrauch gemacht. Technik und
Kultur ſind die Früchte dieſer Arbeit. Gott wäre ein
ſchlechter Pädagog, wollte er ſeinen Kindern dieſe Arbeit
abnehmen und für ſie machen. Die Beherrſchung der Welt
muß durch den Schweiß und die Mühe der Menſchen
er=
obert werden. Jenem Eisberge ſtand nicht der hilfloſe
Menſch der Urzeit gegenüber, man kannte die Gefahr und
hätte Sieger bleiben können. Der Untergang der „Titanic”
gehört aufs Schuldenkonto der Menſchheit. Da ſind
erſtens der Mangel an Ehrfurcht vor den Naturgewalten.
Auch der unterworfene Rieſe bleibt ein Rieſe. Wären
die Menſchen nicht ſo ſicher geweſen auf dem Gebilde ihrer
Hände, ſo wären ſie der Gefahr ausgewichen.
Sorgloſig=
keit und der übertriebene Stolz auf das Menſchenwerk in
Verbindung mit den Luxusanſprüchen der modernen
Menſchheit verſchuldeten die ungenügenden
Rettungsmaß=
regeln.
Das zweite Stück der Allgemeinſchuld liegt in einem
Auswuchs der kapitaliſtiſchen Wirtſchaftsordnung.
Es=
ſollte eine Rekordfahrt werden; um ſechs Stunden zu
ge=
winnen, wählte man den gefährlicheren Weg, und hinter
der Rekordſucht ſtand der Gedanke der Konkurrenz, der
Mammonsgeiſt. Dieſer Geiſt ſchätzt Kapitalwerte höher,
als Menſchenleben. Was der Menſch ſäet, das mußyer
ernten. Bei ſolchen Erwägungen erſtirbt uns die Anklage
gegen Gott auf den Lippen, und der Menſch ſinkt vom
Richterſtuhl herunter auf die Anklagebank.
Es iſt nicht eine Frage nach der Pflichtverſäumnis
Gottes ſondern nach der Schuld der Menſchheit. Und
Gott iſt nicht „lieb” ſondern zunächſt einmal groß und
ernſt und heilig. Nicht dem Zuckerwerk des äußeren
Wun=
ders, ſondern mit dem Alltagsbrot der eigenen Arbeit, der
Pflichterfüllung und des Tragens der Folgen unſerer
Handlungen erzieht uns Gott. Und Pflichterfüllung
for=
dert auch Opfer. Den Leib und das Leben kann und wird
Gott nicht retten, wenn ſein Naturgeſetz und ſein ſittliches
Geſetz den äußeren Untergang fordern. Aber Seelen ſind
in der Schreckensnacht nicht untergegangen, ſie ſind
unab=
hängig vom Beſtande des irdiſchen Lebens. Und der
„liebe” Gott iſt es endlich, der die Seelen errettet, wenn
die Leiber untergehen müſſen.
Darmſtädter Tagblatt, Dietstag, den 14. Mai 1912.
Seite 3.
ahnhof erhält eben ſeine letzten Verputz. Der unterſte
Stock des Bahnhofs iſt ſchon bezogen. Das Gebäude macht
m Alten Arheilger Weg einen guten Eindruck. An die
em Wege iſt der ſeitherige Bahnkörper der Aſchaffenburger
Strecke in einer Länge von 60 Metern abgetragen worden,
im die Verbindung der bis dahinreichenden neuen
Oden=
valdſtrecke herſtellen zu können. Ein Geleiſe iſt bereits
ngeſchloſſen und das zweite wird heute vollendet werden.
die Erdbewegungsarbeiten boten inſofern keine
Schwie=
igkeiten und konnten raſch beſeitigt werden, weil das
Erdmaterial zur Planierung der in unmittelbarer Nähe
iegenden Bahnſtrecke benutzt werden konnte. An der
odenwaldbrücke findet der Anſchluß des alten Geleiſes an
ie neue Strecke ſtatt, wenn der letzte fahrplanmäßige
zug am 15. Mai die Stelle paſſiert hat. Die Arbeiten
nd ſoweit gefördert, daß der= Anſchluß das Werk
weni=
er Stunden ſein wird.
** Doppeliubiläum. Am 15. Mai feiern Herr Hch.
told und Ehefrau Margarethe geb. Vollhardt das
eſt der Silbernen Hochzeit, gleichzeitig bewohnt das
hepaar Nold auch 25 Jahre im Hauſe
Beſſunger=
raße 85 in ſeiner erſten Wohnung.
* Jubiläum. Herr Karl Bell im Hauſe der Firma
h. Jungmann, Tapeten= und Linoleum=Handlung,
iert morgen, den 15. Mai, ſein 25 jähriges
Dienſt=
biläum. Herrn Bell, der ſich großer Beliebtheit
er=
eut, wird es an dieſem Tage an Glückwünſchen und
hrungen gewiß nicht fehlen.
* Ortsgewerbeverein. Anläßlich der nunmehr
attfindenden Meiſterprüfung im Handwerk
ird der Ortsgewerbeverein zu Darmſtadt in der Zeit
m 1. Juni bis 10. Juli d. J. einen 10.
Vorbe=
itungskurſus für dieſelbe abhalten. Derſelbe ſoll
Wochen hindurch Mittwoch= und Samstagsnachmittags
2 bis 5 Uhr ſtattfinden, um auch den auswärtigen
eilnehmern den Beſuch zu ermöglichen. Gegenſtände
8 Unterrichts ſind aus der Geſetzeskunde die
Haupt=
ſtimmungen der Gewerbeordnung über den
Gewerbe=
trieb, die Beſchäftigung von Arbeitern und Lehrlingen,
eſellen= und Meiſterprüfungen, ſowie die damit
ver=
undenen Vorrechte die Organiſation des
Hand=
erks uſw.; ferner die Beſtimmungen über
Gewerbe=
richte und die Grundzüge der
Arbeiterverſicherungs=
eſetzgebung. Die Prüflinge werden weiter eingeführt
Buch= und Rechnungsführung, Zweck und Weſen
der=
ben, ſowie die Art und Weiſe der Verbuchungen, ſie
alten praktiſche Uebungen in der gewerblichen
Vuch=
hrung und in der Kalkulation; weiter werden die
all=
meinen Grundzüge der Wechſellehre, ſowie des
Scheck=
rkehrs ꝛc. gelehrt. Die bisherigen Vorbereitungskurſe
ben ſich ſehr bewährt, da die vorgenannten
Lehr=
genſtände für die theoretiſche Meiſterprüfung vorge:
rieben ſind und ohne ausreichende Kenntniſſe das
Be=
hen der Meiſterprüfung ausgeſchloſſen iſt. Es iſt auch
cht jedem Prüfling möglich, ſich ohne jede Hilfe in den
nfangreichen Stoff einzuarbeiten. Zur Teilnahme
erden ſowohl männliche wie weibliche
Gewerbe=
eibende (ſelbſtändig oder unſelbſtändig) zugelaſſen. Als
hrmittel wird der von der Handwertskammer
heraus=
gebene und zu beziehende Leitfaden zur Vorbereitung
f die Meiſterprüfung im Handwerk benutzt.
* Luther=Feſtſpiel. Man ſchreibt uns: Im
Gemeinde=
aus der Stadtgemeinde fand die konſtituierende
itzung des Feſtausſchuſſes für das im Herbſt
J. aus Anlaß der 25jährigen Jubelfeier des Heſſ.
ſauptvereins des Evang. Bundes hier zur Aufführung
langende Devrientſche Luther=Feſtſpier
itt. In ſeiner Begrüßungsanſprache gab der
Vor=
ende des vorbereitenden Ausſchuſſes, Prof.
Pfann=
iller, dem Wunſche und der Hoffnung Ausdruck, daß
is Vorhaben von der Teilnahme aller Evangeliſchen
iſeres Landes getragen und ihm nicht bloß ein
mate=
eller, ſondern auch ein idealer Erfolg beſchieden ſein
öge. Hierauf wurde zur Konſtituierung des
Feſtaus=
zuſſes geſchritten, der zugleich als Feſtausſchuß für die
jährige Jubelfeier gedacht iſt. Die ſeither
proviſori=
en Aemter des Vorſitzenden, Prof. Pfannmüller, der
iden Schriftführer, Rechnungsrat Keutzer und
Ober=
ſtaſſiſtent Jäger, ſowie des Rechners,
Oberkonſiſtorial=
giſtrator Wahl, wurden den Betreffenden definitiv
vertragen. Aus dieſem größeren Feſtausſchuß, zu deſſen
eitritt Einladungen an die Geiſtlichen, Hauptlehrer und
ärgermeiſter der benachbarten Orte ergangen ſind, um
if dieſe Weiſe auch die Landbevölkerung für das
Feſt=
iel zu intereſſieren, wurden dann die Einzelausſchüſſe
wählt: der geſchäftsführende, Rechnungs= und
Bühnen=
tsſchuß. Die Bildung weiterer Ausſchüſſe ſoll
ner ſpäteren Verſammlung vorbehalten bleiben. Um
r Veranſtaltung von vornherein eine ſolide
Grundlage zu geben und um auf dieſe
Weiſe mit größerer Freudigkeit und Tatkraft ans Werk
gehen zu können, wurde beſchloſſen, einen Garantiefonds
zu gründen, Garantieſcheine auszugeben mit
Zeichnun=
gen in der Mindeſthöhe von 25 Mark. Ferner wurde der
Wunſch ausgeſprochen, daß recht viele Gaben in
belie=
biger Höhe ohne Anſpruch auf Rückzahlung gezeichnet
würden. Pfarrer D. Waitz regte an, daß die für den
Garantiefonds gezeichneten Gaben, wenn kein
Fehl=
betrag ſich ergibt, für eine Jubiläumsſtiftung verwendet
werden möchten und dazu die Einwilligungen
der Geber zu erbitten. Ein etwaiger Ueberſchuß ſoll
den feſtgebenden Vereinen, den Zweigvereinen, der
evangeliſchen Bewegung in Oeſterreich und der zu
erbau=
enden Reformationskirche zugute kommen.
Oberkonſi=
ſtorialpräſident D. Nebel glaubt, daß man mit der
beab=
ſichtigten Aufführung des Devrientſchen „Luther” dem
Wunſche und Verlangen weiter Kreiſe unſerer Stadt
Rechnung tragen wird und betont ausdrücklich, daß man
dadurch in keiner Weiſe die Gefühle der katholiſchen
Be=
völkerung unſerer Stadt verletzen wolle, da das
Feſt=
ſpiel, großzügig aufgebaut, ohne irgend welche feindliche
Tendenz, in keiner Weiſe Anlaß biete, den konfeſſionellen
Frieden zu ſtören. Zum Schluſſe legte der
Vor=
ſitzende den Anweſenden und allen Mitgliedern
des Feſtausſchuſſes ihre Werbepflicht recht warm
ans Herz und gab nach herzlichen Dankesworten
an die Verſammlung dem Wunſche Ausdruck, daß bei
einmütigem Zuſammenarbeiten das Werk, das man ſich
vorgenommen, gelingen möge. Am Montag, den
20. Mai, nachmittags 5 Uhr, ſoll im Gemeindehaus der
Stadtgemeinde, Kiesſtraße Nr. 17, eine größere Damen=
Sitzung abgehalten werden, zu der beſondere
Einladun=
gen ergehen werden und auf welche heute ſchon
empfeh=
lend hingewieſen ſei.
K.V. Kriegerkameradſchaft Haſſia. Der Bezirk
Darm=
ſtadt der Kriegerkameradſchaft Haſſia hielt in
Brauns=
hardt bei Kam. Schuchmann, Reſtauration „Zur Krone‟
ſeinen diesjährigen 1. Bezirkstag. Vertreten waren
46 Vereine. Der Bezirksvorſteher Kamerad Johannes
Büttner=Darmſtadt leitete die Verſammlung und
er=
öffnete ſie mit einem dreifachen Hurra auf Seine Maj.
den Kaiſer und Se. Kgl. Hoheit den Großherzog.
So=
dann widmete er Worte der Anerkennung dem im März
dieſes Jahres verſtorbenen Vorſitzenden des
Veteranen=
vereins Eſchollbrücken, Kam. Hauf I, und die
Verſamm=
lung ehrte deſſen Andenken durch Erheben von den
Plätzen. Für 25jährige treue Mitarbeit im
Krieger=
vereinsweſen wurden die vom Verband verliehenen
Ehrentafeln feierlich überreicht an die Kameraden: K.
Wenzlau, L. Zöller, K. Feldpuſch und A. Hellermann in
Darmſtadt, J. Mai in Crumſtadt, H. Leichtweiß III, J.
Numrich II und G. Freitag III in Eſchollbrücken, L. Pons
und J. H. Sallwey in Langen, ſo wie G. Berthaloth I
und G. Gaydoul II in Rohrbach. Zum Jahresbericht
der Haſſia über das 37. Verbandsjahr 1911 gibt der
Vor=
ſitzende Erläuterungen. Der Jahresbericht zeigt
erfreu=
licherweiſe ein ſtetes Wachſen der Mitgliederzahl, der
Finanzen und der geſchaffenen Wohlfahrtseinrichtungen
des Verbandes. Die Haſſia zählt zur Zeit 970 Vereine
mit einem Mitgliederbeſtand von rund 70000. Der
Ver=
mögensbeſtand beläuft ſich auf rund 648000 Mark in bar.
Das Verbandsorgan erſcheint zur Zeit in einer Auflage
von 12 400 Exemplaren. Die Sterbekaſſe ſchließt mit einem
Stand von 19523 verſicherten Perſonen oder 4974312
Mark Verſicherungskapital ab. An Unterſtützungen
wur=
den rund 17000 Mark ausgegeben. Die Summe der
Unterſtützungen bei den Vereinen beläuft ſich ſeit ihrem
Beſtehen auf 1050 750 Mark. Sodann wurden die weiter
beſtehenden Stiftungen den Kameraden weitgehends
zu=
gute gebracht. Zu den Anträgen des Delegiertentages
in Nieder=Olm am 16. Juni d. J. erklärten ſich die
Ver=
treter mit den Vorſchlägen des Bezirksvorſtandes einig.
Als Vertreter für den Delegiertentag wurde der
Bezirks=
vorſteher Kam. Büttner=Darmſtadt und zu deſſen
Stell=
vertreter Kam. G. Benz=Arheilgen durch Zuruf gewählt.
Sodann wurde der Antrag der vereinigten
Kriegerver=
eine Darmſtadts, mit alljährlichem Wechſel der Vereine
noch einen weiteren Vertreter zum Delegiertentag zu
ent=
ſenden, angenommen und der Kriegerverein Pfungſtadt
durch das Los beſtimmt, denſelben zu ſtellen. Des
wei=
teren wurde die Erhebung eines Beitrags zur
Bezirks=
kaſſe beſchloſſen. Hinſichtlich der Jugendfürſorge gab
Kam. Hauptmann Waldecker in einem vorzüglichen
Referat kund, wie notwendig die gedachte Einrichtung ſei
und die Hilfe der Vereine erforderlich mache. Er gibt
Wegweiſer für die Vereine zur Erlangung des Zieles.
Betreffs der Kriegs=Erinnerungsmünzen 1866, 1870/71
rläutert Kam. Büttner den Zweck und verweiſt auf den
vorliegenden diesbezüglichen Aufruf. Der Bezirkstag
fand gegen 6 Uhr abends ſein Ende mit einem dreifachen
Hoch auf die Haſſia für deren ferneres Blühen und
Ge=
deihen. Der nächſte Bezirkstag findet in Crumſtadt bei
Kam. Volk ſtatt.
* Ein Maiengang in unſerem Wald. Nicht wie ſonſt
in den Vortragsſaal hat am Sonntag der Verein
für Verbreitung von Bolksbildung
ge=
laden, ſondern er wollte ſeine Mitglieder und jeden
Na=
turfreund unter ſachkundiger Führung mit der
Bedeu=
tung und manchen, vom Laien weniger leicht
wahrzuneh=
menden Reizen unſerer prachtvollen Waldumgebung
be=
kannt machen. Gerade jetzt im Frühlingsſchmuck der
Natur war dieſer Gedanke ein beſonders glücklicher und
ſeine Verwirklichung konnte alle Erwartungen der
Teil=
nehmer in reichſtem Maße erfüllen, bot doch ſchon die
Perſönkichkeit des Leiters, Geh. Oberforſtrats Walther
jede Gewähr für den Erfolg. Eine zahlreiche Schar von
Damen und Herren hatte ſich denn auch um 9 Uhr
vor=
mittags am Böllenfalltor eingefunden, wurde dort durch
den Vorſitzenden des Vereins, Reallehrer Lerch, begrüßt
und durch einen ſich an deſſen Anſprache anſchließenden
friſchen Vortrag des Herrn Walther ebenſo
anre=
gend, wie gemeinverſtändlich auf die Hauptgeſichtsupnkte
hingewieſen. Nicht nur die rein ideale Freude an der
Waldnatur als ſolcher ſollte Befriedigung erhalten,
ſon=
dern auch der Wald in ſeinem geſundheitlichen und
volks=
wirtſchaftlichen Werte dem Hörer nahe gebracht und
er=
ſchloſſen werden. Von Zeit zu Zeit erklangen wirkungsvoll
bekannte, traute Weiſen eines von der Kavelle des
Leib=
garde=Regiments Nr. 115 geſtellten Waldhornquartetts,
kurz, es fehlte nichts, und die drei Stunden der
Wan=
derung, die am alten Schießhaus endigte, verſtrichen im
Fluge. Die einleitenden Bemerkungen des Führers
gal=
ten dem Vorzug, den gerade Darmſtadt durch den Kranz
der Wälder genießt und den viele andere, weniger
be=
günſtigte Städte ſelbſt durch Aufwendungen von
Millio=
nen nicht annähernd zu ſchaffen vermögen. Zeichnet ſich
doch gerade die Provinz Starkenburg mit 42 Prozent
Waldbeſtand beſonders aus, während Oberheſſen weniger
aufweiſt und derjenige Rheinheſſens etwa 5 Prozent
be=
trägt. Deutſchland überhaupt iſt dank vorſehender
Waldpflege in glücklicher Lage gegenüber anderen
Län=
dern, beſonders den durch früheren Raubbau entwaldeten
romaniſchen. Auch in Nordamerika hat man in
kurzſich=
tiger Weiſe den Waldbeſtand geſchmälert und bereits etwa
15 Millionen Hektar entwaldet, ſodaß man Holz in
gro=
ßem Umfang einführen muß, während Kanadas
Wald=
beſtand noch auf 250 Millionen Hektar geſchätzt wird.
Heſſens Waldungen beſtehen * 60 Prozent aus Buchen
(nebſt Eichen) und zu 40 Prozent aus den weit höheren
Nutzwert beſitzenden Nadelhölzern, denen man als
be=
ſonders wertvollen neuen Vertreter die Douglasfichte
zu=
geſellt. Der geſunkene Nutzwert des Buchenholzes hätte
beinahe deren Beſtand gefährdet, doch hat ſich neuerdings
die Verwendung wieder geſteigert und gerade der
Bu=
chenwald iſt in meteorologiſcheer Beziehung durch die
weit größere Aufnahme= und Abgabefähigkeit der
Nie=
derſchläge (Regen und beſonders Schnee) von hoher
Be=
deutung, fand ſich doch beiſpielsweiſe bei Schneefall
un=
ter Buchen etwa 70 Zentimeter Schnee gegen 15 unter
Fichten. Auch die geologiſche Beſchaffenheit des hieſigen
Walduntergrundes (Granit mit aufgewehtem Sand.
Rot=
liegendes, Löß uſw.), die Bedingungen und Vorgänge
der Humusbildung (Luft. Sonne. Bakterien uſw.)
wur=
den klargelegt und im Verlaufe der Wanderung überall
ſehr anſchaulich die einzelnen Baumarten, ihre
Lebens=
bedingungen, Eigenſchaften und Eigentümlichkeiten
er=
wähnt. Im heſſiſchen Staatshaushalt beträgt die
jähr=
liche Holzfällung 400000 Feſtmeter im Werte von 4
Mil=
lionen Mark. Der vom Forſtmann einſichtig gepflegte
Wirtſchaftswald (nicht der Näturſchutzpark) Aent der
Allgemeinheit am beſten. Wem dieſer genußreiche
Wald=
gang vergönnt war, der wird gewiß künftig um ſo lieber
jene lauſchigen Stätten wieder aufſuchen und ihren Wert
doppelt zu ſchätzen wiſſen. Wärmſter, am Schluß der
Manderung durch Herrn Lerch ausgeſprochener Dank
ge=
bührt Herrn Geh. Oberforſtrat Walther; in gleicher Weiſe
zollen die Teilnehmer ihn dem Verein für Verbreitung
von Volksbildung, und es möge dieſe Veranſtaltung ihm
recht viele neue Mitglieder gewinnen, damit er umſo
beſſer ſeine ſegensreichen Ziele erreichen kann.
* Der deutſch=nationale Handlungsgehilfen=Verband
ſchreibt uns: Der deutſche Reichstag hat am 5. Dezember
1911 eine einſchneidende Aenderung der
Reichsgewerbe=
ordnung beſchloſſen. Dieſe Aenderung iſt bereits am 1.
April 1912 in Kraft getreten. Darnach erhalten die
Ge=
meinden das Recht, für alle erwerbstätigen weiblichen
Von der Elizabeth Duncan=Schnle.
St. In dem Tanzſaale der Elizabeth Duncan=Schule
f der Marienhöhe begann geſtern vor einem kleinen,
er erleſenen Kreis von Förderern der Schule und
eunden ihrer Beſtrebungen ein Zyklus von Vorträgen,
die idealen und kulturellen Beſtrebungen der Schule
rtun und verbreiten helfen ſollen. Herr Direktor Max
erz nahm zu Beginn des Zyklus Gelegenheit, nach
rzlichem Dank an die Erſchienenen, die Zwecke und Ziele
iſer Vortragsveranſtaltungen kurz zu erläutern, vor allem
n ſcheinbar unwahrſcheinlichen, in Wirklichkeit engen
neren Zuſammenhang zwiſchen Raſſebeſtrebungen und
n Zielen einer „Tanzſchule” zu erweiſen und die daraus
eigentlich als Notwendigkeit erweiſende Grundierung
iſer Ziele auf die Forſchungen der Naturwiſſenſchaft.
e kurzen programmatiſchen Ausführungen legten von
uem die ungemein hoch geſteckten, aber keineswegs
un=
eichbaren Ziele der Schule dar, die nichts weniger will,
5 durch Pflege und Verbreitung ihrer herrlichen neuen
mſt eine neue Körperkultur zu ſchaffen, deren Endzweck
cht den einzelnen Individuen, ſondern der ganzen Raſſe
men und fördern ſoll. Redner gab zum Schluß der
fffnung Ausdruck, daß die Erſchienenen aus dem
heu=
en erſten Vortrag Gefühlswerte mit nach Haul” nehmen
igen, die ſie veranlaſſen, auch zu ihrem Teil die
Be=
ebungen verwirklichen zu helfen, vor allem
wiederzu=
nmen, zu ſehen, wie die Schule ſelbſt ihren Aufgaben
recht wird.
Der Redner des erſten Vortrages war Herr Dr. Paul
ammerer, Dozent der k. k. Wiener Univerſität. Er
rach über „Körperkultur und Raſſe‟ Dem
n der Duncan=Schule praktiſch erprobten Gedanken, daß
in Körper und Geiſt gleichmäßig bilden müſſe, um einen
ihrhaft vollkultivierten Menſchen zu bekommen, ſucht der
dner die biologiſche Grundlage zu geben. An
Lichtbil=
rn führt er zunächſt Beiſpiele vor, wo Tiere ſich unter
m Einfluß willkürlich abgeänderter Lebensbedingungen
ehr oder weniger ſtark umgeſtaltet hatten. Das jüngſte
gebnis eigener Experimente des Vortragenden beſtand
rin, dem Grottenmolch, einem blinden Amphibium der
iſteren Karſtgewäſſer, durch Lichtwirkungen die Eztwick=
lung ſeiner normalerweiſe verkümmernden Augen und
deren Sehkraft wiederzugeben. Die Bedeutung derartiger
Geſtalts= oder Inſtinktveränderungen übertrifft inſofern
die landläufigen Vorſtellungen, als die vom Lebensmedium
hervorgerufenen Eigenſchaften in der Regel erblich auf
die folgenden Generationen übertragen werden. Dieſe
Vererbung erworbener Eigenſchaften liefert ſomit dem
Züchter und Erzieher die ungeahnteſten Möglichkeiten,
durch Verbeſſerung jedes Einzelindividuums die geſamte
Raſſe zu veredeln, — die Vererbung ergibt einen tiefen
urſächlichen Zuſammenhang zwiſchen Kultur und Raſſe.
Erlebniſſe, Umgebungseinflüſſe von ſolcher Tragweite, die
den Menſchen beeinfluſſen, kommen vor allen Dingen aus
ſeiner Erziehung. Nach Anſicht derjenigen Naturforſcher,
welche die Vererbung der individuell angenommenen
Eigenſchaften noch immer zu leugnen verſuchen, wäre alſo
die Erziehung eine ziemlich ausſichtsloſe Anſtrengung, die
bei jedem Schüler immer wieder ganz von vorne
ange=
fangen werden muß, ohne je imſtande zu ſein, auf die
Kon=
ſtitution der Raſſe Einfluß zu nehmen. Auch
Schädigun=
gen aller Art könnten dann niemals die Nachkommenſchaft
treffen. Aber es läßt ſich nachweiſen, daß wir mindeſtens
imſtande ſind, die Anlagen, Begabungen zu beſtimmten
Tätigkeiten erblich zu ſteigern oder abzuſchwächen.
Be=
ſtimmt iſt es daher für die Zukunft der Menſchheit nicht
gleichbedeutend, ob ſich die Erziehung vorwiegend nur auf
geiſtigen oder ebenſo einſeitig nur auf körperlichen Bahnen
bewegt. Beides bedingt eine zuweit getriebene
Spezialie=
rung und daher in weiterer Folge Zerſetzung, Zerfall.
Hier ſoll der gleichmäßig ausgebildete und ausdrucksfähige
Körper zum Vermittler werden: ſoll unbeſchadet der
diver=
gierenden geiſtigen Entwickelung, der Sprachenverwirrung
im Reiche des Geiſtes gewiſſermaßen eine Weltſprache
werden, die ſtets eine geeinte, verſtehende,
zukunftsbeherr=
ſchende Menſchheit wiederherſtellt.
Reicher Beifall dankte dem Reduer für ſeine lichtvollen
und inſtruktiven, überzeugenden Ausführungen. Herr
Direktor Merz verlieh dem Beifall Worte, und unter
ſeiner Führung durften die Erſchienenen das ganze
herr=
liche Heim der Schule, die in der gegenwärtigen
Früh=
lingspracht der Marienhöhe wahrhaft paradieſiſch ſchön
Gegt., nachmals beſichtigen.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Spielplan der
Frankfurter Theater. 1. Opernhaus.
Diens=
tag, 14. Mai: „La Boheme‟ Mittwoch, 15.: „Fräulein
Teufel‟ Donnerstag, 16., Freitag, 17., Samstag, 18. und
Sonntag, 19.: Enſemble=Gaſtſpiel des Deutſchen Theaters=
Berlin, unter Leitung des Direktors Prof. Max Reinhardt:
„Das alte Spiel von Jedermann” erneuert von Hugo von
Hofmannsthal. 2. Schauſpielhaus. Dienstag, 14.
Mai: „Der Herr Hofrat” (Der Krampus). Mittwoch,
15.: „Anatol=Zyklus”. Donnerstag, 16.: „Schöne Frauen”.
Freitag, 17.: „Elektra” Vorher: „Der Tartüff”
Sams=
tag, 18.: „Doktor Klaus” Sonntag, 19.: „Alt=Heidelberg”
Montag, 20.: „Der Herr Hofrat” (Der Krampus).
Diens=
tag, 21., zum erſten Male (Uraufführung): „Prophet
Per=
cival‟ Drama in 3 Akten von Melchior Lengyel. 3. Neues
Theater. Dienstag, 14. Mai: „Mamzelle Nitouche”.
Mittwoch, 15.: „Der grüne Kakadu” Groteske in einem
Akt; „Die letzten Masken” Schauſpiel in einem Akt, und
„Literatur” Luſtſpiel in einem Akt, von Artur Schnitzler.
Donnerstag, 16.: „Mamzelle Nitouche” Freitag, 17.: „Die
ünf Frankfurter” Samstag, 18., zum erſten Male: „Das
Leutnantsmündel” Schwank in drei Akten von Leo
Wal=
ter Stein. Sonntag, 19., 3½ Uhr: Arbeiter=
Bildungsaus=
ſchuß; 8 Uhr: „Das Leutnantsmündel‟.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters Mannheim. Dienstag, 14. Mai:
„Der Evangelimann” Mittwoch, 15., zum erſten Male:
„Das weite Land”. (Artur Schnitzlers 50. Geburtstag.)
Donnerstag, 16.: „Hoffmanns Erzählungen” Freitag, 17.:
„Lumpaci Vagabundus” Samstag, 18.: „Wilhelm Tell”.
Sonntag, 19.: 10. Matinee: Beethoven. Zum erſten Male:
„Es war einmal”. Montag, 20.: „Alles um Geld”.
C K. König Georg im Unterſeeboot. Einen
beachtens=
werten Beweis für die Höhe der techniſchen Entwicklung,
die die britiſche Admiralität mit ihrem neueſten
Unterſee=
boot=Typus erreicht hat, liegt in der Tatſache, daß der
König mit ſeinem Sohne in Weymouth eine längere
Probefahrt in einem dieſer Boote unternommen hat. Es
iſt in der Geſchichte des Unterſeeboot=Baues das erſte Mal,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
daß ein regierender Fürſt ſich einem dieſer jüngſten
Kriegsfahrzeuge des modernen Flottenweſens anvertraut
hat, und man darf auch ohne weiteres annehmen, daß die
Marinebehörden dieſe ſchwere Verantwortung nur auf ſich
nahmen, weil ſie ſich ihrer Sache vollkommen ſicher fühlen.
Das neue Unterſeeboot „D. 4” legte neben der
Königs=
jacht „Viktoria and Albert” an und in Begleitung ſeines
Sohnes des Prinzen Albert und des Marineminiſters
Churchill ging der König ſofort auf das Fahrzeug über.
Als dann das Boot, von dem Unterſeeboot=Fahrzeug C 3.
eskortiert, ſchnell aus dem Hafen glitt und ins Meer
hin=
ausſteuerte, ſah man den König auf dem Oberbau deutlich
ſtehen. Als tiefes Waſſer erreicht war, begab ſich König
Georg mit ſeinem Sohne und den Offizieren in das
Innere des Schiffes, der Turmſchacht wurde geſchloſſen
und der Unterſeekreuzer verſchwand unter der
Waſſerober=
fläche. Mit einem ſcharfen Glaſe konnte man den Kurs
des untergetauchten Schiffes ziemlich genau beobachten, es
fuhr feewärts und nur die kleine, kahle Kuppel des
Ste=
reoskops blieb undeutlich über dem Waſſer ſichtbar. Dann
beſchrieb D. 4. unter dem Waſſer eine Wendung, nahm
wieder Kurs auf das Land, tauchte auf und bald lag das
unheimlich ausſehende Ding wieder an der Seite der
königlichen Yacht. Mit Stolz ſehen die Engländer in
die=
ſſem Vorgang ein Zeichen für die ſchönen und überraſchend
günſtigen Erfölge, die die britiſche Admiralität durch ihre
zähe und beharrliche Entwicklung eines engliſchen
Unter=
ſeeboot=Typs erreicht habe.
— Ein Rekord der Kabel=Berichterſtattung. Die New=
Yorker Wochenberichte der großen Kabelgeſellſchaften
zei=
igen, daß die Titanie=Kataſtrophe einen bisher unerreichten
ſRekord der Kabel=Berichterſtattung gezeitigt hat. Selbſt
in den Tagen des Erdbebens von San Francisco und auch
bei den gewaltigen Ueberſchwemmungen von Galveſtone
iſt nicht ſoviel von Amerika nach England gekabelt worden,
wie im Zuſammenhang mit der jüngſten Schiffskata=
ſtrophe; Tag und Nacht wurde mit fieberhafter Haſt
gear=
beitet, um die unüberſehbare Menge der Zeitungsberichte
von New=York nach Canſo an der Neufundländiſchen Küſte
zu übermitteln und von hier nach Waterville in Irland.
Allein der Daily=Telegraph hat für die Berichterſtattung
über die „Titanic”=Kataſtrophe ein ganzes Vermögen
auf=
gewandt. Im Zuſammenhang mit dem Unglück wurden
dieſer Zeitung durch die Commercial Cable Company
übermittelt: aus New=York 42651 Worte, aus Waſhington
23815, aus Montreal 2846, aus Halifax 2022, aus
Phila=
delphia 2036 und aus Baltimore 833 Worte. Außerdem
wurden einige Berichte durch die anglo=amerikaniſche
Ge=
ſellſchaft gekabelt, nämlich 2891 Woxte, ſodaß allein
die=
ſem einen Londoner Blatte nicht weniger als 77094
Worte durch den Kabel übermittelt wurden. Um ſich
eine Vorſtellung von dieſer Menge von Worten zu machen,
mag man ſich veranſchaulichen, welchen Umfang dieſe
Be=
richterſtattung in Buchform annehmen würde. Wenn man
einen normalen deutſchen Roman zum Vergleich
heran=
zieht, ergibt ſich etwa folgendes Bild: die normale
Roman=
ſeite hat durchſchnittlich 27 Zeilen zu ungefähr acht
Wor=
ten. Das würde alſo heißen, daß allein die
Berichterſtat=
tung dieſes einen Blattes einen ſtattlichen Romanband
von 350 Seiten bilden würde, die Wort für Wort gekabelt
wurden und alſo auch Wort für Wort bezahlt werden
mußten. Und das iſt nur eins von den Dutzenden von
Blättern, die nach der Kataſtrophe tagelang ihre Spalten
mit Kabeltelegrammen aus Amerika füllten.
* Der Aeroplan und die Kühe. Ein heiterer
Urteils=
ſpruch iſt in Sydney gefällt worden. Kläger war ein
Schiedsrichter, der einen Flugſchüler auf Schadenerſatz
ver=
klagte, weil durch das Geräuſch des Aeroplanmotors die
Kühe des Schiedsrichters auf dem Felde ſo erſchreckt
wor=
den wären, daß ſie keine Milch mehr gäben. Der Aviatiker
wurde tatſächlich zur Zablung einer Schadenerſatzſumme
verurteilt,
Perſonen unter 18 Jahren hauswirtſchaftliche
Pflichtfort=
bildungsſchulen zu errichten. Die hieſige Ortsgruppe des
Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes hat
da=
her eine Eingabe an die Großh. Bürgermeiſterei
gerich=
tet und gebeten, auf Grund der neuen Faſſung des § 120,
Abſ. 3, der R.=G.=O. verbindlichen
Haushaltungsunter=
richt für alle erwerbstätigen Mädchen unter 18 Jahren
einzurichten. In der Eingabe iſt darauf hingewieſen
wor=
den, daß die ſteigende Anteilnahme der Mädchen an faſt
allen Erwerbsgebieten eine gründliche hauswirtſchaftliche
Unterweiſung aus Gründen der Volkswohlfahrt dringend
erforderlich mache. Gerade dieſer Mangel an häuslichen
Kenntniſſen ſei es geweſen, der die verbündeten
Regie=
rungen und den Reichstag zur Erweiterung der
gemeind=
lichen Befugniſſe veranlaßt hätte. Bekanntlich beſteht in
Darmſtadt bereits einesſehr gut beſuchte, nicht
obligato=
riſche Haushaltſchule; es iſt deshalb zu hoffen, daß durch
entſprechenden Ausbau dieſer Schule im Sinne der
Eingabe eine für alle beteiligten Kreiſe
außerordent=
lich nützliche und bedeutſame Einrichtung geſchaffen
wird.
Schlittſchuhklub=Sportverein. Das neunte
internationale Lawn=Tennis=Turnier
beginnt am Donnerstag, den 16. Mai. Schon am
Mitt=
woch nachmittag werden nach Möglichkeit die Vorrunden,
beſonders im Juniorenſpiel und den Einzelſpielen,
ge=
ſpielt. Das Turnier erfreut ſich wieder des lebhaften
Intereſſes und der beſten Förderung von Seiten der
Freunde des ſchönen und geſunden Sportes, und von
auswärtigen Spielerinnen und Spielern liegen ſchon
zahlreiche Meldungen vor, ſodaß wieder eine ſtattliche
Reihe intereſſanter Wettkämpfe zu erwarten iſt. Oskar
Kreuzer=wird den Pokal von Heſſen, den von Sr
Kgl. Hoheit dem Großherzog geſtifteten Wanderpreis,
den er im vergangenen Jahre durch ſeinen Sieg über
von Biſſing gewonnen hatte, verteidigen. Bleibt O
Kreuzer auchein dieſem Jahre Sieger, ſo geht der ſchöne,
aus der Werkſtatt Prof. Riegels ſtammende Pokal in
ſeinen Beſitz über. Unſere hieſigen Spielerinnen und
Spieler ſind durchweg in guter Form und werden ſicher
in dem großen Wettkampfe, in dem zehn Konkurrenzen
zum Austrag kommen, manchen Erfolg erringen. Wenn
nun der Himmel zu der Veranſtaltung noch ein
freund=
liches Geſicht macht, ſo dürfte ſich auf dem ſchönen
Sport=
platze am Böllenfalltor wieder ein prächtiges ſportliches
Bild entwickeln und Spieler und Zuſchauer ſollen aufs
Beſte befriedigt werden.
* Hans A. Hahnſcher Frauenchor. Das Konzert
des Haynſchen Frauenchors, das am Samstag, den
18. Mai, im Kaiſerſaalckſtattfinden ſollte, mußte auf
Montag, den 20. Mckk, verlegt werden.
* Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
hielt Sonntag abend im Kaiſerſaal unter ſehr ſtarker
Be=
teiligung der Freunde und Mitglieder ihr jährliches
Frühlingsfeſt ab. Die Feier wurde verſchönert durch
Vorträge einiger Herren des Mandolinen=Kranzes,
Ge=
ſangsvorträge der Herren Burg (Lieder) und Sautier
(Arie Ach ſo fromm” aus Martha), ein Theaterſtück
(Frl. Stern und Frl. Wentzel). Der Vorſitzende konnte
in ſeiner Begrüßungsanſprache darauf hinweiſen, daß
das Vereinsleben einen großen Aufſchwung genommen
und daß die Mitgliederzahl die 200 überſchritten habe.
C. Die hieſige Ortsgruppe des Katholiſchen
Fürſorge=
vereins für Mädchen, Frauen und Kinder, die der
groß=
artigen Organiſation der Frau Amtsgerichtsrat Neuhaus=
Dortmund angeſchloſſen iſt, verſendet zurzeit ihren
Jah=
resbericht für 1911. Die Arbeit hat auch im
Berichts=
jahre wieder zugenommen. In einer Anzahl Fälle fand
ein Zuſammenwirken mit Behörden und anderen
Ver=
einen ſtatt. 25 Schützlinge wurden in Dienſtſtellen,
Fami=
lienpflege, Zufluchtshäuſern und Erziehungsanſtalten
untergebracht. In der Berufsvormundſchaft ſind 12
Da=
men tätig, wozu 22 Beiſtandſchaften und Schutzaufſichten
kommen. Unter den Einnahmen ſei das Legat der
ver=
ſtorbenen Freifrau v. Biegeleben im Betrage von 300 Mk.
und ein Beitrag des Heſſiſchen Schutzvereins für
entlaſ=
ſene Gefangene erwähnt, während die Hälfte der
Aus=
gaben auf Pflegegelder für Schützlinge in Anſtalten
ent=
fallen. Als dringend erwünſcht wird das Aufkommen der
Braunshardter Anſtalt wenigſtens für die Eiſenbahnfahrt
der katholiſchen Inſaſſen zum ſonntäglichen Gottesdienſt
nach Darmſtadt bezeichnet.
* Die Frühlingsfeier des deutſchvölkiſchen
Turnver=
eins „Jahn” am Glasberg nahm einen recht ſchönen
Ver=
lauf. Die günſtige Witterung hatte zahlreiche Sippen
zum Feſtplatz gelockt. Um 4 Uhr eröffnete der erſte
Vor=
ſitzende, Turnbruder Dr. W. Mahr, die Feier mit einer
Willkommenanſprache. Nach Abſingen des Liedes
Stimmt an mit hellem hohem Klang” hielt der Dietwart
des Vereins, Turnbruder E. Gorr die Feſtrede. In
wohldurchdachten Ausführungen brachte er die
Bedeut=
ung der germaniſchen Götter= und Heldenſagen,
insbeſon=
dere der aus der Edda entnommenen „Frühlingsfahrt”.
vor Augen. Als Einleitung zum Feſtſpiel wurde von
einem Turnbruder das Gedicht „Deutſches Erwachen”
vorgetragen. Gleich darauf gelangte die „
Frühlings=
fahrt” zur Aufführung. Die Darſteller entledigten ſich
ihrer ſchwierigen Aufgabe in anerkennenswerter Weiſe
mit beſtem Erfolge. Eine freie Naturbühne hat doch
etwas einzigartig Erhebendes für ſich. Einen recht
ſtim=
mungsvollen Eindruck machte es auch, als ein
Turnbru=
der als Wodan vom Bergabhange herab ſeine
tiefgrün=
digen Lebensweisheiten zum beſten gab. Im weiteren
Verlauf zeigte eine Turnriege des Vereins durch
Frei=
übungen und Gruppenſtellung ihre turneriſche
Ausbild=
ung. Beim gemütlichen Teil des Feſtes wechſelten Spiel
und Tanz auf dem Raſen und munterer Geſang,
unter=
ſtützt von einer urwüchſigen Muſik, einander ab. Als die
Dunkelheit ſchon längſt eingebrochen, zogen die
Teilneh=
mer in fröhlichſter Stimmung unter dem Scheine der
Papierlaternen heimwärts.
* Preisgekrönte Schützen. Wie bereits bekannt
ge=
geben, findet) gegenwärtig in der Reſtauration „Zum
Martinsglöckchen” ein größeres von der
Schützengeſell=
ſchaft Weidmannsheil” veranſtaltetes Preisſ
ſchießen ſtatt. Da der feſtgehende Verein abſolut
keine Mühe und Koſten geſcheut, um dieſen friedlichen
Schützenwettſtreit ſo glanzvoll wie nur möglich zu
ge=
ſtalten, außerdem durch Beſchaffung von nur beſſeren
Preiſen die Anerkennung aller Schützen gewonnen hat,
erfreut ſich dasſelbe einer ſehr regen Beteiligung. Auch
das am Sonntag, den 12. Mai, ſtattgefundene
Ver=
einsgruppenſchießen, an dem viele hieſige,
ſo=
wie auswärtige Schützenvereine teilnahmen, geſtaltete ſich
ſehr intereſſant. Die ſehr ſchönen Gruppenpreiſe, die
ab 15. Mai bei der Firma Sieberling, Marktplatz,
ausgeſtellt ſind, wurden unter ſehr ſtarker Konkurrenz
von folgenden Vereinen errungen: 1. Gruppenrpeis mit
100 R. Schützengeſellſchaft „Fortuna”=
Darmſtadt, 2. Gruppenpreis mit 97 R. Flobert=
Schützenverein=Offenbach, 3. Gruppenpreis mit
89 R. Schützengeſellſchaft „Tell”=Ober=
Ramſtadt. Die Preisverteilung findet am zweiten
Pffingſtfezertag im Mathildenhöhſaale ſtatt und wird
Näheres hierüber noch bekannt gegeben.
Heſſiſcher Polizei= und Schutzhundverein. Die
von dem Heſſiſchen Polizei= und Schutzhundverein am
Sonntag nachmittag im Akaziengarten abgehaltene
interne Polizei= und Schutzhund=Vorführung
erregte lebhaftes Intereſſe der zahkreichen Beſucher
beſonders durch die Leiſtungen der vorgeführten
Hunde. Die zum Teil äußerſt ſchwierigen Leiſtungen
waren trotz der ungünſtigen Witterung, große Hitze und
Trockenheit, ganz hervorragend und fanden
allge=
meine Anerkennung. Es wurden vorgeführt: Der
Polizeihund Rex (Airedale=Terrier), Eigentümer und
Führer Schutzmann Seng; der Polizeihund Tyro
(Dobermann), Eigentum des Polizeiamts, Führer
Schutzmann Roth; der deutſche Schäferhund Senta,
Beſitzer und Führer Polizeidiener Kiſſinger=
Gries=
heim; der Schutzhund Alma, deutſcher Schäferhund,
Beſitzer und Führer Bahnwärter Gruber=Babenhauſen;
der Schutzhund Cäſar, deutſcher Schäferhund, Beſitzer
Bankdiener Höhner=Darmſtadt, und der Polizeihund
Rolf (Airedale=Terrier), Beſitzer und Führer
Kriminal=
ſchutzmann Weber, zweiter Vorſitzender des Vereins.
(Außer Wettbewerb.) Preiſe erhielten in der
Polizei=
hundklaſſe: 1. der Hund Rex des Schutzmanns
Seng, 2. der Hund Tyro des Schutzmanns Roth, 3. der
Hund Senta des Polizeidieners Kiſſinger; in der
Schutzhundklaſſe: 1. der Hund Alma des
Bahn=
wärters Gruber, 2. der Hund Cäſar des Bankdieners
Höhner. Die Hundeführer erhielten außerdem
Ehren=
preiſe, ferner der zweite Vorſitzende für die Vorführung
ſeines Hundes Rolf ehrende Anerkennung. Abends
8 Uhr erfolgte die Preisverteilung im Reſtaurant „Zur
Stadt Pfungſtadt” anſchließend fand geſellige
Unter=
haltung ſtatt, welche die Erſchienenen noch einige
Stunden gemütlich beiſammen hielt.
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Die Wanderung am Sonntag hatte eine über alles
Er=
warten zahlreiche Beteiligung gefunden. Die
Teilneh=
merliſte wies 84 Namen auf, eine Zahl, die noch bei
kei=
ner der vorhergehenden Wanderungen erreicht worden
war. Der Marſch ging über den Bordenberg und in
halber Höhe am Frankenſtein her nach Malchen, weiter
Seeheim rechts liegen laſſend — nach Jugenheim und
ſchließlich nach Alsbach. Die mit viel Sorgfalt
ausge=
ſuchten, den meiſten Teilnehmern unbekannten Wege
führten faſt ſtändig durch herrlichen Wald, deſſen grünes
Blätterdach willkommenen Schutz vor den faſt zu heißen
Strahlen der Maienſonne gewährte.
* Darmſtädter Pferdemarkt. Nachdem im vorigen
Jahr die beiden Darmſtädter Pferdemärkte infolge der
herrſchenden Maul= und Klauenſeuche ausfallen mußten,
fand geſtern der diesjährige
Frühjahrspferde=
markt ſtatt. In den Vereinsſtallungen ſind 172
Pferde eingeſtellt, auf dem Marktplatz ſind 93 Pferde zum
Verkauf und zur Prämiierung ſind 152 Pferde und Fohlen
vorgeführt. Der Markt iſt im ganzen von 417 Pferden und
Fohlen beſchickt. Bei der um 9 Uhr vormittags begont
nen Prämiierung wurden folgende Preiſe zuerkan
1. Für ſchwere Reitpferde: Wilh. Eſſelborn=Mainz eir
2. Preis mit 30 Mk.; 2. Leichte Reitpferde: Wilh. Eſſelbo=
Mainz einen 1. Preis mit 40 Mk.; 3. Schwere Arbei
pferde: Gebr. Sommerfeld=Darmſtadt einen 1. Preis 1
50 Mk., Bernh. Pullmann=Groß=Zimmern einen 3. Pr.
mit 20 Mk.; 4. Leichte Arbeitspferde: Gebr. Sommerfe
Darmſtadt einen 1. Preis mit 30 Mk., Gebr. Wartensleb
Darmſtadt einen 3. Preis von 20 Mk., Nathan Neu=Fr
kiſch=Crumbach einen 3. Preis mit 20 Mk.; 5. Schw
Wagenpferde: Gebr. Wartensleben=Darmſtadt einen
Preis mit 50 Mk., Gebr. Sommerſeld=Darmſtadt ein
2. Preis mit 30 Mk., Wilh. Eſſelborn=Mainz einen 3. Pr
mit 20 Mk.; 6. Leichte Wagenpferde: Gebr. Sommerfe
Darmſtadt einen 2. Preis mit 30 Mk., Siegmund Natk=
und Söhne=Ober=Ingelheim einen 3. Preis mit 20.?
Hrch. Adam Obenauer=Nieder=Flörsheim einen. 3. Pr
mit 20 Mk.; 7. Mutterſtuten mit Fohlen (Arbeitsſchla
Richard Burger=Reinheim und Wilhelm Cullmann=Gr=
Zimmern je einen 1. Preis mit 50 Mk., Peter Luley IV.=T
bur und Bernh. Appel=Schleifmühle je einen 2. Preis 1
40 Mk., Jak. Dreieicher IV.=Gundernhauſen und Pe=
Rau III.=Bickenbach je einen 3. Preis mit 30 Mk., Frie
Koppert I.=Hof=Hartenau, Albert Arzt=Groß=Umſta
Karl Diehl=Berkach, Gg. Dörr=Rohrbach und Ger=
Weber II.=Brandau je einen 4. Preis mit 20 Mk., Pl=
Schuſter=Häuſerhof, Ludw. Nungeſſer VI.=Pfungſta
Peter Lantelme IV.=Rohrbach und Jakob Schneider
Hähnlein je einen 5. Preis mit 10 Mk.; 8. Mutterſtuten 1
Fohlen (Wagenſchlag): Peter Ruckelshauſen II.=
Wall=
ſtädten einen 1. Preis mit 50 Mk., Joh. Höhl Xl.=Grie
heim, Martin Seipel=Leeheim und Peter Müller II.=Bicke
bach je einen 2. Preis mit 40 Mk., Peter Wilhelm=Don
heim und Ph. Gütlich=Berkach je einen 3. Preis mit 30 M
Ph. Hennemann VIII.=Bickenbach, Phil. Gerhardt=Re
heim, Peter Nothnagel I.=Griesheim, Gg. Phil. B
mann II.=Reinheim, Gg. Stühlinger IV.=Reinheim u
Chriſtoph Hennemann IX.=Bickenbaach je einen 4. Pre
mit 20 Mk.; 9. Dreijährige Fohlen (Arbeitsſchlag): Hu
Breidenbach=Gundernhauſen einen 1. Preis mit 80 M
Rich. Burger=Reinheim, Gg. Lochmann II.=Berkach u
Gg. Schuchmann=Ueberau je einen 2. Preis mit 40 M
Gg. Karl Gaydoul=Hahn, Gg. Bernh. Lautz II.=Grr
Umſtadt und Joh. Guſtav Hammann=Wolfskehlen je ein
3. Preis mit 30 Mk., Wilh. Erzgräber=Arheilgen, Hr
Aug. Heberer III.=Richen, Gg. Hirſch I.=Wallerſtädten u
Bernh. Völger=Arheilgen je einen 4. Preis mit 20 M
10. Dreijährige Fohlen (Wagenſchlag): Wilh. Cullman=
Groß=Zimmern, Gebr. Kraft=Hof=Grävenbruch und Friek
Koppert I.=Hof=Hartenau je einen 1. Preis mit 50M
Phil. Dörr=Berkach und Hrch. Winter=Leeheim je einen
Preis mit 40 Mk., Pet. Ritzert III.=Hähnlein und Ada
Ewald=Leeheim je einen 3. Preis mit 30 Mk., Pel
Funk II.=Wallerſtädten, Hrch. Dörr=Groß=Umſtadt,
Adam Metzger=Dornheim, Ph. Ludw. Gerhardt I.=Walle
ſtädten, Jak. Trinkaus=Dornheim, Hrch. Feldmann
Griesheim je einen 4. Preis mit 20 Mk., Jak. Wilh. Nol
Wallerſtädten, Karl Sprengler=Geinsheim, Ludw.Kr
mer X.=Pfungſtadt und Phil. Buxmann II.=Reinheim
einen 5. Preis mit 15 Mk.
Die mit dem Markt verbundene Verloſung=find
am 15. Mai, nachmittags 2 Uhr, ſtatt. Die Abgabed
nicht lebenden Gewinne erfolgt vom 17. Mai bis 13.m
ds. Js., mittags 12 Uhr täglich — mit Ausnahmed
Sonn= und Feiertage — durch Vermittelung des Loſeben
triebsunternehmers Herrn L. F. Ohnacker, Ludwigſtrl
Darmſtadt.
Poſtbriefbeſtellung. Bei dem hieſigen Poſlamk
werden die eingehenden Briefſendungen werktäglt
in folgender Weiſe beſtellt: bei der I. Beſtellung=u=
640 V.: die mit den Poſten von 745 N. bis 540 V.ei
gegangenen Briefſendungen, bei der II. Beſtellung u.
910 V.: die mit den Poſten von 635 P. bis 850 V.ei
gegangenen Briefſendungen, bei der III. Beſtellung u
100 N.: die mit den Poſten von 950 V. bis 1220 N.e
gegangenen Briefſendungen, bei der IV. Beſtellung 1
415 N.: die mit den Poſten von 125 N. bis 350 N. ei
gegangenen Briefſendungen, bei der V. Beſtellung
640 N.: die mit den Poſten von 550 N. bis 615 N. ei
gegangenen Briefſendungen. Bei der V. Beſtellung 1
640 N. werden Einſchreibbriefe nicht abgetrage,
An Sonn= und Feiertagen findet nur eit
Beſtellung um 800 V. ſtatt, die alle bis 720 V. ei
gegangenen Briefſendungen mit Ausnahme der nie
eiligen Druckſachen umfaßt. Die ſpäter eingehenden
Bri=
ſendungen und die nicht eiligen Druckſachen werd
Montags bei der I. Beſtellung abgetragen. — T
näheren Angaben ſind aus dem im
Schalterrau=
aushängenden Poſtberichte erſichtlich, der auch für 25 Pf
an den Poſtſchaltern und durch die Briefträger zu k
ziehen iſt.
Unbeſtellbare Poſtſendungen. Wie wir erfahre
lagern bei der Oberpoſtdirektion in Darmſtadt folgen
Sendungen, deren Abſender vielleicht zu unſeren Leſer
zählen, als unbeſtellbar: Poſtanweiſung über 4,26
Ma=
vom 4. 12. 10., Aufgabeort Darmſtadt I. Empfänger
Müller und Co. in Budapeſt, Poſtanweiſung über 4,
Mark vom 28. 12. 10., Aufgabeort Darmſtadt I, Empfä
ger J. Müller und Co. in Budapeſt, Poſtanweiſung üb
7,80 Mark vom 12. 4. 11., Aufgabeort Darmſtadt. Empfä
ger und Beſtimmungsort unbekannt. Poſtanweiſut
über 8,15 Mark vom 15. 4. 11., Aufgabeort Wolfskehle
Empfänger und Beſtimmungsort unbekannt. Poſtanwe
ſung über 5 Mark vom 15. 4. 11., Aufgabeort
Juge=
heim, Bergſtr., Empfänger und Beſtimmungsort
unb=
kannt, Poſtanweiſung über 5 Mark vom 22. 9. 11., Au
gabeort Griesheim, Kreis Darmſtadt, Empfänger G
richtsſchreiberei in Darmſtadt, Poſtanweiſung über 5,
Mark vom 15. 4. 11., Aufgabeort Bensheim, Empfäng
und Beſtimmungsort unbekannt. Poſtanweiſung übe=
4,40 Mark vom 3. 6. 11., Aufgabeort Beerfelden, En
pfänger und Beſtimmungsort unbekannt, Poſtanweiſun
über 1,40 Mark vom 27. 6. 11., Aufgabeort Offenbag
(Main), Empfänger und Beſtimmungsort unbekann
Poſtanweiſung über 3 Mark vom 20. 6. 11., Aufgabeot=
Darmſtadt I, Empfänger und Beſtimmungsort unbekann
Poſtanweiſung über 14,16 M. vom 28. 4. 11., Aufgabeo)
Sprendlingen, Kreis Offenbach. Empfänger und Be
ſtimmungsort unbekannt. Einſchreibbrief vom 20. 8. 11
Aufgabeort Offenbach (Main), Empfänger H. Jonas
Berlin, 1 gewöhnlicher Brief, Inhalt 3 Mark vom 28
8. 11., Aufgabeort Darmſtadt II. Empfänger Borkume
Kurzeitung in Borkum, 1 gewöhnliches Paket vom 30.9
11., Aufgabeort Offenbach (Main), Empfänger Friedrid
Mewes in Gießen, 1 gewöhnliches Paket vom 25. 10. 11
Aufgabeort Bickenbach (Heſſen). Empfänger Franz Re
dinger in Sondernheim (Pfalz). Die zur Empfang
nahme der Gegenſtände Berechtigten müſſen ſich binnen
vier Wochen bei der Oberpoſtdirektion melden, widrigen
falls die Poſtanweiſungsbeträge und die in den Sen
dungen enthaltenen oder durch Verſteigerung des In=
Nummer 113.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Seite 5.
haltes erlöſten Gebühren der Poſtunterſtützungskaſſe
überwieſen, die Briefe aber vernichtet werden.
* Ein Temperazurſturz von 16 Grad Celſius (von
30 Grad auf 14 Grad) iſt in der Nacht vom Sonntag auf
Montag eingetreten. Dieſe rapide Abkühlung, die ebenſo
ungewöhnlich wie die hohe Temperatur am Sonntag
Pancratius war, kann nur auf eine Wetter=Kataſtrophe
jurückgeführt werden, die ſich hier aber nur durch einen
tarken Sturm am Sonntag abend ankündigte.
* Schützenhof. Heute Dienstag abend wird die
Ka=
zelle des Leibg.=Reg. im Schützenhof konzertieren. Herr
Hauske hat hierzu ein ſehr ſchönes Programm
zuſam=
nengeſtellt, ſodaß ein genußreicher Abend in Ausſicht
teht. (Siehe Anzeige.)
* Ludwigshöhe. Es ſei ſchon jetzt auf die
Veran=
taltungen am Himmelfahrtstage aufmerkſam gemacht.
Zekanntlich ſind das Frühkonzert um 5 Uhr morgens.
wie das Nachmittagsfeſtkonzert ſtets von einem nach
Tauſenden zählenden Publikum beſucht. Die Konzerte
verden vom Muſikkorps des Leibgarde=Regiments
nter Obermuſikmeiſter Hauske ausgeführt. (Vergleiche
Inzeige.)
* Die brave Feuerwehr. Am Sonntag vormittag
war eine Schwalbe vor dem Hauſe Landwehrſtraße
tr. 12 an einem zum Neſtbau dienenden Faden in den
Lelegraphendrähten hängen geblieben. Ein Bewohner
es Hauſes, der die Qualen des Tierchens, das ſich nicht
efreien konnte, wahrnahm, rief die Feuerwehr
her=
ei, die alsbald erſchien und unter dem Beifall der
zahl=
eichen Zuſchauer die Schwalbe befreite.
* Ueberfall? Ein Ueberfall ſoll geſtern im
Lalde zwiſchen Mörfelden und Groß=Gerau verübt
ſorden ſein. Der 19 jährige Korbmacher Georg
rutſcher II. von Hamm bei Worms, der den
ortigen Wald mit einem Fuhrwerk paſſierte, gibt an,
aß er plötzlich von zwei Strolchen angefallen worden
i. Als er denjenigen der ihn perſönlich angriff,
it einem ſchnell hervorgeholten Prügel bearbeitet habe,
ien die beiden Angreifer davongelaufen. Alsbald ſei
ann aber ein dritter Strolch auf ihn eingedrungen und
1 habe er in ſeiner Bedrängnis ſeinen Revolver
ge=
ogen und zweimal auf ſeinen Angreifer geſchoſſen. Er
abe geſehen, wie nach dem zweiten Schuß der Mann
1 Boden fiel und er ſei dann mit ſeinem Fuhrwerk
nell davongefahren. Da der ſo zu Boden geſtreckte
ngreifer bisher nicht ermittelt werden konnte, wird jeder,
er zu der Angelegenheit etwas Näheres mitzuteilen in
er Lage iſt, erſucht, dies ſofort bei der Großh.
Staats=
nwaltſchaft in Darmſtadt zu tun.
J. Griesheim, 13. Mai. Ein vor wenigen Wochen
ter in Dienſt getretenes Dienſtmädchen trank in
lbſtmörderiſcher Abſicht Lyſol. Es wurde in
bedenk=
chem Zuſtande mittels Krankenautomobils nach
Darm=
adt ins Krankenhaus gebracht.
-h- Jugenheim, 12. Mai. Mit dem Bau der
Ka=
holiſchen Kirche wird in aller Kürze begonnen
erden. Die Pläne hierzu ſind auf der Bürgermeiſterei
ffengelegt. Architekt Rummel= Frankfurt, der die
irche in Zwingenberg erbaut hat, errichtet auch dieſe
irche.
-h- Zwingenberg, 12. Mai. Die Studentiſche
Ver=
nigung Deutſche Landsmannſchaften (
Ko=
urger S.C.), die ſeiner Zeit in dem hieſigen Gaſthofe
Zum Löwen” gegründet wurde, hat in dem neuerbauten
ſoßen Saale des genannten Hotels ein großes
Wand=
emälde herſtellen laſſen, das die Feſte Koburg
dar=
ellt. Das Bild, eine Zierde des Löwenſaales, wird in
iner Ausführung viel bewundert. — Wie alljährlich, ſo
ird ſich auch dieſes Jahr die Vereinigung wieder am
onntag nach dem Pfingſtfeſte im „Löwen” vereinigen,
m ihr Jahresfeſt feſtlich zu begehen.
-h- Von der Bergſtraße, 12. Mai. Während die
Kir=
zen Anfangs Mai in den tieferen Lagen vollſtändig
er=
oren ſind, tragen die Bäume auf den Höhen anſcheinend
cht gut. Aepfel und Birnen ſtehen befriedigend, auch
e Zwetſchenbäume ſind gut behangen. Aprikoſen,
Pfir=
he und Pflaumen fallen in dieſem Jahre faſt vollſtändig
ts. Auch die Weinberge haben bei dem letzten Froſt in
anchen Lagen gelitten, doch ſind im allgemeinen die
usſichten nicht ſchlecht, ja an manchen Plätzen recht gut.
Lindenſels, 12. Mai. Heute nachmittag ſtießen
i einer ſtarken Straßenkurve vor unſerem Städtchen
wei Autos aus München und Frankfurt
zuſam=
en. Zum Glück wurden die Wagen durch einen Baum
tfgehalten, andernfalls ſie die mehrere Meter hohe
Bö=
zung hinabgeſtürzt wären. Die Wagen wurden ſtark
ſchädigt; einer der Inſaſſen erlitt einen Knöchelbruch,
ährend die übrigen mit leichten Hautabſchürfungen
da=
onkamen.
* Mainz, 13. Mai. Als heute früh gegen 3 Uhr der
rbeiter Ferkaluk nach Hauſe kam und ihm von
ſei=
n Angehörigen wegen ſeines ſpäten Nachhauſekommens
orwürfe gemacht wurden, brachte er ſeinem Bruder mit
nem Dolchmeſſer fünf Stiche in die Bruſt und
den Oberarm bei. Der Vater gab auf den ihn
bedro=
nden Sohn mehrere ſcharfe Revolverſchüſſe ab, die
je=
ich ihr Ziel verfehlten. Der wütende Burſche brachte
in noch ſeiner Mutter einen Stich in den Hals bei und
ung flüchtig, wurde aber ſpäter von der Polizei
feſtge=
ommen.
Mainz, 13. Mai. Der Fuhrunternehmer Funck, der
i dem Brande in der Weintorſtraße noch ſeine beiden
ferde retten wollte und ſich dabei ſchwere Brandwunden
tzog, iſt geſtern nachmittag um 3 Uhr im Rochushoſpital
ſtorben.
Worms, 13. Mai. Der Wormſer Hafen iſt im
ahre 1911 mit einem Geſamtgüterverkehr von 464 347
onnen an die dritte Stelle gerückt. An erſter Stelle ſteht
kainz, dann kommt Guſtavsburg; nach Worms folgt in
heblichem Abſtande Offenbach. — Der geiſteskranke
le=
ge Küfer Jakob Haubeil hat ſich am 3. ds. Mts. aus
r alterlichen Wohnung entfernt, und iſt bis jetzt nicht
trückgekehrt. Es wird vermutet, daß er den Tod im
hein geſucht und gefunden hat.
Ingelheim, 12. Mai. Die feierliche Einweihung
r hochragenden, auf der Waldeck zu Ehren des erſten
anzlers errichtete Bismarck=Säule erfolgte heute
i Beiſein der Spitzen der Zivil= und Militärbehörden
id in Gegenwart des geſamten Vorſtandes des
Rhein=
ſſiſchen Bismarckvereins. Zehn lange Jahre voll Arbeit
und Mühe hat es bedurft, um dieſes Bauwerk entſtehen
laſſen. 1902 begannen die Sammlungen für den Bau
s Turmes von ſeiten des rheiniſch=heſſiſchen
Bismarck=
rreins, 1907 bereits war die Summe, um die Unkoſten
's Baues — die ſich auf 70000 Mk. belaufen — zu
dek=
n, geſammelt und in dieſem Jahre konnte mit dem Bau
gonnen werden. Hunderte von Verehrern des
Anden=
ns an den großen Mann Deutſchlands hatten ſich zur
utigen Feier eingefunden. Unter den erſchienenen
hrengäſten bemerkte man den Gouverneur von Mainz,
eneral v. Schlieffen, den Stadtkommandanten General=
major v. Ruville nebſt anderen höheren Offizieren;
fer=
ner den Provinzialdirektor Dr. Breidert=Mainz,
Kreis=
rat Dr. Steeg=Bingen, Landgerichtspräſident Hangen,
Landgerichtsrat Hartner, Oberbürgermeiſter Dr.
Göttel=
mann und Juſtizrat Claß, den Vorſitzenden des
All=
deutſchen Verbandes, ſämtlich aus Mainz, ſowie Herrn
Regierungsrat Bohn und Bürgermeiſter Neff aus
Bin=
gen. Die der Waldeck zunächſt gelegenen Orte Ober=
Ingelheim und Gau=Algesheim hatten aus Anlaß des
Feſtes reichen Flaggenſchmuck angelegt. Eingeleiten
wurde die Feier durch Böllerſchüſſe, den Fanfarenmarſch
„Hoch Deutſchland” und einen von den Geſangvereinen
Ober=Ingelheim und Gau=Algesheim vorgetragenen
Cho=
ral. In ſeiner Anſprache drückte Herr Hauswald ſeinen
Dank für das in ihn geſetzte Vertrauen aus. Darauf
übergab er als Symbol der Uebergabe des Bauwerks die
Schlüſſel an ſeine Bauherren, die durch den Vorſitzenden
des Rheinheſſiſchen Bismarckvereins verkörpert waren
Nach der Feſtouvertüre erfolgte die Begrüßung der
Feſt=
teilnehmer durch den Vorſitzenden Kommerzienrat Rich.
Avenarius=Gau=Algesheim. Im Anſchluſſe hieran fand
die Beſichtigung des Turmes durch die Ehrengäſte ſtatt.
Von einem Erker des Turmes herab hielt darauf
Ober=
lehrer Profeſſor Gebhard=Friedberg die Feſtrede. Er
führte aus, daß es ihm eine ganz beſondere Freude ſei,
als geborener Ingelheimer die Weiherede bei der
Ein=
weihung des Turmes halten zu dürfen. In lernigen
Worten ſchilderte er, daß der Platz bereits durch eine
alte Tradition dem Andenken großer Taten des deutſchen
Volkes und großer Männer desſelben geweiht ſei, und
daß, als der Plan zur Erbauung des Turmes.
aufge=
taucht wäre, von vorneherein der Platz als der einzig
ge=
gebene auserleſen worden wäre. Der Turm ſei zum
lebendigen Gedächtnis an unſeren Bismarck
aufge=
führt worden. Im Namen der Regierung dankte Herr
Regierungsrat Kreisrat Dr. Steeg=Bingen allen denen,
die am Bau in einem oder anderen Sinne beſchäftigt
geweſen waren. Mit Böllerſchüſſen wurde der offizielle
Teil der Feier beendet. Bei Einbruch der Dunkelheit fand
eine ſehr gut gelungene Beleuchtung der Säule ſtatt.
(*) Gießen, 12. Mai. Die Verbandsverſammlung
des Mitteldeutſchen Sängerverbandes tagte
heute hier unter dem Vorſitze des Geheimerats Dr.
Uſinger im Café Metropol. Unter den Anweſenden
befanden ſich auch die Vertreter des Sängerbundes
Chat=
tia, des Wetterau= Lahngau= und Lumdatal=
Sänger=
bundes. Der Schriftführer Lehrer W. Müller=Gießen
erſtattete den Jahresbericht für das Vereinsjahr
1911/12. Durch Dirigententage, einen Volksliedertag zu
Gießen, durch die Sammlung und Herausgabe von
Volksliedern wurde im Sinne des Verbandes
weiter=
gearbeitet. Die Jahresrechnung zeigt eine Einnahme von
530 Mark, eine Ausgabe von 480 Mark. Der
Dirigenten=
tag für 1912 ſoll am 20. Oktober in Gießen abgehalten
werden. Das Verbandsfeſt für 1912 ſoll am 4. Aug.
in Lich gefeiert werden. Das Verbandsfeſt 1913 ſoll in
anbetracht der Hundertjahrfeier der
Befrei=
ungskriege ein patriotiſcher Liedertag werden. Die
Feier findet in Butzbach oder Großen=Linden ſtatt.
Gießen, 13. Mai. Das hieſige Schöffengericht
ver=
urteilte einen Fuhrknecht wegen vorſätzlicher
Stö=
rung und Gefährdung eines elektriſchen
Stra=
ßenbahnwagens zu 8 Tagen Gefängnis.
(*) Friedberg, 12. Mai. Wie aus der Jahres
rechnung der Stadt zu erſehen, iſt die
Finanz=
lage eine günſtige, ſodaß der Voranſchlag für 1912
ohne jede Erhöhung der Gemeindeſteuer balanziert. Der
Steuerſatz bleibt wie bisher auf 102 Prozent ſtehen. Der
Voranſchlag zeigt eine Einnahme und Ausgabe von
925 780 Mk. Die Rechnung für 1910 ſchließt mit einer
Einnahme von 755376 Mk. und einer Ausgabe von
644 433 Mk., ſodaß ſich ein Ueberſchuß von rund
111000 Mk. ergibt. Das Kapitalvermögen der Stadt
beläuft ſich auf 700000 Mk.
* Bad Nauheim, 12. Mai. Bis zum 9. dieſes Monats
ſind 5244 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 3620 anweſend waren. Bäder wurden bis zu
dem genannten Tage 41 444 abgegeben.
Obbornhofen, 11. Mai. Geſtern kurz vor 12 Uhr,
wurde der Gaſtwirt Ruppel aus Obbornhofen auf der
Strecke Friedberg-Hungen bei Obbornhofen=Bellersheim
auf dem Bahndamm tot aufgefunden. Das
Zugperſonal des Zuges 4256, der 11,40 Uhr im
Obbornhofen=Bellersheim ankommt, hat denſelben
aufge=
funden. Laut Mitteilung des Zugperſonals wird
ange=
nommen, daß der Aufgefundene ſchon von einem früher
gehenden Zuge überfahren und an den Bahndamm
ge=
ſchleudert worden ſein muß.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Mai. Der 27 Jahre alte
Ingenieur Karl Pönsgen, der in der Joachimsthalerſtraße
in Charlottenburg wohnt, unternahm heute in Begleitung
ſeines 32jährigen Bruders, des Aſſeſſors Adalbert
Pöns=
gen, und einer Dame eine Automobilfahrt. Das
Steuer führte der Chauffeur Steiner. Als man ſich in
der Nähe von Reinsberg befand, ſauſte der Kraftwagen
gegen einen Prellſtein und die vier Inſaſſen wurden auf
die Chauſſee geſchleudert. Karl Pönsgen und der
Chauf=
feur Steiner waren auf der Stelle tot. Die Dame und
Adalbert Pönsgen ſind mit leichten Verletzungen
davonge=
kommen. — Heute mittag wurden aus dem Teltow=Kanal
die zuſammengebundenen Leichen der 30 Jahre alten
Frau Marie Krüger und ihrer beiden Kinder im Alter
von 3 und 1½ Jahren gezogen und nach der Leichenhalle
gebracht. Eheliche Zwiſtigkeiten haben die Frau, die
ſehr hyſteriſch war, zu der Tat veranlaßt. — Die 13jährige
Tochter eines Kaufmanns in der Warſchauerſtraße wurde
von ihrem älteren Bruder in der Küche tot
aufgefun=
den Sie hatte ſich durch Gas abſichtlich vergiftet, weil
ſie von ihrer Stiefmutter beſtraft worden war.
Frankfurt, 12. Mai. Die fünfte Zivilkammer des
Landgerichts verurteilte den Kammerſänger
Heinrich Henſel in dem von ſeiner Gattin
angeſtreng=
ten Alimentationsprozeß zur Zahlung von monatlich 1000
Mark an die Klägerin Frau Henſel=Schweitzer. Das
Gericht hatte als Zeugen den Rechtsanwalt Dr. Neumond
vernommen, der bekundet hatte, daß Henſel, als er mit ihm
in Bayreuth einmal zuſammentraf, ihm gegenüber äußerte,
er wolle ſeiner Frau einen angemeſſenen Betrag ſeiner
Ein=
künfte geben. Der Vertreter der Klägerin führte in dem
Verhandlungstermin u. a. an, Henſel verdiene jetzt jährlich
twa 80000 bis 100000 Mark. Das Gericht nahm an, daß
ſich die Aeußerung Henſels nur auf einen Zeitraum von
kurzer Dauer bezogen habe, da Frau Henſel=Schweitzer
da=
mals vorhatte, eine neue Ehe einzugehen. Trotzdem hielt
es das Gericht für geboten, daß Henſel ſeiner Frau auch
weiterhin 1000 Mark per Monat zahle.
Frankfurt, 12. Mai. Der 26jährige Arbeiter
Wei=
gand verſuchte heute nachmittag 5 Uhr ſeine etwa
gleich=
alterige Frau zu ermorden. Er brachte ihn in deren
Behauſung in der Frankenſteinerſtraße eine große Anzahl
Meſſerſtiche bei, von denen einige die Halsſchlagader
ver=
letzten. Die Frau wurde ſchwer verletzt ins
Kranken=
haus gebracht. Der Mann wurde verhaftet.
München, 12. Mai. Um ein eigenartiges
Dieb=
ſtahlsobjekt handelte es ſich in einer
ſchöffengericht=
lichen Verhandlung, die ſich gegen den Kaufmann
Ferdi=
nand Hager richtete. Der Angeklagte war täglicher
Stamm=
gaſt im Hofbräuhaus, aber weniger als Liebhaber des
Königlich Bayeriſchen Gebräus, denn als Liebhaber der
Maßkrüge mit den Zinndeckeln. Hager pflegte in einem
unbewachten Augenblicke ſich eines Kruges, der von einem
weggegangenen Gaſte ſtammte, zu bemächtigen, ihn unter
ſeinen Mantel zu verbergen und dann zu verſchwinden.
Nach den Ermittelungen der Hofbräuhausverwaltung
ſollen in verhältnismäßig kurzer Zeit auf dieſe Weiſe
gegen 500 Maßkrüge verſchwunden ſein. Der
Ange=
klagte zertrümmerte nach ſeinen eigenen Angaben die
Krüge und ſchmolz die zinnernen Deckel ein. Das ſo
er=
haltene Metall verkaufte er an Althändler, unter der
An=
gabe, daß es ſich um eingeſchmolzene Metalltuben handle.
Der Angeklagte, der bei ſeiner Vernehmung geſtändig war,
behauptete, aus Not gehandelt zu haben; er habe oft nicht
ſatt zu eſſen gehabt. Der Erlös aus den geſtohlenen
Krigen habe auch nur hingereicht, daß er ſich notdürftig
ernähren konnte. Ein als Zeuge geladener Beamter des
Hofbräuhauſes erklärte, daß während des Treibens des
Angeklagten täglich gegen 15 Krüge verſchwunden ſeien;
Diebſtähle kämen auch jetzt noch vor, doch beliefen ſie ſich
nur noch auf vier bis ſechs Stück pro Tag. Der
Gerichts=
hof erkannte an, daß ſich der Angeklagte in einer Notlage
befunden habe und verurteilte ihn zu einer
Gefängnis=
ſtrafe von einem Monat.
Freiburg, 13. Mai. Geſtern ſtürzte Leutnant
Schaefer vom Ulanen=Regiment Nr. 5 und blieb
be=
wußtlos liegen. Es wurde ein Schädelbruch feſtgeſtellt.
Bochum 12. Mai. Die am Samstag eröffnete
Koch=
kunſt= und Fachgewerbe=Ausſtellung des
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Wirteverbandes wurde heute von
einem verheerenden Sturme heimgeſucht. Das Dach
der großen Ausſtellungshalle wurde von dem Sturm
weg=
geriſſen. Das Gebäude ſelbſt iſt teilweiſe eingeſtürzt.
Alfeld an der Leine, 13. Mai. Der hier gaſtierende,
2000 Perſonen faſſende Zeltzirkus Lorraine, wurde
geſtern während einer gut beſuchten Vorſtellung vom
Wirbelſturm erfaßt. Das Zelt wurde aus der
eiſernen Befeſtigung herausgeriſſen, emporgehoben und
zerſchmettert. Mit Mühe konnten ſich die Beſucher retten.
Etwa zwanzig Perſonen wurden durch Glasſplitter
ver=
letzt. Einem Manegenpferd wurde ein Bein abgeriſſen, ein
Zirkusangeſtellter büßte ein Auge ein.
Misdroy, 12. Mai. In dem von herrlichen
Wald=
ungen umrankten Oſtſeebad Misdroy fand heute unter
außerordentlicher Beteiligung die Einweihung des
Oſt=
ſee heimes der Deutſchen Geſellſchaft für
Kaufmanns=Erholungsheime ſtatt. Außer
Kaufmannſchaft und Induſtrie aus ganz Deutſchland
waren zahlreiche Vertreter der Staats= und
Kommunal=
behörden, Kaufmänniſcher Korporationen, von
Handels=
kammern, Parlamentarier und Sozialpolitiker anweſend.
Die Anmeldungen zu dem Misdroyer Heim ſind bereits
ſo zahlreich eingelaufen, daß die verfügbaren Betten für
dieſe Saiſon ſchon zum großen Teil beſetzt ſind. Bei der
Feier wurde bekannt gegeben, daß das Traunſteiner Heim
der Geſellſchaft im bayeriſchen Hochgebirge vorausſichtlich
im Auguſt eröffnet werde, und bei der Feſttafel wurden
wiederum eine Reihe neu eingegangener Stiftungen
ver=
kündet.
Prag, 12. Mai. Geſtern abend 7 Uhr entſtand in der
Prager Landesfindelanſtalt ein großer
Dachſtuhl=
brand. Das Feuer war auf dem Dachboden der
tſchechi=
ſchen Abteilung ausgebrochen, wo ſich zurzeit 125 Kinder
im Alter bis zu einem Jahre mit ihren Ammen
befan=
den. Das Feuer, das an den auf dem Dachboden
liegen=
den Matratzen und Strohſäcken reiche Nahrung fand, griff
raſch auch auf den mittleren Hoftrakt über. Die Mütter
wurden, als der Rauch aus dem Dach hervordrang,
alar=
miert, daß ſie die Abteilung verlaſſen müßten, und
wur=
den ohne jeden Zwiſchenfall auf die deutſche Abteilung
und eine zweite tſchechiſche Abteilung gebracht, allerdings
unter großem Wehklagen der Mütter, die für ihre
zurück=
gelaſſinen Habſeligkeilen fürchteten. Sämtlickſe
Feuer=
wehren von Prag und Umgebung beteiligten ſich an den
Löſcharbeiten. Der Schaden iſt enorm.
Paris, 13. Mai. Der geſtrige Tag zeichnete ſich durch
eine außergewöhnliche Hitze aus. Nachmittags
zeigte das Thermometer 32,6 Grad, womit die Normal=
Temperatur um 14 Grad überſtiegen iſt. Seit 1886 war
eine ſolche Temperatur um dieſe Jahreszeit nicht mehr
feſt=
geſtellt worden
Brüſſel, 13. Mai. Geſtern abend herrſchte hier ein
überaus heftiger Wirbelſturm der ſchweren
Scha=
den anrichtete, ſowohl an Telegraphen= wie an
Tele=
phonleitungen, als auch an Gebäuden. Ein Sturm von
derartiger Heftigkeitt iſt bisher hier noch nicht
beob=
achtet worden.
London, 11. Mai. Rudolf Stallmann erſchien
heute wiederum vor dem Polizeigericht in der Bowſtreet,
wo über ſeine Auslieferung auf Grund der
Beſchul=
digung, daß er ſich durch Vorſpiegelung falſcher Tatſachen
in Deutſchland Geld und vermögensrechtliche Werte
ver=
ſchafft habe, verhandelt wurde. Der Anwalt des
Gefange=
nen führte aus, es liege kein Auslieferungsfall vor. Der
Richter erklärte, er käme nach den vorliegenden Ausſagen
prima facie zu der Entſcheidung, daß ein
Auslieferungs=
fall vorliege. Die Sache ſei jedoch zu vertagen, bis die
Akten aus dem Prozeß eingetroffen ſeien, der in Kalkutta
gegen Stallmann geführt werde.
London, 12. Mai. England leidet ſeit den letzten
Tagen unter einer furchtbaren Hitzwelle. Am
Sams=
tag konnte man im Schatten eine Temperatur von 78=
Grad Fahrenheit beobachten. Die Atmoſphäre in
Lons=
don war derartig drückend, daß am Samstag Tauſende
und Abertauſende die Stadt verlaſſen haben. um den
Sonntag auf dem Lande oder an der Meresküſte zu
ver=
leben. Die Eiſenbahngeſellſchaften mußten in aller Haſt
Extrazüge einſtellen, um den Verkehr, der an
Sams=
tagen ſchon ſehr bedeutend iſt, aber geſtern ins rieſenhafte
ſtieg, bewältigen zu können. Auch in Frankrieich
macht ſich eine außerordentlich große Hitze bemerkbar.
die in Paris und einigen Städten der Provinz bis auf
32 Grad im Schatten ſtieg. Auch in Spanien iſt die
Hitze ſehr groß, beſonders in Madrid, wo man den
Aus=
bruch von Epidemien befürchtet.
Kongreſſe und Verbandstage.
Nationalliberaler Parteitag.
Berlin 12. Mai. Unter überaus zahlreicher
Beteiligung von Delegierten aus dem ganzen Reich fand
heute in den Kammerſälen der 14. Nationallibe=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912,
Nummer 113.
rale Vertretertag ſtatt, der zu den vom
Zentral=
vorſtand vorgeſchlagenen Satzungsänderungen Stellurg!
zu nehmen hatte. Den Vorſitz führte Vizepräſident
(Reichstagsabgeordneter Dr. Paaſche. Die Vorſchläge
des Zentralvorſtandes bezwecken in der Hauptſache, die
Einzelvereine der nationalliberalen Jugend an die
land=
ſſchaftlichen Organiſationen anzuſchließen. Der
Reichsver=
band der nationalliberalen Jugend als ſolcher ſoll keine
leigene Vertretung im Zentralvorſtande haben, vielmehr
werden die einzelnen landſchaftlichen Organiſationen
De=
legierte je nach der Zahl ihrer Mitglieder entſenden,
wo=
bei natürlich auch die Zahl der Jungliberalen zu
berück=
ſichtigen iſt. Als Zeitpunkt der Neuordnung wird der
4. Oktober dieſes Jahres beſtimmt. Der Vizepräſident
des Preußiſchen Abgeordnetenhauſes, Geheimerat Dr.
Krauſe (Berlin), begründete den vom Zentralvorſtand
vorgelegten Organiſationsentwurf, der einſtimmig
ſo=
wohl vom Zentralvorſtand der Partei, als von dem
Vor=
ſtand des Reichsverbandes der vereinigten
nationallibe=
ralen Jugend in den geſtrigen geſchloſſenen Sitzungen
ohne jede Aenderung angenommen worden war. Die
Satzungsänderungen werden ſodann unter ſtürmiſchem
Beifall ohne Widerſpruch en bloc angenommen.
Hierauf hielt Reichstagsabgeordneter
Baſſer=
mann eine programmätiſche Rede über die
poli=
itiſche Lage. Man befinde ſich in einer unbehaglichen
Periode der Völkergegenſätze und der inneren
Gärungs=
prozeſſe. Die Regierungspolitik ſei nicht befriedigend.
Man ſchiebt die Löſung der Probleme beiſeite, wie die
Wahlrechtsreform, die Frage der allgemeinen Beſitzſteuer.
Dieſe Frage muß geöſt werden, weil einmal der Tag
kommen wird, an dem die Reichsfinanzreform
ausgegli=
chen wird. Unfroh, müde und glücklos zieht dieſe
Re=
gierungspolitik dahin. Sodann ſchilderte der Redner das
Verhältnis der Nationalliberalen Partei zu den
ande=
ren Parteien. Er kommt dabei zu dem Schluß, daß
So=
zialdemokratie und Zentrum die grimmigſten Gegner der
Nationakliberalen Partei bleiben müſſen, daß die
Natio=
nalliberalen an der Verſchlechterung der Verhältniſſe mit
den Konſervativen nicht ſchuld ſeien und daß die
Natio=
nalliberalen jederzeit taktiſch mit der Volkspartei
zuſam=
mengehen. Ein Block von Bebel bis Baſſermann ſei aber
eine Utopie. Der Redner erörtert dann eingehend die
Aufgaben der Nationalliberalen Partei, die eine
Plis=
tümliche nationale Politik treiben müſſe. Wenn er in
Sſchweren Stunden feſt und treu zur Fahne geſtanden habe,
ſo habe er das nur aus dem Gefühl heraus gekonnt, daß
die Nationalliberale Partei nicht untergehen werde.
Fortſchritt mit den Bedürfniſſen des Volkes, Pflege des
vaterländiſchen Geiſtes, Pflege der freiheitlichen
Entwick=
llung, das ſei die Tradition der Nationalliberalen Partei.
Nach einer Pauſe nahm als erſter Diskuſſionsredner
Abgeordneter Dr. Lohmann das Wort, der
aus=
führte: Wenn bei uns von einem rechten und von einem
linken Flügel die Rede iſt, ſo unterdrückt man, daß wir
doch auch ein Mittelſtück haben, das viel ſtärker iſt, als
der rechte und der linke Flügel zuſammen. Was uns
zu=
ſſammenhält, iſt unendlich viel ſchwerer und größer als
das, was uns trennt. Was das Verhältnis zur
koreer=
vativen Partei anlangt, ſo liegt das Verſchulden an dem
jetzigen Zuſtand an dieſer ſelbſt, da ihre Führung immer
mehr auf den Bund der Landwirte übergegangen iſt.
Von den Freikonſervativen gilt das gleiche. In
ſozial=
politiſcher Beziehung wird die Partei jede Initiative der
Regierung mit aller Sorgfalt prüfen, ob ſie unſere
In=
duſtrie noch gegenüber dem Wettbewerbe des Auslandes
tragen kann. Die Nationalliberale Partei iſt eine
Not=
wendigkeit, da ſie die einzige Partei iſt, die ſich bemüht,
die wirtſchaftlichen Gegenſätze nicht zur Hauptfrage
wer=
den zu laſſen. — Rechtsanwalt Kauffmann=
Stutt=
gart, der Führer der Jungliberalen, betont, daß auch die
Liberalen nur eins im Auge hätten: das Wohl der
Natio=
nalliberalen Pärtei. Eine loyale und wachſame
Oppo=
ſition gegen die Regierung ſtehe ſchon in dem
Gründ=
ungsprogramm der Partei. In der ſozialpolitiſchen
Ge=
ſetzgebung dürfe man nicht Halt machen. Vorausſetzung
für die Erreichung der nationalen Ziele ſei, daß ſich das
deutſche Volk zu Hauſe wohl fühle und nicht das Gefühl
häbe, wie ein Kind behandelt und bevormundet zu
wer=
den. — Landtagsabgeordneter Geh. Rat Dr.
Fried=
berg gibt zu, daß Gegenſätze vorhanden ſeien. Es
trennt den Norden vom Süden die Stellung zur
Sozial=
demokratie. Man muß ſich aber auch gegenſeitig
vertra=
gen.: Von vielen Parteifreunden iſt es nicht verſtanden
worden, daß man die Anweſenheit von 110
Sozial=
demokraten im Reichstag als quantité negligeable
be=
trachtet. Deshalb hat man gewünſcht, daß man die
Scheidelinie nach links mit aller Schärfe ziehe. Die
So=
zialdemokratie iſt gefährlich, nicht wegen ihrer
utopiſti=
iſchen Ziele, ſondern wegen ihrer Kampfesmethode, die
ſchließlich eine revolutionäre Strömung in unſerem=
Volke erzeugt: Und dieſe wieder führt zu nichts, als daß
der Reaktion die Wege geebnet werden. Wenn 6 Leute
ſich dazu hergebeng ein ganzes Parlament zu
terroriſie=
ren, wenn man ſich als anſtändiger Menſch von dieſen
Leuten ins Geſicht ſagen laſſen muß: Sie ſind die Schmach
und Schande von ganz. Europa, Sie ſtellen einen
mora=
liſchen Sumpf dar, ſo weiß man doch wirklich nicht, was
man mit einer ſolchen Partei anfangen ſoll. Ein
Stich=
wahlahkommen, wie es die Freiſinnige Volkspartei mit
der Sozialdemokratie abgeſchloſſen hat, iſt für uns
un=
annehmbar. Wenn wir als Partei etwas bedeuten
wol=
len, dürfen wir nicht in der Disziplinloſigkeit verharren.
Nach Ablehnung eines Schlußantrages ſprach
Land=
tagsabgeordneter Rebmann (Baden). Er betonte die
1 Möglichkeit, daß die Sozialdemokratie ſich einmal
ent=
wickeln könne. Ihn ſcheide eine tiefe Kluft von dieſer
Partei, doch ſchmiede ihn das Schickſal zu täglicher Arbeit
mit ihr zuſammen. Die Unterſchiede in der Partei ſeien
nur gering und lägen an der Perivherie der
Partei=
arbeit. — Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Leidig
(Charlottenburg) befürchtet von einer Zuſammenarbeit
mit der Sozialdemokratie eine zu große Intimität mit
dieſer Partei. — Nachdem noch Redakteur Jung (Köln)
und der frühere Reichstagsabgeordnete Streſemann
(Sachſen) geſprochen hatten, wurde der Parteitag mit
den üblichen Dankesreden geſchloſſen.
— Berlin 12. Mai. Der Deutſche
Wehr=
vere in hielt heute im Lehrervereinshaus in Berlin
ſeine 1. Hauptverſammlung ab, in der General
Keim über „Die Entwickelung und Ziele des
Deut=
ſchen Wehrvereins” Geh. Rat Profeſſor Dr. Wagner
Deutſchlands Wehrmacht, ihre Notwendigkeit und
Be=
deutung für unſere Weltpolitik und Volkswirtſchaft” und
Generalleutnant Litzmann über „Stellung des
Deut=
ſchen Wehrvereins zur Heeresvorlage” ſprachen. Letzterer
begründete eine Entſchließung, in welcher die
tat=
ſächlich Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht
gefor=
dert wird: Der Reichtum Deutſchlands an waffenfähiger
Mannſchaft müſſe ausgenützt und erreicht werden, daß
wir auf der Hauptfront mit entſchiedener Uebermacht
zur Offenſive ſchreiten können. Die ſich ergebende
Stei=
gerung der Mannſchaftszahl im ſtehenden Heere ſei für
den inneren Ausbau unſerer Landmacht von dem
Ge=
ſichtspunkte der Erhöhung des Friedensſtandes der
tak=
tiſchen Einheiten aller Waffen zu bewerten. Der
Ueber=
ſchuß an tauglichen Mannſchaften müſſe eine abgekürzte
militäriſche Ausbildung in der Erſatzreſerve erhalten
Die für den Mobilmachungsfall geplanten
Kavallerie=
diviſionen ſeien in möglichſt kriegsmäßiger
Zuſammen=
ſetzung ſchon im Frieden zu bilden. Die
Kriegsbrauch=
barkeit der geplanten Reſerveformationen ſei durch
ver=
ſtärkte Heranziehung der in Betracht kommenden
Jahr=
gänge des Beurlaubtenſtandes zu den Uebungen und
durch Aufſtellung ſtarker Reſervekadres an Offizieren und
älteren Unteroffizieren zu ſteigern. — Die Entſchließung
wurde einſtimmig angenommen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 13. Mai. Präſident Dr. Kaem pf
er=
öffnet die Sitzung um 1,30 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht die
Fortſetzung des Militäretats
und zwar bei der Duellfrage. Die Budgetkommiſ
ſion beantragt hierzu Reſolutionen, in denen
Maßnah=
men verlangt werden, um Zweikämpfe zu beſeitigen,
ins=
beſondere dem Zwange zur Herausforderung zum
Zwei=
kampfe und zur Annahme eines ſolchen entgegenzutreten.
Es wird ſpeziell verlangt, daß Perſonen von ehrloſer
Geſinnung für einen Ehrenhandel unter allen
Umſtän=
den ausſcheiden, daß gegen Beleidiger ſchleunigſt und
ſcharf vorgegangen werde, Ehrenhändel erſt nach
erfolg=
tem ehrengerichtlichen Verfahren zum Austrag gebracht
werden und die Ablehnung eines Zweikampfes aus
reli=
giös und ſittlich gerechtfertigten Bedenken ebenſo wenig
wie Streitigkeiten dienſtlicher oder privatgeſchäftlicher
Natur zum Gegenſtand eines ehrengerichtlicher
Verfah=
rens gemacht werden. Weiter wird gefordert, dem
geſetz=
widrigen Duellweſen dadurch ein Ende zu machen, daß
eine Aenderung des Strafgeſetzbuches dahin herbeigeführt
werde, daß bei der Beſtrafung des Zweikampfes und der
Hercusforderung zum Zweikamof auf die Nebenſtrale
der Entlaſſung aus dem Heere zu erkennen iſt
Abg Ledebour (Soz.): Wir ſtehen auf dem
Standpunkt, daß die Geſetzlichkeit unter allen Umſtänden
im Heere zu wahren iſt; insbeſondete dürfte kein
Oiſi-
zier desſegen ous dem Heere en fernt werden können,
weil er ſicb auf den Boden des Geſezes ſtellt und einen
Zweikamof elkehnt. Nach dem bisherigen Verfahren
ſtel=
len ſich ſämtliche Behörden einſchließlich des Inhabers
der Kommandogewalt außerhalb des Geſetzes. Durch
unſer Strafgeſetzbuch iſt ſchon genügend Gelegenheit
ge=
boten dem Duell entgegenzutreten. Die
Kommiſſions=
reſolution beſeitigt nicht das Duell, ſonder ſchafft ein
Privileg für beſonders bevorzugte Perſonen. — Abg.
Gröber (Zenſtr.): Unſere Stellungnahme zur
Duell=
frage iſt unverändert. Klaffend iſt der Gegenſatz der
Auf=
faſſung der Religion, des Rechts und der Vernunft, die
ſich gegen das Duell wenden. und dem falſchen
Ehrbe=
griff der Offiziere und eines kleinen Teiles unſeres
Vol=
kes. Auch ſollte man Rückſicht nehmen auf die
verheira=
teten Offiziere. Die Offiziere ſind dazu da, ihr Leben
einzuſetzen für das Vaterland, nicht ihr Leben
aufzu=
opfern für perſönliche Streithändel. In der Kommiſſion
erklärte der Kriegsminiſter, das Duell ſei ein Uebel, das
zu beſeitigen er beſtrebt ſei, eine gewaltſame Beſeitigung
ſei aber nicht möglich. In England iſt es auch ſehr gut
gelungen. Duelle völlig zu beſeitigen, Suchen wir zu er
reichen, daß an den Gerichten die perſönliche Ehre höher
taxiert wird, dann brauchen wir nicht auf eine Reviſion der
Strafgeſetzbuches zu warten. Nichts liegt uns ferner, als
durch einen Kommiſſionsbeſchluß eine Anerkennung des
Duells herbeizuführen. Der Kaiſer iſt der Schützer des
Rechts und er ſoll durch einen Machtſpruch dafür
eintre=
ten, daß dem Duellweſen in den Offllzierskreiſen ein
raſches Ende bereitet wird. — Abg. Graf. v. Weſtarp
(konſ.): Auch nach unſerer Auffaſſung verſtößt das Duell
gegen göttliches und menſchliches Gebot und iſt deshalb
ſeine Beſeitigung zu erſtreben. Doch gehen uns die
Re=
ſolutionen zu weit, deshalb lehnen wir ſie ab.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Der Abg. Ledebour
hat es für richtig befunden, den Träger der oberſten
Kom=
mandogewalt und die königlichen Prinzen mit der
Duell=
frage in Verbindung zu bringen. Der Herr Präſident
hat das ſchon gerügt und auch meinerſeits muß ich das
ganz entſchieden zurückweiſen. Die Kabinettsorder von
1874 ſtützt ſich auf die unumſtößliche Bedingung für die
Zugehörigkeit zum Offizierkorps, daß die Ehre fleckenlos
erhalten bleiben muß und daraus folgt, daß der Offizier,
der dieſe Ehre auf fühlbare Weiſe verletzt, ebenſo wenig
geduldet werden kann, wie derjenige, der ſie nicht
genü=
gend zu wahren weiß. Auf dieſer Auffaſſung ſteht das
Offizierkorps noch heute. Die Frage der Stellung zum
Duell iſt eine Gefühlsſache der allerperſönlichſten Art.
Deshalb nehmen die Offiziere keine beſondere Ehre für ſich
in Anſpruch. Falſch iſt auch, wenn man dem
Offiziers=
ſtand vorwirft, daß er an Ueberhebung leide, wenn er
ebenſo wie die Aerzte und Richter eine beſondere
Standes=
ehre für ſich in Anſpruch nimmt. Standesehre iſt hier
gleichbedeutend mit Berufspflichten, zu deren Erfüllung
ein Offizier jederzeit bereit ſein muß, ſein Leben
einzu=
ſetzen. Wer ſich dieſem entzieht, iſt vollſtändig moraliſch
tot nicht nur bei ſeinen Kameraden, ſondern auch bei
ſeinen Untergebenen. Eine Einigkeit im Offizierkorps
iſt nicht denkbar, wenn es durch ſo verſchiedene Anſichten
in zwei Lager geteilt iſt. Das Offizierkorps würde durch
eine gewaltſame Entſcheidung den ſtärkſten
Erſchütterun=
gen ausgeſetzt ſein. (Lachen links.) Auch die Armee
er=
kennt das Duell als ein Uebel an und auch ich bekämpfe
dasſelbe. (Großes Gelächter bei den Soz.) Ichhabe in
der Kommiſſion nachgewieſen, daß wir bereits praktiſche
Erfolge mit der Bekämpfung erzielt haben und auch noch
weiter haben werden. Ich bin bereit, dafür einzutreten,
daß die Anregungen der Kommiſſion geprüft werden
Das hochgeſpannte Ehrgefühl unſeres Offizierkorps hat
es befähigt. unſer Volk durch die großen Kriege
hindurch=
zuführen. (Zuruf: Jena!) Wir werden weiter ſo handeln,
wie es für das Vaterland dienlich iſt. — Abg. Schiffer
(natl.) Wir ſind uns grundſätzlich darüber einig, daß das
Duell ein Uebel iſt, deshalb bedauern wir die gewiſſe
Re=
ſignation, die aus den Reden der Zentrumsvertreter und
des Kriegsminiſters ſpricht, der dadurch hervorgerufene
Eindruck muß beſeitigt werden und deshalb verlangen
wir, daß die Behörden dem Willen Ausdruck geben, daß
ſie das Duell bekämpfen wollen. — Abg. Heyn (Fortſchr.
Vpt.): Wir ſind grundſätzliche Gegner des Duells, und
wir beſtreiten, daß der Offizier ein ſo weit und hoch
ge=
ſpanntes Ehrgefühl hat und haben muß wie kein anderer.
ebenſo wenig können wir anerkennen, daß nur das Duell
die Möglichkeit bietet, dieſes Ehrgefühl zu verteidigen.
Auch für uns gibt es nichts höheres, als Ehrenmänn,
zu ſein und zu bleiben. Von Begnadigungsrecht ſollte d
Kaiſer nur Gebrauch machen, um das Geſetz zu ergänze
— Abg. Mertin (Reichsp.): Wir ſind gegen die
Reſol=
tion, weil man eine jahrhunderte und jahrtauſende al
Tradition nicht durch Reſolutionen beſeitigen kann.
Abg. Brandys (Pole): Wir ſind Gegner des Duel
aus ſittlichen und religiöſen Motiven. — Abg. Herzo
(wirtſch. Vgg.): Auch wir ſind gegen das Duell, d
Beſtimmungen im Strafgeſetzbuch ſind zu ſcharf. — Ab
Ledebour (Soz.): Es iſt mir nicht eingefallen, de
Kaiſer und den königlichen Prinzen unedle Motive unte
zuſchieben. Wir beantragen, der Reſolution hinzuzuſetze
daß kein Offizier durch eine Weigerung, eine Duellford
rung anzunehmen, gezwungen werden kann, aus dem Hec
auszuſcheiden. — Nach einigen Bemerkungen zwiſchen de
Abg. Schiffer (natl.) und Ledebour (Soz.) wir
die Reſolution der Kommiſſion angenommen gegen eine
Teil der Konſervativen, und der Sozialdemokraten, w. im Hauſe große Heiterkeit entſteht. Abg.
Liebkne=
winkt den Konſervativen mit dem Taſchentuch zu.
Ueb=
den Zuſatzantrag der Sozialdemorkaten beſteht Zweife
ſodaß Hammelſprung nötig iſt. Es ſtimmen
den Zuſatz 144., gegen 122, ſodaß auch dieſer angenon
men iſt. — Es wird ſodann die Genehmigung zwei
Privatklageverfahren gegen die Abg. Baron Knig
(konſ.) und Bechmeier (Bbd.) verſagt und die
zweite Leſung des Heeresetats
fortgeſetzt. Es wird zunächſt die beim Titel „Bekleidunge
ämter” eingebrachte Reſolution auf Berückſichtigung de
Genoſſenſchaften und Innungen bei Vergebung der Lieſ
rungen angenommen. Die Abſtimmung über die übrige
Reſolutionen wird ausgeſetzt. Es folgt die Fortſetzur
der Spezialdebatte. — Abg. Zubeil (Soz.): Eine Be
ſerſtellung der Bautechniker iſt erforderlich, wie es
Bayern z. B. geſchieht, dieſem Verfahren ſollten die ühr
gen Staaten beitreten. Die ſchwarzen Liſten müſſen beſe
tigt werden. — Generalmajor Staabs: Die Bauteck
niker ſind auf Privatdienſtvertrag angeſtellt und werde
nach Art ihrer Arbeit und Leiſtung bezahlt. Im übrige
kann den Technikern nur empfohlen werden ſich mit ihre
Wünſchen an die Bauämter zu wenden. — Abg. Fiſche:
Sachſen (Soz.) reat eine Unterſuchung der auszuhebende
Mannſchaften nicht nur hinſichtlich der körperlichen, ſon
dern auch der geiſtigen Beſchaffenheit an, damit geiſti
Minderwertige nicht in das Heer aufgenommen werde
können. — Oberſtabsarzt Schulz: Geiſtig Minderwer
tige werden in der Armee äußerſt ſelten ſeſtgeſtellt=
Generalmajor Weisdorf: Die Lazareltlinrichtunger
für Geiſteskranke ſind in Sachſen allen Anforderunget
entſprechend.
Hierauf erfolgt die Vertagung der Weiterberatun
auf Dienstag 1 Uhr. — Außerdem kurze Anfrag
Marine=Vorlage und Marine=Etat. — Schluß 7 Uhr
* Berlin, 11. Mai. In der Budgetkommiſt
ſion des Reichstages erklärte Staatsſekretär des
Reichsmarineamtes, v. Tirpitz, bei der Beratung der
No=
velle zum Flottengeſetz, was die
Kriegs=
gefahr im Sommer 1911 anbetreffe, ſo habe Prei
mierminiſter Asquith erklärt, daß eine Abſicht des
Ueber=
falles nicht beſtanden habe. Von einer ſolchen
Erklärung=
müſſe Akt genommen werden, das ſei auch durch
ihnemit=
beſonderer Genugtuung geſchehen. Die Tatſache, daß durch
die militäriſchen Befehlshaber vielleicht auf beiden Seiten
gewiſſe Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden ſeien,ſei
wohl unbeſtreitbar, beweiſe aber keine beſtimmten Abſichten
der politiſchen Leitung. Der defenſive Charakter der
deut=
ſchen Flottenrüſtungen trete in der ganzen Flottengeſetz
gebung ſo deutlich hervor, daß es überflüſſig ſei, ihn weiter
zu betonen. Nur eine ſtarke überlegene Flotte komme für
die Aggreſſive in Betracht. Er denke zu hoch von der
eng=
liſchen Admiralität, als daß er ihr zutraue, daß ſie einen
deutſchen Angriff auf die engliſche Flotte oder Küſte
über=
haupt in den Kreis ihrer Betrachtungen hineinbeziehe.
* Berlin 13. Mai. Die Budgetkommiſſion
des Reichstages erledigte im weiteren Verlaufe
ihrer Sitzung den Ergänzungsetat für die Flotte
eben=
falls ohne Abſtriche und begann die Beratung des Haupt
etats für die Marine.
* Berlin. 12. Mai. In der achten
Reichs=
tagskommiſſion wurde folgender
Kompro=
mißantrag zu § 2 des Geſetzes zur Beſeitigung des
Branntwie inkontingents angenommen: Die
Verbrauchsabgabe ermäßigt ſich für die in Bayern,
Würt=
temberg und Baden innerhalb des Kontingents
herge=
ſtellten Alkoholmengen für die gewerblichen Brennereien
um 0,05 Mark, die anderen Brennereien um 0,075 für den
Liter. Die Vorſchrift, daß in den genannten Staaten die
Verbrauchsabgabe für gewerbliche Brennereien um 0,05
für andere um 0,75 unter der allgemeinen
Verbrauchs=
abgabe bleibt, kann ohne Zuſtimmung dieſes Staatés
nicht geändert werden. § 3 wird nach den Beſchlüſſen
der 1. Leſung angenommen, § 4 wird in der Faſſung des
Kompromißantrages: Vor dem 1. April 1912
betriebs=
fähja hergerichtete landwirtſchaftliche Brennereien und
Obſtbrennereien, die in dem Betriebsjahre nicht mehr
als zehn Hektoliter Alkohol erzeugen, dürfen ihr ganzes=
Erzeugnis zu dem Abgabenſatze von 1,14 Mark für den
Liter herſtellen. angenommen.
Schatzſekretär Kühn erklärte, ſoweit angeregt ſei, die
Wehrvorlage durch eine Erbſchaftsſteuer zu decken,
habe er zu erwidern, daß dieſe Frage in dieſer
Kom=
miſſion nicht gelöſt werden könne. Die
Erbſchafts=
ſteuer würde natürlich für die Regierung weſentlich an
Wert verlieren, wenn von den 50 bis 60 Millionen, die
ſie an Erträgen bringen würde, von vornherein 40
Mil=
lionen als Erſatz für die Branntweinſteuererträge
weg=
fielen. Der Schatzſekretär bemerkte im übrigen, daß er an
ſeiner früheren Erklärung, daß für abſehbare Zeit keine
neue Steuer auf Gegenſtände des
Maſſenkonſums=
eingeführt werden ſolle, durchaus feſthalte. Er müſſe
aber beſtreiten, daß man in dieſer
Branntweinſteuer=
reform eine neue Konſumſteuer erblicke, ſondern es handle
ſich eben um die Beſeitigung einer Liebesgabe. Wenn das
Brennereigewerbe infolge der Entziehung dieſer
bisheri=
gen Bevorzugung den bisherigen Preis des
Trinkbrannt=
weins nicht aufrechterhalten könne, ſo gebe das doch nicht
das Recht, von einer neuen Konſumſteuer zu ſprechen. Die
Beratung wird am Dienstag fortgeſetzt.
* Berlin 13. Mai. Nach kurzer weiterer
Berg=
tung nahm die Budgetkommiſſion des Reichs
ſtags die Novelle zum Floittengeſſietz ohne
jegliche Abſtriche gegen die Stimmen der
Sozialdemokra=
ten an und begann ſodann die Verhandlung des
Ergän=
zungsetats für die Flotte.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Seite 7.
Zweiter deutſcher Zuverläſſigkeitsflug
am Oberrhein.
1. Tag Zuverläſſigkeitsflug Straßburg-Metz, 130 Klm.
* Straßburg, 13. Mai. Oberleutnant Vogel
v. Falkenſtein, der bei Peltre gelandet iſt, hatte mit
ſtarken böigen Gegenwinden zu lämpfen. Er beabſichtigt,
heute abend weiter zu fahren.
* Metz 13. Mai. Von den Teilnehmern am
Zu=
verläſſigkeitflug ſind heute früh hier eingetroffen:
Leut=
nant Mahnke um 6 Uhr 21 Min. 23. Sek.,
Oberleut=
nant Barends 6 Uhr 46 Min. 2 Sek. Bei Peltre iſt
Oberleutnant Vogel v. Falkenſtein gelandet.
Die für morgen angeſetzte Aufklärungsübung Metz-
Saarbrücken wurde wegen des ſtarken Windes
verſcho=
hen. Als zweiter landete hier abends 8 Uhr 5 Minuten
glatt Graf Wolffskeel.
* Metz 13. Mai. Oberleutnant z. S. Hartmann.
der heute früh auf ſeiner Landungsſtelle bei Neudorf
wieder aufgeſtiegen war, iſt bei Baronweiler in der Nähe
von Mörchingen gelandet, wobei das Höhenſteuer und
das Fahrgeſtell beſchädigt wurden Leutnant
Enige=
ler der von Mülhauſen aus aufſteigen wollte, hat ſich
infolge des ungünſtigen Wetters entſchloſſen, ſeinen
Appa=
rat per Bahn nach Metz zu ſchicken, um ſich hier an den
Flügen zu beteiligen. Die Windſtärke betrua heute
mor=
gen 16 Sekundenmeter am Erdboden, die Stärke der Böen
bis zu 25 Sekundenmetern. Die Fahrt und namentlich
ie Landung bei dieſem Wetter ſtellen ſich als eine ganz
hervorragende Leiſtung dar.
* Beim zweiten deutſchen
Zuverläſſig=
eitsflug, der am Sonntag in Straßburg
be=
ann, werden bekanntlich die Luſtſchiffe „Viktoria
Zuiſe” und „Schwaben” eine große Anzahl Fahrten
ſon Baden=Baden und Frankfurt aus unternehmen. Die
Viktoria Luiſe” wird auch an der
Aufklärungs=
ſibung, die zwiſchen Metz und Saarbrücken ſtattfindet,
eilnehmen. Zu dieſem Zwecke wird das Luftſchiff am
dienstag, 14. Mai, in Metz auf dem Exerzierplatz
Fres=
ati landen und die Kriegslage, ſowie den Auftrag
ent=
egenehmen. Nach erfolgter militäriſcher Erkundung wird
as Reſultat in einer Taſche über Saarbrücken
heraus=
eworfen, wo ſich eine Meldeſammelſtelle des Deutſchen
Freiwilligen Automobilkorps befindet. Alsdann wird die
Viktoria Luiſe” den Rückflug nach Baden=Baden antreten,
a das Schiff in der Metzer Ballonhalle keine Unterkunft
inden kann. Im ganzen werden 30 Automobile des
Deut=
chen Freiwilligen Automobilkorps an den
Aufklärungs=
bungen teilnehmen. Die Wagen ſind am Samstag in
Straßburg unter Führung des Herzogs Adolf
Fried=
ich von Mecklenburg eingetroffen und vom
Prin=
en Heinrich auf dem Kaiſerplatz beſichtigt worden.
hie Fluggäſte aller an dem Wettbewerbe teilnehmenden
lieger werden aktive Offiziere ſein. Für die Kriegsdrachen
er beiden bayeriſchen Offiziere, Rittmeiſter Graf
Wolfs=
hl von Reichenberg vom 1. ſchweren Reiter=Regt. und
bberleutnant Wirth von der bayeriſchen Infanterie, ſind
wei zur Luftſchiffer= und Kraftfahrerabteilung
komman=
ierte Leutnants beſtimmt.
Der Flugtag in Darmſtadt am 17. Mat
bird trotz der Verſchiebung der zweiten Tagesſtrecke
ſicht verlegt werden, da ein Ruhetag dafür
aus=
ällt. An den Vorbereitungen für die Darmſtädter Flug
age wird noch emſig gearbeitet. Dabei muß wiederholt
arauf hingewieſen werden, daß der Flugplatz
voll=
ändig nach allen Seiten abgeſperrt iſt. Dieſe
lücken=
oſe Abſperrung mußte ſchon allein aus Gründen der
sicherheit für die Zuſchauer ſelbſt durchgeführt werden.
der Zutritt zu den einzelnen Plätzen iſt nur durch die
ffiziellen Kaſſen möglich. Zwiſchen den Kaſſen wird die
lbſperrung des Platzes durch Militär ſtrengſtens
urchgeführt. Das Vublikum wird dringend gebeten
ie vorgeſchriebenen Grenzen der Abſperrung unbedingt
inzuhalten und den Anordnungen der
Bewachungs=
rgane Folge zu leiſten. Nur unter dieſer Vorausſetzung
ann eine ſichere Abwickelung der Flüge gewährleiſtet
verden. Dann aber wird auch Viel und Intereſſantes
eboten. Allerdings heißt es, wenn man das Schauſpiel
es Landens genießen will, früh aus den Federn,
enn wenn die Flieger, was nicht ausgeſchloſſen iſt, früh
m 5 Uhr in Mainz wegfliegen. ſind ſie vor 6 Uhr in
Jarmſtadt zu erwarten. Man wird alſo gut tun,
ch frühzeitig bereit zu halten.
Die Benachrichtigung des Publikums.
ſt wie folgt organiſiert worden. Auf telephoniſche
Mel=
ung, daß die Flieger geſtartet ſind, wird ſofort an dem
dauſe des Tagblatts, Rheinſtraße 23, eine Flagge
usgehängt. Dieſes Flaggenſignal wird ſofort von
em Monument und vom Turm der
Stadt=
irche, ſowie vom Turm der Ludwigshöhe aus
ufgenommen. Alſo aus den am Tagblatthauſe, am
Ronument, wie von der Ludwigshöhe, dem
Ludwigs=
urm und am Stadtkirchturm gehißten Fahnen kann
jeder=
nann erſehen, ob geflogen wird oder nicht. Und zwar
edeuten:
Schwarze Fahne: Es wird nicht geflogen!
Weiße Fahne: Es wird wahrſcheinlich
geflagen!
Rote Fahne: Der Abflug der Flieger iſt gemeldet.
Es wird beſtimmt geflogen!
Alſo: Wenn die rote Flagge an den drei genannten
Stellen aufgezogen iſt, heißt’s, auf dem ſchnellſten Wege
en „Griesheimer”, den Flugplatz, zu erreichen,
venn man die Landung der Flieger ſehen will. Die
lleichen Flaggenſignale zeigen auf dem Flugplatze die
Schauflüge an.
Für das Publikum
ind laut amtlicher Bekanntmachung beſondere Ver
faltungsmaßregeln für den Beſuch des
Flug=
latzes erlaſſen worden, deren ſtrikteſte
Befolg=
ing im eigenſten Intereſſe aller nicht dringend genug
mpfohlen werden kann. Die wichtigſten Beſttmmungen
ind folgende:
Bei den nachmittags zu erwartenden Landungen
des Zeppelinluftſchiffes „Viktoria Luiſe”
dür=
en nur die mit Karten für Tribünen= und erſten Platz
ſerſehenen Zuſchauer nach den Landungen an die
Lan=
ungsſtelle herantreten, und zwar nur bis zu der vom
Militär gebildeten Abſperrung. Bei den Landungen des
zuftſchiffes iſt das Rauchen außerhalb der
abgeſperr=
en Zuſchauerplätze ſtreng unterſagt. Die Zuſchauer
ürfen ſich, abgeſehen von dem erwähnten Fall, unter
einen Umſtänden auf dem Flugplatz außerhalb der
ab=
geſperrten Zuſchauerplätze aufhalten. Das Publikum
wird dringend aufgefordert, die vorſtehenden
Anordnun=
gen zur Verhütung von Unglücksfällen genau zu
be=
folgen.
Wagen= und Auto= uſw. Verkehr.
Alle auf den Truppenübungsplatz fahrenden
Wa=
gen, Automobile und Motorräder haben von
der Straße Darmſtadt-Griesheim aus die, an der
Halte=
ſtelle der Dampfſtraßenbahn abzweigende Querſtraße
einzuſchlagen und von dieſer nach Weſten in die
Haupt=
lagerſtraße einzubiegen. An der hier durch Tafeln
kennt=
lich gemachten Stelle hat das Publikum die Fahrzeuge
zu verlaſſen und ſich auf den durch Tafeln kenntlich
ge=
machten Wegen auf die Zuſchauerplätze zu begeben.
Für Fahrräder iſt ein durch Militär bewachter
Platz vorgeſehen; Gebühr 10 Pfg.
Die leeren Automobile haben durch die Waldſtraße
nach der nördlichen Lagerſtraße abzufahren und an dem
für ſie vorgeſehenen Platz Aufſtellung zu nehmen. Die
leeren Wagen haben die Hauptlagerſtraße weiter zu
fah=
ren und ſich an dem für ſie beſtimmten Platz aufzuſtellen.
Die Automobile ſind zur Rückfahrt an ihrem
Aufſtellungsplatz (nördliche Lagerſtraße) zu beſteigen.
Die Abfahrt hat von hier aus zu erfolgen, und zwar nur
über die weſtliche Lagerſtraße nach der Straße Griesheim=
Darmſtadt. Die Wagen ſind zur Rückfahrt an ihrem
Auf=
ſtellungsplätz (an der Hauptlagerſtraße) zu beſteigen.
Automobile und Motorräder dürfen auf der Querſtraße,
den Straßen innerhalb des Lagers und der weſtlichen
Lagerſtraße nur mit einer Stundengeſchwindigkeit von
15 Kilometern fahren. Die durch gelbe Flaggen mit der
Aufſchrift: „Deutſcher Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein
1912” bezeichneten Automobile der
Flugoberleit=
ung, ſowie die mit blauen Flaggen bezeichneten
Auto=
mobile der hieſigen Sportleitung ſind überall
durchzulaſſen. Das gleiche gilt für Kragkenautomobile
und Krankenwagen.
Luftfahrt.
* Berlin 13. Mai. Von den am Samstag
nach=
mittag aufgeſtiegenen 13 Freiballons näherte ſich
einer, „Harburg II.” gegen 11 Uhr abends dem Haff. Da
ſich von drei Seiten Gewitter bildeten und ſchwerer Regen
drohte, entſchloſſen ſich Dr. Elias und Schubert zur
Land=
ung. Der Ballon „Bielefeld” kam auch in die Nähe des
Haff und überflog es und mußte dann in ſtrömendem
Regen in unwirtlicher Gegend bei Uſedom landen.
Als die erſten Preisträger gelten Dr. Henoch mit Ballon
„Delitzſch” und v. Allvörden mit „Piedler”.
* Mannheim, 13. Mai. Anläßlich des am 19.
Mai von der hieſigen Rennbahn aus ſtattfindenden
Schau= und Ueberlandfluges wird von den
Verkehrsver=
einen Mannheim und Heidelberg mit Genehmigung der
Reichspoſtbehörde eine Erſte Deutſche Luftpoſt
eingerichtet werden. Einer der Flieger wird von
Mann=
heim nach Heidelberg reſpektive umgekehrt eine offizielle
Luftpoſtkarte mitnehmen, welche am Abfahrtsplatze mit
dem amtlichen Reichspoſtſtempel mit ſpezieller Inſchrift
verſehen wird.
* Danzig, 11. Mai. Für das Flugzeug
Weſt=
preußen” wurden bisher über 15000 Mark in der
Pro=
vinz geſammelt. Um die erſten 10000 Mark
zuſammen=
zubringen, bedurfte es vier Wochen, über 5000 Mark
da=
gegen wurden in der letzten Woche geſammelt.
* Ein Fliegerſtreik. Die Johannisthaler
Flieger waren bereits vor einiger Zeit mit der Bitte
her=
vorgetreten, die Einrichtungen für ärztliche Hilfe auf dem
Fluofelde einer Reviſion zu unterziehen. und dafür Sorge
zu tragen, daß verunglückten Piloten ſofortige Hilfe zuteil
wird. Da die bis jetzt getroffenen Maßnahmen den
Pe=
tenten nicht genügen, kam es geſtern zu einem
regel=
rechten Flie gerſtreik auf dem Flugplatze.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Mannheim.
Schloßgarten=Jagd=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Hrn. W. Dodels Avignon (Beſ.), 2. Placide
(Beſ.), 3. Counterfeit (Lt. Knel). Tot. 13:10. — Weimar=
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 18000 Mark, Diſtanz 4000
Meter: 1. Hrn. Dr. G. Pachalys Oberbayer (Hr. v.
Weſternhagen), 2. Diana (Hr. Purgold), 3. Niman (Lt.
v. Lotzbeck). Tot. 210:10. — Werder=Jagd=Rennen;
Ehren=
preis und 3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Rittm.
Hopfens Mir (Lt. Frhr. v. Berchem), 2. Aqua (Lt. Knel),
3. Leſter Aſh (Lt. v. Egan=Krieger). Tot. 136:10. —
Lindenhof=Flach=Rennen; 3000 Mk., Diſtanz 1800 Meter:
1. Hrn. J. u. G. Reimanns Lichtenſtein (Lt. Frhr. von
Berchem), 2. Poucette (Beſ.), 3. Lady Jim (Hr. Purgold).
Tot. 35:10. — Badenia=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und
60000 Mark, Diſtanz 4800 Meter: 1. Hrn. W. Thiedes
Coquet II. (Monſ. A. de Fournas), 2. Doppelgänger
(Lt. Braune), 3. Adriatic (Lt. v. Egan=Krieger). Tot.
156110. — Preis von der Pfalz; Ehrenpreis und 5000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. Weves Etber (Lt.
Braune), 2. Guatemala (Leutn. v. Moſch), 3. Aman (Lt.
Graeff). Tot 35:10.
Der Kaiſer in Straßburg.
* Karlsruhe, 13. Mai. Heute vormittag 10 Uhr
5 Minuten fuhr der Kaiſer in Begleitung der
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe im Sonderzuge nach
Straß=
burg. Zur Verabſchiedung am Bahnhof hatten ſich
ein=
gefunden: das Großherzogspaar, die Großherzogin Luiſe
von Baden. Prinz Mar von Baden, der preußiſche
Ge=
ſandte v. Eiſendecher und der kommandierende General
v. Moiningen und andere. Nach herzlicher
Verabſchied=
ung ſetzie ſich der Sonderzug in Bewegung.
* Straßburg, 13. Mai. Pünktlich 11 Uhr 45
Minuten traf der kaiſerliche Hofzug hier ein.
Zum Empfang hatten ſich eingefunden: Prinz Joachim,
Prinz Auguſt Wilhelm, Graf von Wedel, Freiherr Zorn
von Bulach, General von Fabeck, Freiherr von
Egloff=
ſtein, Polizeipräſident Lentz u. a. Der Kaiſer, der mit
der Prinzeſſin Viktoria Luiſe alsbald den Salonwagen
verließ, begrüßte die anweſenden Herrſchaften und den
ebenfalls erſchienenen Fürſten zu Fürſtenberg in
beſon=
ders liebenswürdiger Weiſe. Dann begaben ſich der
Kai=
ſer, die Prinzen und die Prinzeſſin nebſt Gefolge durch
den Fürſtenſalon zum Bahnhofsplatz, um die
Auto=
mobile zu beſteigen. Die Einfahrt des Kaiſers vollzog
ſich unter lebhaften Kundgebungen des Publikums. Die
Straßen und Häuſer ſind feſtlich geſchmückt. Sämtliche
Glocken der Kirchen läuteten beim Einzuge des Kaiſers
der im Kaiſerpalaſt Wohnung genommen hat.
*. Straßburg, 13. Mai. Der Kaiſer, die
Prinzen, die Prinzeſſin, ſowie die Umgebung nahmen
das Frühſtück beim Staatsſekretär Zorn v. Bulach
eiv
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktus
ſeiserlei Berantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Breßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Es hat doch allgemeinen Unwillen erregt, daß
man die Vorſtellung zum Beſten des
Hof=
theater= und Hofmuſik=Penſionsfonds
auf Freit ag, den 17. Mai, den großen Flugtag,
gelegt hat. Damit iſt doch vollſtändig ausgeſchloſſen, daß
am fraglichen Theaterabend, der ſchon um 7 Uhr
be=
ginnt, eine Einnahme erzielt wird, was doch der Zweck
desſelben ſein müßte. Der frühe Anfang macht es
etwai=
gen Beſuchern ſehr ſchwer, und dem mitwirkenden
Theaterperſonal einfach unmöglich, dem intereſſanten
Flug=Nachmittag irgendwie beizuwohnen. Vielleicht ließe
ſich durch eine diesbezügliche Notiz oder Eingeſandt in
Ihrem Blatte die Vorſtellung noch verlegen, zum
minde=
ſten würde es dem Theaterperſonal zeigen, daß man im
Publikum, wenn auch diesmal keine Einnahme, ſo doch
wenigſtens Sympathie entgegenbringt.
Einer für viele.
Marokko.
* Paris 11. Mai. Wie offiziös berichtet wird, hat
die franzöſiſche Regierung die Ernennung des
Ge=
nerals Liautey zum Generalkommiſſar=Reſidenten
in Marokko den Mächten mitgeteilt. Der Temps
mel=
det hierzu, die deutſche Regierung habe die Mitteilung
zur Kenntnis genommen und ihre Befriedigung über die
Nachricht ausgedrückt, daß der neue Generalreſident
be=
auftragt ſei, die Beſtimmungen des Vertrags vom 4.
No=
vember 1911 zur Durchführung zu bringen.
* Paris, 11. Mai. Aus M a drid wird dem
Journal des Débats gemeldet, England habe den
ſpaniſchen Vorſchlag, betreffend die
Internationa=
liſierung Tangers abgelehnt, da Spanien
durch denſelben das Uebergewicht in Tanger erhalten
würde.
Literariſches.
* Das Mai=Heft der Innendekoration
bringt einen hochintereſſanten Artikel aus der Feder
un=
ſeres Mitarbeiters Dr. Walter Georgi=München,
betitelt „Kunſtwerk und Perſönlichkeit‟ In
feſſelndem Stil, voll poetiſcher Schönheiten, verbreitet ſich
Dr. Georgi über die in der Wahrheit allein gipfelnde Kunſt
und Schönheit im perſönlichen Verhältnis zu ihren
Schöpfern und Prieſtern. Es ſind gewiſſermaßen eigen
empfundene Grenzen und Richtlinien des Kunſtſchaffens,
die er offenbart und die gipfeln in dem Satz: „So ſieht ſich
die künſtleriſche Perſönlichkeit als Summe aus dem Plus
und Minus aller ſeeliſchen Erlebniſſe und der angeborenen
und vertieften Fähigkeiten, die inneren Zuſammenhänge
auf den eigentlichen Sinn des Lebens zurückführen” und
die den Autor zu dem Schluß kommen laſſen: Stets wird
ſich das von der wertvollen Perſönlichkeit getragene
Kunſt=
werk der Geſchmacksrichtung aller Zeiten zum Trotz zu
behaupten wiſſen. — Wie weit Alexander Kochs „Innen=
Dekoration” ſich ihr Programm geſteckt hat und wie dieſer
führenden Darmſtädter Kunſtzeitſchrift für neuzeitliche
Raumkunſt es gelingt, das Gebiet innerhalb dieſes
groß=
zügigen Programms zu erſchöpfen, dafür iſt das Maiheft
wieder ein beredtes Zeugnis. Vor allem iſt auch hier
wieder der edlen künſtleriſchen Darbietung des
Anſchau=
ungsmaterials uneingeſchränkte Bewunderung zu zollen,
anzuerkennen die feinfühlige Sicherheit im Auswählen
reifſter, dauernd wertvoller und vorbildlicher
Raum=
ſchöpfungen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin. 13. Mai. Der Reichskanzler iſt wieder
hier eingetroffen.
* Eſſen, 13. Mai. Ein Gewitterſturm der
geſtern im ganzen Induſtrierevier wütete, richtete an
Häuſern und Bäumen und Gärten großen Schaden an.
In Bochum zerſtörte Hagelſchlag viele Fenſterſcheiben.
Der in der Kochkunſtausſtellung in Bochum angerichtete
Schaden iſt ſo bedeutend, daß teilweiſe Schließungen
er=
folgen mußten. Die Leitung der Ausſtellung hofft jedoch,
die Ausſtellung Dienstag abend wieder vollſtändig
er=
öffnen zu können. In Witten enſtand eine Panik, als ein
von 2000 Perſonen beſuchter Zeltzirkus vom Sturme
zer=
riſſen wurde. Feuerwehr und Sanitätskolonnen wurden
alarmiert. Ein größeres Unglück wurde jedoch verhütet.
Die Beſucher des Zirkus konnten ſich zum größten Teil
noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, einige jedoch erlitten
Arm= und Beinbrüche, andere leichtere Verletzungen.: In
Duisburg wurde das Dach der Bahnhofshalle abgeriſſen
und auf die Gleiſe geworfen, wodurch Verkehrsſtörungen
bis zu vier Stunden eintraten. Bei mehren
Straßenbahn=
oberleitungen traten für kürzere Zeit Störungen ein.
* Paris, 12. Mai. Die Blätter beſchäftigen ſich
fort=
geſetzt eifrig mit den Karlsruher
Unterred=
ungen, und den deutſch=engliſchen
Bezieh=
ungen. Der Temps bemerkt: Die deutſche Regierung tut
alles, um die gegenwärtigen diplomatiſchen Beſorgniſſe
und die Bedeutung der deutſch=engliſchen Verhandlungen
mit beſonderem Nachdruck hervorzuheben. Die
Friedens=
abſichten des Kaiſers ſind für uns unzweifelhaft. Nicht er
iſt es, der die ganze Aufmachung vorſchreibt, die man mit
den Worten „Entgegenkommen und Drohungen”
kenn=
zeichnen könnte. Die deutſche Preſſe ſagt zu England, wie
ſ. Zt. zu Frankreich: „Deine Hand oder Krieg‟. Es wirkt
beruhigend, wenn man ſich erinnert, daß dieſe herzlichen
Drohungen keine Wirkung auf Frankreich gehabt haben.
Zu der Aufmachung gehört auch die Annahme der
Wehrvorlagen, die einen Erfolg für den
Reichs=
kanzler darſtellt. Deutſchland ſteht, wenn es ſich mit
Eng=
land nicht verſtändigt, am Schluſſe der Verhandlungen
ſtärker da, als zu Beginn. Sein Vorgehen iſt berechtigt.
Wir wären froh, wenn Frankreich in einem ähnlichen Falle
ebenſo vorgehen könnte. Das alles iſt jedoch nicht
beun=
ruhigend, wenn die engliſch=deutſche Annäherung keinen
tendenziöſen Charakter zur Schau trägt. Aber ſelbſt dann
würde ſie ſich zum Vorteil der allgemeinen Ruhe vollziehen.
— Das Journal des Debats ſchreibt: Man muß zu dem
außergewöhnlichen Talent Marſchalls ein ſehr ſtarkes
Ver=
trauen haben, um zu glauben, daß ſeine Ankunft in London
die deutſch=engliſchen Beziehungen beſſern werde. Die
Deutſchen geben ſich da wohl Illuſionen hin.
* Stockholm, 13. Mai. Heute morgen 5 Uhr wurde
die Familie Strindbergs an das Krankenlager des
Dichters gerufen, der eine unruhige Nacht verbracht hatte.
Der Kräfteverfall dauert an.
* London, 13. Mai. Die Times meldet aus New=
York vom 12. Mai: In der New=Yorker
Gewerk=
ſchaft der Zeitungsdrucker wird morgen über die
Ausdehnung des Streikes auf die hieſigen
Hearſtſchen Zeitungen beraten. Der Streik hat ſich bereits
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
auf Chicago, wo die Drucker der Abendblätter aus
Sym=
pathie ſtreiken, ausgedehnt, und ſoll ſich auch auf die
Hearſtſchen Zeitungen in San Fraancisco und Atlanta im
Staate Georgia ausdehnen. Der Vorſitzende des
Inter=
nationalen Verbandes der Zeitungsdrucker hat erklärt, er
wolle den Streik gegen ſämtliche Hearſtſchen Zeitungen
und Zeitſchriften in Amerika erklären.
* Buenos Aires, 13. Mai. Ein amtliches Telegramm
aus Aſuncion beſtätigt den Sieg der
Regierungs=
truppen. Hondenberg und andere Führer der
Revo=
lutionäre wurden getötet. Der ehemalige Präſident Jaro
wurde verwundet und entfloh. Die Revolution iſt als
be=
endigt anzuſehen.
— Berlin, 13. Mai. Im Abgeordnerenhauſe
waren heute alle Tribünen überfüllt, das Haus gut beſetzt.
Vizepräſident Porſch eröffnete die Sitzung und leitete die
namentliche Abſtimmung über den vom Abg.
Borchardt eingereichten Proteſt gegen ſeine
Aus=
ſchließung von der Sitzung. Die Frageſtellung lautete,
ob die Ausſchließung des Abg. Borchardt berechtigt
ge=
weſen ſei oder nicht. Es ſtimmten mit Ja 319 mit
Nein 8, nämlich die 6 Sozialdemokraten und 2 Polen.
Es enthielten ſich der Stimme 8, 6 Polen und von der
Fortſchrittlichen Volkspartei die Abgeordneten Wenke und
Runze. Präſident Frhr. v. Erffa ſtimmte als
Abgeord=
neter mit.
Berlin, 13. Mai. Profeſſor Ludwig Hanzel, iſt
zum Präſidenten der Königlichen Akademie der Künſte
er=
nannt worden.
— München, 13. Mai. In der Nähe von Cochel wurde
geſtern die Leiche des Malers Gloenkel von drei
Kugeln durchbohrt aufgefunden. Von dem Mörder fehlt
jede Spur.
Hamm, 13. Mai. Bei den Abteufungsarbeiten für
den neuen Schacht 7 auf der Zeche „Radbod”
explo=
dierte vorzeitig ein Sprengſchuß. Vier Arbeiter wurden
durch umherfliegende Geſteinmaſſen lebensgefährlich
ver=
letzt.
glänzi die Welt in Duft und Sonne,
wie herrlich und wonnig iſt der Mai! Aber
haben Sie nicht einen Bekannten, der auch jetzt
erkältet iſt und gar nicht weiß, woher er’s hat?
Erkältungen gibt’s eben in jeder Jahreszeit und
immer muß der Menſch auf der Hut und zur
Abwehr bereit ſeln. Die Abwehr, die ſeit 25
Jahren mit Vorliebe benützt wird, ſind Fays
ächte Sodener Mineral=Paſtillen, die man in
jeder Apotheke, Drogerie oder
Mineralwaſſerhand=
lung für 85 Pfg. per Schachtel erhält. (11103M
Verkaufs-
Stellen durch
dieses Plakat
kenntlich.
VI 6419
Fabrikant:
August Jacobi
Darmstadt.
aarfärben mit Henné. Spezialität.
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466.
Kopfwaschen 1.— — mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 9—12 Uhr.
(6584a
Der Geſamtauflage heutiger Ausgabe liegt
ein Proſpekt von der Niederländiſchen
Dampfſchiff=Rhederei Rotterdam=Mannheim bei,
worauf mit dem Bemerken hingewieſen wird, daß die
Schnelldampfer der Niederländiſchen Dampfſchiff=Rhederei
ihre Fahrten am 15. Mai aufnehmen.
(11162
erſcheint das „Darmſtädter Tagblatt” nicht;
die an dieſem Tage aufliegende Nummer gelangt
bereits Mittwoch früh zur Ausgabe. — Inſerate
hierfür, ſpeziell
Vergnügungs=Anzeigen,
Empfehlungen
von Ausflugsorten usw.
erbitten wir uns bis
ſpäteſtens Dienstag, den 14. cr.
nachmittags 5 Uhr.
Darmſtädter Tagblatt.
Todes=Anzeige
Verwandten und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß geſtern abend 9 Uhr nach
kurzem Leiden mein lieber Gatte, unſer lieber
Vater, Schwiegervater und Großvater (11165
Michael Roth
Gastwirt
im 63. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Kätchen Roth, geb. Jacoby.
Darmſtadt, den 13. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
3 Uhr, von der Kapelledesſtädt. Friedhofs aus, ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft nach langem,
mit Geduld ertragenem, ſchwerem Leiden unſere
liebe, gute Schweſter, Schwägerin und Tante
Fräulein Elise Geilfus.
Darmſtadt, 13. Mai 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Geilfus.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. Mai,
nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehauſe
Laute=
ſchlägerſtraße 24 aus, ſtatt. (*12246
Danksagung.
Für die überaus vielen Beweise
herzlicher Teilnahme an dem
schweren Verluste, der uns
be-
troffen, sagen innigen Dank
Familie Egenolf-Manck.
Darmstadt. den 14. Mai 1912.
(11167
Dankſagunge
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
(11140
Frau Margarete Gesemann
geb. Schorlemmer
ſowie für die Kranzſpenden, insbeſondere Herrn
Pfarrer Waitz für die troſtreiche Grabrede, ſagen
hiermit herzlichen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 13. Mai 1912.
Dankſagung
Für die herzliche Teilnahme, ſowie die reichen
Blumenſpenden bei dem Heimgang unſeres lieben
Entſchlafenen ſprechen wir Allen unſeren
tiefge=
fühlteſten Dank aus.
(B11099
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Gg. Blümlein,
Kiesbergſtraße 53.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, meinen lieben Bruder,
unſeren teuren Neffen und Couſin (11143
Philipp Mensch
nach ſchwerem, mit Geduld ertragenem Leiden,
kaum 19 Jahre alt, in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ottilie Menſch,
Familie D. Schachner.
Darmſtadt, den 12. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Mai,
nachmittags ½6 Uhr, in Laubenheim ſtatt.
Es hat dem Herrn über Leben
und Tod gefallen, unser so liebes
Kind
(11166
Elisabeth
im Alter von 10 Monaten plötzlich
zu sich zu nehmen.
Die trauernden Eltern:
Wilh. Falter u. Fraus
Die Beerdigung findet Mittwoch, den
15. Mai, nachmittags ½3 Uhr, vom Portale
des Friedhofs aus, statt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die nördliche Depreſſion iſt unter Verſtärkun
oſtwärts gezogen. Ihre Randwirbel brachten im Norde
Deutſchlands vielerorts Gewitter und Regen. Der Süder
blieb trocken. Die Morgentemperaturen ſind gegengeſtern
gefallen; auch haben mäßige nordweſtliche bis weſtlich
Winde eingeſetzt. Die Depreſſion dürfte ſüdöſtlich ale
ziehen. Von Weſten her dringt wieder ein Hoch vor
unter deſſen Einfluß wir morgen vorübergehend heitere=
Wetter haben. Das ihm folgende Tief bringt ſpäte
wieder Trübung.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 14. Ma==
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, kühl, ſpäter wiede
wärmer.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C). „Die
Zauberflöte‟
Vortrag von Rechtsanwalt Bendheim um 9 Uhr in
„Prinz Karl” (Fortſchrittliche Volkspartei).
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. „Metropol”
„Schützenhof” und „Perkeo” um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (ge
öffnet von 10—6 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 15. Mai.
Hofreite=Verſteigerung des Hch. Dieter (Mathil
denplatz) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Mohr (
Neckar=
ſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Musterhaft
gearbeitet. Elegant. Drückt nicht.
asst genau. Anerkannt als Ersatz für
gediegene Massarbeit.
Gratisbroschüre auf Verlangen.
Chaealle.
-Schuhgesellschaft m. b. H.
Darmstadt
Tel. 1809 Rheinstr. 12,
11088)
gegenüber der
Hauptpost
Mainz, Schöfferstrasse 8.
Viele Patente.
fygiene-Ausstellung Dresden
GOLDENE MEDAII.LE.
Schnür-Halbschuhe
schwarz, braun oder Lackleder,
Schnür-Stiefel: Kinder-Stiefel:
M14 50 1750 aufwts. von M 3.50 an.
Kinderfüsse bedürfen besonderer Pflege, deshalb
saßten auch Kinder nur Caalla-Stitzal tageno
Nummer 113.
Darmſtädter Tagblatt., Dienstag, den 14.
Schutzenhon-
Heute Dienstag, den 14. Mai, abends 8 Uhr:
Grosses Iniltur Ronzer!
Kapelle des Inf.-Leibg.-Regts.
Leitung: Herr Obermusikmeister Hauske.
Hochinteressantes Programm.
— Eintritt 20 Pfg.
(*12275
Tes Anlgebor.
Sonders Vortenn
Sorven-Nafsge
zu 32, 34, 36, 38, 40, 42, 45, 48, 50, 54, 60, 65 Mk.
Bitte Schaufenster zu beachten!
Bitte Schaufenster zu beachten!
Bei Maßbestellung kein Aufschlag!
Nor-Aosterf
Hoflieferant
Ernst-Ludwigsplatz 1
Einziges Spezialgeschäft erstkl. Herrengarderobe am Platze.
(11148
Gebr. Sitzliegewagen
zu kaufen geſucht. Off. mit Preis
unter S. 96 Ober=Ramſtadt
poſt=
lagernd.
(11163
AUssTELLUNG
im Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe
(Mittelsaal)
DARMSTADT.
Marmor-Transparente
in Kunst und Kunstgewerbe.
Geöffnet bis Mitte Juni täglich von 10—6 Uhr.
Eintritt frei. (9108a) Eintritt frei.
Gesangverein LIEDERZWEld
Protektorin: Ihre Königl. Hoheit Großherzogin Eleonore von Hessen
Donnerstag, 16. Mai (Himmelfahrttag):
Spaziergang nach der Weberbuche
mit Musik
Für ausgezeichnete Restauration, sowie Kinderspiele usw. ist
bestens gesorgt. Abmarsch um 1 Uhr von der Friedhofs-Allee. —
Bei ungünst. Witterung von 6 Uhr ab im kleinen Saal der
Turn-
gemeinde am Woogsplatz gemütliches Beisammensein.
Unsere Mitglieder, sowie Freunde u. Gönner des Vereins werden
hiermit freundlichst eingeladen.
DER VORSTAND.
Der Familienausflug n. d. Hiederwolg ündet am 9. Juni statt.
Eine Einzeichnungsliste
für den Mittagstisch wird bei unseren verehrl. Mitgliedern demnächst
(11130
zirkulieren. — Abfahrt nach Mainz 6 Uhr 30 Min.
2222322a22gssssssssanesgesdeeegggegseee
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897
Ludwigshöhe
une
Himmelfahrttag
Diner zu Mk. 1.50 Diner zu Mk. 2.-
Krebssuppe
Krebssuppe
Kalbsrücken mit Stangen- Kalbsrücken mit Stangen-
Spargel, Sauce Hollande spargel, Sauce Hollande
Junger Hahn, Salat und
Kompott Eis.
Eis.
(B11109
Vorausbestellung erwünscht.
ebrauchtes Damenrad mit
Freilauf zu kauf. geſ. Off. mit
Preisa. K 84 a. d. Exp. (*12103
für 18 Mk.
Guterhalt. Nad zu verkaufen
(*12252
Hinkelgaſſe 5.
Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, 14. Mai.
174. Abonnem.=Vorſtellung. C 44.
Die Zauberflöte.
Große Oper in 2 Aufzügen von
von W. A. Mozart.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Saraſtro. . . . Hr. Stephani
Tamino .
. Hr. Semper
Sprecher .
Hr. Hartmann
Erſter
Prieſter
Zweiter
Hr. Klotz
Königin der Nacht Fr. Speiſer=
(Suchanek
Pamina, ihre
Tochter
. Frl. Geyersbach
Dame in
Erſte Dienſten Fr. von Sugh
Zweite; der Köni= Fr. Rudolph
Dritte gin der Frl. Howard
Nacht
Frl. Schaub
Erſter
Zweiter Knabe . Frl. Lehmann
Fr. Müller
Dritter
.Hr. Weber
Papageno
. Frl. Bruker
Papagena
Monoſtatos, ein
.Hr. Bernhardt
Mohr
Wächter
Erſter ſa. d. Feuer= Hr. Lang
Zweiterl u. Waſſer= Hr. Dobski
pforte
Hr. Jachtmann
Erſter
Zweiter Sklave . Hr. Geibel
Hr. Kroczak
Dritter
Tamino . . Hr. Rob. Hutt
vom Opernhaus in Frankfurt am
Main, als Gaſt.
Nach dem 1. Aufz. längere Pauſe.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 Mk., Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10¼ Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 15. Mai. 175. Ab.=V.
D 44. „Der Kuhreigen.”
Große Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 16. Mai. (Keine
Vorſtellung.)
Freitag, 17. Mai. Auß. Abonn.
Vorſtellung zu Abonnements=
Preiſen. Zum Beſten des
Hof=
theater= und Hofmuſik=
Penſions=
fonds unter Mitwirkung des Hrn.
Erik Wirl vom Opernhaus in
Frankfurt a. Main. Prima-
Ballerina.: Operette von Dr.
Otto Schwartz. Rudolf von
Strehlen . . Hr. Wirl. Anfang
7 Uhr. (Vergl. beſond. Anzeige.)
Sonntag, 19. Mai. Auß. Ab.
Vorſtellung zu ermäß. Preiſen.
„Grigri.‟ Anfang 7 Uhr. (Vgl.
beſondere Anzeige.)
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 21. Mai. 176. Ab.=V.
B 44. „Carmen.‟ Gr. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Mai 1912.
Seite 9.
Konzert-, Variété- u. Theatersaal Perkeo.
Monat Mai täglich abends 8 Uhr
Willy Engers Variété= Programm
und Eölner Burlesken
à là Hartstein.
Verhindert
Faarausfüll.
und
Schuppenbildung
Kleiner, gebrauchter
a
w. Eisſchrank
zu kaufen geſucht.
Preis u. K 90 a.
Offerten mit
d. Exp (*12276
Sfärkf den
Haarwuchs.
Belebtdielleren.
ſhaiſelongue, gut gearb.
Roßhaar=
aufl ., 26 Mk. P. Priese, Tapezier=
12259if
meiſter, Pankratiu=
billig zu verk.,
4 junge Boxker zu erfr. (*12268
Ernſt=Ludwigſtraße 13, 1. Stock.
inste Süssrahm-
Fareibatter
M.
Pf.
Frische Bed-her
10 Stück 53 Pf. grosse 10 Stück 58 pf.
ausgesuchte grosse 10 Stück 64 Pf.
Trinkeier
. 10 Stück 70 Pf.
billiges Drer
Gutes,
Schlüchtern Brot ½ Laib 27 Pf.
Schwarzbrot ½ Laib 26 Pf.
Weissbrot per Laib 37 Pf.
Laib 54 Pf.
Laib 52 Pf.
Schduserungraße
Kirchstrasse 10, Telefon 2581
Elisabethenstr. 36, Tel. 2581 I Roßdörferstr. 12, Tel. 2582
Liebigstr. 4, Telefen 2582
Wenckstr. 32
Magdalenenstr. 23
Heinrichstr. 70, Telef. 1710
Heidelbergerstrasse, Ecke Sandbergstrasse. (11141
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
eisvertekorbioser
1
1 Sofa
zusammen Mk. 86.
Feddigren, Gebleicht 2 Sessel
Sofa
Welde, rot oder weib lacklert 2 Sessel zusammen Mk.3
Elegante Garnitur:
1 Sofa, 2 Sessel. Raffia mit Eichenholz . . Mkr. 96.
von Mk. 10.
Blumenkrippen, weiß Jackiert. .
elegante Ausführungen.
Waschbare Tischdecken
moderne Dessins auf Creton oder Leinen
in allen Preislagen und Grössen
an
auch für runde Tische!
Markisen-Leinen
120 u. 140 cm breit per Mtr. Mk. 1.65 u. Zöher
Garten-Schirme
sehr praktisch, in geschmackvoller Ausführung
(11158
Hofmöbel-Fabrik
Aauble
Herkarkslduf.
Drr meu. Ernst Brauut
praktischer Arzt
wohnt vom 15. Mai ab
17 Heinrichstrasse 17.
Telephon Nr. 1436.
(11122
Mäsch.-Techn-Arbeiten!
* Kostenanschtaga, Berechnungen,Pröjekte, Unter-
Wenn Sie von hartnäckigen
Miechten
juckenden Hautausſchlägen uſw.
geplagt ſind, ſo daß der Hautreiz
Sie nicht ſchlafen läßt, bringt
Ihnen Zucker’s „Saluderma‟
raſche Hilfe.” Aerztl. warm empf.
Doſe 50 Pfg. u. 1 Mk. (ſtärkſt. Form)
bei: F. Schaefer, Ludwigsplatz 7,
Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8,
A. Logel, Eliſabethenſtraße und
Gg. F. Frank, Parfumerie (11106E
im Villen=Bau=
Ein Baumſtück terrain, 1666 am,
42 m Straßenfront, billig zu
ver=
kaufen. Heinrich Rudlof,
*12223ifo) Alsbach a. d. B.
Ein ſeit 35 Jahren beſtehendes
Kolonial=, Material= und
6
Mk.
6565 1.50
Taschenuhren-Repar. v. M. 1.50 an
Meue Feder
1.00
Gläser 25, Zeiger 10—25, Schlüssel 10 Pfg.
Ferner neue Taschenuhren v. M. 3.50 an.
Stets gutgeh. gebr. Taſchenuhren
vorrätig. Alles mit Garantie
im Uhrengeſchäft (*12266
Grosse Ochsengasse 30.
Suche für m. Freundin einen
Lebensgefährten.
Für Lehrer oder penſionsber.
Be=
amten, evang., Anf. 50er, wäre
dies eine gute paſſende Gelegenheit.
Vermittl. zweckſ. Ernſtgemeinte
Off. unter & 36 an D. Frenz,
(Fr11105
Mainz.
* suchungen, an Maschäntgelfen. Durcharbeitung
* von Erfindungsidenzntwan sowie Ausziehen
und Beschgosben von Zeichnungen etc. etc.
übernimt billigst als Nebenbesch. erfahr.-achmann.
Farbwaren=Geſchäft i.
Verkehrs=
zentr. a. Rhein, verbunden mit
Deutſcher Zuverläſſigkeits=
Militär-Lieferung, gut
ren=
tierend, wegen Krankheit des
ſtiug am Oberrhein.
Inhabers
unt. K. 85 befördert die Expedition.
(734a.
zu verkaufen.
Eine vollständige
und sehr
elegante
Braut-
Ausstattung
istin meinen Schaufenstern
für einige Tage ausgestellt.
Spezial-Geschäft
Ludwig Schwab
Inhaber Robert Bium
DARMSTADT
23 Ernst-Ludwigstrasse 23
Entlaufen
Deutſch. Schäferhund (Polizeihund)
dunkelgrau, 1½ Jahre alt, ſtehende
Ohren, Männchen, auf den Namen
„Fricko” hörend. Abzuliefern an
die Verwaltung des hieſ.
Haupt=
bahnhofs.
(311117
nttädſen
weißer Foxterrier, Kopf m. ſchw.
Fleck, hört auf den Namen Mucki.
Abzugeben gegen hohe Belohnung
„Heidelbergerſtraße 98. (*12218im
Billiger
1
Ausverkauf.
Niemand verſäume dieſe
Gelegenheit!
3 hochf. Schlafzimmer, hell,
nußb., in Eichen u. lackiert, 1
Speiſe=
zimmer, eichen, 2 Küchen, natur
pitch=pine u. lackiert, hochf. Vertikos,
Schreibtiſch, Bücherſchrank,
Diwans, Chaiſelongue,
Sofa=
umbau, Trumeau, Flurſtänder,
Auszieh= u. Stegtiſche,
Bett=
ſtellen mit Matratzen, 3
Näh=
tiſchchen, Büſtenſtänder,
Rauch=
tiſchchen, Hausapotheke,
Plüſch=
tiſchdecken, Bilder — alles neu,
prima Arbeit, zu jedem
annehm=
baren Preiſe abzugeben
Gartenſtr. 20, parterre.
Kapitalbedarf 10 bis 12 Mill. Off.
u. K 77 an d. Erv. (11133imf
Tichie
Zitneten=
ſuchen für ſofort oder ſpäter
gut=
gebende Vierwirtſchaft.
Offerten unter K 86 an die
Expedition d. Bl.
(*12260
Villen=Kolonie Ludwigshöhe
geräumige Villa mit großem Park
per ſofort zu verkaufen od. zu
ver=
mieten. Offerten unter K 88 an
die Expedition ds. Bl. (*12272if
Hausverkauf.
Ein in beſter Lage der Stadt
Groß=Gerau befindlich.
Geſchäfts=
haus, worin ſeit lang. Jahren ein
Kolonialwarengeſchäft mit beſtem
Erfolg geführt wurde, iſt wegen
Todesfall zu verkaufen, auch für
jedes andere Geſchäft geeianet.
Das Anweſen kann jeweils
Mon=
tag u. Dienstag eingeſeh. werden.
Groß=Gerau, Frankfurterſtr. 32,
(10791oi
J. Schleicher.
Den Herren Aerzten u. w.
Patien=
ten zur gefl. Kenntnis, daß
ich ab 1. Mai ds. Js.
Karlſtr. 45, II.
Wohnung genommen habe. (*12213
W. Knaup
ärztl. u. ſtaatl. geprüft i. Maſſage
u. Krankenpflege. Tel. Nr. 82.
Unterzeichneter iſt verreiſt
Vertretung haben gütigſt
über=
nommen die Herren Dr. Dr.
H. Heyer, Hügelſtr. 57
O. Leydhecker, Heinrichſtr. 23
L. Orth, Landwehrſtr. 12
L. Sior, Hochſtr. 60
Dr. K. Orth
Sanitätsrat. (11126im
Hüte werd. jed. Geſchmackentſprech.
ſchick u. ſein angef., ältere Hüte
mod. umgearb. in u. außer d. Hauſe
Ludwigsplatz 8, Vdh., III. (9107a
2000 M. auf 3 Monatswechſel gegen
höchſtens 200 M. Koſten. Nur
Selbſtgeber ſchreiben unter F. Z.
T. 9485 an Rudolf Mosse,
Frankfurt a. M. (11118M
Kuis 2. App. übernehme ſelbſt ſofort.
G Angebote mit ganz ausführl.
Angab. erb. u. 685 a. d. Exp. (11116a
Wer gibt iu. Aepatteh
Von Tht. 15 600
auf Haus am Platze. Suchender
iſt in guten Verhältniſſen. Offert.
unt. K 69 an die Exp. (*12210im
auf Möbel, gegen
200 Mk. pünktliche,
vierkel=
jährliche Rückzahl. v. Selbſtg. zu
leihgeſ. Off. u. K 85 Exp. (*12256
Es ſind ferner gezeichnet:
Heſſi=
ſcher Automobil=Klub 500 M., F
Hofius 2. M. Vormbaum 10 M.,
Höslein 5 M., Vierheller Wwe=
5 M., Leſchhorn 3 M., Frenay
2 M., M. Coenen 2 M.,
Grüne=
wald 3 M., Bauer 1 M., Streb
1 M., Lange 2 M., Lange 1 M.,
Schulz 1 M., D Wolf 2 M.,
Ul=
rich 1 M. Dr. Oppenheimer 2 M.,
v. Preuſchen 3 M., Raphael
Stör=
ger 1 M., Georg Engelhard 2 M.,
Bruno Stümke 3 M., Fritz
Haus=
mann 2 M., J. Trautmann 1 M.,
A. Langenbach 1 M. Conrad
Appel 20 M., G. P. Poth 2 M.,
Becker 1 M., Reichenbach 1 M.,
Kullmann 3 M., Kommerzienrat
Jacobi 5 M., Frau J. Obenauer
1 M., Frau v. Wedekind 2 M.,
Grodhaus 3 M., O. Stammler 1M.,
C. W. Leske 2 M., Frau Gehron
1 M., Röpke 1 M., Schulz 3 M.=
Winter 5 M., v. Rabenau 2 M.,
Geißner 2 M., Dinand 1 M.,
Stieler 1 M., Fritz Maurer 2 M.,
Hermann Harniſch 1 M., Jungk
1 M., L. Vogelsberger 2 M., M.
Mitze 2 M., Ph. Stein 2 M.,
Ha=
bicht 2 M., A. Thomas 2 M.,
Feidel, Möbel=Induſtrie 2 Mark,
C. Paulzen 1 M., B. J. Hermes
3 M., A. Friedmann 1 M., Georg
3 M., H. Menzlaw 2 M., P.
Vogel 1 M., Franz Sitte 2 M.,
A. Goebel 1 M., Jacob Scheid
2 M., J. Carl Schmidt 2 M.,
Guggenheim & Marx 3 M., Lina
Hardt 2 M. H. Arnold 1. M.,
Frau Dr. Sehrt 4 M., Philipp
Weſt Witwe 10 M., v.
Bellers=
heim 2 M., v. Riedeſel 5 M., Paul
Ramdohr 5 M., Fr. Schmitt,
Seifenfabrik 3 M., Gebr.
Roth=
ſchild 3 M., Frau Regierungsrat
Frölich 4 M., Kurt Schwab 10 M.,
Schembs 3 M., Geh.=Rat Fay
20 M., Reg.=Rat Müller 20 M.,
Wilh. Laufer 2 M., Chriſtian
Schwind 3 M., Freiherr Ungern=
Sternberg 5 M., Hermann Schüler
1 M., Dr. Kennel 3 M., Dr. Lehr
2 M., Fr. Klingelhöfer 5 M., Gg.
Knöß 1 M., Dr. Rotde 3 M.,
K. We. 0.50 M., Hch. Scheidt 2 M.,
Hufnagel 2 M., Dampfmolkerei
Wolf 10 M. Geheimerat Berndt
3 M., Karl. Schembs 3 M., San.=
Rat Dr. Brückner 5 M., Profeſſor
Hermann Müller 5 M.
Weitere Gaben nimmt auch
ent=
gegen die Exped, des „Tagblatt”.
Tomatenpflanzen
ſowie alle Arten Gemüſe, Sellerie
und Lauchpflanzen
(B11135
Herdweg 14.
Nähmaſchinen und Fahrräder
N werden gut und billig
repa=
riert Reparatur-Werkstätte
Chr. Debus, Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße 57a, Teleph. 1737. (*12270
Rdann geht ein Möbelwagen=
2leer zurück u. Zwingenberg
a. B. n. Darmſtadt w. Umzug.
Anf. Juni. Off. an Frau M. Gross Ww.
Zwingenberg a. d. Bergstr. 2 (*12273
wünſcht engliſch.
Engländerin Untericht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
nterricht in franz. u. ſtgl.
Sprache ert. in In- u. Ausl.
dipl. Sprachlehrerin (*12197
Kranichsteinerstr. 49, I.
ſucht ſich zu ver=
Violinspieler volkom. Of. m.
Preisang. u. K. 66 Exp. (*12205
Circolo Italiano
per progressisticomincia Martedl
sera ore 7½
(*12195
Simoncelli, Bleichstr. 19. I.
Zmmer
Zwei Damen, Muter und
Tochter, ſuchen ſchöne
7—8=Zimmerwohnung
mit Veranda und reichl. Zubehör
auf längere Jahre zu mieten. Offert.
mit Preisangabe erbitte unt. K 92
(B11160
an die Erp. d. Bl.
Suche Wohnung
5 Zimmer m. Bad neuzeitl.
ein=
gericht., in der Nähe des alten
Hauptbahnhofes, per 1. Juli. Off.
mit gen. Beſchr. und Preis unter
K. 81 an die Exvedition. (*12248
4—5 Zimmerwohn.
nächſt der Rhein= od. Waldſtraße
baldigſt geſucht. Off. m. Preis u.
K. 76 an die Expedition. (*12240
Suche eine ſchöne 2—3=Zimmer=
Wohnung per 1. Juli nähe
der Rheinſtraße. Offerten unter
K 87 an die Exped. (*12257
Junge Dame
ſucht zum 1. Juli freundliches,
ſchön gelegenes, leeres Zimmer,
ev. im Neubau. Off. mit
Preis=
angabe u. K 79 a. d. Exp. (*12231
Zwei hübſche leere Zimmer
i. ſchön geleg., herrſchaftl. Hauſe
von jüngerem gebildeten Herrn z.
1. Juli oder 1. Auguſt geſucht.
Offerten mit Preisangabe unter
K. 78 an die Exped. (*12232
Suche ein hübſch möbl. Zimmer
m. Nordlicht z. Zeichn. b. anſt.
ruh. Leuten. Preis zirka 20 Mk.
Off. u. K. 20 a. d. Exv. (*1221f
Zwei möbl. Zimmer
nahe der Trainkaſerne geſucht für
2 Monate. Auch Zimmer für
Chauffeur u. verſchließbarer Raum
für Auto, letzterer kann auch in
nächſter Nähe ſein. Offert. unter
K 80 an die Exped. (*12230
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
„ 56.
Dienstag, 14. Mai.
1912.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 14. und 17. Mai 1912,
von vormittags 7 Uhr bis zum Dunkelwerden, Schießen mit ſcharfer Munition von
Truppenteilen des 18. Armekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
im Weſten: Dammweg-=Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
. Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
eeenen ene eee
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909.)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
(10253a
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Adam Ackermann V. von Nieder=Modau wurde für den Jagdbezirk 1 Ober=
Ramſtadt auf den Jagdſchutz verpflichtet.
(11098
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(11108
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
das Spielen in außerheſſiſchen Lotterien betreffend.
Die Beſtimmungen des nachſtehenden Geſetzes vom 14. Februar
1906 bringen wir mit dem Anfügen erneut zur Kenntnis, daß von großen
Klaſſenlotterien nur die Königlich Preußiſche Klaſſenlotterie im
Großherzogtum Heſſen zugelaſſen iſt.
Im übrigen iſt, abgeſehen von unbedeutenderen Ausſpielungen,
z. Zt. nur der Loſevertrieb von folgenden außerheſſiſchen Lotterien
im Großherzogtum erlaubt:
1. Lotterie des Vereins für die Wiederherſtellung der St.
Lorenz=
kirche in Nürnberg (E. V.‟)
2. Lotterie des Komitees zum Ausbau der Feſte Koburg.‟)
3. Lotterie des Württembergiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz
in Stuttgart.‟).
4. Lotterie des Rennvereins für Mitteldeutſchland in Gotha.‟)
5. Lotterie des Arbeitsausſchuſſes der Deutſchen Antarktiſchen
Expedition in Berlin.‟)
6. Lotterie des Straßburger Münſtervereins.‟)
7. Lotterie des Vorſtandes des Thüringer Muſeums zu Eiſenach.)
Alle übrigen Lotterien, insbeſondere die Hamburger
Stadt=
lotterie, die Königl. Sächſiſche Landeslotterie die Ungariſche
Klaſſenlotterie und die Däniſche Koloniallotterie ſind im
Groß=
herzogtum Heſſen nicht zugelaſſen, ſodaß ſowohl der Vertrieb
der betreffenden Loſe, als auch das Spielen in den letztgenannten
Lotterien verboten und ſtrafbar iſt.
*) Anm. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem
heſſi=
ſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit
des Vertriebes der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königl. Preuß.
Klaſſenlotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in
(10947si
beſſen nicht geſtattet.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Geſetz,
das Spiel in außerheſſiſchen Lotterien betreffend.
Vom 14. Februar 1906.
NeT LuDWIG von Gottes Gnaden Großherzog
von Heſſen und bei Rhein ꝛc. ꝛc.
Wir haben mit Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände verordnet
und verordnen hierdurch, wie folgt:
Artikel Wer in außerheſſiſchen Lotterien, die nicht
mit ſtaatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelaſſen ſind,
ſpielt, wird mit Geldſtrafe bis zu 600 Mark beſtraft; eine nicht
beizutreihende Geldſtrafe iſt in Haft umzuwandein.
Artikel 2. Wer ſich dem Verkauf oder der ſonſtigen
Ver=
äußerung eines Loſes, eines Losabſchnittes oder eines Anteils an
einem Loſe oder Losabſchnitte der im Artikel 1 bezeichneten
Lotte=
rien unterzieht, insbeſondere auch, wer ein Los, einen Losabſchnitt
oder einen Losanteil dieſer Art zum Erwerb anbietet oder zur
Veräußerung bereit hält, wird mit Geldſtrafe bis zu 1000 Mk.
beſtraft. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher bei einem ſolchen
Geſchäft oder einer ſolchen Handlung als Mittelsperſon mitwirkt.
Iſt die Zuwiderhandlung durch eine Perſon begangen, die
Loſe=
handel gewerbsmäßig betreibt, oder bei ihm gewerbsmäßige
Hilfe leiſtet, oder iſt ſie durch öffentliches Auslegen, Ausſteilen
oder Aushängen oder durch Verſenden eines Loſes, eines
Los=
abſchnitts, eines Bezugsſcheins, eines Anteilſcheins, eines
An=
gebots, einer Anzeige oder eines Lotterieplans oder durch Einrücken
eines Angebots, einer Anzeige oder eines Lotterieplans in eine in
Heſſen erſcheinende Zeitung erfolgt, ſo trit Geldſtrafe von 100
bis zu 1500 Mark ein.
Jede einzelne Verkaufs= oder Vertriebshandlung, namentlich
jedes einzelne Anbieten, Bereithalten, Auslegen, Ausſtellen
Aus=
hängen, Verſenden eines Loſes, eines Losabſchnitts, eines
Bezugs=
ſcheins, eines Anteilſcheins, eines Angebots, einer Anzeige oder eines
Lotterieplans wird als beſonderes ſelbſtändiges Vergehen beſtraft, auch
wenn die einzelnen Handlungen zuſammenhängen und auf einen
einheitlichen Vorſatz des Täters oder Teilnehmers zurückzuführen ſind.
Artikel 3. Wer, nachdem er wegen eines der im Artiel 2
bezeichneten Vergehen rechtskräftig verurteilt worden iſt, abermals
eine dieſer Handlungen begeht, wird in den Fällen des Artikels 2
Abſ. 1 mit Geldſtrafe von 100 bis zu 1500 Mark, in den Fällen des
Artikels 2. Abſ. 2 mit Geldſtrafe von 200 bis zu 2000 Mark beſtraft.
Artikel 4. Jeder fernere Rückfall nach vorausgegangener
rechtskräftiger Verurteilung im erſten Rückfalle zieht Geldſtrafe von
300 bis zu 3000 Mark nach ſich.
Artikel 5. Die Beſtimmungen der Artikel 3, 4 finden
Anwen=
dung, auch wenn die früheren Geldſtrafen noch nicht oder nur teilweiſe
gezahlt oder ganz oder teilweiſe erlaſſen ſind; ſie bleiben jedoch
aus=
geſchloſſen, wenn ſeit der Zahlung oder dem Erlaſſe der letzten
Geld=
ſtrafe oder der Verbüßung der an ihre Stelle getretenen Freiheitsſtrafe
bis zur Begehung der neuen Zuwiderhandlung drei Jahre verfloſſen ſind.
Artikel 6. Wer Gewinnergebniſſe der im Artikel 1
bezeich=
neten Lotterien in einer in Heſſen erſcheinenden Zeitung
veröffent=
licht, oder durch öffentliches Auslegen, Ausſtellen oder
Aus=
hängen bekannt gibt, wird mit Geldſtrafe bis zu 50 Mark beſtraft,
Gehört der Täter oder Teilnehmer zu den im Artikel 2 Abſ. 2
hezeich=
leſen Perſonen, ſo tritt Geldſtrafe von 100 bis zu 600 Mark ein.
Artikel 7. Den außerheſſiſchen Lotterien ſind alle außerhalb
Heſſens öffentlich veranſtalteten Ausſpielungen beweglicher oder
unbeweglicher Gegenſtände gleich zu achten. Der Artikel 1 findet
jedoch keine Anwendung, wenn der Preis des einzelnen Loſes drei
Mark, einſchließlich des Reichsſtempels, nicht überſteigt.
Artikel 8. Die in den einleitenden Beſtimmungen und im
erſten Teile des Strafgeſetzbuchs für das Deutſche Reich enthaltenen
Vorſchriſten finden auf die in dem gegenwärtigen Geſetze mit Strafe
bedrohten Handlungen Anwendung, ſoweit nicht durch dieſes Geſetz
abweichende Beſtimmungen getroffen ſind.
Artikel 9. Auf Anteilſcheine von Anleihen, deren Verzinſung
und Tilgung mit einer Verloſung und mit Prämien verbunden iſt,
finden die Beſtimmungen dieſes Geſetzes keine Anwendung.
Artikel 10. Das vorſtehende Geſetz tritt gleichzeitig mit dem
Staatsvertrage zwiſchen den Heſſiſch=Thüringiſchen Staaten und
Preußen vom 17. Junt 1905 in Kraft.
Gchlich gantaht aut den
1. Die Artikel 234, 235 des Polizeiſtrafgeſetzes vom 30. Oktober
1855, ſoweit ſie den Vertrieb von Loſen ꝛc. außerheſſiſcher
Lotterien und Ausſpielungen betreffen;
2. das Geſetz, die Einführung einer ſtaatlichen Klaſſenlotterie
betreffend, vom 12. Auguſt 1899.
Arkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und beigedrückten
Großherzoglichen Siegels.
Darmſtadt, den 14. Februar 1906.
(L. 8.)
ERNST LuDWJG.
Ewald. Gnauth.
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 1. Mai, und die folgenden Mittwoche, ſolange
Bedürfnis, von 5 Uhr nachmittags ab unentgeltliche Impftermine
im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene,
ſowie für ältere mit der Impfung im Rückſtand verbliebenen Kinder.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe. Kinder, die in dieſen Terminen nicht geimpft
wer=
den, ſind bis zum Jahresſchluß auf Koſten der Eltern impfen zu
laſſen, andernfalls im Januar k. Js. die Nachholung der Impfung
binnen kürzeſter Friſt unter Strafandrohung angeordnet wird.
= Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch
Erwach=
ſene auf ihren Wunſch und Kinder, die erſt im laufenden Jahre
ge=
boren ſind, auf Wunſch ihrer Vertreter geimpft.
In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als
50 Impfungen vorgenommen.
Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung, wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem
Impfarzt vorgeſtellt werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere
Benachrichtigung an die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten, wie
Schar=
lach, Maſern, Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus,
roſen=
artige Entzündungen oder die natürlichen Vocken herrſchen, dürfen
Impfliuge zum allgemeinen Termin nicht gebracht werden.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 29. April 1912.
(10185a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Aeftrungs=Bergebung.
Die in der Zeit vom 1. Juni bis 31. Oktober 1912 in den
Küchen des Bataillons erforderlichen friſchen Gemüſe ſollen
ver=
geben werden.
Die Lieferungsbedingungen können in der Küche des Bataillons
(Alexanderſtraße) eingeſehen werden.
Schriftliche Angebote mit der Aufſchrift: „Angebot auf
Liefe=
rung von Küchenbedürfniſſen” ſind bis zum 19. ds. Mts.,
mit=
tags 12 Uhr, an die unterzeichnete Küchenverwaltung einzureichen.
Der Vergebungstermin findet am 20. ds. Mts., 1 Uhr
nachmittags, im Unteroffizier=Speiſeſaal des Bataillons ſtatt.
Darmſtadt, den 13. Mai 1912.
Die Küchenverwaltung
des 1. Bataillons Leibgarde=Inf.=Regts. Nr. 115.
von Eickſtedt,
Hauptmann und Vorſtand.
(11156im
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 15. Mai I. Js., nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” dahier
(Obergaſſe) öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung:
3 Kleiderſchränke 2 Nachttiſche, 3 Vertikos, 4 Diwans,
4 Schreibtiſche, 2 Kommoden. 2 Trumeaux, 3 Kanapees,
2 Waſchtiſche, 2 Büfetts, 2 Warenſchränke, 1 Nähmaſchine,
1 Pianino, 1 photogr. Appargt, 1 Ladenkaſſe, verſchiedene
Oefen, 300 Bogen Zeichenpapier u. a. m.
Darmſtadt, den 13. Mai 1912.
(11153
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-=Anzeige.
Mittwoch, den 15. Mai, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten. Kommoden
Kleider=
ſchränke, Büfett, Kredenz, Diwans, Schreibtiſche, Pianinos,
Spiegel, Vertikos, 1 ov. Tiſch mit Plüſchdecke, 1
Näh=
maſchine, 1 Nähtiſch, ferner 1 Fahrrad, 1
Papierſchneid=
maſchine, 36 iriſche und amerik. Oefen 1 Kupferkeſſel,
Ofen=
rohre, Ofenröſte 3 Hobelbänke mit Werkzeug u. 20 Bände
Meyers Konverſations=Lerikon
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
beſtimmt ſtatt.
(11138
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 11, I.
empfehlen unsere
Für die Felertage seibstgebauten
Spanischen
Rot- u. Weissweine
von 70 Pf. an per Liter. Bei 10 Liter Preisermässigung.
Spanische Weinhalle
Mathildenpl. 8. Tel. 1936. Nieder-Ramstädterstr. 45.
Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
Nr. lautend auf den Namen
62993
Schenck, Karoline
78855
Klingler, Herm.
148471
Nagel, Arno
186820
Schimpf, Katharine
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 20
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, den 10. Mai 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende.
Wagner. (11060io
Kanalbauarbeiten.
Die Erd= und Maurerarbeiten
bei Herſtellung eines gemauerten
Kanales in der Landgraf Georg=
Straße, zwiſchen Stift= und
Beck=
ſtraße, ſollen verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tiefbau=
amt, Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
offen. Auch werden dort die
Ange=
botſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 30. Mai I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
*(11061oi
reichen.
Darmſtadt, den 10. Mai 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
Aufforderung.
Forderungen an den Nachlaß
des Glaſermeiſters Peter Günther
von Darmſtadt ſind innerhalb
acht Tagen an den
unterzeich=
neten Nachlaßpfleger ſchriftlich
an=
zumelden.
(11151.
Darmſtadt, 13. Mai 1912.
Phil. Reibſtein,
Bleichſtraße 45.
Auforderung.
Forderungen an den Nachlaß
des Stabsveterinärs Dr. Wilh.
Bieſer von Darmſtadt ſind
inner=
halb acht Tagen an den
unter=
zeichneten Nachlaßverwalter
anzu=
melden.
(1150
Darmſtadt, 13. Mai 1912.
Phil. Reibſtein,
Bleichſtraße 45.
Dat und Mllfe bei
(10645a
N
Steuer-Reklamationen
durch Maul, Karlstrasse 25, II.
2
christophlach
als Fußbodenanſtrich
beſtens bewährt.
Sofort trocknend u. geruchlos.
Leicht anwendbar. (9783af
Gelbbraun, eichen,
4 mahagoni, nussbaum.
Friedrich Schaefer.
Schagpfeifen
Tabansplelten
g. aller Art u. Preislagen,
nur erſtklaſſige
Fabri=
kate, ſämtl. Erſatzteile
u. Rauchartikel
Pfeifen=
ſpezialiſt Fr. Marguth,
* Darmſtadt, Marktſtr.3,
Ecke große Ochſengaſſe.
(10372a)
Geigenbelchauft Aus Herſchaſtsh.
guterh. getrag. Kleider, Bluſen,
Empirekleider. Sommerkleider von
4.50 M. an, Bluſen 50 Pf., 1 M. u.
höh., ſeid. Kl., einz. Röcke, Jacketts,
Mäntel, Gapes, Kieler Knabenanz.
(13—14i.) u. viel mehr bill. abzug.
Ballonplats 10, part., neb. d. Apotheke
(10809a
(früh. Stiftſtr. 89).
Weiblich
Jung. Fräul. von ausw., mit
guter Handſchrift, perfekt im
Ma=
ſchinenſchreiben, Stenographier. u.
Buchführ. ſucht per 1. Juni Stelle.
Gefl. Angebote unter K 82 an
die Exped. ds. Bl.
(*12249
Tüchtige
äncidterin
mit prima Zeugn. ſucht Stell.
per 1. Juli 1912. Gefl. Offert.
Au. K 75 an die Exp. (*12239ims
Fräulein, 21 J., ſucht tagsüber
Beſchäftigung, am liebſten in
Ge=
ſchäft. Offerten unter K 45 an
die Expedition ds. Bl. (*12125oim
Werf. Büglerinempf. ſich in u. auß.
d. Hauſe Grafenſtr. 8, II. (*12227
Perf. Schneiderin nimmt n. Kund. an in u
lanß. d. Hause Marktpl. 10, III. (11020a
Hausſchneiderin
früh. Direktrice, nimmt noch
Kun=
den an, garantiert für alles. Off.
unt. K 67 an die Exp. (*12209
ſucht Stellung,
Junge Witwe wo ſie ihr größ.
Kind bei ſich haben kann. Offert.
junt. K 65 an die Exp. erb. (*12196
Aelt. Mädchen, welch. bürgerl.
kocht, 4 J. bei einer Herrſch. war,
ſucht leichte Stelle; mehr.
Land=
mädchen, welche ged., gute Zeugn.
beſitzen, u. Hausmädch. ſuchen in
Darmſtadt Stellen Frau Berfa
Neß-
ling, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Ludwigſtr. 8. (*12202im
1 Alleinmädchen,
Stelle ſuchen: das koch. kann, in
Privat, 1 Mädchen in Bäckerei od.
Metzgerei z. 15. Mai, 1 Hausmädch.,
in Hausarb., im Näh. u. Büg. bew.,
2 Alleinmädch., die koch., 1 jüng.
Mädch. u. 1 Haushält., in all. Zweig.
d. Haush. perf., z. 1. Juni i. Privat
Elisabeth Frank, gewerbsmäßige
Stellen-
vermittlerin, Saalbauſtr. 33. (*12201
Junge Frau ſucht Laufdienſt
2—3 Stunden Fuhrmannſtr. 1,
Seitenbau, 1. Stock. (*12206
Junges Fräulein, hübſche
Er=
ſcheinung, ſucht Stellung als
Empfangsdame
bei Arzt oder Photograph. Offert.
unter K 4 an die Exped. (*11977
Unabhängiges Mädchen ſucht
ſofort Aushilfe. Offerten unter
K 74 an die Expedition. (*12235
Gutempfohl. Hausmädchen
ſucht wegen Abreiſe der Herrſch.
auf einige Monate Aushilfſtelle.
Näh. Annaſtr. 53. (B11161
Junge unabh. Frau ſ. tagsüb.
Beſchäft., ev. bis 3—4 Uhr nachm.
Erbacherſtr. 12, V. Manſ. (*12258
Männlien
Junger Mann
wünſcht ſchriftl. Arbeit. nachm. für
Geſchäft od. Büro geg. mäß. Vergüt.
z. übern. Off. u. G 76 Exp. (*11895sic
Ein gewandter Akgniſtenn
wünſcht für lohnende Sache tätig zu
ſein. Branche gleich. Off.
hauptpoſt=
lagernd u. Simoni 4444. (*12264
Aeit. gebild. fleiß. Mann ſucht
Beſchäftigung. Off. unt. K 72
an die Exp. ds. Bl.
(*12219
Weiblich
Geübte
Stenotypistin
für Korreſpondenz zu alsbaldigem
Eintritt geſucht
(11092imf
Raphael Störger Söhne
Bismarckſtraße 68.
Geſucht zum 1. Juni od. etwas
früher eine zuverl. Buchhalterin f.
1 Monat zur Aushilfe. Off. unter
J 68 an die Exped.
(1078a
Saubere Frau ſucht nachmittags
Waſchen oder Putzen
Niederram=
ſtädterſtr. 31, 3. St. (*12247im
Eine Frau ſucht bis 15. Mai
Laufdienſt für morg. 2 Stund. auf
ſofort Alte Niederſtr. 2. (B11136
Tüchtige
Oberhemden-Buglerinnen
per ſofort dauernd geſucht
Großwäſcherei Viktoria
Gebr. Hering (B1031
Sandbergſtraße 16—20.
Tüchtige 8
perfekte Buglerin
ſofort geſucht Hoffärberei Mack,
Schulſtraße 13
(*12158oi
Wir ſuchen für die Abteilungen
Herren=Artikel
Haushaltungs=Artikel
je eine durchaus branchekundige, tüchtige
Ver=
käuferin zu baldigem Eintritt. Offerten erbitten
Geschwister Knopf.
11139)
Arbeiterinnen u. Lehrmädchen
ſucht Konfektion Bayer-Haack,
Kapellplatz 14.
(10474s
Per sofort
ſuchen wir für unſere (11087
Aenderungsateliers
mehrere tüchtige
Arbeiterinnen
Carl Schürmann & Co.
Mädchen
finden dauernde u. lohnende
Beſchäftigung bei (11131ims
Ph. Ullrich, Liebigſtr. 25.
Arbeiterinnen ſofort geſucht
Konfektion, Luiſenſtr. 30. (*12229im
Lehrmädchen gegen ſofortige
Vergütung in feines Ladengeſchäft
geſucht. — Offerten unter H 76
an die Expedition ds. Bl. (10564s
Ein Lehrmädchen aus achtbare
Familie wird zum ſofortigen
Ein=
tritt geſucht. — Näheres
Wald=
ſtraße 46, 1. Stock.
(10930a
Tücht. Servierfräulein kann
ſof. eintreten Reſtaur. zur friſchen
Quelle, Gr. Kaplaneig. 2. (*12191oi
15 b. 16
Suche jung. Mädchen Jahre
alt, ein. Std. vorm. f. leichte Arbeit.
Frau Kolb, Luisenstrasse 4, II. (11039oim
Zwenmädchen
geſucht. Vermittlung durch
Ver=
mietbureaus nicht ausgeſchl. Näh.
Hügelſtr. 73, 1. St. rechts. (11094
Tüch. Hädchen
für Küche u. Hausarb. geg. hohen
Lohn per ſofort geſucht. (*12204im
Heidelbergerſtr. 9½, 1. St.
Sauberes Laufmädchen ſofort
geſucht Karlſtr. 94, pt. (B11147a
Schulentl. Mädchen für
Kind=
ausfahren u. Hausarbeit nachm.
geſucht Mühlſtr. 66, 3. St. (*12203
Jg. Mädchen, das etwas nähen
und bügeln kann, baldigſt geſucht.
Offert. unter K8 Exp. (*11983im
Zu alleinſtehend. Dame
wird ein älteres Mädchen geſucht
das gut bürgerlich kochen kann.
Näheres in der Exped. (B11137
ür vormittags
Lauffrau z Stund. geſucht
*12221) Rheinſtraße 12½, 3. St.
Geſucht für
Himmelfahrttag
jüng. Köchin
als Beihilfe (B11110
Ludwigshöhe.
Es wird ein tüchtiges Mädchen
zu einem Kinde für den ganzen Tag
geſ. Heinheimerſtr. 74, I. (*12255
Ehrliches, anſtändiges, fleißiges
Mädchen für leichte Arbeit
geſ. Neuwäſcherei „Frauenlob”
Soderſtraße 14.
(*12234im
Tüchtiges, ſolides
Küchenmädcher
per bald oder 15. Mai geſucht.
Lohn Mark 28.— pro Monat und
freie Reiſe.
(11114
Hotel „Heß‟ Darmſtadt.
Laufmädchen geſuch
Luiſenſtraße 30, 3. Stock. (*12228
Junges ſaub. Mädch. f. vorm.
geſ. Moosbergſtr. 99, I. (*12263
Suche Köchin, Alleinmädchen,
Mädchen in Privat= u. Geſchäftsh
für beſſ. Reſtaur. ſuche Mädchen
für tagsüber Frau Minna
Bingel-
dein, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Schützenſtr. 10½. (*12265
Tüchtige Lauffrau od. Mädchen
für Vor= und Nachmittag einige=
Stunden per 15. Mai od. 1. Juni
geſucht. Möglichſt Nähe (*12271
Klingenberg, Eliſabethenſtraße
Männlich
Junger Mann
der Oſtern ſeine Lehrzeit in einen
kaufm. Bureau beendete, per ſofor
geſucht für Bureau eines Möbel
geſchäftes in Darmſtadt.
Aus=
führlicher Lebenslauf mit
Angab=
des Anfanggehaltes unter K 52
an die Expedition d. Bl. (11036o)
Lohnende
Vertretung.
Die Hauptagentur Darmſtadt
einer großen, gut einge=
(10589f
führten
Feuer-Versicherungs-
Gesellschaft
iſt neu zu beſetzen. Bewerber,
die über genügend freie Zeit
u. ausgedehnte Beziehungen
verfügen, erhalten d. Vorzug.
Offerten unter P. 3884
an Haasenstein &
Vogler A.-G.,
Frank-
furt am Main.
Für Darmſtadt u. Umgebung
tücht. junger Mann, bei der
Kund=
ſchaft, wie Kutſcher, Fuhruntern. ꝛc.
gut eingeführt, zum Verkauf von
Futtermittel gegen gutes Gehalt
per alsbald geſucht. Offert. unter
K 71 an die Exp. (*12220im
Strebſamer, fleißiger
Hand=
werker oder Geſchäftsmann, im
Verkehr mit Privatkundſch. bew.
und an den Plätzen Griesheim,
Arheilgen ꝛc. gut eingef., z.
Ver=
trieb e. leicht verkäufl. höherwert.
Bedarfsartikels u. z. Inkaſſo kleiner
Beträge (Teilzahlungen) von einer
hieſigen Firma gegen Fixum und
gute Konditionen geſucht. Kleine
Kaution erforderlich. Ausführl.
Offerten mit Altersangabe u. über
bish. Tätigk. ſind u. K 57 an die
Exped. d. Bl. zu richten. (11066oim
Wollen Sie Chauffeur werden,
Beruf egal, ſo melden Sie ſich ſof.
in der Darmſtädter Chauffeur=
Schule. Offene Stellen koſtenlos.
Ausbildung in kurzer Zeit.
Schäfer, Frankfurterſtr. 130,
Telephon 1380. Kreisamtlich zu=
(*14949dsi
gelaſſen.
eine durchaus tüchtige Verkäuferin zur Führung
einer Filiale in Kurz= und Modewaren. Eintritt
eventuell ſofort.
Schriftliche Offerten mit Angabe ſeitheriger Tätigkeit erbitte
unter J 32 an die Expedition dieſes Blattes.
(10685mis
Die Stellung des Einkaufs=Beamten
unſerer Verwaltung iſt neu zu beſetzen. Wir ſuchen für dieſe
Stellung einen gewandten Kaufmann geſetzten Alters, der gute
tech=
niſche Kenntniſſe beſitzt und in der Lage iſt, den Materialeinkauf
und das Lohnweſen ſelbſtändig und zuverläſſig zu beſorgen. Strenge
Ehrenhaftigkeit und Ordnungsliebe ſind ebenfalls unerläßliche
Eigen=
ſchaften.
Die Poſition iſt dauernd mit Ausſicht auf Vorwärtskommen.
Geeignete Bewerber wollen ausführliche ſchriftliche Bewerbungen mit
Zeugnisabſchriften, Photographie, Angabe der Gehaltsanſprüche und
des Eintrittstermins richten an
(11096im
Eiſenwerke Hirzenhain Hugo Buderus G. m. b. H.
Hirzenhain (Oberheſſen).
aller Beruſe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
in Bekanntenkreiſen den Vertrieb
von Kakaos u. Schokoladen. Hoher
Rabatt und wertvolle Prämien.
(8592
Emil Schramm Hz
Mommenheim, Rheinheſſen.
z. Anfertig
Maſch.=Gechniker von Zeichn.
nach Modell geſucht. Offerten erb
unter K 59 an die Exp. (*12161oi
eine ſeriöſe
Wer hat Zeit, Sachez.
ver=
treten, bei welcher unter günſtigen
Bedingungen feſtes monatliches
Einkommen ausgezahlt wird.
Aus=
führl. Offerten unt. T 3114 an
Haasenstein & Vogler, A.-G.,
(9088H
Frankfurt a. M.
Debenverdienst
findet ſchneid., rüſtiger Penſionär
(ged. Unteroffizier) od. dergl. bei
täglich. einige Nachmittagsſtunden
leichter Schreibbeſchäftigung,
Ein=
kaſſieren ꝛc. Schriftliche Off. mit
näheren Mitteilungen unt. K 642
an die Annoncen=Expedition von
Christian Kullmann, Wilhel=
Rinenſtraße 9.
(K11145
mit etwas
Fleißiger Mann Geld, zur
Uebernahme einer
Fabriknieder=
lage ſofort geſucht. — Näheres
zwiſchen 3 u. 6 Uhr
Blumenthal=
ſtraße 41, parterre, rechts. (*12237
Neuer
leichter
Beruf
auch für
DAMEN!
tägl. Verdienſt d. Alleinvertrieb
ungeheuren Maſſen=Artikels
D. R. P. ang. In jedem Hauſe
ſeit Jahren geſucht, in keinem
aber vorhanden, weil abſolut
neu. Erforderl. nachweisbar.
Betriebskapital von Mk. 100.−
Offerten unter K 83 Exped.
(*12254
Johannes Kaffenberger
Pfungstadt (*12134oims Rügnerstrasse
Von groß. Werk
werden (11097im
1 tüchtiger Bauſchloſſer
für Eiſenkonſtruktion,
ltücht. Maſchinenſchloſſ.
zu ſofort. Eintritt geſ. Angeb. mit
Ang. ſeith. Tätigk. u. Lohnanſpr.
Unter K 68 an die Exp. ds. Bl.
Aelt. selbständiger
Speng-
fer und Installateur für
dauernd geſucht
(*12214
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15
Jüngerer
Skufer
geſucht (B11101
Gebr. Wenglein,
Weinhandlung.
Tapezierer
ſucht Eiehelsheim, Wiesbaden
Friedrichſtraße 16. (Fr11119
Tüchtig. Herrn=Friſeurgehilfe
für ſofort, auch ſpäter, geſucht.
Offerten u. K 46 Exped. (*12138of
Abonnentensammier
für moderne 10 Pfg.=
Wochen=
ſchrift (mit Unf.=Verſich.) geg.
höchſte Bezüge, evtl. feſter
Zu=
ſchuß, geſucht. Meldungen
vormitt. 8—10 Uhr
Beſſunger=
ſtraße 113, 1. Stock. (B11072
Hausierer! Händler!
hohen tägl. Verdienſt. Jede ſaub.
Hausfrau käuft wiederholt. Off.
unter K 94 an die Exped. (*12278
Für Kohlenhdlg. Fuhruntern. geſ.
Off. unt. J. M. 60 hauptpostl. (9650a
Oednungsliebender zuverläſſ.
jüng. Hausburſche
möglichſt im Packen
bewan=
dert, für bald geſucht.
Rad=
fahrer bevorzugt (11132im
Verlags-Anstalt Alexander Koch
Sandſtraße 16.
Junger ſauberer Mann wird
als Brotfahrer geſucht
*12194oi) Müllerſtraße 16, p.
Suche ſof. jung. kräft. Hausb.
(Radf.) Viktoriaſtr. 96, Bäck. (*12200
Laufbursche
geſucht (11095
Gg. Heckmann-Schmidt,
Kurz- Putz- Weiss- u. Modewaren,
Sauberer Hausburſche
als Nachfrager zum ſofort.
Eintritt geſucht.
(11112
Nur ſolche, die längere Zeit
in gleichen Geſchäften tätig
und platzkundig ſind, wollen
ſich melden. Saub. gewandte
Schrift Beding. Dauernde, gut
bezahlte Stellung.
Moriz Landau, Kolonialwaren,
Mathildenplatz 1.
Jüngerer Hausburſche geſucht
Heinrich Jöst,
Kranichſteiner=
ſtraße 15, Bäckerei.
(*12250
Tüchtiger jüngerer
Hausbursche
ſof. geſucht. (Radfahrer) (11144
Gebrüder Nösinger,
Grafenſtraße 19.
Lehrlin,
für Kontor und Laden ſucht
Friedrich Linck, Seilermſtr.,
Schuſtergaſſe 7.
(*12222
Während des
Lawu=Tennis=Turniers
werden
Balljungen
geſucht. Zu melden am
Sport=
platz Böllenfalltor.
(1164
Senelſee e eeree
Kind Pflege genommen. Zu erfr.
Arheilgen, Kirchſtr. 8. (*12226
Besckaufe!
Keisver
Elegante Damen-Halbschuhe
Derby-Lackkappen
Elegante Damen-Schnürstiefel
mit Lackkappen
Moderne Herren-Schnürstiefel
mit Lackkappen
4070 3.50 6.50
Eleg. braune Damen-Halbschuhe 5.75 6.50 7.50
4.30 6.50 7.50
.. 6.50 7.50 3.50
Moderne Boxleder-Kinder-Schnürstiefel
25/26 3.75 27/30 4.— 31/35 4.50
Moderne braune Kinder-Schnürstiefel
25/26 3.75 27/30 1.25 3u35 4.75
Sandalen, Tennisschuhe, Turnschuhe, Segeltuchschuhe,
. .
.
.. Lastingschuhe, Reiseschuhe, Hausschuhe etc. ..
in bekannt grösster Auswahl zu billigsten Preisen.
Schuhwarenhaus
Soderſtr. 90, Ecke Beckſtr.,
große 5 Zimmer=Wohnung m.
Gas, Bad u. allem Zubehör
als=
bald billig zu vermieten. Näh.
Griesheimerweg 19, Kontor. (9777t
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per ſofort zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr
Näh. daſ. part.
(6214t
Viktoridstrasse 96
ſehr ſchöne geräum. 5 Zimmerw. m.
reichl. Zubeh. p. 1. Juli z. v. (8059id
1 Luisenplatz 1.
(11142
eeen eee
zeitl. einger. 4=Zimmerw. mit all.
Zub. zu vermieten. (*12136oim
Riedlingerstr. 33, I.
mod. 4 Zimmerwohn. per 1. Juli
oder früher zu verm. Näheres
Schießhausſtr. 42, part. (B8611ids
Elisabethenstr. 45
Mittelbau, 4—6 Zim.=Wohn. mit
Zubehör, auch f. Geſchäftszwecke
ge=
ignet. Näh. Vorderh., 2. St. (4645if
Grafenſtraße 33 ſchöne 3 bis
4 Zimmerwohnung per 1. Juli
zu vermieten.
(*12251im
ee et ren
ſchöne Manſardenwohnung, 3 Zim.,
Küche uſw. zu vermieten. Preis
300 Mark.
(10390t
Neue Ireneſtr. 63, 1.St., 3 Z. per 1. Juli zu verm.
(10282t
Näh. daſelbſt 1. St
Ludwigsplatz 3 zwei gr. Zim.
(abgeſchloſſen) ſtraßenwärts und
Keller zu 22.50 Mk. zu vermieten.
Näh. im Schuhladen. (11157ids
in der 3 Häuſergruppe an der
Landgraf Georgſtraße
Ecke Sackgaſſe u. gr.
Kaplanei=
gaſſe, ſind zu vermieten und im
Juli oder Auguſt cr. zu beziehen.
Nähere Auskunft bei Harres &
Barth, Saalbauſtr. 79. (10838a
Schulſtraße 10
Büroräume zu vermieten.
Magazin, auch als Werkſtatt
verwendbar, Keller können
dazu gegeb. werd. (10165imds
freundl. 3 Zim=
Stiftstr. 52, II. merwohnung
mit Gas per 1. Juli.
Karlstr. 103
1. Stock, beſtehend aus 3 Zimmer,
2 Manſardenzimmer, Küche ꝛc., p.
1. Juli zu vermieten. Näh.
Aus=
kunft nur im Hinterh. (B9286ids
Viktoriaſtr. 26, Stb. I., groß
3 Zimmerwohn. mit reichl. Zubeh.
per 1. Juli zu vermieten. Näheres
Vorderhaus, parterre. (9657id
Zime
Soderſtr. 64, 2 leere gr. Zim.
part. zu vermieten. (*12131oif
Neue Niederſtraße 11, I.,
2 Zimmerwohnung nebſt allem
Zubehör per Juni. (Weber.) (B9603
Ludwigsplatz 3, 2freundl. Zim.,
unmöbliert, ſtraßenwärts, adgeſchl.
Etage, bei kinderl. Familie an beſſ.
Herrn o. Dame ſofort billig zu verm.
Näh. im Schuhgeſchäft. (9596ids
Wienerſtr. 52, 2 Zimmerw. bis
1. Juni, daſ. Werkſt. ſof. (*122434mf
für 2 Pferde, Remiſe u
Stall Burſchenſtube zu
ver=
mieten Aliceſtr. 11. (10447a
Dieburgerſtraße 6, 2. St. möbl.
Zimmer zu verm.
(*12059soi
Penſion Eliſabethenſtraße 4,
2. Stock, gut möbl. Zimmer, auch
auf Tage u. Wochen. (*12109soim
Bleichſtr. 45, I., möbl. Z., m.
od. ohne Penſ., a. f. 2 Herr. (10554a
Saalbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (11069t
Luifenſtr. 6, III, ſchön mbl. Z.
ſofort zu verm.
(10161t
Grafenſtr. 16, Seitb. II., gut
möbl. Zim. ſofort zu verm. (10781a
Unter Preis
Großes möbl. Zimmer 16 Mark,
ſehr ſch. möbl. Wohn= u. Schlafzim.
34 Mk., auch einzeln. (*11778dsi
Arheilgerſtr. 10 1. Treppe links.
Ganz neues, gut möbl. Zimmer
in feinem Hauſe zu vermieten.
Näheres Expedition. (11049t
Neue Schwanenſtr. 72, 2. St.,
zwei fein möbl. Zimmer an ſolide
Herren zu vermieten. (*12189oim
Mühlſtr. 58, III., Kapellplatz,
gut möbl. Zimmer.
(10207t
ſchön möbl. Zim. p. ſofort. (10389ids Karlſtr. 38, Vdh. I., ſchön möbl.
Zimmer mit Gas zu verm. (9148ids Mathildenplatz 6, I., 3 möbl.
Zimmer zu vermieten. (9632ids Neckarſtr. 16, Gartenbau, gut
möbl.=Wohn= u. Schlafz. (11121ids Forſtmeiſterplatz 5, part, bei
Kutſcher Weber, freundl. möbl.
Zimmer mit Kaffee, 3.50 Mk. pre
Woche.
(B10919 Grüner Weg 17, Manſ., ein
kl. möbl. Zimmer an ſol. beſſeren
Arbeiter od. einf. Fräul. (*11981si Landgraf Georgſtr. 70, 2. St.,
freundlich möbliertes Zimmer zu
vermieten.
(5584ic Teichhausſtr. 38, I. I., können2
anſt. Arb. Koſt u. Logie erh. (*12245 Karlſtr. 20, 2. St., möbl. Zim.
an israel. Herrn oder Fräulein
ſofort zu verm.
(*12208imd Bleichſtr. 26, Gartenh., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (11125ids Neue Ireneſtr. 65 möbl. Zim.
zu verm., ſep. Eingang. (*12224ifs Eliſabethenſtr. 52 frdl. möbl.
Manſ.=Zimmer zu vm. (*12198imd Grafenſtraße 8, II., ſchön möbl.
Zim. m. Schreibtiſch u. ein möbl.
Manſardenz., d. Woche 3 M. (*12274 Aleranderſtr. 15, Mittelbau I.,
möbl. Zimmer zu verm. (*12267ifs Erbacherſtraße 5, Htb. Manſ.,
Schlafſt. f. Arb. od. Mädchen. (*12253 Eliſabethenſtraße 37, Htb., I.,
ſchön. hell möbl. Zim. bill. (*12277im Gegen evt. freie
Wohnung u. Heizung
ſucht einzelner Herr kleine
Familie für Bedienung und
im Stande halten ſeiner Woh=
nung. Angebote unter J 79
an die Expedition. (10801dio [ ← ][ ][ → ]
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
Speziat-Kaus für Damen-
und Rinder-Konfektion
Täglich grosse Eingänge
allerletzter Neuheiten!
Bevor
Sie Ihre Einkäufe machen,
besuchen Sie unser grosses
Spezial-Feschäft
Lassen Sie sich ohne
Kauf-
zwang alles und viel zeigen,
Sie finden bei uns, wie Sie
es suchen; wir haben alle
Grössen u. Weiten am Lager.
Abänderungen
werden tadellos von
bewähr-
ten Kräften ausgeführt; jede
von uns gelieferte Piéce
er-
setzt daher teuere Maßarbeit.
Weisse Batist- und Stickerei-Blusen
1.50, 2.75, 3.50, 4.25, 4.90, 5.50, 6.25 u. höher.
Wasch-Voile- u. Wollmousseline-Blusen
2.85, 4.75, 5.50, 6.90, 7.50, 9.75, 11.75 u. höher.
Wasch-Kostümröcke
3.25, 4.90, 5.50, 6.75, 7.50, 8.75, 11.75, 13.50 u. höher.
Kostümröcke
in Stoffen englischer Art, Fresko,
Voile, Kammgarn, Alpacca : : :
3.90, 4.75, 6.50, 8.50, 9.75, 12.50, 16.50, 19.50 u.höher.
Frotté- und Leinen-Kostüme
13.50, 17.50, 21.50, 29.50, 35.00, 45.00, 65.00 u. höh.
Voile-, Stickerei- u. Wollmouss.-Kleider
9.75, 11.75, 14.75, 19.50, 24.50, 29.50, 34.00, 46.00,
JACKEN-KOSTUME
aus Stoffen engl. Art, blau u. schwarz Kammgarn
24.50, 29.00, 35.00, 42.00, 49.00, 59.00, 65.00 u. höh
Popeline-Mäntel und -Jacken
11.75, 15.75, 19.50, 24.50, 29.00, 34.00, 39.00 u. höh.
Mäntel aus Gloria- und Como- Seide
in allen Farben und Grössen
22.50, 25.00, 39.00, 42.00.
Voile-, Eolienne- und Spitzen-Mäntel
19.50, 23.50, 29.00, 36.00, 42.00, 49.00, 65.00, 85.00
Grosse Auswafil
Lingerie-Blusen und -Kleider
in Batist und Wasch-Voile, mit Hand-Stickereien,
handgehäkelten und Klöppel-Spitzen.
Kurze Taffet-Jacken:: Staubmäntel,
Regenmäntel:: Morgenröcke, Matinés
Unterröcke in Seide, Lustre und Waschstoffen.
Z. m.
6. R. Ludwigstr. 5,
Telefon
2539.
SPEZIAL.-HAUS FÜR DAMEN- UND KIIDER-KONFEKTION.
11126
Straussfedern-Engroshaus Rudolf wolff
Bismarckstrasse 55
Spezialhaus allerersten Ranges in:
Straussfedern :: Pleureusen
Reiher
Bekannt riesige, nicht zu übertreffende Auswahl
in allen Farben und Preislagen.
(7893a
Einzelverkauf zu Engrospreisen u. nur gegen bar.
ke:
„
Beste nährsalzreiche
Gebirgshaferflocken kratie
Aromatisch!
1 Pfund 40 Pfg.
Alleinvertrieb für Darmstadt, unser Mitglied:
Reformgeschäft, Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- u. Genussmittel
Anton Braunwarth. — Fernspr. 971.
Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
44)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Ich ſehe ihn. Er iſt ein ſchöner Mann, aber ſeine
Seele hat dunkle Flecken. Hüte Dich, Baerstochter. Er
lächelt Dir zu. Er hat Dich lieb, aber zu ſeinen Füßen
hockt ein weinendes Weib, ihre dunklen Haare kriechen
wie Schlangen auf dem Boden und Leid ſteht auf ihrer
Stirn. Sie lächelt einem Kinde zu, aber ihr Lächeln hat
blutige Tränen.
Komm zu Dir, Gynna, gebietet das Mädchen rauh,
und ihre Hand faßt hart den dürren Arm der Alten. Du
träumſt närriſches Zeug. Geh ins Haus, rüſte die
Kam=
mer und bereite das Mahl, der Widarhof hat einen Gaſt
welcher der höchſten Ehren wert.
Und ſie ſtürzte an der Magd vorbei, dem Ufer zu, wo
mit einem kräftigen Satz Ingwald Anderſen auf
den=
ſteinigen Kies ſprang und ihr aufjauchzend beide Hände
entgegenſtreckte.
Mit einem Jubellaut warf ſie ſich an ſeine Bruſt,
und unter ſeinen heißen Küſſen kamen ihr die erſten
er=
köſenden Tränen.
Finſter grollend mit ſchweren Schritten kam der Bauer
daher.
Wie ſoll ich Euch danken, Ravna Jonſon, rief der
Kapitän, mit einem Arm Hallgerdr umſchlingend und die
freie Hand dem alten Mann entgegen ſtreckend. Ihr habt
mir das Leben gerettet. Schon fürchtete ich, es könnte mir
ſe ergehen, wie meinem Großvater, der, wie ich Euch er=
zählte, angeſichts eines Hauſes Tag und Nacht vergebens
um Hilfe ſchrie.
Hallgerdr erbebte in Ingwalds Armen.
Um Gottes Willen, ſei ſtill, flüſterte ſie ihm zu, Du
weißt nicht, was ſich inzwiſchen alles ereignete.
Hier iſt nicht der Ort, um über wichtige Dinge zu
reden, unterbrach ſie Ravna Jonſon. Kommt in den Hof,
Herr, da werdet Ihr hören, was ich zu ſagen habe.
Hoch aufgerichtet wie ein König, ſchritt der Alte
vor=
aus, ohne ſich ein einziges Mal nach den Beiden
umzu=
ſehen.
Wollte er Ihnen eine Gnadenfriſt gönnen?
Zögernd folgte das Paar, nicht darauf achtend, daß
die hinter ihnen gehenden Knechte ſich heimlich Zeichen
machten und lachten.
Nun habe ich Dich endlich wieder, flüſterte der
Kapi=
tän Hallgerdr zu, nun biſt Du mein! Du ahnſt nicht, wie
ich gelitten habe in der furchtbaren Einſamkeit des
Eis=
meeres. Mehr als hundertmal machte ich den Verſuch,
über das Eis zu kommen, aber überall gähnten furchtbare
Riſſe und Tiefen. Endlich verſuchte ich es auf
Schnee=
ſchuhen, und es gelang, trotz der Todesgefahr bei jedem
Schritt.
Und die Katla? forſchte Hallgerdr, ſich innig an
Ing=
wald ſchmiegend.
Noch ſitzt ſie feſt. Ich muß verſuchen, ſie wieder zu
gewinnen, denn wer weiß, vielleicht treibt ſie morgen
ſchon zwiſchen Eis und Schnee auf das Meer hinaus.
Ich habe dem Vater verſprochen, ſprach Hallgerdr
tonlos, Bjarnis Weib zu werden, wenn er Dich rettet.
Abſchied heißt es jetzt nehmen, Ingwald Anderſen,
Ab=
ſchied fürs Leben.
Er ſah ihr ſtarr ins Geſicht, dann aber riß er ſie wild
an ſich und bedeckte ihren Mund mit Küſſen.
Das heißt Abſchied vom Leben, keuſchte er. Nein,
nein! Laß mich mit Ravna Jonſon reden!
Er iſt Dein Feind, nimm Dich in Acht, konnte ſie dem
Geliebten noch zuflüſtern, dann ſtanden ſie vor dem Tor
des Widarhofes, an deſſen Schwelle Ravna Jonſon ſie
erwartete.
Am Himmel hing es wie ein aſchengelber Schleier,
und ganze Schwärme ſchwarzer Raben zogen mit heiſerem
Geſchrei durch die Luft.
Geſegnet ſei
Nein, den üblichen, isländiſchen Gruß konnte Ravna
Jonſon nicht vollenden. Er wandte ſich und ſchritt dem
Gaſte ſtumm voran ins Haus.
Geſegnet ſei Dein Kommen, vollendete Hallgerdr des
Vaters Worte feierlich, dann trat ſie hinter dem Gaſt in
die niedere Stube.
Ravna Jonſon ſtand hoch aufgerichtet mitten im
Ge=
mach, und blickte faſt drohend dem Gaſte entgegen, der
jetzt auf ihn zutrat und ſtürmiſch ſeine beiden Hände zu
erfaſſen ſtrebte.
Ihr müßt den Dank nicht wehren, Ravna Jonſon,
ſagte der Kapitän warm. Ihr wißt ja nicht, was es heißt,
monatelang eingekeilt zu ſitzen und nichts zu ſehen als
Schnee und Eis und ganz in der Ferne das Land, das
man nicht erreichen kann. Und dabei die Sehnſucht, die
brennende Sehnſucht im Herzen nach der einen, ohne die
man nicht leben kann. Wißt es denn, Ravna Jonſon, ich
bin gekommen, über das Eis gekommen, um Euch zu
ſagen, daß ich Euer Kind liebe von ganzem Herzen und von
ganzer Seele, und daß ich nichts ſehnlicher wünſche. als
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Seite 15.
ete e er r e e enehte nen
fernes Vaterland. Zuvor jedoch ſind noch einige
Hinder=
niſſe zu überwinden, und ich hoffe, Ihr, Ravna Jonſon,
werdet mir dabei helfen, denn es gilt ja das Glück Eures
einzigen Kindes. Ich habe Hallgerdr lieb gehabt, fuhr
er tief aufatmend fort, ihren blonden Kopf zärtlich gegen
ſeine breite Bruſt drückend, als ich ſie zum erſten Male
ſah. Wie ein Blitzſtrahl iſt dieſe Liebe in meine Seele
gefallen, und ich bitte Euch innigſt, ſeid Ihr freundlichſt
ge=
ſinnt, dieſer Liebe, denn ſie iſt von Gott geſandt.
Nein, vom Teufel! ſchrie Ravna Jonſon wild auf.
Zurück, Herr! Rührt mir das Mädchen nicht an. Ihr habt
keinen Teil an meinem Kinde. Meint Ihr, ich hätte darum
ein ganzes Leben lang ſo ſchwere Bürde getragen, ohne
Lachen, ohne Glück, um meinem Todfeinde mein einziges
Kind zu überantworten? Habt Ihr mir nicht ſelbſt
er=
klät, daß der Hof verflucht iſt, verflucht durch Euch und
Euere Vorfahren bis ins fernſte Geſchlecht? Hat ſich nicht
dieſer Fluch an uns bewahrheitet ſeit Jahr und Tag? Hat
er uns nicht alles Leben genommen, und hat unſer einſt
ſo lachendes Haus in einen Hof des Schweigens
gewan=
delt, wo es wie Todesgrauen durch die Räume zieht?
Was ſtarrt Ihr mich denn ſo wahnſinnig an? Glaubt
Ihr mir nicht? Faßt Ihr noch nicht, daß der Hof, von
dem einſt Euer Großvater in ſeiner Todesnot Hilfe
er=
flehte, der Widarhof war, wo man ruhig weiter duſelte
und nicht daran dachte, den Schiffbrüchigen zu helfen?
Ingwald Anderſen ſtrich wie verzweifelt über ſeine
Bohe Stirm.
dete derilteden den derſind derſernt igs re
er eigentlich für närriſches Zeug? =Wollte er ihn nur
ſchrecken? Der Widarhof ſollte die Stätte ſein, die er und
ſein Vater ſo lange vergeblich ſuchten?
Ihr träumt, alter Freund, lächelte er gezwungen,
Ravna die Hand auf die Schulter legend, kommt nur erſt
wieder zu Euch.
Der Bauer ſchüttelte die Hand des Kapitäns
un=
wirſch ab.
Ich wollte, es wäre ein Traum, knirſchte er zwiſchen
den Zähnen, ich wollte, ich könnte all das Schreckliche
un=
geſchehen machen, aber wie hölliſches Feuer brennt es alle
Tage in meiner Bruſt, daß ich meinen Todfeind, Ingwald
Anderſen, beherbergte und ihn doch nicht niedergeſchlagen
habe. Und Ihr kommt wieder in mein Haus, ahnungslos,
und ich könnte wieder wie damals in der Nacht, als Ihr
das erſte Mal hier zu Gaſt waret, heimlich zu Euch
ſchlei=
chen und die Axt über Euerem Haupte ſchwingen und Euch
erſchlagen, wie ich damals wollte, aber ich will nicht. Ich
hätte Euch da drüben auf dem Eiſe umkommen laſſen
können, wie es meine Ahnen mit den Eueren getan. Aber
auch das wollte ich nicht. Auge in Auge wollte ich Euch
gegenüber ſtehen. Rechenſchaft wollte ich von Euch
for=
dern, daß Ihr mein und der Meinen Leben vernichtet habt
durch Eueren Haß, der Schuldige und Unſchuldige traf.
Durch ein ganzes Leben haben wir ihn geſchleppt, und
wenn es auch tauſende gibt, die an eine ſolche Vergeltung
nicht glauben, wir, mein armes Weib und ich haben es
erfahren, daß Euer Fluch unſer Glck in Stücke brach.
Iir ant in dicht zu hober zu Gueten def und
zu Euerer Rache, Ihr meint, daß die Sünden der Väter
heimgeſucht werden müſſen an den Kindern. Wohlan denn,
treibt Euer Rachewerk zu Ende. Hier ſtehe ich, Ravna
Jonſon, bereit zu ſühnen, was die Meinen verbrochen,
aber auch Ihr, Kapitän, ſollt fühnen, was Euer Fluch uns,
den Unſchuldigen, getan. Rührt Euch, Kapitän. Einer
von uns iſt zu viel auf der Welt, das werdet Ihr wiſſen.
Rührt Euch denn zum Kampf. Da draußen vor dem Hauſe
iſt Platz. Ein Ringkampf, wie es Sitte iſt in unſerem
Lande, aber ein Ringkampf auf Leben und Tod, das ſoll
die Loſung ſein.
Vater! ſchrie Hallgerdr entſetzt auf, Vater, beſinne Dich.
Nicht als Feind kam Ingwald zu Dir. Deine heutige Tat
hat die Schuld ausgelöſcht. Fühlſt Du denn nicht den
alten, böſen Zauber weichen? Sieh, auf meinen Knien
flehe ich Dich an, mach Frieden mit Ingwald Anderſen,
und Du, Ingwald, mit dem Vater. Welch ein ſeltſames
Geſchick hier auch walten mag, das mich den Feind unſeres
Hauſes lieben ließ, ich weiß, daß er groß genug denkt, um
in ſeinem Herzen eine Schuld auszulöſchen, die ein
Schuld=
loſer trug. Sprich, Ingwald Anderſen, willſt Du den
Fluch von dem Widarhofe nehmen, um unſerer Liebe
wil=
len, die Liebe, die alles verzeiht, die glaubet, die trägt,
die Berge verſetzt? Willſt Du das? Kannſt Du das,
Ing=
wald Anderſen?
Totenſtill war es eine Weile in der Stube.
(Fortſetzung folgt.)
Woussenletrteste
Dienstag
Mittwoch
15. Mai
14. Mal
verkaufen wir die bei dem grossen Mousseline-Geschäft sich angesammelten Reste und Abschnitte
zu ganz bedeutend ermässigten Preisen.
Die Reste liegen im Parterre-Lokal auf Tischen aus.
Günstige Kaufgelegenheit für Mousselin-Kleider, Blusen, Morgenröcke, Matinées, Kinderkleidchen, da wir Mousselin nur in bekannt guten Qualitäten
führen, deren gutes Tragen und vorzügliche Haltbarkeit in der Wäsche dadurch gewährleistet ist.
(11093
Rabatt-Marken.
11
Gebr. Höslein, Ludwigsplatz.
Hatblamen, Laube Frachte etc.
kauft man am besten und billigsten im Spezialgeschäft.
Bei meiner
Riesen-
Aus-
wahlvonca. 20000 Hargarmaren
findet jedermann etwas Passendes! (7960a
garantiert echt, in jeder Qualität,
Straussfedern ries. Auswahl, bekannt bill. Preise
Flügel, Reiher, Fantasiefedern, Hutnadeln etc.
Hutborden, Rosshaarborde, Holzspahn u. Ramieborde
10 Meter-Stück 2.20, 3.−, 3.90 Mk.
Meter 10 Pfg.
in 40 Farben
40, 60 und 70 Pfg.
Moderne Drahtfassons.
Drahtband
Hutdraht 10 Meter 12 Pfg.
Engros. Modistinnen hohen Rabatt. Endetail.
Ludwigsplatz !
e relephon 1227.
Schubkeg
Jedes
Etikett
der
Hohenlohe
Erbswurst
vorzüglichste Erbssuppe
2 bis 3 Teller 10 Pfg.
gilt als
wertvoller Gutschein!
(4419)
ſalle Gemniſe=
und Tomatenpflanzen
(16730a
hat abzugeben
Karl Walter,
Gärtnerei, Alter Arheilgerweg.
Maurm
ohne Lötfuge,
Flach-
u. Kugelform in 8, 10,
14 u. 18 kar. Gold d.
Paar v. 10 bis 80 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Grössen stets vorrätig. (191a
L. Borné, Hoflieferant,
Uhren, Gold- u. Silberwaren
25 Ernst-Ludwigstrasse 25.
Stärke dein Haar mit
Mvosotil!
Kein Haarausfall, keine
Schin=
nen, kein frühzeitiges Ergrauen
mehr, kein Weiterleben von
Mikroben. Amtl. unterſucht,
patentamtl. geſch. Von größ.
Heil=Inſtit. beſond. empfohl.
Von hoh. ärztlich. Autorit.
im Gebrauch.
Myosotlt
Eine Umwälzung auf dem Gebiet
der Haarpflege durch neueſte
hygie=
niſche Erforſchung. Keine Kräuter,
kein Teer, kein Alkohol, keine
Nach=
waſchung. Großartig, angenehm
wirkend auf Haut. Haar und
Nerven. Ein noch jüng. Herr, der
trotz all. vorh. Mittel ſich nicht mehr
zu helfen wußte, teilt uns mit: Zu
mein. größt. Freude kann ich Ihnen
mitteil., daß das von Ihnen bezog.
Myoſotil v. großart. Wirk. iſt. Nach
Gebr. d. erſt. halb. Flaſche war der
Ausfall ſchon gehemmt, hörte dann
ganz auf, u. werde ich nach weit.
Gebr. w. ein geſund. Wachstum erziel.
Hochacht. P. B., Beamter. — Ein ca.
60jähr. Herr ſtaunte, daß ihm eine faſt
enthaarte Stelle nach kurz. Gebr. m.
Myoſotil wied. auswuchs. — Mütter
gebrauchet auch Myoſotil für Euch u. Eure Kinder, wenn auch nur
zweimal wöchentl.! Es lohnt ſich tauſendfach. Myoſotil iſt die Fl.
f. Mk. 2.50 erhältl. — Engroslager b. Guſt. Weth, Frankfurt a. M.
Depots: G. F. Frank, Parf., Eliſabethenſtr., C. Schwinn, Hof=Drog.,
Rheinſtr., G. Liebig & Co. Nachf Drog., Luiſenſtr., G. Schmidt
Nachf., Parf., Luiſenſtraße, F. B. Grodhaus, Parfümerie. (7901fI
Se ee Ze e
Schutzmarire.
Widerstandskraft
Gesundheit und
Wohlbehagen
gewinnt man durch das Tragen von
Schiessers
Abhärtungs=Wäſche
aus indischer Nesselfaser gefertigt. Schneeweiss und
seiden-
glänzend, verbindet dieselbe mit einem eleganten Ausschen
grösste Dauerhaftigkeit und mässigen Preis.
Höchste dauernde Porösität, kein Verfilzen.
Höchste Aufsaugungsfähigkeit. Schnelles Verdunsten des
Schweisses. Kein nasskaltes Anlieren der Wäsche.
Grösste Beförderung des Stoffwechsels. (8847a
Von ersten Autoritäten glänzend begutachtet.
Zeugnisse, Prospekte, Proben gratis und franko.
Niederlage bei: Arthur Sittig, Louisenplatz 4.
e e eete rten, Sorich an. .
K pr. Vittoriaſtr. 67, pt. (*12147oi G perk. beil. Lieh, Heranderstr. z. (651a
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
biliige kurswaren
für die
Tinigsr Schneiderer
Dienstag
den 14. Mai
Freitag
Mittwoch
den 17. Mai
den 15. Mai
Die Preise sind nur während dieser Tage giltig.
Samstag
den 18. Mai
run 2.
Farbige und schwarze Nähseide Stern 4 Pfg.
. 4 Pfg.
1 Dutzend Druckknöpfe, rostfrei
. 4 Pfg.
6 Pakete Haarnadeln . .
2 Briefe Nähnadeln
. . . 4 Pfg.
4 Stück Fingerhüte
. . . 4 Pfg.
2 Paar Eisengarn-Schuhriemen . . . 4 Pfg.
2 Dutzend Porzellanknöpfe . . . . . 4 Pfg.
. 4 Pfg.
1 Dutzend Mangelknöpfe . .
2 Dutzend Hosenknöpfe . . . . . . 4 Pfg.
4 Dutzend Schuhknöpfe
. . 4 Pfg.
5 Stück Schneiderkreide . . .. . . 4 Pfg.
1 Dutzend Zelluloid-Kragenstützen . . 4 Pfg.
1 Zentimetermaß . .
. 4 Pfg.
2 Stück Bobbin-Band
. 4 Pfg.
2 Pakete Haken und Augen, lackiert . 4 Pfg.
2 Dutzend Knopfformen . .
. . 4 Pfg.
Engl. Futter, imitiert, 100 cm breit, Mtr. 48 Pfg.
Steifleinen
. . 42 Pfg.
Pfg.
Für
1 Brief Stahlsicherheitsnadeln, sortiert 8 Pfg.
25 Stück Stopfnadeln . . . . . . . 8 Pfg.
1 Meter Gardinenband mit Ringen 8 Pfg.
2 Brief Stecknadeln mit schwarzen und
farbigen Köpfen .
. . . 8 Pfg.
1 Taillenverschluss
. . . . 8 Pfg.
1 Kragenhalter mit Schieber . . . . 8 Pfg.
1 Paar Macco-Schuhriemen . . . . . 8 Pfg.
1 Karton Haarnadeln „Negresse‟ . . 8 Pfg.
1 Paar Korsettschliessen .
. . . 8 Pfg.
5 Meter Rouleauxkordel
. . . 8 Pfg.
. 8 Pfg.
2 Dutzend Beinknöpfe . . . . .
2 Spiel Stricknadeln . . .
.. . 8 Pfg-
3 Dutzend rot-weisse Buchstaben . . 8 Pfg
1 Schablonenkasten .
. . . 8 Pfg.
1 Dutzend gut schliessende Druckknöpfe 8 Pfg.
Kleider-Satin
in vielen Farben
Meter
Pfg.
Für
Pfg.
1 Meter Knopflochgummiband
6
2 Kärtchen Maccogarn
4 Brief Stecknadeln .
4 Stück Halbleinenband . . . .
1 Dutzend Perlmutterknöpfe . .
tic
1 Dutzend Schuhriemen . . .
1 Dutzend Taillenstäbe . .
,,
1 Stück — 10 Meter Jaconettband . .
5 Brief Lockennadeln, extra stark . .
6 Stück Porzellanringe . . . . . .
Wäscheband, Frisolett . . . . Meter
2 Karton Reissnägel . .
1 Paar Armblätter .
S
Lamalitzen in versch. Farb., St. 10 Mtr.
1 Stück Taillenband — 5 Meter . . .
1 Dutzend prima Druckknöpfe
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
12 Pfg.
Taillenfutter, gute Qualität . . Meter 38 Pfg.
Schwarze Taffette . . Meter 1.45, 1.25, 95 Pfg.
Rabattmarken.
(11123)
Konsummarken.
Empfehle vorzügliche
Saat- und
Speise-
kartoffel (ndustrie)
sowie Futterkartoffel
z. billigſtem Tagespreis
Ph. Germann
Karlsſtr. 63½ (B11146) Tel. 1299.
gegen Platzmangel ſofort zu
Mverkaufen: 1 großen, 2tür.
Eisſchrank faſt neu, 1
Mineral=
waſſer= u. Limonaden=Apparat
mit Abfüll=Maſchine, faſt neu,
1 6=ſitz. Break, auch als
Geſchäfts=
wagen eingerichtet, faſt neu. Näh.
in der Exped. ds. Bl. (B11111
1 Sprungfedermatratze94X191
gut erhalten, billig zu verkaufen
Nieder=Ramſtädterſtraße 45,
Werk=
ſtätte.
(10979soi
Kakao-
pro Pfund 80—240
Verlangen Sie in unſerer Filiale
Gratisqualitätsproben!
Ernſt=Lndwigſtraße 19.
Srohkatc
für Damen, Herren und Kinder
in riesiger Auswahl empfiehlt
Belgisches
Lambert Gelée, Hutlager
12 Karlstrasse 12.
(*12242
Eigenes Putzatelier und Reparaturwerkstätte.
Kernseife
Salmiak-, Terpentin-,
Kern- u. Schmierseife.
Prima weisse und
Iuz. W. Prasser
Schulstrasse 10
Telephon 71.
Sämtliche
Waschpulver u. Extrakte
Bleichsoda, Persil
Panamaholz.
Stets erhalten Sie die
schwarz-
weissen Rabattmarken des
Rabatt-Sparvereins.
Echte Schweizer Stickereien
aus St. Gallen sind eingetroffen.
Schön gestickte Roben, Blusen in verschiedenen Farben,
sowie ganz bestickte Stoffe, Roben- u. Blusenstreifen.
Stickerei für Wäsche.
Die Stickereien sind fein, die Farben waschecht.
Sehr billige Preise.
(11085a
Mühlstrasse 54,
Frau Christoph, am Woogsplatz
Morgen: Ziehung.
Die beliebten
Schlossfreibeits-Geldiose
à 1 Mark,
Hauptgewinn 20000 Mk.,
zu haben:
2262
Lotterie-Agentur
Fr. Marguth, Darmstadt,
Ecke Große Ochſengaſſe.
Filiale: Marktſtraße 3.
Schirmſahriſ Schlüter,
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen per
ſofort, billia und gut. (78941
(11089if
Kardinen z. Wasch., Spanu. od. Büg., d.
G Blatt 50 Pf. nimmt an Wäscherei u. Bügelei,
Lichtenbergstr. 23. Vdh., I., Iinks. (*12213
te werd. j. Geſchm. entſpr. ſchick
u. fein angefert., ält. H. mod.
um=
gearb. Ludwigspl. 8, Vdh., III. (10553a
Dachdeckerarbeiten
werd. prompt u. billigſt ausgeführt
11127a) L. Christen, Kaupſtr. 45.
Modes.
Hüte werd. ſchick u. bill. garniert,
alt. Material prakt. verw. (9109a
Dory Leissler, Gr. Ochſengaſſe 18
NassTa
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telefon 1679.
— (11128a
Schrei bmaschinen-
Arbei ten
Diktate
in separatem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schnel l-sauber
diskret-billig.
Parkettböden
werd. gerein. Dieburgerſtr. 4. (5073a
Frau empfiehlt ſich im
Aüs=
beſſern von Wäſche, Damen= und
(B9110
Herrenkleidern
3. St.
1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
30 115.
Dienstiag, 14. Mal.
1912.
SrorfC
Keaskfeider
aiter Preis
Es ist mir gelungen, einige grössere Posten neue Kleiderstoffe in nur guten Qualitäten zu erhalten, die ich zu
ganz bedeutend herabgesetzten Preisen, grösstenteils für die Hälfte des regulären Wertes, zum Verkauf stelle,
und bitte höflichst, sich von der Preiswürdigkeit dieser Gelegenheitsposten gefl. überzeugen zu wollen:
Einen Posten Kinder-Karo
90 cm breit,
. . Meter
Einen Posten gestreifte Stoffe
90 cm breit,
. Meter Mk.
Einen Posten Blusenstoffe,
70 cm breit
Meter Mk.
Einen Posten Feinwollene Kleiderstoffe
90 cm breit
. Meter Mk.
Einen Posten Alpacca und Voile
90 cm breit
, , „
Meter Mk.
90 P
110
110
1.20
1.40
Einen Posten Kleider- und Costümstoffe
Reine Wolle, 110 cm breit
. Meter Mk.
Einen Posten reinwollene Kleiderstoffe
90 cm breit
. Meter Mk.
Einen Posten reinwollene Kleiderstoffe
90 cm breit,
Meter Mk.
Einen Posten Feinwollene Kleiderstoffe
90 cm breit,
. . Meter Mk.
Einen Posten Kleiderstoffe mit eleganter Borde,
110 cm breit,
. . . Meter Mk.
Einen Posten engl. Costümstoffe
130 cm breit . . . . . .
jetz zt. 2.50
1.40
1.
00
Sämtliche Posten sind in verschiedenen Farben und Dessins gut sortiert und entsprechen der jetzigen Mode.
ich bitte um gefl. Besichtigung meiner Schaufenster.
(11129
Markt-
platz
Hoodor 1vh Darmstauth
Ludwig=
strasse 1.
Telephon 1208.
Nur
Mark 1.10
koſten 4 Pfund
prima
Kern-Seife
½ weiß
½ gelb
10 Pfund Mk. 2.65
Anton Fischer
Adler-Drogerie
Hur (5996a
Frankfurterstrasse 12 u. 14.
wihinal
Pistole. Neuestes Modell.
Kalber 6,35 mit dreitacher
mechanischer Sicherung.
Original-Tabrikepreis bate. 36.
bei Teilzhlg.
mit 10½
Aufschlag,
Monatsrate S 1 12
Auf Wunsch 5 Tage zur Ansicht, ohne Kaufzwang.
Ferner empiehlen Jasdgewehre
aller Art, Kameras. Ferngläser,
Reiseartikel,Rohrplatenkoffer ete.
Spezialkataloge kostenfrei.
KöhlerzCo., Breslau5
Postfach 208/2
ſchw. Pianino zu verk. oder
verl., ebenſo Gemälde u.
ampen. Näh. Exp. (*12145oim
Ein gutes Sofa, reinl.
Mädchen=
bett , Schrank u. Waſchtiſch zu
verk. Schießhausſtr. 120, pt. (*12146oi
Außer meinem Kolonigk., Obſt=
3u. Gemüſegeſchäft führe eine
getrennte Abteilung für
Farben u. Lacke
aller Art.
Spezialität in
Lußbodenfarben und Lacke
in allen Nuancen u. Preislagen.
Nur erſtklaſſ. Fabrikate billigſt.
Oelfarben
aller Art, fertia z. Selbſtanſtreich.,
loſe gewogen. Peinlichſte
Zuberei=
tung der Farben u. Lacke unter
Garantie, ſowie Anleitung zur
Ver=
wend. derſ. nur d. bewährte Fachleute.
Parkett= u. Linoleum=Wachs
Terpentin, Sangaiol
Leinöl, roh und gekocht
Fußbodenſtauböl, Stoffarben,
ſowie alle in dieſes Fach
einſchla=
genden Artikel. (10014a
Ecke Arheilger- u. Fuhrmannstrasse.
Kaſt neuen eckigen Landauer, ſehr
gut. gummiber. Glaslandauer,
Lleichte Schiffslandauer, 2 Mylords,
2 eleg. Vis-ä-vis, wov. d. e.
aummi=
bereift, 2 Halbverdecks zum Selbſtf.,
z leichte Parkwagen, wov. der eine
f. Pony, hocheleg. Damen=Phaeton
m. Verd. u. Gummiber., verſchied.
Kupees, 2 u. 4räd. Docgards, 4, 6 u.
sſitz. Jagdwag., 2 leichte Braeks, a.
f. Geſchäftszw. geeig, ſowie 2 ſehr
gute Hotel=Omnibuſſe u. div.
Ge=
ſchäftswagen abzugeben (10996soi
B. Mohrmann, Grossh. Hofschmied.
Bleichſtraße 15. Telephon 1075.
4—6 PS., liegend, möglichſt Deutz,
gegen Kaſſe geſucht. Offerten mit
Angabe des Preiſes, Fabrikates,
Nummer, frei Bahn, sub. K 73
an die Exped.
(11120
Prima Speiſekartoffeln
Induſtrie, auserleſene Ware
empfiehlt (*12207im
Jos. Bschirrer, Früchtenhandl.
Heidelbergerstrasse 95, Filiale Ecke
Hoifmann- u. Nieder-Ramstädterstraße.
TFäglich friſches Kalbsgekröſe,
Lungen, Leber, Herzen ꝛc.,
Hammelsbruſt, Hammelsbraten,
Kalbsbraten, gerollt.
Kalbsnieren=
braten in allen Größen vorrätig.
Spezialität: Gehackte
Kalbskotte=
letts in allen Größen vorrätig.
Louis Hein, Hofmetzger,
(10254a
Schuſtergaſſe 19.
Garten=Kies
liefert H. Kaus, Grüner Weg 93,
(B8587
Telephon 1591.
faſt neuer Sitz= u. Liegewagen
1 billig zu verkaufen (*1327
Arheilgerſtr. 75 II. (Eing. Irenſtr.).
Ein P. neue Mädchenſtief., Nr. 38,
EKnabenanz. (14J)Herrenſtief.
u. 1Kinderbettſt. Aliceſtr. 32, I (*122s
Einen eleganten Sitz= u. Liege=
Ewagen abzugeb. Beckerſtr. 26,
2. Stock, links.
(*12238
VZur Beseitigung von
Gesichtzu. Körperhaaren
Damenbart
ist
tatsäch-
lch das
beste Mittel
der Weit
„Subito
weil es die
Haare
sofort
schmerzlos
entkernt
radikal mit Wurzel
o das ein Miederwaeinen
dieser Haare ausgeschlossen
ist. Keine Hautreizung und
beser alsElektrolzse. * 101.38
Garantie absol. unschädl.
eichererErfols. Preis 3.50 t.
Preiegesröngod Hedalle Tachanigehr.
Versand diskret geg. Nachn.
od. Voreinend (auchbriekm.)
Friedrich Tillmann
Elisabethenstrasse 21.
Besuchen Sie
den
Gelegenheits-
Bazar
Dieburgerstrasse 18
Sie finden dort
Damen-Kleiderstoffe
Herren- und
Damen-Wäsche
Knaben-Anzüge
Arbeiter-Kleider
Schuhwaren
für Herren, Damen und
Kinder
in größerer Auswahl
zu billgen Preisen
Gelegenheits-Bazar
J. Gottlieb
Darmstadt
Dieburgerstraße 18.
11115a
Sdein Händier beonahit mest 1
gebr. Schuhwerk u. Kleider
wie C. Minkler Langgaſſe 10.
Chriſtliches Geſchäft. (*12236ii
Ein w. gebr. Stehpult u. eine
Raſenmähmaſchine zu verk.
Pfründnerhausſtr. 18, 1. St. (*12217
SchwarzerSchales m. geſt. Ecke u.
Spitze bill. abzug.
Wilhelminen=
ſtr. 35, Htb. parterre r. (*12148oim
Billig zu verkaufen:
1 Zweiſpänner=Landauer, 1
Ein=
ſpänner=Halbverdeck, 1 vierſitziges
u. zweiſp. Kupee, 2
Zweiſpänner=
u. 2 Einſpänner=Geſchirre
Rückert=
ſtraße 8.
(B11100
Wegen Geſchäftsaufg.
1 Gummiwag., Landauer, 2
Zwei=
ſpänner= u. 2 Einſpänner=Geſchirre,
Heu, Stroh, Gießkanne, Eimer uſw.
Pankratiusſtraße 16. (*12216
Zu verk. 2 weiße Batiſtleider
Gr. 44, 1 w. Backfiſchbluſe, ſchw
Spitzenumhang und verſch. Bluſen
für ält. Dame Riedeſelſtr. 70, I.
Anzuſehen nachmittags. (*12241
Ein Sofa
ſehr gut erhalten, billig zu verk.
Wilhelmſtr. 20, part.
(B11134
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
ich
16 Schuhe. Zahled.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (10724a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
I
Wer dort ? (0775m
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
ggetragene Herren=
Ichkaufe u. Damenkleider,
Schuhe, Wäſche u. ſonſt.
Gegen=
ſtäude. Poſtkarte gen. (*12071soi
J. Blum, Trödl., Gr. Bachg. 19.
2oost
Wer dort?
Hier M. Obstfeld, Althändler,
7 Kleine Bachgaſſe 7.
Kaufe getr. Kleider, Schuhe, Möbel,
alte Waffen, Fahrräder,
Zahn=
gebiſſe. Tel.=Nr. 2085 oder
Poſt=
karte, kommeauchauswärts. (10665a
Kaufe
1915n)
getrag. Kleider,
Schuhe ꝛc. zu den
höchſten Preiſen.
Poſtkarte genügt.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe
Haare
ausgekämmte und abgeſchuettene,
kauft fortwährend zu den höchſten
(10303a
Preiſen
für Damen, Herren und Knaben
Touristenhemden
Touristen-Selbstbinder
Touristenkragen
Touristenvorhemden
Touristenstrümpfe
Touristengamaschen
Wickelgamaschen
Ledergamaschen
Touristenstöcke
Touristengürtel
Tricothemden mit Einsätzen
Günstigste
Einkaufsquelle für
Bauunternehmer,
Architekten und
Hauseigentümer.
Seite 18,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113.
. Hachenburger
D Rheinstrasse
Telefon 2560
115 Karlstrasse 115
Bamnaumnsaananauananunnnanaanaunnnuannnunnannnnnamunaannsann
FLUrlEr!
(10904si
Tennis-Sweater für Damen und Herren.
Morgen Mittwoch, den 15. Mai
garantiert unwiderruflich
Eivuuuss ubl Darmstadter Schonlleinell-Goia Loderie
Gesamtgewinne: Mark
1
S
Buchheim & Heister
Hier zu haben
bei den Kgl. Preuss. Lotterie-Einnehmern
Lose à 1 Mk.
Hilsdorf, Kullmann, Ohnacker, Petrenz
11 Stück 10.− Mk.
und Schmidt
Nach auswärts
und allen durch Plakate kenntlichen
Porto u. Liste 25 Pfg. extra.
Verkaufsstellen.
(10867P
Liebigstrasse 48 DARMSTADT Telephon-o4t
Ausführung von Wandplattenverkleiundgen,
Fuss-
bodenplattenbelägen in Ton, Mosaik- und
Zement-
platten, Asphaltbeläge, allen Beton- und
Eisenbeton-
arbeiten, lsolierungen, Holzpflaster
Baumaterialien-Handlung
Wand- und Fussbodenplatten — Zement
Kalk — Gips — Karbolineum
Teer
lsolier- und Dachpappe usw.
(2297
Mässige Preise!
Gute Qualitäten!
Nußſchalen=Extrakt
à 80 Pfg., 1.40 z. Dunkeln der
Kopf= u. Barthaare, aus der kgl.
bayer. Hofparfümerie C. D.
Wun=
derlich in Nürnberg. Rein
vege=
tabiliſch, garantiert unſchädlich.
1
Prima däniſches Ochſenfleiſch
per Pfund 80 Pfg.
Prima däniſches Rindfleiſch
Kunstgewerbliche Tapeten
Kein
Laden!
Erich Meinhardt
Kein
Obere Rheinstrasse 6, am Schloss Laden!
à 80 und
Dr. Orfial’s Nussdl, 140 Pfg.
z. Dunkeln d. Haare zugl. ein fein.
den Haarwuchs ſtärkendes Haaröl.
Wunderlich’s echt und ſofort
wirkendes Haarfärbemittel für
Schwarz, Braun u. Dunkelblond
3 Mk. 1.50 u. Mk. 2.75 bei (V1942
per Pfund 70 Pfg
Ecke Ober- und Schlossgasse.
Georg Appfel,
Telephon 929. (10836a
A. Walchner, Nachf.,
vorm. E. Scharmann, Hoflief.
Ecke Eliſabethen=u. Luiſenſtraße.
Gehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5. 2. Stock. (10073a
Dampfreinigungsanstal
(5949a
Bettfedern u. Daunen
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Barchent, Feder-
und Daunenköper.
I. Böttinger
Hofſtallſtraße 6
(nächſt dem Mathildenplatz)
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes
Geſchäft dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u.
Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.
Ales Far
in Ihrer Küche
wenn Sie Dr. Gentner’
üssiges Metallputzmittel
(o
„Gentel
verwenden. Ohne Mühe haltbaren
Hochglanz. Alleiniger Fabrikant auch
der so beliebten Schuncréme „Aprin‟:
Carl Gentner, Göppingen.
(9393a
Tapeten-
Grosshandlung
empfiehlt sich für
Stadt und Land.
Pelz- u. Wollwaren
werden unter Garantie gegen
Mot=
ten und Feuersgefahr aufbewahrt. (5999a
nur Wilhelminenstrasse 7
Carl Hau Teleſon 1533.
Damen-Konfektion Elise Mayer
Karlstrasse 11
II.
Maßanfertigung eleganter, sowie einfacher Damen-Garderobe.
Schicker Schnitt, gute, solide Arbeit bei billigster Bedienung
(8816a
zugesichert.
Feinste Referenzen.
ner 113
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Seite 19.
Pomaden und Dele
)bringt niemand in ſein Haar, der es
ſich dauernd erhalten will. Sie ſind
Haartöter, weil ſie das Haar
ver=
ſchmieren, die Poren verſtopfen und
die zur Erhaltung des Haares
not=
wendige Hautatmung unmöglich
machen. Bei ſtändigem
Javol=
gebrauch wird das Haar leicht jede
gewünſchte Form der Friſur an= 3
nehmen, und trotzdem werden die
Nachteile, die die Anwendung von
Pomaden und Oelenhat, vermieden. „Javol” kräftigt ferner
das Haar und beugt dem Haarausfall vor. „Javol” wird
nur in Originalflaſchen zu 2 M. und in Doppelflaſchen zu
3,50 M. verkauft. Es wird fetthaltig für trockenes Haar und
fettfrei für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Hoppegarten.
Oberhof=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Kgl.
Hauptgeſtüt Graditz’ Grita (F. Bullock), 2. Orkade (Fox)
3. Sekret (W. Bullock). Tot. 23:10. — Schwarzkünſtler=
Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Frhrn. S.
Alvon Oppenheims Royal Blus (Archibald), 2.
Schön=
brunn (M. Aylin), 3. Illuſion (Jentzſch). Tot. 34:10.
Henckel=Rennen; Ehrenpreis und 25000 Mark, Diſtanz
1600 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt Graditz’ Flagge (F.
Bul=
lock), 2. Carino (Fox), 3. Alvarez (Rice). Tot. 16:10.
Preis vom Fließ; 5000 Mk., Diſtanz 1400 Meter: 1. Kgl
Hauptgeſt. Graditz’ Gulliver II. (F. Bullock), 2. Rax II
(Raſtenberger), 3. Einſicht (Rice). Tot. 14:10. — Burg
wart=Rennen; 3800 Mk., Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn. O
Kampfhenkels Reichspoſt (Gagelmann), 2. Preisfrage
Caſper), 3. Bode (Scheffer). Tot. 31110. — Gaſtgeber=
Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Frhrn. H.
v Reiſchachs Octopus (Shurgold), 2. Waterman (
Ra=
ſſtenberger), 3. Hades (Lane). Tot. 14:10. —
Pulche=
rina=Rennen; 7300 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Kgl.
Hauptgeſtüt Graditz’ Waſſerlilie (F. Bullock), 2.
Huſaren=
liebe (W. Bullock), 3. Siena (Lane). Tot 16:10.
Rennen zu Breslau. Die Rennen zu Breslau
fänden am Sonntag bei prachtvollem Wetter ſtatt.
Lei=
der ereignete ſich im Romolkwitzer Jagd=Rennen ein
ſchwerer Sturz, da Leutnant Graf Bredow mit
Frhrn. von Buddenbrocks „Mir auch mal” am
Waſſer=
graben ſo unglücklich zu Fall kam, daß er einen
Schä=
delbruch erlitt. Im Tribünen=Jagd=Rennen, der
Hauptnummer des Programms, führte Florian den
ganzen Weg über vor Sturmwind, Regina und Peene.
Nach der letzten Hürde rückte Sturmwind auf und ſchlug
Flortan nach Kampf.
Rennen zu Düſſeldorf. Eröffnungs=Flach=
MRennen: 2000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Lt. Röncken=
Adorffs Self Controll (Mae Farlane), 2. Cryſtal Star (R.
Francke), 3. Prolixe (Baſtian). Tot. 46:10. —
Neander=
ſhal=Jagd=Rennen; 2000 Mark. Diſtanz 3200 Meter:
Hrn. Mecklenburgs Ruhm (Miſchon) ging allein über
die Bahn. — Grafenberger Hürden=Rennen; 2000 Mk.,
DDiſtanz 2800 Meter: 1. Hrn. E. v. Benningſens Waſſer=
Unaus (Holoubeck) 2. Niſſa (Miſchon). Tot. 25110.
Frühjahrs=Jaad=Rennen; 7000 Mk., Diſtanz 1400 Meter:
I. Hrn. E. Brummes Alvo (Miſchon), 2. Fliege (Bauer),
3. Schuhplattler (H. Brown). Tot. 20110. — Schloß
Benrath=Jagd=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 3600 Meter:
1. Hrn. A. Alfdags Little Ben (Printen), 2. Faultleß
(Buſch), 3. Gueſſurtia (E. Franke). Tot. 14:10. —
Jodes=
buſch=Jagd=Rennen; 2000 Mark. Diſtanz 3000 Meter: 1.
Hrn. Wepes Pelta (Gehrke), 2. Chryſantheme (Barleben),
3. Blumenhanne (Leiß). Tot. 18:10.
Rennen zu München -Riem. Tribünen=
Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. W.
Lin=
denſtädts Zampieri (Weatherdon), 2. Saint Rules
(O'Connor), 3. Labrador (Schläfke). Tot. 15:10.
Bavaria=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 3600 Meter: 1. Lt. Hutſchenreuthers Mon Cheri
(Beſ.), 2. On Guard (Lt. v. Bonnet), 3. Tutbury (Lt.
v. Crailsheim). Tot. 21:10. — Preis von Regensbura;
2000 Mark. Diſtanz 3600 Meter: 1. Hrn. V. M. G. Fels”
Kneißel (Böhme), 2. Veit (Schuller), 3. Raiſuli (
Unter=
holzner). Tot. 84:10. — Preis von Straubing;
Ehren=
preis und 1500 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Lt.
Giu=
linis Beliſar (Lt. Zeltmann), 2. Wetterfeſt (Bef.), 3.
Sankt Hugo (Lt. Hornig). Tot. 23110. — Dornach=
Handicap: 6000 Mark. Diſtanz 1400 Meter: 1. Kgl.
Württemberg. Priv.=Geſt. Weils Blauer Dunſt (Schläfke)
2. Nikolaus F. (Hughes), 3. Kronſtadt (Dye). Tot. 14:10
Preis von Aſchheim; 1500 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Hrn. A. v. Schilgens Protegee (Raflinſon), 2.
Gros=
venor (Gardens Seeliſch), 3. Iſabeau (Günther). Tot.
21110.
Preisreiten beim Militär=
Reitinſti=
tut in Hannover. Der vierte und letzte Tag nahm
einen glänzenden Verlauf. Die Große Leiſtungsprüfung
wurde von Lt. v. Entreß=Fürſteneck, dem bekannten
Rennreiter, auf Lt. v. Rochows Agra gegen Rittm. von
Oeſterley, Graf Schaesberg, Lt. v. Lütken und Lt. Loog
gewonnen. Die leichte Jagdſprina=Konkurrenz ſah die
oſtpreußiſche Stute Fantippe unter dem in London
erfolg=
reich geweſenen Lt. Freyer ſiegreich. In der Damen=
Konkurrenz ſiegte Frau Mauritz auf ihrer ungariſchen
Stute Ilona gegen Frau Hauvtmann Müller=Nürnberc
nud Frau von Vopelius, während die ſchwere
Stock=
holmer Spring=Konkurrenz, welche einen äußerſt
befrie=
digenden Verlauf nahm, von Lt. Graf Hohenau auf dem
hannoverſchen Wallach Dohna des Oberlt. v. Kröcher
gegen faſt nur engliſche Pferde gewonnen wurde. Die
Chargenpferde=Reit=Konkurrenz ſah Oberlt. von
Loewe=
nich (14. Feld=Art.=Rgt.) und Oberlt. von Braunſchweig
(16. Huſ.=Rgt.) in Front.
Den Rennen zu Ludwigskuſt wohnten vom
Hofe der Großherzog von Mecklenvurg=Schwerin, Herzog
Paul, Prinzeſſin Antoinette, die Prinzen Reuß und
Prinz Stolberg bei. Die Reſultate waren: I. Rennen:
1. Charbin (Beſ.), 2. Corall (Beſ.), 3. Prince of Wales
(Beſ.). Tot. 88:10. — II. Rennen: 1. Gründer (Lt. Graf
Bethuſy=Huc), 2. Maaslieb (Beſ.), 3. Liebesgruß (Beſ.)
Tot. 4:10. — III. Rennen: 1. Pompero (Beſ.), 2. Poſſible
(Lt. v. Keller, 3. Theodore (Beſ.). Tot. 78110 —
IV. Rennen: 1. Snowdens Knight (Lt. v. Keller), 2.
In=
eitatus (Lt. v. Oertzen), 3. Little Mythe (Beſ.). Tot.
21:10. — V Rennen: 1. Lutz (Weißhaupt), 2. Hunding
(Adolph), 3. Vel=Vel (Wiſcheck). Tot. 31:10. — VI.
Ren=
nen: 1. Szeßely (Lt. Graf Baudiſſin), 2. Idiot (Lt. Graf
Bethuſy=Huc), 3. Donau (Lt. v. Lyncker). Tot. 40110.
Der Peſter Königs=Preis, die mit 125000
Kronen ausgeſtattete Hauptkonkurrenz der Rennen in der
ungariſchen Hauptſtadt, wurde am Sonntag von 11
Pfer=
den beſtritten und nahm einen überraſchenden Ausgang.
Der Favorit Bony vermochte keine Rolle zu ſpielen und
endete im geſchlagenen Felde. Graf J. Telekis Rascal
(Janek), der öſterreichiſche Derby=Sieger von 1910, ge
wann ſicher mit einer halben Länge gegen Baron
Sprin=
gers Oiſeau (Korb); eine halbe Länge zurück endete Graf
Arco=Zinnebergs Mirage (Pretzner) vor dem
vorjähri=
gen deutſchen Derbyſieger Chilperic. Tot. 79110.
* Radſport. Radrennen in Leipzig.
Gro=
ßer Maien=Preis. 1. Lauf, 25 Kilometer: 1. Guignard
19148,8.Sek., 2. Günther 300 Meter, 3. Huybrechts 2000
Meter zurück, 4. Dickentmann, 5. Contenet. — Zweiter
Lauf über eine Stunde: 1. Guignard 81,060 Kilometer
2. Günther 78,650 Kilometer, 3. Huybrechts 65,950
Kilo=
meter, 4. Contenet 57,900 Kilometer, 5. Dickentmann
55,970 Kilometer. Der Sieger benutzte Continental=
Pneumatik. Geſamtklaſſement: 1. Guignard, 2. Günther,
3. Huybrechts, 4. Contenet, 5. Dickentmann. Hauptfahren:
1. Schürmann, 2. Hofmann 1 Lg. zurück, 3. Wegener,
4. Stellbrink.
Die Radrennen in Dresden ergaben den Sieg
des Amerikaners Walthour, der in der Stunde 77,660
Kilometer zurücklegte. Zweiter wurde der Breslauer
Thomas vor dem Amerikaner Collins und Demke. Der
fünfte Teilnehmer, der bkannte Berliner Sechstagefahrer
Saldow, mußte wegen Magenkränpfen aufgeben. Auch
das Theile=Erinnerungsfahren über 15 Kilometer
lan=
dete Walthour in 11 Min. 3 Sek. vor Demke, Thomas
und Collins. Saldow gab auf. Im Hauptfahren ſiegte
der Berliner Peter vor Schilling und Henry Mayer.
Der Große Preis von Europa über 100
Kilometer gelangte am Sonntag auf dem Karreveld=
Velodrom in Antwerpen zum Austrag und endete
mit dem Siege des Franzoſen Lavallade in 1 Stunde 18
Min. 55,6 Sek. Zweiter wurde der Berliner Hermann
Przyrembel mit 93,200 Kilometer vor van Neck mit 91,500
Kilometer, Luycken mit 89,100 Kilometer, Goor mit 88,
Hall mit 86 und und Salzmann mit 76 Kilometer. Goor,
Luycken, Tommy Hall und Salzmann hatten
verſchiedent=
lich unter Raddefekten zu leiden. Lavallade übernahm
vom Start ab die Führung. Bei 90 Kilometer ereignete
ſich ein Maſſenſturz, in den ſämtliche Fahrer mit
Aus=
nahme von van Neck und Lavallade verwickelt wurden.
Wanderfahrt des Gau 9 D. R.=B. Sonntag,
den 19. Mai, findet die zweite Wanderfahrt des Gau 9
des Deutſchen Radfahrer=Bundes nach Gernsheim
am Rhein ſtatt. Treffpunkt für alle Teilnehmer 9 Uhr
im „Adler” zu Groß=Gerau; um 10 Uhr Weiterfahrt nach
Gernsheim. Um ½3 Uhr Rückfahrt über Eſchollbrücken
nach Darmſtadt; daſelbſt im „Kaiſerſaal”
Schluß=
wertung. Anmeldungen ſind an den Gaufahrwart M.
Bogdann, Frankfurt a. M.=Eckenheim, erbeten.
* Fußballſport. Bei den Berliner Militär=
Fußballſpielen ſiegten am Samstag Kaiſerin
Auguſta=Garde=Grenadierregiment gegen drittes Garde=
Regiment zu Fuß 211 (Pauſe (1:0), erſtes Garde=
Regi=
ment gegen erſtes Garde=Feldartillerie=Regiment 8:2
(6:0), Garde=Füſilier=Regiment gegen zweites Garde=
Feldartillerie=Regiment 3:0 (0:0) und Garde=Schützen=
Bataillon gegen zweites Garde=Regiment 6:0 (3:0).
Meiſterſchaft von Süddeutſchland,
Klaſſe B. In Würzburg ſchlug der Oſtkreismeiſter,
F.=C. Würzburger Kickers, den Weſtkreismeiſter, Boruſſia
Neunkirchen (Saar) mit 110 Toren nach überlegenem
Spiel. Beide Vereine haben ihre Kreismeiſterſchaft
ohne Punktverluſt errungen.
Bei den Spielen zwiſchen der engliſchen Liga=
Mannſchaft Woolwich=Arſenal und dem
deutſchen Meiſter Viktoria=Berlin am Sonntag
in Mariendorf bei Berlin konnte nur ein unentſchiedenes
Reſultat erzielt werden. In der 15. Min. führte eine gute
Flanke des Linksaußenſtürmers von Viktoria durch ein
Mißverſtändnis der gegneriſchen Verteidigung zu dem
erſten Tore. Nach wechſelnden Angriffen fiel durch den
Linksaußenſtürmer von Woolwich=Arſenal in der 20.
Mi=
nute das ausgleichende Tor und durch einen guten Schuß
des halblinken Stürmers in der 29. Minute das zweite.
Nach Wiederbeginn war die engliſche Mannſchaft ſtark
im Vorteil, ohne indes die hervorragende Verteidigung
von Viktoria mit Erfolg durchbrechen zu können. Durch
einen „wegen Hand” verwirkten und verwandelten
Elf=
meterball erzielte Viktoria in der 58. Minute das
aus=
gleichende Tor. Tags zuvor hatte Woolwich=Arſenal mit
540 leicht gegen Hertha=Berlin geſiegt.
Das letzte der vier Vorrundenſpiele um die
Deut=
ſche Fußballmeiſterſchaft gelangte am
Sonn=
tag in München=Gladbach zum Austrag und
endete mit dem überlegenen Sieg von 810 von Karlsruhe.
Nur dem tüchtigen Torwächter hatten die Kölner zu
ver=
danken, daß die Niederlage nicht noch größer ausfiel. In
der 33. Minute fiel das erſte Tor durch Tſcherter, dem
Förderer kurz hintereinander zwei weitere Tore folgen
ließ., Mit 3:0 wurden die Seiten gewechſelt. In der
15. Minute fiel das vierte Tor durch Fuchs und eine
Mi=
nute ſpäter durch ein Selbſttor der fünfte Zähler für
Karlsruhe. Ein „wegen Hand” im Strafraum verſchul=
deter Elfmeterball wurde von Breunig gegen den
Tor=
pfoſten getreten. Drei weitere Tore erhöhten den Sieg
auf 8:0.
Am Himmelfahrtstag ſpielt die erſte Mannſchaft des
Fußballklubs „Olympia‟=Darmſtadt 1898 auf dem
neu hergerichteten Sportplatz an der Heidelberger Straße
gegen den Ligameiſter des Nordkreiſes in Klaſſe A,
Fuß=
ballverein Frankfurt. Der Nordkreismeiſter iſt an den
Schlußſpielen um die Meiſterſchaft von Süddeutſchland
beteiligt und hat gegen die Meiſter des Weſt= und
Oſt=
kreiſes gute Reſultate erzielt.
* Laufſport. Der Dresdener Armee=
Ge=
päckmarſch ging am Sonntag unter Beteiligung von
53 Gehern vor ſich, die die 30 Kilometer lange Strecke in
feldmarſchmäßiger Ausrüſtung zurückzulegen hatten.
Sieger blieb der Düſſeldorfer Wilsmeyer, der Sieger des
Prinz Eitel=Friedrich=Gepäckmarſches in Magdeburg, in
3 Stunden 50 Minuten 5 Sekunden vor Männel=Deuben
in 3 Stunden 58 Min., Tromm=Dresden in 4.07 und
Worthy=Berliner Komet, der Sieger des letzten Berliner
Gepäckmarſches, in 4 Stunden 4 Min. 8 Sek. — Der
be=
kannte frühere Prager Emmerich Rath ging barfuß und
traf als 18. in ſehr ſchlechter Verfaſſung ein. Innerhalb
einer Stunde paſſierten 21 Teilnehmer das Ziel.
* Olympiſche Spiele in Stockholm. Die Tennis=
Konkurrenzen zeitigten am ſechſten Tage einige
überraſchende Reſultate. Der Weltmeiſter Wilding
wurde unerwartet von dem Engländer C. P. Dixon 6—0
4—6 6—4 6—4 beſiegt. Dixon trifft jetzt in der
Schluß=
runde mit dem Franzoſen Gobert zuſammen, der in der
Vorſchlußrunde den Engländer Gordon Lowe mit 6—4
9—7 6—2 2—6 6—2 ſchlug.
Ausſcheidungsrennen für die
Olympi=
ſchen Spiele in Stockholm. Am 19. Mai,
vor=
mittags 6 Uhr, veranſtaltet der Gau 9 des Deutſchen
Rad=
fahrerbundes ein Ausſcheidungsrennen für die
Teilneh=
mer an der Olympiafahrt in Stockholm „Rund um den
Mälarſee”, 316 Kilometer, am 8. Juli. Als Strecke iſt
die von Hattersheim, Erbenheim, Nordenſtadt, Naurod,
Eppſtein, Hofheim, Hattersheim, etwa 40 Kilometer, mit
achtmaliger Durchfahrt beſtimmt worden. Die
Teilneh=
mer verpflichten ſich, falls ſie auf Grund ihrer Leiſtung
in dieſem Rennen für die Vertretung in Stockholm
aus=
erſehen werden ſollten, die dortige Rennſtrecke zwiſchen
. bis 5. Juli mindeſtens einmal abzufahren. Bei dem
Ausſcheidungsrennen wird bei 290 Kilometer die Zeit
für die Bundesauszeichnung feſtgeſtellt. Meldungen ſind
an den erſten Gaufahrwart Karl Schmitt in
Darm=
ſtadt, Schuchardſtraße 6, einzureichen.
Gewinnanszug
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſemonterie.
5. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 11. Mai 1912.
aluf jede gezogene dumner ſud zwue gleich hohe Gewimne
gefallen, und zwar je einer anf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
6 Gewinne zu 10000 Mk. 59155 102266 150563
2 Gewinne zu 5000 Mk. 29470
58 Gewinne zu 3000 Mk. 7344 9952 23322 24637
28315 42519 46200 57072 59939 61640 66169 66822
77870 92519 93575 94532 97733 105627 122341.
124090 130646 140986 142705 143423 145156 161541
173719 187002 188704
94 Gewinne zu 1000 Mk. 2104 3985 7083 10784
24632 24887 41756 46561 47562 51294 54463 59821
67009 71457 71778 75476 83669 84725 88097 88398
92302 99366 100035 100986 106253 109333 115107
128343 131223 131644 132735 134551 134740 146169
153567 157323 157899 159643 162807 165769 166758
170282 171785 174604 179865 181462 184713
204 Gewinne zu 500 Mk. 144 262 4290 6852
12271 15373 17376 18113 19783 19941 22057 25747
30911 32131 34166 34720 35175 39501 39732 40916
43350 43621. 49225 49974 50504 52644 53127 58485
61145 63942 64734 66015 66593 68204 68497 69875
72148 72468 72472 73168 73359 73392 75909 76055
76632 76884 78411 79383 81482 81781 82299 82471
82674 83884 84847 88995 92742 93297793386 95493
95963 97885 103528 104753 105240 117943 119120
119462 120338 123386 127860 128745 129925 131156
131295 133024 136918 141626 142761 144416 145430
146123 146947 150459 155642 157516 158890 159109
162111 170171 170764 171302 176314 177904 178056
178346 179587 181824 182286 182988 185009 189415
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 40641
2 Gewinne zu 10000 Mk. 148446
4 Gewinne zu 5000 Mk. 113536 176424
52 Gewinne zu 3000 Mk. 8152 15997 31319 32887
39546 40715 47347 53500 55092 63115 71852 72662
73993 78954 83214 95428 97838 103186 108166 109627
114796 137244 141723 144917 157513 181047
78 Gewinne zu 1000 Mk. 2857 5270 9830 14160
22830 25374 25958 29782 40360 41522 50525 51347
60822 64271 67884 69200 78558 82842 92097 94822
95477 95885 98846 98883 107171 116674 123852
125712 138737 138987 143929 156123 159188 159755
165613 172839 176735 184538 186580
156 Gewinne zu 500 Mk. 6065 6431 6855 7516
8110 8538 8827 11715 12004 17271 17862 17985
18369 18804 21675 22657 22863 30466 33759 34237
39869 40293 43057 45780 46920 50453 50466 51051
55740 61092 69608 70408 71387 72272 77935 78289
81256 92615 95864 96343 99343 101305 101559 105593
108859 116907 117914 120092 122870 123331 125338
125740 128568 129948 130645 132477 138541 139965
144536 146046 150178 152095 152968 156728 159223
168663 169855 171194 172866 172868 174260 176979
183478 185552 185666 165769 186350 186422
MAduls Suppen tragen auf der Umhüllung jedes
Würfels den Namen MAGGl und die Schutzmarke en-
Kreuzstern. Achten Sie gefälligst darauf beim Einkauf,
denn andere Würfel stammen nicht von MAGGl.
(VI 10932
i. d. Ausl. bill. z. verk.
Weg. Abr. zſch. eg. Bett. o. F.m.
Wollm., 1ſch. eiſ. Kinderb. o. F. m. W.,
1ſch.ſchmdeiſ. u. kupf. Petr.=Hgelampe
Ludwigstr. 15, Hth. III. (*12225im
Blumenkistchen
mit eingeſchwellten Seitenteilen,
50 Pfg. p. Stck. F. B. Grodhaus,
(*12199ids
am weißen Turm.
ſind abzug. Gärtnerei Fr. Menger,
Kranichſteinerſtraße 60. (10999sid
Auto
7ſitzig, für Laſt=Auto ſ. geeignet,
billig zu verk. (Neue Bereifung.
Joh.
hr. Neckarſtr. 4. (*12215
roßer Eisſchrank billig zu
ver=
kaufen , auch gegen kleineren
(*12120oim
einzutauſchen
Eberſtadt, Frankenſteinerſtr. 17.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 14. Mai 1912.
Nummer 113
Der enorm billige Verkauf
von
ederwarer
dauert nur noch einige Tage.
Daiien-Handtasenen
Staunend billige Preise:
Serie 1 jedes Stück 48 ₰
Serie 1 jedes Stück 75 ₰
Serie III jedes Stück 1.25
Serie IV jedes Stück 1.75
Serie V jedes Stück 2.50
Serie V jedes Stück 3.50
darunter Taschen im Werte von Mk. 8.−
Ein großer Posten
Damen-Handtaschen
davon haben die meisten Stücke einen
regulären Wert von Mk. 15.−
im Preise von
2.50 b. 0.50
Vertenlomlar
Serie 1jedes Stück 45 ₰
Serie I jedes Stück 75 ₰
Serie II jedes Stück 1.—
Serie IV jedes Stück 1.5
Serie V jedes Stück 1.
Serie V jedes Stück 2.5
darunter Stücke im Werte von Mk. 6.— bis 8.
Ein großer Posten
Cigarren- und Cigaretten-Etuis
weit unter Prei
Ein großer Posten
Schreibmappen, Brieftaschen, Aktenmappen
für die Hälfte des sonstigen Preise:
Ein kleiner Teil dieser Waren ist in einem unserer Schaufenster ausgestellt.
e
19
können Wiederverkäufer nur dann machen, wenn ſie ſolche bei
Meyer & Hartlaub
DARMSTADT, Friedrichstrasse 36,
kaufen. — Telefon 69. (10967soi
S. Nachenburger
Geſchäfts=Eupfehlung.
Von Frankfurt hierher verzogen, empfehle mich den geehrten
Herrſchaften im
(10442a
Aufertigen eleganter Damengarderobe.
Ausführung nach Pariſer Journal.
Marg. Feinstein. Teichhausſtr. 53.
7 Rheinstrasse 7
Telefon 2560
115 Karlstrasse 115
nnnnnannnun
VEUTIETTEN
in
(10905si
Sweaters u. Sweater-Anzügen für Kinder
Mein Geschäft
befindet sich jetzt
Telefon 1870.
Kloßbrunnen
Sateg
Ein allgemein beliebtes Tischgetränk.
Hauptniederlage in Darmstadt: A. Merz Nachf., Biergrosshandlung,
Schul-
strasse 12. Telephon 160.
(11102fI
Sommerüberzicher
Fahrräder
für kräftige Figur, modefarben,
Blumen-
Primg Tourenrad . . . 70 M.
2000 Wemſtaſchen abzngeb. W8 billia zu verkaufen. Offerten
J. Lied. Langegaſſe 33. (*11995sid unter K 2 an die Exp. (*11957fi
eiſern. Braniteid
1. 120.
gut erhalten, für 10 Mk. zu verk.
*11180t) Saalbauſtraße 42, 1. S
Zu verkaufen ‟ Geige mit
Kaſten und Noten 20 Mk., 6 eich.
Rohrſtühle 40 Mk., hell. Kirſchb.
Bett 30 Mk., elektr. Kronen,
Tey=
piche, dunkle Vorhänge,
Wand=
bretter uſw. Anzuſ. von 9—10 u.
2—4 Uhr Riedeſelſtr. 23 p. (*12101si
Elegante Halbrenner . . 95 M.
Ag. Hahn, Gutenbergstr. 58.
Kein Laden. (10807a
Ichtung! 1zweir. ſchwerer Hand=
Buchenſcheitholz!
wagen, ſehr geeign. f. Maurer=,
kurz geſchnitten und geſpalten
Ia trocken
(7001a
per Ztr. Mk. 1.30, frei Keller
Karl Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212
Zim.= od. Steinhauergeſch., z. verk.
Ed. Haumbach, Mühlstr. 23. (*11894si