Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Zweite Kammer beendete geſtern die Debatte
über die Beamtenbeſoldungsvorlage, über
die Beſchlüſſe noch nicht gefaßt wurden, und
ver=
tagte ſich danach auf unbeſtimmte Zeit.
Der Reichskanzler wird am Samstag vormittag zu
einer Beſprechung mit dem Kaiſer in
Karlsruhe eintreffen.
In der geſtrigenSitzung des preußiſchen
Abgeord=
netenhauſes wurde der
ſozialdemokra=
tiſche Abgeordnete Borchardt durch einen
Polizeileutnant und vier Schutzleute aus dem
Saale entfernt.
Hochwaſſer wird aus Bayern, Tirol uſw. gemeldet.
Der Verkehr iſt unterbrochen, der Schaden groß.
Pariſer Meldungen zufolge ſoll Sanſibar auf Grund
eines Austauſchabkommens von England an
Deutſch=
land abgetreten werden.
Die Miſſion des Freiherrn von Marſchall.
Wie die Tägliche Rundſchau erfährt, hat Frhr.
v. Marſchall endgültig den Londoner
Botſchafter=
poſten angenommen. Sein Nachfolger in Konſtantinopel
ſoll Frhr. v. Wangenheim werden. Die Berliner
Mor=
genpoſt, das Berliner Tageblatt und der Berliner Lokal=
(anzeiger melden dagegen aus London: „Die Pall=Mall=
Gazette behauptet, die Miſſion des Frhrn. v. Marſchall
in London bezwecke die Abgrenzung der wirtſchaftlichen
Einflußſphäre Deutſchlands und Englands in den
portu=
gieſiſchen Kolonien in Afrika, ſowie die endgültige
Rege=
lung der Bagdadbahnfrage. Auf eine Anfrage im
engli=
ſchen Unterhauſe, ob das Auswärtige Amt offiziell
Kennt=
nis, erhalten habe, daß der deutſche Botſchafter in
Lon=
don in kurzem zurücktreten werde, antwortete
Parlaments=
unterſekretär Acland verneinend.
Sehr bemerkenswert iſt es, daß man gerade in
Eng=
land eine etwaige Ernennung Marſchall v. Bieberſteins
zum Londoner Botſchafter als überaus willkommen
be=
zeichnet und von ihm eine wirkliche Annäherung
zwi=
ſſchen England und Deutſchland erwartet. Bezeichnend
Ffür die Stimmung in London iſt auch der dort zutage
getretene Wunſch, als Botſchafter nach Berlin eine
Per=
ſönlichkeit zu entſenden, die man gleichfalls für die
geeig=
netſte hält, eine Verſtändigung zwiſchen England und
Deutſchland herbeizuführen, Lord Haldane. Aus alledem
geht deutlich hervor, daß man doch jenſeits des Kanals
das Beſtreben hat, ſich mit Deutſchland auf guten Fuß
zu ſtellen und die Momente der Beunruhigung, die die
Hoffnung auf lange Erhaltung des Weltfriedens nicht
aufkommen laſſen wollen, aus dem Wege zu räumen.
Im übrigen erwartet man allgemein von den
Kon=
fferenzen in Karlsruhe wichtige Entſcheidungen
für die Weltpolitik. So glaubt man, daß die Lage im
Orient Gegenſtänd eingehender Beſprechungen ſein werde
und daß man auch aus dieſem Grunde Herrn v.
Mar=
iſchall nach Deutſchland berufen habe. Es heißt, daß eine
Neuorientierung der geſamten Orientpolitik erfolgen ſolle
kauf der Grundlgge einer von v. Marſchall in die Wege
ge=
leiteten großen Verſtändigungsaktion zwiſchen Deutſchland
Rußland und England. Man ſieht Deutſchland iſt aus
dem Getriebe der großen Weltpolitik keineswegs ſo
aus=
geſchaltet wie es chauviniſtiſch angehauchte Seelen bei
uns darzuſtellen belieben, im Gegenteil ſieht man aus den
jetzigen Kommentaren, wie doch Deutſchland nach wie vor
eine führende Stellung einnimmt und wie hoher Wert
darauf gelegt wird, eine Uebereinſtimmung mit
Deutſch=
land in allſeitigem Intereſſe herbeizuführen.
Die reichsländiſche Zweite Kammer
hat durch die ſchon gekennzeichnete Behandlung der
Grafenſtadener Angelegenheit gezeigt, wie
wenig ſie fähig iſt, in Fragen der nationalen
Rückſicht=
nahme auf das übrige Deutſchland taktvoll und
unbefan=
igen zu urteilen. Unterſtaatsſekretär Mandel erbrachte
ſim einzelnen die Beweiſe dafür, daß der Grafenſtadener
Fabrikdirektor bewußt eine deutſchfeindliche Haltung ein=
Mmmt, Wer die deutſche Schulinſpektion ausſchaktet,
wer deutſche Deſerteure in der franzöſiſchen Filiale
un=
terbringt, wer deutſche Arbeiter bis auf verſchwindende
Ausnahmen fernhält, der darf nicht beanſpruchen, von
deutſchen Eiſenbahnverwaltungen Aufträge und Verdienſt
zu erhalten. Daß der Zweiten elſaß=lothringiſchen
Kam=
mer das Verſtändnis hierfür vollſtändig fehlt, iſt ein
neues Zeichen der Selbſtüberhebung, in der ſich die
reichsländiſche Volksvertretung je länger je mehr gefällt.
Zu ihrer Beſchämung muß ſich dieſe Volksvertretung jetzt
ſogar vom Berliner Tageblatt Belege für die
deutſch=
feindliche Richtung der Grafenſtadener Fabrik vorhalten
laſſen und wenigſtens die mittelbare Mahnung einſtecken,
daß eine elſaß=lothringiſche Fabrik auf Deutſchland
die=
ſelbe Rückſicht zu nehmen habe, die eine auf franzöſiſchem
Gebiet gelegene Fabrik Frankreich gegenüber für
ſelbſt=
verſtändlich hielte. Leider hat die reichsländiſche
Regie=
rung, wenn anders die halbamtliche Berichterſtattung
vollſtändig iſt, die Selbſtüberhebung der Straßburger
Kammer nicht mit der wünſchenswerten Entſchiedenheit
zurückgewfeſen. Dieſer Mangel an Energie entſpricht
der gleichfalls bedauerlichen Tatſache, daß es nicht die
Straßburger Regierung war, die bei dem Vorgehen
ge=
gen die Grafenſtadener Fabrik die Initiative ergriffen hat.
Gerade eine derartige Paſſivität hat nicht zuletzt die
el=
ſaß=lothringiſche Selbſtüberhebung ſich ſo auswachſen
laſſen, daß ihr jedes Augenmaß abhanden gekommen iſt.
Fürchten aber die Elſaß=Lothringer, ſie können durch
Zwi=
ſchenfälle nach Art des Graſenſtadener wirtſchaftliche
Schädigungen erleiden, dann ſollen ſie vor der Urſache des
Zwiſchenfalles, der Feindſeligkeit gegen das Deutſchtum,
nicht gewaltſam die Augen ſchließen, ſondern ſich
beei=
fern, jene Urſache aus der Welt zu ſchaffen.
Sozialdemokraten im Bürgergewand.
* Unter dieſer Ueberſchrift wird der Köln. Ztg. aus
Berlin geſchrieben: Wie gemeldet, beſichtigten die
Reichs=
tagsabgeordneten Dr. Struve und Noske am Montag
in Kiel den großen Panzerkreuzer Moltke. Die beiden
Abgeordneten, die als Vertreter ihrer Parteien (der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokratie) zur
Beratung des Marine=Etats in die Budgetkommiſſion
ent=
ſandt worden ſind, unternahmen nachmittags in
Beglei=
tung des Geh. Admiralitätsrats Harms vom
Reichs=
marineamt eine Fahrt mit dem Unterſeeboot U 10.
Das Boot führte in der Heikendorfer Bucht verſchiedene
Manöver aus und tauchte. Nach der Fahrt beſichtigten die
Abgeordneten die Kaſernenanlagen in Wiek, den
Kohlen=
hof und die aus Anlaß der Kanalerweiterung
vorgenom=
menen Arbeiten in der Nähe von Holtenau. Man kann es
nur mit Genugtung verzeichnen, daß ſich einmal ein
ſo=
zialdemokratiſcher Abgeordneter entſchloſſen hat, einen
Teil des verhaßten Militarismus praktiſch zu ſtudieren.
Er wird dabei nicht ſchlecht fahren. Selbſt ſehr
über=
zeugte Sozialdemokraten würden, wenn ſie ſich einmal den
Militarismus und Marinismus ernſtlich aus der Nähe
anſehen wollten, manches ganz Bemerkenswerte dabei
herausfinden. Möglicherweiſe wird man dem
Staats=
ſekretär v. Tirpitz von gewiſſen Seiten einen Vorwurf
daraus machen, daß er einem Sozialdemokraten und einem
Mitgliede der Fortſchrittlichen Volkspartei ein
eingehen=
des Studium deutſcher Kriegsſchiffe ermöglicht hat. Es
wäre das nur zurückzuweiſen, und ganz im Gegenteil iſt
der Staatsſekretär zu beglückwünſchen, daß er ſich nicht
von kleinlichen Bedenken leiten ließ, ſondern lediglich die
Vermehrung praktiſcher Kenntniſſe über die Marine auch
in einem ſolchen Kreiſe ins Auge faßte, deſſen Mitglieder
bisher der Marine gegenüber eine grundſätzlich
ableh=
nende Stellung einnahmen. Während Herr Noske deutſche
Kriegsſchiffe beſuchte, hat Herr Legien bei den
Vertre=
tern des Kapitalismus ſeine Viſitenkarie abgegeben.
Ueber dieſe auf Veranlaſſung des amerikaniſchen
Arbeiter=
bundes unternommene Vortragsreiſe druckt der
Vor=
wärts nachſtehenden Bericht der New=Yorker
Volkszei=
tung ab:
Der ſozialdemokratiſche Reichstagsabgeordnete von
Kiel wird überall von den Spitzen derBehörden begrüßt
und gefeiert werden. Am Mittwoch wurde er von dem
Bürgermeiſter von Boſton und dem Gouverneur von
Maſ=
ſachuſetts bewirtet, heute wird er von Präſident Taft
emp=
fangen werden und morgen dürften die kapitaliſtiſchen
Werkzeuge des nationalen Repräſentantenhauſes wie die
des Millionärklubs, auch Bundesſenat geheißen, ihm ihre
Reverenz erweiſen, und ſo fort bis nach Denver Colorado.
wo die Arbeiterbund=Verſammlungen aufhören. Nun iſt
es ganz gewiß nicht nach Legiens Geſchmack, dem Manne,
der die Miliz gegen die ſtreikenden Lawrencer
Textilarbei=
ter ſandte, die Hand zu drücken, oder mit dem Vater des
Einhaltsbefehlweſens freundliche Worte zu tauſchen, noch
liegt ihm an der Komödie die die demokratiſchen und
republikaniſchen Politiker in Waſhington mit ihm
auf=
führen wollen; da er aber unter den Auſpizien der A. F.
of L. reiſt, muß er ſich eben in die „Methoden” ſchicken
und — lächeln. Als ihm, kurz nach ſeiner Ankunft, durch
Gompers von dieſen „Vorſtellungen” Mitteilung gemacht
wurde, ſchnitt er ein ganz verteufeltes Geſicht, um
ſchließ=
lich gute Miene zum böſen Spiel zu machen.
Es iſt alles mögliche, daß der Vorwärts dieſen
Be=
richt ganz ruhig abdruckt, ohne in Ohnmacht zu fallen oder
den Ausſchluß Legiens aus der Partei zu verlangen. Man
denke: einem Manne wie Taft, der doch nicht viel beſſer iſt
als ein europäiſcher Tyrann, wird die Hand gedrückt und
ein Empfang im Klub der Millionäre wird nicht mit
pro=
letariſcher Entrüſtung zurückgewieſen. Bei ſolchen
Vor=
gängen würde Roſa Luxemburg, wenn ſie tot wäre, ſich
im Grabe herumdrehen. Da ſie lebt, ſo wird ſie wohl
über Legien das Anathema ausſprechen müſſen und
eben=
ſo über den Vorwärts, der ſolche Greuel ohne jedes
An=
zeichen tiefſter Entrüſtung abdruckt. Im Ernſte
geſpro=
chen: wir finden es nur verſtändig, wenn die
Sozialdemo=
kraten einmal aus ihrer Abgeſchloſſenheit heraustreten und
ſich auch andere Leute anſehen. Sie werden ſich dann
über=
zeugen, daß auch dieſe nicht in dem Grade Menſchenfreſſer
ſind wie man es ihnen nachſagt.
Deutſches Reich.
* Reichskanzler und Reichstag. Angeſichts
der Reichstagsdebatte über die Abänderung der
Ge=
ſchäftsordnung, wobei auch von dem Rechtsverhältnis
zwiſchen dem Reichskanzler und dem Reichstage die Rede
war, iſt es gewiß von Intereſſe, an eine frühere offiziöſe
Auslaſſung über dieſe Frage zu erinnern. Als der Abg.
Richter im Juni 1886 bei Beratung des
Sozialiſtenge=
ſetzes erklärt hatte, der Reichskanzler wäre verpflichtet
geweſen, der Reichstagsſitzung beizuwohnen, führte die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung aus: „Der
Reichskanz=
ler iſt nicht nur nicht verpflichtet, er iſt nicht einmal
be=
rechtigt, im Reichstage zu erſcheinen. Der Artikel 9 der
Reichsverfaſſung beſtimmt, daß jedes Mitglied des
Bun=
desrats das Recht habe, im Reichstage zu erſcheinen. Der
Bundesrat beſteht aber nur aus Vertretern der
Mitglie=
der des Bundes, und der Reichskanzler iſt alſo nur zum
Erſcheinen im Reichstage berechtigt in ſeiner Eigenſchaft
als ein vom König von Preußen ernannter
Bevollmäch=
tigter zum Bundesrat. Ferner haben die
Bundesrats=
mitglieder nach Artikel 9 der Verfaſſung Anſpruch darauf,
jederzeit im Reichstage gehört zu werden; eine
Verpflich=
tung aber im Reichstage zu ſprechen oder dort auch nur
zu erſcheinen, iſt in der Verfaſſung nirgends
ausgeſpro=
chen. Die Forderung entbehrt alſo jeder geſetzlichen
Grundlage, ſie iſt gegen das Geſetz.”
— Die Beſprechungen in Karlsruhe. Der
Reichskanzler wird am Samstag vormittalg um halb
10 Uhr in Karlsruhe eintreffen. Der Kaiſer kommt eine
Stunde ſpäter. Der Botſchafter Frhr. Marſchall von
Bieberſtein wird jetzt auf ſeinem Gute Neuertshauſen bei
Freiburg i. B. erwartet, und es iſt beſtimmt anzunehmen,
daß ihn ſein Weg über Karlsruhe führt.
— Abtretung Sanſibars an
Dieutſch=
land? Pariſer Blätter beſtätigen die Meldung, daß
Deutſchland und England die Flottenverhandlungen
auf=
gegeben hätten. Um aber den guten Willen beider
Re=
gierungen darzutun, würde man in ein koloniales
Aus=
tauſcharrangement treten. Sanſibar ſolle an Deutſchland
abgetreten werden, wenn dies ſich verpflichtet, den
eng=
liſchen Intereſſen am Perſiſchen Golf nicht weiter
hin=
derlich zu ſein. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus
Paris: Liberté bringt gleichfalls den Austauſchplan
be=
treffend Sanſibar, bemerkt aber, daß die Hoffnung auf
Verſtändigung über die Begrerzung der Rüſtungen zur
Sce in Berlin und London keineswegs aufgegeben ſeien.
— Schaffung eines
Frauenberufs=
amtzes. Der Geſamtvorſtand des Bundes Deutſcher
Frauenvereine hat jetzt iin einer Vorſtandsſitzung
be=
ſchloſſen, ſeine ſeit zwölf Jahren beſtehende „
Auskunfts=
ſtelle für Frauenintereſſen” in ein Frauenberufsamt
um=
zuwandeln. Das Frauenberufsamt ſoll nunmehr die
theoretiſch=wiſſenſchaftliche Erforſchung des
Arbeitsmark=
tes und die Feſtſtellung der mit dem Berufs= und
Er=
werbsleben der Frazuen zuſammenhängenden ſittlichen,
hygieniſchen und wirtſchaftlichen Erſcheinungen überneh=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Nummer 110.
men. Das gewonnene Material wird allen an der
Be=
rufsberatung intereſſierten Organiſationen zur
Verfü=
gung geſtellt.
Das Beſitzbefeſtigungsgeſetz im
preußiſchen Abgeordnetenhauſe. Am
Mitt=
woch wurde das Beſitzbefeſtigungsgeſetz im preußiſchen
Ab=
geordnetenhauſe in erſter Leſung beraten.
Landwirtſchaftsminiſter von Schorlemer führte aus:
Der vorliegende Geſetzentwurf iſt hervorgerufen durch die
andauernden Verluſte deutſchen Beſitzes. Er ſoll nicht
nur in den Provinzen Poſen, Weſtpreußen und den
be=
nachbarten Landesteilen, ſondern auch in den
nordſchles=
wigſchen Kreiſen Sonderburg, Hadersleben, Tondern und
Apenrade dem Verluſt deutſchen Bodens entgegentreten.
Die Polen ſind preußiſche Staatsangehörige und haben
als ſolche Rechte und Pflichten. Die Polen laſſen ſich aber
nicht abhalten, einen Staat im Staate zu bilden. Bedenkt
man, daß die großpolniſchen Beſtrebungen ſich ohne den
Niederbruch der preußiſchen Hoheit nicht verwirklichen
laſſen, dann iſt es Recht und Pflicht der preußiſchen
Re=
gierung, einem ſolchen Vorgehen nicht mit verſchränkten
Armen zuzuſehen, ſondern in dem Rahmen der
Verfaſ=
ſung der beſtehenden Geſetze alles zu tun, um in den
na=
tional gefährdeten Landesteilen sas Deutſchtum in dem
ihm aufgedrungenen Kampf zu ſtärken, umſo mehr, als es
ſich um Landesteile handelt, die mit deutſchem Blute
er=
kämpft worden ſind. Es ſtellte ſich als notwendig heraus,
das Geſetz auch auf Oberſchleſien auszudehnen. Ich
weiſe darauf hin, daß die Polen bei den
Reichstagswah=
len in dem rheiniſch=weſtfäliſchen Revier in Eſſen und
Dortmund ihre Stimmen für den Sozialdemokraten
abge=
geben haben. Dieſes Verhalten gibt der Auffaſſung der
Staatsregierung Recht, daß ſie das Deutſchtum in dem
Kampf gegen derartige Beſtrebungen nicht im Stich
laſ=
ſen kann. So lange die Polen auf ihrem Standpunkt
verharren, iſt eine Aenderung in der Haltung der
Staats=
regierung unter keinen Umſtänden möglich. Die
Maſu=
ren, Wenden, Litauer fühlen ſich ſehr wohl bei uns. Gegen
den Gebrauch ihrer Mutterſprache haben wir nicht das
Geringſte einzuwenden. Da der deutſche Beſitz in
Nord=
ſchleswig in dauernder Abnahme begriffen und das
Vor=
dringen der Dänen zu konſtatieren iſt, mußte auch die
Provinz Schleswig=Holſtein in das Geſetz mit einbegriffen
werden. Von einem Sprung ins Dunkle kann man bei
der Vorlage nicht reden, da die Erfolge der
Anſiedlungs=
kommiſſion für die Stärkung des Deutſchtums in Poſen
und Weſtpreußen vorliegen. Ich hoffe, daß Sie die hohe
nationale und wirtſchaftliche Bedeutung der Vorlage
er=
kennen und ihr zuſtimmen können.
Die Redner der Konſervativen, Freikonſervativen
und Nationalliberalen erklärten ſich für, die Redner der
Volkspartei und der Sozialdemokratie gegen das Geſetz.
Das Zentrum erklärte, daß es für das Geſetz ſtimmen
werde, wenn es auf das ganze Land ausgedehnt werde.
Ansland.
Oeſtrreich=Ungarn.
Das ungariſche Abgeordnetenhaus
vertagte ſich auf ungewiſſe Zeit, um die Verhandlungen
zwiſchen der Regierung und der Oppoſition in der
Wahl=
rechtsfrage nicht zu ſtören. Die Beratung über den
Ka=
binettswechſel wurde mit einer Rede Lukaes’ geſchloſſen,
der unter anderem ankündigte, er werde über die Gründe
der Aufhebung der Verfaſſung in Kroatien dem
Reichs=
tag einen Bericht unterbreiten. Er befaßte ſich dann
mit der Einmiſchung Stürgkhs in die kroatiſche Frage
und beſtritt dem öſterreichiſchen Miniſterpräſidenten das
Recht, zu dieſer Frage ſeine Meinung abzugeben; die
ſchwierige parlamentariſche Lage im Reichsrat könne
dieſe Einmiſchung erklären, aber nicht entſchuldigen.
Lu=
kacs erklärte, daß er gegen dieſes Vorgehen Einſpruch
er=
hebe und ſich keinen Fall denken könne, wo ein ſolches
Vorgehen des öſterreichiſchen Miniſterpräſidenten irgend
welche praktiſche Folgen haben könne.
Italien.
In der Beratung der
Wahlreformvor=
lage in der Kammer kamen bis jetzt 20
Abgeord=
nete verſchiedener Parteien zu Wort, die faſt alle dem
Grundgedanken der Vorlage, nämlich der
Verallgemei=
nerung des Stimmrechts, beipflichteten; nur über
Neben=
fragen gingen die Meinungn auseinander. Man
erwar=
tet, daß noch in dieſer Woche die Regierung ſprechen und
die allgemeine Erörterung mit einem günſtigen Votum
geſchloſſen wird.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Nach einer anſcheinend offiziöſen Londoner
Meldung über die franzöſiſch=ſpaniſchen
Marokkoverhand=
lungen haben die zwiſchen dem Foreign Office und den
Botſchaftern Frankreichs und Spaniens geführten
Be=
ſprechungen über die Frage des Uergagebietes ein
gün=
ſtiges Ergebnis gehabt, ſodaß man eine Regelung dieſer
Angelegenheit als unmittelbar bevorſtehend anſehe.
Rußland.
Die Lena.=Interpellation. In ihrer
Abendſitzung vom Mittwoch hat die Reichsduma mit 101
gegen 96 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen den
Vor=
ſchlag der Oktobriſten angenommen, die weitere Debatte
über die Lena=Interpellation zu vertagen. Die
Okto=
briſten, Natzönaliſten, Progreſſiſten, Sozialdemokraten
und die Arbeiterpartei brachten alsdann
Uebergangsfor=
meln ein, von denen aber keine eine Majorität erhielt.
Der Präſident der Duma erklärte daher die Frage als
erſchöpft.
* Köln 9. Mai. Die ſtreiken den
Rheinſchif=
fer beſtreiten, daß der Ausſtand zu Ende gehe. Es ſei
beſchloſſen worden, den Streik auch über das Kohlenkontor
zu verhängen, da durch dieſes Güter für Reeder, bei denen
geſtreikt werde, verladen würden. Für den Streik
bei=
dem Kohlenkontor kommen 900 Schiffer in Betracht.
* Hannover 9. Mai. Nachdem in einzelnen
Be=
trieben dieſer Tage die Metallarbeiter, um Ver
kürzung der Arbeitszeit und entſprechende Lohnerhöhung
zu erlangen, in den Ausſtand getreten waren, legten
heute früh gemäß dem vorgeſtern gefaßten Beſchluß etwa
1000 gewerkſchaftlich organiſierte Arbeiter der Firma Gebr.
Körting gleichfalls die Arbeit nieder. Nur etwa
700 Mann des Gewerkvereins der Fabrik arbeiten weiter.
* Livadia, 8. Mai. Der Kaiſer empfing geſtern
die außerordentliche bulgariſche Geſandtſchaft,
an deren Spitze Danew, der Präſident der Sobanje, ſteht.
Die Geſandtſchaft wurde zur kaiſerlichen Tafel
hinzugezo=
gen, an der auch Saſonow und der Kriegsminiſter
teil=
nahmen.
Stadt und Land.
Darmſtadt., 10. Mai.
* Perſonalien in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft. In den Ruheſtand verſetzt wurden
der Oderbähnaſſiſtent Emil Külp zu Monsheim, der
Lokomotisheizer Adam Heppert zu Gießen, der
Loko=
motivführer Peter Lenz zu Darmſtadt und der
Bahn=
wärter Heorg Meinhard zu Rülfenrod, ſämtlich vom
1. Juli d. Js. an.
— Poſtkartenwoche der Großherzogin.
Wohl=
tätige und gemeinnützige Vereine in den Landgemeinden
und kleineren Städten unſeres Kreiſes werden darauf
aufmerkſam gemacht, daß ſie beim Verkauf der
Poſt=
karten und Bilder der Poſtkartenwoche einen erheblichen
Rabatt erhalten, der ihren Vereinsvermögen zukommt.
Der Rabatt beträgt 3 Pfg. pro Poſtkarte und 30 Pfg.
pro Wohlfahrtsbild. Für die Städte Darmſtadt, Mainz,
Gießen, Worms, Offenbach gilt dieſe Anregung nicht,
da hier dem Verband der Papierhändler das Vorrecht
zum Verkauf angeboten wurde. Detailliſten auf dem
Lande erhalten ebenfalls einen erheblichen Rabatt. Alle
Beſtellungen erfolgen beim Kreiskomitee unſerer Kreiſe.
(Adreſſe Kreisamt).
g. Strafkammer. Wegen Beiſeiteſchaffen von
Ver=
mögensſtücken hatte ſich geſtern die Martin Wolf
Ehe=
frau von hier zu verantworten. Die Angeklagte hatte
im Auguſt vorigen Jahres etwa 40 Mark gegneriſcher
Koſten aus einer Privatklage zu zahlen und in
Erwar=
tung der Zwangsvollſtreckung verkaufte ſie am 22. Auguſt
einen Teil ihrer Möbel an einen Händler. Der
Ge=
richtsvollzieher mußte infolgeſſen mit leeren Händen
wie=
der gehen. Der Gegner erfuhr von dieſer Schiebung,
ſtellte jedoch erſt am 26. Dezember Strafantrag gegen die
Angeklagte durch ſeinen Rechtsvertreter. Da die
Straf=
verfolgung nur auf Antrag des Gläubigers erfolgen kann,
und innerhalb 3 Monaten geſtellt werden muß, machte die
Angeklagte ſchon in der Verhandlung vor dem
Schöffen=
gericht mit Erfolg den Einwand der Verjährung und
wurde hier freigeſprochen. Die Strafkammer erkannte auf
die Berufung der Staatsanwaltſchaft auf Einſtellung des
Verfahrens, da ſie annahm, die Beſeitigung der
Vermö=
gensſtücke ſei den Gläubigern ſchon vor dem 26.
Septem=
ber bekannt geworden. Die 3monatige Friſt ſei alſo nicht
gewahrt. — Der 52jährige Akquiſiteur Joſef Hennes
aus Siegen war im Jahre 1910 bei der hieſigen Wach=
und Schließgeſellſchaft von Ibel und Lotz im Werben
von Abonnenten tätig. Er erhielt Fixum und Proviſion.
Mit der Frau des Hotelbeſitzers Chriſt ſchloß er ein
Abon=
nement auf ein halbes Jahr ab, wobei er ein
vorgedruck=
tes Vertragsformular mit Bleiſtift ausfüllte. In dem
Vertrag war die gewöhnlich dreijährige Verpflichtung
durchgeſtrichen und zur Vorſicht ſchrieb Frau Chriſt noch
zu ihrer Unterſchrift eine Bemerkung, daß die vorſtehende
dreijährige Verpflichtung nicht gelte. Dieſen Satz hat
Hennes ausradiert und aus dem halbjährigen Vertrag
einen Vertrag auf 1 Jahr gemacht. Er erlangte dadurch
eine um 1,50 Mark höhere Proviſion, wegen der er ſich
geſtern vor der Strafkammer wegen Urkundenfälſchung
und Betrug zu verantworten hatte. Er beſtreitet ſeine
Schuld entſchieden, im übrigen will er von dem Fall
über=
haupt nichts mehr zu wiſſen, da er an ſtark ausgeprägter
Gedächtnisſchwäche leide. Außer dieſem einen Fall iſt
dem Angeklagten keine weitere Straftat nachzuweiſen.
Durch den Sachverſtändigen Dr. Popp wurde beſtätigt,
daß der ausradierte Satz den von der als Zeugin
ver=
nommenen Frau C. angegebnen Sinn gehabt haben mag.
Die darüber geſchriebene Bemerkung rühre anſcheinend
von der Hand des Angeklagten her. Auf Antrag des
Ver=
teidigers der es als möglich hinſtellte, daß Hennes die Tat
in einem Zuſtand von Geiſtesſtörung begangen haben
könne, beſchloß das Gericht, den Angeklagten durch den
zuſtändigen Gerichtsarzt unterſuchen zu laſſen. — Der
Bäckermeiſter Jakob Adam Hörr aus Seeheim war
vom Amtsgericht Zwingenberg wegen Vergehen gegen
das Kinderſchutzgeſetz zu 3 Mark Geldſtrafe verurteilt
worden, da er einen noch ſchulpflichtigen Jungen in einem
Falle vor 8 Uhr morgens Backwaren hatte austragen
laſſen. Nachträglich kam es zur Kenntnis der
Gewerbe=
inſpektion, daß dies noch öfter geſchehen ſei. Die
Amts=
anwaltſchaft legte deshalb Berufung gegen das Urteil
des Amtsgerichts ein, die jedoch von der Strafkammer
verworfen wurde.
* Flugtag in Darmſtadt. Zum Zuverläſſigkeitsflug
am Oberrhein werden auch Kinderkarten zum
halben Preis ausgegeben. Schülerkarten werden
an den Schulen zu haben ſein. Die Verkaufsſtellen ſind
bekanntlich die Geſchäftsſtelle der Flugſtudiengeſellſchaft
Rheinſtraße 14, das Verkehrsbureau und die Expedition
des Tagblatts.
Nationalflugſpende. Die Sammlungen für die
Nationalflugſpende nehmen im Kreiſe Darmſtadt einen
erfreulichen Fortſchritt. Sammelſtellen ſind nach
Mitteilung des Kreiskomitees außer den zuerſt unter
dem Aufruf angegebenen Stellen, nämlich den
Poſt=
anſtalten, den Zeitungen, welche ſich bereit erklärt haben,
der Bank für Handel und Induſtrie und der
Darm=
ſtädter Volksbank auch die hieſige Reichsbankſtelle, die
hieſige Filiale der Deutſchen Vereinsbank und Herr
Hof=
bankter Ferdinand Sander, Darmſtadt.
* Schauflüge. Wie uns mitgeteilt wird, ſollen in den
nächſten Tagen auf dem Exerzierplatz vor dem Rheintor
Schauflüge mit einem motor= und propellerloſen (?) Vogel=
Flieger ſtattfinden. Näheres iſt im Anzeigenteil
bekannt=
gegeben.
* Elizabeth Duncan=Schule. Wie bereits kurz
gemel=
det, beabſichtigt die Elizabeth Duncan=Schule einen
Zyklus von Vorträgen einzurichten, die den
Zweck haben, die Aufgabe der Schule von verſchiedenen
Seiten aus zu beleuchten. Der Anlaß zu dieſer
Einrich=
tung liegt erſtens einmal in dem Streben, den Freunden
und Förderern der Schule Gelegenheit zu gemeinſamer
Betrachtung der für dieſes Inſtitut wichtigen Probleme
zu geben, zweitens auf eine Vertiefung der im allgemeis
nen über die körperliche Erziehung und im beſonderen
über die Ziele der Schule beſtehenden Anſchauungen
hin=
zuwirken. Den erſten Vortrag hält der Dozent der
Wie=
ner Univerſität Dr. Paul Kammerer über das Themg
„Körperkultur und Raſſe‟ Daß mit
Behand=
lung dieſes Themas der Vortragszyklus eingeleitet wirde
dürfte allen jenen, die ſich mit dem Weſen der Schule
be=
ſchäftigt haben, klar zeigen, welchen Weg ſie zur
Errei=
chung ihrer Ziele beſchreitet. Dr. Kammerer wird ſeine
Ausführungen durch Skioptikonbilder illuſtrieren. Der
Vortrag iſt für Mitglieder des Vereins zur Förderung
der Schule frei. Karten in beſchränkter Anzahl zu 3 Mk.
für Nichtmitglieder ſind im Verkehrsbureau wie in
Berg=
ſträßers Hofbuchhandlung erhältlich. Außerdem gelangen
Karten zu ermäßigtem Preiſe an der Hochſchule und am
Seminar zur Ausgabe.
* Ueber die Generalverſammlung der
Landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaftsbank wird uns zur Ergänzung des
geſtrigen Berichts noch mitgeteilt: Gegen die Bilanz der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank wurden in der
Diskuſſion aus dem Kreis der Aktionäre Beanſtandungen
in zwei Punkten erhoben: 1. Die Landwirtſchaftliche Ges
noſſenſchaftsbank beſitzt 500000 Mark Aktien der
Reichs=
genoſſenſchaftsbank, die zum vollen Nennwert mit 500000
Mark in die Bilanz eingeſtellt ſind. Da dieſe Aktien im
letzten Jahre keinen Pfennig Dividende gegeben haben,
vertrat der Konkursverwalter der Sparkaſſe Nieder=Modau,
welche der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank als
Aktionär angehört, die Anſicht, daß man dieſe Aktien der
Reichsgenoſſenſchaftsbank nicht wie ein ſicheres
vierprozen=
tiges Staatspapier zum vollen Nennwert in die
Bilanz=
einſtellen könne. Da die Landwirtſchaftliche
Genoſſen=
ſchaftsbank im letzten Jahre nur einen Reingewinn von
112000 Mark aufweiſt, iſt die Frage, wie man den
bedeu=
tenden Aktienbeſitz von 500000 Mark bei der Bilanzaufg
1
Von den chineſiſchen Suffragettes.
C) Auch das Reich der Mitte hat bekanntlich ſeine
Frauenrechtlerinnen, aber noch viel Waſſer wird den gelben
Fluß hinabſtrömen, ehe das wirkliche Frauentum Chinas
dieſe ſeltſamen Vorkämpferinnen überwunden und
abge=
ſchüttelt haben wird. Renato Simoni, der in Peking
lebende italieniſche Korreſpondent, gibt eine intereſſante
Schilderung von der Rolle, die die Suffragettes im Reiche
der Mitte ſeit den Revolutionstagen ſpielen. Wie die
Männer haben ſich auch die Frauen erhoben. Es waren
zwar nur ſehr wenige, aber ſie ſtammten aus dem Süden.
Und der Süden iſt der große Hexenkeſſel, in dem alle
Agi=
tationen brodeln, Shanghai iſt das Dorado aller
wort=
reichen Apoſtel. Und hier haben auch die chineſiſchen
Frauenrechtlerinnen ihr Banner entfaltet.
Die jungen Damen, die im großen Stile Feminismus
importieren, ſind die Studentinnen, die japaniſche
Univer=
ſitäten oder amerikaniſche Hochſchulen beſucht haben. Und
an der Spitze der chineſiſchen Frauenbewegung ſteht auch
eine Japanerin, die Frau Siſialo. In den letzten Jahren
hatte man eine Frauengruppe des Ton=Ming=Huei
gegrün=
det, eine Frauengruppe der „Geſellſchaft des
Gegenſeitigkeits=
ſchwures.” Und viel wurde hier debattiert und noch mehr
prophezeit. Als aber dann der Aufruhr losbrach, wurde
aus allem großen Wollen die Farce. Die Frauen griffen
zu den Waffen. Ein Amazonenkorps wurde gegründet,
aber dieſes „Damenregiment” hat der guten Sache
unſag=
bar geſchadet. Es wurden keine Wunder der Tapferkeit
ge=
leiſtet, es ſchien, daß die weiblichen Krieger die
Verwend=
ung von Geſchützen beim Gegner aufs Tiefſte verurteilten.
Katürlich fürchtete man die Geſchoſſe, nicht den Tod; aber
das Knattern und Dröhnen explodierender Granaten geht
auf die Nerven. Und die kultivierten Nerven fortſchrittlich
geſinnter Menſchen ſind fein. Die weiblichen
Freiheits=
kämpferinnen konnten dieſen unangenehmen Spektakel nicht
ertragen. Wo immer Kugeln pfiffen und Geſchütze
dröhn=
ten, gebot ihnen das Feingefühl unauffälliges
Verſchwin=
den. Der Ruhm der chineſiſchen Amazonen wird erſt
be=
ginnen, wenn Kanonen und Gewehre geräuſchlos
funktio=
nieren. Aber der Blamage folgte der Stolz. Man legte
die Waffen nieder und veranſtaltete große patriotiſche
Feiern für die auf dem Schlachtfeld gefallenen Töchter
Chinas. In Wirklichkeit iſt nicht eine einzige von dem
Damenregiment geſtorben, aber man ſoll nicht zu pedantiſch
ſein. Die Zeremonie und die Feierlichkeiten waren ein
unbeſtrittener Erfolg, wundervoll waren die Reden. Und
Reden ſind wichtig, beſonders für den, der ſie hält. Es
war auch ein Glück, daß keine von den Kriegerinnen auf
grünem Raſen fiel, denn noch harrten aller neue Schlachten.
Und dieſe Schlachten wurden in Nanking geſchlagen.
Die chineſiſchen Frauenrechtlerinnen ſpähen
lernbe=
gierig nach Europa und hatten bald ihr Vorbild
gefun=
den: die kriegeriſchen Londoner Suffragettes.
Infolge=
deſſen wurde der Plan gefaßt die Fenſterſcheiben und
die heilige Geduld der Nationalverſammlung von
Nan=
king zu vernichten. Die chineſiſchen Freiheitsmänner
ſind in einer ſchwierigen Lage: ihr Kopf iſt ultraliberal,
aber kein Menſch kann für ſein Herz und ſeine Inſtinkte.
Jahrtauſende lang hat man die Frau als ein
untergeord=
netes Weſen betrachtet: Umwälzungen der Gefühle
voll=
ziehen ſich langſamer als Umwälzungen der Gedanken.
Die diplomatiſchen Chineſen wurden auch dieſer
ſchwie=
rigen Situation gerecht. Man proklamierte: „Hoch die
Freiheit, wir ſind Brüder . . . auch die Schweſtern. Den
Frauen ſei das Stimmrecht gewährt.” Aber ein wenig
leiſer fügte man ſehr einſchneidende Vorbehalte an. Die
Suffragettes ließen ſich nicht übertölpeln. Sie ſchrien
und kamen am nächſten Tage in großer Menge wieder,
Die Verſammlung wurde nervös. Der Chineſe iſt Philos
ſoph. Eine Frau, ſo ſagt er, iſt ſo viel wert wie die
andere, aber alle beide zuſammen ſind gefährlich. Sind
es aber drei, ſo rette ſich, wer kann. Die
Nationalver=
ſammlung von Nanking unterbrach ihre Sitzung und
ver=
ſchwand. Auf dem Platze aber ließ man Soldaten aufs
marſchieren und verbot den zornigen Damen den
Ein=
tritt. Das Banner der Frauen wandte ſich dann zum
Hauſe Sunyatſens und die Soldaten, die hier Wache
hiel=
ten, folgerten: „Die Miniſter haben mehr zu ſagen als
die Suffragettes, deshalb gehorchen wir den Miniſtern.
Aber Sunyatſen hat mehr zu ſagen als die Miniſter
und=
deshalb laſſen wir die Frauen, die von ſeinen Töchtern
geführt ſind, paſſieren.” Und unter der Führung der
Töchter Sunyatſens kam man ſchließlich auch in den
Sitzungsſaal der Nationalverſammlung. Hier gab es
keine Kanonen und es entſpann ſich ein heldenhafter
Krieg gegen Sitze und Bänke, und vor allem gegen die.
Tintenfäſſer. Das iſt der größte Triumph, den Chinas
Suffragettes bisher erkämpft haben. Das Traurige an
dieſem Karneval aber iſt die Tatſache, daß die wirkliche
Frauenbewegung in China durch ſolche Exzeſſe gefährdet
wird. Und wohl in keinem Lande der Welt iſt das
Schick=
ſal der Frauen ſo hart und ſo unwürdig wie im Reiche
der Mitte, und keine Frau bedarf ſo ſehr der Befreiung
wie die ſtille Chineſin, deren Schickſal es nun iſt, die
Ver=
beſſerung ihres Loſes durch das wüſte Treiben exaltierter
Studentinnen in Frage geſtellt zu ſehen.
Nummer 110.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Seite 3.
ſtellung bewertet, ſelbſtverſtändlich von großem Einfluß
auf das Gewinnergebnis. 2. Ferner wurde beanſtandet,
daß die Forderung der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
bank an den Spar= und Kreditverein Nieder=Modau mit
365000 Mark ebenfalls zum vollen Nennwert in die Bilanz
eingeſtellt iſt, und es wurde aus dem Kreis der Aktionäre
erklärt, daß man bei der Forderung an eine Konkursmaſſe
erhebliche Abſchreibungen machen und zum mindeſten den
Verluſt der Zwiſchenzinſen bis zur etwaigen ſpäteren
Aus=
zahlung der Konkursforderung berückſichtigen müſſe. Zu
letzterem Punkt erklärte Bankdirektor Ihrig, daß die
Ge=
noſſenſchaftsbank Sicherungen für ihre Forderung habe
Auf die Anfrage des Vertreters der Darlehenskaſſe
Gun=
dernhauſen, worin dieſe Sicherheiten beſtänden, wurde
keine nähere Auskunft gegeben. — Da die
Konkursverwaltung im Konkurs des Kreditvereins
Nie=
der=Modau übrigens auf Beſchluß des
Gläubigerausſchuſ=
ſes vor kurzem an dem hieſigen Landgericht eine
Regreß=
klage eingereicht hat, ſo wird die Angelegenheit demnächſt
an Gerichtsſtätte die erforderliche Aufklärung finden.
* Die Ausſtellung mittelalterlicher Wandmalereien
auf heſſiſchem Boden in Nachbildungen, die das Großh.
Denkmalarchiv in der Aula der Techniſchen Hochſchule
zeigt, wird an den beiden nächſten Sonntagen, den 12.
und 19. Mai, vormittags von 11—½1 Uhr dem Publikum
unentgeltlich geöffnet. Eingang durch das Hauptportal.
* Verein für Vogel= und Geflügelzucht (älterer
Verein). Die von 50 Mitgliedern beſuchte Mai=
Ver=
ſammlung wurde durch den 1. Vorſitzenden eröffnet
und gab derſelbe bekannt, daß ſich wiederum 2 Herren
als Mitglieder gemeldet haben, welche ohne Wiederſpruch
aufgenommen wurden. Hierauf wurden von dem
Schriftführer die rückſtändigen Protokolle verleſen, welche
genehmigt wurden. Ueber den von Herrn Schulz in
der letzten Verſammlung geſtellten Antrag: Ankauf von
1 oder 2 Zuchtſtämmen wurde nach dem Vorſchlag des
Vorſtandes beſchloſſen, dieſelben im Herbſt d. Js. zu
be=
ſchaffen und gleichzeitig die von dem Vorſtand
ge=
ſtellten Bedingungen gutgeheißen. Hieran ſchloß ſich
die Verſteigerung der von Seiten des Vereins
er=
ſtandenen Kücken, wobei feſtgeſtellt werden konnte, daß
das Brutreſultat als gut bezeichnet werden konnte.
Hierauf wurde auf Vorſchlag des Vorſtandes beſchloſſen,
wiederum 100 Eier in die Maſchine einzulegen und ſollen
die ſich ergebenden Kücken in der nächſten Verſammlung
wiederum verſteigert werden. Zu dem nächſten Punkt
der Tagesordnung Sommervergnügen wurde nach
längerer Beſprechung beſchloſſen dasſelbe dieſesmal
wieder an der Weber=Buche abzuhalten. Mit der
Ver=
loſung von 1 Stamm Smaragd=Enten und der üblichen
Freiverloſung von 20 Paket Kückenfutter und 100 Eiern
konnte die Verſammlung geſchloſſen werden.
* Vortrag. Auf den offenen Abend des
Alkohol=
gegnerbundes mit Vortrag von Frau Wallau
über „Alkohol und Seelenleben” am Sonntag ſei hier
nochmals hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
Naturwiſſenſchaftlicher Verein zu Darmſtadt.
Am Dienstag, den 14. Mai, abends 8½ Uhr, pünktlich,
findet die 278. Sitzung im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 20)
ſtatt. Die Tagesordnung lautet: 1. Profeſſor Dr. Liſt:
Zur Geſchichte der Fiſcherei und Teichwirtſchaft in
Heſſen=Darmſtadt. 2. Lehrer H. Saal: Vorführung und
Erläuterung von Präparaten betreffend Entwicklung der
Biene, Bewohner des Bienenſtaates und ihre
Erzeug=
niſſe, die Wachsmotte. 3. Kuſtos Dr. Haupt: Ueber
die Entſtehung der Waſſerſteine.
* Odenwald=Klub. Die ordentliche
Haupt=
verſammlung des Geſamtvereins findet am
Sonntag, den 19. Mai, in der Turnhalle der Großh.
Real= und Landwirtſchaftsſchule zu Groß=Umſtadt ſtatt.
Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die
Haupt=
verſammlung in Amorbach 1911. 2. Bericht über die
Tätigkeit des Klubs im Vereinsjahr 1911/12. 3. Vorlage
der Rechnung der Zentralkaſſe für das Vereinsjahr
1911/12. 4. Vorlage des Voranſchlags für das
Vereins=
jahr 1912/13. 5. Wahl des Ortes für die nächſte
Haupt=
verſammlung. 6. Wahl des Zentralausſchuſſes. 7. Pflege
des Jugendwanderns. 8. Anträge der Ortsgruppen.
m. Die Rohrleitung für die Arheilger
Waſſerverſorg=
ung liegt ſchon bis am Schlachthaus, ſodaß bald Arheilgen
mit dem ſehnlichſt erwarteten Naß von hier aus verſorgt
werden kann. Bei der Ueberführungsbrücke an der
Arheil=
ger Chauſſee waren bei Aufführung derſelben ſchon große
Rohre zur Aufnahme der Waſſerleitung eingefügt worden.
Die inneren Röhren haben einen vor Hitze und Kälte
iſolie=
renden Korkmantel erhalten. — Am Nordbahnhof werden
eben die Kandelaber für die Gasbeleuchtung und ein
Hydrant geſetzt.
Offenbach, 9. Mai. In der Klageſache, die die
Stadt Offenbach gegen Oberbürgermeiſter Dr. Dullo
auf Entſchädigung in der Kaiſerhofaffäre angeſtrengt hat,
kam es nachdem mehrere frühere Termine ohne
Verhand=
lung oder nach kurzen Erörterungen vertagt worden
wa=
ren, heute vor der Zivilkammer III des Landgerichts
Darmſtadt zu einer eingehenden Verhandlung. Die
bei=
derſeitigen Prozeßbevollmächtigten, die Juſtizräte
Hall=
wachs und Dr. Jäger, trugen den geſamten Sachverhalt
und Wiedergabe des geſamten Materials vor und
be=
gründeten den Standpunkt ihrer Partei. Der klägeriſche
Vertreter, Juſtizrat Hallwachs, beantragte Verurteilung
des Beklagten in die von der Stadt Offenbach geltend
gemachte Schadenerſatzſumme, während Dr. Jäger jedes
Verſchulden beſtritt und koſtenfällige Klageabweiſung
be=
ankraßte. Nach einſtündiger Verhandlung verkündete
das Gericht den Beſchluß, daß die Entſcheidung in 14
Ta=
gen verkündet werden ſoll. — Dank der vereinten
Be=
mühungen von Kriminal= und Wohnungspolizei haben
die Zigeuner nunmehr Offenbach bis auf fünf Stück
den Rücken gekehrt. In zwei Transporten, von denen
der erſte etwa 40, der zweite etwa 60 Köpfe ſtark war,
die 8 Familien angehörten, haben ſie Offenbach verlaſſen.
Verſchiedene Familien aus der Borngaſſe haben ihren
Weg lt. O. Ztg. nach Darmſtadt genommen und
ſich dort angeſiedelt.
Neu=Iſenburg, 8. Mai. Heute morgen um 8 Uhr
ſtürzte der in den 50er Jahren ſtehende
Dachdecker=
meiſter Heinrich Schramm von einem Hauſe der
Wald=
ſtraße, wo er mit Reparaturarbeiten beſchäftigt war, auf
die Straße und war auf der Stelle tot.
Mainz. 9. Mai. Eine 32jährige Witwe aus der
Lotharſtraße verſuchte ſich geſtern nacht mit Lyſol zu
vergüften. Die Hausbewohner bekamen Kenntnis
von der Tat der Frau und brachten ſie ins Hoſpital, wo
ſie in bedenklichem Zuſtande liegt. Die Frau iſt in der
letzten Zeit von ſchweren Schickſalsſchlägen heimgeſucht
worden: ihr Mann hatte ſich kürzlich erhängt, in der
Nacht, in der ſie ſich zu vergiften ſuchte, ſtarb ihr ein Kind.
Es ſind noch drei kleine Kinder vorhanden, die in ſtädtiſche
Fürſorge genommen wurden.
Worms, 9. Mai. Ein Musketier des Infanterie=
Regiments Nr. 118 wurde feſtgenommen da er
ge=
legentlich einer Schießübung im Lorſcher Wald ein Feuer
anzündete und dabei einen Waldbrand mit einem
Schaden von über 1000 Mark verurſachte. — Bei der
Entladung einer großen Partie ausländiſchen
Korkholzes in großen verſchnürten Ballen wurde
heute morgen im Laderaum des Güterbootes „Egon 37"
zwiſchen dem Korkholz eine etwa 1 Meter lange
gif=
tige indiſche Schlange vorgefunden. Da die
Schlange eine Verletzung am Leibe hatte, jedenfalls durch
ſtarken Druck zwiſchen den Korkballen, wurde das noch
lebende Reptil in den Rhein geworfen. Beim Entladen
von indiſchen Futtererbſen fanden die Arbeiter eine
grö=
ßere Anzahl von indiſchen kleinen Münzen aus
Meſſingblech.
Worms, 9. Mai. In der Wormſer Spionage=
Angelegenheit hat der verhaftete Soldat das
Ge=
ſtändnis abgelegt, dem Nachrichtenbureau in Belfort
Informationen und Nachrichten gegeben zu haben, die
ſich auf die Landesverteidigung bezogen. Die
Militär=
behörde nimmt an, daß der Soldat die Informationen
nur durch die Mitſchuld dritter Militärperſonen bezogen
haben kann, und hat nach dieſer Richtung hin
Erhebun=
gen angeſtellt, die aber noch nicht abgeſchloſſen
ſind. (W. Vztg.)
Nackenheim, 8. Mai. Der Rheinmühlenbeſitzer
Kon=
rad Recht geriet auf bis jetzt unaufgeklärte Weiſe in
das Getriebe ſeiner im Gange befindlichen Mühle
und erlitt dabei derart ſchwere innere Verletzungen
daß er in recht bedenklichem Zuſtande nach ſeiner
Woh=
nung getragen werden mußte.
Bingen, 8. Mai. In vergangener Nacht wurde in die
Wohnungen zweier Rechtsanwälte, des Rechtsanwalts
Lehr und des Rechtsanwalts Strauß, eingebrochen. Die
Diebe erbeuteten etwa 200 Mark. Der zur Hilfe
herbei=
geholte Polizeihund ſtellte auf dem Bahnhofe in
Binger=
brück zwei Burſchen, die gerade im Begrif waren, nach
Mainz abzudampfen. Sie heißen Walchenbach und
Siegel.
Gießen, 9. Mai. Der ſeit länger als fünf Jahren
ſchwebende Prozeß Webers Erben gegen die Stadt
Gießen wegen 18 Quadratmeter Hintergelände des
Grund=
ſtückes, auf dem einſt die ſogen. „Kracheburg” an der
Neuen Bäue ſtand (es handelt ſich um das
Eigentums=
recht an einem ehemaligen, durch die Kanaliſation
weg=
gefallenen Flutgraben), iſt nunmehr, dem G. A. zufolge,
vom Oberlandesgericht in Darmſtadt zu
Gun=
ſten der Stadt entſchieden worden. Die
Ge=
richts=, Zeugen= und Anwaltskoſten die die unterlegene
Partei zu tragen hat, ſollen nahe an 20000 Mk. betragen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Mai. Es beſtätigt ſich,
daß der Oberbürgermeiſter Kirſchner die Wahl
Wer=
muths zu ſeinem Nachfolger befürwortet hat.. Dieſer
hat den Oberbürgermeiſter beſucht und eine längere
Aus=
ſprache mit ihm gehabt. — Die Morgenblätter berichten,
daß es geſtern während der Tagung der Kreisſynode
Friedrichswerder II zu ſtürmiſchen Auslaſſungen über den
Fall Kratz vom 29. Juli 1911 in der Luiſenkirche zu
Charlottenburg gekommen iſt. Pfarrer Kratz berichtete,
daß er im Konſiſtorium gefragt worden wäre, ob er mit
ſeiner Jatho=Predigt Reklamezwecke verfolgt habe. Die
Synode nahm ſchließlich eine Reſolution an, in der gegen
die Störung des Gottesdienſtes durch den Fortgang der
Soldaten Verwahrung eingelegt und bedauert wird, daß
das Konſiiſtorium nicht die gerichtliche Entſcheidung
an=
gerufen, ſowie dem Pfarrer Kratz Schutz gewährt habe.
— Im Bahnhof Friedrichſtraße wurde heute abend auf
den Berlin-Königsberger=D=Zug ein Schuß
abge=
feuert. Die Kugel ging durch zwei Fenſter eines Abteils
und zertrümmerte ſie, verletzte aber glücklicherweiſe
nie=
mand. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden. —
An Netzhautentzündung ſind auch in Berlin und
Vororten eine Menge Perſonen erkrankt und ieilweiſe faſt
erblindet, welche die Sonnenfinſternis mit
unbe=
waffneten Augen beobachteten.
Frankfurt, 9. Mai. Geſtern nachmittag wurde an der
Katharinenkirche eine 50jährige Frau von
einemher=
abfallenden Brett erſchlagen. Schon längere
Zeit iſt man an dem Turm mit Renovierungsarbeiten
beſchäftigt. Das Gerüſt umgibt den Turm der Kirche auf
drei Seiten und ragt über die Hälfte des Bürgerſteiges
hinaus. An dieſem Gerüſt löſte ſich in einer Höhe von
ungefähr 50 Metern auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte
Weiſe ein mehr als 2 Meter langes Brett; es ſchlug durch
den nur wenige Zentimeter breiten Spalt und traf eine
vorübergehende Frau ſo unglücklich an den Hinterkopf,
daß ſie ſofort tot war. Die Perſonalien ergaben,
daß es ſich um die 50 Jahre alte Heimarbeiterin Mathes
aus Offenbach handelt. Die Leiche wurde von der Kgl.
Staatsanwaltſchaft beſchlagnahmt und noch geſtern abend
gerichtsärztlich unterſucht. Der Befund ergab, daß außer
einem ſchweren Schädelbruch noch ein Genickbruch vorlag.
Frankfurt, 9. Mai. Nachdem durch das ſchnelle
Zu=
greifen der Berliner Stadtverordneten der erſte ernſthafte
Kandidat für den Frankfurter
Oberbürger=
meiſterpoſten Exzellenz Wermuth, nicht mehr in
Frage kommt, haben einige angeſehene Mitglieder des
Stadtparlaments mit dem früheren Staatsſekretär des
Reichskolonialamts, Wirklichen Geheimrat Dernburg,
zunächſt ganz unverbindlich Fühlung genommen, ob er
geneigt ſei, an die Spitze unſerer Kommunalverwaltung
zu treten.
Wiesbaden, 8. Mai. Vor dem Amtsgericht fanden
geſtern bis in den ſpäten Abend hinein Verhandlungen
wegen großer, in Wiesbaden verübter
Schwinde=
leien gegen den von der Kriminalpolizei
verhafte=
ten Grafen Leopold von Saldern=Ahlimb
und ſeine Mutter, die Baronin von Saldern, ſtatt, welche
mit dem Erlaß eines Haftbefehls gegen den Grafen
ende=
ten. Seine Mutter wurde auf freien Fuß geſetzt, weil
Fluchtverdacht bei ihr nicht vorliegt. Der Verhaftete iſt
1886 zu Straßburg i. Elſ. als Sohn des preußiſchen
Majors Maximilian von Saldern geboren. Er war
be=
reits 1909 in Wiesbaden und machte ſich damals durch
ſeinen rieſigen Luxus an Automobilen und Pferden
be=
merkbar. Dieſes glänzende äußere Auftreten brachte ihm
bei der Wiesbadener Geſchäftswelt einen ungeheuern
Kredit ein, bis es ſchließlich 1909 zum Konkurs kam. Der
Graf wurde damals ſofort wegen Verſchwendung
ent=
mündigt. Anfang dieſes Jahres kam er mit ſeiner
Mut=
ter wieder nach Wiesbaden. Sie verſchafften ſich wieder
einen umfangreichen Kredit, er unter der unwahren
An=
gabe, daß er als Majoratsherr von Ringenwalde ein
großes Einkomen beziehe, und ſeine Mutter unter der
falſchen Behauptung, ihre beiden Güter ſeien unbelaſtet.
Kälterückfälle im Mai.
A. K. Die drei geſtrengen Herren oder Eisheiligen
Mamertus, Pankratius und Servatius, denen
die Tage des 11., 12. und 13. Mai geweiht ſind, ſtehen ſeit
altersher in ſchlechtem Rufe. Nach dem Volksglauben
ſollen dieſe Tage oft Fröſte bringen, die die jungen
Pflan=
zen verderben.
Man hat ſich in neuerer Zeit viel über die Richtigkeit
der Wetterregel von den drei Eismännern geſtritten, die
Anhänger haben einfach die Tatſachen ſolcher ſpäter Fröſte
ins Feld geführt, während die Gegner aus den
Tempe=
raturen aller Monatstage längerer Jahresreihen die
Mit=
telwerte beſtimmt haben, um zu zeigen, daß in dieſen ſich
kein Kälterückfall um die Zeit der drei geſtrengen Herren
ausprägt. In jüngſter Zeit,hat man aber einſehen gelernt,
daß die Methode der Mittelwertbeſtimmung hier nur
irre=
leiten kann, weil ſie naturgemäß ausgleichend wirkt, alſo
anſtatt die Temperaturdepreſſion hervortreten zu laſſen, ſie
im Gegenteil gänzlich verwiſcht. Wie groß gerade auf dem
in Rede ſtehenden Gebiete der Trugſchluß durch
Mittel=
wertbeſtimmungen werden kann, zeigt die ebenſo
umfang=
reiche wie mühevolle Arbeit, die einſt der berühmte
Meteo=
kologe Dove der Königl. Akademie der Wiſſenſchaften in
Berlin vorlegte. An Hunderttauſenden von
Temperatur=
beobachtungen zahlreicher über weite Ländergebiete
ver=
teilter Stationen wollte er nachgewieſen haben, daß ein
periodiſcher Kälterückfall gegen Mitte Mai überhaupt nicht
exiſtiert. Der Landmann, dem durch die Maifröſte die
Ernte geſchädigt oder gar vernichtet wird iſt anderer
An=
ſicht, er glaubt nach wie vor an die Eisheiligen, auch dann
noch, wenn ſie ganz warme Tage bringen.
Die Widerſprüche löſen ſich nun auf recht einfache
Weiſe: die Kälterückfälle des Mai ſind erſtens nicht immer
an dieſelben Tage geknüpft, ſondern ſtellen ſich manchmal
früher, manchmal auch ſpäter ein, ſie gruppieren ſich
zwei=
tens im Laufe der Jahre zu kürzeren oder längeren
Pe=
rioden, ſetzen auch häufig eine Anzahl von Jahren ganz
aus, oder bleiben doch ſehr mild. Die Tatſache ſelbſt kann
aber nach den neueſten Unterſuchungen durchaus nicht in
Abrede geſtellt werden, obwohl man über die letzten
Ur=
ſachen der Maikälte noch nicht im Klaren iſt. Nur ſo viel
weiß man aus vielen zu dieſem Zwecke unternommenen
Ballonaufſtiegen und Aufzeichnungen von Regiſtrierballons,
daß die Temperaturdepreſſion die Wirkung eines in große
Höhe hinaufreichenden ausgedehnten Luftwirbels über
Europa iſt. Charakteriſtiſch für dieſe Wetterlage der
kal=
ten Maitage iſt niedriger Luftdruck im Südoſten und hoher
im Nordweſten; dieſe Verteilung bedingt über
Mittel=
europa nördliche Luftſtrömung von niedriger Temperatur.
Regelmäßig kehren, wie geſagt, die Kälterückfälle im
Mai nicht wieder, immerhin bevorzugen ſie zeitweiſe die
mit einem gewiſſen Recht gefürchteten Tage des 11., 12.
und 13., wenigſtens in Norddeutſchland, während ſie in
Süddeutſchland mehr den 12., 13. und 14., Pankratius,
Servatius und Bonifatius, bevorzugen.
Weſent=
lich regelmäßiger erweiſt ſich der Kälterückfall um den 20.
Juni, der aber, da in dieſer vorgeſchrittenen Zeit die
Wärme ſchon ſehr hoch geſtiegen iſt, keinen Froſt im
Ge=
folge hat.
Vorträge.
In der Vorſtände= und Mitgliederverſammlung
des Verbandes evangeliſch=kirchlicher
Frauenvereine im Großherzogtum
Heſ=
ſen am Mittwoch, 8. Mai, hielt Frl. Dr M. Kröhne,
Kreiswohnungsinſpektorin aus Worms, einen an eigenen
Erfahrungen orientierten und darum anſchaulichen
Vor=
trag über die Urſachen der Anordnung von
Zwangs=
erziehung. Erſchreckend groß iſt vielfach die Menge der
Urſachen und Bedingungen, die namentlich die
Arbeiter=
jugend körperlich, geiſtig und ſittlich gefährden und ſie
zum Gegenſtand der Zwangserziehung machen, und meiſt
treffen eine ganze Anzahl ſolcher Urſachen zuſammen,
wie ſtete Abweſenheit des Vaters, Erwerbstätigkeit der
Frau, Erziehungsunfähigkeit und=Unwilligkeit der Eltern,
Alkoholismus, Proſtitution und am meiſten oft die
Woh=
nungsnot und die damit zuſammenhängende
Famiſien=
loſigkeit, die die Kinder ſich ſelbſt überläßt und d. h. böſem
Beiſpiel und ſchlimmen Einflüſſen. Wohnungspflege und
Familienpflege müſſen darum Hand in Hand gehen, um
der Jugend das zu ſchaffen, ohne das ſie nimmer geſund
ſich entwickeln kann: ein Heim und in dieſem Heim eine
Familie. Dieſe vorbeugende häusliche Jugendpflege iſt
ein Teil der großen Jugendpflege, die heute alle Kreiſe
beſchäftigt und an ihr mitzuarbeiten iſt Gabe und
Auf=
gabe der Frau.
Fenilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Für das
Bis=
marck=Nationaldenkmal war laut
Veröffentlich=
ung im Januar d. J. an Sammelbeiträgen von Deutſchen
im Auslande aus 50 Plätzen die Geſamtſumme von
34 524,24 Mark eingegangen. Im letzten Vierteljahr
wur=
den weitere Beiträge von Auslands=Deutſchen aus 40
Plätzen geleiſtet, die 19 227,74 Mark ergaben, ſodaß bis
jetzt aus dem Auslande im ganzen 53 751,98 Mark
einge=
gangen ſind. Da die Sammlungen im Auslande noch in
vollem Gange ſind, und die Reſultate von etwa 600 Orten
noch ausſtehen, darf auf weitere anſehnliche Beträge gerechnet
werden. Dieſe Opferfreudigkeit unſerer deutſchen Brüder
im Auslande iſt ein Beweis dafür, daß das
Jahrhundert=
denkmal für unſeren größten Staatsmann allgemeine
Be=
geiſterung im Auslande findet.
Richard Wagner in Norwegen. Als eines
der letzten europäiſchen Länder, in denen Richard Wagner
auf der Bühne bisher noch nicht zur Aufführung gelangt
war, iſt — Norwegen zu bezeichnen. Das hochkultivierte
Norwegen kannte bisher keine einzige Oper von
Wagner. Dieſe ſeltſame Erſcheinung beruht auf
folgen=
den Umſtänden. In Norwegen beſitzt nur Chriſtiania ein
größeres Theater, das Nationaltheater, das Theater
Björn=
ſons und Ibſens, wo natürlicherweiſe das Schauſpiel
ge=
pflegt wird. Nur ausnahmsweiſe gab es bisher im Jahre
eine bis zwei Opernſerien, es wurde alljährlich nur eine
Oper gegeben. Der Beginn wurde mit Verdis „Alda”
ge=
macht, dann folgte Bizets „Carmen” und nun wird zum
erſten Male ein deutſches Werk, Richard Wagners
„Lohengrin” in Chriſtiania gegeben. Als Darſteller
des „Lohengrin” wurde Kammerſänger Wilhelm Herold,
der ſoeben an der Hofoper in Dresden ſein diesjähriges
Gaſtſpiel beſchließt, verpflichtet. Der Künſtler wird den
„Lohengrin” in Chriſtiania ſechsmal hintereinander ſingen.
Beſteuerung der Autogramm=Liebhaber.
Eine Autographenſteuer hat ſoeben der Schutzverband
Deutſcher Schriftſteller, dem ſämtliche hervorragenden
Schriftſteller Deutſchlands angehören, eingeführt.
Künftig=
hin werden die Mitglieder des Verbandes Autographen
nur mit der Bemerkung aus der Hand geben, an die Kaſſe
des Verbandes eine Zahlung von etwa einer Mark an auf=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Nummer 110.
In Wahrheit ſtehen ſowohl das Gut Ringenwalde wie
auch die Güter der Mutter unter Zwangsverwaltung.
Außer zahlreichen Kaufleuten ſind verſchiedene
Hotel=
beſitzer und Penſionsinhaber, ſowie auch Hotelportiers und
Privatperſonen, die dem Grafen Darlehen gewährt
hat=
ten, unter den Geſchädigten.
Lingelbach, 8. Mai. Ein auf der Fahrt von Weimar
nach Bad Nauheim befindliches Auto verunglückte
geſtern nachmittag zwiſchen hier und Eifa infolge eines
Raddefektes. Es befanden ſich der Beſitzer und
Chauffeur darin. Der hintere Teil des Wagens wurde
gegen einen Baum geſchleudert und zertrümmert
Der Beſitzer des Kraftwagens wurde in weitem Bogen
herausgeſchleudert und trug Bruch der beiden
Arme, eines Backenknochens und noch eine tiefe
Fleiſch=
wunde an einem Oberſchenkel davon. Er wurde ſofort
dem Kreiskrankenhauſe Alsfeld zugeführt. Sein
Chauf=
feur kam mit leichteren Verletzungen und dem Schrecken
davon.
Koblenz, 8. Mai. Zwiſchen den Stationen Liſſendorf
und Jünkerath in der Eifel ſtießen zwei mit Arbeitern
beſetzte Züge zuſammen. 13 Perſonen wurden teils
ſchwer, teils leicht verletzt, 5 Wagen ſchwer beſchädigt.
Auch die beiden Lokomotivführer erlitten nicht
unbedenk=
liche Verwundungen. Der Verkehr wird eingleiſig
auf=
recht erhalten.
Stuttgart, 9. Mai. Im Mordprozeß gegen den 39 Pfrommer, der im Januar d. J., als er wegen
mehrerer Einbruchsdiebſtähle verfolgt wurde, in der Nähe
von Stuttgart zwei Verfolger tödlich verletzte, bejahten die
Geſchworenen die Schuldfragen. Der Gerichtshof war
jedoch einſtimmig der Auffaſſung, daß die Geſchworenen
ſich mit dieſem Wahrſpruch zu Ungunſten des Angeklagten
geirrt haben und daß der Fall deshalb an ein neues
Schwurgericht zu verweiſen wäre. Wegen zahlreicher
ſchwerer Einbruchsdiebſtähle erhielt der Angeklagte 15
Jahre Zuchthaus.
Wilhelmshaven, 8. Mai. Vor dem hieſigen
Schöf=
fengericht hatte ſich der Paſtor Rodik von der
Ge=
meinde Heppens wegen Beleidigung dreier Offiziersdamen
und eines Offiziers zu verantworten. Der Paſtor hatte
in einem „Eingeſandt” ſchwere Angriffe gegen die
genann=
ten Perſonen erhoben, weil dieſe während eines
Begräb=
niſſes auf dem Kirchhofe zu Heppens auf dem
unmittel=
bar anſtoßenden Spielplatz Tennis ſpielten.
Außer=
dem hatte der Geiſtliche gegen den Stationschef von
Wil=
helmshaven, Admiral Graf Baudiſſin, Beſchwerde
einge=
reicht. Der Admiral ordnete ſofort die Eröffnung eines
Verfahrens gegen den Offizier an; es ergab ſich jedoch,
daß die Tennisgeſellſchaft von dem Tennisplatz aus das
Begräbnis weder geſehen noch gehört haben konnte.
Da=
her wurde das Verfahren eingeſtellt. Vor Eröffnung der
Verhandlung vor dem Schöffengericht erklärte der
Ange=
klagte, daß er zugebe, in der Form zu weit gegangen zu
ſein, weshalb er mit Bedauern die ſcharfen Ausdrücke
zu=
rücknehme. Die Kläger wollten jedoch von einem
Ver=
gleich nichts wiſſen und das Gericht verurteilte den
Be=
klagten zu 200 Mark Geldſtrafe eventuell 20 Tagen
Ge=
fängnis und zur Tragung der Koſten.
Leipzig, 8. Mai. Auf der Leipziger Jahresausſtellung
iſt am Dienstag mittag ein wertvolles Bild von Ludwig
v. Hofmann Reiter am Meer, geſtohlen worden.
Der Dieb iſt unbekannt.
Wien, 9. Mai. In Juragitza ereignete ſich bei dem
Leichenbegängnis des reichen Großgrundbeſitzers
Maſſny ein erſchütternder Zwiſchenfall. Die
Trauerlieder waren verklungen und man warf bereits die
erſten Schollen auf den Sarg, als aus dem Grabe ein
gellender Schrei ertönte. Der Sarg wurde ſofort zur
Ober=
fläche befördert und geöffnet, worauf der Totgeglaubte
herausſtieg. Er war vor einigen Tagen erkrankt und im
Verlauf der Krankheit in Starrkrampf verfallen. Der
Tierarzt des Ortes (!) konſtatierte, daß der Mann tot war.
London, 8. Mai. Es iſt ſchon über den Verkauf der
Güter des Herzogs von Orleans in England
berichtet worden. Er iſt, wie Londoner Blätter berichten,
darauf zurückzuführen, daß der Herzog von den engliſchen
ariſtokratiſchen Kreiſen boykottiert wird. Dieſer Boykott
ſtammt aus dem ſüdafrikaniſchen Kriege, aus deſſen Anlaß
der Herzog eine Aeußerung über die engliſche
Königs=
ffamilie machte im Zuſammenhang mit einer Karikatur
des Franzoſen Willette. Die Aeußerung war für die
königliche Familie ſehr beleidigend und hatte zum
Ergeb=
nis, daß der Herzog aus allen Klubs ausgeſchloſſen
wurde.
London, 9. Mai. In Stratford am Avon=Fluß
ereig=
nete ſich geſtern eine gewaltige Gas=Exploſion, der
eine allgemeine Finſternis in der Stadt folgte.
Ein Gasbehälter mit mehreren hunderttauſend Kubikfuß
Inhalt war explodiert. Viele benachbarte Gebäude
wur=
den demoliert. Ein Mann wurde getötet, mehrere
Per=
ſonen verwundet.
Kopenhagen, 8. Mai. Der Geograph Barclay
Raunkiaer der im Herbſt 1911 vom Komitee der Kgl.
däniſchen geographiſchen Geſellſchaft auf eine
Unter=
ſuchungsexpedition nach Oſtarabien entſandt
wurde, iſt am 4. Mai glücklich in Maskat in Oman
ange=
kommen, von wo er das Komitee telegraphiſch davon
unter=
richtet hat, daß er Zentral=Arabien bereiſt hat, wo er mit
vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und ſich
wieder=
holt in äußerſter Lebensgefahr befand. Das Komitee hat
Grund zur Annahme, daß ſeine Reiſe vollſtändig geglückt
iſt, ſowohl hinſichtlich der zurückgelegten unbekannten und
gefährlichen Route wie hinſichtlich der erzielten Reſultate.
Raunkiaer reiſte am 12. November 1911 von Kopenhagen
über Konſtantinopel und Kleinaſien nach Aleppo ab, die
große Forſchungsreiſe ſollte ihn durch die Wüſte über die
Oaſen Bereida und Riad mitten in Zentral=Arabien im
Lande der Vatabitter und weiter nach Oſten über die Oaſe
Jxofuf zur Küſte führen. Dieſen kühnen Plan hat
Raun=
kiger offenbar durchgeführt und die ihm vom Komitee
ge=
ſtellte Aufgabe glänzend gelöſt. Herr Raunkiger geht jetzt
nach Bombay und von dort nach Kopenhagen, wo er
wahr=
ſcheinlich im Juni eintrifft. Im Herbſt wird er in der
geographiſchen Geſellſchaft über ſeine Expedition Vortrag
halten.
Petersburg, 8. Mai. Eine junge Dame, die Tochter
einer angeſehenenen Petersburger Familie, machte in
einer Droſchke einen Selbſtmordverſuch durch
Ver=
giften. Im Hoſpital fand man bei ihr einen Brief an die
Polizei, worin ſie angibt, von einer revolutionären
Orga=
niſation durchs Los beſtimmt worden zu ſein, einen
letzt=
hin mißliebig gewordenen Miniſter zu ermorden
Da ſie im Laufe zweier Tage nach dem Parteibeſchluß
nicht den Mut zur Tat fand, beſchloß ſie den Selbſtmord
aus Furcht vor der Rache der Partei. Eine ſofortige
poli=
zeiliche Hausſuchung in der Wohnung der Dame beſtätigte
deren Angaben; es wurden mehrere Schriftſtücke
gefun=
den, auf Grund deren mehrere Perſonen, meiſt aus
ſtuden=
tiſchen Kreiſen, verhaftet wurden.
Helſingfors 9. Mai. An Bord des hier liegenden
ruſſiſchen Kriegsſchiffes Ceſarowitſch
wur=
den eine Anzahl Leute der Beſatzung, die teils aus Ruſſen,
teils aus Finnen beſteht, verhaftet. Ebenſo wurden in
der Stadt unter den Bewohnern zahlreiche Verhaftungen
vorgenommen in Verbindung mit vielen Hausſuchungen.
Ueber die Gründe dieſer Maſſenverhaftungen wird amtlich
ſtrengſtes Stillſchweigen beobachtet, es verlautet aber mit
großer Beſtimmtheit, daß es ſich um einen Anſchlag gegen
das Kriegsſchiff handelt, das in die Luft geſprengt werden
ſollte.
Taganrog, 8. Mai. Als die Bergwerkspolizei von
Bagoduchow einige Räuber verhaften wollte, die ſich
in einem Hauſe verſteckt hielten, wurde ſie von den
Räu=
bern beſchoſſen. Die Polizei holte Koſaken herbei.
Es kam zu einem Feuergefecht, wobei zwei Polizeibeamte
verwundet, zwei Räuber und drei andere Perſonen
getö=
tet wurden.
Waſhington, 8. Mai. Beamte des
Ackerbauminiſte=
riums ſchätzen den durch die Ueberſchwemmungen
im Miſſiſſippital angerichteten Flurſchaden auf
50 Millionen Dollars. Die Regierung verſorgt
gegen=
wärtig 117000 Notleidende mit Nahrung und Kleidung.
Der Kongreß wird vorausſichtlich weitere zwei
Millio=
nen für die Hilfeleiſtung bewilligen. Die Meldung, daß
Hunderte ertrunken ſeien, hat bisher eine amtliche
Beſtä=
tigung nicht gefunden.
Tokio, 8. Mai. Prinz Waldemar von
Preu=
ßen nahm heute beim Kaiſer das Frühſtück ein.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnungsgeſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Zum Beſten des Witwen= und
Wai=
ſenfonds der Großh. Hofmuſik geht nächſten
Samstag im Hoftheater noch einmal Verdis „
Trouba=
dour” in Szene. Iſt auch die an unerſchöpflicher
Melo=
dienfülle faſt einzig daſtehende Oper jedem
Theaterbe=
ſucher wohlvertraut, ſo erlebt doch jeder die
wunderbar=
ſten Ueberraſchungen, wenn ein oder mehrere Träger der
Hauptpartien mit dem reichen Rüſtzeug der alten
italieni=
ſchen Schule, hervorragenden Stimmitteln undeiner alles
techniſch mühelos überwindenden Geſangskunſt in die
Schranke treten. Beſonders iſt der Manrico eine der für
den lyriſchen Tenor am glänzendſten ausgeſtatteten
Par=
tien der geſamten Opernliteratur. In dem gaſtierenden
Frankfurter Tenor Robert Hutt iſt dem Kunſtwerk ein
Vertreter erſtanden, der zu den beſten ſeines Faches zählt.
So oft neuerdings die Oper in Frankfurt auf dem
Spiel=
plan ſteht, iſt das große Haus bis auf den letzten Platz
beſetzt, dank der außergewöhnlichen Leiſtungen des
ge=
nannten Künſtlers. Die Vorſtellung findet zu
Abonne=
mentspreiſen ſtatt.
Dem Bericht über die Tätigkeit des
Odenwald=
klubs im Vereinsjahr 1911/12
entnehmen wir folgendes: Wiederum ſind wir an einem
Markſtein angelangt, und zurückblickend überſchauen wir
mit Stolz und Freude die Wegſtrecke, die hinter uns liegt.
Mag auch das Jahr 1911 ein Jahr des Sturmes, der
Sorgen, des Streites drinnen und draußen geweſen ſein,
der Bund der Odenwaldfreunde iſt unberührt geblieben
von den brandenden Wogen der Parteileidenſchaft und
wankelmütiger Tagesmeinungen, und der Odenwaldklub
hat ſeine Ehrenſtellung als ein Hort idealer Freude an
der Natur der Heimat mit ihren unvergänglichen
Schön=
heiten gewahrt und gefeſtigt. Berg und Tal haben
wie=
derum gehallt von dem frohen Sang biederer Menſchen,
denen die Einfachheit und Urſprünglichkeit des
Natur=
genuſſes neue Freude und Kraft für die rauhe Wirklichkeit
des Lebens gegeben hat. Kein Stand, kein Beruf, kein
Geſchlecht, kein Lebensalter hat ſich ausgeſchloſſen, wo es
galt, auf ſchöner Wanderfahrt den Zauber des Waldes zu
genießen. Und doch muß des Berichterſtatters Mund
Klage führen darüber, daß noch mancher draußen ſteht
und ſich der Einſicht verſchließt, daß das Wandern ein
Geſundbrunnen für Körper und Geiſt iſt. Fehlt es doch
nicht in unſeren Reihen an Ortsgruppen, die ihre Aufgabe
erfüllt ſehen, wenn ſie im weſentlichen als
Verſchöner=
ungs= und Verkehrsvereine für ihr eigenes, engſtes Gebiet
aufgetreten ſind. Mit um ſo größerer Freude berichten
wir von denen, die das Wandern in den Mittelpunkt einer
erſprießlichen Vereinstätigkeit geſtellt haben. Regelmäßige
Wanderungen nach einem feſtgelegten Plan haben
unter=
nommen die Ortsgruppen Adelsheim, Amorbach,
Beeden=
kirchen, Beerfelden, Bruchſal, Bammental, Bensheim,
Buchen, Dreieichenhain, Darmſtadt, Eberbach, Frankfurt,
Fränkiſch=Crumbach, Fürth, Groß=Bieberau, Gr.=Sachſen,
Gundelsheim, Haßmersheim, Heidelberg, Heppenheim,
Heubach, Hirſchhorn, Höchſt, Lichtenberg, Lindenfels,
Mannheim=Ludwigshafen, Michelſtadt, Mörlenbach,
Mosbach, Modautal, Modau, Neckargemünd, Neckarſteinach,
Obernburg, Offenbach, Reichelsheim, Reinheim, Rimbach,
Schriesheim, Seeheim, Walldürn, Wimpfen, Weinheim
und Worms. Am häufigſten wurde natürlich der
Oden=
wald aufgeſucht, aber auch benachbarte Gebirge, wie
Speſ=
ſart, Taunus und Pfälzer Wald waren öfter das Ziel der
Wanderungen. Und wie die Wanderungen in dem
eigent=
lichen Arbeitsgebiet des Odenwaldklubs reichliche und
willkommene Gelegenheit boten, die Beziehungen der
ein=
zelnen Ortsgruppen zu einander enger und herzlicher zu
geſtalten, ſo hatten wir auch außerhalb unſeres
heimat=
lichen Bezirkes oft genug die Freude, den Rat, die
Unter=
ſtützung und freundliche Geſelligkeit benachbarter
Gebirgs=
vereine zu genießen. Die ſchöne Gepflogenheit, daß auf
froher Wanderfahrt keiner an demranderen vorübergeht,
ohne wenigſtens zu freundlichem Willkomm die Hand zu
ſchütteln, ſollte jedem unſerer Zweigvereine zur zweiten
Natur werden. Vorausſetzung bleibt natürlich, daß der
Beſucher ſein Erſcheinen im Hauſe des Gaſtgebers anſägt.
Um daher unſere Freunde wiſſen zu laſſen, wann und
wo=
die einzelnen Ortsgruppen auf dem Marſche ſind, haben
wir, einer Anregung der Ortsgruppe Eberbach folgend,
einen Austauſch der Wanderpläne vorgeſchlagen, und die
Hauptverſammlung zu Amorbach hat dieſem
Vorſchlag zugeſtimmt. Die Wanderpläne werden
demnach von nun an durch den
Zentral=
ausſchuß an alle Ortsgruppen zugleich mit dem
Jah=
resbericht verſandt. Die Kenntnis aller Wanderpläne
wird außerdem für die Ausſchüſſe, die ſich mit der
Auf=
ſtelung der Marſchpläne beſchäftigen, von unbeſtreitbarem
Nutzen ſein. Aus der Fülle der Marſchmöglichkeiten muß
manch nützliche Anregung hervorgehen. Vielleicht tritt
nach den erſten Verſuchen ſpäter an die Stelle des etwas
umſtändlichen Austauſchs nach dem Vorbild anderer
Wan=
dervereine ein „Wanderbüchlein”
Die ſtets wiederkehrende Frage, welche Marſchleiſtung
für den Erwerb des „Goldenen Abzeichens” gefordert
werde, haben wir immer dahin beantwortet, daß es nicht
Sache des Zentralausſchuſſes ſein könne, derartige allge=
wärts als Gegenwert zu leiſten. Ueber die Eingänge
wird in dem Verbandsorgan öffentlich Rechnung abgelegt.
Wettſchreiben für
Geſchäftsſtenogra=
phen. Am 19. Mai ds. Js. findet das 12. öffentliche
Wettſchreiben für Geſchäftsſtenographen aller
Sy=
ſteme in Frankfurt a. M. ſtatt. Die Vorbereitung
und Leitung dieſes Wettſchreibens liegt in den Händen
eines Ausſchuſſes, der ſich aus Vertretern der Syſteme
Gabelsberger, Stolze=Schrey und Stenotachygraphie
zu=
ſammenſetzt. Der Wettbewerb ſoll vor allen Dingen der
Erhöhung der ſtenographiſchen Leiſtungsfähigkeit der
Ge=
ſchäftsſtenographen dienen.
C.K. Pariſer Tage des engliſchen Kronprinzen. Der
junge engliſche Thronfolger weilt bekanntlich auf einige
Monate in Paris, um hier, in Berührung mit franzöſiſchem
Geiſt und franzöſiſcher Kultur, ſein Weltbild zu erweitern
und ſeine Studien fortzuſetzen. Ein engliſcher
Korreſpon=
dent entwirft ein Bild von der Pariſer Tageseinteilung
des künftigen engliſchen Königs. Genau iſt der Tag
ge=
regelt, um ſieben Uhr ſteht der Prinz auf, nimmt ein
kal=
tes Bad, widmet ſich beſtimmten Körperübungen und
früh=
ſtückt um acht. Dann folgt, in Begleitung der Söhne des
Marquis de Breteuil, ein Ausritt in den Bois de
Bou=
logne, der eine Stunde währt. Von halb zehn bis zwölf
muß der Prinz unter der Aufſicht ſeiner Lehrer arbeiten,
und um zwölf beginnt ein Spaziergang durch die Straßen.
Unerkannt, in einfacher bürgerlicher Tracht, wandert der
Prinz dann in Paris umher, betrachtet ſich die Läden und
macht Einkäufe. Um halb zwei wird der Lunch
genom=
men, wobei nur franzöſiſch geſprochen wird. Am
Nachmit=
tag lieſt der Prinz franzöſiſche Autoren oder macht
Be=
ſuche. Das Diner wird um acht Uhr eingenommen; meiſt
ſind in Paris lebende vornehme Engländer zu Tiſch
ge=
laden. Mit ſtrenger Regelmäßigkeit muß ſich dann der
britiſche Thronfolger um halb elf zur Ruhe begeben.
Bis=
weilen wird dieſer Tageslauf durch Beſuche von Muſeen
junterbrochen; mehrfach iſt der Prinz auch in Pariſer
Theatern erſchienen, ſowohl in der Großen Oper wie in
der Comédie Frangaiſe; aber bei den
Theaterunterhaltun=
ſgen wird auch das leichtere Genre nicht vergeſſen; ſo ſah
fman den künftigen König von England kürzlich auch in
der ausgelaſſenen Operette „La fille de Mme. Angot”.
ml. Die beſten Köchinnen Europas. Die edle Kochkunſt
ſoll nirgendwo in der Welt auf ſo beſonderer Höhe ſtehen
wie im Großherzogtum Luxemburg. So behauptet
wenig=
ſtens ein amerikaniſches Blatt, und es erklärt, jeder
Rei=
ſende könne die Richtigkeit dieſer Behauptung erproben,
der ſich den ungemein ſtark entwickelten Lokalpatriotismus
in dieſem kleinen Staat zunutze mache. Das Rezept iſt
fol=
gendes: Wenn der Reiſende in irgend einem kleinen Ort
ins Wirtshaus kommt, ſo ſoll er ein Geſpräch mit dem
Wirt oder noch beſſer mit der Wirtin anknüpfen und dabei
die Bemerkung einflechten, daß er in ſeinem ganzen Leben
noch nicht ſo billig und ſo gut gegeſſen habe, wie im letzten
Nachbarort. Dann wird ſich die Wirtin die größte Mühe
geben, ihrem Gaſt zu beweiſen, daß er überhaupt bisher
noch nicht gewußt habe, was eine tadellos gekochte
Mahl=
zeit iſt. Und der Fremde wird, wenn er ſich bis zu Kaffee
und Nachſpeiſe durchgegeſſen hat, tatſächlich nicht umhin
können, ihr Recht zu geben.
* Der Leſer und „ſeine” Zeitung. Aus der Feder von
Dr. H. Cardauns, des Chefredakteurs der Kölniſchen
Volks=
zeitung, werden demnächſt im Verlag von J. P. Bachem
(Köln) Erinnerungen unter dem Titel „Aus dem Leben
eines deutſchen Redakteurs” erſcheinen. Aus den
Aus=
hängebogen des Buches möge eine Stelle abgedruckt
wer=
den, die aus den engeren Berufserfahrungen des Verfaſſers
ſchöpft. Cardauns ſchreibt über das Verhältnis des
Le=
ſers zu „ſeiner” Zeitung:
Und hier möchte ich eine Lanze für meine
journaliſti=
ſchen Kollegen brechen. Die Zeitungsleſer, auch der
freund=
lich geſinnte Teil derſelben, haben nur zu oft keinen
Be=
griff, wie die Zeitung zuſtande kommt und unter welchen
erſchwerenden Umſtänden ein vielbeſchäftigter Redakteur
arbeiten muß. Sie leſen beim Frühſtück, bei der Sieſta
oder abends in ihrer freien Zeit „Bas Blatt” finden in
der politiſch ſtillen Zeit den Inhalt mager, viel fremdes
Eigentum, und ſtellen vielleicht Betrachtungen an, es müſſe
der Redaktion Mühe gekoſtet haben, „das Blatt voll zu
bekommen” Sie ſehen eben nur das fertige Produkt; von
der toten Arbeit, von der Maſſe des Materials, das geleſen
und geſichtet werden muß, größtenteils aber nicht benutzt
werden kann, von dem umfangreichen Briefwechſel mit
den regelmäßigen und gelegentlichen Mitarbeitern, von den
mündlichen Verzandlungen, nicht ſelten mit Leuten, die
nichts Vernünftiges zu melden haben, von den Mühen des
Umarbeitens, Verbeſſerns, Streichens, Zuſetzens, des
Nach=
ſchlagens bei unklaren oder bedenklichen Stellen, nicht zu
vergeſſen des leidigen Korrigierens, wiſſen ſie gewöhnlich
nichts, und ſind dann geneigt, für jeden Irrtum, jede
Ent=
gleiſung im Ausdruck, ja für jeden Druckfehler den „
be=
quemen, unaufmerkſamen Redakteur” verantwortlich zu
machen. Nun gibt es gewiß bequeme und unaufmerkſame
Redakteure — Mangel an Fleiß und Aufpaſſen ſoll auchein
anderen Berufen vorkommen —, aber bis zum Beweis des
Gegenteils ſollte man doch annehmen, daß „der Mann, der
die Zeitung ſchreibt” ein gewiſſes vernünftigerweiſe zu
verlangendes Mindeſtmaß von Intelligenz, Umſicht,
Pflicht=
bewußtſein und Fleiß beſitzt, und für die Mängel ſeiner
Leiſtungen Entſchuldigungen geltend machen kann, die in
manchem anderen Beruf nicht Platz greifen: den leidigen
Zwang, auf die Minute zu arbeiten, die Unmöglichkeit
langen Ueberlegens, die ewigen Störungen durch neues
Material, Boten, Telephonanrufe, Beſuche uſw., und ganz
beſonders die bare Unmöglichkeit, all die Gebiete zu
be=
herrſchen, über die er nun einmal ſchreiben muß und deren
Vernachläſſigung das Publikum ihm mit Recht bitter
ver=
übeln würde. Jeder Leſer, der „ſein Blatt” mit Zuſchrifs
ten beehrt, ſollte ſich aks gelegentlicher Mitarbeiter
betrach=
ten und ſchon aus dieſem Grunde die Regeln der
Höflich=
keit wahren; wer das nicht tut, hat es ſich ſelbſt
zuzuſchrei=
ben, wenn der Adreſſat ſeinen groben Brief dem
Papier=
korb übergibt und ſich die weitere Korreſpondenz verbittet.
* Das verkannte Theaterglas. Zwei Hamburger
Ewer=
führer, die zuſammen in der Lotterie 170 Mark gewonnen
hatten, wollten ſich einen vergnügten Tag machen und
be=
ſchloſſen abends in das Theater zu gehen. Da ſie außerdem
Freunde von Spirituoſen waren, verſorgten ſie ſich, um
auch den rechten Genuß von der Theatervorſtellung zu
haben, vorher mit einer Flaſche Rum, von der ſie dann und
wann einen tüchtigen Schluck nehmen wollten. Einen guten
Platz hatten ſie ſich für den Abend bald geſichert und
freudeſtrahlend betraten ſie das Theater. Der Portier
ſtand dienſtbefliſſen bereit und bot ihnen ein „Glas” an, er
meinte natürlich ein Theaterglas. Die braven Ewerführer
dachten aber an ein anderes Glas und antworteten ganz
trocken: „Nee, danke, wie drink ut de Buddel”. (Buddel —
Flaſchel.
Nummer 110.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Seite 5.
lmein gültige Beſtimmungen zu treffen. Es muß den
Orts=
kgruppen das Recht gewahrt bleiben, Zahl und
Ausdehn=
ſung ihrer Wanderungen ſelbſt zu beſtimmen und zu
ent=
ſcheiden, welcher Leiſtung ſie die Auszeichnung der
Gol=
denen Nadel zuerkennen wollen. Dadurch entſtehen
ört=
lich wohl Verſchiedenheiten, aber was will dies beſagen
fgegenüber dem Nutzen, den die durch freie
Selbſtbeſtimm=
ung geſchaffene Vielgeſtaltigkeit ſchafft. In der Tat ſehen
wir ein buntes Bild, wenn wir die Wanderberichte der
verſchiedenen Ortsgruppen nebeneinander halten. Die
Zahl der Jahreswanderungen ſchwankt zwiſchen 5 und 15,
die Marſchzeit weiſt Unterſchiede von 2—3 Stunden auf.
Herrenwanderungen ſtehen neben Familienwanderungen.
Die größte Zahl von Wandergenoſſen und
Wandergenoſ=
ſinnen ſendet Mannheim in die Berge. An den 13
Wan=
derungen dieſer Ortsgruppe nahmen über 5000 Perſonen
teil. Elf Wanderungen wurden mit Sonderzügen
unter=
nommen.
Zum Fall Soxhlet=Wagner.
Die Erwiderung des Herrn Profeſſor Dr. Paul
Wag=
ner, die er auf die Veröffentlichung des
Einſtellungsbe=
ſchluſſes in verſchiedenen Zeitungen gegeben hat, nötigt
mich leider nochmals zu folgender Erklärung:
Der Beſchluß, durch welchen ich wegen erwieſener
Unſchuld — entgegen den „unglaubwürdigen”
Be=
hauptungen des Herrn Profeſſor Wagner — außer
Ver=
folgung geſetzt worden bin, iſt ein Gerichtsbeſchluß, der
rechtskräftig iſt und gegen den deshalb ein
Rechts=
mittel nicht mehr gegeben iſt. Die Behauptung des
Herrn Profeſſor Wagner, daß auf die „eingehend
begrün=
dete Verwahrung ſeines Rechtsanwalts die gerichtliche
Entſcheidung noch ausſtehe”, iſt hiernach, ſoweit ſie meine
Sache betrifft, unwahr. Soweit ſie die Sache Soxhlet
betreffen ſoll, nicht hierher gehörig und offenbar nur
des=
halb vorgebracht, um die öffentliche Meinung irre zu
führen.
Darmſtadt, den 9. Mai 1912.
Frau Profeſſor Dr. Dorſch Ww.
Wir ſchließen hiermit die Diskuſſion. D. Red.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin 9. Mai. Präſident Dr. Kaempf
er=
ööffnet die Sitzung um 1 Uhr 17 Minuten
und verlieſt ein Danktelegramm des
Kron=
prinzen auf die Gratulationen des Reichstages zu
ſeinem Geburtstage. Es beginnt ſodann die
erſte Leſung des Geſetzentwurfes zur
Ab=
änderung des Strafgeſetzbuches.
Abg. Martin (Reichspartei): Leider enthält der
Entwurf keine mildernden Umſtände für Telegraphen=
und Telephonvergehen. Derartige Vergehen unter allen
Umſtänden mit Gefängnis zu beſtrafen, wäre zu hart. —
Abg. Wellſtein (Ztr.) tritt dem entgegen. — Der
Ent=
wurf wird ſodann unverändert angenommen. — Es folgt
die
rſte Leſung des Gebührentarifs für den
Kaiſer=Wilhelms=Kanal.
Er wird ohne Debatte angenommen und auch ſofort
nzweiter Leſung. Es folgt eine Fortſetzung der
zweiten Leſung des Etats des
Reichs=
ſchatzamtes.
Abg. Schöpflin (Soz.): Die Veteranenbeihilfen
müſſen leichter bewilligt werden, beſonders die
Recher=
chen auf Feſtſtellung der Vermögensverhältniſſe dürfen
nicht ſo rigoros gehandhabt werden. Bei den
feſtgeſtell=
ten fortgeſetzten Etatsüberſchreitungen könnte auch noch
ffür die 100 Veteranen ausreichend geſorgt werden. —
Abg. Arnſtadt (konſ.): Um dieſe alten Ehrenſchulden
zu tilgen, ſollten alle Mittel flüſſig gemacht werden.
Abg. Bruckhoff (Fortſchr. Vpt.): Namens meiner
Freunde erkläre ich, daß wir zur Erhöhung dieſes
Etats=
kapitels ſehr gern bereit ſind. — Abg. v. Oertzen (Rpt.):
Zu bedauern iſt es, daß der milde und fürſorgliche
Standpunkt der Regierung von den unteren
Verwaltungs=
behörden nicht geteilt wird. Zu verurteilen iſt auch, daß
bei Gewährung von Veteranenbeihilfen die
Zugehörig=
keit zu irgendwelchen Vereinigungen zur Bedingung
ge=
macht wird. — Abg. Will=Schlettſtadt (Elſ.): Bei
Iden vielen Millionen, die wir für die Heeresvorlage
aus=
geben, muß auch etwas für die Veteranen übrig ſein. —
Abg. Thöne (Soz.): Bei der Verteilung der Beihilfen
müſſen noch viele Härten beſeitigt werden. — Abg.
Bau=
mann (Ztr.): Von der Wehrſteuer iſt viele Jahre
ge=
ſredet worden, ohne daß wir ihr näher getreten ſind. Nötig
iſt, daß die Veteranen nicht noch länger auf die
notwen=
dige Unterſtützung zu warten brauchen. — Abg. Vogt=
Hall (konſ.): Die Unterſtützungen von 120 Mk. müſſen
mög=
ichſt bald auf 180 und 200 erhöht werden. Wir ſind auch
für weitergehende Beſſerſtellung. — Es ſprechen noch zu
dieſem Punkte die Abgg. Heck (Natl.), Koch (Fortſchr.
Vpt.), Dombeck (Pole) und Prinz zu Schönaich=
Carolath der abermals für die Erhöhung auf 180
Mark und für Einführung der Wehrſteuer eintritt.
Staatsſekretär Kühn erklärt, daß auch die Regierung für
alle alten Kriegsteilnehmer ein warmes Herz habe, dies
brauche er nicht nochmals zu betonen. Auch der
Bundes=
trat habe die gleichen Empfindungen, die er auch durch
die Tat bewieſen habe. Wenn trotzdem Mißgriffe
vor=
ämen, ſo ſei das wohl bedauerlich, aber bei den 4000
Invaliden auch erklärlich. Die Bundesregierungen
wer=
den dahin wirken, daß auch weiterhin die Handhabung
in wohlwollendſter Weiſe geſchehen wird und er hofft,
daß es in kurzer Zeit in Deutſchland keine
unterſtützungs=
bedürftigen Invaliden mehr gibt. Hierauf wird der
Titel bewilligt. — Beim Kapitel „Allgemeiner Penſions
ſonds” liegt eine Reſolution der Polen vor, daß die
Rühegehälter der ſogen. Altpenſionäre auf eine, den
heuti=
gen Zeitverhältniſſen angemeſſene Söhe gebracht werden
ſollen. — Abg. Erzberger (Ztr.) erſtattet den Bericht
der Kommiſſion und rügt die zu ſchnelle Penſionierung
der Offiziere und der Militär=Apotheker, denen trotz
Zuweiſung einer Penſion noch die Apotheken=Konzeſſionen
verteilt würden. Ein weiterer Uebelſtand entſteht
dadurch, daß die Militärverwaltungen die überzähligen
Unteroffiziere in Zivilſtellen unterzubringen haben. Mit
29 Millionen Mark für Renten der als dienſtuntauglich
entlaſſenen Soldaten wird der Etat belaſtet. Hier könnte
viel geſpart werden durch ſorgſame Aushebung der
Re=
kruten, indem man Sachverſtändige zu den
Aushebungs=
kommiſſionen hinzuzieht, die die Verhältniſſe der
Aus=
zuhebenden kennen. Generalleutnant Bacmeiſter:
Die Anſtellung und Entlaſſung der Militärapotheker
ge=
ſchieht nach den Dienſt= und geſetzlichen Vorſchriften.
Eine gute Zivilverſorgung für die Unteroffiziere iſt
ge=
radezu eine Lebensfrage für die Armee. Die jüngſte
Stockung in der Unterbringung der
Zivilverſorgungs=
berechtigten iſt auf das ablehnende Verhalten der
Zivil=
verwaltungen zurückzuführen, die mit den Anſtellungen
außerordentlich zurückhielten. — Abg. Lieſching
(Fortſchr. Vpt.): Ein großer Teil der Altpenſionäre
be=
findet ſich in einer bedrangten Lage, da muß baldigſt
Ab=
hilfe geſchaffen werden. Es iſt eine Ehrenpflicht des
Reichstages, auch für die Veteranen ausreichend zu
ſor=
gen. Ihnen muß ohne Rückſicht auf Bedürftigkeit eine
Zulage gegeben werden, wie es anerkennenswerterweiſe
in Württemberg 1907 und 1911 geſchehen iſt. — Abg.
Dombeck (Pole) befürwortet die Reſolution ſeiner
Partei. — Abg. Thöne (Soz.): Die Invaliden werden
ſtark benachteiligt dadurch, daß ihnen vielfach die Beihilfe
unter dem Vorwande verſagt wird, ihre Leiden ſeien
nicht im Feldzuge entſtanden. — Abg. Struve (Fortſchr.
Vpt.) beſtritt die gegen die ärztlichen Atteſte erhobenen
Vorwürfe. Die Atteſte werden wohl von jedem Arzt
nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen ausgeſtellt.
Generalleutnant Bacmeiſter: Weibliche Kräfte ſind
in der Militärverwaltung nur als Hilfskräfte verwendet
worden. — Der Etat wird ſodann genehmigt und die
Re=
ſolution der Polen angenommen. Ohne Debatte werden
die Etats des Reichsmilitärgerichts und des Militär=
Rech=
nungshofes genehmigt. Es folgt der
Etat des Reichstages.
Abg. Kunert (Soz.): Die Form der ſtenographiſchen
Berichte muß handlicher geſtaltet werden, um ſie als
bil=
lige Volksbroſchüren herausgeben zu können. In der
jetzigen Form ſind ſie nur die Särge, in denen unſere
Reden in den unterirdiſchen Katakomben beigeſetzt
wer=
den. (Heiterkeit.) Das Diätengeſetz mit ſeiner Auslegung
der Präſenzliſte iſt jämmerlich und reformbedürftig. Der
Reſolution der Nationalliberalen auf Ausdehnung der
Eiſenbahnfreifahrkarten für die ganze Legislaturperiode
ſtimmen wir zu. — Der Etat wird bewilligt und die
Re=
ſolution der Nationalliberalen einſtimmig angenommen.
Nächſte Sitzung Freitag, pünktlich 1 Uhr.
Tages=
ordnung: Wahlprüfung und Wehrvorlagen. — Schluß
8 Uhr 15 Min.
* Berlin, 9. Mai. Der Seniorenkonvent
des Reichstages beriet über die
Geſchäfts=
lage. Es ſoll verſucht werden, bis Pfingſten fertig zu
werden. Es iſt dies möglich, wenn folgender
Arbeits=
plan eingehalten wird: 10. bis 24. Mai. Zwölf
Sitzungs=
tage ſollen entfallen: zweite Beratung des Etats von
Heer und Marine, und zweite Beratung der
Wehrvor=
lagen vier Tage und zwar 10. bis 14. Mai; zweite
Be=
ratung der Zölle, kleinere Etats uſw. ein Tag 15. Mai;
zweite Beratung des Etats des Reichskanzlers und des
Auswärtigen Amtes zwei Tage 17. und 18. Mai; zweite
Beratung der Branntweinvorlage zwei Tage 20. und 21.
Mai; dritte Beratungen drei Tage 22. bis 24. Mai. Um
die Geſchäfte des Plenums zu fördern, wollen die
Haupt=
kommiſſionen am kommenden Samstag eine Sitzung
hal=
ten, zumal nächſte Woche ein Feiertag iſt.
* Berlin, 9. Mai. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages brachte das Zentrum
fol=
gende Reſolution ein: Der Reichstag wolle
beſchlie=
ßen, den Reichskanzler zu erſuchen, alsbald
Schritte zu tun, die geeignet ſind, d i e
Zweikämpfe zu beſeitigen insbeſondere dem
Zwange zur Herausforderung zum Zweikampf und zur
Annahme eines ſolchen entgegenzutreten, vor allem aber
ſchleunigſt zu veranlaſſen, daß die Beſtimmungen der
Order vom 1. Januar 1897 über die Einſchränkung und
Vermeidung der Zweikämpfe überall und in allen Teilen
zur ſtrengſten Durchführung gelangen, daß namentlich:
a) Perſonen von ehrloſer Geſinnung für den Ehrenhandel
unter allen Umſtänden ausſcheiden, b) gegen Beleidiger
ſchleunigſt und ſcharf vorgegangen wird, e) Ehrenhändel
erſt nach erfolgtem ehrengerichtlichen Verfahren zum
Aus=
trag gebracht werden, d) die Ablehnung des Zweikampfes
aus religiöſen oder ſittlichen gerechtfertigten Bedenken
ebenſowenig wie Streitigkeiten dienſtlicher oder
privat=
geſchäftlicher Natur zum Gegenſtand ehrengerichtlichen
Verfahrens gemacht werden kann.
* Berlin 9. Mai. Die Kommiſſion des
Reichstages betreffend Beſeitigung des
Brannt=
weinkontingents beendete die erſte Leſung dieſes
Geſetzentwurfes und gedenkt am Samstag in die zweite
Leſung dieſes Entwurfs einzutreten.
Luftfahrt.
Die beiden Zeppelin=Kreuzer.
Das für die nächſten Wochen nunmehr feſtliegende,
wiederholt geänderte Programm für die beiden
Zep=
pelinluftſchiffe der Delag: „Schwaben” und
„Viktoria Luiſe”, gibt folgende bemerkenswerte
Da=
ten, deren Durchführung ſelbſtverſtändlich immer von der
Wetterlage abhängt, die kleine Verſchiebungen nötig
machen wird.
Die „Viktoria Luiſe” beginnt von der Halle in
Oos bei Baden=Baden aus am Samstag, den 11. Mat,
nachmittags 3 Uhr, ihre Begleitung der Flugzeuge zu dem
„Deutſchen Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein” und zwar
zunächſt in Straßburg, wo auch am Sonntag, den 12. Mai,
Aufſtiege fortgeſetzt werden. Am Montag, den 13. Mai,
ſoll das gleiche Luftſchiff an dem Aufklärungsflug zwiſchen
Metz und Saarbrücken teilnehmen; da aber die
Militär=
halle in Metz, wie urſprünglich in Ausſicht geſtellt, dem
Delag=Schiff nicht eingeräumt werden kann, muß die „
Vik=
toria Luiſe” bereits 4 Uhr morgens ihr Neſt in Oos
ver=
laſſen, um rechtzeitig bei Morgengrauen in Metz zur Stelle
zu ſein. Es wird dem Luftkreuzer und ſeiner Beſatzung
alſo ſchon vor Beginn der eigentlichen Uebung die Leiſtung
von einer zirka 160 Kilometer langen Fahrt zugemutet, die
natürlich bei nur einigermaßen günſtigem Wetter mit
Leichtigkeit erfüllt werden wird, und eine willkommene
Ge=
legenheit geben ſoll, die große Leiſtungsfähigkeit der
Z=Schiffe darzutun, zumal dieſes Schiff auch nach
Beendi=
gung der Uebung ja wieder in ſeinen Hafen nach Oos
zu=
rückkehren muß. Dienstag, den 14. Mai, iſt Ruhetag.
Am Mittwoch, den 15. Mai, beginnt zunächſt der
Tag wieder mit einer großen Anfahrt des Luftkreuzers
von Oos bis Saarbrücken, um von hier aus die
Flugappa=
rate bis Mainz zu begleiten, von wo aus dann das Schiff
am Mittag in die Frankfurter Halle einkehrt, nachdem die
Schwaben” am gleichen Morgen dieſe Halle mit der in
Oos vertauſcht haben wird, um von da aus bis zum erſten
Pfingſttag Paſſagierfahrten auszuführen. Am folgenden
Tage, Himmelfahrt, finden in Mainz Schauflüge ſtatt, bei
denen auch die „Viktoria Luiſe” zugegen ſein und einige
Aufſtiege unternehmen wird; ſie verläßt an dieſem Tage
gegen 10 Uhr die Frankfurter Halle=undekehrt gegen abend
hierher zurück. Am Freitag. den 17. Mai, führt der „Deutſche
Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein” nach Darmſtadt,
wo=
hin ſich gegen Mittag die „Viktoria Luiſe” auch begibt,
nachdem ſie vorher an dem „Wettbewerb im ſchnellen
Stei=
gen” teilgenommen hat, um noch einige lokale Aufſtiege
in Darmſtadt zu unternehmen, als erſte etwa ½6 Uhr
abends wieder zu erſcheinen=und in ihre Halle unterge=
bracht zu werden; kurz darauf folgen die Flieger. Am
Samstag nachmittag finden lokale Schauflüge in
Frank=
furt a. M. und auch zwei Aufſtiege der „Viktoria Luiſe‟
auf dem ſtädtiſchen Fluggelände am Rebſtock ſtatt.
Am Sonntag, den 19. Mai, begleitet die „Viktoria
Luiſe” am frühen Morgen die Flugteilnehmer bis in die
Höhe von Mannheim, Schwetzingen, wo dieſe durch die
von Oos entgegenkommende „Schwaben” in Empfang
ge=
nommen und weiter bis Karlsruhe eskortiert werden,
während die „Viktoria Luiſe” nach Frankfurt zurückkehrt,
um eventuell am Nachmittag des gleichen Tages und am
Montag noch einige Rundflüge zu unternehmen, vor allem
aber am folgenden Tage, den 21. Mai, ſich an der
Oſthafen=
einweihung, vor den Augen S. M. des Kaiſers, zu
betei=
ligen. Während deſſen beſchließt die „Schwaben” von Oos
aus die Teilnahme der Delag=Schiffe an dem „
Zuverläſſig=
keitsfluge am Oberrhein” mit Begleit= und Rundfahrten
zwiſchen Karlsruhe und Freiburg und in Freiburg i. Br.
Alsdann iſt in Ausſicht genommen, daß die „Viktoria Luiſe‟
am Freitag, den 24. Mai, die DüſſeldorfersHalle bezieht,
um von hier aus regelmäßige Rundfahrten und
Paſſagier=
flüge zu unternehmen, u. a. am erſten Pfingſttag nach
Eſſen a. d. Ruhr, und am zweiten Pfingſttag nach
Lipp=
ſtadt mit Landungen und Paſſagierflügen daſelbſt. Die
„Viktoria Luiſe” bleibt in Düſſeldorf bis zur
Ueberſied=
lung nach der neuen Halle in Hamburg, deren
Fertigſtel=
lung ſo rechtzeitig erwartet wird, daß man etwa Mitte
Juni einziehen, und vor allem von da aus zur „Kieler
Woche” erſcheinen kann.
Die „Schwaben” bleibt, wie ſchon früher erwähnt,
zu=
nächſt bis einſchließlich den 1. Pfingſttag in Baden=Baden,
während beabſichtigt iſt, ſie am 2. Feſttag früh nach
Frank=
furt a. M. fahren und von hier aus, wie auch wiederholt
abwechſelnd von Baden=Baden aus, den Paſſagierdienſt
erfüllen zu laſſen, bis durch eventl. Einſtellung des
inzwi=
ſchen in Friedrichshafen fertig gewordenen dritten
Schif=
fes, die „Hanſa” die „Viktoria Luiſe” im Norden wieder
frei wird, was im Juli der Fall ſein dürfte, da ja auch
die Viktoria Luiſe” möglichſt zum Bundes= und Goldenen
Jubiläums=Schießen wieder in Frankfurt anweſend
ſein ſoll.
— Berlin, 9. Mai. Der „P. 3” wird heute abend
unter Führung des Hauptmanns v. Jena eine große
Fernfahrt nach Königsberg antreten. Er ſoll
in Königsberg ſtationiert werden.
* Frankfurt a. M., 9. Mai. Die „Viktoria
Luiſe” iſt um 12 Uhr 25 Min. zur Fahrt nach Baden=Oos
aufgeſtiegen. — Das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” vaſſierte
um 12 Uhr 55 Min. Darmſtadt in ſüdlicher Richtung
auf der Fahrt nach Baden=Baden.
* Frankfurt 9. Mai. Die beiden Zeppelinſchiffe
„Viktoria Luiſe” und „Schwaben” machen zur
Teilnahme am Oberrheiniſchen Flug klar. Die
„Viktoria Luiſe” erprobte heute früh auf einer Rundfahrt
das neu aufmontierte Steuer, das ſo gut funktionierte,
das gleich eine große Fahrt angetreten werden konnte, die
nach Ankunft der Schwaben” die um die Mittagsſtunde
von Düſſeldorf eintraf, erfolgte. Die „Viktoria Luiſe”
übernahm die hier abgeſetzten Paſſagiere und ſtieg
dar=
auf zur Reiſe nach Baden=Oos auf. Die „Schwaben”
bleibt bis zum 15. in Frankfurt, um hier Paſſagierfahrten
zu unternehmen. Die „Viktoria Luiſe” wird ſich am
Samstag zur Teilnahme am Oberrheiniſchen Flug nach
Straßburg begeben.
* Düſſeldorf, 9. Mai. Das Lufſtſchiff
„Schwaben” hat heute morgen 8 Uhr 15 Min., mit
mehreren Paſſagieren an Bord, die Rückfahrt nach
Frank=
furt a. M. angetreten.
* Frankfurt a. M., 9. Mai. Das Luftſchiff
Schwaben” das um 8 Uhr 15 Min. vormittags in
Düſſeldorf aufgeſtiegen war, landete um 12 Uhr 45 Min.
glatt vor der hieſigen Luftſchiffhalle. Bereits um 12 Uhr
war die „Schwaben” über der Stadt erſchienen.
sr. Die Ausſchreibung für den
Allgemei=
nen deutſchen Flugzeugmotoren=
Wett=
bewerb für den auch Kaiſer Wilhelm II. einen Preis
in Höhe von 50000 Mark zur Verfügung ſtellte, und für
den im ganzen 125000 Mark bereit ſtehen, wird jetzt von
dem Arbeitsausſchuß, der ſeinerzeit zur Feſtlegung der
Beſtimmungen eingeſetzt wurde, bekannt gegeben. Die
vier Preiſe fallen denjenigen Konkurrenten zu, die die
vier beſten Motoren aufweiſen können. Der fünfte Preis
iſt als Zuſatzpreis gedacht, falls ein waſſergekühlter
Mo=
tor den Kaiſer=Preis erhält, als Zuſatzpreis für den beſten
luftgekühlten Motor oder umgekehrt. Die Prüfung der
Motoren findet in der deutſchen Verſuchsanſtalt für
Luft=
fahrt in Adlershof bei Berlin ſtatt. Die Bewertung nimmt
ein Preisgericht vor, in das folgende Herren berufen
wurden: Wirkl. Geh. Oberbaurat Dr.=Ing. Veith als
Vorſitzender, Prof. Baumann=Stuttgart, Prof. Bonte=
Karlsruhe, Geh. Rat Prof. Joſſe=Berlin, Prof. Lyneu=
München, Geh.Rat Prof. Dr. Riedler=Berlin und Prof.
Wagener=Danzig. Zugelaſſen ſind Motoren, die von
deutſchen Bewerbern in eigener Fabrik in Deutſchland
ohne Verwendung im Ausland fertiggearbeiteter Teile
hergeſtellt ſind und deren Leiſtung zwiſchen 50 und
115 PS. ſchwankt. Das Eigengewicht der Motoren darf
nicht mehr als 6 Kg. pro PS. betragen. Die Anmeldung
muß bis zum 1. Juli 1912 an den Vorſitzenden des
Preis=
gerichts erfolgen. Für jeden Motor iſt eine
Prüfungsge=
bühr von 500 Mark zu erlegen. Eine Zulaſſung außer
Wettbewerb findet nicht ſtatt. Die Motoren müſſen dann
ſpäteſtens bis zum 25. Oktober dieſes Jahres an die
Prü=
fungsſtelle eingeliefert werden. Die Prüfung ſelbſt
be=
ginnt bereits am 1. Oktober in firmenweiſe auszuloſender
Reihenfolge. Die Ergebniſſe werden bis zum 15. Januar
1913 durch den Leiter der Prüfung, Dr.=Ing. Bendemann,
dem Preisgericht vorgelegt.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 9. Mai. Die 80 Millionen ſteuerfreien,
von der ruſſiſchen Regierung garantierten
vierein=
halbprozentigen Wladikawkas=
Eiſen=
bahn=Obligationen von 1912 gelangen am
Dienstag, den 14. Mai, in Berlin und Frankfurt a. M.
zur Subſkription. Der Subſkriptionskurs für
Deutſch=
land iſt 95¾ Prozent. Die Anleihe wird auch in
Amſter=
dam zur Zeichnung aufgelegt.
Ueberſchwemmungen.
* München, 9. Mai. Die Iſar iſt in vergangener
Nacht gewaltig geſtiegen. Der Pegelſtand zeigte
geſtern abend ſieben Uhr 1,96 Meter, abends zehn Uhr
2,75 Meter, morgens zehn Uhr 3,80 Meter. Er bleibt
ſo=
mit nur 20 Zentimeter hinter dem Stande des Hochwaſſers
im Jahre 1899 zurück, dem die Bogenhauſener= und die
Prinzregentenbrücke zum Opfer fielen. Auch aus den
üb=
rigen Teilen Bayerns und aus Tirol wird Hochwaſſer
ge=
meldet. Die Lechtalbrücken wurden weggeriſſen, der
Ver=
kehr iſt unterbrochen, der Schaden groß.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Nummer 110.
* München, 9. Mat. Infolge der andauernden
Regengüſſe ſind Jſar, Loiſach, Mangfall,
Inn, Traun und Salzach gewaltig geſtiegen und
führen Hochwaſſer. Inn und Iſar haben heute einen
Stand von 3,75 Meter erreicht. Weiteres Steigen wird
gemeldet. Infolge Dammbruchs mußte der Verkehr
auf der Bahnſtrecke Ueberſee-Marquardtſtein eingeſtellt
werden. Der Lech führt ebenfalls Hochwaſſer; er iſt über
die Ufer getreten und hat die niedrig gelegenen Stadtteile
von Landsberg überſchwemmt.
* Immenſtadt, 8. Mai. Infolge des heute im
ganzen oberen Algäu niedergegangenen
wolken=
bruchartigen Regens traten ſämtliche Flüſſe über
die Ufer. Heute abend mußte der Zugverkehr Sonthofen=
Immenſtadt eingeſtellt werden. Der Paſſagierverkehr
wird durch Fuhrwerke aufrecht erhalten. Die Linie
Sont=
hofen-Oberſtdorf iſt noch intakt. Auch illerabwärts bei
Stein ſind ſämtliche Wieſen längs des Bahndammes
ſtel=
lenweiſe überſchwemmt, ſo daß das Waſſer an die
Schie=
nen reicht.
* Innsbruck, 8. Mai. Infolge anhaltenden
Regens herrſcht in mehreren Orten, beſonders in
Oſt=
tirol, Ueberſchwemmungsgefahr. St. Johann
iſt teilweiſe überſchwemmt, Waidring und Erpfendorf
be=
droht. Die Brücke bei Erpfendorf iſt weggeriſſen, eine
zweite ſtark gefährdet. Von Koeſſen iſt keine Nachricht zu
erhalten, weil der Verkehr unterbrochen iſt. Der Lech iſt
2 Meter geſtiegen.
* Innsbruck, 9. Mai. Die Gemeinde Schwaz
iſt von Hochwaſſer ſtark bedroht. Militär iſt zur
Hilfeleiſtung abgegangen. Bei Heiterwang wurde die
Reichsſtraßenbrücke vom Waſſer weggeriſſen. Die
Ver=
bindung nach Garmiſch iſt unterbrochen. In Bludenz iſt
die Situation gefährlich.
* Innsbruck, 9. Mai. Der Höttingerbach
über=
ſchwemmte die Innsbrucker Stadtteile Hötting und
Mariahilf teilweiſe. Militär arbeitet an der Eindämmung
des Hochwaſſers. Die Inn iſt ſeit geſtern um 80
Zenti=
meter geſtiegen. Die Ortſchaft Kramſach=Adherain iſt durch
Hochwaſſer gefährdet. Der Regen dauert fort.
* Zell am See, 9. Mai. Infolge 24ſtündigen
Regens herrſchen im Bezirk Zell am See große
Ueberſchwemmungen. Die Staatsbahnbrücke bei
Gerling wurde vom Hochwaſſer weggeriſſen. Der
Ver=
kehr zwiſchen Maishofen und Kitzbühel iſt unterbrochen.
Die Lokalbahn Zell am See-Krimml iſt mehrfach
unter=
brochen. Mehrere Reichsſtraßenbrücken im Oberpinz=Gau
wurden weggeſchwemmt. Miſſterſill iſt teilweiſe
üben=
ſchwemmt. Der Regen hat heute nachgelaſſen.
— Buenos=Aires, 9. Mai. Geſtern iſt ein
neuer Orkan über die Stadt niedergegangen. Die
Flüſſe ſind ſtark angeſchwollen, die Vororte ſtehen unter
Waſſer. Im Arbeitsviertel ſteht das Waſſer eineinhalb
Meter hoch in den Häuſern. Elf Perſonen ſind ertrunken.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 9. Mai. Nach einem drahtloſen Telegramm
aus Rhodos nahm der Kreuzer „Ducait di Genova”
die Wache von Kalcia, beſtehend aus einem
Unter=
offizier und 13 Mann, gefangen. Dieſe wird mit
anderen auf der Inſel gemachten Gefangenen und dem
Wali von Rhodos, ſowie ſeinen Sekretären nach Italien
gebracht.
* Konſtantinopel, 9. Mai. Die
Auswei=
ſung der Italiener erſtreckte ſich nicht auf die
Or=
densgeiſtlichen. Die Blätter frohlocken über den Sieg
der Türken bei Rhodos. Das Miniſterium des Innekn
erſuchte den Kaimakan von Marmara um weitere
Auf=
klärungen. Bis Mitternacht ſind keine weiteren
Nach=
richten eingelaufen, da die italieniſchen Scheinwerfer
wäh=
rend der Nacht den Betrieb der Heliographen ſtörten.
Türkiſchen Blättern zufolge ſtehen auf Rhodos 3000
tür=
kiſche Truppen und 2000 Miliztruppen unter dem Befehl
des Generals Reſchid Paſcha. — Vier italieniſche Schiffe
erſchienen geſtern vor Chios, einige vor Symi.
Marokko.
* Madrid, 8. Mai. Wie verſichert wird, hat geſtern
der engliſche Botſchafter Bunſen dem Miniſter des
Aus=
wärtigen, Garcia Prieto, eine auf die
Internatio=
naliſierung Tangers bezügliche Note des engliſchen
Ka=
binetts überreicht.
* Tanger, 8. Mai. Die aus Marakeſch hier
einlaufenden Nachrichten lauten äußerſt bedrohlich.
Um einem Aufſtand der Eingeborenen vorzubeugen, hatte
die Behörde von Marakeſch die Entwaffnung aller
verdäch=
tigen Elemente angeordnet. Dabei iſt es verſchiedentlich
zu Zuſammenſtößen gekommen, wobei, wie bis jetzt
be=
kannt iſt, ein franzöſiſcher Soldat getötet worden iſt. Auch
aus Mazagan ſind bedenkliche Nachrichten eingelaufen.
Zum Schutz der europäiſchen Kolonie, die in Mazagan ſehr
ſtark iſt, dienen nur etwa 100 freiwillige arabiſche Reiter,
die aber ſehr wenig zuverläſſig ſind. Die Behörden haben
daher beſchloſſen, ſofört ausreichende Verſtärkungen
dort=
hin zu entſenden.
* Tanger, 9. Mai. Nachrichten aus Fez beſtätigen,
daß der Sultan noch immer im Zweifel iſt, ob er
ab=
reiſen ſoll. Er hat ſich jedenfalls entſchloſſen, bis zur
Ankunft Lyauteys in Fez zu bleiben, da man ihm
ver=
ſicherte, er werde dann ſogleich nach Rabat abreiſen
können.
* Köln, 8. Mai. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Außer den bereits vorliegenden Telegrammen
über die Plünderung der Farm der Firma
Renſchhau=
ſen in Marokko ſind keine näheren Nachrichten
ein=
gegangen. Nicht nur durch den deutſchen Geſandten
in Marokko, ſondern auch durch den deutſchen
Botſchaf=
ter in Paris ſind die nötigen Schritte getan, um die
An=
gelegenheit klarzuſtellen.
Stimmen aus dem Publikum.
(ür die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktton
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Schulfrei am Flugtag!
Noch ſind die Tage nicht vergeſſen, da Zeppelins
grandioſer Flug nach Mainz zum erſten Male ein
Lenk=
luftſchiff über unſer Land brachte und wie überall auf
dem kühnen Fluge ſo auch hier eine Begeiſterung
aus=
löſte, die faſt beiſpiellos war, die wie hier, alle deutſchen
Gaue durchbrauſte und Widerhall verſchiedenſter Art
fand in der ganzen Welt. Deutſchland in der Luft voran!
Mit freudigem Stolz riefen wir es hinaus in die Welt,
deren Blitke ſtaunend und neidend auf Deutſchland
ge=
richtet waren. Unvergeſſen werden dieſe Tage der
Be=
geiſterung bleiben jedem Deutſchen.
Ein Erlebnis aber, das unlöſchbar in der Erinnerung
haften bleibt, haften bleiben ſoll, war der
An=
blick des erſten deutſchen Luftkreuzers fürunſere Ju=
gend. Wie jubelte ſie beſonders dem greiſen
Luft=
admiral zu und wie bildete der Name Zeppelins den
ſtehenden Punkt in ihrer Unterhaltung, in ihren Spielen.
Es iſt eine heilige Pflicht für uns, dieſe nationale
Be=
geiſterung für den „größten Mann ſeiner Zeit” — unſere
Zeit iſt ja ſo arm an großen Geiſtern — wach zu halten,
zu einem Markſtein in der Geſchichte des deutſchen
Vol=
kes werden zu laſſen, deſſen Zukunft unſere Jugend iſt.
Wenige Jahre ſind ſeitdem ins Land gegangen und
noch oftmals hat ſo ein ſtolzer deutſcher Rieſenaar ſeine
Kreiſe gezogen auch über Darmſtadt, ſtets von neuem
Begeiſterung entfachend. Nun aber kommt ein Tag, der
erneute Bedeutung für Darmſtadt haben wird. Zum
erſten Male wird ein Zeppelin=
Luft=
kreuzer in Darmſtadt niedergehen. Paſſa
giere aufzunhemen uſw. Wir werden das Luftſchiff aus
nächſter Nähe beſichtigen, Landung und Wiederaufſtieg
genau beobachten können. am großen Flugtag in
Darmſtadt am 17. Mai. Neben der Landung eines
Zeppelinkreuzers wird Gelegenheit geboten, auch das
entgegengeſetzte Syſtem der Luftfahrt die Flugmaſchinen
„Schwerer als die Luft” kennen zu lernen und zwar in
faſt allen deutſchen Konſtruktionen. Keine noch ſo
ein=
gehende theoretiſche Erklärung vermag den praktiſchen
Anſchauungsunterricht zu erſetzen. Daß es
aber eine unbedingte Notwendigkeit iſt. unſere Jugend
von der eminenten Bedeutung der Luftfahrt, deren
Be=
herrſchung einſt die Grundlage zur Exiſtenzmöglichkeit
der Nation bilden wird, zu überzeugen, davon ſollten
alle maßgebenden Faktoren — Erzieher, Lehrer und
Schulbehörden — durchdrungen ſein.
Es muß darum als nationale und erzieheriſche
Not=
wendigkeit angeſehen werden, am 17. Mai. am
Flug=
tag in Darmſtadt, die Schulen zu ſchließen,
der Jugend Gelegenheit zu geben, den Luftkreuzer
Zep=
pelins und die Flugmaſchinen unſeres Heeres zu ſehen.
Möge dieſer dringenden Bitte Erfüllung werden.
Zur Errichtung einer Gemeindebank für
zweite Hypotheken
wollte hiermit ein älterer Baugewerksmeiſter in Kürze
ſeine Anſicht äußern: Durch den immer mehr ſich
voll=
ziehenden Uebergang in das ſogenannte Bargeldſyſtem
gegen die frühere Borgwirtſchaft, durch die erhöhte und
mehr ausgebildete direkte Beſteuerung (bar Geld) gegen
die in früheren Zeiten mehr indirekt erhobenen Steuern
durch die erhöhte Beſteuerung des Grundbeſitzes,
insbe=
ſondere Immobilienſtempel, Wertzuwachs uſw. iſt die
Re=
ſchaffung von barem Gelde notwendiger geworden und
es hemmt das Fehlen desſelben die geſchäftlichen
Unter=
nehmungen aller Art. Es iſt demnach im eminenteſten
Sinne des Wortes ein Bedürfnis, eine Stelle zu ſchaffen,
um dem abzuhelfen und in geſunde Bahnen zu lenken.
Dieſes iſt durch Errichtung eines Bankinſtitutes für zweite
Hypotheken zu erreichen. Es liegt im Grundbeſitze zu viel
Geld feſt und muß dasſelbe in ſolider Weiſe flüſſig zu
machen ſein — das Geld muß mehr rollen und nicht feſt
liegen. Es iſt nicht jedermanns Sache, bei Privaten
Geld für zweite Hypotheken aufzunehmen. Unſere
vor=
trefflich geleiteten Banken ſind für laufende Kredite
immer ſehr willig, aber dieſes Geld muß doch umgeſetzt
werden. Bei der jetzigen geſchäftsloſen Zeit iſt ſolches
nicht immer möglich und nur bei Uebernahme von ganz
verdienſtloſen Arbeiten zu erzielen. Unſer geſchäftliches
Leben krankt an dem einen Punkte, nicht mehr
unkünd=
bares Geld beſchaffen zu können.
Die Gemeindebanken könnten eingerichtet werden
und werden dieſelben vorausſichtlich — bei dem Fleiße
unſerer rührigen gewerbetreibenden Bürgerſchaft — gute
Geſchäfte machen. Die Grundbeſitzer werden das nötige
Grundkapital dieſer Bank in Stammaktien in Abſchnitten
von 300—500—1000 Mark (langſam einzahlbar)
aufbrin=
gen können, auch dem wohlhabendſten Grundbeſitzer muß
es doch einleuchten, daß, wenn die Geſchäfte in einer
Ge=
meinde gehen, ſein eigener Beſitz mehr wert wird. Es
werden vorausſichtlich die den Grundbeſitz ſo ſehr
herab=
ſetzenden Zwangsverſteigerungen, wie auch die allzu
billi=
gen Verkäufe von neuen Häuſern, welche Baugeſchäfte
abſtoßen, um wieder zu barem Gelde zu kommen, mehr
unterbleiben und der ganze Grundbeſitz wird wieder das
werden, was er früher war, eine ſolide Kapitalanlage.
Hoffentlich nehmen ſich berufene Kreiſe der Bürgerſchaft
dieſer Angelegenheit an und fördern dieſe zum Wohle
der Geſchäftswelt und zum Wohle der Stadt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. Mai. In der Sitzung des
Bun=
desrats wurde der Entwurf der Bekanntmachung
be=
treffend die Einrichtung von Sammelkarten und
Vernich=
tung der Quittungskarten, der Entwurf der
Gebühren=
ordnung für die eichamtlichen Beglaubigungen der
Prü=
fungen außerhalb des eichpflichtigen Verkehrs die
Be=
ſtimmungen über die Beſchäftigung von Arbeiterinnen
und jugendlichen Arbeitern in Walz= und Hammerwerken,
der Entwurf des Poſtſcheckgeſetzes den zuſtändigen
Aus=
ſchüſſen überwieſen. Zugeſtimmt wurde der Vorlage
be=
treffend die Beſteuerung der Schenkungen unter
Leben=
den, der Vorlage betreffend die drei am 29. September
1911 in Berlin unterzeichneten Verträge mit Bulgarien,
dem Entwurf über die Höhe der Zinſen, die dem
Ge=
meinvermögen bei der Invaliden= und
Hinterbliebenen=
verſicherung gutzuſchreiben ſind uſw., ſowie endlich dem
Entwurf der kaiſerlichen Verordnung über das
Inkraft=
treten des Geſetzes betreffend die Aufhebung des
Hilfs=
kaſſengeſetzes.
2 Perlin, d. Mal. Im Abgeordnetenhaufe
weigerte ſich heute bei der fortgeſetzten Beratung des
Geſetzentwurfes betreffend die Beſitzbefeſtigung in den
gemiſchtſprachigen Landesteilen der Abg. Borchardt
(Soz.) fortdauernd, den Anordnungen des Präſidenten,
Zwiſchenrufe nur von ſeinem Platz aus zu machen, Folge
zu leiſten. Der Präſident ſchloß Borchardt
ſchließlich von der Sitzung aus. Borchardt
erklärte jedoch, wer ihn von ſeinem Platz bringe, vergehe
ſich gegen das Strafgeſetzbuch, welches ein ſolches
Ver=
gehen mit einer Strafe bis zu 5 Jahren Zuchthaus ahnde.
Der Präſident wies darauf hin, daß er im Hauſe das
Recht eines Hausherrn habe und ſchloß die Sitzung,
da Borchardt ſeinen Platz nicht verließ, unter
ungeheu=
rem Beifall der Rechten und gewaltiger Unruhe auf eine
halbe Stunde. Nach Wiederaufnahme der Sitzung weis
gerte ſich auf Aufforderung des Präſidenten der Abg.
Borchardt erneut, ſeinen Platz zu verlaſſen.
Es erſchien ein Polizeileutnant und 4
Schutzleute und führten Borchardt unter
heftigem Sträuben aus dem Saal.
* Berlin, 9. Mai. Als der Abg. Borchardt in der
fortgeſetzten Verhandlung im Plenum des
Abgeord=
netenhauſes wiederum erſchien und erneut den
An=
ordnungen des Präſidenten, ſich aus dem Saale zu
ent=
fernen, nicht folgte, wurde er erneut durch
Schutz=
leute gewaltſam aus dem Saale gebracht.
* Berlin, 9. Mai. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt: Der Reichskanzler empfing
ge=
ſtern nachmittag den Vorſitzenden des Norddeutſchen
Lloyd Heineken, ſpäter den Reichstagspräſidenten
Dr. Kaempf. — Botſchafter Graf Wolff=
Metter=
nich hatte bereits vor Jahresfriſt, nachdem er zehn
Jahre den verantwortungsvollen Poſten in London, zum
Teil unter großen Schwierigkeiten, verwaltet hatte, die
Abſicht ausgeſprochen, ſich aus dem politiſchen
Le=
ben zurückzuziehen. Verſchiedene Gründe
ver=
anlaßten den Botſchafter, die Ausführung dieſer Abſicht
zu verſchieben. Es kamen der Beſuch des Kaiſers in
London, dann die Krönungsfeierlichkeiten und die
poli=
tiſchen Ereigniſſe der letzten Jahre, die einen Wechſel
auf der Londoner Botſchaft unerwünſcht erſcheinen
lie=
ßen. Nunmehr hat, wie wir hören, der Botſchafter ſeinen
Abſchied eingereicht und bewilligt erhalten. Für die
ſo=
fortige Wiederbeſetzung des Poſtens iſt Sorge getroffen.
Sobald die Aeußerung der engliſchen Regierung vorliegt,
ob die in Ausſicht genommene Perſönlichkeit ihr genehm
iſt wird die Ernennung des Nachfolgers und ihre
Ver=
öffentlichung erfolgen.
* Karlsruhe, 9. Mai. Die Zweite Kammer hat
heute gegen die Stimmen des Zentrums und der
Kon=
ſervativen die Streichung der Anforderungen für die
Geſandtſchaft in München beſchloſſen, trotzdem
Staatsminiſter Freiherr v. Duſch ſtaatsrechtliche Bedenken
geltend gemacht und betont hatte, daß die Geſandtſchaft in
München den Beziehungen zwiſchen Baden und ſeinen
Nachbarſtaaten Bayern und Württemberg bisher ſehr
för=
dernd geweſen ſei.
** Dresden, 9. Mai. Die Zweite Kammer nahm
gegen 25 Stimmen einen Antrag an, die Regierung zu
erſuchen, dem Landtag einen Geſetzentwurf vorzulegen,
wonach Einkommen unter 600 Mark von der
Staatseinkommenſteuer befrleit werden,
ohne daß den in Betracht kommenden Wahlberechtigten
das Wahlrecht genommen wird. Die Regierung hälle
ſich gegen dieſen Antrag ausgeſprochen.
* Oldenburg, 9. Mai. Die geſtrige
Vertrauens=
männerverſammlung der Nationalliberalen in
Wahlkreiſe Varel=Jever hielt an dem alten Beſchluß
der Stimmenfreigabe feſt. Die Aemter Butjadingen,
Weſterſtede, Varel, Elsfleth haben jedoch Proteſt dagegen
erhoben, ſie treten für den fortſchrittlichen Kandidaten
ein.
* Bremerhaven, 9. Mai. In vergangener Nacht brach
im neuen Hafen im Schuppen der Firma Kühne und
Nagel Großfeuer aus. Einige tauſend Ballen
Baumwolle ſind verbrannt. Der Schaden iſt beträchtlich.
An dem Schaden ſind däniſche und franzöſiſche
Verſiche=
rungsgeſellſchaften beteiligt. Man vermutet, daß
Selbſtentzündung die Urſache iſt.
* Wien, 9. Mai. Zwiſchen Schutzleuten und drei
in eine Weinſtube in der Taborſtraße eingedrungenen
Dieben kam es zu einem anderthalbſtündigem
Re=
volverkampf. Zwei der Verbrecher wurden
feſtge=
nommen, der dritte erſchoß ſich. Die Schutzleute blieben
unverletzt.
* London, 9. Mai. Beim geſtrigen Diner des
Geiteralverbandes engliſcher Bankiers
erklärte Premierminiſter Asquith, als er auf die
ge=
genwärtigen Flottenmanöyer vor Weymouth zu ſprechen
kam: Ich wohnte ſoeben als Augenzeuge einem
Schau=
ſpiel bei, das ſchwerlich in der Weltgeſchichte
ſeinesglei=
chen hat. Die geſamte britiſche Flotte war unter den
Augen des Königs verſammelt. Während ich rund um
die Flotte fuhr und einige dieſer großartigen vollendeten
Leiſtungen moderner Technik beſichtigte, konnte ich dennoch
den Gedanken nicht unterdrücken, ob nicht eines Tages die
Zeit kommen wird, — vielleicht erlebe ich ſie noch,
oder=
die jüngeren Herren dieſes Kreiſes — wo die für dieſe
Leiſtungen erforderlichen Rieſenſummen für nützlichere,
fruchttragendere Zwecke aufgewandt werden können und
die Welt von dem Alb befreit wird, der auf einigen
ihrer edelſten Beſtrebungen laſtet. Die engliſche Flotte
wir und die Welt wiſſen es — iſt keine Angriffswaffe,
ſondern eine Verteidigungswaffe. Aber mit Rückſicht
auf die zahlloſen, ſich ſtändig mehrenden Intereſſen, de=
m. b. H.
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Nummer 110.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Seite 7.
gen Schutz wir zu übermehmen haben können wir
nie=
mals, ſo lange die Welt in dem gegenwärtigen Zuſtande
ſich erhält, die notwendigen Mittel vernachläſſigen, die
dieſe Intereſſen gegen jede Gefahr ſicherſtellen. Die
Er=
haltung unſerer Suprematie, der unbeſtreitbaren,
unbe=
ſieglichen Suprematie zur See, iſt die erſte fundamentale
Bedingung nicht allein der Integrität des Reiches,
ſon=
dern auch der Exiſtenz des britiſchen Volkes.
* London, 9. Mai. Das Reuterbureau meldet aus
Mogador vom 7. Mai: Auf der Straße nach Marakeſch
iſt ein deutſcher Staatsbürger gefangen
ge=
nommen worden. (Notiz des Wolffbureaus: An
amt=
licher Stelle iſt über den Vorfall nichts bekannt.)
* Petersburg, 9. Mai. Die Reichsduma nahm
in dritter Leſung die Geſetzesvorlage betreffend das
Gou=
vernement Cholm mit 140 gegen 87 Stimmen an. Cholm
ſoll nicht dem Warſchauer Generalgouverneur, ſondern
direkt dem Miniſter des Innern unterſtellt werden.
* Konſtantinopel, 9. Mai. Wie verſichert wird, ſind
von den 30 nach dem Vombardement der
Dardanel=
len gelegten Minen 27 entfernt. Die übrigen hofft
man in drei bis vier Tagen zu beſeitigen.
* Saloniki, 9. Mai. Unter den Arnauten in Djakova,
Priſchtina und Ipek und bei den Maliſſoren iſt eine
be=
denkliche Gärung ausgebrochen Die
Unzufrieden=
heit richtet ſich gegen die angeordneten öffentlichen
Ar=
beiten, worin nur eine vorübergehende Maßnahme
er=
blickt wird. Das Militär erhielt überall Befehl, ſich
be=
reit zu halten. — Der bekannte bulgariſche
Revolutio=
när Matoff verſuchte verkleidet über Serbien nach
Maze=
donien zu gelangen, wurde aber bei Zibeſtchi
feſtgenom=
men. — Der italieniſche Arzt Toscolo iſt ausgewieſen
worden. Die Ausweiſung einer Anzahl anderer
miß=
liebiger Italiener iſt geplant. Bereits in der vorigen
Woche wurde der ehemalige Telegraphenreviſor der
Orientbahnen Vicentini ausgewieſen.
* Norfolk (Virginia), 9. Mai. Die Große
An=
ſklagejury erhob gegen die Kapitäne der engliſchen
Dampfer Vornu”, „Meltonian”, „Median” „Louiſianian”
ſund „Sokoto” Anklage wegen Verletzung der
Kongreßakte, die vorſchreibt, daß alle Schiffe, deren
Beſatzung und Paſſagiere zuſammen 60 Perſonen
über=
ſchreiten, mit drahtloſer Telegraphie ausgerüſtet ſein
müſſen. Die Kapitäne befinden ſich augenblicklich nicht in
der Gewalt des Gerichtshofes.
* Tokio. 9 Mai. Der Kaiſer erwiderte heute den
Beſuch des Prinzen Waldemarvon Preußen, der
für dieſe Gelegenheit im Kaſumi Gaſeki=Palaſt wohnte.
H. B. Berlin, 9. Mai. In dem Prozeß gegen die
Poſträuber Wendt und Cavello beantragte der
Staatsanwalt gegen die beiden Hauptangeklagten
Zucht=
hausſtrafen von 8 Jahren und 3 Jahren 1 Monat. Das
Gericht erkannte gegen Wendt auf 2 Jahre und gegen
Cavello auf 3 Jahre 3 Monate Zuchthaus, ſowie je
5 Jahre Ehrverluſt. Die mitangeklagte Kellnerin
Baro=
witz wurde freigeſprochen.
— Helſingfors 9. Mai. An Bord des ruſſiſchen
Kriegsſchiffes „Ceſarewitſch” wurden eine Anzahl Leute
der Beſatzung, die teils aus Ruſſen, teils aus Finnen
beſteht, verhaftet. Auch in der Stadt wurden
zahl=
reiche Verhaftungen und Hausſuchungen vorgenommen.
Es ſoll ſich um einen Anſchlag gegen das Kriegsſchiff
handeln.
J. G. Die Sache kann ſo, wie Sie ſie darſtellten, nicht
ſtimmen, Wenn Ihre Frau in eigenem Einkommen
be=
ſteuert wurde, hätte ſie auch einen eigenen Steuerzettel
bekommen müſſen. Erkundigen Sie ſich erſt beim
Finanz=
amt ſelbſt.
W. L. hier. Ihre Frage können wir nicht ohne
wei=
teres beantworten. Jedenfalls kann die Angelegenheit
nur im Wege der Klage klargeſtellt werden.
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CnSnSnStagagategae
Die Geburt eines kräftigen
Töchterchens
C zeigen hocherfreut an
Ludwig Oppenheimer
und Frau Fanny, geb. Springer.
Darmſtadt, 8. Mai 1912.
Landwehrſtr. 16 I.
(10883
JennnSdnd
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Nachricht, daß mein guter, lieber Mann, unſer
Vater, Großvater, Schwiegervater und Onkel
Georo Blümlein
Donnerstag morgen 6 Uhr im nicht ganz
vollendeten 84. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt,
(Kiesbergſtr. 53)
New=York,
9. Mai 1912. (B10871
Die Beerdigung findet Samstag, den 11. Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.
Statt jeder Anzeige.
Todes=Anzeige.
Tief erſchüttert die traurige Mitteilung,
daß heute morgen meine liebe Frau und gute
Mutter
(B10874
Ernestine Bod
geb. Brückmann
nach langem, ſchwerem, mit Geduld getragenem
Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Jean Bog,
Aenny Bog.
Darmſtadt, 9. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 11 Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Von Trauerbeſuchen bittet man abzuſehen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſte meiner lieben Frau,
unſerer guten Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Elise Henze
geb. Keil
ſowie für die zahlreichen Kranz= und
Blumen=
ſpenden, ſagen wir Allen, insbeſondere für die
troſtreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Widmann,
innigen Dank.
(10684
Im Namen der traueruden Hinterbliebenen:
August Henze, K. Eiſenbahnſekretär.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 10. Mai:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 11. Mal:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Schrift=
erklärung. Sabattausgang 8 Uhr 50 Mk
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 6 Uhr
45 Min. Abends 8 Uhr 50 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religieus=
geſellſchaft.
Samstag, den 11 Mai:
Vorabend 7 Uhr 20 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 8 Uhr 55 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 12. Mai,
an: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr. Abends
8 Uhr 55 Min.
NB. Freitag, den 17. Mai.
Rausch Caudesch Sivon.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mittelungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtripte werden nicht
zurückgeſandt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Hochdruckgebiete, die geſtern über Frankreich und
Finnland lagen, haben ſich vereinigt und beherrſchen
ganz Mitteleuropa. So haben wir im Bereich kühler,
weſtlicher Winde wolkiges, doch trockenes Wetter, die
Temperaturen liegen in Weſtdeutſchland über 120 und
nehmen nach Oſten zu langſam ab. Niederſchläge ſind
in Deutſchland wenig gefallen. Wir haben auch morgen
wohl wolkiges, doch meiſt trockenes Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 10. Mai:
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, mild, Gewitterneigung.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Der Freiſchütz”.
Schüler=Aufführungen des Beethoven=
Konſer=
vatoriums im Hotel „Zur Traube‟.
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15 Minuten morgens in New=
York.
Dampfer „Graf Walderſee‟, 7. Mai
3 Uhr 15 Minuten nachmittags
von Boſton nach Philadelphia.
Dampfer „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria”, von New=York kommend,
meldet drahtlos, am 8. Mai
12 Uhr mittags in Plymouth
zu ſein.
Dampfer „Piſa” von Kanada
kommend, 8. Mai 5 Uhr
mor=
gens in Hamburg.
Dampfer „Preſident Grant”, 7. Ma=
9 Uhr 30 Minuten morgens in
New=York.
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Ferner ſind gezeich.:
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Julius Fay
Walther .
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S.=R. Dr. Hüffell
Miniſter v. Hombergk
Exzellenz
Miniſter Braun Exz.
Finanzaſſeſſor Kümmel.
M. 302.10
A.
Summa M. 397. 10
Weitere Spenden nimmt entgegen
Darmſtädter Tagblatt=Exped.
Es ſind ferner gezeichnet: Erich
Firchow 2 M., Dr. Puth 3= M.,
Sanitätsrat Dr. Hüffell 10 M.,
Fr. Ph. Bechtold 10 M.,
Geheime=
at Gutermuth 20 M.,
Regierungs=
rat Gennes 20 M., v. Lyncker5=M.,
Barth 5 M., Frank, Eliſabethenſtr.
3 M., Prof. Dr. Hönig 50 Pf., Martha
Lucius 50 Pf., Lucius 50 Pf., Keim
3 M., Volksbank, e. G. m. b. H., 50 M.,
Firma Gebrüder Trier 109 M.,
Generalmajor Frhr. v. Heyl 20 M.,
Exz. v. Plüskow 10 M.,
General=
major v. Randow 10 M.,
General=
major v. Breugel 10 M., Graf
Büdingen 10 M., Oberſtl. Mootz
10 M., Major v. Oſtrowski 6 M.,
Maior Morneweg 5 M., Major
v. Weſternhagen 2 M., Freiherr
v. Bellersheim, Hermannſtr., 10 M.,
Th. Heine 5 M., Rittmeiſter Andrege
10 M., Maurermſtr. Fr. Delp 30 M.,
Frhr. v. Oetinger 100 M., Direktor
Baier 50 M.
Weitere Gaben nimmt auch
ent=
gegen die Exped. des „Tagblatt”
Kurſe vom 9. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,25
81,20
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,25
3 do, do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
92,80
do.
3½
84,10
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,60
89,20
do.
3½
79,70
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
89,10
do.
3½
78,30
3
do.
. 80,40
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,50
95,00
do.
31
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,25
1¾ Griechen v. 1887 54,80
4½ Oeſterr. Silberrente 92,60
4 do. Goldrente . . . 96,80
4 do. einheitl. Rente 89,60
3 Portug. unif. Serie I 64,70 Letzte Induſtrie=
3 do. unif. Ser. III 68,00 Divid. Aktien.
3 do. Spezial . . . . 10,30
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 95,50
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,80
4 do. v. 1902 . . . . 90,40
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,70
4 Türk. Admin. v. 1903 84,20
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,70
4 Ungar. Goldrente . . . 91,40
4 do. Staatsrente . . . 89,75
Zf.
InProz.
5 Argentinier .
.101,10
4
do.
88,50
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,25
4½
do.
94,70
4½ Japaner . .
94,50
81,105 Innere Mexikaner . . . 95,00
do.
60,40
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,90
3 Buenos Aires Provinz 72,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt
. . 146,60
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,00
6 Südd. Eifenb.=Geſ. . . 125,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,75
8 Baltimore und Ohio . 109,30
3¾ Italiener Rente 93,5016½ Schantungbahn . . . 137,75
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,30
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
4 Brauerei Werger . . 73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 502,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. 262,00
30 Farbwerke Höchſt . . 578,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . .
10 Cement Heidelberg . . 155,50
30 Chem. Werke Albert 452,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 315,00
4 Lahmeher .. . . . . . 131,00
InProz.
Säll.
7½ Schuchert, Nürnberg 161½
12 Siemens & Halske . 244,00
5 Bergmann Electr. . . 152,80
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 177,50
0 Gummi Peter . . . . 138,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 179,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 488,80
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 199,00
8 Steana Romana Petr. 142,60
15 Zellſtoff Waldhof . 238,90
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel.
. . 214,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 126,00
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 194,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
.233,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
185,30
10 Gelſenkirchener . . . . 196,50
8 Harpener
195,40
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
87,50
4 Laurahütte
.180,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 193,50
7½ South Weſt Africa 153,00
Prioritäts=
Obligationen.
Südd. Eiſenb.=Gef. 90,30
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 91,60
3 Prag=Duxer .
77,10
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,50
3
do.
78,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100.00
In Pros
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,20
do.
54,10
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4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,80
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
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4 Rjäſan Koslow . . .
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4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,20
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9½ Berlin. Handelsgeſ. . 169,80
6½ Darmſtädter Bank . 122,60
12½ Deutſche Bank . . . 257,40
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,20
10 Diskonto=Kommandit 186,60
8½ Dresdener Bank . . 155,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,60
6½ Mitteld. Kreditbank 119,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,95
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 128½
Wiener Bankverein . 133,90
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,80
zu Proz.
Bſ. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
.89,80
S. 19 . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
3½
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,50
8½
bo.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
.100,35
8½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,50
S. 3—5 .
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
do.
8½
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . 98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
do.
3½
89,70
Städte=
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100,10
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4 Gießen
3½ do.
89,70
4 Heidelberg
98,40
3½ do.
4 Karlsruhe
99,00
8½ do.
90,00
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
99,00
3½ do.
89,80
4 Mannheim
99,40
3½ do.
89,20
4 München .
100,20
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
. . 99,80
3½ do.
90,00
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In Pro).
Bſ.
3½ Offenbach . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . * 100,20
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3½ do,
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3½ do.
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135,60
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2½ Raab=Grazer fl. 150 116,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,40
Freiburger . . . . Fs. 15 —
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do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100 374,00
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Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,48a
Franzöſiſche Noten. . . . 81,05
Holländiſche Noten. . . . 169,60
Italieniſche Noten . . . . 80,35
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . .. 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,00
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 35f.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 110.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Seite 9.
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110
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Seite 11.
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können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(10845
Moos=Verſteigerung.
Montag, den 13. Mai 1912, vormittags 10 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt aus Diſtrikt
Klingsackertanne
ca. 192 Haufen Moosſtreu
meiſtbietend verſteigert.
Pfungſtadt, den 8. Mai 1912.
(10829
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Einfriedigung
der Knabenarbeitsanſtalt längs
der Landgraf Georgſtraße.
Die Maurer=, Zimmer= und
Schloſſerarbeiten, ſowie die Lief: von Mauerdeckplatten aus
Kunſtſtein ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen.
Angebote ſind bis
Samstag, den 18. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(10819fs
Darmſtadt, am 9. Mai 1912.
Stadtbauamt=
Bürbaum.
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Pri=
vatiers Peter Wenz und deſſen
Ehefrau Luiſe, geb. Weinmann,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flur Nr. am
I 125 310 Hofreite Kirchſtr.
(
Beſſunger=
ſtraße 43),
126 671 Grabgarten daſ.,
XII 62 2306 Acker unter dem
blauen Stein
zwecks Aufhebung der zwiſchen
den Erben beſtehenden
Gemein=
ſchaft in unſerem
Geſchäftszim=
mer, Wittmannſtraße 1,
zwangs=
weiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, 9. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V8773
Belanimachung.
Freitag, den 31. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
iſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3549%/100 318¾0 Hofreite
Pan=
kratiusſtraße
Nr. 58,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K5/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 4. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V10856
Bekanntmachung.
Freitag, den 31. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Jakob Huck
Ehe=
leuten dahier gehörige Liegen
ſchaft:
Flur Nr. qm
XIV 98¾/10 619 Hofreite
Heidel=
bergerſtraße 61,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V10857
Dat und Mälle bei
(10646a
N
Steuer-Reklamationen
durch Manl. Karlstrasse 25, II.
Bekanntmachung.
Freitag, den 17. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby zu Darmſtadt gehörigen
Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
TIII 64 1313 Acker, oberſte
Golläcker,
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
XIII 140 2631 Acker, an:
Pfungſtädter
Weg,
XXXVI 28 975 Wieſe, die
Rudolphs=
wieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung wird auch dann erfolgen,
falls ein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 24. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V9834
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr.
ſollen die zum Nachlaß des
Hein=
rich Jacoby VIII. dahier gehörigen
Immobilien:
Flur Nr. qm
I 32¼10 232 Hofreite
Gar=
tenſtr. 20,
I 32710 233 Hofreite
Gar=
tenſtr. 18,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K141/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V10322
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
31 730 Hofreite
Ma=
thildenplatzs,
32/10 157 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(B112
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V10323
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Gaſtwirts Andreas
Eberth in Nieder=Ramſtadt wird
nach erfolgter Abhaltung des
Schlußtermins hierdurch
aufge=
hoben.
(10882
Darmſtadt, den 7. Mai 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 1. Mai 1912.
Gelöſcht die Firma:
Georg Steiner, Darmſtadt.
Am 3. Mak 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Heinrich Sonnthal,
Darm=
ſtadt.
Friedrich Weimar, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt zum Prokuriſten
beſtellt.
Am 8. Mai 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Mayer & Cie., Darmſtadt.
Inhaber: Moritz Mayer,
Kauf=
mann in Darmſtadt, Thekla Mayer,
geb. Michelbacher, in Darmſtadt.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am 15. April
1912 begonnen.
(10889
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
41)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Das war ein trüber und langer Winter.
Die Familie des Amtmadurs Thorkjel verbrachte ihn
in Einſamkeit und Trauer.
Signe beſonders litt darunter, daß ſie nicht tanzen nud
ſingen konnte. Sie tanzte ſo gern, die törichte Signe.
Jorum war ernſter und geſitteter geworden. Sie trug
jetzt auch die kleine, ſchwarze, mit unzähligen Nadeln
be=
feſtigte Mütze, von der die lange Seidenquaſte keck auf die
Schulter baumelte, und ihre gelben Zöpfe waren in
Schlei=
fen aufgeſteckt.
Arne Mattiſſon, der Student, kam oft, um ihr aus der
Njal=Sage vorzuleſen, oder ihr Radgatur (Rätſel)
aufzu=
geben. Es kam dann zuweilen vor, daß die ſchöne Signe,
die ſich langweilte, ihn zärtlich anlächelte. Dann lief ein
heißes Erröten über das junge Geſicht, und er wandte ſich
ganz erſchreckt aber doch heimlich beglückt, Jorum zu, die
voll Andacht zu ihm aufſah.
Der Amtmann hatte ſein frohes Lachen völlig verlernt,
ſeitdem er ſah, wie ſchwer Groa, ſein Weib an dem
Ver=
luſt ihres Jungen trug, obwohl ſie nie klagte und zu allen
freundlich war.
Nur ganz ſelten ſelten ging er ins Klubhaus, um dem
Landvogt bei einem Glas Wein Geſellſchaft zu leiſten, aber
immer kam er mißmutig heim.
Hätten wir doch Hallgerdr hier, ſagte er eines Tages
zu ſeiner Frau. Sie verſteht es, Trübſal in ſanfte Wehmut
zu wandeln und mit mildem Wort die Trauer zu löſen, die
ſo ſchwer das Herz drückt.
Frau Groa zuckte die müden Schultern.
Die Pferde kommen nicht durch den Schnee. Vor dem
Frühling werden wir ſie kaum wieder ſehen.
Es iſt Unrecht von Javna Jonſon, warf Signe ein,
mit einem koketten Blick in den Spiegel, ob die Quaſte ihrer
Mütze auch die Schulter ſtreifte, Hallgerdr auf dem
ſchreck=
lichen Hof feſtzuhalten. Wie gut könnte ſie uns hier die
Zeit vertreiben und von unſerem armen Jon mit uns
plau=
dern.
Wenn ich Hallgerdr wäre, warf Jorum dazwiſchen, die
an einem großen Tiſch in der Wohnſtube bei ihren
Schul=
arbeiten ſaß, ich nähme den Bjarni nicht.
Wer weiß, ob ſie’s tut, warf der Amtmann dazwiſchen.
Hat denn Bjarni, als er zuletzt hier war, nicht von
ſeinem Verlöbnis mit Hallgerdr berichtet? fragte Jorum
neugierig. Die ganze Stadt weiß es doch. Ich glaube, er
hat nur deshalb den weiten und gefahrvollen Weg hierher
nach Reykjavik gemacht, um es überall zu erzählen.
Jorum hat Recht, ergänzte Frau Groa. Bis jetzt iſt es
ja kaum da geweſen, daß jemand von Widarhof im Winter
in die Stadt kam. Aber da iſt ja der Doktor, rief ſie lebhaft,
Ole Gudmund, der ſoeben in die Stube trat, die Hand
ent=
gegen ſtreckend, Gott ſegne euch, Herr, Gott ſegnereuch.
Der Arzt drückte herzlich die dargereichte, magere Hand.
In ſeinen Augen war ein frohes Leuchten.
Frühling im Lande, Frau Groa, lachte er, Frühling im
Lande. Paßt mal auf. Nicht lange mehr, und die
Brach=
vögel frohlocken.
Die ganze Küſte trägt noch ihren Eisgürtel, lieber Hery
Doktor, lächelte Frau Groa trübe. Ich glaube an keinen
Frühling mehr in dieſem langen, endloſen Winter.
Doch, doch, Frau Groa, er kommt. Viele Anzeichen
ſprechen dafür, tröſtete der Doktor, während ſein Blick
heim=
lich zu Signe flog, die von ihm gar keine Notiz nahm,
und ſich anſchickte, das Brettſpiel zu ordnen, mit dem der
Doktor und der Amtmann ſich zuweilen den Abend
ver=
trieben.
Es wäre ein Glück, wenn die Küſte endlich frei würde,
ſeufzte Frau Groa, dann würde die arme, fremde Dame, die
nun ſchon Monate lang hier in Reykjavik eingeſchloffen iſt,
doch auch endlich zu ihrem Kinde kommen. Ich ſah ſie erſt
geſtern wieder vorüber gehen. Sie ſieht ſehr vornehm aus
und ſehr ſtolz, aber auch ſehr unglücklich.
Der Arzt zuckte die Achſeln.
Ich kenne ſie nicht. Sie lebt ganz zurückgezogen, ich
weiß nicht mal ihren Namen. Nur zuweilen — ſo hörte ich
von den Wirtsleuten — macht ſie auf Schneeſchuhen, die ſie
meiſterlich zu handhaben verſteht, weite Touren ins Land
hinein, mutterſeelenallein, oder von einem der kleinen
Schafhirten als Führer begleitet.
Ob ſie wohl einen Mann hat? fragte Jorum
neu=
gierig.
Denkt euch nur, neulich war es mir, als ſehe ich
Bjarni=
mit der fremden Frau reden. Ob er ſie kennt?
Bjarni? War er lange in der Stadt? fragte der Arzt
aufhorchend.
O.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 10. Mai 1912.
Seite 13.
Sa, er erihie Aberet don ſehnen Beulbais nit
Hallgedr.
Der Burſche iſt wohl toll, brauſte der Arzt auf. Ein
Mädchen wie Hallgerdr wird gerade dieſen Bauernlümmel
nehmen.
Sie iſt ja ſelbſt eine Bauerstochter, warf Signe
ſchnip=
piſch ein, und ich weiß wirklich nicht, warum ſie ſo gut für
Bjarni ſein ſollte.
Ole Gudmund ſah über Signe hinweg, als er lächelnd
ſagte:
Frauen, die ſanft, gut und klug ſind und voll ernſter
Würde, tragen einen Adel in ſich, der ſie würdig macht,
ſeinem Könige zur Seite zu ſchreiten. Zu dieſen Frauen
gehört Hallgerdr Jonſon.
Signe ſtieß ſo haſtig das Brettſpiel zurück, daß alle
Steine auf den Boden rollten.
Sie wollen mich nur kränken, ſtieß ſie unmutig hervor.
Schon lange habe ichs gemerkt. Ich will mich aber nicht
immer ärgern laſſen, aber hören ſollen Sie wenigſtens, daß
ich Sie haſſe. Loben Sie Hallgerdr doch ſo viel Sie wollen,
aber nicht wenn ich dabei bin, nicht, wenn ich dabei bin.
Sie ſtand kampfbereit mit emporgehobenen Händen,
fals wollte ſie kratzen, vor dem Doktor.
Frau Groa rang entſetzt die Hände. Vater Thorkjel
gab ſeiner Jüngſten einen Puff und ging kopfſchüttelnd,
Jorum an der Hand mit ſich ziehend, hinaus,
Er ieite ſche ein, bi ſie dei Eeine an der
Tagesordnung waren, und machte ſich, wenn ſie im
An=
zuge waren, gern aus dem Staube.
Ole Gudmund aber mahnte ernſt:
Fünf Tropfen auf Zucker, Frau Groa, wie ich Ihnen
ſchon beſchied, wenn die Anfälle wiederkommen. Sonſt
gibt es noch ein anderes Mittel, ungezogene Kinder zur
Vernunft zu bringen: Prügel!
Er griff nach ſeinem Hut und ſchritt eiligſt zur Tür.
Da aber flog Signe heran und wehrte ihm den
Aus=
gang. Ihre Augen blitzten leidenſchaftlich auf, und ihre
Hände flogen wie im Fieber.
Ich habe es ſatt, mich von Ihnen zu Tode quälen
zu laſſen, ziſchte ſie zwiſchen den kleinen, weißen Zähnen
hervor. Ich haſſe Sie, wie nichts auf der Welt, und
wenn Sie es noch ein einziges Mal wagen, in unſer Haus
zu kommen, dann töte ich Sie, ganz gewiß, dann töte
ich Sie!
Signe, rief Frau Groa verzweifelt. Mädchen, biſt du
denn von Sinnen?
Ja, vielleicht, aber wenn ich es bin, dann hat mich
dieſer kaltherzige, nichtswürdige Menſch dazu gemacht.
Wirſt du es denn glauben, Mutter, daß er mir auch nicht
ein bißchen Teilnahme gezeigt hat, ſeitdem unſer armer
Jon heimging? Nicht mal am Grabe hatte er ein Wort
und einen Blick für mich. O, wie haſſe ich ihn für dieſe
Grauſamkers.
Ole Gudmunds helle Augen leuchteten auf, aber
er=
ſchreckt breitete er die Lider darüber und erwiderte hart,
mit unbewegter Stimme:
Sie vergeſſen ganz, Signe Thorkjel, daß Sie mir
vor=
her Dinge an den Kopf warfen, die es mir unmöglich
machten, überhaupt mit Ihnen zu reden. Waren Sie es
nicht, die mir vorwarf, meine ganze ärztliche Kunſt ſei
nicht einen Schuß Pulver wert? Bürdeten Sie mir nicht
gewiſſermaßen die Schuld auf an Jons Tod? Taten Sie
das, ja oder nein?”
Ja, gab Signe ganz kleinlaut zurück, und ſah unſicher
zu Ole Gudmund hinüber, der ſo trotzig und hart daſtand
und nicht einen einzigen Liebesblick mehr für ſie hatte, er,
der ſonſt ihr willenloſer Sklave geweſen.
Und Sie erwarten, daß ich mich für dieſe Beleidigung
noch bei Ihnen bedanke? brauſte der Doktor auf. Nein,
Signe Thorkjel, die Tage ſind vorbei, wo ich die Hand
küßte, die mich ſchlug.
Sie quälen mich, weinte Signe auf, und ich will mich
nicht quäler laſſen. Sie ſollen gut zu mir ſein, ich will
ich will es.
Ihre weißen Zähne knirſchten, und ihre kleinen Füße
in den weichen Lammfellſchuhen ſtampften in raſendem
Ungeſtüm den Boden.
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abſchriften unter= 62 an die Exped. d. Bl. (10737dfs
Generdlvertreier
u. Wohn. Hausarbeit verſieht bei wurden über 1200 Beamte geford. Offerte mit Angabeihrer Vermögensverhältniſſe einſenden an (10771f
kleiner Vergütung geſucht. Näh. Proſpektumſ. Landw. Reshnungsbüro,
in der Exp. ds. Bl.
(*119224 Magdeburg, Beaumontſtr. 18.410849s
als Buchh., Sekr., auch Nichtkaufmann, zur Uebernahme der alleinigen Vertretung einer
Stellung Verwalt. erlangt man Maſchinenfabrik für Provinz Starkenburg geſucht. — Herren, welche
Aelt. Mädchen, w. gegen Koſtſicher nach 2monatl. Ausb. Bish. ſüber Mk. 2000.— in bar verfügen, wollen umgehend ſchriftliche
Seite 18a
Mat
110.
Zweite Kammer der Stände,
31. Sitzung.
St. Darmſtadt, 9. Mai.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte Dr. Beſt,
Süffert Miniſterialrat Dr. Kratz, Geh.
Ober=
finanzrat Seip, Geh. Oberfinanzrat Balſer,
Finanz=
rat Ulrich.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr
Das Haus ſetzt die Beſprechung der Vorlage der
Beſoldungsordnung
fort. Letzter Fraktionsredner iſt
Abg. Ulrich:
Noch nie habe eine Vorlage ſo enttäuſcht, wie die
vor=
liegende. Und zwar allgemein enttäuſcht, ſowohl in
die=
ſem Hauſe wie außerhalb. Nur eine kleine Gruppe von
Intereſſenten wünſcht die Annahme dieſer Vorlage. In
dieſem Hauſe ſei wohl niemand mit der Vorlage
einver=
ſtanden. Man habe erwartet, daß die Regierung eine
Vorlage einbringen wird, die, entſprechend den
Erfahr=
ungen der letzten 14 Jahre, eine wirkliche Löſung der
Be=
ſoldungsfrage unſerer Beamten bringen werde. Das iſt
aber keineswegs der Fall. Es ſcheine über die Materie
innerhalb der Regierung keine Klarheit und keine
Einig=
keit geherrſcht zu haben. Im Intereſſe der Entwicklung
des Landes ſei es unbedingt erforderlich, daß Zuſtände
geſchaffen würden, die allgemein befriedigen. Wohl ſei
man mit Recht in der Bevölkerung der Anſicht, daß die
Beamten es immer noch beſſer haben, als viele
Volks=
kreiſe, da ſie um ihr Einkommen nicht zu bangen brauchen
und für Alter und Todesfall verſorgt ſind. Aber es
herr=
ſchen innerhalb der Beamtenkategorien Ungleichheiten, die
unbedingt ausgeglichen werden müſſen. Obere Beamte
haben, wenn auch kein üppiges Einkommen, ſo doch immer
ein recht gutes, das keine Not aufkommen läßt. Aber in
den niederen Beamtenſchichten ſei das Elend groß. In
Bezug auf die Schreibgehilfen habe die Regierung in der
Vorlage vollſtändig verſagt. Dieſen habe man für die
zu=
gebilligte Erhöhung auf der anderen Seite die
Stations=
zulage faſt ganz genommen. Das könne die Regierung
nicht verantworten. Auch die unteren Baubeamten, die
unteren Forſtbeamten ſind ſchlecht in der Vorlage
behan=
delt. Die Frage, ob überhaupt eine Erhöhung der Bezüge
der Staatsbeamten notwendig iſt, muß unbedingt mit Ja
beantwortet werden, denn die allgemeinen wirtſchaftlichen
Verhältniſſe haben ſich ſo verſchlechtert, daß niemand mehr
mit einem Einkommen auskommen kann, das vor
Jahr=
zehnten noch gut und reichlich war. Die bürgerliche
Ge=
ſellſchaft, die Träger der Geſetzgebung, ſei Schuld an
die=
ſer wirtſchaftlichen Lage. Die Zollgeſetzgebung, das
Un=
glück der letzten Jahrzehnte, hat die Reichen reicher, die
Armen ärmer gemacht. Was nützt die Steigerung der
Löhne, wenn durch die wirtſchaftlichen Verhältniſſe ein
Hundert weniger wert wurde, als ehedem ein Fünfzig
war. In der Begründung zur Erhöhung der Zivilliſte
iſt auf dieſe wirtſchaftliche Lage mit Recht hingewieſen
worden. Wenn er dies anerkenne, ſo müſſe aber doppelt
und dreifach unterſtrichen werden die Notwendigkeit der
Erhöhung der Gehälter der niederen Beamten. Vor allem
ſollten die Volksſchullehrer=Wünſche erfüllt werden.
Hier=
bei kommt Redner auf ſeine alte Forderung der
Verſtaat=
lichung der Volksſchulen zu ſprechen. Dem Volke könne
es ja am Ende gleich ſein, ob durch Staat oder
durch Gemeinde die Schullaſten eingetrieben werden,
aber die Volksſchullehrer als Erzieher der Jugend
unſeres Volkes müßten frei gemacht werden von
der willkürlichen Herrſchaft der „Großbonzen” in den
Ge=
meinden. Die Vorlage ſehe nur auf den erſten Blick ſo
aus, als ob ſie ſehr gerecht wäre. Wenn man aber die
einzelnen Ziffern prüft, ſo ergibt ſich doch, daß die
Erhöh=
ung der unteren Klaſſen 10—20, der oberen Beamten aber
100 und mehr Mark im Monat bedeutet. Als man das
im Lande erkannte, ſchlug die recht günſtige Stimmung
um und man verlangt allgemeine Ablehnung der Vorlage.
Bei der Gehaltsregulierung ſcheint die prozentuale
Er=
höhung noch gerecht, dann aber hat die Regierung beim
Wohnungsgeldzuſchuß dieſe Gerechtigkeit wieder verlaſſen
und den oberen Beamten viel mehr gegeben. Er hatte
gehofft, daß die höchſten Beamten, die die Vorlage
mach=
ten, für ſich verzichtet hätten. Es ſcheine aber ſchwer zu
ſein, im Schilf zu ſitzen und nicht für ſich ſelbſt Pfeifen
zu ſchneiden. Ein Fehler war es auch, daß man die
Zivil=
liſte mit der Vorlage verknüpfte. Seine Partei werde die
Vorlage in dieſer Beziehung nicht akzeptieren. Dem
mon=
archiſchen Gedanken ſei dadurch ein ſchlechter Dienſt
er=
wieſen, das ſage er als Republikaner. Auch das
Mantel=
geſetz wird von ſeiner Partei nicht angenommen werden.
Das ganze Geſetz ſei gar keine Reform, ſondern eine
Feſt=
legung der alten mißlichen Verhältniſſe. Wenn er die
Frage der Deckung in Betracht ziehe, ſei er eigentlich
noch unbefriedigter, als über die ganze Vorlage. Der
da eingeſchlagene Weg ſei der allerunglücklichſte. Man
belaſte die Armut zugunſten von Leuten, die denn doch
nicht arm ſind. Zwar hat man auch die Vermögensſteuer
von 95 Pfg. auf 1 Mark erhöht; aber das reicht nicht aus.
Man müſſe auf die Progreſſion der Vermögensſteuer
kommen. Vielleicht führe der diesbezügliche Antrag
Mol=
than dazu. Herr Molthan müßte ſich aber dabei damit
ab=
finden, daß er in die Fußſtapfen Ulrichs, des
Sozialdemo=
kraten, trete. Geradezu unglücklich war der Gedanke, die
Feuerverſicherung zu verſteuern. Der Vater dieſes Ge=
dantens ſole Buße iun. Seine Partei ſei ſchon oſt für
eine obligatoriſche Feuerverſicherung eingetreten, und nun
wolle man dieſe noch durch Steuer belaſten, und zwar
der=
art, daß eine Prämienerhöhung eintritt. Es ſei faſt
un=
glaublich, Derartiges in einem modernen Staat zu
ver=
langen. Dieſe Art der Deckung müſſe unter allen
Umſtän=
den fallen. Redner ſchließt: Keine Fraktion, auch die
regierungsfrommſte nicht, ſei mit der Vorlage
einverſtan=
den. Es ſei vielleicht zweckmäßig, die Vorlage einem
be=
ſonderen Ausſchuß zu unterbreiten, in den man den
Finanzausſchuß mit hineinwähle.
Abg. Bach:
Wenn ich als Beamter zur Beſoldungsvorlage ſpreche,
könnte es ſcheinen, als ſpräche ich pro domo. Doch faſſe
ich meine Stellung hier im Hauſe nach dem Grundſatz auf:
„Das Wohl des Staates iſt das oberſte Geſetz”. Die
Not=
wendigkeit, für den Staat einen guten, zufriedenen und
leiſtungsfähigen Beamtenſtand zu ſchaffen, iſt
unbeſtreit=
bar. Richtig iſt, daß für den Beamten eiſerne
Pflichter=
füllung erſtes Geſetz ſein muß. Aber der beſte Wille
er=
lahmt, wenn die Kräfte fehlen. Schon oft haben tüchtige
Kräfte den Dienſt in Heſſen aufgegeben und ſind in
an=
dere Staatsdienſte getreten. Gewiß erkenne ich an, daß
im allgemeinen Preußen mehr zahlen kann und muß, als
das kleine Heſſen, aber die Unterſchiede dürfen nicht zu
groß ſein. Wenn man darauf verweiſt, daß
Steuererhöh=
ung zum Zwecke der Beamtenbeſoldung unpopulär iſt, ſo
vergißt man dabei, daß doch die Beamten eine erhebliche
Laſt dieſer Steuern mittragen müſſen und daß durch eine
Erhöhung der Beſoldungen auch die Kaufkraft der
Be=
amten wächſt. Nun haben wir endlich eine
Beſoldungs=
ordnung, aber eine unbefriedigende. Nach allen
Vorver=
handlungen und Verſprechungen mußten wir hoffen eine
organiſche Reform der Beſoldungen zu erhalten.
Trotz=
dem und trotz der allgemeinen Forderung aus dem Hauſe
heraus erfolgte eine prozentuale Aufbeſſerung, wieder ein
Proviſorium, das keinerlei beſtehende Härten ausgleicht,
dieſe vielmehr noch vergrößert. Ich erkenne gerne an,
daß die Regierung den guten Willen zeigte, den Beamten
endlich zu helfen, aber der Weg, den man einſchlug, war
verfehlt. Der Vorſchlag des Abg. Brauer, die verfügbare
Million für eine Teuerungszutage zu verwenden, iſt
ebenfalls ungenügend. Wenn man die Frage in dieſer
Art regeln will, ſo muß wenigſtens die ganze von
der Regierung eingeſtellte Summe dazu verwendet und
die Zulage penſionsfähig gemacht werden. Dankbar bin
ich dem Herrn Staatsminiſter für ſeine Erklärung, eventl.
noch in dieſem Jahre eine Vorlage zur organiſchen
Re=
form einzubringen. Was die Gehälter der Lehrer betrifft
ſo erkennen wir dankbar an, daß endlich die
Reliktenver=
ſorgung geregelt wurde. Damit iſt eine alte Schuld
ab=
getragen. Ein Irrtum des Herrn Finanzminiſters iſt es,
daß die Lehrer Heſſens nach der neuen Vorlage im
End=
gehalt an der Spitze marſchieren. Es gebe drei Staaten,
in denen die Lehrer ein höheres Gehalt haben. Auch in
Preußen iſt das Endgehalt noch höher, als in der neuen
Vorlage. Im Anfangsgehalt zahlen 15 Staaten höhere
Gehälter als Heſſen. Es wäre uns Lehrern ſchon
unend=
lich viel wert geweſen, wenn Sie nur einmal öffentlich
erklärt hätten, daß wir das gleiche verdienen, wie die
mittleren Staatsbeamten, wenn Sie uns auch nicht gleich
dieſelben Bezüge zugebilligt hätten, weil kein Geld da iſt.
Statt deſſen aber rangiert die Regierung uns noch eine
Klaſſe tiefer ein, in die der Aſſiſtenten und Kanzliſten.
Das muß uns Lehrer ſchwer kränken. Redner belegt ſeine
Ausführungen durch eingehendes Zahlenmaterial. Er
ſchließt: Ich hoffe trotzdem, daß die Regierung den
dies=
bezüglichen Wünſchen noch nachkommen wird. Es handelt
ſich hier darum, eine Schuld abzutragen gegenüber der
Lehrerſchaft. Mit der Beſſerſtellung der Beamten und der
Lehrer erweiſen Sie dem Staat ſelbſt den beſten Dienſt.
Damit ſchließt die Debatte.
Vizepräſident Dr. Schmitt:
Die verſchiedenen während der Beſprechung
eingelau=
fenen Anträge uſw. ſind ja bereits den Ausſchüſſen
über=
wieſen worden. Ich ſchlage vor, daß dies auch mit der
Reſolution der Abgg. Urſtadt und Gen. geſchieht.
Abg. Reh ſtellt einen dementſprechenden Antrag,
der angenommen wird.
Die Regierungsvorlage: Summariſche
Ueber=
ſicht der Einnahmen und Ausgaben der
Großh. Landeskreditkaſſe in der Finanzperiode
1906 und 1907 betreffend, wird debattelos erledigt.
Es folgen
Wahlprüfungen.
Zur Neuwahl eines Abgeordneten für den 11.
Wahl=
kreis der Provinz Starkenburg (Bensheim=Zwingenberg)
Abg. Auler — iſt von verſchiedenen Seiten Proteſt
erhoben worden. Bekanntlich erhielt Auler 2553 und
Neu=
mann (Soz.) 2550 Stimmen. Es wird in den Proteſten
namentlich Beeinfluſſung durch den Polizeidiener in
Bee=
denkirchen feſtgeſtellt.
Der Ausſchuß hat den Proteſt eingehend geprüft. Aus
allen Ausſagen geht hervor, daß keine der Behauptungen
durch die Beweisaufnahme noch aufrecht zu erhalten iſt.
Es wurde feſtgeſtellt, daß ſie keinerlei Einfluß auf eine
Aenderung des Stimmverhältniſſes zwiſchen den beiden
hier in Frage kommenden Kandidaten hatten. Eine
wei=
tere Reklamation des Balth. Kraus gibt zur Kenntnis,
daß in Auerbach 11 Stimmzettel für ungültig erklärt
worden ſeien, von welchen 4 auf Auler und 7 auf Neumann
lauteten, die nach ſeiner Anſicht hätten gültig ſein müſſen.
Der Ausſchuß ſtelle ſeſt, daß durch die Oris=
Wahlom=
miſſion nicht 11, ſondern 10 Stimmzettel für ungültig
er=
klärt worden ſind. Die Stimmzettel 1—6 ſollten nach
de=
ren Anſicht mit Kennzeichen verſehen ſein; der Ausſchuß
dagegen iſt der Meinung, daß Zettel Nr. 1, auf Auler
lautend, weil mehrfach durchſtrichen, für ungültig, die
Zet=
tel 2—5, wovon 2 auf Auler und 3 auf Neumann
laute=
ten, für gültig zu erklären ſeien. Dieſelben enthielten
teils Fettflecken, teils waren ſie zuſammengefaltet.
Hier=
nach wären dem p. Auler 2 und p, Neumann 3 Stimmen
zuzuzählen. Die Umſchläge 7 und 8 enthielten weiße
Zet=
tel, 9 keinen Zettel und 10 einen Zettel, der den Namen
Flegler trug.
Im Wahlbezirk Bickenbach iſt der Stimmzettel 5,
auf den Namen des Kandidaten Auler lautend, von der
Orts=Wahlkommiſſion für gültig erklärt worden, während
er von der Kreis=Wahlkommiſſion für ungültig erklärt
wurde. Der Ausſchuß iſt in ſeiner Mehrheit der Anſicht,
da hier nur der Name des Kandidaten unterſtrichen iſt,
dieſen Zettel für gültig zu erklären. Das
Stimmen=
verhältnis wird dadurch, daß jedem der in Frage
kommenden Kandidaten 3 Stimmen zugezählt werden,
nicht geändert und beantragt der Ausſchuß
in ſeiner Mehrheit: Die Wahl des Abg. Auler für
gül=
tig und die Vorſtellungen des Balth. Kraus für
er=
ledigt zu erklären.
Die Abgg. Grünewald und Eißnert
beantra=
gen hingegen unter längeren Darlegungen die Wahl für
ungültig zu erklären. Der Antrag wird jedoch
ge=
gen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freiſinnigen
abgelehnt und der Ausſchußantrag angenommen.
Auch gegen die Wahl des Abgeordneten für den III.
Wahlkreis der Provinz Rheinheſſen (Wöllſtein) — Abg.
Schott (ntl.) — iſt Proteſt erhoben worden, über den
Erhebungen ſtattgefunden haben.
Das Endergebnis der Prüfung iſt, daß Schott
6 Stimmen mehr hat als Eibach, ſo daß demnach
erſterer als gewählt erſcheint. Der Ausſchuß
bean=
tragt: Die Wahl des Abgeordneten Schott für gültig
und die Vorſtellung in Druckſache Nr. 11 für erledigt zu
erklären.
Abg. Reh: Es ſcheint, als ob der Block zu uns
ſerer Linken ſich geeinigt hat, über Wahlprüfungen nicht
mehr zu debattieren und die Linke einfach mit dem Recht
der Majorität zu vergewaltigen. (Unruhe,
Zwiſchen=
rufe.) Der Ausſchußbericht iſt mehr als ungenügend und
ich beantrage Rückverweiſung an den Ausſchuß, damit
wir wenigſtens einen anſtändigen Ausſchußbericht be=.
Abg. Grünewald zur Geſchäftsordnung: Der
Abg. Molthan hat ſoeben zu den Ausführungen meines
Freundes Reh „Frechheit” gerufen. Ich konſtatiere das
Vizepräſident Dr. Schmitt: Ich habe die
Ausführ=
ungen des Abg. Reh und auch den Zwiſchenruf des
Abg. Molthan nicht gehört und ſofort angeordnet, daß mir
das Stenogramm vorgelegt wird. Ich werde dann darauf
zurückkommen.
Abg. Dr. Oſann: Ich möchte doch feſtſtellen, daß
ſo=
wohl der Abg. Grünewald wie der Abg. Eißnert bei der
Ausſchußberatung anweſend waren und daß der
Ausſchuß=
beſchluß einſtimmig gefaßt wurde. (Hört, hört. Große
Unruhe.)
Abg. Molthan: Ich habe vorhin aus den
Aus=
führungen des Abg. Reh die Unterſtellung entnehmen
müſſen, als ob die Rechte parteiiſch gehandelt hat, indemſte
dem Ausſchußantrag zur Wahl des Abg. Auler zuſtimmteg=
Das faſſe ich als eine Beleidigung meiner Partei auf und
in der Erregung darüber habe ich das Wort gerufen, da
Herr Grünewald gerügt hat und mit dem ich mich zum
erſten Male einem Ordnungsruf ausgeſetzt habe. (
Heiter=
keit und Unruhe.)
Vizepräſident Dr. Schmitt: Nachdem nunmehr der
Abg. Molthan zugegeben, daß er den Ausdruck „
Frech=
heit” gebraucht hat, rufe ich ihn dieſerhalb zur Ordnung.
Abg. Grünewald ſtellt feſt, daß er in der fraglichen
Sitzung bei der Beratung nicht anweſend war, daß er da= bei der Abſtimmung ſich der Stimmabgabe enthalten
hat.
Abg. Dr. Oſann ſtellt feſt, daß davon im Protokoll
nichts ſteht, daß es vielmehr darin heißt, der Antrag, die
Wahl für gültig zu erklären, wird einſtimmig angenommen,
Das Präſidium möge dann dafür ſorgen, daß keine falſchen
Protokolle gemacht werden.
Nach weiterer ſehr erregter Geſchäftsordnungs= und
perſönlicher Debatte, an der ſich die Abgg. Lang, Bähr,
Eißnert, Grünewald, Reh v. Brentand
Wolf=Gonſenheim, Adelung wiederholt beteiligen
teilt der Vizepräſident Dr. Schmitt mit, daß nach dem
Stenogramm kein Anlaß vorliegt, dem Aba. Reh einen
Ordnungsruf zu erteilen und daß deſſen Ausführungen den
Ausdruck „Frechheit” nicht berechtigten. Abg. Molthan
zieht darauf loyaler Weiſe ſeinen Ausruf zurück.
Der Antrag Reh, die Sache an den Ausſchuß
zurück=
zuverweiſen, wird abgelehnt, der Ausſchußantrag
wird angenommen, jeweils gegen die Stimmen der
Freiſinnigen und Sozialdemokraten reſp. der anderen
Pax=
teien.
Die Wahl des Abg. Wolf=Stadecken (VIII. Wahle
kreis der Provinz Rheinheſſen, Nierſtein) wird für gültig
erklärt. Damit ſchließt die Sitzung. Vizepräſident
Schmitt vertagt das Haus auf unbeſtimmte
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