Darmstädter Tagblatt 1912


07. Mai 1912

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Inſerafe
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
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den Annoncen=Expeditionen. Bei
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Kaiſerin trifft am 11. Mai zu längerem Aufent=
halt
in Homburg ein.
In Berlin trat geſtern die Seeſchiffahrtskon=
ferenz
zuſammen.
In Berlin wurde am Samstag die vom Zentralver=
band
der Städtiſchen Haus= und Grundbeſitzervereine
Deutſchlands veranſtaltete Ausſtellung für
Haus= und Wohnungsbau eröffnet.
Die Italiener haben die Inſel Rhodos be=
ſetzt
.
Die Aufſtändiſchen in Mexiko proklamierten
General Gomez zum Gegenpräſidenten.

Die deutſchen Eiſenbahnverwaltungen und
die elſäſſiſchen Französlinge.

C Die geſtern mitgeteilte Auslaſſung der Nordd.
Allg. Ztg. vom 5. Mai enthält die erfreuliche Bürgſchaft,
daß die deutſchen Eiſenbahnverwaltungen in Sachen der
Maſchinenbauanſtalt Grafenſtaden vor
den dortigen Französlingen trotz der Unterſtützung, die
kletztere bei freiſinnigen deutſchen Blättern gefunden ha=
ben
, nicht zurückweichen werden. Es iſt mit der Ehre
und der Selbſtachtung deutſcher Staatsverwaltun=
gen
ſchlechthin unvereinbar, ein Werk zu unterſtützen,
deſſen Leiter deutſchfeindliche Geſinnung bei ſeiner Ge=
ſchäftsführung
betätigt. Dieſe halbamtliche Feſtſtellung
muß jedem Unbefangenen als einwandfrei und ſelbſtver=
ſtändlich
erſcheinen. Da aber jene Betätigung deutſch=
feindlicher
Geſinnung beſtritten worden iſt, hebt die
N. A. Z. mit Recht hervor, daß nicht nur eine amtliche
Unterſuchung der reichsländiſchen Regierung die Rich=
tigkeit
der erhobenen Anſchuldigungen ergeben, ſondern
daß auch ein Aufſichtsrat des Grafenſtadener Werkes die
Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Verhältniſſe anerkannt
hat. Iſt alſo das Vorgehen der deutſchen Behörden ſach=
lich
gerechtfertigt, ſo können die Bedingungen, unter denen
die deutſchen Eiſenbahnverwaltungen das Grafenſtade=
ner
Werk ferner mit Aufträgen bedenken wollen, in keiner
Weiſe unbillig genannt werden. Denn es wird lediglich
verlangt, daß der deutſchfeindliche Werksleiter entfernt
und, ſo lange er noch im Amte iſt, Gewähr gegen
weitere Klagen geboten werde. Da mithin die ſofortige
Entlaſſung des deutſchfeindlichen Werksleiters nicht ge=
fordert
worden iſt, kann den deutſchen Eiſenbahnverwal=
tungen
der Vorwurf, zu harte Bedingungen geſtellt zu
haben, nicht gemacht werden. Sind aber die Bedingun=
gen
, unter denen das Grafenſtadener Werk von den deut=
ſchen
Eiſenbahnverwaltungen weitere Aufträge erhalten
ſoll, leicht erfüllbar, dann erledigt ſich ohne weiteres die
Unterſtellung, daß bei dem Vorgehen gegen das Grafen=
ſtadener
Werk eine Begünſtigung der altdeutſchen Kon=
kurrenz
beabſichtigt ſei. Gleichzeitig macht die leichte Er=
füllbarkeit
jener Bedingungen die Grafenſtadener Geſell=
ſchaft
ſelbſt für die etwaige Stillegung des Werkes ver=
antwortlich
. Die Drohung mit dieſer Stillegung hat
auf die deutſchen Behörden augenſcheinlich nicht den Ein=
druck
zu erzielen vermocht, den ihre Urheber ſich davon
verſprachen. Denn die Nordd. Allg. Ztg. kündigt bereits
an, daß alsbald ein neues gleichartiges Unternehmen
entſtehen würde, wenn das jetzige Werk in der Tat
ſtillgelegt werden ſollte.
Die elſäſſiſchen Französlinge können daher auf die
Dauer mit der Aufſtachelung der Grafenſtadener Arbeiter
gegen die deutſchen Behörden keine Geſchäfte machen und
ſchneiden ſich ins eigene Fleiſch, wenn ſie wirklich das
Werk ſtillegen. Würde aber dem Deutſchenhaß hier ein
materielles Opfer gebracht, ſo verlöre deswegen das Vor=
igehen
der deutſchen Behörden nichts von ſeiner Berech=
itigung
und von ſeiner Wirkung. Man kann deshalb nur
(wünſchen, daß dieſes Vorgehen für den Kurs der reichs=
ländiſchen
Regierung vorbildlich bleibe.

Die Beſetzung von Rhodos durch die
Italiener.

* Nach einer aus Rhodos in Rom eingegangenen
Depeſche des Admirals Viale, des Oberkommandierenden
der italieniſchen Flotte, iſt Sonntag nachmittag um 2 Uhr
die it alieniſche Flagge auf Rhodos gehißt
worden.
General Ameglio meldet drahtlos aus Rhodos unter
dem 4. Mai durch Vermittelung des Linienſchiffes Re=
gina
Margherita‟: Die Landung von Truppen und
Material wurde 4 Uhr früh begonnen und war 2 Uhr
nachmittags beendet. Um dieſe Zeit wurden die Feind=
ſeligkeiten
gegen den Feind eröffnet, der nach und nach
auf die Stadt Rhodos zurückzugehen gezwungen wurde.
Abends um 7 Uhr war er durch das Feuer und die Ba=
jonettangriffe
der italieniſchen Soldaten und Matroſen
geſchlagen. Wegen der vorgerückten Stunde habe ich die
Truppen eine halbe Stunde vor der Stadt anhalten
laſſen. Wir hatten fünf Verwundete, zwei von ihnen
ſind ſchwer verletzt. Die Verluſte des Feindes ſind unbe=
kannt
, ſollen aber ziemlich ſchwer geweſen ſein. Es wur=
den
etwa 50 Gefangene gemacht, unter ihnen befindet ſich
eine Abteilung regulärer Truppen.
Ueber die Bedeutung der Beſetzung von
Rhodos äußert ſich in einem längeren Artikel der
Corriere della Sera, in dem er darauf hinweiſt, daß
Rhodos zuſammen mit Kreta und Scarpanto das Aegä=
iſche
Meer halbkreisförmig abſperrten. Dadurch werde
Italien in die Lage verſetzt, alle Seeverbindun=
gen
zwiſchen Konſtantinopel und Syrien
zu verhindern. Italiens Programm im Aegäiſchen
Meer ſei aber noch nicht erſchöpft. Es würden noch an=
dere
Inſeln beſetzt werden, die Italien als
Pfand für das Aufhören der Feindſeligkeiten in Nord=
afrila
dienen könnten. Aber auch im Falle eines Frie=
densſchluſſes
würde Ftalien die Infeln weiter beſetzt
halten, um für die Ausführung der Verſprechungen durch
die Türkei eine Bürgſchaft zu beſitzen.
Das Giornale d’Italia ſchreibt: Die Herrſchaft im
Aegäiſchen Meer wurde uns bereits durch die Türken
überlaſſen, und zwar durch den Rückzug ihrer Seeſtreit=
kräſte
in die Dardanellen. Das zeigte ſich noch beſſer
durch die erſte Fahrt unſeres Geſchwaders, als dieſes
die Inſel Stampalia beſetzte, um ſie zu einer ſündigen
Flottenbaſis zu machen. Der türkiſchen Flotte beliebte
es untätig in den Dardanellen zu bleiben. Sogar die
wichtigſten Inſeln ſind infolge der Zerſtörung der Kabel
und der Funkenſtationen ohne Verbindung mit der
Pforte. Der Zweck der Beſetzung der Inſel
Rhodos war, einen Teil des feindlichen Gebietes zu
beſetzen, um dem Anſehen des Feindes Schaden und Ab=
bruch
zu tun und dieſe Gebiete den Türken erſt zurückzu=
geben
, wenn ſie ihre Truppen aus Libyen werden zurück=
gezogen
haben. Der Leiter der Expedition General Ame=
alio
bürgt für die Entſchiedenheit der Operationen, die
die unbeſtrittene Herrſchaft Italiens auf der Inſel be=
kräftigen
und jeden Widerſtand der türkiſchen Beſatzung
zu nichte machen werden. Abmiral Viale begleitet mit
der Flotte die Diviſion Ameglios, um ihre Landung vor=
zubereiten
und zu unterſtützen. Italien hat bewieſen, daß
es ſich darauf verſteht, in wenigen Stunden ganze Divi=
ſirnen
zu landen. Die Beſetzung von Rhodos beweiſt
nochmals, daß Italien volle Bewegungsfreiheit gegen=
über
der Türkei hat, wie die Türken endlich ſelbſt einſehen
müſſen, wofern die Pforte ihnen nicht die italieniſchen
Operationen verheimlicht
Die Tribung ſchreibt: Durch die Beſetzung
von Rhodo’s wird klar, daß das Programm unſerer
Flottenaktion im Agäiſchen Meer den gebieteriſchen Not=
wendigkeiten
des Krieges gehorcht und ſich zu gleicher
Zeit innerhalb der möglichen Grenzen den Intereſſen der
Neutralen zu nähern ſucht, die dieſe Tendenz Italiens
wohl kennen. Wir würden gezwungen, nach
dem Aegäiſchen Meere zu gehen. Im An=
fange
des Krieges hofften wir, dieſer könne auf Libyen,
das unſer einziges Ziel war, beſchränkt werden. Leider
zwangen uns die andauernde Einſichtsloſigkeit der Tür=
kei
und ihre Politik, die die Intereſſen der Neutralen in
den Zwiſt hineinzuziehen ſuchten, nach ſieben Monaten
den Krieg auch auf das Meer zu tragen, wo ſich die
Schmuggelſtätten befinden, die nach den Abſichten der
Türkei den Krieg ins Unermeſſene verlängern ſollen.
Die Folge unſerer Unternehmung iſt die, daß die Türkei
auf ihren Verteidigungswegen getroffen wird. Unſore
Aufgabe iſt es jetzt, raſch unſer Programm durchzuführen,
nämlich Konſtantinovel von dem übrigen Reich zu tren=
nen
und zu ſehen. bis zu welchem Grade die Haſardfpie=
ler
von Stambul glauben die Augen vor dem neuen
Stand der Dinge verſchließen zu können, dem ſie ſich bald
gegenüberſehen werden.
Die Nachrichten über die Größe der auf Rhodos ge=
landeten
Abteilung lauten ſehr verſchieden. Der Corriere
della Sera ſpricht von 7000 Mann, während andere Blät=
ter
10000 angeben. Der Avanti meldet, das Landungs=
korps
ſei zuſammengeſetzt aus dem 4. Füſilier=Regiment
und je einem Bataillon der Füſilier=Regimenter Nr. 63,

58, 79 und des 4. Verſaglieri=Regiments. Dasſelbe Blatt
ſchätzt die türkiſche Beſatzung von Rhodos auf weit
mehr als 4000 Mann.
Die Inſel Rhodos, die öſtlichſte des Aegäiſchen
Meeres, und bloß 18 Kilometer von der kleinaſiatiſchen
Küſte entfernt, iſt 1460 Quadratkilometer groß. Die
gleichnamige Hauptſtadt, an der Nordſpitze gelegen, zählt
mit ihren Vorſtädten etwa 20000 Einwohner, die Ge=
ſamtbevölkerung
der Inſel wird auf 30000 Seelen ge=
ſchätzt
, hauptſächlich Griechen und Levantiner. Handel
und Induſtrie fehlen faſt gänzlich, die Landwirtſchaft iſt
völlig zurückgegangen und nur der Weinbau bringt noch
einigen Gewinn. Rhodos iſt Sitz eines türkiſchen
Paſchas.

Deutſches Reich.

Botſchafterwechſel. Die Köln. Ztg. mel=
det
: In den letzten Tagen iſt in der Preſſe wiederholt
davon die Rede geweſen, daß der Botſchafter Frhr. v.
Marſchall ſeinen Konſtantinopler Poſten gegen den in
London vertauſchen ſollte, der durch den Rücktritt des
Botſchafters Grafen Metternich frei werden würde. Ob=
gleich
es gerade unter den gegenwärtigen Verhältniſſen
in der Türkei nicht unbedenklich erſcheint, eine Perſön=
lichkeit
abzuberufen, die in türkiſchen Dingen ſo unter=
richtet
und zugleich angeſehen und einflußreich iſt wie
Herr v. Marſchall, ſo iſt doch anzunehmen, daß ſeine Be=
rufung
auf einen anderen Poſten in abſehbarer Zeit zu
erwarten iſt. Unter denjenigen, Herren, die Ausſicht auf
die Nachfolge Marſchalls haben ſollen, wird in erſter
Linie der Geſandte v. Wangenheim in Athen genannt.
Die Köln. Ztg. veröffentlich aber zu gleicher Zeit ein
Berliner Telegramm, worin geſagt wird, Entſchließun=
gen
über den Rücktritt des Grafen Metternich und ſeine
Erſetzung durch Freiherrn v. Marſchall ſeien bisher nicht
gefaßt. Aber es iſt weiter gemeldet, Frhr. v. Marſchall
ſei am Samstag von Konſtantinopel abgereiſt und werde
wahrſcheinlich mit dem Kaiſer in Süddeutſchland zuſam=
mentreffen
.
Zur Durchführung des Verſiche=
rungsgeſetzes
für Angeſtellte. Der Präſi=
dent
der Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte Koch
und ſein Vertreter, Geheimer Oberregierungsrat Beck=
mann
, halten gegenwärtig in verſchiedenen größeren Or=
ten
in Rheinland und Weſtfalen, Schleſien und Weſtpreußen
Beſprechungen mit Handelskammern, Landwirtſchafts=
kammern
und Vertretern von Angeſtellten ab, um die An=
ſichten
dieſer intereſſierten Kreiſe in bezug auf
die praktiſche Durchführung aller Einzelheiten des Ge=
ſetzes
kennen zu lernen. Am 8. Mai werden Präſident
Koch und Geheimrat Beckmann wieder in Berlin ein=
treffen
. Danach ſollen dann am 17. Mai in Berlin unter
Teilnahme eines größeren Kreiſes von Vertretern der Ar=
beitgeber
und der Angeſtellten gemeinſame Beratungen
über alle Einzelheiten der Organiſation der Verſiche=
rung
ſtattfinden. Nach wie vor wird am 1. Januar n. J.
als Termin für das Inkrafttreten des Geſetzes feſtge=
halten
.
Das Inkrafttreten des Schiffahrts=
abgabengeſetzes
. Nachdem am 1. Mai durch kaiſer=
liche
Verordnung das Schiffahrtsabgabengeſetz zum Teil
in Kraft geſetzt worden iſt, hat, wie eine parlamentariſche
Korreſpondenz mitteilt, die Reichsleitung nunmehr begon=
nen
, mit Oeſterreich und Holland wegen der Erhebung
von Abgaben auf der Elbe und dem Rhein in Verhand=
lungen
zu treten. Für den Fall, daß Holland ſeinen Wi=
derſpruch
gegen die Einführung von Schiffahrtsabgaben
auf dem Rhein nicht fallen läßt, wird Preußen, wienbe=
ſtimmt
verlautet, (2) einen Kanal von Weſel nach der
Nordſee auf preußiſchem Gebiete bauen und den geſam=
ten
deutſchen Rheinverkehr über dieſe Strecke ablenken.
Zur Aenderung des Branntwein=
ſteuergeſetzes
. Der Verband Mitteldeutſcher In=
duſtrieller
lud eine größere Anzahl von Induſtriellen zu
einer Beſprechung nach Frankfurt a. M. ein, um zu dem
Geſetzentwurf über die Aufhebung des Branntweinkon=
tingents
Stellung zu nehmen. Im Anſchluß an ein Re=
ferat
des Vorſitzenden des Verbandes, des Fabrikanten
Theodor Böhm in Offenbach fand eine eingehende Aus=
ſprache
ſtatt, auf Grund deren einmütig beſchloſſen wurde,
die geſetzgebenden Inſtanzen durch eine Eingabe über die
Mißſtände und die Gefahren zu unterrichten, die ſich für
die Spiritus verarbeitenden Induſtrien aus der Geſtal=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Nummer 107.

tg des Branntweinſteuergeſetzes im Jahre 1909 erge=
ben
haben.
e oſtafrikaniſche Arbeiterfrage.
Eine derbrennendſten Fragen, von deren Löſung das Ge=
deihen
unſerer oſtafrikaniſchen Kolonie abhängt, iſt die
Arbeiterfrage. Die Meinungen, in welcher Weiſe Abhilfe
geſchaffen werden kann, ſind unter den Oſtafrikanern ge=
teilt
. Wie verlantet, hat der Verband der oſtafrikani=
ſchen
Pflanzer für dieſe Woche eine Sitzung anberaumt,
in der allgemeine Verbandsfragen und in erſter Linie die
Arbeiterfrage zur Erörterung kommen ſollen. An der
Sitzung nimmt der neuernannte Gouverneur Dr. Schnee
und der Referent Geh. Rat Haber teil. Man erwartet
eine programmatiſche Erklärung des neuen Gouverneurs,
dem in dieſer Frage vollſtändig freie Hand gelaſſen
wird. In Pflanzerkreiſen wird darauf hingewieſen, daß
ſich der neue Gouverneur wohl wird entſchließen müſſen,
fremde Arbeiter ins Land zu ziehen, da die Not an ein=
geborenen
Arbeitern die fortſchreitende Entwicklung= der
Kolonie in erheblichem Maße beeinträchtigt.

Ausland.

Frankreich.
Das Marinebndget. In einer Beſprechung
des Marinebudgets für 1913, das rund 461 Millionen
beträgt und um 38 Millionen das des Jahres 1912 über=
ſteigt
, weiſt der Temps darauf hin, daß hierzu noch ein
Nachtragskredit von 54 Millionen komme, die für die
Durchführung des neuen Flottenprogramms beſtimmt.
ſind und die von der Marineverwaltung als Ausgaben
außerhalb des Budgets verzeichnet werden. Demzufolge
weiſt das Marinebudget für 1913 gegenüber dem des
laufenden Jahres eine Vermehrung von rund 92 Millio=
nen
auf.
Bei den Munizipalratswahlen in Pa=
ris
wurden wiedergewählt: 9 Konſervative, 7 liberale
Republikaner, 16 Fortſchrittler und unabhängige Repu=
blikaner
, 3 Linksrepublikaner, 8 Radikale und Sozia=
liſtiſch
=Radikale, 3 unabhängige Sozialiſten, 9 geeinigte
Sozialiſten, im ganzen 55. Es ſind 25 Stichwahlen erfor=
derlich
. In der Provinz wurden Emile Combes und
der Maire von Lyon Periot wiedergewählt
Serbien.
Der franzöſiſche Deputierte Paul
Deschanel iſt mit dem Kronprinzen nach Bor ab=
gereiſt
, wo Feſtlichkeiten zur Eröffnung einer Bahn und
zur Einweihung einer Kirche ſtattfinden. Die offiziöſe
Preſſe, die das Expoſé Saſonows warm begrüßt, ſich aber
über die Rede des Grafen Berchtold ausſchweigt behan=
delt
Deschanel mit ſchmeichelhafter Aufmerkſamkeit.
Türkei.
Der Adreßentzwurf. In der Senutsſitzung
wurde der von der Kommiſſion ausgearbeitete Adreßent=
wurf
unterbreitet. Die Debatte darüber wurde auf die
Tagesordnung der nächſten Sitzung geſtellt. Der auf den
Krieg bezügliche Paſſus beſagt: Obwohl die Fortfüh=
rung
des von Italien gegen alles Recht, alle Verträge,
gegen die elementaren Grundſätze der Billigkeit und
Menſchlichkeit heraufbeſchworenen Krieges die Friedens=
liebe
unſerer Regierung verletzt, ſo geht doch die den
Ottomanen angeborene Vaterlandsliebe jedem anderen
Gefühl voran, wie die Erfolge der Truppen und der
edlen arabiſchen Kampfgenoſſen es dartun. Geſtützt auf
den Patriotismus und die Tapferkeit ihrer Kinder, im
Vertrauen auf die Kundgebungen des Billigkeitsſinnes
der ziviliſierten Welt wird die Türkei nicht zögern, bis

zum letzten Blutstropfen die Rechte der Ottomanen und
die Ehre des Vaterlandes zu verteidigen.
Mexiko.
Ein mexikaniſcher Gegenpräſident.
General Vaquez Gomez iſt in Juarez von den Aufſtän=
diſchen
zum proviſoriſchen Präſidenten Mexikos prokla=
miert
worden.

* Dresden, 5. Mai. Fabrikant Winkler, Leut=
nant
der Reſerve, hat den Bürgermeiſter von
Burgſtädt, Dr. Roth, wegen Beleidigung zum
Duell gefordert. Dr. Roth, der übrigens ſeine Bewer=
bung
um den Zittauer Oberbürgermeiſterpoſten nicht zu=
rückgezogen
hat, lehnte die Forderung ab. Die Nicht=
beſtätigung
Roths wird in dieſer Woche im ſäch=
ſiſchen
Landtag zur Verhandlung kommen. Die Fort=
ſchrittliche
Volkspartei hat ihre darauf bezügliche Inter=
pellation
zurückgezogen, da ſie nicht mehr vor der Verta=
gung
des Landtages am 22. Mai verhandelt werden
würde und wird die Zittauer Affäre bei dem Etats=
kapitel
Kreis= und Stadthauptmannſchaft zur Sprache
bringen.
* Chicago 6. Mai. Wie das Blatt Interozean
ſchreibt, ſind die Ausſtändigen im Druckerei=
gewerbe
bemüht, den Ausſtand auf alle Unterneh=
mungen
, die mit dem Verband der amerikaniſchen Zei=
tungsunternehmen
zuſammenhängen, auszudehnen.
Hierzu gehören alle bedentenden amerikaniſchen Zeitun=
gen
. Die Sonntagsblätter ſind heute ſämtlich nur in
einer Ausgabe erſchienen.

Stadt und Land.
Darmſt adt, 7. Mai.

* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Wilhelm Balmerth aus Dorndiel, Kreis Dieburg, die
Lehrerſtelle an der katholiſchen Schuleszu Erbach i. O.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn Fürſten
und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die erledigte erſte
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Neuſtadt, im Kreiſe
Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant Heinrich Koch
aus König, in demſelben Kreiſe, für dieſe Stelle; ferner
der von dem Herrn Fürſten zu Yſenburg und Büdingen
in Büdingen auf die Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Heegheim, Kreis Büdingen, präſentierte Lehrer Georg
Matthäus zu Kefenrod, in demſelben Kreiſe, für dieſe
Stelle.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
Auguſt Lenz an der Gemeindeſchule zu Arheilgen, Kreis
Darmſtadt, auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte.
* Entlaſſen wurde der Lehrer an der Gemeinde=
chule
zu Bieber, Kreis Offenbach, Johannes Kron auf
ein Nachſuchen.
C2 Am Namenslag der Kaiſerin Alexandra von Ruß=
land
(25. April n. St.) ffand geſtern in der Ruſſiſchen
Kapelle auf der Mathildenhöhe Gottesdienſt ſtatt,
er von dem Erzprieſter Protopopoff aus Wiesbaden
geleitet wurde und dem die Mitglieder der ruſſiſchen Ge=
ſandtſchaft
und Staatsminiſter Dr. Ewald mit Gemah=
linnen
, Geh. Staatsrat Krug von Nidda und Mitglieder
der ruſſiſchen Kolonie beiwohnten. An den Gottesdienſt
ſchloß ſich ein Frühſtück in der ruſſiſchen Geſandt=
ſchaft
bei dem Kaiſerlich ruſſiſchen Miniſterreſidenten
Herrn van der Vliet, an dem die Mitglieder der
ruſſiſchen Geſandtſchaft, die drei Miniſter, Hofmarſchall
Freiherr v. Ungern=Sternberg, Herr Geheimerat Röm=
held
nebſt Gemahlinnen ꝛc., im ganzen 24 Perſonen,
teilnahmen.
g. Straflammer. Wegen ſchweren Diebſtahls hatten
ſich geſtern vor der hieſigen Strafkammer zwei Offen=
bacher
Schüler, der 14jährige Karl B. und der 12jährige
Wendelin R., zu verantworten. Sie waren gemeinſam
in einen Lagerſchuppen des Althändlers Blum eingeſtie=
gen
und hatten eine größere Anzahl gebrauchter Fla=
ſchen
entwendet. B. wurde zu 2 Wochen und R. zu
6 Wochen Gefängnis verurteilt. Wegen Verbre=
chens
nach § 182 des Strafgeſetzbuches und Anſtiftung
zum Diebſtahl hatte ſich der 30jährige Dienſtknecht Jakob
Engelhardt aus Frankfurt a. M. zu verantworten.
E. hatte die noch nicht 16jährige Tochter ſeines Dienſt=
herrn
verführt und ſie zum Beſtehlen ihrer eigenen

Eltern veranlaßt. Der Angeklagte wurde nach nicht=
öffentlicher
Verhandlung zu 3 Jahren Zuchthaus
verurteilt.
D Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 11. Mai, vormittags=
9½ Uhr, lautet: Die Unterhaltung der Kreisſtraße
Ginsheim=Guſtavsburg. Klage des Landarmenverbandes
Dieburg gegen den Landarmenverband Darmſtadt. Ent=
eignung
von Gelände zur Erweiterung der Gleis= und
Ladeanlagen auf Bahnhof Birkenau. Beſchwerde der
Freiherrlich von Fechenbachſchen Verwaltung gegen die
Heranziehung zu den Umlagen der Gemeinde Ober=
Mörlen. Beſchwerde des Michael Faltermann V. in
Viernheim gegen einen Gemeinderatsbeſchluß.
* Flugveranſtaltungen in Darmſtadt. Der große
Flugtag in Darmſtadt rückt immer näher und immer mehr
gewinnt man, dem Umfange und der Art der flugſport=
lichen
und kriegsflugtechniſchen Veranſtaltungen nach die
Ueberzeugung, daß auf dem Flugplatz Darmſtadt, obwohl
nicht Hauptetappenſtation, ſich einer der umfangreichſten,
intereſſanteſten und auch bedeutendſten Abſchnitte des
zweiten deutſchen Zuverläſſigkeitsfluges abſpielen wird.
Der rieſige Uebungsplatz, der faſt alle Vorbedingungen
für einen idealen Start=, Landungs= und Flugplatz erfüllt,
iſt natürlich beſonders zu Prüſungen und Wettbewerben
militäriſchen Charakters geeignet. Es iſt bekannt, daß
für militäriſche Zwecke Hallen und Zelte zur Unterbrin=
gung
der Flugzeuge eine bedeutende Rolle ſpielen und
nur ſolche Zelte ſind letzten Grundes durchaus kriegs=
brauchbar
, die leicht auf= und abzubauen und leicht mit
vorhandenen Mitteln transportabel ſind. So iſt gewiß
der militäriſche Flugzeugzeltwettbewerb auf
dem Griesheimer von beſonderem Intereſſe. Die Flug=
zeugzelte
werden hier unter Kontrolle von Preisrichtern
aufgeſtellt, auf ihre Brauchbarkeit geprüft und nach vor=
übergehender
Unterbringung von Flugzeugen dann abge=
rüſtet
, verpackt und per Automobil oder dgl. nach Mainz
verbracht, um dort alsbald wieder zum praktiſchen Ge=
brauch
fertiggeſtellt zu werden und umgekehrt. Das wird
natürlich dem Fluge ſelbſt praktiſch eingeordnet, ſodaß=
dieſe
intereſſanten Uebungen durchaus militäri=
ſchen
Charakter tragen. Flugſpor tl ich
wird dieſer Tag vorausſichtlich vormſttags=
den
Flugzeugen und Fliegern, nachmittags dem Lenk=
luftſchiff
(Zeppelin) und den Paſſagierfahrten, und ge=
gen
Abend wieder den Fliegern gewidmet ſein, die nacht
6 Uhr gemeinſchaftlich nach Frankfurt abfliegen
werden. Vormittags wird im Rahmen der militäriſchen
Uebung natürlich ein Zeppelinkreuzer die Flieger eben=
falls
nach hier begleiten. So wird alſo der 17. Mai
für Darmſtadt in Wahrheit ein großer Tag werden
und ſo ziemlich alles bringen, was auf flugſportlichem und
stechniſchem Gebiet im Vordergrund des Intereſſes ſteht.
Selbſtredend iſt dem Publikum in weiteſtgehendem Maßer
Gelegenheit gegeben, alle Veranſtaltungen zu ſehen. Aus
vielerlei Gründen aber, inſonderheit aus militäriſchen
und aus ſolchen der eigenen Sicherheſit des
Publikums iſt es, wie ſchon geſagt, notwendig, den
ganzen Platz vollſtändig abzuſperren. Dieſe
Abſperrung muß durch zahlreiches Militär ſtrengſtens
und durchaus dicht durchgeführt werden, ſodaß der Zu=
tritt
zum Platz außer durch die offiziellen Zugänge völlig
ausgeſchloſſen iſt. Die äußere Abſperrungslinie geht bis
in den Wald hinein, ſodaß nur innerhalb der Abſperrung
etwas zu ſehen ſein wird. Der äußerſt niedrige E=
trittspreis
von 20 Pfennigen für die Platze
karte ermöglicht es trotzdem wohl jedermann
die Flug=Veranſtaltungen zu beſuchen. Nül
für bevorzugte und reſervierte Plätze wird ein höheres
Eintrittsgeld erhoben. Der Hauptzugang zum Platz iſt
von der Chauſſee aus durch die Uebungsplatzſtraße
Außerdem ſind noch ca. 6 Zugänge in den verſchiedenen
Seiten, die ſämtlich deutlich kenntlich gemacht werden.
Startplatz iſt auf dem Fußexerzierplatz bei dem =
pel
=Nord auf der Nordſeite des Platzes. Hier iſt in
der Mitte auch eine Tribüne (reſ. Platz 10 Mark) ver=
richtet
, neben der links und rechts der erſte Platz
(3 Mk.) eingerichtet iſt. Der zweite Platz (1 Mk.)
iſt auf der Oſtſeite des Platzes Chimborazo=Bychelberg)
bis Griesheimer Haus. Vom Griesheimer Haus
ab die ganze Süd= und Weſtſeite iſt drit ten
P latz (Platzkarte 20 Pfennig). Auf allln
Plätzen ſind Reſtaurationszelte, ſodaß auch für die leih
lichen Bedürfniſſe der Ausharrenden ausreichend geſorg

Neue Bismarck=Erinnerungen.

** Dieſer Tage iſt im Verlage von Friedrich Ernſt
Fehſenfeld in Freiburg i. Br. eine von Konrad
Günther verfaßte Biographie des 1896 verſtorbenen
großen deutſchen Afrikareiſenden Gerhard Rohlfs
erſchienen, für die auch bisher nicht bekannt gewordene
Aufzeichnungen des Reiſenden benutzt worden
ſind.
Rohlfs ſtand in Beziehungen zu Bismarck; dieſer ſah
ihn nicht ſelten bei ſich und verwendete ihn auch zweimal
zu offiziellen Miſſionen, indem er ihm 1881 die Leitung
einer Geſandtſchaft nach Abeſſinien zum Ne=
aus
Johannes übertrug und ihn 1884 zum Generalkon=
ſul
in Sanſibar beſtellte. In Briefen an ſeine Frau
hat Rohlfs alles aufgezeichnet, was er im Hauſe des
Kanzlers ſah und hörte, vor allem Aeußerungen Bis=
marcks
. Die deutſche Sondergeſandtſchaft nach Abeſſi=
nien
war eine Antwort auf den Brief, den Johannes
an den alten Kaiſer Wilhelm geſchrieben hatte. Johan=
nes
fühlte ſich von den Aegyptern oder vielmehr von den
im Nillande ſitzenden Engländern bedroht und ſuchte
Rückhalt bei den Souveränen Europas. Begreiflicher=
weiſe
empfahl Bismarck Rohlfs große Vorſicht gegen et=
waige
abeſſiniſche Wünſche auf ein Bündnis. Rohlfs
ſollte betonen, die Deutſchen gingen Hand in Hand mit
den Engländern; nur keine Verſprechungen machen, die
wir nicht halten können. Rohlfs machte noch darauf
aufmerkſam, daß der abeſſiniſche Miniſter des Auswärti=
gen
ein Italiener ſei, worauf Bismarck erwiderte: Ja,
mit den Italienern können wir auch gehen; ſagen Sie
ihm dasſelbe, was Sie dem König ſagen, daß wir weit
ab wohnen und abſolut nichts wollen. Irgendwelche
politiſchen Folgen hat die Geſandtſchaft denn auch nicht
gehabt. Bei einer anderen Gelegenheit, im Familien=
kreiſe
(1882), wurde von gewiſſen innerpolſtiſchen Ver=
hältniſſen
geſprochen; im Anſchluß daran erzählte Bis=
marck
: Merkwürdig, meine Familie war immer mit der
Kirche in Konflikt. Einer meiner Vorfahren wurde vom
Papſt in den Bann getan weil er in Stendal eine Schule
gegründet hatte. Auf eine Frage Rautzaus erklärte Bis=
marck
dazu: Die Schule wurde gegründet, weil man in
der Domſchule nichts lernen konnte. Darüber war die
Geiſtlichkeit ſo aufgebracht, daß ſie dem Papſt einen Be
richt ſchickte, und dieſer verhängte den Bann. Ich hatte
große Luſt, ſchloß Bismarck, dem jetzigen Papſt ab=

ſchriftlich dieſen päpſtlichen Bannſtrahl mitzuteilen, der
eigentlich nie aufgehoben wurde, als ich vor einigen Jah=
ren
von ihm einen ſo überaus freundlichen Brief erhielt.
Im Jahre 1884 ſtand die Umwandlung der Aſſo=
ciation
Internationale Africaine, die der Belgierkönig
Leopold unter Beihilfe auch deutſcher Afrikaforſcher, wie
Rohlfs, Nachtigal und Schweinfurth, ins Leben gerufen
hatte, in den Kongoſtaat bevor, und die Zeitungen
berichteten im Frühjahr, es ſei Frankreich bereits gelun=
gen
, ſich das Vorkaufsrecht auf ihn zu ſichern. Im
Mai 1884 hatte Rohlfs in dieſer Sache eine Audienz bei
Bismarck, und er erhielt den Auftrag in Brüſſel auch we=
gen
der deutſchen Intereſſen zu verhandeln. Dabei
äußerte Bismarck: Ich wäre gar nicht abgeneigt, in
irgend einer Weiſe ein Abkommen zu treffen. Entweder,
wir übernehmen das ganze Unternehmen, kauften es dem
König der Belgier ab und ſetzten uns an die Stelle der
Internationalen Geſellſchaft, oder wir entſchädigten den
König der Belgier, übernähmen eine Art Protektorat und
ſetzten an die Stelle der Internationalen Aſſoziation eine
Art deutſcher Handelskompagnie, ähnlich wie die frühere
engliſch=oſtindiſche Kompagnie, die ſich ſelbſt regierte, wo=
rüber
wir nur ſtaatlich die Oberaufſicht hätten. Oder
aber drittens, wenn Sie finden, daß ſchon faits accomplis
vorliegen, dann muß man ſehen, für die Deutſchen die
ſelben Vergünſtigungen zu bekommen, welche den ande=
ren
Nationen gewährt ſind. Das wäre die Hauptſache.
Eigentlich koloniſieren können und wollen wir nicht. Wir
werden nie eine Flotte haben wie Frankreich. Und unſere
Handwerker, Referendare, ausgedienke Soldaten uſw.
taugen auch nicht zum koloniſieren. Rohlfs ſagte noch
zu Bismarck, der König der Belgier habe ihm im De=
zember
1883 mitgeteilt, er würde nichts lieber ſehen, als
wenn Deutſchland das ganze Kongounternehmen an ſich
brächte, worauf Bismarck entgeignete, das wäre alles
recht gut, aber der König ſpiele förmlich Verſtecken mit
ihm. Damals war eben durch die Mahdibewegung der
ägyptiſche Sudan den Engländern verloren gegangen
und Gordon Paſcha, der die engliſch=ägyptiſchen Truppen
hatte herausbringen ſollen, war in Khartum von den
Mahdiſten eingeſchloſſen. Hieran knüpfte folgende Un=
terhaltung
zwiſchen Rohlfs und Bismarck in der näm=
lichen
Andienz an: Rohlfs fragte: Darf ich Durchlaucht
noch mitteilen, daß ein engliſches Komitee mich eingela=
den
hat, eine abeſſiniſche Armee zu bilden, damit auf
Kaſſaka und Kbartum zu marſchieren, um Gordon zu be=

befreien, und da möchte ich bitten, mir zu ſagen, ob mit
das geſtattet ſei. Das wäre! Iſt das möglich?! ch
halte es wohl für möglich, bin aber nicht engagiert, voll=
kommen
frei und werde ſelbſtverſtändlich nur das tun
was Ew. Durchlaucht für erſprießlich halten. Sie tuſ
mir einen Gefallen, wenn Sie abſchreiben, nicht aus poli=
tiſchen
Gründen, ſondern weil Ihnen das Unternehmen
zu ſchwierig erſchiene. Mit Gladſtone iſt gar nichts an=
zufangen
, er iſt, gelinde geſagt, kindiſch, beherrſcht aden
durch ſeine Beredſamkeit das engliſche Volk, die öffent=
liche
Meinung vollſtändig, und andere, tüchtige Männer
wie Salisbury, können nicht aufkommen. Für uns iſtes
daher auch am beſten, wenn wir für Aegypten wiederdie
Mitherrſchaft der Franzoſen anſtreben. Ich arbeite in
dieſem Sinne. Es iſt beſſer, daß wir außer den elſäſſie
ſchen Franzoſenfeinden nicht auch noch ägyptiſche Franzh=
ſenfeinde
bekommen.
Recht ſcharf äußerte ſich Bismarck in dieſer Unker
redung über Criſpi. Rohlfs hatte Bismarck gefrag
ob er wiſſe, warum Criſpi im vorangegangenen Jahl
(1883) in Berlin geweſen ſei, und fügte hinzu. er ſei des
halb dort geweſen, um für den ägyptiſchen Khedive eine
Audienz zu erbitten. Darauf Bismarck: Das iſtm
ganz neu! Ich hätte aber Criſpi nie unter vier Auge
empfangen. Er iſt ein ſo indiskreter Menſch, ſo lügen
haft dazu, daß ich ſchon hundertmal bereut habe, ihn einſt
in Gaſtein empfangen zu haben. Ihn und Ariſtarchi Bei
der wegen ſeiner Lügenhaftigkeit aus Berlin auf meine
Veranlaſſung fortmußte, werde ich nie wieder unter vier
Augen empfangen. Nie! (1387 war Criſpi aberein
Friedrichsruh. Wie reimt ſich das zuſammen? D. Red.)
Die letzte Erwähnung über Geſpräche mit Bismarck datiert
vom 29. September 1884 aus Friedrichsruh, wo auch der
Kaufmann Lüderitz, deſſen Erwerbungen eben in Südweſt=
afrika
unter den Schutz des Reiches geſtellt worden wa=
ren
, anweſend war. Bismarck erzählte Epiſoden aus den
Berliner Märztagen von 1848 und kam dann auf die Ge=
genwart
: Prinz Heinrich, der Kronprinzeſſin Vil=
toria
zweiter Sohn. war unlängſt aus England von eine
Flottenparade zurückgekehrt: ſeine Mutter habe ihn ge=
fragt
: Nun, mein Sohn, hat dir die Großartigkeit der
engliſchen Flotte nicht gewaltig imponiert? woräkuft
Prinz Heinrich erwidert habe: .Die kloppen wir oocht
noch. Gleichzeitig äußerte ſich Bismarck wie Rohlfs
ſich ausdrückt über die Schneidigkeit=des
Wilhelm ſehr lobend.

[ ][  ][ ]

Nummer 107.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Seite 3.

iſt. In der Nähe der Tribüne ſind Wagen= und Auto=
Halteplätze und Plätze zum Aufbewahren von Rädern.
Es iſt alſo alles auf Maſſenbeſuch eingerichtet und für
alle Bequemlichkeiten Sorge getragen, ſodaß die Beſucher
ſich mit Behagen dem Schauen und Genießen hingeben
können.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Am Samstag
abend fand für den bisherigen Referenten für das Hoch=
ſchulweſen
Herrn Geheimerat Dr. Dr.=Ing. A. Weber
im Hotel zur Traube ein Abſchiedseſſen ſtatt,
zu dem der Rektor, Herr Geh. Baurat Prof. Wickop,
die ordentlichen Proſeſſoren der Hochſchule eingeladen
hatte. Etwa 30 Herren waren dieſer Einladung ge=
folgt
.
F. Jubiläen. Es ſind jetzt 25 Jahre, daß für
Elſaß=Lothringen neue Regimenter gegründet wurden.
Eines derſelben Nr. 138 iſt zum Teil aus unſeren 115ern
entſtanden. Die Jubiläumsfeier des Regimentes findet
im Juli in Dieuze ſtatt. Die Kompagnie 4./138 feierte
am Sonntag hierſelbſt. Aus faſt allen Gauen des
Heſſenlandes waren ca. 120 Alte mit ihren An=
gehörigen
zuſammengekommen und gab es bei dem
Wiederſehen recht herzliche Szenen. Es wurde manche
Erinnerung der ſchönen Zeit echter Kameradſchaft wach=
gerufen
. Um 11 Uhr marſchierten die Verſammelten
unter Vorantritt der Muſik des 115er Regiments durch
die Stadt nach dem Feſtlokal Friedrichshof‟. Daſelbſt
Mittageſſen, wobei verſchiedene Begrüßungs= und Feſt=
reden
gehalten wurden. Es trafen Glückwünſche und
Telegramme weiter Entfernter ein und wurden an den
früheren Hauptmann, jetzigen Gefängnisdirektor Mickel
in Metz, ſowie an Se. Königl. Hoheit den Großherzog
in Livadia Telegramme abgeſandt. Letzteres lautete:
Die am 25. Stiftungstage der 4. Kompagnie Inf.=
Reg. 138 verſammelten ehemaligen Angehörigen der
8. Komp. Leib=Inf.=Reg. 115 entbieten Ew. Königl.
Hoheit untertänigſten Gruß und erneuern das Gelübde
unverbrüchlichſter Treue‟. Nach Beſichtigung der Stadt
und daranſchließendem Feſtkonzert trennten ſich nach
und nach wieder gegen Abend die guten alten Brüder
um wieder ihre entfernten Heimſtätten per Dampfroß
zu erreichen mit dem allſeitigen Verſprechen: Nach
5 Jahren wollen wir wieder zuſammeukommen. Ein
Fonds dafür iſt ſchon erübrigt worden.
Am 5. Mai wurde im engſten Familienkreis des
Herrn Schmiedemeiſters Ludwig Pohl die 25. Jubelfeier
des Frl. Margarete Berens, welche genannte Zeit bei
Herrn Pohl als Dienſtmädchen tätig iſt, begangen. Der
Jubilarin wurde eine größere Geldſumme, eine Uhr
mit Kette und vieles andere überreicht.
* Im Silberkranz. Die Eheleute Ludwig Stein,
Maurerparlier, Frankenſteinſtraße 15, feiern morgen,
Mittwoch, den 8. Mai, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
* Der Vorſtand des Landesverbandes der Hausbeſitzer=
vereine
im Großherzogtum Heſſen hielt eine Sitzung
in Darmſtadt ab, in welcher die Frage der Waſſergeld=
erhebung
und Waſſermeſſermiete ihre Schlußbeſprechung
ffand. Vertreten waren die Städte Mainz durch Direktor
Volk und Fabrikant Rückert, Darmſtadt durch den Archi=
tekten
Schembs, Offenbach a. M. durch Geſchäftsführer
Winter und Gießen durch Fabrikant Inderthal. Vom
Vorſtand des Darmſtädter Ortsvereins waren noch an=
weſend
Rechnungsrat Keim und Inſpektor Mayer. Die
für die Magiſtrate und Stadtverordnetenkollegien der
heſſiſchen Städte beſtimmte diesbezügliche Denkſchrift,
mit deren Entwurf Direktor Volk=Mainz betraut und die
ſehr umfangreich abgefaßt war, kam zur eingehenden Be=
ratung
und wurde nach einigen Kürzungen und redaktio=
nellen
Aenderungen einſtimmig gebilligt und angenom=
men
. Dieſelbe wird nun im Druck vervielfältigt und an
die zuſtändigen Stellen alsbald expediert werden. Direk=
tor
Volk berichtete alsdann über die Kaſſenverhältniſſe
des Landesverbandes, die zufriedenſtellende ſind. Die
Generalverſammlung des Verbandes findet Ende Mai
Ifd. Js. in Mainz ſtatt. Einige Anträge des Vertreters
Offenbachs bildeten nun den Schluß der Verhandlungen,
können aber nur als Vorbeſprechung bezeichnet werden,
weil bündige Beſchlüſſe darüber noch nicht gefaßt
wurden.
* Schulreform. Man ſchreibt uns: Am 18. Mai
abends veranſtaltet die Freie Studentenſchaft im Kaiſer=
ſaal
einen Vortrag über Schulreform und Landerzieh=
ungsheime
. Als Redner iſt der Gründer der deutſchen
Landerziehungsheime, Herr Dr. Lietz, gewonnen worden.
Dr. Lietz erſtrebt eine vollſtändige Reform unſeres heuti=
gen
Schulweſens, die ſich auf die ganze Art und Weiſe
des Unterrichts erſtrecken ſoll. Er betont, daß der Er=
zieher
noch mehr auf die Individualität des einzelnen
Schülers Rückſicht nehmen müſſe, als es bisher geſchehe.

Der Lehrer müſſe ſich ausdauernder und lebhafter ſeinen
Schülern widmen, ihnen mehr Freund ſein, damit die
Schule ihnen ihr Leben lang als angenehme Erinnerung
zurückbleibt, als ein ſchöner intereſſanter Teil ihrer Ju=
gendzeit
. Sie ſoll nicht eine unvermeidliche Stufe zum
ſpäteren Beruf ſein, ſondern ſie ſoll um ihrer ſelbſt wil=
len
beſtehen, um den jungen Menſchen zum Leben reif zu
machen, nicht, um ihm Wiſſen einzutrichtern, das ihm
vielleicht innerlich fern liegt und das er widerwillig mit
in Kauf nehmen muß, um zum Ziele kommen zu können.
Darum ſoll die neue Schule mehr als je eine deutſche
Schule ſein. Unſere Mutterſprache ſoll im Lehrplan einen
viel größeren Raum einnehmen, als es jetzt der Fall iſt,
da ſie den Kindern doch ſo viel näher liegt, als vor allem
die alten Sprachen, mit denen ſie verhältnismäßig jung
ſchon ſtark belaſtet werden, und für die dann faſt ſtets
noch recht wenig Intereſſe und Neigung beſteht. Mehr
fakultative Fächer und ſelbſtändigeres Arbeiten, das ver=
langt
Herr Dr. Lietz. In ſeinen drei Landerziehungs=
heimen
in Haubinda (Thüringen), Ilſenburg (Harz) und
Bieberſtein (Rhön) hat er verſucht, ſeine Ideen zu ver=
wirklichen
. Ueber ſeine Erfolge wird er in ſeinem Vor=
trage
berichten. Nach dem Vortrag findet freie Diskuſſion
ſtatt. Jedermann, auch Gegner ſeiner Anſichten, ſind
willkommen. Eintrittskarten zum Preiſe von 30 Pfg.,
reſervierter Platz 50 Pfg. (an der Abendkaſſe: 50 bezw.
75 Pfg.) ſind zu haben: im Verkehrsbureau, in den Buch=
handlungen
von Köhler, Säng und Waitz.
* Verein zur Erbauung einer Reformations=
kirche
in Darmſtadt. Die Mitglieder des Vereins
ſeien auch an dieſer Stelle auf die heute abend
6 Uhr im Gemeindehauſe, Kiesſtraße 17, ſtattfindnde
ordentliche Hauptverſammlung des Vereins aufmerk=
ſam
gemacht und zu zahlreichem Erſcheinen herzlich ein=
geladen
.
* Das Komitee Darmſtadt im Blumen= und
Pflanzenſchmuck hat ſeine Tätigkeit aufgenommen und
wird auch in dieſem Jahre wieder eine Prämiierung der
Fenſter, Balkone und Vorgärten vornehmen, die mit
Blumen und Pflanzen ſo geſchmückt ſind, daß ſie zur
Verſchönerung des Straßenbildes beitragen. An=
meldungen
ſind an den Vorſitzenden, Herrn Th. Stemmer,
Eliſabethenſtraße 14 oder an das Verkehrsbureau zu
richten. (Siehe Anzeige.)
0 Die heute zu Ende gehende Frühjahrsmeſſe war
von Anbeginn an durch ſonnige, trockene Witterung ſehr
begünſtigt. Nur der Regen, der ſich am geſtrigen Meß=
montag
nachmittags eingeſtellt hatte, mochte das Meß=
geſchäft
wohl ein wenig beeinträchtigen. Mit dem Ge=
ſchäft
ſelbſt werden die Meßfieranten wohl im allgemei=
nen
zufrieden ſein, und zwar gilt dies ſowohl für die
Warenmeſſe, wie für den Juxplatz. Letzterer war recht
reichhaltig ausgeſtattet; es fehlten nur die früher obliga=
toriſchen
Kinematographen, die jetzt in allen Städten und
Städtchen ſtändig und dauernd betrieben werden und
deshalb für die Meſſe und Jahrmärkte überhaupt kein
Bedürfnis mehr ſind.
* Operetten=Abend im Hotel Heß. Auf den
heute abend ſtat ſindenden Operetten=Abend ſei ganz
beſonders aufmerkſam gemacht. Das Programm iſt
ſorgfältig zuſammengeſtellt; es kommt unter anderem
ein Lied aus Boccaccio von Suppé und Rote Roſen
Walzer aus der Operette Der Mann mit den drei
Frauen von Lehär zum Vortrag.
§ Verhaftet. Feſtgenommen wurden hier ein
17 Jahre alter Gärtner aus Gochsheim in Bayern
wegen Diebſtahl und ein 24 Jahre alter Schloſſer aus
Fiſchbach bei Saarbrücken wegen Diebſtahlsverſuch.
Letzterer hatte bei ſeiner Feſtnahme drei Dietriche im
Beſitze.
S. Bensheim, 6. Mai. Geſtern tagte im Deutſchen
Haus hier der Bezirksverein Beide Heſſen und Naſſau
des Deutſchen Fleiſcherverbandes unter dem
Vorſitz des Obermeiſters La u tz=Darmſtadt. Ober=
meiſter
Fuchs=Bensheim, der Vorſitzende, Bürgermeiſter
Dr. Frenay, Landtagsabgeordneter Auler und Stadtver=
ordneter
Sames ſprachen Worte der Begrüßung. Die
Verhandlungen, welche kurz nach 2 Uhr begonnen hatten,
erſtreckten ſich über 16 Punkte der Tagesordnung und
fanden dieſe durch ihre Referenten ſachgemäße Erledig=
ung
, wobei die Verſammlung mehrere Reſolutionen an=
nahm
. Aus dem Jahresbericht iſt erſichtlich, daß die Zahl
der Innungen und Mitglieder ſeit Jahren in ſtetem
Wachſen begriffen iſt. Die aus dem Vorſtand ſatzungs=
gemäß
ausſcheidenden Herren Sack=Gießen, Schwarz=
Fulda und Stahl=Limburg wurden durch Zuruf einſtim=
mig
wiedergewählt. In den Diskuſſionen kamen viele
Verſammlungsteilnehmer zum Wort. Eines verſtorbenen

Mitgliedes wurde durch Erheben von den Sitzen ehrend
gedacht. Etwa 300 Innungsmitglieder nahmen an den
Verhandlungen teil. Bei dem nachfolgenden Eſſen waren
160 Gedecke aufgelegt und wurden eine Reihe Anſprachen
gehalten. Am Montag fand ein Ausflug nach Auerbach
ſtatt, wobei das Frühſtück im Hotel Zur Krone einge=
nommen
wurde.
Bensheim, 6. Mai. Ein ſchwerer Unglücks=
fall
trug ſich am Samstag nachmittag im Granitwerk
von K. Kreuzer, dahier, zu. Dem Zimmermann Phil.
Lampert wurde beim Schneiden auf einer großen
Kreisſäge ein Brettſtück derart gegen den Leib ge=
ſchleudert
, daß er nach einer halben Stunde den
Geiſt aufgab. Der Verunglückte ſtammt aus Fehlheim,
war 43 Jahre alt, verheiratet und hinterläßt eine Witwe
mit ſechs Kindern.
Groß=Gerau, 6. Mai. Das 10. Bundesfeſt
des Evangeliſchen Jünglingsbundes im
Großherzogtum Heſſen das am Sonntag in
Groß=Gerau gefeiert wurde, nahm einen wunderſchönen
Verlauf. Aus allen Richtungen und allen drei Provinzen
des Landes brachten in den Vormittagsſtunden die Züge
die Mitglieder des Bundes nach der Feſtſtadt, wo ſich um
10 Uhr über 700 junge Leute in der geräumigen Kirche
ſammelten. Es war ein unvergeßlicher Anblick, dieſe
vielen friſchen Jünglinge, die ſich dort beugten vor dem
Höchſten und Kraft holten zu neuem Vorwärtsſtreben.
Profeſſor Dr. Schoell aus Friedberg hielt die Feſtpredigt
über Kol. 2, 18: Laſſet euch niemand das Ziel verrücken,
der nach eigner Wahl einhergehet in Demut und Geiſtlich=
keit
der Engel Ferner ſprach der Bundespräſes, Pfarrer
Müller=Offenbach. Der Kirchenchor Groß=Gerau, das
Streichorcheſter des Wartburgvereins in Offenbach und der
Poſaunenchor Arheilgen erhöhten die Feierlichkeit des
Gottesdienſtes durch ihre muſikaliſchen Darbietungen. Ueber
Mittag fanden die Leute vom Heſſenbund gaſtliche Auf=
nahme
in den Familien Groß=Geraus. Die Verteilung der
Quartiere war vorzüglich geregelt, und die Gaſtfreund=
ſchaft
der Einwohner der Feſtſtadt hat nicht wenig zum
harmoniſchen Verlauf des Feſtes beigetragen. Für die
jugendlichen Vereinsmitglieder aber war dieſe ein Beweis
dafür, daß man auch bei den Erwachſenen Verſtändnis fin=
det
für die Arbeit des Heſſenbundes. Nach einem kurzen
Poſaunenchorkonzert auf dem Marktplatz bewegte ſich ein
ſtattlicher Feſtzug, in dem faſt alle Vereine des Heſſen=
bundes
vertreten waren, nach dem Spielplatz des Groß=
Gerauer Jugendvereins.
Dort entwickelte ſich bald ein lebhaftes, echt jugend=
friſches
Treiben. Schlagball, Fauſtball, Fußball, Schleuder=
ball
, Tauziehen, Geſellſchaftsſpiele, Pyramidenſtellen,
Kriegsſpiel u. a. gaben einen Einblick in das blühende Ver=
einsleben
der Bundesvereine. Turnvater Jahn hätte ſeine
Freude gehabt, wenn er dieſe friſche, fromme, fröhliche und
freie Schar hätte ſehen können. So etwa muß es zu ſeiner
Zeit und unter ſeiner Leitung geweſen ſein. Nach dem
Rückzug in die Stadt beſchloß eine Nachfeier auf dem
Marktplatz das ſchöne Feſt. Anſprachen wechſelten mit ge=
meinſamen
Liedern, die von den Poſaunenchören des Wart=
burgvereins
Darmſtadt und des Jünglingsvereins Ar=
heilgen
begleitet wurden. Pfarrer Scriba=Groß=Gerau
begrüßte den Heſſenbund im Namen der dortigen Kirchen=
gemeinde
, Beigeordneter Urban im Namen der Stadt.
Pfarraſſiſtent Page=Offenbach pries das gute und fröh=
liche
Lied als Mittel zur Erbauung und Erhebung über
Alltag und Leid. An Seine Königl. Hoheit den Groß=
herzog
wurde ein Begrüßungstelegramm gerichtet, deſſen
Rückantwort bei der Nachverſammlung verleſen und mit
einem freudigen Hoch aufgenommen wurde. Der Bundes=
präſes
, Pfarrer Müller=Offenbach, dankte zum Schluß
noch einmal allen Freunden des Heſſenbundes, die zum
Gelingen des Feſtes beigetragen haben, beſonders den gaſt=
lichen
Groß=Gerauern. Mit dem Lied: Zieht in Frieden
eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade, gingen
die Feſtteilnehmer auseinander, die ſicherlich alle von dem
Feſte die Ueberzeugung mit nach Hauſe genommen haben:
Im Heſſenbund geht es mächtig vorwärts, der beſte Be=
weis
dafür, daß die Art der Arbeit an der Jugend, wie ſie
der Heſſenbund leiſtet, die richtige iſt, nämlich die Pflege
chriſtlicher Geſinnung und körperlicher Ertüchtigung gleicher=
maßen
.
V. Groß=Gerau, 6. Mai. Am Sonntag wurde in Anweſen=
heit
des Gewerbeinſpektors und der Spitzen der Behörden die
geſetzliche Geſellenprüfung und die Aushändigung
der Geſellenbriefe vorgenommen. Der Vorſitzende des Orts=
gewerbevereins
Groß=Gerau leitete die Feier ein. Kreisrat
Dr. Wallau hielt eine Anſprache, in der er wünſchte, daß die
jungen Geſellen ihre bis jetzt erworbenen Kenntniſſe nutz=

Feuilleton.

* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Die drei Neun=
ten
. Aus Wien wird uns geſchrieben: Die am 21. Juni
d. J. beginnende Wiener Muſikfeſtwoche wird durch
die IX. Sinfonie von Beethoven, durch die IX. Sin=
fonie
von Bruckner, durch die bisher noch nicht ver=
öffentlichte
IX. Sinfonie aus dem Nachlaſſe von Guſtav
Mahler eingeleitet werden. Außerdem wird man in der
Hofburgkapelle die Es=dur=Meſſe von Schubert und die
Krönungsmeſſe von Liſzt hören. Feſtaufführungen in der
Hofoper (Mozart und Smetana), im Hofburgtheater ( Grill=
parzer
und Anzengrueber) und eine Feſtaufführung des
Raimundſchen Verſchwenders mit Alexander Girardi,
Hanſi Nieſe, Mitgliedern des Hofburgtheaters und der Hof=
oper
, werden der Muſikfeſtwoche eingereiht. Als Feſt=
dirigenten
an der Spitze der weltberühmten Philhar=
moniker
werden Artur Nikiſch, Felix von Weingartner,
Bruno Walter und Franz Schalk erſcheinen. Das Pro=
gramm
gibt von Gluck bis Mahler ein Bild der muſikali=
ſchen
Entwicklung in Oeſterreich.
Spielplan der Frankfurter Theater.
1. Opernhaus. Dienstag, 7. Mai: Dunja; hierauf:
Flotte Burſche. Mittwoch, 8.: Mai=Feſtſpiele; 2. Abend:
Carmen (Carmen: Mlle. R. Degeorgis. Don Joſé: Herr
Charles Dalmores. Escamillo: Herr George Baklanoff
a. G.) Donnerstag, 9.: Der fliegende Holländer. Frei=
tag
, 10.: Mai=Feſtſpiele: 3. Abend: Der Roſenkavalier.
(Feldmarſchallin: Frl. Margarete Siems=Dresden. Ba=
ron
Ochs: Herr Kammerſänger Paul Knüpfer=Berlin.
Oktavian: Frau Kammerſängerin Hermine Boſetti= Mün=
chen
. Sophie: Frl. Gertrud Foerſtel, k. und k. Hofopern=
ſängerin
, Wien, a. G.) Samstag, 11.: Alt=Wien. Sonn=
tag
, 12.: Rigoletto. Montag, 13.: Mai=Feſtſpiele; vierter
Abend: Triſtan und Iſolde. (Triſtan: Herr Kammer=
ſänger
Profeſſor Dr. von Pary=Dresden. König Marke:
Herr Kammerſänger Karl Braun=Berlin. Iſolde: Frl.
Edith Walker, k. und k. Kammerſängerin, Hamburg.
Brangäne: Frau Ottilie Metzger=Lattermann, Hamburg,
a. G.). Dienstag, 14.: La Boheme. 2. Schauſpiel=
haus
. Dienstag, 7. Mai: Das ſtarke Geſchlecht. Mitt=
wach
, 8.: Doktor Klaus. Donnerstag, 9. (zum 70. Male):

Glaube und Heimat. Freitag, 10.: Was ihr wollt. Sams=
tag
, 11.: Der Herr Hofrat (Der Krampus). Sonntag, 12.:
Der Herr Hofrat (Der Krampus). Montag, 13.: Don
Carlos. Dienstag, 14.: Derr Herr Hofrat (Der Kram=
pus
). Neues Theater. Dienstag, 7. Mai:
Mamzelle Nitouche. Mittwoch, 8.: Die Schmuggler.
Donnerstag, 9.: Die Schmuggler. Freitag, 10.: Die fünf
Frankfurter. Samstag, 11.: Die Schmuggler. Sonntag,
12.: Die Schmuggler. Montag, 13. (zum 50. Male):
Meyers; hierauf: Lottchens Geburtstag. Dienstag, 14.:
Mamzelle Nitouche.
Spielplan des Großh. Hof= und Natio=
naltheaters
Mannheim. Dienstag, 7. Mai:
Die fünf Frankfurter. Mittwoch, 8.: Die Maienkönigin;
Der Schauſpieldirektor; Abu Haſſan. Donnerstag, 9.:
Der ſpielende Eros. Freitag, 10.: Hamlet. Samstag,
11., keine Vorſtellung. Sonntag, 12.: Oberon. Montag,
13.: Lumpaci Vagabundus. Dienstag, 14.: Der Evan=
gelimann
.
P Münchener Theater. Erich XIV., Schauſpiel
in 7 Bildern von Auguſt Strindberg, fand am 4.
Mai im Münchener Schauſpielhaus eine verſtändnisvolle,
freundliche Aufnahme. Es war ein ergreifender Kontraſt,
den Dichter auf ſeinem Leidenslager zu wiſſen und ihn
zugleich lebendig wie ein ſich herumwerfender Kentaur,
gepeitſcht, gefoltert und begnadet von einem grauenvollen
Schickſal auf der Bühne in der Maske dieſes Erich wan=
deln
zu ſehen. Wie nicht leicht ein zweiter hiſtoriſcher Cha=
rakter
eignet ſich die Geſtalt dieſes unglücklichen Sohnes
des großen Guſtav Waſa zum Gefäß Strindberaſcher
Seelennöte, Verzweiflungen, Verklärungen. Was Erich,
der von ſeinem Vater die leidenſchaftliche Hitze, ſeine
Sinnlichkeit und Genialität, aber nicht deſſen Feſtiakeit
geerbt hatte, anfaßte, ſchlug zu ſeinem Unheil aus. Selbſt
wo er den edelſten Eingebungen folgte, erwuchs ihm nur
Verwirrung und Unheil, ſodaß der Hang zum Argwohn,
zum Mißtrauen, zum Myſtizismus in ihm derart ſich
ſteigerte, daß er alles Geſunde in ihm aufzehrte. Das
Hiſtoriſche iſt bei Strindbera immer nur Einkleidung
Er will nichts anderes darſtellen als den Menſchen. und
zwar den heutigen Menſchen. Deshalb kommt Strindberg
im Münchener Schauſpielhaus, das keinen Raum zur

Entfaltung hiſtoriſcher Details hat, ſtets zu ſeinem Recht;
denn der Blick wird nicht von dem Menſchen abgelenkt,
der mit ſeinen intimen Lebensäußerungen alles Inter=
eſſe
für ſich fordert. Strindbergs Hiſtorien müſſen wie in=
time
Stücke geſpielt werden, dann wird die Darſtellung
dem Geiſt dieſer Werke am meiſten gerecht. Auguſt Wei=
gert
gab den Erich in der Maske Strindbergs ganz vor=
trefflich
. Er ließ ſich obwohl die Verſuchung nahe lag
nicht dazu verführen, das Krankheitsbild eines Neu=
raſthenikers
zu geben, ſondern wußte trotz aller Ver=
zerrungen
durch Krankheit, Leidenſchaft, Schickſal ein er=
greifendes
Menſchenbild vor uns erſtehen zu laſſen, deſ=
ſen
Niederlagen und Fehler nichts Entehrendes hatten.
Direktor Stollberg, der das Stück inſzeniert hatte, teilte
dem Publikum mit, daß Auguſt Strindberg ſich ſehr ge=
freut
habe, als er ihm die Abſicht von der Aufführung
ſeines Erich mitgeteilt habe. Nach der erfolgreichen
Aufführung bat Stollberg um die Erlaubnis, dem Dich=
ter
den vollen Erfolg ſeines Werkes an ſein Schmerzens=
lager
telegraphieren zu dürfen. Mit ſtürmiſchen Akklama=
tionen
wurde ſeitens des Publikums dieſes Vorhaben
begrüßt.
Der Brautmarkt von Saint Jean du Doigt. Nun iſt
der große Tag für Jung und Alt in Saint Jean du Doigt
vorüber, der große Tag, da in dem weltabgeſchiedenen
Städtchen in der Bretagne die Lebensbahn ſo manches
jungen Burſchen und ſo manchen fröhlichen Mädchens be=
ſtimmt
wird: der große Tag der Brautwahl. Denn noch
heute behauptet dieſe uralte Sitte ihr Recht, zwiſchen Oſtern
und Pfingſten ſtrömen an einem beſtimmten Tage die Mäd=
chen
und die Burſchen des Städtchens und der ganzen Um=
gebung
vor der Kirche zuſammen, lauſchen im Gotteshauſe
der Andacht und ziehen dann zum Brautmarkt‟. Die Sitte
geht aufs frühe Mittelalter zurück, auf eine Zeit, da die
Kirche ſo ſtreng war, daß ſie ſelbſt Heiraten zwiſchen Ver=
wandten
elften Grades nicht duldete. Die heiratsluſtigen
Burſchen von Saint Jean du Doigt fanden in der Heimat
bald kein Mädchen mehr, mußten weite Reiſen unter=
nehmen
, und um dieſe Mißſtände zu beſeitigen, gab die ge=
ſtrenge
Geiſtlichkeit ſchließlich etwas nach und beſtimmte
einen Tag nach Oſtern zur allgemeinen Brautwahl. Und
noch heute, nachdem Jahrhunderte in den Abgrund der

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Nummer 107.

Zeiten hinabgeſunken ſind, wird dieſes alte Recht mit
frommem Eifer ausgeübt: an dieſem Tage gibt es keinen
Tanz und keine luſtigen Weiſen dürfen ertönen, denn nach
dem Tanze der Salome gab Herodes den Befehl, den Täu=
fer
Johannes zu köpfen. Am Mittag, nach der Veſper=
andacht
, nehmen dann die aus der Stadt und der Umgeb=
ung
herbeigeſtrömten jungen Mädchen in ihrer bunten,
maleriſchen Tracht auf der breiten Treppe vor dem alten
gotiſchen Gotteshauſe ihre Plätze ein. Das Gebetbuch im
Arm, den Regenſchirm in der Hand, ſo ſtehen dieſe rot=
bäckigen
Heiratsluſtigen da und harren deſſen, der ſie zur
Reiſe fürs Leben küren mag. In den langen Reihen
herrſcht eine merkwürdige Ruhe, ein gemeſſener Ernſt
ſpricht aus allen Mienen. Und vor dieſer Mädchengalerie
ſchlendern die Bauernburſchen auf und ab und heucheln
höchſt gleichgültige Mienen. Hin und wieder aber verläßt
einer von ihnen den Kreis ſeiner Freunde und geht lang=
ſam
mit würdigen Schritten auf die Erwählte ſeines Her=
zens
zu. Eine gemeſſene zeremonielle Begrüßung, und er
ſpricht ſie an. Dann aber kommt der Augenblick, da der
derbe Regenſchirm ſeine bedeutungsvolle Rolle erhält.
Wird dem Jüngling der Schirm überreicht, ſo iſt die Werb=
ung
angenommen; und gewöhnlich wird der Regenſchirm
geopfert. Doch nie ſofort. Die gute Sitte gebietet dem
Mädchen ein Zögern, und der Burſche entfernt ſich auf
einige Minuten, um der Jungfrau Bedenkzeit zu laſſen.
Aber wenn er dann zurückkehrt, erhält er den Schirm, und
ſchweigend folgt ihm das Mädchen zu einem beſcheidenen
Frühſtück, das der glückliche Bräutigam ihr nun ſpendet.
Nach und nach füllen ſich die Gaſthäuſer mit hoffnungs=
vollen
Pärchen; erſt dann, am Abend führt der Bräutigam
die Braut in das Haus ihrer Eltern zurück, wo das offi=
zielle
Brautmahl ſtattfindet.
*. Straßenbahn=Deutſch. Auf der Rückſeite der Fahr=
ſcheine
der Straßenbahn in T. den Namen ver=
ſchweigen
wir diskret findet ſich folgendes
Muſterdeutſch: Als Umſteigefahrſchein zur Weiter=
fahrt
gültig nur von der in der auf der
rechten Seite benannten und durch Lochung gekennzeich=
neten
Umſteigeſtelle aus mit dem nächſten anſchließenden
noch nicht vollbeſetzten Wagen. Fahrgäſte, die eine lange
Strecke zu fahren haben, werden inzwiſchen vielleicht Zeit
finden, den Sinn dieſer Beſtimmung zu enträtſeln.

bringend und fruchtbar verwerten und erweitern möchten.
Nach weiteren Anſprachen des Bürgermeiſters Arnold und
des Lehrers Knecht wurde die mit der Prüfung verbundene
Fachausſtellung eröffnet.
V. Groß=Gerau, 6. Mai. Der vom Gemeinderat in
Vorſchlag gebrachte Veterinärarzt Dr. Schuhmacher
wurde als Fleiſchbeſchauer vom Kreisamt be=
ſtätigt
. Der als hervorragender Ophtalmologe hoch=
geſchätzte
Kreisarzt Medizinalrat Dr. Lindenborn
wurde nach über 20jähriger Wirkſamkeit in unſerem
Kreiſe auf ſein Nachſuchen nach Mainz verſetzt.
Offenbach, 6. Mai. Der Schulvorſtand beſchloß die
Errichtung von drei neuen Volksſchulhäuſern,
die bis 1915 fertiggeſtellt werden und 1½ Millionen Mark
koſten ſollen. Zwei Schulhäuſer, die 42 Klaſſen aufnehmen
ſollen, werden in Offenbach ſelbſt und das dritte wird im
Stadtteil Bürgel errichtet werden.
s. Seligenſtadt, 6. Mai. Der Sonntag, als kritiſcher
Tag für derartige Fälle, hat wieder einmal eine ſchwere
Körperverletzung gezeitigt. Am geſtrigen Abend ver=
ſetzte
in dem benachbarten Hainſtadt a. M., der dortige
Gänshirt Franz Adam Klein I., der angetrunken aus dem
Wirtshaus kam, auf der Ortsſtraße dem 23jährigen, in der
Zigarrenfabrik daſelbſt angeſtellten Kaufmann Wilhelm
Jakob, einen Meſſerſtich in Zwerchfell und Leber. Der Zu=
ſtand
des ins hieſige Krankenhaus gebrachten J. erſcheint
lebensgefährlich. Der 56 Jahre alte Täter, der keinen er=
heblichen
Grund zur Tat gehabt haben ſoll, wurde heute
feſtgenommen.
M Stockſtadt, 6. Mai. Ein Zeichen der diesjährigen
Futternot war die heute ſtattgefundene Grasverſtei=
gerung
der fiskaliſchen Wieſen und Lachen im Altrhein.
So kam ein Los, etwas über 2 Morgen groß, auf 253
Mark; alle Gräſereien kamen bedeutend höher als die
Taxation. Gräßlich verbrannt iſt ein dreijähriges
Kind eines hieſigen Taglöhners. Dasſelbe fiel in einen
Topf kochenden Waſſers. Aerztliche Hilfe war alsbald
zur Stelle.
Mainz, 6. Mai. In der Nacht zum Freitag wurde
in einem Hauſe in der Schöfferſtraße eingebrochen,
ohne daß man der Einbrecher habhaft werden konnte.
Am Samstag abend hörte nun der Hausmeiſter Blaſe
auf dem Speicher ein Geräuſch, das ihm verdächtig vor=
kam
. Er ſtieg zum Boden hinauf und ſtieß dort zu ſei=
nem
Schreck auf zwei Männer, die ihm ſofort einen Re=
volver
vor das Geſicht hielten. Er lief ihnen
nach und bald war eine große Menſchenmenge hinter den
Einbrechern her. Es entſpann ſich eine wilde Hetze und
ſchließlich gaben die Verfolgten zwei ſcharfe
Schüſſe, die glücklicherweiſe fehlgingen, auf die Menge
ab, die dann bald von der Jagd Abſtand nahm. Nur
ein Schutzmann vom erſten Polizeibezirk, der gerade in
der Schuſtergaſſe Poſten geſtanden hatte, und ein Unter=
offizier
blieben den beiden auf den Ferſen. In der
Gymnaſiumſtraße gelang es dem Schutzmann, den einen
der Einbrecher feſtzunehmen. Auf der Polizeiwache
wurde dem Einbrecher der Revolver, noch mit vier ſchar=
fen
Patronen geladen, abgenommen und ſeine Perſona=
lien
feſtgeſtellt. Es iſt der zwanzigjährige Friedrich
Schmidt, der trotz ſeiner Jugend ſchon ein recht be=
wegtes
Leben hinter ſich hat. Auch ſein Genoſſe wurde
in der Ludwigſtraße von einem Schutzmann des dritten
Bezirks feſtgenommen. Er heißt Martin Mattes iſt
24 Jahre alt und aus Laubenheim gebürtig. Beide
waren Zwangszöglinge und ſind ſchon mehrfach vor=
beſtraft
. Bei ihrer Vernehmung geſtanden die Schurken
ein, bereits früher bei der Firma Scheuer und Plauth
und bei Käsmann auf der Mittleren Bleiche Einbrüche
verübt zu haben. Bei ihren Einbrüchen hatten ſie noch
einen weiteren Komplizen namens Dietinger, deſſen
die Polizei jedoch nicht habhaft werden konnte.
Weiſenau, 5. Mai. Geſtern wurde, wie das M. T.
erfährt, auf dem Grundſtück der Rheiniſchen Baugeſell=
ſchaft
wiederum ein Grabſtein römiſchen Ur=
ſprunges
gefunden. Er trägt die Inſchrift Gaius
Attius, Sohn des Gaius, Pujo Maximus aus Bäte Sol=
dat
der 4. Legion der Macedoniſchen, 37 Jahre alt, 17
Dienſtjahre, liegt hier begraben. Seine Erben ließen
ihm dieſen Stein ſetzen. Nach Anſicht des Profeſſors
Neeb vom Muſeum in Mainz handelt es ſich um einen
Begräbnisplatz der römiſchen Garniſon Mainz. Da noch
Abtragungen des Geländes ſtattfinden, ſtehen noch inter=
eſſante
Funde bevor. Der Stein wurde ins Muſeum
nach Mainz verbracht. Vor kurzem wurde noch auf dem=
ſelben
Grundſtück ein Stein mit folgender Inſchrift ge=
funden
: Lucius Varius, Sohn des Lucius Succo, von

der offentiniſchen Bürgerklaſſe, Soldat der 15. Legion
der erſtgeworbenen, Alter 25 Jahre, 1. Jahr Soldat, liegt
hier begraben. Nach Anſicht der erwähnten Sach=
verſtändigen
ſtammen die Funde aus dem erſten Jahr=
hundert
chriſtlicher Zeitrechnung.
Undenheim, 6. Mai. Der Landwirt Jak. Schin=
del
von hier fuhr, auf ſeinem Pflugkarren ſitzend, vom
Felde nach Hauſe. Dabei ſtürzte er ſo unglücklich ab, daß
er mehrere Rippen brach, deren Splitter ihm in die
Lunge drangen und dieſe ſo ſchwer verletzten, daß er auf
der Straße tot liegen blieb.
Armsheim, 6. Mai. Der Evangeliſche Kir=
chengeſangverein
für Heſſen feierte geſtern
hier ſein 33. Kirchengeſangsfeſt. Den Beginn
machte um halb 11 Uhr die Hauptprobe in der im vorigen
Jahre wieder hergeſtellten prächtigen gotiſchen Kirche
unter Kirchenmuſikmeiſter Profeſſor Arnold Mendelſohns
bewährter Leitung. Es wirkten mit die Vereine von
Albig, Armsheim, Eppelsheim, Flonheim, Gundersheim
Ober=Flörsheim und Uffhofen. Um halb 12 Uhr fand im
Gemeindehauſe unter dem Vorſitz von Prälat D. Dr.
Flöring die aus allen Teilen des Landes zahlreich
beſchickte Hauptverſammlung des Evangeliſchen Kirchen=
geſangvereins
für Heſſen ſtatt. Vom Landesvorſtande
waren Prälat D. Dr. Flöring, Profeſſor Mendelsſohn,
Profeſſor Heil und Großh. Rat Sonne, als Vertreter des
Oberkonſiſtoriums Superintendent Euler erſchienen.
Nach dem vorgetragenen Jahresbericht beſteht der Ver=
ein
jetzt aus 186 gemiſchten, 4 Männerchören und einem
Frauenchor; in Starkenburg beſtehen 91, in Oberheſſen 47
und in Rheinheſſen 53 Vereine. Neu entſtanden ſind die
Vereine in Hahn, Ober=Moſſau, Bieber, Dietzenbach, Tre=
bur
, Alsbach, Armsheim, Pfaffen=Schwabenheim, Wolfs=
heim
und Sprendlingen i. Rh. Die Einnahmen betrugen
2422 Mark, die Ausgaben 1951 Mark. Zum Feſtort für
1913 wurde Lampertheim gewählt. Der Hauptgot=
tesdienſt
, der nachmittags ¾2 Uhr in der überfüllten
Kirche, ſtattfand, nahm einen erhebenden Verlauf. Der
Maſſenchor ſang ſeine zum Teil recht ſchwierigen
Nummern aus dem neuen Mendelsſohnſchen Chorhefte
prächtig; eine packende Feſtanſprache über Pſalm 98, 1
hielt Pfarrer Eſchenröder von Worms, während
Organiſt Zimmermann von Worms, ein geborener
Armsheimer, die Orgel meiſterlich ſpielte. Eine von vie=
len
Hunderten beſuchte Nachverſammlung im Gaſthauſe
Zur Germania bei der Prälat D. Dr. Flöring, Super=
intendent
Euler, Pfarrer Durſt von Armsheim und De=
kan
Stock von Hangen=Weinsheim Anſprachen hielten,
beſchloß das glänzend verlaufene Kirchengeſangsfeſt.
D Bad Nauheim, 6. Mai. Bis zum 2. Mai ſind 3640
Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem Tage noch
2405 anweſend waren. Bäder wurden bis zum 2. Mai
28 910 abgegeben.
Bad Nauheim, 6. Mai. Eine berüchtigte Laden=
diebin
, die vor mehreren Wochen von der Strafkammer
in Dresden wegen einer Reihe Ladendiebſtähle zu 3½
Jahren Gefängnis verurteilt wurde und bald darauf aus
dem Unterſuchungsgefängnis in Hannover entwichen
eſt, wurde geſtern in Bad Nauheim durch die Wormſer
Kriminalpolizei unter Mithilfe der hieſigen Polizei ver=
haftet
. Nach ihrer Flucht aus dem Gefängnis hat
die Perſon ihre Freiheit dazu benutzt, um zu ihrem
alten Gewerbe zurückzukehren und in einer ganzen An=
zahl
Städte, wie Eiſenach, Berlin, Heidelberg, Darm=
ſtadt
, Mainz uſw. Ladendiebſtähle zu verüben, wes=
wegen
ſſie ſich auch demnächſt zu verantworten haben
wird.
Butzbach, 5. Mai. Am Freitag ſtattete die Kaiſerin
unſerem Städtchen einen Beſuch ab, nachdem ſie zuvor die
Ruine Münzenberg beſichtigt hatte. Von einer Spazier=
fahrt
durch die Wetterau kommend, fuhr die hohe Frau mit
Gefolge ganz unerwartet beim Eingang zur Kirche vor.
Pfarrer Loos übernahm die Führung. Dann beſtiegen die
Herrſchaften wieder, von Hochrufen lebhaft begrüßt, die
bereit ſtehenden Autos und die Fahrt ging durch unſere
Stadt am Zellengefängnis vorbei nach unſerem ſchönen
Butzbacher Wald. In der Nähe des Butzbacher Forſt=
hauſes
, auf dem Hoffmannsweg, verließen die Herrſchaften
die Wagen und machten einen größeren Spaziergang durch
den Forſt. Beim Forſthaus wurde die Kaiſerin von den
dortigen Gäſten und Kindern ebenfalls lebhaft begrüßt.
Ihrer Umgebung gegenüber gab die Kaiſerin ihrer Freude
über unſere ſchönen Wälder Ausdruck.
(*) Alsfeld, 4. Juni. Mit der Automobilver=
bindung
im nördlichen Vogelsberg beſchäftigen ſich
gegenwärtig außer unſerer Stadt auch die betreffenden
Dorfgemeinden durch Verſammlungen und Beſprechun=
gen
. Es handelt ſich um zwei Hauptlinien; die eine führt
von Alsfeld über Kirtorf nach Kirchhain, die andere ſoll
als eine Kreisfahrt eingerichtet werden und von Alsfeld
über Romrod, Breidenbach, Windhauſen, Groß=Felda,
Ehringshauſen, Kirtorf, Ober=Gleen, Angenrod und
Leuſel wieder zurück nach Alsfeld führen. Es iſt jetzt eine
Autokommiſſion gebildet worden, die ſich mit den Ge=
meinden
zwecks Bewilligung von Beihilfen in Verbind=
ung
ſetzen ſoll. Auch mit der Poſtbehörde und einer Auto=
Geſellſchaft ſind Verhandlungen im Gange. Die große
Gemeinde Groß=Felda hat noch eine Verbindung Groß=
Felda-Kirtorf-Kirchhain angeregt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 6. Mai. Die vom Zentral=
verband
der Haus= und Wohnungsbeſitzervereine veran=
ſtaltete
Ausſtellung Haus= und Wohnungsbau
wurde geſtern mittag um 12 Uhr feierlich eröffnet. Zu der
Eröffnungsfeier hatten ſich zahlreiche Vertreter ſtaatlicher
und ſtädtiſcher Behörden eingefunden. Auch die Vorſtände
der Gemeinde= und Hausbeſitzervereine Deutſchlands waren
vertreten. Kürzlich iſt eine Sendung von dreizehn Ton=
nen
Aalen, die im Tanganjika=See in Oſtafrika
gefangen wurden, über Genua mit der Bahn in Berlin
eingetroffen. Dieſe Fiſchſendung iſt umſo bemerkenswerter,
weil Oſtafrika ſelbſt Fiſche in ſehr erheblichem Umfange
einführt. Die Fiſcherei wird dort zwar ſehr lebhaft betrie=
ben
, ſie reicht jedoch nicht aus, um den außerordentlich
großen eigenen Bedarf des Schutzgebietes zu decken. Im
letzten Berichtsjahr betrug der Wert der ausgeführten
Fiſche rund 6600 Mark, dagegen erreichte die Einfuhr einen
Wert von 230000 Mark. Falls der erſte Verſuch einer Aus=
fuhr
nach Berlin gute Ergebniſſe zeitigt, dürften bald
größere Sendungen nachfolgen. In der Bellevueſtraße,
Ecke Querallee, verſagte dem Chauffeur eines Kraft=
wagens
plötzlich die Steuerung. Das Automobil raſte
mit ſeiner ganzen Schnelligkeit auf den Reitweg an der
linken Straßenſeite und dann gegen einen Baum. Der
Chauffeur wurde vom Bock geriſſen und flog in hohem
Bogen gegen einen Baum. Mit zerſchmettertem Schädel
brachte man ihn in die Charité, wo jedoch nur noch der
Tod feſtgeſtellt werden konnte. Der im Wagen befindliche
Fahrgaſt rettete ſich durch Abſpringen. Nach wie vor

beſchäftigt die Af äre des Pfarrers a. D. Liebe
die Behörden. Noch ein weiterer bedeutungsvoller Fund
wurde geſtern nachmittag von Rechtsanwalt von Brehmer
gemacht. In einem Schrank lag ganz unter allerhand
Sachen verſteckt ein kleiner Karton, in dem ſich eine Flaſche
mit reinem Atropin befand; ſie trägt das Etikett: Atropin.
sulfuric. Merck und darunter die Firma des Fabrikan=
ten
: Merck, Darmſtadt. Neben dieſer Flaſche lagen meh=
rere
andere Fläſchchen mit Atropinlöſungen. Die Original=
flaſche
enthielt noch ſo viel von dem furchtbar wirkenden
Gift, daß mit ihm weit über 100 Perſonen hätten ins Jen=
ſeits
befördert werden können. Eine telegraphiſche An=
frage
bei der bekannten Firma Merck in Darmſtadt ergab,
daß der Pfarrer Liebe ihr gänzlich unbekannt war und ſie
ihm das Gift nicht geliefert hat. Man nimmt an, daß
Liebe es ſich auf irgend eine Weiſe, vielleicht auf einer Aus=
landsreiſe
, aus einer Schiffsapotheke oder ſonſtwie zu ver=
ſchaffen
gewußt hat. Wenn dieſer Fund Rückſchlüſſe auf
die Todesurſache zuließe, ſo könnte man wiederum verſucht
ſein, zu glauben, daß Liebe Selbſtmord verübt hat. Un=
aufgeklärt
wäre aber dann noch, was ihn zu einer ſolchen
Tat veranlaßt haben könnte.
Wiesbaden, 6. Mai. In der vergangenen Nacht ſtieß=
an
der Ecke der Schierſteiner= und Niederwaldſtraße ein
in voller Fahrt befindlicher Wagen der elektriſchen
Straßenbahn mit einem Break zuſammen, auf
dem ſich außer dem Kutſcher drei Feldwebel und ein
Sergeant des Infanterie=Regiments Nr. 80, ſowie eine
Dame befanden. Der Wagen der elektriſchen Straßen=
bahn
packte das Fuhrwerk am linken Vorderrade, riß
es herum und ſchleifte es etwa 30 Meter weit die Straße
entlang. Sämtliche Inſaſſen flogen in weitem Bogen
heraus. Während der Kutſcher und der Sergeant nur
leichte Kopfverletzungen erlitten, wurde der Sanitätsfeld=
webel
Büttner und der Vizefeldwebel Orth, ſowie der
Feldwebel Debus, ſämtlich von der 3. Kompagnie des
Infanterie=Regiments Nr. 80, ſchwer verletzt und
von der Sanitätswache dem Garniſonlazarett zugeführt.
Auch die Dame erlitt eine ſchwere Gehirnerſchütterung=
und mußte in ihre Wohnung gebracht werden. Unter=
ſuchung
iſt eingeleitet.
Wiesbaden, 6. Mai. Im Weilburger Tal zwiſchen
Dotzheim und Frauenſtein wütet ein Waldbrand, dem
über 100 Morgen Tannenbeſtand zum Opfer gefallen
ſind. Wiesbadener und andere Wehren aus der näheren
Umgebung hatten bis zum ſpäten Abend mit den Löſch=
arbeiten
zu tun.
Homburg v. d. H., 6. Mai. Die Kaiſerin trifft,
wie nunmehr endgültig feſtſteht, am 11. Mai zu längerem
Aufenthalt hier ein.
Kaſſel, 6. Mai. Vor dem Beginn der Forſtjagdrennen
wurde auf dem Sattelplatz Frhr. Verſchuer, Leutnant
des Dragoner=Regiments Nr. 5 in Hofgeismar, abge=
worfen
und von dem Hufſchlag ſeines Pferdes an der
Stirne ſchwer verletzt.
München, 6. Mai. Die Witwe des Dichters Oskar v.
Redwitz iſt im Alter von 79 Jahren geſtorben. Sie
überlebte ihren Gatten um elf Jahre.
Speyer, 6. Mai. Ein rätſelhafter Selbſt=
mord
machte Ende Dezember in Speyer von ſich reden.
Man fand eines Morgens den reichen Inhaber einer Obſt=
weinkelterei
Karl Würſter tot in ſeinem Bette. Man
nahm erſt Selbſtmord an. ging aber, da viele nicht an
einen Selbſtmord des lebensluſtigen Würſtersglaubten,
der Sache auf den Grund. Geſtern wurde nun eines
freiter des 2. Pionierbataillons unter dem Verdacht ve
haftet, in der fraglichen Nacht, in der er auf Kaſernen
wache war, den Würſter auf Anſtiftung von noch Unbe=
kannten
gegen eine Geldentſchädigung erſchoſſen und die
Leiche dann ins Bett gelegt zu haben.
Breslau, 6. Mai. Auf dem Dominium Blumenrod
hatte eine ausländiſche Arbeiterfamilie zur Vertilgung
von Raubzeug eine ſublimatiſche Maſſe zubereitet,
die ſtark mit Phosphor durchſetzt war. In Abweſenheit
der Eltern aßen deren drei Kinder von der giftigen Sub=
ſtanz
und ſtarben bald darauf unter gräßlichen
Schmerzen.
Mailand, 5. Mai. Auf dem Domplatze ermordete
ein Unbekannter nachmittags den Prieſter Don della
Valle und verwundete durch Revolverſchüſſe zwei Frauen,
ſowie einen holländiſchen Touriſten Albert Bringht. Der
Mörder, der auf dem Skalaplatze verhaftet wurde, erklärte
er ſei ſeit drei Monaten arbeitslos und habe Frau un
vier Kinder. Es freue ihn ſehr, einen Prieſter getötetz
haben. Eine vorläufige ärztliche Unterſuchung ergab, daßl
es ſich nicht um einen Wahnſinnigen handelt.
Paris, 6. Mai. Dem geſtern abend aus Marſeille hier
eingetroffenen Maharadſcha von Olwer kam wähe
rend der Fahrt in der Nähe von Avignon eine Kiſte mitt
Schmuckſachen im Werte von 600000 Francs abhanden
Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, ob es ſich um einen Diebſtahl
handelt.
Paris, 6. Mai. 12 Schutzleute mit 12 Polizei
hunden ſind nach Nancy abgereiſt, um an den Nachforſch=
ungen
nach dem Anarchiſten Charles Bill teilzunehmen
der den Wagner Blanchet ermordet hat. Bill ſoll ſich in den
Wald von L’Hay geflüchtet haben. Mehrfach wird erzählt
daß der Bandit Garnier am Samstag in einem Automobil
in der Nähe von Nancy geſehen worden ſei. Garnier ſoll
Bill bei Ausführung des Mordes und ſodann bei der
Flucht behilflich geweſen ſein.
Paris, 6. Mai. Auf dem Bahnhof Brinſy bei Nanch
wurde ein Wagen, der 6 Kiſten Exploſivſtoff ent
hielt und nach der Grube La Noué abgehen ſollte, bein
Zuſammenſtellen des Zuges von einer Reihe andere
Wagen angerannt. Eine furchtbare Erploſiol
erfolgte. Alle Pulverkiſten hatten ſich entladen. Ach
Verletzte wälzten ſich auf dem Boden, von denen 5
bensgefährlich verletzt waren. Die Verunglückten wul
den nach dem Krankenhauſe in Brinſy gebracht.
London, 6. Mai. In der vergangenen Woche ſind
104 weitere Silberbarren von je 130 Pfund Sterling Welk
aus dem Schiffsraum der geſunkenen Oceana
geborgen worden.
New=York, 5. Mai. Die Unterſuchung über den
Untergang der Titanic vor der Senatskom=
miſſion
in Waſhington ergab: Der Dampfer fuhr mit
voller Kraft, obwohl er genügend gewarnt war. Die
Rettungsmittel waren ungenügend und wenige Matros
ſen fähig, Boote zu führen. Der Mechanismus für das
Schließen der Schotten verſagte völlig.
New=York, 6. Mai. 100 000 Vertreterinnen des
Frauenſtimmrechts mit vielen männlichen An=
hängern
veranſtalteten geſtern nachmittag einen Umzüg
in der fünften Avenue, der großes Aufſehen erregte. Beſons
ders luſtig machten ſich die Zuſchauer, die nach Tauſenden
zählten, über eine Abordnung chineſiſcher Frauen, die in
einem offenen Wagen fuhren mit der Flagge der neuen Re=
publik
China. Später fanden Maſſenverſammlungen ſtatt=

[ ][  ][ ]

Nummer 107

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Seite 5.

Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Känſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redakkion ihr Urteil vor.

Großh. Hoftheater. In der Martha= Auf=
führung
zu Flotows 100 jährigem Geburtstage hatten
die anweſenden Zuhörer Gelegenheit, dem erſten hieſigen
Auftreten des lyriſchen Tenors des Frankfürter Opern=
hauſes
beizuwohnen. Herr Hutt errang ſofort auf der
ganzen Linie einen vollen Erfolg, der ſich in ſo ſtürmiſchen
Beifallsbezeugungen äußerte, wie ſie nur den auserwählten
Vertretern der Bühnengeſangskunſt dargebracht werden.
Die in ſeltener Harmonie vereinigten Attribute, glänzende
ſtimmliche Mittel, geſchmackvolle und beſeelte, von künſt=
leriſcher
Intelligenz zeugende Behandlung derſelben, ge=
wandte
Darſtellung und nicht zuletzt eine prächtige
Bühnenerſcheinung, haben den Künſtler raſch zum aus=
erkorenen
Liebling des anſpruchsvollen Frankfurter
Theaterpublikums werden laſſen. In einer ſeiner Glanz=
partien
, die, wie kaum eine andere, der vollen Entfaltung
ſeiner herrlichen Stimme den weiteſten Spielraum gibt,
dem Manrico in Verdis Troubadour wird Herr Hutt
nächſten Samstag, den 11. Mai, zum zweitenmale
ſam hieſigen Hoftheater gaſtieren. Die zu Gunſten
des Witwen= und Waiſenfonds der Hof=
muſik
anberaumte Vorſtellung findet bei Abonnements=
preiſen
ſtatt.

Die Beamtenvorlage.
Ein ernſtes Wort in letzter Stunde.

Am heutigen Dienstag werden in der Zweiten Stände=
Kammer Beſprechungen der Parteien über das Schickſal der
Beamtenvorlagen unter ſich, am Mittwoch die Ausſprachen
der verſchiedenen Parteivertreter in den Plenarverhand=
lungen
ſtattfinden. Die Vorlagen werden damit zwar nicht
fformell erledigt, da ſie zunächſt im Finanzausſchuß im
einzelnen beraten und mit der Regierung erörtert werden
müſſen. Immerhin dürfte tatſächlich die Stellungnahme
der einzelnen Parteien am morgigen Mittwoch für das end=
gültige
Schickſal der Vorlagen materiell entſcheidend ſein.
Die heſſiſche Beamtenſchaft hat alſo mit dieſem Tag als
hochbedeutſam für ihre wirtſchaftliche Lage zu rechnen und
ſieht ihm mit begreiflicher Spannung entgegen. Nicht nur
mit Spannung, was ihre Lage ſelbſt, ſondern auch, was
die Stellung der einzelnen Parteien zu dieſer Lage und
zu ihren früheren Verſprechungen anlangt. Die Beamten=
ſchaft
hat Jahre hindurch mit größtem Intereſſe verfolgt,
(wie bei den verſchiedenſten Gelegenheiten, z. B. bei Er=
törterung
einzelner Eingaben, bei den Etatsberatungen uſw.,
von den Vertretern faſt aller Parteien einmütig die Not=
iwendigkeit
einer baldigen Aufbeſſerung der Dienſtbezüge
anerkannt worden iſt. Die Beamtenſchaft hat bemerkt, daß
die Vertreter faſt aller Parteien teilweiſe in ſehr ein=
dringlichen
und umfangreichen Reden verſprochen haben,
für die baldige Aufbeſſerung das Ihre zu tun. Die Be=
ſamtenſchaft
hat bei den letzten Wahlen von den Verſicher=
ungen
der verſchiedenſten Parteivertreter Kenntnis genom=
men
, daß umgehend der vielfach vorhandenen Notlage ab=
geholfen
werden ſoll; ſie hat ihr Verhalten danach gerichtet,
nicht nur in den Wahlen ſelbſt, ſondern überhaupt, obwohl
es bei den erſt jetzt wieder ungeheuer geſtiegenen Koſten
der Lebenshaltung vielen Beamtenfamilien mit Kindern
und ohne Vermögen wahrlich nicht leicht iſt, Zufrieden=
heit
und Gleichmut zu bewahren.
Die Beamtenſchaft erwartet nun aber auch auf das
Beſtimmteſte, daß die Vertreter des Volkes ihre früheren
Verſprechungen wahr machen und für die dringend und
unverzüglich notwendige Verbeſſerung der Dienſtbezüge
ſorgen.
Die Neugeſtaltung des Wohnungsgeldes, durch
die ein Teil der Aufbeſſerung nach den Vorſchlägen der
Regierung erfolgen ſoll, dürfte wohl keinerlei Widerſpruch
finden, denn es iſt anzuerkennen, daß ſie auf ſo gerechter und
gleichmäßiger Grundlage aufgebaut iſt, daß irgend welche
Bedenken kaum beſtehen können.
Wenn als Aufbeſſerung weiterhin die Gewährung von
prozentualen penſionsfähigen Gehaltszu=
llagen
vorgeſehen iſt, ſo hat das begreiflicherweiſe viel=
fach
Enttäuſchung hervorgerufen, denn man hat in der Be=
amtenſchaft
, wie wohl auch bei den Landſtänden, auf eine
organiſche Reviſion der Beſoldungsordnung und die Be=
ſſeitigung
vieler vorhandener Härten und Ungleichheiten
beſtimmt gerechnet. Es muß ſogar anerkannt werden, daß
dieſe Ungleichheiten durch die prozentualen Zuſchläge eher
verſchärft werden. So ſind auch vielfach Preſſeſtimmen
laut geworden, daß die Vorlage in dieſer Form unan=
nehmbar
ſei, lieber ganz fallen, als Geſetz werden möge.
Es ſtammen ſolche Preſſeſtimmen aus dem Kreis von ein=
zelnen
Beamtenkategorien, die an der Beſeitigung einer
gerade ſie betreffenden Ungleichheit ein ſpezielles Intereſſe
haben (z. B. mittlere Baubeamte, Kanzleiinſpektoren, ein
Teil der mittleren Gerichtsbeamten uſw.). So gerecht=
fertigt
ſolche Einzelwünſche ſind und ſo notwendig es iſt,
ihnen baldigſt zu entſprechen, ſo macht die Mehrzahl
der Beamtenſchaft dochganzenergiſch Front
gegen eine ſo radikale und kurzſichtige
Stellungnahme, wie ſie in dieſen Artikeln leider in
die Oeffentlichkeit kommt. Die Landſtände müßten einen
ganz falſchen Begriff von der Meinung des größeren Teils
der Beamtenſchaft erhalten, blieben dieſe Dinge unwider=
ſprochen
. Sie ſind es auch nicht geblieben. Es hat nicht
an Artikeln gefehlt, die mit Recht und Einſicht das In=
tereſſe
der Geſamtheit der Beamtenſchaft
an einer ſofortigen und ausgiebigen Gehaltsverbeſſerung
in den Vordergrund, und vor die Befriedigung von Ein=
zelwünſchen
ſtellen. Für die Mehrzahl der Beamtenſchaft,
ſagen wir 80 bis 90 Prozent, iſt es ganz einerlei, ob ihre
Gehaltsaufbeſſerung in einer neuen höheren Gehaltsſkala
oder durch prozentuale Zulagen erfolgt, wenn dieſe nur,
wie von der Regierung vorgeſehen, penſionsfähig ſind.
Wenn aber dieſen 80 bis 90 Prozent der Beamtenſchaft
durch die Annahme der Regierungsvorlage jetzt raſch und
fühlbar geholfen werden kann, ſo müſſen ſie, mögen ſie die
Mängel einer prozentualen Aufbeſſerung noch ſo ſehr an=
erkennen
und eine baldige eigentliche Reviſion wünſchen,
ganz energiſch dagegen Verwahrung einlegen und es auf
das Schärfſte verurteilen, wenn wegen der Rückſichten auf
eine kleine Minderheit von Beamten die Rückſichten
ſauf die Geſamtheit vergeſſen werden ſol=
Aen. Auslaſſungen, die die Ablehnung der Vorlage aus
dieſem Grund fordern, ſind, zumal wenn ſie aus Kreiſen
ſpeziell intereſſierter Beamten ſtammen, auf das Tiefſte
zu bedauern.
So wie die Dinge jetzt liegen, hat die Mehrheit, man
kann ſagen, faſt die Geſamtheit der Beamtenſchaft das
(Recht, zu erwarten, daß die Landſtände die Regierungs=
vorlage
über die Gehaltsaufbeſſerung, wie ſie iſt, anneh=
imen
, und zwar möglichſt raſch annehmen, damit die läh=
mende
Spannung weicht. Sachlich bringt die Vorlage in

den vorgeſehenen Zulagen wahrlich doch nur das Mindeſte,
was man bei den heutigen Koſten der Lebensführung und
im Vergleich mit anderen Staaten den Beamten bieten
kann. Schon die mittleren Beamten bleiben z. B. hiernach
nicht unerheblich hinter denen in anderen Staaten zurück,
die Akademiker kommen noch weſentlich ſchlechter weg.
Wenn die beſonders intereſſierten Beamten und die Land=
ſtände
aber etwa fürchten ſollten, durch die Annahme der
Vorlage ſei eine eigentliche Reviſion mit Beſeitigung der
Ungleichheiten ad calendas graecas verſchoben das iſt.
wohl der ſpringende Punkt in der Sache ſo dürfte dieſe
Befürchtung grundlos ſein oder leicht grundlos gemacht
werden können. Dieſe Befürchtung ſcheint hauptſächlich
aus einer Stelle der Vorlagebegründung und gleichlautend
der Erklärung Seiner Exzellenz des Herrn Finanzminiſters
in der Kammer hergeleitet zu werden, daß nämlich durch
die jetzige Aufbeſſerung die Dienſtbezüge wieder auf eine
längere Reihe von Jahren feſtgelegt werden Uns ſcheint
der Zuſammenhang, in dem dieſe Worte gebraucht wurden,
jene einſeitige Deutung doch nicht zuzulaſſen. Auf den
Zuſammenhang aber kommt es an. In dieſem iſt von dem
Umfang der Aufbeſſerung der unteren, mittleren
und akademiſchen Beamten die Rede, nicht von der Art oder
der Form der Aufbeſſerung. Daß die Beamten, wenn die
Vorlage angenommen wird, in einer Reihe von Jahren
keine weiteren Aufbeſſerungen ethalten, iſt ſelbſtverſtänd=
lich
. Nur das hat nach unſerer Anſicht jene Stelle ſagen
wollen, und in dem Zuſammenhang ſagen
können. Daß man dagegen ſehr wohl an eine Aenderung
in der Form der Aufbeſſerung denkt, dürfte aus der aus=
drücklichen
Erklärung der Begründung (S. 45) und des
Herrn Finanzminiſters hervorgehen, daß nämlich die Zu=
lagen
jederzeit in neue Gehaltsklaſſen umgewandelt werden
können. Wie dies zu machen wäre, wurde, ſoweit wir uns
erinnern, auch in einem offiziöſen Artikel der Darmſtädter
Zeitung ziffernmäßig gezeigt. Dabei darf man ſich aller=
dings
nicht verhehlen, daß, wenn mit dieſer Umwandlung
die Beſeitigung der Härten und Ungleichheiten verbunden
wird, größere Schwierigkeiten und auch mehr Koſten ent=
ſtehen
.
Dieſe ſachlichen Schwierigkeiten in der Beſeitigung der
Ungleichheiten, d. h. einer eigentlichen Reviſion, die ge=
rechterweiſe
nicht verkannt werden dürfen, ſcheinen es auch
zu ſein, die die Regierung veranlaßt haben, ihren jetzigen
Vorſchlag für die Verbeſſerung der Bezüge auf prozentuale
Zulagen zu beſchränken. Es muß in der Tat anerkannt
werden, wem an einer raſchen und glatten Aufbeſſerung
der Beamten liegt auch wenn ſie noch Lücken aufweiſt
der muß den Vorſchlag der Regierung, mag er auch nichts
Vollkommenes bieten, doch für praktiſcher und ſachdienlicher
halten, als den ſofortigen Vorſchlag einer Reviſion. Der
Regierungsvorſchlag ermöglicht eine ſolche raſche und glatte
Aufbeſſerung der Mehrheit der Beamten, der Vorſchlag
einer Reviſion aber, erſchwert und verzögert ſie. Eine
Reviſion, mag ſie kommen wann ſie will, wird und muß
einen Krieg aller gegen alle herauſbeſchwören. Denn, wie
ein Artikel in der Zeitſchrift ſüddeutſcher Finanzbeamten
(Nr. 8 vom 24. April 1912) ſehr richtig ſagt, die Haupt=
ſchwierigkeit
der definitiven Reform beſteht darin, daß
keine Beamtengruppe ihre bisher günſtigere oder gleiche
Gehaltspoſition durch andere überflügeln laſſen will und
darum Anlaß nimmt, ihre ſeitherige Poſition nach Kräften
zu verteidigen. Verübeln kann ihr das niemand, denn
die Bewertung und Abwägung der einzelnen Beamten=
klaſſen
gegen einander iſt nicht leicht So erwünſcht
und unbedingt notwendig daher die Reviſion erſcheint, um
auch den Wünſchen der Minderheit in der Beamtenſchaft
gerecht zu werden, ſo muß ſie in zweiter Linie ſtehen; in
erſter Linie dagegen die ſofortige und fühl=
bare
Aufbeſſerung der Geſamtheit, wie ſie
die Vorlage vorſchlägt. Dieſen Standpunkt hat kürzlich
in ſehr entſchiedener und einſichtiger Weiſe der Verband
der Heſſiſchen Finanzbeamten auf ſeiner Hauptverſamm=
lung
zum Ausdruck gebracht. Auch er erhofft eine orga=
niſche
Reviſion noch auf dieſem Landtag, zugleich aber
proteſtiert der Verband energiſch gegen die etwaige Auf=
faſſung
, daß die Vorlage zu Fall kommen ſoll, wenn nicht
eine völlige Beſeitigung der beſtehenden Härten und Män=
gel
erreicht werden kann.
Es wäre in der Tat der überwiegenden Mehrheit, ja
faſt der Geſamtheit der Beamtenſchaft, insbeſondere aber
den alten Beamten und der Verjüngung des Beamten=
körpers
, der denkbar ſchlechteſte Dienſt er
wieſen, wollten die Landſtände, weil jetzt der
Entwurf einer organiſchen Reviſion nicht vorliegt, etwa
nur das Wohnungsgeld bewilligen und die vorgeſchla=
gene
prozentuale Aufbeſſerung ablehnen, oder ſie nur
als nichtpienſionsfähig odeß etwa nur keil=
weiſe
bewilligen. Sollten die Landſtände etwa glau=
ben
, dadurch und nur dadurch die allſeitig erwünſchte Re=
viſion
bei der Regierung erzwingen zu können, ſo wäre
es doch ein höchſt bedenkliches, ja gefährliches Mittel, die
Regierung gewiſſermaßen dadurch in der Hand behalten
zu wollen. Denn wer hätte darunter zu leiden? Die Be=
amtenſchaft
. Eine ſolche Benachteiligung durch Nicht=
bewilligung
oder Verkürzung der von der Regierung vor=
geſchlagenen
Aufbeſſerung bei den jetzigen drückenden
Verhältniſſen würde die Beamtenſchaft den Landſtänden
jedenfalls nicht verzeihen und den Abgeordneten nicht
ſo leicht vergeſſen können. Denn ein ſolcher Beſchluß
hieße nach der Auffaſſung der überwiegenden Mehrheit
der Beamtenſchaft bei den heutigen Teuerungsverhält=
niſſen
nichts anderes, als mit dem Wohl und Wehe der
Beamten und ihrer ganzen wirtſchaftlichen Lage ein un=
verantwortliches
Spiel treiben. Daß bei einer Verkür=
zung
der vorgeſehenen Beamtenzulage auch die U1 prozen=
tige
Zulage der Volksſchullehrer, die dieſen jetzt ſchon zu
gering dünkt, gerechterweiſe gleichartig beſchnitten wer=
den
müßte, iſt auch nicht zu überſehen.
Es ſcheinen denn doch noch andere Wege für die
Landſtände möglich, zu dem Ziel einer allgemeinen Re=
viſion
zu kommen, ohne der Mehrheit der Beamten zu
ſchaden. Sie können zum Beiſpiel eine bindende
Erklärung der Regierung herbeiführen, daß in einem
gewiſſen Zeitraum, ſagen wir einem Jahr, der Entwurf
einer Reviſion eingebracht wird, und können die jetzige
Vorlage nur unter dieſer Bedingung bewilligen. Wir
möchten annehmen, daß die Regierung, die doch in der
vorliegenden Vorlage eine gerechte und billige Würdig=
ung
für die Lage der Beamten bekundet hat, eine ſolche
bindende Erklärung abzugeben bereit wäre, und daß
dann etwa in Jahresfriſt die gewünſchte und notwen=
dige
Ergänzung der jetzigen Vorlage, die allgemeine
Reviſion, vorliegt. Den Beamten aber, namentlich den
älteren und vermögensloſen, wäre in ihrer Notlage jetzt
geholfen und fühlbar geholfen.
Die Mehrheit der Beamtenſchaft erhofft und er=
wartet
daher von den Landſtänden, daß ſie einen Weg
finden vielleicht wie vorgeſchlagen der zwar eine
baldige und gründliche Reviſion der Beſoldungsordnung
ſichert, ohne daß jedoch die Beamten jetzt die Leidtragen=

den ſind. Sie erhofft und erwartet eine ſofortige, fühl=
bare
und penſionsfähige Aufbeſſerung ihrer Gehalte,
allermindeſtens in dem Amfange, wie von der Regierung
vorgeſchlagen. Jede Verkürzung der hier vorgeſchlage=
nen
Aufbeſſerung, mag ſie auch als Zwangsmittel gegen
die Regierung gemeint ſein oder mag ſie erfolgen, weil
man die notwendigen Deckungsmittel nicht bewilligen
will (Steuererhöhung, Heranziehung der Gemein=
den
uſw.) bedeutet für die berechtigten Erwartungen der
Mehrheit, ja der Geſamtheit der Beamtenſchaft einen
Schlag, der trotz aller Verſprechungen aus Abgeordneten=
kreiſen
an dem ernſten Willen, zu helfen, zweifeln laſſen
müßte, und der den Abgeordneten ſobald nichte vergeſſen
werden könnte und würde. Die Landſtände und jeder
Abgeordnete übernehmen am morgigen Mittwoch die Ver=
antwortung
, ob der Mehrheit der Beamtenſchaft
eine raſche und fühlbare Hilfe geſchaffen wird oder nicht
ob das Vertrauen der Beamten erhalten bleibt oder nicht.
Wideant consules!

Kongreſſe und Verbandstage.

Heſſiſcher Hauptverein des Evange=
liſchen
Bundes. Die aus allen Teilen des Landes
ſtark beſchickte Frühjahrs= Abgeordnetenver=
ſammlung
des Heſſiſchen Hauptvereins
des Evangeliſchen Bundes, die kürzlich in
Frankfurt a. M. abgehalten wurde, hatte eine reiche und
wichtige Tagesordnung zu erledigen. Ein ſtetes Wachſen
der Mitgliederzahl und Gründung einer Anzahl neuer
Zweigvereine wurde feſtgeſtellt. Die Tätigkeitsberichte
des Hauptvereinsvorſtandes und ſeiner Ausſchüſſe, ſo
wie der Geſchäftsſtelle und endlich die Rechnungsablage
zeigten, daß auf allen Gebieten die Bundesarbeit er=
folgreich
vorwärts geht, dank der planmäßigen, ziel=
bewußten
Arbeit, die in vielen Zweigvereinen und vom
engeren und weiteren Vorſtand des Hauptvereins ge=
leiſtet
wird. So konnte der Vorſitzende (Pfarrer
D. Waitz=Darmſtadt), der ſtellvertretende Vorſitzende
(Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher=Gießen) und der
geſamte übrige Vorſtand einſtimmig wiedergewählt wer=
den
. Ueber die Oſtertagung des Geſamtvorſtandes zu
Eiſenach erſtattete ein Vertreter intereſſanten Bericht.
Der konfeſſionelle Religionsunterricht wurde in Ueber=
einſtimmung
mit allen kirchlich und religiös Intereſſier=
ten
für ſelbſtverſtändlich an den heſſiſchen Schulen er=
achtet
. Die drohende Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
wurde eingehend beſprochen und Maßnahmen hierzu
wurden getroffen. Beſonderes Intereſſe forderte die
25jährige Jubelfeier des Heſſiſchen Hauptvereins, die
mit der Landesverſammlung in Darmſtadt am 28. und
29. Oktober dieſes Jahres begangen und mit einer Ju=
biläumsſtiftung
, in der der Dank für die geſegnete Tätig=
keit
des Evangeliſchen Bundes in unſerem Lande wäh=
rend
des letzten Vierteljahrhunderts zum Ausdruck kom=
men
wird, ſowie mit einer Aufführung von Devrients
Luther ausgezeichnet ſein ſoll. Es macht ſich ſchon jetzt
für dieſe Landesverſammlung an vielen Orten eine rege
Teilnahme bemerkbar. Sie wird das war aller Hoff=
nung
zu den glänzendſten und bedeutendſten Veran=
ſtaltungen
des Bundes gehören und Zeugnis geben von
ſeiner notwendigen und fruchtbaren Arbeit.

Der Landesverband Heſſen des ſüd=
deutſchen
Maler= und Tünchermeiſter= Ver=
bandes
hielt am Sonntag vormittag im Reſtaurant
Burk in Bad Nauheim ſeinen fünften Verbands=
tag
ab. Aus allen Gauen Heſſens waren die Mitglieder
zahlreich erſchienen. Der Vorſitzende des Landesverban=
des
, Nagel=Offenbach, eröffnete die Tagung und
begrüßte die Erſchienenen. Herr Malermeiſter Graſenick
hieß alle herzlich willkommen und gab dann das nähere
Programm der Tagung bekannt. Herr Bürgermeiſter
Dr. Kayſer und Schloſſermeiſter C. Knipp hießen die Ver=
ſammlung
herzlich willkommen und wünſchten der= Tag=
ung
einen frohen Verlauf und guten Erfolg. Nach dem
Verleſen des letzten Protokolls erſtattete der Vorſitzende
Nagel den Jahresbericht. Aus dieſem ſei wiedergegeben,
daß die Mitgliederzahl gewachſen iſt. Der Verein Lan=
gen
hat ſich dem Verband angeſchloſſen. An das Mini=
ſterium
des Innern wurde herangegangen, um eine Er=
höhung
des Lohntarifs durchzuführen. Es kam aber ein
abſchlägiger Beſcheid. Man werde aber nicht ruhen und
immer wieder vorgehen. Darauf erſtattete Herr Albert
Schreiber=Offenbach ein längeres Referat über das
zeitgemäße Thema: Der angemeſſene Preis Seinen
Ausführungen legte er das Wort Einen angemeſſenen
Preis für gute Leiſtungen zugrunde.. Er erklärte dann
in kurzen Zügen eine Denkſchrift über den angemeſſenen
Preis, die von Bürgermeiſter Dr. Eberl=Noſſen ausge=
arbeitet
iſt und in der die Wünſche des Handwerkers
treffend gezeichnet ſind. In dieſer wird gegen das Sub=
miſſionsweſen
gekämpft und ebenſo gegen die Ueber=
tragung
der Arbeiten an den Mindeſtfordernden. Bei
den Ausſchreibungen und Zuſchlagserteilungen müßten
Sachverſtändige mit herangezogen werden, die über die
Angebote ihr Gutachten abgeben. Nach den Angaben
der Sachverſtändigen ſollte der Zuſchlag dann erteilt wer=
den
. Die freie Vergebung an Lieferungsverbände iſt zu
empfehlen und es wäre dann ſicher, daß man die Quali=
tätsarbeit
erhalte. Die beſte Arbeit iſt die billigſte. Es
folgte dann eine Diskuſſion des Vortrages, an der ſich
mehrere Redner beteiligten. Die Verſammlung nahm
dann folgende Reſolution an:
Die heute am 5. Mai in Bad Nauheim tagende Lan=
desverſamlung
der Maler, Lackierer und Weißbinder
von Heſſen erklärt ſich mit der Ausführung des Referen=
ten
über den angemeſſenen Preis einverſtanden. Die
Verſammlung fordert von der Staats= und Gemeinde=
behörde
die Abkehr von dem Syſtem des Mindeſtpreis=
verfahrens
und Einführung des Syſtems der Vergeb=
ung
von Arbeiten und Lieferungen nach dem angemeſſe=
nen
Preis. Allen Handwerkern wird die Pflicht auf=
erlegt
, für den Gedanken der Vergebung von Arbeiten
nach dem angemeſſenen Preis zu erwirken, bis die Durch=
führung
erreicht iſt.
Darauf gaben die Ortsgruppen=Vorſitzenden von
Mainz, Darmſtadt. Offenbach, Bad Nauheim, Gießen
und Worms ihre Berichte über die Erfahrun=
gen
des Reichstarifes und der Tarif=
ämter
bekannt. Aus den einzelnen Angaben war
zu erſehen, daß die Erfolge verſchieden ſind. Alle waren
ſich aber dahin einig, daß es auf dieſem Gebiete noch
ſehr viel zu tun gibt, bevor man mit dieſer Einrichtung
zufrieden ſein kann. Der weitere Punkt der Tagesord=
nung
, betr. Stellungnahme zum Beſchluß des Landes
Verbandes Heſſen=Naſſau über Anſtellung eines gemein=
ſchaftlichen
Sekretärs fand dann eine ſachliche Erörter=
ung
. Herr Weber=Darmſtadt führte aus, daß ein
Sekretär ein Bedürfnis ſei, doch müſſe man infolge der
finanziell nicht günſtigen Lage des Verbandes vorläufig
davon abſehen. Es wurde nach weiteren Ausſprachen
beſchloſſen, dieſe Angelegenheit dem Landesverbands=

[ ][  ][ ]

Nummer 107.

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

vorſitzenden zur näheren Stellungnahme zu überlaſſen.
Den Kaſſenbericht erſtattete ſodann Herr Voltz= Offen=
bach
. Die Einnahmen betragen 910,95 Mark, die Aus=
gaben
223,55 Mark, folglich bleibt ein Ueberſchuß von
697,40 Mark. Beanſtandungen des Kaſſenberichts er=
gaben
ſich nicht. Dem Rechner wurde Entlaſtung erteilt
Darauf wurde der Vorſtand einſtimmig wiedergewählt
Als Kaſſenreviſoren wurden Groß=Offenbach und Leon
hardt=Offenbach ernannt. Zur Teilnahme an der Haupt=
verſammlung
in Danzig vom 14. bis 18. Auguſt wurden
vier Herren gewählt. Als Ort der Tagung des ſechſten
Verbandstages wurde auf Einladung von Weber=
Darmſtadt einſtimmig die heſſiſche Reſidenzſtadt Darm=
ſtadt
beſtimmt. Dem geſamten Vorſtand wurde dann
für ſein mühevolles Amt und die gute Leitung des VVer=
bandes
von der Verſammlung aufrichtiger Dank aus=
geſprochen
. Der Vorſitzende Nagel ſchloß dann die Tag=
ung
mit dem Wunſche, im nächſten Jahre in Darmſtadt
recht zahlreich zuſammen zu kommen. Die Verſamm=
lungsteilnehmer
mit ihren Damen beſichtigten dann unter
Führung die Sehenswürdigkeiten und Anlagen der
Stadt. Ein gemeinſames Mahl im Reſtaurant Burk
ſchloß die Veranſtaltung.

Luftfahrt.

* Frankfurt a. M., 6. Mai. Heute morgen be=
ſtanden
auf dem neuen Euler=Flugplatz in Frankfurt=
Niederrad die internationale Pilotenprüfung in
beſter Form der Oberleutnant v. Trotha vom Infan=
terie
=Regiment Nr. 128 in einer Höhe von 75 Meter und
der Leutnant v. Jagwitz vom Grenadier=Regiment
Nr. 7 in einer Höhe von 120 Meter.
* Friedrichshafen, 6. Mai. Die heute früh
7,50 Uhr angetretene Fahrt des Luftſchiffes L. Z. 12"
dauerte vier Stunden und diente nur militäriſchen
Zwecken. Außer Zeppelin befanden ſich mehrere Gene=
räle
in der Beobachtungskabine und beobachteten aus
1000 Meter Höhe die Uebungen eines Konſtanzer Regi=
ments
. Die Beobachtungen gelangen zur vollſten Zufrie
denheit. Um 12 Uhr war das Schiff wieder in der Halle
geborgen.
* Beelitz, 6. Mai. Die erſten Fluglandungsſtellen
wurden heute im Lichtenwald bei der Lungenheilſtätte
eröffnet. Die Landungsſtellen bezwecken, den Fliegern
ein Unterkommen bei Not und Gefahr zu bieten.
sr. Der erſte Aeroplanflug über den
Semmering wurde von dem öſterreichiſchen Ober=
leutnant
Nittner ausgeführt. Der Offizierspilot ſtar=
tete
Freitag morgen 6 Uhr auf dem Wiener=Neuſtädter
Flugfelde mit einem Elrich=Hyronimus=Eindecker. Um
6,30 Uhr überflog der Apparat in etwa 2000 Meter Höhe
den Semmering, erreichte um 7.30 Uhr Bruck an der Mur
und landete um 8 Uhr in der Nähe von Graz. Oberleut=
nant
Nittner hat alſo die Strecke in etwa zwei Stunden
zurückgelegt.

Sport.

* Fußball. Am Sonntag ſpielte die erſte Mann=
ſchaft
des F.=K. Alemannia=Darmſtadt gegen die gleiche
des F.=K. Germania=Eſchollbrücken. Alemanzia= Darm=
ſtadt
ſiegte mit 4:0 Toren.
Am Sonntag, den 5. Mai, ſtanden ſich die beiden
Mannſchaften des Garde=Dragoner=Regiments und die
Spielriege der Turngemeinde Beſſungen gegenüber. Das
Spiel begann um 3,15 Uhr und nach langem Kämpfen
gelang es der letzteren, in der erſten Halbzeit ein Tor
zu erzielen.
s Spiel endete mit 110 zugunſten der
Turngemeinde Beſſungen.

Erdbeber

* Jugenheim, Erdbeſbenwarte, 5. Mai, vor=
mittags
. Der am Samstag, 4. Mai, nachmittags, in
Tübingen, Balingen, Ebingen. Stuttgart, Freiburg und
vielen anderen Orten verſpürte Erdſtoß wurde hier
inſtrumentell beobachtet. Der Beginn der Regiſtrierung
war 5 Uhr 48 Min. 50 Sek. nachmittags, das Maximum
der Erdbewegung 5 Uhr 49 Min. 11 Sek. Demnach hat
der Stoß am Epizentrum etwa 5 Uhr 48 Min. 25 Sek.
ſtattgefunden. Es ſcheint das Epizentrum ſehr nahe
demjenigen des ſüddeutſchen Erdbebens vom
16. November 1911 gelegen zu ſein, alſo im weſtlichen
Teile der Rauhen Alb. Aber die Erſchütterung war
diesmal viel ſchwächer. Während ſie damals in Jugen=
heim
wahre Bodenbewegungen von über 0,5 mm erge=
ben
hatte, ſind geſtern nur kleine Bodenerſchütterungen
mit einer Amplitude von 1 Hundertſtel mm hier beob=
achtet
worden. Immerhin verdient die Verfolaung der
Erdbebefrtätikeit in Süddeutſchland die größte Auf=
merkſamkeit
.

Stimmen aus dem Publikum.
ür die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
teinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einjender verantwartlich.)

In dem ſtaatlichen Verwaltungsgebäude, Parade=
platz
Nr. 4b, wird bei der dermaligen Temperatur unaus=
geſetzt
geheizt, ſo daß man bei geſchloſſenem Heizkörper
eine Zimmerwärme von 19 Grad Reaumur hat feſtſtellen
können. Steht dieſes Verfahren im Einklang mit der von
den Ständen geforderten Sparſamkeit und kann dieſem
Unfug von Aufſichtswegen nicht geſteuert werden?

Während die Bleichſtraße bereits durch einen Fuß
weg mit dem neuen Bahnhof verbunden und die Ent
fernung dahin weſentlich abgekürzt iſt, ſind die Bewoh=
ner
der Eliſabethen= und Waldſtraße immer noch zum
ſeitherigen Umwege über die Rheinſtraße gezwungen und
wäre es durchaus nötig, daß dieſen Straßen ohne Verzug
durch proviſoriſche Fußwege über den ſeitherigen Güter=
bahnhof
der Main-Neckar=Bahn der nächſte Weg zum
Bahnhof geöffnet würde.

Vermiſchtes.

Eine der koſtbarſten deutſchen Kupfer=
ſtichſammlungen
aus Privatbeſitz kommt in den
Tagen vom 20.24. Mai bei C. G. Boerner in Leip=
zig
zur Verſteigerung. Sie ſtammt aus dem Beſitze des
ſchon im Jahre 1870 verſtorbenen Kammerherrn
Rudolph von Seydlitz, eines ſchleſiſchen Guts=
beſitzers
, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts einer der
größten deutſchen Kupferſtich=Sammler war. Merkwür=
digerweiſe
blieb die Sammlung nach dem Tode Seydlitz’
bis vor kurzem gänzlich unbeachtet in ihren Mappen lie=
gen
, ſo daß ſie ganz aus dem Geſichtskreis der Kunſtwelt
verſchwunden war und man erſt jetzt wieder an dem um=
fangreichen
, reich ausgeſtatteten Katalog, den die Firma
C. G. Boerner ſoeben verſendet, ſieht, was ſie für reiche
Schätze enthält. Der Hauptwert der Sammlung liegt in
vollſtändigen Werken Dürers und Rembrandts

in koſtbaren Exemplaren, und intereſſanten Inkunabeln
des Kupferſtiches, frühen deutſchen und italieniſchen
Blättern des 15. Jahrhunderts, darunter Unika von
außerordentlichem Werte. Aber auch die alten Meiſter
des 15. und 17. Jahrhunderts und die ſchönen engliſchen
und franzöſiſchen Blätter des 18. Jahrhunderts ſind in
reichen Serien feiner Blätter vertreten, da Seydlitz noch
ein univerſaler Sammler war, wie ſie heute ſo ſelten ge=
worden
ſind. Vom erſten bis zum letzten Blatt aber zeigt
die Sammlung eine ganz hervorragende Druck= und Er=
haltungs
=Qualität. Von der kleinen Sammlung alter
Meiſter des erſt kürzlich verſtorbenen rheiniſchen Groß=
induſtriellen
Heinrich Främbs in Neuwied, die gleich
zeitig bei C. G. Bdoerner in Leipzig verſteigert wird, kann
was die Qualität betrifft, dasſelbe geſagt werden; auch
ſie enthält dabei eine Reihe ſeltener Koſtbarkeiten. Der
reich ausgeſtattete Katalog, der 16 Lichtdrucktafeln und
viele Abbildungen enthält, wird von C. G. Boerner in
Leipzig zum Preiſe von 5 Mark verſandt.

Literariſches.

Die Schwäbiſche Landesausſtellung für Reiſe
und Fremdenverkehr, die vorausſichtlich viele tauſende von
Fremden nach der ſchönen Hauptſtadt Württembergs locken
wird, gab der Deutſchen Verlags=Anſtalt in Stuttgart
Veranlaſſung,, eine reich und glänzend ausgeſtattete Son=
dernummer
ihrer Zeitſchrift Ueber Land und
Meer als Schwabennummer erſcheinen zu laſſen. Den
Abonnenten, die dieſe, ein kleines Prachtwerk für ſich bil=
dende
Nummer ohne jeden Aufſchlag im Abonnement er=
halten
, wird dies eine angenehme Ueberraſchung ſein,
aber zu dem ganz außerordentlich niedrigen Einzelver=
kaufspreis
von nur 1,25 Mark wird auch ſonſt jeder
Freund des ſonnigen Schwabenlandes und jeder, den es
reizt, es kennen zu lernen, das ſtattliche 98 Folioſeiten
ſtarke Heft mit ſeinen weit über hundert großenteils far=
bigen
Abbildungen gern erwerben. Dieſes Schwabenheft
iſt gleichzeitig ein ehrendes Zeugnis für die Leiſtungs=
fähigkeit
des deutſchen Buchgewerbes im allgemeinen und
der Deutſchen Verlags=Anſtalt im beſonderen.
Die Vereinigung für ſtaatsbürger
liche Bildung und Erziehung. (Berlin
50, Ansbacher Straße 58l) hat die nachbenannten Schrif
ten der Vereinigung für ſtaatsbürgerliche Bildung und
Erziehung herausgegeben: 1. Paul Rühlmann,
Die Idee der ſtaatsbürgerlichen Erziehung in der
Schweiz. (IV und 70 Seiten.) 8. 1 Mark. 2. Chriſten
Gröndahl. Staatsbürgerliche Erziehung in Dänemark
(4. und 50 S. 8. 60 Pfg. 3. Paul Oßwald. Die
ſtaatsbürgerliche Erziehung in den Niederlanden (IV und
46 S.) 8. 60 Pfg. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig.
Der Gedanke für die ſtaatsbürgerliche Bildung und Er=
ziehung
, die Zuſtände und Erfahrungen anderer Länder
nutzbar zu machen, wird jetzt ſeitens der Vereinigung
durch die Veröffentlichung der hier angezeigten, auf ei=
gener
Anſchauung der Verfaſſer beruhenden Unterſuchun=
gen
in die Wirklichkeit übertragen, die zunächſt das Er=
gebnis
ſolcher Unterſuchungen für die Schweiz. Däne=
mark
und Holland darbieten. Mag man dieſem hier und
in den anderen Schriften zuſtimmen oder ſie ablehnen.
die Sammlung des Tatſachenmaterials bleibt jedenfalls
ein Verdienſt, das ſich die Vereinigung für ſtaatsbürger=
liche
Bildung und Erziehung um die Förderung dieſer
wichtigen Frage durch Anregung und Veröffentlichung
dieſer Unterſuchungen erworben hat. Die Vereinigung
beabſichtigt, dieſe Darſtellungen auch auf die anderen
Kulturnationen auszudehnen, zunächſt ſind Frankreic
England und die Vereinigten Staaten dafür in Ausſich
genommen.
Marie=Madeleine, Die rote Roſ
Leidenſchaft Gedichte. Mit dem Bilde der Ver
faſſerin. In künſtleriſcher Einbanddecke 4 Mark. ( Ver=
lag
von B. Eliſcher Nachf. in Leipzig.) Von den Lüſten,
tief in unſerem Blut und von der Seele Sehnſucht nach
des Himmels hellen Sternen ſingt das Buch: Verwir=
rend
tolle Weiſen fluten durch den ſchwülen Liebesgar=
ten
ſehnſüchtiger Inbrunſt voll werben feſſellos die
Klänge um den Blondeſten und bang und ſtolz zugleich
tönt es aus den Liedern her von Triſtan und Iſolde‟

Marokko.

* Paris, 5. Mai. Das blutige Scharmützel
bei El Maaſis, die durch die aufrühreriſche Bewe=
gung
der Stämme verurſachten Abdankungsgelüſte Muley
Hafids, ſowie die von den Spaniern getroffenen Maß=
nahmen
werden von zahlreichen Blättern als bedenkliche
Anzeichen dafür angeſehen, daß die Lage in Ma=
rokko
ſich in beunruhigender Weiſe verſchlimmer e.
Im Eclair ſchreibt der General des Ruheſtandes Hart=
ſchmidt
: Es wäre gut, wenn die öffentliche Meinung
einige Vorſtellungen von den zahlreichen Schwierigkeiten
und Enttäuſchungen hätte, die uns aus dem Kriege in
Marokko erwachſen werden, damit man mit Ruhe und
Geduld den Ereigniſſen entgegenſehen kann, die ſich dort
vorbereiten. In der Action macht der Senator und ehe=
malige
Deputierte Baudin für die gegenwärtigen marok=
kaniſchen
Schwierigkeiten hauptſächlich die franzöſiſche
Diplomatie verantwortlich, die ſeit langen Jahren von
einer geradezu krankhaften Willensſchwäche befallen ſei.
Nach Meldungen aus Fez hätte Muley Hafid dem
Gefandten Regnault gegenüber bereits ſeinen Thronerben
namhaft gemacht. der gegenwärtig 12 Jahre iſt. Es heißt,
die franzöſiſche Regierung habe die erforderlichen Maß=
nahmen
getroffen für den Fall, daß Muley Hafid ſeine
Abdankungsabſichten ausführen ſollte.
* Paris, 5. Mai. Aus Fez wird vom 4. Mai
gemeldet: Für die Abreiſe Regnaults und des
Sultans nach Rabat konnte noch kein beſtimmter Zeit=
punkt
feſtgeſetzt werden, da ſich in der Nähe von Fez
eine ſtarke Harka aufrühreriſcher Stämme gebildet hat
Der Berichterſtatter der Agence Havas ſchreibt aus Fez:
Wie das Gerücht von der Abreiſe des Sultans den Auf=
ſtand
am 17. April mitverſchuldet hat, ſo könnte auch
ſeine Abreiſe nach Rabat wiederum von blutigen Ereig=
niſſen
begleitet ſein, obſchon die militäriſche Lage eine
andere iſt. Es wäre ein Wunder, daß eine ſo große
Anzahl Europäer der Niedermetzelung entgangen iſt. =
ren
die Aufrührer beſſer organiſiert geweſen und nicht
durch die ihnen im Judenviertel winkende Beute abgehal=
ten
worden, ſo wäre vielleicht kein einziger Europäer ent=
kommen
, da die Stämme, die nur auf ein Signal war=
teten
, um an der Plünderung teilzunehmen, in Fez ein=
gebrochen
wären.

Letzte Nachrichten.

* Berlin, 6. Mai. Wie der Lokalanzeiger erfährt,
wird der Reichskanzler von Bethmann Hollweg ſich
Ende der Woche nach Karlsruhe begeben, wo er dem

Kaiſer Vortrag über eine ſchwebende wichtige Frage
halten und wo vorausſichtlich auch die letzte Entſcheidung
über den in Ausſicht genommenen Botſchafterwechſel in
Konſtantinopel und London fallen wird.
H. B Berlin, 6 Mai. Im Reichsamt des Innern
trat heute unter dem Vorſitz des Staatsſekretärs Dr.
Delbrück die Konferenz zur weiteren Ausgeſtaltung
der Sicherheit in der Seeſchiffahrt zuſammen.
Berlin, 6. Mai. Vor der Strafkammer
begann heute die Verhandlung gegen den Poſtillon Max
Wendt und den Reiſenden Eduard Cavello, denen
beiden zur Laſt gelegt wird, ſeinerzeit einen großen Poſt=
raub
verübt zu haben, bei dem bares Geld und an=
dere
Wertpapiere in Höhe von etwa 600000 Mark aus
einem Poſtgeldwagen geſtohlen wurden. Das Gericht
beſchloß, die Oeffentlichkeit während der Verhandlung we=
gen
Gefährdung der öffentlichen Ordnung auszuſchließen.
Einem Vertreter der Preſſe wurde geſtattet, den Verhand=
lungen
beizuwohnen, nachdem dieſer durch ein Schweige=
gebot
verpflichtet worden war, über gewiſſe Einzelheiten
aus dem Poſtbetrieb keine Mitteilungen an die Oeffent=
lichkeit
gelangen zu laſſen.
Berlin, 6. Mai. Heute nachmittag brach in der
Fabrik der Aktien=Geſellſchaft für chemiſche Produkte vorm.
H. Scheidemantel in Wilhelmsberg ein größeres
Feuer aus. Nach mehrſtündiger Arbeit gelang es der
Feuerwehr, das Feuer einzudämmen.
Berlin, 6. Mai. Von den drei bei dem Woh
nungsbrand in der Gipsſtraße verunglückten Perſonen iſt
die Schneiderin Frieda Thiel ihren Verletzungen er
legen.
* Pößneck, 6. Mai. In vergangener Nacht brach in
der Textilwarenfabrik von Siegel und Schütze Gro
feuer aus, das ſich auch auf die benachbarte große
Fabrik von J. G. Zoetſch ausdehnte. Beide Fabriken,
mit wertvollen Maſchinen, ſowie mehrere anſtoßende Ge
bäude wurden ein Raub der Flammen. Mehrere 1006
Arbeiter wurden durch den Brand arbeitslos.
* Rom, 6. Mai. Die Agenzia Stefani meldet au
Rhodos vom 5. Mai: Der etwa 3000 Mann ſtarke Feink
wurde geſtern mehrmals geſchlagen. Nachts zog er
ſich in das Innere des Landes zurück. Die Italiener ha=
ben
7 Verwundete und 1 Toten, die Türken 23 Toten
und 48 Verwundete, 57 Türken wurden gefangen genom=
men
. Heute früh 7 Uhr wurde die Stadt zur Uebergäbe
innerhalb einer Stunde aufgefordert unter Androhung
des Bombardements bei Weigerung. Um 8 Uhr teilte
der proviſoriſche Gouverneur mit, daß er die Stadt
ausliefer e. Um 9 Uhr trafen die erſten Trups
pen in der mittleren Stadt ein und wurden von der
Bevölkerung gut aufgenommen.
* Paris, 6. Mat. Bei den Munizipalrats=
wahlen
ereigneten ſich weitere Zwiſchenfälle,
In Aurerre wurde der Sekretär der Mairie, als er feſt
ſtellte, daß die Wählerliſten unvollſtändig waren, halbtot
geſchlagen, ferner wurde dort ein Kandidat heftig ge
ſchlagen, worauf ſein Sohn zwei der Angreifer durch Re
volverſchüſſe verletzte. In Dole wurde ein Kandidat durch
einen Schlag mit einer Eiſenkugel ſchwer Herletzt, ir
Clichy ſtarb ein Kandidat während der Stimmenaus
zählung.

as Spezialhaus für Damen-Konfektion
E HERMANN ZERGEn, Hoflieferant
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage,
hält während seines jetzt 30jährigen Bestehens stets
streng an dem Grundsatze fest:
(5745a
brauchbare gute Waren mög=
lichst
billig zu liefern. z :: 32

Auf kaum über 1 Pfennig ſtellt ſich eine Taſſe
SANGRO JEE (a175
Dieſe vorzügliche und durch ihre Ausgiebigkeit im Ge=
brauch
ſo billige Teemiſchung vorzugsweiſe britiſch=
indiſcher
Teeſorten iſt zum täglichen Genuß ganz
beſonders geeignet. Das. 125 Gr.=Paket 90 Pfg,
(½ Ko.=Paket Mk. 3.50). Moriz Landau, Fernſpr. 116
aarfärben mit Henné. Spezialitäte
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466a
Kopfwaschen 1. mit Ondulieren 1.50
auch sonntags von 912 Uhr. (6584a

ie Kapitalgewinne von 100000 Mk., 50 000 Mk. uſt
insgeſamt 17553 Geldgewinne im Betrage von
360000 Mk. kommen ſchon in der am 13., 14., 15., 1
und 18. Mai ſtattfindenden Ziehung der Geld=Lotterie
zum Ausbau der Veſte Coburg zur Entſcheidung
und ohne Abzug zur Auszahlung. Die Coburger Löſe
à 3 Mk. (Porto und Liſte 30 Pfg. extra) ſind zu be=
ziehen
durch das unter Glücksmüller rühmlichſt bekannte
Bankhaus Lud. Müller & Co., Berlin C., Breiteſtraße 5
ſowie durch H. C. Kröger, Berlin W., Friedrichſtr. 193a
und Ferd. Schäfer, Düſſeldorf, Königsallee 52, ebenfalls
hier durch alle bekannten Loſeverkaufsſtellen.

Statt beſonderer Anzeige.
Todes=Anzeige.
Sonntag, den 5. Mai, abends 9 Uhr, ver=
ſchied
nach kurzem, ſchwerem, mit großer Ge=
duld
ertragenem Leiden meine liebe. Gattin,
unſere unvergeßliche Mutter, Großmutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante (10637
Frau Elise Henze
geb. Keil
im 53. Lebensjahre.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den
8. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Portale
des Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Darmſtadt, 6. Mai 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
A. Henze, K. Eiſenbahnſekretär.
Kondolenzbeſuche dankend verbet

[ ][  ][ ]

Nummer 107.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Seite 7.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Heute nacht entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere
liebe, gute Mutter
Frau Wilhelmine Vietor Wwe., geb. Deiy
nach kaum vollendetem 72. Lebensjahre, was hiermit schmerzerfüllt anzeigen
Ludwig Vietor,
Darmstadt, 6. Mai 1912.
August Vietor.
Die Beerdigung findet in aller Stille statt.
(10614

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem All=
mächtigen
gefallen hat, unſere treubeſorgte
Mutter, Großmutter, Schwiegermutter u. Tante
Frau Erisabeth urdt Wihe
im faſt vollendeten 69. Jahre nach kurzem
Krankenlager zu ſich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie L. Graf, Stadtbauführer,
B. Stromberger, Schreinermeiſter,
L. Petri, Schloſſer,
G. Kammler, Inheiden.
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Mai,
nachmittags ½3 Uhr, vom Portale des Fried=
(10577
hofes aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Geſtern mittag 2 Uhr entſchlief nach
kurzem Krankenlager
(10602
Frau Katharina Böhm
Witwe des Poſtſchaffners Joh. Böhm.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Neckarſtr. 11.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Mai,
nachmittags 5 Uhr, vom Portal des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.

Kurſe vom 6. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Dankſagung

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſte unſerer innigſt=
geliebten
, treubeſorgten Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Michael Fischer Wwe.
geb. Buxmann
ſowie für die zahlreichen Kranz= und Blumen=
ſpenden
, ſagen wir Allen, insbeſondere für die
troſtreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Herpel,
hiermit auf dieſem Wege unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Fischer.
Darmſtadt, den 6. Mai 1912. (B10641

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Ueber dem Feſtland hat ſich hoher Druck ausgebreitet,
der heute morgen ruhiges, vielfach heiteres Wetter be=
dingt
. Infolge der nächtlichen Ausſtrahlung fielen die
Nachttemperaturen bedeutend, beſonders in höheren
Lagen. Regen melden in Deutſchland nur Metz und
Munchen. Weſteuropa befindet ſich unter dem Einfluß
einer Depreſſion, deren Kern weſtlich von England liegt,
von der ein Randwirbel uns heute leicht beeinfluſſen
dürfte, ſo daß Gewitterbildung eintritt; für morgen ſteht
jedoch keine Aenderung bevor.
Ausſichten für Dienstag, den 7. Mai 1912:
Heiter, trocken, warm (heute ſtrichweiſe Gewitter).

Tageskalender.

Hoftheater, Anf. 7½ Uhr (Ab. B): La Traviata.
Hauptverſammlung des Bauvereins für die Refor=
mationskirche
um 6 Uhr Kiesſtraße 17.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. Metropol
und Perkeo um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Bilder vom Tage ((Auslage Rheinſtraße 23): Vom
Stapellauf des Linienſchiffes König Albert in Dan=
zig
; von der Einweihung der neuen deutſchen Kirche
in Kairo; von der Feſtnahme der Pariſer Automobil=
banditen
; tripolitaniſche Araber im italieniſchen Dienſte
gegen die Türken.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 8. Mai.

Hofreite=Verſteigerung des Georg Feller ( Ober=
gaſſe
6) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Groh ( Karl=
ſtraße
50) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Pferde= u. Wagen= ꝛc. Verſteigerung um 5 Uhr
zu Ober=Ramſtadt, Ernſt=Ludwigſtraße 9.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

InProz.
2i
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,30
81,25
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
. 90,40
3½ do. Conſols
81,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
3½
93,00
do.
do.
84,20
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe
do.
3½
89,10

do.
79,40
4 Hamburger Staatsanl. 100,10
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
3½
do.
89,30
do.
78,25
3 Sächfiſche Rente . . . . 81,00
4 Württemberger v. 1907 100,20
31
do.
95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,10
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,50
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,10
4 do. Goldrente . . . 96,50
4 do. einheitl. Rente 89,50
3 Portug. unif. Serie I 64,70
3 do. unif. Ser. III 67,65
3 do. Spezial . . . . 10,10
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 93,00
4 do. v. 1905 . .
4 Ruſſen v. 1880
. 91,00
4 do. v. 1902
90,50
4½ do. v. 1905 .
. 100,30
3½ Schweden . .
. 89,70
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 84,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,30
4 Ungar. Goldrente .
91,40
4 w. Staatsrente. . 89,60

In Proz.
Zf.
5 Argentinier
. . 100,70
do.
88,20
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,60
5 Chinef. Staatsanleihe .
do.
4½
4½ Japaner . . .
94,50
5 Innere Mexikaner . . . 95,10
3
do.
60,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,80
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 71,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
148,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,75
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,85
8 Baltimore und Ohio . 109,30
6½ Schantungbahn . . . 139,00
6 Luxemb. Prince Henri 163,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,45
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 504,50
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

. . 264,00
30 Farbwerke Höchſt . . 584,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 344,00
10 Cement Heidelberg . . 156,40
30 Chem. Werke Albert 452,50
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 320,60
4 Lahmeyer . . .
. 131,00

In Proz.
Dobtb.
7½ Schuchert, Nürnberg 163,30
12 Siemens & Halske . 246,00
5 Bergmann Electr. . . 153,00
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 178,10
0 Gummi Peter . . . . 137,75
0 Kunſtſeide Frankfurt 180,20
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 479,80
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 204,00
8 Steana Romana Petr. 141,75
15 Zellſtoff Waldhof . . 238,50
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 214,75
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 125,00
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 195,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 235,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 188,00
10 Gelſenkirchener . . . . 197,25
8 Harpener . . . . . . . 195,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 266,10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
. . 90,40
4 Laurahütte . . . . . . 182,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 192,50
7½ South Weſt Africa 153,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 90,60
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,20
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 91,60
3 Prag=Duxer . . . . . . 77,60
15 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn .
94,70
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 78,60

e
2
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80
80,10
do.
2//1e
3 Raab=Oedenburg . . . 54,20
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,20
4 Ruſſ. Südweſt. .
. 88,80
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
do.
88,50
4 Wladichawchas . . . . 98,90
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb.
76,30
do.
91,00
24/10 Livorneſer . . . . . 69,10
3 Salonique=Monaſtir . 65,20
4 Bagdadbahn . .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,20
4 Miſſouri=Pacific.
74,80
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Pacific
95,30
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,10.
5 Tehuantepec . . . . . . 99,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 198,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
. . 151,2
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 170,70
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 257,90
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,00
10 Diskonto=Kommandit 187,00
8½ Dresdener Bank . 156,30
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,40
6½ Mitteld. Kreditbank 118,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 124,30
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 136,70
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,25
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 129,75
7½ Wiener Bankverein . 134,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,80

St. Pfandbriefe. Zußra
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 .
. 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
8½
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100, O
do.
8½
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. . 100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
.100,35
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 .
89,50
S. 35 . .
89,30
S. 911 .
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
do.
3½
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917)
98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
do.
8½
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 99,00
8½ do.
89,50
4 Frankfurt.
100,50
3½ do.
93,00
4 Gießen
2.
3½ do.
4 Heidelberg
. .. 98,40
3½ do.
89,00
4 Karlsruhe
99,00
3½ do.
89,50
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
99,00
3½ do.
89,90
4 Mannheim ..
3½ do.
4 München .
100,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . . . 99,60
3½ do.
90,00
4 Offenbach .

8.
Inpra
3½ Offenbach
4 Wiesbaden . .
100,20
3
do.
94,90
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 79,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 136,10
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider Fs. 100 73,50
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
.
. 136,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,50
3 Oldenburger . . . . . . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 199,80
Fs. 15 77,00
Freiburger
Fs. 45
Mailänder
do.
. Fs. 10 33,00
Meininger .
.fl. 7 35,50
Oeſterreicher v. 1864fl. 100
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . ſl. 100 374,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 173,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,23
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,00
Holländiſche Noten. . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . 80,30
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,00
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard 8sf. 6

[ ][  ][ ]

Schte 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Nummer 107.

Batist-
Blusen- und Kleider
Seidene
Blusen und Kleider
Leinene
Röcke, Mäntel und Costüme

in grosser Auswahl

Letzte Neuheit!
Robespierre-Kragen‟

(10618

Carl Cchurrarf &eef
Ecke Elisabethen- und Wilhelminenstrasse.

Sellenra

Weiblich

in Stenographie
Fräulein, und Maſchinen=
ſchreiben
bewandert, ſucht Stelle.
Off. u. I 12 an die Exp. (*11613ids

Durchaus perf. Büglerin hat noch
Tage frei Moosbergſtr. 49 I. (B100

Tücht. Schneiderin empfiehlt ſich
Wienersſtr. 58, 2. Stock. (*11640imd

mit Gehilfin, früher
Schneiderin Direktrice, für jede
Damengarderobe, auch Jacken
kleider, nimmt noch Kunden an.
Off. unt. H85 an die Exp. (*11552

Tüchtige Schneiderin
nimmt noch Kunden an in und
außer dem Hauſe Hügelſtraße 20,
1. St. (Eing. Schützenſtr.) (*11547

erf. Bügl. empfiehlt ſich außer d.
Hauſe. Grafenstr. 8, 2. St. (*11626im

Geprüfte Kindergärtnerin
möchte vormittags mit Kindern
ſpazieren gehen. Näh. Exp. (*11532
Saub. tücht. Mädchen ſucht
Laufdienſt, vormittags (*11591
Nieder=Ramſtädterſtr. 5, I.

Stellen ſuchen: erfahr. Kinder=
frau
, Herrſchaftsköchin, erſte und
zweite Hausmädchen, Alleinmäd.,
welche kochen k. in Privath., Land=
mäd
., w. noch nicht ged. h. z. 15. Mai
u. 1. Juni. Frau Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Schützenſtr. 10½. Tel. 531. (*11614

Me

Weiblich

Tüchtige
Verkäuferin
für meine Wäſche=Abteilung für
ſofort geſucht
Ph. Hess

Schillerplatz.

(10633

Zwei durchaus tüchtige
Haherinen
für die Tapezier=Werkſtätte
per ſofort fürdauernd bei guter
Bezahlung geſucht. (10601im
Joseph Trier
Wilhelminenſtraße 25.
Arbeiterinnen u. Lehrmädchen
ſucht Konfektion Bayer-Haack,
(10474a
Kapellplatz 14.

Arbeiterin geſucht. E. Stein-
gässer
, Konfektion, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
57, 2. Stock. (*11466

Taillenarbeiterinnen für
dauernd ſof. geſ. Konfektion, Kirch=
(*11007ids
ſtraße 21, II.

im Kochen und
Aelt. Perſon Hausarb. erfahr.,
ſucht Stelle. Frau Blank, Kies=
ſtraße
16, Hths. part. (*11622
Ein nettes Mädchen, 20 Jahre
alt, in allen Hausarbeiten ſehr
erfahren, ſucht Stelle als Haus=
mädchen
in gutem Hauſe. Haupt=
bedingung
: gute Behandl. Näh.
Kaſinoſtraße 18, 2. St. r. (*11561

Zwei ſehr gutempf. beſ. Mädch.
m. gut. Zeugn., welch. Schneid.,
Weißnähen, Friſieren u. Glanzbüg.
erlernt, ſuch. Stell. als 1. Haus=
mädch
. od. Jungf., geprüfte Hand=
arbeitslehrerin
, auch Kochen er=
lernt
, ſucht Stell. als Stütze, ein
Frl. ſucht geg. kl. Vergüt. zu
Kind. tagsüber Stell. Gertrude
Hartmann, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Eliſabethenſtr. 45. (1062a

Aelt. Mädch. m. mehrjähr. gut
Zeugn., ſucht zu ält. Herrn od.
ält. Ehepaar, ein 24 jähr. Allein=
mädch
., welch. 6 Jahre in ihrer
Stelle iſt, ſow. mehr. Mädchen,
welch. etw. kochen k., in Haus= u.
Handarb. erf., ſuch. Stell. für
allein, Haus= u. Kindermädch.
Näh. Frau Gertrude Hartmann, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtraße 45. (10621

Tüchtige
Schneiderinnen
für unſer Aenderungs=Atelier
per ſofort geſucht
D. Rehfeld & Co., G. m. b. II.
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Nummer 107

Dienstag, den 7. Mai 1912.
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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Nummer 107.

44. Verbandstag der Erwerbs= und Wirtſchafts=
genoſſenſchaften
für die Provinzen Starkenburg
und Oberheſſen.

D Die Verſammlung vom Samstag, wie die Ver=
ſammlung
vom Sonntag, die in Pfungſtadt ſtattfan=
den
, waren ſehr gut beſucht. Nach Erledigung der For=
malien
, der Rechnungsablage, der Feſtſtellung des Voran=
ſchlages
und nach Annahme eines Antrages des Verbands=
direktors
, der nur interne Bedeutung hat, erſtattete Herr
Verbandsreviſor Seibert Bericht über die im vergange=
nen
Jahre 1911/1912 vorgenommenen Reviſionen, der ſich
erſtreckte auf die Erfahrungen, die er bei den revidierten
Vereinen gemacht hatte. Ohne daß er die Namen der Ver=
eine
nannte, beleuchtete er deren Geſchäftsführung in ſehr
eingehender und vorzüglicher Weiſe und hob die Verant=
wortung
des Vorſtandes und insbeſondere des Aufſichts=
ſtrates
hervor. Leider ließ es in manchen Vereinen der
AAufſichtsrat an der genügenden Ueberwachung und an der
fortlaufenden Prüfung der Kreditverhältniſſe fehlen. Der
Aufſichtsrat ſei neben dem Vorſtand doch am erſten in der
Lage, die Verhältniſſe der Kreditnehmer zu beurteilen.
An dieſen Bericht ſchloß ſich eine intereſſante Erörterung
an, an der der Anwalt des Allgemeinen Verbandes, Pro=
feſſor
Dr. Crüger, der Verbandsdirektor und verſchiedene
Vertreter der Vereine teilnahmen.
In der zweiten Verſammlung konnte der Verbands=
direktor
Stein als Gäſte begrüßen den Vertreter der
heſſiſchen Regierung, Herrn Oberregierungsrat Gräf,
Herrn Landtagsabgeordneten Dr. Oſann, Herrn Geh.
Regierungsrat Noack, ſowie verſchiedene andere Vertreter
von Körperſchaften und befreundeten Vereinen. Herr Ober=
regierungsrat
Gräf begrüßte mit ſehr ſympathiſchen Wor=
iten
im Namen der Großherzoglichen Regierung den Ver=
bandstag
, indem er betonte, daß zu einer Zeit, in welcher
(der Ruf zum Schutze des Mittelſtandes allgemein laut
lwerde, er darauf hinweiſen könne, daß die genoſſenſchaft=
tliche
Bewegung es ſich als großes Verdienſt anrechnen
idürfe, an der Erhaltung der Selbſtändigkeit und der Lei=
ſſtungsfähigkeit
des gewerblichen Mittelſtandes mitgearbeitet
zu haben.
Ueber das abgelaufene Geſchäftsjahr berichtete Herr
Verbandsdirektor Stein in ausführlicher Weiſe. Dem
Verbande gehören an 21 Kreditgenoſſenſchaften und eine
(Rohſtoffgenoſſenſchaft. In der Mitgliederzahl, in der Höhe
der Geſchäftsguthaben und der Reſerven, in dem Betrage
des Betriebskapitals, ſowie überhaupt in der geſamten
geſchäftlichen Bewegung wieſen die Ziffern des abgelau=
fenen
Geſchäftsjahres gegenüber den vorausgegangenen
inur unweſentliche Veränderungen auf. Warm empfahl
Redner die Einführung des Kontokorrent=Geſchäftes, das
bereits in 15 Vereinen gepflegt werde, allen denjenigen
Vereinen, die nach ihrer Entwickelung in der Lage ſeien,
dieſen Geſchäftszweig aufzunehmen. Die Vereine ſollten
ihren Mitgliedern reichlich Gelegenheit bieten, ihre Geld=
geſchäfte
bei ihnen zu erledigen, zu welchem Zwecke mehr
Zahlſtunden abgehalten werden ſollten. Das Kontokorrent=
Geſchäft wirke viel ſegensreicher, als die Vorſchüſſe gegen
Schuldſchein oder Hypotheken. Im Rahmen des erſteren
ſei es dem Schuldner möglich, Beträge, die er eingenommen
habe, auf ſeine Schuld abzuzahlen, und dieſe, wenn er ſie

wieder in ſeinem Geſchäfte gebrauche, wieder abzuholen.
Bei dem Schuldſchein tilge er mit jeder Abtragung den
entſprechenden Betrag ohne die Möglichkeit, ihn ſofort
wieder zu erhalten. Er könne erſt wieder über ihn ver=
fügen
bei hypothekariſcher Sicherheit durch die koſtſpielige
Erneuerung dieſer Sicherheit und bei den Schuldſcheinen
gegen Bürgſchaft durch Wiederbemühung der Bürgen, die
neu zu unterſchreiben hätten, welchen Modus die Bürgen
bei wiederholten Fällen als Beläſtigung empfänden. Beim
Kontokorrentgeſchäft dagegen unterſchrieben die Bürgen ein
für alle Mal, ſeine Bürgſchaft gelte ſolange, als das Konto=
korrentgeſchäft
Geltung habe. Redner verkenne die Ge=
fahr
, die hierin für die Bürgen liegt, durchaus nicht. Ihr
könne begegnet werden durch zeitweiſe Benachrichtigung
der Bürgen von dem Beſtehen der Bürgſchaft oder durch
in geringen Zeiträumen erfolgende Erneuerung der Ur=
kunden
. Selbſtverſtändliche Vorausſetzung für die Führ=
ung
des Kontokorrentgeſchäftes ſei eine reelle und ſich
mit der Sache vertraut machende Geſchäfts=
leitung
, die, wie ſchon von den Schulze=Delitzſchſchen
Genoſſenſchaften vor Einführung geſetzlicher Reviſionen
gefordert worden ſei, nicht in einer Hand liegen dürfe,
ſondern mindeſtens zwei Perſonen unterſtehen müſſe.
Wie in früheren Jahren, empfahl auch dieſes Mal der
Redner die Pflege des Scheck= und Ueberweiſungs=
verkehrs
, die Aufſtellung einer überſichtigen
Bilanz, die Angabe von Erläuterungen zu
dieſer und riet den Vereinen, den Perſonalkredit
vor dem Realkredit zu bevorzugen und die Liqui=
dität
ſtets im Auge zu behalten. Als Warnungsſignal
könne gelten die Trübung des politiſchen Horizontes im
Herbſte vorigen Jahres, die Anſtürme auf eine Reihe
großer öffentlicher Sparkaſſen verurſacht habe. Auch das
Maßhalten im Kreditgebenſei unbedingt notwendig;
die Vereine dürften nicht jedes Geſchäft machen, das
ihnen angeboten würde. Redner verbreitete ſich dann über
die Abſicht der Preußiſchen Regierung, die öffentlichen
Sparkaſſen zur Anlage von Staatsanleihen auf geſetzlichem
Wege zu veranlaſſen. Er wies ferner hin auf die Beſtreb=
ung
des Reichsbank=Präſidenten, eine Verſtärkung der Bar=
Reſerven und eine größere Liquidität der ſonſtigen Aktiv=
poſten
zu erreichen. Beide Beſtrebungen hielt er für nütz=
lich
. Die Befürchtung, daß bei den Sparkaſſen nicht ge=
nügend
Gelder für Hypotheken vorhanden ſeien, hielt er
nicht für gerechtfertigt. Zur Zeit liege die Bautätigkeit in
ganz Deutſchland mit vielleicht nur ſehr geringen Aus=
nahmen
darnieder, ſie erfordere alſo nicht viel neue Hypo=
thekengelder
, die ja nicht nur von Sparkaſſen, ſondern auch
von andren Körperſchaften und Privatkapitaliſten an
erſter Stelle gegeben werden. Die unfreiwillige Ruhe im
Baugewerbe werde zur Geſundung des Immobiliar=
marktes
beitragen, und wohl am beſten das viel erörterte
Problem, die Beſchaffung von zweiten Hypotheken, zu löſen
im Stande ſein. Auch das Submiſſionsweſen und
die Bemühungen, dieſe zu Gunſten des Handwerks zu
beſſern, ſtreift der Redner und verwies auf die Schrift des
Bürgermeiſters Dr. Eberle der angemeſſene Preis.
Mit einigen Worten erwähnte der Verbandsdirektor
das Weſen des Reviſionsberichtes und ſeine Behandlung
durch Vorſtand und Aufſichtsrat, was ihm Veranlaſſung
gab, auf den Zuſammenbruch des Spar= und
Kredit=Vereins in Nieder=Modau zu ſprechen

zu kommen. Er verwies auf den Artikel, der in den letzten
Genoſſenſchaftsblättern erſchienen ſei, hob die geradezu be=
dauernswerte
Vertrauensſeligkeit der übrigen Vorſtands=
mitglieder
und beſonders des Aufſichtsrates gegenüber
Adam hervor, die, wie es ſcheine, gar keine Veranlaſſung
genommen hätten, ſich um die Vorgänge in dem Verein zu
kümmern. Die zunächſt Beteiligten hielten es nicht für
notwendig, ſich einmal ſelbſt zu fragen, wie groß ihre
Schuld ſei, ſondern griffen ſofort die Tätigkeit des Ver=
bandsdirektors
, des Verbandsreviſors an und zu guterletzt
verurteilen ſie auch noch die Untätigkeit der Heſſiſchen Re=
gierung
. Nach ſeiner=Meinung könne der Regierung kein
Vorwurf gemacht werden, die Genoſſenſchaften ſeien Selbſt=
verwaltungs
=Genoſſenſchaften, ſie hätten ſich ſelbſt zu re=
gieren
, alles ſelbſt zu verantworten, was bei ihnen geſchehe,
genau wie das der Fall ſei bei Geſellſchaften mit beſchränk=
ter
Haftung, bei Aktiengeſellſchaften und bei den offenen
Handelsgeſellſchaften. Nach dem Rechten zu ſehen hätten
die durch das Geſetz und Statut eingeſetzten Organe. Es
liege an den Mitgliedern, wenn ſie an die verantwortungs=
vollen
Poſten Perſonen ſtellen, die entweder ihrer Aufgabe
nicht gewachſen oder mit unredlichen Grundſätzen behaftet
ſeien. Das Genoſſenſchaftsgeſetz habe nicht die Verant=
wortung
zu tragen für Betrügereien und Fälſchungen von
Vorſtandsmitgliedern und für die Nachläſſigkeit des Auf=
ſichtsrates
, der nicht als Dekoration aufzufaſſen ſei,
ſondern der Männer enthalten ſollte, die zu dieſem Poſten
auch befähigt und gewillt ſeien, ihn richtig zu verwalten.
Die Worte des Verbandsdirektors unterſtützte noch in
ſehr eindringlichen Ausführungen Herr Profeſſor Dr.
Crüger, der auch betonte, daß das Fehlen des Zwangs=
vergleiches
nicht als Lücke im Genoſſenſchaftsgeſetz zu be=
trachten
wäre, denn ſei die Möglichkeit hierzu vorhanden,
dann wäre die Haftpflicht der Mitglieder illuſoriſch gemacht.
Es beteiligten ſich an der Erörterung noch weitere Per=
ſonen
, und man ging dann über zu dem Vortrage des Herrn
Juſtizrats Dr. Oſann, der über die Befriedigung
des Kreditbedürfniſſes des Mittelſtandes unter beſonderer
Berückſichtigung der Kreditverhältniſſe der Hausbeſitzer
ſprach. Es würde im Rahmen dieſes Berichtes zu weit
führen, auf dieſes Referat und die folgenden Referate ein=
zugehen
. Ein eingehender Bericht wird von dem Ver=
bandsdirektor
ſpäter herausgegeben werden, und die In=
tereſſenten
werden von ihm den Bericht käuflich erwerben
können. Das nächſte Referat: Die Reichsverſicherungs=
ordnung
, das Verſicherungsgeſetz für Privatangeſtellte und
die Fürſorgekaſſen behandelte Herr Profeſſor Dr. Crüger
in kurzen prägnanten Zügen, unter Hervorhebung der
Hauptpunkte und unter dem Hinweis, daß die Fürſorge=
kaſſen
des Verbandes den Angeſtellten im Vergleich zu der
ſtaatlichen Zwangsverſicherung größere Leiſtungen bieten.
Zum Verbandsdirektor wurde wiedergewählt Herr
Direktor Stein, zu ſeinem Stellvertreter und gleichzeitig.
zum ſtellvertretenden Verbandsreviſor Herr Direktor
Habicht. Es erfolgte nun die Ausloſung der Abgeordneten
zu dem Deutſchen Genoſſenſchaftstag in München und zu
dem Mittelrheiniſchen Verbandstag in Braubach und auf
Einladung von Rüſſelsheim wurde dorthin der
nächſte Verbandstag in Ausſicht genommen. Die angeregte
Stimmung, die ſich in den beiden Verſammlungen zeigte,
übertrug ſich auch auf das Feſteſſen, bei dem noch verſchie=
dene
Reden gewechſelt wurden.

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[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Die andauernde Trockenheit hat die Feuersgefahr in den Waldungen
außerordentlich geſteigert. Bei der zurzeit herrſchenden großen Dürre genügt
ein Funke, um gefährliche Waldbrände zu entfachen.
Auf Grund des Art. 65 der Kreis= und Provinzialordnung werden zunächſt für
vier Wochen die nachſtehenden Anordnungen erlaſſen:
1. Das Rauchen im Walde und deſſen Nähe im Umkreis von 20 Metern
vom Waldrande iſt verboten.
2. Das Feueranzünden (außerhalb von Gebäuden) im Walde und im
Umkreis von 20 Metern vom Waldrande iſt verboten.
Dieſe Anordnungen treten mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldſtrafe bis zu neunzig Mark beſtraft.
Gleichzeitig machen wir auf die nachſtehend abgedruckten Vorſchriften des Art. 36
(10598
des Forſtſtrafgeſetzes vom 13. Juli 1904 aufmerkſam.
Darmſtadt, den 6. Mat 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Artikel 36 des Forſtſtrafgeſetzes.
Mit Geldſtrafe bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen wird
beſtraft:
1. wer mit unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald betritt oder ſich dem=
ſelben
in gefahrbringender Weiſe nähert:
2. wer im Walde brennende oder glimmende Gegenſtände fallen läßt, fortwirft
oder unvorſichtig handhabt;
3. wer in anderen als nach § 368 Nr. 6 des Strafgeſetzbuchs ſtrafbaren
Fällen im Walde oder in gefährlicher Nähe desſelben im Freien ohne
Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde Feuer anzündet oder, falls ihm die Erlaub=
nis
erteilt iſt, das Feuer gehörig zu beaufſichtigen oder auszulöſchen unter=
läßt
, oder den bei Erteilung der Erlaubnis ihm vorgeſchriebenen Bedingungen
zuwiderhandelt;
4. wer Waldflächen oder Grundſtücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne
Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde abbrennt oder den hierauf bezüg=
lichen
Anordnungen der Forſtpolizeibehörde zuwiderhandelt;
5. wer bei einem Waldbrande der Aufforderung des zuſtändigen Forſtbeamten
oder Ortspolizeibeamten zur Hilfeleiſtung nicht nachkommt, obſchon er der=
ſelben
ohne erheblichen eigenen Nachteil Folge zu leiſten vermag.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, den Inhalt obiger Bekanntmachung ſofort auf orts=
übliche
Weiſe zu veröffentlichen und das Polizeiperſonal entſprechend anzuweiſen.
Zuwiderhandlungen ſind zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Im Anſchluß an unſere Bekanntmachung vom 2. Oktober 1908 ( Amtsverkün=
digungsblatt
Nr. 239 vom 10. Oktober 1908) bringen wir die nachſtehenden, für weib=
liche
Handwerker genehmigten Ausnahmebeſtimmungen wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis:
1. Während einer bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Uebergangszeit werden weib=
liche
Handwerker zur Geſellen= und Meiſterprüfung auch dann zugelaſſen, wenn ſie
die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung nicht
nachzuweiſen vermögen.
2. Weiblichen Handwerkern, welche beim Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Oktober
1908 ihr Gewerbe bereits 5 Jahre ſelbſtändig ausgeübt haben oder während
einer gleich langen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung tätig geweſen
ſind und am vorgenannten Termin das nach den früheren Beſtimmungen für die

Gereene ene ee e
Antrag die weikere Beſugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu verleihen, auch wenn
ſie eine Lehrzeit nicht nachzuweiſen vermögen. Die weiblichen Handwerker, welche
hiernach um die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen einkommen müſſen,
wollen ihre Geſuche bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Die dazu erforderlichen Antragsformulare ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien
erhältlich.
3. In allen anderen Fällen wollen ſich die weiblichen Handwerker wegen wei=
terer
Auskunft an die Handwerkskammer zu Darmſtadt wenden.
4. Wir machen ferner darauf aufmerkſam, daß der Begriff ſelbſtändig bei
den weiblichen Handwerkern ſehr häufig irrtümlich aufgefaßt wird. Insbeſondere
wird von Damenſchneiderinnen vielfach angenommen, daß die Selbſtändigkeit einen
in der eigenen Wohnung ſtattfindenden Geſchäftsbetrieb vorausſetze. Die ſelbſtändige
Ausübung eines Gewerbes (unter eigenem Namen, auf eigene Rechnung und unter
eigener Verantwortlichkeit) iſt jedoch auch bei ſolchen weiblichen Handwerkern gegeben,
die zin der Behauſung der Kundſchaft ſchneidern.
Darmſtadt, den 2. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin, ſie
(10568
wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.
Darmſtadt, den 2. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 7., 9., 10., 13.,
14. und 17 Mai 1912, von vormittags 7 Uhr bis zum Dunkelwerden, Schießen mit
ſcharfer Munition von Truppenteilen des 18. Armeekorps auf dem Schießplatz bei
Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln ab=
geſperrt
.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. ( Polizeiver=
ordnung
Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20. Sep=
tember
1909.)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
(10253a
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Das Großherzogliche Miniſterium des Innern hat dem Kaiſerlichen Automobil=
Klub, dem Kaiſerlichen Aero=Klub und dem Verein Deutſcher Motorfahrzeug=
Induſtrieller die Erlaubnis erteilt, 3000 Loſe einer am 13. und 14. Juni 1912 zu
veranſtaltenden Verloſung von Wertgegenſtänden innerhalb des Großherzogtums zu
vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan
dürfen 200 000 Loſe à 2 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen
nur mit dem beſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der
Zeit des Vertriebs der Loſe zur 1. Klaſſe einer Königlich Preußiſchen Lotterie iſt An=
(10569
kündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dobermann, 1 Kriegshund. Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(165701
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Oeffentliche Impfung.

Mittwoch, den 1. Mai, und die folgenden Mittwoche, ſolange
Bedürfnis, von 5 Uhr nachmittags ab unentgeltliche Impftermine
im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene,
ſowie für ältere mit der Impfung im Rückſtand verbliebenen Kinder.
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der ge=
ſetzlichen
Strafe. Kinder, die in dieſen Terminen nicht geimpft wer=
den
, ſind bis zum Jahresſchluß auf Koſten der Eltern impfen zu
laſſen, andernfalls im Januar k. Js. die Nachholung der Impfung
binnen kürzeſter Friſt unter Strafandrohung angeordnet wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwach=
ſene
auf ihren Wunſch und Kinder, die erſt im laufenden Jahre ge=
boren
ſind, auf Wunſch ihrer Vertreter geimpft.
In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als
50 Impfungen vorgenommen.
Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen Kränk=
lichkeit
beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem
Impfarzt vorgeſtellt werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere
Benachrichtigung an die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten, wie Schar=
lach
, Maſern, Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſen=
artige
Entzündungen oder die natürlichen Pocken herrſchen, dürfen
Impfliuge zum allgemeinen Termin nicht gebracht werden.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 29. April 1912.
(10185a
Der Oberbürgermeiſter:

J. V.: Schmitt.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 8. Mai 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal zur Ludwigshalle dahier ( Ober=
gaſſe
) öffentlich meiſtbietend gegen Barzablung:
6 Diwans, 3 Vertikos, 3 Schreibtiſche, 2 Kleiderſchränke,
2 Sekretäre, 1 Trumeau, 1 Ausziehtiſch, 1 Spiegelſchrank,
1 Bücherſchrank, 1 Sitztruhe, 1 Klubſeſſel, 2 Kanapees,
1 Zigarettenſchrank, 1 Badewanne, 6 Wirtstiſche, 32 Wirts=
ſtühle
, 1 Büfett 1 Eisſchrank, 1 Kontrollkaſſe, 1 photogr.
Apparat, 1 Bandſäge, 1 Hobelbank ſamt Zubehör, 6 Bände
Meyers Lexikon, ca. 3500 Paar Handſchuhe u. a. m.
Darmſtadt. 6. Mai 1912.
(10632
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Masch.-Techn. Arbeiten!
Kostenanschfäge, Berechnungen-Prhjekte, Unter-
suchungen
, an Masch-Gutaelten. Durcharbeitung
von Erfindungsidees-Eutwerfen sowie Auszichen
und Beschrasen von Zeichnungen etc. etc.
übernima-billigst als Nebenbesch. erfahr.-Fachmann.
f. unt. K. 83 befördert die Rzpedition.
(*1394a

Sperrung von Feldwegen.

Infolge notwendiger Gleisarbei=
ten
muß der Bahnübergang Nr. 49,
Hammelstriftweg, in der Zeit vom
7 ds. Mts., nachmittags 1 Uhr,
bis zum 8. ds. Mts., abends 7 Uhr,
für den Fuhrverkehr geſperrt wer=
den
.
(10597
Darmſtadt, 6. Mai 1912
Der Oberbürgermeiſter.
V.: Baeger.

Die Zuführ von Grund

auf das Gelände am neuen Haupt=
bahnhof
und am Dornheimer Weg
iſt von nun ab unterſagt. Dagegen
kann die Anfuhr von Grund und
Bauſchutt geſtattet werden nach:
der Landgraf Georg=Straße,
hinter dem Woog,
dem Faſanerie=Weg, hinter der
Aktien=Ziegelei,
dem Täubches=Höhlen Weg,
hinter dem Nordbahnhof.
Erlaubnisſcheine ſind bei dem
Tiefbauamt, Hügelſtraße 31/33, ein=
(10630
zubolen,
Darmſtadt, 6. Mai 1912.
Städtiſches Tiefbauamt.

(8.
Berſteigerungs=Anteige.

Mittwoch, 8. Mai 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (, Zur Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter:
Vertikos, Pigninos, Konſolſchränkchen, Kleiderſchränke,
Diwans, Seſſel, Schreibtiſche, Kommoden, Sekretäre, ferner
Ladenſchränke, 1 Teigteil= und 1 Teigknetmaſchine, 1 Sem=
melreibmaſchine
, 1 Apparatenſchrank, 1 Pferd, Landauer
und Coupees
(10631
zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.

Konkursverfahren.

Termin zur Anhörung der Gläu=
bigerverſammlung
über den vom
Konkursverwalter nach § 204 K. O.
geſtellten Antrag, das Konkurs=
verfahren
über das Vermögen des
Zimmermeiſters Karl Lorenz hier,
wegen Unzulänglichkeit der Maſſe
einzuſtellen, iſt auf (10596
Freitag, den 24. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
Zimmer Nr. 219, beſtimmt worden.
Darmſtadt, 3. Mai 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

Der Militär-
9i0au
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[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Nummer 107.

Seite 12,

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nur mit Pilo putzen. Pilo iſt nicht nur für ſchwarze, ſon=
dern
auch für gelbe, braune und weiße Schube zu baben.

Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
Nachdruck verboten.)
38)

Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Die Tage dehnten ſich in ihrem bleichen Licht und die
Mächte in ihrem Dunkel mit den flammenden Polarlich=
tern
, die wie bläuliche Feuerkugeln am Himmel aufziſchten,
ſie ſchienen Hallgerdr endlos.
Einmal hatte ſie verſucht, mit dem Vater zu reden, der
wortkarg durch das Haus ging, oder in der Badſtofa ſaß
und ſich in ſeine Pjodſögur (Volksſagen) vertiefte. Da hatte
Ravna Jonſon mit ſeinen tiefliegenden, verdunkelten Augen
ſie ſo drohend angeblitzt, daß ſie betroffen ſchwieg.
Sie hatte nicht bemerkt, wie Bjarni hohnvoll gelächelt,
als er zufällig dazu kam, wie der Vater ſie von ſich wies.
Mit Bjarni hatte ſie kaum hier und da ein notwendiges
Wort gewechſelt. Da im Widarhofe nicht geredet wurde,
fiel es nicht weiter auf. Hallgerdr ſchien es nur, als käme
ein Drohen in des Vaters Augen, wenn ſie ſo nichtachtend
über Bjarni hinwegſah.
Was zwiſchen ihrem Vater und Bjarni vorgegangen,
als der Knecht ohne ſie von der Reiſe heimkam, hatte Hall=
gerdr
nicht erfahren.
Die alte Gynna nur hatte ihr heimlich vertraut, daß
es zwiſchen den beiden Männern einen heftigen Streit ge=
geben
.
Der ſtille Hof hatte von zornigen Worten gedröhnt,
und=Gynna hatte ſich gefürchtet.

Die heilige Chriſtnacht war ſo ſtill und freudlos über
den ſchweigenden Hof gegangen. Nur das Singen der
Schwäne war wie Geläut durch die Nacht geklungen, und
ein Stern, ein großer, funkelnder Stern hatte über dem
Hof geflammt.
Wie der Stern von Bethlehem hatte er durch die
Schneenacht geleuchtet in wunderbarer, flimmernder Pracht.
Nun waren die Sterne geſchwunden, und die Polar=
lichter
kniſternd zerſtoben. Fern nur heulte ein raubgie=
riger
Wolf, und Hallgerdr wartete von Tag zu Tag, und
Ingwald Anderſen kam nicht.
Hallgerdrs feſter Wille zermürbte an dieſem Warten,
ihre Kraft zerbrach.
Sterben hätte ſie mögen.
Wenn ſie ſich auch ſagte, daß Ingwald durch widrige
Naturgewalten, an denen ja ihr wildes Land ſo reich war,
ferngehalten wurde, ſie hatte das Gefühl, er hätte dennoch
kommen müſſen.
Durch Nacht und Graus, durch Schnee und Eis, über
alle Hinderniſſe hinweg zu ihr, von der er wußte, daß ſie
in Liebe und Sehnſucht ſeiner harrte. Er, der ſie erlöſen
ſollte und hinausführen mußte aus dem toten Haus, der
würde kommen.
Und ſie mußte wieder an Kaare Myrdal denken, deſſen
Schiff jetzt vielleicht auf fernen Meeren ſchaukelte, und der
nie, nie wiederkam. Hallgerdr mußte weinen, wenn ſie
an den Freund dachte. Wie Sehnſucht nach ihm, den ſie
doch ſelber fortgeſchickt, wollte es über Hallgerdr kommen.
Und immer brennender, immer ungeduldiger wünſchte ſie
doch Ingwald Anderſen herbei.

Eines Tages ließ der Vater eine große, geſchnitzte
Truhe in die Wohnſtube ſchaffen.
Mit alten Runen war ſie geziert und merkwürdig ge=
heimnisvoll
ſah ſie aus.
Bjarni und die alte Gynna waren auch in der Stube,
ils der Bauer, auf die Truhe weiſend, zu Hallgerdr ſagten
Das iſt Dein. Ich ſchenke es Dir als Julklapp.
Erſtaunt ſah Hallgerdr dem Vater in das unbewegten
Geſicht.
Ich danke Dir, ſagte ſie langſam, den Deckel der Truhe
hebend.
Erſchreckt wich ſie einige Schritte zurück.
Die alte Gynna aber lachte und ſchlug die dürren
Hände ineinander.
Mein Goldkind, mein Täubchen, flüſterte ſie dem Mäd=
chen
zu. So lache doch, das Brautkleid iſt es für Dich,
und ſo koſtbar, wie ich noch keines geſehen.
Entzückt nahm ſie den Faldur (den Helm aus weißem
Atlas von dem ſonſt der Spitzenſchleier herabhing) aus der
Lade. Heute ſchmückte ihn ein reich mit Gold geſticktes,
ſchimmerndes Netz, wie es die Bräute trugen.
Wie würde das auf dem Goldhaar ihres Lieblings
funkeln und blitzen.
Das Diadem mit dem Stern! Wie ſchön! Edle Steine
funkelten darauf. Die Jacke mit ſilbernen Treſſen und
Knöpfen, der Rock mit der reichen Silberſtickerei, der Gürtel
mit den vielen Zieraten, und der Kragen mit Silber
geſtickt!
Die Alte konnte ſich nicht ſatt daran ſehen. Jedes
Stück wog ſie ſchmunzelnd in ihrer dürren Hand.

[ ][  ][ ]

Nummer 107.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

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Siſten Auges ſanden de Rihner, uich füſer
Hallgerdr da.
Was ſoll die Pracht, Vater? fragte das Mädchen be=
klommen
, faſt drohend.
Der Alte ſtrich ſich über das weiße Haar, dann er=
widerte
er, mit einem Blick auf Bjarni:
Es iſt das Hochzeitskleid, was immer die Frauen des
Widarhofes getragen. Es iſt ſehr koſtbar. Deine Mutter
trug es mit Stolz. Nur der Gürtel iſt neu. Bjarni brachte
ihn von der Reiſe mit heim für Dich.
Gynna hielt das funkelnde Geſchmeide hoch empor, und
Hallgerdr ſah auf dem ſchwarzen Sammet mit ſeinem flim=
mernden
Schmuck plötzlich Bjarnis Namen ihr entgegen
blinken.
So war es Brauch auf Island, den Namen des Man=
nes
trug die Braut als Schmuck, wenn ſie zur Kirche ritt.
Schließ die Lade, gebot das Mädchen der Alten, und
ſchaff das Hochzeitskleid in die Kammer. Ich trage es
nimmer.
Darüber entſcheide ich, nicht Du, fiel ihr der Bauer
ins Wort, und verhaltener Groll zitterte in ſeiner Stimme.
Bjarni iſt Dir zum Mann beſtimmt. Wenn der Schnee
ſchmilzt und die Wege frei ſind, mögt Ihr zur Kirche reiten,
um das Band feſt zu machen. Bjarni iſt von heute ab mein
Sohn und Erbe. Widerſetzt Du Dich meinem Willen, ſo
habe ich beſtimmt, daß der Widarhof ſein wird. Du kannſt
dann betteln gehen. Haſt Du mich verſtanden?
Ja, Vater. Ich fürchte die Armut nicht. Wenn Du
meinſt, daß es recht iſt, ſo mußt Du tun nach Deinem Wil=
len
. Lieber aber will ich barfuß unſer ganzes Land durch=
wandern
und vor den Türen mein Brot erbetteln, ehe ich
dieſen da zum Manne nehme, den ich verachte.
Bjarni bohrte die Hände, zu Fäuſten geballt, in die

Laſchn feiter Jacd. An ſehſten hite er ie des Rab=
chen
, das ſo kühl und ſicher, in ſo ablehnender Haltung da
drüben ſtand, geſchlagen, aber noch bezwang er ſeinen
Zorn.
Bjarni hat mir erzählt, bemerkte Ravna Jonſon, an=
ſcheinend
gleichmütig, daß der fremde Kapitän ein Auge
auf Dich geworfen, und daß Du törichte Hoffnungen daran
knüpfſt.
Hallgerdr richtete ihre blauen Augen kühl und ſtolz
auf den Knecht und entgegnete feſt:
Seit wann iſt es Sitte auf dem Widarhof, daß der
Knecht ſich in die Angelegenheiten ſeiner Herrin miſcht?
Habe ich Bjarni Rechenſchaft zu geben über meine Gefühle?
Er wird Dein Mann, Du mußt ihm unterkan ſein und
ihm gehorchen.
Nein, Vater, Du irrſt. Nie werde ich Bjarni ange=
hören
. Nie!
Geh aus der Stube, brüllte der Bauer die alte Gynna
an, welche die Hände vor Schreck über dem Kopf zuſam=
menſchlug
. Was ſtehſt Du da und gaffſt?
Die alte Magd richtete ihre glanzloſen, kleinen Augen
mit ſeltſamem Blick auf den grauhaarigen Mann, und
mahnte, die Hand drohend erhoben:
Bauer, Bauer, ich warne Euch! Stricke, die man zu feſt
zieht, reißen. Die Raben fliegen ſchon wieder ums Haus.
Habt Ihr ſie krächzen hören? Das bringt Unheil über den
Hof und über Euch, Ravna Jonſon.
Wahnſinniges, altes Weib, ſcher Dich zum Teufel!
Die Augen der Alten nahmen wieder den ſeltſam ſtar=
ren
Ausdruck an, der ihnen ſo oft eigen, und irrten dann
durch die Stube, als ſähe ſie weit in die Ferne.
Habe ich Euch nicht geſagt, Bauer, murmelte ſie, daß
Bjarni allein heimkehren würde von der weißen Hekla?

Oude ih Such uißt eſagt, der Tch mireite air den
anderen, die Bjarni verlaſſen, und habe ich Euch nicht ver=
traut
, daß Hallgerdrs Herz andere Bahnen zieht?
Ja, Gott ſei’s geklagt, ſchwatzen tuſt Du ohne Maß.
Jetzt aber iſt’s genug. Verlaß die Stube, gebot der Bauer.
Ich ſah es im Traum, murmelte die Alte, und Gynnas
Träume ſind wahr. Bauer hütet Euch! Dunkles ſinnt Eure
Seele, und Euch zur Seite, da ſteht der Böſe. Hallgerdr
zwingt Ihr nicht. Sie iſt ein Kind der Sonne, die ſchnee=
weiße
Mutter, die Bergfrau, ſchirmt ſie, trotzdem Leid,
ſchweres Leid ſie zu Boden drückt.
Und mit allen Zeichen des Schreckens in dem runzel=
vollen
Geſicht, kam es plötzlich wie ein Wimmern von den
zitternden Lippen:
Er kommt über das Eis. In tiefer Nacht, durch Not
und Tod. Er kommt, er kommt!
Lang hin ſchlug die alte Magd auf die Diele.
Schmeiß das verrückte Weib hinaus, gebot der Bauer
dem Knecht.
Aber ſchon hatte Hallgerdr Gynna liebevoll aufgerichtet
und führte ſie ſorglich zur Tür.
Geh ſchlafen, Gynna, flüſterte ſie ihr zu, und ſorge
Dich nicht. Der Vater meint es nicht ſo böſe.
Die Alte nickte.
Mein Püppchen, mein Sonnenkind, murmelte ſie vor
ſich hin, langſam über die Schwelle humpelnd, ich zeig Dir
den Weg. Ueber’s Eis kommt er, wie damals der Mann,
der ſterben mußte, weil man kein Herz auf dem Widarhof
hatte, kein Herz.
Bjarni warf wütend ſeinen groben Schuh der Alten nach.
Verfluchte, alte Hexe, zürnte er, ſie macht noch das
ganze Haus verrückt.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

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[ ][  ][ ]

Nummer 107.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Seite 15.

Allgemeiner Verein gegen Verarmung
und Bettelei.
Geſchäftsbericht von 1877 bis 1912.
(Fortſetzung.)

Der Allg. V. g. V. u. B. hatte ſich bald in weiteſten
Kreiſen einen Namen erworben und ſeine Einrichtun=
gen
haben vielfach anderen Städten bei Gründungen
von ähnlichen Wohltätigkeitsvereinen als Muſter ge=
dient
. Im Jahre 1881 wurde unter Mitwirkung eini=
ger
Mitglieder des Vorſtandes der Deutſche Verein
für Armenpflege ins Leben gerufen. Dem An=
ſehen
, das der hieſige Verein genoß, und dem Umſtande,
daß Darmſtadt eine der erſten Städte Deutſchlands war,
welche die offizielle Armenpflege zeitgemäß organiſiert
hatten, iſt es zuzuſchreiben, daß die 2. Hauptver=
ſammlung
des Deutſchen Vereins für Armenpflege
am 7./8. Oktober 1882 in Darmſtadt abgehal=
ten
wurde. Betreffs dieſer Tagung ſei nur hervorgeho=
ben
, daß auf derſelben zum erſten Male auch Süddeutſche
in größerer Zahl ſich den zunächſt in Norddeutſchland
zutage getretenen Beſtrebungen auf einheitliche Geſtalt=
ung
der Armenpflege anſchloſſen und ſo die Aufſtellung
allgemeiner Grundſätze für das ganze deutſche Vater=
land
ermöglichen halfen.
Schon bei der Gründung des Vereins g. V. u. B.
hatte man auf die Reinlichkeit in den Wohn=
ungen
der zu Unterſtützenden ſein Augenmerk gerichtet
und ſeitdem verſchiedentlich auch Schritte getan, um die
damaligen vielfachen Uebelſtände in der Altſtadt zu be=
ſeitigen
. Auch jetzt war es wieder Rentner Schwab,
welcher zur Abſchaffung der vorhandenen Mängel in
dem genannten Stadtteile mit eigenen Mitteln einen
praktiſchen Anfang machte. Er erwarb im Jahre 1854
das Haus Langegaſſe Nr. 30, ließ es in allen
Teilen herſtellen und wohnlicher einrichten und ſorgte,
daß Licht und Luft möglichſt Zutritt erhielten. Dieſes
Haus ſchenkte er nun dem Allg. V. g. V. u. B. mit der
Beſtimmung, daß dasſelbe an ordnungsliebende, ſaubere
Wenigerbemittelte vermietet und der jährliche Reinertrag
zur Neuherſtellung von Mietwohnungen
Armer (Tünchen, Weißen uſw.) zu verwenden ſei. Für
die Mieter arbeitete er gleichzeitig eine muſtergültige
Hausordnung aus. Dieſe Zuwendung des Herrn
Schwab bildete den Grundſtock für die vom Verein be=
ſonders
verwaltete Schwabſtiftung. Nachdem

der Verein auf dieſe Weiſe in den Beſitz von Grund und
Boden gelangt war, wurden ihm durch Allerhöchſte Ent=
ſchließung
vom 13. November 1884 Korpora=
tionsrechte
verliehen. Bald nach vorerwähnter Zu=
wendung
fiel dem Verein ein weiteres bedeutendes Ver=
mächtnis
des Rentners Joh. Ad. Helfmann zu,
welches je zur Hälfte eine Stiftung für verſchämte Arme
und eine ſolche zur Erwerbung von Häuſern für die
arbeitende Bevölkerung darſtellte. Hierdurch wurde es
dem Verein ermöglicht, der mehrerwähnten Wohnungs=
fürſorge
näher zu treten; er erwarb 3 weitere Häu=
ſer
in der Altſtadt Langegaſſe Nr. 17,
Kleine Kaplaneigaſſe Nr. 1. und Große
Kaplaneigaſſe Nr. 64 und ließ dieſe nach dem
Muſter des Hauſes Langegaſſe Nr. 30 innen und außen
reparieren und zu kleinen Wohnungen einrichten. Die
für letzteres vorhandene Hausordnung und die einge=
führten
Grundſätze über die Zahlung der Miete in ein=
und zweiwöchentlichen, anſtatt monatlichen oder viertel=
jährigen
Raten, wurden für die neuerworbenen Häuſer
in Geltung geſetzt. Auf dieſe Weiſe wurden die Mieter
an pünktliche Zahlung gewöhnt und der Verein hatte
kaum Ausfälle an Miete zu verzeichnen.
Nach Niederlegung einiger Straßenzüge in der Alt=
ſtadt
wurde von Bauunternehmern und Bauvereinen.
wie Daheim, Ernſt=Ludwigsbauverein u. a., in den fol=
genden
Jahren im Martins= und Johannesviertel hin=
reichend
für kleinere Wohnungen geſorgt und die vor=
handene
Wohnungsnot bedeutend gemildert, ſodaß der
Verein von Erwerbung und Herrichtung weiterer Häuſer
vorerſt Abſtand nehmen und ſich darauf beſchränken
konnte, die Beſtrebungen der genannten Vereine mit den
ihm zur Verfügung ſtehenden Mitteln möglichſt zu
fördern.
Im Jahre 1886 wurde durch ein namhaftes Legat
des verſtorbenen Kommerzienrats Karl Merck der Grund=
ſtock
zur Merckſtiftung gelegt, deren Erträgniſſe
zur Unterſtützung verſchämter Notleidenden beſtimmt
ſind.
Im Jahre 1888 wurde mit der Eingemeind=
ung
von Beſſungen der dort beſtehende Armen=
und Hilfsverein aufgelöſt, deſſen Mitglieder und die
übrige Einwohnerſchaft von Beſſungen wurden zum
Eintritt in den Allg. V. g. V. u. B. in beſonderem Aufruf
aufgefordert und für den Stadtteil Beſſungen wurden
2 weitere Armenpflegebezirke gebildet, ſodaß die Ge=
ſamtzahl
derſelben ſeitdem 12 beträgt.

In den keten 12 Vereinsjahren, von 1900l bis
1911/12, wurden 15 476 Unterſtützungsanträge behandelt
In 2113 Fällen erfolgte Ablehnung und auf 13363 An=
träge
wurden bewiligt: 201 873,40 Mk.
Ein zahlenmäßiges Bild der Vereinstätigkeit mögen
folgende Angaben über die Ergebniſſe von 5 zu 5 Jah=
ren
darſtellen.
Es betrugen im

Jahr Mitglieder Deht. in gft. Fäll 1877 1068 17.914 10 425,74 417 1882/83 1210 21328 15200,55 827 1886/87 1102 19 451,50 19 429,49 770 1891/92 1183 19906,50 21312,12 1003 1896/97 1027 16 896 16847,72 1022 1901/02 982 15154 18 15475
18 541,80 1108 1906/07 808 14143 1376 1911/12. 747 12 692,50 16392,0 1137 Bei Vergleichung. dieſer Zahlen muß es auffallen,

daß die Zahl der Mitglieder und die Beiträge
ſtetig abgenommen haben, während die Zahl
der Unterſtützten und zum Teil auch die Unter=
ſtützungsbeiträge
eine fortwährende Zu=
nahme
zeigen. Daß bei dem Abnehmen der jähr=
lichen
Einnahmen die Unterſtützungen ſich ziemlich auf
gleicher Höhe hielten, hat darin ſeinen Grund, daß die
Mieteinnahmen aus den Häuſern und die Zinſen aus
den Stiftungen, ſoweit letztere verwendbar ſind, für
Unterſtützungszwecke verwendet werden konnten.
Der Rückgang der Mitgliederbeiträge
bei fortwährender Zunahme der Bevölkerung iſt zunächſt
durch die Tatſache erklärlich, daß die durch Sterbefälle,
Wegzüge uſw. verurſachten Ausfälle durch den Eintritt
neuer Mitglieder nicht hinreichend erſetzt werden. Viele
zugezogene Bewohner haben von den früher vorhande=
nen
Zuſtänden, namentlich inbezug auf den Hausbettel,
keine Kenntnis; ſie genießen die Wohltaten des Vereins,
ohne daran zu denken, daß es im weſentlichen der Alg.
B. g. B. u. B. war, welcher die heutigen beſſeren Ver=
hältniſſe
geſchaffen hat. Ein weiterer Grund des Rück=
ganges
der Mitglieder mag auch der ſein, daß fortwäh=
rend
neue Vereine für humanitäre Zwecke
ins Leben gerufen werden, deren Tätigkeit zwar nicht
für die Armenpflege im allgemeinen, wohl aber für den
Alg. V. g. B. u. B. nicht ohne Einfluß iſt.
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