Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
taren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibungoder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annonenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Dem Reichstage iſt jetzt der Geſetzentwurf
über den Zuſammenſtoß von Schiffen,
ſo=
wie über die Bergung und Hilfeleiſtung in Seenot
zu=
gegangen.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichs=
tags beanſtandete die Wahl des Abg. Dr. Kaempf.
Geſtern wurde die große Kunſtausſtellung
Dresden 1912 eröffnet.
Frankreich beſchloß, die Flottendiviſion in
Marokko durch Entſendung zweier Panzerkreuzer
zu verſtärken.
Iſt die deutſche Flotte ein Luxus?
sh. In den Debatten des engliſchen Unterhauſes, die
ſich mit der Spannung zwiſchen Deutſchland und England
im letzten Sommer beſchäftigten, fiel bekanntlich das Wort,
daß eine ſtarke Flotte für Deutſchland mehr ein Luxus, für
England dagegen eine Notwendigkeit darſtelle. Rittmeiſter
a. D. Alexander Graf v. Gersdorff (Wiesbaden), der
bereits in einer Broſchüre „Die Kriegsbereitſchaft der
eng=
liſchen Flotte im Jahre 1911” eingehend ſchilderte, hat nun
dieſe engliſche Behauptung zum Gegenſtand einer weiteren
Abhandlung gemacht, die dieſer Tage im Verlage von
Eckſtein u. Engel (Berlin) erſcheint und den Titel führt:
„Iſt die deutſche Flotte ein Lurus oder eine
Notwendig=
keit?”
Der Verfaſſer meint einleitend, daß trotz des
Ab=
ſchluſſes der Marokkoverhandlungen mehr denn je in
Frankreich und auch in England von dem ſogenannten
Revanchekrieg geſprochen und geſchrieben wird, in
dem Deutſchland zu Lande und zu Waſſer vernichtet
wer=
den ſoll. Eine Sprache hallt zu uns über Vogeſen und
Kanal herüber, und eine Kriegshetze wird dort drüben
getrieben, die ſelbſt die Ereigniſſe vor dem Ausbruch des
Krieges 1870/71 weit in den Schatten ſtellen. Frankreich
hat inzwiſchen eine Marinevorlage, eine Milliardenvorlage,
angenommen, die, wie offen ausgeſprochen wurde, dazu
dienen ſoll, Deutſchland in Zukunft auch zur See
gewach=
ſen zu ſein, um die Vernichtung zu einer vollſtändigen
zu geſtalten. Die Rede Churchills zeigt, daß ſich in
unſe=
rem Verhältnis zu England nichts geändert hat, und daß
die Spannung, die zwiſchen England und Deutſchland ſeit
dem Erſtarken unſeres Reiches beſteht. und die 1911 ihren
Höhepunkt erreichte, durchaus nicht durch den Beſuch des
engliſchen Kriegsminiſters in Berlin gemildert worden iſt.
Der Verſuch Englands, alle feindſeligen Maßnahmen und
Drohungen des Jahres 1911 als Mißverſtändniſſe
hinzu=
ſtellen, muß bei allen Einſichtigen ſcheitern. In weiten
Kreiſen Deutſchlands wurde das Gefühl der ſchweren
Sorge und Beunruhigung erweckt, daß durch den
geheim=
nisvollen Beſuch des engliſchen Kriegsminiſters in Berlin
ein Verſuch, wenn nicht gar ein Druck unternommen
wer=
den ſollte, die deutſche Regierung von der ſofortigen
Ein=
bringung der Wehrvorlagen abzuhalten. Dieſe ſchwere
Sorge und Beunruhigungſcheint nun glücklich von uns
genommen durch die an einem National=Feſttage, am
Ge=
burtstage des alten Kaiſers, am 22. März, bekannt
gewor=
denen Entwürfe der neuen Wehrvorlagen. Neuer
kriege=
riſcher Geiſt durchweht die deutſchen Gaue nach den trüben
Erfahrungen des Jahres 1911, und zu unſerer großen
Freude finden wir das Wort „Kriegsbereitſchaft”
mehr=
fach in dem Entwurf der Wehrvorlagen.
Der Verfaſſer wendet ſich dann gegen die auf
eng=
liſcher Seite verbreitete Meinung, daß die Deutſchen „
Par=
penus” in der Weltgeſchichte ſeien und weiſt darauf hin,
daß die deutſche Hanſa noch im 15. Jahrhundert in faſt
allen Kämpfen Sieger über die Engländer war. Nach
einem hiſtoriſchen Rückblick über die Entwickelung der
po=
litiſchen Machtſtellung des Inſelreiches im Kampfe gegen
die Feſtlandmächte reſümiert Graf Gersdorff:
Deutſch=
land ſteht heute an einem neuen großen
Wen=
depunkt ſeiner Geſchichte und
Weiterent=
wickelung. Es wird und muß ſich in kurzer Zeit
ent=
ſcheiden. ob wir gewillt ſind, in Zukunft die Stellung
bei=
zubehalten, die England uns anweiſt — d. h. daß wir
uns auf unſere Feſtlandsmacht zu beſchränken haben
oder ob wir gewillt ſind, die Stellung einzunehmen, die
uns nach dem Stand unſerer Bevölkerung, Induſtrie,
Han=
del. Gewerbe und Landwirtſchaft, ſowie nach der Höhe
unſeres Nationaleinkommens und Nationalvermögens
fraglos zukommt. Wenn wir uns mit der „erſten
Land=
macht begnügen, ſo werden wir in kurzer Zeit aus dar
Liſte der Weltmächte geſtrichen ſein. Unſere Flote ſoll
nicht nur einſeitig zum Schutze unſerer ſo eingeſchränkten
deutſchen Küſte dienen, ſondern ſie ſoll und muß ein
Macht=
mittel ſein, durch welches Deutſchland in die Lage verſetzt
wird, berechtigte Anſprüche und Forderungen auch
durch=
zuſetzen; damit wir nicht wieder vor fremden
Machtſpri=
chen uns beugen und demütigen und vor feindlichen
Drohungen zurückweichen müſſen.
Der preußiſche Kriegsminiſter über
das Duell.
* Wie ſchon kurz mitgeteilt wurde, nahm in der
Bud=
getkommiſſion des Reichstags vor Eintritt
in die Tagesordnung der Kriegsminiſter v.
Hee=
ringen das Wort, um, wie im Plenum angekündigt,
zur Duellfrage Stellung zu nehmen. Er führte aus:
Der Abg. Erzberger bezeichnete am 24. April die zur
Verabſchiedung des Oberarztes Dr. Sambeth ergangene
Allerhöchſte Kabinettsorder als einen Schlag gegen das
chriſtliche Volk. In der Erregung gab ich meiner
Erwi=
derung eine ungewollt ſcharf klingende Faſſung, die zu
meinem Bedauern zu vielen Mißverſtändniſſen
Veranlaſ=
ſung gegeben hat. Ich habe niemals im Sinne gehabt,
einen Herrn, der aus reinen, edlen Motiven ein Gegner
des Duells iſt, als weniger würdig anzuſehen. Ich habe
den mir von der Preſſe in den Mund gelegten Ausdruck,
er paſſe nicht in die geſellſchaftlichen Kreiſe, wie ein
Ein=
blick in das unkorrigierte Stenogramm zeigt, überhaupt
nicht gebraucht. Ich würde mich durch die Herabſetzung
dieſer Gegner des Zweikampfes auch zu der
an=
gegriffenen Kabinettsorder in ſchroffen Gegenſatz gebracht
haben, denn dieſe vertritt ja gerade den umgekehrten
Standpunkt. Das Ehrengericht der Sanitätsoffiziere der
15. Diviſion hatte Sambeth wegen Verletzung der
Stan=
desehre verurteilt und den ſchlichten Abſchied vorgeſchlagen.
Die Allerhöchſte Order lehnt dem entgegen die Beſtätigung
des Spruches ab und betont in beſtimmter Form, daß
eine Duellverweigerung aus religiöſen Gründen
nicht Gegenſtand einer ehrengerichtlichen Unterſuchung ſein
könne. Das heißt mit anderen Worten, daß hier
über=
haupt keine unehrenhafte Handlung vorliege. Dr.
Sam=
beth brachte ſich jedoch mit der Begründung ſeiner
Duell=
verweigerung in einen Gegenſatz zu ſeinen
Standesgenoſſen. Seine Auffaſſung — und die
meinte ich bei meiner Erwiderung — gipfelte darin, daß
er einen Zweikampf mit ſeinem Beleidiger ablehne in
Rückſicht auf die göttlichen Gebote, die menſchlichen Geſetze,
die logiſche Vernunftslehre, ſeine Stellung als
Familien=
vater und die Satisfaktionsunfähigkeit ſeines Gegners.
Für letztere Behauptung konnte er nichts als deſſen
an=
gebliche ſchlechte finanzielle Verhältniſſe anführen. Wenn
die allerhöchſte Order Sambeth zur Einreichung ſeines
Abſchiedsgeſuches veranlaßte, ſo ſtellte ſie damit keinen
neuen Grundſatz auf, ſondern vertrat das, was in der
deutſchen Armee von jeher geherrſcht hat und noch
herrſcht und bei den zahlreichen Duelldebatten im
Reichs=
tage in den Erklärungen meiner Amtsvorgänger ſtets
Ausdruck gefunden hat. Danach ſteht die
Duellver=
weigerung in einem ſo ſcharfen
Wider=
ſpruch zu den in der Armee und in weiten
Kreiſen darüber hinaus tatſächlich
herr=
ſchenden Anſchauungen über die
Wiederherſtel=
lung der verletzten Ehre, daß die Offiziere, die in einem
gegebenen Falle den Zweikampf verweigern, in einen
Gegenſatz zu den Grundüberzeugungen ihrer Kameraden
geraten, der nicht ertragen werden kann.
Trotz=
dem ſehe auch ich den Zweikampf als ein Uebel an und
werde wie bisher mit allen Mitteln zu ſeiner
Einſchrän=
kung beitragen, wie dies meine Pflicht als Kriegsminiſter
iſt. Die gewaltſame Beſeitigung iſt aber nicht möglich.
Die allerhöchſte Order vom 1. Januar 1897 weiſt den
praktiſchen Weg. das Duell nach Möglichkeit
einzu=
ſchränken. Infolgedeſſen ſind Duelle wegen nichtiger
Ur=
ſachen aus der Armee überhaupt verſchwunden. Ein
vol=
ler Erfolg wird aber erſt möglich ſein, namentlich bei
Zu=
ſammenſtößen zwiſchen Mitgliedern der Armee und
au=
ßerhalb derſelben ſtehenden Perſonen, wenn durch die
Aenderung der Geſetzgebung der Schutz der
perſön=
lichen Ehre weſentlich verſtärkt werden wird Die Duellfrage
ſchließt die ſchwerſten ethiſchen Konflikte in ſich und kann
nicht kurzer Hand durch den Geſetzgeber gelöſt werden.
Dies iſt auch von grundſätzlichen Duellgegnern wiederholt
wenn auch beklagt. ſo doch zugegeben worden. Ihrer
Lö=
ſung näher kann ſie nur auf dem praktiſchen Wege geführt
werden, den die Armee ſeit 1897 eingeſchlagen hat.
Kriegsminiſter von Heeringen hat durch dieſe abge
gebene Erklärung jeden Zweifel daran beſeitigt, daß es
ihm fern liegt, jemand als weniger würdig deshalb
an=
zuſehen, weil er aus edlen Motiven Duellgegner iſt.
Da=
mit iſt das Mißverſtändnis beſeitigt, das die bekannte
Aeußerung des Kriegsminiſters hervorrufen konnte. Der
Kriegsminiſter hat ferner die Uebereinſtimmung
nachge=
wieſen, die ſachlich zwiſchen der Kabinettsorder zum Fall
Sambeth und ſeiner oben umſchriebenen Auffaſſung
be=
ſteht. Wer die Bedeutung des einheitlichen Charäkters
unſerer Offizierkorps ſo würdigt, wie ſie gewürdigt
wer=
den muß, wird bei vollem Verſtändnis für die
grundſätz=
liche Duellgegnerſchaft nicht heſtreiten dürfen, daß der
Kriegsverwaltung in erſter Linie die Intereſſen des Offi
zierkorps näher ſtehen müſſen. Mit vollem Rechte hat der
Kriegsminiſter des weiteren den Enfluß betont, den der
mangelhafte geſetzliche Schutz der
perſön=
lichen Ehre auf das Vorkommen von Duellen ausübt.
So lange die perſönliche Ehre nicht wirkſamer durch das
Geſetz geſchützt wird, fehlt die Vorbedingung für eine
Aenderung der im Offizierkorps über die Duellgegner
herrſchenden Anſchauung. Letztere aber mit Hilfe einer
ge=
ſetzlichen Vorſchrift zwangsweiſe ändern zu wollen, wäre
bei der Natur der vorliegenden ſittlichen Konflikte ein
erfolgloſes Beginnen. Indem der Kriegsminiſter darauf
hindeutete, hat er nur etwas Tatſächliches feſtgeſtellt.
Deutſches Reich.
— Die Brannt weinſteuervorlage in der
Kommiſſion. Zugleich mit der Beratung der
Wehr=
vorlagen in der Budgetkommiſſion des Reichstags begann
die beſondere Kommiſſion die Beratung über die
Brannt=
weinſteuervorlage. Das Ergebnis der Ausſprache iſt
folgendes: Die rechtsſtehenden Parteien zeigen ſich
ge=
neigt, der Aufhebung der Liebesgabe zuzuſtimmen,
aller=
dings unter gewiſſen Kautelen zum Schutze des
landwirt=
ſchaftlichen Gewerbes und unter Widerſpruch gegen
wei=
tergehende ſüddeutſche Vergünſtigungen. Von anderer
Seite wurde dagegen mit beſonderem Nachdruck
hervor=
gehoben, daß, ſolange die Beſtimmung über den
Durch=
ſchnittsbrand und den Vergällungszwang weiteren
Be=
ſtand habe, die Aufhebung der Kontingentsſpannung
tat=
ſächlich nur eine verhüllte indirekte Steuer in ſich ſchließe.
Einheitlich ſcheint man der Auffaſſung zu ſein daß man
bemüht ſein müſſe, durch beſondere Beſtimmungen die
Ver=
teuerung des zu gewerblichen Zwecken dienenden
Spiri=
tus zu verhindern, da er ſonſt die Konkurrenz des
Petro=
leums nicht aushalten könne. Es wurden Anträge
ange=
kündigt, dahingehend, daß ein Teil des Ertrages der
Auf=
hebung der Liebesgabe verwandt werden ſoll, zur
Auf=
rechterhaltung des jetzigen Preiſes für gewerblichen
Spiri=
tus, ſowie von anderer Seite, daß die Betriebsauflage
nach oben ausgebaut und die Erträgniſſe dieſer
Maß=
nahme auch verwandt werden ſollen zur Feſthaltung des
augenblicklichen Preiſes für gewerblichen Spiritus.
Im einzelnen iſt aus den Beſprechungen zu erwähnen:
Schatzſekretär Kühn wandte ſich mit kurzen Worten gegen
die bisher gegen die Vorlage erhobenen Bedenken. Ein
württembergiſches Mitglied der Volkspartei ſchlug eine
Erhöhung der für die kleineren und mittleren
landwirt=
ſchaftlichen und Obſtbrennereien in der Vorlage
vorge=
ſehenen Spannung von 7½ auf 10 Mark vor, während
der Wortführer der Konſervativen ſich gegen den Anſpruch
der Süddeutſchen wandte, und die Herabſetzung der
Span=
nung bis auf 1 Mark in Vorſchlag brachte. Ein
natio=
nalliberaler Redner aus dem Oſten verwies auf die
au=
ßerordentliche Beunruhigung in dem landwirtſchaftlichen
Brennereigewerbe und ſprach ſich wie der Konſerpative
gegen die ſüddentſche Vergünſtigung aus, deren
Rechts=
anſpruch er beſtritt. Vom Zentrum wurde zum Ausdruck
gebracht, daß ein Kompromiß der verſchiedenen Intereſſen
gefunden werden müſſe und gefunden werden könne. Ein
weiterer nationalliberaler Redner legte eingehend die
Notwendigkeit des Schutzes des gewerblichen Spiritus
gegen eine Preiserhöhung dar. Der polniſche Vertreter
erklärte die Bereitſchaft, an der Schaffung eines
Kompro=
miſſes mitzuarbeiten, obwohl er an ſich auf dem Boden
der Aufrechterhaltung der Liebesgabe ſtehe, gibt aber zu,
daß ſie nicht mehr zu halten iſt.
— Der Geſetzentwurf über den
Zuſam=
menſtoß von Schiffen ſowie über Bergung und
Hilfeleiſtung in Seenot iſt dem Reichstag zugegangen.
Durch den Entwurf werden die Beſtimmungen des
deut=
ſchen Rechts mit den beiden internationalen
Uebereinkom=
men über den Zuſammenſtoß von Schiffen, denen der
Reichstag zuſtimmte in Einklang gebracht. Zu
dieſem Zweck iſt eine Abänderung der Paragraphen
734 bis 750 des vierten Buches des Handelsgeſetzbuches
notwendig. Danach wird künftighin, wenn ein
Schiffszu=
ſammenſtoß durch Zufall oder höhere Gewalt verurſacht
wird, oder Ungewißheit über die Urſache herrſcht, kein
Schadenerſatz erſtattet. Ein Verſchulden des Schiffes
da=
gegen verpflichtet den Reeder zum Schadenerſatz. Bei
ge=
meinſamem Verſchulden bedingt die Schwere des V
ſchuldens den Grad der Verpflichtung zum Erſatz.
— Die zweite Leſung der Wehr= und
Deckungsvorlagen ſoll, wie im Reichstage
ver=
ſichert wurde, am Tage nach Himmelfahrt, am 17. Mai.
ihren Anfang nehmen. Die Hoffnung, daß bis dahin auch
die Branntweinſteuerkommiſſion ihre Arlteiten beendet
hat und eine Löſung der Steuerfrage gefunden ſein könnte,
hat man bereits ſo gut wie aufgegeben. Man hofft, daß
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
Nummer 103.
ſchließlich auch das Zentrum ſich mit einer Vertagung der
Steuerfrage bis zum Herbſt unter gewiſſen Kautelen
ein=
verſtanden erklären wird.
— Der Jeſuitenorden hat den Bayeriſchen
Kurier zu der Erklärung ermächtigt, der Orden werde die
Rechtslage, wie ſie ſich aus dem Appell Bayerns an den
Bundesrat ergibt, in loyalſter Weiſe reſpektieren und alles
unterlaſſen, was geeignet ſein könnte, einen Anlaß zu
Konflikten zu geben. Es gelte jetzt, den
Bundesratsbe=
ſchluß abzuwarten.
Die Stellung der übrigen Staaten
zu dem deutſchen
Schiffahrtskonferenzvor=
ſchlag. Wie verlautet, hat die deutſche Regierung nicht
nur in London und Waſhington die Frage einer
inter=
nationalen Schiffahrtskonkurrenz aus Anlaß des Unglücks
der „Titanic” kurz nach der Kataſtrophe angeregt,
ſon=
dern ihre Vertreter wurden auch beauftragt, an alle
übri=
gen Staaten, die Seefahrtsintereſſen haben, in dieſem
Sinne heranzutreten. Die fremden Regierungen haben
nunmehr zu dem deutſchen Vorſchlage ſämtlich
Erklärun=
gen im zuſtimmenden Sinne abgegeben, ſodaß man
an=
nehmen darf, daß die Anregung Deutſchlands der
Ver=
wirklichung entgegengeht, Zur Zeit hat die
Angelegen=
heit noch keine greifbare Geſtalt angenommen, da es in
der Natur der Sache liegt, daß weitere Verhandlungen
wegen Aufſtellung eines eventuellen Programms uſw.
gepflogen werden müſſen.
— Der Vorſtand des Vereins Deutſcher
Arbeitgeberverbände hat an ſeine
Mitglieder=
verbände in Sachen der ſozialdemokratiſchen Maifeier ein
Rundſchreiben gerichtet, in dem er das unentſchuldigte
Fernbleiben der Arbeiter aus den Betriebsſtätten am 1.
Mai als Bruch des Arbeitsverhältniſſes aufzufaſſen und
dieſe Arbeiter als Streikende zu betrachten erſucht. Die
meiſten Unternehmer werden ihre Arbeiter ſofort entlaſſen,
und zwar wird die Mehrzahl die Friſt bis zur
Wieder=
einſtellung der Entlaſſenen auf 10 Tage ausdehnen,
wäh=
rend andere ſich mit einer fünftägigen Ausſperrung
be=
gnügen wollen.
Ansland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Wiener Gemeinderatswahlen. Bei
den Stichwahlen des zweiten Wahlkörpers zum Wiener
Gemeinderat wurden gewählt: Im zweiten Bezirk zwei
Deutſch=Freiheitliche, im dritten Bezirk vier Chriſtlich=
Soziale, im neunten Bezirk vier Chriſtlich=Soziale, im 16.
Bezirk zwei Chriſtlich=Soziale, im 18. und 19. Bezirke je
ein Chriſtlich=Sozialer. Insgeſamt wurden 12 Chriſtlich=
Soziale und zwei Deutſch=Freiheitliche gewählt. Die
Chriſtlich=Sozialen verlieren im zweiten Wahlkörper vier,
die Deutſch=Freiheitlichen gewinnen vier Mandate. Bei
den bisherigen Wahlen verlieren die Chriſtlich=Sozialen
insgeſamt acht Mandate, von denen die Sozialiſten drei
die Deutſch=Freiheitlichen fünf gewinnen. Die
Gemeinde=
ratswahlen im zweiten Wiener Wahlkörper haben den E
wartungen der Freiheitlichen nicht entſprochen. Das
Ge=
ſamtergebnis im zweiten Wahlkörper iſt 44 Chriſtlich=
Soziale und vier Liberale. Es wird jetzt
nicht mehr gelingen, die Zweidrittel=Majorität der
Chriſtlich=Sozialen aus dem Gemeinderat
herauszube=
kommen.
Frankreich.
Die Wahlreformfrage. Das Miniſterium des
Innern veröffentlicht eine Zuſammenſtellung über die von
den Departements=Generalräten in ihrer letzten Tagung
in der Frage der Wahlreform gefaßten Beſchlußanträge.
Danach ſprachen ſich 30 Generalräte mehr oder weniger
gegen das Verhältniswahlſyſtem und nur 10 für die
Wahl=
reform im Sinne des Verhältniswahlſyſtems oder der
Vertreter der Minderheiten aus. Die übrigen Generalräte
enthielten ſich einer Meinungsäußerung.
England.
Die Verhandlungen mit Deutſchland.
Im Unterhauſe fragte David Maſon (liberal) den
Pre=
mierminiſter, welches der gegenwärtige Stand der
Ver=
handlungen zur Herſtellung eines freundſchaftlichen
Ein=
vernehmens mit Deutſchland ſei und welche Ausſichten
be=
ſtänden, daß die Verhandlungen zu einem befriedigenden
Abſchluß gelangten. Der Premierminiſter erwiderte, die
Beziehungen zwiſchen den beiden Regierungen ſeien
der=
artig, daß ſie es ermöglichten, in freier freundlicher Weiſe
Fragen von beiderſeitigem Intereſſe zu erörtern. Wenn es
das iſt, ſchloß Asquith, was mit dem freundſchaftlichen
Einvernehmen gemeint iſt, ſo iſt ein ſolches
Einverneh=
men bereits erreicht und wird, wie ich zuverſichtlich hoffe,
beſtehen bleiben.
Amerika.
Vereinigte Staaten. Das Verkehrskomitee des
Repräſentantenhauſes hat die Geſetzesvorlage betreffend
die Ausſchließung der den Eiſenbahngeſellſchaften gehörigen
Schiffe vom Panamakanal zurückgezogen. Das Komitee
empfiehlt jetzt, der Ausſchuß für den zwiſchenſtaatlichen
Handel möge unterſuchen, ob ſolche Schiffe für die
Eiſen=
bahnen eine Konkurrenz bedeuteten.
Venezuela. Das venezolaniſche Kabinett iſt
zu=
rückgetreten.
* Liverpool 30. April. Die ſtreikenden
Seeleute erklärten ſich bereit, unter den jetzigen
Be=
dingungen zur Arbeit zurückzukehren. Die Entſcheidung
wurde der Konferenz von Vertretern der Seeleute und der
Schiffseigentümer überlaſſen. Dieſe ſoll anfangs Mai
zu=
ſammentreten und die ſtrittigen Punkte erörtern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Mai.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Schloßinſpektor Georg Schön aus
Anlaß ſeiner 40jährigen Hofdienſtzeit, die Krone zum
Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen; ferner dem Oberlehrer an der evangeliſchen
Schule zu Erbach i. O. Ludwig Will aus Anlaß ſeines
50jährigen Dienſtjubiläums den Titel „Rektor”
* Pfarrperſonalien. Diviſionspfarrer der 4. Diviſion
Liedtcke in Gneſen wurde zur Großh. Heſſ. (25.)
Divi=
ſion nach Darmſtadt verſetzt für den penſionierten
Diviſionspfarrer Lizentiat Schettler. —
Militärhilfs=
geiſtlicher Salzſieder=Darmſtadt von der 25. Diviſion
wurde mit der Wahrnehmung der Geſchäfte des Diviſions=
Pfarramtes nach Gneſen verſetzt.
s. Schwurgcricht. Die zweite diesjährige
Tagung des Schwurgerichts der Provinz
Star=
kenburg, für deren Beginn bis jetzt Montag, der 10. Juni,
vormittags 9½ Uhr, beſtimmt iſt, und deren Vorſitz Großh.
Landgerichtsrat Weiffenbach (Stellvertreter
Landgerichts=
rat Lebrecht) führt, wird vielleicht bereits am Montag, den
3. Juni, eröffnet werden. Es ſtehen nämlich ſchon jetzt
ſoviel Fälle in Ausſicht und können bei der Länge der
Zwiſchenzeit noch neue Sachen erwachſen, daß die Tagung
wohl mindeſtens anderthalb Wochen dauern dürfte. Sie
würde aber alsdann mit der auf den 18. Juni
anberaum=
ten Strafkammerverhandlung des bekannten
Beleidig=
ungsfalles Berndt=Schapiro=Hirſch, für welche
gleichfalls der Schwurgerichtsſaal benutzt werden ſoll,
zu=
ſammentreffen. Die in Ausſicht ſtehenden
Schwurgerichts=
anklagen ſind die (ſeinerzeit zwecks Beobachtung des
Gei=
ſteszuſtandes des Angeklagten aufgeſchoben) gegen Vieh=
ſchweizer Chriſtian wegen eines in Lengfeld i. O. verübten
Totſchlagsverſuchs, eine weitere wegen Totſchlagsverſuchs
gegen Kölb, der im hieſigen Gewerkſchaftshaus auf
andere=
ſchoß, die Anklage gegen Gölz wegen des
Raubmordver=
ſuchs in der Altſtadt, zwei Anklagen wegen
Sittlichkeits=
verbrechen, zwei wegen Verbrechens im Amt aus Biblis=
und Bauſchheim und eine wegen Straßenraubs.
* In der Poſtkartenwoche, die J. K. H. die Frau
Großherzogin im Juni zum Beſten der Mutter=
und Säuglingsfürſorge veranſtaltet, werden
Anſichts=
poſtkarten und Wohlfahrtsbilder zum Verkauf gelangen.
Die Wohlfahrtsbilder biingen neue Aufnahmen des
Großherzogs, der Großherzogin, der Großi erzoglichen
Prinzen und eine Gruppenaufnahme der
Großherzog=
lichen Familie. Sie haben die Größe 19: 26, ſind mit
einem geſchmackvollen Paſſepartout verſehen und eignen
ſich beſonders zu Geſchenken, zum Zimmerſchmuck,
Laden=
dekoration und dergleichen. Dieſelben Aufnahmen der
Großherzoglichen Herrſchaften werden als
Anſichts=
poſtfarten — in Bromſilberdruck — hergeſtellt und
vertrieben. Außerdem werden Anſichtsroſtkarten
heſ=
ſiſcher Landſchaften nach egens für dieſen Zweck zur
Verfügung ſtehenden Bildern unſeres berühmten
Lands=
mannes Eugen Bracht verkauft werden. Die
künſt=
leriſche Ausführung dieſer im Vierfarbendruck
er=
ſcheinenden Karten liegt in den Händen der Firma
L. C. Wittich in Darmſtadt.
* Nationalflugſpende. Ein Komitee für die
Nationalflugſpende iſt im Kreiſe Darmſtadt in der
Bildung begriffen. Zahlreiche Herren haben bereits
ihren Beitritt erklärt. Ein Aufruf wird noch in
dieſer Woche erſcheinen. Herr Kommerzienrat Göbel=
Darmſtadt ſtiftete bereits in dankenswerter Weiſe
1000 Mark.
s. Hauptbahnhof und Exerzierplatz. Mit der
nun=
mehrigen Betriebseröffnung des neuen Hauptbahnhofes
wird die Frage, wie ſeine Umgebung, insbeſondere der
Zugang zur Stadt, vorteilhaft zu geſtalten iſt, eine
bren=
nende. Die Breite Allee bietet vorläufig nicht allzu viel
Reize, denn ſie weiſt lediglich auf der Nordſeite bebaute
Grundſtücke mit Gartenanlagen auf, während die
Süd=
ſeite durch die weite Sohle, im Sommer oft
ſonnenver=
brannte Fläche des Exerzierplatzes gebildet wird. An
dieſer großen und dadurch an ſich günſtigen Zufahrt,
welche den ankommenden Fremden zuerſt ins Auge fällt,
muß die Verſchönerung einſetzen, und es liegt deshalb
der teilweiſe Beſitz des Exerzierplatzes im dringendſten
Intereſſe der Stadt. Schon lange hat man das auch
richtig erkannt und ſeit Jahren ſind ſeitens der
Stadt=
verwaltung Verhandlungen mit der Militärbehörde
ge=
pflogen worden. Vorher ſtellten ſich
Meinungsver=
ſchiedenheiten uſw. hindernd in den Weg, doch haben
ſich neuerdings die Ausſichten beſſer entwickelt und man
darf mit einem baldigen Abſchluß eines Abkommens
rech=
nen. Die Militärbehörde zeigte ſich zur Abtretung eines
Längsſtreifens des Ererzierplatzes geneigt, wenn ihr ein
entſprechender Erſatz in anderer Richtung geleiſtet werde.
Dieſer iſt in dem früheren von Weſterwellerſchen
Guts=
grundſtück zwiſchen der Scheppen Allee und der
nörd=
lichen Parallelſtraße gefunden, das der Stadt gehört.
In deſſen Mitte iſt eine Kaſerne für ein Bataillon
ge=
plant, während auf dem weſtlichen Teil Gebäude für die
jetzt auf dem Griesheimer Truppenübungsplatz
unter=
gebrachte Maſchinengewehrabteilung entſtehen ſollen.
Nach dem Vorſchlag der Militärbehörde hätte die Stadt
jene erſtere Kaſerne ſelbſt vorlagsweiſe zu bauen und
würde eine angemeſſene Jahresmiete (eine gute
Ver=
zinſung des Baukapitals) erhalten, bis dann in ſpäterer=
Zeit die Kaſerne in das Eigentum der Militärbehörke
überginge. Dieſe Bauten würden ſich dem dortigen b.
reits ſo umfangreichen Militärſtadtteil einreihen und
eing jetzt ſandige, kahle Fläche würde bebaut. Die Stadt
aber erhält die Möglichkeit, jenen Streifen des
Exerzier=
platzes und damit die Eingangspforte am Bahnhof in
die Stadt zweckgemäß und künſtleriſch wirkungsvoll
um=
zuwandeln, was entweder durch harmoniſche Bebauung
oder Schaffung von Anlagen geſchehen könnte.
Hpffent=
lich wird dieſe Löſung der Frage bald erreicht.
* Ein Erinnerungstag. Am 1. April d. J. waren
es 25 Jahre, daß die damalige 8. Kompagnie des
Leib=
garde=Infanterie=Regiments Nr. 115 nach Straßburg i. E.
zur Gründung des Infanterie=Rgiments Nr. 138 verſetzt
wurde. Aus dieſem Grunde verſammeln ſich am
Himmelserſcheinungen im Mai.
A. K. Im Mai erreicht die Sonne bereits eine ſehr
Hohe nördliche Deklination; dieſe wächſt nämlich
von 15% 2 26.‟3 am Mittag des 1. bis auf 21% 54' 10.‟7 am
Mittage des 31., die Sonne hat alſo dann bis zu ihrer
größten nördlichen Abweichung am 21. Juni nur noch
1 33' höher zu ſteigen. Die Tageslänge wächſt im
nördlichen Gebiet von 15 auf 16½ Stunden, im mittleren
Gebiete von 14¾ auf 16½ und im ſüdlichen Gebiete von
14½ auf 15¾ Stunden. Die Dauer der
Tageshellig=
keit wird im Mai ſehr bedeutend durch die ſich ſtetig
noch verlängernde Morgen= und Abenddämmerung
ver=
größert, ja in den nördlicher gelegenen Gebieten tritt
während des Mai ſchon die mitternächtige Dämmerung
ein, die die Nächte überhaupt nicht mehr völlig dunkel
werden läßt.
Der Mond verändert während des Mai ſeine Geſtalt
fünfmal, und zwar in folgender Weiſe: Vollmond war
am 1., um 11 Uhr 19 Min. vorm., Letztes Viertel iſt am
9., um 10 Uhr 56 Min. vormittags, Neumond am 16., um
11 Uhr 14 Min. nachmittags, Erſtes Viertel am 23., um
3 Uhr 11 Min. nachmittags, und Vollmond wieder am
31., um 12 Uhr 30 Min. vormittags. Der Mond befindet
ſich in Erdferne am 7. Mai, um 9.0 Uhr nachmittags, bei
einem Abſtande von 63.4 Erdhalbmeſſern à 6378
Kilo=
meter und in Erdnähe am 19. Mai, um 5.6 Uhr
nachmit=
kags, bei einem Abſtande von 57.2 Erdradien. Am 30.
Mai bedeckt der Mond den Fixſtern 1. Größe
An=
tares Alpha des „Skorpions”, und zwar erfolgt für
Berlin der Eintritt des Sternes um 10 Uhr 4.6 Min. bei
95.1 und der Austritt um 11 Uhr 18.2 Min. bei 305."6,
wenn man die Grade vom Nordpunkte des Mondes nach
Oſten (links) herum zählt. Der faſt volle Mond geht
gegen halb 9 Uhr auf.
Für die Beobachtung der großen Planeten
bietet der Mai, abgeſehen von der Kürze und Helligkeit
ſſeiner Nächte, weniger Gelegenheit; Jupiter allein
be=
herrſcht den ſüdlichen Himmel. Merkur bleibt
unſicht=
bar, obwohl er am 13. Mai, um 10 Uhr vormittags, ſeine
größte weſtliche Ausweichung von 26‟ 3’ erreicht. Er
entfernt ſich von der Erde von 0.66 auf 1.14
Erdbahnhalb=
meſſer à 149.48 Millionen Kilometer, ſodaß ſein
ſchein=
barer Durchmeſſer ſich von 10."2 auf 5.‟9 verkleinert —
ſein wahrer Aequator=Durchmeſſer beträgt 4843
Kilo=
meter, iſt alſo nur 1.39 mal größer als der Durchmeſſer
unſeres Mondes, der 3482 Kilometer beträgt. — Venus
bleibt ebenfalls unſichtbar, da ſie ihrer oberen Sonnen=
konjunktion (Anfang Juli) zueilt. Ihr Erdabſtand
ver=
größert ſich von 1.62 auf 1.70 Erdbahnhalbmeſſer,
wo=
bei ihr ſcheinbarer Durchmeſſer ſich von 10."4 auf 9."9
verkleinert — ihr wahrer Durchmeſſer beläuft ſich auf
12037 Kilometer, ſteht daher dem Erdäquator=
Durch=
meſſer, 12756 Kilometer, nur wenig nach. Wegen der
Sonnennähe kann natürlich weder die Konjunktion der
Venus mit dem Monde am 15. Mai (11 Uhr abends),
noch ihre Konjunktion mit Saturn am 27. Mai (9 Uhr
abends) beobachtet werden. — Mars iſt im Sternbilde
der „Zwillinge” am weſtlichen Abendhimmel zuerſt noch
bis gegen 1 Uhr zu ſehen, wandert dann in das Bild
des „Krebſes” und geht in dieſem zuletzt ſchon gegen
Mitternacht unter. Sein Erdabſtand wächſt weiter von
1.84 auf 2.08 Erdbahnradien, woraus eine
Verringer=
ung ſeines Scheibendurchmeſſers von 5."1 auf 4.‟5 folgt
(während ſeiner Erdnähe im November 1911 war er bis
auf 18.‟3 gewachſen, und im günſtigſten Falle,
beiſpiels=
weiſe im Auguſt 1924, kann er den Wert von 25."1
er=
reichen). Der wirkliche Durchmeſſer des Mars beträgt
6781 Kilometer. Am 13. Mai, vormittags 4 Uhr, hat
Mars eine Konjunktion mit Neptun, dem er bis auf 29 91
nördlich nahe kommt, und am 21. Mai, vormittags 1 Uhr,
mit dem Monde, deſſen abnehmendes Viertel ihm ſchon
vor Untergang von Weſten her ſehr nahe rückt. —
Ju=
piter, der ſich rückläufig im Bilde des Skorpions”
bewegt, bleibt bald während der ganzen Nacht als
präch=
tig goldglänzendes Geſtirn ſichtbar; er kulminiert
an=
fänglich um 2¼ Uhr früh, zuletzt um Mitternacht, denn
am 1. Juni ſteht er in Oppoſition zur Sonne. Die Erde
nähert ſich ihm bis dahin noch von 4.47 auf 4.31
Erd=
bahnradien, und der ſcheinbare Durchmeſſer des
Plane=
ten vergrößert ſich noch von 44.‟7 bis auf 46.‟3 — ſein
wahrer Aequator=Durchmeſſer beträgt 144580 Kilometer.
Am 4. Mai, um 3 Uhr vormittags, und am 31. Mai, um
5 Uhr vormittags, kommt der Mond mit Jupiter in
Kon=
junktion, und zwar bleibt er das erſte Mal 5 das letzte
Mal 4¾4 ſüdlich von dem Planeten entfernt.
Fernrohr=
beobachtungen ſind jetzt ſehr zu empfehlen. — Saturn
gelangt am 14. Mai, um 7 Uhr abends, in
Sonnenkon=
junktion, bleibt deshalb unſichtbar. Sein Erdabſtand
nimmt bis Mitte Mai von 10.10 auf 10.12
Erdbahnhalb=
meſſer zu und dann wieder bis auf 10.09 Einheiten ab,
während ſein Scheibendurchmeſſer um 16."1 nur wenig
ſchwankt — ſein wahrer Aequator=Durchmeſſer beträgt
119 746 Kilometer. — Uranus, immer noch im Bilde
des Schützen” ſteht am ſüdöſtlichen Morgenhimmel; er
kulminiert zuerſt gegen 55, zuletzt gegen 4 Uhr früh. Sein
Abſtand von der Erde vermindert ſich von 19.61 auf 19.15
Einheiten, doch ſein Scheibendurchmeſſer vergrößert ſich
bei der ungeheuren Entfernung nur von 4."2 auf 4.‟3
der wahre Durchmeſſer des Uranus beträgt 59510
Kilo=
meter. Genaue Orte des Planeten, der nur als Stern
der 5. Größe ſchimmert, ſind am 1. Mai AR (
Rektaſzen=
ſion) 20h 23m 34s und D Deklination — 19% 57 am
31. Mai AR 20h 22m 45s und D — 20% 17. — Ney
tun, in den „Zwillingen” geht, wie Mars, ſtetig früher
unter; er kulminiert anfänglich gegen 5 Uhr, am
Monats=
ſchluſſe ſchon um 3 Uhr nachmittags. Sein Erdabſtand
vergrößert ſich von 30.30 auf 30.72 Erdbahnradien, ſein
Scheibendurchmeſſer beträgt nur 2.‟5, unter dieſem
klei=
nen Winkel erſcheint uns Erdbewohnern alſo in
gro=
ßen Fernrohren der gewaltige Durchmeſſer von 55334
Kilometern dieſes letzten bekannten Planeten unſeres
Sonnenſyſtems. Der Konjunktion des Neptun mit Mars
am 13. Mai haben wir oben ſchon gedacht. Genaue
Po=
ſitionen des Neptun ſind am 1. Mai AR 7h 31m 29s
und D — 21% 15' am 31. Mai AR 7h 34m 25s und
D — 21‟ 9
Die Beobachtungen am Fixſternhimmel
wer=
den im Mai teils durch die ſchon ſehr kurzen und hellen
Nächte, teils durch das Mondlicht an den erſten Abenden,
ſowie an den Abenden nach dem 18. etwas
beeinträch=
tigt. Die ſchönen Winterſternbilder „Orion” „Großer
Hund” uſw. ſind nun verſchwunden und der helle
Pro=
kyon im „Kleinen Hunde” funkelt noch eine Weile abends
im Weſten. Gegen 10 Uhr ſieht man über ihm die
Hauptſterne der „Zwillinge” Caſtor und Pollux im
Tierkreiſe, während der „Stier” gerade untergeht. Nach
Süden zu ſetzt ſich dann der Tierkreis im „Löwen” mit
Regulus, in der „Jungfrau” mit Spica (im Süden), in
der „Wage” und im „Skorpion” fort, der um dieſe Zeit
gerade im Südoſten aufgeht. Etwa den Südmeridian
bedeckt tief unten der „Rabe”, und am Horizont tauchen
ſchon einige Sterne des „Centaur” auf. Den Zenit
nimmt der „Große Bär” ein, zwiſchen deſſen
Schweif=
ſternen und der Jungfrau” man im Meridian das feine
„Haar der Berenike” gewahrt. Oſtwärts von dieſem
ſtrahlt Arctur im „Bootes” unter dem die
diadem=
geſchmückte „Krone” ihren Sternenkranz im Firmament
leuchten läßt. Im Nordoſten erblickt man in der
Milch=
ſtraße den „Schwan” mit Deneb und darüber die „Leier”
mit der hellen Wega. Im Norden, ebenfalls in der
Milchſtraße, treten die zu einem W gruppierten
Haupt=
ſterne der „Caſſioveja” hervor, an die ſich in dem Sternen
ſtrome nach Nordweſten der „Perſeus” und der „
Fuhr=
mann” mit Capella anſchließen.
Nummer 103.
Seite 3.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
Sonntag, den 5. Mai, die ehemaligen Kameraden der
8. Kompagnie bei ihrem Kompagniekameraden Herrn
Reſtaurateur Karl Hubert „Zum Friedrichshof‟ Ecke
Roßdörfer= und Stiftſtraße, um dieſen Tag feſtlich zu
begehen.
* Von der Straßenbahn. Zu der bereits
ver=
öffentlichten Fahrplanänderung der Linie III
Schloßgartenplatz- Rheinthor (rote Linie) wird ergänzend
bemerkt, daß die Wagen der genannten Linie nach dem,
bezw. ab Ernſt=Ludwigs=Platz durchgeführt werden, bis
dieſe Linie durch die Neckarſtraße und Eliſabethenſtraße
ausgebaut iſt. Dieſe Aenderung hat den Vorteil, daß
die Fahrgäſte der grünen Linie auf die rote Linie und
umgekehrt übergehen können, ohne zweimal umzuſteigen
und zwei Fahrſcheine löſen zu müſſen.
* Die feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe
an die in dieſem Jahre vor dem
Geſellenprüfungs=
ausſchuß des Ortsgewerbevereins beſtandenen Lehrlinge
findet am Sonntag, den 5. Mai, in der Turnhalle
am Woogsplatz ſtatt.
* Jubiläum. Herr Hochbauaufſeher Karl Creter
begeht heute am 2. Mai ſein 25 jähriges Dienſtjubiläum.
* Vereinsveranſtaltungen. Wir ſehen uns
wieder=
holt veranlaßt, die Herren Schriftführer und
Vereins=
vorſtände zu erſuchen, dafür Sorge zu tragen, daß die
die Veranſtaltungen ihrer Vereine betreffende
Bericht=
erſtattung mit möglichſter Beſchleunig ung
er=
folgt. Wir mußten in letzter Zeit wiederholt feſtſtellen,
daß Berichte über Vereinsverſammlungen und dergleichen
erſt nach Tagen, ja ſogar erſt nach Wochen, eingeſandt
wurden. Selbſtredend iſt es vollſtändig
ausge=
ſchloſſen, daß eine Tageszeitung über derartig weit
zurückliegende Ereigniſſe noch berichtet. Wir bitten
daher um ſchleunige Berichterſtattung und bemerken,
daß wir Einſendungen, die nicht ſpäteſtens am
Tage nach der betreffenden Veranſtaltung
in unſerem Beſitze ſind, ausnahmslos
unberück=
tigt laſſen müſſen.
— Verſammlung heſſiſcher Brennereibeſitzer. Am
30. April tagte in der Alemannia in Frankfurt eine
Verſammlung der heſſiſchen
Brennerei=
beſitzer. Die Verſammlung war von der heſſiſchen
Landwirtſchaftskammer einberufen und von gegen 100
Berufsgenoſſen beſucht. Den einleitenden Vortrag hielt
Herr Direktor Frohmader=Berlin. Es wurden ſodann
nach einer eingehenden Beſprechung folgende
Be=
ſchlüſſe gefaßt: Die heutige Verſammlung der
Brenne=
reibeſitzer des Großherzogtums Heſſen erklärt: Der
vor=
liegende Geſetzentwurf, betr. Beſeitigung des
Brannt=
weinkontingents, wird wenn er in ſeiner jetzigen Faſſung
Geſetz wird, die heſſiſchen Brennereien zugrunde
rich=
ten. Die Verſammlung ſtellt daher das Verlangen, der
Reichstag möge das Geſetz ablehnen. Iſt jedoch die
Be=
ſeitigung des Kontingents unabwendbar, dann wird
be=
antragt, den § 5 des Geſetzes wie folgt zu faſſen: „Vor
dem 1. April 1912 betriebsfähig hergerichtete
landwirt=
ſchaftliche Brennereien mit einer Jahreserzeugung von
wehr als 10, aber nicht mehr als 300 Hektoliter Alkohol
dürfen in einem Betriebsjahre die Menge Alkohol, die
ihnen in 1908 als Kontingent zugewieſen war, zu dem
den Brennereien in Bayern, Württemberg und Baden
für deren Erzeugung innerhalb des Kontingents
ge=
währten ermäßigten Verbrauchsabgabeſatz herſtellen. Die
über dieſe Menge bis zu dem feſtgeſetzten
Durchſchnitts=
brande hergeſtellten Alkoholmengen unterliegen dem
Ab=
gabeſatze von 125 Mark.” In § 13 ſind die Worte: „die
den für das Betriebsjahr 1911/12” zu ſtreichen und
da=
für zu ſetzen: „die den in 1908‟,
* Eine Verſammlung der Anwohner der Bleithſtraße
und Kaſinoſtraße fand am Dienstag abend im
Eiſen=
bahnhotel Gottwald ſtatt. Herr Kaufmann Groß
er=
öffnete die Sitzung mit einer Begrüßung der ſehr
zahl=
reich erſchienenen Anwohner. Er betonte, daß die
er=
nannte Kommiſſion es für ihre Pflicht gehalten habe, an
dem Tage vor der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes
den Bleich= und Kaſinoſtraßebewohnern Kenntnis von
der Tätigkeit zu geben, die die Kommiſſion in der
An=
gelegenheit der Durchführung der Bleichſtraße und der
beſſeren Beleuchtung des Griesheimer Weges entfaltet
hat. Herr Groß warf noch einmal einen Rückblick auf
die mit den zuſtändigen Stellen geführten
Verhandlun=
gen und verlas die in den verſchiedenen Angelegenheiten
gemachten Eingaben an die Bürgermeiſterei und
verſchie=
dene Stadtverordnete, das Eiſenbahnbetriebsamt I uſw.
und die darauf erfolgten Antwortſchreiben. Der
Bürger=
meiſterei, den Stadtverordneten, vor allem der
Eiſen=
bahnverwaltung und insbeſondere Herrn
Eiſenbahndiref=
tor Schilling, könne man dankbar für das bewieſene
Ent=
gegenkommen ſein. Weiter gab Herr Groß Kenntnis
von den ſonſtigen Bemühungen der Kommiſſion. Er
verwies auf die Veröffentlichungen in den hieſigen
Zei=
tungen, namentlich in der Beleuchtungsfrage des
Gries=
heimer Weges. Ferner ſei erſt in den letzten Tagen eine
Anzeige erſchienen, die Einheimiſche wie Fremde darauf
aufmerkſam mache, daß der geradeſte und kürzeſte Weg
von und zum neuen Bahnhof durch die Bleichſtraße führe.
Dieſe Anzeige würde in nächſter Zeit in den
Tageszei=
tungen wiederholt werden. Auch ſeien an den geeigneten
Stellen Plakate und Schilder angebracht, die auf den
kürzeſten Weg durch die Bleichſtraße aufmerkſam machten
und endlich ſei noch eine denſelben Zweck verfolgende
Zu=
ſchrift einer Reihe von Provinzblättern zugegangen. Zum
Schluß betonte der Referent, daß am 1. Mai bis
mor=
gens 5 Uhr der Fußſteig über den alten Bahnhof und zu
dem Griesheimer Weg fertiggeſtellt und dem Verkehre
übergeben werden würde. Als noch zu erſtrebende
Haupt=
aufgabe, nachdem eine beſſere Beleuchtung des
Gries=
heimer Wegs erreicht worden ſei, ſei noch eine
beſchleu=
nigte Fertigſtellung des Fahrweges durchzuſetzen, und
zwar in der ſchon von der Kommiſſion in der Eingabe
bei der Bürgermeiſterei beantragten Art und Weiſe. Es
heißt in dieſer Eingabe: „Wie wir aus den
Bebauungs=
plänen erſehen haben, iſt beabſichtigt, die Gartenanlage,
auf welcher zur Zeit das Liebig=Denkmal ſteht,
unver=
ändert zu laſſen und die Zufuhrſtraße zu den Bahnhöfen
um dieſe Gartenanlage herum zu führen. Wir erſuchen,
zu erwägen, ob es nicht angängig iſt, die Zufuhrſtraße
derart zu führen, daß ſie in zwei ungebrochenen
Ver=
bindungslinien nach der Bleichſtraße und der
Friedrich=
ſtraße zu führt, während das Gartengelände, auf welchem
das Liebig=Denkmal ſich befindet, und dieſes ſelbſt
ent=
fernt wird. Ferner, daß der Griesheimer Weg, welcher
in der Oeffentlichkeit ja doch kaum bekannt iſt, von dem
Tag der Eröffnung des neuen Bahnhofes an „
Bleich=
ſtraße” genannt wird, wie ſolches auch ſchon bei der
Stadtverordnetenverſammlung durch eine Eingabe
bean=
tragt wurde.” In der daran ſich anſchließenden regen
Diskuſſion, an der ſich u. a. die Herren Schmitt,
Rei=
chard, Mainzer, Krickſer, Sobernheim uſw. beteiligten,
wurde noch eine Reihe von Wünſchen geäußert. Man
wünſchte vor allem auch eine beſſere Beleuchtung des
Bahnüberganges und der oberen Bleichſtraße. Unter
anderem wurde auch der Vorſchlag gemacht, daß man
eine Verwendung des alten Bahnhofes als Markthalle
erſtreben ſolle. Sehr wurde weiter die Entfernung der
Uhren aus dem alten Empfangsgebäude und die
Verleg=
ung des Poſtamtes II bedauert, zumal die Kommiſſion
nicht in der Lage ſein würde, eine Aenderung der
getrof=
fenen Maßnahmen zu erreichen. Lebhafte Klage wurde
auch darüber geführt, daß auf dem zur Einweihung des
Bahnhofes in verſchiedenen Zeitungen veröffentlichten
Ueberſichtsplan der Anlagen die Bleichſtraße als
Zu=
gangsſtraße zum neuen Bahnhofsgebäude gänzlich
weg=
gelaſſen ſei. Erſt gegen halb 11 Uhr wurde die
Verſamm=
lung von Herrn Groß mit Dankesworten und dem
Hin=
weis, daß der Kommiſſion auch noch in Zukunft Arbeit
zur Wahrung der Bleichſtraßeintereſſen erwachſen würde
geſchloſſen.
* Der Darmſtädter Zweigverein des Evangeliſchen
Bundes hielt am Dienstag im Grünen Zimmer des
Kai=
ſerſaals ſeine gut beſuchte ordentliche
Hauptver=
ſammlung ab. Der Vorſitzende, Herr Profeſſor
Knoll, gedachte in ſeinem Jahresbericht
einlei=
tend der Toten des letzten Jahres, des Geheimen
Kirchen=
rats D. Meyer=Zwickau, des Stadtpfarrers Dr.
Weitbrecht=Wimpfen und des Vorſtandsmitgliedes
Pfar=
rer Walz=Beſſungen, zu deren ehrendem Andenken ſich
die Verſammlung von ihren Sitzen erhob. Er gab einen
Rückblick auf die vielen unerfreulichen Ereigniſſe der
letz=
ten Zeit, das Ergebnis der Reichstagswahlen, Den im
Reichstag wieder eingebrachten Toleranz= und Jeſuiten
Antrag und den Jeſuitenerlaß in Bayern, lauter
Ereig=
niſſe, die den Evangeliſchen Bund mehr als je
veran=
laſſen müſſen, auf der Wacht zu ſtehen. Die
Verſamm=
lungen des Zweigvereins, in denen Pater Konſtantin
Wieland, Diviſionspfarrer a. D. Dr. Greeven, Pfarrer
Eckel und Pfarrer Dr. Buſch Vorträge hielten, hatten
ſämtlich guten Erfolg. Die Mitgliederzahl iſt von 2048
auf 2071 Perſonen geſtiegen. Nach der von Herrn
Ober=
konſiſtorialregiſtrator Wahl erſtatteten
Rechnungs=
ablage betrugen die Einnahmen 5279,09 Mark (
dar=
unter 4285,71 Mark Mitgliederbeiträge), die Ausgaben
4915,80 Mark (darunter 1449,50 Mark Ablieferung an
die Zentrale in Halle, 1705,58 Mark für Zeitſchriften)
ſodaß ein Kaſſevorrat von 363,29 Mark und ein Mehr
gegen das Vorjahr von 57,02 Mark verbleibt. Der
Ver=
mögensſtand beläuft ſich auf 4500 Mk. Da die Rechnung
von Oberrechnungsreviſor Daubert geprüft und richtig
befunden war, wurde dem Schatzmeiſter unter warmem
Dank für ſeine Tätigkeit Entlaſtung erteilt. Der
Vor=
anſchlag für das neue Vereinsjahr ſieht in Ausgabe und
Einnahme mit 4968,79 Mark vor und wurde genehmigt.
Die ſich anſchließende lebhafte Diskuſſion drehte ſich in
der Hauptſache um die weitere Ausgeſtaltung der
Fa=
milienabende. Bei der Vorſtandswahl wurden faſt
ſämtliche ſeitherigen Mitglieder wiedergewählt; es ſollen
jetzt auch einige Damen in den Vorſtand zugewählt
wer=
den. Weiter wurde bekannt gegeben, daß der Heſſiſche
Hauptverein des Evangeliſchen Bundes aus Anlaß der
Jubelfeier ſeines 25jährigen Beſtehens ſeine diesjährige
Landesverſammlung am 27. und 28. Oktober in
Darm=
ſtadt abhalten wird. Aus dieſem Anlaſſe ſoll vom 26.
Oktober bis 10. November täglich das Devrientſche
Lutherfeſtſpiel zur Aufführung kommen./Ein
meh=
rere hundert Perſonen zählender Feſtausſchuß iſt in der
Bildung begriffen und wird am 9. Mai zum erſten Male
zu einer Sitzung zuſammentreten.
* Zur Eröffnung des neuen Bahnhofs iſt ſoeben eine
hübſch ausgeſtattete illuſtrierte Denkſchrift
erſchie=
nen, die aus der fachmänniſchen Feder des Herrn
Beige=
ordneten Ekert eine ausführliche Geſchichte des Baues
und aller Vorverhandlungen uſw. enthält. Zur
Erin=
nerung an den bedeutungsvollen Tag wird das Werkchen
gewiß allgemein willkommen ſein.
* Radrennen. Die am Sonntag, den 5. Mai d. Js.,
nachmittags 3 Uhr, vom Veloziped=Klub Darmſtadt auf
der Rennbahn (Heidelbergerſtraße) veranſtalteten Rad=
und Motor=Rennen verſprechen, dank der eingegangenen
zahlreichen Meldungen erſtklaſſiger Fahrer, vorzüglichen
Sport. Im Vordergrund des Intereſſes ſteht der
Preis von Starkenburg”, ein Dauerrennen in 3 Läufen
für Berufsfahrer mit Motorſchrittmachern, zu dem drei
Meiſterfahrer am Start erſcheinen, nämlich der vom
Vorjahre noch beſtens bekannte Meiſterfahrer vom Elſaß,
Aug. Kraft, Straßburg, der Meiſterfahrer von Bayern,
A. Bäumler, München, und derjenige von Nürnberg,
Aug. Braun. — In den Fliegerrennen, zu denen nicht
weniger als 45 Fahrer gemeldet haben, ſind ebenfalls
eine Reihe Meiſterfahrer vertreten, an ihrer Spitze der
Weltmeiſter Rode, der in dem Europameiſter Dreſcher,
dem 2. Weltmeiſterſchaftsſieger Weiß u. a. ſchwere
Kon=
kurrenz vorfindet. Es vereinigt ſich alſo am Sonntag
die Elite der deutſchen Fahrer in Darmſtadt zum
Wett=
bewerb, der die Anhänger des Radſportes ſicher voll
befriedigen wird.
§ Zwangszögling. Ein Zwangszögling, welcher
aus der Erziehungsanſtalt Aumühle entwichen iſt, wurde
ier aufgegriffen und nach der Anſtalt zurückgebracht.
* Ober=Ramſtadt, 1. Mai. Am Samstag, den 4. Mai
I. J., wird die hieſige Schildpattwaren=Fabrik
der Firma G. F. Heim Söhne das Jubiläum ihres
50jährigen Beſtehens begehen. Der Vater des
etzigen Leiters der Weltfirma begann im Jahre 1862 ſein
Geſchäft in einer Mietwohnung mit nur 2 Arbeitern und
ohne jedes Betriebskapital. Doch ſeine tüchtige
Fachkennt=
nis, ſein Fleiß und ſeine Redlichkeit im Geſchäftsverkehr
halfen ihm voran, ſodaß er bereits 1873 ſein an der
Haupt=
ſtraße erbautes Wohnhaus mit 20 Arbeitern beziehen
konnte. In der 1898 errichteten Fabrik fanden ſchon 60
Ar=
beiter Beſchäftigung, und ſeit 1890 war Dampfbetrieb
ein=
gerichtet. Das Geſchäft des Vaters ging nach deſſen Tode
im Jahre 1900 unter der Firma G. F. Heim Söhne an die
Brüder Karl und Georg über, die bereits ſeit Jahren
Pro=
kura hatten. Georg Heim erlag ſchon 1903 einem
Nieren=
leiden und Herr Karl Heim II. iſt ſeitdem Chef der
Firma, während die Witwe ſeines Bruders
gleichberech=
tigte Teilhaberin blieb. Als im Jahre 1898 ein bedeutend
erweiterter Fabrikbau vollendet war, wurden 120 Arbeiter
beſchäftigt, eine Zahl, die heute auf 185 geſtiegen iſt. Die
alte Fabrik fiel im September v. J. einer Feuersbrunſt
zum Opfer. Da aber inzwiſchen ein mit Dampfbetrieb
verſehenes Fabrikanweſen in der Bahnhofſtriße erworben
worden war, konnten die Arbeiter hier teilweiſe
unter=
gebracht und nach einem nur zweitägigen
Still=
ſtand konnte der volle Betrieb wieder aufgenommen
wer=
den. Weil der größte Teil der Arbeiter ſchon ſeit den
Lehrlingsjahren in der Fabrik tätig iſt, wurden bereits
mehrere Arbeiterjubiläen begangen und weitere ſtehen
be=
vor. Es iſt leicht erklärlich, daß dieſer Stamm
wohlgeſchul=
ter und fachtüchtiger Arbeiter Waren liefern kann, die in
Ehren auf dem Weltmarkt zu beſtehen vermögen und einen
über die ganze Erde ausgebreiteten Kundenkreis ohne
wei=
tere Reklame erwerben konnte. Seit Jahrzehnten werden
neben allerlei Kopfſchmuck auch alle vorkommenden Schild=
Fenilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Das Kaiſerpreis=
Wettſingen. Von der Kommiſſion für den
Wett=
bewerb um den von dem Kaiſer und Könige geſtifteten
Wanderpreis iſt jetzt das Rundſchreiben an die deutſchen
Männergeſangvereine betreffs des nächſtjährigen
Wett=
ſingens verſandt worden. Das Wettſingen findet im
Sommer 1913 in Frankfurt a. M. ſtatt. Alle deutſchen
Männergeſangvereine, die ſich mit einer Mitgliederzahl
von mindeſtens 100 Sängern beteiligen können und
wol=
len, werden zur Teilnahme an dem Wettſtreit eingeladen
und aufgefordert, ſich bis ſpäteſtens zum 1. Oktober 1912
bei dem Vorſitzenden der Kommiſſion,
Generalintendan=
ten Grafen von Hülſen=Haeſeler, Berlin, anzumelden.
Die deutſche Einheitsſtenographie. Am
29. und 30. April trat im Kultusminiſterium zu Berlin
unter dem vom Reichskanzler ernannten Vorſitzenden Geh.
Regierungsrat Klatt der 23er Ausſchuß zuſammen, der zur
Schaffung einer deutſchen Einheitsſtenographie eingeſetzt iſt.
Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß zunächſt
ein Unterausſchuß ernannt wurde, welcher die Aufgabe
hat, das eingelaufene Material zu prüfen und dem
Haupt=
ausſchuß darüber zu berichten und die Fragen zu
formu=
lieren, welche den Ausgangspunkt der zweiten Beratung
des Hauptausſchuſſes bilden und zur Gewinnung der
Richt=
linien für die Aufſtellung von Einheitsſyſtementwürfen
die=
nen ſoll. Das künftige Einheitsſyſtem ſoll eine feſt geregelte
Verkehrsſchrift beſitzen und durch ſeine Kürzungsfähigkeit
als Redeſchrift die Erreichung aller ſchnellſchriftlichen Zwecke
ermöglichen.
Wolf=Ferraris Oper „Der Schmuck der
Madonna” iſt von den Direktoren der Großen Oper in
Paris, Meſſager und Brouſſan, für die Saiſon 1912/13 zur
Aufführung erworben worden. Es iſt dies der erſte Fall,
daß dieſe exkluſive franzöſiſche Bühne ein ausländiſches
Werk einige Monate nach der Uraufführung in ihr
Reper=
toire aufnimmt. Die Londoner Premiere dieſer Novität
findet am 15. Mai I. J. an der Royal Opera Covent
Gar=
den ſtatt. Die erſte Aufführung in Wien hat Direktor
Rai=
ner Simons für den 5. Oktober I. J. feſtaeſetzt.
* Zweifarbige Handſchuhe. Aus Paris wird der Köln.
Ztg. geſchrieben: Vermutlich, um den nachläſſig gewordenen
Pariſerinnen das Handſchuhtragen wieder angenehm zu
machen, ſtrengen ſich die hieſigen Handſchuhkünſtler mit
immer neuen Erfindungen an. Das neueſte ſind
zweifar=
bige Lederhandſchuhe. Die Farben ſind meiſt ſo verteilt,
daß die eine außen, die andere innen ſichtbar iſt. Das
Leder iſt zudem derart gegerbt, daß es innen und außen
dieſelbe Glätte zeigt. So gibt es weiße Handſchuhe mit
roſa, himmelblauem, lichtgrünem, mattlila Futter. Die
Farbe des Futters bleibt aber nicht verborgen, ſondern
wird am oberen Rande des Handſchuhs durch Umkippen
ſichtbar. Denn die neuen zweifarbigen Handſchuhe haben
die alte Mousquetaireform. Sie werden, die Hand glatt
umſpannend, am Handgelenk ſehr eng, entweder geknöpft
oder mit einem Gummizug zuſammengeſchnürt und zeigen
dann eine etwa 10 Zentimeter lange, ſich erweiternde
Stulpe, die zurückgeſchlagen wird. So fällt alſo wie eine
umgeſchlagene Manſchette das abſtechend gefärbte
Leder=
futter auf den Lederhandſchuh herab und belebt durch den
grellen Kontraſt ſehr hübſch den Handſchuh, macht ihn
wie=
der zu einem die Aufmerkſamkeit auf ſich lenkenden und
darum jedem Frauenherzen teuern Stück des Anzuges.
Man ſieht augenblicklich auf den hieſigen Rennen ſehr viel
ſolcher Handſchuhe zu den langärmeligen Gewändern, den
Schneiderkleidern aus Taffet, Wolle uſw. Immer iſt eine
Farbenwirkung mit ihnen geſucht und meiſt ſehr hübſch
getroffen. Bei weißen Kleidern bildet ihre Weiße mit der
umgeſchlagenen bunten Stulpe die liebenswürdige
Ergänz=
ung des Ganzen und ſucht Uebereinſtimmung in der Farbe
des Handſchuhfutters mit der Hutgarnierung, dem Beſatz
des Kleides, den Blumen, die vorn im Gürtel ſtecken. Die
zweite Art der zweifarbigen Handbekleidungen iſt ſo, daß
entweder die Handfläche und das Oberteil des Handſchuhs
verſchieden gefärbt ſind, oder daß (vorzugsweiſe bei langen
Handſchuhen) der untere Handſchuhteil mit den Fingern
eine andere Farbe aufweiſt als der lang emporgeleitete
Schaft, in den der untere Teil mit einer ſpitzen Naht
ein=
gefügt iſt. Doch werden dieſe in den Farbenwirkungen
ebenfalls wunderhübſchen Handſchuhe ſeltener getragen als
die buntgefütterten Mousquetaires.
* Die neuen Briefmarken, die für den auſtraliſchen
Bund ausgegeben werden ſollen, während bisher be=
kanntlich nur die einzelnen Staaten Marken beſaßen, ſind
im Entwurf fertiggeſtellt; ſie ſtammen von dem auſtraliſchen
Künſtler B. Young. Die Markenbilder ſtellen typiſche
Szenen aus dem auſtraliſchen Leben dar, insbeſondere aus
dem auſtraliſchen Buſch; auch die typiſchen auſtraliſchen
Tiere, namentlich das Känguruh, die ſchwarzen Schwäne
uſw. finden ſich wiedergegeben.
S. „Näher, mein Gott, zu Dir!” Bekanntlich hat beim
Untergange der „Titanic” die Schiffsmuſik dieſes Lied
geſpielt. Es wurde dadurch die Aufmerkſamkeit weiterer
Kreiſe auch bei uns auf dieſes Lied gelenkt, das übrigens
bei uns beſonders in Gemeinſchaftskreiſen, aber auch
darüber hinaus bekannt iſt und vielfach geſungen wird,
nach verſchiedenen Verſionen und in verſchiedenen
Me=
lodien. Die bekannteſte und verbreitetſte dieſer Verſionen
dürfte wohl diejenige ſein, die wir nachſtehend mitteilen:
Näher, mein Gott, zu Dir, näher zu Dir!
Drückt mich auch Kummer hier,
Drohet man mir,
Soll doch trotz Kreuz und Pein
Dies meine Loſung ſein:
Näher, mein Gott, zu Dir, näher zu Dir!
Bricht mir, wie Jakob dort, Nacht auch herein,
Find’ ich zum Ruheort nur einen Stein,
Iſt auch im Traume hier
Mein Sehnen für und für: Näher uſw.
Geht auch die ſchmale Bahn aufwärts gar ſteil,
Führt ſie doch himmelan, zu unſerm Heil.
Engel, ſo licht und ſchön,
Winken aus ſel’gen Höh’n: Näher uſw.
Iſt dann die Nacht vorbei, leuchtet die Sonn',
Weih’ ich mir Dir aufs neu’ vor Deinem Thron,
Baue mein Bethel Dir
Und jauchze mit Freuden hier: Näher uſw.
Iſt mir auch ganz verhüllt Dein Weg allhier,
Wird mir mein Wunſch erfüllt: Näher, zu Dir!
Schließt dann mein Pilgerlauf,
Schwing ich mich freudig auf:
Näher, mein Gott, zu Dir, näher zu Dir!
Seite 4
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
Nummer 1os.
pattwaren gefertigt und namentlich von Paris und
Lon=
don aus exportiert. Dort unterhält die Firma größere
Lager, dorther bezieht ſie auch mit einem jährlichen
Auf=
wand von mehreren 100000 Mk. das wertvolle Rohmaterial
Es iſt unbeſtritten, daß die Heimſche Fabrik die größte
dieſer Art in Europa iſt und ſie wird wohl auch in der
ganzen Welt an erſter Stelle ſtehen. Als lohnende
Erwerbs=
quelle für viele Bewohner Ober=Ramſtadts weiß man die
Fabrik hier wohl zu ſchätzen und rüſtet ſich in weiten
Krei=
ſen, das Jubelfeſt würdig zu geſtalten, umſomehr, als der
jetzige Chef der Firma, unſer langjähriger, verdienter
Bei=
geordneter, am 4. Mai ſeine Silberhochzeit, und ſeine
72jährige Mutter, die früher mit großem Erfolg im
Ge=
ſchäft mithalf, ihren Geburtstag feiert. Am Vorabend
ver=
anſtaltet das Perſonal mit 15 hieſigen Vereinen einen
Fackelzug mit Muſik und Geſangsvorträgen, dem dann am
Samstag die offizielle Feier in der Fabrik und andere
Feſt=
lichkeiten folgen. Am Schluß der reichhaltigen und ſchön
ausgeſtatteten Feſtſchrift ſpricht der Verfaſſer den Wunſch
aus, daß die Firma G. F. Heim Söhne wachſen, blühen und
gedeihen möge bis in die fernſten Zeiten, ein Wunſch, dem
man hier wohl allerſeits völlige Erfüllung von Herzen
gönnt.
Neu=Iſenburg, 30. April. Im Fabrikbetriebe der
Firma Emil Breſius, G. m. b. H., waren Maurer damit
beſchäftigt, eine Waſſergrube auszumauern, als plötzlich
ein Teil der Mauer einſtürzte und den Maurer
Richard Felger von hier unter ſich begrub. Felger
erlitt einen Oberſchenkelbruch und mußte alsbald ins
Krankenhaus nach Frankfurt gebracht werden, wo er noch
ſchwer daniederliegt.
Klein=Auheim, 1. Mai. Zu dem geſtrigen Brande in
der heſſiſchen Gummiwarenfabrik Heinrich Peter,
Klein=Auheim, erfährt die Offenb. Ztg. noch, daß ein Drittel
der Fabrikanlagen vollſtändig ausgebrannt iſt. Die
haupt=
ſächlichſten Maſchinen und Geräte, ſowie das geſamte
For=
menmaterial konnten gerettet werden, ſodaß der Betrieb
in etwa 2 bis 3 Wochen wieder aufgenommen
werden kann. Der Geſamtſchaden wird auf 200000
bis 250000 Mark angegeben, iſt aber, wie wir bereits
geſtern mitteilten, durch Verſicherung hinreichend gedeckt.
Biblis, 30. April. Der in Mannheim=Waldhof
ſtatio=
nierte 39jährige Hilfsweichenſteller Adam Kiſſel von
hier wurde von einem Schnellzug zermalmt. Der
Tote hinterläßt eine Frau und vier unmündige
Kin=
der, denen ſich allgemeine Teilnahme zuwendet.
Mainz, 1. Mai. Der Verbandsreviſor der
Landwirt=
ſchafssgenoſſenſchaft Auguſt Braneir von Darmſtadt,
der ſeit einiger Zeit verſchwunden war, wurde geſtern
nachmittag hier von der Polizei aufgegriffen und
in Obhut genommen. Braner, der geiſtig geſtört iſt,
wurde ſpäter von einem hier wohnenden Schwager von
der Polzei abgeholt und nach Darmſtadt zu ſeiner
Fa=
milie gebracht.
Worms, 30. April. Die heute nachmittag erfolgte
Vor=
unterſuchung in der Spionageaffäre hat ergeben,
daß es ſich tatſächlich um Verrat militäriſcher
Ge=
heimniſſe handelte. Der verhaftete Soldat heißt
Wil=
helm Schindler und iſt von Beruf Techniker. Im Ofen
des Hotelzimmers wurden angebrannte Papierſchnitzel
ge=
funden, die beweiſen, daß der Fremde aus Neapel kam.
Worms=Pfiffligheim, 30. April. Ein roher
Stra=
ßenüberfall wurde Montag nacht auf den in den
50er Jahren ſtehenden Landwirt und Wirt Ph. Weiß
verübt. Auf dem Nachhauſewege begriffen, wurde er
von zwei hieſigen Einwohnern hinterrücks zu Boden
geſchlagen und derart übel zugerichtet, daß er einige
Zeit bewußtlos liegen blieb. Später konnte ſich Weiß
mit großer Anſtrengung nach Hauſe ſchleppen, wo
er jedoch wieder bewußtlos zuſammenbrach und
ärzt=
liche Hilfe in Anſpruch genommen werden mußte.
Heidesheim, 1. Mai. Beim Abbruch eines alten
Wohnhauſes in der Honigſtraße wurden unter dem
Fundamente desſelben geſtern mehrere menſchliche
Skelette ausgegraben. Auch wurden einige
bron=
zene Ringe und Armbänder dabei aufgefunden. Da das
wegen Baufälligkeit niedergelegte Wohnhaus mehrere
hundert Jahre alt war, ſo bekunden die aufgefundenen
Skelette und Gegenſtände ein hohes Alter.
Gießen, 1. Mai. In Schlitz, wo er auf einer Reiſe
weilte, iſt am Sonntag nachmittag Oekonomierat
Schlenke unerwartet, infolge eines Herzſchlages, 65
Jahre alt, geſtorben. Herr Schlenke war in Hofgeismar
geboren; er machte 1870—71 als Reſerveoffizier im
Infan=
terie=Regiment Nr. 87 den Feldzug gegen Frankreich mit
und wurde bei Wörth ſchwer verwundet. Er erhielt für
ſeine damals bewieſene Tapferkeit das Eiſerne Kreuz und
gehörte dem Heere noch lange Jahre an, zuletzt als
Haupt=
mann der Landwehr. Bald nach dem Feldzug ſiedelte ſich
Herr Schlenke hier an. Er bewirtſchaftete den Hardthof
und beſchäftigte ſich viel mit landwirtſchaftlichen Berufs=
und Organiſationsfragen. Das Vertrauen der
oberheſſi=
ſchen Landwirte führte ihn bald an die Spitze des landw.
Provinzialvereins und auch nach Aufgabe ſeiner
landwirt=
ſchaftlichen Tätigkeit blieb er Präſident des Vereins, der
noch jetzt neben der Landwirtſchaftskammer ſeine
ſegens=
reiche Tätigkeit entfaltet. Als wirkungsvoller Vertreter der
landwirtſchaftlichen Intereſſen ſpielte er auch politiſch eine
Rolle. Er gehörte der Nationalliberalen Partei an und
kandidierte für ſie 1890 in unſerem Wahlkreis zum
Reichs=
tag, blieb aber um rund 200 Stimmen hinter Otto Böckel
zurück, der damals mit Dr. Gutfleiſch in die Stichwahl kam.
Eine längere Reihe von Jahren war Herr Schlenke auch
ſtellvertretendes Provinzialausſchußmitglied, bis er 1903
nach Friedberg verzog. Dort war er Direktor der landw.
Hauptgenoſſenſchaft für Oberheſſen, ſchied aber freiwillig
aus dieſer Stellung. In den letzten Jahren war Herr
Schlenke Inſpektor der Norddeutſchen Allg.
Hagelverſicher=
ung. Der Verſtorbene war vielfach auch journaliſtiſch und
ſchriftſtelleriſch tätig. (G. Anz.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. April. Eine
Kom=
miſſion der amerikaniſchen Regierung wird
auf einer Rundreiſe nach den europäiſchen Hauptſtädten
Anfang nächſter Woche in Berlin eine= Einladung des
Präſidenten der Vereinigten Staaten an Deutſchland zur
Beteiligung an der Weltausſtellung in San Francisco
anläßlich der Eröffnung des Panamakanals im nächſten
Jahre überbringen. — Heute abend verbreitete ſich in
Charlottenburg das Gerücht, der berüchtigte Falſchſpieler
Stallmann alias Baron Korff=König ſei von
einem Zigarrenhändler erkannt worden. Der Verhaftete
wurde aber wieder aus der Haft entlaſſen. Es lag ein
Irrtum der Polizei vor, der dadurch hervorgerufen wurde,
daß der Verhaftete ebenfalls den Namen König trägt. —
Aus den verſchiedenſten Teilen des Reiches liegen
Nach=
richten vor, daß die Temperatur in den letzten Tagen
mehrere Grad unter Null zurückgegangen iſt. Im
Rhöngebirge iſt bei 1 Grad Kälte Schneegeſtöber
eingetre=
ten. Auch in Weſtpreußen ſchädigten Nachtfröſte die
Vege=
tation. In der Danziger Gegend ſind ebenfalls
Schnee=
fälle niedergegangen.
Frankfurt a. M., 1. Mai. Zu der
Enthüllungs=
feler der Lilli Schönemann=Gedenkſtafel
an deren Stammhaus, Großer Kornmarkt 15, Sonntag,
den 5. Mai, haben die drei Urenkel Lillis, Baron Wilh.
v. Türckheim in Baden=Baden, Hauptmann a. D.
Frei=
herr R. v. Türckheim in Karlsruhe und Freiherr Hugo
v. Türckheim auf Truttenhauſen bei Barr im Elſaß ihr
Erſcheinen zugeſagt. Außerdem lebt noch in Montreux
ein 102 Jahre alter Enkel Lilli Schönemanns, Baron
Ferdinand v. Türckheim.
München, 30. April, Der Schriftſteller A. J.
Mordt=
mann, langjähriger Chefredakteur der Münchener
Neueſten Nachrichten, der dem Redaktionsverbande bis
vor kurzem angehörte, iſt in Darmſtadt, wo er
Er=
holung ſuchte, an den Folgen einer
Blinddarmentzünd=
ung im Alter von 73 Jahren plötzlich geſtorben. Die
Gattin des Vorſtorbenen, geb. Gaulé, iſt aus Darmſtadt
gebürtig.
Leonberg, 1. Mai. In vergangener Nacht brach in
der Wirtſchaft „Zur Traube” in Eltingen Feuer aus,
dem in kurzer Zeit das Wirtſchaftsanweſen, ſowie ein
weiteres Wohnhaus und drei Scheunen zum Opfer fielen.
Da das Feuer zu gleicher Zeit in der Wirtſchaft und in
einer Scheune ausbrach, iſt Brandſtiftung als ſicher
anzu=
nehmen.
Gelſenkirchen, 1. Mai. Am Bahndamm in Huellen
wurde ein Handwerksburſche, der ſich zum Schlafen
hingelegt hatte, von heißer Aſche verſchüttet, die
aus einem Wagen herausfiel. Der Handwerksburſche
wurde als völlig verkohlte Leiche aufgefunden.
Leipzig, 30. April. Heute nacht erfolgte zunächſt für
den Thüringer Verkehr die Inbetriebnahme der
fertigge=
ſtellten weſtlichen preußiſchen Hälfte des Leipziger
Hauptbahnhofes der nach der Fertigſtellung der
größte Bahnhof der Welt ſein wird. Eine beſondere Feier
fand nicht ſtatt.
Stettin, 1. Mai. Im Dachgeſchoß des Stadt
thea=
ters brach geſtern nachmittag ein Brand aus, durch
den zahlreiche Garderobe im Werte von mehreren tauſend
Mark vernichtet wurde.
Danzig, 30. April. Eigenartige Zuſtände aus
einer kleinen Gemeinde beleuchtete eine
Verhand=
lung vor der hieſigen Strafkammer, vor der ſich ein
Ge=
meindevorſteher Betlack aus Abbau Buſchkau wegen
Ur=
kundenfälſchung zu verantworten hatte. Wie die
Verhand=
lung ergab, hatte Betlack Anfang April das
Gemeindekol=
legium zuſammenberufen, um über eine Steuererhöhung zu
beraten. Da er wußte, daß ein Teil der Gemeindevertreter
ſich der Steuererhöhung gegenüber doch negativ verhalten
würde, ließ er gar nicht erſt alle einladen, ſie aber trotzdem
in dem Protokoll als anweſend anführen. Es waren nur
5 Mitglieder anweſend, wogegen aber zur Beſchlußfähigkeit
7 gehörten. Betlack ſchlug eine Erhöhung des Zuſchlages
von 275 auf 300 Prozent vor. Er ließ aber nicht abſtimmen,
ſondern beauftragte den Protokollführer, die
Steuererhöh=
ung als angenommen in dem Protokoll zu vermerken, was
dieſer auch tat. Von den anweſenden Gemeindevertretern
konnten zwei überhaupt nicht leſen und unterſchrieben das
Protokoll trotzdem, und den Namen eines dritten, der vor
Schluß der Sitzung die Amtsſtube verlaſſen hatte, fügte
Betlack ſelbſt hinzu. Der Gemeindevorſteher ging in ſeiner
vermeintlichen „Machtvollkommenheit” aber noch weiter.
Als ihm nämlich eine Zeit darauf der Amtsvorſteher
vor=
ſtellte, daß 25 Prozent Erhöhung wohl kaum ausreichend
ſeien und daß man eine Erbshung um 125 Prozent hätte
vornehmen ſollen, änderte Betlack das Protokoll in der
Weiſe um, daß er vor die 25 eine 1 ſetzte. Die
Straf=
kammer verurteilte ihn wegen Fälſchung einer Urkunde zu
der Mindeſtſtrafe von einem Monat Gefängnis, indem ſie
die Sache ſehr milde auffaßte und dem Angeklagten
zuge=
ſtand, daß er ſich der ganzen Schwere ſeiner Tat bei
Be=
gehung der Fälſchungen nicht bewußt (!) geweſen ſei.
Paris, 1. Mai. Die Nachforſchungen der Polizei nach
den Automobilbanditen Garnier und Valets
erwieſen ſich bisher als vergeblich. Geſtern abend erhielt
die Sicherheitsbehörde von einem Anſtreichergehilfen die
Anzeige, daß er Garnier, mit dem er ein Jahr lang
zu=
ſammen gearbeitet habe, auf dem Wege nach dem Vorort
Montreul in der Nähe der Befeſtigungen geſehen habe und
daß ſich der Bandit in eine der dort befindlichen zahlreichen
Baracken geflüchtet haben dürfte. Die ganze Gegend ſoll
heute früh ſorgfältig abgeſucht werden. Geſtern abend
ver=
breitete ſich das Gerücht, daß die Polizei in dem Vorort=
Papillons ſous Bois ein Haus umzingelt habe, in dem
Garnier vermutet werde. Das Gerücht war dadurch
ent=
ſtanden, daß eine Schauſpielertruppe eine Pantomime für
ein Kinematographentheater dort aufführte.
London, 1. Mai. Einem Londoner Diamantenhändler
namens Mar Roſenthal ſind bei der Ueberfahrt von
Bou=
logne nach Folkeſtone Diamanten, Perlenkolliers und
Banknoten im Geſamtwerte von etwa 200000 Mark
ge=
ſtohlen worden. Die Diebe ſind Roſenthal
augenſchein=
lich von Paris aus gefolgt.
Achilleion, 30. April. Der Kronprinz von
Sach=
ſen iſt in Begleitung des Generalmajors Carlewitz in
Korfu eingetroffen. Er war zur heutigen Frühſtückstafel
nach Achilleion geladen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 1. Mai. Der Präſident Dr.
Kaempf=
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten und teilt mit,
daß heute eine Abendſitzung ſtattfinden wird.
Auf der Tagesordnung ſtehen zunächſt
Wahlprüfun=
gen. Die Wahl des Abg. Kreth (konſ.) wird,
entſpre=
chend dem Kommiſſionsantrage ohne Debatte für gültig
erklärt. Ueber die Wahl des Abg. Haupt (Soz.) ſollen
Beweiserhebungen ſtattfinden. Es folgt die Fortſetzung
der
zweiten Beratung des Kolonialetats.
Abg. Dr. Paaſche (natl.): Der bisherige Verlauf
dieſer Debatte iſt durchaus erfreulich geweſen, mit einer
Ausnahme. Außer den Sozialdemokraten haben
ſich=
ſämtliche bürgerlichen Parteien rückhaltlos auf den Boden
der Kolonialpolitik geſtellt und die Weiterführung in=
Ausſicht geſtellt. Die Statiſtik über die Beamtenzahlen
in den Kolonien iſt nicht ſtichhaltig. Naturgemäß
neh=
men die Lehrer, Tierärzte, Vermeſſungsbeamte uſw.
einen großen Prozentſatz unter den Beamten ein. Wenn
aus meinen Ausführungen in der Kommiſſion hier
her=
vorgehoben wurde, ich hätte von den Negern als von
Arbeitstieren geſprochen, ſo iſt es illoyal, dies hier gegen
mich auszumünzen. (Präſident Dr. Kaempf rügt diefen
Ausdruck als unzuläſſig.) Redner: Dann nehme ich den
Ausdruck zurück. Die Alkoholeinfuhr in die Kolonien
muß nach Möglichkeit eingeſchränkt werden, denn
nir=
gends wirkt der Alkoholismus verderblicher, als in den
Tropen. Bedauerlich iſt, daß amtlich beſtätigt werden
mußte, daß unſere Beamten bei aller Beſchränkung
doch=
die Hälfte ihres Einkommens in Alkohol anlegen zu
müſ=
ſen glauben. Da ſollte man ſich doch überlegen, ob es
nicht beſſer ſei, Beamte in die Kolonien zu ſchicken, die
dem Alkohol völlig entſagt haben. Dadurch würde viel
Geld und mancher Kolonialſkandal erſpart bleiben. (
Bei=
fall.) — Abg. Dr. Müller=Meiningen (Fortſchr.
Vpt.): Ich möchte das Augenmerk darauf richten, daß in
letzter Zeit im Kongo ſeitens der belgiſchen Regierung
ſtarke Verletzungen der Kongoakte vorgekommen ſind=
Von der Künſtlerkolonie.
Neue Gemälde von Hanns Pelar.
In ſeinem entzückenden ſtimmungsvollen Atelier auf
der Künſtlerkolonie hat der Maler Hanns Pelar für kurze
Zeit eine Anzahl ſeiner neueſten Werke ausgeſtellt die
als Geſamtheit betrachtet, dem Beſchauer immer mehr die
Ueberzeugung feſtigen, daß die Künſtlerkolonie in dem
jungen Künſtler eine Kraft beſitzt, ein Talent, das
los=
gelöſt, oder doch mit Erfolg immer mehr ſich loslöſend
von allem Schulmäßigem, Vorbildmäßigem, eigene Wege
geht, aufrecht und zielbewußt; mit keckem Mut
hinein=
greift in das blühendreiche Leben ſeiner künſtleriſchen
Phantaſie und aus Altem und Neuem, aus Urväters Zeit
mit Gegenwärtigem, ja erſt Kommendem, mit Gebilden
ſeiner, der Zeit vorauseilenden Phantaſie, ein Neues
ſchafft, ein Eigenes, das die Beſchauer feſſelt und in Bann
ſchlägt, das im Moment wie künſtleriſche Revolution
wirkt, das letzten Grades aber nichts iſt, als eine
Offen=
barung der Schönheit. Einer Schönheit allerdings, wie
ſie nicht immer der Durchſchnittsmenſch empfindet, nicht
empfinden kann, weil ſie ſo nur aus ſtarker Leidenſchaft
heraus geboren wird, umhüllt und vertieft durch einen
heißen Hauch ſtarker Sinnlichkeit. Einer geſund
empfun=
denen Sinnlichkeit, wie die Natur ſelbſt ſie ſchafft. Wenn
etwa in ſchwüler Juninacht ein tiefblauer Himmel über
die Natur ſich ſenkt und Blütenduft ſtark und berauſchend
ſchwer die Atmoſphäre füllt, und wenn dann nackte
Schö=
nen ſüdlicher heißblütiger Raſſe den gleißenden Körper
baden in der blütenduftſchwangeren Luft, umhüllt nur
von den ſchmeichelnden weichen Schatten hoher
ſaftiggrü=
ner Zypreſſen und ſchimmernd im goldigen zitternden
Licht des Sternenalls. Einer Schönheit, die, geboren aus
ſinnlich warmem, wallendem Blut, wieder heißes,
ſinn=
lliches Empfinden gebiert.
So ward Pelars „Sinnliche Nacht” eine
Verkör=
verung all des Geſagten. Und ward noch viel mehr. Ein
Farbenrauſch, der auf den Beſchauer wirkt wie volle
brauſende Akkorde und doch wieder nicht ſo, nein, wie
leiſe volle ſchmeichelnde Muſik, von weitherklingend her=
Gorgeweht durch die warmen blütenduftſchweren Wind=
wellen und den Hörer, den Beſchauer umſchwebend wie
ſüße Sinfonien. Farbenpoeſie! Von reicher Phantaſie
erzählte Märchen, gebannt durch feinſt empfundene
Far=
benkunſt und durchwoben und belebt von friſch
pulſieren=
dem Leben der Gegenwart. Wie der tiefblaue,
ſternen=
beſäete. Himmel der Sommernacht ſein magiſches Licht
breitet auf die grünende, blühende Parklandſchaft, wie
von irgend woher künſtliches Licht auf die breite
Frei=
treppe einen hellen Schein wirft, in dem das Leben ſich
konzentriert; wie die Geſtalten, halbnackt und bekleidet
mit phantaſtiſchen orientaliſch anklingenden Koſtümen
voller ſatter Farbenfülle, eine die andere ſchneidend über
die Stufen ſchreiten, aus dem Dämmerdunkel kommend
und durch den Lichtſchein in reicher Bewegung der
Kör=
per hinüber eilen, drängen, in die „ſinnliche Nacht”
hin=
ein, in Luſt und Leben umſchlungen; wie ſeitlich die
dunk=
len grünen Flächen der mächtigen Baumkronen das
Gegengewicht geben zu der ſchillernden Buntheit und zu
dem Blau des Himmels, das iſt brillant gegeben, mit
bei=
ſpielloſer Sicherheit komponiert. Und wie über den
gan=
zen Farbenrauſch ein dämmernder Schleier gewoben, der
alles in warmer Weichheit hüllt, das iſt meiſterhaft.
Und neben dem ſinnvollen Farbenpoeten, dem
Sin=
foniker, ſpricht aus einem zweiten Bilde „
Mardſcha=
nah” der die Linie beherrſchende Stiliſt. Eine
phan=
taſtiſche, frei erfundene orientaliſche Tänzerin ſtellt es
dar. Der in der Blüte begriffene Oberkörper entblößt,
der Unterkörper mit fächerartig geſpreiztem
Phantaſie=
gewand bekleidet. Auch hier die ſcharf ausgeprägte
orientaliſche Sinnlichkeit. Herrſchend aber der Stil, die
Linie und das ganz wunderbar abgeſtimmte Kolorit. Wie
ſelbſtverſtändlich wirkt das Bild trotz der Stiliſierung
des Körpers, trotz der der Linie untergeordneten Haltung
des Körpers, der Arme, der überſchlanken Hände und
Finger. Und wie der nackte Körper gemalt iſt, gleißend.
ſchlangengleich, als fühle man die Oele und Salben aus
den Toilettegeheimniſſen der Schönen. Man beachte
wei=
ter die Zeichnung des Geſichts, wie es, obwohl nur halb
ſichtbar, die ganze ſinnliche Glut des Tanzes
wiederſpie=
gelt. Und wie die ſchillernde Schlange um den Hals ſich
windet, ihren kalten Leib an den lebenswarmen Körper
ſchmiegt. Und dann endlich, wie auch hier dieſe
Farben=
fülle mit dem lichtgrauen flimmernden Hintergrund und
mit dem ſchillernden Gewande ſich eint zu wunderſamer
Harmonie, die durch nichts geſtört wird. Weder durch
die Herrſchaft der Linien, noch durch die ſcharf
pointie=
rende Zeichnung. Einige kleinere ähnliche Probleme aus
dem gleichenVorwurf erwachſen, aber zu eigenenEinheiten
ausgearbeitet, zeigen, daß erſt viele Verſuche den
Künſt=
ler zur Vollendung führten. Aber dem letzten Werke
haftet nichts davon an. Wie ſelbſtverſtändlich es
an=
mutet, darin liegt vielleicht der erheblich größere Teil der
Kunſt.
Es iſt nicht möglich, auf alle Einzelwerke der
Kollek=
tion hier näher einzugehen. Das dritte, größte, mag
noch beſonders erwähnt ſein: „Yvette” hat der
Künſt=
ler es bezeichnet. Und vielleicht liegt in dem Ganzen
etwas von der großen Yvette, von dem, was ihre Kunſt
ausprägte, da ſie auf der Höhe noch wandelte. Es iſt nur
ein Frauenbildnis, aber voller Phantaſie und voller
zeichneriſcher und Farbenſchönheiten iſt es. Der
weit=
gebauſchte Reifrock mit den gefällig fallenden Volants,
das ſchwere, brokatene, in lichtem Grün und Gold
gehal=
tene, reich gemuſterte, mantelgleiche Uebergewand, das
ſcharf charakteriſierende, ſeſſelnde, ausdrucksvolle Geſicht
mit den gewiſſermaßen ſtiliſierenden dunklen Brauen
über den großen, klug und lebendig blickenden Augen.
die gepuderte Hochfriſur und dazu der rieſige Iltismuff,
faſt bis zu dem entzückend geformten freien Hals erhoben.
Bildmäßiges Schauen feiert hier Triumphe. Koloriſtiſch
meiſterhaft ſind wieder die Farben geſtimmt zu dem
hin=
ter der Figur flimmernd lichtgrauen, ſeitlich dunkleren
Hintergrund.
Von Hanns Pelar hat die Kunſt noch viel zu
erhof=
fen. Technik — er malt noch immer Tempera mit
dün=
ner, die Leuchtkraft der Farben erhöhender Oelnachhilfe
— und Auffaſſung zeigen ſeit dem letzten, das wir ſahen,
offenbare Fortſchritte. In beiden geht er eigene Wege,
die ihn vielleicht entfernen von der medernen deutſchen
Malerei, die aber der Kunſt ſelbſt, der Schönheit, die ihr
oberſtes Geſetz ſein ſoll, Werke von unvergänglichem
M. St.
Wert ſchaffen.
Nummer 103,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
Seite 5.
Durch das Konzeſſionsweſen wird der freie Handel
illu=
ſoriſch gemacht. Soll unſer erworbenes Gebiet Neu=
Kamerun möglichſt zur Blüte gelangen, ſo iſt es im
In=
tereſſe der Käufleute dringend notwendig, darauf zu
achten, daß Frankreich und Belgien die Beſtimmungen
der Kongoakte ſtrikte innehalten. Das Zivilrecht für die
Kolonien muß grundſätzlich geregelt werden. Dem
Schul=
weſen in den Kolonien muß der Staat beſonderes
In=
tereſſe zuwenden, damit nicht die Miſſionsſchulen vor
den Regierungsſchulen bevorzugt werden. — Abg. Liz.
Mumm=(Wirtſch. Vgg.): Die Ausführungen des
ſozial=
demokratiſchen Redners zu den kolonialen Fragen ſtehen
in Widerſpruch mit verſchiedenen Autoritäten ihrer
Par=
teien. In Südweſtafrika muß übermäßige Strenge den
Eingeborenen gegenüber vermieden werden. Loyalen
Eingeborenen ſollte die Großviehzucht wieder erlaubt
werden. Augenmerk ſollte die Regierung auch auf die
Erhaltung der Buſchmänner, der Ureinwohner
Südweſt=
afrikas richten. Allgemein anzuerkennen iſt die
auf=
opfernde Tätigkeit der Miſſionare. Wir fordern in einer
Reſolution, die internationale Konferenz betreffend
Be=
ſchränkung des Spirituoſenhandels in Afrika wieder
aufzu=
nehmen. Hier handelt es ſich um ein Werk der
Humani=
tät erſten Ranges. — Präſident Dr. Kaempf: Gegen
meinen Vorſchlag, heute eine Abendſitzung abzuhalten, iſt
eine Einwendung erhoben worden. Ich würde mich
be=
reit erklären dazu, wenn Sie bereit wären, die Sitzung
bis gegen halb 8 Uhr auszudehnen. Ich nehme an, daß
das Haus damit einverſtanden iſt. (Zuſtimmung.)
Abg. Ledebour (Soz.): Der Staatsſekretär Dr.
Solf meinte, wir würden in fünf Jahren Kolonialfreunde
werden. Zu dieſer Anſicht konnte der Staatsſekretär nur
kommen, weil er in Samoa mit Blumen im Haar
ge=
wandelt iſt und nur die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung geleſen hat. (Große Heiterkeit.) Wir werden
inſo=
fern poſitiv mitarbeiten, als wir uns beſtreben werden,
das Los dieſer unterjochten Völker zu erleichtern. —
Abg. Colshorn (Welfe): Unſere Baumwollkultur muß
energiſch gefördert werden, und zwar am beſten durch
einen entſprechenden Schutzzoll. — Abg. Davidſohn
(Soz.): Unſere Offiziere und Beamten ſollten
insbeſon=
dere in der Entſagung des Alkoholgenuſſes in den
Ko=
lonien ein vorbildliches Leben führen. Dadurch würde
auch die Achtung der Eingeborenen vor den Europäern
weſentlich gehoben. Bezeichnend iſt, daß ein
Eingebore=
ner, wenn er einen anderen Eingeborenen betrunken
ſieht, er dieſen Zuſtand bezeichnet mit: Der iſt betrunken
wie ein Weißer! Das ſtellt den höchſten Grad des
Alko=
holiſierens dar. (Heiterkeit.) Der Antrag Mumm, der
den Alkoholmißbrauch der einheimiſchen Bevölkerung in
den Kolonien einſchränken will, predigt doppelte Moral.
Sie ſollten das Wort „einheimiſchen” darin ſtreichen.
Damit ſchließt die Debatte. Das Gehalt des
Staats=
ſekretärs wird bewilligt und die Reſolution Mumm mit
einigen Aenderungen angenommen. Eine Reihe weiterer
Titel wird ohne Debatte bewilligt. Damit iſt der Etat
für das Reichskolonialamt erledigt. — Es folgt der
tat für Oſtafrika.
Die Budgetkommiſſion beantragt eine Reſolution auf
Aufhebung der Hausſklaverei in Oſtafrika. — Abg. Dr.
Arendt (Reichspt.): Ich wünſche, daß unter dem neuen
Gouverneur von Oſtafrika wieder der Frieden in die
Ko=
kolonie einziehen möge. Die Einnahmen der Kolonien
ſind ſehr ſorgfältig aufgeſtellt. Die Hüttenſteuer dürfte
einen erheblich höheren Betrag abwerfen, dagegen halten
wir die Salzverbrauchsabgabe für verfehlt. Die
Rupien=
währung halten wir ebenfalls für ein verfehltes
Experi=
ment. Es ſollte dort die deutſche Währung eingeführt
werden. Man ſollte in dieſer Kolonie mehr die
Reiskul=
tur fördern, um ſie unabhängig von Indien zu machen.
— Abg. Henke (Soz.): Gegen die Miſſionare
nerſön=
lich wollte ich nicht vorgehen, ich wollte nur das
Verhält=
nis konſtatieren, das zwiſchen Chriſtentum und
Kapita=
lismus beſteht. — Abg. Erzberger (Zentr.): Daß die
Miſſionare Bahnbrecher des Kapitalismus ſeien, trifft
nicht zu. Aus der jetzigen Rede des Abg. Henke ging
her=
vor, daß er künftig nicht wieder ſolche Vorwürfe machen
wird. — Abg. Noske (Soz.): Gegen die kulturelle
Aus=
beutung der Kolonien haben wir uns immer und werden
wir uns auch in Zukunft wenden; dagegen werden wir
für die kulturelle Hebung ſtets eintreten. — Abg. Dr.
Arendt (Reichspt.): Baumwollkulturen ohne Kapital
ſind nicht denkbar. — Abg. v. Böhlendorf (konſ.):
Wir können uns ſchätzen, einen Herrn wie Rechenberg zu
beſitzen. Einen Mann wie ihn werden wir ſo bald nicht
wieder finden. — Hierauf ſchließt die Debatte und die
Reſolution, betr. die Aufhebung der Sklaverei bis zum
1. April 1920, angenommen. Der Etat für Oſtafrika wird
bewilligt. — Es folgt der
Etat für Kamerun.
Abg. Noske (Soz.): Die Einführung der
Selbſtver=
waltung in Kamerun muß ſchleunigſt in Angriff
genom=
men werden. Eine Humaniſierung der Strafrechtspflege
in dieſer Kolonie wäre durchaus notwendig. Mit einer
Rentabilität der Bahnen iſt nicht zu rechnen. Die
geſund=
heitlichen Zuſtände laſſen in dieſer Kolonie viel zu
wün=
ſchen übrig. Gegen Barbareien müſſen wir energiſch
Proteſt einlegen. — Abg. v. Liebert (Reichspt.): Ich
bedauere, daß ſich der Staatsſekretär gegen das Projekt
der Südbahn ausgeſprochen hat. — Staatsſekretär Dr.
Solf: Ich muß betonen, um keine falſchen
Anſchau=
ungen entſtehen zu laſſen, daß ich mich nicht gegen das
Projekt ausgeſprochen habe, ich habe nur geſagt, wenn
ich die Südbahn zu vertreten hätte, würde ich nicht in der
Lage ſein, ihre mögliche Rentabilität darzulegen. — Abg.
Dr. Arendt (Reichspt.): Duala iſt der natürliche
Mit=
telpunkt des Landes und ſollte auch zur Reſidenz erhoben
werden. Buea liegt weit abſeits. — Staatsſekretär Dr.
Solf: Allerdings liegt Buea etwas abſeits, aber eine
Verlegung nach Duala würde ſehr große Koſten
verur=
ſachen. — Abg. Waldſtein (Fortſchr. Vpt.): Die
Ver=
legung könnte man unterlaſſen, aber eine beſſere
Verbind=
ung durch eine Kleinbahn müßte hergeſtellt werden.
Der Etat wird dann ohne weitere Debatte bewilligt
und eine Reſolution auf Erhöhung des Zolles auf
Branntwein angenommen. Ebenfalls ohne Debatte wird
der Etat für Togo und Neu=Guinea erledigt.
Bei letzterem wurde eine Reſolution angenommen betr.
Erhöhung des Ausfuhrzolles auf Paradiesvögel.
Hierauf wird die Weiterberatung auf
Don=
nerstag 1 Uhr vertagt. Außerdem Anträge auf
Aen=
derung der Geſchäftsordnung. — Schluß 7 Uhr.
* Berlin, 1. Mai. Die
Wahlprüfungskom=
miſſion des Reichstags beendete die Prüfung
der Wahl des Abg. Dr. Kaempf. Sie kam zu dem
Er=
gebnis, die Wahl zu beanſtanden und beſchloß die
Be=
weiserhebung.
* Berlin 1. Mai. Die
Branntwein=
ſteuerkommiſſion des Reichstages begann heute
ihre Beratungen. Von konſervativer Seite lag ein
von den Polen, den Kationalliberalen und
dem Zentrum unterſtützter Antrag vor, wonach der
aus der Betriebsauflage angeſammelte Fonds, der zur
Förderung der Verwendung von techniſchem Spiritus
beſtimmt iſt, verſtärkt werden ſoll durch einen jährlichen
Betrag von 16 Millionen, der aus dem Ertrage der
Verbrauchsabgabe zu entnehmen wäre. Konſervative
und Polen erklärten, daß ſie für das Geſetz überhaupt
nur dann ſtimmen würden, wenn dieſer Antrag dem
Prinzip nach angenommen würde. Dieſer Antrag wurde
auch mit 15 gegen 13 Stimmen angenommen und
mit gleicher Mehrheit der ſozialdemokratiſche Antrag
ab=
gelehnt. Vorher hatten die Sozialdemokraten
im Namen ihrer Fraktion folgende Erklärung abgegeben:
„Wir bewilligen für den Militarismus, ſo auch für die
jetzige Heeres= und Flottenvorlage, deren Annahme wir
leider nicht verhindern können, keinen Mann und keinen
Groſchen. Wenn wir aber, wie in der gegenwärtigen
Situation, erreichen können, daß eine indirekte
Steuer durch eine direkte erſetzt werden kann, ſo ſind
wir bereit, für eine ſolche direkte Steuer, z. B. die
Erb=
ſchaftsſteuer, zu ſtimmen.”
H. B. Berlin 1. Mai. Die erſte Abſtimmung in der
mit den Deckungs= und Wehrvorlagen befaßten
Reichstags=Kommiſſion fiel heute im Sinne der
Regierungs=Vorlage aus.
Zum Fall Sorhlet=Waquer.
Wie ſich Ihre Leſer wohl noch erinnern werden, hatte
Herr Geh. Hofrat Profeſſor Dr. Paul Wagner dahier im
Januar v. J. unter obiger Spitzmarke zu ſeiner
Rechtfer=
tigung eine längere Erklärung gebracht, die am Schluſſe
die Bemerkung enthielt, daß die Witwe eines früheren
langjährigen erſten Aſſiſtenten der Verſuchsſtation ihm
eine Urkunde für Mk. 20 000.— zum Kauf angeboten habe,
aus der ſich ergeben ſolle, daß er vor 22 Jahren eine
Ta=
belle gefälſcht habe; er habe dieſe Angelegenheit der
Staatsanwaltſchaft übergeben.
Da jene Bemerkung auf mich zielte, ſo habe ich
da=
mals ſofort in der Oeffentlichkeit energiſch Verwahrung
gegen dieſe unwahre Behauptung eingelegt und meine
damaligen Bemerkungen mit folgendem Satze geſchloſſen:
„Hat Herr Profeſſor Wagner, wie er ſchreibt und
wovon ich bis zur Stunde noch nichts gehört habe, die
Sache der Staatsanwaltſchaft übergeben, ſo wird ja
vorausſichtlich „eine gründliche gerichtliche Klarſtellung‟
erfolgen. Ob dies allerdings mit dem von Herrn
Pro=
feſſor Wagner gewünſchten Erfolg geſchehen wird, wird
die Zukunft lehren.”
Dieſe gerichtliche Erklärung iſt inzwiſchen erfolgt
und zwar mit dem Schluſſe, daß ich durch Entſcheidung
der hieſigen Strafkammer vom 29. März 1912 außer
Ver=
folgung geſetzt worden bin.
Da indeſſen mit dieſer Feſtſtellung allein weder
mir noch der Oeffentlichkeit gedient iſt und die
Oeffent=
lichkeit und ich das lebhafteſte Intereſſe daran haben, daß
auch die Gründe des Beſchluſſes bekannt werden, ſo
er=
ſuche ich ergebenſt, dem nachfolgenden Wortlaut jenes
Beſchluſſes ſeiner ganzen Ausdehnung nach gefl. in
Ihrem geſchätzten Blatte Aufnahme zu gewähren.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Frau Prof. Dr. Dorſch Ww.
J. 257/11.
In der Strafſache gegen die Witwe des Profeſſors
Dr. Robert Dorſch in Darmſtadt wegen verſuchter
Er=
preſſung beſchließt die Strafkammer II Großh.
Land=
gerichts der Provinz Starkenburg in Erwägung, daß
1. die Großh. Staatsanwaltſchaft beantragt hat, die
Angeſchuldigte aus folgenden Gründen:
„Als Juſtizrat Dr. Schmitt am 13. Dezember 1910
die ihm von Frau Dorſch übergebenen Tabellen
Wag=
ner zeigte, hat dieſer ſofort erkannt, daß ſie eine
ge=
fährliche Waffe in den Händen ſeiner Gegner ſeien.
Darüber läßt ſowohl die dem Ausruf: „Ja, wie
komme ich denn nur zu ſo etwas, das iſt ja
fürchter=
lich, da geht ja mein ganzes Leben und Anſehen
zu=
grunde” ſich verratende Beſtürzung, als insbeſondere
der lebhaft ausgeſprochene Wunſch unter allen
Um=
ſtänden auf irgend eine Weiſe, vielleicht durch Ankauf
des Materials, eine gütliche Erledigung
herbeizufüh=
ren, keinen Zweifel (vgl. Ausſage Schmitt, Diſziplinar
akten S. 63 ff., J. 257/11 Spez.=Prot. III, S. 36 ff.)
Das zeigen ebenſo die in Unterredungen mit Faber
und Simmermacher erfolgten Bemühungen Wagners
um einen friedlichen Ausgleich, ſowie die ganz in der
Richtung des in der Unterredung mit Schmitt
geäußer=
ten Gedankenganges liegende dringende Vitte an Frau
Dorſch, eine Summe zu nennen, durch die er das ihrem
Manne zugefügte Unrecht wieder gut machen könne,
worauf dieſe, ohne aber eine etwaige Herausgabe der
Tabellen damit in Verbindung zu bringen, eine
Abfin=
dung von Mk. 20 000.— vorſchlug (vgl. Ausſagen Faber,
Simmermacher und Dorſch. Diſziplinarakten S. 5 ff.
J. 257/11 Spez.=Prot. II, S. 3 ff., Nr. 17 und Spez.=
Prot. I). Darauf weiſt endlich der durch den Brief an
Faber vom 20. Dezember 1910 (Anl. 10 der
Diſziplinar=
akten) gemachte Verſuch, noch in letzter Stunde ein
Aufrollen der Angelegenheit zu verhüten. Wagner
frei=
lich gibt eine weſentliche andere Darſtellung der Dinge
(val. Diſziplinarakten S. 47 ff. „Bericht IX” und
„Bericht X‟). Allein ſeine Angaben ſind offenſichtlich
unglaubwürdig und vermögen ebenſowenig wie die
Aufzeichnungen von Dr. Klaus Wagner über eine am
27. Dezember 1910 mit Frau Dorſch ſtattgehabte
Be=
ſprechung (J. 257/11 Anl. zu Nr. 1 act.), die ſich
lücken=
los ergänzenden Bekundungen von Schmitt, Faber,
Simmermacher und Frau Dorſch zu erſchüttern. Auch
kann dem Briefe Waaners an Frau Dorſch vom 19.
Dezember 1910 (J. 257/11 Anl. zu Nr. 5 act.)
keiner=
lei Beweiskraft für den Verlauf ſeiner mit ihr
gepflo=
genen Unterredung beigelegt werden, da die in dem
Schreiben getroffenen „Feſtſtellungen” dem tatſächlichen
Hergang widerſprechen, ſei es nun, daß Wagner in
ſeiner damaligen gemütlichen Erregung die Vorgänge
nachträglich in falſchem Lichte ſah, ſei es, daß er
beab=
ſichtigte, Frau Dorſch einzuſchüchtern und von
vorn=
herein ein Gegengewicht gegen ihn bloßſtellende
Aus=
ſagen zu ſchaffen”
außer Verfolgung zu ſetzen,
2. die Kammer auf Grund Prüfung der Akten zu
der Ueberzeugung gekommen iſt, daß dieſe Ausführungen
durchaus richtig ſind, weil ſie genau dem
Beweis=
material entſprechen und ſich demſelben daher lediglich
anzuſchließen vermag,
3. daß hiernach die erhobenen Beweiſe die Unſchuld
der Angeſchuldigten ergeben,
auf Grund der §§ 202, 496, 497, 499 St.=Pr.=O., daß die
Angeſchuldigte außer Verfolgung zu ſetzen ſei und die
Staatskaſſe die Koſten des Verfahrens zu tragen habe.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
Großh. Landgericht, Strakkammer
Luftfahrt.
Die „Schwaben” auf der Fahrt nach
Düſſeldorf.
* Baden=Oos, 1. Mai. Das Luftſchiff „Schwaben”
iſt heute morgen um 8 Uhr 20 Min. mit ſechs
Paſſa=
gieren unter Führung von Diplom=Ingenieur Dürr
aufgeſtiegen.
* Karlsruhe, 1. Mai. Die „Schwaben” paſſierte
kurz nach 9 Uhr die Reſidenzſtadt.
* Darmſtadt, 1. Mai. Die „Schwaben” kam heute
vormittag 10 Uhr 50 Min. in Sicht und flog im glatten
Fluge in der Richtung nach Frankfurt weiter.
* Frankfurt, 1. Mai. Das Luftſchiff „Schwaben”
traf heute mittag gegen ½12 Uhr, gefolgt von der kurz
vor=
her aufgeſtiegenen „Viktoria Luiſe”, über dem ſüdweſtlichen
Stadtteile ein. Beide Schiffe fuhren in beträchtlichen Ab
ſtänden und verſchiedenen Höhenlagen und kreuzten längere
Zeit in ſchöner Fahrt über der Stadt. Um 12¾ Uhr
er=
folgte die Landung der „Schwaben” Nachdem ſie
in der Halle untergebracht war wurde mit der Nachfüllung
des Gaſes begonnen. Die Weiterfahrt nach Düſſeldorf
wird vorausſichtlich nicht vor zwei Uhr nachmittags
an=
getreten werden. Bis zu dieſer Zeit unternimmt die
„Viktoria Luiſe” Rundfahrten um die Stadt und kehrt
als=
dann in den Luftſchiffhafen zurück. Eine Fahrt nach Baden=
Baden mit dieſem Luftſchiff war nicht in Ausſicht
ge=
nommen.
* Frankfurt a. M., 1. Mai. Das Luftſchiff
„Schwaben” hat um 3 Uhr die Fahrt nach Düſſeldorf
fortgeſetzt.
* Düſſeldorf, 1. Mai. Die „Schwaben” iſt um
7 Uhr 10 Min. glatt vor der Halle gelandet und
wurde ſofort in die Halle gebracht.
* Leipzig, 30. April. Nunmehr liegen die
Land=
ungsmeldungen ſämtlicher am Sonntag zum
Aus=
ſcheidungsfliegen für das Bennett=Rennen
aufge=
ſtiegenen ſechs Ballons vor. Der Ballon „Stuttgart II‟,
Führer Dietlamm, bei Meersburg am Bodenſee
nieder=
gehend, dürfte vorausſichtlich Sieger ſein. „Osnabrück”
Führer Oberleutnant Hopfe, iſt bei Zell bei Wangen,
nörd=
ich von Lindau gelandet, „Münſter” Führer Eimernacher,
landete bei Bavendorf in der Nähe von Ravensburg, „Otto
Lilienthal” Führer Dr. Bröckelmann, in der Nähe von
Waldſee in Württemberg.
* Leipzig, 1. Mai. Nach dem nunmehrigen
Klaſſement der am Sonntag aufgeſtiegenen Gordon=
Bennett=Ballons iſt der erſte Ballon „
Stutt=
gart 2” zweiter der Ballon „Münſter”, dritter der
Bal=
lon „Osnabrück”
sr. Zum Unfall Vedrines. Der am Montag
abgeſtürzte franzöſiſche Aviatiker Vedrines, der bereits in
Paris fälſchlich tot geſagt worden war, hat auch
dieſen ſchweren Unfall bisher noch überſtanden und die
Aerzte hoffen, ihn am Leben erhalten zu können.
Während man zunächſt annahm, daß ein ſchwerer
Schädel=
bruch vorliege, konnten die Aerzte feſtſtellen, nachdem ſich
Vedrines aus ſeiner tiefen Ohnmacht erholt hatte, daß er
nur eine ſchwere Gehirnerſchütterung erlitten habe. Man
iſt der Anſicht, daß an eine Heilung in abſehbarer Zeit wohl
u denken iſt. Vedrines liegt zur Zeit im Hoſpital von
Lariboiſiere.
Sport.
* Fußballſport. Am Sonntag ſpielte die erſte
Mann=
ſchaft der Schülervereinigung Wacker gegen die gleiche des
Darmſtädter Sportklubs. Das Spiel endete 3:2 für
Darm=
ſtädter Sportklub.
Im Weſtkreis des Verbandes Süddeutſcher Fußball=
Vereine kommen demnächſt „Repräſentative Spiele” der
Klaſſe B und C zum Austrag. Es beteiligen ſich die zu
dieſem Kreis vereinigten Gaue: Mittelrheingau,
Neckar=
gau, Pfalzgau und Saargau. Die erſten Termine ſind
wie folgt feſtgeſetzt: 12. Mai (B=Klaſſe) Saargau-
Pfalz=
gau in Saarbrücken; Mittelrheingau-Neckargau in Worms
a. Rh.; 19. Mai (C=Klaſſe) Pfalzgau-Saargau in
Pir=
maſens; Neckargau-Mittelrheingau in Heidelberg. Um
nun die repräſentativen Mannſchaften der einzelnen Gaue
aufſtellen zu können, iſt es erforderlich, daß
Ausſcheid=
ungs=Spiele unter den beſten Spielern der Weſtkreis=
Vereine ſtattfinden. Dieſelben ſind für den heſſiſchen Gau,
den Mittelrheingau, auf den 5. Mai für Klaſſe B, und auf
den 12. Mai für Klaſſe C anberaumt. Das
Ausſcheid=
ungs=Spiel der B=Klaſſe iſt hier dem Darmſtädter
Sportklub 1905 zur Organiſation übertragen. Es findet
m Sonntag, den 5. Mai, auf dem Sportplatz an der
Windmühle ſtatt und beginnt nachmittags 3 Uhr. Die
B=Vereine der Städte Worms, Mainz, Darmſtadt nebſt
Umgegend ſind hieran mit ihren beſten Spielern beteiligt.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Beröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktiss
kinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwartlich.)
Vom Landes=Muſeum.
Durch Beſchluß der Großh. Landſtände wurde
ſeiner=
zeit der Sonntagnachmittag zur Beſichtigung unſeres
herrlichen Muſeums freigegeben. Als eifriger Beſucher
an genannten Nachmittagen habe ich leider die traurige
Erfahrung gemacht, daß der äußerſt ſchwache Beſuch wohl
kaum im Verhältnis zu den Koſten der Bewachung ſtehen
kann. Durch den obligatoriſchen Ladenſchluß an
Sonn=
tagen, wodurch der Verkehr von auswärts faſt gänzlich
unterbleibt, ſind es am wenigſten Fremde, die hierfür
den Nachmittag auswählen. Es wäre vielleicht zu
em=
pfehlen, den Sonntag=Vormittagsdienſt bis 2 Uhr
nach=
mittags auszudehnen, unter vollſtändigem Schluß des
Nachmittags und eventuell vielleicht einen
Mittwochnach=
mittag um eine Stunde (1—4 Uhr) zu verlängern.
Hier=
durch wäre ſicher der auswärtigen und hieſigen
Bevöl=
kerung Rechnung getragen und Gelegenheit vorhanden;
vor oder nach Tiſch eine Beſichtigung vorzunehmen.
Ge=
rade unter Mittagszeit iſt anſcheinend der Beſuch ein
ſehr guter.
Ein Beobachter.
Anfrage!
Warum fährt der letzte Wagen Hauptbahnhof=
Landskronſtraße nachts 11.25 Uhr ab, während zum
Herd=
weg Fahrgelegenheit bis nachts 12.35 Uhr iſt? Zahlen wir
Beſſunger dafür 15 Pfg.? Oder ſind wir den Bewohnern
des Herdwegs nicht „ebenbürtig”? Um Antwort wird
ge=
beten.
W. L.
Zum Untergang der „Titanie”.
* New=York, 30. April. Das Kabelſchiff „Mi
meldet, der Sturm habe die meiſten Leichen von
„Titanic” in den Golfſtrom getrieben. Es ſei
unwahrſcheinlich, daß man noch Leichen in der Nä)
Unglügsſtelle finden werde.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
Nummer 103.
* Halifax, 30. April. Der Kabeldampfer
„Mackay Bennet” iſt mit 190 Leichen der „Titanic‟
angekommen. 116 wurden in das Meer verſenkt. Bei
der Ankunft des Dampfers „Mackay Bennet” läu
teten die Kirchenglocken. Die Flaggen waren auf
Halb=
maſt gehißt. Es waren nicht genügend Särge vorhanden
und ſo mußten über 70 Tote darunter Aſtor, in ſchlichten
Kiſten auf dem Achterdeck untergebracht, 116 andere
in=
folge vorgeſchrittener Verweſung und Raummangels in
die See verſenkt werden. Die Ueberführung der Toten
in das Schauhaus nahm vier Stunden in Anſpruch.
* Waſhington, 30. April. Die „Titanic”=
Mannſchaft wurde geſtern abend von dem
Senats=
komitee entlaſſen.
Der Untergang des Dampfers „Texas”
* Smyrna, 30. April. Hier verlautet, daß bei
dem Zuſammenſtoß der „Texas” mit der
See=
mine 140 Perſonen ertrunken ſind. Es iſt ſehr
wahr=
ſcheinlich, daß die Paſſagiere nur aus Türken und
Ein=
geborenen der Kleinaſiatiſchen Küſtenſtädte beſtanden
ha=
ben. Ueber die Urſache der Kataſtrophe verlautet, daß
das Schiff dem ihm geſetzlich zur Durchfahrt durch den
Hafen von Smyrna beigegebenen Schlepper nicht folgen
wollte und verſuchte, trotzdem es durch Kanonenſchüſſe
gewarnt wurde, durch den mit Minen abgeſperrten Weg
zu fahren, ſtieß aber beim Fort Venikale mit einer
See=
mine zuſammen und ſank.
* Konſtantinopel, 30. April. Amtliche
Depe=
ſchen aus Smyrna erklären, daß der Untergang des
Dampfers „Texas” durch den Kapitän verſchuldet
wurde, der dem Lotſenſchiff nicht folgte und trotz der
Schüſſe der Küſtenbatterien über die Linie der Minen
hin=
ausfuhr. Die „Texas” hatte hundert Paſſagiere
und 39 Mann Beſatzung an Bord. Im erſten Augenblick
wurden 68 Perſonen gerettet, einige andere etwas
ſpä=
ter. Die „Texas” hatte auch Poſt für Europa an Bord.
* Paris, 30. April. Ueber den verunglückten
Dampfer „Texas” wird gemeldet, daß das Schiff, das
1888 in Newcaſtle gebaut wurde, ein
Stahlſchrauben=
dampfer von 480 Tonnen war. Die „Texas” fuhr unter
der Flagge der Archipelago American Steamſhip
Com=
pany, die in Smyrna ihren Sitz hat und zumeiſt die
Küſtenſchiffahrt im Archipel beſorgt.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Die Schließung der Dardanellen.
* Odeſſa, 1. Mai. Eine Verſammlung von
Ver=
tretern des Börſenkomitees und der Getreideexporteure
und=Importeure beſchloß, im Hinblick auf die durch die
Schließung der Dardanellen geſchaffene Lage
unverzüglich den Miniſterpräſidenten, den Miniſter des
Aeußern, den Miniſter des Innern und den
Handels=
miniſter zu benachrichtigen, daß die andauernde
Schließ=
ung der Dardanellen Handel und Induſtrie in eine
ſchwierige Lage verſetzte. Es drohten die ſchlimmſten
Folgen. In einem großen Gebiet herrſche unter den
Hafen= und anderen Arbeitern und bei den
Schiffskom=
mandos Arbeitsloſigkeit. Viele Fabriken und
Dampfer=
geſellſchaften ſtänden vor der Gefahr, ihre Tätigkeit
ein=
zuſtellen. — Die Getreideexporteure beſchloſſen, wegen
Frachtmangels die auf April abgeſchloſſenen Kontrakte
für ungültig zu erklären.
* London, 30. April. Eine Deputation der
Schiffahrtskammer proteſtierte heute bei dem
Staatsſekretär des Aeußern Sir Edward Grey gegen die
Schließung der Dardanellen. Der Miniſter
wies darauf hin, wie ſchwierig es für die Regierung ſei,
auf andere Mächte bezüglich der militäriſchen
Operatio=
nen einen Druck auszuüben. Grey erklärte, er habe vor,
nachdem er die Anſichten der Getreidehändler gehört habe,
ſofort nach Rom und Konſtantinopel zu telegraphieren,
um die Zuſage zu erlangen, daß die Durchfahrt durch die
Dardanellen geöffnet werde, damit die Schiffe, wenn
nicht ſtändig, ſo doch zeitweilig vom Aegäiſchen Meere
nach dem Schwarzen Meer frei paſſieren könnten.
* Konſtantinopel, 1. Mai. Die Pforte ſagt
in ihrer Antwortnote, die geſtern der ruſſiſchen
Botſchaft abgegeben worden iſt, die Beſtimmung
keines Vertrages hindere die Türkei, in Kriegszeiten die
Dardanellen zu ſchließen. Trotzdem wolle die Pforte die
Dardanellen öffnen, ſobald es die Umſtände geſtatteten.
Man verſichert, daß der ruſſiſche Botſchafter Giers geſtern
in einer Unterredung mit dem türkiſchen Miniſter des
Aeußern Aſſin Bay wiederum die Notwendigkeit der
Oeffnung betonte; durch Verlängerung der Schließung
verſcherze ſich die Türkei die Sympathien der öffentlichen
Meinung Europas.
Marokko.
* Paris, 30. April. Ueber die geplante
Organi=
ſierung Marokkos wird offiziös noch gemeldet, dem
Generalreſidenten werde außer dem mit
Verwaltungsan=
gelegenheiten betrauten Geſandtſchaftsſekretär noch ein
Stellvertreter beigegeben werden, der während der
Ab=
weſenheit Lyauteys die Generalreſidentſchaft ausüben
ſolle. Dieſe Stellung werde einem Diplomaten übertragen
werden. Wie in Tunis wird der Generalreſident auch in
Marokko das Amt des Miniſters des Aeußern des
Sul=
tans ausüben.
* Paris, 30. April. Die jüngſten Ereigniſſe haben
es angebracht erſcheinen laſſen, die Flottendiviſion
in Marokko für den Augenblick zu verſtärken und die
beiden Kreuzer „Gloire” und „Condé” dorthin zu entſenden.
Offiziös wird als Grund für die Entſendung der
Panzer=
kreuzer „Gloire” und „Condé” angegeben: Der franzöſiſche
Geſchäftsträger in Tanger habe dem Miniſterium des
Aeußern beſtätigt, daß der Aufruhr in Fez auch auf Tanger
eine gewiſſe Rückwirkung ausgeübt habe und daß
nament=
lich die jüdiſche Bevölkerung ſich ſehr beunruhigt zeige.
Um die Befürchtungen der fremden Anſiedler und der
jüdi=
ſchen Bewohner zu zerſtreuen, habe die Regierung die
Ent=
ſendung der beiden Kriegsſchiffe beſchloſſen.
* Par is, 1. Mai. In einer anſcheinend offiziöſen
Mitteilung wird bemerkt, daß der franzöſiſche Vertreter in
Tanger, de Billy, nicht beauftragt geweſen ſei, das dortige
diplomatiſche Korps amtlich von der Uebertragung
der geſamten Befugniſſe an den
General=
reſidenten zu verſtändigen. Billy dürfte ſeinen
Kol=
legen lediglich im Privatgeſpräch mitgeteilt haben, daß die
franzöſiſche Geſandtſchaft, in eine einfache Agentur
umge=
wandelt werden ſoll, da Tanger als internationale Stadt
in dem Bereich der Amtsgewalt des neuernannten
General=
reſidenten, ſtehe.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Dresden, 1. Mai. In Gegenwart des Königs, dem
Prinzen Johann Georg, der Prinzeſſin Mathilde und der
Spitzen der ſtädtiſchen Behörden wurde die große
Kunſtausſtellung 1912 auf dem ſtändigen
Aus=
ſtellungsplatz feierlich eröffnet.
* Petersburg, 1. Mai. In den Putilow=Werken
ſtrei=
ken gegen zehntauſend Arbeiter, in den Obuchowerken
ſo=
wie in den Fabriken hinter dem Newski=Schlagbaum ſind
die Arbeiter nur teilweiſe ausſtändig, dagegen ſtreiken im
Waſſili= und Oſtrowſtadtteil alle, die geſtern noch arbeiteten.
In allen Pulverfabriken hinter dem Moskauer
Schlag=
baum, ſowie in vielen Druckereien der Innenſtadt ruht die
Arbeit vollſtändig.
— Berlin, 1. Mai. Anläßlich der Maifeier fanden
in Groß=Berlin gegen 80 gewerkſchaftliche Verſammlungen
ſtatt, davon in Berlin ſelbſt 40. Von den auf den Bauten
beſchäftigten Maurern iſt die Mehrzahl auf den
Arbeits=
ſtätten erſchienen; dagegen arbeitet in den großen
Metall=
fabriken faſt die geſamte Arbeiterſchaft.
H.B. München, 1. Mai. Miniſterpräſident
von Hertling verlas eine Erklärung, in der es heißt,
der bayeriſche Erlaß ſei das Endglied bereits von
früheren Miniſterien eingeleiteter Verhandlungen. Der
Zweck der Entſchließung der bayeriſchen Regierung war,
die Kreis=Regierungen aufzuklären, wie ſie künftighin das
Jeſuitengeſetz handhaben ſollen. Auf Grund von
Erwägungen glaubte der frühere Miniſter, die
Ordens=
tätigkeit der Jeſuiten, die ſogenannten Konferenzen, nicht
einſchränken zu ſollen. Freiherr von Hertling und die
neuen Miniſter trügen die volle Verantwortung für den
Erlaß. Die Auslegung, die die bayeriſche Regierung dem
Jeſuitengeſetz gebe, ſei vereinbar mit dem Wortlaut der
reichsrechtlichen Vorſchriften.
Gent, 1. Mai. Der Wert, der in der hieſigen
Dia=
mantſchleiferei von Dreyfuß geſtohlenen
Diaman=
ten beläuft ſich nach den neueſten Feſtſtellungen auf über
300000 Francs. Die beteiligten Verſicherungsgeſellſchaften
haben auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von
100000 Francs ausgeſetzt.
Wetter.
Ausſichten für Donnerstag, 9. Mai 1912,
Zu=
nehmende Bewölkung, noch meiſt trocken, wärmer.
Ooegeaie
zn Gaut
ege
Nives-Seife: 50 Pf. — Nivea-Creme in Do
zu 10, 20 Pf. u. 1,00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
O. Gelenddorf &C. Kamug
Hersteller der Zahnpasta PEBECO
Hin gutes Hausmittel bei Hautausſchlägen, Flechten,
Hautjucken, äußerlichen Entzündungen, Pickeln,
Mit=
eſſern u. dergl. iſt Zuckers=Patent=Medizinal=Seife,
die für wenige Groſchen in jeder Apotheke, Drogerie
und Parfümerie zu haben iſt und deren Eigenſchaften
in dem unſerer heutigen Stadt=Auflage beiliegenden
Proſpekt von ſachkundiger Feder gewürdigt werden.
Man trägt den weichen Schaum genau nach Vorſchrift
mehrere Tage hintereinander auf die betreffenden
Haut=
partien auf und läßt ihn über Nacht eintrocknen.
Morgens wäſcht man den Schaum leicht ab und nimmt
etwas Zuckooh=C eme, die durch ihre Milde nnd
Rein=
heit für die menſchliche Haut ganz beſonders zuträglich
iſt. In den meiſten Fällen wird man in kurzer Zeit
die Freude erleben, daß ſich das Uebel bald beſſert und
die Haut zur Geſundung ſchreitet. Dieſes Rezept wird
von jedem weiter empfohlen, der es ſelbſt einmal
probiert hat. Unſere Leſer ſeien auf den ebenſo
lehr=
reichen, wie intereſſanten Inhalt dieſes Proſpektes noch
(10245
beſonders hingewieſen.
Unsere Trauung
findet am Sonntag, den 5. Mal,
mittags 1 Uhr, im
Britannia-Hotel
statt.
Emil Löb.
Bella Levy
Todes-Anzeige.
Heute vormittag verſchied in
Auer=
bach a. B. nach ſchwerem Leiden unſer
lieber Bruder, Schwager und Onkel (10238
Herr
Ludwia Küchler
Kaiserl, Deutscher Konsul a. D.
im 66. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Dodo Küchler,
August Küchler.
Auerbach i. Heſſen, Bremen, Darmſtadt
und Mannheim, den 1. Mai 1912.
Die Beiſetzung findet Freitag, den 3. Mai,
nachmittags 4½ Uhr, in Darmſtadt von der
Leichenhalle des Friedhofs aus, ſtatt.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes-Anzeige.
Nach langem, ſchwerem, mit größter
Ge=
duld ertragenem Leiden iſt heute nacht unſere
liebe Schweſter und Tante
(B10293
Fräulein
Amalie Curschmann
ſanft entſchlafen.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet in aller Stille ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Geſtern mittag 1 Uhr entſchlief ſanft nach
kurzem, ſchwerem Leiden mein lieber Mann,
unſer guter=Vater, Schwiegervater u. Großvater
August oustus Meratmann
Chefredakteur der Münchner Neueſten
Nachrichten i. P.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Charlotte Mordtmann,
geb. Gaulé.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Freitag vormittag um
11 Uhr, von der Kapelle des Friedhofs aus,
(10277
ſtatt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anf. 7½ Uhr (Ab. C): „Torquato Taſſo”.
Monatsverſammlung des Gartenbau=Vereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. „Metropol”
und „Perkeo” um 8 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mat 1912.
fahrplan der elektriſchen Straßenbahn Darmſtadt.
Dieſlachtzeitnv. Jabende bis heu frühſinwd.
Unterſtreichung derMinutenziffer gekennzeichnet.
Gültig vom 1. Mai 1912.
I. Böllenfalltor-Ernſt=Ludwigsplatz-Hauptbahnhof (Signalfarbe weiß).
Ausfahrende Wagen alle Zinien
700 alle 1000 1012
ab
is bit glö gu geb ges 620 gis Gaut gs 6it 615 — —
1277 ab
Min.
554 620 625 627 632 634 636 688 640 644 647 651 — 706 bis 1006 1015
1222 an
Böllenfalltor
Wagenhalle
Herdweg
Einſahrende Magen aller Uinien
— — 657 — 712 alle 1012
an
an 615 6e6 —
12 1ig 1m 1ig lig 1. g len 125
Min.
ab 607 620 — 651 — 70
bis 1005
IIm 11cs 115 11 gs 125 118 122 195
5at n Ges ert Gi geu giu 6s go dit htr gu 60 7eh au
Tab
alle
600 616 631 633 638 640 642 644 646 650 653 657 705 712
Miſt. 1015 10 Mein.
Läie
607 623 638 — 645 — 649 — 653 657 700 704 712719 bis 1019 bis
1225 an
Herdweg
Ernſt=Ludwigsplatz
Hauptbahnhof
(0
an 6n
aie 100 gne
1150 11s 11 112 11 12g 12m
601 615 630 645 653 700 Min. 1000 12 Min. — 112 11ms 1128 11gs 1125 122à 12gs
bis
ab — 608 623
1117 1125.
— 1214 1235
— 653 bis 955
II. Landskronſtraße-Ernſt=Ludwigsplatz-Hauptbahnhof (Signalfarbe blau).
zu
u ate 15 11k 112 15 ab
9
2u
ane
701 7½ Min. 95: 1000 1006 12 Min. 1118 1130 Ps 1156
708 bis 1020 1027 1018 bis 1125
§ 1225 an
Landskronſtraße
Ernſt=Ludwigsplatz
Hauptbahnhof
65 6s 70 ate
an
eie 12 14
18
— 684 641 649 7½ Min. 956 1006 12 Min. 1118 1122
bis
— 642 bis
1111 1125.
ab
942 959
III. Ernſt=Ludwigsplatz-Rheintor-Schloßgartenplatz (Signalfarbe rot).
6e0 grsgt it gs 7o0 71t rat 720
(2 10m 10s teg 1oi 1. sS 1m 12s ab
int
633 640 648 655 703 710 718 725 783 7½ Min. 1003 1014 1026 1038 1050 1102 1114 112g=
641 648 656 705 711 718 726 733 741 bis 1011 1022 1034 1045 1088 1110 11221122 an
Ernſt=Lndwig=Plah
Rheintor
Schloßgartenplatz
an 6u 70 70s 15 15 70 3s 740 195 6.0
660 650 pot zu 2u0 7esrarilztbren „ al. 10 tcta llat 2
Min. 1011 10231022102210591111112311351145
bis
ab 641 648 656 703 711 71872673374174s
1093 10151022102910511193111211221137
IV. Heidelbergerſtraße-Taunusſtraße-Faſanerie (Signalfarbe grün).
in ies ſehteneneelen
alle
644— 651659
1a5 10s M5 gs u min. ua 1 515
7½ Min. bis
651— 659706
112s112s
1024
1014
an
Heidelbergerſtraße
Ernſt=Ludwigsplatz
Taunusſtraße
a5
51 viertelſtündlich 951
bis
an
658 5S 1
an — 651 658 706 713 721 S 1006 An Sonn= und Feiertagen bis 1128
— 614 65l 650 700 714 Sg 980 10 1015 105 ale III I1
2 Min. bis 1124 1128
ab — — — 653 700 708 — 953 1000 1006 1012
Taunusſtraße
Faſanerie
e e 2e
an
06 viertel= 921 1006
ſtündlich bis
ab — — — — — 701 S§ 200
945 1000
„ Deſe Wazen warten, neun derSchnlzug aus ftranfur Verwpälung hat erforderichenfals bis 114.
*§ Dieſe Wagen warten die Wagen 1125, (ab Bahnhof) ab.
An Sonn= und Feiertagen wird abends auf allen Linien mit Ausnahme der beiden Außenſtrecken (Herdweg=Böllenfalltor und Taunusſtraße=Faſanerie), der 7½ Minutenbetrieb bis abends
½12 Uhr (Ernſt=Ludwigsplatz) durchgeführt.
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im Austauſch mit anderen
gebil=
deten Damen erwünſcht wäre,
möchte Einſenderin dieſes den
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Gefl. Zuſchr. u. G 91 Exp. (*11157
Handwerter, 2 Jahre, evgl.,
von gutem Charakter, wünſcht
Mädchen (mit Kind nicht ausgeſchl.
mit etwas Erſpartem, mögl. von
angenehmem Aeußern u. auf dem
Lande erzogen, zwecks baldiger
Heirat kennen zu lernen.
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nym zwecklos. Offert. m.
Photo=
graphie unt. H. R. 650
haupt=
poſtlagernd Darmſtadt. (*11155ds
Mit meinen la Pyramiden=
Fliegenfängern
machen Wiederverkäufer
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Emil Fiebermann, Frank=
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ut. Privat=Mittagstiſch
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Malen-Walisch.
Beſſerer Herr
Mitte der zwanziger ſucht
Bekannt=
ſchaft mit chiker junger Dame, auch
ohne Vermögen, zwecks Heirat.
Photographie, welche
zurückge=
ſandt wird, erwünſcht. Briefe
be=
liebe man u. G 97 a. d. Exp
(*11170ds
d. Bl. zu richten.
Mollmatr. 15 Mk., Seegrasmatr.
10 M., Strohmatr. 4 M., faſt
St. (*11171
neu, Kirchſtr. 19,
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Kurſe vom 1. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz,
Af.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,49
81,50
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
90,40
3½ do. Conſols .
81,40
3. do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,00
do.
3½
84,10
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100, 70
3
do.
89,10
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,75
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
89,10
do.
3½
3
78,30
do.
80,80
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,40
95,00
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,20
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,50
4 do. Goldrente . . . 96,25
4 do. einheitl. Rente 89,40
3 Portug. unif. Serie I 64,75
3 do. unif. Ser. III
3 do. Spezial . . . . 10,30
5 Rumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 .
14 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,50
4 do. v. 1902 . . . . 90,20
4½ do. v. 1905-. . . . 100,50
3½ Schweden . . . J. . 89,90
4 Serbier amort. v. 1895 85,00
4 Türk. Admin. v. 1903 84,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,80
4 Ungar. Goldrente . . . 91,30
4 do. Staatsrente. . . 89.70
In Proz.
. . 101,25
5 Argentinier
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,30
94,70
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,70
5 Innere Mexikaner . . . 94,90
60,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,20
3 Buenos Aires Provinz 72,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=Paket=
.145,25
fahrt
5 Nordd. Lloyd . . . . . 116.50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,00
8 Baltimore und Ohio . 110,90
Schantungbahn 138,90
6½ Luxemb. Prince Henri 1615
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,10
6 Pennſylvania R. R. . 119,80
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . . 495,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.265,00
30 Farbwerke Höchſt . . 581,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . 343,00
10 Cement Heidelberg . 156,05
30 Chem. Werke Albert 453,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 315,30
4 Lahmeyer . . . . . . . 130,00
In Proz.
Brbid.
7½ Schuchert, Nürnberg 163,25
12 Siemens & Halske . 244,80
5 Bergmann Electr. . . 155,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 178,20
0 Gummi Peter . . . . 140,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 183,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 478,50
10 Maſchinenf. Badenia 185,00
6 Wittener Stahlröhren 192,00
8 Steana Romana Petr. 142,00
15 Zellſtoff Waldhof . 239,50
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6½ Darmſtädter Bank . 122,00
12½ Deutſche Bank . . . 256,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,50
10 Diskonto=Kommandit 184,80
8½ Dresdener Bank . 153,5
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,30
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
137,50
5.86 Reichsbank
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,40
½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . 128,50
Wiener Bankverein . 134,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 48,80
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3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 .
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4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
3½
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
S. 3—5 . . .
. ,
S. 9—11
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(unk. 1917) . . 98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
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8½
89,60
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.
8½
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100,50
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93,00
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3½ do.
4 Heibelberg
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3½ do.
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90,50
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3½ do.
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3½ do.
89,30
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100,40
3½ Nauheim
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3½ Offenbach . . .
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Freiburger . . . . Fs.15
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Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 522,00
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Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
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Italieniſche Noten . . . 80,20
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Schweizer Noten . . . . . 81,00
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Moi 1912.
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Landwirtſchaftskammerwahl.
Bei der heutigen Wahl durch die Vertrauensmänner im IV. Wahlbezirk der
Provinz Starkenburg iſt
Herr Karl Fritſch II. zu Dilshofen
zum Mitglied der Landwirtſchaftskammer und die Herren
1. Georg Benz XlV. zu Arheilgen,
2. Konrad Gunkel II. zu Roßdorf
zu Mitgliedern des Ausſchuſſes der Landwirtſchaftskammer für die Provinz
Starken=
hurg gewählt worden.
Einwendungen gegen die Wahl können binnen einer Woche nach Ablauf des
heutigen Wahltags (bis einſchließlich 4. Mai 1912) erhoben werden. Sie ſind bei der
Bürgermeiſterei des Wohnorts oder bei dem Unterzeichneten vorzubringen.
Darmſtadt, am 27. April 1912.
Der Wahlkommiſſär:
Reinhart, Großh. Regierungsrat.
(10248
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 3., 6., 7., 9., 10., 13.,
14. nud 17. Mal 1912, von vormittags 7 Uhr bis zum Dunkelwerden, Schießen mit
ſcharfer Munitlon von Trupenteiln des 13 Armekorps auf dem Schiewpaß bei
Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rukſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1900)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
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können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
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Kluchtlintenpglan für die
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Darmſtadt, 26. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
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Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
34)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Die Freude, ach, die Freude, lachte er gerührt. Was
wird bloß der Kapitän ſagen, wenn er an Bord kommt.
Ganz närriſch wird er ſein vor Freude.
So? Meint ihr das wirklich, Stevens? Na, ihr müßt
ja euren Herrn kennen. Wann kehrt der Kapitän heim?
Das kann ich wirklich nicht ſagen, Frau Helga. Schon
vor mehr als drei Wochen wollte er von einem Ausflug
nach dem Geyſir und der Hekla zurück ſein, aber er iſt noch
nicht eingetroffen.
Ausflug? Allein? fragte Helga kurz.
Nein, bewahre, ne ganze Menge, ſogar Frauensleute
ſollen dabei ſein. Ach ſo, ſchloß er verlegen, na, ich meine
man ſo.
Helga nickte.
Ich werde in der Kapitänskajüte auf Ingwald
Ander=
ſen warten.
Natürlich, natürlich, beeilte ſich der Steuermann
zu=
zuſtimmen, eiligſt Helga folgend, die mit ſicherer Haltung
der Kajüte ihres Mannes zuſchritt. Mit einem tiefen
Auf=
atmen trat ſie über die Schwelle.
Der Steuermann drehte mit zitternder Hand das
elek=
kriſche Licht auf, und erſchrack nicht wenig vor dem geiſter=
beichm Eeſcht der Fran die erſo frſch und biſtend
ver=
laſſen hatte.
Iſt euch nicht wohl, Frau Helga?
Ganz wohl, guter Freund, ſorgt euch nicht.
Soll ich euch nicht einen Punſch brauen? Oder wünſcht
ihr etwas zu eſſen?
Nein, Stevens, danke, das Einzige, was ich wünſche,
iſt, daß ihr mich jetzt allein laßt. Ich werde hier der
Rück=
kehr des Kapitäns harren
Sie neigte ein klein wenig den Kopf, und Stevens
ging zögernd hinaus.
Wie merkwürdig die Kapitänsfrau ihm vorkam. So
hatte er ſie garnicht in der Erinnerung. Wie ſie wohl bloß
hierher gelangt war? Die weite Reiſe, und jetzt, wo der
Winter kam und der Kapitän doch an die Heimreiſe denken
mußte.
Na, der Kapitän würde Augen machen. Ob er ihn
vorbereitete, wenn er an Bord kam?
Nein, kein Gedanke, das ſollte eine Ueberraſchung
wer=
den, wenn Ingwald Anderſen in die Kajüte trat und ihm
dort ſeine ſchöne Frau um den Hals fiel.
Ja, wer es ſo gut hatte.
Seufzend ſtieg der Alte wieder zu der
Kommando=
brücke empor, um Ausſchau in den dunklen Tag zu halten.
Im Hafen von Reykjavik flimmerten die Lichter, der
Schnee lag auf den Dächern wie weißer Sammet, und wie
große, weiße Rieſen drohten die mächtigen Gletſcher über
dem Faxabuſen.
Helga muſterte, als ſie allein war, die Kajüte, wie
eine ganz fremden Raum. Wie ſonderbar das doch war.
Dort über dem Schreibtiſch des Kapitäns hatte ſonſt
ihr Bild gehangen,, mit lächelnden Augen, in großer
Ge=
ſellſchaftstoilette, ein Bild, das Ingwald immer beſonders
geliebt, weil ſie ſchön darauf war, ſchön und ſtolz, wie er
es gern hatte.
Und nun war der Platz hier leer, ganz leer.
Ein tiefes Weh, ein heißer, krampfartiger Schmerz
preßte Helga die Bruſt zuſammen.
Alſo nicht mal ihr Bild duldete er in ſeiner Nähe.
Es lag vielleicht tief verſenkt im Meeresgrunde.
Könnte ſie doch auch unter den ſchwarzen Wellen
ruhen.
Und weiter irrten ihre Augen durch den ihr ſo wohl
bekannten Raum, den ihre Liebe einſt für ihn geſchmückt.
Dort dieſe weichen Kiſſen und Decken auf dem Divan
waren von ihrer Hand, und dort die hübſchen Taſſen und
Gläſer in den blanken Geſtellen hatten ihre Hand ihm
mit den kleinen Malereien geziert, damit ſie ihm in der
Ferne ſagen ſollten, daß ſein Weib bei ihm war alle
Tage, wenn er auch weltenfern.
Helga fröſtelſe. Ihxe Augen wurden groß und
weit.
Dort auf dem Schreibtiſch aber ſtand ein kleines
Bild, das lachte ihr ſo froh, ſo ſorglos entgegen.
Ihr und ſein Kind.
Nummer 103.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
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Und Helga ſtürzte auf das Bild zu, das Einar
Aß=
muſſen an Ingwald jüngſt geſandt und preßte es heiß
an ihre Lippen.
Du, Du, ſollſt mir helfen, mein kleiner Orm, flüſterte
ſie, Deinetwegen bin ich dieſen ſchrecklichen Weg, den
ſchwerſten meines Lebens, gegangen, Deinetwegen will
ich verſuchen, den Mann zurückzugewinnen, der Deine
Mutier um einer anderen willen verſchmäht. Vor mir
ſelber ſchäme ich mich, daß ich den Verſuch wage. Ich
bin nicht ich, wenn ich es tue, aber Deinetwegen, mein
Herzblatt, mein ſüßer Junge, will ich den Kampf
auf=
nehmen, vor dem mir graut, und der meiner nicht
wür=
dig iſt.
Dumpf ſchlugen die Wellen gegen den Bug der Katla.
Helga iſt auf dem ſchmalen Divan zuſammen
geſun=
ken und ſtarrt ins Licht. Wie iſt da Warten doch ſo
martervoll, und wie endlos der Tag, der beinahe Nacht
iſt, ein graues Dämmern, vor dem ſie ſich fürchtet.
Ohne Herbſt geht es in dieſem merkwürdigen Lande
von heißen Sommertagen meiſt ſofort in den Winter
mit, ſeinen ewigen Nächten. Oft aber auch bleibt der
Sommer ganz aus, und ein Winter reiht ſich mit ſeiner
glitzernden, ſchneeweißen Pracht an den anderen.
Frau Helga ſinnt darüber nach. Sie weiß, wie
ge=
fährlich es iſt, hier in Island einzufrieren, und ſie denkt
daran, wie es vielleicht für ſie unmöglich ſein könnte
über das weite Polarmeer nach Hauſe zu kommen.
ee e e ceene en r gete
nicht ihren Kurs heimwärts nahm und zwiſchen Eis
und Schnee verſuchte, das freie Meer zu gewinnen?
Die Herfahrt hierher war ſchon ſo ermüdend und
beſchwerlich geweſen. In Tromſö hatte ſie länger als
14 Tage raſten müſſen, weil plötzlich ihre Kräfte verſagt
hatten, und ſie nicht weiter konnte. Sie, die nie krank
geweſen, die mit Ingwald und Einar auf Schneeſchuhen
halb Norwegen durchſauſte, die keine Ermüdung kannte,
die bis zu den höchſten Gletſchern mühelos
hinangeſtie=
gen, die ſich im Kampf mit Wind und Wetter ſo wohl
gefühlt, die brach zuſammen, wenn der erſte Schneeſturm
über die Fjelde raſte? Nein, ſondern darum, weil eine
Schneelawine über ihr Herz rollt und es verſchüttet.
In Tromſö und auch in Reykjavik hatte ſie Depeſchen
von Einar vorgefunden. Gute, liebe Worte und doch
ſo fremd, als hätten ſie nie des Lebens Leid und Freud
geteilt. Wie ſeltſam ſie das berührte, und wie weh
das tat.
Die Mutter und Orm ſeien wohl, und er ginge alle
Tage zu ihnen, um Orm Märchen zu erzählen,
telegra=
phierte Einar unter anderem.
Und ein heißes Heimweh quoll in Helga auf, eine
brennende Sehnſucht nach dem ſtillen Feuer im Kamin
in der Halle von Helgenaes, wo es ſo ſtill war, und wo
Einars weiche Stimme ſo beſchwichtigend krang, wenn
ſeine Worte in der Dämmerung die alten Sagen leben=
big undm ſichen, Snen, di ſichie eine weche dan
auf ſchmerzende Wunden legten, wenn ſie ſein Mund in
leiſen, verhaltenen Tönen wiedergab und im Kamin die
roten Flammen kniſterten.
Mußte ſie auch den Freund verlieren? War es nicht
ſchon genug des Elends, der Schmach, daß ihr Gatte ſie
von ſich ſtieß? Hatte ſie es verdient, daß ſich alle von
ihr wandten? Sollte ſie, die bisher immer nur begehrt
geweſen, um Liebe betteln?
Nein, nein! ſchrie ſie verzweifelt auf. Nein, ich will
nicht!
Das Licht tat ihr weh. Sie konnte den leeren Fleak
an der Wand, wo ihr Bild gehangen, nicht ſehen. Dort
das Bett Ingwalds mit den vielen Schiebekäſten
darun=
ter, in denen vielleicht ihre Briefe lagen, Liebesworte,
die ſie ihm nachgeſandt, während er in der Ferne ihrer
kaum gedachte.
Ich könnte ihn töten, zuckte es in ihrer Seele auf,
während ſie das Licht ausknipſte, ich glaube, ich haſſe ihn,
daß er es vermochte, mich ſo leichten Kaufes aufzugeben,
weil irgend ein anderes Frauenbild plötzlich vor ſein
Auge trat.
Helga kauerte ſich in der jetzt ganz dunklen Kabine
fröſtelnd zuſammen. Hier im Finſtern wollte ſie Ingwald
Anderſen erwarten.
(Fortſetzung folgt.)
4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
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(*11091
Frl., w. vorm. in einem
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ſucht Laufdienſt oder halbe
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erfahr,, ſ. Stell. z. Führung
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Henkelgläser
Stzt 20
0,5 Liter, amerik.
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glatt massiv
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1 Wichsbürste, 1
Schmutz-
bürste u. 1 Auftragbürste zus. 8
1 Schöpflöffel, 1 Schaum-
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Alumini-
löffel, 1 Milchlöffel und
8,
1. 10
3 Milchtöpfe,
cm
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85, 45 und
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 2. Mai 1912.
Seite 19.
ist man empffndlich. Rasch ist
eine Erkältung da u. die Stimme
ist öfter belegt u. heiser als frei.
Das lästige Gefühl de belegten
Stimme vergeht, sobasi man ein
paar Wybert-Tabletten zu
sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen u. in
allen Apotheken u. Drogerien 1 Mark pro Schachtel
kosten. Bei Erkältung lindern sie den Hustenreiz u.
bringen den Katarrh schnell zum Schwinden. (14560
Zur Beſoldungsvorlage der Lehrer.
* Man ſchreibt uns: Bei einer Gehaltsaufbeſſerung
kann verlangt werden, daß die Summen, welche die
Ge=
halte wieder in Einklang mit der verteuerten
Lebenshalt=
ung bringen ſollen, ſo verteilt werden, daß jeder
Betei=
ligte dabei zu ſeinem Rechte kommt. Wie ſoll es aber
nach der Regierungsvorlage den Volksſchullehrern gehen?
Sie ſind falſch eingereiht. Mit 3400 Mark
penſionsfähi=
gem Gehalt gehören ſie heute ſchon zu den mittleren
Beamten mit 3000—4600 Mark höchſterreichbarem Gehalt.
Damit ſind ihnen 10 Prozent Aufbeſſerung zuzubilligen,
wie dieſer Beamtenabteilung. Nun aber reiht die
Re=
gierung die Lehrer unter die Beamten mit 2000—3000
Mark ein und will 11 Prozent Aufbeſſerung geben. Der
Unterſchied in den Bezügen wird nicht groß ſein. Rechnet
man beiſpielsweiſe 11 Prozent von 1600 Mark Gehalt
(ohne Wohnung) — 176 Mark. Dagegen 10 Prozent von
1600 — 400 — 2000 Mark penſionsfähigem Gehalt — 200
Mark Aufbeſſerung.
Nun kommt für die Beamten weiter hinzu, daß das
Wohnungsgeld erhöht und mit dem bisherigen
Wohn=
ungsgeldſatz zuſammen penſionsfähig gemacht werden
ſoll. Dieſe Aufbeſſerung iſt von großer Bedeutung für
die Beamten, und davon ſollen die Lehrer ausgeſchloſſen
werden. Die Regierungsvorlage begründet dies
Vor=
gehen damit, daß die Lehrer ja ſchon volle
Wohnungs=
vergütung oder Dienſtwohnung hätten. Das iſt wohl
richtig. Aber wahr iſt auch das, daß dafür die Beamten
im Jahre 1898 einen einheitlichen penſionsfähigen
Ge=
haltsſatz erhielten, um ihre Wohnung beſtreiten zu
kön=
nen. An 1907 wurde erneut ein Wohnungsgeld
einge=
führt. Dieſes erhöht man neben der prozentualen
Gehaltsaufbeſſerung und macht es penſionsfähig.
So=
mit iſt Wohnungsgeld nichts anderes als
Gehalt.
Durch dieſe letztere Form der Beamtenaufbeſſerung
unter Zurückſetzung der Lehrer entſtehen Differenzen
zwi=
ſchen den Beamten= und Lehrergehalten, die die Lehrer
tief verletzen. Der ſtechende Dorn beſteht in der
Darſtel=
lung: die Lehrer erhalten 11 Prozent Zulage wie die
Beamten. Dienſtwohnung haben die Lehrer. Mithin
waren die Beamten bisher im Nachteil. Dieſer Nachteil
wird durch das Wohnungsgeld der Beamten
ausgegli=
chen. Verſchwiegen wird aber, daß der Aufwand für
Wohnung bisher im Gehalt ſteckte.
Immerfort heißt es, die Vorlage ſei ſozial wirkend;
der Diener erhält 13 Proz. Gehaltszulage, der
Miniſter 4 Prozent. Einſchließlich des
Wohnungs=
geldes entſteht aber für die Beamten eine
Geſamtaufbeſ=
ſerung des penſionsfähigen Gehaltes in dem
hübſchen Umfang, daß ſie bei dem Diener 35 Prozent,
bei dem mittleren Beamten 22,5 Prozent, beim Kreisrat
20,2 Prozent und bei dem Miniſter 19 Prozent beträgt.
Aus 4 Prozent werden ſomit 19 Prozent. Der
Volks=
ſchullehrer erhält eine Steigerung ſeines penſionsfähigen
Einkommens von 9,7 Prozent, oder in Mark ausgedrückt,
der mittlere Beamte 900 Mark, der Kreisrat 1420 Mark,
der Miniſter 2280 Mark, der Lehrer 330 Mark. So nimmt
ſich das unverſchleierte Bild für die Lehrer aus. Die
Her=
ren Landtagsabgeordneten werden einer ſolchen
Behand=
lung der Lehrer nicht zuſtimmen wollen. Was die
Volks=
ſchullehrer jetzt verlangen, das iſt wenigſtens gleiche
Behandlung innerhalb der von der
Regie=
rung vorgeſchlagenen Art der
Aufbeſſe=
rung.
Sport.
* Radrennen. Die Radfernfahrt Rund um
Aachen wurde zum dritten Male entſchieden und ſah
40 Fahrer am Start. Das 240 Kilometer lange Rennen
war vom Wetter außerordentlich begünſtigt, ſo daß die
erzielte Stundendurchſchnittsgeſchwindigkeit faſt 34
Kilo=
meter beträgt. Als Sieger ging der bekannte Züricher
Paul Suter nach 7 Stunden hervor, der ſeinen
Lands=
mann Choppard im Spurt um eine Länge ſchlug.
Drit=
ter Franz Suter, 7.05:00; Vierter Ernſt Franz, 1 Länge
zurück; Fünfter E. Aberger, 5 Längen zurück; Sechſter
Jean Eſſer, dichtauf.
* Fußball. Die Fußballmeiſterſchaft von
Frankreich wurde in Paris vom Fußballklub von
Saint=Raphael gegen die Aſſociation Sportive Frangaiſe
mit 221 gewonnen. — Damit iſt die Meiſterſchaft
wieder=
um nicht an die franzöſiſche Hauptſtadt gefallen, die nun
ſowohl im Rugby= wie im Aſſociation=Fußballſport ſeit
mehreren Jahren leer ausgegangen iſt.
* Lawn=Tennis. Die engliſche Lawn=
Ten=
nis=Meiſterſchaft auf gedeckten Spielplätzen iſt
jetzt in allen Spielen entſchieden. Die noch ausſtehende
Meiſterſchaft im Herren=Einzelſpiel gewann der
Vertei=
diger des Titels, der Franzoſe Gobert, der den Auſtralier
Wilding nach ſpannendem Kampfe 3—6 5—7 6—4 6—4
6—4 ſchlug. Das Herren=Doppelſpiel fiel an Hardy=
Douſt. — Ein Weltmeiſterſchatsmatch zwiſchen den
bei=
den Profeſſionals Fairs und Covey nahm bei einem
Ein=
ſatz von 500 Pfund Sterling ſeinen Anfang im
Prinzeß=
klub in London. Das Match geht über 30 Sets. In den
erſten vier Sets konnten die beiden Gegner gleiche
Er=
folge erringen. Fairs gewann zwei mit 6—5 6—3 und
Covey die beiden anderen 6—4 6—5.
* Sportverluſte durch die „Titanic‟. Die „Titanic”=
Kataſtrophe hat auch unter den Sportleuten verſchiedene
Opfer gefordert. Zu dieſen gehört auch der in
Deutſch=
land bekannte kanadiſche Eishockey=Spieler Quigg=
Baxter, der ſeit zwei Jahren für die Pariſer
Meiſter=
ſchafts=Mannſchaft, den Club des Patineurs, ſpielte. Für
die blau=weiß=roten Farben kämpfte er auch im
vergan=
genen Winter in Chamanix bei den dortigen Pokalſpielen
gegen den Berliner Schlittſchuhklub. Später war er in
der deutſchen Reichshauptſtadt beim Berliner
Schlitt=
ſchuhklub zu Gaſte, da er ſich vom nächſten Jahre ab
dauernd in Berlin niederzulaſſen beabſichtigte. Baxter
war der beſte kanadiſche Eishockeyſpieler, der jemals nach
Europa gekommen iſt, und ſeine Spielweiſe war für alle
vorbildlich, trotzdem er durch den Verluſt eines Auges,
das er bei einem Spiel in ſeiner Heimat eingebüßt hatte,
ſtark beeinträchtigt war. Baxters Mutter wurde gerettet,
während er ſelbſt dem Eiſe, das er ſo ſehr liebte, zum
Opfer fiel. — Der engliſche Boxſport hat nicht weniger
als vier ſeiner Kämpen verloren, und zwar die
profeſ=
ſionellen Leichtgewichts=Boxer Eddie Morgan, David
Bowen, Leslie Williams und Fred Dyer, die eine
ameri=
kaniſche Tournee unternehmen wollten. Von allen
die=
ſen ſo tragiſch ums Leben gekommenen Sportleuten iſt
nur die Leiche Leslie Williams von dem ausgeſandten
Bergungsdampfer geſichtet und nach New=York
über=
geführt worden.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 30. April. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war die Tendenz eine feſte,
jedoch die Umſätze ſehr beſchränkt; da die Mühlen und der
Konſum nur das notwendigſte kauften. Landroggen
war eher etwas williger, dagegen Futtergerſte,
Hafer und Mais recht feſt. Das Geſchäft in Weizen=
und Roggenmehl blieb ebenfalls infolge der heraufgeſetzten
Preiſe ganz geringfügig.
Der Mannheimer Getreide markt iſt wieder
feſt. — An der Berliner Produktenbörſe war
Getreide anfangs feſt, beſonders Herbſtſichten auf das
kühle, trockene Wetter, dann aber abgeſchwächt auf
Reali=
ſationen und Verkäufe einiger Kommiſſionäre. —
Ameri=
kaniſche Offerten waren für JuniLieferungen eher etwas
ermäßigt. Hafer, Lokoware, gefragt und feſt, für
Liefer=
ungen billiger. — Nach den letzten Kabelnachrichten von
den amerikaniſchen Getreidemärkten (New=
York und Chicago), erfolgte für Weizen ein vollſtändiger
Tendenzumſchwung zur intenſiveren Mattigkeit, verurſacht
durch das regneriſche Wetter in Kanſas, ſtarke
Manipulatio=
nen und baiſſelautende Meldungen über die Ankünfte im
Nordweſten der Vereinigten Staaten. Auch wurden
gün=
ſtige Berichte aus dem Südweſten bekannt. Man glaubt,
daß die Regenfälle in Kanſas eine Ernte von 90 Millionen
Buſh. ſichern. Mais im Einklang mit Weizen gleichfalls
nachgebend. Die Witterungsprognoſen berichteten über
ſtarken Regen.
Die Ankündigung guten Wetters und die
Schätz=
ungen größerer Eiſenbahnzufuhren, beſonders aus dem
Innern, drückten den Preis. Die ſichtbaren Weizenvorräte
ſind dort in dieſer Woche von 54,45 Mill. Buſh. und die
Weizenvorräte von 10,59 Mill. Buſh. auf 8,01 Mill. Buſh.
zurückgegangen; während die Weizenvorräte in Kanada
in dieſer Woche von 31,09 Mill. Buſh. auf 31,41 Mill. Buſh.
geſtiegen ſind.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſ. und Wetterauer 24,60—24,75, Kurheſſiſcher
24,60—26,25, Laplata 25—26,25, Redwinter 25—26,25,
Kan=
ſas 25—26,25, Nordd. 24,60—24,75, Ruſſiſcher 25—26,25,
Rumäniſcher 25—26,25, Manitoba 25—26,25, Walla Walla
25,25—26,25; Roggen hieſ. 21—21,75, Ruſſiſcher 21,25
bis 21,75, Rumäniſcher 21,25—21,75, Bayeriſcher (Pfälzer)
21—21,75, Amerikaniſcher —.—; Gerſte (Pfälzer)—
Fränkiſche — — hieſige und Wetterauer
Riedgerſte —
Ungariſche
—, Ruſſiſche Futtergerſte
Hafer hieſ. 21,75—22,25, Ruſſiſcher 22—22,75,
Rumäni=
ſcher 22—22,75, Bayeriſcher 21,75—22,25, Amerikaniſcher
20—20,75; Mais mired 18—18,50, Donaumais 18—18,50,
Laplata 18—18,25, Ruſſiſcher 18—18,50, Rumäniſcher 18 bis
18,50, Weißer Mais 18—18,25; Weizenſchalen 14,40 bis
14,50, Weizenkleie 14,25—14,50, Roggenkleie 14,75—15,
Futtermehl 16—16,50, Biertreber getrocknet 15,25—15,50,
Weizenmehl hieſ. (Baſis ab Mannheim) Nr 0 33,50 bis
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