Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. vierkelf. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Geſtern wurde auf dem Stadthaus der Vertrag
zwi=
ſchen der Stadt und der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſellſchaft betr. die Gründung
der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktiengeſell=
ſchaft, unterzeichnet. Aus Anlaß der Gründung fand
im Städtiſchen Saalbau ein Feſteſſen ſtatt.
Der Reichstag tritt heute wieder zuſammen.
Die angekündigte Vermittelung der
Mächte zur Beilegung des Krieges ſoll heute in
Konſtantinopel erfolgen.
Der Dampfer „Titanic” der White Star=Linie iſt
auf der Höhe von Kap Race am Sonntag abend mit
einem Eisberg zuſammengeeſtoßen. Der
Dampfer ſoll 1300 Perſonen an Bord haben.
Die Wiederaufnahme der parlamentariſchen
Tätigkeit
im Reichstage und im preußiſchen Abgeordnetenhauſe
erfolgt heute Dienstag. In beiden Volksvertretungen
ſteht zunächſt die Fortſetzung der zweiten Etatsleſung,
und zwar des Eiſenbahnreſſorts, auf der Tagesordnung,
doch wendet ſich das öffentliche Intereſſe für die Arbeiten
des Reichstags vornehmlich den Wehrvorlagen zu, deren
Einbringung nicht mehr lange auf ſich warten laſſen
dürfte. Ihr Inhalt iſt ja im Weſentlichen bekannt, ebenſo
die Art der von der Regierung geplanten Koſtendeckung.
Während die Wehrvorlagen ſelbſt einer wohlwollenden
Aufnahme ſeitens der bürgerlichen Parteien ſicher ſind
und nur in Einzelheiten zu Ausſtellungen Anlaß geben
werden, wird die Regierung mit ihren
Koſtendeckungs=
abſichten auf Widerſtand ſtoßen und ſolchen ſogar mit
der Beſeitigung der „Liebesgabe” finden. Der Löſung
dieſer Frage gilt denn auch das beſondere Intereſſe der
Oeffentlichkeit. Mit einer nicht geringen Spannung ſieht
man auch der Erörterung über die Behandlung des
Jeſu=
itengeſetzes in Bayern entgegen. Eine von der
national=
liberalen Partei eingebrachte Interpellation wird der
Reichsregierung Gelegenheit geben, ihre Stellung zu
die=
ſer Angelegenheit darzulegen. Allerweltswiſſer, die das
Gras wachſen hören können, hatten gemeldet, der
Reichs=
kanzler werde auf der Rückreiſe von Korfu in München
mit den dortigen maßgebenden Kreiſen ſich perſönlich über
die Jeſuitengeſetzfrage ins Einvernehmen ſetzen, aber
das hat ſich wieder als eine vorbeigelungene
Kombina=
tion erwieſen, denn Herr von Bethmann Hollweg hat
zwar in der bayeriſchen Hauptſtadt Station gemacht, aber
mit dem Hofe und Freiherrn v. Hertling nur Karten
aus=
getauſcht. Alle an den Aufenthalt des Kanzlers in
Mün=
chen geknüpften Mitteilungen, auch die, daß der Beſuch
auf perſönlichen Wunſch des Kaiſers erfolgte, um gewiſſe,
in letzter Zeit zwiſchen München und Berlin
hervorgetre=
tene Unſtimmigkeiten zu beheben, waren alſo aus der
Luft gegriffen. Herr v. Bethmann Hollweg wird nun,
unbeeinflußt durch Unterredungen in München, die
Jeſu=
itengeſetz= Interpellation im Reichstage beantworten
können.
Noch einer dritten Angelegenheit, die demnächſt im
Reichstage zur definitiven Entſcheidung kommen muß,
widmet die Oeffentlichkeit ein außergewöhnliches
In=
tereſſe. Wir meinen die bei der zweiten Leſung des
Poſt=
etats erfolgte Streichung der Oſtmarkenzulagen. Es
wäre bedauerlich, wenn dieſer Beſchluß aufrechterhalten
würde, zumal die Konſequenzen ſich noch gar nicht
über=
ſehen laſſen. Vielleicht beſinnt ſich das Zentrum auch hier,
wie es im elſaß=lothringiſchen Landtage in der Frage
des kaiſerlichen Gnadenfonds geſchehen iſt, ſeiner
nationa=
len Pflicht und zieht ſich von der Koalition mit Polen
und Sozialdemokraten zurück.
Daß der Reichstag bis zu den Sommerferien außer
dem Etat und den Wehrvorlagen, ſowie einzelnen
dring=
lichen Sachen noch größere Arbeiten erledigen wird, iſt
kaum anzunehmen, auch wenn er über Pfingſten hinaus
beiſammen bleiben würde. Im preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe wird der Etat vorläufig gleichfalls noch den
Hauptgegenſtand der Beretungen bilden; die Steuer=
geſetze gelten ſchon jetzt als geſcheitert, wenigſtens hat die
Feſtlegung der Zuſchläge keine Ausſicht auf Zuſtimmung
des Parlaments.
Statiſtik der Kraftfahrzeuge.
0 Im Deutſchen Reiche wurden am 1. Januar 1912
70006 Kraftfahrzeuge feſtgeſtellt, von denen 63 162 zur
Perſonen= und 6844 zur Laſtenbeförderung dienen. Die
Zunahme gegen das Vorjahr beträgt 12201
Kraftfahr=
zeuge gleich 21,1 v. H. Unter den
Perſonenkraftfahrzeu=
gen befanden ſich 20000 gleich 31,7 v. H.
Kraft=
räder, deren Zahl gegen das Vorjahr um 584
zurückgegangen iſt. Unter den 6844 zur
Laſtenbeför=
derung dienenden Kraftfahrzeugen waren 157 gleich
2,03 v. H. Krafträder. Von den Perſonen=
Kraftfahr=
zeugen wurden 23350 gleich 37,0 v. H. für Vergnügungs=
und Sportzwecke, 22942 gleich 36,3 v. H. im
Handels=
gewerbe und in ſonſtigen Gewerbebetrieben, 7084 gleich
11,2 v. H. für andere Berufszwecke, z. B. für Aerzte und
Feldmeſſer uſw., verwendet, 5262 gleich 8,3 v. H. waren
Kraftdroſchken oder Kraftomnibuſſe, deren Zahl gegen
das Vorjahr um etwa 1000 zugenommen hat. Die zur
Laſtenbeförderung dienenden Kraftfahrzeuge ſind ſeit dem
Vorjahre von 4327 auf 6844 angewachſen, haben alſo
ei=
nen Zuwachs von 58,2 v. H. gehabt.
In der Zeit vom 1. Oktober 1910 bis 30. September
1911 haben 18316 Kraftfahrzeuge die Reichsgrenze
über=
ſchritten, darunter waren 1389 Krafträder. Aus
Frank=
reich ſtammten 6937 Kraftfahrzeuge, aus Oeſterreich=
Un=
garn 4138, aus der Schweiz 2353, aus Belgien 1628, aus
den Niederlanden 1200, aus Großbritannien 628 und aus
den Vereinigten Staaten 494. Der ſtärkſte Verkehr
aus=
ländiſcher Kraftfahrzeuge trat im Auguſt mit 4216
Kraft=
fahrzeugen ein, im Juni überſchritten 3327 und im
Sep=
tember 2588 Kraftfahrzeuge die Grenze.
In der Zeit vom 1. Oitober 1910 bis 30. September
1911 gelangten 8431 ſchädigende Ereigniſſe zur amtlichen
Kenntnis. an denen 8931 Kraftfahrzeuge beteiligt waren.
Von den Führern der Kraftfahrzeuge konnten 8263 = 92,5
v. H. ohne weiteres der Perſon nach feſtgeſtellt werden,
151 — 1,7, v. H. machten einen Fluchtverſuch und 517
5,8 v. H. gelang es zu flüchten. Bei den ſchädigenden
Ereigniſſen wurden 4262 Perſonen verletzt und 343
Per=
ſonen getötet. Von den verletzten waren 311 Führer, 702
Inſaſſen und 3249 dritte Perſonen, unter den Getöteten
befanden ſich 24 Führer, 49 Inſaſſen und 270 dritte
Per=
ſonen. Der herbeigeführte Sachſchaden betrug rund
1 778000 Mark, von welchen etwa 1458 000 — 82,0 v. H.
auf Schäden, die die beteiligten Kraftfahrzeuge erlitten,
entfallen. Von den 517 Kraftfahrzeugführern, die nach
eingetretenem Unfall flüchteten, wurden 252 nachträglich
ermittelt. es blieben ſomit 205 Kraftfahrzeugführer
unbe=
kannt. Bei dieſer Art von Unfällen wurden 150
Perſo=
nen verletzt, 8 artötet und ein Sachſchaden von etwa 7400
Mark herbeigeführt. Am zahlreichſten kamen Unfälle in
Großſtädten vor, es wurden deren 6194 feſtgeſtellt;
als=
dann folgen der Zahl nach die Unfälle auf Landſtraßen
und Chauſſeen mit 1022. In Städten mit weniger als
100 000 Einwohnern ereigneten ſich 716 und auf
Dorfſtra=
ßen 499 Unfälle. Von den Wochentagen ,an denen ſich
Unfälle ereigneten, ſteht der Samstag mit 17,0 v. H. aller
Unfälle an erſter Stelle, es folgt dann Montag mit 149)
v. H.; am wenigſten Unfälle ereigneten ſich am Sonntag
mit 11,8 v. H.
Von den an Unfällen beteiligten Kraftfahrzeugen
dienten 7878 der Perſonenbeförderung, es entfallen ſomit
auf 100 Perſonenfahrzeuge 12.5, welche Unfälle erlitten
haben, im Laſtevverkehr ſtellt ſich die Zahl auf 14,5. Am
ungefährlichſten haben ſich die Perſonenkrafträder
erwie=
ſen, die nur mit 1.1 v. H. an Unfällen beteiligt waren.
Am häufigſten, nämlich mit 22.02 v. H., waren die
Per=
ſonenkraftwagen mit 16 bis 40 P8. an ſchädigenden
Er=
eigniſſen beteiligt. Bei einer Trennung der
Kraftfahr=
zeuge nach ihrem Verwendungszwecke ergibt ſich, daß die
im öffentlichen Fuhrverkehr benutzten Droſchken und
Om=
nibuſſe am häufiaſten an Unfällen teilnahmen, von 100
dieſer Wagen haben 76,4 an Unfällen teilgenommen, es
folgen dann mit 14.6 die Fahrzeuge im Dienſt der
öffent=
lichen Behörden, danach mit 12,3 die Vergnügungs= und
Sportfahrzeuge.
Deutſches Reich.
— Reichstagsvorlagen. Der Entwurf über
die Erhöhung der Zeugen= und
Sachverſtändigengebüh=
ren, die bekanntlich vom Reichstage angeregt worden
war, iſt im Reichsjuſtizamt ausgearbeitet worden. Er
liegt abgeſchloſſen vor, doch wird er dem Reichstage erſt
im Herbſt oder Winter zugehen, wie überhaupt alle
grö=
ßern Entwürfe, die dem Reichstage zugedacht ſind, der
Entwurf über die Regelung der Sonntagsruhe, der
Ent=
wurf über die Haftpflicht der Straßenbahnen für
Sach=
ſchäden, die Patentaeſetznovelle, ein Reichswohnungs=
geſetz, das See=Unfallgeſetz, das Reichstheatergeſetz uſw.
dem Reichstage in der zweiten Seſſion vorgelegt werden
ſollen. In dem Entwurfe über die Erhöhung der
Zeu=
gengebühren ſoll beſtimmt werden, daß Volksſchullehrern
in denjenigen Fällen, in denen ſie als Zeugen über
amt=
liche Wahrnehmungen geladen werden, Reiſekoſten
ge=
währt werden. Im Reichsjuſtizamt haben gemäß einem
Wunſche des Reichstags ſtatiſtiſche Erhebungen
ſtattgefun=
den über die Arbeits= und Rechtsverhältniſſe der
Bureau=
angeſtellten der Rechtsanwälte.
— Aus der Wehrvorlage. Die drei in der
Wehrvorlage zunächſt neugeforderten Abteilungen der
Fliegertruppe (nicht des Flieger=Bataillons, wie
mehr=
fach falſch berichtet wurde), werden, wie die Mil.=Pol.
Korreſpondenz meldet, nach dem Griesheimer
Schießplatz bei Darmſtadt, nach Straßburg
i. E. und nach Metz gelegt. Zum Führer der einen
Ab=
teilung iſt Rittmeiſter v. Hantelmann vom
Braunſchwei=
giſchen Huſaren=Regiment Nr. 17 beſtimmt, der ſeit
län=
gerer Zeit in Döberitz als Fluglehrer tätig iſt. Die
Bau=
koſten für die Kaſernements, Ställe und Geräteſchuppen
der neu zu errichtenden Maſchinengewehrkompagnien ſind
pro Kompagnie auf 174000 bis 204000 Mark veranſchlagt.
— Der neue Gouverneur von Togo.
Her=
zog Adolf Friedrich zu Mecklenburg wird in dieſer Woche
in das Reichskolonialamt eintreten, um ſich während der
nächſten beiden Monate auf ſeine künftige Wirkſamkeit
vorzubereiten. Der Herzog wird ſich beſonders in die
all=
gemeinen Verwaltungs=, Finanz= und
Perſonalverhält=
niſſe des Schutzgebietes Togo einarbeiten.
Neue Banknoten für Deutſch=
Oſt=
afrika. Den Abſchluß der Währungsreform in Deutſch=
Oſtafrika, durch die die deutſche Rupie zum geſetzlichen
Zahlungsmittel erklärt wurde, bildete die Anfang 1905
erfolgte Gründung der Deutſch=Oſtafrikaniſchen Bank.
Dieſe erhielt das Recht der Notenausgabe und hat ſeit
ihrem Beſtehen Banknoten zu 5, 10, 50 und 100 Rupien
ausgegeben, ſodaß Ende 1911 der Notenumlauf insgeſamt
rund 3,08 Millionen Rupien betrug. Die durch die
gün=
ſtige Lage des Schutzgebietes hervorgerufene Nachfrage
nach höheren Zahlungswerten hat die Bank nunmehr
veranlaßt, eine 500 Rupien=Note zu ſchaffen, deren
Ab=
bildung das amtliche Kolonialblatt in ſeiner neueſten
Ausgabe veröffentlicht. Die Vorderſeite der neuen
Bank=
note enthält das Bruſtbild des Kaiſers in
Admirals=
uniform.
Zusland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der gemeinſame Miniſterrat beſchloß, die
nächſte Sitzung der Delegationen auf den 23. April
anzu=
beraumen.
Die Obſtruktion im ungariſchen
Abge=
ordnetenhauſe wird fortgeſetzt. In der
Arbeits=
partei herrſcht tiefe Verſtimmung und Unmut über die
offenbare Unfähigkeit der Regierung die Ordnung im
Parlament herzuſtellen. Man drängt allenthalben darauf,
daß etwas geſchehe, ſei es nun ein Friedensſchluß,
ge=
waltſames Niederringen der Obſtruktion oder die
Auf=
löſung des Reichstags. Man befürchtet auch, daß die
Stimmung im Lande ſich gegen die Mehrheit kehren wird,
wenn auch weiter nichts geſchieht. Die Regierung mahnt
jedoch noch immer zur Geduld, obgleich der zehnte Monat
ſeit Beginn der Debatte über die Wehrvorlage
verſtri=
chen iſt.
Schweiz.
Die Ausländerfrage. In Bern tagte zum
zweiten Male das große 50köpfige Initiativkomitee zur
Löſung der dringlichen Ausländerfrage in der Schweiz.
Der von der Kommiſſion ausgearbeitete Entwurf betr.
die Einbürgerung von Ausländern in der Schweiz wurde
ohne Abänderung einſtimmig angenommen. Der Entwurf
geht an die Bundesbehörden und ſieht als Ergänzung
des Art. 14 der Bundesverfaſſung einen neuen
Verfaſ=
ſungsartikel vor, durch den die Rechte der Ausländer und
ihrer Kinder genau umſchrieben ſind. Man erhofft
da=
von eine Beſſerung der gegenwärtig faſt unhaltbaren
Situation der amfmeiſten mit Ausländern überfluteten
Kantone und glaubt auch daß das Schweizervolk den
Artikel ſeinerzeit in der Volksabſtimmung annehmen
werde. Es wird hierzu allerdings noch vieler
aufklären=
der Arbeit bedürfen.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Nummer 89
Frankreich.
Die Verhandlungen mit Spanien. Ein
Berichterſtatter des Echo de Paris meldet:
Miniſterprä=
ſident Poincaré habe ſich über die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhandlungen folgendermaßen geäußert: Wir werden
bei unſeren Beſprechungen mit Spanien mit aller
erfor=
derlichen Geduld vorgehen, übrigens werden wir die Zeit
des Endes der Verhandlungen abzuwarten haben. Wir
werden dieſe Zeit benutzen, um ganz allein unſer
Pro=
tektorat einzurichten.
Der Tod Briſſons. Für die markante Stellung,
die Briſſon im Parteileben Frankreichs inne hatte, ſind
die Nachrufe bezeichnend, die ihm die Pariſer Blätter
widmen. Das Urteil, das die nationaliſtiſchen und
ge=
mäßigten republikaniſchen Blätter über Briſſon fällen,
iſt von rückſichtsloſer Schärfe erfüllt. Die geſamte
radi=
kale Preſſe gibt in den wärmſten Worten ihrer Trauer
Ausdruck über das Hinſcheiden Briſſons und rühmt deſſen
ſtrenge Redlichkeit im politiſchen und privaten Leben.
Die politiſchen Kreiſe beſchäftigten ſich mit der
Nachfolge=
ſchaft Briſſons. In erſter Reihe werden die Namen
Etienne, Deschanel und Delcaſſé genannt. Etienne hat
ſehr ernſthafte Ausſichten. Er iſt bereits Vizepräſident
der Kammer geweſen, genießt die Wertſchätzung aller
ſei=
ner Kollegen und hat ſich ſchon verſchiedentlich bei
ſchwie=
rigen Debatten als Präſident bewährt. Deschanel hat
gleichfalls eine große Anzahl von Stimmen hinter ſich,
namentlich werden alle Anhänger des
Proportionalwahl=
ſyſtems demonſtrativ für ihn eintreten. Eine ganze
An=
zahl von Mitgliedern der Kammermehrheit beabſichtigt
für Delcaſſé zu ſtimmen, dem ſie dann ſelbſt die
Beſtim=
mung ſeines Nachfolgers im Miniſterium überlaſſen
wollen.
Henry Briſſon war am 31. Juli 1835 in Bourges
ge=
boren. Er ſtudierte in Paris und wurde dort 1859
An=
walt. Zugleich betätigte er ſich als Journaliſt und ſchrieb
für Temps und Avenir national. Als Mitglied der
De=
putiertenkammer gehörte er ſeit 1876 zur republikaniſchen
Union die ihn 1879 zum zweiten Vizepräſidenten und im
November 1881 an Gambettas Stelle zum
Kammerprä=
ſidenten wählte. 1885 übernahm er das
Miniſterprä=
ſidium und zugleich das Juſtizreſſort. Da die Kammer
Ende jenes Jahres den Kredit für Tonking mit nur vier
Stimmen Mehrheit bewilligte, trat Briſſon zurück und
Freyeinet kam an ſeine Stelle. Nach Grevys Rücktritt
kandidierte er für die Präſidentſchaft der Republik,
er=
hielt aber nur 26 Stimmen, nach Carnots Ermordung
erhielt er 191, nach Caſimir=Periers Rücktritt 361, wurde
aber nicht gewählt. Briſſon war Präſident der
Kam=
mer von 1881 bis 1885. von 1894 bis 1898, dann im
Jahre 1904 und zuletzt 1906 bis heute. Er war zweimal
Miniſterpräſident im Jahre 1885 und im Jahre 1898, wo
ihm die ſchwierige Aufgabe zufiel, die Reviſion des
Drey=
fuß=Prozeſſes einzuleiten.
Vereinigte Staaten.
In den Primärwahlen von
Pennſyl=
oanien hat Rooſevelt einen entſcheidenden Sieg über
Präſident Taft errungen. Er gewann die Nominierung
von über 50 von den 64 Delegierten zum Nationalkonvent
und außerdem die Kontrolle über den Staatskonvent
Die demokratiſchen Delegierten ſind faſt ſämtlich Anhänger
Wilſons.
Stadt und Land.
Darmſt adt, 16. April.
Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Samstag vormittag 12.30 Uhr
im Neuen Palais den Direktor der Eleonorenſchule,
Pro=
feſſor Dr. Lucius. Am Sonntag vormittag beſuchten
die Großherzoglichen Herrſchaften den Gottesdienſt in
der Hofkirche. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Miniſterialrat im Miniſterium der Finanzen
Dr. Hermann Kratz unter Belaſſung in ſeiner jetzigen
Stellung im Miniſterium der Finanzen zugleich zum
Miniſterialrat im Miniſterium des Innern.
* Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Pfarraſſiſtenten Wilhelm Köhler
zu Gonſenheim die evangeliſche Pfarrſtelle zu Bernsbürc
und dem Pfarrverwalter Karl Auguſt Hellwig zu
Friſchborn die evangeliſche Pfarrſtelle zu Ulrichſtein
übertragen, ſowie den von den Freiherren Löw von und
zu Steinfurt auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Nieder=
Flor=
ſtadt präſentierten Pfarraſſiſtenten Leonhard Heberer
zu Mainz für dieſe Stelle beſtätigt.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Revierpolizeikommiſſär Liſtmann bei
dem Polizeiamt Darmſtadt aus Anlaß ſeiner Verſetzung
in den Ruheſtand die Goldene Verdienſtmedaille des
Ludewigs=Ordens.
* Verſetzt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe Wöllſtein
Moritz Seitz zu Wöllſtein in gleicher Dienſteigenſchaft
an die Bezirkskaſſe Büdingen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer an der
Gemeinde=
ſchule zu Groß=Gerau Georg Schaffnit eine
Lehrer=
ſtelle an der höheren Bürgerſchule daſelbſt.
* Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft. Im Namen der Großh. Regierung in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft vollzogenen
Ernennungen und Beförderungen (vom 1. März
bis 1. April: zutechniſchen Eiſenbahnſekretären die techniſchen
Praktikanten Koch und Dietz zu Mainz; zu techniſchen
Bureauaſſiſtenten die techniſchen Bureaudiätare Mohr und
Geyer zu Mainz; zum Bureaudiener der Pförtner Schmidt
zu Darmſtadt; zum Bahnhofsvorſteher der
Oberbahn=
aſſiſtent Zimmer zu Ober=Ramſtadt; zu Rangiermeiſtern
die Rangierführer Bitſch zu Kranichſtein, Körber zu
Darm=
ſtadt, Luſt zu Kranichſtein, Scholl zu Mannheim=Waldhof;
zu Rangierführern die Hilfsrangierführer Becker und Kaul
zu Mainz, Metz zu Worms Schober zu Bingerbrück,
Schornſtheimer zu Mainz; zu Zugführern die Schaffner
Freund zu Worms, Hund, Kleiſinger und Böhm zu
Biſchofsheim, Hoffmann zu Worms, Will zu Bingerbrück,
Dengler und Lang zu Worms Bierſack zu Alzey, Heß,
Mühlhauſen, Schrodt und Schäfer zu Worms, Koch und
Schweitzer zu Darmſtadt, Häffner zu Bingerbrück, Schäfer
zu Worms, Gerlach zu Bingerbrück, Ehrhardt zu
Biſchofs=
heim, Rixius zu Bingerbrück, Hill zu Darmſtadt, Wolf zu
Bingerbrück, Heberer zu Aſchaffenburg, Lauer zu
Biſchofs=
heim, Keth zu Aſchaffenburg, Berger zu Bingerbrück; zu
Schaffnern die Hilfsſchaffner Oldendorf zu Darmſtadt,
Uhrig zu Biſchofsheim, Platz zu Frankfurt a. M., Seib zu
Mannheim, Zaun zu Worms, Walter zu Mannheim,
Förſter zu Frankfurt a. M., Kübbs zu Aſchaffenburg, Opper
zu Frankfurt a. M., Eiſer zu Darmſtadt, Hammerſchlag zu
Biſchofsheim, Kärcher zu Mannheim, Armbrüſter zu Alzey,
Koch II. zu Aſchaffenburg, Schmidt zu Bingerbrück, Wedel
zu Mannheim, Hill zu Darmſtadt, Kuhlus zu Mainz,
Mül=
ler zu Biſchofsheim, Eſſinger zu Frankfurt a. M., Bretzer
zu Biſchofsheim, Heger zu Mainz, Mahler zu Pfungſtadt,
Dornhöfer zu Worms, Werner zu Frankfurt a. M., Lieb
zu Aſchaffenburg, Krämer zu Biſchofsheim, Arnold zu
Worms, Mager zu Frankfurt a. M., Dickeſcheid zu Bingen,
Reis zu Mannheim, Spamer zu Darmſtadt, Wolf zu
Worms, Lerch und Kornman zu Frankfurt a. M., Graf zu
Mannheim, Volk zu Darmſtadt, Spalt zu Aſchaffenburg,
Stäcker zu Oſthofen, Balz zu Gau=Odernheim, Rippert zu
Hanau, Sander zu Worms, Eberhardt zu Frankfurr a. M.,
Anfang zu Biebrich, Haller zu Groß=Zimmern, Dehof zu
Frankfurt a. M., Klingler, Bangert und Schader zu Worms;
zum Bahnhofswächter der Hilfsnachtwächter Weidmann
zu Darmſtadt; zu Bahnwärtern die Hilfsbahnwärter Jakobi
zu Wixhauſen, Kehl zu Langen, Becker zu Egelsbach; zum
Werkſtättenvorſteher der techniſche Eiſenbahnoberſekretär
Diehl zu Mainz; zum Werkmeiſter der Werkführer Jung
zu Darmſtadt; zu Werkführern die Werkführerdiätare May
und Hummel zu Darmſtadt, Dunkel zu Biſchofsheim,
Schmitt zu Mainz; zu Lokomotivführern die
Lokomotiv=
heizer Fiſcher und Hofmann zu Darmſtadt, Ramb zu Alzey,
Sonneck und Kraft zu Worms; zu Lokomotivheizern die
Hilfsheizer Hermann Aſtheimer und Karl Aſtheimer zu
Biſchofsheim, Böttiger und Brunner zu Bingerbrück,
Bütt=
ner zu Mainz, Coy zu Frankfurt a. M., Dörr zu Darmſtadt,
Eder und Erben zu Frankfurt a. M., Görtz zu Worms,
Graf zu Mainz, Heid, Hein und Hellermann zu Darmſtadt,
Knapp zu Mainz, Laun und Maus zu Darmſtadt, Ploch
zu Biſchofsheim, Prieſter und Rixius zu Bingerbrück,
Ritzert zu Biſchofsheim, Rödner zu Mainz, Schad zu
Biſchofsheim, Schäfer zu Darmſtadt, Schneider II. und
Siebert zu Mainz, Ungerer zu Frankfurt a. M., Waſſum
zu Hanau, Weber II. zu Mainz, Weidmann zu Darmſtadt,
Wenzel zu Mainz, Zöller zu Worms zum Rottenführer
der Hilfsrottenführer Beſt zu Weiterſtadt; zu
Weichen=
ſtellern erſter Klaſſe die Weichenſteller Ströſſinger zu
Eber=
ſtadt, Schäfer zu Mainz, Krummeck zu Goddelau, Lemſter
zu Ingelheim, Raufert zu Biblis, Geins zu Mainz, Hein=
rich zu Mombach, Mohr zu Wiebelsbach, Harkmann zu
Alzey, Schuſter zu Eberbach, Opper zu Bickenbach, Ebert
zu Bodenheim; zu Unteraſſiſtenten die Weichenſteller
Eſch=
born zu Mainz, Gentil zu Mainz=Kaſtel, Haſſemer und
Vieweg zu Bingen, Reuter zu Heppenheim, Kern zu
Alt=
heim, Pitthan zu Kranichſtein, Weidmann zu Gau=
Alges=
heim, Ziergöbel zu Ober=Ramſtadt, Schader zu Raunheim,
Schmitt zu Nieder=Olm, Bauer zu Dreieichenhain, Eckes
zu Laubenheim, Fiedler zu Erbenheim, Heß zu Worms,
Krämer zu Griesheim, Spreng zu Urberach; zu
Weichen=
ſtellern der Hilfsſtellwerkſchloſſer Knab zu Bodenheim, der
Hilfsweichenſteller Müth zu Kranichſtein, der
Hilfsſtell=
werkſchloſſer Schrodt zu Babenhauſen, der Stationsgehilfe
Weißbach zu Worms.
. Strafkammer. Ein jugendlicher Erpreſſer, der
21jährige Portefeuiller Karl Chriſtian Illert aus
Offenbach, hatte ſich geſtern vor der hieſigen
Strafkam=
mer zu verantworten. Im Februar dieſes Jahres
er=
hielt der Pfarrer Hohmeyer in Offenbach einen
Erpreſ=
ſungsbrief, durch den er aufgefordert wurde, an einer
beſtimmten Stelle 100 Mark niederzulegen. Falls er das
nicht tun würde, wurde ihm die Ermordung ſeines
Kin=
des angedroht. Unterzeichnet war der Brief mit einer
gezeichneten ſchwarzen Hand. Kurze Zeit danach erhielt=
Pfarrer Hohmeyer einen zweiten Brief, in dem
zunächſt=
das Schickſal des unſchuldigen Kindes bedauert und
nochmals geraten wurde, das Geld an der angegebenen
Stelle zu hinterlegen. Der Brief, der ebenfalls mit der
ſchwarzen Hand unterzeichnet war, ſchloß mit der
Be=
merkung, datz es unnütz wäre, die Kriminalpolizei zu
benachrichtigen, da die Bande weitverzweigte
Verbind=
ungen habe, um das angedrohte Urteil zu vollſtrecken.
Der Pfarrer benachrichtigte die Kriminalpolizei und als
dieſe noch ihre Ermittelungen vornahm, bekam der
Pfar=
rer einen dritten Brief mit der Mitteilung, daß ihm die
Buße erlaſſen ſei. Als Schreiber der Briefe wurde der
Angeklagte ermittelt. Das Gericht erſah in dem letzten
Brief einen gewiſſen Milderungsgrund und erkannte auf
6 Monate Zuchthaus, die in 9 Monate Gefängnis
umgewandelt wurden.
Der 51jährige Metzger Joſeph Lay aus Heidelberg
hat am 29. Februar in Rüſſelsheim bereits verwendete‟
Verſicherungsmarken noch einmal benutzt und hat ſich
da=
mit eines Vergehens gegen die Verſicherungsordnung
ſchuldig gemacht. Er wird zu 5 Wochen Gefängnis
verurteilt, außerdem wegen Bettelns zu 3 Wochen Haft,
die als durch die Unterſuchungshaft verbüßt erachtet
wer=
den. — Der Gütler Johann Baumann aus Unter=
Schön=
mattenwag ging am 31. Dezember 1911 abends in die
Wirtſchaft, um dort Silveſter zu feiern. Hier traf er auch
den 42jährigen Zimmermann Johann Adam Becker,
der jedoch bald die Wirtſchaft verließ. Als Baumann
nach Hauſe kam, ſah er, daß ſeine Speiſekammer
ausge=
raubt worden war. Es fehlten ein Schinken, ein
Sei=
tenſtück und Leberwürſte im Werte von 20 Mark. Als
Täter kam ſofort Becker in Betracht, der in dem Hauſe,
das ſein früheres Elternhaus war, ſehr genau Beſcheid
wußte. Bei einer Hausſuchung am nächſten Morgen fand
man bei Becker von dem 12 Pfund ſchweren Schinken nur
noch etwa 3—4 Pfund und die geſtohlene Wurſt. Wegen
ſchweren Rückfalldiebſtahls wird der Angeklagte zu
1 Jahr 4 Monaten Gefängnis verurteilt,
abzüg=
lich 1 Monat der Unterſuchungshaft.
Der 19jährige Preſſer Karl Groh aus Nieder=Roden
hatte am 9. Februar der Nikolaus Saturi Ehefrau 100
Bons für Mittageſſen im Werte von 35 Mark geſtohlen,
ils er arbeitslos war. Von den Bons machte er jedoch
aus Furcht vor Entdeckung keinen Gebrauch, ſondern
verbrannte ſie. Am 10. Februar entwendete er
außer=
dem dem Georg Goldſtein einen Anzug, den er für 6 Mark
verkaufte. Der geſtändige Angeklagte wird zu 6
Mona=
ten Gefängnis verurteilt. Von der
Unterſuchungs=
haft wird ihm ein Monat angerechnet. — Wegen
Ver=
gehens gegen § 176.3 in 2 Fällen wird der 16jährige
Tag=
löhner Johann Schmidt aus Klein=Steinheim zu
4 Monaten Gefängnis verurteilt.
Wegen Urkundenfälſchung hatten ſich die 17= bezw.
18jährigen Zuſchneider Joſeph Geis Adam Hitzel,
Jakob Miet und Eduard Jakobi, ſämtlich aus
Offen=
bach, zu verantworten. Sie hatten in mehreren Fällen
bei der Schuhfabrik Wallerſtein in Offenbach Lohnzettel
in der Weiſe gefälſcht, daß ſie bei undeutlich von der
Ma=
ſchine markierten Zahlen aus einer Null eine Eins
mach=
ten, ſo z. B. aus 07 Paaren 17 Paare. Bei drei
Ange=
klagten zahlte die Firma auch die unrichtig angegebenen
Beträge für die Arbeit aus. Es handelt ſich im ganzen
um etwa 8 Mark. um die die Firma durch dieſe
Manipu=
lationen geſchädiat wurde. Das Gericht verurteilt die
geſtändigen Angeklaaten zu je 2 Wochen
Gefäng=
nis. — Der 28jährige Chauffeur Friedrich Ickler
aus Offenbach war vom Schöffengericht Offenbach wegen
Aus neuen Briefen
der Annette von Droſte=Hülshoff.
C2 Annette von Droſte=Hülshoff,
Deutſch=
lands größte Dichterin, iſt auch eine wundervolle
Brief=
ſchreiberin geweſen, aus deren Epiſteln trotz ihrer ſpröden
Zurückhaltung die tiefſten Quellen ihrer ſeeliſchen
Ent=
wickelung hervorbrechen. Sie ſelbſt hat eine
Veröffentlich=
ung dieſer intimſten Bekenntniſſe nicht gewünſcht, und
hre Nächſten, an die ſolche Schreiben gerichtet wurden,
haben dieſes Vermächtnis der Dichterin treu gehütet.
Nachdem uns aber erſt einmal der koſtbare Schatz der
Briefe an den Herzensfreund Levin Schücking aufgeſchloſſen
war, um die hiſtoriſche Wahrheit über dies vielbeſprochene
Verhältnis ans Licht zu bringen, iſt auch kein Grund mehr
vorhanden, die nächſt dieſer Korreſpondenz wichtigſten
Briefe, die an ihre innige Lebensfreundin Eliſe
Rü=
diger, der Vergeſſenheit zu überantworten. Vielmehr
hat die Nachwelt ein Recht, aus dieſen inneren
Offenbar=
ungen einer großen und ſchönen Seele neues Licht für
das Verſtehen und Genießen ihrer Dichtung zu gewinnen.
Mit der Herausgabe dieſer bedeutſamen Publikation
be=
ginnt nun Kurt Pinthus in der Deutſchen Rundſchau.
Annette trat Eliſe Rüdiger, die unter ihrem
Mädchen=
namen Eliſe v. Hohenhauſen auch ſchriftſtelleriſch tätig
ge=
weſen iſt, in jenem Sonntagskränzchen nahe, zu dem ſich
der Freundeskreis der Dichterin in Münſter
zuſammen=
geſchloſſen hatte.
Die erſten Briefe, die aus den Jahren 1839 und 1840
ſtammen, haben als ihren wichtigſten Gegenſtand die Sorge
um Levin Schücking, der damals der Dichterin ſo
nahe ſtand. Welche Gefühle ſie für den Jüngling
beſeel=
ten, ſpricht ſie in einem Briefe an Eliſe klar und deutlich
aus: „Ich leſe eben Ihren Brief nach, und wie Sie von
Schücking ſchreiben, „die Welt werde noch viel an ihm
ändern” Gott gebe, daß ſie ihn ſo gut und rein läßt, als
wofür ich ihn jetzt halte. Ich bin in der That ſo entfernt
von aller Abneigung gegen ihn, daß ich vielmehr mich
einer Art mütterlichen Gefühls nicht erwehren könnte, wenn
ich auch wollte, was allerdings in meiner großen Liebe
zu ſeiner verſtorbenen Mutter, und meinem Bewußtſeyn
einiger körperlicher Aehnlichkeit mit ihr ſeinen Grund hat.
Es läge mir ſehr nah, täglich für ihn zu bethen, obgleich
ich es bis jetzt noch nicht getan habe, und dieſes gleichſam
ſtrenge Intereſſe iſt es wohl eben, was mich hart erſcheinen
läßt.” Vor Verleumdungen blieb dieſe reine Beziehung
freilich nicht bewahrt. Eine „Freundin” Annettens, Luiſe
v. Bornſtedt, verbreitete das Gerücht, die Neigung der
beiden wäre mehr als freundſchaftlich, und das mußte der
Dichterin bei ihren bigotten, adelsſtolzen Verwandten, die
ſie dann zwangen, bis zu ihrem Tode alle an ſie
ankom=
menden Briefe der Mutter vorzulegen, unſäglich ſchaden.
Ihre Erbitterung gegen die, die ihr dies angetan, drängt
ſie mannhaft zurück. „Ich geſtehe Ihnen,” ſchreibt ſie an
Eliſe, die die Bornſtedt verteidigt, „daß ich neulich auch
innerlich ſtark gereizt war, durch die Ausſicht auf einen
fatalen Klatſch, bey dem für mich mehr auf dem Spiel
ſtand, als Sie wohl in dem Augenblick überſahen, nämlich
nicht nur das Aufgeben eines mir ſehr werthen
Verhält=
niſſes, ſondern auch meine ganze ſo langſam und mühſam
erkämpfte Freyheit, inſofern ich die paſſive Nachſicht der
Meinigen, mit meiner Weiſe zu ſeyn und mich zu dem
Menſchen zu ſtellen, ſo nennen darf, die ich vielleicht in,
oder wenigſtens erſt nach einer hübſchen Reihe von Jahren
wieder erlangen würde. So ſagte ich damals nichts was
ich nicht noch heute als meine wirkliche Anſicht
wieder=
holen würde, aber dennoch ſtellte ich alles auf die Spitze,
und mir war weder das Gute gegenwärtig, was ſich
da=
gegen in die Wagſchale legen läßt, noch die mannigfachen
Bedrängtheiten jenes armen Geſchöpfes, die nicht nur das
Mitleid in Anſpruch nehmen, ſondern auch die
Gerechtig=
keit, da eine ſolche Lage wohl dem Beſten einen bittern
ge=
häſſigen Ton geben könnte, und es Demjenigen, deſſen
ganze Exiſtenz von dem Wohlwollen Anderer (ſowohl des
Publikums als Einzelner) abhängt, nothwendig unendlich
ſchwer werden muß, ſich ganz frey von Doppelſinn und
einem gewiſſen mistrauiſchen Neide gegen Andre zu er=
halten. . . Da haben Sie mein demüthiges Bekenntnis, Sie mich daran, Eliſe, wenn mahl wieden der
Cenſor in mir die Ueberhand nimmt.”
Annette bemüht ſich bei einflußreichen Bekannten
darum, Schücking eine Stellung zu verſchaffen, und wendet
ſich auch in einem langen Briefe an den Mann Eliſes, den
Oberregierungsrat Rüdiger. Wie beſcheiden die Dichterin
von ihrem Aeußeren dachte, zeigt eine Stelle, an der ſie
von dem Beſuch ihrer Freundin Malchen Haſſenpflug
ſpricht. „Sie iſt doch gar lieb und ſchön! Mir war
ordent=
lich wunderlich zu Muthe, als ſie die Treppe hinaufkam,
und ich das ſtolze noble Geſichtchen immer deutlicher
er=
kannte, was, in dieſem Augenblicke, durch eine Bewegung
der Liebe und Freude ſchöner war als je. Wir gingen
auf meine Stube, und traten zuſammen vor den Spiegel,
weil ſie ihr Haar ordnen wollte. Ich fuhr beſchämt
zu=
rück, ſo miſerabel nahm ich mich neben ihr aus.‟ Der
Tante Eliſens, Henriette p. Hohenhauſen, berichtet ſie
von=
ihrem Leben in Rüſchhaus und auch von ihrem Dichten:
„Ich ſchreibe, leſe, was die Güte meiner Freunde mir
zu=
kommen läßt, ſtricke ein klein, klein wenig (Abends) und
bin zur Abwechslung mitunter unwohl. Geſchrieben habe
ich eine Erzählung („Die Judenbuche”) in der mir
Man=
ches gelungen, aber das Ganze doch nicht der
Herausgabe=
würdig ſcheint. Es iſt mein erſter Verſuch in Proſa, und
mit Verſuchen ſoll man nicht auftreten. — Dann habe ich
den Cyelus der geiſtlichen Lieder vollendet, die jedenfalls
erſt nach meinem Tode öffentlich erſcheinen dürfen. Was
ich nun zuerſt vornehmen werde, weiß ich noch nicht,
wahr=
ſcheinlich wieder einen Verſuch für die Bühne. Ob tragiſch?
ob humoriſtiſch? Soviel habe ich noch nicht darüber
nach=
gedacht. Die Feder iſt kaum trocken vom letzten Strich an
den geiſtlichen Liedern; zudem darf ich noch nicht an
Schrei=
ben denken: dieſer Brief iſt ſchon außer aller Diät, und ich
fühle bereits, daß ich werde kürzer ſeyn müſſen, als mir
lieb iſt. Ich meine, das Bücken könne mir gar nichts
ſchaden, und doch darf ich nicht übertreiben, ſondern muß
mit Allem ſacht, ſacht anfangen, mit Luft, Speiſe, ſo auch
mit der geiſtigen Speiſe.”
Nummer 89.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 32.
fahrläſſiger Körperverletzung zu 60 Mark Geldſtrafe
ver=
urteilt worden. Gegen das Urteil legte ſowohl der
Amtsanwalt als auch der Verurteilte Berufung ein, die
geſtern vor der hieſigen Strafkammer zur Verhandlung
kam. Der Angeklagte wollte am 21. November 1911,
abends 7 Uhr, in der Bismarckſtraße in Offenbach mit
ſeinem Automobil das mit ihm in gleicher Richtung
fah=
rende Hundefuhrwerk des Milchhändlers Moritz Dietſch
überholen, karambolierte jedoch hierbei mit dem
Fuhr=
werk, Dietſch wurde umgeriſſen und etwa 5 Meter
mit=
geſchleift. Das Fuhrwerk Dietſch wurde demoliert und
die Milch floß auf die Straße. D. war von den erlittenen
Verletzungen mehrere Wochen arbeitsunfähig. Der
An=
geklagte gibt an, er hätte ſich in dem nebligen Wetter und
geblendet durch Laternen vorüberfahrender Radfahrer
geirrt und auf dem ſchlüpfrigen Pflaſter ſei ſein
Auto=
mobil ins Gleiten gekommen. Fahrläſſig hätte er nicht
gehandelt. Das Gericht verwarf beide Berufungen
als unbegründet.
C. Von den Domanialjagden, die gegen eine
Erhöh=
ung der Zivilliſte um weitere 50000 Mark vom
Groß=
herzog zurückgegeben werden ſollen, fallen in die
Ober=
förſterei Darmſtadt 25 Hektar aus der Gemarkung
Darm=
ſtadt, 126 aus der Gemarkung Weiterſtadt und 214 aus
der Gemarkung Griesheim. In der Oberförſterei
Eber=
ſtadt kommen 253 Hektar aus der Gemarkung Nieder=
Beerbach und aus der Oberförſterei Kranichſtein 122
Hek=
tar aus der Gemarkung Erzhauſen in Betracht. Weitaus
die größten Gebiete fallen in den Kreis Groß=Gerau, wo
die Gemarkung Claraberg mit 1616 Hektar an der Spitze
ſteht, worauf Mitteldick mit 1447 und der Königſtädter
Domanialwald mit 1224 Hektar folgen. Die Geſamtfläche
der in Betracht kommenden Jagden beträgt 19590 Hektar.
Vom Hoftheater. In der heutigen erſten
Wiederholung von Wolf=Ferraris Schmuck der
Madonna” wird Frl. Martha Bommer vom
Kgl. Theater in Wiesbaden die Rolle der Malvilla
ſingen. Frl. Bommer hat kürzlich die Partie an der
Wiesbadener Hofhühne kreiert.
C. Herr Biſchof Dr. Kirſtein traf am Sonntag abend
5½ Uhr hier ein und wurde am Portale der St.
Ludwigs=
kirche von der hieſigen Geiſtlichkeit und den
Kirchenvor=
ſtänden empfangen. Hierauf verrichtete er in dem feſtlich
geſchmückten Gotteshauſe die üblichen Gebete und erfreute
die zahlreich erſchienenen Gläubigen mit einer herzlichen
Anſprache. Am Montag fand um 9 Uhr in der St.
Lud=
wigskirche ein feierliches Hochamt ſtatt, mit dem
Dar=
bietungen des katholiſchen Kirchengeſangvereins St.
Lud=
wig und der Kapelle des 61. Artillerie=Regiments
ver=
bunden waren. Während desſelben hielt der Oberhirte
eine tief zu Herzen gehende Predigt und ſpendete am
Schluſſe über 300 Angehörigen der hieſigen und
benach=
barten Pfarreien das hl. Sakrament der Firmung. Die
Erſtkommunion war am Sonntag vorausgegangen.
— Die Stadtverordnetenwahlen auf Grund der
neuen Städteordnung. Das Großh. Regierungsblatt
Nr. 14 enthält eine Bekanntmachung, den Erlaß einer
An=
leitung zu den auf Grund der Städteordnung vom
8. Juli 1911 vorzunehmenden Wahlen der
Stadtverord=
neten betreffend. §§ 1, 2 und 5 beſtimmen: Die
Stadt=
verordneten=Verſammlung beſteht in Stadtgemeinden
von 3000 bis 4000 Einwohnern aus 12, von mehr als
4000 bis 10000 Einwohnern aus 15, von mehr als
10000 bis 20000 Einwohnern aus 18, von mehr als
20000 bis 30000 Einwohnern aus 30, von mehr als
30000 bis 60000 Einwohnern aus 36 und von mehr als
60000 Einwohnern aus 42 Mitgliedern. Die aktiven
Militärperſonen ſind in der Einwohnerzahl einbegriffen.
Mindeſtens die Hälfte der Stadtverordneten muß aus
dem höchſtbeſteuerten Dritteil der zur Stadtverordneten=
Verſammlung Wählbaren gewählt werden. Alle drei
Jahre ſcheidet ein Dritteil der Stadtverordneten aus der
Stadtverordneten=Verſammlung aus und wird durch
ordentliche Ergänzungswahlen erſetzt. Gleichzeitig mit
Vornahme der Ergänzungswahlen ſind die in der
Zwiſchenzeit abgegangenen Stadtverordneten zu erſetzen;
dabei iſt darauf Rückſicht zu nehmen, daß die
erforder=
liche Zahl von Höchſtbeſteuerten in der Verſammlung
vorhanden iſt. Wahlberechtigt zur Wahl der
Stadtver=
ordneten ſind alle männlichen Einwohner, welche die
deutſche Reichsangehörigkeit beſitzen und ſeit 3 Jahren
in der Gemeinde wohnen unter der Vorausſetzung, daß
ſie am Wahltage das fünfundzwanzigſte Lebensjahr
vollendet haben und vom 1. April des dem
Rechnungs=
jahr, in welchem die Wahl ſtattfindet, vorausgehenden
Jahres an gemeindeſteuerpflichtig ſind. Wählbar iſt
jeder Wahlberechtigte, deſſen Wahlrecht nicht ruht und
der nicht infolge einer Verurteilung unfähig zur
Be=
kleidung öffentlicher Aemter iſt. Nicht wählbar ſind
1. zum aktiven Heer gehörige Militärperſonen; 2. die
Mitglieder des Miniſteriums des Innern, der
Pro=
vinzialdirektor, der Kreisrat und deren Stellvertreter
3. Bürgermeiſter, Beigeordnete und
Magiſtratsmit=
glieder; 4. Perſonen, die mit dem Bürgermeiſter, einem
Beigeordneten oder einem Magiſtratsmitglied in gerader
Linie oder im zweiten Grad der Seitenlinie verwandt
ſind; 5. im Amt befindliche Geiſtliche. Staatsbeamte
und Volksſchullehrer bedürfen zur Annahme einer auf
ſie gefallenen Wahl der Erlaubnis der vorgeſetzten
Dienſt=
behörde.
W.J. Friedrich von Flotow. Man ſchreibt uns: Am
26. d. Mts., werden es 100 Jahre, daß Friedrich von
Flo=
tow in Teutendorf in Mecklenburg, dem Stammgut der
Familie, geboren wurde. Bekanntlich verbrachte er ſeine
letzten Lebensjahre in Darmſtadt und iſt auf dem hieſigen
Friedhof beigeſetzt, wo ihm ſeine Familie ein koſtbares
Grabmal ſetzen ließ, welches durch Schenkung jetzt in den
Beſitz der Stadt übergegangen iſt. Einige Freunde der
Familie von Flotow ſind zuſammengetreten, um anzuregen,
das Andenken an den liebenswürdigen Komponiſten durch
eine würdige Feier zu ehren. Seitens der Stadt ſoll am
Grabe desſelben eine einfache Feier ſtattfinden. Von der
Veranſtaltung eines Flotow=Abends im Saalbau, wozu
Herr Obermuſikmeiſter Hauske in bereitwilligſter Weiſe
ſeine Mitwirkung zugeſagt hatte, mußte abgeſehen werden,
weil die Konzertſaiſon bereits zu viel geboten hat und auch
noch nicht erſchöpft iſt. Im Herbſt aber ſoll zum
Gedächt=
nis Friedrich von Flotows ein größeres Konzert
ſtatt=
finden, welches ſich dadurch auszeichnen ſoll, daß nur
Kom=
poſitionen des Meiſters gebracht werden, die hier noch
un=
bekannt ſind. Dem Großherzoglichen Hoftheater, welches
den Tag doch nicht unbeachtet laſſen dürfte, wäre man
ge=
wiß dankbar, wenn es zu Friedrich von Flotows
hundert=
jähriger Geburtstagsfeier ſtatt der Martha oder Stradella
wieder einmal die Indra zur Aufführung bringen wollte.
nn. Darmſtädter Kunſt und Kunſthandwerk auswärts.
Am geſtrigen 15. April beging der Direktor der „Enzinger=
Werke” Filter= und Brautechniſche Maſchinenfabrik A.=G.,
vormals L. A. Enzinger, Worms=Berlin, Herr Emil
Hoffmann in Worms, ſein 25jähriges Dienſtjubiläum
in geiſtiger Friſche. Der Aufſichtsrat und Vorſtand,
ſo=
wie die geſamte Beamtenſchaft der Fabrik widmeten dem
Jubilar ein ſchönes Album mit den Photographien der
Geſchenkgeber in weißem Saffianleder und reicher moderner
Kunſtſchmuckvergoldung und einem kunſtvoll auf engliſchem
Pergament ausgeführten Widmungsblatt. Die
Ausführ=
ung der Kunſtbuchbinder=Arbeiten für das Album lag in
den Händen des Herrn Hofbuchbinder Otto Waitz hier,
während das Widmungsblatt von dem Hofkalligraphen
J. Göttmann=Darmſtadt angefertigt wurde. Die
Arbeiten fanden vollſten Beifall der Auftraggeber. Anfangs
Mai feiern noch drei Betriebsbeamte ihr 25jähriges
Dienſt=
jubiläum in dem genannten Fabriketabliſſement.
* Kunſtverein. Wegen Vorbereitung einer neuen
Ausſtellung iſt die Kunſthalle am Rheintor einige Tage
geſchloſſen.
* Meiſterprüfungen für Handwerker in der
Provinz Starkenburg. Zur Erlangung der
Befug=
nis zum Anleiten von Lehrlingen im
Hand=
werk nach § 129 und 133 der Gewerbeordnung vom
30. Mai 1908 (Kleiner Befähigungsnachweis), ſowie zur
Erwerbung des Meiſtertitels wird nunmehr
wiederum eine Meiſterprüfung abgehalten. Behufs
Zu=
laſſung zu derſelben iſt an das Sekretariat der
Hand=
werkskammer zu Darmſtadt die Prüfungsgebühr mit
35 Mk. einzuzahlen. Mit der Quittung hierüber
ver=
ſendet die Kammer zugleich das vorgeſchriebene
An=
meldeformular, welches ausgefüllt mit ſämtlichen
ge=
forderten Anlagen (Nachweiſen) an den Vorſitzenden der
Meiſterprüfungskommiſſion für die Provinz Starken
burg, Herrn Ingenieur Markwort zu Darmſtadt,
Kaſino=
ſtraße 8, baldigſt einzureichen iſt.
S. Odenwaldklub. Am Samstag fand die er ſte
Mädchenwanderung des Odenwaldklubs ſtatt.
Als die Schar der Wanderinnen morgens in Bensheim
eintraf, wo die Wanderung beginnen ſollte, lagen Sonne
und Wolken noch im Kampf, jedoch eine halbe Stunde
ſpäter hatte die Sonne geſiegt und lachte mild und
freund=
lich auf den Trupp fröhlicher Mädchen, die mit Geſang
und Gitarreſpiel in den erwachenden Frühling
hinein=
wanderten. Durch Zell und Oberhambach gings der
Juhöhe zu. Ehe dieſelbe erreicht war, wurde auf einem
warmen, ſonnigen Platz bei dem Dorfe Sonderbach
Mittagsraſt von 1½ Stunden gehalten. Vorzüglich
mun=
dete das Mittageſſen aus der Fauſt, beſonders das echte
Bauernbrot mit guter, friſcher Butter, das man auf einem
Bauernhof erſtand. Der gütigen Bauersfrau, die die
Wanderer ſchon jetzt für den kommenden Mai zum
Kirſcheneſſen einlud, wurde ein Ständchen gebracht. So=
dann wurde friſch und fröhlich weitergezogen, meiſt auf
der Höhe bleibend und die ſchöne Ausſicht genießend
über die Juhöhe, den Waldnerturm und den Hirſchkopf
nach Weinheim. Es blieb noch Zeit, das freundliche
Städtchen anzuſehen, und dann ging es, von der
herr=
lichen Wanderung aufs höchſte befriedigt, zum Bahnhof,
um von dort nach Darmſtadt zurückzukehren. Fröhlich,
wie er war, endete der ſchöne Tag. „Friſch auf!” für die
nächſte Wanderung!
Die Sonnenfinſternis am 17. April. Wie ſchon
früher berichtet wurde (vergl. den Aufſatz in Nr. 77 des
Tagblatts vom 30. März), findet morgen, Mittwoch.
eine ringförmige Sonnenfinſternis ſtatt. Sie
beginnt in Darmſtadt um 11 Uhr 59 Min. und endet
um 2 Uhr 41 Min. Den Höhepunkt erreicht die
Verfin=
ſterung um 1 Uhr 20 Min., zu welcher Zeit nur noch ein
ſchmaler Ring der Sonnenſcheibe ſichtbar bleibt, ſo daß
anzunehmen iſt, daß das Sonnenlicht um dieſe Zeit
be=
deutend abnimmt. Es ſei ausdrücklich davor gewarnt, die
Sonnenſcheibe mit bloßem Auge zu beobachten, da
das Augenlicht dadurch gefährdet wird, wie Beiſpiele
be=
weiſen. Man bedient ſich zur Beobachtung des
himm=
liſchen Vorgangs am einfachſten eines dunkel gefärbten
Glaſes, oder gewöhnlichen Fenſterglaſes, das man über
einer rußenden Flamme geſchwärzt hat.
* Der Bayern=Verein verunſtaltete am Sonntag
im Konkordiaſaale ſeine Frühjahrs=Unterhaltung,
welche ſehr gut beſucht war. Das reichhaltige Programm
wurde in allen Teilen gut ausgeführt und hat ſich
be=
ſonders die Geſangsabteilung unter Leitung des
Mit=
gliedes Frank um das Gelingen ſehr verdient gemacht.
Sämtliche Mitwirkende gaben ihr beſtes, um die Feier
zu verſchönern. Ein fröhliches Tänzchen beſchloß die gut
verlaufene Feier.
* Verein Städtiſcher Beamten zu Darmſtadt.
Am Mittwoch, den 17. April, ſpricht im Gartenſaal des
Städtiſchen Saalbaues Herr Gerichtsſchreiberaſpirant
Schrauth über das Thema „Grundzüge der
Heſſiſchen Städteverfaſſung nach altem
und neuem Recht” Zu dem Vortrag ſind alle
ſtädtiſchen Beamten und alle in der Stadtverwaltung
tätigen Damen und Herren eingeladen. (Siehe Anz.)
* Verein der Hundefreunde von Darmſtadt und
Umgegend, e. V. Auf der Hundeausſtellung am
14. April in Heidelberg wurden die Hunde folgender
Mitglieder prämiiert: 1 erſten, zweiten und
Ehren=
preis für Dobermänner erhielt Herr Feldmann,
Crum=
ſtadt; 2 erſte und Ehrenpreis für Dobermänner Herr
Klippel, Griesheim; 2 erſte und Ehrenpreis für Deutſche
Boxer Herr Katzenbach, hier; 2 erſte und Ehrenpreis
für Deutſche Boxer Herr Karg, hier; 2 erſte und
Ehren=
preis für Bernhardiner Herr Oeſtreicher, hier; erſten
und vierten Preis für Rottweiler Herr Rieſterer, Truppen=
Uebungsplatz.
* Hotel „Heß‟ Es ſei an dieſer Stelle nochmals
darauf hingewieſen, daß heute Dienstag ein Opern=
Abend ſtattfindet. Herr Violinvirtuoſe A. Otto wird
mit ſeinem Künſtlerenſemble unter anderem „Der
Roſen=
kavalier” von Rich. Strauß, Siegfried und der
Wald=
vogel und Geſang der Rheintöchter aus „
Götter=
dämmerung” von Richard Wagner zu Gehör bringen.
(Siehe Anzeige.)
§ Unfall. Am Samstag vormittag ſpielte ein
16 Jahre alter Realſchüler in der Wohnung ſeines
13 Jahre alten Freundes R. mit einem Revolver,
in welchem eine ſcharfe Patrone ſteckte. Bei dieſer
Ge=
legenheit kam er mit einem Finger an den Abzugsbügel
und der Revolver entlud ſich. Die Kugel drang dem
13 Jahre alten R., welcher in unmittelbarer Nähe ſtand,
in die rechte Halsſeite. Der verletzte Junge iſt
als=
bald in das Städtiſche Krankenhaus verbracht worden.
J. Griesheim, 15. April. Mit Beginn des heutigen
neuen Schuljahres wurden 167 Kinder in die
Schule aufgenommen, während 115 zur Entlaſſung
ge=
kommen waren. Durch dieſe Mehraufnahme iſt die
Er=
richtung einer neuen, und zwar der 22., Klaſſe nötig
ge=
worden. — Geſtern wurde in der Nähe der Brauerei ein
Hauſierer tot aufgefunden. Es ſoll ſich um einen
Chr. Fritz aus Guntersblum handeln. Da derſelbe keine
Barmittel bei ſich trug, glaubt man, daß er im Walde
zu übernachten ſuchte und hierbei erfror.
Bensheim, 15. April. Unter dem Vorſitze des
Ge=
werberats Falk=Mainz fand hier eine Sitzung der
Vorſtände der Ortsgewerbevereine der
Innungen und Prüfungsausſchüſſe ſtatt, um Beſchlüſſe zu
faſſen, die bezwecken ſollen, das Prüfungsweſen
zu verbeſſern. Syndikus Engelbach=
Darm=
ſtadt erſtattete ein eingehendes Referat und betonte beſon=
Vorträge.
— Lichtbild ervorträge über Tirol. Wer
die großen Schönheiten unſerer Landſchaft kennt, der wird
ſelten Anlaß finden, das Ausland bloß der ſchönen
Ge=
genden wegen aufzuſuchen. Wen aber Reiſeluſt,
Bil=
dungsluſt oder geſundheitliche Gründe in die
Ferne treiben, der kann nichts beſſeres tun,
als ſeine Schritte nach Tirol zu wenden.
Von den Schönheiten dieſes unvergleichlichen
Berglandes berichtete ein belehrender und doch
humor=
voller Lichtbilder=Vortrag, den Oberpoſtaſſiſtent
Schreiber=Berlin im Dienſte des hieſigen
Orts=
vereins mittlerer Reichs=Poſt= und
Tele=
graphenbeamten in Vertretung des öſterreichiſchen
Fremdenverkehrsreferenten hielt. Der Vortragende führte
die Hörer durch die Felſenwelt der nördlichen Kalrderge,
durch das freundliche Inntal, durch die zentralen
Glet=
ſchergebirge mit ihren berühmten Spitzen und Hochtälern,
die Schönheiten des Zillertales, die Majeſtät des Ortlers
und der Oetztaler Alpen, die ſonnige Pracht des Südens.
Natürlich kam auch Tirols kerniges Volksleben nicht zu
kurz. Viel Humorvolles wußte der Vortragende über die
Art der wackeren Tiroler zu erzählen. Beſonders feſſelte
eine zuſammenfaſſende Darſtellung über die
Paſſions=
ſpiele in Erl, die in dieſem Jahre abgehalten werden.
Man erfährt dabei die kurioſe Tatſache, daß dieſes
Paſ=
ſionsſpiel und das Oberammergauer Bearbeitung eines
und desſelben uralten Originals ſind. In praktiſcher
Hinſicht verdient auch die vom Vortragenden behandelte
Tatſache Beachtung, daß man auf einer Tirolerreiſe die
Freuden der Landſchaft behaglicher genießen kann, als in
vielen anderen ſchönen Ländern. Nicht überall, wo es
herrliche Berge und lachende Täler gibt. findet man die
echt deutſche Gemütlichkeit der Tiroler Wirtshäuſer, nicht
überall die nahrhafte und doch wohlſchmeckende Koſt,
we=
gen der das Land mit Recht berühmt iſt. Senden doch
viele Aerzte die Patienten nach Tirol, damit ſie in der
köſtlichen Bergnatur und mit Hilfe der dieſer Natur
an=
gepaßten ausgezeichneten Koſt, wie ſie in den durchwegs
muſterhaft geführten Tiroler Hotels geboten wird,
Er=
holung finden An praktiſchen Beiſpielen — das war das
Neue dieſer Vortragsart — tat der Vortragende dar,
wie man in ganz Tirol — von wenigen Luxusorten und
Luxushotels abgeſehen — um 5 Mark täglich eine
aus=
gezeichnete Penſion erhält und wie ſich bei geſchickter
Ein=
teilung eine Tiroler Reiſe beinahe billiger ſtellt, als eine
in näher gelegene Gegenden. Reicher Beifall lohnte den
Vortragenden.
Fenilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. v. Reinach=Preis
für Geologie. Ein Preis von 500 Marr ſoll der
beſten Arbeit zuerkannt werden, die einen Teil der
Geo=
logie des Gebietes zwiſchen Aſchaffenburg, Heppenheim,
Alzey, Kreuznach, Koblenz, Ems, Gießen und Büdingen
behandelt; nur wenn es der Zuſammenhang erfordert,
dürfen andere Landesteile in die Arbeit einbezogen
wer=
den. Die Arbeiten, deren Ergebniſſe noch nicht
ander=
weitig veröffentlicht ſein dürfan, ſind bis zum 1. Oktober
1913 in verſiegeltem Umſchlage, mit Motto verſehen, an
die Direktion der Senckenbergiſchen Naturforſchenden
Geſellſchaft einzureichen. Der Name des Verfaſſers iſt
in einem mit gleichem Motto verſehenen zweiten
Um=
ſchlage beizufügen. Ueber die Zuerteilung des Preiſes
entſcheidet bis ſpäteſtens Ende Februar 1914 die
Di=
rektion.
Emanuel Geibels Jugendgeliebte
Am 10. April verſchied in Kaſſel im hohen Alter von 83
Jahren Gräfin Henriette v. Holnſtein, die Gattin des kgl.
bayeriſchen Kammerherrn und Majors a. M. Ludwig
Grafen v. Holnſtein aus Bayern. Sie war die Tochter
des 1790 geborenen Kammerherrn Karl v. d. Malsburg,
der dem heſſiſchen Uradel angehörte. Auf ſeinem Edelſitz
Eſcheberg bei Kaſſel eröffnete er in den dreißiger und
vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein
gaſt=
freies Aſyl für deutſche Dichter und Künſtler. Auch
Ema=
nuel=Geibel hat von 1841 bis 1842 in Eſcheberg als Gaſt
des Frhrn. v. d. Malsburg geweilt und dort eine tiefe
Neigung zu der damals 14jährigen Tochter Henriette v. d.
Malsburg gefaßt die ihn zu den ſchönſten ſeiner Lieder
begeiſterte. Zehn Jahre ſpäter vermählte ſich Henriette
mit dem Grafen Ludwig v. Holnſtein aus Bayern, dem
ſie nach München folgte. Geibel blieb bis an ſein Ende
in herzlichem Briefwechſel mit Henriette, die den 64
jähri=
gen 1879 noch in Lübeck beſuchte.
Spielplan der Frankfurter Theater.
1. Opernhaus. Dienstag, 16. April: „Dunja”
hier=
auf: „Flotte Burſche‟” — Mittwoch, 17.: Geſchloſſen.—
Donnerstag, 18.: „La Bohème” — Freitag, 19.: „
Tann=
häuſer” — Samstag, 20.: „Der Troubadour”. —
Sonn=
tag, 21.: „Das Rheingold”. — Montag, 22.: Geſchloſſen.
— Dienstag, 23.: „Die Hugenotten. — 2.
Schauſpiel=
haus. Dienstag, 16.: „Doktor Klaus”. — Mittwoch,
17.: „Cyrano von Bergerac”. — Donnerstag, 18.: „Don
Carlos”. — Freitag, 19.: „Die Geſchwiſter” hierauf:
„Der dunkle Punkt” — Samstag, 20. Zum erſten Male:
„Das ſtarke Geſchlecht” Komödie in 3 Aufzügen von
John Valentine. — Sonntag, 21., nachmittags 3,30 Uhr:
„Madame Sans Gene” abends 7 Uhr: „Das ſtarke
Ge=
ſchlecht” — Montag, 22.: „Cyrano von Bergerac”.
Dienstag, 23.: 1. Gaſtſpiel von Albert Baſſermann vom
Deutſchen Theater in Berlin: „Die Stützen der
Geſell=
ſchaft” — 3. Neues Theater. Dienstag, 16.: „Hans
Sonnenſtößers Höllenfahrt”. — Mittwoch, 17.: „Das
kleine Café‟. — Donnerstag, 18.: „Das kleine Café”.
Freitag, 19.: „Die fünf Frankfurter”. — Samstag, 20.:
Zum 1. Male: „Mamzells Nitouche‟ — Sonntag, 21.,
nachmittags 3,30 Uhr: Arbeiterbildungsausſchuß: Die
Ehre” abends 8 Uhr: „Mamzelle Nitouche‟. —
Mon=
tag, 22.: „Meyers”. — Dienstag, 23.: „Das kleine Café”.
Spielplan des Großh. Hoff= und
Natio=
naltheaters Mannheim. Dienstag, 16.: „
Gu=
drun” — Mittwoch, 17.: „Pentheſilea” „Der zerbrochene
Krug‟. — Donnerstag, 18.: „Tiefland‟ — Freitag. 19.:
„Der Poſtillon von Lonjumeau” — Samstag, 20.: „Die
fünf Frankfurter” — Sonntag, 21.: „Die Hugenotten”.
Montag, 22.: „Frühlingsluft”.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Nummer 89.
ders auch die Bewertung der theoreiſchen Priſtung der
angehenden Geſellen und Meiſter. Die Verhandlungen
hatten einen anregenden Verlauf, was beſonders die
leb=
haften Debatten bekundeten.
Offenbach, 13. April. Die hieſigen Spengler und
In=
ſtallateure veranſtalteten geſtern eine
Proteſtverſamm=
lung gegen den Beitritt der Stadt zur Berliner
Gasver=
wertungszentrale. — In einer gemeinſamen Sitzung des
mit der Theaterfrage betrauten Sonderausſchuſſes der
Stadtverordnetenverſammlung und des Theaterausſchuſſes
iſt nun bezüglich der Ueberlaſſung des Bauplatzes eine
Eini=
gung erzielt worden. Das neue Theater ſieht nach dem
Ent=
wurf 1100 Sitzplätze vor und enthält neben den
Theater=
räumen einen größeren Konzert= und Vortragsſaal, ſowie
entſprechende Reſtaurationsräume.
Mainz, 15. April. Der frühere Beigeordnete Franz
Joſeph Becker in Gonſenheim hatte während der
Er=
krankung des Bürgermeiſters dieſen vom 1. Dezember 1910
bis 15. März 1911 in ſeinen Amtsgeſchäften
vertreten und verlangte vom Gemeinderat für
die geleiſtete Arbeit eine Vergütung, und zwar die
Hälfte des Betrages, den der Bürgermeiſter bezieht, etwa
300 Mark. Nach der alten Landgemeindeordnung ſoll
der Beigeordnete für die Zeit der Vertretung des
Bür=
germeiſters keinerlei Vergütung erhalten, trotzdem konnte
der Gemeinderat eine ſſolche bewilligen und das
Kreis=
amt beſtätigte in ſolchen Fällen ſtillſchweigend dahin
gehende Beſchlüſſe. Der Gemeinderat von Gonſenheim
lehnte aber aus prinzipiellen Gründen
und mit Rückſicht auf die Beſtimmungen der alten
Land=
gemeindeordnung, wonach die Tätigkeit des
Beigeord=
neten auch bei der Stellvertretung als Ehrenamt aufgefaßt
wurde, den Antrag des Becker ab. Becker hat
dagegen Beſchwerde erhoben. Der Vorſitzende des
Kreisausſchuſſes wies in der Verhandlung am Samstag
darauf hin, daß nach derneuen
Landgemeinde=
ordnung in derartigen Fällen dem Beigeordneten eine
Vergütung zuſtehe. Der Gemeinderat hätte aus
Billig=
keitsgründen dem Beigeordneten für ſeine vielen
zeit=
raubenden Arbeiten eine Vergütung bewilligen dürfen
und ſich nicht auf den prinzipiellen Standpunkt zu ſtellen
brauchen. Nach dem alten Geſetz dürfe allerdings eine
Vergütung ausgeſchloſſen ſein, aber Ausnahmen ſeien
ſchon von Gemeinderäten gemacht worden. Der
Vor=
ſitzende wies dabei auf die frühere Gemeinde Kaſtel hin
wo das auch geſchehen ſei. Nach längerer Beratung wies
der Kreisausſchuß die Beſchwerde als unzulaſſig
und unbegründet mit Rückſicht auf die alte
Landgemeinde=
ordnung ab.
Mainz=Kaſtel, 15. April. Durch Kratzen mit dem
Fingernagel an der Wange zog ſich eine hieſige
Frau eine Blutvergiftung zu, der ſie binnen drei
Tagen erlag.
Gonſenheim, 15. April. Heute nacht um halb 2 Uhr
ſtieß auf der Straße von Finthen nach Gonſenheim das
Automobil eines Mainzer Fabrikanten mit dem
Break des Beigeordneten Bender von Bretzenheim
zu=
ſammen. Der Inſaſſe des Kraftwagens brach
beide Beine, die Frau des Beigeordneten drei
Rippen. Der Beigeordnete ſelbſt und der Chauffeur
kamen mit leichten Verletzungen davon.
Worms, 14. April. Die in den letzten Tagen
herr=
ſchende große Kälte hat in unſerer weiteſten Umgebung
die ganze Kirſchen= und Birnenblüte
vernich=
tet. Alle dieſe Fruchtbäume ſehen ganz braun aus, und
es iſt ein troſtloſer Anblick, ganz weite Strecken erfroren
zu ſehen. Noch trauriger klingen die Nachrichten aus der
Kirſchengegend Freinsheim in der Pfalz. Auch dort
iſt das Frühobſt vollſtändig zerſtört, ſodaß ein noch nicht
zu überſehender Schaden zu verzeichnen iſt. Es wird
befürchtet ,daß der Froſt auch den Weinreben
Scha=
den zugefügt hat.
* Gießen, 15. April. Als der Chauffeur eines
hieſi=
gen Fabrikanten auf der abſchüſſigen Straße zwiſchen
Meiches und Köddingen mit ſeinem Automobil einem
Fuhrwerk ausweichen wollte, verſagte die
Steue=
rung. Der Wagen rannte gegen einen Baum,
wo=
durch die Inſaſſen herausgeſchleudert wurden. Ein Sohn
des Beſitzers und der Chauffeur wurden ſchwer
ver=
letzt, während die anderen mit dem Schrecken
davon=
kamen.
— Friedberg, 14. April. Die Beilage zum
Jahres=
bericht der Großh. Auguſtinerſchule enthält eine
Abitu=
rientenliſte der Auguſtinerſchule zu
Fried=
berg 1851—1902. Die früheren Auguſtinerſchüler und
insbeſondere alle Freunde der Familiengeſchichtsforſchung
werden dieſe ebenſo mühſelige wie dankenswerte
Ver=
öffentlichung der Friedberger Auguſtinerſchulmatrikel
freu=
dig begrüßen. In 791 Nummern ſind darin Beruf,
Wohn=
ort und Tod der Abiturienten von 1851—1902
zuſammen=
geſtellt. Die Geſchichte der Friedberger (Latein= oder)
Auguſtinerſchule reicht ja freilich bis 1543 zurück. Allein
die Anſtalt wurde 1839 mit der Muſterſchule vereinigt und
erſt am 17. Oktober 1850 wieder abgetrennt und als
Real=
ſchule in dem 1696/97 errichteten Auguſtinerſchulgebäude
in der Auguſtinergaſſe untergebracht. 1884 erhielt die
Schule die Bezeichnung Progymnaſium und iſt ſeit 1898
Gymnaſium. Der jetzige Prachtbau in der Leonhardſtraße
wurde am 8. Auguſt 1901 bezogen. Viele ehemalige
Auguſtinerſchulabiturienten werden aus dem hübſch
aus=
geſtatteten, empfehlenswerten Büchlein zum erſtenmal hören,
was inzwiſchen aus ihren Schulfreunden und Mitſchülern
geworden iſt. Dank der freundlichen Mitarbeit vieler
Freunde der Anſtalt gelang es der Direktion, in obiger
Schrift ſogar über das Schickſal der Auguſtinerſchüler
Auskunft zu geben, die ſich in Belgien, England, Frankreich,
Italien, Oeſterreich, Rußland, Schweiz, Türkei und
Un=
garn niedergelaſſen, oder nach Afrika, Amerika, Auſtralien,
Niederländiſch=Indien und Oſtaſien gewandt haben. Die
Matrikelveröffentlichungen werden fortgeſetzt. In den
künf=
tigen Oſterberichten der Anſtalt ſollen die Lebensdaten
immer der Abiturienten Aufnahme finden, die vor 10
Jah=
ren die Anſtalt verlaſſen haben. Die Liſte iſt zum Preiſe
von 30 Pfg. zu beziehen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. April. Die Berliner
Handelskammer beging heute ihr 10jähriges Beſtehen
durch ein Feſtmahl im Märmor=Saal des Zoologiſchen
Gartens, zu dem etwa 700 Geladene erſchkenen waren.
Der heutige letzte Tag der Allgemeinen
Luftfahr=
zeug=Ausſtellung brachte den ſtärkſten Beſuch. Um
8 Uhr nachmittags wurde die Ausſtellung offiziell
geſchloſ=
ſen. — Nach zweitägigen Beratungen wurde heute ein
Reichsverband deutſcher Schneiderinnen
ins Leben gerufen. Das Hauptziel des neuen
Reichsver=
bandes beſteht darin, alle Wege zur freien Entwickelung
des Schneiderinnen=Gewerbes zu ebnen und volle
Gleich=
berechtigung mit den männlichen Berufsgenoſſen
herbeizu=
führen. — Eine längere Verkehrsſtörung im
geſamten Hochbahnbetriebe trat geſtern abend
in zehnter Stunde infolge eines Defektes in der
Kraft=
anlage der Bahn ein. Die Störung währte von 9¼ bis
10¼ Uhr. Ein im Kraftwerke der Geſellſchaft eingetretener
Defekt hatte zu einer vollſtändigen Unterbrechung der
Stromzufuhr geführt, ſo daß plötzlich auf allen Strecken die
Betriebsader unterbrochen war. Das Publikum blieb im
allgemeinen ruhig, wenn auch die Störung recht unliebſam
empfunden wurde. Faſt alle Wagen waren gut beſetzt, uns
bei dem ſpärlichen Kerzenlicht war es mit größten
Schwie=
rigkeiten verbunden, das Publikum ohne Unfall aus den
Zügen zu geleiten. Unter ſtrömendem Regen mußten die
Fahrgäſte den Weg bis zu den nächſten Stationen
zurück=
legen.
Frankſurt, 15. April. Der 25 Jahre alte Arbeiter
Ludwig Schwab und der 26 Jahre alte Taglöhner
Friedrich Crämer, die heute Nacht in einer Wirtſchaft
der Altſtadt zechten, wollten nach Mitternacht das Lokal
ohne Bezahlung der Zeche verlaſſen. Vom Wirte
zurück=
gerufen, begannen ſie einen Streit, in deren Verlauf ſich
Schwab gegen ſeinen Kameraden wandte und ihn
nie=
derſchoß. Crämer wurde von der Kugel mitten ins
Herz getroffen und ſank ſofort tot zu Boden. Schwab ſelbſt
wurde von den übrigen Gäſten ſo ſchwer mißhandelt, daß
er bewußtlos ins Spital gebracht werden mußte.
München, 15. April. Der neu ernannte ruſſiſche
Ge=
ſandte in München, Baron von Corff, iſt geſtern
nach=
mittag nach ſeiner Ankunft am Hauptbahnhofe von einem
tödlichen Schlaganfall betroffen worden. Die Witwe
des Verſtorbenen befindet ſich noch in Rom, wo von Corff
früher akkreditiert war. Die Leiche des Staatsmannes
wird nach Petersburg übergeführt werden.
München, 15. April. Ein mit ſieben Perſonen beſetztes
Automobil rannte beim Ausweichen vor einem hin=
und herfahrenden Radfahrer am Ende des
Forſtenrieder=
parkes an einen Baum. Das Automobil überſchlug ſich.
Der Chauffeur wurde durch Rippenbrüche tödlich
ver=
letzt. Die anderen Inſaſſen trugen bis auf einen leichtere
Verletzungen davon.
Stuttgart, 15. April. Die Beiſetzung der
Her=
zogin Wera von Württemberg Großfürſtin von
Rußland, erfolgte heute mittag. Eine zahlreiche
Menſchen=
menge hielt den Schloßplatz, auf dem Militär Spalier
bil=
dete, umſäumt. Nachdem im Laufe des Vormittags noch
Prinz. Max von Baden, der Fürſt von Hohenzollern und
Prinz Adalbert von Preußen hier eingetroffen waren,
ver=
ſammelten ſich um 11 Uhr im großen Marmorſaal des
Re=
ſidenzſchloſſes die Mitglieder der Königlichen Familie, die
fremden Fürſtlichkeiten, die Spezialgeſandten, die
Standes=
herren, das diplomatiſche Korps, die Staatsminiſter, die
Generalität uſw. Oberhofprediger Prälat D. Kolb
ſprach ein Gebet, worauf der Sarg von Offizieren des
Uanenuregimens König Karl Nr. 19, unter Vorantrit der
Geiſtlichkeit zu dem ſechsſpännigen Leichenwagen getragen
wurde. Als der Zug ſich in Bewegung ſetzte, begannen
alle Kirchenglocken zu läuten. Den Leichenkondukt eröffnete
eine halbe Schwadron des Dragoner=Regiments König Nr.
26 mit der Regimentsmuſik. Zu Seiten des Leichenwagens
ſchritten Offiziere der 19er Ulanen, hinter dem Sarge folgte
die Hofgeiſtlichkeit, ſodann der König und die übrigen
Fürſtlichkeiten. Nachdem der Sarg in die Schloßkirche
ge=
tragen worden war, hielt Oberhofprediger D. Kolb die=
Trauerrede, worauf der Sarg in die Gruft verſenkt wurde.
Trier, 15. April. Der Froſt der letzten Nacht, der
bis zu 6½ Grad erreichte, hat in den Weinbergen
ſehr=
großen Schaden angerichtet Der in den Lagen der
Saar=
verurſachte Schaden wird auf ¼ bis ½ der Ernte geſchätzt,
Sgarburg (Lothringen) 15. April. In Arzweiler
ſtürzte in der vergangenen Nacht der Wagen des Hotel= Bour aus Saarburg in den Kanal. Der
Kut=
ſcher und zwei Inſaſſen ertranken, zwei andere Inſaſſen
konnten gerettet werden. Wer die Ertrunkenen ſind, iſt
bis=
her noch nicht feſtgeſtellt, nur ſoviel iſt bekannt, daß es
An=
geſtellte Saarburger Firmen waren.
Paris, 15. April. Aus Reims wird gemeldet,
daß=
der Froſt in den Weinbergen der Champagne und
an den Obſtbäumen großen Schaden verurſacht habe. In
der vergangenen Nacht zeigte das Thermometer 7
Grad=
unter Null. Die Winzer zünden nachts in den Weinbergen
große Feuer an, um die Weinberge gegen Froſt zu ſchützen.
Naw=York, 14. April. Der 74jährige Millionär und
Philantrop George Mac Marſch aus Lynn in
Maſſachuſ=
ſets wurde auf einer einſamen Landſtraße bei dieſer Stadt
erſchoſſſen aufgefunden. Der Mord ſoll in
einem Automobil ausgeführt worden ſein, von einer
Frau, die der Erſchoſſene vor vielen Jahren kannte.
New=York, 15. April. Ueber einen Ueberfall in
einem Reſtaurant in Eaſt Eity wird folgendes
be=
richtet: Etwa 40 Gäſte des Lokals wurden von den vier
be=
waffneten Banditen vollſtändig ausgeraubt. Die Räuber
hatten ſich ebenfalls in dem Reſtaurant als Gäſte
nieder=
gelaſſen und warteten auf einen günſtigen Moment, um die
Anweſenden zu berauben. Einer der Räuber ſprang
plötz=
lich auf, zog einen Revolver und zwang den neben ihm.
Sitzenden, ihm ſeine Barſchaft und Wertſachen
auszu=
folgen. Seine drei Komplizen zogen gleichfalls ihre
Re=
volver und hielten ſämtliche Gäſte im Schach, während der
Eine ſie der Reihe nach ausplünderte. Dann verließen die
Räuber das Lokal, ſprangen in ein Automobil und
ent=
kamen. Die Frau des Reſtaurateurs, die eiligſt nach dem
nächſten Polizei=Bureau gelaufen war, holte von dort Hilfe.
Als die Poliziſten ankamen, waren die Banditen aber
be=
reits verſchwunden.
Waſhington, 14. April. Heute drang ein Mann mit
einem Meſſer bewaffnet in das Weiße Haus ein und
verſuchte, zum Präſidenten Taft zu gelangen. Er
wurde feſtgehalten und gab an, Michael Winter zu heißen
und deutſcher Untertan zu ſein. Er behauptete, daß der
deutſche Botſchafter Graf Bernſtorff ihm ſeine
Einführ=
ung zum Präſidenten Taft verweigert hätte. Trotz
hefti=
gen Widerſtandes wurde Winter verhaftet. Der deutſche
Botſchafter Graf v. Bernſtorff erklärte, von Mich.
Winter=
nie etwas gehört oder geſehen zu haben. Der Attentäter
wurde in eine Irrenanſtalt zur Beobachtung untergebracht.
In ſeinen Kleidern fand man ein großes Jagdmeſſer.
Kongreſſe und Verbandstage.
Heſſiſcher Landes=Lehrerinnen=Verein.
* Samstag vormittag 9 Uhr begann die zweite
Jahresverſammlung des Heſſiſchen Landes=
Lehrerinnenvereins in Mainz. Frl. Schweisgut=
Darmſtadt, 1. Vorſitzende des Allg. Lehrerinnenvereins,
eröffnete die Verſammlung. Sie ſtellte mit Befriedigung
das erfreuliche Wachſen des jungen Vereins feſt.
Schmerz=
lich berühren muß aber der ſichtbare Rückgang der
An=
ſtellung von Lehrerinnen in Heſſen, ſowohl in höheren
als in Volksſchulen. Freudig wurde hingegen der
Regie=
rungsbeſchluß begrüßt, daß in den Städten die
obligato=
riſchen Mädchenfortbildungsſchulen und auf dem Lande:
Wanderſchulen eingeführt werden ſollen, wohlverſtanden,
ſobald die Mittel dazu aufgebracht werden können. Aus
dem von Fräulein Haag vorgeleſenen
Rechenſchaftsbe=
richt geht hervor, daß der kaum zweijährige Verein ſchon
546 Mitglieder zählt; darunter 100 techniſche und 36
Muſiklehrerinnen. Es wurde ſodann über die Satzungen
und über die Gründung einer Krankenkaſſe beraten,
Frl. Diehl=Darmſtadt forderte eine zeitgemäße
Aus=
bildung für techniſche Lehrerinnen. Das Seminar ſolle
ſich in drei gleichberechtigte Fächer: Handarbeit, Zeichnen
und Hauswirtſchaft gliedern. Dabei komme die
Allge=
meinbildung durch Pädagogik, Bürgerkunde uſw. nicht zu
kurz. Aufnahmebedingung ſei das Reifezeugnis einer
Höheren Mädchenſchule. Die vollſtändige Ausbildungs=
C) Auf der Jagd nach der Sonnenfinſternis. Eine
otale Sonnenfinſternis in unſeren Breiten iſt eine
ſel=
ene Erſcheinung, ein großes aſtronomiſches Ereignis
it erwartungsvoller Spannung, in die ſich auch düſtere
efürchtungen einmengen mögen, blicken die
Himmels=
orſcher der kommenden Sonnenfinſternis entgegen.
Wie=
tel Enttäuſchungen hat die Aſtronomie bei
Sonnenfin=
terniſſen ſchon erleiden müſſen, wie viele Expeditionen
ogen mit großen Koſten in ferne, abgelegene Flecken
nſerer Erde, um dort die ſeltene und für unſere Kunde
on der Sonne ſo aufſchlußreiche Erſcheinung zu
beob=
chten. Und nicht immer ſind dieſe Mühen und Opfer von
Erfolg gekrönt, eine kleine Laune des Wettergottes, ja
ne einzige Wolke genügt, um die Anſtrengungen und
zorbereitungen vieler Monate mit einem Schlage
frucht=
os zu machen. In der Nature gibt G. Renaudot eine
eſſelnde Schilderung der großen Expedition, die im
ver=
angenen Jahre von dem engliſchen Aſtronomen W. J. S.
2ockyer unternommen wurde, um auf einem kleinen
koralleneiland des Indiſchen Ozeans die
Sonnenfinſter=
is vom 28. April zu beobachten.
Anfang Februar brach die Expedition auf: ihr Ziel
var die Koralleninſel Vavau, die zu dem Archipel der
eundſchafts=Inſeln gehört. Das war die Stätte, auf
er das Obſervatorinm errichtet werden ſollte. Nach
lan=
r Reiſe erreichte der Dampfer Encounter, der der
Ex=
edition zur Verfügung geſtellt war, das
weltabgeſchie=
ene Inſelchen und nun begann eine Kette von Leiden,
tühſal und Schwierigkeiten, die nur im Bewußtſein des
viſſenſchaftlichen Wertes einer exakten Beobachtung
er=
ldet und ertragen werden konnte. Als die engliſchen
lſtronomen landeten, wurden ſie buchſtäblich von einer
ichten ſchwarzen Wolke von Stechmücken empfangen; die
äſtigen Inſekten, deren Stiche oft ſchmerzhafte Folgen
atten, waren anſcheinend die einzigen und
unbeſtritte=
ten Herrſcher der Inſel. Zum Ueberfluß brach noch eine
eidemie von Maſern aus; die Forſcher mußten es daher
vermeiden, die kleine Anſiedelung auf der Inſel zu
be=
treten, um ſich nicht der Anſteckungsgefahr auszuſetzen.
Nach vieler Mühe gelang es, einen für die Aufrichtung
des Obſervatoriums geeigneten Platz ausfindig zu
ma=
chen und am 4. April endlich, 24 Tage vor Beginn der
Sonnenfinſternis, konnte an die Errichtung der kleinen
aſtronomiſchen Kolonie gegangen werden. Man mußte
Bäume fällen, die Hügelkuppe freimachen, den Boden
nivellieren und alles das in ſchwüler, laſtender
Tropen=
hitze, bei einer Temperatur von 30 Grad im Schatten.
Die Landung der umfangreichen Inſtrumente drohte an
Schwierigkeiten zu ſcheitern, Flut und Ebbe verzögerten
die Arbeiten, man mußte ſchließlich einen beſonderen
Landungsſteg bauen, um die Gerätſchaften und das
Ge=
päck ans Land zu ſchaffen. Durch Schlingpflanzen
wur=
den die mächtigen Kiſten und Kaſten dann mühſam zum
Hügel heraufgeſchleppt. Acht Zelte waren errichtet, in
denen die Wohnungen und Laboratorien untergebracht
waren, aber dieſe Unterkunftsſtätten wurden ſofort von
den Stechmücken und von ungewöhnlich großen Spinnen
erobert. Vom 10. April ab begann dann der Himmel
ſeine Schleuſen zu öffnen, es regnete Tag und Nacht ohne
Unterlaß. Endlich kam der große Tag heran. Der
Mor=
gen war beunruhigend: große Kumuluswolken ſchwebten
in geringer Höhe, aber durch die Wolkenlücken war die
Sonne zu erkennen. Um 7 Uhr herrſchte überall
fieber=
hafte Tätigkeit, jeder nahm ſeinen Poſten ein und
berei=
tete ſich auf den großen Augenblick vor. Aber ach, die
Entbehrungen und Mühen all der Wochen ſollten
ver=
gebens bleiben. Während ſich der Mond der
Sonnen=
ſcheibe näherte, kühlte ſich die Atmoſphäre ab, die infolge
der letzten Regentage reichen Waſſerdämpfe kondenſierten
ſich und wenige Sekunden vor dem Augenblick der totalen
Sonnenfinſternis ſchob ſich eine mächtige Kumuluswolke
vor, die Sonne und verdeckte den Himmel: nur mit Mühe
gelang es in einem glücklichen Augenblick,, durch eine
dichte Schicht von Cirruswolken die Umriſſe der Sonnen=
ſcheibe undeutlich zu erkennen. Der Chronometer der
Expedition konnte dann konſtatieren, daß die
Sonnen=
finſternis 12 Sekunden früher begann und 20 Sekunden
eher endete, als man ausgerechnet hatte. Am 4. Mai
verließen die enttäuſchten Forſcher die ungaſtliche Inſel.
Aber die Aſtronomen konnten ſich tröſten, daß es vielen
ihrer Kollegen nicht beſſer ergangen war.
Bei der Sonnenfinſternis vom 30. Auguſt 1905, deren
Mittellinie durch Spanien ging, hatten ſich die
Aſtrono=
men aller Nationen in Burgos verſammelt. Auch ſiel
wurden die Opfer einer meteorologiſchen Laune, ihre
Beobachtungen wurden durch Wolken außerordentlich
er=
ſchwert und zum Teil gehindert, während Renaudot, der
ſüdlich von Saragoſſa ſein Quartier aufgeſchlagen hatte,
das Glück hatte, bei klarſter Atmoſphäre die einzigartige
Erſcheinung unter den günſtigſten Umſtänden verfolgen
zu können.
sh. Schwäbiſche Gemütlichkeit. Aus dem biederen
Schwabenlande werden aus der guten alten Zeit
ver=
ſchiedene ganz hübſche Angkdoten erzählt, die, wennſie
auch nicht wahr, ſo doch gut erfunden ſind. Daß, aber
die Schwabenſtreiche noch nicht alle ſind. beweiſt
folgen=
des verbürgte Vorkommnis: In ſpäter Vormittagsſtunde
des Oſtermittwochs wollte eine Familie, die über die=
Oſterfeiertage in Stuttgart bei Bekannten zu Beſuch
weilte, eine zweiſpännige Droſchke nach dem Bahnhof
haben. Das Familienoberhaupt erkundigte ſich daher bei
einem ihm begegnenden Polizeiwachtmeiſter, wo er ſich
hinzuwenden habe. Der ſchwäbiſche
Polizeiwacht=
meiſter ſagte aber dem Fremden in ſchwäbiſcher
Gemütsruhe: „Herr, do iſch nir zmache. heunt ſent alle
Droſchken bei der Viſitation!” So geſchehen in der
ſchwäbiſchen Haupt= und Reſidenzſtadt, in der jetzt gerade
eine Fremdenverkehrsausſtellung ihre Pforten
geöff=
net hat.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 5.
zeit betrage drei Jahre für zwei Hauptfächer. Staatliche
Turnkurſe ſeien ans Seminar anzugliedern. Als erſte
Vorſitzende wurde Frl. Schweisgut=Darmſtadt, als zweite
Vorſitzende Frl Walther=Mainz und als Rechnerin Frl.
Germann=Worms gewählt, als Schriftführerinnen Frl
Reuling und Frl Weber.
Nachmittags um 5 Uhr fand in der Aula der Höheren
Mädchenſchule einé, gut beſuchte öffentliche
Ver=
ſammlung ſtatt, an der u. a. Provinzialdirektor Dr.
Breidert, Kreisſchulinſpektor Bach, ein Vertreter des
Vereins der männlichen Kollegen und mehrere Damen
der hieſigen Frauenvereine teilnahmen. Die Schülerinnen
der Seminarklaſſen der Höheren Mädchenſchule eröffneten
den Abend durch einen prächtigen Geſangsvortrag. Als
die jungen Stimmen verklungen, ergriff Fräulein Marie
Müller das Wort zu ihrem Vortrag über: „Die
Auf=
gabe der Lehrerin bei der Fürſorge für die
weibliche Jugend‟ Der Staat ſorge leider vor
wiegend nur für die männliche Jugend, aber Jugend
heiße Knaben und Mädchen. Die körperliche und geiſtige
Erziehung der zukünftigen Mutter ſei mindeſtens ebenſo
wichtig, wie die der zukünftigen Soldaten und Wähler;
darum ſei die Mitwirkung der Lehrerin bei der
Jugend=
pflege der Mädchen eine Notwendigkeit. Schon der
Unter=
richt in den erſten Schuljahren müſſe im Dienſte der
ſitt=
lichen und ſozialen Erziehung ſtehen. Die
Schundlitera=
tur müſſe durch Einrichtung von Schulbüchereien und
Kinderleſehallen bekämpft werden. Auf die Gefahren
des Alkohols ſei ernſt und nachdrücklich aufmerkſam zu
machen. Auch die körperliche Entwickelung dürfe die
Schule nicht vernachläſſigen. Wo auch die Mutter
ge=
zwungen ſei, außerhalb des Hauſes zu arbeiten, ſei die
Bedeutung der Kinderhorte ſehr groß. Die Verbindung
zwiſchen Schule und Elternhaus ſei nie zu
vernachläſſi=
gen; Eltern= oder Mütterabende dienten der
Verſtändig=
ung zwiſchen Lehrern und Eltern. Nicht zu vergeſſen
die Jugendwanderungen und Turnfahrten. Aber auch
nach der Schulentlaſſung nähme die Fürſorgepflicht der
Lehrerin kein Ende. Bei der Berufswahl habe ſie ihren
einſtigen Schülerinnen und deren Eltern mit gutem Rat
zur Seite zu ſtehen. Auch die Pflichtfortbildungsſchule,
die überall zu erſtreben ſei, könne der Mitwirkung der
Lehrerin nicht entraten. Und zuguterletzt könne die
Leh=
rerin ihre einſtigen Zöglinge in Jugendvereinen um ſich
ſammeln und noch in ſpätern Jahren bildend und fördernd
auf ſie einwirken. Am Ende ihres Vortrages empfahl
die Rednerin angelegentlichſt den Anſchluß der
Lehrerin=
nenvereine an die Städtiſche Hauptſtelle für
Jugendfür=
ſſorge. Die Arbeit ſei groß; hoffentlich kämen der
Helfe=
rinnen nicht zu wenig!
Im Anſchluſſe an den anregenden, mit lebhaftem
Bei=
fall aufgenommenen Vortrag fand eine recht eifrige
Aus=
ſprache ſtatt, in der beſonders die Frage der
Jugendlek=
türe eingehend beſprochen wurde. Zum Schluß faßte die
Vorſitzende die Ergebniſſe der arbeitsreichen Tagung noch
einmal zuſammen. Nun ſoll rührig weiter gearbeitet
werden und die Ergebniſſe dieſes Schaffens nächſtes Jahr
in Worms ausgetauſcht werden.
Die Oſtertagung desEvangeliſchen Bundes
* Unter zahlreicher Beteiligung fand am 10. und
11. April in Eiſenach am Fuß der Wartburg die
diesjäh=
rige Oſtertagung des Geſamtvorſtandes de
Evangeliſchen Bundes zur Wahrung der deutſch
proteſtantiſchen Intereſſen ſtatt. Als Vertreter des
Heſſi=
ſchen Hauptvereins nahmen daran Pfarrer Berck=
Mom=
bach, Kapitänleutnant a. D. Grill=Bensheim, Pfarrer
Loos=Groß=Umſtadt und Pfarrer D. Waitz=Darmſtadt
teil. Der Tätigkeitsbericht des
Zentralvorſtan=
des, den der geſchäftsführende Vorſitzende Direktor Lie
Everling erſtattete, gab einen Ueberblick über die auf den
zahlreichen Arbeitsfeldern des Bundes geleiſtete Arbeit,
die allon kurzſichtigen Hemmungen und Angriffen zum
Trotz nicht erfolglos geblieben iſt. Folgende Kundgebung
fand eeinſtimmige Annahme:
„Der Geſamtvorſtand des Ev. Bundes zur Wahrung
der deutſch=proteſtantiſchen Intereſſen legt entſchiedene
Verwahrung ein gegen den Jeſuitenerlaß des
Miniſteri=
ums Hertling, der auf einen verfaſſungsmäßig
unzuläſſi=
gen Wege das Reichsgeſetz über die Niederlaſſung der
Jeſuiten unwirkſam macht. Er ſieht darin einen neuen
Beweis für die Rückſichtsloſigkeit, mit der zurzeit
ver=
ſucht wird, ultramontane Forderungen durchzuſetzen, ſelbſt
wenn ſie den nationalen und konfeſſionellen Frieden
ver=
hängnisvoll gefährden. Der Geſamtvorſtand fordert
des=
halb die Vereine und Mitglieder des Evangeliſchen
Bun=
des auf, das deutſche Volk über die Traaweite der
ultra=
montanen Vorſtöße aufzuklären. Zugleich ſpricht er die
Erwartung aus, daß Bundesrat und Reichstag weder
eine Abbröckelung noch die Aufhebung des
Jeſuiten=
geſetzes zulaſſen werden.”
Die weiteren Verhandlungen des Geſamtvorſtandes
betrafen zum Teil organiſatoriſche Fragen. Der
Geſamt=
vorſtand beſchloß, wie ſchon mitgeteilt, aus
Zweckmäßig=
keitsgründen die Geſchäftsführung nach Berlin zu
ver=
legen. Der Bundesſitz bleibt ſatzungsgemäß Halle a. S.,
in der Zuſammenſetzung von Präſidium und
Zentralvor=
ſtand ändert ſich nichts. Mit allen Stimmen wurden die
ſatzungsgemäß ausſcheidenden Mitglieder des
Zentral=
vorſtandes wiedergewählt.
* Im Hanſahaus zu Hannoper fand am Sonntag die
Sitzung des Geſamtvorſtandes des
All=
deutſchen Verbandes unter der Leitung des
erſten Vorſitzenden, Rechtsanwalt Claß=Mainz, ſtatt, zu
der Vertreter aus allen Teilen des Vaterlandes in
größ=
ter Zahl erſchienen waren. Der Vorſitzende berührte in
der Eröffnungsanſprache die politiſchen Tagesereigniſſe.
Der erſte Vortrag des Herrn Generalmajors Keim=
Berlin behandelte die Heeresvorlage. Daran
ſchloß ſich der Bericht des Herrn Admirals z. D.
Breu=
ſing, Exz., Berlin, über: „Die Flottenvorlage.”
An beide Berichte ſchloß ſich eine längere Ausſprache. Der
Vorſitzende ſtellte eine Entſchließung zur
Erörter=
ung, die in folgender Faſſung einſtimmig angenommen
wurde: „Der Vorſtand des Alldeutſchen Verbandes hält
auf Grund eingehender ſachlicher fachmänniſcher
Darleg=
ungen die angekündigten Wehrvorlagen für unzureichend.
Die Heeresvorlage läßt empfindliche Lücken
organiſato=
riſcher Art offen und nützt nicht genügend die verfügbare
Volkskraft aus, um dem Deutſchen Reiche
zu Lande unbedingt militäriſch die erſte Stelle zu ſichern,
wie das früher unbeſtritten der Fall war. Im
Zuſam=
menhange hiermit iſt auch unſere politiſche Machtſtellung
in Europa gefährdet. In der Novelle zum Flottengeſetz
begrüßt der Vorſtand die Schaffung des dritten aktiven
Linienſchiffgeſchwaders und die Art, wie dies geſchehen
ſoll, die Vermehrung der Aufklärungsſchiffe der
Hochſee=
flotte, dsſonders der Panzerkreuzer, die Vermehrung ung
Organiſation der Unterſeeboote, ſowie die Entwicklung
des Flugweſens. Dagegen beklagt der Vorſtand, daß
infolge der Nichtannahme des Dreiertempos im Bau von
Großkampfſchiffen die Vorlagen den dringlichen Zweck
nicht erfüllt, uns ſobald wie möglich gegen Ueberfall und
Vergewaltigung zur See zu ſchützen. Der Vorſtand des
Alldeutſchen Verbandes hält es deshalb für ſeine
vater=
ländiſche Pflicht, auf die öffentliche Meinung
einzuwir=
ken, damit eine Erweiterung beider Wehrvorlagen aus
dem Volte heraus verlangt wird. Finanzielle oder
par=
lamentariſche Rückſichten dürfen die Regierung nicht
ver=
hindern, ſolchem Verlangen nachzukommen, denn das
deutſche Volk wird ohne Zweifel bereit ſein, bei dem
Ernſt der Weltlage entſprechende Aufwendungen für die
Größe und Sicherheit des Vaterlandes zu machen.” An
dritter Stelle ſtand ein Vortrag über: „Tatkräftige
Siedelungspolitik in unſeren Kolonien”
von Seminaroberlehrer Dr. F. Hänſch=Leipzig.
Als vierter Berichterſtatter ſprach Herr
Regierungs=
rat a. D. v. Strantz=Berlin über: „Die
deutſch=
feindliche Haltung der belgiſchen Politik
während der deutſch=engliſchen=
franzöſi=
ſchen Kriſe im vergangenen Jahre‟ Nach
der Erledigung geſchäftlicher Angelegenheiten ſchloß der
Vorſitzende nach 5 Uhr nachmittags die Tagung, an die ſich
ſpäter ein von der Ortsgruppe veranſtalteter Deutſcher
Abend ſchloß, der einen ſehr angeregten Verlauf nahm.
Luftfahrt.
* Berlin, 15. April. Der Deutſche
Luft=
flottenverein hielt geſtern unter dem Vorſitz des Dr.
Lanz=Mannheim ſeine Jahresverſammlung ab. Sein Ziel
iſt, für die Schaffung einer deutſchen Kriegsluftflotte
ein=
zutreten. Aus der Luftſchifferſchule des Vereins ſind bis
jetzt zehn bewährte Flieger hervorgegangen. Als Ort der
nächſten Tagung wurde Danzig feſtgeſetzt.
* In Johannisthal ließ ſich geſtern der
Luft=
ſchiffer Phomnick aus einer Höhe von 800 Meter mit einem
Fallſchirm nieder und landete glatt auf den
Budorer=
wieſen.
* Die geſtern geſchloſſene Allgemeine
Luft=
ſchifferausſtellung war während der 10 Tage ihrer
Dauer von 50 000 Perſonen beſucht worden.
* Dem Zweiten Deutſchen
Zuverläſſig=
keitsflug am Oberrhein 1912 bringt ganz
beſon=
ders die Heeresverwaltung Intereſſe enigegen. Es
iſt nicht nur den Militärfliegern geſtattet, auf
Militärflug=
zeugen an den Konkurrenzen teilzunehmen, ſondern, um auch
die Flüge für Erfahrungen im Aufklärungsdienſt zu
ver=
werten, wird der kommandierende General des 16.
Armee=
korps, General von Prittwitz und Gaffron, für die zwiſchen
Metz und Saarbrücken ausgeſchriebene Aufklärungsübung
die Aufgabe ſtellen. Wie ſchon gemeldet, können an dieſem
Wettbewerb auch Luftſchiffe teilnehmen. Die Preiſe
er=
halten diejenigen, die nach dem Urteil einer beſonderen
Kommiſſion die zutreffendſten und ſchnellſten Meldungen
zurückbringen. Die Teilnahme der Luftſchiffe an dieſer
Uebung geſtaltet die Sache ganz beſonders intereſſant. Wenn
auch die Frage, ob ein gut ausgebildeter Beobachter vom
Luftſchiff oder vom Flugzeug aus beſſer beobachten kann,
durch die einmalige Uebung noch nicht einwandfrei geklärt
werden wird, ſo darf man aber ſicher großen Nutzen aus
dieſer Konkurrenz zwiſchen Luftfahrzeugen „leichter” und
„ſchwerer” als die Luft ziehen. Im allgemeinen neigt die
Anſicht dazu, man könne vom Luftſchiff, das an derſelben
Stelle halten kann, beſſer beobachten als vom Flugzeug,
weil dieſes zu ſchnell über die feindlichen Stellungen fliege.
Dem wird entgegen gehalten, daß der Flugzeugführer es
ja in der Hand habe, durch Kreiſen länger über einer Stelle
zu verweilen, und daß er dann im Gegenteil beſſere
Be=
obachtungsmöglichkeit habe, weil er das Gelände unter
verſchiedener Beleuchtung von allen Sekren beobachten
kann.
* Bern 14. April. Der Kugelballon „Sankt
Gotthard” des Züricher Aeroklubs, der am Sonntag
mit vier Paſſagieren in Zürich aufgeſtiegen war, wollte in
der Nähe von Coſſoney (Kanton Waadt) landen. Er wurde
dabei heftig auf den Boden geſtoßen und drei Mann der
Beſatzung, darunter der Führer, ſowie 12 Sandſäcke fielen
heraus. Der ſo entlaſtete Ballon erhobſich mit dem
vier=
ten Paſſagier ſehr ſchnell bis zu 5000 Meter Höhe. Der
letzte Inſaſſe namens Jenny aus Glarus machte ſeine erſte
Ballonfahrt und iſt in der Führung ganz unerfahren. Der
Ballon überflog den Genfer See in ſehr großer Höhe in der
Richtung nach Aix=les=Bains und verſchwand. Die
drei herausgefallenen Paſſagiere haben Verletzungen
da=
vongetragen.
Gründung der heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft.
St. Im Stadthaus fand geſtern vormittag die
end=
gültige Gründung der Heſſiſchen
Eiſen=
bahn=Aktiengeſellſchaft ſtalt. Der notarielle
Akt des Unterſchreibens der Verträge dauerte von 10 bis
2¼ Uhr.
Im Anſchluß an dieſen notariellen Akt fand um
2½ Uhr im Städtiſchen Saalbau ein
Feſtmahl
zu ca. 140 Gedecken ſtatt.
Dem Feſtmahl wohnten bei u. a. die Herren
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing und Hugo Stinnes
als Vertreter der Stadt und der Süddeutſchen Eiſenbahn=
Geſellſchaft, ferner die Herren Finanzminiſter Braun
Exz., Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz., Provinzialdirektor Fey Exz., Kreisrat Dr.
Wag=
ner, Stadtkommandant General von Randow,
Ge=
heimerat Dr. Kittler Hofmarſchall Freiherr von
Ungern=Sternberg, Kabinettsdirektor Geheimerat
Römheld, Präſident der Eiſenbahndirektion Mainz
Geheimerat Michaelis, Bürgermeiſter Mueller, die
Beigeordneten, viele Stadtverordnete, ſtädtiſche Beamte
und ehemalige Angeſtellte der Süddeutſchen Eiſenbahn=
Geſellſchaft.
Im Verlaufe des Feſtmahles hielt Herr
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
eine Rede folgenden Wortlautes:
Verehrte Anweſende!
Als Vertreter der Stadt und des heute
neugegrün=
deten Gemeinſchaftsunternehmens heiße ich Sie hier
will=
kommen. In ſtattlicher Anzahl haben Sie unſerer
Ein=
ladung entſprochen. Die Vertreter der ſtädtiſchen
Verwal=
tung und der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft haben
die Ehre hier begrüßen zu können: Ihre Exzellenzen die
Herren Miniſter der Finanzen und des Innern, die
Her=
ren Vertreter hoher Behörden Seiner Königlichen Hoheit
des Großherzogs und des Großherzoglichen Staates, den
Herrn Provinzialdirektor, die Herren Mitglieder des
Pro=
vinzial=Ausſchuſſes, den Herrn Gsheimerat Prof. Kittler,
der, wie im Inland und Ausland bekannt, unſere
Tech=
niſche Hochſchule im Gebiete der Elektrotechnik
hervor=
ragend repräſentiert, den Herrn Stadtkommandanten, den
Herrn Präſidenten der Eiſenbahndirektion zu Mainz, den
Herrn Oberpoſtdirektor, den Herrn Vertreter Seiner
Magnifizenz des Herrn Rektors der Hochſchule, den Herrn
Direktor der Reichsbankſtelle, den Herrn Präſidenten der
Handelskammer, die Herren Kreisräte der Provinz, die
HerrenBürgermeiſter der Städte und Orte in unſerer
Umgebung, die Herren Vertreter des Handels und der
Induſtrie, des Gewerbeſtandes und Korporationen, die
am öffentlichen und wirtſchaftlichen Leben beteiligt ſind,
ſowie die Herren Vertreter des Aufſichtsrates der neuen
Geſellſchaft. Ich danke Ihnen allen für Ihr Erſcheinen.
Ihre Teilnahme zeigt das große Intereſſe, das an
unſe=
rem Unternehmen in Stadt und Land beſteht. Ich danke
allen Herren, beſonders dem Herrn Finanzminiſter und
den Herren Vertretern der hier erſchienenen Behördan für
die ſachdienliche und wohlwollende Förderung, die ſie
ſeither dem Unternehmen haben angedeihen laſſen. Ich
ſpreche dieſen Dank Seiner Exzellenz dem Herrn
Finanz=
miniſter und dem Herrn Provinzialdirektor aus, welch
letzterer das Werk ſtets gefördert und ſeither im
Einver=
nehmen zwiſchen Stadt und Land in den Sitzungen der
Provinzial=Verwaltung unterſtützt hat. Zugleich gebe ich
der Hoffnung Ausdruck, daß uns das Wohlwollen aller
an der Sache beteiligten Behörden erhalten bleiben möge.
Nach wiederholten Verſuchen, die nicht zum Ziele führten,
nach einer längeren Zeit gegenſeitiger Kampfſtellung, iſt
es nunmehr der Stadt gelungen, auf der Grundlage einer
klaren, überſichtlichen und loyalen Verſtändigung ein
Ge=
meinſchaftsunternehmen aufzubauen, das der
wirtſchaft=
lichen Förderung der Provinz Starkenburg, von Stadt
und Land dient. Ueber ein ganzes Jahr war die ſtädtiſche
Verwaltung durch die Verhandlungen auf dem
elektro=
techniſchen Gebiete derartig in Anſpruch genommen, daß
die gleichzeitige Bearbeitung anderer Verwaltungszweige
kaum möglich erſchien. Es darf wohl geſagt werden,
daß von der Bürgermeiſterei, insbeſondere dem Sonder=
Ausſchuß der Stadtverordneten=Verſammlung, ſowie der
Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft ſeit Einführung der
Städteordnung hier eine der größten Arbeiten geleiſtet
worden iſt. Wer an der Vorgeſchichte dieſes Vertrages
in intenſiver Weiſe teilgenommen hat, hatte oft das
Ge=
fühl, daß die der endgültigen Löſung entgegenſtehenden
Schwierigkeiten nicht zu überwinden ſeien. Oft wollte es
ſchefnen, daß nach der Ueberſteigung eines Berges ſich ein
neuer Gipfel entaegenſtellte, der kaum zu bezwingen war.
Als der höchſte Berg im Dezember v. Js. erſtiegen war,
erſchien das Land der Einigung in unmittelbarer Nähe
dem Blick. Nach einem Vierteljahr. deſſen Arbeit den
wichtigſten Fragen der Ausführung dieſes Vertrages
ge=
widmet war, ſind wir nunmehr an der endgültigen
Eini=
gung angelangt. Wie die Vorverhandlungen uns ſtets
vor neue Tatſachen ſtellten, ſo werden auch in Zukunft
bei dem Gemeinſchaftsunternehmen neue Aufgaben
her=
vortreten, die nicht das Gefühl einer Ruhe aufkommen
laſſen. Freuen wir uns, wenn ſpäter die finanzielle
Durch=
führbarkeit neuer Aufgaben feſtgeſtellt werden kann. Neue
Aufgaben ſind das Zeichen einer wirtſchaftlich
aufſteigen=
den Bewegung in der Bevölkerung. Sie ſind das Zeichen
einer wirtſchaftlichen Förderung und nur bei einem
fort=
ſchreitenden und wachſenden Volke möglich: Bringen wir
dem neuen Unternehmen, das weitblickend, aber auch
vor=
ſichtig verfahren muß, volles Vertrauen entgegen. Wir
können ihm dieſes Vertrauen entgegenbringen und
ins=
beſondere die Hoffnung ausſprechen, daß auch unter den
neuen Verhältniſſen der Vorſtand und das geſamte
Per=
ſonal in zufriedenſtellender Weiſe arbeiten werden, wenn
jedermann ſeine Pflicht erfüllt.
Bei dem Rückblick über die Vorverhandlung iſt es mir
eine angenehme Pflicht, den Herren von der Süddeutſchen
Eiſenbahn=Geſellſchaft den Dank der Verwaltung für ihre
Mitarbeit aufrichtig zum Ausdruck zu bringen. Ich
danke=
dem Vorſitzenden des Aufſichtsrates der Süddeutſchen
Eiſenbahn=Geſellſchaft, Herrn Hugo Stinnes, für die ſtets
aus großen Geſichtspunkten erfolgte Förderung des
Un=
ternehmens. Wir freuen uns, in Herrn Stinnes einen
hervorragenden Vertreter deutſcher kaufmänniſcher
Tat=
kraft zu begrüßen, einen Mann, deſſen große Arbeiten auf
wirtſchaftlichem Gebiete im Inlande und Auslande
be=
kannt ſind und deſſen Erfolge der Allgemeinheit, dank
ſeiner Initiative, nutzbar gemacht wurden. Wir haben
die Ueberzeugung, daß Herr Stinnes, dem auch ſeine
Geg=
ner die größte Hochachtung entgegenbringen, das große
Vertragswerk auf der Grundlage eines gegenſeitigen
Vertrauensverhältniſſes auch weiterhin fördern wird.
Ich=
danke ferner Herrn Geheimeoberbaurat Rötelmann, der
die Verhandlungen auf ſeiten der Süddeutſchen
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft geführt hat. Bei aller Energie und
Zähigkeit, die Herrn Rötelmann in der Vertretung der
Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſallſchaft auszeichnet, hat er
doch eine wohlwollende Geſinnung als Darmſtädter
Bür=
ger an den Tag gelegt. Der gleiche Dank gilt Herrir
Regierungsrat Jordan.
Meine Herren! Das Unternehmen, das auch von den
Vertretern der ſtädtiſchen Bevölkerung aus großen
Ge=
ſichtspunkten beurteilt wurde und eine nahezu einmütige
Annahme fand, wird der wirtſchaftlichen Förderung von
Stadt und Land dienen. In einem erhöhten Maße
wer=
den die Betriebe der Stadt der Allgemeinheit dienſtbar
gemacht. Billige Tarife und ein intenſiver Verkehr dienen
den Intereſſen von Stadt und Land. Wer den techniſchen
Fortſchritt im Jahre 1911, die gegenwärtigen Leiſtungen
des motoriſchen Betriebs, das erſte Jahr des elektriſchen
Vellbahnbetriebs in Preußen überblickt und überſieht,
welche neuen Aufgaben dem motoriſchen Betrieb heute
bereits zugedacht werden, muß ſich ſagen, daß die
wirt=
ſchaftlichen Wechſelbeziehungen von Stadt und Land
durch die Fernleitung der elektriſchen Energie eine große
Förderung erfahren können. Im Intereſſe der Stadt
Darmſtadt und der Provinz iſt es geboten, das gewerbliche
und das induſtrielle Leben zu fördern und zu unterſtützen.
Getragen von der grundſätzlichen Ueberzeugung, daß dem
Zuſammengehen von Kommune und Privatinduſtrie ein
gutes Stück unſerer Zukunft gehört, möchte ich die
Hoff=
nung ausſprechen, daß unſere vereinte Arbeit und das
großzügige Verkehrsprogramm der Provinz, Stadt und
Land zum Segen gereichen möge. Ich möchte Sie
auf=
fordern, Ihr Glas dem wirtſchaftlichen Gedeihen der
Provinz, der Förderung der Einwohner von Stadt und
Land a widmen. Ich fordere Sie auf, mit mir einzu=
Seite 6
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Nummer 89.
ſtimmen in den Ruf: Die Provinz Starkenburg und ihre
Zukunft Hoch!
In das Hoch ſtimmte die Feſtverſammlung begeiſtert
ein.
Die zweite offizielle Rede hielt Sc. Exz. Herr
Finanzminiſter Braun,
der etwa Folgendes ausführte:
Es ſei mir geſtattet, auf den beredten
Willkommens=
gruß des Herrn Oberbürgermeiſters den Gefühlen
Aus=
druck zu geben, die uns Gäſte beſeelen. Auch ſie ſind
Ge=
fühle des Dankes. Wir hegen ihn in mehr als einer
Hinſicht. Es handelt ſich für uns nicht darum, etwa bloß
für die Freundlichkeit zu danken, daß wir zu einem Eſſen
geladen ſind. Dem heutigen Feſt iſt für unſer
Empfin=
den eine beſondere Weihe gegeben.
Wir Darmſtädter Bürger begehen den Eintritt unſerer
llieben Vaterſtadt in einen neuen und bedeutſamen
Lebensabſchnitt. Wir feiern dabei dieſen Tag nicht für
uns allein, ſondern mit heute ſchlingt ſich ein Band
ge=
meinſamen Wirkens und Strebens auf dem Gebiet
wirt=
ſchaftlicher Wohlfahrt um Stadt, Kreis und Provinz.
Was zielbewußter Bürgerſinn hier geleiſtet, hat er
er=
gänzt durch ſeine Hilfe zu dem Bau, den in nächſter Zeit
der Staat dem gewachſenen Handel und Verkehr durch
den neuen Bahnhof erſchließt. Es braucht nur des
Hin=
weiſes auf den engen zeitlichen Zuſammenhang beider
Ereigniſſe, um die lebhafte Teilnahme feſtzuſtellen, mit
der auch die Staatsregierung das heute
voll=
zogene Zuſtandekommen der Betriebsgemeinſchaft
zwi=
ſchen der Stadt und der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſell=
ſſchaft verfolgt hat. Dieſe Anteilnahme hat nicht zum
wenigſten ſtets auch an der höchſten Stelle, bei Sr. Kgl.
Hoheit dem Großherzog, beſtanden; ſie hat ſich mir
noch vor wenigen Tagen beſtätigt, als ich die
Uebertrag=
ung der bisherigen Konzeſſionen für die Straßenbahnen
in und vor der Stadt auf die neue Gemeinſchaft
vorzutra=
gen hatte. Und wie die berufenen Stellen, ſo bringen
ſicherlich auch alle hier Anweſenden dem heutigen
Ge=
burtstagskinde ihre Glückwünſche dar. Es ſind ja wohl
in unſerem feſtlichen Kreiſe nur wenige, denen es nicht
vergönnt geweſen iſt, je nach ihrer Stellung und ihren
Pflichten im öffentlichen Leben, mit Rat und Tat, ſelbſt
mit Zweifeln und Bedenken, ein Scherflein beizutragen
zu dem großen Werke, das in der Bildung der Heſſiſchen
Eiſenbahngeſellſchaft nunmehr vollendet erſcheint.
Damit iſt der Zuſammenſchluß unendlich vieler und
wichtiger Intereſſen innerhalb der Stadt und weit über
ihre Grenzen hinaus glücklich bewirkt. Eben darum
haben wir das Recht, uns jetzt des Geſchaffenen zu freuen.
Es iſt gelungen, die Formen für ein Unternehmen zu
ge=
ſtalten, von dem wir reichen Segen erhoffen für die uns
allen anvertrauten materiellen und auch geiſtigen Güter.
In welchem Umfange hierauf gerechnet iſt, haben in Wort
jund Schrift die zahlreichen Darlegungen erkennen laſſen,
mit denen in der großen Oeffentlichkeit wie in der ebenſo
ernſten Arbeit der Amtsräume die Gründung der
Geſell=
ſchaft vorzubereiten war.
Von ganzem Herzen ſtimmen wir dem Herrn
Ober=
bürgermeiſter zu, wenn es überzeugend und ſiegesgewiß
aus ſeinem Munde klang, wie die Früchte des Erreichten
weiteſten Kreiſen zugute kommen möchten. Wir
ver=
trauen, daß vom heutigen Tage ein neues Blühen und
Gedeihen für Stadt und Land ausgehen ſoll. In erſter
Linie aber gelten unſere Wünſche der Stadt, als dem
Ausgangspunkte der geleiſteten und noch zu leiſtenden
Arbeit. Wenn wird von dieſer reden, ſo verkörpert ſie
ſich uns in unſeren Gaſtgebern. und zumeiſt in den
Her=
ren Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing und Geh. Baurat
Rötelmann als Vertretern der Stadt Darmſtadt und
der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Beide
Körper=
ſchaften waren in ihren Leitern vor ſchwere und
verant=
wortungsvolle Augfaben geſtellt. Beide aber traten an
ſie heran durchdrungen von der Ueberzeugung, daß nur
ein ehrliches Wollen ein glückliches Gelingen verheißt.
Nur der Wille zur Tat iſt in unſerem Leben die
Ge=
währ des Erfolgs!
In unausgeſetzter Mühe und nicht genug zu danken
dem Pflichteifer der zunächſt Berufenen iſt bis hierher das
Werk gefördert worden. Möge auch fortan der
Gemein=
ſchaft, deren Geburtsfeſt wir feiern, beſchieden ſein, für
die Pflege der nunmehr in ihr vereinigten Intereſſen
jederzeit die richtigen Wege zu finden. Die
aufrichtig=
ſten Wünſche für die Zukunft ſeien der Ausdruck
fröh=
lichen Dankes für die uns gebotene ſchöne Stunde des Heute.
Mögen ſich alle unſere guten Wünſche erfüllen zum Heil
der Stadt und zum Heil der Heimat! Die neu gegründete
Heſſiſche Eiſenbahn=Geſellſchaft lebe hoch!
Danach ergriff
Herr Hugo Stinnes
das Wort. Er begrüße mit Freuden die Gelegenheit, ſich
den Wünſchen des Herrn Oberbürgermeiſters Dr. Gläſſing
anſchließen zu können. Wie bisher ausſchließlich die
Kommune, werde in Zukunft die Privatgeſellſchaft mit
dieſer beſtrebt ſein, die bisher kommunale Tätigkeit zum
Segen der beiderſeitigen Intereſſenten gemeinſam
aus=
zuüben. Die Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft werde
an dieſer gemeinſamen Arbeit in Zukunft ſich ſo zu
be=
teiligen beſtrebt ſein, daß die Stadt Darmſtadt über dieſe
Arbeit eine große Genugtuung empfinden werde.
(Bravo!) Das heute zuſtande gekommene Unternehmen
bedeute eine glückliche Fortentwicklung für die
Verkehrs=
verhältniſſe der Stadt Darmſtadt gleichwie für die
Süd=
deutſche Eiſenbahngeſellſchaft. Er bitte die Anweſenden,
ihr Glas zu leeren darauf, daß der Stadt Darmſtadt
dieſes einzigartige neue Unternehmen zum Segen
ge=
reichen werde. (Lebh. Bravo!)
Der Reigen der offiziellen Toaſte war damit erſchöpft.
Herr Provinzialdirektor Geheimerat Fey hielt noch
eine humorvolle, mit großem Beifall aufgenommene
Rede auf die Beamten und Angeſtellten der neuen
Geſell=
ſchaft.
Im übrigen wurde das Feſtmahl gewürzt durch
Geſangsvorträge des Darmſtädter Vokal=
Quar=
tetts (Leiter: Ludwig Indorf). — Die folgende
Speiſenfolge wurde aufgetragen: Getrüffelte
Gänſeleber, Tomatenſuppe, Blätterteig=Paſtete auf
Tou=
louſer Art, Friſcher Hummer mit Majonaiſe, Rehkeule
mit Sahnentunke, Salat, Kompott, Stangenſpargel mit
geſchlagener Butter, Fürſt Pückler=Eis, Käſe und Butter
Das Mahl fand allgemeine Anerkennung.
Die ſchneidige Tafelmuſik ſtellte die Kapelle des
Feld=
artillerie=Regiments Nr. 61 unter Leitung des Herrn
Muſikmeiſters Weber, die folgendes Programm zu
Gehör brachte: Einzug der Gäſte auf der Wartburg aus
der Oper „Tannhäuſer” von Richard Wagner; Ouvertüre
zur Oper „Der Freiſchütz” von C. M. van Weber;
Fan=
taſie aus der Oper „Carmen” von Gg. Bizet; „Valſe
Grune” von Gg. Krier; Szenen aus der Oper „
Lohen=
grin” von Rich. Wagner; Angereihte Stücke aus der Oper
„Undine” von Alb. Lortzing; „Das Herz am Rhein”, Lied
von G. Hill; „Deutſcher Eiſenbahn=Marſch” von M.
Weber.
Um 11 Uhr war das Feſtmahl beendet.
Sämtliche in Frage kommende Beamten ſind in die
Dienſte der neuen Geſellſchaft übergetreten. Zum
techni=
ſchen Leiter des neuen Unternehmens wurde Herr
Direk=
tor Meyer beſtellt, dem eine techniſche Kommiſſion,
be=
ſtehend aus den Herren Beigeordneten Ekert und
Direktor Rötelmann, beigegeben iſt.
Vermiſchtes.
* Ueber die Beförderungsausſichten
der Richter ſchreibt Dr. Michelſen in der Deutſchen
Richterzeitung: Weitaus am beſten ſind ſie in den
Hanſe=
ſtädten, wo im Oberlandesgerichtsbezirk Hamburg
gegen=
über 83 Landrichter= und 105 Amtsrichterſtellen (
zuſam=
men 188) 67 gehobene Stellen (36 beim Oberlandesgericht
und 31 bei den Landgerichten) vorhanden ſind, ſo daß
bei=
nahe jeder Dritte in eine höhere Stellung einrücken kann.
Daneben ſtehen die Reichslande mit 25 Proz. gehobenen
Stellen. In Oldenburg, Braunſchweig und Mecklenburg
iſt jedem fünften Richter ſolche Aufrückungsmöglichkeit
gegeben, und faſt ebenſo ſieht es in Sachſen und Baden
aus. Dann folgt Preußen (kaum jeder fünfte). Schlechter
ſind die Ausſichten im Oberlandesgerichtsbezirk Jena
und in Württemberg, wo nur für faſt jeden Sechſten eine
gehobene Stelle bereitſteht, und endlich ſchließen Heſ
ſen und Bayern mit dem annähernden Verhältnis von
1 zu
* Der Heſſiſche Hauptverein des
Evan=
geliſchen Bundes hat eine Serie von 56
Lichtbil=
dern erworben: Bilder aus der Reformationsgeſchichte
Deutſchlands mit gedrucktem Text, der von
Konſiſtorial=
rat Dr. Hermens=Magdeburg geſchrieben iſt. Die Serie
umfaßt die Reformationsgeſchichte von Huß bis zum
Weſtfäliſchen Frieden und zeigt die in dieſe Zeit
fallen=
den bedeutendſten Begebenheiten und Perſönlichkeiten.
Der Vortrag iſt knapp, ſcharfumriſſen und läßt an vielen
Stellen zu perſönlichen Erweiterungen Raum. Die
Bil=
der (meiſt koloriert) ſind von großer Anſchaulichkeit und
Lebendigkeit. Die Serie wird von der Geſchäftsſtelle des
Bundes gegen eine Leihgebühr von 2 Mark verliehen.
Eine zweite Serie: Evangeliſche Bewegung in
Steier=
mark, iſt ebenfalls von der Geſchäftsſtelle zu beziehen.
Auch dieſe Bilder ſind überall, wo ſie bis jetzt gezeigt
wurden, mit großem Beifall aufgenommen worden.
Aus dem evangeliſchen Rom. Mit
allge=
meiner Freude hat das evangeliſche Deutſchland vorigen
Sommer die Kunde von jenſeits derAlpen vernommen, daß
nach zwanzigjähriger, tapferer Arbeit der Gedanke, in der
Hauptſtadt Italiens eine deutſche evangeliſche Kirche zu
er=
richten, inſofern feſte Geſtalt angenommen habe, als der
Grundſtein dazu am Geburtstage des gegenwärtigen
Papſtes im neuen Ludoviſiviertel der ewigen Stadt gelegt
wurde. Die ſeit 1819 kirchlich verſorgten evangeliſchen
Deutſchen in Rom bildeten unter tüchtigen Geiſtlichen des
letzten Menſchenalters eine lebendige, tatkräftige Gemeinde,
die das Epangelium nicht bloß hört, ſondern auch durch
Liebestätigkeit bezeugt. Die 1885 begonnene
Gemeinde=
pflege beſchaffte ein eigenes Diakoniſſen= und ein
Mädchen=
heim auf dem rechten Tiberufer in Prati Caſtelli, von denen
das erſtere im Jahre 1911 nicht weniger als 142 Gäſte in
3414 Penſionstagen, das andere 198 Gäſte in 4588
Penſions=
tagen verſorgt hat, darunter allein 162 Deutſche. Die
Kaiſerswerther Diakoniſſen, welche vor Beginn der Tätigkeit
auf dem Felde der Gemeindepflege die Verwaltung
inne=
haben und ſich allgemeiner Anerkennung erfreuen, haben
außerdem noch in Privatpflege 20 Kranke mit 247
Pflege=
tagen und 147 Nachtwachen gehabt, davon mehr als die
Hälfte Deutſche. Eine ſtille, wenig beachtete und doch ſo
ſegensreiche Arbeit in der Fremde, welche die Kenntnis und
Hochſchätzung der evangeliſchen Kirche unter der römiſchen
Bevölkerung ſichtlich geſteigert hat.
Literariſches.
Hochland. Inhalſt des Aprilheftes: Das letzte
Abendmahl im Lichte antiker Sitte. Von Prälat Dr. Anton
de Waal. Kungfutſe, der „Meiſter” der Religion Chinas.
Von Hochſchulprofeſſor Dr. Robert Saitſchick. Kreta und die
Politik der offenen Wunde. Von Univerſitätsprofeſſor Dr.
Ed=
gar Martini. Markus, der Tor. Roman von J. Gangl.
Der Salutismus. Kritik und Würdigung der Heilsarmee.
Von Hochſchulprofeſſor Dr. Martin Faßbender. — Kleine
Bauſteine: Eugéne Carriére. Ein Impreſſioniſt des
Ge=
fühls. Von Konrad Weiß. Robert Schumanns
Entwick=
lung zum Künſtler. Von Privatdozent Dr. Eugen Schmitz.
— Göttliche Zuſammenhänge. Gedicht von Karl Debus. —
Kritik: Können wir noch Chriſten ſein? Von Domkapitular
Dr. F. E. Kiefl. Zeitſtrömungen in der neueren Lyrik.
Von Chriſtoph Flaskamp. — Hochland=Echo: Zur
Pſycho=
logie der franzöſiſchen Katholiken. — Rundſchau: Nachklänge
vom Frauenkongreß. Die Pſychanalyſe. Spiritum nolite
exstinguere. Auguſt Strindberg. — Unſere Kunſtbeilagen.
Neun Kunſtbeilagen.
— „Suſiana” von Ben Jair (A. J. Hofmann,
Frankfurt a. M., 8‟ 100 S. Preis 1.50 Mk.). Ein
perſi=
ſches Heldenepos nennt Verfaſſer ſein Büchlein, das eine
ergötzliche Miſchung von beißendem Hohn, drolligem
Scherz und goldenem Humor darſtellt. Es iſt der alte
bibliſche Eſtherſtoff, der da in neuem Gewand auftritt,
aber er iſt vom Verfaſſer ſo herausgeputzt, daß aus dem
unſcheinbaren Aſchenbrödel eine ſtrahlende
Märchen=
prinzeſſin geworden.
„La Grande Nation”. Ein Elſäſſer
Landes=
verräter und Spion im Dienſte des franzöſiſchen
General=
ſtabes. Unter dieſem Titel ließ der ehemalige Kriminal=
Polizeikommiſſär beim Kaiſerlichen Polizeipräſidium in
Straßburg i. E. Alfred Stephany (
Kommiſſions=
verlag Fritz Schröter, Baſel, Mülhauſerſtr. 164, 3 Mk.), ein
Buch erſcheinen, in dem er von der großen Nation ein
Spiegel=
bild erſchreckendſter Realiſtik und unerbittlichſter Wahrheit
entrollt.
„Irmelin und die Liebe‟ Roman von Felix
Hubel. (Verlag Georg Müller, München, 4 Mk.). Wie „Eva
Gönneborg”, der Roman des gleichen Verfaſſers, iſt auch
dieſes Buch ein Buch der Liebe. Wie nur wahre Dichter
und lebenserfahrene Menſchen es können, verſteht der
Ver=
faſſer die geheimſten Regungen ver Seele und des Herzens
zu erfaſſen und überzeugend zu ſchildern. Ueberzeugend
auch da, wo ſie, Irrungen gleich, nicht ſofort unſer
Einver=
ſtändnis finden. Irmelins ſchmerzensreicher Liebesweg
bringt ſo viel menſchlich Wahres zum Leben, daß die
Lek=
türe des Buches zu einer Stunde inneren Erlebens, zum
ſeeliſchen Erholen wird.
Kupferſtiche und Holzſchnitte alter
Meiſter, in Nachbildungen der Reichsdruckerei. (Lager=
Katalog Xl der Hofkunſthändler Amsler & Ruthardt,
Berlin W. 8.) Die Veröffentlichung dieſer Blätter ſeitens
der Kaiſerlichen Reichsdruckeres iſt erfolgt, um den Kunſt=
liebhabern die Möglichkeit zu geben, ſich die ſchönſten
Stiche und Holzſchnitte uſw. der berühmten alten Meiſter
in vollendeten Reproduktionen zu beſchaffen, da die
Er=
werbung der meiſt ſehr teuren Originale nur einem
ſehr=
kleinen Kreiſe von Intereſſenten möglich ſein würde. Die=
Wiedergaben ſind mit ganz geringen Ausnahmen in der=
Größe der Originale hergeſtellt und nicht ſelten auch auf
dieſelbe Art des Papiers gedruckt, wie die alten Blätter=
C „Schauſpielerin”, Drama in drei Akten von=
Heinrich Mann (Verlag Paul Caſſirer, Berlin W.). Ein=
Drama unſteter Leidenſchaften, das vielleicht durch eine
erſtklaſſige Aufführung Leben erhält, dann aber auch von
tiefſter Wirkung ſein müßte. Die herbe Realiſtik, dier
kurze, der Schönheit keinerlei Konzeſſionen machenden
Sprache läßt bei der Lektüre kalt. Die Unklarheit des=
Charakters der Titelrolle, in der ein problematiſches
Seelenleben behandelt wird, ſpiegelt den Kampf
wider=
zwiſchen Komödiantin und Weib in einer
Perſonz=
einen Kampf um die Liebe, in der ſchließlich beide, das=
Weib und die Künſtlerin, unterliegen. Eine Aufführung
wäre dem Drama wohl zu wünſchen.
„Du ſollſt ein Segen ſein.‟ Der Roman
eines Lebens von Helene Völk. Gutenberg=Verlag,
Berlin W 10. Ein ſeltſames Buch! Es nennt ſich Roman
und hat mit dieſer Kunſtform nur das Romantiſche
ges=
meinſam. Es heißt „Der Roman eines Lebens” und
ſchließt mit dem Augenblick, wo die Heldin in das große=
Leben eintritt. Der Titel iſt ein Bibelſpruch, und der=
Inhalt wird bei manchen Frommen Kopfſchütteln
hervor=
rufen. Es ſind Bekenntniſſe, die hier in einer Jugend
geoffenbart werden, Bekenntniſſe eines weiblichen
Rouſe=
ſeau, die gehüllt ſind in den Schleier der Maja, und
nie=
mand wird wiſſen, wo hier Wahrheit, wo Dichtung iſt.
Denn von der Feder der Verfaſſerin wie von der
Perſöu=
lichkeit ihrer Heldin geht eine magiſche Gewalt aus.
Wenn die Fähigkeit, perſönliche Erlebniſſe durch die Kraft,
der Phantaſie in höhere leidenſchaftliche und ſchönere
Sphären zu entrücken, die eigentlich dichteriſche iſt,
ſo=
haben wir in der Verfaſſerin eine außerordentliche Be=,
gabung zu erblicken, und wenn die Plaſtik der
Darſtel=
lung das entſcheidend künſtleriſche Kriterium iſt, ſo reiht
ſich die jugendliche Schriftſtellerin unter die bedeutendſten=
Darſteller ein. Das Buch iſt in engliſchem Geſchmack
ausgeſtattet, der Umſchlag von Künſtlerhand gezeichnet.
Zuſammenſtoß eines Dampfers mit einent
Eisberg.
* Kap Race (Neu=Fundland), 15. April. Der=
Dampfer „Titanic” der White Star Line iſt Sonntag
abend mit einem Eisberg
zuſammengeſto=
ßen. Er bat um Hilfe. Eine halbe Stunde nach dem
Zuſammenſtoß begann das Schiff zu ſinken. Die
weib=
lichen Paſſagiere konnten inRettungsbooten aufgenommen
werden. Die Dampfer „Olympic” und „Virginian”
ant=
worteten auf die drahtloſen Hilferufe des „Titanic” daß
ſie ſchleunigſt Beiſtand leiſten werden.
* London, 15. April. Auf dem „Titanie” dem
größten Schiffe der Welt, das auf ſeiner erſten Fahrt
verunglückte, befanden ſich viele hervorragende
Perſön=
lichkeiten, darunter Colonel J. J. Aſtor, Präſident der
Grand Trunk=Eiſenbahn, Jamay, Präſident der White=
Star=Line, Gräfin Rothes, Schriftſteller Staed, die
Ban=
kiers Guggenheim, Widener und Strauß, im ganzen etwa
1380 Reiſende, ungerechnet diejenigen die in
Cher=
bourg an Bord gingen.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 14. April. Das
Kriegs=
miniſterium veröffentlicht folgende Telegramme: Am 10.
April vormittags beſchoſſen neun italieniſche
Kriegs=
ſchiffe und zwei Transportſchiffe Zuara. Die
Beſchie=
ßung dauerte bis gegen Abend. Ein Teil der Stadt, die
Kaſerne und die Moſchee wurden zerſtört. Verluſte an
Menſchenleben wurden nicht verurſacht. Am 11. Aprir
wurde die Beſchießung wieder aufgenommen.
Nachmit=
tags verſuchten die Italiener zweimal zu landen, was
je=
doch an dem Widerſtande der Türken und Araber
ſchei=
terte. Nachdem noch drei italieniſche Kriegsſchiffe
ein=
getroffen waren, ließen die Italiener drei
Kriegsſchiffe=
von Zuara und dirigierten den Reſt der Flotte nach Seid=
Said, das ſie bombardierten, um eine Landung zu
verſuchen. Die Türken und Araber ſandten Verſtärkung
gen dahin. Am nächſten Tage beſchoſſen die Italiener
die Umgebung von Seid=Said und landeten in Grua eine
Abteilung Soldaten mit Maſchinengewehren. Den
ent=
ſandten türkiſch=arabiſchen Verſtärkungen gelang es, dier
Fortſetzung der Landung zu verhindern und die
Ver=
bindung der Flotte mit den gelandeten Truppen abs
zuſchneiden. Die Türken und Araber entſandten
von Zuara bedeutende Verſtärkungen mit Artillerie, um
die Durchführung des italieniſchen Planes gegen Seid=
Said zu verhindern und die in Grua gelandete italieniſche
Abteilung zu vernichten. Neun italieniſche Kriegs= und
Transportſchiffe befinden ſich im Weſten von Seid=Said=
* Konſtantinopel, 15. April. Die angeküns
digte Demarche der Mächte erfolgt morgen
vor=
mittag. Die Botſchafter und Geſchäftsträger begeben
ſich=
einzeln in das Wohnhaus des Miniſters des Aeußern
und machen die identiſche Mitteilung, deren Tenor der
Pforte aus den Depeſchen ihrer Botſchafter bekannt iſt.
Für Rußland ſpricht der Geſchäftsträger vor. — Der
Miniſterrat beriet vorgeſtern und geſtern die
Antwort=
der Pforte. Gerüchtweiſe verlautet, die Pforte würde
die Mächte erſuchen, ihr für die Türkei annehmbare Fries
densbedingungen bekannt zu geben.
China.
* Peking 13. April. Ein Erlaß Juanſchikais
hebt das Verbot der Heiraten zwiſchen Chineſen,
Mandſchuren, Mongolen, Turkeſtanen und Tibetanern auf=
und ermahnt die Bevölkerung, veraltete und ſchädliche
Ge=
wohnheiten, wie die Fußverkrüppelung aufzugeben. —
Der=
erſte Teil des Erlaſſes wird ein großes Hindernis der
Ver=
einheitlichung Chinas aus dem Wege räumen und
nament=
lich den Gegenſatz zwiſchen Chineſen und Mandſchu, der
eine der Wurzeln der Revolution war, erheblich mildern,
Ob Juanſchikai mit der Aufforderung, die Unſitte der
Fuß=
verkrüppelung aufzugeben, Erfolg haben wird, bleibt noch
abzuwarten. Schon Kaiſer Kwanghi hat im Jahre 1665
ein Edikt erlaſſen, das die Vexſtümmelung der Füße
ver=
bot.
* Peking, 14. April. Ein ſoeben herausgegebener
Erlaß beſtimmt, daß General Huanghſing, militäriſcher
Befehlshaber von Nanking, unter der Oberleitung
Juanſchikais mit der Aufgabe betraut worden iſt, die
Ord=
nung bei den ſüdlichen Truppen aufrecht zu ers
halten. Er hat über alle Heeres= und
Marineangelegen=
heiten den zuſtändigen Miniſterien Bericht zu erſtatten, kann
Nummer 89.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 7.
aber imn Noſfal, fals im Süden neue Ereiguſe osbrechen,
alle erforderlichen Maßnahmen treffen und die Leitung aller
Zivil=, Militär= und diplomatiſchen Angelegenheiten
Nan=
lings in die Hand nehmen. Die Kontrolle der Finanzen
wird ihm gemeinſam mit dem Finanzminiſterium
über=
tragen. Wenn die ſüdlichen Truppen beruhigt ſind, wird
das Amt Huanghſings wieder abgeſchafft. Der Erlaß
wird daher als ſehr wichtig angeſehen, weil er die Abſicht
Juanſchikais zeigt, den Bruch mit dem Süden zu vermeiden
und weiterhin die ſtillſchweigende Anerkennung bringt, daß
die Behörden des Südens noch nicht vorbereitet ſind, ihre
militäriſche Organiſation aufzulöſen.
* Urga 14. April. Der Abfall von China
be=
ginnt allgemein. Zahlreiche Stämme verſchiedener Teile
der Mongolei, darunter auch, wie es heißt, die
Tun=
guſenſtämme des Juligebietes, teilten Kutuchta ſchriftlich
mit, daß ſie ſich ihm anſchließen. Wie verlautet, ernannte
Juanſchikai den hier angekommenen einflußreichen
Mon=
golenfürſten der Inneren Mongolei Arachuagan zum
Ge=
hilfen des Kriegsminiſters.
* London, 15. April. Die Times meldet aus
Nan=
king: Nanking iſt jetzt vollſtändig ruhig. Es herrſcht
ſtrengſtes Standrecht. Bei der Niederwerfung der Meuterei
vom Donnerstag ſind 200 bis 300 Leute getötet worden.
Alle Regierungsdeputierten haben nun ihre Geſchäfte
ein=
geſtellt. Mehrere Miniſter lehnen die ihnen angebotenen
Portefeuilles ab. Die revolutionären Mitglieder der
Re=
gierung bezeigen wenig Neigung, ſich nach Peking zu
be=
geben. An der Pukaubahn ſtehen gegenwärtig 20000 Mann,
30000 Mann in Nanking, abgeſehen von den Truppen im
Jungtſetal, und 18000 Mann in Shanghai. Die Lage gilt
allgemein als außerordentlich unbefriedigend und eine
ſchleunige Löſung nicht wahrſcheinlich. Eine
Hauptſchwierig=
keit liegt in der Unmöglichkeit, die Truppen des Südens
anders als auf der Eiſenbahn in Bewegung zu ſetzen, weil
es auch an Transportmitteln fehlt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. April. Gouverneur von Togo
twird, wie wir von zuverläſſiger kolonialer Seite hören,
endgültig Herzog Adolf Friedrich von
Mecklen=
burg, Gouverneur von Deutſch=Oſtafrika, Direktor im
Reichskolonialamt Dr. Schnee. Als deſſen Nachfolger
iſt der bisherige Gouverneur von Kamerun, Dr. Gleim,
beſtimmt. Ueber die Wiederbeſetzung des Gouvernements
von Samoa iſt eine Entſcheidung zurzeit noch nicht
ge=
troffen.
* Berlin, 15. April. Unter dem Vorſitzenden des
Gene=
trals der Kavallerie v. Biſſing, bildete ſich ein
Reichs=
verband zur Unterſtützung bedürftiger
Veteranen und deren Angehörigen. — Wie
wir hören, leben allein aus den Kriegen, einſchließlich
1870/71, durch welche das Deutſche Reich geſchaffen wurde,
noch 450 000 Veteranen, von denen ungefähr Zweifünftel
aus öffentlichen Mitteln vor großer Not bewahrt werden.
Der Verband wendet ſich mit einem beſonderen Aufruf an
das deutſche Volk und erſtattete dem deutſchen Kaiſer von
der Errichtung des Verbandes Meldung.
* Berlin, 15. April. Auf der Reitbahn des Garde=
Ulanenregiments ſtürzte geſtern cand. theol. Glatzel ſo
ſchwer, daß er ſtarb. Er hatte ſich einen Schädelbruch und
eine Gehirnerſchütterung zugezogen.
* Berlin, 15. April. In Niederſchöneweide fuhr geſtern
nachmittag ein Charlottenburger Automobil über den
Bürgerſteig in das Schaufenſter eines Schuhgeſchäftes. Der
Berliner Kriminalſchutzmann Prenis und ſeine Frau, die
zufällig vor dem Schaufenſter ſtanden, wurden in den Laden
geſchleudert und ſehr ſchwer verletzt. Prenis iſt geſtorben,
ſeine Frau ſchwer krank.
* Neuſtadt a. d. Haardt, 15. April. Auch in der Pfalz,
namentlich in der vorderen Pfalz, haben die Fröſte der
letzten Nächte, wo das Thermometer ſtellenweiſe bis zu
6 Grad ſank, an den Obſtblüten und den Weinbergen großen
Schaden angerichtet. Namentlich iſt der Schaden in den
tiefer gelegenen Weinbergen der Haardt ſehr beträchtlich.
Die Größe des Schadens läßt ſich zurzeit noch nicht über=
’ſehen, da die zurückgebliebenen Augen noch nicht
ausge=
trieben waren und ſpäter noch treiben werden; doch iſt ein
großer Teil der Augen erfroren. Auch die Baumblüten
haben ſehr gelitten; ſo ſind Obſtbäume, wie Kirſchen,
Bir=
nen ꝛc. anzutreffen, deren ganzer Blütenbeſtand durch die
Nachtfröſte vernichtet worden iſt.
* Beuthen, 15. April. In ganz Oberſchleſien wurde
geſtern nachmittag um 4 Uhr 36 Minuten eine ziemlich ſtarke
Erderſchütterung wahrgenommen. Die Gegenſtände
in den Zimmern wankten.
* Wien, 15. April. Heute abend findet in dem Palais
des Erzherzogs Friedrich die Verlobung der Prinzeſſin
Iſabella von Croy, der Schweſter des Herzogs von Croy
mit dem Prinzen Franz von Bayern, dem dritten Sohne des
Prinzen Ludwig von Bayern und der Prinzeſſin Maria
Thereſe, geborenen Erzherzogin von Oeſterreich=Eſte.
* Belgrad. 15. April. Nach den Wahlberichten
wurden gewählt: 78 Altradikale, 36 Jungradikale, 8
Radi=
kaleDiſſidenten, 32 Nationaliſten und Fortſchrittler und 2
Sozialdemokraten; 10 Stichwahlen ſind erforderlich.
* Konſtantinopel, 15. April. Die Thronrede, mit
der das Parlament eröffnet wird, wird bereits vorbereitet.
Sie ſoll einen auf den Krieg bezüglichen Paſſus enthalten;
auch wird die Regierung in der Kammer eine längere
Er=
klärung über die auswärtige Politik abgeben. Bis jetzt ſind
114 Delegierte definitiv gewählt, wovon 110 der
Komitee=
partei und vier der Oppoſition angehören. — Unter den
De=
putierten des Komitees befinden ſich ſieben Araber, vier
Griechen, zwei Armenier, je ein Bulgare, Serbe und
Iſraelit.
* Waſhington, 15. April. Die R egierung teilte den
Vereinten Staaten Mexikos mit, ſie mache die
mexi=
kaniſche Regierung und das Volk für jede böswillige oder
rechtswidrige Handlung haftbar, wodurch das Leben und
Eigentum, ſowie die Intereſſen der Amerikaner vernichtet,
geſchädigt oder gefährdet würden. Eine ähnliche Note
wurde an den Führer der Aufſtändiſchen, General Orocko,
geſchickt.
— Eſſen, 15. April. Auf dem Bahnhof von
Gelſen=
kirchen geriet eine Frau mit einem zweijährigen Kinde, als
ſie in einen fahrenden Zug ſteigen wollte, unter denſelben.
Beide wurden getötet.
— Detmold, 15. April. In der Senne bei Schloß Holte
fuhr ein mit vier Perſonen beſetztes Automobil der
Dür=
kopp=Werke in Bielefeld gegen einen Baum. Das
Automobil wurde zertrümmert. Drei Inſaſſen
wur=
den ſchwer, einer leicht verletzt.
— London, 15. April. An Fiſchvergiftung ſind in
Mon=
tague fünf Kinder einer Familie geſtorben. Die Kinder
erhielten Heringe zum Abendeſſen, die anſcheinend nicht
mehr friſch waren.
Brieſtaſten.
P. S. Homerule (ſpr.: Hohmruhl) bedeutet
urſprüng=
lich „Heimatsregierung”.
Ich bleibe bei der echten
Scotts Emulſion, denn mit dieſer habe ich erreicht,
was ich wollte, nämlich eine ſchnelle Kräftigung und
Stärkung meines 64jährigen Sohnes Friedrich nach
vorausgegangener Krankheit, während ſeine zuerſt
an=
gewendete, allerdings billigere Nachahmung Ihres
Prä=
parates keinen Erfolg herbeiführte. Mein Söhnchen hat
Beotts Elnaision
ſofort ſehr gern genommen; den Einfluß des Präparakes
auf den Appetit konnte man alsbald bemerken, denn
Friedrich zeigte viel mehr Luſt zum Eſſen, ſein
Körper=
gewicht hat ſich infolgedeſſen entſprechend vermehrt, auf
ſeine Wangen iſt die friſche roſige Farbe zurückgekehrt,
und er iſt auf dem beſten Wege, ein kräftiger Junge zu
werden. Auch ſchläft er nachts viel ruhiger.
(Gez.) Friedrich Schmidt, Weißenburg, Bayern, Schrecken 133,
14. September 1910.
In der Wiedergeneſungszeit iſt es immer von Wichtigkeit,
die Kraft des Körpers und deſſen Ernährung durch ſtärkende
Mittel zu fördern. Zahlloſe Beiſpiele, ähnlich dem obigen,
haben bewieſen, daß Scotts Emulſion hierzu eines der
allergeeignetſten Mittel iſt, die wir beſitzen.
Scotts Emulſion wird von uns ansſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelten
Oriainalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
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11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Saultheriaöl
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trefflich bewähren, daß eigentlich kein Menſch ſie
entbehren kann und daß ſie in jedem Hausbalt
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Preis: 85 Pfg. für die Schachtel.
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auch Sonntags von 9—12 Uhr.
(6584a
Todes-Anzeige
Im tiefsten Schmerz machen wir allen Freunden und teilnehmenden
Bekannten die traurige Mitteilung, dass unsere herzensgute, innigstgeliebte
Tochter und Schwester
Hertha Hannemann
am Sonntag abend nach langem, mit engelsgleicher Geduld ertragenem Leiden
im Alter von 16 Jahren sanft entschlafen ist.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Darmstadt,
Redakteur Friedr. Mannemann u. Frau Helene, geb. Haendel,
den 15. April 1912.
Else Hannemann.
Die Beisetzung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, statt.
Kondolenzbesuche dankend verbeten.
(9071
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden und der Beerdigung meines
lieben, unvergeßlichen Gatten, unſeres Vaters,
Sohnes, Schwiegerſohnes, Bruders, Schwagers
(9082
und Onkels
Herrn GeorgDaschinys
ſage ich Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Rückert
für die troſtreiche Grabrede, den Schweſtern, der
Firma Gebrüder Roeder, ſeinen Mitarbeitern und
Allen, die ihn zu ſeiner letten Ruheſtätte
ge=
leiteten, ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden,
unſeren herzlichſten, tiefgefühlteſten Dank.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Anna Daschinys, geb. Kratz.
Darmſtadt, den 15. April 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer
(9057
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Marie Müller
geborene Eisengrein
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Beringer für die troſtreichen Worte am Grade,
ſowie für die Blumen= und Kranzſpenden, unſeren
herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Müller, Karlſtraße 49.
Darmſtadt, den 14. April 1912.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber England liegt ein Hochdruckgebiet, das ſich
langſam oſtwärts verlagert. Flache Teiltiefs brachten
geſtern Bewölkung und vielfach auch leichte Niederſchläge.
Die Temperaturen ſind allgemein etwas geſtiegen. In
Irland und Weſtſchottland fällt der Druck wieder, was
darauf hindeutet, daß ſich vom Ozean her wieder ein
neues Tief nähert. Jedoch ſind wir morgen noch unter
dem Hochdruckeinfluß.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 16. April:
Leicht bewölkt, trocken, wärmer.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres guten, unvergeßlichen
Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers
und Onkels
(*9466
Heren Ludwig Riedlinger
ſagen wir Allen, die unſerem lieben Verſtorbenen
die letzte Ehre erwieſen haben, unſeren herzlichen
Dank. Insbeſondere danken wir für die vielen
Blumenſpenden, ſowie den Stammgäſten der
Reſtauration Sommer und ſeinen Mitarbeitern bei
der Firma J. Schröder, A.=G.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Fam. Franz Riedlinger, Fam. Lud. Riedlinger,
„ Heinr. Riedlinger, „ Alb. Riedlinger.
Darmſtadt, den 15. April 1912.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Der Schmuck
der Madonna”
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metropol” um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 17. April.
Hofreite=Verſteigerung des Heinr. Phil. Jacoby
(Parcusſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Gemälde=Verſteigerung um 10 Uhr Zimmerſtr. 13.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hefbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Slreeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Nummer 89.
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8—10 u. nachmittags ½ 2—3 Uhr
Moſerſtraße 8, I. Nachfragen
vor=
mittags.
(9125
Suche Stütze, weiche koch. kann
Köchinnen, perfekte u. bürgerliche,
zweites Hausmädch., Alleinmädch.,
welche koch. u. nicht koch. können,
in Herrſchafts= Privat= u. Geſch.=
Häuſer für hier u. ausw. Minna
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Nummer 89,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 9.
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vensystem erstarkt, die körperlichen Kräfte
werden gehoben. Warnung: Man verlange
ausdrücklich den Namen Dr. Hommel.
Sport.
* Fußball. Wettkämpfe in Darmſtadt.
Man ſchreibt uns von beſonderer Seite: Alle die, die
Freude an körperlicher Tüchtigkeit unſerer Jugend
empfin=
den, haben etwas verſäumt, als ſie nicht den Wettſpielen
unſerer beiden größeren Fußballvereine an den Oſtertagen
beiwohnten. Der Sieg der „Olympia” gegen den
Gieße=
ner Sportklub mit 3:0 war ein wohlverdienter. Ohne
das Spiel der anderen Mannſchaft, in der ausnahmslos
jeder an ſeinem Platze war, zu verkleinern, ſei nur des
Darmſtädter Torwächters gedacht, deſſen Spiel auch für
den Nichtfachmann ein vollendeter Genuß war und der
jeder repräſentativen deutſchen Mannſchaft zur Zierde
gereichen würde. Aber auch die erſte Mannſchaft des
Darmſtädter Sportklubs 1905, die gegen eine ſpielſtarke
Karlsruhe=Mühlburger Mannſchaft ehrenvoll unterlag,
ſcheint mir Fortſchritte gemacht zu haben, und
insbeſon=
dere fällt in dieſer Mannſchaft der unermüdliche rechte
Läufer auf. Es iſt zu bedauern, daß hier in Darmſtadt
die Bemühungen der Fußballklubs noch ſo wenig durch
Anteilnahme des großen Publikums gelohnt werden. Ein
Mittag bei ſolchem anregenden Spiel in freier, friſcher
Luft iſt beſſer angewandt als das Sitzen in irgend einem
Reſtaurant, oder eingepfercht in einem Kinematograph.
Der Gedanke einer Ertüchtigung der deutſchen Jugend
durch Spiel und Sport iſt glücklicherweiſe im Vormarſch
und hoffentlich hinken die Darmſtädter auch dieſer
Ent=
wickelung, wie ſo vielem anderen, noch nach.
Die hieſigen Klubs ſollten durch ein Propagandaſpiel
gegen einen wirklich erſtklaſſigen Fußballverein, wie etwa
den Karlsruher, wobei ſie ihre Mannſchaft aus den beſten
Leuten beider Klubs zuſammenſtellen könnten, das
In=
tereſſe weiterer Kreiſe zu erwecken ſuchen. Hier wäre der
Punkt, wo auch der Jungdeutſchland=Bund
ein=
zuſetzen hätte.
Berliner Fußballmeiſterſchaftsſpiele.
Minerva konnte gegen Alemannia trotz beſſeren Spieles
nur unentſchieden 222 (210) abſchneiden. Hertha ſchlug
den Sp. C. Charlottenburg auch diesmal nur knapp mit
2:0. In jeder Spielhälfte ſchoß Hertha ein Tor. Rapide
unterlag gegen Konkordia mit der hohen Torziffer 117.
Vorwärts gewann gegen den Berliner Sportklub mit 5.1.
Im Geſellſchaftsſpiel erfocht Tasmania den knappen
Sieg über Tennis=Boruſſia von 211.
Meiſterſchaft der Garderegimenter. Die
Eliſabether ſchlügen das dritte Garderegiment mit 5.0,
das Telegraphenbataillon das zweite Garderegiment
mit 103 und das fünfte Garde=Grenadierregiment das
erſte Feldartillerieregiment mit 9:2.
Fußball=Länderkampf Deutſchland-
Ungarn 4:4. Mit einem unerwartet guten Reſultat
hat die deutſche Mannſchaft gegen die ſehr ſpielſtarken
Ungarn abgeſchnitten, denn es gelang ihr, mit 414 das
Spiel unentſchieden zu geſtalten. Da erſt vor kurzem eine
repräſentative deutſche Elf gegen die ebenfalls ſehr
ſpiel=
ſtarken Holländer mit 5:5 unentſchieden abſchneiden konnte,
ſo ſind aus dieſen beiden Erfolgen gute Schlüſſe auf das
wachſende Können der deutſchen Fußballer zu ziehen.
Eine ungeheuere Menſchenmenge wohnte trotz des
ſtürmi=
ſchen Wetters dem Deutſch=Ungariſchen Wettkampfe bei.
Wohl an 30000 Zuſchauer umſäumten den prachtvoll
angelegten Platz. Die deutſche Mannſchaft zeichnete ſich
durch ein glänzendes Spiel der Stürmerreihe aus, das
bereits in der ſiebenten Minute durch den
Linksaußen=
ſtürmer Möller=Kiel zum erſten Erfolge führte. Bei
einem Durchbruch in der 12. Minute konnte Ungarn den
Ausgleich erzielen. Schon zwei Minuten ſpäter erzielte
für die deutſche Mannſchaft, die durch den ſtarken Wind
etwas begünſtigt war, Kipp (Stuttgart) das zweite Tor;
in der 20. Minute landete der Mittelſtürmer Worpitzky=
Berlin das dritte Tor und fünf Minuten vor Halbzeit
Jäger=Altona das vierte Tor für Deutſchland, ſo daß mit
4:1 die Seiten gewechſelt wurden. Die allgemeinen
Hoff=
nungen auf einen glänzenden Sieg der Deutſchen erfüllten
ſich jedoch nicht, da es den in der zweiten Spielhälte „mit
dem Winde” ſpielenden Gegnern gelang, die
rückſtändi=
gen drei Tore aufzuholen. Nachdem in der 15. und in
der 18. Minute Ungarn durch Kombination zeimal den
Ball ins Tor ſenden konnte, wurde durch die deutſche
Ver=
teidigung im Strafraum ein Elfmeterball verwirkt, der
Ungarn den Ausgleich brachte. Somit endete der Kampf
4:4 unentſchieden, nachdem im Dezember vorigen Jahres
Ungarn in München mit 411 gewonnen hatte und die erſte
Begegnung im Jahre 1909 in Peſt mit 3:3 ebenfalls
un=
entſchieden geblieben war.
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1. Lt. v. Bachmayrs Heiotoho (Beſ.), 2. Pride of Weil
(Lt. Frhr. v. Lyncker), 3. Emſig I (Lt. Graf Schmettow).
Tot. 59110, Pl. 20, 38, 30110. Unpl.: Der Dragoner (4),
Delaware (erkl.), Demant, Imker (gef.). Leicht ½ bis
½ Lg. — Effenberg=Jagd=Rennen; 3200 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Lt. F. v. Zobeltitz! Edelmann (H. Brown),
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Lochlee (Stübing), 2. Tonczi (Wurſt), 3. Pariſienne
(Printen). Tot. 57110, Pl. 22, 25, 35110. Unpl.:
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Nummer 89.
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liefen. Leicht 3—4 Lg. — Dresdener Armee=Jagd=
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Diamond, Hill, Fairfax (4), Haſchiſch. Ueberlegen 1—34.
Längen. — Saronia=Hürden=Handikap; 4000 Mark,
Di=
ſtanz 3000 Meter: 1. Herrn G. Perchers Horridoh (G.
Winkler), 2. Triglav (Seeliſch), 3. Eo ipſo (Kuttke jr.).
Tot. 18110, Pl. 12, 20:10. Drei liefen. Kampf ½—8 Lg.
Rennen zu Hannover. Koltenweider Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn H. Wencks Caruſo (Mr. Anthony), 2. Plan Ryan
(Lt. v. Stammer), 3. Plutarch (Lt. v. Raven). Tot. 54:10,
Pl. 10, 10, 10:10. Unpl.: Ben Novis (4), Miß Mary,
Rainhill, Ceolah. Ueberlegen 3—12 Lg. — Preis von
Remlin; 6800 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Herrn C.
Fröhlichs Kis=betyar (Groneberg), 2. Banderilla (F.
Bullock), 3. Paradox (Evans). Tot 34:10, Pl. 12, 11.10.
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Meter: 1. Herrn Biſchofs Jack Horner (Evans), 2. Nimble
Field (Jentzſch), 3. Scotsgop SSchläfke). Tot. 72:10, Pl.
20, 13, 23:10. Unpl.: Sklavin (4), Brunonina, Firſt
Flutter, Etty, Wunderhold, La Beroge. Kampf, Hals
bis 1 Lg. — Großes Hannoverſches Handikap; 13000
Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Eccolo
(Raſtenberger), 2. Spion (Jentzſch), 3. Helmarich
(Schläfke). Tot. 24:10, Pl. 17, 24, 16:10. Unpl.: Oranier,
Fife o’elock, Grasmücke, Jeſſonda. Ueberlegen ½ bis
½ Lg. — Adeptus=Rennen; Ehrenpreis und 1000 Mark,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn H. Ernſts Na=Na (Trune),
2. Ahrtal (Schenberg), 3. Litty (Wonkhouſe). Tot. 22110,
Pl. 14, 21:10. Unpl.: Angoſtura, Valet Sehr leicht 4
bis 3 Lg. — Preis vom Römerhof; 5000 Mark, Diſtanz
1400 Meter: 1. Herrn C. Fröhlichs Livadia (Schläfke),
2. Grunewald (Locht), 3. Landbote (F. Lane). Tot. 28:10,
Pl. 14, 18:10. Unpl.: Perilla (4). Leicht 2—10 Lg. —
Or=
kadian=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Herrn A. Goldſchmidts Komoly (Lt. von
Stammer), 2. Taſchenſpieler (Lt. Loß), 3. Auſtin Friars
(Lt. Winterer). Tot. 38:10, Pl. 12, 12, 21:10. Unpl.:
Raſper, Gay Paris, Catilina, Miß Oris, The Weaſel.
Sicher 1½—1 Lg.
Rennen zu Bielefeld. 1. Rennen: 1. Herzog
(Herrn v. Weſternhagen), 2. Riſarda (Beſ.), 3. Hot foot
(Beſ.). Tot. 15:10. Pl. 11, 16, 13:10. Unpl.:
Immaeu=
lata, Inkarnat, Raufbold, Reichsſtern. 4—3 Lg.
2. Rennen: 1. Cola Rienzi (Miſchon), 2. Kriegsbruder
(Piplies), 3. Gazelle (Kühl). Tot. 31.10, Pl. 18, 18:10.
Unpl.: Mukden II, Horizont I, Königsfräulein. 3 bis
1½ Lg. — 3. Rennen: 1. Lümmel I. (Lt. v. Berchem),
2. Fifth Ace (Lt. v. Moßner), 3. Jap (Lt. v. Polach).
Tot. 2310, Pf. 12, 15, 15210. Unpl.; Garbats,
Gounter=
feit, Flechte (4), Muſigny. 6—5 Lg. — 4. Rennen:
1. More Scotch (Hammer), 2. Harmlos (Kühl), 3. Ormsby
(Johnſon). Tot. 430:10, Pl. 18, 15:10. Unpl.: Le
Capi=
ſton, Hengiſt, Real Gem (angeh). — 5. Rennen: 1.
Ano=
nymus (Lt. v. Berchem), 2. Manolesko (Lt v. Polach),
3. Kreppwör (Hr. v. Weſternhagen). Tot. 29110, Pl. 23,
62:10. Unpl.: Beethoven (4), Languſte. 4—10 Lg.
6. Rennen: 1. Niſſa (Kühl, 2. Meluſine (Johnſon), 3. Suſe
(Voigt). Tot. 18.10, Pl. 14, 20:10. Unpl.: Mogador (4),
Salve, Wanderburſch. 3—5 Lg.
In Frankfurt a. O. ſiegten am Sonntag:
May=
time (142:10), Olympiade (28:10), Kings Chorus (25:10),
Angola (32110), Dornröschen (18:10), Giulan (526:10).
* Radrennen. Die Eröffnungsrennen in
Frankfurt a. M. am Sonntag ſtanden unter keinem
günſtigen Stern. Der Himmel war bedeckt und es wehte
ein kühler Weſtwind, ſo daß der Beſuch zu wünſchen übrig
ließ. Die Rennen ſelbſt brachten dem wieder auf der
Höhe ſeines Könnens befindlichen Arthur Stellbrink einen
vollen Erfolg. Dem Berliner gelang es, den großen
Er=
öffnungspreis über 60 Kilometer in der Weltrekordzeit
von 40 MMinuten 23½ Sekunden nach Hauſe zu fahren und
dabei vom 30. Kilometer an alle beſtehenden Rekords zu
ſchlagen. Stellbrink fuhr 30 Kilometer in 20 Minuten
14½ Sekunden, 40 Kilometer in 26.51½, 50 Kilometer in
33:33½. Zweiter wurde Walthour, 300 Meter zurück vor
Ebert 1630 Meter und Janke 3020 Meter zurück. Im
Saiſon=Einweihungs=Preis über über 30 Kilometer lag
Stellbrink bis zur 54. Runde an der Spitze, hatte aber
dann Defekt und fiel auf den 3. Platz zurück. Sieger blieb
Ebert in 21:04½ vor Walthour 1310 Meter, Stellbrink
1610 Meter und Janke 3500 Meter zurück.
Eſſener Eröffnungs=Radrennen. Der
20 Kilometer=Lauf des Eröffnungspreiſes mußte beim 12.
Kilometer mit folgendem Stand abgebrochen werden:
1. Mauß 9 Minuten 49,1 Sekunden, 2. Ahrens 1200
Me=
ter, 3. Wißmann 1600 Meter, 4. Somers 2800 Meter
zu=
rück. Im Hauptfahren ſiegte Echterhoff mit einer Länge
vor Chriſtian Müller und Roſenfeld. Der 50 Kilometer=
Lauf des Eröffnungspreiſes kam am Montag
nach=
mittag zur Entſcheidung.
Auf der Pariſer Buffalobahn gelangte ein
100 Kilometer=Fahren mit Tandemführung zum Austrag.
Während Crupeland, der Sieger der Fernfahrt Paris”
Roubaix, infolge verſchiedener Reifendefekte zurückfiel,
blieben Lapize, Brocco und Georget bis zum Schluß
bei=
ſammen. Lapize gewann im Endſpurt in 2 Stunden 07
Minuten 32 Sekunden mit einer Radlänge vor Brocco
und 2 Längen vor Georget. Crupeland mußte ſich mit
5 Runden Verluſt mit dem letzten Platz begnügen.
* Waſſerſport. Die Meiſterſchaft des
Meeres. Die Motorbootwettfahrt in Monaco um die
Meiſterſchaft des Meres für Kreuzer=Zachten wurde bei
einer Beteiligung von 63 Booten ausgefahren. Von
An=
fang an lag das Rennen zwiſchen den Schweizer Saurer=
und Pickerbooten. Das Rennen gewann ſchließlich Mais
je vais piquer in 3 Stunden 32 Minuten 39½ Sekunden,
Dieſe Leiſtung bedeutet einen neuen Weltrekord.
Sau=
rer I, der während des ganzen Rennens dicht hinter
Mais je vais piquer gelegen hatte, mußte kurz vor dem
Ziele infolge Benzinmangels aufgeben. Auch das
deutſch=
ſchweizeriſche Boot Saurer=Nürſen mußte wegen
Defekts=
beim 168. Kilometer ausſcheiden. Den zweiten Platz
konnte nach dem Ausſcheiden von Saurer I Cocorico II
in der Zeit von 4 Stunden 09 Minuten 54¾ Sekunden
belegen. Dritter wurde Garoche in 4 Stunden 58
Minu=
ten 12 Sekunden und vierter Gregoire VIII in 5 Stunden
31 Minuten 21½ Sekunden. Die Länge der Wettfahrt
betrug 200 Kilometer. Für die Zwiſchenlandlung (100
Kilometer) benötigte das ſiegende Boot Mais je
vais=
piquer 1 Stunde 46 Minuten 41 Sekunden.
* Laufſport. Die erſten
Berufsläuferren=
nen in Berlin wurden unter Leitung des Deutſchen
Profeſſional=Verbandes auf dem Sportplatz Oſt in
Rum=
melsburg abgehalten. Die Eröffnungsnummer bildete
ein 10 Kilometer=Gehen, das der bekannte deutſche
Meiſtergeher Hermann Müller in 55 Minuten 1 Sekunde
leicht gegen den Magdeburger Voigt gewann. Im
Zvei=
ſtunden=Paarlaufen hatte die Führung anfänglich das
Paar Müller=Albrecht übernommen, das jedoch im
wei=
teren Verlaufe des Rennens von der gut laufenden
Mannſchaft Hempel=Zernick verdrängt wurde. In der
erſten Stunde hatten Hempel=Zernick 18,275 Kilometer
zurückgelegt. Müller=Albrecht lagen eine Runde zurück,
während die übrigen Teilnehmer keinen Augenblick in
Frage kamen. Dieſe Reihenfolge blieben auch in der
zweiten Stunde bei, nur ließ Müller merklich nach, ſodaß
er mit ſeinem Partner Albrecht am Schluſſe des Rennens
4½ Runden hinter dem ſiegenden Paare Hempel=
Zer=
nick, das in 2 Stunden 35,515 Kilometer bewältigte,
zurück=
lag. Dritter wurde die Mannſchaft Voiat=Holzhüter mit
31,275 Kilometer und Vierter Schollbach=Völkelt mit 30,750
Kilometer.
* Lawn=Tennis. Die engliſche Tennis=
Mei=
ſterſchaft für die Olympiſchen Spiele in
Stockholm iſt jetzt feſtgeſetzt worden und beſteht aus drei
Damen und acht Herren. Im einzelnen beteiligen ſich
(Herren=Einzelſpiel): Roper=Barett, Beamiſh, Caridia,
Dixon, Gorc, F. G. Lowe. A. H. Lowe, Mavrogordato.
(Herren=Doppelſpiel): Caridia und Mavrogordato, Dixon
und Beamiſh, Gore und Roper=Barett, F. G. und A. H.
Lowe. (Damen=Einzelſpiel): Mrs. Hannam. Mrs,
Par=
ton, Miß Aitchinſon. (Gemiſchtes Doppelſpiel):
Mavro=
gordato und Parton, Roper=Barett und Aitchinſon,
Dixon und Hannam.
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39 44.
Dienstag, 16. April.
1912.
Kreistag.
Eine Sitzung des Kreistags findet
Mittwoch, den 17. April 1912, vormittags 11 Uhr,
in dem Rathausſaale dahier (Marktplatz 8) ſtatt.
Auf der Tagesordnung ſtehen folgende Gegenſtände:
1. Vorlage der Verwaltungsberichte des Kreis=Ausſchuſſes pro 1910 für die
Kreiskaſſe und die Kreio=Abdeckereikaſſe.
2. Prüfung und Begutachtung der Kreiskaſſerechnung und der Rechnung der
Kreis=Abdeckereikaſſe für 1910.
3. Feſtſetzung der Voranſchläge über Einnahmen und Ausgaben der Kreiskaſſe
und der Kreis=Abdeckereikaſſe für. 1912, ſowie Beſtellung einer Kommiſſion
für die Verwaltung und Beaufſichtigung der Kreis=Abdeckerei. (Art. 61 der
Kreis=Ordnung von 1911.)
4. Ausführung des Geſetzes vom 24. Mai 1893 über die Koſten der
Land=
armenpflege.
5. Neuwahl von 2 Mitgliedern und 2 Stellvertretern für die Körkommiſſion
zur Begutachtung des Faſelviehs in den Gemeinden des Kreiſes Darmſtadt,
auf die Dauer von 3 Jahren (1912 bis einſchl. 1914.)
6. Wahl eines Mitaliedes des Kreis=Ausſchuſſes an Stelle des verſtorbenen
Bürgermeiſters Müller von Roßdorf für den Reſt der laufenden
Wahl=
periode, d. i. bis Ende 1913.
(Da ſich im Kreis=Ausſchuſſe bereits drei Mitglieder befinden, die dem
Kreistage nicht angehören, ſo kann als Mitglied des Kreis=Ausſchuſſes
nur ein Mitglied des Kreistags gewählt werden. Art. 45 der Kreis=
Ord=
nung von 1911).
7. Wahl zweier Erſatzmänner des Kreis=Ausſchuſſes für die laufende
Wahl=
periode, d. i. bis Ende 1913 bezw. 1916.
(Ein Erſatzmann muß nach Art. 45 der Kreisordnung von 1911 dem
Kreistage angehören.)
8. Anſchluß der Gemeinde Pfungſtadt an das zu errichtende Gewerbe=
(8369a
gericht für die Landgemeinden des Kreiſes.
Darmſtadt, den 1. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Im Anſchluß an unſere Bekanntmachung vom 2. Oktober 1908 (
Amtsverkün=
digungsblatt Nr. 239 vom 10. Oktober 1908) bringen wir die nachſtehenden, für
weib=
liche Handwerker genehmigten Ausnahmebeſtimmungen wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis=
1. Während einer bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Uebergangszeit werden
weib=
liche Handwerker zur Geſellen= und Meiſterprüfung auch dann zugelaſſen, wenn ſie
die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung
nicht nachzuweiſen vermögen.
2. Weiblichen Handwerkern, welche beim Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Oktober
1908 ihr Gewerbe bereits 5 Jahre ſelbſtändig ausgeübt haben oder während
einer gleich langen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung tätig geweſen
ſind und am vorgenannten Termin das nach den fräheren Beſtimmungen für die
Anleitungsbeſugnis erforderliche Alter — 24 Jahre — bereits hatten, iſt auf ihren
Antrag die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu verleihen, auch wenn
ſie eine Lehrzeit nicht. nachzuweiſen vermögen. Die weiblichen Handwerker, welche
hiernach um die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen einkommen müſſen,
wollen ihre Geſuche bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Die dan erſarderichen Antrage ſormilare ſind bei den Großh. Bürgermeſtereien
erhältlich.
3. In allen anderen Fällen wollen ſich die weiblichen Handwerker wegen
wei=
terer Auskunft an die Handwerkskammer zu Darmſtadt wenden.
4. Wir machen ferner darauf aufmerkſam, daß der Begriff „ſelbſtändig” bei
den weiblichen Handwerkern ſehr häufig irrtümlich aufgefaßt wird. Insbeſondere
wird von Damenſchneiderinnen vielfach angenommen, daß die Selbſtändigkeit einen
in der eigenen Wohnung ſtatfindenden Geſchäftsbetrieb vorausſetze. Die ſelbſtändige
Ausübung eines Gewerbes (unter eigenem Namen, auf eigene Rechnung und unter
eigener Verantwortlichkeit) iſt jedoch auch bei ſolchen weiblichen Handwerkern gegeben,
die „in der Behauſung der Kundſchaft ſchneidern”.
Darmſtadt, den 4. April 1913.”
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin, ſie
wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.
Darmſtadt, den 4. April 1912.
(9062
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 15., 16., 18., 19., 22.,
23., 25., 29., 30. April 1912, von 8 Uhr vormittags bis zum Dunkelwerden,
Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des 18. Armeekorps auf dem
Schieß=
platz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtliche:
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich:
im Weſten: Dammweg.-=Brunnersweg ausſchließlich,
. Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln ab
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20. Sep:
tember 1909.)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(7489a
Fey.
Großh. Miniſterium des Innern hat dem Deutſchen Künſtlerverband e. V. in
München zu Zwecken der diesjährigen Ausſtellung zur Schaffung eines
Betriebs=
kapitals und zur Einrichtung einer Krankenfürſorge für die Verbandsmitglieder die
Erlaubnis erteilt, 5000 Loſe einer am 11. September 1912 zu veranſtaltendeu
Ver=
loſung von Kunſt= und Silbergegenſtänden innerhalb des Großherzogtums zu
ver=
treiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen
300 000 Loſe à 1 Mark ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit
(9663
dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Dobermann, 1 Kriegshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(9069
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Martinſtraße zwiſchen der Heinrich= und Rückertſtraße vom
15. bis zum 20. April ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt. (9068
Bekanntmachung.
Betreffend: Den Fahrverkehr auf dem Luiſenplatz.
Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Fahrverkehrs in den
Straßen der Stadt weiſen wir darauf hin, daß nach der
Polizeiver=
ordnung vom 20. Februar 1904, betreffend den Verkehr von
Fuhr=
werken in der Haupt= und Reſidenzſtadt, alle Fahrzeuge, alſo
ins=
beſondere Wagen jeder Art, Automobile, Handkarren, Fahrräder uſw.
ſtets die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Nach der
anderen Seite der Fahrbahn darf nur, wenn dort angehalten werden
ſoll und nicht früher als notwendig, abgebogen werden.
Zuwider=
handlungen können mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis
zu 14 Tagen beſtraft werden.
Mit Rückſicht auf den ſtarken Verkehr auf dem Luiſenplatz
iſt die Schutzmannſchaft angewieſen worden, darauf zu wirken, daß
alle Fahrzeuge, die die Rheinſtraße herauf= oder herunterfahren,
ſtets rechts am Ludwigsdenkmal vorbeifahren und auch hierbei
die rechte Seite der betreffenden Fahrbahn einhalten.
Darmſtadt, den 12. April 1912.
(9064is
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
I. V.: Lauteſchläger.
Bekanntmachung,
den Schutz der Angeſtellten in offenen Verkaufsſtellen gegen
Geſund=
heitsgefährdungen, insbeſondere die Einrichtung ausreichender
Sitzgelegenheit betreffend.
Die Inhaber von offenen Verkaufsſtellen ſind zufolge § 62,
Abſ. 1 des. Handelsgeſetzbuches verpflichtet, die Geſchäftsräume ſo
ein=
zurichten und den Geſchäftsbetrieb ſo zu regeln, daß die Angeſtellten
gegen eine Gefährdung ihrer Geſundheit, ſoweit die Natur des
Betriebes es geſtattet, geſchützt ſind.
Zum Zwecke der Durchführung dieſes Grundſatzes hat der
Bundesrat auf Grund des § 139h der Gewerbeordnung folgende
Beſtimmungen über die Einrichtung von Sitzgelegenheit für
An=
geſtellte in offenen Verkaufsſtellen erlaſſen. (Bekanntmachung des
Reichskanzlers vom 28. November 1900):
„1. In dejenigen Räumen der offenen Verkaufsſtellen, in welchen
die Kundſchaft bedient wird, ſowie in den zu ſolchen
Verkaufs=
ſtellen gehörenden Schreibſtuben (Kontoren) muß für die
da=
ſelbſt beſchäftigten Gehilen und Lehrlinge eine nach der Zahl
dieſer Perſonen ausreichende, geeignete Sitzgelegenheit
vor=
handen ſein. Für die mit der Bedienung der Kundſchaft
beſchäftigten Perſonen muß die Sitzgelegenheit ſo eingerichtet
ſein, daß ſie auch während kürzerer Arbeitsunterbrechung
benutzt werden kann.
Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezeichneten
Perſonen während der Zeit, in welcher ſie durch ihre
Be=
ſchäftigung nicht daran gehindert ſind, geſtattet werden.
2. Unberührt bleibt die Befugnis der zuſtändigen Behörden,
im Wege der Verfügung für einzelne offene Verkaufsſtellen
(§ 139 g der Gewerbeordnung) oder durch allgemeine
An=
ordnung für die offenen Verkaufsſtellen ihres Bezirks (139h
Abſ. 2 a. a. O.) zu beſtimmen, welchen beſonderen
Anforde=
rungen die Sitzgelegenheit in Rückſicht auf die Zahl der
Perſonen, für welche ſie beſtimmt iſt, ſowie hinſichtlich ihrer
Lage und Beſchaffenheit genügen muß.”
Allgemeine Anordnungen zur Ausführung dieſer
Bundesrats=
vorſchriften im Sinne der Ziffer 2 ſind bis jetzt nicht erlaſſen.
Es iſt darum Sache der Polizeibehörde, im einzelnen die zur
Duxchführung der Bundesratsvorſchriften, ſowie überhaupt des § 62,
Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuchs erforderlichen Anordnungen zu erlaſſen.
Zu dieſem Zwecke werden wir eine zeitweilige Beſichtigung!
der offenen Verkaufsſtellen und der zu ſolchen gehörenden
Schreibſtuben (Kontore) während der Geſchäftsſtunden durch unſere
Beamten vornehmen laſſen. Hierbei vorgefundene
Zuwiderhand=
lungen gegen die erwähnten Bundesratsvorſchriften werden gemäß
§ 147 Abſ. 1 Ziffer 4 der Gewerbeordnung Beſtrafung des
verant=
wortlichen Geſchäftsinhabers mit Geldſtrafe bis 300 Mark, im
Unver=
mögensfalle mit Haft zur Folge haben.
Darmſtadt, den 11. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
(9067is
J. V.: Lauteſchläger.
Bekanntmachung,
Uniformlieferung betreffend.
Die Lieferung von 52 Waffenröcken, 58 Tuchhoſen, 60 Mützen,
22 Tuchmänteln, 830 Litewken, 88 Paar weißledernen
Uniformhand=
ſchuhen für die Schutzmannſchaft ſoll vergeben werden.
Angebote auf dieſe Lieferung ſind verſiegelt bis zum Montag,
den 29. April 1912, vormittags 10 Uhr, bei uns (Hügelſtr. 31/33,
Zimmer Nr. 24) abzugeben, woſelbſt auch die Bedingungen einzu=
(9070im
ſehen ſind.
Darmſtadt, den 13. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Vergebung von Bauarbeiten
bei Herſtellung der Einfriedigungsmauer des Turnhallengrundſtückes
in der Soderſtraße zu Darmſtadt.
Unter Hinweis auf den Miniſterialerlaß vom 16. Juni 1893
und die nachfolgenden Ergänzungen werden nachſtehende Arbeiten
zum Wettbewerb ausgeſchrieben:
1. Erd= und Maurerarbeiten, ca. 61 cbm Mauerabbruch, ca.
295 chm Erdaushub. ca. 635 cbm Bruchſteinmauerwerk und
ca. 506 qm Fugenbeſtrich.
2. Steinhauerarbeiten, ca. 12,25 cbm Mauerabdeckplatten aus
rotem Sandſtein.
3. Pflaſter= und Planierungsarbeiten, ca. 100 qm Pflaſter auf
Bruch, ca. 140 am Pflaſterherſtellung, ca. 4020 qm Hoffläche
zu planieren und ca. 110 cbm Kies zu liefern.
Die Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen auf unſerm
Büro, Paradeplatz 4 b. vom 16. April ds. Js. an während der
Dienſt=
ſtunden zur Einſicht offen. Auch werden daſelbſt die
Angebotsformu=
lare, ſoweit der Vorrat reicht, gegen Erſtattung der Selbſtkoſten
abgegeben. Ein Verſand derſelben nach auswärts findet nicht ſtatt.
Die Angebote ſind bis 30. April ds. Js., vormittags 10 Uhr,
vortofrei, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, an unterzeichnete
Behörde einzuſenden, woſelbſt die Eröffnung derſelben in
Gegen=
wart der etwa erſchienenen Bewerber ſtatfindet. Zuſchlagsfriſt vier=
(3115?
zehn Tage.
Darmſtadt, den 15. April 1912.
Großherzogliches Hochbauamt Darmſtadt.
gez.: Diehl.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 19. d. Mts., nachmittags 5 Uhr,
ſollen im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße 4 folgende Gegenſtände
zwangsweiſe gegen bar verſteigert werden:
1 kl. Kaſſeſchrank, 1 Schuttwagen, 10 am. Oefen, 1 Pianino,
1 Küchenſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Vertiko, 1 Gasbadeofen
und 1 Bücherſchrank.
Darmſtadt, den 11. April 1912.
(9026oid
Wieser, Pfandmeiſter.
a billig abzu=
Gaszuglampe geben Laute=
St.
9447
rchlägerſtraße 5½.
uterh. pol. Kommode bill. abz.
GNäheres. Expedit. (*9363oim
esch: Pfandmeiſter.
Schiüler, Zudwigshöhſtr. 19,(*9169
Näh. Saalbauſtr. 78.
1 Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute eingetragen
hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und
In=
duſtrie, Darmſtadt.
Die Prokura
(9066
1. des Dr. phil. Ludwig Bleeck,
2. des Dr. jur Karl Goes,
3. des Hugo Schloſſer,
ſämtlich in Berlin, iſt erloſchen.
Darmſtadt, 6. April 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des am 7. Mai 1910
in Darmſtadt verſtorbenen
Stu=
denten Erwin Hilgendorf iſt zur
Abnahme der Schlußrechnung des
Verwalters, zur Erhebung von
Einwendungen gegen das
Schluß=
verzeichnis der bei der Verteilung
zu berückſichtigenden Forderungen
— und zur Beſchlußfaſſung der
Gläubiger über die nicht
verwert=
baren Vermögensſtücke — der
(9098
Schlußtermin auf
Dienstag, den 7. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gerichte I hierſelbſt, Zimmer Nr. 201,
beſtimmt.
Darmſtadt. 10. April 1912.
Der Gerichtsſchreiber
des Großh. Amtsgerichts I.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Georg GerhardIII.
von Eberſtadt b. D. wird nach
er=
folgter Abhaltung des
Schlußter=
mins hierdurch aufgehoben. (9047
Darmſtadt, 9. April 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Dünger=Verkauf.
Am Donnerstag, den 18. April
1912, von 9½ Uhr vormittags
ab, wird auf dem hinteren Hofe
deralten Kavalleriekaſerne
inDarm=
ſtadt die Matraßenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
verſteigert.
(9053im
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
Verkauf von
Matratzenſtreu.
Am Donnerstag, 18. April,
wird die Matratzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der
Ka=
valleriekaſerne an der Holzhofallee
verſteigert. Der Verkauf beginnt
um 10 Uhr vormittags. (9053
Leib=Dragoner=Regiment
Nr. 24.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Nummer 89.
Brtriebsardung und Gebährentarif ſür die Beuntzug des fähliſgen Lagerhuſes zu Daraſtall.
(9102)
Mit Zuſtimmung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung zufolge des Beſchluſſes vom 11. April 1912 werden
für die Benutzung und Verwaltung des ſtädtiſchen
Lagerhauſes zu Darmſtadt nachſtehende Beſtimmungen
getroffen:
§ 1. Betriebsleitung und Betriebsperſonal. Die
Leitung und Beaufſichtigung des Betriebs in dem
ſtädti=
ſchen Lagerhaus wird von dem Oberbürgermeiſter
wahr=
genommen.
Der Geſchäftsbetrieb ſelbſt liegt der von dem
Ober=
bürgermeiſter mit Genehmigung der Lagerhaus=
Deputa=
tion und der Stadtverordneten=Verſammlung zu
be=
ſtellenden „Städtiſchen Lagerhaus=Verwaltung” nach
Maß=
gabe dieſer Betrievsordnung und der etwa zu
erlaſſen=
den beſonderen Anordnungen ob.
Der Lagerhaus=Verwaltung wird das erforderliche
Arbeitsperſonal beigegeben. Die Dienſtverhältniſſe des
Perſonals der „Städtiſchen Lagerhaus=Verwaltung”
regeln ſich nach den allgemeinen Beſtimmungen über das
Beamten= und Dienſtperſonal der Stadt Darmſtadt.
§ 2. Geſchäfts=Umfang. Die ſtädtiſche Lagerhaus=
Verwaltung (in folgendem „Verwaltung” genannt)
übernimmt die Aufbewahrung und Einlagerung von
Waren gegen Entrichtung der im Tarif feſtgeſetzten
bühren.
Der Regel nach werden nur die in dem Tarife
ver=
zeichneten Waren und Produkte zur Einlagerung
über=
nommen. Ueber die Bedingungen der Einlagerung
ſon=
ſtiger Waren und Produkte bleibt beſondere
Ueberein=
kunft mit der Verwaltung vorbehalten.
Zoll= und ſteuerpflichtige Waren, die in ermieteten
Räumen (ſogenannten Privatlagern) untergebracht ſind,
unterliegen den zoll= und ſteuergeſetzlichen Vorſchriften
und lagern unter gemeinſamem Verſchluß des Großh.
Hauptſteueramts und des Lagerinhabers. Gleichzeitig
befindet ſich ein Duplikat des Schlüſſels des
Lager=
inhabers zu dem Raum in den Händen der Verwaltung,
die ſich für ihre Beauftragten das Recht des Zutritts
vorbehält, ſoweit dies zur Aufrechterhaltung der
Lager=
ordnung, aus allgemeinen Sicherheitsrückſichten oder für
beſondere Notfälle ihr erforderlich erſcheint.
Oktroipflichtige Güter ſind an die Erfüllung der
Be=
ſtimmungen des jeweiligen Oktroireglements gebunden.
§ 3. Die Verwaltung vermietet ferner je nach
Ver=
fügbarkeit beſtimmte abgeſchloſſene Räume zur Lagerung
von Waren des freien Verkehrs in eigener Verwahrung
des Lagernehmers nach Maßgabe der Beſtimmungen
über Raumvermietungen.
§ 4. Von der Aufnahme in das Lagerhaus ſind
aus=
geſchloſſen:
Feuergefährliche, insbeſondere zur Selbſtentzündung
geneigte, exploſionsfähige, ſtark ätzende, ekelhaften
Ge=
ruch verbreitende, ſowie andere Waren, die geeignet ſind,
auf ihre Umgebung nachteilig einzuwirken, ferner
Gegen=
ſtände, die ſchnellem Verderben unterliegen. Endlich
ſind ſolche Waren von der Aufnahme ausgeſchloſſen,
deren Wert den mutmaßlichen Betrag der mit der
Nieder=
legung verbundenen Koſten und Gebühren, ſowie der
darauf haftenden Zoll=, Steuer= und Oktroigeſälle nicht
erreicht, es ſei denn, daß die Zahlung dieſer Gefälle im
voraus auf genügende Weiſe ſichergeſtellt wird.
Spiritus und Spirituoſen, Petroleum, Naphtha,
Benzin, Terpentinöl und ähnliche Stoffe finden nur in
dem von der Verwaltung hierfür beſtimmten Lagerraum
Aufnahme
Nerwaltung übernimmt und behält ſich vor
alle mit dem Empfange, der Auslieferung und der
ſonſti=
gen Behandlung der Waren verbundenen
Arbeitsleiſtun=
gen, und zwar gegen Entrichtung der tarifmäßigen
Ge=
bühren. Eine Ausnahme hiervon findet nur inſoweit.
ſtatt, als die Verwaltung ausdrücklich geſtattet, daß die
Verbringung von Waren nach und von den Mieträumen
und deren Behandlung in denſelben durch die Leute der
Intereſſenten ſelbſt erfolgt.
Die zur Einlagerung beſtimmten Getränke indeſſen
ſind in allen Fällen von den Niederlegern auf ihre Koſten
und Gefahr durch ihre Leute auf die von der Verwaltung
anzuweiſenden Lagerſtellen zu verbringen und beim
Bezug dort abnehmen zu laſſen.
Die Bedienung der maſchinellen Einrichtungen
er=
folgt nur durch Perſonal der Verwaltung gegen Zahlung
der tarifmäßigen Gebühren.
§ 6. Die Verwaltung vermittelt im Auftrage und
für Rechnung der Lagernehmer die Berichtigung auf den
eingehenden Waren haftender Frachten, Zölle, Steuern
und ſonſtiger Speſen.
§ 7. Die Verwaltung übernimmt ferner gegen
Ent=
richtung der tarifmäßigen Gebühren:
1. Die Beſorgung des Umſchlags von der Bahn auf
Fuhrwerke und umgekehrt von Waren aller Art, auch
wenn keine Einlagerung erfolgt.
2. Verſandanordnungen der bei ihr eingelagerten Waren
in folgendem Umfange:
a) Verſendung von Stück= und Wagenladungsgütern
durch die Bahn:
b) Beladung von Waggons unmittelbar an dem
Lagerhaus.
Stückgüter, die im Sammelladungsverkehr ab hier
verſandt werden ſollen, ſind durch einen Spediteur
abzu=
nehmen.
Die Verwaltung kann die Annahme von Aufträgen
ablehnen, wenn die Bearbeitung der in Frage
kommen=
den Warengattung eine außergewöhnliche
Verant=
wortung bebingt.
§ 8. Allgemeine Beſtimmungen. Fahrzeuge (
Eiſen=
bahnwagen oder Fuhrwerke), die Güter an das ſtädtiſche
Lagerhaus anbringen oder von dort abholen, haben an
den ihnen von der Großh. Steuerbehörde bezw. der
Ver=
waltung anzuweiſenden Plätzen Stellung zu nehmen.
§ 9. Alle Perſonen, die das Lagerhaus betreten,
haben den Weiſungen der zuſtändigen Beamten
unweiger=
lich Folge zu leiſten.
§ 10. Die Verabreichung von Trinkgeldern.
Geträn=
ken oder Geſchenken irgend welcher Art an die
Lager=
hausbedienſteten oder Arbeiter iſt ſtrengſtens unterſagt.
§ 11. In ſämtlichen Räumen des Lagerhauſes iſt es
verboten, zu rauchen oder Pfeifen oder Zigarren, ſie
mögen brennen oder nicht, im Munde oder in der Hand
zu halten oder abzulegen. Ebenſo iſt in allen
ober=
ärdiſchen Lagerräumen der Gebrauch von Feuer und
offenem Licht unterſagt.
§ 12. Verantwortlichkeit der Lagerhaus=Verwaltung.
Die Verwaltung übernimmt hinſichtlich der von ihr zur
Einlagerung angenommenen Güter — mit Ausſchluß der
Fälle des § 3 — die Verbindlichkeit des Aufbewahrens
in dem Sinne, daß ſie:
a) Schadenerſatz leiſtet für gänzliches oder teilweiſes
Zugrundegehen der Waren durch Feuer.
Vorkom=
mendenfalls wird ein derartiger Schaden dergeſtalt
geregelt, daß die Stadt dem Beſchädigten die volle
Summe zuteil werden läßt, die ſie ſelbſt aus Anlaß
dieſes Schadens von jener
Feuerverſicherungsgeſell=
ſchaft erhalten hat, bei der ſie die im Lagerhaus
befind=
liche Ware verſichert. Wenn der Wert eines Gutes
bei der Einlagerung nicht „ſchriftlich” angegeben
wurde, ſo bleibt es der Verwaltung überlaſſen,
den=
ſelben jeweils zu beſtimmen und iſt nur dieſer letztere
Wert bei Regulierung eines etwa eintretenden
Scha=
dens zugrunde zu legen und muß vorkommendenfalls
der Beſchädigte den Nachweis liefern, daß ſein Gut
mindeſtens dieſem Wert entſprach.
b) Für den Schaden, der während der Dauer ihrer
Ver=
antwortlichkeit durch Verluſt oder Beſchädigung
ent=
ſtanden iſt, lediglich inſoweit haftet, als dem Schaden
ein grobes Verſchulden der Verwaltung oder ein von
ihr zu vertretendes grobes Verſchulden ihrer
Ange=
ſtellten nachgewieſen wird. Sie iſt insbeſondere in
keinem Falle verantwortlich für Schäden, die von
Er=
eigniſſen höherer Gewalt oder Krieg herrühren, für
Abgang, Schwund oder inneren Verderb vermöge der
eigentümlichen Natur oder der mangelhaften
Be=
ſchaffenheit der Ware, ſowie für Verluſt oder
Be=
ſchädigungen die durch Mängel der Verpackung oder
durch das Notleiden derſelben auf Lager entſtanden
ſind; auch für Beſchädigungen durch Mäuſe und
Ratten wird keine Garantie übernommen.
Für die aus der Beſchaffenheit und der örtlichen Lage
des Lagergebäudes, der Räume, Böden, Keller
Betriebs=
einrichtungen uſw. herrührenden Nachteile und Schäden
trägt die Verwaltung keinerlei Verantwortung.
§ 13. Ohne Uebernahme eines dahingehenden
beſon=
deren Auftrages iſt die Verwaltung zur Vornahme von
Arbeiten behufs Erhaltung oder Beſſerung von Waren
oder deren Verpackung nicht verpflichtet, wohl aber für
Rechnung des Einlagerers berechtigt.
§ 14. Sind Waren wegen mangelnder Verfügung
oder in Ermangelung einer Anweifung der
Auftrag=
geber vor der Einlagerung oder bei Ausführung der
ſonſt der Verwaltung erteilten Aufträge nicht verwogen
worden, ſo wird nur für die Stückzahl der Kolli gehaftet.
§ 15. Die Verwaltung haftet hinſichtlich ſolcher
Güter, die im Freien lagern, nicht für Schaden, der aus
dieſer Art der Lagerung enlſeht.
§ 16. Die nach vorſtehendem begründete Haftpflicht
der Verwaltung beginnt mit dem Zeitpunkte an dem
die Annahme zur Niederlage oder die Ausführung der
ſonſt gemäß § 7 erteilten Aufträge vollzogen iſt.
Sie erliſcht mit der erfolgten Auslieferung der Ware.
Dieſer Auslieferung ſteht gleich die im Auftrage des
Lagernehmers oder ſonſtigen Auftraggebers ſeitens der
Verwaltung vollzogene Einladung in Eiſenbahnwagen
oder auf Fuhrwerke, oder die Uebergabe an einen mit
der Verbringung des Gutes an die Güterbahnhöfe
be=
trauten Fuhrunternehmer.
Die Haftpflicht erliſcht ferner, wenn der Lagernehmer
oder ſonſtige Auftraggeber hinſichtlich der Uebernahme
der Ware ſich im Verzuge befindet.
§ 17. Entſchädiaungsanſprüche an die Verwaltung
können nur aus ſolchen Anſtänden erhoben werden, die
durch den Bezugsberechtigten unter Zuziehung der
Ver=
waltung ſpäteſtens in dem Zeitpunkte feſtgeſtellt werden,
in dem die Haftpflicht der Verwaltung ihr Ende erreicht.
§ 18. Die Verwaltung iſt von jeder Haftbarkeit für
ſolche Waren befreit, deren Gattung vom Einlagerer in
der Anmeldung zur Einlagerung unrichtig angegeben
worden iſt.
§ 19. Sofern eine Veränderung an der äußeren
Beſchaffenheit der Ware bemerkt wird und Gefahr im
Verzuge iſt. iſt die Verwaltung berechtigt, die
erforder=
lichen Vorkehrungen zur Verhütung von Schäden auf
Koſten des Lagernehmers zu treffen; eine Verpflichtung
hierzu beſteht nicht.
Das Gleiche gilt auch dann, wenn der Ware ſonſt
Gefahr, insbeſondere Feuersgefahr droht.
§ 20. Bei Raumvermietungen trägt der Lagernehmer
ſelbſt die Gefahr einer Entwendung, Beſchädigung oder
ſonſtiger Unfälle, und haftet die Verwaltung in keiner
Weiſe für den richtigen und guten Beſtand der Ware.
§ 21 Verſicherung gegen Feuersgefahr. Die
Ge=
bühren für Verſicherung gegen Brandſchaden, die
obliga=
toriſch ſind. betragen:
monatlich 5 Pfg. für je einen Wert von 100 Mark,
min=
deſtens aber 20 Pfg.
Für die in den Mieträumen, ſowie im Freien lagernde
Güter aller Art bleibt die Verſicherung gegen
Feuers=
gefahr in allen Fällen dem Lagernehmer überlaſſen.
§ 22. Annahme der Waren. Die Annahme der Waren
zur Lagerung iſt durch den Umfang der der Verwaltung
zur Verfügung ſtehenden Räumlichkeiten bedingt. Unter
Zoll= oder Steuerkontrolle befindliche Gegenſtände
ge=
nießen jedoch Gegenſtänden des freien Verkehrs
gegen=
über den Vorzug.
§ 23. Alle zur Einlagerung beſtimmten Waren ſind
auf vorgeſchriebenem Formular zur Niederlage
anzu=
melden.
Die angemeldeten Gegenſtände und deren Lagerſtelle
werden in dem Lagerbuch der Verwaltung genau
ver=
zeichnet. Der Lagernehmer erhält einen Abſchnitt aus
dem Lagerbuch als gleichlautende, von dem
Lagerhaus=
verwalter unterzeichnete Ausfertiaung, die den der
ſtädti=
ſchen Verwaltung gegenüber gültigen Lagerſchein bildet
und darf ein eingelegtes Gut nur dem Inhaber des
Lagerſcheins zurückgegeben werden.
Die Lagerhausverwaltung iſt berechtigt, nicht aber
verpflichtet, einen Nachweis über den rechtmäßigen Beſitz
des Lagerſcheins zu verlangen.
Im Falle ein Gut länger als 12 Monate im
Lager=
haus verbleibt, iſt der Lagerſchein zu erneuern und die
Gebühr zu entrichten.
§ 24. Der Lagernehmer haftet für alle infolge
un=
richtiger oder mangelhafter Anmeldung etwa
entſtehen=
den nachteiligen Folgen.
Enthält die Anmeldung von dem ſich bei Eintreffen
der Ware ergebenden Befund abweichende Angaben, ſo
hat der Lagernehmer umgehend nach Empfang der
be=
züglichen Mitteiluna die Berichtigung einzureichen. Die
Ware lagert inzwiſchen ohne jede Verantwortlichkeit der
Verwaltung auf Gefahr des Lagernehmers.
§ 25. Liegt die Vermutung vor, daß die Anmeldung
unrichtige Gewichtsangaben zum Nachteil der Verwaltung
enthalte und beſtätigt ſich dies bei der daraufhin
vor=
genommenen Verwiegung, ſo iſt der Lagernehmer, außer
zum Erſatz der der Verwaltung entzogenen ſonſtigen
Koſten zur Zahlung der Wiegegebühr verpflichtet.
§ 26. Flüſſigkeiten, Fettwaren, Honig und dergl.
werden nur in guten Gebinden angenommen.
Aus=
beſſerungen in ſchadhaftem Zuſtande ankommender
Fäſſer uſw. können auch ohne beſonderen Auftrag auf
Koſten des Lagernehmers bewirkt werden, die
Ver=
waltung übernimmt indes hierfür keine Verpflichtung
und keinerlei Verantwortlichkeit für etwa unerachtet der
geſchehenen Ausbeſſerung entſtehende Verluſte oder P
ſchädigungen.
Bei Auflieferung mangelhaft verpackter oder
äußerlich beſchädigter trockener Güter, ſofern deren
An=
nahme überhaupt erfolgt, behält ſich die Verwaltung
das Recht vor, eine auf die Beſchaffenheit der Güter
be=
zügliche Bemerkung dem Lagerſchein zuzuſetzen; für
ſolche Güter ſind die Beſtimmungen der §§ 122220 üher
die Haftbarkeit der Verwaltung maßgebend.
§ 28. Waren in unverpacktem Zuſtande, die in der
Regel verpackt im Handel vorkommen, oder ſperrige
Güter und ſolche von außergewöhnlichem Umfange oder
Gewicht werden nur nach vorheriger Vereinbarung mit
der Verwaltung zur Lagerung angenommen. Mangels
einer ſolchen Vereinbarung wird bei unverpackten
Stück=
gütern wegen Teilſchadens nicht gehaftet.
§ 29. Sendungen, auf denen Frachtbeträge, Zölle,
Steuern oder ſonſtige Koſten haften, werden von der
Verwaltung nur angenommen, wenn der
Verfügungs=
berechtigte vor Ankunft der Ladung wegen Erſatzes der
darauf ruhenden Laſten der Verwaltung eine nach deren
Ermeſſen genügende Sicherheit geleiſtet hat.
Bei Stellung dieſer Sicherheit iſt der Verwaltung
gleichzeitig endgültige Verfügung über die Ware zu
erteilen. Durch dieſe Verfügung übernimmt der
Er=
teiler derſelben alle Pflichten des Lagernehmers,
inſo=
weit die Sendung auf Lager geht.
§ 30. Die Auslagen der Verwaltung an Frachten,
Nachnahmen und dergleichen ſind zuzüglich einer
Pro=
viſion von 1 Prozent der vorgelegten Summe von dem
zur Verfügung über die Ladung Berechtigten gegen
Quittung der Verwaltung auf erſtmalige Aufforderung
zu zahlen. Vor Rückerſtattung dieſer Auslagen kann
die Ware nicht verabfolgt werden.
§ 31. Speſenfrei unter der Adreſſe der Verwaltung
eintreffende oder ohne Begleitpapiere überwieſene
Send=
ungen, über welche die Verwaltung binnen 24 Stunden
nach Ankunft keine endgültige Verfügung beſitzt, können
geeigneten Falls auf Rechnung und Gefahr des
Eigen=
tümers der Ware zur Lagerung angenommen werden.
Hinſichtlich der Verantwortlichkeit der Verwaltung für
derartige Sendungen gelten die im § 24 für nicht
ord=
nungsgemäß angemeldete Güter getroffenen
Beſtim=
mungen.
Die bei der Einlagerung ſowie bei der
Aus=
lagerung zur zoll= und ſteueramtlichen Abfertigung
nötigen Schriftſtücke haben die Einlagerer ſelbſt
anzu=
fertigen und bei der Großh. Zollbehörde abzugeben,
wo=
bei ſie ſich der Vermittelung der Verwaltung bedienen
können.
§ 33. Die Verwaltung iſt nicht zur Prüfung der
Ware hinſichtlich Muſtermäßigkeit, Urſprungs, geſunder
Beſchaffenheit, inneren Verderbs, Waſſerbeſchädigung
oder Zuſammenladungsſchadens, ſowie der
Empfangbar=
keit der Ware überhaupt verpflichtet.
§ 34. Ausgang der Waren. Die Auslieferung des
Gutes kann nur gegen Rückgabe des Lagerſcheins
ſtatt=
haben. Bei teilweiſer Auslagerung geſchieht der betr.
Vermerk gleichlautend im Lagerbuch und auf dem
Lager=
ſchein.
Im Falle ein ſolcher Schein in Verluſt gerät, iſt die
Verwaltung berechtigt, das betr. Gut dem Einlagerer ſo
lange vorzuenthalten, bis der Lagerſchein ſeine
Gültia=
keit verloren hat. Es kann dieſem Verfahren nur dadurch
vorgebeugt werden, daß der Reklamant der Verwaltung
eine nach dem Ermeſſen des Oberbürgermeiſters
voll=
ſtändig genügende Sicherheit für allenfalſigen Schaden
leiſtet, der ihr durch ſpätere Vorlage des Lagerſcheins
entſtehen kann.
Die teilweiſe Auslagerung muß von dem Einlagerer
oder deſſen Beauſtragten an der im Lagerbuch
ange=
gebenen Stelle, ſowie von dem Lagerhausverwalter auf
dem im Lagerſchein vorgeſehenen Raum beſcheinigt
werden.
§ 35. Die vom Auftraggeber verlangte Abſackung
loſe lagernder Ware wird erſt dann vorgenommen, weut
nach dem Ermeſſen der Verwaltung Zeit zur Vornahme
der Verrichtung und Raum zur geſackten Lagerung
vor=
handen iſt.
Für irgend welchen in der Zwiſchenzeit entſtehenden
Gewichtsverluſt oder ſonſtigen Schaden übernimmt die
Verwaltung keine Verantwortung.
Wird dem Verlangen ſofortiger Abſackung
ſtattge=
geben, ſo erfolgt ſie gegen Zahlung der doppelten
Gebühren unter dem Vorbehalte daß über die
täglich abzuſackende Menge mit der Verwaltung
beſon=
dere Vereinbarungen getroffen werden.
§ 36. Uebertragung und Ueberweiſung von Wagen.
Behufs Uebertragung von Lagergütern auf einen Dritten
iſt der auf dem Lagerſchein befindliche vorgedruckte
Zeſſionsvermerk zu beachten.
§ 37. Raumvermietungen. Die Vermietung von
beſtimmten Räumen findet nach Maßgabe deren
Verfüg=
barkeit und nur dann ſtatt, wenn nach dem Ermeſſen der
Verwaltung eine ſolche Vermietung ſich mit dem
ſonſti=
gen Lagerhausbetrieb vereinbaren läßt.
Die Vermietung hat ſich auf einen Raum von
min=
deſtens ſolcher Größe zu erſtrecken, wie ſich letztere bei
Herrichtung einer zugänglichen und verſchlußfähigen
Abteilung eines Bodens oder Kellerraumes ergibt.
Sie erfolgt nur auf eine Dauer von wenigſtens einem
Monat (ſ. Tarif).
§ 38. Bei Vermietungen auf eine im voraus nicht
näher beſtimmte Zeit hat der Auflöſung des
Mietver=
hältniſſes eine vierwöchige Kündigung vorauszugehen.
Auf beſtimmte Zeit abgeſchloſſene Mietverträge ſind
eventuell ſpäteſtens einen Monat vor Ablauf zu erneuern.
§ 39. Der vermietete Raum ſteht unter Verſchluß
des Lagernehmers, gleichzeitig befindet ſich ein Schlüſſel
zu dem Raum in den Händen der Verwaltung, die ſich für
ihre Beauftragten das Recht des Zutritts vorbehält,
ſoweit dies zur Aufrechterhaltung der Lagerordnung, aus
allgemeinen Sicherheitsrückſichten oder für beſondere
Not=
fälle ihr erforderlich erſcheint.
Der Lagernehmer darf, ſoweit nicht anderweite
ſchriftliche Vereinbarung mit der Verwaltung getroffen
iſt, den gemieteten Raum nur zur Lagerung ſeiner eigenen
Güter verwenden. Die Benutzung desſelben durch Dritte
oder die Weitervermietung iſt nicht geſtattet.
§ 40. Die vermieteten Räume dürfen nur bis zu der
im Tarif angegebenen Minimalgrenze belaſtet werden.
Die Gewichtsbelaſtung unterliegt der Kontrolle der
Ver=
waltung. Der Lagernehmer hat deshalb auf Verlangen
das Gewicht der eingelagerten Güter nachzuweiſen.
Nummer 89,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 13.
§ 41. Dem Lagernehmer iſt der Zutritt zu den von
ihm ermieteten Räumen während der üblichen
Geſchäfts=
ſtunden mit Vorwiſſen des Lagerhausverwalters geſtattet.
§ 42. Die Verwaltung kann für die in den
vermiete=
ten Räumen vorzunehmenden Arbeiten die Verwendung
fremden Perſonals geſtatten.
§ 43. Die Arbeitszeit für die vermieteten Räume iſt
auf die ſonſt für die Arbeiten im Innern des Lagerhauſes
feſtgeſetzte Zeit, jedoch unter Beſchränkung auf Tageshelle,
beſtimmt. Wird in dringenden Fällen das Arbeiten bei
Licht ſeitens der Verwaltung geſtattet, ſo ſind hierzu
ausſchließlich die von derſelben gelieferten Laternen zu
benützen, ſofern nicht anderweite Beleuchtung von der
Verwaltung zur Verfügung geſtellt wird. Die Koſten der
Beleuchtung, ſowie der Beaufſichtigung ſind vom
Lager=
nehmer zu erſetzen.
§ 44. Für alle Schäden, die der Verwaltung durch
das Verſchulden des Lagernehmers oder der von ihm
an=
geſtellten Perſonen, ſei es direkt oder an ſolchem fremden
Eigentum verurſacht worden, für das die Verwaltung
verantwortlich iſt. haftet — unbeſchadet aller ſonſtigen
Rechte der Verwaltung — die eingelagerte Ware.
§ 45. Berechnung und Zahlung der Lager= und
Arbeitsgebühren, der Mieten uſw. Für die
Aufbewahr=
ung von Lagergütern, ſowie für die ſeitens der
Verwalt=
ung beſorgten Arbeitsleiſtungen kommen die im Tarif
verzeichneten Gebühren unter Zugrundelegung des beim
Eingang der Ware deklarierten oder des ermittelten
Bruttogewichts zu Berechnung.
Sie ſind nebſt etwaigen Auslagen und ſonſtigen
Schuldigkeiten alsbald nach Empfang der Anforderung
bar in deutſcher Reichswährung zu berichtigen.
Beanſtandungen der erfolgten Gebührenberechnung
entbinden den Lagernehmer, vorbehältlich ſeiner Rechte,
nicht von der Verpflichtung zur Zahlung nach Maßgabe
des Vorſtehenden.
§ 46. Bei Berechnung der Lagergebühren wird jeder
Monat zu 30 Tagen vom Tage der Einlagerung ab
an=
genommen; Bruchteile von 100 Kilogramm und jeder
angefangene Monat für voll berechnet. Eine Ausnahme
in letzterer Hinſicht beſteht nur für ungeteilte Partien von
mindeſtens 5000 Kilogramm einer und derſelben Ware,
die nach dem 15. eines Monats zur Einlagerung und vor
dem 1. k. Mts. zur Auslagerung, oder die nach dem
1. eines Monats eingelagert und vor dem 16. desſelben
Monats ausgelagert werden; dieſe ſind für den
betreffen=
den Monat nur mit der Hälfte des Lagergeldes zu
be=
rechnen.
§ 47. Bei Raumvermietungen iſt der tarifmäßige
Mietzins am Ende eines jeden Kalendermonats zu zahlen.
Bei längeren Vermietungen kann Zahlung der Miete
zu Ende eines jeden Vierteljahrs eingeräumt werden.
Vorauszahlung erſcheint ratſam.
§ 48. Die Verwaltung iſt nicht verpflichtet, vor
Be=
zahlung der auf den Gütern haftenden Gebühren,
Aus=
lagen und ſonſtigen Forderungen der Verwaltung bezw.
des Mietzinſes die Waren auszufolgen.
Werden gleichwohl die Güter vor Bezahlung der
ſchuldigen Beträge ausgeliefert, oder ergeben ſich
nach=
träglich zu berechnende Koſten oder Anſprüche an den
Lagernehmer, ſo bleibt dieſer hierfür der Verwaltung
perſönlich haftbar.
§ 49. Künidigung des Lagers. Die Dauer der Lagerung
der dem Lagerhauſe zur Aufbewahrung übergebenen
Wa=
ren iſt im allgemeinen und ſo lange die Vorſchriften dieſer
Betriebsordnung befolgt werden, von dem Belieben des
Lagernehmers abhängig; die Verwaltung behält ſich
in=
des, ſofern nicht beſondere Vereinbarung entgegenſteht,
jederzeit das Recht einer vierwöchentlichen Kündigung
vor.
§ 50. Bei Zuwiderhandlung gegen die
Beſtimmun=
gen dieſer Betriebsordnung oder gegen die im Intereſſe
des Betriebes und der Sicherheit ergehenden
Anordnun=
gen der Verwaltung iſt dieſe in allen Fällen zu einer in
ihrem Ermeſſen ſtehenden kürzeren Aufkündigung
berech=
tigt, ohne daß deshalb dem Lagernehmer ein Anſpruch
auf Befreiung von der Zahlung der tarifmäßigen
Gebüh=
ren oder des Mietzinſes für die vertragsmäßige Dauer
der Miete zuſteht.
Das gleiche gilt, wenn durch die eingelagerten Güter
Schaden für das Lager oder nachteilige Rückwirkungen
auf andere Lagerware zu befürchten ſtehen.
§ 51. Sofern bei ſtattgehabter Kündigung der
Lager=
nehmer mit der Abnahme der Ware im Verzuge iſt, iſt
die Verwaltung berechtigt, die Ware, je nach Umſtänden,
entweder auf Rechnung und Gefahr des Lagernehmers
ohne weiteres zu entfernen, oder ſie bei Zuläſſigkeit der
ferneren Lagerung in die öffentliche Niederlage zu
ver=
bringen.
§ 52. Verkehr im Lagerhaus. Die Einlagerer oder
deren Bevollmächtigte ſind nur in Begleitung eines
An=
geſtellten des Lagerhauſes zum Beſuche der Lagerräume
berechtigt, in denen die betreffenden, der Verwaltung
zur Aufbewahrung übergebenen Waren lagern.
Das Oeffnen der Kolli, Probenehmen uſw. wird
anderen als dem Lagernehmer und deſſen
Bevollmächtig=
ten nur auf ſchriftliche Anweiſung des Lagernehmers
geſtattet.
Dritten iſt der Zutritt zu den unter Zollkontrolle
ſtehenden Räumen nur mit Erlaubnis der Großh.
Steuer=
behörde und der Verwaltung geſtattet; zum Betreten der
übrigen öffentlichen Lagerräume genügt die Erlaubnis
der Verwaltung.
§ 53. Auskünfte über die in den Lagerhäuſern
liegen=
den Güter oder über daſelbſt abgeſchloſſene Geſchäfte
werden nur den Beſitzern von Lagerſcheinen oder den von
ihnen ſchriftlich zur Erhebung ſolcher Auskünfte
Ermäch=
tigten und zwar nur inſoweit erteilt, als es ſich um deren
Güter oder Geſchäfte handelt. Die Angeſtellten des
Lager=
hauſes ſind zur pünktlichen Befolgung dieſer Vorſchrift,
ſowie zur ſtrengſten Verſchwiegenheit verpflichtet.
§ 54. Haftung der eingelagerten Ware. 1. Die
Ver=
waltung hat an der eingelagerten Ware außer dem
geſetz=
lichen Pfandrecht des § 421 des Handelsgeſetzbuches ein
Pfandrecht auch für die ſämtlichen Forderungen aus dem
Lagervertrage.
2. Dieſes Pfandrecht beſteht auch an den an Stelle
der eingelagerten Waren bei der Verwaltung oder einer
ſonſtigen ſtädtiſchen Stelle hinterlegten Geldbeträgen oder
anderen Werten.
3. Zur weiteren Sicherung der Stadtgemeinde wegen
aller ihr zuſtehenden Forderungen überträgt der
Ein=
lagerer an die Verwaltung mit der Einlagerung alle
ſeine Forderungen, die aus irgend welchen Gründen (zum
Beiſpiel wegen Brandſchadens) an die Stelle der
ein=
gelagerten Ware treten, ebenſo die für ihn etwa zur
Ent=
ſtehung kommende Forderung auf Rückgabe der an Stelle
der Ware bei der Verwaltung oder einer anderen
ſtädti=
ſchen Stelle hinterlegten Geldbeträge oder ſonftigen
Werte; die Uebertragung dieſer Forderung erfolgt in
Höhe der ſämtlichen Anſprüche der Verwaltung.
4. Der Verwaltung ſteht weiter das geſetzliche
Zu=
rückbehaltungsrecht nach Maßgabe des § 369 ff. des Han=
delsgeſetzbuches zu, auch wenn der Einlagerer kein
Kauf=
mann ſein ſollte.
5. Das Zurückbehaltungsrecht des Abſ. 4 kann in
jedem Falle für ſämtliche Forderungen aus dem
Lager=
vertrage ausgeübt werden und erſtreckt ſich ſowohl auf
die eingelagerten Gegenſtände, als auch auf alle ſonſtigen
Leiſtungen, die die Verwaltung dem Einlagerer
gegen=
über zu erfüllen hat.
Zoll= und ſteuerpflichtige Waren haften unbedingt
für den auf ihnen ruhenden Zoll= und Steueranſpruch.
§ 55. 1. Bei der Vermietung von Lagerräumen ſteht
der Verwaltung das geſetzliche Pfandrecht des Vermieters
(§ 559 ff B. G. B.) und das Zurückbehaltungsrecht nach
Maßgabe des § 273 B. G. B. an den vom Mieter
ein=
gebrachten Sachen zu.
2. Das Pfandrecht beſteht aber ferner auch an den
an Stelle der eingebrachten Waren etwa bei der
Verwalt=
ung oder einer anderen ſtädtiſchen Stelle hinterlegten
Geldbeträgen oder ſonſtigen Werten.
3. Das Pfandrecht wie das Zurückbehaltungsrecht
werden in jedem Falle für ſämtliche Forderungen der
Verwaltung aus dem Lagervertrage ausgeübt.
4. Im übrigen finden die Vorſchriften des § 54 Abſ. 3
(Uebertragung von Forderungen), Abſ. 5 (Ausdehnung
des Rückbehaltungsrechts) auch bei der Vermietung von
Lagerräumen Anwendung.
5. Die im § 54 Abſ. 3 erwähnte Uebertragung von
Forderungen gilt als mit der Einbringung von Sachen
in die gemieteten Lagerräume bewirkt.
§ 56. Wenn die Verwaltung glaubt, daß der Wert
eines Gutes die darauf ruhenden Speſen nicht mehr deckt,
ſo wird ſie dieſe Koſten mittelſt eingeſchriebener
Benach=
richtigung dm Einleger anfordern. Wenn der Einleger
dieſe Koſten, inſofern es ein hieſiger Einwohner iſt, nicht
binnen 2 Tagen und wenn er ein Auswärtiger iſt, nicht
binnen 8 Tagen bezahlt, ſo iſt die Verwaltung zur
ſoforti=
gen öffentlichen Verſteigerung des in Betracht kommenden
Gutes berechtigt, wovon der bekannte Lagerſcheininhaber
benachrichtigt werden wird. Den etwaigen Mehrerlös
abzüglich der Gebühren und durch die Verſteigerung
ent=
ſtandenen Koſten hält die Verwaltung zur Verfügung des
Einlegers.
§ 57. Schlußbeſtimmungen. Wer der Verwaltung
Güter zur Einlagerung übergibt, oder ihr nach Maßgabe
dieſer Betriebsordnung Aufträge erteilt oder Lagerräume
von derſelben ermietet, unterwirft ſich dadurch zugleich
allen Beſtimmungen dieſer Betriebsordnung und den
jeweilig geltenden Tarifſätzen.
§ 58. Erfüllungsort und Gerichtsſtand für beide
Teile iſt Darmſtadt.
§ 59. Das Lagerhaus iſt nur an Werktagen dem
regelmäßigen Betrieb geöffnet und zwar in den Monaten
November, Dezember, Januar und Februar von morgens
8—12 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr, in den
übri=
gen Monaten von morgens 7—12 Uhr und nachmittags
von 2—6 Uhr. In dringlichen Fällen dürfen dieſe Friſten
erweitert werden.
§ 60. Auf den Verkehr in der öffentlichen
Zollnieder=
lage finden außer der vorſtehenden Betriebsordnung noch
die von den Zollbehörden erlaſſenen Vorſchriften
An=
wendung.
§ 61. Vorſtehende Betriebsordnung nebſt
Gebühren=
tarif treten am 1. Mai 1912 in Kraft, an welchem Tage
die bisherigen Beſtimmungen über den Betrieb der
öffent=
lichen Niederlage im Städtiſchen Lagerhaus nebſt dem
zugehörigen Gebührentarif aufgehoben ſind.
Darmſtadt, 12. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Tarif der Städtiſchen Lagerhaus=Verwaltung
Gültig vom 1. Mai 1912 ab.
Als Mindeſtbeträge für jeden einzelnen Poſten
kommen zur Erhebung:
an Lagergebühr (Tarif A)
„ 20 Pfg.
an ſonſtigen Gebühren (Tarif B) . . 30 Pfg.
A. Lagergebühren
pro Monat und 100 Kilogramm.
Die Lagergebühren werden nach dem
Kalendermonat, Bruchteile von 100
Kilo=
gramm und jeder angefangene Monat für
voll berechnet.
Bei Partien von 5000 Kilogramm und darüber, die
nach dem 15. eines Monats eingelagert, oder die vor dem
16. eines Monats ausgelagert werden, wird für
denbetref=
fenden Monat nur die halbe monatliche Lagergebühr in
Anrechnung gebracht.
Alaun 10, Albumin 15, Alkalien 10, Anis 15,
Anthra=
cen 10, Antimonoxyd 10, Apothekerwaren 30, Asbeſt 10,
Aſphalt 6 Pfg.
Balſame 20, Baumwolle in gepreßten Ballen 8
Baumwollabfälle und=Fäden (ungefettet) 15,
Baumwoll=
ſaatmehl 7, Baumwollwaren 20, Bettfedern in gepreßten
Ballen 20, Biertreber, getrocknete 6, Bimsſtein 6,
Bitter=
ſalz, Bittererde 10, Blätter für mediziniſche Zwecke 20,
Blech in Kiſten 8, Blei in Blöcken 8, Blei in Rollen und
Tafeln 8, Bleiaſche 6, Bleiglanz 8, Bleiſchrot 8,
Blei=
weiß 8, Bleizucker 10, Blüten für mediziniſche Zwecke 20
Blut, getrocknetes 20, Blutlaugenſalz 15, Bohnen 6,
Bo=
rax 12, Borſten 20, Benzin 12, Branntwein 15,
Brauer=
pech 6, Braunſtein 6, Bruchmetall 8, Butter 15 Pfg.
Cacao (fabriziert) 12, Cacaobohnen 10,
Cacaobut=
ter 15, Cacaoſchalen und Abfälle 8, Canarienſamen 10,
Carden 20, Carobbe (Johannesbrot) 15, Caſſia (Zimt) 12,
Catechu 10, Cement 6, Cementwaren 15, China=Clay 6,
Chinin 40, Cichorie 10, Zigarren 30, Citronen 15,
Cocos=
nußkerne 10, Cocosnußkerne (zerkleinert) 15, Cocosnuß=
Oel 15, Colophonium 8, Conſerven 12, Copra in Säcken 6,
Coriander 15, Corinthen 10. Cottonöl 12, Cremor
tar-
tari 15. Crin d’afrique (Pflanzenhaar) 15 Pfg.
Dachpappe und Dachfilz 10. Dari 6, Därme,
geſal=
zene 10, Daubholz 8. Daunen 20, Dégras 15, Dextrin 8,
Dividivi 8, Draht (Eiſen) 10, Drahtgeflechte 15,
Draht=
ſtifte 8 Pfg.
Eicheln 8, Eichenholz=Extrakt, feſt 10, Eichenholz=
Extrakt, flüſſig 15, Eier in Kiſten 20, Eiſen, geſchmiedet,
gewalzt, gegoſſen, in Stangen 8. Eiſenblech in Tafeln 8,
Eiſenvitriol 6, Eiſenwaren, grobe, nicht ſperrig 8,
Eiſen=
waren, fein, nicht ſperrig 15, Elfenbein 40,
Elfenbein=
abfälle 8, Erbſen 6, Erbſenſchalen 7, Erdnüſſe 8,
Erdnuß=
kuchen. vervackt 7, Erdnußſchalen, verpackt 7, Erze 8.
Eſſig 12, Eſſigeſſenz 20 Pfg.
Farberden 8, Farbhölzer, in Blöcken 8, Farbhölzer,
gemahlen 12. Farbholz=Extrakte, feſte 10, Farbholz=
Extrakte, flüſſig 15, Farbwaren, anderweitig nicht
ge=
nannt 15, Farbwurzeln 12, Felle, getrocknete, in
Bal=
len 15. Fettwaren, anderweitig nicht genannt 15, Fibre
12, Filzwaren 15, Firniſſe, in Fäſſern oder Kiſten 15,
Fiſchbein 20, Fiſchtran 15, Flachs 15, Fleiſch,
konſervier=
tes, in Büchſen 15. Fleiſchextrakt 30. Fleiſchfuttermehl 7.
Fleiſchwaren, geſalzen, gepökelt 15, Fourniere 20, Früchte
für mediziniſche Zwecke 20, Futtermehl 6, Galläpfel 8,
Gambir 10, Garne aller Art 20, Gerbextrakte, feſte,
ander=
weitig nicht genannt 10, Gerbextrakte, flüſſige, anderweitig
nicht genannt 15, Gerbhölzer und Gerbfrüchte,
ander=
weitig nicht genannt 8, Getreide in Säcken: a) Weizen,
Roggen, Gerſte, Mais 5, b) Hafer 6, Getreide, geſchüttet:
a) Weizen, Roggen, Gerſte, Mais 6, b) Hafer 7 (
bezüg=
lich der Arbeitsgebühren ſiehe Spezialtarif), Gewurze,
fein, anderweitig nicht genannt 15, Gewürze,
gewöhn=
liche, anderweitig nicht genannt 10, Glas, ordinäres
(Tafelglas und Flaſchen) 10, Glaspapier, verpackt 10,
Glaswaren, feine 20, Glätte 8, Glauberſalz 8, Glyzerin 15,
Graphit 6, Grasſamen 10, Graupen 10, Griffel 8,
Grüne=
kern 8, Gummi, Gummiharze 15, Gips, gebrannter 6,
Guano 10 Pfg.
Haare von Tieren 20, Haare in gepreßten Ballen 15,
Haferflocken und Hafermehl 10, Hanf, roh und verarbeitet
15, Hanfſamen 8, Harz (ſiehe auch Gummiharze) 8,
Haſel=
nüſſe und Haſelnußkerne 15, Häute, getrocknete, in
Bal=
len 15, Heringe 9, Hirſe 6, Haferſchalen 7, Hirſenſchalen 7,
Hölzer in Blöcken 10, Holzfourniere 20, Holzkalk (
Grau=
kalk) in Säcken 6, Holzſtoff in Ballen 10, Holzwaren,
an=
derweitig nicht genannt 15, Honig 15, Hopfen 18,
Hülſen=
früchte, anderweitig nicht genannt 6 Pfg.
Indigo 20, Ingwer 15, Johannisbrot (Carobbe) 15,
Jute, rohe 12 Pfg.
Kaffee 8, Kali, chromſaures 10, Kali,
eiſenblau=
ſaures 15, Kartoffelmehl 8, Käſe 15, Kaſtanienextrakt.
feſt 8, Kaſtanienextrakt, flüſſig 10, Kautſchuk und Waren
daraus 20, Kindermehl 20, Kleeſaat 8, Kleie 6, Knochen,
zerkleinerte (Gries uſw.) 10, Knochenkohle 15,
Knop=
pern 8, Kokosgarn, in Ballen gepreßt und Bündeln 15
Kokosſchalen in Säcken 6, Korkholz 20, Korkſtöpſel 20,
Krapp 12, Kräuter für mediziniſche Zwecke 20, Kreide in
Blöcken und Fäſſern 6, Kümmelſamen 8, Kupfer, rohes 8,
Kupfer, verarbeitet 15, Kupfervitriol 8 Pfg.
Lakritzenſaft 15, Lebertran 15, Leder, in Ballen oder
Rollen 15, Lederabfälle 10, Lederwaren 20, Leim 10,
Leimleder 10, Leinkuchen 10, Leinmehl 10, Leinöl 10,
Lein=
ſaat 6, Linſen 6, Lupinen 8 Pfg.
Maccaroni 15, Mahagonibretter 15, Maiskuchen,
ver=
packt 6, Maiskuchenmehl 6, Maizena in Kiſten 12, Malz 7,
Malzkeime 6, Mandeln 15, Manufakturwaren 20,
Mär=
bel 10, Margarine 15, Maſchinen, landw. und ſperrige 20,
Maſchinen und Maſchinenteile, ſchwere 10, Mehl von
Getreide 6, Melaſſe 6, Mennige 8, Meſſingblech und
=Draht 15, Metalle, unverarbeitet (ſiehe auch Kupfer, Zinn
und Blei), Metallwaren, grobe 8, Metallwaren, feine 20,
Milch, kondenſierte 20, Milchzucker 15, Mimoſarinde 8,
Mineralſchmieröl 10, Mineralwaſſer 10, Mirabolanen 8,
Möbel, verpackt 40, Mohnſaat 6, Mühlenfabrikate,
ander=
weitig nicht genannt 8, Muskatnüſſe 12 Pfg.
Nadeln 20, Nelken 15, Neſſeltuch 12, Nudeln 15, Nüſſe,
getrocknete 15 Pfg.
Obſt, getrocknetes 10, Oele, feſte und flüſſige,
ander=
weitig nicht genannt 10, Oelkuchen, verpackt 6,
Oelkuchen=
mehl 6, Oelſaaten, anderweitig nicht genannt 6,
Oran=
gen 15, Orſeille 15 Pfg.
Packpapier 8, Packtuch 12, Palmkerne in Säcken 6,
Palmkernöl 12, Palmnußſchalen in Säcken 6, Palmſchrot 6,
Papier (Schreibpapier und ähnliches) 15, Papier f1g
Zeitungen in Rollen 10, Pappdeckel 8, Paraffinkerzen 15,
Parketthölzer 12, Pech, auch Brauerpech 8, Pfeffer 10,
Pferdehaare 20, Pflanzenhaar, afrikaniſches 15,
Pflau=
men, getrocknete, 10, Phosphat in Säcken 6, Piment 10,
Porzellan 20, Porzellanerde 6, Pottaſche 8, Putzſteine
6 Pfg.
Quebracho=Extrakt 10, Queckſilber 15, Querzitron
15 Pfg.
Reis 6 Repsſaat 6, Rinden für mediziniſche Zwecke
20, Rohzucker 7, Rollgerſte 8, Roſinen 10, Rotſtein 8,
Rübengelee 15 Pfg.
Säcke, gepackt 12, Säcke, ungepackt 20, Sackleinen 12,
Sago 8, Salmiak 10, Sal volatile 15, Samen für
medizi=
niſche Zwecke 20, Sämereien, Feld=, anderweitig nicht
genannt 10, Sardellen 15, Schafwolle, in gepreßten
Bal=
len 15, Schafwolle in ungepreßten Ballen 20, Schellack 15,
Scheuerziegel 6, Schinken 15, Schlempe, getrocknete 6,
Schmelztiegel 15, Schmirgel 8, Schwefel 8, Schweinefett
15, Schwerſpat 6, Seegras 15, Seife, gewöhnliche 12,
Seife für Toilette 20, Senfſaat 10, Soda 6, Speck 15,
Spielwaren 30, Spiritus 12, Stahl 8, Stahlwaren 15,
Stärke 8, Stearinkerzen 15, Steine für lithographiſche
Zwecke 8, Steingut 15. Stockfiſche 15, Sumach 10,
Süß=
holzſaft 15, Syrup 15 Pfg.
Tabak, roher 6, Tabak, fabrizierter (ſiehe auch
Zigar=
ren) 15, Talg 15, Talkum 8, Tee 20, Teigwaren,
ander=
weitig nicht genannt 15, Textilwaren 20, Tonerde 6,
Ton=
waren, grobe 15, Tonwaren, feine 20, Tran 10,
Trauben=
zucker 8 Pfg.
Valonea 8 Pfg.
Wacholderbeeren 15, Wachs 12, Wagenfett 12,
Wal=
fiſchbärten (Fiſchbein) 20, Waſſerglas 10, Weberdiſteln 20,
Wein 12, Weinhefe, getrocknet, in Säcken 10, Weinſtein 10,
Wicken 6, Wolle in gepreßten Ballen, ungefettet 15, Wolle
in ungepreßten Ballen, ungefettet 20, Wollwaren 20,
Wurzeln für mediziniſche Zwecke 20 Pfg.
Zigarren 30, Zimt 12, Zink, roh, in Platten 8,
Zink=
blech in Tafeln 10, Zinkweiß 10, Zinn, roh 6, Zinn,
ver=
arbeitet 20, Zinnſalz 20, Zucker, raffiniert 8, Zuckerſäure
15, Zuckerwaren 12. Zwetſchen, getrocknete 10 Pfg.
Die Lagergebühren für nicht hier aufgeführte Waren
werden nach den bei ähnlichen Artikeln angegebenen
Sätzen oder nach Vereinbarung berechnet.
B. Sonſtige Gebühren.
Für ſperrige Güter und ſolche von ausnahmsweiſe
großem Umfange oder Gewicht bleibt beſondere
Verein=
barung vorbehalten. — (Bruchteile von Tarifeinheiten
werden für voll gerechnet.)
Alle Aufträge ſind unter Verwendung der dafür
be=
ſtimmten Formulare zu erteilen, in die ſämtliche, die
Behandlung der Ware und die ſonſtige Beſorgung
betref=
fenden Vorſchriften einzutragen ſind. Für die Beachtung
oder die richtige Ausführung von nebenher erteilten
Vor=
ſchriften — ſeien ſie ſchriftlich, mündlich oder telephoniſch
— wird keine Gewähr geleiſtet.
1. Allgemeiner Tarif.
1. Auflagerbringen: a) Waren im Einzelgewicht bis
zu 20 Kilogramm 10, b) ſonſtige Waren 8 Pfg.
2. Vomlagerbringen: a) Waren im Einzelgewicht
bis zu 20 Kilogramm 10, b) ſonſtige Waren 8 Pfg.
3. Aufwinden oder Ablaſſen mittels maſchineller
Einrichtungen in dem Lagerhauſe, wenn die ſonſtige
Be=
handlung der Waren durch fremdes Perſonal geſchieht,
5 Pfg.
4. Umlagern: a) Waren im Einzelgewicht bis zu 20
Kilogramm 10, b) ſonſtige Waren 8 Pfg.
5. Stürzen, Wledereinfaſſen und Aufſchichten von
in Säcken verpackten Waren 14 Pfg.
6. Wiegegebühr 2 Pfg. (Einzelverwiegung
minde=
ſtens das Stück 5 Pfg.)
7. Muſterziehen, ſowie Beſichtigung von Waren
nach Maßgabe der darauf verwendeten Zeit, mindeſtens
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912₰
Nummer 89.
30 Pfg, Briefmuſterziehen mit Verpackung für das Stück
30 Pfg. Beutelmuſterziehen mit Verpackung für das
Stück 100 Pfg.
8. Ausbeſſerungen nach Maßgabe der darauf
verwen=
deten Zeit, mindeſtens 30 Pfg. (Verwendetes Material
wird beſonders berechnet.)
9. Bezetteln für das Stück 5 Pfg.
10. Sonſtige Arbeiten, nach der Zeit zu berechnen: je
ein Mann und ½ Stunde (oder eine kürzere Zeit) 30 Pfg.;
je ein Mann und ½ Stunde (oder eine kürzere Zeit) 45
Pfg.; je ein Mann und 1 Stunde (oder eine kürzere Zeit)
60 Pfg.; je ein Mann und ½ Tag (oder eine kürzere Zeit)
(3 Mk.; je ein Mann und 1 Tag (oder eine kürzere Zeit)
Mark.
11. Ausfertigung von Frachtbriefen pro Stück 10 Pfg.
12. Ausfertigung von Zollpapieren nach Maßgabe der
darauf verwendeten Zeit, für jede Partie mindeſtens
4 Mark.
13. Verzollungsproviſion für Getreide ½%,
minde=
ſtens 50 Pfg., für ſonſtige Waren 1½, mindeſtens 50 Pfg.
14. a) für Vorlagen 1 Proz., mindeſtens aber
jedes=
mal 20 Pfg., b) für Erhebung von Nachnahmebeträgen
u. dergleichen 1 Proz., mindeſtens aber jedesmal 50 Pfg.
15. Ueberweiſungsgebühr für jeden Beteiligten 50 Pf.
Macht bei Ueberweiſung von Waren der Angewieſene
beſondere Anſprüche hinſichtlich Expedition oder
Zuſam=
menladung verſchiedener Poſten uſw., ſo behält ſich die
Verwaltung vor, je nach Inanſpruchnahme ihrer Dienſte,
Expeditions=Gebühren zu berechnen bezw. ſolche auf der
Ware haftbar zu machen.
16. Porti, Telegramm= und Fernſprechgebühren nach
Auslage.
17. Sackband für je 100 Stück 60 Pfg.
18. Säcke zählen für je 100 Stück 40 Pfg.
19. Säcke zählen u. ſortieren für je 100 Stück 60 Pfg.
20. Säcke flicken für das Stück 10 Pfg.
21. Säcke zunähen für das Stück 5 Pfg.
22. Abſenden unverwendet gebliebener Säcke für je
100 Stück 50 Pfg.
23. Ueberweiſung von Säcken für je 100 St. 50 Pfg.
II. Spezial=Tarif.
Für hier nicht aufgeführte Leiſtungen ſind die
ent=
ſprechenden Sätze des Allgemeinen Tarifs (I) maßgebend.
a) Mehl, Kleie, Futterartikel, Düngemittel, Zement und
Rohzucker (pro 100 Kilogramm):
24. Aus Eiſenbahnwagen auf Lager ohne verwiegen
7 Pfg.
25. Aus Eiſenbahnwagen auf Fuhre bis Laderampe
ohne verwiegen 10 Pfg.
26. Vom Lager in Eiſenbahnwagen ohne verwiegen
7 Pfg.
27. Vom Lager auf Fuhre bis Laderampe ohne
ver=
wiegen 7 Pfg.
28. Umlagern 6 Pfg.
29. Stürzen, Wiedereinfaſſen und Aufſchichten 12 Pfg.
b) Getreide. (Einſchließlich evtl. Krangebühren.)
Die nachſtehenden Gebührenſätze werden bei loſem
Getreide pro 100 Kilogramm, bei geſacktem Getreide
da=
gegen pro Sack bis zum Gewicht von 100 Kilogramm
berechnet.
Mit der Bahn oder mit Fuhrwerk
ankom=
mendes geſa cktes Getreide:
30. Geſackt einlagern ohne verwiegen pro Sack 8 Pfg.
31. Loſe einlagern ohne verwiegen pro Sack 10 Pfg.
Vom Lagerloſes Getreide:
32. Sacken, auf Lager oder Eiſenbahnwagen mit
ver=
wiegen, pro Sack 10 Pfg.
33. Sacken, verwiegen und auf die Laderampe
brin=
gen behufs Verladung auf Fuhrwerk, pro Sack 10 Pfg.
34. Einmaliges Umſchaufeln loſer Ware pro 100
Kilo=
gramm 3 Pfg.
Vom Lager geſacktes Getreide:
35. Geſackt auf Eiſenbahnwagen oder Fuhre, in
letzte=
rem Falle nur bis Laderampe, ohne verwiegen pro Sack
7 Pfg.
36. Geſackt, umſetzen ohne verwiegen pro Sack 6 Pfg.
Zuſchläge:
37. Wiegen kleiner Sackungen pro Sack 2 Pfg.
38. Wiegen pro 100 Kilogramm 2 Pfg.
39. Wiegen und egaliſieren pro Sack 5 Pfg.
40. Stürzen pro Sack 4 Pfg.
41. Miſchen pro 100 Kilogramm 5 Pfg.
42. Ausladen warmer Ware pro 100 Kilogr. 3 Pfg.
43. Ausladen heißer oder verdorbener Ware nach
Uebereinkunft, mindeſtens pro 100 Kilogramm 5 Pfg.
44. Bei Stellung von Säcken ungleicher Größe
er=
höhen ſich die betreffenden Arbeitsgebühren nach
Maß=
gabe der Mehrarbeit, jedoch mindeſtens um 10 Prozent.
45. Zollbehandlung bei Gerſte=Unterſuchung für jede
Partie 3 Mark.
C. Mietpreiſe für ganze Räume.
Der § 37 der Betriebsordnung lautet:
Die Vermietung von beſtimmten Räumen findet nach
Maßgabe deren Verfügbarkeit und nur dann ſtatt, wenn
nach dem Ermeſſen der Verwaltung eine ſolche
Vermiet=
ung ſich mit dem ſonſtigen Lagerhausbetrieb vereinbaren
läßt.
Die Vermietung hat ſich auf einen Raum von
minde=
ſtens ſolcher Größe zu erſtrecken, wie ſich letztere bei
Her=
richtung einer zugänglichen und verſchlußfähigen
Abteil=
ung eines Bodens oder Kellerraumes ergibt.
Sie erfolgt nur auf eine Dauer von wenigſtens
einem Monat.
Ueber jede derartige Vermietung iſt ein ſchriftlicher
Mietvertrag abzuſchließen. Verträge auf Jahresdauer
und länger unterliegen der Genehmigung der Lagerhaus=
Deputation.
An Miete iſt zu entrichten für ein Quadratmeter
Bodenfläche:
wenn die Arbeitsleiſtung erfolgt
durch
durch
a) im Kellergeſchoß: eigenes Perſonal ſtädt. Perſonal
für zwei Jahre:
9 Mk. — Pfg. 8 Mk. — Pfg.
„ ein Jahr:
5 „
4 „ 50 „
„ſechs Monate: 3
2 „ 50 ,
„ einen Monat:
60
50
(dazu für Heizung
bis 10 C 1 Mk.)
b) im Erdgeſchoß:
für zwei Jahre: 12 Mk. — Pfg. 10 Mk. — Pfg,
„ein Jahr:
6
„ ſechs Monate: 4
3
50
„ einen Monat
80
70
c) im Obergeſchoß:
für zwei Jahre:
10 Mk. — Pfg 9 Mk. — Pfg
„ ein Jahr:
6
„ ſechs Monate: 3 „ 50
3
„ einen Monat:
„ 50
40
In dieſen Sätzen iſt die Gebühr für die
Benutzung=
der maſchinellen Einrichtungen enthalten.
Ueber die Größe der jeweils zur Vermietung
kom=
menden Räume gibt die Verwaltung Auskunft.
Die Böden bezw. Gebälke in den Magazinen des=
Lagerhauſes haben folgende Tragfähigkeit auf ein
Quadratmeter Fläche:
1. Erdgeſchoß . . . . .
1250 kg
2. Obergeſchoß
. 1250 kg
Die vermieteten Räume dürfen nur bis zu dieſen
Maximalgrenzen belaſtet werden. Die Gewichtsbelaſtung
unterliegt der Kontrolle der Verwaltung. Der
Lager=
nehmer hat deshalb auf Verlangen das Gewicht der
ein=
gelagerten Güter nachzuweiſen.
Ausführung von Gasanlagen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke.
Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=
Anlagen im Innern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das
Rohrnetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
alle Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen darf nur durch
ſolche Inſtallateüre erfolgen, die von Großherzoglicher Bürgermeiſt erei
eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich verpflichtet haben,
alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter
Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und Vorſchriften
auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf.,
Grafen=
ſtraße 27.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
Karl Bohl, Blumenthalſtr. 107.
Lud. Breitwieſer, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 54.
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
KarlDarmſtädter, Sandbergſtr. 66
W. Eberhardt, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Soderſtraße 49 und 54.
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a
Georg Aug. Fink, Rhönring 53
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Philipp Handſchuch,
Schloß=
gartenſtraße 37.
Ludwig Heppenheimer,
Luiſen=
ſtraße 2.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Karl Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10.
Gg. Kaiſer, Inh.: Marg. Haun,
Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8.
Georg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Auguſt Keller, Dieburgerſtr. 18.
Adolf Kling Nachf. (Inh. A. u. L.
Kling), Rheinſtr. 17.
Klink & Rettberg, Ludwigspl. 8½.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Phil. Kraus Nachf. (Inh. Adam
Bender), Karlſtraße 51.
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Ludwig Lautenſchläger,
Neckar=
ſtraße 26.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtraße 54.
Phil. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Aug. Neumeyer Wwe., Große
Ochſengaſſe 22.
Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Franz Schulz, Karlſtr. 104½
Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Michael Vollrath, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 51.
Hch. Waldſchmidt,
Ludwigshöh=
ſtraße 21.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.
Darmſtadt, den 12. April 1912.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
(8916sm
Friedrich.
Landwirtſchaftskammerwahl.
Bei der heute ſtattgehabten Wahl eines Vertrauensmanns für
den Vertrauensmännerkreis Darmſtadt I iſt Herr Peter Karl Seibel,
Landwirt zu Darmſtadt, zum Bertrauensmann gewählt worden.
Einwendungen gegen die Wahl können binnen einer Woche
nach Ablauf des heutigen Wahltags erhoben werden. Sie ſind bei
dem Oberbürgermeiſter des Wohnorts oder bei dem Wahlkommiſſär
Herrn Regierungsrat Dr. Reinhart anzubringen.
Darmſtadt, den 13. April 1912.
(9104
Der Wahlvorſteher:
Alwin Greſſer.
Landwirtſchaftskammerwahl.
Bei der heute ſtattgehabten Wahl eines Vertrauensmanns für
den Vertrauensmännerkreis Darmſtadt II iſt Herr Martin Kaus,
Oekonom zu Darmſtadt, zum Vertrauensmann gewählt worden.
Einwendungen gegen die Wahl können binnen einer Woche
nach Ablauf des heutigen Wahltags erhoben werden. Sie ſind bei
dem Oberbürgermeiſter des Wohnorts oder bei dem Wahlkommiſſär
Herrn Regierungsrat Dr. Reinhart anzubringen.
(9105
Darmſtadt, den 13. April 1912.
Der Wahlvorſteher:
Karl Malzi.
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und kleine Tiſche, Seſſel und Stühle, Spiegel, Bilder,
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1 Regulator, eine alte Wanduhr, 1 Wecker, 1 Küchenſchrank
und ſonſtiger Hausrat.
Ferner kommen zum Ausgebot:
Gold= und Schmuckſachen verſchiedener Art,
darunter ein Schmuck, beſtehend in: Broſche, Medaillon mit=
Halskette, Ohrringen und Armband mit großen Korallen,
eine goldene Damen=Uhrkette, verſchiedene Herren= und
Damenuhren und andere Schmuckſachen.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden
gegen bare Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 16. April 1912.
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Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
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Nummer 89,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 15.
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Die neuen Handeſekurse begimnen Dienstag, den (6. April.
Besondere Abteilung für kaufm. und gewerbetreibende Lehrlinge.
Der Besuch befreit von der obligatorischen Fortbildungsschule. (8814a
Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen.
Hauswiriſchaftliche Forihildungeſchule.
Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 22. April ds. Js.
Für Schülerinnen aus dem Stadtteil Beſſungen findet der Unterricht
im Mittelſchulgebäude an der Hermannſtraße, für ſolche aus dem
Nordweſtviertel im Schulhauſe an der Lagerhausſtraße, für alle
übrigen Schülerinnen im Schulhauſe an der Rundeturmſtraße ſtatt
Anmeldungen für alle Abteilungen werden Montag, den
22. ds. Mts., vormittags von 10—12 Uhr, im Schulhauſe an
der Rundeturmſtraße von dem Leiter der Schule entgegengenommen.
Unterrichtsgegenſtände ſind: Hand= und Maſchinennähen,
Flicken, Stopfen und Sticken, Kochen, hauswirtſchaftliches Rechnen
und Deutſch, ſowie außerdem für vorgeſchrittene Schülerinnen
Anfer=
tigung von einfachen Kleidern.
Das Schulgeld beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen vierteljährlich drei Mark;
b) für auswärtige Schülerinnen vierteljährlich neun Mark.
Es kann in monatlichen Raten von einer und drei Mark
bezahlt werden.
In beſonderen Fällen können hieſige Schülerinnen Freiſtellen
(9103imd
erhalten.
Darmſtadt, den 15. April 1912.
Der Schulvorſtand:
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Darmſtädter Pädagogium
Leiter: M. Elias, Herdweg 56, Telephon 2554,
ſtaatlich konzeſſionierte Privatſchule mit den Klaſſen Sexta bis
Oberprima. Der Unterricht wird in kleinen Klaſſen erteilt, ſo daß
die Berücksichtigung der individuellen Veranlagung der
Schüler ermöglicht wird. An der Anſtalt unterrichten 14 Lehrer.
In beſonderen Kurſen erfolgt die Vorbereitung zum
Ein-
jährigen-, Primaner- und Abiturienten-Examen.
1910/12 beſtanden 15 Abiturienten, 31 Einjährige und
viele für andere Klaſſen.
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Wer Ehrgeiz hat
and seine Stellung verbessern will, sucht sich durch den
Unterricht bei einem staatl. geprüften Handelslehrer
fortzubilden, denn dieser vermag ihn nach pädagogischen
Grundsätzen in allen Handelsfächern zu vervollkommnen.
Er begnügt sich nicht damit, Maschinenschreiben und
Stenographie notdürftig nach der alten Methode zu lernen,
sondern sucht sich durch Schreiben nach dem
Tast-
system die Nerven zu erhalten und dabei dennoch
grössere Leistungen zu erzielen.
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Hessischen Handelslehranstalt zu Darmstadt
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Angaben über dasſelbe bittet man
unter A 64 an die Expedition zu
richten. Für Ermittelung 25 Mk.
Belohnung.
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Kurſe vom 15. April 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100, 10
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,50
8
81,30
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100, 10
3½ do. „Conſols . . . 90,50
3 do. . do.
81,30
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,20
3½
do.
93,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,90
3½
do.
89,20
do.
5
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
ſ4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
3½
89,20
do.
8
78,20
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,75
4 Württemberger v. 1907 100,70
do.
3½
95,10
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾/ Griechen v. 1887 . . 55,60
3¾ Italiener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente 93,10
4 do. Goldrente . . . 96,70
4 do. einheitl. Rente . 89,70
3 Portug, unif. Serie I 64,90
3 do. unif. Ser. III 67,80
3. do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,45
4 do. v. 1890 „ . 94,50
u do. v. 1905 . . 91,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,00
4 do., v. 1902 .. . . 90,50
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden . . . . . . 89,00
4 Serbier amort. v. 1895 84,80
4 Türk. Admin. v. 1903 84,60
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,10
4 Ungar. Goldrente . . . 91,60
4 da. Staatsrente . . . 89,90
Zf.
In Proz.
5 Argentinier .
. . 100,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,30
5. Chineſ. Staatsanleihe . 100,80
4½
do.
95,00
4½ Japaner . . . . . . . 95,00
5 Innere Mexikaner . . . 93,90
do.
4 Gold=Mexikaner v. 1904 89,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,70
3 Buenos Aires Provinz 72,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . . 142,25
5 Nordd. Lloyd . . . . . 107,40
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,80
8 Baltimore und Ohio . 107,30
6½ Schantungbahn 1367)
6½ Luxemb. Prince Henri 160,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,00
6 Pennſylvania R. R. . 120,50
getzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . . 497,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. 259,50
30 Farbwerke Höchſt . 577,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 340,00
10 Cement Heidelberg . . 155,40
32 Chem. Werke Albert 459,75
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 309,75
4 Lahmeyer :
. . 126,80
Zußra.
Sebid.
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6½ Darmſtädter Bank . 122,70
12½ Deutſche Bank . . . 255,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,20
10 Diskonto=Kommandit 184,70
8½ Dresdener Bank . 154,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,25
6½ Mitteld. Kreditbank 118,90
Nationalb. für Deutſchl. 123,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,25
5.86 Reichsbank
.. 137,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,25
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 128,20
Wiener Bankverein . 133,70
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,80
Iuftro=
bt. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
89,00
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,70
3½
89,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 .
. 100,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
.100,45
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,60
S. 3—5
. 89,80
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do.
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do.
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4 Darmſtadt . .
3½ do.
4 Frankfurt.
.100,50
8½ do.
95,70
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3½ do.
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
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99,20
3½ do.
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3½ do.
4 Mainz
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99,70
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4 Nürnberg.
99,60
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90,20
4 Offenbach .
St.
In Prei
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden .
100,30
3½
do.
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98,50
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3 Madrider . . Fs. 100 76,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,60
3 Oldenburger . .
125,25
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,25
Unverzinsliche
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Augsburger.
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Freiburger .
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Mailänder .
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Holländiſche Noten. . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,45
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Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruc verboien.)
20)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Einar! kam es wie ein Schrei von ihren Lippen, und
ihre Hände umklammerten feſt die ſeinen.
Er lächelte ſtill.
Ohne Sorge. Ich werde nicht freiwillig aus dem
Leben ſcheiden, ſondern werde mein Amt, über Orm an
Vaterſtelle zu wachen und zu ſorgen, gewiſſenhaft üben,
aber unſere Pfade, Frau Helga, werden ſich doch vielleicht
ſcheiden, wenn Sie auf Helgenaes wiederkehren, denn es
kann niemals wieder ſo ſein, wie es früher war, niemals.
Niemals! nickte Helga mit verdunkelten Augen.
So leben Sie wohl, Frau Helga. Morgen komme
ſich, um nochmals nach dem Rechten zu ſehen. Wann
wol=
len Sie fort?
Am Spätnachmittag. Morgen geht ein Schiff, ein
glücklicher Zufall, den ich nützen möchte.
Gut Geleit, ſagte er haſtig, mit flüchtigem Druck ihre
Hände umfaſſend. Dann hatte er die Halle verlaſſen.
Helga ſah nicht, wie er draußen gleich einem vom
Tode Getroffenen bleich, mit keuchender Bruſt an den
Türpfoſten lehnte, und er ſich nicht losreißen konnte von
dem ſtillen Hauſe im Geirangertal, das ſein ganzes Glück
umfing, ſie ſah nur die feſt verſchloſſene Tür, und ſie fühlte,
daß ſie allein war, ganz allein.
Den Gatten und den Freund an einem Tage
ver=
loren! ging es wirr durch ihre Sinne, dann brach ſie
be=
wußtlr” zuſammen.
So fand Frau Ragnheid ſie ſpät in der grauen Nacht.
Rotaufglühend verlöſchte der letzte Funken im Kamin.
Der erſte Reiſetag lag hinter der kleinen Karawane,
die früh am Morgen von Reykjavik nach dem Geyſir
auf=
gebrochen war.
An den heißen Quellen und mehreren kleinen Seen
vorüber, waren ſie durch die graue Steinwüſte der
Mosfjeldheide gekommen, zuerſt in kleinen Trupps,
ſolange der Weg leidlich breit und gut war, und dann
hinter einander in langer Kette.
Die kleinen Pferde mit der langen Mähne ſchritten
vorſichtig mit den Hufen fühlend, eines genau in den
Fußſpuren des anderen.
Sechs bis ſieben Stunden war die kleine Geſellſchaft
ſo, abgeſehen von einer kurzen Raſt, wobei die Frauen die
Mahlzeit aus den mitgebrachten Konſerven bereiteten,
geritten, als ſie den Pingvellavatn, den größten aller
isländiſchen Seen, erreichten.
Mit Jauchzen wurde er begrüßt, und dann ging es
plötzlich ſteil bergab in die kaum fünfzehn Meter breite
Allmanngja (Altmännerſchlucht), deren ſchwarze
Baſalt=
wände faſt ſenkrecht in den abendlichen Himmel ragten.
Die kleinen, raſſigen Ponys liefen munter, als
ahn=
ten ſie die nahe Raſt, der Brücke — es gibt ſehr wenige
in Island — zu, die am Ausgang der Schlucht die wild
ſchäumende Oexera mit dem Pingvallavatn verbindet,
und mit freudigem Wiehern ſtanden die Pferde wenige
Minuten ſpäter vor dem Tingvallahotel „Valhöll”, das,
ziemlich gut eingerichtet, den ermüdeten Reiſenden
verhei=
ßungsvoll winkte.
Der Amtmadur Thorkjel, der im Vorgefühl der guten
Mahlzeit und eines köſtlichen Tropfens ſchon ein luſtig
Lied auf den Lippen hatte, wiſchte ſich jetzt die dicken
Schweißtropfen von der Stirn, als er plötzlich hörte,
daß das verhältnismäßig kleine Hotel voll beſetzt und an
Unterkunft für die ganze Reiſegeſellſchaft nicht zu
den=
ken ſei.
Aber wo ſollen wir denn bleiben? forſchte Kapitän
Anderſen, die Frauen beſonders bedürfen der Ruhe.
Beim Pfarrer, gab der Wirt zurück. Er iſt der
Ein=
zige, der vielleicht Platz hat.
Die ganze Karawane zog alo zum Pfarrer.
Der zuckte bedauernd die Achſeln. Er hatte Beſuch
von Verwandten, und vor einer Stunde war noch eine
Reiſegeſellſchaft von fünf Perſonen gekommer. Wenn die
Herrſchaften aber in der Scheune nächtigen wollten, fe
ſtände ſie ihnen ſelbſtverſtändlich gern zur Verfügung.
Einen Augenblick ſahen ſich alle ratlos an, dann aber
lachte Signe luſtig auf.
In einer Scheune hatte ſie noch nie geſchlafen. Das.
würde luſtig werden in dieſem Maſſenquartier.
Im Nu war ſie von ihrem Pony.
Wir bleiben, Sjera, ſagte ſie lachend zum Pfarrer,
ihm die Hand reichend, wir danken euch herzlich.
Bjarni Petrurſſon, der die kleine Expedition führte,
brummte etwas Unverſtändliches vor ſich hin, das
dent=
lich ſeinen Unwillen zeigte, aber er ſah auch keinen
ande=
ren Ausweg, und er nickte dann widerſtrebend mit ſeinem
borſtigen Kopf und half Hallgerdr aus dem Sattel.
Bald entwickelte ſich vor dem Pfarrhauſe und vor
dem Hotel ein reges Leben.
Nummer 89.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. April 1912.
Seite 19.
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der Pferde, die Schlafſäcke wurden hervorgeſucht und die
mitgebrachten Eßvorräte an die Knechte und Mar, den
kleinen Schafhirten, verteikt, der unermüdlich war im
Waſſertragen und allerlei kleinen Dienſten, die er
nament=
lich Hallgerdr, Signe und Jorum widmete, die es doch
durchgeſetzt hatten, daß er mitreiten durfte.
Die beiden Studenten, Arne Mattiſſon und Pyr
Ferguſon, die ſich noch der Expedition angeſchloſſen
hat=
ten, nahmen die Einladung des Pfarrers an, bei ihm
an der Abendſuppe teilzunehmen, der andere Teil der
Reiſegeſellſchaft aber zog vergnügt ins Hotel, um ſich an
einer guten Abendmahlzeit zu erfreuen.
Der Amtmadur fand dort alte Bekannte und bald
ſaß er im fröhlichen Kreiſe luſtig plaudernd und erholte
ſich von den Strapazen des langen Rittes.
Die Jugend aber ſtreifte nach dem Eſſen draußen
umher, wobei es kam, daß Jon Thorkjel nicht von
Hall=
gerdrs Seite wich.
Merkwürdig, daß Jons Gegenwart jetzt Hallgerdr
unangenehm bedrückte, und ſie hatte ihn doch erſt ſelber
darum gebeten.
Auch Bjarni Petrurſſon hielt ſich in ihrer Nähe und
Hallgerdr hatte plötzlich das Gefühl, als wäre ſie von
allen Seiten bewacht.
Dr. Gudmund ſcherzte mit Signe, deren helles Lachen
durch den Abend klang, und Jorum vergnügte ſich, Steine
in das wilde, rauſchende Waſſer zu werfen.
Jetzt war endlich Hallgerdr einen Augenblick allein.
Sie hatte ſich auf einen der großen, grauen Steine, unweit
des Hotels niedergelaſſen und blickte ſinnend über die
berühmte, alte Sagenſtätte, die Tingvalla,
Ueber der wild zerklüfteten Altmännerſchlucht ſchwebte
es wie ein Traum von tauſend Farben. Blaßrot, bis
zur Purpurfarbe, lichtblau bis zum bläulichen Schwarz,
ſmaragdgrün durchbrochen von einem leuchtenden Gelb
in allen Schattierungen. Wie weiche, ſchimmernde Seide
war es in der Luft. Wie ein duftiger, nie verſiegender
Farbenrauſch.
Hallgerdr ſaß und ſchaute in den vergehenden Tag.
Sie hatte den Südweſter von gelbem Wachstafft, wie ihn
alle Mitglieder der kleinen Karawane trugen,
abgenom=
men und die dicken, blonden Flechten gelöſt. Das goldige
Haar floß nun feſſellos der Baerstochter über den ſtolzen
Nacken.
Zürnt ihr mir, Hallgerdr Jonſon? fragte da plötz
lich eine Stimme ihr zur Seite, und als ſie erſchreckt
auf=
fuhr, ſah ſie in die Augen des Kapitäns, der ſie mit
leuch=
tenden Blicken umfing.
Ich wüßte nicht, Herr, weshalb, gab ſie ruhig zurück.
Ich meinte, ihr wäret mir ausgewichen. Auf dem
ganzen langen Weg hierher hatte ich keine Gelegenheit,
mit euch zu reden. Habe ich euch verletzt?
Hallgerdr ſchüttelte lächelnd das blonde Haupt.
Nein, Herr, ich bin nur ſo in Gedanken.
Wollt ihr mir dieſe Gedanken nicht mitteilen?
Ich weiß nicht, Herr, wie ich es ausſprechen ſoll.
Wenn in meinen Kindertagen der Vater aus den alten
Sagabüchern vorlas, dann war es mein innigſter Wunſch,
nur ein einziges Mal die Tringvalla zu ſehen, und nun
ich hier bin, da habe ich das Gefühl, als müßte ich zurück,
als ſinke mir hier der Boden unter den Füßen.
Das iſt ganz natürlich, entgegnete der Kapitän,
be=
müht, um jeden Preis Hallgerdrs Rede nur ganz äußer=
lich zu nehmen, auch mir geht es ähnlich. Die weite Ebene
hier iſt einſt entſtanden, indem ſich ein Stück der Felſen
zwiſchen der Allmanngja und der Hrafkagja infolge
vul=
kaniſcher Erſchütterungen ſenkte. Es iſt heute zu ſpät zu
dem Ausflug in das wilde Felſengebiet, vor dem Bjarni
Petrurſſon warnt, aber morgen früh, ſo hoffe ich, werden
wir die ganze wilde Schönheit der Tingvalla genießen.
Ich muß immer daran denken, kam es ſinnend von
Hallgerdrs Lippen, daß hier vor faſt tauſend Jahrer
ſchon die freien Männer unſeres Vaterlandes zuſammen
kamen, um Recht zu ſprechen. Die alte Tingſtätte aber
hat gewiß vor tauſend Jahren gerade ſo viel Unrecht
ge=
ſehen, wie jetzt in der Welt iſt, oder glaubt ihr, daß Recht
immer zu recht beſteht? Glaubt ihr das?
Welch ſeltſame Sprache aus dem Munde eines
is=
ländiſchen Bauernmädchens. Aber war denn das noch
Hallgerdr Jonſon, war es nicht vielmehr Islands
ſtrah=
lende Königin der alten Sage, die vor ihm ſtand? Im
Sonnenſchein blitzte ihr der Helm über dem goldigen
Haar. Ihr Mantel flatterte im Wind, und an den
ſchö=
nen, weißen Armen, funkelten breite Jarlsringe von
ge=
triebenem Golde. Ingwald ſieht es ganz deutlich, Und
er neigt ſich tief vor ihr und überall ſenkten ſich die
blitzenden Schwerter und die flammenden Schilde.
Was ſinnt ihr, Herr?
Ingwald Anderſen ſtreicht ſich mit der Hand über die
braune Stirn.
Die Tingvalla ſpinnt ihren Zauber, murmelt er.
Ihr habt mir noch keine Antwort gegeben. Glauvr
ihr an Recht?
Ich glaube daran. Aber es iſt doch immer die
Haupt=
ſache im Leben, wer Recht behält, nicht wer es hat.
(Fortſetzung folgt.)
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Die16. April. Diensta g, den 16. Overn-Aben &4 HOTEE „HEsS‟ (907
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Dienstag, den 30. April, abends ½9 Uhr,
im grünen Zimmer des Kaisersaals:
Ordentliche Hauptversammlung.
Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der vorjährigen
Hauptversammlung. 2. Jahresbericht des Vorsitzenden. 3.
Rech-
nungsablage und Entlastung des Rechners. 4. Neuwahl des
Vor-
standes. 5. Das 25jährige Jubiläum des Hessischen Hauptvereins
und das Lutherfestspiel. 6. Beratung und Beschlussfassung über
die vorliegenden Anträge.
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Verein ſtädtiſcher Beamten zu Darmſtadt.
Am kommenden Mittwoch, den 17. April d. J., abends
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Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897
Meiner werten Kundſchaft, der hohen Behörde, den Herren
Architekten und Bauunternehmern, ſowie meiner werten
Nachbar=
ſchaft zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich mein Geſchäft nebſt
Woh=
nung von Stiftſtraße 41 nach
7 Soderstrasse
verlegt habe.
Indem ich für das mir ſeither entgegengebrachte Vertrauen
beſtens danke, bitte ich höflichſt, mich auch fernerhin durch
Ueber=
weiſung von Aufträgen gefl. unterſtützen zu wollen.
(9124
Darmſtadt, 1. April 1912.
Heinrich Pullmann
Hofdachdeckermeister Nachf.
Tel. 926. Soderstrasse 7, I.
Meinen werten Freunden und Bekannten zur Nachricht
dass ich unter heutigem die Wirtschatt
on
Heidelbergerstr. 44
früher Herrn Hock, übernommen habe.
Es wird mein Bestreben sein, meine werten Gäste durch
güte Speisen und Getränke zufrieden zu stellen.
Achtungsvoll
Johann Dreja.
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Echte Schweizer Srickereien
aus St. Gallen sind eingetroffen.
Schön gestickte Roben, Blusen in verschiedenen
Jarben, sowie ganz bestickte Stoffe, Roben- und
Blusenstreifen. Stickerei für Wäsche.
Die Stickereien sind fein, die Farben waschecht.
Sehr billige Preise.
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Frau Christopn, am Woogeplatz.
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Frankfurts bester
Dialekt-Humorist!
Glänzend gelungene
Grammophon-Aufnahmen
Balser als Redner uff ner
Antialkohol-Versammlung.
Balser als Euler-Passagier
j. Aeroplan iwwer Frankfort.
Aebbelmeier mit seiner
Familch uff nemSchitzefest.
Balser begriesst die deutsche
Schitze beim Aebbelwein.
De Frankforter
Wäldches-Dag.
Inschrifte für Frankforter
Bauwerke und Denkmäler.
Gedichte aus: „Gedichte in
Frankforter Mundart” von
Oscar Eberhardt.
Preis der doppelseitigen
Grammophonpl. Mk. 3.50
Katalog über Apparate
und Platten kostenlos.
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Deutschen Grammophon-Akt.-
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10 Doſen Mk. 6.—
4 Pfd.=Doſe Mk. 1.20,
10 Doſen Mk. 11.—
10 Pfd.=Doſe Mk. 2.80,
10 Doſen Mk. 25.—
ſſolange Vorrat reicht
Emannel Fuld
Kirchstr. 1. Telephon 137.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Batavia” von New=
York kommend, 13. April 6 Uhr
morgens auf der Elbe.
Dampfer, „Prinz Oskar”, von
Phi=
ladelphia kommend, 12. April
10 Uhr abends in Hamburg.
Dampfer „Schwarzburg”, 12. April
2 Uhr nachmittags von New=
York nach Newport News.
Dampfer Steiermark”, nach New=
York u. Newport News, 12. April
2 Uhr 40 Minuten nachmittags
Dungeneß paſſiert.
Dampfer „Sygna”, 12. April 6 Uhr
30 Minuten morgens in
Phila=
delphia.
Dampfer „Fürſt Bülow”, von
Indien kommend, 12. April 10 Uhr
abends in Hamburg.
Dampfer „Moltke”, von der fünften
Weſtindienfahrt, 12. April 11 Uhr
45 Min. mittags in New=York
Nurhenteu. morg, Hoch-Bes
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Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, 16. April.
154. Abonnem.=Vorſtellung. C 39.
Zum erſten Male wiederholt:
Der Schmuck der Madonna.
Oper in 3 Akten von Ermanno
Wolf=Ferrari.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Gennaro, Schmied Hr. Becker
Carmela, ſ. Mutter Frl. Howard
Maliella.
Rafaele, Führer
der Camorra . . Hr. Weber
Cicillo,1 Camor= Hr. Bernhardt
Rocco, riſten Hr. Hoff
Stella,
Fr. Speiſer=
Concetta,S
Serena,
Grazia,gen.
die „
Blon=
dine‟,
Suchanek
55 Frl. Schaub
5 Frl. Bruker
(18 2
85
Frl. Huber
Biaſo, Schreiber Hr. Speiſer
Totonno, ein jung.
Mann a. d. Volke Hr. Jahn
Hr. Hartmann
Zwei junge
Männer 1. . Hr. Asbel
Zwei Mönche : Hr. Kräger
. Hr. Salomon
Eine
Blumenver=
käuferin
Ein Eisverkäufer . Hr. Lang
Ein
Ballonver=
käufer
Ein
Früchtever=
käufer
Ein
Makkaroni=
verkäufer . . . Hr. Klotz
Ein Verkäufer von
Madonnenbilder Hr. Sautier
Ein blinder Bettler Hr. Indorf
Erſter Camor= Hr. Braun
Zweiter riſt Hr. Schüppel
. Fr. Dobski
. . Hr. Jachtmann
. . Hr. Jungmann
Zwei
Morra=
ſpieler
Drei junge
Mädchen
Der Vater
Ein Bauernmäd
chen
Hr. Asbel
Hr. Geibel
Frl. Longin
Frl. Schaub
Frl. Lehmann
Hr. Geibel
Fr. Müller
** Maliella. Frl. Bommer vom
Kgl. Theater in Wiesbaden, a. G.
„Tarantella” arrangiert von der
Hofballettmeiſterin Frau Thiele=
Leonhardt, ausgeführt von Frl.
Huber und Frl. Croneberg.
Dekorative Einrichtung: Hr.
Ober=
inſpektor Schwerdtfeger.
Die neuen Dekorationen ſind von
Hrn. Hoftheatermaler K. Kempin.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Krank: Frl. Geyersbach.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 Mk., Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterke (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. Ende geg. 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 17. April. 155. A.=V.
B 39. „Baumeiſter
Sol=
neß.‟ Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Donnerstag, 18. April. 156. A.=V.
D. 39., „Fidelio.” Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 19. April. 157. Ab.=V.
A 40. „Die luſtigen Weiber
von Windſor” Fenton: Hr.
Seidler vom Königl. Theater in
Wiesbaden, als Gaſt. Kleine Pr.
Anfang 7 Uhr.
Samstag, 20. April.
Außer Abonnement.
Volksvorſtell. zu erm. Preiſen.
Anfang 7 Uhr.
Wilhelm Tell.
Schauſpiel in 5 Akten von
Fried=
rich Schiller.
Preiſe der noch
vorhan=
denen Plätze:
Proſzeniums=
loge 2 Mk., Fremdenloge 2 Mk.,
Balkonloge 2 Mk., 1. Rang 2 Mk.
Sperrſitz 1.50 Mk.
Der Kartenverkauf zu dieſer
Vorſtellung findet Freitag, den
19. April, ſowie an dem
darauf=
folgenden Tage vormittags von
11—1 Uhr, an der Tageskaſſe ſtatt.
Nummer 89.
Grosse Betten12 Mk.
(Oberbett, Unterbett, 2 Kiſſen)
mit doppeltgereinigten neuen Bettfedern
beſſere Betten 15, 19, 24.50 Mark; 1½
ſchläfi=
ge Betten 15, 20,
28.50. 32.50 Mark
uſw. Verſand gegen Nachnahme. Preis
liſte, Proben, Verpackung koſtenfrei.
Berlin S. 49
Gustav Lustig, Prinzenstrasse 46
Größtes Spezial=Geſchäft Deutſchl.
(4257M)