Inſerate
Abonnemenkspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Großherzog und die Großherzogin nebſt
den Prinzen=Söhnen ſind geſtern mittag nach Liv
a=
dia abgereiſt.
Die Heeres==und Marinevorlagen ſind vom
Bundesrat endgültig angenommen und ſollen heute
abend den Reichstagsabgeordneten zugehen.
Der Reichs kanzler traf am Samstag nachmittag
in München ein und reiſte abends nach Bad
Nau=
heim weiter. Der Reichskanzler iſt Samstag
Nacht in Berlin eingetroffen.
Das Luftſchiff Schütte=Lanz iſt bei ſeiner
Fahrt am Samstag zu Schaden gekommen und mußte
auf freiem Felde niedergehen. Der Monteur Gatting
wurde ſchwer verletzt.
Nach einer anſcheinend offiziöſen Meldung wurde der
Vermittelungsſchritt, den die fünf Mächte in
Konſtantinopel zur Beilegung des Krieges
unternehmen ſollten, im letzten Augenblick verſchoben,
da die Mächte ſich angeblich nicht endgültig einigen
konnten.
Am Freitag und Samstag wurden in Nizza und
Cannes die Denkmäler der Königin
Vik=
toria und des Königs Eduard von
Eng=
land enthüllt, aus welchem Anlaß
franzöſiſch=
engliſche Freundſchaftskundgebungen
ſtattfanden.
Die Begründerin des amerikaniſchen
Ro=
ten Krauzes, Klara Barton, iſt im 82.
Lebens=
jahre geſtorben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Zur hayeriſchen Jeſuitenangelegenheit
wird uns aus Berlin gaſchrieben: Das Münchener
Zen=
trumsorgan macht eine eigentümliche Mitteilung, indem
es berichtet:
„Schon der vorige Kultusminiſter Dr. von Wehner
hat den Erlaß nicht zwar dem Bundesrat, wohl aber den
einzelnen Bundesregierungen inhaltlich
mitgeteilt, mit dem Bemerken, daß Bayern nach dieſen
Rechtsauffaſſungen das Jeſuitengeſetz vollziehen werde.
Selbſtverſtändlich haben alle Bundesregierungen dieſe
Darlegung des bayeriſchen Kultusminiſters Dr. von
Wehner erhalten, alſo auch die preußiſche. Eine
Ant=
wort iſt darauf von keiner Seite ergangen.
Die Angabe des Bayeriſchen„Kuriers, der fragliche
Erlaß ſei den einzelnen Regierungen ſchon vom
Kultus=
miniſter Dr. von Wehner inhaltlich mitgeteilt worden,
muß ſchon deshalb angezweifelt werden, weil
der Mitteilung widerſpricht, die der Bayeriſche
Kurier=
ſelbſt in ſeiner Nummer 92/93 vom 1./2. April d. J.
ge=
macht hat. Damals behauptete das Münchener
Zen=
trumsorgan, daß „der Erlaß”, alſo auch der Wortlaut
des Erlaſſes, „dem Bundesrat als die bayeriſche
Interpretation des Jeſuitengeſetzes” zugegangen ſei.
Setzt heute der Bayeriſche Kurier an die Stelle des
Bun=
desrates die einzelnen Bundesregierungen, ſo weicht er
nicht nur von ſeiner früheren Meldung ab, ſondern
be=
kundet auch zugleich das Beſtreben, die
ſtaatsrecht=
liche Sachlage zu verſchieben. Denn für die
ſtaatsrechtliche Behandlung des bayeriſchen
Jeſuiten=
erlaſſes kommt nicht eine Aktion Bayerns gegenüber
Preußen oder irgend einem anderen Bundesſtaat in
Frage; vielmehr handelt es ſich um eine Angelegenheit,
die nach Artikel 17 der Reichsverfaſſung das Reich und
Bayern angeht. Demgemäß hat ſich Herr von Bethmann
Hollweg nicht als Präſident des preußiſchen
Staats=
miniſteriums, ſondern als Reichskanzler mit dieſer
An=
gelegenheit zu befaſſen. Die Verſchiedenheit in den
An=
gaben des Bayeriſchen Kuriers über die Adreſſe, an die
Bayern den Jeſuitenerlaß, bezw. ſeinen Inhalt,
mitge=
teilt habe, läßt ſeine heutige Meldung um ſo
zweifel=
hafter erſcheinen, als in unterrichteten Berliner
Kreiſen von dem angeblichen Schritte des früheren
Kultusminiſters Dr. von Wehner nichts bekannt
iſt. Die weitere Angabe des Bayeriſchen Kurier: „Eine
Antwort iſt darauf von keiner Seite ergangen” —,
kenn=
zeichnet ſich unter ſolchen Umſtänden als ein Verſuch, für
das Vorgehen der bayeriſchen Regierung durch die
Er=
weckung des Anſcheins, daß auf die Ankündigung ihres
Schrittes kein Widerſpruch erfolgt ſei, Stimmung zu
machen.”
Homerule.
— Im engliſchen Parlament bilden augenblicklich die
Iren das Zünglein an der Wage, die Regierung wäre
ſofort geſtürzt, wenn ihr von dieſer Seite die Gefolgſchaft
verſagt würde. Es iſt daher begreiflich, daß ſich das
Ka=
binett Asquith dieſen Anhang ſichern will und da
be=
kanntlich Geſchenke die Freundſchaft erhalten, ſo konnte
man denn, wenn auch nach langem Zögern, nicht umhin,
eine Vorlage einzubringen, die Irland die
Selbſtverwal=
tung gewährt. Aus der Geſchichte iſt erinnerlich, daß es
gerade um dieſe Frage lebhafte Kämpfe gegeben hat, die
nicht bloß ſich im Parlament abſpielten, ſondern die auch
zu ſchweren und blutigen Exzeſſen in Irland ſelbſt
ſei=
nerzeit geführt haben. Schuld an dieſen Wirren waren
freilich nicht nur die politiſchen Zuſtände, ſondern auch
die mißliche Wirtſchaftslage tat das ihrige, um die
Be=
völkerung im höchſten Maße zu verbittern.
Seit dem Jahre 1880 geht die Agitation der
Irlän=
der, die nicht mit Unrecht genau ſo die Gewährung einer
Selbſtverwaltung verlangen, wie ſie ſeitens der engliſchen
Regierung mehreren großen Kronländern gewährt
wor=
den iſt. Was man verlangt, iſt die Aufhebung der
Unionsakte von 1800, durch die das alte iriſche
Parla=
ment abgeſchafft und das Land dem Vereinigten
König=
reiche ſtaatsrechtlich angegliedert wurde. Außer der
Er=
richtung eines neuen iriſchen Parlaments für die
beſon=
deren Angelegenheiten des Landes verlangt man weiter
noch die Abſchaffung der berüchtigten Agrargeſetzgebung,
durch die die ländliche Bevölkerung ſchwer bedrückt wird,
ſodaß die Auswanderung eine geradezu enorme war.
Die iriſche Bewegung ſchien zu einem Erfolge führen
zu ſollen, als ſich Gladſtone ihrer ännahm, aber der
greiſe Staatsmann kam darüber ſelber zum Sturz.
Nunmehr iſt Herr Asquith an das ſchwere Werk
her=
angetreten und man darf begierig darauf ſein, welchen
Erfolg er erringen wird. Die Rechte iſt gegen die
Vor=
lage und auch die iriſchen Proteſtanten wollen nichts von
ihr wiſſen, weil ſie befürchten, daß ſie von der
Ueber=
macht der Katholiken religiöſe und politiſche Bedrückung
zu erleiden haben werden. Die Regierung will dem
vor=
beugen, indem man für den Schutz der religiöſen
Gleich=
berechtigung beſondere Beſtimmungen vorgeſehen hat.
Von der Rechten wird geltend gemacht, daß die
Gewäh=
rung der Selbſtverwaltung an Irland den Beginn der
Zerſtörung der Reichseinheit bedeuten würde, umſomehr,
als das Kabinett Asquith beabſichtigt, auch Schottland
und Wales die Selbſtverwaltung zu bewilligen, ſodaß
das jetzige Unterhaus ſich in der Hauptſache nur mit
Reichsangelegenheiten zu befaſſen haben werde.
Der Kampf um Homerule dürfte daher auch diesmal
mit ziemlicher Schärfe geführt werden und von ſeinem
Ausgange kann leicht das Schickſal des Herrn Asquith
mit ſeinen Miniſterkollegen abhängen.
Deuſcher Rach.
— Die Heeres= und Marinevorlagen. Die
Kreuzzeitung und die Deutſche Tageszeitung melden aus
Berlin: Laut Konſerv. Korreſpondenz ſind die neuen
Heeres= und Marinevorlagen nunmehr endgültig vom
Bundesrat angenommen und werden Montag abend den
Reichstagsabgeordneten als Vorlage zugehen. Auch
bezüglich der Deckungsfrage iſt im Bundesrat eine
Eini=
gung erzielt worden. Als einzige Vorlage in dieſer
Be=
ziehung wird dem Reichstag der Entwurf eines Geſetzes
betreffend die Beſeitigung des Branntweinkontingents
unterbreitet werden.
Die Wünſche der deutſchen
Bureau=
angeſtellten an die Reichsgeſetzgebung
ſind in einer Bittſchrift niedergelegt, die der Verband
der Bureauangeſtellten Deutſchlands an den Reichstag
ge=
richtet hat. Der Reichstag wird darin gebeten, „die
Ver=
bündeten Regierungen zu erſuchen, nunmehr in
aller=
nächſter Zeit einen Geſetzentwurf einzubringen, durch den
für die in den Geſchäftsbetrieben der Rechtsanwälte,
Pa=
tentanwälte, Notare, Gerichtsvollzieher,
Rechtskonfulen=
ten, Konkursverwalter, Bücherreviſoren, Krankenkaſſen,
Innungen, Berufsgenoſſenſchaften, Buchführungsbureaus,
Berufskammern, Vereine und in landwirtſchaftlichen
Be=
trieben, in Bergwerken und Gewerbebetrieben aller Art
beſchäftigten Bureauangeſtellten gleiche oder ähnliche
Rechtsbeſtimmungen geſchaffen werden, wie ſie für die
Handlungsgehilfen gelten”. Für die geſetzliche Regelung
im Sinne einer Anwendung der Vorſchriften für die
Handlungsgehilfen auf die Bureauangeſtellten kommen
vor allem in Frage: „die Kündigungsfriſten, die
wich=
tigen Gründe für friſtloſe Kündigung, die Fortzahlung
des Gehalts bei unverſchuldeter Dienſtbehinderung, das
Zeugnisrecht, der Gehaltszahlungstermin, das
Gehalts=
einbehaltungsrecht, das Lehrlingsweſen, die
Fortbil=
dungsſchulpflicht, Schutz der Geſundheit, Beſchränkung der
Arbeitszeit, Verbot der Sonntagsarbeit und die
Zuſtän=
digkeit der Kaufmannsgerichte für Streitigkeiten aus dem
Anſtellungs= und Lehrverhältniſſe‟. Als beſonders
dring=
lich wird die Schaffung eines geſetzlichen Schutzes der
Bureauangeſtellten gegen die ſanitären Mißſtände in den
Bureaus und gegen die geſundheitsſchädlichen Folgen
überlanger Arbeitszeit bezeichnet.
— Aus der Zentrumspartei. Geheimrat
Roeren erklärt den irrigen Meldungen über die
Nicht=
aufnahme des Grafen Oppersdorff in die
Zentrums=
fraktion gegenüber einem Vertreter des Mirbachſchen
Korreſpondenzbureaus: „Ich halte meine Erklärung in
der Kölniſchen Volkszeitung vom 5. ds. Mts. Wort für
Wort aufrecht. Ich wäre in der Lage, nach den mir
zu=
fällig noch vorliegenden Notizen, die ich mir in der
be=
treffanden Vorſtandsſitzung vor meiner. Wortmeldung
machte, die Gründe, die ich für die Aufnahme des
Gra=
fen Oppersdorff anführte, ziemlich wortgetreu
wieder=
zugeben, um das Gedächtnis des als Gewährsmann
hin=
geſtellten Vorſtandsmitgliedes aufzufriſchen. Ich halte
mich aber nicht für berechtigt, Vorgänge aus der
Vor=
ſtandsſitzung an die Oeffentlichkeit zu ziehen. Ich
über=
laſſe es vielmehr dem Vorſtand ſelbſt, ob und welche
Schritte er gegenüber den falſchen Berichten tun wird.”
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Wiedereröffnung des ungariſchen
Par=
laments. Die erſte Sitzung des wieder eröffneten
ungariſchen Parlaments verlief in wüſter Obſtruktion.
Sie begann mit einer namentlichen Abſtimmung, wurde
mit Hausordnungs=Erörterungen fortgeſetzt und endete
mit einer längeren Geheimſitzung. Während der ganzen
Zeit wurde nur über Nichtigkeiten geſprochen. Ueber die
Frage, wie man der Obſtruktion entgegentreten ſoll,
ſcheint auch bei der Regierung noch volle Unklarheit zu
beſtehen. Infolge der Unfähigkeit, etwas gegen die
Ob=
ſtruktion zu tun, iſt auch die Stimmung der Arbeitspartei
gedrückt. Gegen den Kriegsminiſter v. Auffenberg
äu=
ßerte ſich in einem Teil der Mehrheit eine
außerordent=
lich ſtarke Abneigung. Während der Sitzung verlangte
der Abgeordnete Sandor in den Wandelgängen, daß man
das Heeresbudget dem Kriegsminiſter v. Auffenberg
überhaupt nicht bewilligen ſolle.
England.
Die engliſche Luftſchiffahrt. In der
Denk=
ſchrift zum Heeresetat heißt es: Die engliſche Regierung
beſchloß unter dem Eindruck des Vergleichs des Standes
der Luftſchiffahrt in England und den Fortſchritten bei
den anderen Großmächten außer der Zentralflugſchule
in der Ebene von Salisbury eine proviſoriſche
Luftſchiff=
ſchule in Eaſtchurch zu errichten, deren Entwickelung von
den in reichem Maße bevorſtehenden Verſuchen mit
Waſ=
ſerflugzeugen abhängen wird. Die Regierung glaubt,
einen bedeutenden Teil der qualifizierten Luftſchiffer
Englands zur Bildung einer Reſerve heranziehen zu
können, die in allen Teilen der Welt verwendbar ſein
würde. Die Denkſchrift enthält ferner Maßregeln, um die
private Unternehmungsluſt zur Mitarbeit zu ermutigen.
Die Ausſichten auf die erfolgreiche Verwendung von
ſtar=
ren Luftſchiffen für Flottenzwecke hält die Denkſchrift nicht
für hinreichend, um die hohen Koſten zu rechtfertigen,
in=
deſſen werde die Entwickelung des Luftſchiffweſens im
Auslande ſorgfältig überwacht werden. Die Verſuche
betreffend die Verwendung der Luftſchiffe zu militäriſchen
Zwecken würden fortgeſetzt.
Portugal.
Staat und Kirche. Aus Liſſabon wird
berich=
tet, daß eine von der Regierung beſtellte Kommiſſion die
Aufgabe hat, die Mittel zu einer gerechten Anwendung
des Geſetzes über die Trennung von Kirche und Staat
zu erkunden. Es wird auch gemeldet, daß die Kolonien
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Nummer 88,
ſich bei der Regierung gegen die Anweſenheit und
Tä=
tigkeit fremder Miſſionare beſchweren.
* Die Gräfin Albertine von
Schaum=
burg, geb. Stauber, Tochter eines Sohnes des letzten
Kurfürſten von Heſſen, iſt nach längerem Leiden im
Sanatorium Martensgrund bei Meran geſtorben. Die
Verſtorbene war am 7. Dezember 1845 geboren und hatte
ſich mit dem Prinzen Friedrich Wilhelm Philipp von
Hanau, Grafen von Schaumburg auf Oberurf, vermählt.
Ihr Sohn Karl Auguſt, der 1878 geboren war und ſich
1901 mit Anna von Trott zu Solz vermählte, iſt ihr 1905
im Tode vorangegangen. Aus der Ehe ſtammen ferner
die beiden Töchter Albertine und Marcelis. Durch den
Tod des Grafen Karl Auguſt iſt dieſer Zweig des
Gräf=
lich Schaumburgiſchen Geſchlechts im Mannesſtamm
er=
loſchen.
Ein neuer Fall Liebknecht. Eine von der
Kreuzzeitung aktenmäßig belegte Aktion hat der
inzwi=
ſchen von Berlin nach Koblenz übergeſiedelte
Rechts=
anwalt Dr. Walter Schwabe gegen den
ſozialdemokrati=
ſchen Abgeordneten und Rechtsanwalt Dr. Liebknecht
un=
ternommen. Dr. Schwabe begründet ſein Vorgehen auf
eine Notiz der B. Z. am Mittag vom 16. September
vorigen Jahres, worin es heißt:
„Aus Jena wird uns telegraphiert: Der Parteitag
hat ſeine Arbeiten beendet uſw. Dr. Liebknecht beantragte
heute, wie alljährlich, eine Reſolution gegen den
Zaris=
mus und gedachte dabei auch des Attentats auf Stolypin,
das er als Zeichen des Wiedererwachens revolutionärer
Kräfte in Rußland begrüßte.”
Dieſe tatſächlich und zumal für einen Juriſten
auf=
reizende Meldung hatte Dr. Schwabe zunächſt veranlaßt,
ſich an den Vorſtand der Berliner Anwaltskammer zu
wenden mit dem Erſuchen, wegen der darin enthaltenen
Verherrlichung des Attentats auf Stolypin gegen den
Rechtsanwalt Liebknecht, ſowie gegen die Rechtsanwälte
der Anwaltskammer, die der Reſolution in Jena
zuge=
ſtimmt haben ſollten, ſofort einzuſchreiten. Der Vorſtand
der Anwaltskammer hat dieſe Eingabe folgendermaßen
beantwortet: „Ihre Eingabe vom 21. September 1911
gibt uns keinen Anlaß einzuſchreiten. Der Vorſtand hat
ſich nicht mit den politiſchen, religiöſen,
phi=
loſophiſchen oder künſtleriſchen Anſichten eines
Rechtsanwalts zu befaſſen.” Wegen dieſer Ablehnung
iwandte ſich Dr. Schwabe an den preußiſchen
Juſtizmini=
iſter mit einer Beſchwerde, worauf der Beſchwerdeführer
vom Oberſtaatsanwalt beim Kammergericht, an den der
Antrag vom Juſtizminiſter weitergegeben worden war,
den Beſcheid erhielt, daß ſich nicht feſtſtellen laſſe, ob
Liebknecht eine derartige Aeußerung getan habe. Dr.
Schwaba hat daraufhin um Abgabe der Sache an den
Juſtizminiſter wegen eines Vorgehens gegen den
Vor=
fſtand der Anwaltskammer gebeten. Aber auch das wurde
vom Miniſter mit der Begründung abgelehnt, er ſei für
Maßnahmen im Dienſtaufſichtswege nicht zuſtändig. Die
Entſcheidungen des Vorſtandes der Anwaltskammer
un=
terlägen der Nachprüfung nur unter hier nicht erfüllten
Vorausſetzungen. Auch hiermit gab ſich Dr. Schwabe
nicht zufrieden, ſondern wandte ſich nun an das
preu=
ßiſche Staatsminiſterium. Nach einem von dieſem
erteil=
ten Beſcheide ſollte die Sachlage nochmals vom
Juſtiz=
miniſter geprüft werden. Aber auch dieſer nach erneuter
Prüfung erteilte Beſcheid war ablehnend. Dr. Schwabe
wurde nun von neuem beim Oberſtaatsanwalt beim
Kammergericht vorſtellig, wurde wiederum abgewieſen,
weil der Nachweis der Verlatzung der dem
Anwaltskam=
mervorſtande obliegenden Pflichten nicht zu führen ſei,
und jetzt iſt die Angelegenheit vom Beſchwerdeführer
dem Ehrengerichtshof in Leipzig vorgetragen worden.
Dr. Schwabe hat übrigens Berlin mit der Motivierung
verlaſſen, daß ein Reſerve= und Landwehroffizier einem
ſolchen Ehrengericht, wie es der Vorſtand der Berliner
Anwaltskammer ſei, nicht unterſtehen könne. Er
begrün=
det das des weiteren mit folgenden Ausführungen: „Ich
bemerke hier gleich, daß ich die Aufgabe meiner hieſigen
Praxis und meinen Fortzug aus Berlin in die Wege
ge=
leitet habe. Ich kann als Offizier einem Ehrengericht
nicht unterſtehen, welches ſich weigert, gegen eine
Ver=
herrlichung des Meuchelmordes
einzuſchrei=
ten und eine ſolche Verherrlichung religiöſer und
künſt=
leriſcher Betätigung gleichſtellt. Wenn der Vorſtand der
Anſicht geweſen wäre, daß ihm eine ſolche Zeitungsnotiz
keinen Anlaß zum Einſchreiten böte, ſo wäre dies eine
ganz andere Sache geweſen. Dieſes Moment hat aber
die Entſcheidung des Vorſtandes nicht beeinflußt,
viel=
mehr iſt ſeine Stellungnahme eine materielle. Mit der
Duldung anarchiſtiſcher Ideen kann ein Offizier nichts
gemein haben. Ich ſehe mich aber jetzt durch den
Vor=
ſtand aus einer durch jahrelange Mühe aufgebauten
Praxis gedrängt.”
* Zwickau, 12. April. Heute fand eine von etwa
6—7000 Perſonen beſuchte
Bergarbeitverſamm=
lung ſtatt, in der der Reichstagsabgeordnete Sachſe
ſprach. Er teilte mit, daß die geſtrige Revierkonferenz
beſchloſſen habe, eine Anfrage an das Miniſterium zu
richten, ob es bereit ſei, eine Arbeiterdeputation zu
em=
pfangen, die um Vermittelung zwiſchen den Bergarbeitern
und den Grubenbeſitzern erſuchen ſoll.
* New=York, 12. April. Von 25000
Lokomo=
tivführern die im Betriebe von 50 öſtlich von
Chi=
cago verkehrenden Eiſenbahnen tätig ſind, ermächtigten
23000 die Führer, den Ausſtand zu erklären, wenn die
weitzeren Verhandlungen eine Lohnaufbeſſerung nicht
zeitigen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. April.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften begaben ſich am Freitag vormittag 11.45 Uhr
im Auto zum Beſuch der Kaiſerin nach Bad
Nau=
heim, nahmen an der Mittagstafel teil und kehrten um
4.30 Uhr wieder zurück. — Um 5.30 Uhr empfing Ihre
Königl. Hoheit die Großherzogin Frau Dr. Willy
Merck im Neuen Palais. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Stabsveterinär
Beier vom Garde=Dragoner=Regiment (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 23, den Rittmeiſter Mumm von Schwarzenſtein, den
Oberleutnant Andreae und den Leutnant Freiherrn
von Biſſing, letztere drei von der Reſerve desſelben
Regi=
ments, den Bibliothekar an der Großh. Hofbibliothel
Dr. Eſſelborn, den Geheimerat Beſt, den Profeſſor Müller
von Bingen, den außerordentlichen Profeſſor Dr. Rauch
von Gießen; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Präſidenten des
Ober=
konſiſtoriums D. Nebel, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Generaldirektor des Hoftheaters
und der Hofmuſik Geh. Hofrat Werner.
* Zurückgenommen wurde die Verſetzung des Lehrers
Wilhelm Keipper zu Bernsburg, Kreis Alsfeld, auf
die zweite Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Weiten=
Geſäß, Kreis Erbach.
* Militärdienſtnachrichten. Der Oberſekundaner
Holtz der Haupt=Kadettenanſtalt iſt als charakteriſierter
Fähnrich im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115 angeſtellt. Verſetzt ſind: Steinmann,
Lazarettinſpektor und Kaſſenvorſtand in Charlottenburg,
zur Wahrnehmung der Lazarett=Oberinſpektorſtelle nach
Darmſtadt, die Garn.=Verwalt.=Inſpektoren Krauſe
vom Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt nach Mutzig als
Amtsvorſtand; Herlert auf dem Truppen=
Uebungs=
platz Darmſtadt in die Kontrolleführerſtelle ſeines
Standortes: Döring in Colmar i. E. nach dem
Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt.
0 In der 2. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung am Donnerstag, den 18. April 1912,
nach=
mittags 3½ Uhr (nötigenfalls mit Fortſetzung am Freitag,
en 19. April 1912, nachmittags 4½ Uhr) wird der
Vor=
anſchlag der Stadtkaſſe und der ſtädtiſchen Nebenkaſſen
für das Verwaltungsjahr 1912 beraten.
* Ein Luftſchifflandeplatz in Darmſtadt? Die
Flug=
platz= und Luftverkehrsgeſellſchaft Unter=Rhein G. m. b. H.
in Duisburg (Fulgur) teilt uns mit, daß ſie ein Schreiben
an die hieſige Bürgermeiſterei gerichtet hat, worin ſie um
Ueberlaſſung eines Ankerplatzes für ihre
Luft=
ſchiffe bittet. Die genannte Geſellſchaft beabſichtigt
fort=
während, im Winter und Sommer, Paſſagier= und
Reklame=
fahrten auszuführen und möglichſt jede Woche mehrmals
hier zu landen, um Paſſagiere aufzunehmen oder abzuſetzen.
Die Fahrten ſollen ſchon in zirka 10 Wochen aufgenommen
werden, zwei Luftſchiffe ſind bereits im Bau und wird die
Fertigſtellung ſehr beſchleunigt. Der Fahrpreis für eine
Fahrt von 2—3 Stunden ſoll äußerſt gering ſein,
voraus=
ſichtlich nur 20 Mark pro Perſon betragen.
Städtiſches Hallenſchwimmbad. Der Beſuch, ſowie
die Einnahme des letzten Betriebsjahres im ſtädtiſchen
Hallenſchwimmbad waren gegen das Vorjahr bedeutend
beſſer. Die Geſamtbeſucherzahl betrug im Betriebsjahr
1911/12 248337 Perſonen gegen 230931 im Jahre
vor=
her. Die Einnahme nach den verausgabten Badekarten
belief ſich auf 91573,60 Mk. gegen 84941,15 Mk. Zu
die=
ſer Einnahme von 91573,60 Mk. kommen noch etwa
6000 Mk., welche für das Waſchen von ſtädtiſchen
Hand=
tüchern uſw. und für verabreichte Bäder an Mitglieder
der Krankenkaſſen eingenommen wurden. Die
Geſant=
einnahme ſtellt ſich demnach ſtatt der im Etat
vorgeſehe=
nen Einnahme von 92000 Mk. auf rund 97500 Mk. Es
iſt beabſichtigt, das klaſſenweiſe Baden, reſp. Schwimmen
von Schulkindern, wie es in anderen Städten beſteht,
auch hier einzuführen.
* Heſſiſcher Goethe=Bund. Am 15. ds. Mts., abends
8¼ Uhr, wird Herr Privatdozent Dr. Dammann auf
Veranlaſſung des Heſſ. Goethebundes über „
mittel=
alterliche Wandmalereien auf heſſiſchem
Boden” in der Aula der Techniſchen Hochſchule ſprechen.
Der Vortragende wird Erläuterungen über die in der Aula
zu einer höchſt intereſſanten Ausſtellung vereinigten
Ge=
mälde=Kopien geben, die, durch ein zum erſten Male
ange=
wendetes Verfahren geſchaffen, ein getreues Bild der
Ori=
ginale geben. Mit großem Geſchick und in emſiger Arbeit
hat Herr Dr. Dammann die Einordnung der Bilder
vor=
genommen. Die Beſucher werden überraſcht ſein über die
Fülle und Schönheit des Gebotenen, das durch den Redner,
einen unſerer tüchtigſten jüngeren Kunſthiſtoriker, eine
vor=
treffliche Erklärung finden wird.
* Verein der Detailliſten von Darmſtadt. Die
dies=
jährige Hauptverſammlung findet am Dienstag,
den 23. d. Mts., abends im „Kaiſerſaal” (Kaufm.
Vereins=
zimmer) ſtatt. Die Mitglieder wird hauptſächlich
Punkt 5 der Tagesordnung: „Die unlauteren
Wettbewerbsfälle und die Darmſtädter
Staatsanwaltſchaft” ſintereſſieren. (Siehe
An=
zeige.)
* Stenographie. Der Gabelsberger Stenographen=
Verein (1861), ſowie der Damen=Stenographen=Verein
Gabelsberger nehmen für ihre neu eröffneten
Anfänger=
kurſe noch Anmeldungen entgegen.
Am Stadthaus wurde am Samstag — nachdem
der Bau ſchon mehrere Jahre fertig — ein Schild mit der
Aufſchrift „Stadthaus” angebracht. Immerhin eine, wenn
auch recht beſcheidene und wenig auffallende Bezeichnung
dieſes wichtigen Gebäudes. Ließe ſich denn nicht, wie das
auch anderswo ähnlich Brauch iſt, ein recht großes Wappen
iber der Tür, vielleicht am Gitter des Balkons, anbringen,
damit doch auch für den Fremden das Stadthaus als
ſolches oder wenigſtens als behördliches Gebäude
kennt=
lich iſt?
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Das neue deutſche Lehrgeſchwader bei der
erſten Uebungsfahrt; das Denkmal der Königin Viktoria
von England in Nizza, eine Schöpfung des Bildhauers
Maubert; Porfirio Diaz, der Expräſident von Mexiko in
Madrid; Graf und Gräfin Metternich als
Kinoſchau=
ſpieler.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten.
Der ſo ſehr ungünſtigen Witterung wegen ſind Spargeln
bis jetzt nur vereinzelt da und koſteten 1,00—1,10 M. das
Pfund. Butter ½ Kg. 1,50, Eier 6—8 Pf., Schmierkäſe
½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln
der Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf (10 Liter) 80 Pf.,
½ Kg. 7—8 Pf., Mäuschen ½ Kg. 15 Pf., Malteſer Kg.
5—18 Pf., Aepfel ½ Kg. 5—25 Pf., Zitronen, Apfelſinen
5—8 Pf.; Salat, Gemüſe: Kopfſalat 14—15 Pf.,
Körb=
hen Feldſalat. Lattich 10—12 Pf., Bündel Radischen 3 Pf.,
Rettich 8 Pf., Meerrettich 15—35 Pf., Zwiebeln ½ Kg.
12 Pf., Tomaten ½ Kg. 70 Pf., Gelberüben ½ Kg. 15
bis 20 Pf., Weißerüben ½ Kg. 10 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 3 Pf., Spinat ½ Kg. 10—20 Pf., Wirſing 10—60 Pf.
Weißkraut, Rotkraut ½ Kg. 18 Pf., Blumenkohl 80 Pf.,
Schwarzwurz ½ Kg. 25 Pf., neue Schälgurken 50 Pf.,
Topf Schnittlauch 15 Pf.: Geflügel, Wild: Gänſe
½ Kg. 85 Pf., Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner 2,00
bis 2,20 M., Tauben 60—70 Pf., Paar Zuchttauben 1,50
bis 10,00 M., Zicklein 3—4 M., Lapins 0,90—1,00 M.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere
Rhein=
fiſche 35—60 Pf., Rotzungen 80 Pf., Schollen 25 Pf.,
Kabeljau, 20—30 Pf., Schellfiſche 17—25 Pf., Seelachs
19—24 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch
60—66 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rinds=
würſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch 84 Pf., geſalzenes
S
Der Panamakanal.
(Nachdruck verboten.)
W.O. Das gewaltige Werk des Panamakanals, deſſen
Werdegang von den wirtſchaftlichen Kreiſen, nicht zum
wenigſten von der Schiffahrt, mit ungemeinem Intereſſe
ver=
folgt wird, iſt grade in der allerjüngſten Zeit in beſonders
hohem Maße in den Brennpunkt der Erörterungen getreten.
In Erinnerung iſt ſicherlich die Unterredung des deutſchen
Kaiſers mit dem amerikaniſchen Oberſten Goetahls, deren
Wiedergabe in der Preſſe ſich keineswegs mit den Tatſachen
zu decken vermochte, die Nachrichten von einer Gefährdung
des Werkes durch vulkaniſche Eruptionen haben die
Oeffent=
lichkeit beſchäftigt, und ſchließlich hing das, was über die
antiunioniſtiſche Bewegung in einzelnen kleineren Staaten
Amerikas mitgeteilt wurde, unmittelbar mit der Kanalfrage
zuſammen. Prüft man alle dieſe Nachrichten, dieſes
Kon=
glomerat von Wahrheit und Dichtung, auf ihren wirklichen
Wert, ſo kommt man unweigerlich zu dem Schluſſe, daß ihre
Verbreitung einem beſtimmten Zwecke dienen ſollte, und
tat=
ſächlich merkt man aus alledem das Beſtreben heraus, für
die unleugbare Verzögerung in den Arbeiten irgend welche
plauſiblen Gründe anzuführen. Würde der Präſident der
Union, Taft, vor einiger Zeit nicht in unbegrenztem
Opti=
mismus erklärt haben, daß ſchon am 1. Juli 1913, und nicht
erſt, wie vorgeſehen, 1915, die erſten Schiffe den Kanal
durch=
fahren könnten, dann allerdings könnte man die Arbeiten
als bedeutend vorgeſchritten bezeichnen.
Angeſichts der öffentlichen Erörterungen, wird es von
Intereſſe ſein, über den bisherigen Stand der Arbeiten am
Kanal etwas zu erfahren, wobei auch einige Angaben über
die Anlage im allgemeinen, und zwar vorerſt, angebracht
erſcheinen: Bekanntlich entſchloß ſich die Union, im
Gegen=
ſatz zu der urſprünglichen Abſicht der Leſſepsgeſellſchaft, den
Kanal als Schleuſen=, nicht als Niveaukanal zu bauen. Man
verſprach ſich, wohl auch mit Recht, von dieſer Ark der
Aus=
führung eine ſchnellere Beendigung und damit auch eine
Verbilligung der Arbeiten, eine größere Sicherheit für die
Schiffe ſelbſt und eine flottere Abwicklung des Verkehrs.
Der Lauf des Kanals iſt nun folgender: Im Weſten von
Colon, am Caraibiſchen Meer, befindet ſich an der
Felſen=
küſte eine Ausbuchtung, die man die Liman=Bai nennt.
Die Schiffe fahren von hier in einem Waſſerbett von 11½
Kilometer Länge und gelangen zunächſt vor die
Schleuſen=
tore von Gatun. Dort werden ſie das erſte Mal
durchge=
ſchleuſt, indem ſie drei Mal, insgeſamt 85 Fuß engliſch,
gehoben werden, und gelangen auf das Niveau des Sees
von Gatun. Dieſer ſtellt gewiſſermaßen die obere
Kopf=
ſtation des ganzen Syſtems dar, und iſt eigens dafür ge
ſchaffen worden, alſo kein natürlicher See. Auf der
atlan=
tiſchen Seite findet er durch die Schleuſen von Gatun ſeinen
Abſchluß und ferner durch einen ſtarken Damm, der den Lauf
des Chagresfluſſes einzuengen beſtimmt iſt. Täke man
letz=
teres nicht, ſo liefe man Gefahr, daß der genannte, ſehr
reißende Strom die Anlagen zerſtört. Auf der Pazifikſeite
lehnt ſich der See an den Bergabhang von Culebra an.
Dieſes gewaltige Waſſerbecken hat eine Länge von 25 Meilen
engliſch und einen Flächeninhalt von ungefähr 425
Kilo=
meter. In ſeiner Mitte iſt den Schiffen eine Fahrlinie von
mindeſtens 500 und höchſtens 1000 Fuß Breite vorbehalten.
Nach Paſſieren der letzteren gelangen die Fahrzeuge bei
Culebra in den ſchmalſten Teil der Anlage, der 14 Kilometer
lang und nur zirka 90 Meter breit iſt. Den Abſchluß dieſes
Armes bildet die Schleuſe von Pedro Miguel, wo der erſte
Teil des ganzen Syſtems zu Ende iſt. Hier erfahren die
Schiffe eine Senkung von 9¼ Meter unter das vorherige
Niveau des Waſſers, eine weitere von 16,65 Meter erfolgt
an den ſich anſchließenden beiden Schleuſen von Miraflores.
Von hier aus haben die Schiffe nur noch 2 Schleuſen zu
paſſieren, die mit einer ſich gegenſeitig aufhebenden Hebung
und Senkung des Waſſerniveaus verbunden ſind, und nach
weiterem Durchfahren eines Kanalarmes iſt endlich die
Pa=
zifikküſte, der Endpunkt des großartigen Werkes, erreicht.
Seit 1904 wird an dem Kanalbau emſig gearbeitet,
vorwiegend allerdings an dem Damm von Gatun, dem
Ein=
ſchnitt bei Culebra und den verſchiedenen Schleuſen. Der
erſtere beſitzt eine Länge von rund 2½ Kilometer, eine unkere
Breite von 805 Meter, von 122 Meter in Waſſerhöhe und
von 30 Meter ganz oben. Der Damm beſteht aus einer
un=
durchdringlichen Maſſe von Sand und Lehm und wird auf
beiden Seiten von aus Felsblöcken zuſammengeſetzten
Wän=
den umſchloſſen. In ſeiner Mitte ließ man während des
Baues einen ausgemauerten Spalt, der dem Waſſer des
Chagresſtromes Durchlaß gewährt, nach Beendigung der
Arbeit aber durch Schleuſentore abgeſperrt iſt, die den Lauf
des Fluſſes regulieren. Im Verlaufe des vorigen Jahres
ſind die Arbeiten an dieſem Teile beträchtlich vorgeſchritten;
die felſigen Wände ſind um durchſchnittlich 30 Fuß in der
ganzen Länge höher geführt worden, ebenſo iſt der
eigent=
liche Damm, der zwiſchen den Wänden liegt, beträchtlich
gewachſen. Ende Juni 1911 war der ganze Damm zu ¾
beendet; nach Anſicht der Ingenieure wird es möglich ſein,
Anfang Januar 1913 den Durchſtich, d. h. die Füllung des
Baſſins von Gatun, vorzunehmen. Bis zum Auguſt dürfte
dann der Waſſerſtand die Höhe von 69 Fuß erreicht haben.
— Für den geſamten Kanalbetrieb ſind 12 Schleuſen
vorge=
ſehen, 6 bei Gatun, 2 bei Pedro Miguel, 4 bei Miraflores.
Alle dieſe Schleuſen, von denen die erſten zur Kopfſtation
des Syſtems führen, haben die gleiche Bauart. Sie beſitzen
Betonkammern von 305 Meter Länge und 33 Meter Breite,
ſind zu je einem Paar, getrennt durch eine dicke Mauer,
zu=
ſammengefügt, in deren Innerem ſich die Maſchinen
be=
finden. Die Tore der Wehren beſtehen aus Stahl und ſind
beſonders ſorgfältig konſtruiert, um die nötige
Widerſtands=
fähigkeit zu entfalten. Die Schiffe werden durch die
Schleu=
ſen durch elektriſche Lokomotiven hindurchgezogen werden,
dürfen alſo nicht mit eigener Kraft fahren. Am meiſten
vor=
geſchritten iſt bisher der Bau der Wehren bei Pedro Miguel.
— Es mag zum Schluß noch etwas über die Koſten des
Baues geſagt werden. 1904 ſchätzte die Regierung in
Waſhington ſie auf 375000000 Dollar, ſah aber bald ein,
daß dieſe Summe lange nicht hinreichen wird. Bis zum
Juni 1911 betrugen die Effektivausgaben etwa 225½
Mil=
lionen, ſie werden im Ganzen etwa die ſtattliche Höhe von
Milliarde erreichen.
Mit gemiſchten Gefühlen ſteht Frankreich, wo ja die
Idee des Kanalbaues hervorgegangen iſt, dem Unternehmen
gegenüber. Mit einer gewiſſen Elegie wird jenſeits der
Vo=
geſen darauf hingewieſen, daß dieſe Ausführung eines
fran=
zöſiſchen Gedankens den Amerikanern bedeutende
Abſatz=
möglichkeiten für alle möglichen Waren, Lokomotiven, Wag
gons, Keſſel ꝛc. eröffnet, und daß man bei der Eröffnung
der neuen Schiffahrtsſtraße der früheren franzöſiſchen
Be=
mühungen nicht mehr gedenken wird. Solche
Sentimen=
talitäten ſind aber nicht angebracht, wenn es ſich um ein
Werk handelt, das allen Handel und Schiffahrt pflegenden
Kulturvölkern gleichmäßig zu Gute kommen ſoll.
Nummer 88.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Seite 3.
und Koteletts 96 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf., Schwartenmagen,
Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= und Blutwurſt 60 Pf.
* Luftpoſt. Eine vom Luftſchiff „Viktoria Luiſe‟
am Samstag bei der Fahrt über Darmſtadt
ausgewor=
fene Luftpoſt, die 14 Poſtkarten enthielt, wurde in der
Ludwigſtraße von Herrn Eugen Momberger,
Schützenſtraße 4, gefunden und zur Weiterbeförderung der
Poſt übergeben.
* Ein Brand war Freitag abend gegen 10 Uhr in
dem Hauſe Feldbergſtraße 38 ausgebrochen. Das Feuer
entſtand jedenfalls durch einen Kaminbrand und griff
dann auf den Dachſtuhl des Hauſes über. Dieſer iſt
größtenteils niedergebrannt. Eine weitere Ausdehnung
wurde durch die ſchnell herbeigeeilte Feuerwehr
ver=
hindert, die dem Feuer energiſch zu Leibe ging.
Folgender offizieller Bericht geht uns von der
hieſigen Feuerwache zu: Am 12. April, nachts 10 Uhr
4 Minuten wurde der Feuerwache durch das Polizeiamt
gemeldet: „Feuer, Feldbergſtraße 33‟. In dem Hauſe
des Heren Monnard war in dem Dachſtuhl Feuer
aus=
gebrochen. Bei Ankunft der Wache zeigten ſich ſtarke
Flammen und Rauch. Es wurde mit zwei
Schlauch=
leitungen durch das Treppenhaus vorgegangen und mit
einer dritten Leitung über die Leiter von außen
ange=
griffen, wonach in ¾ Stunden das Feuer gelöſcht war.
Die Räumungsarbeiten wurden durch Mannſchaften der
Weckerlinie vorgenommen. Die Wache war 11 Uhr
32 Minuten zurück. Die Entſtehungsurſache iſt noch
nicht ermittelt. Der Schaden iſt insbeſondere
Ge=
bäudeſchaden.
Bensheim, 12. April. Nach dem Voranſchlag
für das Rechnungsjahr 1912 ſchließt die Betriebsrechnung
unſerer Stadt mit 535 629 Mk. ab gegen 526 756 Mk. nach
dem Voranſchlag für 1911 und 509 662 Mk. nach der
Rech=
nung von 1910; die Vermögensrechnung ſchließt mit
165630 Mk. ab (gegen 175 189 Mk. und 155 281 Mk.). Die
Endzahlen für 1912 ſind alſo auf 701 259 Mk.
angenom=
men. Die Badeanſtalt verlangt einen Zuſchuß von
3489 Mk., das Schlachthaus wirft einen Ueberſchuß von
2196 Mk. ab, das Waſſerwerk einen ſolchen von 10 100 Mk.
Ein Verzeichnis der ſämtlichen Schulden der Stadt und
ein Verzeichnis des verzinslichen Aktivvermögens ſind
dem Voranſchlag beigegeben.
M. Babenhauſen, 12. April. Die hieſige
Molkerei=
genoſſenſchaft erzielte im Jahre 1911 bei einer
Milchlieferung von 764835 Kilogramm einen
Rein=
gewinn von 1434 Mark. Die Genoſſenſchaft zählt gegen
wärtig 34 Mitglieder.
M. Altheim, 12. April. Bei einem Mitgliederſtande
von 99 Perſonen hatte unſere Spar= und
Dar=
lehenskaſſe im Vorjahre einen Kaſſenumſatz von
137419 Mark und erzielte einen Reingewinn von 812
Mark.
Mainz, 13. April. Geſtern hielt der
Mittelrhei=
niſche Fabrikanten=Verein unter dem Vorſitze
des Profeſſor Dr. L. Beck=Biebrich eine gut beſuchte
Vereinsverſammlung ab, in der auch zahlreiche Vertreter
heſſiſcher Provinzial=und Kreisbehörden anweſend
wa=
ren. Hauptgegenſtand der Tagesordnung war ein
Vor=
trag des Herrn Baurat Schöberl in Darmſtadt über
„Die Entwickelung der Ueberlandzentra
len im Gebiet des Mittelrheins und ihre
Bedeutung für Induſtrie und Handwerk.”
Am 25. September 1891 ſei in Süddeutſchland, ſo führte
der Herr Vortragende nach dem Referat des M. T. aus,
ein techniſches Wunder geſchehen, als zum erſten Mal die
Lampen der Frankfurter Elektrotechniſchen Ausſtellung
durch den Strom der 170 Kilometer entfernten
Kraftan=
lage bei Lauffen geſpeiſt worden ſeien. Inzwiſchen ſei
eine ungeahnte Verbreitung der elektriſchen Energie als
Arbeitskraft und Beleuchtungsmittel erfolgt. An Stelle
der zahlreichen auf den Fabrikgrundſtücken zerſtreuten
Dampfmaſchinen ſeien Kraftzentralen, an Stelle der
ſchwerfälligen, teuren und kraftverzehrenden
Transmiſſio=
nen Drahtleitung und Elektromotoren getreten. In den
Städten ſeien die Elektrizitätswerke mit ihren beſonderen
Anlagen für die Energieverteilung entſtanden. Als erſte
Zentralen mit Erfolg ſeien das Rheiniſch=Weſtfäliſche
und das Oberheſſiſche Werk zu verzeichnen. Der
Vortra=
gende beſprach weiter die großen techniſchen Fortſchritte,
die in den letzten 10 Jahren zur Vervollkommnung der
Ueberlandzentralen gemacht worden ſind, legte die Gründe
dar, die veranlaßt haben, daß die ſtädtiſchen Elektrizitäts=
Werke die Entwicklung der Ueberlandzentralen ſo an ſich
haben vorbeigleiten laſſen und äußerte ſich ausführlich
über die Verhältniſſe der beſtehenden oder geplanten
Ueberlandzentralen im Mittelrheingebiet, um ſodann zu
der Bedeutung der Ueberlandzentralen überzugehen. Der
Anſchluß einer Induſtrie an ein großes elektriſches Werk
ſei eine Frage des Preiſes und der Betriebsſicherheit,
weil ſchon ein Tag Störung in der Kraftlieferung große
Verluſte bringen könne. Bezüglich des Einfluſſes der
Ueberlandzentralen auf die Heiminduſtrie ſei ein
abſchlie=
ßendes Urteil noch nicht zu gewinnen. Die phyſiſche
An=
ſtrengung der Weber ſei durch die Verwendung
elektri=
ſcher Kraft vermindert worden, aber die Hoffnung, den
Fabrikbetrieb beſeitigen zu können zugunſten des
einzel=
nen Betriebes, habe ſich nicht erfüllt. Die Urteile über die
Einführung von Elektromotoren im Handwerk ſeien noch
peſſimiſtiſcher, denn nur in einzelnen Handwerkszweigen
(Metzgereien, Bäckereien, Schloſſereien) habe der
elektri=
ſche Antrieb von Werkzeugmaſchinen leicht Eingang
ge=
funden. Durch das Aufkommen der Ueberlandzentralen
würden andere Induſtriezweige ſchwer betroffen, ſo der
Lokomobilenbau für Dreſchmaſchinen, der Bau von
Ben=
zin=, Benzol= und Sauggasmotoren. Ferner werde der
kleine Dampfkeſſelbau und Dampfmaſchinenbau zu leider
haben. Der zweiſtündige Vortrag fand großes Intereſſe
und lebhaften Beifall bei den Zuhörern. Es wurden
aus der Verſammlung noch verſchiedene Anfragen an
den Vortragenden gerichtet, die auch von ihm
beantwor=
tet wurden.
Mainz, 13. April. Weinhändler Schober aus
Oppenheim, der bekanntlich flüchtig gegangen und von
Montreal ausgeliefert wurde, wurde heute morgen kurz vor
ieben Uhr ins hieſige
Unterſuchungsgefäng=
nis gebracht. — Ueber ein Dutzend Schüler, zum großen
Teil aus höheren Lehranſtalten, ſind in das Lager der
Glashandlung von Hans Stein eingedrungen und
hauſten dort, wie das M. T. berichtet, wie die
Van=
dalen. Spiegelglas, Transportwerkzeuge wurden
zer=
brochen, Leitern und ſonſtige Geräte über= und
unterein=
ander geworfen, ſowie Scheiben zertrümmert. Die Täter
haben auch ein Automobil aus der Garage herausgezogen
und wertvolle Teile abgeſchraubt; außerdem öffneten ſie die
Ventile der Automobilreifen. Sämtliche Täter wurden
er=
mittelt und zur Anzeige gebracht. — Zwei 14jährige Knaben
ſpielten geſtern in der Wohnung der Eltern des einen
Jungen am Lennigplatz mit einer geladenen
Piſtole. Plötzlich krachte ein Schuß und die Kugel drang
dem einen Knaben direkt zwiſchen der Naſeund dem
linken Augeneck ein. Die Mutter brachte den verletzten
Knaben ſofort zu einem Arzt, dem es gelang, die Kugel zu
entfernen, ohne daß das Auge in Mitleidenſchaft gezogen
wurde.
Koſtheim, 12. April. Die Frage der
Eingemein=
dung in die Stadt Mainz wird der dortigen
Stadtverord=
netenverſammlung in Bälde zur Entſcheidung unterbreitet
werden. — In einer hieſigen Fabrik wurde vor einigen
Tagen aus dem Laboratorium von einem Unbekannten ein
Tiegel aus Platina im Wert von über 100 Mark
entwendet.
Weiſenau, 12. April. Der 18jährige Sohn eines hieſigen
Maſchiniſten, der in einem kaufmänniſchen Geſchäfte tätig
war, hat vor einigen Tagen ſeine elterliche Wohnung
ver=
laſſen und iſt ſeit dieſer Zeit ſpurlos verſchwunden.
Man glaubt, daß dem jungen Manne ein Leid zugeſtoßen
iſt. — Geſtern und vorgeſtern wurden hunderte von
Flug=
blättern, die auf der Straße unentgeltlich verteilt wurden,
und deren Inhalt ſich gegen einen hieſigen Geſchäftsinhaber
richtete polizeilich mit Beſchlag belegt.
Gonſenheim, 12. April. In der letzten Nacht machte
ſich ein Offizier vom Feldartillerie=Regiment Nr. 27 zu
Pferd mit einem Soldaten auf den Weg zum Fort
Uhlerborn, um den dort ſtehenden Militärpoſten zu
revi=
dieren. Der Soldat ritt einige Schritte hinter dem Offi
zier. Als ſo beide durch den finſteren Wald trabten,
krachte plötzlich ein Schuß und das Pferd
des Soldaten ſtürzte, mitten in die Bruſt
getrof=
fen, tot zu Boden. Der Soldat ſelbſt blieb
glücklicher=
weiſe unverletzt. Der Dienſtrevolver des Offiziers ſoll
ſich unverſehens bei einer=Bewegung der Blendlaterne
entladen haben. (M. T.)
Jügesheim, 13. April. Die Bürgermeiſter
wahl ſcheint, trotzdem ſie bereits fünfmal vorgenommer
wurde, immer noch nicht ihren Abſchluß gefunden zu ha=
ben. Bei der letzten Wahl, beſ der der Kandidat
Bru=
der mit einer Stimme Mehrheit ſiegte, ſollen wieder
Fälle von Stimmenkauf vorgekommen ſein. Die
Staatsanwaltſchaft ſtellt gegenwärtig über die
vorgekom=
menen Wahlbeeinfluſſungen Erhebungen an.
M. Nackenheim, 12. April. Zwiſchen den fiskaliſchen
Inſeln Kiſſelau und Sändchen und den beiden
Rheinſtromarmen hat ſich im Laufe der letzten Jahre
ſehr viel Sand abgelagert, der nun weggebaggert
werden ſoll. Nach oberflächlicher Schätzung beträgt der
angeſchwemmte Sandvorrat mindeſtens eine Million
Kubikmeter. Da der Rheinſand gegenwärtig ein ſehr
geſuchter Artikel iſt, der mit einer halben Mark für das
Kubikmeter von den Dampfbaggerbeſitzern bezahlt wird,
ſo liefert der Rheinſtrom bei Nackenheim dem heſſiſchen
Staate ohne jegliche Auslage bei Hochwaſſer einen nicht
zu unterſchätzenden Einahmepoſten, der ſich bei der erſten
Baggerung auf mindeſtens eine halbe Million Mark
beziffert.
(*) Aus Oberheſſen, 12. April. Heute vormittag wüteten
in ganz Oberheſſen heftige Schneeſtürme bei
empfindlicher Kälte. Das Thermometer zeigte heute früh
3 Grad Kälte, die Erde war mit Schnee und Eis bedeckt.
Das Winterkleid verſchwand erſt nachmittags in der
Wet=
terau und der Gegend von Gießen. Im Vogelsberg und
an ſeinen Abhängen liegt die Schneedecke geſchloſſen und
ſtellenweiſe ziemlich hoch. Die bereits blühenden
Stachel=
beerſträucher, Pflaumen= und Kirſchenbäume haben Schaden
erlitten. Auch die Frühſaat in den Gärten, Salat uſw.,
iſt ſehr gefährdet.
Laubach, 10. April. Das Opfer einer
Ver=
wechſelung iſt ein junger Mann von hier geworden.
Als er in der Nacht auf Mittwoch eine Wirtſchaft
ver=
ließ, erhielt er mit einem Holzſcheit einen Schlag auf
den Kopf, daß er blutüberſtrömt zuſammenbrach. Er
vermochte ſich noch in ſeine Wohnung zu ſchleppen, wo
er anderen Morgens in bewußtloſem Zuſtande
aufge=
funden wurde. Der Arzt ſtellte eine
Schädelzer=
trümmerung feſt und ein Teil des Hutes war in
das Gehirn eingedrungen. Der Verletzte wurde in das
Johann Friedrich=Stift gebracht, wo er in
hoffnungs=
loſem Zuſtande danieder liegt. Der Täter, ein
ſchon öfters vorbeſtrafter Dienſtknecht von hier, ſoll den
Schlag einem anderen zugedacht haben; Zwiſtigkeiten
mit dieſem hatten ihm vor nicht langer Zeit eine
Ge=
fängnisſtrafe eingetragen. Er wurde in Haft
ge=
genommen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. April. Die
Einigungs=
verhandlungen zur Beilegung des Streiks der
Stukkateure, die geſtern vor dem Gewerbegericht
ſtattfanden, ſind geſcheitert, und zwar an der prinzipiellen
Frage der Verkürzung der Arbeitszeit von 8½ auf 8
Stunden. — Im Dienſte der Königlichen Polizei in
Berlin iſt ſeit einigen Jahren auch eine Anzahl Damen
tätig, denen es obliegt, bei der Ermittelung von
Verbre=
chern und Aufklärung ſchwieriger Fälle mitzuwirken.
Dieſe Polizeiagentinnen oder Detektivinnen haben ſich
jedoch nicht bewährt, ſo daß beſchloſſen worden iſt,
dieſe Hilfe der Exekutive allmählich eingehen zu laſſen.
Neue Polizeiagentinnen werden daher nicht mehr
ange=
ſtellt. — Ein aufregender Kampf zwiſchen einem
Arreſtanten und einem Schutzmann ſpielte ſich geſtern
nachmittag am Bahnhof Wedding ab. Wegen eines
Ver=
gehens ſollte der Arbeiter Guſtav Neumann zur
Polizei=
wache gebracht werden. Neumann ſetzte aber dem
Be=
amten heftigen Widerſtand entgegen und verſuchte mit
einem Meſſer auf den Schutzmann einzuſtechen. Dieſer
zog einen Browning=Revolver und verletzte den Gegner
durch einen Schuß in den Unterleib ſchwer. Neumann
ſank zu Boden und wurde als Polizeigefangener nach der
Charitee gebracht.
Diedenhofen, 13. April. Vor kurzem iſt von hier der
Geſchäftsagen t Gredt nach Frankreich
ge=
flüchtet, nachdem ſich herausgeſtellt hatte, daß
Un=
regelmäßigkeiten vorgekommen und daß ſeit Jahren keine
Bücher von ihm geführt worden waren. Jetzt ſtellt ſich
heraus, daß die vom Geflüchteten veruntreute Summe
eine enorme Höhe haben dürfte. Wie nämlich die
Loth=
ringer Bürgerzeitung berichtet, ſind bis jetzt über 300000
Mark des G. anvertrauten Geldes als verloren
angemel=
det worden, wobei es ſich allerdings zum Teil noch um
unkontrollierbare Angaben handeln ſoll. Die
Geſchädig=
ten ſind vielfach kleine Rentner, Handwerker und Witwen.
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 12. April.
„Der Störenfried.”
W—I. „Von Zeit zu Zeit ſeh’ ich den Alten gern.”
Wer der erſten Wiederaufführung des Benedixſchen
Luſt=
ſpiels „Der Störenfried” in voriger Saiſon beigewohnt
hat, wird ſich über den neuen Erfolg, den dieſes alte
Stück erzielt hat, nicht gewundert haben. Das heutige
Publikum iſt für dieſe Luſtſpiele aus älterer Zeit ebenſo
empfänglich wie für die Lortzingſchen Opern und die
Aufmachung im Biedermeierſtil verleiht dem Stück noch
ein erhöhtes Intereſſe und beugt dem Vorwurf vor, daß
wir Moderne doch beſſere Menſchen ſind. Jedenfalls hat
der ſtarke Erfolg des Luſtſpiels ſeine Wiederaufführung
gerechtfertigt. Es hat eigentlich lauter dankbare Rollen
Die geheimrätliche Schwiegermutter wurde von Frau
Rudolph im einzelnen vielleicht etwas zu outriert
im ganzen aber mit vielem Humor, hinter dem ſich die
Bosheit verſteckte, und mit komiſch wirkender Pointierung
geſpielt. Neu war auch Frl. Meißner als junge Frau
Lonau, die ſie ſehr ſympathiſch verkörperte und
liebens=
würdig darſtellte. Ganz prächtig war wieder der alte
Onkel Lebrecht des Herrn Wagner. Herr
Baumei=
ſter, der als Lonan eine hübſche Maske gewählt hatte
ſpielte den geplagten Schwiegerſohn und Haus
herrn mit Wärma und ſchlichter Vornehmheit, durch
jugendliche Friſche und überzeugende Natürlichkeit zeich
nete ſich das Spiel des Frl. Gothe als Alwine und des
Herrn Schneider als Hubert aus, während die derbe
Urwüchſigkeit der beiden dienſtbaren Geiſter, der
Babett=
des Frl. Grünberg und des Henning des Herrn
Speiſer die gewünſchte komiſche Wirkung nicht
ver=
fehlte. Auch die Kammerjungfer Minette des Frl
Heumann trug zu dem Heiterkeitserfolg des Stückes
zu ihrem Teile bei.— Auf das Luſtſpiel folgte eine
Wie=
derholung des Balletts „Champagner=Viſionen”
von Frau Thiele=Leonhardt und Paul Lincke.
Feuilleton.
C.K. Ein antiker Ehevertrag. Die von den Berline:
Muſeen auf der Nilinſel Elephantine veranſtalteten
Aus=
grabungen haben nicht nur eine Fülle aramäiſcher Pa=
phri, ſondern auch die älteſten griechiſchen Ur
kunden auf Papyrus ans Licht gefördert, von
denen die früheſte wiederum ein Ehevertrag iſt, deſſen
Text Dr. Plaumann in den Amtlichen Berichten aus den
Königlichen Kunſtſammlungen mitteilt. Der Vertrag iſt
im Jahre 311 v. Chr. „unter der Regierung des Königs
Alexander, Sohnes des Alexander (d. i. Alexander der
Große) im 7. Jahre, unter der Regierung des Satrapen
Ptolemäus im 14. Jahre” zwiſchen Herakleides aus
Temnos und der Demetria, aus Kos abgeſchloſſen. Die
Frau bringt Kleidung und Schmuck im Werte von
1000 Drachmen (— 800 Mark) in die Ehe. „Herakleides”
heißt es dann weiter, „ſoll der Demetria alles zur
Ver=
fügung ſtellen, was einer freien Frau zukommt. Wo
wir unſeren Wohnſitz aufſchlagen, ſollen Leptines (der
Brautvater) und Herakleides in gemeinſamer Beratung
feſtſetzen. Wenn aber Demetria auf unrechten Wegen
betroffen wird, ihrem Mann Herakleides zur Schande,
ſo ſoll ſie alles deſſen verluſtig gehen, was ſie in die
Ehe mitgebracht hat, und zwar ſoll Herakleides in
Gegenwart dreier Männer, die ſie beide beſtimmt haben,
nachweiſen, was er ihr zum Vorwurf macht. Dem
Herakleides ſoll es nicht erlaubt ſein, eine andere Frau
ins Haus zu bringen, der Demetria zum Hohn, oder
Nachkommenſchaft zu erzeugen mit einer anderen Frau
oder in irgend einer Weife unter irgend einem
Vor=
wande die Demetria zu hintergehen; wird Herakleides
aber bei einem von dieſen Dingen betroffen, und
Deme=
tria weiſt das nach in Gegenwart von drei Männern
die ſie beide beſtimmt haben, ſo ſoll Herakleides der
Demetria die Mitgift von 1000 Drachmen, die ſie
mit=
gebracht hat, zurückgeben und außerdem noch 1000
Alexander=Silberdrachmen zahlen‟ Der Vertrag ſoll,
wie ausdrücklich bemerkt wird, in jeder Weiſe an jedem
Orte gültig ſein, als ob er gerade da zuſtande
gekom=
men wäre, wo die Ehegatten etwa gegen einander Klage
erheben. Die Namen der Zeugen ſind beigefügt.
Der Sprung vom Wolkenkraßer. Aus New=York
wird berichtet: Schlimmes Unheil iſt über Amerikas
Metropole hereingebrochen; ſeit dem Mittwoch leiden
viele Hunderttauſende von New=Yorkern an den Folger
einer ganz eigenartigen Epidemie von Genickſtarre. Das
Leiden iſt durch Ueberanſtrengung hervorgerufen, die
Epidemie begann am Samstag, als Frank Law, ein
junger, waghalſiger Erfinder, plötzlich mit einem
neu=
erfundenen Fallſchirm von einem der höchſten Wolken=
ratzer abſprang und inmitten der verblüfften Leute in
Wallſtreet landete. Zum Verhängnis der New=Yorker
erklärte der verwegene junge Mann, daß er dieſes
hals=
brecheriſche Experiment in den nächſten Tagen noch
einige Male an verſchiedenen Punkten der Millionenſtadt
wiederholen wollte. Aber Law vergaß, Tag, Stunde
und Ort zu beſtimmen, und ſeitdem hat ſich das
Straßen=
leben der Millionenſtadt ſeltſam verwandelt. Ueberall
ſieht man jetzt auf den Trottoirs eng gedrängt die
Men=
ſchen ſtehen: den Kopf halten ſie weit zurückgebeugt, die
Naſe weiſt zum Himmelszelt und aller Augen ſtreben
empor zu den lichten Höhen, aus denen man Frank Law
ſehnſüchtig erwartet. Die Maſſenſuggeſtion feiert neue
Triumphe. Alle Augenblick findet ſich einer, der
plötz=
lich die Stunde des Schauſpiels für gekommen hält, der
ſtehen bleibt, zum Rande eines Wolkenkratzers
empor=
blickt: nach fünf Sekunden ſind es ſechs, nach zehn
fünf=
zig, nach einer halben Minute hundert und nach einer
Minute tauſend, die regungslos wie exotiſche Götzen
mit weit zurückgebogenem Schädel zur Himmelshöhe
ſtarren. Die Polizei iſt verzweifelt, jeden Augenblick
wird in einer anderen Straße der Stadt durch
Menſchen=
anſammlungen der Verkehr gehemmt. Ganz New=York
iſt da, nicht ein Schutzmann fehlt, nur Frank Law iſt
nicht mehr zu ſehen. Einem Interviewer erzählte er
ſtolz, daß er ſo lange von Wolkenkratzern
herunterſprin=
gen wolle, bis New=York endlich überzeugt ſei, daß ein
wirklich zuverläſſiger Fallſchirm nun endgültig erfunden
ſei. Dann will Frank Law nach London und auch nach
Paris reiſen, um hier vom Eiffelturme mit ſeinem
Fall=
chirm herabzuſpringen. Laws Fallſchirm beſteht aus
einem kleinen, zuſammenklappbaren Gerüſt, das ſich
ähn=
lich wie ein Regenſchirm entfaltet.
* Der Löwe und die Katze. Der Löwe ließ ſeine
Baſe, die Katze, rufen, und ſie erſchien mit krummem
Buckel vor ſeiner Höhle. „Du hat befohlen, Herr
Vetter —‟ — „Ich hab dich rufen laſſen, um dir meine
Verachtung kundzugeben, dir meine Entrüſtung
auszu=
ſprechen, denn ich ſchäme mich unſerer Verwandſchaft
grollte der Löwe. „Wie ich höre, ſchmeichelſt du denen,
die du heimlich beſtiehlſt, leckſt du die Hand, die du tückiſch
zerkratzeſt — mit einem Wort: du haſt keinen Charakter!
Iſt dies wahr, oder kannſt du es leugnen?‟ — Ich
leugne es nicht, Herr Vetter, aber wer Charakter haben
will, der muß gleich dir — in der Wüſte wohnen!“
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Nummer 88.
Homburg, 12. April. Heute nachmittag gegen 5 Uhr
traf die Kaiſerin in Begleitung der Gräfin Keller,
des Grafen Mirbach und des Leibarztes Dr. Zuncker
auf der Saalburg ein. Sie beſichtigten das Muſeum
und nahmen hierauf im Saalburgreſtaurant den Tee
ein. Nach kurzem Aufenthalt fuhren die Herrſchaften
nach Bad Nauheim zurück.
München, 12. April. Die Münchener Neueſten
Nach=
richten melden aus Innsbruck: In der Gemeinde Gries
bei Canazei wurden durch eine Feuersbrunſt 18
Häuſer zerſtört. 21 Familien ſind obdachlos. Der
Schaden iſt ſehr bedeutend.
Stuttgart, 13. April. Die Kälte auf der
Schwäbi=
ſchen Alb betrug heute früh 8 Grad. In der Umgebung
von Stuttgart wurde eine Temperatur von 3 Grad unter
Null feſtgeſtellt.
Koburg, 13. April. Der älteſte Sohn des ehemaligen
Regierungsverweſers für Koburg=Gotha, Prinz
Gott=
fried zu Hohenlohe=Langenburg, wird
demnächſt bei ſeiner Großmutter, der Herzogin=Witwe
Marie, hier Aufenthalt nehmen und ſeine Studien am
hieſigen Gymnaſium Caſimirianum fortſetzen. Der Prinz,
der vor einigen Tagen das 15. Lebensjahr vollendet hat,
wird die Gartenvilla des Palais Edinburg als Wohnung
erhalten.
Hamburg, 12. April. Das Seeamt verhandelte die
An=
legenheit des engliſchen Dampfers „Oceana”
und kam zu dem Spruch, daß der Zuſammenſtoß vom
Dampfer „Oceana” verſchuldet worden ſei. Der
Führ=
ung der deutſchen Bark „Piſagua” ſei nach keiner
Richt=
ung hin Schuld beizumeſſen.
Altena, 13. April. Um halb 3 Uhr brach in der
Ma=
ſchinenfabrik Alfred Gutmann, A.=G., ein
Feuer aus, das ſich raſch ausbreitete und die
geſam=
ten Fabrikanlagen, außer Keſſelhaus, Kontor und einigen
kleinen Magazingebäuden, einäſcherte. Der Schaden iſt
durch Verſicherung gedeckt. Ein Teil der Arbeiter muß
unbeſtimmte Zeit feiern.
Varel, 13. April. Am Donnerstag vormittag wurden
drei Schüler, die in einem Fiſcherboot auf dem
Jadebuſen eine Partie unternahmen, in die
Seehin=
ausgetrieben. Bis jetzt iſt noch keine. Nachricht
über ihren Verbleib eingetroffen.
Frankfurt a. O., 13. April. Der Forſtreferendar von
Knobloch, der am 2. Januar den Kaufmann Hedrich
erſchoſſen hatte, wurde der Irrenanſtalt Landsberg
zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes überwieſen.
Poſen, 13. April. Bei einer Kahnfahrt auf der Nogat
ſind hinter Blumſtein drei Schulknaben
er=
trunken.
Poſen, 13. April. In einem brennenden
Getreide=
ſchober wurde die Anſiedlerstochter Gertrud Niemann=
Kardorff als verkohlte Leiche aufgefunden. Wer
den Getreideſchober in Brand geſteckt hat und auf welche
Weiſe das Mädchen in den Schober gekommen iſt, konnte
noch nicht feſtgeſtellt werden.
Karlsbad, 13. April. Die Stadtverordneten haben
beſchloſſen, das Hotel Trautſtein, früher Faßmann,
für 1280000 Kronen für kommunale Zwecke
an=
zukaufen.
Paris, 12. April. Die Mordanſchläge dex
Automobilräuber haben nachträglich noch zwei
Opfer gefordert. Die übermäßige Lektüre der
ſpalten=
langen und ſenſationellen, mit allerhand Abbildungen
aufgebauſchten Berichte gewiſſer Pariſer Blätter darüber
haben die Nerven eines Anſtreichermeiſters und einer
Hausmeiſterin in Paris dermaßen überreizt, daß ſie beide
den Verſtand verloren. Der Anſtreichermeiſter
gab ſich ſchließlich der Wahnvorſtellung hin, daß er ſelbſt
einer der Häupter der Bande, nämlich der geſuchte
Bon=
not ſei. In dieſem Wahn flüchtete er ſich auf den
Spei=
cher ſeiner Wohnung und verſchanzte ſich dort gegen die
Polizei. Geſtern beſtieg er das Dach eines Hauſes und
bedrohte von dort herab die Leute in der Straße mit
einem Karabiner. Der Feuerwehr gelang es, ſich des
Armen ohne Unfall zu bemächtigen und ihn zum
Kran=
kenhaus zu ſchaffen. Die Hausmeiſterin, Hüterin eines
gutbewohnten Hauſes auf dem Boulevard Haußmann,
bildete ſich plötzlich ein, daß die Bande ihr Haus belagere,
und ſchrie aus Leibeskräften um Hilfe, als geſtern der
Polizeikommiſſar des Viertels bei ihr erſchien, um wegen
des Todes eines Hausbewohners die amtliche Feſtſtellung
vorzunehmen. Auch ſie mußte ins Krankenhaus gebracht
werden.
Paris, 13. April. Eine junge ſerbiſche Studentin
namens Wilica Popadic aus Nancy, die zum Beſuche
hier weilte, wurde heute nacht auf dem Heimwege im
Lateiniſchen Viertel von einem jungen Radfahrer über
fallen und durch einen Revolverſchuß getötet.
Schutzleute verfolgten den Mörder, der noch weitere
Schüſſe abfeuerte, ohne jedoch zu treffen. Die Poliziſten
erwiderten die Schüſſe und der Verbrecher ſtürzte tödlich
verletzt vom Rade. Man glaubt, daß der Mörder ein
ruſſiſcher Student iſt.
Paris, 13. April. Die Juwelendiebe, die vor
einigen Tagen in die Villa des ehemaligen mexikaniſchen
Geſandten in Paris, de Mier, einen Einbruch verübten
ſind nunmehr ermittelt wordel. Es ſind zwei
ehe=
malige deutſche Kammerdiener des Geſandten. Der eine,
Felix Keßler, wurde verhaftet. Er gab an, daß er im
Verein mit ſeinem Kameraden, einem gewiſſen Fritz, den
Diebſtahl ausgeführt hätte. Fritz ſei mit den
Schmuck=
ſachen nach Deutſchland gereiſt, um ſie dort zu verkaufen.
Er verſprach, in zwei Tagen zurückzukommen und den
Erlös mit ſeinem Komplizen zu teilen. Keßler wartete
vergeblich und wurde inzwiſchen feſtgenommen. Die
er=
beuteten Schmuckſachen hatten einen Wert von zirka einer
halben Million. Die Staatsanwaltſchaft hat die
deut=
ſchen Behörden verſtändigt und einen Steckbrief erlaſſen.
Paris, 13. April. Der amerikaniſche Milliardär
Pier=
pont Morgan läßt die Meldung dementieren, daß ihm
in Florenz von mehreren geheimnisvollen Perſonen die
aus dem Louvre geſtohlene Gioconda zum Kaufe
angeboten worden ſei.
Korfu, 13. April. Die Hoffnung auf weitere reiche
und für die archäologiſche Wiſſenſchaft wichtige Funde
hat nicht getrügt. Nachdem an verſchiedenen Stellen
Korfus nach dem Oſterfeſt die Grabungen
gleich=
zeitig in Angriff genommen waren, ſind geſtern
bemer=
kenswerte griechiſche Altertümer zutage gefördert
wor=
den. In Gegenwart des Kaiſers wurde ein Teil des
Fußbodens eines altgriechiſchen Hauſes, etwa aus dem
6. Jahrhundert vor Chriſti, freigelegt, das den
gefunde=
nen Kohlenreſten zufolge abgebrannt und eingeſtürzt
war. Das Prinzenpaar Auguſt Wilhelm beteiligt ſich
lebhaft perſönlich an den Grabungen. Der Kaiſer
ver=
weilte bis zum Eintritt der Dunkelheit bei den neuen
Funden und ſprach ſich über ſie ſehr erfreut aus.
Petersburg, 13. April. Auf der Oka in der Nähe von
Rjaſan ſchlug während des Eisganges ein Boot mit
20 Inſaſſen um. Alle, darunter ein Geiſtlicher mit
Pfal=
menſängern, die zu einer Beerdigung fuhren,
ertran=
ken vor den Augen zahlreicher Zuſchauer am Ufer, die
wegen des Eisganges keine Hilfe leiſten konnten.
New=York, 12. April. Die Begründerin des
amerikaniſchen Roten Kreuzes Klara
Bar=
ton iſt geſtorben. Sie war im Jahre 1821 in
Or=
ford im Staate Maſſachuſetts geboren. Während des
Bürgerkrieges organiſierte ſie die Pflege der
Verwun=
deten. Dieſe Organiſation ſchloß ſie dem Internationalen
Roten Kreuz in Genf im Jahre 1870 an. Der bald darau
beginnende deutſch=franzöſiſche Krieg führte ſie auf die
Schlachtfelder von Straßburg. Belfort, Montpellier und
Paris. 1893 weilte ſie in Rußland, in Armenien und
auf Kuba. Klara Barton gilt als die Begründerin des
Roten Kreuzes in Amerika und war bis zuletzt die
offi=
zielle Vertreterin Amerikas auf allen Kongreſſen des
Ro=
ten Kreuzes.
Zur Eichenſchälwaldfrage
ſchreibt man uns noch: In verſchiedenen Tageszeitungen
wurde darauf aufmerkſam gemacht, daß die Preiſe für
Eichenlohrinde, welche ſchon ſeit Jahren einen Rückgang
zeigen, auch dieſes Jahr wiederum auf dem Rindenmarkt
zu Hirſchhorn a. N. ſehr niedrig geweſen ſind. Ein Teil
der angebotenen Rinde konnte überhaupt nicht zum Verkauf
gelangen. Die Urſache dieſes erheblichen Rückganges iſt in
der geringeren Verwendung von Eichenlohe zum Gerben
des Leders zu ſuchen. Man will heute nicht mehr die gute
Qualität des Leders, welche durch die Eichenlohgerbung
erzielt wird, ſondern man verwendet andere chemiſche
Ver=
fahren, welche auch erheblich billiger arbeiten. Die Quali=
tät des auf dieſe Weiſe gegerbten Leders iſt jedenfalls nicht
diejenige, als wenn das Leder mit Eichenlohe gegerbt iſt.
Im Widerſpruch mit dieſer geringeren Verwendung der
Eichenlohrinde ſteht allerdings der Verlauf der Ledermeſſe
in Frankfurt in den letzten Tagen, wobei auch nicht im
Entfernteſten der Nachfrage nach mit Eichenlohe gegerbtem
Leder genügt werden konnte. Die Rentabilität des
Eichen=
ſchälwaldes iſt ſchon ſeit Jahren eine ſehr geringe. Auch
diejenigen Eichenſchälwaldbeſitzer, welche ſeither noch daran
gedacht hatten, daß durch irgend welche beſondere
Gewin=
nungs= und Verarbeitungsverfahren der Rinde der
Eichen=
ſchälwald erhalten bleiben könnte, werden jetzt zu der
Ueber=
zeugung gekommen ſein, daß dies nicht möglich iſt. Eine
Aenderung in den Betriebsverhältniſſen
muß eintreten.
Wenn aber in den Mitteilungen in den Tageszeitungen
nur ein Weg aus dieſer Notlage der
Eichenſchälwald=
beſitzer als der einzig richtige bezeichnet wird und zwar
die Ueberführung der Eichenniederwaldwirtſchaft zum
Hochwald, dann iſt dies ein einſeitiger Standpunkt,
wel=
cher die Sachlage vollkommen verkennt.
Der Eichenſchälwald iſt zu einem ſehr erheblichen Teil
in den Händen von kleineren Beſitzern, deren
Einnahme=
quelle in erſter Linie im Eichenſchälwaldbetrieb liegt.
Würde bei dieſen der Uebergang zum
Hochwaldbetrieb=
durchgeführt, dann hätten die Beſitzer auf Jahre hinaus
weder eine Einnahme aus dem Wald, noch eine Verwertung
ihrer Arbeitskraft. Mancher Eichenſchälwaldbeſitzer, der
jetzt einige Morgen ſein Eigen nennt, müßte als Taglöhner
gehen. Ein Vorteil für den Volkswohlſtand im Odenwald
wäre dies ohne Zweifel nicht. Staat und Gemeinde und
vielleicht auch Standesherrſchaften können den
Hochwald=
betrieb mit der Zeit durchführen, aber nur unter
Berückſich=
tigung der Intereſſen der Privatbeſitzer. Gehen erſtere zum
Hochwaldbetrieb über und liegt, wie es vielfach der Fall
iſt, der Waldbeſitz der Privatbeſitzer angrenzend an den
Beſitz der Gemeinde, des Staates und der
Standesherr=
ſchaft, oder ſind gar die Parzellen verteilt, dann iſt er
ge=
zwungen, ebenfalls zum Hochwaldbetrieb überzugehen.
Es gibt aber noch ſehr viele Flächen, die
mit Rückſicht auf ihre
Neigungsverhält=
niſſe und ihre Bodenbeſchaffenheit
ſehr=
wohl geeignet ſind, zu Ackerland, Wieſe
oder Weide angelegt zu werden. Und gerade in
der Umwandlung des Eichenſchälwaldes, dort, wo es
mög=
lich iſt, zu nutzbarem Ackerland, Wieſe oder Weide, liegk
der bedeutſame Weg, welcher heute beſchritten
wer=
den muß, nachdem der Eichenſchälwald unrentabel iſt.
Es muß eine wichtige Aufgabe von Staat, Gemeinde,
Stan=
desherrſchaft und den landwirtſchaftlichen Korporationen
ſein, hier den Privatbeſitzer zu unterſtützen und die Anlage
von Ackerland, Wieſen und Weiden zu fördern. Bei der
großen Wichtigkeit, welche die Viehzucht für die
Fleiſch=
verſorgung Deutſchlands hat, liegt es im allgemeinen
In=
tereſſe, dafür zu ſorgen, daß die Grundlagen für ihre
Ver=
beſſerung und Steigerung ebenfalls ſicherer geſtaltet werden.
Dort, wo die Parzellen der Privatbeſitzer zwiſchen
den=
jenigen von Staat, Gemeinde und Standesherrſchaft liegen,
muß ein Austauſch ſtattfinden, damit auf einer größeren
zuſammenhängenden Fläche die Umwandlung in nutzbares
Land vorgenommen werden kann. Wie dies zu geſchehen
hat, ſoll hier vorerſt nicht auseinandergeſetzt werden,
ſon=
dern dieſe Zeilen ſollen nur anregen und die
Eichenſchül=
waldbeſitzer warnen, einen vielfach falſchen Weg zu gehen.
Wer die Verhältniſſe in den Gegenden mit
Eichenſchäl=
waldbetrieb kennt, der wird und muß zu der Ueberzeugung
kommen, daß es ſich nicht um einige, ſondern Hünderte, ja=
Tauſende von Morgen handelt, welche zu
landwirtſchaft=
lich nutzbarem Gelände umgewandelt werden können. Es
wäre zu hoffen, wenn alle maßgebenden Stellen zu der
Einſicht kommen wollten, daß hier ein wichtiges
Kultur=
werk geſchaffen werden kann, das von außerordentlichem
Einfluß auf die geſamten wirtſchaftlichen Verhältniſſe im
Odenwald ſein wird.
C.
Der Verkehrsverein Darmſtadt
verſendet ſoeben ſeinen Jahresbericht für das Jahr
1911 mit Ueberſichtstabelle und Mitgliederverzeichnis. Es
heißt darin: Neue Aufgaben und neue Pflichten ſtehen
dem Verein bevor. Wir verzeichnen hier nur die Eröff=
Ausſtellung von Nachbildungen mittelalterlicher
Wandgemälde aus dem Großherzogtum Heſſen.
St. Wie kaum ein anderes Land gleichen Umfanges
und gleicher Lage iſt Heſſen reich an Schätzen mancherlei
Art, deren materieller Wert allerdings weit in die
Jahr=
hunderte zurückliegt, deren kunſtgeſchichtliche und
kultu=
relle Bedeutung aber wie kaum je zuvor in unſerer
hoch=
entwickelten Gegenwart erkannt und gewürdigt wird
Und mit der Erkenntnis dieſer ideellen Werte alter
Kunſt= und Kulturſchöpfungen ſetzte bei uns eine
ziel=
bewußte Tätigkeit ein zur Erforſchung und zur
Erhalt=
ung ſolcher Dinge, die, an ſich unerſetzlich, dem alles
zer=
nagenden Zahn der Zeit zum Opfer zu fallen drohen.
Und von allen Faktoren, die die Pflege ſolcher Zeugen
vergangener Kunſt und Kultur ſich angelegen ſein laſſen,
war wieder Heſſen einer der erſten Staaten, der den
kräftig fördernden und ſchützenden Arm der Regierung
dieſer Arbeit lieh. Von der ungemein erfolgreichen
Tätigkeit unſeres Denkmalrates iſt ſchon wiederholt an
diefer Stelle geſprochen worden.
Nun tritt Heſſens Denkmalarchiv mit Erfolgen eines
neuen, epochemachenden und vorbildlichen
Tätigkeits=
gebietes im Rahmen einer Ausſtellung an die
Oeffentlichkeit, die weit über Heſſens Grenzen hinaus
Beachtung verdient und ſicher finden wird, mit einer
Ausſtellung mittelalterlicher Wandmalereien auf
heſſi=
ſchem Boden, die am Samstag mittag in der Aula der
Techniſchen Hochſchule in Gegenwart der Herren
Finanz=
miniſter Braun Exz., Miniſter des Innern von
Hom=
bergk zu Vach Exz., Rektör Magnifizenz Wickop
Regierungs= und Baurat Wagner und einiger
wei=
terer geladener Gäſte eröffnet wurde. Im Namen des
Denkmalarchivs hieß Profeſſor Dr. Anthes die
Erſchie=
nenen willkommen, beſprach kurz die Aufgabe der
Denk=
malpflege und dankte den Behörden, beſonders der Stadt
(Mainz, der Kirchenbehörde Worms uſw für ihre
Unter=
ſtützung, und dem Privatdozenten, Dr. Dammann für
ſeine eifrige Mitarbeit. Darauf fand unter Führung
von Dr. Dammann ein Rundgang ſtatt.
Herr Dr. Dammann verbreitete ſich dabei in ſehr
inſtruktiver Weiſe über die ausgeſtellten Schätze und ihre
künſtleriſche und hiſtoriſche Bedeutung. Die
kunſtgeſchicht=
liche Erforſchung der deutſchen mittelalterlichen
Wand=
malereien ſteckt in ihren früheſten Anfängen. Man weiſ
jetzt, daß der noch heute an Ort und Stelle vorhandene
Vorrat an ſolchen Malereien faſt unüberſehbar groß
efunden, die an
ent=
ine
iſt; zwar hat ſich
wickelungsgeſchichtlicher Bedeutung mit den Malereien
eines Giotto oder eines Maſaccio zu vergleichen wäre;
aber gewiß hatte Eduard Paulus recht, als er — ſchon
vor Jahrzehnten — ausſprach, die mittelalterliche
Wand=
malerei Italiens nehme nur deshalb eine ſo
einzig=
artige Stellung in der Kunſtgeſchichte ein, weil man die
entſprechenden Werke der anderen Völker noch nicht kenne.
Namentlich in den Ländern am Rhein, vom Bodenſee
bis in die Niederlande hinunter, haben ſich unter Tünche
und Uebermalung glänzende Proben erhalten, die uns
beweiſen, daß unſere Vorfahren auch in der Wandmalerei
hinter anderen Kulturvölkern Europas nicht
zurückſtan=
den. Woher kommt es, daß wir von dieſen Kunſtwerken
noch ſo wenig wiſſen, während doch zum Beiſpiel die
rheiniſche Baukunſt des Mittelalters nach allen
Richtun=
gen erforſcht wurde, während etwa auch die rheiniſche
Plaſtik mehr und mehr unſerem Verſtändniſſe nahe tritt?
Das liegt ſo gut wie ausſchließlich an der ſachlichen,
materiellen Schwierigkeit, die ſich dem Studium, ja ſchon
der Betrachtung dieſer Kunſtwerke entgegenſtellt. Denn
wenn es wirklich mit unſäglicher Mühe und Sorgfalt
ge=
lungen iſt, die deckende Tünche vorſichtig
herunterzu=
klopfen, wenn die Reſte des alten Gemäldes endlich frei
zutage liegen, dann gehört immer noch ein gutes und
vor allem ein geübtes Auge dazu, dieſe Reſte überhaupt
zu ſehen. Oft ſitzen ſie hoch an der Wand, oder am
Ge=
wölbe; oft in faſt völliger Dunkelheit. In den ſeltenſten
Fällen iſt die Darſtellung vollſtändig erhalten;
Verwit=
terung oder Bauveränderung zerfraßen und
durchlöcher=
ten das verſteckte Kunſtwerk; die Farben blichen und
zer=
ſetzten ſich; die Vergoldungen wurden ſchwarz; die Riſſe
der Mauern drangen durch den Bewurf zutage;
Schram=
men, Kratzer, Schmutzflecken, Spinnweben, Ruß und
Schimmel — all das ſitzt nicht wie ein Schleier, ſondern
wie eine neue Haut auf dem Bilde; wer vorübergeht,
ſagt: „Hier muß einſt eine Malerei geweſen ſein. Ganz
verdorben. Schade!” Aber aus dieſen alten
verkomme=
nen Farbreſten, aus dieſem Chaos von Flecken und
wir=
rem Gekritzel laſſen ſich die koſtbarſten Schätze heraus
gewinnen, wenn man ſie richtig zu behandeln verſteht.
Man kann nicht die alten, verloren gegangenen
Ge=
mälde in urſprünglicher Friſche wieder heraufzaubern.
Kein Menſch, und übe er ſich darin ſein Leben lang, kann
im 20. Jahrhundert bauen, meißeln oder malen, wie man
es im 14. tat. Bis heute iſt jeder ſolche Verſuch
miß=
lungen, und man weiß jetzt, daß dies Mißlingen eine
pſychologiſche Notwendigkeit iſt. Man geht alſo nicht
mehr daran, dieſe Wandmalereien „aufzufriſchen”, ſie zu
reſtaurieren. Denn das iſt von allen Mitteln, ihren doku=
mentariſchen Wert endgültig zu vernichten, das ſicherſte.
Man wird ſie auch nicht mehr durch Künſtlerhand frei
kopieren laſſen. Dadurch wird das Denkmal zwar nicht
zerſtört; aber es wird auch ſo gut wie nichts gewonnen.
Denn der Genauigkeitsgrad einer freien Kopie iſt
natür=
lich ſo variabel wie der Zufall ſelbſt. Photographiſche
Aufnahmeverfahren verſagen vor Wandbilderreſten faſt
regelmäßig. Was läßt ſich alſo tun für dieſe
Kulturzeug=
niſſe, an deren Erhaltung keineswegs nur der
Kunſt=
hiſtoriker intereſſiert iſt, ſondern jeder, dem ſeine
Bild=
ungsverhältniſſe die Würdigung geſchichtlicher Werte
ge=
ſtatten? — Im Auftrage heſſiſcher Behörden — der
Denk=
malpfleger, der Stadt Mainz, des Kirchenvorſtandes
St. Peter zu Worms uſw. — iſt ein Verfahren
ausgear=
beitet und zu hoher Vollkommenheit entwickelt worden,
das die charakteriſierte Aufgabe in ſchlechthin
muſter=
gültiger Weiſe löſt. Die in unſerem Lande noch
vor=
handenen Wandmalereien ſind die erſten, die der
genie=
ßenden Betrachtung und der wiſſenſchaftlichen
Erforſch=
ung zugänglich werden. Mit diplomatiſcher Genauigkeit=
— durch unmittelbares Durchpauſen — ſind die
Original=
malereien in wirklicher Größe durch den Frankfurter
Maler Velte mechaniſch kopiert worden. Dabei iſt
natürlich nur das wiedergegeben worden, was gewollter
Beſtandteil des urſprünglichen Kunſtwerkes iſt; alſo alle
nachträglichen Riſſe, Kratzer, Schmutzflecken uſw. blieben
fort. So gewinnen auch ſchwer beſchädigte Malereien
wieder eine kräftige, überzeugende Erſcheinung. In den
Mappen und Rollen des Großherzoglichen
Denkmal=
archives ruht bereits heute ein nahezu unſchätzbares
übrigens mit geringen Mitteln erworbenes — Material
dieſer Art, ein Material, wie es bis jetzt überhaupt kein
anderes Inſtitut aufzuweiſen hat.
Um weiteren Kreiſen eine Vorſtellung von dem
hohen Kulturwert dieſer Arbeiten zu vermitteln, hat das
Denkmalarchiv die wertvollſten und intereſſanteſten
ſei=
ner Blätter nun in der Aula der Techniſchen Hochſchule
ausgehängt. Der Wappenfries aus der Wimpfener
Do=
minikanerkirche, die Dornenmarter der Zehntauſend aus
der Prämonſtratenſerkirche zu Ilbenſtadt, die entzückende
Pieta von Laubach, die kunſtgeſchichtlich hochbedeutenden
Malereien aus Jugenheim i. Rh., die Herakliuslegende
von Frau Rombach ſeien hier als die wichtigſten Bilder
aus dem Beſitze des Denkmalarchives aufgezählt. Der
Wormſer Kirchenvorſtand zu St. Peter entſandte als
Leihgabe u. a. den gewaltigen Chriſtophorus und die
rätſelhaft feſſelnde Magdalena; die Stadt Mainz die
Kopien ihrer im vorigen Sommer freigelegten
Karme=
litenmalereien.
Nummer 88.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Seite 5.
nung des neuen Hauptbahnhofes und die Gründung der
Heſſiſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Dieſe beiden Tatſachen
durſten wohl genügen, dem Vorſtande eine Fülle
ange=
ſtrengter Tätigkeit aufzuerlegen. Der Vorſtand wird
je=
doch gerne die ihm geſtellten ſchweren Aufgaben zu löſen
verſuchen, wenn ihm die Unterſtützung aller derer zu teil
wird, die in erſter Linie hierzu berufen ſind. Mehr wie
je haben wir die Pflicht, den Fremden auf unſere Stadt
aufmerkſam zu machen, denn durch die weite Heinauslegung
des Bahnhofes vor die Stadt tritt weit mehr wie früher
die Verſuchung heran, an ihr vorbeizufahren. Dies zu
vermeiden, muß die Hauptaufgabe des Vereins ſein und
kann nur durch Entfaltung einer großzügig gehaltenen
Raklame erreicht werden. Außerdem muß der Verein an
der Erreichung günſtiger Verkehrsverhältniſſe tatkräftig
arbeiten. Wir wenden uns wiederholt an den
Gemein=
ſinn der hieſigen Bürgerſchaft, hauptſächlich auch an die
Geſchäftswelt, der doch in erſter Linie unſere
Beſtrebun=
gen zu Gute kommen, den Verein durch Beitritt, wie auch
durch erhöhte Beiträge tatkräftiger zu unterſtützen.
Im=
mer wieder müſſen wir die Tatſache hervorheben, daß
ein reger Fremdenverkehr den Wohlſtand einer Stadt
we=
ſentlich vermehrt und im Stande iſt, auf die Steuerkraft
einen nicht zu unterſchätzenden Einfluß auszuüben.
Der Vexein war auch im Berichtsjahre wiederum
be=
ſtrebt, die ihm geſtellten Aufgaben zu erfüllen, die
An=
regungen aus Mitgliederkreiſen zu prüfen und, ſoweit
es möglich war, für Erfüllung einzutreten. Wenn es auch
in dieſer Beziehung noch viel zu tun gibt und manche
Aufgabe unerfüllt blieb, ſo müſſen wir immer wieder
hervorheben, daß die maßgebenden Behörden unſeren
Wünſchen und Anregungen ſtets wohlwollend
gegenüber=
ſtanden und unſeren Beſtrebungen möglichſt
entgegen=
kamen. Von der am 1. April ds. Js. ins Leben
treten=
iden Heſſiſchen Eiſenbahngeſellſchaft
er=
hoffen wir für die Verbeſſerung unſerer
Verkehrsverhält=
niſſe viel und der geplante Ausbau der Linien in der
Stadt, nach den Vororten und in die Bergſtraße wird
wohl alle berechtigten Erwartungen erfüllen. Es iſt
un=
ſere Pflicht, am Schluſſe unſeres Geſchäftsjahres allen
denjenigen Dank zu ſagen, die den Verein und ſeine
Be=
ſtrebungen im abgelaufenen Jahre unterſtützt und
geför=
dert haben, beſonders unſerem hohen Protektor Sr. Kal.
Hoheit dem Großherzog, den ſtaatlichen und
ſtädti=
ſchen Behörden, ſowie der geſamten Preſſe.
Ueber die Tätigkeit des Vereins im einzelnen haben
wir jeweils berichtet. — Freitag, den 19. April 1912
findet im Fürſfenſaal die Hauptverſammlung
ſtatt. Nach Erledigung der Tagesordnung Bericht des
Vorſitzenden. Rechnungsablage, Bericht der
Rechnungs=
prüfer, Entlaſtung des Rechners, Voranſchlag für 1912
Wahl des Vorſitzenden. Ergänzungswahl des
Vorſtan=
des, Beratung und Beſchlußfaſſung über die
eingegange=
nen Anträge folgen Mitteilungen des Herrn
Prof. Pützer über den Jubiläumsbrunnen des
Ver=
kehrsvereins und über den neuen Hauptbahnho
Kongreſſe und Verbandstage.
(*) Gießen, 12. April. Die Verhandlungen des
27. Oberlehrertages des Heſſiſchen
Ober=
lehrervereins nahmen heute vormittag ihren
An=
fang. Um 11 Uhr begann im Neubau des Realgymnaſiums
eine Sitzung der Mathematiſch=naturwiſſenſchaftlichen
Ab=
teilung. Schulrat Münch=Darmſtadt ſprach über Die
Erziehung zum funktionalen Denken im mathematiſchen
Unterricht‟. Die altſprachliche Abteilung tagte von 4 bis
7 Uhr. Prof. Dr. Büchner=Darmſtadt ſprach über „Die
Beſeitigung des lateiniſchen Scriptums auf der Oberſtufe
des Gymnaſiums”, und D. Müller=Laubach ergänzte
die Ausführungen. Eine neuſprachliche Abteilung
beſchäf=
tigte ſich mit den Themen „Wirkungen der letzten
Umge=
ſtaltung im Lehrplan des Realgymnaſiums” (Prof. Heil=
Darmſtadt), und „Das Haus der Zeiten” (Oberl. Kleck=
Mainz). Im Mathematiſchen Verein ſprachen noch Prof=
Dr. Heineck über Die Photographie im Dienſte der Schule‟
und Prof. Dr. Biedenkopf=Groß=Umſtadt über „Die
Ver=
teilung des biologiſchen Unterrichtsſtoffes auf die Klaſſen
6 bis 2b‟ Nachmittags wurde die Univerſitätsbiblothek
mit der Handſchriftenſammlung beſichtigt. Abends ½9 Uhr
fand in Steins Garten ein Begrüßungsabend ſtatt. Der
Oberlehrertag nahm Samstag ſeinen Fortgang. Um 11
Uhr verſammelten ſich etwa 200 heſſiſche Oberlehrer im
Saale von Steins Garten zur Vorverſammlung, die der
1. Vorſitzende Prof. Dr. Beck=Mainz leitete. Aus den
Mitteilungen des Schriſtführers ging hervor, daß der
Ver=
ein jetzt über 1000 Mitglieder zählt, auch der größte Teil
der außerlandes gegangenen Kollegen gehört dem Verein
an. Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurd
der ſeitherige Vorſtand wiedergewählt. Anſtelle von Prof.
Grein=Friedberg, der eine Wiederwahl ablehnte, wurde
Oberlehrer Klenz=Worms und für die Aſſeſſoren wurde
— einem langgehegten Wunſch der nicht angeſtellten Ober
lehrer entſprechend — Aſſeſſor Pöpperling=Darmſtadt in
den Vorſtand gewählt. Als Ort und Zeit für die
Haupt=
verſammlung 1913 wurde die Oſterwoche in Bensheim
beſtimmt. Um 1 Uhr begann die Hauptverſammlung, zu
der ſich als Vertreter des Miniſteriums des Innern Geh.
Oberſchulrat Block=Darmſtadt, für die Provinz
Provinzial=
direktor Dr. Uſinger, für die Univerſität Rektor Prof. Dr
König eingefunden hatten. Als Vertreter anderer
deui=
ſcher Oberlehrervereine waren erſchienen die Obmänner
von Baden, Heſſen=Naſſau und Württemberg. Nach den
üblichen Begrüßungsworten erſtattete der Vorſitzende den
Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr und die
Tätig=
keit des Vereins, ſowie über den Stand der neuen
Ge=
haltsvorlage. Dann erfolgte der Vortrag des Geh.
Schul=
rats Dr. Henſell=Gießen: „Die freiere Geſtaltung des
Un=
terrichts in den höheren Klaſſen” Um 3½ Uhr konnte
Prof. Dr. Beck die anregende Tagung ſchließen. Ein
ge=
meinſames Mittageſſen bildete den Abſchluß der
Ober=
lehrerverſammlung
* In der Oſterwoche wurde in Marburg a. L. der
Bundestag der beiden Wandlervögelbünde
Altwandervogel und Deutſcher Bund für
Jugendwande=
rungen gefeiert. An ihm nahmen über 1000 Wandervögel
teil. Es entwickelte ſich ein munteres Treiben, das
ſei=
nen Höhepunkt in der Begrüßung auf dem Marktplatz
fand. Nach einem friſchen Lied mit
Zupfgeigenbeglei=
tung hielt Herr Sanitätsrat König eine Anſprache, in
der er eine kurze Ueberſicht über die
Wandervogelbewe=
gung gab. Alsdann bogrüßte Herr Beßzzeordneter
Schimpff im Auftrage der Stadt die erſchienenen
Wan=
dervögel. Am Dienstag fanden die
Bundesverhandlun=
gen ſtatt. Aus allen deutſchen Gauen waren Wandervögel
herbeigeeilt: aus dem Oſten von Danzig und Poſen, aus
dem Süden von Bayern, vom Norden aus Hamburg und
Lübeck. Ihren Höhepunkt erreichten die
Veranſtaltun=
gen am Mittwoch. Unter Leitung des ſtud. phil. Theile
führten 180 Wandervögel mit großem Eifer und Geſchick
ein Kriegsſpiel aus. Das geplante gemeänſame Abkochen
auf der Höhe bei den drei Linden fiel wegen des
Schneeſturmes zum größten Teil aus, doch zogen die
Wandervögel, durch das Wetter nicht im geringſten in
ihrer fröhlichen Stimmung beeinflußt, in den
Turner=
garten, um ſich in ihrer Sangeskunſt zu meſſen. In dem
darauffolgenden Sängerkrieg errangen im
Horden=
ſingen Preiſe in Geſtalt von Heſſenbändern:
Darm=
ſtadt, Frankfurt a. O., Bonn. Im Einzelſingen errang
Schmidt=Jena den erſten Preis. Am Abend fand ſich ein
Teil der luſtigen Geſellen zum gemütlichen
Beiſammen=
ſein in den Stadtſälen ein, während der Reſt ſich in
ſeine Quartiere begab. Viele Wandervögel unternahmen
am Donnerstag vor dem Auseinandergehen noch eine
Fahrt nach Gießen zu einer Nachfeier oder an die
Eder=
talſperre, die die größte Europas werden ſoll.
Beſon=
dere Erwähnung verdient das tatkräftige Eingreifen der
Wandervögel bei einem Brande in der Nähe Marburgs.
Hier erwieſen ſie ſich als die treuen Freunde der Bauern,
indem ſie unermüdlich die Ortsfeuerwehr bei ihrer Arbeit
unterſtützten.
* Berlin, 11. April. Auf dem Kongreß der
Deutſchen Geſellſchaft für orthopädiſche
Chirurgie ſtanden zwei Themata im Vordergrund
der Verhandlungen: Die Behandlungen der
krampf=
haften und der ſchlaffen Lähmungen. Als erſter Redner
berichtete A. Stoffel=Mannheim (früher Heidelberg) über
ſeine Operation der krampfhaften Lähmungen. Ueber
die Stoffelſche Operation machten auch Guradzu=
Wies=
baden,; Kofmann=Odeſſa und Stein=Wiesbaden
Mittei=
lungen. Zu gleichem Thema ſprachen Bieſalski=Berlin,
Lange=München, Lorenz=Wien und Spitzy=Graz.
Um=
faſſende Referate über die epidemiſche Kinderlähmung
erſtatteten Krauſe=Bonn und Lange=München. Sodann
ſprach A. Stoffel=Mannheim über ſeine Unterſuchungen
zum Bau und zur Chirurgie der peripheren Nerven. Nach
ſeinen Ausführungen iſt dar Nerv kein einheitliches
Ge=
bilde, wie man bisher annahm, ſondern er baut ſich aus
vielen einzelnen Leitungen auf. Dieſe Erkenntnis iſt
für die Nervennaht und die Nervenüberpflanzung (bei
Lähmungen der Gliedmaßen) von großer Bedeutung.
Luftfahrt.
* Frankfurt, 13. April. Das Luſtſchiff „Viktoria
Luiſe” unternahm heute zwei Ausfahrten. Am frühen
Morgen flog es nach Homburg und in die Gegend von
Friedberg. Gegen 1½ Uhr wurde eine Geſellſchaftsfahrt
nach Mannheim angetreten, an der 16 Mannheimer
Paſſagiere teilnahmen. Auf der Rückfahrt von Mannheim
überflog das Luftſchiff auch wieder Darmſtadt, das
gegen 4 Uhr paſſiert wurde.
* Frankfurt 13. April. Leutnant v. Scanzoni
der heute früh mit der Maſchine des Frankfurter
Flug=
ſportklubs von Wiesbaden nach Frankfurt zurückkehren
wollte, beſchädigte beim Startverſuch den rechten
Flügel der Maſchine, wodurch deren Abmontage und
Rücktransport erforderlich wurde.
* Metz, 12. April. Die hieſige Militärflieger=
Station, die offiziell am 10. April zuſammengetreten
iſt, hat bereits heute mit den Uebungen der
Militär=
flugzeuge und den Lenkballons begonnen. Die Manöver,
an denen vorläufig nur zwei Offizier=Piloten teilnehmen
zu denen aber in den nächſten Tagen noch einige weitere
hinzutreten werden, finden bei der Luftſchiffhalle in
Fres=
kati ſtatt und ſollen bis gegen Ende dieſes Monats dauern.
* Johannisthal b. Berlin, 14. April. Als heute
nachmittag der Flieger Müller auf einem Kühlſteiner
Eindecker einen Flugverſuch machte, ſtürzte das
Flug=
zeug aus 30 Meter Höhe plötzlich ſteil ab und wurde
zer=
trümmert. Müller erlitt einen mehrfachen Bruch des
linken Beines.
*Witterfeld 13. April. Das neuerbaute
Luft=
ſchiff „P. L. 13" unternahm heute eine einſtündige
Ge=
ſchwindigkeitsfahrt. Es wurden 18,4 Meter pro
Sekunde erreicht. An der Fahrt nahmen einſchließlich des
Führers neun Perſonen teil, darunter zwei Japaner.
* Bar=le=Duc, 13. April. Der Offizierflieger
Leut=
nant Beaucourt iſt bei Laimont im Departement Meuſe
tödlich abgeſtürzt.
Das Luftſchiff Schütte=Lanz.
* Mannheim, 13. April. Das Luftſchiff
Schütte=Lanz ſtiag unter Führung von Profeſſor
Schütte um 11,45 Uhr zu einer Uebungsfahrt auf. Es
führte in einer Höhe von zirka 800 Metern verſchiedene
Manöver aus und landete kurz vor ½1 Uhr hinter
Rohr=
hof bei Schwetzingen.
Schwetzingen, 13. April. Das Luftſchiff
Schütte=Lanz wurde heute vormittag nach 11 Uhr
aus der Halle bei Rheinau gezogen und iſt um 11,45 Uhr
zu einer erſten Fahrt in dieſem Jahre aufgeſtiegen. Nach
verſchiedenen ſehr ſchönen Manövern ging das Luftſchiff
plötzlich hinter Brühl auf den Schwetzinger Wieſen, wie
es heißt, infolge Steuer= und Motordefekt,
nie=
der und zwar ſo raſch, daß es ſich mit der vorderen
Gon=
del und der Spitze in die Erde eingrub. Die
Perſo=
nen, die ſich in der vorderen Gondel befanden, wurden
herausgeworfen, darunter auch Profeſſor Schütte.
Der Monteur Jakob Gatting erlitt, wie die
Schwetzin=
ger Zeitung meldet, einen Rippenbruch und
Bruſtkörper=
verletzungen und mußte in das Schwetzinger Krankenhaus
gebracht werden. Die anderen Inſaſſen blieben
unver=
letzt. Das Luftſchiff ſtieg ſodann, nachdem der ganze
Waſſerballaſt entleert worden war, wieder ſehr raſch in
die Höhe, worauf auch der andere Motor verſagte. Das
Luftſchiff wurde über den Rhein getrieben und landete
bei Altripp auf felſigem Boden 400 Meter vom Strom
entfernt.
* Mannheim, 13. April. Das Luftſchiff
Schütte=Lanz iſt zwiſchen Altripp und Waldſee
hinter den Riedwäldern auf Acker= und Wieſengelände
niedergegangen. Da bei der erſten Landung
zwi=
ſchen Rohrhof und Brühl das Luftſchiff verſchiedene
Be=
ſchädigungen erlitt und infolgedeſſen ſteuerlos wurde,
kann es von ſeiner jetzigen Landungsſtelle nicht mehr mit
Hilfe der motoriſchen Kraft nach dem Heimatshafen
be=
fördert werden. Man beabſichtigt, es mit einer
Militär=
mannſchaft mit Hilfe von Seilen über den Rhein zu
be=
fördern. Bei der erſten, ſehr heftig erfolgten Landung
ſtürzten mehrere Perſonen aus der Gondel herab, u. a.
auch Prof. Schütte, der mit leichten Verletzungen
davon=
kam. Der Monteur Gatting erlitt einen
Rippen=
bruch und eine Schulter= und Bruſtkorbquetſchung und
wurde ins Schwetzinger Krankenhaus verbracht. Bei der
unfreiwilligen Landung bei Rohrhof befanden ſich in den
beiden Gondeln nur 6 Perſonen, darunter Kommerzien=
rat Röchling aus Mannheim, der mit einigen leichteren
Hautabſchürfungen und Schnittwunden davongekommen
iſt. Bei dem Aufprall wurden ſämtliche
Steuerleitun=
gen beſchädigt. Als das Luftſchiff dann wieder über den
Riedwald getrieben wurde, wurde die Hülle am unteren
Teil des Ballonkörpers durch die Bäume beſchädigt. Die
Landungsſtolle iſt von einer großen Menſchenmenge
um=
lagert. Das Militär, das bei der Abfahrt in Rheinau
Hilfe leiſtete, befindet ſich ebenfalls an der Landungsſtelle.
* Mannheim, 13. April. Wie von authentiſcher
Seite ertlärt wird, ſind die in Bezug auf den Unfall
des Luftſchiffes „Schütte=Lanz” in Umlauf
ge=
brachten Gerüchte ſtark übertrieben. Es landete bei
Wald=
ſee in der Pfalz. Man brachte dann das Luftſchiff auf
dem Landwege und über den Rhein nach der Halle. An
der Steuerung iſt abſolut nichts paſſiert. Dieſelbe hat
fortgeſetzt tadellos funktioniert. Auch das
Ge=
rippe und die Motoren ſind vollſtändig intakt geblieben,
nur der vordere Flügel wurde verbogen. Die
Repara=
turen, die notwendig werden, werden indes als ſo
gering=
fügig bezeichnet, daß die Verwaltung glaubt, bereits Ende
der kommenden Woche wieder Aufſtiege unternehmen zu
können.
* Mannheim, 13. April. Das Luftſchiff
„Schütte=Lanz” war um 6,10 Uhr auf dem Ankerplatz
der Luftſchiffwerft und wurde ſofort in die Halle gebracht.
* Wiſſenſchaftliche Fahrten der
Zep=
pelinſchiffe. Die beiden Luftſchiffe der Delag:
Schwaben” und „Viktoria Luiſe” werden,
gün=
ſtiges Wetter vorausgeſetzt, Mittwoch, 17. April, Fahrten
von längerer Dauer unternehmen. Sie ſollen in erſter
Linie wiſſenſchaftlichen Beobachtungen der
an dieſem Tage ſtattfindenden Sonnenfinſternis
dienen. Die „Schwaben” wird mittags halb 12 Uhr von
Baden=Oos aus das obere Rheintal entlang fahren, die
„Viktoria Luiſe” verläßt ihren Hafen in Frankfurt ſchon
um 8 Uhr früh, um rheinabwärts zu ſteuern, bis nach
Düſſeldorf. In der Düſſeldorfer Halle übernachtet das
Luftſchiff und kehrt erſt Donnerstag früh wieder nach
Frankfurt zurück. An Bord beider Luftſchiffe werden ſich
Meteorologen befinden. Außerdem können aber an
die=
ſen intereſſanten Fahrten auch Paſſagiere teilnehmen.
* Denkſchrift über den erſten „Deutſchen
Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein 1911‟.
Die großen Flugveranſtaltungen der Luftfahrt in
Deutſch=
land bezwecken in erſter Linie die Förderung der deutſchen
Flugzeuginduſtrie. Alle Ausſchreibungen ſind nach
Mög=
lichkeit auf dieſes Ziel hin gerichtet. Leider iſt feſtzuſtellen,
daß die Erfahrungen, die bei früheren Veranſtaltungen
ſchon gewonnen ſind, faſt nie weiteren Kreiſen zugänglich
gemacht werden, wodurch natürlich der Wert dieſer
Ver=
anſtaltungen etwas verliert. Eine rühmliche Ausnahme
macht die Südweſtgruppe des Deutſchen Luftfahrer=
Ver=
bandes, die ſoeben in einer gut ausgeſtatteten Broſchüre
eine Denkſchrift über den „Erſten Deutſchen
Zuverläſſig=
keitsflug am Oberrhein 1911” herausgegeben hat. Der
be=
kannte Luftfahrer Dr. Franz Linke hat in der Broſchüre
eine ausgezeichnete Zuſammenſtellung gegeben von der
Vor=
geſchichte, dem Verlauf des Fluges, der Organiſation und
der Tätigkeit der Lokal=Ausſchüſſe. Da die gemachten
Er=
fahrungen bei dem diesjährigen Deutſchen
Zuverläſſigkeits=
flug nach jeder Richtung hin bei der Ausſchreibung
ver=
wertet worden ſind und bei der Organiſation noch verwertet
werden ſollen, ſo verdienen die in der Zeit vom 12.—22.
Mai ſtattfindenden Konkurrenzen die höchſte Beachtung
weiteſter Kreiſe.
Sport.
Frühjahrsrennen des Heſſiſchen Reitervereins.
g. Unter vorzüglicher Beteiligung und
außerordent=
lich gutem Beſuch ging geſtern nachmittag auf dem
Gries=
heimer Truppenübungsplatz das Frühjahrsrennen des
Heſſiſchen Reitervereins von ſtatten. Das Wetter hatte
ſich beinahe ausgerechnet für die Zeit des Rennens etwas
aufgehellt. Die „Viktoria Luiſe” kam zwar nicht, ihr
Nichterſcheinen wurde aber bei dem guten Sport gar nicht
bemerkt.
Am Eröffnungs=Jagdrennen dem ſogen.
Vollblutrennen, beteiligten ſich vier Pferde. Den erſten
Ehrenpreis errang Leutnant Gallo auf Octavius,
der ſomit zum zweiten Male den Preis des Großherzogs
gewonnen hat, zweiter wurde Leutnant Frhr. v. Heyl
zu Herrnsheim auf Itford, dritter Leutnant von Bredow
(nachgenannt) auf Pas de Quatre.
Das Reitpferd=Jagdrennen beſtritten fünf
Pferde. Erſter wurde Leutnant Gallo auf Ida,
zweiter Herr Otto Koch=Frankfurt a. M. auf Gipſy,
dritter Leutnant Prinz zu Stolberg=Roßla (nachgen.)
auf Tarnida. Hierbei ſtürzte Leutnant Behr mit dem
braunen Wallach Fritz des Herrn Major von Chrismar,
wobei das wertvolle Tier ſchwere Verletzungen erlitt,
ſodaß es getötet werden mußte.
Außerordentlich zahlreich beſtritten wurde die
Jagd=
ſpring=Konkurrenz (4 Ehrenpreiſe und 3
Er=
innerungsgaben). Zwiſchen zwei gleichwertigen
Sie=
gern mußte noch einmal entſchieden werden. Erſter
wurde Herr Otto Koch auf Rinaldo, zweiter
Leut=
nant Graf von Bredow auf Daiſy des Herrn Rittmeiſter
von Weſterweller, dritter Leutnant von Grunelius auf
. II, 4. Leutnant von Ebmeyer auf Quick des Herrn
Majors Zierold, fünfter Leutnant von der Elſt auf
Well=
gunde, ſechſter Leutnant von Werneburg auf Royal
Fluſh und ſiebenter Leutnant von Bredow auf Lahn des
Herrn Oberſt von der Schulenburg.
Am Weiterſtädter Jagdrennen (3
Ehren=
preiſe) beteiliaten ſich 8 Reiter. Erſter wurde Leutnant
v. d. Elſt auf Wotan des Herrn Oberlt. von
Cons=
bruch, zweiter Leutn. v. Willich auf Edelſtein und dritter
Leutnant Gallo auf Durchlaucht des Herrn Rittmeiſters
Hoegner.
Ebenfalls von 8 Pferden wurde die lange Jagd
mit Auslauf (3 Ehrenpreiſe) beſtritten. Es wurde
hier erſter Leutnant von Willich auf Mouche des Leutants
von Iſſendorf; zweiter Oberleutnant Frhr. v. Biegeleben
auf Verveine II und dritter Oberleutnant Ernſt Geppert
* Darmſtädter Sportklub 1905. Bei dem
auf dem Sportplatze an der Windmühle zum Austrag
gekommenen Wettſpiel zwiſchen den 1. Mannſchaften des
F. C. Viktoria Hanau 1894 und dem Darmſtädter
Sportklub 1905 konnten die Einheimiſchen mit 6 zu
3 Toren als Sieger hervorgehen.
Die franzöſiſch=engliſchen Feſtlichkeiten
an der Riviera.
* Nizza, 12. April. Die franzöſiſch=
eng=
liſchen Feſtlichkeiten begannen heute vormittag
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Nummer 88.
unter ſtarker Beteiligung bei herrlichem Wetter. Der
engliſche Botſchafter, Miniſterpränident Poincaré,
Marine=
miniſter Delcaſſé, Kriegsminiſter Millerand, der König
von Schweden, die Herzogin von Koburg=Gotha und
an=
dere Fürſtlichkeiten wohnten dem Vorbeimarſch der
eng=
liſchen und franzöſiſchen Matroſen auf der Promenade
bei, während einige hundert Meter vom Ufer entfernt
eine Diviſion des franzöſiſchen Mittelmeergeſchwaders
vorbeidampfte. Während der Parade kreuzten mehrere
Flugzeuge in der Luft. Bei der Enthüllung des
Denk=
mals der Königin Viltoria am Nachmittag
hielt der engliſche Botſchafter eine Rede. Er
erklärte, der König ſei dankbar für die Anweſenheit des
Herrn Poincaré. Er ſprach ſeine Freude darüber aus,
daß engliſche und franzöſiſche Matroſen bei der Parade
und bei der Enthüllung zuſammengeſtanden hätten.
Alles das iſt, ſagte er, ein neuer Beweis der
Freund=
ſchaftsbande, die in ſo glücklicher Weiſe Frankreich und
England zum Wohle der beiden Länder umſchlingen.
Poincaré lobte die Tugenden der Königin Viktoria
als Frau und Königin, ihre hohe Auffaſſung von ihrer
königlichen Sendung, ihre wachſame Aufmerkſamkeit in
Fragen der auswärtigen Politik, wo ſie ihr wachſendes
Anſehen in den Dienſt der Diplomatie Englands ſtellte.
Poincaré erinnerte an die unbeſiegbare Tatkraft des
eng=
liſchen Volkes im Transvaalkriege, deſſen tiefbetrübte
Zeugin die Königin war, und ſchloß: Die Königin, vor
der ſich Kaiſer und Könige beugten, war den Niedern
geneigt und wußte ſich überall die Zuneigung des Volkes
zu gewinnen.
Auf der Präfektur fand aus Anlaß der
franzöſiſch=
engliſchen Feſtlichkeiten ein Diner ſtatt, dem
Miniſter=
präſident Poincaré, Kriegsminiſter Millerand.
Marine=
miniſter Delcaſſé, der engliſche Botſchafter Bertie,
Ad=
miral Gamble und die Spitzen der Behörden beiwohnten.
In ſeinem Trinkſpruch ſtellte Miniſterpräſident
Poin=
caré feſt, daß im Verlaufe des erſten Feſttages die
Freundſchaft zwiſchen Frankreich und England eine neue
öffentliche Beſtätigung gefunden habe. Er dankte
ſo=
dann dem engliſchen Botſchafter für ſeine Anweſenheit
und ebenſo für die des engliſchen Geſchwaders und
ſchloß: „Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Königs
und der Königin von England, der befreundeten
engli=
ſchen Nation, unſerer Nachbarin und Freundin.‟ Der
engliſche Botſchafter Bertie dankte hierauf für die
Worte des Miniſterpräſidenten Poincaré bei der
Enthül=
lung des Denkmals und für die Gaſtfreundſchaft und die
Freundſchaftsbeweiſe gegenüber den engliſchen Seeleuten.
Er trank auf das Gedeihen der franzöſiſchen Nation, der
Nachbarin und Freundin der engliſchen
* Paris, 12. April. Die franzöſiſche Regierung hat
darauf gehalten, den franzöſiſch=engliſchen Feſten in Nizza
zur Einweihung der von den Städten Nizza und
Can=
nes geſtifteten Denkmäler der Königin
Vik=
toria und des Königs Eduard einen
glänzen=
den Verlauf zu geben. An der Truppenparade auf der
Promenade des Anglais in Nizza, die die heutige, zunächſt
der Enthüllung des Denkmals der Königin Viktoria
ge=
widmete Feier eröffnete, nahmen 10000 Mann des 15.
Armeekorps teil, außerdem 1400 Mann Marinetruppen
von dem franzöſiſchen Geſchwader, das von Toulon zur
Teilnahme an den Feſtlichkeiten entſandt worden war.
Die Parade ſelbſt eröffneten 800 Mann des ſeit vorgeſtern
zu dem gleichen Zweck im Golf Juan ankernden
engli=
ſchen Geſchwaders. Das Denkmal der Königin
Viktoria iſt in der Vorſtadt Cimiez von Nizza
errich=
tet, in dem nach dem Innern gelegenen Villenviertel, das
in den letzten Jahren ihrer Beſuche an der Riviera, von
1895 bis 1899, der Königin liebſter Aufenthalt war. Das
von dem Bildhauer Maubert geſchaffene Denkmal ſtellt
die Königin in ihrem eben dieſer Zeit entſprechenden
Alter dar, ſitzend, den Kopf ernſt und ſinnend vier jungen
Frauengeſtalten zuneigend, welche die von ihr
wieder=
holt zum Aufenthalt gewählten Städte verſinnbildlichen:
Nizza, Cannes, Mentone und Graſſe.
* Cannes, 13. April. Poincaré, Delcaſſé,
Mil=
lerand und der engliſche Botſchafter Bertie beſichtigten
heute vormittag trotz des ſchlechten Wetters die auf der
Reede liegenden Kriegsſchiffe und begaben ſich alsdann
nach Cannes zum Feſtmahl. Darauf fand die
Ent=
hüllung des Denkmals König Eduards
ſtatt. Der engliſche Botſchafter hielt eine Rede,
in der er ſagte: König Eduard gab durch ſeine häufigen
Beſuche in Frankreich perſönlich dazu Gelegenheit, daß
ſich zwiſchen den beiden Ländern Bezichungen wahrer
herzlicher Freundſchaft angebahnß hätten. Der
Botſchafter fügte hinzu, daß das gegenwärtige Feſt
be=
wieſe, daß der Wunſch König Eduards vollkommen in
Erfüllung gegangen ſei. Darauf ergriff Poincaré
das Wort zu einer Rede, in der er zunächſt an die
Prinzenzeit König Eduards erinnerte. Als er den Thron
beſtieg, fuhr Poincaré fort, hat König Eduard die in ihm
ſchlummernden Schätze der Klugheit, Weisheit und
Ge=
ſchicklichkeit in ausgezeichneten politiſchen Eigenſchaften
zu offenbaren verſtanden. Bewundernswert war ſeine
Kenntnis der Regierenden und Regierten Europas. Er
ſtellte ſeine Erfahrung und natürlichen Scharfſinn in den
Dienſt einer ſehr feſten und ſehr loyalen Politik des
Friedens. König Eduard hat England nicht gewaltſam
aus der splendid isolation herausgeriſſen, ſondern
me=
thodiſch die notwendige Entwickelung vorbereitet. Er
wußte den Regierungen und Völkern Europas
gerecht=
fertigtes Vertrauen zu dem guten Willen des engliſchen
Volkes und der Regierung einzuflößen. Poincaré wies
ſodann darauf hin, wie glücklich König Eduard die
lan=
gen Mißverſtändniſſe zwiſchen Frankreich und
England beendete. Er hat ſofort die Kombination
als möglich und wünſchenswert erkannt, die, ohne irgend
eine der in Europa beſtehenden Ententen und Allianzen
zu verletzen und ohne gegen irgend jemand einen
her=
ausfordernden offenſiven Charakter zu tragen. zwei große
europäiſche Nationen in dem gemeinſamen Wunſch nach
Frieden zu gemeinſamer Arbeit zuſammenführen ſollte
König Eduard hielt den geſchriebenen feierlichen Vertrag
nicht für notwendig, ſondern ſah es als ausreichend an
die beiden Völker an gegenſeitige Würdigung zu
gewöh=
nen und zwiſchen den beiden Regierungen Beziehungen
herzlicher Offenheit und aufrichtiger Loyalität
anzu=
knüpfen. Als England ſich Frankreich
ge=
nähert und einige Jahre darauf auch Rußland die Hand
gereicht hatte, war das enropäiſche Gleichgewicht
we=
niger ſchwankend und der Frieden wenig gefährdet.
Kö=
nig Eduard war ein Friedensſtifter aus Temperament,
Geſchmack und Ueberlegung. Wenn er Frankreich
die beſte Freundin Englands genannt hat. ſo
gab er dieſer Freundſchaft ſicherlich keine Bedeutung, über
die ſich andere Mächte zu beklagen und aufzuregen das
Recht gehabt hätten. Und in demſelben Sinne hat auck
Frankreſch dieſe Politik der Entente cordiale angewandt
und nach dem Tode Eduards treu weiter befolgt.
Poin=
caré ſchloß: Die Wohltat des koſtbaren Friedens unter
allen Nationen iſt beſonders vonnöten. Die
republika=
niſche Demokratie Frankreichs denkt, die innere Aufgabe
erwägend, nicht daran, jemand anzugreifen oder zu
rei=
zen, aber erkennt klar, daß ſie, um weder angegriffen noch
gereizt zu werden, zu Lande und zu Waſſer Streitkräfte
unterhalten muß, die imſtande ſind, die Intereſſen zur
Geltung zu bringen und zu verteidigen. Um für den
Schutz ſeiner Rechte und ſeiner Würde zu ſorgen, muß
Frankreich zuerſt auf eigene Hilfsquellen an Menſchen und
Geld, ſowie auf die eigenen Flotten= und
Militärſtreit=
kräfte rechnen. Aber die aus ſich geſchöpfte Autorität
be=
feſtigt ſich großartig infolge der täglichen Unterſtützung
durch die diplomatiſche Aktion ſeiner Freunde und
Ver=
bündeten. Vergeſſen wir nicht, daß König Eduard
zu=
erſt die freundſchaftliche Zuſammenarbeit
Frankreichs und Englands begünſtigte,
einlei=
tete und fortführte.
Frankreich und Spanien.
* Paris, 13. April. Die mit dem Quai d’Orſay in
Verbindung ſtehenden Blätter erörtern von neuem mit
wachſender Schärfe die Haltung Spaniens in den
Verhandlungen mit Frankreich. — Die Liberté meint, das
Madrider Kabinett ſcheine die Tragweite der von der
fran=
zöſiſchen Regierung verfügten Vertagung der Arbeiten der
gemiſchten fachmänniſchen Kommiſſion nicht ganz erfaßt
zu haben. Angeſichts der Obſtruktion der ſpaniſchen
Re=
gierung bleibe Frankreich offenbar nichts anderes übrig,
als die tatſächliche Organiſierung des marokkaniſchen
Pro=
troktorats entſprechend dem am 30. März unterzeichneten
Vertrag in vollſtändiger Unabhängigkeit durchzuführen.
Siecle bedauert, daß England ſeinen Einfluß nicht
gel=
tend mache, um Spanien zur Nachgiebigkeit zu zwingen.
Die engliſchen Staatsmänner mögen bedenken, daß das
nationale Intereſſe und die Ehre Frankreichs auf dem
Spiele ſtehen und ſollten deshalb die Lage ſo beurteilen,
wie ſie König Eduard beurteilt hätte. Dadurch würden
ſie dem verſtorbenen König, deſſen Andenken gerade jetzt
von Frankreich gefeiert werde, die beſte Huldigung
erwei=
ſen. — Der Temps meint: Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen ſind in eine Sackgaſſe geraten. Die
Unter=
redung des franzöſiſchen Botſchafters Geoffray mit dem
Miniſter Garcia Prieto hat keinerlei Ergebnis gehabt, da
die ſpaniſche Regierung ſich durchaus unnachgiebig zeigte.
— Der Madrider Korreſpondent des Journal des Débats
meldet, eine diplomatiſche Perſönlichkeit habe ihm erklärt,
man ſpreche zwar vom Abbruch der Verhandlungen, aber
es ſei wahrſcheinlich, daß England ſich bemühen werde,
dies zu verhindern. Spanien werde dann wohl neue
Zu=
geſtändniſſe machen. Frankreich und England ſeien
übri=
gens in betreff mancher Fragen noch nicht vollſtändig einig.
China.
* Peking, 12. April. Die Vertreter Englands und
das belgiſche Syndikat unterzeichneten geſtern in
Schanghai den Vertrag für eine weitere
vorläu=
fige Anleihe von 2 Millionen Pfund, die ebenſo wie
die im vergangenen Monat vereinbarte Anleihe von
einer Million als Vorſchuß für die in Ausſicht
ge=
nommene große Anleihe gedacht iſt. Für den neuen
Vorſchuß gelten dieſelben Bedingungen wie für die
vor=
herigen, von dem bereits eine Million Taels in
Schang=
hai bezahlt wurden. Die Ruſſiſch=Aſiatiſche Bank nimmt
an der Anleihe nicht teil, ſolange die Frage des
Ein=
tritts Rußlands in die internationale Gruppe noch in
der Schwebe iſt.
* Peking, 12. April. Unter den Truppen im
Norden Chinas mehren ſich die Anzeichen von
Un=
zufriedenheit mit der Republik. Man hält es nicht
für ausgeſchloſſen, daß, wenn ſich ein Führer fände, der
Norden die Monarchie wieder herſtellen würde.
* Schanghai, 12. April. Geſtern abend brach
unter den neu eingeſtellten Truppen im Innern von
Nanking eine Meuterei aus. Häuſer und Läden
wurden geplündert und gebrandſchatzt. Glücklicherweiſe
blieben die regulären Truppen treu. Sie umzingelten
und unterwarfen die Aufſtändiſchen. Die meiſte Beute
wurde den Plünderern wieder abgenommen. Der
an=
gerichtete Schaden iſt unerheblich, die Ausländer blieben
unverſehrt.
* London, 13. April. Die Times meldet aus
Nanking vom 12. ds.: Die hieſigen Unruhen hatten
denſelben Charakter, wie ähnliche Vorkommniſſe im
Jangtſe=Tale. Man fürchtet, daß in jedem Augenblick
Meutereien in weit größerem Umfange ausbrechen
kön=
nen, wenn eine weitere Verzögerung in der Beſchaffung
beträchtlicher Geldmittel eintritt.
Vermiſchtes.
N.V. Für junge Leute, die nach Berlin
überſiedeln wollen. Es iſt eine bekannte Tatſache,
daß in Berlin ein ganzer Stand von Vermieterinnen
be=
ſteht. Unter dieſen Vermieterinnen iſt eine große Anzahl
ehrbarer Leute, denen man ohne Bedenken einen jungen
Mann zuſchicken kann. Leider befinden ſich unter den
Ver=
mieterinnen aber auch ſolche Elemente, die für Geld in ihrem
Hauſe alles dulden, oder noch Beihilfe dazu leiſten. Nun
hat die Geſellſchaft zur Fürſorge für die zuziehende
männ=
liche Jugend in Berlin eine große Anzahl chriſtlicher
Ver=
mieterinnen ausfindig gemacht und mit ihrer Hilfe einen
Schlafſtellen= und Zimmernachweis eingerichtet. Der
Nach=
weis will den chriſtlichen Vermieterinnen behilflich ſein,
ihre Zimmer zu vermieten und zugezogenen jungen Leuten
Anſchluß an chriſtlich geſinnte Familien vermitteln. Bisher
haben ſich über 200 chriſtliche Vermieterinnen gemeldet.
Es ſteht aber zu erwarten, daß die Zahl noch größer
wer=
den wird. Die freigewordenen Zimmer werden
wöchent=
lich auf einem beſonderen „Schlafſtellen= und
Zimmernach=
weis” veröffentlicht. Der Nachweis enthält den Stadtbezirk,
Straße und Hausnummer, den Preis und alle anderen
Auskünfte, die beim Mieten eines Zimmers verlangt
wer=
den. Der „Schlafſtellen= und Zimmernachweis” wird an
über 100 Stellen in Groß=Berlin zum Aushang gebracht
und zwar in erſter Linie an denjenigen Stellen, wo
zuge=
zogene junge Leute verkehren. Dahin gehören die
Fern=
bahnhöfe, die Arbeitsnachweiſe der einzelnen Berufe, die
Innungen, einige Fabriken und endlich die Geſchäftsſtellen
größerer Standes= und Geſinnungsvereine in Groß=Berlin.
Auf Wunſch wird auch der „Schlafſtellen= und
Zimmernach=
weis” nach außerhalb verſchickt. Man wende ſich an die
Geſchäftsſtelle der genannten Geſellſchaft, Berlin C. 54,
Sophienſtr. 19. Es iſt dringend zu wünſchen, daß dieſer
vortreffliche Gedanke bald auch in anderen Großſtädten des
Reiches Nachahmung findet.
— Allgemeiner Verein für deutſchen
Gruß. Als Ortsgruppe hat ſich angeſchloſſen der
Vex=
ein „Reformgruß” in Poſen. Der ſeit einiger Zeit
be=
ſtehende Verein verfolgte die gleichen Ziele wie diejenige
für deutſchen Gruß. Er trug als Abzeichen einen weißen
Stern auf blauem Felde.
— Sommerurlaub und Studienfahrten
der Handlungsgehilfen. Bei den heutigen hohen
Anforderungen an die Arbeitskraft der Handlungsgehilfen
iſt es für dieſe ein unabweisbares Bedürfnis geworden,
alljährlich einmal für kurze Zeit in der freien Natun
Er=
holung zu ſuchen. Der Deutſchnationale
Hand=
lungsgehilfen=Verband will aber nicht nur zur
Gewährung dieſes Urlaubs anregen, er betrachtet es
viel=
mehr auch als ſeine Aufgabe, den Angeſtellten zu zeigen,
wie ſie ihren Urlaub richtig verwerten können. Neben den
billigen Fußwanderungen ſeines über das ganze Reich
verbreiteten Bundes für Wanderpflege veranſtaltet der
Ver=
band bereits ſeit dem Jahre 1909 Fahrten nach dem In=
und Auslande, die neben der Erholung auch dem Studium
gewidmet ſind. Für dieſen Sommer hat er ſieben Fahrten
vorgeſehen. Sie führen nach der Schweiz, an den Rhein,
nach Köln, Brüſſel, Paris, London, München, Salzburg,
Wien, nach Dänemark und an die Waſſerkante nach Bremen,
Hamburg, Helgoland, Lübeck, Kiel. Ueber dieſe Fahrten,
an denen auch Nichtmitglieder teilnehmen können, gibt die
Verwaltung des Verbandes in Hamburg, Holſtenwall 4,
auf Verlangen gerne koſtenlos Auskunft.
Literariſches.
C „Thiota” die Alamannenkönigin. Eine
Er=
zählung aus Schwabens Vergangenheit von Hermann
Hanſelmann (Adolf Bonz u. Co., Stuttgart; geh.
3,50 Mk.). Die Urgeſchichte Schwabens iſt in
geheimnis=
volles Dunkel gehüllt. Auch über die erſten
Jahrhun=
derte nach Chriſti Geburt gibt uns keines Römers Mund,
kein Lied, kein Heldenbuch Kunde. Mit glücklicher
Ge=
ſtaltungskraft hat uns nun der Verfaſſer jene alten Zeiten
mit ihrem echt germaniſchen Leben und Treiben,
Wan=
dern und Kämpfen poetiſch verklärt vor Augen geführt.
Die ganze Erzählung iſt von einem echt germaniſchen
Geiſt durchweht und ebenſo feſſelnd durch die ſpannende
Entwicklung der Handlung wie durch die Anſchaulichkeit
uund Vornehmheit der Darſtellung; ſie enthält Stellen
von hoher poetiſcher Schönheit.
Erna Doſe, Für werdende Mütter=
Mitteilungne einer glücklichen Frau und Mutter.
80 Seiten Oktav auf feinſtem matten Kunſtdruckpapier
mit 15 Illuſtrationen in elegantem Umſchlag. Preis
2.40 Mk. Verlagsbuchhandlung von Hermann Meußer,
Berlin W. 35. Die „Mitteilungen” enthalten eine Fülle
praktiſcher Winke und Ratſchläge, denen man ſtets
beſon=
dere Liebe zur Sache und Erfahrung anmerkt, Ratſchläge
über die tauſend Wichtigkeiten, die vor und nach der
Ge=
burt des Kindes der jungen Mutter Kopfzerbrechen
machen. Die beigefügten Bilder eines Normalbabys, in
regelmäßigen Zeitabſtänden aufgenommen, werden
er=
wünſchten Anhalt zu Vergleichen bilden. Eine zarte, dem
Inhalt angepaßte Ausſtattung macht das Buch zu einem
reizenden Gelegenheitsgeſchenk.
— Die Organiſation des Bodenkredits
im Großherzogtum Heſſen. Beiträge zur
heſſi=
ſchen Agrar= und Grundentlaſtungs=Politik. Von Dr.
Ludwig Herpel. 7 Bogen Oktav. Geheftet Mk. 1,50m
Verlag von Emil Roth in Gießen. Der Verfaſſer macht
in vorliegender Arbeit den Verſuch, die geſamte Organi= des Bodenkredits im Großherzogtum Heſſen
dar=
zuſtellen, wie er in ſolchem Umfange noch nicht
unter=
nommen worden iſt. Wir haben in dem Buche eine
ge=
naue Geſchichte der heſſiſchen Bodenkreditorganiſationen
von 1820 bis heute, ſowie eine Ueberſicht über die Lage
der heute beſtehenden Inſtitute. Zum Schluſſe finden
wir noch recht beherzigenswerte Winke und praktiſche
Vorſchläge zum Weiterausbau und zur Zentraliſation
unſeres Bodenkreditweſens, die manche wertvolle
An=
regung geben mögen.
— Paul Heyſes Werke. Wohlfeile Ausgabe.
Dritte Serie: Lyriſche und epiſche Dichtungen.
24 Lieferungen à 40 Pfg. Verlag der J. G. Cottaſchen.
Buchhandlung Nachfolger in Stuttgart und Berlin. Dieſe
dritte Serie der wohlfeilen Heyſe=Ausgabe bietet in des
Dichters eigener Anordnung deſſen Gedichte und die
Novellen in Verſen. Sie ſchließt ſich in der Ausſtattung
genau an die früher erſchienenen Serien (I. Romane,
II. Novellen) an und wird den zahlreichen Verehrern
des greiſen Poeten als Ergänzung ſeiner erzählenden
Werke hochwillkommen ſein. — Als Abſchluß der
wohl=
feilen Ausgabe beginnt jetzt eine von Heyſe ſelbſt beſorgte
Neubearbeitung ſeiner „Jugenderinnerungen und
Be=
kenntniſſe‟ (5. Auflage) in 12 Lieferungen zu erſcheinen;
ſie wird im Herbſt dieſes Jahres vollſtändig vorliegen.
C „Der Barbarenwald” ein ſozialer Roman
von K. G. Oſſian=Nilsſon (Verlag Albert Bonnier,
Leip=
zig.) Eine Erzählung im Zeichen des Klaſſenkampfes
gibt der Autor, der zu den erfolgreichſten der jungen
nör=
diſchen Dichtergeneration zählt, und kein Geringerer als
Sven Hedin ſchrieb dem Buche ein Vorwort, das
zu=
gleich ſeine treffendſte Kritik iſt, wenn der große Forſcher
u. a. ſagt: Es ſtellt einen donnernden Proteſt dar gegen
die dämmernde Pöbelherrſchaft, einen ſchallenden
Warn=
ungsruf gegen den wandelnden Barbarenwald, der alle
höheren und helleren Ausſichten zu verdunkeln und mit
ſeinen Wurzeln im Laufe einer oder zweier Generationen
eine Kultur zu erſticken droht, die eine Entwickelung und
einen Kampf von 6000 Jahren hinter ſich hat. Mit
poeti=
ſcher Schärfe hört er das Trampeln der heranrückenden
Barbaren und es ekelt ihm bei dem Gedanken an die
alles verſchluckende Solidarität, mit deren Penalismus,
der allgemeinen Nivellierung, wo keiner ein Haar breit
höher ſein darf als der andere; der vollendeten
Dumm=
heit, wo alle Schlauköpfe totgebellt werden müſſen.” Alle
Fragen, die auch in unſerem politiſchen und kulturellen
Leben gerade jetzt zur Aktuellität erwachſen, behandelt
der Verfaſſer mit tiefgehendem Verſtändnis.
Darmſtadt, 15. April.
* Vom Hofe. Der Großherzoa und die
Großherzogin nebſt den Prinzen=Söhnen ſind
geſtern mittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge um
1 Uhr 37 Min. zum Beſuche der ruſſiſchen Kaiſerfamilie
nach Livadia abgereiſt. Zur Verabſchiedung auf
dem Bahnhof waren der ruſſiſche Geſandte und
Ge=
mahlin und Oberkammerherr Frhr. von Riedeſel
er=
ſchienen. Im Gefolge der Herrſchaften befinden ſich:
Oberſtallmeiſter Frhr. von Riedeſel, Oberhofmeiſterin
Freiin von Grancy, Flügeladjutant Rittmeiſter Frhr.
von Maſſenbach und Leibarzt Dr. Happel.
* Abgeſagte Theatervorſtellung. Am geſtrigen
Sonntag ereignete ſich der ſeltene Fall, daß die
Vor=
ſtellung im Hoftheater ausfallen mußte.
Von zuſtändiger Seite erfahren wir darüber folgendes:
Nummer 88.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Seite 7.
Fräulein Geyersbach, welche die Elſa ſingen ſollte, war
rechtzeitig im Hoftheater erſchienen, um in der um
½7 Uhr beginnenden Vorſtellung zu ſingen. Gegen
6 Uhr ſtellte ſich bei ihr hohes Fieber ein. Der ſchnell
herbeigerufene Arzt konſtatierte eine beiderſeitige
Hals=
entzündung bei 40 Grad Fieber und erklärte ein
Auf=
treten für vollkommen ausgeſchloſſen. Da in der kurzen
Zeit ein Erſatz unmöglich zu beſchaffen und eine andere
Vorſtellung nicht mehr anzuſetzen war, woran das Theater
ſelbſt das größte Intereſſe gehabt hätte, blieb nichts
anderes übrig, als die Vorſtellung ganz ausfallen zu
laſſen. Das zahlreich erſchienene Publikum erhielt ſein
Eintrittsgeld an der Kaſſe zurückgezahlt. Die Vorſtellung
ſollte bekanntlich bei aufgehobenem Abonnement
ſtatt=
finden.
* Abſchiedsfeier für Geheimen Mezinalrat Dr.
Neidhart. Am Samstag nachmittag waren im „Hotel
Heß” die Kreisärzte des Landes um ihren ſeitherigen
Chef, Herrn Dr. Neidhart, zur Abſchiedsfeier verſammelt.
Auch der Vorſtand der Miniſterialabteilung für
öffent=
liche Geſundheitspflege, Herr Geheimerat Beſt und
Dr. Neidharts Nachfolger, Herr Dr. Balſer von Mainz,
waren anweſend. In den gehaltenen Anſprachen trat
die große Verehrung, deren ſich der Gefeierte unter den
Kreisärzten des Großherzogtums erfreute, ſichtlich zutage.
Herr Dr. Neidhart war von den dargebrachten Zeichen
dieſer Verehrung tief bewegt.
(3) Ausbildungskurſus für Leiter und Leiterinnen
des Frauen= und Mädchenturnvereins im
Mittelrhein=
kreis. In der Turnhalle des Ludwig=Georg=
Gym=
naſiums fand am Samstag vormittag die Schlußfeier
eines dreiwöchentlichen Ausbildungskurſes (vom 15. März
bis 13. April ds. Js.) für Leiter und Leiterinnen des
Frauen= und Mädchenturnens ſtatt, an dem zahlreiche
Vorturner und Vorturnerinnen der Turnerſchaft des
Mittelrheinkreiſes teilnahmen. Die Leitung dieſes
Aus=
bildungsturnkurſes lag in den bewährten Händen
des Großherzoglich Heſſiſchen Turninſpektors Herrn
Schulrat Schmuck, der in der kurzen
Ausbil=
dungszeit ſeine Schüler durch ſein vorzügliches
Aus=
bildungsſyſtem zu tüchtigen Turnkursführern
heran=
bildete. Die Uebungen erſtreckten ſich insbeſondere auf
das Kommandoführen bei den Marſch=, Frei= und
Ord=
nungsübungen, ſowie auf Geräteturnen und Turntheorie.
Sämtliche Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren mit
Luſt und Liebe bei der nicht leichten Arbeit. Erwähnt
ſei noch, daß auch die Frankfurter Turnerſchaft zu dieſem
Ausbildungskurſus den Leiter der Niederrader
Turn=
geſellſchaft, Herrn Engelbert Zitzmann, entſandt hatte.
Ein gemütliches Zuſammenſein der Kursteilnehmer
bildete den Abſchluß dieſer lehrreichen Veranſtaltung.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Am Sonntag hatte
der Ortsgewerbeverein wiederum zu einer Wanderung,
der dritten in dieſem Jahre, eingeladen. Wieder hatte ſich
eine ſtattliche Zahl Wanderinnen und Wanderer
eingefun=
den, um ein beſonders herrliches Stück der im
Frühlings=
kleide prangenden Bergſtraße zu durchwandern. Vom
Bahnhof Jugenheim gings auf angenehmen Wegen nach
dem Alsbacher Schloß. Nach kurzer Erklärung über
hiſto=
riſche Begebenheiten auf der Burg gings dann weiter, am
Fuße des Melibokus vorbei, nach dem Auerbacher Schloß.
Der Weg, an den blühenden Wildkirſchen, dem duftenden
Weißdorn und den Birken im jungfräulichen Grün, war
entzückend. Auf dem Auerbacher Schloß angelangt, hatte
ſich der Himmel etwas aufgeheitert und lohnte auch eine
Beſteigung der Ruine einen Blick in die Rheinebene. Einc
größere Raſt war nicht vorgeſehen, weshalb auch nach
kurzer Zeit der Aufbruch nach Auerbach erfolgte. Bei
Bür=
germeiſter Weigold hatten ſich inzwiſchen auch die direkt
eingetroffenen Teilnehmer verſammelt und eine Schar von
zirka 100 Perſonen füllte den oberen Saal. Nach einem
fröhlichen Rundgeſang, Begrüßung durch den Führer
Herrn Gg. Kraus, bildete ſich bald ein luſtiges Treiben.
Einige Tänzchen halfen auch der Jugend zu ihrem Rechte
und nur zu bald mußte zum Aufbruch gerüſtet werden.
* Von der Reitungswache. Am Samstag abend
8½ Uhr wurde in der Kaſinoſtraße ein Taglöhner von
drei anderen Taglöhnern nach voraufgegangenem
Wort=
wechſel durch Stockſchläge und Fußtritte derart
miß=
handelt, daß der Verletzte durch die herbeigerufene
Rettungswache mittelſt Krankenkraftwagen nach dem
ſtädtiſchen Krankenhaus verbracht werden mußte. Am
Sonntag früh 4 Uhr kam ein in der Karlſtraße wohnender
Werkmeiſter vor ſeinem Hauſe ſo unglücklich zu Fall,
daß er einen Unterſchenkelbruch erlitt. Nach Anlegung
eines Stützverbandes wurde er durch die Rettungswache
mittelſt Krankenkraftwagen nach dem ſtädtiſchen
Kranken=
haus verbracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Bad Nauheim, 14. April. Der Reichskanzler von
Bethmann Hollweg traf in Begleitung ſeines
Adjutanten, Leutnant von Sell, heute vormittag um 12
Uhr 40 Minuten mit dem fahrplanmäßigen Zuge hier
ein und wurde vom Oberhofmeiſter Frhrn. von
Mir=
bach auf dem Bahnhof empfangen. Beide Herren
be=
gaben ſich darauf in das Sanatorium Grödel, wo der
Reichskanzler das Frühſtück einnahm. Nach ihrer
Rück=
kehr vom Bade empfing die Kaiſerin den
Reichs=
kanzler und zog ihn in ein längeres Geſpräch. Darauf
begab ſich der Kanzler, von Frhrn. von Mirbach begleitet,
zum Bahnhof, von wo um 1 Uhr 30 Minuten die Abreiſe
nach Berlin erfolgte.
* Berlin, 15. April. Reichskanzler von
Beth=
mann=Hollweg iſt um 114 Uhr wieder hier
einge=
troffen.
München, 13. April. Der Reichskanzler iſt
heute Nachmittag vier Uhr auf dem Hauptbahnhof
ein=
getroffen. Er wurde vom preußiſchen Geſandten
em=
pfangen und begab ſich dann zur Geſandtſchaft. Der
Reichskanzler reiſt heute Abend 10 Uhr 5 Minuten nach
Bad=Nauheim ab. Nachmittags fuhr der Reichskanzler
beim Miniſterpräſidenten v. Hertling vor und gab ſeine
Karte ab. v. Hertling erwiderte dieſe Aufmerkſamkeit.
Der Reichskanzler iſt heute abend 10 Uhr 15 Minuten
nach Bad=Nauheim abgereiſt.
* München, 14. April. Als der neu ernannte ruſſiſche
Geſandte in München, Baron v. Korff=Schmiſing,
von einem kurzen Urlaub, den er in London zugebracht
hatte, heute Nachmittag auf dem hieſigen Bahnhof
ein=
traf, wurde er von einem Schlaganfall getroffen
und ſtarb.
* Karlsruhe, 14. April. Prinz Eitel Friedrich
von Preußen traf heute nachmittag nach zweiwöchigem
Kuraufenthalt in Baden=Baden im Automobil zur
Ver=
abſchiedung von den Großherzoglichen Herrſchaften hier
ein und reiſte um 8 Uhr nach Berlin weiter.
* Karlsruhe, 14. April. Unter dem Vorſitze des
Frei=
herrn Böcklin von Böcklinsau fand heute mittag hier
eine Verſammlung der Badiſchen Brenner ſtatt, die nach
einer Anſprache eine Reſolution auf Aufhebung der
Branntweinſteuer=Kontingentierung
an=
nahm. In der Reſolution wird die Erwartung
ausgeſpro=
chen, daß die bad. Regierung an dem
beſtehendenReſervat=
recht feſthält. Für den Fall aber, daß die Aufhebung der
Kontingentierung dennoch beſchloſſen werden ſollte,
be=
anſpruchen die badiſchen Brenner eine einmalige
Ent=
ſchädigung für die vorzunehmende Stillegung ihrer
Be=
triebe. Die Reſolution ſoll den Reichstags= und
Land=
tagsabgeordneten zur Kenntnis gebracht werden.
* Jülich, 14. April. Amtlich. Geſtern nachmittag 6,20
Uhr fuhr ein Automobil auf dem
ſchranken=
loſen Uebergang der Nebenſtrecke Stolberg=
Her=
zogenrath auf der Landſtraße von Aachen nach Jülich
dem Zuge 773 in die Flanke. Die Inſaſſen wurden teils
erheblich verletzt, das Automobil zertrümmert. Der
Unfall iſt darauf zurückzuführen, daß der Führer des
Kraftwagens die Läute= und Dampfpfeifenſignale nicht
beachtete. Das Lokomotivperſonal trifft keine Schuld.
* Prien, 13. April. Die Leichen des am 15. ds. im
Chiemſee bei einer Segelfahrt ertrunkenen Freiherrn
von Ferſtel aus Wien und der 22jährigen Tochter des
Schlachtenmalers Profeſſor Roubaud aus Prien
wur=
den heute nachmittag bei der unter der Leitung des
Ober=
fiſchers Marx und in Begleitung des Profeſſors Zeno
Diemer mit acht Fiſchern vorgenommenen Suche
aufge=
funden. Die Leichen lagen faſt neben einander und
nur wenige Meter von der Unfallſtelle entfernt. Sie
wurden nach der Fraueninſel verbracht, wo Freiherr von
Ferſtel wahrſcheinlich ſeine letzte Ruheſtätte finden wird.
Die Leiche der Tochter des Profeſſors Roubaud wird
nach Prien übergeführt werden.
* Rom, 13. April. Die internationale
Tuber=
kuloſekonferenz, die in Behinderung des Miniſters
Léon Bourgeois=Paris von dem Präſidenten des
Reichs=
geſundheitsamtes Dr. Bumm=Berlin geleitet wird, verlieh
die internationale Tuberkuloſemedaille, die höchſte
Aus=
zeichnung für Verdienſte um die Bekämpfung der
Tuber=
kuloſe, dem ehemaligen Miniſter Prof. Baccelli=Rom, dem
Miniſter Bourgeois=Paris, Dr. Dezw=Mons. dem Direktor
des Geſundheitsamts Dr. Schmidt=Bern. Baron Tamm=
Stockholm und dem Prof. Pannwitz=Berlin. Die
Kon=
ferenz wird 1913 in Berlin tagen.
* Rom, 14. April. In Gegenwart des
Königs=
paares, des Unterrichtsminiſters Credaro
Handels=
miniſters Nitti, Unterſtaatsſekretärs im Miniſterium
des Aeußern Fürſten di Scalea und anderer
hervor=
ragender Perſönlichkeiten wurde heute im Kapitol
der ſiebente Tuberkuloſekongreß eröffnet,
wozu 4000 Teilnehmer aus allen Ländern der Welt,
darunter die offiziellen Vertreter der auswärtigen
Regierungen, erſchienen waren. Nachdem Bürgermeiſter
Nathan im Namen der Stadt Rom den Kongreß begrüßt
hatte, hielt der ehemalige Unterrichtsminiſter Profeſſor
Guido Baccelli die Eröffnungsrede. Sodann erklärte
Miniſter Credaro den Kongreß für eröffnet. Im Namen der
Internationalen Tuberkuloſekonferenz, die in den letzten
Tagen ebenfalls in Rom tagte, ſprach Präſident im
Reichsgeſundheitsamt Dr. Bumm=Berlin. Es folgten
Anſprachen der Führer der auswärtigen Abordnungen,
auf die der Generalſekretär des Kongreſſes Prof. Askoli
erwiderte. Nach dem Eröffnungsakt verließ das
Königs=
paar das Kapitol, auf dem ganzen Wege von der
Be=
völkerung enthuſiaſtiſch begrüßt.
* Paris, 13. Apr. Der Präſident der
Deputierten=
kammer Briſſon iſt erkrankt. Sein Zuſtand flößt
Beunruhigung ein.
* Paris, 14. April. Der Kammerpräſitent Briſſon
iſt heute vormittag 9 Uhr 50 Min. geſtorben.
* Monte Carlo, 14. April. Der Fürſt von
Monaco gab geſtern abend zu Ehren der franzöſiſchen
Miniſter Poincaré, Millerand, Delcaſſé und des engliſchen
Botſchafters Frangois Bertie ein Feſteſſen. Unter den
Anweſenden befand ſich der Direktor im Reichsamt des
Innern Dr. Lewald.
* Madrid, 13. Apr. Der Wiederzuſammentritt
der Kammern iſt durch Königliches Dekret auf 1. Mai
feſtgeſetzt.
Stockholm, 13. April. Die freiwillige
Landes=
ſammlung des ſchwediſchen
Panzerſchiff=
vereins brachte über 12 Millionen Kronen, darunter
drei Millionen von verſchiedenen Aktiengeſellſchaften ein.
Die eingeſammelte Summe ermöglicht dem Verein ohne
Staatszuſchuß ein Panzerſchiff zu bauen.
New=Orleans, 13. April. Am Miſſiſſipi ſind
weitere Dammbrüche vorgekommen. 12 Ortſchaften
wurden überſchwemmt.
* Buenos Aires, 14. April. Der frühere Präſident
Argentiniens, General Roca, wurde zum Geſandten in
Rio de Janeiro ernannt.
H. B. Brüſſel, 13. April. Ein ſchweres
Auto=
mobil=Unglück hat ſich geſtern nachmittag zwiſchen
Baſtogne und Lüttich unweit des Dorfes Herr
zugetra=
gen. Ein Fußgänger entdeckte auf der die beiden Orte
verbindenden Straße eine Frau, die ohnmächtig quer
über den Weg lag. 20 Meter davon lag ein
umgeſtürz=
tes Automobil, unter dem zwei ſchwer verletzte Perſonen
lagen. Die Frau ſtammte aus dem Dorfe Herr, die
beiden Schwerverletzten ſind Angeſtellte einer Automobil=
Fabrik in Breſſon. Sie hatten verſucht, ein neues
Auto=
mobil auf der Chauſſee auszuprobieren. Auf dem Wege
wollten ſie der Frau, die vor ihnen ging, ausweichen.
Das Steuer verſagte jedoch und das Auto ging über die
Frau hinweg und rannte dann gegen drei an der Straße
ſtehende Bäume, die umgeriſſen wurden. Das Auto
wurde ſchwer beſchädigt. Die drei Perſonen ſind ſo
ſchwer verletzt, daß ſie kaum mit dem Leben
davon=
kommen dürften.
London, 14. April. Nach einer Meldung des
„Daily Telegraph” aus New=York beſtätigten Offiziere
des in Mobile im Staate Alabama eingetroffenen
Dampfers, daß in Chiriqui, nahe des Panamakanals,
ſich eine ernſte Kataſtrophe vulkaniſcher
Natur ereignete. Nach Anſicht des Kapitäns bildete
ſich im Yucatankanal unterhalb des Waſſerſpiegels ein
tätiger Vulkan. Dem Vernehmen nach wurden bei der
Kataſtrophe Tauſende von Menſchenleben vernichtet.
Aeu
Haematogen Marke, Hl-King
aus derFabrik Adolf Hommel sCo, Hanau.
Zaheziehendurchdie Drogerien u. Kolanialharengeschäfte.
jg. Flas
Nivea-Geme
z Zatp
Coet
4
Nives-Seife: 50 Pf. — Nivea-Creme in Dosen
zu 10, 20 Pf. u. 1.00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
C. Geienddock 6C.Knug
Hersteller der Zahnpasta PEBECo
im
Hardnstalt Dofhel Taunus.
(1/2 Stunde von Frankfurt a. M.), für Erholungsbedürftige,
Harven- u. innere Kranke. Sommer und Winter besucht.
— Prospekte durch
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
Verkaufs-
stellen durch
dieses Plakat
kenntlich.
VI 6419
Fabrikant:
August Jacobi
Darmstadt.
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. EEIch
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
Telephon 1501 und 1472.
(125a
H. & F. Becker, Leinenhaus
Darmstadt, Hoflieferanten, Wilhelminenstr. 17
Spezialabteilung f. Brautausstattungen
r Herren, Dame
Wäsche-Konfektion fu
er. (1207a
Nächſte Geld=Lotterien. Die Große Heſſiſche
Rote Kreuz=Geld=Lotterie deren Ziehung
auf den 3. und 4. Mai cr, verlegt wurde, findet an
dieſem Tage beſtimmt ſtatt. Loſe zu dieſer Lotterie,
ebenſo zur Süd=Polar=Geld=Lotterie (Ziehung
am 23. und 24. April cr.) ſind bei den hieſigen Königl.
Preuß. Lotterie=Einnehmern noch erhältlich. (Siehe
Anzeige.)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger herzlicher
Teilnahme bei dem Verluſte meines lieben Gatten,
unſeres guten Vaters, Bruders, Schwagers und
Onkels
(9006
Herrn
Philipp Grünewald
Gärtner
ſprechen wir allen Verwandten, Freunden und
Bekannten, ſowie für die zahlreichen
Blumen=
ſpenden, auf dieſem Wege unſeren tiefgefühlteſten
innigſten Dank aus.
Die frauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 13. April 1912.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Die verſunkene
Glocke‟.
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Im Pfarrhaus”).
Vortrag von Dr. Dammann um 8¼ Uhr in der Aula
der Techniſchen Hochſchule (Heſſ. Goethebund).
Vortrag von Stenographielehrer Heſſel um 8½ Uhr
im „Fürſtenſaal”.
Monatsverſammlung des Geflügel=Zuchtvereins
„Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt Pfungſtadt‟
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metrovol” um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Das
neue deutſche Lehrgeſchwader; das Denkmal der
Königin Viktoria von England in Nizza; Porfirio
Diaz, der Expräſident von Mexiko, in Madrid; Graf
und Gräfin Metternich als Kinoſchauſpieler.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 16. April.
Gemälde=Verſteigerung um 10 Uhr Zimmerſtr. 13.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Artillerie=
Kaſerne (Regiment Nr. 25).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Nummer 88.
Ernst-Ludwig- und Färberei Hugo Luckner (Inh. Gebr. Röver), Leipzig
strasse 12,
Darmstac
Rheinstr. 23,
Farborel Gebr Koverg Frankfurt a. M. Hügelstrasse 2
chem. Waschanstalten.
Chem. Reinigen u. Färben v. Damen-, Herren- u. Kinder-Kleidern, Vorhängen, Decken, Fellen, Spitzen, Handschuhen etc.
ca. 1000 Angestellte. (9008a
Turn-Schuhe u. -Stiefel
für Schüler und= Erwachſene,
mit Chromieder
Jahn-Turnschuhe
mit Chrom-
Bahnfrei-Turnschuhe
ledersohlen,
Turnschuhe mit Gummischlen,
Pyramiden-Schuhe.
in Normal=und breiten
Natur=
e
Schui-stieler formen in allen Größen.
Billigſte Preiſe.
(8929som
Schillerplatz 8, am Schloßgraben.
Gegr. 1862.
Telefon 277.
Peiz- u. Wollwaren
werden unter Garantie gegen Mot=
ten und Feuersgefahr aufbewahrt. (5999a
nur Wilhelminenstrasse 7
Sarr Dal reiefon 1535.
Unerreicht in Qualität und Preis!
(4993a
Preislagen: Mk. 85.-, 115.-, 125.-, 135.-, 145.−
Auaust Engel
Schuchardstr. 8. Darmstadt Telephon 1128.
Weiblich
Fräulein, in Stenographie und
Maſchinenſchreiben bewandert, u.
Kenntniſſe v. ſonſt. Büroarbeit. hat,
ſucht Stelle. Offerten unt. C 14
(*9186so
an die Expedition.
Ang. Arbeiterin w. m. einer perf.
Schneid. auszug. o. auch Stelle in
Konfekt. Tannenſtr. 41, II. (*9296soi
bhuterin
Sucht Stenung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näheres im Martha-
(4298t
haus.
Frau ſucht vorm. Laufdienſt. Zu
erfr. Forſtmeiſterplatz 5. Stb. l. (*9366
Aelt. Mädchen ſucht f. den ganz
Tag Stelle im gut. Hauſe. Offert.
erb. u. B 90 a. d. Exp. (*9081fso
Fränlein ſucht Beſchäftigung
für nachmittags oder auch den
ganzen Tag zu Kindern oder
alleinſtehender älterer Dame. Off.
u. C 41 a. d. Expedition. (*9266so
Saubere Putzfrau wünſcht für
abends noch einen Laden zum
Rei=
nigen zu übernehmen. Näh.
Ar=
heilgerſtr. 19, H. 2. St. r. (*9384
E. t. Mädchen, d. 3 J. in e. St. i.,
ſ. St. a. Alleinm., 1. Mai. Fr. Sus=
Röse, gewerbsmäßige
Stellenvermitt=
lerin, Kiesſtr. 35, 1. St. (*9383
Mlädchen, welches zu Hauſe
ſchlafen kann, ſucht tagsüb. Stelle,
auch z. Kind. Weinbergſtr. 26. (*9357
Junge, zuverläſſige Frau geht
(*9355
waſchen und putzen
Langegaſſe 21.
Frau ſ. Laufſt. od. mitt. Zeitg.
trag. Beſſungerſtr. 39, Lad. (B9029
Mädch. ſ. 4 halbe Tage z. Putz.
Mitw. u. Samst. 2 Stund. morg.
Schützenſtr. 20, I. rechts. (*9389
Männlieh
Achtzehnjähr. beſſ. Mädchen,
welches nähen kann, ſucht ſofort
Stellung in feinem Hauſe, wo
das=
ſelbe den Haushalt (hauptſächlich
Kochen) gründlich erlernen kann.
Mädchen muß vorhand. ſein. Etw
Taſchengeld erw. Off. u. R.
Wies=
baden, Berliner Poſt poſtl. (*93991
ſucht Stellung, in einer Brauerei
als Reiſender od. Expedient, evtl.
auch als Kontoriſt. Mit dem Un
sohlen, fall=, Krankenkaſſen= u. Invaliden=
verſicherungsweſen, ſowie in Lohn
berechnung auch vertraut. Ein=
tritt kann ſofort oder per 1. Mai
erfolgen, ff. Zeugniſſe zur Ver=
fügung. Offerten unter B 96 an
die Expedition ds. Bl. (8784fsc Kaufmann ſucht Beſchäftigung
im Beitragen von Büchern. Off
unt. C 54 an die Exp. (*9325sd Annoncen=Aequiſiteur
tüchtig, erfahren, eingeführt, ſucht
Stellung nur auf Proviſion für
Reklame-Neuheit.
Derſelbe empfiehlt ſich auch als
Licenz=Verkäufer.
Gefl. Offerten sub H. D. 6902
bef. d. Ann.=Exp. Rudolf Moſſe,
Frankfurt a. M.
(8967mi
Für gebild., fleiß., zuverl. Mann
wird Beſchäftigung als
Hausverwalter,
Kaſſenbote od. ſonſt. Vertrauens=
poſten geſ. Uebernimmt mit Frau
auch Geſchäftsfiliale. Offert. unt.
C 64 an die Exped. (B9023 Guterzog. Junge ſucht kaufm.
Lehrſt. Kolonialwarenbranche bev.
Off. u. C 65 a. d. Exp. (*9367 Weiblich . Stenotzpistin 2n
durchaus erfahren und intelligent,
mit mehrjähr. Praxis, f. ein hieſig.
größ. Anwaltsbüro geſucht. Mel=
dungen unt. Beifüg. d. Zeugnis=
abſchrift. u. m. Angabe d Gehalts=
anſprüche ſind unt. C 69 an die
Exped. ds. Bl. zu richten. (9032a Seltene
Gelegenheit!
Einer tüchtigen Damenſchnei=
derin mit guten Umgangsformen
bietet ſich Gelegenheit zur Grün=
dung einer vornehmen Exiſtenz,
bezw. zu hohem Nebenverdienſte.
Nur einige 100 Mark erforderlich.
Ausführliche Offerten erbeten an
M. Wagner, Frankfurt a. M.,
Hallgartenſtraße 41, I. (9044 Ersie Hallenarhellrin
im Aufſtecken u. Garnieren perfekt,
find. ſof. Jahresſtellung (7925a
Bayer-Haack,
Kapellplatz 14. Dame ſucht Wäſchenäherin
*9352oi) Moſerſtr. 5, III., 2—4 Uhr Geſucht p. ſof.
tüchtige Zuarbeiterinnen
für Damenkonfektion, bevorzugt
ſolche, die Weißnähen gel. haben
*9351)
Eichbergſtraße 25. Frauen und Mädchen
finden dauernde u. lohn. Beſchäft.,
auch jugendl. Arbeiterinnen werden
ungen. Wolf Strauß, Sortieranſtalt,
(900%od
Gräfenhäuſerweg 75. Damenfrifeur ſucht (9184so
Lehrmädchen
E. Köhler, Ernſt=Ludwigſtr. 22. Es iſt einem
jungen Mädchen
aus guter Familie Gelegenheit ge=
boten, bei zwei Damen den Haus=
halt und das Kochen zu erlernen
ohne gegenſeitige Vergütung. Näh.
zu erfragen bei Fri. Werner,
Grüner Weg Nr. 27. (B8906 Eine ältere alleinſtehende Frau,
welche ſchon in einer Reſtauration
ſelbſtändig gekocht hat, tagsüber
geſucht. Näheres bei Möller,
Mühlſtraße 11.
(*9346so Laufmädchen
zum Austragen von Damenhüten
geſucht, nicht unter 12 Jahren
Wilhelminenſtraße 27. (*9394 Geſucht per ſofort eine Lauf=
oder Mädchen
*9372) Kiesſtraße 131, 1. Stock.
Tüchtige, gelernte Näherinnen
für beſſere Knabenkonfektion, die prompte Lieferung größerer
Poſten übernehmen können, für Heimarbeit und auf
Werk=
ſtatt geſucht.
(8830so
Oppenheimer & Co. — Schulstrasse 2.
Ein Mädchen, das erſt aus der
Schule gekommen, für morg. geſ.
Tüchtiges Hausmädchen
ſ. bei hoh. Lohn f. 1. od. 15. Main.
Germershauſen b. Marb. a. L. (9034
Frau v. Krork, Darmſt., Ohlyſtr. 29, I.
ein ſaub., fleißiges Landmädchen,
das Liebe zu Kindern hat (*936
Rhönring 115, I. Etage. Ich ſuche eine reinliche, unab=
hängige Lauffrau (od. Mädchen)
die gut empfohlen iſt, für 2 Std
morgens Frau Prof. Meißner,
Roßdörferſtraße 89.
(*9388 Saub., aus der Schule entlaſſ
Mädchen für nachmittags geſucht
Eliſabethenſtr. 56, Laden. (*9404 Männlich (evt. auch Dame)
Reisender zum Verkauf
praktiſcher Neuheiten in Haushal=
tungs=Artikeln an Private bei
hohem Verdienſt geſucht. Gefl. Off.
unt. C 71 an die Exp. (*9402 Auf das Büreau einer Brauerei
wird ein junger angehender
Kommis
mit guter Schulbildung und aus
guter Familie, für Expedition und
einſchlägige Arbeiten geſucht.
Schriftliche Offerten m. Angabe
der ſeitherigen Tätigkeit und Ge=
haltsanſprüche unter C 77 durch
die Expedition ds. Bl. (9046a Tüchtiger Hann
nicht über 35 Jahre alt, als Auf=
ſeher in eine Fabrik geſucht. Der=
ſelbe muß ſicher rechnen können
und an Ordnung gewöhnt ſein.
Bevorzugt wird, wer als Unter=
offizier gedient hat. Angebote an
die Exp. unt. C 76.
(9045 N u. mehr täglich zu
2—10 Mk. verdienen. Proſpekt.
gratis. Joh. H. Schultz, Adressen-
Verlag, Cöln W. 128.
(8798fl Zee eee tene
Mlebensversicherungen
zahle ſehr hohe Proviſ. Off.
u. A. 3127 an Haaſenſtein
& Vogler, A.=G., Frank=
furt a. M.
(9022ff Tüchtige
Former
finden dauernde und lohnende
Beſchäftigung
(8793D
J. S. Fries Sohn,
Frankfurt a. M.=Süd. geſucht Wr (*9114fo
Friſenrgeh. Bender, Rheinſtr. 47. ſofort
Tücht. Banſchmied geſucht.
Unternehmer Krämer, Mathilden=
(*9005dfso
höhe (Darmſtadt). Jüng. Hausburſche
n als Nachfrager geſucht.
Nur ſolche, die platzkundig
ſind ſchon in Kolonialwaren=
geſchäft. tätig waren und eine
ſaubere, gewandte Handſchrift
beſitzen, woll. ſich meld. (9035
Moriz Landau,
Darmſtadt. Mathildenpl. Ein Fahrburſche
per ſof. geſ. Dauernde Stell. Näh
N. Korbus, Mineralwasserfabrik. (*9238 ſofort
Kräft. Taglöhner geſ.
Anfangslohn 34 Pfg. die Stunde.
Wolf Strauß, Sortieranſtalt,
(9004
Gräfenhäuſerweg 75. Kaufmanniſche Lehrſtelle
in größerem Betriebe alsbald
zu beſetzen. Sofortige Vergütung,
Berechtig. z. Einj.=Freiw. Dienſte
erw. Selbſtgeſchr. Off. unt. B 68
an die Exped. ds. Bl. (8689dso
Lehrling geſucht
K. Hoffmann, Spenglerei und Installation,
Wienersſtraße 44. (*9311so
Arbeitsnachweis
Darmstadt.
Der Arbeitsnachweis für
männl. Perſonen befindet ſich jetzt
Grafenstrasse 30
(Erdgeſchoß links). (*8828goim
(Schneider=
Kostüme
arbeit),
Robes u. Bluſen, auch
Moderni=
ſieren, bei billigſt. Berechn. (*9400of
A. Heide, Heidelbergerſtr. 87, II.
pardinen z.Waſch. u. Wig, d.
Bl. 50 Pfg., nimmt an Waſch.
u. Bügelei, Lichtenbergſtr. 23, I., I. (*
Einderpult, faſt neu, weg. Platz=
3 mangel preiswert zu verk.
*9401oi) Fuhrmannſtr. 6, Laden.
Gelb-
fleisch. Enhartokten
p. Ztr. 4.50 Mk. abzug. Schwarz,
Hofmeierei, Telef. 184. (6619a
Fahrrad- Feinste
Fut. Keuhne.
Hacke
als: blau
braun
grün
gelb
rot
ſchwarz
ꝛc. ꝛc.
in Doſen
à 50 Pfg.,
ſowie
loſe gewogen
Wiederverkäu=
fern Rabatt.
als: blau
braun
grau
grün
rot
heliotrop
ſchwarz
modern=
farbig ꝛc.
vorzügl.
dek=
kend m. hohem
Glanz,
raſch=
trocknend,
loſe gewogen.
Tapezierlehrling ſucht A. Meurer,
Kiesſtraße 55.
(*9228so
Gobr. Verhoter
Darmstadt (7198a
Tel. 200. Schustergasse 14.
Gut erhaltenes, kleineres Break
zu kaufen geſucht. — Gefl.
Offerten mit Preis unter C 38
an die Expedition d. Bl. (*9253si
Sportwagen m. verſtellb.
Rück=
lehne, noch ſehr gut erh., billig
zu verk. Grüner Weg33, II. (*9022dsi
Von der Reiſe zurück
Eroohannaschmiat
Aerztin f. Frauen u. Kinder.
K8747.
Num.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912
Seite 9.
vat-
Drdchsdchen
85a
. Besuchskarten
Verlobungs-Anzeigen
Trauer-Anzeigen
fertigt geschmackvoll in kürzester Zeit
L. D. Hüner
Hoflieferant
Schulstrasse 14.
Telephon 226.
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per ſofort zu verm. Schloßg. 2, part., möbl. Zimmer
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr. mit 1 od. 2 Betten zu verm. (7292t
Näh. daſ. part.
Zimmer
Obere Liebfrauenſtraße 108
ruh. 4 Familienhaus bei der
Tau=
nusſtr., beſſ. Lage, iſt der hübſchel) Karlstrasse 11, II.
I. Stock, 4 Z. u. Zubeh., zu 520 M.
p. 1. Juli zu verm. Neu gemacht.
Näh. bei Sior, oberſter Stock. (8242a
Mauerſtr. 22, ſch. 4 Zimmerw.
Näh. part.
Karlſtraße 25, 3. Stock, Vier= Zim., Preis 17 Mk., zu v. (7564t
Zimmerwohnung mit allem Zub.) Feldbergſtr. 30, 1. St., ſch. mbl.
Preis 420 Mk.
Zimmer
Blumenthalſtraße 73 ſchöne gut möbl. Zimmer.
3 Zimmerwohnung (Manſ.) per
1. Mai zu vermieten. (8766a
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3=Z.=Wohnung per ſofort. (366o Schützenſtraße 8, Hinterhaus,
Alexanderſtraße 15, Seitenb.
part., Wohn. 2 Zimmer m. Küche
u. Zub. p. 1. Mai. Preis 18 Mk.
Einzuſ. Mont., Mittw., Samst. v.
Uhr.
(8841oms
3 Zimmer
Mauerſtraße 25, part., eine
kleine Wohnung mit Gas
wegzugs=
halber für 370 Mk. per ſofort oder! Karlſtraße 104, gegenüber d.
1. Juli zu verm.
(9031a
Der von der Firma Zenner & Co.,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (6567oms
nebſt Magazin mit
Hell. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(8009od
M Zmmie
Kaſinoſtr. 26, 2. Stock, hübſch
möbl. Zimmer ſofort zu v. (*9241so
Aleranderſtr. 5, 2. St., links,
möbl. Zim. mit Gas zu v. (*9236soi
Kaſinoſtr. 11, Metzgerei, ſchön
möbl. Zimmer.
(7621oms
Waldſtraße 16 möbl. Wohn=
und Schlafzimmer, daſ. einz. möbl.
Zim. per ſof. zu verm. (7370oms
Nied.-Ramstädterstr. 67, Metzgerei,
m. Z., m. v. Penſ., preisw. z. v. (7162oms
Karlſtr. 53, part, möbl. großes
Zimmer zu vermieten. (7306oms
Penſion, Eliſabethenſtr. 4, Wohn.
u. Schlafz., ſow. Einzelzim. z. verm.,
auch auf Tage u. Wochen. (8477a
Saalbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (8521t
St., gut
Alexanderſtr. 4, möbliert.
Zimmer mit od. ohne Penſion
an 1 od. 2 Herren zu vm. (6858t
Mathildenplatz 15, Ecke Bis
marckſtraße, 1. Stock, gr., ruh.,
ſchön möbl. Zim. z. verm. (8710t
Landwehrſtr. 13, 2. Stock, ein
ſchön möbl. Zimmer mit oder ohne
Kahlertſtr. 12 freundl. Part.=
Wohnung, 3 Zimmer, Küche,
Glas=
abſchluß an einzelne Dame oder Penſion.
kinderloſe Leute per 1. Juli zu verm.
Eine ſchöne 3 Zimmerwohnung
bis 1. Juli zu vermieten. Näh.
Nieder=Ramſtädterſtraße 31 bei Steinackerſtr. 6, P. ruh. Zim.
W. Wenner, Bäckerladen. (7961tlm. ſep. Eing. zu verm. (8711oms
Pallaswieſenſtr. 37 eine Drei=! Gartenſtr. 18, I., 2 ſch. möbl.
Zimmerwohn. mit allem Zubeh.,
Vorderhaus, parterre, mit Heiz=
und Leuchtgas, per 1. Juli zu möbl. Zimmer, elektr. Beleuchtung,
vermieten. Näheres 1. Stock links, zu vermieten.
daſelbſt.
(8849a
3,50 Mk. pro Woche, zu vm. (6859t Eliſabethenſtr. 26, 1. St. (bei
Freien UmzugKlein) großes gut möbl. Zimmer an
nach Johannesviertel, 5 Zimmer= Herrn od. Fräul. ſof. zu verm. 7736t wohnung per ſofort, 650 Mark. Martinſtraße 2 wegzugshalber
Off. u. U 59 a. d. Exp. (6961oms möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit
großer, geſchl. Glasveranda u. Gas
per ſofort zu verm.
(B8914t (6214t Eliſabethenſtr. 49, part., gut
möbl. Zimmer zu verm. (7371t Hügelſtraße 89, freundl. möbl.
Zimmer, 15 Mk., auch für 2 Herren
mit Penſ. ſofort zu verm. 7754t ſehr großes hübſch möbliertes
Zimmer mit Schreibtiſch preis=
wert zu vermieten. (7565t
(*9277soi Eliſabethenſtr. 31, 1. St., möbl. per 1. Juni oder 1. Juli zu verm. Zim. mit Penſion, ſofort. (8271t (9020oms Mathildenplatz 3, Stb., 2. Stock,
einf. möbl Zim. bill. zu verm. (8360t Mauerstrasse 15
möbl. Zimm., auf Wunſch mit
(*8856do Näheres 1. Stock. (8154oms Mauerſtraße 12, II., gut möbl.
Zimmer mit Penſion ſof. (6565ods möbliertes Zimmer auf ſof. z. vm. (*8864dso Grafenſtraße 8, 1. St., 2 ſchön.
*9191so Ludwigsplatz 4, II., einige
(*9231soi Wilhelminenſtr. 27, III., frdl.
möbl. Zim. ſof. bill. z. v. (*9276so möbl. Zimmer an anſtänd. Herrn,
1p. Woche 3,50 Mk., m. Kaffee. (*9244so Schlafstelle
für anſtändigen Arbeiter od. Lehr=
ling, mit oder ohne Koſt, zu ver=
mieten Wienersſtr. 73, 2. St. (*9242 Volſt. möbl. Wohnung
v. 4 Z. mit Küche, Bad, Loggia
u. all. Zub. z. 1. Juli zu verm.
Näheres Karlſtraße 53½. (8437o Mittelſchule. Ein ſchön möbliertes
Wohn= und Schlafzimmer für 2
Herren mit Klavier eventl. auch
Penſion. Desgl. noch ein möbl
Zimmer zu vermieten. B8948 Karlſtr. 30, Hth., II.r, möbl. Zim.
a. Herrn o. Fräul. ſof. z. verm. (*9316so Waldſtraße 39, parterre, möbl.
Zimmer ſofort.
(*9309so Schwanenſtr. 61 I., a. Mollerpl.
e. möbl. Zimmer z. verm. (*9328soi Aliceſtr. 2, part. Schön möbl.
Zimmer m. Penſ. z. vm. (*9327sa Kaſinoſtr. 27, 2. Stock, hübſch
möbliertes Zimmer.
(*9364 Gartenſtr. 12, II., möbl. Zim.
u. ſep. zu vm. Einzuſ. nachm. (*9373
Penſion per ſof. zu verm. (8759t Dame od. Schülerin findet ge=
Waldſtraße 39, Gartenh., I., mütlich. Heim mit oder ohne
gut möbl. Zimmer bill. (*9135fsol Penſion. Inſelſtr. 38, I. (*8832ida
Pfründnerhausſtr. 8, I., möbl.
Wohn= u. Schlafzim. (*9361oms
Fuhrmannſtr. 3, 1. St., Vdh.,
großes gut möbliertes Zimmer an
Herrn od. Fräul. ſofort. (*9354oim
Bleichſtr. 24, part, gut möbl.
Zimmer zu vermieten.
(*9369
Neue Schwanenſtraße 72, II.,
g. möb. W.= u. Schlafz. an 1. od. 2
ſolide Herren zu verm. (*9379oim
Kaupſtr. 23, 3. St., möbl. Zim.
(ſeparat) zu vermieten. (*9380oim
Landwehrſtr. 19, II., ein ſch. m.
Zimmer m. Gas zu verm. (*9381oid
Rheinſtraße 2, Hinterh., möbl.
Zimmer zu vermieten. (*9392
Schön möbliertes Zimmer mit
oder ohne Penſion ſofort zu vm
Näh. Soderſtr. 16, I.
(9021t
Liebigſtraße 48, 1. Stock links,
ein freundl. möbliertes Zimmer
ſofort zu vermieten. (*9371oms
Stock links,
Karlstrasse 5
möbl. Zimm.
billig zu vermieten.
70oim
Grafenſtr.
II.
n möbl
Zimmer mit Schreibtiſch. (*9407
Luiſenſtr. 32, II., b. Gg. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (9030a
Gut möbl. Zim. a. an ein Fräul.
Näh Lichtenbergſtr. 23, I. I. (*9409
Tennisplatz
Schießhausſtr., gegenüb.
Haus=
nummer 80, noch einige Tage frei.
Näh. Karlſtraße 44.
(*9391
Ldden gesucht
per bald in beſter verkehrsreicher
Lage des Martinsviertels. Offert.
unt. C 67 an die Exp. (9010
oder mehrere Etagen
Halls in der Nähe der
Mathil=
denhöhe zu geſchäftl. Zwecken zu
mieten geſucht. Neubau bevorzugt.
Gefl. äußerſte Off. unt. C 73 an
die Expedition.
(*9405
Kinderl. Ehepaar
ſucht zum 1. Juli neuzeitlich
eingericht. 5 Zimmerwohn.,
1. Stock bevorzugt, in ruh.
Haus zwiſchen Hügel= und
Hermannſtraße. Ausführliche
Offerten mit Preis u. A 29
(B8162
an die Exped.
Eenbaupfalz
in guter ſüdlicher Lage, für
Ge=
ſchäfts= oder Wohnhaus geeignet,
unter günſtigen Bedingungen zu
verk. Auf Wunſch Baukapital
Off. u. C 66 an die Exp. (9014
Gross-Brauerei
mietet hier u. Umg. Lokale; gewährt
Darlehen zu niedrigem Zinsfuße.
Off. unt. C 68 a. d. Exp. (*9385oim
ruteier, v. rebhuhnf. Ital., Dtzd.
B 1.80 Mk. Stiftsſtr. 20. *9382om
Grosses Lager in
Kostümstoffen
engl. Arten und uni Qualitäten
ferner in
(9039
schwarzen, weissen und farbigen
Kleiderstoffen
Ludwigsplatz 8½
W. LANZ,
I. Etage.
IIIRIIIIMEEMEEEEE
ſucht p. 1. Auguſt
Kaufmann od. 1. Sept. 3= od.
4=Zimmerwohnung, ev. m.
Haus=
verwaltung. Offerten sub C 1
(*9119fo
an die Expedition.
Schöne ſonnige 2
Zimmerwoh=
nung in gutem Hauſe im
Zentrum der Stadt geſucht.
Hügel=
ſtraße bevorzugt, parterre oder
1. Stock. Offerten unter B 92
(*9398
an die Exped. ds. Bl.
Großes Manſardenzimmer zum
Einſtellen von Möbeln geſucht
*9403) Klappacherſtr. 17, 1. St.
err ſucht per 1. Mat möbliertes
Zimmer, event. mit Penſion.
Offerten mit Preis unter C 52
an die Expedition d. Bl. (*9318so
Geauen
Junges Fräulein
aus anſtändiger Familie, das hieſ.
Schule beſucht, erh. Penſion unter
Familienanſchl. b. Beamtenfamilie
im Johannesviertel. Preis 70 Mk
Off. u. C 75 a. d. Exp. (*9408
Korpulente,
2
2
Fettleibige,
Gicht-, Herz-,
* Rheumaleidende
und Gesunde
trink. tägl. als Erſatz f. Kaffee
5 chineſ. Tee, Kakao uſw., den
5 harnsäurelösenden
2
25
Hatura Zitronen-1
2
* Rein. Naturprodukt von ange
* nehm. Geſchmack u. vollem
§ Saftgehalt der Zitrone, ohne
* Kerne und ohne Schale
her=
geſtellt . Echt zu haben in
2
Paketen à 75 Pfg. bei
Reformgeschäft
„Arista‟ (7161a
Gesundheitliche Nahrungs-
und Genussmittel.
2
Anton Braunwarth
Ernst-Ludwigstr. 3. Fernsprecher 971.
E
Miige
Will. Privat=Mittags= u.
Abend=
tiſch. Näh. Gervinusſtr. 41,
2. Stock links.
(*9287so
Kleines 2ſtöckiges
2 Zimmerhaus
auch zum Alleinbewohnen, mit
ſchönem Garten, im ſüdl.
Stadt=
teil, zu verkaufen
(5856a
Näheres Mühlſtraße 68, 1. St.
Landhaus für 8875 Mk.
zu verkaufen!
Verkaufe mein freiſt. Landhaus,
20 Minuten von Darmſtadt, mit
größerem Garten, 5 ger. Zimmern,
1 Badez., Küche, Speiſekammer,
Kloſetts, Waſchküche uſw., einem
Hinterbäuchen, ſofort unter
günſti=
gen Bedingungen. Das Anweſen
iſt jeden Tag beziehbar.
An=
zahlung nach Uebereinkunft. Der
Reſt kann ſtehen bleiben zu 4%
Offerten unter B 2 an die
(8340a
Expedition zu richten.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (1198a
*
Friseurgeschaft Ui. In-u. Ausl. Dipl.-Sprachlehrerin,
in Worms, 20 Jahre beſtehend,
mit 2 Gehilfen, wegen Sterbefall Doppelte Buchhaltung
ſofort günſtig mit Haus zu
ver=
kaufen. Anfragen unter C 33
an die Expedition ds. Bl. (8891soi
Geeee
Handekuchen
von Dr. Zellner & Herbst
offerieren (7340a
50kgäM. 18.— p. 50kg
„12½—25 „ „ „ 19.− „ „. „
5—10 „ „ „20.− „ „ „
„ weniger „ „ 25.− „ „
Gebrüder Vierheller
Darmstadt
Schustergasse. 14 Tel. Nr. 200.
Ausl., ſuchen
3 Stu
n gut. bürgerl.
Mittagstisch. Offert. u. C 63
an die Expedition.
(*9353
I. Hess. Versich. geg. Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Von großartiger Wirkung bei
I erelk
und Miteſſer im Geſicht iſt
Ober=
meyers Herba=Seife.
Zeugnis=
„Ihre Herba=Seife iſt vorzüglich
und hat beiſogenannten Pickelnund
roten Knötchen großartig gewirkt.”
Johannes Brieſt, Harsleben.
Herba=Seife zu haben in allen
Apoth., Drog., Parfüm. à Stck. 50 Pf.,
30% ſtärker. Präp. Mk. 1.— (9019H
Gaſt nicht gebrauchter Liege= u.
7 Sitzwagen, ſowie ein guterh.
Fahrrad billig zu verkaufen
Bis=
marckſtraße 78, 3. St.
(*9411.
Zwei gebildete
junge Damen
ſuchen zwecks gemeinſ. Ausflüge
Anſchluß an ebenſolche. Gefl. Off.
unt. „Ludwigshöhe” hauptpoſtl.
Wiesbaden.
(*9395
Gebild. junge Damen
die in kl. Vereinig. an Tagestouren
in die weitere Umgeg. teilnehmen
möcht., werd. gebet., ihre Adr. u.
C70 a. d. Exp. zu richten. (*9393.
Heirat.
Hieſiger Beamter wird für
ver=
mögendes, ält. Fräulein geſucht.
Off. u. C 61 a. d. Exp. (*9341so
werd. v. einf. bis ſeinſten
Ge=
ſchmack billig gearb. Vort
Leissler, Gr. Ochſeng. 18. (*939s
u. Guitarre-Unter-
Zither- richt nach leicht
faß=
licher Methode wird billig erteilt.
Stiftſtraße 19, III., bei
Hof=
mann. Lern=Inſtrumente
(*9093fo
zur Benutzung.
Wnterricht in franz. u. ital. Spr. ert
Kranichſteinerſtraße 49, I. (*9150fo
wird von praktiſch tätig.,
bilanz=
ſicheren Buchhalter zu erlernen geſ.
Off. u. C 72 a. d. Exp. (B9038
Ge busca ocasiön para hablar
S castellano.
(*9406
Of. con cond. bajo C74 al esto
periodico.
ung. Mädch. . d. Kleidermach.,
u. Garant. gründl. Ausbild., erl.
Konfektion, Mühlſtr. 40, I. (8771a
Unterricht
im Weißzeugnähen und Zu
ſchneiden wird gründlich erteilt
K. Roese, Schützenſtr. 7, I. (5271a
Konkurrenzlos
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (8300a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Ernsrkoiter
Verückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol.
gebrauchen gegen (641a
Heiserkeit, katarrh,
Verschleim-
ung, Frampf- und Keuch iusten
not. begl. Zeugniſſe
Cirine
in Flaſchen
Parket-
Wachs
weiß u. gelb, beſte Qualität
garantiert
Terpentinöl
rein
Terpentin=Oel=
Sangajol Erſatz, billigſt
Parket-Bodan
Stahl-Spähne
fein, mittel und grob
Parkei-Rosé empfiehlt
Anton Fischer
Adler-Drogerie
Frankfurterſtr. 12/14. (6484a
10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Nummer 88.
Dahr tar Hander u. Maustrie
Landgraf-Philipp-Anlage 6
und
Depositenkasse: Wilhelminenstr. 14
Aktienkapital u. Reserven: 192 Millionen Mark
Für die Reisezeit:
Ausländisches Geld
Stahlkammern (Safes)
von 5 Mark-an für ein Fach
Kreditbriefe
ev. für die ganze Weit gülbig
Feuer- und diebessichere Aufbewahrung von
Wertpapieren u. Wertgegenständen aller Art
Verwaltung von Wertpapierbeständen
auch Hypotheken —
gegen :-:
Verzinsung von Bardepositen
(Einlagebücher)
Nähere Auskunft an unseren Schaltern.
(7856P
Reformhosen
Für Damen u. Mädchen
empfehle
Marke: Spezial, gute Qualität
Länge: 40 45 50 55 60
ℳ 1.20 1.40 1.60 1.80 2.-
Länge: 65 70 75 80
ℳ 2.20 2.40 2.60 2.80 3.00
Marke: Superfein, extra blau u. grau vorrätig
Länge: 40 45
ℳ 1.75 2.— 2.25 2.50 3.-
75
Länge: 65 70
80
ℳ 3.25 3.503.75 4.— 4.25
Philipp Hes
Darmstadt
Schillerplatz 5.
Schillerplatz 5
Mitglied des Rabattsparvereins.
(2295a
Eine Wohltat
1
für Kranke wie Gesunde.
Salbe
Pillen
Zäpfchen
Mük. 1.30
„ 1.30
„ 2.00
Katarrh, Hartleibigkeit, Ich bin in derglücklichen Lage, Ihnen mit
teilen zu können, dess ich vor . . Wochen durch Benandlung mit Dunsalbe und
Dunpilien von einem überaus heftigen Katarrh in karzer Zoit Fetreit wurde=
Verselbe Ans mit Schluckbeschwerden an, und 1 h war Tast betäabt vor lauter
Plend. Ich verspürte sofort Linderung nach Einreiben mit Dansalbe und
Auf-
jesen von Dunpdaster um den Hals. Der Appotit stollie eich bereits am andern
Tag wieder ein. Vielen herslichen Dank für diese wirkeame Hälfs. Zugleich
Jräpet es mich noch zu ssgen, dass Ihre Dunpillen mich schon vor längerer Zei
von einer lästigen und hartnäckigen Hertleibigkeit befreit haben, die von einer
Minädarmenteündung zurückroblieben war. Auch die Schmersen, die von
der-
eelben Kraucheit herührten, end verschwunden, seit ich Danpillen elnehls.
Auch dafür meinen heralichen Denk, dass ich Gurch ein so einfschen Mitel vod
diesem Uebel befreit bin.
Darmstadt, Schwester M. Müller.
Prospekte und klinisch-therapeutische Abhandlung kostenfrei
durch die Fabrik Hans Heiss, Barmstadt, Rossdörferstr. 18.
Bestandt.: Dun-Salbe e. (500 errat. Getacel 25; O1. Jecar Asellil
15 Ger. Mlav. 15 Bals. Gaanl. 2. Mürrhs 0,5; Seb. verv. aſtr. 15,
Vitel=
erf 2b. — Dun-Pilen: 01 Arsob. 6; O1. Jecor Zell 12 Gerat. ress pink 18
der Plsr. 12, Bals. Ganad. 1 5. Gerar Getsel 3; Seb. vorv altr. 137 Vſtell.
Cer. 195: Bad. 1id. 23. — Dun-Zäpfchen: Cerat. res, pini 25; Cerz ,5
Mierah 0,5; Vittell evi 20; Gerat Getaeei 25; O1. Jseor Analll 15; Mol. 5.
Kal. Caned. 2: Seb. erv. Altr. 4.
(25
5
Damen-Konfektion Elise Mayer Damen-Konfektion
Karlstrasse I1II.
Maßanfertigung eleganter, sowie einfacher Damen-Garderobe.
Schicker Schnitt, gute, solide Arbeit bei billigster Bedienung
(8816a
zugesichert.
Feinste Referenzen.
Ein großes Firmenſchildt
mit Wappen zu verkaufen
(9041
Karlſtraße 7, 1. Stock.
Dwei Heckkäfige, 1 Flughaus
und 1 Hahn billig zu verk.
(*9386oim) Neue Ireneſtr. 8, II.
Ein Herrenſchreibtiſch zu
ver=
kaufen. Anzuſ. v. 11—2 Uhr.
Karlſtraße 7, 1. Stock.
(9042
Sebr. Eisſchrank, 1
Dezimal=
wage , 1 Herd zu verkaufen
11—2. Uhr. Karlſtr. 7, 1. St. (9043
Hatblanten, Ladbes Frachte erc.
kauft man am besten und billigsten im Spezialgeschäft.
Bei meiner
Riesen-
Aus-
wahl von ca. 20600 Hargarntaren
findet jedermann etwas Passendes! (7960a
garantiert echt, in jeder Qualität,
Straussieuern ries.Auswahl, bekannt bill. Preise
Flügel, Reiher, Fantasiefedern, Hutnadeln etc.
Hutborden, Rosshaarborde, Holzspahn u. Ramieborde
in 40 Farben
Meter 10 Pfg.
10 Meter-Stück 2.20, 3.—, 3.90 Mk.
Moderne Drahtfassons . . . . . . . 40, 60 und 70 Pfg.
Hutdraht 10 Meter 12 Pfg.
Drahtband
Engros.
Modistinnen hohen Rabatt. Endetail.
Ludwigsplatz 1
Ga. Schuskegerrelephon 1227.
Keieitenwurzerndarof
von Carl Jahn in Gotha
feinſtes, beſtes Toilettenöl, zur
Er=
haltung, Kräftigung und
Ver=
ſchönerung des Haares, zur
Rei=
nigung des Haarbodens und
Be=
ſeitigung der Schinnen. Seit über
fünfzig Jahren eingeführt, bewährt
und überall von der Kundſchaft
rühmlichſt empfohlen.
Allein zu haben in Flaſchen mit
Siegel und Firma des Verfertigers
verſehen à 75 und 50 Pfg. bei
G. L. Kriegk
Rheinſtraße. (1956a
Kleine und größere
leere Kisten
und Papp-Kartons
zum Poſt= und Bahnverſand hat
ſtets billig abzugeben (9037
Ludwigs=
Friedr. Schacfer, platz 7.
Wüfett, Ausziehtiſch, 12 Stühle
(eiche), 1Piano, gutes Inſtrum.,
1 Klubſeſſel, 1 Chaiſelongue,
1 Schreibtiſch, 1 Sekretär,
Klei=
derſchränke, Waſchtiſche u. a. m.
durch
(*9397
Krummeck, Auktionator und
Taxator, Grafenſtraße 4.
Meinionen
von Aerzten und
0000 Privaten verbürgen
— den ſicheren Erfolg.
Aeußerſt bekömmliche und
wohlſchmeckende Bonbons
Paket 25 Pfg., Doſe 50 Pfg. zu
haben in Darmſtadt bei:
Chr. Schwinn, Drogerie, Ludw.
Zink, Drogerie, Weinbergſtr. 2,
Fr. Seibert, Drog.,
Pallas=
wieſenſtr. 44, Karl Steinhäuser,
N.=Ramſtädterſtr., Ph. Streb,
Bismarck=Drogerie, Fr.
Becken-
haub, Ecke Schul= u. Kirchſtr.,
C. Watzinger, Drogerie,
Wil=
helmſtr. 11, Adler-Drogerie,
Frankfurterſtr. 12/14, Fr.
Schä-
fer, Emanuel Fuld, Peter Keil,
Gg. Petry, Roßdörferſtr. 52,
Ph. Huwert, Ecke Wieners= u.
Roßdörferſtr. 21, Gg. Held,
Roßdörferſtr. 35, Ant.
Braun-
warth, Marktplatz, Wilh. Ritsert
jr., Grüner Weg 30, Otto Erb,
H. Wagenbrenner,
Heidelberger=
ſtr. 17, Carl Block in Nied.=
Ram=
ſtadt, Adam Hartmann in Fränk.=
Crumbach, G. L. Friedrich in
Brensbach, Friedrich Becker II.
u. G. H. Stühlinger, Reinheim.
Hierdurch teile ich mit, dass ich meine Praxis von
Heidelberg nach Mannhein verlegt habe.
Dr. A. Stoffel
Spezialarzt für orthopäd. Chirurgie u. Orthopädie,
Langjähriger Oberarzt der orthopäd.-chirurgischen
Klinik von Professor Vulpius in Heidelberg.
Sprechst. 11—12, 3—4, Kaiserring L 14, 13. Tel. 5178.
Orthopädische Heilanstalt: Rosengartenstr. 20.
(90150f
Wegen Warenbedarfs zahle ich die
höchſten Preiſe für getragene
Kleider, Schuhe, Bettwerk und
(*9348so
Zahngebiſſe.
Poſtkarte.
D. Schaffier, Schloßgaſſe 2
Geehrter Herr Apotheker!
Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die gute Rino=Salbe, die ſich an meinen
Gänden, ſeit 4 Jahren naſſe, freſende
Flechte, aut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
be=
grüße ich Sie
Hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1905.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt, iſt in Doſen 3
Mk. 1.15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
Hriginal=
dackung weiß= grünsrot und Firma
Schubert C Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.
Kartoffein!
auserleſene Induſtrie, große, zum
Schlägen, mehlige Ware, keine
Aus=
länder, liefert per Zentner für
5.50 Mk., frei ins Haus
Hofmann, Karlſtr. 26,
Telephon 2037. (*9196sis
Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
ant. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (1182a
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telefon 479
89.5a)
getrag. Kleider,
Schuhe ꝛc. zu den
höchſten Preiſen.
Poſtkarte genügt.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29.
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (8299a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled
Nummer 88.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Seite 11.
Darmstädter Sprue
Stenographie (Gabelsberger).
Gründliche Ausbildung für den
kaufm. Beruf durch 5 praktisch 1 Maschinenschreiben, Garantie für leichte
ausgebildete und bewährte Lehr- und rasche Erlernung durch eig. Tafelsystem
kräfte.
mit deutsch., engl., franz., ital. u. span. Diktat.
Beginn neuer Kurse: 15. April. (8499a)
Fremde Sprachen:
Englisch, Französisch, Spanisch,
Italienisch,
bes. Handels-Korrespondenz.
Leiter: Emil Held u.
10 Hieron. Schneider.
Getrennte Klassen für
Fort-
bildungsschüler
mit Befreiung von obligatorischer
Fortbildungsschule.
Sprechstunden täglich 12—1 u. 4—6.
Bekanntmachung.
Der auf Grund des Artikels 11 der allgemeinen Bauordnung
26. Juli 1884,
* die Ent=
und der Artikel 1 und 2 des Geſetzes vom
17. Juli 1899,
nung von Grundeigentum betreffend, zwecks Eröffnung der
Land=
graf Georgsſtraße, zwiſchen Beck= und Wingertsbergſtraße,
bei Großh. Kreisamt geſtellte Antrag auf Einleitung des
Ent=
eignungsverfahrens wegen der nachbezeichneten, in der Gemarkung
Darmſtadt gelegenen Grundſtücke:
.
Mee
Inhalt der
Kultur=
Geſamt= in Anſpruch
Nr. art
flächeninhalt genommenen
Eigentümer
und
Fläche
Gewann
IIIio1e Grabgar=Wagner, Pe=Darm=416¾/10 gem. J.194 gem. Inh.
ten mit ter, Maurer= ſtadt 408 red. Inh. 192 red. Inh.
Garten= meiſter und
haus, lEhefrau, geb.
Drei=
Keller
brunnen=
u.
Beck=
ſtraße
11825gem. Inh.) 1278 gem. J.
1016 Grabgar=
1813 red. Inh. 1269 red. Inh.
ten
da=
ſelbſt
1016) Bauplatz
457 gem. Inh. 115 gem. und
red. Inh.
1456 red. Inh.
1ool daſelbſt
(398 gem. Inh.l 44 gem. Inh.
rr1o16 Grabgar=Pietz, Philipp,
ten mit Stadtbauauf=
389 red. Inh. 43 red. Inh.
Garten= ſeher und
Ehe=
haus da=frau, geb. Bär
ſelbſt
Meiſter, Lud=
1016
(374¾/10 gem. J.47 gem. Inh.
wig
361 red. Inh.) 45 red. Inh.
Stalf, Fried=
1404¾/10 gem. J./67 gem. Inh.
rich, u. Ehefr.,
398 red. Inh.)66 red. Inh.
geb. Sutter
liegt nebſt Plänen vom 15. bis einſchließlich 29. ds. Mts.
auf dem Stadthaus, Zimmer 47, während der üblichen
Dienſt=
ſtunden zu jedermanns Einſicht offen.
(9007os
Darmſtadt, den 12. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Städtiſches Kallenſchwimmbad
Darmſtadt, Mühlſtraße 33.
Die Anſtalt iſt geöffnet:
I. an Werktagen:
1. in den Monaten April bis einſchl. September von morgens
7 Uhr bis abends 8½ Uhr,
Samstags bis abends 9 Uhr;
2. in den Monaten Oktober bis einſchl. März von morgens
8 Uhr bis abends 8 Uhr,
Samstags bis abends 8½ Uhr;
II. an Sonn= und Feiertagen:
nur vormittags, und zwar in den Monaten April bis
September von 7 bis 12½ Uhr und in den Monaten Oktober
bis März von 8 bis 12½ Uhr.
(9018oms
Die Verwaltung.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 19. d. Mts., nachmittags 5 Uhr,
ſollen im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße 4 folgende Gegenſtände
zwangsweiſe gegen bar verſteigert werden:
1 kl. Kaſſeſchrank, 1 Schuttwagen, 10 am. Oefen, 1 Pianino,
1 Küchenſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Vertiko, 1 Gasbadeofen
und 1 Bücherſchrank.
Darmſtadt, den 11. April 1912.
Wieser, Pfandmeiſter.
Selten billiger Möbelverkauf.
A. Neue Möbel: Komplettes Wohnzimmer, beſtehend aus
modernem Moquette=Diwan, poliertem Vertiko, Trumeauſpiegel,
Aus=
ziehtiſch, 4 Rohrſtühlen, alles prima Arbeit, zuſ. 176 Mk., auch
ein=
zeln abzugeben. Hochfeiner Plüſchdiwan 54 Mk., Trumeauſpiegel
32 Mk., Flurgarderoben 18 Mk., pol. Vertiko mit Spiegelaufſatz 48 Mk.
pol. Ausziehtiſch 22 Mk.
(*9375
B. Gebrauchte Möbel: Moderne Kücheneinrichtung, faſt neu,
gekoſtet 135 Mk., für 62 Mk., Schreibtiſch (Diplomat), ſeltenes
Pracht=
ſtück, kaum gebraucht, gekoſtet 200 Mk., für 95 Mk., hochf.
Moquette=
diwan, faſt neu, gekoſtet 130 Mk., für 58 Mk., Chaiſelongue (
Roßhaar=
polſter) mit Decke 28 Mk., Kommoden, Waſch= und Nachtſchränke,
Kleiderſchränke, Küchenſchränke, Sofa, Tiſche, Stühle, Spiegel, Seſſel,
vollſtändige Betten uſw. äußerſt billig Alexanderſtr. 3, part.
atente
8701a)
Musterschutz
Warenzeichen
Entstaubungsanlagen
Patent- und ingenieur-Büro
Darmstadt
Telephon 1695 Rheinstr. 19,
Hessische Handeis Lenrunstat
Fernsprecher 923
DD A RMSTADT
Rheinstrasse 6.
Gründliche, gewissenhafte Ausbildung in allen Handelsfächern durch
beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Spezialifät: Buchführung nach allen Systemen mit Abschluss, sowie Bank- und Ge
schäftsrechnen. — 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
(5546a
Wilhelm Siedersleben
Sprechstunden:
Montag bis Freitag
staatl. geprüfter Handelslehrer
12—1 und 3—5 Uhr.
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
Privat-Handelsschule
Schulstrasse 1.
Oskar Dierker.
Die neuen Handelskurse beginnen Dienstag, den 16. April.
Besondere Abteilung für kaufm. und gewerbetreibende Lehrlinge.
Der Besuch befreit von der obligatorischen Fortbildungsschule. (8814a
Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen.
Unter hohem Protektorat ihrer Durchlaucht der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg,
— Prinzessin von Battenberg.
t’sche
Fror. Th. Schmtel- Rkädcmie far Fonkanst
zugleich Gesangschule für Konzert, Oper und Haus.
Fernsprecher 1026.
Gegründet 1851.
Elisabethenstr. 36.
Beginn des Sommer-Semesters am 15. April 1912.
Ausbildung in sämtlichen Fächern der Tonkunst.
Einzel- und Klassenunterricht je nach Wunsch. Kunst-, Dilettanten- und Vorschule.
Schriftliche oder mündliche Anmeldungen bei der Direktion, Elisabethenstr. 36.
Sprechstunden während der Ferien vormittags von 10—12½ Uhr.
Prospekte kostenfrei durch die Direktion, die Musikalienhandlungen und das Verkehrsbüro.
Die Direktion: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter.
8238a)
Zum Neubau eines Güterſchup=
0 pens mit Abfertigungsgebäude
im Güterbahnhof Weinheim
haben wir in öffentlicher
Verding=
ung zu vergeben:
Maurerarbeiten.
Steinhauerarbeiten (beiläufig
2,5 cbm Granittreppen).
Zimmerarbeiten.
Walzeiſenlieferung (beiläufig
11500 kg).
Blechnerarbeiten.
Dachdeckerarbeiten (beiläufig
400 qm Ruberoid).
Verputzarbeiten.
Die Zeichnungen und
Arbeits=
beſchriebe liegen in den
Dienſt=
räumen der Gr. Bad. Eiſenbahn=
Bauabteilung auf und ſind
da=
ſelbſt während der
Geſchäftsſtun=
den (von 8—12 und von 3—6 Uhr)
einzuſehen, woſelbſt auch die
Ab=
gabe der Bedingungen und
An=
gebotsformulare gegen Erſatz des
Selbſtkoſtenpreiſes von 0,80 bis
(J9014.
1,70 Mark erfolgt.
Die Angebote ſind verſchloſſen,
poſtfrei und mit der Aufſchrif
B. A. Nr. 6 verſehen, bis
läng=
ſtens Dienstag, den 30. April
1912, vormittags 11 Uhr, anher
einzureichen.
Weinheim, den 12. April 1912.
Gr. Badiſche Eiſenbahn=Bauabteilung.
Zur Reinigung u.
Auffrischung der
säfte trinke man
Htäglich den absolut
„ unschädlichen
Cassia-Blutreinigungstee.
Greift bei regelmässigem
Ge-
brauch weder Magen noch
Darm an. Nur echt zu haben
(6525a
1 P. à 1 Mk. bei
Reformgeschäft „Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- u. Genußmittel
Anton Braunwarth
Ernst-Lndwigstr. 5 Fernspr. 971.
Knabenpenſionat Goetheschüle Offenbach a. M.
Privat=, Real= und Handelsſchule, erteilt Einjährigenzeugnis.
Gute Verpflegung und Aufſicht. Sorgfält. Ueberwachung der
Schul=
arbeiten. Großer Garten. Zentralheizung, elektr. Licht. (2154fI
Mäßiger Penſionspreis.
Proſpekte durch die Direktion.
Reform-Konservatoriumn
Hoffmannstrasse 5½. Dir.: O. Bartke, Kammermusiker.
Täch.: Klavier, Violine, Theorie etc. Nur Einzelunterricht. Gutacht.
Jeden Sonntag von 10—12 Uhr unentgelti. Erläuterung
uns. Meth. für Eltern und Erzieher.
(8630a
Sad-FOlar-Weld-Hotterte
Hauptgewinn Mk. 60000
Ziehung am 23. und 24. April er.
Grosse Hessische
Rote Kreuz Geld-Lotterie
Hauptgewinn Mk. 50000
Ziehung garantiert am 3. und 4. Mai er.
(nach auswärts 30 Pfg. für
Lose à Mk. 3.-
Porto und Liste extra)
empfehlen und versenden
Die Königl. Preuss. Lotterie-Einnehmer in Darmstadt
Chr. Kullmann
L. F. Ohnacker
Wilhelminenstrasse 9
Ludwigstrasse 1
O. Petrenz
Philipp J. Schmidt
Elisabethenstrasse
Rheinstrasse 33. (9009a
und
Eleg. Sommer-Kostümweiß.
Hut für 12 Mk. zu verkauf.
Roß=
dörferſtr. 17, Gartenh., I. (*937
Hachfeines Pianina
kreuzſait., w. unt. 6 jähr. Garant. bill.
abgegeb. Gartenſtr. 17, pt. (*9374oo
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (9002a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
Ieh Küufe Schuhe. Zahled.
Ein gut erhaltenes Fahrrad m.
Freilauf billig zu verkaufen
Heinheimerſtr. 100, I. (*9104fso
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Nummer 88.
Kostümstoff
doppeltbreit
Meter
Bade-Handtücher
44X100 cm
. 2 Stück
Kinder-Kleider
Stück
Gestreifte Knabenblusen
Stück
Farbige Waschblusen
Stück
Spachtel- oder Stickerei-
Kragen . .
. Stück
Damen-Samt-Taschen
Stück
Tischdecken zum Waschen,
mit und ohne Franzen Stück
Herr.-Batisttaschentüch.
mit buntem Rand, 4 Stück
Herren-Macco-Hosen
Stück
Dam.-Batisttaschentüch.
mit buntem Rand, 6 Stück
Schürzendruck
116/118 cm breit .
Meter 12₰
Hemden-Zephir
Ia Qualität, moderne Muster . . . Meter 65 ₰
Blusenstreifen
mit und ohne Bordüren . . . . Meter 4 ₰
Gerstenkorn-Handtücher
mit roter Borde
. Meter
Hausmacher-Bettücher
weiß, 150/200 cm . . . . . . . Stück
Gardinen-Mulle
125 cm breit
Meter 75 ₰
Beachten Sie unsere beiden
Eingangsfenster!
Congress-Stoff
für Scheibengardinen
Meter
Bettvorlagen
zweiseitig
Stück
9013)
Gebl!
Moisend
Durchbr. Damen-
Handschuhe
Paar
Damen-Trikot-
Handschuhe
Paar
₰
roßgärtnerei Henkel a. m. h. u. Darmstadt
empfiehlt sich zur Unterhaltung u. Anlage von Gürten.
Besprechungen und Voranschläge kostenlos und
unverhindlich. — Schenswerie Anlagen,
Gewächs-
u. Palmenhäuser Rossdörferstrasse 199, Tel. 297. (1394
„Vene zolf
Beſte flüſſige Parkett= und Linoleum=Wichſe.
Reinigt, wichſt und poliert gleichzeitig. Keine Stahlſpäne,
keine Wichſe und kein Terpentinöl mehr nötig.
Zu haben in Kannen à ½ Liter zu Mk. 1.— und
(7188a
à 1 Liter zu Mk. 1.80 bei
Friedrich Schaefer, Großh. Hoflieferant.
7 Ludwigsplatz 7.
Bruteier
gebe ab von präm. rebhuhnfarb.
Italienern, pr. Leger. St. 20 Pfg
Neue Ireneſtr. 66, I. I. (*9151fom
Möbel, ganze Hotels,
käufe alle Wohngs.=u. Bureau=
Einricht., Pianos, Kaſſenſchr. auch
außerhalb zu reellem Wert (7831a
Tel. 1202. Kuriz, Pädagogſtr. 2.
En détail.
En gros.
Sämtliche
Schulartikel
nur erſtklaſſige Fabrikate zu bekannt billigen Preiſen,
ſowie ſämtliche
Schulbucher
neue und gebrauchte.
Jakob Skurnik
Spezialhaus für Schulartikel
Wendelſtadtſtraße 28, gegenüber der Johanneskirche.
Telefon 1791.
Wiederverkäufer Fabrikpreise. (8457a
u. Polſtermöbel,
Tapezier-Matratzen,
Vor=
hänge, werd. gut u. bill. ausgeführt.
P. Frieſe, Pankratiusſtr. 69. (5198a
Gebr. Sitz-u. Liegekinderwagen
(Korbgeflecht) u. Gaskocher billig
abzugeb. Kiesbergſtr. 51, I. (*9248so
Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruc verboten.)
19)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Einar, der am Fenſter ſtand und in das tobende
Wetter hinausblickte, wagte nicht, ſich umzuſehen. Wie
mußte ſie leiden bei den ſchonungsloſen Worten des
Mannes, den ſie einſt geliebt, und der ſich ſo hart und
grauſam von ihrem Herzen riß.
War es nicht auch von ihm grauſam, ihr den Brief
zu geben?
Blieb ihm denn aber eine andere Wahl, wenn er
Ingwalds Auftrag erfüllen ſollte? Oder wäre es beſſer
geweſen, ſie noch länger in Ungewißheit zu laſſen, ihr das
Schwerſte nicht zu ſagen?
Nun traf ihn doch ein wimmernder Laut der Frau,
der er ſoeben ein Schwert zum Todesſtoß ins Herz
boh=
ren mußte.
Im Augenblick ſtand er ihr zur Seite, und ihre
bei=
den Hände erfaſſend und ſie wie beſchwörend gegen ſeine
Bruſt ziehend, bat er leiſe:
Faſſung, Frau Helga, Faſſung. Denken Sie an
Orm und an Ihre alte Mutter, ich bitte Sie.
Ein halb wahnſinniges Lachen kam von Helgas
Lip=
pen. Ihre Augen bohrten ſich mit dunkler, unheimlicher
Ellgs in ſein Geſicht, als ſie hervorſtieß:
Iſt es nicht luſtig, ſo abgeſchoben zu werden wie ein
altes Kleid oder ein läſtiger Handſchuh? Iſt es nicht
luſtig, daß man ſein getreues Weib und ſein Kind einem
Freunde auf die Seele bindet, wo man ſich ſelber aller
Rechte und aller Pflichten entäußert? Ach, Einar
Aß=
muſſen, ich könnte lachen, wenn ich nicht weinen müßte.
Weinen? Nein, ſchreien, daß es von den Felſen
wider=
hallt.
Und nun kamen Helga endlich die Tränen. Sie
floſſen wie eine Perlenflut über die bleichen Wangen
und rieſelten über die verzweifelt in einander
geſchlun=
genen Hände.
Einar blickte auf ſie mit brennenden Augen. Er ballte
krampfhaft die Hände und biß die Zähne zuſammen. Das
Herz hätte er ſich aus der Bruſt reißen mögen, um ihr
Leid zu bannen, und er war doch ſo machtlos, ſo ganz
ohnmächtig. Gott ſei Dank, daß ſie weinen konnte. Die
Tränen allein konnten etwas den ſtarren Schmerz löſen,
der aus Helgas Augen ſprach.
Der Sturm draußen hatte etwas nachgelaſſen. Nur
mit dumpfem Murren fauchte er noch um die Felſen und
peitſchte die Waſſerfälle hernieder ins Tal.
Es war faſt ganz dunkel geworden. Nur das graue
Zwielicht des Nordens, das den Tag von der Nacht
ſchei=
det, huſchte durch die Halle, in welcher das Feuer tief
herabgebrannt war.
Einar wagte nicht, die von Gram und Schmerz
ge=
beugte Frau zu ſtören. Er fühlte nur das raſche Klopfen
ſeines Herzens und die leidenſchaftliche Angſt, das
ver=
zweifelte Bangen um das traurige Weib, das jetzt wie
gebrochen in dem hohen Lehnſtuhl lag, die Hände feſt
auf die Bruſt gepreßt, als ringe ſie nach Atem, nach
Leben.
Soll ich Frau Ragnheid rufen? fragte er endlich leiſe,
weil ihm Helgas ſteinerne Ruhe, nachdem ihre Tränen
verſiegt waren, plötzlich Furcht einflößten.
Sie ſah ihn verſtändnislos an. Endlich lächelte ſie
bitter und meinte hart:
Kommen Sie ganz dicht zu mir her, Einar Aßmuſſen,
ſo, und nun ſagen Sie mir die Wahrheit. Glauben Sie,
daß alles, was Ingwald Ihnen ſchreibt, wahr iſt, oder
halten Sie es für wilde Fieberphantaſien eines Kranken?
Bei Ihrer Ehre und bei Ihrem Leben keine Lüge in
die=
ſem Augenblick. Glauben Sie an den Freund, wie ich an
ihn glaube, glauben will?
Wieder das ſchaurige, verhaltene Schweigen. Nur
die verlöſchenden Flammen im Kamin kniſterten leiſe.
Antworten Sie bei Ihrer Seele Seligkeit.
Nein, ich glaube nicht mehr an ihn.
Sie geben ihn auf?
Helga ſchrie es faſt und ſah Einar fiebernd ins
Geſicht.
Ich beklage ihn tief und aufrichtig, ich weine über
ihn, aber den Glaüben habe ich verloren in dem
Augen=
blick, wo Ingwald Sie preisgeben konnte.
Nummer 88.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Seite 13.
J. Kienzle, Hoflieferant, vorm. A. Gaertier, Liebigstr. 27.
Gegründet 1832
Telephon 977
Spezialität:
Wandplatten
Ton- und Mosaikplatten
Wetterfeste Verblender
Wandbrunnen
Heizkörperverkleidungen
Kunstmarmor
Grosses Lager
fertigaufgesetzter
Kächel-Oefen:
Kamine
Dauerbrandöfen
Man verlange Offerte. — Prima Referenzen.
Ausführung von Reparaturen.
Aeltestes Spezial-Geschäft am Platze.
(7160a
Sardrbudhrer geſt., 1 kl. Tiſch, 2 Topfbr., 1
Kü=
für höhere Schulen und Volksſchulen
empfiehlt
(*9179so
Schuhmachernähmaſch., guterh.,
Karl Hess, Buchhandlunge Werkzeug u. Leiſten zu verk.
Zu erfragen Expedition. (*9356
Zuverk. 1 Betſt., pol, 1. Spie=
Ogel, br. Rhm., 1 Sofa, br. Rips,
11 Garder., 1 Nachtt., 1
Blumen=
chenw., 1 gr. email. Schüſſel.
Roßdörferſtr. 47, part. (*9362oi
zuterh. pol. Kommode bill abz.
Näheres Expedit. (*9363oim
Nachfolger Alfred Hoefer
Wilhelminenstrasse 31.
aller Art ſehr
Gebr. Möbel billig abzugeb.
Wendelſtadtſtraße 2.
(*9358om
( Z
Grosse Posten Zigarren
offeriere ausserordentlich billig!
Abgabe von 50 bezw. 100 Stück an.
(8286a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
Garantie für Qualität. — Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
Zigarren-
Wilh. Bader versand Luldwigstrasse 6.
ee e
Meine Schaufenster sind sehenswert. Sie zeigen
stets die neuesten Erzeugnisse der Mode zu sehr
mäßigen Preisen. Spezialhaus für Damen-Kone
fektion HERMANN BERGER, Hoflieferant,
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage.
Vertrauenssache!
In der Internationalen Hygiene=
Aus=
ſtellung zu Dresden befand ſich in der
Halle „Der Menſch” unter den
zahl=
reichen Angaben über chemiſche
Zuſam=
menſetzung der gewöhnlichen
Nah=
rungsmittel eine ebenſo humorvolle
wie charakteriſtiſche Wurſt=Analyſe in
den bezeichnenden Worten „Wurſt iſt
Vertrauensſache‟ Bei aller
grund=
legenden Verſchiedenheit läßt ſich
ähn=
liches vom Kakaopulver behaupten, das
ſich gleichfalls der Beurteilung durch
Laien entzieht. Nur die Herkunft aus
einer renommierten Fabrik bietet hier
die Gewähr für gute Qualität, und es
liegt daher im eigenſten Intereſſe der
Konſumenten, Kakaopulver niemals
loſe, ſondern nur in Packungen zu
kau-
fen, welche ſeine Herkunfterkennenlaſſen.
Reichardt-Kakaos
kommen ausſchließlich verpackt in den
Handel und ſtehen infolge ihrer
vollendeten Entölung und
ſtaub-
feinen Sichtung in Bekömmlichkeit
und Ergiebigkeit an erſter Stelle.
Reichardt-Schokoladen
und -Konfitüren
ſind Edelfabrikate im wahrſten Sinne
des Wortes. Verkauf zu gleichen
Preiſen an Händler und Private
in hundert eigenen Filialen in allen
Teilen Deutſchlands, in
Darmstadt: Ludwigsplatz 6
Fernſprecher 1627.
(9024D)
Fereterten e e ie ig e
Hand über die weiße Stirn, wie ſich beſinnend, aus
ſchwerem Traum erwachend. Dann kam es dumpf und
ſchwer von ihren Lippen:
Es bleibt bei meinem Entſchluß. Morgen trete ich
meine Reiſe an.
Einar fuhr faſt entſetzt zurück.
Was? ſtammelte er. Sie wollten, Sie könnten nach
dieſem Brief? Sie wären im Stande, den Mann
auf=
zuſuchen, der Sie in dieſem Briefe trotz aller
beſchönigen=
den Worte mit Füßen tritt? Sie, Frau Helga, könnten
das, die immer ſo ſtolz und immer ſo herb war?
Herb! Ja, das iſt das richtige Wort. Meine
Herb=
heit, die jede hingebende und leidenſchaftliche
Zärtlich=
keit bannte, die wohl Ingwald heiß bei mir vermißt,
war es vielleicht, die mir den Gatten, dem Kinde den
Vater nahm.
Sie dürfen nicht nach Island. Ganz abgeſehen von
den Gefahren der Reiſe, kommt es Ihnen nicht zu, um
Liebe bei einem Manne zu betteln, der Sie von ſich ſtieß.
Wer ſagt Ihnen, daß ich betteln will? Ein freies
Kind des Nordens bettelt nicht, das kämpft nur. Und
kämpfen will ich bis zum letzten Atemzuge. Nicht für
mich, aber für mein Kind. Es ſoll nicht dereinſt ſeinem
Vater fluchen, es ſoll ſich nicht ſchämen müſſen, daß
Ing=
wald Anderſen ihm das Leben gab.
Nicht Liebe will ich von dem Manne fordern, der
mich verſchmäht, ſondern mein und meines Sohnes Recht!
Helga, ich beſchwöre Sie! Ich flehe Sie an, bat Einar
leidenſchaftlich. Nichts als Demütigungen und Pein wer=
den Sie erfahren. Hören Sie auf mich, auf den Rat
Ihres treueſten und vielleicht Ihres einzigen Freundes.
Helga warf ihm den zerknitteretn Brief, den ſie noch
immer in der Hand hielt, vor die Füße.
Sollte dieſer da doch recht haben, trotzte ſie mit faſt
diaboliſcher Freude, daß ſie ſelbſt einſt die Hände
aus=
geſtreckt haben nach dem, was ihm gehörte und was nun
frei wird?
Totenbläſſe überzog Einars Antlitz. Die bebende
Hand ſuchte nach einer Stütze, und ein qualvolles Stöhnen
entrang ſich ſeiner Bruſt.
Dann preßte er beide Fäuſte wild in ſeine
brennen=
den Augen, und ſeine ſonſt ſo weiche Stimme klang hart
und rauh, als er antwortete:
Das hätten Sie nie, nie ſagen dürfen, Helga
Ander=
ſen, nie! Was groß, rein und heilig in meiner Bruſt
lebt, das darf auch von Ihnen nicht in den Staub gezogen
werden, dazu iſt es zu heilig, aus tauſend Schmerzen
geboren und dadurch geweiht. Es iſt zwar nicht der
ge=
eignete Augenblick, auszuſprechen, was mir, wie ich
glaubte, keine Macht der Welt entreißen könnte, aber Sie
zwingen mich dazu. Ja, Ingwald Anderſen hat Recht
gehabt. Ich habe Sie geliebt, Helga, ſo lange ich denken
kann. Als ich noch ein Knabe war, ſah ich voll Neid Ihre
Liebe und Zugehörigkeit zu Ingwald Anderſen wachſen.
Aber ich hatte ihn lieb, er war mein treueſter und beſter
Freund, und ich wußte, daß er der Schönere, Beſſere und
Stärkere von uns beiden war. Ich fand es ganz
ſelbſt=
verſtändlich, daß er, wie er die größten Aepfel, das größte
Stück Kuchen ſich aneignete, auch mit kalter Hand in mein
Leben griff und mir das nahm, was ich voll tiefer,
heim=
licher Sehnſucht für mich erflehte. Ich habe mich ſchon als
Knabe beſcheiden gelernt, Frau Helga, und nie iſt ein
eigennütziges Begehren in mein Herz gezogen. Ich lernte
mich an Ihrem und Ingwalds Glück erfreuen, wie ich
Leid und Sehnſucht der letzten Jahre mit Ihnen trug.
Ich hätte Ihnen den Brief nicht geben ſollen, in dem
Ing=
wald darauf hinwies, daß ich ſelbſt Sie einſt geliebt, aber
ich meinte Sie, gerade Sie würden es recht verſtehen.
Statt deſſen aber trauen Sie mir zu, daß ſich an Ihr
Unglück für mich eigennützige Wünſche knüpfen, und Sie
wiſſen doch genau, daß ich mich deren in dieſer Stunde
ſchämen müßte.
Wie ich mich ſchäme, Einar, verzeihen Sie mir, bat
Helga ſanft. Es war kein Heldenſtück von mir, in meinem
Schmerz anderen Schmerzen zuzufügen. Aber ich war
wie von Sinnen, daß Sie mich hindern wollten, den
ein=
zigen Weg zu gehen, der mir frommt.
Ich hindere Sie nicht mehr, wehrte der blaſſe
Ge=
lehrte, einen Schritt zurücktretend. Der Weg iſt frei.
Ver=
ſuchen Sie mit allen Mitteln, die Ihnen zu Gebote
ſtehen, den Mann zurückzugewinnen, der Sie verlaſſer
will. Ich habe das Meinige getan.
Sie zürnen mir, Einar Aßmuſſen.
Nein, Helga! Ich weiß, daß Sie nicht anders können.
Nur weh getan haben Sie mir, aber auch das iſt ſchon
vorbei. Sagen Sie Ingwald, wenn Sie ihn ſehen, daß
ich treulich das ausführen werde, was er mir aufgetragen
hat. Und nun laſſen Sie uns Abſchied nehmen —
viel=
leicht für immer.
(Fortſetzung folgt.)
(6366a
AB 11 UHR NAchTS FRiScHEs WiENER GULAsch
Für Knaben und Mädchen
Auswahl unter Tausenden in
Anzügen=Kleidern-Blonsen
nur allererste Fabrikate zu billigsten
Preisen.
(9036
Ein grosser Posten Stoff-Anzüge
und Uebergangs-Kleider weit
unter Preis.
ühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 273. (1180a.
SS-Wurheute u. morg. noch-se
die Perle d. Lichtspielkunst
Maskierte
lie Perle d. Lichtspielkunst
. Darmstädter Kino
Grafenstrasse 12. (*9364oi
v Schwab
Ludwigsplatz.
Ecke Schulstrasse.
Dr. Buck’s
Mahrsalz Bahdnen- Nandd
ist höchst wohlschmeckend, äusserst nahrhaft
und stopft nicht. Es ist dies wohl das
vorzüg-
lichste Kakaopräparat der Gegenwart, insbesondere
als Nähr- und Kräftigungsmittel für in der
Ent-
wicklung zurückgebliebene Kinder, bei Blutarmut
u. allen Schwächezuständen, bei Magen- und
Darmkatarrh. — Angenehmstes
Frühstücksge-
tränk für Gesunde und Kranke.
1 Pfd. 2.20 Mk., ½ Pfd. 1.10 Mk., ¼ Pfd. 55 Pfg.
Ein Versuch genügt, um denselben dauernd zu ver-
Zu haben bei:
wenden.
Reformgeschäft „Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- und Genussmittel
Anton Braunwarth
Fernspr. 971.
Ernst-Ludwigstr. 3
(7197a
Großherzogl. Hoftheater
Montag, 15. April.
153. Abonnem.=Vorſtellung. A 39.
Die verſunkene Glocke.
Ein deutſches Märchendrama in
5 Akten von Gerhart Hauptmann.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Heinrich, der
Glockengießer Hr. Baumeiſter
Magda, ſ. Weib. Frl. Alſen
Kinder beider . Marie Stoffer
. Ern. Jungkurth
Der Pfarrer . . Hr. Heinz
Der Schulmeiſter Hr. Peterſen
Der Barbier . . Hr. Knispel
Die Nachbarin . Frl. Wisthaler
Die alte Wittichen Fr. Rudolph
Rautendelein, ein
elbiſches Weſen . Frl. Uttmann
Der Nickelmann,
e. Elementargeiſt Hr. Wagner
Ein Waldſchrat,
fauniſcher Wald=
. Hr. Weſtermann
geiſt
. Frl. Gothe
. . . Frl. Schaub
Elfen ſ. . . . . Frl. Grünberg
. Frl. Lehmann
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.).
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—6.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
Ga=
lerie 50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Dienstag, 16. April. 154. A.=V.
C 39. Zum erſten Male
wieder=
holt: „Der Schmuck der
Ma=
donna.” Gr. Pr. Anf. 7 Uhr.
Mittwoch, 17. April. 155. A.=V.
B 39. „Baumeiſter
Sol=
neß.‟ Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Donnerstag, 18. April. 156. A.=V.
D 39. „Fidelio.” Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Amerika” 11. April
3 Uhr 30 Min. nachmittags von
New=York über Plymouth und
Cherbourg nach Hamburg.
Dampfer „Iſtria” 10. April 6 Uhr
abends in Neworleans.
Dampfer „Kilnſea” 11. April 6 Uhr
morgens von Galveſton nach
Hamburg.
Dampfer „Pallanza” 11. April
8 Uhr morgens in Philadelphia.
Verein Walderholungsſtarte Darmſtadt
E. V.
Zu der
Mittwoch, den 17. April d. J., vorm. 11¼ Uhr,
im Stadthausſaale (Rheinſtraße) dahier ſtattfindenden
ordentlichen Mitgliederverſammlung
geſtatten wir uns, die Vereinsmitglieder ergebenſt einzuladen.
Tagesordnung:
1. Entgegennahme des Geſchäftsberichts;
2. Abnahme und Genehmigung der Jahresrechnung;
3. Wahl des Vorſtandes;
4. Wahl von 2 Rechnungsprüfern für das laufende
Geſchäftsjahr.
Darmſtadt, den 9. April 1912.
(8657mo
Der Vorſtand des Vereins Walderholungsſtätte.
Mueller, I. Vorſitzender.
Vereir de Belanlisten Darmstaut
(Eingetragener Verein.)
Einladung zur Hauptverſammlung
am Dienstag, den 23. April 1912, abends 9 Uhr,
im Kaiſerſaal (Kaufm. Vereinslokal)
Tagesordnung: 1. Jahresbericht 1911/12. 2. Rechnungsablage.
3. Ergänzungswahl des Vorſtandes. 4. Neuwahl der
Rechnungs=
reviſoren. 5. Die unlauteren Wettbewerbfälle und die Darmſtädter
Staatsanwaltſchaft. 6. Anträge und Beratungen.
9027)
Der Vorſtand.
Vereinigte Kriegervereine Darmſtadts
und
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Als nächſte Volksvorſtellung wird am
Sams=
tag, den 20. April,
„Wilhelm Telle
gegeben. Kartenbeſtellungen ſind bis ſpäteſtens nächſten Dienstag
vormittag bei den bekannten Stellen abzugeben.
(9003
Hessischer Goethebund,
Montag, den 15. April, abends 8¼ Uhr,
in der Aula der Techniſchen Hochſchule
Vortrag dés Herrn Dr. Dammann
über
(8982so
Mittelalterl. Wandmalereien auf hessischem Boden
mit Besichtigung der Ausstellung von farbigen Nachbildungen.
Eintritt für Mitglieder frei. Nichtmitglieder zahlen 30 Pfg.
66 Darm-
Schutzengeselischatt „Weidmannshell stadt.
Vereinslokal Rest. „Martinsglöckchen‟ Riegerplatz.
Jeden Montag und Mittwoch von abends 9 Uhr ab
Uebungsschießen mit scharfer Manition.
Freunde und Anhänger des Schiessports stets willkommen. (1988a
Erhöhung des Einkommens
3943Hl) durch Versicherung von Leibrente bei der
Preussischen Renten-Versicherungs-Anstalt
Beispiel für Männer (Frauen erhalten weniger):
Sofort beginnende gleichbleibende Rente für 1000 M. Einlage:
Eintrittsalter (Jahre): 50 55 I 60 1 65 75 75
Jahresrente: Mark 72.48 ſ 82.44 96. 12 114.86 141.96 181.20
laufende Renten: über 7¼ Millionen Mark.
Ende 1910 1 vorhandene Aktiva: fast 122 Millionen Mark.
Prospekte und sonstige Auskunft durch:
Chr. Emil Derschow in Frankfurt a. M., Kaiserstr. 14, Kaiserplatz.
Nummer 88.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 15. April 1912.
Seite 15.
(9017)I
M
mn
0 6-
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 13. April. (
Börſenwochen=
bericht.) Die abgelaufene Geſchäftswoche konnte ſich
etwas lebhafter geſtalten und auch die Tendenz war im
ganzen feſter geſtimmt. Bei alledem läßt ſich jedoch das
Vorhandenſein einer unſicheren Haltung nicht verkennen,
denn der Geldmarkt zeigte wieder eine leichte Anſpannung
und Anziehen des Privatdiskonts auf 3½ Prozent. Bei der
Reichsbank betrugen die Rückflüſſe etwa 100 Millionen
Mark; immerhin ſei der Status gegen die gleiche
Zeit=
periode des Vorjahres wenig gebeſſert. Von New=York
werden fortdauernd gute Berichte und dabei höhere Kurſe
gemeldet. Dies gilt zunächſt für Kupferaktien. In der
Generalverſammlung der Rio Tinto=Companie erklärte der
Vorſitzende, daß die Ausſichten des Kupfermarktes ſehr
hoff=
nungsvoll ſeien. Die Vorräte hätten abgenommen und
dies erwecke Vertrauen, daß zukünftig weiter beſſere
Kupfer=
preiſe erzielt würden. Ferner erfolgte in Kanada=Aktien
(die auch in Berlin gehandelt werden) eine Steigerung
von über 15 Dollars auf große Mehreinnahmen, was
ebenfalls günſtigen Einfluß ausübte.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, waren
deutſche Renten zum Teil etwas lebhafter disponiert. Die
ſtarken Quartalsfälligkeiten kommen dabei auch zur
Gel=
tung, aber nach wie vor ſind die feſtverzinslichen Werte nur
wenig in Gunſt. Von den ausländiſchen Staatsfonds
hielten ſich die türkiſchen recht feſt, da die trotz des Krieges
ziemlich günſtigen Berichte über die Finanzlage der Türkei
ſtimulierten. In ungariſchen Renten und Serben herrſchte
ebenfalls eine etwas beſſere Strömung; ferner ſind die
mexikaniſchen trotz der andauernden unſicheren Lage im
Land etwas erholt. Von Transportaktien waren
Ham=
burger Paketfahrt auf die günſtigen Auswandererziffern
weſentlich höher, hingegen Nordd. Lloyd ruhiger. In
Schantung erfolgten ſtärkere Realiſationen, nachdem die
Dividende nur mit 6 Prozent gegen 6½ Prozent im
Vor=
jahre veranſchlagt wird.
Der Bankenmarkt war wenig belebt, bei ganz geringen
Veränderungen. Am Montangebiet kam die vermehrte
Leb=
haftigkeit am entſchiedenſten zum Ausdruck, beſonders waren
die ſchleſiſchen Werte bevorzugt auf die geplante Erhöhung
der oberſchleſiſchen Eiſenpreiſe. Man ſprach ſogar, daß die
bisher beſtandene Fördereinſchränkung aufgehoben werden
ſollte, weil der engliſche und deutſche Streik die Vorräte
bedeutend reduziert haben ſoll. Elektrizitätsaktien lagen
durchweg feſt; auch Bergmann, deren Anſchluß an den
Siemenskonzern zwar noch nicht offiziell erklärt, aber doch
perfekt ſein ſoll, bis 150,10 erholt. Am Kaſſainduſtriemarkt
beſteht nach wie vor großes Spekulationsintereſſe, wie auch
anſcheinend das Privatpublikum zum Teil beteiligt iſt.
Dieſe Woche konzentrierten ſich die Hauptumſähze in
Kunſt=
ſeide, die bis 190 avancierten, um ſchließlich bis 184¾
nach=
zugeben. Neuere Mitteilungen als die bekannten
Hoff=
nungen, in dem ſchwebenden Patentprozeß hätten ſie eine
größere Abfindung zu erwarten, ſind nicht bekannt. Auch
die Verwaltung hüllt ſich weiter in Schweigen. Für
Kleyer beſtand vermehrte Nachfrage; ferner waren
Che=
miſche Albert, Höchſter Farbwerke und Holzverkohlung
an=
ſehnlich höher. In Deutſche Gold= und Silber=
Scheide=
anſtalt erfolgte eine Abſchwächung bis 1030½ auf
Gewinſt=
realiſationen. Steana=Romana ſtiegen bis 142 auf die
ge=
beſſerte Benzinpreislage. Motoren=Fabrik Oberurſel höher,
bis 140 Prozent auf die Meldung von weiteren Aufträgen
in Benzinmotor=Lokomotiven für die Bagdadbahn.
Ar=
maturenfabrik Hilpert konnten den 100er wieder
überſchrei=
ten, nachdem die Geſchäftsergebniſſe jedenfalls erfreuliche
geworden ſind. Gummi Peter vernachläſſigt (134), South=
Weſtafrika verteilen eine Geſamtdividende von 7½
Pro=
zent gegen 5 Prozent im Vorjahre.
Von Loſen notieren: Angsburger 35,56,
Braunſchwei=
ger 199,20, Pappenheimer 55,—, Freiburger 68,10, Türliſche
171,40, Meininger 34,75, Ungariſche 369 B., Mailänder
45=Fres. L. 140, nominell, Mailänder 10=Fres.=L. 34,90,
Venediger 43,—, Raab=Grazer Anr.=Sch. 38,60 Genua
in Reichsmark; Gothaer Prämie II 117,50, Madrider 76,—
Donau=Regulierung 165, nominell, in Prozent. Ferner
ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 101,40,
3½proz. Reichs 90,55, 3proz. Reichs 81,40, 4proz. Heſſen
von 1899 100,— 4proz. Heſſen von 1906 100,—, 4proz.
Heſſen von 1908/09 100,—, 4proz. Heſſen (unkündbar bis
1921) 100,50, 3½proz. Heſſen 89,45, 3proz. Heſſen 78,35,
4proz. Darmſtädter 99,90, 3½proz. Darmſtädter 89,50, 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—23) 100,50 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25) 100,60 G., 3½proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5) 89,60 G., 3½proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 89,70 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 100,60 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14) 100,70 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 89,80 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 89,70 G., Darmſtädter Bank
122½, Südd. Immob.=Geſellſchaft (Mainz) 71,50 G., Südd.
Eiſenbahn=Geſellſchaft 122½ G., Lederwerke vorm. Spicharz
(Offenbach a. M.) 78,50 G., Schramms Lack= und Farben=
Fabriken (Offenbach a. M.) 272 G., Chemiſche Mühlheim
a. M. 75,25, Schantungbahn 137½, South=Weſtafrika 157,
Otavi=Anteile 36,—, Otavi=Genußſcheine 66,—, 4½proz.
Ruſſen 100,30, 4proz. 1880er Ruſſen 91 P., 4proz. 1902er
Ruſſen 90,55, 3/oproz. Ruſſen 88,—, 3½proz. Ruſſen
84,50 G., 3proz. Ruſſen 82,—, 4proz. unifizierte Türken
91,30, 4proz. Adminiſtrations=Türken 84,60 G., 4proz.
kon=
vertierte Türken (1905/1911) 81,50 G., Bagdadbahn 83,90,
5proz. Chineſen 101,50, 4½proz. Chineſen 95,10, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 99,80, 4½proz. Japaner 95,
4proz. Japaner 89,20. 3proz. Buenos=Aires 72½.
Vermiſchtes.
* Ein neues deutſches Rieſenſchiff. Verhülle dich,
ſtolzes Albion, denn wieder einmal macht das verhaßte
Made in Germany deinen Ruhm zunichte. Auf der
Vul=
kanwerft in Hamburg geht ein Rieſenſchiff ſeiner
Voll=
endung entgegen, das all die Dreadnaughts Englands
weit, weit in Schatten ſtellt. Ein Rieſenſchiff, wie die
Welt noch keines geſehen. Kriegfürchtenden Gemütern
aber mag es zum Troſt und zur Beruhigung dienen, daß
dieſer „Goliath des Ozeans” wie Fritz Kerns in Heft 8
der Arena (Stuttgart, Deutſche Verlags=Anſtalt) dieſes
neueſte Wunder= und Meiſterwerk der deutſchen
Schiff=
baukunſt nennt, nur friedlichen Zwecken zu dienen
be=
ſtimmt iſt. Die Hamburg=Amerika=Linie läßt dieſen
un=
geheuren Dampfer für die Paſſagierbeförderung zwiſchen
Hamburg und New=York erbauen, da eine einfache
kauf=
männiſche Rechnung ſeine Notwendigkeit und ſeine
Ren=
tabilität ergeben haben. Gegenwärtig liegt der
Rieſen=
leib des Schiffes, das bei einer Länge von 268 Metern.
einer Breite von 29 Metern und einer Waſſerverdrängung
von 50000 Tonnen zugleich auch das modernſte und
lurn=
riöſeſt eingerichtete Ozeanfahrzeug der Welt ſein wird,
noch auf der Helling, aber das demnächſt beginnende
Frühjahr wird den Tag bringen, an dem es ſingend und
rauſchend in ſein Lebenselement, das Waſſer, eintaucht.
Und wenn es dann nach einigen weiter ins Land
ge=
gangenen Monden ſeinen Dienſt antritt, wird es vermöge
der Kraft ſeiner gewaltigen Turbinen in der Lage ſein,
5000 Menſchen auf einmal über den Ozean zu tragen.
Und die Reiſenden an Bord werden ſich kaum recht be
wußt werden, daß ſie ſtatt auf dem feſten Lande, auf dem
ſchwankenden Boden eines Schiffes ſich befinden, denn
alles, was die moderne Kultur ihnen dorr an
Bequem=
lichkeit, an Luxus und gewohnten Erforderniſſen darbietet,
werden ſie auch hier beiſammen finden. Fehlt doch auf
dieſem neueſten Verkehrsrieſen auch das elegante
Schwimmbad im pompejaniſchen Stile nicht! So wird
dieſer Koloß, dieſer „Goliath” im wahrſten Sinne des
Wortes, nicht nur der Stolz der „Hapag” nicht nur der
machtvollſte Künder der Bedeutung der deutſchen
Han=
delsmarine ſein, er wird auch den Ruhm deutſcher
Ingenieurkunſt der Welt mit mächtiger Stimme künden.
Sein Name aber wird lauten: „Imperator.” — Iinpe
rator, Made in Germany! Wahrlich ein Werk und ein
Wort, die ſich beide wirkungsvoll ergänzen zur
Verherr=
lichung deutſchen Fleißes und deutſcher Geiſtesarbeit am
Beginn des zwanzigſten Jahrhunderts!
* Eine neue Form der künſtlichen Atmung, um
den gefürchteten Atemſtillſtand in der Narkoſe zu
ver=
hüten, hat, wie das „Buch für Alle” berichtet, ein am
Rockefellerinſtitut in New=York arbeitender Forſcher,
Doktor Meltzer, angegeben. Er bläſt nämlich während
der Betäubung einen kontinuierlichen Strom Druckluſt
in die Lunge vermittels eines Rohres, das durch
Kehl=
kopf und Luftröhre ganz tief bis an die Stelle
vorgeſcho=
ben wird, wo jene ſich in die zwei Bronchien teilt.
Da=
durch wird es möglich, die Lungen zu ventilieren, das
heißt den Lungenbläschen Sauerſtoff zuzuführen und
Kohlenſäure herauszuleiten, auch wenn die Atemmuskeln
nicht mehr in Tätigkeit ſind. Das narkotiſche Mittel, zum
Beiſpiel der Aether, wird von der Druckluſt mitgeriſſen,
ſchneller an die Lunge gebracht, und dort wird nun die
notwendige Menge abſorbiert, der Reſt aber wieder durch
die Rückſtrömung der Luft mitgeriſſen. So wird auch
eine Ueberladung des Organismus mit Aether verhütet.
Durch dieſe Methode wird der Chirurg auch in den
Stand geſetzt, an der Lunge ſelbſt zu operieren. Dieſe
fällt nämlich, wenn man den Bruſtfellſack, in dem ſie
hängt, öffnet, ſofort zuſammen und kann infolge des
vermehrten Luftdruckes, der auf ihr laſtet, nicht mehr
atmen. Durch die einſtrömende Druckluft aber geht der
notwendige Gasaustauſch unbehindert weiter. So
er=
öffnet das „Inſufflationsverfahren” Chirurgen ein neues
Feld der Tätigkeit.
Uohvon--Sehdistieler
sind unübertrefflich in Qualität.
Passform und Preiswürdigkeit!
Mädchen-Schnürstiefel
wetterfeste Qualität, enorm
preiswert
benährte Straparterwiekel,
in vorzüglicher Passform
solides Boxleder,
moderne, bequeme Form
Knaben-Schnürstiefel
fein Boxleder, extra billig Gr. 36-37
630
38-39
660
40
60
Gr. 29.30 31-33 34-35 36-37 38-39 40
dieselben in Ia Qualität,
80 40 1700 760 20 980
beste Ausführung
5 0%
8% 8
4
Ia Boxcalf, moderne, natur- *700
9
90
4—
76. 8- 850 90
gemäße Form
Sandalen und vorschriftsmäßige Turnschuhe höchst preiswürdig!
Sie
enCafasf
Darmstadt.
G. m. b. H.
Ludwigstrasse 17.
Restergeschäft
wird anſtänd. Leuten unt. günſt.
Beding. eingericht. Anzahl. erford.
Laden nicht notwend. Off. u. D. E.
8186 an Rudolf Mosse, Dresden. (90165
Entfernen der Motten
aus Polſtermöbel ohne aufpolſtern
unter Garantie billigſt (5252a
J. Frieß, Möbel. u. Tapeziergeschäft,
Neue Kiesſtraße 43.
Bohnen und Abziehen von
Parkettböden
Reinigen von
Linoleumbelage
(2
ird prompt und billigst ausgeführt.
Ibel & Lotz, G. m. b. H., Schuchardstr. 14. Tel. 461.
Wanderer-Rad, birlig
4429a)
die ne
Grafenſtraße 26.
Guterh. Kinderwagen verk.
Weinbergſtraße 1, pt.
(*9390
Aul Tehzumlung
Fahrräder u. Nähmaſchinen
erſtklaſſige deutſche Marken, ohne
Preisaufſchlag, bei geringer
An=
zahlung und günſtig. Abzahlungs=
Bedingungen. Adreſſen erbeten u.
B 62 an die Expedition. (8676a
Kebr. Fahrrad bilig zu verkauf.
Ludwigshöhſtraße 80. (B9028
Pillige Setzbohnen zu verk.
Roß=
dörferſtr . 17, Hth. 1. St (*9376
Dampfreinigung
für Bettfedern u. Daunen.
Beſte Einrichtung am Platz. Lager
in Köper für neue Hüllen. (6585a
J. Stritzinger. Hölgesſtr. 11, I.
Einge=
Betten
zu verk. Näh. Exp. (*9378
Hez ic. ohn, Hastiaterwaret. S1 5g,
[ ← ][ ]Soeben eingetroffen
Teppien Reinngung.
(8804a
Entſtaubung von
Teppichen und Polſtermöbeln etc.
mittelſt großer pat. Vacuum=Maſchine prompt u. billigſt.
Hess. Vachum-Reinig.-Ges. Ibel & Co.
Schuchardſtraße 14.
Telephon 461.
Eegsgesssgeessseseee
22
Samen-
handlung
Telefon 128
Gebr. Wvenz Markt
im Rathaus
empfehlen ihre erſtklaſſigen
am
Telefon 128
Sämerelen
für Feld und Garten. Alle Grasarten, Kleeſamen,
Wald=
famen, Oekonomiſche Saaten, la Runkeln (Dickwurzel),
ſerner Knollengewächſe. Lager in Chileſalpeter, Kainit,
Thomasmehl, Kaliſalze, Ammoniak=Superphosphate,
Horn=
u. Knochenmehl, Guano, Kieler Poudrette, Dungkalk; beſtes
Vogelfutter für alle Vögel, ſämtl. Artikel für Vogelzucht.
Secldnecharsiſte Ferarnig a
erhalten, für 20 Mk. abzugeb.
Heidelbergerſtr. 3, part. (*9220sc
Frädig. Handwagen zu kauf. geſucht.
Off. u. C 22 an die Exp. (8826so
Schöner emaillierter Herd, faſt
neu, billig zu verkaufen
B8949) Kiesbergſtr. 5, im Laden.
en nieiter Wiege und Sihtag.
* billig zu verkaufen (*9184so
Nieder=Ramſtädterſtr. 47, I. rechts.
ehrock, Frack, Smoking=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (7692a
aſt neuer Kinderwag. b. pf.
Kahlertſtraße 40, III.
(*9365
Das Duch Hul Jic.
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
47. Jahrgang erſcheinende
:: illuſtrierke Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzuge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt .. . . viele prachtvolle Illuſtrationen,
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
(V8523
künſtleriſchen Illuſtrationen.
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu
richten: der Bezug auf Hinderniſſe ſtößt, wolle ſich dir
Uunterasiehnete Heransbuchhandlung in
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Klaverſtuhl,
Weg. Umzug Neotenſtänd
falt. Schreibt., Tiſch, Kommode
Stühle und dergl. billig abzugeb
(*9387
Taunusſtraße 37, I.
ine zwbeiſtüigliche Wberkſcaktetür,
W. 2.,60X1,90, ſowie ein gut
er=
haltener Porzellanofen und ein
eiſerner Herd ſehr billig zu
ver=
kaufen Wienersſtr. 60, Hth. (8925a
Nummer 88,
armſtädter Tagblätt,=Moutag, den 15. April 1912.
Frühkartoffeln
u. Induſtrie, Runkelrübenſamen,
Klee= u. Grasſamen, Saathafer,
Wicken, Seradella, Erbſen und
Lupinen in allerbeſten Sorten
Carl Manck Nachf.
Darmſtadt, Wendelſtadtſtraße 40,
Telephon 163.
(2598a
10 Pfd. 50 Pfg.
Eßkart
II zu verkaufen
Mühlſtraße 16.
(*8871mds
elbſtgek. Gelee, Marmelade,
Latwerg, ſowie f. Tafeläpfel
zu verk. Bleichſtr. 27, Lad. (4475a
SchEn
(BRAUNS
SFANEEN
tür Hausgebrauck
Millionenfach bewährt.
zu naben in
„u. Apotheken.
nebenstehenc
absebildete
Schleienmarke
und terdere ausdrüeklich:
— Bräuns’sche Farben. —
1,250 Meter Selde
für Kleider und Blusen
Ein grosser Posten
Lousine
weiche und haltbare Ware
solid im Tragen
regulärer Wert bedeutend höher
jeder Meter nur
Ganz besonders billig!
Ein grosser Posten
Messaline und Taffete
in enorm grossem Farbensortiment
dauerhafte Qualitäten
regulärer Wert weit höher
jeder Meter nur
Ein Posten
gemusterte
-Twill-Foulards
nur Neuheiten
regul. Wert nahezu das Doppelte
Meter nur
I45
Enorm grosse Posten
gestreifte Blusenseide
in Taffet, Lousine, Messaline
in feinen, modernen Farben
regulärer Wert bedeutend höher
Meter
1.45
und
Ein Posten
— Roh-Seide
ca. 60 cm breit
bedruckte, decente Streifen
gut waschbar
Die Mode der Saison
Meter nur
u 26