Darmstädter Tagblatt 1912


12. April 1912

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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. vierkelſ. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

In Eießen wurde geſtern der zweite Kongreß
für Familienforſchung ꝛc. eröffnet.
Der Reichskanzler iſt geſtern von Korfu wie=
der
abgereiſt.
Die Herzogin Wera von Württemberg iſt
geſtern früh geſtorben.
Aus allen Teilen des Reiches werden ſchwere Schäden
infolge des Schneeſturmes gemeldet.
Der ſpaniſche Miniſter des Aeußern Garcia
Prieto hat dem franzöſiſchen Botſchafter die Ant
wort Spaniens auf die letzte franzöſiſche Note
überreicht.
Das rumäniſche Miniſterium Carp hat
demiſſioniert, worauf ein neues Kabinett
unter dem Präſidenten Majorescu gebildet wurde.

Englands Inſellage.

C Man ſchreibt uns: Ellis Barker, der früher
O. Eltzbacher hieß und ſich als Mitarbeiter der Fortnightly
Review, National Review und der Zeitſchrift The Nine=
tteth
Century and after gewohnheitsmäßig in deutſchfeind=
lichem
Sinne betätigte, kommt im Aprilheft der Deutſchen
Revue mit dem alten Argument: ſobald England das Meer
nicht mehr beherrſcht, bricht das britiſche Weltreich zu=
ſammen
. Er ſchildert die Abhängigkeit des Inſelſtaates
vom Seehandel und betont Deutſchlands viel günſtigere
Lage. Dieſelbe Inſellage aber, die England abgeſehen
von der ſelbſtgewollten Induſtrialiſierung des Landes
auf den Seehandel verweiſt, hat England ſeit den
Normannen vor jeder Invaſion bewahrt,
während Deutſchland (deſſen Landwirtſchaft nicht infolge
ſeiner Lage, ſondern durch eine zielbewußte, ſtandhafte
Wirtſchaftspolitik erhalten iſt) jahrhundertelang der Kriegs=
ſchauplatz
der europäiſchen Völker war Als Ruyter, der
glänzendſte Admiral der holländiſchen Geſchichte, 1667 einen
kühnen Vorſtoß in die Themſe unternahm, die Befeſtigungen
angriff, zahlreiche engliſche Kriegsſchiffe zerſtörte und den
Fluß blockierte, begannen ſchon die Einwohner aus London
zu fliehen, und der Eindruck dieſer kühnen Waffentat war
gewaltig. England ſelbſt hatte dieſe Demütigung durch
ungenügende Rüſtungen verſchuldet, aber zu einer Invaſion,
zu einem Angriff auf den Lebensnerv des Landes, war
auch Ruyter trotz der vollſtändig gelungenen Ueberrumpel=
ung
nicht imſtande. Er wiederholte im letzten holländiſch=
engliſchen
Krieg den Vorſtoß gegen die Themſe (1673), fand
jedoch die Engländer ſchon erheblich wachſamer und konnte
an Landung gar nicht denken.
Vom Jahre 1710 ab hat Frankreich, das geo=
graphiſch
für einen Einfall in England am günſtigſten liegt,
immer von neuem verſucht, durch eine Invaſion England
niederzuzwingen. 1793 träumte ein Deputierter ſchon von
dem Endkampf auf den Trümmern des Tower von Lon=
don
. Alle dieſe Verſuche ſchlugen fehl und ebenſo die An=
ſtrengungen
des großen Napoleon, der ſeit 1798 lange Zeit
namhafte Truppenmaſſen in Boulogne konzentriert hielt und
erſt 1814 die Landungsabſichten als ausſichtslos aufgab. Es
iſt eben die inſulare Lage, die es Großbritannien er=
möglicht
, ſich mit verhältnismäßig geringen Mitteln gegen
jeden feindlichen Einfall zu ſichern.
Die zweite Gefahr, die einer Seeküſte im allgemeinen
droht, iſt die Blockade. Auch eine Blockade, die wirklich
England von der See abſchneiden könnte, iſt vollſtändig
ausgeſchloſſen; ein Machtaufgebot, das imſtande
wäre, die ganze engliſche Küſte und alle die zahlreichen
Häfen zu blockieren, könnte auch kein Bündnis moderner
Seemächte aufbringen, wohingegen die Nordſee und damit
der Zugang zur geſamten deutſchen Küſte mit Leichtigkeit
durch die engliſche Flotte abzuſperren iſt. Auch das be=
weiſt
die Geſchichte. Die kritiſchſte Zeit für Englands Vor=
herrſchaft
zur See brach mit dem nordamerikaniſchen Frei=
heitskriege
herein (17751785); hier war England wirklich
in der Defenſive; ſeine Seeſtreitkräfte verhielten ſich rein
zahlenmäßig zu denen der verbündeten Gegner (Frankreich,
Spanien) im Jahre 1779 wie 10113, im Jahre 1780 wie
10112, im Jahre 1781 wie 10111; es beſtand alſo anfangs
das einzige Mal in der engliſchen Geſchichte eine
zahlenmäßige Unterlegenheit Englands. Dennoch iſt es
weder zu einer Blockade noch zu einer Invaſion gekommen,

obwohl England diesmal mangelhaft vorbereiter war und
ſeine Streitkräfte weit zerſtreut hatte. Die engliſche See=
kriegsführung
konnte 1779 nicht mehr die Seeherrſchaft im
Kanal behaupten; trotzdem ſchrieb Admiral Jervis (der
ſpätere Lord St. Vincent) ſeiner Schweſter: Es ſei de=
mütigend
für England, daß der Feind den Kanal beherrſche,
aber über den Gedanken an eine Invaſion müſſe er lachen.
Auch Napoleon, der die Bedeutung Englands als Gegner
voll zu würdigen verſtand, hat es nicht vermocht, eine
Blockade Englands zuſtande zu bringen. Die Kontinental=
ſperre
Napoleons ſollte die Blockade erſetzen, aber zu ihrer
Durchführung gegen den Inſelſtaat fehlte es ſelbſt dem
mächtigen Korſen auf die Dauer an Machtmitteln. Als
Rußland vom Tilſiter Bunde zurücktrat und ſeinerſeits die
Sperre aufhob, war das Ende des ganzen Kontinental=
ſyſtems
gekommen. Was England, der inſularen Einzel=
macht
, mit Hilfe ſeiner Flotte möglich geweſen war: Handel
und Schiffahrt des Gegners und aller Neutralen zu unter=
drücken
, die eigene Vorherrſchaft zur Seedeſporie zu ent=
wickeln
dem Kontinent war ein auch nur ähnliches
Beginnen ſelbſt unter Napoleons Leitung nicht möglich
geweſen.
So verſcheuchen durchſchlagende Erfahrungen der Ge=
ſchichte
das Schreckbild, das Barker aus Englands Inſellage
konſtruiert hat.

Hauswirtſchaftliche Vergleiche.

Als Sonderheft zum Reichs=Arbeitsblatt ſind
zwei Wirtſchaftsrechnungen höherer Beamtenfamilien
und eine Erhebung von Wirtſchaftsrechnungan minder=
bemittelter
Familien erſchienen. Aus beiden Veröffent=
lichungen
gibt die Soziale Praxis eine Statiſtik wieder,
die erkennen läßt, wieviel vom Hundert der Geſamtaus=
gaben
bei den verſchiedenen Arbeiter= und Beamten=
Schichten auf die wichtigſten Ausgabegruppen entfallen.
Wir entnehmen dieſer Statiſtik die nachſtehenden An=
gaben
. Vom Hundert der Geſamtausgaben entfallen
auf Nahrungs= und=Genußmittel bei den Ar=
beitern
52,0, bei den Beamten 36,7, bei den höheren Be=
amten
30,9 bezw. 325. Auf Kleidung, Wäſche,
Reinigung entfallen vom Hundert der Geſamtaus=
gaben
bei den Arbeitern 11,2, bei den Beamten 14,4, bei
den höheren Beamten 9,1 bezw. 8,8. Auf Wohnung
und Haushalt entfallen bei den Arbeitern 17,0, bei
den Beamten 19,2, bei den höheren Beamten 19,2 bezw.
21,2. Auf Heizung und Beleuchtung entfallen
bei den Arbeitern 4,3, bei den Beamten 3,8, bei den höhe=
ren
Beamten 3,8 bezw. 4,1. Auf Geſundheits= und
Körperpflege entfallen bei den Arbeitern 1,3, bei
den Bamten 3,7, bei den höheren Beamten 2,1 bezw. 3,1.
Auf Unterricht, Schulgeld und Lernmittel
entfallen bei den Arbeitern 0,6, bei den Beamten 2,4, bei
den höheren Beamten 6,0 bezw. 2,2. Auf geiſtige und
geſellige Bedürfniſſe entfallen bei den Arbei=
tern
4,4, bei den Beamten 4,5, bei den höheren Beamten
99 bezw. 10,0. Auf Staat, Gemeinde und Kirche
entfallen bei den Arbeitern 1,1, bei den Beamten 2,0, bei
den höheren Beamten 3,8 bezw. 3,0. Auf perſönliche
Bedienung entfallen vom Hundert der Geſamtausgabe
bei den Arbeitern 0,1, bei den Beamten 1,3, bei den höhe=
ren
Beamten 5,8 bezw. 5,9. Die von der Erhebung er=
faßten
Familien hatten eine Jahresgeſamtausgabe
zwiſchen 12004000 Mk., während die Ausgaben der
zwei Familien höherer Beamter von rund 6600 Mk. i. J.
1894 auf rund 12500 Mk. i. J. 1908, bezw. von 1830 Mk.
i. J. 1899 bis auf 6100 Mk. i. J. 1910 geſtiegen ſind.

Deutſches Reich.

Die Erneuerung des Dreibundes. Ber=
liner
Blätter melden aus Wien: Der Berliner Korreſpon=
dent
der Neuen Freien Preſſe hat von maßgebender Seite
erfahren, daß über die Erneuerung des Dreibundes ein prin=
zipielles
Einverſtändnis zwiſchen den drei Regierungen
herrſche. Die Erneuerung gelte als geſichert und ſei noch in
dieſem Jahre zu erwarten, obwohl der Dreibund erſt im
Jahre 1914 abläuft.
Staatsſekretär von Kiderlen=Waechter.
Die Behauptung der Wiener Allgemeinen Zeitung, daß
Staatsſekretär von Kiderlen=Waechter noch im Laufe dieſes
Monats aus dem Amte ſcheiden werde, wird an unter=
richteter
Stelle für ebenſo grundlos erklärt, wie es die frühe=
ren
Nachrichten desſelben Inhaltes geweſen ſeien.

Die Wehrvorlage. Wie einer parlamentari=
ſchen
Korreſpondenz zufolge aus Bundesratskreiſen mitge=
teilt
wird, iſt es nicht beabſichtigt, die Wehrvorlage mit den
Deckungsgeſetzen durch ein Mantelgeſetz zu verbinden. Die
Regierung hoffe, daß ſowohl Wehrvorlage wie Deckungs=
geſetz
im Reichstage die erforderliche Mehrheit finden wer=
den
, ein Mantelgeſetz würde der Verabſchiedung der Wehr=
vorlagen
nur Schwierigkeiten bereiten.
Eine Interpellation über den baye=
riſchen
Jeſuitenerlaß. Wie verlautet, wird die
nationalliberale Fraktion des Reichstags über den Jeſu=
itenerlaß
der bayeriſchen Regierung beim Wiederzuſammen=
tritt
des Reichstags eine Interpellation einbringen, um der
Reichsregierung Gelegenheit zu geben, zu dem bayeriſchen
Erlaß Stellung zu nehmen. Vorausſichtlich wird ſich auch
der Bundesrat in ſeiner nächſten Sitzung ſchon mit dieſer
Materie befaſſen. Wie in Bundesratskreiſen verlautet, foll
der Reichskanzler auf dem Standpunkte ſtehen, daß der
bayeriſche Erlaß das dem Kaiſer allein zuſtehende Recht
der Ausführung von Reichsgeſetzen antaſtet. Man nimmt
an, daß in Korfu der Kanzler vom Kaiſer Anweiſungen er=
halten
haben dürfte, um dieſe peinliche Angelegenheit mög=
lichſt
ſchnell aus der Welt zu ſchaffen. Wie verlautet, wer=
den
zwiſchen der bayeriſchen und der Reichsregierung be=
reits
Verhandlungen geführt, die die Meinungsverſchieden=
heiten
bei der Handhabung des Jeſuitengeſetzes beheben
ſollen.
Die Mitgliederzahl des Deutſchen
Flottenvereins iſt im Jahre 1911 auf 1054404 ge=
ſtiegen
(gegen 1034 987 im Jahre 1910). Nach den Mit=
teilungen
des Vereins waren nämlich am 1. Dezember 1911
vorhanden: 53 Hauptausſchüſſe, 3463 Ortsgruppen, 3111 Ver=
trauensmänner
, 298 014 Einzelmitglieder, 756 390 Körper=
ſchaftliche
Mitglieder. In der Agitation und Werbetätig=
keit
des Vereins ſpielen neben der Verſendung von Druck=
ſachen
Vorträge die Hauptrolle. Welchen Umfang die Ge=
ſchäfte
des Vereins angenommen haben, das geht aus der
Zahl der Poſt= und ſonſtigen Sendungen der Präſidial=
geſchäftsſtelle
hervor, die von 37313 im Jahre 1908 auf
130 562 im Jahre 1911 geſtiegen iſt.
Aus Elſaß=Lothringen Der geheime
Fonds für polizeiliche Zwecke in Höhe von 44000 Mark
iſt geſtrichen worden. Dafür iſt ein geheimer, dem ge=
wöhnlichen
Kontrollrecht des Parlaments unterliegender
Fonds von 30000 Mark für beſtimmt genannte polizei=
liche
Zwecke Bekämpfung des internationalen Ver=
brechertums
, wozu auch Spionage gehört, und des inter=
nationalen
Mädchenhandels eingeſtellt worden. Der
Landtag hat alſo erreicht, daß kein politiſcher Fonds mehr
vorhanden iſt, der nicht ſeiner Kontrolle unterliegt,

Ausland.

Frankreich.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen Ver=
handlungen
wird aus Madrid gemeldet: In amt=
lichen
Kreiſen glaubt man, die am Mittwoch durch den
ſpaniſchen Miniſter des Aeußern Garcia Prieto dem fran=
zöſiſchen
Botſchafter Geoffray überreichte Antwortnote
Spaniens werde die zwiſchen den beiden Regierungen
in der Marokko=Frage beſtehenden Meinungsverſchieden=
heiten
ſo mildern, daß eine baldige Verſtändigung erzielt
werden würde, umſomehr, als die mit der Regelung
der Verwaltung und der Finanzangelegenheiten beträute
fachmänniſche Kommiſſion ſich nunmehr nur noch mit De=
tailfragen
zu befaſſen hat. Die ſpaniſche Regierung
wünſcht, daß die Verhandlungen vor dem für Ende die=
ſes
Monats anberaumten Wiederzuſammentritt der Cor=
tes
beendet ſeien, damit das Parlament einer vollendeten
Tatſache gegenüberſtehe. Dem Petit Pariſien wird da=
gegen
gemeldet, daß die ſpaniſche Antwortnote als un=
zureichend
angeſehen werde und keineswegs den großen
Optimismus rechtfertige, der in Madrider Regierungs=
kreiſen
zu herrſchen ſcheine. Die neue Note werde die
Verhandlungen kaum beſonders vorwärts bringen.
England.
Die Handelsbeziehungen zwiſchen Eng=
land
und den Kolonien. Die königliche Kommiſſion
zur Unterſuchung der Handelsbeziehungen zwiſchen Eng=
land
und den Kolonien, deren Einſetzung auf der vori=
gen
Reichskonferenz beſchloſſen wurde, wird demnächſt
in London zuſammentreten und die Arbeiten beginnen.
Die Einzelheiten des Arbeitsprogramms werden erſt von

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Nummer 86.

der Kommiſſion ſelbſt beſtimmt werden. Die Studien=
reiſen
der Kommiſſion, die ſich auf die autonomen briti=
ſchen
Kolonien beſchränken werden, werden vorläufig
3 Jahre in Anſpruch nehmen. Indien und die Kron=
domänen
, die keine Vertretung auf der Reichskonferenz
haben, ſind von dem Arbeitsplan der Konferenz ausge=
ſchloſſen
. Die Koſten werden von England und den Do=
minions
gemeinſam getragen werden.
Rumänien.
Demiſſion und Neubildung des Mini=
ſteriums
. Das Miniſterium Carp hat dem König
ſeine Demiſſion überreicht, der den Miniſter des Aeußern
mit der Bildung des neuen Kabinetts betraute. Das neue
Kabinett iſt folgendermaßen zuſammengeſetzt: Majorescu
Präſidium und Aeußeres, der bisherige Unterrichtsmini=
ſter
Arion Inneres, General Argetojoca Krieg, Aſſetti
Finanzen, Pangrati öffentliche Arbeiten. Die übrigen
Miniſter behalten ihre Portefeuilles.
Marokko.
Eine Kundgebung des Suktans. Aus
Fez wird gemeldet: Der Sultan ließ in der großen Mo=
ſchee
einen Brief verleſen, in dem er die von Fanatikern
gegen Europäer verübten Angriffe ſtreng verurteilt und
erklärt, derartige Handlungen würden von dem Maghzen
ſtreng beſtraft werden. Die Bevölkerung möge ſich vor
den Aufreizungen der Fanatiker hüten, denn die Lage
ſei heute nicht mehr dieſelbe wie geſtern. Die Abreiſe
des Sultans nach Rabat iſt auf den 18. April feſtgeſetzt
worden. Der Sultan wird ein Gefolge von 1200 Per=
ſonen
mit ſich führen und von Spahis, berittenen Jägern
und 300 Mann der ſcherifiſchen Armee begleitet ſein.
Südafrika.
Der Rücktritt Sir Jameſons. Wie aus
Kapſtadt gemeldet wird, wählte die unioniſtiſche Partei
einſtimmig Sir Thomas Snartt zu ihrem Führer an
Stelle von Sir Jameſon, der dieſe Stellung aus Geſund=
heitsrückſichten
aufgibt. Wie es heißt, wird Dr. Jameſon,
der jetzt im 60. Lebensjahre ſteht, für einige Zeit Afrika
verlaſſen. Dr. Jameſon ſcheint ſeine politiſche Tätigkeit
für abgeſchloſſen anzuſehen. Ende 1895 war ſein Name
in aller Munde, als er an der Spitze von 800 Bewaffneten
den berühmten Einfall zur Eroberung der Transvaal=
Republik unternahm, der der Ausgangspunkt der neue=
ren
Geſchichte von Südafrika geworden iſt. Jameſon
wurde am Neujahrstage in der Nähe von Krügersdorf
geſchlagen und gefangen genommen. Dieſes Ereignis
trug dem Präſidenten Krüger das viel erörterte Glück=
wunſchtelegramm
des deutſchen Kaiſers ein. Jameſon
und ſeine Mannſchaften wurden von den Buren zur Be=
ſtrafung
an England übergeben und Dr. Jameſon wurde
im Jahre 1896 in London zu 10 Monaten Gefängnis ver=
urteilt
, aber im Dezember bereits wegen Krankheit wie=
der
freigelaſſen. Er nahm dann am Burenkriege teil,
wurde Mitglied des Kap=Parlaments und im Jahre 1904
nach dem Wahlſieg der britiſchen Partei Premierminiſter
der Kapkolonie, welchen Poſten er bis 1908 inne hatte.
Im Parlamente des vor zwei Jahren gegründeten ſüd=
efrikaniſchen
Staatenbundes, in dem die von dem jetzigen
Premierminiſter General Botha geführten Nationaliſten
die Mehrheit haben, war er Führer der unioniſtiſchen
Oppoſition, wobei er aber im ganzen eine Politik der
Verſöhnung verfolgte.
China.
Das diplomatiſche Korps in Peking
hat über eine Meldung der Konſuln in Schanghai bera=
ten
, die das Verhalten des Militärgouverneurs der Chi=
neſenſtadt
in Schanghai, Tſchentſchimei, der kürzlich zum
Kabinettsminiſter ernannt worden iſt, zum Gegenſtand
hatte. Danach hat Tſchentſchimei wohlhabende Chine=
fen
aus dem Gebiet der europäiſchen Niederlaſſung ge=
lockt
, um ſie draußen zu verhaften. In einzelnen Fällen

haben derartige Verhaftungen ſogar in dem Bereiche der
europäiſchen Niederlaſſung ſtattgefunden. Die Geſandten
haben die Konſuln in Schanghai telegraphiſch ermächtigt,
geeignete Abwehrmaßregeln zu ergreifen und der Erwar=
tung
Ausdruck gegeben, daß Tſchentſchimei der Schutz der
europäiſchen Niederlaſſung entzogen werde, wo er aus
Furcht vor Verfolgungen durch Chineſen nachts Zuflucht
zu ſuchen pflegt.
* Beſuch Kaiſer Wilhelms in England?
Die Ivening News erfährt, daß der Kaiſer im Monat
Juni England einen Beſuch abſtatten werde. Er wolle
bei Lord Lonsdale auf Lowtercaſtle in Weſtmoreland
während der Zeit des internationalen Concours hip=
pique
der am 17. Juni in der Olympia beginnt, Wohn=
ung
nehmen. Wie ſchon früher, werden auch diesmal
jedenfalls an der Konkurrenz mehrere deutſche Offiziere
teilnehmen. Als Lord Lonsdale während der letztjähri=
gen
Manöver als Gaſt des Kaiſers in Deutſchland weilte,
verſprach ihm der Kaiſer, wenn es ihm ſeine Zeit geſtatte,
nach England zu kommen.
* Eſſen a. d. R., 11. April. Der Vorſtand des
Zechenverbandes lehnte in der heutigen Sitzung
das Erſuchen des Chriſtlichen Gewerkvereins
ab, auch den Bergarbeitern, die freiwillig geſtreikt hatten,
die Kontraktbruchſtrafe zu erlaſſen, was die Ruhr=
zechen
denjenigen, die gezwungen oder aus Furcht ge=
ſtreikt
haben, bereits zugeſtanden.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. April.

* Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin Heinrich
von Preußen ſind nach Kiel wieder abgereiſt.
* Militärdienſtnachricht. v. Haugwitz, General=
Leutnant z. D., zuletzt General=Major und Kommandant
von Mainz, die Erlaubnis zum Tragen der Uniform
des Grenadier=Regiments König Wilhelm I. (2. Weſt=
preußiſches
) Nr. 7 erteilt.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat März 1912 insgeſamt 408 Anträge ein=
gegangen
, und zwar: 330 Anträge auf Invaliden= und
Krankenrente (J. u. K.), 35 auf Altersrente (A.), 12 auf
Witwen= und Witwerrente (W.), 26 auf Waiſenrente (O.
und 5 auf Witwengeld (Wg.). Unerledigt wurden in
dieſen Monat übernommen 313 Anträge, ſo daß 721 Ge=
ſuche
in Bearbeitung ſtanden. Es fanden Erledigung 257
Anträge durch Bewilligung (216 J., 16 K., 18 A., 6 O.
1 Wg.) 55 durch Ablehnung, weil unbegründet (39 J.,
11 A. und 5 O.), 26 durch andere Weiſe Zurücknahme
uſw. (21 J. und 5 A.), zuſammen: 338, ſo daß 383 An=
träge
als unerledigt auf den Monat April lfd. Js. über=
nommen
werden mußten. In welchem Umfange die
Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen Heilverfahrens=
koſten
für ihre Verſicherten übernimmt, ergibt ſich aus
nachſtehenden Erläuterungen: Ende März 1912 waren in
den nachgenannten Anſtalten verſicherte Perſonen unter=
gebracht
: 1. Ernſt Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach 130,
2. Eleonoren=Heilſtätte bei Winterkaſten 72, 3. Göttmann=
ſche
Anſtalt in Reichelsheim 29, 4. Konitzkyſtift in Bad
Nauheim 25, 5. Bad Orb 23, 6. Dr. Loſſenſche Heil=
anſtalt
, hier, 16. 7. Sonſtige Anſtalten (wie Krankenhäu=
ſer
, Kliniken und dergleichen) 20, Summa 315. In der
Eleonoren=Heilſtätte befanden ſich außerdem noch 31 Per=
ſonen
, die teils auf eigene, teils auf Koſten des Fonds
Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin oder ſonſtiger
Stiftungen eingewieſen waren.
Neue Steuerzettel. Nachdem das ſtaatliche
Finanzgeſetz für das Verwaltungsjahr 1912 im
Regierungsblatt veröffentlicht worden iſt, iſt für unſere
Stadt jetzt das Regiſter über Erhebung der ſtaatlichen
Steuern nebſt den Steuerzetteln fertiggeſtellt wor=
den
und werden letztere in den allernächſten Tagen aus=
gegeben
werden. Das Steuerregiſter iſt von dieſem
Jahre an in einem aufgeſtellt worden, nicht mehr wie ſeit=
her
getrennt in die frühere Stadt und den Beſſungen
Stadtteil. Die ſeitherige Trennung, trotz der ſchon ſeit
1888 beſtehenden Vereinigung, hatte ihren Grund darin,
daß bisher noch getrennte Grundbücher beſtanden haben.
Für das Deutſchtum im Ausland. Die diesjährigen
Abiturienten des Neuen Gymnaſiums haben in Erin=
nerung
an ihren hochverehrten Lehrer Herrn Profeſſor
Dr. Lenz dem Verein für das Deutſchtum im Auslande‟
für den der ſo früh Dahingeſchiedene bis zu ſeinem Tode
eine aufopfernde Tätigkeit entwickelte, eine Geldſpende
überweiſen laſſen. Es war dies die letzte Klaſſe. die Pro=
feſſor
Lenz unterrichtet hat. Welche Liebe er bei ſeinen
Schülern genoß, beweiſt deren treue Anhänglichkeit.

* Der Ortsgewerbeverein erläßt eine Aufforderung
an ſeine Mitglieder zu ſeiner dritten Wanderung. Der
Weg führt diesmal von Jugenheim, Alsbacher Schloß,
Auerbacher Schloß nach Auerbach. Auf ſchönen aus=
ſichtsreichen
Wegen gehts durch die Baumblüte nach
dem Alsbacher Schloß, woſelbſt kleines Veſper, Beſich=
tigung
der Burg, Erklärung der Ausſichten ſtattfindet
(für Veſper iſt ſelbſt zu ſorgen, für Getränke ſorgt Burg=
wirt
Bonin), von hier aus wiederum faſt eben um den
Gipfel des Melibokus herum nach Schloß Auerbach,
hierſelbſt Beſichtigung der Burg und Ausſichten uſw.
Nach kurzer Raſt Abſtieg nach Auerbach zu Bürger=
meiſter
Weigold, oberer Saal, woſelbſt noch gemütliches
Beiſammenſein und ein Tänzchen für die Jugend ſtatt=
findet
. Es iſt alſo wiederum Alt und Jung Gelegenheit
geboten, ein paar genußreiche Stunden zu verleben. Die
Abfahrt findet 11 Uhr 59 Min. ſtatt. Liederbücher nicht
vergeſſen, gewandert wird bei jeder Witterung. Alles
nähere in den Anzeigen.
* Rennen des Heſſiſchen Reitervereins. Am
Sonntag, den 14. April, finden auf dem Truppen=
übungsplatz
Griesheim Pferderennen des Heſſiſchen
Reitervereins ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Vom Fernſprechamt. Neue Anſchlüſſe: 1207
Willy Andreß, Baugeſchäft und Eiſenbetonbau, Mühlſtr. 26.
2087 Guſtav Becker, Direktor, Roßdörferſtr. 85. 2080 Char=
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1202 F. Kurtz, Auktionator und Taxator, Pädagogſtr. 2.
1308 Jean Lotz, Schuhmachermeiſter, Saalbauſtr. 38. 221
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Schulſtr. 7. (221) Derſelbe, Privatwohnung, Heinrichſtr. 1I.
1292 Karl Emil Ludwig, Privatier, Heerdweg 86. 2073
Joſef May, Kaufmann, Landwehrſtr. 12. 2544 Emil Müller,
Direktor, Herderſtr. 8. 2088 Peter Müller, Architelt, Büro
für Architektur und Induſtriebauten, Schießhausſtr. 53.
2085 Max Obſtfeld, Althändler, Kleine Bachgaſſe 5/7. 2088
H. Pauli, Schloſſerei und Inſtallationsgeſchäft, Orangerie=
Allee 7. 2091 Adam Schuchmann, Zementbaugeſchäft, Kork=
und Iſolierwerk, Artillerieſtr. 10. 1349 Karl Seibel, Fuhr=
unternehmer
, Pankratiusſtr. 21. 1106 Auguſt Stöhr, Kolo=
nialwaren
und Drogen, Dieburgerſtr. 52. 2572 Strauß u.
Dernburg, Inh. Jac. Dernburg, Darm= und Gewürz= Im=
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thildenplatz
2, Privatwohnung: Frankfurterſtr. 21 I. 2090
Deutſcher Transportarbeiterverband, Bleichſtr. 25. 2092
Prof. Dr. Vetterlein, Architekt, Karlſtr. 90. 1405 Karl Zahrt,
Spenglerei und Inſtallationsgeſchäft, Hofſtallſtr. 8.
Aenderungen: 1744 A. u. P. Bertſch, übertragen
an Berg u. Gaſſert. 971 Anton Braunwarth, Marktpaſſage,
jetzt Ernſt=Ludwigſtr. 3. 100 Wilhelm Bruſt, Bureau, Rhein=
ſtraße
3, jetzt Rheinſtr. 15. 346 Carnier I und Dr. jur. Car=
nier
II., Bismarckſtr. 16, jetzt Nr. 1771. Wilhelminenſtr., 5.
486 Darmſtädter Tapetenfabrik, Ph. Renn Nachf., Land=
wehrſtr
. 63, jetzt Luiſenſtr. 6. 1660 Heinrich Göhrig, Vik=
toriaſtr
. 59, jetzt Georg Göhrig, Heinrichſtr. 61. 959 Valen=
tin
Grab, übertragen an Hugo Ortmann. 1695 Klemens
Herszberg u. Co., Wilhelminenſtr. 27, jetzt Rheinſtr. 19.
706 Wilh. Holtz, Artillerieſtr. 7, jetzt Heidelbergerſtr. 65. 418
Hotel Kölniſcher Hof, übertragen an Joh. Adam Huth.
781 Ferd. Joos, Schloßgartenſtr. 55, jetzt Lichtenbergſtr. 14.
(85) J. Kleeblatt, Frankfurterſtr. 18, jetzt Stiftſtr. 7. 1363
von Köbke, Regierungs=Aſſeſſor, Aliceſtr. 13, jetzt Großh.
Kreisamtmann, Martinſtr. 41. 232 Großh. Kulturinſpektion
Martinſtr. 54, jetzt Bleichſtr. 1. (599) Th. Stemmer, Privat=
wohnung
Grünerweg 36, jetzt Grünerweg 48 I. 656 Hugo
de Waal. Rheinſtr. 12½ jetzt Rheinſtr. 14. 1870 Paul Wolf,
Karlſtr. 20. jetzt Karlſtr. 29.
Abgebrochene Sprechſtellen: 1619 v. Bers=
wordt
=Wallrabe. 1091 Georg Brück. 1774 Auguſt Euler.
46 Graf Limburg=Stirum. 1919 Gottlieb Lorz. 2060 Auto=
Meiſinger, Kranichſtein. 801 Jakob Nohl. 1091 Rummel=
bräu
. 1163 Woite.
-g. Orphenm. Gaſtſpiel desoberbayeriſchen
Bauerntheaters (Michael Dengg). Mit völlig neuer
Ausſtattung wurde am Mittwoch Ludwig Ganghofers
vieraktiges Volksſtück Der Jäger von Fall gegeben.
Der Autor ſchildert als Hauptthema das alte Lied von der
verratenen Liebe, doch Ganghofers Helden ſterben nicht an
gebrochenem Herzen. Mit unmöglich erſcheinender Selbſt=
überwindung
gibt die Sennerin Modei den geliebten Mann
frei und gibt ihm ſogar die ſchriftliche Erklärung, daß er,
der reiche Bauernſohn Blaſius Huiſen, nicht der Vater
ihres Kindes iſt, damit ſeiner Verheiratung mit einer

Alfred Krupp.
(Zur Wiederkehr ſeines 100. Geburtstages.)
Von Grubeninſpektor Joh. Schürmann=Bochum.

Er hat mit eiſerner Ausdauer, flammender Kühn=
heit
und geſtaltender Geiſteskraft aus der Hütte des
Kleinſchmiedes heraus die Stahlinduſtrie zu ihrer höch=
ſten
Leiſtung geführt, zu Deutſchlands Ehr und Wehr
mit dieſen Worten zierte der Verein Deutſcher Ingenieure
den Denkſtein, den er einem ſeiner Größten, dem Kanonen=
könig
Alfred Krupp, widmete, und kennzeichnete ſo aufs
Trefflichſte das Lebenswerk dieſes Heroen auf dem Felde
der Arbeit. Und ein anderes Wort, das erſt neuerdings
von dem bekannten Naturphiloſophen und Nobelpreis=
träger
Wilhelm Oſtwald geprägt wurde, kann man hier
wie kaum bei einem anderen großen Manne zur Paral=
lele
heranziehen: Der größte Wohltäter der Menſch=
heit
iſt heute nicht mehr der Erfinder oder Entdecker, ſon=
dern
der Organiſator. In weiten Volkskreiſen wird der
moderne Erfinder wie ein wahrer Wundermann verehrt;
wir brauchen nur an den Zauberer von Menlo
Park‟ Ediſon zu erinnern während die zumeiſt
durchaus nicht geringere Bedeutung des Unternehmers,
der die Ideen des Erfinders zur Ausführung bringt und
deren nutzbare Verwertung organiſiert, erſt von Wenigen
erkannt, geſchweige auch nur annähernd anerkannt wird.
Und doch iſt die Erfindung, d. h. die klare begriffliche
Erkenntnis eines Bedürfniſſes und der zur Erfüllung
desſelben erforderlichen Hilfsmittel vergleichbar den
Samen zarter Gewächſe, von denen oft vieke tauſende
ausgeſtreut werden müſſen, ehe wenige fruchtbare Körner
auf einen geeigneten Boden fallen, wo ſie unter der ſorg=
ſamen
und mühſamen Pflege des Gärtners, hier des Or=
ganiſators
, keimen und gedeihen, um dann aber auch
wohl hundert= und tauſendfältigen Ertrag zu bringen.
Obwohl Alfred Krupp auch als Erfinder groß da=
ſteht
, ſo gebührt die eigentliche Krone doch ſeinem orga=
niſatoriſchen
Talent; ähnliche Erfindungen wie er haben

auch viele andere gemacht, aber den Kanonenkönig und
die Ausgeſtaltung der Kruppſchen Werke, die machte ihm
zu ſeinen Lebzeiten und auch ſpäter keiner nach. Aller=
dings
iſt ſtreng wörtlich genommen Alfred Krupp weder
der eigentliche Gründer der Firma Friedrich Krupp noch
auch der Fabrik ſelbſt. Er übernahm dieſe vielmehr,
ebenſo wie auch die grundlegende Erfindung des Guß=
ſtahls
, von ſeinem Vater Friedrich Krupp. Dieſes neben
dem ſtarken Arbeitseifer und dem unerſchütterlichen Mut
und Selbſtvertrauen waren aber auch die einzigen Akti=
ven
bei der Uebernahme der väterlichen Hinterlaſſenſchaft,
denen auf der anderen Seite umſo mehr Verpflichtungen
gegenüber ſtanden. Dabei war die Werkſtatt, in der ſein
Vater vier Arbeiter beſchäftigte, nur eine kleine Schmiede=
hütte
. Allerdings war auch ſchon ſein Vater Friedrich
Krupp in ſeiner Art ein großer Mann, aber ohne ſeines
Sohnes Ruhm wäre ſein Name längſt vergeſſen, trotz=
dem
er das Geheimnis der Gußſtahlfabrikation als erſter
in Deutſchland entdeckte und bedeutend vervollkommnete.
Damals beherrſchte die engliſche Induſtrie die Eiſentech=
nik
, da es ihr ſchon längſt gelungen war, einen ausge=
zeichneten
Gußſtahl herzuſtellen, ohne daß man auf dem
Feſtlande hinter das Fabrikgeheimnis kommen konnte.
Viele Erfinder opferten Zeit und Geld vergeblich dieſer
Aufgabe, unter ihnen auch der Vater unſeres Alfred
Krupp. In dem damals nur 4000 Einwohner zählen=
den
Eſſen ſpottete man allgemein über den dickköpfigen
Weſtfalen, der Vermögen und Geſundheit an dieſer Eiſen=
Idee zu ruinieren ſchien. Seine erſten Verſuche ſtellte
Friedrich auf einer Beſitzung ſeiner Großmutter der
Gute Hoffnungs=Hütte zu Sterkrade an, auf der er auch
ſeine erſte hüttenmänniſche Ausbildung erhielt. mußte
dieſe aber beim Verkauf der Hütte im Jahre 1808 unter=
brechen
. Er übernahm dann zunächſt das Spezereigeſchäft
ſeiner Mutter und handelte vornehmlich mit Kaffee.
gab dieſes aber bald wieder auf. um im Herbſt 1812 nach
Errichtung der nötigen Baulichkeiten eine eigene Gußſtahl=
fabrik
zu gründen. Damit wurde vor genau 100 Jahren
die erſte Zelle zu dem jetzt ſo gewaltigen Bau gelegt und

zwar in demſelben Jahre, in dem, am 12. April, ſein
Sohn Alfred das Licht der Welt erblickte.)
Friedrich Krupp glückte nicht nur die Herſtellung des
Gußſtahls, ſondern auch eine derartige Verbeſſerung des
Verfahrens, daß ihm 1822 der Verein zur Beförderung
des Gewerbefleißes in Preußen das Zeugnis ausſtellte,
daß ſein Erzeugnis das engliſche Fabrikat noch übertreffe.
Durch die Kontinentalſperre Napoleons begünſtigt, war
ihm das Glück zunächſt ſo hold, daß er ſchon 1818 im
Weſten der Stadt Eſſen ein neues Gußſtahlwerk errichten
konnte, das die Grundlage des heutigen bildet. Als er
aber im Jahre 1823 erkrankte, geriet er in eine ſo be=
drängte
Lage, daß er kaum imſtande war, ſeine aus Frau
und vier Kindern beſtehende Familie zu ernähren, und
gezwungen war, mit dieſer in einen kleinen, einſtöckigen
Fachwerkbau überzuſiedeln, der heute noch als das ſoge=
nannts
Stammhaus in dem rieſigen Werke erhalten ge=
blieben
iſt. Von allen Freunden verlaſſen, ſtarb er am
8. Oktober 1826. Seiner in Not und Sorge zurückbleiben=
den
Familie konnte er nichts hinterlaſſen als das Geheim=
nis
der Gußſtahlfabrikation, das er auf dem Totenbette
ſeinem 14jährigen Sohne Alfred anvertraute. Ein Kind
noch, mußte dieſer, als die Krankheit des Vaters bedenk=
licher
wurde, die Quarta des Gymnaſiums verlaſſen, um
ſowohl am Amboß in der Werkſtatt wie auch im Kontor
tätige Hilfe zu leiſten, um dann nach dem Tode des Va=
ters
ſelbſtändig als Fabrikleiter an deſſen Stelle zu tre=
ten
. Nun laſtete auf ſeinen ſchwachen Schultern die Sorge
um den Unterhalt einer ganzen Familie und die nicht
geringere um die Aufrechterhaltung und Leitung des Be=
triebes
der Fabrik ſowohl wie auch des Vertriebes der
erzeugten Produkte. Aber gerade dieſe ſo früh begin=
nende
Schule der Arbeit, Sorge und Selbſtändigkeit dürfte
auch bei Krupp wie bei vielen anderen der Hauptgrund
*) Die Angaben über den Tag ſeiner Geburt
ſtimmen nicht überein; außer dem 12. April werden auch
der 11. und vielfach der 26. April als ſein Geburtstga
bezeichnet. D. Red.

[ ][  ][ ]

Nummer 86.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Seite 3.

reichen Bauerntochter nichts im Wege ſteht. Jedoch mi
Abſcheu wendet ſie ſich von dem einſtigen Geliebten, als er
erklärt, ſeine Verheiratung brauche das alte Verhältnis
nicht zu ſtören. Mit zäher Ausdauer wirbt nun der von
ähnlichem Geſchick betroffene Forſtgehilfe Friedl Gaſteiger
um die hübſche Sennerin und als die zögernde Modei zu
dem ſehnſüchtig erwarteten Jawort bereit iſt, zerſtört der
einſtige Geliebte noch einmal ihr ſchüchtern aufkeimendes
Lebensglück. Von dem Forſtgehilfen Friedl beim Wildern
ertappt und verfolgt, verſteckt ſich Blaſius in der Sennhütte
Modeis gegen deren Willen. Als Friedl ſchließlich den
vermeintlichen Nebenbuhler in ihrer Hütte verſteckt findet
verläßt er, im Innerſten verwundet, die unglückliche Modei.
Durch den plötzlich wieder von langer Geiſtesgeſtörtheit
geneſenen Bruder Modeis, dem Narren Lenzl, werden zum
Schluß die beiden Liebenden von dem verhängnisvollen
Irrtum befreit und finden endlich das lange erſehnte Glück.
Dem Ganghoferſchen Gerechtigkeitsſinn entſprechend, findet
dann der Böſewicht Blaſius, der mehrere meuchelmör
deriſche Anſchläge auf den Friedl gemacht hatte, beim Wil=
dern
den Tod. Das Spiel der Darſtellenden verdient
volles Lob. Anna Dengg war als Sennerin Modei in
der Freude und noch mehr in den tragiſchen Momenten
von geradezu packender Realiſtik. Ihre Empfindungen, be=
ſonders
als ſie den wahren Charakter des ihrer unwürdigen
Geliebten erkennen muß, fanden beredten Ausdruck in
Mimik und Geſte. Nicht minder meiſterhaft ſpielte Edi
Hertl die Rolle des Forſtgehilfen Friedl, ſeine Gut=
herzigkeit
und ſeine offene Derbheit waren echt und über
zeugend. Die Rolle des hartherzigen Bauernſohnes Blaſius
Huiſen wurde von Joſeph Raab und der Bruder Lenz
von Michael Dengg mit außerordentlicher Sicherheit dar=
geſtellt
. Als humoriſtiſche Glanzleiſtungen ſind die von
Roſa Kirchner=Lang geſpielte Rolle der Sennerin
Punkl und die des Doktermartl von Jakob Kirchner=
Lang anzuſprechen. Sie entledigten ſich ihrer überaus
dankbaren Aufgabe mit herzerfriſchender Natürlichkeit. Auch
die Darſtellenden der kleineren Partien zeigten ſich den An=
forderungen
durchaus gewachſen, ſodaß auch der Geſamt=
eindruck
ein vorzüglicher war.
* Elſa Laura=Laute. Man ſchreibt uns: Im Lieder
abend der Frau Baronin von Wolzogen wurde
auch auf einer neuen Laute geſpielt, die den Titel Elſa
Laura=Laute trägt, von der Firma Julius Heinrich
ZZZimmermann in Leipzig gebaut iſt und in aller Kürze im
iHandel erſcheinen wird.
A Im Städtiſchen Krankenhaus wurden im März
dieſes Jahres 764 Kranke verpflegt, 390 männliche und
374 weiblichen Geſchlechts. Die Zahl der Pflegetage be=
trug
11200, ſo daß ſich eine durchſchnittliche Tagesbeleg
ung mit 361 Kranken ergibt, gegen 342 im vorhergegan=
genen
Monat. Der Beſtand an Pfleglingen des
Pfründnerhaufes an der Frankfurter Straße war Ende
März dieſes Jahres 71, worunter 30 Männer und 43
Frauen; der Beſtand an Kindern in der mit dem Pfründ=
nerhaus
verbundenen Kinderſtation 21. Das Armen=
haus
an der Pallaswieſenſtraße beherbergte zu dieſem
Zeitpunkte 41 Inſaſſen, worunter 24 Männer, 14 Frauen
und 3 Kinder.
* Preisaufſchlag für Kalb= und Hammelfleiſch.
Die Preiſe für Kalb= und Hammelfleiſch ſind von 90 Pfg.
auf 1 Mark erhöht worden.
§ Selbſtmord. Ein 21 Jahre alter Hausburſche
raus Ober=Moſſau bei Erbach i. O. hat ſich am Mittwoch
im Traiſaer Wald in der Nähe der Nieder=Ramſtädter=
Straße erſchoſſen.

Gernsheim, 11. April. Die hier geländete Leiche eines
Soldaten wurde als die des im November v. J. von
der Eiſenbahnbrücke in den Rhein geſprungenen Musketiers
Handſchuh vom 118. Inf.=Regt. ermittelt.
Offenbach, 11. April. Infolge der ſtändig wachſenden
Steigerung der Abnahme von Energie aus dem ſtädtiſchen
Elektrizitätswerk macht ſich eine Erweiterung
des Werkes erforderlich, die einen Koſtenaufwand von
einer halben Million Mark für Turbinen= und Keſſelanlage
erfordert. Der Verfaſſungsausſchuß bewilligte am Mittwoch
die Mittel. Der frühere Vorſteher des ſtädtiſchen Kanal=
bauamts
, Ingenieur Kolloge, hatte bekanntlich gegen
ſeine Dienſtentlaſſung ohne Penſion die Entſcheidung des
Offenbacher Kreisausſchuſſes angerufen, der ihn mit ſeiner
Klage auf den Weg des ordentlichen Gerichts verwies. Der
Provinzialausſchuß der Provinz Starkenburg, bei dem der
Kläger gegen dieſe Entſcheidung Rekurs erhob, verwies
dann die Klage zwecks Herbeiführung eines materiellen Ur=
teils
an den Offenbacher Kreisausſchuß. Der ſtädtiſche Ver=
faſſungsausſchuß
beſchloß, gegen dieſes Urteil des Provin=
zialausſchuſſes
die Entſcheidung des Miniſte
riums anzurufen.

Neuſtadt, 11. April. Bei den Erdarbeiten zum Bahn=
bau
wurde in der Nähe des Arnheiterhofes tief unter dem
Ackerboden eine mit behauenen Steinen eingefaßte ſtarke
Quelle bloßgelegt. Das Waſſer entſtrömt derſelben
armdick und fließt unterirdiſch wohl zur Mümling.
Erbach, 10. April. Ein bedauerlicher Unglücksfall
ereignete ſich heute früh in der Kumpfſchen Tuchfabrik. Der
72 Jahre alte, ſchon über 30 Jahre in der Fabrik beſchäftigte
Arbeiter Balthaſar Trumpfheller geriet auf bis jetzt noch
unaufgeklärte Weiſe in das Triebwerk einer Maſchine, wo=
bei
er derartige Quetſchungen erlitt, daß der Tod auf der
Stelle eintrat.
Mainz, 11. April. Wie hieſige Blätter erfahren, hat der
Karnevalverein in dieſem Jahre einen Ueberſchuß
von 56000 Mark erzielt, die für den nächſtjährigen Jubi=
läums
=Feſtzug verwendet werden ſollen. Die genaue Ab=
rechnung
wird in der nächſten Zeit erfolgen. Der Hoboiſt
Prüfer vom 88.(Inf.=Regt. hatte kürzlich 600 Mark unter=
ſchlagen
und war damit fluchtig gegangen. P. hat ſich am
1. Oſterfeiertag in Berlin von der Stadtbahn überfah=
ren
laſſen. Er wurde getötet. Als ſtellvertretender Ka=
pellmeiſter
hatte er die Einnahmen eines Konzerts in
Kreuznach für ſich behalten.
Gonſenheim, 11. April. Die beiden Klagen gegen
den Spar= und Kreditverein, die Rechtsanwalt Dr. Schrei=
ber
als Konkursverwalter des Nachlaſſes Becker ange
ſtrengt, wurden von der zweiten Zivilkammer des Land=
gerichts
für begründet erklärt, die Pfändung des
Vereins gegen die Konkursmaſſe aufgehoben, ebenſo die
nachträgliche Bürgſchaft des Becker ſen. für ſeinen ent=
mündigten
und im Irrſinn verſtorbenen Sohn, wie die
Pfändungen ſeines ganzen Beſitzes als rechtlich unzuläſſig
erklärt. Der beklagte Spar= und Kreditverein wurde in
ſämtliche Koſten verurteilt. Die Kaſſe dürfte jetzt den
Betrag von 65000 Mark, den der verſtorbene irr
ſinnige Becker durch die unſinnige Kreditgewährung ihr
ſchuldet, als verloren anſehen.
Worms, 11. April. Geſtern mittag wurde der 15 Jahre
alte Sohn des Bäckermeiſters Seitz, als er mit ſeinem
Fahrrad in der Hagenſtraße fuhr, von einem ſpielenden
Knaben, der aus der Halle des Rathauſes geſprungen kam,
unvorſichtigerweiſe angerannt, ſo daß erſterer zu Fall
kam und einen Bruch des linken Armes, ſowie anſcheinend
eine Gehirnerſchütterung erlitt, die eine mehrſtün=
dige
Bewußtloſigkeit zur Folge hatte. Der junge Mann
wurde nach ſeiner elterlichen Wohnung gebracht; er befindet
ſich jetzt außer Gefahr.
Dexheim, 10. April. Der Dienſtknecht des Landwirts
Johann Berges IV. wurde beim Nachhauſegehen von
unbekannten rohen Burſchen vor der Tür ſeines Hausherrn
angerempelt und durch mehrere Meſſerſtiche ſchwer
am Kopfverletzt. Ermittlungen, die angeſtellt wurden
führten auf die Spur der Täter, die hoffentlich ihrer gerech=
ten
Strafe nicht entgehen werden.
Alzey, 11. April. Im hieſigen Amtsgerichtsbezirk ſind
bis jetzt folgende Gemarkungen mit dem neuen reichs
geſetzlichen Grundbuch verſehen: Albig, Bechen=
heim
, Bermersheim, Biebelnheim, Blödesheim, Dautenheim,
Dintesheim, Eppelsheim, Eſſelborn, Framersheim, Frei=
mersheim
, Flomborn, Gau=Heppenheim, Gau=Köngernheim,
Gau=Odernheim, Hangen=Weisheim, Heimersheim, Ketten=
heim
, Lonsheim, Offenheim mit Vorholz und Wahlheim.
Mit den Anlegungsarbeiten für die Gemarkung Weinheim
ſoll demnächſt begonnen werden.
Gießen, 10. April. Auf eine 25jährige Tätig=
keit
als Univerſitätsprofeſſor kann am 12. April der
Direktor der Augenklinik, Geh. Medizinalrat Dr. med. Adolf
Voſſius hier, zurückblicken. Prof. Voſſius, geboren am
10. Februar 1855 zu Zempelburg in Weſtpreußen, begann
ſeine akademiſche Laufbahn im Jahre 1882 als Privatdozent
für Augenheilkunde in Königsberg, wo er gleichzeitig eine
Aſſiſtentenſtelle an der Augenklinik bekleidete. Am 12. April
1887 erfolgte ſeine Ernennung zum außerordentlichen Pro=
feſſor
an der Königsberger Hochſchule. Oſtern 1890 ſiedelte
Voſſius als Ordinarius und Direktor der Augenklinik nach
Gießen als Nachfolger A. v. Hippels über. Sein Lehrbuch
der Augenheilkunde erſchien in mehreren Auflagen.
Gießen, 11. April. Heute begann hier der zweite
Kongreß für Familienforſchungs Vererb=
ungs
=und Regenerationslehre, zu dem über 100
Teilnehmer aus Deutſchland, Oeſterreich, Groß=Britannien,
Belgien, Norwegen, Schweden und Paläſtina erſchienen
ſind.
Bad. Nauheim, 11. April. Um 12 Uhr mittags kamen
der Großherzog und die Großherzogin von
Heſſen im Automobil hier zum Beſuche der Kai=
ſerin
an. Sie fuhren direkt zum Sanatorium Dr.
Grödel.

Aus dem Seentale, 10. April. Nachdem die Bahn=
ſtrecke
Laubach-Mücke bereits von 8½ Jahren
eröffnet worden, gingen in den letzten Tagen des März
den beteiligten Gemeinden die Anforderungen zur Zahl=
ung
der ihnen angerechneten Beiträge zu. Der Geſamt=
betrag
iſt 191 470 Mark. Davon entfällt bald die
Hälfte mit 86851 Mark auf die Stadt Laubach; ihr ſteht
am nächſten Freienſeen mit 23859 Mark, weiter folgen
Weickartshain mit 11821, Lardenbach mit 10007, Stock=
hauſen
5783, Klein=Eichen 5382, Flenſungen 6947, Sterlau
7831, die Laubacher Waldgemarkung 10502, Stockhäuſer
Hof 1423 Mark. Neben dieſen unmittelbar berührten
Orten wurden noch einige näher oder weiter gelegene
Dörfer mit entſprechenden Beiträgen herangezogen. Für
Gonterskirchen, Altenheim und Wetterfeld ſchwanken ſie
zwiſchen 2200 und 2300 Mark: Solms=Ilsdorf zahlt 1224,
Heſſiſch=Ilsdorf 2318, Groß=Eichen 3245, Sellnrod 4414,
Wohnfeld 1340 Mark. Der Reſt entfällt auf einige Höfe.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 10. April. Diviſions=
pfarrer
Vollmer in Berlin, der ſeiner Zeit in zwei
Predigten für Pfarrer Jatho eingetreten war und darauf=
hin
von der vorgeſetzten Behörde in eine Unterſuchung
verwickelt wurde, iſt nunmehr als Militärgeiſtlicher ver=
abſchiedet
worden. Eine der bekannteſten Berliner
Perſönlichkeiten, Kommerzienrat Ludwig Leichner,
iſt, wie gemeldet, 76 Jahre alt, in ſeiner Villa zu Dah=
lehm
an den Folgen eines Schlaganfalls geſtorben. Er
hatte ſich in ſeiner Jugend zum Opernſänger ausgebildet
und wirkte als Baritoniſt 15 Jahre lang an vielen großen
Theatern, von Köln bis Königsberg. Dann widmete er
ſich pharmazeutiſchen und chemiſchen Studien und es
glückte ihm, die bleifreie Fettſchminke zu erfinden, deren
Mangel er in ſeiner Bühnenzeit an ſich ſelbſt oft genug
empfunden hatte. Für die ganze Theaterwelt war dieſe
Erfindung außerordentlich wichtig. Sie machte Leichner,
der in Berlin alsbald eine Fabrik für Puder und Schmin=
ken
gründete, zum Millionär. Auch als ſolcher betätigte
er bis zuletzt ſein großes Intereſſe für die Kunſt, beſon=
ders
für Muſik und Theater. In ſeinem gaſtfreien Hauſe
verkehrten viele hervorragende Künſtler. Daß das
Richard Wagner=Muſeum in Eiſenach erhalten und nicht
nach Amerika verkauft wurde, ſoll ihm unvergeſſen bleiben.
Seine Stiftung iſt auch das Wagner=Denkmal im Tier=
garten
. Als vormittags auf einem Neubau in der
Karlſtraße zwei Zimmerleute einen Balken im dritten
Stockwerke befeſtigen wollten, löſte ſich dieſer, fiel in die
Tiefe und traf unten den Steinmetz Heinzo, der ſich gerade
gebückt hatte, ins Kreuz. Der Verunglückte ſollte ins
Krankenhaus geſchafft werden, ſtarb aber unterwegs.
Wiesbaden, 11. April. In der Gemarkung Dotz=
heim
wurde heute morgen gegen 6 Uhr der 24jährige
verheiratete Arbeiter Fuchs erfroren aufgefunden.
Fuchs hatte ſich geſtern auf dem Nachhauſewege abſeits
des Weges wegen Ermüdung zum Schlafen niedergelegt
und erfror in der Nacht.
Stuttgart, 11. April. Im Befinden der Herzogin
Wera von Württemberg war geſtern eine bedroh=
liche
Wendung eingetreten. Geſtern nachmittag ſetzte ein
ſchwerer urämiſcher Anfall ein; das Bewußtſein war
bis geſtern abend nicht zurückgekehrt. Heute morgen um
3 Uhr trat der Tod ein. Die Herzogin Wera, geb.
Großfürſtin von Rußland, war die Witwe des im Jahre
1877 jung verſtorbenen Herzogs Eugen, des letzten luthe=
riſchen
Herzogs von Württemberg. Sie war im Jahre
1854 geboren. Ihre Zwillingstöchter ſind mit den Brü=
dern
Albrecht und Maximilian zu Schaumburg=Lippe ver=
mählt
. Der letztere ſtarb im Alter von 33 Jahren.
Bamberg, 11. April. Geſtern abend 5 Uhr durchfuhr
der von Lichtenfels kommende Eilzug infolge Ver=
ſagens
der Bremſe die Bahnſtation. Als der Wei=
chenwärter
die Notſignale hörte, ſtellte er den Zug auf
ein Nebengleis, auf dem eine Rangiermaſchine ſtand.
Durch den Anprall auf die Maſchine wurde dieſe ſtark
demoliert. Der Poſtſchaffner Rabe aus Leipzig wurde
aus dem Zuge geſchleudert und erlitt Prellungen und
ſonſtige Verletzungen, der Zugführer Kunze aus Leipzig
eine leichte Gehirnerſchütterung, der Schaffner Reim aus
Nürnberg Kopſverletzungen. Von den Reiſenden wurde
niemand verletzt.
Köln, 11. April. In den oberrheiniſchen Weinbergen
iſt von neuem eine Anzahl Weinſtöcke bis zum Boden
vollſtändig vernichtet worden. Die Behörden wurden
von den Weingutsbeſitzern erſucht, eine ſchärfere Bewachung
durch Nachtwachen herbeizuführen.
Eiſenach, 10. April. Der Evangeliſche Bund
beſchloß in der heutigen Sitzung des Geſamtvorſtandes

für ſeine ſpätere Größe geweſen ſein. Vor allem ent
ſtammt wohl dieſer harten Lehrzeit das ſoziale Verſtänd
nis und Empfinden für das Wohl ſeiner Beamten und
Arbeiter, das mit dem Namen Krupp heute noch untrenn=
bar
verbunden iſt.
Von morgens bis abends arbeitete der Knabe in der
Werkſtatt, um dann bis in die ſpäte Nacht durch Selbſt=
unterricht
das zu lernen, was der zukünftige Ingenieur
und Kaufmann können mußte. Trotz nie raſtenden Flei=
ßes
blieben die Erfolge zunächſt aus, und erſt nach einem
Jahrzehnt des heißeſten Ringens um die Exiſtenz half
ihm die Erfindung einer Gußſtahlwalze zur Anfertigung
goldener und ſilberner Löffel, die in vielen Staaten
patentiert wurde, aus der Not. Mit dem hieraus er=
zielten
Verdienſt konnte die Fabrik ſo erweitert werden,
(daß ſie im Jahre 1845 bereits 122 Arbeiter beſchäftigte.
Bis dahin wurde Gußſtahl nur zur Anfertigung kleine=
rer
Gegenſtände verwendet. Alfred Krupp war der erſte
der erkannte, daß derſelbe wie kaum ein anderes Mate=
rial
auch für größere Gegenſtände geeignet ſei, die eine
außerordentliche Feſtigkeit und Haltbarkeit erfordern.
Nur hatte man es damals noch nicht gelernt, die hierzu
erforderlichen großen Blöcke zu gießen. Dieſes ſcheiterte
an der Schwierigkeit, die erforderlichen großen Guß=
tiegel
ſo zu durchheizen, daß die umzuſchmelzende Stahl=
maſſe
genügend gleichmäßig in Fluß geriet. Krupp löſte
dieſe Aufgabe in der denkbar einfachſten Weiſe, indem
er eine genügende Anzahl kleinerer Tiegel gleichzeitig
auf Schmelztemperatur bringen und von einer großen
Schar Arbeiter unterbrochen ſchnell hintereinander in die
Gußform entleeren ließ. Da dieſe Verfahren natürlich
der Oeffentlichkeit vorenthalten wurden, ſuchte man hin=
ter
den Kruppſchen Erfolgen lange Zeit ein kompliziertes
Geheimnis, deſſen Ergründung gerade infolge ſeiner ver=
blüffenden
Einfachheit ſcheiterte. Dieſes genügte aber,
um Krupp einen uneinholbaren Vorſprung zu ſichern.
Im Jahre 1851 erregte ein auf der Ausſtellung in London
zur Schau geſtellter Gußſtahlblock von 2250 Kilogramm
die allgemeine Verwunderung und den Neid aller Kon=
kurrenten
. Bildete er doch das Wahrzeichen, daß die
Firma Krupp den erſten Platz unter allen Gußſtahlwer=
len
der Welt errungen habe, einen Platz, von dem ſie

bis heute nicht zu verdrängen war. Dazu kam, daß da=
mals
gerade das Zeitalter der Eiſenbahnen be=
gann
, ſodaß eine gewaltige Nachfrage nach Eiſenbahn=
material
, Schienen, Federn, Achſen, Rädern und derglei
chen herrſchte. Gerade zur rechten Zeit erfand Krupp
1853 die Herſtellung nahtloſer Radreifen, welche einen
derartigen Anklang fanden, daß er davon bald jährlich
65000 Stück abſetzte.
Nachdem auf dieſe Art ein ſicheres Fundament für
den Beſtand der Fabrik gelegt war, wandte ſich Krupp
immer mehr jenem Fabrikationszweige zu, der ſeinen
Namen im Volksmunde der ganzen Welt geläufiger
machen ſollte, als den irgend eines anderen Sterblichen,
und ihm den Titel des Kanonenkönigs verſchaffte. Schon
längere Zeit hatte Krupp einen weſentlichen Teil des
Verdienſtes aus den von ihm angefertigten Friedens=
artikeln
zu koſtſpieligen Verſuchen zur Herſtellung von
Kriegsgeſchützen aus Gußſtahl verwendet. Im Falle des
Gelingens eröffnete ſich dabei für ihn ein um ſo aus=
ſichtsreicheres
Feld, als er ja der einzige war, der die für
die Ausſchmiedung der Geſchützrohre erforderlichen gro=
ßen
Gußſtahlblöcke herzuſtellen verſtand. Bereits im
Jahre 1847 fertigte er einen Dreipfünder aus Gußſtahl
an und auf der Londoner Ausſtellung von 1851 erregte
neben ſeinem Gußſtahlblock ein Sechspfünder ſeiner Fa=
brik
die allgemeine Aufmerkſamkeit. In allen Ländern
ließ er Schießverſuche anſtellen, die ihm zwar allſeitige
Anerkennung und eine Anzahl empfehlender Auszeich=
nungen
, aber keine Beſtellungen einbrachten. Die Mili=
tärverwaltungen
konnten ſich zunächſt nicht von ihren
alten Bronzegeſchützen trennen. Ein ausländiſcher
Deſpot, der Khedive von Aegypten, ging hier als Bahn=
brecher
mit der erſten Beſtellung voran und ließ ſich 36
Vorladergeſchütze liefern, die in den Jahren 185659
zur Ausführung kamen. Erſt als dann im letzteren Jahre
Preußen auf Veranlaſſung des ſpäteren Königs Wil=
helm
I. 300 Kanonen beſtellte, geſtaltete ſich auch die Ge=
ſchützfabrikation
gewinnbringend. Um die ungeheuren
Stahlmaſſen zu bearbeiten, mußten ganz beſondere
maſchinelle Einrichtungen getroffen werden, unter denen
der im Jahre 1861 mit einem Koſtenaufwande von faſt
2000000 Mark vollendete Dampfhammer Fritz die

imponierendſte Stelle einnahm. Als dann in den Jahren
1864/66 und vor allem 1870/71 die Kruppſchen Kanonen
ihren ehernen Mund öffneten und ihre Ueberlegenheit
gegenüber älteren Syſtemen offenbarten, da häuften ſich
Beſtellungen auf Beſtellungen. Immer neue Fabrika=
tionszweige
, wie das Auswalzen von Stahlſchienen,
Panzerplatten, Stahlblechen uſw. ließen das Werk
lawinenhaft anwachſen.
Jetzt zeigte ſich die Größe Krupps erſt in ihrem
vollen Glanze. Während andere die erzielten Gewinne
für perſönliche Zwecke oder zu ſicheren Kapitalsanlagen
benutzt haben würden, waren ſie ihm nur das Mittel zum
Zweck, ſein geliebtes Werk, das gleichſam ſein eigenſtes
Ich verkörperte, immer mehr auszugeſtalten und zu ver=
vollkommnen
und vor allem die ſoziale Lage ſeiner An=
geſtellten
und Arbeiter zu verbeſſern. Allein ſeine zahl=
reichen
Wohlfahrtseinrichtungen hätten genügt, ſeinen
Namen unvergeßlich zu machen. Es ſei nur an die Wohn=
ungsfürſorge
, die Konſumanſtalten, die Kranken= und
Penſionskaſſen, Unterrichts= und Unterhaltungsſtätten
uſw. erinnert, Einrichtungen, die ſpäter bei der ſozialen
Geſetzgebung als Vorbild dienten und auch da leider nur
zum Teil für die Allgemeinheit eingeführt werden konn=
ten
. Das nahe Verhältnis zu ſeinen Arbeitern, mit
denen ihn ſeine harte Jugend in innige Berührung ge=
bracht
hatte, ſeine Hochachtung vor der Arbeit, die er
durch ſeine wohlwollende Behandlung und eine weit über
das Maß des üblichen Lohnes hinausgehende Anerken=
nung
und Fürſorge der ſleißigen Arbeiter bekundete, ließ
ihm, nachdem er am 14. Juli 1887 ſeinen nimmer müden
Geiſt aufgegeben hatte, in den Herzen der Werksangehö=
rigen
unvergeßlich fortleben. Und wie Friedrich der
Große von ſich ſagen konnte: Ich war der erſte Diener
meines Staates ſo zieret mit Recht den Sockel des
ſchönen Denkmals, das die Angeſtellten der Kruppſchen
Dynaſtie an einem der Haupteingänge zu dem von ihm
gegründeten Staatsweſen ſetzten, neben dem Goetheſchen
Worte: Edel ſei der Menſch, hilfreich und gut der von
echt friederizianiſchem Geiſte eingegebene Wahlſpruch
Krupps: Der Zweck der Arbeit ſoll das Gemeinwohl
ſein.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Nummer 86.

zu Eiſenach die Verlegung des Geſchäftsſitzes von Halle
nach Berlin zum Herbſte dieſes Jahres.
Kiel, 10. April. Der jüngſt konfirmierte Fürſt Otto
von Bismarck, der Enkel des Altreichskanzlers,
ſiedelt in dieſen Tagen von Friedrichsruh nach Plön über,
um das Gymnaſium zu beſuchen. Er tritt in die Unter=
ſekunda
ein.
Bromberg, 11. April. Die Oſtdeutſche Rundſchau
meldet: In Pieruſzyce im Kreiſe Jarotſchin vergnügten
ſich Knaben damit, Löcher in Steine und andere Gegen=
ſtände
zu bohren, um dieſe durch Pulver zu ſprengen.
Als ſie das Pulver mit einem Streichholz entzündeten,
wurde zwei Knaben die eine Hand völlig weggeriſſen.
Außerdem erlitten ſie Verletzungen im Geſicht.
Salzburg, 11. April. In der kleinen Ortſchaft Thuern
brach in der vergangenen Nacht ein heftiges Feuer aus,
das ſieben Anweſen einäſcherte. Ein 5jähriges Kind
wurde als verkohlte Leiche aufgefunden. Ein Beſitzer
wurde unter dem Verdacht der Brandſtiftung verhaftet.
Schaffhauſen, 11. April. Bei einer Talfahrt auf dem
Rhein kippte ein Boot um, in dem ein Vater mit vier
Kindern eine Spazierfahrt machte. Ein neunjähriger Knabe
wurde gerettet, zwei Mädchen ertranken. Mit dem
jüngſten zweijährigen Knaben unter dem Arm erreichte der
Vater als guter Schwimmer das Ufer. Der Knabe war
bereits tot.
Rotterdam, 11. April. Der engliſche Dampfer Lyons
der im vorigen Sommer an der Küſte der Inſel Perſchel=
ling
nach den Schätzen des Schiffes Lutine‟
ſuchte, im Oktober aber wegen des ſtürmiſchen Wetters die
Arbeit einſtellen mußte, wird ſeine Verſuche mit den neueſten
techniſchen verbeſſerten Hilfsmitteln wieder aufnehmen.
Die Lutine iſt eine engliſche Fregatte, die im Jahre 1799
mit einer Ladung von 26 Millionen Mark in Gold= und
Silber=Barren und 3 Millionen Mark in Goldmünzen von
Yarmouth nach Kuxhaven beſtimmt war und unterwegs
bei Perſchelling ſcheiterte. Vor 50 Jahren gelang es, rund
2 Millionen an Gold an die Oberfläche zu bringen. Seit
jener Zeit ſank das Wrack immer tiefer in den Sand.
Paris, 11. April. Aus Perpignan wird gemel=
det
, daß in der verfloſſenen Nacht während eines Gewit=
ters
über mehrere Ortſchaften ein Schwefelregen
niedergegangen ſei.
Southampton, 10. April. Der Dampfer der White
Star Line Titanic, der größte Dampfer der
Welt, hat ſeine erſte Fahrt nach New=York angetreten.
Kairo, 10. April. Taucher ſuchen den Nil ab, wo
der Vergnügungsdampfer geſunken iſt.
Fünf Leichname von Europäerinnen wurden gefunden.
Das Schiff kam von einem beſuchten Ausflugsorte. Un=
gefähr
12 Kilometer vor Kairo wurde es von einem
Schleppdampfer angerannt und ſank faſt ſenkrecht. In
der Dunkelheit gab es ſchreckliche Szenen. Der Schlepp=
dampfer
rettete 70 Perſonen. Viele arabiſche Barken
eilten zu Hilfe. Die Polizei ſchätzt die Zahl der Paſſagiere
entſprechend der Durchſchnittszahl auf über 400. Es iſt
aber unmöglich, die genaue Zahl anzugeben. Die Rei=
ſenden
gehörten der Mehrzahl dem kleinen Bürger=
ſtande
an.

Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Polniſche Wirtſchaft im Saalbau=
theater
. Die zwei Abſchiedsgaſtſpiele Polniſche
Wirtſchaft durch das Berliner Max Walden=Enſemble
unter Leitung der Direktoren Egon Jantſch und Max
Walden finden Freitag, den 12. und Samstag, den 12.
April, im Saalbautheater ſtatt und können infolge an=
derweitiger
Verpflichtungen nur noch dieſe zwei Vor=
ſtellungen
ſtattfinden, ſodaß am Samstag, den 13. April,
unwiderruflich die letzte Aufführung dieſes Zugſtückes
Polniſche Wirtſchaft ſtattfindet. Es iſt dies die einzig
autoriſierte Tournée des Berliner Thaliatheaters und iſt
nach Schluß dieſer beiden Abſchiedsabende keine Gelegen=
heit
mehr gegeben, dieſen größten Schlager der Saiſon
mit ſeinen populären Melodien zu ſehen, da dieſes En=
ſemble
das alleinige Aufführnugsrecht beſitzt. Der
alleinige Vorverkauf befindet ſich nur im Verkehrsbureau,
Wartehalle am Ernſt Ludwigsplatz.

Parlamentariſches.

** Darmſtadt, 11. April. Der Wahlprü=
fungsausſchuß
der Zweiten Kammer hielt
heute vormittag eine Sitzung ab und beſchäftigte ſich ein=
gehend
mit den beanſtandeten Wahlen zur Zweiten
Ständekammer. Nachdem die einzelnen mit der Prüfung
der Akten und der von der Regierung veranſtalteten Er=
hebungen
beauftragten Referenten Bericht erſtattet hatten,
beſchloß der Ausſchuß meiſt einſtimmig, die beanſtan=
deten
Wahlen der Abgeordneten Mergell (5. Wahl=
kreis
Starkenburg), Auler (11. Wahlkreis Starkenburg),
Schott (3. Wahlkreis Rheinheſſen) und Wolf=
Stadecken (8. Wahlkreis Rheinheſſen) für gültig zu er=
klären
. Ueber die Wahl des Abg. Kredel (1. Wahl=

kreis Starkenburg) konnte nicht verhandelt werden, da der
Referent Abg. Grünewald nicht zugegen war, doch er=
ſcheint
es nach dem Ergebnis der vorgelegten Akten über
die von der Regierung angeſtellten Erhebungen als zwei=
fellos
, daß auch für dieſe Wahl die Gültigkeit beſchloſſen
werden wird. Von den nicht beanſtandeten Wahlen
wurden die der Abgeordneten Heerdt=Mainz und
Stephan=Worms für gültig erklärt. Bezüglich der
nicht beanſtandeten Wahl des Abg. Korell= König=
ſtädten
ſoll die Regierung noch um die Ergänzung einiger
nicht beigebrachter Aktenſtücke erſucht werden.

Stadtverordneten=Verſammlung.
1. Sitzung.
St. Darmſtadt, 11. April.

Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die Sitz=
ung
um 4¾ Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Der Fußballklub Olympia hat für die Bewillig=
ung
der Mittel zur Herſtellung der Einfriedigung der
Rennbahn an der Heidelberger Straße gedankt.
Frau Chr. Söder Witwe hat eine Eingabe
wegen der Durchführung des Alexandraweges eingereicht
und gebeten, einen Teil ihres Geländes durch die Stadt
zu übernehmen.
Rentner K. Koch führt Beſchwerde über die Anfor=
derung
rückſtändiger Grundſteuern und bittet um Be=
friſtung
.
Von dem Ergebnis der diesjährigen ſtädtiſchen
Bureauaſſiſtentenprüfung wird Kenntnis ge=
geben
.
Die Verkehrsvereins=Politik.
Stadtv. Dr. Fulda kommt nochmals auf die Erklär=
ung
des Stadtv. Stemmer in der letzten Sitzung zu ſpre=
chen
bezüglich ſeiner, Redners, Aeußerungen in der
Zweiten Kammer zu der verkehrten Verkehrspolitik des
Verkehrsvereins und erklärt, daß ler vollſtändig
aufrecht erhalte, was er geſagt habe. Stadtv.
Stemmer vertritt demgegenüber nochmals den Stand=
punkt
des Verkehrsvereins, der in der Verbeſſerung des
Verkehrs mit Frankfurt Vorteile für Darmſtadt ſieht,
während Dr. Fulda weiter die Anſicht vertritt, daß da=
durch
der Verkehr von Darmſtadt abgeleitet wird.
Eine neue Gewerbeſchule
ſtrebt ein Antrag des Stadtv. Sames an, der beantragt,
die Bürgermeiſterei möge alsbald eine Vorlage machen
zur Erbauung eines neuen Gewerbeſchulhauſes. Ober=
bürgermeiſter
Dr. Gläſſing erkennt die Notwendig=
keit
einer neuen Gewerbeſchule an, nimmt aber gleichzei=
tig
Gelegenheit, die Schwierigkeiten zu erörtern, die der
Erbauung noch entgegenſtehen.
Stadtv. Sames: Der Neubau einer Gewerbeſchule
wird ſchon ſeit Jahrzehnten von Jahr zu Jahr ver=
ſchoben
, ohne daß die Angelegenheit bis heute irgend
welche greifbare Geſtalt angenommen hat. Vor einigen
Jahren glaubten die beteiligten Kreiſe, Hoffnung auf die
Verwirklichung der berechtigten Wünſche zu haben, als
in der großen Anlehensvorlage 300000 Mark auch für
den notwendigen Neubau einer Gewerbeſchule genannt
wurden. Das Anlehen wurde vergeben, das Geld auf=
genommen
, aber die Gewerbeſchule iſt ſcheinbar in Ver=
geſſenheit
geraten. Es wurde wohl mit den beteiligten
Korporationen vor einigen Jahren über die Platzfrage
verhandelt, auch in einem Projekt für ein Rieſenvolks=
ſchulgebäude
verſucht, Räume im Kellergeſchoß für dieſe
Schule nutzbar zu machen; ſeit dieſer Zeit ruht die An=
gelegenheit
vollſtändig. Es iſt allſeitig anerkannt, daß
die der Gewerbeſchule überwieſenen Schulräume für den
Zeichenunterricht vollſtändig ungeeignet und für Lehrer
wie Schüler geſundheitsſchädlich ſind. Ein großer Miß=
ſtand
iſt es auch, daß die Schulräume in verſchiedenen
Gebäuden untergebracht ſind und eine einheitliche Leitung
beſonders erſchweren. Im neuen Schuljahre haben ſich
167 Schüler angemeldet, indem nur für 69 Platz vor=
handen
war. Von allen Seiten ſind Beſtrebungen im
Gange für die Jagendfürſorge und Jugenderziehung für
den zukünftigen Beruf. Diejenigen, die noch den Drang
für weitere berufliche Ausbildung in ſich fühlen, ſind
lange nicht die ſchlechteſten Elemente. Das Handwerk
braucht neben der fachlichen Ausbildung eine gute theo=
retiſche
Ausbildung. Kommune und Staat ſind ver=
pflichtet
, hier helfend einzugreifen. Auch in Darmſtadt
hat die Stadt die Verpflichtung, für die Ausbildung des
gewerblichen Nachwuchſes geeignete Schulräume zur
Verfügung zu ſtellen, damit auch die Schüler aufgenom=
men
und untergebracht werden können. Ich ſtelle des=
halb
den Antrag: Der Herr Oberbürgermeiſter der
Stadt Darmſtadt wolle in Kürze der Stadtverordneten=
verſammlung
Vorlage über die Erbauung eines Ge=
werbeſchulhauſes
machen.
Stadtv. Kalbfuß unterſtützt die Ausführungen
des Vorredners. Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
weiſt nochmals auf die großen finanziellen Schwierig=

keiten hin. Der Antrag wird dann in geſchäftsordnungs=
mäßige
Behandlung genommen.
Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft.
Seit der Beſchlußfaſſung der Stadtverordnetenver=
ſammlung
am 22. Februar d. J. haben wiederholt ein=
gehende
Verhandlungen zwiſchen der Stadt ( Bürger=
meiſterei
und Sonderausſchuß) und der Süddeutſchen
Eiſenbahn=Geſellſchaft ſtattgefunden. Dieſe Verhandlun=
gen
betreffen Aenderungen des Vertrags,
welche jedoch nur eine vorwiegende redaktionelle Bedeut=
ung
beſitzen; ſie waren notwendig geweſen, um die Trag=
weite
und den Sinn des Vertrags klarzuſtellen. Die auf
Grund dieſer Verhandlungen ſich ergebenen Vertrags=
änderungen
ſind in einer Vorlage dargeſtellt. Der Ober=
bürgermeiſter
beantragt, nachdem nunmehr die General=
verſammlung
und der Aufſichtsrat der Süddeutſchen
Eiſenbahn=Geſellſchaft in ihrer Sitzung am 1. April d. J.
Stellung genommen haben, die Stadtverordnetenver=
ſammlung
wolle:
1. dieſen Aenderungen zuſtimmen, 2. zu Mitglie=
dern
des Aufſichtsrats folgende Herren als
Vertreter der Stadt wählen: die Stadtverordneten =
muth
, Dr. Bender und Gallus, ferner den Kom=
merzienrat
Jacobi, ſowie den Beigeordneten Ekert
und den Oberbürgermeiſter.
Die Gründung der Geſellſchaft ſoll am
Montag, den 15. April d. J., im Stadthauſe
(Rheinſtraße 16/18) durch notariellen Akt erfolgen.
Ueber die Aenderungen der Verträge refe=
riert
der Vorſitzende im einzelnen. Zunächſt zu den
Verträgen im allgemeinen: 1. In dem Erläu=
terungs
=Vertrag iſt auf Seite 1 im Beginne zu I bemerkt,
daß die Rechte und Pflichten der Süddeutſchen Eiſen=
bahn
=Geſellſchaft aus dieſem Vertrage auf den Rechts=
nachfolger
im Beſitze von mindeſtens 26 Prozent der
Aktien übergehen. Dieſer Gedanke war bereits bei § 12
des Vertrags A zum Ausdruck gekommen und iſt nun in
allgemeiner Weiſe formuliert. 2. Die Mitwirkung der
Stadtverordnetenverſammlung iſt nach wie vor geſichert,
trotzdem an den einzelnen Stellen der Verträge nun nicht
mehr unterſchieden iſt zwiſchen Bürgermeiſterei und
Stadtverordnetenverſammlung, ſondern allgemein das
Wort Stadt gebraucht iſt. Wie auf Seite 1 des Erläu=
terungs
=Vertrags zu II am Beginn bemerkt iſt, iſt die
Beſchlußfaſſung der Stadtverordnetenverſammlung und
ihre entſcheidende Mitwirkung nach wie vor garantiert.
Die Stadt und die Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft
ſind darüber einig, daß, wenn in den Verträgen das Wort
Stadt gebraucht iſt, die in Frage kommenden Willens=
erklärungen
von Seiten des Oberbürgermeiſters, als dem
berufenen Vertreter der Stadt, abzugeben ſind.
Erläuterungs=Vertrag zu Vertrag A.
Zu § 5. Am Schluſſe des Abſatzes 2 werden nach dem
Worte: feſtzulegen eingefügt die Worte: ſelbſtverſtänd=
lich
nur im Rahmen der obigen 5 Prozent. Zu § 11.
Abſatz 4 hat im Gegenſatz zu der früheren Vorlage eine
präziſere Faſſung erhalten. Nach dem Worte: Beſchwer=
den
ſind eingefügt die Worte: allgemeiner Natür.
Erläuterungs=Vertrag zu Verträß. B.
Zu §§ 2 und 11. Der Erläuterungsvertrag zu dem
Vertrage B hat auf Seite 7 zu lb 2 eine Berichtigung der
Ziffern für den Geländepreis zu erhalten. Die jetzt an=
gegebene
Summe von 18000 Mark entſpricht dem Durch=
ſchnittswert
des Geländes. Zu § 7. § 7 (früher § 6a)
Abſatz 3 wird wie folgt formuliert: Im übrigen er=
wartet
die Stadt, daß bei Vergebung von Arbeiten und
Lieferungen die Gewerbetreibenden in Darmſtadt undein
den Orten, die weiterhin Mitglieder der Geſellſchaft wer
den, angemeſſen berückſichtigt werden. Ein weiterer An=
trag
des Stadtv. Sames, nur ſolche Unternehmer zu
berückſichtigen, die ihren ſozialen Verpflichtungen nach=
kommen
, wurde aus praktiſchen Gründen unberückſichtigt
gelaſſen, doch wird die ſachliche Betätigung des Antrages
als ſelbſtverſtändlich betrachtet.
Erläuterungs=Vertrag zu Vertrag D.
Zu § 7. Der Erläuterungsvertrag erhält folgenden Zu=
ſatz
: Bezüglich der Frage der Mitbenutzung der Stra=
ßenbahngleiſe
durch Sprengwagen bleibt eine beſondere
Vereinbarung vorbehalten, die auch die Vergütung zu
regeln hat. Die Geſellſchaft kann die Wagen ſtellen, auch
die Stadt kann die Wagen ſelbſt beſchaffen und ſie der
Geſellſchaft zur Bedienung überlaſſen.
Der Vertrag A § 12 hat im Abſatz 4 hinter dem
Wort: verlangten den Zuſatz erhalten: für alle Linien
im jetzigen Stadtgebiet gültigen
§ 15. Bezüglich
des Uebernahmerechtes der Stadt ſind zwei beſondere
Fälle nunmehr in § 15 und § 15a des Vertrages A formu=
liert
. § 15 betrifft den Fall der Uebernahme des Unter=
nehmens
im Intereſſengebiet, § 15a den Fall der Ueber=
nahme
des geſamten Vermögens. Es wird im übrigen
darauf verwieſen, daß beide Fälle auch in dem Erläuter=
ungs
=Vertrag auf Seite 9 zu § 3 und § 3a der Satzung
nochmals unterſchieden und erläutert ſind. § 15 erhält
weiter in Abſatz 4 folgenden Zuſatz: Dieſe 3 Jahre rech=

Großherzogliches Hoftheater.

W-l. Am Mittwoch gaſtierte‟ Herr Weſtermann
in der Rolle des Franz Moor für das durch den Weggang
des Herrn Lehrmann frei werdende Fach des Charakter=
darſtellers
. Seine Befähigung für dieſes hat er
früher ſchon mit der Rolle des Tokeramo und neuerdings
mit der des Waldſchrat erwieſen. Bezeichnend iſt, daß
er mit dieſen und dem Franz Moor ſeine größten Erfolge
erzielt hat, während er als jugendlicher Liebhaber man=
cherlei
Wünſche unbefriedigt ließ. Es war deshalb ein
glücklicher Gedanke und ein Beweis verſtändnisvoller
Selbſtkritik, wenn er ſich entſchloß, zum Charakterfach
überzugehen, für das er ohne Zweifel mehr beanlagt iſt
Dabei kommt es ihm anderſeits ſehr zu ſtatten, daß er
ſich dafür durch das jugendliche Fach vorgebildet hat,
das eine gute Vorſchule für ihn war. Dies konnte man
auch an ſeinem Franz Moor beobachten, für den er neben
der ſchauſpieleriſchen Routine auch ein hohes Maß im=
pulſiven
Temperaments mitbrachte. Durch dieſes gelangte
er zu einer neuen, höchſt intereſſanten Auffaſſung und
Charakteriſtik der Rolle, deren Vergeiſtigung und Leiden=
ſchaftlichkeit
im Gegenſatz ſtanden zu der herkömmlichen
Darſtellung des kalt berechnenden, überlegenen Böſe=
wichts
. Trotz der lebens= und temperamentvollen Dar=
ſtellung
war Herr Weſtermann im Gegenſatz zu anderen
Darſtellern noch bis zum Schluſſe einer Steigerung fähig,
wobei ihm namentlich auch ſein ausgiebiges Organ zu
Hilfe kam. Das Publikum zeichnete Herrn Weſtermann
in oſtentativer Weiſe durch Beifall aus und rief ihn zum
Schluſſe fünfmal hervor.

Liederabend von Elſa Laura v. Wolzogen.

Wars eine Täuſchung, vielleicht hervorgerufen durch
die faszinierende, friſche, Leben ſprühende Art des Vor=
trags
, oder hat Elſa Laura von Wolzogen wirklich noch
Fortſchritte gemacht ſeit ihrem letzten Auftreten in Darm=
ſtadt
, machen können, obwohl die Kritik längſt ſie
einmütig als reife, auf der Höhe ihres Könnens ſtehende
Künſtlerin pries? Es dünkt uns, als ſei ihr Vortrag noch
pointenreicher, ausdrucksvoller, auch ihre Stimme um=
fangreicher
und ihr Geſang inniger geworden, ſo daß
auch die Legendengeſänge zur Klavierbegleitung mit
ihrem ſchlichten, aber tieftragiſchem, leicht ſentimentalen
Inhalt ungemein eindrucksvoll zur Geltung kamen. Daß
die Künſtlerin in ihren Lautenliedern unbeſtrittene Mei=
ſterin
iſt, iſt bekannt, und ſo wurde denn der Abend in
jeder Beziehung für das außergewöhnlich zahlreiche
Auditorium wie für die Künſtlerin ſelbſt zum vollen Er=
folg
, der für die Künſtlerin auch in reichen Blumenſpen=
den
Ausdruck fand, unter denen als ſinnige Ehrung eine
aus Blumen kunſtvoll gebildete Laute beſonders auffiel.
Elſa Laura von Wolzogen hat den Liedgeſang zur
Laute wie ſie ihn bringt zu einer eigenen, durchaus
individuellen Kunſt erhoben, die um ſo höher als ſolche
bewertet werden muß, als ſie, ſowohl in Bezug auf die
Wahl der Lieder und Melodien, als auch auf Geſang und
Vortrag, auf eingehendes hiſtoriſches und kunſt=kulturelles
Studium aufgebaut iſt. Zur Verkörperung dieſer einzig=
artigen
Volkskunſt bringt die Künſtlerin ſelbſt als reiche
Gaben der Natur dann eine Veranlagung mit, die ſo
ziemlich alles, was andere einſeitig auszeichnet, in ſich zu
wirkſamſtem Ganzen vereinigt. Das iſt vor allem ein
vielſeitig zum Ausdruck gelangender entzückender Humor,
der ſowohl in ſeinen feinſten Formen wie in der die
Volkslieder oft auszeichnenden, mit feinem Takt abex

ſtets in beſtimmten Grenzen gehaltenen Derbheit in ganz
meiſterhaftem Unterſcheidungsvermögen zur Geltung ge=
bracht
wird, und dann der feinpointierte, formenreiche
Vortrag, in dem Elſa Laura v. Wolzogen zurzeit geradezu
einzig iſt. All das eint ſie zu einer vollendeten, individuell
faſt zu eigenem Stil ausgeprägten Kunſt, die das übri=
gens
keineswegs anſpruchsloſe Auditorium zu wieder=
holten
rauſchenden Beifallsbezeugungen enthuſiasmierte.
Der Abend brachte in der erſten Abteilung Lieder zur
Laute: Vom Bauer und Edelmann darunter Unter
der Linde von Walter von der Vogelweide, nach eigener
Melodie der Künſtlerin; dann Lieder vom Weſterwald,
vom Niederrhein und aus Schleſien. Zur zweiten Abteil=
ung
, die ausſchließlich Lieder zum Klavier enthielt, ſtellte
Fräuleine Wilhelmine Heiß mit feinem künſtleri=
ſchen
Takt ſehr verſtändnisvoll die Begleitung. Es
waren Kompoſitionen von Hans Hermann, Volkmar
Andrege und Adalbert von Goldſchmidt. Dann folgten
Lieder im Volkston (zur Laute), von denen beſonders
Ich wußt einmal nichts anzufangen (J. G. Finck), Me=
lodie
von E. L. von Wolzogen, und Der Bettelmuſikant
ſo ſtürmiſch applaudiert wurden, daß ſie da capo gegeben
werden mußten. Der vierte Teil endlich brachte Lieder
zur Laute von da und dort: Nu ved jeg icke, Tanzlied
aus Jütland; Au jardin de mon père Vallé du Rhone;
Oh will you accept altengliſch; Je vais de cöte en
cöte Chanſon des pécheurs de la Saintogne; Alabama
Coon Niggerſong, und zwar mit dem Erfolge, daß auch
der Teil des Publikums ganz gegen die ſonſt nie ver=
leugnete
Gewohnheit, ſchon vor Schluß den Saal zu ver=
laſſen
und andere um den Genuß zu bringen, unentwegt
ſitzen blieb und klatſchte, bis noch drei bis vier Zugaben
M. St.
geſungen waren.

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Nummer 86.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Seite 5.

nen rückwärts von dem 1. April desjenigen Jahres, zu
dem die Kündigung ſpäteſtens hätte erfolgen müſſen.
Als § 16a wird der § 7 aus dem Vertrag B und der
gleichlautende § 14 des Vertrages C als Vorſchrift all=
gemeiner
grundſätzlicher Natur wiederholt.
Satzung: § 3 und § 3a. Hier iſt der neue Wort=
laut
der Uebernahmerechte der Stadt entſprechend dem
Vertrage A nochmals wiedergegeben. § 10. In§ 10 Ab=
ſatz
3 ſoll folgende Beſtimmung eingefügt werden: Ander=
weitige
Ordnung der Vertretungsbefugnis bleibt der
Beſchlußfaſſung des Aufſichtsrates vorbehalten. § 13.
§ 13 Abſatz 3 erhält den Zuſatz: Abberufung einzelner
Mitglieder iſt zuläſſig‟ § 15. Der Text ſoll bleiben,
daß wenigſtens 6 Mitglieder eine Generalverſammlung
verlangen können. Dieſe Beſtimmung liegt auch im
Intereſſe der Stadt. Der letzte Satz des § 15 ſoll nicht
lauten: für den ſich die Mehrheit der ſtädtiſchen Ver=
treter
entſcheidet ſondern: für den ſich die ſtädtiſchen
Vertreter entſcheiden. § 17. Der § 17 enthält in der
jetzigen Formulierung die alte Faſſung in der Vorlage
der Bürgermeiſterei. Dem von Herrn Baſtian angeregten
Gedanken einer Beſchränkung der Rechte des Aufſichts=
rates
iſt Rechnung getragen in § 23 Poſ. 6. § 21. § 21
der Satzung enthält eine redaktionelle Aenderung. Die
Worte: ohne Rückſicht auf in Satz 2 werden erſetzt durch
die Worte: einſchließlich etwaiger § 30. In § 30 der
Satzung iſt die Wertbemeſſung der S. E.=G. vorbehaltlich
genauer Abrechnung auf 2033800 Mark erfolgt. Dieſe
Bemeſſung enthält den Zugang des Anlagekapitals aus
dem Jahre 1911, der, wie bei der Stadt, beſonders ver=
gütet
wird.
Sämtliche Aenderungen werden gut=
geheißen
. Damit iſt die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=
Gekellſchaft endgültig gegründet.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing betont noch=
mals
, daß die Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft ſich in den
gemeinſamen Verhandlungen durchaus entgegenkommend
verhalten habe, ſodaß faſt alle Wünſche der Stadt er=
füllt
wurden. Stadtv. Nodnagel weiſt auf die
eminente Bedeutung des nun zuſtande gekommenen ge=
waltigen
Unternehmens hin, wie es gleich groß und wich=
tig
die Stadt wohl noch nie zu erledigen hatte. Dank dafür
gebühre der S. E.=G., der Sonderkommiſſion und vor
allem dem Herrn Oberbürgermeiſter, der unermüdlich an
dem Zuſtandekommen gearbeitet hat. (Lebh. Bravo und
Händeklatſchen.)
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ſpricht für die
Anerkennung ſeinen herzlichſten Dank aus und rekapitu=
liert
nochmals die einzelnen Phaſen des Projektes und
ſſpricht die Hoffnung aus, daß das Unternehmen der
Stadt zum Segen gereichen möge. (Bravo.)
Nach weiteren Ausführungen der Stadtvv. Schä=
ffer
und Dr. Fulda, Oberbürgermeiſters Dr. Gläſ=
ſing
, Stadtv. Nodnagel ſchließt die Debatte.
Der Antrag der Bürgermeiſterei wird angenommen und
der Oberbürgermeiſter ermächtigt, die notwendigen Vex=
handlungen
mit dem Regiſterrichter zu führen.
Betriebsordnung und Gebührentarif des
neuen Städtiſchen Lagerhauſes.
Hierüber referiert Stadtv. Dr. Fulda: Die Eröffnung
des neuen Städtiſchen Lagerhauſes am Dornheimer Weg,
die am 1. Mai d. J. erfolgen ſoll, macht den Erlaß einer
neuen Betriebsordnung und eines neuen Gebührentarifs
notwendig. Der von der Bürgermeiſterei ausgearbeitete
Entwurf lehnt ſich im weſentlichen an die für die Lager=
häuſer
in Frankfurt a. M. und Mainz gültigen Beſtim=
mungen
an und war den in Betracht kommenden Behörden
uſw. zur gutächtlichen Aeußerung vorgelegt worden. Hin=
ſichtlich
des Gebührentarifs iſt zu bemerken, daß bei der
Tarifierung der Mainzer Tarif zu Grunde gelegt worden
iſt, und daß die Tarifſätze durchweg etwas niedriger wie
die Frankfurter Tarife geſtaltet ſind. Die Großh. Handels=
kammer
Darmſtadt hat ſich mit der Betriebsordnung und

dem Gebührentarif einverſtanden erklärt. Lagerhaus= Depu=
tation
, Rechts= und Finanz=Ausſchuß empfehlen den Ent=
wurf
zur Genehmigung. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Baudispensgeſuche.
Ein Geſuch der Firma Gg. Hinkel um Befreiung
von der Beſtimmung in § 64 Abſ. 3e der Ausführungs= Ver=
ordnung
zur Allgemeinen Bauordnung für ein Bauvorhaben
Frankfurterſtraße 18 wird von dem Hochbau=Ausſchuß zur
Genehmigung empfohlen. Ebenſo ein gleiches Geſuch der
Firma Mahr u. Markwort für einen Neubau auf der
Mathildenhöhe.
Karl Seipp bittet um Befreiung von den Beſtim=
mungen
in §§ 32 und 33 des Ortsbauſtatuts, § 32 Abſ. 6
der Baupolizei=Ordnung und § 56 der Ausführungs= Ver=
ordnung
zur Allgemeinen Bauordnung für Errichtung
eines Hinterbaues auf dem Anweſen Kiesſtraße 32. Der
Hochbau=Ausſchuß beantragt Ablehnung des Geſuchs.
Nach den Referaten der Stadtvv. Sames bezw. Schä=
fer
wird den Ausſchußanträgen zugeſtimmt.
Ein Geſuch des Großh. Heſſ. Militär=Bauamts
um Befreiung von der Beſtimmung in § 34 der Baupolizei=
Ordnung vom 26. Oktober 1907 für Einfriedigung des Ge=
ländes
zwiſchen Eſchollbrückerſtraße und Beſſunger Weg
wird von dem Hochbau=Ausſchuß befürwortet.
Desgleichen ein Geſuch des Proviantamts um
Geſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5
des Ortsbauſtatuts für Errichtung eines Körner=Magazins
in der Stadt=Allee. Das Gebäude muß jedoch 5 Meter hin=
ter
die Straßenfluchtlinie zurückgerückt werden. Auch
dieſen Anträgen wird nach dem Referat des Stadtv. Wag=
ner
zugeſtimmt.
Aenderung einer Fluchtlinie.
Die Fluchtlinie der projektierten Neuen Ireneſtraße,
zwiſchen Schwanenſtraße und Frankfurterſtraße (durch den
Pfründnerhausgarten), ſoll im Einverſtändnis mit dem
Hochbau=Ausſchuß etwas nach Norden zu verſchoben wer=
den
. Nach dem Referat des Stadtv. Markwort wird
zugeſtimmt. Stadtv. Kahn hatte ſich gegen die Aenderung
ausgeſprochen.
Ofenreinigung uſw.
Der mit den Ofenſetzern Ploch und Konſorten abge=
ſchloſſene
Vertrag über das Reinigen der Oefen und Feuer=
ungsanlagen
in den ſtädtiſchen Gebäuden in 1912 wird von
dem Hochbau=Ausſchuß zur Genehmigung empfohlen. Die
Verſammlung ſtimmt zu.
Unterhaltung der Turngeräte.
Der Vertrag über die Unterhaltung der Turngeräte in
den ſtädtiſchen Schulen in 1912 wird von dem Schulaus=
ſchuß
zur Genehmigung vorgelegt. Uebernehmer ſind, wie
ſeither, die Firmen Schad und Bickhardt. Die Verſamm=
lung
ſtimmt nach dem Referat des Stadtv. Nodnagel zu.
Die
Vergütung an die Faſelwärter
für Fütterung der Faſeleber ſoll mit Rückſicht auf die Preis=
ſteigerung
bei allen Futterartikeln angemeſſen erhöht wer=
den
. Landwirtſchafts=Deputation und Finanz=Ausſchuß
befürworten, die Vergütung für das Jahr 1911 auf 250
Mark feſtzuſetzen. Auch dem wird zugeſtimmt. Referent
Stadt. Möſer.
Als
Unterzeichner der Protokolle
werden nach der neuen Städteordnung die Stadtvv. =
muth
und Bormet für den laufenden Monat gewählt
Damit iſt die Tagesordnung erledigt.

Luftfahrt.

* Von der Delag. Nachdem von den Hallen der
Delag in Frankfurt a. M. und Baden=Baden aus der
Fahrbetrieb mit zwei Schiffen mit Erfolg wieder aufge=
nommen
wurde und demnächſt die Hallen in Düſſeldorf und

Hamburg zur Aufnahme von Luftſchiffen bereit ſind, wird
jetzt durch den Luftſchiffbau Zeppelin der Bau des Hafens
bei Potsdam in Angriff genommen. Dieſe Anlage, die
ſpäter in den Beſitz der Delag übergehen ſoll, wird im
Oktober zur Aufnahme zweier Luftſchiffe bereit ſein.
Den Aktionären der Delag ſoll im Herbſt eine Kapi=
talserhöhung
zur Beſchaffung weiterer Schiffe vor=
geſchlagen
werden. Noch in mehreren Großſtädten wird in
dieſem Jahre der Bau von Luftſchiffhallen im Anſchluß an
die Delag begonnen.
* Gotha, 10. April. Unter dem Vorſitz des Prinzen
Albert von Schleswig=Holſtein fand im Schloß=
hotel
in Gotha die Beſprechung über das vom Deutſchen
Fliegerbunde im Auguſt 1912 in Gotha geplante Aero=
plan
=Turnier ſtatt. Die Verſammlung, welcher der
gothaiſche Staatsminiſter Richter, der Vertreter des großen
Generalſtabes, Major Thomſen, Oberbürgermeiſter Liebe=
trau
=Gotha, Major v. Tſchudi, Hofkammerpräſident v. Baſſe=
witz
, Regierungspräſident v. Fiedler=Erfurt und andere
beiwohnten, beſchloß im Prinzip, die Veranſtaltung im
Auguſt 1912 ſtattfinden zu laſſen. Zur Beſchaffung der
nötigen Mittel wurde eine Finanzkommiſſion unter dem
Vorſitze des Staatsminiſters Richter gebildet.
* Vomfranzöſiſchen Militär=Flugweſen.
Der neuernannte Leiter des Militär=Flugweſens, Oberſt
Hirſchauer, erklärte einem Berichterſtatter, daß alle
Militärflugzeuge, die gegenwärtig in ganz Frankreich zer=
ſtreut
ſeien, in kurzem in der Oſtgegend nicht weit von
der Grenze vereinigt werden ſollen. Im Flugweſen
ſelbſt werde eine vollſtändige Scheidung der Aeroplane und
der Lenkballons vorgenommen werden, ſodaß die Flieger
und Luftſchiffer zwei gänzlich getrennte Dienſtzweige bil=
den
würden.
* Flug Peking-Paris. Der Matin gibt be=
kannt
, daß er für den Wettflug Peking-Paris fünf Preiſe
im Geſamtbetrage von 155000 Francs ſtifte.

Handel und Verkehr.

Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
März 1912 auf 65 741 geſtiegen. (Zugang im Monat
März allein 1075). Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden
im März gebucht 1136 Millionen Mark Gutſchriften und
1148 Millionen Mark Laſtſchriften. Das Geſamtgut=
haben
der Kontoinhaber betrug im März durchſchnittlich
128 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheck=
ämter
mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſt=
ſparkaſſe
in Budapeſt, der luxemburgiſchen, der belgiſchen
Poſtverwaltung und den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus
wurden faſt 7 Millionen Mark umgeſetzt und zwar auf
2420 Uebertragungen in der Richtung nach und auf
11560 Uebertragungen in der Richtung aus dem
Auslande.
* Die neuen Barfrankierungsmaſchinen.
Wie die Voſſiſche Zeitung hört, ſollen die neuen
Barfrankierungsmaſchinen bei der Poſtverwal=
tung
anfangs Mai in Benutzung genommen werden und
zwar zunächſt auf drei Berliner Poſtämtern, auf dem Poſt=
amt
des Hauptbahnhofes in Frankfurt a. M. und in Mann=
heim
auf dem Poſtamt Bahnhofsplatz.
* Die ſüdweſtafrikaniſchen Diamanten.
Der Geſchäftsbericht der Diamanten=Regie des ſüdweſt=
afrikaniſchen
Schutzgebietes über das Jahr 1911/12 führt
aus, daß im Berichtsjahre aus Lüderitzbucht und Swa=
kopmund
19 Diamantenſendungen von insge=
ſamt
816 296 Karat eingetroffen und von der Geſellſchaft
verkauft worden ſind. Der erzielte Erlös ſtellte ſich auf
20 898 600 Mark und ergab mithin einen Durchſchnitts=
preis
von 25602 Mark für das Karat gegen 26775 Mark
für das Karat im Vorjahre. Der Erlös ſteigerte ſich wäh=
rend
des Geſchäftsjahres von 23,41 Mark bei einer Durch=
ſchnittsgröße
von 6,33 Steinen für das Karat auf 27,32

Feuilleton.

* Emin Paſchas Tagebücher. Die vom Hamburger
Kolonialinſtitut erworbenen Tagebücher Emin
Paſchas umfaſſen ſechzehn feſte Bücher und viele
loſe Blätter mit Streckenaufnahmen und anthropologiſchen
Meſſungen. Acht Bücher enthalten ſeine Reiſen und geo=
graphiſchen
und ethnographiſchen Beobachtungen. Sie ſind
ſo eng und fein beſchrieben, daß man ſie nur mit der Lupe
leſen kann und enthalten daher eine ungeheure Stoffülle.
Von den übrigen Büchern ſind ſechs zoologiſchen und eines
meteorologiſchen Inhalts. Ein kleines Notizbuch endlich
enthält verſchiedene Aufzeichnungen. Hiſtoriſch beſonders
wertvoll ſind die Aufzeichnungen, die ſich auf den Mahdiſten=
aufſtand
beziehen und die hiſtoriſche Entwicklung der poli=
tiſchen
Verhältniſſe in der Aequatorialprovinz behandeln.
(6. Band.) Eine Fülle wiſſenſchaftlichen Materials bieten
die Schilderungen der Reiſe zur Aufſuchung Stanleys und
die ethnographiſchen Darſtellungen über die Wahuma und
Unjoro. Von den ſieben Tagebüchern zoologiſchen Inhalts
behandeln ſechs Ornithologie und ſchildern die Lebensweiſe
von zuſammen 183 Vögeln, teilweiſe in feſſelnder Form
und in einer wiſſenſchaftlich unſchätzbaren Weiſe. Ein Buch
behandelt 42 Säugetiere. Wie das Kolonialinſtitut mit=
teilt
, geben die Tagebücher Gelegenheit zu grundlegenden
wiſſenſchaftlichen Forſchungen. Der Inhalt iſt in ſeinem
wiſſenſchaftlichen Teile noch ſo gut wie unbekannt. Emin
Paſcha hat daraus ſeinerzeit nur knappe Auszüge veröffent=
licht
. Schweitzer hat für ſeine Lebensbeſchreibung Emin
Paſchas den wiſſenſchaftlichen Teil des Nachlaſſes über=
haupt
nicht herangezogen. Es wird angeſtrebt, die Bücher
als Originalwerk, alſo unbearbeitet, herauszugeben, wofür
allerdings noch die Mittel fehlen. Während der Sitzung
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft im Juni ſoll der wiſſen=
ſchaftliche
Nachlaß Emin Paſchas öffentlich ausgeſtellt
werden.
Tiere als Erben. Vor dem Pariſer Zivilgericht
wird, wie geſtern mitgeteilt, demnächſt ein intereſſanter
Prozeß zur Verhandlung kommen, indem darüber ent=
ſchieden
werden ſoll, ob ein teſtamentariſch zum Erben
eingeſetzter Affenpinſcher juriſtiſch zur Erbfolge berech=
tigt
iſt. Bei dieſem Anlaß erzählt der Gaulois von ähn=
lichen
Fällen, in denen Tiere als Erben eingeſetzt wur=
den
und nicht ſelten ſogar als berechtigte Erben auch
vor Gericht anerkannt wurden. Freilich ſind dabei durch
Teſtament die Tiere vielfach nicht direkt zu Eigentümern
des Vermögens beſtellt worden. Die Pariſer Tierfreun=
din
Mlle. Chaſſegros hinterließ bei ihrem Ableben der
Geſellſchaft für Tierſchutz ihr ganzes Vermögen, das auf
weit über drei Millionen Francs beziffert wurde; von
den Zinſen dieſes Kapitals wird heute der Unterhalt
jener Hilfspferde beſtritten, die ſtändig an gewiſſen
Punkten von Paris bei ſteil anſteigenden Straßen ſtatio=
niert
ſind, um hier den Geſpannen der Laſtwagen bei
der Ueberwindung der Steigung Hilfe zu leiſten. Ein
ereicher Vortugieſe hat ebenfalls der Pariſer Tierſchutz=

geſellſchaft eine ſtändige Jahresrente hinterlaſſen; von
ihr wird der Inſpektor des Tierſchutzvereins bezahlt, der
ſtets an der Brücke der Sainte=Péres ſteht und darüber
wacht, daß die Laſtkutſcher ihre Tiere an dieſer ſchwie=
rigen
Stelle nicht mißhandeln. Die Kutſcher können die=
ſen
Inſpektor mit ſeinem gefürchteten Notizbuch ſehr
gut und in der Tat kommen ſeither an dieſer Stelle Tier=
quälereien
nicht mehr vor. Aber das ſind Fälle, in denen
die Tiere nur indirekt Erben ſind; es fehlt jedoch keines=
wegs
an Beiſpielen, in denen vorwiegend Hunde direkt
zu Erben eingeſetzt werden. Vor Jahren machte in
London ein ſolcher Fall großes Aufſehen: Lady B. hin=
terließ
ihr geſamtes Vermögen ihrem Foxterrier Fides.
In dem Teſtament konnte man leſen: Von allen Weſen,
die mich umgaben, hat nur ein einziges mir wirkliche
treue Zuneigung bewieſen: meine Hündin Fides. Und
daher beſtimme ich, daß mein ganzes Vermögen ihr zu=
fallen
ſoll. Das Teſtament ſah dann eine Reihe von
Legaten vor, deren Verteilung buchſtäblich die Hündin
beſtimmte. Denn die Legate ſollten denen zufallen,
denen Fides Zeichen der Zuneigung geben würde; wer
alſo das Glück hatte, von dieſem vermögenden Fox=
terrier
mit einem Schweifwedeln begrüßt zu werden,
hatte Ausſicht, dafür mit einer hübſchen runden Summe
bedacht zu werden. Das merkwürdigſte an dieſem Falle
iſt aber die Tatſache, daß dieſes Teſtament von dem Ge=
richt
anerkannt wurde, trotzdem entfernte Verwandte den
Verſuch gemacht hatten, es anzufechten. Ein ähnlicher
Prozeß wurde übrigens vor einigen Jahren in Paris
entſchieden. Eine alte Jungfer, ein verbitterter Son=
derling
, hinterließ ihr Vermögen dem Tierſchutzverein.
Die Erben dieſer Mlle. Maniére erhoben Einſpruch, er=
klärten
, die Verblichene ſei bei Abfaſſung des Teſtaments
nicht im Vollbeſitz ihrer geiſtigen Fähigkeiten geweſen,
und ſtrengten einen Prozeß an. Das Gericht erhielt die
letztwillige Verfügung des alten Fräuleins als rechts=
kräftig
aufrecht. In der Urteilsbegründung wurde aus=
geführt
, daß die Dame ihr Leben lang eine leidenſchaft=
liche
Tierfreundin geweſen ſei, ſie habe mit Menſchen
und insbeſondere mit ihren Verwandten nur bittere
Enttäuſchungen erlebt und ihre Beziehungen zu allen
ihren Verwandten ſeit Jahrzehnten radikal abgebro=
chen
; in Anbetracht deſſen ſei ihr Wunſch, ihr Vermögen
den Tieren zugute kommen zu laſſen, erklärlich und be=
rechtigt
. Die Kläger wurden abgewieſen. Aehnlicher
Art war auch das Teſtament einer ſehr reichen Ameri=
kanerin
, Miß Ellen Griffin, die ihren Hund zwar nicht
zu ihrem Univerſalerben einſetzte, jedoch ihrem Kammer=
diener
100000 Francs hinterließ mit der Bedingung,
dafür um ihren Lieblingshund Sorge zu tragen. Im
Teſtament war ſogar genau beſtimmt, welcher Art dieſe
Sorge für den Hund ſein müſſe und in welcher Weiſe
das Tier gepflegt und ernährt werden ſollte.
C.K. Das Geſundheitsatteſt der Brautleute. Durch
die Initiative der Kirchenbehörden von Chicago iſt der
Wunſch vieler Raſſenhygieniker, die die Eheſchließung von
der abſoluten Geſundheit der Brautleute abhängig ge=

macht wiſſen wollen, der Erfüllung um einen erheblichen
Schritt näher gerückt: in der Peter Pauls=Kathedrale
von Chicago ſind in dieſer Woche die erſten Ehen geſchloſ=
ſen
worden, bei denen Braut und Bräutigam vorher ein
ärztliches Geſundheitsatteſt vorlegen mußten. Als vor
kurzem das Domkapitel und der Dekan öffentlich ankün=
digten
, daß im Peter Pauls=Dom fortan nur noch nach
Vorlegung eines Geſundheitszeugniſſes Ehen abgeſchloſ=
ſen
würden, rief dieſer Erlaß in ganz Amerika heftige
Kritik hervor. Viele Geiſtliche machten geltend, daß es
nicht die Aufgabe der Kirche ſei, ſich um die Raſſenhygiene
zu bekümmern und daß nur die Zivilbehörden in dieſer
Richtung zuſtändig ſeien. Aber der Dekan Sumner be=
harrte
darauf, die neue Verfügung in Kraft zu erhalten
und iſt im Gegenteil der Anſicht, daß in ſolchen Ange=
legenheiten
Kirche und Staat beizeiten die Initiative er=
greifen
müßten. Die erſten Brautleute, die unter den
neuen Beſtimmungen als Eheleute eingeſegnet wurden,
waren ein Schutzmann Albertus Bode und die 20jährige
Ruth Palma. Als ſie ihre Trauung anmeldeten und nach
dem Geſundheitsatteſt gefragt wurden, erklärten ſie zu=
nächſt
: Wir haben es vergeſſen Nach einer kurzen Un=
terredung
entfernte ſich das Paar und kehrte eine Stunde
ſpäter mit einem beglaubigten ärztlichen Zeugnis wieder,
das lautete: Ich beſtätige hiermit, daß Ruth Palma und
A. W. Bode weder geiſtig noch körperlich leidend ſind: auch
leiden ſie an keinen unheilbaren oder anſteckenden Krank=
heiten
. Darauf wurde die Trauung vollzogen.
ml. Ein engliſches Kinderhotel. Die große Rolle, die
die Kinder im engliſchen Leben ſpielen, iſt bekannt; nicht
minder bekannt aber iſt auch das Beſtreben der engliſchen
Mütter, ſich im Intereſſe der Wahrung ihrer Unabhängig=
keit
der Lebensführung die Kinder möglichſt vom Leibe
zu halten. Mit Rückſicht auf dieſes Bedürfnis hat jetzt ein
findiger Unternehmer in Margate, dem vielbeſuchten See=
bade
in der engliſchen Grafſchaft Kent, ein Hotel ins
Leben gerufen, das ausſchließlich für Kinder und ihre
Erzieher beſtimmt iſt. Dem Sonderzweck entſprechend iſt
das Hotel zu einem kleinen Kinderparadieſe geſtaltet, das
nicht nur ausgedehnte Gärten, Spielſäle, Sammlungen
von allerhand Spielzeug und eine große Bibliothek illu=
ſtrierter
Kinderbücher beſitzt, ſondern das auch über ein
ganzes Heer von Nurſes zwei bis drei Aerzten und je
einen Turn= und Tanzlehrer verfügt. Jeder der kleinen
Gäſte hat ſein eigenes Zimmer und iſt von den anderen
völlig unabhängig. Auch die Mahlzeiten werden an
kleinen aparten Tiſchen ſerviert, wie es heutzutage in
modernen Hotels üblich iſt. Ein Flügel des Hotels iſt
als Erholungsheim für kleine Rekonvaleszenten beſtimmt;
kranke Kinder ſind aber von der Aufnahme unbedingt
ausgeſchloſſen. Obwohl das Hotel erſt ſeit kurzer Zeit
eröffnet iſt, erfreut es ſich ſchon einer zahlreichen Kund=
ſchaft
, die ſich angeſichts der hohen Preiſe dieſes Kinder=
hotels
begreiflicherweiſe aus Sprößlingen reicher Fami=
lien
zuſammenſetzt; werden doch für den Aufenthalt eines
Kindes nicht weniger als 400 Mark pro Monat berechnet.
Für die engliſchen Mütter iſt das keine Empfehlung,

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Nummer 86.

Mark für das Karat bei einer Durchſchnittsgröße von
6,52 Steinen für das Karat; bis in den Juni 1912 ſind
weitere Abſchlüſſe zu ſteigenden Preiſen getätigt. Die
Verminderung des Durchſchnittspreiſes um 1,173 Mark iſt
in der Hauptſache auf den weiteren Größenrückgang der
Steine von 54 Stück für das Karat im Vorjahre auf
6½ für das Karat zurückzuführen. Der Durchſchnitts=
erlös
für die erſten drei Geſchäftsjahre ſtellt ſich bei ei=
ner
Durchſchnittsgröße von 5,838 Steinen für das Karat
auf 27122 Mark für das Karat, während die Preiſe am
Schluſſe des Geſchäftsjahres im Verhältnis weſentlich
höher ſind. Von den durch die Geſellſchaft verwerteten
816 296 Karat gingen nach Antwerpen 94,55 v. H., nach
London 0,66 v. H., während in Deutſchland 4,79 v. H.
blieben, gegen 3,08 v. H. im Vorjahre. Ein größerer Teil
dieſer für Deutſchland beſtimmten Steine iſt indeſſen auch
noch auf Umwegen in ungeſchliffenem Zuſtande in das
Ausland gegangen, ſodaß ſich der deutſche Verbrauch
kaum auf 3 v. H. berechnen dürfte. An der geſamten
Förderung waren 14 ſüdweſtafrikaniſche Geſellſchaften be=
teiligt
, von denen auf die fünf größten allein 96,32 v. H.
entfielen. Der im Berichtsjahre erzielte Reinge=
winn
beträgt 837124 Mark zu folgender Verwendung:
Rücklage 41856 Mark, 10 v. H. Dividende auf das einge=
zahlte
Aktienkapital von 500000 Mark 50000 Mark, Bei=
trag
an den ſüdweſtafrikaniſchen Landesfiskus zu den
Koſten der Zollverwaltung und Sicherheitsmaßnahmen
204074 Mark, Ueberweiſung an den Verfügungsbeſtand
541 193 Mark.
H. Frankfurt a. M., 11. April. Fruchtmarkt=
bericht
. Der Wochenmarkt war infolge der neuerdings
eingetretenen kälteren Witterung recht feſt geſtimmt und
die Forderungen für alle Gatiungen erhöht. Landweizen
und Landroggen wurden dabei nur in kleineren Mengen
offeriert, ſodaß die Nachfrage nicht befriedigt werden
konnte trotz der bewilligten Preisſteigerung. Auslän=
diſcher
Weizen konnte gleichfalls anziehen, ebenſo war
Hafer teurer. Gerſte und Mais ſtill bei geringer Verän=
derung
. Futterartikel preishaltend. Mehlſorten eben=
falls
50 Pfg. beſſer bezahlt.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt feſt.
An der Berliner Produktenbörſe war die
Tendenz ſchließlich abgeſchwächt, da der günſtige deutſche
Saatenſtandsbericht zu Abgaben veranlaßte und die
Kaufluſt des Auslandes ſtark nachgelaſſen hat. Doch
ſtützte die Feſtigkeit der ausländiſchen Offerten die Preiſe.
Hafer war gefragt auf Deckungen und Käufe des Kon=
ſums
. Nach den latzten Kabelnachrichten von den ame=
rikaniſchen
Getreidemärkten (Chlcago und
New=York) verkehrte Weizen in ſtrammer Haltung auf
den der Hauſſe günſtigen Monatsbericht der Regierung
und die unbefriedigenden Meldungen bezüglich der Ernto=
ausſichten
in Ohio. Illinois und Michigan. Mais eben=
falls
feſt auf die höheren Lokomärkte und die Schätzung
des Schadens infolge der Ueberſchwemmung auf über 20
Millionen Buſh. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort
in dieſer Woche von 57,64 Mill. Buſh. auf 57,62 Mill
Buſh. ſt. die Maisvorräte von 15.90 Mill. Buſh. auf 14.79
Mill. Büſh. zurückgegangen, während die Weizenvorräte
in. Kanada in dieſer Woche von 29,13 Mill. Buſh. auf
37 Mill. Buſh. geſtiegen ſind.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſ. und Wetterauer 23, Kurheſſiſcher 23. La=
plata
24.2525. Kanſas 24,2525, Redwinter 24,2525
Nordd. 23. Ruſſiſcher 24,7525. Rumäniſcher 24.2524,75
Walla Walla 2525,50. Manitoba 24,2525. Roggen
hieſ. 20. Bayeriſcher (Pfälzer) 20. Hafer hieſ. 21,25 bis
21.35. Ruſſiſcher 21,2522. Rumäniſcher 21.2522, Baye=
riſcher
20,5021,70, Amerikaniſcher 19,7520,25. Mais
mixed 1818,10 Donaumais 1818,25. Laplata 1818.15,
Ruſſiſcher 18,1018.25, Rumäniſcher 18,1018.25. Weißer
Mais 18.1018,20, Weizenſchalen 14,2514,50, Weizenkleie
1414.25, Roggenkleie 14,5014,75. Futtermehl 16,50 bis
17. Biertreber getr. 15.2515,50, Weizenmehl hieſ. Nr. 9
32.2532.50, feinere Marken 32,7533. Nr. 1 3131.25,
feinere Marken31.5031.75, Nr. 2 3030.25, feinere Mar=
ken
30,5030,75, Nr. 3 2828,25, feinere Marken 28.50 bis
28,75, Nr. 4 2525,25, feinere Marken 25.5025,75, Rog=
genmehl
hief. Nr. 0 28,5029, Nr. 1 26,5027, Nr. 2
22,5023

Vermiſchtes.

Preisausſchreiben. Zur Erlangung von
Bearbeitungen der Frage: Wie verſchafft man
der minderbemittelten Bevölkerung die
billigſte und zweckmäßigſte Wohngelegen=
heit
? ſchreibt der Verband zum Schutze des deutſchen
Grundbeſitzes und Realkredits einen öffentlichen Wett=
bewerb
aus. Die einzureichenden Arbeiten ſind mit einem
Kennwört zu bezeichnen. In einem mit demſelben, Kenn=
wort
berſehenen Briefumſchläge ſind die Angaben über
Namen und Wohnort des Verfaſſers beizufügen. Die Ar=
beiten
ſind ſpäteſtens bis 30. September dieſes Jahres
bei dem Verbande zum Schutze des deutſchen Grund=
beſitzes
und Realkredits, Berlin W. 8, Taubenſtraße 44/45,
bis abends 6 Uhr einzureichen oder an dem genannten
Tage nach Ausweis des Poſtſtempels dem Poſtamte des
Aufgabeortes zur Beförderung zu übergeben. Verſpätet
eingehende Entwürfe bleiben von dem Wettbewerb aus=
geſchloſſen
.

Literariſches.

* Heinrich von Kleiſt und die Frauen.
Von Dr. Adolf Kohut. (Verlagsgeſellſchaft Hamburg
m. b. H., Hamburg 6.) In der Fülle der aus Anlaß des
100. Todestages Kleiſts neu erſtandenen Kleiſt=Literatur
wird auch dieſes Werkchen dauernden Wert behalten,
denn es ſchildert eine Seite des Dichterlebens, die gleich=
bedeutend
war für ſein Schaffen und Leben, wie ſchließ=
lich
für ſeinen Tod. Illuſtrationen zeigen uns die Frauen
und Mädchen, die in des Dichters Leben eine Rolle
ſpielten.
Hinter dem Nebel Novelle von Eliſa=
beth
Heydemann=Möhring. Preis geh. 3 Mk.,

eleg. gebd. 4 Mk. Vita, Deutſches Verlagshaus, Berlin=
Charlottenburg. Die nordiſchen Geſtalten, die die Dich=
terin
hier erſtehen läßt, ſind wirklich von echteſter Echt=
heit
. Ganz beſonders bewundernswert aber erſcheint es
uns, wie dieſe Frau die Sprache der Seeeleute meiſtert,
und wie ſie in ihrer dichteriſchen Bilderſprache all ihre
vielen treffenden Bilder immer nur aus dem Ideenkreis
des Seemanns holt Dieſe Dichterin aber weiß für
das zarteſte und ſcheueſte lyriſche Empfinden ebenſo wie
für das gewaltſamſte, brutalſte Aufflackern männlicher
Roheit ſtets ein prachtvolles Bild aus der Welt der
Schifferleute zu bieten . . . Wie wunderbar malt ſie ſo
mit ein paar Worten das Elend der Armen und der
Waiſen in ſolchen kleinen Küſtenſtädten! Und lebendig,
wie dieſe Bilder, iſt auch die Handlung. Jedes Empfin=
den
findet einen Ausdruck in einer malenden Gebärde.

Wetternachrichten.

* Schotten, 11. April. Auf dem Hoherodskopf
herrſcht 6 Grad Kälte. Der Schnee liegt 25 Zentime=
ter
hoch.
* Berlin, 11. April. Aus allen Teilen des Reiches
werden ſchwere Schäden infolge des Schneeſturmes
gemeldet. Die amtliche Meſſung der Temperatur betrug
in Berlin nachts 1,30 Uhr 1 Grad Celſius unter Null.
Auch in Oeſterreich und Südrußland herrſchen ſchwere
Schneeſtürme.
* Frankfurt a. M., 11. April. Die Höhen des
Taunus ſind vollſtändig verſchneit. Auf dem Feldberg
wurde heute morgen eine Schneehöhe von 20 Zentimeter
feſtgeſtellt. Das Thermometer zeigte doer eine Tempera=
tur
von 4 Grad unter Null.
* Koblenz, 11. April. Nach ſtarkem Schneefall
in der Eifel und im hohen Weſterwald zeigt das Ther=
mometer
heute morgen 4 Grad Kälte. Viele Blüten ſind
erfroren. Auch die Weinberge ſcheinen gelitten zu haben.
* Köln. 11. April. In den Morgenſtunden herrſchte
hier ſtarker Schneefall.
* Trier, 11. April. Auf dem Maifelde herrſcht ſeit
einigen Tagen heftiger Schneeſturm. Das Thermo=
meter
iſt auf 5 Grad unter Null geſunken. Die Berge
ſind mit einer ſtarken Schneedecke überzogen. Die Kälte
hat an den Blüten ſtarken Schaden angerichtet. Heute
nacht hat es an der Moſel, in der Eifel, im Hochwald
und im Hunsrück ſtark gefroren. Heute früh lag dicker
Reif.
München 11. April. Die Stadt bietet heute
ein winterliches Bild. In der Nacht iſt ergiebiger
Schneefall eingetreten. Bäume und Sträucher ſind
über und über mit Schnee bedeckt. Sturm und Froſt ha=
ben
an Knoſpen und Blüten großen Schaden angerichtet.
* Dresden, 11. April. In der vergangenen Nacht
und heute vormittag herrſchte im Elbtale heſtiges
Schneetreiben. Die ganze Landſchaft iſt in ein
Winterkleid gehüllt. Auf den Dresden umgebenden
Höhen fiel das Thermomster in den geſtrigen Abendſtun=
den
ſtrichweiſe bis auf 4 Grad unter Null. Die Obſt=
blüte
iſt zum Glück noch in der Hauptſache zurück. Nur
einige Kirſchbäume, die ſchon in Blüte ſtehen, mußten
den Blütenſchnee mit dem Schnee von oben vertauſchen.
Auch aus Schleſien werden Schneeſtürme gemeldet.
* Maſeritz, 11. April. Durch den ſtarken Sturm
iſt in der Provinz Poſen großer Schaden angerichtet wor=
den
. Der Oſtdeutſchen Rundſchau zufolge iſt der Sohn
des Landwirts Wojeik geſtern in die See geſtoßen wor=
den
und ertrunken.
H. B. Wien, 10. Arpil. In den Bergen iſt wieder
ein koloſſaler Wetterſturz und infolgedeſſen winter=
liches
Wetter eingetreten. Auf der Rax=Alpe und dem
Schneeberg iſt das Thermometer nachts auf 10 Grad un=
ter
Null geſunken. Der Neuſchnee liegt 10 Zentimeter
hoch. In Wien und Umgebung war das Morgenmini=
mum
2.2 Grad.,
* Brüſſel, 11. April. In dem größten Teil Bel=
giens
herrſcht ſeit 48 Stunden ein ſtarker Schnee=
ſturm
, der große Verheerungen anrichtet.
* Kopenhagen, 10. April. Der geſtrige Schnee=
Orkan hat im ganzen ſkandinaviſchen Norden große
Verkehrsſtörungen und Verheerungen angerichtet. In
den Straßen Stockholms liegt der Schnee meterhoch, der
Bahnverkehr iſt unterbrochen und zahlreiche Schiffs=
unfälle
warden gemeldet. Der Dampferverehr iſt teil=
weiſe
eingeſtellt. Der Dampfer Baxholm der geſtern
abend Stockholm mit 200 Paſſagieren verließ, ſtrandete
und blieb die ganze Nacht hindurch auf Grund. Die
Paſſagiere, unter denen große Beſorgnis herrſchte, lit=
ten
ſchwer unter der Kälte. Heute früh endlich kam der
Dampfer los. In Linköping wurden vier Kinder im Al=
ter
von 7 bis 11 Jahren vom Sturm erfaßt und in die
See geſchleudert, wo ſie ertranken.
H.B. Odeſſa. 11. April. Ungeheurer Schaden iſt
in Rußland durch Schneeſturm und Hagelſchlag
in den letzten Tagen angerichtet worden. Beſonders im
ſüdlichen Teile des Landes haben viele Städte und Dör=
fer
ſchwere Beſchädigungen erlitten. Im Schwarzen
Meere iſt die Schiffahrt ſeit mehreren Tagen vollſtändig
unterbrochen. In Südrußland konnte der Eiſenbahnver=
kehr
nur mit großen Verſpätungen aufrecht erhalten wer=
den
. In Nikolajew ſind mehrere öffentliche Gebäude
durch den Sturm ſchwer beſchädigt worden. 39 Perſo=
nen
ſind dem Unwetter zum Opfer gefallen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 11. April. Zur geſtrigen Meinung der Neuen
Freien Preſſe über die angebliche Erneuerung des
Dreibundes erfährt die Voſſ. Ztg. von unterrichteter
Seite, daß ſie den Ereigniſſen vorauseilt, da der Vertrag
noch längere Zeit läuft und die verbündeten Mächte noch
keinerlei Anlaß hatten, ſich mit der Frage der Erneuerung
zu beſchäftigen.
* Zittau, 11. April. Der Wahl des Bürger=
meiſters
Dr. Rot=Borgſtädt, der zugleich fort=
ſchrittlicher
Landtagsabgeordneter iſt, zum Oberbürger=
meiſter
der Stadt Zittau wurde von der Kreishaupt=

mannſchaft Bautzen die Beſtätigung verſagt. Als Gründe
werden lediglich die perſönliche, nicht aber die politiſche
Stellung angegeben. Die Angelegenheit beſchäftigt die
beiden ſtädtiſchen Kollegien in gemeinſamer Sitzung.
* Lemberg, 11. April. Vor dem Schwurgericht
begann heute der Prozeß gegen die Direktoren der hie=
ſigen
Parzellierungsbank, Johann Deskur und Sieg=
mund
Poznanski, wegen Konkursvergehens. Der Pro=
zeß
dürfte vier Wochen in Anſpruch nehmen.
* Korfu, 11. April. Der Reichskanzler verließ
heute morgen acht Uhr an Bord der Kolberg Korfu.
Er begibt ſich über Brindiſi nach Deutſchland, wo er noch
vor der Rückkehr nach Berlin der Kaiſerin in Bad Nau=
heim
ſeine Aufwartung zu machen gedenkt.
* Madrid, 11. April. Hier läuft das Gerücht und wurde
auf Anfrage von der Nuntiatur beſtätigt, daß der Papſt
Pius X. geſtorben ſei. Den Nuntiaturen in Mün=
chen
, Brüſſel und Wien iſt von der Nachricht nichts be=
kannt
.
* Rom, 11. April. Wie das Wolffſche Bureau er=
fährt
, iſt die verbreitete Nachricht über das Ableben des
Papſtes völlig unbegründet:
* Rom, 11. April. Die Ausſchiffung der Trup=
pen
, die geſtern wichtige Punkte an der libyſchen Küſte
beſetzten, war abends zehn Uhr vollendet. Die Ausſchiffung
des Materials ſchreitet ſchnell fort.
* Stockholm, 11. April. Der Berliner Lokalanzeiger
meldet: Das Induſtrieſtädtchen Norrtelge iſt von einer
verheerenden Feuersbrunſt heimgeſucht worden, die
eine ganze Anzahl von Wohnhäuſern mit den Nebengebäu=
den
in Aſche legte. Etwa hundert Menſchen ſind obdachlos.
* Konſtantinopel, 11. April. Die Pforte lenkte die
Aufmerkſamkeit der Kretamächte auf die Abſicht der
griechiſchen Regierung, den Eintritt der kretiſchen Deputier=
ten
in die griechiſche Kammer dadurch zu verhindern, daß
der griechiſche Kaſſationshof die kretiſchen Wahlen für un=
geſetzlich
erklärte. Die Pforte erklärt, eine derartige Ein=
miſchung
Griechenlands in die kretiſchen Angelegenheiten
könne Schwierigkeiten hervorrufen. Die Kretamächte ſollen
geantwortet haben, die Pforte müſſe mit der Nichtzulaſſung
der kretiſchen Deputierten ſich zufrieden geben, gleichviel
welche Mittel angewendet würden.

H. B. Berlin, 11. April. Prinz Heinrich von
Preußen wird gegen den 28. d. M. in Lenedig ein=
treffen
und der Einweihung des Campanile und der Er=
öffnung
der Kunſt=Ausſtellung beiwohnen. (Die Meld=
ung
bedarf der Beſtätigung.)
Berlin, 11. April. Aus den Kellereien der Cha=
ritee
wurden 200 zu Verſuchszwecken dienende weiße
Ratten geſtohlen. Die Tiere gehörten dem Inſtitute für
Krebsforſchung.
Berlin, 11. April. Die Koſten des Lohnkampfes
der Berliner Herrenmaßſchneider werden auf
3¾ bis 4 Millionen Mark angegeben.
Mailand, 11. April. Der Präfekt von Palermo
zeigte den Deputierten Befflige an wegen Verrats
militäriſcher Geheſmniſſe, durch eine Korre=
ſpondenz
vom 5. April aus Tripolis.
II.B. Kopenhagen, 11. April. Der König und=
die
Königin von Dänemark verlaſſen heute mit=
tag
in Begleitung der Prinzeſſinnen und des Prinzen
Guſtav Kopenhagen, um ſich über Berlin nach dem Süden
zu begeben, wo der König längere Zeit zu verweilen
gedenkt.
H.B. London, 10. April. Der junge Graf Feſte=
titſch
, der ſchon vielfach in Verbindung mit Falſchſpiel
und Betrug genannt wurde, iſt geſtern nacht beim Ver=
laſſen
eines Reſtaurants auf der Straße von Geheim=
poliziſten
verhaftet worden. Es ſoll ſich um Be=
trügereien
handeln, bei denen ein ſeltener Schmuck aus
dem Nachlaß des in Genf im Jahre 1873 verſtorbenen
Herzogs Karl von Braunſchweig vor ein paar Jahren
eine Rolle ſpielte.

schallt laut und frei und sie war
am Tage vorher so überanstrengt
d worden, dass am Abend kein Ton
mehr heraus kam. Ein paar
Wybert-Tabletten haben die
Stimme wieder rein, den Hals frei
gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren, der
viel und laut zu sprechen hat. Eine Schachtel mit
ca. 400 Tabletten kostet in allen Apotheken und Dro-
gerien
nur 1 Mark.
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Würfels den Namen MAGal und die Schutzmarke
Kreuzstern. Achten Sie gefälligst darauf beim Einkauf,
denn andere Würfel stammen nicht von MAGGl.
(V8717

[ ][  ][ ]

Nummer 86.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Seite 7.

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auch Sonntags von 912 Uhr. (6584a

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ünſtige Gelegenheit, 20000 bare Mark für nur
1 Mark zu gewinnen, bietet ſich durch den Kauf
eines Loſes der 2. Altenburger Roten Kreuz=
Lotterie. Dieſe hat den Zweck, im Kriege verwundete
Soldaten und im Frieden hilfsbedürftige Kranke pflegen
zu können. Die Ziehung findet in wenigen Tagen ſtatt.
Außer dem Hauptgewinn von 20000 Mk. gelangen noch
3332 Geldgewinne zur Ausſpielung. General=Debit:
Lotteriebank G. m. b. H. in Eiſenach. Auch von den
Kgl. Preuß. Lotterieeinnehmern und allen durch Plakate
kenntlich gemachten Verkaufsſtellen können Loſe be=
zogen
werden.

Aus dem Geſchäftsleben.

Goethe ſchrieb: . .
. . Die nächſten vier
Wochen ſollen Wunder leiſten: Hierzu wünſche aber mit
Fachinger Waſſer und weißem Wein vorzüglich
begünſtigt zu werden. Das eine zur Befreyung des
Geiſtes; das andere zu deſſen Anregung . .
Jena, 27. Juny 1817.

Kräftiger
Stammhalter
angekommen.
Darmstadt, den 10. April 1912.
Rechtsanwalt Geissner und
Frau Lucie, geb. Bieker.

Todes-Anzeige.
(Stett jeder beſonderen Mitteilung.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſeren guten, treubeſorgten Vater, Schwieger=
vater
, Großvater, Schwager und Onkel
Horrn Dadwis Miedringer
nach kurzem, aber ſchwerem Leiden heute nacht
zu ſich zu rufen.
(8822
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Franz Riedlinger,
Ludwig Riedlinger,
Heinrich Riedlinger,
Albert Riedlinger.
Darmſtadt, den 11. April 1912.
Die Beerdigung findet Sonntag, 14. April,
nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhauſe Löſfel=
gaſſe
26 aus, ſtatt.

Statt beſonderer Anzeige.
Schmerzerfüllt gebe ich Freunden und Be=
kannten
von dem allzufrühen Heimgang meines
innigſtgeliebten Mannes und treubeſorgten
(8815
Vaters meiner Kinder
Herrn
Georg Daschinys
Kenntnis und bitte um ſtille Teilnahme.
Anna Daschinys, geh. Kratz.
Darmſtadt, den 11. April 1912.
Die Beerdigung findet Somstag, den 13. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Die im Norden vorüberziehende Depreſſion brachte
ogar in der Ebene Schneefälle. Im Gebirge iſt wieder
eine Schneedecke angefallen. Scharfe Nordwinde verur=
ſachten
ſtarke Abkühlung. Von Südweſten her ſteigt der
Druck wieder. Wir kommen langſam in den Bereich eines
Hochs, doch ſind für morgen noch Niederſchläge zu er=
warten
. Auch Nachtfröſte ſtehen noch in Ausſicht.
Ausſichten für Freitag, den 12. April 1912: Ver=
änderlich
, noch einzelne Schneeſchauer, kälter (Nachtfroſt).

Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 12. April:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr.
Samstag, den 13. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabattaus=
gang
8 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr
Abends 8 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 13. April:
Vorabend 6 Uhr 35 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 8 Uhr 05 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 14. April,
an: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr. Abends
8 Uhr. 05 Min.
NB. Mittwoch, den 17. und Donnerstag, 18. April:
Rausch Caudesch Jjor.

Tageskalender.

Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): Der Stören=
fried
hierauf Champagner=Viſionen
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters (Der Jäger von Fall).
Saalbautheater, Anf. 8 Uhr: Polniſche Wirtſchaft.
Vortrag für Männer von Rektor Trappmann um
8½ Uhr im Kaiſerſaal
Generalverſammlung der Vereinigten Ortskranken=
kaſſe
um 8½ Uhr im Hotel Heß.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
Metropol um 8 Uhr.
Gemälde=Ausſtellung Zimmerſtraße 13 (geöffnet
von 102 Uhr).
Koloniale Jagd= u. Meerfiſche= Ausſtellung
im Kaiſerſaal (geöffnet von 98 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 411 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Yuän=
Shi=Kai, die Angeklagten im Methylalkoholprozeß in
Berlin, der eingeſtürzte Telefunkenturm in Nauen, das
Lawinenunglück am Hochſchneeberg.

Verſteigerungskalender.
Samstag, 13. April.

Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 23), um 9½ Uhr in der
Dragoner=Kaſerne (Regiment Nr. 24).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

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[ ][  ][ ]

36
Num

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Seite

Schulstiefel
für Knaben u. Mädchen
in schwarz u. brauh, je nach Grösse

Unsere bewährten ratio-
nellen
Naturformen
erfreuen sich allgemeiner
Beliebtheit. Die Preise
sind im Verhältnis zur
Güte der -Waren
sehr billig.

Eine Mitteilung
an die Gitern!

Die starke Abnützung des Schuhwerks durch
Knaben und Mädchen ist bei allen Müttern zur
Genüge bekannt.
Es ist daher ein nicht zu umgehendes Er-
fordernis
, nur Schuhe von solidester Ausführung
und gediegenstem Material zu kaufen.
Nebenstehend führen wir einige unserer be-
währten
und beliebten Sorten für Schulstiefel auf,
wobei wir noch besonders auf den billigen Preis
hinweisen.

Schanwarenhaus
Inh.: PAUL WILDAU
Speier
nur Ludwigstrasse 16.
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Hanau, Darmstadt, Worms, Würzburg, Nürnberg, München, Stutt-
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chenſchr
., Bücherſchr., Bettſt., Ma=
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bethenſtraße
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(*9145

eicht. Pferd, Rapp=Wallach
billig zu verkaufen. Näheres
Expedition.
(*9071fs

zu kaufen
Junger Boxer geſucht.
Lindenhofſtr. 35, p., 122. (*9076

Deutsche Tiger-Dogge
(Hündin), prima Stammbaum, zu
verkaufen Wilhelmſtr. 28. (*8974dfs

Kurſe vom 11. April 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 88f. 6.

In Proz
Zf.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 99,30
94,60
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner, 100 137,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 107,60
3 Madrider . . Fs. 100 76,00
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 136,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,60
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger.
.. fl. 7 35,40
Braunſchweiger Tlr. 20 199,20
Freiburger .
Fs. 15 66,00
Mailänder
. Js. 45
. Fs. 10 34,20
do.
Meininger
. fl. 7 33,70
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 525,00
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 370,00
Venediger . Fs. 30 45,00
Türkiſche . . . Fs. 400 172,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,44
20 Franks=Stücke . . . . 16,27
Amerikaniſche Noten . . . 4, 19½
Engliſche Noten . . . . . 20,43
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,50
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,10

In Proz.
3f. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
z. 19.
90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
89,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,70
3½
do.
89,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 100,40
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
. 100,45
8½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
89,80
S. 35 .
89,60
S. 911
89,70
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
do.
89,00
3½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
do.
3½
89,20

Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . .
90,30
do.
8½
4 Frankfurt.
*100,75
3½ do.
95,70
4 Gießen
3½ do.
88,60
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
89,40
4 Karlsruhe
99,20
3½ do.
89,50
4 Magdeburg.
3½ do.

4 Mainz . . .
3½ do.
4 Mannheim
. 99,20
3½ do.
90,10
4 München
99,70

3½ Nauheim
4 Nürnberg . .
99,60
do.
3½
90,23
4 Offenbach

Inprn
8.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,23
do.
54,60
3 Raab=Oedenburg
. 77,60
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 89,20
4½ Moskau=Kafan . . . 96,70
do.
89,00
4 Wladichawchas . . . . 89,50
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,80
do.
92,20
2¼/10 Livorneſer . . . . . 70,00
3 Salonique=Monaſtir . 65,70
4 Bagdadbahn.
. 84,10
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,25
4 Miſſouri=Pacific . . . . 74,50
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 95,30
5 St. Louis und San
Francisco
. . 88,30
5 Tehuantepec .
. 98,70
Bank=Aktien.

10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 195,20
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn
. 150,70
½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,30
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
6 Deutſche Vereinsbank . 124,40
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,00
10 Diskonto=Kommandit 184,40
8½ Dresdener Bank . . 154,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,25
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,25
5.86 Reichsbank . . . . . 137,80
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,10
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 128,40
½ Wiener Bankverein . 133,60
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16. u. 17 . . . 98,80.

Letzt
In Proz
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 160,60
12 Siemens & Halske . 244,00
12 Bergmann Electr. . . 144,90
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 186,00
0 Gummi Peter . . . . 130,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 190,00
30 Adler=Fahrradwerke
. . 474,00
Kleyer
10 Maſchinenf. Badenia
6 Wittener Stahlröhren 211,50
8 Steana Romana Petr. 140,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 234,00
12½ Bad, Zucker= Wag=
häuſel
.
. 207,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 126,00
3 Südd. Immobilien . 71,50

Bergwerks=Aktien.

12 Aumetz=Friede . . . . 195,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
.. 229,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
188,10
10 Gelſenkirchener .
.198,25
8 Harpener . . . . . . . 198,75
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . 257,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
87,80
4 Laurahütte
. . 178,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
10
Weſteregeln 194,00
7½ South Weſt Africa 157,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 89,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 97,25
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 92,20
3 Prag=Duxer . . . . . . 76,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,50
4 Oeſterr. Staatsbahn 95,50
do.
78,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80

In Proz
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 101,00
do.
88,90
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 101,30
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 95,00
5 Innere Mexikaner . . . 93,75
do.
59,50
4 Gold=Mexikaner v. 1904 87,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,00
3 Buenos Aires Provinz 72,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 140,30
5 Nordd. Lloyd . . . . . 109,30
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . .
6 Baltimore und Ohio . 108,50
6½ Schantungbahn . . . 137,80
6½ Luxemb. Prince Henri 160,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17½
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 497,20
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

. 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 581,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 340,00
10 Cement Heidelberg . . 155,60
32 Chem. Werke Albert 453,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 306,00
4. Lahmeyer . . . . . . . 126,80

In Proz.
Zf.

Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,60
3
81,4C
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,0C
3½ do. Conſols
90,60
3 do. do.
81,30
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
do.
93,20
do.
84,00
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,80
do.
89,10
do.
79,70
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,80
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
3½
do.
89,50
do.
78,25
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,00
4 Württemberger v. 1907 100,70
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
1¾/ Griechen v. 1887 . . 55,50
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 93,30
4 do. Goldrente . . . 96,60
4 do. einheitl. Rente 89,90
3 Portug. unif. Serie I 64,60
3 do. unif. Ser. III 67,70
3. do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903
4 do. v. 1890 . . 94,70
4 do. v. 1905 . . 92,7
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,00
4 do. v. 1902 . . . . 90,6
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
31½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,00
4 Türk. Admin. v. 1903 84,6
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,30
4 Ungar. Goldrente . . . 91,50
4 do. Staatsrente. . 89,10

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

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infolge des Ablebens meines Bruders Heinrich Müller, des ſeit=
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Indem ich für das meinen beiden Vorbeſitzern entgegen=
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[ ][  ][ ]

Nummer 80.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Seite 11.

Frühjahrs=Kontrollverſammlungen 1912.

Die Frühjahrskontrollverſammlungen 1912 im Kreiſe
Darmſtadt, beſtehend aus dem Hauptmeldeamt I Darm=
ſtadt
des Landwehrbezirks I Darmſtadt, werden in nach=
ſtehender
Weiſe abgehalten:
I. In dem Exerzierhaus auf dem ſüdöſtlichen Teile des
Infanterie=Exerzierplatzes zu Darmſtadt.
Dienstag, den 16. April 1912, vormittags 8,30 Uhr:
Sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen der
Jahresklaſſe 1899 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und
Offizier=Stellvertreter aus Darmſtadt.
Dienstag, den 16. April 1912, vormittags 10 Uhr:
Sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen der
Jahresklaſſe 1900 mit Ausnahme derjenigen, welche in der
Zeit vom 1. April bis 30. September 1900 eingetreten ſind
ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und Offizier= Stellvertre=
ter
aus Darmſtadt.
Dienstag, den 16. April 1912, vormittags 10,45 Uhr:
Sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen der
Jahresklaſſe 1901 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und
Offizier=Stellvertreter aus Darmſtadt.
Mittwoch, den 17. April 1912, vormittags 8,30 Uhr:
Sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen der
Jahresklaſſe 1902 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und
Offizier=Stellvertreter aus Darmſtadt.
Mittwoch, den 17. April 1912, vormittags 9,15 Uhr:
Sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen der
Jahresklaſſe 1903 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und
Offizier=Stellvertreter aus Darmſtadt.
Mittwoch, den 17, April 1912, vormittags 10 Uhr:
Sämtliche Wehrleute 1. Aufgebots und Reſerviſten
aller Waffen der Jahresklaſſe 1904 ausſchl: der Offizier=
Aſpiranten und Offizier=Stellvertreter aus Darmſtadt.
Donnerstag, den 18. April 1912, vormittags 8,30 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten aller Waffen der Jahresklaſſe
1906 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und Offizier= Stell=
vertreter
aus Darmſtadt.
Donnerstag, den 18. April 1912, vormittags 9,15 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten aller Waffen der Jahresklaſſe
1907 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und Offizier= Stell=
vertreter
aus Darmſtadt.
Donnerstag, den 18. April 1912, vormittags 10 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten aller Waffen der Jahresklaſie
1907 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und Offizier= Stell=
vertreter
aus Darmſtadt.
Freitag, den 19. April 1912, vormittags 8,30 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten aller Waffen der Jahresklaſſe
1908 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und Offizier= Stell=
vertreter
aus Darmſtadt.
Freitag, den 19. April 1912, vormittags 9,15 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten aller Waffen der Jahresklaſſen
1909, 1910 und 1911 ausſchl. der Offizier=Aſpiranten und
Offizier=Stellvertreter aus Darmſtadt.
Samstag, den 20. April 1912, vormittags 8,30 Uhr:
Sämtliche Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jahres=
klaſſen
1899 und 1900 aus Darmſtadt.
Samstag,, den 20. April 1912, vormittags 9,15 Uhr:
Sämtliche Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jahres=
klaſſen
1901 und 1902 aus Darmſtadt.
Samstag, den 20. April 1912, vormittags 10 Uhr:
Sämtliche Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jahres=
klaſſen
1903 und 1904 aus Darmſtadt.
Montag, den 22. April 1912, vormittags 8 Uhr:
Sämtliche Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jahres=
klaſſen
1905 und 1906 aus Darmſtadt.
Montag, den 22. April, vormittags 8,45 Uhr:
Sämtliche Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jahres=
klaſſen
1907 und 1908 aus Darmſtadt.

Montag, den 22. April 1912, vormittags 9,30 Uhr:
Sämtliche Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jahres=
klaſſen
1909, 1910 und 1911 aus Darmſtadt.
Montag, den 22. April 1912, vormittags 10 Uhr:
Sämtliche Offizier=Aſpiranten und Offizier= Stell=
vertreter
der Reſerve und Landwehr I. Aufgebots aller
Waffen und Jahresklaſſen mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind, aus Darmſtadt.
II. Im Hofe der neuen Schule zu Arheilgen:
Dienstag, den 16. April 1912, nachmittags 3 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus Arheilgen.
III. Im Hofe der Eleonorenſchule zu Eberſtadt:
Mittwoch, den 17. April 1912, nachmittags 2,30 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus den Orten
Eberſtadt, Malchen und Nieder=Beerbach.
IV. Im Hofe der neuen Schule zu Griesheim:
Donnerstag, den 18. April 1912, nachmittags 2,30 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus Griesheim.
V. Im Gaſthaus zur Krone zu Wixhauſen:
Freitag, den 19. April 1912, nachmittags 3,30 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus den Orten
Wixhauſen und Gräfenhauſen.
Freitag, den 19. April 1912, nachmittags 4 Uhr: Sämt=
liche
Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute I. Auf=
gebots
aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen, welche
in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900 eingetre=
ten
ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen der Jah=
resklaſſen
1899 bis einſchl. 1911 aus Erzhauſen.
VI. Vor dem Gaſthaus Laumann in Meſſel:
Samstag, den 20. April 1912, nachmittags 4,15 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus Meſſel.
VII. Im Schulhofe zu Nieder=Ramſtadt:
Montag, den 22. April 1912, nachmittags 3,10 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus den Orten
Nieder=Ramſtadt, Traiſa und Waſchenbach.
VIII. Im Hofe des neuen Schulhanſes zu Ober=
Ramſtadt.
Dienstag, den 23. April 1912, nachmittags 3,10 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus Ober= Ram=
ſtadt
.

(8550

IX. Im Schulhofe zu Pfungſtadt:
Mittwoch, den 24. April 1912, nachmittags 4 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
II. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen.
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911
aus Pfungſtadt.
Mittwoch, den 24. April 1912, nachmittags 4,30 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute
I. Aufgebots aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus den Orten
Hahn, Eich und Eſchollbrücken, ſowie ſämtliche Erſatz=
reſerviſten
aller Waffen der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl.
1911 aus Pfungſtadt.
X. Im Hofe der neuen Schule zu Roßdorf:
Donnerstag, den 25. April, 1912, nachmittags 4 Uhr:
Sämtliche Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrkeute
1. Aufgebots aller Waffen. (mit Ausnahme derjenigen,
welche in der Zeit vom 1. Arpil bis 30. September 1900
eingetreten ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen
der Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus Roßdorf.
XI. Im Schulhofe der 4. und 5. Klaſſe zu Weiterſtadt:
Freitag, den 26. April 1912, nachmittags 2 Uhr: Sämt=
liche
Reſerviſten, Dispoſitionsurlauber, Wehrleute 1. Auf=
gebots
aller Waffen (mit Ausnahme derjenigen, welche
in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1900 einge=
treten
ſind), ſowie die Erſatzreſerviſten aller Waffen der
Jahresklaſſen 1899 bis einſchl. 1911 aus den Orten Wei=
terſtadt
, Braunshardt und Schneppenhauſen.
Anmerkung: Die zur Dispoſition der Erſatzbehörden
entlaſſenen Mannſchaften, ſowie die für zeitig feld= und
garniſondienſtunfähig, und die für dauernd garniſon=
dienſtfähig
anerkannten Mannſchaften der Reſerve und
Landwehr 1. Aufgebots erſcheinen mit den Mannſchaften
ihrer Waffen und Klaſſen.
Auf dem Deckel eines jeden Militärpaſſes iſt die
Jahresklaſſe des Inhabers angegeben.
Zugleich wird zur Kenntnis gegeben:
1. Beſondere Beorderungen durch ſchriftlichen Befehl
erfolgen nicht mehr. Dieſe öffentliche Aufforderung iſt der
Beorderung gleich zu erachten.
2. Willkürliches Erſcheinen zu einer anderen als der
ihm befohlenen Kontrollverſammlung wird beſtraft. Wer
durch Krankheit am Erſcheinen verhindert iſt, hat ein von
der Ortsbehörde beglaubigtes Geſuch ſeinem Bezirks=
feldwebel
baldigſt einzureichen.
3. Diejenigen Mannſchaften, welche aus perſönlicheni
Gründen zu einer anderen als der befohlenen Kontroll=
verſammlung
erſcheinen wollen, haben dies mindeſtens
drei Tage vorher dem Bezirksfeldwebel behufs Einho=
lung
der erforderlichen Genehmigung zu melden.
Wer bei der Kontrollverſammlung fehlt, wird mit
Arreſt beſtraft. (Paßbeſt., Ziffer 14.)
5. Es iſt verboten, Schirme und Stöcke auf den Kon=
trollplatz
mitzubringen.
6. Jeder Mann muß ſeine Militärpapiere (Paß und
Führungszeugnis) bei ſich haben.
7. Im Militärpaß muß die, vom 1. April 1912 ab
gültige, rote Kriegsbeorderung oder Paßnotiz eingeklebt
ſein.
Geſuche um Befreiung von der Kontrollverſammlung
ſind amtlich beglaubigt, nur in dringenden Fällen und
mindeſtens 8 Tage vor der Kontrollverſammlung dem
Hauptmeldeamt I Darmſtadt einzureichen.
Nachträgliche Entſchuldigungen an Ort und Stelle
von Arbeitgebern uſw. können als ſolche nicht gelten
und ſchützen nicht vor der geſetzlichen Strafe.
Lehrer, Polizeibeamte und Angeſtellte der Straßen=
bahn
können an einem beliebigen Appell teilnehmen.
Darmſtadt, den 23. März 1912.
8550)
Chytraeus, Hauptmann.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Hofhund, 1 Jagdhund, 1 Wolfshund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
(8779

Grüner Weg 19.
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Die Anſtalt bereitet in ſorgfältigem Unterricht zur
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vor. Die grundſätzlich beſchränkte Schülerzahl ermöglicht eine durch=
aus
individuelle Behandlung in Unterricht und Erziehung; beſte
Lehrkräfte; nachweisbar ausgezeichnete Erfolge. Nähere Auskünfte,
Prüfungsergebniſſe uſw. durch den Vorſteher
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nachmittags 24 Uhr erbeten.
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Bekanntmachung.
Freitag, den 10. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr

ſollen die den Spezereihändler
Georg Pra Eheleuten dahier zu=
geſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 635%/10 371 Hofreite
Moller=
ſtraße
44,
7 16½/100 287 Hofreite
Wendel=
ſtadtſtr
. 24
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K60/11
verſteigert werden.
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V7517

Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,

ſollen die zum Nachlaß des Pri=
vatiers
Peter Wenz und deſſen
Ehefrau Luiſe, geb. Weinmann,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 125 310 Hofreite Kirchſtr.
( Beſſunger=
ſtraße
43),
I 126 671 Grabgarten daſ.,
XII 62 2306 Acker unter dem
blauen Stein
zwecks Aufhebung der zwiſchen
den Erben beſtehenden Gemein=
ſchaft
in unſerem Geſchäftszim=
mer
, Wittmannſtraße 1, zwangs=
weiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 9. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V8773

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Nummer 86.

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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdrug verboren.)
17)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.

Ein wildes Leuchten brach aus Helgas Augen. Sie
ſprang erregt auf, und auf Einar zuſtürzend, entgegnete
ſie heftig:
Nun leugnen Sie noch, daß Sie etwas wiſſen, nun
haben Sie noch den Mut, in Abrede zu ſtellen, daß es
irgend etwas gibt, was Sie losgelöſt hat von Ihrer
Freundſchaft zu Ingwald?
Er ſah der hohen, herriſchen Frauengeſtalt feſt in das
erregte, totenblaſſe Geſicht.
Sie ſollten nicht fragen, Frau Helga. Sie ſollen und
dürfen nicht.
Er löſte gelaſſen die weiße Hand, die unwillkürlich
ſeinen Arm umklammert hatte, aber ſein Herz klopfte in
raſender Haſt und ſeine Knie zitterten.
Sie ſah ihm einen Augenblick kalt prüfend in das er=
regte
Geſicht, dann ſagte ſie kurz:
Es iſt alſo beſchloſſene Sache, daß ich reiſe. Wie ſelt=
ſam
Sie mir auch in der letzten Zeit begegnet ſind, ich
habe doch ſo viel Vertrauen zu Ihrer Freundſchaft, daß ich
meine alte Mutter und mein Kind Ihrem Schutze anheim=
gebe
. Ich weiß, Sie werden ſie beide in Treue hüten, und
wenn ich nicht wiederkehre, ſo werden Sie ihnen helfen
zu tragen und ſie vergeſſen lernen, daß Sie etwas ver=
loren
haben. So, Einar Aßmuſſen, liebe ich Sie, daß ich
das Einzige, was ich mein nenne, Ihnen ans Herz lege.
Helga! ſchrie er auf, beide Hände über ſeine Augen
deckend. Sie ſind furchtbar in Ihrem wilden Trotz, in
Ihrer Energie, die Sie rückſichtslos vorwärts treibt. Es
bedarf gar keiner Frage, daß Ihre Mutter und Ihr Kind

mten e er ene en e mr ei.
meinem Leben aufthören würde, ſie von mir zu kaſen. Wber
ganz abgeſehen davon, daß die Reiſe für Sie allerlei
Schwierigkeiten bieten würde, Sie dürfen nicht zu Ing=
wald
Anderſen gehen, Sie dürfen nicht.
Ich darf nicht? Ich, nicht zu meinem Gatten? Wer
ſollte mich daran hindern?
Einen Augenblick war es totenſtill in der Halle.
Er ſelbſt, kam es dann langſam von Einars Lippen.
Er ſelbſt.
Dumpf donnernd ſtürzte draußen eine Lawine zu Tal,
hinab ins Meer.
Ein Zittern war in der Luft, ein Zittern in der Halle.
Wie ein Stöhnen kam es von Frau Helgas Lippen,
dann aber richtete ſie ſich energiſch auf, und ihre Stimme
klang beherrſcht, als ſie ſagte:
Sie kämpfen mit ſchlechten Mitteln, lieber Freund.
Es darf mich nicht ſchrecken. Morgen ſchon reiſe ich. Auge
im Auge will ich ihm gegenüber ſtehen, Auge in Auge ſoll
er mir bekennen, ob ſich ſein Herz da draußen in dem
fremden Eislande gewandelt hat. Ich kenne Ingwald, er
wird nicht lügen.
Und wenn er Ihnen die Wahrheit ſagt, die grau=
ſamſte
Wahrheit, was dann?
Voll tödlichen Erſchreckens ſah Frau Helga dem
Freund ins Auge.
Sie glauben? ſchrie ſie auf.
Ich weiß es! gab er dumpf zurück, ich weiß es
ſeit drei Tagen. Umſonſt habe ich bisher mit mir gerungen.
Ich war zu feige, es Ihnen zu kunden.
Sie haben Nachricht, Nachricht von ihm? Und Sie
ſind nicht gleich zu mir geflogen, um mich aus meiner
qualvollen Ungewißheit zu befreien, rief Helga haſtig,
während ſie in nervöſer Haſt in der Halle auf und nieder

r e eter e ete et .
einander kraupſte.
Bei der ungeſtümen Bewegung ihres ſchnellen Schrei=
tens
kam ihr Schleier dem flackernden Kaminfeuer zu nahe.
Hochauf loderte eine helle Flamme. Helga ſah, ohne
ſich zu rühren, in die ihr entgegen ſchlagende Glut. =
muſſen
aber zerdrückte geiſtesgegenwärtig die züngelnde
Flamme mit der Hand.
Sie haben ſich weh getan, rief Helga erſchreckt, meinet=
wegen
! Ich bitte Sie, Einar, laſſen Sie mich Ihre Hand
ſehen.
Sie eilte zur Wand und entnahm dort der kleinen
Hausapotheke Verbandszeug und kühlende Salbe.
Wie ich die Flamme zerdrücke, ſagte Einar Aßmuſſen,
die Fetzen des verbrannten Schleiers auf den Boden
ſchleudernd, ſo zerdrücke ich auch mit eigener Hand, was
mein Herz bewegt.
Nein, laſſen Sie mich, wehrte Helga, das eigene Leid
vergeſſend, und ihm ſorglich den Verband um die nur
leicht verletzte Hand legend, ich weiß, ich tat unrecht, wenn
ich Sie anklagte. Aber Sie wiſſen wohl, lieber Freund,
wer ſelber tauſend Schmerzen leidet, der fügt auch ande=
ren
Schmerzen zu. Nun aber laſſen Sie mich wiſſen, was
Sie erfuhren. Ich verſpreche Ihnen, ſtark zu ſein und nicht
zu zucken, was Sie mir auch ſagen werden.
Ich habe einen Brief von Ingwald. Lange kämpfte
ich, ob ich Ihnen denſelben bringen ſollte, nun ich aber
ſehe, daß Sie entſchloſſen ſind, Ingwald aufzuſuchen, darf
ich wohl nicht länger ſchweigen.
Geben Sie her, forderte Frau Helga düſter.
Noch zögerte er.
Geben Sie her! Wie herriſch Helgas Stimme klang.
Und draußen rauſchten die Waſſer.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

In meiner Abteilung für Mädchen-
Garderobe habe ich einen grösseren
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Stoffen zu ganz besonders billigen
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ist in meinem Schaufenster Nr. 6 zur getl.
Besichtigung ausgestellt.
Willy Schwab
Ludwigsplatz Ecke Schulstrasse.

(8762df

Rennen
des Beſſiſchen Beitervereins
am Sonntag, den 14. April 1912, nachm. 3 Uhr,
auf dem Griesheimer Truppen=Uebungsplatz.
(Zugang zum Rennplatz vom Barackenlager aus.)
I. Eröffnungs-Jagdrennen:
3 Ehrenpreiſe.
II. Reitpferd-Jagdrennen:
3 Ehrenpreiſe.
III. Jagdspring-Konkurrenz:
4 Ehrenpreiſe und 3 Erinnerungsgaben.
IV. Weiterstädter-Jagdrennen:
3 Ehrenpreiſe.
V. Jagd mit Auslauf:
3 Ehrenpreiſe.
Konzert u. Reſtauration auf dem Rennplatze. Gedeckte Tribüne.
Eintritts= und Mitgliedskarten ſind ſichtbar zu tragen.
Bei den Herren Hugo de Waal, Rheinſtr 12½,
Kartenvorverkall: W. Pfeil, Eliſabethenſtr. 5, Friſeur Schwab,
Riedeſelſtr. 56, Friſeur Nies, Heidelbergerſtr. 1, auf dem Verkehrs=
bureau
(Ernſt=Ludwigsplatz), auf dem Geſchäftszimmer der
25. Kavallerie=Brigade (Sandſtraße 42).
. Tribüne (Zutritt zum Sattelplatz) 3 Mk.,
Preise der Plätze: II. Tribüne 1.50 Mk., Wagen= und Reiter=
karten
3 Mk., Reſervierter Platz 50 Pf.
Karten für reſerv. Platz ſind im Vorverkauf für 40 Pf. erhältlich.
Der Vorſtand des Heſſiſchen Reitervereins.
Ein fahrplanmäßiger Zug der Dampfſtraßenbahn fährt um
2 Uhr mittags vom Schloß ab nach dem Griesheimer Lager. Für
eine reichliche Anzahl Wagen zur Benutzung iſt ſeitens der Süd=
deutſchen
Eiſenbahngeſellſchaft geſorgt.
(8783fs

ic.
Klavierschule von & Fl. Marla Rleger
Schüler=Aufführungen
Freitag, den 19. April 1912, nachmittags 5 Uhr, und
Samstag, den 20. April 1912, nachmittags 5 Uhr,
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20.
Programme, die zum freien Eintritt der Aufführungen berech=
tigen
, ſind zu haben in den Muſikalienhandlungen Thies Nachfolger,
L. Schutter, Eliſabethenſtraße, und Heinrich Arnold, Wilhelminen=
ſtraße
, ſowie Kranichſteinerſtraße 56 und vor den Aufführungen
im Fürſtenſaal.
(*9094
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897
Gatdrhrestieizartl. Ich. Gades
Für das diesjährige am 6., 7. u. 8. Juli in
Eberſtadt bei Darmſtadt ſtattfindende Gauturnfeſt, ver=
bunden
mit der 50=jährigen Jubiläumsfeier des
M.=Rh.=Gaues, ſollen die Plätze für vier Bier= zwei
Weinwirtſchaften, Zigarren= und Selterswaſſerſtände,
zwei Metzgereien und zwei Bäckereien und Schaubuden
vergeben werden.
Offerten ſind einzureichen vom 15. ds. Monats bis zum
1. Mai a. c. bei dem Schriftführer des Bau= und Wirtſchaftsaus=
ſchuſſes
, Herrn J. Karl Sauer, Neue Darmſtädterſtraße 31, woſelbſt
auch die Bedingungen=eingeſehen werden müſſen.
(8785ss

Volnische

R.-T

Residenz-
Theater
am weissen Turm.
Vonmorg. Samstag ab u. a.:

Das Drama einer Kon-
ventions
-Ehe aus der
vornehmen Welt in 3 Akt.
von der Schriftstellerin
Frau Strakosch-
Wiesbaden.
(8788)

Warenlager
jeder Branche
kaufe ich gegen
ſofortige Kaſſa.
Gefl. umgeh. Off. m. Angabe der
Artikel unt. R 67 Exped. (6004a

8805a)

getrag. Kleider,
Schuhe ꝛc. zu den
höchſten Preiſen.
Poſtkarte genügt.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29.

uter Privat-Mittagstisch
Mühlſtr. 42, pt. (*8951dfm Croneberg;

ſucht guten Pribat=
Herr Mittags= und Abend=
tiſch
im Martinsviertel. Off. m.
Preis u. C 9 a. d. Exp. (*9127

Walse
21 Jahre, kaufm. gebild., ſ. d. Be=
kanntſchaft
eines ſol. Herren, a. I.
Geſchäftsmann, zw. Heirat. Off.
unter C 5 an die Exped. ds. Bl.
(*9124fs
Anonym verbeten.

von Reitinſtiut Rei=
Entlauſen mann ein weibliches
Kätzchen (3 Junge), dunkelbraun u.
ſchwarz, ſammetweiches Fell. Bitte
einfangen. Nachrichten unt. A 64
an die Expedition ds. Bl.
20 Mark Belohnung für Er=
mittlung
der Katze.
(*9061df

Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer Prinz Adalbert nach
Philadelphia, 9. April 10 Uhr
45 Minuten morgens Lizard
paſſiert.
Dampfer Schwarzburg nach
Newport News, 6. April 10 Uhr
30 Min. abends in New=York.
Vergnügungsdampfer Meteor
von der dritten Mittelmeerfahrt
kommend, 9. April 11 Uhr mor=
gens
in Venedig.
Dampfer Viktoria Luiſe ſechſte
Weſtindienfahrt, 9. April 2 Uhr
nachmittags in Havang.

Der Jäger von Fall
Volksstück in 4 Akten
von Ludwig Ganghofer.

Samstag, 13. April
Der Jäger von Fall

Sonntag, 14. April
nachmittags 4 Uhr:
Aus d. Artgeschlagen

Sonntag, 14. April, abends
Der Pfarrer von Kirchfeld

Preise und Vorverkauf wie bekannt.
(8821)

Leizie Verstellung 15. Aprll.

Privatmittagstisch
geſucht. Angebote mit Preisang.
u. Ref. u. C 13 a. d. Exp. (*9138

Großherzogl. Hoftheater
Freitag, 12. April.
152. Abonnem.=Vorſtellung. C 38.
Der Störenfried.
Luſtſpiel in 4 Akten von Roderich
Benedix.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Albrecht Lonau,
Stadtſyndikus . Hr. Baumeiſter
Thekla, deſſ. Frau Frl. Meißner
Geheimerätin See=
feld
, der. Mutter Fr. Rudolph
Alwine Weiß, Lo=
nau’s
Mündel . Frl. Gothe
Hubert Maiberg . Hr. Schneider
Lebrecht Müller . Hr. Wagner
Graf Marling . Hr. Semler
Ehrhardt, Gärtn. Hr. Knispel
Henning, d. Sohn Hr. Speiſer
Babette, Köchin . Frl. Grünberg
Minette, Kammer=
jungfer
. . . . Frl. Heumann
Hierauf=
Champagner=Viſionen.
Original=Ballett v. Helene Thiele=
Leonhardt und Paul Lincke.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Perſonen:
Baron Freihen,
Hr. Jürgas
Maler .
Fred, ſein Diener Hr. Kroczak
Traumgeſtalten:
Prima ballerina. Frl. Huber

Japanerin .
Jongleuſe

Chanteuſen

Frl. Croneberg
Frl. Lederer
Frl. Pfau
Frl. Müller
. Frl. Baranoff
. Frl. Lücke
Frl. Roeder
Frl. Martin
. . Frl. Kumpf
Vorkommende Tänze:
1. Gavotte, getanzt v. Frl. Huber;
2. Japaniſch, getanzt von Frl.
3. Jongleur=Polka, ausgef. von
Frl. Lederer;
4. Walzer, ausgef. v. d. Damen
Pfau, Müller, Baranoff, Lücke,
Roeder, Martin und Kumpf.
5. Cancan, ausgef. vom geſamten
Perſonal.
Nach dem Luſtſpiel läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremden=
loge
5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 16.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 3.50 Mk.,
14.20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.5. Reihe 2.20 Mk., 6.8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2. Ga=
lerie
50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. Ende vor 10 Uhr.
Kartenverk. v. 111 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 111 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Samstag, 13. April. Auß. Ab.
Vorſtell. zu ermäßigten Preiſen:
Meyers. Anfang 7½ Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 14. April. Auß. Ab.
Zweites und letztes Gaſtſpiel des
Kgl. Bayer. Kammerſängers Hein=
rich
Knote vom Hoftheater in
München. Lohengrin. Lo=
hengrin
. Hr. Knote. Gr. Preiſe.
Anfang 6½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)
Montag, 15. April. 153. Ab.=V.
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Glocke (Schauſpiel). Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 16. April. 154. A.=V.
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Seite 14

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Nummer 86

Zahnbelag. Jede Mahlzeit läßt in der Mundhöhle
Speiſereſte zurück, die mit Speichel vermengt ſich an den
Zähnen feſtſetzen. Zum Teil gehen dieſe Reſte in Fäulnis
über, zum Teil bilden ſie einen häßlichen Zahnbelag, aus
dem allmählich der Zahnſtein entſteht. Nauchen, Tabak=
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Die Befreiung von der Beitragspflicht
zur Reichsverſicherung der Angeſtellten.

Es wird neuerdings die Frage aufgeworfen, ob
zur Befreiung von der Beikragspflicht zur Reichsver=
ſicherung
der Privatangeſtellten gemäß § 390 des Ver=
ſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte auch eine Sterbekaſſen=
verſicherung
genügt, wenn durch eine ergänzende Lebens=
verſicherung
die Prämie erforderlichenfalls bis zu jenem
Betrage erhöht wird, den der Angeſtellte nach ſeinen Ge=
haltsverhältniſſen
an die Reichsverſicherungsanſtalt zu
zahlen hätte. Ein hoher Regierungsbeamter hat geäu=
ßert
, nach dem Wortlaut des § 390 Abſ. 1 des Ver=
ſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte ſei eine Sterbegeldver=
ſicherung
kein Verſicherungsvertrag im Sinne des Ge=
ſetzes
. Aus dem Wortlaute des § 390 geht aber ſo klar
das Gegenteil hervor, daß ein Zweifel über die Zuläſſig=
keit
einer Sterbekaſſenverſicherung gar nicht aufkommen
kann.
Der hier in Betracht kommende Abſatz 1 des § 390
des Geſetzes lautet:
Angeſtellte, für die vor dem 5. Dezember 1911
bei öffentlichen oder privaten Lebensverſicherungs=
unternehmungen
(§ 1 des Geſetzes über die privaten
Verſicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901
Reichs=Geſetzbl. S. 139) ein Verſicherungsvertrag ge=
ſchloſſen
iſt, können auf ihren Antrag von der Beitrags=
leiſtung
befreit werden, wenn der Jahresbetrag der
Beiträge für dieſe Verſicherungen beim Inkrafttreten
dieſes Geſetzes mindeſtens den ihren Gehaltsverhält=
niſſen
zur Zeit des Antrags entſprechenden Beiträgen
gleichkommt, die ſie nach dieſem Geſetze zu tragen
hätten.
Demnach kommen alſo für die Befreiung in Betracht
Verſicherungsverträge, die bei einer Lebensverſicherungs=
unternehmung
abgeſchloſſen ſind, die dem § 1 des Ge=
ſetzes
über die privaten Verſicherungsunternehmungen
unterſtehen. Der § 1 des Geſetzes über die privaten Ver=
ſicherungsunternehmungen
lautet:
Privatunternehmen, welche den Betrieb von Ver=
ſicherungsgeſchäften
zum Gegenſtande haben, unter=
liegen
. . . .. der Beaufſichtigung nach Maßgabe die=
ſes
Geſetzes.
Als Verſicherungsunternehmungen im Sinne die=
ſes
Geſetzes ſind ſolche Perſonenvereinigungen nicht
anzuſehen, die ihren Mitgliedern Unterſtützung ge=
währen
, ohne ihnen einen Rechtsanſpruch darauf ein=
zuräumen
.

Dem Geſetze unterſtehen demnach nur jene Lebens=
verſicherungsunternehmungen
nicht, die ihren Mitgliedorn
keinen Rechtsanſpruch auf die Verſicherungslei=
ſtungen
einräumen. Dagegen unterſtehen ihm alle Le=
bensverſicherungsunternehmungen
, alſo auch alle Sterbe=
kaſſen
, bei denen ein ſolcher Rechtsanſpruch vorgeſehen iſt.
Die Befreiung von der Beitragspflicht zur Reichs=
verſicherung
der Privatangeſtellten muß alſo nach dem
Wortlaut des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte durch
einen Verſicherungsvertrag bei einer Sterbekaſſe, die
Rechtsanſpruch auf die Verſicherungsleiſtungen ge=
währt
, in ganz gleicher Weiſe herbeigeführt
werden können wie durch einen Verſiche
rungsvertrag bei einer großen Lebenst
verſicherungsanſtalt.
In dem § 390 des Verſicherungsgeſetzes für Ange=
ſtellte
iſt der eingeklammerte Textteil jedenfalls gerade
deshalb beigefügt worden, um keinen Zweifel darüber zu
laſſen, daß die Befreiung ſoll herbeigeführt werden kön=
nen
durch einen Verſicherungsvertrag bei jeder Lebens=
verſicherungsunternehmung
, die dem § 1 des Geſetzes
über die privaten Verſicherungsunternehmungen unter=
ſteht
, mag dieſe nun eine große Lebensver=
ſicherungsanſtalt
oder eine Sterbekaſſe
ſein. Daran kann auch die Regierung nichts ändern.
Es wäre auch geradezu widerſinnig, die Beſtimmung
des Geſetzes ſo auszulegen, daß jene Angeſtellten, die bei
einer großen Lebensverſicherungsanſtalt verſichert ſind
von ihrer Beitragspflicht zur Reichsverſicherung befreit
werden können, nicht aber jene, die bei einer Sterbekaſſe
verſichert ſind. Wenn z. B. ein Werkmeiſtar von früher
her bei der Sterbekaſſe des Deutſchen Werkmeiſterver=
bandes
verſichert iſt, ſo zahlt er jährlich an Beitrag 27,60
Mark. Wenn er eine Lebensverſicherung über 1000 Mark
laufen hat und ſich im Alter von 25 Jahren verſicher?
hat, ſo zahlt er bei einer beſtimmten großen Lebensver=
ſicherungsanſtalt
z. B. jährlich an Tarifprämie nur 20,70
Mark. Es wäre aber doch ein ſchreiendes Unrecht, daß
der Angeſtellte, der für Verſicherung bei einer Lebens=
verſicherungsunternehmung
denn etwas anderes iſt
auch eine Sterbekaſſe nicht den größeren Betrag aus=
gibt
, nicht ſoll befreit werden können, wohl aber jener,
der den kleineren Betrag ausgibt.

Sport.

* Fußball. Ein Fußball= Länderwett=
kampf
England=Belgien kam in Brüſſel zur
Entſcheidung. Der Kampf endete mit dem knappen Siege
der Engländer von 21. Von den fünf bisher ausgetra=
genen
Kämpfen gewann Belgien drei und England zwei
Spiele.
Bei dem Fußball=Länderwettkampf
Ungarn=Deutſchland, der am Sonntag in Peſt
ſtattfindet, wird Deutſchland durch folgende Mannſchaften
vertreten ſein: Tor: Werner; Verteidiger: Röpnack, Hem=
pel
; Läufer: Ugi, Kneſebeck, Kraus (Jena); Stürmer:
Wegele, Jäger, Worpitzky, Kipp Möller. Der erſte
dieſer Art, im Jahre 1909 in Peſt ausgetragene Wett=
kampf
endete mit 3:3 unentſchieden. Nachdem der Kampf
dann im Jahre 1910 ausgefallen war, endete bei der

letzten Begegnung in München das Spiel mit 411 für
Ungarn.
Um die engliſche Liga=Meiſterſchaft
wurden einige weitere Spiele abgehalten. Sunderland
ſiegte gegen Bury 110, Weſt Bromwich Albion gegen
Middlesborough 211, Mancheſter City gegen Tottenham
Hotſpur 2.0, Woolwich Arſenal gegen Preſton North
End 411, Liverpool gegen Bradford City 2:0, Aſton
Villa gegen Oldham Athletiks 211, während Blackburn
Rovers mit Sheffield Wednesday und Everton mit
Noot County unentſchieden 111 ſpielten.
* Laufſport. Die Meiſterſchaft von Eng=
land
im 10 Meilen=Laufen, eines der größten
Ereigniſſe im engliſchen Laufſport, wurde in Edinburg
ausgetragen und ergab den Sieg des ſchottiſchen Läu=
fers
Th. Jack, der die 16,090 Kilometer betragende
Strecke in 55 Minuten 21,2 Sekunden durcheilte, die
ſchlechteſte Zeit, die je in dieſer klaſſiſchen Konkurrenz
Englands erzielt wurde. Zweiter wurde A. Knorr. Der
Verteidiger S. Watt, der dieſe Meiſterſchaft ſiebenmal
ſein eigen nennen durfte, mußte wegen Krankheit dem
Start fern bleiben.
* Radrennen. In Lodz (Rußland) feierte der be=
kannte
Berliner Dauerfahrer Ad. Schulze einen ſchönen
Triumph, da er alle drei Läufe des Dauerrennens über
10, 15 und 20 Kilometer als Sieger beenden konnte.
In Padua (Italien) kam ein Dreiermatch Gardellin=
Dupuy=Hedſpath zum Austrag, das von Gardellin mit
zwei erſten und einem zweiten Platz vor Dupuy ge=
wonnen
wurde. Hedſpath endete jedes Mal als Dritter.
In Charleroi gewann die Mannſchaft Polledri=
Carapezzi ein 100 Kilometer=Mannſchaftsfahren in 2
Stunden 48 Minnten vor Heller=Ruß und Laſſon=Poot.
Ferner gewann der belgiſche Straßen=Matador ein ſtark
beſetztes 100 Kilometer=Rennen ohne Führung in 2
Stunden 50 Minuten durch Endſpurt mit halber Länge
vor Melotte, Vancour und Polledri. Auf dem klei=
nen
belgiſchen Velodrom in Chense=Sauheid
zeigte ſich der franzöſiſche Sechstage=Fahrer Brocco in
einem 50 Kilometer=Rennen in ausgezeichneter Form, da
er ganz allein das Feld überrundete. Zweiter wurde
Jamar vor Vanhouwaert, Laſſon, Poot und Lapize.
In St. Nicolaus (Belgien) wurde ein 100 Kilo=
meter
=Rennen in drei Läufen über 40, 40 und 20 Kilo=
meter
entſchieden. Verlinden gewann die beiden 40
Kilometer=Läufe vor Buyſſe und Leon Vanderſtuyft und
konnte im dritten Lauf über 20 Kilometer nur hinter
Buyſſe vor Vanderſtuyft einkommen.
* Billard. Das Billard=Turnier Hugo
Kerkau=Jules Adorjan hat mit einem Siege
des franzöſiſchen Meiſters Adorjan ſeinen Abſchluß ge=
funden
. Nachdem Adorjan die erſte der beiden auf 3000
Points feſtgeſetzten Partien mit 3000:2568 Points Ker=
kaus
gewonnen hatte, zeigte er auch bei der Revanche=
Partie ein hervorragendes Können. Am letzten Tage
erreichte Adorjan den enorm hohen Durchſchnitt von
45,55 Points und beendete die zweite der auf je 3000
Points feſtgeſetzten Partien mit einem Vorſprung von
880 Points vor dem Weltmeiſter Kerkau, der in dieſem
Spiele ebenſo, wie dem erſten, indisponiert war. Der
Geſamtdurchſchnitt war: Adorjan 30, Kerkau 21,5 Points.
Die erzielte Höchſtſerie während des Turniers verzeich=
nete
Adorjan mit 165 Points.

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Nummer 86.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. April 1912.

Seite 15.

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