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175. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Krinz Heinrich von Preußen iſt zum Beſuch
am Großh. Hofe hier eingetroffen.
doas Vergnügungselabliſſement
Wind=
hof bei Gießen iſt in der Nacht zum Montag
niedergebrannt.
deer König von Italien iſt geſtern vormittag
in Venedig eingetroffen. Geſtern vormittag fand
die Zuſammenkunft des Kaiſers mit dem König auf
der „Hohenzollern” ſtatt.
Der franzöſiſche Geſandte in Marokko,
Regnault, wurde bei ſeiner Ankunft in Fez mit
großen Ehren empfangen.
Vom Zentralvorſtand der Nationalliberalen
Dartei.
* Am Samstag fand im Reichstag eine Beratung
des Zentralvorſtandes der
Nationallibe=
nalen Partei ſtatt, die ſich über den ganzen Tag
Rinzog. Die parteiamtliche Nationalliberale
Korreſpon=
denz berichtet über die Ergebniſſe folgendes:
Die konſtituierende Sitzung des Zentralvorſtandes
der Nationalliberalen Partei war vollzählig aus allen
Teilen des Reiches beſucht. An der Spitze der
Tages=
urdnung ſtand die Wahl des Vorſtandes. Es
wurden die bisherigen Vorſitzenden wiedergewählt:
Reichstagsabgeordneter Baſſermann als Vorſitzender,
Landtagsabgeordneter Dr. Friedberg als Erſter,
Abge=
urdneter Vogel, Präſident der ſächſiſchen Zweiten
Kam=
rier, als zweiter Stellvertreter des Vorſitzenden,
General=
jekretär Breithaupt, erſter Geſchäftsführer des
Zentral=
hureaus, wurde in den Zentralvorſtand zugewählt. Im
Anſchluß an den gedruckt vorliegenden Jahresbericht, der
mrit den Reichstagswahlen abſchloß, gab
Reichstagsabge=
ardneter Baſſermann einen Rückblick auf die
1 isherigen Ereigniſſe und beſprach vor allem
ſie Wehrvorlagen. Die Lage in den letzten Wochen ſei
leeine erfreuliche geweſen, aber es ſei doch zu begrüßen,
haß nunmehr durch die veröffentlichten Grundzüge
Klar=
beit darüber gebracht ſei, daß in der Stärkung unſerer
Küſtung zu Waſſer und zu Lande zielbewußt
fortgeſchrit=
den werde. Die Declungsfrage werde Schwierigkeiten
vereiten; den Unſtimmigkeiten in der Regierung ſei
be=
neits der Schatzſekretär Wermuth zum Opfer gefallen,
deſſen Rücktritt in den weiteſten Kreiſen bedauert werde.
Feſt ſtehe, daß die Erbanfallſteuer der urſprüngliche Plan
des Kanzlers geweſen ſei. Die jetzt angebotene
Beſeiti=
gung der Liebesgabe werde vielleicht 15 Millionen
brin=
ten, die allerdings vom Konſum getragen würden;
dem=
egenüber müſſe ſich die Fraktion ihre Stellungnahme
teorbehalten. Trotz der dadurch hervorgerufenen
ſchwie=
tigen Lage werde die nationalliberale Fraktion im
Reichstag ihre Schuldigkeit tun, wie ſie die nationalen
Traditionen der Partei erfordern.
An die Ausführungen Baſſermanns knüpfte ſich eine
aus=
führliche Debatte, die ſich ſowohl mit der letzten
Vergan=
grenheit der Partei wie auch mit der Politik der Partei
gregenüber den neuen Aufgaben beſchäftigte. In erſter
Beziehung wurde bei aller Verſchiedenheit der
Auffaſſun=
igen in Einzelfragen feſtgeſtellt, daß die Partei ebenſo
weit von grundſätzlicher Abneigung gegen ein poſitives
Zuſammenarbeiten mit allen bürgerlichen Parteien
ent=
hernt ſei, wie ſie die Unterſtellung der Abſicht, eine
Groß=
blockpolitik im Reiche treiben zu wollen, entſchieden
zu=
rückweiſen müſſe. Bezüglich der neuen Aufgaben war
man einmütig der Ueberzeugung, daß die
Nationallibe=
nale Partei ihren Tradixonen gemäß alles aufbieten
werde, um die Wehrvorlagen zur Verabſchiedung zu
brin=
gen. Bei Punkt 3 der Tagesordnung wurde folgender
Antrag angenommen: „Dem nächſten Vertretertage den
Entwurf einer Statutenänderung vorzulcyen,
mach welchem nur ſolche ſpeziellen Vereine der
Parteior=
ganiſation angeſchloſſen werden können, welche
ihrer=
heits den Landesverbänden angeſchloſſen ſind und nicht
Einen beſonderen organiſierten Geſamtverband mit
eige=
mer Spitze bilden.” Ferner wurde ein Antrag
angenom=
men, innerhalb von ſechs Wochen einen
Vertreter=
ag einzuberufen, der ſich vornehmlich mit
Satzungs=
tragen befaſſen ſoll. Die Feſtſetzung von Ort und Zeit
wieſes Vertretertages wurde dem geſchäftsführenden
Ausſchuß überlaſſen.
Soweit der amtliche Bericht. Das Ergebnis der
Verhandlungen findet ſeinen Ausdruck in den Wahlen
zzu den leitenden Inſtanzen der Partei, ſowie in dem
Be=
ſchluſſe zum Punkt 3 der Tagesordnung. Hier handelte
ees ſich um die jungliberale Organiſation.
Die Entſcheidung iſt alſo dahin gefallen, daß zunächſt der
Zentralvorſtand beim Parteitag beantragt, daß eine
Aen=
derung in dem organiſatoriſchen Verhältnis der Jung=
liberalen zur Geſamtpartei eintritt, und daß dieſer
Par=
teitag mit Beſchleunigung innerhalb ſechs Wochen
zu=
ſammenberufen werden ſoll.
An die Sitzung ſchloß ſich ein Feſtmahl, bei dem der
Abg. Dr. Friedberg unter Hinweis auf die rückhaltloſe
Ausſprache während der heißen Tagesarbeit daran
er=
innert, daß es nationalliberale Tradition ſei, den
Mehr=
heitsbeſchluß zu achten, daß es demgemäß niemals, und
ſo auch heute nicht, in der Partei Sieger und Beſiegte
geben könne. Einig ſei man ſtets in dem Hinblick auf die
vaterländiſchen Aufgaben der Partei.
Londoner und Pariſer Dreßſtimmen zu den
deutſchen Wehrvorlagen.
C2 Der Gedanke Londoner Blätter, die
Verſtär=
kung des deutſchen Heeres mit einer
Verſtär=
kung der engliſchen „Invaſionsarmee” um 60000 Mann
zu beantworten, verdient als weiteres Anzeichen des
Umſchwungs Beachtung, der jenſeits des Kanals auf
einem für uns wichtigen Gebiete mehr und mehr an
Bo=
den gewinnt. Früher war der öffentlichen Meinung
Englands die Größe unſeres Heeres nicht nur
gleich=
gültig, ſondern auch bis zu einem gewiſſen Grade
will=
kommen: man benützte die Größe unſerer Landrüſtung,
um auf ſie als die für Deutſchland allein natürliche und
angemeſſene zu verweiſen, und ermunterte unter dieſem
Geſichtspunkt die deutſchen Heeresverſtärkungen. Jetzt
aber erſcheint der Ausbau der deutſchen Wehrmacht zu
Lande als eine Bedrohung der Freiheit Europas, über
die Großbritannien wachen müſſe! Die in ſolchem Sinne
gehaltenen Ausführungen der Morning Poſt ſtimmen
ganz mit der Anſchauung überein, die kürzlich der Navy
and Military Record in dem Satze vertreten hat: „Die
ſtetig wachſende Stärke des deutſchen Heeres iſt eine
deut=
liche Bedrohung des europäiſchen Friedens.” — Wenn
ſchon unſere Heeresverſtärkung in England ſo
ſcheelſüch=
tig beurteilt wird, kann es nicht überraſchen, daß die
deutſche Flottennovelle Londoner Blätter zu der
Aufforderung an den Marineminiſter Churchill
veran=
laßt, nunmehr aus ſeiner Flottenrede praktiſche
Konſe=
quenzen zu ziehen, d. h. eine der Hintertüren zu benützen,
die er für noch weitergehende Flottenrüſtungen, als ſein
erſter Flottenetat ſie ermöglicht, ſich offen gehalten hat.
Solchem Drängen gegenüber muß daran erinnert
wer=
den, daß der Mancheſter Guardian die Tragweite der
deutſchen Flottennovelle mit großer Kühle beurteilt hat.
Als nämlich der Hauptinhalt der Novelle bekannt
gewor=
den war, drückte der Mancheſter Guardian ſeine
Befrie=
digung darüber aus, daß die deutſche Flottenvorlage
eine nicht annähernd ſo große Vermehrung vorſähe, wie
es eine zeitlang geſchienen habe. Dieſe Auffaſſung
be=
gründete das genannte Blatt folgendermaßen:
Effek=
tiv ſinke die jährliche Baurate von 4 auf 2½ Schiffe. Es
ſei zu bedauern, daß die Rate nicht, wie urſprünglich
vorgeſehen, um die Hälfte vermindert werde; doch treffe
die Schuld daran nicht zum geringſten Teile die
eng=
liſchen Lärmmacher. Sie würden auch jetzt noch
Grund zum Geſchrci finden; wenn aber Deutſchland,
teilweiſe durch ihre Hetze bewogen, eine Vermehrung für
nötig halte, ſo könne man in England nicht wohl
erwar=
ten, daß dieſe Vermehrung weniger als ein halbes Schiff
pro Jahr betragen werde.
Das iſt ein vernünftiger, der Billigkeit entſprechender
Standpunkt. Wenn ſich auf ihn die öffentliche Meinung
Englands ſtellte, brauchte die deutſche Flottennovelle
zwiſchen den Priſſeorganen beider Länder überhaupt
nicht zum Gegenſtand der Erörterung gemacht zu werden.
Sehr intereſſant und belehrend iſt, was die Pariſer
Blätter zu der Wehrvorlage ſchreiben.
Der Figaro ſchreibt: Seit der Unterzeichnung
des franzöſiſch=ruſſiſchen Bündniſſes iſt dies die
beträcht=
lichſte Heeresvermehrung, welche die deutſche Regierung
jemals beſchloſſen hat. Deutſchland, das bereits das
furchtbarſte Heer der Welt beſitzt, hat das Bedürfnis
empfunden, dieſes Heer noch anſehnlich zu vergrößern.
Wir haben darüber nicht zu ſtaunen und noch weniger
darüber Beſchwerde zu erheben. Wir haben nur die
Folge dieſer Vermehrung klar zu erwägen und möglichſt
raſch die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Der
ein=
zige Schutz des Friedens iſt gegenwärtig die Furcht vor
dem Kriege, welche auf dem annähernden Gleichgewicht
der militäriſchen Kräfte beruht. Jede Störung dieſes
Gleichgewichtes vermehrt die Gefahren eines Konfliktes.
Die Unzukänglichkeis unſerer Bavällerungsziſſer unter=
ſagt uns jede ernſtere Vermehrung unſerer
Mannſchafts=
beſtände, aber abgeſehen von etwaigen Fortſchritten in
der Ausgeſtaltung unſerer Mobiliſierung und unſerer
Ueberlegenheit im Militärflugweſen haben wir das
Men=
ſchenmaterial in unſerem afrikaniſchen Reiche, in
Alge=
rien, in Marokko und Senegambien. Eine
Lebensnor=
wendigkeit iſt für uns, daß die europäiſchen Truppen
Algeriens gleich zu Beginn einer Mobiliſierung nach
Frankreich befördert werden können und zu dieſem Zweck
müſſen wir die vollſtändia unbeſtrittene Herrſchaft über
das Mittelmeer haben. Wir beſitzen ſie jetzt nur
unzu=
länglich und werden ſie 1914, wenn alle öſterreichiſchen
und italieniſchen Dreadnoughts vollendet ſein werden,
noch weniger beſitzen. Unſere Regierung wird, wenn ſie
ſich ihrer Pflicht bewußt iſt, unverzüglich zwei Aufgaben
zu erfüllen haben: erſtens beträchtliche Entwicklung
unſerer Eingeborenentruppen in Algerien, Marokko und
Weſtafrika und zweitens Herſtellung einer Flotte, welche
es uns ermöglicht, zu jedem Zeitpunkt dieſe Truppen
und die europäiſchen Korps nach Frankreich zu bringen.
Davon hängt geradezu die Exiſtenz Frankreichs ab. Der
Deputierte Painleve Mitglied des
Heeresausſchuſ=
ſes, erklärt im Paris Journal, man dürfe ſich die
ſchwerwiegende Bedeutung der deutſchen Wehrvorlage
nicht verhehlen: ſie ſcheine anzuzeigen, daß Deutſchland
eine Heeresmaſſe bilden wolle, welche Frankreich
gleich=
zeitig von der Oſt= und von der Nordgrenze
überſchwem=
men könne. Unſere Beziehungen zu Deutſchland haben
ſoeben eine lange Periode der Spannung durchgemacht,
während welcher man den Ausbruch eines Krieges
be=
fürchten konnte. Der internationale Horkzont iſt durch
den italieniſch=türkiſchen Krieg und durch die
geheimnis=
vollen Verhandlungen zwiſchen Rußland, Italien und
Oeſterreich verdüſtert. Viele glauben, daß die den
deut=
ſchen Finanzen auferlegte Belaſtungsprobe nicht länger
als 4 bis 5 Jahre dauern könne, und man frage ſich, ob
Deutſchland nicht etwa einen früheren Verfallstermin”
im Auge habe. Es iſt gewiß manche Urſache zur
Beun=
ruhigung vorhanden, aber ich möchte die Dinge nicht
allzu ſchwarz färben. Wir müſſen die Lage kaltblütig
ins Auge faſſen. Unſere ſchwache Geburtsziffer geſtattet
uns nicht, die Armee unſeres Mutterlandes unendlich zu
vermehren; aber wir können dieſer numeriſchen
Inferiv=
rität in gewiſſem Grade durch die ſchwarzen Truppen
abhelfen. Der Berichterſtatter für das Kriegsbudget,
Deputierter Benazet, erlärt in demſelben Maſte:
Der Heeresausſchuß wird der brutalen Vermehrung der
Rüſtungen Deutſchlands Rechnung tragen müſſen. Wir
müſſen aus der ſchwarzen Armee den größtmöglichen
Vorteil ziehen.
Die Ermordung des Fürſten von Hamos.
* Die ſtarke politiſche Erregung im
Ori=
ent hat jetzt zu einer Bluttat geführt. Wie bereits
ge=
meldet, iſt der Fürſt von Samos, Andreas
Kopaſ=
ſis, auf Samos von einem Griechen durch
Revolver=
ſchüſſe getötet worden.
Die Inſel Samos iſt ein Vaſallenſtaat der Pforte.
Der Sultan ernennt einen Fürſten, der Grieche ſein muß
und jährlich 300000 Piaſter Tribut zahlt und nach dem
Protokoll vom 11. Dezember 1832 unter dem Schutze von
Frankreich, England und Rußland ſteht. Die Kammer
beſteht aus 40 direkt und allgemein auf zwei Jahre
ge=
wählten Mitgliedern, die in der erſten Sitzung den Senat
wählt. Die Bevölkerung von Samos iſt griechiſcher
Nationalität.
Vier Jahre hat Andreas Kopaſſis an der
Spitze der Verwaltung der Inſel geſtanden. Seine
Re=
gierung hat die Wohlfahrt der Inſel kräftig gefördert.
Das Mißtrauen, mit dem die Mächte jedes kräftige
Vor=
gehen der Pforte zur Wahrung ihrer
Souveränitäts=
rechte ſchon im Keim erſtickten, gab den Ränkeſpinnern
gute Waffen, um dem Fürſten ein Bein zu ſtellen, und
eigentlich beſtand hier die Dauer nur im Wechſel. Ein
Chriſt helleniſchen Stammes mußte es ſein; und die
reichen Familien in Konſtantinopel brannten darauf,
einen ihrer Söhne als Fürſten zu ſehen. Andreas
Ko=
paſſis kam nach dem großen Umſchwung als Statthalter
nach Samos und ſetzte den Losreißungsbeſtrebungen
einen energiſchen Widerſtand entgegen, als ſie in offnem
Ausſtand hervortraten. Türkiſche Truppen landeten, es
kam Ordnung in das kleine Ländchen. Mit Ernſt nahm
die Regierung die Löſung brennender wirtſchaftlicher
Fragen in die Hand, und der Erfolg begann ſich zu
zei=
gen, Um ſo bedauerlicher iſt der Mord, der den tüchtigen
Mann aus geſegneter Tätigkeit fortrafft. Auch in
deut=
ſchen Gelehrtenkreiſen — ſo ſchreibt die Köln. Ztg.
wird man ſeinen Tod lebhaft betrauern, denn er hat mit
Verſtändnis die Ausgrabungen des Herion durch den
Berliner Muſeumsdirektor Dr. Wiegand erlaubt und
ge=
fördert,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Nummer 73.
In Griechenland wurde es ihm nie verziehen, daß
er die große Aufſtandsbewegung auf Samos im
Früh=
jahr 1908 dadurch bewältigte, daß er die Verſtärkung
der türkiſchen Garniſon auf Samos durchſetzte. Den
Griechen galt Kopaſſis als Verräter an der helleniſchen
Sache. Der Mord an ihm iſt ſomit ein politiſcher
Rache=
akt.
Deutſches Reich.
— Zu Wermuths Rücktritt. Der
Hanno=
verſche Kurier ſchreibt zum Abgange Wermuths:
In die Kette der Retouchierungsverſuche, die das
ein wenig befremdende Bild der Vorgänge beim
Rück=
tritt des Reichsſchatzſekretärs Wermuth zu mildern
ſtre=
ben, hat Frhr. v. Hertling dieſer Tage ein neues Glied
eingefügt. Er hat mit ſchöner Geſte ſeine Hände in
Un=
ſchuld gewaſchen und dem Sinne nach gemeint: „Von
mir aus brauchte Wermuth nicht zu gehen. Ich ſelber
hätte ſogar für die Erbſchaftsſteuer geſtimmt, aber dieſe
ſtand ja gar nicht mehr zur Diskuſſion.” Wir haben
Grund, anzunehmen, daß dieſe Darſtellung etwas
lücken=
haft iſt. Es mag ſein, daß in dem Schlußreſümee der
maßgebenden Stellen die Erbſchaftsſteuer nicht mehr zur
Deckung der neuen Forderungen vorgeſchlagen wurde,
und alſo kann man, wenn man ein Dementi fabrizieren
will, das auf Stelzen einhergeht, erklären, die
Reichslei=
tung ſei auf der Miniſterkonferenz der Anſicht geweſen,
die Einbringung der Erbſchaftsſteuer würde einen polt
ſchen Fehler bedeuten und erfolglos bleiben. Die
Lei=
tung des Reichsſchatzamts aber — und das allein iſt der
ſpringende Punkt — iſt dieſer Anſicht mit nichten
gewe=
ſen. Herr Wermuth hat ſchon bei der Etatsdebatte im
Reichstag, als von der Aufhebung der Liebesgabe die
Rede war, gemeint, er lehne eine papierene Deckung ab;
er wolle die Deckung in Gold, nicht im Brief. Von
die=
ſer Auffaſſung, möchten wir glauben, iſt Herr Wermuth
auch in den Miniſterkonferenzen nicht abgegangen.
Viel=
mehr iſt zu vermuten, daß der frühere Schatzſekretär bis
zuletzt, ſolange er an den Beſprechungen mitwirkte, die
Meinung verfochten hat, daß, wenn man die bisherigen
Grundſätze der Finanzverwaltung nicht preisgeben, nicht
von neuem Schulden aufhäufen und nicht wieder Verkehr
und Verbrauch belaſten wolle, nichts anderes übrig
bleibe, als eine Reichsabgabe auf Erbſchaften, die ja
wohl freilich, um die bereits mehrfach von der Rechten
und im Zentrum angedeutete Zuſtimmung zu erleichtern,
zunächſt mit einzelſtaatlichen Beſitzſteuern verknüpft
wer=
den ſollte. Das iſt der ſchlichte Tatbeſtand, und den ſollte
man doch nicht immer wieder zu verdunkeln ſich
bemü=
hen; nicht nur, weil es unvornehm iſt, wenn Leute, denen
die Regierungsbank der Parlamente und der ganze
offi=
ziöſe Apparat zur Verfügung ſteht, derartig einen Mann
regalieren, dem alle dieſe Kanäle ſich nicht mehr öffnen
und der in gewiſſem Sinne wehrlos iſt. Aber auch aus
dem andern Grunde, weil dieſe fortgeſetzten
Retouchie=
rungsverſuche ſchließlich doch eine Replik hervorrufen
könnten, bei denen die Reichsleitung ſchwerlich gewinnen
könnte.
— Der Reichskanzler wird am 1. April die
Reiſe nach Korfu antreten, wohin ihn der Kaiſer
ein=
geladen hat.
— Der neue Generalinſpekteur. Die
neue Heeresvorlage ſieht bekanntlich die Schaffung einer
7. Armee=Inſpektion an der Weſtgrenze vor. Wie die
Tägl. Rundſchau hört, wird der kommandierende
Ge=
neral des dritten Armeekorps v. Bülow nach Beendigung
der Herbſtmanöver, in denen er eine Armee
komman=
dieren wird, unter Enthebung von ſeiner Stellung als
kommandierender General, mit der neuen Armee=
Inſpek=
tion betraut werden. General von Bülow iſt der
dienſt=
älteſte der kommandierenden Generale und gilt als einer
unſerer fähigſten Truppenführer.
— Der preußiſch=ſüddeutſche
Lotterie=
vertrag kann ſchon jetzt als geſcheitert gelten. In der
Sitzung der Finanzkommiſſion des bayeriſchen
Land=
tages gab der Abg. Speck die Erklärung ab, daß er und
ſeine polltiſchen Freunde dieſen Lotterievertrag nicht
annehmen könnten. Auch die Sozialdemokraten
ſtimm=
ten gegen den Vertrag, während die Liberalen dem
Fi=
nanzminiſter zu Hilfe kommen wollten. Es nützte auch
nichts, daß der Finanzminiſter damit drohte, daß, wenn
Bayern den Lotterievertrag ablehne, es nicht mehr als
bündnisfähig angeſehen werden könne. Da der Vertrag
nur bei allſeitiger Annahme zuſtande kommen kann,
dürfte er durch die bayeriſche Ablehnung überhaupt zu
Fall kommen.
Die würſttembergiſche Regierung
und die Deckungsfrage. Die Regierung erklärt
im Staatsanzeiger über ihre Stellung zur Beſchaffung
der Deckungsmittel für die Wehrvorlagen, daß ſie ſo, wie
die Verhandlungen ſich entwickelt hatten, nicht in der
Lage geweſen ſei, der Anregung der Abſchaffung der
Liebesgabe grundſätzlich entgegenzutreten. Sie habe
aber ihre Entſchließung von der Frage abhängig
ge=
macht, ob die einheimiſchen Brenner in angemeſſener
Weiſe ſichergeſtellt würden. Sie habe übrigens bei den
gepflogenen Verhandlungen keinen Zweifel gelaſſen,
daß ſie unter der Vorausſetzung des nachgewieſenen
Be=
dürfniſſes in erſter Linie der erweiterten Erbſchaftsſteuer,
ſei es in der bisherigen, ſei es in einer neuen Form,
zu=
ſtimmen würde.
Ausland.
Frankreich.
In den franzöſiſch=ſpaniſchen
Mia=
okko=Verhandlungen ſcheint nach dem jüngſten
Schritt nach vorwärts nunmehr wieder ein Stillſtand
inzutreten, da der Miniſter des Aeußern Garcia Prieto
u verſtehen gegeben habe, er könne mit Rückſicht auf die
öffentliche Meinung Spaniens keine weiteren
Zugeſtänd=
niſſe machen. Man dürfe auf Grund der bisherigen
Er=
fahrungen zwar hoffen, daß auch dies nicht das letzte
Vort Garcia Prietos ſei, müſſe ſich aber von neuem mit
Geduld wappnen.
Der Rücktritt des franzöſiſchen
Bot=
ſchafſters in Wien, Crozier, der bereits vor
ängerer Zeit angekündigt wurde, iſt nunmehr erfolgt.
Trozier teilte dem Miniſterpräſidenten Poinearé mit,
daß ſein Geſundheitszuſtand es ihm nicht mehr geſtatte,
m Auslande zu leben und daß er deshalb um ſeine
Ver=
ſetzung in den Ruheſtand bitte. Dieſem Anſuchen wurde
Folge gegeben. Crozier wird, wie bereits gemeldet,
Mit=
lied des Verwaltungsrates der Société Generale
Griechenland.
Die Wahlen. Entgegen den Befürchtungen, die
man für den Ausgang der Wahlen zum Parlament hegte
und trotz der lebhaften Agitation, die im ganzen Lande
herrſchte, iſt es, ſoweit bis jetzt bekannt iſt, nirgends zu
Ruheſtörungen gekommen. Der Ausgang der Wahlen
bedeutet einen Triumph für die Regierung. Theotokis
iſt in Korfu wiedergewählt worden.
Türkei.
Die kretiſche Frage. Die Schutzmächte haben
die Pforte neuerlich davon verſtändigt, daß die Inſel
vieder beſetzt werden würde, falls die Kreter beabſichtigs
ten, Deputierte nach Athen zu ſenden.
* Hamburg, 25. März. Der deutſche Transs
portarbeiter=Verband hatte für geſtern die 8
Organiſationen der im Hamburger Hafen beſchäftigten
Arbeiter zu einer großen Verſammlung einberufen, um
ihnen die neuen Lohnforderungen vorzulegen. Die im
Zentralverband organiſierten Hafenarbeiter, Maſchiniſten
und Heizer wollen den Arbeitgebern die Forderung auf
Gewährung einer Lohnzulage unterbreiten. Sie ſind
diesmal der Anſicht, daß die geſtellten Forderungen, die
ſehr mäßig ſein ſollen, bewilligt werden.
Bemerkens=
wert iſt, daß der jetzigen Lohnbewegung ſich
ſäm=
liche Arbeiter im Hamburger Hafen anſchließen, ſodaſ
alſo, wenn es zum Streik käme, dieſer größer ſein würde,
als der letzte große Streik im Jahre 1896.
* Petersburg, 24. März. Hier wurde heute die
erſte allruſſiſche Konferenz von Studenten
und Akademikern, die ſich grundſätzlich nur der
Wiſſenſchaft widmen und der Politik fernbleiben wollen,
feierlichſt eröffnet. Zur Eröffnung hatte der Miniſten
präſident ein Begrüßungstelegramm geſchickt, in demen
dem Wunſche auf Feſtigung der Studentenorganiſationen
Ausdruck gibt, die es ſich zur Aufgabe geſtellt haben, durch
fleißiges und ruhiges Studium dem Vaterlande die
über=
aus notwendigen wiſſenſchaftlich gebildeten Männern
ſichern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Märt
* Vom Hofe. Die Fürſtin=Mutter zu Erbach=
Schön=
berg, ſowie Maler Illner und Gemahlin nahmen am
Samstag an der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil,
Die Fürſtin zu Solms=Lich iſt nachmittags 4,23 Uhr
ab=
gereiſt. — Die Großherzogin beſuchte am Sonntag
vor=
mittag den Gottesdienſt im Eliſabethenſtift; der „
Groß=
herzog, Prinzeſſin Heinrich von Preußen und Prinz
Sigismund beſuchten den Gottesdienſt in der Hofkirche
Prinz Heinrich von Preußen iſt abends ,7 Uhr zum
Be=
ſuch im Neuen Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Direktor der Mainzer Volksbank Heinrich
Friedrich Johannes Reins das Ritterkreuz 1. Klaſſel
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen zum
24. März 1912.
* Entlaſſen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Kreisamtsgehilfen Ludwig Lenz Zu
Gießen mit Wirkung vom 1. April 1912 ab auf ſein
Nachſuchen aus dem Staatsdienſt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Bureaugehilfen Jakob Eiſenhauer aus
Wald=Michelbach zum Kreisamtsgehilfen mit Wirkung
vom 1. April 1912 an, den Hilfspedellen Heinrich Kurz
zu Darmſtadt zum Pedellen an der Ludwigs=Oberregle
ſchule zu Darmſtadt mit Wirkung vom 1. April 1912 und
den Aktuar bei dem Amtsgericht Langen Anton Bopf
zum Aktuar bei dem Amtsgericht Lich mit Wirkung vom
Tag des Dienſtantritts ſeines Dienſtnachfolgers.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Walldorf aus Nieder=Saulheim, Kreis
Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Gundernhauſen, Kreis Dieburg; dem Lehrer Friedrich
Dunkenberger zu Nieder=Ohmen, Kreis Alsfeld,e
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Kirtorf, in
dem=
ſelben Kreiſe; dem Schulamtsaſpiranten Friedrich Braun
aus Beienheim, Kreis Friedberg, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Holzhauſen v. d. H., in demſelhen
Kreiſe: dem Schulamtsaſpiranten Jakob Hagenauer
aus Abenheim, Kreis Worms, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Elsheim, Kreis Bingen; der
Schül=
amtsaſpirantin Eliſabeth Habermann aus
Trechtings=
hauſen (Preußen) eine Lehrerinſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Sponsheim, Kreis Bingen; der
Schulamts=
aſpirantin Eliſabeth Hattemer aus Gau=Algesheim
Kreis Bingen, eine Lehrerinſtelle an der Gemeindeſchulen
zu Gau=Algesheim.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten
zu Yſenburg und Büdingen in Büdingen auf die erſtg
Von der Revolution in Nordchina.
(Nach Schilderungen eines Augenzeugen.)
** In Nachſtehendem veröffentlichen wir einen uns
aus Tſingtau zugegangenen Auszug aus Briefen, die
P. Dr. Joſeph Koeſters, der Leiter der Niederlaſſung
der katholiſchen Miſſion von Süd=Schantung (Steyler
Miſſions=Geſellſchaft) in Tſchutſcheng (etwa 90
Kilo=
meter weſtlich Tſingtau), dorthin hat gelangen laſſen. Dieſe
Schilderungen eines unparteiiſchen
Augenzeu=
gen geben ein lebendiges, anſchauliches und typiſches Bild
davon, wie ſich Revolution und Gegenrevolution in
Nord=
china abgeſpielt haben:
Tſchutſcheng iſt ſeit dem 2. Februar nachts
Ko=
mingtang! Die Stadt wurde gleich beim erſten Anſturm
genommen, da einige Notabeln die Einrichtung der
Ko=
mingtang beſchloſſen hatten, deren Soldaten herbeiliefen
und ihnen die Tore öffneten. Die erſte Verwirrung war
unbeſchreiblich. Alles flüchtete, verbarg ſich uſw., man
er=
wartete eine allgemeine Plünderung der Stadt. Der
Man=
darin Uchuin kam um 2½ Uhr nachts mit vier ſeiner
Ge=
treuen in die Miſſion geflüchtet und bat um Schutz ſeines
Lebens. Es war bekannt, daß er unter der hieſigen
Ko=
mingtang geſchworene Feinde hatte, die ihm, wie man
meinte, in der allgemeinen Verwirrung ein Leid
zuzu=
fügen bereit waren. Ich entſchloß mich, ihn einſtweilen
hier zu verbergen und dann gegebenenfalls der
Koming=
tang gegenüber das Miſſionsterrain, wie ſelbſtverſtändlich,
als neutrales Gebiet zu erklären, das unter dem Schutze
der deutſchen Reichsflagge ſtände. Letztere wurde am Tore
der Miſſion aufgehängt, gegen etwaige räuberiſche Einfälle
bewaffnete und organiſierte ich ſofort 1½ Dutzend Chriſten,
die innerhalb des Miſſions=Terrains Wache hielten, und
ſo warteten wir das Weitere ab. Am folgenden Tage
ſchickte mir das Oberhaupt der Komingtang ſeine
Viſiten=
karte und ließ ſagen, die Komingtang beſchütze die Miſſion,
er ſtelle deshalb ſofort 2—4 Soldaten als Wachtpoſten hin;
ich möge völlig beruhigt ſein und vor allem nicht etwa
deutſche Soldaten von Tſingtau erbitten. Letzteres lag nun
allerdings ſowie ſo ſchon ziemlich ferne, ich antwortete alſo
dankend für den Schutz und die Miſſion als völlig
unpar=
teiiſch erklärend. Unterdeſſen richtete ſich die Komingtang
im Yamen ein und ſuchte nach Geld und nach dem
Man=
darin. Am 2. Tage kamen Vertreter der Komingtang
und wollten den Mandarin ſehen. Ich empfing ſie und
ſagte, falls ſie mit dem Mandarin zu unterhandeln
wünſchten, ſo würde ich vielleicht in der Lage ſein,
even=
tuell Aufträge an ihn auszurichten und ſeine Antwort
mit=
zuteilen. Nun ſtellten ſie 4 Forderungen auf: Geld, Re=
publik, Yamen ꝛc. Eigentum der Komingtang, Mandarin
ſelbſt ſolle ihnen alles übergeben. Ihrem Verlangen
ent=
ſprach der Mandarin, „ſoweit es in ſeiner Macht ſtände,
und wollte dann das Weitere perſönlich mit ihnen, auf dem
neutralen Boden der Miſſion, unterhandeln. Letzteres iſt
nun in dieſen Tagen geſchehen, der Mandarin aber
wei=
gert ſich beharrlich, aktiv mitzuwirken und begnügt ſich,
paſſiv ihnen zu überlaſſen, was ſie finden.
Vom 8. d. M. wurde hier in der Stadt unter der
Komingtang=Herrſchaft die Situation immer ſchwüler. Im
Yamen herrſchte unter den Führern ein Wirrwarr
ſonder=
gleichen. Vom Lande kam das Volk gelaufen und klagte
über allgemeine Räubereien, niemand vermochte die
Hor=
den zu bändigen. Es war zum Erbarmen, die Angſt und
Not des Volkes zu ſehen. Mit dem hier wohnenden
Man=
darin wurde offiziell kein Verkehr mehr gepflogen, nur
durch Mittelsperſonen wurde ihm bedeutet, daß er
ſämt=
liches Geld herauszugeben hätte. Das Steuergeld, für
Tſinanfu beſtimmt, das noch im Yamen vorhanden
ge=
weſen war, war ſchon gleich behoben, zirka 22000 Taels;
nur wollte man vom Mandarin eine genaue
Rechnungs=
ablage darüber fordern. Außerdem ſollte er ſein
Privat=
geld, das in einer chineſiſchen Bank deponiert war,
ab=
geben. Der Mandarin ließ ebenſo inoffiziell antworten,
er widerſetze ſich nicht den Anordnungen, man ſolle
nehmen, was man wolle. Es wurde dann richtig alles
genommen. Nun ſtellte man das Verlangen, der
Man=
darin ſollte ſein kaiſerliches Amtsſiegel übergeben.
Der Mandarin antwortete dann entſchieden: Das
Amts=
ſiegel der Kaiſerlichen Mandſchu=Dynaſtie hätte offenbar
für ſie gar keinen Zweck, da ſie ja Republik wollten; er
aber würde eher ſterben, als das Amtsſiegel übergeben.
Mit dieſer für den Mandarin ebenſo notwendigen als
ehrenhaften Antwort wuchs die Gefahr, und wir waren
auf alles gefaßt. Auch mit der Miſſion brachen die
Führer der Komingtang allen Verkehr ab, vielleicht, weil
die Führer der Revolutionspartei unterdeſſen bereits nach
S.W. abgezogen waren. Ich ließ mit unſeren paar
Re=
volvern und mit den 4 Gewehren, welche die geflüchteten
Begleiter des Mandarins mitgebracht hatten, durch
Chriſten die Miſſion Tag und Nacht ſcharf bewachen. Ein
Mittel war mir geblieben, ohne Verletzung der
Neutrali=
tät eine freundliche Beziehung zu der herrſchenden Partei
zu bewahren: nämlich die Hilfe zu der von ihr
ge=
wünſchten Errichtung der Roten Kreuz=Geſellſchaft.
Frei=
lich hatte man dabei allerlei ſonderbare Ideen, aber als
man mich um Rat fragte und bat, in der einzuberufenden
Volksverſammlung den Zweck und die Einrichtung dieſer
Geſellſchaft zu erklären, verſäumte ich nicht, die abſolute
Neutralität bei politiſchen Kämpfen als erſte Eigenſchaft
dieſer Geſellſchaft hervorzuheben, die im Uebrigen die
Pflege der Verwundeten und Kranken zum Zwecke habe,
Unterdeſſen mehrten ſich die Nachrichten, die Regie
rungsſoldaten ſeien unterwegs nach Tſchutſcheng, und
die von außen gekommenen Führer der Komingtang
ver=
ſchwanden allmählich mit ihren 40—50 Soldaten. Was
von der Komingtang zurückblieb, das waren zirka 100
ſoldatenmäßig gekleidete Geſtalten mit vielleicht 10—20
modernen Waffen, und im Uebrigen mit chineſiſchen
Ge=
wehren verſehen, — wenigſtens ſo ging die Sage; ferner
die ihnen anhängenden Notabeln. Am 10. Februar
wuß=
ten wir beſtimmt, daß Regierungsſoldaten in der Nähe
ſeien. Der Mandarin hatte in den Tagen vom 30. Januan
bis 10. Februar eine Reihe Boten ausgeſchickt mit
De=
peſchen via Kaumi nach Tſinanfu, oder auch nach
Tſingt=
ſchoufu. Wir erfuhren, daß ſie faſt alle abgefaßt waren
nur einer kam — erſt am 8. Februar — glücklich durch nach
Tſingtſchoufu; mein Bote mit 2 Briefen kam auch durch
Am 10. Februar gegen Mittag wurde mir durch einen als
Bettler verkleideten Poliziſten ein Schreiben gebracht vom
Kommandeur der Regierungsſoldaten, die 8 Kilomete
weſtlich von der Stadt lagerten. Ich wurde darin aufges
fordert, die Stadt zu verlaſſen, da man ſie ſtürmen wollen
Das war leicht geſagt, für mich aber phyſiſch und moraliſch
unmöglich; phyſiſch: man hätte mich vielleicht nicht
hinaus=
gelaſſen, da meine Anweſenheit — wie überhaupt die
Miſſion für die ganze Stadt und infolgedeſſen auch für die
Revolutionäre als ein gewiſſer Schutz betrachtet wurde
Moraliſch aber war es mir unmöglich, weil ich durch eine
etwaige, übrigens ſehr gefährliche Flucht den Mandarin
und alle, die in der Miſſion wohnten, den ſchlimmſten
Eventualitäten ausgeſetzt und eine allgemeine Panik in der
ganzen Stadt hervorgerufen hätte, wo die Not und
Ver=
wirrung ſchon ohnedies groß genug war.
Ich entſchloß mich alſo zu einem andern Mittel,
nämlich, womöglich einen friedlichen Ausgleich
herbeizu=
führen, wobei beide Parteien ohne Verletzung ihrer
Prin=
zipien und Aufgaben zu einer Verſtändigung gekommen
wären. Dieſe Verſtändigung ſchien mir in der Formel
zu liegen, ſobald Schantung Republik wäre, wäre es auch
Tſchutſcheng, aber nicht letzteres allein. Ich bat die
Häup=
ter der Notabeln zu mir, worauf im Augenblick die ganze
Gentry zur Miſſion eilte. Ich legte ihnen obigen Plan
vor, faſt alle, mit Ausnahme von 2—3 ſtark intereſſierten
und einflußreichen Notabeln, ſtimmten zu, dieſe wenigen
aber wirkten für ſtandhafte Behauptung des Platzes.
Be=
treffs der weiteren Konſequenz: die im Yamen
herrſchen=
den Komingtang=Häupter ſollten das Yamen und die
Stadt verlaſſen, konnte natürlich ohne deren Zuſtimmung
überhaupt keine Einigung erzielt werden. Ich ließ alſo
Nummer 73.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Seite 3.
mehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Büdingen
präſen=
terte Lehrer Karl Hofmann aus Büches, Kreis
tüdingen, für dieſe Stelle.
g. Strafkammer. Wegen ſchweren Diebſtahls hatte
ith geſtern vor der hieſigen Strafkammer der 17jährige
Laaglöhner Johann Karl Haun aus Elfertshauſen zu
vsrantworten. Der Angeklagte, dem von ſeinen
frühe=
en Lehrern ein ſchlechtes Zeugnis ausgeſtellt wird, war
als Taglöhner in der Kalkbrennerei Grix beſchäftigt
ſund ſoll hier im Dezember 1911 ſeinem Arbeitskollegen
gerts einem verſchloſſenen Koffer 100 Mark geſtohlen
krben. H. ſchlief mit dem Taglöhner Dowahn in einer
ammer und ſah an einem Abend, wie D. ſein Geld
zühlte und in ſeinem Koffer verſchloß. Als er ſpäter in
ſter Hoſentaſche des H. die Schlüſſel zum Koffer fand,
ö’fnete er dieſen und entnahm, nachdem er das mit
einem Vexierſchloß verwahrte Portemonnaie erbrochen
Akatte, von den vorgefundenen 250 Mark 100 Mark. Als
äter kam ſofort Haun in Betracht; er gab auch ſeine
äterſchaft zu und erſtattete das Geld zurück.
Gleich=
zeitig behauptete er jedoch, er hätte nur 80 Mark
ge=
rommen in dem Glauben, Dowahn hätte ihm vorher
ſtäeſe Summe geſtohlen. Es erſcheint jedoch in keiner
Weiſe glaubhaft, daß dem Haun jemals Geld in dieſer
öhe geſtohlen worden iſt, da er niemals vorher etwas
ſtavon geäußert hat. Das Gericht verurteilt deshalb
teen Angeklagten zu 4 Wochen Gefängnis.
* Die Verkehrs=Einnahman aus dem Perſonen= Urd
Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feſtſtellung:
1 für die Eiſenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M.
lund Mainz: a) im Monat Januar 9548000 Mark
rdder gegen das Vorjahr mehr 607000 Mark — 6,79
Pro=
zent, b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres
120 843 000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 6 564000
Nark — 5,74 Prozent; 2. für die Preußiſch=Heſſiſche
(iſenbahngemeinſchaft: a) im Monat Januar
152 264000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 12 291000
Nark — 8,20 Prozent, b) in der Zeit vom Beginn des
Aechnungsjahres 1837 472000 Mark oder gegen das
Norjahr mehr 132 228000 Mark — 7,75 Prozent.
O Städtiſcher Voranſchlag für 1912. Aus dem
Voranſchlagsentwurf, deſſen Abſchluß bereits in dieſem
Lslatte mitgeteilt iſt, ſeien noch folgende Einzelheiten
lemerkt: Auf dem Marktplatz ſoll vom Ernſt=
Lud=
wigsplatz bis zum Schillerplatz eine Fahrbahn neu
gepflaſtert werden; Koſtenanſchlag 11000 Mk. Im
An=
ſchluß daran wird die Herſtellung der Fahrbahn
t er Landgraf=Georgs=Straße auf volle Breite
lis zum Oſtbahnhof erfolgen, und zwar ſoll ſie bis zur
Verlängerung des Fiedlerwegs gepflaſtert und im übrigen
chrauſſiert werden. Dieſe Herſtellung ſoll 236 400 Mk.
koſten, wofür noch 1200 Mk. für Anpflanzung eines Teils
deer Straße mit Alleebäumen kommen. — Im
Speſſart=
ung, nächſt der Dieburgerſtraße, iſt ein
Bedürfnis=
kkäuschen geplant, wofür 1350 Mk. vorgeſehen werden.
zei der Straßenreinigung iſt eine Vermehrung der
Mannſchaft um 6 Arbeiter vorgeſehen infolge
Ver=
grrößerung der Reinigungsfläche durch die
Bahnhofs=
reerlegung uſw. Zur Ermöglichung einer ausreichenden
Lseſprengung der Straßen wird der Kredit um 1000 Mk.
aauf 8500 Mk. erhöht.
* Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. In der morgen
Mittwoch abend in der Stadtkirche ſtattfindenden
Abend=
frier kommt folgendes zum Vortrag: 1. Orgel: „O
Menſch, bewein’ dein Sünden groß” und „O Lamm
Gottes” von J. S. Bach; 2. Drei Lieder von J.
W. Franck und J. S. Bach für Sopran; 3. Violine:
L argo und Adagio von Händel: 4. Orgel:
Konſo=
lntion von Reger; 5. Sopran: Drei Lieder von Arnold
Mendelsſohn, a) Portum inveni, b) Der du von dem
koimmel biſt, c) Das Vaterunſer, mit Begleitung von
Violine und Orgel; 6. Orgel: Präludium und Fuge
e-moll von J. S. Bach.
* Der nächſte Vortragsabend des Frauenvereins
der Martinsgemeinde findet am Mittwoch, den
2F. März abends, im Gemeindehaus, Mollerſtraße 23,
ſtatt. An dieſem Abend wird Herr Oberlehrer Keller
aus Offenbach a. M. über: „Heſſiſches Volkstum” einen
Vortrag halten, welcher — da dieſem Thema „
Volks=
cberglaube, Volkshumor und Volksſitte” zu Grunde
begen — ſicher auch für weitere Kreiſe von großem
Intereſſe ſein wird. Mitglieder und deren Angehörige
haben freien Zutritt. (Siehe Anzeige.)
* Alldeutſcher Verband. Es war einmal . . . und
es war einmal anders: Bismarck und heute — darüber
wird Profeſſor Graf du Moulin=Eckart aus
München nächſten Mittwoch im Kaiſerſaal ſprechen. Die
Herren Stadtſekretär Jöckel und Konzertſänger
Rein=
hardt von hier haben ſich in liebenswürdiger Weiſe
bereit erklärt, ihre Kunſt in den Dienſt des Abends zu
ſtellen. Alle deutſchgeſinnten Männer und Frauen ſind
herzlich willkommen. (Siehe Anzeige.)
(*) Die Kriegerkameradſchaft „Haſſia” hat
be=
ſchloſſen, am 6., 7. und 8. Juli eine Kyffhäuſerfahrt
aus=
zuführen, falls ſich mindeſtens 230 Teilnehmer melden.
Die Fahrt geht über Eiſenach zur Beſichtigung der
Wartburg und von dort nach Frankenhauſen. Am
2. Tag wird die Barbaroſſahöhle beſichtigt und das
Kaiſer Wilhelm=Denkmal beſtiegen. Am letzten Tag geht
die Fahrt von Roßla über Nordhauſen nach Kaſſel, wo
das Schloß Wilhelmshöhe beſucht wird. Die Fahrt
koſtet für die Perſon 13,20 Mk. — Für die
Be=
ſtrebungen des „Jungdeutſchland=Bundes” ſollen aus
der Verbandskaſſe der „Haſſia” 1000 Mk. bewilligt
werden.
C. Der St. Vinzenzverein hielt am Sonntag ſeine
Generalverſammlung ab. Aus dem von dem
Vor=
ſitzenden Herrn Dr. med. Kocks erſtatteten
Rechen=
ſchaftsbericht ergibt ſich, daß der Verein zur Zeit 32 tätige
Mitglieder zählt, wozu 155 Wohltäter kommen. Neben
einer Einnahme von 2214 Mk. im Jahre 1911 ſteht eiue
Ausgabe von 1755 Mk., wovon 976 Mk. auf
Nahrungs=
mittel entfallen, die an arme Familien geſpendet
wur=
den. Herrn Schumacher wurde für ſeine exakte
Rech=
nungsführung Decharge erteilt. Wie der Vorſitzende
noch mitteilte, iſt gemeinſam mit dem St.
Eliſabethen=
verein im Herbſt ein Wohltätigkeitsbaſar geplant, deſſen
lebhafter Beſuch in Anbetracht des guten Zweckes
dringend erwünſcht iſt.
* Der Ortsgewerbeverein hatte ſeine Mitglieder am
Sonntag zu ſeiner zweiten Wanderung
einge=
laden. Trotz Wind und Regen hatte ſich wiederum eine
ſtattliche Anzahl (zirka 60) Wanderinnen und Wanderer
eingefunden. Und — es war keine Reue nötig, kein
Tropfen Regen ſtörte die fröhliche Schar auf ihrer
Wan=
derung, die meiſt auf lauſchigen Waldwegen vom
Böllen=
falltor aus über den Bordenberg, Papiermühle,
Kohl=
berg, Mordach, Kirſchberg und Nieder=Ramſtadt zu
Gaſt=
wirt Arnheiter führte. Auch hier hatten ſich noch einige
Familien, die dem Wetter nicht getraut, eingefunden, um
mit der frohen Schar bei Speiſe, Trank, luſtigem
Rund=
geſang und einem Tänzchen für Alt und Jung zu
verwei=
len. Um 8 Uhr wurde von dem größten Teil der
Ju=
gend der Heimweg zu Fuß angetreten und alle, auch die
mit der Bahn fuhren, durften die
Genug=
tuung mit nach Hauſe nehmen, einen recht ſchönen
Nach=
mittag verlebt zu haben. Darum denen, die nicht mit
waren, die Mahnung: „Es wird immer ſchön — und
im=
mer gewandert!‟ Die nächſte Wanderung findet im
April ſtatt; hierüber noch Näheres in den Anzeigen.
* Kaufmänniſche Fortbildungsſchule. Die
Schluß=
prüfung der kaufm. Fortbildungsſchule findet am
Samstag nachmittag im Schullokale Schulſtraße 9 ſtatt,
wozu Prinzipale und Eltern der Schüler eingeladen ſind.
(Siehe Anz.)
* Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
kündigt im heutigen Anzeigenteil neue Anfänger=
Unterrichtskurſe an und zwar neben einem
Abendkurſus auch je eineu Nachmittags= und Sonntags=
Kurſus. Da mehrere Lehrzimmer zur Verfügung ſtehen,
iſt es möglich, bei entſprechender Beteiligung ältere und
jüngere Herren oder Damen getrennt zu unterrichten.
* Naumann=Vortrag. Zu dem vom Bund für
Volkskultur für morgen, Mittwoch, in der Turnhalle
(Woogsplatz) veranſtalteten Vortrag von D. Fr.
Nau=
mann macht ſich ein außerordentliches Intereſſe geltend.
Es empfiehlt ſich deshalb, ſich ſofort mit Karten zu
ver=
ſehen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Koloniale Jagd= und Meerfiſcheausſtellung im
Kaiſerſaal. Im letzten Augenblick iſt es dem
Ausſtellungs=
komitee gelungen, den techniſchen Aſſiſtenten und Präpa=
rator am Völkermuſeum in Bremen, Herrn A. Weber, zu
veranlaſſen, eine intereſſante Gorillagruppe, beſtehend aus
einem ausgewachſenen Gorillamännchen, einem
ausgewach=
ſenen Gorillaweibchen und einem Jungen, auszuſtellen. Die
Gruppe repräſentiert einen Wert von 6000 Mark. Auch
ſind der Ausſtellung auf Veranlaſſung des Herrn Dr.
Vix=
große Götzen und ſonſtige Seltenheiten, die er dem
hie=
ſigen Großherzoglichen Muſeum überwieſen hat, die aber
in der Oeffentlichkeit noch nicht gezeigt worden ſind, von
der Großherzoglichen Muſeumsverwaltung überlaſſen
worden. Ferner ſind von dem Komiteemitgliede Guſtav
Weinhagen in Mailand 17 große photographiſche
Original=
aufnahmen aus Afrika für die Ausſtellung geſandt worden.
— Konzert im Schützenhof. Das am Sonntag im
Schützenhof veranſtaltete Konzert der Kapelle
Mickley, verbunden mit Geſangsvorträgen auf dem
Auxetophon, das von dem Vertreter der Deutſchen
Grammophon=A.=G. Berlin=London K. Jäger hier
vorgeführt wurde, iſt wie uns mitgeteilt wurde, trefflich
verlaufen. Von Anfang an war kaum ein Platz mehr
zu erhalten. Die Wiedergabe der Solo=
Geſangsvor=
träge durch das Auxetophon waren geradezu verblüffend.
Durch die Orcheſterbegleitung der Kapelle des Großh.
Artilleriekorps unter Herrn Mickleys Leitung erhielten
die Vorträge einen künſtleriſchen Charakter; man konnte
unwillkürlich annehmen, daß die Sänger in Perſon
auf=
getreten wären. Sowohl die Kapelle, wie auch Herr
Jä=
ger mußten ſich zu mehreren Zugaben verſtehen. Herr
Jäger bediente das Inſtrument mit großer Umſicht und
Sicherheit. Den Glanzpunkt des Abends bildeten die
Vorträge von Caruſo, Jörn, ſowie auch der Fr.
Hem=
pel und der Tetrazzini, die auf Verlangen des Publikums
mehrmals wiederholt werden mußten. Durch einige
hei=
tere Einlagen von Claire Waldoff (Soldaten=
Marſch=
lied) und Spatzenhochzeit, gepfiffen von Gialdini, ſchloß
das Konzert mit lebhaftem Beifall.
Heſſiſche Rote Krenz=Geld=Lotterie. Freitag
früh 8 Uhr beginnt in Darmſtadt im Gartenſaal des
Städtiſchen Saalbaues die Ziehung der Heſſiſchen Roten
Kreuz=Geld=Lotterie. Jedermann hat freien Eintritt
hierzu. Gezogen wird durch Beamte der Königl. General=
Lotterie=Direktion unter Aufſicht eines Notars und der=
Großb. Polizeidirektion.
C Holzmüllers Zirkus=Wander=Menagerie hat zu
einem kurzen Gaſpiel in Darmſtadt ihre Rieſenzelte auf
dem Städtiſchen Meßplatz vor dem Schwimmbad
aufge=
ſchlagen und gibt täglich mehrere ihrer intereſſanten
Raubtierdreſſuren, die ſich am Samstag und Sonntag
recht zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatten. Das
Tier=
material der Menagerie iſt durchweg gut, beſonders die
großen Katzenarten ſind durch ſelten ſchöne, gut gepflegte
Exemplare vertreten. Beſonders der Wüſtenkönig, der
Löwe, iſt in verſchiedenen Größen und Arten zu ſehen,
Berber= und nubiſche Löwen mit prachtvollen dicheen
Mähnen, ſchlanke Löwinnen und mehrers noch junge
Tiere bilden eine Dreſſurgruppe, die, was Material und
Leiſtung anbetrifft, nicht oft ſo gut gezeigt wird. Weiter
iſt eine Löwin mit mehreren erſt einige Wochen alten
Jungen, ein prachtvoll gezeichneter Königsticker, ein
Jaguar, mehrere Payther, Leoſſarden uſw. verträten,
die ebenfalls in guten Dreſſuren vorgeführt
werden. Von den übrigen Raubtieren ſind zu nennen
Hyänen, Wölfe, Bären, eine Tibet= oder Moſchuskatze.
Ferner ſind ausgeſtellt ein indiſcher Waſſerbüffel,
Ze=
bras, Dromedare, Zebu, Antilopen, verſchiedene
Affen=
arten, Raubvögel, ein Kaſuar, Papageien, eine
Rieſen=
ſchlange u. v. a. In einem großen beſonderen
Dreſſur=
käfig, vor dem Sitzgelegenheit geboten iſt, finden täglich
nachmittags und abends Vorſtellungen ſtatt, die
beſon=
deres Intereſſe erregen. Die Tiere leiſten vorzügliches
und es erfüllt mit Bewunderung, wie ſie ihrem Bändiger
oder gar der jugendlichen Bändigerin gehorchen. Der
Beſuch der Menagerie darf empfohlen werden.
§ Zuſammenſtoß. Am Samstag abend zwiſchen
7 und 8 Uhr iſt in der Frankfurterſtraße die
Auto=
mobildroſchke Nr. 6 mit einem Einſpänner=
Fuhrwerk aus Wixhauſen zuſammengeſtoßen. Von
den beiden Inſaſſen der Automobildroſchke erlitt eine
Dame Verletzungen, während der andere Inſaſſe und
auch dieſe bitten, nach mehrſtündigem Warten erſchien ihr
Gsertreter, und dieſer ſtellte gleich die Forderung auf:
Tſchutſcheng ſolle bis zum Ende des Waffenſtillſtandes
ſelbſtändige Republik bleiben, alles ſolle in status quo ante
belaſſen werden; wenn aber die Soldaten kämpfen wollten,
ſolle das 30 Li — 15 Kilometer von der Stadt
ent=
fernt geſchehen. Wie ſich nachher zeigte, hatte die
Koming=
tung indes wohl nie die Abſicht, zum Kampfe aus der
Stadt zu gehen, ſondern richtete ſich mit fieberhafter Eile
auf den Stadtmauern zur Verteidigung ein. Soviel ich
auch zur Nachgiebigkeit mahnte — mehr als Mahnen
konnte und durfte ich ja auch nicht — es half nichts.
Unterdeſſen war es Nacht geworden. Noch hinausgehen?
Bei der allgemeinen Unſicherheit wagte mir das Niemand
zuzumuten. Zudem war der Inhalt meiner Sendung ja
wenig ausſichtsvoll. Daß aber die Regierungsſoldaten in
der Nacht einrücken würden, war unwahrſcheinlich, da
ith dem Kommandeur ſofort meinen Entſchluß mitgeteilt
hatte, einen friedlichen Ausgleich zu verſuchen und mit ihm
dann perſönlich zu reden.
Die Nacht ging glücklich vorüber. Am anderen Morgen
zog ich mit 3 berittenen Begleitern hinaus. Die Straßen
und das Tor fand ich ſtark bewacht von Komingtang=
Soldaten; man ließ mich aber durch, das geängſtigte Volk
in den Straßen, das zum Teil den Zweck meines Auszuges
nicht kannte, ſah mich mit banger Sorge durch das Tor
züehen. Im Lager der Regierungsſoldaten angekommen,
ennpfing mich der Kommandeur mit den größten
mili=
täriſchen Ehren und ſofort wurde beraten. Die
Forder=
ung der Komingtang ſchien ihm unerfüllbar; die
Aus=
glleichsform aber, die ich den Notabeln vörgelegt, und die
von dieſen auch gerne angenommen worden wäre, fand die
Zuſtimmung des Kommandeurs. Danach wäre die Stadt,
ftalls ſie von den Notabeln geöffnet worden wäre und die
Komingtang freiwillig die Stadt geräumt hätte, friedlich
und ſtraflos in den Beſitz der Regierung zurückgegangen.
Ein diesbezügliches Aktenſtück wurde aufgeſetzt, ich fügte
ſelbſt einen Brief bei und mahnte dringend zur Annahme
dieſes Ausgleiches. Die Boten, meine 2 Diener, ritten
ſcchleunigſt zurück, der Kommandeur wünſchte aber
durch=
aus, daß ich wenigſtens bis Eintreffen der Antwort im
Lager bliebe. Es war gegen Mittag. Der Kommandeur
hatte als Friſt zur Rückantwort 6 Uhr abends beſtimmt.
Aber — es kam keine Antwort; wir warteten bis 10
Uhr abends. Keine Antwort. Was tun? Ich in die
Stadt zurück? Ging in der Nacht nicht an. Sturm auf
die Stadt unvermeidlich. Ich wünſchte in der Miſſion zu
ſeein, um während des Kampfes die Miſſion möglichſt zu
ſcchützen; aber der Kommandeur wollte es nicht. Er hoffte,
na ich ihm die Lage der kathol. und proteſt. Miſſionen ge=
nau mitgeteilt hatte, für ſofortigen Schutz der Miſſionen
ſorgen zu können. Der Entſchluß ſtand bei ihm feſt, wenn
bis zum Mittag keine Antwort käme, gegen Abend die
Stadt zu nehmen. Da kam nach Mitternacht Nachricht,
daß nördlich von der Stadt mehrere Hundert Soldaten,
die von Weihſien gekommen ſeien, lagerten, und um 5 Uhr
morgens auf die Stadt losrücken wollten; die Soldaten,
in deren Lager ich war, waren von Jentſchoufu gekommen
und ſtanden unter dem Befehl des Wei li yü; es waren
zirka 600 Mann mit 3 Offizieren. Wei li yü überlegte,
entſchloß ſich jedoch, trotz des Drängens ſeiner Offiziere,
zu warten, mit Rückſicht auf die noch erhoffte Antwort aus
der Stadt. Da, am Morgen, um 5 Uhr, hörten wir
Kanonendonner und zahlloſe Schüſſe, im Nu war alles
ge=
rüſtet, und im Sturm gings zur Stadt. Eine Stunde, wir
waren dort. Ein fürchterliches Schießen und Krachen.
Wei li yü ſchickte eine Abteilung nach Oſten, eine andere
nach Süden vor zur Stadt, blieb mit einer dritten etwa
1 Kilometer mit mir von der Stadt, in gedeckter Stellung.
Bald kam Nachricht, die Soldaten ſeien in die Stadt
ein=
gedrungen. Wei li yü hieß mich im Hauſe des
Dorfvor=
ſtehers warten, ließ einige Soldaten zurück und umzingelte
mit den übrigen das Nordweſttor, das ſoeben von den
flüchtigen Komingtang=Soldaten geöffner war. Letztere
wurden ſofort verfolgt. Ich wartete 1—2 Stunden, da
kamen Soldaten und brachten die Nachricht, die Stadt ſei
erſtürmt, die Miſſion unverſehrt, der Mandarin ſei zum
Yamen zurückgeführt, in kurzem würde eine Sänfte mit
Soldaten=Begleitung erſcheinen, mich in die Stadt zu
ge=
leiten, im Yamen wartete der Mandarin mit den
Offi=
zieren auf mich. So gings alſo zurück in die Stadt; aber
— durch von Leichen bedeckte Straßen. Ueberall derſelbe
entſetzliche Anblick: ganz oder halb geköpfte, zerfetzte,
zer=
ſchoſſene Leichen, ohne Kleider, die der Mob geraubt hatte,
im Blute liegend, meiſtens zopfloſe, die den erbitterten
Soldaten gleich beim Kampfe in die Finger gefallen
waren. Im Yamen angekommen, empfingen mich der
Mandarin und der Kommandeur — die übrigen Offiziere
varen wieder mit ihren Soldaten auf die Straße
ge=
gangen, überall nach Anhängern der Komingtang fahndend.
Im Yamen lagen Haufen von Leichen; der ganze nördliche
Teil des Yamens war in Flammen aufgegangen; offenbar
hatten die Führer der Komingtang, im letzten Augenblick,
ſei es aus Verzweiflung, ſei es, um eine etwa noch
mög=
liche Flucht zu erleichtern, im Yamen Feuer gelegt. Ich
hielt es dort nicht lange aus, man führte mich auf meine
Bitte bald zur Miſſion, wo ich alles unverſehrt vorfand.
Nachmittags kamen ſämtliche Offiziere mit dem Mandarin,
um für den namentlich dem Letzteren erwieſenen Schutz zu
danken.
Bei dem gemeinſamen Eſſen, das darauf hier
ſtatt=
fand, verſäumte ich nicht, die beiden proteſtantiſchen
Miſſionsſtationen, nämlich die der Berliner und der
ſchwe=
diſchen Baptiſten=Miſſion, dem Schutze der Offiziere
dringend zu empfehlen. Es wurde nämlich von den
Sol=
daten fortwährend in der ganzen Nacht noch auf Anhänger
der Komingtang gefahndet, wobei das Fehlen des Zopfes
meiſtens als Beweismittel galt, und in der Eile ſehr
kurzer Prozeß gemacht wurde. Bei dieſer Durchſuchung
der Häuſer blieb naturgemäß vieles an den Händen der
Soldaten kleben; als das am 2. und 3. Tage auch noch ſo
weiter ging, habe ich wiederholt die Offiziere, die täglich
hier verkehrten, gebeten um Schonung der Stadt. Die
Offiziere waren indeſſen auch nicht völlig Herren der Lage
und mußten wohl notgedrungen den Soldaten mehr als
minder Freiheiten geſtatten, um Schlimmeres zu verhüten;
außerdem brachte das Durchſuchen der Häuſer nach
Re=
bellen von ſelbſt ſo manches mit ſich, was für die
Be=
völkerung hart war. Krieg iſt in China halt noch härter
als in chriſtlich ziviliſierten Ländern. Indes muß den
Offizieren, bei aller Strenge in ihrem Vorgehen, doch
nachgerühmt werden, daß ſie 1. bei der Einnahme der
Stadt größtmöglichſte Rückſicht auf die Miſſionen nahmen
und ſie ſofort zu ſchützen ſuchten, 2. möglichſt Ordnung zu
halten ſuchten in der Stadt, indem ſie gegen plündernden
Pöbel ſtrenge vorgingen, arge Ausſchreitungen der
Sol=
daten, (z. B. Mißhandlung von Frauen, Brandſtiftung,
Verletzung von Leuten aus allem Volk) mit Erfolg
verhin=
derten und bis heute (15. Februar) volle Ordnung in der
Stadt wieder hergeſtellt haben.
Unterdeſſen ſind nach und nach die offenen und auch
halben Anhänger der Komingtang alle aufgeſtöbert und
hingerichtet. Daß dabei auch manche arme Studenten,
harmloſe Mitläufer und ſogar Gutgeſinnte mitgefallen
ſein mögen, iſt leider wahr. Doch nun genug der traurigen
Tſchutſcheng=Geſchichte. Ihre ſchöne Seite iſt: Dank der
Nähe Tſingtaus, Dank der deutſchen Fahne, dank dem
Schutze des Allmächtigen war es der Miſſion möglich, den
Mandarin zu retten, größeres Unheil, das der ganzen
Stadt gedroht, zu verhüten, manche Milderung ſchwerer
Drangſale dem Volke und Einzelnen zu verſchaffen.
All=
gemein hat man die Anweſenheit eines deutſchen
Miſſio=
nars jetzt in dieſen Tagen als die größte Wohltat für die
Stadt erkannt, da ein ſolcher vermöge ſeiner Neutralität
und des Deutſchen Schutzes ſich auf beiden Seiten Gehör
zu verſchaffen in der Lage iſt, um Gegenſätze möglichſt zu
verſöhnen. Fremdenhaß iſt bei dieſer Gelegenheit ziemlich
ſtark in das Gegenteil verwandelt worden.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Nummer 73.
der Lenker der Droſchke mit dem Schrecken davon
ge=
kommen ſind. Der Lenker des Fuhrwerks hat keine
Verletzungen erlitten. Das Pferd iſt an den
Vorder=
beinen verletzt und an dem Fuhrwerk iſt die Deichſel
abgebrochen. Die Automobildroſchke wurde derart
be=
ſchädigt, daß die Fahrt nicht fortgeſetzt werden konnte.
* Traiſa, 25. März. Im Saale des Herrn
Bürger=
meiſters Walter hielt geſtern Herr Admiral Weſtphal
einen Vortrag über „Unſere Marine‟. Der Beſuch
war außerordentlich gut und reicher Beifall wurde dem
Herrn Redner für ſeinen intereſſanten Vortrag zuteill
der durch Vorführung von Lichtbildern unterſtützt wurde.
Alsdann regte Herr Pfarrer Walther die Gründung einer
„Ortsgruppe Traiſa” des Deutſchen
Flottenver=
eins” an. Dieſe Anregung fand unter den Anweſenden
lebhafte Zuſtimmung; die Einzeichnungsliſte war
dem=
entſprechend von beſtem Erfolg, über 30 Herren haben
ihren Beitritt erklärt, ſodaß man in der Lage war, die
Ortsgruppe zu konſtituieren. In den Vorſtand wurden
gewählt: Herr Pfarrer Walther, Vorſitzender, Herr
Leh=
rer Wolf, Schriftführer, Herr Scherer, Rechner, die
Herren Bernhardt und Heyd als Beiſitzer.
Offenbach, 25. März. Zur Verſtaatlichung der
Offenbacher Polizei bringt die Offenb. Ztg.
fol=
gende Nachricht: Blättermeldungen zufolge ſollte für den
Poſten des neuen Offenbacher Polizeichefs der
Kreisamt=
mann Emmerling in Worms in Ausſicht genommen
ſein. Demgegenüber können wir auf Grund unſerer
In=
formation an zuſtändiger Stelle mitteilen, daß die
er=
wähnte Nachricht auf Erfindung beruht. Es iſt
bis=
her keinerlei Beſtimmung über die Ernennung getroffen
worden. Das Miniſterium wird vielmehr der
Perſonen=
frage erſt dann nähertreten, wenn auch die Erſte Kammer
die Bewilligung der etatsmäßigen Anforderungen
ausge=
ſprochen hat. Der Finanzausſchuß der Erſten Kammer,
der ſich in ſeiner letzten Sitzung mit der Frage der
Ver=
ſtaatlichung der Offenbacher Polizei beſchäftigte, hat ſich
den von der Regierung für dieſe Maßnahme vorgebrachten
Gründen durchaus angeſchloſſen und beantragte beim
Plenum der Erſten Kammer, den Beſchluß der Zweiten
Kammer auf Genehmigung der erforderlichen Mittel für
die Verſtaatlichung der Polizei zu beſtätigen. Der
Aus=
ſchuß ſchloß ſich auch dem Beſchluß der Zweiten Kammer
an, die Vorſtellung der Bürgermeiſterei Offenbach gegen
die Polizeiverſtaatlichung für erledigt zu erklären. — In
der Nacht zum 23. März wurde bei dem Portefeuiller
Claus, Biebererſtraße 42, ein Einbruch verübt. Der
Täter hatte im Parterreſtock die Scheibe eines Fenſters
eingeſchlagen und war auf dieſe Weiſe in das Haus
ein=
gedrungen. Er erbeutete Lederwaren im Werte von über
100 Mark, ſowie einige Kleidungsſtücke. Lange konnte er
ſich jedoch des unrechtmäßig erworbenen Gutes nicht
er=
freuen. Am Samstag wurde er bereits in der Perſon
des 23 Jahre alten Arbeiters Lorenz Hüttler
feſtgenom=
men, der den Diebſtahl auch eingeſtand, nachdem ein Teil
des geſtohlenen Gutes bei ihm vorgefunden wurde.
Offenbach, 25. März. Bei der vom Kreisamt zweimal
für ungültig erklärten, jetzt zum dritten Male
vorgenom=
menen Bürgermeiſterwahl zu Jügesheim
gaben von 418 ſtimmberechtigten Wählern 414 ihre Stimme
ab. Auf jeden der beiden Kandidaten, den dem Zentrum
angehörigen Winter und den von den Sozialdemokraten
unterſtützten Fortſchrittler Bruder entfielen 207 Stimmen,
ſodaß nunmehr das Los entſcheiden muß.
Werſau i. O., 23. März. Der irrſinnige Arbeiter
Büxler aus Hippelsbach drang, mit einer Axt
bewaff=
net, in das Anweſen des Gutsbeſitzers Geydoul ein,
zer=
ſchlug die Haustüre, dann mehrere Töpfe und die Lampe.
Während er die im Zimmer weilenden Frauen bedrohte,
erſchien Geydoul, der von ihm niedergeſchlagen und
ſchwer verletzt wurde. Ehe der Wahnſinnige noch
wei=
teres Unheil anrichten konnte, wurde er von
herbeieilen=
den Leuten entwaffnet. Später gelang es der
Gendar=
merie, Büxler in der Nähe des Ortes zu ſtellen und zu
verhaften.
* Michelſtadt i. O., 25. März. Die hieſige
ge=
meinnützige Baugenoſſenſchaft iſt in ihrer
Bautätigkeit zwar langſam fortgeſchritten, immerhin
kann ſie ſchon anſehnliche Leiſtungen aufweiſen. Sie
hat bisher 2 Ein= und 4 Zweifamilienhäufer erbaut nach
Plänen des hieſigen Architekten und Baumeiſters
Meyer. Die in ihrer Bauart dem heimiſchen Charakter
angepaßten Häuſer enthalten ſchöne und geräumige
Wohnungen. Die Zweifamilienhäuſer (2 Wohnungen
von je 2 Zimmern und Küche, nebſt allem Zubehör, wie
Keller, Stall, Waſchküche) koſten einſchließlich Grund und
Boden, 500 Quadratmeter großem Garten und
Neben=
gebäude je 6000 Mark, diejenigen mit je 2 Wohnungen
5 3 Zimmern und Küche 8100 Mark, der Preis der
Ein=
familienhäuſer mit gleichem Zubehör ſtellt ſich auf 5000
Mark. Die Landesverſicherungsanſtalt Darmſtadt hat
die Häuſer gegen 3½ Prozent Zins mit erſten
Hypothe=
ken beliehen, zur Gewähr von zweiten Hypotheken hat
die Stadt die Bürgſchaft für ein entſprechendes
Kapi=
tal übernommen. Die Baugenoſſenſchaft, an deren
Spitze Fabrikant Ludwig Arzt und Sanitätsrat Dr.
Scharfenberg ſtehen, erfreut ſich auch der
Unter=
ſtützung der anſäſſigen Induſtriellen.
A Michelſtadt, 24. März. Veranlaßt durch die
Leh=
rerſchaft von hier und Umgegend hält Herr
Univerſitäts=
profeſſor Dr. Rinkel=Gießen hier eine Reihe von
Vorträgen über die Enzyklopädie der Philoſophie. —
Welche Bedeutung die hieſige Spar= und
Dar=
lehenskaſſe für das Wirtſchaftsleben des hieſigen
Platzes und der Umgebung gewonnen hat, geht aus der
Bilanz des Inſtituts hervor, die pro 31. Dezember 1911
nun vorliegt. Der Geſamtumſatz beziffert ſich auf
8 853 694 Mark. Einer Aktivſumme von 524390 Mark
ſtehen 517120 Mark gegenüber, ſodaß der Reingewinn
für das abgeſchloſſene Rechnungsjahr 7269 Mark beträgt.
A König i. O., 24. März. Nach der nun
vorliegen=
den Bilanz des hieſigen Spar= und
Hilfsver=
eins vom 31. Dezember 1911 betrug der Umſatz im
ab=
geſchloſſenen Rechnungsjahre 387015 Mark. Die Aktiva
belief ſich auf 299971 Mark, die Paſſiva auf 298245
Mark, ſodaß ein Reingewinn von 1225 Mark erzielt
wurde.
A Weiten=Geſäß, 24. März. Bei der im Laufe der
letzten Woche ſtattgehabten Bürgermeiſterwahl wurde
Herr G. L. Rapp zum dritten Male einſtimmig
gewählt. Ein Fackelzug der Vereine, verbunden mit
Muſik= und Geſangsſtändchen, erhöhten die Feier des
Tages.
* Lindenfels, 24. März. Der hieſige
Verſchöne=
rungsverein iſt nun ſchuldenfrei. Die
Bismarck=
warte iſt bezahlt; der Ueberſchuß des vorjährigen
Burg=
feſtes konnte deshalb zum Teil der Kaſſe des Vereins
zugeführt werden. Die Rechnungsablage ergab einen
Kaſſebeſtand von 721 Mark. — In mehreren gegen die
Plakattafelgeſellſchaft Ibel und Lotz=Darmſtadt teilweiſe
noch ſchwebenden Prozeſſen waren bis jetzt 294 Mark
Vorlagen notwendig. — Von Kurgäſten gingen im
ver=
floſſenen Sommer 902 Mark ein, und zwar im „
Darm=
ſtädter Hof” 184 Mark, „Traube” 120 Mark, „Odenwald”
117 Mark, „Heſſ. Haus” 108 Mark, „Viktoria” 98 Mark,
„Harfe‟ 84 Mark, „Villa Einſiedel” 104 Mark, „Villa
Eli=
ſabeth‟ 41 Mark, „Peter Rauch” 44 Mark.
Lindenfels, 24. März. Die
Eiſenbahnbau=
geſellſchaft „Kontinentale” hat nun
mitge=
teilt, daß ſie an dem Projekt durch das Schönberger Tal
feſthalten müſſe. Die Linienführung der Bahn durch
das Zeller Tal würde um 420000 Mark teurer kommen.
Um die von den Induſtriellen zu garantierende Summe
von 16250 Mark an Zinsgarantien und Amortiſation
aufzubringen, wurde in einer Verſammlung auf dem
Kreisamte Bensheim der Entwurf eines Ortsſtatuts
vorgelegt und gutgeheißen, nach welchem von jeder
an=
kommenden oder abgehenden Wagenladung ein gewiſſer
Frachtzuſchlag erhoben werden ſoll. Zu dieſer
Ver=
ſammlung waren die Bürgermeiſter der Gemeinden, die
eine Verladeſtelle erhalten, ſowie die Vertreter der
In=
duſtrie geladen. Die aus dem Reichenbacher Tal an das
Miniſterium abgegangene Petition um Beſchleunigung
der Konzeſſionserteilung trug über 1200 Unterſchriften.
Eich (Rheinheſſen), 25. März. Der Sohn des
Weingutsbeſitzers Behler aus Liebfrauenthal bei
Mettenheim hantierte geſtern in einer hieſigen Wirtſchaft
mit einer Browningpiſtole. Die Waffe entlud ſich und
der Schuß traf den 44jährigen verheirateten
Schuh=
machermeiſter Ziegler in die Lunge, an welcher
Ver=
letzung der Getroffene nach einer Stunde ſtarb.
Außer=
dem wurden durch den Schuß zwei Perſonen leichter
verletzt.
(*) Gießen, 24. März. Der 80. Gauturntag des
Gaues Heſſen tagte heute in Steins Saalbau unter
dem Vorſitze des langjährigen Gauvertreters Stadtrat
Helm=Gießen. Dieſer erſtattete nach kurzer Begrüßung
den Jahresbericht. Der Gau Heſſen zählt 114 Vereine
mit einer Mitgliederzahl von 11571, gegen das Vorjahr
ein Mehr von 437 Mitgliedern und 13 Vereinen. Den
Gauturnbericht erſtattete Gauturnwart Will=Gießen. Die
Jahresrechnung für 1911 zeigte eine Einnahme von 2797,49
Mark, eine Ausgabe von 2680,61 Mark, ein Vermögen von
818,08 Mark. An den Kreis und die deutſche Turnerſchaft
wurden 1458 Mark abgeliefert. Dem Rechner Poſt=
Als=
feld wurde Entlaſtung erteilt. Der Gau= und
Turnaus=
ſchuß hatte drei Anträge geſtellt, die Annahme fanden:
1. Neubeſtimmungen der deutſchen Turnerſchaft über
Tur=
nen, Spielen, Fechten. Schwimmen, Sondervorführungen,
Sonderwetturnen im Volkstümlichen, ſowie Gerätübungen,
Wettſpiele können vom Gau= und Turnausſchuß bei
Be=
zirks= und Gaufeſten eingeführt werden. 2. Es wurde ein
Gauſpielleiter gewählt mit Stimme” im Turnausſchuß,
und zwar Lehrer Fiſcher=Marburg. 3. Bei dem deutſchen
Turnfeſt 1913 in Leipzig werden vom Gau Heſſen Ges
wandtheitsübungen ausgeführt. Wetzlar ſtellt zwei
An=
träge, die Annahme finden: 1. Den § 3 der Satzung zu
ändern, daß Vereinen, die ſich an einem Orte bilden, wol
bereits ein Turnverein beſteht, Gelegenheit gegeben wird,
an den Veranſtaltungen des Gaues während der
Warte=
zeit teilzunehmen. 2. § 21 der Wettordnung dahin zu
ändern, daß auch die mit dem höchſten Preiſe gekrönten
Turner ferner an den Veranſtaltungen des Gaues teil= können. Die diesjährigen Bezirksturnfeſte in den
5 Bezirken finden ſämtlich am 2. Juni ſtatt; die Bezirke
3 und 4 halten ein gemeinſames Bezirksfeſt in Grebenhain ab,
nachdem Burkhards ſeine Meldung zurückgezogen hat,
Ueber die Jubelfeier des 50jährigen Beſtehens des Gaues
in Gießen ſprach Stadtrat Helm. Das Hauptfeſt findet
am 7. und 8. Juli ſtatt.
Gießen, 25. März. In der nichtöffentlichen
Sitzung der Stadtverordneten wurde den
Ver=
einbarungen zugeſtimmt, die Oberbürgermeiſter Mecum
wegen des Lupusheimes und des
Unfallkran=
kenhauſes getroffen hat. — Wegen der Hinterlande
bahn ſoll von der Bürgermeiſterei mit aller
Entſchieden=
heit bei den in Frage kommenden Behörden dahin
ge=
wirkt werden, daß eine Bahn von Gießen durch das
Bie=
bertal nach Gladenbach gebaut wird und zwar mindeſtens
gleichzeitig mit der von Wetzlar angeſtrebten
Bahnver=
bindung mit dem Hinterland. Der Vorſitzende teilte dann
mit, daß er mit den Landräten von Wetzlar wegen der
Erbauung von elektriſchen Bahnen Gießen-Heuchelheim
—Atzbach-Dorlar-Naunkeim — Niedergirmes-Wetzlar
und Gießen-Krofdorf-Rodheim verhandelt habe. Beide
Landräte hätten großes Intereſſe für dieſe Projekte
ge=
zeigt und deren Förderung zugeſagt. Die Pläne für eine
elektriſche Bahn nach Krofdorf ſeien inzwiſchen ſoweit
ge=
fördert worden, daß den Stadtverordneten vielleicht ſchon
recht bald deshalb eine Vorlage zugehen kann.
(*) Heuchelheim b. Gießen, 25. März. Der Windhof, eine
der Hauptzierden des Lahntals in der Umgebung
Gie=
ſtens, iſt in der verfloſſenen Nacht allgeblrannte
Wenn man von Gießen nach Weſt=Nordweſt ſchaut, ſo
ra=
gen die zwei Burgen Gleiberg und Vetzberg mit ihren
charakteriſtiſchen Umriſſen gen Himmel und dahinter
ſchmiegt ſich maleriſch der turmgekrönte Dausberg an.
Im Vordergrund aber erhebt ſich hoch aus der Ebene
hervor das ſtattliche Bauwerk des Windhofs mit dem
etwa 40 Meter hohen Ausſichtsturm. Dies ſchöne Bild
iſt jetzt verwiſcht, wie ein ſchwarzer Fleck liegen die
rau=
chenden Trümmer des Windhofs darin. Um 2 Uhr heute
früh brach das Feuer aus, bald hatte es das ganze
Bau=
werk bis zum Turm ergriffen. Die oberen
Fachwerk=
ſtöcke brannten nieder, von dem unteren Stock, der maſſiv
war, ſieht man noch die Mauern, der Turm iſt bis auf
etwa 12 Meter zerſtört. Die Feuerwehr konnte nichts
tun, da das Waſſer fehlte. Der Windhof iſt ein
Haupt=
ausflugsort der Gießener Bürger und der Studenten
die hier oft ihre Menſuren ſchlugen. Er umfaßte eine
große Gaſtſtube, einen prachtvollen Tanzſaal und
Feſt=
ſaal, zahlreiche Vereinszimmer und Klubräume,
Turm=
ſtuben und dergleichen mehr. Er war wohl das größte
derartige Etabliſſement in der ganzen Umgegend. Es
wurde Ende der 90er Jahre erbaut von dem ehemaligen
Kantinenwirt Duill beim Regiment Nr. 116 für die
ge=
waltige Summe von 190000 Mark, ſodaß von vornherein
an ein Rentieren nicht zu denken war. Wiederholt hat
der Windhof ſeine Beſitter genjechſelt. ſtets ging der
Preis herunter, der jetzige Beſitzer Kohlheier aus
Hun=
gen hat ihn voriges Jahr für 50000 Mark gekauft.
K. Bad Nauheim, 25. März. Unſere vor einem
halben Jahr gegründete freiwillige
Sanitäts=
kolonne, die unter der Oberleitung des Herrn
Mili=
tärkurarztes Dr. Schrade ſteht, hielt geſtern in der Halle
des neuen Güterbahnhofs ihre erſte praktiſche
Uebung ab, die gleichzeitig mit einer Beſichtigung
durch den Inſpekteur der Freiwilligen
Sanitätskolon=
nen für das Großherzogtum Heſſen, Herrn Generalarzt
Dr. Lindemann=Darmſtadt, verbunden war. Als
Prüfungsobjekt war gedacht, daß ein Eiſenbahnunfall
ge=
ſchehen ſei und die Verletzten nun verbunden und
ver=
laden werden müßten. Der Inſpekteur ſprach ſich ſehr
lobend über die Prüfung aus. Erſchienen waren u. a.
auch Herr Kreisrat Schliephake=Friedberg und Herr
Kreisarzt Dr. Nebel=Friedberg, ſowie die Spitzen der
hieſigen Behörden. Die Friedberger Kolonne war mit
20 Mann vertreten. — Auf dem hieſigen Bahnhof
ſoll zum Empfang der deutſchen Kaiſerin
ein großes Zelt errichtet werden, da das
Bahnhofs=
gebäude bis zu ihrem Eintreffen nicht fertig ſein wird.
Die Stadtverordneten beſchloſſen, zum Schmücken der
Straßen 1800 Mark zu bewilligen.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 24. März.
„Siegfried”.
W—l: Die heutige Siegfried”=Aufführung ſtand
unter einem glücklichen Stern und bot viel des Guten
und Erfreulichen. Frau von Sugh, die erſtmalig die
Brünnhilde ſang, übertraf in Spiel und Geſang alle
Er=
wartungen, ſie hatte ſich ganz in die Rolle hineingelebt
und offenbar ſehr fleißige geſangliche Studien gemacht;
ihre Brünnhilde erinnerte an die beſten Vorbilder. Schön
und ergreifend war die Abſchiedsſzene auf dem
Wal=
kürenfelſen, großzügig und ſtilvoll gehalten die Szene
im zweiten Akte in der Gibichungenhalle und ernſt und
feierlich, ihrem Charakter entſprechend, die Schlußſzene.
Auch ihre Erſcheinung entſprach der des Heldenweibes.
Was noch zu wünſchen übrig bleibt, iſt eine größere
Tragkraft der Stimme in der tieferen Lage und im
Affekt. Herr Becker ſang wieder den Siegfried mit
gewohnter ſtimmlicher und geſanglicher Zuverläſſigkeit
und Sicherheit; den Höhepunkt ſeiner Leiſtung
bezeich=
neten die Abſchiedsſzene von Brünnhilde und der ſchön
geſungene Schwanengeſang Siegfrieds. Herr Becker
müßte nur noch mehr Sorgfalt auf die Verſchönerung
ſeiner Maske und den darſtelleriſchen Impuls legen.
Herr Stephani als prächtiger Repräſentant des
Hagen und Herr Weber in ſeiner vorbildlichen
Ver=
körperung des Königs Gunther, deren ſchon wiederholt
lobend Erwähnung geſchehen iſt, trugen zu dem ſchönen
Erfolg der Aufführung ſehr weſentlich bei. Die kleineren
Partien des Alberich und der Gutrune wurden von Herrn
Hoff und Frl. Geyersbach geſungen. Frl.
Ho=
ward bewährte ſich in den drei Partien der erſten
Norn, der Waltraute und der Floßhilde wieder als
echte Künſtlerin, die auch in Kleinigkeiten ſtets
künſt=
leriſchen Geſchmack und feines Stilgefühl an den Tag
legt und darin vielen zum Vorbild dienen kann.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Das
Mann=
heimer Muſikfeſt am 10. und 11. Mai 1912
zum Gedächtnis Guſtav Mahlers. Von den
zahlreichen Gedenkfeiern, die dem großen verſtorbenen
Komponiſten und Dirigenten bereitet werden, verdient
unſtreitig das 2tägige Muſikfeſt, das der
Philharmoni=
ſche Verein in Mannheim vorbereitet, die weitgehendſte
Beachtung. Ein Rieſenapparat von zirka 1000
Mitwir=
kenden wird an der Durchführung des Programms
be=
teiligt ſein. Das Lied von der Erde, die vierte
Sym=
phonie mit Sopranſolo und Guſtav Mahlers
gigan=
tiſchſtes Werk, die achte, bilden das Programm.
Das Feſtorcheſter, aus 150 Mitgliedern der beiden
Hof=
theater=Orcheſter Karlsruhe und Mannheim
zuſammen=
geſetzt, zwei gemiſchte Chöre aus Mannheimer
Chor=
vereinigungen gebildet, und ein Kinderchor, insgeſamt
über 800 Sänger, ſind an der Ausführung des großen
Werkes beteiligt. Acht Künſtler von hervorragender
Bedeutung ſind als Soliſten verpflichtet worden. Die
Geſamtleitung hat Hofkapellmeiſter Arthur Bodanzky.
Spielplan der Frankfurter Theater.
1. Opernhaus. Dienstag, 26. März: Die
Entführ=
ung aus dem Serail. Mittwoch, 27.: Der Freiſchütz.
Donnerstag, 28. (zum erſten Male): Alt=Wien. Freitag,
29.: Tannhäuſer. Samstag, 30.: Tell. Sonntag, 31., 3½
Uhr: Der Waffenſchmied; 7 Uhr: Alt=Wien. Montag,
1. April: Königskinder. Dienstag, 2., und Mittwoch,
3. April geſchloſſen wegen Mitwirkung des Opernhaus=
Orcheſters an den Muſikaufführungen in der Feſthalle. —
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 26. März: Anatol=
Zyklus. Mittwoch, 27.: Der Tartüff; hierauf: Die
luſtige Perſon. Donnerstag, 28.: Iphigenie auf Tauris.
Freitag, 29.: Götz von Berlichingen. Samstag, 30.:
Maria Magdalene. Sonntag, 31., 3½ Uhr: Primeroſe;
7 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Montag, 1. April:
Der Tartüff; Die luſtige Perſon. Dienstag, 2. (zum
erſten Male): Schöne Frauen, Luſtſpiel in drei Akten
von Etienne Rey. — Neues Theater. Dienstag,
26. März: Schauſpielerin. Mittwoch, 27. (zum erſten
Male): Die Weſpe, Schauſpiel in drei Akten von André
Picard, deutſch von Rud. Lothar. Thereſe: Tilla
Du=
rieux. Donnerstag, 28.: Die Weſpe. Freitag, 29.: Die
Weſpe. Samstag, 30.: Die Ehre. Sonntag, 31.: Die
fünf Frankfurter.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters Mannheim. Dienstag, 26,
März: Der Freiſchütz. Mittwoch, 27.: Der
Waffen=
ſchmied. Donnerstag, 28.: Alles um Geld. Freitag, 29.
Die fünf Frankfurter. Samstag, 30.: Frühlingsluft,
Sonntag, 31.: 8. Matinee: E. T. A. Hoffmann: Carmen
(Don Joſé: Walter Günther=Braun a. G.).
— Napolcons Schneiderrechnungen. Einen
intereſ=
ſanten Einblick in die Garderobengeheimniſſe Napoleons
gewährte ein Vortrag, den Dr. Daymard in dieſen Tagen
in Paris gehalten hat und der beſonders intereſſant iſt,
weil in ihm zum erſten Male auf Grund eines
umfaſſen=
den Studiums der Akten genaue Angaben über das
Klei=
derbudget Napoleons und über ſein Verhältnis zu
ſei=
nem Schneider Chevalier ermittelt werden. Napoleon
war bekanntlich vor den Tagen des Konſnlats in ſeiner
Kleidung mehr als nachläſſig, ja geradezu ſchäbig. Er
war zu arm, um ſich Eleganz leiſten zu können, und nicht
umſonſt konnte Stendhal ſchreiben: „Das Ausſehen des
Generals Bonaparte iſt nicht geeignet, mich froh zu
ſtimmen. Sein Rock iſt ſo abgetragen, und ſo
erbärm=
lich, daß ich kaum glauben konnte, daß er ein General
ſei.” Und Baron Tain erzählt von dem 25jährigen
Bo=
naparte: „Die Uniform eines Brigade=Generals, die er
trägt, iſt oft im Feuer geweſen und duftet nach Biwak.
In ſeinem Ausſehen iſt nichts Imponierendes als das=
Feuer ſeines Blickes.‟ Erſt als Napoleon Konſul
ge=
worden war, begann er häufiger die Uniform zu
wech=
ſeln und trug ſtatt des Rockes des Diviſionärs die durch
ihn ſo berühmt gewordene grüne Uniform der reitenden
Jäger oder den blauen Rock eines Oberſten der Greu
Nummer 73.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Seite 5.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. März. Ein ſtädtiſches
Darlehen von einer Million Mark hat der
Magiſtrat Berlin vorbehaltlich der Zuſtimmung der
Stadtverordneten=Verſammlung dem Kommerzienrat K.
Wagenbeck für die Errichtung eines Tierparks
im der Jungfernheide bewilligt, natürlich unter
beſtimm=
ten Vorausſetzungen und Bedingungen. Es wird u. a.
verlangt, daß bei mäßigen Eintrittspreiſen auch dem
Er=
olungs= und Bildungsbedürfnis der großen Menge
Fechnung getragen wird; daß der Tiervark in vier
Jah=
nen eröffnet wird, daß die Jungfernheide einſchließlich
des Tierparks nach Berlin eingemeindet wird. Die
Ein=
nichtungskoſten dürften ſich auf 5½ Mill. Mark ſtellen.
Insgeſamt ſind gegen 8,3 Mill. Mark erforderlich. Die
Sammlungen werden Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fiſche
und andere Seetiere, ſowie Inſekten und dergleichen
um=
naſſen. Auch ſollen Urweltformen und ihre
Nachbildun=
gen dem Publikum zugänglich gemacht werden. Die Tiere
ſollen in möglichſter Anlehnung an ihre natürlichen
Le=
densgewohnheiten ſo untergebracht werden, daß der
Eindruck der Gefangenſchaft vermieden wird. So ſollen
— B. die großen Raubtiere ſich anſcheinend offen
bewe=
gen. Originell wird die Einrichtung für die
Unterbrin=
gung der Affen ſein. Auf großen freien Flächen
kön=
nen Schauvorſtellungen ſtattfinden. — Aus Anlaß der
Annahme des neuen Ortsnamens Berlin=
Wil=
mersdorf hat der Magiſtrat beſchloſſen, am 1. April
ws. Js. (Tag des Inslebentretens des nominellen Groß=
Berlins) den beiden erſtgeborenen Kindern
Knaben und Mädchen) je ein Sparkaſſenbuch mit 100
Mark Einlage in die Wiege zu legen. — In, der
Methylalkohol=Affäre iſt jetzt auch noch gegen
Den Drogiſten Scharmach und den Schankwirt Otto
Redomski aus Charlottenburg eine Nachtragsanklage
erhoben worden. Scharmach wird noch beſchuldigt, in
ſei=
mem Geſchäft gewiſſe Geheimmittel, deren Verkauf ver=
Goten iſt bezw. nur den Apotheken geſtattet iſt,
feilgehal=
ten zu haben. Ferner wurden bei der Hausſuchung, bei
der Scharmach übrigens in Gegenwart des
Regierungs=
rats Prof. Juckernack einen Selbſtmordverſuch
unternom=
imen hatte, mehrere ſtarkwirkende Gifte vorgefunden, die
mach einer Polizeiverordnung in beſonderer Weiſe
aufbe=
wahrt werden müſſen. Außerdem iſt Scharmach auch noch
wegen des Verkaufs von Methylalkohol unter falſcher
Deklaration nachträglich angeklagt worden. Hierbei
han=
delte es ſich um diejenigen Fälle, in denen noch
nach=
ſträglich durch Exhumierung der Leichen durch den
Ge=
rrichtschemiker Dr. Jeſerich als Todesurſache
Methylalko=
hholvergiftung feſtgeſtellt worden war.
Metz, 24. März. Die Reihe der feſtlichen
Veran=
fſtalltungen) die zu Ehren des ſcheidenden
Bezdtsprä=
ſſidenten Grafen Zeppelin=Aſchhauſen ſo ſehr
zzahlreich veranſtaltet wurden, fand ihren Höhepunkt am
lheutigen Sonntag in einem Bankett der Bürgermeiſter
ides Bezirks und in einem glänzenden Fackelzuge der
Ver=
ſeine von Metz und Vororten. Dem Bankett wohnten
außer der Mehrzahl der Kreisdirektionen (ſo z. B. von
Bolchen, Chateau=Salins und Diedenhofen) annähernd
2250 Bürgermeiſter des Bezirks bei.
Stuttgart. 23. März. In einer heute nachmittag
un=
tter dem Vorſitz des Frhrn. v. Gleichen=Rußwurm hier
ſabgehaltenen Sitzung wurde die Gründung eines
Ver=
ſeins „Deutſches Symphoniehaus” beſchloſſen. Der
Verein hat den Zweck als nationale Ehrung
Beethovens. zu deſſen 150. Geburtsfeſt (1920) cin
dem Geiſt der Symphonie entſprechendes Feſtſpielhaus
zu errichten auf Grund von Entwürfen des Architekten
Ernſt Haiger=München. Zum Vorort des Vereins wurde
Stuttgart beſtimmt.
Detmold, 24. März. Einen tragiſchen
Ab=
ſchluß fand ein Streit um den Beſitz des
aro=
ßen Loſes der Lotterie des Landwirtſchaftlichen
Hauptvereins für das Fürſtentum Lippe. Der
Hauptge=
winn im Betrage von nur 3000 Mark fiel auf ein Los,
das ein Bürger von Lemgo beſaß. Nachdem die
Num=
mer des Haupttreffers bekannt geworden war, behauptete
ein anderer Lemgoer Bürger, der ſchon einmal das große
Los derſelben Lotterie gewonnen hatte, daß er das
Los=
verloren habe und es daher ihm gehöre. Als der Beſitzer
des Loſes den Gewinn nicht herausgab, ſtrengte ſein
Gegner Zivilklage an. Als dieſe nicht zu ſeinen Gunſten
endete, verfiel er in Trübſinn und machte ſeinem Leben
ſelbſt ein Ende. So feſt hatte er ſich in die Idee
ver=
rannt, daß das Los ihm gehöre. Und es ſcheint, daß
dieſe fixe Idee auch auf ſeine Witwe üherging; denn ſie
ſetzte nach dem Tode ihres Mannes den Streit um das
Los fort, der aber ſchließlich mit Abweiſung der Klage
auf Herausgabe des Loſes endete.
Halle (Saale), 23. März. Die Tat eines anſcheinend
plötzlich irrſinnig gewordenen Schülers
er=
regt in der Provinz Sachſen allgemeines Aufſehen. Der
Oberſekundaner Danker in Neuhaldensleben, ein
ſehr begabter, aber aufgeregter Schüler, hatte ſich in den
Kopf geſetzt, daß er nicht verſetzt werden würde. Das
machte ihn nervös und zänkiſch. Als die Schüler ſich
nun am Freitag abend auf einem Schulausfluge in
ei=
nem Bierlokal niederlieſlen, fuhr Danker eilends au
einem Fahrrade in die Stadt Neuhaldensleben und
kaufte dort einen Revolver und Patronen und kehrte zu
ſeinen Mitſchülern zurück. Er begann jetzt mit zweien
ſeiner Mitſchüler einen Streit, zog plötzlich den
Revol=
ver hervor und ſtreckte den Oberſekundaner Lippelt durch
mehrere Schüſſe in Kopf und Arme nieder. Den
Schü=
ler Schnaker verwundete er leicht, ſtürzte ſich dann
noch=
mals auf den am Boden liegenden Lippelt und verſuchte,
ihm in ſinnloſer Wut die Kehle aufzureißen; dann ſchoß
er ſich ſelbſt eine Kugel in den Kopf, ohne ſich indes
ſchwerer zu verletzen. Lippelt wurde ins Krankenhaus,
Danker in das Unterſuchungsgefängnis gebracht. Lippelts
Befinden hat ſich im Laufe des heutigen Tages gebeſſert.
Man hofft, ihn am Leben erhalten zu können.
Spremberg, 25. März. Am Samstag nachmittag
brannte die Tuchfabrik von W. Schwetaſch
voll=
ſtändig nieder. Wie der Spremberger Anzdiger
meldet, beträgt der Schaden zirka 500000 Mark. 90
Ar=
beiter ſind brotlos.
Paris, 25. März. In Levallois=Perret werden
in=
folge der unter den ausſtändigen
Autodroſch=
kenlenkern herrſchenden Erregung und der von dem
revolutionären Allgemeinen Arbeiterverband
angekün=
digten Treibereien umfaſſende
Vorſichtsvorkeh=
rungen getroffen. Die aus Schutzleuten und
republi=
kaniſcher Garde beſtehenden Wachen wurden überall
ver=
ſtärkt und Patrouillen durchziehen zur Aufrechterhaltung
der Ordnung und Ruhe unausgeſetzt die Straßen. Die
ſozialiſtiſchen Deputierten Willm und Lauche werden in
der heutigen Kammerſitzung einen Beſchlußantrag
ein=
bringen, in dem die Regierung aufgefordert wird, den
ſeit vier Monaten zwiſchen den
Autodroſchkengeſellſchaf=
ten und den Chauffeuren beſtehenden Zwiſt beizulegen.
Paris, 25. März. In verſchiedenen Gegenden
Frankreichs, insbeſondere in Mittel= und
Südweſtfrank=
reich ſind infolge andauernder Regengüſſe und
der Schneeſchmelze viele Flüſſe über die
Ufer getreten. In Brive, Aulle, Figeac,
Angou=
léme, Grenoble und anderen Orten ſind die niedrig
gele=
genen Stadtviertel überſchwemmt.
Breſt=Litowsk, 24. März. Der Schnellzug
Warſchau-Breſt fuhr zwiſchen Mejiretſchje und
Bela auf 16 Wagen eines Güterzuges auf, die ſich
los=
geriſſen hatten. Ein Schaffner wurde getötet, der
Lokomotivführer und der Heizer ſchwer verwundet, zehn
Güterwagen und die Lokomotive zertrümmert.
C. K. London, 24. März. Die Form der großen
monumentalen Ehrung, die König Eduard in
Lon=
don zu teil werden ſoll, iſt nunmehr endgültig
feſtge=
ſtellt worden. Das Generalkomitee beſchloß, mit einem
Koſtenaufwand von 400000 Mark eine
Bronze=
ſtatue des verſtorbenen Herrſchers an dem Ende des
Broad=Walk im Green=Park aufzuſtellen. Zum Schöpfer
des Denkm als iſt Bertram Mackennal auserſehen; die
architektoniſche Umrahmung wird von dem Architekten
Lutyens ausgeführt. König Georg hat ſich mit dieſen
Vorſchlägen einverſtanden erklärt. Außerdem wird ein
großer Volkspark an der Stätte des gegenwärtig
unbe=
bauten Shadwell Market angelegt werden; auf einem
in den Fluß gebauten Fundament ſoll dem König
eben=
falls eine große monumentale Ehrung dargebracht
wer=
den. Die Summe der bisherigen Beiträge für die
Ehrung beläuft ſich auf 2 200000 Mark.
London, 25. März. In Bradford Grafſchaft York
wurden 10 Knaben in einer Lehmgrube
ver=
ſchüttet. Einer iſt tot, die 9 anderen ſind ſchwer
verletzt.
Chicago, 25. März. Geſtern erfolgte hier die
Grundſteinlegung des neuen deutiſchen
Ho=
ſpitals, die der deutſche Botſchafter Graf Bernſtorff
vornahm. Der Botſchafter wohnte auch der Goethefeier
des hieſigen Goethevereins bei. Am Abend
veranſtal=
teten das Goethedenkmalkomitee und das deutſche Ho
ſpitalkomitee ein Feſtmahl im Germaniaklub, bei dem
der Botſchafter als Ehrengaſt anweſend war.
Vaterländiſcher Feſt=Abend.
Im großen Feſtſaal der Turngemeinde am
Woogsplatz fand am Samstag abend der erſte
Vater=
ländiſche Feſt=Abend der Abteilung Darmſtadt
des Deutſchen Frauenvereins vom Roten
Kreuz für die Kolonien unter Mitwirkung der
Kapelle des Großh. Art.=Korps, des Unteroffizier=
Sän=
gerchors und des militäriſchen Kirchenchors unter
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley ſtatt.
Der Feſtſal trug charakteriſtiſchen Schmuck. Das
Pro=
ſzenium war mit Koloſſal=Malereien verkleidet, die
hübſche Anſichten von Darmſtadt, Berlin, Hamburg und
aus den Kolonien zeigten. Vor der Bühne hatte man
reizende, ſtroh= und ſchilfbedeckte Negerhütten errichtet,
in denen entzückende Ueberraſchungen aller Art, meiſt
kolonialen Charakters, feilgehalten wurden, und zwar,
um den kolonialen Anſtrich auch dadurch zum Ausdruck
zu bringen, von reizenden kleinen und noch reizenderen
größeren Negerinnen und Negern. Ueber der Bühne
hing an goldener Kette ein rieſiges rotes Kreuz, das
Wahrzeichen der Krankenpflege in Krieg und Frieden.
Kurz nach 8 Uhr betrat das
Großherzogs=
paar mit Gefolge unter Führung von Frau Dr. W.
Merck, Frau Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing und
Profeſſor Dr. Baur den Saal und unternahm
zunächſt einen Rundgang. Sodann nahm alles an den
Tiſchen im Saal oder auf der Galerie Platz und die
künſtleriſchen Darbietungen des Abends nahmen ihren
Anfang. Sie beſtanden im weſentlichen in Konzert der
Kapelle des Großh. Artillerie=Korps, das den Abend
mit F. von Blons Marſch „Durch Kampf zum Sieg”
einleitete. Nach einem weiteren Muſikſtück hielt Herr
Proſeſſor Dr. Baur die Begrüßungsanſprache.
Er beleuchtete zunächſt die wirtſchaftliche und politiſche
Bedeutung der Kolonien und knüpfte eine dringende
Mahnung daran, alles zu tun, was zur Erhaltung und
zum Ausbau der Kolonien, die für Deutſchland längſt
unentbehrlich ſind, nötig und möglich iſt. Einer der
wichtigſten Zweige der Fürſorge auf kolonialem
Ge=
biete iſt die Krankenpflege. Vieles iſt die Aufgabe des
Staates aber Vieles und Wichtiges bleibt auch dem
Ein=
zelnen überlaſſen, und zwar gerade auf einem Gebiete,
auf dem von jeher die deutſche Frau das Herrlichſte
ge=
leiſtet hat, in der Sorge für die Notleidenden und die
Kranken. Der Verein will Schweſtern für die Kolonien
anwerben, ausbilden und hinausſenden, denn an ihnen
herrſcht großer Mangel. Auf einem Gebiete, fünfmal
ſo groß wie das Reich, wirkten nur 50 bis 60 Schweſtern.
Der Redner ging dann auf die Ausbildung der
Schwe=
ſtern ein, die in Eppendorf, Hamburg und Berlin
er=
folgt, und auf die Tätigkeit in ihrem Wirkungskreiſe.
Neben der Entſendung von Schweſtern bezweckt aber
der Verein auch den Bau von eigenen Krankenhäuſern,
der natürlich aus den Mitgliederbeiträgen und den
Zin=
ſen des Vermögens nicht beſtritten werden kann,
viel=
mehr auf die Spenden der Vaterlands= und
Nächſten=
liebe angewieſen iſt. Zum Schluſſe gab der Redner
einen kurzen Rückblick auf die Geſchichte des 1888 ins
Leben gerufenen Vereins, der zunächſt in den Handels=
und Seeſtädten des deutſchen Nordens Fuß faßte
und erſt nach 1900 auch im Süden Eingang fand. Hier
ſchritt man zur Gründung von Landesorganiſationen,
zuerſt in Württemberg, 1903 (33 Abteilungen, 3600
Mit=
glieder), dann Bayern 1906 (24 Abteilungen, 2900
Mit=
glieder), Baden 1908 (6 Abteilungen, 1000 Mitglieder).
In Heſſen gab Großherzogin Eleonore die Anregung
zur Gründung des Landesvereins, der am 30. Mai 1911
ſeine konſtituierende Verſammlung hielt und bereits in
weniger als Jahresfriſt das größere Baden überflügelte.
Er zählt jetzt in 6 Abteilungen 1492 Mitglieder, davon
in Darmſtadt 295, Mainz 190, Worms 199, Offenbach
317, Gießen 330 und Friedberg 161. Ueberall herrſcht
reges Leben, und ſo tragen auch die heſſiſchen Frauen
dazu bei, Ruhm und Ehre des heſſiſchen Namens in
alle Welt zu tragen. (Lebh. Beifall.)
Weiteren Muſikſtücken, u. a. Streichquartette a)
Schlum=
merliedchen von Kockert, b) Aſes Tod, aus der
Orcheſter=
ſuite Nr. 1 Peer=Gynt von Grieg, Ballettmuſik Nr. 1
und 2 aus „Roſamunde” von Schubert, folgte ein
ein=
drucksvoller Vortrag des Herrn Diviſionspfarrers
de Haas, der aus dem reichen Schatz ſeiner
Erfahrun=
gen auf dem Gebiete der Pflege körperlich und ſeeliſch
Kranker und Leidender, eine Tätigkeit, die ihn als
Seel=
ſorger auf viele Schlachtfelder und in faſt alle Erdteile
führte, erzählte und dabei betonte, wie notwendig
deutſche Einigkeit und ein Zuſammenhalten des
deut=
ſchen Volkstums in fremden Ländern ſei. Auch warf er
einige Streifblicke auf unſere auswärtige Politik und
die Englands.
Das deutſche Flottenlied von Gottfried Schwab,
„Michel, horch, der Seewind pfeift” kam durch den Chor
mit Orcheſterbegleitung in Arnold Mendelsſohns
Ver=
tonung trefflich zum Vortrag und errang ſo ſtarken
Bei=
fall, daß das „Dankgebet” als Zugabe geſungen
wer=
den mußte. Die Spaniſche Rhapſodie von Richardi und
Melodien aus „Die Glocken von Corneville” von
Platt=
quette bildeten den Schluß des Konzertes. — Herr
Ober=
muſikmeiſter Mickley wurde, wie man uns mitteilt,
zu den Königlichen Hoheiten befohlen, die ihm
Aner=
kennung und Dank ausſprachen. Der Chor
hat ſich zuſammengeſetzt aus dem evangeliſchen
Kirchen=
hor und dem Unteroffizier=Geſangverein der 1.
Abteil=
ung des Großh. Art.=Korps.
Verein Braunshardter Heim (E. V.).
C Der Verein „Braunshardter Heim” (e. V.) hielt
geſtern nachmittag im Strafkammerſaal hierſelbſt unter
dem Vorſitz J. D. der Fürſtin Marie zu Erbach=
Schönberg ſeine 6. ordentliche Mitglieder=
Verſammlung ab, die gleich zahlreich wie die
früheren beſucht war. Im Auftrage der hohen Präſiden=
diere. Für den grünenWaffenrock mit den rotenAufſchlägen
berechnete Chevalier 210 Franken, und für die Epaulettes
144 Franken. Der grüne Rock blieb zu Hauſe wie auch
im Felde die Lieblingsuniform des Kaiſers; der blaue
Waffenrock der Grenadiere, der etwas teurer war, wurde
nur bei Zeremonien und Empfängen getragen. Der
bekannte graue Mantel des Kaiſers wurde von dem
Schneider mit 200 Franken berechnet. Chevaliers
Nach=
folger aber, der ſpätere Hofſchneider Lejeune, begnügte
ſich mit 160 Franken. Dieſe Erſparnis machte Napoleon
große Freude, denn der Kaiſer war perſönlich ſparſam
und prüfte die Schneiderrechnungen ſehr genau. Die
weiße Weſte, die der Nachwelt durch die zahlloſen
Ge=
mälde ſo vertraut geworden iſt, war im Sommer aus
Leinen und im Winter aus einem weißen Wollſtoff. Die
Hüte des Kaiſers wurden von Ponpart geliefert und
koſteten Stück für Stück 48 Franken. Auf Grund der
Rechnungen kann man feſtſtellen, daß Napoleon vom
Jahre 1800 bis zum Jahre 1815 nahezu 120 dieſer Hüte
getragen hat.
Trotz ſeiner Sparſamkeit behandelte
Na=
poelon ſeine Kleider nicht ſehr ſorgſam. Er hat mehr
als ein Paar teure Reitſtiefel dadurch verdorben, daß er
mit ihnen das Feuer ſchürte und ſeine Gewohnheit, die
Schreibfeder an ſeinen Aufſchlägen abzuwiſchen, mag
zur Freude des Schneiders nicht wenig Uniformen
un=
brauchbar gemacht haben. Wie wenig Napoleon ſich um
ſein Aeußeres bekümmerte, er hatte trotzdem eine kleine
beſondere Liebhaberei: er wollte zu jeder neuen Uniform
auch immer ein neues Paar Epaulettes haben.
Trotz=
dem laſſen die Schneiderrechnungen Chevaliers in dem
großen Kaiſer der Franzoſen doch auch den ſparſamen
Hausvater zu ſeinem Rechte kommen. Im Jahre 1806
berechnet Chevalier unter anderem 13 Franken für das
Weitermachen alter Beinkleider. Napoleon ließ ſich
ſechs alte Hoſen umändern. Und zehn Franken werden
berechnet für neues Rückenfutter und Weitermachen von
zwei Weſten. Auch der Jagdrock iſt dem Kaiſer nicht
mehr bequem, er muß an der Vorderſeite ausgelaſſen
werden, wofür ſich der Schneider 30 Franken bezahlen
läßt. Aber die Rechnungen ſind damit noch nicht zu
Ende; Chevalier erhält noch 96 Franken für das
Wei=
termachen vonn 24 alten Beinkleidern, wobei auf den
Rechnungen ausdrücklich vermerkt ſteht, daß dieſe
Kleid=
ungsſtücke „überall” weiter gemacht werden mußten. Das
Geſpenſt der Korpulenz war erſchienen, Napoleon wurde
dicker. Das kam plötzlich und ſteigerte ſich natürlich mit
der Zeit. Selbſt der Krönungsanzug mußte
weiterge=
macht werden. Aber in dieſen Einzelheiten zeigt ſich,
wie ſehr Napoleon in ſeinen perſönlichen Anſprüchen
haushälteriſch war, trug er doch ſeine Beinkleider
buch=
ſtäblich auf. Er legte nie ein Kleidungsſtück ab, ehe es
nicht im wahrſten Sinne des Wortes abgetragen und
völlig unbrauchbar geworden war.
ml. Eine amerikaniſche Kleiderördnung. Der
nord=
amerikaniſche Bundesſtaat Illinois darf ſich rühmen, im
Intereſſe der Erhaltung der Zucht, Sitte und Ordnung
die weibliche Bekleidungsfrage von Staats wegen einer
geſetzlichen Regelung unterworfen zu haben, die die
längſt abgetane Kleiderordnung wieder zu Ehren bringt.
Unter den Paragraphen dieſer zu höheren Ehren der
Sittlichkeit erlaſſenen Vorſchriften ſeien als die
wichtig=
ſten die folgenden genannt: 1. Es iſt jeder Frau
unter=
ſagt, Röcke oder Unterröcke zu tragen, deren Saum,
wenn die Trägerin aufrecht ſteht, mehr als 15
Zenti=
meter vom Boden entfernt iſt. 2. Das Tragen von ſog.
„Peekaboo waiſts” die die Linien des weiblichen
Kör=
pers gefliſſentlich ſcharf unterſtreichen, iſt verboten.
3. Der Gebrauch des Korſetts iſt nur geſtattet, wenn der
Arzt ausdrücklich ſeine Anwendung verordnet. 4. Kurze
Aermel ſind ebenſo wenig geſtattet, wie jede Art des
Dekolletés, auch wenn dieſes ſich in den beſcheidenſten
Grenzen hält. 5. Frauen, die bei geſellſchaftlichen
Zu=
ſammenkünften zu tief ausgeſchnitten erſcheinen,
wer=
den mit einer Geldſtrafe von 25 Dollars belegt. 6. Die
Strafe wird auf den dreifachen Betrag erhöht für alle
diejenigen, die am Strand und in den Seebädern durch
ihre Kleidung öffentliches Aergernis erregen.
* Selbſthilfe. Eine junge, hochmodern gekleidete
Schauſpielerin ging in das Theater, um ſich eine
Riva=
lin vom Zuſchauerraum aus anzuſehen. Sie nahm
einen Parkettſitz ein; ohne weitere Rückſicht auf die
hin=
ter ihr Sitzenden zu nehmen, behielt ſie ihren Hut auf.
der zwar nur aus einem über den Kopf geſtülpten Topf
beſtand, aber von einem Walde durch Draht geſteifter
Federn überragt war. Mitten im Stück fühlte ſie eine
leiſe Berührung an ihrem Hute. Hoheitsvoll drehte ſie
ſich um. Hinter ihr ſaß ein junges Mädchen. „Iſt
Ihnen mein Hut etwa im Wege?” fragte ſie hochmütig.
„Durchaus nicht!” erwiderte das junge Mädchen. Nach
einer Weile beſann ſich die Schauſpielerin, doch wohl
ein wenig zu ſchroff geweſen zu ſein, drehte ſich in der
Pauſe wieder um und fragte etwas liebenswürdiger:
„Meine Federn verſperren Ihnen wohl die Ausſicht?”
„O nein, danke,” war die Antwort. „Ich habe ſie alle
heruntergebogen.”
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Nummer 73.
tin eröffnete Herr Generalſtaatsanwalt Dr.
Pree=
torius die Verſammlung mit herzlicher Begrüßung der
Erſchienenen und verbreitete ſich dann in großen Zügen
über das Tätigkeitsgebiet des Vereins. Ein erfreuliches
Zeichen ſei es, daß die Straffälligkeit der Frauen im
allgemeinen und in Heſſen im beſonderen in den letzten
Jahren erheblich abgenommen hat. Seit ſeinem
Amts=
ſantritt iſt z. B. die Durchſchnittszahl der Frauen im
Zuchthaus von 40 geſunken auf 10, und im Gefängnis
von 65—70 auf 40—50. Dieſe Tatſache der Abnahme
der Straffälligkeit, an ſich hocherfreulich, lehrt aber auch,
daß der Fürſorgetätigkeit für weibliche Strafgefangene,
wie der Verein ſie ſich angelegen ſein läßt, enge Grenzen
gezogen ſind. Das Hauptkontingent an
Strafentlaſſe=
nen, die im Heim „Marienhof” Aufnahme finden, ſtellt
das Mainzer Arreſthaus. Der „Marienhof” iſt zuget
ſchnitten zur Aufnahme von 12 Perſonen. Das klingt
eigentlich wenig, iſt aber ausreichend, wenn
be=
rückſichtigt wird, daß vor der Aufnahme ſtets
eine ſtrenge Sichtung erfolgt. Es ſollen nur
ſolche Mädchen Aufnahme finden, von denen aller
Vorausſicht nach, eine wirkliche Beſſerung zu erwarten
iſt. Dieſe Beſchränkung iſt für die Ziele des Vereins
ſehr wichtig, denn nur, wenn man mit den Inſaſſinnen
in ſteter perſönlicher Fühlung bleiben kann, iſt
Indivi=
dualiſierung und wirkliche Hilfe zu erwarten. Bei der
Zuführung und Sichtung leiſtet die Mainzer
Polizei=
aſſiſtentin Frau Schapiro beſonders gute Dienſte, was
ausdrücklich und mit Dank anerkannt wird.
Herr Pfarrer Kleberger erſtattete den
Jahres=
bericht. Danach betrug die Geſamtzahl der Inſaſſinnen
des Heims im Jahre 1905/6: 20, 1907: 21, 1908: 25, 1909:
21, 1910: 23 und im Berichtsjahre 1911: 30 Mädchen
im Durchſchnittsalter von 15—20 Jahren. Keine
Ver=
lorene, nur Schiffbrüchige ſind es, die im Heim Rettung
ſuchen und mit wenigen Ausnahmen auch finden.
Frei=
willig kommen ſie, nie gezwungen, das iſt Prinzip für die
Aufnahme und daran ſoll auch in Zukunft feſtgehalten
werden. Die Eigenart der Fürſorge des Vereins findet
ihren ſinnvollen Ausdruck in einem von der Fürſtin
Marie zu Erbach=Schönberg geſtifteten Gemälde: ein
von brandenden Wellen umtoſtes Felſeneiland mit
ra=
gendem Steinkreuz bietet ſchiffbrüchigen Frauen ſicheren
Port. Dieſes Bild wird von den Mädchen wohl
ver=
ſtanden. Sie kennen des Lebens Stürme und wiſſen, wie
leicht das Schifflein darin zerſchellt, und ſie lernen den
ſicheren Hafen, den das Heim bietet, ſchätzen und lieben.
Nach Schweſter Marie und Schweſter Eleonore, die beide
durch Tod aus ihrer Wirkſamkeit abgerufen wurden,
lei=
tet nun Schweſter Emilie Berg, eine junge ſchaffensfrohe
Kraft, das Heim ſeit dem 7. Oktober 1911. Ihr zur Seite
ſteht eine Diakoniſſin aus dem Kloſter Arnsburg. Der
Verſuch, aus dem Kreiſe der Mädchen eine Stütze
heran=
zuziehen, iſt leider mißlungen. Doch iſt eine Inſaſſin,
die vor 5 Jahren, 15 Jahre alt, im Marienhof Aufnahme
fand, jetzt gegen Lohn angeſtellt und verrichtet ihre
Ar=
beit treu und redlich. Nach interoſſanten ſtatiſtiſchen
Mitteilungen erwähnt der Redner, daß im Vorſtand
er=
wogen wurde, angeſichts der großen Belegungszahl, das
Heim zu vergrößern; daß man aber mit guten Gründen
davon Abſtand nahm. Mit Dank wurde die auf
Ver=
wendung des Herrn Oberſtaatsanwalts Dr. Schwartz
erfolgte Gewährung eines jährlichen Zuſchuſſes der
Stadt Mainz von 1000 Mark entgegengenommen. Auch
die Provinzialdirektionen Darmſtadt, Mainz und Gießen
haben Zuſchüſſe zugeſagt.
Herr Generalſtaatsanwalt Dr. Preetorius ſprach
dem Redner im Auftrage der Präſidentin Dank für
ſei=
nen intereſſanten Bericht aus. Den
Rechenſchafts=
bericht erſtatete Herr Schloßhauptmann Baur.
Er=
freulicherweiſe ſeien die Finanzen doch nicht ſo ſchlecht,
als es am Schluſſe des vorigen Geſchäftsjahres den
Anſchein hatte. Die Geſamteinnahmen betrugen 10752
Mark, darunter 1880 Mark an beſonderen Beiträgen.
Dieſer Summe ſtehen 8985 Mark an Ausgaben gegenüber.
Der Voranſchlag für das kommende Jahr
balan=
ziert mit 8800 Mark in Einnahmen und Ausgaben. Herrn
Rentmeiſter Rabenau wird für ſeine
Rechnungsauf=
ſtellung Dank ausgeſprochen. Rechnung und
Voran=
ſchlag werden gutgeheißen.
Den Schluß der Tagesordnung bildete
Ergänzungs=
wahl zum Vorſtand. An Stelle des Herrn
Bürgermei=
ſter Schmidt=Braunshardt, der ſein Amt niedergelegt hat,
wird Herr Landgerichtsrat v. Pfiſter als Mitalied des
Vorſtandes gewählt. Darauf wurde die Sitzung
ge=
ſchloſſen.
Kongreſſe und Verbandstage.
Der Kampf der Parteien um die Jugend.
Berlin 24. März. In Anweſenheit der Fürſtin
zu Wied und des Generals v. Pleſſen fand geſtern abend
im Sitzungsſaale des Herrenhauſes eine von der
deut=
ſchen Zentralefür Jugendfürſorge einberufene
Konferenz ſtatt, in der das Thema „Der Kampf
der Parteien um die Jugend” zur Diskuſſion
ſtand. Der Sitzungsſaal war überfüllt und zahlreiche
Be=
hörden, Jugendvereine uſw. hatten Vertreter entſandt.
Der Präſident der Zentrale für die Jugendfürſorge, Exz.
v. Hentig, eröffnete die Sitzung mit einer kurzen
An=
ſprache: der heutige Erörterungsabend ſolle dazu dienen,
eine Grundlage für eine einheitliche Jugendbewegung zu
ſchaffen. Der Referent Bürgermeiſter Dr. Weinreich
(Neukölln) führte über das Thema aus: Nahezu alle
kon=
feſſionellen, wirtſchaftlichen und politiſchen Verbände
treiben praktiſche Jugendpflege, aber meiſt von einem
ein=
ſeitigen Standpunkt aus, ohne Berückſichtigung der
geg=
neriſchen Anſchauungen. Die Folge iſt eine völlige
Zer=
ſplitterung der Jugendarbeit. Der Referent gibt an Hand
eines umfangreichen Materials einen hiſtoriſchen
Ueber=
blick über die Entwickelung der deutſchen
Jugendbeweg=
ung und kommt zu dem Schluſſe, daß die politiſche
Beein=
fluſſung der unreifen Jugend einen frühzeitigen Verbrauch
der ſozialen Kräfte des Volkes herbeiführen. Alles müſſe
dahin ſtreben, der Jugend eine unpolitiſche
Vaterlands=
liebe, die ſelbſt frei iſt von allem Kommandierten,
einzu=
pflanzen. (Lebhafter Beifall.)
In der ſich daran anſchließenden Diskuſſion bezeichnet
es Reichstagsabgeordneter Oberſtudienrat Dr.
Kerſchen=
ſteiner (München) als ein Verbrechen, die Jugend die
ganze Welt durch eine Parteibrille ſehen zu laſſen. Das
heilſamſte Mittel, um unſere Jugend zu guten Bürgern
heranzuziehen, iſt und bleibt, ſie zu arbeitsfrohen
Men=
ſchen zu machen. (Lebh. Beifall.) — Pfarrer Liz. Dr.
Hollmann (Nicolasſee) vom Bund deutſcher
Jugend=
vereine, hält die Arbeit an der Jugend um irgend
wel=
cher Partei willen unter allen Umſtänden für verwerflich
und bedauert, daß die weibliche Jugend ganz
vernach=
läſſigt werde. Er hält die Arbeit von Perſon zu Perſon
für das einzig richtige. — Reichstagsabgeordneter Dr
Auguſt Pieper (M.=Gladbach), Präſes des Volksvereins
für das katholiſche Deutſchland, ſpricht für ein
Neben=
einanderarbeiten konfeſſioneller Jugendvereine. — Dr. E.
Finkel (Berlin), Geſchäftsführer des Verbandes der
jüdiſchen Jugendvereine Deutſchlands, hält eine
konfeſſio=
nelle, politiſch neutrale Jugendbewegung für das
empfeh=
lenswerteſte. — Frl. Dr. Gertrud Bäumer (Berlin)
be=
zeichnet den Optimismus der Vorredner inbezug auf die
Möglichkeit der Neutralität der Jugendbewegung als nicht
berechtigt. — Der ſoz. Reichstagsabgeordnete
Rechts=
anwalt Dr. Frank (Mannheim) empfindet es als
Mit=
begründer der proletariſchen Jugendbewegung als eine
gewiſſe Genugtuung, daß das Bürgertum jetzt ein ſo
leb=
haftes Intereſſe für die Probleme der Jugendpflege zeige.
Das geſchehe nur aus Angſt vor der Sozialdemokratie.
Die Neutralität der Erziehung iſt ein Traum. Jeder
ſelbſtbewußte jugendliche Arbeiter darf ſich nicht
hinein=
peitſchen laſſen in die ſogenante neutrale Jugendpflege.
Profeſſor D. Freiherr v. Soden (Berlin) ſtellt ſich auf
den gegenteiligen Standpunkt ſeines Vorredners. Er
be=
zeichnet es als ein Symptom einer hochgradigen
Fieber=
erkrankung, daß man die Jugend in den Mittelpunkt der
Fürſorgepflege ſtellt. Eine geſunde ſchulentlaſſene Jugend
werde am beſten ſich ſelbſt überlaſſen. Wenn aber ſchon
allerlei Kreiſe die Jugend für ſich einfangen möchten, ſo
müſſe man, um nicht urteilsunfähige Nachbeter zu
er=
ziehen, den denkbar mannigfaltigſten Spielraum laſſen.
Jedenfalls iſt der Kampf der Parteien um die Jugend ein
Unrecht an der Jugend.
Erſt um Mitternacht erreichte die Verſammlung ihr
Ende.
Die Mittelmeerreiſe des deutſchen Kaiſers.
* Venedig, 24. März. Der Kaiſer, Prinz und
Prinzeſſin Auguſt Wilhelm und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe beſuchten heute nachmittag die Gräfin Moncenigo.
Sie nahmen bei der Comteſſa Brandolini den Tee ein.
Zur Abendtafel auf der „Hohenzollern” waren geladen
der deutſche Botſchafter in Rom, die anweſenden Herren
der Botſchaft und Graf Pacini.
* Venedig, 25. März. König Viktor
Ema=
nuel iſt um 8,30 Uhr vormittags hier eingetroffen.
Venedig bot heute Nacht ein außerordentlich bewegtes
Bild. Der Markusplatz war nur mit größter Mühe
paſ=
ſierbar. Mindeſtens 30000 Perſonen drängten ſich auf
ihm in feſtlicher Stimmung. Die Venetianer betrachten
den Beſuch des deutſchen Kaiſers nachgerade als eines
ihrer regelmäßigen Feſte. Kaiſerhymne und
Königs=
marſch mußten unzählige Male vom Orcheſter auf dem
Markusplatz wiederholt werden.
* Venedig, 25. März. Der König kam um
9,30 Uhr an Bord der „Hohenzollern‟. Der
Kai=
ſer, der Marineuniform trug, empfing ihn am Fallreep.
Die Monarchen küßten ſich wiederholt und begrüßten ſich
mit herzlichem Händeſchütteln. Die „Kolberg” gab den
Salut. Der König begrüßte ſodann die beiden
Prinzeſ=
ſinnen und den Prinzen Auguſt Wilhelm, ſowie das
Ge=
folge, den Botſchafter von Jagow, die Herren der
Bot=
ſchaft, den Kommandanten der „Hohenzollern”, Kapitän
z. S. Heinrich und den Kommandanten der „Kolberg”,
Kapitänleutnant Kann von dem Begleittorpedoboot,
ſo=
wie das Offizierkorps der „Hohenzollern” und ſchritt mit
dem Kaiſer die Ehrenwache ab. Die Kapelle der „
Hohen=
zollern” empfing den König mit Fanfaren und ſpielte die
Marcia Reale. Der Kaiſer und der König unterhielten
ſich längere Zeit allein. Der Kaiſer und der König
ver=
weilten in längerem Geſpräch auf dem Deck der „
Hohen=
zollern” gegen zweieinhalb Stunden. Zeitweilig wurde
der Botſchafter hinzugezogen. Gegen 12 Uhr verließ der
König die „Hohenzollern” unter Salut. Gleich darauf
begaben ſich der Kaiſer, der Prinz und die
Prinzeſſin=
nen nach dem königlichen Palaſt, wo eine Frühſtückstafel
ſtattfand, zu der auch die Spitzen der Behörden geladen
waren.
* R.om, 25. März. Die Tribuna veröffentlicht einen
Leitartikel über den Kaiſerbeſuch, in dem es heißt:
Was auch der Zweck des Beſuches ſei, im jetzigen
Augen=
blick müſſe nur das Faktum des Beſuches an ſich
be=
trachtet werden, ein Faktum, das die unzerſtörbaren
Grundlagen der Beziehungen Italiens zu Deutſchland
und, da der Kaiſer von Wien komme, zu Oeſterreich=
Un=
garn beweiſe. Dieſer Beſuch annulliere die frühere
Zei=
tungspolemik beider verbündeten Staaten, wenn er auch
nicht die Intereſſen annullieren könne, die ſie
hervorgeru=
fen haben. In den Unterredungen der Monarchen werde
ſicherlich auch die Frage des Krieges und des Friedens
zwiſchen Italien und der Türkei, ſowie der Schritt der
Mächte in Rom und Konſtantinopel infolge der
Initia=
tive Rußlands beſprochen werden, aber man würde ſich
einer Illuſion hingeben, wenn man glaubte, daß von
ei=
nem Tage zum anderen infolge dieſer Unterredungen die
Lage zwiſchen Italien und der Türkei radikal verändert
werden könne. Der Knoten der Intereſſen ſei zu
ver=
wickelt, als daß ein einziger Wille als Schwert
Alexan=
ders genüge. Dieſen Knoten müſſe Italien ſelbſt
zer=
ſchneiden. Aber wenn auch niemand ſagen könne, wie weit
die Frage des Friedens zwiſchen Italien und der Türkei
aus der Begegnung in Venedig gefördert hervorgehe, ſo
werde ſicherlich der Dreibund daraus kräftiger als je
hervorgehen. Keine Partei Italiens habe heute Grund,
den Dreibund nicht in ihr Programm aufzunehmen.
Von der Nationalliberalen Partei.
II.B. Berlin, 25. März. Zu den Differenzen
inner=
halb der Nationalliberalen Partei wird dem Depeſchen=
Bureau Herold von informierte Seite noch folgende
Darſtellung mitgeteilt: Bei der geſtrigen Beratung des
Zentralausſchuſſes ging der rechte Flügel der Partei
unter Führung von Schifferer und Fuhrmann nach
einem wohldurchdachten Plane vor, während die
über=
wiegende Mehrheit der Reichstagsfraktion ſich ſofort um
Baſſermann und die Führer der Jungliberalen ſcharten.
Beide Gruppen präſentierten Liſten von Kandidaten
für den Zentralvorſtand, nachdem die Wahl der drei
Vorſitzenden: Baſſermann, Friedberg und Vogel,
voll=
zogen war. Die Liſte des rechten Flügels enthielt u. a.
die Namen der bekannten heſſiſchen Nationalliberalen,
deren Wahl Baſſermann als Brüskierung betrachtet und
als ſolche heftig bekämpfte. Auf Seiten derer um
Schif=
ferer ſtanden hauptſächlich die Norddeutſchen, mit
Aus=
nahme von Pommern, ſowie die Heſſen, während um
Baſſermann ſich die Rheinländer und Süddeutſchen
ſcharten, ſowie die Sachſen, mit Ausnahme von Dr.
Heinze, der Baſſermann ganz beſonders heftig angriff.
Die Abſtimmung ergab, daß die Kandidaten des rechten
Flügels durchſchnittlich 60, die des linken ungefähr 40
Stimmen erhielten. Mit Streſemann fiel auch Dr.
Junck=Leipzig, während merkwürdigerweiſe Dr. Weber=
Löbau, der auch zum linken Flügel gehört, in den
Zen=
tralvorſtand gewählt wurde. Der in Ausſicht genom=
mene Delegiertentag dürfte, wenn nicht inzwiſchen
un=
erwartete Ereigniſſe eintreten,, wahrſcheinlich mit einer
Spaltung der Partei enden, da Baſſermann erklärt, daß
er unter dieſen Verhältniſſen die Führung nicht
behal=
ten könne. Es wird ein Antrag eingebracht werden,
nach dem die Reichstagsfraktion eine angemeſſene
Ver=
tretung im Zentralvorſtand erhält, ſodaß ſie nicht von
der Parteileitung in wichtigen Fragen desavouiert
wer=
den kann. Sollte dieſer Antrag nicht mit einer ganz
überwältigenden Mehrheit als ausgeſprochenes
Ver=
trauensvotum für Baſſermann durchgehen, ſo legt dieſer
den Vorſitz der Partei nieder.
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Waldenburg (Schleſien), 24. März. Wie das
Waldenburger Neue Tageblatt meldet, iſt im
Niederſchle=
ſiſchen Kohlenrevier der Streik endgültig vorüber,
da die heute in Neu=Weißenſtein abgehaltene
Revierkon=
ferenz des alten Bergarbeiterverbandes und des Hirſch=
Dunckerſchen Gewerkvereins beſchloſſen hatte, in den auf
heute anberaumten vierzehn Belegſchafts=Verſammlungen
ihren Mitgliedern zu empfehlen, vom Streik abzuſehen,
und dieſer Beſchluß in den am Nachmittag ſtattgefundenen
Verſammlungen gebilligt wurde.
* Zwickau, 23. März. Der Zwickauer Zeitung wird
von unterrichteter Seite mitgeteilt: Nachdem im
Verfolg=
des Beſchluſſes der Bergarbeiterverſammlung vom 23,
März heute die Vertreter der ſtreikenden Belege
ſchaften der meiſten Zwickauer Steinkohlenwerke das
Bergſchiedsgericht Zwickau zur Beilegung des
Streiks als Einigungsamt angerufen hatten, ſetzte der
ſtellvertretende Vorſitzende des Einigungsamtes die
Ver=
treter der beteiligten Werke in einer heute abgehaltenen
Beſprechung von der Anrufung in Kenntnis. Der Verſuch, die Werksverwaltungen zur Anrufung des
Einig=
ungsamtes zu beſtimmen, war erfolglos. Die
Ver=
treter der Werke erklärten ſich außerſtande, einen etwaigen
Vermittlungsvorſchlag anzunehmen, oder ſich dem
Schieds=
ſpruche des Einigungsamtes zu unterwerfen. Sie lehnten
die Verhandlungen als ausſichtslos ab.
Oeſterreich=Ungarn.
* Prag, 24. März. In einer Reihe von
Verſamm=
lungen im Kohlenrevier Nordweſtböhmens
wurde beſchloſſen, morgen, am 25., in den
General=
ſtreik zu treten. In der Reſolution wird erklärt, daß
mit dem Generalſtreik zwar einzuſetzen ſei, doch müßten
neue Verhandlungen wegen der Lohnfragen geführt
wer=
den, wobei auf ein wohlwollendes Entgegenkommen
ſei=
tens der Grubenbeſitzer gerechnet wird. Der Beſchluß
des Generalſtreiks erſtreckt ſich auf die Bezirke Auſſig,
Brüx, Dux und Teplitz.
Belgien.
* Brüſſel, 25. März. Auf dem geſtrigen
Natio=
nalkongreß der belgiſchen Bergarbeiter
iſt=
unzweifelhaft zum Ausdruck gekommen, daß an einen
Streik in Belgien nicht zu denken iſt. Den
Arbei=
tern wurden auf den meiſten Zechen bereits
Lohnerhöh=
ungen zugebilligt und weitere von Anfang April an in
Ausſicht geſtellt; doch werden ſie ihre Bemühungen, eine
15prozentige Lohnerhöhung zu erlangen, fortſetzen.
England.
* London, 25. März.: Die Entſcheidung der
heu=
tigen Konferenz zur Beilegung des
Kohlen=
ſtreiks wird mit großer Spannung erwartet. Die Times
veröffentlicht eine Unterredung mit dem Führer der
Zechen=
beſitzer von Südwales, Mr. Thomas, der bisher die Seele
des Widerſtandes gegen das Prinzip der Minimallöhne
geweſen iſt. Mr. Thomas erklärte es für die beſte Löſung,
wenn die Regierung ihre Bill zurückzöge und wenn
Ar=
beitgeber und Arbeiter in jedem Revier ſich freiwillig über
einen Mindeſtlohn für alle Männer und Jungen einigten,
und zwar würde er ſelbſt für das Revier von Südwales
5 Schilling für den Mann und 2 Schilling für den Jungen
vorſchlagen, während in einigen anderen Revieren
viel=
leicht niedrigere Sätze zu vereinbaren ſein würden. Die
Regierungsbill würde, wenn ſie die Sätze von 5 und 2
Schilling nicht einhielte, die Bergleute nicht
zufrieden=
ſtellen und daher den Streik nicht beendigen. Die
Ge=
werkſchaftskaſſe der ſtreikenden Bergleute in Lancaſhire,
Sheffields, Cumberland, Warwickſhire, Somerſet, Süd=un
Nordwales ſind bereits erſchöpft oder werden durch
Aus=
zahlungen in dieſer Woche erſchöpft werden. In mehreren
Gruben von Nordwales und Schottland haben die
Berg=
leute am Samstag die Arbeit wieder aufgenommen.
Be=
läſtigungen der Arbeitswilligen ſind nicht vorgekommen.
Luftfahrt.
* Frankfurt, 24. März. Der offizielle Starttermin
für den Feldbergflug iſt heute zu Ende gegangen,
ohne daß ſich Gelegenheit geboten hätte, den Gipfel des
Taunus im Aeroplan zu überfliegen; es blieb bei einem
Verſuch. Die Aufgabe iſt an ſich nicht allzu ſchwer, nur
gehört gutes Wetter dazu, daran hat es aber an den
letz=
ten Sonntagen gemangelt. Wenn heute die Witterung
das Fliegen nur einigermaßen erlaubt hätte, wäre das
Ziel wahrſcheinlich erreicht worden, aber es herrſchte,
etwas frühzeitig, das richtige Aprilwetter, Regen und
Sturm. Ein offizieller Start war ſchon abgeſagt, als ſich
Suvelack um 4½ Uhr bei ſtarkem Regen und Wind in
ſeinen Eindecker ſetzte, um zum Eulerplatz hinüber zu
fliegen. Auch das war unmöglich, denn Suvelacks
Ma=
ſchine wurde von Böen tüchtig geſchüttelt und der Flieger
kehrte alsbald wieder zurück. — Das Zeppelin=Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” blieb gleichfalls in der Halle. Es hatte
den ganzen Tag über guten Beſuch.
H. B. Frankfurt, 25. März. Dem Beiſpiele
an=
derer Städte folgend, hat eine Anzahl Frankfurter
Sport=
leute und Mitglieder des Frankfurter Flugſportklubs die
Mittel für ein Militär=Luftfahrzeug mit
dem Namen Frankfurt in Höhe von 20000 Mark
ge=
ſtiftet.
H. B. Paris 25. März. Im Lager von Chalons
finden gegenwärtig intereſſante Verſuche ſtatt zu dem
Zweck, Geſchoſſe von Flug=Apparaten aus auf
beſtimmte auf dem Erdboden geſteckte Ziele zu
ſchleu=
dern. Es ſind Preiſe von 50000 Francs ausgeſetzt für
denjenigen Flieger, der auf eine 10 Meter große Scheibe
die meiſten Geſchoſſe aus einem Flugapparat ſchleudert.
Sport.
— Fußball. Im Kreisſpiel um die Meiſterſchaft
von Bayern (Klaſſe B) ſchlugen in Würzburg die
Kickers den F.=K. Augsburg überraſchenderweiſe nur knapp
mit 211 Toren.
Am Sonntag ſvielte die erſte Mannſchaft des
Fuß=
ballklubs „Phönix‟=Darmſtadt gegen die gleiche
Mann=
ſchaft des Fußballklubs „Germania”=Eberſtadt. Das
Spiel endete zu Gunſten des erſteren mit 2:0 Toxen=
Nummer 73.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Seite 7.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. März. Der diesjährige Entwurf
eines Eiſenbahn=Anleihegeſetzes iſt dem
preußiſchen Abgeordnetenhauſe zugegangen. Der gefor=
Derte Geſamtbetrag beläuft ſich auf 336 237000 Mark, die
ſich wie folgt verteilen: 88 422000 Mark zur Herſtellung
nieuer Eiſenbahnen, 14,3 Millionen zum Erwerb des
Ei=
gentums von zwei Privatbahnen, 23 407000 Mark zur
Herſtellung von zweiten und weiteren Gleiſen, 41 108000
Mark für eine Reihe von Bauausführungen, 50
Millio=
rten Mark zur Einrichtung elektriſcher Zugbeförderung auf
Den Berliner Stadt=, Ring= und Vorortbahnen, 112 Mil=
Lionen zur Beſchaffung von Fahrzeugen für die beſtehen=
Den Staatsbahnen und 7 Millionen zur weiteren För=
Serung des Baues von Kleinbahnen.
* Berlim, 25. März. Das Linienſchiff „Elſaß”
ſt am Samstag vormittag am weſtlichen Eingang des
Skagerak mit dem ſchwediſchen Dampfer „Pollux” bei
Hichtem Nebel zuſammengeſtoßen. Der „
Pol=
ux”, ein Dampfer von 709 Tonnen, der der Reederei
Charles Hournburn gehört, war von Addewalla nach
London unterwegs. Der Dampfer iſt geſunken, die
Beſatzung wurde gerettet. Die „Elſaß” iſt unbeſchädigt.
Verluſte an Menſchenleben ſind nicht zu beklagen. Die
Maſtſpitzen des Wracks ragen zwei Meter über das
Waſſer. Eine Wracktonne iſt ausgelegt. Die
Beleucht=
uung des Wracks für die erſte Nacht hat das Kriegsſchiff
ſichergeſtellt.
* Stutttgart, 25. März. Ueber den Einfluß
Der Wehrvorlage auf das
württember=
giſche Kontingent erfährt der Schwäbiſche
Mer=
kkur folgende Einzelheiten: Beim württembergiſchen
Kontingent ſind auf Grund des Friedenspräſenzgeſetzes
wom e7. März 1911 im Herbſt vorigen Jahres zunächſt
ün Zugang gekommen vier Maſchinengewehrkompagnien,
die bis dahin proviſoriſch aus abkommandierten
Mann=
ſchaften gebildet wurden, und je ein Kontingent bei den
Eiſenbahntruppen und Luftſchiffern, bei den
Kraft=
ffahrern und den Telegraphentruppen. Nach demſelben
Weſetz, das nunmehr ſchleunigſt durchgeführt werden
ſſoll, werden nach der neuen Heeresvorlage im Laufe
die=
ſſes und des nächſten Jahres hinzutreten: Eine
Land=
twehr=Inſpektion, ein Bataillon Infanterie, ſechs
Ma=
ſſchinengewehrkompagnien, eine Eiſenbahnkompagnie,
eeine Trainkompagnie und ein Detachement bei der
Flie=
rgertruppe. Außerdem werden die Regimentsſtäbe der
IInfanterie und Feldartillerie durch Hinzutritt von
Stabsoffizieren und Hauptleuten verſtärkt und die
Etats an Mannſchaften und Pferden erhöht bei ſieben
Enfanteriebataillonen und dem Pionierbataillon, ſowie
bei ſämtlichen Kavallerieregimentern und ſämtlichen
Feldartillerieregimentern. Beſondere Berückſichtigung
ffinden dabei die Bataillone des in Straßburg
ſtehen=
den Infanterieregiments Nr. 126, das Pionierbataillon
r. 13 und die Feldartillerie, bei der u. a. drei
Batte=
rrien zu vier Geſchützen in ſolche zu ſechs Geſchützen
um=
rgewandelt werden.
— Berlin, 25. März. Unter dem Verdacht, das
Dienſt=
mädchen Roſenburg, das mit durchſchoſſener Schläfe an
einen Baum gelehnt tot aufgefunden wurde, ermordet
zu haben, iſt heute morgen der Techniker Stahl
feſtge=
nommen worden. Man hatte bei der Leiche einen
Revol=
ver gefunden und deshalb Selbſtmord angenommen. Jetzt
wurde ermittelt, daß Stahl mit dem Mädchen ein
Ver=
hältnis gehabt und mehrfach von ihr Geld erhalten hatte
— Breslau, 25. März. Geſtern abend ſprang ein
Wagen der Straßenbahn aus den Schienen und
fuhr gegen das Geländer der Königsbrücke. Die auf
dem Vorderperron ſtehende Frau des Hutmachers Menſe
ſtürzte kopfüber über das Geländer in die Oder und
ertrank.
— Kiel, 25. März. Der obdachloſe Heizer
Güntz=
ler wollte auf einem im Hafen liegenden Dampfer
näch=
tigen. Er fiel zwiſchen den Keſſel und die Bordwand
und konnte ſich nicht ſelbſt befreien. Er wurde am
näch=
ſten Morgen als Leiche aufgefunden.
— Newport, 25. März. Bei Newport auf der
In=
ſel Wight iſt ein großer Dampfer geſtrandet. Da
Rettungswerk iſt mittels Raketenapparates im Gange.
H.B. Tanger, 25. März. Der Einzug
Reg=
naults in Fez geſtaltete ſich ſehr feierlich. Die
An=
kunft des Geſandten wurde mit Kanonenſchüſſen und
dem Spiel der Marſeillaiſe begrüßt. Großweſir El
Mokri, begleitet von ſämtlichen Notabeln des Maghzen,
war dem Geſandten entgegengeritten. Die in Fez
an=
weſenden ausländiſchen Offiziere und Mitglieder der
europäiſchen Kolonien bereiteten Regnault ebenfalls
einen warmen Empfang. Die Feierlichkeit bei der
An=
kunft des Geſandten hat großen Eindruck auf die
Ein=
geborenen gemacht.
Briefkaſten.
H. in W. Mehr wie der Arzt weiß in dieſem Falle
ſelbſt der Briefkaſtenonkel nicht.
Zur Zahnbildung
bedarf der jugendliche Körper einer Reihe
von Aufbauſtoffen, dor allem mineraliſcher
Salze. Erhält er dieſe nicht in genügender
Menge, ſo ſtellen ſich allerlei Beſchwerden ein.
Dieſen kann durch den Gebrauch
von Scotts Emulſion, einem
neben anderen wichtigen auch
mineraliſche Beſtandteile
ent=
haltenden Kräftigungsmittel,
vor=
gebeugt werden. Das Kleine
bleibt andauernd munter und
kur echt mit dieſer
Marke-dem Fiſcher
— dem Garantie= wird kräftige ſchöne Zähnchen
zeichen des
Scott=
ichen Verfahrens
mühelos erhalten.
(37211
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen
verkauft und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur
in verſiegelten Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke
(Fiſcher mit dem Dorſch). Scott &Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima
Glyzerin 50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3,
unterphosphorig=
ſaures Natron 2.0, pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi
pulv. 2,0, Waſſer 129,0. Alkohol 11,0. Hierzu aromatiſche
Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl je 2 Tropfen.
Hurra, nun hab ich’s aber doch noch gefunden
das ideale Mittel zur Bekämpfung meines
chroniſchen Katarrhs. Ich nehme einfach vor
dem Schlafengehen und beim Aufſtehen eine
Taſſe Milch mit ein paar Sodener Mineral=
Paſtillen — natürlich nur Fays ächte — lutſche
ab und zu eine unter Tags, und es iſt
wunder=
bar: der alte Katarrh iſt einfach verſchwunden.
Und für ein lächerlich billiges Geld, denn die
Schachtel „Fays Sodener” koſtet nur 85 Pfg.
und reicht eine ganze Weile.
(61590f
Obere Elisabethenstr.
Braut-Ausstattung
ist einige Tage in meinem Schaufenster
ausgestellt.
C. F Erb Nachf.
(7244
Unterrichtsweſen.
Man ſchreibt uns: Die ſeit 25 Jahren in Köſtritz,
Thüringen, beſtehende Gärtner=Lehranſtalt hat
ſich zu der ſtärkſt beſuchten höheren Fachſchule für
Gärtner im In= und Auslande entwickelt und hat weit
über 2000 Fachleute bisher ausgebildet, die teils auf
dem Gebiete der Obſt= und Gartenbautechnik, der
Land=
ſchaftsgärtnerei, der Handelsgärtnerei, der Samen= und
Blumenkultur und der Binderei mit vielem Erfolg tätig
ſind. Das letzte Winter=Semeſter war von 184 Gärtnern
beſucht, deren Nationalität ſich wie folgt verteilt:
Preußen (Oſtpreußen) 47, Preußen (Weſtprovinzen) 54,
Bayern 8, Württemberg 4, Königreich Sachſen 11, die
übrigen deutſchen Staaten und freien Städte 33,
Oeſter=
reich 7, Rußland 8, Schweden 5, Bulgarien, Türkei,
Schweiz, Holland, Chile 7.
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
Vertobte
zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet.
(130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
Geſtern morgen entſchlief ſanft nach
länge=
rem, ſchwerem Leiden unſer lieber Vater,
Schwie=
gervater, Großvater und Onkel
(7231
Herr Leutnant a. D.
Andreas Steinacker
im 68. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Steinacker.
Darmſtadt, Frankfurt, 25. März 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen
Gattin und Mutter
(7298
Frau Luise Bach
geb. Eisenhuth
ſowie für die Blumen= und Kranzſpenden und die
liebevolle troſtreiche Grabrede des Herrn Pfarrer
Rückert, ſagen wir hiermit Allen unſeren
herz=
lichen Dank.
Darmſtadt, den 25. März 1912.
Ludwig Bach, Kanzleirat,
Dr. phil. Robert Bach, Lehramtsreferendar.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme an dem uns ſo
ſchwer betroffenen Verluſte unſerer lieben Gattin,
Mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Emilie Röhrich
geb. Berdux
ſagen wir unſeren tiefgefühlteſten Dank. (7217
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, im März 1912.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute entſchlief plötzlich unſere liebe Mutter
Frau
Johanna Banger
geb. Endner
im beinahe vollendeten 80. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Richard, Luiſe, Guſtav Banger.
Darmſtadt, 24. März 1912. (7684
Die Beerdigung findet am Dienstag,
nachmit=
tags 4 Uhr, vom Sterbehauſe aus, ſtatt.
Von Blumenſpenden u. Bejleidsbeſuchen bitten
wir abzuſehen.
verſehen mit den hl.
Alter von 63 Jahren.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
Herrn Philipp Kaiser
Hausmeiſter des kath. Geſellen=Hoſpitiums
nach längerer, mit erbaulicher Geduld und
Er=
gebenheit ertragener Krankheit, wohlvorbereitet
durch den Empfang der hl. Sakramente, heute
in die Ewigkeit abzurufen.
Der Verſtorbene hat 6 Jahre lang in Treue
und Zuverläſſigkeit dem katholiſchen Geſellen=
Hoſpitium als Hausmeiſter vorgeſtanden und
durch gewiſſenhafte Arbeit und das Beiſpiel
eines frommen Lebens im Dienſte des
Geſellen=
vereins gearbeitet. Sein Andenken wird in
Ehren bleiben.
Darmſtadt, den 25. März 1912.
Der Geſamtvorſtand
des Katholiſchen Geſellenvereins.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, 27. März,
nachm. 5 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt. Das Seelenamt für den
Verſtorbenen iſt am Mittwoch um 9 Uhr in
der St. Ludwigskirche.
(7294
Todes=Anzeige.
Unſere innigſt geliebte unvergeßliche
Frau
Theodora Bachmann
geb. Both
iſt heute abend um 6½ Uhr nach kurzem aber
ſchwerem Leiden nach glücklich verlaufener
Operation ſanft in dem Herrn entſchlafen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Christian Bachmann.
Darmſtadt, Gutenbergſtraße 52, Danzig=
Langfuhr, Frankfurt a. M., 24. März 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch,
den 27. März, vormittags 11¼ Uhr, von der
Friedhofskapelle aus.
(2261
Todes-Anzeige.
Heute nachmittag 1¼ Uhr entſchlief ſanft
und Gott ergeben nach längerem Leiden unſere
liebe Mutter, Schwiegermutter u. Großmutter
Frau Elise Bleidt
geb. Uhrmacher
erbeſakramenten im
(7229
Die trauernden Hinterbliebenen:
Joſefine Quack, geb. Bleidt,
Johanna Hagedorn, geb. Bleidt,
Eduard Quack,
Adolf Hagedorn.
Darmſtadt (Riedlingerſtr. 33, I),
Kabinetts=
gut Kranichſtein, Middelkerke b. Oſtende,
24. März 1912.
Die Einſegnung findet Mittwoch, 27. März,
vormittags 10¾ Uhr, im Sterbehauſe
Ried=
lingerſtraße 33, ſtatt, hieran anſchließend die
Beerdigung auf dem Darmſtädter Friedhof.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Andreas Steinacker, Leutnant a. D.,
findet am Dienstag, den 26. März,
nachmit=
ags 2 Uhr vom Darmſtädter Friedhof aus,
ſtatt. — Wir erſuchen die Kameraden von
Ramdohr bis Schulz, ſowie des 6. Bezirks ſich
(7264
dort zu verſammeln.
Der Vorstand.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß der Depreſſion regnete es im
Laufe des geſtrigen Tages in faſt ganz Deutſchland.
Heute breitet ſich von Süden her ein Hochdruckgebiet
aus, ſo daß mit Abnahme der Niederſchläge zu rechnen
iſt, jedoch werden wir vorerſt noch wolkigen Himmel
haben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 26. März:
Wolkig, doch meiſt trocken; mild.
Tageskalender.
Hoftheater Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Mignon”.
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Die Kreuzelſchreiber”).
Vortrag für Männer und Jünglinge von Prediger
Schrenk um 8½ Uhr Mühlſtraße 24.
Hauptprüfung um 5 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße).
Schüleraufführungen der Klavierſchule Luitgard
Kuhlmann um 6 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Vorſtellungen in Holzmüllers Menagerie um 4, 6
und 8 Uhr am Hallenſchwimmbad.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etages=
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 27. März.
Militärutenſilien=Verſteigerung um 8½ Uhe
Eſchollbrückerſtraße 18.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Großh. Hofbibliother, gebfnet Monan bis Freitag.
von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereie
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Dankſagung.
Für die uns anläßlich des Hinſcheidens
unſeres lieben Neffen und Bruders erwieſene
Teilnahme ſagen wir unſeren tiefgefühlteſten
(7282
Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Käth. Schwarz.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute morgen 8¼ Uhr unſeren lieben, guten
(7280
Bruder, Schwager und Onkel
den Hausmeiſter
Philipp Kaiser
nach langem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden, geſtärkt durch den Empfang der heil.
Sterbeſakramente, im Alter von 42 Jahren zu
ſich zu nehmen.
Dies zeigen mit der Bitte um ſtille
Teil=
nahme tiefbetrübt an
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Pohl, Paris, 25. März 1912.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27.
ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der
Leichen=
halle des ſtädtiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Für den Osterbedarf:
Freiswerke
Geikder Rofrentiot!
Kinder-Kleider
für das Alter von 1—5 Jahren
Kinder-Kleidchen, Oxford, Hängefasson, in hellen
u. dunklen Mustern, Anfangsgröße 1.45, 1.15,
Kinder-Kleidchen, Oxford m. Gürtel, hübsch mit
Paspoil garniert . Anfangsgröße 3.75, 2.50,
Kinder-Kleidchen, reinwoll. Cheviot, Hängerfassons,
m. Vol. in solid. Farben, Anfangsgr. 4,75, 3.50,
Kinder-Kleidchen, Wollbatist, in lichten Farben
mit Spitzenpasse oder mit Stoffblenden
gar-
niert . . . . . Anfangsgröße 8.75, 7.50,
Kinder-Kleidchen, Wollmousseline oder Popeline, in
eleg. Ausführung, Anfangsgröße 13.50, 12.50,
Kinder-Kleidchen, weiß Batist oder Stickerei,
chice Fassons . . Anfangsgröße 9.50, 7.75,
Russenkittel
farbige Waschstoffe, m.
neu Bordengarnierung
Anfangsgröße von 73an
Russenkittel
weiße Waschstoffe m.
aparten Garnierungen
von 4 8aa
Russenkittel
marine od. wB. Cheviot
m, bunt Borden besetzt
Anfangsgröße von 6 an
Faltenkittel
für Knaben,
marine Cheviot mit
breiten Kragen von
e
Kinder-Kleider
für das Alter von 5—12 Jahren
Kinder-Kleider, Baumwollflanell, getupft od. ge-
2%
streift, m. farb. Garnitur, Anfangsgr. 6.50, 5.50,
Kinder-Kleider, reinwoll. Cheviot, in praktischen
Farben, Kimonoform, mit abstechender Passe
und Manschetten, Anfangsgröße 8.50, 7.50,
Kinder-Kleider, Stickereistoff od. Batist, elegant.
Ausführung . Anfangsgröße 15.—, 10.50,
Kinder-Kleider, Wollmousselin oder Wollbatist,
aparte Fassons, Anfangsgröße 12,50, 10.50,
Kinder-Matrosenkleider
marine Cheviot . . . Anfangsgröße von10
Kinder-Kleider, reinwoll. Popeline, uni oder
aparte Streifen, in eleganter Ausführung
Anfangsgröße 19.50, 14.50, 10-
Kinder-Jaletots
für das Alter von 1—4 Jahren
Paletots, marine Cheviot mit Abzeichen oder breitem
Kragen . . . . . . . Anfangsgröße 8.50, 6.75, 5.50, 3.75
Paletots, farbige Stoffe
Anfangsgrösse 8.75, 6.50, 4.75, 3.95
Paletots, Leinen mit Matrosenkragen
Anfangsgrösse 9.00, 7.75, 6.50, 4.7
Mäntel, Piqué, mit Einsätzen garniert
Anfangsgröße 7.50, 6.50, 5.00, 3.50
Kinder-Jatetots
für das Alter von 4—14 Jahren
Paletots, marine Cheviot, moderne lange Fassons
Anfangsgrösse 9.50, 7.50, 5.75
Paletots, Popeline oder Leinen, Anfangsgrösse 10.50, 8.50, 5.50
Paletots, Stoffe englischer Art, glatt oder mit
Riegel-
garnitur . . . . .
. Anfangsgrösse 8.75, 6.50, 4.50
Paletots, marine oder rot Tuch
Anfangsgrösse 14.00, 12.50, 8.50
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Seite 9.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Nummer 73.
Handel und Verkehr.
Mietverſicherung.
Vorteile derſelben für den Hausbeſitzer, insbeſondere bei
Beſchaffung 2. Hypotheken.
Von Gg. Beyſer=Darmſtadt.
Ueber die Mietverſicherung als Erleichterung bei
Beſchaffung zweiter Hyotheken ſoll in Nachſtehendem,
auf Veranlaſſung von beſonderer Seite, kurz gehandelt
werden: Für Intereſſenten, insbeſondere auch
Kapita=
liſten, welche Geld in zweiten Hypotheken anlegen,
dürf=
ten die Ausführungen von praktiſchem Werte ſein.
Die Mietverſicherung, ein erſt ſeit April 1911
beſtehen=
der Zweig des Verſicherungsweſens, gehört zur Gruppe
der Sachverſicherung und hat den Zweck, dem
Hausbe=
ſitzer diejenigen Verluſte zu entſchädigen, die in erſter
Linie durch Leerſtehen der Wohnräume entſtehen. Die
Höhe der Verſicherungsſumme ergibt ſich aus der
Ge=
ſamt=Mietaufſtellung des Grundſtückes, und iſt dabei die
Wohnung des Hausbeſitzers nicht zu berückſichtigen. Der
Mietausfall wird mit 80 Prozent der deklarierten und
zuletzt bezogenen Miete entſchädigt. Aus
verſicherungs=
techniſchen Gründen, welche hier zu erörtern zu weit
füh=
ren würde, iſt volle Entſchädigung unzuläſſig. — Die
Entſchädigungspflicht beginnt einen Monat nach
Ein=
tritt des Freiwerdens der Wohnung und endigt mit der
Wiedervermietung, ſpäteſtens nach Ablauf von 2 Jahren.
Da ein Verſicherungsfall bei dieſem Verſicherungszweig
ganz beſonders leicht freiwillig, ohne triftigen Grund
hervorgerufen werden kann, ſo muß die Geſellſchaft ihre
Bedingungen derartig ſtellen, daß ſie gegen böswilliges
Hervorruſen von Mieteausfällen ſeitens des
Verſicher=
ten möglichſt geſchützt iſt. Dieſe Maßregel iſt in der
Ver=
ſicherungsbranche üblich und wird bei Haftpflicht=, Unfall=
und Feuerverſicherung bedingungsgemäß ebenfalls
ge=
handhabt, ohne daß man hierbei etwas findet; man muß
gegen gewiſſe Verſicherte eine Handhabe haben.
Miet=
ſteigerung, zum Beiſpiel infolge Verbeſſerung durch
Auf=
züge, Anlage von elektriſchem Licht und Dampfheizung,
ſowie konjunkturgemäße Steigerung der Miete iſt
aus=
drücklich geſtattet und kann auf Antrag poliziert werden.
Hierüber ſollen die am Platze verſicherten Mitglieder,
ſowie der Vertrauensarchitekt von Fall zu Fall zu
be=
ſtimmen haben. Die Prämie beträgt zirka 2—3 Prozent
der Verſicherungsſumme und ein einmaliges
Eintritts=
geld von 1 Proz. derſelben. Die Feſtſetzung der Prämie
liegt in Händen der Geſellſchaft, und wird ein
Ver=
trauensarchitekt, welcher die Grundſtücke lt. Antrag
be=
ſichtigen darf, gehört.
Hinſichtlich der Beſchaffung von Hypothekendarlehen
zur zweiten Stelle wird die Verſicherung dem
Hausbe=
ſitzer von großem Werte ſein. Da der Geldgeber durch
die Mietausfallverſicherung ſein Riſiko bedeutend
ver=
ringert ſieht, wird er eher geneigt ſein, bei Hergabe des
Darlehens zur zweiten Stelle günſtigere Bedingungen
wie bisher üblich zu ſtellen. Gemäß den allgemeinen
Ver=
ſicherungsbedingungen muß nämlich die Geſellſchaft eine
Verpfändung oder Abtretung der Entſchädigungsgelden
an den Hypothekengläubiger gegen ſich gelten laſſen. Die=
Gefahr alſo, mit der jeder Kapitaliſt, der Darlehen auf
zweite Stelle vergiebt, rechnen muß, infolge von
Miet=
ausfällen des Schuldners ſeine Zinſen nicht regelmäßig
oder gar nicht zu erhalten und eventuell das Grundſtück
zur Zwangsverſteigerung zu treiben oder ſelbſt mit gros
ßen Opfern zu erwerben, fällt von vornherein weg.
Der Hausbeſitzer mit einer Mieteinnahme von 3000
Mark hätte z. B. mit einer Prämie von zirka 60—75
Pro=
zent pro Jahr zu rechnen und im äußerſten Fall 2400 Mk.
Entſchädigungsgelder zu beanſpruchen. Auf Grund
die=
ſer Deckung dürfte es dem Beſitzer leichter ſein, eing
zweite Hypothek bis 20 Prozent der Taxe zu erhalten, da
der Gläubiger bei eventuellen Mietausfällen durch die
Polize ſchadlos gehalten wird. Findet ſich ein
Geld=
geber bei 4½ Prozent, ſo würden die Zinſen der zweiten
Hypothek durch die Prämienzahlung an die
Mietverſiche=
rung ſich um ½ Prozent erhöhen und auf 5 Prozent
ſteigen.
Der Allgemeine Deutſche Mietverſicherungsverein
auf Gegenſeitigkeit zu Berlin hat als erſter die
geſetz=
liche Genehmigung zum Betrieb erhalten und beendigt
am 1. April ſein erſtes Geſchäftsjahr. Der
Verſicherungs=
beſtand beträgt über zweihundert Millionen
Wert=
objekte und darf man wohl annehmen, daß ein großer
Erfolg dieſem neuen Verſicherungszweig in erſter Linie
zum Nutzen der Verſicherten ſelber blühen wird.
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94,90
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1¾/ Griechen v. 1887 . . 55,20
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 93,10
4 do. Goldrente . . . 97,00
4 do. einheitl. Rente 89,80
3 Portug. unif. Serie I 64,10
3 do. unif. Ser. III 67,60
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 91,70
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4 Ruſſen v. 1880 .
90,00
4 do. v. 1902
4½ do. v. 1905 .
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3½ Schweden . .
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.100,50
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4½ Chile Gold=Anleihe . 94,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,50
do.
94,80
4½
4½ Japaner . . .
94,90
5 Innere Mexikaner . . . 93,80
do.
3
4 Gold=Mexikaner v. 1904 86,90
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3 Buenos Aires Provinz 72½
Aktien inländiſcher
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8 Hamb.=Amerika=
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.140,10
8 Nordd. Lloyd . . . . . 104,70
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,80
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Fabrik . . . . . . 494,00
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heim . . . . . . . 261,00
27 Farbwerke Höchſt . . 569,00
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Mannheim . . . . 339,00
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do.
31
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,80 Verzinsliche
89,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.. 100,50
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
100,55
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2,
89,80
S. 3—5
89,60
S. 9—11
89,70
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
3
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 89,10
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do.
3½
90,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
.
3½ do.
89,80
4 Frankfurt .
99,50
do.
3½
95,90
4 Gießen .
31
do.
90,00
4 Heidelberg
99,60
3½ do.
89,00
4 Karlsruhe
3½ do.
89,50
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
98,50
do.
3½
89,40
4 München
99,60
3½ Nauheim
4 Nürnberg
98,60
do.
-
4 Offenbach
In Proz
3½ Offenbach
91,20
4 Wiesbaden .
99,20
3½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 78,60
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 168,25
3½ Cöln=Mindner , 100 136,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,50
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
135,50
briefe . . . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,00
125,00
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,90
Braunſchweiger Tlr. 20 198,50
Freiburger
Fs.15
Fs. 45 —
Mailänder
do.
Fs. 10 35,00
Meininger
.ſl. 7 35,20
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 528,00
do. v. 1858fl.100 450,00
Ungar. Staats . . fl. 100 368,50
Venediger . . . . Fs. 30 45,50
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,46
20 Franks=Stücke
16,24
Amerikaniſche Noten . . . 4,19¾
Engliſche Noten . .
20,43
Franzöſiſche Noten.
81,15
Holländiſche Noten. . . . 169,05
Italieniſche Noten . .
80,60
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,55.
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 6
[ ← ][ ][ → ]Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
38 38.
Dienstag. 26. Mürz.
1912.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1927, den
Kadfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
ei ner Verfäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1912 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtrattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Beit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
ierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf
Zefreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
worzubringen. Anträge, die nach dem 1. April 1912 geſtellt werden, können keine
Berückſichtigung mehr ſinden.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
Hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
rnündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
Für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
Buſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
WVormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
bhaben, haben einen andexweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
fführen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
lbis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nnur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk , Stempelfrei bis 31. März 19. —.
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 19). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsare des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu beſeſtigen, daß die Inſchriſt von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarie bet dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplate
anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
porübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
.in den Fäln der Iiſer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dientbehörde
dar=
hingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde:
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1 dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 90 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Auficht verpflichtet iſt. Die Hatbarkeit triſt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4719a
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verordnung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Gleichzeitig weiſen wir darauf hin, daß das Muffelwild in dieſem Frühjahr in
größerer Anzahl zum erſtenmal zur Einbürgerung im Taunusgebirge ausgeſetzt werden
wird und daß es weder im Wald noch im Feld Wildſchaden verurſachen ſoll.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Verordnung,
die Ausführung des Jagdſtrafgeſetzes, insbeſondere Einführung einer Schonzeit
für Muffelwild (Ovis musimon) betreffend.
Im Anſchluß an die Verordnung vom 2. September 1893 (Reg.=Bl. S. 129 f.)
wird als Ausnahme von der allgemeinen Hegezeit beſtimmt:
Die Hegezeit für männliches Muffelwild beginnt mit dem 1. Februar und
endigt mit dem 31. Auguſt.
Die Hegezeit für weibliches Muffelwild beginnt mit dem 16. Dezember
und endigt mit dem 15. September.
(7232
Darmſtadt, den 9. März 1912.
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
von Hombergk.
Krämer.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der beteiligten Kreiſe, daß der Haferankauf
ſeitens des Großh. Proviantamts Darmſtadt beendet iſt. Roggen und Stroh wird
weiter gekauft.
Darmſtadt, den 21. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(7230id
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 26.,
29. März 1912 von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends von Truppenteilen des
XVIII. Armee=Korps Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei
Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-=Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
im Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe=Geishecke einſchließzlich
wird während desSchießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. Sept. 1909, Kreisamt Offenbach o M., 20. Sept. 1909.)
Iſt das Schießen früher beendet, ſo werden die Gemeinden Meſſel und Offenthal
von Aufhebung der Abſperung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 16. Februar 1912.
(4911s
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Nummer 73.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
betr. das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze,
ſowie auf Privatgrundſtücke.
I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf öffentliche
Wege oder Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des
Tiefbau=
amts und nur an den in der Erlaubniskarte bezeichneten Stellen
zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen,
ſowie die Entfernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes,
Bau=
grundes uſw. auf Koſten des Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die
Erlaubnis des Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich.
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen
von Schutt behufs Auffüllens dieſer Plätze erteilen, haben dafür
Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis übergehenden Abfallſtoffe
die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze verbracht
werden.
In Fällen, in denen eine die Geſundheit gefährdende
Verun=
reinigung des Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf
Baugelände feſtgeſtellt wird, wird deren Beſeitigung auf Koſten des
Eigentümers angeordnet werden.
(6930fi
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahrswechſel bringen wir
nachſtehen=
des Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
J. V.: Müller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6 Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J. 37271
folgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in Kraft
treten.
§ 1. Endigt das Mietsverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume durch
den Mieter:
a)bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b)beim mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 mittags,
e) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die in § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgendes Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miets=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
vertrags=
mäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung einer
Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2 bezeichneten
Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
(7070soi
Kantionbjam Mügontenenſtrnge 7.
Wegen Umzug, ſowie aus einem Nachlaſſe:
Herrenzimmer, (eiche) komplett, Kücheneinrichtung (modern,
komplett), 2 Reformbetten (komplett und modern),
Reform=
bettſtellen, 1 Chaiſelongue, vollſtändige Betten, Tiſche, Stühle,
Kommode, Weißzeug=, Kleider= und Küchenſchranke, gr.
Teppich, Waſch= und Nachttiſche, komplettes
Wirtſchafts=
büfett, Gartenſtühle und=Seſſel, eichener Ausziehtiſch,
Bade=, Gas= und Kohlenofen, Bilder, Sport=Anzug, ſowie
Haus= und Küchengeräte
(*7658
habe im Auftrage zu Verſteigerungspreiſen zu verkaufen.
Johannes Krummeck,
Auktionator und Taxator.
Mein Lokal iſt täglich geöffnet von vormittags 10—12 und
nachmittags 3—6 Uhr.
Stamm-, Stangen- und
Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 28. März I. Js., vormittags
9 Uhr anfangend,
werden im Roßdorfer Gemeindewald, Diſtrikt Mark,
Stämme:
Fichte 292 — 82,15 fm
Derbſtangen: Fichte 1736 — 84,28 „
Reisſtangen: Fichte 1132 — 17,72 „
verſteigert. Zuſammenkunft auf der Kubig.
Freitag, den 29. März I. Js., vormittags
9 Uhr beginnend,
auf dem Rathaus dahier
186 rm verſchiedene Sortimente Scheiter, Knüppel und
Stöcke, 3700 dergl. Wellen, verſteigert.
Montag, den 1. April I. Js., vormittags 9 Uhr,
an Ort und Stelle
Stämme: Eiche 1 — 0,64, Kiefer 68 — 38,36, Lärche 80
— 18,42 fm,
Derbſtangen: Lärche 32 — 3,35 fm.
(7007si
verſteigert. Zuſammenkunft auf der Kubig.
Roßdorf, den 21. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
Kaualbeuntzungsgebühren.
Das Hebregiſter über die für
das Verwaltungsjahr 1912 zur
Er=
hebung kommenden Kanalbenutz
ungsgebühren liegt in der Zeit
vom 27. März bis 10. April d. Js.
während der Dienſtſtunden auf
dem Geſchäftszimmer der
Stadt=
kaſſe, Grafenſtraße 28, zur
Ein=
ſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind
innerhalb der gleichen Friſt bei
Meidung des Ausſchluſſes,
münd=
lich oder ſchriftlich bei der
ge=
nannten Stelle vorzubringen.
Darmſtadt, den 21. März 1912
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt
I. V.: Ekert. (7168oi
Haferlieferung.
Die Lieferung von 60 Zentner
Hafer für die Faſelſtallungen iſt
zu vergeben.
Angebote und Haferproben ſind
bis Donnerstag, den 28. I. M.,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(7267im
Die Bedingungen liegen im
Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
zurEin=
ſicht offen.
Darmſtadt, 22. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Dienstag, 9. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Steinmetzmeiſter Jakob
Weicker Eheleuten dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 9499/10 304010 Hofreite
Nieder=Ramſtädterſtr.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Darmſtadt, 23. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4718
Bekanntmachung.
Dienstag, 9. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Schneidermeiſter Adam
Walter und deſſen Kindern dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 99719/100 212710 Hofreite
Wienersſtraße 46,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K116/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4717
Bekanntmachung.
Dienstag, 23. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Jakob Weicker
Ehe=
leuten dahier gehörigen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
IV 52¾10 1306 Acker im
Soder,
IV 34 2150 Acker in den
Mockenröder,
IV 36
662 Acker daſelbſt,
IV 285/100 393 Werkſtättem.
Hofraum,
Friedhof=
Allee,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe ver
ſteigert werden.
Darmſtadt, 8. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V5967
In unſer Handels=Regſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 15. März 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Strauß & Dernburg,
Darmſtadt.
Inhaber: Jakob Dernburg,
Kaufmann in Darmſtadt.
Aron Dernburg in Dieburg iſt
zum Prokuriſten beſtellt.
Hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Automobil=
Zentrale Wagner & Co.,
Darmſtadt.
Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 18. März 1912.
Gelöſcht die Firma:
E. Cohen, Darmſtadt.
Am 19. März 1912.
Hinſichtlich der Firma:
V. Dörſam, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Kaufmann Guſtav Dörſam in
Darmſtadt übergegangen.
Am 20. März 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Friedrich Hebermehl,
Darmſtadt.
Inhaber: Friedrich Hebermehl,
Kaufmann in Darmſtadt. (7277
Darmſtadt, 23. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I
kar. gold. Uhr m. Sprungd.
14 od. Pfandſchein zu kauf. geſ.
Off. m. Pr. u. V 48 a. d. E. (*7656
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur Kenntnis der Mitglieder der iſraelitiſchen
Religionsgemeinde Darmſtadt gebracht, daß bei der heute ſtattge
habten Vorſtands=Erſatzwahl die Herren
1. Juſtizrat Dr. Hugo Bender,
2. Kaufmann Leopold Hachenburger,
3. Lederhändler Ludwig Joſeph,
4. Kommerzienrat Louis Trier,
5. Rentner Otto Wolff
bis Ende März 1918 wiedergewählt worden ſind.
Das Protokoll über dieſe Wahl liegt nebſt Anlagen 3 Tag
lang und zwar am 26., 27. und 28. ds. Mts. in dem Gemeindezimmen
Friedrichſtraße 2, zur Einſicht für die Stimmberechtigten unddie
Gewählten offen.
Einwendungen gegen die Wahl oder gegen die Gewählten
wie auch eine Ablehnung der Wahl müſſen bei Vermeidungdes
Ausſchluſſes innerhalb der Offenlegungsfriſt bei Großh. Kreisam
Darmſtadt vorgebracht werden.
Darmſtadt, 24. März 1912.
Der Wahl=Kommiſſär:
Otto Wolff.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 29. März I. J., vormittags 9
und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag der Erben die zum Nachlaß der Frau
Meta Wallot Witwe gehörigen Möbel und
Haushaltungsgegen=
ſtände im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle‟, Obergaſſe1
und zwar:
1 Flügel von Steinweg
2 Chaiſelongues mit Decken, 1 Sofa mit 5 Seſſel
2 Stühle mit rotem Plüſchbezug, 1 Vertiko, 1 Sekretät
1 Bücherſchrank, 1 Büfett, 1 Salontiſch mit
Marmor=
platte, 2 Bauerntiſche, 1 Serviertiſch, 1 Ausziehtiſch, 1
Brand=
kiſte, verſchiedene andere Tiſche, Kommode, Waſchtiſche und
Nachttiſche, zwei= und eintürige Kleiderſchränke, 1 Gold
ſpiegel, mehrere andere Spiegel, Seſſel und Stühle,
kom=
plette Vorhänge, Bilder, darunter ſehr gute Bilder und
Stiche, mehrere große gute Teppiche und Felle, 2
Hänge=
lampen, 1 Wiener Kaffee=Maſchine, faſt neu, 1 echte
Pariſer Pendule und 1 große hübſche Bronze=Uhr, 1 japan.
Paravent, 1 ſpaniſche Wand, verſchiedene Gaslüſter und
eine Partie beſſere Nippgegenſtände, Glas und Porzellan
uſw., darunter ein wertvoller Glaspokal.
Ferner 2 komplette Betten und die ganze
Kücheneinrich=
tung, v. Möbel und 1 Gasherd.
Außerdem aus dem Nachlaß des Buchbindermeiſters Fr. Graffe hier=
2 Sofas, Stühle, Tiſche, 3 Kleiderſchränke, 2 Waſchtiſche,
1 Trumeau, 1 Glasſchrank, 1 Pfeilerſchränkchen, 3
vollſtän=
dige Betten, 1 Kommode und die ganze Kücheneinrichtung
u. a. m.
(7266id
Beſichtigung:
Donnerstag, den 28. I. Mts., nachmittags von 3—6 Uhr.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 26. März 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 27. März 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Schreibtiſche, Vertikos,
Plüſch=
garnitur, Salonſchränke, Büfett, Diwans, Standuhr,
Waſch=
kommode, ferner 3 Ladenregale, 1 Ladentheke, 1
Laden=
kontrollkaſſe, 1 Warenſchrank, 1 Papierſchneidmaſchine und
1 Elektromotor
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
be=
ſtimmt ſtatt.
(7281
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
Nutzholz-Verſteigerung.
(Harras.)
Freitag, den 29. März I. J., vormittags 9½ Uhr,
werden im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus den Diſtrikten
Harras, Abteilung 5, 6, 15, 17, 18 und Trieſch, verſchiedene Abteilungen
(Abzählungs=Nummer 1585 bis 2859) verſteigert 145,25 fm Nutzholz,
nämlich:
Stämme: Eichen 1 Stück — 0,92 fm III. Kl.
„ 42 „ — 18,38 „ IV. (glatt)
„ 12 „ — 4,64 „ IV. „ (gewöhnlich)
33 „ - 12,23
8 „ — 2,38 „ VI.
— 38,55 im
— 1,43
Kiefern 1
I.
12 „ — 13,09
II.
91
59,13 „ III.
65
33,05 „ IV.
1.6,70 im
Sämtliche Stämme ſind an die Wege gerückt und gut
abzu=
fahren. Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Nummer=
verzeichniſſe ſind nur über die Kiefern=Stämme zu haben.
Weitere Verſteigerungen finden nicht mehr ſtatt. (6900fi
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 28. März, vorm. von 9 Uhr an
ſollen in der Gaſtwirtſchaft „Zum Löwen” (Fr. Bender) in Nieder
Ramſtadt aus den Diſtrikten Hinterforſt und Kohlberg verſteiger
werden:
Scheiter rm: 7 Buchen, 4 Eichen, 1 Kiefern; Knüppel rm
23 Buchen, 19 Eichen ꝛc., 42 Kiefern, 32 Fichten; Reiſig
Hdt. Wellen: 2 Buchen, 5 Eichen, 33 Kiefern, 4 Fichten:
Stöcke im: 1 Erlen, 11 Kiefern.
Es kommen zur Verſteigerung im Kohlberg die Nummern 704
bis 781 und 1004 bis 1021 und im Hinterforſt die Nummern
961 bis 1003.
Ober=Ramſtadt, den 20. März 1912.
(722.
Großherzogliche Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Nummer 73.
Darmſtädter Tagblatt. Dienstag, den 26. März 1912.
Seite 15.
Für die
Feiertage: Weitere große Preisherabsetzung
auf unser noch gut sortiertes Lager in:
Eleganten Herren- und Knaben-Anzügen, Paletots,
Fantasie-Westen, einzelnen Hosen, Joppen
Konfirmanden-Anzüge.
Große Geldersparnis in unserem Total-Ausverkauf
11
1
1
wegen gänzlicher Geschäftsaufgabe.
an
2 Elisabethenstr. 2
*60
Zenner
(7293
am Ludwigsplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 28. März 1912, nachm. 3 Uhr,
werſteigere ich im Hofe Rundeturmſtraße 16, zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
2 Ackerpferde mit Geſchirr und
1 Oekonomiewagen.
Verſteigerung beſtimmt.
Darmſtadt, den 25. März 1912.
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
(72
Bekanntmachung.
Ein der Gemeinde Langen gehöriger, gut gehaltener Faſel ſoll
auf lebendes Gewicht auf dem Submiſſionsweg vergeben werden.
Termin hierzu wird auf
Freitag, den 29. März 1912, vormittags 11 Uhr,
beſtimmt. Verkaufsbedingungen können auf dem unterzeichneten
Bürgermeiſtereibüro eingeſehen werden.
(7234M
Langen den 21. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Langen.
Metzger.
Großh. Leues Gymnaſtum zu Darmſtadt.
Das neue Schuljahr beginnt Dienstag, den 16. April.
An=
meldungen von Schülern werden im Schulgebäude (Lagerhausſtraße)
Freitag, den 12. April, vormittags von 9—12 Uhr,
aber auch ſchon vom 18.—29. März, vormittags an allen
Schul=
tagen entgegengenommen.
Die aufzunehmenden Schüler haben einen Geburtsſchein, einen
Impfſchein und ein Abgangszeugnis der ſeither beſuchten Schule
(6148a
vorzulegen.
Die Großherzogliche Direktion:
Dr. Forbach, Geh. Schulrat.
ſoherr Prioncſchute Barmſtaet
Fernſprecher 1512.
Grüner Weg 19.
Die Anſtalt bereitet in ſorgfältigem Unterricht zur
Einz.=, Prim.=, Fähnrich= und Reifeprüfung
vor. Die grundſätzlich beſchränkte Schülerzahl ermöglicht eine
durch=
aus individuelle Behandlung in Unterricht und Erziehung; beſte
Lehrkräfte; nachweisbar ausgezeichnete Erfolge, Nähere Austünſte,
Prüfungsergebniſſe uſw. durch den Vorſteher
H. Rupp.
B6286)
Kaufmänniſche Lortbildungsſchule der Großh.
Handelskammer Darmſtadt.
Die Schlußprüfung findet am Samstag, den 30. März d. J.,
nachmittags von 3—5 Uhr, im Schullokale, Schulſtraße 9 (
Hinter=
haus), ſtatt. Die Herren Prinzipale und die Eltern der Schüler,
ſowie alle Intereſſenten ſind hierdurch ergebenſt eingeladen.
Das Kuratorium:
Kommerzienrat L. Frölich.
Dr. Human.
7247)
Institut Danielowsky-Lange
vormals Kirschbaum.
10 klaſſige, höhere Mädchenſchule, verbunden mit Penſionat und
Fortbildungskurſen.
Beginn des Sommer-Halbjahrs Dienstag, den 16. April.
Anmeldungen nehmen die Vorſteherinnen täglich vormittags
(6665mi
Sandſtraße 12 entgegen.
Teppichklopferei
Fr. A. Göbel, Kiesſtraße 57.
(V5361
Wohnungsentstaubung und Motten-Vertilgung.
Berlitz School
Grösstes Sprachinstitut, Wilhelminenstrasse 19, II., Telefon 613
Englisch, Französisch, Italienisch u. Spanisch
beginnen am 15. April 1912 neue Anfänger-Abendkurse.
Ferner Beginn neuer Tages-Zirkel u. Separat-Damen-Zirkel
für Anfänger, Vorgeschrittene und Konversation.
(7272a
Deutsch für Ausländer.
Prospekt und Anmeldungen im Büro.
Bürozeit: von 9—1 und 3—8 Uhr.
Hochſchule für kommunale und ſoztale Verwaltung
errichtet durch die Stadt Cöln.
Ausbildungsmöglichkeit
für zukünftige Kommunalbeamte: Bürgermeiſter, Amtmänner, Beigeordnete ꝛc.
— Ziel: Kommunalbeamtenprüfung.
für zukünftige Sozialbeamte: Leitende Beamte der ſozialen Verſicherung,
insbeſondere Leiter der nach der Reichsverſicherungsordnung zu
ſchaffen=
den Verſicherungsämter, Sozial=Sekretäre, induſtrielle Unternehmungen,
Leiter von Wohlfahrtsvereinen ꝛc. — Ziel: Sozialbeamtenprüfung. —
Fortbildungsmöglichkeit
für Referendare, Aſſeſſoren, Diplom=Ingenieure, bereits in Stellung befindliche
Kommunalbeamte und Sozialbeamte, namentlich in den Wirtſchaftswiſſenſchaften,
im Verwaltungsrecht und in der Verſicherungswiſſenſchaft.
Die Studierenden der Verwaltungs=Hochſchule dürfen ohne weiteres
auch an Vorleſungen der Cölner Handelshochſchule teilnehmen.
Das Sommer=Semeſter beginnt am 15. April.
Das Vorleſungsverzeichnis iſt erſchienen und kann von dem Sekretariate
bezogen werden.
(7212f
Nähere Auskunft erteilt der mitunterzeichnete Abteilungs=Direktor.
Der Abteilungsdirektor der Hochſchule
Der Studiendirektor der
für kommnnale und ſoziale Verwaltung
Cölner Hochſchulen
Professor Dr. Chr. Eckert.
Professor Dr. Adolf Weber.
Matratzenſtreu=
Verkauf.
Am Montag, 1. April 1912,
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
Weg die Matratzenſtreu aus einem
Vatterieſtall öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert. (7283idfs
Darmſtadt, im März 1912.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Wegen Umzug
billig abzugeben: 1 dreiarmiger
Meſſing= Gaslüſter, 1 Rohr=
Klapp=
ſeſſel, verſchiedene Glas= und
Por=
zellanſachen (antik u. mod.) 1
Dienſt=
botenbett, 1 Waſchtiſch. (*7720
Wilhelminenſtraße 14, 2. St.
ebr. Schuhwerk aller Art kauft
zu höchſt. Preiſ. C. Minkler,
Langegaſſe 10.
(*7678idid
Die Privat-Handelsschule befindet sich ab 23. Mär
Schulstrasse 1, II.
Neue Kurse beginnen am 15. April 1912.
Einzelfächer täglich.
7243)
Leiter: Oskar Dierker.
deutſche Langshan
Bruteier helle Brahma, I. Pr.
räm. Pankratiusſtr. 7. (*7679ims
Sehr billig zu verk. mit 2 Sefel
rotes Sofa
Hutenbergſtr. 50, 3. Etg. (*7691
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Nachstuels
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in Längen von 1—4 Meter
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Einoreamna
ET und Coupons
60 cm, 67 cm und 90 cm breit, in Längen von 1—5 Meter,
anfangend Meter
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Abschnitte und Couvons
solide Qualitäten in verschiedenen
Breiten,
in Längen von 1—5 Meter
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Besondere Gelegenheit
SFeter Ladferstert
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in Längen von 1—2 Meter
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in hell- und dunkelfarbig, in ver-
Wachstden schiedenen Breiten, gute Fabrikate,
. . . . . . . . Rest anfangend
gestickt und gefüllt
Stück
Pfg.
Maiser
Darenkaus
Guggenheim & Marx.
Markt 7.
(7269
Markt 7.
eiblich
Fräulein, das einen
Jahres=
kurſus der Handelsſchule beſuchte
ſucht Bureauſtelle. Off. u. V 5
an die Exped. ds. Bl. (*7537soi
22 Jahre, ſucht Stel=
Fräulein, lung am 1. April oder
ſpäter als Verkäuferin, am liebſten
in Konditorei, Café oder
Zigarren=
geſchäft; iſt auch bereit, eine
Filiale zu übernehmen, gleich
welcher Branche. Kaution kann
geſtellt werden. Offert. u. U 12
a. d. Expedition erbeten. (*7180dis
Junge Frau ſucht Poſten zum
Einkaſſieren von Geldern f.
nach=
mittags. Offerten unter V 31
an die Expedition.
(*7634
Krankenpflegerin
nimmt noch Tagpflege, auch
Maſ=
ſieren und Nachtwache an. (*7702if
Frau Henn
Weiterſtädterweg 35, Telefon 1225
im Hauſe, auch Poſtkarte genügt
Schneiderin empfiehlt ſich
in u. außer dem Hauſe
Viktoria=
ſtraße 72, 3. Stock.
(*7615id
Angehende Schneiderin wünſcht
m. perf Schneiderin auszugeh.,
nimmt auch zu Haus Arbeit an
Neue Ireneſtr. 71, III. r. (*7635ids
Sdchr Stehung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näheres im
Martha-
haus.
(4298t
Aeltere Perſon, in Kochen und
Hausarbeit erfahren, ſucht Stelle.
Lohn 15 Mark Frau Bauer,
Marktplatz 12, 2. Stock. (*7559oi
Junge, unabhäng. Frau ſucht
Monatsſtelle für den ganzen Tag
Arheilgerſtr. 33, I. links. (*7640im
Saub. Frau hat noch halbe Tage
frei z. Putzen. Kranichſteinerſtr. 15,
1. Seitenb. links. Poſtk. gen. (*7661
18 jähr. Mädchen ſucht Stelle
zum 1. April, bei älteren Leuten
oder einzelner Dame, kann
bürger=
lich kochen und bügeln. Offerten
unter V 30 an die Exped. (*7625
Junges Mächen
ſucht nachm. Beſchäftigung in
Geſchäft od. zu Kindern (*7710
Lichtenbergſtr. 78, 3. St., Vorderh.
1 in jeder Arb. bew. Mädch. ſ
für 8 Tage Aushilfe Eliſabeth
Frank, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Saalbauſtr. 33. (*7727
Eine Frau ſucht morg.
Lauf=
dienſt oder Laden oder Kontor
zu putzen. Näh. Döngesborng.7
1. Stock links.
(*7633
Männliel
Jüngerer Beamter ſucht
in ſchriftlichen Arbeiten (auck
Maſchinenſchreiben). Gefl. Offert.
u. V 41 an die Exped. (*7673im
Wirklich zuverläſſiger
Maschinenschreiber
und Stenograph ſucht Stellung
per 1. Mai. Gefl. Offerten unter
T 86 bef. d. Exp.
(6713a
Verhetr. ſol. Mann, gew. im
Rechnen, mit langjährigen, guten
Zeugn.. ſucht Stell. als Kaſſierer
(auch als Nebenbeſch.) oder ſonſt.
Vertrauensp., per ſofort oder
ſpä=
ter. Kaution kann geſtellt werden.
Offerten unter T 98 an die
Ex=
pedition ds. Bl.
(*7700
Jung. Mann, 18 Jahre, welch.
die Handelsſchule beſucht hat, ſucht
Stellung als Volontär. Off. u.
V 35 an die Exped.
(*7632
Iubalde ſucht eſchte Beſhäft
Off. u. V36 an die Exp. (*7643im
Offene Stellen
Weiblich
Lehrmädchen für Laden und
Nähſtube geſucht.
(*7721
Näberes in der Expedition.
für Hauptgeſchäft und Filialen
per ſofort event. 1. Mai geſucht.
Nur ſolche, welche mit der Branche
vertraut ſind, wollen ſich melden,
7218ids) Adolf Geiger,
Fräulein geſuchf
gute Handſchr., flottes Stenogra
Buchhaltung Gebrüder Buschbaum
Darmstadt, Viktoriaſtr. 48. (*7652im
Junger. Mädchen
welches ſich als Tapezier=Näherin
ausbilden will, für mein
Dekora=
tions=Atelier geſucht
(7222
Ludwig Alter
Hofmöbelfabrik.
Feines Geſchäft
ſucht junges Mädchen zum
Er=
lernen des Verkaufs und der
Kontorarbeiten, Vorkenntniſſe nicht
erforderlich. Eintritt kann ſofort
erfolgen. Schriftl. Geſuche mit
An=
gabe von Alter und Wohnung
unter U 85 an die Exp. (7073a
Braves, anſtändiges, reinliches
das in der
Zweitmäachen, Küche
nicht=
unerfahren iſt, zum ſofort. Eintritt
reſp. zum 1. April geſucht. Zu
er=
fragen täglich zwiſchen 5 u. 6 Uhr
Steinſtraße 20, part. (*7423soi
Tüchtige Arbeiterinnen füng
dauernd, ſofort geſucht Konfektion,
Kirchſtraße 21.
(*7609oi
Ein träftiges Hausmädchen, z.
1. od. 15. Apr., für die
Kleinkinder=
ſchule, Mauerſtraße, geſucht. Zu
melden Mathildenſtraße 25, part.,
bis 3 Uhr.
(6845a
Sof. od. z. 1. April tüchtig, beſſ=
Hausmädchen
evang., geſucht, evtl. auch nettes,
anſtell. Mädchen, das noch nicht
gedient hat u. ſich für herrſchaftl.
Haus eignet. Frau v. Steinau-
Stein-
rück, Zell (Kr. Erbach) Od. (7135oim
Geſucht
für ſofort oder 1. April ein
durch=
aus anſtändiges, in Küche u.
Haus=
arbeit erfahrenes Mädchen.
Zu=
ſprech. bis 11 Uhr u. v. 6—8 Uhr
Soderſtraße 44, 2 Tr. (7167a
Suche zweimal die Woche vort
mittags tüchtige Putzfrau, die m
beſſerem Hauſe Beſcheid weiß
Wilhelmſtraße 14.
(B7190
Tücht., ſaub. Alleinmädch. geſ.
Eliſabethenſtr. 29, I. (*7350fsi
Tücht., braves Mädchen zu drei
Perſ. per 1. Mai nach Erfurt geſ.
Näh. Frankfurterſtr. 48. (*7637im
Lauffrau
für vormittags ſofort geſucht
Herderſtraße 22, 1. St. (*7639
Eine ehrliche, ordentliche
Lauf=
frau per 1. April geſucht Antoni,
Kranichſteinerſtr. 51, Villa. (*7646im
Morgens von 8—10 Uhr wird
eine fleißige
Lauffrau
geſucht Schulſtraße 1, 2. St. (7242
zum 1. April ge=
Hausmädchen ſucht. Zum Prinzen
Ernst, Schloßgaſſe 1. (*7664imd
Zum 1. April wird von älterem
Ehepaar ein älteres, einfaches
Mädchen mit gut. Zeugn. geſucht,
welches kocht und alle Hausarbeit
verricht. Näh. Kiesſtr. 120, I. (*7616
Für bürgerlichen Haushalt ält.
oder unabhängige
Mädchen Frau tagsüber
ge=
ucht Eliſabethenſtr. 48, I., r. (*7674
Geſucht für ſofort ein beſſeres
Mädchen, welches nähen kann,
zum Anlernen für die Kaffeeküche,
ein Küchenſpülmädch., ein
Zimmer=
mädch. Britannia-Hotel. (7289id
Tüchtiges Mädchen für
Haus=
arbeit, von morgens 9 Uhr bis
nachmittags geſucht
(*7689
Frankfurterſtraße 24, 2. Stock.
Alleinmädchen
das auch im Kochen bewandert iſt
und gute Zeugniſſe hat, bei gut.
Lohn in kleinen Haushalt per
1. April geſucht. Näheres
Hoch=
ſtraße 8, 2 Treppen.
(7263
Suche zur Aushilfe Frau oder
Frl. in Tapeziernäharbeiten.
Die=
ſelbe muß auch Knaben=Bluſen u.
Hoſen anfertigen können
*7705) Riedeſelſtraße 70, II.
zuverl.
für Riedlingerstr.
Lauf=
mädchen per April geſucht. Näh.
(*7704
Kaſinoſtr. 18, 1. St.
Zum 1. April ſuche ich für alle
Hausarb.
ein Mädchen.
Kochen nicht nötig. Frau von
Linſingen, Alsbach. (6589imd
Aushilfsweiſe, unabhäng. Perſ.
für Hausarbeit, morgens und
mittags 2 Stunden, geſucht. Zu
erfragen morgens v. ½ 10—11 Uhr
Landwehrſtraße 26, 1. Stock. (7228
Nummer 73.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Damen-Konfektion
verkauferEi‟
Fr7207)
durchaus tüchtig, per 1. Mai geſucht.
Hermann Heinemann, Mainz.
Srdenſ. Lanſtan ſür 3.
stunden vor= und nachmittags
ſef. geſucht Wendelſtadtſtraße 38
(*769.
arterre.
Servierfräulein geſucht Mauer=
(*7713
rraße 6.
Zuverläſſige Lauffrau oder
Mädchen geſucht Moſerſtraße 15
parterre
(*7657
Köchinnen, Alleinmädch, welche
ſcoch. kön., ält. Kinderfrl. erh. z
April gute u. paſſ. Stell. durch
Frau Gertrude Hartmann,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Sliſabethenſtraße 45.
(7252
Ein in all. Hausarbeiten erfahr.
ält. Mädchen (oder junge Frau),
welche zu Hauſe ſchlafen kann,
ur vollſt. Führung eines Haush.
wer 1. April geſ. Näh. nur nachm.
Riedeſelſtr. 68, part.
(*7630
Ein junges Laufmädchen
ge=
rucht Frau Karl Kämmerling, Hei=
Delbergerſtr. 4, 1. St.
(*7697
Junges Mädchen
nicht unter 16 Jahren, für
tags=
über zu zwei Kindern geſucht;
die=
ſelbe muß auch Hausarbeit
ver=
richten können.
(7223im
Frau Flickinger, Inſelſtr. 21, I.
Ein älteres, im Haushalt erfahr.
Mädchen ſofort geſucht
Taunusſtraße 19, 2. Stock. (*7719
Männlich
Strebsamer Mann
zur Uebernahme einer Verſandſtelle
in jed. Bez. für dauernd geſ.
Be=
ruf u. Wohnort gleich, ohne Kapit
Bedarf, kein Riſiko, auch als
Neben=
erwerb geeignet. Einkomm. 350 Mk.
monatl. Nur arbeitsfr., ſtrebſ. Leut.
werden angeſt. Anfr. unt. Nr. 371
an Invalidendank, Cöln. (37236
Für ein älteres Litörgeſchäft
wird ein zuverläſſiger (7279im
Provisions-Reisender
geſucht, der in Darmſtadt und
Umgegend bekannt iſt und etwas
Kaution ſtellen kann. Off. u V 53
an die Expedition.
Verdienſt finden
tüchtige Leute
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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
4)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Und nun war ſie wieder daheim.
Die Baerstochter war heimgekehrt. Die Knechte und
Mägde flüſterten es ſich heimlich zu, und ſahen der hohen,
kraftvollen Geſtalt des blonden Weibes neugierig nach,
das ſo ſicher durch den dunklen Bauernhof ging und durch
ihr gebietendes Weſen auch die keck Rebelliſchen, die ſich
gegen das neue Regiment aufzulehnen verſuchten, zu
ſtummem Gehorſam zwang.
Ein Spätnachmittag war’s, und die brennende Sonne
rüſtete ſchon zum Scheiden.
Ueber dem Moor und über dem Tun, einer
einge=
zäunten Wieſe, die jeden Baer (Bauernhof) in Island
umgibt, glühte ihr roter Schein, und in Hallgerdrs Augen
zitterte ein verhaltener Funken der Sonnenglut.
Die Zeit der Heuernte war’s.
Die Knechte und Mägde waren auf den Feldern, das
dürftige Gras einzuheimſen, das den Inſelbewohnern
als wertvollſter Beſitz gilt.
In langen Stadeln war ſchon ein Teil des Graſes
zum Trocknen auf dem Tun aufgeſchichtet, und ein feiner
Duft zog durch die kleinen, geöffneten Fenſter in die große,
niedere Stube, wo Hallgerdr ſinnend ſtand und auf das
Mauſen des Meres lauſhie, denſenden Mranſen, das
jetzt auch vielleicht zu Kaare Myrdals Ohren klang.
Warum mußte ſie immer wieder an ihn denken, an
ihn, den ſie doch vergeſſen wollte?
Faſt acht Tage weilte Hallgerdr jetzt im Widarhof.
Mit dem Vater hatte ſie nur karge Rede und
Ant=
wort gewechſelt. Es war nicht Sitte im Widarhof, viel
Worte zu machen.
Nur den alten isländiſchen Gruß: Geſegnet ſei Dein
Kommen, hatte der Vater ihr beim Eintritt in den Hof
zugeraunt, ſo eindringlich wie ein Gebet. Daran mußte
Hallgerdr immer denken.
Und nun ſaß der Vater, wenn er nicht draußen auf
der Wieſe oder auf Jagd und Fiſchfang zu tun hatte, da
oben mutterſeelenallein in der Badſtofa. Jetzt ſelbſt in
der Slattur (Heuernte), wo jede Hand unentbehrlich war,
hockte er da droben in ſeinem ſtillen Reich und ſtöberte
in den alten Sagabüchern, denn Hallgerdrs Vater, Ravna
Jonſon, war ein Studierter. Wie ſo viele reiche
Bauern=
ſöhne ſeiner Heimat, hatte er einige Jahre die
Latein=
ſchule in Reykjavik beſucht. Er ſprach fließend deutſch,
isländiſch, däniſch und engliſch und war wohl unterrichtet
über Geſchichte und Literatur. Er nahm an dem
politi=
ſchen Leben ſeines Landes regen Anteil, und war, wie ſo
viele Bauern in Island, ein wirklich gebildeter Mann.
Aber alles, was er trieb, tat er nur für ſich. Er hatte
niemand, dem er Anteil an ſeinem inneren Leben, ſeinem
Fühlen und Denken gewährt hätte.
Sen enmiges, ein leies lid, Hdalgerdt, wer ſil
lange dem Vaterhauſe fern geblieben. Er hatte es ihren
Mutter, einer ſtillen, blonden Norwegerin, verſprochen,
ehe ſie den letzten Weg ging, daß er das Kind vor dem
freudloſen Hofe bewahren wollte, und er hatte ſein
Ver=
ſprechen treulich erfüllt.
Aber nun war Hallgerdr wieder da, und die ganze
Stube war, ſo meinte der Alte, voll Sonne, wenn ihr
helles Haar unter der kleinen, ſchwarzen Mütze, die ſo
keck und kleidſam auf den blonden Flechten lag, in der
roten Abendglut flammte.
Der Alte konnte es von der Badſtofa aus ſehen. Ein
kleines, halb blindes Schiebefenſter vermittelte ihm den
Blick hinab in die Wohnſtube mit der niederen Decke, die
weiß getüncht ſich ſeltſam feierlich zu den dunklen,
ſchwar=
zen Ledermöbeln ausnahm.
Jetzt kam Gynna, die alte Magd und Wirtſchafterin,
die ſchon ſeit undenklichen Zeiten auf dem Widarhof
hauſte, in das niedrige Gemach, und begann haſtig den
Tiſch zu decken.
Sie ſchlürfte dabei mit ihren weiten Schuhen aus
einem einzigen Stück Lammfell, die um den Knöchel
herum mittels einer durchgezogenen Schnur geſchloſſen
werden, vernehmlich in der Stube herum, in der Abſicht,
Hallgerdrs Aufmerkſamkeit zu erregen.
Das Mädchen aber ſtrich mit der ſchönen, kräftigen
Hand über die ſchwarze Schürze von ſchwerer Seide und
ſtarrte unentwegt in die blaue Luft.
Nummer 73.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Seite 19.
Ein verſonnenes Lächeln zitterte um den roten Mund,
und in den Augen flimmerte es wie von Sehnſucht und
Liebe.
Kindchen, Püppchen, flüſterte jetzt die Alte, einen
un=
ſicheren Blick nach der Badſtofa ſchickend, wo ſie den
Haus=
herrn hinter den Sagabüchern wußte, ſich an Hallgerdrs
Seite ſchleichend, ich habe ihn geſehen. Er kam über das
Eis, und er hatte einen braunen Bart.
Wen haſt Du geſehen, Gynna? fragte das Mädchen.
Fetzt iſt Sommerzeit, und das Eis trägt nicht.
Die Alte zitterte und verzog das verhutzelte Geſicht
zu einem Grinſen.
Närrchen, als ob es für die Liebe darauf ankommt,
ob das Eis trägt. Ich ſage Dir, ich ſah ihn kommen über
daas Meer. Braun war ſein Geſicht, braun ſein Bart, und
ſeine Augen waren grau und hart. Hüte Dich, Dirnlein,
er kommt einen weiten Weg, und noch einer iſt da, der geht
den Weg über das Meer weit zurück. Er iſt nicht ſo braun
von Geſicht, aber ſein Haar iſt blond, wie das Lichtgelock
von Baldur, und ſeine Augen ſind blau —
Schweige, Gynna, was ſoll das Geſchwätz?
Ei, ei, Du Püppchen, Du Sonnenſcheinchen. Haſt Du
wergeſſen, daß die alte Gynna wahrträumt? Geh hinauf
auf die Badſtofa und frag Deinen Vater, ob ich ihm nicht
alles Unheil, das dem Widarhof widerfahren,
voraus=
geſagt?
So behalte künftig deine Weisheit für dich, Gynna.
EEin Unheil erfährt man noch früh genug, wenn es da iſt.
Ich erwarte kein Glück, aber ich meine, auch Leid könne
mich nicht treffen, hier, wo ein Tag wie der andere
dahin=
geht im ewigen Schweigen.
Still, ſtill, flüſterte die alte Magd, mit einem
un=
ſicheren Blick auf das kleine Schiebefenſter, der Bauer
will nicht, daß ich ſchwatze. Er meint, alles Unheil käme
vom Reden, aber wenn ich dich ſo anſchaue, Hallgerdr,
dann iſt es mir immer, als löſe ſich meine alte Zunge,
die ſchon des Redens gar nicht mehr kundig war. Und
weißt du, Bjarni, der ſonſt ſo ſtill wie wir alle war, dem
geht es auch ſo. Wirſt du es glauben, daß er des Nachts
ganz laut in ſeiner Kammer in Verſen ſpricht?
Die Isländer ſind alle Dichter, Gynna. Warum
ſollte Bjarni Petrurſſon nicht auch in Verſen reden?
Ja, weißt du denn, was er ſingt? Von einer
Baers=
tochter klingt ſein= Lied. Goldgelb iſt ihr Haar, wie
Sei=
denflachs, und über ihrer Stirn flammt eine Krone.
Eine leiſe Röte war in Hallgerdrs Antlitz geſtiegen.
Die isländiſchen Mädchen tragen alle das Diadem,
und über ihrer Stirn flammt der Stern, Gynna.
Die Alte lächelte pfiffig, und die ſchmalen,
waſſer=
blauen Aeuglein kniffen ſich liſtig zuſammen.
Es gilt nicht den Mädchen unſeres Volkes, ſein Lied,
ſondern nur einer Einzigen. Ich weiß, und über das Eis
kommt der andere, merke es dir, Hallgerdr. Er kommt,
wenn du gar nicht daran denkſt, und ſchafft dir nur
Herze=
leid. Vergiß es nicht, mein Täubchen, mein Goldchen.
Hallgerdr ſtand unbeweglich noch immer am Fenſter,
nachdem die alte Gynna mit dem eisgrauen Haar ſchon
lange das Zimmer verlaſſen.
Was wollte Gynna von dir? forſchte plötzlich von
der kleinen Treppe her, die von der Badſtofa
hernieder=
führte, eine tiefe Stimme, und über die Stiege trat ſchnell
in die Stube binein die mächtige Geſtalt eines Mannes
mit kurzgeſchorenem, grauem Haar und einem grauen
Bart, der wie ein Kranz ein energiſches, braunes Geſicht
mit ſeltſam ſtillen, verſonnenen Augen umrahmte. Was
wollte die Alte?
Hallgerdrs junge Geſtalt durchlief ein Zittern bei
der unvermuteten Anrede des Vaters. Ihre Arme
um=
klammerten wie Schutz ſuchend das winzige Fenſterkreuz,
und ihre Augen flatterten wie ſcheue Vögel in die Ferne.
Warum ſchweigſt du? forſchte der Vater ſtreng. Hat
die alte Nachteule wieder ein Geſicht geſehen oder hat ſie
einen Traum gehabt?
Hallgerdr entging der ſeltſam forſchende Blick ſeiner
blauen Augen, und ſie entgegnete ſcheu, die Augen zu
Boden richtend:
Gynna meinte, es käme einer über das Eis mit
einem braunen Bart.
Ravna Jonſon lachte.
Das hat gute Weile, Kind.
Und wieder lachte er.
Wie ſchauerlich das in dem ſtillen Haufe widerklang:
Ich wollte mit dir reden, Hallgerdr.
Ich höre, Vater.
Du biſt jetzt in dem Alter, wo es beſſer tut, wenn man
nicht mehr allein iſt, Hallgerdr. Ich habe dich in die Stadt
getan, damit du lernſt, was ein Mädchen wiſſen muß.
Deine Lehrzeit iſt um, und ich habe dich zu mir
zurück=
gerufen, weil ich nicht weiß, ob meine Tage noch lang
oder kurz bemeſſen ſind in der Welt.
Vater, wehrte Hallgerdr ängſtlich.
Still, ich will mein Haus beſtellen, und du haſt zu
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3 73.
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Die Kreuzelschreiber
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von Ludw. Anzengruber.
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Um Liab und Leben
von Hans Werner. (7276
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Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Hr. Riechmann.
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Wilhelm Meiſter .
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Hr. Speiſer
Hr. Hoff
Hr. Jungmann
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. Fr. Speiſer=
Suchanek
.Hr. Feder
Lothario
Laertes .
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Antonio .
Mignon .
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Ein Souffleur . . Hr. Klotz
Ein Diener:
*„* Wilhelm Meiſter . . Hr. Fr.
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theater in Mannheim, als Gaſt.
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Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
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lerie 50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 27. März. 146. A.=V.
D 37. „Liebelei. — Hierauf:
„Abſchiedsſouper.” Kleine=
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
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Freitag, 29. März. 148. Ab.=V.
B 37. Neu einſtudiert: „Die
verſunkene Glocke‟ (
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ſpiel). Kl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Die Hoftheaterhauptkaſſe iſt an
allen Wochentagen, vormittags
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
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Vorſtellung findet Freitag,
den 29. März, ſowie an dem
darauffolgenden Tage, vormit. von
11—1 Uhr, an der Tageskaſie ſtatt.
Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. März 1912.
Nummer 73.
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Mee
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Fünchawy-Tastegwardellen-Buſter
Fiktamnen zum eiſc, Frühſlich el.
Sport.
. Pariſer Fußballmannſchaft
in Berlin. Während der Oſterfeiertage wird zum
erſten Male ſich eine Pariſer Fußballmannſchaft den
Berlinern vorſtellen. Es iſt dies der Athletik=Sport=
Club de Paris, der am erſten Feiertage gegen „Hertha”
und am zweiten gegen „Union” antreten ſoll. Die
Franzoſen nehmen in der franzöſiſchen Fußball=Liga die
zweite Stelle ein.
* Daxmſtadt, 25. März. Am letzten Sonntag
ſpielte die zweite Mannſchaft des Fußballklubs „
Bri=
tannia”=Gräfenhauſen gegen die erſte
Mann=
ſchaft des Fußballklubs „Olympia”=Weiterſtadt.
Das Spiel endete 111 Toren.
*Eſchollbrücken, 25. März. Bei dem geſtern
hier ausgetragenen Pokalſpiel errangen ſich
fol=
gende Fußballvereine Preiſe: Klaſſe A. (Beteiligung
drei Vereine): 1. Preis „Teutonia‟=Pfungſtadt, 2. Preis
(Turnerriege Eſchollbrücken; Klaſſe B (Beteiligung ſechs
Vereine): 1. Preis „Teutonia”=Pfungſtadt, 2. Preis
„Haſſia‟=Darmſtadt, 3. Preis „Olympia‟=Hahn. Unter
den nicht preisgekrönten Vereinen iſt der Fußballklub
„Teutonia=Weiterſtadt 1911” hervorzuheben,
welchet=
gegen den Fußballklub „Teutonia‟=Pfungſtadt antreten
mußte und nach zirka 1 Stunde= Spielzeit den Platz mit
110 Toren verließ.
Fußball=Länderkampf Holkand=
Deutſch=
lland. Zum dritten Male ſtanden ſich, wie ſchon
ge=
meldet, die repräſentativen Mannſchaften von
Deutſch=
land und Holland gegenüber. Trotzdem die deutſche
Elf eine ganz hervorragende war, gelang es ihr doch
nicht, für die beiden vorangegangenen knappen
Nieder=
lagen volle Revanche zu nehmen. Immerhin geſtaltete
ſich der Kampf, der in Zwolle (Holland) bei ſtarkem
Be=
iſſuch zum Austrag kam, durch den ausgezeichneten
deut=
ſſchen Sturm zu einem äußerſt abwechſelungsreichen und
aufregenden. Leider verſchuldete die deutſche
Hinter=
mannſchaft ein Selbſttor, ſodaß der Kampf 5.5
unent=
ſchieden endete.
sr. Pferderennen. Rennen zu Strausberg.
Preis von Fredersdorf: 2200 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Hrn. H. Schlöskes Droma (Gagelmann), 2. Skipio
(H. Teichmann), 3. Waldtraut (O. Müller). Tot. 80110,
Pl. 21, 24, 15.10. Unpl.: Reichspoſt (4), Teſta,
Preis=
frage, Mimik, Sumatra, Red Beß. Sehr ſicher, ¾—
Länge. — Preis der Müggel; 2200 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herrn A. v. Schilgens Celius (Hughes), 2.
Schönbrunn (O. Müller) —3. Emma Olivia (G.
Lom=
matzſch), —3. Pruneliere (H. Teichmann). Tot. 72:10,
Pl. 27, 34, 9, 11.10. Unpl.: Sieglinde, Grosvenor
Gar=
dens, Labrador, Five o’clock, Real Gem, Hidden Charms,
HHendrod. Sicher 1—1½ Lg. Greyburn nahm am
Ren=
nen nicht teil. Die Wetten wurden zurückgezahlt.
März=Jagdrennen; Ehrenpreis und 2300 Mark, Diſtanz
3500 Meter: —1. Hrn. F. Beits Braxfield (Leutn. van
Egan=Krieger). —1. Newton (Leutn. Graf Strachwitz),
3. Reine du Jour (Herr Purgold). Tot. 38110, Pl. 19110
(Braxfield) Tot. 178:10, Pl. 9010 (Newton). Pl. 16110.
Unpl.: Argile (4), Leſter Squire, Pſoni, Folette (gef.),
Kilroß, Brampton Laß, Fifth Ace. Tot. R.—½ La.—
Preis vom Gartenplatz; Ehrenpreis und 3000 Mark,
Diſtanz 2600 Meter: 1. Hrn. E. S Godfreys Cobden
(Sandmann), 2. Fälſcher (Th. Baſtian), 3. Bavarde
(H. Brown). Tot. 85110. Pl. 58, 19, 15.10. Unpl.:
Mi=
randa (4), Prinz Kuckuck, Alpenfex, Lohengrin II.
An=
ſpielung. Kampf, Kopf-Kopf. — Preis vom Bötzſee;
2000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn. G. Nettes Peene
(Printen), 2. Milon II. (Roſak) 3. Toneſi (Wurſt).
Tot. 29:10, Pl. 12, 11, 14:10. Unpl.: Lochlee (4),
Vinſe=
beck, Ranulphus, Bojar. Gegenwehr 2—½ Lg. —
Blu=
menthal=Jagdrennen; Ehrenpreis und 2500 Mk., Diſtanz
3000 Meter: 1. Frau Hildebrandts Bieſelberg (Herr
Purgold), 2. Angola (Herr v. Weſternhagen), 3. Myrthe
(Herr Jahrmarkt). Tot. 19.10, Pl. 14, 22310. Unpl.:
Dr.velhreichSialsocenscher
Zupier (ch, Schnekömigin, Merbraut. Kampf. Kopf-=
Länge.
Renn en zu Horſt=Emſcher. Begrüßungs
Flachrennen; 2500 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn
Bingels Kakadu I (Buſch), 2. Lamhult (Kreiſel), 3.
An=
timone (Breſſel). Tot. 31.10, Pl. 17, 16, 52110. Unpl.;
Sportsmann (4), Traviata, Dollarprinzeſſin, Brunonia.
Hals-2 Lg. — Frühjahrs=Hürden=Rennen; 1500 Mark,
Diſtanz 2500 Meter: 1. Major Roos Niſſa (Kühl), 2.
Wanderburſch (Buſch), 3. Meluſine (Piplies). Tot.
177110, Pl. 25. 14, 14:10. Unpl.: Fatia Negra (4), Glauca,
Marga (5), Oberleutnant, Horizont I, Liebling. 5—2
Längen. — März=Jagdrennen; Ehrenpreis und 1500 M.,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Herren J. und G. Reimanns
Sil=
ver Sea (Leutn. v. Berchem) 2. Bodger II (Leutn.
Graeff), 3. Chicard. Tot. 81110, Pl. 26, 24, 2610. Unpl.:
Doubtful, Lady, Cocos, Santoys Cherry, Piece dOr,
Sajodin, Eſther. 3—5 Lg. — Preis von Feldhauſen;
2000 Mark Diſtanz 3000 Meter: 1. Leutn. v. Lütckens
Plutarch (Weißhaupt), 2. Mukden II (Buſch), 3.
Ga=
zella (Kühl). Tot. 26:10, Pl. 13, 17, 14:10. Unpl.: Suſe,
Mogador (4), Blumenhanne (5), Königsfräulein. 1—3
Längen. — Totaliſator=Jagdrennen; Ehrenpreis und
1500 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Leutn. Graf Brühls
Counterfeid (Beſ.), 2. Muſigny (Leutn. Graeff), 3.
Mourlau (v. Görne). Tot. 3110, Pl. 19, 75310. 4—7 Lg.
— Preis der Mark; 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1.
Stall Hollands Hareſtock (Mew), 2. Golden Garnet
(Kühl), 3. Archibald (Hoffmann). Tot. 30.10, Pl. 16, 39,
18:10. Unpl.: Faultleß (4), May May (5), Fliege, Eclair,
Saitois Cherry, Canard II, Copetua (gef.), ¾—3 Lg.
Rennen zu Rathenow. Erſtes Rennen: 1.
Groß=
herzog (Beſ.), 2. Laurin (Leutn. v. Keller), 3.
Konkor=
dia (Leutn. v. Raven). Tot. 7:5. Drei liefen. Kampf,
Kopf-6 Lg. — Zweites Rennen: 1. Prognoſe (Hauptm.
Schönberg), 2. Sharpfhooter (Leutn. A. v. Mitzlaff).
Tot. 735. Zwei liefen. Sicher, ½ Lg. — Drittes Rennen:
1.— Fetlars Fortune (Leutn. A. v. Hohberg, 1.— Jodler
(Leutn. v. Keller), 3. Haurahi (Herr Freeſe). Tot. (
Fet=
lars Fortune) 7 Jodler 7.5. Pl. 34, 13:10. Unpl.:
Miß Cris (4), Quitte. — Viertes Rennen: 1.
Vor=
wärts II (Dr. V. Saloſchin), 2. Donnerkeil (Leutn. von
Raven), 3. Ingo (Leutn. v. Sydow). Tot. 24:5, Pl.
20, 24:10. Unpl.: Neckar (4), Bel Priſon. Verhalten, 15
bis 3 Lg. — Fünftes Rennen: 1. Mark Gamp (Leutn.
v. Raven) 2. Snowdens Knight (Leutn. v. Keller), 3.
Arthur Playfair (Leutn. v. Hohberg). Tot. 1015. Drei
liefen. Weile. — Sechſtes Rennen: 1. Pikey (Leutn.
Frhr. v. Zobel), 2. Beethoven: (Leutn. v. Keller), 3.
L’Abbé Royal (Herr H. Schultze). Tot. 12115, Pl. 15,
25110. Unpl.: Poulboy (4), Coolah (gef.), Glückspilz.
½—3 Lg.
Rennen zu Dresden, Preis von Lockwitz;
Ehrenpreis und 2200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn.
M. Lückes Samum (Beſ.), 2. Saint Rules (Hr. W.
Schulz), 3. Triglav (Rittm. Keyſer). Tot. 74:10, Pl.
17, 14, 14:10. Unpl.: Cherry Bob (4), Venus II, Altieri,
Polonäſe, Frank Squire. Sehr leicht, 2½—½ La. ert
Preis von Reick; 3000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Mr.
F. Solloways Herbert (M. Aylin), 2. Heimat (F.
Bul=
lock), 3. Flowerſeller (Blades). Tot. 25 10. Pl. 16,
17:10. Unpl.: Konſtantin (4), Bravo. Leicht, 2½—1 Lg.
— Preis von Grimma; 2300 Mark, Diſtanz 3500 Meter:
1. Rittm. Keyſers Schwärmerin (Beſ.), 2. Freude (Beſ.),
3. Le Repas (Beſ.). Tbt. 22110, Pl. 15, 38.10. Unpl.:
Cymbal (4), Mrs. Dot (gef.). Gruna (blieb am Start
ſtehen und wurde aus dem Rennen gezogen, Wetten
zu=
rückgezahlt.) Sicher, 1—8 Lg. — Preis von Gruna; 3500
Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Rittm. Keyſers Brennus
(M. Aylin), 2. Gernot (Jentzſch), 3. Gutes Zeichen (A.
Schläfke). Tot. 44:10, Pl. 14, 13:10. Unpl.: Räuber I
(4), Fromme Helene. Leicht, 2—3 Lg. — Preis von
Schönfeld; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 4000
Meter: 1. Leutn. v. Roeders Melton Pet (Leutn. Graf
Holck), 2. Haſchich (Leutn. Martins), 3. Fairfax (
Ritt=
meiſter Keyſer). Tot. 37110, Pl. 15, 34. 20:10. Unpl.:
Alike (4), Eo ipſo, Versbau, Annexion, Old Girl.
Ueber=
legen, 3—1 Lg. — März Flachrennen; 3000 Mark, Diſt.
1600 Meter: 1. Hrn. B. Wolffs Black River (Blades),
2. Mikado (F. Bullock), 3. Senechal (Naſh) Tot. 44:10,
Pl. 20, 26:10. Unpl.: Rex II (4), Lord Mayor, Ambo.
Ueberlegen, 2—¾ Lg.
* Radrennen. Das 5. Berliner Sechstage=
Rennen hat am Freitag nacht 12 Uhr ſeinen Anfang
genommen. Die erſte Stunde verläuft ohne jeden
Zwi=
ſchenfall. Auch in der zweiten Stunde ereignen ſich
keinerlei Kämpfe; es wird flott gefahren, ſodaß nach
Beendigung der 2 Stunde nicht weniger als 80,333
Kilo=
meter zurückgelegt ſind und damit ein neuer deutſcher
Relord aufgeſtelt iſ. In den Morgenſtunden des erſten
Tages wird immer noch ſehr flott gefahren, ohne daß
es allerdings zu Vorſtößen kommt. Trotzdem iſt das
Tempo ſo ſchnell, daß alle deutſchen Rekords überboten
werden. Zwiſchen 7 und 8 Uhr kommt Lorenz durch die
Unvorſichtigkeit eines Managers zu Fall, ohne jedoch
größeren Schaden zu nehmen, und eine Stunde ſpäter
hat Moran das gleiche Pech. In der 12. Stunde kommt
es zum erſten ernſteren Vorſtoß, den Moran einkeitet
und den Rütt fortſetzt. Die ſchwächeren Paare drohen
bereits überrundet zu werden, als ein Sturz von Finn
der Jagd raſch ein Ende macht. Als einzige wurden
Peter=Kyeldſen überrundet. Nach der 12. Stunde waren
446,333 Kilometer zurückgelegt. Im Laufe des
Nach=
mittags blieb das Tempo andauernd ein ſehr flottes,
ſodaß ſämtliche deutſchen Rekords verbeſſert wurden.
Um 7 Uhr abends (in der 19. Stunde) waren 674,666
Kilometer zurückgelegt.
Die 40. Stunde bringt einen neuen
Zehnrunden=
ſpurt. Hierbei ereignet ſich in der 8. Runde ein Sturz
von Großmann und Demke. Das Rennen wird auf 20
Minuten unterbrochen, da Demke ernſtlich verletzt
er=
ſcheint. Die ärztliche Unterſuchung ergab eine Blutung
in der Schulter, doch vermochte Demke ebenſo wie Groß=,
mann weiter zu fahren. Gegen 5 Uhr kam Arend durch
Felgenbruch zu Fall, und über ihn hinweg ſtürzten
Demke, Finn und Galvin. Bis wieder angeläutet wird,
vergeht wieder eine Viertelſtunde. In der 44. Stunde
gaben Demke-Scheuermann auf. Um ¾8
Uhr=
erſchien, vom Publikum lebhaft begrüßt, der
Kron=
prinz in Begleitung ſeiner Adjutanten in der Hofloge.
Das Rennen geſtaltete ſich ſofort ſehr lebhaft, das Tempo
wurde foreiert und, um dem Kronprinzen ihr Können
zu zeigen, veranſtalteten die Fahrer einen 10 Kilometer=
Spurt um zwei vom Kronprinzen geſtiftete Nadeln, den
Rütt knapp von Stabe und Lorenz gewann. Das
Reſul=
tat wurde verkündet und der Kronprinz applaudierte
lebhaft die Sieger. Um halb 9 Uhr verließ der
Kron=
prinz wieder den Sportpalaſt. Gleich darauf gab es
nochmals eine 100 Mark=Prämie zu verdienen, die
Lo=
renz gewann.
Darmſtadt, 25. März. Bei dem am 24. d. M.
in Ludwigshafen ſtattgehabten Straßenrennen
über 70 Kilometer konnte der Darmſtädter Straßenfahrer
Heinrich Fiſcher trotz ſchlechten Wetters und ſtarker
Konkurrenz den erſten Platz belegen und kehrte mit
gro=
ßem Lorbeerkranz geſchmückt und Ehrenpreis (
Früh=
lingspreis) zurück.
Eröffnungsradrennen in Straßburg
i. Elſ. Die deutſche Radrennſaiſon wurde am Sonntagt
in Straßburg i. E. nicht beſonders glücklich eingeleitet,
da das anfangs ſchöne Wetter ſich ſpäter in Regen
ver=
wandelte, der dem Rennen ein vorzeitiges Ende bereitete.
Didier zeigte ſich ſeinen zwei Konkurrenten Ebert und
Walthour bedeutend überlegen und ſchlug ſie mühelos.
Die Reſultate waren: 1. Lauf, 10 Kilometer: 1. Didier=
9 Minuten 22 Sekunden, 2. Ebert 150 Meter, 3. Walthour
200 Meter zurück. 2. Lauf, bei 17 Kilometer abgebrochen:=
1. Didier 1715, 2. Ebert 800 Meter, 3. Walthour 1600.
Meter zurück. Ein Fliegerhauptfahren gewann
Tſchum=
perly leicht gegen Kraft und Ringelſchmidt.
* Hockey. Die Eishockey=
Weltmeiſter=
ſchaft iſt in Brüſſel von dem Berliner
Schlittſchuhklub=
dem Vertreter Deutſchlands, gewonnen worden.
Man=
hatte dem Berliner Klub bei ſeiner derzeitigen
glänzen=
len Form zwar allgemein große Chancen zugeſprochen,
aber trotzdem doch eigentlich auf einen Sieg der Orford=
Canadians gerechnet, die mit einer außerordentlich
ſtar=
ken Mannſchaft in Brüſſel antraten. Bereits am
vor=
letzten Tage der Kämpfe fiel aber dadurch die
Entſcheid=
ung, daß die Orford=Canadians gegen Belgien nur ein
unentſchiedenes Reſultat 5:5 erzielten und der B. S.=S.
die Schweiz 11:3 ſchlagen konnte. Damit war dem
Ber=
liner Team der Weltmeiſterſchaftstitel ohne Rückſicht auf
den Ausgang des noch ausſtehenden Spieles Deutſchland
gegen Frankreich geſichert.
Die Berliner Hockey=Spiele um die
Ver=
bandsmeiſterſchaft brachten am Sonntag nur ein
Tref=
fen, das „Preußen” überlegen mit 2:6 gegen „Komet”
gewann. Ein Geſellſchaftsſpiel einer kombinierten
Mannſchaft des Berliner Hockey=Klubs gegen den
Stettiner Hockey=Klub (1. Mannſchaft) entſchied die
Ver=
liner „Elft 631 (520) zu ihren Gunſten.
Ein Landhockey =Match kam am Sonntag,
zwiſchen dem Leipziger Sport=Klub und dem Dresdener
Akademiſchen Sport=Klub in Leipzig zum Austrag. Wie
gemeldet wird, blieben die Leipziger mit 422 Sieger,
nachdem der Kampf bei Halbzeit noch unentſchieden 2.2.
geſtanden hatte.
Laut Attest des Ober-Hofmarschallamtes seit Jahren in den Hofhaltungen
Sr. Majestät des Kaisers
ständig im Gebrauch.
(VI7202
Eine Königliche Schlossverwaltung schreibt:
Gern komme ich Ihrer Bitte nach, in persönlicher Form mein Urteil über Ihren Mottenäther abzugeben. In
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langem Gebrauch und der Absicht denselben beizubehalten, liegt ja wohl die beste Empfehlung, denn in einer
Schlosverwaltung gibt es die wielseitigste Verwendung bei einfachsten wie den kastbarsten Dingen. — Kampfer,
Pfeffer, Insektenpulver sind wegen Staub, Geruch usw. nicht überall verwendbar und nicht zu verlässig wirksam.
Mottenäther hält entstandenen Schaden auf, verhütet solchen bei achtsamer, rechtzeitiger Verwendung und hat
hier alte Brutstätten völlig zerstört. Nachteilige Wirkungen habe ich nicht bemerkt. In meiner sehr langjährigen
Erfahrung habe ich kein besseres Mittel kennen gelernt und keinen Anlass, dana
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