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Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die deutſche Kaiſerin begibt ſich bald nach Oſtern
zur Kur nach Bad Nauheim.
Der Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes
Wermuth reichte ſeine Entlaſſung ein, die
ge=
nehmigt wurde. Zu ſeinem Nachfolger wurde der
bis=
herige Unterſtaatsſekretär Kühn ernannt.
Zur Deckung der Wehrvorlagen iſt, einer
offi=
ziöſen Meldung zufolge, keine neue Belaſtung von
Kon=
ſum und Verkehr und keine Erbſchaftsſteuer in Ausſicht
genommen. Dagegen ſoll Kontingentſpiritus der
vol=
len Verbrauchsabgabe unterworfen, alſo die „
Liebes=
gabe” aufgehoben werden.
Der deutſche Dampfer „Axenfels” iſt an der marokkaniſchen
Nordküſte geſtrandet. Viele Mannſchaften und der
1. Offizier ertranken.
Die Beſuche des engliſchen Königs an den
auswärtigen Höfen ſind endgültig abgeſagt
worden.
Der frühere Direktor des Wiener
Burg=
theaters, Dr. Burckhard, iſt geſtorben.
Die Konferenz zwiſchen den engliſchen
Gru=
benbeſitzern und Bergarbeitern iſt
ergeb=
nislos verlaufen. Die Verhandlungen wurden
ab=
gebrochen. Die Reigierung ſoll nunmehr beabſichtigen,
die Frage des Mindeſtlohnes auf geſetzlichem Wege zu
regeln.
Der engliſche Dampfer „Oceana” ſtieß im
Kanal mit der deutſchen Barke „Piſagua” zuſammen
und ſank. 7 Perſonen werden vermißt.
Auf der Zeche Italianka in Taganrog (
Ruß=
land) ereignete ſich eine ſchwere Gasexploſion.
49 Leichen wurden geborgen, 10 Arbeiter erlitten
ſchwere Brandwunden.
(Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.)
Die Deckung der Wehrvorlagen.
* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt zur
Frage der Deckung der Wehrvorlagen:
Das Problem der Deckungsfrage mußte von
vorn=
herein ſo behandelt werden, daß die geltenden Grundſätze
der Finanzgebarung des Reiches unberührt bleiben. Die
ſtrenge Durchführung dieſer Grundſätze hat die
Geſun=
dung der Reichsfinanzen weit gefördert und bleibt
dauernd die unumgängliche Vorausſetzung guter
Finanz=
wirtſchaft. Demgemäß ergab ſich bei der Höhe der für
die Wehrvorlagen erforderlichen Summen die
Notwen=
digkeit, neue Einnahmen für das Reich zu
er=
ſchließen. Hierüber hat erfreulicherweiſe auch bei der
Beſprechung des Reichskanzlers mit den bundesſtaatlichen
Miniſtern Einmütigkeit geherrſcht.
Bei der Wahl der neuen Deckungsmittel
mußte entſcheidender Wert darauf gelegt werden, den
Boden zu finden, auf den die Bundesregierungen ſich
wo=
möglich einſtimmig ſtellen konnten. Die
Geſchloſſen=
heit der Bundesregierungen bei Einbringung
der neuen Steuervorlagen iſt ein moraliſcher Faktor, der
angeſichts der Zerklüftung, die durch die Finanzreform in
unſerem Volke hervorgerufen worden iſt, von beſonderer
Bedeutung iſt. Daß keine neue Belaſtung von
Konſum und Verkehr in Ausſicht zu nehmen war,
ſtand von vornherein feſt. Ebenſowenig konnte aus den
bekannten Gründen daran gedacht werden, eine
Reichsver=
mögens= oder Reichseinkommenſteuer vorzuſchlagen. Die
Wjederaufnahme der Erbſchaftsſteuer
be=
gegnete Bedenken, die ſich aus der gegenwärtigen
Zu=
ſammenſetzung des Reichstages ergeben. Die Stimmung
der Parteien iſt auch heute noch nicht von der Erbitterung
der letzten Steuerkämpfe ſo weit befreit, daß eine
einheit=
licha Aktion der bürgerlichen Parteien für die
Wehrvor=
lagen und deren Deckung möglich erſcheint, wenn die
Erb=
ſchaftsſteuer herangezogen wird. Die Aufgabe der
Re=
gierung war offenbar die, nicht alte Spaltungen aufs
neue aufzureißen, ſondern die Parteien bei der Löſung
der vorliegenden nationalen Aufgabe zu gemeinſamer
Arbeit zu vereinigen.
Zu erwägen war, ob ſich eine annehmbare
Modi=
fizierung der Erbſchaftsſteuer finden ließ. Es
konnte daran gedacht werden, der Erbſchaftsſteuer einen
ſubſidiären Charakter zu geben und im Zuſammenhang
hiermit die Einzelſtaaten mit gewiſſen Einſchränkungen
zu Trägern einer Beſitzſteuer für das Reich zu machen, ein
Weg, der ſich aber nicht als gangbar erwies. Auch wäre
man auf dieſem Wege Gefahr gelaufen, den alten Streit
zu verſchärfen und doch kein poſitives Ergebnis zu er=
zielen. Dagegen erſchien es jetzt möglich, auf einem
an=
deren Gebiete den Gegenſtand ſcharfer politiſcher
Agita=
tion aus dem Wege zu räumen, indem man die fehlenden
Mittel dadurch beſchafft, daß man auch den
Kortin=
gentſpiritus der vollen
Verbrauchsab=
gabe unterwirft. Die Ausſicht, hierzu auch die
Zuſtim=
mung des Reichstages zu erhalten, erſcheint um ſo
grö=
ßer, als die Aufhebung der vielbefehdeten „Liebesgabe‟
die Annäherung der bürgerlichen Parteien ſicherlich beför
dern würde. Zugleich laſſen ſich auf dieſem Wege die
dringenden Bedürfniſſe der jetzigen Wehrvorlagen
befrie=
digen, ohne daß weitergehenden Wünſchen wegen ſpäterer
qualitativer Verbeſſerung unſeres Steuerſyſtems
vorge=
griffen wird.
Zur Erläuterung des Vorſtehenden ſei folgendes
be=
merkt:
Die gewerblichen Brennereien hatten ſeit 1895 ſtatt
der Maiſchraumſtener einen Zuſchlag zur
Verbrauchsab=
gabe zu entrichten, eine Fabrikationsſteuer, die in
progreſ=
ſiven Sätzen von 2—6 Mark pro Hektoliter von den
pro=
duzierten Branntweinmengen erhoben wurde. Die
Ver=
brauchsabgabe wurde von dem fertigen Erzeugnis in
zwei Sätzen pro Liter reinen. Alkohols
er=
hoben: 0,50 Mark von. dem innerhalb des
Kontingents, d. h. innerhalb einer vom Geſetz
be=
ſtimmten Maximalgeſamtmenge, und 0.70 Mark von dem
außerhalb des Kontingents erzeugten Branntwein. Das
Kontingent wurde nach geſetzlich feſtgelegten Grundſätzen
auf die einzelnen Brennereien verteilt. Wer mehr als
ſein Kontingent herſtellen will, kann dies tun, dieſer
Branntwein hat aber dann die höhere Steuer zu tragen.
Dit das Kontingent unter dem Verbrauchsbedürfnis
nach Trinkbranntwein gehalten und die Verbrauchsabgabe
von dem Händler zu zahlen iſt, ſo richtet ſich der Preis
des Branntweins nach dem Branntwein, der dem
höhe=
ren Steuerſatz unterliegt, d. h. der Börſenpreis für
kon=
tingentierten Branntwein iſt um etwa 20 Mark pro
Hekto=
liter höher als der für nichtkontingentierten Branntwein.
Die Kontingentsbrennereien erhalten alſo je nach der
Größe ihres Kontingents einen Mehrerlös von 20 Mark
pro Hektolliter, die ſogenannte Liebesgabe. Heute
beträgt dieſe „Liebesgabe” etwa 46 Millionen Mark. Die
Grundlagen dieſer Beſtezerung hat das Geſetz vom d.
Juli 1909 unberührt gelaſſen: Die
Verbrauchs=
abgabe wurde aufrechterhalten, eine
Vereinfach=
ung der komplizierten Beſteuerung aber dadurch
erreicht, daß die Materialſteuern beſeitigt wurden.
Die Verbrauchsabagbe für Trinkbranntwein wurde auf
1.05 Mark für kontingentierten und auf 1.25 Mark für
unkontingentierten erhöht. Die Kontingentierung mit
der vollen Liebesgabe von 20 Mark pro Hektoliter
Alko=
hol wurde alſo aufrecht erhalten.
Die Mitteilung der Nordd. Allg. Ztg. liefert den
Be=
weis dafür, daß die Beſprechung des Reichskanzlers mit
den leitenden Miniſtern der Bundesſtaaten ein
erfreu=
liches Ergebnis gehabt hat. Wie nicht anders zu
erwarten war, wurden von der Konferenz die
Wehr=
vorlagen einſtimmig gutgeheißen. Dieſes Urteil
ge=
winnt dadurch an Bedeutung, daß die Notwendigkeit
ihrer baldigen Durchführung ausdrücklich anerkannt
wurde. Vom Standpunkte der leitenden Miniſter aller
Bundesſtaaten ergibt ſich alſo die Pflicht, die
Wehrvor=
lagen ſo ſchnell als möglich an den Reichstag gelangen
zu laſſen. Das iſt mit Rückſicht auf die internationale
Lage im allgemeinen und auf die deutſch=engliſchen
Ver=
handlungen im beſonderen lebhaft zu begrüßen.
Die Tägliche Rundſchau äußert ſich zu den
Wehrvorlagen und ihrer Deckung wie folgt: Die
Erb=
ſchaftsſteuer iſt alſo nochmals vortagt und damit iſt das
eingetreten, was wir ſchon befürchtet haben, daß nämlich
das Zentrum bei ſeinen Verſchiebungsplänen und ſeiner
Ablehnung aller neuen Steuern ſiegen wird. — Die
Voſſiſche Zeitung: Mit der Aufhebung der
Branntweinliebesgabe wird die Linke ſicherlich
einver=
ſtanden ſein, aber die Liebesgabe iſt zu niedrig, als daß
ſie die hohen Koſten der Wehrvorlage allein decken könnte.
Offenbar ſoll der größte Teil dieſer Koſten auf die
Ueber=
ſchüſſe des laufenden Jahres übernommen werden
im Gegenſatz zu den Vorſchlägen des Staatsſekretärs.
Die Hauptſache iſt, daß die Erbanfallſteuer verworfen
wird. Das Zentrum hat vollſtändig geſiegt. Der
ſchwarz=
blaue Block triumphiert. Das Blatt meint zum Schluß,
der Rücktritt des Schatzſekretärs ſei beſiegelt. — Das
Ber=
liner Tageblatt: Der Grundſatz, neue Koſten,
neue Einnahmen, zu dem ſich die bundesſtaatlichen
Mini=
ſter bekannt haben, iſt für das deutſche Volk, das
ohne=
hin gerade genug Steuern zu zahlen hat, gewiß recht
peinlich, aber es iſt wenigſtens ehrlich. Herr v. Bethmann=
Holweg will die Deckung nicht aus den Händen der
Sozialdemokratie entgegennehmen, er will ſie nur von
den bürgerlichen Parteien akzeptieren. Und da er die ſo
oft verlangte poſitive Mitarbeit der Sozialdemokraten
zurückweiſt und in dem Beiſtand des Zentrums und der
Konſervativen ſein Heil nicht ſieht, ſo hat er allerdings
die Erbſchaftsſteuer fallen laſſen müſſen.
Deutſches Reich.
Die angekündigte kleine
Strafgeſetz=
novelle im Reichstag als Initiativantrag der
Par=
teien hat nunmehr die Unterſchrift aller Fraktionen
gefun=
den. Sie liegt als Antrag Wellſtein vor, und auch der
Reichsjuſtizſekretär iſt damit einverſtanden. Sie will
die=
jenigen Teile der kleinen Strafgeſetznovelle, die im alten
Reichstag keine Anfechtung erfahren hatten, mit
möglich=
ſter Beſchleunigung angenommen wiſſen. Der Antrag
übernimmt aus jener Novelle daher die Beſtimmungen
über Hausfriedensbruch, Entführung Minderjähriger,
Körperverletzung an wehrloſen Perſonen, Diebſtahl aus
Not, Mundraub, Telegrammgeheimnis. Die zutage
ge=
tretenen Unſtimmigkeiten der augenblicklichen Rechtslage
ſollen durch dieſen Antrag beſeitigt werden. Die
Beſtim=
mungen über Preßbeleidigungen (lex Wagner), die die
frühere Strafgeſetznovelle erhielt, ſind weggelaſſen.
— Die Reichspartei. Die Freikonſervative
Korreſpondenz ſchreibt: Die Meldung der Täglichen
Rundſchau bezüglich der Reichstagsfraktion der
Reichs=
partei iſt dahin zu präziſieren, daß die Abgeordneten
War=
muth und Graf Poſadowsky zwar wie bisher
fraktions=
los bleiben und der Reichspartei nicht beitreten, daß ſie
aber ſich der Reichspartei zuzählen laſſen, um dieſer die
Möglichkeit der Vertretung im Seniorenkonvent und in
den Kommiſſionen zu geben. Die Reichspartei hat
in=
folgedeſſen die Mitgliederſtärke von 15 Mitgliedern
er=
reicht und hat auf Grund der bisherigen Gepflogenheit
des Reichstages den Antrag auf Zulaſſung zum
Senio=
renkonvent und zu den Kommiſſionen erneuert.
— Die Eiſenbahnen. In der
Budgetkommiſ=
ſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes erklärte
Mini=
ſter v. Breitenbach, die Eiſenbahn ſei noch auf 78 Wochen
mit Kohlen voll verſehen. Der Miniſter ſagte ferner, flatt
57 Millionen, die der Etat für 1911 vorgeſehen hätte,
wür=
den etwa 140 bis 150 Millionen in den Ausgleichsfonds
fließen. Der Betriebskoeffizient dürfte unter 66
Millio=
nen ſinken.
— Eine Vermehrung der Beſatzung der
Inſel Helgoland wird im Laufe das nächſten
Mo=
nats erfolgen. Gegenwärtig beſteht die Helgoländer
Gar=
niſon aus der zwei Kompagnien ſtarken 5. Matroſen=
Artillerie=Abteilung. Auf miniſterielle Anordnung hin
wird vom April ab dieſe Abteilung um eine Kompagnie
verſtärkt, die Geſamtſtärke der Abteilung beziffert ſich
dann auf rund 500 Mann. Kommandant der Abteilung
iſt Korvettenkapitän Förtſch, ein Verwandter des
Leut=
nants Förtſch, der vor einigen Jahren bei einem
Ballon=
wettflug in die Nordſee abgetrieben wurde und hierbei
ertrank.
Ausland.
Frankreich.
Die Interpellationen über die
auswär=
tige Politik wurden in der Kammer fortgeſetzt.
Poincaré führte aus, die Regierung ſei bereit,
die volle Verantwortung für ihre Politik zu übernehmen
und Erklärungen abzugeben, doch dürfe man die
auswär=
tige Politik nicht ſchwächen, indem man Mißverſtändniſſe
fortbeſtehen laſſe zwiſchen Männern, die mit verſchiedenen
Mitteln, aber demſelben Ideal ihre Pflicht als gute
Fran=
zoſen getan. Poincaré bat die Freunde Caillaux, Cruppi,
Meſſimy und Briand, den höheren Intereſſen ihren
Wunſch, ſich auszuſprechen, zu opfern. Uebrigens könne
kein ehemaliger Miniſter Depeſchen und Telegramme, die
er erhalten, ohne Zuſtimmung der fremden Mächte
ver=
öffentlichen, noch Einzelheiten der Verhandlungen
ent=
hüllen. Poincaré fügte hinzu, in der marokkaniſchen
Frage fühle ſich die Regierung ſolidariſch mit den
frühe=
ren Kabinetten. Das Protektorat über Marokko ſei das
rechtmäßige Ergebnis der Bemühungen. Poincaré fuhr
fort: Wir treffen Beſtimmungen, um unſere Stellung in
Maroko zu befeſtigen und ſtufenweiſe weiter zu
ent=
wickeln. Die Regierung hegt bei den Verhandlungen mit
der edlen ſpaniſchen Nation den lebhaſten Wunſch nach
einem Ausgleich, aber ſie kann nicht außer acht laſſen, daß
das Abkommen vom 4. November Spanien beträchtliche
Vorteile gewährt und daß Frankreich ein Recht hat auf
billige Entſchädigung. Der Vertrag vom 4. November
wird von beiden Teilen mit Loyalität angewendet
wer=
den, die franzöſiſche Regierung wird ihn mit untadeligſter
Lohalität interpretieren. Der Vertrag berührt in keiner
Weiſe das Gleichgewicht unſeres Bündniſſes und unſerer
Freundſchaften. Unſert auswärtige Politik bleibt ſich
ſelbſt treu, die unſerer Freunde und Verbündeten erfährt
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
keine Veränderung. Wir haben die Verſicherung, daß,
wenn England mit allen Mächten herzliche Beziehungen
zu unterhalten wünſcht, es damit nichts zu tun beabſichtigt,
was geeignet wäre, die herzlichen Beziehungen gegenſeitigen
Verſtändniſſes und Vertrauens, die zwiſchen Frankreich
und England beſtehen, abzuſchwächen oder zu lockern. Die
Politik Frankreichs läßt ſich von keinen Gefühlen der
Feindſeligkeiten leiten, auch nicht von irgend einem
ge=
häſſigen Gedanken gegen irgend jemand. Die Regierung
hält feſt an ihrer auswärtigen Politik, die nicht
verab=
ſäumt, das Intereſſe und das Anſehen Frankreichs zu
wahren. — Deschanel verlangte, man ſolle zur
Poli=
tik der Loyalität zurückkehren, die Frankreich einen
ehren=
haften Frieden ſicherte. Wir brauchen, ſagte er, eine
offene und klare Politik mit Deutſchland. Die
Marokko=
affäre müſſe wieder anfangen, eine nebenſächliche Rolle
zu ſpielen. Die Politik der Ententen Frankreichs,
Eng=
lands und Rußlands iſt auch für den Frieden Europas
notwendig, deſſen Lage noch wirr iſt. — Delahaye
(Bonapartiſt) ſprach ſeine Verwunderung darüber aus,
daß die Miniſter, die angeklagt ſeien, nicht geantwortet
hätten. Er griff Caillaux heftig an. Violette ſprach
von der Ngoko=Sangha=Geſellſchaft. Er erklärte, die
Budgetkommiſſion hätte ihre Pflicht getan, als ſie den
Abſichten dieſer Geſellſchaft Widerſtand entgegenſetzte.
Jaurés proteſtiert gegen die Aufforderung Poincarés,
die Debatte zu ſchließen. Die Regierung verlange unter
dem Vorwande, daß ſie ſelbſt nicht an den Verhandlungen
mit Deutſchland beteiligt war, die Immunität für die
vorausgegangenen Regierungen. Auf dieſe Weiſe würde
die Verantwortlichkeit für die Regierungen illuſoriſch
ge=
macht und das parlamentariſche Regime getötet werden.
Frankreich ſei nahe am Kriege geweſen und habe ein Recht
zu wiſſen, wie es an den Rand des Abgrundes geführt
worden ſei. Er wirft einen Rückblick auf die
marokka=
niſche Politik Frankreichs, welche inkonſequent und nicht
immer ehrlich geweſen ſei, und wendet ſich gegen die Art,
wie Herr Caillaux die Marokkofrage durch die
Hinein=
ziehung einer untergeordneten Finanzpolitik kompliziert
habe. Durch die Verquickung von diplomatiſcher und
finanzieller Geheimtuerei ſei es ſo weit gekommen, daß
zwei große Völker nahezu dazu gebracht wurden,
über=
einander herzufallen.
Die Kammer vertagte darauf den Schluß der Debatte
über die auswärtige Politik auf nächſten Freitag.
Die Verhandlungen mit Spanien.
Meh=
rere Blätter treten entſchieden dafür ein, daß die
franzö=
ſiſche Regierung die Verhandlungen mit Spanien
ab=
brechen und entſprechend dem vom
Miniſterpräſi=
denten Poincaré abgegebenen Erklärungen unverzüglich
an die Organiſierung des marokkaniſchen Protektorates
treten möge. Dieſes Vorgehen könnte vielleicht mancherlei
Gefahren mit ſich bringen, aber die Verantwortung dafür
werde Spanien treffen. Wie aus Madrid gemeldet wird,
ſchreibt das republikaniſche Blatt Radical, daß die
ſpa=
niſche Regierung bereits die Möglichkeit eines Abbruchs
der Verhandlungen und eine vollſtändige Aenderung der
Richtung der auswärtigen Politik ins Auge faſſe,
Wahlgeſetz. Die Kammer nahm mit 524 gegen
zwei Stimmen die Beſtimmung zum Wahlgeſetz an, durch
die kouvertierte Stimmzettel und beſondere Wahlkabinen
leingeführt werden.
Portugal.
Die auswärtige Politik Portugals.
In der Kammer gab der Miniſterpräſident folgende
Er=
klärung ab: Die Grundlage der auswärtigen Politik
Portugals iſt auch weiterhin ein freundſchaftliches
Ver=
hältnis zu den benachbarten Mächten, ſowohl auf dem
Kontinent wie den Kolonien. Man ſprach oft von
unſe=
rem Bündnis mit England, ohne dabei viel von dem
Ur=
ſprung und den Folgen des Bündniſſes zu wiſſen, das bis
in das vierzehnte Jahrhundert zurückgeht. Wir dürfen
dem ausländiſchen Kapital unſere Kolonien nicht
verſchlie=
ßen, denn wir bedürfen ſeiner zur Entwicklung der
Eiſen=
bahnen und der Induſtrie. Die Regierung kann dafür
bürgen, daß kein Vertrag mit England oder Deutſchland
beſteht, der irgendeine geheime Klauſel enthält, welche
die Unabhängigkeit und die Integrität oder die Intereſſen
irgend eines Teiles der portugieſiſchen Beſitzungen beg
drohen könnte. Dieſe Erklärung, welche zur Kenntnis
der deutſchen und engliſchen Regierung gebracht worden
iſt, gebe ich mit deren Zuſtimmung ab.
Norwegen.
Die Expedition Amundſens. Im
Staats=
rat wurde ein Antrag um Bewilligung von 136365
Kro=
nen für die Fortſetzung der Expedition Amundſens ein
gebracht.
Rußland.
Der Miniſterrat bewilligte die Anweiſung von
35½ Millionen Rubel aus ſtaatlicher Quelle für die
Ver=
pflegung der Notſtandsgebiete, deren Koſten gegenwärtig
154 Millionen Rubel betragen.
Vereinigte Staaten.
Verbot der Waffenausfuhr nach Mexiko.
Präſident Taft machte von dem ihm durch den Beſchluß
des Repräſentantenhauſes verliehenen Recht Gebrauch,
die Waffenausfuhr nach Mexiko zu verbieten. Er erließ
eine Bekanntmachung, worin erklärt wird, daß die
Waf=
fenausfuhr nach Mexiko mit einer Geldſtrafe bis zu 10000
Dollar oder mit Gefängnis bis zu zwei Jahren beſtraft
wird. Die Vereinigten Staaten ſehen ſich nun der
unge=
heueren Aufgabe gegenüber, an der 1500 Meilen langen
mexikaniſchen Grenze die Schmuggelei zu verhüten, was
nur mit Hilfe von Militär möglich iſt.
* Brüſſel, 15. März. Die ſtändige
Kom=
miſſion der Internationalen
Zuckerkon=
ferenz iſt heute nachmittag wieder zuſammengetreten.
Das offizielle Kommunigué, das nach Schluß der
heuti=
gen Sitzung herausgegeben wurde, ſtellt feſt, daß im Laufe
der heutigen Verhandlung ein Einverſtändnis über alle
weſentlichen Punkte erzielt wurde. Die Sitzung wurde
dazu benutzt, das Protokoll und den Zuſatz zu der
Kon=
vention feſtzuſetzen. Man hofft, daß man das definitive
Arrangement am Sonntag oder Montag zeichnen könne.
* London, 15. März. Wegen des Kohlenſtreiks
ſind die Beſuche des Königs an den
auswär=
tigen Höfen, die für den Frühling in Ausſicht
ge=
nommen waren, endgültig abgeſagt worden, da die
Pflich=
ten, die der König und die Königin zu erfüllen haben, ſie
daran hindern, im Sommer oder Herbſt ins Ausland zu
gehen, denn wenn auch der Ausſtand bald beendet werden
ſollte, werden Not und Unruhen noch eine Zeit lang
an=
dauern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. März.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Freitag mittag 12 Uhr
im Neuen Palais den I. Präſidenten der Zweiten
Kammer der Stände, Oberbürgermeiſter Köhler aus
Worms. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag: den Chefredakteur Dr.
Rudolf Presber von Berlin, den Stadtverordneten
Stemmer, den Königl. Regierungsbaumeiſter Sarrazin
von Noéll von Friedberg; zum Vortrag: den
Staats=
miniſter Ewald, den Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Röm=
held: in beſonderer Audienz: den Kaiſerl. Ruſſ. Miniſter=
Reſidenten Staatsrat van der Vliet.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz
Rheinheſſen Dr. Guſtav Güngerich zum
Land=
gerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz
Starken=
burg und den Gerichtsaſſeſſor Karl Schuhmann aus
Bensheim zum Staatsanwalt am Landgericht der
Pro=
vinz Rheinheſſen. — Ernannt wurde ferner der
Haupt=
ſteueramtsdiener bei dem Hauptſteueramt Worms
Ludwig Philipp Auguſt Rohde, z. Zt. in Schotten,
vom 2. April d. J. an zum Steueraufſeher und ihm
der Aufſichtsbezirk Schotten mit dem Wohnorte Schotten
zugewieſen.
Das Großh. Regiernngsblatt Nr. 8 vom
16. März hat folgenden Inhalt: Verordnung, die
Ausführung des Jagdſtrafgeſetzes, insbeſondere
Ein=
führung einer Schonzeit für Muffelwild (Ovis musimon)
betreffend.
* Die Schließung der alten und die Eröffnung der
neuen Bahnhofsanlagen in Darmſtadt wird nach einer
Bekanntmachung der Eiſenbahndirektion wie folgt
vorge=
nommen. Am Samstag, den 27. April d. J., abends, findet
die Schließung der ſeitherigen Bahnhöfe Darmſtadt Hbf.
und Darmſtadt Süd zunächſt für den Güterverkehr ſtatt.
Der Umzug der verſchiedenen Abfertigungen nach dem
neuen Hauptbahnhofe erfolgt am Sonntag, den 28. April
d. J. Die Eröffnung dieſes Bahnhofs für den
Güterverkehr einſchl. der Privatanſchlüſſe und
Lager=
plätze wird am Montag, den 29. April d. J. ſtattfinden. Am
1. Mai d. J. wird die Eröffnung des
Hauptbahn=
hofes für den geſamten Verkehr mit Ausnahme
des Perſonenverkehrs der Strecken Darmſtadt Hbf.—
Wiebelsbach=Heubach und Darmſtadt Hbf.—Groß=Zimmern,
ſowie die Eröffnung des neuen Haltepunkts Darmſtadt Süd
erfolgen. Der Perſonenverkehr dieſer letzteren Strecken
verbleibt bis einſchließlich 14. Mai d. Js. in dem alten
Hauptbahnhofe. Die Eröffnung des neuen Haltepunkts
Darmſtadt=Nord und die vollſtändige Schließung des alten
Hauptbahnhofs (Perſonenverkehr) wird am 15. Mai d Js..
* Militärdienſtnachrichten. Die mit Penſion zur
Dispoſition geſtellten Generalleutnants Pavel,
Kom=
mandeur der 39. Diviſion in Colmar, und v. Maltzan
Freiherr zu Wartenberg und Penzlin,
Kommandant von Breslau, haben früher der 25.
Divi=
ſion angehört, und zwar erſterer als Oberſtleutnant
beim Stabe des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm
Nr. 116, letzterer als Major und Bataillons=Kommandeur
im Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 und danach
als Oberſtleutnant beim Stabe des Infanterie=
Leib=
regiments Großherzogin Nr. 117. — Major Meiſter
im Generalſtab des Gouvernements von Straßburg i. E.,
der in den Generalſtab des XV. Armeekorps (
Stand=
ort: Straßburg i. E.) verſetzt wurde, gehörte früher dem
Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 an.
Zur 28. Sitzung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung am Donnerstag, den 21. März 1912,
nachmittags 3½ Uhr, iſt folgende Tagesordnung
feſt=
geſetzt: 1. Mitteilungen. 2. Geſuche um Geſtattung einer
Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des
Ortsbau=
ſtatuts a) für Errichtung eines Geräteſchuppens nächſt
der Schießhausſtraße, b) für Errichtung einer Halle auf
dem fiskaliſchen Grundſtück Flur 45 Nr. 24¾/10,
Ge=
markung Beſſungen (Beſſunger Forſthaus). 3. Geſuch
um Geſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung
in § 4 der Ortsbauſatzung vom 26. Oktober 1907 über
die Anlage und Benutzung der Vorgärten für den
Vor=
garten des Hauſes Ahaſtraße 24. 4. Geſuch um
Frei=
gabe der verlängerten Soderſtraße zwiſchen
Heidenreich=
ſtraße und der nächſten öſtlichen Parallelſtraße für den
Anbau. 5. Herſtellung der Einfriedigung der Rennbahn
an der Heidelbergerſtraße. 6. Einrichtung von Räumen
für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht der
Viktoria=
ſchule. 7. Herſtellung der Wohnung im Erdgeſchoß des
ſtädtiſchen Hauſes Lagerhausſtraße 31. 8. Aufſtellung
eines Bedürfnishäuschens im Speſſartring. 9. Der
Fahrplan der elektriſchen Straßenbahn für das Som
merhalbjahr 1912. 10. Anſchluß des Schlachthofes an
das Kabelnetz des Elektrizitätswerks. 11. Geſuch um
Herabſetzung der Miete für die ſtädtiſchen
Kleinwoh=
nungen in der Darmſtraße. — Der Sitzung geht eine
Ortsbeſichtigung wegen des Geſuchs unter Nr. 1. 2a der
Tagesordnung voraus. Zuſammenkunft um 3 Uhr an
der Kreuzung der Martin= und Schießhausſtraße.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
be=
ſchäftigte ſich am Samstag mit dem
Wirtſchaftskonzeſſions=
geſuch des Brauereibeſitzers Hermann Schönberger
für ſein Grundſtück am Dornheimer Weg. In der Sitzung
am 9. Dezember 1911 war nähere Beweiserhebung und
Augenſcheinnahme beſchloſſen worden Letztere hat
in=
zwiſchen ſtattgefunden. Die Bedürfnisfrage war vom
Vorſtand des Gaſtwirtevereins, der Großh. Bürgermeiſterei
und dem Polizeiamt verneint worden. Von der
Bürger=
meiſterei wurde der Standpunkt vertreten, daß die
Wirt=
ſchaftseinrichtungen der Verkehrsentwicklung folgen müſſen
und nicht umgekehrt. Die beiden neu erteilten
Konzeſſio=
nen genügen zur Zeit dem Bedürfnis vollkommen. Der
Pro=
vinzialausſchuß lehnt das Geſuch ab unter Auferlegung
einer Averſionalſtrafe von 5 Mark. — Dieſelbe
Entſchei=
dung wird bezüglich des Geſuchs des Architekten Schulz
gefällt.
Der Ortsarmenverband Offenbach klagt gegen den
Ortsarmenverband Bieber um Erſtattung von
Entbin=
dungskoſten der Ehefrau Röhrig im Betrage von 15
Mark. Die Gemeinde Bieber verweigert die Erſtattung,
da Hebammendienſte nicht als Ausübungen der
Vertreter der Armenpflege anzuſehen ſeien, während
Offenbach nach dem Vertrage das Gegenteil nachweiſt.
Ferner erhebt Bieber den Einwand, Röhrig hätte ſeinen
Unterſtützungswohnſitz in Offenbach, was von Offenbach
Ein moderner König.
Ein Charakterbild Viktor Emanuels III.
Von H. Schmitz (Rom).
Das Attentat auf den italieniſchen König, das den
Herrſcher und ſeine Gemahlin in eine ſo ſchwere
Lebens=
gefahr brachte, hat doch auch ein Gutes in ſeinem
Ge=
folge gehabt, denn es ließ die Liebe und Verehrung des
italieniſchen Volkes für ſeinen Monarchen zu
impoſan=
ten Kundgebungen emporlodern. Es zeigte ſich hier
einmal in einem ſpontanen Ausdruck der Maſſenſeele,
wie populär Viktor Emanuel während ſeiner
Regier=
ung geworden iſt. Denn zu Anfang war er durchaus
nicht der gefeierte Liebling ſeines Volkes; er genügte
nicht dem Verlangen nach prunkvollem Auftreten, nach
poetiſchem Pathos, das den Romanen beherrſcht. Durch
ſeinen innerlichen Wert hat er ſich die Begeiſterung
ſei=
ner Untertanen errungen, nicht durch äußerliche
Ele=
mente. Seiner Erſcheinung fehlt durchaus das
Garde=
maß, das die lateiniſche Raſſe ſo gern an ſeinen
Für=
ſten bewundert, und ſeine unſcheinbare Perſon, die nur
zu Pferde einen guten Eindruck macht, iſt nicht dazu
an=
getan, das äſthetiſche Bedürfnis der für Schönheit ſehr
empfänglichen Menge zu befriedigen. Auch hat Viktor
die Fehler nicht, die ihn der leichtlebigen Maſſe
menſch=
lich näher bringen, und beſchäftigt nie durch pikante
Anekdoten die Chronique ſkandaleuſe; dann reizt er
nicht durch üppige Bauluſt, wie weiland König Leopold,
die Neugier ſeiner Untertanen, kurz und gut, er ſpricht
nie zu der Phantaſie der Maſſen, und warum? Weil er
der demokratiſchſte Monarch Europas iſt, der nebenbei
eine deraraige Abneigung gegen alle Reklame und gegen
jeden Tageslärm hat, daß das allein ihn ſchon in den
Augen der Verſtändigen zu einem bedeutenden Manne
ſtempelt. Ueberhaupt ſcheint er den Grundſatz zu
be=
folgen: „Handelt nicht nach meinen Worten, ſondern nach
meinen Taten”.
Leider erfährt ſein Volk oder das Ausland ſelten
etwas von dieſen Taten. Denn, und das dürfte anderswo
kaum glaublich klingen, es exiſtiert in Italien nicht ein=
mal ein Hofbericht. Es vergehen Tage und Wochen
ohne daß Italien weiß, was ſein König treibt.
Höch=
ſtens läßt der Miniſter des Innern regelmäßig
mittei=
len, wenn der König ſeine Miniſter empfangen hat, die
dieſer übrigens immer in eumulo empfängt, was
da=
durch erleichtert wird, daß er nie Rom verläßt, ſo lange
das Parlament tagt, damit er ſtets zur Hand iſt, falls
eine große Entſcheidung gefällt werden muß. Zwar
liebt er nicht beſonders den Aufenthalt in Rom, da
die=
ſer mit zu großen Anſtrengungen für ihn verbunden
iſt, weil er faſt den ganzen Tag Audienzen gibt, um ſich
von Sachverſtändigen über Staatsprobleme oder neue
Erfindungen uſw. unterrichten zu laſſen, aber drei Tage
vor dem Beginn der Kammertagung erſcheint er von
ſeinem Landſitz und verläßt die Hauptſtadt — abgeſehen
von kleineren Ausflügen — nicht eher, als bis die
parla=
mentariſche Seſſion zu Ende iſt, ſelbſt wenn dieſe ſich
bis tief in den Juli hineinzieht, wo die Hitze ſchon ſtark
empfindlich wird. Der hervorragendſte Charakterzug iſt
bei ihm außer der Freude an ſtiller und ſtetiger Arbeit
die Einfachheit der Kleidung, Wohnung und
Lebens=
führung. Uniformwechſel kennt er nicht, er erſcheint faſt
ſtets in der ſchmuckloſen kleinen Generalsuniform, bei
den Audienzen in Joppe und auf Hofbällen im Frack.
Er kennt weder Jagd= noch Marineuniform. Als man
ihm bei einem der letzten Flottenmanöver nahelegte,
doch die Admiralsuniform anzulegen, antwortete er, daß
er das nicht dürfe, da er nie auf der Marine gedient habe.
Damals ereignete ſich auch ein Fall, der ihn
charakteri=
ſiert. Da er von dem Grundſatz ausgeht, daß ſelbſt ein
Monarch ein ſterblicher Menſch iſt, dem infolgedeſſen
die Gabe der Allwiſſenheit fehlt, ſo iſt er ein
unermüd=
licher Frager, der ſeltſamerweiſe ſogar Widerſpruch
ver=
tragen kann, wenn ſein Gegenüber im Frage= und
Ant=
wortſpiel abweichender Anſicht iſt. Ein bequemer
Fra=
ger iſt er freilich nicht, denn er iſt ein ſehr gründlicher
Herr. Während eines Seemanövers ſtand er eines Tages
auf der Kommandobrücke und ließ ſich von dem
Kom=
mandeur alles erklären, doch plötzlich verſank der
Offi=
zier in tiefſtes Schweigen, weil eine ſchwierige
Opera=
tion des Schiffes ſeine ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch
nahm. Als er ſich nachher kreuzunglücklich mit
bitten=
dem Blick an den König wandte, ſagte dieſer: „Die
Schuld trifft mich!”
Am beſten kann man dieſe ſeltene Fürſtenerſcheinung
würdigen, wenn man ſie in ihrem täglichen Leben
ver=
folgt. Viktor erhebt ſich ſehr frühe und arbeitet dann
einige Stunden in ſeinem Münzkabinett; denn er iſt
be=
kanntlich einer der erſten Numismatiker der Welt.
Dar=
auf erledigt er die dringendſte Korreſpondenz, arbeitet
mit ſeinem Vermögensverwalter, läßt ſich Vortrag
hal=
ten über die Zeitungen, die er oft unzerſchnitten lieſt,
wenn ihn ein Fall beſonders intereſſiert, und hierauf
lieſt er den Auslandskurier. Dann beginnen die
Audienzen, die er oft am Nachmittage fortſetzt. Gegen
3 oder 4 Uhr unternimmt er eine Autofahrt nach ſeiner
Villa Ada, wo die Königin mit den Kindern ſchon
vor=
her eingetroffen iſt, und dort vergnügt er ſich als guter
Pater Familias, denn auch das betrachtet er als ſeine
Pflicht, dem Volke durch ein ſchönes Familienleben ein
gutes Beiſpiel zu geben. Abends entläßt er dann gerne
den Hofſtaat ſehr frühe und zieht ſich mit ſeiner Gattin
in ſein Studierzimmer zurück, wobei ihm dieſe dann oft
ſelbſt in einer kleinen Küche, die in einem Nebenraun
liegt, ſeine Lieblingsſpeiſen bereitet. Dieſes zurückhal
tende Leben nehmen ihm die Römer ſehr übel, da ſie ihn
lieber nachmittags auf dem Korſo ſehen oder im Theater
anſtaunen möchten.
Selbſtverſtändlich verläuft nicht jeder Tag ſo regel
mäßig. Oft erſcheint der König unerwartet in den
Mi=
niſterien, um die Pünktlichkeit der Beamten zu prüfen,
in Kaſernen, um ſich von der guten Behandlung ſeiner
Soldaten zu überzeugen, oder auch in Hoſpitälern und
Schulen. Daneben liebt er es, öffentliche Bauten zu
inſpizieren, um der bureaukratiſchen Langſamkeit ein
Paroli zu bieten. Auch unterſchreibt er, im Gegenſatz
zu ſeinem Vater, nichts, was er nicht ſelbſt geleſen und
verſtanden hat, und unternimmt zu dieſem Zweck öft
weite Autofahrten, von denen die Polizei nichts weiß,
um ſich an Ort und Stelle zu informieren, ehe er den
Reſſortminiſter zum Vortrag empfängt, wobei es dann
oft genug vorgekommen ſein ſoll, daß der Monarch beſſer
Nummer 66.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
Seite 3.
durch Auszug aus dem Melderegiſter und durch Ausſage
des Röhrig widerlegt wird. Der Provinzialausſchuß
ver=
urteilt den Ortsarmenverband Bieber zur Zahlung der 15
Mark, da Röhrig den Unterſtützungswohnſitz in Bieber
ge=
habt habe und die Unterſtützung ſei Armenunterſtützung
geweſen. Außerdem hat Bieber 10 Mark Averſionalſtrafe
zu zahlen.
Der Wirt Nolde zu Bensheim hat bei der
Bürger=
meiſterei Bensheim den Antrag geſtellt, ſeinem Nachbar
Karl Koch durch Polizeibefehl die Zumauerung zweier
Fenſter aufzugeben, weil ſie feuergefährlich ſeien. Das
Kreisamt hatte auf Beſchwerde den Polizeibefehl
be=
ſtätigt. Der Provinzialausſchuß hatte ſich mit dem Rekurs
bereits einmal beſchäftigt und Beweiserhebung und
Augen=
ſcheinnahme beſchloſſen. Der Vertreter des Rekurrenten
ſtützt ſich darauf, daß das eine Fenſter bereits 10 Jahre
exiſtiert und das andere Fenſter iſt mit ausdrücklicher
Ge=
nehmigung des Vorbeſitzers eingerichtet worden, es handele
ſich alſo lediglich um eine Schikane. Von Feuersgefahr ſei
keine Rede. Im übrigen ſei dieſe Frage Sache des
Zivil=
rechts. Der Provinzialausſchuß erkennt dahin, der
Polizei=
befehl wird inſoweit abgeändert, daß er in bezug auf das
untere Fenſter ganz aufgehoben, bezüglich des oberen
Fenſters wird Zumauerung mit feuerſicheren
Glasbau=
ſteinen zugelaſſen. Die Koſten tragen zur Hälfte der
Re=
kurrent und die Gemeinde Bensheim.
Die Witwe Marie Weber erhielt bereits mehrere
Jahre Armenunterſtützung von Frankfurt, die von
Offen=
bach zurückerſtattet wurde, da die Weber in Offenbach
unterſtützungsberechtigt war. Am 15. April 1911 ſtellte
Offenbach den Antrag, die Witwe Weber nach Offenbach in
eigene Fürſorge zu überweiſen. Die Ausweiſung wurde am
23. Auguſt 1910 ausgeführt, nachdem Offenbach ſeit 10. Mai
die weitere Unterſtützung eingeſtellt hatte. Frau Weber
blieb jedoch nicht in Offenbach, ſondern ſiedelte wieder nach
Frankfurt über und erhielt vom 24. Mai 1911 bis 7.
No=
vember wieder Armenunterſtützung von Frankfurt im
Be=
trage von 56,64 Mark, die Frankfurt von Offenbach
zurück=
verlangt. Der Ortsarmenverband macht verſchiedene
Ein=
wendungen über ſeine Unterſtützungspflicht, die auch vom
Provinzialausſchuß als berechtigt anerkannt wurden, unter
Auferlegung einer Averſionalſtrafe von 10 Mark an den
Kläger.
Die Architektenfirma Brunn und Seeger war
von Offenbach im Jahre 1911 zur Gewerbeſteuer
herange=
zogen, weil dieſe im Jahre 1910 ein größeres Gelände
ge=
kauft, parzelliert, teilweiſe verkauft und drei Häuſer zum
Verkauf darauf erbaut hatte. Es war demxach ihre
Heranziehung zur Gewerbeſteuer gerechtfertigt, da dieſe
Geſchäfte nicht zum gewerbeſteuerfreien Beruf des
Archi=
tekten gehören. Die Firma legte gegen die Heranziehung
Beſchwerde beim Kreisausſchuß ein, die jedoch unter
Auf=
erlegung einer Averſionalſtrafe von 5 Mark verworfen
wurde. Der Provinzialausſchuß verwirft den Rekurs als
unbegründet.
Von der Techniſchen Hochſchule. Dem Dr.=Ing.
Adolf Kleinlogel zu Darmſtadt wurde die venia
legendi für Eiſenbetonbau im Hoch= und Tiefbau an
der Großh. Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt erteilt.
D Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Einnah=
men im Monat Februar 1912 betrugen 1. im
Per=
ſonenverkehr 526720 Mark (Februar 1911: 472 226 Mk.),
2. Güterverkehr 67942 Mark (60 547 Mark), 3.
Neben=
einnahmen 2302 Mark (2496 Mark). Die
Geſamtein=
nahmen beliefen ſich auf 596 964 (535 182) Mark.
* Generalverſammlung des Ortsgewerbevereins. Eine
gut beſuchte Generalverſammlung hielt der
Ortsgewerbe=
verein im Reſtaurant Sitte ab. Voraus ging ein Vortrag
des Herrn Diplom=Ingenieurs Ritzert über die Anlage von
Kraftzentralen, über den an anderer Stelle berichtet wird.
Ueber die Tätigkeit des Vereins erſtattete im Anſchluß
hieran der Vorſitzende, Herr J. Jacobi, den Bericht.
Nach ſeinen Ausführungen war das Vereinsleben wiederum
recht rege. Beſondere Tätigkeit war bedingt durch die in
Gemeinſchaft mit den übrigen gewerblichen
Organi=
ſationen vorgenommenen Wahlen. Zur Vorbereitung auf
die Meiſterprüfung wurden 2 Kurſe abgehalten. Die
Ge=
ſellenprüfungen waren mit 179 Prüflingen durchzuführen.
Mit der Zentralſtelle für die Gewerbe ſtand der Verein in
ſteter Fühlung. Die Tätigkeit der Handwerkskammer und
der Heſſiſchen Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft wurde mit
Intereſſe verfolgt. Auf die Vorteile der Sterbekaſſe des
Landesgewerbevereins wurde hingewieſen, ebenſo auf die
zur Unterſtützung unbemittelter Lehrlinge beſtehenden
Eckhardt= und Schroeder=Stiftungen. Der
Mitglieder=
beſtand beträgt 574 Mitglieder. Durch Tod wurden 6
ver=
loren; das Andenken derſelben ehrt die Verſammlung
durch Erheben von den Sitzen. Zum Schluſſe dankte der
Vorſitzende noch allen Mitarbeitern im Vorſtand, den
Herren Vortragenden und insbeſondere der Preſſe.
Herr Baurat Jaeger machte einige Mitteilungen über
die Gewerbeſchule, die ſich im allgemeinen in der gleichen
Weiſe entwickelt habe. Die Handwerker=
Sonntagszeichen=
ſchule wurde von 255 Schülern beſucht, die Handwerker=
Sonntagszeichenſchule „Annaſtift” von 69 Lehrlingen.
Die Abendſchule „Annaſtift” wurde von 64 Lehrlingen
be=
ſucht. Die Wintertagesſchule umfaßte eine Abteilung für
Bauhandwerker und Metallarbeiter mit 32 Schülern und
eine Abteilung für Dekorationsmaler mit 15 Schülern.
Praktiſche Fachkurſe wurden für Tapezierer, Friſeure und
Perückenmacher, Elektro=Inſtallateure, Kunſtſchloſſer, Holz=
und Marmormaler und im Modellieren abgehalten. Die
Rechnungsablage des Vereins für 1910 erſtattete Herr
Rech=
nungsrat Rumpf. Die Einnahmen ſtellen ſich danach auf
4253,71 Mark, die Ausgaben auf 2998,49 Mark, an
Kaſſen=
vorrat verbleiben 1255,22 Mark. Das Geſamtvermögen
wurde mit 21844,92 Mark mitgeteilt. Die Rechnung, die
von 2 Reviſoren geprüft, wird genehmigt und dem Rechner
Entlaſtung erteilt. — Bezüglich der Eckhardtſtiftung
wird ebenfalls Entlaſtung beſchloſſen. Der Vermögensſtand
Ende 1911 berechnet ſich auf 11597,04 Mark, der Anteil des
Ortsgewerbevereins Darmſtadt beträgt davon 6669,53
Mark. Die Neuwahlen zum Vorſtand ergaben Wiederwahl
der 3 Vorſitzenden, Herren Jacobi, Hillgärtner und Werner.
Für die ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder werden die
Herren Eberhard, Hild, Baurat Jaeger und Prof. Dr.
Meiſel ebenfalls wieder= und neugewählt die Herren
Schloſſermeiſter K. Heinzerling und Wagnermeiſter L.
Stoll. Eine lebhafte Ausſprache veranlaßte ein
einge=
gangener Antrag, über die Regelung der Vergütung für
ſtädtiſche Unterhaltungsarbeiten, der durchweg
Unter=
ſtützung fand.
* Heſſiſcher Goethebund. Man ſchreibt uns: Für den
am Donnerstag, den 21. d. M., abends in der Turnhalle
am Woogsplatz ſtattfindenden Vortrag von Pfarrer
Jatho zeigt ſich die Nachfrage nach Karten ſo ſtark, daß
der Vorſtand des Goethebundes beſchloſſen hat, noch 100
weitere Sperrſitzkarten auszugeben, die in der
Buchhand=
lung Saeng zu haben ſind.
* Der Feſtabend, den die Abteilung Darmſtadt
des Deutſchen Frauenvereins vom Roten
Kreuz für die Kolonien veranſtaltet, findet am
Samstag, den 23. März, abends 8 Uhr, im Feſtſaale
der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt. Die muſikaliſchen
Darbietungen der Kapelle des Großh. Artilleriekorps
und des militäriſchen Sängerchors unter Leitung des
Herrn Obermuſikmeiſters Mlckley verſprechen einen
ge=
nußreichen, von vaterländiſchem Geiſte durchwehten
Abend, mit dem ſich der Verein nicht nur an ſeine
Mit=
glieder, ſondern auch an die weiteſten Kreiſe der
Be=
völkerung wendet, die Intereſſe für die nationalen und
menſchenfreundlichen Aufgaben des Vereins haben.
Auch die Ehrenvorſitzende des Landesverbandes, Ihre
Königl. Hoheit die Großherzogin, hat ihr
Er=
ſcheinen in ſichere Ausſicht geſtellt. Da aus
Mitglieder=
kreiſen ſchon zahlreiche Vormerkungen vorliegen und die
Nachfrage nach Eintrittskarten ſehr lebhaft iſt, ſo iſt es
empfehlenswert, ſich möglichſt frühzeitig mit Karten zu
verſehen, die von heute ab in der Buchhandlung von
Bergſträßer im Vorverkauf zu haben ſind.
* Die Mädchenwanderungen des Odenwaldklubs 1911.
Man ſchreibt uns: Wieviel Anklang die Anregung des
Odenwaldklubs, auch mit der heranwachſenden weiblichen
Jugend von Zeit zu Zeit größere Wanderungen zu
unter=
nehmen, in den Kreiſen der Eltern, der Lehrerinnen und
Lehrer gefunden hat, beweiſt die überraſchend große
An=
zahl der Teilnehmerinnen ſolcher Ausflüge. Nach den
beim Vorſtand des Odenwaldklubs eingereichten Berichten
der Führer und Vertrauensmänner, die in dankenswerter
Weiſe an jeder unſerer Schulgruppen den Verkehr mit dem
Klub vermitteln, wurden im abgelaufenen Wanderjahre
nicht weniger als 118 Mädchenwanderungen ausgeführt,
an denen insgeſamt 3754 Schülerinnen ſich beteiligten Man
braucht nur dieſe Zahlen zu betrachten, um ſofort zu
ver=
ſtehen, daß hier doch auch ein ganz tüchtiges Stück ſozialer
Arbeit geleiſtet wird. — Die Darmſtädter
Mädchenwander=
ungen ſind in der überwiegenden Zahl Tagesausflüge und
doch ſind auch dieſe wieder unter ſich ſehr verſchieden.
Wäh=
rend die unteren Klaſſen meiſt in Darmſtadts Umgebung
hinausziehen, um draußen längere Zeit des Tages im
Spiel zu verbringen, haben andere Abteilungen tüchtige
Märſche aufzuweiſen und wieder andere lockt ein
geſchicht=
lich feſſelndes Städtebild in die Ferne. Ueberhaupt weiſen
den Oberklaſſen gewöhnlich Geſchichte Geographie,
Natur=
beſchreibung und Wanderluſt die Ziele und manche Lehrerin
und mancher Lehrer weiß davon zu ſagen, wie ſehr der
Anſchauungskreis der Mädchen durch dieſe Ausflüge
weſentlich gefördert wird. Hier liegt auch ein Stück „Jugend=
pflege” das Beachtung verdient. Auf die 15000 Mark, die
von der heſſiſchen Regierung eingeſtellt wurden für den
gleichen Zweck, rechnen freilich gar viele Körperſchaften und
Vereine. Und doch iſt es gar zu unbeſcheiden, wenn auch
der Odenwaldklub für die von ihm betriebene
Jugend=
pflege auf eine kleine Unterſtützung hofft, Das Geld iſt
allerdings für Pflege der ſchulentlaſſenen Jugend beſtimmt.
Aber gerade unter den Mädchen, die im letzten Jahre vom
Odenwaldklub hinausgeſandt wurden, ſind eine nicht
un=
beträchtliche Anzahl ſolcher, die aus der Schule entlaſſen
ſind. Es ſind die Beſucherinnen unſerer
hauswirtſchaft=
lichen Fortbildungsſchule, die wiederholt im Laufe des
letz=
ten Wanderjahres hübſche größere Ausflüge mit ihren
Lehrern ausgeführt haben, und die jetzt ſchon wieder eifrig
ſammeln, um in den Oſterferien eine Wanderung auf den
Feldberg zu unternehmen. — Unter den Tauſenden von
Mädchen, die das Wanderjahr 1911 als Schützlinge des
Odenwaldklubs verzeichnet, iſt wieder eine kleinere
Gruppe, die nicht beſtimmten Schulklaſſen angehört,
ſon=
dern die Mädchen verſchiedenen Alters aus den höheren
Mädchenſchulen ſammelt. Dieſe Mädchenabteilung iſt
immer noch ein beſcheidener Kreis, ſteht aber unter
ziel=
bewußter Leitung tatkräftiger Damen, die ſich ſo leicht
nicht von ihrem Plane abſchrecken laſſen, auch den
Schülerinnen der höheren Anſtalten doch Luſt am
kräftigen=
den Wandern, Freude an der „altmodiſchen” und doch ſo
prächtigen Natur zu wecken. Zu den Lichtbildervorträgen,
die in dieſen Monaten auf Veranlaſſung des
Zentralaus=
ſchuſſes in den verſchiedenen Ortsgruppen des Klubs
ge=
halten werden, hat auch dieſe Schar ſchon manche hübſche
Aufnahme geliefert, die bei den meiſt mehrtägigen Fahrten
durch Odenwald und Speſſart entſtanden iſt. Wer von
den 203 Mädchen ſich an den 6 Ausflügen des letzten
Jahres beteiligt hat, erhält bei dem kleinen
Dekorierungs=
feſt, das am 20. März in Roßdorf bei Krämer gefeiert wird,
die kleine Klubnadel!
* Jubiläum. Am 16. ds. Mts. konnte der Dreherei=
Vorarbeiter Herr Philipp Henſel aus Wixhauſen auf
eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma
Gebrüder Lutz, Aktiengeſellſchaft, Maſchinenfabrik
und Keſſelſchmiede, hier, zurückblicken. Die feſtlich
ge=
ſchmückte Drehbank und eine an ſeinem Arbeitsplatze
auf=
gehängte von den Beamten und Arbeitern der Firma
ge=
widmete Erinnerungstafel zeigte dem Jubilar, daß man
ſeinen Feſttag nicht vergeſſen hatte. In einer würdigen
Feier überreichte ihm Herr Direktor Lutz nach herzlichen
Worten des Dankes für die treue, mit großer
Pflicht=
erfüllung geleiſtete Arbeit im Namen der Firma ein
nam=
haftes Geldgeſchenk und im Auftrage der Beamten, ſowie
ſeiner Mitarbeiter einen hübſchen Seſſel, während er ſelbſt
Herrn Henſel noch einige Andenken perſönlich überreichte.
Während Herr Werkmeiſter Delp die Mitarbeiter des
Jubilars aufforderte, dem Beiſpiele ihres verehrten
Kollegen zu folgen und ein Hoch auf denſelben ausbrachte,
dankte Herr Henſel und gab der Hoffnung Ausdruck,
noch recht lange bei der Firma tätig ſein zu können. Auch
dieſe Jubiläumsfeier legte lebhaften Beweis dafür ab,
daß das Verhältnis zwiſchen Arbeitgeber und Arbeiter
in der Firma Lutz durchaus gut iſt.
* Die Stenographen=Vereinigung Gabelsberger
ver=
handelte in ihrer im Fürſtenſaale abgehaltenen
Monats=
verſammlung nach der Aufnahme von 15 neuen
Mitglie=
dern über die Beteiligung an den diesjährigen
Wettſchrei=
ben des Darmſtädter Bezirks in König i. O. und des
Ver=
bandes für Heſſen in Höchſt a. M. Die Unterrichts=
(Uebungs=)Abende wurden im Februar zahlreicher
be=
ſucht, für den März iſt eine weitere Zunahme jetzt ſchon
ſicher. Kurz nach Oſtern eröffnet die Vereinigung
meh=
rere Lehrgänge für Anfänger in ihren Unterrichtsräumen
Luiſenſtraße 10, II., deren Beginn in dieſem Blatt noch
angezeigt werden wird. Es werden Abend=, Nachmittag=
und Sonntagkurſe eingerichtet. Freudig begrüßt wurde
die bei den Verhandlungen unſeres Landtages zutage
ge=
tretene dringende Empfehlung der Erlernung der
Steno=
graphie. Zum Schluß wurden Herrn Mahlinger und
Herrn Werner, die demnächſt Darmſtadt verlaſſen,
herz=
liche Worte des Dankes und der Anerkennung gewidmet,
— Der erſte franzöſiſche Vortrag des Herrn
Berryer findet heute abend im Saale des
Kauf=
männiſchen Vereins ſtatt, worauf hiermit nochmals
hin=
gewieſen ſei.
* Vortrag. Am Dienstag, den 19. März, findet
im Hotel Heß ein Vortrag des Herrn Nachum
Gold=
mann=Frankfurt über „Renaiſſance der jüdiſchen Kultur”
ſtatt. (Siehe Anzeige.)
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 9. März l. J.
männ=
lich 9330, weiblich 6409, zuſ. 15 737, in Prozenten 59,28,
unterrichtet war, als der Miniſter. Aber trotz alledem
iſt er ein ſtreng konſtitutioneller König, der ſchon
man=
chen liebedieneriſchen Miniſter mit feiner Ironie darauf
aufmerkſam gemacht hat, daß nach der Verfaſſung der
König an der Verantwortlichkeit ſeiner Ratgeber nicht
rütteln darf. In die äußere Politik greift er öffentlich
nicht ein, wenn er ſich auch intenſiv mit ihr beſchäftigt.
Bei der Polizei allein erlaubt er ſich hingegen Eingriffe,
die in einem geordneten Staate nicht erlaubt ſein
ſoll=
ten. Iſt nämlich ſtille Zeit, und ſucht er in der Stille
Erholung von den Anſtrengungen der Etikette, dann
erfährt die Polizei, daß er nicht, wie der Palaſtpräfekt
gemeldet hatte, an dem und jenem Tore, ſondern am
entgegengeſetzten herausgefahren ſei. . . .
Dieſe Scherze liebt er beſonders, wenn er einige
Stunden auf ſeinem Schloß an der lateiniſchen
Meeres=
küſte zubringen oder mit der Königin die Inſel
Monte=
chriſto beſuchen will. Der letztere Ausflug wird mit aller
Heimlichkeit betrieben. Niemand erfährt, an welcher
Stelle der Küſte die Königliche Jacht auf das Königliche
Auto wartet. Die Ueberfahrt geſchieht auch ganz in der
Stille; nähert man ſich der Inſel, ſo ſteigt das
Königs=
paar allein aus, während das Gefolge an Bord bleibt.
So iſt’s wie ſich „le roi” von Italien „amüſiert”
Selbſt=
verſtändlich muß König Viktor offizielle Reiſen machen,
wenn es gilt, Denkmäler einzuweihen uſw. Aber auch
dieſe Feſte verlaufen ſehr ſchlicht, da der König die
Stadt=
verwaltung nicht in Unkoſten ſtürzen will. Zum eiſernen
Beſtand des Feſtprogramms gehört aber, daß ſich Viktor
zum Rathaus begibt und dort die Behörden begrüßt.
Selbſt wenn fremde Monarchen nach Rom kommen, geht
er mit dieſen regelmäßig auf einen Empfang, den die
Stadtverwaltung auf dem Kapitol gibt. Bei all dieſen
Empfängen wird aber nicht in theatraliſchem Pomp
ge=
ſchwelgt, ſondern es geht dabei oft ſehr ernſt her, da ſich
der Monarch eingehend mit den Stadtvätern über die
Schäden unterhält, die er mit ſeinem gefürchteten
kriti=
ſchen Auge entdeckt hat. Unvergeſſen iſt den Patres
con=
fcripti von Neapel einer ſeiner Beſuche. Beim Abſchied
wies Viktor nämlich auf den großen Schmutz in den
Häuſern, auf den Straßen und ſelbſt auf dem Bahnhof
hin und ſagte, er werde nicht eher zurückkommen, als bis
Neapel eine reinliche Stadt geworden wäre. . . . Der
Raum verbietet es mir, noch anderer ähnlicher Anekdoten
zu gedenken, die beweiſen, daß Viktor Emanuel außer
dem ihm häufig beigelegten Titel des „Schweigſamen”
auch den des „Erziehers” verdient.
Vorträge.
— Ueber die Anlage von Kraftzentralen
unter beſonderer Berückſichtigung der Elektrizitätswerke
und ihre Bedeutung für Gewerbe und Handwerk ſprach
am Freitag abend im Ortsgewerbeverein Herr
Diplom=Ingenieur Ritzert. Ausgehend von der
Tat=
ſache, daß die Elektrizität ſich in ungeahntem Umfange
und in außerordentlich kurzer Zeit Eingang in
Induſtrie, Gewerbe und Haushalt verſchafft hat, beſprach
der Redner die Urſachen dieſer hohen Wertſchätzung. An
Hand von Zahlenbeiſpielen wurde die Verwendung der
Elektrizität zu Licht=, Wärme= und Kraftzwecken
ein=
gehend beſprochen. Von Intereſſe war es dabei zu
hören, daß die elektriſche Beleuchtung, durch Einführung
der Metalldrahtlampen, auf dem beſten Wege iſt, alle
anderen Beleuchtungsarten zu verdrängen. — Von der
elektriſchen Wärmetechnik wurde geſagt, daß ſie erſt im
Anfange ihrer Entwickelung ſtände und ſich insbeſondere
zu Kochzwecken bei den derzeit üblichen Stromtarifen nur
in der Herrſchaftsküche in größerem Umfange einführen
könnte. Reinlichkeit und Einfachheit der Bedienung, das
ſeien die zwei Faktoren, die hauptſächlich der elektriſchen
Wärmetechnik in Gewerbe und Induſtrie Eingang
ver=
ſchafften, und die vielen Konſtruktionen von automatiſchen
Schweißmaſchinen, Schmelz= Härte=, Backöfen uſw. laſſen
erkennen, daß die Elektrotechnik ſich auch auf dieſem
Ge=
biete anſchickt, neue Wege und neue Möglichkeiten zu
zei=
gen. — Das derzeit wichtigſte Gebiet ſei jedoch die
elek=
triſche Kraftübertragung, und da gab der Redner
ein=
gehende Zahlenangaben für den Elektromotorenbetrieb
in Gegenüberſtellung zu anderen Kraftmaſchinen.
Hier=
aus konnte gefolgert werden, daß bei einer Preisſtellung
von 20 Pfg. pro Kilowattſtunde für das Handwerk der
Elektromotor wohl jeder Kraftmaſchine überlegen iſt.
An großgewerbliche und induſtrielle Betriebe kann ſeitens
der Zentralen in der Regel jedoch nicht der Strom zu
derartigen Sätzen abgegeben werden. Hier wird nur
von Fall zu Fall und unter Aufmachung eingehender
Be=
rechnungen zu entſcheiden ſein, ob es vorteilhafter iſt,
eine eigene Kraftverſorgungsanlage zu bauen, oder
An=
ſchluß an die Elektrizitätswerke zu nehmen.
In Anlehnung hieran wurde alsdann die
Elektrizi=
tätswerksfrage ſelbſt beſprochen, und insbeſondere
inter=
eſſiert es dabei zu hören, daß Dipl.=Ing. Ritzert
mög=
lichſt große Vorſicht bei dem Bau und Betrieb von
Ueberlandzentralen anempfahl. Mit den
wirt=
ſchaftlichen Ergebniſſen anderer ähnlicher
Unternehmun=
gen könne man den Bau einer Ueberlandzentrale nicht
begründen, denn der Konſum ſei in den einzelnen
Gegen=
den himmelweit verſchieden, und zudem hänge die
Ren=
tabilität ſolcher Zentralen oft von einem einzigen oder
wenigen Großkonſumenten ab. Es ſei deshalb
notwen=
dig, durch Erhebungen und möglichſt durch proviſoriſche
Vertragsabſchlüſſe ſich einen Ueberblick über den
kommen=
den Konſum zu ſchaffen, und andererſeits ſei es
notwen=
dig, mit erheblichen Energieverluſten und mit hohen
Bedienungs= und Inſtandhaltungsausgaben zu rechnen.
Es wäre abſolut nicht erſtaunlich, wenn man alsdann
auf Grund der derzeitigen Lage der Technik in Gegenden
mit geringer Konſumdichte finden würde, daß die
Elek=
trizitätsverſorgung durch einzelne kleine Gleichſtrom=
Zentralen vorteilhafter zu löſen ſei, als durch große
Ueberlandzentralen.
Welchen Weg die Elektrotechnik nehmen wird, und
ob nicht etwa ſchon in abſehbarer Zeit eine
Zuſammen=
legung vorhandener Ueberlandzentralen erfolgt, unter
gleichzeitiger Stillegung ſolcher Werke, wie z. B. des
Darmſtädter, und Stromverſorgung aus Waſſerkraft=
und Grubenzentralen, oder ob gar in Verbindung mit
einer Elektrifizierung der Eiſenbahnen eine
Verſtaatlich=
ung der Elektrizitätsverſorgung zu erwarten iſt, das
wären Fragen, die heute kein Menſch beſtimmt
beant=
worten könne. Alle Anzeichen gingen jedoch dahin, daß
der Elektrizität in der kommenden Zeit ein weitaus arö=
ämtern ſtattfand, wurde er als Nachfolger Sydows
Staatsſekretär im Reichsſchatzamt.
Der Nachfolger Wermuths, Kühn iſt 1851 in
Schlawe in Pommern geboren. Nach abgelegtem
Staats=
examen war er längere Zeit als Kreis= und Amtsrichter
in Pommern tätig. Nach dem Feldzuge 1870/71 trat er
zur preußiſchen Zollverwaltung über. Seit dem 1. Jan. 1892,
alſo ſeit 20 Jahren, arbeitet er im Reichsſchatzamt. Im
Jahre 1905 wurde er zum Miniſterial=Direktor, 1910 zum
Unterſtaatsſekretär im Reichsſchatzamt ernannt. Bei den
Verhandlungen über die Brüſſeler Zuckerkonvention hat
der Unterſtaatsſekretär als Delegierter des
Reichsſchatz=
amtes mitgewirkt. Auch an den Finanzgeſetzen 1906 und
1909 war er beteiligt.
* Berlin, 16. März. Zum Rücktritt
Wer=
muths ſchreibt die „Nordd. Allg. Ztg.: Wermuths
Rücktrittsentſchließung wird von den weiteſten Kreiſen
aufrichtig bedauert werden. Die Darlegungen,
mit denen er den unter ſeiner Leitung aufgeſtellten
Reichsetat einbrachte, waren jedesmal ein Muſter von
Klarheit und Sachkenntnis. Wenn ſich unſere Finanzen
heute in einem Zuſtande der Geſundung befinden, wie
man es vor zwei Jahren noch kaum gehofft hat, ſo iſt
dies nicht zum kleinſten Teil das perſönliche Verdienſt
des ſcheidenden Staatsſekretärs. Wermuthtrat vom Beginn
ſeiner Amtsführung an mit Energie dafür ein, daß keine neue
Ausgabe ohne hinreichende Deckung bleiben darf. Dies
Prinzip iſt auch in den Beſprechungen des Reichskanzlers
mit den einzelſtaatlichen Miniſtern über die
Wehrvor=
lagen und die Deckungsfrage voll anerkannt worden.
Es wird auch gegenüber den neuen Mehrkoſten zur
An=
wendung kommen. Umſo mehr bedauern wir, daß
Wermuth ſich entſchloſſen hat, um ſeine Entlaſſung zu
bitten.
Dekorierungsfeſt des Odenwaldklubs.
Wiederum, wie alljährlich, wenn draußen in Feld und
Wald und Wieſe nach des Winters harter Herrſchaft die
erſten Blütenknoſpchen ſchüchtern ihr Köpfchen
hervor=
ſtrecken, und wenn Baum und Strauch mit zartem, jungen,
knoſpenden Grün die kahlen Aeſte und Zweiglein zu
ſchmücken beginnen, wiederum hatte man ein Stück
duften=
den, grünen Odenwaldes hinein verpflanzt in unſeren
Saalbau, grüßten und flüſterten aus allen Ecken tauſend
Zweiglein vom Scheiden des grauſen Geſellen und vom
Nahen des jungen Lenzes; zahlloſe Bilder aus des
ge=
liebten Odenwaldes Höhen und Täler, aus ſeinen
Dör=
fern und Städten; rauſchte das Ohlybrünnlein, wo ſo
oft Raſt gemacht nach fröhlicher Wanderfahrt, grüßte der
Kaiſerturm von der Neunkirchener Höhe, der Ohlyturm
vom Felsberg. Und wiederum hatten ſich eingefunden in
großer, ſchier unüberſehbarer Schar die friſchen
Wander=
geſellen voll fröhlicher Luſt und die wackeren, trunkfeſten
Rodenſteiner und die Gäſte von fern und nah. Und wieder
wurde es ein Feſt, wie es gleich ſchön eben nur der
Oden=
waldklub feiern kann, wenn er das lang erſehnte güldene
Zeichen ſeinen Wanderern an den Hut heftet, die keinen
Regen, keine Hitze, nicht Wind und Wetter geſcheut, wenn
es galt, hinauszuziehen in Gottes ewig ſchöne Natur, den
Jungbrunnen aller Schönheit, aller Kraft.
Der Wanderſtab — ein Zauberſtab—
Führ’ ihn bergauf, herunter.
Er zeigt mit jedem neuen Schritt
Ein neues Gotteswunder.
Kernige, friſche Marſchklänge der Kapelle Weber, die
wie ſo oft ſchon den muſikaliſchen Teil des Feſtes trefflich
zu geben, berufen, leiteten hinüber zu gemeinſamem
Ge=
ſang von Karl Schäfers immer zündendem
Odenwald=
lied. Ihre prickelnden Walzerklänge gaben die Ouvertüre
zu Dr. Eugen Köſers trefflichem Prolog und ſie ſpielte
auch den Auftakt zur poeſiedurchtränkten Begrüßungsrede
des 1. Vorſitzenden, Herrn Bürgermeiſters Mueller:
Faſt alle deutſchen Dichter haben den Lenz beſungen.
Was auch könnte mehr Anregung geben, in die Saiten der
Leier zu greifen, als unſer deutſcher Frühling? Aber man
braucht nicht Dichter zu ſein, um dieſe herrlichſte
Offen=
barung der ſchöpferiſchen Natur als den Jungborn, als
die beglückende Wirklichkeit des Sieges der Kraft und der
Unſterblichkeit zu empfinden. Man braucht nur ein Herz
zu beſitzen — und Augen, alle die Schönheit zu ſchauen
und in ſich aufzunehmen. Es iſt kein Unterſchied, ob dies
Herz und dieſe Augen jung ſind oder nicht, ob das Herz
ſchon in bitterem Weh gezückt, ob die Augen ſchon
man=
ches Trauerſpiel des Lebens geſehen haben, — wenn der
Frühling kommt, dann verblaßt alles Leid und Ungemach,
und ſei es nur für einen einzigen glücklichen Augenblick, —
dem überwältigenden Zauber des Frühlings vermag ſich
niemand zu entziehen.
Auch jetzt, gerade jetzt, zu unſerem Feſte, ſind ſie
wieder erwacht, die linden Lüfte, die erſten grünen
Knoſpen ſind erſchienen, die erſten Schneeglöckchen zeigen
ſich ſchüchtern in ihrem weißen Kleid. Bald wird alles
grünen und blühen, da hält er wieder ſeinen Einzug,
der holde Sohn der Sonne und des Glücks. Du biſt uns
herzlich willkommen.
Doch nicht allein was kommt, iſt Gegenſtand
un=
ſerer Feier, auch ein Abſchied iſt unſer Dekorierungsfeſt,
kein ſchmerzlicher Abſchied freilich, ein Rückblick nur auf
das, was hinter uns liegt. Es iſt ein Tag der Raſt auf
unſerem Marſche durch das Leben. Wir haben Halt
ge=
macht auf einer blumigen Wieſe und ſchauen nun auf das
verfloſſene Wanderjahr. Manch ſtolze Höhe haben wir
wieder erklommen, manches grüne Tal gekreuzt. Eine
heiße Sommerſonne hat uns das Antlitz verbrannt,
Schnee und Regen haben es wieder erfriſcht.
Unbeküm=
mert um Wetter und Wind haben unſere Beſten ſich von
neuem das goldene Zeichen erkämpft. Junge Geſellen
und ſturmerprobte Männer, in froher Wanderluſt vereint
und alle umſchlungen von dem grünen Band unſeres
Odenwaldklubs. Ihr Ehrentag iſt heute, ihnen vor allem
gilt unſer Feſt und unſere Feſtesfreude. Und ſie dürfen
ſtolz ſein darauf, ſtolz vor allem auf die freudige
Anteil=
nahme ſo vieler hoher und liebenswürdiger Gäſte. Ein
reicher Damenflor hält die Galerien dicht beſetzt, manch
feuriges Augenpaar blitzt aus dem Tanengrün hervor,
eine große Zahl hoher Ehrengäſte hat ſich eingefunden,
darunter Vertreter von Hof= und Staats=, Militär= und
ſtädtiſchen Behörden, Stadtverordnete, Vertreter der
Preſſe und anderer Vereine, und nicht zuletzt die
zahl=
reichen Abgeſandten des Zentralausſchuſſes und unſerer
Brudervereine aus allen Teilen des Klubgebiets. Ich
nenne nur die Ortsgruppen: Heppenheim, Groß=Bieberau,
Modautal, Lichtenberg, Lindenfels, Groß=Umſtadt,
Offen=
bach, Mannheim, Jugenheim, Eberſtadt, Reinheim,
Rim=
bach, Worms, Seeheim, Fürth, Heidelberg, Wald=
Michel=
bach, König, Heubach, Michelſtadt, Roßdorf, Bensheim,
Frankfurt. Ihnen allen unſeren Gruß!
Wir ſind wieder wacker marſchiert im letzten Jahre
die vorgeſehenen Ausflüge ſind alle programmgemäß
er=
ledigt worden, gegen 1600 Mitglieder haben daran
teil=
genommen, im Durchſchnitt 130. Ungezwungene
Fröh=
lichkeit herrſcht auf allen unſeren Wanderungen und doch
die Ordnung und Marſchdiſziplin, die bei ſo zahlreichen
Teilnehmern nötig iſt, ſoll nicht das Ganze leiden. Willig
fügt ſich jeder den freundlichen Anordnungen der
Füh=
rer, die für das Gelingen des Marſches verantwortlich
ſind. Auch in dieſem Jahre haben ſie uns wieder
freund=
lich geleitet und auf manche noch verborgene Schönheit
unſerer Heimatberge aufmerkſam gemacht. Ihnen ſei
auch hier bei dieſem Anlaſſe herzlicher Dank
ausgeſpro=
chen. Dank auch den zahlreichen Ortsgruppen unſeres
Klubs, die uns auf unſeren Wanderungen begrüßt und
in fröhlicher Tafelrunde mit uns geſcherzt und
geſun=
gen haben. Aber nicht nur wir ſind gehörig marſchiert,
auch die Idee iſt auf dem Marſche, die wir pflegen.
Das Jugendwandern insbeſondere iſt kein
Scherz=
wort mehr, es iſt ein Faktor geworden, eine Tatſache,
deren Wert und Bedeutung heute niemand mehr
ver=
kennt. Achttauſend unſerer Schüler haben im
vergange=
nen Jahre 214 Wanderungen vollführt, gewaltige
Zif=
fern fürwahr, die man noch vor wenig Jahren für
un=
möglich gehalten hätte. Profeſſor Kiſſinger iſt die
leben=
dige Seele dieſer Idee, ihr warmer Verfechter, ihr
eigent=
licher Organiſator. Es iſt mir eine liebe Pflicht, Herrn
Profeſſor Kiſſinger auch heute wieder herzlichſt zu
dan=
ken für ſeine opferwillige Tätigkeit im Intereſſe des
Jugendwanderns, und verbinde damit zugleich den
auf=
richtigſten Dank an die Führer unſerer Jugend, in erſter
Linie an die hieſige Lehrerſchaft. Natürlich koſten dieſe
Schülerwanderungen auch Geld, aber ein autes Teil der
Koſten haben unſere Volksſchüler und=Schülerinnen ſelbſt
aufgebracht. Auch die Stadt Darmſtadt hat in
anerken=
nenswerter Weiſe einen hohen Beitrag zu den Koſten
zur Verfügung geſtellt und private Spenden ſind
reich=
lich gefloſſen. Eine beſondere Freude haben wir
unſe=
ren Kindern durch ein großes Wanderfeſt am 28.
Sep=
tember v. J. bereitet. Das Wetter war unſeren
Klub=
touren im übrigen aünſtig, wie immer. Tief verſchneit
haben wir unſer ſchönes Klubgebiet nur bei einer
Tour geſehen, wie denn der Winter überhauvt nur ein
ſehr kurzes Regiment geführt hat. Immerhin hatten
wir auch in dieſem Winter mit liebenswürdiger Hilfe
des Großh. Hydrographiſchen Bureaus und mit
freund=
licher Unterſtützung der Preſſe und des Verkehrsvereins
einen regelmäßigen Schneemeldedienſt eingerichtet.
Aber auch ſonſt haben ſich unſere Mitglieder mehrfach
zu fröhlicher Runde zuſammengefunden. Die
ſogenann=
ten Bierabende haben ſich großer Beliebtheit und
lebhaf=
ter Teilnahme erfreut und ſollen im neuen Wanderjahr
fortgeſetzt werden. Wir erſchließen unſeren Mitbürgern
die Schönheiten unſers Heimatlandes durch
Markier=
ung der ſchönſten Wege, wir fördern durch unſere
Wan=
derungen eine Betätigung, die in gleichem Maße der
Geſundheit des Geiſtes und des Körpers zugute kommt.
Wir pflegen die Liebe zur Heimat und zum Vaterlande.
Wir ſind ein Faktor auf dem Gebiete des Ausgleichs der
Gegenſätze. Wir wollen uns aber heute auch erinnern,
daß wir Glieder eines größeren Ganzen ſind, daß
wir Heſſen ſind und das Glück haben, zu einem Fürſten
aufzublicken, der ſein Volk verſteht, der auch zu uns
herabblickt mit gütigen Augen. Doch nicht herab,
ge=
radeaus ſteh’n wir ihm gegenüber, er denkt und fühlt mit
uns. Unſer Wohlergehen iſt Sein Wille und Sein
Ziel. Er iſt unſer Führer auf der großen Wanderung
durch das Leben, ihm wollen wir uns freudig vertrauen.
Laſſen Sie uns das zum Ausdruck bringen, indem wir
nach alter Wanderſitte rufen: „S. K. H. der
Großher=
zog Friſch auf!
Begeiſtert wurde eingeſtimmt und mit Begeiſterung
auch die Mitteilung aufgenommen, daß ein edler
Wan=
derfreund ſoeben 100 Mark für die Jugendwanderungen
geſtiftet, eine Summe, die ſpäter Herr Direktor Daub
noch um 50 Mark zu erhöhen in der Lage war.
Dann folgten in ſchier übergroßer Fülle der
Darbie=
tungen vielerlei Art in buntem Reigen, daß die Stunden
im Fluge ſchwanden und das Ende des Feſtes noch immer
als viel zu früh empfunden ward, trotzdem die
Geiſter=
ſtunde längſt vorbei. Den Löwenanteil am Erfolg des
Abends durfte wieder Herr Dr. E. Köſer für ſich in
An=
ſpruch nehmen und mit Recht ward ſeine Stirn mit dem
größten Lorbeer bekränzt. In ſeinem Prolog ſprach
er die Hauptpartie ſelbſt und Frl. Speckhardt und
Herr Profeſſor Kiſſinger waren ihm treffliche
Part=
ner. Zu den Dekorierungsakten — es waren drei
not=
wendig — hatte er reizende Szenenſpiele gedichtet, die
von den Damen Schmitt, Nothnagel, Schrauth,
Kiſſinger und Schäfer und den Herren Jöckel und
Specht mit beſtem Erfolge aufgeführt wurden. Als
Liederdichter endlich war Herr Köſer mit gleicher
Virtuo=
ſität tätig. — Im übrigen bereicherten die mit ſtürmiſchem
Beifall aufgenommenen Geſangsvorträge des vorzüglich
geſchulten Darmſtädter Vokal=Solo=Quartetts (Leiter Herr
L. Indorf) und die Soliſten der Kapelle Weber, die
Piſton= und Trompetenvirtuoſen Ehlers und
Lem=
mer das Programm. Von Herrn Hofdekorationsmaler
Klump war wieder die ſchöne ſtimmungsvolle
Deko=
ration.
Leiter des Kommerſes war wieder Herr Prof.
Kiſ=
ſinger, der auch die Dekorierungen vornahm. Im Laufe
des Abends hielten Begrüßungsanſprachen die Herren
Prof.Schweisaut für den Vogelsberger Höhenklub,
Apotheker Scriba aus Reinheim für die vertretenen
Ortsgruppen, Direktor Daub in Vertretung des
Ober=
bürgermeiſters Gläſſing für den Zentralvorſtand, und
Geheimerat Fey für die Ehrengäſte. Schriftlich oder
telegraphiſch hatten Grüße geſandt die Herren
Staats=
miniſter Ewald, Finanzminiſter Braun. Miniſter des
Innern von Hombergk zu Vach, Generalleutnant
v. Plüskow. Mai. v. Weſternhagen u. v. a. An den
Ehrenvorſitzenden Exz. Dr. Braun, der in Berlin weilt,
wurde ein Dank= und Grußtelegramm abgeſandt.
Dekoriert wurden: Zum 1. Mal 28 Wanderer:
J. Beck. G. Bender. O. Benjamin. L. Buß, W. Conrad,
F. Frank, Chr. Hechler jr.. K. Henning. L. Hering. G. Hill,
K. Jäger. L. Klodt. P. Kruſe, P. Kunze, L. Lohnes, H.
Müller, P. Racke, Th. Retzer, F. Roth. J. Ruppel F.
Schütz, F. Sehl. J. B. Söllner. K. Stier, W. Straub,
W. Vogt, K. Wehnert, W. Wolf. — Zum 2. Mal. 29
Wanderer: L. Bendheim. F. Dillemuth, P. Elsner, Ph.
Gerhardt, A. Greb, W. Helfmann. G. Hoffmann. P.
Itt=
mann, K. Klee, Th. Körner, E. Metzger, Ph. Nöll. Dr. H.
Puth, K. Repp. F. Rühl, A. Schäfer. K. Schäfer, L.
Schrauth, V. Schropp, G. Seivel, J. Spieß. J. Stichel,
L. Stumpf. K. Touché, G. Völker, G. Vollhardt. H.
Wal=
ter, F. Weber, K. Weygandt. — Zum 3. Mal, 8
Wan=
derer: W. Feyh. K. Frank, A. Metzger, G. Metzger, K. Oſt,
O. Seipp, A. Theuerjahr, A. Weyel. — Zum 4. Mal,
5 Wanderer: R. Bergmann, V. Michel, G. Schmitt jr.,
E. Wetzſtein, A. Winkler. — Zum 5. Mal, 2 Wanderer:
F. Bär und J. Pfeiffer. — Zum 6. Mal. 6 Wanderer:
H. Gutkäſe. A. Helfenbein, R. Klump, Th. Petry, A. Reeg,
G. Schmitt ſen. — Zum 7. Mal: G. Behrmann und
Ph. Reimund. — Zum 8. Mal: P. Hotz. — Zum 9.
Mal: F. Loewe und B. Zentner. — Zum 10. Mal:
H. Jung, J. Keller, W. Notti. — Zum 11. Mal: Georg
Böcher und R. Meiſel. — Zum 12. Mal: K. Schneider
und zum 15. Mal K. Pietz.
M. Ste
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Eſſen, 15. März. Die Konferenz des
Ges=
werkvereins chriſtlicher Bergarbeiter ſtellte
feſt, daß von den Mitgliedern des Gewerkvereins lediglich=
Konzerte.
* Im Saale der Vereinigten Geſellſchaft fand am
Freitag abend ein Kompoſitions=Abend von
Johanna Senfter ſtatt, dem auch die
Großherzog=
lichen Herrſchaften beiwohnten. Mitwirkende waren außer
der Komponiſtin, welche die Klavierbegleitung zu ihren
Liedern übernommen hatte, die Damen Frau Emmy
Küch=
ler=Weißbrod (Geſang), Fräulein Lilli Hickler
(Violine), und die Herren Johannes Hegar (
Violon=
cello) und Paul Aron (Klavier).
Das Programm enthielt ſieben Lieder für Sopran und
zwei Sonaten. Aus ihnen gewann man den Eindruck, daß
die Komponiſtin eine gründliche muſikaliſche Ausbildung
erhalten hat und ein ungewöhnliches
kompoſitionstech=
niſches Talent beſitzt, von dem, wenn es ausgereift iſt,
noch Bedeutendes zu erwarten iſt. In ihren Liedern
ſo=
wohl, als auch in ihren Inſtrumentalkompoſitionen vermeidet
ſie gefliſſentlich alles Herkömmliche und Triviale und, wohl
etwas zu ängſtlich, alles Gefühlvolle, letzteres vielleicht aus
Furcht, ſentimental werden zu können. Die
verſtandes=
mäßige Reflexion überwiegt ſomit in ihren Kompoſitionen
und für ſie findet die Komponiſtin die verſchiedenſten und
immer wieder neue Ausdrucksformen. Ihre Lieder, die
von Frau Küchler=Weißbrod mit ſtimmlicher Friſche
und vielem Geſchmack vorgetragen wurden, dürften in
ihrer Technik am meiſten von Hugo Wolf beeinflußt ſein;
ſie bekunden ein bedeutendes Formtalent, gereiften
Ge=
ſchmack und techniſches Können, ſind aber, wie ſchon
an=
gedeutet, mehr muſikaliſche Schilderungen, als wirklich
empfundene Lieder. Das in jeder Beziehung
beſtgelun=
gene iſt das Lied „Mein Geburtsort” das weitere
Ver=
breitung verdient. Auch das letzte, „Turner”, in dem ſich
die Komponiſtin mit Glück der Tonmalerei bedient, iſt in
der Erfindung und der Ausführung nicht übel, nur, meinen
wir, müßte die im Marſchrhythmus gehaltene Begleitung
weniger zart gehalten ſein und entſprechend ihrem
Cha=
rakter einen ſchneidigeren Ton anſchlagen.
In der Sonate für Violine und Klavier überragte der
etzte Satz, ein flottes und temperamentvolles Tonſtück, die
anderen Sätze ſowohl durch den charakteriſtiſchen Stil als
auch namentlich durch die Einheitlichkeit und
Geſchloſſen=
heit der Form bedeutend, während das Adagio zu
reflek=
tierend iſt. Auch in der Sonate für Violoncello und
Kla=
vier verdienen die beiden letzten Sätze wegen der
Geſchloſ=
ſenheit der Form und des ausgeprägteren Stils den
Vor=
zug vor den erſten beiden, wenn der erſte, auch von rein
kompoſitionstechniſchem Standpunkte aus betrachtet,
be=
deutender ſein mag.
Die erſte Sonate wurde von Frl. Lilli Hickler und
Herrn Pianiſten Paul Aron, die zweite von dem
be=
kannten Celliſten Herrn Johannes Hegar und demſelben
Pianiſten hervorragend gut geſpielt. Die Mitwirkung der
bewährten Soliſten hatte dem Konzert von vornherein das
Gelingen und den Erfolg gewährleiſtet.
mm. Der zehnte Liederabend der
Darm=
ſtädter Männergeſangvereine fand am
Sams=
tag in der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt. Der
außer=
ordentlich zahlreiche Beſuch dieſer hübſchen, volkstümlichen
Veranſtaltung zeigte aufs neue, welches lobenswerte
Ge=
fühl der Zuſammengehörigkeit für gleiche Beſtrebungen
unter den Vereinen beſteht. Nach freundlicher Begrüßung
der Anweſenden, und beſonders der Ehrengäſte, von ſeiten
des derzeitigen Vorſitzenden des geſchäftsführenden
Aus=
ſchuſſes verlief der Abend in der üblichen Weiſe recht
an=
regend bei dem Vortrag einfacher Volkslieder in
mehr=
ſtimmigem Tonſatze oder auch ſchwierigerer Kunſtchöre,
die teilweiſe an die Leiſtungsfähigkeit, Stimmumfang und
Ausdauer jedes einzelnen Sängers recht große
Anforde=
rungen ſtellten. Um Mißverſtändniſſen zu begegnen, muß
hier aber ausdrücklich bemerkt werden, daß der ſchöne
und zum Herzen des Zuhörers ſprechende Vortrag eines
einfachen ſchlichten Volksliedes durchaus nicht geringer ge=
achtet werden darf, als die Bewältigung ausgeſuchter
Schwierigkeiten in den üblichen Preischören. In dieſem
Sinne ſprach ſich auch Herr Stadtverordneter
Schupp=
aus, welcher Grüße von Bürgermeiſterei und
Stadtverord=
netenverſammlung überbrachte und an ein Dichterwort
Uhlands anknüpfend die erziehende Bedeutung guter=
Volkslieder in warmen Worten ſchilderte. Die 17
Ver=
eine, welche bei dieſem Liederabend auftraten, haben ſich
mit ſichtlichem Eifer und zum weitaus größten Teil mit,
gutem Gelingen ihrer Aufgabe gewidmet. Mit
ſchwie=
rigen Chören beteiligten ſich mit beſonders glücklichem
Gelingen vor allem „Liederkranz” und „Liedertafel”, ſowie
„Orthſches Männerquartett” „Rheingold”
Turnſingmann=
ſchaft Beſſungen” und als Pfleger ſchöner
Volkslie=
der der Verein „Liederzweig‟ Da bei dieſen Chören ein
nicht geringer Teil der beſonders guten Wirkung durch dier
große Zahl der Mitwirkenden erzielt wird, ſo dürfte im
Ausſchluß immer wieder die Frage recht fleißig erwogen
werden, ob es nicht angebracht wäre, den Abend mit einem
Geſamtchor von ſolchen Vereinen, welche der Pflege des
ſchwierigen Kunſtgeſanges näher ſtehen, zu eröffnen und
mit einem größeren Volksliederchor, der von denjenigen
Vereinen, welche dem Volkslied näher ſtehen, zu
formie=
ren wäre, abzuſchließen, um den Abend noch genußreicher
auszugeſtalten. Zweckmäßig dürften dieſe Kompoſitionen
dann einfach aus dem letzten Vortragsabend entnommen
werden, wie z. B. die Nummern 16, 9b und 5. — Die
Na=
men der Vereine und Dirigenten ſind „Teutonia” (Becker),
„Freundſchaft” (Schrader), „Orthſches Männerquartett”
(Grim), „Männergeſangverein Beſſungen” (Beh),
Sing=
mannſchaft der Turngeſellſchaft Darmſtadt (Kaleve),
Dop=
pelquartett „Rheingold” (Damm), „Harmonie‟ (Beh),
„Liederzweig” (Brückmann), „Bürgerverein Beſſungen”
(Grim), Singmannſchaft der Turngemeinde Beſſungen
(R. Etzold), Singmannſchaft der Turngemeinde
Darm=
ſtadt (W. Etzold), „Liedertafel” (Kittel), Konkordia” (R.
Etzold, „Sängerluſt "(Grim), „Liederkranz” (Stetefeld),
„Olympia” (Hakemer), Geſangverein „Einigkeit” (
Schra=
der.)
Nummer 66.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 191
Seite 74
einige hundert ſtreiken, etwa zehn Prozent feierten
unfrei=
willig, was jedoch ausſchließlich in den Bezirken mit einer
ſozialdemokratiſchen Uebermacht der Fall ſei.
* Eſſen, 16. März. Bei der Morgenſchicht hat,
wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, die Zahl der
Streikenden über Tage um ein Geringes
zuge=
nommen, während die Zahl der Streikenden unter Tage
für den Polizeidirektionsbezirk Eſſen um 1648 Mann
abgenommen hat. Die Streikenden finden ſich
immer mehr mit dem energiſchen Vorgehen der Polizei
ab, ſodaß die Zahl von Uebertretungen bei der
Ent=
fernung von Streikpoſten und von Perſonen an
verkehrs=
behindernden Stellen erheblich zurückgegangen iſt.
Nennenswerte Vorkommniſſe haben ſich nicht ereignet.
Die Verſammlungen verlaufen ruhig. Die Stimmung
der Bergleute läßt erkennen, daß ſie ſich in wenig
an=
genehmer Lage befinden. Im Streikbureau des alten
Verbandes erſcheinen Leute, welche erklären, anfahren zu
müſſen, da der Streik ausſichtlos ſei und ſie nicht aus
der Belegſchaftsliſte geſtrichen ſein wollen.
* Bochum, 15. März. Die geſtrigen Vorgänge an
den Präſidentenſchächten veranlaßten die Polizei, die
Straßen ſtärker zu beſetzen und ſchärfer vorzugehen.
Stra=
ßenanſammlungen, wo junge Burſchen ſchoſſen, wurden
mit Kolbenſtößen, Säbel und Schußwaffen zerſtreut. Eine
Perſon erhielt einen Beinſchuß, ſonſt iſt der Bezirk ruhig.
* Bochum, 16. März. Im Revier Bochum flaut
der Streik weiter ab. In den nicht militäriſch
be=
ſetzten Bezirken der Polizeidirektion Bochum und des
Land=
kreiſes Bochum ſind heute 4045 Mann mehr angefahren
als geſtern, wo die Zunahme der Arbeitswilligen 2000
betrug. Die Zahl der arbeitenden Bergleute dieſer
Be=
zirke hat ſich demnach von geſtern auf heute um 6000 Mann
erhöht.
* Bückeburg, 16. März. Geſtern früh erhielt die
zweite und dritte Kompagnie des hieſigen Jägerbataillons
Nr. 7 den Befehl, in das Streikgebiet abzugehen. Das
Ziel iſt, der Landeszeitung zufolge, Ermelinghof bei Hamm.
Zwickau, 16. März. Der Bergbauliche Verein
für Zwickau und Lugau=Oelsnitz verbreitet eine
Aus=
laſſung, in der die Forderungen der
Berg=
arbeiter, die jedes Maß vermiſſen ließen, abgelehnt
werden. Die Gründe dazu werden in der Auslaſſung
wie folgt dargelegt: Die Kohlenpreiſe für das Jahr 1912
ſeien niedriger als die des Vorjahres, dagegen ſeien die
Löhne weiter geſtiegen und hätten die durchſchnittliche
Höhe des Jahres 1907 wieder erreicht. Die verlangte
Erhöhung der Schichtlöhne von 30 Pfennig würde einen
Mehrlohn von über 2 Millionen Mark ergeben. Mit
den Mindeſtlöhnen könnten ſich die Werke keinesfalls
einverſtanden erklären, außerdem lehnten ſie entſchieden
die geforderte Arbeitszeit ab. Die Erfüllung aller
Forde=
rungen der Bergarbeiter würde den Verzicht auf den
Weiterbetrieb der Gruben bedeuten. Für die
Werks=
verwaltungen ergebe ſich aus der vollſtändigen
Unver=
einbarkeit der Forderungen mit der wirklichen Lage der
Zwang, Verhandlungen überhaupt
abzu=
lehnen. Sie erkennen an, daß es in ihrem Intereſſe
liegt, die Arbeiter an einer günſtigen Konjunktur durch
höhere Löhne teilnehmen zu laſſen, könnten aber eine
ſolche Erhöhung nur in gleichem Schritt mit der
Beſſe=
rung der Marktlage vornehmen und eben dieſe
Ent=
wicklung würden die Arbeiter durch einen unangebrachten
Ausſtand unterbinden.
Chemnitz, 16. März. Vor dem ſtellvertretenden
Vorſitzenden des Bergſchiedsgerichts Oelsnitz als
Eini=
gungsamt fand heute in Oelsnitz eine Beſprechung ſtatt.
an der die Vertreter ſämtlichen Steinkohlenbergwerke des
Lugau=Oelsnitzer Kohlenreviers teilnahmen.
Die Verhandlungen ſind, wie die „Chemnitzer Allg. Ztg.
meldet, geſcheitert, ſodaß der Streik vorausſichtlich
morgen erklärt werden wird.
* Kattowitz, 16. März. Wie die „Oberſchleſiſchen
Neueſten Nachrichten” melden, ſah die Konferenz der
oberſchleſiſchen Bergarbeiterführer, die
heute tagte, nach einer mehrſtündigen lebhaften Debatte
vorläufig von einem Streikbeſchluß ab und faßte
eine Reſolution, die morgen in allen Verſammlungen
angenommen werden ſoll. Die heute von den fünf
ober=
ſchleſiſchen Bergorganiſationen abgehaltene Koferenz
er=
klärte einmütig, von der Forderung einer
Lohnaufbeſſe=
rung nicht abzugehen, ſie wird jedoch im Intereſſe des
ſozialen Friedens zunächſt die Belegſchaften der einzelnen
Gruben veranlaſſen, die Lohnforderungen durch die
Arbeiterausſchüſſe bei den einzelnen Direktionen
vor=
tragen zu laſſen und hofft, daß ſie dort Anerkennung
finden. Die Konferenz behält ſich weitere Beſchlüſſe vor.
England.
* London, 15. März. Eine amtliche Erklärung über
die Streikkonferenz beſagt, Asquith habe die
Kon=
ferenz davon in Kenntnis geſetzt, daß die Regierung,
ob=
wohl ſie ihr Aeußerſtes getan habe, zu ihrem Bedauern zu
dem Schluß gekommen ſei, daß es unmöglich iſt, eine
EEinigung zu erzielen und daß deshalb andere
Maßregeln getroffen werden müßten. Asquith fügte hinzu,
mit Rückſicht darauf, daß die Menge der am Ausſtande
Beteiligten von Tag zu Tag ernſter das Gedeihen des
Landes bedroht, werde die Regierung das Parlament um
eine geſetzgeberiſche Maßnahme erſuchen, auf
Grund deren den Arbeitsverträgen der untertag
arbeiten=
den Bergleute ein vernünftiger Minimallohn eingefügt
werden müſſe. Ohne die Regierung auf eine beſtimmte
Formel feſtzulegen, deutete Asquith an, daß direkte
Mini=
mallöhne lokal feſtgeſetzt werden ſollen durch vereinigte
Ausſchüſſe der Arbeitgeber und der Arbeiter mit einem
unabhängigen und neutralen Vorſitzenden an der Spitze,
der entweder von den Parteien oder wenn nötig von der
Regierung erwählt werden ſoll. Die Vorſchläge der
Re=
gierung ſollen auch Beſtimmungen zur Sicherung der
raſchen Erledigung aller Streikfälle enthalten.
* London, 15. März. Der
Bergarbeiterver=
band erklärt, daß infolge des Abbruchs der
Ver=
handlungen die Regierung im Parlament eine Bill
über den Mindeſtlohn einbringen werde. Der
Bergarbei=
terverband will das Erſcheinen der Bill abwarten und die
Wiederaufnahme der Arbeiten nicht eher empfehlen, bis
die Bill ihre endgültige Form angenommen hat.
* London, 16. März. Gegen 1200 nicht organiſierte
Bergarbeiter in Lancaſhire in Schottland erklärten,
ſie würden am Montag die Arbeit wieder
aufneh=
men, falls ſie keine finanzielle Unterſtützung von den
Ge=
werkſchaften erhielten. In Sunderland kam es geſtern
bei der Auszahlung der Streikgelder zu Schlägereien, da
etwa 100 Bergleute, die mit ihren Beiträgen an die
Ge=
werkſchaftskaſſe rückſtändig waren, kein Geld bekamen.
Die Unzufriedenen erklärten, den Streik brechen zu
wollen. Auch aus anderen Revieren wird gemeldet, daß
wenigſtens ein Bruchteil der Arbeiter, die des Streikens
müde ſind, die Arbeit wieder aufzunehmen wünſchen.
Die Eiſenbahnen kündigen weitere Einſchränkungen im
Güterverkehr an,
* London, 16. März. Das Kabinett iſt unter
Asquith zuſammengetreten, um, wie es heißt, einen
Geſetzentwurf über den Mindeſtlohn feſtzuſtellen.
Auf Erſuchen Asquiths ernannten die Bergwerksbeſitzer
und Bergarbeiter Vertreter, die ſich mit der Regierung
über den Geſetzentwurf ins Einvernehmen ſetzen ſollen.
Frankreich.
* Lens, 16. März. Der ausführende Ausſchuß des
nationalen Bergarbeiterverbandes erliaß,
von den Bergarbeitern von Anzin über einen ſofortigen
Streik befragt, eine Kundgebung, in welcher er für die
unveränderte Aufrechterhaltung des Beſchluſſes des
Kon=
greſſes in Angers eintritt. Jeder müſſe, ſo heißt es weiter,
die lokalen Sonderintereſſen zum Schweigen bringen, um
ſich der großen Majorität anzuſchließen. Vereinzelte
Kund=
gebungen könnten nur ſchaden und zu einem
Zuſammen=
bruche, anſtatt zu einem Ergebnis führen.
Amerika.
* New=York 16. März. Der Vorſitzende des
amerikaniſchen Eiſenbahnerverbandes hat nach einer langen
Konferenz den Beſitzern der
Anthrazitkohlengru=
ben erklärt, daß die Verhandlungen abgebrochen ſeien.
Die Erwartung eines Streiks hat eine allgemeine
Preisſteigerung für Kohlen hervorgerufen.
Luftfahrt.
* Heidelberg, 16. März. Das Heidelberger
Tag=
blatt veröffentlicht heute einen Aufruf zur Sammlung
einer Heidelberger Spende für einen
deut=
ſchen Militärflugapparat. Die Geſamtſumme
ſoll dem Kaiſer überreicht werden mit der Bitte, daß aus
ihr ein Flugapparat beſchafft werde, der, wenn möglich,
den Namen „Heidelberg” trägt. Die Heidelberger Spende
ſoll eine Gabe des ganzen Bürgertums für das Heer ſein
und andere Städte im Reiche zu gleichem Tun ermuntern.
Es ſind bereits am erſten Tage aus allen Kreiſen der
Bür=
gerſchaft Spenden im Geſamtbetrage von über 10000 Mark
gezeichnet worden.
* Dortmund, 16. März. Die Gemeinden Wanne,
Eickel und Herten haben zuſammen mit dem Grafen Droſte
zu Neſſelrode ſoeben eine Flugplatz=Geſellſchaft
mit 800000 Mark gegründet. Der Flugplatz wird
auf Hertener Gebiet in Größe von 300 Morgen ſofort
ein=
gerichtet und zu Pfingſten in Betrieb genommen. Er kann,
je nach Bedarf, bis auf 1000 Morgen vergrößert werden.
Neben den für den Flugplatz erforderlichen Bauten wird
ſogleich eine eiſerne, transportable Ballonhalle errichtet
werden. Die neue Flugplatz=Geſellſchaft hat bei der
Luft=
verkehrs=Geſellſchaft den im Bau befindlichen „P. L. 12"
beſtellt.
* Köln 15. März. Die Kölniſche Zeitung meldet
aus Eſſen: Wie in der Stadtverordnetenſitzung der
Ober=
bürgermeiſter Holle mitteilte, ſtellte das Rheiniſch=
Weſt=
fäliſche Elektrizitätswerk dem Kriegsminiſter zur
För-
derung des Flugweſens 100000 Mark zur
Verfügung.
* Paris 16. März. Der Flieger Vedrines hat
ſeine Wahlagitation im Aube=Departement
begon=
nen. Er fliegx von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf und
läßt während der Flüge ſeine Wahlproklamationen unter
die herbeiſtrömende Bevölkerung fallen. Ueberall wird er
mit Jubel empfangen, und es heißt, daß ſeine Ausſichten
ſehr günſtig ſind. Vedrines erklärte, daß er im Falle ſeiner
Wahl mit ſeinem Eindecker im Hofe des Palais Bourbon
landen und ſich im Fliegerkoſtüm in den Sitzungsſaal
be=
geben werde.
* Vareſe, 15. März. Der Fliegerſchüler
Unterleut=
nant Bertoletti, der heute abend in der Fliegerſchule
von Vizzola aufgeſtiegen war, iſt abgeſtürzt und bei dem
Sturz getötet worden.
Sport.
— Athletik. Sonntag, den 17. März, weilten 8 der
beſten Ringer Darmſtadts in Wiesbaden und fochten
dort einen Städte=Ringkampf aus, wobei die Darmſtädter
von 16 Kämpfen 10 für ſich entſcheiden konnten, während
1 unentſchieden blieb und 5 verloren gingen. Für
Darm=
ſtadt traten an die Herren: Klöß, Habermehl. Gries,
Eckerl, Menges, Dittmaun, Haufenmeyer, Winkel,
ſämt=
lich Mitglieder des Kraft=Sport=Vereins Darmſtadt 1910.
* Hockey. Am Sonntag fand das Rückwettſpiel
zwiſchen der 1. Mannſchaft des „Darmſtädter Hockey=
Klubs” und der Hockey=Abteilung des Wormſer „
Fuß=
ball=Lawn=Tennis=Klubs” in Worms ſtatt. Das Spiel
entſchied ſich mit 3:2 Goal zu Gunſten von Darmſtadt.
* Frankfurt, 16. März. Preisreiten im
Hippodrom. Der erſte Tag des März=Preisreitens
be=
beutete für den Frankfurter Rennklub der das
Preisreiten veranſtaltete, einen vollen Erfolg. Der Beſuch
war ſo gut, wie nie zuvor. In der Fürſtenloge waren
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen, Prinzeſſin Adolf von
Schaumburg=Lippe und Fürſt Adolf von Schaumburg=
Lippe erſchienen. In vier Konkurrenzen befanden ſich
Pferde des deutſchen Kronprinzen. Die Einzelergebniſſe
ſind wie folgt: Maiden=Springkonkurrenz. 1. Lt. Renners
(25. Drag.) Liſelotte, 2. Oblt. v. Rochows (16. Ul.)
Agra, 3. Rittm. v. Günthers (Adj. 30. Kav.=Brig.)
Sieg=
mund, 4. Oblt. Frhr. v. Schencks (1. Garde=F.=Art.)
Na=
menlos, 5. Lt. Frhr. v. Gagerns (3. Gde.=Ul.) Idealiſt. —
Staatspreis=Reitkonkurrenz. 1. Kammerherrn v. Hardts
Ben=Cherif (Reiter Oblt Graf Scherr=Thoß), 2. Lt.
Eicherts (2. Jäger zu Pferde) Brocken, 3. Lt. Schaeffers
(15. Ul.), Araber, (Lt. Goetz). — Springkonkurrenz für
prämiierte Pferde, 1. Oblt. Freyers (3. Jäg. z. Pf.)
Ulti=
mus, 2. H. R. Roßmanns Evening Star, 3. Otto Kochs
Nevermind, 4. Lt. Graf Hohenaus (Leib=Kür.) Pettry
Girl, 5 Paul Heils Black Schwell. — Damen=
Reitkonkur=
renz. 1. Lt. v. Wittichs (24. Drag.) Mäuschen (Freiiin
A. v. Riedeſel), 2. Rittm. Scheibleins (7. Chev.) Nazi
(Frau Bender), 3. Dr. A. Meyers Silly Girl (Frl. Nore
Müller), 4. Lt. Linkenbachs (14. Ul.) Palma (Fr. J. Böge),
5. Fr. Mauritz’ Ilona, 6. Lt. Frhr. v. Lotzbecks (1. Ul.)
Laus=
bub (Fr. Lenich), 7. Major Eſchborns (3. Jäg. zu Pf.)
Julie (Fr. v. Puttkamer), 8. Lt. Volks (50. Art.) Apotheker
(Fr. v. Vopelius). — Reitkonkurrenz für prämiierte Pferde.
1. Major Eſchborns (3. Jäger zu Pferde) Julie, 2. Lt.
Bergers (25. Drag.) Lotte, 3. Lt. Graf Klinkowströms
(Garde du Corps) Regina, 4. Lt. Graf v. Schaesbergs
Paſcha. — Gehorſams=Springkonkurrenz. 1. Lt. Frhr. v.
Lotzbecks (1. Uk.) Lausbub, 2. Rittm. v. Günthers (Adj.
30. Kav.=Brig.) Bob IV 3. Lt. Wenchers (19. Ul.) Hexe,
4. Karl Müllers Wuſchu, 5. Lt. Freyers (3. Jäger zu
Pferde) Ultimus, 6. des deutſchen Kronprinzen
Sumu=
run (Oblt. F. v. Zebeltitz), 7. Lt. Stuckens (21. Drag.)
Steifbock,
Handel und Verkehr.
* Eine Neuerung in den Perſonenwagen
der Preußiſchen und Reichseiſenbahnen.
Eine praktiſche Aenderung, die einem jahrelangen
Bedürf=
nis abhilft, wird vom Eiſenbahn=Zentralamt mit dem
Be=
inn dieſes Sommers zur Einführung gebracht, indem die
neuen Perſonenwagen ſowohl der D=Züge als auch aller
ſonſtigen Züge mit Hut= und Kleiderhaken
aus=
gerüſtet werden. Der bisherige Zuſtand iſt allen
Reiſen=
den als unhaltbar bekannt. Das Unterbringen der Hüte
und Mäntel in gut beſetzten Abteilen iſt meiſtens ein
Kunſtſtück und es muß wundernehmen, daß man nicht ſchon
früher den Gedanken in die Tat umgeſetzt hat. Die
Wagen=
bauanſtalten werden, mit der diesjährigen
Sommerliefer=
ung beginnend, alle neuen D=Zugwagen in jedem
Voll=
abteil erſter oder zweiter Klaſſe an der Schiebetürwand
mit zwei vereinigten Hut= und Kleiderhaken und zwei
Hut=
haken, in jedem Vollabteil dritter Klaſſe an derſelben Wand
mit zwei vereinigten Hut= und Kleiderhaken und in jedem
Halbabteil zweiter oder dritter Klaſſe an der freien Wand
mit drei vereinigten Hut= und Kleiderhaken ausrüſten.
Außerdem werden in den neuen Abteil=Perſonenwagen an
den Enden der vorderen, oberen Gepäcknetzſtangen
Kleider=
haken angebracht, ſo daß jedes Vollabteil vier, jedes
Halb=
abteil zwei ſolcher Kleiderhaken enthalten wird. Ferner
wird die gleiche Einrichtung auch in den
vorhande=
nen Wagen der Preußiſch=Heſſiſchen Staatsbahnen und
der Reichseiſenbahnen angebracht, und zwar bei der
Un=
terſuchung dieſer Wagen in den Hauptwerkſtätten.
Der Auſchlag auf den König von Italien.
* Rom, 15. März. Die Kundgebungen der
Loyalität dauern in allen italieniſchen Städten und
in den Kolonien im Auslande an. In Venedig
wurde ein Tedeum zelebriert, dem der Kapitän zur See
Karpf, der Kommandant der Kaiſerjacht „Hohenzollern”,
mit ſeinen Offizieren beiwohnte. Die Studenten der
Univerſität Turin veranſtalteten heute eine große
Freudenkundgebung über die Errettung des Königs. Sie
begaben ſich in feierlichem Zuge vor die Konſulate des
Deutſchen Reiches und Oeſterreich=Ungarns und
verlang=
ten unter Hochrufen auf den Dreibund die Hiſſung der
Fahnen der verbündeten Völker. Die Fahnen wurden
darauf unter lebhaftem Beifall gehißt. In
Tripo=
lis veranſtalteten Italiener und Araber eine große
Kundgebung vor dem Schloß. General Caneva erſchien
auf dem Balkon, um zu danken. Die Notabeln und
Ara=
ber und die fremden Korreſpondenten haben
Caneva=
ihre Glückwünſche ausgeſprochen. Am Abend war die
Stadt illuminiert. In der Moſchee fand ein Dankgebet
ſtatt. Alle italieniſchen Kommandanten in Tripolis
und=
der Cyrenaika haben zugleich namens ihrer Truppen!
ihre Glückwünſche ausgeſprochen
* Rom, 15. März. Die Agenzia Stefani teilt mit:
Der König und die Königin erhielten von
Inſti=
tutionen und Privatleuten in Italien, ſowie von den
Italienern im Auslande Tauſende von Telegrammen,
worin die Entrüſtung über das geſtrige Attentat und der
Ergebenheit und der Sympathie Ausdruck gegeben wird.
Alle Depeſchen werden beantwortet, da dies aber nicht
ſofort geſchehen kann, wünſchen der König und die
Köni=
gin vorläufig allen den Ausdruck der Dankbarkeit zu
übermitteln.
* Rom, 15. März. Alle Kinder derhöheren
und der Volksſchulen zogen heute früh mit ihren
Lehrern und Lehrerinnen nach dem Platz vor dem
Quiri=
nal, wo ſie dem Königspaar ſtürmiſche
Freuden=
kundgebungen darbrachten. Der Platz, der ganz mit
Kin=
dern, die mit der Nationalkokarde geſchmückt waren;
an=
gefüllt war, bot im hellen Sonnenſchein des herrlichen
Frühlingstages ein reizendes Bild. Gleich darauf
er=
ſchien auf dem Platze ein Zua von Bauarbeitern,
welche dem Königspar eine Huldigung des Teiles der
Arbeiterſchaft darbringen wollten, dem der Angreifer
an=
gehörte. Ferner begaben ſich die ſtädtiſchen
Kör=
perſchaften, geführt von dem Bürgermeiſter Nathan,
darunter einige Sozialiſten, in das Palais, um dem
Königspaar zu huldigen. Kurz nachdem dieſe den
Quirinal verlaſſen hatten, erſchienen der König und die
Königin auf dem Balkon des Schloſſes, um mit größter
Herzlichkeit für die Ovationen zu danken. Die Königin
ſagte, ſie ſei beſonders bewegt durch die Kundgebung der
Kinder, die ſie zärtlich liebe.
Die Huldigungen, die dem Königspaar von
den Kindern und der Volk smenge dargebracht
wurden, waren ſo ſtürmiſch, daß es ſich immer wieder auf
dem Balkon zeigen mußte, zuletzt auf die Zurufe der
Menge mit den königlichen Kindern. Prinz Umberto
ſchwenkte ſeine Matroſenmütze, die Prinzeſſinnen
wink=
ten mit Taſchentüchern. Das Erſcheinen der Kinder
ver=
doppelte die allgemeine Begeiſterung. Der König ließ
die Arbeiter durch einen Adjutanten auffordern, eine
Abordnung zu ihm zu ſchicken. Vier Vertreter der
Arbeiter wurden vom König empfangen, der
jedem von ihnen, die in Arbeitskleidern erſchienen waren,
die Hand drückte. Einer der Arbeiter beteuerte, daß
kei=
ner von ſeinen Kollegen aus dem
Maurer=
gewerbe den Urheber des Attentats kenne,
wor=
auf der König erwiderte, er wiſſe das. Ein
anderer warf ſich dem König zu Füßen, um dieſe zu
küſſen. Der König hob ihn ſchnell auf. Beim Abſchied
ſchüttelte er nochmals jedem die Hand und ſagte, die
Kundgebung der Maurer habe ihn beſonders angenehm
berührt. Er habe mit Freuden die patriotiſchen
In=
ſchriften auf den Schildern, die ſie trugen, bemerkt. Als
die Abordnung wieder zu den Kameraden zurückkehrte,
wurde ſie mit großer Begeiſterung begrüßt. Alles
drängte ſich um ſie, um zu erfahren, was der Könia
ge=
ſagt hatte. Schließlich zogen die Arbeiter unter
Hoch=
rufen ab. Die Kinder folgten ihnen mit Geſang. Der
Platz blieb immer noch von einer Menge von Bürgern
beſetzt, die ſich in die aufgelegte Liſte eintrugen.
Dampferkataſtrophe.
London, 16. März. Einer Lloydmeldung aus
Eaſtbourne zufolge iſt der Dampfer der Peninſular
and Oriental Linie, Oceana, mit der deutſchen
Barke Piſagua im Kanal zuſammengeſtoßen.
Die Reiſenden und ein Teil der Mannſchaft der Oceana
wurden in Eaſtbourne gelandet. Man bemüht ſich, die
Oceana auf den Strand zu ziehen. Die Piſaqua iſt am
Bug beſchädigt, ſie ſetzte die Reiſe oſtwärts fort.
Eine ſpätere Meldung beſagt: Der engliſche Dampfer
„Oceana” iſt heute vormittag geſunken. Er war
geſtern von Tilbury mit der Beſtimmung nach Bombay.
abgegangen und hatte 16 Fahrgäſte erſter und gegen 30
zweiter Klaſſe an Bord, die zur Zeit des
Zuſammen=
ſtoßes ſchliefen.
Wie weiter verlautet, hatte die „Oceana” eine
Be=
mannung von 280 Leuten und 41 Fahrgäſte an Bord,
von denen 28 in Newhaven und 9 in Eaſtbourne an
Land geſetzt wurden. Es werden daher vier Fahrgäſte
vermißt. Man befürchtet, daß dieſe, ſowie einige
Mann der Beſatzung beim Kentern eines Rettungsbootes
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
ertrunken ſind. Die „Deeana führte 747610 Pfd. Sterl.
baren Geldes mit ſich.
London, 16. März. Die deutſche Bark „
Piſa=
gua” wurde in ſinkendem Zuſtand von Schleppern
in Dover eingebracht.
London, 16. März. Die Peninſelal and Oriental=
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft teilt mit, daß abends der
Verbleib aller Paſſagiere der „Oceana” bis auf
ſieben feſtgeſtellt ſei.
* Ceuta, 16. März. Ein heftiger Sturm
wird von der mauriſchen Küſte im Süden Marokkos
ge=
meldet. Ein hier eingetroffener Fiſchdampfer bringt die
Nachricht, daß ein italieniſcher transatlantiſcher Dampfer
in der Nähe der Bucht von Almanza geſcheitert ſei und
ſich in gefährlicher Lage befinde. Der Dampfer habe
Boote ins Meer geſetzt, welche ſofort kenterten. Alle
In=
ſaſſen, bis auf einen, ſeien umgekommen; andere
Rei=
ſende ſeien an Bord geblieben, doch ſei es unmöglich, zu
Hilfe zu kommen.
London, 17. März. Nach einer Lloydsmeldung
aus Gibraltar iſt der deutſche Dampfer „Axenfels”
auf der Fahrt von Rangoon nach Hamburg in der Nähe
von Punta Cires an der marokkaniſchen Nordküſte
ge=
ſtrandet. Der erſte Offizier und ein Bootsmann ſind
ertrunken. Die übrige Mannſchaft wurde in Ceuta
gelandet. Das Schiff iſt ſtark b ſchidigt.
* Madrid, 17. März. Aus Ceuta wird zu der
Strandung des deutſchen Dampfers „Axenfels” gemeldet,
daß das Schiffsunglück außer dem erſten Offizier und dem
Bootsmann, deren Tod bereits gemeldet wurde, noch
mehr Opfer gefordert habe. Es ſtellte ſich ſpäter
heraus daß ein mit Leuten vom „Axenfels” beſetztes
Boot untergegangen iſt, wobei alle Inſaſſen den
Tod gefunden haben. Dem Reſt der Mannſchaft iſt
es gelungen, das Land zu erreichen und am Strand ein
Lager zu errichten, wobei ſie von Eingeborenen
unter=
ſtützt wurden. Ein Schlepper iſt zur Zeit damit
beſchäf=
tigt, den „Axenfels” wieder flott zu machen.
Stimmen aus dem Publikum.
Für dke Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
(nerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Ortstarifamt im Weißbindergewerbe.
Zu dem Bericht über die Sitzung im Ortstarifam
iſt noch folgendes zu bemerken: Der Antrag (nicht
An=
klage) nach § 10 des Reichstarifvertrags, betreffend
Be=
kämpfung einer unangemeſſenen Konkurrenz, war nicht
allein gegen die ſieben Weißbindergeſchäfte, ſondern auch
gegen die Vereinigung der Weißbindermeiſter geſtellt,
da dieſelbe auch als Uebernehmerin auftritt und nur,
weil ſie ſich hinter formellen Einwendungen zurückzog,
gelangte die Sache nicht in den beiden Terminen zur
Verhandlung, obſchon ein dahingehender Beſchluß des
Ortstarifamts in der erſten Sitzung gefaßt war. Bei
der Würdigung des Beweismaterials ergaben ſich große
Schwierigkeiten, weil die großen Geſchäfte ſich weigern,
dem Tarifamt Kalkulationen vorzulegen und es
billiger=
weiſe von niemand verlangt werden kann, daß er ſeine
Bezugsquellen und deren Offerten angibt. Schon
da=
durch, daß das Tarifamt nicht in der Lage iſt, Zeugen
eidlich zu vernehmen und unparteiiſche Sachverſtändige
zu ſtellen, können deſſen Entſcheidungen nicht großer
Wert beigemeſſen werden. Solange nun dem Tarifamt
nicht derartige Machtbefugniſſe eingeräumt ſind, ſollten
Anträge nach § 10 nicht mehr geſtellt werden, weil es
unmöglich iſt, daß ein hoher ſtädtiſcher Beamter ein
Schiedsgericht leitet, welches nicht die Grundlagen hat,
die zur gerechten Beurteilung nötig ſind.
— Schon vor der jüngſten Reichstagswahl wurde
von Seiten der einzelnen im Wahlkampfe ſtehenden
Kan=
didaten von den ſchlechten Verhältniſſen bezüglich der
Gehälter unſerer Beamten (hauptſächlich der mittleren
und unteren Beamten), ſowie dem Hilfsperſonal
geſpro=
chen und eine unbedingte Beſſerſtellung derſelben in
Ausſicht geſtellt, ja ſogar verſprochen, wie es z. B. der
nationalliberale Abgeordnete Herr Dr. Oſann ſeinerzeit
getan hat. Auch in den jetzigen Kammerverhandlungen
kann man immer hören, daß faſt jeder Abgeordnete, ganz
einerlei, welcher Partei er angehört, in ſeinen
Ausführ=
ungen ſtets am Schluſſe ſeiner Rede immer wieder auf
die Beſſerung der Beamtengehälter hinweiſt, es müſſe
unbedingt etwas geſchehen. Trotz dieſer bis jetzt ſchon
ſo viel ausgeſprochenen Verſprechungen und
Erörterun=
gen iſt jedoch noch nichts Greifbares in dieſer Sache zu
verzeichnen. Wie ſchon Herr Dr. Oſann in einer ſeiner
im Anfang der Verhandlungen der Zweiten Kammer
gehaltenen Reden ſich klar ausſprach, die Geduld der
Beamten ſei jetzt am Ende, ja ſogar geriſſen, und es ſolle
unbedingt eine Beſſerſtellung der Beamten eintreten, ſo
müſſen es die Einſender doch ſehr bedauern, daß eine
poſitive Aeußerung von Seiten der Regierung bis jetzt
noch nicht in dieſer Sache gegeben iſt. Das wird ſelbſt
von verſchiedenen Abgeordneten der Zweiten Kammer
angeführt. Wenn man bedenkt, wie teuer der heutige
Lebensunterhalt iſt und wie die kleinen Beamten mit
ihrem geringen Einkommen dies alles beſtreiten ſollen
und dieſelben ſchon ſeit Jahren keine Aufbeſſerung
er=
halten haben, ſo braucht man ſich doch darüber nicht zu
wundern, daß ſie in ganz enorme Schulden geraten und
ihr Kredit erſchöpft iſt, als auch das Anſehen ihrer
Per=
ſon ſehr darunter zu leiden hat. Darum halten es die
Einſender für angebracht, an dieſer Stelle die Notlage
der Beamten und Hilfsarbeiter nochmals zur Sprache
zu bringen, damit dieſe Angelegenheit doch noch in
die=
ſer Landtagsperiode ihre Erledigung findet.
Mehrere Beamte.
— Ein Bedürfnis, aufzufallen, haftet vielen
Men=
ſchen an und bei den verſchiedenſten Gelegenheiten kommt
es zum Durchbruch, meiſtens zum Gaudium der
Beob=
achtenden. Zum erſten Male habe ich mich geärgert über
ein ſolches Gebaren an einem Platze, an dem ich
wirk=
lich keine Neigung hatte, mich damit zu befaſſen,
näm=
lich im Konzertſaal. Es muß betrüben, wenn es
Be=
ſucher gibt, die durch abſichtliche Störungen und durch
Aufmerkſamkeit erheiſchendes Benehmen ſich zur Geltung
bringen wollen, die ſich gefallen in auffälligen
Unterhalt=
ungen oder myſtiſchen Selbſtgeſprächen, die ſelten einen
Beifall, viel öfter aber eine ſcharfe Kritik von hoher
Warte bedeuten ſollen. Wenn man nicht über die
Fähig=
keit verfügte, ſich weit über ſolche maßgeblich ſein
wollen=
den Zuhörer zu ſtellen, ſo würde mancher hohe Genuß
hadurch einfach verdorben werden können.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 15. März. Nach einer Mitteilung der
Agen=
zia Stefani empfing heute der Miniſter für
Aus=
wärtige Angelegenheiten einzeln die Botſchafter von
Frankreich, England, Deutſchland und Oeſtereich=Ungarn,
ſowie den ruſſiſchen Botſchaftsrat und übergab ihnen ein
Aide=Memoire als Erwiderung auf den von ihnen
unter=
nommenen Schritt. Es enthält die Bedingungen, unter
denen Italien in eine Einſtellung der Feindſeligkeiten
einwilligt.
Die Agenzia Stefani teilt weiter mit: Alle
Nachrich=
ten, die die Blätter über die
Friedensbedingun=
gen veröffentlichen oder veröffenlichen werden, ſind
un=
glaubwürdig, weil bis zu neuen Entſchließungen der
In=
halt der Antwort der italieniſchen Regierung an die fünf
Großmächte geheim gehalten wird.
Die Revolution in China.
* Peking, 15. März. Eine Gruppe von engliſchen,
franzöſiſchen und belgiſchen Bankiers unterzeichnete
geſtern den Vertrag mit dem Weiwupu über die
fünfpro=
zentige Anleihe von einer Million Pfund Sterling
auf ein Jahr zum Kurſe von 97. Die Anleihe iſt
ſicher=
geſtellt durch die Erträgniſſe der Kaganbahn, ſie muß
noch der Nationalverſammlung in Nanking zur
Genehmi=
gung vorgelegt und von den europäiſchen Leitern der in
Betracht kommenden Banken gutgeheißen werden. Die
Genehmigung erſcheint geſichert.
Literariſches.
Frhr. v. Schlicht: „Fräulein Fähnrich”
ein militäriſch=humoriſtiſcher Roman. Ein neues Werl
von dem als flotten Erzähler bekannten Verfaſſer iſt,
wenigſtens für die Freunde ſeiner Feder, ein Ereignis,
und mit dem „Frl. Fähnrich” ſcheint ihm ein beſonders
guter Wurf gelungen. Es braucht kaum betont zu
wer=
den, daß die Schilderung, ſoweit ſie militäriſche
Verhält=
niſſe betrifft, trefflich iſt und voll echten, köſtlichen herben
Soldatenhumors. Daneben weiß der Autor aber auch in
den „geheimſten Herzensregungen” beider Geſchlechter
gut Beſcheid, und die feingeſponnene Liebesepiſode, die
den ganzen Roman durchzieht, iſt gemütvoll und oftmals
von jenem treffenden echt deutſchen Humor, der unter
Tränen lacht. (Verlag Union, Deutſche
Verlagsgeſell=
ſchaft, Stuttgart; geh. 4 Mk.)
Darmſtadt, 18. März.
-B- Die Beerdigung des im 84. Lebensjahre am
15. d. M. verſtorbenen Rentners, früheren Bäckermeiſters.
Herrn Chriſtian Bötting er (geb. am 7. Oktober 1828)
fand geſtern nachmittag 5 Uhr auf dem hieſigen
Fried=
hof unter zahlreicher Beteiligung von Verwandten,
Freunden und Bekannten des Dahingeſchiedenen, ſowie
einer größeren Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr,
deren Mitbegründer er war, ſtatt. Herr Stadtpfarrer
Velte hielt eine zu Herzen gehende Trauerrede und
gedachte des lauteren, biederen Charakters des
Ver=
ewigten, der ſich der allgemeinen Beliebtheit und
Wert=
ſchätzung ſeiner Mitbürger erfreuen durfte, und wies auf
die Tüchtigkeit in ſeinem früheren Berufe hin. Herr
Böttinger war ein großer Freund der Natur und hing
mit außerordentlicher Liebe an ſeiner Vaterſtadt, deren
weitere Entwickelung er mit regem Intereſſe verfolgte.
Mit ihm iſt wieder einer unſer älteſten Mitbürger
dahingeſchieden, dem alle, die ihn kannten, ein treues
Gedenken bewahren werden!
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 16. März. Die ſüdweſtafrikaniſche
Nord=
ſüdbahn Windhuk=Keetmanshoop iſt nach
einer telegraphiſchen Meldung am 3. März in voller
Länge von 507 Kilometern dem öffentlichen Verkehr
übergeben worden.
Berlin, 16. März. Wie wir hören, begibt ſich die
Kaiſerin bald nach Oſtern zum Kuraufenthalt
nach Bad Nauheim.
* Berlin, 17. März. In der Synagoge in der
Brunnenſtraße wurde in vergangener Nacht ein
Ein=
bruch verübt. Die Täter, von denen man noch keine
Spur hat, erbeuteten für etwa 900 Mark ſilberne Geräte.
* Wien, 16. März. Hier verlautet, der Thronfolger
Erzherzog Franz Ferdinand kommt anläßlich
der Anweſenheit Kaiſer Wilhelms nicht nach Wien,
ſon=
dern empfängt vorausſichtlich den deutſchen Kaiſer auf
deſſen Fahrt nach Venedig, ebenſo wie im vorigen Jahre
auf offener See. Der öſterreichiſch=ungariſche
General=
ſtabschef Feldmarſchalleutnant Schemua äußerte ſich
einem Korreſpondenten der Neuen rFeien Preſſe
gegen=
über, er begreife ſehr wohl das Intereſſe, das man in der
Heimat an dem Verlaufe ſeines Beſuches nehme. Er
könne nur ſagen, der Verlauf ſei glänzend geweſen und
daß er in Berlin eine überaus herzliche, von einem
wirk=
lich kameradſchaftlichen Geiſt beſeelte Aufnahme gefunden
habe. Auch die militäriſchen Eindrücke, die er gewonnen.
ſeien ausgezeichnete. Mit beſonderer Dankbarkeit gedachte
Schemua Kaiſer Wilhelm, der ihm geſtattete, ſich
per=
ſönlich bei ihm zu melden, und ihn ſehr gnädig empfing.
Schemua verſicherte, daß er lediglich nach Berlin
gekom=
men ſei, weil es Brauch ſei, daß der Generalſtabschef der
öſterreichiſch=ungariſchen und der deutſchen Armee nach
ihrem Amtsantritt ſich in Berlin oder Wien perſönlich
vor=
ſtellen; ſein Berliner Beſuch habe keinerlei andere
Bedeu=
tung gehabt.
* Wien, 16. März. Der ehemalige Direktor des
Burg=
theaters Dr. Max Burckhard iſt heute früh
ge=
ſtorben.
* Petersburg, 16. März. Die Reichsbank
er=
höhte den Diskont für Dreimonatswechſel von 4½ auf
5 Prozent.
* Taganrog (Rußland), 16. März. Auf der Zeche
„Italianka” ereignete ſich eine ſchwere Gasexploſion.
4 Leichen wurden geborgen, zehn Arbeiter erhielten
Brandwunden.
* Havana, 17. März. Heute nachmittag wurde das
Wrack des amerikaniſchen Panzerſchiffes „Maine‟
deſſen Exploſion im Jahre 1898 die unmittelbare
Veran=
laſſung des ſpaniſch=amerikaniſchen Krieges war, unter
impoſanten Feierlichkeiten auf hoher See verſenkt. Als
das Schiff in den Wellen verſchwand, bedeckten zahlloſe
Blumen, die auf das Deck geſtreut worden waren, die
Waſſeroberfläche. Die Luft wurde erfüllt von den Salven
der amerikaniſchen und kubaniſchen Kriegsſchiffe. Die
Leichen der Mannſchaft des „Maine” werden durch den
amerikaniſchen Kreuzer „North Carolina” nach den
Ver=
einigten Staaten gebracht um dort beigeſetzt zu werden.
Heute vormittag war für ſie eine feierliche Meſſe, der faſt
alle kubaniſchen Beamten, einſchließlich des Präſidenten
Gomez, beigewohnt haben. Während die Leichen in
feier=
lichem Zuge durch die Straßen nach dem Kai übergeführt
wurden, ruhte in der Stadt jegliche Tätigkeit,
Ma
Gaenh Olallzkaſſun=
Gaa
al m gu
0 ₰
Rheinisches
Maschinenbau, Eloktroteohnlt.,
Automobllbau, Brückenbau.
Technikum Bingen pirektion Professor Hoepke.
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nachmittags 4 Uhr, ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde
vorher im Trauerhauſe Fuchsſtraße 20.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „
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meiſter Solneß”.
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer,
Bauerntheaters („Der heilige Rat”).
Franzöſiſcher Vortrag von Profeſſeur Berryer um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Bibelſtunde von Prediger Schrenk um 8½ Uhr
Mühlſtraße 24.
Hauptverſammlung des Vereins der Freunde in
der Not um 6 Uhr im Stadthaus.
Monatsverſammlung des Geflügel=Zuchtvereins
„Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt Pfungſtadt‟
Beſichtiguug der Brauerei Rummel durch den
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gewerbeverein um 2½ Uhr.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr. —
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
edaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
icht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 66.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
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(*6761som
Nummer 66.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Pollzeigmts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(6518
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Hochſtraße zwiſchen der Heinrichs= und Mathildenſtraße vom
18. bis zum 30. März ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt. (6520
Bekanntmachung.
Betreffend: Abänderung der Polizeiverordnung vom
1. Dezember 1893 über die Beſchaffenheit und Lage der zum
Betrieb von Gaſt= und Schankwirtſchaften beſtimmten
Räumlich=
keiten.
Unter Hinweis auf § 33 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung,
ſowie auf Grund des Artikels 56 Ziffer 1 der Städte=Ordnung vom
13. Juni 1874 wird nach Anhörung der Stadtverordnetenverſammlung
und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom
7. März 1912 zu Nr. M. d. J. III. 1666 für den Bezirk der Haupt=
und Reſidenzſtadt Darmſtadt folgendes beſtimmt:
I. Die §§ 14 Abſ. 2 und 15 Abſ. 2 der Verordnung vom
1. Dezember 1893 betreffend die Beſchaffenheit und Lage der zum
Betrieb von Gaſt= und Schankwirtſchaften beſtimmten Räumlichkeiten
erhalten folgende Faſſung:
§ 14 Abſ. 2. Wird die Konzeſſion für ein Lokal nachgeſucht,
in dem ſeither ſchon Wirtſchaft betrieben wurde, oder in dem
aus=
ſchließlich nichtgeiſtige Getränke ausgeſchänkt werden ſollen, ſo kann
in beſonders berückſichtigungswerten Fällen eine geringere Höhe für
zuläſſig erklärt werden.
§ 15 Abſ. 2. Bei beſtehenden Wirtſchaften, ſowie bei ſolchen
Wirtſchaften, in denen ausſchließlich nichtgeiſtige Getränke
ausge=
ſchänkt werden ſollen, kann auch ein Hauptraum genehmigt werden,
der eine Grundfläche von mindeſtens 20 qm beſitzt. Bei Konditoreien
und mit Kaffeeausſchank verbundenen Bäckereien, die zur Zeit des
Erlaſſes dieſer Verordnung bereits beſtehen, kann in beſonders
be=
rückſichtigungswerten Fällen auch ein Hauptraum zugelaſſen werden,
der eine geringere Grundfläche als 20 qm enthält.
II. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer
Ver=
kündigung in Kraft.
Darmſtadt, den 14. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.
(6507
Bekanntmachung.
Da in letzter Zeit wiederholt über Beläſtigungen des
Publi=
kums durch Ball= und andere Spiele auf der Straße Beſchwerde
geführt worden iſt, ſehen wir uns veranlaßt, darauf hinzuweiſen, daß
nach Art. 292 des Polizeiſtrafgeſetzbuches und § 366,7 des
Reichsſtrafgeſetzbuches derjenige mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk.
oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft wird, der auf Straßen
oder öffentlichen Plätzen mit Steinen oder anderen Gegenſtänden
wirft, wodurch Menſchen beſchädigt oder verunreinigt werden
können. Unter dieſen Tatbeſtand fallen insbeſondere auch Spiele
mit Hartgummihällen.
Iſt die mit Strafe bedrohte Handlung von Kindern begangen
worden, ſo werden nach Art. 44 des Polizeiſtrafgeſetzbuches die
Eltern oder andere aufſichtspflichtige Perſonen, die es an der
er=
forderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen, beim erſten Fall
poli=
lich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit Geldſtrafe bis zu einem
Drittel der auf die Uebertretung ſelbſt angedrohten Strafe belegt.
Bei eintretenden Körperverletzungen können außerdem nach
§§ 823 ff., 832 des Bürgerlichen Geſetzbuches für den Täter und
auf=
ſichtspflichtige dritte Perſonen (Eltern uſw.) weitgehende
zivilrecht=
liche Schadenerſatzverpflichtungen entſtehen.
Darmſtadt, den 15. März 1912.
(6560oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die Schließung der alten und die Eröffnung der neuen
Bahn=
hofsanlagen in Darmſtadt wird wie folgt vorgenommen.
Am Samstag, den 27. April d. Js., abends, findet die Schließung
der ſeitherigen Bahnhöfe Darmſtadt Hbf. (Preuß.=Heſſ. Stb. und
M. N. B.) und Darmſtadt Süd zunächſt für den Güterverkehr (
Stück=
gut, Eilgut und Wagenladungen) ſtatt. Der Umzug der verſchiedenen
Abfertigungen nach dem neuen Hauptbahnhofe erfolgt am Sonntag,
den 28. April d. Js. Die Eröffnung dieſes Bahnhofs für den
Güter=
verkehr einſchl. der Privatanſchlüſſe und Lagerplätze wird am
Mon=
tag, den 29. April d. Js. ſtattfinden. Am 1. Mai d. Js. wird die
Eröffnung des Hauptbahnhofes für den geſamten Verkehr mit
Aus=
nahme des Perſonenverkehrs der Strecken Darmſtadt Hbf.—
Wiebels=
bach=Heubach und Darmſtadt Hbf.—Groß=Zimmern, ſowie die
Eröff=
nung des neuen Haltepunkts Darmſtadt Süd erfolgen.
Der Perſonenverkehr dieſer letzteren Strecken verbleibt bis
ein=
ſchließlich 14. Mai d. Js. in dem alten Hauptbahnhofe, der deshalb
am 1. Mai d. Js. für den Perſonenverkehr nur teilweiſe geſchloſſen
werden wird. Die Schließung des ſeitherigen Bahnhofs Darmſtadt
Süd (Perſonenverkehr) erfolgt am 1. Mai d. Js. vollſtändig.
Die Eröffnung des neuen Haltepunkts Darmſtadt Nord und
die vollſtändige Schließung des alten Hauptbahnhofs (
Perſonen=
verkehr) wird am 15. Mai d. Js. ſtattfinden.
(76515
Mainz, den 14. März 1912.
Königlich Preußiſche und Großherzoglich Heſſiſche Eiſenbahndirektion.
Holz-Verſteigerung.
Es werden verſteigert: Donnerstag, 21. März 1. J.,
mor=
gens 10 Uhr ab, bei Wirt Heberer in Meſſel, aus Dieburger Mark 9
(Durchforſtung) und das Dürrholz aus Dieburger Mark: Scheiter, rm:
3 Eiche, 94 Kiefer (rund); Knüppel, rm: 8 Buche, 15 Eiche, 284 Kiefer,
4 Fichte; Knüppelreiſig, rm: 18 Eiche, 63 Kiefer; Stöcke, rm: 32 Kiefer,
1 Lärche, 1 Fichte; ferner aus Dieburger Mark 8 und 11: 3 Lärchen=
Stämme und aus Dieburger Mark 3 und Röder Mark 51 und 57:
70 Fichten=Derbſtangen.
Freitag, 22. März, morgens 10 Uhr ab, auf der
Thomas=
hütte aus Diſtrikt I Eichen, Oberwäldchen 1: Scheiter, rm: 2 Buche,
4 Kiefer; Knüppel, rm: 63 Eiche, 1 Aſpe, 6 Kiefer; Reiſig, Wellen
3640 Eiche, 250 Kiefer, 60 Aſpe; ferner aus Abt. 8, 23 u. 48: 3 Lärchen=
Stämme und 70 Fichten=Derbſtangen. — Das Holz iſt vorher
ein=
zuſehen. Auskunft erteilen die beiden Forſtwarte Engel und Kirſchner,
(6506
Meſſeler Forſthaus, den 14. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
Letzte Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, 21. März 1912, vormittags 11 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt, aus Diſtrikt
Klingsackertanne
11 rm Kiefern=Knüppel
38 rm Kiefern=Scheit
33 rm Kiefern=Stock
und aus Diſtrikt Malchertanne
7 rm Kiefern=Knüppel
32 rm Kiefern=Scheit
9 rm Kiefern=Stock
(6512oi
an den Meiſtbietenden verſteigert.
Pfungſtadt, den 14. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Lieferung von Leder
für die Erziehungsanſtalt „
Ohly=
ſtift” in Gräfenhauſen betr.
Wir bedürfen:
90 kg gewalztes Sohlenleder,
75 kg ungewalztes Sohlenleder
(Wildkuh),
50 kg Oberleder, braune Raupen
und laden Lieferungsluſtige ein,
ihre Angebote am 25. ds. Mts.,
vormittags zwiſchen 11 und
12 Uhr, in den im Eingang des
Stadthauſes links aufgehängten
Submiſſionskaſten einzulegen.
Als Proben ſind ganze Häute
bei dem Oberverwalter des
Pfründ=
nerhauſes, Frankfurterſtraße 35,
bzugeben. Bei erteiltem Zuſchlag
können die betreffenden Proben
auf die Lieferung angenommen
verden.
(6540
Darmſtadt, 12. März 1912.
Das Kuratorium der
Erziehungs=Anſtalt „Ohlyſtift”
I. V.: Mueller.
Die Zimmerarbeiten
bei Herſtellung der Einfriedigungen
an dem ſtädtiſchen Grundſtück der
Rennbahn (Heidelberger Straße)
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 23. März 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(6555oi
Darmſtadt, 16. März 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Heinrich Schul,
alleinigen Inhabers der Firma
Gebr. Schul in Darmſtadt, iſt
infolge eines von dem
Gemein=
ſchuldner gemachten Vorſchlags zu
einem Zwangsvergleiche
Ver=
gleichstermin und Termin zur
Prüfung der nachträglich
ange=
meldeten Forderungen auf
Donnerstag, 11. April 1912,
vormittags 11½ Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gericht I in Darmſtadt, Zimmer
Nr. 219, anberaumt.
Der Vergleichsvorſchlag iſt auf
der Gerichtsſchreiberei des
Kon=
kursgerichts zur Einſicht der
Be=
teiligten niedergelegt. (6480
Darmſtadt, 13. März 1912.
Der Gerichtsſchreiber
des Großh. Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
In Ergänzung unſerer
Bekannt=
machung vom 29. Februar 1912
ragen wir nach, daß die Firma
G. C. Klebe, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, in Eberſtadt,
früher die Firma führte: „
Süd=
deutſche Papierwaren=Induſtrie,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haf=
(6521
tung‟
Darmſtadt, 13. März 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Dünger=Verſteigerung
Dienstag, den 19. März ds.
Js., vormittags 11 Uhr, im
ſtädtiſchen Schlachthofe, Frank
furterſtraße Nr. 69. (6418so
35 Ps. liegende
mit Röhrenkeſſel (Simonis&
Lanz) wegen
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Beſtellg. w. d. Postk. o. Tel. 2067
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Bekanntmachung.
Die Lieferung der für die Zeit vom 1. April 1912 bis Ende
März 1913 bei dem Großh. Amtsgericht Darmſtadt I erforderlichen
Schreibmittel ſoll im Wege öffentlicher Ausſchreibung vergeben werden.
Die Papiere müſſen die unter C der Bekanntmachung Großh.
Staats=
miniſteriums vom 17. Januar 1907: den Erlaß von Beſtimmungen
über Verwendung von Papier bei den Großh. Staatsbehörden, ſowie
deſſen Lieferung und Prüfung betreffend, für die einzelnen
Verwen=
dungsklaſſen vorgeſchriebenen Eigenſchaften aufweiſen.
Daſelbſt ſind auch die Stoff= und Feſtigkeitsklaſſen angegeben,
welche bei den zu verwendenden Papieren maßgebend ſind.
Zur Lieferung werden vergeben die Papiere:
1. der Verwendungsklaſſe 1;
2. der Verwendungsklaſſe 3 (Kanzleipapier Nr. 3a, ſowie
Schreibmaſchin=Durchſchlagpapier u. Konzeptpapier Nr 3b);
3. der Verwendungsklaſſe 4 (Konzeptpapier Nr. 4b);
4. der Verwendungsklaſſe 5 (Packpapier Nr. 5a und 5b).
Dabei wird insbeſondere auf die §§ 3 und 4 der Beſtimmungen
hingewieſen, welche bei den Verwendungsklaſſen 1—4b
anzuwen=
den ſind.
Die ſonſtigen auf die Papierlieferung bezüglichen
Lieferungs=
bedingungen ſind aus obenerwähnter Bekanntmachung zu erſehen
und werden ebenfalls dieſer Ausſchreibung zu Grunde gelegt.
Hin=
ſichtlich der Lieferungsbedingungen für die übrigen zur Bewerbung
ausgeſchriebenen Gegenſtände iſt der Erlaß der Großh. Miniſterien
vom 16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend, und deſſen
Anlage A maßgebend.
Die Angebote, unter Anſchluß von Muſtern, wollen verſchloſſen
mit der entſprechenden Aufſchrift verſehen, bis längſtens
Montag, den 1. April 1912, vormittags 9 Uhr,
bei der unterzeichneten Gerichtsſchreiberei eingereicht werden;
ihre Eröffnung erfolgt zur bezeichneten Stunde und ſteht den
Be=
werbern, oder deren Bevollmächtigten der Zutritt zu dem
Eröff=
nungstermin frei.
Für den Zuſchlag wird eine Friſt von 7 Tagen, beginnend mit
dem Eröffnungstermin, vorbehalten. Die Bewerber bleiben inſolange
an die Angebote gebunden.
Den Bewerbern iſt vorherige Einſicht der erwähnten
Be=
dingungen bei der unterzeichneten Gerichtsſchreiberei freigeſtellt.
Aus=
fertigung der Verdingungsvorſchläge kann gegen die geſetzliche
Schreib=
gebühr bei der Gerichtsſchreiberei bezogen werden.
Darmſtadt, den 13. März 1912.
(6508
Gerichtsſchreiberei Großh. Amtsgerichts Darmſtadt I
Abteilung für ſtreitige Gerichtsbarkeit.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 22. März I. J., vormittags 9 Uhr
und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag des Herrn Juſtizrat F. Gallus die zum
Nachlaß des Rentners Karl Jacob Diehl gehörigen Möbel und
Haushaltungsgegenſtände im Verſteigerungslokal „Ludwigshalle‟,
Obergaſſe 12, als:
1 faſt neuer Kaſſenſchrank und 1 Pianino,
10 Stück Oelgemälde, beſſere Sachen, darunter
einige Stücke von Paul Weber, verſchiedene
Stiche und Aquarelle uſw.
Ferner: 1 Spiegelſchrank, 1 Sekretär, 1 Pfeilerſchränkchen,
1 Bücherſchrank, alle in nußbaum poliert und gut erhalten,
verſchied. Kommoden, Waſchtiſche, Nachttiſche, 1
Brand=
kiſte, Tiſche verſchiedener Art, 2 Sofa, Stühle, Spiegel,
1 Regulator, Teppiche, Vorhänge und ſonſtige kleine
Möbel und Haushaltungsgegenſtände, 2 kompl. Betten
und verſchiedenes Bettwerk. Eine große Partie Bücher
und Illuſtrierte Blätt er, Porzellan, Gläſer und
Nippſachen, Bett= und Tiſchwäſche und Handtücher in
großer Anzahl, Kleider und Weißzeug, Gold, Silber
und Schmuckſachen, 1 goldenes Medaillon mit
Bril=
lanten und dazu gehörige Halskette, 1 goldene Damenuhr
mit Kette, 1 Ring mit Diamant und verſchiedene andere
Ringe, diverſe Broſchen und Ohrringe, 1 goldeue Herren=
Rementoiruhr. Einige Dutzend ſilberne Eß= und
Kaffee=
löffel uſw.
Die Beſichtigung der Gegenſtände kann
Donners=
tag, nachmittags von 3—6 Uhr, in der Ludwigshalle
ſtattfinden.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden
gegen bare Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 18. März 1912.
(6541om
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 21. März, vormittags 9 Uhr
ollen in der Schneider’ſchen Gaſtwirtſchaft in Waſchenbach aus
den Diſtrikten Raueberg, Birkenwald und Hainberg verſteigert werden:
Stämme: 10 Eichen — 1,92 cbm, 3 Lärchen — 0,48 cbm;
Derbſtangen: 34 Eichen — 2,80 cbm, 13 Lärchen — 1,26 cbm;
Scheiter, rm: 65 Buchen, 4 Eichen; Knüppel, rm: 320 Buchen,
83 Eichen, 2 Kiefern; Reiſig, Hdt. W.: 60 Buchen, 3 Kiefern;
Stöcke, rm: 74 Buchen, 29 Eichen.
Ober=Ramſtadt, den 13. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
(6514
Freihändiger Möbelverkauf
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1 Salon, beſtehend aus: Sofa, 2 Seſſel, Vertikos und Tiſch;
1 Salon, beſtehend aus: Sofa, 2 Seſſel (Seidebezug), 2 Stühle,
2 Säulen, Staffelei und Tiſch;
1 Speiſezimmer: ſchweres Büfett (hell eichen), Credenz, 12 Stühle
und Tiſch; ferner 1 Büfett (modern) mit Credenz, dunkel
eichen, Kaſſenſchrank;
2 Klubſeſſel (Rindsleder), 2 Seſſel, Tiſche, Stühle, Betten, Gasherd,
Petroleumofen, Kommode, Bauerntiſch, 2 Diwans uſw.
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(6364a)
Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
34
Komm mit dem Schlitten hier vor die Scheune,
Bohl=
mann! Frau Tannert, laſſen Sie doch das Heulen und
helſen Sie! Den Jungen und Jochen auf den Schlitten!
Sie, Dora, fahren mit und die Tannert auch, nach Boſtel,
daß die Kranken ins Bett kommen! Vorwärts, hier gibt
es nichts mehr zu tun! Die Ackerpferde hinten an den
Schlitten, daß ſie unter Dach kommen. In Boſtel
ſpan=
nen Sie aus, Bohlmann, und geben den Pferden Futter,
und wenn die Pferde in Ordnung ſind, dann gehen Sie
ruhig nach Haus. Es gibt Leute genug, die ſich die Nacht
drum kümmern.
Dora war ſchon da mit dem in Decken eingehüllten
Kinde auf dem Arm. Zwei Männer trugen den Jochen
hinterher. So, nun Stroh auf den Schlitten! Beſſer, es
wärmt noch, als daß es verbrennt. Er ſah, wie Dora
über ſein Kind gebeugt im Schlitten hockte. Ich komme
bald nach, Dora Plattner, ſagte er und legte ihr leicht die
Hand auf die Schulter.
Auf der andern Seite des Schlittens ſtand Stine und
pfropfte, was ſie konnte, Stroh um Jochens lange Beine
und breite Schultern. Ihr hing das Haar wild ins
Ge=
ſicht, ihre Hände waren zerſchunden, und ihre Kleidung
war zerfetzt. Fahr mit, Stine! ſagte Lührſen. Da klet=
terte ſie eiig hinein in den Schlitten! Der Müller Mayer
aus Boſtel ſpannte ſeine Pferde, mit denen er die Spritze
hergefahren hatte, noch vor die beiden Braunen, und ſo
fuhren ſie vierſpännig vom Halligboſteler Hof, der in
Flammen ſtand. Gerdt Lührſen blieb allein zurück.
Er trat weiter vom brennenden Hofe zurück an eine
Eiche. So war’s recht! Das hatte gerade noch gefehlt!
Nun war’s aus, nun hatte ſie ja ihren Willen!
Wie er ſo daſtand, kam einer, ein Bauer aus Boſtel,
an ihn heran und gab ihm die Hand. Ein zweiter kam,
das war Maak aus Bütfeld, und gab ihm auch die Hand.
Das kommt allens wieder in Reih und Schick, Herr
Lühr=
ſen, wir helfen all! So kamen noch mehr, und jeder hatte
ein mutiges Wort und bot Hilfe an für Unterbringung
des Viehs und für die Beſtellung im Frühjahr.
Aber das Feuer fraß weiter, brannte das Haus
herunter und die Scheune dazu, wie jedes andere Haus
zuſammenbrennt. Es dauerte nicht lange, da gingen die
meiſten nach Hauſe, die Feuerwehr ſtellte zwei Mann als
Wachen neben die Trümmer, und Lührſen wandte ſich ab
und ging langſam nach Boſtel zu, um nach ſeinem Kinde
zu ſehen.
In Hamburg, in einem großen Hotel, lag eine Frau
im Bett und weinte, weil ſie ihr Kind nicht haben konnte,
und wußte doch nicht, daß es faſt nackt und bloß in
Win=
terſturm und Kälte aus einem brennenden Hauſe
hinaus=
getragen worden war, wußte nicht, daß der Tod neben
ihrem Kinde ſtand, und daß eine mit blondem, aufge=
löſtem Haar neben ihrem ſterbenden Kinde kniete in einem
Bauernhaus und die Hände rang im Gebet: Nur das
nicht. lieber, ieber Gott, das tu ihm nicht auch noch an! —
Bohlmann ſah, daß die Pferde beim Müller gut
untergebracht waren und beaufſichtigt wurden. Was
ſollte er denn nun tun? Es war doch wohl am beſten, er
ging nach ſeinem Hauſe, das nicht weit hinter Boſtel,
atwas abſeits von der Chauſſee nach Harburg, lag. Er
Er tründelte ziemlich gleichmütig, den Wind im Rücken,
durch Boſtel durch. Na, der Herr war ja verſichert, und
ändern ließ ſich nichts. Wie das Feuer wohl
ausgekom=
men war? Von den alten Chauſſeepappeln lag ein halbes
Dutzend über den Straßengraben weg. Das war nun
was für die Leute, die aus Pappelholz Holzpantoffeln
ſchneiden, und en büſchen Brennholz fürs Kaffeekochen
wollte er morgen früh, wenn’s Tag wurde, doch von den
Pappeln hereinholen. So kam er, dem kleinen Feldweg
folgend, ans Haus heran. Als er den Schlüſſel aus der
Taſche zog, richtete ſich eine ſchwarze Geſtalt in einem
gro=
ßen Umſchlagetuch auf, die auf dem Süll im Windſchutz
geſeſſen hatte.
Na nu, ſagte Bohlmann, wer iſt denn das?
Bohlmann, ich bin’s!
Lene. du biſt’s? Bei das Wetter? Und Halligboſtel
iſt abgebrannt!
Das weiß ich. Mein Mann is tot!
Das weiß ich.
Ich weiß nich, von was ich in Hamburg leben ſoll
Nummer 66.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
Seite 13.
Sieh ſo, meinte Bohlmann, aber für gedruckte Karten
war wohl Geld da? Ihr ſeid wohl rein verrückt auf
Stunds?
Das geht nich anders in Hamburg, wenn einer ſtirbt.
Na, denn man zu! Was willſt du denn nu, Lene?
Ich hab ſolche Bange gekriegt, in Hamburg, ganz
allein. Da bin ich nach Harburg gefahren und bin
her=
gelaufen in den Wetter, und nu wart ich ſchon eine Stunde,
und nu muß grad Halligboſtel brennen, und du kommſt ſo
ſpät nach Hauſe!
Das war gut, daß ſie ihm gleich den grauen Kopf
zurechtſetzte. Es kam ihm ordentlich behaglich vor, wie
etwas, was ihm gefehlt hatte all die Jahre.
Ja, Bohlmann, nu ſchließ man auf! Mich friert,
und die Kleine hier, die ich auf dem Arm hab, is bald
ver=
klammt.
Bohlmann ſchloß auf, zündete die Laterne an und
machte Feuer an im Kamin auf der Diele.
Haſt bloß das ein?
Ja, bloß die lütte Deern!
Sie ging geradeaus in ſeine Kammer, und er ſah,
wie ſie das Kind ins Bett legte. Dann ging ſie in den
Ziegenſtall und molk die Ziege, gerade ſo, als wenn ſie
nie weg geweſen wäre, und Bohlmann machte heißes
Waſſer und ſtellte den Topf mit Milch dazu ans Feuer.
Als das fertig war, kam ſie wieder, nahm Milch und
Kaffee und ging damit nach der Kammer. Gute Nacht,
Bohlmann, wir ſprechen morgen allens durch!
Da ſtand er nun und döſte vor ſich hin. Das war ihm
denn doch hölliſch über den Kopf gekommen, und
ausver=
ſchämt war die Lene immer geweſen. Er ſuchte zwei alte
Pferdedecken zuſammen, ſtieg die kleine Leiter hinauf und
kroch ins Heu. Es war ganz warm da, denn einen
Schorn=
ſtein gab es nicht, der Torfrauch und die Hitze vom Feuer
ſetzten ſich ſchön feſt unterm Strohdach. Bohlmann lag
eine Weile und verſuchte nachzudenken. Er hatte es ja
immer geſagt, er war viel zu gut. Aber er konnte doch die
Lene bei dem Wetter nicht mit ſo ner lütten Deern auf
dem Arm draußen laſſen. So ſchlief er ein, und der Sturm
brauſte um das kleine Taglöhnerhaus. Was es doch, um
mit Bohlmann zu ſprechen, für kurioſe Verhältniſſe in der
Welt gibt —
Als Lührſen an das erſte Hau sin Boſtel kam, klopfte
er an, um zu fragen, wo ſein Kind ſei. Der Schlitten ſei
bei Müller Mayers in den Hof gefahren. Dort führte ihn
die Müllerin in die gute Stube, wo ſie ein Bett hingeſtellt
und Feuer angemacht hatte. Da fand er ſein Kind und
Dora Plattner. Sie kniete neben der Bettſtelle, hatte eine
Schüſſel mit Schneewaſſer neben ſich auf einem Stuhl
ſtehen und legte dem kleinen Kranken kalte Umſchläge auf
die brennende Stirn. Lührſen trat an die andere Seite
des Bettes und begte ſich darüber. Dann ſah er Dora
an. Sie nickte nur mit todernſtem Geſicht.
Ich will den Doktor aus Harburg holen! Schon war
er an der Tür.
Laſſen Sie n
änen Schwa=
ger gebeten, von Bütfeld aus zu telephonieren oder zu
telegraphieren.
Er kam langſam zurück. Wo Dora Plattner war,
wurde nichts vergeſſen! Der Kleine habe über nichts
ge=
klagt, aber er ſei ohne klares Bewußtſein, das Fieber
müſſe ſehr hoch ſein. Das andere, was ſie fürchtete, ja,
als Gewißheit vor ſich ſah, ſagte ihm ihr Blick und ſagte
ihm auch ſein eigenes Urteil! Er zog ſich einen Stuhl
heran, ſtützte die Ellbogen auf die Knie und ſtarrte auf
ſeine verſchränkten Hände hinunter, die noch voll von
Schmutz, Ruß und Blut waren. Ab und zu hob er die
Augen zum Geſicht ſeines Kindes. Er ſah genau, daß es
nicht leben würde.
Dann kam die Zeit, wo das Röcheln begann, was
jeder kennt, der Menſchen ſterben ſah. Dann wurde es
ganz ſtill, und das ſchmale Geſichtchen wurde ganz weiß.
Dora begann zu zittern am ganzen Körper, aber ihr
Ge=
ſicht blieb feierlich gefaßt, und ihre Hand war ſanft und
ruhig, als ſie ſie auf zwei Augenlider legte, die der Tod
gebrochen hatte.
Von ſolchen Stunden ſprechen Menſchen nie wieder
miteinander, die ſie zuſammen an einem Sterbebett
er=
lebt haben. Sie wiſſen, was ſie erlebt haben, und daß
ſie zuſammen waren, als die Ewigkeit in einem Menſchen
an die Zeit herantrat. Und wenn zwei, die das erlebt
haben, ſich nach zehn Jahren wiederſehen, dann ſehen
ſie das Bild ſolcher Stunde wieder in des andern Augen,
ohne daß eins ein Wort ſagt.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
Nummer 66.
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Nummer 66.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
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Die Preise verstehen sich für Barzahlung.
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Von der Rabattgewährung sind ausgenommen:
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Bestecke. Tee und Putzmittel.
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Montag, den 18. März. nachmittags ½3 Uhr,
Besichtigung der Brauerei Rummel
(Allee Nr. *61).
Zuſammenkunft daſelbſt 2½ Uhr.
Unſere Mitglieder erhalten Teilnehmerkarten hierfür bei Herrn
Sattlermeiſter Wallauer, Rheinſtraße 37.
(6321so
Der Vorstand.
Zu Gunsten der DeuischenHotorhoot-
LKpealticn darch-Arria
Freitag, den 22. März, abends 8 Uhr
im großen Saale des Saalbaues
VoRTRAC
von
Overleathahr Padf drdeiz
über seine Erlebnisse auf seiner Fahrt:
I i Hetorbobf
1
er dafch Aiina
vom Indischen Ozean zum Congo.
:: Mit farbigen Lichtbildern und :
kinematographischen Vorführungen.
Karten im Vorverkauf zu Mk. 3.50, 2.50, 1.50 und 80 Pfg. bei
Georg Thies Nachf. (Leopold Schutter) Grossh. Hoflieferant,
Elisabethenstr. 12; an der Abendkasse Mk. 4.—, 3.— 2.— u. 1.—.
Für die Herren Offiziere Sperrsitz Mk. 1.75 bezw. Mk. 2.—.
*) Oberleutnant Graetz kehrt im April d. Js. mit einem
Ersatz-
mann für den vom Büffel getöteten Operateur zu seinem im Congo
tüberwinternden: Motorboot zurück, um die Durchquerung Afrikas
zu vollenden.
(6264fok
Saal Hotel zur Traube
Donnerstag, 21. März, abends 8 Uhr:
RoRzEf!
Au
Opheum
369
Gastepiel Miehl Deuggn
Oberbayr. Bauerntheater
Montag
den 18. März
Kichara Wagner-verein Darmstadt.
Dienstag, den 19. März 1912, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5).
Konzert:
„Der heilige Rat‟
Komödie aus den Volksleben
in 4 Bildern (6545
Dienstas
Thoma-Abend.
Komödie in 1 Akt
I. Klasse
Bauernschwank in 1 Akt6323)
von Ludwig Thoma.
Die Handlungspielt in einem
Ort: Ober-Bavern.
Freise und Vererian wie beigal.
Proſessor an der Königl. Akademie der Tonkunst, München
unter Mitwirkung von
Heintich Schwarrz Madvier)
Professor an der Königl. Akademie der Tonkunst, München.
Konzert-Flügel: Blüthner, aus dem Lager von
A. W. Zimmermann (L. Schweisgut), Gr. Hoflieferant.
Karten: Vorverkauf bei Gg. Thies Nachf. (Leopold
Schutter), Gr. Hoflieferant, Elisabethenstr. 12, zu
Mk. 3.—, 2.— und 80 Pfg.; an der Abendkasse
(6256lad
Mk. 3.50, 2.50 und 1.—.
von Frau Ellen
Saatweber-Schlieper
Fai
aus Barmen (Klavier) und Herrn Professor
Henri Marteau
aus Berlin (Violine).
von Ludwig Ganghofer. Der Ibach-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma Heinrich
Arnold (Wilhelminenstrasse 9).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz zu 5 Mk., Saal
6 61.
den 19. März zu 3 Mk, Galerie zu 1.50 Mk.. Stehplätze im Saal zu 1 Mk.-
Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten zu 50 Pfg. bei Leopold
Schutter, im Verkehrsbüro und abends an der Kasse. —
Beitritts-
erklärungen für das laufende Vereinsjahr, die noch vor dem
obigen Konzerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche.
Die Medaille Der Jahresbeitrag beträgt 12 Mk.
Jedes Mitglied hat das Recht, an der Ende März
von Dr. Ludwig Thoma.stattfindenden Verlosung der von dem Vereinangekauften
Eintrittskarten zu den diesjährigen Bayreuther
Bühnen-
festspielen (zu 25 Mk.) teilzunehmen.
Der Vorstand.
Eilzugs-Kupee I. Klasse. Arbeitgeberverband für das Baugewerbezu Darmstadt
An unſere Mitglieder!
Wir laden unſere Mitglieder zu einer Verſammlung auf!
Mittwoch, den 22. März 1912, abends 8 Uhr in den
Fürſten=
ſaal hiermit ein.
Großherzogl. Hoftheater
In dieſer Verſammlung wird Herr Stadtverordneter H. Sames
Montag, 18. März.über das Thema:
139. Abonnem.=Vorſtellung. A 35.
. Baumeiſter Solneß.
Schauſpiel in 3 Aufzügen
von Henrik Ibſen.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.ſprechen.
Perſonen:
Baumeiſter
Hal=
pard Solneß . Hr. Heinz (6571)
Der Vorſtand.
Frau Aline
Sol=
neß, ſ. Gattin . Frl. Heumann
Dr. Herdal,
Haus=
arzt
. Hr. Wagner
Knut Brovik,
ehe=
mals Architekt,
jetzt Aſſiſtent bei
Dienstag, den 19. März
Solneß
Hr. Lehrmann
abends 9 Uhr, findet im Saale des
Ragnar Brovik, ſ.
Hotel Hess ein Vortrag des Herrn
Sohn Zeichner. Hr. Weſtermann
Kaja Fosli, ſeine
Nichte, Buchhalt. Frl. Uttmann
Nachum Goldmann aus Frankfurt a. M.
Frl. Hilde Wangel Frl. Meißner
Eine Dame.
Frl. Wisthaler
über: Renalssance
Nach dem 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.);
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
der jüdischen Kultur
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe I.60 Mk.,
ſtatt und laden wir hierzu höflichſt ein.
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
Eintritt frei. (6546
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk, 6.—8. Reihe
Zioniſtiſche Ortsgruppe Darmſtadt.
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
Ga=
lerie 50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. Ende vor 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Dienstag, 19. März. 140. A.=V.
Darmstädter Billard-Klub
D 36. „Siegfried.” Große
Vereins-Abend: Dienstag abend „Hotel Hess‟
Preiſe. Anfang 6 Uhr.
Gäste stets willkommen.
(2a
Mittwoch, 20. März. Auß. Ab.
Kindervorſtell. zu ermäß. Preiſen:
„Apfelbaum,
Erdmänn=
in nur bester
Quali-
chen und Flöte.” Anf. 5 Uhr. K
tät. Für Haltbarkeit
(Vergl. beſondere Anzeige.)
der Borsten wird
Donnerstag, 2) März. 141. A.=V.
weitgehendste Ga-
C 36. „Die Fledermaus. geleistet.
u
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Ofe
Zum erſten Male wiederholt: 1D1e Unfallversicherung nach der neuen
Reichsversicherungsordnung.
In Anbetracht der Wichtigkeit dieſes zeitgemäßen Themas
rechnen wir auf die Anweſenheit aller unſerer Mitglieder.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady. Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Amerika”, von New=
York kommend, 15. März 5 Uhr
15 Min. morgens von Plymouth.
Dampfer „Pennſylvania”, von
New=York kommend, 14. März
12 Uhr 50 Min. nachm. Lizard
paſſiert.
Dampfer „Preſident Grant”, nach
New=York, 14. März 11 Uhr
20 Minuten morgens Cuxhaven
paſſiert.
Dampfer „Preſident Lincoln”,
14. März 5 Uhr nachmittags von
New=York über Plymouth und
Cherbourg nach Hamburg.
Parfümerie Gg. Frz. Frank
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. März 1912.
Nummer 66.
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Luftfahrt.
sr. Ein intereſſantes Flieger=Manöver
in Gegenwart des Kaiſers fand auf dem Truppen=
Uebungs=
platz in Döberitz am Freitag vormittag gelegentlich der
großen Gefechtsübung ſtatt, die zu Ehren des Chefs des
öſterreichiſchen Generalſtabs, Feldmarſchall=Leutnant von
Schemua, veranſtaltet war. Von der Döberitzer
Flieger=
abteilung waren jeder der beiden Parteien, die ſich an
der Uebung beteiligten, drei Flugmaſchinen zugeteilt
wor=
den, an der außer den Offiziers=Piloten auch noch Offiziere
als Beobachter Platz genommen hatten. Die Flieger=
Kommandos erfüllten ihre Aufgabe ſo gut, daß der Kaiſer
ſich den Führern gegenüber in anerkennenswerter Weiſe
äußerte.
sr. Zum Todesſturz des Wright=
Flie=
gers Guſtav Witte werden von einem Augenzeugen
folgende Einzelheiten berichtet: Den Flugplatz Teltow
be=
ſuchte am Freitag vormittag eine größere Abteilung
Zeh=
lendorfer Schüler mit ihren Lehrern. Um dieſen eine
Freude zu bereiten, entſchloß ſich Witte, trotz des böigen
Windes, einen kurzen Schauflug zu unternehmen.
Nach=
dem er drei Runden in etwa 120 Kilometer Tempo
zurück=
gelegt hatte, ſchickte er ſich an, im Gleitfluge zu landen,
als der Apparat anſcheinend von einem Windſtoß erfaßt
wurde und nach vorn überkippte. Witte flog aus der
Ma=
ſchine heraus und ſtürzte aus einer Höhe von 50 Metern
zu Boden. Der Körper grub ſich bei dem heftigen Anprall
tief in die Erde ein. Wenn auch an Witte keinerlei äußere
Verletzungen ſichtbar waren, ſo hatte doch ein Bruch der
Wirbelſäule und andere ſchwere Knochenbrüche den Tod
mif der Stelle herbeigeführt. Neben der Leiche lag der
vollſtändig zertrümmerte Apparat. Guſtav Witte wurde
im April 1879 in Rufen (Kreis Soldin) geboren und
er=
warb am 22. Auguſt 1911 ſein Fliegerzeugnis, das die
Nummer 97 trägt. Bemerkenswert iſt, daß Witt ſich allein
ohne jede fremde Hilfe im Fliegen ausgebildet hatte. Witte
iſt das 12. Opfer, das die Aviatik in Deutſchland
gefor=
dert hat.
* Das Kriegsdepartement der
Vereinig=
ten Staaten macht mit der Auswahl von vier
Offi=
zieren, die als Flieger dem Signalkorps zugeteilt werden
ſollen, trübe Erfahrungen. Verſchiedentlich ſtand die
Be=
hörde bereits vor der Veröffentlichung der betreffenden
Namen, erhielt jedoch jedesmal von einem oder zwei der
betreffenden Offiziere ein Geſuch um Entbindung von dem
Kommando als Flieger. In mehreren Fällen wurden
dieſe Geſuche auf Berückſichtigung von Wünſchen der
Ehe=
frauen zurückgeführt. Die jüngeren Offiziere ſcheinen ſich,
nachdem das Flugweſen den Reiz der Neuheit etwas
ver=
loren hat, freiwillig nicht allzu ſehr zu dieſem Kommando
zu drängen. Nach Beſtimmung des Kriegsdepartements
ſollen nur Offiziere bis einſchließlich des
Oberleutnants=
dienſtgrades als „Fliegeroffiziere” angenommen werden.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt 16. März. (
Börſenwochen=
bericht.) Die verſchiedenen Streiknachrichten machen auf
die Börſen keinen Eindruck, da man an eine baldige
Be=
endigung glaubt. Hingegen mahnt die Situation am
Geld=
markt anhaltend zur Vorſicht. Die Verſteifung hat in der
abgelaufenen Woche weiter zugenommen. Der
Quartals=
wechſel rückt näher und die bekannten Bedingungen der
Reichsbank nötigen zur zeitigen Vorſorge. Außerdem ſind
für den ſtarken Kupontermin umfangreiche Mittel
bereit=
zuſtellen, namentlich ſeitens der Hypothekenbanken werden
nach dieſer Richtung bereits umfaſſende Vorbereitungen
getroffen. Die Nachfrage nach Geld hat daher am offenen
Markte während der letzten Tage zugenommen und
täg=
liches Geld wird wieder mit fünf Prozent und ſogar
darüber bezahlt. In Wechſeln herrſchte ſtarkes Angebot,
namentlich waren, wie verlautet, viel Schnittwechſel am
Markte, ſodaß ſich der Privatzinsfuß auf 4½ Prozent
er=
höhte. Es iſt daher begreiflich, daß die Anſprüche an die
Reichsbank bedeutend im Zunehmen begriffen ſind. Von
einer Diskontoherabſetzung iſt ſchon gar keine Rede mehr
vielmehr machte ſich eher die Befürchtung geltend, daß unſer
Zentralinſtitut gezwungen ſein könnte, ſeine Rate etwas
heraufzuſetzen. Obwohl die Verhältniſſe ziemlich
ange=
ſpannt ſind, hofft man dennoch nicht, daß die
Reichsbank=
verwaltung ſich zu einem ſolchen Schritt entſchließen wird,
da ſie das Beſtreben dokumentiert, der wirtſchaftlichen Lage
nicht noch größere Schwierigkeiten zu bereiten, als ihrer
augenblicklich ſchon harren. Darum wird man wohl über
den Quartalswechſel hinaus mit dem gegenwärtigen
offi=
ziellen Satze weiter rechnen müſſen. Die Stimmung war
während der Berichtswoche eine feſte, wenn auch das
Ge=
ſchäft infolge der großen Zurückhaltung ſeitens der
Speku=
lation in engen Grenzen blieb. Günſtig ſtimulierte die
gute Haltung der Londoner und New=Yorker Börſen;
fer=
ner auch die, beſſere Dispoſition des Gold= und
Kupfer=
marktes.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, lagen
Deutſche Renten ſehr ſtill, doch hofft man vom Apriltermin,
daß die eingehenden Zinſen zum Teil für Anlagen
ver=
wendet werden und dann regerer Begehr eintritt.
Aus=
ländiſche Staatsfonds ſind im allgemeinen gut behauptet;
auch Mexikaner wieder erholt. Von Transportaktien waren
Hamburger Paketfahrt und Nordd. Lloyd belebter, aber
letztere etwas abgeſchwächt, trotz des höchſt befriedigenden
Abſchluſſes. Schantung ſind auf Realiſationen niedriger.
Recht feſt waren 3prozentige Lombardiſche Prioritäten.
Der Bankenmarkt war ruhig, aber die Kurſe nach
mehrfachen Schwankungen wieder zur Feſtigkeit geneigt.
Das Montangebiet bekundete außergewöhnlich gute
Ten=
denz, da anſcheinend infolge der früheren Streikausſichten
ſtark gefixt wurde und nachdem ſich jetzt herausſtellt, daß
die angeſammelten Vorräte länger reichen werden, als die
Streikmittel, ſchritt die Kontremine zu Rückkäufen.
An=
regend hat auch der günſtige Bericht des Roheiſenverbands
gewirkt.
Am Kaſſainduſtriemarkt waren die Umſätze zwar
ge=
ringer, aber das Animo für einzelne Favoritpapiere hielt
an. Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt bis 1047½
gehandelt; Höchſter Farbwerke auf etwa 553 avancierend:
ſonſt ſind höher: Badiſche Anilin (496½), Chemiſche
Gries=
heim (258), Weſterregln Alkali (195), Zellſtoff Waldhof
(244,90). Selbſt Kunſtſeide erhöhten ſich auf 134, weil man
für die Zukunft beſſere Erfolge erwartet.
Elektrizitäts=
werte konnten ebenfalls profitieren, nur Bergmann wieder
bis 179,25 nachgebend. Moenus ermäßigten ihren Kurs
bis 359, Fahrzeug Eiſenach bis 122, Holzverkohlung bis
288. Kleyer ruhiger (462½); ebenſo Gummi. Peter (144,25).
Die Allgemeine Elſäſſiſche Bankgeſellſchaft verteilt für das
abgelaufene Geſchäftsjahr 6½ Prozent Dividende. Die
Heſſiſche Landes=Hypothekenbank A.=G. Darmſtadt gibt auf
Staatsvorſchlag 4 Prozent gegen 3¾ Prozent im Vorjahr.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,25,
Braun=
ſchweiger 199,—, Pappenheimer 53,—, Freiburger 74,50 B.,
Türkiſche 169,— Genua 190,—, Ungariſche 369,80 B.,
Mei=
ninger 35.50, Venediger 42,50, Mailänder 45=Fres.=Loſe
149,—, Mailänder 10=Fres.=Loſe 32,25, Raab=Grazer
An=
rechtsſcheine 38 G., in Reichsmark: Gothaer Prämie II
118,—, Donau=Regulierung 175 (nominell), Madrider 78 B.,
in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
un=
kündbar) 101,30 G., 3½proz. Reichs 90,40, 3proz. Reichs
81,45, 4proz. Heſſen von 1899 99,70, 4proz. Heſſen von 1906
99,90, 4proz. Heſſen von 1908/09 100,—, 4proz. Heſſen (
un=
kündbar bis 1921) 100,50 G., 3½proz. Heſſen 89,35, 3proz.
Heſſen 78,50, 4proz. Darmſtädter 98,90 G., 3½proz.
Darm=
ſtädter 90 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—23)
100,80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25)
100,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5)
89,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11)
90 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12)
100,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14)
100,90 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3)
90,10, 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 90 G.,
Darmſtädter Bank 124½, Südd. Immobilien=Geſellſchaft
(Mainz) 71 G., Südd. Eiſenb.=Geſellſch. 123,40 G.,
Leder=
werke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 79,80, Schramms
Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.) 272 G.,
Chemiſche Mühlheim a. M. 77,20, Schantungbahn 133,50,
South=Weſtafrika 153¾, Otavi=Anteile 93½, Otavi=
Genuß=
ſcheine 65¾, 4½proz. Ruſſen 100,40 P., 4proz. 1880er
Ruſſen 91 B., 4proz. 1902er Ruſſen 9060 G., 3¼oproz.
Ruſſen 88,50, 3½proz. Ruſſen 85,50 G., 3proz. Ruſſen 82,25,
4proz. unifizierte Türken 91 G., 4proz. Adminiſtrations=
Türken 84 G., 4proz. konvertierte Türken (1905/11) 81,—
4proz. Bagdadbahn 84,20. 5proz. Chineſen 99,90 G., 4½proz.
Chineſen 95,40, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 98,50 B.,
4½proz. Japaner 95,15, 4proz. Japaner 90,25, 3proz.
Buenos=Aires 72 G.
Literariſches.
— Das zwölfte Heft der Wiener Mode bringt
eine Anzahl hübſcher Ueberraſchungen. So vor allem eine
neue Beilage, ein ganzes Heft mit Frühjahrsbluſen und
eröcken, reizend dargeſtellt, mit ausführlichen
Beſchreib=
ungen und Anweiſung zum Bezuge von Gratisſchnitten
nach perſönlichem Maß. Dann eine weitere Beilage, Für
Haus und Küche, mit einer Sammelmappe zur Anlage
eines Speiſezettel= und Kochrezeptenbuches, das den
Haus=
frauen die Führung der Wirtſchaft ſehr erleichtert.
Fer=
ner zum erſtenmal ein Fragekaſten, in dem fachkundige
Auskunft in allen Angelegenheiten der Frau und des
Hauſes gegeben wird. Und endlich die Anzeige, daß die
Wiener Mode auch ihren älteren Abonnentinnen eine Gabe
bietet, nämlich ein Modeblatt fär ältere und ſtärkere
Da=
men, das gleichfalls als Gratisbeilage erſcheinen wird.
Auch in dem bisher üblichen Inhalt des Mode= und
Un=
erhaltungsteiles bemerken wir eine überraſchende
Ver=
mehrung, ſo daß man ruhig ſagen darf, daß die Wiener
Mode ihr erſtes Vierteljahrhundert in jugendfriſcher
Vor=
wärtsbewegung vollendet.
* Eine intereſſante neue Zeitſchrift iſt
„Der loſe Vogel” deſſen erſte Nummern uns
vor=
liegen. Eine ganz kleine Gruppe von Schriftſtellern,
die mit der Anonymität ihrer Beiträge die Sachlichkeit
betonen möchte gegenüber der heute ſo beliebten
Be=
tonung des Perſönlichen, ſchreibt dieſe Monatsſchrift
„Der loſe Vogel” in der vielleicht nicht ganz
ausſichts=
loſen Hoffnung, dazu zu helfen, daß dieſer ſogenannte
moderne Menſch auf ſein Epitheton verzichten lerne und
ein Menſch werde, beſtimmt durch ſeine Art und
Be=
gabung, aus der, und ſei ſie noch ſo gering und eng, zu
wirken ihm und damit dem Ganzen des Lebens von
größerem Nutzen und beſſerem Glücke ſein wird, als
wenn er ſich in eine immer nur oberflächliche
Vielſeitig=
keit und falſche geiſtige Geſchäftigkeit verliert, die ihn
zum Toren macht und keinem dient. Dieſe Zeitung
„Der loſe Vogel” iſt kein „Unternehmen”, das dem
Abonnenten das Beſte ſeiner Art zu ſein verſpricht. Es
iſt eine Zeitung nur, weil ſchreibende Menſchen auch
dann, wenn ſie mehr als ſich mitteilen wollen, kein
an=
deres Mittel zum Aufruf ihrer Mitmenſchen haben.
Denn das öffentliche Predigen iſt heruntergekommen,
auf allen Kanzeln. (Demeter=Verlag, Leipzig; pro
Heft 1 Mk.)
Soeben gelangte zur Ausgabe
März=Heft 1912
der
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Dr. C. Knetſch: Ein Gang über die alten Marburger
Fried=
höfe. Mit Abbildungen. Schluß. — Dr. Hermann Bräuning=Oktavio:
Wo iſt Goethes „Götz von Berlichingen” gedruckt? Mit einer Tafel.
Schluß. — Hofrat Dr. Arthur Kleinſchmidt: Einiges aus meinen
Familiennachrichten. — Karl Wehrhan: Volkskundliches über Glocken,
beſonders über Glockeninſchriften. — Kleinere Mitteilungen: Grundſteine
zu einer Stammtafel der heſſiſch=thüringiſchen Familie Limpert. —
Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. — Umfragen. — Nachrichten.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
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Zur Reinigung u.
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säfte trinke man
äglich den absolut
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Greift bei regelmässigem
Ge-
brauch weder Magen noch
Darm an. Nur echt zu haben
1 P. à 1 Mk. bei (6525a
Reformgeschäft „Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- u. Gesu Bmittel
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Ernst-Ludwigstr.
Um schnell zu räumen:
Wegen Umzug ſ. aus d. f.
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ſchaftshäuſern guterhalt. getragene
Kleider abzugeb., Jacken, Bluſen u.
Empirekleider, einz. Röcke, Mäntel,
Capes, Kimono=Mäntel, ſeidene
Kleider, Bluſen, Herrenanz., Weſten,
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anzüge für 13jähr., kräft. Figur,
Leinenkragen, Stück 5 Pfg., und
verſchiedenes mehr
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Stiftstrasse 89, part.
Wegen Umzug zu verkaufen:
1 Perſonalbett, 1 Kommode,
1 Bücherſchr., 1 Tiſch, 1 Kleiderſchr.,
4 Sofa, 1 Hängel., 1 Waſchmaſch.
1 Kapſel= u. 1 Korkmaſch. u. div.
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In meinem halbſeitigen Inſerat vom 22./2./1912 und 16./3./1912
im „Darmſtädter Tagblatt” iſt ein Irrtum unterlaufen. Es darf
darin nicht heißen: Rheinſtraße 28, ſondern es muß richtig heißen:
Rheinstrasse 20.
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