Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibungoder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Konferenz der Finanzminiſter, die auf
Samstag in Berlin anberaumt geweſen war, iſt
ver=
ſchoben worden.
Von Berlin ſind am Samstag 200 Schutzleutenach
dem Ruhrrevier abgefahren.
Der Wilhelmshavener Schutzmann Glaus wurde von
der Strafkammer Aurich wegen Bandendiebſtahls in
vier Fällen zu ſechs Jahren Zuchthaus verurteilt.
Die Konferenz der engliſchen
Bergarbei=
ter wird heute zuſammentreten. Die Regierung hat
die Zechenbeſitzer und Bergarbeiter zu einer neuen
Konferenz eingeladen.
*7
Norwegiſche Blätter veröffentlichen jetzt
aus=
führlichere Berichte über die
Südpolarexpedi=
tion Amundſens.
Die Geſchäftsordnung des Reichstags.
— Im allgemeinen betrachtet man in den
Parlamen=
ken, wenigſtens bei uns in Deutſchland, die
Geſchäfts=
ordnung faſt wie ein Blümlein Rührmichnichtan, indem
man von der an ſich richtigen Erwägung ausgeht, daß
bei öfteren Aenderungen die Autorität der Beſtimmung,
die nun einmal da ſein muß, leicht verloren gehen
könnte, weil die Mitglieder ſich ſagen, die und die
An=
ordnung könne leicht wieder umgeſtoßen werden. Mit
Rückſicht hierauf ertrug man es auch nicht nur Jahre,
nein Jahrzehnte lang, daß im deutſchen Reichstage die
Geſchäftsordnung Lücken aufwies, die ſich nicht ſelten
recht empfindlich bemerkbar machten und Einrichtungen
vermiſſen ließen, die ſich in anderen Parlamenten als
überaus nützlich und die Geſchäfte fördernd erwieſen
haben.
Erſt dem vorigen Reichstage war es vorbehalten,
an dieſe ſchwierige Materie heranzutreten, er iſt aber
nicht damit zu Ende gekommen, und der neue Reichstag
hat dieſe Aufgabe als eine der erſten übernommen. Die
Geſchäftsordnungskommiſſion, der eine
große Reihe von Anträgen der einzelnen Partcien zu
dieſer Frage ohne Debatte im Plenum überwieſen
wor=
den war, hat bereits fleißig gearbeitet, und man hat jetzt
eine Mehrheit für eine Inſtitution gefunden, die in
an=
deren Parlamenten ſeit Jahren beſteht, nämlich bei
Vertrauens= und Mißtrauensvoten, die bekanntlich eine
große Rolle ſpielen und oft über das Schickſal einer
Re=
gierung entſcheiden. In der letzten Kommiſſionsſitzung
iſt beſchloſſen worden, dem § 33 der Geſchäftsordnung
folgende Faſſung zu geben:
Interpellationen müſſen von 39 Mitgliedern
unter=
zeichnet ſein, kommen dann auf die nächſte
Jagesord=
nung und am Tage, wo der Reichskanzler zur
Berant=
wortung hereit iſt, bekommt der Interpellant das Wort
zur Begründung; an die Beantwortung ſchließt ſich
auf Wunſch von mindeſtens 50 Mitgliedern die
Beſpre=
chung. Erklärt ſich der Kanzler nicht beſtimmt über den
Tag der Beantwortung oder ſchiebt er ſie länger als
zwei Wochen hinaus, ſo kann der Reichstag die
Beſpre=
chung ſofort vornehmen. Ferner können bei der
Beſpre=
chung mit Unterſtützung von 30 Mitgliedern Anträge
geſtellt werden des Inhalts, der Reichstag möge das
betr. Verhalten des Reichskanzlers
billi=
gen oder nicht billigen (andere Anträge ſind
un=
zuläſſig).
Gegen dieſen Beſchluß ſtimmten nur die
Konſer=
bativen, während das Zentrum mit den übrigen
Par=
teien zuſammenging. Bisher nahmen Interpellationen
meiſt einen Ausgang wie das Hornberger Schießen, da
irgend welchen Beſchluß nicht gefaßt werden konnte.
Gleichzeitig aber will man eine andere Anordnung
tref=
fen, die neue Interpellationen vermeiden, die heute oft
wegen minderwertiger Fragen eingebracht werden
müſ=
ſen, da man ſonſt die Regierung nicht zu einer
Bekannt=
gabe ihrer Stellung veranlaſſen kann. Es handelt ſich
um die Einführung der ſogenannten kurzen Anfragen.
Dieſe Anfragen können ſowohl mündlich wie ſchriftlich
erfolgen und auf dem gleichen Wege ihre Erledigung
finden; eine Debatte über die Regierungsantwort ſoll
aber ausgeſchloſſen bleiben. Eine derartige Löſung wäre
durchaus zu begrüßen, da ſie viel Zeit ſpart und es
hier=
durch vor allem möglich iſt, ſchnell Aufklärung über
wich=
tige Tagesfragen zu erhalten, während jetzt für
derar=
tige Dinge große Sitzungen erforderlich ſind, die ſich oft
Tage lang hinziehen, da augenblicklich eine andere
Er=
ledigung nicht möglich iſt.
Man darf darauf rechnen, daß eine derartige
Be=
ſtimmung, die zweifellos einen weſentlichen Fortſchritt
bedeutet, im Reichstage eine Mehrheit finden wird.
Mö=
gen vielleicht auch gegen einige der geplanten Neuerungen
hier und da Bedenken auftauchen, ſo muß man es doch
begrüßen, wenn im Reichstage Einrichtungen getroffen
werden, die geeignet ſind, die Parlamentsmaſchine in.
gutem Gang zu erhalten.
Die Wahl des Reichstagspräſidiums
hat keinen politiſch einheitlichen Verlauf genommen. Da
zwiſchen der nationalliberalen Fraktion und den
Par=
teien der Rechten eine Einigung nicht zuſtande
gekom=
men war, geſtaltete ſich die Wahl des Präſidenten als
ein Kampf zwiſchen links und rechts. Das Ergebnis
war die Wahl des Volksparteilers Dr. Kaempf mit
einer einzligen Stimme Mehrheit. Dieſer
Aufmarſch der Fraktionen machte bei der Wahl der
Vize=
präſidenten einer Einſigung den bürgerlichen
Parteien inſofern Platz, als nur die Fortſchrittliche
Volkspartei an der Seite der Sozialdemokratie verharrte.
Unbekümmert um den Standpunkt, den der Fortſchritt
noch im Jahre 1903 für ſelbſtverſtändlich hielt, und
un=
bekümmert um die Erfahrungen, mit denen die
Ausein=
anderſetzung Schiffer=Bebel die politiſche Welt bereichert
hat iſt die Fortſchrittliche Volkspartei bei der Wahl der
Vizepräſidentan für den „Genoſſen” Scheidemann
einge=
treten. So wurde der nationalliberale Abg. Dr. Paaſche
mit Hilfe der Stimmen aller übrigen bürgerlichen
Par=
teien zum erſten Vizepräſidenten gewählt. Noch etwas
ſchärfer prägte ſich dieſes bürgerliche Zuſammenhalten
bei der Wahl des zweiten Vizepräſidenten aus, die
wie=
derum auf einen Volksparteiler, den Abg. Dove, fiel,
weil die Parteien der Rechten einerſeits mit dieſem
Poſten ſich nicht begnügen, anderſeits die Wahl eines
Sozialdemokraten im Intereſſe der Arbeitsfähigkeit des
Reichstages verhindern wollten. Hätte doch nach den
mit der Sozialdemokratie gemachten Erfahrſngen der
nationalliberale Abg. Dr. Paaſche ſein Amt niederlegen
müſſen, wenn „Genoſſe” Scheidemann zweiter
Vizeprä=
ſident geworden wäre.
Wie der Berliner Lokalanzeiger wiſſen will, dürfte
das neue Präſidium über etwaige Schritte für
eine Audienz bei dem Kaiſer erſt am Montag
Beſchluß faſſen. Das Blatt hört, daß Präſident Kaempf
ſich zunächſt darüber unterrichten will, wie in gleichen
Fällen die Beſtimmungen gehandhabt wurden, um dem
Kaiſer von der Konſtituierung des Reichstagspräſidiums
Mitleilung zu machen. — Dagegen iſt das Berliner
Tageblatt der Anſicht, das neue Präſidium werde ſich
mit der Audienzfrage nicht zu befaſſen haben. Dieſen
Beſuch pflege nur das erſte beim Beginn der
Legis=
laturperiode gewählte Präſidium abzuſtatten, und da der
Beſuch dieſes erſten Präſidiums nicht gewünſcht worden
ſei, könne die Angelegenheit für erledigt gelten. Das
jetzige Präſidium habc nur noch die Verpflichtung, ſeine
Konſtituierung dem Kaiſer anzuzeigen. Hierzu iſt zu
bemerken, daß durch die Wahl am Freitag ein Novum
geſchaffen worden iſt und ein Präzedenzfall nicht
vor=
liegt und daß das Berliner Tageblatt in politiſchen
Fra=
gen nicht maßgebend iſt.
Preßſtim men.
Die Kreuzzeitung bringt folgende Auslaſſung
der Konſervativen Korreſpondenz, des offiziellen
Or=
gans der konſervativen Partei. Das Reſultat bedeutet,
daß dieſes reine Präſidium der Linken, aus dem nur der
Sozialdemokrat — und nur durch die tätige Mitwirkung
der Rechten und bei Stimmenthaltung der
National=
liberalen — ausgemerzt worden iſt, von Zufällen und
von dem Wohlwollen der Rechten abhängig ſein wird.
Die Deutſche Tageszeitung ſchreibt: Es iſt
dem ſchwarz=blauen Block gelungen. Herrn Scheidemann
von dem Präſidentenſtuhl herabzuholen und der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei wider ihren Willen den zweiten
Vizepräſidenten aufzudrängen. Endlich hat die Wahl
den Erfolg gehabt, daß einmal vor aller Welt feſtgeſtellt
worden iſt, daß von einer Mehrheit der Linken im
Reichstage nicht die Rede ſein kann. Das Präſidium
wird niemals vergeſſen können, daß es ein Präſidium der
Minderheit iſt. — Die Germania ſchreibt: So haben
wir denn jetzt ein Reichstagspräſidium, in dem die
Fortſchrittliche Volkspartei als die fünftſtärkſte Partei
nicht nur den Poſten eines Präſidenten, ſondern auch
die Stelle eines zweiten Vizepräſidenten beſetzt und die
nationalliberale Partei als viertſtärkſte Partei das erſte
Vizepräſidium erhalten hat. Muß nicht jemand, der die
Entwickelung dieſeg Präſidentenwahl nicht kennt, die
ganze Wahl für einen „Karnevalsſcherz” halten? Muß
nicht das Anſehen des deutſchen Reichstags im Inlande
wie im Auslande darunter ſchwer leiden? — Die TDag. Rundſchau ſchreibt: Die Zerfahrenheit
zwi=
ſchen den Parteiverhältniſſen hat ſich auch bei der jetzigen
Präſidentenwahl gezeigt, und ein Präſidium geſchaffen,
das zwar beſſer als das erſte geweſen iſt, aber doch nicht
als Ausdruck der wirklichen Machtverhältniſſe im
Reichs=
tage gelten kann. Es wird in der geſamten Rechten
Gegner und in der extremen Linken höchſt unzuverläſſige
Freunde haben, ſodaß man an ſeinem Beſtand von
vorn=
herein zweifeln muß. — Das Berliner Tageblatt
meldet: Man wird zugeben müſſen, daß unter anderen
Verhältniſſen die beiden größten Fraktionen des jetzigen
Reichstags, die Sozialdemokratie und das Zentrum,
ei=
nen ſtarken Anſpruch auf einen Sitz im
Reichstags=
präſidium hätten geltend machen können. Aber die
Wahl iſt doch nicht ein Produkt des reinen Zufalls, oder
einer ganz beſonders geſchickten Taktik der liberalen
Par=
teien. In der jetzigen Zuſammenſetzung des
Reichs=
tagspräſidiums ſpricht ſich die Tatſache aus, daß im
neuen Reichstag der Schwerpunkt bei den liberalen
Par=
teien liegt und gleichzeitig, daß die Wahl beſonders
er=
gab, daß, wie man auch die einzelnen Abgeordneten
gruppieren mag, doch praktiſch eine Mehrheit der
Lin=
ken beſteht. — Der Vorwärts ſchreibt:. Es iſt der
Rechten und der Regierung gelungen, der
Sozialdemo=
kratie ihren berechtigten Anſpruch vorzuenthalten, aber
die Rechte ſelbſt bleibt vom Präſidium ausgeſchloſſen,
in dem nur Vertreter der bürgerlichen Linken ſihen. Die
Wahlrfederlage der ſchwarzblaue Mehrheit bringt
dieſe Zuſammenſetzung ebenſo ſymboliſch zum Ausdruck,
wie das Fehlen des Sozialdemokraten auf den
reattio=
nären Charakter der Nationalliberalen hinweiſt. Die
Fortſchrittliche Volkspartei aber, die in der neuen Frage
von Anfang bis zum Ende eine kare und entſcheidende
Haltung eingenommen hatte, ſieht wider ihr eigenes
Er=
warten ihre Repräſentanten wiedergewählt.
Die Köln Ztg. ſchreibt: Die Liberalen können
mit dieſem Ergebnis zufrieden ſein. Die grundſätzliche
Frage der Beteiligung der Sozialdemokraten an dem
Präſidium iſt durch die Halsſtarrigkeit der Partei und
durch das Auftreten Bebels ausgeſchaltet. Ein
durch=
weg liberales Präſidium iſt gewählt. Im Lando wird
zunächſt ein gewiſſes Erſtaunen eintreten über das
im=
merhin Unerwartete. Befriedigung und Beruhigung
aber werden folgen. Die beiden von den
Nationallibera=
len nicht gewollten Möglichkeiten ſind verſchwunden: ein
ſchwarz=blaues Präſidium iſt verhindert und ein
Groß=
blockpräſidium erledigt. Die nationalliberale Fraktion
iſt in geſchloſſener Haltung durch die Aktion gegangen,
Der Liberalismus hat gezeigt, daß er kein Titelchen
ſich nach rechts oder links zu vergeben braucht, um das
Zünglein an der Wage zu ſein und die Reaktion ebenſo
wie den Radikalismus in Schach halten zu können. Die
Erfahrung bei dieſer Wahl berechtigt auch zu der
Hoff=
nung, daß das neue Präſidium. das ja zahlenmäßig keine
breite Baſis im Hauſe hat. mindeſtens ſo gut wie jede
andere Kombination ſeine ſchwierigen Aufgaben erfüllen
wird.
Deutſches Reich.
Die Koonferenz der Finanzminiſter
der deutſchen Bundesſtaaten, die am Samstag in Borlin
ſtattfinden ſollte, iſt auf eine ſpätere Zeit verſchoben
worden.
In der Budgetkommiſſion des
Reichs=
tages ſtellte über die Frage eines
Reichswohnungs=
geſetzes der Staatsſekretär die Entſcheidung der
Ver=
bündeten Regierungen für den Beginn der Herbſttagung
in Ausſicht; es wurde aus der Kommiſſion angeregt, daß
ein beſonderer Ausſchuß von 21 Mitgliedern ſämtliche
auf die Wohnungsfrage bezüglichen Initiativanträge der
Parteien beraten ſolle. Für Kleinwohnungen
für Staatsarbeiter wurden vier Millionen Mark
genehmigt; dieſe Summe wird fortan jedes Jahr
gefor=
dert werden. — Bei der 6. Rate von 42 Millionen Mark
für die Erweitgrung des Kaiſer Wilhelm=Kanals wurde
mitgeteilt, daß die laufenden und einmaligen Ausgaben
der Kanalverwaltung durch die Einnahmen des Kanals
ungefähr gedeckt werden, daß aber die Verzinſung und
Tilgung der Herſtellungskoſten ſowie die
Erweiterungs=
bauten beſondere Deckung erfordern.
Zum neſuen Strafgeſetzbuch teilte der
Staatsſekretär des Reichsjuſtizamtes in der Budgetkom=
miſſion mit, es ſei zweifelhaft, ob noch der gegenwärtige
Reichstag ſich mit dem Entwurf werde zu beſchäftigen
haben, in der vorberatenden Kommiſſion werde die erſte
Leſung des ganzen noch in dieſem Jahre abgeſchloſſen
werden.
— Die Reichsverſicherungslanſtalt für
Angeſtellte. Ein Entwurf zur Feſtſetzung eines
Nachtrags zum Reichsetat für 1912 iſt dem Reichstag
zu=
gegangen. Es handelt ſich um den Etat für die neue
Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte. In dem Etat
werden die Beſoldungen des Direktoriums der neuen
Reichsverſicherungsanſtalt feſtgelegt. Die Beſoldung der
übrigen Beamten der neuen Verſicherungsanſtalt
unter=
liegt nicht der Zuſtimmung des Reichstags, da ihr
Be=
ſoldungsetat vom Bundesrat feſtzuſetzen iſt. Die
Mit=
glieder des Direktoriums ernennt der Kaiſer auf
Le=
benszeit. Es wird beabſichtigt, den Nachtragsetat
be=
reits in den nächſten Tagen zu verabſchieden, damit die
Bekanntgabe der Mitglieder des Direktoriums demnächſt
erfolgen kann. Bald darauf wird das Direktorium auch
zuſammentreten und die Vorarbeiten für die neue
An=
geſtelltenverſicherung in Angriff nehmen. Die erſte
Auf=
gabe der neuen Verſicherungsanſtalt wird die Prüfung
der zahlreichen Anträge ſein, die Intereſſenten auf
Ge=
währung der Erlaubnis, Privatkaſſen als Zuſatzkaſſen im
Sinne des Geſetzes beſtehen zu laſſen, geſtellt haben.
— Staatsſekretär Dr. Solf in der Pfalz.
Der Staatsſekretär des Reichskolonialamtes weilte am
Freitag in Kuſel. Exz. Dr. Solf bofindet ſich auf einer
Informationsreiſe, kie mit der Diamantengewinnung
in Deutſch=Südweſtafrika und damit zuſammenhängt,
daß am 1. Juli der Vertrag der Reichsregie mit dem
Antwerpener Syndikat abläuft, das verpflichtet war, die
geſamten deutſch=afrſkaniſchken Diamanten abzunehmen.
Der deutſchen Diamantſchleiferei waren bisher nur fünf
Prozent reſerviert worden. Verſtändlicher und
berech=
tigter Weiſe hat ſie nun dahin zum Reichstag
petitio=
niert, daß ihr nach Ablauf des Antwerpener Vertrages
ein höherer Prozentſatz deutſcher Diamantfunde
über=
laſſen wird. Mit all dem hängt die Reiſe des
Staats=
ſekretärs Dr. Solf zuſammen, der in Begleitung von
Geh. Oberregierungsrat Meyer=Gerhard und Geh.
Re=
gierungsrat Schlipmann die Diamantſchleifereien in
Herrſchweiler=Petersberg, Nieder=Rombach und Brücken
beſichtigte. Von dort ſetzte man die Reiſe über
Hom=
burg nach Saarbrücken fort.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Imöſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe
beantragte der tſchechiſche Sozialdemokrat Nemetſch, die
erſte Leſung der Wehrvorlage von der nächſten Sitzung
abzuſetzen, da es ungewiß ſei, ob die Regierung die
Wehrvorlage aufrecht erhalte. Dieſer Antrag wurde
mit 151 gegen 100 Stimmen abgelehnt und darauf die
Sitzung auf Dienstag vertagt.
Frankreich.
Bei Beſprechung der Interpellation
über die auswärtige Politik in der
Kam=
mer bedauerte Jaurés, daß Regnault erklärt habe, er
werde das volle Protektorat über Marokko einrichten.
Miniſterpräſident Poincaré erwiderte, Regnault ſei nur
beauftragt, den Vertrag über das Protektorat
unterzeich=
nen zu laſſen. Jaurés kritiſierte dann die maßloſe und
engherzige Politik Delcaſſés, ſowie die Marokkopolitik
Clemenceaus und Pichons und warf Pichon vor, daß
er die Beziehung zwiſchen der Marokko= und der Ngoko=
Sangha=Angelegenheit nicht bekannt gegeben habe.
Poincaré unterbrach ihn und zitierte einen
Verhand=
lungsbericht der Budgetkommiſſion, nach dem Pichon und
Briand auf die inneren Beziehungen zwiſchen beiden
Angelegenheiten hingewieſen hätten. Dem widerſprach
jedoch Pichon, unterſtützt von zwei anderen Deputierten.
Unter lebhafter Erregung der Kammer ſetzte Jaurés
ſeine Rede fort und bemerkte, wenn Deutſchland und
Frankreich ſich tatſächlich mit der Ngoko=Sangha=
Ange=
legenheit beſchäftigt hätten, hätte die Kammer davon
unterrichtet werden müſſen. Er proteſtierte dann gegen
die Neigung der franzöſiſchen Miniſter, ihre
Verantwort=
lichkeit zu vergeſſen, wenn ſie aus dem Amte geſtiegen
ſeien. Die geheime Diplomatie ſei die Urſache der
Schwierigkeiten. Wenn es nach Agadir zu einem Kriege
zwiſchen Deutſchland und Frankreich gekommen wäre,
würden die Völker wegen der Fehler einiger
ungeſchick=
ter und habgieriger Geldleute haben bluten müſſen.
Thalamas hielt es für erforderlich, die Beſitzungen in
Nordafrika in eine gemeinſame Leitung zu geben. Erneſt
Roche verlangte, daß Geheimverträge geſetzlich verboten
würden. Die Sitzung wurde darauf geſchloſſen.
Wie verlautet, wird Juſtizminiſter Briand am
kom=
menden Freitag auf die Rede Jaurés antworten und
darlegen, daß er in der Budgetkommiſſion volle
Aufklä=
rung über den Zuſammenhang zwiſchen dem deutſch=
fran=
zöſiſchen Abkommen von 1909 und dem deutſch=
franzö=
ſiſchen Kamerun=Kongo=Konſortium gegeben habe.
Gleichzeitig werde Briand ſich ſelbſt und den Miniſter
des Aeußern im Kabinett Pichon gegen die
Beſchul=
digungen verteidigen, daß ſie ihren Nachfolger nicht über die
Lage unterrichtet hätten. Jaurés kündigt in der Humanite
eine Fortſetzung ſeiner Rede an, in der er das Verhalten
der franzöſiſchen Diplomatie ſeit Agadir, die „
unheil=
vollen Unklugheiten” de Selves und die Verhandlungen
Caillaux’ erörtern werde.
Die Herbſtmanöver. Nach einer
Zeitungs=
meldung werden in dieſem Jahre die Herbſtmanöver
ſüdlich von der Loire in dem Viereck zwiſchen dem
Thouet= und dem Viennefluß ſtattfinden. An ihm
wer=
den 140000 Mann und 20 Fliegerabteilungen mit 120
Fluazeugen teilnehmen. Es iſt dies der ſtärkſte
Mann=
ſchaftsbeſtand, der jemals in Frankreich bei großen
Ma=
növern zur Verwendung gekommen iſt.
England.
Der nächſte Flottenetat. Der
parlamenta=
riſche Korreſpondent der Times meldet, es ſei Grund zu
der Annahme vorhanden, daß der nächſte Flottenetat
eine Verminderung um etwa 20 Millionen Mark
aufweiſen werde. Das neue Programm für Neubauten
werde vier Dreadnoughts vorſehen. Es dürfte aber als
ſicher gelten, daß die Admiralität entſchloſſen ſei, zwei
für jedes Schiff zu bauen, das in Deutſchland eventuell
über das Programm des Flottengeſetzes hinaus gebaut
werde.
Spanien.
— Die Marokkopolitik der Regierung.
In der Kammer bedauerte Canalejas, daß die Regierung
in der Marokkofrage ſich nicht auf die Einmütigkeit des
Landes ſtützen könne. Der Miniſterpräſident verteidigte
das Vorgehen der ſpaniſchen Armee in Marokko und
be=
glückwünſchte ſich, daß der drohende Konflikt mit der
großen Nation, betreffend die Bergwerke im Riffgebiet,
vermieden worden ſei. Er fügte hinzu: Wir werden in
Marokko keine Verpflichtung übernehmen, deren Folgen
das Parlament nicht vorausſehen könnte. Wir gingen
nur nach Alkaſſar und Larraſch, weil die Umſtände uns
zwangen. Ich werde das Land nicht zu Verpflichtungen
führen, die ſeine Kräfte überſteigen und deren das Land
ſich nicht mehr entledigen könnte. Spanien iſt ſouveräng
autonom und unabhängig und wird es bleiben.
Bereinigte Staaten.
Der Schiedsgerichtsvertrag. Die New=
Yorker und die auswärtige Preſſe tadelt bitter die
Ver=
tümmelung des Schiedsgerichtsvertrages. Die allgemeine
Meinung geht dahin, daß nicht nur Frankreich und
Eng=
and niemals aufgefordert werden würden, die Verträge
in der jetzigen verſtümmelten Form zu ratifizieren,
ſon=
dern daß auch die ſchwebenden Verhandlungen mit=
Deutſchland und Japan fallen gelaſſen werden dürften.
Die Vereinigten Staaten und
Kolum=
bia. Der Geſchäftsträger der Republik Kolumbia in
Waſhington iſt von ſeiner Regierung zu der Erklärung
ermächtigt worden, Staatsſekretär Knox ſei nicht zu
dem Beſuch der Republik Kolumbia eingeladen worden.
Dies wird allgemein ſo aufgefaßt, daß Knox’ Beſuch
un=
erwünſcht geweſen ſei.
Präſident Taft hielt in Canton eine Rede, in
der er ſich abfällig über die Agitation äußerte, die das
Vertrauen zum Kapital zu zerſtören trachte. Die
Pro=
perität des Landes ſei für die Armen von größerer
Be=
deutung als für die Reichen. Allerdings müßten unter
allen Umſtänden die Geſetze befolgt werden.
* Bremen, 8. März. Der Kaiſer verweilte bis
3,10 Uhr im Ratskeller. Bei dem Verlaſſen des
Rats=
lſellers wurden wiederum herzliche Ovationen
darge=
bracht. Im Automobil des Kaiſers nahm Bürgermeiſter
Stadtländer Platz. Auf dem Bahnſteige verabſchiedete
ſich der Kaiſer auf das herzlichſte von dem Bürgermeiſter.
Die Abfahrt erfolgte 3,19 Uhr, die Ankunft in Berlin um
9,45 Uhr auf dem Lehrter Bahnhof.
* Breslau, 9. März. Wie von unterrichteter
Seite mitgeteilt wird, werden auch die hieſigen
Unter=
nehmer in dem Maßſchneidergewerbe von mor=.
gen bezw. Montag ab ſich an der
Generalausſper=
rung beteiligen, falls nicht noch in letzter Stunde eine
Einigung mit den Arbeitnehmern erzielt wird. Dem
hieſigen Arbeitgeberverband haben ſich 74 Firmen
ange=
ſchloſſen. Die Zahl der von der zu erwartenden Ausg
ſperrung betroffenen organiſierten Arbgitnehmer wird
auf 500 bis 600 geſchätzt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. März.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin wohnte am Freitag nachmittag 5 Uhr einer
Sitzung des Alice=Frauen=Vereins bei Frau Wolfskehl
in. — Abends 8 Uhr folgten die Großherzoglichen
Herrſchaften einer Einladung des Prinzen Victor
zu Erbach=Schönberg zum Abendeſſen. (Darmſt. Ztg.),
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Grioß=
herzog empfingen am Samstag den Baurat Klump
von Dieburg, den Landgerichtsdirektor Dr. Nagel, den
Chefredakteur Hans R. Fiſcher von Bamberg, den
Poſamentier Martin Weſp von Arheilgen; zum
Vor=
trag den Staatsminiſter Ewald, den Finanzminiſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld, den
Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik Geh.
Hofrat Werner.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Reviſionskontrolleur bei dem Hauptſteuere
amt Mainz, Finanzaſſeſſor Richard Schnupp, z. Zt.
zu Gießen, den Titel Finanzamtmann.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Steuerkontrolleur Finanzaſſeſſor Auguſt
Berg zu Gießen zum Finanzamtmann bei dem
Finanzamt Friedberg und den Finanzaſſeſſor Ludwig
Schmierer aus Hofheim (Kreis Groß=Gerau) zum
Steuerkontrolleur.
* Verſetzt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe Altenſtadt,
Leopold Eifert zu Altenſtadt, in gleicher
Dienſteigen=
ſchaft an die Bezirkskaſſe Dieburg und den Bezirkskaſſier
Zur Biographie Helfrich Bernhard Wencks.
Von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio.
Unter den Tüchtigſten ſeiner Zeit anerkannt und
ge=
achtet, lebte und wirkte Wenck von 1761 bis 1803 in
Darmſtadt; es leben heute noch Nachkommen z. B. in
Marburg und Leipzig, die aber leider nichts von dem
Nachlaß ihres Vorfahren beſitzen. Die Träger des
Namens Wenck in Darmſtadt ſind, wie man mir bereits
vor längerer Zeit mitteilte, nicht direkt mit H. B. Wenck
verwandt; jedenfalls hatte ſich die Familie ſchon lange
vor ihm verzweigt. So ſind wir auf ganz wenige von
Wenck ſelbſt verfaßte Nachrichten über ſein Leben
ange=
wieſen, die natürlich durch manches Aktenſtück ergänzt
worden ſind und wohl noch erweitert werden. So hat
z. B. jetzt D. Dr. Diehl im zweiten Heft der „Heſſiſchen
Chronik” ein hochintereſſantes Dokument zur
Lebens=
geſchichte des berühmten Magiſters Friedrich Chriſtian
Laukhard veröffentlicht, nämlich den getreuen Bericht
über ein Examen Laukhards, der ſich zuſammen mit dem
bekannten und ſpäterhin tüchtigen Pädagogen Johann
Georg Zimmermann um die Konrektorſtelle am
Fürſt=
lichen Pädagog zu Darmſtadt beworben hatte; der
Be=
richt iſt von Wenck, der zuſammen mit dem
Superinten=
denten Olf (am 16. Januar 1782) prüfte, abgefaßt.
Wie ich bereits ſagte, hat Wenck die wenigen
Nach=
richten über ſein Leben ſelbſt geſchrieben, und zwar für
Strieders „Heſſiſche Gelehrtengeſchichte”. 1739 zu Idſtein
geboren, beſuchte er ſpäter das Pädagog zu Darmſtadt,
um 1757 die Univerſität Gießen zu beziehen, Am ſelben
Tage wie Joh. Heinrich Merck, der ſpätere Kriegsrat, hat
er ſich, wie ich aus den Matrikeln der Gießener Ludwigs=
Univerſität feſtſtellen konnte, eingeſchrieben, am 17.
Okto=
ber 1757. Nach dem dritten Semeſter ging Wenck nach
Göttingen; nach wieder drei Semeſtern kehrte er, durch die
Kriegsunruhen vertrieben, nach Darmſtadt zurück und
fand ſofort (1761) als Kollaborator am Fürſtlichen
Pä=
dagog eine Anſtellung. Was Wenck ſtudierte, erfahren
wir aus ſeinen Aufzeichnungen nicht; darüber gibt uns
ein bisher ungedruckter Brief an einen ſeiner Göttinger
Lehrer, den Profeſſor der Theologie Joh. David
Mi=
chaelis (1717—1791) Auskunft; danach hat ſich Wend
jedenfalls neben hiſtoriſchen Wiſſenſchaften, die die
Grundlage ſeiner ſpäteren Geſchichtswerke bilden, mit
Theologie recht eingehend beſchäftigt, ſodaß ihm ein ſehr
erfolgreiches Empfehlungsſchreiben von Michaelis nach
Hauſe nachfolgte. Der Brief lautet nach dem Original,
im Beſitze der Königlichen Univerſitätsbibliothek zu
Göttingen:
Wohlgebohrner, Hochgelahrter
ſonders hochzuverehrender
Herr Hofrat!
Ew. Wohlgeb. erinnern ſich wohl bey der Menge von
dergleichen Gegenſtänden nicht, einen Zuhörer unter
meinem Namen gehabt zu haben; mir aber iſt dieſes
Glück auf ewig unvergeßlich. Ohne dasſelbe würde ich
einer von den weiſen Leuten geworden ſeyn, auf die
Ew. Wohlgeb. an einem Orte Martials Lobſpruch
an=
wenden, gui totot dant dies tetricae Sophiae.
Ich hatte dieſes Glück um das J. 1759 und 60,
und war ſo klug, keine von Ew. Wohlgeb.
Vor=
leſungen zu verſäumen; aber der Krieg verhinderte
mich, ſo lange in Göttingen zu bleiben. als ich gern
wollte, und von meinem ſel. Vater Erlaubnis hatte.
Unter andern laſen Ew. Wohlgeb, damals über die
Pſalmen und Geneſis, und wenn in dem beiliegenden
Verſuch über das Allte) T(eſtament) irgend einiger
guter Geſchmack anzutreffen iſt, ſo habe ichs ſchlechterdings
jenen vortreflichen Vorleſungen zu danken. Ew. Wohlgeb.
haben außerdem noch einen andern günſtigen Einfluß
auf mein Glück gehabt. Sie hatten damals mir
un=
bewußt, die Wohlgewogenheit, nach meiner Abreiſe in
einem Schreiben an den verſtorbenen hieſigen Herrn
Ober Appelatjonsrat Schirmer ein gütiges Urteil von
mir zu fällen, und weil dieſer ſo billig war, es
gehöri=
gen Orts vorzuzeigen, ſo trug es zu meiner eben damals
vorſeienden Beförderung nicht wenig bei. Ich bin
ſeit=
dem durch verſchiedene Stufen Rector des hieſigen
Gymnasii geworden, und habe dieſe Stelle andern
practiſch geiſtl. Aemtern deswegen vorgezogen, weil ſie
mich mehr bei den Wiſſenſchaften hält.
Ew. Wohlgeb. Ueberſetzung des A. T. wird auch
hier mit dem größten Eifer geleſen, und es würde kein
gutes Zeichen für unſer hieſiges Publikum ſeyn, wenn
dieſes nicht geſchähe. Vielleicht iſt dieſes das Werk, das
unſerm Jahrhundert noch die meiſte Ehre macht; zum
wenigſtens iſt es gewis vor Deutſchland das nüzlichſte.
Wie kläglich war bisher der Geſchmack in der
Erklär=
ung des A. T. Außer dem Grotius”) war doch, die
Wahrheit zu ſagen, bei der ſo großen Menge von
ge=
lehrten Commentatoren keiner, der mit geſundem
Men=
ſchenverſtand darüber geſchrieben. Ich hofe immer, daß
Ew. Wohlgeb. Plan ſich endlich auch aufs N. T.
er=
ſtrecken wird, was auch der Schatten des ſel. D.
Heu=
manns’) dazu ſagen möchte. Ich habe Herrn Dietrich
ge=
beten, mir womöglich von dem ganzen Werk ein
Exem=
plar auf beſſer Papier zu beſorgen; ich habe ihn
außer=
dem zu den Kupfern zu dem Celsius”) aufzumuntern
geſucht, und wünſche nur, daß Boeharts‟) Werke, die
doch in Teutſchland ziemlich rar ſind, eben dieſes Glück
haben, unter Ew. Wohlgeb. Aufſicht abgedruckt zu
wer=
den, wozu, ich das Specimen Geograph. externe”) als
eine gute Vorbedeutung anſehe.
Ich habe die Gelegenheit, da einer meiner
bisheri=
gen Schüler zu Hrn. Dietrich’) in die Lehre kommt,
er=
grifen, Ew. Wohlgeb, die unſterbliche Hochachtung und
aufrichtigſten Empfindugen der Dankbarkeit zu bezeigen,
mit denen ich Zeit meines Lebens die Ehre habe
verharren
Ew. Wohlgeb.
meines hochzuverehrenden
Herrn Hofrats
gehorſamſter Diener
H. B. Wenck
Rector.
Darmſtadt, d. 11 May 1771.
Dieſe Mitteilungen ergänzen das ganz wenige, was
wir bisher über Wencks Studienzeit wußten, und laſſen
uns auch ſeine erſten Abhandlungen in den Pädagog=
Programmen verſtändlich werden. Schon bald aber
wandte ſich Wenck vornehmlich den Geſchichtswiſſenſchaf=
Hugo G., 1583—1645.
1) 1681—1741, proteſtantiſcher Theologe, Schulmann
und Polyhiſtor; ſeine Erklärung des N. T. erſchien in
12 Bdn von 1750/63.
*) Celſius, gemeint wohl Celſus, der um 180 ſchrieb.
) Samuel B. (1599—1667).
4) Gemeint iſt Michaelis‟ „Specilegium Geographia
exterorum‟ (1769).
) Buchhändler und Verleger in Göttingen.
der Bezirkskaſſe Grebenhain, Anton Kopp zu
Greben=
hain, in gleicher Dienſteigenſchaft an die Bezirkskaſſe Lich.
* Unter Ernennung zum Steueraufſeher wurde
dem Hauptſteueramtsdiener bei dem Hauptſteueramt
Mainz, Jakob Frey, zur Zeit in Wimpfen, eine
Steueraufſeherſtelle bei dem Salzſteueramt Wimpfen,
mit dem Wohnort in Wimpfen; dem
Haupt=
ſteueramtsdiener bei dem Hauptſteueramt Mainz,
Ludwig Heinrich Leyerzapf, z. Zt. in Ober=
Ram=
ſtadt, der Steueraufſichtsbezirk Ober=Ramſtadt mit
dem Wohnorte Ober=Ramſtadt; dem Militäranwärter
Vizefeldwebel Martin Umbach aus Romrod eine
Steuer=
aufſeherſtelle bei der Zuckerfabrik Groß=Gerau mit dem
Wohnorte Groß=Gerau und dem Militäranwärter
Vize=
feldwebel Heinrich Mohr aus Gambach eine
Steuer=
aufſeherſtelle bei dem Hauptſteueramt Mainz mit dem
Wohnorte Mainz übertragen.
*Erlaubnis zur Annahme von Orden. Ze. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Dreher in der
Eiſen=
bahn=Hauptwerkſtätte zu Mainz, Anton Schneider zu
Mainz, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des
ihm von dem deutſchen Kaiſer und König von Preußen
ver=
liehenen Kreuzes des Allgemeinen Ehrenzeichens erteilt.
* Eiſenbahnperſonalien. Im Namen der Großh.
Regierung in der heſſiſch=preußiſchen
Eiſenbahngemein=
ſchaft vollzogene Ernennungen und Beförderungen
(1. Februar bis 1. März): zum Lokomotivführer der
Lokomotivheizer Ernſt zu Darmſtadt; zum
Lokomotiv=
heizer der Hilfsheizer Schilling zu Biſchofsheim;
zum Weichenſteller der Hilfsweichenſteller Schmuck zu
Hergershauſen; zu Schaffnern die Schaffner i. Pr.
Schmitt II. zu Worms und Wege zu Mainz; zu
Bahnwärtern die Hilfsbahnwärter Waldeck zu
Sachſen=
hauſen und Wedel zu Büdesheim (Rheinheſſen).
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 4
vom 9. März hat folgenden Inhalt: 1. Verzeichnis der
Vorleſungen, Uebungen und Praktika, welche im
Sommer=
ſemeſter 1912 in den ſechs Fachabteilungen der Großh.
Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt abgehalten werden.
2. Ordensverleihungen. 3. Ermächtigung zur Annahme
und zum Tragen fremder Orden. 4. Namensveränderung.
5. Dienſtnachrichten. 6. Dienſtentlaſſung.
g. Strafkammer. Ein 25jähriger Bäckergeſelle Sch.
aus Habitzheim hatte wegen einer nach Streitigkeiten
ver=
übten Meſſerſtecherei, die den Gegner drei Wochen
arbeits=
unfähig machte, vom Schöffengericht drei Wochen
Gefäng=
nis erhalten. Auf Berufung des Amtsanwalts wurde die
Strafe von der Strafkammer auf vier Monate
Ge=
fängnis erhöht. — Der bereits mehrfach wegen Betrugs
vorbeſtrafte 25jährige Dienſtknecht Gottfried Schneider
aus Ziegelsbach, der zurzeit eine Gefängnisſtrafe von
1 Jahr 1 Monat verbüßt, hatte ſich am Samstag abermals
wegen dreier Betrugsfälle vor der Strafkammer zu
ver=
antworten. Seine Schwindeleien verübte er immer in der
Weiſe, daß er ſich und ſeine Schweſter verdingte und ſich
Mietsgeld geben ließ. Einen Beſitzer in Hirſchhorn betrog
er im Oktober v. J. auf dieſe Weiſe um 18 Mark, während
er in Rohrbach kleinere Beträge erlangte. Er wurde unter
Einbeziehung der alten Strafe zu 1 Jahr 8 Monaten
Gefängnis verurteilt. — Ein ebenfalls mehrfach
vor=
beſtrafter Angeklagter, der 44jährige Dienſtknecht Franz
Scheuermann aus Friedrichsdorf, hatte ſich wegen
Rückfalldiebſtahls und Betrugs zu veranworten. Er trieb
ſich im Herbſt vorigen Jahres vagabundierend im
Oden=
wald herum und brach in den Steinbrüchen die Hütten auf
und nahm Stiefel, Kleider und Eßwaren mit. Einem
Jungen ſchwindelte er durch das Verſprechen, ihm die
Waren zu bezahlen, erſtere ab. Der geſtändige Angeklagte
wird zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
— Der 66jährige Landwirt Georg Philipp Eberts II.
aus Hofheim wird wegen Verbrechens gegen § 176,3 in
drei Fällen zu acht Monaten Gefängnis, und wegen
desſelben Verbrechens und Rückfalldiebſtahls der 38 Jahre
alte Taglöhner Georg Eckert aus Offenbach zu 1 Jahr
Gefängnis, abzüglich 1 Monat der Unterſuchungshaft,
verurteilt.
g. Der Provinzialausſchuß hatte ſich am
Sams=
tag mit der Beſchwerde des Michael Faltermann II.
zu Viernheim gegen einen Gemeinderatsbeſchluß betr.
Ortsbürgernutzen des Adam Faltermann I. zu befaſſen.
Adam Faltermann I. hatte ein Allmendgrundſtück der
Gemeinde Viernheim zur Nutzung gehabt. Er hatte dies
ſeinem Sohn Johann verpachtet. Am 6. Januar 1912
ſtarb Adam Faltermann und Michael, der den nächſten
Anſpruch auf Gemeindenutzung hatte, nahm das
Grund=
ſtück in Benutzung und beſtellte es. Hiergegen erhob
Johann Faltermann Einſpruch beim Gemeinderat. Das
Grundſtück ſei bei dem Tode des Erblaſſers bereits
ge=
pflügt und gedüngt geweſen. Der Gemeinderat ſprach
auch dem Johann F. die Nutznießung zu und verurteilte
den Michael Faltermann zur Zahlung einer
entſprechen=
den Entſchädigung. Gegen den Gemeinderatsbeſchluß
legte Michael F. Rekurs beim Kreisausſchuß
Heppen=
heim ein, den dieſer jedoch als unbegründet abwies
unter Auferlegung einer Averſionalſtrafe von 3 Mark
Es wurde ausdrücklich bedeutet, daß der Kreisausſchuß
nur über die Beſitzverhältniſſe entſcheiden dürfte, nicht
über die Entſchädigung. Es ſei durch Zeugen bewieſen,
daß das Grundſtück gedüngt geweſen ſei, alſo für die
nächſte Ernte vorbereitet war, deshalb gehöre die
Nutz=
nießung den Erben oder Rechtsnachfolgern des
Erblaſ=
ſers. Michael F. legte gegen das Urteil des
Kreisaus=
ſchuſſes Beſchwerde beim Provinzialausſchuß ein, mit
dem Antrage, die vom Kreisausſchuß vernommenen
Zeugen zu beeidigen. Auch in materieller Beziehung
ſei das Urteil des Kreisausſchuſſes irrig, denn zu der
Sicherung gehöre nicht nur die Düngung, ſondern, daß
die Saat bereits beſtellt war, was in dieſem Falle nicht
vorliegend war. — Der Provinzialausſchuß beſchloß,
weiteren Beweis zu erheben.
Dem Adam Winkenbach VII. zu. Viernheim war am
27. April 1911 die Genehmigung zum Bau eines
Wohn=
hauſes erteilt worden. Bei der Bauabnahme wurde
feſtgeſtellt, daß der Bau dem genehmigten Bauplan nicht
entſprechend ausgeführt iſt. Das Kreisamt Heppenheim
veranlaßte, da Winkenbach den geforderten
Aenderun=
gen nicht nachkam, einen Polizeibefehl, durch den
Win=
kenbach auferlegt wurde, die Abortgrube mindeſtens 10
Zentimeter vom Hauſe abzubringen. Gegen dieſen
Polizeibefehl legte W. Rekurs bei dem
Provinzialaus=
ſchuß ein mit der Begründung, daß die Entfernung
zwiſchen Abortgrube und Grundmauer des Hauſes 15
Zentimeter betrage; der überdachte Hauseingang rechne
nicht zum Gebäude. — Der Provinzialausſchuß
be=
ſchließt, Beweis darüber vorzunehmen, ob der
Haus=
eingang zum Gebäude zu rechnen iſt, ſowie über zwei
weitere ſtrittige Punkte.
Die nächſte Verhandlung betrifft die Beſchwerde des
Ingenieurs Heinrich Kolloge zu Offenbach K.
wurde am 1. November 1893 von der Stadt Offenbach
zunächſt auf ein Jahr und am 1. November 1894
endgül=
tig als Beamter angeſtellt. Unter Berückſichtigung
ge=
wiſſer Umſtände — Fehlanlegung von Kanälen —, die
Kolloge zur Laſt gelegt wurden, empfahl im März 1911
der Verfaſſungs= und Vermögensausſchuß dem
Stadt=
verordnetenkollegium, die Entlaſſung des Ingenieurs K.
zu veranlaſſen. Dem wurde auch entſprochen, und am
25. März 1911 wurde K. vom Bürgermeiſter zum 1. Juli
1911 gekündigt mit der Begründung, er ſei auf
Privat=
dienſtvertrag angeſtellt. Kolloge legte gegen die
Kündig=
ung Beſchwerde beim Kreisausſchuß ein. Als ihm hier
bedeutet wurde, daß kein anfechtbarer Beſchluß der
Stadtverordnetenverſammlung vorliegt, bezeichnete er
die Beſchwerde als gleichzeitig an das Kreisamt gerichtet.
Am 15. Mai urteilte der Kreisausſchuß, es handle ſich
um eine Amtshandlung des Bürgermeiſters, es ſei alſo
das Kreisamt zuſtändig. Das Miniſterium entſchied auf
Beſchwerde, nicht in materieller Beziehung, ſondern nur
dahin, die Beſchwerde müſſe an eine beſtimmte Behörde
gerichtet werden. Hierauf richtete K. die Beſchwerde an
den Kreisausſchuß. Dieſer entſchied am 26. Oktober 1911
dahin, daß K. zweiſellos ein unwiderruflich angeſtellter
Beamter ſei, deshalb könne eine Kündigung nicht
ſtatt=
finden. Eine Entlaſſung ſei lediglich nach § 51,3 der
Städteordnung auf dem Disziplinarwege zu verfolgen.
Mit der endgültigen Anſtellung, wie ſie 1894 geſchehen
ſei, ſei ausgeſprochen, daß eine Kündigung nicht möglich
ſei, denn eine endgültige Anſtellung ſei eben
unwider=
uflich. Eine Anſtellungsurkunde hätte nicht ausgeſtellt zu
werden brauchen und die Vereidigung wäre auch nicht
nötig geweſen. Gegen die nicht rechtmäßig erfolgte
Kündigung müſſe jedoch der Beſchwerdeführer bei den
ordentlichen Gerichten klagbar werden. Um dem evtl.
Einwand der Stadtgemeinde zuvorzukommen, legte K.
Rekurs beim Provinzialausſchuß ein. Die
Stadtge=
meinde beantragte, den Rekurs abzuweiſen, da der
Be=
ſchluß der Stadtverordnetenverſammlung und die
Kün=
digung auf dem Verwaltungsweg nicht angefochten
wer=
den können; wegen Zahlung des Gehalts müſſe K. beim
Zivilgericht klagen. — Der Provinzialausſchuß gab dem
Rekurſe ſtatt und verwies die Sache zur nochmaligen
Verhandlung an den Kreisausſchuß zurück.
* Warnung. Das Großh. Miniſterium des Innern,
Abteilung für öffentliche Geſundheitspflege, erläßt folgende
Warnung: Ein unter der Bezeichnung
Nervenſana=
torium „Silvana” von einem Dr. Rumler
begrün=
detes, von einem Dr. med. Ringelmann ſpäter fortgeführtes
und zurzeit von einem Dr. Kaplan geleitetes Inſtitut hat
ſich ſeit Jahren mit Erfolg bemüht, durch Anpreiſungen in
viel geleſenen deutſchen Zeitungen und Zeitſchriften unter
Hinweis auf ein von dem Dr. Rumler verfaßtes Buch
„Neuraſthenie” Leidende zu einer brieflichen
Fernbehand=
lung zu veranlaſſen und ſie durch ſchwindelhafte
Ver=
ſprechungen zu Aufwendungen zu bewegen, deren oft
hun=
dert Mark betragende Höhe zu dem Erfolge der Kur und
dem Werte der dafür überſandten Arzneien in keinem
Ver=
hältnis ſteht und die meiſtens den einfachſten Volkskreiſen
angehörenden Kranken häufig in ihrem Vermögen ſchwer
ſchädigt, ohne daß die in Ausſicht geſtellte Heilung bei den
Hilfeſuchenden einzutreten pflegt. Vor dem genannten
Buche ſind bereits mehrfache öffentliche Warnungen erlaſſen
worden. Leider hat ſich herausgeſtellt, daß dieſe Warnungen
einen dauernden Erfolg nicht gehabt haben, da es dem
In=
ſtitut gelungen iſt, bis in die jüngſte Zeit ſein
ſchwindel=
haftes Treiben mit Erfolg fortzuſetzen, zum Teil unter der
Deckadreſſe „Verlag Aeskulap” oder „Sanitas” Genf. Auch
die Anpreiſung des Rumlerſchen Sanatoriums findet ſich
noch bis in die neueſte Zeit im Annoncenteil deutſcher
Zeit=
ſchriften, ſo z. B. in der Nummer der „Fliegenden Blätter”
München, vom 5. Januar 1912.
Da das als gemeingefährlich zu bezeichnende Treiben
des genannten Inſtituts geeignet iſt, Vermögens= und
Ge=
ſundheitsſchädigungen herbeizuführen, ſo muß auch an dieſer
Stelle vor dem auf die Leichtgläubigkeit und Unwiſſenheit
der Kranken berechneten Geſchäftsgebaren der genannten
Firma gewarnt werden.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen ſind
im Monat Februar 1912 — 327 Anträge eingegangen und
zwar: 280 Anträge auf Invaliden= und Krankenrente (J. u.
K.), 28 auf Altersrente (A.), 7 auf Witwen= und
Witwer=
rente (W.), 7 auf Waiſenrente (O.) und 5 auf Witwengeld.
(Wg.). — Unerledigt wurden in dieſen Monat übernommen
82 Anträge, ſodaß 609 Geſuche in Bearbeitung ſtanden.
Es fanden Erledigung 241 Anträge und zwar 209 J., 12 K.,
15 A., 1 W., 1 O., 3 Wg. — 37 durch Ablehnung, weil
un=
begründet (28 J. u. 9 A.), 18 durch andere Weiſe —
Zurück=
nahme uſw. — (14 J. u. 4 A.), zuſammen: 296, ſodaß 313
Anträge als unerledigt auf den Monat März übernommen
verden mußten. — In welchem Umfange die
Landesver=
ſicherungsanſtalt Großh. Heſſen Heilverfahrenskoſten für ihre
Verſicherten übernimmt, ergibt ſich aus nachſtehenden
Er=
läuterungen: Ende Februar 1912 waren in den
nachge=
nannten Anſtalten verſicherte Perſonen
unterge=
bracht: 1. Ernſt Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach 110, 2.
Eleo=
noren=Heilſtätte bei Winterkaſten 54, 3. Göttmannſche Anſtalt
in Reichelsheim 11, 4. Konitzkyſtift in Bad Nauheim 18,
5. Bad Orb 11, 6. Dr. Loſſenſche Anſtalt, hier 13, 7. Sonſtige
Anſtalten, wie (Krankenhäuſer, Kliniken u. dergl. m.) 13.
Summa 230.
* Landesverſichernngsanſtalt. Am Samstag
weilte ein höherer Beamter des engliſchen Miniſteriums
n den Räumen der Landesverſicherungsanſtalt, um ſich
über rerſchiedene Fragen der Arbeiterverſicherung,
ins=
beſondere über das Verfahren der Einziehung der
Ver=
ſicherungsbeiträge und die Aufbewahrung der
Quittungs=
karten zu informieren.
* Bezirksverein Mathildenhöh=Viertel. Zu der
Hauptverſammlung am Freitag im „Hanauer
Hof” hatten ſich zahlreiche Mitglieder eingefunden. Der
Vorſitzende, Stadtv. Schupp, begrüßte die Erſchienenen
und erteilte Herrn Rechtsanwalt Landzettel das Wort
zu ſeinem Vortrag über den Vertrag der Stadt mit der
ten zu; ſo erhält er 1775 Titel und Amt eines
Hofs=
hiſtoriographen, nachdem er 1766 Subkonrektor,
1768 Prorektor und nach dem Weggang Stockhauſens
(nach Hanau) deſſen Nachfolger als Profeſſor und
Rek=
tor am Pädagog (1769) geworden war. Außerdem
nahm er von 1765—1770 teil an dem Unterricht des
Erb=
prinzen Ludwig, des nachmaligen Großherzogs
Lude=
wig I.; 1777 gar wurde er noch als Hofbibliothekar mit
der Einrichtung und Verwaltung der jetzigen
Hofbiblio=
thek betraut, die, urſprünglich Privatbibliothek des
Land=
grafen und durch verſchiedene andere Bibliotheken er
weitert, ſpäter allmählich als Staatsbibliothek
ausge=
geſtaltet wurde. Dieſe dreifache Tätigkeit, die einen
Mann von umfaſſenden Kenntniſſen und großer
Leiſt=
ungsfähigkeit erforderte, ſpiegelt ſich wieder in
ſei=
nen verſchiedenen Arbeiten, von denen ich folgende
erwähne: Bemerkungen über die Schul= und akademiſche
Verfaſſung der Engländer, Programm, 1772;
Nachrich=
ten von den erneuten Statuten des fürſtlichen
Paeda=
gogs, 1778; Lateiniſche Sprachlehre, 1791. Im Jahre
1789 veröffentlichte er die kleine Schrift von der
Hof=
bibliothek und einigen Merkwürdigkeiten derſelben, und
1777 als erſte wichtigere hiſtoriſche Schrift die Geſchichte
der Heſſiſchen Hiſtoriographie. Man kann Wenck unter
die glücklichen Menſchen rechnen, denen es vergönnt war,
ihr berufliches Wirken durch ein hervorragendes Werk
zu krönen, das ihrem Namen einen nie verblaſſenden
Glanz verleiht; von 1783 an bis 1803 erſchien in drei
dicken Bänden ſeine „Heſſiſche
Landes=
geſchichte” Mercks „Antinecker” die bis heute
noch ungedruckte Anklageſchrift gegen den Miniſter
Fried=
rich Karl von Moſer”), die ich in früheren Arbeiten des
öfteren (nach dem Original im Großherzogl. Haus= und
Staatsarchiv zu Darmſtadt) zitiert habe, berichtet auch
von Wencks Vorſchlägen für das Gymnaſium und
ver=
meldet die „Chicane” die Wenck bei ſeiner „Heſſiſchen
Staatsgeſchichte” von Moſers Seite auszuſtehen hatte
Doch „zum Glück” heißt es da, „iſt nun das Werk geen
digt, und ohne dem ſachkundigen Leſer in ſeinem
Ur=
teil vorzugreifen, können wir ſoviel vorher verſichern,
daß es des Fürſten, der es unterſtützt, des Verfaſſers,
der es gearbeitet, und der Materie, die es behandelt,
würdig iſt, und zuverſichtlich vieles Licht über die
Ge=
ſſchichte des mittleren Zeitalters, nicht allein für dieſes
fürſtliche Haus, ſondern auch für viele benachbarte und
verwandte Häuſer verbreiten wird.”
*) Vgl. Rich. Loebell, Der Antinecker J. H. Mercks
und der Miniſter Fr. K. v. Moſer, Darmſtadt 1896.
Beſondere Erwähnung verdient außerdem ſein
aus=
gezeichnet dargeſtelltes „Leben des Geheim.
Tribunal=
rats D. Ludwig Friedr. Jul. Hoepfner” (1797), und
von aktueller Bedeutung iſt ſeine Schrift: „Von dem
ehemaligen Lauf des Neckars durch die Bergſtraße und
die Obergrafſchaft Katzenelnbogen” (1799).
Es kann uns nicht wunder nehmen, wenn ein Mann
von ſo tüchtigen und ausgebreiteten Kenntniſſen auch
über die Grenzen ſeines engeren Vaterlandes
Beacht=
ung fand. Es iſt mit großer Wahrſcheinlichkeit
anzu=
nehmen, daß Wenck auch, wie bereits Dr. Karl Wagner,
der Herausgeber der Merckbriefe, angab, an dem viel
umſtrittenen Jahrgang 1772 der „Frankfurter gelehrten
Anzeigen” die Merck zuſammen mit Goethe und
Herder. Peterſen u. a. als Mitarbeiter (vgl. meine
„Beiträge zur Geſchichte und Frage nach den
Mitarbei=
tern der Frankf. gel. Anzeigen” Vogelsberger,
Darm=
ſtadt 1912) herausgab, Anteil genommen hat. Der oben
mitgeteilte Brief weiſt eben ſo darauf hin wie die
Ge=
danken in dem Oſterprogramm 1772 über „Schul= und
akademiſche Verfaſſung der Engländer” die in einigen
Beſprechungen von Erziehungsſchriften und
Geſchichts=
werken der gelehrten Anzeigen wiederkehren. Genaueres
wird die Einzelforſchung ergeben. 1775 erhielt Wend
von Friedrich Nicolai, dem Herausgeber des erſten
bedeutenderen kritiſchen Journals, der „Allgemeinen
Deutſchen Bibliothek” eine Einladung zur Mitarbeit;
doch Wenck bedauerte, wie aus ſeiner ungedruckten
Ant=
wort (im Beſitze der Königl. Bibliothek zu Berlin) vom
13. Mai 1775 hervorgeht, wegen Beſchäftigung mit
ſei=
ner heſſiſchen Geſchichte ſeine Mitarbeit ablehnen zu
müſſen. Einige Jahre darauf wünſchten ihn Georg
Chriſtoph Lichtenberg und Georg Forſter als
Mitarbeiter zu gewinnen; Peterſen, der heſſiſche
Prinzenerzieher und Kirchenrat, ſchreibt darüber an
Nicolai in einem ungedruckten Briefe vom 22. Oktober
1779: „Lichtenberg und Forſter haben die Herren
Wenck und Merck hier zur Mitarbeit an dem
Göttingiſchen Magazin in aller Form
einge=
laden, auch (nach der Erzählung der hieſigen beiden
Lichtenberg, onele und neveu) die Herren Engel in
Ber=
lin und Daßdorf in Dresden. Herr Wenck hier wird,
wegen anderer Beſchäftigungen, ſchwerlich Anteil daran
nehmen, wahrſcheinlich aber Merck.”
1784 wurde Wenck wirklicher Konſiſtorialrat und
1801 Oberſchulrat; an Anerkennung hat es dem
Gelehr=
ten ſchon zu Lebzeiten nicht gefehlt, und wir werden
ihm heute den Platz, der ihm zukommt, dankbar und
villig einräumen. Am 27. April 1803 ſchied Wenck, der
unverheiratet war, aus dem Leben; was mit ſeinem
Nachlaſſe geſchehen, iſt nicht bekannt geworden.
Viel=
leicht iſt er untergangen; vielleicht auch kann eines
Tages ein oder das andere Stück aus einem verborgenen
Winkel auftauchen.
Ich möchte dieſe Bemerkungen nicht ſchließen ohne
eine Mitteilung, die ich der intereſſanten
Klipſtein=
ſchen Familienchronik (Original im Beſitze von Herrn
Kaufmann Wilh. Klivſtein zu Laubach in Oberheſſen)
verdanke; der Abſchnitt über das Leben des heſſiſchen
Kammerrats Phillip Engel Klipſtein (1747—1808), der
ſich durch bedeutende Schriften auf dem Gebiete der
Mineralogie und Kameralwiſſenſchaften einen Namen
gemacht hat (vgl. auch ſeine „Geſchichte des
Vogels=
berg” 1784/90) enthält folgende, zur Kenntnis des
literariſchen Lebens in Darmſtadt von
1780—90 äußerſt wichtige Stelle: „Es haten ſich aber in
Darmſtadt mehrere Gelehrte und andere wiſſenſchaftlich
gebildete Männer vereinigt, ſich wöchentlich einmal, der
Reihe nach bei einem der Mitglieder zu verſammeln,
um ſich über wiſſenſchaftliche Gegenſtände zu
unter=
halten. Damit dieſer Zweck nicht verfehlt werde, oder
die Geſellſchaft ſich in eine Speis= und Trinkgeſellſchaft
ſich verwandle, ſo ſetzten ſie folgende zwei Punkte feſt:
Erſtlich, unter keinem Vorwand durfte der, bei dem ſich
die Geſellſchaft verſammelte, mehr als Thee, Tobak und
Bier vorſtellen, zweitens mußte derſelbe entweder einen
ſelbſtverfertigten Aufſatz oder eine merkwürdige Stelle
aus einem Autor der Geſellſchaft mitteilen, worüber denn
jeder ſeine Meinung auszuſprechen befugt war. Die
vorzüglichſte Mitglieder der Geſellſchaft waren,
Pro=
feſſor Wenck, Hiſtoriograph und Verfaſſer der
Heſſi=
ſchen Geſchichte, Oberappellations Rath Höpfner,
aus=
ſeinen juriſtiſchen Schriften bekannt. Leibmedikus
Thom, ein gelehrter Arzt, Obriſt Müller, Ingenieur
und Erfinder der Rechenmaſchine, Kriegsrath Merck,
Naturforſcher, Kammerrath Barckhauſen,
Botani=
ker, Kammerrath Klipſtein Minealoge, und
an=
dere. Daß es in einer ſolchen Geſellſchaft nicht an
lehr=
reicher und angenehmer Unterhaltung fehlte, läßt ſich
erwarten. Hier erlebte Klivſtein ſeine froheſten und
beinahe einzigſten Erholungsſtunden.”
Ein kleiner Kreis von nur wenigen bedeutenden
Männern in Darmſtadt — damals! Und heute? Was
önnte eine Vereinigung der bedeutenden
Män=
ner, an denen Darmſtadt gewiß keinen Mangel hat,
wir=
ken und ſchaffen; ſo aber kennt kaum einer den andern,
ſo mißverſtehn ſie ſich, und „man” holt ſich bedeutende
Kräfte, wenn man deren braucht, von auswärts und hält
auf die Scheidenden nur Leichenpredigten.
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Redner beleuchtete
zunächſt die Vorteile der kommunalen Betriebe in
ſozial=
politiſcher Hinſicht, andererſeits wird dieſer Art des
Be=
triebs wohl nicht ganz mit Unrecht vorgeworfen, daß ſie
durch Mangel an kaufmänniſchem Geiſt und durch die
oft bureaukratiſche Geſchäftsführung nicht rentabel ſeien.
Andererſeits muß bei Privat=Unternehmungen,
beſon=
ders bei Verkehrsunternehmungen, das öffentliche
In=
tereſſe meiſt hinter den finanziellen Intereſſen
zurück=
blaiben. Auch das Intereſſe der Angeſtellten iſt bei den
Privatkapitaliſten im allgemeinen nicht ſo gewahrt, wie
bei den Gemeindebetrieben. Es wird deshalb in
neu=
erer Zeit immer mehr zu einer Verbindung beider
Be=
triebsformen übergegangen zum gemiſcht=wirtſchaftlichen
Betrieb. Ein Erfordernis muß allerdings bei dieſer
Or=
ganiſation gewahrt werden, nämlich das öffentliche
In=
tereſſe muß auch in dem gemiſchten Betrieb vorherrſchen.
Bei dem zwiſchen der Stadt und der Südd. Eiſenbahn
Geſellſchaft abgeſchloſſenen Gemeinſchaftsvertrage ſei
dies Erfordernis wohl erfüllt, denn der Aktienbeſitz der
Stadt in Höhe von 50 Proz. und der Provinz mit 1 Proz.
verbürge wohl ohne weiteres eine genügende Wahrung
des öffentlichen Intereſſes, da dieſe 51 Prozent der die
Intereſſen der Allgemeinheit vertretenden Behörden bei
der Bildung von Aufſichtsrat und Vorſtand maßgebend
ſind. Die Zinsgarantie für die Obligationen durch die
Stadt war unumgänglich, wollte man die neus
Geſell=
ſchaft nicht allzu ungünſtig belaſten. Das Eigentumsrecht
an dem an die Geſellſchaft abzutretenden
Elektrizitäts=
werke ſei ein wirkſamer Schutz für allerdings nicht zu
erwartende Eventualitäten. Die ſoziale Lage der
An=
geſtellten ſei durch die getroffene Beſtimmung genügend
geſichert. Redner beſprach dann eingehend die
beabſich=
tigte neue Linienführung der Straßenbahn. — In der
Diskuſſion bemerkte zunächſt Sadtv. Baſtian,
daß er nicht in allen Punkten mit dem Vertrag
einver=
ſtanden ſei, ihn aber nicht ablehne. Das Intereſſe der
Stadt ſei nicht genügend gewahrt, beſonders in der
Frage der Ueberlandentrale ſei die Stadt vollſtändig auf
den guten Willen der Provinz angewieſen. — Stadtv.
Schupp ſprach beſonders den Bemühungen des
Ober=
bürgermeiſters für den Vertrag ſeine Anerkennung aus.
— Sadtv. Schäfer wünſcht, daß das Mißtrauen in der
Bürgerſchaft gegen den Vertrag bald ſchwinden möge.
Er würde ſicher zum Segen unſerer Stadt gereichen,
be=
ſonders von der Linie nach dem Oſtbahnhof verſpricht ſich
Redner große Vorteile. — Es wird ſodann in die
übrige Tagesordnung eingetreten. Rechner Koch
erſtat=
tet den Rechnungsbericht, nach dem ſich die Einnahmen
auf 260,35 Mark, die Ausgaben auf 208.66 Mark und das
Vermögen des Vereins auf 1257,26 Mark belaufen. Der
Vorſitzende Schupp erſtattet ſodann den Jahresbericht,
worauf zur Vorſtandswahl geſchritten wurde, wobei der
geſamte Vorſtand wiedergewählt wurde, und zwar die
Herren: Gg. Schupp, Vorſitzender. Heinrich Arnold.
Stellv. des Vorſ., Fr. Stalf, Schriftführer; Ludw. Koch,
Rechner; als Beiſitzer die Herren: L. Schäfer, K. Haury,
Gg. Roth, Joſ. Köhler, L. Gievers, Fr. Vogel, K. H.
Hedwig, L. Ripper.
* Bei der Reifeprüfung am Neuen Gymnaſium haben
von 26 Oberprimanern 23 die Prüfung beſtanden. Davon
waren 16 vom mündlichen Examen befreit worden.
— Die Deutſche Zentralſtelle zur Förderung der
Volks= und Jugendlektüre (Abteilung des Zentral=
Ausſchuſſes für Innere Miſſion, Schriftleitung
Ge=
heimerat Profeſſor D. Dr. Seeberg) veröffentlicht ſoeben
einen Wegweiſer durch die Geſchenkliteratur zur
Kon=
firmation. Derſelbe umfaßt 4 Seiten und brinat
200 Titel von Büchern aus allen Lebensgebieten. Alle,
die der konfirmierten Jugend ein ſchönes inhaltreiches
Ge=
ſchenk machen wollen, werden ſich gern durch einen ſolchen
Wegweiſer beraten laſſen. Das Verzeichnis iſt durch die
Zentralſtelle (Dahlem=Berlin, Poſt Groß=Lichterfelde=Weſt,
Altenſteinſtraße 51) und im Buchhandel durch A. G.
Wallmann, Leipzig, zu beziehen. Bezugspreis: 1
Exem=
plar 5 Pfg., 10 Exemplare 30 Pfg., 50 Exemplare 75 Pfg.,
100 Exemplare 1,50 Mk., 500 Exemplare 4 Mk., 1000
Exemplare 7 Mk. Das Porto iſt mit eingerechnet. Der
Betrag kann bei der Beſtellung mit eingeſandt oder
gegen Nachnahme erhoben werden.
— Mozart=Verein. Das zweite Winterkonzert
findet Montag, den 25. März, unter Mitwirkung
der Konzertſängerin Fräulein Elſe Ziegler aus
Frank=
furt a. M., des Herrn Hofopernſängers Alfred Stephani
und des Herrn Konzertſängers Franz Müller von hier,
ſowie der Großh. Hofkapelle ſtatt.
* Vortrag über Frauenſtienmrecht. Am
Donners=
tag, den 14. März, ſpricht im Fürſtenſaal (Kaiſerſaal)
Herr Profeſſor Broda=Paris über die Wirkungen des
Frauenſtimmrechts in den Ländern, die es haben. (S.
Anzeige.)
* Phonola=Abend. Man ſchreibt uns: Die Firma Karl
Arnold, Ecke Erbacherſtraße, veranſtaltet am 15. ds.
abends 8 Uhr ihren dritten Phonola=Abend. Der hier ſchon
als meiſterhafter Phonolaſpieler bekannte Herr Richard
Lamp, Leipzig, wird auch diesmal ein gewähltes Programm
zum Vortrag bringen. Näheres in der heutigen Anzeige.
* Heſſiſcher Goethebund. Wie bereits mitgeteilt,
wird Pfarrer Jatho aus Köln am 21. März im
Heſſi=
ſchen Goethebund einen Vortrag halten. Der aus ſeiner
Maßregelung in ganz Deutſchland bekannte Redner, der
in allen größeren Städten unſeres Landes bereits
ge=
ſprochen hat, wird zum erſten Male nach Darmſtadt
kom=
men und in der Turnhalle über „Geſchichtliche und
per=
ſönliche Religion” ſprechen. Sperrſitzkärten zu dieſem
Vortrage, dem man in allen Kreiſen unſerer Stadt mit
größter Spannung entgegenſieht, ſind in der Saengſchen
Buchhandlung, Kirchſtraße 20, zu haben. Eintrittskarten
ebendaſelbſt und im Verkehrsbureau. (S. Anz.)
— Die Volksſchülerwanderungen des
Odenwald=
klubs im Jahre 1911. Der Odenwaldklub unſerer Stadt
at im Jahre 1911 die Summe von 2400 Mark
aufge=
wandt, um die von ihm getroffene Einrichtung der
Schü=
lerwanderungen auszuführen. Dabei hat ſogar eine
ſehr große Anzahl von Klaſſen keinen Pfennig
Unter=
ſtützung erhalten, viele haben ſich nur mit dem gern
ge=
währten Schutz gegen etwaige Haftpflicht begnügt. 2400
Mark, eine ganz hübſche Summe! Eine hohe Summe,
und doch nicht hoch, wenn man bedenkt, daß damit über
8000 Schüler und Schülerinnen hinausgeführt werden
konnten, unter denen 7300 den ſtädtiſchen Volksſchulen
angehören. Die Summe iſt hoch, aber ganz gewiß iſt ſie
dem Vorſtand des Odenwaldklubs nicht zu hoch, denn er
weiß, wie viele Freude damit die Lehrerinnen und die
Lehrer und durch ſie der veranſtaltende Wanderverein der
Darmſtädter Jugend bereiten konnten. Es iſt erfreulich,
daß wir in den Kreiſen der hieſigen Lehrerſchaft ſo viele
Damen und Herren gefunden haben, die ſich gerne in den
freiwilligen Dienſt an der wanderluſtigen
Jungmann=
ſchaft ſtellen. Wie viel Freude ſie ſelbſt wieder bei den
Mühen, die natürlich für ſie auch nicht ausbleiben,
er=
leben, das beweiſen die Hunderte von Berichten, die ſich
bei den Akten des Odenwaldklubs befinden. Das zeigen
auch die vielen fröhlichen Bilder, die von den einzelnen
Gruppen zum Sammelwerk des Klubs eingeliefert
wer=
den, und von denen eine Auswahl eine Zeit lang im
Schaufenſter einer belebten Straße unſerer Stadt
aus=
geſtellt war, die gewiß manchen der Vorübergehenden
gefeſſelt hat. Uebrigens werden dieſe Bilder der
Darm=
ſtädter Schülerwanderungen, die vor kurzem in Eberbach,
Heidelberg, Reinheim Freude bereiteten, und die in Gr.=
Bieberau und in Worms demnächſt vor der dortigen
Schuljugend und ihren Freunden vorgeführt werden, im
Laufe des Sommers nach der Hauptverſammlung zu
Groß=Umſtadt, auch auf dem am 1. und 2. Juli zu
Hei=
delberg tagenden Kongreß für Jugendſpiele im dortigen
Städtiſchen Saalbau zur Ausſtellung gelangen und
hoffentlich dabei das wirken, was ſie wollen, dem
Jugendwandern neue Freunde gewinnen. Gewichtige
Freude aber hat das Beſtreben des Odenwaldklubs auch
in der pädagogiſchen Preſſe gefunden; eine Reihe von
Jahresberichten der verſchiedenſten Anſtalten weiſt
dar=
auf hin, und bringt ſo eine dankenswerte Unterſtützung,
und die verſchiedenen Fach= und Vereinsblätter
beſchäfti=
gen ſich wiederholt mit den Jugendwanderungen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedition,
Rheinſtraße 23, ſind von heute ab folgende Bilder neu
aus=
geſtellt: Die „Heldentaten” der Londoner Suffragetten;
Bilder von der Leipziger Frühjahrsmeſſe; vom
Kriegsſchau=
platz in Tripolis; das Verbrechen im Kloſter von
Ezen=
tochau vor dem Bezirksgericht in Petrikau.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 2. März l. J.
männ=
lich 9203, weiblich 6354, zuſ. 15 557, in Prozenten 59,67,
40,33. Der Krankenſtand betrug am 2. März I. J.
männlich 411, weiblich 183, in Prozenten 4,46, 3,03.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 26. Febr. bis 2. März I. J. 6100,10 Mk. (1911: 6399,50
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
2. März l. J. 32. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 26. Febr. bis 2. März l. J. 4.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
ver=
gangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50, in Partien 1,40 M.,
Eier 7—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf., Handkäſe 4
bis 12 Pf., Kartoffeln Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf
(10 Liter) 80 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 12 bis
15 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner 15—25 M., ½ Kg.
15—25 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16 Pf., Zitronen 6—8 Pf.,
Apfelſinen 5—10 Pf.: Salat, Gemüſe: Kopfſalat,
En=
divien 10—15 Pf., Bündel Radischen 10 Pf., Rote Rüben
Kg. 12 Pf., Rettiche 8—10 Pf., Meerrettich 15—50 Pf.,
Zwiebeln ½ Kg. 12—14 Pf., Tomaten ½ Kg. 60 Pf.,
Spinat ½ Kg. 25 Pf., Wirſing 10—30 Pf., Grünkohl
5—6 Pf., Weißkraut, Blumenkohl 15—60 Pf., Rotkraut
10—60 Pf., Erdkohlrabi 6—10 Pf., Schwarzwurz ½ Kg.
30—35 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 40 Pf.; Geflügel, Wild:
Gänſe ½ Kg. 80—85 Pf., Enten 4—5 M., Hahnen und
Hühner 2,00—2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins 1 M.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., ſonſtige
Rhein=
fiſche 35—60 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 25—40 Pf.,
Kabeljau, Schellfiſche, Seelachs 19—29 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 76 Pf.,
Rindsfett 55 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Kalb=
fleiſch 80 Pf., Schweinefleiſch 72 Pf., Schwartenmagen
70 Pf., Leber= u. Blutwurſt 60 Pf., Zicklein 2,00—4,50 M.
gs. Tödlicher Unglücksfall. Samstag mittag wurde
bei Bahnhof Kranichſtein der Taglöhner Frickel aus
Arheilgen von dem Schnellzug, der 12 Uhr 58 Min.
Darmſtadt verläßt, erfaßt und zur Seite geſchleudert.
Hierbei erlitt er außer mehreren komplizierten
Knochen=
brüchen ſchwere innere Verletzungen. Dem
Verunglück=
ten wurden von der hieſigen Rettungswache Notverbände
angelegt, dann wurde er mit dem Krankenkraftwagen in
das Städtiſche Krankenhaus gebracht, wo er noch am
Abend ſeinen Verletzungen erlegen iſt.
P Zuſammenſtoß. Am Samstag nachmittag kurz nach
fünf Uhr ſtießen in raſcher Fahrt ein Motorradfahrer und
ein Radfahrer an der Ecke der Grafen= und Rheinſtraße
zu=
ſammen, wobei das Rad des letzteren ganz erheblich
demo=
liert wurde.
Mainz, 9. März. Vorgeſtern nacht ging ein hieſiger
Herr durch die Rentengaſſe, als ihm vom erſten Stock
eines Hauſes von einer Frau zugerufen wurde, daß
kurz vorher drei Burſchen durch ein zu ebener Erde
gelegenes Fenſter in das Haus eingedrungen ſeien.
Der Herr war im Beſitze eines Polizeihundes und
die=
ſen wies er an, ſo lange vor dem Hauſe ſitzen zu bleiben,
bis er zurückkehre. Der Herr begab ſich alsdann hinweg,
während der Hund getreulich vor dem Hauſe die Wache
hielt. So oft einer der eingedrungenen Kerle durch das
Fenſter auf die Straße wollte, ſprang der Hund empor,
ſo daß keiner wagte, das Haus zu verlaſſen. Als nach
Verlauf von 15 Minuten der Herr mit einigen
Schutz=
leuten herbeikam, gelang es, die drei Burſchen in dem
Hauſe feſtzunehmen; ſie erklärten, nur deshalb in das
Haus eingedrungen zu ſein, um eine darin befindliche
leerſtehende Wohnung als Schlafſtelle zu benützen,
aber nicht, um zu ſtehlen. Einer der Burſchen, ein Junge
von noch nicht 16 Jahren, iſt ſchon zweimal wegen
ſchwe=
rer Diebſtähle beſtraft worden.
Boſenheim, 9. März. Beim Pflügen eines Ackers
traf ein Bauer auf viele altertümliche Gefäße.
Sofort wurde der heſſiſche Altertumspfleger, Profeſſor
Anthes in Darmſtadt, benachrichtigt. Unter ſeiner
Leitung wurden die Ausgrabungen vorgenommen und
bald zeigte ſich, daß ſich an dem Fundort ein römiſches
Grab befand. Die Gefäße, römiſche Tongefäße,
wur=
den in das Altertumsmuſeum zu Darmſtadt
verbracht.
Nierſtein, 9. März. In einer der letzten Nächte
wur=
den an über 100 der auf der Kreis= und Rheinſtraße von
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 8. März.
Zum erſten Male:
„Baumeiſter Solneß”.
Schauſpiel in 3 Aufzügen von Henrik Ibſen.
W-l. Ibſens Schauſpiel „Baumeiſter Solneß”,
das heute, 20 Jahre nach ſeiner Entſtehung, hier zum erſten
Male aufgeführt wurde, gibt uns keine erneute
Veran=
laſſung zu allgemeinen Betrachtungen über die Ibſenſchen
Schauſpiele. Man mag über das Stück ſo hoch denken
und mag es ſo hoch einſchätzen, wie man will, ein
Büh=
nendrama iſt es nicht, vielleicht noch weniger als alle
an=
deren Ibſenſchen Stücke. Das Ergrübelte, Konſtruierte
und Komplizierte mag für eine myſtiſch=philoſophiſche
Ab=
handlung paſſen, und wir geben zu, daß es Menſchen gibt,
denen es Freude und Genugtuung bereiten mag, ſich
darein zu vertiefen, die Bühne iſt aber kein Platz für
der=
gleichen dialektiſche myſtiſch=philoſophiſchen Experimente,
und ſtundenlang die Zuſchauer (richtiger geſagt: Zuhörer,
denn zu „ſchauen” gibt’s nichts) zu zwingen,
Zwie=
geſpräche ſolchen Inhalts anzuhören, heißt den Zweck der
Bühne vollſtändig verkennen. Drama heißt auf Deutſch
„Handlung”, das einzige aber, was in dem langen Stücke
geſchieht und „entſetzlich ſpannend” iſt, wie Hilde Wangel
wiederholt in einer Art von Ironie ſagt, iſt der Abſturz
Solneß’ am Schluſſe des Stückes, über den man gar nicht
einmal böſe ſein kann, denn mit Hilde Wangel ſieht man
den Baumeiſter hier „auf der Höhe” da er nach 3 Stunden
endlich einmal handelt, anſtatt zu philoſophieren.
Die Charaktere ſind auch hier meiſtens nur Träger von
Ideen. Als Charakter im Sinne des Bühnendramas
— und als ſolches betrachten wir hier das Stück nur —
iſt der Baumeiſter Solneß wohl kaum möglich; denn wie
ſoll man ſich aus dieſem Manne, der ein ſo „kränkliches
Gewiſſen” hat, daß er ſich wegen einer Gedankenſünde wie
ein frommes Kind die ſchwerſten Gewiſſensbiſſe macht,
andererſeits aber gewiſſenlos bis zur Brutalität und
Nie=
derträchtigkeit iſt und Menſchenglück opfert, um ſein
egoiſtiſches Ziel zu erreichen, ein einheitliches Bild
machen, von anderen Widerſprüchen ganz abgeſehen? Der
Charakter der Hilde, des Dämons des Baumeiſters, mit
dem Hauptmanns Rautendelein viel Verwandtes hat, iſt
faſt ſo kompliziert wie ein philoſophiſches Syſtem, und nur
in der Welt des Märchens und der Phantaſie läßt ſich ein
Jolches konſtruiertes und ergrübeltes Rätſelweſen denken.
Durch den tiefen ſittlichen Ernſt, der allen Ibſenſchen
Stücken eigen iſt, wird auch das Publikum, wenn es ſich
oft auch tödlich langweilen mag in ernſter Stimmung
ge=
halten, und das deplazierte Lachen hört man jetzt wohl
ſeltener. Es iſt aber nicht zu leugnen, daß der Kontraſt
zwi=
ſchen der realen und der ergrübelten Gedankenwelt, die oft
ins Phantaſtiſche und Verſchrobene geſteigerten Ideen
— von der Ritze in der Schornſteinröhre an bis
zum Bauen der Luftſchlöſſer ꝛc. — und der Umſtand, daß
die allergewöhnlichſten Dinge und Redewendungen im
höchſten Pathos vorgebracht werden, oft einen ungewollten
komiſchen Eindruck hervorrufen.
Von der Aufführung des Stückes, für das Herr
Ober=
regiſſeur Valdek einen charakteriſtiſchen, geſchmack= und
ſtimmungsvollen Rahmen geſchaffen hatte, läßt ſich im
weſentlichen nur Gutes ſagen. Nur im letzten Akte wurde
zu laut ſouffliert, ſo daß man die Rollen faſt zweimal
hörte. Dies war wohl in der Erhöhung der Sprechbühne
begründet. Die ſchwierige Rolle der Hilde Wangel war
Frl. Meißner mit Erfolg beſtrebt, möglichſt
pointen=
eich, intereſſant und charakteriſtiſch auszugeſtalten. Auch
die Jugend verkörperte ſie hübſch und pikant; nur die
aloppe „Hängebluſe” iſt ein Verſtoß gegen den guten
Ge=
ſchmack. Herr Heinz ſprach die Rolle des Solneß gut
und wurde auch ſonſt ihren Anforderungen in
anerkennens=
werter Weiſe gerecht. Frl. Heumann als larmoyante
Repräſentantin der Pflicht hatte eine undankbare Aufgabe
zu löſen. Die kleineren Rollen des Dr. Herdal, des alten
und des jungen Brovik und der Caja waren durch die
Herren Wagner, Lehrmann und Weſtermann
und Frl. Uttmann gut beſetzt.
Vorträge.
Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung Im dichtgefüllten „Kaiſerſaal” ſprach am
Freitag Abend Dipl.=Ing. Fr. Dunkler über „Neue
Rieſenwerke der Technik, die Talſperren
und ihre Bedeutung für Kultur und
Menſchheit” und vermittelte dadurch die nähere
Kennt=
nis jener großartigen Bauwerke, die ein glänzendes
Zeug=
nis menſchlicher Erfindungsgabe und Tatkraft ablegen.
Wie bei ſo manchen Schöpfungen reicht der erſte Gedanke
in ferne Vorzeit zurück, tritt mit den Erforderniſſen jüngerer
Generationen in den Vordergrund und erfährt neue
ent=
ſprechende Geſtaltung. Die Stauwerke eines Pharaonen
Möris im alten Egypten und ähnliche am Euphrat aus der
Perſerzeit zerfielen, lange Jahrhunderte vergingen ohne
Nachfolge auf dieſem Gebiet, bis im vorigen Jahrhundert
die moderne Technik ſich ihm zuwandte und ſeitdem
Er=
ſtaunliches geleiſtet hat.
Durch die Talſperren wird eine ganze Reihe
wirtſchaft=
licher Aufgaben von großer Tragweite erfüllt, dienen ſie
doch als rieſige Sammelbaſſins zur Verſorgung mit Trink=
und Gebrauchswaſſer, zur Erzeugung bedeutender
Waſſer=
kräfte zwecks induſtrieller Benutzung als direkte Triebkraft
oder für elektriſche Energie, zur Speiſung zeitweiſe
ab=
nehmender Waſſerläufe und Kanäle, zur Bewäſſerung
trockener Landſtriche und zur Abwendung von
Hochwaſſer=
kataſtrophen. Gerade in letzter Richtung iſt man zum Heile
mehrerer arg bedrohten Gegenden Schleſiens tätig geweſen
und arbeitet an weiteren Bollwerken gegen dieſe Gefahr.
Die Waſſerverſorgung von Städten und die induſtrielle
Be=
nutzung haben beſonders in Rheinland und Weſtfalen viele
Talſperren entſtehen laſſen, deren Waſſerfaſſung bis zu 50
Millionen Kubikmeter ſteigt, während die im Fürſtentum
Waldeck gelegene Edertalſperre, deren Vollendung im Jahre
1915 zu erwarten iſt, nicht weniger als 200 Millionen
Kubik=
meter anſtauen wird. Mit ihr wird das größte derartige
Werk geſchaffen ſein, über das nur noch die auf anderen
Ver=
hältniſſen beruhende Stauung des Nil bei Aſſuan mittels
eines Querdamms in ihrer Waſſermenge von 3 Milliarden
Kubikmeter hinausgeht. Die Engländer haben mit letzterer,
die ſich in einem Bewäſſerungsnetz auf ausgedehnte, von der
periodiſchen Nilüberflutung ſonſt nicht berührte Gebiete
ver=
teilt, die jährliche Baumwolleproduktion um 6 Millionen
Mark geſteigert. Was die Edertalſperre betrifft, ſo ſoll ſie
u. a. der Kanaliſation der Weſer und Werra und durch
Ueberſetzung des Mittelgebirges mit Hilfe von
Schleuſen=
anlagen der Verbindung von Main und Weſer dienen, alſo
die Verbindung zwiſchen Donau und Nordſee vermitteln.
Der Bau ſo rieſiger Talſperren erfordert ſachkundigſte und
vorſichtigſte Ausführung, damit Bruchkataſtrophen, wie
ſolche bei Sheffield in England im Jahre 1864 zahlreiche
Häuſer nebſt 400 Menſchenleben und 1889 in Pennſylvanien
gar 4000 Menſchenleben vernichteten, vermieden werden.
An Hand zahlreicher ſcharfer und charakteriſtiſcher
Licht=
bilder erläuterte der gewandte Redner in anſchaulichſter
Weiſe die einzelnen Bauſtadien ſolcher Talſperren, ſowie
ihre Betriebsvorrichtungen, erwähnte auch den oft nicht
ge=
ringen landſchaftlichen Reiz und zeigte die
volkswirtſchaft=
liche Bedeutung, die ſtetig wachſen und in immer größerem
Maße der Menſchheit zum Wohle gereichen wird. Die
Zu=
hörerſchaft ſpendete dem Vortrag verdienten lebhaften
Bei=
fall und konnte auch von dieſer letzten Winterveranſtaltung
des Volksbildungsvereins hochbefriediat ſein.
hier nach Nackenheim an der Rheinſeite ſtehenden
be=
hauenen meterhohen Säulenſteinen die Ecken
abgehauen. In der Nähe des Bahnwärterhauſes 71
der nahegelegenen Bahnſtrecke hat der Täter, offenbar
um nicht die Aufmerkſamkeit des Bahnwärters zu
er=
regen, ſein Tun unterbrochen, um es weiter unterhalb
wieder mit Beharrlichkeit aufzunehmen.
Nider=Olm, 9. März. Wie verlautet, ſollen die
Orte Hahnheim, Harxheim und Udenheim von dem
hieſigen Amtsgericht losgelöſt und den
benach=
barten Amtsgerichten zugeteilt werden. Aus den Kreiſen
der hieſigen gewerbetreibenden Bevölkerung und auch
ſeitens des hieſigen Gemeinderats iſt ein energiſcher
Einſpruch geplant.
— Gießen, 9. März. Man ſchreibt uns: Der
Aka=
demiſche Dürerbund dieſer an unſerer heſſiſchen
Landesuniverſität beſtehende Freundeskreis, der ſich in
den Dienſt des großen Deutſchen Dürerbundes ſtellt, hat
ſeine Tätigkeit im verfloſſenen Semeſter mit einer einzig
daſtehenden Leiſtung abgeſchloſſen. Zum erſten Male
wagten ſich Studenten an die ſelbſt für Berufstheater
äußerſt ſchwierige Aufführung von Ibſens „John
Gabriel Borkman”, eines der ſtark ſymboliſtiſchen
Alterswerke des Dichters. Die Aufführung, die ein ſehr
zahlreiches Publikum, ſogar von auswärts,
herbeige=
zogen hatte, erzielte einen glänzenden Erfolg. Dieſer
war vor allem dem geiſtvollen einleitenden Vortrag von
Profeſſor Dr. Collin, wie auch dem Mitwirken
ſchau=
ſpieleriſch geſchulter Kräfte zu danken; es waren das
Herr Stud. René Wallau, ein Schüler des
Schau=
ſpielers Pfeil in Frankfurt, als „Borkman” und die
Damen Frl. Scholz (Frau Borkman) und Frl. Strack
(Ella Rentheim) vom Hochſchen Konſervatorium
eben=
dort. Herr Wallau machte ſich auch noch dadurch
ver=
dient, daß er die Einſtudierung übernahm und auf das
ſorgfältigſte im Geiſte Ibſens durchführte. Außer den
Genannten wirkten auch Damen der Gießener
Geſell=
ſchaft mit, ſowie Mitglieder des Dürerbundes, von denen
beſonders Herr Hoby als „Foldal” mit Beifall bedach!
wurde. So hat ſich alſo der Akademiſche Dürerbund ein
anerkennenswertes Verdienſt erworben um die Ideen
des allgemeinen Dürerbundes und gezeigt, auf welcher
Höhe die Studentenſchaft unſerer Zeit ſteht. Mit
be=
ſonderem Stolz darf man es ſagen, daß es unſere
heſſi=
ſche Landesuniverſität war, die dieſe Beſtrebungen in
ihrer Studentenſchaft unterſtützt hat; und der Erfolg
hat ihr Verhalten glänzend gerechtfertigt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. März. Die
Ein=
wohnerzahl Berlins belief ſich nach der ſoeben
veröffentlichten Zuſammenſtellung auf 2088 529
Per=
ſonen im Februar gegen 2075820 Perſonen im gleichen
Monat des Vorjahres. Die Erhöhung der
Einwohner=
ziffer ſetzt ſich zum Teil aus Zugezogenen (22011
gegen=
über 18 585 Fortgezogenen) und aus den Geburten
zuſam=
men. Die ſtatiſtiſche Zuſammenſtellung beſagt weiter, daß
2993 Brände zu löſchen waren und 5377191 Kubikmeter
Trinkwaſſer verbraucht wurden (einſchließlich Weißenſee
Stralau, Treptow, Niederſchöneweide und Pankow).
Ganz gewaltig iſt die Straßenbahn=, Hochbahn= und
Om=
nibusfrequenz. Sie beträgt 59030599 Perſonen. Die
Belegung in den ſechs ſtädtiſchen Krankenhäuſern wird
durch folgende Ziffern illuſtriert: Belegungsfähig waren
5085 Plätze, während 4615 Patienten aufgenommen
wur=
den. Auch die Poſition Armenpflege ſtellt ſich ziemlich
hoch, denn im Berichtsmonat wurden dafür rund 872000
Mark ausgegeben. — In einer geſtern ſtattgehabten
Ver=
ſammlung des Arbeitgeberſchutzverbandes der
Berli=
ner Kartonagefabrikanten die teilweiſe einen
ſtürmiſchen Verlauf nahm, erklärte ſich die Mehrheit
ent=
ſchieden für eine weitere Ablehnung der Forderungen
der Arbeiter und für Fortſetzung des Kampfes. — Für
6000 Mark Roben und Koſtüme wurden in der
vergange=
nen Nacht von Einbrechern in einem Mode=Salon
in der Lützowſtraße geſtohlen. Die Diebe drangen
durch eine zertrümmerte Ladenſcheibe in das
Geſchäfts=
lokal ein.
Straßburg, 9. März. In dem
Einſpruchsver=
fahren gegen die Auflöſung der Lorrain
Sportive und der Jeuneſſe Lorrain hat der
Kaiſerliche Rat heute für Recht erkannt, daß in beiden
Fällen die Rekurſe als unbegründet zurückgewieſen
wer=
den. Die Koſten fallen in beiden Fällen den
Einſpruchs=
klägern zur Laſt. Eine nähere Urteilsbegründung wurde
nicht gegeben.
Trier, 9. März. Durch den Einſturz einer
Betonmauer auf dem Thyſſenſchen Stahlwerk in
Hagendingen wurden 15 Arbeiter verſchüttet
einer von ihnen iſt tot, mehrere wurden lebensgefährlich
verletzt.
Köln, 9. März. In der Dunkelheit ſtieß auf der
Chauſſee zwiſchen Kuchenbach und Eſſig ein Automobil
mit einem unbeleuchteten Fuhrwerk zuſammen. Der
Be=
ſitzer des Letzteren wurde getötet. Die Inſaſſen des
Kraftwagens kamen mit leichten Verletzungen davon.
Düſſeldorf, „8. März. Der Düſſeldorfer Kunſtmaler
Richard Sohn iſt heute im 70. Lebensjahre geſtorben.
Siegen, 9. März. Die Röhrenfabrik von Betrams
wurde durch Feuer vollſtändig zerſtört. Etwa
300 Arbeiter verlieren ihre Beſchäftigung.
Roßleben, 9. März. Vergangene Nacht wurden im
Salzbergwerk Roßleben durch ausſtrömende Gaſe
10 Mann betäubt. Einer iſt tot, die anderen wurden
wieder ins Leben zurückgerufen.
Dresden, 8. März. Der Kronprinz legte heute
mit einigen Schulkollegen, Söhnen von höheren
Staats=
beamten und Offizieren, in Gegenwart des
Kultusmini=
ſters Dr. Beck auf dem Königlichen Gymnaſium in
Dres=
den die Reifeprüfung ab, die er beſtand. Morgen
findet in Gegenwart des Königs die feierliche Entlaſſung
ſtatt. Am Montag tritt der Kronprinz die ſchon erwähnte
Orientreiſe an.
Leipzig, 9. März. Das ruſſiſche
Kriegs=
miniſterium hat die Anregung zum Bau einer
Kapelle in Leipzig gegeben, die dem Gedächtnis der
am 18. Oktober 1813 in der Völkerſchlacht gefallenen
Ruſſen gewidmet iſt. Den Platz für dieſe Kirche hat die
Stadt Leipzig zur Verfügung geſtellt. Das Gebäude
wird in der Nähg des Völkerſchlachtdenkmals am
Wind=
mühlenweg errichtet, ganz in der Nähe der neuen
Pracht=
ſtraße, die, vom Bayeriſchen Bahnhof über das Gelände
der „Internationalen Baufach=Ausſtellung 1913‟ führend
ſich zum Denkmal hinzieht. Die Kapelle wird zu der
Jahrhundertfeier der Völkerſchlacht bereits fertiggeſtellt
ſein. Das Aeußere des Baues weiſt eine große, feine
und eigenartige Architektur auf. Leipzig wird in dieſer
ruſſiſchen Kirche eine neue Sehenswürdigkeit beſitzen.
Leipzig, 9. März. Vor dem fünften Zivilſenat des
Reichsgerichts fand heute die Verhandlung im Prozeß
Lerner gegen den Grafen Zeppelin ſtatt. Lerner
hat behauptet, daß Graf Zeppelin und Geheimrat Hergeſell
ihm die Teilnahme an dem geplanten Zeppelin=Fluge nach
dem Nordpol ungerecht wieder aufgekündigt hätten. Da
Lerner heute nicht erſchienen war, erließ das Reichsgericht
auf Antrag des Beklagten das Verſäumnisurteil mit
Ver=
werfung der Reviſion.
Eiſenach, 9. März. Vor einiger Zeit ſtahl eine
Eng=
länderin den Schlüſſel zur Luttherſtube auf
der Wartburg, um ihn ihrer Reliquienſammlung
einzuverleiben. Die Engländerin wurde in London
ver=
haftet und der Schlüſſel zurückgebracht. Trotz der
beſſe=
ren Bewachung der Wartburg wurde der Schlüſſel jetzt
abermals geſtohlen. Die Spur des Diebes weiſt wieder
nach England.
Aurich, 9. März. Der Schutzmann Glauß aus
Wilhelmshaven wurde von der Strafkammer zu ſechs
Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverluſt
ver=
urteilt.
Moskau, 8. März. Die Kaufhausgalerien
Goloftejowsky ſind niedergebrannt. Nur zwei
Kaufläden blieben unverſehrt. Der Schaden wird auf
eine Million Rubel geſchätzt.
Lafayette (Staat Indiana), 8. März, Bei dem
Eiſenbahnunglück in der Nähe von Weſt=Libanon
ſind nach den neueſten Meldungen drei Perſonen
umge=
kommen und 60 verletzt worden.
Die Erreichung des Südpols.
* Krtſtianeu, 8. März. Bei Beginn der Sitzung
des Storthing hielt der Präſident anläßlich des
glücklichen Ausfalles der Expedition Amundſens
eine Anſprache, in der er ausführte: „Wir können die
heutige Arbeit nicht beginnen, ohne uns zum Ausdruck
dankbarer Freude in Bewunderung und Stolz zu
ver=
einigen, die uns alle bei der Nachricht erfüllte, daß Roald
Amundſen und ſeine Leute den Südpol erreicht und die
norwegiſche Flagge dort aufgepflanzt haben. Wir ſind
ſtolz in dem Gedanken, daß dieſe Männer unſere
Lands=
leute ſind und den Namen Norwegens mit Glanz
be=
decken konnten.‟ Der Präſident bat ſchließlich um die
Ermächtigung, Amundſen folgendes Begrüßungs=
Telegramm zu ſenden: „Roald Amundſen!
Nor=
wegiſches Konſulat, Tasmanien. Das Storthing erhielt
mit Freude die Nachricht, daß Sie und Ihre Leute
glück=
lich den Südpol erreicht und dort die norwegiſche Flagge
gehißt haben. Das Storthing ſendet ſeinen wärmſten
Gruß und Dank.”
* Kriſtiania, 9. März. Die Zeitungen Aften
Poſten und Tidens Tegn veröffentlichen einen
aus=
führlichen Bericht über die Expedition
des Norwegers Amundſen zum Südpol. In
dem Bericht heißt es u. a.: Am 1. Februar 1911 begannen
unſere Arbeiten im fernen Süden. Am 1. April hatten
wir drei Depots erichtet, wo wir Vorräte verſchiedener
Art niederlegten, im ganzen 4100 Kilo. Die niedrigſte
Temperatur wurde am 13. Auguſt feſtgeſtellt. Sie
be=
trug minus 53 Grad Celſius. Am 8. September traten
wir — acht Mann mit ſieben Schlitten, 90 Hunden und
Vorräten für vier Monate — den Marſch nach dem
Süd=
pol an. Da die Temperatur von jetzt an von Tag zu
Tag ſank, worunter beſonders die Hunde zu leiden
hat=
ten, kehrten wir zu unſerer Schneehütte zurück. Am 20.
Oktober wurde der Marſch zum Pol von neuem
ange=
treten. Die Expedition beſtand nunmehr aus fünf Mann
mit vier Schlitten, 52 Hunden und Vorräten für vier
Monate.
Am 17. November erreichten wir den 85. Breitengrad.
Hier wurde das Hauptdepot niedergelegt. Das
Ter=
rain, das wir nun antrafen, ſchien faſt unüberſteigbar.
Bergrücken bis zu einer Höhe von 10000 Fuß, die in
ſüdlicher Richtung noch höher zu ſein ſchienen, mußten
wir überſteigen. Wir waren genötigt, große Umwege
zu machen, um breite Riſſe und Klüfte zu umgehen, die
zum Teil mit Schnee angefüllt waren. Am 1. Dezember
überſchritten wir ein Feld, das von zahlreichen Löchern
unterbrochen war. Der Schnee befand ſich in Beweg= wie Eisſchollen auf einem See. Der Marſch über
das gefrorene Terrain war ſchwierig. Zunächſt brach
ein Mann durch und dadurch einige Hunde. Unſere Skis
konnten wir auf dieſem Terrain nicht benützen. Am
beſten bewährten ſich die beſonders eingerichteten
Eis=
ſchlitten. Wir nannten dieſes Terrain „Tanzſaal des
TTeufels” Am 2. Dezember erreichten wir bei 87 Grad
40 Min, die größte Höhe, nämlich 10750 Fuß über dem
Meeresſpiegel. Am 8. Dezember zeigte die Obſervation,
daß wir 88 Grad 16 Min. ſüdlicher Breite waren. Vor
uns lag vollkommen flaches Terrain. Am 13. Dezember
erreichten wir 89 Grad 45 Min. und mußten alſo am
nächſten Tage den Südpol erreichen. Am 14. Dezember
wehte eine leichte Briſe von Südoſt und es herrſchte eine
Temperatur von minus 23 Grad. Um 3 Uhr
nachmit=
tags machten wir Halt, da wir zu dieſem Zeitpunkt nach
unſeren Berechnungen unſer Ziel erreicht hatten. Ich
hißte an dieſer Stelle, wo wir uns befanden, die ſeidene
norwegiſche Flagge und nannte das ungeheuere
weit=
geſtreckte Terrain, auf dem der Südpol liegt, „König
Hakoon VII. Land‟. Es iſt ein ungeheueres, flaches,
ein=
förmiges Terrain. Im Laufe der Nacht durchſtreiſten
wir das Land in einem Umkreis von acht Kilometern.
Am folgenden Tage ſtellten wir von 6 Uhr nachmittags
bis 7 Uhr morgens Beobachtungen an. Das Ergebnis
war 89 Grad 55 Min. ſüdlicher Breite. Um dem Pol
ſo nahe wie möglich zu kommen, machten wir noch neun
Kilometer in ſüdlicher Richtung.
Am 16. Deember verbrachten wir einen angenehmen
Tag bei ſtrahlendem Sonnenſchein. Vier Teilnehmer
der Expedition waren den ganen Tag über mit
Beobach=
tungen beſchäftigt. Eins iſt ſicher: Wir ſind dem Süd=
Feuilleton.
Pleureufen am Damenſchuh. In einem
faſhio=
nablen Modeladen der Londoner Orford=Street iſt jetzt
die neueſte Errungenſchaft auf dem Gebiete weiblicher
Fußbekleidung zu ſehen: ein Paar eleganter zierlicher
Straßenſchuhe, die an Stelle des Schuhbandes oder der
Schnalle einen merkwürdigen Schmuck zeigen: einen
Büſchel kleiner Straußenfedern. Ob dieſe Erfindung
eines Modegenies ſich durchſetzen wird, liegt noch in der
Zukunft dunklem Schoße, aber einſtweilen ſind alle
Lorgnetten der eleganten Paſſantinnen auf dieſe neue
Leiſtung originellen Geſchmacks gerichtet, und man lacht
nicht etwa, ſondern nickt ſinnend und zieht die
Anſchaf=
fung dieſer Neuheit jedenfalls ernſthaft in Betracht. Die
vor einigen Wochen in Paris und in New=York
einge=
führten Federſchuhe, die im Gegenſatz zu dieſer jüngſten
Londoner Neuheit nicht mit Straußenfedern, ſondern
über und über mit den kleinen Federn bunter
Paradies=
vögel überzogen ſind, haben ſich in England nicht
durch=
ſetzen können. Die Geſellſchaft für Vogelſchutz, der
Her=
zog von Rutland an der Spitze, hat einen geharniſchten
Proteſt gegen dieſe Mode erlaſſen. Aber das Londoner
Fiasko der in Paris ſo erfolgreichen Federſchuhe iſt wohl
mehr auf praktiſche Geſichtspunkte zurückzuführen: es
hat ſich gezeigt, daß dieſe koſtſpieligen Schuhe — das
billigſte Paar koſtet 210 Mark — außerordentlich ſchnell
ſchmutzen und nicht ohne Schaden gereinigt werden
können. Vielleicht erleben die jetzt vorgeſchlagenen
„Pleureuſenſchuhe” ein glücklicheres Schickſal.
* Ein Rätſel, das der Kaiſer nicht löſen konnte. Zu
dem bevorſtehenden Beſuche, den der Kaiſer ſeinem
öſter=
reichiſchen Bundesgenoſſen abzuſtatten gedenkt, wird aus
Wien folgendes Geſchichtchen mitgeteilt, das ſich während
eines ſeiner früheren Beſuche abſpielte und noch heute viel
belacht wird. Allgemein bekannt iſt wohl die Vorliebe, die
der Kaiſer für einen Scherz hat. Ein Erzherzog, der dieſe
Vorliebe kannte, gab nun folgendes Rätſel auf: „Wer iſt
das? Er hat keine Augen, keine Ohren, keine Naſe, keinen
Mund, ja ſogar keinen Kopf, keine Hände und Füße, und
doch iſt es ein Menſch.‟ Der Kaiſer vermochte die Löſung
nicht zu finden, und lachend erklärte ihm der Erzherzog,
man müſſe nur den öſterreichiſchen Dialekt gut kennen,
dann werde man finden, daß dieſe merkwürdige Perſon
ohne Augen, Ohren, Naſe, Mund und Kopf ein richtiger,
geſunder und ſehr vernünftiger Oeſterreicher ſein könne.
Ein ſolcher habe nämlich nach dortigem Sprachgebrauch
keine Augen, ſondern Guckerln, keine Ohren, ſondern
Waſcheln, keine Naſe, ſondern einen Schmecker, keinen
Mund, ſondern eine Goſchen, ja auch keinen Kopf, ſondern
einen Schadel, ſtatt der Hände endlich Pratzen, ſtatt der
Füße Haxen.
C.K. Das Toiletten=Budget einer „vernünftigen”
Ameriſanerin. Als Beitrag zu der Diskuſſion, wieviel
eine wohlhabende Amerikanerin alljährlich für
Gar=
derobe aufwenden muß, veröffentlicht Mrs. C. H.
An=
thony aus Indiana jetzt einen Ueberblick über ihre
ge=
ſamten Einkäufe im vergangenen Jahre. Sie hält ſich
für keineswegs extravagant, denn ſie gebrauchte nur 200
Paar Seidenſtrümpſe zu 8 Mark, fünfzia Paar
Hand=
ſchuhe zu 14 Mark, 50 Paar Schuhe zu 60 Mark und ſechs
Paar diamantbeſetzte Schuhe, die 28800 Mark koſteten.
Ein Paar rubinbeſetzte Schuhe ſind billig: 1600 Mark.
Verhältnismäßig teuer kommt der Verbrauch an
Spitzen=
unterröcken: 75 Stück koſten 7500 Mark. Für 30
Nachmit=
tagstoiletten hat Mrs. Anthony rund 29000 Mk. bezahlt;
für 25 Abendroben 40000 Mark. Vier Pelzgarnituren
koſten nur 28000 Mark und die 40 Hüte dieſer „
ſpar=
ſamen” Frau annähernd 20000 Mark. Insgeſamt hat
Mrs. Anthony für Kleidung 199760 Mark ausgegeben,
wobei ſie davon überzeugt iſt, durchaus „vernünftig
ge=
wirtſchaftet” zu haben.
* Genau. In einem deutſchen Bundesſtaate iſt es den
unteren Forſtbeamten verboten, ſelbſtändig Anſchaffungen
auf Staatskoſten zu machen. Der alte Forſtaufſeher Huber
kauft aber doch anläßlich einer dringend notwendigen
Ausbeſſerung ein Kilogramm Nägel, ohne ſeine vorgeſetzte
Behörde zu fragen, und ſtellt ſie auch in Rechnung. Darauf
geht ihm folgende Anfrage zu: „Sie wollen angebogen
umgehend berichten, was es mit den Nägeln gegeben hat
F., Forſtmeiſter.‟ Dieſem Befehl kommt Huber nach,
in=
em er darunter ſchreibt: „Sie ſind vernagelt! Huber,
Forſtaufſeher.”
So muß es kommen! Die Frauen des Iſere=
Departe=
ments fordern in einer Eingabe an den Senat, die der
Be=
richterſtatter des Petitionsausſchuſſes günſtig befürwortet,
die Gründung eines Ordens für Mütter die das
Verdienſt erworben haben, dem Vaterland mindeſtens acht
Kinder zu ſchenken. Praktiſch, wie Frauen nun einmal ſied,
verlangen die Bittſtellerinnen, daß mit dem Abzeichen auch
ein beſcheidenes Jahresgehalt verbunden ſei, das mit 20 Fr.
für die achtfache Mutterſchaft beginnt und für 12 Kinder bis
zu 120 Fr. jährlich ſteigt. Das Bändchen wird man den
Müttern vielleicht bewilligen, aber mit der Geldzulage
dürfte es hapern.
Kunſthalle am Rheintor.
I.
Der zur Höhe künſtleriſcher Geſtaltungskraft
führen=
den Wege gibt es viele und gar mannigfaltig ſind die
Mittel, deren die Kunſtjünger und=Mittler ſich
bedie=
nen, dieſe Wege ausfindig zu machen, ſie der Menſchheit
zu zeigen. Dann erſt kommt das Suchen der Kunſthöhen,
der Offenbarung des Höchſten und Schönſten ſelbſt. Alles
Greifbare, an ſich Geſtaltete oder doch wenigſtens
Ge=
formte in der Malerei darzuſtellen, iſt eine Aufgabe, zu
deren Löſung viele berufen, aber wenige nur auserwählt
ſind. Wie unemdlich viel größer und ſchwieriger aber
iſt die Kunſt, Weſenloſes darzuſtellen. Etwas, das nicht
iſt und das doch mit elementarer Gewalt über den
Menſchengeiſt hereinbrechen kann; das nach Ausdruck
ſucht und drängt und das doch nur ein erleſener Geiſt
höchſtens in Worte und Sätze kleiden kann, ohne von
vornherein Garantie zu geben, daß das alſo in Wort
und Sprache Geformte von den Mitmenſchen
nach=
empfunden werden kann. Die Kunſt, Empfindungen
ſen=
ſibler bevorzugter Naturen, Gedanken phantaſiereicher
Geiſter zu geſtalten und bildneriſch feſtzuhalten, ſo, daß
immer noch das Gedanken=, das Schemengleiche ihnen
an=
haftet, daß der Beſchauer aber unter dem Eindruck eines
Etwas ſteht, das überzeugender ſpricht als die Sprache,
weil es mitfühlen läßt, mitreißt im Denken und
Empfin=
den. Schon daß ein Künſtler an eine ſolche Aufgabe ſich
wagen darf, ohne zu ſcheitern, zeugt von der Größe und
von der tief im Innern wurzelnden Geſtaltungskraft
ſei=
ner Kunſt. Nur wer berufen iſt, wird ſolche Werke
ſchaf=
fen können, zu deren Schöpfung der Menſch nur dann
befähigt, wenn uneindämmbarer innerer Drang ihn
zwingt, zu geſtalten. Kein Einfluß von außen könnte
da helfen.
Martin Brandenburg
zu Berlin W., aus deſſen Werken der Kunſtverein eine
hochintereſſante Kollektion, und damit das Beſte bringt
ſeit langem, iſt ſo eine dichteriſche phantaſiebegabte
Ma=
lernatur. Der Beſchauer dieſer Bilder wird gut tun,
einſtweilen keine kritiſche Sonde an die Technik zu legen,
die vielgeſtaltig iſt und augenſcheinlich aus den
verſchie=
denſten Entwickelungsſtadien einer ringenden
Künſtler=
ſecle ſtanmt. Auch nach Vorbildern wolle man nicht
ſu=
chen, ſo gerne der Deutſche ja bei jedem, das ihm im
Augenblick fremd und neu, an irgend etwas und irgend
wen erinnert ſein will. Martin Brandenbura iſt ſchon
pol ſo nahe gekommen, wie es mit den uns zur
Verfü=
gung ſtehenden Inſtrumenten, einem Sextanten und dem
künſtlichen Horizont, menſchenmöglich war, und wir
haben das Terrain in einem Umkreis von acht
Kilo=
metern umkreiſt Wir errichteten ein kleines Zelt, auf
dem wir die norwegiſche Flagge und den Wimpel des
Expeditionsſchiffes „Fram” hißten. Dem norwegiſchen
Zelte und dem Südpol gaben wir den Namen „
Pol=
heim‟. Der Abſtand zwiſchen unſerem Winterquartier
und dem Pol betrug ungefähr 1400 Kilometer. Wir
hatten alſo durchſchnittlich täglich 25 Kilometer
zurückge=
legt. Die Rückreiſe wurde am 17. Dezember angetreten.
Das Wetter war außerordentlich günſtig, ſodaß wir
be=
reits im Januar 1912 in guter Verfaſſung mit zwei
Schlitten und 11 Hunden unſer Winterquartier wieder
erreichen konnten. Die wichtigſten Ergebniſſe der
Expe=
dition ſind außer der Erreichung des Südpols die
Be=
ſtimmung der Ausdehnung und des Charakters der Roß=
Barriere, ferner die Entdeckung einer Verbindung
zwiſchen Süd=Viktoria=Land und wahrſcheinlich König
Eduard=Land und ihrer Fortſetzung in einer mächtigen
Bergkette, die ſich aller Wahrſcheinlichkeit nach quer über
den ganzen antarktiſchen Kontinent zieht. Wir nannten
die Bergkete „Königin Maud=Berge‟ Das
Expeditions=
ſchiff „Fram” kam am 9. Januar in der Walfiſchbucht
an. Am 16. Januar traf die japaniſche Expedition in
der Walfiſchbucht ein und landete auf der Eisbarriere,
dicht bei unſerem Winterquartier. Wir verließen die
Walſiſchbucht am 30. Januar. Die Reiſe von dort war
langwierig infolge ſchlechter Winterverhältniſſe.
Sämt=
liche Teilnehmer befinden ſich wohl.
Aus der Geſchichte der
Südpolarforſch=
ung ſei nachſtehend das Weſentliche kurz
zuſammen=
gefaßt: Der Kampf um den Südpol iſt älter, als man
gemeinhin annimmt. Die Gelehrten laſſen ihn mit den
Fahrten des Engländers James Cook beginnen, der
1772 als Erſter den Südpolarkreis überſchritt und mit
71 Grad 10 Min. ſüdlicher Breite dann den ſüdlichſten
Punkt erreichte. Aus der Fülle der ſpäteren Südpolar=
Expeditionen ſeien nur die erfolgreichſten genannt. Der
Brite Roß erreichte auf ſeiner Expedition 1840—1843
bereits 78 Grad 10 Min., ein Erfolg, der erſt 60 Jahre
ſpäter von dem Norweger Carſten Borchgrevink
(1899—1900) um nur 40 Minuten ſüdlicher Breite
über=
troffen wurde. Die ſogenannten internationalen
Po=
larjahre 1901—1904 belebten die Südpolarforſchung in
außerordentlkchem Umfange, und das von den Deutſchen
Gauß und von Neumayer erweckte deutſche Intereſſe an
dem internationalen Wettkampfe um die Erreichung des
Südpoles zeitigte die ſchönſten Früchte. Erich v.
Dry=
galski, der 1901 vom Deutſchen Reich mit der „Gauß”
hinausgeſandt wurde, ging vom Indiſchen Ozean aus
nach Süden vor. Da das Feſtland bald erreicht wurde,
endigte der Vorſtoß zwar ſchon bei 67 Grad ſüdlicher
Breite, dach fand der Forſcher dabei den neuen
antarkti=
ſchen Feſtlandsrand (Kaiſer Wilhelm II.=Land mit dem
Baußberg) und lieferte ſo wichtiges, in 15 großen
Bän=
den und drei Atlanten niedergelegtes Material, daß er
ſich in der Polarforſchung einen unvergänglichen
Ehren=
platz erwoiben hat.
Die engliſche antarktiſche Expedition unter Kapitän
Robert F. Scott (1901—1904) ging von einer
günſti=
geren Stelle, dem Meridian von Neuſeeland, vor, und
Scott gelangte, auf den Spuren ſeines Landsmannes
Roß im Güden des Süd=Viktoria=Landes bis 82 Grad
17 Min. füdlicher Breite. Der Schwede Otto
Norden=
ſkjöld, der Neffe des berühmten „Vega”=Fahrers
gelangte nach den abenteuerlichſten, gefährlichſten
Erleb=
niſſen (1902—1904) nur bis auf 66 Grad, lieferte aber
überaus wichtige geographiſche Reſultate. Oeſtlich von
ihm drang 1902 der Schotte W. Th. Bruce vor und
er=
reichte 70 Grad 25 Min. Der franzöſiſche Art und
Natur=
forſcher Charcot der bereits 1904 eine
Hilfsexpedi=
tion für Nordenſkjöld eingeleitet hatte, unternahm 1908=
1910 eine eigene Expedition, die, ohne einen Südrekord
aufzuſtellen, gute wiſſenſchaftliche Erfolge hatte. Im
gleichen Jahre brach der engliſche Leutnant Erneſt
Shackleton auf, und ihm gelang es nun, dieſen
Südrekord mit 88 Grad 23 Min. aufzuſtellen, während
eine Zweigervedition unter Profeſſor Davis unter
72 Grad 25 Min. ſüdlicher Breite und 154 Grad öſtlicher
Länge den magnetiſchen Südpol erreichte.
Dieſer beiſpielloſe Erfolg veranlaßte ſeinen vorher
genannten Landsmann Scott zu einer neuen Expe=
dition, die ihn am 29. November 1910 auf der „Terra
Nova” von Neuſeeland nach Viktorialand und — wenn
die Kunde nicht trügt —, zum Südpol geführt hat. Zu
ſeiner Ueberraſchung ſtieß Scott vor gerade Jahresfriſt
plötzlich unter 164 Grad weſtlicher Länge auf die
nor=
wegiſche Expedition unter Kapitän Amundſen auf
der „Fram” die von Südamerika gekommen war. Beide
Forſcher betrachteten von vornherein als ihr Hauptziel
die Erreichung des Südpols. Anders die deutſche
Expe=
dition des Oberleutnants Dr. Wilhelm Filchner die
am 7. Mai d. Jahres von Bremerhaven aufgebrochen
iſt. Ihr kommt es vor allem auf die Erforſchung des
ungeheueren Gebietes im Innern der noch unbekannten
Südpolregion und auf die Unterſuchung der
Beziehun=
gen zwiſchen den weſt= und den oſtantarktiſchen
Land=
maſſen an.
* Buenos Aires, 10. März, Peter
Chri=
ſtopherſen, ein Bruder des norwegiſchen Konſuls
erhielt heute früh folgendes Telegramm: In dankbarer
Erinnerung an Ihre großmütige Unterſtützung teile ich
Ihnen im Vertrauen mit, daß wir angekommen ſind.
Der Zweck der Expedition iſt vollſtändig
rreicht. Wir gewannen wichtige geographiſche
Er=
gebniſſe. An Bord iſt alles wohl. Herzliche Grüße.
Ich werde nach Buenos Aires in See gehen. Gez.:
Amundſen.
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Bochum, 9. März. Der Alte Verband
er=
läßt eine Erklärung in der er ſchreibt: In letzter
Stunde hat die Regierung durch den Staatsſekretär des
Innern einen Verſuch unternommen, vermittelnd
einzu=
greifen, um den Ausbrucheines Rieſenkampfes
im Ruhrgebiet zu verhindern. Es wird jedoch zu ſpät
ſein. Die Verhandlungen haben ſich hauptſächlich in dem
Sinne bewegt, ob, wenn die beſtehenden Arbeiterausſchüſſe
bei den Bergwerksverwaltungen vorſtellig und die
Forde=
rungen der Bergarbeiter vertreten würden, nicht der
Frie=
den erhalten bleibt In dieſer Hinſicht iſt jedoch wenig
Ausſicht vorhanden, nicht nur, daß, ſchon in den früheren
Jahren die Arbeiterausſchüſſe Schritte in der Lohnfrage
unternommen hätten, aber zurückgewieſen worden ſeien,
ſondern die letzten Antwortſchreiben der
Grubenverwal=
tungen ließen in dieſer Hinſicht nicht die geringſte Hoffnung
aufſteigen. Um das zu beweiſen, gibt der Verband eine
Anzahl von Antworten wieder. Man wolle die Wünſche
und Beſchwerden der Ausſchüſſe zur Kenntnis nehmen.
Damit ſei aber den Arbeitern nicht geholfen. Die Wünſche
und Beſchwerden der Arbeiter ſeien den
Zechenverwal=
tungen längſt bekannt, ohne daß bisher irgendwelche
nennenswerte Aenderungen der beſtehenden Zuſtände
er=
folgt ſeien. Die Kruppſche Verwaltung der Zeche Selzer
Neuacker ſchreibt, daß ſie eine Stellungnahme zu den
For=
derungen ablehnt, da ſie die Verbände als Vertreter ihrer
Arbeiterſchaft nicht anerkenne. Der Verband ſchließt ſeine
Erklärung, es ſeien alle Hoffnungen auf eine gütliche
Bei=
legung des Konflikts hinfällig. Die Unternehmer müßten
den in ihrem Antwortſchreiben eingenommenen
Stand=
punkt weſentlich ändern, die Arbeiterausſchüſſe als
berech=
tigte Vertreter in allen Fragen anerkennen und beſtimmte
Zuſagen machen, nur dann ware es möglich, das Schlimmſte
abzuwenden. Es ſei aber ſehr wenig Hoffnung vorhanden.
Es würden daher in den erſten Tagen der nachſten Woche
weit über 200000 Bergarbeiter im Kampfe ſtehen.
* Berlin, 9. März. Nach den letzten Mitteilungen
der Preſſe ſcheint einſtimmig im Ruhrgebiet von den
drei vereinigten Bergarbeiterverbänden (freien
ſozialdemo=
kratiſchen), der Hirſch=Dunckerſchen und der Polniſchen
Ge=
werkſchaft, der Streik beabſichtigt zu ſein und
un=
mittelbar bevorzuſtehen. Dieſe ernſte Wendung der Dinge
hat ſich erſt in den letzten Tagen vollzogen. Aus Anlaß der
den Zechenverwaltungen bekannten Forderungen der
Bergarbeiter haben ſich die Grubenbeſitzer bereit erklärt,
über die Wünſche der Belegſchaften in den
Arbeiteraus=
ſchüſſen zu verhandeln. Ein Teil der Zechenverwaltungen
(z. B. die fiskaliſchen und auch andere) haben ſolche
Ver=
handlungen bereits geführt. Der übrige Teil der
Gruben=
beſitzer iſt zu Verhandlungen mit den geſetzlich
eingerich=
teten Arbeiterausſchüſſen bereit. Auch die Regierung, in
deren Namen bekanntlich der Staatsſekretär des Innern,
Dr. Delbrück, am 7. März mit einigen
Reichstagsabgeord=
neten im Reichstage die Sachlage beſprochen hat, hat mit
beſonderem Nachdruck auf dieſen Weg hingewieſen. Unter
dieſen Umſtänden konnte erwartet werden, daß durch
Ver=
handlungen in den Arbeiterausſchüſſen eine Verſtändigung
herbeigeführt werden würde, dies um ſo mehr, als ſich der
Streik hauptſächlich um die Lohnfrage dreht und die
Gru=
benbeſitzer ſich bereit erklärt haben, eine Erhöhung der
Löhne, die ſchon ſeit längerer Zeit ſich in ſteigender
Rich=
tung bewegen, eintreten zu laſſen. Auch der Chriſtliche
Ge=
werkverein und der Evangeliſche Bergarbeiterverband,
deren beſonnene und ruhige Haltung in der ganzen Frage
beſondere Anerkennung verdient, ſind der Anſicht, daß es
möglich ſein wird, auf dieſem Wege zu einer
Verſtändi=
gung zu gelangen. Im Gegenſatz hierzu werden nach
Mitteilungen der ſozialdemokratiſchen Preſſe die für
Sonn=
tag, den 10. März von den drei Vereinigten
Bergarbeiter=
verbänden einberufenen Bergarbeiterverſammlungen es
ablehnen, in den Arbeiterausſchüſſen über die Forderungen
zu verhandeln. Damit würden ſich dieſe Verbände
unbe=
dingt ins Unrecht ſetzen. Sie würden ſich aber auch weiter
ins Unrecht ſetzen, wenn unter dem Einfluß dieſer
Be=
ſchlüſſe der Streik am nächſten Montag — alſo ohne
Ein=
haltung der vertraglichen Kündigung — ausbrechen würde.
Auf weſſen Seite ſich bei einem ſolchen unter Kontraktbruch
erfolgten Streik die öffentliche Meinung ſtellen wird, kann
nicht zweifelhaft ſein. Die Regierung wird jedenfalls mit
allen geſetzlichen Mitteln die arbeitswilligen Bergleute
ſchützen.
* Berlin, 9. März. Von Berlin ſind 200
Schutz=
leute, darunter 45 Berittene, nach dem Ruhrrevier
abgefahren.
* Eſſen, 10. März. Die Arbeiterausſchüſſe den
ſämtlichen Zechen der Deutſch=Luxemburgie
ſchen Bergwerks= und
Hüttenaktienge=
ſellſchaft: Dannenbaum, Prinz=Regent, Karl
Fried=
richs Erbſtollen, Friedlicher Nachbar, Baaker Mulde,
Meiſenwinkel, Bruchſtraße, Wiendahlsbank, Luiſe
Tief=
bau, Glückauf Tiefbau, Kaiſer Friedrich, Adolf v.
Hanſe=
mann und Tremonia, ſind bereits geſtern für
Donners=
tag zu einer Beſprechung der Streikfrage von der
Direk=
tion eingeladen worden.
Eine von 1000 Perſonen beſuchte
Bergarbeiter=
verſammlung in Herne nahm eine Reſolution an, in
der alle einſichtigen und beſonnenen Bergleute
aufge=
fordert werden, ſich nicht am Streik zu beteiligen
und ruhig weiter zu arbeiten.
In einer in Bochum abgehaltenen chriſtlichen
Bergarbeiterverſammlung wurde mit Dreiviertel der
anweſenden Stimmen beſchloſſen, nicht in den Ausſtand
zu treten. Nur die Anhänger des Alten Verbandes
ſtimmten für den Streik.
Herne, 10. März. Die Revierkonferenz der in
die Lohnbewegung eingetretenen Verbände des
alten Verbandes, des Hirſch=Dunckerſchen und des
pol=
niſchen Verbandes, beſchloſſen mit 507 gegen 71
Stim=
men den Streik.
* Herne 10. März. Die heutige
Revierkon=
ferenz der drei in die Lohnbewegung eingetretenen
Verbände dauerte über vier Stunden. In der
Diskuſ=
ſion wurden von einem Teil der Delegierten Bedenken
gegen den Streik vorgetragen, da man befürchtete, daß
die Haltung des Chriſtlichen Gewerkvereins den Streik
erfolglos machen könne. Die Verſammlung nahm
ſchließ=
lich folgende Reſolution an: Die am 10. März 1912 in
Herne tagende, von den Delegierten der drei Vereine
beſchickte Revierkonferenz iſt mit dem Vorgehen und den
Forderungen dieſer drei Verbände voll und ganz
ein=
verſtanden und iſt einmütig dafür, daß auch die von den
chriſtlichen Führern vollſtändig gutgeheißenen
Forderun=
gen mit allem Nachdruck einheitlich verfochten und zur
Annahme gebracht werden ſollen, was nach der erfolgten
Ablehnung ſeitens der Zechenherren nur durch den
geſetz=
lich zuläſſigen Streik erfolgen kann. Selbſt wenn einige
Zechen bewilligen ſollten, müßten dieſe Belegſchaften
doch ſo lange den Streik mit fortſetzen, bis die
Revier=
konferenz darüber entſcheidet. Die Konferenz erſucht
alle Kameraden, die günſtige Zeit mit auszunutzen und
den Streik mit aller Ruhe und unter Aufrechterhaltung
muſterhafter Ordnung bis zu Ende zu führen. Die
Kon=
ferenz erſucht alle Kameraden, ſtrengſte Disziplin zu
halten. Hoch die Solidarität!” Nach Annahme dieſer
Reſolution erklärten auch die 74 Delegierten, die gegen
die Reſolution geſtimmt hatten, ſich mit dem jetzt einmal
beſchloſſenen Streik einverſtanden.
* Bochum, 11. März. Der alte Verband hat heute
ein Flugblatt herausgegeben, in dem es heißt: Nachdem
die Zechenverwaltungen des Ruhrreviers die ſelbſt von den
ein eigenes Talent. Und ein kraftvolles. Man kann
ſich, auch wenn man vielleicht die Forderung vertritt,
daß Bilder keine Rätſel aufgeben ſollen, dem Eindruck
nicht entziehen, als ſtehe man im Banne eines
gigan=
tiſchen, gedankentiefen und ſtarken Geiſtes. Wenige
Künſtler verſtehen es, ſo zu packen durch die Wucht und
Kraft der Darſtellung, durch die kühne, von gewaltigem
hohen Gedankenfluge zeugende Wahl des Vorwurfs, wie
ihn nur eine eminent phantaſiebegabte Künſtlernatur
zu finden vermag. Was alles ſpricht aus dieſen
Bil=
dern, was kann man alles in ſie hineinlegen. Erſchütternd
tiefe Tragik einer ganzen Menſchheit in das eine, reine
Sonnenſphäre in das andere, Düſternis dämoniſcher
Ge=
danken in ein drittes und lichtes Traumleben in wieder
ein anderes. Erſchauern machen könnte die Größe dieſes
Geiſtes, der einer ganzen Welt Gedanken faßt, ſie
zu=
ſammondrängt und preßt, ſie formt und geſtaltet, die doch
nie Form und Geſtalten ſind. Gedanken und Träume,
die zu Weſen werden, zu Menſchenleibern. Kämpfend
und ringend miteinander, ſich jagend in vernichtendem
Raſen oder ſchwebend wie in lichte hohe Sphären. Wie
Sinnestaumel und wie der Flug der Gedanken, aber von
einer Kraft und Wucht des Ausdrucks, deſſen Bann man
nur ſchwer ſich entziehen kann. Dann wieder eine
un=
endliche Zartheit des Farbenſpiels, ferne Sonnenländer
ſpiegelnd, zitternde glühende goldene Strahlen über
ſaftigblauem Blütenmeer.
Martin Brandenburg iſt einer von den Künſtlern,
die wohl imſtande wären, einer Zeit, einer Kunſtepoche
den Stempel ihrer Eigenart aufzudrücken, einer von
de=
nen, die dünn geſät ſind in unſerer zerriſſenen, nach
Meinung „größerer” Geiſter ja ſterbenskranken oder gar
toten Kunſtzeit. Vielgeſtalten wie ſein Vorwurf iſt ſeine
Malweiſe. Sicher nicht in allem techniſch einwandfrei,
aber das zu Beanſtandende wird erdrückt oder
über=
ſtrahlt durch den Geſamteindruck und den Vorwurf
Nicht einwandfrei möchte ich vom künſtleriſchen
Stand=
punkt aus das Rieſenbild „Der Tod Jeſu” bezeichnen.
Aber man ſehe dieſes Bild aus der richtigen Entfernung
(Faſt iſt der Ehrenſaal unſerer Kunſthalle ja zu kleir
dazu.) Zunächſt das Blendende. Lichtvolle im ſieghaften
Kampf mit dem dunklen drohenden Wolkenmeer, dann
zu Füßen des im Sterben zum Leben Erwachenden, eine
ganze Welt in Ekſtaſe, in Haß und Liebe, in Raſerei, in
Furcht und Schrecken. Und überragend alles als Mitte
zwiſchen Licht und Dunkel die Geſtalt des gekreuzigten,
göttlichen Dulders, das verklärte Antlitz erhoben zum
Flehen „Vater vergib ihnen” — Welch göttlicher Glanz
iegt auf dieſem Antlitz, das wunderbar leuchtet über
all dieſem Realismus ringsum. Und man ſehe die
„Gedanken der Erde” dieſen raſenden, ſchwebenden,
un=
endlichen Kranz von Menſchenleibern und lichten
Ge=
wändern und Wolken und inmitten das leuchtende
Ge=
ſtirn. Vielleicht will der Künſtler zum Ausdruck
brin=
gen, daß der Erde Gedanken ſeit Jahrtauſenden nichts
ſind als ein Sehnen, immer im Kreiſe zum Urbeginn
zurückkehrend und immer wieder ſich konzentrierend auf
das Unerreichbare. Vielleicht etwas anderes. Was tuts,
daß er ſein eigenes Wollen nicht ſogleich offenbart,
viel=
leicht ging ſein kühner Gedankenflug überhaupt nicht
einem beſtimmten Ausdruck zu und gerade dem
Unmög=
lichen. Unfaßbaren galt ſein Wollen. Auch das wäre ja
den Gedanken der Erde gleich, und vielleicht liegt gerade
darin die Größe des Werkes. Auch rein maleriſch iſt
dieſes Bild ein Werk von höchſter künſtleriſcher Potenz.
Ueberragt viellicht nur noch von dem vom glänzenden
Son=
nenlicht durchglühten Sommertag, einem Bilde einzig in
ſeiner Art. In meiſterhafter Weiſe hat der Künſtler hier
die Leuchtkraft ſeiner Farben ausgenutzt. Und etwa noch
von dem brillant gemalten „Orpheus” Man ſehe
weiter „Waldesſchauer” „Der ſchwarze Wahn”, „Die
Jäger” drei Bilder, die einer gleichen Schaffensperiode
zu entſtammen ſcheinen, und die ſowohl kompoſitoriſch
wie maleriſch hervorragend ſind. „Das Erwachen der
Träume” war ſchon gelegentlich der Ausſtellung
Darm=
ſtadt 1908 Gegenſtand unſerer Kritik. Heute bringt der
Künſtler in den „Danaiden” ein ähnliches Werk, deſſen
Kolorit — grau in grau — in ſcharfem Gegenſatz zu der
Farbenfreudigkeit der meiſten übrigen Werke ſteht, darum
aber nicht minder charakteriſtiſch iſt. Von den
Zeichnun=
gen ſeien „Macbeth und die Hexen” und das grandios
aufgefaßte „Der Abgrund” als beſonders charakteriſtiſch
hervorgehoben. Der an ſich kraftvolle „Bauerntanz”
leidet ſinter einem allzu impreſſioniſtiſchen Schleier.
Jedenfalls darf man dem Kunſtverein für dieſe
Kollek=
tivausſtellung beſouders danken.
Hans Aulmann=München
iſt ebenfalls mit einer Kollektivausſtellung vertreten, die
allerdings nur einen bedeutend kleineren Raum füllt, in
der aber die Größe der Kunſt das Format weit überragt.
Es ſind eine Anzahl fein und zart kolorierter Holzſchnitte,
die mit ganz verſchwindenden Ausnahmen das
Charakte=
riſtikum dieſer feinen, ſtimmungsvollen Kunſt, die mit
Recht wieder zu neuem Leben erblüht, in hohem Maße
zeigen. Die Märznacht, am Bach, Schiffe im Nebel uſw.
ſind ganz treffliche Blätter. Weiter enthält die
Kollek=
tion etwa ein Dutzend Radierungen, die in einigen
Blättern eine ungemein feine, dabei ſcharf
charakteriſie=
rende Zeichenkunſt offenbaren und von ſicherer
Beobach=
tung und trefflichen Naturſtudien zeugen.
Außerordent=
lich reiz= und ſtimmungsvoll ſind die Blätter „Aus
Offen=
ach” und „Aus Frankfurt” und die entzückende Studig
„Pappeln”.
In
Ferdinand Herwig
aus Stuttgart tritt uns ein vielverſprechendes, junges
Talent entgegen. Die einzelnen Stücke dieſer Kollektion
ind nicht gleichartig und nicht im Verfolg gleicher Ziele
entſtanden. In einigen iſt das Kolorit ſtark betont und
wird (z. B. in der blauen Dame) zum Farbenproblem,
das m. E. nicht reſtlos gelöſt iſt, in anderen iſt auf das
Charakteriſtikum des Vorwurfs größerer Wert gelegt.
In dieſen Bildern ſcheint uns die Stärke des Künſtlers
zu liegen, der aber auch beides mit beſtem Erfolge zu
einigen vermag, wie der „Student” beweiſt. Daß das
Kolorit Härten und Ungleichheiten zeigt, daran trägt der
Vorwurf Schuld mit ſeinen ſtark betonenden Farben.
Aber der Jüngling ſteht feſt auf den Füßen und iſt in der
Haltung und im Ausdruck mehr als das Porträt eines
jungen Mannes. Es iſt der typiſche deutſche Korpsſtudent.
Künſtleriſch höher bewerten möchte ich „Abſchied‟,
das, in dunklem, doch nicht reizloſen Kolorit gehalten,
ungemein fein charakteriſiert, und dann den ſcharf
poin=
tierten „Trinker”. Der „alte Mann” leidet in dieſer
Um=
gebung unter dem ſtark impreſſioniſtiſchen Zug und der
Mädchenkopf — farbig reizvoll — und das
Herrenpor=
trät unter Härten im Kolorit. Jedenfalls darf von
Fer=
dinand Herwig, wenn nicht alles täuſcht, noch viel und
Gutes erwartet werden.
M. St.
ſchriſtlichen Gewerkvereinen als berechtigt anerkannten
For=
derungen der Ruhrbergleute abgelehnt haben, und auch
den Ausſchüſſen in den letzten Tagen nichts beſtimmtes
ver=
ſprochen haben, hat die in Herne ſtattgefundene Konferenz,
die von über 600 Delegierten beſucht war, beſchloſſen, in
den Streik einzutreten. Weiter heißt es, die Zeit
ſei ſo günſtig, wie nie zuvor, da durch den Rieſenausſtand
in England die Zufuhr der engliſchen Kohlen abgeſchnitten
iſt. Die Konferenz richtet den dringenden Appell der
Be=
ſonnenheit und Disziplin an die Bergleute und verpflichtet
ſie zur ſtrengſten Vermeidung des Alkoholgenuſſes.
In ſämtlichen Verſammlungen, die von über 150000
Bergleuten beſucht waren, wurde die Streikparole mit
großer Begeiſterung aufgenommen. Mehrmals hielten
auch chriſtliche Bergleute Anſprachen und erklärten, niemals
Streikbrecher werden zu wollen.
Frankreich.
* Paris, 9. März. Die Zentralleitung der
ſranzöſiſchen Bergarbeitervetrbände, die
geſtern in Lens tagte, beſchloß folgendes: Falls die
deutſchen und die belgiſchen Bergleute in den Ausſtand
treten, ſollte die gleichzeitige Aufnahme der
Generalſtreik=
bewegung für die Bergarbeiter Frankreichs erfolgen.
England.
* London, 8. März. Die Regierung hat die
Bergarbeiter und Zechenbeſitzer von neuem
eingeladen, gemeinſam mit den Regierungsvertretern
zuſammenzukommen. Der Exekutivausſchuß der
Berg=
arbeiter hat ſeine Zuſtimmung dazu gegeben, ſobald wie
möglich eine Bergarbeiterkonferenz
einzube=
rufen und ihr dieſen Vorſchlag der Regierung zu
unter=
breiten, erklärte ſich aber außer Stande, für die Annahme
dieſes Vorſchlags einzutreten, wenn nicht in der
vorge=
ſchlagenen neuen Beſprechung der Grundſatz des
Min=
deſtlohnes vollkommen von der Debatte lausgeſchloſſen
ſein werde.
Eine amtliche Erklärung beſagt, die
Regie=
rung betrachte ihre den Parteien bereits unterbreiteten
Vorſchläge als am beſten geeignet, eine Einigung
herbei=
zuführen, aber mit Rückſicht auf die Schwierigkeit, ohne
gegenſeitige Ausſprache weiter zu kommen, habe ſie ſich
zu dieſem neuen Schritt entſchloſſen.
* London, 8. März. Die Konferenz der
Vertreter der Bergarbeiter wird am Montag
abend zuſammentreten. Es gilt als ſicher, daß die
Ze=
chenbeſitzer der Einladung der Regierung zu einer
er=
neuten Beſprechung Folge leiſten werden.
* London, 8. März. Die Vertreter der
Haupteitſenbahngeſellſchaften verſammalten
ſich heute im Inneren Amt, um die durch den
Kohlen=
ſtreik geſchaffene Lage zu beraten und feſtzuſtellen. in
welchem Umfange der Verkehr aufrecht erhalten werden
kann. — Nach privaten Berichten feiern infolge des
Kohlenſtreiks 10000 Hafenarbeiter, Kranführer und
Eiſenbahnbeamte im Glasgower Hafen. Viele Arbeiter
der Wollinduſtrie von Colne Valley haben die Arbeit
ein=
geſtellt. Andere erhielten die Kündigung.
* London; 9. März. Die Zeitungen erblicken in der
Einladung des Premierminiſters zu einer
gemeinſamen Konferenz der Zechenbeſitzer und
Bergleute ein günſtiges Zeichen, ohne es indes
über=
ſchätzen zu wollen. Alle betonen, daß die Konferenz des
Bergarbeiterverbandes, die auf Montag anberaumt iſt,
den ausführenden Ausſchüſſen weiten Spielraum für die
Verhandlungen gewährt, wenn auch das Prinzip des
Minimallohnes von der Diskuſſion ausgeſchloſſen iſt.
Geſtern hat der Verband der Grubenbeſitzer von Wales
beſchloſſen, das Prinzip des Minimallöhne unter keinen
Umſtänden anzunehmen.
* London, 10. März. Das Mitglied des
Unter=
hauſes Sir Tudor Walters ſagte in einer Rede in
Shef=
field, er glaube, der Vorabend zur Beilegung
des Ausſtandes ſei gekommen. Londoner Kreiſe,
die die Lage genau überblickten, ſeien heute
hoffnungs=
voller. Wahrſcheinlich werde bis Dienstag eine nicht
un=
geeignete Grundlage für eine Einigung geſchaffen. Die
Grubenbeſitzer und Bergleute in Schottland hegen wenig
Hoffnung auf eine baldige Beilegung, obwohl ſie der Anſicht
ſind, daß eine neuerliche nationale Konferenz der Bergleute
zu einem günſtigen Ergebnis führen könnte,
Luftfahrt.
* Eine Rieſenflugmaſchine. Freitag
nach=
mittag wurde in Gegenwart amtlicher Perſönlichkeiten,
da=
runter des ruſſiſchen Generaladjutanten und des
Marine=
bevollmächtigten bei der Berliner ruſſiſchen Botſchaft, auf
dem Flugplatz Johannisthal der größte Flugapparat der
Welt des ruſſiſchen Ingenieurs Boris Doutzkoy vorgeführt,
Nach vierjährigen Verſuchen mit dieſem Apparat iſt zum
erſten Male eine Flugmaſchine mit zwei Motoren und zwei
Propellern geſchaffen worden, deren Vorzüge darin beſtehen,
daß auch beim Verſagen einer Anlage eine Notlandung nicht
erforderlich iſt und ein ſehr hoher Grad von Stabilität
er=
reicht wird. Doutzkoy beabſichtigt mit dem Flugapparat nach
Petersburg zu fliegen
* Frankfurt a. M., 10. März. Das Luftſchiff der
Delag, „Viktoria Luiſe” unternahm, von herrlichem
Frühlingswetter begünſtigt, im Laufe des Tages zwei
Paſſagierfahrten. Vormittags ging die Fahrt, nachdem
das Schiff einige Zeit über Frankfurt manövriert hatte,
nach Darmſtadt, wo es um 11 Uhr eintraf. Es umkreiſte
in großem Bogen die Stadt und flog um 11½ Uhr nach
Frankfurt zurück, woſelbſt die Landung kurz nach 12 Uhr
erfolgte. Nachmittags dehnte ſich die Fahrt etwas weiter
aus. Man fuhr zunächſt nach Wiesbaden, von da aus
nach dem Rheingau bis Schloß Johannesburg
und kehrte über Mainz nach Frankfurt zurück. Nach einer
Schleifenfahrt in 700 Meter Höhe landete das Schiff
gegen ½6 Uhr im Luftſchiffhafen, woſelbſt ſich eine große
Menſchenmenge eingefunden hatte, die beſonders die
Landungsmanöver und das Verbringen des Schiffes in
die Halle mit großem Intereſſe verfolgte. Morgen findet
keine Paſſagierfahrt ſtatt, da man die
Bedienungsmann=
ſchaft nach den heutigen Anſtrengungen die wöhlverdiente
Ruhe gönnen wird.
* Etuttgart, 9. März. Das vorläufige
Pro=
gramm der Delag für die beiden Zeppelin=
Luft=
ſchiffe iß nach einer Information des Schwäb. Merkurs
folgendes: Das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” hält ſich bis
An=
fong Mat in Frankfurt auf, von wo Rundfahrten und
Fahr=
gen nach Düſſeldorf in Ausſicht genommen ſind. Alsdann
wirs es ſich am Oberrheiniſchen Zuverläſſigkeitsflug
betei=
lgeg. ght es nach Düſſeldorf und von dort nach
Hamburg, wo es bis Anfang Juli verbleibt, um dann zum
Frankfurter Bundesſchießen wieder nach Frankfurt
zurück=
kehren. Das Luftſchiff „Schwaben” nimmt von April bis
Ende Mai wieder die Fahrten in Baden=Baden auf und
ver=
ſieht dann den etwa wöchentlichen Verbindungsdienſt Baden=
Baden-Frankfurt a. M., der bei günſtiger Wetterlage bis
Düſſeldorf ausgedehnt werden ſoll.
* Paris, 10. März. Die in Etampes abgeſtürzte
Fliegerin Bernard iſt ihren Verletzungen erlegen.
Sport.
* Der Darmſtädter Sportklub 05, der geſtern
gegen den langjährigen Nordkreismeiſter der Klaſſe A,
Hanau 1893, ſpielte, konnte mit einem überraſchenden
Sieg das Spielfeld verlaſſen, 7:3 für D. S. C. 05.
sr. Das Internationale Schachturnier in
San Sebaſtian ergab in der 13. Runde wieder einen
Sieg von Spielmann, der diesmal mit Marſchall
zuſammen=
traf. Remis wurde die Partie Leonhardt=Perlies, während
die beiden Spiele Rubinſtein=Schlechter und Duras=Tarraſch
auch unentſchieden ſind. Teichmann war ſpielfrei.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Verbffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebakktes
ſeinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Als neuer Beſitzer des „Café Imperial” teile ich
dem Herrn Einſender vom 9. d. M. zu ſeiner
Beruhig=
ung Folgendes mit: Das Wort „Imperial” iſt nicht
franzöſiſchen, ſondern lateiniſchen Urſprungs und
be=
deutet ins Deutſche überſetzt: vornehm, kaiſerlich,
abge=
leitet vom lateiniſchen Imperatum, d. i.
Regierungs=
weiſe einer abſoluten Monarchie. Der Herr Einſender
verwechſelt den Namen meines Cafés mit dem
franzö=
ſiſchen „Impériale” welches die Bedeutung für den
oberen Teil eines Himmelbettes hat und auf mein Café
auch nicht anzuwenden wäre, da dasſelbe dieſen Komfort,
pardon Luxus nicht aufzuweiſen in der Lage iſt. Und
Kaiſer=Café, wie der Herr Einſender mir vorgeſchlagen
hat, würde, ins Franzöſiſche überſetzt, Café de I’Impreur
lauten, niemals Imperial. Uebrigens bin ich dem Herrn
Einſender zu Dank verpflichtet für die mir durch ihn
er=
wieſene Reklame, pardon Propaganda, denn Reklame
ſſtammt aus dem Franzöſiſchen. Auch glaube ich, daß
ſich die Einheimiſchen durch die Namensänderung viel
eher verleiten laſſen, mein Lokal zu beſuchen, und den
Grund der Namensänderung wiſſen dieſelben ebenſo
wie der Herr Einſender. Hochachtungsvoll Thom. Miller,
Beſitzer des Café Imperial, Ludwigsplatz 2.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 10. März. Unter der Ueberſchrift „Angeblich
fremde Abſichten auf Tripolis” ſchreibt die Tribuna: Einige
Aeußerungen des Abgeordneten Chieſa in der Kammer
vom 23. Februar über angebliche Abſichten
Deutſch=
lands auf Tripolis und die Cyrenaika fanden
in der auswärtigen Preſſe ein Echo, das ſie in Italien weder
innerhalb noch außerhalb des Parlaments finden konnten.
Einige ausländiſche Zeitungen ließen ſogar vermuten, daß
die Regierung die Auffaſſung Chieſas geteilt und zogen
aus dieſer Vermutung übertriebene, ſogar übelwollende
Folgerungen. Wenn im Verlauf der Debatte der
Miniſter=
präſident keine Gelegenheit zur Richtigſtellung des jeder
Begründung entbehrenden Urteils gab, ſo muß feſtgeſtellt
werden, daß eigentlich keine Notwendigkeit zu einer ſolchen
Richtigſtellung vorlag, weil die Auslaſſungen der
Regie=
rung über die Gründe ihres Vorgehens in Tripolis
voll=
ſtändig klar waren.
* Rom, 10. März. Die Tribuna veröffentlicht einen
Artikel, in dem ſie auf den Widerſpruch der auswärtigen
Preſſe hinweiſt, die einerſeits hervorhebe, daß bis jetzt in
dem Kriege die vollendete Tatſache noch fehle, die die
Intervention zugunſten des Friedens rechtfertigen würde,
während ſie andererſeits jedesmal, wenn
Ita=
lien der Türkei im Roten Meere oder im
öſtlichen Mittelmeer eine empfindliche Wunde
beibringe, ihre Stimme zugunſten der Türkei
er=
hebe. Die Tribuna ſchreibt weiter: Man darf die
Be=
deutung der Beſetzung der wichtigſten Küſtenpunkte
Tri=
politaniens und der Cyrenaika durch Italien nicht
unter=
ſchätzen. Jedenfalls dürfte den Mächten der Grund einer
Intervention nicht fehlen, denn Niemand kann zweifeln,
daß Lybien für die Türkei vollſtändig verloren iſt. Wir
haben nur die Pflicht, Krieg mit ganzer Energie zu
füh=
ren und den Feind unter Anwendung aller zur Verfügung
ſtehenden Mittel zu vernichten. Aber die neutralen
Mächte ſollten einſehen, daß die Türkei, wenn ſie darauf
beharrt, den Kriegszuſtand aufrechtzuerhalten, der für ſie
ſelbſt nutzlos und die anderen Mächte gefährlich iſt, ſich
als einen hartnäckigen Friedensſtörer zeigt, gegen
wel=
chen die Anwendung von Maßregeln, die ihn zur
Ver=
nunft bringen, ſei es in Form von Ratſchlägen oder
For=
derungen, berechtigt iſt.
* Konſtantinopel 10. März. Das
Kriegs=
miniſterium veröffentlicht ein Telegramm des
Komman=
danten von Tripolis, wonach die Türken am 7. März Ain
Zarah angegriffen und die dortigen
Telephon=
leitungen zerſtörten. Am 4. März ſollen die Italiener den
Ort Salif an der Küſte des Yemen bombardiert haben.
Die italieniſchen Schiffe ſollen ſich jetzt vor Lohaja befinden.
Bei der Pforte iſt eine Meldung eingegangen, daß die
geſamte engliſche Flottendiviſion von Malta nach Kreta
in See gegangen ſei. Die Schutzmächte ſeien entſchloſſen,
die Fahrt der kretiſchen Deputierten nach Athen, die auch
den Griechen Verlegenheit bereiten würde, zu verhindern.
Die Revolution in Ching.
* Nanking, 8. März. Die
Nationalverſamm=
lung hat folgendes Programm angenommen:
Juanſchi=
kai wird nach Ablegung des Amtseides dem Präſidenten der
Nankinger Nationalverſammlung die Namen der
Kabinetts=
mitglieder telegraphiſch mitteilen. Nachdem die
Verſamm=
lung die Wahl des Miniſteriums gebilligt hat, wird ſich das
Kabinett nach Nanking begeben,, um ſein Amt anzutreten.
Sunyatſen legt die proviſoriſche Leitung nieder und
über=
gibt Liyuanheng, dem Vertreter Juanſchikais, das
Präſi=
dentſchaftsſiegel.
* London, 9. März. Die Morning Poſt meldet aus
Schanghai vom 8. März: Juanſchikai hat den
Vize=
präſidenten Liyuanheng erſucht, ſich von Wutſchang nach
Nanking zu begeben, um vorübergehend als Präſident zu
fungieren. Liyuanheng hat zugeſagt.
* London 9. März. Das Reuterſche Bureau meldet
aus Peking: Die Aufforderung zur
Präſiden=
tenwahl, die morgen nachmittag ſtattfindet, ging den
Ab=
geordneten zu. Täglich finden in Peking Hinrichtungen
ſtatt. In Tientſin iſt die Ruhe allmählich wieder hergeſtellt
worden. Viel geraubtes Gut wurde wiedergewonnen. Die
Mandſchuſoldaten gehen in Peking in glänzender Weiſe vor,
Darmſtadt, 11. März.
Die „Viktoria Louiſe” ſtattete geſtern vormittag
unſerer Reſidenz einen unerwarteten Beſuch ab. Kurz
nach 11 Uhr kündete das charakteriſtiſche Summen der
Propeller das Nahen des Zeppelin=Luftſchiffs und bald
darauf tauchte ſein Rieſenleib im hellſten Sonnenlicht
glänzend aus der Richtung von Frankfurt auf. In
majeſtätiſchem ruhig ſtolzem Fluge zog Deutſchlands
jüngſter Luftkreuzer einen Bogen um Darmſtadts
Peri=
pherie und blieb faſt eine halbe Stunde hindurch ſichtbar.
Nach ½12 Uhr erſt entſchwand die „Viktoria Luiſe”
wieder den Blicken und flog Frankfurt zu.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. März. Oberbürgermeiſter Kirſchner
teilte in einem Schreiben an den Magiſtrat und die
Stadt=
verordnetenverſammlung mit, daß er aus dem Amte zu
ſcheiden beabſichtigt. Er behielt ſich den Zeitpunkt
ſeines Scheidens bis zum 1. Juni 1912 ſelbſt zu beſtimmen,
vor.
* Berlin, 11. März. Ein Gegenſtück zu dem großen
Sterben im Obdachloſenaſyl hat ſich bei einem Gaſtwirt
in der Jorkſtraße zugetragen. Zahlreiche
Stamm=
gäſte ſind an Methylalkoholvergiftung
geſtorben, der von dem Drogiſten Scharmann in
Charlottenburg bezogen war. Zahlreiche
Leichenaus=
grabungen ſind angeordnet.
* Straßburg, 10. März. Die heutigen
Nach=
wahlen zur Zweiten Kammer des Landtags
in Elſaß=Lothringen, die letzten dieſer Kampagne, hatten
folgendes Ergebnis: Im Wahlkreiſe Habsheim=Landſer
haben von 6639 eingeſchriebenen Wählern abgeſtimmt
5510, davon für Broglie (Ztr.) 2983, für Müller=Möglin
(Soz.) 2489, zerſplittert 12, ungültig 71 Stimmen.
Real=
lehrer Broglie iſt ſomit gewählt. Im Wahlkreiſe Sulz
u. W.=Wörth werden abgegeben für Kiesner (Ztr.) 2832,
für Alfred Wolf (Liberal) 2773. Kiesner iſt gewählt.
* Kaſſel, 9. März. In den Waldungen bei Großen=Ritte
wurde ein Zigeunertrupp beſtehend aus 30 Männern,
Frauen und Kindern durch Gendarmen aufgeſpürt.
Fünf von den Zigeunern, deren Signalement die im
Steck=
briefe bezeichneten Merkmale der Mörder des Förſters
Ro=
manus aufwieſen, wurde feſtgenommen und dem Landgericht
Kaſſel zugeführt.
Braunſchweig, 10. März. Bei der Rückkehr des
Herzogspaares vom Gottesdienſt im Dom ſtürzten
bei der Einfahrt zum Schloßplatz, den „Neueſten
Nach=
richten” zufolge, die Pferde des Wagens. Das
Regenten=
paar blieb unverletzt und legte den Weg zum Schloß zu
Fuß zurück.
Braunſchweig, 10. März. Wie die „
Landes=
zeitung” meldet, iſt heute Kommerzienrat Litolff,
Seniorchef des weltbekannten Muſikverlages Henry
Litolff, im Alter von 73 Jahren an Herzſchwäche
ge=
ſtorben.
Bremen, 10. März. Der Ausſtand der
Ladungs= und Kohlenarbeiter bei der Firma Hinſch=
Bremerhaven iſt beigelegt. Die Arbeit wurde heute
morgen in vollem Umfange wieder aufgenommen.
* Paris, 10. März. Aus Madrid wird gemeldet, die
ſpaniſche Regierung wolle, abgeſehen von den ſonſtigen
ſchwebenden Punkten, auch noch abwarten, ob die Frage der
Internationaliſierung aller Häfen in einer den Intereſſen
Spaniens entſprechenden Weiſe gelöſt werden wird. Es
heißt, England ſei der Anſicht, daß derSultan keinerlei
Au=
torität über Tanger erhalten dürfe.
* Paris, 10. März. Aus Tanger wird gemeldet, daß
die Ueberlandtelegraphenleitungen von Caſablanca nach
Mazagan morgen dem Publikum eröffnet werden.
Dünkirchen, 10. März. Der aus Hamburg
kommende Dampfer Liſtrac” landete 66 Kiſten, deren
Inhalt als elektriſche Apparate deklariert waren,
tatſäch=
lich enthielten die Kiſten für Marokko beſtimmte
Kriegs=
konterbande und zwar Mauſergewehre und 250000
Patronen. Die Kiſten wurden von der Zollbehörde
be=
ſchlagnahmt.
* Brüſſel, 9. März. Die Gräfin Lonyay hat,
bei dem zuſtändigen Gerichte in Paris den Antrag
ge=
ſtellt, ihre Schweſter, die Prinzeſſin Luiſe von Belgien
unter Kuratel zu ſtellen.
* Madrid, 10. März. Miniſterpräſident Canalejas
ſprach geſtern im Senat über die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhandlungen und erklärte, wenn er bisher irgend ein
Wort oder irgend einen Gedanken geäußert hätte, wäre
er indiskret geweſen. Er hoffe und wünſche, daß die
Verhandlungen bald zu einer Löſung gelangten und
verſicherte, die Haltung Frankreichs gegen Spanien ſei
immer korrekt und freundſchaftlich geweſen.
*Konſtantinopel, 10. März. Die telegraphiſchen
Verbindungen mit Konſtantinopel und Smyrna ſind
unterbrochen.
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Germania-Drogerie, Mühlstr. 78; Bismarck-Drogerie,
Ecke Karl- u. Hügelstr.; Medizinal-Drogerie von Fr.
Beckenhaub, Ecke Schul- u. Kirchstr., und Drogerie
von C. Watzinger. Wilhelminenstrasse 11. (3103
Heeresvorlage und Wehrveremn. Das Vot uvr
alles das aufzuklären, das vaterländige Bewußtſein
zu ſtärken, ferner für die Erhaltung eines mannhaften
Geiſtes Sorge zu tragen, das ſind die Aufgaben, die
ſich der Wehrverein, der am 28. Januar 1912 von
Ge=
neral Keim in Berlin gegründet wurde, geſtellt hat.
Der Deutſche Wehrverein kann aber ſeine hohen Ziele
nur dann erreichen, wenn er ſtark und kräftig wird,
daher iſt es Pflicht aller deutſchen Männer und Frauen,
ihn in ſeinem Wirken zu unterſtützen. — Heute liegt der
Aufruf des Deutſchen Wehrvereins bei, worauf hiermit
(5865
hingewieſen wird.
Aus dem Geſchäftsleben.
Der Sparſamkeitsſinn unſerer Hausfrauen wird
heutzutage auf eine harte Probe geſtellt, wenn ſelbſt
die haltbarſten und dauerhafteſten Stoffe und
Kleidungs=
ſtücke ſchließlich ihren Zweck nicht mehr erfüllen und ein
Gegenſtand des Aergers und der Betrübnis werden,
ſobald die ehemals ſo friſche Farbe ſchwindet und an
ihre Stelle ein verblaßtes und abgetragenes Ausſehen
tritt. In ſolchen Fällen werden die Braunſchen
Stoffarben die Herzen unſerer Frauen und Mädchen
gewiß in freudige Erregung verſetzen, denn ſie bieten
ihnen ein Verfahren, eigenhändig ihren Kleidungsſtücken
die Farbe wiederzugeben. Zum Auffärben von
baum=
wollenen, ſeidenen und halbſeidenen Bluſen,
Sommer=
kleidern (Waſchkleidern) bedient man ſich der Braunſchen
Bluſenfarben, zum Auffriſchen von Gardinen,
Vor=
hängen der Braunſchen Crémefarben.
Knorr-
Hafermehl
und
Reismehl
sind als zuverlässige Nähr-und
Kräftigungsmittel selbst dann
noch erfolgreich gewesen, wenn
manches andere nutzlos war.
Großh. Porzellanſammlung im Prinz=Georgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Dienstags und
Freitags von 3—4 Uhr, Sonntags von 11—1 Uhr.
Eintritt 50 Pfg.
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—4 Uhr,
Sonntags von 10—4 Uhr.
Heute verschied sanft nach kurzem Leiden meine liebe Frau, unsere
gute Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin
eb. Harth
Elise Faehr,
im 60. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jonn Faehr.
Darmstadt, den 9. März 1912.
(*6139
Blumen und Kondolenzbesuche dankend abgelehnt.
Todes-Anzeige.
Heute früh entſchlief nach ſchwerem Leiden
unſer lieber Vater und Schwiegervater
Jakob Röttger
Rechnungsrat i. P.
Darmſtadt, den 9. März 1912.
(5869
(Soderſtr. 9.)
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag, den 11. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Tageskalender.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Muſikvereins um 7½ Uhr im Saalbau.
Vortrag von Profeſſor D. Schoell um 4¼ Uhr im
Landesſynodalgebäude (Heſſ. Diakonieverein).
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.—
Reſtaurant „Metropol” um ½ 8 Uhr.
Fachausſtellung für das Maler= ꝛc. Gewerbe
Neckar=
ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Heldentaten der Londoner Suffragetten; die Leipziger
Frühjahrsmeſſe; vom Kriegsſchauplatz in Tripolis; das
Verbrechen von Ezenſtochau vor Gericht.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 12. März.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Gün=
therſchen Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Rathaus
zu Pfungſtadt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Bekanntmachung.
Am 1. März d. J. hat die organiſierte Gehilfenſchaft des Schneidergewerbes
in 31 Städten des Deutſchen Reiches die Arbeit niedergelegt, nachdem alle, durch
örtliche und zentrale Verhandlungen unternommenen Schlichtungsverſuche ergebnislos
verlaufen waren.
Zum Schutze ſeiner beſtreikten Mitgliedſchaft hat nun der „Allgemeine Deutſche
Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe” beſchloſſen, ſeine ſämtlichen Betriebe
in 158 Städten Deutſchlands zu ſchließen.
Wir bringen dieſe Maßnahme hiermit zur Kenntnis der Oeffentlichkeit und
richten an unſeren geſchätzten Kundenkreis die höfl. Bitte, unſeren Mitgliedern durch
Reſervierung der ihnen zugedachten Aufträge und gütige Nachſicht ihre Unterſtützung
in dieſem Kampfe leihen zu wollen.
Darmſtadt, den 9. März 1912.
Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes der Ortsgruppe Darmstadt.
Der Vorstand der Schneider-Innung Darmstadt.
(5878
Hinderl. Ehepaar nimmt ein
Kind, beſſ. Herk., i. I. Pflege,
ev. als Erb u. Eigen, gegen
ein=
maligen Erziehungsbeitrag. Off.
unt. R 34 an die Exp. (*6155
22 Jahre alt, ſichere
Herr, Stellung, wünſcht mit
einem Mädch. desſ. Alters bekannt
zu werden zwecks ſpäterer Heirat.
Nur ernſtgemeinte Off. u. E. N. 15
hauptpostl. Darmstadt.
(*6105
Witwer
Arbeiter, 53 Jahre alt, mit
dauern=
dem guten Einkommen, wünſcht
ſich mit einer Witwe ohne Kinder
im Alter von 40 bis 50 Jahren
wieder zu verheiraten. Offerten
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P. P.
Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles, aber
alles umſonſt, bis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wellte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 3 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt und iſt in Doſen à
Mk. 1.15 und Mk. 2. 25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
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Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.
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verk. Soderſtr. 78, 3. St. (*6138
Lenpiehite
mich im Anlegen und Unterhalten
von Gärten, Obſtanlagen ꝛc.
Obſt=
bäume werden fachgemäß
ge=
ſchnitten u. gepfropft. Matthes,
Ludwigshöbſtr. 74a. (B5814
„Ich teile Ihnen ergebenſt mit.
daß Ihre Herba=Seife meiner
Mutter, die an einer trockenen
Schuppen=
flechte litt, vorzügl. Dienſte
geleiſtet u. dieſelbe nach kurzer Zeit
v. d. läſtig. Uebel befreite.‟ (5889fl
Fr. Maria Knobloch, München.
Herba=Seife zu haben in allen
Apothek., Drog., Parfüm. à Stück
50 Pfg., 30% ſtärk. Präp. Mk. 1.—,
Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Schneider-
Innung Darmstadt
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftung.
Schluß=Bilanz am 31. Dezember 1911.
Aktiva Paſſiva
Kaſſenbeſtand .
Eund
Kunden=Konto
ℳ 4 634,88
Per Gewinn= und Verluſt=Konto
37.50 4 597138
7 476/73l
Waren=Konto .
201341
Inventar=Konto .
Geſchäftsguthaben . .
4 625)-
Lieferanten=Konto
299170
Unkündbaren Kapital=Einlagen
* 356179
Zinſen=Konto der Unkündb. Kapital=Einle
153164
Reſervefond-
12351-
Hilfs=Reſervefond
500—
Unerhobene Kapital=Dividende .
136/50
Unerhobene Waren=Dividende I.
892/15
Unerhobene Waren=Dividende II.
251176
Ueberweiſungsfond . . . .
6/80
Gewinn=Vortrag . . . . . .
36104
I12 499cel 12 493/3s
Mitgliederbewegung:
Im Laufe des Jahres iſt kein Mitglied eingetreten. Ein
Mit=
glied iſt ausgeſchieden durch Tod. Zahl der Mitglieder am 31.
De=
zember 1911 — 23. Die Geſchäftsguthaben der Mitglieder betrugen
am 31. Dezember 1911 einſchließlich des noch nicht zurückbezahlten
Anteils 4625 Mk. Der Betrag der Haftſumme iſt zur Zeit 4600 Mk.
Fertiggeſtellt: Darmſtadt, 8. Februar 1912.
(5810
Michael Oehlenſchläger, Wilh. Hofmann, Joſeph Hübner,
Vorſitzender
Kontrolleur.
Rechner.
Grosses Lager in
Kostümstoffen
engl. Arten und uni Qualitäten
ferner in
(5925om
schwarzen, weissen und farbigen
Kleiderstoffen
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130 cm breit, Meter von 220 ₰ an
Gardinen-Mulle
115 cm breit, Meter, von 95 ₰ an
125 cm breit, Meter von 125 ₰ an
Kongress-Stoffe
für Scheibengardinen
Meter von 15 ₰ an
100 cm breit, Meter von 55 ₰ an
6 Preislagen abgepaßte Gardinen
Das
Fenster
Das
Das
Das
Das
25
Fenster 3—
Fenster
Fenster
Fenster
Das
Fenster
Garänenleinen
115 cm breit .
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älover Dets
Meter von 1an
Kotleauz-Köper
in allen Breiten, 34 cm
breit
Meter von
2n
Koujeauz Stores, Beiidecken
Rouleaux
Stores engl. T6ll
an
Stück von
einteilig . .
Rouleaux
Stores
Erbstüll .
zweiteilig . . Stück von Gan
Stück von
eist en 5a.
Galerieborden
Brises-bises
Meter von 38an
Pat von 65
J-teilige
Leinen-Garnitüren . von 4an
Portierenstoff
Meter von 65 ₰a
Bettdecken
engl. Tüll, über 1 Bett von 4an
Bett
*50
lecken
Erbstüll, über 1 Bett von Gan
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Brises-bises-
Stäng-
chen
Stück von . 8an
Eisenstangen
Stück von 14an
Galeriestangen
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Hrafenſtr. 20.Tel. 226, (1189a
(Rechtsfähiger Verein).
Einladung
zur
Hauptversammlung
Mittwoch, den 27. März, abends 9 Uhr,
im Kaisersaal, Grafenstrasse (Grünes Zimmer).
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſitzenden.
2. Rechnungsablage.
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Antrag des Vorſtandes auf Ausdehnung des Vereins
auf die Landorte in der nächſten Umgebung Darmſtadts.
5. Anträge.
6. Verſchiedenes.
Anträge ſind bis ſpäteſtens Mittwoch, den 20. ds.,
beim Vorſtand einzureichen.
(5916a
Wir erſuchen unſere Mitglieder um vollzähliges
nen.
Der Vorſtand:
W. Kalbfuss.
Fr. Stephani.
März
Heute
Manlan
Das grosse I. März-Programm!
Eine Kette erster Kunstkräfte
Künstler
I. Ranges
Romanow’s Cartella
Loro’s Zinn- Soldaten
Mauermeier Blessings
Paxton’s Kolossalgemälde
Kurz &. Lang 5 Aregor
Residenz-Kinema (5858
Preise und Vorverkauf wie bekannt
L. OMkt 7s
S TI. G2
Jag
. JOEKky
*5
am Donnerstag, 21. März,
abends 8 Uhr,
auf Veranlaſſung des Heſſ.
Goethebundes
in der
Turnhalle am Woogsplatz
über:
pricht „Geſchichtliche und
per=
ſönliche Religion‟
Eintrittskarten zu 40 Pfg. bei Saeng, Kirchſtraße 20, und im
Verkehrsbüro.
Sperrſitzkarten zu Mk. 1.— und nnmerierte Galerie zu
50 Pfg. nur bei Saeng.
(5920
Pfarrer
Jain.
Täglich frische
Häzzen
Mainzer (4364a
obere Bleichstr. 13. Telefon 1265.
Hess. Landesverein für Frauenstimmrecht
(Ortsgruppe Darmstadt).
Donnerstag, den 14. März 1912, abends 8½ Uhr,
im Fürstensaal (Kaisersal)
Oeffentlicher Vortrag des Herrn Prof. Broda-Paris
Generalsekretär des Internat. Instituts für fortschrittl. Erfahrungen
über
(5917
Die Wirkungen des Frauenstimmrechts
in den Ländern, die es haben.
Eintritt 30 Pfg.
Freie Diskussion.
Der Vorstand.
Arhold Scher-Hasiksauf
Ecke Erbacherstrasse.
Freitag, den 15. März 1912, abends 8 Uhr:
Mlaf
Kompositionen von Chopin, Schubert, Mendelssohn-
Bartholdy, Reinecke, Scharwenka, Schütt und Delibes.
Karten, welche zum freien Eintritt berechtigen, bittet man
schriftlich zu bestellen, dieselben werden bereitwilligst zugesandt;
ausserdem können Karten nur in der
Pianofortegross=
handlung von Karl Arnold, Ecke der
Erbacher-
strasse, abgeholt werden. (Kein zweites Magazin in
der Stadt).
(5926
Darmstädter Billard-Klub
Vereins-Abend: Dienstag abend „Hotel Hess‟
Gäste stets willkommen.
(2a
(eichtes Federröllchen und 1
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Bekanntmachung,
betreffend Gefährdung der Verkehrsſicherheit auf der Straße
durch Radfahrer.
Es ſind in letzter Zeit mehrfach Klagen darüber geführt worden,
daß die Verkehrsſicherheit in den Straßen durch das Verhalten der
Radfahrer beeinträchtigt werde. Abgeſehen von dem zu ſchnellen
Fahren und dem Fahren ohne Laterne nach Einbruch der Dunkelheit,
ſowie unrichtigem Ausweichen und Ueberholen wurde oftmals
bemerkt, daß auf den Fahrrädern größere Gegenſtände mitgeführt
werden, welche entweder dem Fahrer den freien Ausblick benehmen
oder ihn nötigen, die eine Hand ſtändig zum Feſthalten des
Gegen=
ſtandes zu verwenden. Wenn auch geübte Fahrer im allgemeinen
ihr Rad mit einer Hand zu lenken vermögen, ſo kann an
verkehrs=
reichen Punkten im Innern der Stadt auch der geübteſte Fahrer in
Lagen kommen, in welchen er zum Lenken des Fahrrades beider
Hände bedarf. Iſt ihm in ſolchen Fällen der Gebrauch der einen
Hand durch Feſthalten des Gegenſtandes benommen, ſo iſt ein
Unglücksfall meiſt unvermeidlich. Dies kann ſowohl für den
Rad=
fahrer, als auch für das Publikum um ſo gefährlicher werden, je
größer und ſchwerer die mitgeführten Gegenſtände ſind; auch kann es
für den Radfahrer ſtrafrechtliche Verfolgung wegen fahrläſſiger
Körperverletzung oder Tötung, ſowie bedeutende zivilrechtliche
Schadenserſatzpflichten zur Folge haben.
Wir ſehen uns demgemäß veranlaßt, erneut auf genaues
Einhalten der für den Radfahrverkehr beſtehenden Vorſchriften,
insbeſondere auch in der Hinſicht hinzuweiſen, daß jeder Radfahrer
die gehörige Vorſicht beim Leiten ſeines Fahrrades beachtet.
Dieſe würde derjenige außer Acht laſſen, der in verkehrsreichen
Straßen größere Gegenſtände, die den freien Ausblick oder den
Gebrauch beider Hände zum Lenken des Fahrrades verhindern, auf
dem Rade mit ſich führt.
Unſere Beamten ſind zu ſcharfer Beaufſichtigung des
Radfahr=
verkehrs und energiſchem Einſchreiten bei Zuwiderhandlungen
an=
gewieſen.
(5669fs
Darmſtadt, den 6. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, 13. d. M., von vormittags 9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (Woogsplatz 5)
aus Domanialwald=Diſtrikt Baſſinteil verſteigert:
Scheiter, rm: 40 Buchen, 19 Eichen, 56 Kiefern (1 m lang);
Knüppel, rm: 89 Buchen, 31 Eichen, 10 Linden, 34 Kiefern;
Reiſig=Wellen: 2480 Buchen, 1450 Eichen, 40 Ahorn, 370 Linden,
120 Aſpen, 4690 Kiefern, 670 Fichten; Durchforſtungsreiſig=
Wellen: 1580 Kiefern; Stöcke, rm: 16 Buchen, 8 Eichen,
5 Linden, 85 Kiefern, 1 Fichten.
Donnerstag, 14. d. M., von vormittags 9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (Woogsplatz 5)
aus Domanialwald=Diſtrikt Baſſinteil und Burgwald und den
Philipphoſpitalwald=Diſtrikten Saufang und Eichbaumeck
ver=
ſteigert:
Stämme:
1 Eichen IV. Kl. — 0,26 fm 97 Kiefern
III. Kl. — 89,48fm
1,70 „ 64
IV. „ — 36,05 „
— 6,63 „
V. „ — 3,38 „
— 4,84. „ 35 Fichten
2 Anden .
V. „ — 6,06 „
2 Kiefern I.
— 3,64 „ 1 Weißtannen IV. „ — 0,74
24 „ II. „ — 37,95 „ 14 Douglasfichten V. „ — 2,56 „
Derbſtangen: 5 Lärchen — 0,38 fm, 16 Douglasfichten — 0,98 fm
187 Fichten = 9,47 fm.
Reisſtangen: 275 Kiefern — 0,99 fm.
Nummernverzeichniſſe über dieſes Holz werden nicht
aus=
gegeben.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Schimpf dahier (Forſtmeiſterſtr. 9)
wird dasſelbe auf Verlangen vorzeigen. Die blau unterſtrichenen
Nummern Holz kommen nicht zur Verſteigerung.
Darmſtadt, 5. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
(5485mo
Nutzholz-Verſteigerung.
Mittwoch, 20. März I. J., vormittags ½9 Uhr,
werden in der Reſtauration „Zum Heiligen Kreuz” (Halteſtelle
der elektriſchen Straßenbahn) zu Darmſtadt aus verſchiedenen
Diſtrikten verſteigert:
I. Stämme, Hainbuchen: 2 Stück II. Kl. — 2,56 fm, 8 Stück
III. Kl. — 5,53 fm, 30 Stück IV. Kl. — 11,92 fm, 20 Stück
V. Kl. — 5,82 fm, 1 Stück VI. Kl. — 0,29 fm; Eſchen:
4 Stück IV. Kl. — 1,53 fm, 11 Stück VI. Kl. — 1,40 fm;
Birken: 4 Stück IV. Kl. — 2,49 fm, 5 Stück V. Kl. — 2,40 fm;
Ulmen: 1 Stück V. Kl. — 0,40 fm, Pappeln: 1 Stück I. Kl.
— 1,08 fm, 1 Stück IV. Kl. — 0,37 fm; Linden: 2 Stück
IV. Kl. — 1,94 fm, 1 Stück V. Kl. — 0,37 fm, 1 Stück
VI. Kl. — 0,13 km; Kiefern: 3 Stück I. Kl. — 6 fm, 7 Stück
II. Kl. — 11,34 fm, 3 Stück III. Kl. — 1,96 fm, 1 Stück
IV. Kl. — 0,43 fm.
II. Nutzſcheiter, rm: 5 Eſchen (3 rund), 1,8 Kirſchbaum (rund),
14,9 Eichen I. Kl., 419,9 Eichen II. Kl. (115,4 rm rund).
Das Stammholz wird zuerſt verſteigert, die Nutzſcheiter von
etwa ¾10 Uhr ab. Nummerverzeichniſſe werden von der
unterzeich=
neten Stelle koſtenlos geliefert; Auskunft erteilen die in demſelben
benannten Forſtwarte, die bei rechtzeitiger Mitteilung auch das Holz
vorzeigen. Revierkarten werden gegen portofreie Einſendung von
(5867
50 Pfg. abgegeben.
Darmſtadt, den 9. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Freihändiger Möbelverkauf
von Herrſchaftsmöbeln zu Verſteigerungspreiſen.
1 Herrenzimmer: Diplomat, Bücherſchrank, Diwan mit
Umbau, Tiſch und 2 Stühle (eichen).
1 Speiſezimmer: Büfett, Ausziehtiſch, 12 Stühle (eich.)
1 Mahagoni=Salon=Garnitur: 1 Sofa, 4 Seſſel und
Tiſch (Empire).
1 Piano, 1 Klubſeſſel, 1 Bücherſchrank, 4
Schreib=
tiſche, 1 Diwan, Umbau, 2 komplette Reformbetten
(faſt neu), 2 Reformbettſtellen, Weißzeug= und
Kleider=
ſchränke, Ausziehtiſch, Stühle und Tiſche, Waſch= und
Nachttiſche mit und ohne Marmor und Spiegel,
Gold=
ſpiegel, Kommode, Teppich, Wringmaſchine, Eisſchrank,
Dezimalwage, Kinderwagen, Nippſachen, Bilder, Wirtſchafts=
(5911
geſchirr u. a. m.
Ferner: 3 antike Kleiderſchränke, 4 Kommoden,
3 Standuhren, Zinn, Porzellan und Oelgemälde.
Verkauf findet den ganzen Tag ſtatt. Die Sachen ſind in
gutem Zuſtande.
Johannes Krummeck,
Auktionator und Taxator.
4 Grafenſtraße 4.
Annahme von Verſteigerungen und Verkäufen. Ia Referenzen.
Hessische Handeis Benranstatr
Fernsprecher 923
DARMSTADT Rheinstrasse 6.
Gründliche, gewissenhafte Ausbildung in allen Handelsfächern durch
beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Spezialität: Buchführung nach allen Systemen mit Abschluss, sowie Bank- und
Ge-
schäftsrechnen. — 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
(5546a
Sprechstunden:
Wilhelm Siedersleben
Montag bis Freitag
staatl. geprüfter Handelslehrer
12—1 und 3—5 Uhr.
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
Darmstädter Spruch- und Kandolbschule
Leiter: Emil Held
Hieron. Schneider
Handelslehrer u. Beeid. Bücherreviser 10 Luisenstr. 10 Handelslehrer u. Bücherrevisor
Gründliche Ausbildung für den kaufmännischen Beruf
durch 5 bewährte Lehrkräfte in vollen Tages- oder Abendkursen.
Einzel- und Privat-Unterricht: Beginn jederzeit.
Fremde Sprachen: Engl., Franz., Span. u. Ital., bes. Handels-Korrespondenz.
Maschinenschreiben nach neu eingeführtem, eigenen Tafelsystem in deutscher,
englischer u. französischer Sprache.
Stenographie: Verkehrs- und Redeschrift nach Gabelsberger.
Beginn neuer Kurse: 15. April, vormittags 8 Uhr.
Getrennter Klassenunterricht für Fortbildungsschüler, der vom Besuche
der obligatorischen Fortbildungsschule befreit.
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Sprechstunden zur Anmeldung und Auskunft täglich zwischen 12—1 Uhr.
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Die Anlieferung von ca. 8000 kg
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vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
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Darmſtadt, 8. März 1912.
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Montag, 25. März I. Js.,
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Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Montag, den
18. März, vormittags 9—12 und nachmittags 3—5 Uhr, im
Schulgebäude (Eingang Kirchſtraße 22) entgegengenommen.
Geburtsſchein, Impfſchein, Entlaſſungszeugnis der früheren
Schule ſind vorzulegen.
Die Aufnahmeprüfungen finden Montag, den 15. April,
vormittags von 9 Uhr ab, ſtatt.
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Der Unterricht beginnt Dienstag, den 16. April ds. Js.,
vormittags 9 Uhr.
Die Großherzogliche Direktion:
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anlagen ſoll auf Abbruch verkauft werden.
Verdingungsunterlagen ſind bei dem unterzeichneten
Betriebs=
amt einzuſehen und können auch gegen porto= und beſtellgeldfreie
Einſendung von 0,50 Mk. in bar (nicht in Briefmarken) bezogen werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis zum 21. März
1912, vormittags 11 Uhr, an das unterzeichnete Betriebsamt
einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 4 Wochen.
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Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
28)
Und doch iſt es für ihn ganz unmöglich, Sie zu bitten
— ſagte Dora Plattner.
Lilli ſtutzte. Von dieſer Seite hatte ſie das
Verhält=
nis noch nicht angeſehen, daß nämlich ein Mann auch Stolz
haben könne. Ah, das meinen Sie? Ja, vielleicht haben
Sie recht. Aber weil Sie mir dies ſagen, gerade Sie,
Fräulein Plattner, ſo will ich ihn noch einmal fragen, ob
er mit mir geht, er und das Kind dort?
Dora erſchrak. Um Gottes willen, das nicht, tun Sie
das nicht, Frau Lührſen!
So! Und warum nicht? Herausreißen will ich ihn hier
aus dieſer Umgebung. Jedes Mittel dazu ſoll mir recht
ſein. Er gehört auf einen anderen Platz. Was er hier
tut, kann jeder intelligente Bauer gerade ſo gut leiſten!
Dora wurde immer unruhiger. Sie ging von einem
Möbel des Zimmers zum andern, zog Schubladen auf
und ſchloß ſie wieder, ohne etwas herauszunehmen oder
hineinzutun. Schließlich blieb ſie mitten im Zimmer
ſtehen und ſagte mit bebender Stimme: Ich beſchwöre Sie,
geben Sie dieſen Gedanken auf. Es macht den=Bruch=
un=
heilbar, denn — ich kenne ihn, er geht nicht fort!
Lillis Auge begegnete dem Doras. Eine tolle, raſende
Eiferſucht kam in ihr auf, eine Eiferſucht, die ſich feſtbiß
an dem Gedanken: Wäre dieſe dort nichtehiergergekommen,
nicht gerde dieſe is hite ales wieder au werder üine
nen. Dieſe war es, die ihr Mann und Kind geſtohlen
hatte! Sie konnte den leidenſchaftlichen Hohn nicht
ver=
bergen, als ſie die Worte hervorſtieß: Ah, wiſſen Sie denn
das ſo genau? Woher denn dieſes Wiſſen ſeiner
Gedan=
ken und dies genaue Abſchätzen meines Einfluſſes?
Er=
proben will und werde ich, ob ich noch Macht über ihn
habe, denn es gab eine Zeit, wo ich Macht über ihn beſaß.
Nun vergaß Dora alle Zurückhaltung. Und wenn es
Ihnen gelänge, Frau Lührſen, gut wäre es nicht, und
gut könnte es niemals werden, niemals! Hier iſt er
feſt=
gewurzelt mit ſeiner ganzen Arbeit und ganzen Kraft!
Man darf einen Menſchen nicht von ſeiner Lebensarbeit
wegrufen, wenn die Arbeit gut iſt!
Ah, machte Lilli und kam langſam auf Dora zu,
Fräulein Plattner, Sie ereifern ſich ja ordentlich und zwar
für ihn, für — meinen Mann!
Der Hohn wirkte. Dora richtete ſich auf, alles Weiche
verſchwand aus ihrer Haltung und aus ihren
Geſichts=
zügen. Ihre grauen Augen wurden ſo kalt und hart, wie
nur graue Augen dies werden können, wenn der Zorn
dahinter iſt. Nein, nicht für den Mann, ſondern für den
Menſchen, deſſen Arbeiteund Streben ich ſeit Jahren kenne
und — ſie holte tief Atem — und geteilt habe!
Näher und näher kam'Lilli, ſo nahe, daß Dora
zurück=
trat. Sie unterſcheiden ja ſehr fein, äußerſt fein, zwiſchen
Mann und Menſch, mein Fräulein. Eines müßten Sie
doch fühlen, daß Sie, iawohl Sie, zwiſchen meinem Mann
und mie ſehene dch dene, die ind in Pfernenſinhier
und könnten ſo ungefähr ſich deſſen bewußt geworden ſein.
Sie haben ſich ja hier ſo wundervoll feſt eingeniſtet, daß
gar kein Platz mehr für mich da iſt. Sie kennen — ihn ja
ſo wunderbar genau. Das ſagt ſich doch mein Mann, daß
wir beide, Sie und ich, nicht hier zuſammenbleiben können!
Trotz der eigenen Erregung erſchrak Lilli, wie
kreide=
weiß Dora Plattner wurde. Das — das iſt eine
Be=
ſchimpfung, Frau Lührſen!
Klingt es ſo? Nun, ich konſtatiere nur Tatſachen,
wei=
ter nichts!
Dora fühlte ganz genau, daß dieſe Frau ihr überlegen
war in ſolchem Streit mit Worten, ſie fühlte auch, daß
etwas auf dem Spiele ſtand, deſſen deutliche Nennung ſie
zur Verzweiflung hätte treiben müſſen. Sie wandte ſich
ſtumm der Türe zu. Doch ehe ſie ſie öffnete, ſagte ſie ſo
ruhig wie möglich: Ich werde mit Ihrem Mann darüber
ſprechen, ſobald er zurückkommt. In dies Haus komme
ich nie wieder. Ich ſehe, ich blieb ſchon zu lange!
Wenn das geſchah, dann wußte Lilli auch, wie das
Ende ſein würde. Sie kannte Lührſen. Mochte er etwas
für Dora fühlen oder nicht, ganz einerlei, er beſaß ein
ſtar=
res Gerechtigkeitsgefühl, und wo das Recht in ſeinen
Augen lag, das wußte ſeine Frau ſehr wohl. Nun kam
die Angſt, die Angſt vor einer Szene, deren Ende ſie im
voraus kannte, und vor welchem Ende ſie Angſt hatte,
denn ſie wollte und konnte nicht alles aufgeben. Jetzt
fühlte ſie erſt, welche Wandlung in ihr, vorgegangen war
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in dieſen Tagen. Die neu geweckte Liebe zu ihrem Kinde,
das Wiederſehen mit deſſen Vater. Sie hatte ihn hier
auf ſeinem Wirkungsfelde geſehen, hatte erfahren, wie er
innerlich Not gelitten! Dann, wenn Dora mit ihm ſprach,
war alles aus! Und deshalb veränderte ſich ihr
Geſichts=
ausdruck und ihre Stimme klang weich und flehend: Ich
beſchwöre Sie, tun Sie das nicht! Dann allerdings iſt
alles aus zwiſchen ihm und mir! Ich weiß, ich ging zu
weit, ich vergaß mich, vergaß mich deshalb, weil — weil
ich den Mann noch immer liebe!
Für Dora war dieſer Wechſel der Stimmungen dieſe
Art zu ſprechen, dieſes Ausſprechen heiligſter
Empfindun=
gen ein Rätſel. Sie ſchämte ſich beinahe in der Seele
die=
ſer Frau, die keine Keuſchheit des Wortes mehr kannte.
Ob Sie bleiben oder nicht, Frau Lührſen, was hier auch
wird in Halligboſtel, und wie immer es wird, ganz
einer=
lei, ich gehe, deſſen können Sie gewiß ſein!
Damit wollte ſie gehen, wurde aber von Lilli noch
zurückgehalten. Verſprechen Sie mir eines, um des
Kin=
des willen, eines nur, ſprechen Sie mit meinem Manne
nicht darüber, nicht eher, ja, als bis ich abgereiſt bin.
Das will ich gern verſprechen, erwiderte Dora kalt
und ging.
Lilli ſtand eine Weile, dann eilte ſie hinaus nach dem
Zimmer, wo ſie die erſte Nacht zugebracht hatte, und wo
noch ihr Koffer ſtand. Dort zündete ſie die Stearinkerze
an und begann ſchnell den Koffer zu packen. Sie hörte
nicht, daß Lührſen nach Hauſe kam.
Der Marſch von der Station herunter hatte ihm wohl
getan. Die Verſammlung mit den üblichen
phraſengefüll=
ten Reden bei ſolchen Gelegenheiten, an die ſich die
Men=
ſchen gewöhnt haben wie ans Tabakrauchen und
Biertrin=
ken, die gegenſeitige Beweihräucherung, die nun einmal
heute im öffentlichen Leben den Mangel an Ideen und
den Mangel an Perſönlichkeiten und Taten erſetzen muß,
nachher das Mittageſſen mit den üblichen Feſtreden, die
man Wort für Wort im voraus wiſſen konnte, wenn der
Redner ans Glas klopfte, dieſes Hoch= und Hurrarufen,
und das alles ausgeführt, geduldet, ertragen von gereiften
Männern, alles das war ihm in den Tod zuwider und
wurde ihm mit jedem Jahre mehr zuwider. Er wollte
nie wieder zu ſolchen Verſammlungen gehen. Unterwegs
ſah er einen bekannten Tagelöhner damit beſchäftigt, eine
Hecke niederzulegen, die ſich zwiſchen Weg und Feld
hinzog.
Ja, das geht gar nicht mehr ſo, Herr Lührſen, das
Zeug wird zu hoch und nichts will mehr wachſen hier lang.
Zum Kaffeekochen iſt es noch immer zu gebrauchen.
Lührſen unterhielt ſich länger mit dem Mann und
fragte nach deſſen Kindern, die krank geweſen waren. Als
er dann weiterging, ſchien es ihm, als habe dieſer
Tage=
löhner in der Zeit tauſendmal mehr und beſſere Arbeitt
getan als die achtzig oder hundert Menſchen, mit denen er
zuſammen geweſen war am Nachmittag, die noch dazu
ganz unnütz Geld ausgegeben hatten. Je näher er an
Halligboſtel herankam, deſto ſchwerer wurde ihm das Herz.
Er hatte in Harburg mit einem Holzhändler über
fünf=
tauſend Mark Holz abgeſchloſſen, und ſein Blick ſchweifte
traurig an dem ſchmalen Waldſtreifen hin, zwiſchen Allee
und Wieſen. Die Hälfte mußte herunter, und nicht nur
das, von den alten ſchönen Eichen rings um das Haus
mußten dreißig ſicher fallen. Das war traurig, aber noch
mehr fürchtete er ſich vor dem bevorſtehenden Abſchied
Lillis. Er wollte und mußte mit ihr über die Zukunft
ſprechen. Die Scheidung mußte vollzogen werden, denn
ſo ging das nicht weiter.
Das Wetter ſchien doch umſchlagen zu wollen, denn
der Himmel war voller Wolkenfetzen, die ſchnell von Weſten
nach Oſten trieben. Bedeutend wärmer war es auch
ge=
worden. Ab und zu fiel ein lauer, hohlbrauſender Wind
n die Baumwipfel. Von Hamburg her hörte man in
Zwiſchenpauſen einen dumpfen Knall. Auf der Elbe
ſprengten ſie Staueis.
(Fortſetzung folgt.)
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Deutſcher Wehrverein
Aufruf!
Am 28. Januar d. J. iſt in Berlin der „Deutſche Wehrverein” gegründet worden. Daß er
in weiten Kreiſen des deutſchen Volkes als nationale Notwendigkeit empfunden wurde, beweiſt die
Tatſache, daß ſich bereits über 7000 Einzelmitglieder zum Beitritt angemeldet haben und 500
Orts=
gruppen im Entſtehen begriffen ſind. Hierbei hat ohne Zweifel die wachſende Ueberzeugung mit
gewirkt, daß bei der Weltlage die Verſtärkung unſerer Wehrmacht, beſonders des Heeres dringend
nötig ſei, da ſich das Schickſal Deutſchlands im nächſten Kriege in erſter Linie zu Lande entſcheiden
wird. Die Folgen eines unglücklichen Krieges ſind aber in wirtſchaftlicher, politiſcher und ſozialer
Beziehung unüberſehbar. Man hatte bisher ſolchen Möglichkeiten gar keinen Raum gegeben, wei:
die Nation immer noch die Erfolge des Krieges 1870/71 vor Augen hatte, wobei überſehen wurde,
daß ſich die weltpolitiſchen und militäriſchen Verhältniſſe im Laufe der Jahre verſchoben haben, und
zwar nicht zu Gunſten Deutſchlands. Es darf im Intereſſe der Nation ſelbſt aber nicht geduldet
werden, daß ſie der Neigung nachgibt, ſich über die eigenen Angelegenheiten zu täuſchen, was Fichte
vor 100 Jahren in ſeinen Reden an die deutſche Nation „ein feiges Entfliehen vor den eigenen Gedanken”
nannte. Dieſe Gedanken umfaſſen bei beſorgten Vaterlandsfreunden auch das innere Leben und
Weſen unſeres Volkes. Hier ſind Kräfte an der Arbeit, um das völkiſche Gefüge zu lockern, die
kriegeriſche Tüchtigkeit zu untergraben, uns einer materialiſtiſchen Weltanſchauung auszuliefern,
Nationalſtolz und Vaterlandsliebe als überwundene Begriffe hinzuſtellen — alles dem Traum des
Weltfriedens und der internationalen Verbrüderung zu liebe. Dagegen gilt es, ſich zu wehren.
Deshalb beſagen die Satzungen des „Deutſchen Wehrvereins”: „Er erſtrebt die Stärkung des
vaterländiſchen Bewußtſeins, ſowie die Erhaltung eines mannhaften Geiſtes im deutſchen
Volke.‟ Dieſem Satze ſchließt ſich der weitere an: „Beſonders tritt er dafür ein, die deutſche
Wehrmacht innerlich wie zahlenmäßig ſo ſtark zu machen, daß ſie unbedingt im
Stande iſt, den Schutz des Reiches und deſſen Machtſtellung in der Welt zu
verbürgen.”
Dieſe unbedingte Sicherheit iſt aber nicht mehr vorhanden, wenn man in Rechnung
ſtellt, daß im nächſten Kriege Deutſchland von mehreren Seiten bedroht ſein kann, was
bei ſeiner ungünſtigen geographiſch=ſtrategiſchen Lage dann ein Kämpfen unter außerordentlichen
Schwierigkeitenbedeutet. Das Gefühl des Vertrauens, wie es noch vor einigen Jahren beſtand, mußwieder
hergeſtellt werden, auch als wirkſame Stütze unſerer auswärtigen Politik. Es kann aber nur wieder
hergeſtellt werden, ebenſo wie der Glaube an unſere Ueberlegenheit beim Auslande, wenn wir
ſchon im Frieden keine Opfer ſcheuen, keine Anſtrengung, um unſere militäriſche Rüſtung zu
ver=
ſtärken. Hierbei iſt keine Zeit mehr zu verlieren, zumal in Frankreich demnächſt ein Kadergeſetz
zur Einführung kommt, das wiederum eine Verſtärkung ſeines Heeres bedeutet. Frankreich verfügt
aber jetzt ſchon im Kriegsfalle über mehr ausgebildete Soldaten als Deutſchland, trotzdem es
26 Millionen Einwohner weniger zählt.
Wir können ſchon lange nicht mehr den Ruhm beanſpruchen, das „Volk in Waffen” zu ſein,
weil wir nur 0,94% der Bevölkerung unter Waffen halten, Frankreich dagegen 1,40%, und die
perſönliche Anſpannung im Kriegsfalle dort beinahe doppelt ſo groß iſt wie in
Deutſch=
land, gemeſſen an der Bevölkerungsziffer, abgeſehen davon, daß jenſeits der Vogeſen
bei den Hauptwaffengattungen teilweiſe organiſatoriſche Ueberlegenheit beſteht. Ueber dieſe
Verhältniſſe und ſo manches andere herrſcht im deutſchen Volke große Unkenntnis, ſelbſt in
Kreiſen, deren Pflicht es wäre, ſich um ſolche Dinge ernſtlich zu kümmern. Und wenn dann
auf den Dreibund hingewieſen wurde, ſo ſei bemerkt, daß allein ſchon die Friedensſtärke
Deutſchlands und Oeſterreich=Ungarns von derjenigen Rußlands und Frankreichs um ungefähr
700000 Mann überboten wird, im Kriegsfalle ſogar um 2 Millionen ausgebildeter Soldaten. Unſer
Verbündeter Oeſterreich=Ungarn hat in den letzten 30 Jahren ſein Heer kaum nennenswert verſtärkt.
Solchen Tatſachen gegenüber Vogel Strauß=Politik zu treiben, würde eine Verſündigung
an der Nation bedeuten. Es iſt Pflicht, das deutſche Volk hierüber aufzuklären, wie es der
Flottenverein ſeinerzeit in Bezug auf die Marine erfolgreich getan hat. Dieſer Aufgabe will der
„Deutſche Wehrverein” ſich mit unterziehen.
Er hat auch die Pflicht, darauf hinzuweiſen, daß die Nation zur Verſtärkung ihres
Heeres Opfer bringen muß, um es ſchon im Frieden zahlenmäßig, organiſatoriſch, taktiſch auf der
vollen Höhe zu erhalten. Er wird hierbei darauf aufmerkſam machen, daß Deutſchland finanziell bei
Er=
haltung ſeiner Wehrmacht weniger belaſtet iſt, wie andere Großſtaaten, und daß die auch parteipolitiſch
beeinflußten Klagen über drückende Steuerlaſten angeſichts unſerer wachſenden Wohlhabenheit nicht
am Platze ſind. Das deutſche Nationaleinkommen übertrifft ſchon heute dasjenige Frankreichs und
iſt in raſcherem Wachstum begriffen als das franzöſiſche. Ein unglücklicher Krieg aber würde,
abgeſehen von unſäglichem Jammer und Elend, Summen koſten, deren Zinſen allein ſchon ſo viel
betragen, als wir jetzt jährlich für unſere geſamte Wehrmacht aufwenden.
*) § 3 der Satzungen des „Deutſchen Wehrvereins” lautet: Mitglied kann jeder deutſche Mann und jede deutſche
Frau werden, welche das 18. Lebensjahr überſchritten haben. Unpolitiſche Vereine können körperſchaftlich beitreten. —
Der Jahresbeitrag bleibt bei Einzelmitgliedern der Selbſteinſchützung überlaſſen, beträgt jedoch mindeſtens 1 Mk.
G
Der Ausſchuß.
Generalmajor a. D. Reim, 1. Vorſitzender, Berlin. Geheimrat Profeſſor Dr. Paasehe, M. d. R.,
1. ſtellvertretender Vorſitzender, Schlachtenſee. Landrat a. D. von Dewitz, M. d. A., 2. ſtellvertretender
Vorſitzender, Berlin. Geh. Kommerzienrat Büxenstein, Schatzmeiſter, Berlin. Richard Nordhausen,
Schriftführer, Berlin. Frau Marie von Alten, Berlin. Generalmajor z. D. von Gersdorkk,
Charlottenburg. Oberverwaltungsgerichsrat Dr. Haller, Stuttgart. Prof. Dr. Freiherr v. Liehtenberg,
Südende. Generalleutnant z. D. Litzmann, Neuglobſow. Prof. Dr. hans meyer, Leipzig. Kreisſchul=
Inſpektor Otto, Pinne. Senator Possehl, Lübeck. Heinrich Rippler, Berlin. Profeſſor Dr.
Dietrich Schäfer, Steglitz. Legationsrat z. D. A. v. Schwerin, Berlin.
Vorſtehendem Aufruf ſchließen ſich an:
Oberſtleutnant z. D. Abbes, Königsberg. Graf Arnim=Muskau, Berlin. Hofbeſitzer Auhage, Wilſter
i. Holſt. Kommerzienrat Bellardi, Crefeld. Generalleutnant z. D. Bendemann, Heidelberg. Freiherr
v. Berenberg-Gossler, Hamburg. Lornellus v. Berenberg=Gossler, Hamburg. Fritz Bley, Berlin. Uiktor
Blüthgen, Berlin. Maximilian Bötteher, Berlin. Wirkl. Geh. Rat Dr. Brunner, M. d. H., Berlin.
Profeſſor Dr. Brunner, Charlottenburg. Prof. Dr. Bloeh=Reincke, Roſtock. Präſident Lanthaus, Poſen.
Heinrich Llass, Mainz. General der Artillerie z. D. v. Deines, Berlin. General z. D. von Dithfurth
M. d. A., Berlin. Heinrieh Driessmanns, Berlin. Oberſtudienrat Dr. Egelhaaf, Stuttgart.
Ober=
poſtinſpektor im Reichspoſtamt, Ehrhard Berlin. Beſitzer und Leiter des „Schwäbiſchen Merkur”
Dr. Carl Elben, Stuttgart. Prof. Dr. Paul Förster, Friedenau. Geh. Bergrat Prof. Franke, Berlin.
Freifrau Erna von Galliera-Swiderska, Friedenau. Wirkl. Staatsrat Freiherr v. Gemmingen, Stuttgart.
Wirklicher Geheimer Rat Giesecke, Berlin. Chefredakteur der „Leipziger Neueſten Nachrichten”
Dr. J. Grautoff, Leipzig. Pfarrer Dr. Greeven, Seibensbach. General der Infanterie z. D. v. Haberling,
Blankenburg a. H. Landgerichts=Direktor Dr. Hahn, Kiel. Ottilie v. Hansemann, Berlin. Agnes Harder,
Wilmersdorf. Rat Dr. hartmann, Hamburg. Dr. hartmeyer, Hamburg. Fabrikbeſitzer Dr. jur. Joh.
heckmann, Breslau. Miniſterial=Direktor a. D., Chefredakteur der „Kreuzzeitung‟ Dr. J. Hermes,
Berlin. Rudolf Herzog, Obere Burg z. Rheinbreitbach. Rudolf Hertzog, Berlin. Profeſſor Dr. Hoefer,
Göttingen. Dr. hopf, Dresden. Profeſſor Dr. höniger, Berlin. Lehrer E. holtz, Charlottenburg.
Kreisſchulinſpektor Hättemann, Jutroſchin. Prof. Dr. Jgentzsch, Berlin. Superintendent Rlingemann,
Eſſen. Oberregierungsrat Rittergutsbeſitzer Dr. v. Körber, Schlachtenſee. Landgerichtsrat Rrause,
Altenburg. General der Kavallerie z. D. v. Langenbeck, Wiesbaden. Profeſſor Paul Langhaus,
Gotha. Generalleutnant z. D. v. Leszel, Koburg. Geheimer Regierungsrat Landrat Dr.
Limbourg, Krefeld. Generalmajor z. D. v. Löbell, Berlin. Juſtizrat Dr. W. Lswenkeld,
Berlin. Profeſſor Dr. Friedrich meinecke, Freiburg i. B. Kommerzienrat Meuck, Altona.
Generalleutnant z. D. Mootz, Darmſtadt. Staatsrat v. Mosthaak, Stuttgart. Dr. jur. Freiherr
Börries von münchhausen, Sahlis bei Kohren. Geheimer Regierungsrat Mertens, Bromberg.
Senator Dr. Neumann, Lübeck. Oberkonſiſtorialrat Dr. Nieders, Königsberg i. Pr. Profeſſor
P. Nouvel, Bernburg. Landgerichtsrat Otto v. Pfister, Darmſtadt. Klempnermeiſter h. Plate,
M. d. H., Hannover. Herausgeber der „Poſt‟ Dr. h. Pohl, Berlin. Prof. Dr. Georg Friedrich
Preuss, Breslau. Kaiſ. Geſandter a. D. Raschdau, Berlin. Profeſſor Dr. Ernst Regel, Halle.
Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde, Darmſtadt. Otto Fürst zu Salm, Schloß Varlar. Profeſſor Heinrich
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Braunſchweig. Admiral à la suite des Seeoffizierskorps Thomsen, Kiel. Oberpräſidialrat
Geheimrat Chon, Poſen. Geheimrat Vorster, M. d. A., Köln. Wirkl. Geh. Rat Profeſſor
Dr. Ad. Wagner, Berlin. Profeſſor Dr. Walter, Gießen. Verlagsbuchhändler Theodor Weieher,
Leipzig. Rittergutsbeſitzer Wendorkk=Raulin, Pyritz. Oberbürgermeiſter Dr. jur. Wilms, Poſen.
Profeſſor Dr. Ludwig Wilzer, Heidelberg. Profeſſor Dr. Roman Wörner, München. Profeſſor
Dr. Heinrich Ernst Ziegler, Stuttgart.
Der „Deutſche Wehrverein” betrachtet es zu Zeiten als ſeine erſte Aufgabe, die Regierung
zu unterſtützen, um die öffentliche Meinung im Zuſammenhange mit der kommenden Wehrvorlage
über deren dringende Notwendigkeit aufzuklären.
Er will ferner der Ueberzeugung Raum ſchaffen, daß Wehrfragen mit Parteipolitik
nichts zu tun haben, wie das in anderen Ländern als ſelbſtverſtändlich gilt. Dieſes Beſtreben
iſt auch bei Zuſammenſetzung des Ausſchuſſes des „Deutſchen Wehrvereins” zum Ausdruck gelangt.
Das ſind im großen und ganzen die ſpringenden Punkte, die im Intereſſe des Heeres und
damit des Vaterlandes es als notwendig erſcheinen ließen, einen „Deutſchen Wehrverein” zu
gründen, der völlig unabhängig ſein und bleiben ſoll nach jeder Richtung. Er will
alle Kreiſe und Schichten unſeres Volkes ohne Unterſchied der Partei und der Konfeſſion umfaſſen.
Der „Deutſche Wehrverein” kann aber ſeine großen Aufgaben nur erfüllen, ſeine Ziele nur
erreichen, wenn ſeine Mitglieder ſich mit dem Schwunge, dem Eifer und der Selbſtverleugnung
erfüllen, die notwendig ſind, um die Volksgenoſſen aufzurütteln, zu mahnen, zu warnen, und ſo dem
„Deutſchen Wehrverein” eine machtvolle, öffentliche Wirkung zu ſichern, dem Vaterlande zum Schutz
und den Feinden zum Trutz!
Beitrittserklärungen und Anfragen ſind vorläufig zu richten nach der Geſchäftsſtelle,
Berlin W. 62, Kleiſtſtraße 3.‟)
Berlin, im Februar 1912.
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Unseren geehrten Geschäftsfreunden und Kundschaft zur gefl. Kenntnisnahme, dass wir unser seit 26 Jahren
bestehendes Geschäft mit heutigem Tage nach
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verlegt haben. Wir bitten, uns das seither geschenkte Vertrauen auch fernerhin entgegenzubringen, und werden wir
bestrebt sein, unsere werte Kundschaft auch weiterhin prompt, gut und billig zu bedienen.
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40
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H. Frankfurt a. M., 9. März. (B
ör=
ſen wochenbericht.) Der letzte Montag
ge=
ſtaltete ſich nach längerer Zeit zu einem recht
lebhaften Umſatz bei indes matter Stimmung. Die
Befürchtung, daß der engliſche Streik auch ſeinen Einfluß
auf das Ruhrgebiet ausdehnen werde, hat ſich indes nur
zum Teil erfüllt, übte aber einen ſehr verſtimmenden
Ein=
druck auf die Börſen aus. In Berlin ſcheinen die
Angſt=
verkäufe am ſtärkſten geweſen zu ſein, während am hieſigen
Platze größere Aufnahmefähigkeit vorhanden war. Der
Dienstag und die folgenden Tage brachten wieder beſſere
Tendenz, ausgehend von der Newyorker Börſe, woher
ſtei=
gende Kurſe gemeldet wurden; auch London iſt gut
behaup=
tet, weil man dem engliſchen Streik keine lange Dauer
prophezeit; vielmehr eine baldige Beilegung vorausſieht.
Jedenfalls ſind die Werke zu Konzeſſionen an die Arbeiter
bereit und die mäßigen Mehrforderungen dürften in Bälde
bewilligt werden. Bei Wochenſchluß machte ſich wieder eine
ängſtlichere Stimmung gellend auf ſchwächere Pariſer
Kurſe infolge der bisher ungünſtig verlaufenen
ſpaniſch=
franzöſiſchen Verhandlungen, wohl aber auch auf die
Aus=
ſicht längerer Kriegsdauer zwiſchen Italien und der Türkei.
Die Bilanzen der Bank für Handel und Induſtrie (
Darm=
ſtädter Bank), der Deutſchen Bank und der Dresdner Bank,
welche durchweg recht günſtige Ergebniſſe aufweiſen, blieben
unter dem Einfluß der obigen Faktoren faſt unbeachtet.
Der Geldmarkt war im Allgemeinen leichter bei etwas
billigerem Privatdiskonto (4½ Prozent), trotzdem die
Reichsbank wieder erheblich in Anſpruch genommen wurde,
aber hinter den Anſprüchen des Vorjahres zurückgeblieben
iſt. Auf allen Anlage=Rechnungen wurden der Bank
Mittel entzogen und zwar insgeſamt 150 323000 Mark, was
im Verein mit einer Minderung der fremden Gelder um
51132000 Mark eine Verſchlechterung des Standes der
Bank um 200 819000 Mark zur Folge hatte.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, lagen
deutſche Renten ſehr ſtill und fanden die offerierten Werte
nur zu allerdings kleinen Preisermäßigungen Abnehmer.
Günſtige Beachtung fand die Meldung, daß die am 31. März
fälligen 20 Millionen Mark 4prozentiger Reichsſchatz=
An=
weiſungen aus dem Jahre 1908, am 1. April d. J. bar
ein=
gelöſt werden und zwar aus den hierfür bereitgeſtellten
Mitteln. Ausländiſche Staatsfonds ſind zum Teil niedriger,
insbeſondere aber die mexikaniſchen Gattungen, infolge der
innerpolitiſchen Lage. Recht feſt blieben Bulgaren und
Japaner. Transportaktien bekundeten gute Haltung,
be=
ſonders für Schantungbahn, Hamburger Paketfahrt und
Nordd. Lloyd, während Lombarden matter ſchließen.
Ban=
ken ſind auf die veröffentlichten Jahresberichte
verhältnis=
mäßig nur wenig abgeſchwächt. Die Deutſche Effekten= und
Wechſelbank verteilt 6 Prozent gegen 5½ Prozent im
Vor=
jahre. Das Montangebiet war durch die partiellen Streiks
im Ruhrgebiet am Montag ſtark verflaut, doch trat ſpäter
eine Erholung ein. Auch Hohenlohe=Aien waren beſer
(185,25). Man ſpricht davon, daß der Fürſtenkonzern nach
den Unſtimmigkeiten mit der Deutſchen Bank jetzt mit der
Dresdener Bank nähere Fühlung nimmt. Relativ am
beſten hat der Kaſſainduſtriemarkt dieſe Woche
abgeſchnit=
ten, umſomehr dem größeren Angebot auch ſtärkere
Nach=
frage gegenüberſtand. Höher ſchließen Rütgers (191½) auf
das 12prozentige Dividendereſultat. Deutſche Gold= und
Silber=Scheideanſtalt notieren 1041 bei ziemlichen Umſätzen.
Holzverkohlung waren 291, Kleyer 463, Gummi Peter 144,25,
Bergmann 182 und Kunſtſeide feſt 129½. trotz des
aber=
maligen Minderergebniſſes im vorigen Jahre. Matter ſind
Weſteregeln Alkali bis 189,50, Wittener Stahlröhren bis
220, Motorenfabrik Oberurſel bis 138,25, Fahrzeug Eiſenach
bis 123,25, Zuckerfabriken ruhig, Waghäuſel 208,
Fran=
kenthal 379. Bemerkenswert iſt noch die andauernde
Feſtig=
eit am Kupfermarkt, der auch für Kupferaktien weitere
Steigerung brachte. (Amalgamated bis 72½, Rio Tinto
bis 73.) Die Verwaltung des Vereins für chemiſche
In=
duſtrie (Mainz) ſchlägt der am 27. April in Frankfurt am
Main ſtattfindenden Generalverſammlung eine Dividende
von 16 Prozent (wie im Vorjahre) vor.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,50, Braunſchweiger
200,—, Pappenheimer 50 B., Freiburger 70 B., Türkiſche
168½, Genua 190,—, Ungariſche 370,—, Meininger 34,70,
Venediger 42,25, Mailänder 45=Fres.=Loſe 140 (nominell),
Mailänder 10=Francs=Loſe 32,50, Raab=Grazer
An=
rechtsſcheine 38,—, in Reichsmark: Gothaer
Prä=
mie II 117,75, Donau=Regulierung 180,40 P., Madrider
78 B., in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis
1918 unkündbar) 101,40, 3½proz. Reichs 90,70, Zproz. Reichs
81,70, 4proz. Heſſen von 1899 99,90 B., 4proz. Heſſen von
1906 99,60 G., 4proz. Heſſen von 1908/09 100,—, 4proz.
Heſſen (unkündbar bis 1921) 100,40 G., 3½proz. Heſſen 39,20,
3proz. Heſſen 78,70, 4proz. Darmſtädter 99,30 G., 3½proz.
Darmſtädter 90 B., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
18—23) 100,90 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
24—25) 101,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
3—5) B9,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
9—11) 90 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12)
100,90 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14)
101,10 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3)
90,10 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 90 G.,
Darmſtädter Bank 124½, Südd. Eiſenb.=Geſellſch. 123,80 G.,
Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 71 G., Lederwerke
vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 79 G., Schramms Lack=
und Farbenfabriken (Offenbach a. M.) 272 G., Chemiſche
Mühlheim a. M. 77,—, Schantungbahn 134,—, South=
Weſtafrika 153,—, Otavi=Anteile 89¾4, Otavi=Genußſcheine
61½, 4½proz. Ruſſen 100,40 G., 4proz. 1880er Ruſſen 91,—
4proz. 1902er Ruſſen 90,90, 3/oproz. Ruſſen 88,60, 3½proz.
Ruſſen 86,10, 3proz. Ruſſen 80 G., 4proz. unifizierte Türken
91,40, 4proz. Adminiſtrations=Türken 83,90, 4proz. konver.
tierte Türken (1905/11) 81,—, 4proz. Bagdadbahn 84,40,
5proz. Chineſen 99,50, 4½proz. Chineſen 95,60, 5proz.
Chi=
neſen (Tientſin=Pukow) 98,20, 4½proz. Japaner 95,30 G.
4proz. Japaner 90,25, 3proz. Buenos=Aires 72½.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. In der
Leſe=
halle liegen neu auf: „Sozialiſtiſche Monatshefte‟,
„Nord und Süd” Bücherhalle: Neue Zugänge:
Barme=
kow, Was ich in Amerika fand. Cm 126. Bartſch, Wien,
das Grüne. Cd 223. ZBauer, Der ehrbare Kaufmann und
ſein Anſehen. Eh 21. *Bonde, Schiffmannsgarn, Erlebniſſe
aus dem Seemannsleben. b298. *Bonn, Luſtige
Sol=
datengeſchichten. b 292. * Byr, Ein Reiterſchwert. b 147.
SDoehler, Kuckucksgrün und Rabenbrunn. d 146. ZEtzel,
Aus Jurte und Kraal. e108. Fabre, Der Sternhimmel.
Da 46. *Flammarion, Urania. f 161. Fiſcher,
Syſte=
matiſche Anleitung zur Willens= und Charakterbildung.
P 170. Geißler, Der Erlkönig. g 125. Glückſtein, Mannemer
Schbrich un Kinnerboſſe. Ad 937. Goltz, Kriegsgeſchichte
Deutſchlands im 19. Jahrhundert. 1. Teil: Im Zeitalter
Napolcons. Bk 7/1. Grotthuß, Gottſuchers Wanderlieder.
A0 9f. Gurlit, Pege des Heimatſimes. P 196,
Häntz=
ſchel=Clairmont, Die Praxis des modernen
Maſchinen=
baues. Eg 017/1—2. Handbuch der Wirtſchaftskunde
Deutſchlands. Pd 06/1—4. SHartmann, Aus dem
Speſſart. Cd 179. Heine, Der Wegweiſer. H 319.
SHee=
gaard, Im Reiche der Sterne. Da 44. SHedin, Von Pol
zu Pol. C. 234. SHuggenberger, Von den kleinen Leuten.
h 321. Huret, In Deutſchland. IV. Teil: Bayern und
Sachſen. Cd 135/4. Kertz, Allzeit bereit! Erfahrungen
deutſcher Pfadfinder. J 576/2. Klein=Hattingen, Geſchichte
des deutſchen Liberalismus. Fp. 97. Lauff, Klaus
Störte=
becker. Ad 961. Leitner, Das Bankgeſchäft und ſeine
Tech=
nik. Eh 131. 3Lemme, Der Wallſteingraben. I 159. Loti,
Jeruſalem. 192. Marden, Vom frohgemuten Leben. P
161. Marden, Die Wunder des rechten Denkens. P 163.
Meier=Graefe, Der junge Menzel. Kg 80. Müller,
Kriege=
riſches und Friedliches aus den Feldzügen von 1864, 66 und
70. Bk 274. 3Neuburger, Ergötzliches Experimentierbuch. D
191. Neumayr, Auf zum Südpol. C 032. Offner, Das
Gedächtnis. Ph 177. Plaßmann, Himmelskunde. Da 106.
Roſegger, Die beiden Häuſer. Roſegger, Mein Lied. Ad 922.
Salzer, Das luſtige Salzer=Buch. Ad 167. SSchieber,
Aller=
lei Kraut und Unkraut. ſ 384. Schlagintweit, Der
ſpaniſch=
marokkaniſche Krieg 1858 und 60. Bk 289. Schoeler, Rafael.
von Urbino.ſ 562. Schloemp, Lorbeerkranz und
Firle=
fanz. ſ 553. Schloemp, Die Ueberente. ſ 554. SSchomburg,
Auf Schneeſchuhen durchs Sauerland. Cd 225. Schmidt,
Aus unſerem Kriegsleben in Südweſt=Afrika. Ef 191.
Seidl, Kunſt und Kultur. K. 135. STietz, Haidekraut und
Riedgras. t 110. 3Zell, Rieſen der Tierwelt. Dz 202.
— Die mit * bezeichneten Werke ſind auch für die Jugend
geeignet.
Gewinnanszug
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlatterie.
3. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 8. März 1912.
Aut iede genogene Rammer ſind zwet gleich hoße Gewiene
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Rachdnck verhrten)
(öhne Gewchr. u. St.=u. . 3.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 127365
2 Gewinne zu 5000 Mk. 163238
2 Gewinne zu 3000 Mk. 187a47
4 Gewinne zu 1000 Mk. 76862 132556
12 Gewinne zu 500 Mk. 25249 62917 66419 95579
101550 186271
26 Gewinne zu 400 Mk. 18978 24325 29767 60695
69972 76173 82160 109798 114110 121070 156090
168518 170598 173085
70 Gewinne zu 300 Mk. 10480 15466 16532 24818
28965 30853 35888 38317 39352 52301 54996 56281
66746 58779 62550 65357 79226 79646 82782 32787
96586 97278 103379 111677 116901 117870 130206
133476 136851 148233 156911 169011 160483 176216
186042
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 160439
6 Gewinne zu 3000 Mk. 18327 57437 130363
4 Gewinne zu 1000 Mk. 22992 113371
10 Gewinne zu 500 Mk. 145 6073 23267 40407
55319
32 Gewinne zu 400 Mk. 3323 4613 21800 31404
81677 30538 41843 38111 97520 108334 124406
152865 165577 173a33. 180886 189756
80 Gewinne zu 300 Mk. 1880 11618 12116 19078
24513 28382 29205 32139 38683 41424 42846 49898
B5834 74888 75143 77581 82240 84189 85536 90846
102654 107114 107717 109329 110493 117541 119300
127050 130695 139340 139680 f1 43165 143391 157876
165140 168076 170042 178687 180267 185273
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