Abonnemenkspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichs=
tags beſchloß über die Wahl des Abgeordneten Dr.
Becker=Bingen=Alzey Beweiserhebung.
Der Kaiſer hat die Reiſe nach Helgoland aufgegeben
und ſich geſtern nach Kuxhaven begeben.
Die Ankunft Kaiſer Wilhelms in
Schön=
brunn erfolgt am 23. ds. Mts. und die Abreiſe nach
Penedig am Abend desſelben Tages.
Die Wehrvorlagen ſind dem Bundesrat
zuge=
gangen:
Die Demiſſion des ungariſchen Kabinetts
wird als nahe bevorſtehend bezeichnet.
Derfranzöſiſche Kriegsminiſter brachte in der
Kammer den Geſetzentwurf über das
Mili=
tärflugweſen ein, durch den der „fünften Waffe‟
eine ſelbſtändige Organiſation verliehen werden ſollte.
Die Folgen des engliſchen
Bergarbeiter=
ſtreiks machen ſich in den Induſtriebezirken Englands
in empfindlicher Weiſe bemerkbar. Die Zahl anderer
wegen Kohlenmangels feiernden Arbeiter wird auf
270 000 geſchätzt.
Ein Wohnungsgeſetz.
— Bei der Etatsleſung im Reichstage ſpielen
dies=
mal in der Erörterung die ſozialpolitiſchen Aufgahen eine
weſentliche Rolle, denn unmittelbar nach der Wahl möchte
jede Partei zeigen, daß ſie für die weniger bemittelten
Schichten der Nation ein warmes Herz hat. Eine Frage
iſt es, die man diesmal ganz beſonders hervorgehoben
hat und deren baldige Löſung man als eine der
wichtig=
ſten Forderungen auf ſozialem Gebiete vorſchlug. Es
handelt ſich um den Erlaß eines
Wohnungsge=
ſetzes, und auch die Regierung hat in dieſer Hinſicht
nicht nein geſagt, ſie iſt den ſchon früher geäußerten
Wün=
ſchen nachgekommen und an die Ausarbeitung eines
Woh=
nungsgeſetzes herangetreten. Man iſt allerdings damit
noch nicht ganz zuende, weil erſt Erwägungen angeſtellt
werden, ob nicht mit einem Wohnungsgeſetz Maßnahmen
verbunden werden könnten, durch die eine Verbilligung
des Grund und Bodens und damit auch des Baues von
kleineren Wohnungen bewirkt wird. Bisher betätigten
ſich auf dieſem Gebiete in der Hauptſache die
Kommiſſio=
nen, reſp. die ortspolitiſchen Behörden, aber da gerade
die Maßnahmen nicht einheitlich getroffen werden
konn=
ten, haben ſich mancherlei Mißſtände herausgebildet, die
eben das Verlangen nach einer allgemeinen
reichsgeſetz=
lichen Regelung wachgerufen haben.
Bei der Wohnungspolitik handelt es ſich weniger um
die kleineren Städte und das platte Land, als um die
Großſtädte, wo heute infolge der vielfach enorm hohen
Mieten Zuſtände hervorgerufen werden, die den
Forder=
ungen der Hygiene und Sittlichkeit hohnſprechen. Wenn
man bedenkt, daß es dahin gekommen iſt, daß in
man=
chen Großſtädten der kleine Mann gezwüngen iſt, den
vierten Teil, ja ein Drittel ſeines Einkommens für die
Miete zu verwenden, ſo muß man ſagen, daß das ein
un=
haltbarer Zuſtand iſt. Man hat ſich vielfach durch den
Bau von Genoſſenſchaften geholfen, die den minder
Be=
mittelten billige Wohnungen ſicherten, ja es ihnen ſogar
ermöglichten, ſich auf eigner Scholle feſtzuſetzen, und die
Behörden haben dankenswerterweiſe dieſe Beſtrebungen
durch Hergabe von Baugeldern zu mäßigem Zinsſatze
unterſtützt. Freilich kann dem Uebel damit nur zu einem
gewiſſen Teile abgeholfen werden, und es iſt daher an
und für ſich durchaus zu billigen, wenn die Regierung
daran denkt, gleichzeitig mit dem Wohnungsgeſetze
Mög=
lichkeiten zu ſchaffen, um billige Mieten herbeizuführen.
Ob freilich dieſe Verquickung taktiſch richtig ſein wird,
läßt ſich nicht völlig überſehen, ebenſo iſt es klar, daß die
Löſung dieſer ſpeziellen Aufgabe nicht leicht ſein dürfte,
und daß es vor allem dabei ſchwer halten wird, einen
allſeitig befriedigenden Ausweg zu ſchaffen, ohne daß
beſtimmte Intereſſen gar zu ſehr geſchädigt werden.
Viel=
leicht wäre es unter dieſen Umſtänden empfehlenswerter,
wenn man beide Fragen von einander trennt und zunächſt
mit dem eigentlichen Wohnungsgeſetz kommt, um die
Er=
ledigung dieſer wichtigen ſozialpolitiſchen Aufgabe nicht
allzu lange hinauszuſchieben. Man könnte ſpäter immer
noch auch eventuell in Form einer Novelle ſich an die
Lö=
ſung der Frage des billigen Grund und Bodens
heran=
machen, und man darf wohl annehmen, wenn ein
einiger=
maßen befriedigender Ausweg gefunden iſt, daß der
Reichstag nicht verſagen wird.
„Die fünfte Waffe” in Frankreich.
* Der franzöſiſche Kriegsminiſter Millerand hat
in der Kammer einen Geſetzentwurf über die
Militärluftfahrt eingebracht, nach dem der
„fünften Waffe”, wie ſie der Entwurf nennt, eine
ſelb=
ſtändige Organiſation zuerkannt wird. Nach
ei=
ner Einleitung, die die Notwendigkeit der Selbſtändigkeit
der Militärluftfahrt betont, wird die Bildung eines
Luft=
fahrt=Regiments vorgeſchlagen, das nicht nur eine
be=
ſtimmte Anzahl von Kompagnien enthält, ſondern auch
Abteilungen, von denen jede eine Verwaltungseinheit
bildet und deren Zahl durch einen Erlaß feſtgeſetzt wird.
Es iſt die Möglichkeit vorgeſehen, daß verſchiedene ſolcher
Einheiten zu einer Gruppe zuſammengefaßt werden, die
ein Korps bilden werden. In Kriegszeiten würden die
Einheiten oder Teile von Einheiten den mobiliſierten
Heeresteilen zugewieſen. Ferner ſieht der Entwurf
Vor=
teile für die Militärfahrer vor, ſowohl in
finanziel=
ler Beziehung wie für Vergünſtigungen der Witwen und
Waiſen und für beſondere Auszeichnungen. Die
Lenk=
ballone ſollen nach dem Programm von 1910 vermehrt
werden, das 20 lenkbare Luftſchiffe verſchiedener Bauart
vorſah. Die einzigen Einheiten, die von nun an beſtellt
werden, ſind Luftkreuzer des mächtigſten Typs. Der im
Programm von 1910 vorgeſehene Kredit von 20 Mill.
Franken, verteilt auf vier Rechnungsjahre, ſoll bis zum
31. Dezember 1913 um 12 Millionen erhöht werden, von
denen 3 Millionen im laufenden Jahre verausgabt
wer=
den ſollen. Das Militärflugzeug ſoll zwei oder drei
Plätze enthalten, um außer dem Steuermann mindeſten?
einen Beobachter beherbergen zu können. Die Einſitzer
werden nur bei Erkundigungen in beſchränktem Kreis
und auf Punkte, die vorher genau beſtimmt ſind,
ver=
wandt. Die Kriegseinheit für die militäriſchen
Flug=
zeuge iſt das Flugzeuggeſchwader ,das aus acht
Flug=
zeugen beſteht, wovon zwei als Reſerve dienen. Dazu
kommen Kraftwagen für die ſchnelle Besörderung des
Materials. Jedes Geſchwader wird in
Abteilun=
gen von zwei gleichartigen Flugzeugen geteilt. Die
Ge=
ſchwader werden den großen militäriſchen Einheiten der
Verteidigung der feſten Plätze und möglicherweiſe der
Ueberwachung der Küſten zugewieſen. Ueber die
Ver=
wendung des Flugzeuges zur Verbeſſerung des Schießens
der Feldartillerie hofft man nach den Erfahrungen der
Verſuche von 1911 bald in der Lage zu ſein, beſtimmte
Vorſchläge zu machen. Zentren für die Militärluftfahrt
werden hauptſächlich an den Orten eingerichtet, wo
Gele=
genheit iſt, Steuerleute auszubilden.
Die Verwirklichung dieſes Programms für
Flug=
zeuge erfordert für 1912 eine Ausgabe von 22¼ Mill.
Franken, ſodaß alſo 11 Millionen Nachtragkredit
gefor=
dert werden müſſen. Für die folgenden Rechnungsjahre
rechnet man mit einer Ausgabe von je 25 Millionen.
Kriegsminiſter Millerand hielt auf einem Bankett
der militäriſchen Fachpreſſe in Paris eine Rede, in der
er erklärt, daß das von ihm eingebrachte Geſetz über das
Militärflugweſen raſcheſtens verwirklicht werden müſſe
und daß er deshalb, wie in allen Fragen, die die
Vor=
bereitungen zum Kriege beträfen, den Beiſtand der Preſſe
angerufen habe. Er hoffe, daß er dieſe Vorbereitungen
nicht zu verwenden haben werde und da das beſte Mittel
dazu eine gefürchtete und für jede Ereigniſſe bereite
Ar=
mee ſei, rechne er dabei auf die Preſſe und die öffentliche
Meinung, die große Gebieterin.
Der Miniſterpräſident und der Marineminiſter
Del=
caſſé haben ihre große Befriedigung über dieſe Beweiſe
patriotiſcher Opferfreudigkeit kundgegeben. Der
Kreegs=
miniſter hat ſich in demſelben Sinne geäußert und ſich
bereit erklärt, alle Spenden dankbar anzunehmen, ſich
aber das Recht vorbehalten, im Intereſſe der
Landesver=
teidigung die Art der anzukaufenden Apparate ſelbſt zu
beſtimmen. Schon jetzt beträgt der Wert der mit
Zahlen=
angabe bekannt gewordenen Schenkungen, obwohl die
Bewegung erſt ſeit dem 11. Februar eingeſetzt hat, eine
Million. Der begeiſterte Beifall, den die Aufrufe zu
Schenkungen im ganzen Lande gefunden haben, wird, wie
eine vielgeleſene franzöſiſche Zeitung ſchreibt, „den
Deut=
ſchen beweiſen, daß die Mehrheit des Landes nach wie
vor von der Notwendigkeit überzeugt iſt, eine ſtarke
Armee zu beſitzen, wenn auch einige unſerer
Lands=
leute von dem Wahnſinn des Antimilitarismus angeſteckt
ſind. Und es wird ein Ehrentitel des Flugweſens
blei=
ben, den Anlaß zum Beweis dieſer Stimmung der
Gei=
ſter gegeben zu haben.”
Zweifellos haben die Erfolge der Franzoſen auf dem
Gebiete des Flugweſens mächtig zur Belebung des
krie=
geriſchen Geiſtes in Frankreich beigetragen. Man darf
überzeugt ſein, daß jeder Sou im Gedanken an eine
Wie=
dervergeltung der Niederlagen von 1870 gegeben worden
iſt. In der größeren Leiſtungsfähigkeit ihres
Militär=
flugweſens ſehen die Franzoſen eine Bürgſchaft des
Er=
folges in dem künftigen Waffengange mit uns und einen
ſiegnerheißenden Beweis für die Ueberlegenheit der
„franzöſiſchen Raſſe, die ſchneller denke und größere
Ent=
ſchlußfähigkeit beſitze als die deutſche‟. Die
unwiderruf=
liche Sicherung der franzöſiſchen Vorherrſchaft im
Luft=
meer iſt daher unſerem Nachbarvolke zu einer nationalen
Ehrenſache geworden, für die es bereit iſt, die größten
Opfer zu bringen.
Der Suffragettenſkandal in London.
*⁎* Neben dem Rieſenſtreik, der ſeine unheimliche
Gewalt in immer ſtärkerem Maße zur Geltung bringt
und eine ungeheuere Gefahr für das ſoziale und
wirt=
ſchaftliche Leben Großbritanniens bedeutet, ja ſich auch
außerhalb des Inſelreiches empfindlich fühlbar macht,
ſteht England, insbeſondere die Hauptſtadt London,
un=
ter dem Eindrucke der unvernünftigen Handlungen einer
Anzahl von Frauen, der Suffragetten, die zwar ſchon ſeit
einer Reihe von Jahren von ſich reden machen, jedoch in
letzter Zeit es beſonders arg treiben. Da werden Weiber
zu Hyänen! Dieſes Dichterwort paßt auf nichts beſſer
als auf die Londoner Suffragetten, die in Bezug auf
Nichtachtung ihrer weiblichen Würde das ſchlimmſte
lei=
ſten und denn auch ſchon dem Fluche der Lächerlichkeit
verfallen ſind. Beſtrebungen, den Frauen die ſoziale
und politiſche Gleichberechtigung mit den Männern zu
verſchaffen, kann man ſachlich bekämpfen, wenn man auf
einem anderen Standpunkt ſteht, aber man muß ſie achten.
Das aber, was die Londoner Suffragetten zur
Errei=
chung ihrer Ziele leiſten, kann nicht mehr als berechtigt
anerkannt und geachtet werden. Man iſt verſucht, an
dem Verſtande dieſer Frauen zu zweifeln, die ſich
öffent=
lich der ärgſten Vergehen gegen die Ordnung, gegen das
Eigentum und gegen die Geſundheit, ja das Leben ihrer
Mitbürger ſchuldig machen. Der tätlichen Beleidigungen
gegen Miniſter und ſonſtige im ſtaatlichen Dienſte ſtehende
Perſonen iſt kein Ende mehr. Niemand fühlt ſich mehr
ſicher vor dieſen Vertretern des „zarten” Geſchlechts, die
es den größten Rowdies gleichtun und im Laufe der
Zeit ſchon eine Unzahl verbrecheriſcher Taten begangen
haben.
Hatte die große Maſſe des Publikums zuerſt ſeineſt
Ulk an dem Gebaren der Suffragetten gehabt und
die=
ſelben nicht für ganz ernſt gehalten, ſo iſt die Stimmung
ſchließlich umgeſchlagen, und man beginnt dieſe
zügel=
loſen Weiber als eine öffentliche Gefahr anzuſehen.
Em=
pfindlichere Strafen, als ſie bisher von den Londoner
Ge=
richten verhängt worden ſind, wären ſehr wohl am Platze,
damit ein Skandal aufhört, der ein Hohn für ein
Kultur=
reich iſt und nicht länger geduldet werden darf. Die
bri=
tiſche Regierung hat wirklich lange genug Langmut ges
übt, ſie möge nun bald Ernſt machen dieſen Megären
gegenüber.
Von den Londoner Suffragetten, die wegen
Zertrümmerung wertvoller Fenſterſcheiben vor Gericht
kamen, wurde eine große Anzahl zu zwei Monaten
Zuchthaus verurteilt, was unter dem anweſenden
Pu=
blikum lebhafte Befriedigung hervorrief. Bisher wurde
nur auf einfache Gefängnisſtrafe erkannt. Sämtliche
öffentlichen Muſeen und Sammlungen ſind
vorausſicht=
lich bis Ende der Woche geſchloſſen aus Beſorgnis vor
Beſchädigung der Kunſtwerke.
Die Stimmung im Parlamente und Publikum iſt
durch die ſchmachvollen Ausſchreitungen der letzten Tage,
während ſich das Land in einer großen ſozialen Kriſe
befindet, gegen die Suffragettes ſehr erbittert gewor
den, ſodaß, wie der Frankf. Ztg. aus London geſchrieben
wird, die Einführung des Frauenſtimmrechts in irgend
einer Form in dieſer Seſſion keine großen Ausſichten
mehr hat. Selbſt die ſehr ſtimmrechtsfreundliche Daily
News ſagt: „Es läßt ſich unmöglich beſtreiten, daß die
Vorfälle der letzten Tage die Sache des Stimmrechts
vor=
läufig im Parlament zerſtört haben durch die Tollheit
und Narrheit der wenigen, die dieſen kritiſchen Augenblick
gewählt haben, ihre Sache zu verderben.”
Der Premierminiſter beantwortete eine
An=
frage im Unterhauſe, ob ein geſetzliches Vorgehen
gegen die Organiſatoren der Ausſchreitungen, alſo die
Pankhurſtche ſozialpolitiſche Frauen=Union, geplant ſei,
dahin, daß derartiges erwogen werde. Man könnte dieſe
Union dann wenigſtens für den den Privatleuten und
Geſchäftsinhabern zugefügten Schaden haftbar machen.
Deutſches Reich.
— Wahlprüfung für Bingen=Alzey. Die
Wahlprüfungskommiſſion des Reichstags hat am
Diens=
tag mit peinlicher Sorgfalt über die Wahl in Bingen=
Alzey verhandelt, wo bekanntlich der nationalliberale
Wilde Dr. Becker mit 2 Stimmen Mehrheit über den
fortſchrittlichen Pfarrer Korell geſiegt hat. Die
Kommiſ=
ſion hat in Würdigung der fraglichen Proteſte und
Gegen=
proteſte eine Anzahl Stimmen für Dr. Becker, eine
an=
dere Anzahl für Korell gültig oder ungültig erklärt; das
Ergebnis läßt ſich aber noch nicht abſehen. Beſonders
umſtritten ſind zwei unaufgeklärte Stimmen in
Sprend=
lingen. Während der Verhandlung erhielt die
Wahlprü=
fungskommiſſion ein Telegramm aus dieſem Ort, wonach
die zwei Mehrheitsſtimmen, die über die Zahl der
Wahl=
kuverts abgegeben worden ſind, dadurch aufgeklärt ſeien,
daß zwei Wähler mitteilten, ſie hätten doppelte
Stimm=
zettel für Korell abgegeben. In der
Wahlprüfungskom=
miſſion wurde dieſes Telegramm als unerheblich erklärt,
da nach alter Praxis die Wähler niemals nachträglich
über die Abgabe ihrer Stimmen ausgeforſcht werden
dürfen. Das widerſpreche dem Wahlgeheimnis. Die
Entſcheidung über die beiden Sprendlinger Stimmen
wurde ſchließlich nach langer Debatte von der
Kommiſ=
ſion ausgeſetzt. Falls der ganze Wahlakt in Sprendlingen
kaſſiert würde, verlöre Korell 380, Dr. Becker dagegen
nur 160 Stimmen und dadurch würde allerdings der
Sieg Dr. Beckers entſchieden ſein. Die Kommiſſion
ver=
tagte ſich darauf. Bei der Vertagung war das Ergebnis,
daß die Kommiſſion Herrn Dr. Becker 4 Stimmen, Herrn
Pfarrer Korell 3 Stimmen gültig gemacht hatte. Mit
dieſen Beſchlüſſen ſind die zu dieſer Wahl eingegangenen
Proteſte nur zum Teil erledigt.
— Die Wehrvorlagen. Nachdem das
preu=
ßiſche Staatsminiſterium ſich in ſeiner Sitzung am
Mon=
tag mit den beiden Wehrvorlagen beſchäftigt hat, ſind
dieſe nunmehr dem Bundesrat zugegangen. In den
nächſten Tagen werden die Vorlagen halbamtlich
veröf=
fentlicht werden. Die Flottenvorlage bringt das dritte
aktive Geſchwader, das gewonnen wird durch den Verzicht
auf das Reſerve=Flottenflaggſchiff, weiter durch Verzicht
auf die Materialreſerven und ſchließlich durch den
Neu=
bau von drei Linienſchiffen und zwei kleinen Kreuzern.
Die Ausgaben beginnen mit 15 Millionen jährlich und
ſteigen in 5 Jahren auf 43 Millionen. Der Reichskanzler
hat ſich jetzt erſt mit den Finanzminiſtern der Einzelſtaaten
in Verbindung geſetzt, die Deckungsfrage ſchwebt alſo
noch vollſtändig im Dunkeln.
— Die Finanzminiſter der deutſchen
Bundesſtaaten treffen am Samstag in Berlin ein,
um über die Finanzlage des Reiches zu beraten und ſich
über das finanzpolitiſche Programm des Herrn Wermuth
auszuſprechen.
— Die Errichtung einer Penſionskaſſe
für die in der Mil itärverwaltung
beſchäf=
tigten Arbeiter iſt vom Reichstag wiederholt
an=
geregt worden. Dazu wird jetzt mitgeteilt, daß der
Vor=
ſteher der Rechnungsſtelle des Reichsverſicherungsamtes
ein ſehr eingehendes verſicherungstechniſches Gutachten
ausgearbeitet hat, das zu dem Ergebnis gelangt, daß die
Beiträge der Arbeiter ebenſo wie die der
Militärverwal=
tung zu einer ſolchen Kaſſe ſich unverhältnismäßig hoch
ſtellen würden, daß ihre Einrichtung nicht empfohlen
werden kann. Die maßgebenden Stellen verhalten ſich
daher gegenüber der Errichtung einer Penſionskaſſe für
Militärarbeiter ablehnend.
— Die Rheinregulierung. In der Zweiten
badiſchen Kammer teilte der Miniſter des Innern Frhr.
v. Bodman mit, daß die badiſche Regierung mit der
Re=
gierung von Elſaß=Lothringen ins Benehmen getreten
ſei über die Fortführung der Rheinregulierung bis Baſel.
Bezüglich der Schiffbarmachung des Oberrheins bis
Konſtanz habe man ſich mit der Schweiz über die
Bedin=
gungen eines Wettbewerbes zwecks Gewinnung von
Ent=
würfen geeinigt. Es ſchweben zur Zeti noch
Verhandlun=
gen wegen Zuſammenſetzung des Preisgerichts.
— Dementi. Wie das Stuttgarter Neue Tagblatt
vom Luftſchiffbau Zeppelin in Friedrichshafen erfährt,
beruht die Nachricht, die Regierung plane die Gründung
und Unterhaltung einer Reichsanſtalt für Luftſchiffahrt
und Flugtechnik mit dem Sitze in Friedrichshafen und
unter der Leitung des Grafen Zeppelin auf einem Irrtum.
Dem Grafen Zeppelin iſt von einem ſolchen Plane nichts
bekannt und er glaube auch nicht, daß etwas derartiges
nach Friedrichshafen komme.
— Die Zweite ſächſiſche Kammer
verhan=
delte über den Antrag der Fortſchrittlichen Volkspartei
betreffend die alljährliche Einberufung des Landtages.
Staatsminiſter Graf Vitzthum von Eckſtädt erklärte, dieſe
Frage ſei in dieſem Hauſe bereits mehrfach erörtert
wor=
den die ablehnende Haltung der Regierung habe ſich
je=
doch in der Zwiſchenzeit ebenſo wenig geändert wie die
Gründe dafür. Die Regierung halte es für ihre Pflicht,
in Verfaſſungsänderungen nur mit größter Vorſicht und
in dringendſten Fällen vorzugehen. Daß ein ſolcher
drin=
gender Fall hier vorliege, vermöge die Regierung nicht
anzuerkennen. Der Antrag der Fortſchrittlichen
Volks=
partei wurde ſchließlich an eine Geſetzgebüngsdeputation
überwieſen. Die Kammer verhandelte hierauf über den
ſozialdemokratiſchen Antrag, für die Wahlen der Zweiten
Ständekammer das allgemeine, gleiche, geheime und
di=
rekte Wahlrecht für alle über 20 Jahre alte Staatsbürger
unter Anwendung der Verhältniswichl einzuführen,
ſo=
wie die Wahlen am Sonntag vorzunehmen. Als der
Abgeordnete Fleißner dieſen Antrag ſeiner Partei
be=
gründete, verließen ſämtliche Mitglieder der Regierung
den Sitzungsſaal. Nachdem eine eingehende Beſprechung
des Antrages ſtattgefunden hatte, wurde der
ſozialdemo=
kratiſche Antrag bei getrennter Abſtimmung in beiden
Teilen abgelehnt. Darauf wurde die Sitzung geſchloſſen.
— Die Auflöſung des Rudolſtädter
Land tags ließ ſich ſchon einige Tage vorausſehen.
Der Verlauf der Donnerstagſitzung konnte keinen Zweifel
mehr daran laſſen. Das Ende iſt herbeigeführt worden
durch die entſchiedene Haltung der Regierung, die von
ihrer ſchon zweimal durch den Landtag abgelehnten
Wahlrechtsreform nach den Erklärungen vom
Donners=
tag unter keinen Umſtänden abgehen wollte. Da nicht
einmal der Etat vom Landtag auch nur im einzelnen
durchberaten worden iſt, tritt die Beſtimmung des
Grundgeſetzes in Kraft, daß der vorhergehende, zum 1.
April außer Geltung kommende Etat noch für weitere
drei Jahre — eine landesübliche „Finanzperiode‟ — gilt.
Auch Geſetze kann die Regierung „im Falle dringenden
Bedürfniſſes” allein erlaſſen. Dieſe hat aber der folgende
Landtag, für den die Neuwahlen innerhalb drei
Mona=
ten anzuordnen ſind, zu genehmigen. Der Landtag
be=
ſteht aus 16 Abgeordneten „von denen 4 durch die
Höchſt=
beſteuerten und 12 durch allgemeine, direkte und geheime
Wahl auf drei Jahre berufen werden. Von dieſen zwölf
hatten die Sozialdemokraten bei den letzten Wahlen 9
durch=
gebracht.
In der Dienstagsſitzung bedauerte Staatsminiſter
Frhr. von der Recke, daß der Ausſchuß in ſeiner
Mehr=
heit die Vorlage abgelehnt habe. Die Ablehnung bedeute
materiell die Ablehnung des Etats, da mit dieſem
Wahl=
geſetzentwurf die Steuergeſetze verbunden ſeien. Falle
der Entwurf, ſo fallen auch die zur Finanzierung des
Etats nötigen Geſetze und es fehle dann an Mitteln, um
den Etat zu balanzieren. Der Miniſter bezeichnete die
Wahlrechtsänderung als eine Notwendigkeit, von der die
Regierung nicht zurückgehen werde. Er empfehle der
Majorität nochmals dringend, den Entwurf anzunehmen,
denn die Ablehnung würde Folgen haben, die für das
Land von wichtigſter Bedeutung ſeien. Die Regierung
ſei ernſtlich beſtrebt geweſen, mit den Sozialdemokraten
zuſammenzuarbeiten. In der erſten vertraulichen Sitzung,
das müſſe er konſtatieren, ſei die Partei der Regierung
ſo entgegengekommen, daß auf Grund der verſöhnlichen
Stimmung und nachdem auch die Regierung nachgegeben,
gemeinſame Arbeit möglich war. Die Sozialdemokraten
dürften aber nicht alauben, daß die Reaieruna nun alles,
was ihnen nicht paſſe, unter den Tiſch fallen laſſe.
Bei der Abſtimmung erhoben ſich die 9
Sozialdenſo=
kraten und nahmen den Antrag des Geſetzesausſchuſſes
an. Damit war die Regierungsvorlage gefallen. Der
Staatsminiſter Frhr. von der Recke erhob ſich und verlas
das Auflöſungsdekret.
Ausland,
Oeſterreich=Ungarn.
Demiſſion des ungariſchen Kabinetts?
Die Neue Freie Preſſe meldet aus Peſt: Der Miniſterrat
beſchloß, daß der Miniſterpräſident am Donnerstag dem
Kaiſer die Demiſſion des geſamten Kabinetts anbiete,
falls der Kaiſer den Standpunkt der ungariſchen
Regie=
rung in der Wehrreform bezüglich der Einberufung der
Erſatzreſerviſten nicht akzeptiert. Als vermutlicher
Nach=
folger für den Miniſterpräſidenten Graf Khuen=
Heder=
ary werden genannt der augenblickliche Finanzminiſter
Lukacs, ſowie der frühere Miniſterpräſident Weckerle.
Frankreich.
Die marokkaniſchen Verhandlungen.
Miniſterpräſident Poincaré hatte mit dem ſpaniſchen
Bot=
ſchafter Perez Caballero eine längere Unterredung über
die marokkaniſchen Verhandlungen. Nach einer
anſchei=
nend offiziöſen Mitteilung gab Poincaré ſeiner
Ueber=
raſchung über die unnachgiebige Haltung Spaniens
Aus=
druck, die geeignet ſei, den Ausgang der Verhandlungen
zu gefährden. Poincaré habe dabei in herzlichen
Wor=
ten den lebhafteſten Wunſch nach einer baldigen günſtigen
Löſung ausgeſprochen, die für die guten Beziehungen
beider Länder ſo notwendig ſei. — Blättermeldungen
be=
tätigen, daß die franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen
nicht nur keinerlei Fortſchritte machen, daß vielmehr bei
dem Verſuche, eine über einzelne Punkte anſcheinend
er=
zielte Verſtändigung ſchriftlich niederzulegen, neue
Hin=
erniſſe aufgetaucht ſeien. U. a. ſtieß die Frage des
etwaigen Durchmarſches franzöſiſcher Truppen durch
ge=
wiſſe Gebiete der ſpaniſchen Zone auf große
Schwierig=
keiten. Die Liberté meint, man müſſe ſich unter dieſen
Umſtänden fragen ob die ſpaniſche Regierung oder zum
mindeſten die ſo einflußreiche ſpaniſche Militärpartei
England als Kohlenlieferant der Welt.
C Der engliſche Rieſenſtreik, der nun doch
zur furchtbaren Wirklichkeit geworden iſt, lähmt den
Lebensnerv im Organismus des Vereinigten
Königrei=
ches und wird, wenn er andauert, auch den
Haupt=
kohlenkunden Englands, Frankreich, Deutſchland und
Italien, ſchwere Schädigungen zufügen. Denn der
eigentliche Held dieſes gigantiſchen Ringens, die Kohle,
iſt ja das kräfteſpendende Element, dem Britannien ein
gut Teil ſeiner induſtriellen und finanziellen Größe
ver=
dankt. Um die Bedeutung richtig einzuſchätzen, die die
engliſche Kohle auf dem Weltmarkte beſitzt, iſt es nötig,
zuerſt einmal die Kohlenproduktion der
gan=
zen Erde zu betrachten, über die eine vor kurzem
er=
ſchienene Statiſtik des Board of Trade genaue
Aus=
kunft gibt.
An der Spitze der Kohlenlieferanten der Welt ſtehen
die Vereinigten Staaten mit 447840000 Tonnen, die
ſie im Jahr 1910 förderten. Da aber der Kohlenverbrauch
der Vereinigten Staaten im gleichen Jahre 434815000
Tonnen betrug, ſo kann der Staat nicht viel exportieren.
Die Kohlenproduktion des Vereinigten Königreiches
be=
lief ſich 1910 auf 264 430000 Tonnen bei einem
Ver=
brauch von 179960000 Tonnen; die von Deutſchland
ſauf 150370000 bei einem Verbrauch von 130 230000,
die von Frankreich auf 37255000 bei einem Verbrauch
von 54860000, von Belgien auf 23 530000 bei einem
Konſum von 23850000 Tonnen. Die Geſamtproduktion
der Erde an Kohle betrug 1910 1035 Millionen Tonnen.
Dasjenige Land, das am meiſten Kohle pro Kopf
produ=
ziert, iſt das Vereinigte Königreich. Faſt 6 Tonnen
kommen jährlich auf den Kopf, während es in den
Ver=
einigten Staaten nur 5 Tonnen, in Belgien 3½ Tonnen,
in Deutſchland 2½ Tonnen und in Frankreich weniger
als eine Tonne ſind. So ſteht England als
Kohlen=
produzent und Kohlenlieferant an der Spitze. Während
es in anderen Induſtriezweigen, in der Metallurgie, in
der Chemie, in der Elektrizitätsbranche von
Deutſch=
land und den Vereinigten Staaten überflügelt worden
iſt, obwohl dieſe Induſtrien ihre Blüte hauptſächlich
der engliſchen Kohlenproduktion verdankten, ſo beſitzt es
auf dem Kohlenmarkt ſelbſt immer noch die
Oberherr=
ſchaft. Ungeheuer iſt die Produktion angewachſen. Von
40 Millionen Tonnen im Jahre 1850 ſtieg ſie auf 184
Millionen im Jahre 1890 und auf 267 Millionen im
Jahre 1909. Noch großartiger war die Entwickelung
des Kohlenexports. Während dieſer 1870 noch ganz
un=
bedeutend war, betrug er im Jahre 1880 bereits 24300000
Tonnen, 1890 39300000 Tonnen, 1900 59300000
Ton=
nen, 1909 87 700000 Tonnen. Von 13 Prozent im Jahre
1875 hob er ſich zu 32 Prozent im Jahre 1909.
Die engliſchen Kohlenſchiffe durchfahren heute alle
Meere; ſie bringen ihre Ladungen bis nach Auſtralien
und China; die britiſchen Kohlenſtationen, die in allen
Häfen eingerichtet ſind, bilden eine der wichtigſten
Grundlagen für die Seeherrſchaft der Engländer. Ein
ungewöhnlich günſtiges Zuſammentreffen geologiſcher
und geographiſcher Umſtände hat England dieſen
Koh=
lenreichtum beſchert, der ſo viel zu Britanniens Glück
und Britanniens Größe beiträgt. Die Lagerungen ſind
reich, oft von geringer Tiefe, ſehr leicht auszubeuten;
ſie liefern ein Brennmaterial, das im allgemeinen von
hervorragender Güte iſt. Zudem iſt eine große Zahl
der Kohlenlager nahe am Meere gelegen; der
Trans=
port nach den Schiffen läßt ſich ebenſo wie die
Förder=
ung in günſtigſter Form bewerkſtelligen. Das
ertrag=
reichſte der engliſchen Kohlenbecken war 1909 nach den
Statiſtiken des von Grüner und Bousquet
herausgege=
benen „Allgemeinen Atlas des Kohlenbergbaues” das
Becken von Yorkſhire. Die Produktion dieſes
Berg=
werkes betrug 1909 64890000 Tonnen; die Zahl der
An=
geſtellten belief ſich auf 235067, von denen 187285 unter
der Erde arbeiteten. An zweiter Stelle ſteht das Becken
von Newcaſtle mit einer Produktion von 56 130000
Ton=
nen bei einer Angeſtelltenſchar von 200 446, von denen
159376 unter der Erde beſchäftigt waren. Es folgen
an dritter Stelle die Kohlenminen im Süden von Wales
mit 51 170000 Tonnen und 204 984 Arbeitern, dann das
Becken von Schottland mit den Hauptorten Glasgow
und Edinburah, das 40 400000 Tonnen produzierte und
126 979 Arbeiter hatte. An fünfter Stelle ſtehen
Lanca=
ſhire und Cheſire mit den Hauvtorten Liverpool.
Man=
cheſter, Sheffield mit 24 400 000 Tonnen und 103 819
Ar=
beitern. An ſechſter Stelle ſteht das Becken von Mid=
land mit Birmingham mit 25 500 000 Tonnen und 85 529
Arbeitern. Die Zahl der in den Kohlenbergwerken
ange=
ſtellten Arbeiter belief ſich 1909 im ganzen auf 1126372
Perſonen, von denen 835116 unter der Erde arbeiteten.
Der engliſche Minenarbeiter iſt der produktivſte unter
ſeinen europäiſchen Kollegen, obgleich auch ſeine
Leiſt=
ungen durch die Beſchränkung der Arbeitszeit und
an=
dere Umſtände nachgelaſſen haben. 1899 förderte ein
engliſcher Kohlenbergmann 311 Tonnen jährlich, 1908a
nur noch 279 Tonnen. Der Export von Kohlen iſt aus
den Minen von Südwales der größte. Er betrug 1909
25 Millionen Tonnen. Aus dem Becken von
Newcaſtle=
wurden 20 Millionen exrportiert. Die ſchottiſchen
Berg=
werke exportierten 10 Millionen, die von Yorkſhire 6
Millionen. Welches ſind nun die Hauptkunden, denen
England Kohlen liefert? Sein wichtigſter Abnehmer iſt
Frankreich, das 1909 10 400 000 Tonnen engliſche Kohlen
einführte. Der Kohlenverbrauch, den es aus England
deckt, hat ſich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt
und wird immer noch ſteigen, da die eigene
Kohlenpro=
duktion Frankreichs ihr Maximum erreicht hat. Auch
Deutſchland iſt ein guter Kunde Englands, obwohl es
ſelbſt ein ſo großer Kohlenproduzent iſt. Es hat im
Jahre 1909 9700000 Tonnen aus England eingeführt;
dann kommt Italien mit 9080000 Tonnen, Schweden
mit 5860000 Tonnen, Rußland mit 3300000 Tonnen,
Dänemark mit 2800000 Tonnen, Spanien und
Aegyp=
ten mit je 2600 000 Tonnen, Argentinien mit 2 400000
Tonnen uſw.
Diejenigen Staaten, die vor allem berufen ſind,
ein=
zutreten, wenn Englands Kohlenausfuhr wirklich
ver=
ſagt, ſind Deutſchland und die Vereinigten Staaten.
Nach England iſt Deutſchland der größte
Kohlenexpor=
teur; ſeine Kohlenproduktion, die ſich von 1885 bis 1909
verdreifacht hat, ermöglichte 1909 bei einem Import von
11 Millionen Tonnen doch ſchon einen Export von 23
Millionen Tonnen, während die Vereinigten Staaten
trotz ihrer enormen Produktion von faſt 440 Millionen
im Jahre 1910 nur 14 Millionen Tonnen ervortierten.
Auch Belaien, Japan, Auſtralien, Indien beteiligen ſich
im Kohlenexport, aber die größte Zukunft hat nach
Eng=
and auf dem Kohlenmarkte Deutſchland.
ernſtlich den Willen habe, zu einer gerechten Verſtändigung
mit Frankreich zu gelangen.
Schweden.
Der Entwurf des neuen Reichsange
hö=
rigkeitsgeſetzes rief unter den Deutſchen
Schwe=
dens eine große Befriedigung hervor; man wünſcht
allge=
mein, daß der Reichstag dem Geſetz zuſtimmen möge, da
es für die im Auslande lebenden Deutſchen
außerordent=
lich wichtige Verbeſſerungen bringt.
Amerika.
Zur Lage in Mexiko. In Mexiko herrſcht
große Beſorgnis vor einem Einſchreiten Amerikas. Der
Miniſter des Auswärtigen erklärte, die Regierung würde
den Fremden die Erlaubnis, ſich zu bewaffnen,
verwei=
gern, damit ſie nicht die mexikaniſchen Untertanen töteten
Die Fremden würden als Geiſeln im Falle einer
Inter=
vention zurückbehalten werden.
China.
Die auswärtige Anleihe. Die
Verhandlun=
gen über den Abſchluß der auswärtigen Anleihe ſchreiten
fort. Auch ruſſiſche und japaniſche Vertreter nehmen an
den Verhandlungen teil. De Finanzgruppe wird der
Regierung vorausſichtlch noch vor dem endgültigen
Ab=
ſchluß der Anleihe größere Vorſchüſſe leiſten.
* Zur Generalausſperrung im
deut=
ſchen Schneidergewerbe. Die von dem
Allge=
meinen Deutſchen Arbeitgeberverband für das
Schneider=
gewerbe beſchloſſene Generalausſperrung wird, wie
ver=
lautet, in Berlin und 157 größeren Städten zur
Durch=
führung gelangen. Von der Generalausſperrung
wer=
den ungefähr 80—100000 Schneider betroffen. Im
Ge=
genſatz zu den Meldungen aus den Kreiſen der
Arbeitneh=
mer wird vom Arbeitgeberverbande erklärt, daß bisher
nicht ein Mitglied des Verbandes den neuen Tarif
un=
terſchrieben habe. Die Prinzipale, die den Tarif
unter=
ſchrieben hätten, zählen nicht zu den Maßgebenden. Es
wird auch keine der organiſierten Firmen mit dieſem
neuen Tarif einverſtanden ſein können, weil, ſo ſagt der
Arbeitgeberverband, die darin aufgeſtellten Forderungen
unerfüllbar ſind.
* Wien, 5. März. Wie das Fremdenblatt meldet,
wird Kaiſer Wilhelm am 23. März hier eintreffen
und den Tag über in Schönbrunn bleiben, wo mittags
Familiendiner, abends Hoftafel ſtattfindet. Am gleichen
Abend wird der Kaiſer nach Venedig abreiſen.
Voraus=
ſichtlich werden die Prinzeſſin Viktoria Luiſe und Prinz
Auguſt Wilhelm und Gemahlin den Kaiſer. begleiten.
* Bern, 5. März. Nach den neueſten Meldungen
krifft der deutſche Kaiſer am 3. September in der
Schweiz ein. Er wird in den beiden erſten Tagen den
Manövern des 4. Armeekorps beiwohnen und in Zürich
übernachten. Am 5. September wird er in Bern durch
den Bundesrat empfangen. Von Bern aus wird ſich der
Kaiſer nach dem Berner Oberland begeben und am 7
September nach Deutſchland zurückkehren.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. März.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſt v.
Hell=
dorff, Kommandeur des Leibgarde=Infanterie=Regiments
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Major a. D. Schörke, den
Hauptmann a. D. v. Gordon, den Dr. med. Profeſſor
Schott von Bad Nauheim, den Beigeordneten
Rechts=
anwalt Grünewald von Gießen; zum Vortrag den
Staatsminiſter Ewald, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Rudolf Blank aus Haarhauſen, Kreis Alsfeld, eine
Lehrerſtelle an der Höheren Bürgerſchule zu Babenhauſen,
Kreis Dieburg, mit Wirkung vom 1. April 1912 an.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der
Provinz Starkenburg Dr. Auguſt Nagel zum
Land=
gerichtsdirektor bei dieſem Gericht mit Wirkung vom
16. März 1912.
-g. Schwurgericht. Bei Beginn der geſtrigen
Verhand=
lung gab der Vorſitzende zunächſt bekannt, daß die für
Freitag vorgeſehene Verhandlung gegen den Viehwärter
Kaſpar Chriſten wegen des in Lengfeld verübten
Mordverſuches wegen Erkrankung der Betroffenen nicht
ſtattfinden kann. Der am Dienstag wegen Meineids ver=
urteilte Holler hat die ihm zuerkannte Strafe
ange=
nommen und auf weitere Rechtsmittel verzichtet. Es
be=
gann ſodann die Verhandlung gegen den 32jährigen
ver=
heirateten Gärtner Otto Chriſtoph Pfeifer aus Neu=
Iſenburg wegen Verbrechens nach den Paragraphen 173
und 176,2. Der Angeklagte, der ſich zu der fortgeſetzten
Straftat durch Alkoholgenuß verführen ließ, iſt nicht
ge=
ſtändig und waren deshalb zur Beweisaufnahme eine
größere Anzahl Zeugen aufgeboten. Als Sachverſtändige
waren geladen der Geh. Medizinalrat Dr.
Pfannmül=
ler=Offenbach und Kreisaſſiſtenzarzt Dr. Beſt.
Ver=
treter der Anklage war Staatsanwalt Dr. Krug, des
Angeklagten Rechtsanwalt Schwarzſchild. Die
Ver=
handlung fand unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt.
Der Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder
Um=
ſtände zu 4 Jahren Gefängnis, abzüglich 1 Monat
der Unterſuchungshaft, verureilt.
g. Strafkammer. Wegen Außerachtlaſſung der ihm
obliegenden Pflichten, wodurch er den von ihm geführten
Eiſenbahntransport in Gefahr brachte und der durch die
gleiche Handlung verurſachſen Körperverletzung zweier
Perſonen hatte ſich geſtern vor der Strafkammer der
Lokomotivheizer Valentin Henzel aus Worms zu
ver=
antworten. H. brachte am 21. November nach 17ſtündiger
Ruhepauſe mit dem Aushilfsheizer Theodor Metz einen
Extrazug von Worms nach Frankfurt. Auf der Fahrt
wurde er ſehr durch Regen und die dadurch verurſachte
Schienenglätte in Anſpruch genommen. Die Schienen
lagen voll Laub, weshalb fortwährend Sand geſtreut
werden mußte. Nach zweiſtündigem Aufenthalt ſollte H.
gegen ½2 Uhr morgens mit ſeiner Maſchine als Vorſpann
den 100 Achſen langen Güterzug 8162 nach Worms bringen.
Er mußte dieſen Zug faſt bei jeder Station zum
Anhal=
ten bringen, wodurch der Angeklagte hätte annehmen
müſſen, daß vor ihm her ein Zug fährt. Auch bei der
Station Biblis bei Worms ſtand das Einfahrtſignal auf
Halt. Nachdem der Zug kurze Zeit vor der Station
ge=
halten hatte, wurde freie Fahrt gegeben und der Zug
ab=
gelenkt. Die Ablenkung wird durch drei grüne Lichter
ſig=
naliſiert, während bei freier Durchfahrt nur zwei grüne
Lichter ſtehen. Angeklagter behauptet nun, er hätte nur
zwei Lichter geſehen, weshalb er auch nicht wiſſen wollte,
daß ſein Zug auf ein anderes Gleis übergelenkt worden
iſt. Auch Hilfsheizer Metz gibt mit Beſtimmtheit an, nur
zwei geſehen zu haben, während die Mannſchaft der
zwei=
ten Lokomotive drei geſehen hat. Henzel fuhr alſo in
dem Glauben, Durchfahrt zu haben, weiter, als er
plötz=
lich das Ausfahrtſignal auf Halt ſtehen ſah. Ein Halten
des langen Zuges war nicht mehr möglich, trotzdem er
ſofort Gegendampf gab und die Bremſen zog. Das Gleis,
auf dem Henzels Zug ſtand, war ein totes Gleis, an deſſen
Ende ein Prellbock ſtand. Die Lokomotive überfuhr
die=
ſen und entgleiſte. Die Wagen fuhren teilweiſe
zuſam=
men. Metz konnte ſich noch durch Abſpringen retten,
des=
gleichen Henzel; dieſer erhielt jedoch bei dem Abſprung
eine Wirbelſäulequetſchung, ſodaß er ſeinen Dienſt wohl
nicht wieder wird verſehen können. Der Schaffner Philipp
Strohmenger erlitt ſchwere Verletzungen durch Stöße
in der Magengegend und der Hilfsſchaffner Chriſtoph
Spindler wurde in einem Bremſerhäuschen
feſtge=
klemmt, ſodaß ſeine Befreiung nur durch Zerſtören des
Häuschens erfolgen konnte. Henzel gibt zu ſeiner
Ent=
ſchuldigung an, er hätte das Ausfahrtsſignal zu ſpät
ſehen können, da er durch den orkanartigen Sturm und
den Regen thränende Augen gehabt habe. Das Signal
war auch von einer davorſtehenden
Petroleumglühlicht=
lampe überſtrahlt. Bei dem Exiſtieren eines Vorſignals
wäre das Ueberſehen nicht möglich geweſen. Das
Schluß=
zeichen von dem auf dem anderen Gleis ſtehenden
Eil=
güterzug konnte er bei dem Wetter auch nicht
wahrneh=
men; daß ſein Zug abgelenkt war, hätte er nicht bemerkt.
Das Gericht trug den obwaltenden ſchwierigen
Verhält=
niſſen Rechnung, erkannte vor allem an, daß das Unglück
durch nicht genügende Betriebseinrichtungen verurſacht
ſei und ſprach den Angeklagten frei.
s. Genoſſenſchaftsrecht. Für die Mitgliedſchaft
einer Genoſſenſchaft und die daraus erwachſende Haftung
erſcheint der Eintrag in das Genoſſenſchafterverzeichnis
maßgebend. Entſpricht der Beitrittserklärung des
Mit=
glieds deſſen Willen, ſo iſt eine nachträgliche Anfechtung
wegen angeblicher Täuſchung, Argliſt der damaligen
Genoſſenſchaftsvertreter ausgeſchloſſen. Dieſe durch
Ent=
ſcheidung der vereinigten Zivilſenate des Reichsgerichts
im Jahre 1904 feſtgelegte Auffaſſung kam jetzt in einem
Urteil des hieſigen Landgerichts erneut zum Ausdruck
und verdient ihrer prinzipiellen Tragweite wegen
all=
gemeine Leachtung: Die dadurch koſtenfällig abgewieſene
gegen die Spar= und Darlehenskaſſe Nieder
Modau gerichtete Klage iſt von einem dortigen Mit= erhoben und bezweckt gerichtliche Feſtſtellung, daß
die Mitgliedſchaft des Klägers, weil ſein Beitritt durch
falſche Vorſpiegelungen veranlaßt worden, alſo in
ent=
ſchuldbarem Irrtum ſei, nicht zu Recht beſtehe. Für
fragliche Rechtſprechung iſt im weſentlichen die Erwägung
maßgebend, daß die Mitgliedſchaft nicht nur gegenüber
der Genoſſenſchaft verpflichtet, ſondern auch Rechte
Dritter (Einleger und ſonſtiger Gläubiger der
Genoſſen=
ſchaft) begründet und dieſe unteilbare Grundlage nicht
durch früheres argliſtiges Verſchulden der Genoſſen, bezw
ihrer Vertreter erſchüttert werden kann. Die fragliche
Rechtſprechung iſt der ſchon ſeit langem für
Aktien=
geſellſchaften beſtehenden gleich.
H. B. Von der Nieder=Modauer Bankkriſe. Der
Zuſammenbruch der Spar= und der Darlehnskaſſe in
Nieder=Modau hat ein neues Opfer gefordert,
indem als dritter der 50 Jahre alte Privatmann Moſes
Iſaak von hier verhaftet wurde, weil er Wechſel auf
die Kaſſe gefälſcht haben ſoll.
— Techuiſche Hochſchule. Der Diplom=Ingenieur
Karl Kuhlmann aus Detmold hat ſich am 5. d. Mts.
an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der mündlichen
Doktor=Ingenieur=Prüfung im elektrotechniſchen Fache
unterzogen und mit „Auszeichnung” beſtanden.
* Landes=Baugewerkſchule Darmſtadt. Das
Winterſemeſter der Großh. Landes=
Baugewerk=
ſchule wurde am 2. März geſchloſſen. Der Direktor,
Profeſſor Wienkoop lenkte in einer Anſprache in
der Aula die Gedanken der Schüler, namentlich die der
Abiturienten, auf die ernſten Zeitverhältniſſe hin, die ſich
insbeſondere in einem außergewöhnlich ſtark
ausge=
prägten Exiſtenzkampfe charakteriſieren. Nur dem
wirk=
lich tüchtigen Manne könne es heute gelingen, ſich zu
behaupten und ſich im ſozialen Leben eine befriedigende
Stellung zu erringen. Dazu gehört einerſeits eine
tüchtige Fachausbildung, hierfür werde ſeitens der Schule
das Möglichſte geboten, es gehöre aber auch dazu, daß
außer dem pflichtgemäßen Aufnehmen des Schulpenſums
noch eine weitere Anzahl ſehr wichtiger Geſichtspunkte
eine beſondere Beachtung erhalten. Dazu gehört in
erſter Linie eine verſtändige Körperpflege durch ſportliche
Betätigung in gebotenen Grenzen, die den jungen Mann
in den Stand ſetzt, den an ihn herantretenden
Anfor=
derungen in körperlicher Beziehung gerecht zu werden.
Es gehöre ferner dazu, daß jeder, der die Schule verläßt
und infolge ſeiner erworbenen Kenntniſſe in die Lage
kommt, in ſozialer Hinſicht eine erhöhte Lebensführung
zu erringen, ſich bewußt wird, daß ihm durch die damit
verbundenen Annehmlichkeiten auch ernſte Pflichten
gegen ſich und ſeine Mitmenſchen erwachſen. Lebhaften
Anklang hat der Gedanke des Bundes „Jung=
Deutſch=
land” gefunden und werden die ſchon im letzten Semeſter
begonnenen Uebungen, größere Märſche mit Anleitung
im Entfernungsſchätzen, Meldedienſt uſw. fortgeſetzt
werden. Zum Schluſſe des Feſtaltes gaben die Schüler,
die an den Uebungen in der Inſtrumentalmuſik
teil=
genommen hatten, einige treffliche Proben ihres Könnens,
welche dem Leiter, Herrn Hofmuſiker Manecke, zur
größten Ehre gereichten und großen Beifall fanden.
Mit dem Abſingen des Liedes „O Deutſchland hoch in
Ehren” hatte die Feier alsdann ihr Ende gefunden.
* Vortrag. „Talſperren und ihre
Bedeu=
tung für Kultur und Menſchheit”, ein
Lichtbil=
dervortrag vom Verein für Verbreitung von
Volksbild=
ung, gehalten von Herrn Dipl.=Ing. Fritz Dunkler aus
Frankenhauſen am Kyffhäuſer. Nicht zahlreich werden
diejenigen Bewohner Darmſtadts ſein, die auf einer
Ge=
birgswanderung ruhig den Anblick einer Talſperre
genießen konnten. Wer aber einmal Gelegenheit hatte,
ſich beiſpielsweiſe die herrliche Urft=Talſperre in der Eifel
anzuſehen, wer ſtaunend vor der gigantiſchen
Abſperr=
mauer ſtand und die auch landſchaftlich ſo hervorragend
ſchönen Eindrücke auf ſich wirken ließ, welche der
maje=
ſtätiſch zu Füßen der grünen Berghänge ausgebreitete
Stauſee bietet, dem mag ſich der Gedanke aufdrängen, daß
hier ein Wunderwerk der Technik geſchaffen wurde, das
an Großartigkeit kaum noch zu übertreffen iſt. Und doch
ſind bereits zwei noch weit impoſantere Talſperren im
Bau, eine derſelben iſt die Eder=Talſperre im heſſiſchen
Bergland, die noch fünfmal ſo groß ſein wird als die
mächtige Eifelſperre. Deshalb dürfte es in unſerer Zeit,
wo ſo vieler Augen auf ſolche techniſchen Rieſenwerke
ge=
richtet ſind, von beſonderem Intereſſe ſein, näheres über
den Zweck, den Bau, den Betrieb dieſer
Tal=
ſperren zu erfahren. Wer ſich zum Beſuch des für
näch=
ſten Freitag abend im Kaiſerſaal gebotenen Vortrags
entſchließen kann, wird reiche Befriedigung finden; er
wird in Herrn Dipl.=Ing. Dunkler einem Redner
be=
gegnen, der über eine ſehr gute Ausſprache und ein ſchönes
Organ verfügt, der es verſteht, allgemein verſtändlich
nd in ſchöner, freier Form ſeinen Vortrag zu Gehör zu
bringen. Die zur Erläuterung vorbereitenden
Lichtbil=
der zeichnen ſich durch beſondere Farbenſchönheit aus
und gehören zum Beſten, was hierin der Fortſchritt bis=
Vorträge.
Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung. Als Schluß der dem Orient gewidmeten
Vortragsreihe behandelte am Dienstag Abend Herr
Re=
dakteur Jäckh=Heilbronn in dem Thema „Der
deutſch=
engliſche Kampf in der Türkei” Fragen von
höchſter wirtſchaftlicher und politiſcher Bedeutung für
unſer Vaterland. Auf gründlichem Studium und
perſön=
licher Kenntnis des europäiſchen und kleinaſiatiſchen
Os=
manenreichs beruhend, wirkten ſeine Ausführungen auch
ganz beſonders durch Friſche, Klarheit und
Folgerichtig=
keit, während ſie gleichzeitig eine gerade in der ſo
politiſch=
peſſimiſtiſchen Jetztzeit doppelt erfreuliche Perſpektive
er=
öffneten. Wie er in dem durch Lichtbilder unterſtützten
anderthalbſtündigen Vortrag darlegte, vollzieht ſich dort
im Oſten ſeit Jahrzehnten zwiſchen Deutſchland und
Eng=
land ein ſtilles, zähes und heißes Ringen mit wechſelndem
Erfolg, und es iſt hierfür bezeichnend, daß gerade in
Kon=
ſſtantinopel einer unſerer tüchtigſten Diplomaten, der aus
früheren Kanzlerzeiten ſtammende Herr v. Marſchall, den
Botſchafterpoſten inne hat. Dieſer Kampf gilt der
Tür=
kei, und die Ziele beider Rivalen ſind entgegengeſetzter
Art: das unſerige eine wiedergeborene, ſtarke und
leiſtungs=
fähige Türkei, dasjenige Englands ein in früherer
Ohn=
macht und engliſchen Intereſſen direkt dienſtbar gemachtes
Reich. Die engliſche Staatskunſt ſtrebt auf dieſem Weg
ſſeit neunzig Jahren, will ſie doch damit ihre
Machtkreis=
ſphäre um den indiſchen Ozean ſchließen und ſich den
ein=
zigen Abſchnitt, über den hier der weltwirtſchaftliche
ſſchärfſte Konkurrent droht, nach Möglichkeit ſicherr. Uns
aber bedeutet eine ſelbſtändige, deutſchem Handel und
Kapital offene Türkei nicht nur das beſte Abſatzgebiet für
Induſtrieerzeugniſſe und eine reiche, durch Küſtenblockade
nicht verſchließbare Quelle nötiger Rohſtoffe (wie
Baum=
wolle) und Lebensmittel, ſondern auch den günſtigſten
ZZugang nach dem weiteren Oſten.
In richtiger Erfaſſung dieſer Sachlage wendeten ſich
deutſche Politik und deutſcher Unternehmungsgeiſt dem
Plane der Bagdadbahn zu und ſchufen ſeit zwanzig
Jah=
ren trotz aller engliſchen Gegenbemühungen ein Werk,
welches das Rückgrat der geſundenden Türkei zu werden
verſpricht und ſo in hervorragendſtem Maße den
Inter=
eſſen Deutſchlands dient. Bekanntlich ſoll ſich dieſe Bahn
von Konſtantinopel bis Bagdad und zum perſiſchen Meer
erſtrecken, dabei in Aleppo die nach Mekka führende
Hed=
ſchahbahn berühren und ſo die Hauptſtadt mit den fernſten
Teilen des Reichs verbinden. Auf 500 Millionen Mark
ſind die Koſten berechnet und von 100 Millionen iſt
deut=
ſches Kapital mit 40, ſchweizeriſches und franzöſiſches mit
je 30 Millionen beteiligt, während die ganze Ausführung
mit ihrem koloſſalen Materialbedarf in Händen
Deutſch=
lands liegt. Die Türkei leiſtet eine Ertragsgarantie und
der Geſellſchaft iſt außerdem ein Gebietsſtreifen von 30
Kilometer Breite längs der ganzen Strecke zur
Erſchließ=
ung der reichen Mineralſchätze vorbehalten. In
Verbin=
dung damit ſtehen Bewäſſerungsprojekte, durch welche
hunderttauſenden Hektar jetzt verödeten Landes die
frühere Fruchtbarkeit jener uralten Kulturſtätten
wieder=
gegeben wird. Zwar iſt die eingleiſige normalſpurige und
wegen Koſtenerſparnis nur Tags betriebene Bahn bis
jetzt nur zu einem Teil fertiggeſtellt, aber das jungtürkiſche
Regime dürfte ſie in raſcherem Tempo zu fördern
ermög=
lichen, nachdem die ſeit Sultan Abdul Hamids Sturz durch
engliſche Machenſchaften erregte türkiſche Verſtimmung
gegen Deutſchland beſſerer Einſicht zu weichen begonnen
hat und unſere guten Beziehungen zur Türkei auch die
Tripolisannexion des verbündeten Italien vertrugen.
Der deutſche Handel mit der Türkei hat ſich in den
letzten zehn Jahren verfünffacht und neben dem
Kauf=
mann dienen der deutſche Ingenieur, Offizier und ſonſtige
zur Reorganiſation der Türkei dorthin Berufene unſerem
Einfluß und Anſehen. Zur Feſtigung beider vermochte
auch gerade die ſo heftig und vielfach in Deutſchland an=
gegriffene Haltung der Regierung in der leidigen
Marokko=
frage ganz weſentlich beizutragen, weil wir uns dort an
mohammedaniſchem Boden nicht vergriffen und ſo für die
Türkei ſympathiſch von anderen Mächten unterſcheiden.
Vielleicht befeſtigt dies unſere türkiſchen Beziehungen und
gewährleiſtet einmal bei künftiger Entwickelung der
Welt=
politik die volle Stoßkraft mohammedaniſcher Macht zu
unſeren Gunſten.
Der heſſiſche Goethebund nahm am
Diens=
tag die Idee des Volksbildungsvereins auf, ein
bedeut=
ſames Kunſtwerk, das demnächſt im Hoftheater zur erſten
Wiedergabe gelangt, durch den einleitenden Vortrag eines
Fachmannes dem allgemeinen Verſtändnis näher zu
brin=
gen. Profeſſor Dr. Alt, deſſen Einführung zum
Fauſt=
zyklus für Publikum und Bühne ſo ſchöne Erfolge zeitigte,
ſprach über Ibſens Baumeiſter Solneß” der uns
am Freitag bevorſteht. Prof. Dr. Alt ſtellt zunächſt den
Geſellſchaftsdramen der mittleren Epoche, die in ihrer
ſcharfen Wiedergabe wirklicher Menſchen und wirklicher
Zuſtände zu Anklagedramen werden, die Altersdramen des
Dichters gegenüber, in denen das ſtoffliche Intereſſe
zu=
rücktritt und die Schilderung der Wirklichkeit nicht
Selbſt=
zweck iſt, ſondern Mittel zum Zweck, innere ſeeliſche
Vor=
gänge wiederzuſpiegeln. Statt der naiven Hingabe an
die Handlung wird hier ein tiefes Eindringen erfordert,
bei dem die analytiſche Technik Ibſens das Verſtändnis
nicht gerade erleichtert. Der Redner entwarf dann eine
Skizze der Hauptperſonen des Dramas, wie ſie durch Wort
und Tat charakteriſiert ſind, und zeigte, wie viel eigene
Erfahrungen und perſönliche Erlebniſſe Ibſen in dieſen
Stoff verwoben hat, in deſſen Geſtaltung ſich trotz
man=
chen künſtleriſchen Mängeln die gewaltige Perſönlichkeit
des Dichters echt und bezwingend offenbart. — Dem Danl
der Hörer für die ausgezeichnete Vorleſung verlieh
Pro=
feſſor Dr. Nagel beredten Ausdruck.
her gebracht hat. Herr F. Dunkler iſt Redner der „
Ge=
ſellſchaft für Verbreitung von Volksbildung” und erfreut
ſich in zahlreichen Städten des Reiches einer ungeteilten
Anerkennung.
* Verein Deutſcher Studenten Darmſtadt. Am
Montag fand hier im „Fürſtenſaale” ein gemeinſamer
Semeſterſchluß=Kommers der Vereine Deutſcher
Studenten zu Heidelberg, Gießen und Darmſtadt ſtait,
der zahlreiche Alte Herren und die geſamte Aktivitas der
drei Vereine zuſammenführte und einen glänzenden
Verlauf nahm.
Rengiſſance der jüdiſchen Kultur. Auf
Ein=
ladung der zioniſtiſchen Ortsgruppe Darmſtadt ſpricht
über dieſen Gegenſtand Herr Nachum Goldmann
aus Frankfurt heute Donnerstag im Saale des Hotels
Heß. Der Eintritt iſt frei.
— Der Heſſiſche Diakonieverein verbindet mit
ſeiner diesjährigen Hauptverſammlung, die am
11. März im Synodalgebäude, Waldſtraße 40,
ſtatt=
finden wird, einen öffentlichen Vortrag, auf
den wir alle Freunde des Vereins und ſeiner
Be=
ſtrebungen aufmerkſam machen. Herr Profeſſor D.
Schoell, Friedberg, wird ſprechen über: „Aufgabe
und Stellung der Gemeindeſchweſter im Rahmen der
organiſierten Kirchengemeinde‟ Der Vortrag beginnt
um 4¼ Uhr. Bei freiem Eintritt iſt jedermann herzlich
eingeladen.
Bezirksverein Mathildenhöh=Viertel. Die am
27. Februar anberaumt geweſene und verſchobene
Hauptverſammlung findet am Freitag, den
8. März, im „Hanauerhof=Saal” ſtatt. Herr
Rechts=
anwalt Landzettel wird einen Vortrag halten über
den Vertrag der Stadt mit der Süddeutſchen
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft betr. Gründung der „Heſſ. Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft”. Außerdem wird der Jahresbericht
erſtattet und die Neuwahl des Vorſtandes vorgenommen
werden.
* Vertretertag der Vereine „Gabelsberger” Im
Anſchluß an den am Sonntag, den 10. März, im
„Kaiſerſaal” ſtattfindenden 1. Vertre ertag des Main=
Rhein=Verbandes „Gabelsberger” veranſtaltet der
Ver=
gnügungsausſchuß der Kaufmänniſchen
Steno=
graphen=Geſellſchaft „Gabelsberger” eine
Abend=
nnterhaltung mit Tanz, wofür ein reichhaltiges
Programm zuſammengeſtellt iſt.
Vogelsberger Höhenklub. Die für den nächſten
Sonntag vorgeſehene letzte Wanderung mußte auf
den darauffolgenden Sonntag verlegt werden. Näheres
ſ. Anzeige in der heutigen Nummer.
* Der Handelskurſus der Aliceſchule wurde am
5. März d. J. durch eine Abgangsprüfung ab
geſchloſſen, die unter Leitung des Staatskommiſſars,
Herrn Kommerzienrat Frölich, ſtand. Sämtliche
10 Schülerinnen des einjährigen Kurſus konnten als
beſtanden entlaſſen werden.
— Sendungen an Militär=Perſonen auf Truppen=
Uebungsplätzen. Auf Poſtſendungen an Militär=
Per=
ſonen auf Truppen=Uebungsplätzen werden vielfach als
Beſtimmungsort ſowohl der Garniſonsort als auch der
Truppen=Uebungsplatz, alſo zwei Beſtimmungsorte,
an=
gegeben. Dadurch entſtehen bei den Poſtanſtalten
Zweifel über die Leitung der Sendungen, ſowie
Unzu=
träglichkeiten für den Betrieb und die Empfänger.
Namentlich wird auch die Unterbringung der an
Offi=
ziere, Fahnenjunker, Einjährig=Freiwillige uſw.
ge=
richteten Sendungen häufig durch derartige Aufſchriften
erſchwert. Mit Rückſicht auf die aus der Angabe
von zwei Beſtimmuugsorten entſtehenden erheblichen
Weiterungen und Verzögerungen empfiehlt es ſich, auf
Sendungen an Militär=Perſonen auf Truppen=
Uebungs=
plätzen entweder den Garniſonsort oder den Truppen=
Uebungsplatz — am zweckmäßigten den letzteren — als
Beſtimmungsort anzugeben.
D Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende
Pa=
kete auf Beſtellung aus den Wohnungen
abho=
len läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine
Karte oder einen Zettel — am beſten eine
unfran=
kierte Poſtkarte — mit den Worten: „Paket
abzu=
holen bei (Name und Wohnung)” unfrankiert in
den nächſten Briefkaſten zu werfen oder einem Briefträger
mitzugeben und die Sendung wird bei der nächſten
Paketbeſtellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. aus der
Wohnung des Abſenders abgeholt. Das Verfahren iſt
einfach und bequem und beſonders ſolchen Perſonen zu
empfehlen, denen kein Dienſtbote zur Verfügung ſteht.
B. Weiterſtadt, 6. März. Als geſtern abend 3 junge
Leute im Alter von 15 bis 20 Jahren ihre Arbeitsſtelle
(Merckſche Fabrik) verließen, um den Nachhauſeweg
durch die Täubcheshöhle nach Weiterſtadt zu gehen, ſchoß
ein noch ſchulpflichtiger Junge mit einem Revolver
auf einen der drei Leute und verletzte ihn ziemlich
ſchwer. Die Kugel ging dem jungen Manne dicht neben
der rechten Halsſchlagader in den Hals und blieb an der
Wirbelſäule ſtecken; die Kugel mußte geſtern abend auf
operativem Wege entfernt werden. Der Täter wird zur
Anzeige gebracht werden. Lebensgefahr iſt nicht
vor=
handen.
* Erbach i. O., 6. März. In dem am Sonntag hier
veranſtalteten Konzert wirkte Herr Lieſenbein aus
Darmſtadt mit, nicht Lieſenbach, wie es irrtümlich in
dem Bericht hieß.
Lindenfels, 6. März. Seit 1. dieſes Monats
ver=
kehrt auf der Strecke Bensheim-Lindenfels das
Auto an allen Nachmittagen wieder, und zwar
Lin=
enfels ab 4.20 Uhr, zurück Bensheim ab 7.35 Uhr abends.
Bis Ende März wird an Werktagen vormittags der
Pferdebetrieb aufrecht erhalten. Sonntags fährt das
Auto auch vormittags.
Mainz, 6. März. Vor einigen Tagen ſtarb in
Mün=
chen im hohen Alter von 80 Jahren der den älteren
Mainzern noch gut bekannte Herr Heinrich Gerber,
er verdienſtvolle Leiter der Guſtavsburger
Brückenbau=
werke. Der Verſtorbene war der Erbauer unſerer
ſoeben im Umbau begriffenen Eiſenbahnbrücke
zwiſchen Mainz und der Guſtavsburg. Wie die
Deut=
ſche Bauzeitung ſchreibt, wurden die Konſtruktionsteile
dieſer Brücke unter der direkten Leitung Gerbers
aus=
geführt und aus den damals errichteten Hilfswerkſtätten
auf der Guſtavsburg wuchſen dann daſelbſt die
bedeu=
tenden Brückenbauwerkſtätten heran, die es zu einer
roßartigen Entwickelung gebracht haben und heute
einen Weltruf genießen. Der Verſtorbene iſt der
Erfin=
der der ſogenannten „Gerberträger” mit denen unſere
Eiſanbahnbrücke erbaut wurde; durch dieſe
Trägerkon=
ſtruktion hat die Entwickelung des Eiſenbrückenbaues
erſt eine beſondere Bedeutung erlangt.
Mainz, 6. März. Die Maſſenerkrankungen
im Infanterie=Regiment Nr. 88 ſind ſeit heute
völlig zum Stillſtand gekommen, nachdem im
Laufe des geſtrigen Tages die letzten Neuerkrankungen
konſtatiert wurden. Die Geſamtzahl aller infolge der
Fiſchſpeiſe erkrankten Soldaten wird auf etwa 90
ange=
eben. Von dieſen liegen die meiſten im
Militärlaza=
ett. Nur die leichter erkrankten Mannſchaften verblieben
in den Revieren. Ueber den Fall erfährt das M. J.
noch folgendes: Die Fiſche, die per Bahn aus
Geeſte=
münde eintrafen, wurden, wie dies in allen Kaſernen
der Fall iſt, in der Bataillonsküche durch die im Kochen
kundigen Mannſchaften geſotten und vor der
Verab=
reichung an die Mannſchaften der 4 Kompagnien durch
einen Offizier vorſchriftsmäßig beſichtigt und
verſuchs=
weiſe gekoſtet. Dabei fiel auch nicht das geringſte auf.
Als ſich dann am Samstag die erſten Fälle von
Brech=
durchfall, verbunden mit hohem Fieber und leichteren
Lähmungserſcheinungen einſtellten, nahm man ſofort
eine chemiſche Unterſuchung der Fiſchreſte in den
Müll=
fäſſern vor, ohne indes bis jetzt etwas Poſitives zu
fin=
den. In der Nacht von Samstag auf Sonntag traten
die Erkrankungen ſo maſſenhaft auf, daß bald alle
Zim=
mer voller Kranken lagen. Während der Nacht wurden
die Militärärzte der ſämtlichen hieſigen Regimenter zur
Hilfeleiſtung herangezogen, ſo daß bald 17 Aerzte alle
Hände voll mit den Kranken zu tun hatten. Allen
Kran=
ken wurde der Magen ausgepumpt, und die ganze Nacht
hindurch rollten die Krankenwagen von der Kaſerne weg
mit Kranken nach dem Garniſonslazarett. Da aber die
Krankheitserſcheinungen durchweg im Rückgang
begrif=
fen ſind und das Fieber bei allen faſt gänzlich
geſchwun=
den iſt, ſo hofft man, daß die Leute wohl noch bis Ende
dieſer Woche ausnahmslos hergeſtellt ſein dürften.
Worms, 6. März. Ein angeblicher Raubanfall
wurde heute früh 4 Uhr bei der Polizeiwache durch einen
in Hohfeim wohnhaften Fabrikarbeiter gemeldet. Der
Anzeiger hat geſtern mittag auf der hieſigen Städtiſchen
Sparkaſſe 100 Mark Mündelgelder erhoben. Auf dem
Heimwege zwiſchen 8 und 9 Uhr will er jenſeits der
Straßenbrücke von zwei Männern, anſcheinend
Zigeu=
nern, überfallen und niedergeſchlagen worden ſein, ſo
daß er die Beſinnung verloren habe. Als er wieder zu
ſich gekommen ſei, ſeien ihm 80 Mark geſtohlen geweſen.
Die Unterſuchung iſt eingeleitet. — Die Geſchichte macht
einen ſehr myſteriöſen Eindruck, meint die W.
Volks=
zeikung.
Wendelsheim, 5. März. Am Neubau der
Milchzen=
trale ereignete ſich geſtern ein bedauerlicher
Un=
glücksfall. Die Maurer waren damit beſchäftigt,
die Decke zu wölben, wekche auf Eiſenſchienen ruht,
deren Pfeiler aus Backſteinen aufgeführt ſind. Einer
dieſer Pfeilerſtürzte zuſammen und
zerſchmet=
terte dem Maurer Jakob Saß aus Wonsheim ein Bein,
wobei die Knieſcheibe gebrochen wurde. Dem
Schwer=
verletzten leiſtete der gerade hier anweſende Direktor des
Alzeyer Kreiskrankenhauſes, Dr. Weyprecht, die erſte
Hilfe. Unterſuchung iſt eingeleitet. Der Schwerverletzte
wurde in das Kreiskrankenhaus nach Alzey gebracht.
Erbes=Büdeshelm, 6. März. In der hieſigen
Ge=
markung werden zurzeit Bohrverſuche nach gutem
Trinkwaſſer gemacht, um eventuell in den hieſigen
rt eine Waſſerleitung zu führen, über deren
Notwen=
digkeit die Bürger geteilter Anſicht ſind, da die meiſten
in ihren Hofreiten Pumpbrunnen beſitzen. Für die
Vor=
arbeiten ſind 1000 Mark im Gemeindebudget vorgeſehen.
Aspisheim, 4. März. Von einem verheerenden
Schadenfeuer wurde geſtern die Hofreite des
Land=
wirtes Hch. Bretz heimgeſucht. Die Flammen
verbrei=
teten ſich mit ſolch rapider Schnelligkeit über die
Stal=
lungen, daß die darin untergebrachten Rinder nicht mehr
ille gerettet werden konnten. Dreistück Großvieh mußten
wegen der ſehr ſtarken Brandwunden, die ſie
davonge=
tragen, ſofort abgeſchlachtet werden. Die Brandurſache
iſt unbekannt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. März. Die Entwürfe
zum Neubau des königlichen Opernhauſes
auf dem Krollſchen Gelände ſind nach dem
Abgeordneten=
haus befördert worden, wo ſie im großen Feſtſaal ihren
Platz finden. Die Entwürfe von Ihne, Seeling, Littmann
und Grube umfaſſen eine große Anzahl von Grundriſſen,
Profilſkizzen und künſtleriſch ausgeführte Schaubilder
zum Teil unter Glas und Rahmen. Sie ſollen zunächſt
den Abgeordneten und dann vom Mittwoch ab der
wei=
teren Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um ſo der
Kritik Gelegenheit zur Beſprechung zu geben. Die
Ent=
ſcheidung des Kaiſers ſoll im Anſchluß an dieſe Ausſtellung
auf Grund der Berichte der drei beteiligten Miniſterien
gefällt werden. — Von der Berliner Kriminalpolizei iſt
heute der aus Duala gebürtige Neger Meltzen
ver=
haftet worden. Der Neger hatte in ſeiner Heimat eine
Straftat ſich zuſchulden kommen laſſen und war deshalb
vom kaiſerlichen Bezirksgericht in Duala zu zwei
Jah=
ren Kettenhaft verurteilt worden. Er ergriff aber die
Flucht und wandte ſich ſchließlich nach Berlin, wo er bei
der Berliner Kolonial=Bank, A.=G., als Schreiber
Stel=
lung fand. Auf Veranlaſſung des Bezirksgerichts in
Duala erfolgte geſtern ſeine Verhaftung.
6. März. Heute früh gegen 6¼ Uhr erfolgte an der
Kreuzung der Brunnen= und Invalidenſtraße ein
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen einem Omnibus und einem
Straßenbahnwagen. Der Anprall war ſo heftig, daß der
Omnibus, der voll beſetzt war, umſchlug. Dabei
wurden 14 Perſonen verletzt. Von den vier
ſchwe=
rer Verletzten wurden zwei ins Lazarus=Krankenhaus
und zwei nach ihrer Wohnung gebracht. Die Urſache des
Zuſammenſtoßes iſt vermutlich, daß die Bremſe des
Stra=
ßenbahnwagens verſagte, als der Wagen die ſteile
Vete=
ranenſtraße herabfuhr. — Heute früh um 7¼ Uhr wurde
die 57jährige Witwe Erneſtine Schell, geb. Hofmann,
die bei dem Schankwirt Lukas wohnte, in dem
Schank=
lokal am Spittelmarkt von dem 19jährigen Hausdiener
Adolf Pyttlich durch Schläge mit einer Seltersflaſche und
einem ſtumpfen Gegenſtande lebensgefährlich
ver=
letzt und eines Leinwandbeutels mit etwa 120 Mark
In=
halt beraubt. Der Täter iſt geflüchtet.
Homburg, 6. März. .Die Kaiſerin wird am 23.
März zum Kurgebrauch hier eintreffen und von ihrer
Tochter, der Prinzeſſin Viktoria Luiſe, begleitet ſein.
Marburg, 6. März. Die ins Rhöngebirge entſandten
Jäger ſind von ihrer vergeblichen Suche nach den wegen
Mordes verfolgten Zigeunern zurückgekehrt.
Nürnberg, 5. März. Die Beteiligung an dem
8. deutſchen Sängerbundesfeſt in Nürnberg,
27. bis 31. Juli d. Js., wird ſehr ſtark werden. Obgleich
noch mehrere Anmeldungen ausſtehen, insbeſondere aus
der Rheinprovinz, haben ſich bis jetzt von 1700 Vereinen
über 34000 Sänger angemeldet, die 1100 Fahnen
mit=
bringen werden. Die Feſtteilnehmer verteilen ſich auf
folgende Landesteile: Baden 650, Provinz Brandenburg
830. Bremen 330, Hamburg 460. Provinz Hannover 350,
Heſſen 1600. Lübeck 550. Oſt= und Weſtpreußen 750.
Pom=
mern und Poſen 350. Rheinprovinz 160. Königreich
Sach=
ſen 9100, Provinz Sachſen 400, Schleſien 1900, Thüringen
Feuilleton.
C.K. Die verhängnisvolle Prophezeiung. Der
be=
kannte Aſtronom Camille Flammarion, deſſen ſiebzigſter
Geburtstag in dieſen Tagen zu großen Ehrungen des
Ge=
lehrten Anlaß gegeben hat, hat ſich bekanntlich auch viel
mit den ſogen. Geheimwiſſenſchaften beſchäftigt und in
ſeinem großen Werk „Das Unbekannte” eine Menge Fälle
von Telepathie und richtiger Vorherſagung der Zukunft
zuſammengeſtellt. In einem Aufſatz der Revue beſchäftigt
er ſich von neuem mit der Frage: „Können wir die
Zu=
kunft vorauserkennen?” und führt eine Reihe gut
beglau=
bigter Tatſachen dafür an. Der merkwürdigſte dieſer Fälle
ſei hier wiedergegeben; er iſt ſeinerzeit von dem
ausge=
zeichneten Arzt Dr. Liébault in ſeinem Buch „
Théra=
peutique ſuggeſtive” berichtet worden. Zu dem gelehrten
Doktor kam am 7. Januar 1886 um vier Uhr nachmittags,
wie er in ſeinem authentiſchen Tagebuche aufzeichnete,
einer ſeiner Patienten, Mr. de Ch in einem Zuſtand
hochgradiger nervöſe: Erregung. Sechs Jahre vorher
hatte dieſer Herr am 26. Dezember 1879 bei einem
Spa=
ziergang zufällig in einer Straße von Paris ein Schild
geleſen: „Mme. Lenormand, Nekromantin” und war aus
Neugierde eingetreten. Aus ſeiner Hand hatte ihm die
Prophetin folgendes geweisſagt: Sie warden Ihren
Vater in einem Jahre und einem Tage verlieren. Dann
werden Sie bald Soldat werden (er war damals 19 Jahre),
aber Sie werden es nicht lange bleiben. Sie werden
jung heiraten, werden zwei Kinder haben und mit 26
Jahren ſterben.‟ Dieſe überraſchende Vorausſagung, die
Mr. de Ch ſeiner Familie und einigen Freunden
er=
zählte, erſchien ihm zunächſt mehr lächerlich als aufregend.
Aber als ſein Vater am 27. Dezember 1880 nach einer
kur=
zen Krankheit ſtarb, wurde ſein Unglauben erſchüttert, und
als er Soldat geworden war — er blieb es nur ſieben
Monate — als er bald darauf heiratete und dann Vater
von zwei Kindern wurde, da überfiel ihn eine furchtbare
Angſt, und er glaubte, nur noch wenige Tage leben zu
können, als er ſich ſeinem 26. Lebensjahre näherte. In
dieſer Verfaſſung kam er zu Liébault und fragte ihn, ob
es nicht möglich wäre, das Schickſal des frühen Todes
noch von ihm abzuwenden. Der Arzt verſuchte den
Kran=
ken in einen tiefen Schlaf zu verſetzen, um ſo die ſchwarzen
Gedanken zu zerſtreuen. Aber der junge Mann war zu
aufgeregt, ſo daß dieſer Verſuch mißlang. Er war feſt
davon überzeugt, daß er am 4. Februar, ſeinem 26.
Ge=
burtstage, ſterben müſſe, obwohl die Prophetin ihm keinen
beſtimmten Tag vorherverkündigt hatte. Da der Arzt
fürchtete, daß der Kranke durch eine Art Autoſuggeſtion
vielleicht ſelbſt ſeinen Tod herbeiführen könne, überredete
er ihn, einen anderen Propheten, einen Somnambulen, zu
befragen. Nachdem er mit dem Somnambulen in
Bezieh=
ung geſetzt war, waren ſeine erſten Worte: „Wann werde
ich ſterben?‟ Der Schlafende, der die Aufregung des
jungen Mannes ahnte, antwortete nach einigem Zögern:
„Sie werden ſterben . . . Sie werden ſterben . . . in 41
Jahren.‟ Die Wirkung dieſer Worte war erſtaunlich.
Sogleich wurde der Patient heiterer, ſchöpfte neue
Hoff=
nung, und als der 4. Februar vorübergegangen war ohne
ſeinen Tod, da glaubte er ſich gerettet und entſchlug ſich
aller weiteren ſchlimmen Gedanken. „Ich hatte an die
ganze Sache nicht mehr gedacht,” ſchreibt Liébault, „als
ich Anfang Oktober einen Brief erhielt, der mir mitteilte,
daß mein unglücklicher Patient am 30. September 1886
geſtorben war, in ſeinem 27. Jahre, wie es Mme.
Lenor=
mand vorausgeſagt hatte. Und um jeden Zweifel an
die=
ſer Geſchichte auszuſchließen, bewahre ich dieſen Brief auf,
in dem der Tod von zwei einwandfreien Zeugen
beſchei=
nigt iſt.”
sh. Die Tiroler Hütskinder=Auktion. Alljährlich im
Monat März ſpielt ſich hier ein Schauſpiel ab, das in der
Zeit der intenſiven Jugendfürſorge, in der wir uns
gegen=
wärtig befinden, äußerſt ſeltſam anmutet und ſchon viel
abfällige Kritik hervorgerufen hat. Es iſt der Markt
der Tiroler Hütekinder, der auch in dieſem Jahre
wieder unter großem Zuzug hier abgehalten wird.
Die=
ſer Kindermarkt iſt ſeit etwa einem Jahrhundert im
Schwange und dient den Zwecken der ſüddeutſchen
Land=
wirtſchaft, die ſich auf dieſe Weiſe ein billiges und williges
Menſchenmaterial für die leichteren Hantierungen in ihren
Betrieben zu verſchaffen vermag. Im Jahre 1815 begann
in den Tiroler Bergländern eine allgemeine Auswander=
ung von Kindern, die durch die große Not der
Bergbewoh=
ner hervorgerufen war. Die Kinder hofften fern von derk
Heimat zur Unterſtützung ihrer Eltern nicht nur ihr
eigenes Brot, ſondern auch hinreichende Barmittel zu
er=
verben, um die Daheimgebliebenen unterſtützen zu
kön=
nen. So verdingten ſie ſich denn nach Baden,
Württem=
berg und Bayern, und waren ob ihrer beſcheidenen
An=
ſprüche der Landwirtſchaft hochwillkommen. Der Markt
ſelbſt findet in Friedrichshafen im Gaſthof „Zum goldenen
Rad” ſtatt. Am Abend der Abreiſe ins Schwabenland
ver=
ammeln ſich die Kinder vor dem Bahnhof in Landeck in
Tirol, wohin ſie aus ihren Tälern gekommen ſind und von
wo ſie mit der Bahn zum Bodenſee nach Bregenz
beför=
dert werden. Von dort geht es mit einem Extradampfer
nach Friedrichshafen, wo ſie ſchon an der Landungsſtelle
die Dienſtherren erwarten, meiſt in einer ſolchen Menge,
daß ſich die Kinder nur mit Mühe einen Weg
hindurchzu=
bahnen vermögen. Im Gaſthof „Zum goldenen Rad”
geht nun das Verhandeln los und wenn ſich Dienſtherr
und Kind geeinigt haben, ſo ſchließen ſie vor dem
Füh=
rer, der den Zug der Kinder bis hierher geleitet hat, den
Vertrag ab. Die meiſten Kinder finden ſchon in
Fried=
richshafen ihren Dienſtherrn, aber es kommt auch vor, daß
nicht alle ſchon auf dem dortigen Markt untergebracht
werden, und die noch übrig geblieben ſind, reiſen
nachmit=
tags nach Ravensburg, wo ſich dann der Reſt verdingt=
Die Rückreiſe der Kinder erfolgt wieder gemeinſam Ende=
Oktober von Friedrichshafen aus, wohin ſie in der Regel
von den Dienſtherren ſelbſt gebracht werden. Natürlich
befinden ſich dann die Kinder in fröhlichſter Stimmung,
bringen ſie doch einen ſchönen Lohn — zwiſchen 50 und
170 Mark — mit nach Hauſe.
— Die Bergwerkponys im Sonnenlicht. Bei den
vielen dunklen Sorgen und der bitteren Not, die der
Streik der engliſchen Kohlenbergleute mit
ſich bringt, mag auch eines kleinen Lichtblickes gedacht
werden, den dieſer Lohnkampf für arme lebende Weſen
mitbringt: für die Bergwerkponys. Man kennt das
traurige Schickſal dieſer armen, kleinen Pferde, die in die
Schächte hinabgeführt werden, um dort in ſchwerer Arbeit
ihr Leben zu verbringen, im Dunkel, im ewigen Dunkel,
1200, Weſtfalen 700, Württemberg 3900. Hierzu kommen
noch viele Tauſende aus Bayern und der Rheinpfalz. Wie
immer, wird auch Oeſterreich in ſehr großer Anzahl
ver=
treten ſein. Es wurden angemeldet aus Niederöſterreich
1230, Oberöſterreich 400, Oeſterreichiſch=Schleſien 250,
Böh=
men 1400, Mähren 1130, Steiermark 300, Salzburg, Tirol
und Vorarlberg 360 und Siebenbürgen 70. Weiter liegen
noch Anmeldungen von Sängern vor aus Amerika 650,
Rußland 460, Rumänien 180 und Konſtantinopel 15. Die
Feſtſtadt Nürnberg wird bei dem deutſchen Sängerfeſt
eine ſo große Anzahl von Sängern in ihren Mauern
be=
herbergen, wie ſie bisher noch bei keinem Feſte erreicht iſt
Eſſen, 6. März. Der Verſuch eines Diebſtahls
bei Krupp iſt nicht feſtzuſtellen. Es trifft nicht
zu nach den bisherigen Ermittelungen, daß Haunerland,
wie in der Preſſe behauptet wurde, in Eſſen war. Mit
Landesverrat hat die Sache nichts zu tun. Die Kruppſchen
Fabrikgeheimniſſe werden peinlich überwacht. Seit
einigen vor Jahren paſſierten Spionageverſuchen ſind die
Kruppſchen Werke von Verrätern verſchont geblieben. Der
Fall Haunerland iſt bisher in keiner Weiſe beweiskräftig
gegen ſie zu verwenden.
Leipzig, 6. März. Die Polizei verhaftete
einen berüchtigten Hochſtapler und Einbrecher, ſowie
deſſen Geliebte, die unter einem gräflichen Namen in
zahlreichen Fällen Hochſtapeleien und Diebſtähle
ver=
übten. Die Verhafteten wurden als der 25jährige
Hand=
lungsgehilfe Klebba=Berlin und die unverehelichte
Ko=
ritzy rekognosziert.
Fiume, 6. März. Die Schüler des Kroatiſchen
Gymnaſiums in Guſak ſtreiken, weil einige ihrer
Kameraden bei den letzten regierungsfeindlichen
Demon=
ſtrationen verhaftet wurden. Die Gymnaſiaſten bildeten
Spalier, um zu verhindern, daß die Lehrer in die
Klaſſen=
zimmer gelangten. Daraufhin, daß der Direktor an die
Gendarmerie telephonierte, erſchienen 30 Gendarmen,
um nötigenfalls Ruheſtörungen vorzubeugen. Sieben
Gymnaſiaſten wurden, dem Berliner Lokalanzeiger
zu=
folge, wegen Widerſetzlichkeiten verhaftet.
Rom, 5. März.: Wie die Tribuna aus Pompeji
meldet, haben die vor zwei Monaten begonnenen
Aus=
grabungen zur Entdeckung eines neuen
wichtigen Teils in der verſchütteten Stadt
geführt. Man hat auch Inſchriften von großem
hiſto=
riſchen Wert und reiche archäologiſche Schätze gefunden.
Brüſſel, 5. März. Heute nachmittag wurde durch den
König der Belgier eine Internationale
Minia=
turenausſtellung eröffnet. Der König von Sachſen,
der König von Württemberg, der Großherzog von Heſſen
und viele privaten Perſönlichkeiten von Deutſchland haben
aus ihren Sammlungen wertvolle Stücke geſandt. Die
Ausſtellung hat retroſpektiven Charakter.
Brüſſel, 5. März. Im Bahnhof von Tournai
brach Feuer aus. In dem Bahnhofsgebäude befindet
ſich das Zentralbureau des Telephons und der
Tele=
graphen. Dieſes Bureau iſt vollſtändig zerſtört worden,
außerdem ein Teil der Warteſäle.
Lüttich, 6. März. Der Stadtrat Depouhan, ſeine
Schweſter und Nichte wurden in ihrer Wohnung
ermor=
det aufgefunden. In der Nacht waren Einbrecher
in die Wohnung eingedrungen. Der Stadtrat erwachte
durch den Lärm und überraſchte die Einbrecher. Dieſe
ſtürzten ſich auf ihn. Im Verlaufe des entſtehenden
Kampfes wurde Depouhan niedergeſchoſſen. Als die
beiden Frauen auf den Lärm hin in das Zimmer kamen,
ſtürzten ſich die Einbrecher auf ſie und ſchlugen ſie mit
einem Hammer. Nachdem die Einbrecher die Wohnung
ausgeraubt hatten, ergriffen ſie die Flucht.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Richard Wagner=Verein. Dem
Wieder=
erſcheinen Ottilie Metzgers in den Darmſtädter
Kon=
zertſälen ſieht man, wie zu erwarten war, in unſeren
kunſtliebenden Kreiſen mit ganz beſonderem Intereſſe
ent=
gegen. Ueber einen in Breslau veranſtalteten
Lieder=
abend des Ehepaares Lattermann ſchrieb die
Bres=
lauer Zeitung u. a.: „Dem von Frau Ottilie Metzger
und Herrn Theodor Lattermann veranſtalteten
Lieder=
abend war ein außerordentlicher Erfolg beſchieden; er iſt
in ſeiner Art als das Ereignis der Saiſon zu bezeichnen.
Auf keinem anderen Gebiete öffentlicher Reproduktion wie
auf dem des Geſanges wagt ſich die liebe Mittelmäßigkeit
ſo hervor, als ob es von irgend welchem allgemeinen
In=
tereſſe wäre zu erfahren, wie das mit einem
Durchſchnitts=
ſtimmchen begabte Fräulein T ihren Schubert und
Brahms, oder wie der von den gröbſten ſtimmlichen
Un=
arten befreite Herr Y ſeinen Löwe und Wagner ſingt.
Da iſt es denn ein wahres Labſal, wieder einmal zwei
Künſtlern von wahrhaft phänomenaler Stimmbegabung
und gründlicher geſangstechniſcher Durchbildung zu
be=
gegnen, die jederzeit imſtande ſind, ihr künſtleriſches
Wollen in die Tat umzuſetzen. Frau Ottilie Metzger war
dem Breslauer Publikum ſchon bekannt. Diesmal kam
das mächtige und klangſchöne Organ noch mehr zur
Gel=
tung als das erſtemal. Jedes einzelne Lied war
über=
zeugend in Ton, Ausdruck und Gebärde. In Herrn
Theodor Lattermann lernten wir einen Sänger mit
ge=
radezu berauſchenden Stimmitteln kennen. Eine
Vereini=
gung von tiefgründigem Baß und echtem Baritontimbre,
alles in Wohllaut getaucht und mit dem Schmelz
jugend=
lichen Stimmglanzes ausgeſtattet. Man kann ſich nicht
ſatt hören an dieſer Klangfülle von ſiegender Kraft und
einſchmeichelnder Weichheit, an dieſem in jeder Tonlage
ſympathiſchen, warm klingenden Organ. Als ein Sänger,
der nur den Ton ſtrömen zu laſſen braucht, um die Herzen
der Hörer zu gewinnen, erſchien er gleich bei dem Vortrag
ſeines erſten Liedes „An die Muſik” von Schubert, das
ge=
wiß nicht tonſchöner geſungen werden kann.” — Da, um
Ueberfüllung des Saales zu vermeiden, die
Kartenaus=
gabe an Nichtmitglieder eingeſchränkt werden mußte,
emp=
fiehlt es ſich dringend, ſich Eintrittskarten im Vorverkauf
baldigſt zu ſichern.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 6. März. Der Präſident macht
Mit=
teilung von der Wahl des Abg. Trimborn (Zentrum),
der im Saale anweſend iſt und allſeitig von ſeinen
Par=
teifreunden beglückwünſcht wird. — Auf der
Tagesord=
nung ſteht die Fortſetzung der
zweiten Beratung des Etats des Innern
((7. Tag). — Abg. Behrens (Wirtſch. Vgg.): Das
Wort der Thronrede, die Entwickelung ſtehe nicht ſtill,
iſt auch auf unſere Reſolutionen anzuwenden. Ihre
Zahl bedeutet einen Rekord. Geht die Sache ſo weiter.
ſo kann der Bundesrat nicht mit ſeinen Entſchlüſſen
folgen und wir hemmen die ſozialpolitiſchen Fortſchritte.
Die Entwicklung in unſerem Wirtſchaftsleben ſteht nicht
ſtill und daraus ergeben ſich die wirtſchaftlichen Kämpfe.
Ihre (zu den Sozialdemokraten) Reſolutionen und
Initiativanträge ſind nichts weiter als kleine
Abſchlags=
zahlungen, die Sie von der beſtehenden Geſetzgebung
verlangen, ſo daß der Abg. Wurm kein Recht hat, die
bisherigen Erfolge der Sozialpolitik verächtlich als
Ab=
ſchlagszahlung zu bezeichnen. Infolge der Steigerung
der Konjunktur läßt die Arbeitsloſigkeit nach (Zuruf bei
den Sozialdemokraten), nicht in allen Induſtrien, aber
in den meiſten, wie die Statiſtik beweiſt. Auch die Löhne
ſind entſprechend, wenn nicht ſogar in noch höherem
Maße, geſtiegen. Wenn das Kohlenſyndikat in die
Brüche gegangen wäre, ſo hätten wir einen furchtbaren
Konkurrenzkampf im Kohlenrevier gehabt, der viel
Un=
gemach über die Arbeiter gebracht hätte. Wenn wir
auch große ſozialpolitiſche Ziele verfolgen, ſo iſt doch
auch die Kleinarbeit nicht zu verſäumen, die für viele
Gewerbetreibende von größter Bedeutung iſt. Bei
Aus=
legung der Verſicherungsordnung ſollte der Fiskus in
der Saargrubenverwaltung nicht kleinlich handeln. Der
Reſolution auf erhöhten Arbeitswilligenſchutz kann ich
nicht beitreten, da ſie nicht durchführbar iſt. Die
Reſo=
lution iſt aber inſofern ſelbſtverſtändlich, als der Unmut
der Bevölkerung über den ſozialdemokratiſchen
Terro=
rismus immer mehr wächſt. Wir bedauern, daß uns
die verbündeten Regierungen einen
Arbeitskammer=
geſetzentwurf immer noch nicht vorgelegt haben. Es muß
für das ganze Reich eine Stelle vorhanden ſein, die zur
Vorbeugung und Beilegung von Streiks berufen iſt, ein
Reichseinigungsamt. Von der ſozialdemokratiſchen
Preſſe iſt die Haltung der chriſtlichen Gewerkſchaften in
der Bergarbeiterbewegung falſch dargeſtellt worden.
Es handelt ſich dabei um eine nationale wirtſchaftliche
Bewegung und um das Beſtreben, den engliſchen
Ar=
beitern den wirtſchaftlichen Kampf nicht unnötig zu
er=
ſchweren. Wir verlangen paritätiſche Arbeitsnachweiſe
ſowie Tarifverträge; möge die Regierung unter
Berück=
fichtigung der Arbeiterwünſche, beſonders in letzterem
Punkte, in den Bergarbeiterrevieren mehr Folge geben
als bisher. (Beifall rechts.)
Abg. v. Oertzen (Reichspartei): Der Mittelſtand
iſt eine der bedeutendſten Säulen unſeres
wirtſchaft=
lichen Lebens, ſowohl auf dem Lande, wie in der Stadt.
Ueber die Zulaſſung der Wanderlager herrſcht in den
Kreiſen der Kaufleute und der Handwerker große
Erbit=
terung, und ich bitte daher um baldige Einbringung
eines Geſetzentwurfes, durch den Remedur geſchaffen
wird. Wenn durch die Konſumvereine auch manches
Gute geſchaffen wird, ſo entſteht doch durch ſie auch viel
Schaden. Auch in dieſer Frage muß im Interſſe des
Mittelſtandes Wandel geſchaffen werden. (Bravo!
rechts.) — Abg. Giebel (Soz.): Ueber den
Sympathie=
ſtreik der deutſchen Bergarbeiter hat der Abgeordnete
Behrens ſonderbare Anſichten entwickelt, ebenſo über die
Bereitwilligkeit der Zechenbeſitzer, höhere Löhne zu
be=
zahlen. Dr. Oertel wollte zwar keine Ausnahmegeſetze
und keine Beſchränkung des Koalitionsrechtes.
Tatſäch=
lich klangen aus ſeiner Rede die verſchiedenſten
pro=
grammatiſchem Erklärungen des Herrn von Heydebrand
hervor. Das Tempo in unſerer Sozialpolitik kann uns
nicht befriedigen. Durchaus unzutreffend iſt die
Erklä=
rung des Staatsſekretärs, für die Privatbeamten ſei
ſchon genug geſchehen. Eine Regelung des
Privatbeam=
tenrechts muß erfolgen in der Weiſe, daß zunächſt in der
Bewerbeordnung für die techniſchen Angeſtellten in
In=
duſtrie, Landwirtſchaft und im Staats= und
Gemeinde=
betriebe, ſoweit ſie hier auf Privatdienſtvertrag
einge=
ſſtellt ſind: ferner für die Bureauangeſtellten in
land=
wirtſchaftlichen und gewerblichen Betrieben und in
ſon=
ſtigen Unternehmungen und Verwaltungen gleiche oder
ähnliche Vorſchriften vorgeſchrieben werden, wie ſie für
die Handlungsgehilfen gelten. Die Erhebungen über die
Streikvergehen haben gezeigt, daß Fälle von
Terroris=
mus ſeitens der Arbeiter kaum in Betracht kommen,
da=
gegen iſt der Terrorismus des Unternehmertums
ſtän=
dig im Wachſen. Wir wollen durch dieſe ſozialpolitiſche
Debatte erreichen, daß die Regierung die Notwendigkeit
einſieht, ein ſchnelleres Tempo in der ſozialen
Geſetz=
gebung einzuſchlagen. Was von der Sozialdemokratie
geſchehen kann, ſie vorwärts zu treiben, ſoll in
intenſiv=
ſter Weiſe geſchehen. (Beifall bei den Sozialdemokraten).
Abg. Giesberts (Zentrum): Bei einer
vernünfti=
gen Fortſetzung der ſozialen Geſetzgebung wird die
Sozialdemokratie bei uns auf keine Schwierigkeiten
ſtoßen. Wollen wir zu geſunden Verhältniſſen in der
Berginduſtrie kommen, ſo muß die Regierung den
Wün=
ſchen der Bergarbeiter Rechnung tragen und die
Unter=
nehmerſchaft den Arbeitern gegenüber eine andere
Hal=
tung als bisher einnehmen. Man muß Mittel und Wege
ſuchen, dieſes Ziel zu erreichen, wollen wir eine ſchwere
Schädigung unſeres wirtſchaftlichen Lebens vermeiden.
Milliarden von nationalem Werte ſtehen auf dem Spiel.
Die Mehrheit der Bergarbeiter verlangt die Feſtſetzung
eines Mindeſtlohnes. Kohlen zur jetzigen Zeit nach
England zu exportieren, würde ſchwere Folgen für
unſere inneren Verhältniſſe, beſonders im
Wirtſchafts=
leben, hervorrufen. Schäden, die weit größer wären,
als der Nutzen, der davon zu erwarten wäre. Es iſt eine
Pflicht der Bergwerksbeſitzer, daß ſie ihren Arbeitern in
Zeiten, wo die Kohlenpreiſe ſteigen, auch höhere Löhne
zahlen. Tun ſie dies nicht freiwillig, ſo iſt zu erwägen,
ob es ſich nicht empfehlen könnte, ſie durch geſetzliche
Maßnahmen dazu zu zwingen. Die chriſtliche
Gewerk=
ſchaftsbewegung iſt nicht zu unterſchätzen, ſie iſt der
übri=
gen Bewegung mindeſtens gleichwertig. Ihr Beſchluß
iſt durchaus anzuerkennen. Ich möchte den
Staatsſekre=
tär dringend bitten, die Vorgänge im Ruhrgebiet im
Auge zu behalten, um rechtzeitig Verhandlungen
zwi=
ſchen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern in die
Wege leiten zu können. — Abg. Kölſch (natl.): Dem
kleinen Handelsſtand hat es bisher an Organiſationen
gefehlt. Der kleine Kaufmann fürchtet ſich vor dem
Boykott. Jetzt hat er ſeine Vertretung beim
Hanſa=
bund gefunden. Der Hanſabund iſt die berufene Oer
tretung von Induſtrie und Handel. Eine derartige
Or=
ganiſation iſt ebenſo zu achten, wie der Bund der
Land=
wirte. Um dem Kleingewerbe zu helfen, iſt zunächſt die
Lehrlingsausbildung zu regeln. Unſere
Lehrlingsaus=
bildung iſt gut, nur müſſe den materiellen Fächern ein
weiterer Spielraum gewährt werden. Der
Religions=
unterricht kann eventuell wegfallen. Auch in den
Fort=
bildungsſchulen muß mehr Wert auf die praktiſchen
Fächer gelegt werden. Zur Exiſtenz des Mittelſtandes
muß die Gewerbefreiheit unangetaſtet bleiben. Die
Wanderlager ſind für weite Kreiſe eine Notwendigkeit.
Den Warenhäuſern eine kräftige Steuer aufzuerlegen,
iſt unmöglich. Das Kapital von der Rechten iſt da
größ=
tenteils inveſtiert. Daß die Warenhäuſer ſo gewachſen
ſind, daran ſind Sie (nach rechts) mit ſchuldig. In
Ber=
lin ſind ja die Warenhausbeſitzer beinahe hoffähig
ge=
worden. Wir würden eine beſſere Mittelſtandspolitik
treiben, allerdings nicht durch Einführung einer Scheck=
und Wechſelſteuer. — Abg. Kerſchenſteiner (
Fort=
ſchrittliche Vpt.): Wären die Erziehungsmittel im
ver=
loſſenen Jahrhundert nicht ſo zurückgeblieben, ſo
hät=
ten wir wohl jetzt keine Mittelſtandsfrage. Um dem
Mittelſtand zu helfen, müſſen wir die Urſachen und die
Beweggründe unterſuchen und prüfen, die den
Mittel=
tand in ſeine jetzige Lage verſetzt haben. Die
Heran=
ziehung der Induſtrie zu den Koſten der
Lehrlingsaus=
bildung würde nur die Quelle von Streitigkeiten
wer=
den und zu Erkrankungen des wirtſchaftlichen Lebens
führen. Die Kardinalfrage zur Schaffung eines
geſun=
den Mittelſtandes iſt nur die Schulfrage. — Abg.
Dom=
beck (Pole): Im Intereſſe des wirtſchaftlichen Friedens
ſt es erwünſcht, daß die Arbeitgeber und die
Arbeit=
nehmer im Ruhrgebiet zu Verhandlungen bereit ſeien.
Hierauf wird die Weiterberatung auf (
Donners=
tag 1 Uhr vertagt. — Schluß halb 7 Uhr.
* Berlin 6. März. Die
Wahlprüfungs=
kommiſſion des Reichstages beanſtandete in
ihrer heutigen Sitzung die Wahl des Abgeordneten Dr.
Becker (Heſſen 8) Bingen=Alzey und beſchloß
Beweiserhebung. Die Wahl der Abgeordneten
Dunajski (Pole)=Danzig 5 und Ickler (Natl.)=
Han=
nover 12 wurde für gültig erklä”t.
* Berlin, 6. März. Die Budgetkommiſſion
des Reichstags behandelte die im ordentlichen Etat
eingeſetzte ſechſte Rate für die Erweiterung des
Kaiſer=Wilhelm=Kanals im Betrage von 42
Millionen Mark. Der Berichterſtatter warf die Frage auf,
ob es möglich ſei, dieſe Summe, wie es in dieſem Jahre
geſchehen ſei, vom außerordentlichen auf den ordentlichen
Etat herüberzunehmen. Die Entſcheidung wollte er dem
Plenum überlaſſen. Staatsſekretär Wermuth erklärte:
Für die Erweiterung des Kaiſer=Wilhelm=Kanals werden
im Etat des Reichsamts des Innern als ſechſte Rate 42
Millionen Mark angefordert. Die Einnahmen des Kaiſer=
Wilhelm=Kanals entwickelten ſich im Laufe der Jahre
da=
hin, daß die laufenden einmaligen Ausgaben der
Verwal=
tung ungefähr Deckung finden. Im Jahre 1910 gingen die
Einnahmen über die Ausgaben hinaus, während nach dem
Durchſchnitt der letzten 10 Jahre ein Fehlbetrag von rund
200000 Mark feſtzuſtellen iſt. Die Herſtellung des Kaiſer=
Wilhelm=Kanals erforderte ſchon in der bisherigen
Ab=
meſſung einen Aufwand von rund 156 Millionen Mark,
die für ihre Verzinſung (3½ Prozent) und Tilgung
(1 Prozent) etwa ſieben Millionen Mark
bean=
ſpruchen. Daraus dürfte hervorgehen, daß ſelbſt
wenn man die auf 223 Millionen Mark
veran=
ſchlagten Koſten der Erweiterung ganz außer Betracht
läßt, die Einnahmen nur einen äußerſt geringen Teil des
Aufwandes für Verzinſung und Tilgung decken können.
Demzufolge ſteht die Ausbringung der Fortſetzungsraten
bei den Ausgaben des ordentlichen Etats mit den im
Jahre 1907 aufgeſtellten Anleihegrundſätzen im Einklang
und entwickelt dieſe Grundſätze folgerichtig. Die Poſition
blieb unangefochten.
Luftfahrt.
* Berlin, 5. März. Ueber den tötlichen Unfall
bei der Landung des P. L. 6 berichtet der Berl. Lokal=Anz.:
Um 9½ Uhr kehrte das Luftſchiff nach einer einſtündigen
Fahrt nach dem Flugplatz zurück und landete glatt. Unter
dem Kommando des 28 jährigen Ballonmeiſters Nobbes
waren 60 Platzarbeiter im Begriff, den Luftkreuzer in die
Halle zu ziehen. Plötzlich erfaßte ein heftiger
Wind=
ſtoß den Ballonkörper und riß ihn in die Höhe. Während
die Arbeiter nach einigen vergeblichen Verſuchen,
das Luftſchiff feſtzuhalten, die Seile losließen,
hatte ſich der Ballonmeiſter Nobbes ſo feſt in das
Seil=
ende eingekrallt, daß er mit in die Höhe geriſſen wurde,
ohne daß die Inſaſſen der Gondel dies bemerkten. In
ſeiner Todesangſt klammerte ſich der Ballonmeiſter, dem
ein Abſpringen den ſichern Tod gebracht hätte, noch feſter
an das Tauwerk. Das Luftſchiff entſchwand in etwa
200 Meter Höhe über den Wald hinweg in der Richtung
auf Adlershof. Beim Glanze des Vollmondes konnten
die entſetzten Zuſchauer noch auf Kilometer die Fahrt
des Luftſchiffes verfolgen. Schon über dem Walde glaubten
ſie zu erkennen, daß Nobbes, der anſcheinend bereits die
Beſinnung verloren hatte, mit dem Kopf nach unten
hing. Das Luftſchiff flog nun über Köpenick und die
Wuhlheide auf Biesdorf zu. Zwiſchen der Gemeinde
Biesdorf und der Villenkolonie Biesdorf=Süd zogen die
Luftſchiffer die Reißleine, und das Luftſchiff ging auf einem
enn die Ponys bleiben bis zu ihrem Tode in den
Schäch=
n und ſehen gewöhnlich das Sonnenlicht nie wieder.
s war ein merkwürdiges und rührendes Schauſpiel, als
m Samstag in Sunderland aus der Wearmouth=Grube
ie Ponys ans Tageslicht geſchafft wurden. Wearmouth
ſt die tiefſte Grube Großbritanniens, und in den dunklen
schächten des Kohlenwerkes friſten jahraus, jahrein 4—500
onys ihr Leben. Seit Jahren haben ſie kein
Tages=
cht geſehen, und als ſie jetzt wieder aus der Finſternis
um Licht emporſtiegen, zeigten viele von ihnen Zeichen
er Angſt und des Schreckens: ſie fürchteten ſich vor dem
onnenlicht. Eine ſtattliche Anzahl der armen Tiere lebt
ereits ſeit zwanzig Jahren im Schacht. Aber nicht alle
atten vergeſſen, was das Sonnenlicht iſt; die jüngeren,
e noch nicht ſo lange in die Tiefe verbannt waren,
be=
früßten mit frohem Schnauben den Tag und wälzten ſich
bermütig am Boden. Sie hatten die ſchönen Tage ihrer
ſugend noch nicht vergeſſen, waren noch nicht ſtumpf
ge=
orden wie die anderen älteren Tiere, die ſich im
Wan=
l der Jahre allmählich der ewigen Finſternis angepaßt
atten und nun vor den Sonnenſtrahlen zitterten. Doch
b jung oder alt; jedem von ihnen hat die Grube ihren
Stempel aufgedrückt: In der Dunkelheit haben ihre Augen
elitten und ſie vermögen im hellen Lichte des Tages nicht
ehr deutlich zu ſehen.
ml. Ein Haus mit 10000 Zimmern. In New=Yorl
eht zurzeit der Bau eines Hauſes der Vollendung
ent=
egen, das mit den 10000 bewohnbaren Räumen, die es
nthält, ein Unikum in der Welt darſtellt. Das
unüber=
offene Bauwerk führt den Namen „Hudſon Terminal
alace” und zählt 25 Stockwerke. An Höhenausdehnung
ht es demzufolge hinter anderen Wolkenkratzern der an
lchen reichen amerikaniſchen Metropole zurück, aber
be=
üglich der eingebauten Wohnräume kann kein Gebäude
r Welt mit dem „Hudſon Palace” einen Vergleich
aus=
ilten. Die 10000 Zimmer ſind bereits an Kaufleute,
Zankiers, Agenten uſw. feſt vermietet. Wenn man in
echnung zieht, daß jeder der Geſchäftswelt angehörenden
tieter im Durchſchnitt vier Angeſtellte in ſeinem Dienſt
eſchäftigt, ſo muß man die Einwohnerzahl des Hauſes
f mindeſtens 50000 Perſonen ſchätzen, wobei die
Be=
icher und Kinder überhaupt außer Anſatz bleiben. Der
efförderung dieſer Menſchenmaſſe durch die 25
Stock=
erke werden 60 Fahrſtühle dienen=
Sturzacker nahe dem Walde nieder. Zuvor war durch
laute Rufe der Beſatzung die Bevölkerung der ſonſt ſo
ſtillen Villenkolonie alarmiert worden, und ſogleich eilten
hilfsbereite Bewohner von allen Seiten herbei. Zum
Entſetzen des Publikums und der Luftſchiffer, die, wie
geſchildert, von der Schleiffahrt des Ballonmeiſters nichts
gemerkt hatten, fand man dieſen als Leiche im Tauwerk
vor. Durch den Anprall bei der Landung und
höchſtwahr=
ſcheinlich ſchon durch heftiges Anprallen an die
Baum=
kronen hatte der Unglückliche tödliche Verletzungen
er=
litten. Die Kleider waren ihm vom Leibe geriſſen, und
der ganze Körper wies an mehreren Stellen ſtarke
Fleiſch=
wunden und Knochenbrüche auf. Der Verunglückte dürfte
jedoch ſchon lange vor ſeinem Tode das Bewußtſein
ver=
loren haben, ſo daß ihm große Qualen erſpart blieben.
Die Inſaſſen kamen mit dem Schrecken davon und
be=
mühten ſich nach der Bergung des Toten um das Luftſchiff.
Der nähere Augenſchein ergab, daß dieſes, abgeſehen von
geringfügigen Beſchädigungen, nur den Bruch eines
Schraubenflügels erlitten hatte. Auf telephoniſchen
Anruf eilten im Automobil vom Flugplatz
Hilfsmann=
ſchaften herbei. Das Luftſchiff, das über Nacht bewacht
wird, dürfte ſchon morgen zur Reparatur und Gasfüllung
mit der Eiſenbahn nach Bitterfeld abgehen. Der
verun=
glückte Ballonmeiſter Nobbes hinterläßt eine Witwe und
2 unmündige Kinder. Wie erinnerlich hat der P 6 gerade
vor Jahresfriſt auf ähnliche Weiſe eine Havarie erlitten:
Beim Herausziehen aus der Halle wurde damals das
Luftſchiff durch eine Bö gegen die Tore der Halle
ge=
ſchleudert und erlitt eine Beſchädigung der Hülle.
Abge=
ſehen von dieſen Unglücksfällen kann es jedoch auf eine
große Reihe erfolgreicher Fahrten zurückblicken, die es in
Berlin ſehr populär gemacht haben. Wegen ſeiner
Er=
folge iſt es für die Monate Juli, Auguſt und September
für Luzern gechartert, wo es Paſſagierfahrten unternehmen
und das franzöſiſche Luftſchiff, das ſtark enttäuſcht hatte,
ablöſen ſoll.
— Die Gründung einer großzügigen
Fliegerſtiftung iſt unter der Bezeichnung „
Reichs=
flieger=Stiftung” vom Verein Deutſcher Flugzeugtechniker
Berlin in die Wege geleitet worden. Dieſe Fliegerſtiftung
iſt zur Fürſorge für verunglückte Flieger, zur
Unter=
ſtützung kurbedürftiger Aviatiker und auch als Hilfsſtelle
bei beſonderen Gelegenheiten gedacht. Die
Flugzeug=
führer haben ſich bereit erklärt, ein Prozent der von ihnen
gewonnenen Preiſe an die Fliegerſtiftung abzuführen
Auch ſonſt haben ſich zahlreiche Induſtrielle und
promi=
nente Perſönlichkeiten ſchon bereit erklärt, die Idee zu
fördern. Der Reichsfliegerſtiftung ſind bisher außer dem
Verein Deutſcher Flugzeugtechniker=Berlin eine große
Zahl von Luftfahrt=Vereinen beigetreten und haben
zu=
geſtimmt, ein Prozent ſämtlicher ausgeſetzter Flugpreiſe
an die Fliegerſtiftung abzuführen. In Frage kommen der
Braunſchweiger, Bremer, Hamburger, Hannoverſche,
Lü=
beckiſche, Oldenburgiſche und Osnabrücker Verein für
Luft=
ſchiffahrt, der Luftſchiffahrt=Verein für Münſter und das
Münſterland, der Weſtfäliſch=Lippiſche Verein für
Luft=
ſchiffahrt in Biclefeld, der Seeoffizier=Luft=Klub in
Wil=
helmshaven, der Chemnitzer und Nürnberger Verein für
Luftſchiffahrt, der Oberſchwäbiſche Verein für
Luftſchiff=
fahrt, der Berliner Flugſport=Verein, der Flugtechniſche
Verein in Leipzig, der Sächſiſch=Thüringiſche Verein für
Luftſchiffahrt mit den Sektionen Halle a. d. S. und
Sek=
tion Thüringiſche Städte in Jena, ſchließlich der Verein
für Flugweſen in Mainz und der Württembergiſche
Flug=
ſport=Klub in Stuttgart. Es iſt zu hoffen, daß dem
bemer=
kenswerten Unternehmen auch von anderer Seite bald
tat=
kräftige Hilfe und Unterſtützung zuteil werden wird.
sr. Die Veranſtaltung eines
ſüddeut=
ſchen Rundfluges wurde in einer in München
ab=
gehaltenen Sitzung dem Bayeriſchen Aero=Klub
übertragen. Als Termin kommt Ende Juli oder Anfang
Auguſt in Frage. Als Etappenſtationen für den Flug
wurden München, Stuttgart, Frankfurt a. M. und
Nürn=
berg vorgeſehen.
* Paris 5. März. Der Touring=Club hat
unter ſeinen 127000 Mitgliedern eine Sammlung
eingeleitet, die dem Ankauf von Flugzeugen für
die Armee dienen ſoll. Der geringſte Betrag ſoll
1 Francs ſein.
Sport.
— F.=K. „Olympia 1898‟. Das am Sonntag
auf dem Olympia=Sportplatz zum Austrag
gekom=
mene Wettſpiel der 1. Mannſchaft des F.=K. Höchſt
a. M. gegen die 2. Mannſchaft des F.=K. Olympia
endigte nach teilweiſe überlegenem Spiel der
Einhei=
miſchen mit 311 Toren zugunſten der Gäſte. Am Sonntag
den 10. März, iſt der Olympia=Sportplatz wieder der
Schauplatz eines hochklaſſigen Fußballwettſpiels. Der
Frankfurter F.=K. „Germania” wird ſich mit der
1. Mannſchaft des F.=K. „Olympia” in friedlichem
Wett=
kampf meſſen. Das Spiel beginnt nachmittags 3½ Uhr.
Vorher ſpielt die 4. Mannſchaft gegen die 3. Mannſchaft
des F.=K. „Dreieich” Dreieichenhain, während ſich die
Waldlauf=Mannſchaft an einem Mannſchaftswaldlauf in
Frankfurt a. M. beteiligt.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 5. März. In der heute ſtattgehabten
Sitzung des Aufſichtsrats der Dresdner Bank wurde
die Bilanz pro 1911 vorgelegt. Der Bruttogewinn
be=
trägt einſchließlich 267407,40 Mark Vortrag aus dem
Vor=
jahr 40 193049,55 Mark (im Vorjahre 39158935,85 Mark).
Nach Abzug von 14738 378,90 Mark (13 484054,30)
Hand=
lungs=Unkoſten und Steuern, von 781046,60 Mark
(567 470,80) Abſchreibung auf Mobilien=Konto verbleibt ein
Reingewinn von 24673615,05 Mark (25 10741075).
Der auf den 30. März d. J. einzuberufenden
Generalver=
ſammlung ſoll vorgeſchlagen werden, eine Dividende
von 8½ Prozent (wie i. V.) zur Verteilung zu bringen.
* Frankfurt (Main), 6. März. Die heutige
ordent=
liche Generalverſammlung der Adlerwerke vorm.
Heinrich Kleyer A.=G., in Frankfurt (Main), hat den
Jahresabſchluß pro 1910/11 den Anträgen der Verwaltung
entſprechend genehmigt und das ausſcheidende
Aufſichts=
ratsmitglied wiedergewählt. Die Dividende von 30
Pro=
zent auf die alten Aktien und von 15 Prozent auf die jungen
Aktien iſt ſofort zahlbar.
* Bremen, 6. März. In der Generalverſammlung
der Bremer Vulcan Schiffsbau und
Maſchinen=
fabrik wurden die Vorlagen der Verwaltung genehmigt
und die ſofort zahlbare Dividende auf 10 Prozent
feſt=
geſetzt.
Vermiſchtes.
— Das Verſchieben von Briefen und
Poſt=
karten in Druckſachenſendungen bildet fort=
geſetzt die Urſache unliebſamer Briefverſchleppungen und
Briefverluſte. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen
urch die Preſſe und trotz unmittelbarer Einwirkung der
Poſtanſtalten auf die Abſender werden viele
Druckſachen=
endungen leider immer noch in ſo mangelhafter Verpackung
zur Poſt eingeliefert, daß ſie leicht zu Fallen für kleine
Sendungen werden. Als beſonders gefährlich in dieſer
Beziehung erweiſen ſich, wie neue Feſtſtellungen beſtätigen,
die häufig zur Verſendung von Druckſachen benutzten
offenen Briefumſchläge, bei denen die Abſender die am
oberen Rand oder an der Seite vorhandene Klappe nach
innen einſchlagen. In den dadurch entſtehenden Spalt
ver=
ſchieben ſich unbemerkt Briefe, Poſtkarten uſw., die dann
in der Druckſache oft weitere Irrfahrten machen. Im
eigenſten Intereſſe des Publikums muß eindringlich davor
ewarnt werden, die Klappe ſolcher Umſchläge nach innen
einzuſchlagen; viel beſſer iſt es, die Klappe über die
Rück=
ſeite loſe überhängen zu laſſen. Als recht zweckmäßig haben
ſich Umſchläge bewährt, die an der Verſchlußklappe einen
zungenartigen Anſatz haben, der in einen äußeren Schlitz
des Umſchlags geſteckt wird. Sie ſichern den Inhalt vor
dem Herausfallen und verhindern das Einſchieben anderer
Sendungen, ihre möglichſt ausgedehnte Verwendung iſt im
llgemeinen Intereſſe zu wünſchen. Verhältnismäßig häufig
verſchieben ſich auch Briefe uſw. in Zeitungen, die unter
Streifband verſchickt werden. Es iſt dringend zu raten,
die Streifbänder ſo feſt wie möglich um die Zeitungen zu
legen, nachdem dieſe umſchnürt worden ſind.
— Ueber die Aufgabe der Miſſion in Neu=
Kamer un (Deutſch=Kongo) hat Miſſionsdirektor D. Paul
im akademiſchen Miſſionsverein in Leipzig einen Vortrag
gehalten, aus dem einige Mitteilungen hier folgen mögen.
Das neue Gebiet wird von etwa 1¼ Millionen Menſchen
bewohnt. Im Süden gehört die Bevölkerung zu den
Bantu=Negern, unter denen die künftige Miſſionstätigkeit
inſofern weſentlich erleichtert iſt, als die ſprachlichen
Vor=
arbeiten bereits vorhanden ſind. Dieſe Bantu=Neger ſind
noch reine Heiden. Im Nordoſten dagegen wohnen Sudan=
Neger, die bereits ſtark vom Islam durchſetzt ſind, ſodaß
auch hier wie anderwärts in Zentralafrika eine
Aus=
einanderſetzung mit dem Islam zur Notwendigkeit wird.
Bisher hat die Miſſion unter der franzöſiſchen Herrſchaft,
die überall, ſoviel ſie irgend vermag, ihm den Weg verbaut,
im Kongogebiet nur geringe Fortſchritte gemacht. Die
Pariſer evangeliſche Miſſion hat in der Nordweſtecke in
20jähriger Geduldsarbeit 4 Stationen gegründet mit etwa
2000 Getauften. Die im Süden von Kamerun arbeitenden
amerikaniſchen Presbyterianer hatten im franzöſiſchen
Kongo eine Station, die ſie aber ſchließlich eingeborenen
Gehilfen überlaſſen mußten. Die katholiſche Miſſion der
Väter vom heil. Geiſt hat auf 13 Stationen mit 60
Miſ=
ſionsleuten etwa 7500 Chriſten geſammelt. Was ſoll das
alles aber ſagen, wenn wir daneben Kamerun ſtellen. Hier
haben die 3 evangeliſchen Miſſionen 22 Stationen mit 86
Miſſionaren und 14 Schweſtern, 19774 Chriſten, 413
Schu=
len und 22861 Schülern, die katholiſche Miſſion 12
Sta=
tionen, 53 Prieſter und Brüder, 22 Schweſtern, 12756
Chri=
ſten, 119 Schulen und 9384 Schüler. Die Miſſionsarbeit
im Küſtengebiet von Neu=Kamerun wird zunächſt Aufgabo
der amerikaniſchen Presbyterianer ſein, die vorausſichtlich
mit Freuden ihre Arbeit auch auf das neue deutſche Gebiet
ausdehnen werden. Aber das Hinterland, das ſeine
Fühl=
hörner bis zum Kongo und Ubangi vorſtreckt, kommt für
ſie zunächſt nicht in Betracht. Hier wird eine andere,
hoffentlich deutſche Miſſion einſetzen müſſen, die das Kongo=
Ufer zu ihrem Ausgangspunkt zu nehmen hätte. Sie würde
wahrſcheinlich freundliche Aufnahme bei den Eingeborenen
finden, die ſchon jetzt vielfach auf deutſches Gebiet
herüber=
gezogen ſind, weil ſie ſich wohler fühlen.
— Die kaufmänniſche
Stellenvermittel=
ung im Jahre 1911. Erfreulicherweiſe ſind in den
letzten Jahren die Erfolge der Stellennachweiſe der
kauf=
männiſchen Vereine bedeutend geſtiegen. Während ſie noch
vor einigen Jahren insgeſamt etwa 20000 Stellen
vermit=
telten, iſt dieſe Zahl im letzten Jahre auf rund 29000
ge=
wachſen. Ohne Zweifel liegt der Urſprung dieſer Erfolge
zum großen Teile in der günſtigen Entwickelung von
Deutſchlands Handel und Induſtrie. Nicht zum wenigſten
haben ſie aber auch darin ihren Grund, daß ſich bedeutende
Handlungsgehilfenvereine jetzt nachdrücklicher der
Stellen=
varmittelung widmen, als in den letzten 10 bis 15 Jahren.
Heute wird der große wirtſchaftliche Wert der
Stellenver=
mittelung von allen Vereinen richtig eingeſchätzt. Dieſer
Umſchwung wird zum größten Teile darauf zurückzuführen
ſein, daß die Handlungsgehilfen bei der Wahl des
Ver=
eins, dem ſie ſich anſchließen wollen, immer mehr Wert
auf deſſen Leiſtungsfähigkeit in der Stellenvermittelung
legen. Wenn man berückſichtigt, wie außerordentlich ſchwer
es bei der heutigen gewaltigen Ausdehnung unſeres
Han=
dels und unſerer Induſtrie hält, eine geeignete Stellung
wiederzufinden, ſo iſt dieſe Bewertung der
Stellenvermit=
telung nur zu natürlich. Die beſten Erfolge und die größte
Ausdehnung auf dem Gebiete der Stellenvermittelung hat
der Hamburger Verein für Handlungs=Commis von 1858
zu verzeichnen. Er beſetzte im abgelaufenen Jahre 10890
Stellungen, das ſind 38 Prozent aller Vermittelungen durch
die Vereine. Von den Beſetzungen des 58er Vereins
ent=
fallen 9567 auf Deutſchland, 985 auf das europäiſche
Aus=
land und 338 auf überſeeiſche Plätze. Dieſe Ergebniſſe ſind
für Deutſchlands Handel von großer Bedeutung.
Literariſches.
Malwida von Meyſenbug von Dr. Emil
Reicke (Verlag Schuſter u. Loeffler, Berlin W. 57,
Bü=
lowſtraße 107I. Geh. 2 Mk.). — In einem mit vielen
Bildniſſen illuſtrierten etwa 70 Seiten umfaſſenden
Bändchen gibt der Autor eine Biographie der Verfaſſerin
der „Memoiren einer Idealiſtin” d. h. nein, keine
Bio=
graphie, viel mehr als das: ein durchaus leſenswertes
Buch von hohem ethiſchen Wert. Es ſoll nach dem
Vor=
wort etwas mehr ſein, als nur eine liebenswerte und
ver=
ehrungswürdige geiſtreiche Frau im deutſchen Volke
be=
kannter zu machen und zur Lektüre ihrer Schriften
an=
regen. Es möchte mit der Geſchilderten einen Typus zu
erfaſſen ſuchen, den echt weiblichen Typus einer
idealiſti=
ſchen Geſinnungs= und Handlungsweiſe, wie er mehr und
mehr zur Seltenheit wird. Und der Autor erreicht ſein
Ziel nicht zuletzt durch ſeine ſchöne Sprache und feſſelnde
Erzählung.
* Neu erſchienene Broſchüren. Welchen
Schutz gibt es gegen frühzeitige Arterienverkalkung?
Ge=
meinverſtändlich dargeſtellt von Dr. med. J. Pick, Arzt für
Herz= und Gefäßerkrankungen in Charlottenburg.
Ber=
lin W. 30. Verlag von Oskar Coblentz. — Graphiſche
Ta=
bellen und finanzielle Mitteilungen der Bankfirmen Emil
Wechsler und Co., Berlin und Siegfried Falk, Düſſeldorf.
Preis 50 Pfg. — Dr. Heinz Potthoff, M. d. R.
Privat=
angeſtellte und politiſches Leben. Preis 1 Mark.
Buch=
handlung Nationalverein, G. m. b. H., München, Herzog
Maxſtraße 4. — Dr. jur. Grobleben, Wegweiſer durch die
Privatangeſtellten=Verſicherung. Preis 90 Pfg., in
Par=
tien billiger. Verlag C. Heinrich, Dresden=N. — Die
Gal=
len=, Nieren= und Blaſenſteine und deren einheitliche
Ent=
ſtehung, ſowie ihre Verhütung und Heilung durch
Blut=
entſäuerung und Blutregeneration. Von Dr. med.
Wal=
ſer. 2. Auflage. Hof=Verlagsbuchhandlung Ed. Demme,
Leipzig. 50 Pfg. — Wie mache ich mein Teſtament ohne
Rechtsanwalt und ohne Notar? Das Erbrecht.
Gemein=
verſtändliche Darſtellung des Geſetzes nebſt zahlreichen
Te=
ſtamentsentwürfen und=Beiſpielen von M. Luſtia, kaufm.
Sachverſtändiger, Mainz. Selbſtverlag. Preis 1,10 Mark.
— Praktiſcher Katechismus für Neuraſtheniker. Nach
lang=
jähriger Erfahrung bearbeitet von Dr. med. Walſer, 80
Pfg. 2. Auflage. Leipzig, Hofverlagsbuchhandlung
Ed=
mund Demme. — Die Kunſt, ſich und andere rechtſchaffen
zu machen. Von Chriſtian Wirth, K. Bayer.
Gymnaſial=
profeſſor a. D. Preis 60 Pfg. Bayreuth. Verlag von
Georg Niehrenheim. — Monographien zur Zeitgeſchichte,
herausgegeben von F. W. Schroeter. Heft 2 Unſere äußere
Politik. Von Dr. Albrecht Wirth, Privatdozent. Preis
1,40 Mark. Hans Sachs=Verlag München=Leipzig. —
Moderne Theoſophen und ihre Theoſophie. Von Hans
Freimark. Leipzig, Verlag von Wilhelm Heims. — Ad
majorem Dei gloriam! Die Vorgeſchichte des Aufſtandes
von 1910/11 in Ponape von Georg Fritz, Geh.
Regie=
rungsrat, früh. Bezirksamtmann in Saipan, Jap und
Po=
nape. Leipzig, Dieterichſche Verlagsbuchhandlung
Theo=
dor Weicher.
Die Bergarbeiterbewegung.
Aus dem Ruhrrevker.
* Bochum, 5. März. Bei dem Alten
Berg=
arbeiterverband iſt von den Zechen eine größere
Zahl von Antwortſchreiben auf die Eingaben des
Berg=
arbeiterdreibundes eingegangen. Es wird jedoch
ange=
nommen, daß der größere Teil der Zechen nicht
antwor=
ten wird. Die Verbände werden morgen zu den
Ant=
wortſchreiben Stellung nehmen.
* Eſſen, 5. Marz. Die Leitung des 50000
Mit=
glieder zählenden Rheiniſch=weſtfäliſchen
Verbandes Evangeliſcher
Arbeiterver=
eine warnt deſſen Mitglieder dringend vor der
Betei=
ligung an ungenügend begründeten und daher
ausſichts=
loſen Streiks, durch die die Sache der Arbeiter nur
ge=
ſchädigt werde. Die deutſchen Arbeiter hätten keine
Ver=
anlaſſung, zu Gunſten der deutſch=feindlichen engliſchen
Induſtrie oder des Agitationsbedürfniſſes der
ſozial=
demokratiſchen Partei in einen Streik einzutreten.
Der Streik in England.
* London, 5. März. Andauernd kommen
Nach=
richten über die Schließung von Fabriken und
die Stillegung öffentlicher wie privater Werke aus
allen Teilen des Landes, beſonders jedoch aus den
Eiſen=
induſtriebezirken. Der Schiffsverkehr,
haupt=
ſächlich die Küſtenſchiffahrt, wird immer
unregelmäßi=
ger. Die Zahl der jetzt wegen Kohlenmangels
feiern=
den Arbeiter wird auf 270000 geſchätzt,
abge=
ſehen von den Bergarbeitern. Die
Eiſenbahngeſellſchaf=
ten laſſen 2000 Züge weniger als gewöhnlich laufen.
Große Unzuträglichkeiten gab es in den Morgenſtunden,
wo die Leute nach London zu ihrem Tagewerk fahren,
auf den ſüdlichen Linien und den Vorortbahnen.
* London, 5. März. Der
Exekutivaus=
ſchuß des Bergarbeiterverbandes trat heute
zuſammen, um über den Stand der Dinge in den
ver=
ſchiedenen Diſtrikten zu beraten. Ein hervorragendes
Mitglied des Ausſchuſſes erzählte einem Preſſevertreter,
daß kein Wechſel in der Stimmung zu verzeichnen ſei.
Der angebliche Stimmungsumſchwung in
Mitteleng=
land ſei ſtark übertrieben. Die Bergwerksbeſitzer haben
in den verſchiedenen Landesteilen Verſammlungen
ab=
gehalten, die kein neues Moment zu Tage förderten.
* London, 6. März. Die Beratungen über
die Kohlenkriſe werden jetzt hauptſächlich von dem
Induſtrierat (Induſtry Council) geführt, der ſeit
Mon=
tag eine Reihe von Sitzungen gehalten und ein Komitee
gebildet hat, das mit den Miniſtern konferiert. Der
ausführende Ausſchuß der Bergarbeiter iſt geſtern
wie=
der zuſammengetreten uund heute treffen die Arbeitgeber
in London ein. Man legt der Tatſache Bedeutung bei,
daß die Grubenbeſitzer von Südwales, die das Prinzip
der Minimallöhne bisher bekämpft haben, telegraphiſch
aufgefordert worden ſſind, nach London zu kommen. Man
erwartet einen neuen Vermittelungsverſuch der
Regie=
rung. Es wird angekündigt, daß kein Sympathieſtreik
der Eiſenbahner und der Transportarbeiter ſtattfinden
wird. Die Zahl der Arbeiter anderer Induſtrien, die
infolge des Streiks feiern müſſen, wird auf 350000 bis
400000 angegeben. Der Parlamentsberichterſtatter der
Daily News berichtet, daß zwiſchen den Bergarbeitern
und der Arbeiterpartei, ſowie den übrigen
Gewerk=
ſchaftsverbänden ſtarke Differenzen herrſchen. Die
Ar=
beiterpartei und die übrigen Gewerkſhaftsverbände
ſeien mit der Ablehnung der Regierungsvorſchläge durch
die Arbeiter keineswegs einverſtanden. Dieſelben
er=
blicken in der Anerkennung des Prinzips des
Minimal=
lohnes einen großen Erfolg und wünſchen dringend,
daß die Bergarbeiter in eine Diskuſſion der Skala der
Lohnſätze eintreten.
— London, 6. März. Man berechnet, daß Ende
dieſer Woche außer den Streikenden noch 1 Million
Arbeiter brotlos ſein wird. In Glasgow
ver=
loren weitere 50000 Eiſen= und Stahlarbeiter ihren
Lebenserwerb. In Südwales 50000 Eiſen= Stahl= und
Zinkplattenarbeiter, in Straffordſhire 40000 Töpfer, in
Shefield 15000 Stahlarbeiter. Die Abfahrt der
trans=
atlantiſchen Dampfer „Philadelphia” und „New=York”
aus Soukhampton, die für den 13. und 20. März
ange=
ſetzt war, iſt wegen des Kohlenarbeiterſtreiks
aufgeſcho=
ben worden.
Die Wirkungen des engliſchen Streiks auf das Ausland.
* Wien, 5. März. Im Abgeordnetenhaus
erklärte der Referent des Ausſchuſſes, Kraus, der Streik
der engliſchen Kohlenarbeiter werde eine
Rückwirkung auf die Kohlenverſorgung und die
Kohlen=
preiſe Oeſterreichs ausüben, denn einerſeits
wür=
den 80000 Waggons engliſcher Kohlen wegfallen,
an=
dererſeits würde Deutſchland Kohlen nach England
lie=
fern und den Erſatz hierfür aus Oeſterreich beziehen.
Die Regierung müſſe Vorkehrungen treffen, um der
Preisſteigerung infolge des engliſchen Streiks ein ZZiel
zu ſetzen, eventuell durch ein Ausfuhrverbot. Im
Einlaufe befindet ſich auch eine Interpellation des
Deutſch=Nationalen Schürff betreffend den Schutz der
öſterreichiſchen Volkswirtſchaft anläßlich des
Ausſtan=
des der Kohlenarbeiter in England.
* Eger 5. März. Die politiſchen Behörden haben
am Dienstag in Eger eine große Werbekanzlei aufge=
hoben, die ſich damit beſchäftigte, Kohlenarbeiter
aus dem Pilſener Revier anzuwerben. Man
vermutet, daß die angeworbenen Arbeiter beſonders für
das weſtfäliſche Kohlenbecken beſtimmt waren, da man
dort ein Uebergreifen des engliſchen
Kohlenarbeiter=
ſtreiks auf die deutſchen Zechen befürchtet. Den
Ange=
worbenen wurden große Verſprechungen gemacht.
* Paris, 6. März. Aus Laſtelkon de la
Plan a in Spanien wird gemeldet: Infolge des
Streiks der engliſchen Bergarbeiter mußten die für die
Ausfuhr von Orangen und Gemüſe beſtimmten
zahl=
reichen Dampfer ihren Dienſſt einſtellen. Die
Landwirte ſind vom Ruin bedroht und Tauſende von
Arbeitern beſchäftigungslos.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 5. März. In dem Kampfe bei Derna
am 3. März wurden, wie genau feſtgeſtellt worden iſt, auf
italieniſcher Seite 8 Offiziere und 52 Mann getötet.
Ver=
wundet wurden 13 Offiziere, davon einer ſchwer, und 164
Mann, davon 29 ſchwer.
* Wien 5. März. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Konſtantinopel: Die Pforte beſchloß, die
Darda=
nellen nachts zu ſperren, um ſich gegen einen
italie=
niſchen Ueberfall zu ſchützen.
* Konſtantinopel, 5. März. Der Kriegs=, der
Marineminiſter und der Miniſter des Innern hatten eine
längere Beſprechung über die zu ergreifenden weiteren
Maßnahmen zur Verteidigung der
Dardanel=
len. Der Kriegsminiſter konferierte auch mit dem Miniſter
des Aeußern. Es verlautet, daß die Regierung auch
Verteidigungsmaßnahmen für Smyrna und die Inſeln
des Archipels ins Auge faßt. Die Pforte teilt offiziell mit,
daß von morgen an die nächtliche Durchfahrt von Schiffen
durch die Dardanellen unterſagt iſt. Das Blatt
Terd=
jiman=i=Hakikat will wiſſen, daß die Pforte in
Beant=
wortung der ſondierenden Schritte der Mächte erklärte,
daß ſie, ſelbſt wenn Italien einen Angriff auf die
Darda=
nellen oder gar auf Konſtantinopel unternehmen ſollte,
den Frieden zurückweiſen werde, der nur möglich ſei, wenn
Tripolis eine türkiſche Provinz bleibe. Die Antwort ſoll
endgültig ſein.
Der Wali von Beirut telegraphiert, daß die
Bevölkerung bis zum 27. Februar 821 Gewehre, 602
Bajo=
nette und 44 Kiſten ſowie 55 Säcke mit Munition
abge=
liefert habe.
Die Revolution in China.
* Peking, 5. März. In Paotingfu ſind die
britiſchen und japaniſchen Tabakvorräte im Werte
Son 10000 Pfund Sterling und alle
japa=
niſchen Gebäude von den Meuterern
geplün=
vert worden. Die Japaner haben in den
Miſſionen Zuflucht gefunden. Ein Sonderzug mit
fran=
zöſiſchen und japaniſchen Truppen iſt nach Paotingfu
ab=
gegangen, um die Franzoſen und Japaner nach Peking
zu bringen. Auf ein beſonderes Anſuchen ſchützen die
Japaner alle Fremden in Schanhai=Kwan. Mehrere
Gruppen Meuterer, die nach Peking zurückkehrten, um mit
den Plünderungen wieder zu beginnen, wurden
feſtge=
nommen und hingerichtet. Polizei und Gendarmerie
halten ſich bewunderungswürdig. Ein Telegramm
meldet, daß 2000 Getreue aus Kiutang im Yangtſetal
ge=
plündert haben.
* Paris, 5. März. Dem Temps zufolge beorderte
die franzöſiſche Regierung wegen der
Vor=
gänge in China das Kriegsſchiff „Décidée” von
Schanghai nach Schinghuangtau und den Kreuzer „
Kle=
ber” nach Honkong.
* London 6. März. Die Times meldet aus
Pe=
king vom 5. März: Antſhunghui der Miniſter
des Auswärtigen im Nankinger Kabinett, hat dem
diplo=
matiſchen Korps in Peking ſeine Abſicht mitgeteilt, zur
Wiederherſtellung der Ordnung Truppen zu
ſenden. Das diplomatiſche Korps iſt der Meinung, daß
die Entſendung von Truppen aus dem Süden die
Ver=
wirrung nur vermehren würde, zumal Berichte aus
Kin=
kiang und anderen Orten im Yangtſetale erkennen laſſen,
daß die Truppen im Süden ebenſo diſziplinlos ſind wie
die im Norden. Die Delegierten aus Nanking erkennen
die Unzweckmäßigkeit jenes Vorſchlags an.
* London, 6. März. Das Reuterſche Bureau
mel=
det aus Tientſin vom 3. ds. Mts.: 800 Mann
japa=
niſche Truppen trafen heute morgen in
Ching=
wantſe ein, wohin ſie von Port Artur durch Laſtſchiffe
gebracht worden ſind. Vier Kreuzer mit dieſen Truppen
werden in Tientſin um Mitternacht erwartet. Weitere 500
Mann japaniſcher Truppen haben Mukden anf dem Wege
nach Tientſin verlaſſen. Vier Delegierte der Regierung
in Nanking ſind aus Peking wieder in Nanking
eingetrof=
fen. In ihrer Begleitung befinden ſich zwei von
Yuan=
ſchikat ernannte Delegierte, die in Nanking die
Verhand=
lungen über die Bildung einer Koalitionsregierung
fort=
ſetzen ſollen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 6. März. Im preußiſchen
Abgeordneten=
hauſe ſprach der Miniſter des Innern von Trott zu Solz
eingehend über die Frage der Errichtung einer
Univerſität in Frankfurt a. M.: „Wir haben
dem geſtellten Antrage von vornherein nicht ablehnend
gegenübergeſtanden; wir wären aber nicht eher darauf
eingegangen, bevor geſichert geweſen war, daß die
Ein=
richtungen der Univerſität nach ähnlichen Grundſätzen
geſchehen ſolle, wie bei anderen Univerſitäten. Nachdem
die Frankfurter Unterhändler bereit waren, auf dieſer
Grundlage weiter zu verhandeln, habe die Regierung
die Frage eingehend prüfen und unterſuchen laſſen, ob
ein Bedürfnis vorhanden ſei. Die Prüfung hat ein
gün=
ſtiges Reſultat ergeben. Die wiſſenſchaftliche Lehre und
Forſchung ſoll an der neuen Univerſität frei bleiben. Sie
iſt ins Leben zu rufen durch Allerhöchſtes Privileg. Die
Ernennungen haben in derſelben Weiſe zu erfolgen, wie
an den anderen Univerſitäten. Der Unterſchied zwiſchen
der Univerſität in Frankfurt und den übrigen
Univer=
ſitäten würde lediglich darin beſtehen, daß ſie nicht von
dem Staate, ſondern von Privaten unterhalten werden
ſoll. Die Organe der Univerſität würden die gleichen
ſein, nämlich Senat und Fakultäten.” — Mit Ausnahme
der Vertreter der Fortſchrittlichen Volkspartei wurden
von ſämtlichen Rednern ſchwere Bedenken gegen die neue
Univerſität erhoben, beſonders in ſtaatsrechtlicher
Be=
ziehung. Den geſetzlichen Weg zu umgehen, wurde als
konſtitutionelles Monſtrum bezeichnet. Von
verſchiede=
nen Seiten wurde behauptet, daß eine Univerſität ohne
theologiſche Fakultät keine richtige Univerſität ſei.
* Berlin, 6. März. In einem Artikel der
National=
überalen Korreſvondenz nimmt der Vizepräſident des Ab=
geordnetenhauſes Dr. Krauſe zu der bevorſtehenden
endgültigen Wahl des
Reichstagsprä=
ſidiums Stellung. Die Tatſache, daß die
Sozialdemo=
kratie bei der Beſetzung der Kommiſſionen und der
leiten=
den Stellungen in den Kommiſſionen als gleichberechtigte
Partei behandelt werde, rechtfertige keineswegs den
Schluß, daß ſie Anſpruch auf den Praſidentenpoſten habe.
Denn einmal ſeien die Geſchäfte des Präſidenten
inner=
halb des Parlaments nicht eigentlich politiſcher Art. Da
ferner die Zahl der Präſidenten auf drei beſchränkt ſei,
können nicht alle Fraktionen im Präſidium vertreten ſein.
Für alle Fraktionen aber, welche Anſpruch auf den
Prä=
ſidenten machen, müſſen die Vorausſetzungen für die
Uebernahme des Amtes die gleichen ſein, neben der
Ge=
ſchäftsordnung auch die parlamentariſche Tradition zu
be=
obachten. Der Artikel ſchließt: Die
Sozialdemo=
kratie wird die von jedem Präſidenten zu erfüllenden
Pflichten nicht übernehmen und ſchließt ſich damit
ſelbſt vom Präſidium aus. Es kann nicht
zuge=
laſſen werden, daß ein Präſident ſich ſeinen Pflichten
ent=
zieht, und es entſprach deshalb auch der Sachlage, wenn
der Kaiſer den Empfang von nur zwei Präſidenten
ab=
lehnte.
* Wilhelmshaven, 6. März. Der Kaiſer hat den
Beſuch von Helgoland aufgegeben und iſt heute mittag
12 Uhr an Bord der „Deutſchland” bei regneriſchem
Wetter nach Kuxhaven in See gegangen, begleitet
von dem kleinen Kreuzer „Hela” mit dem Chef der
Hoch=
ſeeflotte von Holtzendorff an Bord.
* Kiel, 6. März. Der Kreuzer „Kolberg” hat
heute früh die Fahrt ins Mittelländiſche Meer angetreten,
um als Begleitſchiff der Kaiſerjacht „Hohenzollern‟ Dienſt
zu tun.
H.B. Berlin, 6. März. Der Neſtor der deutſchen
Ger=
naniſten und Muſik=Hiſtoriker, Robert Freiherr von
Liliencron, iſt im Alter von 91 Jahren in Coblenz
geſtorben.
Neues probieren heißt oft,
Zeit verlieren.
Seit bald 40 Jahren hat ſich Scotts
Emulſion als ein zuverläſſiges
Kräftigungs=
mittel für groß und klein bewährt. Daß ſie
gut iſt, ſteht feſt, und weil ſie gut iſt, wird
ſie nachgemacht. Man hüte ſich
vor dieſen Nachahmungen, die
meiſt nicht leiſten, was ſie
ver=
ſprechen, die nicht auf 35
er=
folgreiche Jahre zurückblicken
können wie Scotts Emulſion.
Wer ſich eine Nachahmung auf=
Nur echt mit dieſe?
Marke-demFiſcher reden läßt, verliert nutzlos Zeit
— dem
Garantie=
zeichen des
Scott=
ichen Verfahrens! und Geld.
(75560
Darum nur Scotts Emulſion.
Die Ratsherrnbrüderſchaft
erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
Leichenwagens aufmerkſam zu machen. Der Wagen
bietet in ſeiner ernſten und würdigen Erſcheinung
Gewähr für eine pietätvolle Beſtattung.
(550a
Beſondere Beſtellungen hierzu nehmen entgegen:
Wagenverwalter Lorenz, Woogsplatz 5, Tel. Nr. 211.
Wagenführer Ernſt Büchler, Nieder=Ramſtädterſtr. 56,
Tel. Nr. 1073.
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REIch
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
(125a
Telephon 1501 und 1472.
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Gelegentlich eines Allerhöchſten
Beſuches Seiner Majeſtät des Kaiſers und Königs bei
dem Generalintendanten der Königlichen Schauſpiele,
Herrn Grafen von Hülſen=Haeſeler, am Freitag, den
5. Januar, hörte Seine Majeſtät der Kaiſer auch einige
Stücke auf dem Gramola=Apparat Nr. 28 der
Deutſchen Grammophon=Aktiengeſellſchaft Berlin. Dem
Vernehmen nach hat Seine Majeſtät der Kaiſer von
den Leiſtungen dieſes Grammophon=Apparates mit
Intereſſe Kenntnis genommen. Vertreter für Darmſtadt:
K. Jäger, Georgenſtraße 11.
— Berlin, 6. März. Der Maler Stelzer ſtieg auf dem
Grundſtück der ſtädtiſchen Gasfabrik in der Danzigerſtraße
trotz gegenteiliger Inſtruktion von dem Tragkorb des
un=
benutzten Fahrſtuhls und begab ſich in den
Nachbar=
ſchacht hinab. In dieſem Augenblick kam der Fahrſtuhl
abwärts. Der Bruſtkaſten wurde dem Unglücklichen
zer=
malmt.
— Berlin, 6. März. Als die Ehefrau Koeslin
mit ihrem einjährigen Knaben in der Reinickendorferſtraße
ging, ſtürzte plötzlich ein Bauzaun ein und begrub
beide. Die Frau erlitt ſchwere Verletzungen am Kopfe und
am Rücken, der Knabe wurde leicht verletzt.
H. B. Stettin, 6. März. Heute mittag gegen 1 Uhr
ereignete ſich im Freihafen=Bezirk ein ſchweres
Bootsunglück. Wie die Stettiner Abendpoſt meldet,
kippte eine Fähre, die dicht mit Menſchen beſetzt war, um.
Zahlreiche Perſonen ſtürzten ins Waſſer und es entſtand
eine furchtbare Panik. Schließlich gelang es, die
Per=
ſonen zu retten, bis auf vier, die ertrunken ſind.
— London, 6. März. Ein Pullmanwagen der
kanadiſchen Nordbahn entgleiſte geſtern bei der Station
Prince Albert im weſtlichen Kanada beim Paſſieren einer
Brücke und ſtürzte aus einer Höhe von 20 Metern in den
South=Saskatſchewanfluß. Man befürchtet, daß 10
Per=
ſonen ertrunken ſind und noch eine größere Anzahl verletzt
wurde, mehrere darunter ſehr ſchwer.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die ſtarke Depreſſion, die geſtern an der ſchottiſchen
Oſtküſte lag, iſt langſam nordoſtwärts gezogen. Wir
kommen immer mehr auf ihre Rückſeite, ſo daß wir
Ab=
nahme der Bewölkung und Sinken der Temperatur
erwarten dürfen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
7. März: Wechſelnd bewölkt, höchſtens noch geringe
Regenfälle, kühl.
ſivea-Geme
zu Kaupke
Ilwegeeile
Nivea-Seife: 50 Pf. — Nives-Creme in Dosen
zu 10, 20 Pf. u. 1.00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
O. Gelendouf 6 C.Kambung
Hersteller der Zahnpasta PEBECO
im
Kurdnstalt Domhelln Taunus.
(1/2 Stunde von Frankfurt a. M.), für Erholungsbedürftige,
Horven-u. innere Kranke. Sommer und Winter besueht
Prospekte durch —
pr. u. Schulzo-Kahlegss, Kervenarzt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Der
Evangelimann”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Symphoniſches Konzert von Eliſe Knibbe=Thiel
um 8 Uhr im „Kaiſerſaal”
Vortrag von Nachum Goldmann um 9 Uhr im Hotel
Heß (Zioniſtiſche Gemeinde Darmſtadt).
Vorſtellung des Hofzauberkünſtlers Bellachini um
8½ Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr. —
Heſſiſcher Hof um 6½ Uhr.
Fachausſtellung für das Maler= ꝛc. Gewerbe
Neckar=
ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 Uhr..
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2,
Verſteigerungskalender.
Freitag, 8. März.
Hofreite=Verſteigerung des Jak. Hirſchinger (
Mag=
dalenenſtraße 6) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Bau= und Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr
im Gaſthaus „Zum Löwen” zu Nieder=Ramſtadt.
Bau= u. Nutzholz=Verſteigerung um 10 Uhr zu
Forſthaus Frankenſtein.
Stammholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im
Gun=
dernhäuſer Gemeindewald (Zuſammenkunft auf der
Herrnwieſenſchneiſe am Pflanzgarten).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Darmſtädter Alöbelfabrik
G. m. b. H.
bis zur vornehmſten Ausführung
fertigt Wohnungseinrichtungen Erſtrlaſſige Arbeit — Dauernde Garankie
Sehenswerte Ausſtellungen von 300 Muſterzimmern
Fabrik und Hauptausſtellungshaus: Darmſtadt, heidelbergerſtr. 129
Zweiggeſchäfte: Darmſtadt, Rheinſtr. 28 — Frankfurt a. M., Kaiſer=Wilhelm-Daſſage
Illuſtrierke Koſtenanſchläge gratts!
Extra-Angebot!
en-korz
IrFor
Konfirmanden-Kränze .
Stück 65, 90, 110 ₰
Konfirmanden-Sträußchen Stück 10, 15, 20 ₰
Kerzenschmuck
Stück 45, 60, 90 ₰
Stück 30, 45, 60 ₰
Spitzentücher mit Schrift .
Handschuhe, Glacé, schwarz u. weib, P. 1.25
Schürzen weiß Stickerei mit Träger . . 95 ₰
85 ₰
Strümpfe Wolle plattiert
Kerzentücher St. 0.95, 1.25, 1.75
billigst, in größter
Konhrmations-Karten z.: Auswahl .
In grösster Auswahl:
Haarspangen, Kämme, Broschen,
Porte-
monnaies, Blusennadeln, Manschetten-
:: knöpfe, Uhrkettten etc. etc.222
Für Knaben:
Stück 40, 30, 25 ₰
Stehkragen, gute Qualität . .
Stück 40, 28 ₰
Umlegkragen, 4fach . . . . . .
Stück 40 ₰
Stehumlegkragen, moderne Form
Paar 40 ₰
Manschetten
Serviteurs, glatt, gestickt und mit Falten . . Stück 60, 40, 30 ₰
Hosenträger
Paar 75, 58 ₰
sten Preisen.::
Krawatten, schwarz und farbig —
(5593
Für Mädchen:
Weiße Stickerei-Röcke . . . . Stück 2.25, 1.95, 1.50
Hemden, Achsel- oder Vorderschluss
Stück 95 ₰
Hemden, Achselschluss mit gestickter Passe
. Stück 1.65
Stück 1.40, 1.15
Beinkleider mit Stickerei
Stück 1.35, 95 ₰
Korsetts aus gutem Drell, alle Weiten
. . Stück 3.50
Unterröcke aus Lüster, alle Farben
Kurzwaren und Besätze in großer Auswahl!
Ami. Aprili9l2fälligeConpons
löse bereits heute ohne Abzug ein. (5412a
Hermann Wertheim, Bankgeschäft,
Filiale Darmstadt, Rheinstr. 33.
Mevers Conv.-Lexikon
17 Bände, 1 Klassiker-Bibliothek,
25 Bände, beides mit Regale,
ſehr gut erhalten, bill. zu verk.
Stiftſtr. 41, 2. St. (5312ids
gr. u. 1 kl. Fenſter mit Laden,
Tür= u. Kaſtenſchlöſſer, Zug= u.
Torſchellen, alles gut erhalten, ſehr
billig abzugeben. Anzuſ.
Sams=
tag nachm. 2—3 Uhr (*5612md
Frankfurterſtr 46.
Wegen Umzug zu verkaufen:
eine nußb. pol. Bettſtelle m.
Sprungrahm. 25 M., eine ältere
15 M., ein Kleiderſchrank 10 M.,
ein Waſchtiſch 10 M., ein Diwan
15 M. Schloßgartenſtr. 55, II. (*5708
Bitte leſen!
Ratten, Mäuſe,
Käfer, Wanzen
vertilgt unter Garantie
Institut z. Vernichtg.
j. Ungeziefers.
Beſtellg. w. d. Fostk. o. Tel. 206
Dieburgerstrasse 10 erb. (4885a
Tagesgespräch!
Herren= u. Damenſchuhe, wie auch
Kinderſch., prima Qualit., zu
ſpott=
billigen Preiſen bei T. Naigass,
Schloßgaſſe 10. Bitte genau zu
beacht. d. Ueberſchr. „Volks=Bazar
zur billigen Quelle‟ (*5734dfs
aute Hechste Preise
für getr. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Möbel u. dergl. Poſtkarte genügt.
A. Hochmann (*5677md
Kleine Ochſengaſſe 16, Laden.
F ell c John. Manufakturwaren. (5153a
Ein vollſt.
Bett=
gut erhalten, nebſt zwei noch
guten Tiſchen wegzugshalber ſehr
billig zu verkaufen. Näheres
*5747) Mühlſtr. 28, Seitenb.
4
Wer dort ? (5493a
hierV. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die böchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Kurſe vom 6. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Sf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,60
81,70
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
90,60
3½ do. Conſols
81,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,50
do.
3½
83,50
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,90
89,40
do.
3½
79,90
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,90
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 99,90
89,45
do.
3½
do.
78,60
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,25
4 Württemberger v. 1907 100,20
do.
95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,20
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,50
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,50
4 do. Goldrente . . . 96,60
4 do. einheitl. Rente 89,80
3 Portug. unif. Serie I 65,10
3 do. unif. Ser. III 67,90
3 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 . . 101,45
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 92,40
4 Ruſſen v. 1880 .
91,30
4 do. v. 1902 .
91,20
4½ do. v. 1905 . . . . 100, 40
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,90
4 Türk. Admin. v. 1903 83,80
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,60
4 Ungar. Goldrente . . . 92,00
4 do, Staatsrente . . . 90,10
In Proz.
Zf.
.100,30
5 Argentinter
89,40
4
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,20
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,70
4½
95,50
do.
95,50
4½ Japaner . . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 95,50
60,50
do.
3
4 Gold=Mexikaner v. 1904 88,10
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,40
3 Buenos Aires Provinz 72,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 139,20
3 Nordd. Lloyd . . . . . 105,50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,80
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,75
8 Baltimore und Ohio . 102,80
6 Schantungbahn . . . . 132,70
6½ Luxemb. Prince Henri 153,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 181
6 Pennſylvania R. R. . 119,20
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 486,25
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 253,50
27 Farbwerke Höchſt . . 540,50
120 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,50
8 Cement Heidelberg . . 157,50
32 Chem. Werke Albert 441,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 291,50
4 Lahmeyer .
. . . . 127,50
(emn
Letzte
Divtd.
7 Schuchert, Nürnberg . 154,30
12 Siemens & Halske . 233,00
12 Bergmann Electr. . . 176,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 179,50
25 Gummi Peter . . . . 144,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 125,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 467,50
12 Maſchinenf. Badenia —
16 Wittener Stahlröhren 232,50
8 Steana Romana Petr. 133,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 243,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 243,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 131,00
3 Südd. Immobilien . 71,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 184,00
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . . 220,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 179,60
10 Gelſenkirchener . . . . 191,25
7 Harpener . . . . . . . 189,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 249,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
85,00
Caro. . . .
4 Laurahütte . . . . . . 171,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
10 „ Weſteregeln 190,50
5 South Weſt Africa . 152,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. —
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,60
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,60
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 76,10
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 95,00
3.
do.
79,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,75
In Proz.
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,25
54,75
do.
20/10
77,50
3 Raab=Oedenburg
1 Kronprinz Rudolfbahn 95,75
. 88,50
4 Ruſſ. Südweſt.
96,80
4½ Moskau=Kaſan
do.
101,50
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow
78,50
3 Portugieſ. Eiſenb.
92,00
4½
do.
71,10
24/10 Livorneſer
Salonique=Monaſtir . 65,40
84,30
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,20
7½,00
4 Miſſouri=Pacific.
101,10
4 Northern=Pacific
95,40
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
88,40
Francisco . .
. 97,30
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,40
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 170,90
6½ Darmſtädter Bank . 124.75
12½ Deutſche Bank . . . 259,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,20
10 Diskonto=Kommandit 188,40
8½ Dresdener Bank . . 155,90
9½ Frankf. Hypoth.=B. 212,00
6½ Mitteld. Kreditbank 121,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,00
5½ Pfälziſche Bank . . 130,23
6.48 Reichsbank . . . . . 137,75
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 129,50
7½ Wiener Bankverein . 138,30
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 99,20
Bf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyo.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 99,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,75
89,50
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 101,10
3½
90,10
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
100,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
.100,85
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
90,10
S. 3—5 .
89,90
S. 9—11
90,00
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
do.
3½
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 99,00
3½ do. (unk. 1914) . . 89,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,50
do.
3½
90,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
-
3½ do.
4 Frankfurt.
. . 100,20
3½ do.
96,10
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
. 99,90
3½ do.
90,40
4 Karlsruhe
99,50
3½ do.
90,50
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
99,80
3½ do.
90,30
4 Mannheim
99,00
3½ do.
4 München
99,90
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg
99,80
do.
90,70
4 Offenbach.
In Prozz
Zf.
3½ Offenbach
100,00
4 Wiesbaden
3½ do.
95,50
4 Worms.
31
do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,50
3 Madrider . . Fs. 100 79,50
4 Meininger Pr.=Pfand=
.136,60
briefe . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,25
124,80
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
Fs. 10
do.
fl. 7 34,50
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl. 100 453,00a
Ungar. Staats . . fl.100
. Fs. 30
Venediger .
Fs. 400 171,00
Türkiſche
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
16,26
20 Franks=Stücke
4,19¾
Amerikaniſche Noten
20,44
Engliſche Noten
81,15
Franzöſiſche Noten.
169,30
Holländiſche Noten.
81,65
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
216,00
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten .
. 80,80
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 3sf. 6
enorm billig
im Jarterre
ausgelegt.
Abschnitte
2½ Meter
Sportflanell
der Abschnitt .
2½ Meter
Tennisstoff
2
für Uebergangsblusen
Abschnitte
116 cm breit
Schürzendruck
Meter 78 ₰
6 Meter schwarz-weiss
Baumwollzeug
90
für Hauskleider, der Abschn.
Weisse Damast-Reste
in Längen von 3,60 Meter, für I Bezug reichend
Serie II
Serie II
t 750 130 u. 160 cm br. 795
t 2
der R
der Rest
Markk 2.
Markt 2.
Beren-Speziaigeschaf
lch empfehle als Spezialität
edcde und choebfade
garantiert rein, in allen Preislagen.
Gee
Nacanout
Prämiiert
vorzügliches Nähr- u. Kräftigungsmittel für Magen- u. Darmleidende.
Friedrich Schaefer
Grossherzoglicher Hoflieferant
Drogen und Chemikalien en gros und en detail
7 Ludwigsplatz 7. 1190a
Wir empfehlen unser Lager in: Schlafzimmer-Einrichtungen,
Bettstellen in Holz und Eisen, Patent-Spiralmatratzen,
Rosshaar-, Woll- und Seegrasmatratzen,
Deckbetten, Kissen etc. etc.
Wir sind in der Fertigstellung sämtlicher Matratzen und Bettbezüge deshalb ganz
besonders leistungsfähig, da wir mit der Bettwarenbranche auch wirklich vertraut
sind und jedem Wunsche Rechnung zu tragen imstande sind.
(679a
Kanarienweibchen billig zu vk.
S *5389imd Heß, Waldſtr. 22.
Reine Hornspäne
grobe und feine, in Packeten von
10 Pfg. an, bei größ. Abnahme
beſonders bill. Preiſe bei L. Kuhn.
Karlſtraße 53.
(*5546ddd
Gezimalwage billig zu verkauf.
Wienersſtr. 58, 2. St. (*5765df
anarienhähne und=Weibchen
billig zu verkaufen
5735
Karlſtraße 25, 3. St. rechts.
u. 8 Mon. alter
kattenfänger wolfshund, ſehr
ſcharf z. verk. Näh. i. d. Exp. (*5355od
inderwagen zu verkaufen
I 3712) Kiesſtr. 31, Htb.
Hoflieferanten Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs — Marktplatz Nr. 4.
Eingang durch den Torweg.
K wachſam, bilzu vert. (*3901a
Eberſtadt b. Darmſt., Oberſtr. 17.
Ein gelber Boxer, Rüde,
6 Monate alt, zu verkaufen
Pfründnerhausſtr. 18, I. (*5616md
Monate alt. Rattenpinſcher
zu verkaufen
(*5750
Prima Kleehen
zu kaufen geſucht. Offert. unt.
O 21 an die Exped. (5313imd
Zgutſtng.Kanarienhähne, 218 M.,
verk. Ahaſtr. 20, Mtb., 2. St. (*54801
Wildiog, Lichtenbergſtr. 80, 3. St.
[ ← ][ ][ → ]Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 13. März l. Js., vorm. ½ 9 Uhr,
werden in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen aus den
Diſtrikten Faulbruch und Bauernwieſenſchlag (Erzhäuſerſtraße),
Forſt=
wartei Bayerseich (Nr. 1016—1274), und aus Diſtrikt
Brunnersheg=
ſtück 13, Forſtwartei Steinacker (Nr. 914—1218) verſteigert;
Nutzknüppel rm: 8 (2,5 m lang in Diſtrikt Faulbruch);
Scheiter rm: 145 Buchen I. Kl., 201 Buchen II. Kl., 63 Eichen,
1 Birke, 1 Aſpe; Knüppel rm: 192 Buchen, 11 Hainbuchen,
101 Eichen (hiervon 18 rm Pfoſten 2,5 m lang), 1 Aſpe,
Reiſig Wellen: 6950 Buchen, 700 Eichen; Stöcke rm:
89 Buchen, 47 Eichen.
Das Holz aus Brunnershegſtück 13 iſt über die größtenteils
neu chauſſierte Hanauer=Steinſchneiſe nach der Frankfurterſtraße hin
gut abzufahren. Blau unterſtrichene Nummern werden nicht
ver=
ſteigert. Auskunft erteilen Forſtwart Klipſtein zu Bayerseich und
Forſtwart Bayerer zu Krauſe=Buche, beides Poſt Egelsbach. (5573
Darmſtadt, den 6. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
olz-Verſteigerung.
Montag, den 11. März I. Js., vormittags von
10 Uhr ab,
werden im Klein=Zimmerer Gemeindewald nachſtehende
Holzſorti=
mente verſteigert:
A. Stamm= und Nutzholz.
— 0,77 fm Inhalt
1 Eichen=Stamm
2 Lärchen=Stämme — 1,55 „ „
2 Fichten=Stämme — 2,67 „ „ IV. Kl.
— 9,17 „ „ Va. „
14 „
- 37,04 „
, Vb. „
126
68 „ Derbſtangen — 5,15 „
B. Brennholz.
Scheiter: 2 Lärchen, 11 Eichen, 80 Kiefern, 1 Fichte.
Knüppel: 1 Buchen, 1 Hainbuchen, 16 Eichen, 57 Kiefern,
14 Fichten.
Wellen: 0,35 Buchen, 0,30 Eichen, 0,85 Kiefern.
Stöcke: 2 rm Eichen, 17 rm Kiefern, 24 rm Fichten.
Zuſammenkunft bei Herrn Gaſtwirt Schneider, gegenüber dem
(5523ds
Meſſeler Bahnhof.
Klein=Zimmern, am 5. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Klein=Zimmern.
Kiefer.
Kohlen- u. Sterbeverein „Friede‟ Ober-Ramstadt.
Vergebung von Kohlen u. Briketts für d. Geſchäftsjahr 1912/13.
Der Bedarf von zirka 38—46 Waggon Kohlen Nuß II (nur aus
dem Ruhrgebiet) und zirka 20—25 Waggon Briketts „Union” ſoll
vergeben werden. Angebote unter der Bezeichnung „Anlieferung für
Kohlen” ſind verſchloſſen bis Samstag, den 16. März 1912 bei
dem 1. Vorſitz. Adam Rückert III., Ernſt=Ludwigſtr., einzureichen.
Lieferungsbeding, ſind bei Genanntem in deſſen Wohnung oder gegen
Einſend. des Portos von 30 Pfa. zu erhalten. Der Vorſtand. (5537dsd
Die Restbestunde
in
Herren- und Rnaden-Anzugen, Tulerofs.
Kehhrmanden-Anzugen, Hoseh eie.
werden wegen Aufgabe dieſer Artikel nur noch bis
Ende dieses Monats
größtenteils zu und unter Selbſtkoſtenpreis
aus=
verkauft.
(5105sid
Sebr. Blait
Markt 5.
10 St.
Trink-Eier 9 Pfg.
85 Pfg.
10 St.
Sied-Eler 6 Pff. 75 Pfg.
10 St.
Pariser Kopfsalat 13 Pfg. 1,20 Mk.
10 Pfd.
Mantd-Kartorlem in Pfl. 1.10 Mk.
10 St.
Messina-Zitronen 5 Pfg.
45 Pfg.
Feinste Süssrahm-Butter pfa. 80 Pfg.
Zusendung frei Haus. (5592
Emanuel Fuld
Telephon 137.
Kirchstr. 1.
Karlstrasse 29
guterhaltene Ladentür, kl.
Erker=
rahmen, Rolläden mit
Zinkvor=
ſatz, Fenſter, Türen zu verkaufen.
Paul Wolf, Uhrmacher. (5536df
Helles Jackert 4 Mk.,
Damen=
ſchuhe, br., 3,50. Gr. 38, z. vk.
*5718) Ireneſtr. 12, Ecke Viktoriaſtr.
Ein gebrauchter
Soxlethapparat
zu kaufen geſucht. Näh.
Arheilger=
ſtraße 58 im Laden.
(5601df
gebr. Klapp=Sportwagen zu
kaufen geſucht. Offerten mit
Preis unt. P 36 Exved. (5598df
Hessische Handels Benranstatt
DARMSTADT
Rheinstrasse 6.
Fernsprecher 923
Gründliche, gewissenhafte Ausbildung in allen Handelsfächern durch
beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Spezialität: Buchführung nach allen Systemen mit Abschluss, sowie Bank- und
Ge-
schäftsrechnen. — 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
(5546a
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben
Sprechstunden:
staatl. geprüfter Handelslehrer
Montag bis Freitag
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
12—1 und 3—5 Uhr.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 18. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Wilhelm
Adam zu Nieder=Modau, im
Grundbuch der Gemarkung
Darm=
ſtadt zugeſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
29 1 1523 Ackerrechts dem
Judenbrunnen,
29 4 2322 Hofreite (
La=
gerplatz) daſ.,
bezgl. der letzteren Parzelle jedoch
nur des demſelben zuſtehenden
An=
teils, in unſerem Bureau
zwangs=
weiſe verſteigert werden. (K21/12
Darmſtadt, 2. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V5566
Brennholz=Verkauf.
Rheinſtraße 23
iſt eine große Partie
Brenn=
holz billig zu verkaufen.
Friedrich Ganss.
5582)
Lunglalz
ladungsweiſe abzugeben.
An=
fragen unter O 22 an die
Expedition erbeten. (5314imd
Möbel!
Wegen Wegzug zu verkauf.:
Schreibtiſch, Waſchtiſch,
Küchen=
tiſch, Teppiche, Gardinen ete.
Kaupſtraße 44, 1. Stock. (5541
Zum Wohnungswechſel!
Gas=
lampen , Gasherde jeder Art
billigſt. Vorjähr. Muſter weit unter
Preis. Aufarbeiten von
Beleuch=
tungskörpern, Umänderungen,
Ab=
u. Anmontieren prompt u. billigſt
(5579a
A. Guntrum
52 Stiftſtraße 52 (nächſt der
Roß=
dörferſtraße). — Telefon 1467.
Großer, vorzüglich erhaltener
Restaurationsherd
billig abzugeben
(5602a
Lerch, Ernſt=Ludwigſtraße 1.
1 Glastheke
0.75: 2.00 Mtr., ſehr preiswert
(5372mdf
abzugeben
J. Ph. Leuthner,
Ernſt=Ludwigplatz 2.
A Ooigomalde
250 cm lang, 190 cm hoch, ein
Queueſtänder f. 10 Queues
iſt billig zu verkaufen (*5708
Residenz-Café, Ludwigspl. 2.
Gebr., gut erhalt. Kinderwagen
u. Kinderklappſtuhl zu verk.
*5720)
Herderſtr. 5, 1. St.
Dleiderſchr., Bettſt. m. Matr.,
Nachtſeſſel, pol. viereck. Tiſch,
Waſchbütten, Einmachtöpfe u.
div. z. vk. Mühlſtr. 41, I. (*5710dsm
Mafelklavier, Stuttgarter
Fa=
brikat, guter Ton, billig zu
verk. Mühlſtr. 41, I. (*5711dsm
Zu verkaufen: -2nd
1 Gaskronleuchter, 1 große elektr.
Krone, 1 Amerikaner=Ofen, 1 kl.
Ofen, Tiſche, Schränke aller Art
(5518
Heinrichſtraße 17.
uterhalt. Kinderwagen billig
Löffelgaſſe 25, part. (*5703
Darmſtädter Pädagogium
Leiter: M. Elias, Herdweg 56, Telephon 2554,
ſtaatlich konzeſſionierte Privatſchule mit den Klaſſen Sexta bis
Oberprima. Der Unterricht wird in kleinen Klaſſen erteilt, ſo daß
die Berücksichtigung der individuellen Veranlagung der
Schüler ermöglicht wird. An der Anſtalt unterrichten 14 Lehrer.
In beſonderen Kurſen erfolgt die Vorbereitung zum
Ein-
jährigen-, Primaner- und Abiturienten-Examen.
1910/12 beſtanden 15 Abiturienten, 31 Einjährige und
(B5564
viele für andere Klaſſen.
Kasondungs Kaefud
für Geschäftsleute, Beamte, Studenten usw.
in Vortrag und Redekunst.
Derſelbe umfaßt: Schönheit der Ausſprache, Atem,
Grund=
ton beim Reden, Korperſtellung und Haltung. Angſt uſw. ſchwin=
(3506a
den gänzlich.
Dir. F. Baum, Bismarckstr. 48.
Vom 1. April ab Wilhelminenſtraße 35.
Wolohon Derur
Ihr Sohn erwählen mag,
Sie finden bei mir
für jedes Gewerbe,
in Massenauswahl, erprobte Qualitäten,
zu billigsten Preisen.
Phillvo Hess.
Darmstadt, Schillerplatz 5. (5550
Golhaer Lebensverſicherungsbank auf Gegenſeitigkeit.
Verſicherungsbeſtand:
1049a
Eine Milliarde 100 Millionen Mark,
Bisher gewährte Dividenden:
286 Millionen Mark.
Alle überſchüſſe kommen den Verſicherungsnehmern zugute.
Unverfallbarkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpolice.
Proſpekte und Auskunft koſtenfrei durch den Beamten der Bank
Sebastian Eckler, Rheinstrasse 9, Telefon 243,
zu verkaufen bei
Kaſſenſchrank 1. Becker,
Wald=
ſtraße 32, Hinterhaus. (*5709df
5 hellgr. Frühj.=Koſtume,
tadell=
erh., für ſchlanke Figur bill. zu
verkaufen Beckſtr. 62, 1. St. (*5721
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1927, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verfäumnis wird zur öfentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1912 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Anträge die nach dem 1. April 1912 geſtellt werden, können keine
Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3. 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
lhaben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
fführen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
Wbis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
ZZeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
mur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
eein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19 4.
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
Hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg D1) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
n roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Mummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
ſolatte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
doen muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchriſt von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
ur Köntrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1, April bis 31. März) ſtets nur einmal, und
war erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſrens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Blätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
der Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 29. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
richt von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
ü berlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſparuch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
da=
hingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2.im den Fülen der Ziſſr 2 der lete Steuerzeitel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
en Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 80 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritk
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2. findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4719a
Das Großh. Miniſterium des Innern hat dem Vorſtand des Agnes=
Frauen=
vereins im Herzogtum Sachſen=Altenburg zu Altenburg die Erlaubnis erteilt,
10000 Loſe der zweiten Serie einer am 4. und 6. Mai 1912 zu Gunſten des genannten
Vereins zu veranſtalteten Geldlotterie innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen in
der zweiten Serie 120 000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen
dürfen nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel. verſehene Loſe gelangen. (5589
Der Ortsgewerbeverein Groß=Vieberau und Umgegend beabſichtigt mit der am
9. April ds. Js. in Groß=Bieberau ſtattfindenden Ausſtellung von gewerblichen
Gegen=
ſtänden eine Verloſung von ſolchen Gegenſtänden zu verbinden.
Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Veranſtal=
tung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 3000 Loſe zu 0,50 Mk.
das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60½, des Bruttoerlöſes aus dem
Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Der
Vertrieb der Loſe iſt in der Provinz Starkenburg geſtattet.
(5588
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Zurückſtellung von Reſerviſten, Wehrleuien I. und II. Aufgebots,
Erſatz=Reſerviſten und ausgebildeten Landſturmpflichtigen infolge
häus=
licher ꝛc. Verhältniſſe.
Diejenigen Reſerviſten, Wehrleute I. und II. Aufgebots, Erſatz=Reſerviſten
und ausgebildete Landſturmpflichtige, welche auf Grund der nachſtehend abgedruckten
Beſtimmungen des § 122 der Wehr=Ordnung vom 22. November 195 eme
Zurück=
ſtellung hinter den älteſten Jahrgang der Reſerve, der Landwehr I. bezw. II. Aufgebots,
Erſatz=Reſerve und des Landſturms in Anſpruch nehmen zu können glauben, werden
hiermit aufgefordert, ihre bezüglichen Geſuche baldigſt und ſpäteſtens bis zum
25. März 1. Js. bei den betreffenden Großherzoglichen Bürgermeiſtereien einzureichen.
Die nach dieſer Zeit eingehenden Geſuche können für das laufende Jahr (d. h. bis zum
nächſtjährigen Zurückſtellungstermin), keine Berückſichtigung mehr finden.
Die eingereichten Geſuche unterliegen der Entſcheidung der verſtärkten Erſatz=
Kommiſſion gelegentlich des Muſterungsgeſchäfts. Dieſe Entſcheidungen behalten ihre
Gültigkeit nur bis zum nächſten Zurückſtellungstermin. Im Falle des Bedürfniſſes ſind
die Anträge auf weitere Zurückſtellung zu erneuern.
Außerterminlich kann Geſuchen um Zurückſtellung durch ſchriftliches
Ueberein=
kommen der ſtändigen Mitglieder der Erſatz=Kommiſſion nach § 124, 2 der Wehr=
Ordnung nur dann ſtattgegeben werden, wenn nach dem allgemeinen Entlaſſungs=
Termin der Rerſerven dringende Verhältniſſe die ſofortige Zurückſtellung einzelner
der entlaſſenen Mannſchaften gerechtſertigt erſcheinen laſſen.
(3929a
Darmſtadt, am 7. Februar 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz Kommiſſion Darmſtadt.
* Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
§ 122 der Wehr=Ordnung.
Abdruck.
1. Zurückſtellung im Sinne der in §. 118, 3 und 120, 5 enthaltenen Feſtſetzungen
dürfen aus folgenden Gründen (Zurückſtellungsgründe) eintreten:
a) wenn ein Mann als der einzige Ernährer ſeines arbeitsunfähigen Vaters oder ſeiner
Mutter bezw. ſeines Großvaters oder ſeiner Großmutter, mit denen er dieſelbe
Feuerſtelle bewohnt, zu betrachten iſt und ein Knecht oder Geſelle nicht gehalten
werden kann, auch durch die der Familie bei der Einberufung geſetzlich zuſtehende
Unterſtützung der dauernde Niedergang des elterlichen Hausſtandes nicht
abge=
wendet werden könnte;
b) wenn die Einberufung eines Mannes, der das dreißigſte Lebensjahr vollendet hat
und Grundbeſitzer, Pächter oder Gewerbetreibender oder Ernährer einer zahlreichen
Familie iſt, den gänzlichen Verfall des Hausſtandes zur Folge haben und die
An=
gehörigen ſelbſt bei dem Genuſſe der geſetzlichen Unterſtützung dem Elend
preis=
gegeben würden;
c) wenn in einzelnen dringenden Fällen die Zurückſtellung eines Mannes, deſſen
ge=
eignete Vertretung auf keine Weiſe zu ermöglichen iſt, im Intereſſe der allgemeinen
Landeskultur und der Volkswirtſchaft für unabweislich notwendig erachtet wird.
2. Mannſchaften, welche wegen Kontrollentziehung nachdienen müſſen, haben
jedoch auch in den vorgenannten Fällen keinerlei Anſpruch auf Zurückſtellung.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 8., 11., 12., 15.,
18., 19., 22., 25., 26., 29. März 1912 von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends von
Truppenteilen des XVIII. Armee=Korps Schießen mit ſcharfer Munition auf dem
Schießplatz bei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
im Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während desSchießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. Sept. 1909, Kreisamt Offenbach a. M., 20. Sept. 1909.)
Iſt das Schießen früher beendet, ſo werden die Gemeinden Meſſel und Offenthal
von Aufhebung der Abſperung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 16. Februar 1912.
(4911a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Jagdhund. 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt
(5542
jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Schwanenſtraße zwiſchen der Gardiſten= und der
Schloßgarten=
ſtraße für die Zeit vom 6. bis zum 16. März lfd. Js. für den Fuhr=
(5574
werksverkehr geſperrt.
Bekanntmachung.
Zur Verhütung von Unglücksfällen ſehen wir uns
wieder=
holt veranlaßt, die Eigentümer und Führer von Fuhrwerken jeder
Art auf die geltenden Beſtimmungen über die Beleuchtung der
Fuhrwerke nach Eintritt der Dunkelheit, ſowie über Einhalten
der rechten Straßenſeite und Fahren in gemäßigter
Geſchwindig=
keit hinzuweiſen.
Die Schutzmannſchaft iſt zur ſtrengen Ueberwachung und ge=
(5398md
gebenenfalls Anzeigeerhebung angewieſen.
Darmſtadt, den 2. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
(637a
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 8. März I. J., vorm 9 u. nachm. 3 Uhr
verſteigere ich wegen Wegzug auf freiwilligen Antrag des Beſitzers
Ludwigshalle, Obergaſſe 12
folgende noch ſehr gute und nur kurze Zeit gebrauchte
Möbel und Haushaltungsgegenſtände:
1 Salon=Einrichtung: 1Sofa, 2 Seſſel, 2 Stühle,
2 vergold. Stühle, 1 Ziertiſchchen, 1 Vertiko,
1 Salontiſch, 1 Wandbild (Gobelin), 1 Spiegel,
1 Teppich, 1 Fell, 1 Lüſter;
1 Eßzimmer: 1 Büfett, 1 Serviertiſch, 1
Aus=
ziehtiſch, 4 Stühle, 1 Ziertiſch, 1 Teppich,
1 Zuglampe, 1 Wanduhr, 1 Schaukelſeſſel,
1 Chaiſelongue;
1 Schlafzimmer mit 2 eiſernen Reformbetten,
Waſchtiſch, 2 Nachttiſche, Waſchgarnitur,
Hand=
tuchſtänder;
1 Schlafzimmer mit 2 pol. Bettſtellen,
Waſch=
tiſch, Nachtiſche u. ſ. w.;
ferner kommen zum Ausgebot:
mehrere 1 und 2tür. Kleiderſchränke, 1 poliert.
nußb. Kleiderſchrank, 2 Chaiſelongues, mehrere
Seſſel, Stühle, Waſchkommode, Spiegel,
Tep=
piche und ſonſtige kleine Möbel, 1
Herren=
ſchreibtiſch, 1 Flurgarderobe, 1 Garnitur
Gartenmöbel, 1 Waſchmaſchine, 1 Waſchmangel,
1 Eisſchrank, 1 kupf. Keſſel, 1 Partie
Vogel=
hecken und 3 Wellenpapageien.
Eine faſt neue Küchen=Einrichtung,
und noch ſonſtige Haushaltungsgegenſtände in
großer Anzahl.
Porzellan, Gläſer und Service.
12 verſilberte Beſtecke in Etm,
12 Kaffeelöffel, 1 verſilberter Pokal.
Alle Gegenſtände ſind ſehr wenig gebraucht und
noch ſehr gut erhalten.
Die Beſichtigung kann Donnerstag, den 7. März.,
nachmittags von 3—6 Uhr in dem Verſteigerungslokal ſtattfinden.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(5300id
Darmſtadt, den 5. März 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
infolge Todesfalles zu verkaufen: 5 gute Arbeits=
5 pferde, 12 Wagen, 2 Rollen, Ackergeräte,
durch alle Rubriken überhaupt, Schiff und Geſchirr ꝛc.
Anzuſehen mittags von 12—2 Uhr:
*5428id
Gardiſtenſtraße 15.
Friedr. Stumpf, Nachlaßverwalter.
Voranſchlag 1912.
Der Entwurf des ſtädtiſchen
Hauptvoranſchlags und der
Vor=
anſchläge der
Nebenverwaltun=
gen für 1912 (1. April 1912 bis
dahin 1913) iſt an den Werktagen
vom 9. bis einſchl. 18. März
ds. Js. in den bekannten
Dienſt=
ſtunden auf dem Stadthaus,
Zim=
mer Nr. 39, zur Einſicht offen
gelegt.
(5439md
Darmſtadt, 4. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Vergebungvon Erdarbeiten.
Die im Verwaltungsjahr 1912
bei Ausführung von Kabellegungen
erforderlich werdenden
Erdarbei=
ten ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen auf dem Büro
der unterzeichneten Verwaltung,
Luiſenſtraße 22, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 13. März 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(5502md
reichen.
Darmſtadt, 4. März 1912.
Städtiſche
Elektrizitätswerksver=
waltung Darmſtadt.
Meyer.
in unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a) teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 29. Februar 1912.
Hinſichtlich der Firma:
L. Borné, Darmſtadt.
Friedrich Borné, Uhrmacher in
Darmſtadt, iſt in das Geſchäft als
perſönlich haftender Geſellſchafter
eingetreten.
Die Geſellſchaft hat am 1. Januar
1912 begonnen.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Gelöſcht die Firma:
Staudenkulturen
Darm=
ſtadt Wilhelm Müller,
Darmſtadt.
Am 1. März 1912.
Aenderung hinſichtlich der
Firma:
Magdalena Matheis,
Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Schuhlager Aligator
Mag=
dalena Matheis. (5525
Darmſtadt, 4. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter,
Ab=
teilung B, iſt heute unter Nr. 12
die Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung unter der Firma: G. C.
Klebe, Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, und mit dem Sitze
in Eberſtadt, eingetragen worden.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt die Fabrikation von
Papier=
waren und Druckſachen aller Art
und in allen Ausführungen, ſowie
der Handel mit ſolchen und mit
allen ſonſtigen einſchlägigen oder
zum Mitbetrieb geeigneten Artikeln,
ſowie der Kauf oder Verkauf von
Unternehmen der genannten
Branche.
Das Stammkapital beträgt:
Mark 100000.−
Geſchäftsführer iſt: Karl
Krae=
mer, Kaufmann in Darmſtadt;
Prokuriſt iſt: Ludwig Friedrich,
Kaufmann in Eberſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
14. Dezember 1911 bezw. am
22. Januar 1912 feſtgeſtellt, der
Nachtrag am 3. Februar 1912.
Die Geſellſchaft wird durch einen
oder mehrere Geſchäftsführer
ver=
treten.
Die Dauer der Geſellſchaft iſt
auf mindeſtens 10 Jahre
feſt=
geſetzt.
(5538
Darmſtadt, 29. Februar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht
Darmſtadt II.
Bekanntmachung.
In unſerm Handelsregiſter A
wurde heute die Firma G. C.
Klebe in Eberſtadt gelöſcht. (5539
Darmſtadt, 29. Februar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht
Darmſtadt II.
Bekanntmachung.
(Harras.)
Die am 5. ds. Mts. abgehaltene
Nutzholz=Verſteigerung iſt
geneh=
migt. Die Ueberweiſung und der
erſte Abfuhrtag wird auf
Mitt=
woch, 13. März I. J., feſtgeſetzt.
Darmſtadt, 6. März 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſt adt
Kullmann. (5607
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 7. März 1912, nachm. 2 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt:
2 Stück Halbleinen, 6 Stück Drell, 60 Tafeltücher,
40 Bettkolter und Steppdecken, 6 Stück leinene
Anzug=
ſtoffe, 8 Stück Bettzeug, 4 Stück Tiſchzeug, 13 Stück
Hemdenſtoff, 6 Stück Kleiderzeug. 14 Stück
Schürzen=
ſtoffe, 8 Stück Bettkattun, 2 Stück Segeltuch, 1 Stück,
Bluſenſtoff, 1 Stück Melton, 35 Meter Gerſtenkorn,
Dutzend Servietten, 28 weiße und 2 farbige Hemden,
1½ Dutzend Damenhoſen, 11 Nachthemden, 4 Karton
Hemdeneinſätze, 1 Partie ca. 270 Putzlumpen, 1
Kon=
trollkaſſe;
b) um 4 Uhr beſtimmt: 1 Fahrrad;
c) vorausſichtlich:
6 Diwans, 3 Sofas, 1 Büfett, 10 Vertikos, 3 Schreibtiſche,
2 Spiegel=, 5 Waren=, 2 Glas=, 2 Kaſſen=, 2 Bücher= und
5 Kleiderſchränke, 4 Pfeilerſchränkchen, 2 Betten, 3 Fahrräder,
2 Schläger, 2 Studentenröcke, 1 Gehrock, 1 Landauer, 1
Viktoria=
wagen, 1 Laden= u. 1 Bade=Einrichtung, 1 Partie Falzziegel
und Schieferſteine pp.;
ferner auf freiwilligen Antrag um 4 Uhr:
1 Diwan, 1 Sofa, 1 Chaiſelongue und 1 Ableſetiſchchen für
Schreibmaſchine.
Darmſtadt, den 6. März 1912.
(5529
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, 9. März 1912, vormittags 11 Uhr,
verſteigere ich in der Rummelbräu=Allee dahier auf freiwilligen
An=
trag wegen Aufgabe des Geſchäfts öffentlich meiſtbietend gegen
Bar=
zahlung:
1 Kontrollkaſſe, 1 Anſichtspoſtkarten=Automat, 1
Rot=
käppchen=Automat (Schokolade), 1 Kognak=Automat,
1 Eismaſchine, 1 Korkmaſchine, 1 Kapſelmaſchine,
1 Rettich=Schälmaſchine, 1 kupfern. Fiſchtopf, 6
Kuchen=
u. Tortenformen, 200 Beſtecke Meſſer, Gabeln u. Löffel,
ca. 200 Tiſchdecken, weiße u. bunte, 6 Servierbretter,
ca. 1200 Biergläſer (Henkel) 0,3 und 0,4 Liter, ca,
600 Weingläſer, verſchiedene 0,2 Liter=Gläſer,
Sekt=
becher ¼ Liter=Ausſchank, 200 Krüge für Bockbierfeſte,
10 Krüge Steinhäger, Bockbier=Scherzartikel, Faſtnacht=
Scherzartikel, 1 Dezimal=Wage, verſch. Bilder, 6
Zei=
tungshalter, ca. 20 Blumenkübel mit Pflanzen, ca.
10 Malter Kartoffel.
Darmſtadt, den 6. März 1912.
(5596
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24.
Das Dienſtwohngebäude auf Bahnhof Langen einſchl. der
Neben=
anlagen ſoll auf Abbruch verkauft werden.
Verdingungsunterlagen ſind bei dem unterzeichneten
Betriebs=
amt einzuſehen und können auch gegen porto= und beſtellgeldfreie
Einſendung von 0,50 Mk. in bar (nicht in Briefmarken bezogen werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis zum 21. März
1912, vormittags 11 Uhr, an das unterzeichnete Betriebsamt
einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 4 Wochen.
(75561
Großh. Eiſenbahnbetriebsamt Darmſtadt 3.
Zur Einfriedigung u. Befestigung der Kohlen-
Lagerplätze am neuen Haupt-Bahnhofe Darmstadt
werden benötigt:
zirka 1000 Ifdm. 2,25 m hohe Eiſenbetonwand
„ 1500 am Rauhpflaſter aus Bruchſteinen für Fahrſtraßen oder
auch Rollpflaſter mit Schotter
3200 qm Rauhpflaſter desgl. für Lagerplätze
1600 qm Backſteinbelag für Schuppen uſw.
200 qm Backſteinrollpflaſter für Stallungen uſw.
Koſtenfreie Offerte bis zum Mittwoch, den 13. ds.
Mts=
nachmittags 6 Uhr, an den Unterzeichneten erbeten; woſelbſt auch
nähere Auskünfte und Bedingungen nebſt Arbeitsbeſchreibungen zu
erhalten ſind.
Darmſtadt, den 6. März 1912.
(5568
Gg. Scherer, Architekt, Rheinstr. 47.
Verkauf von Baumaterialien.
Bleichſtraße, neben der Synagoge, Wittich’ſche Hofbucht
druckerei, ſind durch Niederlegung eines 30m langen Seitenbaues
ſämtliche Baumaterialien, beſtehend aus Sparren, Balken à 10m
lang, Fenſter mit und ohne Geſtelle, 400 Bord 4—4½ m lang
30 Zimmertüren mit Futter und Bekleidung, Glastüren, eiſernen
Oefen, einem Röderherd, Küchenplättchen, Backſteinen und Ruſſen=
(5333id
ſteinen billig zu verkaufen.
Friedrich Ganss.
Brennholz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 14. März I. Js.,
ſollen im Eberſtädter Gemeindewalddiſtrikt Klingsackertanne
nachver=
zeichnete Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle
verſteigert werden
178 rm Kiefern=Scheiter 12 rm Buchen=Aſtreiſig
102
Knüppel
310 Stück „ Wellen
159 rm
Stöcke.
Die Zuſammenkunft der Steigerer iſt vormittags um 9 Uhr
am Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Bemerkt wird, daß das meiſte Holz in Abt. 31—32 und 36, in
nächſter Nähe der Eſchollbrückerſtraße lagert und nach Darmſtadt und
nach dem Ried gut abzufahren iſt.
(5522di
Eberſtadt, den 5. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Bieflenwandestice
schallt laut und frei und sie war
am Tage vorher so überanstrengt
worden, dass am Abend kein Ton
mehr heraus kam. Ein paar
Wybert-Tabletten haben die
Stimme wieder rein, den Hals frei
gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren, der
viel und laut zu sprechen hat. Eine Schachtel mit
ca. 400. Tabletten kostet in allen Apotheken und Dro
rerien nur 1 Mark.
(2857)
Zweite Kammer der Stände.
11. Sitzung.
St. Darmſtadt, 6. März.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergkzu Vach Erz., Geheimerat Dr. Becker,
Miniſterialräte Hölzinger, Dr. Kratz, Geh.
Ober=
finanzrat Dr. Rohde, Geh. Oberbaurat Kilian,
Finanzrat Ulrich, Legationsrat Dr. Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein. Erſter
Gegenſtand iſt die Regierungsvorlage betreffend das
Brückengeld an der Rheinbrücke in Mainz.
Abg. Brauer bittet zur Geſchäftsordnung, den
Gegenſtand abzuſetzen, da es ſeiner Partei nicht
möglich war, zu der Sache Stellung zu nehmen. — Das
Haus iſt damit einverſtanden, daß der Gegenſtand als
erſter Punkt auf die morgige Tagesordnung kommt.
Dann wird die Beratung des
Hauptvoran=
ſchlages bei Kapitel 10:
Eiſen bahnen,
fortgeſetzt. — Abg. Raab kommt nochmals auf die
Be=
amten zu ſprechen, die ſeinerzeit nicht in den
Gemein=
ſchaftsdienſt übergetreten ſind. Dieſe paar Beamten
hängen gewiſſermaßen zwiſchen den beiden Staaten und
bekommen dadurch von beiden nichts. Redner hofft, daß
der Abg. Henrich baldigſt einen entſprechenden Antrag
einbringt, den ſeine Partei dann ſehr unterſtützen wird.
Die vom Abg. Berthold geſtern vorgebrachte Beſchwerde
über den Verkehr der Arbeiterzüge in der Nähe der
gro=
ßen Städte möchte er unterſtreichen. Es herrſcht hier
dauernd Wagenmangel, dem unbedingt abgeholfen
wer=
den müſſe. Weiter beſpricht Redner einen am 27 Dez.
1911 ergangenen Erlaß der Eiſenbahndirektion Mainz,
der ganz der Auffaſſung widerſpricht, als ob wir in
einem Rechtsſtaat leben. Vor allem beanſtandet der
Red=
ner das darin enthaltene Verbot der Teilnahme an
ſozialdemokratiſchen oder ſonſt ordnungsfeindlichen
Ver=
einen, beſonders dem Transportarbeiterverband, ſowie
anderen Vereinen, die die Arbeitseinſtellung für zuläſſig
erklären, ſowie das Verbot des Haltens und Verbreitens
von ſozialdemokratiſchen Schriften und des Beſuches von
ſozialdemokratiſchen Verſammlungen. Der Redner
be=
zeichnet es als eine betrübende Tatſache, daß ein
der=
artiger Erlaß in Heſſen ergehen konnte und hofft, daß die
Regierung ihn ebenſo für ungültig erklären werde, wie
das Motuproprio des Papſtes. (Oho! Hört, hört!) Er
frage die Regierung, ob ſie den Erlaß als mit unſeren
Geſetzen in Einklang ſtehend betrachtet, und was ſie zu
ium gedene, um ihn wirkungslos zu machen. Durch ſolche
Erlaſſe werden Dinge gezeitigt, die keineswegs im
In=
tereſſe des Staates liegen, ſo vor allem ein Spionage=
und Denunziantenſyſtem und dergleichen.
Präſident Köhler teilt dann mit, daß noch
drei=
zehn Redner gemeldet ſind und bittet, ſich doch
mög=
lichſte Beſchränkung aufzuerlegen.
Abg. Finger ſpricht der Eiſenbahnabteilung
An=
erkennung aus dafür, daß ſie faſt alle ſeine
Eiſenbahn=
wünſche erfüllt hat. Nur einige Wünſche möchte er
noch=
mals wiederholen, und zwar, die Triebwagen auf der
Strecke nach Alzey einzuführen, Schnellzugsverbindungen
zwiſchen Worms und Bingen einzuführen und die Strecke
Worms-Offſtein-Landesgrenze in den Staatsdienſt
zu übernehmen. — Abg. Hartmann führt Klage über
ſchlechte Zuſtände der vierten Klaſſe=Wagen der in
Frank=
furt einmündenden Arbeiterfrühzüge und erſucht, für
dieſe eventuell die dritte Klaſſe=Wagen zur Benutzung
freizugeben. — Abg. Wiegand wünſcht beſſere
Eiſen=
bahnverbindungen mit der Stadt Heppenheim, beſonders
erſucht er, mehrere Züge, die jetzt an Heppenheim
vor=
beigehen, halten zu laſſen. — Abg. Singer wünſcht
beſſere Verbindungen zwiſchen Hanau und Seligenſtadt
und zwiſchen Seligenſtadt und Darmſtadt und Frankfurt.
Die Gemeinde ſei gern bereit, Opfer zu bringen, wenn
ihre jahrelangen Petitionen endlich berückſichtigt
wür=
den. — Abg. Dr. Fulda hält es für unvorſichtig vom
Abg. Finger, der Eiſenbahnbehörde Anerkennung
auszu=
ſprechen, weil ſie die Wünſche der Bevölkerung
berück=
ſichtige. Das Gegenteil ſei der Fall, und man müſſe ein
großes Maß von Optimismus beſitzen, um hier noch
Wünſche zu äußern. Er beſpricht dann die Beſtrebungen
des neu gegründeten Verkehrsverbandes
Frank=
furt-Darmſtadt. Der Verkehrsverein
Darm=
ſtadt treibe eine ganz unbegreiflich verkehrte
Verkehrs=
politik, denn er leite den Verkehr geradezu von
Darm=
ſtadt ab. (Weitere Ausführungen des Redners bleiben
bei der allgemeinen Unruhe im Hauſe unverſtändlich.)
Die Abendzüge Frankfurt-Darmſtadt ſeien meiſt
über=
füllt, wodurch ſtets Verſpätungen entſtehen. Die
Arbei=
terzüge ſeien meiſt mangelhaft geheizt, beſonders die
Frühzüge von Darmſtadt ab. Er tritt ferner für beſſere
Aufbewahrungsräume für Fahrräder der Arbeiterſchaft
ein und äußert eine Reihe Fahrplanwünſche betreffs
Egelsbach-Frankfurt, Neu=Iſenburg uſw.
* Der Präſident macht dann Mitteilung von einem
Antrag Henrich und Gen., 5000 Mark in den Etat
einzuſtellen zur Gewährung nichtpenſionsfähiger
Zu=
lagen an die nicht in den Gemeinſchaftsdienſt
übergetre=
tenen Eiſenbahnbeamten.
Abg. Reh äußert Wünſche bezüglich der längſt
be=
willigten Strecke Alsfeld-Nieder=Aula. Auf der Strecke
Gießen-Alsfeld und anderen oberheſſiſchen Strecken
ſeien die Wagen zweiter Klaſſe in miſerablen Zuſtänden.
Der Präſident macht Mitteilung von einem
ſo=
eben eingegangenen Antrag Dr. Weber und Gen.
dahingehend, daß 1. der zur Erweiterung des
Bahn=
hofs Schotten vorgelegte Entwurf nicht zur
Aus=
führung gelangt und daß 2. neue Pläne vorgelegt
wer=
den, die den tatſächlichen Verkehrsverhältniſſen
ent=
ſprechen.
Abg. Uebel klagt über Ueberfüllung von
Arbeiter=
zügen, über mangelhafte Beleuchtung derſelben u. a. m.
in der Rodgaubahn. Die Frauen ſollten angewieſen
werden, die Frauen=Abteile zu benützen, da in den
an=
deren Abteilen Geſpräche geführt werden, die jedem An=
ſand Hohn ſprechen. — Abg. Dr. Ofann möchte die
Angriffe Fuldas gegen den Verkehrsverein Darmſtadt
zurückweiſen. Die Tatſachen beweiſen, daß die Angriffe
durchaus unbegründet ſind. Dem Abg. Fulda ſcheine es
die Eiſenbahndirektion ja überhaupt nicht recht machen
zu können. Bezüglich der Ausführungen des Abg. Raab
zu dem gerügten Erlaß muß doch darauf hingewieſen
werden, daß es ſich bei dem Eiſenbahnbetrieb um eine
beſondere Art des Dienſtes handelt, die auch geſetzlich
dadurch dokumentiert wird, daß den
Eiſenbahnarbei=
tern das Streikrecht nicht gewährt wird, weil hier
höhere Intereſſen vorliegen. Frankreich habe erſt jüngſt
bewieſen, welche Zuſtände durch einen Eiſenbahnerſtreik
gezeitigt werden. Dort war es gerade die
Arbeiter=
ſchaft, die gegen das Streikrecht der Eiſenbahnarbeiter
zu Felde zog, weil gerade ſie am meiſten unter einem
ſolchen Streik zu leiden hat. Der Erlaß der
Eiſenbahn=
direktion ſei durchaus berechtigt und er beſtätige ja
auch nur, was die Arbeiter ſchon vor Eintritt in den
Dienſt unterſchreiben müſſen. Es iſt auch nur gerecht,
wenn den Arbeitern verboten wird, in Verſammlungen
zu gehen, wo ſie verhetzt werden. (Sehr richtig!) Es
werde ja niemand gezwungen, in den Eiſenbahndienſt
zu treten, und wem es nicht paſſe, der müſſe eben die
Konſequenzen ziehen. (Sehr richtig! Widerſpruch bei
den Soz.) — Abg. Beſt führt Klage über mangelhafte
Zuſtände des Bahnhofs Weſthofen und wünſcht
Ver=
ſtaatlichung der Strecke Oſthofen-Weſthoſen. Auf der
Linie Worms-Gundheim ſeien in der Nähe von
Herrnsheim die Sicherheitsvorkehrungen beim
Chauſſee=
übergang ſo ungenügend, daß ſchon ſechs Unfälle dort
vorgekommen ſeien. — Abg. Lang verlangt ganz
ent=
ſchieden einmal die Querbahn durch den Odenwald. Er
will nicht ſagen die Querbahn, die Würzburg und Worms
betrifft. Wir verlangen vielmehr die Verbindung
zwi=
ſchen Miltenberg und Heppenheim. Heppenheim hat ſie
ſchon von Fürth aus. Es liegt ein Antrag vor, die
Bahn von Hüttental herüberzuführen. Das muß der
Tech=
nik und auch dem Intereſſe der Gemeinſchaft überlaſſen
werden. Bei der Strecke Höchſt-Aſchaffenburg käme die
Bahn noch in Betracht. Bei Heiligenbrücken iſt der
Tunnel ſo belaſtet, daß es faſt unmöglich iſt, einen
grö=
ßeren Verkehr dort mit herüberzuleiten. Ich wollte
des=
halb ernſtlich darum bitten, daß man da mehr den
Oden=
wald in Betracht zöge. Weiter wird bittere Klage
ge=
führt von Seiten der Geſchäftsreiſenden und des
Pu=
blikums, das Vergnügungs= und Erholungsreiſen macht,
wegen der Schnellzüge. Wir haben bloß Schnellzüge
nach Frankfurt, und nicht nach Darmſtadt. Es iſt ja eine
alte Gewohnheit, daß für Mainz Wiesbaden, für
Darin=
ſtadt Frankfurt in Betracht kommt, und ſo iſt es auch
bei uns im Odenwald. Es kann nur ein Vorteil für
Darmſtadt und den gangen Odenwald ſein, wenn zwiſchen
Michelſtadt und Erbach eine Bahn eingelegt würde.
Dann habe ich mich voriges Jahr ſchon einmal wegen
der Schülerzüge mit der Behörde ins Benehmen geſetzt.
Wenn das ſo weiter geht, daß wir mit Schülerzügen
nicht mehr ſo berückſichtigt werden in der Verbindung
mit Michelſtadt, dann weiß ich nicht, ob wir dann nicht
beſſer die Realſchule in Michelſtadt ganz aufheben. —
Abg. Kredel rügt Ungleichheiten in den Bezügen der
Eiſenbahnarbeiter, von denen ihm mehrfach
Beſchwer=
den zugegangen ſeien, und äußert Wünſche bezüglich der
Strecke Waldmichelbach-Hirſchhorn. — Abg.
Mer=
gell dankt dem Abg. Eißnert für ſein warmes
Ein=
treten für den hinteren Odenwald. Die Zuſtände dort
Achtung!
IVer FUUrr Kur zU ZUTb!
SAUeFrFE!!
Drr
gelangen ohne Rücksicht auf früheren Preis ab heute, so lange Vorrat reicht,
wegen Aufgabe unserer Abteilung „Luxus” in Serien wie folgt zum Verkauf:
Serie V
Serie IV
Serie III
Serie II
Serie I
2.3.00 g anne
42.50
42.80
*1.50
Preis ℳ 1.80
Hoflieferant Heinrich Elbert
Gesellschaft mit beschr. Haftung
Darmstadt, Ernst-Ludwigstrasse 9.
5569
ſeien tatſächlich ſehr verbeſſerungsbedürftig. Er werde
zu gegebener Zeit darauf zurückkommen. — Abg.
Ko=
rell=Königſtädten rügt die Anſtellungsverhältniſſe
der Schaffner und Schaffneranwärter. Die preußiſchen
Schaffner würden in dieſer Beziehung ſehr bevorzugt.
Beſonders kraß ſeien die Verhältniſſe unter den bei der
Eiſenbahndirektion Mainz ſtationierten Schaffnern.
Be=
züglich Fahrplanwünſchen möchte auch er für mehrfach
er=
wieſenes Entgegenkommen danken. Nur einen Wunſch
hätte er noch bezüglich eines Abendzuges Darmſtadt-
Mainz, der an den kleineren Orten halten müßte, um
auch den Bewohnern dieſer Orte den Theaterbeſuch in
Darmſtadt zu ermöglichen. Bezüglich des Erlaſſes der
Eiſenbahndirektion Mainz müſſe er dem Abg. Dr. Oſann
entgegentreten. Man wolle ja den Eiſenbahnern nicht
das Streikrecht verleihen, ſondern nur ihre Rechte
be=
züglich des Vereins= und Verſammlungsrechts nicht
ſchmälern, um ſie zu Bürgern zweiter Klaſſe zu
ſtem=
peln. Das halte er für eine Pflicht liberaler
Staats=
politik, von der er allerdings nicht weiß, wie weit ſie
Herr Dr. Oſann noch vertritt. (Heiterkeit.)
Es tritt dann eine Pauſe ein.
Nach der Pauſe ergreift zunächſt das Wort Finanz
miniſter Braun Exz.: Es ſei unrichtig, wenn der Abg.
Raab behauptete, daß nur die Direktion Mainz den
beregten Erlaß ergehen ließ. Zum Beiſpiel die
Reichseiſenbahndirektion für Elſaß=Lothringen erließ
eine ähnliche Verordnung. Die Bekanntmachung der
Direktion Mainz iſt auf Anordnung des
Eiſenbahn=
miniſters ergangen. Durch deſſen Erlaß vom 16.
Dezem=
ber 1911 ſind die Vorſchriften des § 2 Ziffer 1 und 3 der
„Gemeinſamen Beſtimmungen für die Arbeiter aller
Dienſtzweige” geändert worden. Die neue Faſſung
die=
ſer Beſtimmungen iſt ſämtlichen Arbeitern mitgeteilt
worden in einer Bekanntmachung, die auf Anordnung
des preußiſchen Eiſenbahnminiſters ergangen iſt, der
gleichzeitig beſtimmt hat, daß ſämtliche Arbeiter beim
Eintritt in den Eiſenbahndienſt auf die Pflichten
be=
ſonders hinzuweiſen ſind, die ihnen nach den
mitgeteil=
ten Vorſchriften obliegen. In dieſer Verfügung wird
einleitend folgendes bemerkt: „Das für das Wohl des
Staates wie der geſamten Bevölkerung unerläßliche
Er=
fordernis der Gewährleiſtung eines vor Erſchütterun
gen geſicherten Eiſenbahnbetriebes läßt es notwendig
er=
ſcheinen, den Arbeitern der Eiſenbahnverwaltung
be=
reits bei ihrer Annahme die beſondere Stellung, die
der Eiſenbahnarbeiter einnimmt, und die
Beſchränkun=
gen, denen er inbezug auf die Arbeitseinſtellung und
die Beteiligung an ſozialdemokratiſchen und anderen
ordnungsfeindlichen Beſtrebungen unterworfen iſt, zu
klarem Bewußtſein zu bringen.‟ Der Erlaß beruht
hiernach auf allgemeiner Verfügung des königl.
preußi=
ſchen Miniſters der öffentlichen Arbeiten. Dieſem ſteht
nach den Beſtimmungen des Staatsvertrages die
ver=
antwortliche Entſchließung über alle
Verwaltungsanord=
nungen allein zu. Schon in einer früheren
Regierungs=
antwort iſt von der Großherzoglichen Regierung
dar=
gelegt worden, daß ſich die allgemeinen
Dienſtverhält=
niſſe der Beamten und ſonſtigen Angeſtellten der
Eiſen=
bahngemeinſchaft ſtaatsvertragsmäßig nach den
preußi=
ſchen Beſtimmungen regeln und daß hierfür lediglich die
Behörden der Gemeinſchaftsverwaltung zuſtändig ſind
Die Großh. Regierung hält an dieſer Auffaſſung feſt;
ſie kann indeſſen die hier in Rede ſtehenden Maßnahmen
des königl. preußiſchen Miniſters der öffentlichen
Ar=
beiten nur billigen. Sie iſt mit ihnen vollkommen
ein=
verſtanden, auch wenn ſie vorher über den Erlaß nicht
gefragt worden iſt. Für dieſe Stellungnahme der
Re=
gierung iſt maßgebend 1. die Rückſichtnahme auf die
Beſonderheit des Staatseiſenbahnbetriebes, 2. nicht
be=
einträchtigt iſt dadurch das Reichsgeſetz über die
Ver=
eins= und Verſammlungsfreiheit. Der § 1 dieſes
Ge=
ſetzes beſagt: „Alle Reichsangehörigen haben das Recht,
zu Zwecken, die den Strafgeſetzen nicht zuwiderlaufen,
Vereine zu bilden und ſich zu verſammeln. Dieſes Recht
unterliegt polizeilich nur den in dieſem Geſetz und
anderen Reichsgeſetzen enthaltenen Beſchränkungen.”
Zivilrechtliche Beſchränkung, wie im vorliegenden Falle,
iſt alſo nicht ausgeſchloſſen. Dieſer Auffaſſung trat auch
von Bethmann Hollweg bei. Die Behörde müſſe das
Recht haben, ihre Beamten von Vereinen und
Ver=
ſammlungen fern zu halten, deren Zwecke dem Weſen
des Beamtentums widerſtreiten. Das Verhältnis der
Eiſenbahner iſt aber durchaus parallel dem der
Beam=
ten, und die Beſtrebungen, um die es ſich hier handelt
widerſtreiten dem Weſen des öffentlichen Dienſtes. Auch
das Koalitionsrecht iſt den Eiſenbahnern nicht
beeinträchtigt. Dieſes Koalitionsrecht iſt ein
wirtſchaft=
liches, kein politiſches Recht. Es dient der Erlangung
günſtiger Lohn= und Arbeitsbedingungen, kommt alſo
ſchon deshalb bei dem Verbot „ſozialdemokratiſcher und
ordnungswidriger” Vereine uſw. nicht in Frage. Wohl
aber beim Verbot von Verbänden, „die die
Arbeitsein=
ſtellungen für zuläſſig halten‟ Das Koalitionsrecht
ſteht der Möglichkeit, Kündigung zu bedingen,
über=
haupt nicht entgegen. (Beifall.)
Abg. Molthan erſtattet ſodann Bericht über die
Beratung des Erſten Ausſchuſſes zum Antrag Henrich
und Genoſſen. Er beantragt nach längerer
Begründ=
ung, den Antrag abzulehnen.
Abg. Winkler möchte erſuchen, daß die
Eiſen=
bahnbehörde bei der Rekrutierung ihrer Arbeiterſchaft
auf die Verhältniſſe der Landwirtſchaft, beſonders des
Weinbaues, Rückſicht nehme und die Arbeiter da
anwerbe, wo ſie zur Landwirtſchaft nicht ſo dringend
notwendig ſind. Er wünſcht weiter eine Halteſtelle in
Dienheim. Bezüglich des Erlaſſes der
Eiſenbahndirek=
tion Mainz ſteht Redner auf gleichem Standpunkt, wie
der Abg. Dr. Oſann und der Finanzminiſter. — Abg.
Dr. Weber beſpricht die Verhältniſſe der Nebenbahn
Nidda-Schotten und begründet ſeinen Antrag bezüglich
des Bahnhofumbaues Schotten. Das von der Regierung
hierzu vorgelegte Projekt entſpreche nicht den
berechtig=
ten Wünſchen der Bevölkerung. Er bittet, die
Ange=
legenheit zu beſchleunigen. — Abg. Korell=
Angen=
rod möchte unterſtreichen, was der Abg. Reh geſagt hat
bezüglich des Baues der Strecke Alsfeld-Nieder=Aula
Es ſei doch endlich an der Zeit, daß dieſe Sache
ein=
mal vorankommt. — Abg. Soherr beſchwert ſich über
das Ueberfahren der Station Bingen durch den
Schnell=
zug 112 Dortmund-Frankfurt, und bittet, dahin zu
wirken, daß der Eilzug 7,22 ab Bingen Anſchluß in
Mainz nach Darmſtadt erhält. Weiter beſpricht er die
Fahrkartenpreiſe der Monatskarten der Steuerleute, die
ungleich wären, und bittet um gerechten Ausgleich.
Abg. v. Brentano: Eiſenbahnverhältniſſe greifen
beſonders wenn ſie ſchlecht ſind, ſehr tief in die Verhält
niſſe der Gemeinden und der Allgemeinheit ein. Es ſei
darum wohl berechtigt, alljährlich hier dieſer Frage ein
ſpaar Stunden zu widmen. Man habe wohl Grund, ſich
über die Eiſenbahn zu beſchweren, denn alles deute
dar=
auf hin, daß wohl für Preußen, nicht aber für Heſſen
ſgelgagt wexde. Die Regierung mége ſich nur einmal
darum bekümmern. Er äußert dann ebenfalls einige
Lokalwünſche. — Abg. Auler möchte einen alten Wunſch
erneuern. Er betrifft den Zug E 93 Stuttgart-
Frank=
furt, der in Bensheim halten möge, was wohl jetzt, bei
der Fahrplanänderung, eingeführt werden könnte.
Abg. Friedrich äußert Wünſche bezüglich des
Milch=
verkehrs. — Abg. Meiski ſpricht für den Bau der
Strecke Mücke-Ulrichſtein. — Abg. Bach möchte ſich den
Beſchwerden über die Umleitung der Züge von Mainz
nach Wiesbaden anſchließen, und erörtert weiter die
SSchäden, die dadurch der Stadt Mainz zugefügt
wer=
den, die auch eine Schädigung des ganzen Landes
be=
deuten.
Finanzminiſter Braun Exz.: Wünſche und
Be=
ſchwerden auf beſtehenden Bahnen, wie ſie in
verſchie=
denſter Art in reichſter Fülle niedergepraſſelt ſind,
könn=
ten ja den Eindruck erwecken, als ob auf unſeren
Bah=
nen die widrigſten Zuſtände herrſchen. Er könne ſolche
Beſchwerden für heute naturgemäß nur
entgegenneh=
men, um ſie zu gegebener Zeit zu vertreten. Das wird
natürlich geſchehen. Was die Wünſche zur Erbauung
neuer Bahnen betrifft, ſo kann hierzu aus fiskaliſchen
Gründen in den meiſten Fällen keine große Hoffnung
gemacht werden. Insbeſondere gilt das von der vom
Abg. Eißnert beantragten Durchführung der Bahn
Rein=
heim-Reichelsheim-Fürth nach Offenbach uſw. Mit
dem Arbeitermangel in Offenbach könne dieſe nicht
be=
gründet werden und mit der Schaffung von
Arbeits=
gelegenheit für die Odenwälder erſt recht nicht, denn der
Odenwald brauche ſeine Arbeiter ſelbſt. Was die Bahn
Goddelau-Guſtavsburg betrifft, ſo ſind die Koſten
da=
für auf 1924000 Mark veranſchlagt. Die Bahn
ver=
ſpricht aber eine ſo niedrige Frequenz, bsſonders im
Güterverkehr, daß der preußiſche Eiſenbahnminiſter den
Bau endgültig abgelehnt hat. Ein elektriſcher Betrieb
würde 27000 Mark jährlichen Zuſchuß erfordern.
Be=
züglich der Bahn Mücke-Ulrichſtein iſt es trotz aller
Verſuche noch nicht gelungen, die Finanzierung ſicher
zu ſtellen. Daher iſt das Projekt zurzeit auf einem toten
Punkt angelanat. Zur Frage des Ueberfahrens von
Bingen durch Schnellzüge iſt zuzugeben, daß das
unan=
genehm iſt, aber es muß doch darauf hingewieſen wer
den, daß hierüber eine ganze Menge vreußiſcher Orte,
die das Schickſal Bingens teilen, ſich ebenfalls beſchwe
ren, und zwar auch weſentlich größere preußiſche Orte
(Düſſeldorf, Frankfurt. Gelſenkirchen, Oberhauſen u. v. a.).
Redner erwähne das, weil man immer wieder der
un=
glücklichen Behauptung begegnet, daß heſſiſche Orte zum
Vorteil von preußiſchen benachteiligt werden.
Es folgt dann eine Reihe von Zweitrednern. Abg
Finger polemiſiert gegen den Abg. Fulda. Er iſt auf
der Tribüne faſt nicht zu verſtehen. — Abg. Raab
be=
ämpft die Ablehnung des Antrages Henrich durch den
Finanzausſchuß. Den in Frage ſtehenden Beamten ge
chehe Unrecht, das man doch beſeitigen ſollte. Er
pole=
miſiert dann gegen die Abgg. Dr. Oſann und Winkler
und gegen den Finanzminiſter bezüglich des Erlaſſes
der Eiſenbahndirektion Mainz und verteidigt den dazu
eingenommenen Standpunkt ſeiner Partei. Der Erlaß
inge unter allen Umſtänden zu weit, weil er den
Be=
ſuch von Verſammlungen uſw. verbietet. Die
Wirkun=
gen des Erlaſſes ſeien die entgegengeſetzten geweſen,
wie beabſichtigt war. (Abg. Ulrich ruft: Sie haben
den Durchfall nicht verhindern können. Herr Oſann.) —
Abg. Wiegand unterſtützt die Ausführungen des Abg.
Lang bezüglich der Bahn durch den Odenwald (
Milten=
berg-Bensheim). Bezüglich des Erlaſſes vertritt Redner
den Standpunkt der Regierung. — Abg. Lutz tritt
nochmals für die Strecke Mücke-Ulrichſtein ein.
Nach einigen perſönlichen Bemerkungen der Abgg.
Oſann und Korell ſchließt die Sitzung um 1 Uhr.
Nächſte Sitzung nachmittags 3 Uhr.
12. Sitzung.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
. Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Dr. Becker,
Miniſterialräte Lorbacher, Dr. Kratz, Geh.
Ober=
finanzrat Dr. Becker, Geh. Oberbaurat Kilian,
Finanzrat Ulrich, Legationsrat Dr. Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 3.15
Uhr. Die Beratung des Kapitel 10: Staatseiſenbahnen,
wird fortgeſetzt. — Abg. Adelung tritt für die
Halte=
ſtelle in Dienheim ein und kommt dann nochmals
ein=
gehender auf den Erlaß der Eiſenbahndirektion Mainz
zu ſprechen. Er bleibt dabei, daß durch dieſen Erlaß
das Koalitionsrecht der Arbeiter aufgehoben wird und
vertritt dieſen Standpunkt in ſcharfer Polemik gegen die
Abgg. Dr. Oſann, Winkler und Wiegand. Die
Regier=
ung habe früher auch einen anderen Standpunkt
einge=
nommen. Streiks könnten durch dieſen Erlaß doch
nie=
mals verhindert werden. Wenn man den Bergarbeitern
das Streikrecht einräume und evtl. durch dieſe einmal die
(Gruben längere Zeit ſtillgelegt werden, können die
Eiſen=
bahnen nicht fahren, wie es England bewieſen hat. Man
müſſe alſo wohl oder übel ſich mit den Organiſationen
verſtändigen. — Abg. Ulrich ſpricht ſich in gleichem
Sinne aus. Es ſei nicht haltbar, daß man den Erlaß
damit begründe, daß die Eiſenbahner vor Eintritt in
den Dienſt über dieſe Verbote unterrichtet werden. Es
dürfe nicht verlangt werden, daß der Arbeiter mit dem
Verkauf ſeiner Arbeitskraft auch ſeine politiſche und
eventuell religiöſe Ueberzeugung verkaufe. Keine
an=
dere Dienſtſtelle mutet dies ihren Beamten zu. Den
Eiſenbalern verbietet man ſogar, ſozialdemokratiſche
Blätter zu leſen. (Abg. Fulda: Unerhört! Gelächter.
Abg. Fulda: Jawohl, eine Frechheit iſt das. Sie
rauchen nicht darüber zu lachen, Herr Boxheimer.
Wei=
tere Zwiſchenrufe. Unruhe. Glocke des Präſidenten.)
Abg. Ulrich fährt fort: Gegen dieſe Art der
Vergewal=
tigung der Arbeiter erheben wir namens aller Arbeiter
Proteſt, denn auch die nichtſozialdemokratiſchen Arbeiter
proteſtieren gegen den Erlaß. Die Quittung haben die
Eiſenbahnarbeiter ja auch bei der Reichstagswahl ſchon
erteilt. Man müßte ſich auf der anderen Seite doch
ein=
mal fragen, ob es nicht beſſer iſt, derartige
Provokatio=
nen der Arbeiter zu unterlaſſen.
Abg. Henrich plädiert nochmals für ſeinen
An=
trag und bekämpft die Stellungnahme des Ausſchuſſes.
Es handele ſich hier um ein Ausnahmeverhälknis, und
dieſes rechtfertige einmal eine ausnahmsweiſe
Maß=
rahme. Er bittet dringend, den Antrag anzunehmen.
Zu dem Eiſenbahnerlaß möchte er nochmals feſtſtellen,
daß ſeine Partei für Gewährung des Koalitionsrechtes
ei, daß aber bei den Eiſenbahnarbeitern eine eigene
Beurteilung der Sachlage notwendig und angebracht
väre. — Abg. Bach tritt nochmals für die von dem
bg. Soherr geäußerten Wünſche ein. Die Beiſpiele, die
der Herr Finanzminiſter angeführt habe, ſeien nicht
ſtich=
haltig. Denn wenn auch einzelne preußiſche Städte
wirk=
lich geſchädigt würden, ſo käme das eben anderen
vreu=
ßiſchen Städten wieder zugute. Bei den heſſiſchen
Städ=
ten ſei es aber nicht ſo. — Abg. Korell (Angenrod)
volemiſiert gegen die Sozialdemokraten. Wenn man
die ſozialdemokratiſche Brille abſetze, ſehe die Sache
ganz anders aus. — Damit ſchließt die Debatte.
Es folgt Abſtimmung. Der Ausſchuß
bean=
tragt: a) die Einnahmen mit 16215000 Mark, b) die
Ausgaben mit 480000 Mark zu bewilligen. Dieſer
An=
trag wird angenommen. DDer Antrag Henrich
wird abgelehnt. Der Antrag Dr. Weber wird
angenommen.
Es folgt Kapitel 11:
Lotterie.
Die Einnahmen ſind vertraglich feſtgelegt und in
gleicher Höhe angeſetzt wie voriges Jahr. — Der
Ausſchuß beantragt: in Einnahme 805810 Mark zu
bewilligen. Der Antrag wird debattelos
ange=
nommen.
Kapitel 12:
Direkte Steuer, Regalien, indirekte
Auflagen und Einnahmen aus
verſchie=
denen Quellen.
In dieſem Kapitel werden für 1912 an
Einkommen=
ſteuer 14575 300 Mark und an Vermögensſteuer 4541300
Mark eingeſtellt. In der Erläuterung hierzu wird
er=
klärt, daß die Hauptveranlagung für 1912 bei
Anwend=
ung der it 1910 und 1911 erhobenen und auch für 1912.
vorzuſehenden Steuerſätze für die Einkommenſteuer mit
einem um etwa 345000 Mark, für die Vermögensſteuer
mit einem um etwa, 65000 Mark höheren Ergebnis als
die Hauptveranlagung des laufenden Jahres abſchließt.
Der Ausſchuß beantragt: 1. die Einnahme mit
24 215770 Mark, die Ausgabe mit 2 773984 Mark zu
be=
willigen; 2. unter Titel 2 der Ausgaben: „5
Kontroll=
beamten der Lokalkaſſeſtellen” eine Stelle dieſer Beamten
auf den Inhaber zu bewilligen.
Abg. Wolf (Stadecken) ſpricht ſich in längeren
Dar=
legungen gegen den in der Generaldebatte gemachten
Vorſchlag der Deklarationspflicht für die zweite
Steuer=
klaſſe aus und verbreitet ſich dann eingehend über
ſteuer=
techniſche Fragen. (Vizepräſident Korell erſucht den
Redner, zur Sache zu ſprechen und nicht wieder in die
Generaldebatte zu verfallen.) — Abg. Henrich
be=
ſpricht die Vorſchläge zur Organiſation der
Steuerver=
anlagung im Sinne der Vereinfachungsbeſtrebungen.
Fn den Finanzämtern könnte eine Anzahl Stellen mit
mittleren Beamten beſetzt werden. Auch bei den
Kon=
trollbeamten könnten Erſparniſſe erzielt werden. Er
wendet ſich gegen die Anſicht des Abg. Dr. Winkler,
daß=
er Lei der Generaldebatte pro domo geſprochen habe.
Weiter beleuchtet er die Notlage der Finanzgehilfen. Die
Einrichtung von Untererhebern ſei zwar wohl für das
Publikum bequemer, ſie ſei aber teurer und bringe die
Gefahr mit ſich, daß daraus einmal eine ganz neue Klaſſe
von Staatsbeamten entſteht. Der Erwägung wert ſei
der Vorſchlag, die Staatsſteuern mit den
Gemeinde=
ſteuern zuſammen zu erheben.
Abg. Buſold tritt dafür ein, die Beiträge, die die
Arbeiter für die Gewerkſchaften zahlen, bei der
Steuerver=
anlagung abzuziehen. — Abg. Ulrich vertritt ſeine
nehrfachen Anregungen, die eine Erhöhung der
Steuer=
quote für die wohlhabenderen Klaſſen bezwecken und tritt
den Bedenken entgegen, daß dadurch die reichen Leute aus
Heſſen verziehen würden. In Preußen müſſe man auch
Steuern zahlen. Er rekapituliert in der Polemik gegen die
Antwort des Herrn Geheimerat Dr. Becker zur
General=
debatte zum Teil die Debatten und Regierungsantworten
aus früheren Verhandlungen über dieſe Frage. Er wird
vom Vizepräſidenten Korell erſucht, nicht zu weit
aus=
zuholen und mehr zur Sache zu ſprechen. Redner ſchließt,
eine Aenderung des Steuerſyſtems müſſe unbedingt in die
Wege geleitet werden, damit man nicht immer auf die
Eiſnbahnüberſchüſſe angewieſen ſei, die ſtets ſchwankend
ſeien und doch eigentlich nur für Eiſenbahnzwecke
Ver=
wendung finden ſollten. — Abg. Wiegand beleuchtet
die Notlage der Finanzamtsgehilfen, die dringend der=
Hilfe bedürfen. — Abg. Lutz möchte erſuchen, den
Zigeu=
nern in Zukunft keine Wandergewerbeſcheine mehr zu
erteilen. Weiter ſolle die Steuerbehörde einmal ihr
Augen=
merk auf die größeren Warnhäuſer und ſonſtigen
Groß=
betriebe richten, die durch Reiſende oderſonſtwie ihre Waren
und Kataloge auf dem Lande vertreiben laſſen ohne auch
nur die geringſten Abgaben zu zahlen. Weiter rügt
Red=
ier die Höhe der Grundſtücksſtempel, die den
Grundſtücks=
verkehr faſt unterbindet. Die Erhebung der
Staats=
ſteuern und Gemgeideſteuern durch eine Zentrale auf einem
Steuerzettel ſei ſehr zu empfehlen. Die
Veranlagungs=
kommiſſionen ſollten vorſichtiger vorgehen. Durch die
vielen berechtigten Reklamationen entſtehen viele Koſten,
die erſpart werden könnten. Er bittet um Mitteilung,
welche Gebühren entſtehen würden, wenn ſämtliche
Steuern durch Untererheber erhoben würden. — Abg,
Finger erinnert daran, daß er ſchon früher geſagt habe,
die Untererheber ſeien eine zu teuere Einrichtung,
wenigſtens teuerer wie die Bezirkskaſſen. Die Praxis habe
ihm recht gegeben. — Abg. Grünewald nimmt die
freiſinnige Preſſe in Schutz gegen die in der
General=
debatte gefallene Behauptung, als ob ſie geradezu die
Steuerdefraudanten in Schutz nehme und eine
Ver=
ſchärfung der Strafbeſtimmungen bekämpfe. Dieſe
An=
ſicht ſei wohl zurückzuführen auf einen Artikel des Juſtiz
rats Steinitz in der Deutſchen Juriſtenzeitung der aber
nicht nur in freiſinnige, ſondern auch in andere Blätter
übergegangen iſt. (In der allgemein herrſchenden
Un=
ruhe des Hauſes iſt der Redner nicht zu verſtehen.) Er be
ſpricht die Erbſchaftsſteuer und tritt dem Abg. Uebel
ent=
gegen in der Anſicht, daß z. B. Aktiengeſellſchaften nicht
von dieſer Steuer betroffen werden. Das ſei richtig=
Die Aktiengeſellſchaften ſterben aber auch nicht, wohl aben
die Aktionäre und durch dieſe wird ja das Aktienkapital
getroffen. Die Wirkungen der Wertzuwachsſteuer ſeien in
Gießen ſchon zu ſpüren, ſie wirke durchaus hemmend aufden
Grundſtücksverkehr. Die ſozialdemokratiſche Forderung,
die Einkommen unter 900 Mark frei zu laſſen, könne man
wohl wünſchen, ſie ſei aber nicht möglich, ſo lange man
den Ausfall von 1 Million nicht decken kann. Die Steuern
für die reichen Leute noch mehr zu erhöhen, ſei nicht
an=
gängig. Schon jetzt bezahle man in Preußen im ganzen
Jahr kaum ſo viel Steuern, wie in Offenbach in einem
Ziel. (Abg. Ulrich: Ja, dafür hat man aber auch nicht
Offenbach! Stürmiſche Heiterkeit.)
Abg. Kredel iſt auf der Tribüne nicht zu verſtehen.
Ebenſo der Abg. Lang. Beide Redner beſprechen die
Schälwaldungen uſw. — Abg. Dr. Oſann: Es ſei richtig,
daßdie Fft. Ztg. zunächſt den Artikel des Juſtizrats
Stei=
itz abdruckte, aber ſie machte den Standpunkt auch zu ihrem
eigenen und vertritt ihn in einer ganzen Reihe anderer
Artikel, die nicht von Juſtizrat Steinitz kommen. Auch ein
anderes Blatt, das Berl. Tagebl., vertritt einen ähnlichen
Standpunkt. Es bezeichnete die Forderung auf
Gefäng=
isſtrafe für Steuerhinterziehung als weit über das Ziel
hinausgehend und dergleichen mehr. Dagegen bezeichnst
eine ganze Reihe von Autoritten die Straſverſchärfung
als durchaus notwendig und moraliſch. Man geht ſogar
vielfach ſoweit, für beabſichtigte Steuerdefraudationen auch
ſtrafweiſe die öffentlichen Rechte zu beſchränken (
Wahl=
recht ꝛc.).
Geheimerat Dr. Becker: Die Stellungnahme der
Regierung zu der vom Abg. Wolf angeregten Frage, betr.
Reichseinkommen= und Reichsvermögensſteuer, ſei die
gleiche wie früher und die gleiche wie die der anderen
Bundesſtaaten. Was die Vermögens= und
Erbſchafts=
ſteuer betrifft, ſo ſei doch feſtzuſtellen, daß es ſchon z. Zt.
ein Vermögen gibt, das der Steuer entzogen wird, d. i.
das Vermögen in der Hand nicht phyſiſcher Perſonen.
Was die Reichsvermögensſteuer betrifft, ſo möchte er dem
Abg. Grünewald nur erwidern, wenn ſich in Gießen ſolche
Schäden gezeigt haben, daß es Gießen ja dann freiſtehe,
ſeinerſeits den Zuſchlag der Gemeinde abzuſchaffen. Dem
Abg. Wolf ſei zu erwidern, daß die landwirtſchaftlich
be=
nutzten Gebäude ſchon jetzt nach dem gemeinen Wert
ver=
anlagt werden. Bezüglich der Schälwaldungen ſei die
Regierung ſelbſtredend bereit, die verſchlechterten
Ver=
bältniſſe der Schälwaldbeſitzer zu berückſichtigen. Was
die Deklarationspflicht der II. Klaſſe betrifft, ſo habe dies,
wie er ſchon bei der Generaldebatte dargelegt, techniſche
Schwierigkeiten. Daß die Landwirtſchaft im allgemeinen
zu hoch eingeſchätzt werde, ſei nicht richtig. Der Abg.
Buſold habe eine Gewerkſchaftsdebatte inſzeniert, ein
Ge=
biet, auf das er ihm nicht folgen könne, da es hier nicht
hergehört. Gegen eins aber müſſe er Verwahrung
ein=
legen, das iſt der Vorwurf, daß Animoſität gegen die
Gewerkſchaften Schuld daran ſei, daß die
Gewerkſchafts=
beiträge nicht in Abzug gebracht werden. Das muß mit
aller Entſchiedenheit zurückgewieſen werden. Die Frage
ſei einfach eine juriſtiſche. Weder der Artikel 1 noch der
etwa in Frage kommende Artikel 6 rechtfertige den Abzug
der Gewerkſchaftsbeiträge. Die Mehrheit der
Arbeiter=
ſchaft ſei übrigens immer noch nicht gewerkſchaftlich
or=
ganiſiert. Es iſt übrigens auch kein gerechtes
Ver=
langen eventl. die Streikunterſtützung ſteuerfrei zu laſſen
und den verdienten Lohn zu beſteuern. (Sehr richtig!)
Den Zigeunern den Wandergewerbeſchein zu verſagen,
ſei nicht angängig. Was die Warenhäuſer betrifft, die die
Dörfer mit Katalogen überſchwemmen, ſo werden dieſe,
ſoweit möglich, beſteuert, wenn auch manchmal indirekt.
Die erhöhten Grundſtücksſtempel ſeien ja von der Kammer
ſelbſt beſchloſſen worden. Schließlich verbreitet ſich
Redner noch kurz zu den verſchiedenen ſteuertechniſchen
Fragen. Für das Eintreten verſchiedener Redner für die
Finanzamtsgehilfen ſei er dankbar. Die Gehilfen ſind
tatſächlich im Rückſtand gegenüber den gleichen Beamten
der inneren Verwaltung. Ueber die Organiſation des
Steuerſyſtems wird die in Arbeit befindliche Denkſchrift
eingehend Auskunft geben. Die Steuervorſchläge des Abg.
Ulrich erfahren durch den Redner zum ſo und ſovielten
Male überzeugende Widerlegung. Neulich ſei die
Feſt=
ſtellung vom Regierungstiſch, daß die Akten über die
früheren Ulrichſchen Progeſſionsvorſchläge verſchwunden
ſeien, von ſeiten der Sozialdemokraten mit einem lauten
„Hört, hört!” beantwortet worden. Wenn damit hätte
ausgedrückt werden ſollen, daß es doch auffallend ſei, daß
gerade dieſe Akten verſchwunden ſind, ſo müßte er doch
feſtſtellen, daß ſie von dem Augenblick verſchwunden ſind,
als ſie dem Abg. Ulrich übergeben wurden (Schallende
Heiterkeit.)
Abg. Raab verteidigt die Stellungnahme des Abg.
Buſold zur Frage des Abzugs der Gewerkſchaftsbeiträge.
Nach perſönlichen Bemerkungen der Abg.
Grüne=
wald, Dr. Oſann bezüglich der Defraudationen ſchließt
die Debatte. Der Ausſchußantrag wird
ange=
nommen.
Nächſte Sitzung Donnerstag 9 Uhr.
Schluß 6½ Uhr.
Die Abgg. Henrich und Genoſſen haben zu
Ka=
pitel 12 des Hauptvoranſchlages für 1912, die
Schreib=
gehilfen betreffend, folgenden Antrag eingebracht:
„Um allzu große Härten zu vermeiden, die infolge
un=
vermittelter Heraufſetzung des Lebensalters der
anzu=
ſtellenden Schreibgehilfen um 5 Jahre eintreten werden,
wird die Großh. Staatsregierung erſucht, geeignete
Uebergangsbeſtimmungen auch für die in den nächſten
fünf Jahren nach den bisherigen Grundſätzen
anſtellungs=
reif werdenden Schreibgehilfen aller Reſſorts zu treffen,
und der Kammer zur Gewinnung von Unterlagen für
eine zweckmäßige Abſtufung in der Uebergangszeit eine
Nachweiſung der Zahl der vollbeſchäftigten
Schreibgehil=
fen über 21 Jahre mit Angabe ihrer Dienſtzeit und
ihres Lebensalters zugehen zu laſſen.”
Die Abgg. Adelung und Genoſſen beantragen:
„Die Regierung iſt verpflichtet, diejenigen
Schreibgehil=
fen, die das 30. Lebensjahr vor Erlaß des
Finanz=
geſetzes für 1912 bereits ganz oder teilweiſe zurückgelegt
haben, nach den ſeitherigen Grundſätzen dekretmäßig
an=
zuſtellen. In Zukunft die nicht angeſtellten
Schreib=
gehilfen bis zu ihrer dekretmäßigen Anſtellung bei der
„Verſorgungnsanſtalt für ſtaatliche Arbeiter” zu
ver=
ſichern.”
Kleiderstoff-Woche
1 Posten
doppeltbreit
Alpaccas, in verschied.
Farben, für Kleider, Röcke etc.,
sonstiger Verkaufspreis Mk. 1.50
jetzt 75 ₰
1 Posten
la Poveline,
110 cm breit, in den neuesten
Modefarben, sonstiger
Ver-
kaufspreis M. 3.00 Mtr. jetzt 1.00
(5586
ue eetennhe eeteate
ISTKt .
2. 1SPKt. 7
S E. TUhfI Grlarz
Soe
Frits Hemmelehe Tocheb. Soling.
Versand geg. Nachn. od. vorh. Kasse.
Z
Beste Rasiermesser
Ges. gesch.
3 jähr. Garantie.
Keeonen-Diamantstahl M. 3.25 Haarschneidemaschine „Fertekt: M. 4.25.
Kronen-Silberstahl M. 2.25 Katalos ilustr. in 5000 verschied.
Kasiermesser, Weihhet M. 1.50 Ariein sende gratis und tranko.
Gaskochapparate
Gasplätt-
Einrichtungen
Gas-Bratofen
empfiehlt in großer überſichtlicher Auswahl zu billigen Preiſen
Philipp Schaaf
5587dsi)
Spezialgeschäft für Haus- u. Küchen-Einrichtungen
20 Ernst-Ludwigstr. 20. Mitglied d. Rabattsparvereins.
neuester Ernte
in anerkannt vorzüglich. Qualitäten
in Kartonpackung. à ½, ¼ u. ½ kg
sowielose ausgewogen u. in Original-
Kistchen à. 1, 2, 3 und 5 kg,
empfiehlt zu billigsten Preisen
Friedrich Schaefer,
Grossherzoglicher Hoflieferant
7 Ludwigsplatz 7. (678a
§ (1,50mh.
2 Buchsbaum=Büſcht u. 1,40 m
nnittl. Durchm.) zu verk. Neue
Darm=
ſttädterſtr. 74, Eberstadt. (*5776df
Loderner Liegewagen zu verk.
5722) Hermannſtr. 5, 1. St.
Eine Kaute Pferdemiſt zu vert.
*5635md) Schulzengaſſe 22.
Tacht. Hasschr
empfiehlt ſich zur Behandlung bei
Gicht, Rheumatismus,
Ver=
ſtopfung ꝛc. Gefl. Zuſchr. unter
L 61 an die Expedition. (B4913
Srheiten
Giessener Pferde-Lose
à 1 Mk., Ziehung am 21. März d.
J., ſind in allen bekannten
Loſe=
geſchäften zu haben. Gen.=Vertrieb
Rtchard Buchacker, Giessen. (4095a
Kufen 31e
Telef.-Nr. 2085 an,
dann erzielen Sie die höchſten
Preiſe für getrag. Kleider, Schuhe,
Stiefel, Bettwerk, Zahngebiſſe,
Waffen ꝛc. Komme auf Beſtellg.
ſofort.
(5476a
Hypotheken=Kapital
in jeder Höhe zu billigem Zinsfuß,
Bank= und Stiftungsgelder
zu 4, 4½ und 4¼ Prozent,
ſowie eine größere Summe
Privat=u. Hypolhekengelder
zahlbar in einigen Tagen, vergibt
unter koulanten Bedingungen
Otio Diehl, Groß=Gerau
Margarethenstr. 3. (5311a
NB. Brandverſicherungsurkunden,
Kaufbriefe od. Loszettel ſind
vor=
zulegen. Ichbin Sonntags zu ſprech.
Nur Staatsbeamte
penſionsberechtigt, ſowie höhere
Magiſtratsbeamte erh. Darlehen
reell von 1000 M. ab auf 10 Jahre
zu geſetzl. Zinſen unter ſtreng.
Ver=
ſchwiegenheit, ohne Vorſchuß u.
ohne Benachrichtigung an vorgeſ.
Behörde. J. Usinger,
Karls=
ruhe in Baden. (5152ff
ausbeſitzer ſucht 3—400 Mark
ſofort gegen 6% Zinſen zu
leihen. Offerten unter P 10 an
die Expedition ds. Bl. (*5704
Sparſame
Hausfrauen=
kaufen gegen bar und
ſammeln die
ſchwarz=
weißen
Rabatt=
marken des
702a
Rabatt=
Spar=Vereins
Darmſtadt.
Aanarienhahne zu verkaufen
Bismarckſtr. 28, part. (3385a
Verlangert das Leven!
Echt orient.
Jogurt-Käse
von (5558fI
Paskal Janako de Constantinople.
Das beſteMittel zur Verhütung
der Magen= u. Darmkrankheiten
Preis per Stück 25 Pfg.
Achten Sie auf die Marke
de Constantinople.
Parlophon-Platten
30 cm
3 Mk.
In jüdischen u. hebrälschen
Aufnahmen umfasst mein
Re-
pertoir ca. 100 doppelseit. Platten.
R paraturen u. Ersatzteile prompt
und billigst im Spezialgeschäft von
Valentin Bund
Schuchardstr. 11. (4659a
wie neu, ſehr
Wanderer-Rad, villig
4429a)
Grafenſtraße 26.
Guterhalt. Einſpänner=
Kaſten=
wagen zu verk. Pfungſtadt,
Seeheimerſtraße 50.
(4500a
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Auschaut des berühmten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trinkzwang. (114
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.
On mit
Ein Wagg
goee Frand priene
allerfeinſte Pflanzen=Butter=Margarine iſt für mich eingetroffen.
Mello iſt der beſte Erſatz für Natur=Butter
Mellb iſt zum Kochen, Braten und Backen, ſowie
zum Brotaufſtrich vorzüglich.
Zur Einführung dieſer Marke erhält jeder Kunde bis einſchließlich Freitag, den 15. März
beim Einkauf von 1 Pfund „Mello” für 90 Pfg.
Prand Besten
Wartelzacker Pratis!
Die große Beigabe wird nur deshalb gegeben, damit jede Hausfrau ohne Riſiko ſich von dem vollendeten beſten Zuitererſatz überzeugen kann. „Mello” iſt bis zum 15. Märzvon der Zuſendung ins Haus
ausgeſchloſſen. Jedes Pfund Mello enthält einen
Sammelbons, und werden für
10 Bons 50 Pfg. in bar vergütet.
Darmstädter Elergropnandel
Math. Rosenstock
(5577
Hauptgeſchäft: Ludwigstrasse 18. Telefon 490.
Verkaufsſtellen: Karlſtraße 102 und Kaupſtraße 42 (Riegerplatz).
Daienstotte
Grosses Lager in
farbigen und schwarzen
Daiien
Heiderstofen
für Kleider und Blusen
Aparte Neuheiten in
Voile, Eolienne etc.
Muster und Auswahlsendungen
gerne zu Diensten.
Geidenstone aner-At
schwarz und farbig
Unterröcke: Weißwaren- Schürzen
Täglich Eingang von Neuheiten in Waschstoffen.
(5548a
Umzugshalber zu verkaufen
eiſ. Betten mit gut. Wollmatratz.,
2türige Kleiderſchränke,
Waſch=
kommod., 1 Diwan, große u. kleine
Tiſche Heidelbergerſtr. 157.(*5405imd
Potbraunes Sofa zum Abklappen,
kleine Kommode u. Rohrſeſſel zu
verk. Bleichſtr. 40, 2. St. r. (*5543md
ſehr guter Gehrock=Anzug,
1 weil zu klein, billig. Näheres
Soderſtraße 79, part. (*5557mdf
Amzugshalber zu verkaufen
1 Schaukel, 1 Badeofen m. Kohl.. Holzheiz., 1 Bügelofen, 1 gr. Tiſch
Heidelbergerſtr. 157. (*5404imd
Konſirmandenanzug, guterh., b.
K zu verkaufen, Bleichſtraße 37
(*5126sid
3. Stock links.
ehrock, Frack u. Smoking.=
An=
züge zu verleihen u. zu verkauf.
93a) Soderſtraße 14, 1. St.
Drei Keks-Tase
Allen Freunden guter Keks-Sorten
gebe ich Gelegenheit, die Januar-Neuheiten 1912 und
Spezial-Artikel von
H. Balsens Keks-Fabrik, Hannover
kennen zu lernen. Vom 7. bis 9. März veranstalte ich
in meinem Geschäfte
6 Ernst-Ludwigstrasse 6
Empfehle in garantiert
lebendfriſcher Ware:
Feinste Holländer- u. Hordsee-
Scheltrische
la Schellfisch
im Ausſchnitt (V5576
armstädter Bettfedern,
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstaltneuest. Systems
Bleichstr. 1. Leonhard Menger. Tel. 1608.
Dämpfen, Reinigen u. Desinfizieren
aller Bettfedern. Lager in Federn,
Daunen u. Barchent i. all Preisl. 646a
Jetzt ist es Zeit
einen Spezialverkauf dieser Fabrikate. — Ich lade hierzu ergebenst ein
Fritz Eichberg, Chocoladenhaus
Grossherzoglich Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant.
Proben bereitwilligst!
Kein Kaufzwang!
(5510mdf
Hochfeines Pianino
kreuzſaitig, wird unter 6 jähriger
Garantie billig abgegeben
Gartenſtraße 17, part. (*4902dd
Kabliau
Ihr Rad nachzusehen, zu
ver-
nickeln u. emaillieren.
Promp-
teste, billigste Bedienung bei
Müller & Ober, Karlstr. 30.
Rlegante Wonnungs-Enrichtungen
einzelne Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlafzimmer,
vor-
nehme Junggesellenzimmer und Salons; Klubsessel,
Teppiche, sowie einzelne Stückc liefert in modernster
ge-
diegenster Ausführung unter strengster Diskretion
leistungs-
fähigste Berliner Spezial-Möbel-Firma an Private zu
Katalogpreisen gegen 5% Verzinsung auf
Teilzahlung
Kein Inkasso durch Boten. Kataloge werden nicht versandt.
Da unsere Vertreter ständig ganz Deutschland bereisen, erbitten
gefl. Anfragen, wann der unverbindliche Besuch behufs Vorlegung
von Mustern und Zeichnungen erwünscht ist, unter K. 1000
durch Rudolf Mosse, Berlin, Königstr. 56/57. (55532l
Gxtra ſtarke, ſchöne Spalier=
Gebrauchtes Schuhwerk kauft
Gzu höchſtem Preis (4778a Zwerg-Obstbäume, ſowie
C. Minkler, Langegaſſe 10. jJohannisbeersträucher ſind zu hab. bei
äinige Uniformröcke (Infant.)
E ſind, noch faſt neu, bill.
abzu=
geben Heinrichſtr. 104, r. (*5702ds
mit Sprung=
Grosses Bett rahmen u. Matr.,
faſt noch neu, billig zu verkaufen
Ludw. Kilian II., Arheilgen. (*5598mdf
Salonſchrank, Tiſch,
Umbau, alles neu, billig zu
*5554md) Karlſtr. 30. Vordhs, II. r. verkaufen Taunusſtr. 24. (*5410idi
Beste Bettenfüllung
ſind die vorzüglich füllenden, ſehr
elaſtiſchen, echt chineſiſchen
Monopoldaunen
(geſetzl. geſchützt) Pfund Mk. 2.85
3—4 Pfund genügen zum großen Oberbett.
Verſand gegen Nachnahme. Verpackung frei.
Gustav Lustig
IBERLIN S. 49 Prinzenstr. 46
Größtes Bettfedern=
Spezial=
geſchäft Deutſchlauds.
(39000
im Ausſchnitt
Fischcarbonade
Heilbutt im Ausſchnitt
Rotzungen, Schollen,
Portionstische, Knurrhahn
Nordsee=
Rabliau
2 bis 6pfündig mit Kopf
per Pfund 30 Pfg.
Russ. Sardinen
10 Pfd.=Faß 2 Mark
Fertig’s
Fischhandlung
Karlſtr. 47. Teleph. 641.
Keakerer!
Frühjahrs:
Damen-Stiefel
moderne
Formen
Chevreaux-Stiefel
von Mk. 2.95— 12.50
Lackkappen, Derby
Chevreaux-Stiefel
von Mk. 2.95 — 12.50
braun Derby
Chevreaux-Halbschuhe
Lackkappen, Derby . . von Mk. 5.95 — 12.50
Lack-Halbschuhe
von Mk. 8.75 — 10.50
Derby .
Boxcalf-Stiefel
mit u. ohne Lackkappen . von Mk. 6.95 — 12.50
Herren-Stiefel
moderne
Formen
Boxleder-Agraffen-Stiefel
ron Mk. 5.95— 7.50
Boxcalf-Agraffen-Stiefel
von Mk. 8.75 —12.50
Chevreaux-Agraffen-Stiefel
mit u. ohne Lachkappen von Mk. 7.50— 12.50
Lackstiefel
Rahmenarbeit
von Mk. 12.50 — 16.50
Braune Chevreaux-Stiefel
von Mk. 6.95—14.50
5234a)
Besichtigung
ohne
Kaufzwang!
Konfirmanden-Stiefel — grosse Auswahl! . .
Kinder- und Mädchenstiefel — fabelhaft billig!
Ludwigstr. 3
Beber 5 Schunwaren (gegenüber M. Schneider).
Besichtigung
ohne
Kaufzwang!
en Umzug
We=
werden grosse Posten in
(5136a
Tapeten, Linoleum, Wachstuch etc.
zu äusserst billigen Preisen verkauft.
Den Herrn Bauunternehmern und Hausbesitzern ist dadurch selten
günstige Gelegenheit geboten, vorteilhaft einzukaufen.
DARMSTADT
Rheinstrasse 41.
Heinr. Luckhardt
Tapeten-Linoleum.
Der Genuss von reinem Cacao ist dem Körper
zuträg-
licher als Kaffee oder Tee, das ist die Ansicht unserer
Aerzte. Aus diesem Grunde bürgert sich van Houtens
Cacao als tägliches erstes Getränk immer mehr ein,
denn es gibt in der Tat nichts Köstlicheres als
deeade-
Bitte beachten Sie, dass Van Houtens Cacao nur in geschlossenen
Blech-
büchsen, niemals lose verkauft wird. — Nur eine Qualität, die beste!
(5552)k
Moderne Frisuren
mit bester und haltbarster
Ondulation
alle vornehmen
Haar-Ersatzteile
erhält jede Dame zur Zufriedenheit bei
Hoffriseur Gelfius
Ernst-Ludwigstr. 21. (1158a
Herren-Anzugstoffe
Paletotstoffe
Damen-Kleiderstoffe
Kostümstoffe, Blusen
Saison-Neuheiten, nur beste Fabrikate
kaufen Sie am billigsten
bei
(4715ifd
Jean Stichel
Versand- u. Etagengeschäft
Telephon 1519
Rheinstrasse 4.
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Tüchtige Schneidermeister u. Schneiderinnen werden
nachgewiesen. — Verlangen Sie Muster-Kollektion.
Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
25)
Frau Liebetrau ſchüttelte den Kopf. Ah, ich kenne
das alles, aber ich kann nicht anerkennen, woher und wie
nun plötzlich ein neues Weib geworden ſein ſollte. Ich
bin noch vor acht Tagen in Hamburg geweſen. Ich ſehe
nach wie vor, daß 99 Prozent aller Frauen der
ſogenann=
ten gebildeten Stände ſich benehmen — na, wie
Närrin=
nen, und ſich anziehen wie — wie, ſie ließ den Blick über
die weiten Schneefelder ſchweifen, als müſſe Sie ſich dort
Mut holen, ja, ſich kleiden und bewegen wie die
Aeffin=
nen; ich ſehe Kinder neben dieſen neuen Weibern
abſcheu=
lich aufgeputzt wie kleine Aeffchen aus einem Zirkus; ich
ſehe die Hutläden und Korſettläden; ich ſehe eine Unnatur,
wie ſie nicht ſtärker ſein kann, ich ſehe gefärbte Haare
und geſchminkte Geſichter, in denen nur eine Spannung
iſt, nämlich die Frage: Wie ſehe ich aus? Ich ſehe, daß
dieſe neuen Weiber täglich mindeſtens vier Stunden auf
ihre Toilette verwenden müſſen, ich ſehe, daß ihre Kinder
ihnen nicht gehorchen, alles das ſehe ich auf der Straße,
Frau Lührſen. Wo verbirgt ſich dieſes neue Weib? Ich
glaube, es lebt nur in Büchern und Feuilletons. Mein
Mann wurde ganz wütend neulich in Hamburg und zeigte
auf eine ſolche Frau mit den Worten: „Und das will
ſich emanzipieren?” Sehen Sie, Frau Lührſen, und
He=
lene Liebetrau blieb ſtehen neben einer alten Pappel
an der Landſtraße und ſtrich mit der Hand an deren
Rinde herab, glauben Sie wirklich, wenn ich die Rinde
hier abkratze und fein ſäubere, daß dann eine neue
Pap=
pel entſteht?!
Ja, aber dieſe kleinen Aeußerlichkeiten —, wollte Lilli
einwenden.
Doch ließ ſich Frau Liebetrau nicht ſtören. Ich weiß
ſehr wohl, daß es nicht im Aeußeren allein liegt, aber
es liegt mehr darin, als gemeinhin geglaubt wird! Ein
Mann, der ſich wie ein Hanswurſt kleidet, der kann reden
und ſchreiben, was er will, er iſt in meinen Augen
gerich=
tet! Eine ſehr kluge Frau hat einmal geſagt: Ehe die
Männer nicht ſelbſt Kinder zur Welt bringen, wird es
wohl dabei bleiben, daß Mann und Frau zwei ſehr
ver=
ſchiedene Weſen von Natur aus ſind und bleiben und
des=
halb ſehr verſchiedene Talente, Pflichten, Aufgaben und
Rechte haben müſſen. Alle Frauen, die da kämpfen für
das neue Weib, ſollten möglichſt geſund ſein, möglichſt
viele Kinder geſund aufziehen und erziehen, vielleicht daß
dann daraus Menſchen werden, die Neues verſprechen.
Gete ues e e e e en
ntimmt uns in die Hand und macht ſehr kurzen Prozeß mit
den Rechten, indem es uns den Rücken voller Pflichten
legt, und wenn man dafür einige Rechte genießt,
min=
deſtens doch die Achtung von Mann und Kindern, dann
kann man dankbar ſein.
So, nun war Frau Liebetrau fertig. Aber das war
ein Thema, über das ſie nachgedacht und ſich viel mit
ihrem Manne unterhalten hatte. Lilli ſchob die Anſichten
dieſer Frau auf die Seite, wie man das ſo zu tun pflegt,
nämlich als Anſichten einer Philiſterin, eben weil dieſes
Menſchenweſen andere Anſichten hat als man ſelbſt. Man
iſt ſehr intolerant heute in dieſer Beziehung, und nur
dann tolerant, wo man nicht ſelbſt betroffen wird. Sie
hätte manches ſagen können, um die Pfarrersfrau zu
wi=
derlegen, aber ſie hielt dies denn doch angeſichts ſolcher=
Rückſtändigkeit unter ihrer Würde. Deshalb ſagte ſie
nur ſeufzend: Ich glaube, wir verſtehen einander nicht,
und wir würden uns nie verſteyen.
Das kann wohl ſein, erwiderte Frau Liebetrau
ſehr=
ruhig.
Das war der Trotz der Sklavin, dachte Lilli.
Aber eine Sklavin war Frau Liebetrau keineswegs=
Man hätte nur ihren Mann fragen ſollen, und man hätte
Sämtliche Neuheiten der Frühjahr= und Sommer=Saison
sind eingetroffen und empfehle zu bekannt billigen Preisen:
Herren-Anzüge I und IIreihig, in allen modernen Farben und Fassons . . . . von Mk. 55.00 bis Mk. 10.50
Konfirmanden-Anzüge in tiefschwarz, blau u. dunkelgemustert, in nur Solid. Qual., von Mk. 36.00 bis Mk. 8.00
Knaben-Anzüge reizende Neuhelten
von Mk. 25.00 bis 2.85
Marktstr.
Marktstr.
Wilhelm Deuster
Konsum-Marken.
Grosse helle Verkaufsräume in der 1. Etage.
(5547a)
Rabattmarken.
Piano m.ſchönem, vollem
Ton für 220 M. zu verk. (*5559md
Gutenbergſtr. 3, 3. St., I.
(nch
Zur Rehmatfol
und beliebten Ostergeschenken empfehle
mein reichhaltigst ausgestattetes Lager
in
Taschenuhren
CAlleinverkauf der bekannten Alpina Uhren)
: Uhrketten
Gold- u. Silberwaren
Bestecke: Becher
: Silberne Stöcke:
Mitglied des
Rabatt-Sparvereins.
Gg. Karb, Hoflieferant
Ludwigstrasse 20
Telefon 506.
Darmſtädter Druckſachen
aus dem 17. u. 18. Jahrhundert
zu kaufen geſucht
(4202t
Näh. Expedition. 2
Ankauf
alter Flaſchen, Eiſen, Metalle,
Lum=
pen und Papier. H. Zwickler,
Holzſtr. 24.
(*5700md
M
te zu den höchſten
Preiſ. Poſtkarte gen.
Kaufd M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29. (4787a
Marienbader
Entfettungs-
Tabletten Coronova
zur gefahrloſen Entfettungskur
ohne Diät. Schachtel 2.00 Mk.
er=
hältlich in den Apotheken. (47720l
Den Dr. E. Merck’sche Apotheke.
Versuchen
Sie!
Kombella
Die nichtfettende Hautcréme!
Weltberühmt u. ärztlich empfohlen zur
Kaut- u. Schönheitsplege, pogen rauko,
rote, rissige, aufgesprungene Hände!
Un-
erreicht gogen unschönen Teint Mitesser
ete. Tube60 u. 100 Pf. Kombella.-Seife50 Pf
Zu haben in den Apotheken und
Drogerien von: (657ll
Gerhard Schmitt N.,
Luisen-
str. 10, F. Seibert,
Pallaswiesen-
u. Liebigstr.-Ecke, Fr.
Becken-
haub, Wilhelminenstr., Georg
Franz Frank, Parf.,
Elisa-
bethenstr. 9, Christianschwinn,
Hofdrogerie, Rheinstr. 8, Carl
Bley, Wilhelminenstr., Friedr.
Schaefer, Drogerie u. bei den
Mitgliedern der
Bezugsge-
nossenschaft der Friseure
von Darmstadt u. Umgegend,
E. G. m. b. H.
in die Banrnſhäaſe lüngshenint geher ſolen ed Pot
jede Frau nur Slkavin war. Du lieber Gott, es ge
ebenſo viele Frauen wie Männer, die Haus, Hof,
Ge=
ſinde und Kinder und alles regierten, und was ihr
Reſ=
ſort anbetraf, ſo herrſchten die Frauen ziemlich
unein=
geſchränkt und nicht immer ohne Deſpotismus.
Frau Liebetrau ſah ihre Begleiterin von der Seite an
und bemerkte, daß Lilli ein kluges, hübſches Geſicht hatte.
Dieſe aber malte ſich aus, wenn ſie nun hier leben müßte,
wie das wohl ſein würde unter all dieſen Menſchen, von
denen ſie keiner verſtand, von denen jeder als ſtummer
Widerſpruch in den Anſchauungen des Lebens ihr
gegen=
überſtehen würde. Der Wind wehte ſcharf. Lilli hatte
Tränen in den Augen, ſie fühlte ſich verlaſſen und einſam,
ſo einſam wie die weiten, weiten ſchneebedeckten Felder,
die ſo kühl und ruhig dalagen, wie die Menſchen hier kühl
und ruhig empfanden und dachten.
Nun mußte Frau Liebetrau den Mut finden, zu ſagen:
Frau Lührſen, Sie müſſen nicht glauben, daß ich nicht mit
TTeilnahme und Verſtändnis von Ihnen gehört hätte.
Neh=
imen Sie mir ein offenes Wort nicht übel, wir ſind ja hier
lin freier Luft, auf freiem Felde, oder wie mein Mann das
mennt: Hier fliegt der Herrgott auf Schnehſchuhen ſo groß
ſwie ganz Italien über die Felder. Sie haben mich
an=
egeredet, ich habe Ihnen widerſprechen müſſen, und Sie
rmeinen, wir verſtünden einander nicht. Aber als Menſch
Zum Menſchen können wir doch miteinander ſprechen, nicht
twahr?
Ja, Frau Liebetraut! Trotz alledem, die ruhige Klar=
Heit dieſer Schweſter Doras imponierte ihr doch.
Gut! Wollen Sie wirklich wieder fort?
Selbſtverſtändlich, es gibt gar keine andere Möglichkeit!
Iſt’s wirklich nicht anders möglich? Ihr Mann wird
altin belben, eiſntet, us e inis wer, deit eite
Schweſter geht fort!
Doch wohl nicht, wenn ich gehe, In dieſer Frage lag
viel und Helene hörte wohl heraus, was darin lag.
Dora geht trotzdem! Es war nicht leicht geweſen für
Frau Liebetrau, dies zu ſagen, aber ſie tat es, weil ſie es
für Pflicht hielt.
Aber Lilli dachte, weshalb die Frau dies wohl ſagte,
ob das wirklich ſo ſei, ob nicht vielleicht eine geheime
Ab=
ſicht hinter den Worten ſich verſteckte. Frauen trauen
einander ſo ſchwer. Ich glaube, daß Sie es gut meinen,
Frau Liebetrau, aber ich, ich kann jetzt darauf nicht
ein=
gehen! Es iſt noch alles ſo unklar in mir. Wenn der Junge
nicht wäre, o dann —
Nun wußte Doras Schweſter, wie innerlich zerfahren
und zerriſſen es noch in Lilli Lührſen ausſah, denn dieſe
ſprach haſtig weiter von ganz anderen Dingen und fragte,
ob Bütfeld eine große oder eine kleine Pfarre wäre, und ob
ſie Verkehr hätten in der Umgegend?
Die Pfarre iſt nur klein und die Einnahme erſt recht!
Aber ſeitdem mein Mann etwas mit ſeinen literariſchen
Arbeiten verdient, kommen wir ganz gut aus! Frau
He=
lene ſagte das etwas verſchämt und doch mit einem gewiſſen
Stolz gerade Lilli gegenüber, denn ſie hielt natürlich ihren
guten Liebetrau für ein Genie!
Er ſchreibt wohl für theologiſche Fachſchriften? meinte
Lilli gleichgültig.
Doch nicht! Und nun erzählte ſie, was und über was
ihr Mann ſchriebe, und daß die letzte Sammlung ſeiner
Dorfgeſchichten gern geleſen würde. Er gäbe ſeine
Erzähl=
ungen unter einem angenommenen Namen heraus, unter
dem Namen Probſt.
Lillis Erſtaunen war ungeheuchelt. Aber, was ſagen
Sie denn da? Ihres Mannes Erzählungen ſind tatſächlich
anerkannt worden, ſelbſt in den literariſchen Kreiſen
Ber=
lins! Aber niemand wußte, wer ſich hinter dem Pſeudonym
verbarg. Na, ein höheres Lob konnte es ja nun in der
weiten Welt nicht geben, als dieſe Anerkennung, ſelbſt in
Berlin.
Dort kommt mein Mann uns ſchon entgegen, meinte
die Paſtorin.
Und da kam er eilig heran mit munteren Schritten und
mit ſeinem friſchen, fröhlichen Kindexgeſicht, dieſer Mann,
deſſen Erzählungen ſogar in Berlin geleſen wurden, und
der gewiß und wahrhaftig ſeiner Frau ſo im Herankommen
geiſtig mindeſtens einen Kopf höher erſchien als bisher. Als
ſeine Frau ihn vorſtellte, war er etwas verlegen, während
Lilli ſich ganz Herrin in der Lage fühlte. Ich freue mich
von ganzem Herzen, Sie kennen zu lernen, Herr Paſtor.
Sie ſind alſo der, der unter dem Namen Probſt ſchreibt?
Man kennt Ihre feinen Erzählungen ganz gut bei uns.
Der Paſtor wurde noch röter und ſtotierte etwas von
„ſehr ſchmeichelhaft”, und ſagte, er kenne mehrere von Lilli
Lührſens Romanen, und dann ging es los auf der Chauſſee
zwiſchen Boſtel und Bütfeld über Literatur und was ſo
dazu gehört, über Verleger, Redaktionen, Honorare und
Kritik, Dinge, über welche die „Brüder und Schweſtern von
der Feder” fachſimpeln, und alles in einer Form, als käme
wirklich auf ſie und ihr Schaffen ſehr viel, ja beinahe alles
an in der weiten Welt, und als ſei das etwas ſehr
Wich=
tiges für die ganze Nation, was ſage ich, für die ganze
Menſchheit und für das Jenſeits dazu — denn ſie ſchaffen
ja alle für die Ewigkeit, wenn ſie ſchlechte Honorare
be=
ziehen, und für die Zeitlichkeit, wenn ſie gute Honorare
be=
kommen.
(Fortſetzung folat.!
Dieburgerstr. 26
1. Stock, geräumige 7 Zimmer=
Wohnung mit Loggia, Veranda,
Gas und Zubehör per 1. April zu
vermieten. Näheres daſelbſt oder
Brauerei z. Goldnen Anker. (3303ids
Zume
Kahlertſtraße, 5 Z., Zubeh., ev.
Garten, per ſof. z. verm., 650 Mk.
Ausk. Wendelſtadtſtr. 40, I. (5422ids
Gutenbergſtraße 12
1. Stock, ſchöne 5=Zimmerwohn.,
der Neuzeit entſpr. eingerichtet, mit
allem Zubehör p. 1. April zu vm.
Näh. daſ. v. 2—5 Uhr. (1736ids
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
(3648t
Näh. daſ. part.
Zimmer
Schöne 3 Zimmerwohnung
mit allem Zubehör per 1. April
zu vermiet. Gartenſtadt Traiſa,
(4702a
Ludwigſtraße 20.
Redeselstr. 35, 3. St.
ſchöne 3 Zimmerwohn. an ruhige
Familie per 1. April zu vermieten.
(5472t
Preis 320 Mk.
Lagerhausſtr. 32
Ecke Blumenthalſtr., eine 3=
Zimmerwohnung i.
Vorder=
haus ſofort zu vermieten.
Näh. bei Reſtaurateur Benz
(5414a
dortſelbſt.
ſchöne Drei=
Weinbergſtr. 46, Zim.=Wohn.
mit Küche zu verm. Zu erfragen
Darmſtädter Möbelfabr., G. m. b. H.,
Heidelbergerſtr. 129.
(5415a
Landwehrstr. 64, I.
ſchöne 3 Zim.=Wohn. mit all. Zub.
per 1. April zu verm. (5247ms
Weinbergſtr. 52, 3=
Zimmer=
wohnung, Küche, Vorplatz u. Zub.
bis 1. April, Preis 300 M. (B5359ms
Zimme
Fuhrmannſtr. 10 eine 2=Zim.=
Wohnung. Preis 21 Mk. (5181ids
Tannenſtr. 8 ſch. 2 Zim.=Wohn.,
gr. Küche alsb. zu verm. (B5580
Wienersſtr. 52 2 Zim.=Wohn.
u. Werkſt. bis 1. April. (*5744df
Eine 2 u. eine 3 Zim.=Wohn.
zu vermieten. Näh. Große
Bach=
gaſſe 7, parterre.
(*5756dsi
Zmer
Holzſtr. 10 (bei J. Strauß) eine
Zimmer=Wohnung mit Küche ſo=
(3966ids
fort zu vermieten.
Umerzauh
Soderſtraße 33, Manſarde zu
(*5402ids
vermieten.
Kiesſtr. 8, Hth., kl. Manſarde,
12 Mk. Zu erfr. i. Laden. (5224a
20 am grosse Räume
für Bureau oder Lager.
Näheres Mühlſtraße 50, nur v.
11—12 Uhr.
(B4433id
Atelier
eventl. mit Wohnung, bis 1. April
zu vermieten. Näh. Exped. (B5116
nebſt Magazin mit
Hell. Laden oder ohne 3 Zim.
wohnung, für jed. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(730od
S
nebſt Ma=
2 Hell. Laden
gazin, mit
od. ohne 3=Zimmerw., für jed.
Geſchäft geeig., Ecke
Saal=
bauſtr . u. Marienpl. 8, iſt
per ſofort evtl. ſpäter zu ver=
§ mieten. Näh. Hügelſtr. 27,
Kontor.
(2485od
Sgssssssste
u
Ein großer Keller und
Werk=
ſtätte zu verm. Näh.
Erbacher=
ſtraße 13, Hinterh. part. (*5773ds
Mmer
Sandſtraße 34
Stallung u. Zubehör auch Remiſe
zu vermieten.
(5320t
Für Mädchen:
Hosen, Korsetten, Handschuhe,
Taschen-
tücher, Kränze, Sträusschen,
Rerzen-
schmuck, Kerzentüch., Regenschirme eic.
Weisse Oberhemden, Kragen, Manschet-
Für Knaben:
Berufskleidung für jedes Gewerbe!
(5544a
Ein kleines,
ein=
aches, auch älteres Haus
m. Garten a. d. Lande z. mieten geſ.
(*3775
Off. u. P 19 a. d. Exp.
Gesucht
ſonnige Wohnung, 5 Zim., Bad,
mit Gart., nicht über 10 Min. von
Viktoriaſchule entf. Angeb. m. Pr.
unt. P 7 an die Exp. (*5713
on jungem Ehepaar3 —4-Zimmer-
Wohnung auf ¾ Jahr per 1. April
zu mieten geſucht. Nähe
Marien=
platz. Offerten mit Preisangabe
unter O 97 an die Expedition
dieſes Blattes.
(*5650md
entw. kleines Haus
Suche zum Alleinbewohnen
od. 3 Zimmerwohnung m.
Bleich=
platz u. Trockenbod. z. Betrieb eines
Waſch= u. Bügelgeſch. Off. m. Preis
nt. P 8 an die Exp. (*5716ds
Iffizier ſucht 3= Zimmerwohnung
mit elektr. Licht, Bad u. Stall.
Off. u. W. 69 an Haasenstein &
Vogler, Hannover.
(5583H
2 oder kl. 3=Zimmerwohnung von
Familie mit 1 Kind geſucht.
Offerten mit Preis unter P23
an die Expedition d. Bl. (*5764
Weſſere Witwe, 42 J., ſucht in
aut. Hauſe freie 2—3 Z.=W.,
geg. Uebern. v. Hausarb. a. fein.
Näharb. Off. u. P,32 Exp. (*5794
Geſucht
zum 15. ds. Mts. in der Nähe der
Kaſerne des Leibgarde=Regts. 115,
zwei gut möblierte Zimmer
(Schlaf= u. Wohnzimmer) in guter
Lage. Adreſſen unter O. 46 in
d. Exp. d. Bl. niederzul. (*5462imd
2 gut möbl. Zimmer
mit voller Penſion von zwei beſſ.
Herren, zum 1. April geſucht.
Neckar= und Heidelbergerſtraße od.
deren Nähe bevorzugt. (*5536mdf
Angebote mit näheren Angaben
u. Preis bis zum 12. d. Mts. unter
O 71 an die Expedition.
Daufm. ſuchr zum 15. Z. od. 1. 4.
Khübſch möbl., ſaub., mögl.
garten=
wärts geleg. Zimmer mit Kaffee,
event. voller Penſion. Angebote
mit Preis unter P 25 an die
Expedition d. Bl.
(*5777
Möbl. Zimmer für 2 Herren
M (2 Bett.) i. d. Nähe d. Hauptbhfs.
geſ. Preis 25—28 Mk. Off. u. P24
an die Exped. d. Bl. (*5761
für meinen Neſſen
Suche
möbl. Zimmer mit
ſep. Eingang. Gefl. Off. m. Preis
u. P 27 an die Exp. erb. (*5795
rMann ſucht z. 1. April er.
n möbl. Zimmer. Offert.
7 an die Exp. d. Bl. (*5806
ſucht z. 1. Apr.
Student: oder 2 gut
öblierte Zimmer. Offerten unter
20 an die Exp.
(*5772ds
Geſucht eleg. möbl. 2=
Zimmer=
wohnung , ungeniert,
Martins=
oder Johannesviertel, 1. April ev.
ſofort. Garten erwünſcht.
Offerten unter P 22 an die
Expedition d. Bl.
(*5767
Umerier
Schön. 3X&k Zimmerhaus
mit Vor= und Hintergarten ſofort
zu verkaufen Wittmannſtraße 3.
Näheres 1. Stock.
(B5090
Die Hofreite
Karlſtr. 110
14,75 m Straßenfront, zuſammen
345 Dm Flächeninhalt, iſt
erb=
teilungshalb. unt. der
ortsgericht=
lichen Taxation zu verkaufen. —
Auskunft w. ert. Karlſtraße 104½,
Laden.
(B4442
Haus zum Alleinbewohnen,
Orangerie=Allee 14 iſt zum
1. Juli 1912 zu vk. od. z. vm. Näh.
b. Mahr & Markwort, Architekten,
Darmſtadt, Kaſinoſtr. 8. (155a
Sch. * Zimmerhaus
öſtliche Lage, mit großer
Werk=
ſtätte, Hof und Einfahrt, wird
gegen modernes Etagenhaus in
beſſerer Lage zu tauſchen geſucht.
Solvente Intereſſenten können
noch einige tauſend Mark Anzahl.
erhalten und erfahren Näh. durch
B. Baer, Immobilien-Bureau,
Landwehrſtr. 18. (*5749) Tel. 1145.
Kleines Haus mit Garten zu
kaufen geſ., Beſſungen ausgeſchl.
Off. nebſt Preisangabe u. Lage
u. P33 a. d. Exp. d. Bl. (*5798dfs
Eintam. Haus
Preislage ca. 35000 Mk.,
als-
bald zu kaufen ges. Off. u.
P 17 a. d. Exp. (*5757ds
Im ſüdlichen Stadtteil iſt ein
Wohnhaus mit Stallungen
und ſonſtigen Gebäulichkeiten unt
günſtigen Bedingungen zu
ver=
kaufen. Das Haus eignet ſich
für jedes Geſchäft. Offerten unt.
M 37 an die Expedition. (B4776
Eberſtadt.
Ein ſchönes villenartiges
Land=
haus mit 7 Zimmern in herrlicher
Lage und gut angelegtem
Obſt=
garten iſt verſetzungshalber zu
ver=
kaufen. Offerten erbeten u. N 53
a. d. Exped. d. Bl. (*5106sm
Wohnungen
Bauplätze
4417D)
Villen
Hausbesitzer-Verein, Miltenberg.
Schrgünst.-Angebotz. 1. April
(Nicht zu überſehen.)
Hierdurch biete wegzugshalb.
mein neuerbautes, freiſtehendes
Landhaus mit großem Garten,
25 Minut. von Darmſtadt
ge=
legen, für 8250 Mk. z. Kauf
an. Anzahlung 1500 Mk.
Reſt=
kann ſtehen bleiben zu 4¼%.
Off. erbitte unt. N 12 an die
Exped. ds. Bl. zu richt. (4956a
Großer Eckplatz
Nähe neuen Bahnhof, event. mit
anliegendem Bauplatz, für
Wirtſch. od. gr. Geſchäftbetr.
geeignet, zu verk. Auch wird
ent=
ſprechendes Gebäude errichtet. Off.
unt. M 63 an die Exp. (*4754dso
En Arheilgen, Nähe der Main=
Neckar=Bahn=Station, iſt ein
ſchönes Haus mit 2X3 Zimmer=
Wohnung u. mit angelegt.
Pflanz=
garten billig zu verkaufen.
Näheres Ludwig Kilian II.,
Arheilgen.
(5424mdf
Everstadt.
Haus mit gutgehend. Metzgerei
für 14000 Mk. ſofort zu verkaufen.
Off. u. O 30 an die Exp. (*5414id
in Auerbach a. d. Vergſtr.,
Dillu 7 Zim., Küche, Waſchk., Kell.,
Speich., Garten, Waſſerleit., iſt zu
14000 M. unt. ſehr günſt.
Zahlungs=
beding. zu verk. od. auch ſof. zu verm.
Off. an den Beſitzer David Mainzer,
Holzhandlg., Zwingenberg a. d. B. (3803a
gute
Schweinemetzgerei, Lage,
ſofort od. ſpäter zu vermieten. Gefl
Off. u. O. 53 a. d. Exp. (*5475imd
tüchtige kautionsfähige
Suche Wirtskeute f. gutgeh.
Reſtaurationen, mitten d. Stadt.
Off. u. P 38 an die Exp. (*5809a
Billige neue Möbel.
Hochf. Schlafzimmer, hell
nuß=
baum, pol. f. Vertikos,
Auszieh=
tiſch, Stegtiſch, Trumeau, Spiegel
m. Konſoltiſchchen, Flurſtänder,
mod. Kleiderſtänder,
Nähtiſch=
chen, Blumenkrippen, weiß lack.,
Büſtenſtänder, Serviertiſch,
Liegeſtuhl, Diwans,
Chaise=
longue, hochfeine Garnitur,
Di=
wan mit 2 Sesseln (blauf
(Gelegenheitskauf) abzugeben
5783) Gartenſtr. 20, part.
Gut erhalt. Frack-Anzug
(mittl. Fig.) zu kaufen geſucht. Off.
unt. P 5 an die Exp. (*5715
Schreibmaschind
Adlers Mk. 175 zu verk
Off. u. P 30 an die Exped. (*578
Stallung zu verm.
Die von Herrn Oberſt v. Etzel
innegehabte Stallung für 3 Pferde
nebſt reichlichem Zubehör und
Burſchenſtube iſt bis 15. März od.
1. April zu vermieten (*5762ds
Schießhausſtraße 53.
große helle Werkſtatt od. Lager=
räume mit Kontor zu vermieten
Gas, elektr. Kraft und Licht vor=
handen. Näheres Karlſtraße 34,
Kontor.
(3585ids Mbliere Zimmer 2. Stock,
Fraukfurterſtr. 58, gut möbl.
Zim. per ſofort zu verm. (4088ids Forſtmeiſterplatz 5, n. Mittel=
bau, part. links, freundlich möbl.
Zimmer zu verm. (B4435id Ludwigsplatz 4, 2. St., 2 kleine
ineinandergeh. möbl. Zim. (*5448id Karlſtr. 41, 1. St., möbl. Zim.,
Woche M. 3.50 m. Kaffee. (*5482ids Waldstrasse 2 3 möblierte
Zimmer, zuſammen oder getrennt
ſofort zu vermieten. (5010t 3. Stock, beſſ. Fräul.
Schulstr. 3, find. einfach möbl.
Zimmer mit Penſion. (5154t Karlſtr. 53, II., großes, gut
möbl. Zimmer zu verm. (*5621mdf Mühlſtr. 42, nächſt Kapellpl.,
ſch. möbl. Ziin. m. Penſ. (*5574mds (Laden) möbl.
Saalbaustr. 36 Zimmer mit
oder ohne Penſion z. vm. (*5631mds Kiesſtraße 18 ſchön möblierte
Zimmer zur Auswahl. (*5636mdf Martinſtraße 2 wegzugshalber
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit
großer, geſchl. Glasveranda u. Gas
per 1. April zu verm. (B5426t Waldſtraße 11, 3. St., ſchön
möbl. Zimmer (Manſarde) zu ver=
mieten, die Woche 3 Mk. (*5790 Waldſtr. 18, part, gut möbl.
Zim., ſep. E., p. 15. März. (*5807dfs Luiſenſtr. 32, II.,b. Gg. Wedel einf
möbl. Zimmer mit Penſ. (*5774dfs Waldſtr. 39, Stb. 1. Et., ſchör
möbl. Zimmer zu verm. (*5766dfso Tannenſtr. 12 möbl. Zimmer=
mit 2 Betten an anſtändige Ar
beiter zu vermieten. (B5563 Neckarſtr. 16, Gartenbau, gut
möbl. Wohn= u. Schlafz. (5565ids Neckarſtr. 22, Gartenh., ein g
möbl. Zimmer, ſep. Eingang, ſof.
oder ſpäter zu verm. (*5728 Pallaswieſenſtr. 12, part. lints,
gut möbl. Wohn=Schlafzimmer
mit Penſion zum 1. April. (*5779ds Landgraf Georgſtr. 70, 2. St.,
freundlich möbliertes Zimmer zu
vermieten.
(5584ic Mauerstrasse 15
möbl. Zimmer, auf Wunſch mit
Penſion, zu verm. (*5622do gut
Wienersstr. 72, part., möbl.
Zimmer bei ruh. Familie. (5517a Wendelſtadtſtr. 31, Hth. 2. St.
möbl. Zimmer ſof. bill. (*5751dfs Schwanenſtraße 38, 1. Stock,
gut möbl. Zimmer od. Wohn= u.
Schlafzimmer zu verm. (*5746dfso Ecke Beck= und Darmſtr. 51,
2. Stock, ſofort feines
Wohn-und Schlafzimmer
nur f. beſſ. Herrn, vollk. freie ruh.
Lage, herrl. Ausſicht, Balkon, Gas,
alle Bequemlichk., ſehr preiswert
daſelbſt ab 1. April auch (*5803
großesschönes Erkerzim. In ruhigem Hauſe in ſchöner
Lage find. beſſ. Herr als Alleinmiet.
gemütl. Heim bei kl. Fam., Gas,
elektr. Licht, Benutz. d. Telephons.
Näh. in der Exp. d. Bl. (*5714dsm (*5657
mds
Pension.
1—2 jg. Mädch., w. i. Darmſtadt
Lehranſtalten beſuchen, find. gute
Penſion. Zu erfrag. im Wäſche=
geſchäft v. Erb. Eliſabethenſtraße. Tennisplatz
Schießhausſtraße, gegenüber dem
Haus Nr. 80, noch einige Tage in
der Woche abzugeben. Näh. von
3—5 Uhr auf dem Platz. (*5781 Mer Kleines, einfaches Haus
zum Alleinbewohnen bis 1. Juli,
event. auch früher, zu mieten ge=
ſucht. Pünktl. Mietzahlung. Off.
erb. u. O. 92 an d. Exp. (*5637md
m. Garten
Ki. Haus zu mieten
geſ.
Um=
gegend nicht ausgeſchl. Offerten
mit Preis u. P 16 a. d. Exp. (*5754
TII
III
SehawadudeSauu
HERVORRAGENDES ANGEBOT FÜR SCHNEIDERINNEN.
Druckknöpfe „Blitz” garantiert
Schweissblätter
rostfrei
Dtzd.
Druckknöpfe „Herkules”,
garan-
tiert rostfrei
Dtzd. 6 ₰
Druckknöpfe, Mercedes”m. Wert-
Coupon
.. Dted. 12 ₰
Taillenband, weiss und grau.
Stück à 10 Meter 28 ₰
Nahtband, prima baumwolle, weiss
schwarz u. grau, Rolle à 10 Meter 25 ₰
Hornfischbein 6mm, Länge 16cm 18 cm 20cm
Dtzd. 129 15₰ 183
Kragenstäbe, Celloloid, glashell,
alle Höhen .
. Dtza. 7 ₰
Kragenstäbe „Luna” mit
Wachs-
perle . .
. Paar
Besenlitze, gute Qualität, schwarz
Meter
Rocklitze, reine Wolle, schwarz
und farbig
. . Meter
Z
Schneider’s Trikotblatt . . . Paar 12 ₰
„Louise‟, gute Qualität .
Paar 28 ₰
„Mercedes” mit Wertcoupons Paar 50 ₰
Nadeln
Stahlstecknadeln, Brief 100 Stück 6 ₰
Stecknadeln auf rosa Papier, 200 St. 5 ₰
Blitznähnadeln .
.. Brief 7 ₰
Haken und Augen, schwarz Paket 3 ₰
Haken und Augen, versilbert Paket 8 ₰
Nähseide, schwarz und farbig . . 6 ₰
Sternseide, „Gütermann‟ . . . . 8 ₰
Meine Spesial.Abtelung in
„Besatz-Artikeln‟
bringt täglich Neuheiten in
Tüllen, Besätzen, Knöpfen
Tressen und Spitzen. (5571
Darmstadt.
IE-
L
E-ST
(ian II.
Weihlich.
Sucht Stenlung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näh. bei Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1.
(4298t
Gunge Frau ſucht Filiale zu
) übernehmen, gleich welcher
Branche. Kaution kann geſtellt
werden. Offerten unter M 9 an
die Expedition ds. Bl. (4703a
w. a. Bureau
Junge Dame in einf. Buchf,
Korreſp. u. Schreibm. tätig war
u. gute Zeugn. beſ., ſucht Stellung.
Off. u. P 4 an die Exp. (*5717
Weißnäherin empfiehlt ſich in
u. außer dem Hauſe Neue
Niederſtraße 13, III. Vhs. (*5758ds
Erfahrene Schneiderin, früher
Direktrice, nimmt noch Kunden an
in und außer dem Hauſe, auch
Jackenkleider. Auf Wunſch
Refe=
renzen. Offerten unt. P 13 an
(*5738
die Exped.
nimmt noch
Büglerin Kunden an
Martinſtraße 95, Hth. p. (*5551md
Haushälterin
Frl. geſ. Alters ſucht per 15. März,
ev. ſpäter, Stelle als Haushälterin
bei beſſerem, einzelnem Herrn.
Suchende iſt perfekt in Küche und
mit allen vork. Hausarb. vollſt.
vertraut. Offerten mit Ang. des
Geh. unter O. 10 an die Exped.
ds. Blattes. (5285id
Frau ſ. morg., od. nachm. Beſch.
Luiſenſtraße 40, Hth. II. (*5573md
Frau ſucht Stelle von ½ 8 bis
nach Spülen Schulzengaſſe 1,
Manſarde, Marquard. (*5736
Landmädch., darunt. Oberheſſ.
ſuchen in Darmſt. Stellen. Frau
Berta Nessling. Ludwigstr. 8, gewerbs-
(*5733
mässige Stellenvermittlerin.
Kochfrau mit beſten Referenzen
empf. ſich zum Koch. bei Konfirm.
Lauteſchlägerſtr. 17, Stb. (*5730ds
Beſſeres Mädchen, 21 Jahre,
welch. i. all. Hausarb. erf. iſt, ſ.
bis 1. Apr. in ruh. Haush. Stellg
Off. u. P 15 an d. Exped. (*5753dfs
Beamten=Tochter, 18 Jahre
alt, welche bügeln, etwas nähen
und kochen kann, ſucht
Anfangs=
ſtellung. Offert. u. R 200
poſt=
lagernd, Groß=Gerau. (*5743
Jung. Frau ſ. Laufdienſt morgens
od. mittags Langegaſſe 30. (*5791
Männlich
235Z at, mitärfrei,
Kaufmann, ſelbſtänd. Arbeiter,
mit Buchführung, Korreſpondenz
ꝛc. aufs beſte vertraut, ſucht
Stel=
lung. Offerten unter P 1 an
die Expedition.
(*5671mds
Junger Kaufmann
gewandt in der Buchführ.,
Steno=
graphie und in allen Syſtemen der
Schreibmaſchine, ſucht, mit guten
Zeugniſſen verſehen, bis 15. März,
oder 1. April Stellung auf einem
Bur. Off. u. P 6 Exp.erb. (*5719df
Tücht. ſelbſtänd. junger Koch
ſucht ſofort Stelle, geht auch zur
Aushilfe. Adolf Dingeldein,
gewerbsmäßiger Stellenvermittler,
Telefon 531.
(*5788
Tüchtiger Papierzuſchneider
ſucht Stellung für Darmſtadt und
Umgebung. Näh. Wienersſtraße
Nr. 62, Hth., 1. St. (*5810
Suche für mein. Sohn, weicher
das Realgymnaſium bis Ober=
Sekunda beſucht hat, und ſich dem
kaufmänniſchen Beruf od. d.
Bank=
fach widm. w., Stellg. a. Lehrling.
Angeb. u. O. 86 Exped. (5475a
Oter
Weiblich
Techuiſches Büro ſucht
Kontoristin
für Schreibmaſchine und kleine
Bürvarbeiten. Ausführl. Offerten
mit Angabe des Alters und der
Gehaltsanſprüche unter O. 77 an
die Exped. d. Blattes. (*5576md
Fraulein
in Korreſpondenz,
Buchhal=
tung und Stenographie
er=
fahren, zum 1. April auf
Büro geſucht. Da ſelbiges die
Kaſſengeſchäfte mit zu beſorgen
hat, iſt Kaution erforderlich. Off.
unter O. 93 a. d. Exp. (*5642md
Perfekte Stenotypistin u.
Maschinenschreiberin
Es wollen ſich nur
gesucht. ſolche melden, welche
dieſer Anforderung entſprechen
können. Eintritt= 1. April. Off. m.
Gehaltsanſpr. u. O 89 a. d. Erp. (5469
Verkädferm
mit guter Handſchrift,
welche d. Kurzwarenbranche
kennt, zum ſofort. Eintritt
geſucht. Derſelben iſt
Ge=
legenheit geboten, in der
Buchhaltung tätig zu ſein.
Gebrüder Gllger
Ludwigstrasse 9. (5572
Hoss
Tüchtige
Verkädferm
per ſofort geſucht (5533df
Alfred Fränkel
Schulſtraße 5.
Setstttte
Fräulein mit ſchöner Handſchrift
zum Büchernachtragen einige
Stun=
den oder halbe Tage geſucht. Off.
mit Angabe der Vergütung per
Stunde unter P 18 an die Exp.
dieſes Blattes.
(B5585
Gain-kianter
in ausserordentlich grosser Auswahl unter voller Garantie:
Für Herren
Mk. 18.—, 22.-, 26.50, 28.−
38.−, 45.−
Für Damen
32.—,
Mk. 24.-, 32.—, 38.− 46.-
Elegante Seiden-Mäntel
Mk. 48.−, und Mk. 68.50
Gummi-Capes für die Schule
Mk. 8.—, 10.50, 12.
Für Diener Gummiol-Mäntel Mk. 12.75
u. Kutscher Gummi-Capes Mk. 9.75
Winl
Schwab
Für unſere
Manufakturwaren-
Abteilung
ſuchen per ſofort
tüchtige (5543a
Verkädferm
Offerten mit Zeugnisabſchr.
und Gehaltsanſpr. erbitten
Gebr. Rothschild
2 Markt 2.
Tüchtige Schneiderin per ſofort
geſucht
5665md) Roßdörferſtraße 29, I.
Ludwigsplatz
Ecke Schulstr.
Junges Mädchen kann das
Kleidermachen gründl. erlernen.
Konfektion Mühlſtr. 40, I. (5048a
gegen
Lehrmädchen Vergütg.
geſ.=Schnhgeschäft Markt 1. (*5748
Geübte (5401mdf
Konfektions=
Arbeiterinnen
ſucht in dauernde Stellung
Theodor Schwab
Ernſt=Ludwigsplatz.
ge=
Tüchtige Büglerinnen ſucht
Hoffärberei Mack
Schulſtraße 13. (*5483imd
Perfekte Arbeiterinnen
ſofort geſucht
(*5755df
Damenkonfektion A. Herber,
Wilhelminenſtraße 10.
Lchrmädchen
aus guter Familie wird geſucht
J. Ph. Leuthner
Hoflieferant. (4842a
Meldungen Ernſt=Ludwigsplatz 2,
2. Stock rechts, erbeten.
Geübte Schneiderinnen
für Jahresſtelle, gegen guten
Lohn ſucht Hermann Berger,
Ernſt=Ludwigſtr. 10. (5524dso
CaoobDheRtestes Cchumhaus
Schillerplatz, am Schlossgraben
Gegründet 1862
277 Telephon 277
Snnnnnnnnngnnnannnennsssennangnsenassssunnnenen
Auffallend billige Schuhpreise
empfehle sehr preiswert
zur Frühjahrs=Saison - solde qualitäten
Damen-Stiefel u. Halbschuhe, mod. Formen
Mk. 4.95, 5.75, 6.75, 8.50, 10.50
Original-Goodyear-Welt Mk. 12.50 Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Herren-Stiefel, modernste Formen
Mk. 4.75, 6.75, 8.50, 10.50
Original-Goodyear-Welt Mk. 12.50 Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Moderne Herren-Halbschuhe
schwarz, braun und Lackleder, Mark 9.50, 10.50
Goodyear-Welt Mk. 12.50
Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Farbige Herren- u. Damenstiefel, Farb. Herren- u. Damen-Promenadeschuhe
Konfirmanden-Stiefel ganz besonders billig.
Besichtigung meiner grossen hellen Läger ohne Kaufzwang.
(4754a)
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Reparaturen fachmännisch und prompt.
II. Putz-Arbeiterin
wird zum ſofortigen Eintritt
geſucht Ludwigsplatz 2,
Carl Arnheiter. (5519ds
zuverieiſigesgem
Laufmädchen, 1. April geſucht
*5392imd) Ob. Liebfrauenſtr. 42, II.
Eine junge
ſaubere Lauffrau ſofort
Reinl, unabh. Lauffrau von
morgens bis nachmitt. geſucht.
Wo? ſagt die Exped. (*5380imd
Suche per ſofort, geg. gut. Lohn
in bürgerl. Haush., fleiß. ehrlich.
Mädch. Viktoriaſtr. 44, pt. (*5493imd
per
geſ. Näh. in der Exped. (B5445
Geſucht zum 1. April wegen
Verheiratung d. jetzigen, Mädchen
mit guten Zeugniſſen, welches
ein=
fach kocht und Hausarbeit
über=
nimmt. Vorzuſtellen bis 11 Uhr
und nachmittags zwiſchen 6 und
7 Uhr. — Frau Major Lang,
Heinrichſtraße 145, part. (*5539mdf
bürgerl. Köchinnen,
Suche Mädchen, welche
etwas kochen können zu zwei
Leuten, zu einer Dame und in
andere gute Stellen Frau Berta
Nessling, Ludwigstrasse 8,
gewerbsmäßige
Stellenvermitt=
lerin.
(*5742df
Ein braves Dienſtmädchen
in kleinen Haushalt geſucht Pallas=
(*5741
wieſenſtraße 13, III.
Sauberes,
ehrliches Laufmädchen
morgens 1½ Stunden geſucht
Höl=
gesſtraße 9. Hinterh. (5603a
Aeiteres Mädch., mögl. kath., das
auch etwas nähen kann, den
Haus=
halt verſieht u. Liebe zu Kindern
hat, bis 15. od. 1. April geſ.
Land=
graf Philipp=Anl. 18, 1. St. (5420mdf
rer e
Laufmädchen
für Geſchäft, ganzen Tag, geſucht
Schuſtergaſſe 16. (5531dfo
Suche für sofort
ein ordentl. älteres Mädchen für
die Küche Frau Geheimerat Koch,
Hoffmannſtraße 48.
(*5727
Junge Frau zum Putzen und
Spülen früh u. nachmitt. geſucht
Lauteſchlägerſtr. ½
(*5725
Suche zum 1. April evtl. auch
früher, ein durchaus gewiſſenhaft.
zuverl. Mädchen in kl. Haushalt.
Näh. Expedition.
(*5701
Ein gut empfohlenes, tüchtiges,
älteres Mädchen, wird, wegen
Verheiratung des jetzigen Mädch.,
zum 1. April in Haushalt von
3 Damen geſucht. Näheres Frau
Morell, Heidenreichſtraße 39, I.,
Vorzuſtell. nachm. 3—4 Uhr. (*5752
Suche z. 1. April: Mehr. bürg.
Köchinnen u. Alleinmädch. d. koch.
u. nicht koch. k. i. Priv. u. Geſchh. für
hier u. ausw. Elisabeth Frank,
gewerbs-
mäßige Stellenvermittlerin, Saalbaustr. 33.‟
Tüchtiges Mädchen, weich. ſchon
gedient hat, zum 1. April geſucht
(*5799
Landwehrſtr. 6, part.
1 Küchenmädchen
kann ſofort eintreten Karlſtraße 1.
(*5782
Lohn 25 Mk.
Zuverläſſig. Laufmädchen od.
unabh. Frau geſucht
Riedlinger=
ſtraße 35, 1. Stock.
(*5762
Mädchen jeder Art ſucht ſtets
Johannette Weissmantel,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Kaſinoſtraße 17. (*5760
Männlich
Mathematiken
resp. Neuphilol., geprüft,
solide u. energ., Ostern für
Inst. ges. Zeugnisabschr.
m. Bild u. Anspr. sofort an
das Schiller-Lyeeum Nassau
(Lahn).
(5559II
Gegen Gehalt und hohe Prov.
wird ein zuverläſſiger Mann als
Verkäufer, dem gegen kleine
Sicherheit das Inkaſſo mit
über=
tragen werden kann, für hieſigen
Platz geſucht. Offert. unt. O 68
beförd. die Exped. d. Bl. (5364a
Ich ſuche ein. tücht. Platzvertreter,
auch an kl. Orten b. Zuſicherung
ſeiten hoh. Einkommens Direktor
Müller. Mainz, Postfach 90. Fr727.
Detail=Reiſende
finden gegen hohe Proviſion
dauernde Beſchäftigung.
Anerbie=
ten mit Referenzen u. W 584 FM
an Rudolt Mosse, Mannheim. (5555m
ſauber Adreiſſen
Wer ſchreibt u. zu welchem
Preis pro Mille? Gefl. Offerten
unt. P 34 an die Exped. (*5802
Vertreter geſucht.
Für den Verkauf einer
Spezia=
lität an die Wirtekundſchaft,
ſo=
wohl auf dem Lande, als auch in
Städten, ſuchen wir geeigneten
Vertreter. Offerten u. A 586 E M
an Rudolf Mosse, Mannheim. (55570
Von einer Maſchinenfabrik
wird per 1. April cr. tüchtiger
Correspondent
perfekter Stenograph u.
Maſchinen=
ſchreiber, evtl. auch eine Dame,
für dauernd geſucht. Offerten mit
Zeugnisabſchriften, ſowie Angabe
der Gehaltsanſprüche unter O. 78
a. d. Expedition ds. Bl. (5400md
Nur gut empfohlene
Akaussiteure
haben Gelegenheit zu ausgez.
Verdienſt. Baldige Offerten unt.
P 14 an die Ervedition. (5540
Einige jüngere
Schlosser
für dauernd geſucht
(5474a
Jos. Deutsch, G. m. b. H.
per ſofort
Schmiedgehilte geſucht
5360a) Magdalenenſtraße 11.
Krankenpfleger u. Diener, geſ.
Alters, ledig, mit guten Zeugniſſen,
ſ. Engagem. Einz. Herren bevorz.,
geht auch ausw. Offerten unter
P 21 a. d. Expedition. (*5770ds
Unbedingt zuverläſſiger
Arbeuer
welcher in der Papierbranche,
ins=
beſondere an der Schneidemaſchine
erfahren, für dauernde Stellung
geſucht. Buchbinder bevorzugt.
Zu melden vormitt. L. Simon,
Grafenſtraße 17.
(5526
Wir ſuchen einen durchaus
zuverläſſigen, ſtadtkundigen
Hausburſchen
auf 15. März. Derſelbe muß
flott packen können und
Rad=
fahrer ſein. Näheres in der
Expedition
(5527
Kräftigen Jungen
in die Lehre geſucht. A. Guntrum,
Inſtallationsgeſchäft und
Bau=
ſpenglerei, Stiftsſtr. 52. (4588a
Lehrling geſucht
Merkur-Drogerie, Adolf
Zachmann, Bleichſtr. 46. (5520dod
Lehrling,
welcher das Tapezierhandwerk
gründlich erlernen will, kann
Oſtern eintreten
Gg. Ehrhardt & Söhne,
Möbelfabrik. (5605ds
Tüchtige
Welen-aGroßärcher
ſowie Horizontalbohrer u. Fräſer
finden dauernde Beſchäftigung bei
der Allgemeinen Elektrizitäts=
Geſellſchaft, Fabrik Frankfurt
a. M., Höchſterſtr. 45—61. (5139a
2 tüchtige Schuhmacher
ſofort geſucht auf Wochen= und
Stücklohn
(5530
Schuhhaus Soeder, Ludwigſtr. 12.
Tüchtiger
Reſtaurationsbellner
mit guter Handſchrift geſucht.
*5787) Hotel Prinz Carl.
für nach=
12 jähr. Schuljunge mittags
geſucht. Näh. Expedition. (*5703
Jüngeren Hausburschen
ſucht Buchdreckerei Roether. (5575
Zeichner-Lehring.
Fürunſertechn. Büro ſuch. wir
zu Oſtern einen jungen Mann
aus achtb. Familie, welch.
Be=
fähigung zum Zeichnen hat,
gegen ſofortige Vergütung
Gg. Ehrhardt & Söhne,
Möbelfabrif (5604as
hekrling.
Für eine hieſ.
Schweinemetz=
gerei mit Motorbetrieb wird ein
braver Junge gegen Vergütung
nebſt freier Koſt und Logis als
Lehrling zum baldigen Eintritt
geſucht. Zu erfragen in der
Er=
pedition d. Bl.
(*5768ds
Ein braver Junge 2
welcher das Friſeurgeſchäft
er=
lernen will, geſucht
(*5773
Darmſtadt, Landwehrſtr. 19¾
1 braver Junge
als Lehrling’geſucht
G. Haag, Hoftapezier
Saalbauſtr. 22. (5551a
Abonnentenſammler
auf illuſtr. Moden=Zeitſchrift
ſofort geſucht Waldſtr. 11, III. Zu
ſprechen nachm. 3—6 Uhr. (*5759
Wuchdruckerlehrling zu Oſtern
2 geſucht. A. Hiſſerich, Nieder=
Ramſtädterſtraße 13. (*5605mdf
Lehrl. für kaufm. Bureau geſ.
Off. u. O. 91 an die Exp. (*5639md
Lehrling
mit guter Schulbildung und ſchöner
Handſchrift auf Bureau und Lager
eines hieſigen Oel= u. Landesprod.=
Engrosgeſchäfts gegen monatl.
Ver=
gütung per 1. April oder ſpäter geſ.
Offert. unt M 53 Exped. (*4702dsd
Kaufmäuniſche Lehrſtelle
in größerem Betriebe nach Oſtern
zu beſetzen. Sofortige Vergütung,
Berechtig. z. Einſ.=fr. Dienſte erw.
Selbſtgeſchr. Offert. unt. N 88
an die Exped. ds. Bl. (5211sid
einen im Zeichnen
Nehme begabten Jungen
aufs Bureau Architekt Küchler,
Bismarckſtraße. (*5723ds
Zu verk.; vollſtänd. Bett,
Bücher=
geſtell , Gaslampe, ſchw. Rock
m. Weſte. Näh. i. d. Exv. (*5740df
Schreihmaschinen zu
ver=
leihen, billigſt. Offert. unt. P31
an die Expedition. (*5784
Singer=Nähmaſchine
(H. und F.), 1 Tourenrad mit
Freil. billig abzugeben
Eckhardt=
ſtraße 5, 2. St., rechts. (*5805
Zuterhaltener Kinderwagen
billig zu verkaufen (*5771
Heinheimerſtraße 86, I.
Brillanten, Platin,
Gold, Silber, ſowie
Käufe alte u. zerbroch.
Zahn=
gebiſſe zu höchſt. Preiſe. A. Kurtz,
Pädagogſtraße 2. (4690a
f. Zimmer=
Perſch. Werkzeug leute z. verk.
Mühlſtraße 16, 1. St. (*5792m
Gut erhaltene Bettſtelle mit
6 Matratze zu verkaufen.
Tannenſtr. 10. (*5582md
Sport.
— Darmſtädter Sportklub 1905.
Intereſ=
ſanter Sport wird am kommenden Sonntag, den 10. März,
auf dem Sportplatze an der Windmühle geboten. In der
1. Mannſchaft des 1. Hanauer Fußballklubs
von 1893, des rühmlichſt bekannten langjährigen
Meiſters der Nordkreisliga, Klaſſe A, hat der Darmſtädter
Sportklub 1905 einen Gegner zu Gaſte, den die hieſigen
Sportsintereſſenten wohl freudig begrüßen dürften. Es
iſt dies eine auf ſehr hoher Stufe ſtehende Mannſchaft, in
der einige der beſt bekannten Kämpen, wie die Linksaußen=
Stürmer Möller, der Mittelläufer Hofmann und
der Verteidiger Heck die leuchtenden Vorbilder für den
hohen Grad ſportlichen Könnens, durch ihre langjährige
Wirkſamkeit in ein und derſelben Mannſchaft als
Jubi=
lare des Fußballſportes beſonders hervorgehoben zu
wer=
den verdienen. Wohl wird die 1. Team des Darmſtädter
Sportklubs 1905 dieſem Gegner gegenüber ſchwerlich
auf=
kommen können, aber ſie wird nichtsdeſtoweniger alles
daran ſetzen, einen ehrenvollen Abſchluß herbeizuführen.
Rar Dresdener Sechstage=Rennen. Die
Abendſtunden des fünften Tages brachten keine
Verände=
rung in der Poſition. Die aus Lorenz=Saldow und
Stabe=de Mara beſtehende Spitzengruppe hatte am
Schluß des fünften Tages (120. Stunde) 3098,420
Kilo=
meter zurückgelegt. Arend, der noch als Erſatzmann
vor=
geſehen war, ſchied endgültig aus dem Rennen, In den
Morgenſtunden des Schlußtages trat völlige Ruhe im
Felde ein, das nur noch in gemütlichem Tempo die Bahn
umkreiſte. Mittags 11 Uhr (132. Stunde) war die
Kilo=
meterzahl auf 3343,340 Kilometer, 281 Kilometer mehr
als im Vorjahre, geſtiegen. Die Nachmittagsſtunden
ver=
liefen ebenfalls ohne Zwiſchenfall. Gegen 7 Uhr abends
ereignete ſich noch ein gefährlich ausſehendr Sturz. Der
zu hoch in die Kurve gefahrene Finn kam zu Fall und
riß Rudel ſowie Techmer mit um. Alle drei konnten
aber das Rennen fortſetzen. Nach der 140. Stunde waren
bei unverändertem Kkaſſement 3517,038 Kilometer
zurück=
gelegt.
sr. Deutſcher Sieg in der
Damenmeiſter=
ſchaft der Riviera. Das Internationale Lawn=
Tennis=Turnier zu Mentone brachte der deutſchen
Meiſterſpielerin Frl. M. Rieck=Hamburg einen ſchönen
Erfolg, indem ſie in der Schlußrunde um die Meiſterſchaft
der Riviera die Engländerin Miß J. Tripp ſchlug.
Frl. Rieck verlor zwar den erſten Satz mit 1—6, gewann
ber dann ihre Sicherheit wieder und landete die beiden
nächſten Sätze ſehr ſicher 7—5, 6—3. Die Meiſterſchaft der
Riviera im Herreneinzelſpiel fiel an E. R. Allen, der in
der Schlußrunde A. Wallis Myers 6—0, 3—6, 6—1, 6—8,
6—0 ſchlug. Das Herrendoppelſpiel um die Riviera=
Meiſterſchaft wurde von G. M. Simong-C. Moore
gegen A. C. Hunter-J. M. Flavelle 6—3, 7—5, 5—7,
6—2 gewonnen, während im gemiſchten Doppelſpiel Miß
J. Tripp-A. Wallis Myers über Miß M. Tripp-C.
Moore 7—5, 6—2 triumphierten.
sr. Ein eigenartiges „Wettrennen” wurde
gelegentlich des aviatiſchen Meetings in Los Angeles
ab=
gehalten. Die bunte Konkurrentenzahl „auf der Erde‟
ſetzte ſich aus einem Wettläufer, einem Reiter, einem
Motorfahrer und einem Automobiliſten zuſammen,
wäh=
rend ein Aeroplan das über 100 Yards führende Rennen
in der Luft mitmachen ſollte. Die Flugmaſchine kam
je=
doch nicht von der Stelle, da der Motor ſtreikte. Der
Motorradfahrer ſiegte leicht gegen den Wettläufer,
wäh=
rend Reiter und Automobiliſt an dritter, bezw. letzter
Stelle endeten.
sr. Das Internationale Holmenkollen=
Rennen und die damit verbundenen ſportlichen
Ver=
anſtaltungen nahmen in Chriſtiania ihren Anfang.
Im Skilanglauf über 50 Kilometer ſiegte bei
un=
günſtigen Witterungs= und Schneeverhältniſſen und
dich=
tem Nebel Bergendahl aus Sorkedehlen in der
glänzen=
den Zeit von 4 Std. 28 Min. 35 Sek. Zweiter wurde
Brathen ebenfalls aus Sorkedehlen, der 18 Minuten
längere Fahrzeit benötigte. In einem
Eisſchnell=
laufen um den Finniſch=Norwegiſchen Pokal über die
drei Strecken 500, 1500 und 5000 Meter ſiegten die
Nor=
weger mit 27:36 Punkten und gewannen damit endgültig
den Pokal. Von jedem Lande waren vier Läufer geſtellt
worden.
Das Internationale Schachturnier
zu San Sebaſtian wurde mit der 11. Runde in der
erſten Hälfte beendet. Es haben nun alle Teil=
nehmer gegen alle geſpielt und werden nun von der 12.
Runde an noch einmal zuſammentreffen. In der erſten
Runde ſiegte Marſhall gegen Leonhardt und Tarraſch
gegen Forgacz, während die Partien Schlechter gegen
Teichmann remis ergaben. Unbeendet blieben noch die
Partien Perlis gegen Duras und Niemzowitſch gegen
Rubinſtein, während Spielmann frei wurde. Spielmann
führt immer noch überlegen mit 8 Punkten vor
Niemzo=
witſch, Marſhall und Tarraſch mit je 5½ Punkten, wobei
allerdings Niemzowitſch noch eine Hängepartie hat.
Perlis erreichte 5 Punkte, Rubinſtein 4½ Punkte. Die
bei=
den Letzten haben gleichfalls noch Hängepartien zu
er=
ledigen. Schlechter und Teichmann haben definitiv 4½
Punkte, Duras bisher 4 und eine Hängepartie, Forgacz
und Leonhardt je 3 Punkte.
Literariſches.
* Dem Großherzogtum Heſſen iſt die am
21. März erſcheinende Nummer 3586 der Leipziger
Illuſtrierten Zeitung gewidmet, die in der
be=
kannten ſplendiden Ausſtattung der Sonderhefte der
be=
liebten Wochenſchrift in Bild und Text eine erſchöpfende
Schilderung des Landes und ſeiner Bewohner, ſeiner
Kunſtſchätze und geſchichtlichen Erinnerungsſtätten bringt.
An der Spitze des Heftes ſtehen die im Auftrag der
Illu=
ſtrierten Zeitung von Künſtlerhand’ geſchaffenen
Por=
träts des Großherzogs und der
Großher=
zogin im Kreiſe ihrer Kinder in originalgetreuer
far=
biger Wiedergabe. Umfangreiche, mit zahlreichen
Illu=
ſtrationen verſehene Beiträge zeigen die dynaſtiſche und
kulturhiſtoriſche Entwickelung Heſſens, feiern Großherzog
Ernſt Ludwig als Schöpfer einer modernen künſtleriſchen
Kultur, führen uns durch die Bildungsanſtalten des
Groß=
herzogtums, veranſchaulichen Volkstrachten und
Volks=
kunſt im Heſſenland. Den einzelnen Städten und
Pro=
vinzen ſind ihrer Bedeutung entſprechende Sonderkapitel
gewidmet, ſo Darmſtadt, Mainz, Worms, Gießen,
Odenwald und Bergſtraße, Vogelsberg, Taunus und
Wetterau u. a. m. Im feuilletoniſtiſchen Teil finden wir
zahlreiche Dialektgedichte heſſiſcher Dichter, ferner eine
novelliſtiſche Skizze „Der Teufelsmüller” von Alfred Bock.
Der reiche Inhalt der Nummer iſt damit noch lange nicht
erſchöpft, das Angeführte genügt aber wohl, um zu zeigen,
von welcher Bedeutung ſie für das Großherzogtum Heſſen
und ſeine kulturellen und wirtſchaftlichen Intereſſen zu
werden verſpricht. Der Einzelpreis der Heſſen=
Sonder=
nummer der Leipziger Illuſtrierten Zeitung beträgt 2 Mk.
öbel. Betten, Polsterwaren
Compl. Wohnungseinrichtungen
einzelne Möbelstücke
bei kleinster An- und Abzahlnng.
— Kunden und Beamte ohne jede Anzahlung.
Adam Karn
Darmstadt, Bleichstr. 30
part., I., II., III. Etage.
Werkstätten im Hause.
Franko Lieferung.
(5528
Waldmeiſterbowle
täglich frisch zubereitet
Fürſtenhalle=Reſtaurant
(5358ido
Elisabethenstrasse 6.
Daselbst im Ladenverkauf täglich frischer Waldmeister.
Diwan, Spiegel, 1tür. Schranf=
Bettſt. m. Sprungr.,
Waſch=
tiſch, Stühle, Küchenſchr.,
Schaukel=
pferd u. verſch. wegzugshalber bill
zu verk. Emilſtr. 4, III. I. (*4944ddd
Iin elegantes Damenrad,
faſt neu, abzugeben
Alice=
ſtraße 9, 1. Stock. (*5620md
Ein gut erhaltener Kinder=Sitz=
Liegwagen ſehr billig zu verkaufen
Sandſtraße 42, 3. Stock. (*5686md
ine Partie Aufbewahrungs=
Ekaſten, paſſend für Preisliſten
oder dergl., billig abzugeben.
Offerten unter O 98 an die
Exvedition d. Bl. (*5651md
Moderne Beleuchtungskörper von ersten
Fabriken für Gas u. elektr. Licht in allen
vor-
kommenden Stilarten, vom bürgerlichen Bedarf bis zur
reichsten Auswahl, finden Sie in dem Spezialgeschäft
Georg Keil, Elisabethenstr. 36
unter der Möbelfabrik Ludwig Alter. — Telephon 769.%
Vorhandene alte Beleuchtungskörper werden aufgearbeitet,
modernisiert, stehendes Gaslicht zu Hängegas (
Grätzin-
licht) umgewandelt, alte Gaskörper zu elektr. Licht aptiert.
Uebernahme von Wohnungsumzügen für Gas, elektr.
Licht und Badeeinrichtungen bei prompter, billiger und
reeller Bedienung. — Beleuchtungskörper werden nach
Entwürfen zu Fabrikpreisen angefertigt (2786a
Beachten Sie meine Austellung!gasbadeöfen, Hand
Gasherde Frdl. reelle Bedienung, anerkannt
Syst. Prometheus) billige Preise, prima Referenzen. und Standöfen
Sube Orungen
Messina u. Valencia, 100 St.
3,50, 5 und 6 Mk., Zitronen
100 Stück 4—4,50 Mk. empfiehlt
4470a) Joh. Walther,
Teleph. 1598. Wienersſtr. 69.
Luchenſcheithalt
kurz geſchnitten und geſpalten
la trocken (3386a
per Ztr. Mk. 1,30, frei Keller
Karl Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212.
Gehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (4957a
Negen Wegzug bill. zu verkaufen:
Wguterhalt. rote
Seidenplüſch=
garnitur (Roßhaarpolſter), ovaler
Tiſch, Gasherd u. verſch. (*5561md
Gutenbergſtr. 3, 3. St., I.
Jeiner Salon
im gefl. Auftrag einer Herrſchaft
zum Taxationspreiſe abzug. durch
Auktionator Kurtz.
Pädagogſtraße 2. (*5609md
I. Hess. Versich. geg. Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
Zahlung
nach Erfolg!
Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genüat. (1198a
Bellliche Kofe=Kreuz=Lole
Ziehung am 29. u. 30. März 1912
3 Mk. nach auswärts f. Porto u. Liste 30 Pf. extra 3 Mk.
empfiehlt und versendet
(P5432
1. Fa. Müller & Rühle, Hof-
Oscar Petrenz buchhandlung, Darmstadt,
Kgl. Pr. Lotterie-Einnehmer — Elisabethenstrasse 5.
Silberne Bestecke
0,800 geſtempelt,
versilberte Bestecke
vorzüglicher Qualität,
in viel. Muſt. ſehr preiswürdig
L. Borné, Hoflieferant, 25 Ernst-Ludwigstr. 25.
(636a
Uhren. Uhrketien, Goldwaren. Silberwaren.
Heilgymuastik und Massage.
Anna Ingeborg Krogius
Diplom des Instituts Dr. Arvedson, Stockholm,
Langjährige Praxis in Ragaz. (4474a
Referenzen zu Diensten.
Wilhelmstrasse 2.
Telephon 1775.
Eine Meilllarde Mchhk
überschreitet 1912 der Versicherungsbestand der
Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft
auf Gegenseitigkeit (Alte Leipziger)
gegründet 1830.
(1161a
Deckungsmittel über 380 Millionen Mark.
Bestes Prämien- und Dividendensystem.
Unanfechtbarkeit:: Unverfallbarkeit Weltpolice.
Vertreter: G. Beyser, Darmstadt
Bruchwiesenstrasse 4.
Nebr. Möbel u. Betten w. fortw. an= u.
verk. b. J. Lich, Alexanderstr. 3. (651a
inderbettſtelle mit Matr. z. vk.
5388imd) Waldſtr. 22, Stb. I.
Geschäftes unterstellen wir die gesamten Vorräte im Verkaufslokal Kirchstrasse 4 einem
iger Aufgabe des
Wegen
1oafAusverkauf!
Um eine schnelle Räumung zu erzielen, gewähren wir für alle Waren auf unsere bekannt billigen Preise
2
IO Heabseer
Herren-Konfektion
Anzüge, 1 u. 2reihig, in modernen Stoffen
u. Schnitten
Ueberzieher u. Ulster in halbschweren
Stoffen
Sport-Anzüge mit kurzen u. langen Hosen
Einzelne Hosen unserer soliden Spezial-
Marken, bequemer Schnitt
Einzelne Joppen u. Saccos in Leinen,
Loden, Lüster
Pelerinen, Bozener Mäntel
Vorrat in allen Grössen
auch für extra starke od. schlanke Figuren
Manufakturwaren
Kleiderstoffe in schwarz, farbig und
modern. Fantasiegeweben, für Kleider
und Kostüme, Röcke und Blusen und
Kinderkleider
Kleiderstoff-Reste aller Art, zu jedem
annehmbaren Preis
Baumwollflanelle für Jacken, Röcke u.
Kinderkleider
Hemden-Oxfords, Handtuchstoffe
in allen Arten
Bettkattune, Weisswaren aller Art
Vorhangstoffe in schmal und breit
Möbelkattun, Futterstoffe
Farbige Kinderkleider
Knaben-Konfektion
Einfache Blusen- u. Schulanzüge,
in starken Stoffen.
Eleg. Prinz Heinrich- u.
Seekadett-
anzüge in riesiger Auswahl
Pyjacks u. Ueberzieher in moderner
Ausführung
Einzelne Hosen in starkem Buxkin,
Manchester u. Kammgarn-Cheviot
Knabenblusen und Waschanzüge,
eminent billig
Für Jünglinge:
Anzüge, 1 u. 2reihig, in mod. Ausführung
Norfolk- u. Suffolkanzüge mit kurzen,
langen u. Breeches-Hosen
Einzelne Hosen in allen Stoffarten
Extra-Angebot:
Nur für eine Woche! Der gesamte Vorrat in
Konfirmandenanzügen
Berufs-Kleidung
Blau Leinen-Anzüge, Hosen und
Jacken
Manchester-Hosen und Westen
Zwirnhosen, bedr. Lederhosen
Malerkittel u.-Hosen,
Schriftsetzer-
kittel
Friseursaccos, Kochjacken,
Diener-
jacken
Eisenbahner-Joppen,
Militärdrell-
jacken und-Hosen
Gestr. Westen für Herren, Frauen und
Kinder
Grosser Vorrat Sweaters in allen Grössen.
Wäsche
in moderner Ausführung
II
Posten I
II
rein
10.− 16.— 22.— Petto
— Buxkinstoffe
der gesamte Vorrat für solide u. moderne Herren-
und Knabenanzüge, Hosen u. Joppen,
Damen-
kostüme und Röcke
III
Posten I II
per Mtr.
rein
Netto
Fertige Herren-Hemden in weiss und
farbig
Normalhemden, Einsatzhemden,
Oxford-Hemden
Damen-Hemden in weiss und farbig
Mädchen- und Knabenhemden
Damen- und Mädchenhosen
Unterjacken, Unterhosen
Herren- u. Knabenkragen, Krawatten
Fertige Schürzen in allen Arten
Fertige Bettbezüge, Bettücher,
Bett-
kolter, Bettdecken
eillchner&
Fr
Detail
Krrenstr. 7
Die Lokalitäten sind per
1. Mai zu vermieten. Näh.
in der Fabrik Schulstr. 2.
2od
Grosse Posten Zigarren
offeriere ausserordentlich billig!
Abgabe von 50 bezw. 100 Stück an.
(642a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
Garaptie für Qualität. — Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
Prioat-Kur- und Badeanstalt
Landgraf-Philippanlage 62 Marienbad Telefon 835.
Ununterbrochen, auch für Damen geöffnet von früh 7 Uhr bis
8½ Uhr abends.
Alle Bäder, wie Licht-, Dampf-, Fichtennadel-,
Sool-
bäder etc. etc. — Fango-Packungen.
— Massagen werden von mir selbst ausgeführt.
(Für Damen ärztl. gepr. Masseuse zur Verfügung.)
Spezialität: Kohlensäurebäder nach Patent Keller.
Bei ärztlicher Verordnung bitte einen Versuch zu machen.
A. Anger.
Alle Krankenkassen sind zugelassen.
(4933a
Das neue Bartpfiegemittel Struwwelin
gibt dem Barte jede Form, ohne zu kleben, ohne Brenneiſen u. ohne
Bart=
binde, hergeſtellt v. C. D. Wunderlich, Hofl., Mürnberg, zu ℳ 1 u. ℳ 2 pr. Fl.
A. Walchner Nachf., Hofl., Ecke Eliſabethen= u. Luiſenſtr.
(67829
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
ich Käufe Schuhe. Zahied.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (4788a
J. Schnitzer. Schloßgaſſe 11.
Ankauf
von Altertümern jeder Art.
Möbel, Gemälde, Porzellane,
Stiche, Zeichnungen, Waffen,
Fächer, Curioſitäten uſw.
Antiquar Eggert,
Luiſenplatz 4 (5196a
neben dem Ständehaus.
Sossest
Blumen-Arrangements
in bekannt geschmackvoller Ausführung
zu allen Gelegenheiten.
(2009a
Rheinstrasse 17
Telef. 1070 Lina Hardt Eingans, Grafenstra
Spezialgeschäft für moderne Blumenbindereien.
(S523öse
Gosenssoesssesssssasaa:
842
S323335e
Kunstgewerbliche Tapeten
(3463a
Kein
Erich Meinhardt Kein
Laden!
Laden!
Obere Rheinstrasse 6, am Schloss
Meinen werten Kunden
sowie einem verehrlich.
Publikum von Darmstadt
u. Umgeg. hiermit die erg.
Mitteilung, dass mein
La-
ger mit neuen u. modern.
Lapeten ausgestattet ist
und dass ich bestrebt
bin, das mir geschenkte
Vertrauen durch gute
Qualität u. billige Preise
meiner Ware weiter zu
festigen. — Mit
vorzüg-
licher Hochachtung
E. Meinhardt.
Günstigste Einkaufsquelle
für Bauunternehmer,
Archl-
tekten und Hauseigentümer.
[ ← ][ ][ → ]
Elisabethenstr. 36, Tel. 2581. Heinrichstr. 70, Tel. 1710. Kirchstr. 10, Tel. 2581. Liebigstr. 4,
Uher
Stolze-
Schrey’scher
Stenograph.-
Verein
Unterricht,
Forthild. De-
(*
battenschr.
Lebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof, Wilhelminenstr. 1, I.
Privat-Unter=
Stolze-Schrey richt iederzoit
F. Ihrig, Gutenbergstr. 1, III. (*5804
wünſcht engliſch.
Engländerin Uinterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
chhilfe in
Unterricht allen Schulfächern
erteilt Lehrerin. Sprachenaustausch.
545a)
Riedlingerſtraße 20.
ſuchtenglischen Unterricht.
Dame Offerten mit Preis unt.
P 28 an die Expedition. (*5790
Klavierz
Unterricht
In 5 bis 6 Monaten unterrichte
nach meinem leichtfaßlich.
Noten-
system, mit großem Erfolge so,
daß der Schüler nach den
An-
fangsgründen, Sonaten,
Salon-
stücke korrekt vom Blatt spielen
kann. Auch in der Fay’schen
Methode unterrichte als
Ver=
treterin seiner Musik-Schule
Frankfurt a. M., Kla vierspiel ohne
Noten. — Anmeldung u.
kosten-
lose Vorführung dieser Methoden
täglich von 11—8 Uhr. (*5808
E. Ganss
Karlstraße 115, 1. Stock.
n der Rochschule
Frau Auguſte Klein, Wieners=
51, 2. Stock, können wieder
tige junge Damen eintreten. —
ſelbſt auch Eſſen über die
(675a
aße.
Gesücht
Unterkunft, Erziehung u.
Unter=
richt (auch Fremdſprachen) für
13½ j. Knaben bei Pfarrer oder
Lehrer in geſunder Gegend. Gefl.
Anerbieten mit Preis u. Referenzen
sub V 583 F M an Rudolf
Mosse. Mannheim. (5556)l
Junge Damen
ſollen nicht verſäumen, meinen
Bügel=Kurſus
zu beſuchen. Vollſtändige
Aus=
bildung im Stärken und
Glanz=
bügeln, ſowie Behandlung der
Wäſche zugeſichert. Honorar mäßig
*5780) Mühlſtr. 5, 2. Etage.
Unterricht!
Weißzeugnähen, Zuſchneiden
flicken und ſticken wird gründlich
erteilt Frau Johanna Lauck,
Viktariaſtraße 24, II. (*5474id
Aegen Betriebserweiterung
W iſt ein wenig gebr., faſt neuer
8 Ps Benzinmotor
mit allem Zubehör zu verk. Gefl.
Anfr. u. P 35 an die Exp. (5600
für meine Verwandte,
Suche Anfang 40er, hübſche
Erſcheinung, ſehr häuslich und
kinderlieb, Heirat, am liebſten mit
Beamten in geſicherter Stellung.
Witwer nicht ausgeſchloſſen. Off.
unter P 9 an die Expedition
dieſes Blattes.
(*5706df
Witwer, kinderlos,
Heirat! 33 J. ſolid. Arbeit.
in gut. Stellg., wünſcht ſich z. verh.
Ausſtattg. vorh. Vermittl. verb.
Ernſtgem. Off. u. P29 a. d. Exp. (*5789
junge hübſche Damen im Alter
von 20 und 21 Jahren
wün=
ſchen mit 2 beſſeren Herren (
Be=
amte bevorzugt) in Briefw. zu
tre=
ten zw. ſpäterer Heirat. Anonym
zweckl. Off. u. P 26 a. d. Exp. (*5797
2 junge tüchtige Mädchen
ſuchen mit 2 Herren in Verbindung
zu treten zwecks Heirat. Adreſſe:
Beſſ. Poſt, poſtlagernd, L. R.
Nr. 120. Anonym zweckl. (B5581
Sie lernen tanzen
und zwar ohne Lehrer in Ihrer eigenen Wohnung, wenn Sie K. Baums
„Modernes Tanzlehrbuch für Herren und Damen= benutzen. Dasſelbe
ent=
hält weit über 100 Illuſtrationen, zu faſt allen Tänzen iſt jeder Schritt und
Tritt genau und deutlich abgebildet und dann noch ausführlich erläutert. Ich
übernehme volle Garantie, daß nach dieſem Buche jebermann ohne weitere
Ausgaben die hauptſächlichſten Rund= und Figurentänze erlernen kann; zwar
nicht inmerhalb einiger Stunden, wie don anderer Seite martſchreſunſchmar
hauptet wird, denn das iſt unmöglich und wird von keinem vernüuftigen
Menſchen geglaubt, — aber in ea. zwei Wochen kommen Sie mit leichter
Mühe ſoweit, daß Sie eine Tanzfeſtlichkeit ohne Furcht ror Blamage
mit=
machen können. Um Anfängern die Sache noch mehr zu erleichtern, gibt
der Verfaſſer in dem Buche auch Anleitungen, wie man beim Tanze Geſpräche
anknüpft, den Partner oder die Partnerin amüſank unterhält uſw. Achten Sie
aber darauf, daß Sie auch wirklich das Buch von K Baum erhalten. Nur
auf dieſes bezieht ſich meine Garantieleiſtung. Gegen Einſendung von M. 2.50
(auch in Briefmarken) liefere ich das Buch franko an jede Adreſſe. (Nachnahme
20 Pfennige teurer).
Otto Steiniger in Leipzig-Connewitz Nr. 721.
Großer Büchertatnten
Empfehle den Damen meinen
zeitgemäss eingerichteten
— Damensalon.
O Kopfwaschen mit Frisur 1.00 Mk.
Kopfwasch. mit Ondulation 1.50 „
5 Kinderkopfwaschen . . 0.75 „
8 Neneste 7,
kenanlage
gesünd. Behandlung d. Haare.
Anfertigung aller
Haar-
arbeiten. Grosses Lager
in Zöpfen, Locken, Haar-
Unterlagen usw.
zu billigsten Preisen.
(672a
Elisabethenstr. 21.
Iite Geſbicher
Altes Porzellan
von Sammler geſucht. Off. m.
genauer Beſchreibung u. möglichſt
Photogr. u. F. O. G. 293 an
Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. (55545I
Spiegelschrank
neu, nußb., 120cm br. m. Kriſtallgl.
80 Mk., Diwans, ſchwer eich.
Schlaf=
zim., Bücherſchr., Diplomat,
Leder=
ſtühle, Ausziehtiſch, Kredenz,
Flur=
garderob., nußb. Schreibt., Vertiko,
Trumeauſp., Kleiderſchr.,
Waſch=
kommod., Bettſt., Matratzen, mod.
Küche, ganze Einrichtungen unter
Garantie, ſehr billig
Eliſabethen=
ſtraße 42, parterre, rechts. (*5800
i9. Sek. .2. . A S. L. hblnhn
Egen
§ ver Stick 27 Ifg.
EM 17 312 v. 2₰
Tonnz,IELFFC.
dinderliege= und Sitzwagen
K billig zu verkaufen (*5745
Ruthsſtraße 21, 1. St.
WWeintonen
gebrauchen gegen (641afs
E
neiserkeit, hatarrh,
Verschleim-
ung, Krampf- und Keuchhüsten
not. begl. Zeugniſſe
von Aerzten und
0050 Privaten verbürgen
den ſicheren Erfolg.
Aeußerſt bekömmliche und
wohlſchmeckende Bonbons
Paket 25 Pfg., Doſe 50 Pfg. zu
haben in Darmſtadt bei=
Chr. Schwinn, Drogerie, Ludw.
Zink, Drogerie, Weinbergſtr. 2,
Fr. Seibert, Drog.,
Pallas=
wieſenſtr. 44, Karl Steinhäuser,
N.=Ramſtädterſtr., Ph. Streb,
Bismarck=Drogerie r.
Becken=
haub. Ecke Schul= u. Kirchſtr.,
C. Watzinger, Drogerie,
Wil=
helmſtr. 11, Adler-Drogerie,
Frankfurterſtr. 12/14, Fr.
Schä-
fer, Emanuel Fuld, Peter Keil,
Gg. Petry, Roßdörferſtr. 52,
Ph. Huwert, Ecke Wieners= u.
Roßdörferſtr. 21, Gg. Held,
Roßdörferſtr. 35, Ant.
Braun-
warth, Marktplatz, Wilh. Ritsert
fr. Grüner Weg 30, Otio Prb,
H. Wagenbrenner,
Heidelberger=
ſtr. 17, GarlBlock in Nied=
Ram=
ſtadt, Adam Hartmann in Fränk.=
Crumbach, 6, L. Friedrich in
Brensbach, Friedrich Becker II.
u. G. H. Stühlinger, Reinheim.
Sen ſeite eir Mebelengen
2 er von Mainz u. Darmſt.,
um einige Möbelſtücke mitzun.2 Off.
unt. P 11 an die Erp. (*5726
Tacco=Anzug, getr., gut. erh.,
korpul. Fig. zu kaufen geſucht
Off. u. P 12 an die Exp. erb. (*573
Stühle-Körbe- Stühle
werden billig und dauerhaft
ge=
flochten, Korbreparaturen prompt
ausgeführt Korb= u. Stuhlflechterei
von Ludwig Schmidt,
Runde=
turmſtraße 2. Arbeit wird
abge=
holt. Poſtkarte genügt. (*5707
moderne Muſter, w.
Steppdecken von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41, Seitenbau. (650a
ſerfekte Köchin empfiehlt ſich zu
den bevorſtenden Feiertagen,
zur Konfirmation u. Kommunion
uſw., unter Gewähr für beſte
Bedienung. Wwe. Klara Schmidt,
Kahlertſtraße 28.
(*5431id
Kolonialwaren
Delikatessen
Weine.
Darmstädt:
Hauserung!
150
Centrale:
Frankturt a. M.
70 Filialen.
Zwetſchen, neue franz.
Pfd. 32 Pf.
Große bosniſche, Pfd. 40, 48 Pf.
Rieſen=Pflaumen
Pfd. 95, 60 Pf.
Ringäpfel, neue amerik.
Pfd. 90 Pf.
Aprikoſen, californ.
Pfd. 90 Pf.
Pfirſiche, californ. Pfd. 70 Pf.
Miſchobſt
ſchön ſortiert . . . 40 Pf.
feine Sortierung
Pfd. 50, 60 Pf.
Kranzfeigen . . Pfd. 30 Pf.
Eier-Abschlag
Magdalenenstr. 23Suppen- und Gemüse-
Rüden
per Pfd. 25 Pf.
Gries-Nudeln
Hausm.=Schnitt Pfd. 30 Pf.
Feine Eiernudeln Pfd. 40, 45 Pf.
Zruch-Maccaroni Pfd. 25 Pf.
Stangen-Maccaroni Pfd. 30 Pf.
Feinſte ing
Paketen Pfd. 40, 92,50 Pf. . Rossdörferstr. 12. Tel
(Rotwurſt, la geräuch.
Braunſchweiger, Pfd. 60Pf
Mettwurſt, weiche
Braunſchweig., Pfd. 110 P
do. harte . Pfd. 105 Pf.
Dörrfleiſch, Ia
Preßkopf, oberheſſ.
Pfund 90 Pf. l. 2582. Sandbergstr. 49 Wenckstr. 32.
Beſonders
preiswerte KOI
2 Pfd.=Doſe
. 40 Pf.
Gemüſe=Erbſen
46 P
Pfund 65Pf. Junge Erbſen
52 P
do. mittelfeine
Kohlrabi in Scheiben 40 Pf
Karotten in Würfeln 35 Pf. iserven
2 Pfd.=Doſe
Brechſpargel von 85 Pf. an
Stangenſpargel v. 125 Pf. an
.65 Pf.
Mirabellen
70 Pf.
Heidelbeeren
Birnen, weiß . . 70 Pf. Limburger Käſe, im
Ausſchnitt . . Pfd. 40 Pf.
(Echter Holländ. Käſe G
Pfund 90 Pf.
Schweizerkäſe
¼ Pfund 50 Pf. ſchwarz
mit Stein
Kirschen
½ Doſe 64 pf. Alle anderen Sorten in
Friſche Eier
Große
friſche Stedeier
.. 10 Stück
Friſche Trink=Eier 10 Stück 89 Pfg.
10 Stic 70 pfg.
78 und 84 Pfg.
(5590
Kondensierte
Milch
mit Zucker eingedickt, Doſe 48 Pf.
Frisch
Lebend
Rheinſalm
Weſerſalm
Lachsforellen
Steinbutt
Heilbutt
Seezungen
Rotzungen
Forellen
Hechte
Karpfen
Schleien
Aale
Mulben
Limandes Auſtern
Ia Nordsee-schenlfisch
Ia Nordsee-Cabliau
Ia Brat-Schellfisch
ff. Ostender Merlan
H. Backtisch
per Pfd. 30/35 Pfg.
ff. Silber-Salm
per Pfd. Mk. 1.10
— Stockklich
Echte Bratbücklinge
Matjes-Heringe
Täglich frischgebackene Fische.
Fischkonserven, Marinaden
Räucherwaren
Mollieleranten
Grafenstrasse 19
Filiale: (5594
Ludwigsplatz, gegenüber der
Stadt Pfungstadt.
Telephon 40.
lteſZahngebiſſe bezahlt am beſten
G. Best, Ludwigshöhſtr. 60. (5549a
Ernh Sober
Schulstrasse 11
dekatiert tadellos Herren= und
Damenſtoffe. Dekatieren ſchützt
vor Eingehen und Regenflecken.
Auch fertige Koſtüme werden
dekatiert und die Regenflecken
ent=
fernt. Zertrennte Kleiderſtoffe
werden durch Dekatieren wie neu
hergeſtellt.
(*5739
Schultr. 11, Htb.
Parkettböden
werd. gereiniat Dieburgerſtr. 4. (5073a
Mapezieren, Rolle 30 Pfg.
Gg. Dieter, Lichtenbergstr. 75. (25453ids
Mik SIIMME SEMNEF HERRN
XAADE-MARH-
Für Grammophon-Besitzer neue
Sendung Platten eingetroff., u. a.:
-Auf- *3
Frledd Hempel nahmen
Der Hölle Rache kocht in meinem
Herzen, Arie der Königin der Nacht,
aus „Zauberflöte” von Mozart.
Die von leidenschaftl. Pulsen
getragene, mit kühnstem
Kolora-
turenwerk ausgeschmückte Arie
bringt d. Rachegefühle d. Königin
der Nacht gegen Sarastro als
Re-
präsentantin des Lichts zum
Aus-
druck und bedroht die Tochter
Pamina mit d. Verstossung, wenn
durch sie nicht der verhasste
Feind dem Tode verfällt.
Glöckchen-Arie aus „Lakmé” v. Delibes.
Derausserordentliche Liebreiz
Lakmés, der Tochter des indisch.
Brahmanenpriesters Nilakantha.
der den englisch. Offizier Gerald
trotz all. Gefahren
unwidersteh-
lich zu dem Mädchen hinzieht,
findet sowohl in der blühenden
Melodik, wie in der Imitation des
silberhellen Klangs d. Glöckchen
durch die Stimme in den höchsten
Lag. eine ungemein faszinierende
und überzeugende Darstellung.
Sigrid Arnoldson: Lebt wohl
jetzt, ihr Gebilde, aus „Traviata‟
von Verdi. — Der rührende
Ab-
schieds-Gesang Traviatas, die,
den Todeskeim in der Brust, ihr
Ende herannahen fühlt und noch
einmal den durstigen Blick über
die schöne Welt schweifen lässt,
die ihr neben vielen flüchtigen
Freuden die tiefe Liebe Alfreds
bescherte.
Mattia Battistini: Ma come
dopo il nembo, 2. Akt, a. „Werther‟
von Massenet. — Der junge Held
findet seine geliebte Lotte als
Gattin eines anderen (Alberts).
Das junge Glück des Paareszehrt
ihm am Herzen, voll Schmerz u.
Verzweiflung verlässt er Lottes
Heim und gelobt, nie wieder
dorthin zurückzukehren.
Battistini u. Janni: D'Aqua
aspergini, aus „Thais” v. Massenet.
Das Liebesduett ruht auf breiter,
bukolischer Grundlage und malt
in verträumter Lyrik all’ die
die Wonnen aus, wie sie das
Be-
wusstsein der Seelenharmonie in
der Menschenbrust erweckt.
Emmy Destinn: Eines Tages,
aus „Madame Butterfly” v. Puccini.
Der von heissblüt., ergreifender
Melodie durchsättigte Abschnitt
wird getragen von der leuchtend.
Liebe Butterflys zu Linkerton,
dem jungen amerikan: Offizier,
der sie mit ihrem Kinde dann im
Stiche lässt.
Mischa Elman, Violine: Gavotte
von Mozart. — Zwei Weisen, die
das Gepräge des Rokoko an sich
tragen, sehen sich mit ihr.
Gegen-
sätzen von träumerischer Koserie
und frischer Lebenslust einander
gegenübergestellt.
Fritz Kreisler, Violine:
Variationen von Tartini-Kreisler.
Selma Kurz: Bolero aus „
Sici-
lianische Vesper” von Verdi.
Mario Sammarco: 0 sole mio
(Du meine Sonne) von E. di Capua.
Grammophon-Orchester:
Ungarische Rhapsodie Nr. 2, von
Liszt, 1. Teil. — do., 2. Teil.
Carl Burrian: Durch die Wälder,
Arie des Max, 1. Teil, aus „
Frei-
schütz” von Weber. — Jetzt ist
wohl ihr Fenster offen, do. 2. Teil.
Karl Jörn: Leb’ wohl, Mignon,
ich scheide, aus „Mignon” von
Thomas. — Nein! Bin Bajazzo nicht
mehr! a. „Bajazzo‟ v. Leoncavallo.
Hermann Weil: Flieder-
Mono-
log aus „Meistersinger” v. Wagner.
— Valentins Gebet, a. „Margarethe‟
von Gounod.
Ernst Kraus und Berta
Morena: Todverkündung, 1. Teil,
aus „Walküre” von Wagner. —
do., 2. Teil.
Prof. Heinr. Grünfeld, Cello:
Madrigal von Simonetti, arrangiert
ven Professor Heinrich Grünfeld.
— Largo von Friedemann Bach.
Afred Grünfeld, Klavier:
Mazurka H-moll von Chopin. —
Guitarre op. 45 von Moszkowsky.
Neu-Aufnahmen
aus den Opern:
„Der Rosenkavalier‟
von Richard Strauss
„Die Königskinder‟
von Engelbert Humperdinck.
K. Jäger
Georgenstr. 11 Tel. 2579
Turnhalle ams Woogsplatz
Hofkunstier Bellachinl
Heute abend 8½ Uhr
(5608
Ausser groß, neuem Programm
Sensation:
Die keise durchs Schlussenoen
Keiner versäume die Vorstellung. Kolossaler Erfolg.
Brauerel „Hessischer Hof
Donnerstag, 7. und Freitag, 8. März
Franngsererm Aasschunk
Von 6½ Uhr ab Militär-Konzert einer Abteilung der
(5534
Kapelle Weber.
Eintritt frei.
Jakob Keller.
Saar
Horer zur kaupe
(Eingang Luisenstrasse)
Mittwoch, 13. März, abends 81 Uhr,
Fädiaranecke
Ender dar kauff
Mitwirkende:
Frau Louise Manecke (Laute)
Herr Hofkonzertmeister E. Schmidt (Violine)
Herr Kammermusiker H. Eymann (Viola)
Herr Hofmusiker W. Manecke (Laute)
Karten zu Mk. 2.50, 1.50 und —.80 bei Georg Thies Nachf.,
Leopold Schutter, Grossh. Hoflieferant, Elisabethenstr. 12,
an der Abendkasse Mk. 3.—, 2.— und 1.—. (56056s
Wirnborrern Machnorihoh=Diertel
Unſere ordentliche Hauptverſammlung
wird nun am Freitag, den 8. d. Mts., abends 8½ Uhr pünktlich,
im Hanauerhof=Saal ſtattfinden mit der nachfolgenden
Tages=
ordnung: 1. Jahresbericht des 1. Vorſitzenden; 2. Neuwahl des
Vor=
ſtandes; 3. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt L. Landzettel
über den Vertrag der Stadt mit der Süddeutſchen Eiſenbahn=
Geſellſchaft behufs Gründung der „Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft”; 4. Ausſprache zu 1 und 3.
Unſere geehrten Mitglieder werden dringend erſucht, hierzu
vollzählig erſcheinen zu wollen.
(5570
Der Vorstand.
Barger Verem Darmstaut.
Die verehrl. Mitglieder werden zu der am 19. März 1912,
abends 9 Uhr, im Vereinshaus ſtattfindenden
(5532dd
lordentlichen Generalverſammlung
ergebenſt eingeladen.
Tagesordnung: Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr,
Kaſſebericht, Ergänzungswahl zum Vorſtand, Verſchiedenes.
Der Vorstand.
Hoter Komnischer Hor.
Unseren werten Freunden und Gönnern die
er-
gebene Mitteilung, dass wir seit 1. März den „
Köl-
nischen Hof” wieder übernommen haben. Es wird
unser eifrigstes Bestreben sein, die uns mit ihrem
Besuch beehrenden Gäste nach jeder Hinsicht zufrieden
zu stellen.
(*5731
Joh. Ad. Huth und Frau,
51 Bleichstrasse 51.
ogelsberg
Die für
Sonntag,
den 10. März
vorgeſehene
Wanderung
iſt auf
Sonn=
tag, 17. März
verlegt worden.
XII. Wanderung
Sonntag, 17. März
Bickenbach — Alsbacher Schloß-
Melibokus-Auerbach.
5 Stunden.
Abfahrt vorm. 8.59 Uhr v. Main=
Neckar=Bahnhof. Weitere Anzeige
(5535
erfolgt nicht mehr.
Lnlans brat . 3 . . Uhr.
eanises
Lonnerstas
7
u. folg. Tage
Das grosse Novitäten-Programm!
Eine Kette erster Kunstkräfte!
Künstler
Zl. Ranges 25
Romanow’s Cartella
Loro’s Zinn- Soldaten
Mauermeier Blessings
Paxton’s Kolossalgemälde
Kurz & Lang 5 Aregor
Residenz-Kinema (5599
Preise und Vorverkauf wie bekannt.
eleg. große Hängelampe 15 Mk.,
1 Petro.=Kochofen, wie neu, 2 Mk.,
4 Stühle à 2 Mk., 2 Stühle à 1 Mk.,
1 Hektograph Wienersſtraße 52,
(*5769
Seitenbau, II. r.
ut erhalt,
verſtellbar. Sportwagelverk.
Heidelbergerſtr. 8, Hth. (*5569md
Zu verk. (Prachtwerke)
Geſchichte der deutſchen Kunſt,
5 Bde. Lübke, Denkmäler d. Kunſt.
Weisser, Bilderatlas zur
Welt=
geſchichte Beckſtr. 64, 2. St. (*5737df
2
Verloren hölzernes
Schirm=
futteral. Abzugeben (*5724
Luiſenſtraße 2, 2. Stock.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Batavia” von Boſton
und Baltimore kommend, 3. März
3 Uhr 30 Min. nachmittags in
Hamburg.
Dampfer „Graf Walderſee” nach
Philadelphia und New=York
3. März 3 Uhr nachm. Dover
paſſiert.
Dampfer „Hamburg”, von New
York nach Genua, 2. März 7 Uhr
abends von Gibraltar.
Täglich frische
Häzzen
Mainzer (4364a
obere Bleichstr. 13. Telefon 1265.
degen Trauerfall ½ Parterre=
Abonnement abzug. (5521
Zachmann, Bleichſtraße 46.
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 7. März.
131. Abonnem.=Vorſtellung. C 33.
Neu einſtudiert:
Der Evangelimann.
Muſikal. Schauſpiel in 3 Aufzüg.
Dichtung u. Muſik v. Wilh. Kienzl.
Muſikal. Leit.: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Friedrich Engel,
Juſtiziär (
Pfle=
ger) im Kloſter
St. Othmar . . Hr. Hoff
Martha, d. Nichte
und Mündel . . Frl. Geyersbach
Magdalene, deren
Freundin.
Johannes
Freud=
hofer, Schullehr.
zu St. Othmar. Hr. Weber
Mathias
Freud=
hofer, deſſ. jüng.
Brud., Aktuarius
(Amtsſchreiber)
im Kloſter . . . Hr. Becker
Taver Zitterbart,
Schneider . . . Hr. Bernhardt
Ant. Schnappauf,
Büchſenmacher . Hr. Semper
Aibler, ein älterer
Bürger . . . . Hr. Klotz
Deſſen Frau . . Frl. Lehmann
Frau Huber . . Fr. Müller
Hans, ein junger
Bauernburſch Hr. Jahn
Die Stimme des
Kegelbuben . . Frl. Guerdan
Die Stimme des
Nachtwächters . Hr. Hartmann
Eine
Lumpen=
ſammlerin . . . Fr. Hartig.
Ein Knabe . . . Hdw. Jungkurth
Ein alter Leiermann,
Benedik=
tiner, Bürger, Bauern, Knechte,
Kinder.
Zeit: Das 19. Jahrh. — Ort der
Handl.: Der 1. Aufz. im
Bene=
diktinerkloſter St. Othmar in
Niederöſterreich (1820), der 2. u.
3. Aufzug in Wien (1850).
*
Magdalena . Frl. Lilly Haas
vom Königl. Theater in
Wies=
baden, als Gaſt.
Nach d. 1. u. 2. Aufz. je läng. Pauſe.
Beurlaubt: Frl. Howard.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—6.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
Ga=
lerie 50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 9½ Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Freitag, 8. März. 132. Ab.=V.
D 33. Zum erſten Male: „
Bau=
meiſter Solneß.” Schauſpiel
in 3 Aufzügen von Henrik Ibſen.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 9. März. Außer Ab.
Volksvorſtell. zu ermäß. Preiſen:
„Meyers. Anfang 7½ Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 10. März. 133. A.=V.
A 34. „Die Meiſterſinger
von Nürnberg.‟ Gr. Preiſe.
Anfang 5½ Uhr.
Montag, 11. März. Keine Vorſt.
Goethe’s Fauſt=Tragödie.
Muſik von Ed. Laſſen.
Zykliſche Aufführung an vier
Abenden.
1. Abend: Dienstag, 12. März.
134. Abonnem.=Vorſtell. C 34.
Vorſpiel auf dem Theater.
Prolog im Himmel.
Der Tragödie erſter Teil
(1. Abteilung) in 4 Akten.
2. Abend: Mittwoch, 13. März.
135. Abonnem.=Vorſtell. C 35.
Der Tragödie erſter Teil
(II. Abteilung) in 5 Akten.
3. Abend: Donnerstag, 14. März.
136. Abonnem.=Vorſtell. D34.
Der Tragödie zweiter Teil
(I. Abteilung).
4. Abend: Freitag, 15. März.
137. Abonnem.=Vorſtellung. D35.
Der Tragödie zweiter Teil
(II. Abteilung).
Den C= und D=Abonnenten iſt
zum Fauſt=Zyklus ein Vorkaufsrecht
eingeräumt und zwar in der Art,
daß ſich die D=Abonnenten für den
erſten und zweiten Abend, die C=
Abonnenten für den dritten und
vierten Abend am Freitag, den
8. März, nachmittags von 3½ bis
5 Uhr Plätze ſichern können gegen
Vorzeigung ihrer Abonnements=
Karten. Die Preiſe für je zwei
Vorſtell. betragen: Proſzeniums=
und Fremdenloge Mk. 8.—,
Balkon=
loge Mk. 7.—, I. Rang Mk. 6.—,
II. Rang Mk. 3.— Sperrſitz
Mk. 5.—, Parterre Mk. 3.60.
Der allgemeine Kartenverkauf
für den Zyklus (vier Abende)
findet Samstag, den 9. März,
a) für die Galerien von 1—1½
Uhr, b) für die anderen Plätze
von 3½—5 Uhr, ſowie
Sonn=
tag, den 10. März, und
Mon=
tag, den 11. März, vormittags
von 11—1 Uhr, zu nachſtehenden
ermäßigten Preiſen an der
Tages=
kaſſe im Großh. Hoftheater ſtatt:
Proſzeniumsloge 16 Mk.,
Frem=
denloge 16 Mk., Balkonloge
14 Mk., Erſter Rang 12 Mk.,
Zweiter Rang 6 Mk., Sperrſitz
10 Mk., Parterre 7.20 Mk., Erſte
Galerie 3.20 Mk., Zweite
Ga=
lerie 1.60 Mk.
Von Dienstag, den 12. März
an werden nur Tageskarten zu
Tageskaſſe=Preiſen (Erſter Rang
4 Mk., Sperrſitz 3.50 Mk. u. ſ.w.)
abgegeben.