Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt geſtern vormittag in Oldenburg
eingetroffen.
Der Staatsſekretär des
Reichskolonial=
amts Dr. Solf iſt geſtern in Hanau eingetroffen,
um ſich über die Verhältniſſe der dortigen
Diamanten=
induſtrie zu informieren.
Das Zeppelin=Luftſchiff „Viktoria Luiſe‟
iſt geſtern vormittag 9 Uhr in Friedrichshafen
abgefah=
ren und nachmittags 4.40 Uhr in Frankfurt a. M.
einge=
troffen.
Die Unruhen in Tientſin und Peking dauern
fort.
Karl Peters über die engliſche Annäherung.
* Im Tag veröffentlicht Karl Peters (London) einen
Aufſatz, der in weiteſten Kreiſen berechtigtes Aufſehen
erregen dürfte, zeigt er doch, wie dem nahen Beſchauer
der engliſchen Politik Vorgänge erſcheinen, die in
Deutſch=
land die Uteilskraft ſo mancher Zeitungsleſer zu
verwir=
ren vermochten. Wir greifen aus ſeinen Ausführungen
das Wichtigſte heraus:
Lord Haldane reiſt nach Berlin. Was für Vorſchläge
er hinüberbrachte, iſt weder hier noch drüben gemeldet.
Deutſchland und Großbritannien ſollen gleiche Intereſſen
in Perſien und China haben. Dies iſt am Ende eine
Phraſe, um die der Kriegsminiſter ſich nicht nach Berlin
zu bemühen brauchte. Beide Staaten wollen gegenſeitige
Spionage verbieten. Das werden am Ende zu jeder Zeit
höfliche Staatsmänner irgend zweier Länder ſich erklären.
Lord Haldane wolle einen Vorſchlag machen, die
Walfiſch=
bucht gegen eine Grenzregulierung, alſo wohl am „
Ca=
privizipfel”, auszutauſchen. Das kommt ein wenig zu
ſpät, nachdem Deutſchland an hundert Millionen auf
Swa=
kopmund und die Bahnen von dort ins Innere verwendet
hat. Recht banale Kombinationen! Arrangements über
den Flottenbau ließen ſich zwiſchen zwei Großmächten
nicht verabreden, belehrt bei dieſer Gelegenheit die
Lon=
doner Preſſe. Vor einigen Jahren, plaudert die Pall Mall
Gazette aus, habe man in der Tat eine Vereinbarung in
dieſer Richtung getrofſen. Wirklich habe die deutſche
Ad=
miralität die authentiſchen Ziffern des kommenden
Jah=
resbudgets an die Admiralty in London überſandt. Lord
Macnamara habe dieſen Ziffern entſprechend auch nur
vier Dreadnoughts beſtellt. Aber er habe die deutſchen
Angaben für unwahr gehalten und deshalb neben dieſen
offiziellen gleich vier geheime Kiele legen laſſen. So ſeien
es acht geworden. Am Ende des Jahres aber habe er
ſich überzeugen müſſen, daß die deutſchen Ziffern doch
wahr geweſen ſeien. Eine rührende Geſchichte!
Mit ſolcher Kenntnis berührte hier recht wunderbar
die Aufnahme, die der engliſche Abgeſandte in Berlin
fand. Anſtatt ihn kühl und höflich an ſich kommen zu
laſſen, riß ſich die höchſte Geſellſchaft des Deutſchen
Rei=
ches geradezu um ihn. Es ſchien, daß man es nicht eilig
genug haben konnte, den imponierenden Eindruck, den die
Haltung des deutſchen Volkes im vorigen Herbſt hier
in der Tat gemacht hatte, ſo gründlich wie möglich in
Großbritannien zu verwiſchen. Man nahm ihn auf, als
wenn ſein Beſuch dringend erſehnt ſei. Als ob irgend
iemand Eindruck machen könnte in Großbritannien durch
ſchwächliches Nachrennen!
Tatſache iſt, daß in dieſem Lande die Empfindungen
gegen Deutſchland gerade in der letzten Zeit
ausgeſpro=
chen an Kälte und Feindſeligkeit durch die ganze Nation
zunehmen. Mr. Winſton Ehurchill im Glasgow und
nicht Lord Haldane war der wirkliche Offenbarer der
bri=
tiſchen öffentlichen Meinung. Zwei britiſche gegen einen
deutſchen Kiel und entſprechend mehr Mannſchaften, und,
wenn Deutſchland die Race nicht aufgibt. Vergrößerung
dieſes Zwiſchenraumes, das iſt die Politik, welche die
liberale Regieruna ankündiat und das Land ausführen
wird. Weshalb Churchill dies Programm urbi et orb:
verkündete, während Haldane in Berlin
Friedensſchal=
meien blies, weiß er ſelbſt am beſten.
Mr. Churchill ſprach die Meinung aus, daß
Deutſch=
land, mit der Sozialdemokratie als belaſtendem Moment.
die angeſpannte Konkurrenz mit dieſem Lande nicht
werde durchhalten können. Im großen und ganzen war
ſeine Rede, drohend und plump, wie England zu den
Zeiten der Väter zu ſprechen liebte, und nicht geeignet,
ein ſtolzes Volk zu gewinnen. Sie war eine verbeſſerte
Auflage der Rede Lloyd Georges vom vorigen Sommer.
Darauf antwortet man nicht mit Worten, ſondern mit
Taten. In dieſem Fall mit der Durchführung unſeres
eigenen Flottenplanes und einer unbekümmerten
auswi=
tigen Politik. Ueberhaupt iſt Großbritannien dasjenige
Land, wo ſich höfliche Reden am wenigſten lohnen, das
aber rückſichtsloſes Handeln ſehr ſchnell verſteht. Es iſt
nämlich für einen Defenſivkrieg großen Stils ſo
außer=
ordentlich ſchwerfällig vorbereitet. Das weiß ſicherlich
auch Winſton Churchill, und die Glasgower Rede war
einer ſeiner dreiſten Bluffs.
Wie es keinem Zweifel unterliegen kann, daß ein gut
Teil der Anglophobie in Deutſchland dem prätentiöſen
Auftreten einzelner Engländer drüben zuzuſchreiben iſt, ſo
muß ich wiederholen, daß eine Urſache für die
Gering=
ſchätzung, mit welcher unſere Landsleute vielfach von den
Engländern eingeſchätzt werden, in der Anglomanie von
Deutſchen beſteht. Von ſolcher Anglomanie gibt mir
je=
der Beſuch in Deutſchland neue Beweſie. Ceterum
cen=
seo! Dies Sich=an=den=Hals=werfen muß den
ſelbſtbe=
wußten Bewohnern Albions naturgemäß Verachtung
ein=
ſtößen. Wenn acht Deutſche zuſammen mit einem
Eng=
länder am Tiſch ſitzen, radebrechen ſie alle Engliſch. Sie
drängen ſich zu ſeiner Bekanntſchaft. Sie zwingen ihn
geradezu, unſer Volk als eine niedere Raſſe zu betrachten,
etwa wie Botokuden oder Manjemas. Ich kann leider
dieſen Punkt bei meiner Beſprechung des Verhältniſſes
der beiden Nationen niemals umgehen. Sollte es
wirk=
lich ganz hoffnungslos ſein, hier eine Wendung zu
ſchaf=
fen? Wenn das der Fall iſt, dann nützt auch alle
über=
legene Leiſtung im Krieg und Frieden nichts Weſentliches.
Die Unruhen in China.
*⁎* Die in den letzten Tagen aus dem Reiche der
Mitte eingelaufenen Nachrichten laſſen erkennen, daß mit
der Abdankung der Mandſchu=Dynaſtie und der Ausrufung
der Republik für das eigenartige Staatsweſen die
in=
nere Ruhe noch nicht zurückgekehrt iſt. Es mag ſein, daß
die Lage nicht ſo peſſimiſtiſch beurteilt zu werden braucht,
wie es von einzelnen Seiten geſchieht, aber es wäre auch
verkehrt, ſich in Sicherheit zu wiegen und darauf zu bauen,
daß die augenblicklichen Machthaber in China der
Schwie=
rigkeiten Herr zu werden vermögen. Man wird ſich
er=
innern, wie bitter es ſich zu Beginn dieſes Jahrhunderts
rächte, daß man die Gefahr des Boxeraufſtandes
unter=
ſchätzte und ſich zu lange dem Gefühl der Sorgloſigkeit
hingab. Der Charakter der Chineſen iſt unberechenbar
und dem großen Haufen ſoll man nicht trauen.
Beſon=
ders in dieſer Zeit nicht, wo ſeit langem alle Bande der
Ordnung geſtört waren, wo niemand wußte, wer denn
eigentlich Herr in China war. Ob das ſchon heute die
meiſten Chineſen wiſſen und es faſſen können, daß der
Thron, der für ſie bisher den Begriff des Göttlichen
hatte, urplötzlich aller Macht enkleidet werden durfte?
Es heißt, daß in der Gardediviſion die Mehrzahl der
Offiziere von der Republik nichts wiſſen will und der
Dynaſtie treu geblieben iſt. Ob dieſer Umſtand mit den
Vorgängen in Verbindung ſteht, läßt ſich nach den bisher
eingelaufenen Meldungen ſchwer feſtſtellen. Jedenfalls
iſt es beunruhigend, daß die am Donnerstag abend
aus=
gebrochenen Revolten einen ſolchen Umfang annehmen
und in tagelange Plünderungen und Brandſtiftungen
ausarten konnten. Wenn es ſich beſtätigen ſollte, daß bei
den Regierungswirren die Pekinger Soldaten ohne
Sub=
ſiſtenzmittel gelaſſen worden ſind, keinen Sold erhalten
haben und nun aus Hunger ſich auflehnten, ſo kann man
den leitenden Männern den Vorwurf nicht erſparen,
leichtfertig eine neue ſchwere Gefahr über China
herauf=
beſchworen zu haben. Denn daß auf den chineſiſchen
Sol=
daten kein Verlaß iſt, ſelbſt wenn er nicht zu hungern
braucht, hat man 1900 geſehen, wo die Soldateska mit den
Boxern gemeinſchaftliche Sache machte und auch nicht
da=
vor zurückſchreckte, gegen die fremden Geſandtſchaften
vorzugehen.
Letztere ſind heute beſſer auf alle Eventualitäten
vor=
bereitet als im Jahre 1900, und wir wollen hoffen, daß
ſie ſelbſt einem ſtärkeren Anſturm erfolgreich Widerſtand
zu leiſten vermögen. Die außerordentlichen
Maßnah=
men, die von ihnen augenblicklich getroffen werden, ſind
nur zu billigen, ſie zeigen aber auch, daß man die Lage
an Ort und Stelle nicht leicht nimmt. Dazu iſt ja auch
kein Anlaß, namentlich wenn es ſich beſtätigt, daß die
Unruhen ſich nicht auf Peking beſchränken, daß die
Meu=
terer von außerhalb Zuzug erhalten. Ob und inwieweit
die in Tientſin ausgebrochenen Unruhen mit den
Vor=
gängen in Peking in Verbindung ſtehen, läßt ſich
vor=
läufig noch nicht erkennen, jedenfalls erweckt die
Situa=
tion im Reiche der Mitte noch wenig Vertrauen,
Ueber=
raſchungen ſcheinen nicht ausgeſchloſſen und der jungen
Rcpublik ſtehen noch unendliche Schwierigkeiten bevor,
ehe ſiebihre Herrſchaft geſichert ſehen kann. Daß
ange=
ſichts der vorliegenden Gefahr ein gemeinſames Vor=
gehen der Mächte beraten wird, kann nur
gebilligt=
werden.
Aus Tientſin, 3. März, wird über die
Un=
ruhen noch gemeldet: Der Brand in der
Eingeborenen=
ſtadt begann geſtern abend 10 Uhr und war heute früh
8 Uhr auf ſeinen Herd beſchränkt. Die Münze und die
vornehmſten Stadtviertel wurden niedergebrannt und
ausgeplündert. Der Schad en wird auf 100
Millio=
nen Lire geſchätzt. Es ſollen ungefähr 100
Men=
ſchen umgekommen ſein. Die Unruhen wurden von
den Revolutionären hervorgerufen, die mit
Polizeiſol=
daten und Leuten aus der Leibwache des Vizekönigs aus
Peking gekommen ſind. Es wird befürchtet, daß ſich die
Unruhen heute Nacht erneuern. Die
Fremdenniederlaſ=
ſungen werden von 5000 ausländiſchen Soldaten bewacht.
Der Tod des deutſchen Arztes, der ſich geſtern in die
Ein=
geborenenſtadt wagte, ruft die lebhafteſte Anteilnahme
hervor.
In Peking marſchierten am Sonntag früh eine
Abteilung Artillerie mit Muſik zum Palaſt des Herzogs
Kuei, des Vaters der Kaiſerin=Witwe, ſchoß das Tor
ein und plünderte und brannte einen Teil des
Palaſtes nieder. Die Truppen des Herzogs hatten
ſich geſtern an den Plünderungen beteiligt, aber heute
kämpften ſie gegen die Plünderer. Es ſcheint, daß die
ganze Nordarmee mit der Meuterei einverſtanden war, da
ſie glaubte, die Ankunft der Delegierten aus Nanking
be=
deute ihre Entlaſſung.
Die Delegierten Nankings erannten die
De=
putation, die ſich nach Nanking begibt, um die Anſichten
der fremden Mächte bekannt zu geben und der
Bevöl=
kerung Nankings die Notwendigkeit, Juanſchikai zu
unterſtützen, klar zu machen, ſowie von der
Not=
wendigkeit eines feſten Bündniſſes der ſtändigen
Nankin=
ger Regierung mit der Pekinger Regierung zu
überzeu=
gen. Weder die Regierung noch die Delegierten glauben,
daß eine Intervention der Mächte notwendig iſt.
Deutſches Reich.
— Aus der Nationalliberalen Partei.
Die Nationalliberale Korreſpondenz ſchreibt: Die
Köl=
niſche Zeitung bringt in ihrer Nr. 222 einen Bericht über
eine Verſammlung in Offenbach, in der der frühere Abg.
Dr. Streſemann ſprach. Nach dieſem Bericht hat Herr Dr.
Streſemann geſagt, daß „gerade der Abg. Schiffer es
ge=
weſen ſei, der die ganzen Verhandlungen mit der
Sozial=
demokratie geführt habe und dafür eingetreten ſei, daß
die Fraktion einmütig für Scheidemann ſtimmte‟. Nach
einem anderen Bericht — in Nr. 29 758 des Hannoverſchen
Couriers — ſoll Herr Streſemann ſogar geäußert haben,
die Wahl Scheidemanns ſei „nicht auf Betreiben
Baſſer=
manns, ſondern auf Betreiben des Herrn Schiffer”
er=
folgt. In ähnlicher Weiſe werden die Vorgänge
neuer=
dings in Zuſchriften an die Preſſe dargeſtellt. Dieſe
Darſtellungen geben ein durchaus unzutreffendes Bild
der Dinge. Daß Abg. Schiffer nicht die ganzen
Verhand=
lungen mit der Sozialdemokratie geführt hat, in welchem
Sinne er ſie, als er von Herrn Baſſermann zu dem
Schlußakt hinzugezogen wurde, tatſächlich führte, und
welche Stellung er überhaupt einnahm, iſt bereits aus
ſeiner öffentlichen Auseinanderſetzung mit dem Abg.
Bebel zur Genüge bekannt. Das — übrigens nicht
ein=
mütige — Eintreten der Fraktion dafür, daß überhaupt
ein Sozialdemokrat in das Präſidium gewählt wurde,
beruhte, wie ſchon mitgeteilt, auf einem
Fraktionsbe=
ſchluß; und die Tätigkeit des Herrn Schiffer während der
Wahlhandlung beſtand lediglich darin, daß er, nachdem
Herr Spahn gewählt worden und damit die Gefahr eines
„Großblockpräſidiums” beſeitigt war, erklärte, es ſei
nun=
mehr — vom Standpunkt jenes Fraktionsbeſchluſſes aus
— gleichgültig und zuläſſig, wenn der Sozialdemokrat ſtatt
als zweiter, als erſter Vizepräſident gewählt würde. Im
übrigen ſind wir der Anſicht, daß man jetzt dieſe
Erör=
terungen über die Vergangenheit, insbeſondere über
an=
gebliche Gegenſätze zwiſchen Baſſermann und Schiffer
ſchließen ſollte: ſie liegen wahrhaftig nicht im Intereſſe
der Partei!
Die Budgetkommiſſion des
elſaß=
lothring iſchen Landtag es hat beſchloſſen, die
ſogenannte Kaiſerjagd bei Ober=Haßloch zu verpachten. Der
Regierungsvertreter im Landtag teilte hierzu folgendes
mit: Die Vorbehaltung des Staatswaldbezirks bei
Ober=Haßloch als Jagdrevier des Kaiſers, war als eine
durch das Land dem Kaiſer erwieſene Aufmerkſamkeit
gedacht, die als ſolche von dem Kaiſer gutgeheißen
wor=
den war. Nach der in der Budgetkommiſſion geäußerten
Kritik habe der Kaiſer auf Vortrag des Statthalters
be=
ſtimmt, daß von dem Vorbehalt des betreffenden
Jagd=
gebietes abzuſehen ſei.
— Abſtimmungsergebnis der
Land=
tagswahlen in Bayern. Nach den endgültigen
Zuſammenſtellungen des Statiſtiſchen Landesamtes iſt
das Abſtimmungsergebnis für die Landtagswahl 1912
folgendes: Im ganzen wurden 964670 gültige
Abſtim=
mungen vorgenommen, von denen 325138 (33,7 Prozent)
auf die 30 zweimännigen Wahlkreiſe treffen. Von den
gültigen Abſtimmungen entfallen auf Zentrum, Freie
Vereinigung (Konſervative und Bund der Landwirte),
Mittelſtandsvereinigung und Reichspartei 463 715 oder
48,1 Prozent, auf Liberale, Bayeriſchen und Deutſchen
Bauernbund und Sozialdemokraten 489652 oder 50,7
Prozent.
Ausland.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſche techniſche
Kommiſſion hat ihre Arbeiten begonnen. Sie ſtellte
zunächſt die Reihenfolge feſt, in der die verſchiedenen
Fragen erörtert werden ſollen. Den erſten Punkt bilden
die marokkaniſchen Zölle. Die Beratungen ſind geheim.
Die Organiſation des Protektorats in
Marokko. Der Geſandte Regnault erklärte vor ſeiner
Abreiſe nach Tanger einem Berichterſtatter, daß er in Fez
zahlreiche Unterredungen mit den Miniſtern des Sultans
über die Organiſierung des Protektorates haben werde.
Betreffs der ſpaniſchen Zone meinte Regnault u. a., daß
die Zollverwaltung in Larraſch einer franzöſiſch=
ſpani=
ſchen Kommiſſion anvertraut werden ſolle, da die
Intereſ=
ſen der Gläubiger Marokkos dies erheiſchten. — Das
Journal des Débats ſpricht ſich entſchieden gegen die von
Regnault angekündigten langen Verhandlungen mit dem
Maghzen aus. Der Sultan wünſche nur eine reichliche
Zivilliſte, und die möge man ihm geben, aber eine
Ver=
ſtändigung mit dem Maghzen in Angelegenheiten der
Ver=
waltung heiße, die Aufgabe Frankreichs nur verwickeln
und erſchweren. Auch die Idee Regnaults, ſich in die
Verwaltung der ſpaniſchen Zone einmiſchen zu wollen,
ſei unzuläſſig und man müſſe hoffen, daß die franzöſiſche
Regierung dieſe Anſchauung nicht teile.
Griechenland.
Miniſterpräſident Venizelos und die
politiſche Lage. Miniſterpräſident Venizelos hielt
in Patras eine längere Rede über die politiſche Lage, in
welcher er der reviſioniſtiſchen Verſammlung für ihre
Ver=
faſſungsreviſion und geſetzgeberiſche Tätigkeit große
An=
erkennung zollte. Der Miniſterpräſident ſprach von den
weſentlichſten Reformen, die in den Departements der
Juſtiz, der Oeffentlichen Arbeiten und des Innern
einge=
führt worden ſeien. Zur Reorganiſation der nationalen
Verteidigung ſeien die Militärmiſſionen berufen. Es ſei
ein neuer Kreuzer, mehrere Torpedobootszerſtörer und
ein weiteres Unterſeeboot in Auftrag gegeben worden.
Die Reviſion des Zolltarifs und eine Anzahl weiterer
Maßnahmen, welche eine günſtige wirtſchaftliche und
inanzielle Lage möglich mache, über die das Gleichgewicht
des Budgets Zeugnis ablege, ſeien zur Sicherung des
ationalen Aufſchwunges geplant. Griechenland wünſche
den Frieden, unglücklicherweiſe hänge dies aber von
Griechenland nicht ab. So ſei es genötigt, für jeden Fall
militäriſche Vorbereitungen zu treffen. Sollten ſich wider
ſeinen Willen Verwicklungen ergeben, ſo ſei es in der
Lage, 110000 Kombattanten und beträchtliche
Seeſtreit=
nächte zu mobiliſieren. Die Rede wurde mit
anhalten=
dem Beifall aufgenommen. In Athen trafen die aus
Konſtantinopel ausgewieſenen griechiſchen
Zeitungsbe=
richterſtatter ein. Die öffentliche Meinung bezeichnet dieſe
Maßnahme der Pforte als willkürlich und iſt darüber ſehr
erregt.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
Präſident Taft hat nach einer Beratung mit dem
Kabi=
nett eine Proklamation erlaſſen, in der die
Ame=
rikaner aufgefordert werden, in allem, was Mexiko angeht,
ſich ſtreng an die Vorſchriften der Neutralität zu halten.
Dies wird als eine Aufforderung an die Amerikaner
aus=
gelegt, ſich gegenwärtig von Mexiko fernzuhalten.
Kürz=
lich ſeien Drohungen vernommen worden, daß die
Amerikaner in Mexiko ermordet werden würden, falls
Schritte zur Herbeiführung einer amerikaniſchen
Inter=
vention gemacht werden. In der Proklamation des
Prä=
ſidenten werden auch die Behörden darauf hingewieſen,
mit äußerſter Sorgfalt darüber zu wachen, daß
Ver=
letzungen der Neutra lität Mexikos durch
die Amerikaner verhindert würden, und, falls dies
doch geſchehe, die Betreffenden zur Verantwortung zu
ziehen. Eine Neutralitätsverletzung durch irgendwen
würde in keiner Weiſe von der amerikaniſchen Regierung
geduldet werden.
Perſien.
Der Exſchah. Es wird berichtet, daß der Exſchah
die Inſel Aſchurada erreicht hat, eine ruſſiſche
Marine=
ſtation im Süden der Bucht von Aſterabad. Der ruſſiſche
Konſul in Aſterabad ſoll es übernehmen, den Truppen
des Exſchah die ausgemachte Summe von 70000
To=
mans auszuzahlen. Der künftige Wohnort des Exſchahs
iſt noch nicht beſtimmt.
* Berlin, 4. März. Die Voſſ. Ztg. meldet aus
Petersburg: Der Zar und ſeine Gemahlin werden
ſich am 27. März zu längerem Aufenthalt nach Livadia
begeben.
* Dortmund, 4. März. Von der aus 950 Mann
beſtehenden Frühſchicht der dem Eiſen= und
Stahl=
werk Höſch gehörenden Zeche „Kaiſerſtuhl 2‟ ſind nur 222
Mann angefahren. Die geſamte Belegſchaft beträgt 3500
Mann. Auf der dem Harpener Bergbauverein
gehören=
den Zeche Scharnhorſt” ſtreikt die Hälfte der Frühſchicht.
Der Alte Bergarbeiterverband erläßt einen
Aufruf an die Bergleute, in dem er davor warnt,
dem Beiſpiel der Belegſchaften „Scharnhorſt” und
Kaiſer=
ſtuhl” zu folgen, da ſich dieſe eines Bruches der
Diſziplin ſchuldig gemacht hätten. Die Bergleute
ſollten ruhig bei der Arbeit bleiben und die Parole ihrer
Führer abwarten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. März.
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog die am 15. Februar 1912 durch die
Stadt=
verordnetenverſammlung vollzogene Wahl des Rechts=
anwalts Juſtizrats Wilhelm Grünewald in Gießen
zum unbeſoldeten Beigeordneten der
Provinzialhaupt=
ſtadt Gießen.
* Verleihungen und Ernennungen. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Bauinſpektor für
beſondere Bauausführungen Hugo Landmann zu
Offenbach, dem Bauinſpektor des Hochbauamts Dieburg
Ludwig Klump zu Dieburg und dem Kreisbauinſpektor
des Kreiſes Darmſtadt Heinrich Baltz zu Darmſtadt den
Charakter als „Baurat” verliehen; ferner dem Werkführer
Martin Weſp zu Arheilgen, in Dienſten der Firma
Ferdinand Schmidt, Poſamentenfabrik zu Darmſtadt,
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue
Arbeit” am Bande des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
Lehrer an dem Lehrerſeminar zu Alzey Otto Höcker
zum Lehrer an dem Lehrerſeminar zu Friedberg mit
Wirkung vom 16. April d. J. an ernannt.
g. Schwurgericht. Das Schwurgericht der Provinz
Starkenburg begann geſtern unter dem Vorſitz des
Land=
gerichtsrat Leberecht die erſte Schwurgerichtsperiode
912 mit der Verhandlung der Anklage wegen
Tot=
ſchlags gegen den 26jährigen verheirateten Gürtler Jakob
Hitzel aus Oberroden. Vertreter der Anklage iſt
Staatsanwalt Schreiber, Verteidiger des Angeklagten
Rechtsanwalt Dr. Katz. Nach der Ausloſung und der
Vereidigung der Geſchworenen wurde mit der
Verneh=
mung des Angeklagten begonnen. Hitzel war in der=
Mönchſchen Fabrik zu Offenbach beſchäftigt und ſtand mit
dem ebenfalls in derſelben Fabrik beſchäftigten Schleifer
Friedrich Rupp in freundſchaftlichen Beziehungen.
Später entſtanden zwiſchen Beiden Streitigkeiten und hatte
der Angeklagte Hitzel den Rupp im Verdacht, daß er ihn
aus der Fabrik hinausbringen wolle. Am 1.
Weihnachts=
feiertag war Hitzel in der Köhlſchen Wirtſchaft in Ober=
Roden im Geſangverein. Auch Rupp kam dorthin und
fing Händel an, ſodaß man ihn aus der Wirtſchaft entfernen
ließ. Noch im Hinausgehen rief Rupp dem Hitzel
Schimpf=
worte wie Lump, Schuft, Wilddieb u. a. mehr zu, ſodaß
Hitzel äußerſt erregt wurde und wütend äußerte, er werde
ſchon ſpäter mit ihm abrechnen. Hitzel ging dann nach
Hauſe, und nahm dort trotz dem Bitten ſeiner Frau, ſein
Flobertgewehr, drei Kugelpatronen und ein Küchenmeſſe
zu ſich, die Patronen ſteckte er in die Taſche. Er kam
dann=
in die Kuhnſche Wirtſchaft, verſteckte jedoch vorerſt das
Ge=
wehr auf dem Hofe der Wirtſchaft. Er ließ ſich ein Glas
Bier geben und ſagte dann zu Zeugen: Ich werde den
Rupp und den Breuer kaput ſchießen. Als ihm geſagt
wurde, er hätte ja keine Waffe, holte er das Gewehr herein.
Als die Zeugen ſahen, daß das Gewehr geladen ſei, ſagten
ſie, er möge ſo etwas nicht machen, er ſolle an Frau und
Kinder denken, worauf Hitzel höhniſch lächelnd erwiderte:
das mache ich doch. Er ging dann weiter auf dem Wege
nach der Köhlſchen Wirtſchaft. Unterwegs traf er noch
einen Förſter und auch dieſem erzählte er, er werde heute
abend noch einen erſchießen. Gegen 9½ Uhr ſah er dann
den Rupp kommen; er rief ihm entgegen: Fritz, biſt Du es?
und gab im ſelben Augenblick aus einer Entfernung von
5 bis 7 Schritt einen Schuß auf Rupp ab. Der Schuß traf
den Rupp in die rechte Bruſtſeite und verletzte die Lunge.
Rupp iſt bald darauf an Verblutung geſtorben. Auf den
Aufſchrei des Getroffenen eilten die Schleifer Frank und
Müller herzu, konnten jedoch zunächſt den ſich wie unſinnig
gebärdenden Angeklagten nicht überwältigen, bis ihn ein
Schlag über den Kopf bewußtlos zu Boden ſtreckte. Der
Angeklagte Hitzel geſteht die Tat in allen Einzelheiten
zu, er ſei aber angetrunken geweſen, den Schuß bereut er.
Er wird von allen Zeugen als ein leicht erregbarer Menſch
bezeichnet, der im ganzen Dorf wegen ſeiner
Gewalttätig=
keiten gefürchtet iſt. Der Zeuge Franz Frank, ein Schwager
Rupps, der mit ihm kam, gibt an, Hitzel hätte nach dem
erſten Schuß auch auf ihn gezielt, hätte aber nicht mehr
laden können, da ihm unterdes der Schleifer Müller das
Gewehr entriß. Der Schuß auf Rupp ſei mit dem Ausruf
zugleich gefallen. Zeuge Frank hat auch deutlich erkannt,
daß Hitzel genau auf Rupp gezielt hat. Die
Staatsanwalt=
ſchaft hatte zunächſt die Anklage wegen Mord geſtellt, aber
ſchließlich in der Erwägung, daß Hitzel in einer dauernden
Das Märchen und das Leben.
Kantate von Willem de Haan.
Zum Konzert des Muſikvereins am Montag, 11. März.
Vor einigen Jahren (1905) wurde im Muſikverein
de Haans „Lied von Werden und Vergehen” aufgeführt,
worin das „Ewige Sein” beſungen wird, welches ſich uns
in der Form von „Werden und Vergehen” offenbart.
Sein neues Werk: „Das Märchen und das Leben” bietet
die Fortſpinnung und Vertiefung desſelben Gedankens.
Der Komponiſt, in beiden Werken ſein eigener Textdichter,
ſchildert uns hier das Leben des Menſchen (der
Menſch=
heit) unter Führung von zwei ſymboliſchen Geſtalten:
Werdegang und Märchen. Werdegang, die
Trieb=
kraft aller Dinge, der uns die Natur in ihrer Größe, ihrer
unerbittlichen Notwendigkeit und Härte zeigt; Märchen,
der ſchöne Schein, die Phantaſie, die das Leben
aus=
ſchmückt und uns durch ihre Ideale, Kunſt und Religion,
über das harte Leben hinweg zu täuſchen ſucht. Ihr
Walten läßt der Dichter im Lebensgang zweier Menſchen
an uns vorüberziehen. Hilkar iſt der Mann” Liane iſt
die „Frau” die ſich um das Leben des Mannes rankt, ſein
Daſein ergänzend und durch ihre Liebe verſchönend; er,
nach Taten jagend und das Weſen der Dinge erforſchend;
ſie, unter Märchens Einfluß noch mehr als der Mann,
ihrem ſchönen Schein, ihren Symbolen huldigend.
Der Gang der Dichtung iſt kurz folgender: (1. Teil.)
Es iſt Nacht. Zwei Geſtalten nahen ſich, von Oſten
Werdegang, von Weſten Märchen. Sie beide
verkünden die bevorſtehende Geburt des jungen Königs.
Werdegang iſt erſtaunt, Märchen hier zu finden: Das
tauſendjährige Reich der Nacht geht zu Ende, die
Menſch=
heit bedarf des täuſchenden Spieles nicht mehr. Aber
Märchen will erſt das Feld räumen, wenn er, Hilkar, der
junge Prinz (die Menſchheit) aus eigenem Antrieb
ver=
ſcheuchen wird. Beide werden vom König zu Erziehern
des Prinzen angenommen, deſſenGeburt nun bald durch die
Herolde in alle Winde hinaus verkündet wird. — Der
Knabe wird größer, und während Werdegang ihm am
Tage das große Buch der Natur öffnet und erklärt, ſingt
Mädchen ihm abends in der Dämmerung von dem
Trei=
ben der Elfen und Dryaden vor, und von den fleißigen
Erdmännlein da draußen in den Bergen. Der Verluſt
ſeines Lieblingsvogels, der vor ſeinen Augen von einem
Habicht zerriſſen wird, bringt dem Knaben den erſten
Seelenſchmerz und erſchüttert ihn derart, daß ihm die
Natur als ein furchtbares, alles verſchlingendes Ungetüm
erſcheint. Märchen tröſtet ihn, zeigt ihm Lohn und
Strafe im Jenſeits, die Schrecken der Hölle, die Qualen
des Fegefeuers, wie die Wonnen der Verklärten, die in
ewiger Seligkeit den Urquell des Guten, die Gottheit
umſchweben.
(2. Teil.) Hilkar iſt König und ſoll eine Gattin
wäh=
len. Aber die, welche ihm die einzige Begehrenswerte
erſcheint, Liane, wird von Nordens König
Düſter=
wahn umworben. Faſt iſt alle Hoffnung, ſie einſt zu
beſitzen, entſchwunden, da meldet Märchen, daß Liane
König Düſterwahns Werbung ausgeſchlagen habe und
ihm angehören wolle. Die fürſtliche Braut wird freudig
vom Volke eingeholt, und nach den Empfangs= und
Feſt=
tagen führt der König ſeine Gattin an einen ſtillen See
in Wald= und Gebirgseinſamkeit und feiert dort ſein
jun=
ges Glück, ſegnend bewacht von Werdegang und Märchen.
(3. Teil.) Ein Thronerbe iſt geboren und Hilkar
wähnt ſich auf dem Gipfel des Glückes. Da droht dem
Reiche eine ſchwere Gefahr: Düſterwahn und
Ueber=
reif haben ſich vereinigt, Hilkars Herrſchaft zu
vernich=
ten. Nach ſchweren Kämpfen, in denen es ſogar
Düſter=
wahn gelingt, die Königin und den Kronprinzen zu
rauben, kehrt Hilkar endlich als Sieger über beide
feind=
liche Reiche heim. Nun gehört ihm die ganze Erde. Das
Weltreich iſt gegründet, und Künſte und Friedenswerke
erblühen allerwegen. Auch das Königspaar erfreut ſich
des Friedens und verehrt dankbar die ewigen Geſetze
des Seins, Hilkar voll Bewunderung vor der Majeſtät
der Natur und beſtrebt, immer tiefer in ihre Geheimniſſe
einzudringen, bis ſie ſich einſt allen ſeinen Völkern als
ein heiliger Tempel öffnen möge, die Königin erfüllt von
der das All durchdringenden Macht ſeines ſchöpferiſchen
Gottes.
(4. Teil.) Der König ſteht am Ende ſeines Lebens,
Seine Gemahlin iſt geſtorben, ſein Sohn
herangewach=
ſen. Aber noch immer forſcht und ſtrebt Hilkar und hört
nicht auf, für ſein Volk zu arbeiten. Endlich aber geht’s
zum Sterben. Werdegang, derſelbe, der des Königs
gan=
zes Leben begleitet und geführt hat, ruft Hilkar ab. „Du
möchteſt ſtille ſtehn. Es gibt kein Stillſtehn, kein
Ver=
weilen. Das Weltall nimmt dich auf, das große ewige
Sein.‟ Den König macht der grauſe Ruf erſtarren und,
während er ſterbend dahinſinkt, ruft er — Märchen.
Werdegang hat ſein Spiel verloren, tröſtend zeigt
Mär=
chen dem König in ſeinem letzten Traum das Weltall ſo,
wie er es erträumte, und durch ſeine Traumgeiſter führt
es ihm Liane in erſter Jugendſchönheit vor, in voller
Seligkeit wähnt er mit ihr durch das Weltall zu
ſchwe=
ben, dem Geſang der Sterne lauſchend, der ihnen ſo
ver=
ſöhnend vom „ewigen Sein” ſpricht. Und ſo
entſchlum=
mert er=
Die Muſik, die der Komponiſt zu ſeiner Dichtung
ge=
ſchrieben hat, bildet mit ihr ein feſtgefügtes Ganzes.
Jeder der vier Hauptteile iſt in einzelne Szenen
abge=
teilt. Das Prinzip der Leitmotive iſt vollſtändig beiſeite
gelaſſen, obgleich hie und da Reminiſzenzen mit poetiſch
muſikaliſcher Wirkung auftreten. Hierzu gehört die
Ver=
wendung von gewiſſen Klangfarben, die bei geeigneter
Veranlaſſung öfters wiederkehren. So die Solo=Violine
bei Märchens Erſcheinen, und die Orgel, wenn es ſich
um die Gottheit, um das Sein, die Ewigkeit, die Natur,
oder um deren Verkörperung Werdegang handelt. Sie
iſt das Inſtrument, das dem Tonſetzer für dieſen Zweck
am geeignetſten erſchien. Während alle anderen
Inſtru=
mente im Ab= und Zunehmen, im Entſtehen und
Ver=
fallen ihres Klanges einen eigentümlichen Reiz beſitzen,
iſt ſie mit ihrem gleichmäßigen Ton, der vom Anfang
bis zum Schluß die gleiche Stärke und Fülle behält, mehr
als jedes andere Inſtrument geeignet, dasjenige zu
malen, was über das Zeitliche und Vergängliche
hinaus=
geht, ſie verſinnbildlicht eben die „Ewigkeit”
Das Werk bietet ſowohl dem Soliſten Liane (Sopran),
Märchen (Alt), Hilkar (Tenor) und Werdegang (
Bari=
ton), als auch dem Chor und dem Orcheſter dankbare
Aufgaben. Als beſonders wirkungsvoll ſeien
hervorge=
hoben Märchens Schilderung von Hölle und Himmel am
Schluſſe des erſten Teils, Hilkars und. Lianens großes
Liebesduett und Werdegangs Geſang am Schluſſe des
zweiten, Lianens große Klage im dritten und die
Her=
beirufung des Märchens im letzten Teil. Unter den
Chören ſind der Begrüßungschor, der Kriegschor, der
groß angelegte Schlußchor und der leiſe verhallende
Schluß des Werkes als hervorragende Schönheiten der
Partitur zu nennen. de Haans Kantate, welche die
Kri=
tik als „eine wirkliche Bereicherung der Konzertliteratur”
bezeichnet hat, ſtellt ſich uns dar als das Werk eines
echten Muſikers, der gleich weit entfernt von den
Aeußer=
lichkeiten und Maßloſigkeiten der Modernen wie von
ſtiliſtiſcher Engherzigkeit mit reicher Erfindung und
ſiche=
rer Beherrſchung aller Mittel zu ſchaffen verſteht. Daß
der Komponiſt für die Gedanken ſeiner eigenen Dichtung
den erſchöpfenden muſikaliſchen Ausdruck gefunden hat,
wird den Hörern allenthalben zum Bewußtſein kommen.
Die letzten Feinheiten und Schönheiten kennt allerdings
immer nur, wer als Mitwirkender in ein Werk tiefer
ein=
zudringen in der Lage war. Möge die Begeiſterung und
Hingebung, die dieſem tieferen Wiſſen entſpringt, dem
neuen Werke auch hier zu vollendeter Wiedergabe
ver=
helfen und ihm verſtändnisvolle, herzliche Aufnahme
er=
wirken.
Dr. V.
Darmſtadt, 3. März 1912.
Erregung geweſen ſei, die Anklage nur wegen Totſchlags
erhoben.
Nach der Beweisaufnahme ſtellte der Verteidiger des
Angeklagten den Antrag, den Angeklagten auf ſeinen
Gei=
ſteszuſtand unterſuchen zu laſſen. Der Antrag wird ab
gelehnt. Kreisarzt Dr. Schwan aus Dieburg gibt als
Sachverſtändiger einen Bericht über den Leichenbefund.
Aus der Schußwunde gehe unzweifelhaft hervor, daß
Hitzel beim Abgeben des Schuſſes das Gewehr angelegt
und gezielt haben müſſe, denn der Schuß ging von der
vierten vorderen Rippe durch die Lunge in die ſiebente
hintere Rippe, alſo von oben nach unten. Der Tod des
Rupp iſt durch innere Verblutung eingetreten. Geh.
Medizinalrat Dr. Lehr hat den Angeklagten auf
Ver=
anlaſſung des Unterſuchungsrichters in der
Unterſuchungs=
haft auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht; die Unterſuchung
hat nichts ergeben, was auf eine geiſtige Erkrankung des
Angeklagten ſchließen kann. Nach der Beweisaufnahme
trat eine Pauſe von 1½ Stunden ein. — Den
Geſchwo=
renen wurden 6 Fragen vorgelegt, von denen die erſte auf
vorſätzliche Tötung lautete, die zweite, ob die Tat mit
Ueberlegung geſchehen iſt, die dritte, ob der Angeklagte
durch eine ſchwere Beleidigung oder Notwehr zu der Tat
berechtigt wurde, die vierte lautete auf mildernde
Um=
ſtände. Im Falle der Verneinung der beiden erſten
Fra=
gen waren die Frage 5 und 6 auf Körperverletzung mit
tödlichem Ausgang und nach mildernden Umſtänden
hier=
für geſtellt. Der Staatsanwa lt ſtellte die Tat des
Angeklagten als einen feigen Meuchelmord hin, der ſeine
Sühne auch nur durch eine entſprechende Strafe finden
könne. Er plädierte auf Bejahung der erſten und der
zweiten Frage, alſo auf Schuldigſprechung des Mordes,
infolgedeſſen auf Ausſpruch der Todesſtrafe der
Ver=
teidiger auf Körperverletzung mit tödlichem Ausgange,
ſowie mildernden Umſtänden. Die Geſchworenen
bejahten Frage 1 und verneinten Frage 2, erkannten alſo
den Angeklagten ſchuldig der vorſätzlichen
Tö=
tung ohne Ueberlegung unter Aberkennung der
mildern=
den Umſtände. Das Gericht erkannte demgemäß auf
9 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre
Ehrenrechtsver=
luſt. Ein Monat der Unterſuchungshaft wird dem
An=
geklagten angerechnet.
g. Strafkammer. Wegen Betrugs hatte ſich geſtern
vor der Strafkammen der 36jährige Drechsler Hans
Mürſchberger aus Thurn (Kreis Frankfurt a. M.)
zu verantworten. M. war in einer Offenbacher Fabrik
be=
ſchäftigt und hatte bei ſeinem Austritt zur Erhebung ſeines
Lohnes einen Scheck über 17 Mark ausgeſtellt erhalten.
Die Summe war durch eine 17 mit zwei
angehäng=
ten Nullen angegeben. Der trennende Punkt war ſo
un=
deutlich gemacht, daß der Bankbeamte ihn ganz überſah.
Er verglich auch die Zahl nicht mit der in Buchſtaben
angegebenen Summe, ſondern ſtellte dem Angeklagten eine
Anweiſung auf 1700 Mark aus, die dieſer auch in
Em=
pfang nahm. Er erhielt unter Einbeziehung einer früher
erlittenen Strafe von 1 Woche eine Geſamtſtrafe von 4
Monaten 5 Tagen Gefängnis, abzüglich 5
Wo=
chen der erlittenen Unterſuchungshaft.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starken=
burg am Samstag, den 9. März, vormittags 9½ Uhr,
lautet: 1. Beſchwerde des Michael Faltermann II. zu
Viernheim gegen einen Gemeinderatsbeſchluß betr.
Orts=
bürgernutzen des Adam Faltermann I. daſelbſt. 2.
Bau=
geſuch des Adam Winkenbach VII. zu Viernheim. 3.
Be=
ſchwerde des Ingenfeurs Heinrich Kolloge zu Offenbach.
* Poſtdienſtnachrichten aus der Ober=Paſtdirektion
Darmſtadt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens
aus dem Dienſte das Preußiſche Allgemeine
Ehren=
zeichen dem Ober=Poſtſchaffner Paeſſel in Offenbach.
Ferner wurde dem Ober=Poſtaſſiſtenten Jertz in Mainz
der Titel „Ober=Telegraphenaſſiſtent” verliehen. —
Ver=
ſetzt: Poſtinſpektor Bindewald von Nordhauſen nach
Alzey unter Uebertragung der Poſtdirektorſtelle daſelbſt;
Ober=Poſtaſſiſtent Schneider von Offenbach nach Worms.
— Angenommen: Thereſia Bretzel in Worms als
Telegraphengehilfin. — In den Ruheſtand tritt
die Telegraphengebilfin Maadalene Kiefer in Gießen.
D Von der Techniſchen Hochſchule. Der Diplom=
Ingenieur Michael Robinoff aus Stolpzy hat ſich am
2. d. Mts. an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der
mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung im Chemiſchen
Fache unterzogen und „gut” beſtanden.
— Züge Frankfurt=Darmſtadt=Haidelberg. Vom 1
Mai ab verkehren auf der Main=Neckarbahn, Frankfurt=
Darmſtadt=Heidelberg, 52 D=, Eil=, Perſonen=
und Triebwagenzüge in jeder Richtung. Der erſte Zug nach
Darmſtadt geht von Frankfurt 4 Uhr 24 ab, der letzte 12
Uhr 18.
D Fahrplanänderungen. Aus der Nachweiſung
der mit dem 1. Mai eintretenden wichtigen
Fahrplan=
änderungen, bei der die im Sommer regelmäßig
eintreten=
den Aenderungen nicht berückſichtigt ſind, teilen wir
nach=
ſtehend die beſonders für Darmſtadt intereſſanten mit:
Eilzug Nr. 154, ab Mainz 7.06, an Darmſtadt 7.53 Uhr.
(Zur Verbeſſerung der Frühverbindung Mainz=Darmſtadt.)
D=Zug Nr. 85 ab Mannheim 1.23, an Frankfurt a. M. 2.42
Uhr. (Iſt von der Riedbahn auf die Main=Neckarbahn
ver=
legt.) Eilzug Nr. 168, ab Frankfurt a. M. 9.32, an Heidelberg
11.14 Uhr. (Zur Verbeſſerung der Verbindung von Berlin
nach Mannheim und Heidelberg. Anſchluß vom D=Zug Nr.
130.) Perſonenzug Nr. 2809, ab Worms 5.27, an Darmſtadt
6.52 Uhr. (Wird zur Herſtellung des Anſchluſſes an denD=Zug
Nr. 182 in Darmſtadt 20 Minuten früher gelegt.)
Per=
ſonenzug Nr. 3011, ab Worms 8.16, an Bensheim 8.55 Uhr.
(Wird 14 Minuten ſpäter gelegt.) Eilzug Nr. 89, ab Worms
9.40, an Darmſtadt 10.46 Uhr. (Wird früher gelegt und
vor dem Eilzuge Nr. 99 bis Goddelau durchgeführt.)
Per=
ſonenzug Nr. 923, ab Heidelberg 7.21, an Frankfurt a. M.
9.54 Uhr. (Wird zwiſchen Heidelberg und Darmſtadt früher
gelegt und vor dem Eilzuge Nr. 93 bis Darmſtadt
durch=
geführt.) Perſonenzug Nr. 935, ab Heidelberg 9.42, an
Frankfurt a. M. 12.31 Uhr. (Wird ſpäter gelegt und hält
ab Darmſtadt auf allen Stationen bis Neu=Iſenburg.)
Die Züge der Strecken Darmſtadt-Wiebelsbach und
Darmſtadt-Groß=Zimmern ſind durch die Eröffnung des
neuen Bahnhofs Darmſtadt, wodurch die Linien 3,8
Kilo=
meter länger werden, ſämtlich verſchoben worden.
* Städtiſche Straßenbahn=Verwaltung. Die
Fahr=
geldeinnahme vom Februar beträgt 32039,28 Mark,
im Vorjahre 27849,30 Mark. Die Einnahme für den
Wagenkilometer im Februar 36,07 Pfg., im Vorjahre
33,25 Pfg.
* Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle im
ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden
für den Monat Februar folgende Zahlen mitgeteilt: 703
offene Stellen, 943 Arbeitſuchende, 330 Vermittelungen,
darunter 114 Dienſtboten.
C Jubiläum. Das 40jährige Dienſtjubiläum des
Werkmeiſters Martin Weſpin der Firma Ferdinand
Schmidt wurde am Samstag nachmittag unter
Be=
teiligung ſämtlicher Angeſtellten der Firma, ſowie mehrerer
Ehrengäſte feſtlich begangen. Zu dem Feſtakte hatte man
den Arbeitsplatz des Jubilars mit Blumen geſchmückt.
Herr Regierungsrat Gennes überreichte mit
entſprechen=
der Anſprache die dem Jubilar vom Großherzog
ver=
liehene Ordensauszeichnung, der Prinzipal Herr
Ferdi=
nand Schmidt, als Jubelgeſchenk einen namhaften
Geldbetrag und machte gleichzeitig Mitteilung, daß der
Iubilar anſtelle der ſeitherigen und allen übrigen
Jubi=
laren zugeſtandenen Stägigen Ferien zukünftig 14 Tage
Ur=
laub pro Jahr erhalten werde. Das kaufmänniſche und
Arbeiter=Perſonal überreichte einen ſehr ſchönen Regulator
mit Widmung, das weibliche Perſonal ein von der
Firma Hch. Elbert künſtleriſch ausgeſtattetes Gedenkblatt.
Bei gemütlichem Zuſammenſein in dem beſonders hübſch
dekorierten Webſaal — Feſt=Eſſen, Geſangsvorträgen,
ernſten und munteren Reden uſw. — verlief die Feier
ani=
miert und harmoniſch und legte beredtes Zeugnis ab von
dem guten und nachahmenswerten Verhältnis zwiſchen
Ar=
beitgeber und=Nehmer und von der Liebe und Verehrung,
deren ſich der Jubilar auch bei Mitarbeitern und
Unter=
gebenen zu erfreuen hat. Auch fehlte es nicht an Ehrungen
ſeitens alter Kunden und Lieferanten durch zahlreiche
ſchriftliche und telegraphiſche Glückwünſche und Geſchenke.
* Im Silberkranz. Am Sonntag feierten die
Ehe=
leute Heinrich May, Rhönring 117, und deſſen Frau
Lina, geb. Rühl, in aller Friſche das Feſt der ſilbernen
Hochzeit.
*Der Heſſiſche Automobilklub erſucht uns um
Auf=
nahme nachſtehender, für Automobilbeſitzer ſehr wichtigen
Mitteilung: Laut Artikel 49 und 50 des
Einführungs=
geſetzes zur Reichsverſicherungsordnung vom 19. Juli 1911
ſind ſämtliche Beſitzer von Automobilen, welche einen
Chauffeur oder eine anderweitige Hilfsperſon (z. B. Putzer)
beſchäftigen, verpflichtet, dieſelben bei der zuſtändigen
Behörde zur Unfallverſicherung anzumelden. Das
Reichs=
verſicherungsamt hat ſoeben verfügt, daß die Anmeldung
bis ſpäteſtens 15. März 1912 zu erfolgen hat. Eine
Geld=
ſtrafe bis zu 100 Mark iſt im Falle des Verſäumniſſes
vor=
geſehen. Jeder Chauffeur, jeder Putzer, gleichviel ob er
wachſen oder jugendlich, ob Gehilfe, Geſelle oder Lehrling,
muß zur Unfallverſicherung angemeldet werden, auch dann,
wenn derſelbe bereits Mitglied einer Berufsgenoſſenſchaft
oder anderweitig gegen Unfall verſichert iſt.
Anmeldungs=
pflichtig iſt jede zur Reinigung oder Unterhaltung eines
Automobils verwendete Perſon (Hausdiener, Gärtner,
Kutſcher, Magd uſw.), mit oder ohne Entgelt, ob dauernd
oder vorübergehend oder im Nebenverdienſt beſchäftigt.
Anmeldeformulare ſind koſtenlos von der Geſchäftsſtelle
des Klubs, Eliſabethenſtraße 56, zu beziehen.
* Wilhelm Bader=Ausſtellung. Man ſchreibt uns:
Als zweite Sonderausſtellung Darmſtädter Künſtler iſt
jetzt im Schaufenſter der Hof=Buch= und Kunſthandlung
Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße 16, die von Prof. Wilh.
Bader eröffnet. Viele reizende Aquarelle zeigen von
Neuem das wohl allſeitig bekannte feine Empfinden, mit
dem der Künſtler ſowohl weite Landſchaften als auch
kleine ihm lieb gewordene Motive wiederzugeben weiß,
eine Kunſt, die für ſich ſelbſt am beſten reden kann und
will. Es bedarf deshalb keines beſonderen Hinweiſes,
dieſer Ausſtellung die verdiente Beachtung zu ſchenken.
C) Schlußfeſt der Volks=Unterrichts=Kurſe. Das in
dem Kaiſerſaal von der Freien Studentenſchaft der
Tech=
niſchen Hochſchule hier veranſtaltete Schlußfeſt der
akade=
miſchen Volks=Unterrichtskurſe war ſehr zahlreich beſucht
und viele Teilnehmer der Kurſe mit ihren Familien waren
erſchienen. Stud. cand. ing. Frank begrüßte in
herz=
lichen Worten die Feſtgäſte, unter denen ſich auch der
Senior der Hochſchule, Geh. Baurat Prof. Lincke, befand.
Zunächſt fand eine Vorführung von Lichtbildern,
Natur=
aufnahmen aus dem Odenwald, Oberheſſen, dem
Neckar=
tal und von Schloß Wolfsgarten ſtatt, die wegen ihrer
vorzüglichen Naturtreue und feinen Intimität der
Verfer=
tigerin Frl. Suſanne Homann alle Ehre machten. Es
folgten nun in bunter Reihe Muſik= und Zithervorträge
von Kursteilnehmern, ſowie Vorführung von
Schatten=
bildern, Kasperltheater und Rezitationen, die reichen
Bei=
fall fanden. Namens der Hörer dankte Herr Schröder den
Leitern der Akad. Volksunterrichtskurſe für ihre
Opfer=
freudigkeit und bezeichnete dieſe als ein ſoziales Werk
der deutſchen Studentenſchaft. An dem Schlußfeſt nahm
auch ein großer Teil der Freien Studentenſchaft teil. Mit
einem kleinen Tanzvergnügen fand das ſchön verlaufene
Feſt ſeinen Abſchluß.
Volksbildungsverein. Auf den heutigen
Vor=
trag des Herrn Chefredakteurs Dr. Jäckh=Heilbronn
im Kaiſerſaal über den „deutſch=engliſchen Kampf im
Orient” ſei hiermit nochmals hingewieſen.
— Zweite Liturgiſche Paſſionsfeier in der
Stadt=
kirche. In der Paſſionsfeier am Mittwoch, abends
8 Uhr, ſingt die Chorſchule folgende Lieder: 1. „O Lamm
Gottes, unſchuldig” 2. Seelenbräutigam”, 3. Aus
„Wenn mich mein’ Sünden kränken”, 4. „Jeſu hilf ſiegen”
Auf der Orgel kommen 2 Stücke aus Opus 162 von
Rheinberger zum Vortrag.
* Die Deutſche Kolonialgeſellſchaft Abteilung
Darmſtadt, veranſtaltet nächſten Samstag, den
9. März, abends 8¼ Uhr, wieder einen öffentlichen
Licht=
bilder=Vortraa und zwar wird Herr Geh. Hofrat
Profeſſor Dr. Schenck hier, über Mexiko und ſeine
Begetation ſprechen. Herr Profeſſor Dr. Schenck hat
vor drei Jahren gemeinſam mit Herrn Garteninſpektor
Purpus von hier eine mehrmonatliche Reiſe nach
Mexiko zwecks botaniſcher Forſchungen und Studienf
unternommen. Einen längeren Aufenthalt nahm er im
Indianerdorf San Luis in der Sierra de Mixteca, von
wo aus Gelegenheit gegeben war, die eigenartige
Vege=
tation des Hochlandes kennen zu lernen. Dann bot die
Hauptſtadt Mexiko viel des Intereſſanten, insbeſondere
ihr Muſeum aztekiſcher Altertümer. Ferner wurde der
in ihrer Nachbarſchaft liegende hohe ſchneebedeckte
Vulkan=
berg Popocatepetl beſtiegen. Den Schluß der Reiſe
bildete ein Aufenthalt auf dem Landgut der gaſtlichen
Familie Sartorius, die nach Darmſtadt
verwandtſchaft=
liche Beziehungen hat, in Mirador, herrlich gelegen im
tropiſchen Waldgebiet des Staates Veracruz. Herr
Pro=
feſſor Dr. Schenck hat zahlreiche Lichtbilder auf ſeiner
Reiſe aufgenommen, durch deren Vorführung er Land
und Leute noch anſchaulicher machen wird. Der Vortrag
findet im großen Hörſaal des Phyſikaliſchen Inſtituts
der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Das Weitere ſiehe die
Anzeige in der heutigen Nummer.
— Volkskonzert. Man ſchreibt uns: Am Sonntag
nach=
mittag veranſtalteten die unter der Leitung des Herrn K.
Grim hier ſtehenden Geſangvereine im Saale der
Beſſunger Turnhalle ein Volkskonzert, das von
überaus zahlreichen Freunden des Geſanges beſucht war.
Galt es doch, dem Fonds zur Errichtung eines
Gedenk=
ſteins für den leider ſo früh verſtorbenen Liederkomponiſten
Ph. Orth den Reinertrag dieſes Konzerts zuzuführen.
Vertreten waren die Geſangvereine Bürgerverein
Beſſun=
gen, Frohſinn=Braunshardt, Frohſinn=Worfelden,
katholi=
ſcher Männer= und Arbeiterverein, Kirchenchor St.
Eliſa=
beth, Männer=Quartett Beſſungen, Orthſches Männer=
Fenilleton.
Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Man ſchreibt uns:
Vor einigen Wochen haben ſich die Lichtbild=
Theater=
beſitzer des ganzen Deutſchen Reiches zu einer
einheit=
lichen Organiſation vereinigt, die den Namen
Schutz=
verband deutſcher Lichtbild=Theater
trägt. Alle bereits beſtehenden Lokal= und
Landesorga=
niſationen haben ſich dieſem Verband angeſchloſſen. Der
Schutzverband deutſcher Lichtbild=Theater repräſentiert
ſomit eine Reichsorganiſation, dazu geſchaffen,
in erſter Linie Einfluß auf die Filmfabrikation zu
ge=
winnen und ſogenannte Schundfilms von der
Vor=
führung fernzuhalten. Der Schutzverband will damit
Mißſtände aus der Welt ſchaffen, wie ſie in letzter Zeit
mehrfach zu Klagen Anlaß gegeben haben. Eine weitere
Aufgabe des Schutzverbandes iſt, der Verflachung
der künſtleriſchen Qualität der
Filmpro=
duktion vorzubeugen, wie ſie in neuerer Zeit
durch die Gründung eines Filmtruſtes droht. Eine in
Vorbereitung befindliche Aktiengeſellſchaft hat mit der
Mehrzahl der in Deutſchland vertretenen ausländiſchen
Filmfabrikanten Abkommen getroffen, auf Jahre hinaus
deren ganze Produktion, ohne Rückſicht auf Qualität
und künſtleriſche Durcharbeitung, abzunehmen und
ſelbſt=
verſtändlich damit die deutſchen Lichtbild=Theaterbeſucher
zu beglücken. Dieſelbe Geſellſchaft ſucht durch glänzende
Angebote auch die deutſchen Fabrikanten für ihre Pläne
zu gewinnen. Die aufſtrebende deutſche Film=Induſtrie
ließ ſich jedoch auch von den verlockendſten Angeboten
micht beſtechen, da ſie die Gefahr, die eine ſolche
Be=
ſſchränkung der Filmproduktion nach ſich ziehen würde,
rechtzeitig erkannke. Unter Hintanſetzung der momentan
gebotenen günſtigen Chancen haben die deutſchen
Film=
werleger den einmütigen Beſchluß gefaßt, in Verbindung
mit dem Schutzverband für die Freiheit des Filmmarktes
einzutreten. Der Schutzverband wird ſomit auch der
deutſchen Filmfabrikation, die bisher unter der
auslän=
diſchen Filmeinfuhr nicht recht die ihr gebührende Stel=
Lung einnehmen konnte, zur Anerkennung verhelfen.
Wie die Tägliche Rundſchau mitteilt, ſchweben
zwi=
ſchen den Bundesregierungen Verhandlungen, die
dar=
auf abzielen, auf allen Univerſitäten Lehrſtühle für
ſoziale Medizin zu errichten, um die
Studieren=
den der Medizin mit den Beſtimmungen der
Reichsver=
ſicherungsordnung und der Arbeiterſchutzgeſetzgebung und
mit den bei der Durchführung dieſer Geſetze den Aerzten
erwachſenden Aufgaben vertraut zu machen. Es wird
erwogen, ob durch eine Ergänzung der
Prüf=
ungsordnung für Aerzte die Unterweiſung der
Studierenden der Medizin in der ſozialen Medizin
ge=
fordert werden kann in dem Umfange, in dem ſie als
Lehrgegenſtand auf den deutſchen Hochſchulen behandelt
wird.
Spielplan des Frankfurter
Stadt=
theaters. 1. Opernhaus. Dienstag. 5. März:
Zum erſten Male: Die verſchenkte Frau. Mittwoch, 6.:
Der Freiſchütz. Donnerstag, 7.: Die verſchenkte Frau.
Freitag, 8.: Boccaccio. Samstag, 9.: Die Meiſterſinger
von Nürnberg. Sonntag, 10., 3¼ Uhr: Der Troubadour;
½8 Uhr: Die verſchenkte Frau. Montag, 11.: Orpheus
in der Unterwelt. Dienstag, 12.: Oberſt Chabert.
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 5. März: Frangois
Villon. Mittwoch, 6.: Frangois Villon. Donnerstag, 7.
Othello. Freitag, 8.: Madame Sans Géne. Samstag, 9.
Götz von Berlichingen. Sonntag, 10., 3½: Die
Vergnü=
gungsreiſe; 7 Uhr: Heimat. Montag, 11.: Gaſtſpiel von
Irene Trieſch vom Leſſingtheater, in Berlin: Nora.
Dienstag, 12.: Johannisfeuer. 3. Neues
Thea=
ter. Dienstag, 5. März (zum erſten Male): Hundstage.
Luſtſpiel in drei Akten von Korfiz Holm. Mittwoch, 6.
Die fünf Frankfurter. Donnerstag, 7.: Hundstage.
Frei=
taa, 8.: Die fünf Frankfurter. Samstag, 9.: Julchens
Flitterwochen. Sonntag, 10., 3½: Meyers: 8 Uhr: Die
fünf Frankfurter. Montag, 11.: Mandragola. Dienstag,
12.: Hundstage.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
naltheaters Mannheim. 1. Hoftheater.
Dienstag, 5.: Triſtan und Iſolde. (Gaſtſpiele: Zdenka
Mottl=Faßbender, Alfred von Bary). Mittwoch, 6.: Die
Journaliſten. Donnerstag, 7., keine Vorſtellung.
Frei=
tag, 8.: Tannhäuſer. (Eliſabeth: Albine Nagel a. G.,
Tannhäuſer: Walter Günther=Braun a. G.) Samstag,
9.: (Zum erſten Male): Gudrun. Sonntag, 10.:
Götter=
dämmerung. — 2. Neues Theater. Dienstag, 5.:
(Gaſtſpiel Konrad Dreher): Wann der Auerhahn balzt.
Mittwoch, 6.: (5. Gaſtſpiel Konrad Dreher): Der G. m. b.
H.=Tenor. Donnerstag, 7.: (6. Gaſtſpiel Konrad Dreher):
Ein blauer Teufel, Die grüne Schnur, Die ſchlaue
Kom=
teſſe). Freitag, 8.: (7. Gaſtſpiel Konrad Dreher): Der
Nachtwandler. Samstag, 9., keine Vorſtellung.
Sonn=
tag, 10.: (8. Gaſtſpiel Konrad Dreher): Weh’ dem, der
fliegt.
C. K. Ein Rieſendenkmal auf dem Erieſee. Der
lang=
gehegte Plan der Amerikaner, zu der Jahrhundertfeier
der ſiegreichen Seeſchlacht auf dem Erieſee dem
Ueber=
winder der engliſchen Flotte, Commodore Perry, ein
gro=
ßes Denkmal zu errichten, iſt jetzt geſichert und ſteht
un=
mittelbar vor der Ausführung. Das Monument ſoll auf,
der kleinen South Baß=Inſel auf dem Erieſee erſtehen
und nicht nur der Ehrung des berühmten Admirals
dienen, ſondern zugleich auch den 100jährigen Frieden
mit England feiern, denn im Jahre 1812 war es das letzte
Mal, daß engliſche und amerikaniſche Waffen ſich
kreuz=
ten. Die Kommiſſion, die die Ausführung des Planes
übernommen hatte, ſchrieb einen Wettbewerb aus, an dem
faſt alle führenden Architekten ſich beteiligten; als Sieger
ſind jetzt J. H. Freedlander und A. D. Seymour
hervor=
gegangen, deren großzügiger Plan in der Tat die
Er=
richtung eines gewaltigen Monuments vorſieht. Am Ufer
der Inſel ſoll ein mehr als 300 Meter langer und etwa
80 Meter breiter Ehrenhof gebaut werden, bei deſſen
An=
lage auch der Gartenkunſt eine weſentliche Rolle
zuge=
dacht iſt. Zu beiden Seiten dieſes marmorgepflaſterten
Hofes werden ſtattliche Bauwerke im griechiſchen Stil
er=
ſtehen; zur Linken ein ſäulengeſchmückter Bau, der ein
Muſeum hiſtoriſcher Reliquien des amerikaniſchen Kriegs
von 1812 aufnehmen wird. Zur Rechten erſteht dann ein
prächtiger griechiſcher Säulenbau, an deſſen Wänden
Re=
liefs mit Darſtellungen von Krieasſzenen und Medail=
Quartett und Sängerluſt. Als weitere Mitwirkende ſind
zu nennen: Fräulein Toni Erb, Schülerin der
Joachim=
ſchen Geſangsſchule, und das Dietesheimer Lehrer=
Quar=
tett (Kammermuſikvereinigung), beſtehend aus den Herren
Vogel, Metzler, Wagner ſenior und junior. Herr Grim,
der ſich hier und über die Grenzen unſerer Vaterſtadt als
Liederkomponiſt berechtigtes Anſehen erworben hat, hatte
ſich mit Veranſtaltung dieſes Konzertes eine große, doch
dankbare Aufgabe geſtellt; und wenn Herr Grim, dem
Cha=
rakter des Konzertes entſprechend, faſt durchweg mit
Volks=
liedern aufwartete, ſo hat er ſich mit den muſterhaft
vor=
getragenen ſchlichten Weiſen erneut die Herzen ſeiner
be=
geiſterten Zuhörer gewonnen. Die Maſſenchöre, u. a.
Erntetanz von Wengert, Entſchwundenes Glück von Grim
und Aufruf zur Jagd von Orth, waren wirkungsvoll
vor=
getragen und mit Fleiß und Sorgfalt einſtudiert. Eine
der beſten Leiſtungen war die von dem Kirchenchor St.
Eliſabeth, beſtehend aus 20 Herren und 32 Knaben,
wie=
dergegebene Volksweiſe: Jauchze mein Herz, von Neuert.
Fräulein Erb brachte Lieder im Volkston von Mayer=
Hellmund, Bohm und Sachs mit lieblicher Sopranſtimme,
bei der beſonders die ſpielend leicht genommene Höhe
an=
genehm berührte. Das Dietesheimer Lehrer=Quartett war
mit einem Trio von Thomé und dem Kaiſer=Quartett von
Haydn vertreten. Soliſtiſch beteiligte ſich noch Herr
Vogel mit dem Vortrag der Parſival=Paraphraſe,
Vio=
linſolo von Wilhelmi und einer Sonate von Grieg, wozu
Herr Wagner ſen. die Klavierbegleitung übernahm. Auch
ſie wurden durch die künſtleriſche Wiedergabe dieſer Stücke
mit reichem Beifall ausgezeichnet. Ein Geſamtlob noch
den wackeren Sängern. Obgleich verſchiedenen Vereinen
angehörend, hatte man doch das Gefühl, als wären dieſe
200 Sänger ein einziger, ſchon Jahre hindurch beſtehender
Verein, der unter Meiſter Grims Dirigentenſtab ſo
Ein=
heitliches und Wirkungsvolles geboten.
Hofkünſtler Bellachini hat in der Turnhalle am
Woogsplatz ſein vielverſprechendes Gaſtſpiel am Sonntag
abend begonnen. Leider war es uns nicht möglich, der
Vorſtellung ganz beizuwohnen, ſodaß wir eine eingehende
Beſprechung erſt morgen bringen könnnen. Aber ſoviel
kann nach dem, was wir ſahen, geſagt werden: Was
Bellachini bringt, iſt ganz einzigartig und in Aufmachung
und Umfang der Vorſtellung imponierend. Jedenfalls
hat man in Darmſtadt Gleiches auf dem Gebiete
unterhal=
tender Zaubervorſtellungen nicht geſehen, ſodaß dieſe
tat=
ſächlich bald Tagesgeſpräch werden dürften.
* Kavallerie=Verein. Unter ſtarker Beteiligung hielt
am Sonntag der neugegründete Kavallerie=Verein
Darm=
ſtadt im Vereinslokal, Reſtaurant „Zur Reichskrone‟,
Mühlſtraße Nr. 5, ſeine Generalverſammlung ab. Zum
erſten Vorſitzenden wurde Herr Leutnant a. D. Monnard
einſtimmig gewählt.
* Verein der Hundefreunde von Darmſtadt und
Um=
gegend. Auf der großen Int. Hundeausſtellung am 3. März
in Mannheim wurden die Hunde folgender Mitglieder mit
Preiſen ausgezeichnet. Für Dobermänner 6 erſte und
Ehrenpreiſe Herr Feldmann in Crumſtadt. Für Airedale=
Terrier 1 erſten und Ehrenpreiſe die Herren Barban und
Mertens, 1 erſten Herr Rechtsanwalt Rohde. Für Deutſche
Boxer 2 erſte Herr Katzenbach. Für Bernhardiner 2 erſte
und Ehrenpreiſe, Herr Oeſtreicher.
— Städtiſche Schulzahnklinik. Im Monat Februar
1912 wurden behandelt 639 Kinder (388 Mädchen, 251
Knaben) mit 913 Konſultationen. Gefüllt wurden
744 Zähne, ausgezogen wurden 417 Zähne (358
Milch=
zähne, 59 bleibende Zähne). Zahl der Tage, an denen
Sprechſtunden abgehalten wurden: 25.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während
des Monats Februar wurde die Leſehalle im ganzen
von 3889 Perſonen beſucht (im Februar 1911 von 3495),
durchſchnittlich an jedem Tage 134 Beſucher. Aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen
11 122 Bände (1911: 10049), darunter 4075
wiſſenſchaft=
liche und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem
1. April v. J. neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 4209.
An Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat weiter
ein: von Herrn J. Barth 5 Jahrg. Zeitſchr., von der
ſtädtiſchen Blindenanſtalt in Berlin 17 Jahrg.
Zeit=
ſchriften und 9 Bände in Blindenſchrift, von Herrn
Bureauaſſiſtent Brüſchmann 1 Bd., von Herrn
Hofbuch=
händler Buchner 1 Bd., von Frau Pfarrer Cellerius
1 von ihr verfaßtes Werk, von Frau E. Clemens Wwe.
21 Jahrg. Zeitſchriften. Aus dem Nachlaß von Frl. E.
Cullmann 10 Bde., von der Direktion der Großh.
Viktorja=
ſchule eine Anzahl von Schriften, von Herrn Profeſſor
Dr. Eigenbrodt eine von ihm herausgegebene Schrift,
von Herrn Eiſenbahndirektor Grooß eine von ihm
her=
ausgegebene Schrift, von Frau Kaufmann Kaſſel 34
Bde. und 4 Jahrg. Zeitſchriften, von Herrn G. Kollmer
1 Bd., von Herrn Poſtinſpektor Kraft 2 Bde, von Herrn
Dr. med. Nerking in Düſſeldorf eine von ihm
heraus=
gegebene Schrift, von Herrn Major Piſtor 15 Jahrg.
Zeitſchriften und eine Anzahl kleinere Schriften, von
Frau Hauptmann Schneider 1 Bd., von Frau Ingenieur
Schulze 10 Bde. Allen Gebern herzlichen Dank! Weitere
Schenkungen von Büchern, ſoweit ſolche nicht veraltet,
ſind jederzeit willkommen.
St. Orpheum. Nach dem vierwöchigen Gaſtſpiel der
rfolgreichen Künſtlerſchar des Dresdener „Belvedere‟
hat die Direktion das Etabliſſement wieder ſeiner
eigent=
lichen Beſtimmung, dem Varieté, zugeführt und ein in
der Geſamtzuſammenſetzung wie in den Darbietungen
der einzelnen Künſtler ganz vorzügliches
Spezia=
litäten=Enſemble engagiert, das ſeine erſten
Vorſtellun=
gen mit beſtem Erfolge abſolviert hat. Eröffnet wird der
Abend durch ein Paar ſeltſamer Menſchen, die auf dem
Gebiete der „Schlangenmenſchenkunſt” geradezu
Verblüf=
fendes leiſten. Les Romanows ſind’s; ein
Kon=
torſioniſtenpaar, das ſobald keine gleichwerten
Konkur=
renten finden dürfte. Dabei geben beide eleganten
Schlan=
genmenſchen ihre ſchwierigen Tricks mit ſo
liebenswürdi=
gem Humor, daß das Hals=, richtiger Knochenbrecheriſche
hrer Kunſt gar nicht zum Bewußtſein der Zuſchauer
kommt, oder doch recht äſthetiſch gegeben wird, was nicht
immer von den Darbietungen dieſer Art geſagt werden
kann. — Dann kommt ein Jongleur, Mr. Cartellax
der ebenfalls ein ausgezeichneter moderner Vertreter
die=
ſer alten Kunſt iſt und neue Tricks bringt, zu denen
un=
ſtreitbar ſein „Doppelbalanceakt” zählt. Der Künſtler
balanciert auf der Spitze eines Billard=Queues 2 Bälle
aufeinander und auf dieſen wieder ein Queue mit einem
Ball auf der Spitze. Sicherlich das Höchſte, was Ruhe
und jahrelange Uebung vermögen. Von grotesker
Ko=
mik iſt der Muſikaliſche Akt, den Loros
Zinnſolda=
ten geben. Köſtliche Karikaturen, die doch auf
muſika=
liſchem Gebiete Gutes leiſten, wenn auch ihr Haupterfolg,
wie geſagt, den Lachmuskeln zugute kommt. —
Ueber=
haupt iſt für Humor gut und reichlich geſorgt in dem
Pro=
gramm. Vielleicht wollte die Direktion den Uebergang
von der luſtigen Karnevalszeit nicht gar zu ſchmerzlich
empfinden laſſen. — Seppl Mauermeier iſt ein
ganz vorzüglicher, auch muſikbegabter bayeriſcher
Humo=
riſt. Seine Vorträge ſind originell und in der draſtiſchen
Komik, beſonders der „Damen”=Rolle, iſt er geradezu
überwältigend. Endlich iſt noch das außergewöhnlich
erfolgreiche humoriſtiſche Duo Kurz und Lang zu
nennen, ein rieſenlanger und ein knirpsgroßer
Vortrags=
künſtler, die mit einer Reihe wirkungsvollſter Satiren
aufwarten und wahre Lachſalven auslöſen.
Auf dem Gebiete der Parterre=Gymnaſtik dürfen
zu=
nächſt die 5 Aregors genannt werden, die das
Pro=
gramm mit Recht als Elite=Akrobaten mit Schleuderbrett
verzeichnet. Es iſt in der Tat ſtaunenswert, mit welcher
Sicherheit und Eleganz dieſe fünf Künſtler arbeiten und
wie flott ſie eine ganze Reihe hier noch nicht geſehener
Tricks vorführen. Doch erwachſen ihnen in The
Bleſ=
ſings durchaus gleichwerte Konkurrenten auf anderem,
aber ähnlichem Gebiete. Mit Recht nennt dieſes ſeltene
Künſtlerpaar ſich „Phänomenale Bravour=Equilibriſten”
und die Dame ſtellt in ihrer Art eine eigene Klaſſe dar.
Zu ihrer junoniſchen Erſcheinung paßt die immenſe
Kör=
perkraft, die ſich im Gegenſatz zu vielen ihrer Kolleginnen
von der gleichen Fakultät gar nicht durch auffallende
Muskelbildungen verrät. Die beiden arbeiten höchſt
elegant, und die Dame beſonders graziös. Viele ihrer
Tricks dürften konkurrenzlos ſein. Von beſonderem Reiz
und nicht zu unterſchätzendem künſtleriſchen Werte ſind
Robert Paxtons Polychrom Renaiſſance
Ko=
loſſal=Gemälde, darſtellend: 1. Tempel der Venus
nach Rae. 2. Water Nymphs nach H. Zatzka. 3. Unter
Blüten von Rr. Paxton. 4. Der Sommer nach Makart.
5. Atelierbeſuch von A. Ricci. 6. Der Frühling kam nach
E. von Blaas. 7. Aurora nach Reni. 8. Sonnenaufgang
von R. Paxton. Die Bilder werden durchaus dezent, in
reizvoller Beleuchtung und farbenprächtigem Kolorit
ge=
ſtellt und ernten berechtigten reichen Beifall.
Vorführun=
gen des Biograph, der intereſſante Bilder von der
italieniſchen Kriegsmarine bringt, bilden den Schluß der
Vorſtellung, deren Beſuch warm zu empfehlen iſt.
* Das Reſidenz=Theater am weißen Turm iſt, ſo
ſchreibt man uns, jeden Abend ausverkauft. Man ſieht.
daß die Films der Aſta Nielſen=Serie ſich einer großen
Beliebtheit erfreuen. Das jetzige Bild, „Die Macht des
Goldes” iſt auch direkt erſtklaſſig. Herr Fricke, der neue
Inhaber des Reſidenz=Theaters, hat ſich entſchloſſen, das
Bild bis Freitag, den 8. d. Mts., als Einlage vorführen
zu laſſen. Heute erſcheint neben dieſer Einlage ein
voll=
ſtändig neues Programm (ſiehe Inſerat), woraus wir den
Film „Das Unkraut” beſonders hervorheben. Ein packend
geſpieltes Drama, das in ſeinem künſtleriſchen Aufbau von
neuem beweiſt, daß die Kinodramen ſchon lange die
Theaterſtücke überragen, wo glänzendes Spiel eine
dürf=
tige, intereſſeloſe Handlung übertüncht.
Selbſtmord. Der Eiſenbahnaſſiſtent Markgraf
von hier hat ſich geſtern in Mainz, vermutlich in einem
Anfalle von Schwermut, in den Rhein geſtürzt und
iſt ertrunken. M. war ſchon ſeit Monaten nervös leidend.
S. Bensheim, 4. März. In Sachen des Bahnbaues
Bensheim-Lindenfels gab Bürgermeiſter Dr.
Frenay=Bensheim auf eine ſeitens des Stadtverordneten
und Landtagsabgeordneten Auler=Bensheim an die
Bürger=
neiſterei Bensheim gerichtete Interpellation in der
Stadt=
verordnetenſitzung vom 1. März eine Erklärung ab, aus
welcher wir folgendes hervorheben: Der ſeitens der
inter=
eſſierten Odenwaldorte der Stadt Bensheim gemachte
Vor=
wurf, ſie trage Schuld an der Verzögerung, welche der
Bahnbau erleide, iſt hinfällig, denn gerade Bensheim hat
bisher als einziger Ort finanzielle Opfer in der
Angelegen=
heit gebracht, indem es ſeinen und einen anderweitig nicht
gedeckten Beitrag zu den Projektierungskoſten zahlte. Die
Unternehmerin des Bahnbaues, die Continental=
Eiſenbahn=
au=Geſellſchaft in Berlin erachtet die Erbauung der Bahn
über Zell-Gronau um zirka 200000 Mark höher als über
Schönberg. Bürgermeiſter Dr. Frenay hält die
Geländeer=
werbskoſten bei dem Schönberger Projekt erheblich höher.
Finanzminiſter Dr. Braun erkannte dies Bedenken für
be=
rechtigt an und macht ſeine Zuſtimmung davonabhängig, daß
die beteiligten Gemeinden klipp und klar davon unterrichtet
werden, daß die Schönberger Linie vorausſichtlich viel
höhere Geländeerwerbskoſten verurſache, als did Zeller
Linie. Seitens der Regierung iſt ein eventueller
Mehr=
koſtenbeitrag von 30 Prozent zugeſtanden worden, worauf
Dr. Frenay den Stadtverordneten für die Zeller Linie die
Leiſtung einer beſonderen Vorauszahlung zu empfehlen ſich
bereit erklärte und auch Private zur Beteiligung auffordern
wollte. Die Continentale hat die Entſcheidung üben den
Bahnbau in Händen und neigt der größeren zu erwartenden
Einkünfte halber mehr für die Schönberger Linie. Es iſt
bedauerlich, daß von auswärts gegen die Stadt Bensheim
ſo ſehr agitiert wird, denn Bensheim wahrt blos ſein
Recht und ſchützt die Nachbargemeinden mit, wenn es alle
Gründe für und wider die eine oder andere Linie in
Er=
wägung zieht, im Uebrigen iſt in der
Bürgermeiſter=
verſammlung vom 16. Februar erklärt worden dad die
Stadtvertretung Bensheim das ihrige tun werde, daß das
Projekt nicht ſcheitere, wenn die Entſcheidung für die
Schönberger Linie falle.
Bensheim, 4. März. Die Mandelbäume ſtehen
ſeit Samstag an den Abhängen der Bergſtraße von
Zwingenberg über Bensheim, Heppenheim und Weinheim
hinauf bis Heidelberg in voller Blüte. Ihre friſche
Blumenpracht erfreut wohl das Auge, läßt aber doch
befürchtende Gefühle aufkommen über das gar zu frühe
Hervorſproſſen. Auch die roſaroten Pfirſichblüten zeigen
ſich hie und da, ſo daß bis Ende dieſer Woche unſere
Bergſtraße in ihr herrliches Frühlingskleid gekleidet ſein
wird.
Lindenfels, 4. März. Die hieſige Ortsgruppe
des Odenwaldklubs zählt nun 56 Mitglieder. Im
verfloſſenen Jahre traten zehn Mitalieder ein und fünf
aus. Die Einnahmen betrugen 203,84 Mark, die
Aus=
gaben 135,77 Mark. Der neu gewählte Vorſtand beſteht
aus den Herren: Dr. Weißmann, Vorſitzender: Lehrer
Zinßer, Stellvertreter: Lehrer Schmitt, Schriftführer;
Bürgermeiſter Schnellbächer, Rechner; die Buchhalter
Schobert und Keil ſind Beiſitzer und ſtellvertretende
Füh=
rer. Am 24. März wird Herr Profeſſor Kiſſinger=
Darmſtadt in der hieſigen Ortsgruppe einen Vortrag
mit Lichtbildern halten über „Jugendwanderungen”.
H. B. Mainz, 4. März. Im erſten Bataillon des
In=
fanterie=Regiments Nr. 88 in Mainz haben ſich
ſeit Samstag eine große Anzahl Erkrankungen
unter Vergiftungserſcheinungen ereignet, die auf den
Genuß von verdorbenen Fiſchen zurückgeführt werden. Am
Samstag erkrankten 36, am Sonntaa 15 und heute weitere
29 Soldaten, insgeſamt 80. Todesfälle ſind bis jetzt nicht
vorgekommen.
Mainz, 4. März. Ein allgemeiner Ausſtand der
Möbeltransportarbeiter droht den
Spediteu=
ren der hieſigen Stadt gerade jetzt bei dem
bevorſtehen=
den Quartalswechſel. Die gewerkſchaftlich oraaniſierten
Arbeiter verlangen ſtatt des bisher gezahlten Tagelohns
bon 5 Mark einen ſolchen von 7 Mark und für jede
Ueber=
ſtunde eine Vergütung von 70 Pfg. Außerdem ſollen für
jedes zu transportierende Klavier noch extra 6 Mark
be=
zahlt werden, wie auch der Transport eines jeden Herdes
neben dem Tagelohn von 7 Mark beſonders bezahlt
wer=
den ſoll. Dieſe Forderungen wurden ſeitens der
Möbel=
transvortfirmen abgelehnt. Daraufhin kündigten die
Transportarbeiter den allgemeinen Ausſtand für den
be=
vorſtehenden Quartalswechſel an. (M. Journ.)
Worms, 4. März. Die in einem Eiſenbahnwagen in
Ludwigshafen mit einer Schußwunde im Kopf
aufge=
fundene Leiche eines jungen Mannes wurde als die
des 21jährigen Fabrikarbeiters Ernſt Anton Greber
aus Worms feſtgeſtellt, der ſich ſeit September vor. Js.
in Ludwigshafen befindet und in den Anilinwerken
be=
ſchäftigt war. Er hat die Tat anſcheinend im
Anfalle=
von Geiſtesgeſtörtheit begangen, wegen der er auch vom
Militär entlaſſen wurde.
Gießen, 4. März. Eine recht unangenehme
Entdeckung machte geſtern abend ein hieſiger
Schloſ=
ſermeiſter. Er hatte in einem Betriebe in der
Hamm=
ſtraße eine Keſſel=Reparatur vorgenommen, und als er
Feierabend machte und ſeinen während der Arbeit
abge=
legten Rock anziehen wollte, war dieſer nebſt Taſchenuhr
und ſonſtigen in den Taſchen befindlichen Wertſachen
ver=
ſchwunden.
Friedberg, 4. März. In der Vorſtandsſitzung des
hieſigen Schwimmbades wurde feſtgeſtellt, daß für
dieſes Jahr an die Aktionäre 7 Prozent Dividender
verteilt werden können. In 22 Jahren ſind alle Aktien
ausgeloſt und das Badehaus geht an die Stadt über.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. März. Die
Ausſtel=
lung in der Akademie der Künſte: „Friedrich
der Große in der Kunſt” die ſich des außerordentlich
leb=
aften Zuſpruchs des Publikums erfreut, iſt bis zum
17. März einſchließlich verlängert worden. — Die erſte
Schneezeit, welche mit dem Schneefall vom 7. Jan.
begonnen hat, hat an Löhnen für Hilfsarbeiter und
Ko=
ſten der Schneepflüge ungefähr 38500 Mk. erfordert,
wäh=
rend für Abfuhrkoſten durch Geſpanne und Schneekarren
rund 83000 Mk. aufgewendet werden mußten. Hierzu
kommer noch 6500 Mk. andere Koſten. Daraus ergeben
ſich die Geſamtkoſten im Betrage von rund 128000 Mk.
Die zweite Schneezeit begann am 1. Februar. Sie
erfor=
derte für Löhne an Hilfsarbeiter und Koſten der
Schnee=
pflüge rund 27000 Mk., für die Abfuhr 71500 Mk. und
dürfte an Räumungskoſten weitere 5000 Mk. verlangen,
ſo daß hier die Geſamtkoſten auf 103 500 Mk. zu beziffern
ſind. Beide Schneezeiten zuſammen haben alſo eine
lons auftauchen. Die ganze Anlage aber gipfelt in einer
gewaltigen, machtvoll emporſtrebenden doriſchen Säule,
die ſich, von einem niedrigen Marmorbau flankiert, in
der Mitte des Ehrenhofes in unmittelbarer Nähe des
Ufers erhebt. Dieſe Säule, die eigentlich einen rieſigen
Turm darſtellt, wird auf der Spitze ein großes Leuchtfeuer
tragen und damit auch praktiſche Zwecke erfüllen: als
Leuchtturm für die Schiffahrt auf dem Erieſee. Die
Stätte, an der dies großzügige Monument erſtehen wird,
liegt etwa 10 Kilometer von dem Kampfplatze auf dem
Erieſee entfernt. Die Regierung der Vereinigten
Staa=
ten hat für den Bau des Denkmals bereits eine Summe
von nahezu 3 Millionen Mark zur Verfügung
ge=
ſtellt; mit der Ausführung der Pläne ſoll ſofort begonnen
werden, damit der Bau bis zum Sommer 1913 vollendet
iſt. Vorausſichtlich wird die feierliche Einweihung dann
am 4. Juli ſtattfinden.
ml. Eierprüfung durch Röntgenſtrahlen. Der
Ver=
ein für nationale Hühnerzucht in England iſt auf die
Idee gekommen, die Eier durch Röntgenſtrahlen auf
ihre Friſche unterſuchen zu laſſen. Er hat zu dieſem
Zwecke 40 Unterſuchungsſtellen eingerichtet; die
Organi=
ſation wird jedoch ſtändig erweitert und es wird
ange=
ſtrebt, binnen kurzem allwöchentlich allein nach London
eine halbe Million Eier zu liefern, die durch
Röntgen=
ſtrahlen einwandfrei geprüft ſind. Die Unterſuchung
er=
folgt gleich nach der Ankunft der Eier in London in einem
beſonders eingerichteten dunklen Raum. Bei der
Durch=
leuchtung mit Röntgenſtrahlen erweiſen ſich die friſchen
Eier als vollſtändig durchſichtig, während größere,
be=
wegliche Flecke darauf hinweiſen, daß das Ei verdorben
iſt. Die verwöhnten Londoner verlangen ſchon jetzt
überall röntgendurchleuchtete Eier.
— Wer anderen eine Grube gräbt . . . Eine luſtige
kleine Geſchichte erzählt der Gaulois: Ein ſehr bekannter
Pariſer Bildhauer, der durch ſeinen Witz berühmt iſt,
war am Donnerstag auf 12 Uhr zu einem Frühſtück ge=
laden. Er ging über den Boulevard Saint Germain:
Plötzlich brach ein Platzregen los, der Künſtler mußte ſich
in einen Hauseingang flüchten. Die Automobile
ſtrei=
en, alle vorüberfahrenden Droſchken waren beſetzt; was
ſollte man tun? Draußen geht ein würdiger älterer Herr
mit einem prächtigen großen Regenſchirm einher. Dem
witzigen Bildhauer kommt ein Einfall: er ſtürzt auf den
Fremden, packt ihn am Arm, drängt ſich unter den Schirm
und ruft mit der Miene ehrlichen Entzückens: „Aber wie
ich mich freue, Sie zu treffen! Seit zwei Wochen will ich
Sie beſuchen. Welch glücklicher Zufall! Ich muß mit
Ihnen ſprechen, kommen Sie doch ein Stück mit.” Und
ohne dem guten alten Herrn Zeit zu laſſen, ſich zu faſſen,
plaudert unſer Bildhauer weiter, erzählt Anekdoten,
be=
richtet von einer nicht exiſtierenden Familie, die beiden
teuer ſei; kurz, er kommt durch dieſe Liſt unter dem Schutz
des Schirmes ſeinem Ziele immer näher. Unmittelbar
vor dem Hauſe, wo der Bildhauer erwartet wurde, richtet
er plötzlich mit glänzend geſpieltem Erſtaunen ſeinen Blick
genauer auf das Geſicht des Nachbarn und ruft mit
er=
heuchelter Verlegenheit: „Oh, pardon, Monſieur, ich ſehe,
daß ich mich geirrt habe.” „Das ſcheint mir auch”
er=
widert kühl und gelaſſen der Fremde. Nein, ich bitte Sie
tauſendfach um Verzeihung, entſchuldigen Sie meine
Indiskretion, ich ahnte gar nicht . . Ich bin Bildhauer,
mein Name iſt T. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich
im Atelier beſuchen wollen, ich danke Ihnen, auf
Wieder=
ſehen.” Und auf ſeinen wohlgelungenen Trick nicht wenig
ſtolz, ſtürmte der Künſtler in das Haus und erzählte
lachend ſeinen Freunden die Geſchichte von dem
düpier=
ten alten Herrn. Ihre Krawatte ſitzt ſchief” flüſtert ihm
ein Bekannter zu. Der Bildhauer faßt mit der Hand nach
der Krawatte. Seine Krawattennadel fehlt. Mechaniſch
durchſucht er ſeine Taſchen: ſein Portemonnaie iſt
ver=
ſchwunden, ſeine Uhr, ſeine Brieftaſche. Der „düpierte‟
würdige alte Herr war ein erprobter Taſchendieb.
Wer anderen eine Grube gräbt . . . .
Ausgabe von 231500 Mk. erfordert. 2000
Ber=
liner Gemeindeſchüler und=Schülerinnen
waren geſtern an einer Geſangsaufführung
be=
teiligt, die im Zirkus Buſch zugunſten einer Reihe von
Kinderhilfsvereinen ſtattfand. Die ſingenden Kinder
füll=
ten faſt eine halbe Runde des weiten Zirkushauſes aus.
Die muſikaliſche Schulung der Kinder war exakt. Die
Leitung der Geſänge hatte Rektor Hofmann, die
künſt=
leriſche Verantwortung trug Profeſſor Felix Schmidt.
Der eigentliche Veranſtalter iſt Schulrat Fiſcher. An den
nächſten drei Sonntagen wird das Volkskonzert
wieder=
holt werden. — Ein gefährlicher Bahnräuber,
in der Perſon des 23jährigen Inſtallateurs Seydlitz, ſtieg
auf der Station Wedding zu einem Schlafenden in einem
Abteil dritter Klaſſe und fuhr mit ihm nach Weißenſee zu.
Als der Reiſende bei einem Verſuch, ihn zu berauben,
er=
wachte, verſetzte ihm Seydlitz mit einer metallenen
Kaffee=
flaſche etwa 20 Schläge auf den Kopf, bis er niederſank.
Auf dem Bahnhof Weißenſee verſuchte der Fledderer, mit
der von ihm geraubten Beute eiligſt zu entkommen. Das
fiel jedoch den Stationsbeamten auf, die ihn feſtnahmen
und der Polizei übergaben. Drei Portemonnaies, eine
ganze Anzahl Straßenabonnements, mehrere
Arbeiterfahr=
karten, ſowie ſonſtige Sachen wurden bei dem Räuber
gefunden. — Die Ermittelungen im Zuſammenbruch
des Bankhauſes Bäthge in Spandau, deſſen
Inhaber ſich am Samstag erſchaſſen hat, haben ergeben,
daß ſich die Depotunterſchlagungen auf etwa 760000 Mk.
belaufen.
Frankfurt, 4. März. Mit großen militäriſchen Ehren
erfolgte heute vormittag auf dem Frankfurter Friedbofe
die Beerdigung des letzten Frankfurter
Staot=
kommandanten, des in Darmſtadt verſtorbenen
Generalleutnants z. D. v. Stülpnagel. Am Portal
hatte ſich General v. Eichhorn, ſowie das Offizierkorps
des hieſigen Infanterie=Regiments eingefunden, ferner
höhere Offiziere des Bockenheimer Artillerie=Regiments
und viele Kranzdeputationen auswärtiger Garniſonen.
Unter den Zivilgäſten befanden ſich u. a.
Regierungsprä=
ſident v. Meiſter und Oberbürgermeiſter Adickes. Nach
der Einſegnung des mit Kränzen überdeckten Sarges in
der Portalkapelle hielt der ehemalige Militäroberpfarrer
Falke im Freien eine Gedächtnisrede, in der er die
charak=
teriſtiſchen Vorzüge v. Stülpnagels hervorhob. Mit ihm
ſei ein Offizier der alten preußiſchen Schule
dahingegan=
gen, ein Waffengefährte Wilhelms I., ein einfacher
ſchlich=
ter Mann, deſſen Andenken fortdauern werde. Der Kaiſer
habe den Kindern eine Beileidsdepeſche zukommen laſſen,
in der er v. Stülpnagel das Vorbild der Pflichterfüllung
nannte. Nach einem Choral, den die Kapelle der 81er
ſpielte, wurde der Sarg neben dem Grabe von
Stülp=
nagels Gattin beigeſetzt.
Hamau, 4. März. Heute vormittag traf hier der
Staatsſekretär des Reichskolonialamtes Dr. Solf in
Begleitung zweier Miniſterialräte ein, um ſich, wie ſchon
kürzlich berichtet, über die Verhältniſſe der hieſigen
Dia=
mantinduſtrie und über die Wünſche der
hieſi=
gen Diamantinduſtriellen bezüglich der
Ver=
wertung der deutſch=ſüdweſtafrikaniſchen Diamanten zu
in=
formieren. Am Vormittag fanden zunächſt im Rathauſe
Beſprechungen ſtatt, zu denen ſowohl Arbeitgeber als
auch Arbeitnehmer der Diamantinduſtrie hinzugezogen
waren. Heute nachmittag ſollen mehrere
Diamantſchlei=
fereien beſichtigt werden. Anſchließend daran findet noch
eine Beſprechung im engeren Kreiſe ſtatt.
Trieſt, 3. März. Die graſſierende internationale
Spionagefurcht hat für den deutſchen
Kon=
ſul in Trieſt ein tragikomiſches Abenteuer zur Folge
gehabt. Der Vertreter des Deutſchen Reiches in Trieſt,
Legationsrat Dr. Winkel, Lloydinſpektor Ludw. Schieſtl,
Konſul Friedrich Meißner in Trieſt und der
Oberinge=
nieur Müller der Staatsbahnen, den Südtirolern vom
Bau der Bahn Trient-Malé her gut bekannt, wurden
am vergangenen Sonntag auf einer harmloſen Bergtour
beim Ueberſchreiten der italieniſchen Grenze von
Cara=
binieris angehalten obwohl alle vier Herren mit
regelrecht ausgeſtellten Päſſen verſehen waren, unter
Spionageverdacht verhaftet und in Polizeigewahrſam
der alten Longobardenſtadt Ciyidale mehrere Stunden
feſtgehalten. Die Päſſe wurden als Falſifikate bezeichnet
und nur dadurch, daß Inſpektor Schieſtl ſchließlich eine
Freikarte der dortigen Eiſenbahn der Societa Veneta
vorwies, gelang es ihm endlich, vom Polizeichef die
Frei=
laſſung für ſich und ſeine Freunde zu erwirken. Trotzdem
wurden die Herren vor ihrer Abfahrt von Cividale im
Eiſenbahnabteil von einem ihnen nachgeſchickten
Cara=
biniere zum Vorweis der gelöſten Fahrkarten gezwungen
und ihnen bedeutet, daß ſie ſofort nach Oeſterreich
zurück=
kehren müßten, widrigenfalls ſie weitere
Unannehmlich=
keiten zu gewärtigen hätten.
Paris, 4. März. In der Ortſchaft Obiat (Departement
Corréze), brach in der vergangenen Nacht in einem
Gaſt=
hauſe eine Feuersbrunſt aus, durch die eine aus
ſieben Perſonen beſtehende Familie ums Leben kam.
Paris, 4. März. Im Walde von Fontainebleau ſtürzte
geſtern ein Automobil in den Straßengraben und
be=
grub die ſieben Inſaſſen unter ſich. Der Motor erplodierte
und eine Frau namens Jarvier konnte nur als völlig
ver=
kohlte Leiche hervorgezogen werden. Die übrigen ſechs
Reiſenden erlitten ſchwere Verletzungen.
Kopenhagen, 3. März. Bei der Beiſetzung des
Dich=
ters Hermann Bang, die geſtern vormittag auf
dem hieſigen Weſtkirchhof erfolgte, und dem Wunſche des
toten Mannes gemäß in aller Stille und nur in
Anweſen=
heit der Familie des Verſtorbenen und der allernächſten
Freunde ſtattfand, ereignete ſich ein peinlicher
Zwi=
ſchenfall. Nachdem die Beerdigung vorüber war,
ſtellte ſich heraus, daß man den Dichter in ein falſches
Grab gelegt hatte. Daher wurde die Beerdigung
nach=
mittags von neuem vorgenommen. Das Trauergefolge
verſammelte ſich um 3 Uhr nochmals auf dem Kirchhof
Die Leichenträger gruben den in die däniſche Flagge
ge=
hüllten Sarg aus dem Grabe und trugen ihn, gefolgt von
den Anweſenden, zu dem richtigen Grabe, wo dann die
ſterbliche Hülle Herm. Bangs endgültig der Erde
über=
geben wurde.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchiehr, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Inſtrumental=Verein. Ueber die
Konzert=
ſängerin Fräulein Elſe Diefenthäler, Geſanglehrerin
an der Akademie für Tonkunſt, die als Soliſtin für das
morgen, Mittwoch, den 6. März, abends 8¼ Uhr im großen
Saale des Saalbaues ſtattfindende Konzert des
Inſtrumen=
tal=Vereins gewonnen wurde, ſchreibt das Wittener
Tage=
blatt glegentlich eines Konzertes des Kölner
Gürzenich=
quartettes: „Eine echte Künſtlerin lernten wir in Fräulein
Elſe Diefenthäler kennen. Ihrer ſympathiſchen äußeren
Er=
ſcheinung entſpricht ihre weiche ſympathiſche Stimme. Auch
bei ihr bewunderten wir die Wahrheit künſtleriſcher Emp=
findung, die auf den äußeren Eindruck verzichtet, um dem
In=
halt der Kompoſition und dem Text gerecht zu werden. Der
ſeelenvolle Vortrag der außerordentlich ſtimmungsvollen
Doloroſa=Lieder von Jenſen wirkte wahrhaft ergreifend
und ebenſo poetiſch gelang ihr der Vortrag der ſchlichten
Weiſen von Strauß und Schubert’s: Der Tod und das
Mädchen. Die Stimme beſitzt den warmen tiefen Klang
echter Altſtimmen. Wir hatten den Eindruck, als ob ſie
großer Kraft fähig wäre und nur die innige, intime
Stim=
mung der Geſänge ſelbſt die weiche, lyriſche Stimmgebung
bedingte.” — Fräulein Diefenthäler wird in dem Konzert
zwei hier noch unbekannte Arien von Händel mit
Orcheſter=
begleitung und vier Lieder von Brahms, Arnold
Mendels=
ſohn und Max Reger zu Gehör bringen. Die
Klavier=
egleitung hat Fräulein Marie Schwan, die Begleitung
uf der Orgel Herr Muſikdirektor Klaſſert übernommen.
das Orcheſter, das nun zirka 50 Mitglieder zählt, hat unter
Leitung ſeines neuen Dirigenten, Herrn Direktor Schmitt,
im Laufe der letzten Monate bedeutende Fortſchritte
ge=
nacht, ſo daß ſich die Konzerte des Inſtrumental=Vereins
bald allgemeiner Beliebtheit erfreuen werden. Die zu
er=
gänzenden Blasinſtrumente und Kontrabaßſtimmen (Ovo=,
Fagott, Klarinette, Horn, vier Kontravuſſe und Schlagzeug)
ind mit erſten Kräften der Kapelle des Leibgarde
Infan=
terie=Regimentes Nr. 115 beſetzt. Nach allem ſteht dem
Publikum ein äußerſt genußreicher Abend bevor.
— Für das Symphoniſche Konzert der Kapelle
des Leibgarde=Regiments unter Mitwirkung der Frau
Eliſe Knibbe=Thiel macht ſich bereits ein reges
Intereſſe kund. Eine Künſtlerin, die ſich nicht nur als
aus=
ibende Pianiſtin, ſondern auch als Komponiſtin und
Orcheſterdirigentin betätigt (als bis jetzt einzige in
Deutſch=
and), verdient wohl die Beachtung der muſikliebenden
Kreiſe. Iſt es zunächſt vornehmlich die rein
muſikaliſch=
künſtleriſche Seite der Veranſtaltung, die manchen neuen
Geſichtspunkt darbietet, ſo kann das Konzert auch zunächſt
als lehrreicher Beitrag gelten für diejenigen, welche ſich mit
der wichtigen und aktuellen ſozialen Frage des modernen
Frauenberufes beſchäftigen. — Von den weiteren
Orcheſter=
werken, die zur Aufführung gelangen, ſei beſonders
hinge=
vieſen auf die Blumenmädchenſzene aus
Parſi=
al, welche im orcheſtralen Gewande im hieſigen
Konzert=
ſaale uns wohl je kaum begegnete. (Siehe Inſerat.)
Kongreſſe und Verbandstage.
Deutſcher Frauen=Kongreß.
— Berlin, 3. März. Der Deutſche Frauen=Kongreß
eendete geſtern ſeine Verhandlungen. Der heutige Tag
war dem Thema „Die Frau im öffentlichen
Le=
ben” gewidmet. Fräulein Dr. Salomon forderte
in ihrem einleitenden Referat, daß die Frau aus der
cari=
ativen Betätigung in der Sozialpolitik zu geſetzmäßiger
Mitarbeit herangezogen werde, und daß demgemäß die
Geſetzgebung umgeſtaltet werde. Die zweite Referentin,
Frau Jenni Apolant, verlangt insbeſondere die
Heran=
ziehung der Frau zu den ſozialen Aufgaben in der
Ge=
meinde; das eigentliche Arbeitsgebiet ſei hier die
Armen=
pflege. — Die nächſte Referentin, Fräulein Meier,
vünſcht, daß die Frau auf dem Gebiete der Vormundſchaft
mehr herangezogen werde als bisher. Die letzte
Referen=
tin, Frau Marie Wegner, tritt für die Mitarbeit der
Frau bei der Wohnungsinſpektion und bei den
Arbeits=
nachweiſen ein. In der Diskuſſion fordert Frau Kamilla
Jellinek (Heidelberg) energiſchen Kampf gegen die
Animierkneipen und das Verbot weiblicher Bedienung in
den Gaſtwirtſchaften. Frau Bentheimer (Mannheim)
ſchildert die Erfahrungen, die man in den badiſchen
Städten mit der Frauenarbeit gemacht habe.
Dann wandte ſich der Kongreß ſeinem intereſſanteſten
Thema zu: Die Frauen und die Politik. Frau
Minna Cauer vom deutſchen Verband für
Frauenſtimm=
recht gab einen Ueberblick über die
Frauenſtimmrechtsbe=
wegung in Deutſchland. Im Jahre 1902 hat Miniſter
v. Hammerſtein das Wort geſprochen: „Ich will nicht,
daß die Frau ſich politiſch organiſiert.” Und im Jahre
1908 war es wieder ein Miniſter, der ſagte: „Der
er=
werbstätigen Frau müſſen wir das politiſche
Organiſati=
onsrecht geben.” Welch ein Erfolg! Dieſer Erfolg iſt
aber nur der erwerbstätigen Frau zu danken, und ich
be=
zweifle, ob die ſchönen Augen der Frauenrechtlerinnen
das erreicht hätten. Es kommt der Tag, an dem wir
ſagen: Wir ſind Taglöhnerinnen, die ihre Rechte fordern,
weil ſie an dem Geſchicke des Vaterlandes teilnehmen
wollen. — Die zweite Referentin, Frau Lilli Fiſcher=
Eckert entwickelt das Programm der Deutſchen
Vereini=
gung für Frauenſtimmrecht, das zwar das Wahlrecht für
die Frauen fordere, aber ſich von dem Streit über dieſes
der jenes Wahlrecht fernhalte. — In der Diskuſſion wies
Frau Lindemann (Berlin) auf die jüngſten
Ausſchrei=
tungen der engliſchen Suffragettes hin und meinte, daß
dieſe Art des Kampfes nicht die der deutſchen Frau ſein
könne. Man dürfe aber die engliſchen Suffragettes nicht
gänzlich verurteilen, denn ſie hätten nur vom Manne
ge=
lernt, und was die engliſchen Suffragettes jetzt machten,
ſeien Limonaden gegen das, was engliſche Männer früher
getan hätten. Frau Regina Deutſch (Berlin): Das
letzte Ziel der ſtaatsbürgerlichen Gleichberechtigung der
Frau iſt: ein Reich zu ſchaffen, in dem ſich jeder Bürger
wohl fühlen kann. Fräulein Helene Lange hält die
Oraaniſation der Frau zur Erreichung des Stimmrechts
nicht für unbedinat notwendig. Sie glaubt auch nicht.
daß es den Himmel auf Erden bedeuten würde, wenn die
Frau das Stimmrecht erreicht haben würde. Allerdings
müſſe die Frau eneraiſch für ihre Rechte eintreten, und ſo
lange nur einzelne Männer in den Parlamenten für
Frauenrechte eintreten, ſei dies gerade ſo, wie wenn ein
Silberberawerksbeſitzer für den Bimetallismus kämpfe.
Nur die Frau könne für ihre Rechte kämpfen.
Es folaten dann noch Referate über die Stellung und
Mitarbeit innerhalb der politiſchen Parteien, worauf
Fräulein Dr. Salomon mit einem Schlußworte den
Deutſchen Frauenkongreß ſchloß.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 4. März. Präſident Dr. Kaempf eröffnet
die Sitzung nach 2¼ Uhr.
Die Beratung des
Etats für das Reichsamt des Innern
wird fortgeſetzt. Abg. Wetterlé (Elſ.): Einige
Mit=
glieder des Hauſes haben geglaubt, an den Beſchlüſſen
der Budgetkommiſſion des elſaß=lothringiſchen Landtages
Kritik ausüben zu müſſen. Man hat uns nachgeſagt, wir
wollten dem engliſchen Parlamente auf dieſe Weiſe
Kon=
kurrenz machen. Der Abgeordnete Dr. Will hat die Sache
ſchon teilweiſe richtig geſtellt. Ueber den
Dispoſitions=
fonds brt ſchon vor fünf Jahren die Regierung die Belege
auf Verlangen des Landesausſchuſſes vorgelegt. Was
dabei herauskam, war allerdings toll genug, nämlich, daß
der Fonds hauptſächlich zu außeretatsmäßigen Penſionen
verwendet werde. Jedenfalls ſind der Gnaden= und
Dispoſitionsfonds der Regierung zur Verfügung geſtellt,
um raſche Hilfe zu leiſten, in Fällen, die im Etat nicht
haben vorgeſehen werden können, nicht aber, um den
Pen=
ſionären eine Extrawurſt zu braten. Am Schluß unſerer
Finanzkommiſſion hat jetzt die Regierung die Frage, wer
über den Gnadenfonds verfügt, dahin beantwortet, die
elſaß=lothringiſche Regierung verteile das Geld. Es werde
dem Kaiſer darüber berichtet oder nicht berichtet. (Hört!
hört! links.) Wir haben trotzdem nur verlangt, es ſolle
die Verwendung einer Subkommiſſion von vier
Mitglie=
dern mitgeteilt werden, zur Wahrung des Geheimniſſes.
Dieſer Wunſch wurde rnudweg abgeſchlagen, obwohl ſeine
Erfüllung dem Vorrechte des Trägers der Krone
keines=
wegs zu nahe trat. Da glaubte die Kommiſſion, ſich für
die Streichung entſcheiden zu müſſen. Der
Dispoſitions=
fonds des Statthalters, 130000 Mark, wurde dagegen
an=
ſtandslos bewilligt, weil darüber ſchon ſeit fünf Jahren
Rechenſchaft abgegeben wird. 230000 Mark
Dispoſitions=
fonds ſind für ein kleines Land, wie das unſerige, zu viel.
Ferner hat man bemängelt, wie ſich der Landtag in Elſaß=
Lothringen zu der Verpachtung des Kaiſerlichen
Jagd=
reviers in Ober=Haßloch geſtellt hat. Tatſächlich hat der
Kaiſer dort noch nie gejagt.
Präſident Dr. Kaempf erklärt dieſe Verhandlungen
für zu weit von dem Verhandlungsgegenſtand abliegend.
Abg. Wetterlé fortfahrend: Ich gab nur eine Antwort
auf das, was hier bereits erwähnt worden iſt. Der
Re=
präſentationsfonds von 200000 Mark für den Statthalter
ieben ſeinen ſonſtigen Bezügen iſt auch viel zu hoch.
Des=
halb hat auch der Landtag die Hälfte für künftig
weg=
fallend bezeichnet. Wenn den Beamten zwei Tage vor
der Stichwahl geſagt wurde, ſie könnten ruhig für den
Sozialdemokraten ſtimmen, ſo iſt das ein unerlaubter
be=
hördlicher Druck. (Zuſtimmung links.) Unglaublich iſt,
daß der Urheber dieſes Zirkulars vom Kaiſer als
Mit=
glied der Erſten Kammer beſtätigt worden iſt. Ob die
Handlungsweiſe des elſaß=lothringiſchen Landtags klug
war, überlaſſe man ihm und dem elſaß=lothringiſchen
Volke.
Abg. Mumm (Wirtſchaftliche Vereinigung):
Trotz=
em die engliſchen Arbeiterführer eine Beteiligung der
deutſchen Bergarbeiter an der Streikbewegung nicht
ge=
wünſcht haben, hat ſich doch ein Teil der weſtfäliſchen
Bergarbeiterſchaft hinreißen laſſen, ſich der Bewegung
nzuſchließen. Die Wohnungsfürſorge ſollte nicht bei den
Staatsbeamten und Staatsarbeitern Halt machen. Die
Tätigkeit der Gewerbeinſpektoren muß noch weiter
aus=
jedehnt werden.
Miniſterialdirektor Caspar: Zunächſt iſt geſagt
worden, was aus den Vorſchlägen des Beirats für
Arbei=
terſtatiſtik für die Binnenſchiffahrt und das
Kontorperſo=
nal geworden ſei. Ueber die Sonntagsruhe und
Nacht=
arbeit der Kontoriſten ſind Vorarbeiten im Gange.
Be=
züglich der Binnenſchiffahrt liegen die Verhältniſſe auf
den verſchiedenen Waſſerſtraßen verſchieden. Uebelſtände
ſind nur auf einzelnen vorhanden. Die Erhebungen
wer=
den alsbald fortgeſetzt werden und zwar zunächſt auf dem
Rhein. Ueber die Sonntagsruhe in nicht offenen
Ver=
kaufsſtellen iſt die Vorbereitung einer Vorlage im Gange;
über die Sonntagsruhe in offenen Verkaufsſtellen wird
dem Reichstage demnächſt eine Vorlage zugehen.
Abg. Werner (D. Refpt.): Die Zigeunerplage hat
in letzter Zeit beſonders in Heſſen überhand genommen.
Es iſt dort den Behörden noch immer nicht möglich
ge=
weſen, die des Mordes angeſchuldigten Zigeuner
ding=
feſt zu machen. Gegenwärtig iſt die Güterſchlächterei
größer, als die Latifundienbildung. Das iſt höchſt
un=
erfreulich. Auch ich bin der Meinung, daß die zur
Be=
kämpfung der Maul= und Klauenſeuche erlaſſenen
Be=
ſtimmungen nicht ſo rigoros gehandhabt werden ſollten,
als bisher. Das Wanderlagerweſen müßte bedeutend
eingeſchränkt und die Warenhäuſer mit einer kräftigen
Steuer belegt werden, damit wirkliche Mittelſtandspolitik
gemacht werden kann. Ich trete ein für volle
Aufrecht=
erhaltung der Koalitions= und Gewerbefreiheit.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Ich will mich heute auf
einige allgemeine Betrachtungen über unſere
wirtſchafts=
politiſche Lage beſchränken und behalte mir vor, auf
Ein=
zelheiten morgen einzugehen. Es iſt bereits bemerkt
worden, daß unſere wirtſchaftliche Lage ihren Tiefſtand
überwunden und bereits in einer erfreulichen
Aufwärts=
bewegung begriffen iſt. Ich freue mich, feſtſtellen zu
können, daß unſer Wirtſchaftsleben die beiden letzten
Prüfungen, die große Dürre und die Lage unſerer
äuße=
en Politik ſo außerordentlich gut überſtanden hat;
das beweiſt, daß die Grundlage unſerer Wirtſchaftspolitik
eine gute iſt. Das iſt u. a. darin zu ſehen, daß der
Geld=
markt in der Lage war, die abnormen Anſprüche zu
be=
friedigen, insbeſondere bei den Ultimozahlungen im
September und Dezember. Anzuerkennen iſt auch, daß
das Bemühen der Reichsbank, über die Schwierigkeiten
er äußeren Politik hinwegzukommen, von Erfolg
be=
gleitet geweſen iſt. Ernſt iſt auch die Frage der
Liquidi=
tät unſerer Banken, und da iſt es erfreulich, daß es der
Regierung gelungen iſt, ohne geſetzlichen Zwang die
Zweimonatsbilanzen allgemein einzuführen. Dadurch
iſt die Sicherheit der Geſchäfte erheblich geſteigert und
auch für die Leiſtungen iſt es von Vorteil. Bei unſeren
Zolltarifen kann es ſich nur um Aenderungen in der
Handhabung handeln, um eine Reviſion, die ſich ergibt
aus einer Verſchiebung in der Technik oder in dem
Be=
darf von Rohſtoffen. Aber es darf keine grundlegende
Aenderung in unſerer Wirtſchaftspolitik vorgenommen
verden. Um die Intereſſen der Induſtrie genügend zu
wahren, ſollen die Zolltarife, bevor ſie abgelaufen ſind,
den Reichstag beſchäftigen. Die Regierung hat ſich lange
mit dieſen Tarifen beſchäftigt und hatte dabei
Gelegen=
heit, große Gebiete unſerer Induſtrie, ihre Wünſche und
Zedürfniſſe eingehender kennen zu lernen. Dieſe Arbeit
hat mehr als drei Jahre in Anſpruch genommen; leider
haben es die kleinen Betriebe abgelehnt, ſich an den
Ver=
handlungen zu beteiligen. Eine allgemeine Enquete halte
ch nicht für angängig, weil wir das Material nicht für
öffentliche Zwecke benützen können. Bei den
Vorbereit=
ingen der Handelsverträge war unſere Sorge, dafür
Vorſorge zu treffen, daß in den vertragſchließenden
Län=
dern den Arbeitern in ſozialpolitiſcher Beziehung
die=
ſelbe Behandlung zuteil wird wie bei uns, um einen
Aus=
gleich für die ſozialen Laſten zu ſchaffen. Daß auf dieſem
Gebiet Erfolge erlangt ſind, brauche ich nur auf den
ſchwediſchen Handelsvertrag hinzuweiſen. Zweifel
herrſcht darüber, ob die Meiſtbegünſtigungsverträge in
Zukunft dieſelbe Stelle einnehmen werden wie bisher,
oder ob Reziprozitätsverträge (Gegenſeitigkeitsverträge)
abzuſchließen ſein werden. Dieſe Verträge ſind für
manche Länder wichtige Exiſtenzfragen, denn nur die
Meiſtbegünſtigungsverträge ſichern der Induſtrie und der
Landwirtſchaft unter Umſtänden die Konkurrenzfähigkeit.
Anzuerkennen ſei auch der autonome Zolltarif, wie der
zwiſchen Deutſchland und Amerika. In der Regel iſt
aber eine andere Regelung der Handelsbeziehungen
wün=
ſchenswert; ſo iſt durch den Vertrag mit Schweden die
Einfuhr für die für unſere Induſtrie ſo wichtigen Erze
geſichert. Eine weitere Frage iſt die
Syndikatsentwick=
lung; dieſe entwickeln ſich leicht in den Ländern mit
Schutzzollpolitik. Sie können ſehr oft eine Gefahr für
das Wirtſchaftsleben werden; die Monopole haben
durch dieſe Entwickelung ein ganz anderes Geſicht
bekom=
men, denn ein Privatmonopol kann erheblich gefährlicher
werden, als ein unter der Kontrolle des Parlaments
ſtehendes Staatsmonopol. Ich kann nicht umhin
aus=
zuſprechen, daß es auch in Deutſchland nicht
ausgeſchloſ=
ſen erſcheint, daß ſich die Privatmonopole in
Staats=
monopole verwandeln werden. Nur habe ich den
Ein=
druck, daß Deutſchland für dieſe Entwicklung noch nicht
reif iſt. Dieſe Entwicklung aufzuhalten, iſt nicht möglich
das Beſtreben der Geſetzgebung muß daher darauf
ge=
richtet ſein, Auswüchſe unmög,ich zu machen. Durch das
Kohlenſyndikat iſt erſt eine gewiſſe Stabilität in den
Koh=
lenhandel gekommen. Das Kaliſyndikat hat eine
Ent=
täuſchung gebracht. Dem Staat iſt das Recht nicht zu
nehmen, ſich an einem Syndikat aus
Zweckmäßigkeits=
gründen zu beteiligen, wenn die vorgeſehenen Ziele und
die angewandten Mittel ihn nicht mit dem Volk in
Kon=
flikte bringen. — Abg. Sachſe (Soz.): Eine
Verſtaatlich=
ung haben wir immer gefördert, nur muß damit eine
Feſtſetzung von Minimallöhnen und die Garantie der
perſönlichen Freiheit der Arbeiter Hand in Hand gehen.
Die Regierung ſollte, wenn ſie ſtets über Terrorismus
klagt, zunächſt die Zwangsinnungen beſeitigen oder eine
ähnliche Inſtitution für die Arbeiter ſchaffen, dann
wür=
den die Klagen verſtummen. Ueber die ungerechte
An=
wendung des Reichsvereinsgeſetzes haben die Arbeiter
noch ſehr zu klagen. Die Behauptungen, daß der
Ter=
rorismus der Arbeitgeber nicht exiſtiert, ſind unwahr;
die ſchwarzen Liſten ſind noch immer nicht verſchwunden.
Freiherr v. Gamp hat empfohlen, die Arbeiter ſeßhaft zu
machen. Dies wird am raſcheſten geſchehen, wenn die
Zechenbeſitzer den berechtigten Wünſchen der Arbeiter
ent=
gegenkommen. Ich bitte Sie, unſere Anträge und
Reſo=
lutionen anzunehmen und damit die Rechte der Arbeiter
zu ſichern. — Arg. Irl (Zentrum): Im Intereſſe des
Mittelſtandes muß das Genoſſenſchaftsweſen ausgebaut
werden. Die Regierung ſollte die Reviſionsverbände
unterſtützen, damit die Genoſſenſchaften an den
Kongreſ=
iſen teilnehmen und Erfahrungen austauſchen können.
Der Entwurf des Hanſabundes für das
Submiſſions=
weſen kann wohl auf die Induſtrie paſſen, aber auf das
Handwerk nicht. Redner fordert noch beſondere
Schutz=
maßnahmen für das Handwerk.
Hierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag
1 Uhr vertagt. — Schluß ¾7 Uhr.
Luftfahrt.
„Viktoria Luiſe”, der neueſte Zeppelin.
* Der neueſte Rieſenluftkreuzer hat die Stätte ſeines
Erſtehens, die Luftſchiffbauwerft Friedrichshafen,
verlaſ=
ſen und nach wohlgelungenen Probefahrten ſeine
mehr=
fach verſchobene große Dauerfahrt nach Frankfurt
am Main, ſeinem vorläufigen Standort, angetreten.
Das neue Luftſchiff unterſcheidet ſich von der „Schwaben”
abermals durch einige Verbeſſerungen, insbeſondere am
Steuerapparat, ſowie durch den Einbau einer weiteren
Gaszelle von acht Meter Länge. Das Luftſchiff hat nun
eine Länge von 148 Meter bei einem Durchmeſſer von
14 Meter und einem Rauminhalt von 19000 Kubikmeter.
Es wird getragen von 18 einzelnen Gaszellen, die
zwi=
ſchen je 2 Querringen des Aluminiumgerüſtes eingebettet
liegen. Dieſe Einteilung des Tragkörpers in 18 einzelne
Zellen bedingt eine weitere Sicherheit für die Paſſagiere.
Die Paſſagierkabine bietet Raum für zwanzig
Perſonen. Sie iſt ſo in das Luftſchiff eingebaut, daß die
Längsträger des Luftſchiffes zugleich Träger der Kabine
ſind im übrigen iſt die Kabine an 12 Stahldrähten
dop=
pelt in ihrer Lage ſo geſichert, daß ſie unverrückbar hängen
bleibt, auch wenn aus irgend einem Zufall ein Paar
Streben biegen oder brechen ſollten. Alle Metallteile des
Kabinengerüſtes ſind innen mit Mahagoni umkleidet,
ebenſo wie die Füllungen und die Decke aus Mahagoni=
Furnieren beſtehen. Eine reiche Einlege=Arbeit in
Perl=
mutter an den Deckenbalken und Säulen geben dem
Raum eine große Eleganz. Der Fußboden, in ſicherer
Weiſe mit fünffachen Holzeinlagen verleimt, iſt mit einem
Teppichbelag verſehen, große Klappfenſter geſtatten
un=
gehinderten Ausblick nach allen Seiten und die leichten
Korbſeſſel gewähren bequemen Sitz. In der vorderen
der beiden Führergondeln befinden ſich ein Motor
von 145 Pferdeſtärken und alle Steuerräder, Ballaſt= und
Ventilzüge uſw.; in der hinteren Gondel ſind zwei
Mo=
toren, ebenfalls je 145 Pferdeſtärken, untergebracht. Der
Motor der vorderen Gondel treibt ein Paar zweiflügelige
Luftſchrauben, die 500 Umdrehungen in der Minute
machen; die hinteren Motoren bewegen je eine
vierflü=
gelige Luftſchraube mit etwas verminderter Tourenzahl.
Am hinteren Ende des Luftſchiffes trägt ein Rahmen die
verſtärkten Seiten= und Höhenſteuer. Erſtere
ſind ſechs ſenkrechte Flächen, die ſo wirkſam ſind, daß das
Schiff auf einem Kreiſe von rund 550 Meter Durchmeſſer
zu drehen vermag. Mit den wagrechten Höhenſteuern kann
der Kreuzer außerordentlich kräftig und ſchnell in eine
Schräglage gebracht werden, in der er auf= und abwärts
ſteigen kann. Am hinteren Ende befinden ſich außerdem
noch die links und rechts wagerecht angebrachten
Stabi=
liſierungsflächen, die dem Luftſchiffe den ruhigen Flug
ſichern. Die große ſenkrechte Stabilitätsfläche am Heck
des Schiffes hat auf Grund der bei den Probefahrten
ge=
machten Erfahrungen ein verhältnismäßig ſchmales,
leicht bewegliches Heckſteuer erhalten. Links und rechts
vom Heckſteuer, aber unterhalb der wagrechten
Stabili=
tätsfloſſen, ſind je vier jalouſieartige Höhenſteuer und
neben dieſen je drei ſenkrechte Flächen als
Horizontal=
ſteuerung angebracht.
Die Motoren entwickeln insgeſamt 435
Pferde=
ſtärken und geben dem Luftſchiff eine Reiſegeſchwindigkeit
mit zwei Motoren von etwa 17 Sekundenmetern, das ſind
61 Kilometer die Stunde, und mit drei Motoren eine
Höchſtgeſchwindigkeit von mindeſtens 20 Sekundenmetern,
das ſind 72 Kilometer in der Stunde. Die volle Tragkraft
des Luftſchiffes beträgt rund 22000 Kilogramm in
Mee=
reshöhe. Zieht man das Geſamtgewicht des Luftſchiffes
ab, ſo verbleibt eine nutzbare Tragkraft von über 5500
Kilogramm. Von dieſer Geſamttragkraft werden etwa
1200 bis 1500 Kilogramm für die Betriebsſtoffe (Oel und
Benzin) in Anſpruch genommen.
Zur Führung gehören wieder acht bis neun
Per=
ſonen: ein Führer, zwei Steuerleute und zwei Monteure
in die vordere Gondel und ein Fahr=Ingenieur und zwei
bis drei Monteure in die hintere Gondel.
Das Zeppelin=Luftſchiff „Viktoria Luiſe” iſt der elfte
Luftkreuzer, der in Friedrichshafen hergeſtellt wurde.
Wie ſein Vorgänger, das Luftſchiff „Schwaben”, dem es
in der Konſtruktion in vielem ähnlich iſt, wird „Viktoria
Luiſe” der Deutſchen Luftſchiffahrts=Aktien=Geſellſchaft
(Delag) als Paſſagierluftſchiff dienen. Vorerſt wird das
neue Luftſchiff für einige Monate in Frankfurt a. Main
ſtationiert werden; für ſpäter kommen Hamburg und
Düſſeldorf als Aufenthaltsorte in Betracht.
Ueber den Verlauf der Dauerfahrt liegen
folgende Einzelmeldungen vor:
* Friedrichshafen 4. März. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” iſt um 9 Uhr 15 Minuten aufgeſtiegen.
Es fliegt über Konſtanz, Baſel, Straßburg, Mannheim
nach Frankfurt, wo die Ankunft heute abend erwartet
wird.
* Schaffhauſen, 4. März. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” iſt um 9 Uhr 45 Min. über Konſtanz, um
10 Uhr 45 Min. über Schaffhauſen geflogen.
* Baſel, 4. März. Das Luftſchiff „Viktoria Luiſe‟
kam um halb 1 Uhr in Sicht; es überflog die Stadt in
geringer Höhe und verſchwand um 12 Uhr 45 Minuten
in nördlicher Richtung. Der Himmel iſt bewölkt; es weht
ein leichter Wind.
* Mülhauſen, 4. März. Das Luftſchiff „Viktoria
Luiſe” paſſierte Mülhauſen über der Napoleonsinſel um
1 Uhr 15 Min. nachmittags in ruhiger, aber ſehr ſchneller
Fahrt.
* Baden=Baden, 4. März. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” vaſſierte um 2 Uhr Offenburg und um
2.25 Uhr Baden=Oos.
Die Hoffnung, den ſtolzen Luftkreuzer auch in
Darm=
tadt begrüßen zu können, wurde leider im wahrſten
Sinne des Wortes zu Waſſer. Denn wohl wegen des
andauernd regneriſchen Wetters änderte er von
Heidel=
berg ab ſeinen Kurs und nahm Richtung auf
Mann=
heim, das er um 3.30 Uhr paſſierte. Um 3 Uhr 43 Min.
überflog die „Viktoria Luiſe” Worms und nahm von
dort Richtung auf Mainz.
* Frankfurt, 4. März. Die „Viktoria
Luiſe” iſt um 4 Uhr 40 Min. glatt vor der Halle
gelandet.
* Straßburg. 3. März. Das Programm des
Zuverläſſigkeitsfluges am Oberrhein 1912
lautet folgendermaßen: Samstag, 11. Mai: Abnahme der
Flugzeuge in Straßburg. Oertliche Wettbewerbe in
Straßburg. — Sonntag, 12. Mai: Flug Straßburg=Metz
mit Vogeſenüberquerung. Weitere Wettbewerbe in
Straß=
burg. — Montag, 13. Mai: Ruhetag in Metz. Oertliche
Wettbewerbe dort. — Dienstag, 14. Mai: Flug Metz=
Saar=
brücken. Landung in Saarbrücken, vorher, der kurzen
Strecke wegen, Aufklärungsübung in der Richtung
Dieden=
ofen. — Mittwoch, 15. Mai: Flug Saarbrücken=Mainz. —
Donnerstag, 16. Mai: ((Himmelfahrt) Ruhetag in Mainz.
Oertliche Flüge in Saarbrücken und in Mainz. — Freitag,
17. Mai: Flug von Mainz nach Frankfurt a. M. mit
Zwiſchenlandung in Darmſtadt. Eventuell Wettbewerb im
ſchnellen Aufſteigen. — Samstag, 18. Mai: Ruhetag in
Frankfurt. Oertliche Wettflüge in Frankfurt. — Sonntag,
19. Mai: Flug Frankfurt=Karlsruhe. Oertliche
Wett=
ewerbe in Karlsruhe und Frankfurt. — Montag, 20. Mai:
Flug Karlsruhe=Freiburg. — Dienstag, 21. Mai: Ruhetag
n Freiburg. — Oertliche Wettflüge in Freiburg. —
Mitt=
woch, 22. Mai: Flug Freiburg=Konſtanz mit
Schwarzwald=
überquerung. Oertliche Wettflüge in Konſtanz.
Sport.
* Fußball. Im Kreisſpiel um die Meiſterſchaft
von Bayern in Klaſſe B beſiegten die Würzburger
Kickers den F.=K. Fürth auf eigenem Platz mit 411 Toren.
* Turngemeinde Beſſungen. Am Sonntag
ſpielte die erſte Fußball=Mannſchaft der
Turn=
gemeinde Eberſtadt gegen die gleiche der
Turnge=
meinde Beſſungen, wobei letztere mit 1210 Toren
ſiegte.
sr. Die Berliner
Fußballmeiſterſchafts=
ſpiele ſahen am Sonntag ſämtliche 20 Mannſchaften
der 1. Klaſſe in Tätigkeit. Das Haupttreffen zwiſchen
Preußen und Hertha gewann Preußen mit 310, womit
der erſte Platz in der Abteilung B zugunſten von
Preu=
ßen entſchieden ſein dürfte. Preußen verfügte im
allge=
meinen über beſſere „Elf” und erzielte durch den
Rechts=
außen=Stürmer in der 4. Minute das erſte Tor. Von
einem Eckball aus, den der Linksaußen=Stürmer
verwan=
delte, fiel in der 27. Minute das zweite und 7 Minuten
ſpäter durch einen ſcharfen Schuß des Mittelſtürmers das
3. Tor. — Minerva konnte gegen Konkordia überraſchender
Weiſe nur unentſchieden 111 abſchneiden. Torlos endete
die erſte Spielhälfte bei offenem Spiel. Gleich nach
Wie=
derbeginn ſchoß der Mittelſtürmer von Minerva das erſte
Tor, doch glich Konkordia aus dem Gedränge heraus in
der 20. Minute wieder aus. Die ſtarke Ueberlegenheit
von Minerva in der zweiten Spielhälfte konnte nicht
zum Ausdruck gelangen, da der bekannte internationale
Torwächter von Konkordia, Chr. Schmidt, die beſten
Schüſſe glänzend hielt. — Germania unterlag gegen den
Berliner Ballſpiel=Klub mit der hohen Torziffer von 1:8.
— Union ſiegte über Tennis=Boruſſia mit dem
über=
raſchenden Reſultat von 6:4. Das gleichmäßige Spiel
ſtand bei Halbzeit noch 4:3 für Tennis=Boruſſia, deren
Strümerreihe ſich wider Erwarten gut hielt. Nach der
Pauſe konnte Union durch überlegenes Spiel den Kampf
für ſich entſcheiden. — Vorwärts erfocht über die in der
2. Serie anſcheinend nachlaſſende Mannſchaft von Favorit
den bemerkenswerten Sieg von 210. Bei offenem Spiel
führte Vorwärts bei der Pauſe mit 110. — Die übrigen
Spiele nahmen den erwarteten Ausgang und zwar ſiegten
Viktoria mit 8:0 gegen Berliner Sportklub (Pauſe 4:0).
Alemannia mit 511 (3:0) gegen Rapide, Tasmania mit
4:0 (2:0) gegen Norden Nord=Weſt. Viktoria=Spandau mit
2 (210) gegen Sportklub Charlottenburg und
Britan=
nia 7:2 (211) gegen Triton=Spandau.
kl. Ein 7½ Km.=Vorgabelaufen veranſtaltete
m Sonntag vormittag der Verein für Raſenſport Berlin
(V. f. R.) 87 Läufer ſtellten ſich dem Starter. Die
Renn=
ſtrecke auf der Mariendorf-Lichtenrader Chauſſee war
in äußerſt ſchlechtem Zuſtande, ſodaß nur mäßige Zeiten
erzielt wurden, umſomehr, als auch Gegenwind die
Läu=
fer behinderte. Sieger wurde Stern (V. f. R.) bei 3 Min.
Vorgabe in 27 Min. vor Beſchann (B. S. C.) bei 3 Min.
Vorgabe in 27:55, Bergemann (Hellas) bei 2 Min.
Vor=
gabe in 28:07.2 und Eble (Tasmania) bei 2½ Min.
Vor=
gabe. Die Malleute Hempel, Blankenburg und Wenzel
vermochten ihre beträchtlichen Vorgaben nicht aufzuholen
und endeten an 28., 30. bezw. 47. Stelle. Im ganzen
er=
reichten 65 Läufer das Ziel.
Handel und Verkehr.
— Dem Bericht der Direktion der Bank für
Han=
del und Induſtrie (Darmſtädter Bank) über
das 59. Geſchäftsjahr 1911 für die 59. am 4. April
1912 in Darmſtadt ſtattfindende ordentliche General=
Verſammlung entnehmen wir das Nachſtehende:
Der Verlauf des Jahres 1911 in ſeinen erſten Monaten
bot die Ausſicht auf ein günſtiges Ergebnis. Die
Ent=
wickelung in vielen Zweigen des induſtriellen und
ge=
werblichen Lebens ſchritt weiter voran; die Verhältniſſe
auf dem Geldmarkte geſtalteten ſich befriedigend und die
Reichsbank konnte ihren Wechſelzinsfuß ſchon Mitte
Februar auf 4 Proz. herabſetzen. Dieſe Sachlage wirkte
belebend auf die Banktätigkeit ein, die aus der
Befriedig=
ung geſteigerter Kreditbedürfniſſe, aus
Finanztransaktio=
nen und erhöhten Umſätzen im Effektengeſchäft einen
an=
gemeſſenen Nutzen erzielen konnte. Leider brachte hierin
der Sommer eine unerfreuliche Aenderung durch die
bekannten Vorgänge in der äußeren Politik. Die dadurch
herbeigeführte Erregung und Unſicherheit wirkte lähmend
auf den Unternehmungsgeiſt ein und veranlaßte im
Effektenmarkt umfaſſende Realiſationen. Verſchlimmert
vurde dieſer Zuſtand noch durch den gleichzeitig
eintre=
tenden Kursrückgang in den nordamerikaniſchen
Börſen=
werten, durch die ſich aus der Zurückzahlung der
auslän=
diſchen Guthaben ergebende Verſteifung des
Geldmark=
tes und durch eine allgemeine Teuerung, die als Folge
der durch die abnormen Witterungsverhältniſſe
herbei=
geführten ungünſtigeren Ernte in wichtigen
landwirt=
ſchaftlichen Erzeugniſſen eintrat. Wenn auch mit der im
letzten Vierteljahr eingetretenen Entſpannung der
poli=
tiſchen Lage ſich die Folgeerſcheinungen der erwähnten
Tatſachen teilweiſe erheblich ausgeglichen haben, ſo iſt
doch die günſtige Entwickelung der erſten Monate des
Jahres nicht wieder voll erreicht worden.
Dieſen Vorgängen entſpricht das Ergebnis unſeres
Inſtituts, das im Durchſchnitt des ganzen Jahres zwar
dem des Vorjahres gleichkommt, zu deſſen Gewinn
je=
doch die Zweige des laufenden Geſchäfts in ſtärkerem
Maße beigetragen haben als die Effekten= und
Konſor=
tialgeſchäfte. Ungünſtig auf das Reſultat des
Effekten=
geſchäftes hat insbeſondere auch die börſenmäßige
Min=
derbewertung unſeres Beſitzes an Reichs= Staats= und
Kommunalanleihen eingewirkt. Die Bilanz weiſt in ihren
geſtiegenen Endziffern auf die weitere fortſchreitende
Entwickelung der Bank hin, deren Geſamtumſatz von
einer Seite des Hauptbuches ſich wiederum erheblich, und
zwar um ungefähr 9600 Millionen, vermehrt hat. Die
Zahl unſerer Zweiganſtalten iſt um zwei Depoſitenkaſſen
in Frankfurt a. M. und je eine in Bamberg, Hannover,
Ludwigshafen und Stettin gewachſen. Auch die
Ber=
liner Depoſitenkaſſen haben ſich um eine vermehrt, ſo daß
jetzt 30 vorhanden ſind. Die Zahl der Angeſtellten betrug
am Ende des Berichtsjahres 2678.
Der Generalverſammlung wird vorgeſchlagen, die
gleiche Dividende wie im Vorjahre von 6½ Prozent nach
den geſtern ſchon mitgeteilten Maßgaben, zu verteilen.
Der Kaiſer in Oldenburg.
* Berlin, 4. März. Der Kaiſer iſt geſtern
abend 11 Uhr 15 Min. nach Oldenburg abgereiſt.
* Oldenburg, 4. März. Um 8 Uhr 45 Min.
vor=
mittags lief der Hofzug mit dem Kaiſer in den feſtlich
geſchmückten Bahnhof ein. Der Großherzog und der
Erbgroßherzog, beide in Uniform, waren zum
Empfang erſchienen. Der Kaiſer, in Admiralsuniform,
egrüßte die Fürſtlichkeiten herzlich und fuhr durch das
Spalier von Soldaten und Schulkindern, von brauſendem
Jubel begrüßt, nach dem Eliſabeth=Anna=Palais, wo eine
Frühſtückstafel ſtattfand. Das Gefolge ſpeiſte im Alten
Schloſſe.
* Oldenburg, 4. März. Pünktlich um 10½ Uhr
traf der Kaiſer vom Schloß in Begleitung des
Groß=
herzogs auf dem Bahnhofe ein und verließ nach
freund=
licher Verabſchiedung die Stadt auf dem Wege nach
Wil=
helmshafen. Der Kaiſer ſah ſehr friſch aus und unterhielt
ich aufs lebhafteſte mit ſeiner Umgebung.
Der engliſche Bergarbeiterſtreik.
* London, 4. März. In London iſt von den
Wirkungen des Streikes bisher kaum etwas zu
ſpüren. Von morgen ab wird der Eiſenbahnverkehr
ein=
geſchränkt werden. Eine Station in London ſelbſt und
vierzehn Vorortſtationen werden ganz geſchloſſen werden.
Im Militärlager von Aldershot ſind alle Vorkehrungen
für den Notfall getroffen. Eiſenbahnerkompagnien in
Langmoore ſind bereit, den Betrieb der Strecken zu
über=
nehmen, über die eventuell die Truppe befördert werden
müſſen. Bis jetzt ſind keine Zwiſchenfälle von Bedeutung
bekannt geworden. Die Zahl der Arbeiter in anderen
Betrieben, die ſchon jetzt infolge des Kohlenſtreiks
be=
ſchäftigungslos geworden ſind, wird auf mehr als
hun=
derttauſend angegeben. Man hält eine Beendigung des
Streikes früheſtens vor Ende dieſer Woche kaum für
mög=
lich.
Die Revolution in China.
* Berlin 4. März. Nach den letzten Meldungen
aus China verlief die Nacht vom 2. zum 3. März und der
geſtrige Sonntag in Peking ruhig. Der
Sicherheits=
dienſt in der Stadt wird jetzt durch die frühere ſtädtiſche
Gendarmerie beſorgt, die in voller Stärke wieder
herange=
zogen worden iſt. Geſtern Nachmittag machten Abteilungen
ſämtlicher fremden Bewachungstruppen einen
gemein=
ſamen Umzug durch die Stadt, der eine günſtige Wirkung
hatte. In Tientſin wurde der Deutſche Max Schreyer, als
er ſich zur Rettung der Familie eines deutſchen Ingenieurs
in das Chineſenviertel begab, von chineſiſchen Soldaten
durch Schüſſe in Kopf und Unterleib getötet. Die Täter
wurden ergriffen und ſofort erſchoſſen. Juanſchikai ſprach
ſein Bedauern über den Tod Schreyers aus. Der deutſche
Ingenieur Rademacher wurde durch einen Hieb über die
Hand leicht verletzt. Das Konſulatskorps in Tientſin hat
auf Bitte der chineſiſchen Behörden veranlaßt, daß auch in
dem Chineſenviertel von Tienitſin ein Sicherheitsdienſt
eingerichtet wird, ſoweit die Kommandanten der fremden
Truppen dort in der Lage ſind.
* London, 4. März. Dem Reuterſchen Bureau
wird aus Peking gemeldet: 800 Mann ausländiſche
Truppen patrouillieren in der Umgebung der
Fremden=
niederlaſſungen. Die Bevölkerung iſt vollkommen ruhig.
Jetzt halten ſich in Peking ungefähr 3000 Mann
aus=
ländiſcher Truppen auf. Von Port Arthur ſind 5000
Japaner nach Tientſin beordert worden, wo die ausländi=
ſchen Truppen nur 190 Mann ſtart ſnd. Ale Zuanſchilal
treu gebliebenen Truppen haben Peking in der Richtung auf
Paotingfu verlaſſen, um den Aufſtändiſchen den Weg
ab=
zuſchneiden. Die Haltung der chineſiſchen
Trup=
pen und der Polizei in Peking beſſerte ſich erheblich,
aber die Plünderungen dauern fort. Geſtern nahmen
die Aufſtändiſchen Tungtſchon bei Peking in den Beſitz und
plünderten die Häuſer vieler Edelleute. Die umliegenden
Ortſchaften mußten deshalb beſchoſſen werden. Die
Beſitzungen einiger Fremden in Peling ſind ebenfalls
ge=
plündert worden. Prinz Tſching befindet ſich ſchwer krank
im franzöſiſchen Hoſpital in Peking. Im Laufe des
heu=
tigen Tages wurden über 100 Hinrichtungen
voll=
zogen, Unter den Hingerichteten befanden ſich ſechs Frauen,
viele Polizeibeamte. Soldaten in Uniform ſind jedoch nicht
hingerichtet worden, da die Behörden auch die anderen
Sol=
daten, die alle eigentlich irgendwie an dem Aufſtande
be=
teiligt ſind, aufzureizen befürchten. Die Leichen der
Ent=
haupteten liegen noch in den Straßen. Bei den letzten
Feuersbrünſten ſind im Ganzen 20 Perſonen ums Leben
gekommen. Die Chineſen ſehen dem Ausgang dieſer
Wen=
dung beſorgt entgegen, die Ausländer glauben an eine
Beſſerung der Lage.
Darmſtadt, 5. Mket.
=gs. Einbruch und Mordverſuch. Geſtern abend gegen
½8 Uhr überraſchte der Händler Falk in der Kleinen
Ochſengaſſe 4 einen Einbrecher bei der Arbeit. Er
ver=
ſuchte, ihn feſtzunehmen, erhielt aber von dem Einbrecher
derart ſchwere Verletzungen, daß er bewußtlos
zuſammen=
brach. Er erhielt Meſſerſtiche in den Kopf, Hände und
Arme, ſodaß er von der Rettungswache in das
Kranken=
haus gebracht werden mußte. Dem Einbrecher gelang es,
zu entkommen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4 März. In ſämtlichen
Kartonage=
fabriken iſt heute Morgen die Arbeit nicht
auf=
genommen worden. Die Induſtrie iſt vollſtändig
lahmgelegt.
* Straßburg, 3. März. In der Reichstagsſitzung vom
29. Februar d. J. hat, den Zeitungsberichten zufolge, der
Abgeordnete Dr. Will=Hönheim in Bezug auf den
Gnadenfonds des Kaiſers geäußert, dieſer Fonds
ſolle „jahrelang zu Zuſchüſſen für das Kaiſer Wilhelm=
Denkmal in Straßburg verwendet worden ſein.‟
Dem=
gegenüber erklärt der Vorſitzende des damaligen Komttees
zur Errichtung eines Denkmals für weil. Kaiſer Wilhelm I.
zu Straßburg, Geheimer Juſtizrat E. von Bomhard hier,
in einer Zuſchrift an die hieſigen Blätter, daß „keinerlei
Zuſchüſſe aus irgendwelchen öffentlichen Mitteln,
insbe=
ſondere auch nicht aus einem Gnadenfonds des Kaiſers
(oder dem Dispoſitionsfonds des Herrn Statthalters in
Elſaß=Lothringen) zu der Denkmalerrichtung verwendet
wurden. Das für die Errichtung des Denkmals beſtehende
Komitee hatte es ſich zum Grundſatz gemacht, daß das
Denk=
mal ausſchließlich aus den von ihm zu ſammelnden
frei=
willigen Geldſpenden des deutſchen Volkes erſtehen ſolle,
und hat dieſen Grundſatz getreulich durchgeführt.”
* Luxemburg, 4. März. Prinz Auguſt Wilhelm
von Preußen iſt heute morgen hier eingetroffen, um
als Vertreter des Kaiſers an den Beiſetzungsfeierlichkeiten
teilzunehmen und iſt vom Großherzog von Baden, dem
deutſchen Geſandten Grafen v. Schwerin und dem
Komman=
danten, Major van Dyck empfangen worden. Das
Pub=
kikum begrüßte ihn lebhaft. — Der König der Beigier triſt
heute Mittag hier ein.
* Brüſſel, 3. März. Der König von Belgien iſt
heute Vormittag von der Riviera nach Brüſſel
zurück=
gekehrt und hat ſich auf dem direkten Wege nach Luremburg
begeben, um den Beiſetzungsfeierlichkeiten des Großherzogs
beizuwohnen.
— Danzig, 4 März. Auf der Schichauwerft ſind
krotz des von den Organiſationen proklamierten
allge=
meinen Streiks von 2500 Arbeitern nur 1000 in den
Streik getreten. 1500 Mann arbeiten weiter
— Innsbruck, 4. März. In den Alpen ſind bei Seis
drei Skifahrer verſchwunden. Eine
Rettungs=
expedition iſt ausgeſandt worden.
Ich habe
vom Januar d. J. bis jetzt Scotts Emulſion
regel=
mäßig genommen und dadurch eine entſchiedene Hebung
und Stärkung meines Allgemeinbefindens erzielt.
Be=
ſonders hat ſich der Appetit bedeutend gebeſſert, das
Eſſen ſchmeckt mir wieder, und infolgedeſſen kann ich
eine ſtändige Gewichtszunahme feſtſtellen (innerhalb
ſechs Wochen reichlich ſechs Pfund). Auch mit meinem
Ausſehen und mit meiner Verdauung bin ich ſehr
zu=
frieden und kann im ganzen wirklich nicht anders ſagen,
als daß ich mich jetzt viel kräftiger fühle. Ich glaube,
daß jedem abgeſpannten und überarbeiteten Menſchen,
wie man ſie gegen Ende des Winters ſo viel antrifft,
ein paar Flaſchen
Scotts Emulſion,
regelmäßig genommen, von größtem Nutzen ſein würden.
(Gez.) Alfred Sommerlatte, Leipzig, Kaiſer=Wilhelmſtr. 8,
24. April 1916.
Es iſt klar, daß Scotts Emulſion, welche, regelmäßig
genommen, die Eßluſt ſehr anregt, auch das Körpergewicht
be=
einſlußt. Ständige Gewichtszunahmen gehen mit dem
Ein=
nehmen von Scotts Emulſion Hand in Hand, und es iſt dies
gewiß ein vorzüglicher Beweis, welch vortreffliches Kräftigungs=
und Stärkungsmittel Scot ts Emulſion darſtellt.
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nut in verſtegellen
Priginalſlaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
Dorſch: Seoit e Downe. 6.m. d. H. Frankfürt a. Mr.8
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Elyzerin
500, unterphosphorigſaurer Kalk 4 3, unterphosphorigſaures Ralron 2o,
pulb. Tragant 3.6, feinſter arab. Gummi pulb. 2.0, Waſſer 125,0, Alkohol
11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriab!
je2 Tropſen.
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
Verlobte—
zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet. (130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein:
Ains den beichitsichen.
Wo kleine Kinder ſind, ſollte in jedem Haushalt
ſtets ein Paket des bekannten ſelbſttätigen Waſchmittels
Perfilt vorätig ſein. Wenn auch anzunehmen iſt,
daß die Vorzüge dieſes Produktes, hinſichtlich ſeiner
außerordentlich hervorragenden Waſchwirkung, den
meiſten Hausfrauen bekannt ſein dürfte, ſo ſei hiermit
noch beſonders darauf hingewieſen, daß gerade zum
Waſchen von Kinderwäſche es nichts Beſſeres gibt, als
Perſil” Abgeſehen von der Schnelligkeit und
Gründ=
lichkeit mit der Perſil die Wäſche reinigt und blendend
weiß macht, beſeitigt es auch die der Kinder= und
be=
ſonders der Säuglingswäſche meiſt anhaftenden ſcharfen
Gerüche und läßt die Wäſche nicht gelb werden. Dazu
kommt, daß nach wiſſenſchaftlichen Feſtſtellungen Perſil
beim Waſchen eine ſtark desinfizierende Wirkung
ent=
faltet, wodurch dasſelbe ein Vorbeugemittel gegen
Ueber=
tragung von anſteckenden Krankheiten wird.
Eine in der jetzigen teuren Zeit doppelt erfreuliche
Tatſache iſt es, daß die ſparſame Hausfrau zu dem
ge=
ringen Preiſe von 10 Pfg. 2—3 Teller kräftige
wohl=
ſchmeckende Suppe auf den Tiſch bringen kann, wenn ſie
=Maggis Suppenwürfel” verwendet. Viele
Sorten, wie Reis, Erbs, Grünkern, Sternchen, Kartoffel,
Rumford uſw., bieten angenehme Abwechslung. Maggis
Suppen (Schutzmarke Kreuzſtern.)
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—4 Uhr,
Sonntags von 10—4 Uhr.
Familiennachrichten.
Aol Darmſtadt, den 3. März 1912.
Die glückliche Geburt eines kräftigen
Stammhalters
zeigen hocherfreut an
Philipp Spieß jr. u. Frau
Frieda, geb. Haas.
V5362)
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß
unſere liebe gute Muter, Schwiegermuter,
Großmutter, Schwägerin und Tante (5326
FrauElise Haus Wwe.
geb. Baltzer
geſtern abend an den Folgen eines
Schlag=
anfalles im 60. Lebensjahre ſanft dem Herrn
entſchlafen iſt.
Pfungſtadt, Darmſtadt, Frankfurt a. M.,
Worms, Heddernheim und Münſter,
den 4. März 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Haus,
Inhaber des Hotel Strauß in Pfungſtadt.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
6. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der
Leichen=
halle des Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem Ableben unſeres lieben Vaters,
Groß=
vaters und Schwiegervaters
(5357
Herrn
Ernst Zachmann
ſagen hiermit tiefgefühlten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Adolf Zachmann.
Darmſtadt, 3. März 1912.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß meine liebe Gattin,
unſere herzensgute Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter
(B5329
Frau Elisabeth Heyer
geb. Geiger
nach langem, geduldig ertragenem Leiden heute
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Heyer.
Darmſtadt, den 3. März 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. März,
nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des
Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Allen Verwandten und teilnehmenden
Be=
kannten die traurige Mitteilung, daß unſere
liebe Gattin Mutter, Pflegemutter, Tochter,
Schweſter, Schwägerin und Tante (B5334
Frau Marie Kumof
geb. Heß
am Sonntag, den 3. März, abends ½8 Uhr,
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld
ge=
tragenem Leiden, im kaum vollendeten 39.
Ze=
bensjahre verſchieden iſt.
Die trauernd Hinterbliebenen:
Jakob Kumpf und Töchterchen,
Michael Rüthlein,
Helene Heſt Wwve.,
Familie Peter Heß,
Marie Heß und Kinder.
Darmſtadt, den 4. März 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. März,
nachmittags 2 Uhr, vom Beſſunger Friedhof
aus, ſtatt.
Kirchliche Nachrichten.
Stadtkirche. Mittwoch, 6. März, abends 8 Uhr:
Ltturgiſche Paſſionsfeier. Pfarrer Beringer. Kollekte.
Johanneskirche. Mittwoch, 6. März, abends
8 Uhr: III. Paſſionsandacht. Pfarrer Dingeldey.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß der nordweſtlichen Depreſſion
fielen in Weſteurpa verbreitete leichte Regen, währendi
der Oſten trocken blieb. Die Temperaturen bewegen ſich
in Deutſchland zwiſchen 50 und 80. In Rußland und
Skandinavien herrſcht noch ſtrichweiſe geringer Froſt.
Lugano meldet 61 mm Niederſchlag. Der nach Nordoſten
abziehenden Depreſſion folgen neue, ſo daß wir mit
keiner Aenderung des herrſchenden Wetters zu rechnen
haben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 5. März:
Trüb, vielfach Regen, mild; Südweſtwinde.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Der
Kuhreigen”.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Alt um 8¼ Uhr im
Hör=
ſaal 330 der Techniſchen Hochſchule (Goethebund).
Vortrag von Chefredakteur Dr. Jäckh um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal‟ (Volksbildungsverein).
Vorſtellung des Hofzauberkünſtlers Bellachini um
8½ Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.—
Reſtaurant „Metropol” um ½ 8 Uhr.
Fachausſtellung für das Maler= ꝛc. Gewerbe
Neckar=
ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Zum
Thronwechſel in Luxemburg; zum Bombardement der
Hafenſtadt Beirut; von der Eröffnung des neuen
bay=
riſchen Landtags; der Durchſchlag des Jungfrautunnels.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 6. März.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 und 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Mobiltar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Brennholz=Verſteigerung um ½9 Uhr in der
Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Nutz= und Brennolz=Verſteigerung um 9½ Uhr
im Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft am
Beckerweg am Eingang des Waldes).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereia
Verantwortlich für den pvoltiſchen Teil, für Feuileton=
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
ein weren eote Wohiterchnechen, einer mnicen icheren Wreing mntet
beliebteste Mittel zu Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung
LL0-Konlekt für Erwachsene und Kinder soilte in keinem Haushalt fehlen. Von zahlreichen
Aerzten wärmstensempfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchtkonfitüren M. 1.—
Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN
(VI4264)
SAU0
NEr
D2
gelangen ohne Rücksicht auf früheren Preis ab heute, solange Vorrat reicht
Doegen Aufgabe unserer Abteilung „Luxus” in Serien wie folgt zum Verkauf:
Serie 1
Serie II
Serie III
Serie IV
Serie V
Preis ℳ 1.00 ℳ 1.50 ℳ 2.00 ℳ 2.50 ℳ 3.00 per Cassebte.
Niemand versäume in seinem eigensten Interesse diese nie wiederkehrende günstige Gelegenheit. (5352
Hof-
lieferant
Fientich Ebert
Gesellschaft
mit beschr.
: Haftung :
Darmstadt
Ernst-
Lud-
wigstr. 9.
Der extra billige
Cchanwarcn Verkauf
dauert so lange bis der Umbau beendet ist.
Als besonders billig empfehle ich:
Echte Chepreanz-Damen-Schnürstiefel 85 4.50
Echte Chepreauz-Damen-Knopfstiefel 33 4.50
Suchr Stellung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näh. bei Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1. (4298t
mit
Elegante Damen-Schnürstiefelrackkappen 4.90
mit
Mlegante Damen-Halbschuhe Lackkappen 4.75
Damen-Leder-Spangenschuhe 36-42 . 2.75
Damen-Leder-Hausschuhe 36—40 . . 1.65
Moderne Boxleder-Herren-Schnürstiefel 6.50
mit
Elegante Herren-Schnürstiefelkackkappen 7.50
Bozleder-Knaben-Schnürstiefel 36-30 5.50
Moderne Boxleder-Kinder-Schnürstiefel
25—26 3.50 27—30 4.00 31—35 4.50
Wichsleder-Kinder-Knopfstiefel
25—26 2.75 27—30 3.00 31—35 3.50
Günstigste Gelegenheit zum Einkauf von
Konfirmanden-Stiefel
Zurückgesetzte Schuhwaren
bedeutend unter Preis.
(5348
Schuhwarenhaus
Spier
e e e
zur Konfirmation u. Komm
uſw., unter Gewähr für
Bedienung. Wwe. Klara Sch
Kahlertſtraße 28. (*3
Junges Mädchen
Beſchäftigung Hügelſtr.
hſter e iche
Steinſtr. 6, 2. St., Htb.
ſtelle Langegaſſe 21.
Haushälterin
e Pefſerteilt,
Suchende iſt per
mit allen vork.
vertraut. Offert
Geh. unter O. 1
ds. Blattes.
erier i
Hausarb. vollſt.
e
ſtraße 54, Hinterhaus.
Männiten
Bautechniker,
Schriftliche Arbeiten jegl. Art
Off. unt. O 63 an die Exped. (*5510
1 Louisenplatz 1
2
Weiblich
Tüchtige Verkäuferin
längere Zeit auswärts, ſucht,
ge=
ſtätzt auf prima Zeugniſſe, hier
wieder Engagement, Weißwaren=,
Trikotagenbranche bevorzugt. Gefl.
Offert. u. O. 52 a. d. Expedition
ds. Blattes erbeten.
(*5486
Staatl. geprüfte Schneiderin,
Garantie für guten Sit, nimmt
noch Kund. an auß. d. H. Näh. bei
E. Friebis, Eliſabethenſtr. 39. *5395
empfiehlt
Geübte Büglerin ſich
Heinrichſtr. 68 (Gartenhaus). (*5383
Schneiderin empfiehlt ſich im
Anfertigen von Tamen= u.
Kinder=
garderobe Emilſtr. 27, 1. St. (*5041fi
1 Lonisenplatz 1.
gunge Frau ſucht Filiale zu
übernehmen, gleich welcher
Branche. Kaution kann geſtellt
werden. Offerten unter 21 2 an
die Expedition ds. Bl. (4703a
Jg. Frau ſucht k imarbeit. Off.
unt. O 55 an die Exv. (*5472im
Jg. Frauſ morg. 2—3 Std. Laufſt.
Schulzengaſſe 1, 1. St. I. (*5326oi
Perf. Reſt.=Köchin, la Zeuaniſſe
ſ. a. ſof. Stellg. Karolina Beck,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtraße 22, II. (*5425
Für 14 jähr. Mädchen leichte
Stelle geſ. Weuckſtr. 7, p. (*5441
Empfehle mich i. Waſch. Schmidt,
Dieburgerſtr. 36, II. (*5471
Junge Frau ſucht Laufdienſt
Ballonplatz 5, Hinterhs. (*5465
Nachlundiger Gärmner ſucht Gar=
an e Aunſ. Pfere
hitit. Pfte
an die Ervedition.
Offert. u. O. 36 Exved.
Schloßgaſſe 15, I.
Oetenet
Weiblich
Tüchtige, ſelbſtändige
nahme einer Filiale eine Spezlal=
e
branchekundige, gut empfohlene
Verkäuferin
ferner 2 junge Mädchen aus
acht=
baren Fam. als Lernende geſucht.
Offerten unter O 62 an die
Ex=
pedition ds. Bl. erbeten. (*5509
Kontoristin oder
Kontorist
für Verſich.=Bureau in der Nähe
Darmſtadt geſucht. Offerten mit
Ang. d. Ausbildung, Zeugn. u. Ge=
haltsanſpr. u. O. 56 Exp. (*5501is in Handarbeiten gel
Mädchen, übt, finden dauernde
Beſchäftigung Liebigſtr. 25, Filet=
warenfabrik.
(4867mfi ſucht (*5518
Papierarbeiterln C. W. Leske. uTücht. Gartenarbeiterin
geſucht pro Tag 2 Mk. (5354im
n Gemüſegärtnerei Karl Walter,
Alter Arheilgerweg.
t. Tüchtige Büglerinnen ſücht
Hoffärberei Mack
4
Schulſtraße 13. (*5483imd Geſucht per ſofort
it
tüchtige Zuarbeiterinnen
für Röcke und Taillen (*5495g
Eichbergſtraße 25. Dehrmädchen
aus guter Familie wird geſucht
J. Ph. Leuthner
Hoflieferant. (4842a
rfekt in Küche und Meldungen Ernſt=Ludwigsplatz 2,
2. Stock rechts, erbeten.
§ Junges Mädchen kann das
d.Kleidermachen gründl. erlernen.
dKonfektion Mühlſtr. 40, I (5048a nLehrmädchen 6
5 gegen ſof. Verzütung ſucht
tV. Schmidt, Maſchinen=Strickerei,
e*5155s0) Wienersſtr. 61 Ein fleißiges, williges
Lehrmädchen
für ſofort geſucht. Sof. Vergütung.
Räumers Schreihmasch.-Bureau
Inh.: Mch. Geil
n
Alexanderſtr. 9, I. (*5432im gegen ſofortige
Lehrmädchen Vergütung zur
werden bill. u. ſachkund. angef. Erlernung von Militäreffekten geſ.
L. Schmidt-Rauch
Wilhelminenſtr. 10. (*5455 Eine alleinſtehende ältere Perſon
über 50 Jahre alt, zur Führung
2eines kleinen Haushalts ſofort
geſucht. Zu erfragen Lichtenberg=
8ſtraße 68 im Laden. (5173soi 4
Beſſeres Alleinmädchen
udas kochen kann, wegen Erkran=
lekung des bisherigen, in Haushalt
d. von 2 Leuten zum 1. April geſucht.
nNäheres zu erfragen bei Profeſſor
36Schrader, Mathildenſtr. 11, part.,
tvon 5—7 u. von 8—9 Uhr. (*5345oi zum 1. o. 10. April,
Geſucht wegen Heirat des
bisherigen
Mädchens, eine Köchin
mit gut. Zeugn., die a. Hausarbeit
übernimmt Annaſtraße 20. (B5027 Alleinmädchen geſucht, etwas
Kochen u. Bügeln verlangt Saal=
bauſtr. 69, 2. St.
(*5048fsi von 8 bis 10 Uhr
(*5449
eWilhelminenſtr. 21, Uhrengeſchäft. zuverläſſiges, zum
t.Laufmädcher
April geſucht
11*5392imd) Ob. Liebfrauenſtr. 42, II.
Ein ilt. Kindermadchen eventl.
Kinderfrau zu 3 Kind. (Mädchen)
p. 1. April ev. früh. bei hoh. Lohn
geſ. Bismarckſtr. 66, part. (*5445
Stütze
älteres, gebild., im Vorleſen
ge=
wandtes, einfaches Mädchen, das
kochen, nähen u. alle Hausarbeit
verſteht, auf 1. April zu Dame u.
Herrn geſucht. 2 Mädchen vorhand.
Off. mit Ang. d. bish. Stelle, von
Alter und Anſpr. unter O 24 an
die Expedition ds. Bl. (*5384
Geſucht zum 1. April eine Stütze,
die ſelbſtändig kocht, gewandt im
Nähen und erfahren in allen
Zweigen des Haushaltes. Offert.
u. O. 29 an die Exped. (*5418im
Geſucht für 1. April, ev. früer,
ein ſehr ſauberes, zuverl. Mädchen.
Nur ſolche mit guten Zeugniſſen
mögen ſich vorſtellen bei Leſchhorn,
Martinſtraße 31, 1. Stock, von
10—3 Uhr.
(*5410im
Köchinnen, feine Haus= und
Alleinmädchen finden ſehr gute
Stellen. Emma Frank,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Karlſtraße 31.
(*5425
Für Küche und Haushalt ein
erfahrenes, nicht zu jung.
Mädchen=
bei hoh. Lohn p. 1. April evtl. früh.
geſucht Bismarckſtr. 66, p. (*5444
Zuv. Lauffrau oder Mädchen
geſ. Wienersſtr. 30, 1. St. (*5427
für
Eine Frau Laufdienſt
ſofort geſucht. Näh Exped (*5488
Mädchen jeder Art ſucht ſtets
Jchannette Weissmantel,
gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin,
Kaſinoſtr. 17. (*5457
Tüchtige Waſchfrau
geſ. Darmſtädter Dampfwäſcherei
„Edelweiß”, Lauteſchlägerſtr. 28.
Reinl., unabh. Lauffrau von
morgens bis nachmitt. geſucht.
Wo? ſagt die Exped. (*5380imd
Tüchtiges Servierfräul, ſofort
geſucht Reſtauration z. fr. Quelle,
Gr. Kaplaneigaſſe 2. (*5528
Köchinnen, Alleinmädchen,
Haus= u. Zimmermädchen, ſow.
Dienſtboten aufs Land, erhalten
koſtenlos gute Stellen, nachgewieſ.
für ſofort od. aufs Ziel
Arbeits=
nachweis Darmstadt,
Wald=
ſtraße 6, Zimmer 6. — Tele=
(5345a
phon 371.
Braves Dienſtmädchen
tags=
über per ſofort geſucht Lieb=
(*5519
frauenſtr. 90, 1. St. r.
Suche per ſofort, geg. gut. Lohn
in bürgerl. Haush., fleiß. ehrlich.
Mädch. Viktoriaſtr. 44, pt. (*5493imd
Fräulein, weiches gute
Zeug=
niſſe beſitzt, zu 4=jährigem Jungen
nach Offenbach geſucht. Näheres
Ernſt=Ludwigſtr. 18, I. (*5484
Eine tüchtige Lauffrau geſucht
Viktoriaſtraße 27, part. (5282
Kräftiges, ſolides W
Küchen=
mädchen baldigſt geſucht (5343im
Britannia-Hotel.
Herrſchaftsköch. n. ausw. u. mehr.
Alleinmädch., d. koch. k., geſ. Karolina
Beck, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (*55
in kleinen
Junges Mädchen Haushalt
für Hausarbeit geſucht Nieder=
Ramſtädterſtr. 5½, 3. St. (*5500im
Suche Kinder= u. Hausmädch.,
Köchin u. Alleinmädch. (*5452
Frau Sidonie Frank, Schulſtr. 9,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Köchin, welche Hausarbeit. verr.,
p. 1. April geſ. Näh. Exod. (*5467
Laufmädchen vormitags gel=
Palm, Viktoriaſtr. 58, 1. St. (*5489
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. März 1912.
Seite 9.
Aufruf
Die ſichere und glückliche Zukunft unſeres Vaterlandes beruht auf einer kräftig geſund an Leib und Seele und wehrhaft heranwachſenden Jugend! Und gerade
der Jugend drohen in unſerer Zeit in leiblicher, ſittlicher und vaterländiſcher Beziehung die größten Gefahren! Deshalb ſind in allen deutſchen Gauen von jeher
treudeutſche Männer und Frauen, ſowie vaterländiſche Vereinigungen am Werke, unſerer ſchulentlaſſenen Jugend ein frohes Gedeihen zu körperlicher Kraft und ſittlicher
Tüchtigkeit zu erleichtern. Von dieſer verdienſtlichen Arbeit darf jetzt eine noch tiefere und umfaſſendere Wirkung erhofft werden, nachdem die daran beteiligten
Ver=
bände ſich neuerdings in einzelnen Bundesſtaaten in beſondere Organiſationen zuſammengeſchloſſen haben. Soll aber ein voller Erfolg erzielt, ſoll die geſamte
deutſche Jugend erfaßt werden, ſo bedarf es der Mitwirkung der weiteſten Volkskreiſe, vor allem auch der Väter und Mütter unſerer heranwachſenden Jugend.
Dieſe allgemeine Teilnahme beſonders für einen wichtigen Zweig der Jugendpflege gewinnen zu helfen: für die Erziehung der Jugend zu körperlicher und
ſittlicher Tüchtigkeit in Haus, Beruf und öffentlichem Leben, hat ſich
der Bund
„Jungdentſchland‟
zum Ziel geſetzt.
Von der nach Millionen zählenden deutſchen ſchulentlaſſenen Jugend treibt jetzt noch nicht viel mehr als ein Viertel regelmäßig irgendeine Art körperlicher
Uebung. Nahezu drei Viertel gilt es noch dazu heranzuziehen.
Deutſche Väter und Mütter! Wir brauchen ein ſtarkes Geſchlecht für die Zukunft unſeres Volkes! Nur eine wehrhafte Jugend ſichert
den Staaten und Nationen eine glückliche Zukunft. Das lehrt die Geſchichte aller Zeiten bis in die jüngſte Stunde.
Darum ſendet eure Kinder in die Vereine, die die körperliche und ſittliche Erziehung im vaterländiſchen Geiſte als ernſtes Ziel vor
Augen haben, und wo es an ſolchen Vereinigungen fehlt, helft nene gründen als Glieder des Bundes „Jungdeutſchland” und hütet im Herzen
der Jugend die Liebe zum Deutſchtum und Vaterland.
Dieſem Aufruf des von Generalfeldmarſchall Frhr. v. d. Goltz ins Leben gerufenen Bundes Jungdeutſchland folgend wurde am 31. Januar ds. Js. in
Darmſtadt ein Heſſiſcher Landesverband Jungdeutſchland als Glied des Geſamtbundes gegründet. Zahlreiche Vereine und Einzelmitglieder ſind ihm bereits
beigetreten. Soll es ihm aber gelingen, ſeine Ziele überall im Lande zu verwirklichen, ſo bedarf er der Mithilfe der weiteſten Kreiſe.
Darum ergeht unſer Ruf an alle die, denen das Wohl der Jugend am Herzen liegt. Helfen Sie uns, treten Sie unſerem Bunde bei
zur gemeinſamen Arbeit an der Erſtarkung der heranwachſenden Jugend; denn ſie iſt die Zukunft unſeres Vaterlandes!
Im Namen des Landes=Ausſchuſſes
des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdentſchland:
Darmſtadt, im März 1912.
Frhr. v. Heyl.
Zuſchriften werden erbeten an die Geſchäftsſtelle des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdeutſchland in Darmſtadt, die weiteres Material gerne überſendet. — Die
Höhe des Mitgliedsbeitrags iſt nach den Satzungen in das Ermeſſen des Einzelnen geſtelt.
(5321
Suche zum 1. April ein erfahr.
älteres Mädchen, das gut kochen
kann und Hausarbeit macht. Wod
ſagt die Expedition. (*5468im
Modele geſucht
Beſſeres, gutgekleidet. Fräulein
als Kopf= u. Koſtümmodell, ſowie
weibl. Aktmodell. Zu melden von
10—12 und 3—5 Uhr (4937dsi
Profeſſor Adolf Beyer,
Saalbauſtr. 73, Gartengebäude.
Männlich
Iu Bäckereibetrieben
eingeführte, rührige Platzvertreter
zum Verkauf unſeres glänzend
be=
gutachteten Spezial=Malz=
Extrak=
kes geſucht. Ernſtlich arbeitenden
Herren gewährleiſtet die Vertretung
hohen Verdienſt. Gefl. Anerbie
tungen unter Beifügung von
Re=
ferenzen erbeten.
(5149f
Eustav Schoder, G. m. b. H.,
Malz=
extrakt=Fabrik in Feuerbach
bei Stuttgart.
Gegen Gehalt und hohe Prov.
wird ein zuverläſſiger Mann als
Verkäufer, dem gegen kleine
Sicherheit das Inkaſſo mit
über=
tragen werden kann, für hieſigen
Platz geſucht. Offert. unt. O 68
beförd. die Exped. d. Bl. (65364a
Bezirksvertreter
für Verſandgeſchäft geſucht, hoher
Verdienſt, Branchekenntniſſe nicht
nötig. Einige Mille Kapital
ſutze=
ſive erforderlich, vornehmer Artikel.
Offerten unter M. A. 3128 bef.
Rudolf Mosse, Leipzig. (529401
Adressen-Schreiber
per ſofort geſucht. Off. m. Ang.
des Preiſes unter O. 51 an
die Expedition.
(5322
perſofort
Schmieagehilte geſucht
5360a) Magdalenenſtraße 11
unter O. 58 an die Exped. (*5502
Leben — Unfall
Baſtpflicht
Mit Sitz in Darmſtadt hat bedeutende, gut eingeführte
Geſellſchaft ihre
Heneral-Agentur
für Darmſtadt und Bezirk zu vergeben. Größ. Inkaſſo vorhanden.
Die Poſition iſt mit feſten, auskömmlichen Bezügen u. Proviſionen
ausgeſtattet, es kann daher nur auf eine bewährte, ſolbente
Per=
ſönlichkeit reflektiert werden. Ausführl. Of. erbeten unter M1 2082
an Haasenstein & Vogler, A.-G., Frankfurt a. M. (5310ff
(
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
Enſelder eh. reregenmt.
Mann
für Vertrauensposten
geſ. Beizufriedenſtellend. Leiſt.
dauernde Stell. Kaut. m. vorh.
ſein. Off. u. O 25 a. d. Exp. (5344
Schön iſt es
Chauffeur zu ſein!
Jedermann wird in kurzer Zeit
ausgebildet. (*4793mfi
Koſtenloſer Stellennachweis
Grafenſtr.
Eenterctete
22
Schäfer, kreisamtl. z. Ausb. zugel.
Tüchtige
Herdſchloſſer
tigung te, ſucht, ſende ſof. Abreſſe gutem Verdenſt geſucht. (61absol
Herdfabrik H. Koloseus
Aschaffenburg.
Tüchtige
Wellen-aGroßdreher
ſowie Horizontalbohrer u. Fräſer
finden dauernde Beſchäftigung bei
de: Allgemeinen Elektrizitäts=
Geſellſchaft, Fabrik Frankfurt
a. M., Höchſterſtr. 45—61. (5139a
Spengler und Inſtallateur
geſucht Heinrich Schroth,
Auerbach (Heſſen).
(*5511
Zeitungs=Junge geſucht
*5386)
Schloss-Café.
Tüchtiger (5107si
Maſchinenarbeiter
für Hobelmaſchine u.
Band=
ſäge zum ſof. Eintritt geſ.
JosephTrier, Hofmöbelfabrik,
Pallaswieſenſtr. 90.
Tüchtigen led. Fuhrmann
geſucht. Näh. in der Exp. (*510
Siugerer Zlaegtrgerbtier
geſucht Näh. Rheinſtraße 25.
Maaa=nakontor (53717m
M
Näh. Wendeſtadtſtr. 3, I. (*3490
mit guten
Fahrbursche
Zeugniſſen
für dauernd geſucht
(*5463im
Martin Jahn. Pallaswieſenſtr. 30.
Lehrling
für meine Buch=, Kunſt= u.
Muſi=
kalienhandlung zur gründlichen
Ausbildung geſucht (5303imdf
Hch. Kraft, Michelstadt, Hessen.
Junger kriſt. Zausbuſche
ſof. geſ. Näheres Exped. (5365
Für einen gesitteten jung.‟
F Mann mit guter
Schul-
bildung (Gymuasial oder
Real) bietet sich bei uns
Gelegenheit zur Erlernung
des
Buchhandels.
Lehrzeit drei Jahre unter
persönlich. fachmännisch.
Leitung, darauf gute
Gehll=
fenstelle in ersten Häusern.
Da es zurzeit an gutem
Nachwuchs mangelt, bietet
unser angeschener Beruf
für strebsame junge Leute
gute Aussichten für die
Zukunft.
Der Eintritt kann sofort
oder Ostern erfolgen.
Per-
sönliche Vorstellung er-
(4293f
beten.
Müller & Rühle
:: Hofbuchhandlung::
5 Elisabethenstrasse 5.
Pillig zu verkaufen:
Kleider=
ſchräuke, große u. kleine Tiſche,
Ausziehtiſch, Rohrfeſſel,
Bücher=
regale, maſſiv eichener
Herren=
zimmertiſch uſw. Näh.
Rieger=
platz 8, Schreinerwerkſtatt. (*5506
Kurſe vom 4. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach,
In Proz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½, Deutſche Reicheanl. . 9070
81,70
8
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
9070
3½ do. Conſols .
81,80
3 do. bo.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,20
do.
3½
83,60
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 101.00
89,70
do.
31
79,60
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
89,20
bo.
3½
78,90
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,70
4 Württemberger v. 1907 100, 10
95,00
(3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,50
30 Ktaliener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente 93,20
do. Goldrente . . . 96,75
do. einheitl. Rente.
3 Portug, unif. Serie I 65,20
3 do. unif. Ser. III 67,90
3 do. Spezial . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,45
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 92,00
91,20
4 Ruſſen v. 1880 .
4 do. v. 1902 . . . . 91,2)
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 83,75
4 Türk. uniſitz. v. 1903 91,60
4 Ungar. Goldrente . . . 92,25
4 do. Staatsrente . . . 90,30
In Proz.
Zf.
5 Argentinter .
.101,20
88,75
dv.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,70
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,80
do.
95,40
4½
4½ Japaner . . . . . . . 95,70
5 Innere Mexikaner . . . 95,80
do.
3
60,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,10
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,85
3 Buenos Aires Provinz 72½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
jfahrt . . . . . . . 139,00
3 Nordd. Lloyd . . . . . 104,50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,79
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,50
8 Baltimore und Ohio . 101,75
6 Schantungbahn . . . 132,50
6½ Luxemb. Prince Henri 153,00
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18½
6 Pennſylvania R. R. . 119,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 71,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 489,75
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . . 253,00
27 Farbwerfe Höchſt . . 536,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,00
8 Cement Heidelberg . . 158,00
32 Chem. Werke Albert 443,50
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 289,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 127,50
Ze
InProt.
Btölb.
7 Schuchert, Nürnberg . 152,50
12 Siemens & Halske . 233,25
13 Bergmann Electr. . . 173,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 177,25
25 Gummi Peter . . . . 141,90
0 Kunſtſeide Frankfurt 126,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 463,50
12 Maſchinenf. Badenia —
16 Wittener Stahlröhren 233,00
8 Steana Romana Petr. 134,00
15 Zellſtoff Walbhof . . 241,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 208,00
10 Neue Boden=A.A.=Geſ. 133,80
3 Südd. Immobilien . 71,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 180,40
12 Bochumer Vergb. und
Gußſt. . . . . . . 218,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Pergb. ..
. 177,50
10 Gelſenkirchener . . . . 194,00
7 Harpener . . . . . . . 187,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 246,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Carv. . . . . . . . 84,40
4 Laurahütte . . . . . . 174,50
10 Kaliwerke Aſchersleben —
10 „ Weſteregeln 192,00
5 South Weſt Africa . 153,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,60
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,80
4 Franz=Jofefs=Bahn . . —
3 Prag=Durer . . . . . . 75,90
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,70
4 Heſter. Staatsbahn . 95,30
do.
3
79,90
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99.70
Gee u
(in
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,40
55,00
do.
23/10
77,75
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolſbahn 96,00
88,40
4 Ruſſ. Südweſt. . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
do.
4 Wladichawchas . . . . 101,50
4 Rläſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 78,60 S. 12, 13, 16
do.
2½, Livorneſer . . . 1 71,10
3 Salonique=Monaſtir . 66,00
4 Bagdadbahn:
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,10
4 Miſſouri=Paeiſie . . . . 74,00
4 Northern=Paeiſie . . . 101,25
4 Southern=Pacific . . . 95,30
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,30
5 Tehuantepe . . . . . . 97,80
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,00
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 170,60
6½ Darmſtädter Bank . 124,50
12½ Deutſche Bank . . . 259,00
6 Deutſche Vereinsbank 124,50
5½ Deutſche Eſſkt=und
W.=Bank . . . . . 118,20
10 Diskonto=Kommandit 186,60 4 Karlsruhe
8½ Dresdener Bank 155,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 211,50
6½ Mitteld. Kreditbank 121,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,00
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.45 Reichsbank . . . . . 13850
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 130,75 3½ Nauheim
7½ Wiener Bankverein . 138,75
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16. u. 17 . .. 99,20
Pfandbrieſt. Süm=
3½, Frankſ. Hypoth.=BDank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 100,00
3½
do.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 101,10
do.
3½
90,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 100,60
92,001 S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. .
.. 100,85
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 84,10 S. 1 u. 2, 6—8
90,30
S. 3—5 .
90,10
S. 9—11
90,20
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 99,00
3½ do. (unk. 1914) . . 89,30
4. Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,90
do.
3½
90,60
Städte=
Obligationen.
Darmſtabt
do.
3½
4 Frankfurt.
.100,50
do.
96,10
4 Gießen .
3½, do.
Heidelberg
99,90
A do.
89,30
99,50
do.
90,60
4 Magdeburg
do.
3½
4 Mainz .
98,50
3½ do.
4 Mannheim
do.
90,10
4 München .
1 Nürnberg.
9980
do.
4 Offenbach.
(nsen.
3f.
3½ Offenbach
4 Wiesbaden .
. 100,00
5½, do.
90,20
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,40
3 Mabrider . . F6. 100 7800
4 Meininger Pr.=
Pfand=
brieſe . . . . . . . 136,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 18000
3 Oldenburger . . . . . . 125,80
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7 34,50
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
Freiburger .
Fs.15
Fs. 45
Mailänder .
do. „. . 58. 10 31,70
Meininger . .
ſl. 7 34,50
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 533,00
do, v. 1858fl.100 454,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30—
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigus .
20 Franis=Stücke
. 16,27
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,20
90,10 Holländiſche Noten. . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
99,70 Ruſſiſche Noten . . . . 216,00
90,00Schweizer Noten . . . . . 80,90
90.70 Reichsbank=Diskonto . .
Reichsbank=Lombard 3sf. 6
Blusenstoffe
elegante, aparte Neuheiten mit breiten Punkt-
. . . . Meter
und Streifenbordüren .
Costumstoffe
enorm preiswerte Angebote in
Blusen-u. Costumstoffe
110X130 cm breit, hochaparte Neuheiten
solides Tragen, in engl. Geschmack, sowie
uni Ware . . . . . . . . . Meter von
an
(5324
Oeie
egen Umzug
werden grosse Posten in
(5136a
Tapeten, Linoleum, Wachstuch etc.
zu äusserst billigen Preisen verkauft.
Den Herrn Bauunternehmern und Hausbesitzern ist dadurch selten
günstige Gelegenheit geboten, vorteilhaft einzukaufen.
pakwsrapr Heinr. Luckhardt
Rheinstrasse 41.
Tapeten-Linoleum.
Herserts zam-Aussuchen
zurückgesetzte, billigst in allen Taillenweiten
4837a)
E. Maurer Nachf.,
Wilhelminen-
strasse 7.
Sind Ihre
Geschäfts-
bücher in Ordnung?
Wenn nicht, dann wenden Sie sich
an
Hans Mohwinkel, Bücherrevisor
Darmstadt, Wilhelminenstr. 17.
Fernsprecher 1568.
Ankauf
53
2es
von nur beſſ. getr. Herren= und
Damenkl. u. dgl. bei reeller
Be=
zahlung. Jetzt Donnerstag hier.
Schriftliche Off. unt. H 100 an
die Expedition ds. Bl. (5011fsi
Billigste Bezugsquelle für
Matratzen,
Polster-
möbel u. Dekorationen
nur
eigene Anfertigung.
Patent-Matratzen von 12.75 Mk. an
Schonerdecken
Steppdecken
H. Bender
Mühlstraße 13.
mit den
echten
BRAUNSEenen
FnBEn
Hausg
Mifionentsel bewährt.
zu haben in
Drogenhandlungen
u. Apotheken.
Man achte auf
nebenstehend
abgebildete
Schleilenmarke
und fordere ausdrücklich:
— Brauns’sche Farben. —
oe
(4993a
Unerreicht in Qualität und Preis!
Preislagen: Mk. 85.-, 115.-, 125.-, 135.-, 145.-−.
August Engel
Schuchardstr. 8. Darmstadt Telephon 1128.
Tack-
Kisten
zu kaufen gesucht
Ludwig Alter
Abteilung Möbeltransport
Elisabethenstr. 34. (5290
Kut erh. Oefen, gr. Bügeltiſch,
Mange, Waſchzüb.,
Blumen=
bänke, eiſenbeſchl. Kiſten,
Hunde=
hütte, alt. Eiſen ꝛc. zu verkaufen
*5387im) Heinrichſtraße 17.
Habe im Auftrag
zu verkaufen:
Eine große Partie
Johannisbeer=
ſträucher, großfrüchtig, Stück 20
bis 25 Pfg., 1 Turm, unten für
Hühner, ob. f. Tauben, 1
Garten=
iſch, 2 Gartenbänke (*5390
os. Bschirrer, Gärt., Heidelbergerſtr 95.
Neizendes Backſiſchſtraßenkleid,
R dunkelblau, faſt neu, Gr. 42-44,
f. 12 Mk., mod. ſchw. gr. Strohhüte
u. noch verſch. Kleider, Gr. 46-48
Nieder=Ramſtädterſtr. 32, II. (5319im
Aa85ra.
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Wendelstadtstr. 26
Telefon 1679.
(3839a
Schrei bmaschinen-
Arbeiten
Diktate
in separätem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schnell-sauber
diskret-billig.
Darmſtädter Druckſachen
aus dem 17. u. 18. Jahrhundert
(4202t
zu kaufen geſucht
Näh. Expedition.
getr. Kleider, Schuhe
ꝛc. zu den höchſten
Preiſ. Poſtkarte gen.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29. (4787a
Konlirmangen-Lleider
in jeder Preislage und Grösse.
4720a)
Besichtigung erbeten.
Hermann Berger,
Hoflieferant
10 Ernst-Ludwigstrasse, Ecke Marktpassage.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1957, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verfäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1912 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Anträge, die nach dem 1. April 1912 geſtellt werden, können keine
Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3. 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht,
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19. .".
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg 11) und dahinter in 5 amn hohen Ziffern die
Rummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einek
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsare des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Rummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Verufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 150 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 272 Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
da=
hingehend, daß das Fahrrad ü berwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
g in den Füln der Iiſer 2 der kehte Stenerzeitel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels gleich=,
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften,
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
en Tarifnummern 10, 35, 41 49, 50, 53, 60, 90 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der in
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriſten des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſehes zur Führung der Auficht verpflichtet iſt. Die Haſtbarkeit triſt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4719a
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf Artikel 33 des Geſetzes vom 24. März 1910 wird hiermit
zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Stempel:
1. für Verkaufs= oder Waagautomaten,
2. für automatiſche Kraftmeſſer,
3. für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen,
4. für alle in öffentlichen Wirtſchaftslokalen aufgeſtellten Klaviere oder ſonſtige
Muſikwerke,
5. für Luxuswagen und Luxusreitpferde,
deren Verſteuerung am 31. März 1912 abläuft, wenn die Abgabepflicht fortdauert,
im Monat März zu entrichten iſt.
Die Entrichtung des Stempels erfolgt an allen Wochentagen des Monats
März, vormittags von 9—12 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde im
Regierungs=
gebäude (Neckarſtraße Nr. 3, Zimmer Nr. 9) dahier.
(3283a
Darmſtadt, den 1. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Gemäß der Vorſchrift des Art. 93 bezw. des Art. 43 letzter Satz der Kreis= und
Provinzial=Ordnung vom 12. Juni 1874 bringen wir hiermit den Auszug der von
Großherzoglicher Oberrechnungskammer unverändert abgeſchloſſenen Rechnung der
Provinzialkaſſe der Provinz Starkenburg für 1909 — Ri. — zur öffentlichen Kenntnis.
Betrag
Einnahme
Rubri
*
557 158.−
1. Beiträge der Kreiſe
3. Beſondere Abgaben
4. Beiträge des Staates
zum Neubau von
114 323.55
Kreisſtraßen
548.02
6. Kapitalzinſen
8. Koſten des öffentlichen
942.03
Verfahrens
4758.58
10. Erſatzpoſten .
17. Neu aufzunehmende
Ka=
pitalien
20. Kaſſevorrat aus vorher=
68 629.44
gehenden Jahren
Summe der Einnahme . 746 359.62
Rubrik
Ausgabe
Betrag
21. Kapitalzinſen
28 290.46
1800.−
22. Beſoldungen
23. Diäten und Gebühren
2 166.15.
24. Botenlohn und
Verkündig=
ungskoſten
278.86)
25. Für Bureaubedürfniſſe und
Gerätſchaften
2799.15
26. Penſionen und Unterſtütz=
1562.50
ungen
28. Bau und Unterhaltung der
Kreisſtraßen
530 266.54
29. Uneinbringliche Ausſtände
82.90
30. Zuſchuß in andere Kaſſen . 6531.—
31. Koſten des öffentlichen
Ver=
fahrens
449.53
32. Koſten der
Naturalverpfleg=
ungsſtationen.
54 210.56.
33. Für die
Provinzialpflege=
anſtalt
78883.16
37. Auszuleihende Kapitalien .
38. Zurückzuzahlende Kapitalien 8 404.75
Summe der Ausgaben . 715 725.56
Abſchluß
746359 ℳ 62
Die Einnahme beträgt
15 725 ℳ 56
Die Ausgabe beträgt
30 634 ℳ 66 5
Verglichen beibt Reſt
und dieſer beſteht in barem Vorat.
Darmſtadt, den 29. Februar 1912.
Der Provinzial=Ausſchuß der Provinz Starkenburg.
Fey.
(5339
Bekanntmachung.
Die nachſtehenden Ausführungen der Handwerkskammer, welche für die aus
der Schule austretenden jungen Leute, die ſich in einem Handwerk ausbilden
wollen, von beſonderer Bedeutung ſind, bringen wir hiermit zur Kenntnis der
Inter=
eſſenten.
Darmſtadt, den 29. Februar 1912.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Die Handwerkskammer zu Darmſtadt teilt folgendes mit:
Die zu Oſtern bevorſtehende Schulentlaſſung ſtellt wieder eine große Anzahl
von jungen Leuten vor die wichtige Lebensfrage der Berufswahl. Dabei werden in
vielen Fällen die Lehrer als Berater in Betracht kommen und es ſcheint uns deshalb
zu deren Information eine Darlegung der Verhältniſſe im Handwerk geboten.
Von der Ergreifung eines Handwerks wird häufig Abſtand genommen in dem
Glauben, das Handwerk habe unter dem Einfluß der Induſtrie ſeine Rolle
ausge=
ſpielt, es habe keine Zukunft. Sehr mit Unrecht. Denn wenn auch im Wandel der
Zeiten mit dem Fortſchreiten der Technik einige Handwerkszweige ins Hintertreffen
geraten ſind, ſo haben ſich doch andere dem Fortſchritt anzupaſſen gewußt und ſind
mit ihm zu neuer höherer Blüte gelangt. Andererſeits leuchtet es auch ein, daß
einige Handwerkszweige ihrer Art nach eine Konkurrenz der Induſtrie überhaupt
nicht zu befürchten haben, daß in anderen die handwerksmäßige Arbeit durch die
ſchablonenhafte Erzeugniſſe der Induſtrie nicht erſetzt werden kann und das
hand=
werksmäßig hergeſtellte Stück wegen größerer Haltbarkeit und ſorgfältigerer
An=
fertigung dem Induſtrieerzeugnis vorgezogen wird. Daraus ergibt ſich, daß das
Handwerk ſtets ſeinen Platz an der Sonne im Wirtſchaftsleben haben wird und
jedem, der Veranlagung und Strebſamkeit mitbringt, zunächſt befriedigendes
Aus=
kommen, dann aber auch Ausſicht auf reichlichen Verdienſt, ja ſelbſt auf Wohlſtand
bietet. Wie die Zugehörigkeit zahlreicher Handwerker zum Reichstag, Landtag,
Ge=
meindevertretung uſw. beweiſt, genießt das Handwerk auch im ſozialen Leben
berech=
tigtes Anſehen.
Die Mannigfaltigkeit der Handwerkszweige geſtattet jedem, einen ſeinen
Neig=
ungen und ſeiner Veranlagung entſprechenden Beruf zu ergreifen. Die
Ausbildungs=
koſten ſind gering im Vergleich zu den Koſten, die die Vorbereitung auf andere vfel
weniger ausſichtsvolle Berufe verurſacht und in einigen Handwerkszweigen wird
ſogar ſchon während der Lehrzeit ein wenn auch nicht großer Lohn bezahlt. Dabei
ſeien die Eltern und Vormünder gewarnt, aus Scheu vor den Koſten der Lehrzeit,
die Kinder einem Berufe zuzuführen, der zwar bald höhere Löhne zahlt, aber keinerlei
wirklich ernſte Schulung und damit Ausſicht auf Vorwärtskommen gibt. Als
be=
ſonders ſchwer ins Gewicht fallender Vorteil bei der Wahl eines Handwerks zum
Beruf iſt noch zu erwähnen, daß die Selbſtändigmachung in der Regel auch
kapital=
armen Perſonen weſentlich leichter wird, als in anderen Berufen.
Im nachſtehenden ſoll auf die Handwerkszweige hingewieſen werden, deren
Ergreifung zufolge einer von uns angeſtellten Erhebung z. Zt. vorteilhaft iſt, einmal
weil darin noch Lehrſtellen zu beſetzen ſind, dann weil ſie nach Abſolvierung der
Lehrzeit gute Ausſichten auf gutbezahlte Geſellen= und Gehilfenſtellen bieten und
ſchließlich, weil ſie in gewiſſen Fällen auch die Selbſtändigmachung unter erleichterten
Bedingungen ermöglichen.
Zunächſt iſt darauf hinzuweiſen, daß von den Nahrungsmittelgewerben, den
Bäckern, Konditoren und Metzgern faſt überall in Heſſen Lehrlinge verlangt werden.
In den meiſten Fällen wird dem Lehrling außer Koſt und Wohnung auch eine
wöchentliche Vergütung von 1—3 Mark und mehr gewährt. Die Ausſichten auf
gut=
bezahlte Gehilfenſtellen ſind nicht ſchlecht und ſtrebſame Leute mit etwas Kapital
können ſich leicht eine Exiſtenz ſchaffen.
Auch im Bekleidungsgewerbe, bei den Schneidern und Schuhmachern, ſind freie
Lehrſtellen vorhanden. Die Ausſichten in dieſen Gewerben ſind ebenfalls gute
inſo=
fern, als tüchtige Geſellen ſehr geſucht ſind und überall, beſonders auch in den
Groß=
betrieben, gut bezahlt werden.
Im Friſeurgewerbe ſind zwar im Herrengeſchäft die Ausſichten weniger gut,
dagegen finden geſchickte junge Leute, die ſich zu Damenfriſeuren eignen, ſtets
gut=
bezahlte Gehilfenſtellen.
In den verſchiedenen Zweigen des Bauhandwerks werden ebenfalls Lehrlinge
geſucht. So beſonders im Maurer=, Zimmerer=, Dachdecker= und Glaſerhandwerk.
Insbeſondere wird im Elaſerhandwerk über Mangel an Lehrlingen und Geſellen
geklagt, obgleich dieſes Gewerbe zu den beſtbezahlten gehört. Auch im Spengler= und
Inſtallateurgewerbe finden brauchbare junge Leute gute Lehrſtellen, und es wird in
dieſem Handwerkszweige ein Wochenlohn von 2—6 Mark vergütet. Im
Schmiede=
handwerk wird ebenfalls über Lehrlingsmangel geklagt, und doch finden Schmiede
leicht dauernde, gutbezahlte Stellen in Großinduſtrie, Brauereien, Fuhrgeſchäften uſw.
Freie Lehrſtellen ſind ferner noch vorhanden bei den Uhrmachern, Küfern,
Tapezierern und Polſterern und Wagenbauern. Das Wagnerhandwerk bietet
beſon=
ders gute Ausſichten wegen des ſtetig zunehmenden Automobilkaroſſeriebaues.
Im vorſtehenden ſind einige Handwerkszweige nachgewieſen, in denen beſtimmt
Lehrſtellen frei ſind. Damit ſoll jedoch nicht geſagt ſein, daß es unmöglich ſei, in
anderen Handwerkszweigen auch unterzukommen, wenn auch vielleicht die Nachfrage
nach Lehrſtellen dort ſtärker iſt, wie etwa im Schloſſerhandwerk, durch deſſen
Er=
lernung ein junger Mann ſich wohl ſtets gute Ausſichten ſchafft, inſofern als er
ſpäter in der Induſtrie leicht eine gutbezahlte Stellung findet. Ueberhaupt kann die
Frage kaum erſchöpfend behandelt werden, denn es leuchtet ein, daß in vielen nicht
genannten, z. B. den graphiſchen Gewerben, Buchdruck, Steindruck uſw., ſowie in den
Luxusgewerben, Sattlereien und Lederwarenmachereien ſtets Nachfrage nach
Lehr=
lingen beſteht und tüchtigen, nicht einſeitig ausgebildeten, auch ſonſt etwas künſtleriſch
veranlagten jungen Leuten dauernde und gutbezahlte Stellungen winken.
Ferner gibt es eine Reihe von Gewerben, die verhältnismäßig ſeltener
auf=
treten oder auch nur in beſtimmten Gegenden betrieben werden, zu denen aber je
nach Sachlage geraten werden kann. In ſolchen Fällen dürfte es der Beratung der
Eltern durch die ortskundigen Herren Lehrer überlaſſen bleiben, ob ſich die Ergreifung
(5284
dieſer Handwerke empfiehlt.
An die Schulvorſtände des Kreiſes.
Wir erſuchen Sie, die Lehrer von vorſtehendem in Kenntnis zu ſetzen und
den=
ſelben zu empfehlen, auch die Schüler, die zur Entlaſſung kommen und ſich einem
Handwerk widmen wollen, entſprechend zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 29. Februar 1912.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund häuslicher
Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
von Militärpflichtigen oder Militärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend
ab=
gedruckten Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu tönnen, ihre
desfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im
laufen=
den Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
hierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Geſuche der rubr. Art, welche nach
dem Erſatz=Geſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn,
daß die Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit
ein=
getreten ſind.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
ꝛc.
ꝛc.
Abdruck
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den
er=
haltenen Wunden geſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die
Zurück=
ſtellung den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann;
d) Militärpflichtige, welchen der Beſitz oder die Pachtung von Grundſtücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofern ihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt;
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
f) Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
g) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
ꝛc.
ꝛc.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häus=
licher ꝛc. Verhältniſſe.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in rubr. Betreff
hin=
weiſe, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, möglichſt auf dieſelbe aufmerkſam machen.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
(3773a
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde, 1 Foxterrier, 1 Dachshund. 1 Boxer (
zu=
gelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung, der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags um
(5291
10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Vermeidung von Staubentwicklung bei Bauten.
Unter Bezugnahme auf unſere früheren Bekanntmachungen weiſen
wir wiederholt darauf hin, daß nach Maßgabe der beſtehenden
ge=
ſetzlichen Beſtimmungen (§366,8 Reichsſtrafgeſetzbuches, Artikel 112 und
292 Polizeiſtrafgeſetzes) diejenigen Beſtrafung zu gewärtigen haben,
welche es unterlaſſen, bei Bauten, namentlich beim Abbruch von
Gebäuden und bei der Ernenerung des Verputzes alle
Vor=
kehrungen zu treffen, welche geeignet ſind, Gefahren für
Vorüber=
gehende und eine beläſtigende Staubentwicklung zu verhindern.
Insbeſondere iſt dafür Sorge zu tragen, daß
1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abſchlagen und
während dieſer Arbeiten ausreichend benäßt wird, daß
2. Bauſchutt nicht auf die Erde abgeworfen, ſondern abgetragen
oder in Gefäßen abgelaſſen und hierbei — ebenſo wie beim
Auf=
laden auf Wagen und Abfahren — ausreichend benäßt wird, daß
3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwicklung nicht
ganz zu vermeiden iſt, nur in den frühen Morgenſtunden
(vor 8 Uhr vormittags) vorgenommen werden dürfen.
Die Schutzmannſchaft iſt mit Ueberwachung beauftragt.
Darmſtadt, den 2. März 1912.
(5351im
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die Lieferung des Brotes und der warmen Koſt ſowie die
Be=
ſorgung der Leibwäſche für die Schüblinge und Polizeigefangenen
während des Rechnungsjahres 1912 ſoll vergeben werden.
Die Angebote ſind bis zum Montag, den 11. März 1912,
vormittags 10 Uhr bei Großh. Polizeiamt (Hügelſtraße 31/33,
Zimmer Nr. 24) verſiegelt abzugeben, woſelbſt auch die Bedingungen
einzuſehen ſind.
Darmſtadt, den 2. März 1912.
(5350
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Landwirtſchaftskammerwahl.
In der Woche vom Mittwoch, den 6. März bis einſchl. Dienstag,
den 12. März 1912, während der üblichen Büroſtunden liegt die Liſte
des Vertrauensmännerkreiſes Darmſtadt I und II der in der Stadt
Darmſtadt zur Vertrauensmännerwahl wahlberechtigten
Verbands=
angehörigen, die zugleich die Angaben über die Wählbarkeit der
Verbandsangehörigen enthält, in dem Stadthauſe, Rheinſtraße 16/18,
Zimmer 6, zu jedermanns Einſicht offen. Innerhalb dieſer Friſt
können Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollſtändigkeit der
Liſte ſchriftlich oder zu Protokoll der Bürgermeiſterei erhoben werden.
(5315
Darmſtadt, den 2. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei
J. V.: Mueller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 6. März 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Reſtauration „Zur
Roſen=
höhe‟), Darmſtadt
verſchiedene Möbel, darunter Schreibtiſche, Vertikos,
1 Pianino, Kleiderſchränke, Spiegelſchränke, Waſchkommoden.
Weißzeugſchränke, Diwans, Sofas, Büfetts, Tiſche,
Nacht=
ſchränkchen, Bilder, Bücherſchränke, Kommoden, 1 Kredenz,
1 Regulator, vollſtändige Betten, ferner Ladenregale,
Warenſchränke, Ladentheke, Ladentiſche, 1
Ladenregiſtrier=
kaſſe, Brockhaus=Lerikon, 63 Bücher verſch. Werke,
Servietten, Herren=Sommerkleiderſtoffe, Nähmaſchinen,
1 Elektromotor, 1 Eisſchrank, 1 Grammophon, Koffer,
Wäſcheſtoffe, Gurten, Vorhangkordel, Hemden, Flaſchen,
Kinderſpielzeuge, Körbe, altes Gerümpel u. dergl. mehr
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(5335
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher
ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 6. März 1912,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1. vormittags 10 Uhr:
ca. 300 Meter doppelbreiten Bettkattun, Bettdrell,
Barchent u. Damaſt, Rouleauxköper, Flockpiqué,
Hem=
den= und Schürzenſtoffe, ca. 70 Bett= und ca. 80
Tiſch=
decken, Damenhemden, ca. 170 Damenſchürzen, leinene
Tafel= und Handtücher, Servietten, u. ca. 160 Dutzend
Taſchentücher u. a. m., ferner eine Ladeneinrichtung,
beſtehend in großem, faſt neuem Warenſchrank und
3 Theken;
2. nachmittags 3 Uhr:
Hausmobilien durch alle Rubriken, 1 Grammophon,
1 Muſikwerk und 10 Mille Zigaretten.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 4. März 1912.
(5347
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 16. bis 29. Februar 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 22.50 bis 24.75
Korn
17.— „ 21.-
Gerſte
18.25 „ 22.75
Hafer
19.25 „ 22.−
Butter ½ Kilo Mk. 1.50
Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 10 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 10.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 5.50
Darmſtadt, 4. März 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Nach Abhaltung des
Schluß=
termins und Vollzug der
Schluß=
verteilung iſt das Konkursverfahren
über das Vermögen der Bernhard
Mainzer Witwe hier und über den
Nachlaß des Bernhard Mainzer
(5317
aufgehoben worden.
Darmſtadt, den 1. März 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die geſtern abgehaltene Nutz=
und Brennholz=Verſteigerung Nr. 14
iſt genehmigt. Ueberweiſung des
Holzes und erſter Abfuhrtag ſind
auf Montag, den 11. ds. Mts.,
feſtgeſetzt.
Darmſtadt, 2. März 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (5299
Onſt. u. Unterh. von Gärten
u. Beſchneid. von Bäumen
wrd prompt u. billig ausgeführt.
Poſtk. gen. Ia Referenzen. (*5470
F. Seipel, Gärtner, Erbacherſtr. 45.
per Rolle 25
Tapezieren Piennig. Off.
unt. O. 44 an die Exp. (*5461
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 8. März I. J., vorm 9 u. nachm. 3 Uhr
verſteigere ich wegen Wegzug auf freiwilligen Antrag des Beſitzers
Ludwigshalle, Obergaſſe 12
folgende noch ſehr gute und nur kurze Zeit gebrauchte
Möbel und Haushaltungsgegenſtände:
1 Salon=Einrichtung: 1Sofa, 2 Seſſel, 2 Stühle,
2 vergold. Stühle, 1 Ziertiſchchen, 1 Vertiko,
1 Salontiſch, 1 Wandbild (Gobelin), 1 Spiegel,
1 Teppich, 1 Fell, 1 Lüſter;
1 Eßzimmer: 1 Büfett, 1 Serviertiſch, 1
Aus=
ziehtiſch, 4 Stühle, 1 Ziertiſch, 1. Teppich
1 Zuglampe, 1 Wanduhr, 1 Schaukelſeſſel,
1 Chaiſelongue;
1 Schlafzimmer mit 2 eiſernen Reformbetten,
Waſchtiſch, 2 Nachttiſche, Waſchgarnitur,
Hand=
tuchſtänder:
1 Schlafzimmer mit 2 pol. Bettſtellen,
Waſch=
tiſch, Nachtiſche u. ſ. w.,
ferner kommen zum Ausgebot:
mehrere 1 und 2tür. Kleiderſchränke, 1 poliert.
nußb. Kleiderſchrank, 2 Chaiſelongues, mehrere
Seſſel, Stühle, Waſchkommode, Spiegel,
Tep=
piche und ſonſtige kleine Möbel, 1
Herren=
ſchreibtiſch, 1 Flurgarderobe, 1 Garnitur
Gartenmöbel, 1 Waſchmaſchine, 1 Waſchmangel
1 Eisſchrank, 1 kupf. Keſſel, 1 Partie
Vogel=
hecken und 3 Wellenpapageien.
Eine faſt neue Küchen=Einrichtung,
und noch ſonſtige Haushaltungsgegenſtände in
großer Anzahl.
Porzellan, Gläſer und Service.
12 verſilberte Beſtecke in Etul,
12 Kaffeelöffel, 1 verſilberter Pokal.
Alle Gegenſtände ſind ſehr wenig gebraucht und
noch ſehr gut erhalten.
Die Beſichtigung kann Donnerstag, den 7. März.
nachmittags von 3—6 Uhr in dem Verſteigerungslokal ſtattfinden.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(5300id
Darmſtadt, den 5. März 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 7. März 1912, nachm. 2 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
1 Kaſſenſchrank.
Verſteigerung beſtimmt.
Darmſtadt, den 4. März 1912.
(5353
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
Die Resiestande
in
Herren- und Knaben-Anzügen, Paletots,
Konfirmanden-Anzügen, Hosen etc.
werden wegen Aufgabe dieſer Artikel nur noch bis
Ende dieses Monats
größtenteils zu und unter Selbſtkoſtenpreis aus=
(5105sic
verkauft.
Sobr. Blait
Markt 5.
AInfolge Todesfalles zu verkaufen: 5 gute Arbeits=
J pferde, 12 Wagen, 2 Rollen, Ackergeräte
durch alle Rubriken überhaupt, Schiff und Geſchirr ꝛc
*5428id
Anzuſehen mittags von 12—2 Uhr:
Gardiſtenſtraße 15.
Friedr. Stumpf, Nachlaßverwalter.
ebr. Fahrrad billig zu
ver=
kaufen . Offert. unter O 50
(*5456
an die Exped.
uterhalt. Fahrrad (Renner)
billig zu verkaufen
Wald=
ſtraße 24, Hinterhaus, pt. (*5451
Heuverkauf.
Die Heuverſteigerung vom
4. März 1912 wurde genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können alsbald
gegen Barzahlung bei
unterzeich=
neter Behörde abgeholt werden.
Darmſtadt, 4. März 1912.
Großh. Oberförſterei Krauichſtein.
van der Hoop. (5327
Aufforderung!
Alle diejenigen, welche berechtigte
Anſprüche an den Nachlaß des am
27 Februar verſtorbenen Chriſtian
Trautmann dahier zu machen
haben, werden hiermit aufgefordert,
dieſelb. längſtens bis zum 12. März
d. Js. bei mir geltend zu machen.
Darmſtadt, 4. März 1912. (5306im
Ph. Trautmann, Arheilgerſtr. 39.
Brennholz=Verkauf.
Rheinſtraße 23
iſt eine große Partie
Brenn=
holz billig zu verkaufen
5332im) Friedrich Ganss.
. Aufpol. v. Mob.
Spezialität. uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Sportwagen billiy zu verkaufen
*5503) Gervinusſtr. 18, 2. St. I.
Kl. gutgeh Zigarrengesch.
zu verkaufen, paſſ. für junge
An=
fänger od. einzelne Dame. Offert.
unt. O. 34 an die Exp. (*5439
gute
Schweinemetzgerei, Lage,
ſofort od. ſpäter zu vermieten. Gefl
ff. u. O. 53 a. d. Exp. (*5475imd
Gutgehende Bäckerei
zu kaufen, event. zu pachten geſucht.
Off. unt. O. 43 an die Exp. (*5464
welchelängere
Ochſenmetzgerel, Jahre mit
Erfolg betrieben wird, auch für
Schweinemetzgerei geeignet, nebſt
2=Zim.=Wohn., beſte Lage
Frank=
furt a. M.=Süd, zu verm. (*5437
Offert. unt. O 37 an die Exped.
Waugelände Nähe der Ober
förſterei in Eberſtadt zu verk.
Off. unt. O. 23 an die Exp. (*5385
arten od. Acker zu pachten ge=
595e
ſucht Gr. Ochſeng. 36, Klein. (*5
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Barcelona” nach New=
York, 1. März 2 Uhr nachmit
tags Dover paſſiert.
Dampfer „Weſterwald” nach Phie
ladelphia, 1. März 10 Uhr
mor=
gens Dover paſſiert.
Dampfer „Fürſt Bismarck” von
Mexiko und Havanna kommend,
1. März 4 Uhr nachmittags von
Corung.
Dampfer „König Friedrich Auguſt‟
nach dem La Plata, 1. März
2 Uhr morg. von Teneriffa.
Dampfer „König Wilhelm II.”
von dem La Plata kommend,
29. Februar 2 Uhr nachmittags
von Teneriffa.
Vergnügungsdampfer „Meteor”
Mittelmeerfahrt, 1. März 11 Uhr
morgens in Venedig.
Unterch
fühfänser Fehnlium
Frankenhausen
Ing.-u. Werkm.-Abt. Gr. Masch.-La
Hoch- und Tiefbau.
wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
Wer ert. franz. Unterricht
Off. m. Honorarang. u. O 1 kxp. (*5307o
Existenz!
Damen u. Herren
werden in geſonderten Kurſen in
Körperpflege und Maſſage
aus=
gebildet geg. ſehr mäßiges Honorar.
Gefl. Zuſchriften unter L 62 an
die Exped. ds. Bl.
(B4738
Erteile gründl. Unterricht
im Kleidermach., Maßnehmen u.
Zuſchn. E. Steingässer,
Kon=
fektion, Wienersſtraße 83. (4a
Unterricht!
Weißzeugnähen, Zuſchneiden
flicken und ſticken wird gründlich
erteilt Frau Johanna Lauck,
Viktoriaſtraße 24, II. (*5474id
Muſiklehr. ert. gründl.
Klavier=
u. Violinunterricht, in u. außer d.
Hauſe. Anmeld. v. 10—12 vorm.
Wilhelminenſtr. 5, Hinterh. (4795a
Holz=Verſteigerung.
Donnerstag, 7. März I. J., von vorm. 9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (Woogsplatz 5)
aus verſchiedenen Abteilungen von Domanialwalddiſtrikt Beſſunger
Forſthaus (Abzählungsnummer 369— 848) verſteigert:
Scheiter rm: 167 Buchen, 10 Hainbuchen, 1 Eſchen, 145 Eichen,
10 Birken, 4 Erlen, 36 Kiefern, 3 Lärchen; Knüppel rm:
101 Buchen, 7 Hainbuchen, 2 Eſchen, 83 Eichen, 5 Birken,
9 Erlen, 2 Aſpen, 18 Kiefern, 4 Lärchen, 1 Fichten; Reiſig
Wellen: 2730 Buchen, 10 Eſchen, 20 Aſpen, 1550 Eichen,
125 Birken, 140 Erlen, 45 Aſpen, 970 Kiefern, 140 Lärchen,
130 Fichten; Stöcke rm: 32 Buchen, 47 Eichen, 1 Erlen,
15 Kiefern.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger Forſthaus iſt
beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen.
Darmſtadt, 26. Februar 1912.
(4866mi
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Nutzholz-Verſteigerung.
Mittwoch, den 13. März d. Js., vorm. 9 Uhr
beginnend, werden im Gaſthaus „Zur Krone” in Erfelden a. Rhein
aus den Diſtrikten Knoblochsau und Faſanerie der Großh.
Ober=
förſterei Dornberg, ſowie aus den Diſtrikten Kühkopf, Geyer und
Steinerwald der Großh. Oberförſterei Worms verſteigert:
Stämme: Eichen: 78 Stück I. Kl. — 179,75 fm, 48 Stück
II. Kl. — 61,57 fm, 74 Stück III. Kl. — 67,81 fm, 113 Stück
IV. Kl. — 66,66 fm, 8 Stück V. Kl. — 2,80 fm, 2 Stück
VI. Kl. — 0,59 fm; Eſche: 2 Stück II. Kl. — 3,28 fm,
13 Stück IV. Kl. — 7,82 fm, 13 Stück V. Kl. — 6,01 fm,
56 Stück VI. Kl. — 14,16 fm; Ulme: 2 St. I. Kl. — 5,62 fm,
15 Stück II. Kl. — 29,73 fm, 44 Stück III. Kl. = 58,15 fm,
60 Stück IV. Kl. — 48,80 fm, 42 Stück. V. Kl. — 20,39 fm,
25 Stück VI. Kl. — 9,55 km; Obſtbaum: 1. Stück IV. Kl.
— 0,27 fm, 1 St. V. Kl. — 0,22 fm; Nußbaum: 1 Stück
I. Kl. — 1,01 fm, 2 Stück IV. Kl. — 0,47 fm, 2 St. V. Kl.
— 0,40 fm; Erle: 1 Stück IV. Klaſſe — 0,64 fm, 1 Stück
V. Kl. — 0,20 fm, 2 Stück VI. Kl. — 0,40 fm; Pappel:
1 Stück II. Kl. = 3,55 fm, 2 Stück III. Kl. — 2,47 fm,
4 Stück IV. Kl. — 3,03 fm; Aspe: 2 Stück IV Kl. —
2,81 fm; Fichte: 3 Stück III. Kl. — 3,50 fm; Derbſtangen:
2 Eichen — 0,12 fm, 10 Eſchen — 0,76 fm.
Dornberg und Worms, den 27. Februar 1912.
(5342!
Großh. Oberförſterei Vornberg. Großh. Oberförſterei Worms.
Kleinkopf.
Schaub.
Verpachtung des Karuſſellplatzes
der Gemeinde Eberſtadt.
Montag, den 11. März I. Js., nachmittags 3½ Uhr, ſoll
im Büro der unterzeichneten Stelle der Karuſſellplatz der Gemeinde
Eberſtadt in öffentlicher Submiſſion vergeben werden. Offerten ſind
bis zu genanntem Termin verſchloſſen mit entſprechender Aufſchrift
erſehen, bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Bedingungen können
vor der Verſteigerung bei uns eingeſehen werden.
Eberſtadt b. D., den 1. März 1912.
(5281
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
MFemahdiz. Hobeherkauf
C
1 komplette Speiſezimmer=Einrichtung, hell eiche, 2 Büfetts,
Kaſſenſchrank, 1 Satz Billardbälle, 3 Diwans, 3 Schränke, Tiſche,
2 Klubſeſſel, 2 kompl. Betten, Waſchkommode, Nachtſchrank, Bilder,
3 Gasherde, Chaiſelongue, 2 Seſſel, Kommode, Porzellanvaſen,
Vertikows, Regulator und ſonſtiges. Verkauf den ganzen Tag, die
Sachen ſind gebraucht, doch gut erhalten.
F. Kurtz, Auktionator u. Taxator, Tädagogstr. 2.
Aufträge werden ſtets entgegengenommen.
(*5407
Verkauf von Baumaterialien.
Bleichſtraße, neben der Synagoge, Wittich’ſche
Hofbuch=
druckerei, ſind durch Niederlegung eines 30m langen Seitenbaues
ſämtliche Baumaterialien, beſtehend aus Sparren, Balken à 10m
lang, Fenſter mit und ohne Geſtelle, 400 Bord 4—4½m lang,
30 Zimmertüren mit Futter und Bekleidung, Glastüren, eiſernen
Oefen, einem Röderherd, Küchenplättchen, Backſteinen und
Ruſſen=
ſteinen billig zu verkaufen.
(5333id
Friedrich Ganss.
Großh. Ludwigs= u. Liebigs=
Oberrealſchule zu Darmſtadt.
Anmeldungen zum Eintritt werden Freitag, den 15. März,
von 3—5 Uhr, in den betr. Schulgebäuden entgegengenommen.
Von Darmſtädter Schülern ſind die von der Rheinſtraße,
Alexander=
ſtraße und Dieburgerſtraße ſüdlich wohnenden in der Ludwigs=
Ober=
realſchule, die nördlich wohnenden in der Liebigs=Oberrealſchule, von
auswärtigen Schülern, die an Bahnhof Darmſtadt=Oſt ankommenden
in der Ludwigs=Oberrealſchule, die im Hauptbahnhof eintreffenden
n der Liebigs=Oberrealſchule anzumelden. Das letzte Schulzeugnis,
der Geburts= und Impfſchein ſind bei der Anmeldung vorzulegen.
Großherzogliche Direktionen der Ludwigs=
und Liebigs=Oberrealſchule.
Dr. Derſch. Dr. Dorfeld.
5287ii)
Privat-Handelsschule
Gegründet 1899 :: Darmstadt :: Matbildenplatz 7
403a)
Handelskurse zur Vorbereitung und
Forthildung für den kaufm. Beruf für
Damen u. Herren (Dauer, 3, 6 u. 12 Momnte).
Besondere 2
Abteil. ür - Fortbildungsschüler,
Das Sommer-Semester beginnt Anfangs April. Einzelfächer
können täglich begonnen werden. Leiter: Oskar Dierker.
6
Ferriche-Auferstent
130X200 150X225 200X275 cm
ca. 130X200 150X225 200X275 cm
Tapestro-Teppiche
Perser-Teppiche
122 10₰ 25m
ven V.n 10. 14.
imit, sol. Qualität . .
ca. 130X200 150X225 200X275 cm
ca. 130X200 150X225 200X275cm
50
)00
Bouelé-Teppiche
Axmünster-Teppiche
2r 32 35
(Haargarn-Teppiche)
in guten Qualitäten, moderne Dessins, von Jan 10an 27an
ca. 150X225 225X325 250X350 cm
ca. 130X200 150X225 200X275cm
100
Velour-Teppiche
Holländer-Teppiche
65
39
in guten Qualitäten
C. 15.. 17.n
aussergewöhnlich dauerhaft . . . V
130 cm breit
100 cm
80 cm
75 cm
60 cm
Jute: 50 cm
6230
12
Mieter 35 Pfg. 45 Pfg. 75 Pf. 90 Pfg.
Holländer-Läufer
Cocos-Läufer
Bouclé-Läufer
Tapestry-Läufer
6230
Ladferstorfe
950
6225
Meter
Meter 11.45
Meter 3
Meter von an
Linoleum-Teppiche u. Läufer in grosser Auswahl aa billigst.
Markk 2
Gebr.Rtothschild
(5289
Markt 2
Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.
Miligsete Preieei
Riesige Auswahl!
Die
(*5447
Conditorei u. Café
von
Ollo Schurgs Schalstr. 4
eröffnet mit Heutigem ihre
Oster-Ausstellung.
Um gütigen Besuch derselben wird höfl. gebeten.
Beste Materialverwendung!
Eigene Anfertigung!
Sile Grungen
Messina u. Valencia, 100 St.
3,50, 5 und 6 Mk. Zitronen
100 Stück 4—4,50 Mk. empfiehlt
4470a) Joh. Walther,
Teleph. 1598. Wienersſtr. 69.
Bichruſcheihalt
kurz geſchnitten und geſpalten
Ia trocken (3386a
per Ztr. Mk. 1,30, frei Keller
Karl Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212.
Einige nur ganz kurze Zeit
ge=
ſpielte
erſtlaſſ. Pianinos
mit feinen, modernen
Nußbaum=
gehäuſen, werden ſehr billig mit
10jährig. Garantieſcheine
abge=
geben. Man verlange Abbildungen
u. Lieferungsbedingungen. (4799mit
WILH. ARNOLD
Kgl. bayer. Hoflief., Aschaffenburg.
Kriefmarkenſammlung geſ. Off.
B u. N 40 a. d. Exp. (*5026fsoi
Unaufbaltſam wuchert
in
Villen, Häufern und Hütten
Schuberéme Pilo weiter! Wober
kommt das? Weil Pilo ein Freund
des Hausbalts geworden iſt; denn
das Dienſtmädchen iſt mit dem
Stiefelputzen in wenigen Minuten
fertig, die Frau und der Mann
freuen ſich über den eleganten
Hochglanz und das Kind beſchmutzt
ſich die Händchen nicht. wenn es
an den Schuben ſpielt. Pilo iſt
un=
antaſtbar das beſte aller
exiſtieren=
den Schubputzmittel. Es werden
viele ſchlechte Schuberémes
ange=
boten, daber Vorſicht beim Einkauf.
Hora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
23)
Sollte dieſe Lilli Lührſen über ſie lächeln dürfen?
Nie und nimmer! Dann gegen Mitternacht kam der Zuſtand
zwiſchen Wachen und Schlaf, angefüllt mit Träumen und
grauenhaften Erſcheinungen aus Peter Sandkuhls
Spuk=
geſchichten. Mitten in der Nacht fand ſie ſich an der
Zimmer=
tür, gerade im Begriff hinunterzugehen und „Feuer!” zu
rufen, weil ſie ganz deutlich geſehen hatte, wie aus dem
Fremdenzimmer in Halligboſtel die hellen Flammen
heraus=
ſchlugen. Sie hörte das Tuten des Nachtwächters unten
vorm Hauſe, und vom Glockenturm ſchlug es zwölfmal. Sie
horchte. Unten, wo die Kinder ſchliefen, ſchrie eines im
Traume laut auf, und ſie hörte des Schwagers Stimme, der
dem Kinde gütlich zuſprach. Sie kroch fröſtelnd wieder ins
Bett. Warum hatte ſie keinen Menſchen in der Welt mehr,
der ihr gütlich und liebevoll zugeſprochen hätte? Ach nein,
Helene konnte das auch nicht. Alles war voll Erinnerungen
und Erſcheinungen. Wie Frühlingsſtürme die Natur
durch=
toben, ehe das ſtrotzende Leben ſich freimacht, ſo tobte es in
ihr, ſeit ſie wußte, daß ſie einen Mann lieb hatte, den ſie nie
lieb haben durfte und konnte. Sie ſah ihren Vater und ihre
Mutter auch, dann alte, längſt geſtorbene Leute aus dem
Dorfe; ſie gingen in der Birkenallee auf und ab im langen
Zuge, einer hinter dem andern —
Dech meäwirdic, as ſoat anden Aenget enwdicſe
ind um ſechs Uhr Licht machte und aufſtand, fühlte ſie ſich
ruhig und kühl wie immer, nur müde. Sie beeilte ſich,
da=
mit ſie noch um ſieben Uhr in Halligboſtel ſein könnte, weil
heute Brot gebacken wurde und ſie wußte, daß die Tannert
nie richtig auf den Teig achtgab. Außerdem mußten Eier
und Butter verpackt werden, die nach Hamburg geſchickt
wurden. Die tägliche Pflicht und Arbeit gaben ihr die
beiden ernſten Hände, ſtarke Hände, an denen der Menſch ſich
halten kann! Wie gut das tat, ſo im blaſſen, nüchternen
Morgengrauen, das noch kaum zu ahnen war, gegen den
ſcharfen, ſchneidenden Wind anzugehen! Ja, ſie wollte
heute mit Lührſen alles kurz und klar abſprechen.
ſlls Lilli an dieſem Morgen aufwachte, wußte ſie, daß
ſie am Abend mit dem Achtuhrzuge nach Hamburg fahren
wollte, wo ſie mit einer Redaktion zu verhandeln hatte, um
dann morgen nach Berlin zurückzukehren. Sie hatte es ſich
alles reiflich überlegt. So war es am vernünftigſten. Aber
das Vernünftige lag ihr heute ſchwer auf dem Gemüt. Sie
dachte an ihr Kind, das begonnen hatte, ſich an die Mutter
zu gewöhnen. Alles Harte war weich geworden in ihr.
Das mußte, mußte doch anders werden! Sie wollte ihr
Kind doch öfter ſehen — und ihr Mann? — Ah, der lief ja
halbe Tage fort, nur um nicht mit ihr zuſammen zu ſein.
Lührſen begrüßte ſie freundlicher bei ihrem Eintritt in
die Wohnſtube, als ſie erwartet hatte. Seine ganze Art
war milder, als hätte er ihr etwas abzubitten. Aber ſie
hatte ſich ſo eingelebt in Trotz und Widerſpruch, daß ſie ſein
ne e e e er ete ete nene
führte, die er ja ſicher erſehnte.
Aber da gab er ihr einen Brief, der für ſie angekommen
war aus Berlin. Der Brief war von ihrem Verleger, der
ihr kurz mitteilte, daß ihr Drama von einer größeren Bühne
zur Aufführung angenommen worden ſei. Sie hatte Mühe,
die Freude, den Stolz, den Jubel über dieſe Nachricht nicht
merken zu laſſen. Endlich konnte ſie von der Bühne zu ihrer
Zeit und zu den Menſchen der Gegenwart ſprechen, alles
hinausrufen, was ſie von ihren Anſchauungen über die
Stellung der Frau in der heutigen Geſellſchaft in das
Drama hineingetragen hatte. Seit Jahren lag das Werk
da, denn ſie hatte es damals geſchrieben in der Stimmung,
als der Bruch mit ihrem Manne ſich vollzog. Nun war es
endlich doch geglückt! Ah, ſie wollte der Welt zeigen, daß
auch auf der Bühne die Frau dieſer Zeit etwas zu ſagen
hatte. Dieſe Stimmung wollte ſie ſich nicht ſelbſt entweihen
dadurch, daß ſie hier darüber ſprach! Nun mußte Lührſen
doch wohl anerkennen, daß ſie damals recht hatte.
Das wirkte in ihr noch nach, als ſie Dora begrüßte und
kaum merkte, wie kurz und kühl dieſd ihr „guten Morgen”
ſagte, auch nicht bemerkte, wie Dora noch kühler und kürzer
mit Lührſen einige Wirtſchaftsfragen verhandelte. Ihm
zwar fiel es auf. Vorgeſtern würde er ſie erſtaunt gefragt
haben, was ihr fehle. Heute konnte er das nicht mehr. Es
war gut ſo, wenn ſie nie ahnte, was er ſeit geſtern wußte.
Lilli holte ihren Pelz aus ihrem Zimmer und ging ins
Freie. Sonnenhell war es draußen. Sie ſchaute Freude in
Seftr billige
Soger ſanden Gerer
Halbschuhe
Knopfschuhe
3
50
Während des Ausverkaufes verkaufen wir nur gegen bar.
Auswahlsendungen unmöglich.
5323
Schuhtarenhaus
Inh.: Paul Wildau
eier 8 Ludwigstrasse 16
Verkaufstellen von Spelers Schuhwaren: Frankfurt a. M., Ofenbach, Hanau, Darmstadt, Worms, Würsburg,
Fürn=
berg, München, Stuttgart, Straßburg, Köln, Aachen, Leipzig, Linden, Hannover, Hamburg, Breslau, Dortmund.
Guter Gartenkies
wird billig abgegeben
Nikolai-
weg. Mathildenhöhe. (*5270soi
Shirnſahrit Scler
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen per
ſofort, billig und gut.
(67a
Für Herren die wenigſtens 2 Anzüge u. 1 Paletot innerhalb eines Jahres benötigen, koſtet
jed. Anzug od. Paletot nur Mk. 50.— bezw. Mk. 55.— im Abonnement. Proſpekte u. Stoffproben an
Inte=
reſſent. umſ. Christian Hoeser, Schneidermſtr., Mainz, Schillerstr. 48, I. Nur ff. Maßanfertig. Gegr. 1888. (3794a
Eine Partie
imitierte Chevreau=Stiefel
Lackk., Gr. 27—35 wegen kl. Fehler
jed. Pr. für nur 2,75 Mk. ſof. abzug.
Neue Ireneſtr. 12, 1. St. (*5364oim
Parkett- Pitch-pine-, Linoleum-Böden etc.
werden gereinigt. Teppich=Reinigung. Wohnungs= u. Neubauten=
Reinigung.
Institut „Noris‟, Kiesſtraße 27.
V4762)
Die beliebten
Giessener Pferde-Lose
à 1 Mk., Ziehung am 21. März d.
J., ſind in allen bekannten
Loſe=
geſchäften zu haben. Gen.=Vertrieb
Richard Buchacker, Giessen. (4095a
Moderne (4496a
Tüll-Stores
Tüll-Bettdecken
Tüll-Roben
Spitzen und Besätze
empfiehlt zu billigsten Preisen
W.Amend, Stiftstr. 75.
egen Umzug preiswert zu
2perk.: Schöner Diwan mit
paſſender Tiſchdecke, großer runder
Eichentiſch, weißer Kleiderſchrank,
kl. Waſchtiſch, Nachtſchränkchen,
Petroleumofen, Zinkbadewanne,
Schaukelſtuhl, alte Stühle, Lampen
und ſonſtiges Hausgerät, faſt neue
Kopierpreſſe, Saccoanzug f. große
Figur, gebundene Zeitſchriften.
An=
zuſeh. vormittags u. nachmittags bis
4 Uhr Bismarckſtr. 55, I. (*5172soi
Gasbadeofen
Ein gebraucht. Gasbadeofen mit
Konſol in noch ſehr gut. Zuſtande
billig abzugeben.
(3046a
Gottfr. Beck, Inſtall., Karlstr. 39
wie neu, ſehr
Adler-Rad, billig zu verk.
4430a)
Grafenſtraße 26.
Zu verkaufen: Sehr gut erhalt.
Kinderwagen, ſowie wenig
gebrauchte Waſchmaſchine (
Welt=
wunder) bei Engel, Waldſtr. 25,
Vorderhaus 2. St. (*5127si
Brillanten, Platin,
Gold, Silber, ſowie
N
alte u. zerbroch.
Zahn=
gebiſſe zu höchſt. Preiſe. A. Kurtz,
Pädagogſtraße 2. (4690a
Mnkauf
von Altertümern jeder Art.
Möbel, Gemälde, Porzellane,
Stiche, Zeichnungen, Waffen,
Fächer, Curioſitäten uſw.
Antiquar Eggert,
Luiſenplatz 4 (5196a
neben dem Ständehaus.
Höchste
Preiſe zahle ich für getragene
Herren= u. Damenkleider, Stiefel
u. Wäſche. Jeden Mittwoch hier.
Off. u. F 44 an die Exp. (4984fsi
Gn
tten12 Mk.
(Oberbett, Unterbett, 2 Kiſſen)
mit doppeltgereinigten neuen Bettfedern,
beſſere Beten 15, 19, 24.50 Mark, 1½
ſchläft=
ge Betten 15. 20, 29.50, 28.50, 32.50 Marr
uſw. Verſand gegen Nachnahme.
Preis=
liſte, Proben, Verpackung koſtenfrei.
Gerlin S. 49
Gustav Lustig, Prinzenstrasse 46
Größtes Spezial=Geſchäft Deutſchl.
(4257ah)
de dinge hlueht, und de Dinge, der ine dinc, der
Schnee die zirpenden Meiſen, die ſo geſchäftig an der Eiche
vor dem Hauſe hinaufhuſchten, alles gab Freude und
Schön=
heit zurück.
Der Fußweg in die Allee hinein war verbreitert
worden. Nachdem Bohlmann den Backofen geheizt hatte,
war er von Lührſen hingeſchickt worden, um den Weg
brei=
ter auszuſchaufeln, denn einerſeits gab es keine dringendere
andere Arbeit, und zweitens ſah es ja ſo aus, als wollte das
Froſtwetter anhalten und der Schnee lange liegenbleiben.
Bohlmann, der ſchon bis zur Mitte der Allee als
Bahn=
brecher vorgedrungen war, befand ſich heute in mindeſtens
ebenſo erregter Stimmung wie Lilli, wenn auch keineswegs
in ſo freudiger. Ihm war etwas Unglaubliches zugeſtoßen.
Der Briefträger hatte ihm ein Briefkouvert, mit ſchwarzem
Rande und mit einer Dreipfennig=Marke verſehen,
ausge=
händigt. Nun gehörte Bohlmann zu den Analphabeten in
Deutſchland, die es ſtatiſtiſch eigentlich gar nicht mehr gibt,
die aber doch ſehr häufig vorkommen; wenigſtens
ge=
ſchriebene Schrift konnte er nicht leſen. Aber der Briefträger
behauptete, es ſtünde deutlich „Herrn Karl Bohlmann” auf
dem Briefe. Darin ſtak eine ſchwarzumränderte Karte, auf
der gedruckt zu leſen war, daß Jürgen Lübbers in Hamburg
geſtorben ſei. Jürgen Lübbers war aber der Windhund,
den Bohlmanns Frau, die Lene, nach der Scheidung
ge=
heiratet hatte. Die Nachricht war Bohlmann denn doch
mächtig in die Knie gefahren, und wenn heute der
Back=
ofen nicht die richtige Hitze, oder vielmehr zu viel Hitze
be=
kommen hatte, ſodaß alles Brot eine Rinde bekam ſo hart
wie Stein, ſo konnte Bohlmann nichts dazu. Daran war
dann der tote Hafenarbeiter Jürgen Lübbers ſchuld!
Wenn ſie nun nix zu beißen hat und kommt mit die
ltten Göhren hier angezogen! Zu gut bin ich, viel zu
au bi ich ſchie er in überdes andere mit. Ich waßg,
ich nehm ſie dann doch wieder, wenn ſie anfängt zu rohren
und zu heulen. Die Tannert hat zweitauſend Mark auf die
Sparkaſſe, und die Lene hat wahrſcheinlich nix wie
Kinners! Mit dieſen Gedanken unter der Pelzmütze hatte
er Schnee geſchaufelt, und es war auch danach geworden,
unordentlich und nicht gerade! Der Schweiß ſtand ihm in
hellen Tropfen auf der Stirn. Ob vom Schneeſchaufeln,
war zweifelhaft.
Da kam Lilli die Allee herauf!
Sieh ſo, dachte er, da kommt die gnädige Frau
ge=
gangen! Wie ſie doch ſo nüdlich herangezwänzelt kommt
mit dem ſchönen Pelz! Die Stadtleute ſind doch kurios.
Wir tragen den Pelz nach innen, daß er warm hält.
Die Stadtleute machen’s wie die Pudel und tragen den
Pelz nach außen. Und was ſie für nen ſtaatſchen Hut
hat! Da kann hier keine gegen an. Von die ſeidenen
Unterkledaſchen gar nicht zu reden!
Ja, dachte Peter Bohlmann, nachdem er die
Schau=
fel vor ſich hingeſtellt hatte, um ſo Lilli Lührſens
Näher=
kommen zu erwarten. Er rückte die Mütze und ſagte recht
zutunlich und gemütlich: Guten Morgen, gnädige Frau!
Sie wollte auch ihm etwas Freundliches ſagen und
fragte, ob das ſchwere Arbeit ſei, das Schneeſchaufeln
nämlich?
Das war nun eine Frage, die kein Menſch in der
ganzen Gegend getan haben würde, nicht einmal ein
Säugling, ob nämlich Schneeſchaufeln ſchwere Arbeit
wväre, noch dazu bei Froſtwetter. Aber Bohlmann hatte
Lebensart und wußte, was ſich gehörte. Einem andern
hätte er ſicher geantwortet: Du Däsbartel, willſt mich
wohl zun Narren halten! Aber, wie geſagt, er drückte
ſich ſehr diplomatiſch aus und erwiderte: Manchmal iſts
ſchor und manhanet iſts ſeiht, des komnt wie dei
allens ins Leben auf die Verhältniſſe an, akkurat wie
bei’s Heiraten!
Lilli fühlte ſich augenblicklich hilflos dieſem
dumm=
pfiffigen Tagelöhner gegenüber, und ſie hätte lieber in
dieſem Augenblick mit einem Miniſter zu tun gehabt als
mit Bohlmann, der breitbeinig mit der Schaufel vor ihr
im Wege ſtand. Es iſt doch wundervolles Wetter heute,
nicht wahr? fragte ſie.
Ja, das ſage ich auch, Frau Lührſen. Nich wahr, bei
uns kann’s Sie wohl gefallen. Hier rechts gleich an die
Allee iſt ſchwerer Weizenboden, aber weiter bergauf wird’s
immer ſchlechter, bloß für Kartoffeln is er ganz gut.
Letztes Jahr war Haber drauf, aber der is man hölliſch
windbeutelig ausgeſchlagen. Aber das is ja auf Stunds
ſo Mode. Sie ſind ja nun doch unſern Herrn Lührſen
ſeine richtige Frau?
Was wollte denn dieſer Menſch? Ja, das bin ich!
ſagte ſie und wurde über und über rot.
Bohlmann dachte, daß ſie doch ine hübſche kleine Frau
wäre. Ja, nix für ungut, gnädige Frau, ich meine man
ſo, wie is das denn nu? — Haben Sie ſich wieder
ver=
tragen? Er is ja auswennig oft en büſchen kurz
ange=
bunden, aber inwennig is er gut mit uns! Wir mögen
ihn ganz gern leiden. Bleiben Sie man hier. Auf den
Sommer is es wunderſchön in Halligboſtel.
Großer Gott, was wollte dieſer Menſch? Sollte ſie
umkehren?
Bohlmann aber nahm ihr halbverlegenes Lächeln
als Aufmunterung.
(Fortſetzupg folgt.)
Pfungstädter Flaschenbiere in altbewährter Reinheit und Güte
Pfungstädter „Pilsner‟
Pfungstädter „Kaiserbräu‟
Pfungstädter „Märzen‟
Pfungstädter „Bock Ale‟
Brauerei-Füllung
direkt vom Lagerfass
Bestellungen erbittet man per Telefon, Amt Darmstadt Nr. 246
od. an die mit Plakaten gekennzeichneten Verkaufsstellen zu richten
Exportbrauerei J. Mildebrand, G. m. b. I.
Ptungstadt.
(3114a
Tonnen-Garnitur
4.90
ganz neue Dekors, 16teilig .
Wasch-Garnitur
1.90
unter Preis, neue Muster
Wasch-Garnitur
2.70
5teilig, ganz neue Dekors
Kaffee-Service
dekoriert, 9teilig, echt Porzellan 1.00
Ess-Service astellig,
Nur so lange Vorrat. — Beachten Sie gefl. unsere Erker.
Wichtig
139a) für
Magenleidende!
Reformkorsetten
z. Knöpfen mit Gummi an
den Seiten Mk. 2.75.
L. & M. Fuld,
Kirchstrasse 12,
gegenüb. der Stadtkirche.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Eingeiauſchte
Fahrräder
aller hier bekannten Marken in
großer Auswahl, ſchon von (3360a
15 Mark an. —
L. Beudt Nachf.
L. Waldſchmitt, Hölgesſtraße 1.
Reieribemnmeider,
eig. Fabrikat, per Stück Mk. 2.80.
Anfertigung nach Maß. (1429a
K. Roese, Hoflieferant,
Schützenſtr. 7, 1. Stock, kein Laden.
Pr. Landwurſt
und ff. Schinken
offeriert billigſt (4336a
Oberh. Wurſtfabrikalion
Karl Völzing, Kuppertenrod,
(Oberheſſen).
Verlangen Sie Preisliſte.
Tannenſchwarten
u. Klötzchen zum Anfeuern, prima
trocken, ca. 15 cm lang, per Zent.
1,50 Mark einſchließlich Oktroi
frei Keller Karl Schimmer,
Tel. 212. (157a) Heinheimorſtr. 26,
nſtändiges Fräulein, welch.
A auf längere Zeit
zurück=
gez. leben will (Entb. Mai) ſucht
liebevolle Aufnahme in der
Nähe von Frankf. od. Darmſt.,
wo eptl. Gelegenh. gebot., den
Haush. zu erl. Off m. genauer
Preisang. u. O. 49 Exp. (*5450
Napezieren, Rolle 30 Pfg.
Gg. Dieter, Lichtenbergstr. 75. (*5453ids
Nur Staatsbeamte
penſionsberechtigt, ſowie höhere
Magiſtratsbeamte erh. Darlehen
reell von 1000 M. ab auf 10 Jahre
zu geſetzl. Zinſen unter ſtreng.
Ver=
ſchwiegenheit, ohne Vorſchuß u.
ohne Benachrichtigung an vorgeſ.
Behörde. J. Usinger,
Karls=
ruhe in Baden.
(5152iI
Darschen an sedermannf
gg. Wechſel, Schuldſch., Mobiliar
von handelsger. eingetr. Bank=
Geſchäft durch F Mauthe.,
Vertr. F. Hassler, Riedeſelſtr. 48, I.
Sprechz. v. 9.12, 2.6 Ubr. (*5393
Vorneiruhtent
Hypotheken a. auf Induſtriewerke,
Betriebskapital u. Darlehen in jeder
Höhe, kulant und diskret (*5413
Ph. Metzger. Riedeſelſtr. 70, I.
zu 6½, von Reichsbe=
100 Mk. amten gegen doppelt.
Sicherheit geſucht. Offerten unter
O 60 an die Exped.
(*5514
Hypotheken=Kapital
in jeder Höhe zu billigem Zinsfuß,
Bank= und Stiftungsgelder
zu 4, 4½ und 4½ Prozent,
ſowie eine größere Summe
Privat=u. Hypothekengelder
zahlbar in einigen Tagen, vergibt
unter koulanten Bedingungen
Otio Diehl, Groß=Gerau
Margarethenstr. 3. (5311a
NB. Brandverſicherungsurkunden,
Kaufbriefe od. Loszettel ſind
vor=
zulegen. Ichbin Sonntags zu ſprech.
biiiges
Maobet
Haus und kusfer
Stück 5 ₰
Teller Hach, glatt . .
Teller tief, glatt.
Stück 7₰
Tassen mit Untertassen.
. Stück 14 ₰
Tassen ohne Untertassen, gross Stück 7 ₰
Ober- und Untertasse dekoriert,
18 ₰
Porselln
Satzschüsseln weiss — 6 Stück . 95 ₰
Satzschüsseln bunt = 6 Stück . . 1.10
Milchkanne einzeln . .
. Stück 10 ₰
Handleuchter
. Stück 18 ₰
Enorm billig:
Porzellan
1 Posten
gross
einzelne Waschkrüge Stck.
einzelne Waschschüsseln
Stück 90
gross .
passend zu den Krügen
Nachttöpfe und Schtüsseln . . Stück 48 ₰
Nachttopf weiss.
Stück 35 ₰
6 Gewürztönnchen mit Etagere 1.25
25 ₰
Butterdose dekoriert
.22 ₰
Schüsseln m gerippt
Platten oval, glatt und gerippt . . . 20 ₰
Tassen echt Porzellan, gross Stück 10 ₰
Platten rund, weiss Fest. . . Stück 38 ₰
. Stück 58 ₰
Platten rund, dekoriert .
Kuchenteller dekoriert . . Stück 30 ₰
Milchkannen im Satz — 6 Stück . 95 ₰
9₰
Schüsseln dekoriert:
Streichholzständer
.15 ₰
Strohmuster,
Kaffeekannen anfangend Stück 55 ₰
Kaffeekannen weiss, aufang. Stück 28 ₰
Schneider empfiehlt ſich im aus=
S beſſern, reinigen u. aufbüg von
Kleidern Heidelbergerſtr. 15. (*5479is
n fertige billig Hosen,
Wür knaben Blusen, Anzüge etc.
Aelt. Sachen werden mit verarb.
M Sehneiderin Liebfrauenstr. 79. 1266
Tapezierarbeiten in beſter
Aus=
führung, per Rolle 30 Pfg.
Off. unt. O. 45 an die Exp. (*5460
Suche
1 junge weiße Saanenziege,
träch=
tig. Verkaufe: Bruteier, gelbe
Orpington, 1 Brutmaſchine, 30
Eier, 1,1 Bronze=Puten 1911,
diverſe Vogelkäfige. Tauſche evtl.
Frankfurterſtr. 24, 1. St. (5304
Teppichklopferei
Fr. A. Göbel, Kiesſtraße 57. (V5361
Wohnungsentstaubung und Motten-Vertilgung,
Gesungsacher, Konhirmanensgeschenne 2
ulius Hergt, 1 Schützenſtraße 1, am Lndwigplatz.
Littwoch, 28. Febr., abends
M vom Saale d. Muſikvereins,
Steinſtr. bis zur 8
Martinſtr. eine Broſche
grüne Email und Gold, verloren.
Gegen gute Belohnung abzugeben
Martinſtr. 1½, 2 Tr. (*3513
Srau Kauf, Friſeuſe, wohnt
7 Pankratiusſtr. 48. (*5529
In der Nacht von Samstag, den
J 24. auf Sonntag, den 25. vor.
Mts., wurde ein Herrenpaletot
und Filzhut vertauscht. Die
verwechſelte Garderobe iſt faſt
die=
ſelbe, nur in Weite verſchieden.
Gefl. Umtauſch baldigſt erbeten
Café Ernst Ludwig,
Darmſtadt. (5283iml
Billiges Gemüse!
Umzu räumen ſolange Vorrat
Junge Schnittbohnen
2 Pfund=Doſe 36 Pfg.
Mittelfeine junge Erbſen
2 Pfund=Doſe 48 Pfg.
Junge Karo ten in Würfel
2 Pfund=Doſe 34 Pfg.
Junge gelbe Wachsbohnen
2 Pfund=Doſe 45 Pfg.
Beſten Brechſpargel mit Köpfen
2 Pfund Doſe 1.20 Mk.
A. Büchler
Roßdörferſtraße 26
Telefon 1542 (5336a
Mitglied des Rabatt=Sparvereins.
Dunglalz
ladungsweiſe abzugeben.
An=
fragen unter O 22 an die
Expeditian erbeten. (5314imd
Rote Plüschgarnitur
und Vertiko, tadellos erhalten,
(*5527
billig abzugeben
Hügelſtraße 69, 3. Stock.
Prima Kleehen
zu kaufen geſucht. Offert. unt.
O 21 an die Exped. (5313imd
Wenig abr br.
Für Reiſende!
Rindlederreiſe=
taſche, Fabrikat „Sachs‟, 55:30:25,
ehr billig, ſowie
Rindlederakten=
taſche Wenckſtr. 7, part. (*5443
Sofa, 1 Seſſel zu verk. (*5497
Ruthsſtraße 17, 2. Stock.
eichte Feder=Rolle, gebr.,
tadel=
los erhalten, billig z. verk.
Magdalenenſtr. 11. (*5517im
r. ( Tiſch, nußb., u. Sofa billig
G perk Waldſtr. 11, III. (*5516
Ein noch gut erhaltener weißer
Kinderwagen zu verkaufen
Beſſungerſtr. 9, III. (B3330
troß. Ausziehtiſch, paſſend für
G Wäſcherei od. Schneider, faſt
neue Wringmaſch., kl. Bügelofen,
all. ſehr bill. Wenckſtr. 7, part. (5442
und langer Mantel,
Koſtüm Figur 44 billig abzug.
Fuchsſtraße 16, part. (*5459
Walldch Zamt
die höchſten Preiſe für getr.
Kleider, Schuhe, Wäſche, alte
Bettfedern, Zahngebiſſe ꝛc. ꝛc.
Komme ſofort auf Beſtelung,
auch n. auswärts (*5498im
J. Wallach Holzſtr. 1.
Kaufes
getrag. Kleider,
Schuhe, Bettw. u.
Möb. zc. z. höchſt.
Preis W. Heyl,
Langeg. 18. (*5505
Anziehende
Frauen
sind meist gut
an-
gezogene Frauen.
Wermodern und
preis-
wertgekleidetseinwill,
der benütze z.
schnei-
dern die vorzüglichen
Favorit-Schnitte.
Bei
Hunderttausen-
den im Gebrauch!
Anleitung durch das
Grosse Favorit-Moden=
Album (nur 70 Pf. fr.) u.
Jugend-Noden-Album (50 Pf. fr.)
von der Verkaufsstelle der Firma
oder wo nicht am Pliatze, direier
vonder Internationalen
Schnitt-
manufaltur, Drssdan- N. 6.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.
Mkr.
S55ch.
1.50
Taschenuhren-Repar. v. M. 1.50 an
Neue Feder . . „ „ 1.0) „
Gläser 25. Zeiger 1—25. Schlüssel 10 Pfg.
Ferner neue Taschenuhren v. M. 3.50 an.
Stets gutgeh. gebr. Taſchenuhren
vorrätig. Ales mit Garantie
im Uhrengeſchäft (*5520
Grosse Oehsengasse 30.
(5280)
Täglich frische
Mainzer (4364a
obere Bleichstr. 13. Telefon 1265.
Heute Dienstag u. folg. Tage, abends 8½ Uhr:
Grosse sensationelle Soiréen des
Hofkünstlers Bellachini
Dienstag Attraktionen: Der Uebermensch in
der Milchkanne oder das Theater unter Wasser.
März
Heute
Menstaß.
Dienstag, 5. März.
129. Abonnem.=Vorſtellung. B 33.
Der Kuhreigen.
Muſikal. Schauſpiel in 3 Aufzügen
von W. Kienzl.
Perſonen:
Der König . . . Hr. Stephani
Marg. Maſſimelle
de la Réole de
Courtroy . . . Hr. Hoff
Blanchefleur, ſeine
Gattin
. . Frl. Geyersbach
Der Kanzler . . Hr. Klotz
Kapitän Brayole Hr. Bernhardt
Marquis Chszy . Hr. Hartmann
Cleo, Hofdame . Frl. Howard .
Primus Thaller,
Unteroffizier . . Hr. Becker
Durſel, Unteroff. Hr. Riechmann.
Erſter 1 Schwei= Hr. Lang
Zweiter) zer Hr. Dobski
Favart, Unteroff.
der Chaſſeure . Hr. Semper
Erſter 1 Chaſ= Hr. Jahn
Zweiter) ſeur Hr. Geibel
Doris, Tochter d.
Kantineurs i. d.
Kaſ. St. Honoré Frl. Schaub
Der
Zeremonien=
meiſter d. Königs Hr. Jachtmann
Ein Offizier . . Hr. Hartmann
Eine Ordonnanz Hr. Waigandt
Chanteclair,
Kam=
merdien. d. Königs Hr. Jungmann!
Jourdan Sans= Hr. Jahn
Duval cu= Hr. Kräger
Epiſſier 1 lotten Hr. Salomon
Cartouche,
Kom=
miſſär d. Revol. Hr. Kroczak
Eine Ordonnanz
der Revolutions=
.Hr. Bernhardt
Armee .
Marion .
Frl. Röſe
Ein betr.
Sans=
culotte . . . . Hr. Klotz
Ein Sansculotte Hr. Geibel
Ein Lakai .
Hr. Kroczak
Schauplätze: 1. Akt: Der
Kaſern=
hof v. St. Honoré zu Paris. 2. Akt:
Das Schlafgemach des Königs im
Schloſſe zu Verſailles. 3. Akt:
1. Teil: Speiſeſaal im Schloſſe der
Maſſimelle. 2. Teil: Kellerraum
im Gefängnis des „Templet
Nach d. 1. u. 2. Aufz. je läng. Pauſe.
Krank: Hr. H. Hacker, Frl. Huber,
Frl. Croneberg.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 Mk Balkonloge 5 Mk.
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.— 8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 9½ Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 6. März. 130. Ab.=V.
A 33. Zum erſten Male
wieder=
holt: „Die Rivalin.” Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Donnerstag, 7. März. 131. A.=V.
C 33. Neu einſtudiert: „Der
Evangelimann.” Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 8. März. 132. Ab.=V.
D 33. Zum erſten Male: „
Bau=
meiſter Solneß.” Schauſpiel
in 3 Aufzügen von Henrik Ibſen.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 9. März.
Außer Abonnement
Volksvorſtell. zu erm. Preiſen.
Anfang 7½ Uhr.
Meyers.
Schwank in 3 Akten von Fritz
Friedmann=Frederich.
Preiſe der noch
vorhan=
denen Plätze:
Proſzeniums=
loge 2 Mk., Fremdenloge 2 Mk
Balkonloge 2 Mk., 1. Rang 2 Mk.
Sperrſitz 1.50 Mk.
Der Kartenverkauf zu dieſer
Vor=
ſtellung findet Freitag, 8. März,
ſowie an dem darauffolgenden
Tage, vormittags von 11—1 Uhr,
an der Tageskaſſe ſtatt.
Das grosse Novitäten-Programm!
Eine Kette erster Kunstkräfte!
Künstler
I. Ranges
Mittwoch, nachmittags 4 Uhr: (5363
2. Schüler=Verstellung. neues Programm.
Romanow’s Cartella
Loro’s Zinn- Soldaten
Mauermeier Blessings
Paxton’s Kolossalgemälde
Kurz & Lang 5 Aregor
Residenz-Kinema (5349
e
(kompl.), Ia Fabrikation, 1
Salon=
garnitur, Mahagoni, hocheleg.
(Empire), 2 Herrenſchreibtiſche
mit Aufſatz, Bücherſchränke,
Tiſche, Mahagoni, u. a. m. zu
Taxationspreiſen durch (*5485
Krummeck
Auktionator u. Taxator
Grafenſtraße 4.
(mit Lichtbildern)
des Herrn Geh. Hofrat Professor Dr. Schenck dahier über
(nertſte und eine Vegeialten
am Samstag, den 9. März 1912, abends 8¼ Uhr,
im grossen Hörsaal des physikalischen Instituts der Technischen
Hochschule (Eingang links vom Hauptgebäude des physikal. Instituts),
veranstaltet von der
Abteilung Darmstadt der Deutschen Kolonialgesellschaft.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten, Schüler und
Schülerinnen zu 20 Pfg.) sind in den Buchhandlungen Bergsträsser
und Waitz, sowie abends an der Kasse zu haben.
(5340if
Die Mitglieder der Abteilung D. d. D. K. haben gegen Vorzeigen
ihrer Einladungs- oder Mitgliedskarten freien Eintritt.
feies und berickent nis belant.
Residenz:
Theater
am weissen Turm.
Oelen Tur verbrentng von Volksbildung
Dienstag, den 5. März 1912, abends 8¼/ Uhr,
Kaisersaal —
(5288
Oeffentlicher Lichtbilder=Vortrag
von Chefredakteur Dr. Jäckh, Heilbronn:
Eintrittskarten 30 Pfg., für Mitglieder, angeſchl. Vereine und
Schüler 20 Pfg. am Verkehrsbüro und bei J. Mylius, Herdweg 2.
Früher gelöſte Dauerkarten für den Balkan=Zyklus haben Gültigkeit.
Hessischer Goethebund.
Dienstag, den 5. März, abends 8¼ Uhr, im Hörſaal Nr. 330
der Techn. Hochſchule
Privatdozent an der Techn. Hochschule
über:
Heute
Eintritt für Mitglieder frei.
Nichtmitglieder zahlen 20 Pfg.
Die Macht
des Goldes
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe (B10
m. Asta Nielsen in
der Hauptrolle
Wegen Aufgabe meiner
Wirtſchaft bill. zu verk.:
1 Weingeſtell, 2 Küchentiſche
1 Küchenwage, m. Marmorplatte,
1 Gasherd, 1 Kleiderſchr. 8 Mk.,
Gläſer, Porzellan u. verſch. and.
Steinackerſtr. 2, part.
(*5415
Hohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V1268) J. Mütler, Kiesſtr. 20.
Ginderbettſtelle mit Matr. z. vk.
S *5388imd) Waldſtr. 22, Stb. I.
zuterhalt. Fahrrad f. 25 Mk.,
gebr. Pferdegeſchirr ſpottb. z.
verkauf. Steinackerſtr. 2, p. (*5416
Brauerel „zur Krone-
7e
Morgen Mittwoch, den 6. März: (*54
Metzelsuppe
Franz Rieger.
wozu freundlichſt einladet
Gebr. Diwan u. Chaiſelongue b.
Gzu vf Maadalenenſtr. 19. (*5524
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
ſäte
Schuhe. Zahle d.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (4788a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
Dackelrüde
7 Monate, hirſchrot, ſehr wachſam,
ſchöne Figur, ſchon verſteuert, in
gute Hände billig zu verkauſen
Saalbauſtr. 42, 1. Stock. (*5481im
e
Dräftiger deutſcher Spitz, ſehr
Kwachſam, bill. zu verk. (*5391id
Eberſtadt b. Darmſt Oberſtr. 17.
Ein großer Bernhardiner Gaus
Männchen), 1 Jahr alt, zu
ver=
kaufen Ludwigshöhſtr. 25. (*5477
Danarienweibchen billig zu vk.
S-3339imd Heß, Waldſtr. 22.
Dgutſing. Kanarienhahne, à 8 M., z.
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
n älterer Kleiderſchrank
Ebillg zu verkaufen (*5478
Soderſtraße 94, II.
zut erhalt. Trumeauſpiegel zu
kaufen geſucht: Off. u. O 26
an die Expedition.
(*5406im
unkelbl. Kind.=Sitz=Liegewag.
zu verk. Wilhelminenſtr. 35,
Seitenbau rechts, 1. Stock (*5420
Gut erhaltener, blauer
Sportwagen
mit Verdeck zu verk. Zu erfragen
Nieder=Ramſtädterſtr. 5½, III. (*5
Salonſchrank, Tiſch,
Umbau, alles neu, billig zu
verkaufen Taunusſtr. 24. (*5410idi
Ausehant des berühmen
:: Wormser Weinmostes:
z. kauf.
geſucht.
(*5328oi
Kein Feinkewang. (14
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
(3272a
Preiſen
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr. 3.
eißſticken wird angenommen
2335a)
Kiesſtr. 43, part.
verk. Ahaſtr. 20, Mtb., 2. St. (*5480ids
Umzugshalber zu verkaufeneiſ. Betten mit gut. Wollmatratz.,
2türige Kleiderſchränke, Waſch=
kommod., 1 Diwan, große u. kleine
Tiſche Heidelbergerſtr. 157.(*5405imd Amzugshalber zu verkaufen
1 Schaukel, 1 Badeofen m. Kohl.. Holzheiz., 1 Bügelofen, 1 gr. Tiſch
Heidelbergerſtr. 157. (*5404imd Hauſpflug, Ketten, 2 Kuh=
geſchirre und Grummet zu
verk. Sandbergſtr. 28. (B5331 1 gebraucht., noch gut erhalt,
mit Freilauf oder
Fahrrad ein Leihhausſchein
für ein ſolches, wird zu kaufen
geſucht. Offerten unter O 20 an
die Geſchäftsſtelle d. Bl. (*5403im 1 Kachelofen
3 eiſerne Oefen, alle ſehr gut
erhalten, alsbald billigſt ab=
zugeb. Kiesſtr. 133, p. (*4999fso 2 Frühſahrsanzüge
(marine=blau, grau=kariert) und
1 Sommerüberzieher, für kräf=
tige Figur, zu verkaufen (*5476im
Saalbauſtraße 42, 1. Stock. ebrauchter Tennisſchläger zu
kaufen geſ. Off. m. Preisang.
unt. O. 19 an die Exp. (*5378 elt. Bett, ält. Sofa u. verſch
and. bilig zu verk. (*5331
Landaraf Georgſtraße 70, 1. St. gut gearbeitet, per
Molaböcke, Stück 1 Mk abzug.
*5181) Alexanderſtr. 9, Wohn. 5. u.
luer-Räue
billig ab=
zugeben Eckhardtſtr. 5, II., r. (*5424 Meyers Conv.-Lexikon
17 Bände, 1 Klassiker-Bibliothek,
25 Bände, beides mit Regale,
ſehr gut erhalten, bill. zu verk.
Stiftſtr. 41, 2. St. (5312ids wie mu, (hn
Wanderer-Rad,
billig
Grafenſtraße 26.
4429a) [ ← ][ ][ → ]
Verlangen Hie ausdrücklich:
Mele
Feinstefayonnaise
Anchouy-Taste z Sardellen-Butter
Perlangen ie führe verd. Lochrezoie.
49. Verbandstag der Heſſiſchen
Land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaften.
St. Im Städtiſchen Saalbau tagte geſtern unter
ge=
wohnt zahlreicher Beteiligung der 49. Verbandstag der
heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften unter dem
Präſidiums des Verbandsdirektors, Herrn Geheimerat
Haas. Der Präſident hieß die Erſchienenen herzlichſt
willkommen und begrüßte beſonders die Herren
Geheime=
räte Dr. Wagner und Direktor Dr. Nolden=
Frank=
furt, gleichzeitig bedauernd, daß die Staatsregierung
und das Kreisamt keine Vertreter entſandt haben.
Red=
ner wies dann darauf hin, daß der internationale
Ver=
bandstag der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften in
die=
ſem Jahre in Baden=Baden ſtattfindet und
er=
wähnt das 25jährige Jubiläum des Herrn
Oekonomie=
rats Dr. Heidenreich als Direktor der
Zentral=
genoſſenſchaft.
Bei der Neuwahl von Verbandsausſchußmitgliedern
ereignet ſich ein
Zwiſchenfall.
Direktor Dr. Heidenreich tritt warm ein für
Vor=
nahme der Wahl durch Zuruf, wie dies ſeit jeher Brauch
iſt, obwohl die Statuten Stimmzettel vorſchreiben. Der
vom Präſidenten unterſtützte Vorſchlag wird von der
Spar= und Darlehenkaſſe Griesheim ſcharf bekämpft,
deſſen Vertreter Stimmzettelwahl beantragt. Aus der
längeren, teilweiſe recht erregten Debatte geht hervor,
daß der Proteſt ſich gegen den Bürgermeiſter
Senß=
felder=Büttelborn richtet, der auch in einem
Flug=
blatt von Griesheim aus ſcharf angegriffen wird. Es
wird endlich beſchloſſen, zunächſt eine
Wahlvor=
ſchlagskommiſſion zu wählen und die Wahl ſelbſt
ſeinſtweilen zurückzuſtellen.
Direktor Dr. Nolden=Frankfurt dankt für ſeine
Einladung und hebt beſonders den guten Eindruck
her=
vor, den er im Vorjahre von hier mitnehmen konnte. Er
ſpricht dann warme Anerkennung aus dem Herrn
Ver=
bandsdirektor Haas, dem er unter lebhaftem Beifall
noch langes Wirken im Intereſſe und zum Wohle des
Genoſſenſchaftsweſens wünſcht. Geheimerat Haas
dankt für dieſe Worte und weiſt darauf hin, daß der
Vorredner das mühſelige Werk der Gründung einer
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaft in Deutſch=
Südweſt=
afrika durchgeführt hat, die dem Reichsverband
ange=
ſchloſſen iſt.
Darauf erteilt Generalſekretär Haas den
Jahres=
bericht.
Der Jahresbericht des Verbandsdirektors für das
Jahr 1911 liegt gedruckt vor. Er verleiht zunächſt dem
Gefühle aufrichtiger Trauer über den Heimgang eines
Mannes Ausdruck, der dem Verbandsausſchuß eine lange
Reihe von Jahren zugehört hat, des Herrn Gutsbeſitzers
Wilhelm Seiboldt zu Nieder=Eſchbach in Oberheſſen. Der
Dahingeſchiedene hat ſich ſtets mit warmem Herzen in den
Dienſt des Genoſſenſchaftsweſens geſtellt und an der
För=
derung desſelben regen Anteil genommen. — Im Jahre
1910 hat ſich wiederum, ſo heißt es weiter, eine
bemerkens=
werte Zunahme der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
vollzogen, doch blieb der Zuwachs gegen die Vorjahre
etwas zurück. Die Vermehrung betrug: 813
Genoſſenſchaf=
ten im Jahre 1910. Demgemäß hat ſich die Zahl der
länd=
lichen Genoſſenſchaften geſteigert auf: 24175 am 31.
De=
zember 1910. An dieſer bemerkenswerten Zunahme ſind
alle Genoſſenſchaftsarten, wenn auch in verſchiedenem
Grade, beteiligt. Während ſich die Spar= und
Darlehens=
kaſſen, Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften und namentlich
die Molkereigenoſſenſchaften relativ gering vermehrt haben,
nämlich um 3, 4 bezw. 2 Prozent des vorjährigen
Beſtan=
des, iſt der Zuwachs bei den ſonſtigen Genoſſenſchaften
ein ſehr erheblicher geweſen. Auf dem Gebiete der
Geſetz=
gebung ſei zunächſt der Nachwirkung der
Reichsfinanz=
reform gedacht, welche namentlich mit den Beſtimmungen
hinſichtlich der Stempelſteuer den Intereſſenkreis der
land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaften fühlbar berührt hat. Das
kürzlich zuſtande gekommene Wertzuwachsſteuer=Geſetz
be=
rührt die landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften vornehmlich
inſofern, als ſie ſich mit dem Güterverkehr befaſſen.
An=
geſichts der ſteigenden Zahl berufsmäßiger Beamten in
der Genoſſenſchaftsorganiſation hat der Entwurf eines
Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte auch für
genoſſen=
ſchaftliche Kreiſe tiefgehende Bedeutung. Ein ſehr
lebhaf=
tes Intereſſe, nicht ſelten verquickt mit politiſchen Motiven,
hat das Kaligeſetz erweckt. Die von ihm bewirkte
Verbil=
ligung der Kaliſalzpreiſe hat zweifelsohne zu einer
augen=
fälligen Steigerung des Kalikonſums beigetragen. Die
innere Entwickelung der Genoſſenſchaften iſt durch das
Streben nach Vervollkommnung und Vertiefung
gekenn=
zeichnet. Einen recht beachtenswerten Fortſchritt ſtellt die
vom Bayeriſchen Landesverband landwirtſchaftlicher
Ge=
noſſenſchaften ſeit einigen Jahren eingerichtete
Veranſtal=
tung von einmonatlichen Unterrichtskurſen zur Ausbildung
von Rechnern, Geſchäftsführern uſw. dar. Der gemeinſame
Bezug landwirtſchaftlicher Bedarfsartikel ſcheint, nach
man=
cherlei Beobachtungen zu urteilen, in jüngſter Zeit einen
gewiſſen Stillſtand ſeines Wachstums aufzuweiſen.
Be=
dauerlicherweiſe iſt auf dem Gebiete des gemeinſamen
Be=
zuges die Neigung zur Eigenbrödelei im Wachſen und
der Handel dabei der lachende Dritte. Ein eigenartiges,
aber nicht herzerfreuendes Schauſpiel iſt es, daß zur
glei=
chen Zeit, wo in landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftskrei=
ſen jener ſchlimme deutſche Erbfehler — die Uneinigkeit —
zutage tritt, der Handel ſich des Genoſſenſchaftsprinzipes
bedient und ſich zu machtvollen Bezugszentralen, wie z. B.
für Kali und Thomasmehl, vereinigt. Die Zerſplitterung
der genoſſenſchaftlichen Wirkſamkeit iſt umſomehr zu
be=
dauern, als das ſtändige Vorkommen minderwertiger
Lie=
ferungen — ſeien ſie unbewußt oder mit Abſicht erfolgt —
auf die Geſundung des landwirtſchaftlichen
Bedarfsartikel=
handels durch leiſtungsfähige Konſumentenorganiſationen
hinweiſen.
Von den beſtehenden 24175 ländlichen Genoſſenſchaften
hat ſich die überwiegende Mehrheit im Reichsverband zu
gemeinſamer zentraler Arbeit zuſammengefunden. Ihm
gehörten in 41 Provinzial= und Landesverbänden Ende
1910 an zuſammen 19113 Genoſſenſchaften. Die Zunahme
der Beſtandsziffer von 18633 Genoſſenſchaften Ende 1909
auf 19113 Genoſſenſchaften Ende 1910 iſt namentlich durch
ſtarke Zugänge bei den Verbänden Hannover (49), Halle
(47), Kiel (39), München (34), Straßburg I (32), Dresden
(30), Karlsruhe (30), Breslau (Raiffeiſen (28), Roſtock (27).
Berlin (Raiffeiſen) (26) zu erklären. Im Mittelpunkt der
Geſchäftstätigkeit des Reichsverbandes, ſoweit ſie nach
außenhin der weiteren Oeffentlichkeit gegenüber zutage
trittt, ſtand die Abhaltung des 26. Deutſchen
landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaftstages in den Tagen vom 7.—9. Juli
1910 in Koblenz. Ueber ſeine Verhandlungen haben wir
ſeinerzeit berichtet. Die Entwickelung der Zentralkaſſen
des Reichsverbandes war im Berichtsjahr eine günſtige.
Der Geſamtumſatz der territoriellen Zentralkaſſen des
Reichsverbandes ſtieg nach den vorläufigen Angaben von
4892 Millionen Mark im Jahre 1909 auf 5460 Millionen
Mark im Jahre 1910. Das Geſamtbetriebskapital dieſer
Zentralkaſſen erhöhte ſich von 262 Millionen Mark im Jahre
1909 auf 292 Millionen Mark im Jahre 1910. Im
Zuſam=
menhang mit der eingetretenen größeren Geldflüſſigkeit
zeigten die Einlagen der Genoſſenſchaften wiederum ein
Wachstum von 187 Millionen Mark im Jahre 1909 auf 214
Millionen Mark im Jahre 1910. Die Zentral=Ein= und
Verkaufsgenoſſenſchaften haben im Berichtsjahr im
Ver=
gleich zu früheren Jahren nur beſcheidene Fortſchritte
auf=
zuweiſen.
Der Bericht geht dann eingehender auf den Verband
der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſ=
ſenſchaften ein. Der Beſtand an
Mitgliedergenoſſen=
ſchaften war am Schluſſe des Berichtsjahres 1910
zuſam=
men 674 Genoſſenſchaften mit 70015 Mitgliedern.
Seit=
dem ſind ausgeſchieden infolge Auflöſung 16
Genoſſen=
ſchaften. Neu beigetreten ſind zuſammen 14
Genoſſenſchaf=
ten mit 1113 Mitgliedern. Der heutige Stand beträgt
mit=
hin zuſammen 672 Genoſſenſchaften mit 70 396 Mitgliedern.
Keinem Zweifel unterliegt es, daß kaum einem zweiten
ſozialen Gedanken eine ſolche Werbekraft innegewohnt hat
und noch imewehn, wie dem Gensſenſchafsgedanken=
Dieſe werbende Kraft muß ſich vor allem in dem Arbeiten
und Wirken einer beſtehenden Genoſſenſchaft offenbaren.
Zur oberſten Richtſchnur ſeiner agitatoriſchen Tätigkeit, den
genoſſenſchaftlichen Gedanken in irgend einer Form dort,
wo es noch möglich, feſten Fuß faſſen zu laſſen, hat ſich
der Verband daher die eingehende Prüfung der Frage
ge=
ſetzt, ob im einzelnen Falle für die genoſſenſchaftliche
Grün=
dung ſowohl Daſeinsberechtigung wie Daſeinsfähigkeit
ſprechen.
Vom Spar= und Kreditverein Nieder=
Modau ſagt der Bericht u. a.: Der Spar= und
Kreditver=
ein Nieder=Modau iſt im Jahre 1874 gegründet worden.
Sein Beitritt zum heſſiſchen Verband erfolgte im Jahre
1879. Die Geſchäftsführung des Vereins war von Anfang
keine einwandfreie. Trotzdem verſtand er, ſich in weiten
Kreiſen der Bevölkerung Vertrauen zu erwerben, ſo daß
ihm von nahe und ferne bei weitem mehr fremde Gelder
in Form von Spareinlagen zufloſſen, als er in ſeinem
eigentlichen Geſchäftsbetrieb, ſowie zur Befriedigung des
Perſonalkredits ſeiner Mitglieder benötigte. Die Folge
war, daß die überſchießenden kurzfriſtigen Betriebsmittel
in einer Weiſe Anlage fanden, die im Laufe der Zeit immer
nehr den genoſſenſchaftlichen Prinzipien der Liquidität und
hauptſächlich der Sicherheit Hohn ſprachen. Nicht nur, daß
man übermäßige Beträge in meiſtens faulen Hypotheken
und in Kaufſchillingen feſtlegte, gewährte man auch
Blanko=
lredite in beliebiger Höhe, machte unbeſchränkte Geſchäfte
mit Nichtmitgliedern — im Jahre 1899 war bereits über
die Hälfte der Betriebsmittel bei ſolchen feſtgelegt —
unter=
ließ den Einzug fälliger Zinſen faſt vollſtändig, ſo daß
Ende 1902 der Zinſenausſtand die horrende Höhe von über
220000 Mark erreicht hatte. Von Einhaltung einer
Kredit=
grenze ſah man entweder ab oder ſetzte ſich über die
T=
ſtellung hinaus, indem man einzelnen Perſonen Kredite
bis zu 100000 Mark und 200000 Mark gewährte. Der
Be=
zirk der Genoſſenſchaft nahm allmählich einen immer
grö=
ßeren Umfang an. Jeder, der ſonſtwo kein Geld belam,
wandte ſich nach Nieder=Modan. Allen genoſſenſchaftlichen
Grundſätzen wurde ſomit direkt ins Geſicht geſchlagen.
Infolge des Umſtandes, daß der Rendgnt Adam, der einer
angeſehenen und wohlhabenden Familie emſtammte,
allent=
halben ſich großer Achtung und Beliebtheit erfreute,
ge=
lang es ihm, die Beteiligung an der Geſchäftsführung der
Kaſſe ſeitens der übrigen Vorſtandsmitglieder und die
Kon=
trolltätigkeit des Aufſichtsrats immer mehr auszuſchalten
und allein das Heft in die Hand zu bekommen. Mit den
genoſſenſchaftlichen Mitteln ſchaltete und waltete nun Adam
beinahe nach Willkür, er lieh Gelder ohne jede
Genehmig=
ung aus, ſogenannte gute Freunde verleiteten ihn zu
Spe=
kulations= und Wechſelgeſchäften gewagteſter Art, kurzum,
immer mehr griffen Zuſtände Platz, die die Zukunft des
Kreditvereins im unheilvollſten Lichte erſcheinen ließen.
Wie Vorſtand und Aufſichtsrat ſo beſeelte auch die
Geſamt=
heit der Mitglieder ein blinder Vertrauensduſel zu Adam.
Wenn nur alljährlich eine hohe Dividende zur Verteilung
kam — häufig von 10 Prozent — und man die Gewißheit
hatte, daß das Geſchäftsergebnis ein fröhliches
Ge=
lage auf Koſten der Genoſſenſchaft geſtatteie, ſo
geneh=
migte man anſtandslos jede Bilanz, mochte ſie auch formell:
und materiell unrichtig aufgeſtellt ſein, und erteilte der
Ge=
ſchäftsführung Entlaſtung. Nach weiteren intereſſanten
Darlegungen ſchließt der Bericht: Als Pflicht des
Verban=
des iſt es aber zu betrachten, nichts unverſucht zu laſſen,
um die Genoſſenſchaft auf beſſere Wege zu bringen und
Mitgliedern und Gläubigern ihr Geld zu erhalten. Leider
kam das Werk nicht zuſtande. Sein Mißerfolg iſt zwar
zum Teil auf die erfolgte Irreführung zurückzuleiten, zum
nicht geringſten aber auch auf die Tatſache, daß die direkt
intereſſierten Faktoren zuviel an den eigenen Nutzen und
zu wenig an das gemeinſame große Ziel dachten.
Zu den Spar= und Darlehenskaſſen ergeben die Zahlen,
daß das Jahr 1910 für die Kreditgenoſſenſchaften als ein
im großen und ganzen glücklich verlaufenes bezeichnet
wer=
den kann. Für die Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften wird
die Konkurrenz des Handels von Jahr zu Jahr eine
ſchär=
fere und erbittertere. Dies zeigt fich auch in dem Umſtand,
daß der Geſamtwarenbezug im Jahre 1910 etwas
zurück=
gegangen iſt. Auch das Verhältnis der Genoſſenſchaften
zu den Warenzentralen läßt noch vieles zu wünſchen übrig.
Oft hört man noch die Anſicht ausſprechen, daß ſie ſelbſtt
direkt billiger kaufen müßten, als durch Vermittelung der
Zentralgenoſſenſchaften, die ſich ihre Arbeit durch einen ent=
ermaunmar
HNGIENE
GOLDENE
AWNTEInC
MEDAIME/ ORESDEN
md Aus
oa
5328
Darmstadt
1I gegenüber d.
-Schuhgesellschaft Telef.1so9 Rheinstr. 1& 2 Hauptpost Musterbuch
gratis u. frei.
Mainz: Schöfferstrasse 8.
m. b. H.
razies Fassfern
Genaue Fussmessung. Elegante, fertige
Stiefel. Gesunde, leistungsfähige Füsse.
Hauptpreislagen: M 14.50 17.50 aufwärts.
Kinderstiefel von H 3.50 an, je nach Grösse.
T u. reihig
tiefschwarz, blau
u. dunkelgemust.
von 38 Mk. bis 8 Mk.
HonkmandenA
Durch teilweise eigene Anfertigung, sowie durch geringe Geschäftsunkosten
Konsum-Marken. bin ich in der Lage, wirklich gute moderne Waren enorm billig zu verkaufen.
Rabatt-Marken.
Marktstr. 2
Marktstr. 2
Whncnn Deuster
Anerkannt leistungsfähiges Kaufhaus für elegante Herren- und Knaben-Garderoben.
(5028a
ſprechenden Auſchlag auf den Preis ebenſalle bezahlen
ließen. Unter den ſonſtigen Genoſſenſchaften ſind der Zahl
nach am ſtärkſten die Winzergenoſſenſchaften. Das lange
von den Weinintereſſenten, vor allem aber von den
Win=
zern erſehnte gute Weinjahr iſt in 1911 endlich zur Tatſache
geworden. Der Wein dieſes Jahrganges dürfte, was Güte
anbelangt, ſeinem großen Kollegen vor hundert Jahren,
dem 1811er, kaum nachſtehen, dieſen vielleicht ſogar
vieler=
orts noch übertreffen; jedenfalls darf die Qualität des
1911er heute ſchon als eine weit über den Durchſchnitt
hinausgehende angeſprochen werden. Auch inbezug auf
Quantität hat der Heurige im allgemeinen recht befriedigt,
denn es dürfte durchſchnittlich ein guter halber Herbſt
ein=
gebracht worden ſein.
Zur Geſchäftstätigkeit des Verbandes wird bemerkt:
Die Reviſion der angeſchloſſenen Genoſſenſchaften iſt für
den Verband nach wie vor das erſte und wichtigſte
Tätig=
keitsfeld. Im Berichtsjahre wurden 548 Reviſionen
vor=
genommen. Wenn auch im allgemeinen gefagt werden
lann, daß bei weitaus der Mehrheit der Genoſſenſchaften
die Organe mit Eifer bemüht waren, die vorgeſchriebenen
Obliegenheiten zu erfüllen, ſo gibt es andererſeits Idoch
eine nicht unbeträchtliche Anzahl, bei welcher Vorſtand und
Aufſichtsrat es durchaus an dem nötigen Pflicht= und
Ver=
antwortlichkeitsgefühl fehlen laſſen. Es haben
mancher=
orts Entwickelungstendenzen Platz gegriffen die, wenn
ihnen nicht energiſch Einhalt geboten wird, mit Sorge
für die Zukunft erfüllen müſſen. Dies gilt vor allem von
Mißgriffen und Fehlern, die ſeitens der Spar= und
Dar=
lehenskaſſen in der Anlage ihrer überſchüſſigen Gelder
ge=
macht werden.
Der Bericht ſchließt: Wenn auch der Rückblick auf die
genoſſenſchaftliche Arbeit des Jahres 1911 kein
ungetrüb=
ter iſt, ſo kann man doch mit Freude feſtſtellen, daß das
Jahr auch als ein ſolches fortſchreitender geſunder
Wei=
ferentwickelung zu betrachten iſt. Wenn eine
Genoſſen=
ſchaft ſolid und ſicher nach den erprobten Regeln arbeitet,
ſich in keiner Weiſe auf gewagte Geſchäfte einläßt, wenn
Vorſtand ſeine Sache verſteht und der Aufſichtsrat
ihm auf die Finger ſieht, dann können ſich Kataſtrophen
und Verfehlungen nur ſchwer ereignen. Vor allem aber
Hände weg von jeglichem Geſchäften ſpekulativer Art, bei
denen nur der Augenblickserfolg lockt, die aber in ihrem
meiſt zu ſchwerer Reue Veranlaſſung geben, Leuten
a die zu ſolchen Geſchäften verleiten wollen, die Türe
gewieſen. Die Geiſter und Willen ſind heute leider auf
anderem Boden gewachſen: „Vor allem mein eigener
Vor=
teil, dann das andere!‟ Das iſt im Weſen heute der
Wahrſpruch der Welt geworden und wirkt leider auch oft
genug auf die Genoſſenſchaften ein. Möge deshalb jeder
ſtets der alten Tatſache eingedenk ſein, daß der Einzelne
am beſten fährt, wenn ſich die Geſamtheit eines guten
Ge=
deihens erfreut. (Lebh. Beifall.)
Der Vorſitzende eröffnet eine
Diskuſſion,
zu deren Beginn er zunächſt den Herrn Verbandsdirektor
Sänger aus Baden begrüßt, der dann im Namen der
70000 badiſchen Genoſſen Grüße überbringt und den
Verhandlungen beſten Verlauf wünſcht. (Lebh. Beifall.)
Genoſſenſchaftler Kämmerer aus Heuſenſtamm
wünſcht noch nähere Auskunft über die Nieder=Modauer
Bank, beſonders darüber, wie es möglich ſein konnte, den
Herrn Beck als Rendant nach Nieder=Modau zu ſchicken,
obwohl dem Verband die Ungeeignetheit des Mannes
be=
kannt ſein mußte. — Generalſekretär Haas beſtreitet
das letztere und weiſt darauf hin, daß Beck wohl in
Unterſuchungshaft ſitzt, aber damit noch nicht gerichtet
iſt. — Auch Gen. Riches=Groß=Zimmern iſt mit der
gegebenen Aufklärung nicht zufrieden. Der Verband
hätte unbedingt früher eingreifen müſſen, wenn ihm
die mangelhafte Geſchäftsführung bekannt war. (Lebh.
Beifall.) — Geheimerat Haas weiſt darauf hin, daß
nicht hier auf dem Verbandstag, ſondern bei der
Ge=
neralverſammlung der landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaftsbank dieſe Rechenſchaft zu fordern ſei.
Direktor Ihrig von der Genoſſenſchaftsbank ſtimmt
dem zu. Er würde gerne hier Auskunft geben, aber es
ſei richtiger, dem Unterſuchungsrichter nicht vorzugreifen.
Der Verband habe übrigens jahrelang verſucht, dort
ein=
zugreifen, aber die Generalverſammlung der Nieder=
Modauer Bank hat immer wieder gegen den Rat der
Genoſſnſchaftsbant die beanſtandeten Perſonen in
Vor=
ſtand und Aufſichtsrat gewählt. Mehrfache Reviſoren
hat der Rechner dann aufs Raffinierteſte zu täuſchen
ge=
wußt. Als dann der Zuſammenbruch nicht mehr
aufzu=
halten war, hat die Genoſſenſchaftsbank alsbald
Sanier=
ungsverhandlungen eingeleitet, die aber trotz lebhafter
Bemühungen nicht durchzuführen waren, weil die
Mit=
glieder dahin ſich raten ließen, nicht zu zahlen, ſondern
die Genoſſenſchaftsbank die Verluſte tragen zu laſſen.
Das war nicht angängig und ſo wurde der Konkurs
un=
vermeidlich. Nähere Auskunft werde auf der
Generalver=
ſammlung gegeben werden. (Beifall.)
Gen. Eckſtein=Griesheim hält den Vorwurf
auf=
recht, daß der Verband wiſſen mußte, daß Beck nicht der
geeignete Mann war für Nieder=Modau.
Verantwort=
lich für die Verluſte ſei in erſter Linie der Aufſichtsrat.
Iſt dies der Fall, müſſen dieſem auch Grundlagen für
eine Beaufſichtigungs= und Reviſionstätigkeit gegeben
werden. Dieſe Grundlagen biete nur die
Geſchäftsord=
nung, die ſehr unzulänglich ſei. Redner ſtellt dazu
fol=
genden Antrag:
„Der Verbandstag wolle beſchließen: Die
Verbands=
verwaltung wird beauftragt, die Geſchäftsordnung, welche
vom Verband entworfen und herausgegeben wird, einer
Reviſion zu unterziehen und dieſelbe den heutigen
Ver=
hältniſſen entſprechend zu erweitern und auszubauen
unter Anlehnung an die Geſchäftsbeſtimmungen der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank in Darmſtadt.
— Den Kreditgenoſſenſchaften des heſſiſchen Verbandes
aber wird zur Pflicht gemacht, dieſe Geſchäftsordnung
als für ſie geltend anzunehmen, und dem Verband die
Pflicht auferlegt, die Reviſionen auf Grund dieſer
Unter=
lagen durch ſeine Reviſoren auszuführen.”
Generalſekretär Haas und Direktor Ihrig
neh=
men den Rendanten Beck wiederholt in Schutz. Direktor
Ihrig hält den Antrag wohl für praktiſch, doch meint er,
daß der Verband eines ſolchen Antrages nicht bedurft
hätte. Der Vorſitzende ſagt zu, den Antrag beim
Reichs=
verband zu vertreten. Gen. Ritz meint, wenn die
be=
ſtehenden Vorſchriften genau befolgt würden, käme auch
heute ſchon nichts vor. (Lebh. Zuſtimmung.)
Gen. Palmy=Gundernhauſen greift ſcharf die
Ge=
noſſenſchaftsbank an, die er allein verantwortlich macht.
Die Angriffe werden mit gleicher Schärfe durch Direktor
Ihrig zurückgewieſen. Wenn den wohlgemeinten
Rat=
ſchlägen der Genoſſenſchaftsbank gefolgt worden wäre,
hätte die Sanierung glatt durchgeführt werden können,
ohne daß die Spareinleger irgend etwas verloren hätten.
— Gen. Palmy hält ſeine Darſtellungen aufrecht.
Auch Oekonomierat Walter=Lengfeld nimmt die
Ge=
noſſenſchaftsbank in Schutz und meint, wenn die zu
Un=
recht Angeſchuldigten Gelegenheit gehabt hätten, ſich vor
Gericht zu rechtfertigen, werde man auch Wege finden, die
Nieder=Modauer Kaſſe zu ſanieren, ohne den Konkurs
durchzuführen. Dann wird ein Antrag aufe Schluß
der Debatte angenommen.
Die Rechnung
ſchließt ab mit einer Geſamteinnahme von 140 725,54
Mark und einer Geſamtausgabe von 13494995 Mark,
der Rechnungsüberſchuß beträgt 5775,59 Mark.
Hierzu kommt Rechnungsüberſchuß aus den Vorjahren
mit 75006,65 Mark, ſodaß der Geſamtüberſchuß
beträgt 80 782,23 Mark. Der Rechnungsprüfer beantragt
Entlaſtung, die dem Vorſtand erteilt wird.
Nächſter Punkt der Tagesordnung iſt
Neuregelung der Jahresbeiträge.
Nach dem Referat des Generalſekretärs Haas
wer=
den einige Anträge hierzu vorgelegt, die allgemein auf
Erhöhung der Beiträge hinzielen. Begründet werden die
Anträge im weſentlichen mit der durch die notwendig
gewordene Verſchärfung der Reviſionen bedingter
Perſo=
nalvermehrung uſw.
Ein Genoſſenſchafter regt an, einen Reſervefonds zu
ſchaffen, etwa dadurch, daß pro Kopf 1—2 Mark erhoben
werden, und aus dieſem Fonds in Fällen, wie Nieder=
Modau, Hilfe zu erteilen. Dem tritt Direktor Dr.
Hei=
denreich entgegen. Der Vorſchlag des Vorſtandes wird
dann angenommen.
Wahlen.
Gen. Grünewald=Babenhauſen berichtet dann
über die Beſprechung der Wahlvorſchlagskommiſſion, die
zu dem Entſchluß gekommen iſt, daß Bürgermeiſter
Senßfelder wieder wählbar iſt und die Wiederwahl
ſämtlicher Ausſcheidenden durch Zuruf empfiehlt.
Gen. Eckſtein=Griesheim ſpricht ſich nochmals ſehr
ſcharf gegen die Wahl Senßfelders aus, wenn
die=
ſer nicht vorziehen ſollte, ſein Amt als Vorſtand der
Groß=Gerauer Kaſſe niederzulegen. Es kommt wiederum
zu lebhafter, ausgedehnter Debatte, die damit endet, daß
ſämtliche ausſcheidenden Herren: 1. Geh. Regierungsrat
Bichmann=Darmſtadt, 2. Oekonomierat Dr. Heidenreich=
Darmſtadt, 3. Bürgermeiſter Keller=Spiesheim, 4.
Bür=
germeiſter Löſch=Wald=Uelversheim, 5. Gutsbeſitzer
Merg=
ler=Gernsheim, 6. Lehrer i. P. Ritz=Darmſtadt, 7.
Bür=
germeiſter Senßfelder=Büttelborn, 8. Oekonomierat
Wal=
ter=Lengfeld wieder gewählt und in der Erſatzwahl für
die verſtorbenen Verbandsausſchußmitglieder 1.
Oeko=
nomierat Wernher=Nierſtein Rendant Paul
Wern=
her=Nierſtein, 2. Gutsbeſitzer Wilh. Seiboldt I.=
Nie=
der=Eſchbach Direktor Fenchel=Griedel gewählt
wer=
den. Schließlich wird gegen die Wahl proteſtiert, jedoch
ohne Erfolg.
Durch die infolge dieſes Ergebniſſes entſtehende
an=
dauernde Unruhe bleibt der Vortrag des Herrn Geh.
Hofrats Profeſſor Dr. Wagner über
„Die Propagandatätigkeit auf dem
Ge=
biete der Düngerverwendung”
unverſtändlich. Auch die wiederholten Verſuche des
Vor=
ſitzenden, Ruhe zu ſchaffen, bleiben erfolglos. Redner
beſpricht den Unterſchied zwiſchen der Propaganda der
Düngerinduſtrie und der der Landwirtſchaft. Die
Pro=
paganda der erſteren iſt auf Abſatz, die der letzteren auf
rationelle Düngung gerichtet. Die Düngerinduſtrie ſei
immer bereit geweſen, zur Verbreitung der
wiſſenſchaft=
lichen Ergebniſſe beizutragen. Er verbreitet ſich dann
eingehend über die Tätigkeit der landwirtſchaftlichen
Verſuchsſtation, der Verbreitung ihrer
Propagandaſchrif=
ten uſw. Die langjährigen Verſuche haben ergeben, daß
es in Heſſen dem Boden faſt überall, in Aeckern und
Wie=
ſen, an Phosphorſäure fehlt. Da das Phosphor aber!
noch ſehr teuer war, konnte eine durchgreifende
Düng=
ung zunächſt nicht erfolgen. Da kam dann die
Thomas=
ſchlacke, die zu ſehr niedrigem Preiſe angeboten wurde.
Im Jahre 1884 wurde die Thomasſchlacke geprüft, und
man fand, daß ſie ganz verkehrt angewendet wurde. Man
erkannte die ungeheure Bedeutung des
Thomasſchlacken=
mehles, deſſen reichſte Anwendung Redner der heſſiſchen
Landwirtſchaft empfahl, zu einer Zeit, da es noch ſehr
billig (14 Pfg.) angeboten wurde. 1888 habe er dann
die Erfahrungen auch weiteſten Kreiſen bekannt
gemacht. Die Qualität des Thomasmehles verbeſſerte
ſich von Jahr zu Jahr, was ſeine Verwendung ganz
be=
deutend erhöhte (in 25 Jahren von 6 auf 36 Millionen
Doppelzentner). Das brachte auch der Landwirtſchaft
bedeutenden Aufſchwung. Vor 25 Jahren habe Redner
in einem Gutachten ein Programm für die
Dünger=
propaganda aufgeſtellt, das er bis heute konſequent
durch=
geführt habe. Die deutſche Regierung hat dem
Pro=
gramm zugeſtimmt und es hat gute Früchte getragen.
Von 100 Millionen vor 25 Jahren iſt der
Geſamtver=
brauch auf 440 Millionen Mark geſtiegen. Die
Propa=
ganda iſt aber auch heute noch nicht unnötig geworden.
Namentlich auch bei uns in Heſſen muß die Düngung
in vielen Gegenden auf Aeckern und Wieſen noch
er=
heblich verſtärkt werden. Vermehrte Düngung muß aber
mit beſſerer und paſſenderer Saat Hand in Hand gehen.
Noch vieles andere kommt hinzu. Freilich muß das
Geld für eine erneute umfangreiche Propaganda geſchaffen
werden. Nicht beſſer, wie hier, könne Kapital angelegt
werden. Der Verbrauch muß auf 700 Millionen ſteigen
und dementſprechend der Ertrag der Landwirtſchaft.
(Lebh. Beifall.)
Der Vorſitzende ſpricht dem Redner Dank aus und
erklärt unter lebhaftem Beifall, daß für die heſſiſchen
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften Geheimerat
Wag=
ner immer bleiben wird, was er ſtets war: „unſer
Wagner”.
Geheimerat Wagner dankte herzlichſt für die
Ova=
tion und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das
Ver=
trauen der heſſiſchen Landwirtſchaft ihm auch in Zukunft
den Mut der Arbeit erhalten wird. (Lebh. Beifall.)
Darauf wird die Tagung mit einem Schlußwort des!
Verbandsdirektors Haas gegen 2 Uhr geſchloſſen.
Wer sich vor Mottenschaden schützen will
verwende nur
Dr. Weinreich’s
MorrEnkrnEk
VI5307)
Lau Atest des Kön gl. Ober-Hoimarsehnlamtes seit Jahren in den
Hoflal-
tungen Sr. Majestät des Kaisers mit glänz Erfolg ständig im Gebrauch.
das einzig zuverlässige, geruchlose Mittel
zur Vertilgung von Motten und deren Brut.
Flaschen à 1.25, 2.—, 3.50 u. 6.— Mk., sowie
passende Zerstäuber à 1.10 u. 2.— Mk. in
Apo-
theken, Drogerien u. Parfümerien zu haben,
Prospekt mit zahlreichen
Anerkennungs-
schreiben aus allen Kreisen kostenlos und
franko durch den alleinigen Fabrikanten
Pharmakon G. m. b. H., Berlin SW. 29.
Engrosniederlage: Friedr. Schaefer.
für Uhren
Reparaturwerkstätte aller Art.
Durch Vermehren der
Arbeits-
kräfte ist es mir nun wieder
möglich, alle Aufträge in
kürzester Frist ausführen zu
können.
— Anerkannt billige Preise.
Uhrmachermeister,
Adam Rolb, nur Kirchstr. 17.
Werkzeugmaschinen-Verkauf
Am Dienstag u. Mittwoch 5. u. 6. März 1912 verkaufe
ich in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 128 folgende gebrauchte, gut
erhaltene Maſchinen: 3 Bohrmaſchinen, 4 Drehbänke,
1 Kopfbank, 6 Feldſchmieden, Walz und Biegmaſchinen,
* (5302im
Stanzen, Scheren ꝛc.
Josef Rosenau, junior.
Welches hieſige Möbelgeſchäft
(kein Abzahlungsgeſch.) liefert
gegen Teilzahlung Möbel ? (*5421
Offert. unt. O 33 an die Exped.
Guter Phonograph, wenig
geſpielt, nebſt einigen Walzen zu
verkauf. Näh. in der Exp. (*5265soi
eue Bettſtelle m. Sprungmatr.,
* bill. abz. Dreibrunnenst. 1, I. (*5423
Anſichtskarten=
Brieimarken- tauſch.
Bei=
trag vierteljährlich nur 50 Pfg.
Näh. Otto Hochschild, Gr. Lichterfelde
bei Berlin, Eliſabethſtr. 27a, (52939
Guterhaltene
Baxuswügen
und
Carrosserten
(5305
billigſt abzugeben
Kruck, Hoflieferant
Frankfurt a. M.
Gebrauchter, gut erhaltener
Ladenschrank
(*5411im
zu kaufen geſucht.
W. Leschhorn, Rheinſtraße 14,
Spezialgeſchäft photogr. Artikel.
Ein gebrauchtes Fahrrad und
Büchergeſtell zu verkaufen
(*5412
Karlſtraße 28, 2. St.
gehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge , Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (4957a
Zu verk.: ſchwarz. Herren=Anzug,
mittl. Fig., w. Stickereikleid,
weißleinen Kleid mit Handſtickerei,
Bluſen u. noch verſch. f. Mädchen
v. 18—20 Jahr., eine Partie
Jugend=
hefte Eliſabethenſtr. 52.. (*5409
Waldmeiſterbowle
täglich frisch zubereitet —
Fürſtenhalle=Reſtaurant
(5358ido
Elisabethenstrasse 6.
Daselbst im Ladenverkauf täglich frischer Waldmeister.
(5368
Konfirmanden!
Den Rest der Gesangbücher geben wir
wegen vollständiger Aufgabe der Abteilung
„Luxus” zu jedem annehmbaren Preise ab.
Wichtig! Hoflieferant Heinrich Elbert
Gesellschaft mit beschr. Haftung
Eilt!
Darmstadt, Ernst-Ludwigstr. 9.
Weißbinderarbeiten
werden ſofort dauerhaft u. billigſt
ausgeführt. Auch Uebernahme
von Faſſaden zu billigſten Preiſen.
Koſtenanſchläge gratis. . Offerten
u. N 63 a. d. Exped. (*5174soi
Spengler= u. Inſtallationsarbeiten
werden prompt und billigſt
(4638a
ausgeführt
Georg Kaiser, Spenglormeister,
Telephon 1067. Rheinſtr. 5.
Grundſtück=Bangelände
in der Dieburgerſtraße zu verk.
oder zu verpachten. — Näheres
(*5487if
Wenckſtraße 27 part
Witwer
Arbeiter, 53 Jahre alt, mit
dauern=
dem guten Einkommen, wünſcht
ſich mit einer Witwe ohne Kinder
im Alter von 40—50 Jahren
wie=
der zu verheiraten. Offert. unt.
O. 35 an die Exped. (*5438id
2 Schwestern
23 und 26 J., ev., gut gebild., ſehr
häusl., je 15 000 M. bar ſofort u.
Ausſt., ſpät. Verm., ſuchen ſich zu
verheiraten mit Beamten. Off. u.
Postlagerkarte 27, Mainz. (Fr5309
Heiratsgesuch!
Angeſehener Kaufmann, 38 J., alt,
ev., mit eig. groß. Geſchäft, wünſcht
Heirat mit vermög. Dame in paſſ.
Alter. Vermittelung durch
An=
gehörige erwünſcht. Diskr.
Ehren=
ſache. Zuſchriften unter O. 47
an die Exped.
(*5458
Wäſche zum Waſch. u. Bügeln
wird angen. Frau Winter,
Heidelbergerſtr. 40, I. Poſtk. gep. (*5446
Danarienhähne und=Weibchen
billig zu verkaufen (*5526
Karlſtraße 25, 3. St. rechts.
Seltenes Angebot!
Billige Villa!
In schönstem Villenviertel
Darmstadts neuerbaute
Villa mit 1260 qm grossem
Nutz- u. Ziergarten, 9
Wohn-
räumen, Küche mit
Speise-
aufzug. Bade-Einrichtung,
Zentralheizung, für 23000 M.
zu verkaufen. Anzahlung
5000 M. — Näheres durch
Gg. Keil
Grossh. Geometer I. Klasse
Immobilien — Hypotheken
Darmstadt, Rheinstr. 47
Telefon 2070. (4854msi
Zeeene e
Pilla; Zim., Küche, Waſchk., Kell,
Speich., Garten, Waſſerleit., iſt zu
14000 M. unt. ſehr günſt.
Zahlungs=
beding. zu verk. od. auch ſof. zu verm.
Off. an den Beſitzer David Mainzer,
Holzhandlg., Zwingenberg a. d. B. (3803a
Schrgünst.Angebotz. I. April
(Nicht zu überſehen.)
Hierdurch biete wegzugshalb.
mein neuerbautes, freiſtehendes
LLandhaus mit großem Garten,
25 Minut. von Darmſtadt
ge=
legen, für 8250 Mk. z. Kauf
an. Anzahlung 1500 Mk. Reſt
kann ſtehen bleiben zu 4¼%.
Off. erbitte unt. N 12 an die
Exped. ds. Bl. zu richt. (4956a
Lberstadt.
Haus mit gutgehend. Metzgerei
für 14000 Mk. ſofort zu verkaufen.
Off. u. O 30 an die Exp. (*5414id
Einfamilienhaus.
Das modern eingerichtete
Einfamilienhaus
49 Riedeſelſtr. 49
beſteh. aus 12 Zimm., Bad,
Veranda, Garten, reichlich.
Zubehör, iſt ſehr preisw.
unter günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Alles Näh.
daſ. u. durch das
Immo=
bilienbüro von Hermann
Marx, Grafenſtraße 12.
Telefon 1468. (2774a
Ullien verkauf!
Das Anweſen des Herrn Prof.
Habich, Alexandraweg 27 hier.
ſeit 5 Jahren von Herrn Graf
Beiſſel von Gymnich bewohnt,
enthaltend: Einfamilienhaus mit
14 Räumen, Küche, Bad,
Zentralheizung, Balkons und
Garten, iſt event. mit der
Ein=
richtung der Halle, des Speiſe=,
Muſik= und Fremdenzimmers zu
verkaufen.
Reflektanten erhalten näheren
Aufſchluß nur in dem
Immobilien=
geſchäft Sebastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Teleſon 243. (5337a
wegen gänzlicher
Im Total=Ausverkauf Geschäftsaufgabe
diese Woche: Extra billiger Verkauf
in schwarzen und weissen Kleiderstoffen, weisse Stickerei-Röcke
„
Kniebeinkleider .. Tag- und Nachthemden.
(5318
am
Ellsabethen-
EO Ludwigsplatz.
strasse 2 Aehfer&
Dieburgerstr. 26
1. Stock, geräumige 7 Zimmer=
Wohnung mit Loggia, Veranda,
Gas und Zubehör per 1. April zu
vermieten. Näheres daſelbſt oder
Brauerei z. Goldnen Anker. (3303ids
Zimmer
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
(3648t
Näh. daſ. part.
Kahlertſtraße, 5 Z., Zubeh., ev.
Garten per ſof. z. verm., 650 Mk.
Ausk. Wendelſtadtſtr. 40, I. (331ids
Gutenbergſtraße 12
1. Stock, ſchöne 5=Zimmerwehn.,
der Neuzeit entſpr. eingerichtet, mit
allem Zubehör p. 1. April zu vm.
Näh. daſ. v. 2—5 Uhr. (1736ids
Zimmer
1. Stock, 3 Zim.=
Karlſtr. 6, Wohnung per
1. April zu vermieten.
3965t
Neubau-Karlstr. 6
3 ſchöne 3 Zimmerwohnungen der
Neuzeit entſprechend, per 1. April
zu vermieten.
(3964t
Schöne 3 Zimmerwohnung
mit allem Zubehör per 1. April
zu vermiet. Gartenſtadt Traiſa,
(4702a
Ludwigſtraße 20.
Landgr. Georgſtr. 62 (früh. 6),
2. St., ſchöne 3= u. 4=Zim.=Wohn.
(2694is
zu vermieten.
Näh. Carl Ph. Müller Wwe.
Heinrichſtr. 87, 3. St., 3 Zim.=
Wohn. mit Veranda zu vm. (4087s
Kiesſtraße 24
3 Zimmerwohn. mit all. Zubehör
und Gas p. 1. Mai zu vermieten.
Näh. bei L. Bauer, daſ. (3986ids
Landwehrstr. 64, I.
ſchöne 3 Zim.=Wohn. mit all. Zub.
per 1. April zu verm. (5247ms
Weinbergſtr. 52, 3=
Zimmer=
wohnung, Küche, Vorplatz u. Zub.
bis 1. April, Preis 300 M. (B5359ms
3 Zimmer
Hth. pt., kl.
Mathildenpl. 11, 2 Z.=Wohng.
mit K. u. Zubeh. ſofort zu verm.
Zu erfr. Vorderh., 1. St. (4777t
Nieder=Ramſtädterſtraße 75
kleine 2 Zimmerwohn. an einzelne
Perſon zu vermieten. (5036a
Fuhrmannſtr. 10 eine 2=Zim.=
Wohnung. Preis 21 Mk. (5181ids
Arheilgerſtr. 4 2= Zimmerwoh=
(5208ids
nung per ſofort.
Mchehentenen
Ecke der Wilhelminenſtr., 1. Stock,
auch zu Geſchäftszwecken ſehr
ge=
eignet, per ſofort zu verm. (451f
Wienersſtr. 52 2 und 3 Zim.. b. 1. Apr. Werkſt. ſof. (*5433
Lauteſchlägerſtr. 5½, kl. Zwei=
Zimmerwohn. im Htb., an
allein=
ſtehende Perſon zu verm. (*5521
M
Holzſtr. 10 (bei J. Strauß) eine
Zimmer=Wohnung mit Küche ſo=
(3966ids
fort zu vermieten.
Sere e eee
(*5402ias
vermieten.
Manſardenwohnung an ruhige
Leute ſof. od. ſp. zu verm. Näh.
Mauerſtraße 22, part. (*5408ids
20 am grosse Räume
für Bureau oder Lager.
Näheres Mühlſtraße 50, nur v.
11—12 Uhr.
(B4433id
große helle Werkſtatt od. Lager=
räume mit Kontor zu vermieten.
Gas, elektr. Kraft und Licht vor=
handen. Näheres Karlſtraße 34,
Kontor.
(3585ids Mmen Heidelbergerſtr. 74 Stall
für 3 Pferde m. Burſchenſtube ꝛc.
Näh. Saalbauſtr. 78, part. (*5091si Sandſtraße 34
Stallung u. Zubehör auch Remiſe
(5320t
zu vermieten. Zimmer
Uer Waldstrasse 2 3 möblierte
Zimmer, zuſammen oder getrennt,
ſofort zu vermieten. (5010t für anſtänd. Ar=
Schlafſtelle beiter oder Lehr=
ling, mit oder ohne Penſion, bill. zu
vm. Wienersſtr. 73, II. (*4174dsm Fuhrmannſtraße 3, 1. Stock,
freundlich möbliertes Zimmer an
Kaufmann od. Beamten. (*5101soi Neckarſtr. 24, II.r., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (*5194soi dh., 1. St. r., möbl. Z.
Maſtet
billig z. v. (B4671oif Loniſenſtr. 32, II., b. G. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (*5343oim Gutenbergſtraße 43, 1. Stock,
möbl. Zimmer an Kaufmann od.
anſtänd. Arbeiter zu verm. (*5350oi 3. Stock, beſſ. Fräul.
Schulstr. 5, find. einfach möbl.
Zimmer mit Penſion. (5154t Aliceſtraße 1, 1. St., ſch. möbl.
freundl. Zimmer mit ſchöner Aus=
ſicht per 1 März zu verm. (4292if 2. Stock,
Frankfurterſtr. 58, gut möbl.
Zim. per ſofort zu verm. (4088ids Mühlſtraße 10, part., behagl.
möbl. Zim. m. ſep. Eing. bill. (4553a Forſtmeiſterplatz 5, n. Mittel=
bau, part. links, freundlich möbl.
Zimmer zu verm. (B4435 Clemensſtr. 14 ſchön möbliertes
Zimmer an Herrn oder Dame
ſofort zu vermieten. (B5188 Roßdörferſtraße 46, p., frdl.,
möbl. Zim. z. vermieten. (*5417im Ludwigsplatz 4, 2. St., 2 kleine
ineinandergeh. möbl. Zim. (*5448id Riegerplatz 8, III., r. möbliert.
Zimmer an beſſeren Arbeitsmann
zu vermieten.
(*5440if Eine ſchön möbl. Wohnung iſt
zu vermiet. Auskunft wird erteilt
Eliſabethenſtr. 22, II, Beck. (*5426 Waldſtr. 11, 3. St., ſch. möbl.
Zimmer, pro Woche 4.50 M. (*5507 Grafenſtr. 24, 2. St., einfach
möbl. Manſardenzim., in g. Fam.,
monatl. 14 M.
(5338if Karlſtr. 41, 1. St., möbl. Zim.,
Woche M. 3.50 m. Kaffee (*5482ids Saalbauſtr. 38, 2. St., möbl.
Zimmer mit voller Penſion, an
Kaufmann ſofort zu vermieten.
Näheres im Laden. (*5496 Gartenſtr. 12, 2. St., möbl. Zim.
zu verm. Einzuſ. nachm. (*5469 Olten eehte
utenbergſtraße nder Nähe
Gverſchließbarer Raum zu
ebener Erde geſucht. Offerten
Gutenbergſtraße 22, II., vormitt.
bis 10½, Uhr.
(*5313oi
Atelier
eventl. mit Wohnung, bis 1. April
zu vermieten. Näh. Exped. (B5116
t 5
Seinein
per 1. Oktober moderne, der Neu=
(*5434ism
zeit entſprechende
Sil Zimmermeinung
elektriſches Licht, Zentralheizung,
Gartenanteil und Balkon.
Offerten mit Preisangabe unter
O. 39 ſind zu richten an die
Ex=
pedition dieſes Blattes.
Geſucht
eine Wohnung von 5—6 Zimmern,
2. Stock, mit Zubeh. im ſüdöſtl.
Stadtviertel. Offerten mit Preis
unt. O. 38 an die Exp. (*5435
3 oder kl. 4 Zimmerwohn.
in ruhigem Hauſe von kl. Familie
(1 Kind) zum 1. Juli geſucht. Off.
unter N 44 Exped. erb. (*5067si
1. Stock oder parterre
von Beamtenfamilie ohne Kinder
zum Preiſe bis 750 Mk. mit
Bleich=
platz per 1. Juli. Offerten unter
O 57 an die Exped. d. Bl. (*5492
Hübſche 3—4=Z.=Wohnung
im Zentrum der Stadt zu mieten
geſucht.
(*5419
Gefl. Off. unt. O 28 a. d. Exp.
Nelteres alleinſtehend. Ehepaar
Aſ. 4 Zim.=W. m. all. Bequeml.
in gut. Hauſe, per 1. Juli o. 1. Okt.
Off. u. O 16 an die Exp. (*5365oi
nod. Bodenkammer
Ki. Zimmer z. Aufbewahrung
von Möbeln zu mieten geſucht.
Offert. mit Preisangabe u. O 27
an die Exped. erbeten. (B5308
(Brüder)
2 jüng. Bürogeh. ſuch. möbl.
Zimmer z. 15. März. Angeb. m.
Preis unt. N 97 Exped. (*5311gi
Junge Dame
ſucht per Mitte März möbl. Zim.,
wenn mögl. mit Klavier. (52920i
Offerten unter F. U. B. 1976
an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M.
Einf. möbliert. Zimmer, Nähe
Mathildenplatz, ſep. Eing., geſ. (*5397
Off. an C. H., Dieburg, poſtlag.
ſucht p. 1. April.
Jung. Hlann ſchön möbliertes
Zimmer. Offert. mit Preisangabe
unt. O 31 an die Exped. (*5430
ſucht zum 1. April
Dipl.-Ing. möbliertes Zimmer
in freier Lage, doch nicht nach
Weſten, m. Schreibtiſch, evtl. volle
Penſion. Ausführl. Angebote m.
Preis u. O 64 an die Exp (*5508
Gesucht
für eine ältere anſpruchsloſe Dame
ein oder zwei möblierte Zimmer,
am liebſten in einem
Einfamilien=
hauſe in ruhiger freier Lage, nicht
an einem Fahrweg. Offert. unter
(*5466
O. 41 an die Exp.
Geſucht
zum 15. ds. Mts. in der Nähe der
Kaſerne des Leibgarde=Regts. 115,
zwei gut möblierte Zimmer
(Schlaf= u. Wohnzimmer) in guter
Lage. Adreſſen unter O. 46 in
d. Exp. d Bl niederzul (*5462imd
leiteres Fraulein ſucht ein un=
Amöbliertes Zimmer mit
Koch=
vorrichtung in gutem Haus. Off.
unter O. 67 a. d. Exped. (*5515
zut möbl. Wohn= u. Schlaf=
6 Zimmer mit 2 Betten zum
Preiſe von 40 Mk. geſucht. Oif
unter O. 65 an die Exp. (5355
Für ein anſtändiges Fräukein,
das einige Zeit zurückgezogen leben
will, wird bei mäßigem Preis
liebev. Penſion geſucht. Off. mit
Preis unter O 40 Exped. (*5491
mmerten
Wohnhaus mit Stallungen
und ſonſtigen Gebäulichkeiten unt.
günſtigen Bedingungen zu
ver=
kaufen. Das Haus eignet ſich
für jedes Geſchäft. Offerten unt.
AA 37 an die Expedition. (B4776
Hübsches Landhaus
direkt am Wald geleg., bill. zu verk.
Off. u. M 70 an die Exp. (*4779msi