Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichs=
tags wird am Dienstag mit der Prüfung der
Wah=
len beginnen.
Mehrere Städte Weſtfalens beſchloſſen die
Grün=
dungeines Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Flug=
ſportplatzes.
Eine Deputation der Bürgerſchaft von
St. Gallen iſt anläßlich des bevorſtehenden
Kaiſer=
beſuches in Berlin eingetroffen.
Die Bergarbeiterkonferenz in England
beſchloß, die Verhandlungen fortzuſetzen. Die engliſche
Preſſe hält den Streik für unvermeidlich.
Am Fuße des Olymp wurden vorzüglich erhaltene
Ueberreſte eines antiken Marmoubaues
ent=
deckt.
Die Mitwirkung der Flotte bei der
Landesverteidigung
bildet den Gegenſtand eines Aufſatzes, den
Generalleut=
nant z. D. von Janſon im Märzhefte der Deutſchen
Revue (Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt)
veröffent=
licht. Sein Zweck iſt, der keimenden Eiferſucht zwiſchen
Heer und Flotte zu begegnen und zu verhüten, daß
von einem der beiden Teile unſerer Wehrmacht eine
ein=
ſeitige Entwickelung auf Koſten des anderen angeſtrebt
werde. Zur Erreichung dieſes Zweckes entwickelt
Ge=
neralleutnant von Janſon im weſentlichen folgenden
Ge=
dankengang:
Die Entſcheidung über das Daſein einer
Feſtlands=
macht wie Deutſchland kann nur auf dem Lande fallen
und hängt in erſter Linie vom Heere ab; eine
Schwä=
chung des Heeres zugunſten der Flotte wäre deshalb ein
ſchwerer Fehler. Andererſeits iſt das Heer allein nicht
imſtande, uns eine angemeſſene Stellung im
weltwirt=
ſchaftlichen Verkehr zu erhalten. Der Verzicht auf
eine nennenswerte Seemacht würde daher unſeren
Han=
del der Gnade Englands anheimgeben, das die
unbe=
dingte Seeherrſchaft als ſein geſchichtliches Vorrecht
be=
anſprucht. Damit hinge unter Umſtänden auch die
Preisgabe unſeres Kolonialbeſitzes zuſammen, für den
ſo viel Opfer an Gut und Blut gebracht worden ſind.
Welche Rückwirkung die Vernichtung des überſeeiſchen
Handels auf unſere Machtſtellung ausüben würde, hat
auch eine Autorität wie General von Blume in ſeiner
„Strategie” durch den Hinweis auf den Schaden betont,
„der durch überlegene Seemacht beſonders ſolchen
Staa=
ten zugefügt werden kann, die volkswirtſchaftlich oder
bezüglich der Beſchaffung von Kriegsmaterial vom
See=
verkehr abhängig ſind‟. Die Flotte dient alſo dem Heere
und der Landesverteidigung, wenn ſie die Aufgabe löſt,
den Handel zu ſchützen. Zu dieſer Aufgabe treten für
die Flotte noch folgende hinzu: möglichſte Entlaſtung
des Heeres vom Küſtenſchutze, unmittelbare Unterſtützung
der Operationen des Heeres, Verhinderung einer
Ver=
ſtärkung unſerer feſtländiſchen Gegner über See.
In letzterer Hinſicht muß nach den Erfahrungen des
vergangchen Sommers mit der Möglichkeit gerechnet
werden, daß England durch eine Streitmacht von 160000
Mann Frankreich auf dem Feſtlande unterſtützt. Zwar
iſt ein engliſcher Landungsverſuch an der deutſchen Küſte
in größerem Maßſtabe weder wahrſcheinlich noch
aus=
ſichtsvoll. Aber ganz abgeſehen von der Landung an der
Küſte des verbündeten Frankreich ſelbſt, kann eine
eng=
liſche Landung in Jütland oder in Holland oder in
Bel=
gien verſucht werden. Gelingt es, den beträchtlichen
eng=
liſchen Zuwachs zur Kampfkraft unſeres feſtländiſchen
Gegners vorher zu beſeitigen, d. h. ſeine Ueberführung
nach dem Feſtland zu hindern, ſo bedeutet das eine ſehr
ins Gewicht fallende Schwächung der feindlichen
Land=
macht, eine Schwächung, die ſonſt blutig erkämpft werden
müßte.
Ein Kampf mit der die Transportſchiffe deckenden
engliſchen Flotte iſt aber keineswegs ausſichtslos, wen
ſelbſt die britiſche Seemacht nicht gleichzeitig die deutſche
Bucht der Nordſee wirkſam einſchließen und einen
un=
bedingt überlegenen Teil zur Deckung des Transports
verwenden kann. Der für uns ungünſtige Fall iſt der,
daß bei enger Blockade der Durchbruch bereits mit
ſchweren Opfern erkämpft werden muß, ſodaß ein neuer
Kampf mit der Begleitflotte ausſichtslos werden kann.
Sache der Führung wird es dann ſein, durch
Torpedo=
bootsflottillen und andere leichte Streitkräfte, vielleicht
unterſtützt durch Demonſtrationen, die Landung zu
ge=
fährden, womöglich zu ſtören. Ein Erfolg wird es auch
dann ſchon ſein, wenn unſeren Opfern mindeſtens ebenſo
große Verluſte des Gegners gegenüberſtehen. Im Falle
einer weiten Blockade, die man ſich etwa von der
Höhe von Schottland bis zum Kanal reichend denken
könnte, würde der rechte engliſche Blockadeflügel
gleich=
zeitig den Transport durch Abſchließung des Kanals
decken. Der deutſche Gegner würde dann alſo nur mit
einem Teile der Flotte zu tun, alſo Ausſicht auf Erfolg
haben.
So erſcheint die Unterſtützung des Heeres durch die
Flotte dem Generalleutnant von Janſon nicht nur
über=
haupt als möglich, ſondern auch als eine große und
loh=
nende Aufgabe. Im Munde eines Angehörigen des
Heeres wiegt dieſes Urteil zu Gunſten der Flotte
dop=
pelt ſchwer.
Zur Lage des Bergarbeiterſtreiks in England.
* Die Bergarbeiterkonferenz beſchloß
ein=
ſtimmig, die Verhandlungen fortzuſetzen. Außerdem
wurde eine Reſolution angenommen, nach welcher den
Arbeitern nach Ablauf der Kündigungsfriſt geſtattet ſein
foll, zu arbeiten, ſoweit dies zur Sicherung eines
Berg=
werkes erforderlich iſt. Die Bergarbeiter verſichern immer
noch, daß keine Beilegung der Kriſis möglich
ſei, wenn ihnen nicht ein Minimallohn, in dem von den
Bergarbeitervertretern am 2. d. Mts. beſchloſſenen
Um=
fang bewilligt würde. Daher würden ſie ſich in dieſem
Punkte keinem Schiedsgericht unterwerfen. Die
Verhand=
lungen ſollen fortgeſetzt werden. Eine amtliche
Mitteilung beſagt, die Regierung iſt überzeugt,
daß es Fälle gibt, wo die Bergarbeiter aus Gründen, die
nicht in ihrer Macht ſtehen, keinen angemeſſenen Lohn
ver=
dienen können. Es müßte daher eine Macht, die ihnen
einen ſolchen Lohn ſichert, geſchaffen werden durch
Ver=
einbarungen, die den Verhältniſſen jedes Diſtriktes
an=
gepaßt ſind, mit den entſprechenden Garantien zum Schutze
der Arbeitgeber gegen etwaigen Mißbrauch. Die
Regie=
rung ſchlägt beſtimmte Diſtriktskonferenzen zwiſchen
Ar=
beitgebern und Arbeitnehmern vor, um über ein
Lohn=
minimum zu entſcheiden. Ein Vertreter der Regierung
ſollte dabei anweſend ſein. Würde irgend eine derartige
Konferenz fehlſchlagen, ſo ſollten die Regierungsvertreter
gemeinſchaftlich über die noch ausſtehenden Punkte
ent=
ſcheiden.
Es heißt, die Bergwerksbeſitzer im
Verbands=
gebiete hätten beſchloſſen, die Vorſchläge der Regierung,
darunter auch den Minimallohn, anzunehmen.
Die Arbeiter von Northumberland und Südwales ſind
dagegen. Unter den ſchottiſchen Arbeitgebern iſt die
Stimmung geteilt. Die Vertreter der Bergleute
erwä=
gen, ob ſie dieſes Teilabkommen annehmen ſollten,
wäh=
rend die Verhandlungen über Südwales. Schottland und
Northumberland fortdauern. Die Beratung der
Abord=
nung der Bergarbeiter beim Miniſterpräſidenten am
Mittwoch dauerte nur eine halbe Stunde.
Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus London,
29. Febr: Es verlautet, daß Asquith den
Bergarbei=
tervertretern gewiſſe deſinitive Vorſchläge unterbeitete
und daß ſich die Vertreter der föderierten engliſchen
Gru=
ben bereit erklärten, dieſe ihren Mandanten verſuchsweiſe
vorzulegen, daß aber die Vertreter der Gruben von
Bir=
mingham, Wales und Schottland die Annahme dieſer
Vor=
ſchläge glatt ablehnten. Als ein weniger gutes Zeichen
gilt es, daß die ſchottiſchen Delegierten alle
Grubenarbeiter in Schottland telegraphiſch
an=
weiſen, die Arbeit morgen niederzulegen.
Mor=
gen um mitternacht werden ſämtliche
Kohlen=
arbeiter Englands, im ganzen 500000 Mann,
ausſtän=
dig ſein. Noch peſſimiſtiſcher klingt ein Londoner Tele=
gramm der Morgenpoſt: Man nimmt hier allgemein an,
daß alle Einigungsverſuche als geſcheitert anzuſehen ſind,
und daß der Ausbruch des Generalſtreiks unmittelbar
bevorſteht. Alle dieſe Gerüchte führten auch an der
hieſi=
gen Börſe zu einer allgemeinen Abſchwächung; ſämtliche
engliſche Bahnen zeigten eine matte Haltung.
Deutſches Reich.
— Der Kaiſerbeſuch in der Schweiz. Eine
Deputation der Bürgerſchaft von St. Gallen iſt wegen
des im Herbſt vorgeſehenen Kaiſerbeſuches in der
Schweiz in Berlin eingetroffen.
— Zur Wahl des Reichstagspräſidiums
meldet die Morgenpoſt: Zur Zeit iſt die Lage bezüglich
der Beſetzung des künftigen Reichstagspräſidiums
fol=
gende: Die Nationalliberalen erheben Anpruch auf den
Präſidentenpoſten, einen gleichen Anſpruch erhebt das
Zentrum. Bei der erneuten Präſidiumswahl wird es alſo
wieder auf eine Machtprobe zwiſchen rechts und links
an=
kommen. Die Rechte hat die nationalliberale Forderung
ſtrikte abgewieſen. Wie verlautet, wird die
Sozialdemo=
kratie bei der neuen Präſidentenwahl einen Mandanten
aus ihren Reihen wählen. Die Verhandlungen dauern
fort.
— Die Strafgeſetzkommiſſion hat, wie
der Reichsanzeiger meldet, nach Abſchluß der
Beratun=
gen über den allgemeinen Teil des Vorentwurfs die
Geſamtredaktion der bisherigen Beſchlüſſe vorgenommen.
Daraus geht hervor, daß die ſeinerzeit vorbehaltene
Be=
ſchlußfaſſung über die Einteilung der ſtrafbaren
Hand=
lungen nachgeholt, worden iſt. Die Einteilung
unter=
ſcheidet ſich infolge der Aufnahme der Haft des geltenden
Rechtes als vierter Freiheitsſtrafe von der des
Vorent=
wurfes nicht unerheblich und entſpricht im weſentlichen
dem geltenden Recht. Jedoch wird die „Feſtungshaft”
durch „Einſchließung” erſetzt. Mit Geldſtrafe bedrohte
Handlungen gelten erſt dann als Vergehen, wenn die
Strafandrohung 500 Mark überſteigt. Alle mit
Geld=
ſtrafe bis zu 500 Mark oder mit Haft bedrohten
Straf=
taten ſollen Uebertretungen ſein. Die Höchſtdauer der
Haft wird von ſechs Wochen auf drei Monate
herauf=
geſetzt.
— Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstags begann am Mittwoch ihre Arbeit. Sie
trat noch nicht in die Prüfung einer Wahl ein, ſondern
ſtellte den Geſchäftsplan feſt. Man kam überein, raſche
Arbeit zu machen und wöchentlich drei Sitzungen
abzu=
halten. Einſtimmig wurde folgender Antrag des
ſtell=
vertretenden Vorſitzenden Dr. Neumann=Hofer (Fortſchr.
Vp.) beſchloſſen: Die Wahlprüfungskommiſſion wünſcht,
daß ihre Anträge an den Reichstag als ſchleunige Anträge
behandelt werden, und beauftragt den Vorſitzenden Abg.
v. Brockhauſen (konſ.), die geeigneten Schritte zu tun.
Am Dienstag beginnt die Prüfung der Wahlen. Hierfür
ſind zunächſt 21 Mandate auf die Tagesordnung geſetzt.
In welcher Reihenfolge die Kommiſſion verhandelt,
hängt davon ab, wie weit die Referenten und
Kor=
referenten, die für jedes Mandat mit der Vorprüfung
beauftragt werden, damit fertig ſind. Die zunächſt zur
Erledigung kommenden 21 Mandate ſind folgende: 1. Dr.
Becker (Heſſen, wild), 2. Kölſch (Baden, nl.), 3. Dr.
Kaempf (Berlin 1 Fortſchr. Vp.), 4. Haupt (Jerichow,
Soz.), 5. Pauli (Hagenow, früher Potsdam, konſ.), 6. v.
Halem (Schwetz, Rp.), 7. v. Liebert (Borna i. S., Rp.)x
8. Kuckhoff (Köln=Land, (Zentr.), 9. Dr. Erdmann (
Dort=
mund, Soz.), 10. Schulenburg (Hamm=Soeſt, nl.), 11.
Dunajski (Dirſchau, Pole), 12. Colshorn (Melle=Diepholz
(Welfe), 13. Graf Carmer=Zieſcwitz (Breslau=Land,
konſ.), 14. Dietrich (Ruppin=Templin, konſ.), 15. v. Bolko
(Sagan=Skrottau, konſ.), 16. Meyer (Celle, nl.), 17. Ickler
(Göttingen, nl.), 18. Graf Weſtarp (Meſeritz=Bomſt, konſ.),
19. Rother (Ohlau, konſ.), 20. Brandes (Halberſtadt, Soz.),
21. Dr. Blunck (Tondern=Huſum, Fortſchr. Vp.). Alſo:
6 Konſervative, 4 Nationalliberale, 3 Sozialdemokraten,
2 Reichspartei, 2 Wilde (einſchließlich des Präſidenten Dr.
Kaempf) und je 2 Volkspartei, Zentrum, Polen und
Welfen.
— Bayeriſche Finanzen. In der bayeriſchen
Kammer legte der Finanzminiſter Dr. Breunig das
Bud=
get vor.
Der Rechnungsabſchluß für 1910 und 1911 ergebe
vor=
ausſichtlich eine effektive Mehreinnahme von 11,2
Mil=
lionen Mark, denen Mehrausgaben von 9,5 Millionen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52
gegenüberſtehen. Die direlten Steuern zeigten eine
Mehreinnahme von 3 Millionen Mark. Beſonders
erfreu=
lich ſei das Ergebnis der Eiſenbahnperwaltung:
wäh=
rend das Erträgnis für 1908/09 um 20 474608 Mark
hin=
ter dem Voranſchlag zurückblieb, habe das Reinergebnis
für 1910 den Voranſchlag um rund 13 165024 Mark
überſtiegen. Das Mehrerträgnis für das Jahr 1911
werde vorausſichtlich rund 20,3 Millionen betragen. Im
weiteren Verlaufe ſeiner Rede bemerkte der Miniſter, der
Etat der Ausgaben für Reichszwecke werde für die
Bud=
getperiode 1912/13 abſchließen in den Einnahmen mit
9147707 Mark, in Ausgaben mit 15808787 Mark.
Die=
ſes günſtige Bild würde ſich ganz erheblich zum
Nach=
teile Bayerns geſtaltet haben, wenn es nicht geglückt
wäre, durch die Reichsfinanzreform das Reich mehr auf
eigene Füße zu ſtellen. Der Staatskredit ſolle nur für
Unternehmungen in Anſpruch genommen werden, die
eine angemeſſene Verzinſung und Tilgung erwarten
lie=
ßen. Für die Stagtsſchuld müſſe eine allmähliche
Til=
gung nachdrücklich angeſtrebt werden.
— In der Zweiten Kamm er des
elſaß=
lothringiſchen Landtages wurden in zweiter
Leſung die Etats der Waſſerbau= und
Meliorationsver=
waltung angenommen. Den Ausführungen des
Abge=
ordneten Dr. Ricklin (Zentrum), die auf 6 bis 7 Millionen
bezifferte Verbeſſerung des Rhein= und Rhonekanals von
Mülhauſen bis zur franzöſiſchen Grenze würde bei dem
geringen Verkehr die Aufwendungen nicht lohnen,
dage=
gen durch zu ſtarke Waſſerentnahme der Larg ſehr ſchaden,
widerſprach der Staatsſekretär Zorn von Bulach, welcher
hoffte, im nächſten Jahr eine Vorlage darüber dem Hauſe
unterbreiten zu können. Für die Kanaliſierung der
Mo=
ſel von Metz bis Diedenhofen traten die Abgeordneten
Zimmer (Lothringer), Hinsberg (liberal), Engel (
Loth=
ringer), Hauß (Zentrum) und Böhle (Soz.) ein. Sie
be=
dauerten den ablehnenden Standpunkt Preußens, die
Mo=
ſel ganz zu kanaliſieren und verlangten, daß die
Regie=
rung in der nächſtjährigen Tagung für das Teilprojekt
eine erſte Rate fordere, Staatsſekretär von Bulach ſtellte
das in Ausſicht und bedauerte, daß die ganze
Moſelkana=
liſation zurückgezogen ſei, ſprach aber die ſichere
Erwar=
tung aus, daß ſie kommen müſſe:
Ausland.
Rußland.
In der Sitzung der Reichsduma erſtattete
der Oktobriſt Anotonow den Kommiſſionsbericht über
die Maßregeln zur Begünſtigung der Produktion
land=
wirtſchaftlicher Maſchinen in Rußland. Die Kommiſſion
ſchlägt Zollbefreiung vor für Artikel und Werkzeuge, die
zur Montierung landwirtſchaftlicher Maſchinen
notwen=
dig ſind, ebenſo Zollbefreiung für ſolche Maſchinenteile,
die gegenwärtig in Rußland nicht hergeſtelkt werden
können. Endlich wird die Gewährung von Preiſen für
den Bau von Maſchinen und Befreiung der
Maſchinen=
fabriken und des Maſchinenhandels von gewiſſen Steuern
vorgeſchlagen. Der Handelsminiſter begründete die
Not=
wendigkeit, die nationale Induſtrie von
Ackerbaumaſchi=
nen im Intereſſe der heimiſchen Landwirtſchaft zu
ſchützen. Die Duma lehnte den Antrag auf Zollfreiheit
für die Beſtandteile landwirtſchaftlicher Maſchinen, die
eingeführt werden, ab.
Bulgarien.
Deutſch=bulgariſcher Vertrag. Die
Kam=
mer nahm die mit Deutſchland abgeſchloſſenen Konſular=,
Rechtshilfe= und Auslieferungsverträge, ſowie eine
wei=
tere Verlängerung des Handelsvertrages mit
Deutſch=
land bis zum Jahre 1917 an.
Türkei.
Die Lage auf Kreta. Wie das Reuterſche
Bureau erfährt, ziehen die Schutzmächte die Lage auf
Kreta in ernſte Erwägung. Sollte ſie in ein akuteres
Stadium treten, ſo würde ſie ein Einſchreiten der
Schutz=
mächte erforderlich machen. Eine offiziöſe Mitteilung
aus Paris beſtätigt, daß die Schutzmächte Kretas ein der
Tat mehrere weitere Kriegsſchiffe nach Kreta entſenden
werden, und zwar werde die franzöſiſche Regierung die
Kreuzer „Waldeck Rouſſeau” und „Erneſt Renau”, die eng=
liſche Regierung den Kreuzer „Lancaſter”, ſowie demnächſt
einen weiteren Kreuzer abſenden. Auch die ruſſiſche
Re=
gierung werde mehrere Kriegsſchiffe dorthin beordern.
Vereinigte Staaten.
Die Marinekommiſſion des
Repräſen=
tantenhauſes hat ſich für den Bau von zwei neuen
Schlachtſchiffen in dieſem Jahre entſchieden.
* Hamburg, 29. Febr. Eine geſtrige
Verſamm=
lung der organiſierten Schneidergehilfen, in der
etwa 2000 Perſonen anweſend waren, hat einſtimmig
be=
ſchloſſen, am 1. März in den Werkſtätten, deren Inhaber
dem Allgemeinen deutſchen Arbeitgeberverband für das
Schneidergewerbe angehören, die Arbeit einzuſtellen.
* Der Lohnkampf im Schneidergewerbe.
Eine Verſammlung von mehr als 4000 Maßſchneidern
aus Berlin und Umgegend erklärte ſich mit dem Beſchluß
der Vertrauensmännerverſammlung einverſtanden, am
1. März früh in allen Maßgeſchäften Groß=Berlins die
Arbeit niederzulegen und nur bei denjenigen
Arbeit=
gebern weiter zu arbeiten, die den Tarifvertrag
unter=
ſchriftlich anerkannt haben. Die ledigen Ausländer haben
ſofort das Gebiet von Groß=Berlin zu verlaſſen, die
le=
digen Inländer ein von der Lohnbewegung nicht
betrof=
fenes Gebiet aufzuſuchen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. März.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin beſuchten am Mittwoch vormittag 8½ Uhr
das Alice=Hoſpital. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften empfingen um 12 Uhr im Neuen Palais
den Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing und Stadtbaurat
Buxbaum. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Könial. Hoheit der
Groß=
herzog das Komturkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen dem Oberſt v. Etzel,
beauf=
tragt mit der Führung der 75. Infanterie=Brigade, ſeither
Kommandeur des Leibgarde=Infanterie=Regiments
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115; das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des=
ſelben Ordens dem Hauptmann Jebens, Adjutanten
der 82. Infanterie=Brigade, ſeither Oberleutnant im
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116.
* Aus dem Miniſterium des Innern. Der
Veterinärarzt Dr. Otto Schrauth aus Wimpfen wurde
zum veterinärärztlichen Hilfsarbeiter bei der Abteilung
Großh. Miniſteriums des Innern für öffentliche
Geſund=
heitspflege beſtellt.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 3
vom 29. Februar hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, den Ausſchlag der allgemeinen
Landeskirchen=
ſteuern für 1912 betreffend. 2. Vorleſungsverzeichnis der
Großh. Ludwigs=Univerſität zu Gießen, Sommerſemeſter
1912. 3. Ueberſicht der für das Rechnungsjahr 1912 zur
Erhebung genehmigten Umlagen für Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden
des Kreiſes Groß=Gerau. 4. Zulaſſungen zur
Rechts=
anwaltſchaft.
* Militäriſches. Zum Sommerkurſus ſind
vom 1. März bis 31. Juli d. J. von der 25. Diviſion
zur Militär=Turnanſtalt in Berlin kommandiert:
Als Hilfslehrer: Oberleutnant Fitting vom Infanterie=
Leibregiment Großherzogin Nr. 117; zum
Selekta=
kurſus: Leutnant Klopp vom Infanterie=Regiment
Nr. 168; zur Ausbildung: Leutnants Peterſen vom
Infanterie=Regiment Nr. 118, von Iſſendorff vom Leib=
Dragoner=Regiment Nr. 24 und Pfaff vom Feldartillerie=
Regiment Nr. 61. — Leutnant v. Hammacher vom Leib=
Dragoner=Regiment Nr. 24 iſt zur Teilnahme an einem
Fliegerkurſus beim Luftſchiffer=Bataillon Nr. 1
einberufen.
js. Das Kündigungsrecht des „Alten Herrn”. (
Nach=
druck verboten). Eine ſtudentiſche Verbindung iſt in
recht=
lichem Sinne als Verein oder als Geſellſchaft gemäß § 723
des Bürgerlichen Geſetzbuchs aufzufaſſen. In beiden Fällen
finden auf ſie — wie das Reichsgericht jetzt in einer
prin=
zipiellen Entſcheidung feſtgeſtellt hat — mit Rückſicht auf
§ 54 des Bürgerlichen Geſetzbuchs die Vorſchriften über die
Geſellſchaft Anwendung. Danach kann jede auf
unbe=
ſtimmte oder auf Lebenszeit eingegangene Geſellſchaft
jeder=
zeit von jedem Geſellſchafter gekündigt werden. Eine ſolche
Kündigung wird auch ohne Beſchluß der übrigen
Geſell=
ſchafter rechtswirkſam. Auf Grund der nachſtehenden
Streitigkeiten hat das Reichsgericht deshalb auch
aner=
kannt, daß der „Alte Herr” der „gekündigt” hat, nicht mehr
durch Ausſchließung beſtraft werden kann. Dagegen hat
das Reichsgericht eine Feſtſtellung darüber abgelehnt, daß
der „Alte Herr” ehrenvoll ausgeſchieden iſt. Der„
Rechts=
ſtreit intereſſiert noch mit folgenden Einzelheiten: Der
Diplomingenieur F. in Darmſtadt, der dem Korps
Rhenania in Darmſtadt als „Alter Herr”
ange=
hörte, iſt durch Beſchluß des A. O. A. H. C. vom 28.
Novem=
ber 1909 wegen wiſſenlich falſcher Abgabe ſeines
Ehren=
wortes mit der Strafe der perpetuellen Dimiſſion unter
Abſprechung der Satisfaktionsfähigkeit belegt worden.
Wegen dieſes Beſchluſſes hat der „Alte Herr” Klage
er=
hoben und Feſtſtellung begehrt, daß der Beſchluß ungültig
ſei, weil er ſchon am 12. September 1909 ſeinen Austritt
aus dem Korps ordnungsmäßig angezeigt habe. Im
weite=
ren verlangte er Feſtſtellung, daß er am 12. September 1909
aus dem Korps ordnungsmäßig und ehrenvoll ausgeſchieden
ſei. Das Landgericht Darmſtadt nahm an, daß der
Kläger einſeitig nicht habe ausſcheiden können und wies
ſeine Klage ab. Dagegen hat das
Oberlandes=
gericht Darmſtadt anerkannt, daß der
Ausſchließungs=
beſchluß des Korps zu Unrecht erlaſſen worden iſt, im
übrigen aber die Klage abgewieſen. Das Reichsgericht
iſt noch weiter zu Gunſten des Klägers gegangen. Es hat
entſchieden, daß nicht nur der Beſchluß des A. O. A. H. C.
des Korps Rhenania vom 28. November 1909 gegen den
Kläger zu Unrecht ergangen iſt, ſondern auch anerkannt, daß
der Kläger mit dem 12. September 1909 rechtswirkſam
ausgeſchieden iſt. Zur Begründung führt das
Reichsgericht aus: Als nicht=rechtsfähiger Verein kann das
Korps gemäß § 50 Zivilprozeßordnung verklagt werden; es
hat dann die Stellung eines rechtsfähigen
Ver=
eins, der durch ſeinen Vorſtand geſetzlich
ver=
treten wird. Es genügt, daß nach § 54 Bürgerliches
Geſetz=
buch auf Vereine, die nicht rechtsfähig ſind, die Vorſchriften
über die Geſellſchaft Anwendung finden. Dann aber iſt die
rechtliche Grundlage in den §§ 724, 723 des Bürgerlichen
Geſetzbuchs gegeben. Würde man mit dem Berufungsgericht
in den Satzungen des Korps ein Verbot des einſeitigen
Austritts zu finden haben, ſo würde dieſes wegen
Ver=
ſtoßes gegen § 723 Bürgerliches Geſetzbuch unverbindlich
ſein. Wenn das Berufungsgericht in dem im Tatbeſtande
ſeines Urteils im weſentlichen Teile wiedergegebenen Briefe
des Klägers vom 11. September 1909 eine
Austritts=
erklärung des Klägers findet, ſo kann dies nicht beanſtandet
werden. Mit dem Augenblick, in dem dieſe Erklärung dem
beklagten Korps zugegangen iſt, iſt nach dem Obengeſagten
der Austritt vollzogen. Der Kläger hat aber ein
recht=
liches Intereſſe daran, daß die Beendigung ſeiner
Zuge=
hörigkeit zu dem Korps alsbald feſtgeſtellt werde. Denn
gegenüber einer dem Vereine nicht mehr angehörigen
Per=
ſon kann der Verein keine Gerichtsbarkeit mehr ausüben.
Damit erweiſt ſich der erſt nach dem Austritte des Klägers
gegen dieſen ergangene Beſchluß des Korps als
rechts=
ungültig, ohne daß es der von dem Berufungsgericht dafür
gegebenen Begründung bedarf. Dagegen ſtand dem
Ge=
richt nicht die Befugnis der Feſtſtellung zu, daß der Kläger
„ordnungsmäßig, alſo ehrenvoll” ausgeſchieden ſei, da
dies eine Beurteilung enthalten würde, die über die
Rechts=
frage hinausgeht, ob der Kläger wirkſam ausgeſchieden ſei.
C Jubiläum. Nachdem im vorigen Jahre der
Spinn=
meiſter Weber ſein 40jähriges Jubiläum in der Firma
Ferdinand Schmidt, Poſamenten= und
Militär=
effektenfabrik, hierſelbſt, feierte, kann am 3. März d. J.
der erſte Werkführer dieſer Firma, Herr Martin Weſp,
ebenfalls auf eine 40 Jahre lange ununterbrochene und
erfolgreiche Tätigkeit in der Fabrik zurückblicken. Herr
Weſp iſt, wie man uns mitteilt, während dieſer ganzen
langen Arbeitszeit eine bedeutſame Stütze der Firma
geweſen und hat die mehrfachen Umwälzungen, die die
Fortſchritte der Technik auch auf dieſem Gebiet brachten,
mitgemacht und hat mit gleichem Eifer alle Neuerungen
ſich zu eigen gemacht, wie er ehedem, als der Betrieb noch
ein rein handwerksmäßiger war, in dieſem ſeinen Mann
als Kunſthandwerker ſtellte. Das, was er als ſolcher
noch unter dem Vater des jetzigen Inhabers, als die=
Fabrik noch am Luiſenplatz war (bis 1901) gelernt,
kommt ihm heute wieder zugute, da ein erheblicher
Teil=
des Poſamentierbetriebes heute wieder jener
Hand=
werkskunſt zuneigt und ſie neu belebt (Macramé uſw.)
und befähigt ihn, auch den ſonſtigen ins Kunſthandwerk
eingreifenden Zweigen des Gewerbes Verſtändnis und
meiſterhaftes Können entgegen zu bringen, das ihm auch
von Nutzen iſt im heutigen Stadium des Betriebes, wo
faſt alles in der Textilbranche maſchinell hergeſtellt wird.
Trotz ſeiner 58 Jahre allen betriebstechniſchen modernen
Neuerungen Verſtändnis entgegenbringend, iſt Herr
Weſp perſönlich einer jener Arbeiter, wie ſie in
heuti=
ger Zeit immer ſeltener werden, im guten alten
patriar=
chaliſchem Sinne des Wortes ein treuer Diener und
Mitarbeiter ſeines Chefs. Es iſt wohl anzunehmen, daß
es dem beliebten Jubilar an Anerkennung nicht fehlen
wird an ſeinem Ehrentage, zu dem ihm ſein
Arbeitsjubi=
läum ſicher wird.
* Todesfall. Am 28. Februar verſchied in Folge
eines Herzſchlages der 1. Vorſitzende des Komitees des
Obſt= und Kartoffelmarktes Darmſtadt, Herr Rentner
Hch. Fehrer, im Alter von 74 Jahren. Als
Mit=
begründer des Unternehmens, welches durch Herrn
Vom Humor in der deutſchen Sprache.
Von Franz Pflugk.
Sprache und Art eines Volkes ſind eng miteinander
verſchwiſtert. Es darf uns deshalb nicht wundernehmen,
wenn wir in unſerer Sprache, namentlich in der Sprache
des Volkes, ſo oft den Spuren des Humors begegnen, iſt
doch gerade er dem deutſchen Volke eigen wie keinem
anderen, und es lohnt ſich gewiß, ihm einmal
nachzu=
gehen.
Es iſt eine oft zu beobachtende Erſcheinung, daß die
Wörter, je länger und je häufiger ſie im Gebrauch ſind,
mehr oder weniger verblaſſen; dadurch aber verlieren ſie
an Wert, ſie bezeichnen die Sache nicht mehr ſo genau, wie
es anfangs der Fall war. Das unbewußte Streben des
Menſchengeiſtes nach Klarheit und Beſtimmtheit führt
dann dazu, den Ausdruck zu verſtärken. Dabei läßt ſich
aber das Volk leicht Uebertreibungen zuſchulden
kom=
men, und ſehr oft iſt der dem Deutſchen eigene Humor,
guter oder böſer, der Schöpfer manches ſcherzhaft=
über=
triebenen Ausdrucks. Zu welch kühnen Bildern verſteigt
ſich zum Beiſpiel das Volk beim Anblick eines Menſchen,
der vielleicht nur ein wenig über das gewöhnliche Maß,
ſei es in körperlicher oder geiſtiger Hinſicht, hinausgeht.
Da heißt es: er iſt ſpindeldürr, oder ſpeckfett, kugelrund,
oder praſſeldürr, federleicht oder zentnerſchwer, kochgar
oder eiskalt. Während der eine am eigenen Fett erſtickt,
hat der andere nichts als Haut und Knochen. Iſt der eine
dümmer, als die Polizei erlaubt, ſo hat der andere die
Weisheit mit Löffeln gegeſſen, hört das Gras wachſen,
die Spinnen weben, die Krebſe nießen, läßt den Mücken
zu Ader und ſagt den Flöhen: helf Gott! wenn ſie nießen.
Das ſchreiende Kind ſchreit wie ein Löwe, und der
Schla=
fende ſchnarcht wie ein Bär. Ein etwas ſäuerlicher Wein
iſt der reine Eſſig und ein nicht völlig weiches Stück Bra=
ten das zäheſte Sohlleder. Wendungen wie: ſich krank
lachen, ein Geſicht machen wie zehn Tage Regenwetter,
es ſchon zehn=, hunderttauſendmal geſagt zu haben, ſich
die Beine weglaufen, die Finger wundſchreiben, die
Augen ausweinen, in Tränen ſchwimmen, ſich ganz
voll=
machen (während es doch gewöhnlich nur einige Flecken
ſind), ſich ewig nicht ſehen laſſen, eine halbe Ewigkeit
ausbleiben, ſolche und ähnliche Wendungen legen
Zeug=
nis ab für die außerordentlich reiche und lebhafte
Ein=
bildungskraft des Volkes, für den Humor, der mit dem
Ungeheueren, Unendlichen mit einer Freiheit ſpielt, die
keine Grenzen hat.
Aus dem Geſagten geht auch hervor, daß das Volk
nie zu abſtrakten Worten greift; es vermeidet einfache
Worte und Begriffe, wenn es irgend eine Leidenſchaft,
eine Tätigkeit oder einen Zuſtand bezeichnet. Begnügt
es ſich aber ja mit einem Worte, ſo ſind es nicht ſelten
mehrfach zuſammengeſetzte, z. B. helllichterloh,
mutter=
ſeelenallein, fuchsteufelswild, brettnageldumm, kohl= oder
pechrabenſchwarz, kohlpechbrandrabenſchwarz oder gar
kohlrippelrappelſchwarz.
Vergleiche und Bilder zieht es den Wörtern vor; die
ſind ihm förmlich ans Herz gewachſen. Deshalb ſagt es
vom Verwunderten, er ſperrt Mund und Naſe auf, und
vom Neugierigen, er macht einen langen Hals. Der
Be=
trübte läßt den Kopf hängen, der Stolze trägt die Naſe
hoch, der Verblüffte macht ein langes Geſicht, der
Ver=
ſchwender große Sprünge uſw. In dieſer anſchaulichen
Ausdrucksweiſe tritt ſehr oft die gute Laune, eine
ge=
wiſſe Ueberlegenheit über die Dinge und
Widerwärtig=
keiten des Lebens deutlich zutage. Denn nur der, der
ſich nicht unterkriegen läßt, der immer wieder obenauf
ſchwimmt, wird nach Empfang einer Rüge ſagen können,
daß er eine Naſe oder ein Fett gekriegt hat, daß ihm der
Kopf gewaſchen worden iſt. Iſt die Sache ſchlimmer
abgelaufen, ſo wird er immer noch mit Humor erzählen,
daß er böſe verſohlt, übel zugedeckt, gehörig gewalkt,
tüch=
tig verwackelt worden iſt, daß ihm aus dem ff
aufge=
ſpielt oder die Haut gegerbt worden iſt. Der
Sorgen=
volle behauptet, es gehe ihm ein Mühlrad im Kopfe
rum, und der Aufgebrachte möchte mit dem Kopf durch
die Wand rennen. Und wenn der eine erzählt, daß ihm
da ein ſchöner Bär aufgebunden worden ſei, daß er böſe
hineingefallen und eingeſeift, auf den Leim gegangen
ſei, oder daß er ins Fettnäpfchen getreten, einen Bock
geſchoſſen, ſich eine ſchöne Suppe eingebrockt habe und
nun in der Klemme ſitze, ſo geht aus ſolcher bilderreicher,
humorvoller Sprache hervor, daß der Sprecher ein
un=
angenehmes Gefühl der Unluſt nicht ganz unterdrücken
kann, daß er aber doch durch die verflixte Geſchichte ſich
nicht aus ſeiner guten Laune bringen läßt.
Reicher Phantaſie und köſtlichem Humor, mitunter
freilich auch recht derbem, begegnen wir auf dem Gebiete
der Witz= und Spitznamen, die das Volk Perſonen und
Dingen beilegt. Vor allem ſind es gewiſſe Berufsarten,
die der Volkswitz heimſucht. Da wird der Barbier zum
Verſchönerungsrat, zum Doktor Kratzbart und auch zum
Bartputzer, Bartkratzer, Schnutenfeger und ſogar zum
Rüſſelſchaber. Die Kaufleute, insbeſondere die Gehilfen,
haben die Auswahl unter folgenden ehrenden Beinamen:
Heringsbändiger, Ladenſchwengel, Trankonditor,
Tran=
proviſor, Oelprinz, Tütenklebrich, Tütendreher,
Roſinen=
engel, Sirupsritter. Die Kleinhändler heißen
Tütchen=
krämer, die Großhändler Pfefferſäcke, welcher Spottname
ſchon im Mittelalter überall gang und gäbe war. (Pfeffer
in der Bedeutung von Gewürz, vgl. Pfefferkuchen —
Ge=
würzkuchen.) Fadenbeißer, Ritter von der Nadel,
Be=
kleidungsrat oder Meck=meck ruft man den Schneidern
zu, Pillendreher, Giftmiſcher den Apothekern,
Stoppel=
hopſer jungen Landwirten, Pflaſterkaſten den
Wund=
ärzten, Himmelfechter, Schwartenrutſcher, Läppchen den
Leinewebern, Pechhengſt, Pechdraht, Drahtklemmen
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 3.
Provinzialdirektor Geheimerat Fey vor 20 Jahren ins
Leben gerufen wurde, ſtand der Verſtorbene dem
Unter=
nehmen eine lange Reihe von Jahren als 1. Vorſitzender
vor. Seine Sachkenntnis und ſein Eifer für die gute
Sache hat ſtets zu einem vollen Erfolge geführt, ſodaß
ſich das Unternehmen auf ſehr guter finanzieller
Grund=
lage bewegt und die Bedingungen für eine gedeihliche
Weiterentwicklung gegeben ſind. Von dem Komitee,
ſowie den Verkäufern des Marktes, wird der Tod des
1. Vorſitzenden tief betrauert werden und ihm ein
ehrendes, liebevolles Andenken ſicher ſein.
* Zernin=Ansſtellung. Wir weiſen darauf hin,
daß die Heinrich Zernin=Ausſtellung, wenn auch nicht
mehr im Schaufenſter, ſo doch im Innenraum in der
Hofbuch= und Kunſthandlung Waitz, Eliſabethenſtr. 16,
noch einige Tage beſtehen bleibt.
— Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz
wendet ſich im Anzeigenteil der heutigen Nummer an
die Oeffentlichkeit mit der Bitte, ihm als Mitglied
bei=
zutreten oder ihn durch einen einmaligen Beitrag zu
unterſtützen. Einzeichnungsliſten ſind in Umlauf geſetzt
worden. Das deutſche Volk hat vor kurzem die ihm ſtändig
drohende Kriegsgefahr erkannt und es iſt entſchloſſen,
dieſen Krieg zu führen, falls er ihm aufgezwungen wird.
Wenn das Rote Kreuz die ihm in einem Kriege
zu=
fallenden vielſeitigen und wichtigen Aufgaben erfüllen
ſoll, bedarf es reichlicher Mittel. Möge die bewährte
Opferwilligkeit unſerer Einwohnerſchaft ſie ihm nicht
verſagen
— Meiſterkurſus für Dekorationsmaler. In den
letzten Wochen wurde in den eigens für dieſe Zwecke
hergerichteten oberen Räumen der Landesbaugewerkſchule
unter Leitung des Herrn Hofdekorationsmalers H.
No=
ver ein Ausbildungskurſus für
Dekora=
tionsmaler abgehalten, deſſen Hauptzweck darin
be=
ſtand, in Vergeſſenheit geratene alte Techniken wieder
aufleben zu laſſen und dieſelben an Stelle der eben
ge=
bräuchlichen, wenig anſprechenden Oel= und
Leimfarben=
anſtriche zu ſetzen. Die rege Beteiligung an dieſem
Kur=
ſus läßt hoffen, daß die aus den drei Provinzen des
Landes gekommenen Kurſusteilnehmer mit dazu
bei=
tragen werden, dieſe Techniken wieder zur Geltung zu
bringen. Die von den Teilnehmern gefertigten Arbeiten
ſind im oberen Stockwerk des Neubaues der
Landesbau=
gewerkſchule, Neckarſtraße 3, von Sonntag, den 3., bis
einſchließlich Sonntag, den 17. März d. J., zur
allgemei=
nen Beſichtigung bei freiem Eintritt
aus=
geſtellt Wochentags von 11—½1 Uhr und an Sonntagen
von 11—1 Uhr. Es iſt hierdurch den Fachleuten ebenſo
wie dem Publikum Gelegenheit gegeben, ſich davon zu
überzeugen, welch ſchöne Abwechſelung in Behandlung
von Wänden, Türen und Möbelſtücken hier mit
verhält=
nismäßig einfachen Mitteln geſchaffen werden kann. Mit
dieſer Ausſtellung von Arbeiten der Kurſusteilnehmer
verbunden iſt eine Ausſtellung von Entwürfen und
dekorativen Malereien des
Kurſus=
leiters. Weiterhin ſtellt die Firma Colliſchonn=
Frank=
furt a. M. gut ausgeführte Holz= und Marmor=
Imitatio=
nen aus.
* Feuer in der Grube Ludwigs=Hoffnung. Wie
uns die Großherzogliche Bergwerksdirektion in Friedberg
mitteilt, brach vorgeſtern abend etwa halb 8 Uhr in der
Preßſteinfabrik der ſtaatlichen Grube Ludwigshoffnung
am Bahnhof Wölfersheim in einer älteren
Trocken=
kammer ein Brand aus. Das Feuer konnte auf ſeinen
Herd beſchränkt werden, ſo daß der Betrieb der
Preß=
ſteinfabrik ſowohl wie auch der Grube nicht geſtört iſt.
Die vorhandenen Vorräte an Preßſteinen ſind vollſtändig
erhalten geblieben, ſo daß auch der Verſand keinerlei
Störung erleidet.
* Hofzauberkünſtler Bellachini wird bekanntlich vom
3. März ab ein Gaſtſpiel in Darmſtadt, und zwar in der
Turnhalle am Woogsplatz, abſolvieren. Unter der
Ueber=
ſchrift: „Ein Spaziergang durch die Zauberſoiréen von
Bellachini ſchreibt die Detmolder Landes=Zeitung:
Bellachini beginnt mit ausgezeichnetem Vortrage ſeine
durchweg ſtaunenerregenden Experimente, ja, im
wah=
ren Sinne des Wortes, er bezaubert tatſächlich ſeine
Zu=
hörer mit Wort und Kunſt, der Beifall der Anweſenden
will auch nicht enden, denn ſo etwas wurde auf dieſem
Gebiete noch nicht geboten. — Es iſt nicht möglich,
hin=
ter die Kniffe und Fingerfertigkeiten, kurz geſagt,
hin=
ter Bellachinis Ausführung zu kommen, und er ſelbſt
ſagt auch mit Recht, daß er noch ein Schüler der alten
Schule ſei, wo man nicht die modernen Hilfsmittel der
Jetztzeit gekannt hätte. Es tritt eine Pauſe ein, wir
laſſen alles noch einmal im Geiſte an uns vorüberziehen,
aber nein, es iſt zu viel, es ging zu geſchwind, einfach
wir ſind behext. — 2. Teil. Der Vorhang ſteigt
wie=
der, welche Hölle kommt uns entgegen, es wimmelt von
Geſpenſtern, Totengerippen. Totenköpfen, Schlangen und
Teufel; durch letzteren läßt Bellachini dem Publikum
einen anerkannt wohlſchmeckenden Teufelstrank bereiten,
mit der Macht ſeines Zauberſtabes läßt Bellachini alles
wieder verſchwinden, ſogar eine lebende Dame, welche
durch Beeinfluſſung von unſerem allmächtigen Hexen=
meiſter frei in der Luft ſchwebt und dann wieder erwacht,
eine Nummer, die wohl in dieſer großartigen Ausführung
noch nie gezeigt wurde. Möge Bellachini reges
Inter=
eſſe von dem kunſtliebenden Publikum beſchieden ſein,
denn ſeine Kunſt verdient wohl recht zahlreiche
Aner=
kennung. Demgemäß empfehlen wir den Beſuch ſeiner
Soireen.
* Orpheum. Mit einem geradezu ſenſationellen
Varietéprogramm — dem letzten der zehnten Muſe
gewidmeten Spielplan —, wird die Direktion heute,
Frei=
tag, den 1. März, aufwarten. Wie ein geſchmackvoll
zu=
ſammengeſtelltes Menü, ſo wurde nach ſorgfältigſter
Auswahl für die erſte Hälfte des März eine Kette erſter
Kunſtkräfte des modernen Varietés verpflichtet, welche
ſelbſt außergewöhnlich hochgeſpannten Anforderungen
genügen dürften. Ohne einzelne Nummern der
reichhal=
tigen und gediegenen Spielfolge, die durchweg „
Schla=
ger” und nicht eine einzige ſogenannte Füllnummer
ent=
hält, vorweg zu erwähnen, ſei hiermit auf die Anzeige
in vorliegender Nummer dieſes Blattes verwieſen,
wor=
aus der komplette neue Spielplan erſichtlich iſt.
* American Bio Ernſt=Ludwigſtraße, öffnet
Samstag, den 2. März, zum erſtenmale ſeine
Pforten und ladet eine wohllöbliche Bürgerſchaft von
Darmſtadt ein, zu einem auserwählten ſtreng dezenten
Eröffnungs=Programkm mit dem erſtklaſſigen
Schlager: „Die Kameliendame‟ Die Titelrolle ſpielt
Sarah Bernhardt. Vorher findet eine Extra=
Vor=
ſtellung für geladene Gäſte ſtatt.
* Reſidenz=Theater am weißen Turm. Im
Mittelpunkt des neuen Programms ſteht das 7. Aſta
Nielſen=Gaſtſpiel. Aſta Nielſen iſt auch dem
deutſchen Publikum keine Unbekannte mehr. Ihre
Er=
folge auf den erſten ſkandinaviſchen Bühnen allein ſind
es nicht, die das große Theaterpublikum mit der
be=
deutenden däniſchen Tragödin bekannt machten. Das
Kinematographen=Theater hat mit ſeinem welterobernden
Lauf die Künſtlerin zu einer Freundin aller derer
ge=
macht, denen ihre Leiſtungen und ihre gewaltige
dramatiſche Kraft, wenn auch nicht im Wort, ſo doch im
Bilde, vor Augen geführt wurde. Wenn jemals ein
Werk, ſo bietet „Die Macht des Goldes” ihr reichlich
Gelegenheit, zu zeigen, daß ſie nicht nur die Dame der
großen Welt zu verkörpern verſteht, ſondern daß ſie
auch die weiblichen Geſtalten der ärmlichen Hütte ſo
charakteriſtiſch zu geſtalten und wiederzugeben vermag,
wie es nur die wahrhafte Künſtlerin imſtande iſt.
Offenbach, 29. Febr. Die deutſch=
amerika=
niſche Petroleum=Aktiengeſellſchaft in
Hamburg beabſichtigt im Offenbacher Hafen einen
Lagerplatz zu errichten und iſt bereits dieſerhalb mit
der Stadt Ofſenbach in Unterhandlungen getreten. Es
wurde ſeitens der Stadt ein diesbezüglicher Vertrag
aus=
gearbeitet, den jedoch die Geſellſchaft nicht annehmen will,
da durch das Tarifamt München mit Frankfurt=Süd ein
Ausnahmetarif feſtgelegt ſei, der eine weſentliche
Fracht=
ermäßigung mit ſich bringe.
— Langen, 29. Febr. Am 8., 9. und 10. Juni feiert der
Turnverein Langen von 1862 (Mitglied des
Ar=
beiterturner Bund), ſein 50jähriges Beſtehen.
Mainz, 29. Febr. In der geſtrigen Stadtverordneten=
Verſammlung wurde der Verwaltungsrechenſchaftsbericht
für die Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1911
geneh=
migt. In öffentlicher Sitzung wurde ein Kredit von
15000 Mark für die Abhaltung eines Schau= und
Wettfliegens genehmigt, das im Mai dieſes
Jah=
res ſtattfindet. Am Chriſti=Himmelfahrtstag treffen, wenn
das Wetter günſtig iſt, die 15 Flieger in Mainz ein.
Mainz, 29. Febr. Nachdem Kammerſänger Spemann
die von der Direktion des Stadttheaters gegen ihn
erho=
benen Anſprüche in gütlicher Weiſe erledigt hat,
wurde die beim Amtsgericht Mainz eingereichte Klage
von Hofrat Behrend wieder zurückgezogen.
Der 19jährige Dachdecker Auguſt Hartmann aus der
Bauerngaſſe 19 ſchoß ſich geſtern nachmittag in ſeiner
Wohnung eine Kugel in die linke Bruſtſeite. Der
Ver=
letzte wurde von der Sanitätswache ins Krankenhaus
ge=
bracht. Das Motiv zur Tat iſt Liebeskummer. — Ein
23jähriges Dienſtmädchen hatte ſich am Montag durch
Trinken von Lyſol zu vergiften verſucht. Die
Sache ſpielte ſich am Rheinufer ab. Nach Einnahme des
Giftes wollte die Unglückliche in den Rhein ſpringen, ſie
wurde aber von zwei Paſſanten zurückgehalten und der
herbeigerufenen Sanitätswache übergeben, die ſie ins
Krankenhaus brachte, woſelbſt die angewendeten
Gegen=
mittel Erfolg hatten.
Worms, 29. Febr. Gefunden wurden an dem
Ver=
bindungswege zwiſchen Mainzerſtraße und Hafenſtraße
zwei große Pakete, die verſchiedenfarbige feine
Wolle, anſcheinend für Poſamentierarbeiten beſtimmt,
enthielten. Die Pakete lagen nicht beiſammen, das eine
war über die Einfriedigung in einen Garten, das andere
in einiger Entfernung davon in die Hecken geworfen. Es
muß daher angenommen werden, daß die Pakete dort
nicht verloren, ſondern weggeworfen wurden, vermutlich
alſo von einem Diebſtahl herrühren. —
Feſt=
genommen wurde ein auf Wanderſchaft begriffener
23 Jahre alter Schreinergeſelle aus Gadernheim, der ſich
in einer Wirtſchaft in der Gauſtraße einer
Zechprel=
lerei ſchuldig gemacht hat.
Alzey, 28. Febr. Eine neue Polizeiverordnung
ver=
anlaßt die davon berührten Wirte, die
Damenbedie=
nung abzuſchaffen.
(*) Friedberg 28. Febr. Ein ſchweres Unglück
er=
eignete ſich bei den Bahnarbeiten. Als der 17jährige
Ar=
beiter Jung aus Dorf=Gill hinter einem Erdhaufen mit
Erdarbeiten beſchäftigt war, erfaßte ihn eine Maſchine und
überfuhr ihn, ſodaß der Tod auf der Stelle eintrat.
Allendorf a. d. L., 29. Febr. Ein hieſiger Hüttenarbeiter
war längere Zeit krank. Es war dem Arzt nicht möglich, die
Urſache und den Sitz der Krankheit feſtzuſtellen, weshalb
von ihm eine Röntgenſtrahlen=Durchleuchtung in der Klinik
in Gießen angeordnet wurde. Dabei iſt feſtgeſtellt worden,
daß der Mann eine Sticknadel von etwa 6 Zentimeter
Länge im Rücken hatte, die durch Operation beſeitigt wurde.
Dem Manne iſt es unbekannt, wann und wie die Nadel in
ſeinen Körper gelangte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Febr. Eine
merkwür=
dige Verhandlung fand vor dem Amtsgericht Berlin=
Mitte ſtatt. Als Angeklagte erſchien die Tochter des im
Invalidenhaus wohnhaften Hauptmanns v. O., während
Frau Leutnant G. als Klägerin auftrat. Die Familie
des Leutnants G. erhielt vom Jahre 1903 ab anonyme
Karten und Briefe mit zum Teil obſkönen
Handzeich=
nungen. Als Abſenderin dieſer Karten wurde Frl. v. O.
verdächtigt. Die Verhandlung hatte den Anſtrich eines
Schreibſachverſtändigenkongreſſes. Von den
Schreibſach=
verſtändigen wurde ein Gutachten dahin abgegeben, daß
auf Grund der voneinander völlig unabhängigen
Schrif=
tenvergleichung mit aller Beſtimmtheit die Beklagte als
Schreiberin in Frage komme. Das Gericht kam nach
län=
gerer Beratung zu folgendem Urteil: Das Gericht ſei
auf Grund der übereinſtimmenden Gutachten der
Sachver=
ſtändigen wie auch auf Grund eigener Prüfungen zu der
Ueberzeugung’gekommen, daß die Angeklagte die
Schrei=
berin ſei. Da es ſich um ein Gutachten von
Schreibſach=
verſtändigen handele, die als anerkannte Autoritäten auf
dieſem Gebiete gelten, ſo ſeien alle Zweifel
ausgeſchloſ=
ſen. Mit Rückſicht darauf, daß durch jene anonymen;
Schreibereicn die Ehre giner geachteten Dame
verun=
glimpft worden ſei, habe das Gericht gegen die
Ange=
klagte auf 200 Mark Geldſtrafe erkannt. — Der bei
einer hieſigen Großbank angeſtellte Bankbeamte
We=
ber iſt geſtern unter der Anſchuldigung, für 50000 Mark
Wertpapiere unterſchlagen zu haben, verhaftet worden.
Vor dem Unterſuchungsrichter hat er eingeſtanden,
bis=
jetzt für 42000 Mark Wertpapiere unterſchlagen zu haben.
Der Verhaftete iſt verheiratet und Vater von drei
Kin=
dern. Zu Hauſe lebte er ſolide, doch hatte er Schulden,
zu deren Deckung er ſeit 1910 die Unterſchlagungen
beging.
Homburg v. d. H., 29. Febr. Von der Maſchine des
nachmittags 2.51 Uhr in Bad Nauheim nach Homburg
ab=
gehenden Zuges 910a wurde geſtern zwiſchen Friedberg und
Roßbach ein 18jähriger Arbeiter, der eine Böſchung
herauf=
kam und noch vor Vorbeifahrt des Zuges über das Gleis
wollte, erfaßt und getötet. Dem jungen Manne wurde
der Kopf vom Rumpf getrennt Das Zugperſonal trifft:
keine Schuld.
Marburg, 29. Febr. Vergangene Nacht kam es in dem
ſogenannten Herrenwalde, eine Stunde von Neuſtadt
(Heſſen=Naſſau) bei dem Dorfe Gleimenheim
zwiſchen einem dort angeſtellten Wachtpoſten und
einer Bande Zigeuner zu einer Schießerei. Später
ver=
ſuchten die Zigeuner in Neuſtadt einzubrechen. Gendarmen,
Förſter und bewaffnete Einwohner traten ihnen entgegen
und wechſelten eine Anzahl Schüſſe mit den Zigeunern, die
ſich in den Wald zurückzogen. Verletzt wurde bei den
Zu=
ſammenſtößen niemand.
Augsburg, 29. Febr. Kurz vor Arbeitsſchluß brach
geſtern Abend in der Spinnerei Wertach ein furchtbares
Schadenfeuer aus, das ſich in wenigen Minuten über
das ganze Hauptgebäude ausdehnte. Das gegen 80 Meter
lange, aus Parterre und zwei Stockwerken beſtehende
Ge=
bäude bildete ein einziges Flammenmeer. Trotz
ange=
ſtrengter Arbeit der Feuerwehr ging das Hauptgebäudet
mit ſämtlichen wertvollen Spinnmaſchinen völlig verloren.
800 Arbeiter ſind brotlos geworden.
Schwarzenfeld (Pfalz), 29. Febr. Von drei
Hand=
werksburſchen, die hier ankamen, waren zwei
ſterbenskrank. Der eine ſtarb auf der Straße, der andere,
der ſich in heftigen Krämpfen wand, wurde in ein Haus
getragen. Als der dritte entfloh, wurde er eingeholt und
Meiſter Knieriem den Schuhmachern, dem
Schornſtein=
feger aber Eſſenkehrer, Röhrenkieker, Kaminrat,
Feuer=
rüpel. Sehr ſchlecht kommen die Advokaten weg, die
über Rechtsverdreher, Schadvokaten, Beutelräumer, und
die Wucherer, die über Hals= und Kehlabſchneider
dan=
kend quittieren können
Neben dieſen Spitznamen für Perſonen, deren es
eine reiche Fülle gibt, hat das Volk auch manch drollige
Benennung für Dinge geſchaffen. Da wird das Geld,
je nach der beruflichen Stellung des Sprechers, als
Moos, Aſche, Kneppe, Draht, Leim uſw. bezeichnet, die
Ohren als Löffel, die Naſe heißt je nach ihrer
Be=
ſchaffenheit, Kupfernaſe, Gurke, Zinken, Pomeranze oder
auch Geſichtserker, Lötkolben, Riechhorn, der Mund
Speiſe=
anſtalt oder Futterlucke, die über die Stirn gekämmten
Haare junger Mädchen Ponylocken, Simpelfranzen,
Dach=
traufen. Der Hering wird zum Schneiderkarpfen, die Geige
zum Wimmerholz, der Zylinder zur Angſtröhre. Der
Sol=
dat nennt ſein Gewehr Knarre, Schießprügel oder Kuhfuß,
den Torniſter Affen, das Seitengewehr Käſemeſſer, den
Degen Plembe, den Helm Dunſtkiepe oder Hurratute, die
verhüllte Fahne Bataillonsregenſchirm.
Ein ganzes Kapitel ließe ſich ſchreiben über die früher
üblichen Bezeichnungen der verſchiedenen Bierſorten. In
Burtehude braute man ein Bier mit Namen „Ich weiß nicht
wie” (wir ergänzen: mir iſt). Es war jedenfalls kein
leich=
tes Bier, ſondern ähnlich dem in Eisleben gebrauten, das
„Kräbbel an de Wand” getauft ward. Schlimme Wirkungen
deuten die folgenden Namen an. Das Limbacher ward
„O wie”, das Dernburger „Störtenkerl” (Stürz den Kerl),
das Bitzenburger „Biet den Kerl” (Beiß den Kerl), das
Güſtrower „Schmeis in Nacken”, das Stader „Kater” und
das Grimmaiſche „Bauchweh” genannt. Recht leicht und
wenig ſchmackhaft ſcheinen die Biere geweſen zu ſein, denen
die enttäuſchten Zecher Namen beilegten wie: Spülwaſſer,
Krebsjauche, Saure Maidt, Schreckensgaſt, Lumpenbier, O
Jammer, O Zetter, Au weh, Rachenputzer, Beſſere dich, Es
wird nicht beſſer.
Wie die Sprache der Gebildeten, ſo ſind auch in die
Sprache des Volkes zahlreiche Fremdwörter eingedrungen.
Da aber dieſe für das der fremden Sprachen unkundige Volk
nur leerer Schall ſind, gegen den ſich das Volksbewußtſein
ſträubt, ſo iſt es bemüht, einem jeden ſeine beſondere
Be=
deutung und eine möglichſte Verſtändlichkeit zu geben.
Durch Anlehnungen an bekannte heimiſche Klänge und
Wörter, durch die verſchiedenartigſten Umbildungen ſucht
es die Fremdlinge der Zunge, dem Ohr und dem
Verſtänd=
nis näher zu bringen. Und dies nicht etwa erſt in neuerer
Zeit, ſchon im Mittelalter begegnen wir ſolchen Gebilden.
Da werden die Beichtväter zu Bauchvätern, die Kartäuſer
zu Kartenhäuſern, der Profeſſor zum Brotfreſſer, der Notar
zum Notnarr, der Philoſophus zum Philoſaufaus, das
Podagra zum Pfotengrane, das Abenteuer zum Affenteuer,
Tantippe wird umgetauft in Zanktippe, aus melancholiſch
wird maulhängkoliſch u. ſ. f.
Die Friedensſchlüſſe zu Nymwegen und Ryswyk
wur=
den bezeichnend genug zum Frieden von Nimmweg und
Reißweg, der ſiegreiche Kampf bei Le Mans zur Schlacht bei
Lehmanns. Der Zivilverdienſtorden wird zum
Zuviel=
verdienſtorden, das Trottoir zum Trittoir, die Tribüne zur
Treppine, die Zigarre zur Ziehjarre, die Gouvernante zur
Jungfer Nante, das Rouleau zum Rollo, gaſtriſches Fieber
zum garſtigen Fieber, der Rentier zum Renntier,
Cham=
pagner zum Schlammpanſcher, Rheumatismus zum
Reiß=
matismus oder Reißmichtüchtig, Kalamitäten werden zu
Klammitäten, da ſie ſehr oft durch das Klammwerden des
Geldes, die Geldklemme, heraufbeſchworen werden. Statt
Der Pedes apostolorum hört man per Beenes-(Beine)
apostolorum oder aus ubi bene, ibi patria wird gar ubi
Bene, ibi podagra. Das für den Mann aus dem Volke
bedeutungsloſe und nichtsſagende Wort retirieren
ver=
wandelt er — an die rettende Flucht denkend — in
rette=
rieren; er ſagt tiſchkarieren ſtatt diskutieren (wahrſcheinlich
in Gedanken an Biertiſchgeſpräche), kopieren ſtatt capieren,
da bei dieſem Vorgange der „Kopp” die Hauptrolle ſpielt,
aus renovieren wird rene (reine) führen, aus famos
ver=
mooſt, aus maſſakrieren mordſakrieren uſw.
Auch die Art und Weiſe, in der das Volk landläufige
Redensarten anwendet, birgt einen köſtlichen Humor. In
der Regel nennt das Volk zuerſt die Redensart und erfindet
zu ihr eine Situation, die wie die Fauſt aufs Auge paßt.
In dieſem Kontraſt liegt das Komiſche. Aus der großen
Fülle einige Beiſpiele. Aller Anfang iſt ſchwer, ſagte der
junge Dieb, da ſtahl er einen Amboß. Nichts für ungut,
ſagte der Fuchs, da biß er der Gans den Kopf ab. Wo man
ſingt, da laß dich ruhig nieder, ſagte der Teufel, und ſetzte
ſich auf einen Bienenſchwarm. Vom Himmel hoch, da komm
ich her, hat Lotzen Zimmermann geſungen als er vom
Dache fiel. Das hätte ich nicht gedacht, ſagte der Bauer,
da fiel er vom Wagen. Das Kräutchen kenne ich, ſagte der
Teufel, da ſetzte er ſich in die Brenneſſeln. Wird der liebe
Gott mit dem ſeine Not haben, ſagte Jochen, als er hörte,
Hanswurſt wäre geſtorben. Nur nicht ängſtlich, ſagte der
Hahn, da fraß er den Regenwurm. Das wollen wir wohl
kriegen, ſagte der Advokat zum Bauer, da meinte er aber
das Geld und nicht das Recht.
Damit wollen wir ſchließen; das Gebiet iſt ja bei
weitem nicht erſchöpft, aber das Geſagte beweiſt ſchon, daß
der alte deutſche Schalk auch in der Sprache jederzeit ſein
Weſen getrieben hat.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
verhaftet. Man glaubte, er habe ſeine Kameraden
ver=
giftet. Wie ſich herausſtellte, hatten die drei Geſellen in
Unter=Steinach einen Kahn geſtohlen und waren damit die
Nab bis Schwarzenfeld gefahren. Unterwegs aßen ſie
Waſſerſchirling, den ſie für Salat hielten.
Sobernheim, 28. Febr. Dem bekannten Luftkurhaus
„Jungborn”, das an einem ſteilen Waldabhange erbaut iſt,
droht arges Unheil. Durch den ſtarken Regen der letzten
Tage iſt der ganze Abhang ins Rutſchen
gekom=
men und hat die vier Meter breite Terraſſe ſowie die
Brüſtung mitgeriſſen. Noch größere Gefahr droht aber von
der Höhe des Berges her, wo ſich rieſige Felsblöcke gelöſt
haben und über kurz oder lang herabſtürzen müſſen. Tag
und Nacht wird fieberhaft gearbeitet, um weiteres Unheil
abzuwenden.
Bochum, 28. Febr. Seit zwei Tagen ſind auf der Zeche
Engelsburg” zwei Bergarbeiter durch plötzlich
nieder=
gegangene Geſteinsmaſſen verſchüttet. Obwohl die
Rettungsarbeiten ſofort aufgenommen wurden, ſind die
beiden Verſchütteten bisher nicht geborgen. Die
Hoff=
nung, ſie lebend zu bergen, iſt ſehr gering.
Leipzig, 29. Febr. Der weltberühmte Auerbachho
und die geſamten Goethereliquien vom
Auerbach=
keller ſind von Kommerzienrat Mädler dem Chef der
bekannten Kofferfabrik, käuflich erworben worden. Das
hiſtoriſche Lokal ſollte bei dem Abreißen des Hauſes völlig
verſchwinden. Der jetzige Beſitzer wird es durch eine
künſtleriſche Architektur in ſeiner bisherigen Form zu
er=
halten ſuchen.
Köthen, 28. Febr. Von einem überaus tragiſchen
Unglücksfall, der ſich hier im Hauſe Oehlmühlenſtraße
20 zugetragen hat, berichtet die Köthener Zeitung: Die
Eheleute Walter waren nach dem Mittageſſen zu ihrer
Ar=
beitsſtätte gegangen und hatten ihre ſechs Kinder im
Alter von ¼ bis 8 Jahren in der aus zwei Räumen
be=
ſſtehenden Wohnung allein und aufſichtslos zurückgelaſſen
Um den Ofen herum, in dem ein Feuer brannte, hatte die
Frau eine große Anzahl Kleidungsſtücke, wie Strümpfe,
Windeln uſw. zum Trocknen aufgehängt Dieſe gerieten in
Brand und fingen an zu ſchwelen. Der ſich mehr und mehr
entwickelnde Qualm füllte bald die ganze Wohnung an und
wurde den Kindern zum Verhängnis. Sie waren von der
Mutter ins Bett gelegt worden. Aus dieſem hatten ſich die
beiden älteren Kinder herausbegeben, um dem Qualm zu
entfliehen, was ihnen aber nicht gelang, weil die Tür von
der Mutter verſchloſſen war. Als dieſe gegen ½4 Uhr
in die Wohnung zurückkehrte und die Tür öffnete, fiel ihr
ein totes Kind, das ſich an die Tür geflüchtet hatte,
ent=
gegen. Drei andere Kinder, unter ihnen der älteſte Knabe,
lagen vollſtändig bewußtlos am Boden. Bei allen vier
Kindern waren die Wiederbelebungsverſuche erfolglos.
Die beiden anderen Kinder wurden ins Leben zurückgerufen
ſund ſchwer erkrankt ins Krankenhaus gebracht.
Prag, 28. Febr. Wie die Bohemia aus Teplitz
mel=
det, wurde dort bei Erweiterung des Urquellenſchachts im
Stadtbad eine neue Quellader mit großer Mächtigkeit
ſund 46 Grad Celſius entdeckt.
Paris, 28. Febr. In der Nähe von Cumieres und
HHautevilles in der Champagne ſind die Weinberge
mehrerer Winzer von ſtreikenden Arbeitern
voll=
ſtändig vernichtet worden. Ein Teil der
Wein=
bergsarbeiter von Dizy iſt ebenfalls in den Ausſtand
ge=
treten, weil ihnen die in dem Tarif von Ay vereinbarten
öhne nicht bezahlt wurden.
Paris, 29. Febr. Der Südpolarforſcher Dr. Jean
Charcot, der in Petersburg und Moskau Vorträge über
ſeine Reiſe gehalten hatte, wurde vorgeſtern mit ſeiner
Frau in Granitza an der ruſſiſch=öſterreichiſchen Grenze von
der ruſſiſchen Polizei feſtgenommen und zwei Stunden
in Haft gehalten. In einer Depeſche erklärte Charcot, daß
der Grund der Verhaftung ihm durchaus unverſtändlich ſei
und daß er und ſeine Frau nicht einmal ein Nachtlager
er=
halten hätten. Der Südpol ſei komfortabler und gaſtlicher
geweſen. Der franzöſiſche Miniſter des Aeußern
beauf=
tragte telegraphiſch die Botſchaft in Petersburg, zu Gunſten
Charcots zu intervenieren. Auch die hieſige ruſſiſche
Bot=
ſchaft beeilte ſich, ihrer Regierung den Irrtum zu
ſignali=
ſieren. Nach einer aus Oderberg eingetroffenen Depeſche
wurden Dr. Charcot und ſeine Frau geſtern nachmittag
freigelaſſen und konnten ihre Reiſe nach Wien fortſetzen.
Toulon, 28. Febr. Aus den Trümmern des „
Panzer=
ſchiffes „Liberté” ſind geſtern vier in Verweſung
übergegangene Leichen geborgen worden. Zwei weitere
hofft man heute noch zu bergen.
Saloniki, 28. Febr. Am Fuße des Olymp eine
Stunde von Katerina entfernt, wurden von Bauern die
vorzüglich erhaltenen Ueberreſte eines antiken
Mar=
morbaues entdeckt, deſſen Kuppel auf wunderbar ge=
arbeiteten Säulen ruht. Eingehende Forſchungen ſind
ein=
geleitet worden.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Könſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nac=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Inſtrumental=Verein. Für das zweite
dieswinterliche Konzert des Inſtrumental=
Vereins, das am Mittwoch, den 6. März, abends 8½
Uhr, im großen Saale des Saalbaues ſtattfindet, hat
Direktor Wilhelm Schmitt wieder ein äußerſt
inter=
eſſantes Programm zuſammengeſtellt. An
Orcheſterwer=
ken wird der Verein dieſes Mal hauptſächlich Mozart
zu Wort kommen laſſen, und zwar mit der Symphonie
D-dur Nr. 35 und der Ouvertüre zu: Die Entführung
aus dem Serail. Die Symphonie ſchrieb Mozart im
Jahre 1782 mitten unter ſeinen Nacharbeiten zur
Ent=
führung. Sie war eine beſtellte Feſtmuſik und ſollte‟
wie Kretzſchmar ſchreibt, „eine freudige Feierlichkeit in
der mit Mozart in freundſchaftlichen und muſikaliſchen
Beziehungen ſtehenden Familie Hafner in Salzburg
ſchmücken helfen.‟ Der erſte Satz hat nur ein erſtaunlich
groß ausholendes Thema, welches mit einer
außer=
gewöhnlich kontrapunktiſchen Konſequenz durchgeführt
wird, das Andante gleicht einem dramatiſierten Liede,
Menuett und Trio ſind einfach, aber wirkſam
kontraſtie=
rend, das Finale verrät eine auffallende Verwandtſchaft
mit der Muſik zur Entführung, deren außerordentlich
durchſichtig und ſchlicht gehaltene Ouvertüre den Schluß
des Konzertes bildet. Zwiſchen beiden Werken kommt
für Darmſtadt zum erſten Male ein Jugendwerk
Beet=
hovens: 12 Kontretänze für Orcheſter, zur Aufführung,
das in ſeiner Einfachheit doch ſchon den zukünftigen
gro=
ßen Genius erkennen läßt. Als Soliſtin wurde die
Kon=
zertſängerin Frl. Elſe Diefenthäler, Geſanglehrerin
an der Akademie für Tonkunſt, gewonnen, deren erſtem
hieſigen Auftreten im Konzertſaal man hier mit
gro=
ßem Intereſſe entgegenſieht. Der Kartenverkauf hat bei
Herrn Heinrich Arnold, Hoflieferant,
Wilhelminen=
ſtraße 9, begonnen.
Parlamentariſches.
* Darmſtadt, 29. Febr. Die Kommiſſion für
Vereinfachung der Staatsverwaltung iſt
von der Regierung auf Dienstag, den 12. März, zu einer
Sitzung einberufen worden. Zur Beratung kommt in
erſter Linie die Frage einer anderweitigen Einteilung der
Amtsgerichtsbezirke.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 29. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1,15 Uhr. Fortſetzung der
zweiten Beratung des Etats des Innern.
Abg. Baſſermann (nl.): Bereits in früheren
Jahren iſt von uns auf die Notwendigkeit der Teilung
des rieſigen Reichsamts des Innern hingewieſen worden,
in dem die heterogenſten Gegenſtände zuſammengefaßt
werden, und in dem die weltbewegenſten Fragen, wie
Arbeiterſchutz, Arbeiterfürſorge, Zellpolitik und das
ganze Wirtſchaftsleben bearbeitet werden. Es ſind ernſte
Erwägungen ſeitens der Regierung zu pflegen, ob dieſe
Organiſation auf die Dauer beibehalten werden kann,
oder ob nicht eine zweckentſprechende Teilung erforderlich
wird. Die Schaffung eines Reichsverwaltungsgerichts
wird auf die Dauer nicht von der Hand zu weiſen ſein.
Die deutſche Sozialpolitik zeigt einen ſtetigen Fortſchritt,
das kann auch der ſtrengſte Kritikus nicht leugnen. Einen
Stillſtand oder Rückſtand uns vorzuwerfen iſt vom Abg.
Wurm ungerecht. Die deutſche Induſtrie hat einen
Sie=
geszug durch die ganze Welt geführt dank den Arbeitern,
den Unternehmern und den Privatbeamten. Wir wollen
die Sozialpolitik fortſetzen, aber maßvoll und beſonnen,
daß die Leiſtungsfähigkeit der Induſtrie nicht beſchränkt
wird. Die ganze Bevölkerung iſt davon durchdrungen,
daß die ſoziale Politik eine Staatsnotwendigkeit iſt, ſollen
wir nicht in eine Kataſtrophe hineingerrieben werden.
Das Vereinsgeſetz iſt in freiheitlichem Sinne
anzuwen=
den. Nicht zu unterſchätzen ſind die ſozialpolitiſchen
Er=
folge der letzten Zeit, dahin gehören namentlich die
Reichsverſicherungsordnung, wenngleich wir eine
Herab=
ſetzung der Altersgrenze von 70 auf 65 Jahre verlangen
und eine größere Wöchnerinnen= und Reliktenfürſorge.
Die Privatbeamtenverſicherung iſt ein Ruhmestitel des
deutſchen Reichstages. In der Frauenbewegung iſt ein
etwas größeres Entgegenkommen auf die Dauer ſeitens
des Staates nicht zu vermeiden, ſonſt entſteht die
Ge=
fahr, daß die ganze Bewegung ins radikale Fahrwaſſer
gerät. Auch für den Mittelſtand und das Handwerk wer=
den wir fernerhin eintreten und wir werden unſere
dies=
bezüglichen Wünſche in einer Reihe von Anträgen
nie=
derlegen. Beſonders dankbar wären wir dem Herrn
Statsſekretär, wenn er uns Auskunft darüber geben
würde, wie es mit Aufhebung des § 100g der
Gewerbe=
ordnung ſteht. Das deutſche Handwerk muß
ge=
fördert werden und außerdem muß man ſich der
Fach=
ſchulen weiter annehmen. (Zuruf des Abg. Pauli: In
beruflichen Dingen! Unruhe links.) Nein, die
Hand=
werker gebrauchen auch eine politiſche Bildung. (Sehr
richtig! links.) Unzweifelhaft beſtehen in der
Beamten=
beſoldung manche Härten, die noch zu beſeitigen ſind,
namentlich den Altpenſionären gegenüber. Daß viele
Beamten ſozialdemokratiſch wählen, entſpricht vielfach
der Not und deshalb ſollte die Regierung auch hieran
nicht achtlos vorübergehen. Die Sozialdemokratie mit
Gewalt niederhalten zu wollen, wäre ein frivoles Spiel
mit den Intereſſen des Deutſchen Reiches. Das
Nieder=
ſchießen von Volksangehörigen führt zur Anarchie und
zu Revolutionen. (Sehr richtig! links.) Mit
Ausnahme=
geſetzen wird nichts geſchaffen. Die Wahlkreiseinteilung
muß geändert werden. Die großen Ungeſetzlichkeiten
müſſen aus der Welt geſchafft werden. Bei der neuen
Steuervolitik anläßlich der Heeres= und Marinevorlagen
muß eine nochmalige Verletzung des ſozialen Ausgleichs
ſtreng vermieden werden. Wir müſſen zur allgemeinen
Beſitzſteuer kommen. Die Unzufriedenheit der
Bevölke=
rung beruht nicht auf den ſteuerlichen Belaſtungen allein,
die Art der Verwaltung ſpricht da bedeutend mit. (Sehr
richtig! links.) Die Ausführungen des Reichskanzlers
über den Linksabmarſch der Nationalliberalen waren
we=
der tiefarſindia noch zutreffend. Etwas obiektiver hätte
der Reichskanzler — früher war es nicht üblich. mit den
Parteien über innere Dinge zu rechten — ſein können Die
Vorbereitung der Handelsverträge muß ſorgfältiger
werden. Dazu gehört auch die Beſetzung unſerer
auslän=
diſchen Miſſionen mit in wirtſchaftlichen Fragen
orien=
tierten Perſonen. An den 4¼ Millionen
ſozialdemokra=
tiſchen Stimmen darf man nicht achtlos vorübergehen.
Man muß liberal regieren. Wir wünſchen eine ſtarke
Regierungsgewalt und eine ſtarke Monarchie. Eine
Re=
gierung, die ſtark genug iſt. Reformen durchzuführen.
Kaſtenvorrechte müſſen aufhören. Mögen wir vorwärts
ſchreiten auf dem Wege der Sozialreform zum Heile des
Volkes und zum Segen des Vaterlandes.
Aba. Doormann (Fortſchr. Vp.): Wenn wir auch
die vielfachen Verſchlechterungen in der
Reichsverſiche=
rungsordnung bedauern, ſo müſſen wir doch den
allgemei=
nen Fortſchritt anerkennen. Die Ausführungen des Abg.
Baſſermann über die Sozialpolitik können wir
unterſchreiben. Aber wir meinen jedoch, daß
gerade das energiſche Vorgehen der
Sozial=
demokratie den bürgerlichen Parteien das Gewiſſen
ge=
ſchärft hat. Die Arbeiterſchutzgeſetzgebung muß weiter
ausgebaut werden. Insbeſondere müſſen die Frauen
zur Gewerbe=Inſvektion zugelaſſen werden. Alle
Aus=
ſchreitungen in der Koalitionsfrags. insbeſondere den
Terrorismus, verurteilen wir auf das ſchärfſte. Die
Tarifverträge müſſen allerdinas lanafriſtia ſein. Aber
es entſteht die Schwieriakeit, daß Arbeitgeber und
Ar=
beitnehmer ſich veränderten Koniunktionen nicht anpaſſen
können. Wenn auch bei dem Handwerkerſtand ein
Ab=
bröckelungsprozeß unvermeidbar iſt, ſo gkauben wir doch,
daß dieſer Stand ſtark genug iſt. ſich zu erhalten.
Bezüg=
lich des vielbeſprochenen § 100g der Gewerbeordnung
ſind wir der Ueberzeugung, daß ſeine Aufhebung nicht
günſtig wirkt. Daß Mißſtände im Submiſſionsweſen
vorhanden ſind. iſt allſeitia anerkannt. Aber alle zur
Beſ=
ſerung der Verhältniſſe bisher gemachten Vorſchläge
ha=
ben ſich als unzureichend erwieſen. Auf dem Gebiete der
Konkurrenz der Gefänanisarbeit iſt ſchon viel gebeſſert
worden. Sind wir auch zu weiterem Entgegenkommen
den Handwerkern gegenüber bereit, ſo muß das
Hand=
werk zuſehen. ſich ſelber zu helfen. (Beifall.)
Staatsſekretär des Innern Dr. Delbrück: Ohne
auf Einzelheiten einzugehen, will ich mich an der Teilung
der Materien in der Erörterung der angeſchnittenen
Fragen beteiligen. Damit will ich nicht eine Teilung
mei=
nes Reſſorts inaugurieren oder als zweckentſprechend
hinſtellen. Die Notwendigkeit dazu iſt nicht ſo groß als
gemeinhin angenommen wird. Dazu kommt, daß mit
jedem neuen Amt, wenn es ein Reſſort entlaſtet,
anderer=
ſeits die Reibereien zwiſchen den einzelnen Reſſorts
ver=
mehrt werden. Die wirtſchaftlichen Fragen hängen
im=
mer mit einer ganzen Reihe ethiſcher Fragen zuſammen,
zu deren Löſung alle Kräfte eingeſetzt werden müſſen.
Des=
halb intereſſiert gerade der jetzt ſtattfindende
Frauenkon=
greß, weil er wirtſchaftliche Fragen mit höchſtem Ernſt
behandelt. Es ſind Fragen, die ſowohl die Tochter des
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 28. Februar.
„Liebelei.” — „Abſchiedsſouper.”
W—l. Heute gelangten zwei Stücke des geiſtreichen
Wiener Schriftſtellers Arthur Schnitzler zur
Auf=
führung. Das erſtere, die bürgerliche Tragödie „
Liebe=
lei”, iſt unbegreiflich lange vom Spielplan abgeſetzt
worden und wirkte deshalb faſt wie eine Novität. Der
erſte Akt iſt nach Schnitzlers Art in leichtem Plauderton
gehalten und ohne weſentliche Handlung, die eigentlich
erſt mit dem zweiten Akt einſetzt und in meiſterhafter
Ent=
wicklung ſich zu der ergreifenden Schlußtragödie ſteigert.
Ganz beſonders gelungen iſt die Zeichnung der beiden
konträren Charaktere, der naiven Mizi und der
ſentimen=
talen Chriſtine, in deren Schilderung ſich Schnitzler ebenſo
wie in der Technik des Stückes als Meiſter zeigt. Die
Damen Frl. Gothe und Frl. Meißner fanden in
die=
ſen Rollen eine ihrer individuellen Beanlagung zuſagende,
dankbare Aufgabe, die ſie mit künſtleriſchem Verſtändnis
und erſchöpfender Charakteriſtik löſten. Frl. Gothe in
ihrer Wiener Leichtlebigkeit und Skrupelloſigkeit wirkte
ebenſo echt, wie Frl. Meißner in ihrer ſchwermütigen und
ahnungsvollen Liebe und ihrer Verzweiflung über die
Untreue ihres Geliebten überzeugend und ergreifend. Die
Rollen der beiden „jungen Leute” wurden von den Herren
Weſtermann und Schneider geſpielt. Herrn
Schneider liegen ſolche Rollen wie die des leichtlebigen
und oberflächlichen Theodor gut, weniger behaglich fühlte
ſich wohl Herr Weſtermann in der des Liebhabers
Fritz. Eine feine Charakterſtudie war der alte Weiring des
Herrn Wagner, der auch den Dialekt am beſten
be=
herrſchte. Frau Rudolph bot als Frau Binder die
gewohnte, von Humor getragene Leiſtung.
Das Zimmer des jungen Mannes im erſten Atk ſchien
uns etwas überladen, in dem Zimmer Chriſtines wirkte
der große Pappofen niederſchmetternd.
Das „Abſchiedsſouper” iſt mehr eine geiſtreiche
Plauderei als ein Bühnenſtück. Dieſem leichten
Plauder=
ton und der geiſtreichen Nonchalance des Stückes muß auch
die Aufführung gerecht werden, was wohl nur durch
Frl. Gothe geſchah, die die leichtſinnige Annie, eine
neue Auflage der Mizi, mit derber Naivität und der
pikanten Leichtlebiakeit der Wiener Halbweltdame ſpielte.
Die Rollen des Anatol und des Max waren durch die
Herren Jürgas und Schneider und die des
Kell=
ners durch Herrn Peterſen vertreten. Aus den
erſt=
genannten beiden Rollen ließe ſich doch wohl noch etwas
mehr machen.
Fenilleton.
* Zur Errichtung der Univerſität in Frankfurt a. M.
Einer parlamentariſchen Korreſpondenz zufolge verlautet.
daß die Verhandlungen der Stadt Frankfurt mit dem
Kul=
tusminiſterium in den weſentlichen Punkten eine
Einig=
ung herbeigeführt haben. Die Errichtung einer Univerſität
in Frankfurt a. M. iſt grundſätzlich im Kultusminiſterium
beſchloſſen worden. Auf welcher Grundlage die neue
Univerſität errichtet werden ſoll, bleibt noch weiteren
Ver=
handlungen vorbehalten. Wahrſcheinlich wird es ſich um
eine kommunale Univerſität mit ſtaatlichem Aufſichts= und
Berufungsrecht handeln. Die Errichtung der Univerſität
kann früheſtens in zwei Jahren erfolgen, da die Vorarbeiten
noch geraume Zeit in Anſpruch nehmen werden. Dem
Landtage dürfte erſt in der nächſten Seſſion ein
diesbezüg=
licher Geſetzentwurf zugehen.
Neues vom Muſeum der Stimme. Aus Paris wird
berichtet: Das von der Pariſer Univerſität in der Sorbonne
geſchaffene Muſeum der Stimme hat bereits ein reiches
Ar=
beitspenſum hinter ſich und die erfolgreiche Tätigkeit der
letzten Monate führt nun zu einem Ausbau der Mittel, durch
die man zugunſten ſpäterer Geſchlechter Zeugniſſe der
Sprache unſerer Zeit ſammelt. Der neue Plan gipfelt darin
ſofort mit der phonographiſchen Aufnahme aller franzöſiſchen
Dialekte zu beginnen. Die bretoniſche Sprache, die
bas=
kiſche und das Provencaliſche können kaum als dialektiſche
Abarten des Franzöſiſchen gelten, ſie ſind im Grunde eigene
Sprachen, deren Verbreitung immer mehr zurückgeht und
deren unaufhaltſames Schickſal es iſt, über kurz oder lang
völlig aus dem Gebrauch zu verſchwinden. Trotz aller
Propheten der Dezentraliſation gewinnen die
zentraliſier=
ten Tendenzen der franzöſiſchen Regierung immer mehr die
Oberhand. Die Sorbonne will jetzt ein Automobil
aus=
rüſten, das mit Phonographen unter der Führung von
Sprachforſchern Dorf um Dorf ganz Frankreich bereiſen ſoll.
In jeder Gemeinde ſollen phonographiſche Aufnahmen von
der Sprachweiſe der Bevölkerung gemacht werden; die
Platten werden dann für die wiſſenſchaftliche Forſchung
kommender Zeiten verwahrt Man hat berechnet, daß dieſe
gründliche Arbeit insgeſamt 10 Jahre erfordern würde; die
jährlichen Koſten dieſer phonographiſchen Expedition ſind
auf rund 100000 Francs veranſchlagt.
C) Vom königlichen Appetit. In einer intereſſanten
Studie, die vor kurzem in Buchform erſchienen iſt, hat ſich
Dr. M. A. Legrand das Ziel geſetzt, die durchſchnittliche
Lebensdauer des Menſchen im Wandel der Jahrhunderte
ſyſtematiſch zu unterſuchen. Er widmet dabei auch den
Königen und Fürſten ſeine Aufmerkſamkeit und kommt zu
dem Ergebnis, daß viele gekrönte Häupter der
Vergangen=
heit ihrem Leben ein vorzeitiges Ende bereitet haben. weil
ſie den Verlockungen leiblicher Genüſſe nicht jenen
Wider=
ſtand entgegenſetzten, den heute jeder Arzt von ſeinem
Patienten verlangt. Die meiſten Könige hatten ſehr zu
ihrem Unheil einen wahrhaft königlichen Appetit und haben
ſich um die Freuden eines ſtillen, friedlichen Lebensabends
gebracht, weil ſie in den Tafelfreuden des Guten zu viel
taten. In der Tat ſteht die durchſchnittliche Lebensdauer
der Könige in vergangenen Jahrhunderten gegen die der
Bürger zum Teil erheblich zurück. So haben die Könige
Frankreichs vom Jahre 800 an bis zur Zeit der letzten
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 5.
Miniſters als die des Arbeiters intereſſiert und die
nicht eine einzelne Käſte oder Partei angehen, ſondern
die Allgemeinheit. Unhaltbar und unbegründet iſt die
Be=
hauptung, daß die Sozialpolitik geboren wurde durch das
Wirken der ſozialdemokratiſchen Partei und daß die
Er=
folge der Sozialpolitik lediglich der Sozialdemokratie
zu=
zuſchreiben ſeien. Was wir auf dieſem Gebiete erreicht
ha=
ben, das iſt die Arbeit des ganzen Volkes und der
Par=
teien dieſes Hauſes. Das beweiſt, daß eine Partei mit
extremen Zielen nicht erforderlich iſt für die Sozialpolitik
Daß die Sozialdemokratie ein treibendes Moment
bil=
dete, ſoll nicht abgeſtritten werden. Wem die Erfolge
zuzuſchreiben ſind, iſt eine andere Frage, der
Radikalis=
mus erſchwert ohne Frage jeden Fortſchritt, ob er von
rechts oder links kommt. Der Dank kommt den Parteien
zu, die die von ihnen als richtig erkannten Prinzipien
durchgeführt haben. Anerkannt muß auch von jeder
un=
parteiiſchen Seite werden, daß die Verbündeten
Regie=
rungen die Sozialpolitik gefördert haben, die
Sozial=
demokratie hat ſie nicht gefördert, weil ſie bei den
wich=
tigſten Fragen verſagt hat. Ich habe es für meine Pflicht
gehalten, dieſes Zeugnis abzulegen, weil ich es für richtig
halte. Die Behauptung, daß in der Sozialpolitik ein
Stillſtand eingetreten ſei, entſpricht nicht den Tatſachen.
In der letzten Zeit ſind wichtige ſozialpolitiſche Geſetze
zuſtande gekommen, ich erinnere nur an die
Hinterblie=
benenverſicherung. Auch die Heimarbeiterfrage iſt gelöſt
worden und wie ich ausdrücklich anerkennen will, unter
Mitwirkung der Sozialdemokraten. Die Ausführung der
in der letzten Seſſion zuſtande gekommenen
ſozialpoliti=
ſchen Geſetze hat den betreffenden Aemtern ein derartiges
Maß von Arbeit verurſacht, daß es bis jetzt noch nicht
möglich war, mit neuen Geſetzen zu kommen. Die bisher
noch fehlende Fürſorge für Feuerwehrmänner und die in
der Krankenpflege tätigen Perſonen iſt bereits zu einem
Geſetzentwurf geſtaltet, der den betreffenden Reſſorts zur
Bearbeitung zur Zeit noch vorliegt, aber dem Reichstag
bald zugehen wird. Die Tarifverträge ſind nichts
wei=
ter als ein Waffenſtillſtand, es iſt deshalb auch nötig,
daß die tarifſchließenden Faktoren dem gemeinen Recht
unterſtellt ſind, damit ſie für etwaige Schäden haftbar
gemacht werden können. Einen Zwang, den Tarifverträgen
beizutreten, kann ich nicht gutheißen. Eines beſonderen
Geſetzes zum Schutz der Arbeitswilligen bedarf es nicht, die
beſtehenden Geſetze genügen, um eine Beſtrafung für
der=
artige Delikte herbeizuführen.
Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.): Unſerer Meinung nach
und die Beamten verpflichtet, die Meinung der
Regie=
rung zu vertreten. Angeſichts der Form des Wahlkampfes,
daß ſich kein anſtändiger Menſch hineinwagen konnte, bin
ich der Anſicht, daß es eine Verpflichtung der Regierung
war, für die perſönliche Freiheit einzutreten. (Bei dem
entſtehenden Lärm bleibt der Redner unverſtändlich.
Vizepräſident Dove: Wenn ich recht gehört habe, haben
Sie ſoeben meine Geſchäftsführung kritiſiert.) Abg
Gamp: Ich habe nur geſagt, wenn der Herr aus jenen
Kreiſen im Präſidium fungierte, würde ich vor dieſen
Zwiſchenrufen geſchützt ſein. (Vizepräſident Dove: Eine
derartige Kritik ſteht Ihnen nicht zu.) Abg. Gamp:
Die Landwirtſchaft verlangt weiteren Schutz. Bei den
heutigen Verhältniſſen iſt ſie wahrlich nicht auf Roſen
gebettet, beſonders der kleine Landwirt nicht, wenn er
nicht Familienmitglieder zu Hilfe bei der Arbeit
herbei=
ziehen kann. Die Latifundienbeſitze nehmen nicht zu. ſie
werden heute mehr denn je zerſchlagen, aber die
Renten=
güter nehmen in letzter Zeit ganz außerordentlich zu. Die
ſozialpolitiſchen Anträge der Sozialdemokraten laſſen
alles Maß vermiſſen. Was auf dem Gebiete der
Sozial=
politik geleiſtet iſt, kommt nicht der Sozialdemokratie zu
gute. Meiner Anſicht nach muß die Sozialdemokratie, die
jetzt ſo angewachſen iſt, mit Gewalt zurückgedrängt
wer=
den. Eine Eindämmung dürfte aber dadurch doch nicht
gelingen. Das beſte Mittel, um deren Mitläufer wieder
den bürgerlichen Parteien zuzuführen, iſt zunächſt ein
Schutz derſelben vor dem Terrorismus der Genoſſen und
ein weiterer Schutz der kleineren Eriſtenzen unter den
Arbeitgebern. — Abg. Windeck (Elſ.): Die Streichung
des Gnadenfonds des Kaiſers durch den Landtag von
Elſaß=Lothringen iſt geſchehen, weil die Rechnungslegung
darüber dem Landtag verweigert wurde, zumal ſchon
lange verlautet, daß derſelbe jahrelang als Zuſchuß zum
Kaiſer Wilhelm=Denkmal in Straßburg verwendet ſein
ſoll. Werden dieElſaß=Lothringer ſo behandelt, wie ſie als
franzöſiſche Untertanen behandelt wurden ſo werden ſie
auch jetzt für Heer und Marine tüchtige Offiziere ſtellen.
Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag
1 Uhr vertagt. Vorher Rechnungsſachen. — Schluß
6 Uhr.
Kongreſſe und Verbandstage.
Deutſcher Frauenkongreß.
II.
— Berlin, 28. Febr. Im weiteren Verrauf ſeiner
Verhandlungen beſchäftigte ſich der Deutſche Frauenkongreß
mit der Bedeutung der Frauenbewegung für
die berufstätigen Frauen. Die erſte Referentin,
Frau Marie Stritt, wies auf die zahlloſen Petitionen
des Bundes Deutſcher Frauenvereine hin, die bei den
zu=
ſtändigen Reichs= und Staatsbehörden ſicherlich mehr
Be=
achtung finden würden, wenn auch die berufstätigen Frauen
dieſelben unterſtützen würden. Es genüge nicht, daß ſich die
erwerbstätigen Frauen nur in ihren Berufsorganiſationen
zuſammenſchließen, vielmehr müſſen ſie auch die allgemeine
Frauenbewegung unterſtützen. Die erwerbstätigen Frauen
ſind allerdings ſchon vorbildlich vorangegangen, indem ſie
in den Krankenkaſſen ſich ein Wahlrecht errungen haben.
Mit ihrem großen Gefolge könnten ſie aber in der
Frauen=
bewegung die maßgebende Rolle ſpielen, die ſie bis heute
noch nicht ſpielen. — Die zweite Referentin, Frau Helene
Lange, betont die Notwendigkeit der Heranziehung der
Jugendgeneration zur Organiſation, aber nicht bloß zur
Berufsorganiſation, ſondern auch zur allgemeinen
Zuſam=
menfaſſung aller Frauen; denn die einſchneidenden
Frauen=
probleme, Beruf, Ehe, Konkurrenz der Geſchlechter uſw. ſind
ſowohl für die erwerbende Frau, wie für die Hausfrau von
gleicher Wichtigkeit und es iſt nur etwas zu erreichen, wenn
alle Frauen hier zuſammenwirken. — Ueber die
Konkur=
renz der Geſchlechter im Erwerbsleben ſprach
ſodann Frl. Dr. Eliſabeth Altmann=Gottheiner.
In der zweiten Vormittagsverſammlung behandelte
der Deutſche Frauenkongreß das Thema Bildungs=
und Erziehungsfragen. Als erſte Referentin ſprach
Fray Chriſtiane Mewaldt von Wedel über die Frage des
gemeinſamen Unterrichts der Geſchlechter. Sie fordert
Zu=
laſſung der Mädchen zu den Knabenſchulen, insbeſondere,
wo aus ökonomiſchen Gründen keine beſonderen höheren
Bil=
dungsanſtalten für Mädchen errichtet werden können. Durch
den gemeinſamen Unterricht werde auch das Verſtändnis der
Geſchlechter füreinander mehr gefördert und heimlichen
Liebeleien ein Ende gemacht, während die geiſtige
Gemein=
ſchaft ſtark gefördert würde. — Die zweite Referentin, Frau
Elsbeth Kruckenberg, hat zwar gegen die ausnahmsweiſe
Zulaſſung von begabten Mädchen in Knabenſchulen nichts
einzuwenden, glaubt aber, daß die allgemeine Einführung
des Gemeinſchaftsunterrichts ſchwer durchführbar ſei. In
Ländern, die mehr Sport betreiben, ſei die
Gemeinſchafts=
erziehung eher möglich. — Die dritte Referentin, Prof.
Flo=
rence Keys vom Vaſſar College in Nordamerika, ſchilderte
die Erfolge des Gemeinſchaftsunterrichts in Amerika. — In
der Diskuſſion lehnt Frl. Landmann (Danzig) aus ſittlichen
Gründen die Gemeinſchaftserziehung ab. Frau Dr. med.
Kröſing (Stettin) wendet ſich aus raſſehygieniſchen Gründen
ebenfalls gegen dieſe Inſtitution; ſie befürchtet, daß die
Mädchen ihre runden Formen verlieren und den Knaben
ähnlich werden. Ihre Behauptung, daß die Männer den
Frauen an Lehrfähigkeit überlegen ſeien, erregte lebhaften
Widerſpruch. Die Vertreterin des Bundes Evangeliſcher
Frauenvereine, Frl. Adelheid v. Benningſen, und die
Ver=
treterin katholiſcher Frauenbünde, Frau Direktor Miſſen,
wenden ſich ebenfalls gegen die gemeinſame Erziehung:
letztere erregt durch die Mahnung, die Frauen mehr vom
Studium zurückzuhalten, große Unruhe. Die Verhandlungen
werden morgen fortgeſetzt.
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 29. Febr. Das
Luft=
ſchiff „Viktoria Luiſe” iſt um ¾4 Uhr bei
herr=
lichem Wetter, aber lebhaftem Südweſtwind zu einer
neuen Probefahrt aufgeſtiegen. Geheimrat Hergeſell iſt
zu den Probefahrten hier eingetroffen.
* Wanne, 29. Febr. Die Gemeindevertretung
be=
ſchloß, gemeinſam mit der Stadt Herne und den
Ge=
meinden Herten und Eickel eine Rheiniſch=
Weſtfäliſche Flug=Sportplatz=G. m. b. H. zu
gründen und ſich hieran mit 250000 Mark zu
betei=
ligen. Der Zweck der Geſellſchaft iſt zunächſt die
Ein=
richtung und der Betrieb eines bis zu 1000 Morgen
er=
weiterungsfähigen Flugplatzes. Das Geſamtkapital der
Geſellſchaft beträgt mindeſtens 800000 Mark. Die
Be=
teiligung der Gemeinden an dem kleineren Flugplatze
Gelſenkirchen=Betthauſen, deſſen Konzeſſionierung
ent=
gegen anders lautenden Nachrichten nicht erfolgt iſt,
kommt nicht mehr in Frage.
* Paris, 29. Febr. Die Sammlungen für
das Militärflugweſen ergaben bisher 420000
Francs, darunter 15000 Francs vom Generalrat des
Seine=et=Oiſe=Departements für ein Flugzeug, das den
Namen des im vorigen Jahre auf dem Flugfelde von
Iſſy=les=Moulineaux von der Schraube eines Eindeckers
getöteten Kriegsminiſters Maurice Berteaux
tra=
gen ſoll.
* Paris, 29. Febr. Auf dem Flugfelde von
Etam=
pes ſtürzte geſtern der Militärflieger Hauptmann
Joſt mit ſeinem Eindecker aus einer Höhe von 40
Me=
tern ab. Er wurde mit ſchweren Kopfwunden und
ge=
brochenen Beinen ins Krankenhaus gebracht.
Sport.
— Galaſportfeſt. Außer den bereits
vorhan=
denen zahlreichen Meldungen iſt noch die des jugendlichen
Kunſtfahrers Gülz aus Straßburg erfolgt. Es treten
nicht weniger als 7 Kunſtfahrer im Einer= und Zweier=
Kunſtfahren, ferner 4 Schul= und
Schmuckreigenmann=
ſchaften und endlich 16 Radballmannſchaften in
Konkur=
renz. Außerdem vervollſtändigen die Radpoloſpiele, ein
Damen= und Herrenreigen, ſowie ein 24er=Maſſenreigen
des feſtgebenden Vereins das Programm. — Die zur
Verteilung gelangenden Ehrenpreiſe ſind von heute,
Freitag, ab im Schaufenſter der Firma Arnold Rode,
Ernſt=Ludwigſtraße, ausgeſtellt.
sr. Ein neuer Weltrekord im Ski=
Weit=
ſprung wurde von dem Norweger Anderſon in
Gudbrandsbakken mit der außergewöhnlichen Leiſtung
von 47 Metern aufgeſtellt. Der bisherige Rekord wurde
mit 46 Metern von Harald Smith in Davos erzielt.
sr. Das Internationale Schachturnier
zu San Sebaſtian ergab in der 7. Runde bisher
nur zwei Remispartien, und zwar ſpielten Teichmann=
Rubinſtein und Schlechter=Perlis unentſchieden.
Unbe=
endet blieben die Partien Marſhall=Forgacz,
Niemzo=
witſch=Dr. Tarraſch und Spielmann=Duras, während
Leonhard ſpielfrei war. Von den Hängepartien
ge=
wann Duras die ſeine gegen Rubinſtein, der damit ſeine
erſte Niederlage erlitt.
Handel und Verkehr.
— Patentanmeldungen: B. 62931. Pumpe
zur Förderung dampf= oder gashaltiger Flüſſigkeiten.
Beck & Roſenbaum Nachf., Darmſtadt. — M. 45347.
Ver=
fahren zur Darſtellung von
Cyanamidoameiſenſäure=
eſtern. Fa. E. Merck, Darmſtadt. — Sch. 36144.
Ver=
fahren zur Darſtellung von alkohollöslichen Acetaten
der Zelluloſe. Dr. Carl G. Schwalbe, Roßdörferſtr. 86.
— Patenterteilungen: 244413. Vorrichtung zum
Abheben der Auftragwalzen vom Formzylinder von
Rotationsdruckpreſſen. Jean Göbel, Darmſtadt,
Gries=
heimerweg 25. — Gebrauchsmuſter=
Eintrag=
ungen: 495600. Huthaarnadel. Katharine Schupp,
Darmſtadt, Herdweg 41. — 496485. Roſtrahmen mit
trichterförmigem Aſchefall und Aſchekaſtenführung für
Kochherde, Oefen und ähnliche Apparate. Albert
Konzel=
mann, Darmſtadt, Landwehrſtr. 63. — 497620.
Stell=
vorrichtung für Rauchabzugsrohre. Erſte Darmſtädter
Herdfabrik und Eiſengießerei Gebrüder Roeder,
Darm=
ſtadt. — 497409. Schrot= und Backmehlmaſchine
Ka=
tharine Heyl, geb. Scheufler, Darmſtadt,
Frankfurter=
ſtraße 128/130. — 497167. Auswechſelbare Gummiſohle
für Hausſchuhe und=Pantoffel. Franz Knipp,
Darm=
ſtadt, Beſſungerſtr. 51.
Stimmen ans dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktios
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Die Breite Allee hat bei der Um= und
Neu=
geſtaltung auch einen beſonderen Radfahrerweg erhalten.
Die Herren Radfahrer benutzen dieſen aber nicht,
ſondern haben ſich auf dem Trottoir, trotzdem deſſen
Grenze mit Randſteinen bezeichnet iſt, eine ſchöne, glatte
Bahn gefahren. Man könnte den Herren dieſen
eigen=
mächtig gewähltn Wea ſehr leicht wieder ſperren, indem
man auf die glatte Bahn eine neue Lage recht groben
V.
Kies aufſchüttet.
Vermiſchtes
— Deutſch=Evangeliſcher
Frauen=
bund. Weibliche Untüchtigkeit. Wenn wir heute wenige
Jahre zurückblicken, dann ſehen wir mit Freude, wie
immer mehr Berufe den Frauen erſchloſſen werden. Ein
bitterer Tropfen wird dem tiefer ſehenden Beobachter
freilich die Freude etwas verderben. Die jüngeren
Ar=
beitskräfte werden den älteren bei weitem vorgezogen
und ihre Leiſtungen materiell und ideell höher bewertet.
Nun werden aber viele Frauen und Mädchen erſt in
ſpäteren Lebensjahren dahin geführt, auf eigenen Füßen
ſtehen zu müſſen. Dieſen Armen iſt am ſchwerſten zu
helfen und ihre Notlage oft groß. Meiſtens verfügen
monarchiſchen Herrſcher Frankreichs durchſchnittlich ein
Lebensalter von etwas weniger als 52 Jahren erreicht.
Und nicht viel beſſer ging es den Herrſchern von England;
von Wilhelm dem Eroberer bis zu Eduard VII. haben nur
zwei Könige ihren 60. Geburtstag feiern können, und nur
Georg III. und Königin Viktoria erreichten ihr 80.
Lebens=
jahr. Mit dem Wandel der Jahrhunderte hat ſich der
fabel=
hafte Appetit vergangener Zeiten allerdings gemäßigt, aber
die Fürſten der Gegenwart ſind darum keine Koſtverächter
geworden. Auch ſie verſtehen es, die Freuden der Tafel
zu genießen; doch an die Stelle der Maße trat die Güte
des Eſſens, die Qualität verdrängte die Quantität, und
aus den Gourmands wurden Gourmets. Und Gourmets
und Freunde eines delikaten Biſſens ſind die Fürſten auch
heute noch faſt alle; die Kennerſchaft König Eduards in
Fragen der Kochkunſt iſt bekannt, aber er ſtand damit in
der Reihe der lebenden Monarchen nicht allein; auch der
Zar, der deutſche Kaiſer, Kaiſer Franz Joſef und König
Viktor Emanuel gelten als Herrſcher, die ihren Sinn den
Genüſſen einer erleſenen Tafel keineswegs verſchließen.
König Eduard war in ſeiner Jugend mit einem guten, aber
durchaus normalen Appetit geſegnet und auch in ſeinen
ſpäteren Jahren blieb er ein geſunder Eſſer. Nach einer
Zuſammenſtellung Legrands nahm der Beherrſcher
Groß=
britanniens in einem Tage gewöhnlich zu ſich: um neun
Uhr ein Frühſtück, beſtehend aus Eiern, kaltem Fleiſch und
Toaſts; um zwei Uhr einen Lunch von drei bis vier
Gän=
gen, um fünf Uhr Tee mit Cakes oder Kuchen; um ſieben
Uhr ein leichtes Souper aus kaltem Fleiſch und ſchließlich
um Mitternacht ein üppiges Souper, das aus zahlreichen
Gängen, Nebengerichten und Deſſert beſtand, wobei der
König Champagner zu trinken pflegte. Aber auch unter
den modernen Königen ſind die Gourmands nicht
ausge=
ſtorben. Eines der bekannteſten Beiſpiele dafür war König
Milan von Serbien, deſſen Appetit ein unerſchöpflicher
Heißhunger war, und der bei einer Mahlzeit Quantitäten
verzehrte, bei deren Anblick ein gewöhnlicher Sterblicher
wortlos den Kopf geſchüttelt hätte. Auch der unglückliche
König Carlos von Portugal war ein Vieleſſer, er hatte
eine beſondere Vorliebe für engliſches Roaſtbeef und konnte
von dieſem Gericht bei einer Mahlzeit Portionen verzehren,
an denen ſich eine ganze Familie hätte ſatteſſen können.
Einen geſunden Appetit, der inbezug auf den Umfang der
Nahrungsaufnahme bisweilen über die Grenzen
hygieni=
ſcher Zweckmäßigkeit hinausgeht, ſoll auch die junge Königin
Wilhelmina von Holland beſitzen, die dabei eine kräftige
bürgerliche Koſt bevorzugt und von ſchweren Gerichten
ge=
wöhnlich mehr ißt, als ein vorſichtiger Arzt gutheißen würde.
Aber der größte Eſſer unter den heute lebenden Monarchen
iſt der jüngſte König Europas, der dabei
merkwürdiger=
weiſe auch der ſchlankſte iſt: König Alfons von Spanien.
Er iſt ein ausgeſprochener Gourmand. Die Mahlzeiten des
Königs Alfons ſind wie folgt geregelt: um acht Uhr Tee,
Schokolade oder Kaffee mit kaltem Fleiſch, Toaſt und Kuchen.
Zwiſchen elf und zwölf Lunch: Suppe, zwei Entrées,
Bra=
ten, Gemüſe, Deſſert. Um vier Uhr Cakes, belegte
Bröt=
chen und ſpaniſcher Wein. Um ſieben Uhr findet das
offi=
zielle Diner ſtatt: zwei Suppen, zwei Entrées, zwei
Zwi=
ſchengerichte. Braten, Gemüſe, Eis, Käſe, Deſſert, Obſt,
Wein und Champagner. Dem aber folgt um halb zehn Uhr
noch Tee, kaltes Fleiſch, Wein und Paſteten, und es kommt
nicht ſelten vor, daß gegen Mitternacht der König ſich noch
eine Kleinigkeit reichen läßt, um ſeinen Hunger zu ſtillen.
C. K. Das Begräbnis des Beines. Eine amüſante
Ge=
ſchichte hat ſich vor kurzem in San Franzisko zugetragen.
Im Rathaus erſchien ein ſtiller, beſcheidener Bürger, Mr.
William Nicholſon, und bat, wie der Corriere della Sera
ſich aus New=York berichten läßt, um die Ausſtellung eines
Beerdigungsſcheines. „Für wen?” fragt der Beamte. „Für
mich.‟ Der Beamte vermutet einen ſchlechten Scherz, er
fährt zornig auf: „Machen Sie keine Witze, hier iſt nicht
der Ort dazu.” William Nicholſon erklärte ſich: „Ich wollte
ſagen, für einen Teil von mir. Man hat mir ein Bein
amputiert, und ich möchte dieſes Glied meines Körpers
ordnungsgemäß beerdigen.‟ Der Beamte ſtand dieſem
un=
gewöhnlichen Anſinnen ratlos gegenüber und trug
ſchließ=
lich den merkwürdigen Fall den ſtädtiſchen Behörden vor.
Zweifellos iſt ein amputiertes Bein ein Stück Leichnam;
aber die Beerdigungsbeſtimmungen und die Geſetze haben
nur mit ganzen Leichen gerechnet. Das Geſundheitsamt,
das über die Beſtattungsangelegenheiten verfügt, war
ebenſo ratlos wie der Beamte. Was wollte man tun? Es
gab keine klare Rechtsbeſtimmung, die es einem freien
Bür=
ger unterſagt, ſein amputiertes Bein ordnungsgemäß auf
dem Friedhof beiſetzen zu laſſen. Schließlich ließ man den
wackeren William Nicholſon wieder rufen und beauftragte
ihn, das amputierte Bein vorzuzeigen. William Nicholſon
verlor die Ruhe nicht: „Ich habe auf dem Kirchhof mein
Familiengrab; es wäre unſinnig und unlogiſch, mir zu
verbieten, dieſen verſtorbenen Teil meines Körpers in
meinem Grabe beizuſetzen. Das Bein iſt nichts anderes
als ein Teil meines Körpers, der mir im Tode
voraus=
gegangen iſt. Aus welchem Grunde wollen Sie mich
ver=
anlaſſen, mein Bein irgendwo anders zu begraben, wenn
ich auf dem Kirchhof mein Familiengrab gekauft und
be=
zahlt habe?‟ Nach langen Diskuſſionen ſiegte dieſer
Ge=
dankengang, und man ſtellte William Nicholſon den
nach=
geſuchten Beerdigungsſchein zur Beſtattung eines Beines
aus. Nachdem die Papiere nun in Ordnung waren, ließ
William Nicholſon eine Bahre anfertigen, und in
Begleit=
ung ſeiner Freunde trug er ſein Bein zu Grabe. Er ſelbſt
hielt ſeinem dahingegangenenGliede eine
rührendeLeichen=
rede, und der wunderlichen Zeremonie folgte dann ein
fröhliches Bankett. William Nicholſon trägt an Stelle des
jetzt auf dem Friedhofe ruhenden Beines ein kunſtvoll
ge=
arbeitetes künſtliches, und erträgt ſein Unglück mit um ſo
mehr Philoſophie, als er ohnehin nur ſelten zu Fuß geht.
Denn dieſer glückliche Beſitzer eines echt amerikaniſchen
Humors iſt der Präſident einer Geſellſchaft, die Wagen und
Equipagen vermietet.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
ſie nicht über eine genügende Vorbildung oder
Ausbild=
ung, häufig aber verſchließen ſie ſich ſelbſt der beſſeren
Einſicht und glauben z. B. mit ihren bisher genügenden
Leiſtungen als Hausfrau oder Haustochter auch den
ſchwierigen Anforderungen des Poſtens einer
Haus=
dame, Wirtſchafterin oder Betriebsleiterin gewachſen zu
ſein. Enttäuſchung und Verbitterung ſind die Folgen dieſer
falſchen Vorausſetzung. Seit vielen Jahren bemüht ſich
der Deutſch=Evangeliſche Frauenbund, dieſer beſonderen
Frauennot zu ſteuern. Seine im Jahre 1902 gegründete
Zentrale der Stellenvermittelung für gebildete Frauen
und Mädchen in Hannover will dieſen bedauernswerten
Menſchen mit Rat und Tat zur Seite ſtehen. Den
unzu=
reichend Vorgebildeten werden die Wege gewieſen, das
Verſäumte nachzuholen. Ein Hilfsfonds wurde
ange=
ſammelt, um in dringenden Fällen eine Beihilfe zu den
Ausbildungskoſten gewähren zu können. Was hilft am
beſten gegen dieſe Untüchtigkeit? Das iſt die frühzeitige
berufliche Ausbildung, wie ſie die ſozialen Frauenſchulen
in Berlin, Hannover, Augsburg u. a. für ſoziale Berufe
bieten. Wir leben in einer ernſten Zeit des Ueberganges,
der Unſicherheit; da ſollten die Eltern wohl daran denken,
ihre Töchter tüchtig zu machen für das Leben, damit ſie
N.=V.
ſeinen Wechſelfällen gewachſen ſind.
Literariſches.
— Ein moderner Regent: Ernſt Ludwig,
Großherzog von Heſſen und bei Rhein.
Von Hans R. Fiſcher. In Elzevir=Ausſtattung mit
Bildnis. Preis 1,50 Mk., in eleg. Leinenband 2 Mk.
(Verlag von Emil Roth in Gießen.) Rechtzeitig zu
Großherzogs Ernſt Ludwig 20jährigem
Regierungsjubi=
läum iſt dieſes Buch erſchienen, das nicht nur im
Heſſen=
lande, ſondern in ganz Deutſchland das ſtärkſte
Inter=
eſſe wecken wird. Der Verfaſſer, Chefredakteur Hans
R. Fiſcher, hat mit Friſche, Feinheit und Liebe das
Lebensbild Ernſt Ludwigs gezeichnet. Der Verfaſſer
ſagt: Zum erſten Male erfolgt der Verſuch, die Züge
dieſes Fürſten, dem ich nie geſchmeichelt habe,
feſtzu=
halten. Wenn ich ihn als den modernſten Regenten
rühme, wenn ich ſage, was er Unvergängliches angeregt
und geſchaffen hat, ſo tue ich es, um zu zeigen, wie viel
auch im 20. Jahrhundert ein regierender, konſtitutioneller
Herr vermag. Ich ſchildere nicht nur den verdienſtvollen
Förderer der freien und angewandten Kunſt — vor allem
der letzteren — ſondern auch den verſtehenden Freund
des Volkes. Ernſt Ludwig weiß, daß im Reiche der
Deutſchen manche Schatten lagern. Er iſt ein ſtarkes
Temperament, eine eigenartige, feinſinnige
Erſchein=
ung, deren Leuchtkraft von Darmſtadt bis an die
entfern=
teſten Grenzen deutſchen Landes reicht. — Die Schrift
behandelt u. a. die Stellung des Großherzogs zu
Sozial=
demokratie, Judentum und zu den Wanderern der
Land=
ſtraße, ſowie ſein Verhältnis zu den Künſten, Künſtlern
und dem Karneval.
Der engliſche Kohlenarbeiterſtreik.
* London, 29. Febr. Die Preſſe hält den
Koh=
lenſtreik nahezu für unvermeidlich. Der
Daily Chronicle hält die Einführung des
Minimalloh=
nes durch Geſetz für den einzigen Ausweg; das wäre
aber zeitraubend und würde den Streik für eine gewiſſe
Dauer unvermeidlich machen. Die Daily News
ſchrei=
ben: Wenn keine Einigung zuſtande kommt, muß die
Regierung eine Löſung erzwingen. Das Parlament muß
aufgefordert werden, den Minimallohn geſetzlich
feſtzu=
legen. Der Minimallohn müſſe kommen, da er das
ein=
zige zu rechtfertigende Lohnſyſtem ſei und daher die
un=
erläßliche Bedingung für die Wiederaufnahme der
Ar=
beit ſeitens der Bergleute bilde. Auch die Times hält den
Streik für unvermeidlich, betont aber, daß die
Verhand=
lungen nicht umſonſt geweſen ſeien; wenn ſie auch zu
ſpät kämen, um den Streik zu verhindern, ſo würden
ſie doch ſeinen Verlauf beeinfluſſen und zu ſeiner
Been=
digung beitragen. Es ſei von guter Vorbedeutung, daß
die Grubenbeſitzer in den Bezirken des engliſchen
Einig=
ungsamtes (Federated Area) in Durham und
Cumber=
land, die 60 Prozent der geſamten Kohlenproduktion
repräſentierten, den Vorſchlägen der Regierung
zuge=
ſtimmt haben.
* London, 29. Febr. Das Kabinert hielt heute
vormittag in Sachen des Kohlenarbeiterſtreiks
eine Sonderſitzung ab.
* London, 29. Febr. Die
Transportarbei=
ter erklärten, daß ſie die Sache der Bergarbeiter
inſofern zu ihrer eigenen machen würden, als ſie Kohle
als Kontrebande anſehen werden.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Die Friedensverhandlungen.
* Paris, 28. Febr. Der Temps erörtert die Frage der
Verhandlungen zwiſchen der Türkei und
Italien und ſchreibt u. a.: Der Entſchluß der franzöſiſchen
Regierung, nur an einer gemeinſamen und an beide
krieg=
führenden Mächte gerichteten Intervention teilnehmen
zu wollen, iſt die einzig kluge und vom franzöſiſchen
Stand=
punkt aus die einzig richtige Politik. Wenn man ſieht, wie
eine Macht trotz ihres Bündniſſes in dieſem Zwiſt eine
vor=
ſſichtige Zurückhaltung beobachtet und ſich vor allen Schritten
hütet, welche ihre koſtbaren Beziehungen zur Türkei trüben
könnten, darf man ſich nicht wundern, wenn Frankreich und
England dieſelbe Zurückhaltung und Rückſicht beobachten.
Frankreich muß ſich aber als muſelmaniſche Macht noch
von beſonderen Erwägungen leiten laſſen. Die geringſte
Parteilichkeit gegen das Oberhaupt des Islam würde,
ſelbſt, wenn ſie unbeabſichtigt wäre, die mit ſo ſchweren
Opfern erkaufte Stellung Frankreichs in Nordafrika arg
ge=
fährden. Frankreich iſt bereit, in dem Konzert der Mächte
unparteiiſch bei beiden Gegnern für Verſöhnung und
Frie=
den einzutreten Es will nicht weniger, aber auch nicht
mehr tun.
* Rom, 28. Febr. Die Agenzia Stefani meldet aus
London: Der von Rußland vorgeſchlagene Modus für eine
freundſchaftliche Vermittelung zwiſchen
Italien und der Türkei ſoll vor allem darin beſtehen,
Italien zu fragen, unter welchen Bedingungen es Frieden
ſchließen würde, wobei die Souveränität Italiens über
Tripolis und die Cyrenaika unangetaſtet bleibe. Darauf
würden dann die fünf Großmächte geeignete Schritte in
Konſtantinopel unternehmen.
* Rom 28. Febr. Die Tribuna meldet: Wir erfahren
aus zuverläſſiger Quelle, daß auf die Initiative Rußlands
hin, um das Ende des italieniſch=türkiſchen
Krieges, natürlich auf der Grundlage der
italieni=
ſchen Souveränität über Tripolitanien und
die Cyrenaika, zu beſchleunigen, ein Gedankenaustauſch
unter den Großmächten im Gange iſt, die alle ohne
Aus=
nahme von dem gleichen Wunſche beſeelt ſind, zu dieſem
Er=
gebnis beizutragen.
Die Revolution in China.
* Peking, 28. Febr. Halbamtlich wird mitgeteilt,
daß Juanſchikai in ungefähr vierzehn Tagen zu der
Ernennung eines Kabinetts und der Ernennung
Tangſchaojiys zum Premierminiſter nach Nanking
abrei=
ſen wird. Der letztere ſoll während der Abweſenheit des
Präſidenten im Amte bleiben.
* London, 29. Febr. Die Reglerungen in
Peking und Nanking haben den Bedingungen der
engliſchen, deutſchen, franzöſiſchen und amerikaniſchen
Banken zugeſtimmt. Die Behörden in Nanking erhalten
daher einen Vorſchuß von 2 Millionen Taels, die in
Peking wahrſcheinlich drei Millionen Taels, um die
Truppen bezahlen zu können und ſo einem Anwachſen der
Anarchie vorzubeugen.
* Haag, 29. Febr. Geſtern fand eine Konferenz
zwiſchen dem Miniſter des Aeußern und dem chineſiſchen
Geſandten im Haag über die chineſiſchen Unruhen
auf Java ſtatt. Die niederländiſche Regierung ſprach
die Hoffnung aus, wenn die chineſiſche Regierung über
den wahren Charakter der Unruhen aufgeklärt worden
ſei, ſo werde ſie die Maßnahmen der Regierung von
Nie=
derländiſch=Indien verſtehen. Der Miniſter des Aeußern
habe eine Depeſche aus China erhalten, in der die
Frei=
laſſung der Gefangenen verlangt wird. Aber die
For=
derung könne hier nicht erwogen werden, da ſie der
Re=
gierung von Niederländiſch=Indien unterbreitet werden
müſſe.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Febr. In der Maſchinenfabrik und
Wagenbauanſtalt von Hugo Frohloff in
Hohenſchön=
hauſen explodierte heute vormittag ein
Azety=
lenapparat, der ausprobiert werden ſollte. Ein
Monteur wurde getötet.
* Berlin, 29. Febr. Die Kölniſche Zeitung meldet
aus Dellbrück: In der Deutſchen Sprengkapſelfabrik,
G. m. b. H., erfolgte heute morgen in der Packſtube, wo
die geladenen Sprenghütchen verpackt werden, eine
Ex=
ploſion. Zwei Mädchen ſind tot, ein drittes wurde
ſchwer verletzt. Die Packſtube wurde völlig zertrümmert.
* Kicl, 29. Febr. Die Jacht „Hohenzollern”
trat heute früh die Ausreiſe nach dem Mittelmeer durch
den Kaiſer Wilhelm=Kanal an. Der als Begleitſchiff
auserſehene Kreuzer „Kolberg” und ein
Hochſeetorpedo=
boot werden in den nächſten Tagen folgen.
— Berlin, 29. Febr. Vergangene Nacht kam es
zwi=
ſchen einem Schutzmann und mehreren Rowdies im
Nordoſten Berlins, in der Lothringerſtraße, zu einem
Re=
volverkampf. Der 21jährige Telephoniſt Teiſch
wurde durch eine Kugel am Unterſchenkel getroffen und
ſchwer verletzt.
— Köln, 29. Febr. Geſtern wurde wieder ein
An=
ſchlag auf einen Straßenbahnwagen verübt.
Unter einem haltenden Wagen der elektriſchen Bahn
ent=
ſtand plötzlich eine Exploſion. Der Wagen war in eine
dichte Rauchwolke gehüllt. Eine große Erregung
ent=
ſtand unter den Fahrgäſten. Perſonen wurden nicht
ver=
letzt. Der Polizeipräſident hat eine Beloynung von 500
Mark für die Ergreifung des Täters ausgeſchrieben.
sind als zuverlässige Nähr-und
Kräftigungsmittel selbst dann
noch erfolgreich gewesen, wenn
manches andere nutzlos war.
Aller Damen Freund u. verſchwiegen
bei der Anwendung, weil dezent parfümiert, iſt „
Fauſt=
ring” Lanolinſeife von C. Naumann, Offenbach a. Main.
Beſte Toiletteſeife, beſte Familienſeife, beſte Kinderſeife.
Paket à Stück 95 Pfg. Einzelſtück 20 Pfg. (4028M
im
Ruranstalf Dofhelm Saunus.
1/2 Stunde von Frankfurt a. M.), für Erholungsbedürftig.
Merven- u. innere Kranke. Sommer und Winter besucht.
Prospekte durch
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt
4022a
blieb Nau=
Vom Aufſchlag verſchont
mann’s
„Fauſtring” Lanolinſeife, denn ſie koſtet nach wie vor nur
95 Pfg. das Paket à 5 Stück und 20 Pfg. das
Einzel=
ſtück bei unvermindert hervorragender Qualität. (40270
Jedes Zimmer
Mk. 2.50 inkl. Frühstück, Elektr. Licht, Heizung.
Hotel-Restaurant Darmstädter Hof.
(795a
Aus dem Geſchäftsleben.
Jeder Tag der Arbeit raubt Nervenkraft. Die
Stärkung der Nerven, d. h. der Erſatz ihrer verbrauchten
Beſtandteile, iſt daher für jeden modernen
Berufs=
menſchen eine Lebensfrage und eine ernſte Pflicht. Das
von der Wiſſenſchaft anerkannte und von den Aerzten
erprobte, neuerdings mit dem „Großen Preis” der
Internationalen Hygiene=Ausſtellung in Dresden
aus=
gezeichnete Mittel, das hier in Betracht kommt, heißt
Sanatogen. Sanatogen ſtärkt und ſtählt die
ge=
ſchwächten und erſchöpften Nerven, indem es ihnen die
wichtigſten Beſtandteile zuführt und die verbrauchte
Kraft erſetzt. Die natürliche Folge iſt eine Neubelebung
und Verjüngung des geſamten Organismus, eine
Hebung aller ſeiner Kräfte und Leiſtungen. — Eine
Gratisprobe dieſes bewährten Nervennähr= und
Körper=
kräftigungsmittels wird von der Firma Bauer & Cie.,
Berlin SW. 48, auf deren heutige Beilage hiermit
hin=
gewieſen wird, zugeſandt.
(85019
Todes-Anzeige.
Freunden und Bekannten die
tiefſchmerz=
liche Mitteilung, daß heute mittag 12¾ Uhr
unſer lieber Vater, Großvater und Schwieger=
(5047
vater
Herr
Ernst Zachmann
Privatier
in nahezu vollendetem 84. Lebensjahre ſanft
entſchlafen iſt.
Darmſtadt, 29. Februar 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Adolf Zachmann.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
¾3 Uhr, vom Friedhofe aus, ſtatt.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres
lieben Gatten, Vaters und Grossvaters
sagen aufrichtigen Dank
Darmstadt, den 28. Februar 1912.
Familie Geissner.
(5054
Briefkaſten.
J. G. hier. Das können wir auch nicht verraten.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß des nördlichen Tiefs fielen in
Deutſchland vielfach geringe Niederſchläge bei wechſelnder
Bewölkung. Die Morgentemperaturen ſind weiter
ge=
ſtiegen, ſo daß nur noch der äußerſte Nordoſten Froſt
hat. Das im Weſten erſchienene Tief dürfte größtenteils
nach Nordoſten abziehen, weshalb wir im Einfluß des
Hochs bleiben und höchſtens von Randwirbeln wenig
eeinflußt werden.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 1. März:
Wechſelnd bewölkt, trocken, nachts kalt, tags warm;
Morgennebel.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Robert
und Bertram”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lieder= und Arienabend von Marie Detrez um
8¼ Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Beginn des theoretiſchen Lehrgangs in der
Kriegs=
krankenpflege um 5 Uhr Karlſtraße 2 (Heſſ.
Landes=
verein vom Roten Kreuz).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Ma=
donnenbild Montagnes „Maria mit dem Kinde”,
Zep=
pelin=Luftſchiff „Viktoria Luiſe‟ Graf Aehrenthal,
Lady Goſchen, Exkönig Mataafa.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen
ſind=
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
fücht. Frisense nimmt noch Kunden
an Liebfrauenſtr. 110, III. (*4973fs
Junge
Verkäuferin
welche fott rechnen
kann, zum baldigen
Eintritt gesucht.
Ludwigstrasse 18.
B
geſucht (*12704t
Laufmädchen Erbacherſtr. 67, II.
Eine ältere, alleinſteyende Perſon
zur Führung eines kleinen
Haushalts ſofort geſucht.
Zu erfragen Lichtenbergſtr. 68
im Laden.
— (4888mdf
Geſucht
zum 1. April eine tücht. Köchin
mit gut. Zeugn. aus
Herrſchafts=
häuſern, desgl. ordentlich.
Haus=
mädchen, das nähen und bügeln
kann. Offert. unter U. 7246 an
D. Frenz, Mainz. (Fr4924
Ein unabh. Laufmädchen geſucht
Schulſtraße 7 2. St. l. (*4954df
Laufkrau für abends Laden
zu reinigen ſofort geſucht. Näh.
Neckarſtraße 28. (*4989
Zuv. Lauffrau od. Mädch. geſ.
Wienersſtraße 80, 1. St. (*5007
Tücht. Lauffrau od. Mädch. geſ.
Inſelſtraße 23, 2. Stock. (*5023
Suche Köchinnen, Haus= und
Alleinmädch., w. koch. u. nicht koch.
Johannette Weißmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Kasinostr. 17. (*5012
t. zum 1. o. 15. April,
Geſucht
wegen Heirat des
bisherigen
Mädchens, eine Köchin
mit gut. Zeugn., die a. Hausarbeit
übernimmt Annaſtraße 20. (B5027
EEine Lauffrau gesucht
Liebigſtr. 34, 1. Stock. (*5037
Junge
Sſaubere Lauffrau geſucht=
Roßdörferſtraße 1, 1. Stock. (*5038
Geſucht zum 1. April ein in Küche
u. Hausarbeit erfahrenes,
anſtändi=
ges Mädchen in kl. Haushalt. Zu
ſprechen ½12 u. nachm. von 5 bis
7 Uhr Soderſtr. 44, 3 Tr. (4987fso
„Verein für Hausbeamtinnen,
Hoffmannſtr. 4” ſucht ungepr. Erz.
u. Wirtſchafterin nach ausw., desgl.
Kinderfrl. mit gut Zeugn. Sprechſt.
tägl. v. 3—5 (auß. Mittw. u. Samst.),
Donnerst. vorm. v. 10—11 Uhr. (4999
für tagsüber ſof.
Laufmädchen geſucht (*4963
Bismarckſtr. 46, part.
Alleinmädchen geſucht, etwas
Kochen u. Bügeln verlangt
Saal=
bauſtr. 69, 2. St.
(*5048fsi
3mal wöch.
Tücht. Lauffrau vorm. geſucht
Mühlſtraße 52, 3. Stock. (*4965
Saubere, ehrliche Lauffrau
für einige Stunden vormittags
und zum Spülen
(*4966
Beckſtraße 48, parterre, bei Zabel.
Suche zum 1. April für meine
Fremdenpenſion ein
tücht. Mädchen
mit guten Zeugniſſen, welches die
bürgerl. Küche verſteht u. ſich als
Beiköchin in der fein. Küche
aus=
bilden will. Lohn 30 Mk. monatl.
Frau J. Hengsberger, Villa
Luiſita, Alsbach a. d. B. (5051fs
Z. 15. März ſuche ein zuverl. ält.
Mädchen
oder unabhängige Frau, in Küche
u. Hausarbeit gut erfahren (*5057
Landwehrſtraße 16, 2. St.
Lauffraugeſucht, 2 mal2 Std. pro
Woche Neue Ireneſtr. 5, III. (*4972
Junges Laufmädchen ſofort
geſucht Mühlſtraße 40, 1. St. (*5054
vormitt.
Jüng. Laufmädchen 1 Std.
geſucht Neckarſtr. 24, III. r. (*5056
Männtten
Jüngerer Ingenieur oder
Techniker
mit praktiſchen Erfahrungen in
allgem. Maſchinenbau, guter
Kon=
ſtrukteur, per 1. April geſucht. Off.
m. Angabe über bisherige
Tätig=
keit, Gehaltsanſpr. ꝛc. erbeten u.
N18 a. d. Exp. d. Bl. (4964dfs
Geſucht z. fahren ein.
Kranken=
wagens ein Mann. Hermann
Oppenheimer, Soderſtr. 2. (*4991
Weiblich
Nummer 55.
Darmſtädter Lagsratt, Freitag, den 1. März 19r.
Seite 7.
Honkrianden-Mizu,
Durch teilweise eigene Anfertigung, sowie durch geringe Geschäftsunkosten
Konsum-Marken, bin ich in der Lage, wirklich gute moderne Waren enorm billig zu verkaufen.
Marktstr. 2
Sonenn Deuster
1 u. I reihia
tiefschwarz, blau
u. dunkelgemust.
von 38 Mk. bis 8 Mk.
Rabatt-Marken.
Marktstr. 2
Anerkannt leistungsfähiges Kaufhaus für elegante Herren- und Knaben-Garderoben.
(5028a
Suchf Stellung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näh. bei Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1. (4298t
Tüchtige Verkäuferin
d. Schuhwarenbranche ſucht Stell.
Off. u. L 50 a. d. Exp. d. Bl. (*4401
Sunge Frau ſucht Filiale zu
übernehmen, gleich welcher
Branche. Kaution kann geſtellt
werden. Offerten unter M 9 an
die Expedition ds. Bl. (4703a
Schneiderin empfiehlt ſich im
Anfertigen von Damen= u.
Kinder=
garderobe Emilſtr. 27, 1. St. (*5041fi
INur heute Freitagl
Reste und Abschnitte
Perfekte Schneiderin
mit langjährig. Erfahrungen und
prima Referenzen, die chic zu
ar=
beiten verſteht, empfiehlt ſich bei
billigſter Bedienung. (*4934dfs
Hochſtraße 2, 2. St.
Mädchen aus anſt. Familie, m.
allen häusl. Arbeit. beſt. vertraut
u. im Beſitz von la Zeugn. einer
hausw. Fortbildungsſch., ſucht per
1. od. 15. Apr. Stell. als einfache
Stütze in gut. bürgerl. Haushalt,
ſam liebſten auswärts. Gefl.
An=
gebote unt. N 25 Expedit. (*4993
Junges Mädehen ſucht für
morg. 2—3 Stunden Laufſtelle
Schulzengaſſe 1, 2. Stock. (*5010
Jung. Frau ſ. tgl. 2—3 St. Lauf=
Idienſt Waldſtr. 30, Hth., p. (*5033
Nehme noch Waſchen u. Putzen.
an Schloßgaſſe 15. (*5044fs
Ige Frauſucht nachm. Laufdienſt,
auch Laden od. Büro zu putzen
*4981) Eliſabethenſtr. 42, Manſ.
unges Mädchen n.
Aus-
nilfstelle in beſſerem Hauſe
an Neckarſtraße 11, Stb. (*4970
Junges Mädchen ſucht Lehrſtelle
ls Modiſtin. Offerten u. N 17
(*4960dfs
n die Expedition.
Männlich
Kaufmann
22 Jahre alt, in größerem Betriebe
tätig geweſen, in allen
vorkommen=
den Kontorarbeiten vertraut, an
ſelbſtändiges Arbeiten gewöhnt,
3 Jahre den größten Teil
Deutſch=
lands bereiſt, wünſcht per ſofort
dauernde Kontoranſtellung evtl.
Reiſepoſten zu erhalten. la Ref.
zu Dienſten. Gefl. Angebote
er=
bitte u. N 43 a. d. Exp. (*5043
Junger Bautechniker ſucht bei
beſcheidenen Anſprüchen ſofort
Stellung auf Architekturbureau
oder in Baugeſchäft. Offerten u.
M 62 an die Exped. (*4742mf
Junger Kaufmann
Handelsſchule beſucht, ſucht bei
beſch. Gehaltsanſpr. Stell. p. 1. Apr.
Off. u. N 34 a. d. Exp. (*5025fso
Feilb., Lackierer (früher
ſelbſt. Meiſter) ſucht ſofort
telle als Geſchäftsführer od.
s Vorarbeiter hier od. ausw.
ff. u. N 41 an die Exp. (*5029
Handtuchstoffen — Bettkattune
Restbestände
5026
Normal-Wäsche — Damen-Wäsche
Unterröcke
zu enorm billigen Preisen.
Mainser warenkauf
Markt 7
Markt 7
Ze
Adreſſen Mann in ſeiner
fr. Zeit. Gefl. Anerb. unt. N 20
an die Expedition ds. Bl. (*4968
Guggenheim & Marx
Jg. Mann, (verh.), 29 J., ſucht
Stellung als Packer,
Magazinar=
beiter od. ſonſtigen Poſten. Off.
unt. N 37 an die Exped. (*5013
Uetereh
Weiblich
Verein für Hausbeamtinnen
4 Hoffmannſtraße 4.
ſucht und empfiehlt Stützen, Kinderpflegerinnen,
Kinderfräulein, Haushälterinnen, Hausdamen uſw.
Sprechſtunden täglich von 3—5 Uhr (außer Mittwoch und
Sams=
tag), Donnerstag auch vormittags von 10—11 Uhr.
(58a
in Handarbeiten ge=
Mädchen, übt, finden dauernde
Beſchäftigung Liebigſtr. 25,
Filet=
warenfahrif
(4867mfi
Eine perfekte Flickfrau gesucht.
Wo? ſagt die Exped. d. Bl. (*5049
Tung. Mädchen, das 1 Jahr
prak=
tiſch gelernt hat, als angeh.
Ar=
beiterin ſofort geſucht. (*5053fs
Konfektion Mühlstr. 40, I.
Büglerinnen u.
Lehrmädchen
für Büglerei geſucht (4994fso
Hoffärberei C. u. Ch. Reich
chem. Waschanstalt.
Pallaswieſenſtraße 146.
aus guter Familie wird geſucht
J. Ph. Leuthner
Hoflieferant. (4842a
Meldungen Ernſt=Ludwigsplatz 2,
2. Stock rechts, erbeten.
Junges Mädchen kann das
Kleidermachen gründl. erlernen.
Konfektion Mühlſtr. 40, I. (5048a
Reinl. unabh. Frau für Stel.
von morgens bis nachm. geſucht.
Näh. in der Exped. (*4728mdf
Reinl. unabhäng. Frau für
Stell. von morgens bis nachm.
geſ. Off. u. M47 g. d. Exp. (*4726mdf
Tüchtiges Mädchen geſucht
*4806mdf) Soderſtraße 114, III.
Weißzeugnäherin ins Geſchäft
geſucht. Von wem, ſagt die
Ex=
pedition dieſes Blattes. (*4865df
Einige Frauen u. Mädchen
finden guten Verdienſt.
Lippmann May,
Weiterſtädterſtraße 36. (4946df
Herrſchaft (drei Leute) ſucht weg.
Verheirat. d. Mädch. braves
Dienſt=
mädchen. Dame ſucht Mädch., welch.
bürg. kocht, Mädch. m. gut. Zeugn.
erhalt. recht gute Stellen Frau Berta
Nossling, Lutwigstr. 8, gewerbsmässige
Stellenvermittlerin.
(*4751mdf
Für kleinen Haushalt(3
Erwach=
ſene) durchaus zuverläſſiges,
ſelb=
ſtändig arbeitendes Mädcheu,
das kochen kann, zum 1. April
ge=
ſucht Gervinusſtr. 93, I. (*4860df
Geſucht zum 1. April od. früher
Mädchen, das kochen kann u. die
Hausarb. übern. Kindermädchen
vorh. Roquetteweg 24, p. (*5017fso
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
Kurſe vom 29. Februar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Jf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,70
82,00
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,80
82,00
3 do, do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,25
93,20
do.
3½
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 101,20
89,80
do.
3½
79,50
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
89,40
do.
3½
do.
78,90
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,80
4 Württemberger v. 1907 100,70
do.
95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,60
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 93,20
4 do. Goldrente . . . 96,70
4 do. einheitl. Rente 90,10
3 Portug. unif. Serie I 65,25
3 do. unif. Ser. III
3 do. Spezial . . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 91,70
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,90
4 do. v. 1902 . . . . 91,10
4½ do. v. 1905 . . . . 100, 40
3½ Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 84,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,80
4 Ungar. Goldrente . . . 92,20
4 do. Staatsrente . . . 90,30
In Proz
Zf.
.101,30
5 Argentinier
4
88,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,80
4½
do.
95,90
4½ Japaner . . . . . . . 95,35
5 Innere Mexikaner . . . 96,50
3
do.
4 Gold=Mexikaner v. 1904 89,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 72½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 140,25
3 Nordd. Lloyd . . . . . 105,75
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,80
8 Baltimore und Ohio . 10 ,60
6 Schantungbahn . . . . 135,00
6½ Luxemb. Prince Henri 155,50
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 156,75
6 Pennſylvania R. R. . 18,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 71,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 492,75
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
.. . . 255,00
27 Farbwerke Höchſt . . 543,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
8 Cement Heidelberg . . 158,20
32 Chem. Werke Albert 445,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 291,25
4 Lahmeyer . . . . . . . 126,00
In Proz.
Letzte
Divid.
7 Schuchert, Nürnberg . 159,25
12 Siemens & Halske . 237,00
12 Bergmann Electr. . . 194,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 181,25
25 Gummi Peter . . . . 143,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 127,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 467,50
12 Maſchinenf. Badenia
16 Wittener Stahlröhren 242,00
8 Steana Romana Petr. 134,80
15 Zellſtoff Waldhof . . 243,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 207,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 134,00
3 Südd. Immobilien . 71,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . 187,00
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . . 224½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 183,00
10 Gelſenkirchener . . . . 199,25
7 Harpener . . . . . . 193,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 252,20
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
. . 88,00
Caro. . .
4 Laurahütte . . . . . . 176,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 192,20
10
5 South Weſt Africa .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,60
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,O
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 92,90
75,80
3 Prag=Duxer . .
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 85,30
3
79,90
do,
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,70
Smemn
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,40
55,20
do.
78,40
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,00
4 Ruſſ., Südweſt . .
4½ Moskau=Kaſan .
do.
4 Wladichawchas
. 101,70
4 Rjäſan Koslow .
79,10
3 Portugieſ. Eiſenb.
72,00
do.
2¼/10 Livorneſer . . . . . 71,00
3 Salonique=Monaſtir . 66,50
4 Bagdadbahn . . . . . . 84,30
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,20
4 Miſſouri=Pacific . . . . 73,80
4 Northern=Pacific . . . 101,00
4 Southern=Pacific . . . 95,40
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,50
5 Tehuantepec . . . . . . 99,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,60
9 Berlin, Handelsgeſ. . . 172,00
6½ Darmſtädter Bank . 125,20
12½ Deutſche Bank . . . 262,00
6 Deutſche Vereinsbank . 125,20
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,40
10 Diskonto=Kommandit 190,40
8½ Dresdener Bank . 158,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 211,00
6½ Mitteld. Kreditbank 121,80
7 Nationalb. für Deutſchl. 126,00
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 115,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 131,30
71 Wiener Bankverein . 139,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 99,20
Suden
Zf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 100,00
89,50
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 101,10
90,30
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
.. 100,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 100,85
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
90,30
S. 1 u. 2, 6—8
90,10
S. 3—5 .
S. 9—11
90,20
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
3½
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 99,00
3½ do. (unk. 1914) . . 89,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,6)
do.
3½
99,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 99,60
3½ do.
4 Frankfurt.
100,80
3½ do.
96,10
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
99,90
3½ do.
89,40
4 Karlsruhe
100,00
3½ do.
90,00
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
99,30
3½ do.
4 Mannheim
31
do.
90,10
4 München .
99,80
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
99,90
3½ do.
90,80
4 Offenbach
(
Zf.
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
99,40
do.
4 Worms .
do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 136,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 105,90
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,40
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,90
.124,80
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 —
Braunſchweiger Tlr. 20 200,00
Freiburger
Fs. 15 76,00
Fs. 45 —
Mailänder
do.
Fs. 10
fl. 7 —
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 527,00
do. v. 1858 fl. 100 451,00
Ungar. Staats . . fl.100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . .
20,45
20 Franks=Stücke .
16,26
Amerikaniſche Noten . . . 4,19¼
Engliſche Noten .
20,48
Franzöſiſche Noten.
81,25
Holländiſche Noten.
169,35
Italieniſche Noten .
80,60
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
216,00
Ruſſiſche Noten . .
Schweizer Noten.
.. 81,00
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 6
Ein ſolider energiſcher
Taann
welcher guter Verkäufer ſein muß,
wird von einem größeren Geſchäft
zum Beſuche von Privatkundſchaft
und Inkaſſo für Darmſtadt geſucht.
Offerten mit Angabe von Alter u.
bisheriger Tätigkeit unter M 98
an die Exped. erbeten. (4930dfs
zur Vermittlung von Darlehen= u.
Hypothekengeſchäften bei hohen
Be=
zügen ſofort geſucht. Offert. sub
M. R. 769 an Haasenstein &
Vogler A.-G.,München. (5000
Jung. Schneidergehilfe
geſucht
L. Riegler,
*4971fs)
Heinheimerſtr. 22.
eee Möbelbranche oo.
Verkäufer und Aequisiteur
nach Mannheim geſucht.
Dauernde Stellung. Reflektiert
wird auf durchaus branchekundige,
energiſche, wenn auch jüngere Kraft.
Offerten mit Lebenslauf, Eintritt
Gehaltsanſpr., evtl. Photographie
umgehend erbeten u. P. 3107 an
D. Frenz, Aunonc.-Exp. Mannheim. (Fr5015
Mhneralbrannen
mit erſtkl. Tafel= u. Heilwaſſer,
ſowie vorzüglich. Limonaden
aus nat. Mineralw. ſucht für
Darmſtadt und Umgebung
Vertreter
welch. eign. Fuhrw. u. gute
Lagerräume beſitzt u. d. Vertrt.
f. eig. Rechn. übern. k.
Sol=
vente Bew. bel. Offert.
ein=
zuſ. unter T 1870 an
Haa=
ſenſtein & Vogler, A. G.,
Frankfurt a. M. (4916ff
Tapeziergehilfe kann
ſofort eintreten. D. Borger
Heinheimerſtraße 1.
(4990a
Für das Betriebsbüro
einer hieſigen Maſchinenfabrik
wird ein tüchtiger
(4996fo
jüng. Kaufmann
mit flott. Handſchrift, gut.
Steno=
graph u. Maſchinenſchreiber geſucht.
Eintritt müße längſtens am 1. April
erfolgen. Gefl. Off. m.
Gehalts=
anſprüchen unt. N 23 an d. Exp.
Jüng. Bautechniker
mit abgeſchl.
Baugewerkſchul=
bildung per alsbald oder
1. April auf Bureau eines
Baugeſchäftes geſ. Ausführl.
Angeb. mit Gehaltsanſprüche
u. N 24 a. d. Exp. (4995fs
Gewandter
Vertreter
zum Verkauf eines techniſchen
Spezialartikels in der Induſtrie
v. größerem Fabrikgeſchäft zum
ſofortigen Eintritt geſucht. Es
wollen ſich nur ſolche Herren
melden, die ſich allein dieſer
Ver=
tretung widmen können. Angeb.
unter N 22 a. d. Exp. (4997fs
Schon iſt es
Chauffeur zu ſein!
Jedermann wird in kurzer Zeit
ausgebildet. (*4793mfi
Koſtenloſer Stellennachweis
Grafenſtr.
Chauffeur-Schule 22
Schäfer, kreisamtl. z. Ausb. zugel
Chaurteur.
Wer Luſt hat
Automobil-
fahrer zu werden und nach
Aus=
bildung ſicher gute Stellung haben
will, verl. Proſpekte vom (5006M
Automobilwerk Hugo Maye
Halle a. S., Merſeburgerſtr. 95a.
Ein tüchtiger
Schneidergehilfe
find. dauernde Beſchäftig. (4943dfs
Lud. Bauer, Schneiderm., Eberſtadt
Tüchtig. Wagensattien
(Gamierer)
in dauernde, lohnende Beſchäftig=
(4485fl
ung geſucht
Delmenhorst. Wagenfabrik
Carl Tönjes, A.-G.,
Delmenhorst bei Bremen.
Kunstglaser
(Fräſer) für Meſſing und
Halb=
meſſing per ſofort geſucht. Off.
mit Lohnanſprüchen und
Zeug=
nisabſchriften sub B 1115 an
Haaſenſtein & Vogler A.=G.,
Sraßburg i. Elf.
(5001H
Kräftigen Jungen
in die Lehre geſucht. A. Guntrum,
Inſtallationsgeſchäft und
Bau=
ſpenglerei, Stiftsſtr. 52. (4588a
züngerer Buchbinder ſofort
ge=
ſucht H. Lautz, Rheinſtr. (5029
Schneider auf Kleinſtück ſofort
geſ. Bleichſtraße 17, II. (*4994
Verloren
Mittwoch abend 8 Uhr in der Nähe
der Eliſabethenkirche rotes
Leder=
futteral. Inhalt: Füllfederhalter,
Einlagebleiſtift, Zirkel, Lineal,
Buntſtifte. Gegen entſprechende
Belohnung abzugeben bei Gieſe,
Aliceſtraße 23, 3. St.
(*5031
brauntiger,
Jagdhund entlaufen,
Abzugeben gegen Belohnung
*5019) Kiesſtraße 135, 1. St.
aller Verufe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
Frühfahf!
Herren:
Boxleder-Schnürstiefel
breite Form .
Ross-Chevreanx-Schnürstiefel
mit Lackkappen, moderne Form
Echt Boxcalf-Schnürstiefel
breite Form .
Echt Chepreaux-Schnürstiefel
elegante Form
Echt Boxcalf-Schuürstiefel
Rahmenarbeit, moderne Form
Echt Chepreaux-Schnürstiefel
Rahmenarbeit, moderne Form . .
9.75
7.50
0.50
8.50
10.50
10.50
Damen:
Chevr.-Knopf- und Schnürstiefel
mit Lackkappen .
Boxcalf- u. Chevr.-Schnürstiefel
mit und ohne Lackkappen
Boxcalf-Schnürstiefel
moderne Form .
Echt Chevreaux-Schnürstiefel
mit und ohne Lackkappen
Echt Chevreaux-Schnürstiefel
mit Lackkappen, Rahmenarbeit
Boxcalf-Schnürstiefel
moderne Form, Rahmenarbeit . .
2.50
0.50
6.60
6.50
10.90
10.50
Bitte meine
Schaufenster
zu beachten.
Konfirmandenstiefel von Mark 4.95 an
Knaben-, Mädchen- und Kinderstiefel zu billigsten Preisen
Rheinstrasse
Sonufer
Reparaturen
schnell und
— billig. —
(5043)
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 9.
Anzüg
in schwarz, blau, marengo
und dunkel gemusterten
Kammgarn- und
Cheviot-
qualitäten, ein- und zwei-
*: reihige Fassons z4
Gasbadeofen
Ein gebraucht. Gasbadeofen mit
Konſol in noch ſehr gut. Zuſtande
billig abzugeben.
(3046a
Gottfr. Beck, Inſtall., Karlstr. 39
von Mk. 9.— bis Mk.
Durch
Selbst-
anfertigung
liefere gute
Qualitäten
in feinster
Ausführung
zu billigsten
Preisen.
45.−
(4982)
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (765a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
Kenntier-Braten
per Pfund von 80 Pfg. an
Renntier=Ragout per Pfund 50 Pfg.
Reh — Lapins
80
Schwere Faſanen pt. 4 an
Ruſſ. Wildgeflügel :: Zarte Frikaſſee=Hühner
Prima Gänſe . per Pfund von 80 Pfg. an
ete. etc.
rimi
Hoflieferant.
5020
Unerreicht in Qualität und Preis! (4993a
Preislagen: Mk. 85.-, 115.-, 125.-, 135.-, 145.−
August Engel
Schuchardstr. 8, Darmstadt Telephon 1128.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeſamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde, 1 Dobermann. 1 Dachshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (5012
Kokspreiſe des ſtädtiſchen Gaswerks
ab 1. April 1912.
A. Für den Koks-Kleinverkauf:
Nach Maß und nur gegen Barzahlung ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Hektoliter
Mk. 1.15
b) Nußkols
„ 1.35
1.00
c) Bohnenkoks,
Für das Faſſen und Anliefern von Koks in Säcken mit je einem
Hektoliter Inhalt, Mindeſtabnahme 3 Säcke, werden für den Hektoliter
20 Pfg. erhoben. Die Säcke müſſen ſofort entleert und
zurück=
genommen werden können.
B. Für den Koks-Grossverkauf:
Nach Gewicht, in Fuhren nicht unter 30 Zentner ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Zentner .
Mk. 1.25
„ 1.35
b) Nußkoks
Bei Abnahme von 60 Zentnern lediglich in Wagenladungen an
einem Tage ab Gaswerk, wird bis auf weiteres ein Nachlaß von
3 Pfg. auf den Zentner, bei Abnahme von 60—100 Zentnern ein
ſolcher von 5 Pfg., bei Abnahme von 100—200 Zentnern von 7 Pfg.,
und bei 200—400 Zentnern von 10 Pfg. gewährt.
Für ſtändige Abnehmer (Selbſtverbraucher) in der Stadt und
der nächſten Umgebung, ſoweit der Koks in Fuhren bezogen wird,
d.h. für ſolche, die eine dahingehende Erklärung bei der ſtädtiſchen
Gaswerksverwaltung abgeben und mindeſtens 30 Zentner auf einmal
beziehen, kommt für den ganzen im Laufe eines Verwaltungsjahres
(1. April bis 31. März) ſtattfindenden Koksbezug der nachſtehende
Nachlaß auf die Grundpreiſe „B” nach Schluß des Jahres zur
Feſt=
ſtellung und Rückvergütung:
1. Bei Abnahme von 400 bis weniger als 600 Ztr. 12 Pfg. per Ztr.
„ 600 „
2. „
„1000 „ 14 „
„ 1000 „
„2000 „ 16 „
3. „
„ 2000 und mehr Ztr. . . . 18 „
4.
Die durch das ſtädtiſche Gaswerk bezogenen Koks werden mit
10 Pfg. Fuhrlohn für den Zentner berechnet. In dieſem Preis iſt
das einfache Abwerfen vom Wagen oder Karren in den Hof oder
Schuppen einbegriffen.
Für das Abtragen des Kokſes in Körben oder das nochmalige
Aufnehmen desſelben mit der Schaufel zur Weiterbeförderung an
den Aufbewahrungsort werden für den Zentner 5 Pfg. in Rechnung
geſtellt. Dahingehende Wünſche ſind gleichzeitig mit der Beſtellung
bei der ſtädtiſchen Gaswerksverwaltung, Frankfurterſtr. 29, aufzugeben.
Aus der Beſtellung muß die Menge und Sorte des gewünſchten
Kokſes, ſowie der Stand oder Beruf und die Wohnung des Beſtellers
genau hervorgehen.
Die Fuhrleute ſind nicht berechtigt, Trinkgelder zu fordern.
Wir fügen hier noch die Namen hieſiger Firmen an, welche
infolge vertraglicher Vereinbarungen mit uns in der Lage ſind, Koks
aus dem ſtädtiſchen Gaswerk zu den gleichen Preiſen und
Fuhr=
löhnen, wie oben angeführt, zu liefern.
Es ſind dies zurzeit folgende Firmen:
1. Peter Baumann, 2. Baumann & Jelkmann, 3. Ludwig Fiſcher,
4. Glückauf (Dexheimer), 5. L. M. Hachenburger, 6. J. Nold, 7. Georg
Schneider, 8. Max Ranis, 9. Georg Schött, 10. Friedr. Schubkegel,
11. W. Stumpf, 12. F. Trautmann, 13. Hch. Volz, 14. Wilh. Köhler,
15. K. Möll Witwe, 16, Heeb & Röder, 17. Jakob Groh, 18. J. Nold
Witwe, 19. Aug. Orlemann.
(4998fd
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
(637a
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis unſerer Gemeindemitglieder,
daß der Termin zur diesjährigen Ergänzungswahl des
Vorſtan=
des auf
Sonntag, den 24. März 1912
von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags in
unſerem Gemeindezimmer, Friedrichſtraße 2 dahier, feſtgeſetzt worden
iſt. Es ſcheiden aus und ſind wieder wählbar die Herren
1. Juſtizrat Dr. Hugo Bender,
2. Kaufmann Leopold Hachenburger,
3. Lederhändler Ludwig Joſeph,
4. Kommerzienrat Louis Trier,
5. Rentner Otto Wolff.
Die Verzeichniſſe der bei dieſer Wahl Stimmberechtigten und
der zu Vorſtandsmitgliedern Wählbaren ſind vom 3. ds. Mts. ab
drei Tage lang in unſerem Gemeindezimmer offengelegt.
Einwendungen gegen den Inhalt dieſer Verzeichniſſe ſind vor
Ablauf der Offenlegungsfriſt bei dem unterzeichneten
Gemeinde=
vorſtande vorzubringen, welcher binnen drei Tagen über dieſelben
entſcheiden wird. Gegen die getroffenen Entſcheidungen des
Vor=
ſtandes kann Rekurs an das Kreisamt ſtattfinden. Derſelbe muß
jedoch innerhalb einer unerſtrecklichen Friſt von drei Tagen, vom
Tage nach der Eröffnung der Entſcheidung an gerechnet, bei dem
unterzeichneten Gemeindevorſtand angezeigt und binnen derſelben
Friſt bei Großh. Kreisamt Darmſtadt gerechtfertigt werden.
Nur diejenigen ſind zur Teilnahme an der Wahl berechtigt,
welche in die feſtgeſtellte Liſte aufgenommen und mit ihren
Gemeinde=
ſteuern nicht länger als drei Monate im Rückſtande ſind. (4983
Darmſtadt, den 1. März 1912.
Der Vorſtand
der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Bekanntmachung.
In der am 15. II. 1911 ſtattgehabten öffentlichen Verpachtung
der Lagerplätze am neuen Güterbahnhof ſind nur noch die Plätze
Nr. 28a, 76, 76a und 78—86 unerledigt geblieben und werden
nun=
mehr hiermit nochmals öffentlich ausgeſchrieben.
Größe und Lage der Plätze, ſowie die nähere Bedingungen
können bei dem Betriebsamt I Darmſtadt eingeſehen werden. Das
Mindeſtgebot auf 1 qm unbebaute Fläche für ein Jahr beträgt 80 Pf.
Wird mit Genehmigung des Vermieters eine Lagerplatzfläche vom
Mieter bebaut, ſo wird für die bebaute Fläche ein Zuſchlag von
50 Pf. für 1 qm für das Jahr erhoben.
Angebote ſind an das Betriebsamt I Darmſtadt bis zum
Mitt=
woch, den 13. März 1912, vormittags 11 Uhr, zu welcher Zeit
die Eröffnung der Angebote in Gegenwärt der zum Termin
erſchie=
nenen Perſonen ſtattfindet, zu richten mit der Aufſchrift: „Angebot
auf Mietung von Lagerplätzen auf dem neuen Güterbahnhof
Darm=
ſtadt”. Zuſchlagfriſt 3 Wochen.
(J5018
Großh. Betriebsamt I Darmſtadt.
Mk. 10,000,000.- Aproz. Schuldverschreibungen
der Stadt Forimem von 1e1z, ankundbar 91s
I. Mal 1e17.
Wir haben in Gemeinschaft mit anderen Firmen obigeAnleihe
übernommen. Die Stücke lauten über 2000, 1000, 500 und 200 Mk.
Wir sind freibleibend Abgeber zum Course von
3o.7s%
abzüglich 4 Prozent Stückzinsen bis 1. Mai lfd. Js. Erster Zinsschein
fällig am 1. November 1912. Schlussnotenstempel zu Lasten des Käufers.
Bankfür Handel undindustrie Bankfür Handelundlndustrie
Depositenkasse.
P5016)
Bekanntmachung.
Nach den für Abgabe von Waſſer
aus dem Waſſerwerk beſtehenden
Satzungen werden als Groß=
Ab=
nehmer angeſehen diejenigen
In=
duſtriellen, Gewerbetreibenden und
Grundſtückbeſitzer, welche pro Jahr
mehr als 1000 Kubikmeter
Waſſer verbrauchen und ſich vor
Beginn des Verwaltungsjahres
hierzu auf ein Jahr verpflichten.
Es iſt hierbei gleichgültig, ob der
Waſſerverbrauch an einer Stelle
ſtattfindet, oder ob der Abnehmer
mehrere eigene Verbrauchsſtellen
beſitzt. Im letzteren Falle wird
er indeſſen zum Erſatz der Koſten
herangezogen, welche der Stadt
durch die Ausführung der weiteren
Zuleitung nebſt Waſſermeſſern uſw.
erwachſen ſind.
Diejenigen Waſſer=Abnehmer,
welche gemäß dieſer Beſtimmungen
im Verwaltungsjahr 1912 auf den
Groß=Abnehmerpreis Anſpruch zu
machen gedenken, werden erſucht,
bindende ſchriftliche Erklärung bis
15. März I. Js. an die Städtiſche
Waſſerwerks=Verwaltung gelangen
zu laſſen.
Die ſeitherigen Groß=Abnehmer
ſind, bei weiterer Beanſpruchung
des Groß=Abnahmepreiſes zur
Er=
neuerung ihrer Erklärung
inner=
halb gedachten Termins verbunden.
Denjenigen Abnehmern, welche
eine Erklärung abgeben, wird das
Waſſer im Verwaltungsjahr 1912
zum gewöhnlichen Preis,
bezieh=
ungsweiſe zur feſtgeſetzten
Mini=
maltaxe berechnet. (2773a
Darmſtadt, 26. Januar 1912.
Städt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
Nr. lautend auf den Namen
47877 Wagner, Chriſtina,
48647 Wittmann, Chriſtine,
64954 Schimpf, Leonh.,
64990 Reichel, Ph.,
65184 Hoffarth, Marie,
65382 Kiſtinger, Georg Ph.,
65969 Schimpf, Margar.,
73247. Geffert, Anna,
73617 von Perglas, Marie,
77094 Wund, Frau,
77435 Schäfer, Hermann,
78629 Janz, Johann,
79562 Jacoby I., Hermann
Witwe,
85717 Wundt, Frieda,
162456 Fieg, Emma,
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 20
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, 17. Februar 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner. (4481ff
Bekanntmachung.
Die geſtern und heute in
Nie=
der=Ramſtadt abgehaltene Holz=
Verſteigerung iſt genehmigt. Die
Abfuhrſcheine können von Montag,
den 4. März an abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 27. Februar 1912.
Großherzogl. Oberförſterei Ober=
Ramſtadt.
Daab. (4988
Pferdemist
zu kaufen geſucht
(4905dfs
Kayser & Seibert
Odenwälder Pflanzenkulturen
Roßdorf bei Darmſtadt.
Mmaſchine, 1 gr. rund.
Tiſchpreis=
wert zu verk. Riegerpl. 7, I. (*4964
od. Kinderw., f. neu, 1 Waſch=gine hölzerne Kinderbettſtelle u.
ein Sportwagen billig abzug.
*4979) Stiftſtr. 79, part. rechts.
ie Zimmerarbeiten für den Neuban eines Körnermagazius
für das Proviantamt Darmſtadt, beſtehend in Liefern u.
Ver=
legen von rund 670 cbm Tannen=Bauholz
3 „ Kiefern= „
„ Eichen=
9500 qm 4 cm ſtarken kiefernen Fußböden
2350 „ tannene Dachſchalung
ſollen vergeben werden.
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen im Neubaubüro,
Sandſtr. 24, Eingang Saalbauſtraße, während der Dienſtſtunden von
8—12 Uhr vormittags und 3—6 nachmittags offen und können
da=
ſelbſt die Verdingungsunterlagen gegen poſt= und beſtellgeldfreie
Ein=
ſendung von 1.50 Mk. bezogen werden.
Die ausgefüllten Angebote ſind verſiegelt und mit
entſprechen=
der Aufſchrift verſehen bis zum Donnerstag, den 14. März 1912,
vor=
mittags 10 Uhr, an das vorgenannte Geſchäftszimmer einzuſenden,
zu welcher Zeit die Eröffnung erfolgt.
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 28 Tage.
Darmſtadt, 27. Februar 1912.
(R5014
Militär-Bauamt.
Nutzholz-Verſteigerung.
(Harras.)
Dienstag, den 5. März I. Js., morgens 9 Uhr,
werden im „Darmſtädter Hof” in Griesheim aus Harras, Abt. 1,
8, 19 und 29, ſowie Trieſch, Abt. 1 — 120 fm Nutzholz verſteigert,
nämlich:
5 Eichenſtämme II. Kl. — 7,66fm 1 Birkerſtamm IV. Kl. — 0,54 fm
III. „ — 10,77 „
14
V. „ — 0,43 „
10
IV. „ — 4,31 „ 1 Kiefernſtamm I. „ — 2,55 „
38
— 13,23 „12 Kiefernſtämme II. „ = 15,57 „
VI. „ — 14,74 „ 153
68
III. „ — 35,15 ₰
34
IV. „ — 15,05 „
Alle Stämme ſind an die Wege gerückt und gut abzufahren.
Entfernung an die Bahn 3—4 km. Unterſtrichene Nummern
wer=
den nicht verſteigert. Stammholzverzeichniſſe können von größeren
Abnehmern durch Herrn Förſter Decher unentgeltlich abgegeben
werden.
(4666of
Darmſtadt, den 18. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Kirchtanne, ſollen
nachverzeichnete Holzſortimente öffentlich an Ort und Stelle
ver=
ſteigert werden:
Dienſtag, den 5. März I. Js.
Kiefern:
Buchen:
112 rm Scheiter
3,6 rm Scheiter
28 „ Knüppel
„ Knüppel
64 „ Stock
150 St. Wellen
110 St. Wellen
80 Derbſtangen, 8—10m Länge
325 Reisſtangen (Bohnenſtangen)
33 rm Zaunpfoſten, 2.20 m lang
Die Zuſammenkunft findet vormittags um 9½ Uhr am
Friedhof ſtatt.
Mittwoch, den 6. März l. Js. Diſtrikt Klingsackertanne.
Kiefern:
Buchen:
154 rm Scheiter
5 rm Scheiter
12 „ Knüppel
* Knüppel
305 „ Stock
150 St. Wellen
50 St. Wellen
Die Zuſammenkunft findet vormittags um 9½ Uhr am
Becker=
weg am Eingang des Waldes ſtatt.
Eberſtadt, den 26. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt
Schäfer.
(4971fs
Stammholz-Verſteigerung.
Freitag, den 8. März I. J., von vorm. 9½ Uhr an,
werden im Gundernhäuſer Gemeindewald verſteigert:
16 St. Eichen=Stämme III., IV. u. V. Klaſſe — 8,29 fm,
45 St. Kiefern=Stämme II., III. u. IV. Klaſſe — 32,90 fm,
30 St. Eſchen=Stämme — 4,96 fm,
2 St. Ahorn=Stämme — 0,40 fm,
46 St. Eſchen=Derbſtangen — 2,44 fm.
Die Zuſammenkunft iſt auf der Herrnwieſenſchneiſe am
Pflanz=
garten.
(4972fs
Gundernhauſen, den 28. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 11.
Für den Amzug
Ausserordentlich billige
Roateaagestbfesbsendegten
Rouleaux einteilig, Stück von 1.85₰
Rouleaux, zteille, Paar von 2.50
Stores, enst. Tell, Stück von 3.25
Stores, Erbställ, . . Stück von 5.50
0
engl. Tüll,
Bettdecken, über 1 Bett von 2.60 an
über 2 Betten von 7.50 an
Erbstüll
Bettdecken, über 1 Bett von 3.50 an
über 2 Betten von 9.75 an
fg.
Meter von 05 an
fg.
Portiérenstoff
Galerieborden Meter von 35 an
Tuch-Borden . Meter von 38 an
Leinen-Borden Meter von 1.10 an
Tüll-Kanten
Mieter von 65 an
3 teilige
Garnituren
2 Shawis, 1 Lambrequins.
in Leinen die Garaitur von 4.80 an
n Tach aueefähl
in Engl.-Tüll dteGarat. von 6.75 aa
in Erbstüll die Garaitur von 12.50 a
in Madras die Garnitur von 15.75 an
Brises bises enst.Täl, Par von 65 an
Tischdecken
Stück von 05 an
KUENSTLER-DECKEN
in grosser Auswahl.
Brises bises Erbstäl, Paar von 95 an.
Filztuchtischdecken
grün und rot, Stück von 1.75 an
zum Waschen
Markt 2
Mitglied des
Rabatt-Sparvereins.
— Beachten Sie unsere Schaufenster in der Passage!
Gebrotothochilld
(4978
Markt 2
Mitglied des
Rabatt-Sparvereins.
etzte Holzuerſteigerung
im Domanialwald Frankenſtein.
1. Donnerstag, 7. März I. J., vormittags 9 Uhr aus den
Abt. 4 (Kieſelgrund) 6. 7 8. (Sommersgrund) 12. 13. (Keltersgrund)
16. 17. (Sauſteige) 18 (Schloßberg) uſw.
Buche: 281 rm Scheit, 167 rm Knüppel, 48 Hdt. Wellen,
22 rm Stöcke zerkl., 59 rm Stöcke grob. Eiche: 1.6
Scheit, 3 rm Knüppel. Kiefer: 29 rm Knüppel, 20 rm
Knüppelreiſig, 27 rm Reiſig, 26 rm Stöcke grob.
Das zerſtreut an der alten Dieburger Straße, am Strohweg
und in der Dornbach ſitzende Holz wird nicht vorgezeigt, und wolle
vorher beſichtigt werden.
Zuſammenkunft 9 Uhr vorm. an der Hüttenhäuschen=Buche.
Das blau unterſtrichene Holz wird nicht verſteigert.
2. Freitag, 8. März, vormittags 10 Uhr zu Forſthaus
Frankenſtein.
Bau= und Nutzholz: Stämme Eiche III. Kl. 2 St.
1,30 fm, IV. Kl. 9 St. — 4,78 fm, V. u. VI. Kl. 43 St.
10,09 km. Buche (nur aus Abt. 1 (Schindkaute) III. Kl.
3 St. — 1,59 fm, IV. Kl. 20 St. — 11,54 km. Fichte: 2 St.
— 0,44 fm. Lärche: V. Kl. 53 St. — 9,30 fm. Derbſtangen
Buche: 37 St. — 2,36 fm. Lärche (Fichte) 174 St. —
10,03 fm. 5 rm Lärche=Zaunpfoſten 2,20 m l. (
Sommers=
grund).
Das Kiefernbauholz wird nicht verſteigert, Buche=Stämme nur
aus Abt. 1 (Schindkaute).
Auskunft erteilt Forſtwartaſpirant Old, Eberſtadt (Schloßſtr. 31)
und die unterzeichnete Stelle.
Eberſtadt, 27. Februar 1912.
Größh. Oberförſterei Eberſtadt.
(4973
Joſeph.
Großherzogliche Landes=Bangewerkſchule
Darmſtadt.
Beginn des Sommerſemeſters: 28. März,
Mitte Auguſt.
Schluß
Fünf Klaſſen für Hoch= und Tiefbau. Ausbildung in der
heimiſchen Bauweiſe. Schulgeld 100 Mark pro Semeſter.
Pro=
gramm und Auskunft durch die Direktion der Anſtalt, Neckarſtr. 3.
Der Direktor.
Prof. A. Wienkoop.
(3893a
Privat-Handelsschufel
Gegründet 1899 :: Darmstadt:: Matbildenplatz 7
3403a)
Handelskurse zur Vorbereitung und
Fortbildung für den kaufm. Bernk für
Damen u. Herren (Dauer, 3, 6 u. 12 Monate)
Besondere
Abtell. ur Fortbildungsschüler.
Das Sommer-Semester beginnt Anfangs April. Einzelfächer
können täglich begonnen werden. Leiter: Oskar Dierker.
u
Gi gefahren, bil zu verl. A. Hof=
Mann, Beſſungerſtr. 33. (*5002fs
anarienhahne u. =Weibchen
K zu jed. annehm. Preiſe zu verk.
*5042) Karlſtr. 25, 3. St. rechts.
Losholz=Ausgabe.
Die Ausgabe des Losholzes an
die Bezugsberechtigten der früheren
Gemeinde Beſſungen, die hiervon
mündlich verſtändigt wurden, findet
Montag, den 4. März I. Js.,
nachmittags von 3—5 Uhr, in
dem Turnſaal des Schulhauſes
Ludwigshöhſtraße Nr. 42 ſtatt.
Wir bringen dies hiermit
noch=
mals zur Kenntnis der Beteiligten.
Darmſtadt, den 28. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger. (5053fs
Bauarbeiten.
Die Errichtung einer
Drahtein=
friedigung im ſtädtiſchen
Schlacht=
hof (einſchließlich Eiſenlieferung)
und die Herſtellung von
Beton=
wänden und des Betonfußbodens
im Neubau des Stalles für
un=
verkaufte Schweine und einer
Kälber=Markthalle ſoll vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungenliegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen.
Angebote ſind bis
Freitag, 8. März 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(4917df
Darmſtadt, 28. Februar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Bekanntmachung.
Freitag, den 8. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Jakob Hirſchinger
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
IV 122 801 Hofreite
Mag=
dalenenſtraße
ſtraße Nr. 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K120/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4025
Erlen-Stammholz
ca. 60 fm, 17—40 cm Durchmeſſer,
ganz oder geteilt abzug. Zu erfr.
Jakob Ganß, Holzſchn. (*5008fso
Brennholz-Verſteigerung.
Montag, den 4. März I. J., vormittags 9 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathaus zu Roßdorf aus den
Wal=
dungen der Gemeinde Roßdorf, Diſtrikt Mark (Hardech
Scheiter rm 1 Buche, 24 Eiche, 11 Birke, 533 Kiefern I. Kl.
11 Erle Rundſcheiter;
Knüppel rm 5 Buche, 9 Eiche, 3 Birke, 2 Fichte, 7 Erle;
Stöcke im 94 Kiefern, 3 Eiche, 1 Birke, 1 Fichte, 4 Erle;
Wellen Stück 250 Buche, 310 Eiche 50 Birke, 45 Erle, ſowie
1600 Kiefern=Wellen aus dem Diſtrikt Hundsrück
verſteigert. Die blau unterſtrichenen Nummern werden nicht verſteigert.
Roßdorf, den 29. Februar 1912.
(5049
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
Bau= und Autzholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 7. und Freitag, den 8. März,
jedesmal vormittags von 9 Uhr ab,
ſollen im Gaſthaus „Zum Löwen” (Fr. Bender) in Nieder=Ramſtadt
aus den Diſtrikten Hinterforſt und Kohlberg verſteigert werden:
Stämme: 3 Eichen = 2,09 cbm, 2 Buchen — 3,17 cbm,
9 Kiefern = 8,51 cbm, 52 Lärchen= 13,63 cbm, 390 Fichten
— 97,66 cbm; Derbſtangen: 654 Lärchen und 596 Fichten;
Reisſtangen: 205 Fichten.
Am erſten Tag kommen die Nummern 14, 21, 56 bis 320,
ferner 579 bis 600 zum Ausgebot; am zweiten Tag die
Num=
mern 601 bis 899. Die Fichtenbauſtämme werden in Loſen von
etwa 5 Stück verkauft. Nähere Auskunft erteilt Herr Forſtwart
Harniſch zu Emmelinenhütte.
Ober=Ramſtadt, den 25. Februar 1912.
(4989
Großherzogliche Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Geffentliche Aufforderung
und Bekanntmachung.
Anſprüche an die Liegenſchaft
Gemarkung Darmſtädt Flur II
Nr. 295 Hofreite
Alexander=
ſtraße, 825 qm,
aus dem Kaufbrief für
Wil=
helm Befort Eheleute vom
24. Auguſt 1893,
ſind unter Vorlage der Nachweiſe
binnen einem Monate vom erſten
Erſcheinen dieſes bei uns
anzu=
melden, widrigenfalls unterſtellt
wird, daß weitere als die bekannt
gewordenen Anſprüche nicht mehr
beſtehen und Löſchung der im
Grundbuch eingetragenen
Beſchrän=
kung zu gewärtigen iſt. (5024
Darmſtadt, 24. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Ginderbadewanne für 8 Mk.
K Mädchenbett billig.
Eck=
cauſeuſe (gekoſtet 300 Mk), für
80 Mk. zu verkaufen Heidelberger=
(*5028
ſtraße 7, 1. Stock.
Zu verkaufen:
Ein 12jähr., gut
erhaltener brauner
S.
Wallach (
Offizier=
pferd), 1,70 m groß, für ca. 1000
Mark zu verk. Anfr. unt. Chiffre
N 14 an die Exp. d. Bl. (4948df
Dachshunde
3 junge Rüden, ſchwarz u. braune
Abzeichen, Eltern höchſt prämiert
preisw. abzug. Karlſtr. 87, II. (V50
Druthenne billig abzug. (*5058is
Schröder, Karlſtraße 26.
Mastgeflügel!
Empfehle für heute Freitag
ausnahmsweiſe
la gem. Hafermaſtgänſe
feinſte zarte Enten, ſchwere
junge Hahnen und Poularden,
zarte Suppen= und Brathühner
in großer Auswahl billigſt.
*5059) Schröder, Karlſtraße 26.
Kummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Marz 1912.
Empfehlen
muss jeder,
(für Marmeladebereitung)
züße Valeneia-Orangen
10 Stück von 35 Pfg. an
Murcia- und Messina-
Doppelblut-Orangen
10 Stück von 95 Pfg. an
beihalben od. ganzen Kisten
Vorzugspreise
Ananasfrüchte
Bananen
Californische
Tafeläpfel
Grape Fruits
(Pampelmusen)
Blaue Trauben
Frische Trüffeln
Chicoré
Canar. Tomaten
Neue
Malta-Kartoffeln
Gg. Wilh. Weidig Nachf.
dass man im
kaufen Sie bei uns riesig billig
Einige Beispleie
a) Für Knaben:
Darmstadt, obere Rheinstr. 5
Telephon 1558
am besten u. billigsten
moderne, breite Fasson, guter Boden . Mk
Blutwurst, geräuchert, Pfd. 50 Pfg
Pfd. 60 Pfg.
Pfd. 70 Pfg.
Presskopf . . Pfd. 95 Pfg.
Schinkenblockwurst Pfd. 1.20
Mettwurst . Pfd. 1.20 M. Cervelat, Thüring. . Pfd. 1.60
Schinkenspack . . Pfd. 125
Rotwurst,
Leberwurst,
Schwartenmagen Pfd. 80 Pfg.
Braunschweiger
Salami . . . Pfd. 1.40 M.
Derbyfasson, Lackkappen
allerneueste Fassons, mit u. ohne Lackkappen
Mk. 10.50,
Hoflieferanten (5045
Telephon 33, Schulstrasse 4,
Spezialgeschäft f. a. Delikat.,
Konser ven, Südfrüchte etc.
b) Für Mädchen
zin noch faſt neuer, wenig gebr.
Kinderwag. bill. zu verk.
Näh. Riedlingerſtr. 41, III. (*5024
garantiert rein,
Schmalz,
Pf
Feinstes Schweineschmalz
in Blasen
schicke breite Fasson
hell eichen, gut erhalten, beſtehend
aus einem großen
Büfett, Vertiko, Kredenz, 12
Stühlen, Serviertiſch.
1 Kaſſenſchrank
Büfett mit Kresenz, dunk. eichen,
modern, faſt neu.
1 Klubsessel, echt Rindleder
billig abzugeben durch
F. Kurtz,
Auktionator und Taxator,
Pädagogſtraße 2. (*5055
stets frisch
Mee gebrannt,
Pfd. 1.60, 1.50, 1.40
jedes Pfund mit Gutschein —
Derbyschnitt, amerik. Abs., Lederkappen und
Mb
Brandsohlen
Malzgerste
Malzkaffee
amerik. Fasson, Derbyschnitt, Lackkappen Mk
Sehr solide
Vollfetter Tilsiter Käse Pfd. 90 Pfg.
Kleine Camemberts Stück 30, 24 Pfg.
Feinst. Limburger Stangen-
. Pfd. 60 Pfg
käse
Derbyschnitt, Lackkappen mit amerik. Abs.,
eleg. Fasson
Mk. 8.50
40 J., ev., ſol., 8000,
Herr, w. ſ. z. verheir.,
Ver=
mög. n. Bed. Off. unt. 5 M 7.
Frankfurt a. M., poſtlag. (*4998
Margarine
feinster Ersatz für die teure Süssrahmbutter
Alleinverkauf für Darmstadt
f. beſſ. Herrn u. Damen, f. Damen
ſep. Zimmer Hölgesstr. 1, I. (4883a
Derbyschnitt, Lackk., Pressfalte . Mk. 7.50,
Ferner empfehlen wir:
Wir führen nur
vom
Guten das
Beste!
Verkaufspreise
für Herren
4.90—-6.75
5.75—7.90
und höher
für Damen
4.70—6.50
5.50—8.50
und höher
Konfirmanden-
in feinster Ausführung und Qualität
für Damen und Herren
in der Preislage
(4974
00
50
00
zu Mk. 1022 12— 19— bis 18—.
werden folgende Artikel zu u. unter Einkaufspreis verkauft:
Kleidersloffe aller Art, Blusenstoffe, Hemden-
Hanelle, Beitzeuge. Leinen, Halbleinen,
Tisch-
zeuge, Servietten, Handtücher, Barchente,
Bettdrelle, Federleinen, Betttedern,
Vorhang=
stoffe, Gardinen in grosser Auswahl und handelt es
sich hierbei nur um gute u. allerbeste Qualität. Ferner:
Herren-Anzüge, Burschen-Anzüge, Knaben-
Anzüge, Joppen, Herreu-Ueberzieher, Paletots
in allen Grössen, weit unter Preis.
L. Engelhard Nachf.. Gr. Ochsengasse 27.
Grosse
Verkaufs-
räume
Parterre
und I. Stock
Schwarz-
weisse
Rabatt-
marken
5.50—7.50—8.75
und höher
Spezialität
Goodyear-Welt-
Schuhwaren
System Handarbeit
in reichster
Aus-
wahl, eleganten
For-
men, billigsten
Preisen.
Markt 5
Konhrmanden=Stiefel
für Mädchen Mk. 4.50, 5.50, für Knaben Mk. 5.50, 6.50,
6.50, 7.25 und höher (5052a) 7.50, 8.50 und höher
ſowie alle übrigen Schuhwaren kaufen Sie am billigſten bei
Markt 6 G. Keilmann Markt6
Grösstes Leger in Schuhwaren am Markt. Schwarz-weisse Rabattmarken,
nfirmanden=Anzug zu verkauf.
Kiesſtr. 27, Wäſcherei. (*4364sms
ründl. Klavierunt. b. mäß. Preis w.
ert. Off. u. L. 73 a. d. Exp. (*4516sms
eſucht ein Lehrer, der einem
16jähr. Schüler dauernd die
Handſchrift verbeſſert. Off. unt.
N36 an die Erp. erb. (*5015fs
Muſiklehr. ert. gründl.
Klavier=
u. Violinunterricht, in u. außer d.
Hauſe. Anmeld. v. 10—12 vorm.
Wilhelminenſtr. 5, Hinterh. (4795a
Tanzen
lehrt gut u. billig, Privatſtunden
zu jed. Tageszeit. Anmeldungen
nehme ich abends 9 Uhr in mein.
großen Saale der Ludwigshalle,
Obergaſſe, ſowie in meiner
Woh=
nung, Mühlſtr. 26, II., entg. (*4884df
Ph. Scholl, Tanzlehrer.
Vom l. Märzsind meine Sprechst.
10—1 u. 2—5 Uhr
Dr. Kocks
Spez.-Arzt für Haut- und Harnleiden
Rönigen- und Lichtbehandlung
Friedrichstr. 19. (K5017
Schillerplatz 4
schwarz-weisse
Rabattmarken.
(5044
ſich ein Zigarrengesch.
Wer einzur. beabſ. u. m. ein.
erſtkl. Bremer Zig.=Fabr. u. Dresd.
Zigaretten=Fabr. in Verbind. komm.
will, ſchr. Off. unt. F. D. V. 1031 an
Rudolf Mosse, Frankfurt a, M. (5002M
Maſſage:
olernt Frl.
gründlich
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 13.
Gut schmeckend! Nur in neuen Gefässen!
br. ca. 10 Pfd. Emaille-Eimer
2.20
1o
Emaille-Kochto
Emaille-Ringtor
2.30
Emaille-Kaffeekan
2.50
2.50
Emaille-Essentrö
Emaille-Eimer
5.50
Emaille-Wann
6.45
Emaille-Wanne
11.50
Emaille-Küchenschüt
7.45
Emaille-Schmortopf
4.90
Emaille-Schmortopf
7.50
„ 34
Wirklich feiner Kunsthonig.
br. ca. 10 Pfd. Emaille-Eimer . . . M. 2.50
Emailie-Kochtopf . . „ 2.70
„ „ 10
Emaille-Ringtopf . . „ 2.80
„ „ 10
Emaille Kaffeekanne . „ 2.80
„ „ 10
34 Emaille-Eimer .
7.80
getto 50 Holzkübel
. „ 12.25
Versand ab Magdeburg unfrankiert
gegen Nachnahme. Gefässe frei.
von
von
Gardinen-Eisen
(Für den Amzua
Daschsptette
Gr Garackten
Gardinenhalter
weiss Créme
bordo
Paarh0₰ Paar90₰ Paar 90 ₰ Pa.
von Zuan von ZUan von JVan von 3B an
Brises-bises-Stängchen
Ringband
Meter von 6 ₰ an
Eisenstangen
Rosetten
Zug-Quasten
Rouleaux-Kordel
Stück von
Zan
Porzellan
Holz . .
10 Meter Stüek 28 ₰
20 Meter Stück 55 ₰
40 Meter Stück 110 ₰
Galerie-Stangen
Galerie-Stangen
zum ausziehen Stück.8 ₰ und 15 ₰
120 cm
Messing-Portieren-Garnituren
bestehend aus Rohr, 2 Träger, 2 Endknöpfen u. Ringen 3.25
Holz
ortieren-Garnituren
bestehend aus Stange, 2 Träger, 2 Endknöpfen und Ringen
hohl mit Oese, in allen Längen
Holz, mit umlegbaren Ecken
100 cm lang von 19an i. all. Läng, 100 cm lang von 90 an bis 160 cm auszichbar
150 cm
2.80
130 cm
140 cm
150 cm
160 cm
4.50
3.40
4.75
3.75
180 cm
Stück 1.60
180 cm
5.25
3.25
Markt 2
Mitglied des
Rabatt-Sparvereins.
Gebr. Rarhschila
Markt 2
Mitglied des
Rabatt-Sparvereins.
(4979
Moderne Frisuren
mit bester und haltbarster
Ondulation
alle vornehmen
Haar-Ersatzteile
erhält jede Dame zur Zufriedenheit bei
Hoffriseur Gelfius
Ernst-Ludwigstr. 21. (1158a
Eine wertvolle Bibliothek für das Haus!
Für wenig Geld eine für alle Zeit wertvolle Bibliothek zu
erwerben — dieſe Gelegenheit bietet ſich Ihnen durch Abonnement
auf die im Verlage der Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart erſcheinende
(V1344
Bibliothek der Unterhaltung
und des Wissens.
Die „Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens”
be=
ginnt bereits ihren 36. Jahrgang.
In vielen Millionen
von Bänden verbreitet
erfüllt ſie ihr Programm:
jedem Bücherliebhaber Gelegenheit zu geben zur Anlegung
einer wirklich gediegenen, ſpannendſte Unterhaltung und eine
unerſchöpfliche Fundgrube des Wiſſens zugleich bietenden
Privatbibliothek:
aufs allerbeſte.
Die „Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens” erſcheint
in 13 vierwöchentlichen, reich illuſtrierten, elegant in echte
Leinwand gebundenen Bänden mit Goldrücken= und
Deckel=
preſſung. Jeder Band iſt mit einem hübſchen farbigen
Umſchlag verſehen. Um die Anſchaffung auch weniger
Be=
mittelten zu ermöglichen, beträgt der Abonnementspreis
nur 75 Pfennig für den Band
ein Preis, zu welchem der Buchbinder im einzelnen noch nicht 1
einmal den bloßen Einband zu liefern im ſtande wäre.
Beſtellungen nehmen Buch= und
Kolportage=
handlungen, Journalexpeditionen ꝛc. entgegen.
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Horserts zumr-Aussuchen
zurückgesetzte, billigst in allen Taillenweiten
a)
Wilhelminen-
E. Maurer Nachf.,
strasse 7.
Sames
Extra=Ausleſe — (2070a
als Stärkungswein für Kinder u.
Kranke ärztlich empfohl., empfiehlt
ver Flaſche ohne Glas Mk. 1.—
G. Roth, Dieburgerſtr. 9.
Sofa, 1 Backenſeſſel und 1
Notenſtänder ſehr bill. z. verk.
Schwanenſtraße 20, 2. St. l., Ecke
Schloßgartenplatz.
(*4882df
Zeutralfener-Jagdflinte
für 25 Mk. zu verkaufen. Näh.
in der Expedition. (4879mdfs
Versuchen
Sie!
ombella
Die nichtfettende Hautcréme!
Weltberühmt u. ärztlich empfohlen zur
Haut- u. Schönheitspflege, gegen rauhe,
rote, rissige, aufgesprungene Hände!
Un-
erreicht gegen unschönen Teint, Mitesser
etc. Tube 60 u. 100 Pf. Kombolla-Seife 50 Pf.
Zu haben in den Apotheken und
Drogerien von: (657H
Gerhard Schmitt N.,
Luisen-
str. 10, F. Seibert,
Pallaswiesen-
u. Liebigstr.-Ecke, Fr.
Becken-
haub, Wilhelminenstr., Georg
Franz Frank, Parf.,
Elisa-
bethenstr. 9, Christianschwinn,
Hofdrogerie, Rheinstr. 8, Carl
Bley, Wilhelminenstr., Friedr.
Schaefer, Drogerie u. bei den
Mitgliedern der
Bezugsge-
nossenschaft der Friseure
von Darmstadt u. Umgegend,
E. G. m. b. H.
Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
20)
Frau Liebetrau ſchrack vor ſolcher Aufgabe zurück!
Aber der Mann dauerte ſie, denn ſie wußte, wie es in
ihm ausſehen mußte, daß er, dieſer Gerdt Lührſen, ſie
darum bat, daß er überhaupt vor ihr ſaß mit gebeugtem
Rücken und vor ſich auf den Boden blickte:
So verſprach ſie, es mit ihrem Manne überlegen zu
wollen. Dann kamen die Jungens herein und fragten,
wie es ihrem Freunde Franz ginge, und als der Paſtor
zurückkam, machte er Unſinn mit den Rangen. Das war
ein Tollen und Jubeln um den großen Eßtiſch herum,
und Lührſen ſtöhnte innerlich. Weshalb konnte er das
nicht ſo haben? Ja, weshalb?
Ganz einfach deshalb, weil Lilli nie hätte vier
Kin=
der haben wollen, und weil ſie bei ſolchem Tollen,
Lär=
men und Kreiſchen nervös geworden wäre und nicht
arbei=
ten konnte, weil ſie nicht lieben konnte, wie dieſe Helene
Liebetrau, ſich nicht in Liebe ihres Selbſt entäußern
konnte, ja wie dieſe Vaſtorsfrau, die daſaß mit
ſtrahlen=
den Augen und ſich über ihre fünf Männer freute, wie ſie
oft ſcherzend ſagte, von denen ihr Mann ihr oft als der
allerjüngſte erſchien. Und warum nicht? Weil alles nicht
mehr Natur war, weil zwiſchen ihm und Lilli der Riß
klaffte, der durch die ganze Kulturwelt ging, quer durch
jedes Volk. Er fühlte das alles nur dumpf, denn hätte
ein Mann wie Lührſen das ganz klar erkannt, dann würde
er nicht mehr ſo gelitten, ſondern gewußt haben, daß dem
ein ſchroffes Ende gemacht werden müſſe.
Er nahm den Paſtor im Schlitten mit bis vor Maaks
Wirtſchaft und ließ dort die Pferde in den Stall bringen,
um an der alten Kirche vorbei, neben der der hölzerne
Glockenturm ſo hilflos aufgebaut ſtand, nach der Schule
hinaufzugehen, wo der Küſter und Lehrer Wehlers den
Paſtor im Hausflur erwartete. Er tat es, nur weil er
wußte, nämlich anſtandshalber, denn im Grunde hatte
Lehrer Wehlers dieſe neumodiſchen Leſeabende nicht gern.
Einerſeits kam er dadurch um ſeinen Abendſchoppen, und
zweitens betrachtete er dieſe Einrichtung als einen
Ein=
bruch in ſeine Schulbildungsdomäne, als eine direkte
Konkurrenz. Seitdem dieſe Abende ſtattfanden, war er
ein wütender Anhänger der Bewegung geworden, die die
Pfarrer aus der Schule heraus haben wollte, nicht weil
der Paſtor Liebetrau ihm ſonſt unbequen war, ſondern
weil er ihm dann vielleicht hätte die Benutzung des
Schul=
hauſes zu ſo profanen Zwecken verbieten können. Der
Menſch bekommt eben ſeine Ueberzeugungen meiſtens,
indem er ſich ärgert. Auf jeden Fall ſind die ſo
entſtan=
denen Ueberzeugungen die allerfeſteſten.
Das war ein Tuſcheln und Köpfezuſammenſtecken
unter den Weibern und Mädchen in der Schulſtube, als
der Paſtor hereinkam und hinter ihm Lührſen. Einige
Bauern waren auch da, zwar meiſtens nur ältere oder
ganz junge, die erſteren kamen zahlreicher, weil ſie mehr
Zeit hatten, und die letzteren kamen vielleicht zum großen
Teil deshalb, weil die Deerns alle hingingen. Zuerſt las
der Pfarrer eine ſeiner Geſchichten vor, die luſtige
Dorf=
geſchichten waren und über die die Jugend ſich freue,
wäh=
rend die Alten etwas zurückhielten, denn ſie wußten nicht
recht, ob es ſich mit ihrer Würde vertrüge, zu lachen, wenn
ſie ſich ſelbſt humoriſtiſch behandelt ſahen. Aber als dann
der Paſtor von Lennemanns ſchönen Bauerngedichten
vorlas, da horchten doch die Leute auf. Sie merkten, daß
da einer ſprach, der ſie kannte und der ſie lieb hatte, und
das war dem deutſchen Bauer halb wunderlich, halb
rühr=
ſam, daß wirklich in Deutſchland es noch jemand gab, der
Bauernleben und=Wirken verdichtete. Zwar der liebe
Fritz Reuter hatte das auch getan, und ſie kannten ihn gut,
aber dies war noch ein anderer Ton, der noch fremd
ihren Ohren klang, aber doch verſtanden wurde.
Sah im Krug ich eine Bauernhand,
Wie von heil’gen Runen ganz durchriſſen,
Mocht der Bauer, ſchwach und altersmüd,
Keine doch der kleinen Furchen miſſen.
Jede Rille ſpricht von ſchwerer Tat,
Wenn den harten Werktag er durchſchritten,
Wenn in dumpfen Stunden ungeſehn
Mit den grauen Sorgen er geſtritten.
Jeder Riß iſt ihm ein Ehrenmal
Und ſein Stolz nach ſchwer durchkämpften Siegen!
Sieht der Alte ſeine Hände an,
Liegt ein Lächeln noch auf ſeinen Zügen.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
und eis der Peſter das folgende ian
Ein duftumfloſſen reifes Roggenfeld,
Daraus der Erde Segenſtröme quellen,
Möcht ich zu Frommen einer Großſtadtwelt
Ihr nächſtens auf den ſtillen Marktplatz ſtellen!
Daß in der Frühe mit dem Morgenrot
Sein Segen müßt in alle Seelen rinnen,
Daß ſie ſich auf den Tag und auf ihr Brot,
Auf Gott und Bauer und ſich ſelbſt beſinnen
da nickten die Alten und freuten ſich. Dann kamen
mehrere der prächtigen Balladen von Willrat Dreeſen an
die Reihe, und als zum Schluß ſich Paſtor Liebetrau ans
Harmonium ſetzte und alle zuſammen Reuters mächtiges
Lied ſangen vom Eekboom, da ging Lührſen ganz ſtill
vor dem Paſtor hinaus, blieb vor der Kirchentür ſtehen
und ſah die Sterne über ſich blitzen und fühlte ſich freier
und mutiger und gewiſſer in der Seele. Mit großen
Schritten ging er dann zum Gaſthof hinunter, ließ die
Pferde anſpannen und fuhr im ſchlanken Trabe bis vor
die Haustür von Halligboſtel.
Es war neun Uhr geworden. Die gnädige Frau ſei
ſchon zu Bett gegangen, damit ſie den Kleinen nicht ſtöre,
berichtete Frau Tannert, als ſie das Abendeſſen auftrug,
und das Frölen ſei vor kurzer Zeit nach Bütfeld
gegan=
gen. Er aß allein ſein Abendbrot, zum erſtenmal allein
ſeit Jahren, ohne daß Dora ihm gegenüberſaß. Es
ſchmeckte ihm nicht. Da nahm er Carlyles Sartor Reſar=
us ans den Pichergeſcl, gieg in ſeite Schlaſtue und
las noch lange darin. Carlyle, der harte Nordländer,
war ihm eine Bibel geworden in dieſen ſchweren Jahren.
Lilli hatte wohl ſeinen Schritt erkannt, als er nach
Hauſe kam. Es war ein einſamer, langer Tag für ſie
ge=
weſen, wenn ſie auch meiſt bei ihrem Kinde geſeſſen und
ihm etwas vorgeplaudert hatte. Aber gegen abend war
ſie wohl eine Stunde lang in der Stube auf und ab
ge=
gangen. Sie hatte verſöhnliche, gute Worte für Lührſen
gehabt, aber weil er nicht kam, hatte ſie ſich geärgert und
aus dem tannenen Bücherregal aufs Geratewohl einen
Band herausgezogen, und das war Sartor Reſartus
ge=
weſen. Sie hatte die Stellen geleſen, neben denen
Lühr=
ſen kräftige Striche an den Rand geſetzt hatte, denn er
war einer von den Leſern, die mit dem Buche arbeiten,
und es nicht leſen, ohne Spuren darin gelaſſen zu haben.
Ihre Stimmung war dadurch nicht beſſer geworden.
Die=
ſer verrückte, unbarmherzige Schotte, Thomas Carlyle,
war ihr unangenehm. Ein alberner Moralprediger und
Eiferer, und ein Romantiker der Wahrhaftigkeit und des
Kleiderzerreißens dazu! Sie ſuchte anderes und fand
einen Reuter und einen Anzengruber, in jedem Bande
ſtand Dora Plattner eingeſchrieben mit den großen, etwas
ſteifen Buchſtaben der Handſchrift ihres Mannes. Alſo
Geſchenke! Schließlich kam ſie auch zu Hebbels Werken
und ſchlug Herodes und Marianne auf. Da ſtanden
Striche und kleine Notizen ohne Zahl am Rande, aber
nicht von Lührſen geſchrieben, ſondern von einer Frauen=
dend mit eine mngiente Bachſaher, die Renſgen
ſchreiben, die dies nur ſelten tun. Nun wußte ſie, daß
man hier nicht ganz als Barbar zu leben brauchte, aber
ihre Stimmung wurde durchaus keineswegs beſſer.
Ja, ſie hörte, wie er nach dem Abendeſſen über den
Vorplatz ging und wie ſich die Tür hinter ihm ſchloß, und
dann war es wieder ſtill, totenſtill im Hauſe, kein Laut zu
hören außer dem Huhuhu eines Waldkauzes, der am
Hausgiebel ſaß und den dicken runden Katzenkopf gegen
den Mond drehte und ſchüttelte über dieſes närriſche
Men=
ſchenvolk, das ſich das Leben ſo ſchwer macht. Aber oben
in rieſigen Höhen zogen im Dreieck ganze Schwärme von
Wildgänſen, und ihre hellen Stimmen klangen wie ein
klingendes Glockenläuten in Erdenfernen. Dazwiſchen
hörte man das ganz, ganz feine Gepiepe und Gezwitſcher
zarter Stimmchen kleiner Vögel; die ſaßen auf den
Gän=
ſen zwiſchen den Schwingen auf deren Rücken und ließen
ſich ſo durch die Lüfte fahren nach Süden zu über die weite,
weite Heide.
So war in Halligboſtel aus Morgen und Abend ein
Tag geworden, aber ein ſchöner Tag war es nicht geweſen
und auch kein guter Tag, ſondern einer von den Tagen,
wo keine ordentliche Arbeit getan wird und nichts vom
Fleck kommt, weil keine rechte Lebensfreude am Morgen
aufgeſtanden war.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 52.
Soistsesteee
ogsäggaggagtäagtagea
Ca.
1100
Stück
Jackenkostüme, Taillenkleider,
Kostüm-
röcke, Blusen, Unterröcke, Paletots,
Staub-
mäntel, Abendmäntel etc.
sollen wegen Geschäftsaufgabe in wenigen Woche nausverkauft sein.
Um schnellste Räumung zu ermöglichen, verkaufen wir zu
und unter Selbstkostenpreis und bieten wir daher eine nicht mehr
wiederkehrende Gelegenheit zum billigen Einkauf. Aenderungen
werden auch bei den billigen Ausverkaufspreisen kostenlos
vor-
genommen.
Sor
22
5 Ludwigstrasse 5
5 Ludwigstrasse 5.
(*4982
Verlangen Sie stets:
Hohenlohe
Suppen
ebensogut wie frische
Fleischbrühsuppen. 2 bis 3 Teller 10 Pfg.
Moderne Beleuchtungskörper von ersten
Fabriken für Gas u. elektr. Licht in allen
vor-
kommenden Stilarten, vom bürgerlichen Bedarf bis zur
reichsten Auswahl, finden Sie in dem Spezialgeschäft
Georg Keil, Elisabethenstr. 36
unter der Möbelfabrik Ludwig Alter. — Telephon 769.
Vorhandene alte Beleuchtungskörper werden aufgearbeitet,
modernisiert, stehendes Gaslicht zu Hängegas (
Grätzin-
licht) umgewandelt, alte Gaskörper zu elektr. Licht aptiert.
Uebernahme von Wohnungsumzügen für Gas, elektr.
Licht und Badeeinrichtungen bei prompter, billiger und
reeller Bedienung. — Beleuchtungskörper werden nach
Entwürfen zu Fabrikpreisen angefertigt (2786a
Beachten Sie meine Ausstellung!
Hnsbatehtenstent
Gasherdelfril. relle Bedienng, auerkannt
Syst. Fromethens billige Preise, prima Referenzen. und Standöfen
Billig —
Delikat!
(5003M
Tuche gebrauchte Nähmaſchine,
Schwarzſeidenes Kleid, wenig
getragen, billig zu verkaufen.
Näheres in der Exped. (*4757mf
Zu kaufen
geſucht: Gas-Badeofen
und Emaille-Wanne.
Offert. u. N 1 an die Exp. (4938df
Genfs Briefmarken-Journal, 6 Bd.
nur 15 M., Briefmarken ½ d. Hand= u. Fußbetrieb, zu kauf.
K. P., Landwehrſtr. 11, p. (*4889df Off. m. Pr. u. M 54 Exp. (*4714mf
Parkett-, Pitch-pine-, Linoleum-Böden etc.
werden gereinigt. Teppich=Reinigung. Wohnungs= u. Neubauten=
Reinigung.
Institut „Noris‟, Kiesſtraße 27.
V4762)
Gehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zhlinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (4957a
9m l., 1.75m br.,
Ein Glasdach zuverkaufen.
Näheres in der Exped. (*4817m
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 15.
Fveiserkarklaufe
Unverändert in Qualität?
Wir verkaufen bis auf weiteres unsere seit Jahren beliebte u. anerkannt gute
Syezialmarke in Cherreaux-, Lack- u. Bozleder, bish. 7.25, jotzt
Jedes Paar Herren- oder Damenstiefel zu
Ein Versuch überzeugt von der Güte der Ware!
Schuhfabrik „Turul‟
Khfed Franker
Komm.-Ges.
Schulstrasse 5.
(4991a
Eigene Fabrik!
Wir bitten freundlichst auf die Firma zu achten.
Gegründet 1899.
Verkauf nur in eigenem Geschäfte!
18000 Paar wöchentliche Fertigstellung!
Das Haus zum Alleinbewohnen
Bismarckſtr. 41½, 10 Zimmer mit
Halle u. Zubehör, Zentralheizung,
Vor= u. Hintergarten, iſt per ſof.
beziehbar zu verm., ev. zu verkauf.
Näheres bei Harres & Barth,
(2298a
Saalbauſtraße 79.
Zimme
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
Näh. daſ. part.
(3648t
Waldstr. 33, I. St.
5=Zimmerwohn. mit Zubehör per
1. April zu vm. Näh. 2. St. r. (785omf
1. Stock, 3 Zim.=
Karlſtr. 6, Wohnung per
1. April zu vermieten.
(3965t
Neubau-Karlstr. 6
3 ſchöne 3 Zimmerwohnungen der
Neuzeit entſprechend, per 1. April
zu vermieten.
(3964t
Ecke Pankratius= und
Irene=
ſtraße 1 drei ſchöne 3
Zimmer=
wohnungen mit allem Zubehör,
daſelbſt ſchöner Laden mit 2 Zim.=
Wohnung per 1. April od. per ſof.
zu vermieten, die Wohnungen ſind
jeden Nachmittag zwiſchen 2 und
*4 Uhr einzuſehen.
(3458t
Schone 3 Zimmerwohnung
mit allem Zubehör per 1. April
zu vermiet. Gartenſtadt Traiſa,
Ludwigſtraße 20.
(4702a
Riedeselstr. 35
ne ſchöne 3 Zimmer=Wohnung
3. St. an ruhige Leute p. 1. April
verm. Preis 320 Mk. (5032t
nenzeitl.
eue Niederstr. 11 3 Z.=W.
St., per 1. April zu verm. (B5030
Hth. pt., kl.
Mathildenpl. 11, 2 Z.=Wohng.
mit K. u. Zubeh. ſofort zu verm.
Zu erfr. Vorderh., 1. St. (4777t
Eliſabethenſtr. 45, Mittlb. pt.
2 Zim., Küche u. Zubehör. Näh.
(4749if
Vorderhaus part.
Nieder=Ramſtädterſtraße 75
kleine 2 Zimmerwohn. an einzelne
(5036a
Perſon zu vermieten.
Eliſabethenſtr. 42, p. r., 2 Zim.=
Wohn., event. m. Werkſt. (*5039fs
Pankratiusſtr. 50, 2 Zimmer=
Wohnung zum 1. April. (*4976fs
Sulee Zimmer
Elisabethenstrasse 17
Ecke der Wilhelminenſtr., 1. Stock,
auch zu Geſchäftszwecken ſehr
ge=
eignet, per ſofort zu verm. (45if
Geäten
Geräumige
Werkstatt
mit Nebenräumen und Kontor,
eventl. mit Wohnung, zu vermiet.
Näh. Karlſtr. 34, Kontor. (3546omf
Ole Zimme
Waldstrasse 2 3 möblierte
Zimmer, zuſammen oder getrennt,
ſofort zu vermieten.
(5010t
Eliſabethenſtr. 35, Htb. II. I.,
b. Paus, 2 g. mbl. Z. ſof. b. (*4868dfs
Eliſabethenſtr. 28, Vornbach, gut
möbl. Zim. bill. zu verm. (*4939df
Aliceſtr. 17, Stb. II., freundl.
möbl. Zimmer zu verm. (*4922df
1. St., gut=
Alexanderſtr. 4, möbl.
Zimmer m. vorzügl. Penſion an
1 od. 2 Herrn zu verm. (4238t
Penſion Eliſabethenſtr. 4, II.,
möbl. Wohn= u. Schlafzim., ſowie
Einzelz. m. Penſ. zu vm. (4363a
Mühlſtraße 42, part., (nächſt
Kapellpl.) möbl. Zimmer. (4426a
Mühlſtraße 10, part., behagl.
möbl. Zim. m. ſep. Eing. bill. (4553a
Wilhelminenſtr. 27, III., frdl.
möbl. Zimmer ſofort. (4744t
Louiſenſtr. 32, II. b. Gg. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (4756a
Heidelbergerſtraße 29, ein
Zimmer mit guter Penſion für
Mk. 40 pro Monat. (*4600imdf
Kiesſtr. 18, ſch. möbl. Zimmer
z. Ausw., ev. m. Penſ. (*4789mdf
Eliſabethenſtr. 62, II. rechts,
einf. möbl. Zimmer an Fräulein
zu vermieten.
(*4796mdf
Dieburgerſtraße 6, II., möbl.
Zimmer zu verm. (*4764mdfs
Wienersſtr. 45, p., ſchön. möbl.
Zimmer in freier Lage. (4794a
Waldſtr. 18, p., m. Z. m.
Schreib=
tiſch, ſep. Eing., p. 1. März. (*4729mdf
Kranichſteinerſtr. 7, I. I., bei
Beamtenwitwe, ſchön möbl. Zim.
Preis mit Kaffee 18 Mk. (*4684idf
Viktoriaſtraße 32, 1. Stock,
Wohn= u. Schlafzimmer, modern
nöbl., zu verm.
(*4958dfs
Bleichſtr. 39, 3. St., möblierte
Schlafſtelle ſof. zu verm. (*4931df
Eliſabethenſtr. 31, 1. St., gut
möbl. Manſ.=Zim. zu verm. (4912t
Luiſenſtr. 32, I., möbl. Zimmer
n. d. Straße ſof. zu verm. (*4885dfo
für anſtänd. Ar=
Schlafſtelle beiter oder
Lehr=
ling, mit oder ohne Penſion, bill. zu
vm. Wienersſtr. 73, II. (*4174dsm
Hh, 1. St.r., möbl. Z.
Karlſtr. 65 billig z. v. (B4671oif
Aliceſtraße 1, 1. St., ſch. möbl.
freundl. Zimmer mit ſchöner
Aus=
ſicht per 1. März zu verm. (4292if
Wienersſtr. 78, nächſt d.
Hein=
richſtr. u. d. elektr. B., 2 gut. möbl.
Zim. an beſſ. Herrn zu verm. (4743if
Hermannſtr. 5, I., beſſer möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*4568omf
4. Stock, ſchönes
Grafenſtr. 20, möbl. Zim. n. d.
Straße, ſep. Eingang, billig. (3538a
Sehen nih. Zimner
zu verm. Ob. Hügelſtr. 19, II.,
Ecke Schützenſtr.
(5031t
Neckarſtr. 4, Hth. I. p., möbl.
Zimmer an beſſ. Herrn. (*5016fs
part., möbl. Zim.
Waldſtr. 39, ſep.
(*4987
Waldſtr. 11, 3. St, ſch. möbl.
Zimmer mit Schreibtiſch. (*5051
Waldstr. 25, Stb. I.,
einf. möbl. Zimmer ſof. z. v. (*5050fs
Schützenſtraße 8, II., r., einfach
möbl. Zimmer zu vermieten. (*5045
Bleichſtr. 17, I., möbliertes
Zimmer per ſofort zu verm. (*5046
Soderſtraße 42, 1. St. links,
möbl. Zimmer per ſofort zu verm.
Preis 15 Mk. monatl. (*5030
Dieburgerſtr. 5, Hth.r. Tr. einf.
möbl. Zim. m. 2 Bett. zu vm. (*5027
Grafenſtr. 18, 4. St. l., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (*5034fs
Zmm
Kleines, modernes Haus
mit etwas Garten, in freier, hieſ.
Lage, ſof. zu mieten, ev. zu kaufen
geſ. Off. an B. Baer, Immobilien=
(*4984
büro, Telefon 1145.
möbl. Zimmer
Waldſtr. 7, I., zu verm. (*5018
Sandſtr. 4, I., ſchön möbl. Zim.
mit ſep. Eingang.
(*5020
Wendelſtadtſtr. 31, Hth., 2. St,
frdl. möbl Zimmer billig. (*5014fso
Kahlertſtr. 40, II., gr. ſchön möbl.
Zimmer ſof. evtl. m. Penſion. (*4977
Ludwigspl. 4, 2. St., 2 kleine
in=
einandergeh. möbl. Zimmer. (*4975
können zwei
Liebfrauenſtr. 59 beſſere
Ar=
beiter Koſt u. Wohnung erhalten.
Näh. im Metzgerladen. (*4967fso
Wedeiſesſtr. 1, 1. tt.
großes, ruhig., ſchön möbl. Zim.
(*5009if
per ſofort zu verm.
Liebigſtr. 79, möbl. Z. m. Gas u.
Schreibt. ſof. bill. Näh. part. (*5005fs
Rhönring 93, 3. Stock, gut
möbl. Zimmer an beſſ. Arbeiter
oder Fräulein zu verm. (*5036fs
Feiner junger Herr
(Student) ſucht per 1. April,
eventuell ſpäter, (*5011fs
fein möbl.
Zimmer
womöglich mit Kabinett und
elektr. Licht, am liebſten bei
alleinſtehender Witwe. Nähe
Hauptpoſt. Off. unt. N 38
an die Exp. ds. Bl.
Ab Mitte April
volle Penſion
geſucht, wo noch 1 oder 2 Jungen
vorhanden, bei einem akad. gebild.
Lehrer, für einen 14 jähr.
Gymna=
ſiaſten. Off. mit Preisang. unter
L 85 an die Exp. d. Bl. (B4670
Altbeſtehendes
(rute Enistell.
Papierwaren=
geſchäft mit Hochſchulartikel
be=
ſonderer Umſtände wegen ſofort
verkäuflich. Nachweisb. Verdienſt
ca. Mk. 5000.— mit entſprechenden
bequemen Kaufsbedingungen.
Ernſte Reflektanten wollen ſich
an B. Baer, Landwehrſtr. 18,
Telefon 1145, wenden. (*4985
Einfamilienhaus.
Das modern eingerichtete
Einfamilienhaus
49 Riedeſelſtr. 49
beſteh. aus 12 Zimm., Bad,
Veranda, Garten, reichlich.
Zubehör, iſt ſehr preisw.
unter günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Alles Näh.
daſ. u. durch das
Immo=
bilienbüro von Hermann
Marx, Grafenſtraße 12.
Telefon 1468. (2774a
Möbl. Zimmer
von beſſerem Herrn als Alleinmiet.
per 1. April geſucht. Offert. unt
M 73 an die Exp.
(*4855fs
ſucht bis 15. April ſchön
Student möbl. Zimmer. Offert.
unt. N 45 an die Exped. (*5060
oder Früh=
Gut erh. Roſtum jahrsmantel
für ſtarke Fig. zu kaufen geſ. Off.
unt. N 39 an die Exp. (*5021
Sehrgünst. Angebotz. 1. April
(Nicht zu überſehen.)
Hierdurch biete wegzugshalb.
mein neuerbautes, freiſtehendes
Landhaus mit großem Garten,
25 Minut. von Darmſtadt
ge=
legen, für 8250 Mk. z. Kauf
an. Anzahlung 1500 Mk. Reſt
kann ſtehen bleiben zu 4¼%.
Off. erbitte unt. N 12 an die
Exped. ds. Bl. zu richt. (4956a
Eäh
leihe ſelbſt aus.
2. Hypothek Off. m. ausführl.
Beſchr. u. M 17 a. d Exp. (4740a
zu leihen geſ.
200—300 Mk. Geg. Sicherh.
Monatl. Rückz. nur v. Selbſtgeber.
Off. u. N 29 an die Exp. (*4996
auf 1 Jahr gegen
1000 Mk. dopp. Sicherheit von
jung. Geſchäftsmann geſucht. Off.
unt N 21 an die Exp (*4980fso
Darlehen erh. solv. Pers.
jed. Stand., auch auf Mobil., ev.
o. Bürg. Kein Mitgliedſchaftszw.
Auskunft kfrei d. E. Mauthe,
Vertr.: F. Hassler, Riedeſelſtr. 48, I.
Sprechz. v. 9-12, 2-6 Uhr,
Sonn=
tags vor 0—12 Uhr. (*4483sif
TonmmaliderFgleider
in jeder Preislage und Grösse.
4720a)
Besichtigung erbeten.
Hermann Berger,
Hoflieferant
10 Ernst-Ludwigstrasse, Ecke Marktpassage.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
Feriseizan
des
Dliligen-Vverkaufes
in
Speier S Schunwaren
Der Umbau unserer Verkaufsräume ist so weit
fort-
geschritten, dass der Räumungs-Verkauf wieder
:: in vollem Umfang aufgenommen werden kann. 3
Wir bieten von den noch vorhandenen Warenbeständen
xtra billig an
sehr solide Qualität, mit und ohne Lackkappen,
Einen Posten Samen Stierel mit Konfirmandenschaft . .
m.
Einen Posten Damen chebreaustieten Nr. 36, 37, 41, 42
Mk.
Einen Posten Herren-Stiefel scht Gherenn mit Lactktanpen
90
Einen Posten Boxcalf-Herren-Stiefel sehr selide uslitr . .
98.
Günstige Gelegenheit zum Einkauf von
Ronfirmandenstiefet
für Mädchen und Knaben, modern mit Lackkappen.
Braune Herrenstiefel
Braune Damenstiefel
Braune Mädchenstiefel
Braune Kinderstiefel
Braune Halbschuhe
Schuhwarenhaus
Inh.: Paul Wildau
ler 8 nur Ludwigstr. 16
Beachten Sie den Namen „Speier‟
sowie die Straße „„Ludwigstraße 160
Parlophon-Platten
3 Mk.
In jüdischen u. hebrälschen
Aufnahmen umfasst mein
Re-
vertoir ca. 100 doppelseit. Platten.
R paraturen u. Ersatzteile prompt
und billigst im Spezialgeschäft von
Valentin Bund
Schuchardstr. 11. (4659a
Konkarrenſtog
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (758as
Kunſthaararbeiten
der Firma.
Erhstkonter
Perückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Enlreſol.
Größere
G Partie gebr. Weinkisten
in gut. Zustand, 50er u. 60er,
zu kaufen gesucht. Offerten
unter N 33 an die Exp. (*5009
1 Kachelofen
3 eiſerne Oefen, alle ſehr gut
erhalten, alsbald billigſt
ab=
zugeb. Kiesſtr. 133, p. (*4999fso
gebr. Singer= Schwingſch.
Nah=
maſch., H.=u. Fußbetr., u. Garant.,
ſpottbill. Hölgesſtr. 3, part. (*5001
getr. Kleider, Schuhe
ꝛc. zu den höchſten
Preiſ. Poſtkarte gen.
M. Schnitzer
II0
I.
Schloßgaſſe 29. (4737a
Tagesgespracht ss
Herren= u. Damenſchuhe, wie auch
Kinderſchuhe, prima Qualität, zu
ſpottbilligen Preiſen bei T.
Nai-
gass, Schloßgaſſe 10. Bitte
ge=
nau zu beachten die Ueberſchrift
„Volks=Bazar zur billigen Quelle.”
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
Ieh Raufe Schuhe. Zahled.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (4788a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
Erſtes Darmſtädter
Partiewarengeſch.
Täglich treffen Waren=
Sendun=
gen in großer Auswahl ein, als:
Herren= u. Knaben=Ueberzieher,
Herren= u. Knaben=Anzüge, ſow.
einzelne Hoſen, Sackröcke und
Weſten, ſowie Herren=, Damen=
und Kinderſchuhe und Leib= und
Bettwäſche aller Art, Kamiſols
und geſtrickte Weſten; ſerner
Herren= und Kinder=Hüte und
Kappen zu außergewöhnl. billigen
Preiſen abzugeben bei (4519a
Jakob Friedel,
Obergasse 33 (Laden).
1
Wer dort? (4388a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe Tel Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Elektra-Kerzen
rinnen nicht, riechen nicht,
tadelloſer Brand. Enorm
bill., b. Gußleicht beſchädigt
Paket gr. Kerz. 60 u. 40 ₰
Franz Kuhn, Chemische
Werke, Mürnberg. Hier.
F. B. Grodhaus, Seif.=
Fabr., a. w. Turm, ſowie in
einſchläg. Geſchäften. (V768
30 S2.
Freitag, 1. März.
1912.
Saeob SAektestes Schumaus
Schillerplatz, am Schlossgraben
Gegründet 1862
277 Telephon 277
Manenane
Aulldiend biiige Schanpreise
zur Frühjahrs=Saison
empfehle sehr preiswert
— solide Qualitäten —
Damen-Stiefel u. Halbschuhe, mod. Formen
Mk. 4.95, 5.75, 6.75, 8.50, 10.50
Original-Goodyear-Welt Mk. 12.50 Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Herren-Stiefel, modernste Formen
Mk. 4.75, 6.75, 8.50, 10.50
Original-Goodyear-Welt Mk. 12.50 Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Moderne Herren-Halbschuhe
schwarz, braun und Lackleder, Mark 9.50, 10.50
Goodyear-Welt Mk. 12.50
Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Farbige Herren- u. Damenstiefel, Farb. Herren- u. Damen-Promenadeschuhe
Konfirmanden-Stiefel ganz besonders billig.
Besichtigung meiner grossen hellen Läger ohne Kaufzwang.
(4754a)
Schwarz-weisse Rabättmarken.
Reparaturen fachmännisch und prompt.
Nur kurze Zeit!
Ausverkaufwegen Umbau
Um mein Lager zu räumen, verkaufe von heute ab alle
Waren, mit Ausnahme der Netto-Artikel
mit 20 Prozent Rabatt.
Als besonders billig verkaufe:
Weisse Celluloid-Waren, Kamm-
Garnituren, Rasier-Apparate, Rasier-
Garnituren, Manikur-Etuis,
Bürsten-Garnituren, Parfüm-Kartons,
Kamm- und Bürsten-Waren, Seife und
Parfümerien.
Zahn-Bürsten . . . von 20 Pf. an
Frisier-Kämme
Brenn-Eisen .
Brenn-Maschinen
Celluloid-Spangen
Schwamm-Netze
von 25 Pf. an
von 30 Pf. an
von 25 Pf. an
von 5 Pf. an
von 25 Pf. an
Sparſame
Hausfrauen=
kaufen gegen bar und
ſammeln die
ſchwarz=
weißen
Rabatt=
marken des
720a
Kabatt=
Spar=Vereins
Darmſtadt.
Studt’s berühmtes
Kreuznacher Grahambrot
nach streng hygienischen Grundsätzen mit der peinlichsten
Sorgfalt hergestellt, ist das anerkannt beste und
voll-
kommenste Weizenschrotbrot. Durch regelmässigen
Genuss von Studt’s Kreuznacher Grahambrot werden
Magenübel meist schon im Reime erstickt, es hält
den Magen stets in Ordnung und unterzieht den Körper
einer ständigen Reinigung, wodurch jede Anhäufung
von Krankheitstollen verhindert wird.
Bei Zuckerkrankheit, Hämorrhoidalleiden,
Bleich-
sucht usw. leistet es wegen seiner blutreinigenden
Wirkung ganz hervorragende Dienste.
Studt’s Diätschrot
zum Backen und Kochen für Diabetiker, Magen- und
Darmkranke.
Studt’s Delikatess-Schwarzbrot
(nach Kölner Art) ein sehr wohlschmeckendes, würziges
Roggenschrotbrot regt die Darmtätigkeit an.
Auf alle fertigen Haar-Arbeiten, Zöpfe, Unterlagen
usw. gewähre 10% Rabatt.
Fr. Tillmann
Friseur
Elisabethenstr. 21.
Elisabethenstr. 21. (3439a)
Moderne (4490a
Tüll-Stores
Tüll-Bettdecken
Tüll-Roben
Spitzen und Besätze
empfiehlt zu billigsten Preisen
W. Amend, Stiftstr. 75.
Eitte leſen!
Ratten, Mäuſe,
Käfer, Wanzen
vertilgt unter Garantie
Institut z. Vernichtg.
j. Ungeziefers.
Beſtellg. w. d. Postk. o. Tel. 2067
Dieburgerstrasse 10 erb. (4885a
Dienstag und Freitag
frisch bei:
E. Breimer, Hoflieferant
Elisabethenstrasse 14.
(4684a
Filiale: Wilhelminenstrasse 52.
Zigarren-Gelegenheitskauf
Reste besserer Marken
Seutel 10 Stück 65 Pfg.
Emmericher Waren-Expedition
Elisabethenstr. 12. (4810mfs) Telephon 979.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
Soihtrmanven=
Miigage!
aus quien und besten Kammgarnen, Drapés
und Cheviots in sorgföltigster Ausführung
an-
gefertigt und in 10 Jünglings-Grössen fertig
am Lager. Als besonders neu und kleidsam
empfehlen wir unsere nebenstehend abgebildeie
eweireihige Form, die sowohl in schward als
auch in tief dunkelblau in grossen Sortimenten
vorrätig ist.
Preise:
12.− 15.- 18.- 22.- 25.- 28.- 32. Qualitäten 36.− bis 51.−
Prüfungs-Anzüge
in den
gleichen Preislagen!
Franko-Versand unserer Spesial-Preisliste
für Confirmanden-Ansüge.
Damborder Chortz
Frankfurt am Main
Zeil 112 (neben der Hauptpost)
erste und zweite Etage (Fahrstuhl).
(V5050
Tarmane am Woogsplach
Grösstesreisendes Unternehmen
Täglich neues Programm
Wochentags 8½ Uhr
Kolossal. Lacherfolg. Keiner versäume d. Vorstellg.
Sonntags 8 Uhr
Dauer jeder Vorstellung ca. 3 Stund.
5023)
Eröffnungs-Anzeige
Der geehrten Nachbarschaft und einem titl. Gesamt-Publikum beehre ich
mich, ergebenst mitzuteilen, dass ich meine Wirtschaft
Ecke Dornheimer Weg und Rösslerstrasse
Samstag, den 2. März 1912 eröffnen werde.
Durch Ausschank vorzüglich gepflegten Bieres (Brauerei-Ausschank Karl
Fay) und Führung einer guten Küche, glaube ich mir das Vertrauen des p. t.
Publikums zu erwerben und bitte um gefl. Zuspruch.
Hochachtungsvoll
5041)
E. Schmidt.
HeſſiſcherLandesverein vom Roten Kreuz.
Wir glauben an alle Kreiſe der hieſigen
Ein=
wohnerſchaft die dringende Bitte richten zu dürfen,
dem Landesverein als Mitglied beitreten oder ihn
durch einmaligen Beitrag unterſtützen zu wollen.
Liſten ſind in Umlauf geſetzt worden. Wir bedürfen
zur Erfüllung unſerer Aufgaben dringendſt größerer
Geldmittel. Laſſen Sie uns keine Fehlbitte tun.
Darmſtadt, im März 1912.
Der Vorstand.
4992a)
Verein für das Deutſchtum im Ausland
(Allgemeiner deutſcher Schulverein) E. V.
Männerortsgruppe Darmſtadt.
Mitglieder=Verſammlung
Samstag, den 2. März 1912, ½6 Uhr abends,
im blauen Zimmer der Vereinigten Geſellſchaft.
Tagesordnung: 1. Bericht über das Vereinsjahr 1911,
2. Vorlage der Rechnung,
3. Verfügung über die vorhandenen Mittel,
4. Wahl des Vorſtands für 1912.
Von 5 bis ½6 Uhr Sitzung des Vorſtands.
Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder bittet
Der Vorſtand.
4976)
Freirelleiöse Gemeinde Darmstadt.
Sonntag, den 3. März, vormittags 10 Uhr, in der
Freimaurerloge, Sandſtraße 18
Erbauung.
Sammle still und unerschlaft im kleinsten Punkte
Thelld- diehöchste Kraft‟. Sprecher. HerrPrediger Rieber a. Mainz.
Die Gemeindemitglieder nebſt ihren Angehörigen, ſowie aucht
Gäſte ladet zu zahlreichem Beſuche ein
Der Vorstand.
Mittwoch, den 6. März, abends 8½ Uhr, im Kaiſerſaal:
Gemeinde=Verſammlung.
Am 1. Oſterfeiertag, abends 6 Uhr in der Loge (Sandſtraße):
(*5061
Erſte Jugendweihe (Konfirmation).
Grosses öffentliches
Freisseniessen 191z
P RETs E:
1 Damenschreibtisch, 2 Bilder, 1 Blumentisch mit Vogelkäfig, 1 Paravent
(Wert 80 M.) (Wert à70 M.) (Wert 55 M.) (Wert 45 M.)
Anfang: Samstag, den 2. März, abends 6 Uhr. 3 Schuß 20 Pf.
Ausserdem findet am Schluss des Preisschiessens ein
Vereins-Preisschiessen statt.
(4985
Hierzu ladet höflichst ein
Der Vorstand.
Lndwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B10
Restaurant Cafe waldesruh
(vor Traisa)
Samstag, den 2. März 1912
Ferzeisu
Hierzu ladet freundlichst ein
(*4607
Theodor Marschner.
Samstag, den 2. März 1912
Ferzelsappe
Morgens: Wellfleisch mit Kraut
Freitag abend: Bratwurst mit Rotkraut.
Hierzu ladet freundlichst ein
(5025
Peter Fuchs
„Mathildenhöhsaal‟, Dieburgerstr. 26.
(*253
Zum Frühjahr! ue
Empfehle mich den Herrn Architekten
und Gartenbeſitzer behufs billigſter
Unterhaltung und Anlegen von
Gärten jeder Größe. Sachgemäßer
Baumſchnitt. I. Referenzen.
Bismarckſtr. 42
S. Heintz,
gegr. 1888.
Kinder-Sportwagen
guterh., bill. Arheilgerſtr. 74, II. (*5062
Kriefmarkenſammlung geſ. Off.
u. N 40 a. d. Exp. (*5026fso
Eingel. achteck. Salontiſch, gz. neu,
f. 30 Mk. zu verkf.
Viktoria=
ſtraße 73, part.
(*5032fso
Teppich, 1 Flurgarderobe u.
12 größ. Galerieſtangen bill. zu
verk. Pankratiusſtr. 2½, p. (*5047
Höchste
Preiſe zahle ich für getragene
Herren= u. Damenkleider, Stiefel
u. Wäſche. Jeden Mittwoch hier.
Off. u. F 44 an die Exp. (4984fsi
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
(3272a
Preiſen
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr.=?
Nummer 52.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Seite 19.
Aurkohnnksefol
empfehlen wir:
Her2
Stefel
Boxcalf- und Cherreauz-Stiefel für Mädchen u. Knaben
mit und ohne Lackkappen
(5022
mitdem Herz
Kaufdersch
in den Preislagen: Mk.
6100 10100 12.00
Man beachte unsere-Schaufenster!
Sellahaus Frourien Coousf
Ludwigstraße 12
Hoflieferant
Ludwigstraße 12.
ORPHEUM
-Telephon 389
Heute Freitag, 1. März:
Variété-Premiere!
In
8 Glänzende Debuts 8
Eine Kette erster Kunstkräfte.
The Blessing’s
Bravour-Equilibristen.
Les Romanow’s
Kontorsionisten
SARTEl I.n
Jongleur-Akt
SepplMauermeier
Humorist
Kurz & Lang
Urkom. Exzentrik-Duett
Pastone Pohehrom. Renatssanee-
Kolossal-Gemälde
Darstellung lebender Bilder nach berühmten Meistern.
laeros Ainzolchten
Musikalischer Akt
Residenz-Biograph
Lebende Photogr. (Kinem.)
AREGOR’s
in ihren sensationellen Leistungen als
Schleuderbrett-Akrobaten
Ermässigter Vorverkauf wie bekannt. (5046
Num. Parkett bei Hugo de Waal, Rheinstrasse 12.
„ Vertio
Durch besondere
Gelegen-
heit, enorm billig, nur
modernster Fassons.
5 Bücherschränke
moderner Faſſons, ſtaunend bill.
3 Büfetts
Kredenz, Umbau, komplette
Speiſezimmer koloſſal billig.
2 Spiegelschränke
2tür., engliſche Faſſon, nur billig.
1 Saloneinrichtung
gekoſtet 700 Mk., für nur 375 Mk.
1 Kücheneinrichtun
modern, hochelegant mit
Kunſt=
perglaſung, ſtaunend billig.
Schlafzimmer-Einrichtg.
inkl., Matratzen, 285 Mk.
Nur neu alles
Versäumen Brautleute
diese Gelegenheit nicht.
*5040) Karlstrasse 41.
fertigt Herrenhemden
Wer an f. Privat? Off. mit
Preisang. u. N 28 an d. Exp. (*4897
w. w. neu
Stärkwäsche gebügelt.
Bügeln kann erlernt werden ag
Mauerſtraße 10, 1. Stock. (3036a
leans 3. Uhre
Kaiserfriedrich
Matron-Lithion-Quelle.
T Bewährt gegen Gicht u. Rheumatismus‟
e keieht verdhaulieh, aaher
anentbebrlich für Magenleidende.
Que
Vornehmstes
Tafelwasser
Telephon
General-
Vertreter Martin Jahn, Pallaswiesenstr. 30 365.
I1
0
Den Eingang sämtlicher
Neuheiten der Frühjahrs-Mode
zeigt ergebenst an
(4428a
Gottfr. Proeser, Damenschneidermstr.
Telefon 1553
Schulstrasse 8, I.
Gleichzeitig empfehle mein Atelier für elegante
Mass-Anfertigung sämtl. Damen-Garderobe
bei Garantie für tadellosen Sitz und erstklassigé
Arbeit.
Mässige Preise.
Enſt. u. Unterh. von Gärten
u. Beſchneid. von Bäumen
wird prompt u. billig ausgeführt.
Poſt. gen. 1a Reſerenzen. (*4965
M. Seipel, Gärtner, Erbacherſtr. 45.
Für Hausbeſitzer.
in allen
Aelterer Bauführer,
Bau=
ſachen reichliche Erfahrung,
über=
nimmt bei mäß. Berechnung
Ver=
waltung von Häuſer und
Liegen=
ſchaften, Pläne jegl. Art, Bauleit.
bei Bauausführung. u.
Wohnungs=
herrichtung, Ausmaße und
Rech=
nungsſtellung. Off. u. Anfr. unter
K 62 an die Exp. d. Bl. (4338a
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost. v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Auschaut des berümten
:: Wormser Weinmostes:
kein Teinkwang. (14
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Täglich frische
Mazzen
Mainzer (4364a
obere Bleichstr. 13. Telefon 1265.
Glünstige Gelegenheit
6 Brillantringe
à Mk. 45, 70, 95, 120, 190,
200, mit ſchönen Steinen (*5052
2 Paar Brillantohrringe
à Mk. 95, 135
goldene Damen-Kette mit
Brillantſchieber Mk. 135 bei
A. Kurtz, Pädagogſtr. 2.
d. beſſ.Kreiſe
Helt.Dame
gute
Fuß=
gängerin, ſucht Anſchluß an geb.
Dame zwecks Spaziergänge.
Off. u. N 31 an die Exp. (*5004
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Amerika”. 27. Februar
7 Uhr abends in New=York.
Dampfer „Foreric” von Baltimore
und Newport News kommend,
27. Februar 5 Uhr 45 Min.
nach=
mittags auf der Elbe.
Dampfer „Pennſylvania‟, 27.
Fe=
bruar 6 Uhr abends in New=
York.
Dampfer „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria” von New=York nach
Aegypten, 27. Februar 11 Uhr
mittags von Genug.
Vergnügungsdampfer „Meteor”,
erſte Mittelmeerfahrt, 27. Februar
8 Uhr morgens in Korfu.
Dampfer „Viktoria Luiſe”, zweite
Weſtindienfahrt, 27. Februar in
Barbados.
Großherzogl. Hoftheater
Freitag, 1. März.
127. Abonnem.=Vorſtellung. C 32,
Robert und Bertram.
Poſſe mit Geſang und Tanz in
4 Abteilungen von G. Räder.
Perſonen:
1. Abteilung: Die Flucht.
Robert Arreſtan=Hr. Jürgas
Vertramf ten Hr. Jordan
Strambach,
Ge=
fängniswärter,
Invalide
. Hr. Hoff
Michel, ſein Neffe,
Bauernburſche . Hr. Bernhardt
Erſte Schild= Hr. Sautier
Zweite ). wache Hr. Göllnitz
Ein Korporal . . Hr. Dobski
2. Abteilung: Die Hochzeit.
. Hr. Jürgas
Robert
Hr. Jordan
Bertram
Mehlmeyer, Pacht. Hr. Semler
Hr. Kräger
Tips Wirt
Röſel, Schenkmäd. Frl. Grünberg
Hr. Bernhardt
Michel
Ein Brautvater . Hr. Jungmann
Erſter 1 Land= Hr. Peterſen
Zweiterl gendarm Hr. Klotz
Ein Kellner . . Hr. Fleiſchmann
3. Abteil.: Soirée u. Maskenball.
Hr. Jürgas
Robert .
Bertram . . . . Hr. Jordan
Ipelmeyer, ein
reicher Bankier Hr. Wagner
Iſidora, ſ. Tocht. Frl. Uttmann
Samuel
Band=
heim, ſein erſter
Kommis . . . Hr. Schneider
Kommerzienrätin
Forchheimer, ſ.
Couſine . . . . Fr. Rudolph
Doktor Corduan,
Hausfreund . . Hr. Lehrmann
Jack, Diener . . Hr. Knispel
4. Abteilung: Das Volksfeſt.
Robert.
. Hr. Jürgas
.Hr. Jordan
Bertram .
Frau Miller, Wwe. Frl. Wisthaler
Röſel, ihre
Pflege=
tochter
. Frl. Grünberg
Michel
.Hr. Bernhardt
Strambach . . . Hr. Hoff
Guckkaſtenfrau . Fr. Hartig
Ein Ausrufer . . Hr. Geibel
Vorkommende Tänze,
arrangiert von der
Hofballett=
meiſterin Frau Thiele=Leonhardt.
Abt. 2: Bauernpolka, ausgef. von
den Damen des Corps de Ballet.
Abt. 3: Grotesk=Walzer, ausgef.
von 8 Damen des Corps de Ballet.
Krank: Frl. Huber, Frl. Croneberg.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.)=
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—6.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
Ga=
lerie 50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 9¾ Uhr
Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Samstag, 2. März. Außer Ab
Zweites und letztes Gaſtſpiel des
Tenoriſten Léon Laffitte. „
Car=
men.‟ Joſé . Hr. Laffitte. Gr
Preiſe. Anfang 7 Uhr. — Vergl.
beſondere Anzeige.
Sonntag, 3. März. 128. Ab.=V.
D32. „Tiefland.‟ Gr. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 5. März. 129. Ab.=V.
B 33. „Der Kuhreigen. Er=
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
2ore!
Noch ist es
Ihren Bedarf in feinen Herren- und Knaben-Anzügen, Paletots,
Konfirmanden-Anzügen
Hosen, Joppen, Fantasie-Westen etc.
zu Spottbilligen Preisen zu decken
Nur solange Vorrat!
im Total-Ausverkauf wegen gänzlicher Geschäfts-Aufgabe
Elisabethen-
2 strasse 2
geeseee
Blumen-Arrangements
in bekannt geschmackvoller Ausführung
zu allen Gelegenheiten.
(2009a
Rheinstrasse 17
Telef. 107o Lina Hardt Eingans Grafenstr.
Spezialgeschäft für moderne Blumenbindereien.
SeaeseaEEE
kommen noch zufolgenden billigen Preisen
zum Verkauf.
Echte Chepreanz-Damen-Schnürstiefel 35 4.50
Echte Chevreauz-Damen-Knopfstiefel 38 4.50
mit
Elegante Damen-Schnürstiefel Lackappen 4.90
mit
Blegante Damen-Halbschuhe Lackappen 4.75
Damen-Leder-Spangenschuhe 36-42 . 2.75
Damen-Leder-Hausschuhe 36—42 . . . 1.65
Damen-Melton-Hausschuhe 36—42 . . 0.75
BoTleder-Herren-Schnürstiefel 40—47 . 6.50
Boxleder-Knaben-Schnürstiefel 36—30 . 5.50
Moderne.
Boxleder-Kinder-Schnürstiefel
25—26 3.50 27—30 4.00 31—35 4.50
Wichsleder-Kinder-Knopfstiefel
25—26 2.75 27—30 3.00 31—35 3.50
in grösster
Konfirmanden-Stiefel
Auswahl.
Zurückgesetzte Schuhwaren
bedeutend unter Preis.
(5040
Schuhwarenhaus
S
I
1 Louisenplatz 1
1 Lonisenplatz 1.
Während des Umbaues bitte die Eingänge von
der Louisenstrasse aus zu benützen.
am Ludwigs-
: platz.
Samstag
auf dem Markt
frisch geschossene
Lapinss
das Stück 90 Pfg. (4986
Hch. Woerthge II.
aus Groß=Zimmern.
Ee eet e e e teten
GBleichſtr. 36, 2. St. (*49928 verkauf. Kirchſtr. 10, I. (*4955
Einen grossen Posten
Linoleum
billig zu verkaufen (4977
Speiers Schulwaren-Haus
Ludwigſtraße 16.
Es ist der Mühe wert
ſich unſeren ausführlichen Katalog
gratis kommen zu laſſen (2562a
Geflügelhof Westfalen, Eizerfeld- jeg.
Kinderwagen
gut erh., Sitz=Lieg, mit
Gummi=
reifen, billig zu verk. Näheres
Liebfrauenſtr. 31, 3. St. l. (5013
Ha5sIa
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Nendelstadtstr. 26
Telefon 1679.
— (3839a
Schrei bmaschinen-
Arbei ten
Diktate
in separatem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schneII-sauber
diskret-billig.
Beseitigen Sie das
Zeichen des Alters
diskret, ohne dass es Ihre
Um-
gebung merkt mit Fr. Tillmann’s
: Haarfarbe-Wiederhersteller::
„GLORIA‟
Preis per Flacon 2.50 Mk.,
für mehrere Monate reichend.
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.
(774a
Empfehle von friſch eingetroffenen Sendungen
Ter
10
Stück von
Pfg. an
Allerfeinſte
Süßrahm=Tafel=Butter
per Pfund Mk. 1.60
Süße Orangen
10 Stück 28 und 38 Pfg.
große 10 Stück 48 und 58 Pfg.
Murcia=Blut=Orangen
10 Stück von 58 Pfg. an.
Math. Rosenstock
Hauptgeſchäft: Ludwigſtraße 18.
Verkaufsſtellen:
Karlſtraße 102 und Kaupſtraße 42 (Riegerplatz).
Telephon 490.
(5039
Einige Tennis=Plätze
ſind noch auf dem Sportplatz am Böllenfalltor zu vermieten.
Näheres in der Ernadtion d. Bl.
(484a
Alle Mober
Einrichtungen, Nachlässe
übernehme zur Versteigerung, zum vorteilhaften Verkauf, auch
Ankauf F. Kurtz, Auktionator u. Taxator, Pädagogstr. 2.
mn Men,
Reissorett mit Böcken zu kauf.
geſucht. Angebote mit Preis unt.
(*4986
N26 an die Exped.
zu kauf.
Kinder=Klappwagen geſucht.
(*4983
Off. u. N 27 a. d. Exp.
übſches Moufſelinkleid, hell,
billig zu verkaufen (*4988
Schuchardſtraße 1, 2. St. r.
Ankauf
von nur beſſ. getr. Herren= und
Damenkl. u. dgl. bei reeller
Be=
zahlung. Jetzt Donnerstag hier.
Schriftliche Off. unt. H 100 an
die Expedition ds. Bl. (5011fsi
WagenKornſtroß Flegelbruſch
1 per Ztr. 2,80 Mk, zu verkaufen
Ludwig Kilian II., Arheilgen. (*4990fso
36 58.
Zahnkaries, die Krankheit von 75% der
Bevölke=
rung. Die hauptſächlichſte Zahnkrankheit iſt die Karies,
die außerordentlich weit verbreitet iſt. Anterſuchungen in
Schulen und Kaſernen haben ergeben, daß 75 bis 950,
der Bevölkerung zahnleidend ſind. Die Karies iſt ſomit
eine richtige Volkskrankheit. Der Schaden, den ſie anrichtet,
beſteht aber nicht allein in der Vernichtung der Zähne,
ſondern auch im Antergraben der Volksgeſundheit.
Wer=
kranke Zähne hat, kaut nicht oder kaut ſchlecht. Er verdaut
deshalb auch nur mangelhaft. Die Folge iſt: das Wohl=D
befinden leidet. Magen= und Darmſtörungen ſtellen ſich 87
ein. Vielen Verdauungskrankheiten würde durch
Geſund=
erhaltung der Zähne vorgebeugt werden. Zweimaliges
täg=
liches Putzen der Zähne mit Kosmodont=Zahncreme mit
aktivem Sauerſtoff (Tube 60 Pfennig) erhält Zähne und
Geſundheit. In allen einſchlägigen Geſchäften
zu haben. Drobetube gratis durch die Kolberger
Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Zweite Kammer der Stände.
z. Sitzung.
St. Darmſtadt, 29. Febr.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach Erz., Geheimeräte Dr.
Becker, Wilbrand Geh Oberfinanzrat Dr.
Rohde. Legationsrat Dr Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 924
Uhr. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung
ein. In Fortſetzung der Generaldebatte ſpricht zunächſt
der Zweitredner des Bauernbundes,
Abg. Korell=Angenrod:
Der Abg. Henrich habe ſeinen Kollegen Brauer nicht
widerlegt. Die frühere gewaltige Stempelerhöhung ſei
verfehlt geweſen. Wenn wir dauernde Ausgaben
be=
ſchließen, müſſen wir denen auch dauernde Einnahmen
gegenüberſtellen. Aufs Ungewiſſe darf nichts mehr
be=
willigt werden. Seine Partei ſei bereit, mitzuarbeiten
an der Schuldentilgung, deren Notwendigkeit nicht
be=
ſtritten werden kann, und auch an der
Beamtenbeſold=
ungsfrage. Ueber das „Wie” werde man ſchon Mittel
und Wege finden. Betont muß werden, daß man durch
die Vereinfachung doch jetzt ſchon ½ Million erſpart
habe. Er freue ſich, daß die Kammer in dem Abg.
Hen=
rich eine neue, tüchtige finanztechniſche Kraft erhalten
habe. Bei der Beamtenbeſoldung reſp. Penſionierung
darf man nicht eine Grupg herausgreifen. In dieſer
Richtung darf man dem Abg. Korell=Königſtädten nicht
folgen, ebenſo wenig wie dem Abg. Ulrich, der einfach
ſagt, die höheren Klaſſen ſollen die Steuer allein tragen.
Dieſe 9 Prozent unſerer Steuerzahler können
unmög=
lich die ganzen Mehrkoſten aufbringen. Wir werden
dagegen für eine gerechte Verteilung der Laſten
ein=
treten. Notwendig iſt vor allen Dingen, daß nicht
wie=
der ein Proviſorium, ſondern eine dauernde Regelung
geſchaffen wird. Zur Frage der Reviſion des
Eiſen=
bahnvertrages ſympathiſiere ſeine Partei mit dem
An=
trag Molthan. Man müſſe vor allen Dingen einmal die
nötigen Unterlagen ſchaffen, und es iſt bedauerlich, daß
die Erſte Kammer dem nicht zuſtimmt. Zur
Reichs=
finanzreform erklärt Redner, ſeine Partei betrachte dieſe
als eine nationale Pflicht und eine nationale Tat. Sehr
bedauerlich iſt die nach der Finanzreform in Szene
ge=
ſetzte Hetzerei, und daß ſich daran auch viele Beamte, vor
allem Volksſchullehrer, beteiligt haben. (Auf Zwiſchen=
der Soſialdenotraten) Jawahl. es iſt ſo. Oöne=
Hiſe der Beamten und Lehrer wäre Herr Hartmann
überhaupt nicht hier. Man ſolle aus derartigen
Erfahr=
ungen immer die nötigen Schlüſſe und Lehren ziehen.
Zur Frage der Zollpolitik tritt Redner dem Abg. Ulrich
entgegen. Wenn dieſer die Verhältniſſe beſſer kennen
würde, hätte er nicht ſeinen Standpunkt hier ſo
ver=
treten können. Gerade die Zollpolitik habe zahlloſen
Arbeitern feſtes und ſicheres Brot gebracht, und ohne
die Zollpolitik wären zahlloſe ſelbſtändige Landwirte
ruiniert und exiſtenzlos geworden. Wir haben einen
Zollſchutz unbedingt notwendig als regulierenden Faktor.
Das ſollten vor allem die deutſchen Arbeiter einſehen.
Gegen die der Landwirtſchaft fortgeſetzt ſchwere
Wun=
den ſchlagenden Seuchen iſt der einzig wirkſame Schutz
das Geſchloſſenhalten der Grenzen. Zur Schulfrage ſei
ſeine Partei Anhängerin der Simultanſchule. Wo aber
eine Konfeſſionsſchule beſteht, ſollte man ſie im Intereſſe
des Friedens beſtehen laſſen. Im Etat ließen ſich bei
vielen Kapiteln noch Erſparniſſe erzielen. Er werde
bei der Spezialberatung darauf zurückkommen. Weiter
fordert Redner Reviſion des Körgeſetzes, des
Wild=
ſchadengeſetzes und Jagdgeſetzes, und bittet die
Regier=
ung, ernſtlich zu prüfen, wie man endlich dem
Zigenner=
unweſen ſteuern könne. Es herrſche, namentlich in den
Grenzorten, eine Unſicherheit in den Straßen, die im
Intereſſe der Allgemeinheit endlich beſeitigt werden
müßte. Schließlich beſpricht Redner noch kurz die
allge=
mein politiſchen Fragen und vertritt die Anſicht, daß
der letzte Landtag mehr poſitive Arbeit geleiſtet hat, als
kaum einer ſeiner Vorgänger. Er weiſt es zurück, was
der Abg. Henrich geſagt hat, daß ſeine Partei der Vater
der Sozialdemokratie ſei. (Abg. Henrich ruft: Ihre
Po=
litik iſt es. Jeden Tag werden neue
Sozialdemokra=
ten geboren.) Redner verlieſt zur Widerlegung dieſes
Ausſpruches das Programm des Bundes der
Land=
wirte, das ſeine Partei ſich zu eigen gemacht, und
be=
dauert es ſchmerzlich, daß der Abg. Korell=Königſtädten
ihre Tätigkeit als gemeingefährlich bezeichnet hat.
(Beifall.)
Abg. Reh zur Geſchäftsordnung:
Im Seniorenkonvent wurde vor Eintritt in die
Ge=
neraldebatte beſchloſſen, daß nur zwei Redner jeder
Partei ſprechen ſollen. Da der Bauernbund dieſe
Ab=
machung durchbrochen hat, halten auch wir uns nicht
mehr daran gebunden. (Unruhe Widerſpruch)
Präſident Köhler: Der Abg. Leun hat geſtern
nur zu einer perſönlichen Bemerkung das Wort
ge=
habt. Ich werde den Seniorenkonvent in der Sacſe zu
erneuter Beſchlußfaſſung nochmals zuſammenbitten.
(Beifall.)
Geheimerat Dr. Becker:
Die allgemeinen Erörterungen zum Voranſchlag
haben vielfach Steuerfragen berührt, deren alsbaldige
Beantwortung vielleicht empfehlenswert iſt. Der Abg.
Oſann habe gefragt, welches Ergebnis die
Reichs=
zuwachsſteuer bisher gehabt hat. Dieſe Steuer habe
bis jetzt 400 000 Mark eingebracht. Eine Summe, die
erheblich genannt werden darf in Anbetracht der
kur=
zen Zeit der Erhebung (7 Monate), Es iſt anzunehmen,
daß dieſe Steuer ſowohl für das Reichs= wie für das
Landesbudget und das Budget der Gemeinden eine
be=
deutende Rolle ſpielt. Von den 400000 Mark erhalten
das Reich 50 Prozent, das Land 10 Prozent und die
Gemeinden 40 Prozent. Das Ergebnis verteilt ſich
un=
gleich auf Stadt und Land. In den Städten Darm=
ſadt Oſenbach hat die Stener allin eiwa
je 13000 Mark gebracht. In anderen Städten iſt es
allerdings weniger. Immerhin iſt die Einnahme
aus dieſer Steuer ſchwankend, und es empfiehlt ſich,
bei Voranſchlägen keinen allzu großen Wert darauf zu
legen. Darum iſt auch im Hauptvoranſchlag nur eine
verhältnismäßig kleine Summe eingeſtellt. Auf die
Frage, welche Wirkung auf Grund= und Bodenwert die
Steuer gehabt hat, läßt ſich vorerſt keine Antwort geben.
Dazu müſſe man ſie mindeſtens erſt 5 Jahre beſtehen
laſſen. Eine Wirkung aber läßt ſich ſchon jetzt
konſta=
tieren. Das iſt die ungeheure Arbeit, die dieſe Steuer
gebracht hat und die trotz aller Sparſamkeit demnächſt
zur Vermehrung der Schreibkräfte führen muß. Zu
den Landesſtenern übergehend, meint Redner, die
mehr=
fach angezogenen beſſeren Steuerverhältniſſe Preußens,
wie Kinderprivileg und Steuerfreiheit der Einkommen
unter 900 Mark, laſſen ſich für uns nicht ſo ohne
wei=
teres erreichen. Preußen iſt nicht in dem Maße, wie
Heſſen, auf direkte Steuern angewieſen, da es reiche
Hilfsquellen hat (Eiſenbahn Bergwerke). Wollten wir
die Einkommen unter 900 Mark ſteuerfrei laſſen,
bedeu=
tete das einen Steuerausfalk von einer Million. Das
würde für die anderen Steuerzahler einen Zuſchlag von
acht Prozent bedeuten. Dieſe könne man gewiß nicht
be=
fürworten. Aehnlich ſei es mit dem Kinderprivileg.
Dazu ſeien auch erhebliche ſtatiſtiſche Erhebungen
not=
wendig, Kurz, wenn man nach den Grundſätzen
Preu=
ßens verfahren wollte, dann würden 2 Millionen, wenn
man nach denen Badens verfähren wollte dann
wür=
den 2½ Millionen Mark weniger an Steuern erzielt
werden. Der Hinweis auf die Stenerdefraudation iſt
nicht unangebracht, doch wende man dieſer Frage ſchon
länger größte Aufmerkſamkeit zu, ſodaß kaum noch viel
aus dieſer Patheie zu holen ſein wird. Die Einnahmen
blieben 1911 ſchon hinter dem Voranſchlag zurück Wenn
man daraus auf eine zunehmende Ehrlichkeit ſchließen
könne, wäre das vom ethiſchen Standpunkt aus zu
be=
grüßen, es ſcheint aber mehr der Grund zu ſein, daß
man eben nur die hängen kann, die man hat. (
Heiter=
keit. Sehr richtig!) Entgegentreten müſſe man aber
der in einer gewiſſen Preſſe aufgeſtellten Behauptung,
als ob nur die oberen Kreiſe Steuern defraudieren. Das
ſei falſch. Es würde unten ſo gut wie oben und in der=
Mitte defraudiert, alſo in dieſer Frage beſteht durchaus
Parität. (Heiterkeit.) Die vorgeſchlagene Freiheitsſtrafe
hätte ihre zwei Seiten. In der Preſſe iſt ſie faſt
durch=
weg bekämpft worden. Und wenn man dem
Staats=
ſäckel aufhelfen will, dürfe man die Geldſtrafen nicht
weglaſſen. (Rufe: Beides!) Hingegen ſei ſehr zu
be=
fürworten die vorgeſchlagene ſtrafweiſe Entziehung des
Wahlrechtes. Das würde die Defraudanten wohl am
beſten treffen, weil es ſie da trifft, wo ſie gefündigt haben,
in ihrem Verhältnis zum Staat Auch der
vorgeſchla=
gene Generalpardon, wie ihn Bayern eingeführt hat,
hat ſeine zwei Seiten. Einerſeits würde er wohl
ſegens=
reich wirken, andererſeits aber bedeute er ja eine
Prämie für Defraudanten. Immerhin könne man die
Frage ja in Erwägung ziehen. Auch die vom Abg.
Brauer vorgeſchlagene Mobiliarſteuer könne eventl. in
Erwägung gezogen werden. Die Delarationspflicht
der kleineren Steuerzahler würde ſowohl für dieſe, wie
namentlich für die Finanzämter eine Arbeitslaſt
bedeu=
ten, die ins Ungemeſſene wachſen wird. Der Erfolg
dieſer Deklarationspflicht der zweiten Klaſſe dürfte in
keinem Verhältnis ſtehen zur Arbeit und zu den
Mehr=
koſten. Hingegen könne bei den kleinen und mittleren
Das Extemporale
verschwindet.
dieſes Schreckgeſpenſt unſerer höheren
Schulen, und mit ihm ein Hauptgrund
der neuerdings ſo bedenklich überhand
nehmenden Nervoſität der Schüler.
Dieſe Maßnahme der oberſten
Unter=
richtsbehörden ſollte alle Eltern
ver=
anlaſſen, auch in derhäuslichen
Lebens=
führung alles zu vermeiden, was
ſchä=
digend auf die Nerven einwirken kann.
Daher fort mit demnervenſchwächenden
Kaffee, der ſchon ſo manches blühende
junge Menſchenleben ſchwer geſchädigt
hat! Sein Erſatz durch den
nahr-
haften und dazu billigeren Kakao iſt
ſeinfach ein Gebot der Selbſterhaltung.
Kakaos ſind an Billigkeit,
Geſchmacks=
reinheit und Ergiebigkeit unübertroffen.
Reichardt-Schokoladen halten den
Ver-
gleich mit den beſten Schweizer Marken
aus. Reichardts Haemoglobin= und
Lecithin=Präparate ſind
Stärkungs=
mittel und Blutbildner von
allge=
mein anerkanntem Wert. Verkauf zu
gleichen Preiſen an Händler und
Private in hundert eigenen Filialen
in allen Teilen Deutſchlands, in
Darmstadt: Ludwigsplatz 6
Fernſprecher 1627.
Freitag, 1. März.
1912.
Handarbeiten
Nachlaß.
mit 10-30 00 nsist für
Frauen hochwichtig a
nur künstl. Handarbeiten zu
kaufen und anzufertigen, da
nur solche dauernd von Wert.
Auch erweisen sich solche als
äußerst dankbare Geschenke.
Hess. Gardinen- u. Stick.-Manuf.
G. m.
H. Fortune b. H.
Darmstadt, Bleichstr. 1c, Tel. 1615.
Aufarbeiten
ſowie Neu-Anfertigung von
Poister-Möbel
und Matratzen
O0000%
Tapezieren von
Wohnräumen
OOooo%
Prompte, billige Bedienung durch
Möbel= u. Tapezier=Werkſtätte
Saul Suss 2 Go.
Darmſtraße 10. (4887a
ir ereitnteher
Gelegenheitskauf
echte imp. egypt. Zigaretten
o. M. reg. Preis 7 Pfg., ſolange
Vorrat reicht 10 Stück 50 Pfg
100 St. Mk. 4.60 u. 4.80. (4033a
D. Numrichs Hauptgesch.
Ecke Mühl- u. Nieder-Ramstädterstrasse.
(5005D
wie neu, ſehr
Adler-Rad, billig zu verk.
4430a)
Grafenſtraße 26.
Soennecken-
Fledein
Überall
vorätig
Das Beste
was die
Schreibfedem-
Fabri-
kation zuleisten vermag
1 Auswahl 25 Pf * 1 Gros 012: M 2.50
F. Soennecken Schreibfedern-Fabrik Bonn
Gerin Taubenstr. 16 Lelprig Markt1.
Grüssel 1910 Grand Prin
Herren-Anzugstoffe
Paletotstoffe
Damen-Kleiderstoffe
Kostümstoffe, Blusen
Saison-Neuheiten, nur beste Fabrikate
kaufen Sie am billigsten
het
(4715ifd
Cear Gtieffer
Versand- u. Etagengeschäft
Rheinstrasse 4
Telephon 1519
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Tüchtige Schneidermeister u. Schneiderinnen werden
nachgewiesen. — Verlangen Sie Muster-Kollektion,
3.50
Schrank u. Regt bill. zu verk.
(B4688
Beſſungerſtr. 98.—
G wagen zu ver. Pfungſtadt,
Sceheimerſtraße 50.
4500a
Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. März 1912.
Nummer 52.
Arbeitseinkommen noch viel geſchehen. Hier iſt bisher
nur dort eine gleiche und gerechte Veranlagung zu
er=
reichen, wo einwandfreie Lohnliſten vorliegen. Hier könnte
alſo noch viel geholt werden, wenn alle Arbeitgeber
gehalten würden, Lohnliſten vorzulegen. Da könnte noch
manches Einkommen gefaßt werden. Ueber die
Verein=
fachungen wird demnächſt eine Denkſchrift vorgelegt
wer=
den, ſo daß es ſich empfiehlt, dem Beiſpiel des
Finanz=
ausſchuſſes zu folgen und in Einzeldiskuſſionen hierüber
vorerſt nicht einzutreten. Dem Vorſchlag, einige kleinere
Finanzämter aufzuheben, könne man zu gegebener Zeit
nähertreten. Der gegenwärtige Zeitpunkt iſt dazu wegen
den Neuveranlagungen ungeeignet. Redner kommt dann
auf Artikel eines früheren heſſiſchen Beamten zu ſprechen
und warnt die Abgeordneten, ſich mit dieſen Artikeln zu
identifizieren. Die Artikel zeichnet die gleiche
Oberfläch=
lichkeit und Leichtfertigkeit aus, die den Beamten
wäh=
rend der ganzen Zeit ausgezeichnet haben, als er der
Heſſiſchen Steuerbehörde anzugehören die Ehre hatte.
Man habe ſich allgemein gefreut, als der betreffende Herr
der heſſiſchen Behörde den Rücken kehrte. (Hört, hört!
Heiterkeit.) Der Abg. Ulrich habe wieder ſeinen
Parade=
gaul vorgeritten, die Progreſſion der Einkommens= und
Vermögensſteuer. Es iſt das aber gar kein Paradegaul
mehr, denn er iſt doch ſchon ſehr abgetrieben. Neues
kann zu der Frage kaum noch geſagt werden. (Sehr
richtig!) Ueberzeugen wird der Abg. Ulrich wohl
nie=
mand, als ſeine Parteifreunde, und dieſe dürften doch
wohl ſchon überzeugt ſein (Heiterkeit), ſo daß man die
Sache recht kurz und ſchmerzlos abtun kann. Redner
tut das mit Zahlenbelegung, die die Unmöglichkeit der
Ulrichſchen Vorſchläge beweiſt. Man kann doch
unmög=
lich im Heſſenland die Steuern willkürlich in die Höhe
ſchrauben. Theorie iſt hier zwecklos. Hier heißt es
prak=
tiſch arbeiten und Rückſicht nehmen auf das, was in
an=
deren Staaten Rechtens iſt. In der Einkommenſteuer
ſind wir jetzt ſchon ¾ Prozent höher, als alle anderen
Staaten. In der Vermögensſteuer belaſten wir das
Ein=
kommen mit 2,71 Prozent, Preußen mit 1,89 Prozent;
insgeſamt belaſten wir alſo das Einkommen mit 8,42
und Preußen nur mit 6,89 Prozent, alſo mit einem Mehr
von 1,53 Prozent. Auch nach den neuen preußiſchen
Steuervorſchlägen bleibt das Verhältnis gleich, und zu
den anderen Staaten iſt es ähnlich. Man muß eben
überall Rückſicht nehmen. Dieſe Rückſicht hat doch ſchon
dazu geführt, daß Städte ſich zu einem Ring
zuſammen=
geſchloſſen und die Gemeindeumlagen gleichmäßig
feſi=
geſetzt haben, um die Abwanderungen von einer teueren
in eine billigere Stadt zu verhindern. In Offenbach
macht man es ja doch genau ſo und ſtrebt nur danach,
den Steuerkoeffizienten möglichſt niedrig zu halten. Der
Vorwurf, daß die Regierung den Vorſchlägen Ulrichs
gar nicht näher trete, iſt ſachlich durchaus
ungerechtfer=
tigt. Man habe einzig erſucht, der Abg. Ulrich möge
ſeine Anträge einigermaßen präziſieren. Die allgemein
gehaltene Forderung der Einführung der Progreſſion iſt
nicht zu erfüllen, oder doch eine völlig unnütze Arbeit.
Denn jeden eventuell gemachten Vorſchlag dieſer Art kann
und wird Herr Ulrich bekämpfen mit der Begründung,
daß er etwas ganz anderes gewollt hat. Und nur für
das Papier zu arbeiten, dazu iſt die Regierung nicht da,
und dazu ſind auch die Staatsmittel nicht da. (Sehr
richtig!) Das iſt auch keineswegs eine bloße Vermutung,
ſondern die Richtigkeit wird durch die Vergangenheit,
durch das vorliegende Aktenmaterial belegt. Die
Unmög=
lichkeit, die Ulrichſchen Vorſchläge in die Tat umzuſetzen
wird aber durch die einfache Tatſache bewieſen, daß doch
wohl kein Menſch den Bewohnern Heſſens einen
Steuer=
ſatz von 20 Prozent zumuten kann, wenn Preußen nur
6 Prozent erhebt. Zum Schluß kommt Redner auf die
geſtern gegebenen allgemeinen Zahlen Ulrichs zu
ſpre=
chen, die nach dem Telegramm eines Mainzer Blattes den
„Nachweis” erbracht haben ſollen, daß die Verhältniſſe
dem Sozialismus zutreiben. Das Wort „Nachweis”
wird ja oft für „Behauptung” geſetzt. (Sehr richtig!
Heiterkeit.) In Wirklichkeit beweiſen die Zahlen,
beſon=
ders ſoweit ſie die Steuerverhältniſſe Heſſens berühren,
gerade das Gegenteil. Wie der Abg. Ulrich zu dem
Schluß kommen konnte, daß die Einkommen des kleinen
Mannes in Heſſen immer mehr belaſtet werden und das
damit beweiſt, daß die kleinen Einkommensklaſſen mehr
Steuern aufbringen, als früher, iſt kaum glaublich. Denn
ſeit 1901 ſind die Einkommenſteuern überhaupt nicht
ge=
ändert. (Hört, hört!) Wenn nun die kleinen Einkommen
mehr Steuern bringen, ſo beweiſt das doch nur, daß
dieſe Einkommen größer werden (Sehr richtig!) und daß
die größeren zurückgehen. Das beweiſt alſo gerade das
Gegenteil von dem, was Sie (zu Ulrich) ſtets behaupten,
daß die Reichen immer reicher und die Armen immer
ärmer werden. (Sehr richtig!) Man kann alſo mit der
Statiſtik ſehr viel beweiſen. (Sehr richtig!) Redner
ſchließt: Auch wenn Sie, was Sie ja ſelbſt nicht
zu erleben glauben, einmal die Mehrheit in dieſem Hauſe
haben, werden Sie nicht die Progreſſion einführen,
für die Sie nun ſchon Jahre lang mit Emphaſe eintreten.
(Lebhafter Beifall.)
Finanzminiſter Braun Exz.:
Durch die Darlegungen des Herrn Geheimerat Dr.
Becker iſt die Debatte wieder auf das Budget
zurückge=
führt worden. In der Frage der Steuern uſw. bleibt
mir nach den Ausführungen Dr. Beckers nur eine kleine
Nachleſe. Ich möchte nicht eingehen auf die Frage der
Beamtenbeſoldungen und was damit zuſammenhängt.
Nur auf eine Behauptung des Abg. Ulrich muß ich
ein=
gehen. Das iſt die Unterſcheidung, die der Abg. Ulrich
gemacht hat zwiſchen akademiſchen und nichtakademiſchen
Beamten. Herr Ulrich hat zwar zugegeben, daß es auch
ein paar fleißige akademiſche Beamte giebt, daß ſie aber
meiſtens nichts anderes zu tun haben, als zu
unterſchrei=
ben, was die Nichtakademiker ausgearbeitet haben. Das
darf doch nicht unwiderſprochen bleiben. Von den den
Nichtakademikern gegenübergeſtellten akademiſchen
Be=
aamten ſcheiden doch von vornherein aus die
Nichtbureau=
beamten, das ſind etwa 260 Richter und als ſolche
fungie=
rende Beamte, 530 Oberlehrer und 100
Ober=
förſter und ſonſtige akademiſche Forſtbeamte, alſo
900 Beamte, die zum Vergleich mit den nichtakademiſchen
Bureaubeamten gar nicht herangezogen
wer=
den können. Da wird dann das Bild auch in der
Gehaltsſkala ein ganz anderes. (Sehr richtig!) Auch
auf die Eiſenbahnfrage will ich nicht hier eingehen und
empfehle hierzu das Abwarten der in Ausſicht ſtehenden
Denkſchriften. Eingehen muß ich aber auf die
Aeußerun=
gen des Abg. Dr. Oſann bezüglich Bad Nauheim.
Ich verwahre mich dagegen, daß, wie der Abg. Oſann
geſagt hat, man mir die 50000 Mark hat „abringen”
müſſen. Der Finanzminiſter iſt ja wohl ein ekliger Kerl,
das bringt das Geſchäft ſo mit ſich (Heiterkeit), aber von
einem Abringen kann hier nicht die Rede ſein, denn ich
habe lediglich meine Bedenken gegen die Erhöhung der
Summe von 100= auf 150000 Mark geäußert. Die
Be=
hauptung, daß Bad Nauheim reſpektive ſeine Millionen
nur mit 1 Prozent rentieren, kann rein zahlenmäßig ſchon
widerlegt werden. Die Staatskaſſe bezieht nicht nur
100000, ſondern 125000 Mark. Man muß auch den Wert
der Sprudel ſelbſt in Betracht ziehen und dann vor allem
den Geſamtüberſchuß, den Bad Nauheim abwirft.
Dieſer betrug 1909: 594000, 1910: 8461000 Mark, alſo 5,8
reſpektive 8,5 Prozent und im Durchſchnitt 7,15 Prozent.
Davon ſind als Verzinſung des inveſtierten Kapitals
4 Prozent zu rechnen. Man kann wohl ſagen, daß nicht
alle Unternehmen des Staates ſo gut rentieren wie Bad
Nauheim. (Abg. Oſann ruft: Sie verſtanden mich ganz
falſch. Den Sinn meiner Ausführungen müſſen Sie in
Betracht ziehen!) Herr Abg. Dr. Oſann, ich habe kein
Recht, in Ihre Worte, an die allein ich mich zu halten
habe, einen anderen Sinn hineinzulegen. Das iſt auch
juriſtiſch nicht angängig. (Zuſtimmung.) Ich verweiſe
weiter auf meine früheren Darlegungen und auf die
Schaffung des Erneuerungsfonds. Damals hat der
Finanzausſchuß anerkannt, daß kaufmänniſche
Grund=
ſätze die Bildung eines ſolchen Erneuerungsfonds
for=
dern, damit nicht etwa einmal die Steuerzahler für Bad
Nauheim herangezogen werden müſſen und die
Abführ=
ung der 100000 Mark an die Staatskaſſe erhalten bleibt.
Die Ueberſchüſſe über dieſe 100000 Mark ſollten zunächſt
verwendet werden zur Verzinſung und Tilgung der
enormen Schuldenlaſt, die Bad Nauheim erforderte. Die
Landſtände haben dieſe Abſicht durchaus gebilligt, was
die vorliegenden Druckſachen beweiſen. (Redner verlieſt
die fraglichen Stellen.) Die Frage, ob ſchon jetzt der
Zeitpunkt gekommen, über die beſchloſſenen 100000 Mark
hinaus der Staatskaſſe Beträge zuzuführen, hatte ich im
Ausſchuß verneint. Redner begründet dieſen Standpunkt
mit eingehendem Zahlenmaterial, das in der allgemeinen
Unruhe des Hauſes auf der Tribüne unverſtändlich bleibt.
Wenn Redner ſich nun doch 150000 Mark habe „
ab=
ringen” laſſen, ſo habe er gleichzeitig Hoffnung für die
Zukunft geäußert, deren Erfüllung man allerdings nicht
vorausſagen kann. So, wie die Darſtellung Dr. Oſanns
lautete, mußte ſie Mißverſtändniſſe erwecken, die hier
richtiggeſtellt werden mußten. Redner wendet ſich dann
den Ausführungen des Abg. Uebel zu. Es ſei richtig, daß
er eine gewiſſe Abwälzungspolitik verfolge. Die
Not=
wendigkeit einer ſolchen Politik habe er ſchon früher
ge=
äußert, als noch niemand daran dachte, daß er einmal
Finanzminiſter werden würde. Das Syſtem kann auch
nicht bekämpft werden, und auch in Zukunft wird man
ernſtlichſt prüfen, ob die Ausgaben auch zu
Laſten des Staates geführt werden müſſen. Es ſei nur
gerecht, daß die Schultern die Ausgaben tragen, denen
ſie pflichtgemäß auferlegt werden müſſen. Er erkenne
unumſchränkt die Notwendigkeit an, keine Ausgaben zu
bewilligen, ohne dieſen ſichere Einnahmen gegenüber zu
ſtellen. Man müſſe wieder dazu kommen, daß die
Bud=
getberatung wieder allein dem Budget gelte. Dazu
möchte Redner nach der bisherigen Redeſchlacht doch
bit=
ten, ſich in der Fortſetzung der Generaldebatte im
Inter=
eſſe der rechtzeitigen Fertigſtellung des Etats auf dieſen
beſchränken zu wollen. (Beifall.)
Abg. Korell=Königſtädten:
Wir würden uns gerne an die letzte Mahnung des
Herrn Finanzminiſters gehalten haben, aber da die
geg=
neriſchen Partei=Redner davon abgewichen und ihrer
Animoſität gegen die linksſtehenden Parteien Luft
ge=
macht haben, können wir die Antwort nicht ſchuldig bleiben.
Zum Voranſchlage ſelbſt ſei man wohl darüber einig im
Hauſe, daß die inneren Quellen des Hauſes nicht
aus=
reichen, den Etat zu balanzieren und daß man auf die
ſchwankenden Einnahmen aus der Eiſenbahn angewieſen
iſt. Er hoffe, daß die diesbezüglich in Ausſicht geſtellten
Erhebungen und Denkſchriften auch all das enthalten,
was zu wiſſen unbedingt notwendig iſt. Schon jetzt
möchte er aber feſtellen, daß die Rechte Heſſens unbedingt
mehr gewahrt werden müſſen. Die Anſtellungsverträge
der heſſiſchen Eiſenbahnbeamten enthalten Härten, die
unbedingt beſeitigt werden müſſen. Redner kommt dann
auf die Reichsfinanzreform und die Matrikularbeiträge
uſw. zu ſprechen und ſtellt dazu feſt, daß doch das
Zen=
trum an der ſtarken Schuldenlaſt des Reiches durch die
Klauſel Frankenſtein erheblich mit ſchuld ſei. Im
wei=
teren polemiſiert Redner ſcharf gegen den Abg. Uebel
und nimmt den Abg. Henrich gegen deſſen Angriffe in
Schutz. Es ſei wenig fein, von einer politiſchen Jugend
des Abg. Henrich zu ſprechen, und wenn die geſtrigen
un=
ſachlichen Ausführungen Uebels Beweiſe politiſcher Reife
ſind, hoffe er, daß Henrich noch recht lange politiſch jung
bleibt. Auch daß der Abg. Uebel dem Abg. Ulrich,
nach=
dem er eine Nacht darüber geſchlafen hatte, auf ein
Schimpfwort mit einem Schimpfwort antwortete, ſei
wenig fein und vor allem nicht „gläubig”. (Große
Un=
ruhe und Zwiſchenrufe, während denen der Redner
län=
gere Zeit unverſtändlich bleibt.) Sehr eingehend geht
Redner im Verlauf ſeiner weiteren Ausführungen auf
die Reichspolitik, auf die Reichsfinanzreform und auf
die Politik des Zentrums im beſonderen ein, die er
be=
kämpft. Zur Frage der Zündholzſteuer ſtellt er feſt, daß
er niemals den Abg. Oſann für den Vater der
Zündholz=
ſteuer gehalten habe. (Dr. Oſann: Sie haben es ja ſelbſt
im Wahlkampfe behauptet! Erneute Unruhe.) Redner
ſtellt das entſchieden in Abrede; im Gegenteil habe er den
Abg. Oſann ſtets gegen dieſen Vorwurf in Schutz
genom=
men. Er wendet ſich dann gegen den Abg. Korell=
Angen=
rod bezüglich der Aeußerungen, der Bund der Landwirte
ſei gemeingefährlich. Man halte nicht die
Perſönlichkei=
ten, ſondern die Politik des Bundes der Landwirte für
gemeingefährlich. Es kommt dann zu
erregten Zwiſchenfällen.
Als Redner ſagt, der Bund der Landwirte verfüge
ja über ſo viel geiſtige Waffen im Kampfe, ruft der Abg.
Breidenbach: Unverſchämtheit! — Abg. Korell:
Wenn Sie dazu Unverſchämtheit rufen, ſo rechne ich das
zu den geiſtigen Waffen Ihrer Partei. (Große Unruhe.
Ein Journaliſt ruft laut: Sehr richtig! — Abg. v.
Bren=
tano: Sie da oben haben überhaupt den Mund zu
hal=
ten. Merken Sie ſich das. — Vizepräſident Korell=
Angenrod droht, die Galerien räumen zu laſſen, wenn
die Beifalls= oder Mißfallsäußerungen ſich wiederholen.
Beifall und erneute Unruhe.) Auch im weiteren wird der
Redner wiederholt durch große Heiterkeitsausbrüche,
Zwiſchenrufe und Unruhe unterbrochen. Schließlich
ver=
laſſen ſämtliche Zentrumsabgeordneten mit Ausnahme
des Abg. Dr. Schmitt oſtentativ das Haus, erſcheinen
aber nach und nach wieder.
Redner wendet ſich dann dagegen, daß er die
Land=
wirtſchaftskammer bekämpfe ſeine Partei bekämpfe nur
einzelne Maßnahmen derſelben. Er ſei auch nicht gegen
den genoſſenſchaftlichen Zuſammenſchluß und trete
beſon=
ders für den Schutz des Weinbaues ein. Diesbezüglich
könne er mit der Miniſtererklärung nicht einverſtanden
ſein. Im Rahmen der Finanzen Heſſens trete ſeine
Par=
ten für die Landwirtſchaft nach Möglichkeit ein. Der
Hanſabund ſei eine notwendige Abwehrorganiſation
gegen die politiſchen Uebergriffe des Bundes der Land=
wirte. Schließlich möchte er noch etwas ſagen bezüglich
der Arbeiterfürſorge. Da ſei er gegen einen erhöhten Schutz
der Arbeitswilligen. Man ſolle die Koalitionsfreiheit
der Arbeiter unbedingt aufrecht erhalten, und gegen rohe
Elemente reichen die vorhandenen Beſtimmungen aus.
Mit Dank erkenne er an, daß die Regierung einen Betrag
für Jugendpflege eingeſetzt habe. Unfere Jugend habe
dieſe Pflege nötig. Man ſolle auch prüfen, ob man nicht
dem Kinematographenunweſen ſteuern könne. Das ſei
auch für Erwachſene unter Umſtänden von Vorteil. Zur
Frage der Lehrerbeſoldungen bitte er, alles zu tun, was
im Rahmen unſerer Finanzen möglich iſt. Die Abgg.
Uebel und Korell haben aus parteipolitiſchen Gründen
hier Töne gegen die Lehrer geredet, die nicht im
Inter=
eſſe der Schule ſind und den Lehrer letzten Endes in ſeinen
ſtaatsbürgerlichen Rechten beſchränken ſollen. Seine
Par=
tei fordere für die Lehrer die volle Aufrechterhaltung der
ſtaatsbürgerlichen Freiheit, ſelbſtverſtändlich im Rahmen
der Taktgrenzen, die jedem Beamten gezogen ſind. Zur
Schule übergehend, vertritt ſeine Partei den Standpunkt,
daß die Schule ihren Zweck in ſich hat. Der konfeſſionelle
Religionsunterricht muß ein Beſtandteil der Schule
blei=
ben und der Pfarrer muß als Diener ſeiner Konfeſſion
auf dieſen Religionsunterricht Einfluß behalten. Die
Simultanſchule habe in Heſſen ſich hervorragend bewährt
und die Zentrumspreſſe habe kein Recht, daraus Angriffe
herzuleiten. Er ſei unbedingt tolerant gegenüber der
religiöſen Ueberzeugung Andersgläubiger. Zur Frage
des Motuproprio iſt Redner mit der Antwort der
Re=
gierung nicht zufrieden. Sie habe zu großen Wert auf
die Feſtſtellung des Profeſſors Heiner gelegt, den er
nicht für eine durchaus einwandfreie oder maßgebende
Perſönlichkeit hält. Von Rom würden fortgeſetzt neue
Scheidewände aufgerichtet, denen gegenüber man auf der
Hut ſein müſſe, wolle man Kulturkämpfe vermeiden.
Die Trennung von Kirche und Staat ſei ihm nach dem
Vorbilde Frankreichs nicht ſympathiſch. Beſſer ſage man
Entkirchlichung des Staates und Entſtaatlichung der
Kirche. Zu dieſer Frage möchte er auf die
Ausführun=
gen des württembergiſchen Kultusminiſters Fleiſchhauer
verweiſen. Jedenfalls ſolle der Staat mit ſeinen
Macht=
mitteln nicht in die inneren Religionskämpfe eingreifen.
Redner ſchließt mit der Verſicherung, daß ſeine Partei in
allen Fragen ſachlich und in liberalem Sinne mitarbeiten
werde. (Bravo!)
Vizepräſident Korell
ſtellt feſt, daß vorhin das Wort „Unverſchämtheit”
gefal=
len, daß aber nach dem Stenogramm nicht feſtſteht, wer
den Ausdruck gebraucht hat. Er rüge darum den
Aus=
druck, könne aber einem beſtimmten Abgeordneten keinen
Ordnungsruf erteilen. (Zuſtimmung.)
Es folgen eine Anzahl
Perſönliche Bemerkungen:
Abg. Dr. Oſann wendet ſich ſcharf gegen die
Aus=
führungen des Finanzminiſters bezüglich des Bades
Nauheim. Er habe bei allen Parteien des Hauſes
ge=
fragt und allgemein ſei ihm verſichert worden, daß er
kei=
neswegs mißverſtanden worden ſei, und daß man
allge=
mein den Sinn ſeiner Ausführungen richtig erfaßt habe.
Niemand ſei im Zweifel darüber geweſen, was er
ge=
meint habe. Der Sinn ſeiner Ausführungen ſei der, daßt
man erſtreben müſſe, für allgemeine Staatszwecke aus
den Einnahmen von Bad Nauheim mehr zu erhalten als
100000 Mark. (Zuſtimmung.) Wenn man die Rente
eines Hauſes berechne, ſo zieht man ſelbſtverſtändlich
alles ab, was das Haus an Koſten uſw. erfordert. Der=
Redner bedauert lebhaft die Ausführungen des Herrn
Finanzminiſters, um ſo mehr, als ſie nicht nur ſeine
Par=
tei, ſondern auch den Vorſitzenden des
Finanzausſchuſſes=
treffen und herabwürdigen. Was die Redewendung „
ab=
gerungen” betrifft, ſo habe er allerdings den Eindruck,
gehabt, daß der Widerſtand des Finanzminiſters
gegen die Mehrforderung von 50000 Mark ein ſehr
ſtar=
ker war, ſo daß es wohl berechtigt war, von „Abringen”
zu ſprechen. Er könne von ſeinen Ausführungen nichts
zurücknehmen.
Abg. Bähr wendet ſich nochmals gegen die
Behaup=
tung, daß die Landwirtſchaftskammer Motoren
vermit=
tele.
Abg. Uebel ſtellt dem Abg. Korell=Königſtädten
gegenüber feſt, daß er nicht von der Lehrerſchaft im
all=
gemeinen, ſondern von einem nicht unbeträchtlichen Teil
des Lehrerſtandes geſprochen habe.
Abg. Korell=Angenrod: Meine Ausführungen
ſollten die Lehrer nicht in ihren ſtaatsbürgerlichen
Rech=
ten beſchränken; wir meinen aber, der Lehrer ſollte über
den Parteien ſtehen.
Abg. Dr. Schmitt erklärt, er werde dem Abg.
Korell=Königſtädten bei der Generaldebatte zum
Mini=
ſterium des Innern die Antwort in aller Deutlichkeit
geben.
Nach kurzen Erwiderungen des Abg. Korell=
König=
ſtädten ſchließen endlich auch die perſönlichen
Bemerk=
ungen.
Darauf wird die Sitzung um halb 2 Uhr geſchloſſen,
Der Präſident macht darauf aufmerkſam, daß, wenn
die Rederei ſo weiter geht, ſchon nächſte Woche mit
Nach=
mittagsſitzungen begonnen werden muß.
Nächſte Sitzung Freitag 9 Uhr.
Literariſches.
— Carpenter, W. Boyd (Biſchof von Ripon),
Er lebt! Chriſti Bedeutung für die Gegenwart. Aus
dem Engliſchen. Mit einem Geleitwort von
Oberhof=
prediger D. Dryander. 1912. 2,50 Mk., geb. 3 Mk. Mit
einem Geleitwort des Oberhofpredigers D. Dryander
er=
ſcheint ſoeben unter dem Titel „Er lebt! Chriſti
Bedeut=
ung für die Gegenwart” ein auf Anregung des Kaiſers
ins Deutſche übertragenes Buch des Biſchofs von Ripon
W. Boyd Carpenter (Verlag der Königlichen
Hofbuch=
handlung E. S. Mittler und Sohn in Berlin). Kein
Theologe, kein gebildeter Laie, welcher Richtung in
Glaubensſachen er auch angehört, wird das auch
äußer=
lich anſprechende Buch ohne nachhaltige Anregung aus
der Hand legen.
— Wer jemals die Aufgabe hatte, die Ausſtattung einer
Braut zuſammenzuſtellen, weiß, welche Fülle von Sorgen
damit verknüpft ſind und welche große Rolle auch bei dieſen
Anſchaffungen der Wandel der Zeiten und der damit
ver=
bundene Wechſel der Mode ſpielt. Was unſern Müttern
unumgänglich nötig ſchien, iſt heute nebenſächlich geworden,
und was vor wenig Jahren noch als überflüſſig galt, iſt
der modernen Ausſtattung unentbehrlich. Ueber all’ dieſe
Dinge gibt das eben erſchienene Heft 10 der „Wiener
Mode” Aufſchluß und belehrt zugleich, wie man praktiſch
wählen muß, um den modernen Anſprüchen zu genügen.
Auch im belletriſtiſchen Teil kommt der Grundgedanke dieſes
Heftes, die Hochzeit und das Haus, zum Ausdruck. Ebenſo
bringt der Handarbeitsteil eine Serie verſchiedener
Vorla=
gen, die dem gleichen Zweck dienen.