Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelſ. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Herzog Adolf Friedrich zu
Mecklen=
burg wird zum Gouverneur von Togo
er=
nannt werden.
Zwiſchen dem Grafen Berchtold, dem deutſchen
Reichskanzler und dem ruſſiſchen
Mini=
ſterpräſidenten fand ein freundſchaftlicher
De=
peſchenwechſel ſtatt.
Der Geograph Profeſſor Richard Andree iſt im Alter
von 76 Jahren geſtorben.
Die Einladung des engliſchen
Premier=
miniſters an die Arbeitgeber und Arbeiter im
Kohlenbergbau zu einer Beſprechung iſt
beider=
ſeits angenommen worden.
Durch ein Großfeuer in Houſton (Texas) ſind
viele Wohnhäuſer, Fabriken und Kirchen und 50—60000
Baumwollballen zerſtört worden.
Etats=Nachleſe.
— Nach ſechstägiger Debatte iſt die erſte Leſung des
Etats zu Ende gegangen, natürlich ohne daß man ſich
mit den Einzelheiten des Reichshaushaltes ſehr
ein=
gehend befaßt hätte. Von „geringen Abſchweifungen”
abgeſehen, beſchäftigten ſich ſämtliche Redner vorwiegend
mit politiſchen Auseinanderſetzungen, und Mangel an
Stoff war diesmal wahrlich nicht zu verzeichnen. Mögen
auch die Meinungen ſcharf auf einander geplatzt ſein, ſo
kann man doch konſtatieren, daß die Sitzung im großen
und ganzen einen durchaus würdigen Verlauf nahm, und
daß uns die vielfach erwarteten ſtürmiſchen Szenen
er=
ſpart geblieben ſind. Namentlich der erſte Teil der
Etats=
debatte bewegte ſich auf einem recht hohen Niveau, und
es blickte das Beſtreben hindurch, die herrſchenden
Gegen=
ſätze nicht unnötigerweiſe noch weiter zu verſchärfen.
Dieſe Abſicht war löblich, und ſie hat ihre guten Früchte
getragen, gleichwohl aber vermag der Gang der
Verhand=
lungen doch nicht über die Kluft hinüber zu täuſchen, die
ſich zwiſchen den beiden großen Parteikonſtellationen
auf=
getan hat.
Aeußerlich genommen mag das Reſultat der
Erörter=
ungen nicht wichtig erſcheinen, in Wirklichkeit aber hat
es nicht an Momenten von nicht zu unterſchätzender
Be=
deutung für die Entwicklung der inneren Politik gefehlt.
Um ein greifbares Ergebnis vorweg zu nehmen, iſt aus
den Darlegungen des Reichskanzlers und noch mehr des
Schatzſekretärs heraus zu leſen, daß bei den noch zu
er=
wartenden Wehrvorlagen die Erbſchaftsſteuer in der
Deckungsfrage eine wichtige Rolle ſpielen wird. Sie
dürfte auch Veranlaſſung zu einem Konflikt geben,
nach=
dem ſowohl das Zentrum wie auch beſonders die
Kon=
ſervativen erklärt haben, daß ſie unter keinen Umſtänden
für die Erbanfallſteuer zu haben ſein werden. Herr von
Bethmann Hollweg hat der Rechten deswegen
Vorhal=
tungen gemacht, Erfolg hat er dabei aber nicht gehabt.
Noch ein wichtiges Ergebnis hat die Etatsdebatte im
letzten Moment gezeitigt. Die Vorgänge bei der
Präſi=
dentenwahl und ihre Folgeerſcheinungen dürften dahin
führen, daß die Nationalliberalen bei der
Präſidenten=
wahl mit der Rechten zuſammen gehen und daß die Wahr
eines ſozialdemokratiſchen erſten Vizepräſidenten eine
Epiſode geweſen ſein wird. Auf der andren Seite kommt
die nationalliberale Partei dadurch aus einer mißlichen
Klemme, da die in ihren Reihen jetzt herrſchende
Erreg=
ung ſich legen und eine Einigung wieder erfolgen dürfte.
Nunmehr gilt es, im Reichstage ſich der prakitſchen
Arbeit zu widmen, und an Arbeit fehlt es wahrlich nicht.
In einigen Wochen dürften auch die Wehrvorlagen
fer=
tig ſein, die zweifellos den Höhepunkt der
Verhandlun=
gen bringen werden.
Der Entwurf eines Reichs=Theatergeſetzes.
* Wie die Tägl. Rundſchau hört, befindet ſich zurzeit
bei der zuſtändigen Reichsbehörde der Entwurf eines
Reichstheatergeſetzes in Vorbereitung, der indeſſen noch
nicht ſo weit gediehen iſt, daß er noch in dieſer Tagung
bereits dem Bundesrat und dem Reichstag wird
zugehen können.
Im übrigen ſcheint man nach wie vor an den zu
er=
wartenden Entwurf in Bühnenkrekſen Hoffnungen zu
knüpfen, die nicht erfüllt werden können. Bei weiblichen
Bühnenangehörigen ſcheint namentlich die Anſicht zu
be=
ſtehen, daß beim Anſtellen von Schauſpielern auch die
Gehaltsfrage einer geſetzlichen Regelung unterliegen ſoll.
Anderſeits wird. angenommen, daß die Theaterzenſur an
das Reich übertragen werden ſoll. Dieſe Anſichten ſind
naturgemäß unzutreffend. Denn einmal ſteht die
Reichs=
regierung nach wie vor auf dem Standpunkt, daß ſie in
den freien Arbeitsvertrag in Bezug auf Gehalt und Lohn
nicht mit geſetzlichen Maßnahmen eingreifen will.
Ander=
ſeits iſt durchaus nicht in Ausſicht genommen, an der
Zu=
ſtändigkeit der Bundesregierungen in Bezug auf
Theater=
fragen in irgend einer Weiſe zu rütteln.
Ein Reichstheatergeſetz kann ſich lediglich auf
ſo=
zialpolitiſche Fragen beziehen, und zwar auf
die Gebiete, die auch ſonſt ſchon reichsgeſetzlich zwiſchen
Arbeitgebern und Angeſtellten anderer Berufsſtände
ge=
regelt ſind. Dahin gehört die Dauer der Beſchäftigung,
die Gewährung ausreichender Ruhepauſen uſw. Nur um
dieſe Fragen hat es ſich auch bei der vor längerer Zeit
ſtattgehabten Beratung gehandelt. Sie varfolgte din
Zweck, feſtzuſtellen, wie der Schutz der
Bühnenangeſtell=
ten in ſozialer Beziehung mit den wirtſchaftlichen
In=
tereſſen der Bühnenleiter zu vereinen iſt. Auch die
Altersverſorgung von Schauſpielerinnen
und Schauſpielern kann für eine geſetzliche
Re=
gelung nicht mehr in Frage kommen ,da durch das
ſo=
eben verabſchiedete Verſicherungsgeſetz für
An=
geſtellte dieſe Frage auch für Bühnenangeſtellte
erle=
digt iſt. Dieſe ſind ohne Rückſicht auf den Kunſtwert
ihrer Leiſtungen als Privatangeſtellte der
Verſicherungs=
pflicht unterworfen, ſoweit ihre Einkommenverhältniſſe
den geſetzlichen Vorſchriften dafür entſprechen.
Der neue öſterreichiſch=ungariſche Miniſter
des Aeußern Graf Berchtold
telegraphierte anläßlich ſeiner Ernennung zum Miniſter
des kaiſerlichen und königlichen Hauſes und des Aeußern
an den deutſchen Reichskanzler:
Durch die Gnade Sr. Majeſtät, meines
allergnädig=
ſten Herrn, zum Poſten eines Miniſters des kaiſerlichen
und königlichen Hauſes und des Aeußern berufen, gereicht
es mir zu einem beſonderen Vergnügen, in dieſer
Eigen=
ſchaft Ew. Exzellenz zu begrüßen. Mein verewigter,
tief=
betrauerter Vorgänger erblickte in dem Dreibunde
die unverrückbare Grundlage ſeiner
Poli=
tik. Er hat ſich durch die ſtets bewährte Bundestreue
jenes hohe Maß von Vertrauen erworben, das ihm
ſei=
tens der verbündeten Mächte entgegengebracht worden
iſt. Indem ich nun das von dem Grafen von Aehrenthal
hinterlaſſene reiche Erbe inniger vertrauensvoller
Be=
ziehungen zu der deutſchen Regierung antrete, hoffe ich
zuverſichtlich, auf die bundesfreundliche, tatkräftige
Un=
terſtützung Ew. Exzellenz rechnen zu dürfen.
Reichskanzler von Bethmann Hollweg
beantwortete die Depeſche des Grafen Berchtold
folgen=
dermaßen:
Ew. Exzellenz danke ich herzlichſt für das Telegramm,
womit Sie die Güte hatten, mir Ihre Ernennung zum
Miniſter des k. und k. Hauſes und des Aeußern
ver=
ſönlich mitzuteilen. Ich ſpreche Eurer Erzellenz zu dem
Beweiſe hohen Vertrauens, den Ihr allergnädigſter Herr
Ihnen damit gegeben, meine wärmſten Glückwünſche
aus in der feſten und frohen Ueberzeugung, daß die
ver=
trauensvollen, bundesfreundſchaftlichen
Be=
ziehungen, die Ihr unvergeßlicher Herr
Amtsvor=
gänger ſo zielbewußt gepflegt, in gedeihlicher Weiſe ſich
fortentwickeln werden. Ihnen zur Erfüllung der
würde=
vollen, hohen Aufgabe vollen Erfolg wünſchend. bitte ich,
Eure Exzellenz verſichert zu ſein, daß ich in feſter
Bun=
destreue beſtrebt ſein werde, Ew. Erzellenz Politik, wo
ich kann, mit allen Kräften zu unterſtützen.
Der ruſſiſche Miniſterpräſident
Ko=
kowtzow und der ruſſiſche Miniſter des
Aeu=
ßern Saſonow haben anläßlich der Ernennung des
Grafen Berchtold zum Miniſter des kaiſerlichen und
königlichen Hauſes und des Aeußern
Glückwunſchtele=
gramme an dieſen geſandt. Die Depeſche des ruſſiſchen
Miniſterpräſidenten lautet in deutſcher Ueberſetzung:
Ich erfahre ſoeben, daß Sie von Ihrem Souverän
zu dem Poſten des Miniſters des Aeußern berufen
wor=
den ſind und dieſen angenommen haben. Geſtützt auf
unſere alten Beziehungen, bitte ich Sie, bei dieſer
Gele=
genheit meine aufrichtige Gratulation und die beſten
Wünſche entgegenzunehmen und an die beſondere
Ge=
nugtuung zu glauben, die die Nachricht Ihrer Ernennung
in mir hervorgerufen hat. Ich bin gewiß, daß Ihre
Be=
mühungen dahin zielen werden, die auf die
Erhal=
tung des Friedens gerichteten gemeinſamen
Beſtrebungen unſerer Regierungen noch wirkſamer
zu geſtalten.
Das Telegramm Kokowtzows erwiderte Graf
Berch=
told mit folgenden Worten:
Sehr dankbar für die ſympathiſchen Worte, die Sie
die Güte hatten mir anläßlich meiner Berufung auf den
Poſten des Miniſters des k. und k. Hauſes und des
Aeußern zu übermitteln, ſpreche ich meine aufrichtigſten
Wünſche dahin aus, daß die von eminent
fried=
lichen Gefühlen geleiteten Bemühungen der beiden
Regierungen zur Befeſtigung und Entwickelung der
Be=
ziehungen der beiden benachbarten und
befreundeten Reiche dienen werden.
Die Antwort Berchtolds auf die Depeſche
Saſo=
nows lautet: Sehr gerührt von den ſympathiſchen
Wünſchen, die Sie die Güte hatten auszudrücken, bin ich
glücklich, Gelegenheit zu haben, unſere einſtigen
ausge=
zeichneten Beziehungen, an welche ich das beſte Andenken
bewahre, wieder anzuknüpfen. gez. Berchtold.
Die Neue Freie Preſſe ſchreibt: Wenn man die
Kundgebungen zuſammenhält, welche der Miniſter des
Aeußern Berchtold mit den leitenden Perſönlichkeiten
Deutſchlands, Italiens und Rußlands gewechſelt har,
ſo zeigt ſich deutlich, in welchen Beziehungen zu ſeinen
großen Nachbarn ſich Oeſterreich=Ungarn bei dem Hinſcheiden
von Aehrenthals befindet. Das Bündnis mit Deutſchland
beſteht in ungeſchwächter Kraft, die Allianz mit Italien
iſt neu befeſtigt, die Trübung iſt geſchwunden, die zwiſchen
der Monarchie und Rußland aus der Zeit der
Annexions=
kriſe zurückgeblieben war. Aehrenthal hat in der Tat
ein reiches Erbe hinterlaſſen.
Deutſches Reich.
— Die Wahlprüfungsko mmiſſion des
Reichstags hat entſprechend der Vereinbarung des
Seniorenkonvents die Abſicht, in flottem Tempo zu
arbei=
ten. Die von ihr behandelten Wahlprüfungen ſollen dann
möglichſt ſofort vom Plenum erledigt werden.
— Die Tagung des Zentralausſchuſſes
der Fortſchrittlichen Volkspartei, die
ur=
ſprünglich auf den 9. und 10. März angeſetzt worden
war, hat verſchoben werden müſſen, weil nach Beſchluß
des Seniorenkonvents des Reichstags der 9. und 11.
März ſitzungsfrei bleiben. Der Zentralausſchuß wird
in=
folgedeſſen nunmehr zum 16. und 17. März nach Berlin
einberufen werden.
— Deutſch=engliſche Verhandlungen.
Der Berliner Lokalanzeiger bringt einen aus London
datierten, Aufſehen erregenden Artikel über
engliſch=
deutſche Verhandlungen. An unterrichteter Stelle erfährt
das Wolffſche Bureau, daß die Angaben des Artikels
lediglich auf Kombinationen beruhen und daher geeignet
ſind, falſche Erwartungen und falſche Befürchtungen
her=
vorzurufen.
In dem Artikel iſt geſagt: Lord Haldane habe nach
ſeiner Rückkehr mit dem Grafen Metternich konferiert und
das angeſtrebte Ziel beſtehe in der Aufſtellung einer Art
Protokoll, worin über die großen Hauptfragen der
Welt=
politik die Anſchauungen und prinzipiellen Standpunkte
der beiden Regierungen niedergelegt werden ſollen und
das beide Parteien als Richtſchnur für ihre weitere
Poli=
tik annehmen wollen, ſo daß in Zukunft jeder
deutſch=
engliſche Intereſſenkonflikt rechtzeitig diskutiert und
ver=
nieden werden könne. Auch ſolle das Protokoll loyale
Friedens= und Freundſchaftsverſicherungen beider Teile
enthalten urd üher die beiderſeitigen Wünſche und
Ab=
ſichten keinerlei Zweifel beſtehen laſſen. Es ſoll ſich um
keine Entente handeln, wohl aber um eine vollkommene
politiſche Einigung über alle denkbaren Streitfragen. Ein
Dokument, wie es in dieſer Art vielleicht noch nicht
dage=
weſen iſt. Frankreich, das über den Fortgang der
Be=
prechungen auf dem Laufenden gehalten war, ſoll auch
von dem ganzen Protokoll Kenntnis erhalten.
Abge=
chloſſen ſind die Beſprechungen noch nicht, doch iſt es
un=
wahrſcheinlich, daß Kolonialfragen von Bedeutung oder
Rüſtungsfragen eine Hauptrolle ſpielen werden. Die
Intereſſenſphären in Südafrika ſind zwiſchen
Deutſch=
land und England ſchon durch den Vertrag von 1899
ab=
gegrenzt worden. Die Frage künftiger Rüſtungen werde
wohl in der Hauptſache von dem Grade der Beruhigung
abhängen, der durch eine Verſtändgiung zwiſchen
Deutſch=
land und England in der ganzen Welt eintreten wird.”
— Herzog Adolf Friedrich Gouverneur
von Togo, Gegenüber der in letzter Zeit vielfach auf=
Seite 2.
getauchten Behauptung, daß der mecklenburgiſche Herzog
Africanus zum Nachfolger des Freiherrn v. Rechenberg
für Deutſch=Oſtafrika beſtimmt ſei, können wir feſtſtellen,
daß dies nicht der Fall iſt. Wohl aber ſteht jetzt, wie
Berliner Blätter erfahren, das andere feſt, daß Herzog
Adolf Friedrich als Gouverneur nach Togo gehen wird.
— Der Geſetzentwurf über die
Errich=
tung eines gemeinſamen thüringiſchen
Oberverwaltungsgerichts mit dem Sitz in
Jena wurde vom Landtag des Herzogtums Altenburg
einſtimmig angenommen. Zum ſtaatlichen
Bevollmäch=
tigten für Sachſen=Altenburg wurde Geh. Staatsrat
Frhr. v. Hardenberg ernannt.
Ausland.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Ueber die Unterredung zwiſchen Garcia
Prieto, Geoffray und Bunſen wird aus Madrid gemeldet,
daß Spanien endgültig folgende Punkte annehme:
1. Schlichtung etwaiger Reklamationen durch ein
internationales Schiedsgericht; 2. allgemeines
Schieds=
gericht für alle mit dem künftigen Abkommen
zuſammen=
hängenden Fragen; 3. Vereinheitlichung der Zolltarife;
4. Verpflichtung Spaniens, ſeine Rechte auf die ihm zu
überlaſſende Zone an niemanden, auch nur zeitweiſe,
abzutreten; 5. Reviſion des Madrider Abkommens von
1885, bezw. des Schetzverhältniſſes der Eingeborenen.
Was die Ernennung des Vertreters des Sultans in der
ſpaniſchen Zone anlangt, ſo verlangt Spanien eine
mög=
lichſt baldige Ernennung dieſes Vertreters und beſondere
Bürgſchaften für deſſen Befugniſſe. Bezüglich der Bahn
Tanger-Fez ſchlägt Spanien vor, daß die
Betriebsgeſell=
ſchaft der franzöſiſchen Strecke 30 Prozent ihrer
Einnah=
men der ſpaniſchen Geſellſchaft überlaſſe, welch letztere
30 Prozent ihrer Einnahmen der franzöſiſchen Geſellſchaft
zu überlaſſen hätte.
Der Temps bemerkt, daß dies für Frankreich einen
beträchtlichen Nachteil bilden würde, da die franzöſiſche
Strecke weit größer iſt als die ſpaniſche. Die Frage der
Gebietskompenſationen würde noch nicht erörtert, da
Spanien um eine genauere Feſtſtellung der franzöſiſchen
Anſprüche erſucht hat.
England.
Die perſiſche Frage. Bei der Fortſetzung der
AAdreßdebatte im Unterhauſe brachte der Radikale
Pon=
ſonby ein Amendement ein, indem er erklärt, die britiſche
Regierung habe, indem ſie es unterließ, wirkſame Schritte
zur Aufrechterhaltung der der Integrität und
Unabhängig=
keit Perſiens entſprechenden Wortlauts des engliſch=ruſſiſchen
Abkommens zu tun, eine ſchwere Bedrohung Indiens und
der Lebensintereſſen Großbritanniens zugelaſſen.
Grey antwortete in einer längeren Rede auf die
Kri=
tik an der perſiſchen Politik und gab ein Geſamtbild der
Lage in Perſien. Er betonte, daß das engliſch=ruſſiſche
Abkommen nicht eine Ausdehnung der Verantwortlichkeit
Englands darſtelle, ſondern eine Begrenzung ſeiner
Ein=
wirkung bei einer entſprechenden Begrenzung der
ruſſi=
ſchen Einwirkung, und erklärte, das Abkommen ſei auf
beiden Seiten eingehalten worden. Der ruſſiſche Einfluß
ſei in Nordperſien vorherrſchend geweſen, bevor das
Ab=
kommen getroffen wurde. Die Frage, wie England jetzt
ſtrategiſch daran ſei, hänge von dem Gebrauch ab, der
von dem ruſſiſchen Einfluß in Nordperſien gemacht
wor=
den ſei. Was für Schwierigkeiten auch mit Bezug auf
die inneren perſiſchen Angelegenheiten beſtanden hätten,
ſo ſei der ruſſiſche Einfluß doch nicht benutzt worden,
um die ſtrategiſche Lage an der indiſchen Grenze
ungün=
ſtiger zu geſtalten als ſie vor dem Abkommen war. Die
Anweſenheit der ruſſiſchen Truppen in Nordperſien ſei
durch verſchiedene Urſachen hervorgerufen worden, aber
die britiſche Regierung ſei in Kenntnis geſetzt worden,
daß die ruſſiſchen Truppen nicht in der Abſicht einer
dau=
ernden Beſetzung Perſiens in dieſes Land entſandt wor=
den ſeien. Der Miniſter wies weiter darauf hin, daß die
ruſſiſchen Truppen nicht die einzigen ausländiſchen
Trup=
pen in Perſien ſeien. Es ſtänden auch türkiſche Truppen
jenſeits der Grenze in Perſien. Sie ſeien allmählich
immer weiter vorgeſchoben worden, und die ſpätere
An=
weſenheit ruſſiſcher Truppen in Nordperſien dürfte zu
noch weiterem Vorrücken der türkiſchen Truppen geführt
haben. Wenn die ſtrategiſche Lage Rußlands bedroht
würde oder durch Vorrücken der türkiſchen Truppen
viel=
leicht geſchädigt würde, ſo ſei Rußland befugt. zum Schutz
ſeiner Intereſſen jede Maßregel, die es für nötig halte, zu
ergreifen. Im weiteren Verlaufe ſeiner Rede erklärte
Grey, die Regierung habe ſich geweigert, den früheren
Schah anzuerkennen, doch könne dieſer nicht ausgewieſen
werden, außer auf Grund von Bedingungen. Dem
frü=
heren Schah ſei durch Vermittelung des ruſſiſchen
Kon=
ſuls mitgeteilt worden, daß ſeine Sache hoffnungslos ſei,
und daß er beſſer täte, das Land zu verlaſſen. Grey ging
dann noch auf die letzte gemeinſame Noke Rußlands und
Englands ein, und bemerkte, man hoffe, daß eine größere
Anleihe auf dem gewöhnlichen finanziellen Wege
aufge=
bracht würde, um der perſiſchen Regierung Geldmittel
zu verſchaffen Die britiſche Intervention in Perſien
müſſe auf britiſchen Intereſſen gegründet ſein. Er würde
es nicht auf ſich nehmen, falls in Nordperſien
Streitig=
keiten entſtehen ſollten, als Schiedsrichter zu funaieren
und das Urteil darüber zu ſprechen. Grey mißbilligte,
daß man ſich alles, was gegen das ruſſiſche Vorgehen
ſpreche, zu eigen mache, und daß Dinge, die offenbar eine
Provokation Rußlands ſeien, unbeachtet blieben. Die
Zukunft ſei nicht frei von Schwierigkeiten, und es ſei nicht
leicht, die perſiſche Regierung aufrecht zu erhalten und die
Wiederherſtellung der Ordnung zu ſichern. Das ſei das
Ziel der engliſchen Regierung.
Das Amendement wurde darauf zurückgezogen.
Norwegen.
Das Storthing wählte den früheren
Staats=
miniſter Konow mit 151 Stimmen, das Adelsthing den
ehemaligen Staatsminiſter A. Berge mit 42 Stimmen
zum Präſidenten.
Rußland.
Militärſteuer. Der Finanzminiſter brachte in
der Reichsduma einen Geſetzentwurf ein, betreffend die
beſondere Militärſteuer für Perſonen, welche von der
Wehrpflicht befreit ſind.
Amerika.
Der Aufruhr in Mexiko. Nach amtlichen
Mel=
dungen breitet ſich die Anarchie in Mexiko immer mehr
aus. Mehrere Städte befinden ſich in Händen der
Auf=
ſtändiſchen. Die Proteſte von Amerikanern gegen die
Plünderungen werden immer zahlreicher.
* London, 21. Febr. In dem Streik der
Glasgower Hafenarbeiter entſchied der
Schiedsrichter zugunſten der Arbeitgeber.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. Februar.
* Ernannt haben Se. Könjal, Hoheit der
Groß=
herzog den Finanzrat Guſtav Balſer zu Darmſtadt
unter Verleihung des Amtstitels Oberfinanzrat zum
vortragenden Rat in der Abteilung für Forſt= und
Kameralverwaltung des Miniſteriums der Finanzen
unter Beibehaltung ſeines Referats in der Abteilung für
Finanzwirtſchaft und Eiſenbahnweſen mit Wirkung vom
1. März d. J. an, ferner den Bezirkskaſſier der
Bezirks=
kaſſe Lich, Karl Schmidt zu Lich, mit Wirkung vom
Tage ſeines Dienſtantritts an zum Miniſterialreviſor und
Beamten bei dem Forſtvermeſſungs= und Taxationsbureau.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Regierungsrat
Dreſcher zu Frankfurt a. M. die Erlaubnis zur
An=
nahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem
Deutſchen Kaiſer und König von Preußen verliehenen
Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Bezirkskaſſier der Be=
zirkskaſſe Friedberg, Rendanten Friedrich Meißinger
in Friedberg, wegen geſchwächter Geſundheit auf ſein
Nachſuchen.
* Der Bericht über die Zweite Kammer befindet
ſich auf Seite 14 und 15 unſeres heutigen Blattes.
*X* Die Landes=Univerſität Gießen wird im
laufen=
den Winterſemeſter von insgeſamt 1428 Studierenden
und Hörern beſucht, darunter 5 Hoſpitantinnen und 86
Hörerinnen. Neu immatrikuliert wurden zu Anfang
des Semeſters 252 Perſonen, darunter 6 heſſiſche und
23 nichtheſſiſche Studentininen. Nach der
Staatsange=
hörigkeit zählt die Landes=Univerſität unter den 1272
Studierenden 793 Heſſen und 479 Nichtheſſen, darunter
289 Preußen, 42 Bayern, 19 Badener, 9 Württemberger
und unter den insgeſamt 65 Ausländern 44 Ruſſen. Von
den Fakultäten iſt die mediziniſche Fakultät mit 257
Stu=
dierenden die ſtärkſte. Neuere Philologie ſtudieren 202,
klaſſiſche Philologie 75, Rechtswiſſenſchaft 121, Theologie
83, Tierheilkunde 161, Naturwiſſenſchaften 85, Chemie
33, Landwiktſchaft 69, Mathematik 65, Forſtwiſſenſchaft
21. Unter den 44 ſtudierenden Ruſſen befinden ſich 18
weibliche, die zumeiſt Medizin ſtudieren.
g. Strafkammer. Der bereits wegen Diebſtahls
vor=
beſtrafte, aber bedingt begnadigte 16jährige Rudolf
Götz hatte ſich geſtern abermals wegen mehrerer
Dieb=
ſtähle zu verantworten. Er war im Herbſt vorigen
Jah=
res in einem hieſigen Penſionat als Hausburſche tätig
und bereits damals hatte man ihn im Verdacht,
meh=
rere Diebereien begangen zu haben. Nach ſeiner
Ent=
laſſung ſchlich er ſich noch einmal in das Haus und
ent=
wendete aus einem verſchloſſenen Kaſten 15 Mark. Das
Gericht verurteilte ihn wegen Diebſtahls in drei Fällen
zu 3 Monaten Gefängnis.
Kurſus für Armenpflege und Jugendwohlfahrt.
Nach mehrtägiger Pauſe nahm am Mittwoch der Kurſus
ſeinen Fortgang. In das Programm war eine
Beſich=
tigung der Hauswirtſchaftlichen
Fortbil=
dungsſchule in der Hermannſtraße eingeſchoben
wor=
den, die Mittwoch nachmittag 3 Uhr erfolgte. Eine große
Anzahl Damen und Herren nahmen teil. Die
Hauswirt=
ſchaftliche Fortbildungsſchule ſteht unter Oberleitung der
Großh. Bürgermeiſterei. Sie hat die Aufgabe, die aus
der Volksſchule entlaſſenen Mädchen durch Belehrung,
Beiſpiel und Uebung für die Aufgaben der
Hauswirt=
ſchaft zu befähigen. In unſerer Stadt beſtehen drei
Ab=
teilungen dieſer Schule und zwar in der Rundeturmſtraße,
Lagerhausſtraße und Hermannſtraße. An der Schule
wirken außer dem Leiter noch 3 Volksſchullehrer, 3
Hand=
arbeitslehrerinnen. 1 Hilfslehrerin. 3
Haushaltungs=
lehrerinnen. 1 Lehrerin für Bügeln und 2 für
Kleidermachen. In allen Abteilungen wird in Hand=
und Maſchinennähen. Flicken und Stopfen. Sticken,
Klei=
dermachen. Bügeln, Kochen, Waſchen und Putzen, Rechnen
und Geſchäftsaufſatz Unterricht erteilt. Die
Unterrichts=
ſtunden liegen im Waſchen und Putzen täglich vormittags
von 8—12 Uhr, in den übrigen Unterrichtsgegenſtänden
nachmittaas zwiſchen 3—7 Uhr. Außerdem werden
be=
ſondere Abendkurſe im Kochen, Einmachen und Backen
abgehalten. Das Schulgeld beträgt monatlich 1 Mark für
hieſige und 3 Mark für auswärtige Teilnehmerinnen. Für
dieſes äußerſt geringe Entgelt können die Schülerinnen
an allen Kurſen teilnehmen. Die in der Küche
zuberei=
teten Speiſen dienen den Mädchen nach der Herſtellung
als Mahlzeit, für die ſie 15 Pfg. bezahlen. Der ſtädtiſche
Zuſchuß zu den Schulkoſten beträgt pro Jahr über 12000
Mark. Die Schule weiſt auch Herrſchaften in ihr
ausge=
bildete Dienſtmädchen nach. Intereſſenten belieben ſich
an den Leiter, Herrn Lehrer Schäfer, zu wenden. Um
4¼ Uhr ſprach im Städtiſchen Saalbau Herr
Regierungs=
aſſeſſor Kröll über die rechtliche Seite der Fürſorge für
gefährdete und verwahrloſte Kinder und Jugendliche.
Auch die Epilepſie behandelte der Redner in kurzen
Zü=
gen. Der Referent forderte ſchließlich ein
Zuſammen=
gehen der Pädagogen und Pſychiater zur gegenſeitigen
Ergänzung und zur gemeinſamen Löſung ſchwieriger,
noch ſchwebender Fragen der Unterbringung. Lebhafter
Beifall wurde beiden Rednern zu teil. Herr
Bürgermei=
ſter Mueller hob die Notwendigkeit eines
Reichsfürſorge=
geſetzes hervor und dankte Herrn Dr. med. Vix beſonders
für die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit in der
Jugendfür=
ſorge. Eine längere Diskuſſion ſchloß ſich an.
Intimes von der Kaiſerin Tſuſi.
** Daß eine chineſiſche Prinzeſſin zur Feder greift und
ein Buch veröffentlicht, iſt etwas Ungewöhnliches; in
Lon=
don erſcheint ſoeben ein Buch der erſten Hofdame der
verſtorbenen chineſiſchen Kaiſerin=Witwe Tſuſi,
und die Verfaſſerin, Prinzeſſin Der Ling, gibt darin eine
feſſelnde Schilderung jener merkwürdigen Frau, die ſo
lange über ein Volk von 400 Millionen Menſchen regierte
und ſelbſt von ihren vielen Gegnern und Kritikern als ein
merkwürdiger und ungewöhnlicher Charakter anerkannt
worden iſt. Die Verfaſſerin hat zwei Jahre lang in
un=
mittelbarer Nähe der Kaiſerin gelebt und entwirft eine
lehr=
reiche Charakteriſtik vom Weſen der vielumſtrittenen
ein=
zigen Retterin Chinas. Tſuſi war eine eigenartige
Miſch=
ung von Gutmütigkeit und ungeduldiger Grauſamkeit, von
angeborener Schlauheit und Klugheit und zugleich von einer
Unwiſſenheit, die auf ihre hohe Stellung und auf ihre
Ab=
geſchloſſenheit zurückzuführen iſt.
Ihr ganzes Leben galt nur dem einen Ziele, China zu
einer mächtigen Nation zu erheben, und ſie litt ſtets unter
dem Gefühl, nicht zu wiſſen, auf welchem Wege dieſes Ziel
zu erreichen ſei. Oft klagte ſie darüber, daß die ganze Laſt
der Regierung auf ihren Schultern liege und daß ſie doch
nichts erreichen könne, da die Männer ihrer Umgebung
alle ihre Beſtrebungen zunichte machten. So gab ſie z. B.
offen zu, daß kaiſerliche Befehle für die Angriffe der Boxer
auf die Europäer in Peking vorhanden waren, aber ſie
be=
ſtritt es ſtets, dieſe Befehle ſelbſt gegeben zu haben. Sie
hatte keine ausgeſprochene Abneigung gegen Fremde, aber
ſie fürchtete ſie und ihre Religion. Sie wollte, daß China
bleiben ſolle, was es war, und einmal vertraute ſie ihrer
Hofdame an, ſie habe oft von ſich gedacht, daß ſie „die
klügſte Frau ſei, die je gelebt habe.” „Obgleich ich viel von
der Königin Viktoria gehört und auch eine chineſiſche
Ueberſetzung ihrer Lebensbeſchreibung geleſen habe, ſcheint
mir ihr Leben doch nicht ſo intereſſant und ereignisreich
als das meine.‟ Dabei verfügte die Kaiſerin über eine
un=
gewöhnliche Menſchenkenntnis und über ein ſehr ſcharfes
und ſicheres Urteil. Zu einem Gartenfeſt im Kaiſerſchloſſe
war einmal auch eine engliſche Dame geladen, die in einem
groben Wollmantel erſchien und mit den Händen in den
Manteltaſchen umherwandelte „als ſei es furchtbar kalt.”
Dazu trug die Engländerin eine wollene Mütze. „Ihre
Majeſtät fragte mich,” ſo berichtet die chineſiſche Hofdame in
ihrem Buche, „ob ich die Dame geſehen habe, deren Kleider
aus „Reisſäcken” gemacht ſeien und ob es nicht etwas
un=
gewöhnlich ſei, in einem ſolchen Aufzuge bei Hofe zu
er=
ſcheinen.” Und die Kaiſerin fügte hinzu, daß die fremde
Dame, wer immer ſie auch ſei, ſich ſicherlich nicht in
anſtän=
diger Geſellſchaft zu bewegen wiſſe. „Ich fühle ſofort,”
fügte Tſuſi hinzu, „ob dieſe Leute gewillt ſind, die mir als
Herrſcherin zukommende Achtung zu erweiſen, oder ob ſie
das nicht für nötig halten. Dieſe Fremden haben die Idee,
die Chineſen ſeien dumm und unwiſſend, und infolgedeſſen
brauche man ſich bei ihnen nicht ſo ſorgſam zu betragen
als in europäiſcher Geſellſchaft.”
Eine beſondere Sorgfalt widmete die Kaiſerin=Witwe
ſtets ihrer Toilette. „Sie hatte Dutzende von Flaſchen
mit Parfüm und auch parfümierte Seife. Wenn ſie ihr
Ge=
ſicht fertig gewaſchen hatte, trocknete ſie ſich mit einem
weichen Tuche ab und ſpritzte ſich eine Art von Glyzerin
ins Geſicht, das aus Honig und den Staubfäden gewiſſer
Blumen bereitet war. Dann bedeckte ſie ihr Geſicht mit
einem ſtark duftenden roſafarbenen Puder.‟ Die Garderobe
der Kaiſerin war ſehr umfangreich und faſt jedes einzelne
Stück eine Koſtbarkeit. In der Friſur trug ſie Blumen
und Juwelen, wie überhaupt Perlen und Edelſteine ihre
beſondere Vorliebe bildeten. Ueber dem Gewande trug ſie
eine Art Cape, das aus gegen 3500 Perlen gearbeitet war,
ja ſie pflegte ſogar goldene „Fingernägelſchoner” zu tragen,
die ungefähr drei Zoll lang waren. Aber wie weiblich die
Kaiſerin in Dingen des Schmuckes und Putzes auch
em=
pfand, ſie liebte es ſehr, als Mann angeſprochen und
be=
handelt zu werden. Sie war ihrem Weſen nach auch viel
männlicher und tatkräftiger als ihr Sohn, der Kaiſer, der
immer von den beſten Abſichten beſeelt war und doch nie
die Kraft beſaß, etwas zu verwirklichen.
Durch das ganze Leben der Kaiſerin zieht ſich als ein
tragiſcher Gegenſatz ihr heißer Wunſch, China „zu helfen”
und das rührende Unvermögen, den rechten Weg dafür zu
finden. „Ich bekomme fortwährend große Denkſchriften,
in denen dieſe oder jene Reform vorgeſchlagen wird” ſo
meinte die Kaiſerin einmal halb lächelnd, halb verzweifelt,
„aber es ſcheint, daß wir nie auch nur einen Schritt weiter
kommen.” So bietet dieſes Buch der chineſiſchen Hofdame
zum erſten Male ein menſchliches Bild der vielumſtrittenen
Herrſcherin, die ſo oft in blinder Einſeitigkeit als ein
wahres Scheuſal der Grauſamkeit und Herrſchgier
geſchil=
dert worden iſt.
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 21. Februar:
„Zar und Zimmermann”.
W-l. Daß die heutige Aufführung der Oper Zar und
Zimmermann” hinter früheren Aufführungen zurückſtand,
iſt darin begründet, daß es ſich zum Teil um
Aushilfs=
beſetzungen handelte und das Enſemble aus Mitgliedern
dreier Theater ſich zuſammenſetzte. Der köſtliche Humor
der Lortzingſchen Muſik kam denn heute auch nur zu
ſchwa=
cher Geltung. Herr Boel vom Stadttheater in Mainz,
der vertretungsweiſe die Partie des van Bett ſang,
ent=
behrt zwar in Mimik und Darſtellung nicht der Komik, die
Stimme aber, die übrigens keinen ausgeſprochenen
Baß=
charakter hat, iſt zu wenig ausdrucks= und
modulations=
fähig, als daß er die geſänglichen Pointen in einer ſeinen
Intentionen entſprechenden Weiſe herausarbeiten könnte.
Auf Engagement für das Fach der erſten Soubrette gaſtierte
Frl. Katharina Jüttner vom Stadttheater in Metz.
Ihre äußere Erſcheinung eignet ſich wenig für dieſes Fach,
hr noch unfertiges Spiel und die völlige Abhängigkeit vom
Kapellmeiſter laſſen darauf ſchließen, daß ſie noch eine
An=
fängerin iſt; nur im 3. Akte ging ſie etwas aus ſich heraus.
Der geſangliche Vortrag an ſich verdient dagegen Lob,
wenn auch die Stimme ohne charakteriſtiſche Färbung iſt.
Herr Semper als Zar war im Dialog zu
ſalbungs=
voll, ſang aber die Parkie mit Wärme und ſorgfältiger
Tonbehandlung. Neu war Herr Bernhardt als Peter
Iwanow, der in Spiel zu unruhig und nervös iſt und zu
haſtig ſpricht. Eigentümlich wirkte die Beſetzung der
Par=
ie des „windigen Franzoſen” durch den Heldentenor Herrn
Becker. Stimmlich kam ſie aber dabei nicht ſchlecht weg.
Herr Becker erntete mit dem ſentimentalen Lied im 2. Akte
ſogar Beifall bei offener Szene. Die kleineren Partien
waren durch die immer die Situation beherrſchende Frau
Rudolph (Witwe Brown), Herrn Stephani (Lord
Syndham) und Herrn Kräger (Lefort) beſetzt.
Das Publikum, das ſich anfangs reſerviert verhielt,
ſpendete zuerſt nach der draſtiſchen Schlußſzene des
2. Aktes lebhafteren Beifall.
Der neu ernannte Hoftheaterdirektor Dr. Eger wohnte
der Vorſtellung bei.
— Die Wahl der Vertreter der Kaſſemitglieder der
ſtaatlichen Betriebskrankenkaſſe zur Generalverſammlung
und deren Erſatzmänner findet ſtatt: für die Provinz
Oberheſſen: Montag, den 4. März 1912, vormittags 10½
bis 11½ Uhr zu Homberg a. O. im Sitzungsſaale des
Großherzoglichen Amtsgerichts; für die Provinz
Star=
kenburg: Mittwoch, den 6. März 1912, nachmittags von
2½—4 Uhr in Groß=Gerau im Sitzungsſaale des
Groß=
herzoglichen Kreisamts; für die Provinz Rheinheſſen:
Freitag, den 8. März 1912, nachmittags von 3½—4½
Uhr in Worms im Sitzungsſaale des Großherzoglichen
Kreisamts. Für die in den Provinzen Oberheſſen und
Starkenburg beſchäftigten Kaſſemitglieder werden je 10
Vertreter und für die in der Provinz Rheinheſſen
beſchäf=
tigten Kaſſemitglieder 5 Vertreter und für jeden
Vertre=
ter ein Erſatzmann gewählt. Bezüglich des weiteren
wird auf § 29 des Statuts verwieſen.
* Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz in
Verbindung mit dem Alice=Frauenverein
ver=
anſtaltet, wie ſchon mitgeteilt, auch in dieſem Jahre
Lehrgänge für Damen, die während eines
Krie=
ges vorzugsweiſe in der freiwilligen Krankenpflege hier
in Darmſtadt tätig ſein wollen. Der theoretiſche
Lehr=
gang beginnt, wie nochmals erwähnt ſei, am 1. März
und beſteht, wie ſeither, aus 20 Vorleſungen, die der
Großh. Leibarzt Herr Dr. Happel jeden Montag,
Mittwoch und Freitag von 5—7 Uhr nachmittags im
Feſtſaale des Ludwig=Georg=Gymnaſiums abhalten
wird.
— „Die Konferenz für evangeliſche Gemeindearbeit
in Darmſtadt” veranſtaltet nächſten Montag, den 26.
Fe=
bruar, abends 8 Uhr, eine Zuſammenkunft im
Gemeinde=
haus, Kiesſtraße 17. Der Tag iſt für ſie ein Gedenktag,
da an ihm der Führer auf dem Gebiete evangeliſcher
Ge=
meindereform und Gemeindeorganiſation, Paſtor D.
Sulze, ſein 80. Lebensjahr vollendet. Dieſer
Erinner=
ung entſpricht die Wahl des Themas: „Bekanntes und
Vergeſſenes aus Sulzes Programm für Reform der
evangeliſchen Gemeinden, namentlich der
Stadtgemein=
den”. An das Referat, das Profeſſor Lic. Matthes
übernommen hat, wird ſich eine eingehende Beſprechung
anſchließen. Außer den Konferenzmitgliedern ſind auch
alle Freunde der Sache willkommen.
* Vom Blaukreuzverein. Man ſchreibt uns:
Während die Welt ihre tollen Streiche unter der Maske
und im ausgelaſſenen Mummenſchanz ausübte, hielt das
hieſige Blaue Kreuz im Stadtmiſſionshauſe,
Mühl=
ſtraße 24, eine ernſte und doch liebliche, geſegnete
Evangeliſationsverſammlung ab. In kurzen, klaren
Strichen wies Herr Prediger Schöpfwinkel=Offenbach an
der Hand von Pſ. 136, V. 23 hin auf die Unterdrückung
des Volkes Iſrael durch Pharao und dabei auf den
Druck, die Laſt, das Elend, hervorgerufen durch den
Alkohol. Aber Gott gedachte an ſein Volk und ſieht
auch das heutige Geſchlecht, wie es ſeufzt trotz Spiel,
Tanz, Maskerade und Alkohol. Er kam in ſeinem
ge=
liebten Sohne und ſchuf eine Errettung, an welcher
Jeder, der glaubt, Anteil haben kann. Gnade und Güte
werden frei und umſonſt dargeboten. — Auch die zweite
Anſprache von Herrn Prediger Meiſter hier hob klar
das Elend hervor, das durch die Sünde in die Welt
gekommen iſt. Wo aber die Sünde mächtig geworden
iſt, da iſt die Gnade in Chriſto noch viel mächtiger.
Jedem Elend, jeder Gebundenheit und den Mächten der
Finſternis gegenüber iſt Jeſus gewachſen und gibt
Heilung, Freiheit, Licht dem Bittenden. Zwiſchen den
Anſprachen boten auch der gemiſchte Geſangchor, ein
Männerquartett, ein Sologeſang und Poſaunenvortrag
und drei ſehr ergreifende, zu Herzen gehende
Dekla=
mationen Erquickung, ſodaß jeder Teilnehmer etwas
Bleibendes und wirkliche geiſtliche Nahrung für den
Ernſt und Kampf des Lebens mitnehmen konnte. Solche
Verſammlungen haben bleibenden und Ewigkeitswert.
k. Jubiläum im Hauſe Merck. Der hier in weiten
Kreiſen allgemein beliebte Buchhalter Hch. Jung feierte
geſtern ſein 25jähriges Dienſtjubiläum im Hauſe
E. Merck. Dem Jubilar dürfte es an Ehrungen und
Glückwünſchen ſicher nicht gefehlt haben.
* Briefmarken=Ausſtellung in Darmſtadt. Der
hieſige Briefmarken=Sammler=Verein,
Sek=
tion Darmſtadt des Internationalen Philateliſten=
Vereins Dresden, beabſichtigt, zur Feier ſeines
25jährigen Beſtehens am 23. Marz d. J. eine
Briefmarken=Ausſtellung im engeren Rahmen zu veran
ſtalten. Die Ausſtellung findet im Blauen Saal
des Hotel Heß ſtatt der durch ſeine günſtige Lage
uud die guten Lichtverhältniſſe ſich vorzüglich zu einer
derartigen Veranſtaltung eignet. Die zahlreichen
An=
meldungen der ausſtellenden Mitglieder, die von dem
Guten nur das Beſte zeigen werden, gewährleiſten ſchon
heute einen hohen Genuß für die Beſucher. Die
Aus=
ſtellung wird ſich auf die Poſtwertzeichen aller Länder
der Erde erſtrecken; neben den klaſſiſchen Marken Alt=
Deutſchlands und Europas werden Auslandſtaaten,
ſowie deutſche und engliſche Kolonien in reicher
Aus=
wahl vertreten ſein. Die geplante Ausſtellung dürfte
bei den Freunden und Liebhabern des ſchönen
Brief=
markenſammelſports vor allem deshalb ein erhöhtes
Intereſſe beanſpruchen, weil es die erſte derartige
Aus=
ſtellung in Darmſtadt ſein wird. Weitere Mitteilungen
werden durch die hieſigen Tagesblätter bekannt gegeben
werden.
* Der Ortsgewerbeverein wird, ſo ſchreibt man uns,
in dieſem Jahre neben ſeinen Veranſtaltungen auch
Wanderungen in die Umgegend von Darmſtadt
un=
ternehmen. Auf weniger bekannten Wegen wird er ſeine
Mitglieder (Gäſte immer willkommen) durch Wald und
Wieſen führen und dabei ſtets beſorgt ſein, daß auch die
Damen und erwachſenen Kinder der Familien teilnehmen
können. Die erſte Wanderung findet am kommenden
Sonntag ſtatt und führt die Teilnehmer von Station
Erzhauſen ab durch den Wildpark (hirſchreichſtes Revier)
nach Meſſel. Da die Wanderung auf alle Fälle und bei
jeder Witterung ſtattfindet, ſo iſt Touriſtenanzug zu
em=
pfehlen, der Führer wird jedoch dem Wetter entſprechende
Wege wählen. In vorläufiger Ermangelung eines
Tou=
riſtengewandes erſcheint es ratſam, nicht gerade das
em=
pfindlichſte anzuziehen; die derbſten Stiefel herbei und
das wetterfeſte Hütchen auf den Kopf, dann wandert es
ſich noch einmal ſo gut. Gilt doch den Wandergenoſſen
und=Genoſſinnen ein froh Geſicht, ein luſtig Gemüt und
ein paar rüſtige Beine mehr als Samt und Seide der
äußeren Hülle, gibt uns doch auch der nun bald wieder
erwachende Frühling in der Natur genug zu beſtaunen,
zu bewundern, ſelbſt zu beneiden. Darum „Friſch auf”
zur erſten Wanderung am Sonntag. Näheres wird in
dem Anzeigenteil bekannt gegeben.
nn. Ein neues Gartenſtadtprojekt (Waldkolonie)
für Eiſenbahnbeamte und Staatswerkſtättenarbeiter
In der Nähe des ſeiner Vollendung entgegengehenden
neuen Hauptbahnhofs und der neuen Wagen= und
Lokomotiven=Reparatur=Werkſtätten am Dornheimer
Weg und der Mittelſchneiſe wird eben eine
Waldwohn=
haus=Kolonie für Eiſenbahnbeamte und
Werkſtätten=
arbeiter der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahnverwaltung
errichtet. Zur Zeit werden daſelbſt 6 ſchmucke Ein= und
Zweifamilienhäuſer gebaut, denen, demnächſt noch ſechs
weitere folgen werden, ſo daß für 24 Familien billige
Wohnungsgelegenheit geſchaffen iſt. Die ſehr hübſch im
Darmſtädter Landhausſtil erbauten Wohnhäuſer erheben
ſich unmittelbar im Wald und ſind mit allem
neuzeit=
lichen Komfort ausgeſtattet und mit Gas= und
Waſſer=
leitung verſehen. Die Ausführung der Entwürfe dieſer
eigenartigen Bauten ſtammen von der Eiſenbahndirektion
Mainz. Die Wohnhäuſer mit je Dreizimmerwohnungen
und Zubehör ſind nur für Unterbeamte und Arbeiter
beſtimmt, die in den Reparaturwerkſtätten und an dem
Hauptbahnhof Darmſtadt beſchäftigt ſind. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog nimmt ganz beſonderes Intereſſe
an der Entwickelung dieſer Waldwohnhauskolonie, da
die auf der Darmſtädter Kunſtausſtellung errichteten
Muſter=Arbeiterhäuſer hierfür teilweiſe als Vorbild
dienten. Die Baukoſten der Einzelwohnhäuſer
einſchließ=
ich Gartengelände ſchwanken zwiſchen 10 und 12000 Mk.
Die Bauausführung der hübſchen Wohngebäude liegt in
den Händen des Herrn Bauunternehmer und Architekten
Ludwig Wagner in Darmſtadt.
Sterbekaſſeverein Darmſtadt. Die Mitglieder
des Sterbekaſſevereins Darmſtadt (
Vor=
ſitzender: Herr Lehrer Köhres, Pallaswieſenſtr. 50)
wer=
den hierdurch auf die in heutiger Nummer enthaltene
Anzeige betr. die Samstag, den 24. ds. Mts., ſtattfindende
Hauptverſammlung aufmerkſam gemacht. Nach
dem Jahresbericht des z. Zt. 680 Mitglieder zählenden
Vereins betrug das Vermögen desſelben Ende 1910
13992,48 Mk. und Ende 1911 14885,96 Mk. Es hat ſich
ſomit im Jahre 1911 um 893,48 Mk. vermehrt. An
Sterbe=
renten ſind im Jahre 1911 — 6651,04 Mk. zur Auszahlung
gekommen. Der Vorſtand beabſichtigt, der diesjährigen
Hauptverſammlung erleichternde Beſtimmungen für die
Auszahlung der Sterberenten in ſolchen Fällen
vorzu=
ſchlagen, in denen die Hinterbliebenen von Witwern
oder Witwen teilweiſe im Auslande weilen.
* Aſchermittwochs=Abſchied. Eine gelungene und
urfidele Aſchermittwochs=Abſchiedsfeier
fand Mittwoch abend noch im „Café Ernſt Ludwig” ſtatt.
Der Prinz wollte diesmal nicht ohne weiteres ſein
freudeſpendendes Szepter aus der Hand legen und ſich
wenigſtens noch einen Abgang mit Glanz ſichern. Er
hatte darum ſeine Getreuen, ſoweit ſie noch nicht Aſche
aufs Haupt geſtreut, zu einem Abſchiedsſouper geladen.
Die Räume des „Ernſt Ludwig” trugen noch den ſchönen
Apfelblütenſchmuck. Viele getreue Untertanen hatten des
Prinzen Einladung als Befehl angeſehen und füllten
das Feſtlokal bis auf den letzten Platz. Prinz Georg
Ludwig I. mit ſeinem Gefolge und der Ehrenpräſident
der Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla” wurden beim Er=
ſcheinen mit freudigem Halloh begrüßt und zum letzten
Male ertönten beim Einzug die Klänge des
Narrhalla=
marſches. Die Kapelle Weber unter ihrem
Faſtnachts=
dirigenten Richards bot ein fidel=familiäres Konzert
und noch einmal erklangen aus den, ſtellenweiſe
aller=
dings etwas heiſeren, Kehlen die Karnevalslieder, noch
einmal wurde geſchunkelt, getanzt und geſcherzt in
ſchön=
ſter — aber wehmutgeſchwängerter Scheideſtimmung.
Auch die Belvedere=Künſtlerſchar nahm an der
Abſchieds=
feier wieder teil. Um 10,11 Uhr ließ der Präſident
ſei=
nen getreueſten Anhängern ein Prunkmahl reichen in
Geſtalt eines ganz vorzüglichen — — Rollmopſes, der nach
den Tagen des Schwelgens und Genießens trefflich
mun=
dete. Um 11,11 Uhr ſollte Schluß ſein, aber der Prinz
gab den allgemeinen, dringenden Bitten ſeiner
Unter=
tanen nach und verſchloß ſich nicht der Einſicht, daß 11,11
Uhr in der Scheideſtunde zu viel der ſchönen „Einſer”
enthielt. Er genehmigte gnädigſt die Streichung der
Hälfte, und alles hielt bis 1,1 Uhr aus. Kurz vor der!
Abſchiedsſtunde beſtieg Ehrenpräſident Max Anſpach!
das Podium, um im Auftrage des Prinzen dem zu Ende
gehenden Karneval eine Gedächtnisrede zu halten, die!
aber bald zu einer Willkommensrede des Karneval 19134
wurde, den um 4 Wochen zu verlängern, er feſt verſprach.;
Mit ſtürmiſchem Beifall wurde die Rede aufgenommen.
— Dann begannen die Lichter zu erlöſchen, eins nach
dem andern. Die Muſik intonierte einen Trauermarſch,
der mit harter Diſſonanz abbrach, als punkt 1,1 Uhr das
Feſtlokal in tiefem Dunkel lag und draußen, irgendwo
hinten im Hof, hörte man die letzten Töne der Klarinette.
Als die Lichter wieder aufflammten, war die Muſik
ver=
ſchwunden, die vier Tage lang hier nicht zu ſpielen
auf=
hörte, verſchwunden der Prinz, das Gefolge, das
när=
riſche Miniſterium. — Der Karneval 1912 war endlich zu
Grabe getragen.
* Liedertafel=Maskenball. Man ſchreibt uns: Wie
alljährlich, ſo wird auch dieſes Jahr die Liedertafel am
Samstag, den 24. Februar, mit ihrem Maskenball den
würdigen Abſchluß des Karnevals in der Turnhalle am
Woogsplatz bilden. Wie ſchon mitgeteilt, findet umt
12 Uhr ein großer Einzug der Venus mit Tannhäuſer.
Grazien, Amor und Amoretten ſtatt. Letztere werden
durch einen luſtigen Reigen die Sache verherrlichen. Die
Dekoration iſt vollſtändig dem Titel des Maskenballes
angepaßt. Zwei Muſikkapellen werden abwechſelnd
un=
unterbrochen ſpielen. Auch das närriſche Miniſterium
der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla, an der Spitze
Prinz Karneval, hat ſeinen Beſuch zugeſagt. Da der
Verkauf der Karten ſchon ein ſehr ſtarker iſt, ſo verſpricht
auch der diesjährige Maskenball der Liedertafel wieder
den Glanzpunkt der Saiſon zu bilden. (Näheres Anzeige.)
Faſtnacht=Familienabend des Wartburg=Bereins.
Man ſchreibt uns: Am Faſtnacht=Dienstag vereinigte
ein wohlgelungener Familien=Abend die
Mit=
glieder, Freunde und Gönner des Chriſtl. Vereins junger
Männer Wartburg im Evang. Gemeindehaus,
Kies=
ſtraße Nr. 17. Die große Beliebtheit, welcher ſich die
Veranſtaltungen des Wartburg=Vereins erfreuen, zeigte
ſich auch hier wieder, da, trotzdem an dieſem Tag
allent=
halben Feſtlichkeiten waren, die Feier ſehr gut beſucht
war. Der neuerdings unter Leitung ſeines
Muſik=
meiſters H. Lutz mit ſo großem Erfolg auftretende
Poſaunen=Chor tat auch hier wieder ſein Beſtes und
erwarb großen Beifall durch ſeine exakt vorgetragenen
Stücke. Auch die Spieler des von Herrn Sekretär
A. Reeg verfaßten Feſtſpiels: „In Treue vereint”,
erzielten durch ihr gutes Spiel reichen Beifall. Der
Männerchor, mehrere Soliſten und eine Turnerriege
brachten durch vorzügliche Leiſtungen reiche Abwechslung
in das Programm. Anſprachen hielten Herr Pfarrer
D. Dr. Diehl und Herr Pfarraſſiſtent Lautenſchläger.
Eine reichhaltige Verloſung erfreute während der Pauſe
die Gäſte. Gegen 11 Uhr trennte man ſich mit dem
Be=
wußtſein, einenkgemütlichen Abend verlebt zu haben.
s. Wegen Veruntreuung flüchtig. Der Reiſende und
Buchhalter der Kaiſermühle in Eberſtadt, Guſtav
Schrappt, iſt ſeit zwei Tagen verſchwunden und wird
ſeitens der hieſigen Staatsanwaltſchaft wegen
Unter=
ſchlagung und Untreue verfolgt. Er hatte jene
Stelle während zweier Jahre inne und ſoll ſie in letzter
Zeit zur Aneignung von Kundengeldern, die er auf
Grund der ihm erteilten Inkaſſovollmacht vereinnahmte,
benutzt haben. Auf 1. April d. J. war ihm gekündigt, er
entfernte ſich jedoch ſchon jetzt. Der vorläufig ermittelte
Betrag der Veruntreuungen beziffert ſich auf über 1800
Mark. Der Flüchtige ſtammt aus Magdeburg, iſt 22
Jahre alt, etwa 1,65 bis 1,70 Meter groß, von ſchlanker,
ſchwächlicher Figur, hat blonde Haare, Anflug von
blon=
dem Schnurrbart, hageres, gelblich=bleiches Geſicht und
ſpricht norddeutſchen Dialekt.
§ Feſtgenommen. Zwei Zwangszöglinge,
welcher aus der Erziehungsanſtalt Ohlyſtift bei
Gräfen=
hauſen entwichen ſind, wurden am Mittwoch hier
auf=
gegriffen und nach der Anſtalt zurückverbracht.
Feuilleton.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 22 dieſes
Blattes vom 26. Januar.) Der verfloſſene Januar war
im erſten Drittel viel zu mild, während der übrige Teil
eine mäßige Kälte brachte. Das Temperaturmittel ſchwankt
zwiſchen 1,6 Grad Celſius in Mainz und —1,3 Grad in
Ulrichſtein, welch letzterer Station Neunkirchen mit einem
Mittelwert von —0,7 Grad am nächſten kommt.
Darm=
ſtadt notierte 1,3 Grad (0,7 über normal). Der höchſte
Thermometerſtand wurde in Worms mit 10,6 beobachtet,
während in Ulrichſtein 6,7 Grad der höchſte Wert war.
Weit größer waren die Gegenſätze hinſichtlich der
nieder=
ſten Stände, indem Worms nur —7,0 Grad gegenüber
—15,4 in Ulrichſtein aufwies. Die Zahl der Froſttage
ſchwankt zwiſchen 18 (in Darmſtadt und Mainz) und 22
(in Lauterbach und Bad=Nauheim), die Zahl der Eistage
zwiſchen 3 und 12. Die Bewölkung war der Jahreszeit
entſprechend eine ſtarke; der Prozentſatz bewegt ſich
zwi=
ſchen 75 in Schotten und 85 in Darmſtadt. Oeſtliche Winde
herrſchten in den beiden letzten Dekaden vor, während im
erſten Drittel äquatoriale Luftſtrömungen überwogen, die
an 2 Tagen ſtürmiſch auftraten. Die Niederſchläge, die
ſich in Darmſtadt faſt ausſchließlich auf die erſte Dekade
beſchränkten, waren äußerſt unregelmäßig verteilt. Die
Gegenſätze bilden Herchenhain mit 98,3 und Worms mit
23,9 Millimeter (Darmſtadt: 50,4). In Herchenhain fiel
an einem einzigen Tage (am 5.) mehr als das
anderthalb=
fache des Niederſchlags, den Worms im ganzen Monat
er=
reichte. Die Zahl der Schneetage ſchwankt zwiſchen 2 und
12 und zu einer Schneedecke kam es in den tiefer gelegenen
Gegenden nur am 9. Bezeichnend waren die
außerordent=
lichen Barometerſchwankungen vom 7.—9. als Folge einer
tieſen, unmittelbar über unſere Gegend hinwegziehenden
De=
preſſion. Hagelfälle kamen in der Zahl 1—3 an 9 Sta=
Kionen vor und Gedern und Grebenhain melden, eire in
dieſer Jahreszeit ſehr ſeltene Erſcheinung, je 1 Gewitter.
Die Mittel der Waſſerſtände lagen beim Rhein etwas über
und beim Main etwas unter dem Durchſchnitt.
* Der Durchſchlag des Tunnels Jungfraujoch wurde
erſt am Donnerstag oder Freitag erwartet. Die auf
Sta=
tion Eigergletſcher wohnenden Gäſte lagen noch in tiefer
Ruhe, als die Freudenbotſchaft die ganze Kolonie in
Auf=
regung brachte. Eine Stunde nach dem Durchſchlag fuhr
ein Extrazug nach dem Jungfraujoch bis Kilometer 8,80
Der Tunnel war völlig betriebsfähig. Nur die letzten 500
Meter bis zur Endſtation bedürfen noch des Ausbaues.
Der letzte Schuß traf genau die bezeichnete Stelle. Durch
ein metergroßes Loch krochen bei Tagesanbruch die
Mi=
neure und grüßten den ſüdlichen Himmel. Um 9 Uhr früh
war das Loch erweitert und ein kleines Plateau
heraus=
geſchlagen, auf dem 12 Perſonen die Ausſicht bewundern
konnten. Bis zum Rhonetal war der Fernblick offen. Seit
dem Winter 1907/08 wurde an der etwa 3½ Kilometer
langen Tunnelſtrecke von der Station Eismeer in 3161
Meter Höhe zum Jungfraujoch gearbeitet, jener ſcharfen
Einſenkung, die Jungfrau und Mönch trennt. In 3457
Meter Höhe führt von dieſem Tunnel ein Seitenſtollen
ins Freie. Hier wird die Station Jungfraujoch angelegt
werden. Die Gipfel von Jungfrau und Mönch werden
nun in drei Stunden zu erreichen ſein. Die Bahn wird
vorläufig nicht weiter gebaut. Nach dem letzten
Geſchäfts=
bericht weiſt das Unternehmen ein Aktienkapital von 4
Mil=
lionen und eine konſolidierte Schuld von 7180000 Francs
auf. Der niedrigen Temperatur wegen mußte bei den
Sprengarbeiten auf dem letzten Teil des Bahnbaues eine
beſonders ſchwer gefrierende Dynamitmaſſe verwandt
werden.
* Koſtbare Bilder. Bei der Fortſetzung der Auktion
Weber in Berlin wurden folgende Preiſe erzielt: Die
Kreuztragung und die Kreuzigung Chriſti von Tiepolo
brachten zuſammen 130000 Mark (Sedelmever=Paris); den
nächſthöchſten Preis erzielte mit 76000 Mark Goyas
Bild=
nis des „Don Tomas Perez Eſtala” (Kunſthalle Hamburg).
Desſelben Meiſters „Revolutionsſzene” brachte es auf
20000 Mark (Muſeum Budapeſt). Von Rubens brachte
„Das apokalyptiſche Weib” 55000 Mark (Muſeum
Buda=
peſt) und das als von ſeiner Hand herrührend vielfach
an=
gezweifelte Bildnis der „Helene Fourment” 48000 Mark
(Muſeum Brüſſel). Für das gleichfalls angezweifelte Bild
der Infantin Maria Thereſia” von Velasquez zahlte der
ruſſiſche Sammler Kanenga 45000 Mark. Die Murillos
„Maria als Himmelskönigin” und „Die Rückkehr der
heili=
gen Familie” gingen für 34000, bezw. 32000 Mark weg.
Den Clou der heutigen Auktion bildete ein „Männliches
Bildnis” von Frans Hals, das gegen Schluß verſteigert
wurde und vom Berliner Kunſthändler Schwerſentz für
195000 Mark für eine ausländiſche Galerie erworben
wurde. Der Erlös des heutigen zweiten Auktionstages
beträgt 1163 220 Mark, ſo daß die Verſteigerung insgeſamt
bis jetzt über drei Millionen Mark gebracht hat.
— Die Frauenrechtlerinnen am Scheidewege. Die
be=
kannte New=Yorker Millionärin Frau O. H. P. Belmont,
die durch Errichtung eines billigen Reſtaurants und eines
„Schönheitsſalons” für das Frauenſtimmrecht Stimmung
zu machen ſucht, muß jetzt erfahren, daß Undank der Welt
Lohn iſt. In ihrem Schönheitsſalon kann man maſſiert,
friſiert und verſchönt werden, die erleſenſten Toilettewaſſer
ſtehen einem zur Verfügung und die Idee, mit dieſem
Köder putzſüchtige Frauen anzulocken und ſo allmählich für
das Frauenrecht zu intereſſieren, hat ſich zwar in der Praxis
bewährt; es fehlt nicht an Kunden, aber den Gehilfinnen
von Mrs. Belmont ſind plötzlich Bedenken aufgetaucht,
und ſo manche Unſtimmigkeiten erſtanden. Zuerſt
began=
nen die Damen, die in dem Reſtaurant kochen und
be=
dienen, zu ſtreiken; Mrs. Belmont wollte ihre eigenen
Die=
ner zur Aushilfe hinſchicken, aber die Männer waren
em=
pört und liefen ohne Kündigung davon. Nun hat auch
Offenbach, 22. Febr. Das Infanterie=Regiment 168,
das bisher nur aus zwei Bataillonen beſteht, ſoll durch
die Bildung eines dritten Bataillons auf
die übliche Regimentsſtärke vermehrt werden.
Es handelt ſich jetzt darum, in welcher heſſiſchen Stadt
dieſes neu zu bildende Bataillon garniſonieren ſoll. Das
erſte Bataillon ſteht bekanntlich in Butzbach und das
zweite in Offenbach. Um die Garniſon des dritten
Ba=
taillons haben ſich bereits die Städte Friedberg und
Butz=
bach beworben. Auch an die Stadt Offenbach iſt,
wie in der geſtrigen Sitzung des Verfaſſungsausſchuſſes
mitgeteilt wurde, eine diesbezügliche Anfrage
ergan=
gen. Auf Grund deſſen iſt von dem Beigeordneten Weil
ein Koſtenanſchlag aufgeſtellt worden, nach dem der Bau
einer neuen gemeinſchaftlichen Kaſerne 1800000 Mark
Koſten verurſachen würde. In anbetracht dieſer
gewal=
tigen Ausgaben, die mit der Uebernahme des dritten
Ba=
taillons der Stadt entſtehen würden, wurde einſtimmig
das Angebot abgelehnt.
Offenbach, 22. Febr. Die Achſen= und Räderfabrik
von Dick & Kirſchten, ſowie J. F. Schmid haben
in Gemeinſchaft mit einem auswärtigen Werk ihren
Fabrikbetrieb vereinigt. Die neue Firma, die
vom 1. März ab in Kraft tritt, lautet: „Vereinigte
Fabri=
ken Dick & Kirſchten und J. F. Schmid, Offenvach.”
Durch die Unvorſichtigkeit einiger
Feuerwehr=
leute, die mit dem Ausbrennen von Kellerwohnungen
bei dem Fuhrunternehmer F in k in der Bettinaſtraße
beſchäftigt waren, war ein Schadenfeuer entſtanden,
das die Scheuer vollſtändig einäſcherte und einen Schaden
von etwa 20000 Mark verurſachte. Der Beſitzer hat jetzt
bei der Stadt einen vorläufigen Schadenerſatz in Höhe
von 650 Mark für verbrannte Futtervorräte geltend
ge=
macht, die auch vom Verfaſſungsausſchuß bewilligt
wur=
den. Die Angelegenheit dürfte noch ein weiteres
Nach=
ſpiel im Gefolge haben, da ohne Zweifel die
Feuerver=
ſicherung ihrerſeits Schadenerſatzanſprüche bei der Stadt
geltend machen wird.
Mainz, 22. Febr. Das Mainzer Journal ſchreibt:
Am 29. Februar kommt beim hieſigen Gericht eine Klage
von Hofrat Behrend gegen den Opernſänger
Spemann in Wiesbaden zur Verhandlung. Als am
110. Februar der Heldentenor Knote zur Siegfried=
Auf=
führung nicht erſchien, wurde Herr Spemann aus
Wies=
ſbaden berufen. Als der Theater=Sekretär, Herr Hentze,
vor der Aufführung zu Spemann in die Garderobe ging,
ium mit ihm über die Honorarfrage zu ſprechen, erklärte
Spemann, mit dem bei früheren Anläſſen ein bedeutend
jgeringeres Honorar ausgemacht worden war, daß er an
dieſem Abend nicht unter 500 Mark ſinge. Dieſes
Ho=
norar wurde auch nach einigem Zögern von dem
Sekre=
tär zugeſagt. Aber dann kam die Ueberraſchung; nach
dem zweiten Akt verlangte Herr Spemann ein Honorar
von 700 Mark, andernfalls er nicht weiterſingen werde.
Das Geld müſſe ſofort — ſchon nach dem zweiten Akt —
ausbezahlt werden. Der Not gehorchend, wurden durch
die Theaterkaſſe unter Vorbehalt 700 Mark an Spemann
ausbezahlt, ſodaß die Vorſtellung zu Ende geführt
wer=
den konnte. Der Direktor des Mainzer Stadttheaters
ſtrengte am folgenden Tage eine Klage auf Rückzahlung
von 200 Mark an, da Spemann von Anfang an nur 500
Mark verlangt und die Notlage der Direktion benutzt
habe, um weitere 200 Mark zu erhalten.
Pfeddersheim, 21. Febr. Verbrannt iſt geſtern
das dreijährige Mädchen des Arbeiters Schmitt. Die
Frau war gerade abweſend, als das Kind ſich am Feuer
zu ſchaffen machte. Das Hemdchen fing Feuer und im
Nu ſtand das Kind in hellen Flammen. Auf die
Hilfe=
rufe kamen Nachbarn herbei. Die Hilfe kam jedoch zu
ſſpät. An den erlittenen Verletzungen ſtarb das Kind
in kurzer Zeit. Für die Eltern iſt der Verluſt um ſo
ſſchmerzlicher, da es ihr einziges Kind war.
Friedberg, 21. Febr. Einer Düſſeldorfer Induſtrie=
Geſellſchaft iſt von der Staatsregierung das
Mutungs=
recht in den „Erlen” (nahe bei Melbach) zur
Erſchlie=
ßung eines Eiſenſteinbergwerks verliehen
worden. Die Geſellſchaft will in nächſter Zeit mit den
Vorarbeiten beginnen.
Friedberg, 21. Febr. Ein ſchwerer Unglücksfall
hat ſich geſtern morgen auf der Strecke Friedberg-
Hom=
burg ereignet. Der in Rosbach um 6,35 Uhr abgehende
Perſonenzug überfuhr zwiſchen Block 12 und 13, an
der Stelle, wo die Waſſerleitungsanlagen erbaut
wer=
den, einen bei den Umbauarbeiten beſchäftigten
Arbei=
ter, der in Stücke zerriſſen wurde.
(*) Großen=Linden, 21. Febr. Die Vorrarbeiten zur
Wiederherſtellung deshieſigen
Pfarrhau=
ſſes, welches wohl der älteſte Fachwerkbau in
Ober=
ſheſſen ſein dürfte, ſtehen gegenwärtig ſtill. Das Gebäude
ſiſt ums Jahr 1450 erbaut worden, alſo in der Blütezeit
der deutſchen Baukunſt. Es ſind Beſtrebungen im Gange,
das hervorragende Baudenkmal heſſiſch=deutſcher Kunſt
zu erhalten. Jahrhunderte lang hat es ſchon den
Geiſt=
lichen unſeres Städtchens als Heim gedient.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 21. Febr. Der
phil=
harmoniſche Chor veranſtaltete heute in der
Hoch=
ſchule für Muſik, unter Leitung von Prof. Siegfried Ochs,
auf allerhöchſten Befehl eine Aufführung von „Judas
Mak=
kabäus”. Der Kaiſer erſchien in Begleitung des Prinzen
und der Prinzeſſin Ernſt Günther. Mitwirkende waren
Hofopernſänger Kirchhoff, Frau Noordewick=Reddingius,
Frau vor Kraus=Osborne, Kammerſänger von Kraus,
ſowie 100 Knaben des Domchors. Die Aufführung war
in allen Einzelheiten hervorragend. Am Schluſſe wurde
Profeſſor Ochs zum Kaiſer gerufen, der ihm ſeine vollſte
Anerkennung ausſprach, ihm den Kronenorden 3. Klaſſe
überreichte und ihm, ſowie allen Mitwirkenden herzlich
dankte. — Zum erſten Male trat geſtern das
Induſtrie=
nuſeum vor die Oeffentlichkeit, deſſen Aufgabe es ſein
ſoll, das Verſtändnis für die Arbeit der Induſtrie über
die Fachkreiſe hinaus zu tragen und an dem
Welthandels=
platz Berlin eine ſtändige Ueberſicht über die Erzeugniſſe
der deutſchen Induſtrie zu bieten. — Der Streit um die
Kinematographentheater=Stteuer hat am
Mittwoch durch die Beſtätigung der Genehmigung der von
den Schöneberger ſtädtiſchen Körperſchaften
be=
ſchloſſenen Steuerordnung von ſeiten des
Bezirksausſchuſ=
ſes in Potsdam ſeine Erledigung gefunden. — Bei der
Vernehmung des mit dem Diebe im
Reichskanz=
lerpalais verklagten, aber freigeſprochenen Hehlers
Szylinski auf dem Polizeipräſidium mußte dieſer
zuge=
ben, daß er den ausgeſprochenen Verdacht, der Dieb
Wal=
ter Döring ſei auch der Mörder der Witwe Hoffmann
aus der Blumenthalſtraße, nur auf Mutmaßungen ſtützen
önne. Die Nachprüfung der Angaben ergab ihre völlige
Haltloſigkeit.
Wiesbaden, 21. Febr. Karl Schurich t, der
Diri=
gent des Rühlſchen Geſangvereins in Frankfurt a. M.,
wurde zum erſten Kapellmeiſter des hieſigen
Kur=
orcheſters gewählt.
Deſſau, 22. Febr. Vor dem Schwurgericht hatte
ſich die 45jährige Bergmannsfrau Brandt aus
Heck=
lingen wegen Mordes und Mordverſuches zu
verant=
worten. Sie ſtieß ihre 3 Kinder im Alter von 1½ bis 10
Jahren in die Bode und ſprang nach. Ein Arbeiter
rettete die Frau und ein Kind, die anderen zwei
Kin=
der ſind ertrunken. Das Gericht ſprach die Angeklagte,
die die Tat aus Elend begangen hatte, von der Anklage
des Mordes frei, verurteilte ſie aber wegen Totſchlags
unter mildernden Umſtänden zu fünf Jahren
Ge=
fängnis.
Stendal, 21. Febr. Zu drei Monaten
Ge=
fängnis wurde von der Strafkammer in Stendal der
ſozialdemokratiſche Fabrikarbeiter Hein verurteilt, der
einen Mitarbeiter, der bei der Wahl in Tangermünde
einem Bürgerlichen ſeine Stimme geben wollte, daran zu
hindern ſuchte, indem er ihm zurief: „Wenn du den
wählſt, ſchlagen wir dir die Knochen entzwei!‟ Der
Ver=
urteilte beſtritt, die Aeußerung in dieſer Form getan zu
haben.
Uerdingen, 22. Febr. Durch Selbſtentzündung
entſtand geſtern abend in dem ſogenannten Miſchraum
der Uerdinger Baumwollſpinnerei, Aktien=Geſellſchaft,
ein verheerender Brand, der ſich infolge der großen
Mengen Zündſtoff ſchnell ausdehnte. Die großen
Fa=
brikanlagen ſtanden in einem Augenblick in Flammen.
Die Ausgänge waren verqualmt, ſodaß die beſchäftigten
Arbeiter und Arbeiterinnen nur mit großer Mühe ſich
retten konnten. Drei Perſonen werden vermißt. Man
befürchtet, daß ſie in den Flammen umgekommen ſind.
Zwei Perſonen wurden ſchwer verletzt in das
Kranken=
haus eingeliefert. An ihrem Aufkommen wird
gezwei=
felt. Die Spinnerei brannte vollſtändig aus.
Duisburg, 22. Febr. Wie der Duisburger General=
Anzeiger meldet, hat der Generaldirektor der Fürſtlich
Hatzfeld=Wildenburgiſchen Domäne, von Boot,
Verun=
treuungen in Höhe von 2 Millionen Mark
be=
gangen. Er ſoll mit einer Dame geflüchtet ſein,
wäh=
rend ſeine Frau ſich im Irrenhauſe befindet.
Braunſchweig, 22. Febr. Der Geograph Profeſſor
Richard Andree, der Herausgeber von Andrees
Hand=
atlas iſt, wie die Braunſchweiger Landeszeitung
mit=
teilt, auf der Reiſe von München nach Nürnberg
ge=
ſtorben.
Görlitz, 21. Febr. Vor dem hieſigen Schöffengericht
gelangte die Privatbeleidigungsklage des
„Berliner Tageblatts” gegen den Landrat Dr.
Hegenſcheidt=Hoyerswerda,
Reichstagsabgeord=
neter im Reichstagswahlkreiſe Hoyerswerda=Rothenburg
zur Verhandlung. Als Vertreter des Tageblatts war
Thefredakteur Theodor Wolff erſchienen. Dr.
Hegen=
ſcheidt war beſchuldigt, während der Wahlbewegung in
einem Flugblatt dem Tageblatt vaterlandsloſe
Beſinnung vorgeworfen zu haben. Der Angeklagte
wurde auf Grund des § 193 des Strafgeſetzbuches,
Wah=
rung berechtigter Intereſſen, freigeſprochen. Die
Koſten des Verfahrens wurden dem Privatkläger
auf=
erlegt.
Innsbruck, 22. Febr. Der Abſturz eines
Fels=
koloſſes von 800 Kubikmetern bedroht einen Teil des
Dorfes Deutſchhofen. Es ſind umfaſſende
Vorbereitun=
gen getroffen, um eine Kataſtrophe zu verhindern.
Paris, 22. Febr. In einem
Automobildroſch=
kenſchuppen gerieten geſtern zwei Wagen in
Frand. Die Unterſuchung ergab, daß das Feuer durch
die Exploſion einer in mehreren Glasröhren
enthalte=
nen verdächtigen Flüſſigkeit verurſacht worden war. Man
bringt den Vorfall mit dem bereits ſeit einigen
Mona=
ten andauernden Chauffeurausſtand in Zuſammenhang.
Lorient, 22. Febr. Das ſtrafrechtliche Verfahren
gegen den der Spionage beſchuldigten italieniſchen
Anarchiſten Albertini, der im Marinearſenal
Beſchäf=
tigung gefunden hatte, iſt eingeſtellt worden, doch wurde
gleichzeitig über Albertini die Landesverweiſung
ver=
hängt.
Kriſtianka, 21. Febr. Wie Aftenpoſten erfährt, wurde
heute ein Matroſe des hier liegenden engliſchen
Ka=
nonenbootes „Foxhound” unter Bewachung mit einem
heute abgehenden Wilſon=Dampfer nach Hull geſchickt.
Wie das Blatt weiter mitteilt, ſoll es ſich um einen in
England naturaliſierten Deutſchen handeln, welcher der
Spionage zugunſten Deutſchlands beſchuldigt wird.
Moskau, 21. Febr. Der Herzogregent von
Braunſchweig und Gemahlin ſind hier
ein=
getroffen.
New=York, 21. Febr. Im Hooſactunnel (
Maſ=
ſachuſetts) kam es 2500 Fuß von der weſtlichen Einfahrt
zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen einem
Perſonen=
zug und einem Güterzug. Heftiges Feuer und ſchwere
Exploſionen machen es unmöglich, bis zur Unglücksſtelle
vorzudringen; die Behörden glauben, daß das vor
Samstag oder Sonntag nicht gelingen wird. Bis dahin
iſt der Verkehr unterbrochen. Soweit bis jetzt bekannt
iſt, wurden vier Perſonen getötet, 17 Güterwagen
wur=
den zerſtört.
New=York, 21. Febr. In Houſton (Texas) iſt ein
Großfeuer ausgebrochen, das ſich über eine Fläche
von einer Meile Länge und Breite über ſieben
Häuſer=
blocks ausdehnte. Viele Wohnhäuſer, Fabriken und
Kirchen fielen dem Brande zum Opfer. Gegen 1000
Per=
ſonen ſind obdachlos. Der Schaden wird auf 5 Mill.
Dollars geſchätzt. Durch das Großfeuer wurden auch
50—60000 Baumwollballen zerſtört.
Windhuk, 19. Febr. Die Lüderitzbuchter Zeitung
ſchreibt: Zu Beginn des Jahres 1905 unternahm der
Stabsveterinär Johannes Rogge einen Dienſtritt von
Lüderitzbucht nach Bethanien und zurück. Auf dem
Rück=
wege begriffen, ritt er, begleitet von dem Reiter
Fei=
bicke, am 10. Januar von Kubub weg und beabſichtigte,
ſeinen Weg über die Waſſerſtelle Ukama zu nehmen.
Dieſe Waſſerſtelle hat er nicht erreicht, und trotz eifriger
Nachforſchungen war weder von ihm, noch dem Reiter
Feibicke irgend eine Spur zu finden, ſodaß angenommen
werden mußte, daß beide, in der Wüſte verirrt, verdurſtet
ſeien. Etwa vor 1 Jahr wurden die Koppel und das
Sei=
tengewehr des Reiters aufgefunden und daraufhin die
Nachforſchungen um ſo eifriger wieder aufgenommen.
Dieſelben blieben reſultatlos, bis am 12. ds. eine von
Herrn Leutnant Tſchoerner von der 5. Kompagnie,
Cha=
mnis, ausgeſandte Patrouille unter Führung des
Polizei=
ſergeanten Peters aus Kolmanskuppe nicht ſehr weit von
dieſer Eiſenbahnſtation die Leiche des Stabsveterinärs
auffand. Die Leiche lag auf der halben Höhe einer
Wan=
derdüne und konnte ſehr leicht identifiziert werden, da
ſie, wahrſcheinlich die ganzen ſieben Jahre unter dem
trockenen Sande liegend, gänzlich mumifiziert und gut
erhalten war. Bei der Leiche wurden außer
eigenhän=
digen Aufzeichnungen des Verſtorbenen ein Paket
Feld=
poſtbriefe, zum Teil von ſeither im Aufſtande gefallenen
Offizieren und Angehörigen der Schutztruppe herrührend,
in gutem Zuſtande aufgefunden, ebenſo eine größere
Geldſumme. Aus den Aufzeichnungen des Verſtorbenen,
Poſtkarten an ſeine Mutter, Geſchwiſter und andere
Fa=
milienangehörige geht hervor, daß er am 10. Januar
Let=
terkopf paſſiert, die Waſſerſtelle Ukama aber verfehlt hat,
und daß er ſeinen Tod durch Verdurſten vor Augen ſah.
Um den ſchrecklichen Qualen zu entgehen, hat er ſich
ſchließlich durch einen Revolverſchuß durch die Schläfen
den Tod gegeben. Es iſt eine eigentümliche Schickung,
daß er genau 7 Jahre nach ſeinem Todestage,
dem 12. Januar 1905, am 12. Januar 1912 aufgefunden
wurde. Merkwürdigerweiſe beſagen die hinterlaſſenen
Schriftſtücke Roggers gar nichts über den Verbleib des
Reiters Feibicke, deſſen Leiche noch nicht gefunden worden
iſt. Es iſt anzunehmen, daß ſich die beiden bei dem
krampfhaften Suchen nach Waſſer aus den Augen
ver=
loren haben. Wie wir hören, wird die Leiche auf Wunſch
der Familie des Verſtorbenen nach Deutſchland
überge=
führt werden.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Hoftheater. Zu der nächſten Montag
ſtattfin=
den Erſtaufführung des Schauſpiels „Die Rivalin”
von E. E. Ritter ſchreibt Herr Regiſſeur Hacker:
Eduard Eugen Ritter, der mit ſeinem Schauſpiel „Die
Rivalin” zum erſten Male auf unſerer Hofbühne zum
Worte kommt, iſt trotzdem kein Neuling. Ekein
Schau=
ſpiel „Frau Marie” und ſein Luſtſpiel „Schwiegerſöhne”
haben ihm in der Theaterwelt ſchon einen Namen
ge=
macht. Ritter hat außerdem eine Reihe viel geleſener
Romane und Novellen geſchrieben und Uptain Sinclairs
bekannter Roman „Der Sumpf” iſt dem deutſchen
Pu=
blikum in Ritters Ueberſetzung übermittelt worden. Sein
neues Schauſpiel „Die Rivalin” behandelt einen
unge=
mein intereſſanten Konflikt. Die Mutter, die ihren Sohn
unter ſchweren Sorgen zu einem tüchtigen Manne
er=
zogen hat — er iſt ein hervorragender Arzt und ſeine
Klinik hat einen Weltruf — glaubt ſich durch deſſen
Hei=
rat auf das Altenteil der Liebe geſetzt. Sie kämpft darum
gegen die junge Frau, mit der ſie ſich in die Liebe ihres
Sohnes nicht teilen will. Verſchiedene mit der
Haupt=
handlung verknüpfte Epiſoden verleihen dem im
weſent=
lichen ernſt geführten Stück vielfach auch einen
luſtſpiel=
mäßigen Einſchlag.
Klavierabend Télémaque Lambrino.
Zu dem künſtleriſchen Ereignis, das uns der Klavierabend
des berühmten Künſtlers Lambrino morgen Samstag
abend (Hotel Traube) bringen wird, ſchreibt man uns noch:
Auch als Kammermuſikſpieler erſten Ranges iſt Lambrino
bekannt durch ſeine Mitwirkungen mit dem Böhmiſchen
Streichquartett, Gewandhaus= Prill= und Roſégartett. Das
Repertoire Lambrinos iſt ſehr reichhaltig und geht weit
über das vieler Pianiſten; es erſtreckt ſich von Bach bis auf
die modernen Komponiſten. Der Vortrag der H-moll=
Sonate Liſzts iſt z. B. eine derartig hervorragende Leiſtung
dieſes Künſtlers, daß er gerade hierin ganz wenig
Kon=
kurrenten hat. Seine Phantaſie und ſelbſtändige
Geſtalt=
ingskraft kommen gerade in dieſem Werke, einem
Grad=
meſſer für jeden modernen Pianiſten, zu allerſchönſter
Gel=
tung. (Den Kartenverkauf beſorgt die Firma Gg. Thies
Nachf. (Leopold Schutter), Eliſabethenſtraße.)
Stadtverordneten=Verſammlung.
26. Sitzung.
St. Darmſtadt, 22. Febr.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ung um ¾4 Uhr. Beig. Ekert macht zunächſt
Wahl=
vorſchläge von Mitgliedern für die gemäß § 4 der
Verordnung vom 9. Dezember 1911, die Abſchätzung des
gemeinen Wertes der landwirtſchaftl. benutzten
Grund=
ſtücke für die Gemeindegrundſteuer betreffend, zu
bilden=
den Kommiſſionen. Die vorgeſchlagenen Herren werden
gewählt.
Ein gewonnener Prozeß.
Stadtv. Lin dt teilt mit: Der Prozeß der Th.
Söder Eheleute gegen die Stadt wegen Enteignung
von Gelände im verlängerten Alexandraweg iſt von dem
Landgericht dahin entſchieden, daß ſtatt verlangter über
80 000 M. die Stadt nur 2400 M. zu zahlen hat unter
Zu=
ſcheidung von neun Zehntel der Koſten an Söder und nur
ein Zehntel an die Stadt. Dieſes Urteil iſt jetzt
rechts=
kräftig, Die Stadt wird die Urteilsſumme nebſt Koſten
auf die Anlieger auszuſchlagen haben.
die Vorſteherin des Schönheitsſalons ihre Demiſſion
ge=
igeben. Sie iſt der Anſicht, daß dieſe Form der Propaganda
doch der großen und ſchönen Sache unwürdig ſei. „Wenn
Sie eintreten, werden Sie empfangen mit der Frage: „Haben
Sie ſchon mit dieſem Haarwaſſer einen Verſuch gemacht?
Haben Sie ſchon jene Teintpillen erprobt?” Und das
ſcheint mir nicht der rechte Weg, das Frauenſtimmrecht
durchzuſetzen. Mrs. Belmont meint es gut, ſie hat
Tau=
ſende ausgegeben. Sie kommt jeden Morgen um zehn in
ihrem ſchönen Privatautomobil, ein Diener öffnet ihr den
Schlag. Dann kommt ſie herein und arbeitet, koſtet die
Suppe, arrangiert die Seifen im Schönheitsſalon und
be=
aufſichtigt alles. Sie iſt unermüdlich, aber ſie hat meiner
Anſicht nach einen falſchen Weg eingeſchlagen und darum
itrete ich zurück.” Und nun herrſcht im Frauenklub bittere
Zwietracht, die einen ſind für den Schönheitsſalon und die
anderen dagegen. Was wird geſchehen? Die tätige
Mil=
lionärin erklärt jedenfalls, ſie werde ihren Plan nie
auf=
geben, ſie wird weiter Seife und Haarfärbemittel verkaufen,
zum Heil und Frommen der Frauenrechtlerinnen. Und
be=
weiſen, daß dies der rechte Weg zum Frauenſtimmrecht iſt.
* „Die Johanna der Wüſte.‟ Ein engliſches Blatt
veröffentliche folgende phantaſtiſche Schilderung der
Wiedereroberung von Gargareſch durch die Türken. An
der Spitze der Wüſtenkrieger flog mehr als ſie ritt auf
einem ſchwarzen Pferde eine ſchlanke Frau in einem
brau=
men Gewand, die keine Waffe trug, die aber mit ihren
wilden Gebärden und ihrem ſchrillen Geſchrei die Männer
zu tollkühner Tapferkeit anreizte. Sie war faſt ſchwarz
von Angeſicht, eine vollblütige Sudaneſin. Dieſe Johanna
der Wüſte war die erſte, die mit ihrem Schlachtroß über
die Schanzen von Gargareſch hinwegſetzte. Ehe die letzten
Schanzen genommen wurden, hatte ein Granatſplitter ihr
Hand und Arm zermalmt, aber ſie erhob das blutende
Glied drohend gegen die Zaghaften, die vor den
italieni=
ſchen Kanonen zurückſcheuen wollten und höhnte, ſie möchten
doch zu den Kindern in die Zelte flüchten. Sie blieb auf
dem Kampfplatz, bis die Italiener die Flucht ergriffen, und
iſt heute die Heldin im Lager von Scnati Beni Adhem.
Es folgt:
Abſtimmung über die noch unerledigten
Punkte des Vertrags zwiſchen der Stadt
und der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſell=
ſchaft.
Der Vorſitzende trug zunächſt die ſämtlichen
Ver=
tragspunkte vor, über die in den Sitzungen der
Stadtver=
ordnetenverſammlung am 9. und 10. Februar lfd. Js.
noch nicht abgeſtimmt wurde und teilt hierzu die
Be=
ſchlüſſe mit, die von dem Rechts= und Sonderausſchuß in
gemeinſamer Sitzung gefaßt worden ſind. Die
Verſamm=
lung ſtimmt den neuen Vorſchlägen teils ohne, teils mit
kurzer Debatte zu. Zu § 13 der Satzung hatte Stadtv.
Baſtian beantragt, mindeſtens ſechs Mitglieder des
Aufſichtsrates aus den Vertretern der Stadt zu wählen.
Er zieht den Antrag heute zurück, da die neu
vorgeſchla=
gene Faſſung ihm genügt.
Zu § 20 entſteht eine lange Debatte über die
Koali=
tionsfrage reſpektive die Zulaſſung bezw.
An=
erkennung beſtehender Arbeitervereine
und Organiſationen. Der Oberbürgermeiſter ſtellt
feſt, daß dasKoalitionsrecht den Angeſtellten gewährt wird,
daß er aber keine Organiſation zulaſſen werde, die in
unruhiger Zeit Streiks und dergleichen organiſieren
würde, um eventuell Forderungen durchzuſetzen. Der
Verkehr diene der Allgemeinheit und dieſe mache ihn,
Redner, für die Aufrechterhaltung verantwortlich. Wenn
er nicht einſchreiten würde, würde ihn der Aufſichtsrat
dazu zwingen. Zu den nicht zugelaſſenen Organiſationen
zähle der Transportarbeiterverein, der bereits einmal
einen Streik nach ſozialdemokratiſchen Grundſätzen
orga=
niſiert hat, Im übrigen dürfe jeder Arbeiter politiſch
denken wie er wolle. Dieſen Standpunkt hält der
Vor=
ſitzende den Stadtvv. Dr. Fulda, Aßmuth, Dr.
Gal=
lus, Henrich und Gretzſchel gegenüber aufrecht.
Stadtv. Karl Lautz meint, daß der Stadtv. Dr. Fulda
dieſes Koalitionsrecht hier ſo oft betont hat, als ob das
ganze Leben davon abhänge. Man müſſe demgegenüber
doch auch feſtſtellen, daß es jedem Arbeitgeber
unbenom=
men ſein müſſe, Herr im Hauſe zu bleiben. In ſeinem
Gewerbe ſei es doch vorgekommen, daß die Gewerkſchaften
Forderungen aufgeſtellt, die die Geſellen gar nicht haben
wollten. Es genüge doch, daß es allen Arbeitern geſtattet
iſt, Vertreter zu wählen, mit denen dann die Kommiſſion
verhandelt. (Sehr richtig!) Stadtv. Dr. Noellner
ſpricht ſich in gleichem Sinne aus. Es ſoll jeder Arbeiter
gehört werden, eventuell durch ſeinen Vertrauensmann;
die Bürgermeiſterei verwahre ſich mit Recht nur dagegen,
mit den ſozialdemokratiſchen Organiſationen als ſolchen
zu verhandeln. Es wird ſchließlich vom
Oberbürger=
meiſter eine Faſſung vorgeſchlagen, nach der den aus der
Mitte der Arbeiterſchaft gewählten Vertrauensmännern
Gelegenheit gegeben ſein muß, von der Kommiſſion
ge=
hört zu werden. — Ein Antrag Fulda, zu ſagen „mit
Vertretern der Arbeiterſchaft” wird abgelehnt.
Stadtv. Gretzſchel beantragt, zu ſagen: Soweit
es ſich um Arbeits= und Dienſtordnungen, die Lohn= und
Gehaltstarife handelt, iſt die Zuſtimmung einer
Kom=
miſſion erforderlich, die aus den Mitgliedern der nach
§ 20 beſtehenden Kommiſſion, ſowie aus zwei aus der
Mitte der Angeſtellten und Arbeiter gewählten Vertretern
beſteht. Die Kündigung von Angeſtellten und Arbeitern
der Geſellſchaft kann nur nach Anhörung dieſer
Kommiſ=
ſion erfolgen.
Der Oberbürgermeiſter iſt gegen dieſen
Antrag, weil ſeine Annahme mit den übrigen
Beſtim=
mungen des Vertrages in Widerſpruch ſteht. Die
Ten=
denz des Antrages ſei die gleiche wie die des Antrages
der Bürgermeiſterei. — Stadtv. Gretzſchel kann dieſe
Auffaſſung nicht teilen. — Stadtv. Henrich iſt gegen
die Anſicht des Stadtv. Dr. Fulda und tritt für die
Faſ=
ſung der Bürgermeiſterei ein. Ebenſo in längeren
Aus=
führungen Stadtv. Sames. Die Abſtimmung ergibt
Annahme des Antrags der Bürgermeiſterei
und Ablehnung des Antrags Gretzſchel.
Ueber Linienführung und Tarife der
ver=
einigten Straßenbahnen
ſpricht Herr Regierungsrat Jordan als Vertreter
der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft. Seinen
Aus=
führungen iſt das Folgende zu entnehmen:
Im weſentlichen ſoll die Linienführung beſtehen
blei=
ben, wie ſie nach dem Vortrag des Herrn
Oberbürgermei=
ſters von Herrn Rötelmann aufgeſtellt worden iſt und
zwar:
Linie I: Jugenheim — Eberſtadt — Heidelberger
Straße-Neckar= und Rheinſtraße-Alexanderſtraße-
Die=
burger Straße bis Hirſchköpfe, mit zwiſchen liegenden
Fahrten: Eberſtadt-Schloß-Taunusſtraße, wenn nötig,
bis Hirſchköpfe. Linie II: Griesheim-Hauptbahnhof
Darmſtadt-Schloß-Oſtbahnhof. Linie III:
Arheil=
gen-Schloß-Oſtbahnhof. Linie IV: Friedhöfe bezw.
Böllenfalltor-Schloß-Hauptbahnhof. Linie V:
Beſ=
ſungen-Schloß-Hauptbahnhof. Linie VI:
Schloß=
gartenplatz-Frankfurterſtraße-Mathildenplatz-Schloß=
Ernſt Ludwigs=Straße-Eliſabethenſtraße-Neckarſtraße-
Rheinſtraße bis Main=Neckar=Bahnhof-Bismarckſtraße-
Liebigſtraße-Pallaswieſenſtraße bis Frankfurter Straße.
Bei den inzwiſchen gepflogenen weiteren
Verhand=
lungen und in den Beſprechungen in den Ausſchüſſen hat
hat ſich die allſeitige Zuſtimmung zu dieſer
Linienführ=
ung ergeben. Indeſſen traten noch zwei Wünſche in
den Vordergrund: 1. daß das Martinsviertel eine
unmittelbare Verbindung mit dem neuen
Haupt bahn hof erhält, und zwar über
Bis=
marckſtraße-Dornheimer Weg, und 2. daß eine direkte
Linie von dem Ernſt Ludwigs=Platz durch die
Pankra=
tiusſtraße nach dem Martinsviertel geſchaffen
wird.
Nach Verſtändigung mit der Bürgermeiſterei wurde
vereinbart, dieſen Wünſchen tunlichſt entgegenzukommen.
Es iſt daher in Ausſicht genommen, die neue
Verbind=
ungslinie nach dem Hauptbahnhof zu erbauen, nachdem
der Eiſenbahndamm im Zuge des Dornheimer Weges-
Bismarckſtraße beſeitigt iſt.
Ferner iſt die Verlängerung der Linie vom
Schloßgartenplatz nach dem Riegerplatz geplant.
Bezüglich des Wunſches des Martinsviertels auf
Er=
bauung einer direkten Linie durch die
Pan=
kratiusſtraße muß zunächſt die techniſche
Möglich=
keit dieſer Linienführung geprüft werden, und ihre
Aus=
führung wäre davon abhängig zu machen, daß zuvor die
Pankratiusſtraße auf Koſten der Stadt entſprechend
ver=
breitert wird, ſowie daß die entgegenſtehenden
Hinder=
niſſe bei Vorüberführung der Linie an der Hochſchule
be=
ſeitigt ſind und die erforderliche Konzeſſion und die ſonſt
notwendigen Genehmigungen erlangt werden können.
Sollte dieſe Linie nicht verwirklicht werden können, ſo
bleibt es bei dem alten Vorſchlage der geplanten
Ring=
linie, die vom Schloßgartenplatz durch die
Pallaswie=
ſenſtraße in die Frankfurter Straße einbiegt, über den
Ernſt Ludwigs=Platz, die Eliſabethen=, Rhein= und die
Neckarſtraße nach der Liebigſtraße führt und an der
Frank=
furter Straße endigt.
Dies iſt das allgemein anzuſtrebende Programm,
deſ=
ſen Durchführung indeſſen noch abhängig iſt von der
näheren Prüfung der techniſchen Einzelheiten und der noch
vorzunehmenden wirtſchaftlichen und betriebstechniſchen
Feſtſtellungen.
Bezüglich des Zonentarifs wurde ausgeführt:
Der Tarif für die Straßen= und Vorortbahnen muß
nach bewährten Grundſätzen neu geregelt werden, ſchon
deshalb, weil die Linienführung geändert wird, und weil
Erweiterungen (nach dem neuen Hauptbahnhof und nach
dem Riegerplatz) und außerdem neue Strecken (nach dem
Oſtbahnhof und die Ringlinie) hinzukommen. Der
be=
ſtehende Tarif der Städtiſchen Straßenbahn kann unter
dieſen Umſtänden nicht aufrecht erhalten werden. Bei
einer Neuregelung iſt ein Einheitstarif, wie er in
einzelnen Großſtädten eingeführt wurde, für die hieſigen
Verhältniſſe wegen ſeiner Unwirtſchaftlichkeit vollſtändig
ausgeſchloſſen. Es kommt alſo nur der
Zonen=
oder Streckentarif in Betracht mit dem Grundſatz,
daß für 10, 15 und 20 Pfg. beſtimmte Weglängen
zurück=
gelegt werden können. Die Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſell=
ſchaft hat das Beſtreben, in dieſer Beziehung den
Wün=
ſchen der Einwohner in weiteſtgehendem Maße
entgegen=
zukommen und ſie hat im Einvernehmen mit der
Bür=
germeiſterei die Einheitsſtrecke auf annähernd 3000 Meter
feſtgeſetzt. Es können hiernach für 10 Pf g. u. a. folgende
Strecken innerhalb des Stadtgebietes zurückgelegt
werden:
Ab Landskronſtraße bis: Pallaswieſenſtraße,
Alter Bahnhof, Exerzierplatz, Marienplatz, Stiftſtraße.
Beckſtraße.
Ab Niederſtraße bis: Schlachthof,
Hauptbahn=
hof, Ringſtraße, Oſtbahnhof.
Ab Annaſtraße bis Roſenhöheweg; ab
Hirſch=
köpfe bis Schloß; ab Roſenhöheweg bis:
Pal=
laswieſenſtraße, Alter Bahnhof, Exerzierplatz,
Marien=
platz, Heinrichſtraße, Beckſtraße; ab Ringſtraße bis:
Artillerie=Kaſerne, Schlachthof, Hauptbahnhof, Ohlyſtraße;
ab Stiftſtraße bis: Weinbergſtraße, Sportplatz; ab
Schloß bis: Rennbahn, Böllenfalltor, Hirſchköpfe,
Rie=
gerplatz (Ringlinie); ab Schlachthof bis:
Oſtbahn=
hof, Hauptbahnhof, Artillerie=Kaſerne, Ohlyſtraße; ab
Pallaswieſenſtraße bis: Weinbergſtraße,
Sport=
platz, Oſtbahnhof, Roſenhöheweg; ab Hauptbahnhof
bis: Oſtbahnhof, Ohlyſtraße, Artillerie=Kaſerne.
Dieſer Zonentarif hat den Vorteil, daß eine
Ver=
teuerung für die Fahrten nach dem Hauptbahnhof trotz
der 800 Meter längeren Strecke nicht eintritt,
ausgenom=
men für einige Bezirke, die jenſeits der Dreikilometerzon:
liegen. Ferner iſt der Vorteil damit verknüpft, daß auch
die Außenſtrecken der Städtiſchen Linien nicht mehr 15
Pfg., ſondern vom Zentrum der Stadt aus bis zu 3000
Meter gleichfalls nur 10 Pfg. koſten. Die
Knipskar=
ten kommen allerdings in Wegfall, da ſie ſchon jetzt
faſt keine Vorteile bieten, dagegen ſollen zuſammenſtellbare
Streckenfahrkarten zu ermäßigten Preiſen
aus=
gegeben werden, wodurch es möglich iſt, auf einzelnen
oder mehreren Linien oder in beliebiger
Zuſammenſtel=
lung zu ermäßigten Preiſen zu fahren.
Schließlich ſollen die beſtehenden Vergünſtigungen
für Arbeiterfahrkarten nach den Vororten
bei=
behalten werden.
Zu den Wünſchen des Martinsviertels erklärt
der Oberbürgermeiſter, daß dieſes Viertel beſtimmt nicht
nur eine Linie mit der Mitte der Stadt erhält, ſondern
auch eine Verbindung mit dem neuen Hauptbahnhof.
An das Referat des Regierungsrats Jordan
ſchließt ſich eine lange Debatte. Stadtv. Kalbfuß
ſtimmt dem Tarifentwurf uſw. im weſentlichen zu, doch
hat er bezüglich der Linienführung einige Anſtände. —
Stadtv. Henrich fragt, wie ſich der Verkehr geſtalten
wird, wenn ab 1. April beide Bahnbetriebe
nebenein=
ander beſtehen. Man müßte doch dann die Tarife
aus=
gleichen. Der Beſſunger Stadtteil werde nachteilig
be=
handelt durch die Zonenführung. Man müſſe Beſſungen
entgegenkommen, namentlich im Verkehr von und nach
dem Hauptbahnhof. — Stadtv. Möſer tritt den
Be=
denken entgegen, die gegen das Projekt der Linienführung
ins Martinsviertel vorgebracht wurden. Namentlich
würde die Techniſche Hochſchule keinen Einwand erheben.
Die Verbreiterung der Pankratiusſtraße würde nicht ſo
teuer kommen; aber ſelbſt wenn die Koſten ſehr groß
wer=
den, dürfe man angeſichts des zu erwartenden ſehr
ſtar=
ken Verkehrs die Koſten nicht ſcheuen. — Stadtv. Dr.
Kolb tritt für die gleichmäßige Berückſichtigung aller
Viertel ein. Man ſollte den Kreis nicht ſo ſcharf ziehen,
und an einer der anderen Stellen weitergehen.
Regierungsrat Jordan tritt dem entgegen. Keine
Stadt, die Zonentarif hat, gibt drei Kilometer für 10 Pfg.
und wenn man eine Ausnahme macht für Beſſungen,
dann muß man ſie auch für andere Viertel machen, ſonſt
fällt der Zonentarif überhaupt. — Stadtv. Aß m u t h
tritt wiederholt für das Martinsviertel, und zwar für die
Peripheriebahn ein. — Stadtv. Schupp hält das
vor=
gelegte Linienprojekt für gut und meint, man ſolle auch
nicht zu viel verlangen, denn die weitergehenden Wünſche
werden ſchon an dem Koſtenpunkte ſcheitern. Zum
Zonen=
tarif beklagt er ebenfalls die nachteilige Behandlung
Beſ=
ſungens, doch könne man daran das Projekt nicht ſcheitern
laſſen. Bei einem ſo großen Geſchäft müſſe auch mal ein
Leidtragender ſein. — Stadtv. Stemmer ſpricht ſeine
Freude über das vorgelegte Projekt aus. Wunſchlos aber
könne eine ſo durchgreifende Reform niemals ſein. Es
komme ja auch nur wenig für den 15 Pfg.=Tarif in
Be=
tracht. — Stadtv. Werner meint, die Verbilliaung
be=
zieht ſich nur auf die Leute, die Streckenkarten löſen, alſo
meiſt auf Ausflügler uſw., aber nicht auf die Beſſunger,
die am äußerſten Ende wohnen. Man habe den Beſſungern
chon den Bahnhof genommen und nun ſollen ſie auch
noch 50 Prozent Fahrpreiserhöhung zahlen. Das ſei
unrecht, zumal Beſſungen kein Geheimratsviertel ſei,
ſon=
ern dort meiſt Arbeiter und mittlere Beamte wohnen.
Man habe das Zentrum der Zone nicht richtig gewählt.
Mit einer Verlegung des Zentrums um 200 Meter nach
Süden wäre allen Teilen geholfen. — Stadtv. Kahn
pricht ſeinen Dank aus für das vorgelegte Projekt. Für
ie Verbreiterung der Pankratiusſtraße muß unbedingt
geſorgt werden. Den Ausführungen des Stadtv. Werner
bezüglich des Zonentarifes ſtimme er bei. — Stadtv. Dr.
Noellner ſchlägt vor, die Fahrt von der Landskron=
Heidelberger Straße ab für 10 Pfg. nach dem
Hauptbahnhof zu geſtatten. Auf weitere Anfragen Dr.
Noellners teilt Regierungsrat Jordan mit, daß von
9½—12 Uhr 12=Minutenverkehr eintreten ſoll und nach
12½ Uhr je nach Bedürfnis einzelne Wagen zu den
Staatsbahnzügen verkehren ſollen. Stadtv. K. Lautz
würde zwar gern die Beſſunger Wünſche erfüllen, aber
es geht nun einmal nicht und man dürfe daran den
Ver=
trag nicht ſcheitern laſſen. Er verbreitet ſich dann ein=
gehend über die Linienführung und bittet, dafür zu
ſor=
gen, daß vom 1. April ab die Dampfbahn gleich wie die
Elektriſche ohne Aufſchlag benutzt werden kann.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing verbreitet ſich
ausführlich über die Entſtehungsgeſchichte der
vorliegen=
den Vorlage und über die Finanzierung derſelben. Man
müßte doch auch bedenken, daß die Wunſche nicht allein
mehr die Süddeutſche, ſondern doch die neue Gemeinſchaft
und damit die Stadt treffe. Redner bittet, die Vorlage,
die ein großes Entgegenkommen bedeute, anzunehmen.
Stadtv. Schäfer empfiehlt dringend die Annahme
der Vorlage, an der einfach nichts zu ändern iſt. — Stadtv.
Saeng iſt mit dem Plan einverſtanden, wenn die
ge=
zogene Grenze keine abſolute ſein ſoll und man von der
Landskronſtraße bis zum Bahnhof für 10 Pfg. fahren
kann. — Stadtv. Nohl ſpricht ſich im gleichen Sinne
aus. Auch Stadtv. Leyerzapf tritt noch für die
Beſ=
ſunger ein. — Damit ſchließt die Debatte.
Es ſind eine Anzahl Anträge eingelaufen, die
teilweiſe zurückgezogen, teilweiſe der Verwaltung
über=
wieſen werden. Ueber den Antrag, von der Landskron=
Heidelberger Straße bis zum Bahnhof für 10 Pfg. zu
fahren, ſoll mit der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft
verhandelt werden, desgleichen bezüglich des Antrages
Dr. Kolb betr. die Schießhausſtraße.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. — Schluß
gegen halb 9 Uhr.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 22. Febr. Präſident Dr. Kaempf
eröff=
net die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Die Beſprechung der
Interpellation, betreffend
Aufhebung der Futtermittel= und
Kar=
toffelzölle
wird fortgeſetzt.
Abg. Antrick (Soz.): Für uns iſt die Antwort des
Staatsſekretärs keineswegs befriedigend ausgefallen.
Eine beſſere Rede zugunſten des lückenloſen Zolltarifes
konnte ſich keiner der Herren von der Rechten wünſchen.
Die Rede zeigte die völlige Abhängigkeit der
Reichs=
regierung von dem oſtelbiſchen Junkertum. Durch eine
plötzlich geſteigerte Nachfrage nach Mais kann eine
Er=
höhung des Weltmarktpreiſes eintreten. Dieſe Erhöhung
würde aber bei weitem nicht ſo viel ausmachen, wie der
auf Mais gelegte Zoll. Wir müſſen deshalb nach wie vor
eine Aufhebung des Zolles für Mais und Futtermittel
im Intereſſe der ärmeren Landwirte verlangen. Was
Sie (nach rechts) durch den Wuchertarif nicht erreicht
haben, das haben Sie zu erreichen verſucht durch die
Ein=
fuhrſcheine. Wenn Sie (zum Zentrum) die
Produktions=
koſten für die Landwirtſchaft mindern wollen, dann
müſſen Sie mit uns für die Aufhebung der Futtermittel=
und. Getreidezölle eintreten. (Zuruf des Abg. Srzoda
(Zentrum): Die Getreidepreiſe ſind jetzt niedriger als
ohne Schutzzoll!) Das ſtimmt nicht. Wenn Sie ſich über
den wahren Sachverhalt informieren wollen, ſo leſen Sie
doch meine große Rede vom Jahre 1902 nach. (Große
Heiterkeit.) In Volkskreiſen werden wir ſagen, was ſie
von dieſem Reichstag zu erwarten haben und von einer
Regierung, die unter der Fuchtel der Junker ſteht. Mit
dem fluchwürdigen Schutzzollſyſtem muß gebrochen
wer=
den. (Beifall bei den Soz. Hu! im Zentrum und rechts.)
Staatsſekretär Wermuth: Ich finde, daß die
In=
terpellation in eine nicht beſonders glückliche Zeit fällt.
Wir ſehen gerade gegenwärtig ein Niederſinken der
Preiſe für alle landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe. Der Zoll
iſt auf Futtermittel und Kartoffel ohne Einfluß geweſen.
Die Einfuhr von Futtergerſte in den Monaten Oktober
bis Januar iſt genau ſo groß, ja noch etwas größer
ge=
weſen als die Einfuhr im gleichen Zeitraum des
Vor=
jahres. Bei Mais iſt ſeit der letzten Interpellation im
Herbſt ein erheblicher Preisrückgang zu verzeichnen. Der
Handel rechnet übrigens infolge der günſtigen La Plata=
Ernte mit weiter günſtigen Verhältniſſen. Es iſt auch
an=
zunehmen, daß die Verwendung von Mais in
Brenne=
reien jetzt noch ſtärker werden wird; Anzeichen dafür
zeigen ſich bereits. Damit würden wiederum gewiſſe
Mengen Kartoffeln für den Konſum frei werden. Im
Uebrigen wollte ich Ihnen mitteilen, daß der Bundesrat
heute im Sinne deſſen beſchloſſen hat, was ich vor einiger
Zeit und Staatsſekretär Dr. Delbrück in Ausſicht
ſtell=
ten. (Bravo!) Der Bundesrat hat beſchloſſen, zu
geneh=
migen, daß aus Billigkeitsgründen Kartoffeln
vorjäh=
riger Ernte von der Verzollung frei zu laſſen ſind. (
Leb=
hafter Beifall.) Es trifft nicht zu. daß der Zoll auf
Früh=
kartoffeln eigentlich ein Finanzzoll ſein ſollte; denn dann
würden die verbündeten Regierungen ihn eingebracht
ha=
ben. Das haben ſie aber nicht getan. Der
Zolltarifent=
wurf vom Jahre 1902 enthält einen Zoll auf Kartoffel
nicht. Es wurde erſt in der Kommiſſion von
verſchiede=
nen Seiten ein derartiger Zoll verlangt. Ein
weitergehen=
der Antrag bezweckte ſogar, für die Zeit vom 15.
Fe=
bruar bis 31. Juli einen Zoll von 25 Mark und für die
übrige Zeit von einer Mark. Dem wurde aber von
ver=
ſchiedenen Seiten widerſprochen. Ein Antrag, einen
Zoll von 2,50 Mk. feſtzuſetzen für die Zeit vom 15.
Fe=
bruar bis zum 31. Juli d. Js., wurde auch vom
Abgeord=
neten Herold (Zentrum) damit begründet, daß man die
Kartoffeln für den Großkonſum frei laſſen und nur
darauf bedacht ſein ſollte, die vom Auslande kommenden
Frühkartoffeln mit einem Zoll zu belegen. Dieſen Zoll
haben wir zu verteidigen gehabt. Er bleibt zunächſt
gegenüber Italien mit einer Mark beſtehen. Es bedeutet
alſo keine große Belaſtung und liegt auch nicht im
In=
tereſſe der Agrarier. Dieſer Zoll muß naturgemäß ganz
anders auf Italien und Malta wirken, als für
Oeſter=
reich, Rußland und die Niederlande, deren Erzeugniſſe
na=
türlich viel billiger ſind. Die Befürchtungen, daß gerade
die billigen Kartoffeln durch den Zoll getroffen werden,
haben ſich nicht als begründet erwieſen. In dieſem Jahre
liegen die Verhältniſſe anders betreffs der Einfuhr aus
Rußland und den Niederlanden. Durch den Winter ſind
für den Verſand der großen Abſchlüſſe bedeutende
Un=
zuträglichkeiten entſtanden, deshalb ſollen auch dieſe
Ab=
ſchlüſſe, die aus dieſem Grund nicht zum Verſand
ge=
langen konnten, dem Zoll nicht unterworfen ſein. Wir
glauben damit im Sinne des Schutzzolles gehandelt zu
haben, wenn die verbündeten Regierungen ohne
Inan=
ſpruchnahme des Reichstages von dem ihnen zuſtehenden
Recht auf Suspendierung Gebrauch gemacht haben.
Hieraus können Sie das Intereſſe erkennen, das die
ver=
bündeten Regierungen fortgeſetzt für die Volkswirtſchaft,
für Induſtrie, Handel und Landwirtſchaft pflegen, indem
ſie offenbare Unzuträglichkeiten beſeitigen.
Abg. Giesberts (Ztr.): Der
Abgeord=
nete Antrick verlangte nicht vollſtändige
Auf=
hebung, ſondern Abbauen des Zolles. Die Not
der Bevölkerung zu lindern, ſind wir bereit. Das
Zentrum hat ſch bei der Finanzreſorm gegen den
Kar=
toffelzoll gewandt. Die Sozialdemokratie ſollte das
an=
erkennen. Die Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
ha=
ben durch Bereitſtellen von Geldmitteln zur Beſchaffung
von Futtermitteln ſehr ſegensreich gewirkt. Als Redner,
auf verſchiedene Zwiſchenrufe eingehend antwortet, bittet
Vizepräſident Dove, Zwiſchenrufe zu unterlaſſen, und
nicht darauf zu antworten. Giesberts fortfahrend: Es
wird viel von Parteien von Agrarpolitik geſprochen, die
mit dem Agrarproblem noch gar nicht ins Reine
gekom=
men ſind. Gerade bei den Sozialdemokraten gehen die
Anſichten darin weit auseinander. (Vizepräſident Dove
bittet den Redner, zur Sache zu ſprechen.) Giesberts: Ich
trete dafür ein, daß eine unparteiiſche, parlamentariſche
Kommiſſion eingeſetzt wird, die die Folgen des
Schutz=
zollſyſtems eingehend zu prüfen hat, damit wäre der
ſozialdemokratiſchen Agitation am eheſten Einhalt
ge=
boten. — Abg. Weilnböck (konſ.): Wir legen Wert
darauf, feſtzuſtellen, daß das Beſtehen eines
Kartoffel=
zolles nur den Zweck hat, die kleinen Landwirte
konkur=
renzfähig zu machen. Heute koſtet auf dem Lande und in
den kleinen Städten der Zentner Kartoffeln 4 Mark, in
den großen Städten 8 Mark. Den Vorteil hat alſo
ledig=
lich der Handel, hier netto 100 Prozent. Bei der
Auf=
hebung des Zolles, der für den Zentner nur 50 Pfennig
beträgt, würde ſich dieſer Betrag auch noch bei dem
Han=
del verkrümeln. In früheren Zeiten hat die
Suspen=
dierung des Gerſtenzolles nicht preismildernd, ſondern
eher preisſteigernd gewirkt. Ich warne die Parteien der
Linken davor, zu verſuchen, einen Keil zwiſchen Groß=
und Kleinbeſitz zu treiben, ſie werden damit doch keinen
Erfolg haben. — Abg. Heſtermann (D. Bbd.):
Unter den Zuſtimmenden zu dem Kartoffelzoll befindet
ſich kein kleiner und mittlerer Bauer. Von der Aufhebung
des Gerſtenzolles hätte nur der Großkapitaliſt einen
Vor=
teil, er iſt der größte Feind der Landwirtſchaft. (Großer
Widerſpruch.) Ich kann das ſagen von meinem
Stand=
punkt aus, ich bin ein Wilder (Heiterkeit) und ſtehe auf
ſeiten keiner Partei. — Abg. Schweikhardt (Fortſchr.
Vpt.): Der Handel iſt mit vielen Unkoſten belaſtet, auch
durch die große Finanzreform, und muß ſich mit
gerin=
gem Nutzen begnügen.
Nach einigen perſönlichen Bemerkungen wird die
Sitzung auf Freitag 11 Uhr vertagt. — Tagesordnung:
Geſetz zur Bekämpfung des Mädchenhandels, Handel= und
Schiffahrtsvertrag mit der Türkei und das
Reichsange=
hörigkeitsgeſetz. — Schluß 6 Uhr.
Luftfahrt.
sr. Die Zahl der deutſchen
Militärflug=
zeuge wird jetzt ſtändig durch auffallend reiche
Be=
ſtellungen ſeitens des Kriegsminiſteriums vermehrt.
So wurden in jüngſter Zeit zumeiſt mit Lieferungsfriſt
bis zum 1. Mai je 16 Apparate bei den Albatros=Werken
in Johannisthal und E. Rumpler=Luftfahrzeugbau=
Ber=
lin=Lichtenberg beſtellt. Ein größerer Poſten von 11.
Apparaten wird von der Aviatik=Aktiengeſellſchaft
Mül=
hauſen i. E. zu liefern ſein. 2 Apparate werden von den
Harlan=Werken=Berlin, 3 bei Auguſt Euler=
Frank=
furt a. M. und 1 bei der Firma Dorner=Johannisthal
beſtellt.
* Mannheim, 21. Febr. Dem Mannheimer
Ge=
neralanzeiger wird von kompetenter Seite geſchrieben:
Das Luftſchiff Schütte=Lanz ſoll vorausſichtlich
in der erſten Hälfte des März feine zweite Fahrtperiode
beginnen, nachdem nunmehr auch der zweite große
Mo=
tor eingebaut und alle ſonſtigen Vorbereitungen
ge=
troffen ſind. Heute fand eine eingehende Beſichtigung
des Luftſchiffes und der geſamten Anlagen durch Herrn
Oberſt Schmiedecke, Abteilungschef im
Kriegsmini=
ſterium, ſtatt. Die Beſichtigung erfolgte jetzt, weil alle
Teile für die endgültige Montage aufgebaut und bereit
liegen. Wie wir hören, ſoll die Beſichtigung zur
Zufrie=
denheit ausgefallen ſein. Auch ſoll bereits in der
vori=
gen Woche eine Beſichtigung durch die Herren Offiziere
der Berliner Inſpektion des Luft= und Kraftfahrweſens
ſtattgefunden haben.
* Wien, 21. Febr. Der Landtag nahm einen
An=
trag an, 30000 Kronen als Preis für einen Fernflug
Berlin= Wien und 20000 Kronen für einen
Rund=
flug in Niederöſterreich und ſonſtige
Ueber=
landflüge zu bewilligen.
* Paris, 22. Febr. Die
Gemeindeverwalt=
ung von Rouen bewilligte einen Kredit von 20000
Francs für ein Flugzeug, das den Namen „Ville de
Rouen” erhalten ſoll. In Belfort wurde eine
Samm=
lung für einen Militär=Aeroplan eingeleitet, der den
Namen der Stadt führen ſoll.
Die Kriſis im engliſchen Kohlenbergbau.
* London, 21. Febr. Im Unterhauſe teilte
Pre=
mierminiſter Asquith unter Beifall des Hauſes mit, daß
die Einladung an die Arbeitgeber und Arbeitnehmer im
Kohlenbergbau morgen zu einer Beſprechung
mit ihm im Auswärtigen Amt zuſammenzukommen,
bei=
derſeits angenommen worden ſei.
* London, 22. Febr. Die Admiralität hat große
Abſchlüſſe über den Ankauf amerikaniſcher
Koh=
len gemacht, die in die auswärtigen Kohlenſtationen zu
liefern ſind. Ferner hat die Admiralität von den
Koh=
lengruben in Wales, mit denen ſie in
Geſchäftsverbin=
dung ſteht, alle Kohlen gekauft, die zu haben waren und
Dampfer zu deren ſofortigen Verladung gechartert.
— London 22. Febr. Nach einer Meldung der
London News Agency werden die Vertreter der
Arbeiter morgen früh im Auswärtigen Amt mit der
Regierung verhandeln. Auf jeden Fall lehnte heute nach
langer Beratung der Börgarbeiterbund die Probezeit
von zwei Jahren ab, welche die Grubenbeſitzer fordern,
wenn ſie den Mindeſtlohn annehmen ſollten. Vertreter
der Bergarbeiter von Großbritannien,
Frank=
reich, Belgien und Oeſterreich hielten heute eine
Konferenz ab, um über die Frage einer Unterſtützung der
engliſchen Bergleute im Falle eines Ausſtandes, ſowie
über die Möglichkeit eines Sympathieſtreiks zu beraten.
Ein Beſchluß wurde nicht gefaßt. Die Beratungen ſollen
morgen fortgeſetzt werden.
Die Revolution in China.
* Mukden, 21. Febr. Der republikaniſche
Ober=
befehlshaber der Mandſchurei, Lantienwai, verlangte
von Tſchaoerhſuen die Uebergabe ſeines Amtes, andernfalls
drohe er, die Stadt gewaltſam einzunehmen. Die
Bevöl=
kerung iſt unruhig. Der Handel ſtockt.
* London, 22. Febr. Der Daily Telegraph meldet
aus Schanghai vom 21. dieſes Monats: Tangſchaoyi
hat heute in Begleitung von 21 hervorragenden Republi=
kanern, darunter Vertretern aus Nanking und Wutſchang,
Schanghai verlaſſen, um ſich zu
Juanſchi=
kai zu begeben. Er wird in vier Tagen in Peking
ein=
treffen. Juanſchikai wird ſich nach Empfang der
Dele=
gierten per Bahn nach Hankau und von da auf dem Fluß
nach Nanking begeben, wo er in 14 Tagen erwartet wird.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 22. Febr. Der Bundesrat hat in ſeiner
heutigen Sitzung die Vorlage betr. den Zollerlaß für
Kar=
toffeln, der Vorlage betr. Ergänzung und Aenderung der
Taratarife ſeine Zuſtimmung erteilt. Zur Annahme
ge=
langten die Vorlagen betr. Prägung von 5 Millionen Mark
Zehnpfennigſtücke und 21 Millionen Mark Dreimarkſtücke,
ſowie je 4,5 Millionen Mark Zwei= und Einmarkſtücke, 2
Millionen Mark Zweipfennigſtucke und 3 Millionen Mark
Einpfennigſtücke.
* Berlin, 22. Febr. Heute vormittag um 11 Uhr wurde
zum Andenken an den verſtorbenen Grafen
Aehren=
thal in der Stille eine Meſſe in der katholiſchen
Hed=
wigskirche geleſen. Unter den Anweſenden befanden ſich
der Reichskanzler, Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter,
Unterſtaatsſekretär Zimmermann, der italieniſche, der
ja=
paniſche und der franzöſiſche Botſchafter, ſämtliche Herren
der öſterreichiſch=ungariſchen Botſchaft mit ihren Damen,
der bayeriſche Geſandte Graf von und zu Lerchenfeld,
Ver=
treter der ruſſiſchen, engliſchen und der italieniſchen
Bot=
ſchaft, der bulgariſche Geſandte und der Kommandeur des
Kaiſer Franz Garde=Grenadier=Regiments Nr. 2.
* Krefeld, 22. Febr. Der Krefelder Zeitung zufolge
ſind bei dem Brande der Baumwollſpinnerei
zu Uerdingen ein Arbeiter und zwei Arbeiterinnen
ſchwer verletzt worden. Niemand wird vermißt. Der
Be=
trieb erfährt vorausſichtlich keine Unterbrechung.
* Schloß Berg (Luxemburg), 22. Febr. Ein heute
mittag 12 Uhr ausgegebenes Bulletin über das
Be=
finden des Großherzogs beſagt, daß keine
Tem=
peraturſteigerung mehr zu beobachten war und auch der
Huſtenreiz geringer geworden iſt. Dagegen war in den
letz=
ten Tagen öfter leichte Herzſchwäche zu konſtatieren. Puls
und Atmung ſind ſehr unregelmäßig. Die
Schluckbe=
ſchwerden haben nicht zugenommen.
* Mailand, 22. Febr. Dem Corriere della Sera wird
aus Kairo gemeldet: Nach einem in der Zeitung El Ahram
erſchienenen Brief erklärte der Führer des
Aufſtan=
des in Arabien, Said Idris, er habe die Waffen
von den Italienern erhalten, indem er die Stämme daran
erinnert, daß auch Mohammed Geſchenke nicht
zurückge=
wieſen habe. Im Uebrigen habe er niemals feindliche
Gefühle gegen Italien gehegt, deſſen Haltung gegenüber
dem Islam in Erythräa er zu ſchätzen wiſſe. Idris richtete
auch einen Brief an den Führer der Senuſſi, in welchem
er dieſe auffordert, der Feſtſetzung der Italiener in
Tri=
polis keinen Widerſtand zu leiſten und in dem er ſeine
Ver=
wunderung darüber ausſpricht, daß die tripolitaniſchen
Araber die Partei der Türken nehmen, die immer ein
Un=
glück für den Islam geweſen ſeien. Er erinnert die Senuſſi
weiter daran, daß ſie ſeit langem beſchloſſen hätten, ſich
die Sympathieen Frankreichs und Großbritanniens zu
er=
halten. So ſollten ſie auch auf Italien zählen, um ihren
ſchließlichen Sieg auf der arabiſchen Halbinſel zu ſichern.
Der Brief ſchließt mit der Ankündigung, daß der Marſch
gegen Mekka demnächſt angetreten werden ſolle und mit dem
Ausdruck der zuverſichtlichen Hoffnung, daß das Kalifat
unverzüglich den Arabern zurückgegeben werde.
* Kriſtiania, 22. Febr. Einer Morgenblattmeldung
zufolge iſt auf der hieſigen engliſchen Geſandtſchaft nichts
davon bekannt, daß der Heizer des hier liegenden
eng=
liſchen Torpedojägers „Foxhound” als deutſcher Spion
verhaftet wurde. Es liege wahrſcheinlich eine Verwechſlung
mit einem Heizer des „Foxhound” vor, der wegen eines
in Trunkenheit ausgeführten Ueberfalles auf einen
norwegi=
ſchen Heizer verhaftet, ſpäter aber aus der Haft entlaſſen
und nach England geſandt wurde.
* Stockholm, 22. Febr. Das Organiſationskomitee
der Olympiſchen Spiele hielt unter dem Vorſitz des
Kronprinzen eine Sitzung ab, in der u. a. beſchloſſen
wurde, die durchaus grundloſen Gerüchte zu dementieren,
die ſich in der internationalen Preſſe über den angeblichen
Zimmermangel in Stockholm während der Olympiſchen
Spiele verbreitet haben. Bei den offiziellen
Vermietungs=
bureaus ſind außer den vorhandenen Hotels eine durchaus
genügende Anzahl Zimmer angemeldet.
* Petersburg, 22. Febr. Reichsduma. In
Beant=
wortung der oppoſitionellen Interpellationen betreffend die
Ausſchließung der Urheber der
Studenten=
unruhen von den Univerſitäten, ſowie betreffend das
proviſoriſche Verbot von Studentenverſammlungen in den
Hochſchulräumen führte der Unterrichtsminiſter Kaſſow aus,
der Miniſterrat ſei der Anſicht, daß private Verſammlungen
von Studenten nur zu akademiſchen Zwecken zuläſſig ſeien.
Er ſei nicht der Anſicht, daß darunter auch die Abſicht, einen
Streik zu proklamieren, zu verſtehen ſei. (Beifall auf der
Rechten). Ohne die Maßnahmen, die die Regierung
ge=
troffen hätte, wäre der Studentenſtreik überall einſtimmig
proklamiert worden. Binnen 8 Tagen würden alle ruſſiſchen
Schulen geſchloſſen worden ſein. Er wäre alsdann
dar=
über interpelliert worden, welche Maßnahmen er zu ihrer
Wiedereröffnung zu ergreifen gedenke. (Andauernder
Bei=
fall rechts und im Zentrum). Die von der Regierung
ge=
troffenen Maßnahmen ſeien gewiß ſtreng geweſen, aber
die Regierung habe ſie in Ermangelung eines beſſeren ge=
troffen und ſei tief davon überzeugt, daß ſie damit einem
Teil der Studenten eine Unterbrechung ihrer Studien
er=
ſpart habe. Der Miniſter ſchloß mit der Erklärung, das
Unterrichtsminiſterium, das mit Arbeit überhäuft ſei, ſei
wohl geneigt, es möglichſt den Univerſitätskörperſchaften zu
überlaſſen, den Fortgang des Unterrichts an den
Univerſi=
täten zu gewährleiſten. Die baldige Erfüllung dieſer
Auf=
gabe würde das Miniſterium der Unannehmlichkeit
ent=
heben, wieder zu Zwangsmaßnahmen zu greifen.
* Konſtantinopel, 22. Febr. Blättermeldungen beſagen,
das Marine=Miniſterium erwäge ein neues
Bauten=
rogramm für 20 Marineeinheiten. Die
Vor=
beſprechungen mit engliſchen Werften und der Caſſelſchen
Kationalbank of Turkay, welche die nötigen Summen
vor=
ſtrecken ſoll, hätten bereits begonnen.
Brieſtaſten.
W. hier. Sie fragen: „Iſt ein Kaufmann oder
Händler nicht verpflichtet, ſchlechte Eier
umzutau=
ſchen oder das Geld dafür zurückzugeben? Gute Eier
koſten jetzt pro Stück 10—12 Pfg. Wenn unter 20 Eiern
5 ſchlechte ſind, habe ich 50 Pfg. weggeworfen. In
jedem anderen Falle kann der Käufer verlangen,
für ſein Geld brauchbare Ware zu erhalten und der
Verkäufer tauſcht ſchlechte und verdorbene um. Warum
ſoll bei Eiern eine Ausnahme gemacht werden? Der
Käufer iſt doch hier ebenſo um ſein Geld betrogen, wie in
anderen Fällen. Die Verkäufer weigern ſich aber, für
ſchlechte und unbrauchbare Eier Erſatz zu leiſten. Gibt
es hierüber geſetzliche Beſtimmungen?“
Wir können Ihnen hierüber keine Auskunft geben,
vielleicht iſt einer unſerer Leſer dazu in der Lage.
G. K, hier. Wenden Sie ſich an das Hauptmeldeamt
Darmſtadt.
M. Kz. hier, Hanauer Hof. Die Reichsgeſetzgebung
wird ausgeübt durch den Bundesrat und den Reichstag;
dieſem letzteren ſteht ein Initiativrecht zu, d. h. er kann
ſelbſt Geſetzesvorlagen vorſchlagen. Die vom Bundesrat
ausgehenden Geſetzesvorlagen werden im Auftrag des
Kaiſers im Reichstag eingebracht, aber dem Kaiſer ſteht ein
Geſetzesvorſchlagsrecht nicht zu, ſondern nur den
verbün=
deten Regierungen als Ganzes. Ein Geſetz kommt
zu=
ſtande durch übereinſtimmende Mehrheitsbeſchlüſſe von
Bundesrat und Reichstag; die Sanktion der Geſetze ſteht
wiederum dem Bundesrat zu und nicht dem Kaiſer, der
nur die Ausfertigung und die Verkündigung der Geſeſtze
zu vollziehen hat. Die Verkündigung erfolgt im
Reichs=
geſetzblatt. Die heſſiſchen Kammern erlaſſen ebenfalls
ge=
meinſam mit der Regierung die Geſetze. Die Zweite
Kam=
mer iſt der Erſten Kammer nicht unterſtellt und keine kann
für ſich allein Geſetze erlaſſen. Eventl. erfolgt gemeinſame
Abſtimmung.
CARMUETerWoht
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapothekel
Karmelitergeist
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liebe gute Schweſter, Schwägerin, Tante und
Großtante
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Auguste Seederer
im 76. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 22. Februar 1912.
Pauline Seederer.
Seederer, Oberst z. D.
nebſt Kindern und Enkel.
Die Einſegnung findet Freitag, den 23. Februar,
nachmittags 5 Uhr, im Trauerhauſe
Martin=
ſtraße 48, die Einäſcherung am 24. Februar,
mittags 1 Uhr, in Offenbach ſtatt.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Heim=
gang meiner lieben Mutter
(4528
Frau
Amalie Wilke Wwe.
ſage innigſten Dank.
Karl Wilke, Ober=Bahnaſſiſtent.
Darmſtadt, am 22. Februar 1912.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgang unſeres lieben Onkels und Schwagers
Herrn Heinrich König
ſagen wir Allen herzlichen Dank.
(4545
Familie Chr. Hartmann.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
an dem Hinſcheiden unſeres braven Sohnes und
Bruders
(B4518
Wilhelm Dechert
ſagen Allen innigſten Dank.
Familie Dechert.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 23. Februar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 45 Min.
Samstag, den 24. Februar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr Sabbatausgang 6 Uhr
45 Minuten.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 24. Februar:
Vorabend 5 Uhr 20 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 45 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 25. Februar,
an: Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr.
NB. Donnerstag, den 29. Februar:
Faſttag T. Esther. Nachmittags 5 Uhr 45 Min.
Dankſagung.
Anläßlich meines 70. Geburtstages ſind
mir aus Nah und Fern ſo zahlreiche
Glück=
wünſche zugegangen, daß es mir unmöglich iſt,
jedem Einzelnen perſönlich zu danken. Ich
ſpreche daher auf dieſem Wege allen
Gratu=
lanten meinen herzlichſten Dank aus.
Schäfer, Bürgermeister,
Eberſtadt bei Darmſtadt.
4522)
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Das
Tänzchen‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kurſus über Armenpflege ꝛc.: Beſichtigung ves
Ohlyſtifts bei Gräfenhauſen (Abfahrt 1.42 Uhr). —
Schlußverſammlung um 8 Uhr im Saalbau.
Kammerkunſt=Abend von Marya Delvard und
Marc Henry um 8 Uhr im „Mathildenhöhſaal” (Freie
lit.=künſtl. Geſellſchaft).
Vortrag von Direktor Paſtor Stuhrmann um 8 Uhr
im „Kaiſerſaal”
Vortrag von Pfarrer Marguth um 8 Uhr im
Ge=
meindehaus der Johannesgemeinde (Frauenverein).
Vortrag von Profeſſor Dr. Leimbach um 8¼ Uhr im
Saal 330 der Techn. Hochſchule (Alkoholgegnerbund.)
Konzert um 6 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 24. Februar.
Waffen= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Detammotcm. Kienlgonerbtreisendef
unn Achtung i
Betr.: Anmeldung zur Unfallberufsgenossenschaft!
Aus den amtlichen Bekanntmachungen geht nicht mit der
wünſchenswerten Klarheit hervor, daß
en alle
Detailgeschäfte
die entweder 1 gewerblichen (Hausburſchen u. dergl.) oder 2 kaufm.
Angeſtellte dauernd das ganze Jahr beſchäftigen, ſich
zur Unfallberufsgenoſſenſchaft anmelden müſſen.
Wir machen daher unſere Mitglieder ſowie alle ſonſtigen
hieſigen Detailgeſchäfte auf die entſprechenden Beſtimmungen
auf=
merkſam. Die Anmeldungen haben — bei Vermeidung einer
Strafe bis zu Mk. 100.— bis
(4506a
— ſpäteſtens 15. März
bei der Großh. Bürgermeiſterei (Waldſtr. 6, I.) zu erfolgen.
An=
meldeformulare können auch bei dem Vorſitzenden unſeres Vereins,
Herrn Wilh. Kalbiuss, Markt 10, in Empfang genommen werden,
der auch gerne jede weitere Auskunft in dieſer Angelegenheit erteilt.
Unſere Mitglieder machen wir darauf aufmerkſam, daß ſie
Lehrverträge und Angeſtelltenverträge jederzeit
unentgelt=
lich bei dem unterzeichneten Vorſitzenden erhalten können.
Der Vorstand des Vereins der Detaillisten in Darmstadt.
Fr. Becker, Schriftführer.
Wilh. Kalbfuss, Vorsitzender.
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Freitag, 23. Februar.
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Zum erſten Male wiederholt:
Das Tänzchen.
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mann Bahr.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
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Malwine, ſ. Tocht. Frl. Uttmann
Generaldir. Emil
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Regierungsaſſ. Dr.
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Frau KlaraHeydt,
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Paul Windel,
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Probſt Rochus v.
Kathen.
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Dalm=Duhna . Hr. Schneider
Geheimrat Prof.
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Frhr. von Jentz . Hr. Lehrmann
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Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
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Vorſtell. zu ermäßigten Preiſen:
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und im Verkehrsbüro. — Studentenkarten sind beim
Hausmeister der Technischen Hochschule zu haben.
Anmeldungen zur Mitgliedschaft, deren Vollzugnoch vor dem
Feste gewünscht wird, sind bis spätestens 23. Februar an den
1. Vorsitzenden, Herrn W. Lehrbach, Schillerplatz zu richten.
Wir machen unsern Mitgliedern bekannt, dass
Mitglieds-
maskenkarten nur für die direkt zur Familie gehörigen,
ledigen Personen (wie Tochter oder Sohn) letzterer nicht
über 18 Jahre, abgegeben werden, welche bei unserem 1.
Vor-
sitzenden, Herrn W. Lehrbach, Schillerplatz, zu haben sind.
DER VORSTAND.
(4494
Verein der Württemberger, Darmstadt.
Sonntag, den 25. Februar, von abends 7 Uhr ab:
Geburtstags-Feier
Sr. Maj. des Königs Wilhelm II. von Württemberg
bei Mitglied Eppler, „Zur Bavaria” Grafenſtr. 21.
4480) Hierzu ladet höfl. ein
Der Vorstand.
Sonntag, den 25. Febr. 1912, abends 8½ Uhr,
im Lokal des Chriſtl. Vereins j. Männer
Riegerplatz 3
Vortrag
des Herrn Miſſionar J. A. Beutel ans
über:
Allerlei Erlebnisse aus dermissionsarbeit‟
Eintritt frei für jedermann.
(4514
Bezirnsverem Sohannesviertel
Einladung zur Hauptverſammlung
am Montag, den 26. Februar, abends 8½ Uhr,
im neuen Sälchen des „Frankfurter Hofss
Ecke der Frankfurter= und Landwehrſtraße.
Tagesordnung:
1. Rechenſchaftsablage.
2. Linienführung und Fahrgeldtarif der elektriſchen Bahnen
im Johannesviertel.
3. Die Anlage der Induſtriegeleiſe.
4. Die Erhaltung eines Poſtamts innerhalb des Viertels.
5. Neuwahl des Vorſtandes und der Ausſchüſſe.
6. Verſchiedenes.
(4534
Zu zahlreichem Beſuch ladet ergebenſt ein
Der Vorstand.
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Einrichtungen, Nachlässe
übernehme zur Versteigerung, zum vorteilhaften Verkauf, auch
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Aelt. Frl., d. läng. J. 1. Stelle
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1. April zu verändern. Off. unt.
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Bekanntmachung.
In der Pferdeſtallung des Hauſes Schuknechtſtraße Nr. 55 iſt
die Bruſtſeuche ausgebrochen.
(4521
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut zur Kenntnis
der Beteiligten.
Darmſtadt, den 15. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung
betreffend die Ausführung der Kaiſerlichen Verordnung vom 9. Juli
1900, hier: Anzeigepflicht der Motore.
Auf Grund des Artikels 78 der Kreis= und Provinzialordnung
vom 12. Juni 1874 wird mit Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes und
mit Genehmigung Großh. Miniſterium des Innern vom 29. Oktober
1901 zu Nr. M. d. J. III. 5947 für den Kreis Darmſtadt verordnet,
was folgt:
§ 1. Jeder Gewerbetreibende, in deſſen Werkſtätte ein durch
elementare Kraft (Dampf, Wind, Waſſer, Gas, Luft, Elekrizität uſw.)
bewegtes Triebwerk in gleichviel welchem Umfange zur Verwendung
kommt, hat die erfolgte Aufſtellung und Inbetriebnahme innerhalb
8 Tagen nach Beginn der letzteren der Ortspolizeibehörde anzuzeigen.
§ 2. Jeder Gewerbetreibende, der zu Zeit des Inkrafttretens
dieſer Polizeiverordnung in ſeiner Werkſtätte einen Motor der in
§ 1 bezeichneten Art benutzt, hat dies bis zum 15. Januar 1902 der
Ortspolizeibehörde anzuzeigen.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften in den §§ 1
und 2 werden mit Geldſtrafen bis 30 Mark beſtraft.
§ 4. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung
im Kreisblatte in Kraft.
(4233od
Darmſtadt, den 10. Dezember 1901.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Grancy.
Geſetzliche Geſellenprüfung.
Die diesjährigen Geſellenprüfungen finden im Monat
April ſtatt.
An derſelben können alle jungen Handwerker teilnehmen, deren
Lehrzeit ſpäteſtens am Schluß der Prüfungen beendet iſt.
Anmeldungen zur Prüfung ſind unter Benutzung des
vorge=
ſſchriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum
9. März, von 8—12 und 2—5 Uhr, an den unterzeichneten
Aus=
ſchuß, Kiesſtraße 21, zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark
und iſt mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzuſenden.
Wir machen insbeſondere darauf aufmerkſam, daß die
Ab=
legung der Geſellenprüfung zwingende Vorbedingung für die
Zulaſſung zur Meiſterprüfung iſt, künftig aber nur noch durch
das Beſtehen der letzteren die Befugnis zum Anleiten von
Lehr=
lingen erworben werden kann. Die Verſäumnis der
Geſellen=
prüfung hat alſo ſpätere empfindliche, nicht mehr nachzuholende
Nachteile im Gefolge.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
(4444dfs
Der Prüfungsausſchuß des Ortsgewerbevereins.
Georg Hild, I. Vorſitzender.
Antz= u. Brennholz=Verſteigerung Nr. 14.
(Stadtwald.)
Freitag, den 1. März I. Js., vormittags 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier, aus der Forſtwartei
Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr) verſteigert:
I. Nutzholz: aus den Abteilungen 5 (Stellkopf), 18 (Ständige Weide),
24 (Vorderwieſenſchlag) und aus verſchiedenen
Abtei=
lungen (Abz. Nr. 486—1424).
1. Stämme:
Eichen II. Kl. 1 Stck. — 1,32 fm! Eſchen V. Kl. 8 Stck. = 2,90 fm
„ III. „ 3 „ — 3,01 „
VI. „ 32
— 5,57.
„ IV. „ 20 „ — 10,07 „ Buchen III. „ 5 „ — 3,50 „
V. „10 „ — 3,57 „
IV. „ 2 „ — 1,11 „
VI. „ 2 „ — 0,49 „ Lärchen V. „ 19 „ — 6,78 „
Eſchen IV. 1 „ — 0,73 „ 1Fichten V. „ 17 „ — 5,91 „
2. Derbſtangen:
Eichen I. Kl. 10 Stck. — 0,55 fmFichten I. Kl. 17 Stck. — 1,51 fm
2 „ — 0,11
Eſchen I.
II. „ 42 „ — 1,56 „
3. Reisſtangen: Fichten II. Kl. 25 Stck. — 0,16 fm.
II. Brennholz: aus der Abteilung 18 (Ständige Weide), ſowie das
Dürr= und Windfallholz aus verſchiedenen
Abtei=
lungen (Abz. Nr. 1022 bis 1260).
Scheiter: Buche — 5 rm, Eiche — 4 rm, Kiefer — 122 rm
35
22
, — 199 „
Knüppel:
Reiſigknüppel: Eiche — 1 „ Kiefer = 42 rm
Kiefer = 32 rm (fein), Fichte — 3 rm (grob).
Stöcke:
Unterſtrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Weitere
Verſteigerungen finden im Beſſunger Laubwald nicht mehr ſtatt.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(4248fm
Holz-Verſteigerung.
Dienstag, 27. Februar I. Js.,
werden verſteigert aus Diſtrikt I Eichen, Abt. 44 und 45 (Abtriebe),
48 (I. Durchforſtung) und das Dürr= und Windfallholz aus Abt. 17)
18, 24—26, 29, 31, 35—38, 40, 52 und 53:
Scheiter, rm: 99 Buche, 155 Eiche (dabei Werkholz),
1 Erle, 2 Kiefer; Knüppel, rm: 51 Buche, 123 Eiche, 9 Erle,
1 Eſche, 6 Kiefer, 3 Fichte, 2 Lärche; Reiſig, Wellen;
2940 Buche, 20 Eiche; Stöcke, rm: 49 Buche, 67 Eiche;
Knüppelreiſig, rm: 2 Hainbuche, 134 Eiche.
Zuſammenkunft morgens 9 Uhr auf Kreuzung
Waizenborn=
ſchneiſe und Schmellenbruchſchneiſe. Vorgezeigt wird nur das Holz
in Abt. 44 und 45; alles andere Holz iſt vorher einzuſehen.
Aus=
kunft durch Forſtwart Kirſchner zu Steinacker (Poſt Meſſel).
Meſſeler Forſthaus, 21. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
(4478
Schlag.
Streu=Verſteigerung.
Am Schluß der Mittwoch, 28. Februar, vormittags, in
Arheilgen ſtattfindenden Holzverſteigerung wird das Laub von
folgenden Parkwieſen zur Selbſternte verſteigert:
Geſchwend, öſtlich Speierhügelſchneiſe, desgleichen weſtlich
derſelben; Mörsbach, öſtlich Höllſchneiſe; Zinkenwieſe,
ausgenommen Loſe 34 bis 36; Hirten=, Fangwieſe; Silz,
ſüdlich, dieſelbe nördlich Bahn; Kühruhe, Rund=, Kern=,
Stadtförſterswieſe; Rottwieſe, ſüdlicher und nördlicher Teil.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
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Ludwigsplatz, Ecke Schulstrasse. . (4531
Schulgeld-Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium und deſſen
Vor=
ſchule, die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchulen, die Großh.
Liebigs=Oberrealſchule, die
Vor=
ſchule der Großh. Gymnaſien,
die Viktoriaſchule, das
Lehrer=
innen=Seminar, die
Eleonoren=
ſchule und die Mittelſchulen für
das I. Kalender=Vierteljahr
1912 iſt, bei Meidung der
Mah=
nung, bis Ende lfd. Mts. an
den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
(3918a
Darmſtadt, 12. Februar 1912.
Die Stadtkaſſe.
I. V.: Hahn.
Eußſteigunterhaltungsarbeiten
und Kaualanſchlüſſe.
Die im Verwaltungsjahr 1912
vorkommenden
Fußſteigunterhal=
tungsarbeiten und
Kanalausfüh=
rungen kleineren Umfangs ſollen
— erſtere nach 2 Loſen getrennt —
zu den in einem Preisverzeichnis
feſtgelegten Einheitspreiſen an
hie=
ſige Meiſter übertragen werden.
Geeignete Bewerber werden
ein=
geladen, bis ſpäteſtens
Donnerstag, 7. März I. J.,
vormittags 10 Uhr,
durch Anerkennung der bei
unſe=
rem Amte — Zimmer 7 —
offen=
gelegten Bedingungen ihre
Bereit=
willigkeit zur Uebernahme dieſer
Arbeiten zu erklären. (4439df
Darmſtadt, 21. Februar 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
Bekanntmachung.
Freitag, 22. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Weißbindermeiſter
Karl Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 305¾/10 702 Hofreite
Lich=
tenbergſtraße
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K15/12
Darmſtadt, 8. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V3550
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2 Rolläden, 1m br., bill. zu verk.
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Samstag, 24. Februar l. Js., vormittags 11 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungs=Lokale „Zur Ludwigshalle” dahier
(Obergaſſe), auf Anordnung Großh. Amtsgerichts Darmſtadt I:
2 Spazierſtöcke, 1 Gewehr, 4 Revolver, 2 Brownings,
1 Schlagring, 2 Meſſer, ſowie eine Partie Patronen.
Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
(4530
Darmſtadt, den 22. Februar 1912.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 26. d. Mts., nachmittags 4 Uhr,
ſollen im Verſteigerungslokal Ludwigshöhſtr. 4 folgende Pfänder
gegen bar verſteigert werden:
1 Pianino, 1 kl. Kaſſeſchrank, 1 Kleiderſchrank, 1 Eisſchrank,
1 Büfett, 1 Schreibtiſch, 1 Bücherſchrank, 1 Diwan u. a. m.
Darmſtadt, den 20. Februar 1912.
(4512fs
Wieser.
Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
Nr. lautend auf den Namen
47877 Wagner, Chriſtina,
48647 Wittmann, Chriſtine,
64954 Schimpf, Leonh.,
64990 Reichel, Ph.,
65184 Hoffarth, Marie,
65382 Kiſtinger, Georg Ph.,
65969 Schimpf, Margar.,
73247 Geffert, Anna,
73617 von Perglas, Marie,
77094 Wund, Frau,
77435 Schäfer, Hermann,
78629 Janz, Johann,
79562 Jacoby I., Hermann
Witwe,
85717 Wundt, Frieda,
162456 Fieg, Emma,
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 20
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
hei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden
Darmſtadt, 17. Februar 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner. (4481ff
150 Liter Vollmilch
abzugeben. Off. u. L31 Exp. (*4307
ut erh. halbplattiertes Einſp.=
Chaiſengeſchirr billig zu verk.
*4264fs) Beſſungerſtr. 112, part.
Bekanntmachung.
Freitag, den 8. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Jakob Hirſchinger
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
IV 122 801 Hofreite
Mag=
dalenenſtraße
ſtraße Nr. 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K120/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4025
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Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruk verboten.)
14)
Lilli ſchüttelte den Kopf. Die kleinen Kriegsliſten
kennen wir Frauen untereinander. Nebenbei iſt es einer
ſtolzen ſelbſtbewußten Frauennatur unwürdig, ſich ſo zu
verſtecken. Schließlich iſt es nur Heuchelei.
Kommt eben alles auf die Natur an, ob es
Winkel=
züge ſind oder echte Natur. Dänhardt trommelte mit den
Fingern auf den Tiſch, an dem er ſtehen geblieben war.
Und weshalb ſollte dieſe — dieſe Walküre ſich nicht
für Sie intereſſieren, Herr Doktor?
Das will ich Ihnen ſagen. Ich habe die feſte
Uebe=
zeugung, daß ich ihr nicht im geringſten imponiere!
Im-po-nieren? Großartig! Iſt das nötig? Was
ſo ein Mann nicht alles verlangt?
Ja, dieſe Walküren, wie Sie eben ſagten, tun es nicht
anders. Sehen Sie, ſo ein moderner Jammerfritze von
Mann, der ſich erſt aufrütteln und zu Taten begeiſtern
laſ=
ſen muß, der hätte hier nicht einmal bei der dicken Frau
Tannert Glück. Soll ich Ihnen eine kleine Geſchichte
er=
zählen, nur zur Illuſtration? Wir drei, Fräulein
Platt=
ner, Ihr Mann und ich mußten anſtandshalber im Herbſt
das Erntefeſt in Bütfeld mitmachen. Ich komme mit
Fräu=
lein Dora die Treppe herunter, die vom Tanzſaal in den
engen Hausflur hinunterführt. Hinter uns die ganze
Treppe gedrängt voll von Burſchen und Welbern. In der
Gaſtſtubentür unten ſteht da ein Kerl, ein Matroſe, einen
Kopf größer als ich, prima Knochenbau. Der ſteht da
breitbeinig vor der Treppe, hält die Hände in den
Hoſen=
taſchen und grinſt Fräulein Plattner ganz verliebt an
und ſagt: „De ſmucke Deern muß mir einen Kuß geben,
das is Seemannsrecht!” Na, ich ſehe mir den Kerl an;
etwas betrunken war er ſcheinbar. Hinter uns kichert und
lacht das, und ich merke, wie dieſe ganze Geſellſchaft
dar=
auf ſpannt, was ich nun tun würde. Na, mit
Betrun=
kenen muß man diplomatiſch verkehren. Ich biete ihm
Zigarren an, aber er ſchüttelt den Kopf: „Ne, erſt muß
ich nen Kuß haben, bloß zum Jux!‟ Dabei torkelte er
auf uns zu wie ein junger Seehund. Wir retirieren, die
Weiber hinter uns kreiſchen. Da geht unten die
Gaſt=
ſtubentür auf, wo ein gewiſſer Herr mit den älteren
Bauern geſeſſen hatte. Machen Sie, daß Sie
hinaus=
kommen! ruft er dem Matroſen zu. Da macht der auch
ſchon einen Griff nach der Gegend, wo die Kerls das
Meſſer ſtecken haben. Aber er kam nicht dazu, denn er
wurde an der Bruſt gepackt, gehoben und fliegt ſo einige
Meter weit aus der offenen Tür mitten auf die Straße.
Und wer warf den Menſchen hinaus?
Das war ein gewiſſer Gerdt Lührſen, Ihr Herr
Ge=
mahl.
Und Sie?
Ich? O, ich nähte dem Matroſen die Kopfhaut
wie=
der zuſammen. Ich glaube, zehn Nadeln waren nötig.
Ja, was glauben Sie nun, wer von uns beiden würde
Ihnen im-po-niert haben?
Er fixierte Lilli ſehr ſcharf, ſah auch, wie ſich ihre
Wangen etwas gerötet hatten, aber ſie ſagte trotzdem,
ei=
gentlich nur um den Eindruck ahzuſchütteln: Lächerlich!
Seien Sie doch nicht komiſch!
Ich frage ſehr ernſt. . . . Ich behaupte ja gar nicht,
daß man nur mit brutaler Kraft imponieren könnte,
ob=
gleich auch darin mehr liegt, als man glaubt, da nun
ein=
mal in gewiſſen Lagen der Mann die Frau ſchützen muß.
Aber ſolch ein Mädchen wie Dora Plattner will
Hand=
lungen ſehen, Entſchlüſſe, Taten, Willenskraft. Wiſſen Sie,
was ich tat? Er richtete ſich auf und lachte ſarkaſtiſch. Ich
kaufte mir ſo ein paar Dinger, eiſerne Hanteln, und
ſeit=
dem geht es jeden Morgen und jeden Abend, eins zwei,
eins zwei, was übrigens ſehr geſunde Gymnaſtik iſt —
er machte die Bewegungen des Hantelns mit den Armen;
ſo, nun habe ich noch Beſuche zu machen. Und da iſt
Fräulein Plattner, wandte er ſich an dieſe, die mit einem
Nähkorb in den Händen eintrat. Alſo, alle zwei Stunden
gurgeln. Heute mittag eine Taſſe Bouillon, ſonſt nur
leichte Suppen.
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Bei Steinmanns iſt der Storch geweſen, und ich muß
hin. Ich glaube, es war der ſechſte Junge.
Ja, ſagte Dora einfach, und was für Prachtjungen
die fünf erſten. Ich habe mich neulich erſt darüber
ge=
freut.
Dänhardt aber griff in den Nähkorb und zog ein
Kleidungsſtück heraus, das er in die Höhe hielt.
Oho, was haben wir denn hier? Fränzchens Hoſen!
Na, damit hätte es nun wirklich noch etwas Zeit gehabt.
Sie ſollten ſich lieber Ruhe gönnen und ſich etwas
hin=
legen, denn Sie ſehen miſerabel aus.
Ich, hinlegen, am hellen Tage, das wäre das erſte
Mal!
Da ſehen Sie, wandte ſich Dänahrdt an Lilli, wieviel
Autorität ich hier habe, und wieder zu Dora, die am
Näh=
tiſch Platz genommen hatte: Reſpekt haben Sie doch nicht
die Spur vor mir.
Dora ſah Dänhardt ganz erſtaunt an. — Reſpekt —?
Wieſo? O doch, vor Ihrer ärztlichen Kunſt und vor Ihrer
ſcharfen Zunge.
Sehen Sie, Frau Lührſen, da haben wirs, was ich
vorhin ſagte. Vor meiner Kunſt —? Wenn ich ſelbſt nur
mehr Reſpekt davor hätte! Das kann ein Halunke gerade
ſo gut lernen wie ein Biedermann, wenn er nur das
nö=
tige Gehirn hat, wenigſtens was ſo zum Handwerk
ge=
hört.
Lilli hatte die beiden ſcharf beobachtet. Es war, als
könnte der Doktor nicht recht aus dem Zimmer
hinausfin=
den. Sie ſagte ſehr nachdrücklich: Ich glaubte, Herr
Dok=
tor, Sie müßten noch Beſuche machen?
Muß ich auch. Donnerwetter, da hätte ich bald den
Knecht Jochen vergeſſen. Sein Fuß will nicht wieder gut
werden. Bitte, Fräulein Plattner, ſpringen Sie nicht
gleich wieder auf, ich weiß ja Beſcheid hier. Meinen
Man=
tel laſſe ich hängen und hole ihn mir nachher.
Mit einem Blick auf Dora, die ſich über ihre Näharbeit
beugte, und auf Lilli, die mit ihrer Uhrkette ſpielte, ging er
dann endlich hinaus.
Das waren doch zwei merkwürdige Gegenſätze, dieſe
beiden Frauen! Aber die Lührſen ſah fraglos noch hölliſch
gut aus und — ja, er fühlte, wie ihn doch noch viele alte
Gewohnheiten mit ſolchen Vertreterinnen des ſchönen
Ge=
ſchlechts verbanden. Sie waren ihm doch leichter
verſtänd=
lich. Dora kam ihm beinahe plump vor neben der
ele=
ganten, feingliedrigen Lilli, und man konnte mit letzterer
ſich ſo fein hin und her zanken und höfliche Grobheiten
ſagen. Na, die ganze Sache war hier ſchön verfahren.
Das Kind außer Gefahr, der eigentliche Grund, weshalb
deſſen Mutter gekommen war, damit aufgehoben, und nun
mußten alle Eiſenbahnen zuſchneien und Frau Lilli hier
feſtſitzen. Er war wütend, daß er vorgeſtern ſelbſt darauf
be=
ſtanden hatte, daß Lührſen an die Mutter telegraphierte,
als dieſer ihn fragte, ob die Sache ernſt ſei. Er hatte zwar
ſelbſt gezweifelt, ob der Junge durchkommen würde. Nun
hatte Lührſen die Beſcherung. Alles geht doch ſchief im
Leben, und ſonſt war es viel behaglicher in der Halligboſteler
Wohnſtube. —
So waren denn Großſtadtkind und Landkind allein
geblieben in der Stube. Die eine zart, fein in den Gliedern,
beweglich, ein ſchnittiges Geſicht, voll Leben und Geiſt, ein
Kopf, den nur mehrere Generationen ausſchließlich
intellek=
tueller Kultur ſo bilden konnten; das phyſiſch waibliche
etwas verkümmert und das Gefühlsleben hungrig nach
ſtarken Senſationen und Erregungen! Die andere hoch
ge=
wachſen, derb gebaut, der Mutter folgend, die einem
ange=
ſehenen Bauernhauſe entſtammte; in den Bewegungen mehr
Kraft als Anmut, ein Geſicht, durch deſſen große, ruhige
Züge nur ſchwer das Innenleben zum Ausdruck gelangte,
eine Stirn, die die nützlichen und vernünftigen Dinge zu
bewältigen gewohnt war, indem jede Erkenntnis in
prak=
tiſches Wollen umgeſetzt wird. So gibt es zwei Arten von
Menſchen heute in jedem ziviliſierten Volke, und ſie
var=
ſtehen einander nur mühſam, ſie verachten deshalb einander
oft, es gibt kaum noch Brücken zwiſchen ihnen, Brücken
des Verſtändniſſes. Es gibt kein Volk mehr wie
einſtmals . .
Frau Lührſen ſah den blonden, geſenkten Scheitel Dora
Plattners vor ſich und ärgerte ſich über die äußere Ruhe
der ganzen Geſtalt, über dieſes ruhige, zweckbewußte Hin
und Her der Nadel in den Kinderhöschen, über das
regel=
mäßige Anziehen des Fadens, als ob in dieſem Augenblick
keine andere und wichtigere Aufgabe in der ganzen Welt
gäbe für jene Frauenhände, als ein ausgeriſſenes
Hoſen=
dreieck, das an einem Nagel oder Holzſplitter hängen
ge=
blieben, wieder zum Ganzen zu fügen. Die Hände Doras
ſahen aus, als wären ſie in der Welt, um Unordnungen
zu bekämpfen.
(Fortſetzung folgt.)
Raucher haben darunter zu leiden, daß die Zähne ſich
verfärben und auch der Atem ſtets tabakgeſättigt iſt. Je
ſtärker dem ſüßen Laſter gehuldigt wird, deſto mehr macht
ſich dieſer Aebelſtand bemerkbar. Tägliches, zweimaliges
Dutzen der Zähne mit Kosmodont=Zahnereme mit aktivem
Sauerſtoff erhält auch dem ſtärkſten Raucher ſtets weiße,
blanke Zähne ſowie reinen Mundgeruch. Ein Fachmann
ſchreibt uns: „Schließlich möchte ich noch die große,
eben=
falls auf der Wirkung des aktiven Sauerſtoffes beruhende —
Reinigungskraft der Kosmodont=Zahncreme erwähnen.
Ich=
habe über 6 Jahre ein und dieſelbe Zahnereme gebraucht,
habe mich aber nach nur 3 bis 4 wöchiger Benutzung zur
Kosmodont=Zahnereme gewandt, da ſie ſogar den
Nieder=
ſchlag von 20 Zigaretten pro Tag faſt ſpurlos vernichtet.”
Kosmodont=Zahnereme mit aktivem Sauerſtoff (Tube
60 Pfennig) iſt in allen einſchlägigen Geſchäften
zu haben. Drobetube gratis durch die Kolberger
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Zweite Kammer der Stände.
3. Sitzung.
St. Darmſtadt, 22. Febr.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Dr. Weber,
Miniſterialräte Hölzinger, Dr. Kratz, Baurat
Schöberl.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um halb 11
Uhr und erteilt zunächſt dem Schriftführer Finger das
Wort, der Mitteilung macht von einem Schreiben der
Erſten Kammer, in dem dieſe die Wahl ihres Präſidiums
und die Zuſammenſetzung der Ausſchüſſe mitteilt.
Vereidigung.
Danach werden die neu in die Kammer eingetretenen
Abgeordneten Buſold, Eißnert, Hartmann und
Soherr auf die landſtändiſche Verfaſſung verpflichtet.
Der ebenfalls neugewählte Abg. Adelung wird auf
ſeinen früher geleiſteten Eid verwieſen.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten:
Eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Oſann und
Ge=
noſſen betrifft:
Tierärztliche Unterſuchungskoſten der
Maul= und Klauenſeuche.
Dieſe Anfrage lautet: Iſt der Regierung bekannt, daß
ſich Klagen über die Höhe der tierärztlichen
Unterſuch=
ungskoſten anläßlich der Maul= und Klauenſeuche und
verſchiedene Berechnungen in einzelnen Bezirken ergeben
haben? Empfiehlt es ſich nicht, dieſe Koſten den
Vieh=
beſitzern abzunehmen und auf die Staatskaſſe zu
über=
nehmen?
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.
verlieſt hierauf die Antwort der Großh. Staatsregierung,
deren Beſprechung und Drucklegung von den Abgg. Dr.
Oſann bezw. Bähr beantragt und beſchloſſen wird.
Zweiter Gegenſtand der Tagesordnung iſt die
An=
frage der Abg. Brauer und Genoſſen, betr.:
Maul= und Klauenſeuche.
Die Abgeordneten richten an die Großh. Regierung
die Anfrage: Iſt der Großh. Regierung bekannt, daß in
den von der Maul= und Klauenſeuche befallenen Bezirken
eine große Erregung in landwirtſchaftlichen Kreiſen über
die Handhabung der Polizeivorſchriften und des
Gebüh=
renweſens in den Sperr= und Beobachtungsgebieten
be=
ſteht? Iſt die Großh. Regierung bereit, gegebenen Falls
Abhilfe zu ſchaffen?
Auch hierauf verlieſt Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach Exz. die Regierungsantwort, deren
Beſprechung und Drucklegung auf Antrag des Abg.
Brauer bezw. Breidenbach ebenfalls beſchloſſen
vird.
Abg. Dr. Schmitt macht darauf aufmerkſam, daß
von ſeiner Partei ein förmlicher Antrag in gleichem
Be=
treff vorliegt und bittet, dieſe drei Poſitionen zuſammen
zu verhandeln. — Man iſt damit einverſtanden.
Eine dringliche Anfrage des Abgeordneten Dr.
Wink=
ler betreffend:
Bekämpfung des Heu= und Sauerwurmes
lautet: 1. Iſt es der Großh. Staatsregierung bekannt,
daß in den Gemeinden des Kreiſes Worms auf
Veran=
laſſung des Großh. Kreisamtes Worms zum Zweck der
Bekämpfung des Heu= und Sauerwurmes
Polizeiverord=
nungen erlaſſen worden ſind, welche einen Zwang zur
Anbringung von Fangbüchſen in den Weinbergen
aus=
ſprechen und Strafe im Falle der Zuwiderhandlung
an=
drohen? 2. Iſt es der Großh. Staatsregierung bekannt,
daß alsdann auch eine große Anzahl von Strafen
ver=
hängt und hierdurch große Erregung in einzelne
Gemein=
den getragen wurde? Iſt es der Großh. Staatsregierung
bekannt, daß Strafen ſogar in ſolchen Fällen verhängt
wurden, wo die Gemeindevertretung Zwang und
Beſtraf=
ung nicht wünſchte? 3. Iſt die Großh. Staatsregierung
bereit, einen Erlaß von Strafe und Koſten in dieſen
Fäl=
en herbeizuführen? 4. Iſt die Großh. Staatsregierung
bereit, darauf hinzuwirken, daß für die Zukunft durch die
ihr nachgeordneten Verwaltungsbehörden
Zwangsmaß=
regeln nicht eher erlaſſen werden, als bis die Wirkſamkeit
der vorgeſchlagenen Bekämpfungsmittel hinreichend
er=
probt iſt?
Auf dieſe Anfrage verlieſt Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz. eine eingehende Antwort
der Regierung. Auf Antrag des Abg. Dr. Winkler
wird Beſprechung und auf Antrag des Abg. Finger
Drucklegung der Antwort beſchloſſen.
Es folgt eine Anfrage der Abgeordneten Korel l=
Königſtädten und Genoſſen, betreffend:
die Ausführungsbeſtimmungen zum
Reb=
lausgeſetz:
An die Großh. Regierung richten wir die Anfrage,
ob ſie in der Lage iſt, angeſichts der neuerdings beſonders
in Bingen, Büdesheim und Kempten hervorgetretenen
Unzutraglichkeiten eine Abänderung der
Ausführungs=
beſtimmungen zum Reblausgeſetz herbeizuführen. Iſt ſie
insbeſondere geneigt, benachbarte, von der Reblaus
be=
fallene Gemarkungen zu einem Bezirke im Sinne des
Geſetzes zuſammenzulegen, die Desinfektion in den
Win=
termonaten auf das Mindeſtmaß einzuſchränken und die
Unterſuchungsarbeiten ſo zeitig zu beendigen, daß für
die Kreszenz keine Nachteile entſtehen?
Die Regierungsantwort verlieſt gleichfalls Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach Exz. Auf Antrag
des Abg. Korell wird Beſprechung und auf Antrag des
Abg. Reh Drucklegung beſchloſſen.
Eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Oſann und
Genoſſen, betreffend:
Elektriſche Ueberlandzentralen,
lautet: Hat die Regierung Kenntnis davon, daß bei dem
Bau der Ueberlandzentralen der kleinere und mittlere
Handwerkerſtand ſich an den Arbeiten der Inſtallation
uſw. nicht in wünſchenswerter Weiſe beteiligen kann, weil
die Großbetriebe gerade dieſe Arbeiten auch für ſich in
Anſpruch nehmen? Will die Regierung bei
Genehmig=
ung dieſer Ueberlandzentralen darauf Bedacht nehmen,
daß und in welcher Weiſe die Intereſſen der kleinen und
mittleren Handwerker, Elektrotechniker, Inſtallateure und
Verkäufer von Inſtallations= und ſonſtigen Artikeln hier
gewahrt werden?
Die Anfrage erfährt die gleiche Erledigung. Auf
An=
trag des Abg. Lang wird Beſprechung der vom
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.
ver=
eſenen Regierungsantwort beſchloſſen. Die Antwort
gipfelt im weſentlichen in folgenden Punkten:
Die Großh. Staatsregierung wirkt grundſätzlich und
planmäßig darauf hin, daß das Arbeitsgebiet der in
Heſſen anſäſſigen mittleren und kleineren
Inſtallations=
firmen erweitert wird oder mindeſtens beſtehen bleibt.
Bei den Anlagen in Rheinheſſen und im Ried konnten
wir gewiſſe Vorrechte der Rheiniſchen Schuckert=
Geſell=
ſchaft nicht verhindern. Durch unſeren Einfluß iſt aber
immerhin erreicht worden, daß die einheimiſchen
Inſtal=
lationsfirmen ſich noch in ganz bedeutendem Maße an
den Inſtallationsarbeiten beteiligen können. In Zukunft
werden wir, da wir mit größeren Machtbefugniſſen
aus=
gerüſtet ſind, nicht mehr geſtatten, daß den Großfirmen
irgend welche Vorrechte auf dem Gebiete der
Hausinſtal=
lationen und der Motorenlieferung zugeſtanden werden.
Wir ſind allezeit eifrig beſtrebt, einen leiſtungsfähigen
Mittelſtand im elektrotechniſchen Inſtallationsgewerbe zu
erhalten und zu fördern.
Abg. Dr. Oſann beantragt weiter, die
Regierungs=
antwort nicht mit der Drucklegung zu vertagen, ſondern
alsbald in eine Beſprechung einzutreten, da die Sache
doch ſehr dringlich ſei und man unter allen Umſtänden
die Intereſſen des Kleingewerbes, namentlich der
Inſtal=
lateure, wahren müſſe gegenüber den Großfirmen,
beſon=
ders der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft. Dieſe großen
Geſellſchaften haben an und für ſich ſchon
Monopolvor=
teile und nun würden jenen noch mehrfache Monopole
zugeſichert, ſo in der Motorenlieferung uſw. Es ſei
Pflicht des Staates, hier eventuell einen Druck
auszu=
üben, um das Kleingewerbe zu ſchützen und einen
leiſt=
ungsfähigen ſoliden Gewerbeſtand zu erhalten. — Abg.
Lang ſpricht ſich in gleichem Sinne aus. Seine
Aus=
führungen ſind auf der Preſſetribüne ſchwer zu verſtehen.
— Abg. Molthan iſt mit ſeinen politiſchen Freunden
dem Abg. Dr. Oſann dankbar dafür, daß er dieſe
bren=
nende Frage hier angeſchnitten hat. Auch er ſei der
Meinung, daß Regierung und Kreisämter durch
Verwei=
gerung der Kreisſtraßen uſw. einen wirkſamen Druck
aus=
üben können. — Abg. Stephan ſteht gleichfalls auf
dem Standpunkt, daß das Kleingewerbe gegen die
Groß=
unternehmer geſchützt werden müſſe; doch möchte er
dar=
auf hinweiſen, daß die Geſellſchaft in Rheinheſſen (
Rhei=
niſche Schuckert=Geſellſchaft und Stadt Worms) keine
Monopolſtellung beſitzt, ſondern gehalten iſt, auch dem
Kleingewerbe Arbeiten zu überlaſſen. Es ſeien einige 20
kleine Inſtallationsfirmen in dieſem Kreiſe zugelaſſen.
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.:
Die Abgg. Dr. Oſann und Molthan haben die Anſicht
ver=
treten, daß die Regierung ſchon nach dem derzeitigen
Ge=
ſetze in der Lage ſei, die Kreisſtraßen eventuell zu
ver=
weigern. Das iſt nicht der Fall. Die Regierung kann
die Kreisſtraßen nicht verweigern, da dieſe im Eigentum
der Kreiſe ſtehen. Die Kreiſe haben aber doch meiſt ein
Intereſſe an dem Zuſtandekommen der Zentralen und
werden darum kaum Einſpruch erheben wollen. Aber
ſelbſt wenn ſie wollten, wären ſie nach dem derzeitigen
Geſetz dazu nicht in der Lage, denn der Artikel 30
be=
ſtimmt, daß die Kreisſtraßenverwaltungen die Benutzung
der Kreisſtraßen zu derartigen Anlagen geſtatten müſſen,
wenn nicht öffentliche Intereſſen im Wege ſtehen.
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Abg. Korell=Königſtädten erörtert Einzelfälle und
möchte den Abg. Oſann dahin berichtigen, daß im Ried
kein Motorenmangel beſteht, daß vielmehr auch z. B. die
Landwirtſchaftskammer Motoren vermittelt. Daß der
Kampf gegen die zunehmende Monopolſtellung der
Groß=
firmen bisher ohne Erfolg geblieben, liege ſeiner
Mein=
ung nach daran, daß eine Anzahl ſich den
Ordnungs=
parteien zurechnenden Abgeordneten durch
Aktienbeſitz an dieſen Großfirmen und Banken
finan=
ziel intereſſiert ſei. Mit der Tendenz der
Aus=
führungen des Abg. Oſann ſei er einverſtanden. Auch
ſeine Partei habe Intereſſe für das Kleingewerbe.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach:
Der Abg. Korell hat ausgeführt, daß ausſchlaggebend
ffür die Machtſtellung der Großfirmen die finanzielle
Be=
teiligung von Abgeordneten ſei. Man dürfe doch wohl
erwarten, daß derartige Behauptungen belegt werden
durch Namensnennung der in Frage kommenden
Perſo=
nen. Geſchehe dies auch nicht im Plenum, ſo könne es doch
perſönlich erfolgen, damit die Regierung der Sache auf
den Grund gehen könne. Er würde dann dem Plenum
ſſagen können, ob die Behauptung auf Tatſachen beruht
oder ob es ſich um müßiges Gerede handelt.
Baurat Schöberl: Es iſt dem zweifellos
zuzu=
ſtimmen, daß die großen Firmen leichter zu Aufträgen
kkommen, weil ſie nun einmal als leiſtungsfähiger
gel=
ten als das Kleingewerbe, und dadurch von ſelbſt eine
Monopolſtellung genießen. Offiziell eingeräumt werde
ein ſolches Monopol nicht. Die Regierung habe ſelbſt
das lebhafteſte Intereſſe daran, den gewerblichen
Mittel=
ſtand zu erhalten und zu kräftigen, und was ſie in
die=
ſer Beziehung tun konnte, ſei ſicher geſchehen und
prak=
tiſch auch von Erfolg geweſen. Im Ried ſind von
ins=
geſamt 10—12000 Inſtallationen 3000 Inſtallationen von
8 kleinen Firmen ausgeführt worden, und daß dies zur
vollſten Zufriedenheit geſchah, zeugt von der
Leiſtungs=
fähigkeit dieſer Firmen. In Rheinheſſen war das
Ver=
hältnis allerdings weniger günſtig. Dort ſind insgeſamt
14000 Inſtallationen ausgeführt worden und davon von
10 Kleinfirmen nur 1600. Sehr eingehend verbreitet ſich
Redner dann über die Entſtehungsgeſchichte des
Ried=
vertrages und ſtellt hierbei feſt, daß allerdings in
dem erſten Vertragsentwurf ein vollſtändiges Monopol
für die Rheiniſche Schuckertgeſellſchaft vorgeſehen war,
daß es aber den energiſchſten Bemühungen der
Regier=
ung nach langen Verhandlungen gelungen iſt, die
frag=
liche Beſtimmung zu ändern, reſp. durch die jetzige zu
er=
ſetzen. Was die Regierung irgend im Intereſſe des
Kleingewerbes tun konnte, iſt geſchehen.
Abg. Dr. Weber hebt die Vorzugsſtellung
Ober=
heſſens als Bauherr der neuen Zentrale anerkennend
hervor und teilt mit, daß das Wölfersheimer Werk am
1. Oktober in Kraft tritt. — Abg. Hartmann äußert
Spezialwünſche der Mühlenbeſitzer ſeines Wahlbezirkes.
— Abg. Bähr weiſt die Behauptung des Abg. Korell=
Königſtädten zurück, daß die Landwirtſchaftskammer
Mo=
toren vermittelt habe. Das ſei noch nie geſchehen. Die
Freiſinnigen haben aber während des ganzen
Wahl=
kampfes nichts beſſeres zu tun gehabt, als auf der
Land=
wirtſchaftskammer herumzuhauen und das ſcheine der
Abg. Korell noch in der Uebung zu haben. (Heiterkeit.)
— Abg. Ulrich wünſcht den kleinen Unternehmern
Gleichberechtigung zu ſichern. Es ſcheine, daß darin alle
Parteien des Hauſes einig ſeien. Ob man allerdings
etwas Erſprießliches in der Sache tun könne, ſei fraglich.
Die Großfirmen ſeien eben einmal leiſtungsfähiger. Die
kleinen Gewerbetreibenden könnten dem nur
entgegen=
treten durch Zuſammenſchluß, um dann durch
Preis=
herabſetzung ein Paroli zu bieten. Man ſollte bei
Er=
richtung der Ueberlandzentralen auch die vorhandenen
kleinen Elektrizitätswerke in Betracht ziehen und ſie
event. entſchädigen. Große Hoffnungen könne man ſich
auf Rettung des Mittelſtandes dieſer Branche aber kaum
machen.
Abg. Henrich iſt mit der Tendenz der Anfrage
Oſanns ebenfalls einverſtanden. Es komme nur auf die
Ausführung an. Redner beſpricht dann eingehender das
Werk Rheinheſſens, das das Ried verſorge, und rügt
da=
bei, daß die Regierung und vor allem der Kreisrat des
Kreiſes Groß=Gerau, Dr. Wallau, die Intereſſen der
Stadt Darmſtadt in keiner Weiſe genügend gewahrt
haben.
Baurat Schöberl tritt dem energiſch entgegen.
Die Aeußerung des Herrn Abg. Henrich gibt die
er=
wünſchte Gelegenheit, einmal mit einer weitverbreiteten
Legende aufzuräumen, die ſich an die
Elektrizitätsverſorg=
ung des Riedes anknüpft. Auf einer Verſammlung in
Goddelau, die von den Bürgermeiſtern und Gemeinderäten
der Riedgemeinden beſchickt war, wurden Herr
Kreis=
rat Dr. Wallau und ich ermächtigt, an die Stadt
Darm=
ſtadt wegen der Stromverſorgung des Riedes aus dem
neuen Elektrizitätswerk am Dornheimer Weg
heranzu=
treten. Wir verhandelten mit der Stadt zuerſt ſchriftlich,
dann mündlich. In einer Beſprechung auf dem Stadthaus
legten die ſtädtiſchen Beamten Berechnungen vor, nach
denen die Verſorgung der Riedorte für die Stadt
unwirt=
ſchaftlich war. Ueber den Strompreis und die ſonſtigen
Bedingungen gingen die Anſichten ſoweit auseinander, daß
eine Verſtändigung ausgeſchloſſen erſchien. Wir verließen
die Verhandlung mit dem Eindrucke, daß die Beratungen
reſultatlos verlaufen ſeien. Dann kam ein Angebot der
Main=Kraftwerke in Höchſt, daß aber ſpäter von dem
Un=
ternehmen wieder zurückgezogen wurde. Hierauf erbot ſich
die Rheiniſche Schuckert=Geſellſchaft, das Ried mit Strom
zu verſorgen. Eingehende Verhandlungen mit ihr führten
zu einer Verſtändigung über alle weſentlichen Punkte. Ein
Vertragsentwurf war durchgearbeitet. Da beſuchte mich
plötzlich ein Beigeordneter der Stadt Darmſtadt und
er=
klärte, daß wir den Vertrag mit der Rheiniſchen Schuckert=
Geſellſchaft nicht abſchließen dürften. Die Stadt könne
ſich nicht damit einverſtanden erklären, daß das Ried von
Rheinheſſen aus mit Strom verſorgt werde. Ich ſetzte ihm
auseinander, wie weit die Verhandlungen mit der
Rhei=
niſchen Schuckert=Geſellſchaft gediehen ſeien, erinnerte ihn
daran, daß unſere gutgemeinten Vorſchläge von der Stadt
abgelehnt wurden, und daß nunmehr ſeit unſerer letzten
Ver=
handlung faſt ein Jahr vergangen ſei. Im weiteren
Ver=
lauf der Sache ſtellte dann das Gr. Kreisamt Groß=Gerau
es der Stadt anheim, das Ried unter den gleichen
Beding=
ungen zu verſorgen, die mit der Rheiniſchen Schuckert=
Ge=
ſellſchaft vereinbart worden waren. Damit ſollte es der
Stadt gewiſſermaßen ermöglicht werden, in den mit der
Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft vereinbarten Vertrag
ein=
zutreten. Dieſes Entgegenkommen gegenüber der
Stadt=
verwaltung ging ſchon hart an die Grenze des vom
geſchäft=
lichen Standpunkt aus Zuläſſigen heran. Wir hatten
große Bedenken, ob man das überhaupt noch gegenüber
einer Firma verantworten könne, die nun endlich bergit
war, die Schwierigkeiten zu löſen, die ſeit Jahren in der
Frage der Elektrizitätsverſorgung des Riedes beſtanden.
Die Stadt hat esabgelehnt, in dieſe
Beding=
ungen einzutreten, da ihr die Stromverkaufspreiſe
zu niedrig erſchienen. Wir hatten durchaus keine Vorliebe
für die Rheiniſche Schuckert=Geſellſchaft und auch keinen
Mangel an Vorliebe für die Stadt Darmſtadt. Die
Inter=
eſſen der Reſidenzſtadt wurden ſoweit berückſichtigt, als es
möglich war. Schließlich konnte man aber die Ried=
Ge=
meinden, die nun Gelegenheit hatten, unter günſtigen
Be=
dingungen mit Strom verſorgt zu werden, unmöglich noch
länger hinhalten.
Abg. Senßfelder nimmt ebenfalls den Kreisrat
Dr. Wallau gegen die Angriffe Henrichs in Schutz.
Abg. Dr. Oſann wendet ſich ſehr ſcharf gegen den
Abg. Henrich, der den Kreisrat Dr. Wallau hier
förm=
lich denunziert habe, ohne daß er das ausreichende
Ma=
terial zur Hand hatte oder dieſes genügend geprüft
hatte. (Zuſtimmung und Unruhe.)
Abg. Korell=Königſtädten erklärt ſich bereit, dem
Miniſter des Innern privatim zu ſagen, worauf ſich ſeine
vorigen Behauptungen beziehen ſollten. Er tritt dem
Abg. Bähr entgegen und weiſt es zurück, daß er die
Land=
wirtſchaftskammer habe beſchimpfen wollen. In dem
ihm bei Bearbeitung des Vortrages für Königſtädten
vorgelegenen Material habe tatſächlich geſtanden, daß
die Landwirtſchaftskammer Motoren vermittele. Das ſei
ja auch gar nicht zu beanſtanden. Im übrigen ſei zu
bedauern, daß verſchiedene Herren hier Wahlreden
hal=
ten. (Unruhe.)
Abg. Henrich verwahrt ſich gegen die
Ausführ=
ungen Dr. Oſanns. Er habe keineswegs denunziert,
ſon=
dern nur Tatſachen feſtgeſtellt.
Abg. Bähr bleibt dem Abg. Korell gegenüber
da=
bei, daß gerade immer die Leute am meiſten auf die
Land=
virtſchaftskammer ſchimpfen, die am wenigſten über ihre
Zwecke und Ziele unterrichtet ſind. (Zurufe von den
Freiſinnigen: Diätenmacherei.) Abg. Bähr: Auf die
Diätenfrage werde ich Ihnen ſchon noch die rechte
Ant=
wort geben. Sie weiſen doch Ihre Diäten auch nicht
zurück, Herr Reh! Ich ſtehe auf dem Standpunkt, Diäten
zu nehmen, wo ſie mir zuſtehen. (Erneute Unruhe.)
Abg. Dr. Oſann: Er habe dem Abg. Henrich nicht
unterſtellen wollen, daß er wider beſſeres Wiſſen
denun=
ziert habe. Seine Ausführungen halte er im übrigen
aufrecht.
Da noch eine Sitzung des Seniorenkonvents
ſtattfinden ſoll, ſchließt Präſident Köhler die Sitzung
um ¾1 Uhr.
Nächſte Sitzung Freitag 9 Uhr. Tagesordnuna:
Antwort=Adreſſe auf die Thronrede, Voranſchlag.
Sport.
— Schirke im Harz (Brockengebiet), 21. Febr. 1
Grad Wärme. Seit geſtern abend Schneefall. Winterfeſt
der Kurverwaltung am 25. Februar. Programm hier
ein=
zuſehen.
sr. Vierter Wettbewerb deutſcher
Halb=
blutpferde. Der vom Reichsverband für deutſches
Halbblut im Sportpalaſt zu Berlin veranſtaltete 4.
Wett=
bewerb hat am Mittwoch ſein Ende erreicht. Auch am
Schlußtage zeigte die große Halle des Sportpalaſtes wieder
zahlreichen Beſuch, wenn auch der erſte Rang größere Lücken
bot. In der Hofloge bemerkte man wieder Prinz Joachim
und die Herzogin Ernſt Günther von Schleswig=Holſtein,
ſowie den Herzog von Ratibor und den Flügel=Adjutanten
des Kaiſers, Major von Caprivi. Weiter waren anweſend
Graf Georg Lehndorff, Oberlandſtallmeiſter von Oettingen,
Landſtallmeiſter Dr. Grabenſee=Celle, Landſtallmeiſter von
Schlüter, Geſtüts=Direktor von Senden, Major von
Goß=
ler, General von Longchamp=Berier, General Dulitz,
Ge=
ſtüts=Direktor von Seydlitz=Labes, Herr von Zitzewitz=
Wedern, der türkiſche Major Djemal Bey, der Organiſator
der türkiſchen Landespferdezucht u. a. In der
Material=
prüfung für Wagenpferde konnte für Zweiſpänner ein 1.
Preis nicht verteilt werden, dagegen zeigten in der
Hoch=
ſprungkonkurrenz 3 Reiter die gleichen Leiſtungen, ſodaß
drei 1. Preiſe zur Verteilung kamen. Der bekannte
Renn=
reiter Lt. Graf Holck war mit ſeinem oſtpreuß. braunen
Walach Ney nicht vom Glück begünſtigt und mußte ſich
mit dem 4. Platze begnügen. Die Verteilung der an den
3 Tagen errungenen Ehrenpreiſe nahm Gräfin E. Henckel
vor, die Gattin des Vorſitzenden des Reichsverbandes für
deutſches Halbblut. Die Reſultate waren: Material=
Prüf=
ung für Wagenpferde. Zweiſpänner: —2. Lt. A. v.
Hoh=
berg und Buchwaldts 6jähr. Poſenſche Schimmel=Stute,
Carmen und Carara. —2. Bentſchener Tatterſalls
Poſen=
ſcher brauner Wallach Tänzer und braune Stute Fee.
Ein=
ſpänner: 1. Hrn. Kurt Schneiders Traber=Hengſt
Wein=
ſtock; 2. Lt. v. Hohberg und Buchwaldts 5jähr. Scheck=
Wal=
lach Kobold: 3. Rittm. A. Brandts 9jähr. Poſenſche braune
Stute Gretchen. 6 Konkurrenten. Material=Prüfung. Für
Reitpferde in der Hand von Pferdehändlern und Verkaufs=
Inſtituten. 1. Zentrale für Offizierspferde, 7jähr. oſtpreuß.
F.=St. Hertha; 2. Hrn. Karl Löwenthals 5jähr. oſtfrieſ. br.
Wallach Narval; 3. desſelben 7jähr. hannov. F.=St. Elba.
8 Konkurrenten. Hochſpringen. Offen für Pferde im
Pri=
vatbeſitz. —1. Frhrn. v. Buddenbrock=Pläswitz 5jähr.
ſchleſ. F.=St. Sieglinde (Beſ.); —1. Oberlt. O. v. Mitzlaffs
alter oſtpreuß. dunkelbrauner Wallach Mulatte (Beſ.); *1.
Lt. Müſelers alter Poſenſcher Rotſchimmel=Wallach
Huber=
tus (Beſ.). 8 Konkurrenten. Wagenpferd=Qualitäts=
Prüf=
ung. 1. Lt. v. Hohberg und Buchwaldts 6jähr. Poſenſche
Schimmel=Stuten, Carmen und Carara; 2. Hrn. R. Schultze
Moeglins 5jähr. brdbg. Schimmel=Wallach Appache und 7jähr.
oldenburg. Rotſchimmel=Stute Sapriſti; 3. Hrn. Andrege=
Ermwerds 6jähr. heſſiſche Falben=Stuten Erna und Saba.
3 Konkurrenten. Dreſſur=Prüfung. Für Eigentums=,
Char=
gen= und Dienſt=Pferde. Herrenreiten. 1. Lt. d. Reſ. von
Guſtedts 8jähr. hannov. F.=St. Sportsdame (Beſ.); 2.
Oberlt. F. v. Zobeltitz’ alter oſtpreuß. Rotſchimmel=Wallach
Kolumbus (Beſ.); 3. Oberlt. v. Dreskys 7jähr. oſtpreuß.
F.=Wallach Lord (Bef.). 19 Konkurrenten. Troſtſpringen.
Jagdſpring=Konkurrenz für Pferde im Privatbeſitz. 1. Lt.
d. Reſ. A. Oſterrieds 10jähr. F.=St. Georgine (Abſtammung
unbekannt), (Lt. v. Geyer); 2. Lt. Schmidts 6jähr. oſtpr.
Rotſchimmel=Wallach Wind (Beſ.); 3. Frhrn. v.
Budden=
brocks=Pläswitz’ 6jähr. ſchleſ. brauner Wallach Grane (Beſ.).
38 Konkurrenten.
— Im Internationalen Lawn=Tennis=
Turnier zu Monte Carlo wurde die Meiſterſchaft
im gemiſchten Doppelſpiel von Frl. Rieck=Deutſchland/A. F.
Wilding=Auſtralien überlegen mit 6.0, 6:3 gegen das
eng=
liſche Paar Miß Tripp=Mils Meyers gewonnen. Die Alte
Derrenmeiſterſchaft fiel an R. C. Allen. Von den bereits
beendeten Vorgabekonkurrenzen gewann das
Herreneinzel=
ſpiel Klaſſe A Baron Gaillard gegen C. G. Allen 4—6, 6—3,
6—2, das Herreneinzelſpiel mit Vorgabe Klaſſe B Viſart
de Bocarmé gegen Montague 6—2, 3—6, 6—4. Das
Da=
men=Doppelſpiel mit Vorgabe gewannen Greay=Miß
Gaul=
let mit 6—3, 4—6, 6—2 gegen Miß Ranſam=Miß Stuart.
Im Anſchluß an das Turnier in Monte Carlo beginnt
nunmehr das große Turnier des Lawn=Tennis=Clubs in
Cannes, zu dem 173 Meldungen abgegeben wurden. Auch
Wilding wird ſich dort beteiligen.
** Im Internationalen Schachturnier zu
San Sebaſtian wurde die 2. Runde geſpielt. Es traten
zuſammen Perlis=Leonhard, Marſhall=Spielmann,
Tar=
raſch=Duras, Rubinſtein=Schlechter und Forgacz=Teichlann,
während Niemczowitſch ſpielfrei war. Beendet wurde nur
die Partie Forgacz=Teichmann, die Remis ergab. Alle
üb=
rigen Partien wurden abgebrochen. In der Hängepartie
der erſten Runde Rubinſtein=Marſhall ſiegte Rubinſtein
nach glänzendem Endſpiel. Vor Beginn der 3. Partie
ſollen die Hängepartien erledigt werden.
Kurſe vom 22. Februar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
8f. Staatspapiere. Ir Pra.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl.. 90,90
81,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
3½ do. Conſols . . . . 90,90
81,90
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
93,50
do.
90,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 99,70
89,75
do.
79,80
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,15
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,20
do. do. (unk. 1918) 100,49
89,80
do.
78,90
do.
Sächſiſche Rente . . . 81,80
Württembergerv. 1907 100,60
95,00
do.
Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . . 53,30
Italiener Rente . . .
Oeſterr. Silberrente 93,80
do. Goldrente . . 97,00
do. einheitl. Rente 90,30
Portug. unif. Serie I 65½
do. unif. Ser. III 67,90
do. Spezial. 10,00
Rumänier v. 1903 . . 101,70
do. v. 1890. . 95,00
do. v. 1905. . 92,30
Rest
4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,00
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,40
½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden. . . .
4 Serbieramort. v. 1895 86,60
4 Türk. Admin. v. 1903 84,90
do. unifiz. v. 1903 92,10
4 Ungar. Goldrente . . 92,40
4 do. Staatsrente . 90,25
5 Argentinier . . . . . . 101,30
89,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 94,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 100,20
96,10
do.
4½
95,70
½ Japaner
Innere Merikaner . . 97,40
61,10
do.
4 Gold=Merikan. v. 1904 90,00
Gold=Mexikaner . . . 100,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 141,75
3 Nordd. Lloyd . . . . 105,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 114.50
6 Baltimore & Ohio. . 104½
Gotthardbahn . . . .
SnVrs.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 155,00
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 18,30
6 Pennſylvania R. R. 119,00
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 200,00
3 Werger=Brauerei . . . 70,00
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 495,25
14 Fabrik Griesheim . . 254,75
27 Farbwerk Höchſt . . . 548,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . 339,50
5 Lahmeyer . .
.161½
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. . 238,25
30 Adlerfahrradw. Kleyer 471,50
12 Bochumer Bb. u. Guß 225,50
17 Gelſenkirchen . . . . . 202,25
7 Harpener . . . . . . . 196,00
15 Phönix, Bergb. u.
Hit=
tenbetrieb . . . . . . . 255,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 90,00
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,30
do.
91,80
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl..
do. ſteuerfrei . 96,10
5 Oeſterr. Staatsbahn. 104,90
do.
95,20
do. alte.
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,80
do.
80,60
55,50
do.
Raab=Oedenburger. . 78,10
Ruſſ. Südweſt..
89,40
4 Kronpr. Rudolfbahn . —
Ir ½.
Nr.
2½0 Livorneſer. . . . .. 71,40
73,90
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Bagdadbahn Mk. 408 84,50
Anatoliſche Eiſend., . 97,00
5 Tehuantepec . . . . . 99,90
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 147,50
6½ Darmſtädter Bank. . 125,80
12½ Deutſche Bank . . . 264,80
6 Deutſche Vereinsb. 125,40
10 Diskmnto=Geſellſchaft 191,10
8½ Dresdner Bank 158,50
6½ Mitteldent. Kreditbk. 121,40
7 Rationakbk. f. Deutſchl. 125,50
6½ Pfülzer Bank . . . . 130,25
. 140,00
6,45 Reichsbank .
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 138,50
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
do. S. 19. . . . . 90,00
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,30
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,10
do. (unk. 1914) 89,30
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
90,30
do.
3½
Inprez.
St.
Städte=
Obligationen
4 Daraß
89.
90,20
e 90
3½ 2.
96,00
4 Gteßen
3½ ba.
99,70
3½
89,60
4
e 100,00
8½
91,00
100,25
½
90,30
es
½ D8.
90,20
Mäachen
100,10
½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg .
99,90
3½ do.
90,80
4 Offenbach
3½ de.
-
4 Wiesbade
99,80
3½ da.
96,10
4 Worms
-
3½ do.
4 Liſjabonen v. 1888. ₰ 80,10
Verzinsliche
Aulehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 169,75
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,20
5 Donau=Reg. ſl. 100
5 Hall. Kemp, ℳ 100 106,00
In Bes
3 Mabrider Fs. 100 78,4
4 Meining. Pr.=
Pfand=
brieſe.
.. 137,50
Oeſterr. 1860er Loſe 180,5
3 Olbenburger .
2½ Raal=Grazer ſi. 150 114,90
Maverinsliche
Aulebensloſe.
Augsburger
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Braunſchweigss Tlr. 20 200,20
Freiburges
Fs. 15 —
Fs. 45 —
Mailänden
da
Fs. 10 —
I. 7 —
Meiningss
Oeſterrsickes & 1864 ₰ 100 527,00
8o. M 1858 „ 100
Ungar. Gtaas
100 370,60
Denedigas
Frs. 30 (
Türkiſche
. 400 173,00
Gold, Gilber und
Banknoten.
Engl. Sopereigns
20,47
20 Frus=Stücke
16,25
Oeſterr. 20=Gronm.
16,90
Amerikaniſche Reten
4,19
Engliſche Noten
35 20,48
Frangöſiſche Noten . . . . 81, 25
Holländiſche Noten . . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,55
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Reten . . . . . . 216,00
Schweiger Noten . . . . . 81,05
Reichsbami=Diskonto .
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