Inſerafe
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Zweite Kammer der Landſtände tritt heute
vormittag zu ihrer 3. Sitzung zuſammen.
Gegen 80 Reichstagswahlen iſt Proteſt
erhoben worden. 218 ſind bis jetzt für gültig befunden
worden.
Der Landſchaftsmaler Prof. Albert
Her=
tel in Berlin, Mitglied der Akademie der Künſte, iſt
im Alter von 69 Jahren geſtorben.
Der Reichsratsabgeordnete und Obmann des Polenklubs,
Ritter Dr. v. Bilinski, wurde zum
öſterreichiſch=
ungariſchen Finanzminiſter ernannt.
Geſtern morgen 6 Uhr iſt der Durchſchlag des
Tunnels Jungfrau=Joch glatt erfolgt, und
damit der wichtigſte Teil der Jungfrau=Bahn glücklich
beendet.
In Paris wurden am Faſtnachtdienstag 970
Perſonen wegen Unfugs feſtgenommen.
Die Verhandlungen des engliſchen
Eini=
gungsamtes zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitern
in der Kohleninduſtrie haben ergebnislos
ge=
endigt. Premierminiſter Asquith hat die
Kohlen=
grubenbeſitzer und Grubenarbeiter zu einer
Beſpre=
chung am 22. Februar eingeladen über die Lage, die
ſich aus der Möglichkeit eines Kohlenarbeiterſtreiks
ergebe.
1895 und 1912.
Man ſchreibt uns: Um es als fehlerhaft zu
er=
weiſen, daß der Kaiſer auf den Rat des
Reichskanz=
lers den Empfang des unvollſtändigen
Reichs=
tagspräſidiums ablehnte, erinnert die
volkspartei=
liſche Voſſiſche Ztg. an den Hofgang des unvollſtändigen
Anti=Bismarck=Präſidiums im Jahre
1895. Damals wurden die Herren von Buol und Spahn
anläßlich der zu Ehren Bismarcks veranſtalteten Feſttafel
dem Kaiſer vorgeſtellt, obwohl der freiſinnige
Vizepräſident Schmidt gemäß einem Beſchluß
ſeiner Fraktion der Einladung zur Feſttafel nicht Folge
geleiſtet hatte. Daß die Abweſenheit des Vizepräſidenten
Schmidt mit der Haltung des Vizepräſidenten
Scheide=
mann ernſthaft nicht verglichen werden darf, könnte nur
der bezweifeln, der ſowohl jenem Beſchluß der
freiſin=
nigen Fraktion wie der an das Hofmarſchallamt
gerich=
teten Anzeige Schmidts: er ſei verhindert, der Einladung
Folge zu leiſten, eine grundſätzlich=
antimon=
archiſche Abſicht unterſtellte. Beim „Genoſſen”
Scheidemann liegt ohne jeden Zweifel dieſe Abſicht vor,
wenn er ſein Erſcheinen am Hofe verweigert; bei dem
Freiſinn von 1895 aber handelte es ſich lediglich um die
Verſtimmung, die das bekannte Entrüſtungstelegramm
des Kaiſers über den vom Reichstag abgelehnten
Bis=
marck=Glückwunſch und die Einladung des
Prä=
ſidiums zur höfiſchen Bismarckfeier hervorgerufen hatte.
Dieſe Verſtimmung iſt zweifellos etwas ganz anderes,
als die von Herrn Scheidemann beabſichtigte
grundſätz=
lich=antimonarchiſche Kundgebung.
Trifft mithin der Vergleich der Voſſ. Ztg. um ſo
we=
niger zu, als Vizepräſident Schmidt dem Hofmarſchallamt
ſeine „Verhinderung” angezeigt hatte, ſo iſt es vollends
irreführend, wenn die Voſſ. Ztg. durch die Bemerkung:
Reichskanzler Fürſt Hohenlohe habe die Herren von Buol
und Spahn „ruhig” dem Kaiſer vorgeſtellt, der ihnen
einen gedeihlichen Fortgang der parlamentariſchen
Ar=
beiten wünſchte —, den Eindruck erweckt, als ſei damals
das unvollſtändige Präſidium ganz in der üblichen,
huld=
vollen Art empfangen worden. Wie der tatſächliche
Her=
gang geweſen iſt, veranſchaulichen zwei Auslaſſungen der
zeitgenöſſiſchen Preſſe. Der Hannoverſche Courier teilte
am 4. April 1895 „aus guter Quelle” Folgendes mit:
„Es war urſprünglich beſtimmt, daß das Präſidium
in beſonderer Audienz vom Kaiſer empfangen werden
ſollte. Da hierbei eine Ausſprache über die Vorgänge
im Reichstag, die zur Wahl dieſes Präſidiums geführt,
nicht wohl häte vermieden werden können, legken ſich
einflußreiche Perſönlichkeiten, denen eine Verſchärfung
der Gegenſätze nicht wünſchenswert erſchien, ins Mittel,
und der Kaiſer wählte den Ausweg, die Herren vom
Prä=
ſidium zu Gaſte zu laden und ſie ſich bei dieſer
Gelegen=
heit vorſtellen zu laſſen, ein Akt, der kurz und bündig
vollzogen werden konnte.
Die Hamburger Nachrichten aber haben am 30. März
1895 mutmaßlich im Einverſtändnis mit dem Fürſten
Bis=
marck u. a. geſchrieben.
„Die Mitteilung, daß der Empfang des neuen
kleriko=
demokratiſchen Reichstagspräſidiums durch den Kaiſer
am 1. April und zwar bei Gelegenheit der zur Feier des
Geburtstages des Fürſten Bismarck im Weißen Saale
des Königlichen Schkoſſes ſtattfindenden Feſttafel
ſtattfin=
den werde, zu der das Präſidium eine Einladung
erhal=
ten habe, wird in ganz Deutſchland Jubel erregen und
als eine Handlung des Kaiſers im Sinne ſeiner bekannten
Depeſche an den Fürſten Bismarck aufgefaßt werden. Wir
bedauern, daß es uns nicht vergönnt war, die langen
Geſichter zu ſehen, die die drei Herren gemacht haben
mö=
gen, als ihnen die Einladung zu teil wurde. Es muß
ihnen doch nicht ganz leicht werden, auf die kaiſerliche
Einladung hin an der Feſttafel des Monarchen zu Ehren
des nämlichen Mannes teilzunehmen, dem die Majorität
des Reichstages, aus der die neuen Präſidenten
hervor=
gegangen und als deren Vertrauensmänner ſie anzuſehen
ſind, die Glückwünſche zum 80. Geburtstag verſagt hat.”
Man ſieht, daß die Vorſtellung des unvollſtändigen
Anti=Bismarck=Präſidiums bei Hofe weſentlich anders
verlief, als die Voſſ. Ztg. andeutet. Ebenſo gering wie
der Wert dieſer Andeutung iſt der Hinweis der Voſſ.
Ztg. auf die nicht beſtrittene Tatſache, daß die
Geſchäfts=
ordnung des Reichstages ein Kollegium, das „
Präſi=
dium” heißt, nicht kennt. Deswegen wird kein
Unbefan=
gener dem Reichsanzeiger das Recht zu der Auffaſſung
beſtreiten: der Empfang des Reichstagspräſidiums beim
Kaiſer habe regelmäßig dem Präſidium in ſeiner
Ge=
ſamtheit, nicht den ihm angehörenden einzelnen Perſonen
gegolten.
Die öſtliche Republik.
— Aus dem „himmliſchen Reiche der Mitte‟
iſt nunmehr eine Republik geworden, wenn auch
un=
ter etwas ſeltſamen Formen. Juanſchikai iſt ihr
Prä=
ſident, beſtimmt, die Dinge in die neuen Verhältniſſe
hin=
überzuleiten. Es iſt dies keineswegs eine ſo leichte
Auf=
gabe, und man hat recht daran getan, eine ſo gewandte
Perſönlichkeit wie Juanſchikai hierfür zu gewinnen;
frei=
lich werden die jetzigen Machthaber auf ihrer Hut ſein
müſſen, denn der neue Präſident iſt ein ſchlauer Fuchs,
der es ſtets verſteht, für die eigenen Intereſſen zu arbeiten,
und ſeine Doppelzüngigkeit hat ſich ja auch bei den
Ver=
handlungen zwiſchen der Mandſchu=Dynaſtie und den
Rebellen zur Genüge gezeigt; er ſchwankte hin und her,
bis er ſchließlich, als die Sache der Kaiſerlichen
ausſichts=
los war, ſich auf die Seite der Empörer ſchlug und
die Bedingungen für die Abdankung der Mandſchu=
Dynaſtie anerkannte.
Die Herbeiführung einer Konſolidierung der
Verhält=
niſſe in China dürfte auf mancherlei Schwierigkeiten
ſtoßen und der jungen Republik viele Gefahren von
in=
nen und von außen drohen. Es iſt kaum anzunehmen,
daß die Anhänger der Mandſchu=Dynaſtie ſich ſo hne
weiteres in die neuen Verhältniſſe ſchicken werden. Ueber
kurz oder lang muß man mit der Gefahr einer
Gegen=
revolution rechnen, da die entthronte Dynaſtie alles
daranſetzen wird, wieder zur Herrſchaft zu gelangen. Man
kann demnach bald von neuem das Bild eines
Bürger=
krieges haben, deſſen Ausgang ſich keineswegs von
vorn=
herein mit Sicherheit feſtſtellen läßt, da der
Impondera=
bilien gar zu viele ſind. Was nun die Gefahren von
au=
ßen anlangt, ſo dürfte man in verſchiedenen Kabinetten
den Augenblick für gekommen erachten, mit allem
Nach=
druck die eigenen Wünſche zu verfechten. Man weiß,
daß verſchiedene Mächte Abſichten auf China in der
einen oder anderen Form haben, und nicht zuletzt iſt es
die nordamerikaniſche Union=Regierung, die für die
ame=
rikaniſche Expanſion neue Gebiete ſucht. Es war darum
durchaus richtig, wenn deutſcherſeits eine Aktion in
Waſhington eingeleitet wurde mit dem Endziele, ſich über
Oſtaſien zu verſtändigen, dahingehend, daß kein Staat
ohne Kenntnis des anderen etwas unternimmt, und auch
andere Mächte haben ſich zu demſelben Standpunkte
be=
kannt. Gleichwohl aber beſteht doch noch immer eine
ge=
wiſſe Gefahr bei der Ausführung der einzelnen Pläne.
Wir in Deutſchland haben keinerlei territoriale
Ab=
ſichten, gleichwohl aber verlangen es unſere dortigen
gro=
ßen wirtſchaftlichen Intereſſen, daß wir nicht ſtill zur
Seite ſtehen und uns von den anderen überflügeln laſſen.
Wir müſſen unbedingt unſeren Anteil an der
Erſchlie=
ßung neuer Gebiete beanſpruchen und ſie mit allen
Mit=
teln durchſetzen. Vor allem darf man eines nicht
ver=
geſſen, daß eben die Verhältniſſe in China plötzlich ſich
wieder wenden könnten. Ebenſo darf man einen Punkt
nicht aus den Augen laſſen: die Minierarbeit der
Japa=
ner. Dieſe ſind ſchon ſeit Jahren daran, den Boden für
ſich vorzubereiten, und ſie verſtehen ihr Metier nach
die=
ſer Richtung hin ganz vortrefflich. Auch Rußland wird
ſeine territorialen Wünſche nicht zurückſtellen wollen, und
ſo kann dies eines Tages mit einem Schlage die
Aufrol=
lung der oſtaſiatiſchen Frage herbeiführen.
Deuſches Reich.
Die Erneuerung des Dreibundes.
Die Voſſiſche Zeitung meldet aus Wien: Der
Depeſchen=
wechſel zwiſchen Graf Berchtold und Marquis di San
Giuliano wird hier allgemein als Beſtätigung dafür
auf=
gefaßt, daß die Erneuerung des Dreibundvertrages in
der allernächſten Zeit zur Tatſache werden wird. Es
wird jetzt auch bekannt, daß zwiſchen dem Grafen
Aehren=
thal und dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand
bald nach dem Rücktritt des Generalſtabschefs v. Conrad
eine bedeutſame politiſche Ausſprache über die
Notwen=
digkeit der Erneuerung des Bündniſſes mit Italien
ſtatt=
gefunden hat. Wie verlautet, kommt der neue
Bündnis=
vertrag auf einer weſentlich geänderten und dem Intereſſe
der drei beteiligten Mächte beſſer entſprechenden
Grund=
lage zuſtande. Wie die Wiener Neue Freie Preſſe
mel=
det, wird der neuernannte Miniſter des Aeußern Graf
Berchtold demnächſt nach Berlin fahren, um ſich dem
Kai=
ſer vorzuſtellen und mit dem Reichskanzler von
Beth=
mann Hollweg und dem Statsſekretär von Kiderlen=
Wäch=
ter perſönlich in Fühlung zu treten. Sodann wird er
nach Rom reiſen, um den König und den Miniſter des
Aeußern zu beſuchen.
— Der Reichstag will, wie bereits gemeldet,
am 29. März in die Oſterferien gehen; da der 9., 11. und
25. März ſitzungsfreie Tage ſind, ſo ſind im März 22
Sitzungstage. Es herrſcht die Meinung vor, daß dieſe
nicht genügen, um den Etat rechtzeitig bis zum 1. April
fertig zu bringen. Die Beratungen beginnen bei dem
Etat des Reichsamt des Innern; es ſollen folgen der
Juſtizetat, der Eiſenbahnetat und der Poſtetat. Nach den
Oſterferien ſoll dann der Flotten= und Heeresetat, der
Etat für das Auswärtige Amt und der Kolonialetat
er=
ledigt werden.
— Die neue Präſidentenwahl im
Reichs=
tage wird vorausſichtlich am 13. März ſtattfinden.
Innerhalb der bürgerlichen Fraktionen ſind
Beſprechun=
gen über dieſe neue Wahl bereits eingeleitet worden.
Wie der Frankf. Ztg. aus Berlin geſchrieben wird, kann
man nach den Auseinanderſetzungen, die ſich am Dienstag
zwiſchen der Sozialdemokratie und den Nationalliberalen
in einer Art Feſtſtellungsverfahren abgeſpielt haben, in
denen Mitglieder des Zentrums und der Freiſinnigen
als Zeugen fungierten, mit ziemlicher Sicherheit
voraus=
ſagen: wenn es nach Ablauf der vier Wochen zur
er=
neuten Wahl des Präſidenten und der Vizepräſidenten
kommen wird, dann wird der Abg. Scheidemann nicht
mehr zum Vizepräſidenten gewählt werden, ſondern es
wird zur Wahl eines aus den Parteien der Rechten und
den Nationalliberalen beſtehenden Präſidiums kommen.
— Eine Aufſehen erregende Niederlage
Bebels. Wie aus dem Reichstagsbericht über die
Sitzung am Dienstag zu erſehen iſt, hat der
national=
liberale Abg. Schiffer den Abg. Bebel bei dem Streit
darüber, was die Sozialdemokraten zugeſagt haben oder
nicht hinſichtlich höfiſcher Verpflichtungen unwahrer
Be=
hauptungen geziehen. Mit Entrüſtung hatte der Abg.
Bebel in Abweſenheit des Abg. Schiffer betont:
nie=
mals ſei davon die Rede geweſen, daß ein
ſozialdemo=
kratiſcher Vizepräſident anſtelle eines verhinderten erſten
Präſidenten ein Kaiſerhoch ausbringen würde. Auch
am Dienstag noch verſuchte er dies dem Abg. Schiffer
abzuſtreiten, deſſen präziſe und überzeugende Darſtellung
keinen Zweifel ließ, auf welcher Seite die Wahrheit ſei;
vergeblich ſprach Bebel lange über andere Dinge,
ver=
geblich ſuchte ſein Freund Haaſe in einem gewundenen
Plädoyer die Aufmerkſamkeit abzulenken von den
Tat=
ſachen, obwohl auch er zugeben mußte, daß vom
Kaiſerhoch die Rede geweſen ſei. Dann trat der Abg.
Gröber vom Zentrum auf und erklärte klipp und klar,
ſeine Erinnerung ſtimme überein mit der des Abg.
Schif=
fer; ihm trat zur Seite der nationalliberale Abg. Dr.
Junck und auf viele Zurufe endlich auch der Abg.
Mül=
ler=Meiningen (Fortſchr. Vp.) Seine Ausſage war für
Bebel vernichtend. Er leitete ſie ein mit den Worten,
es falle ihm ſchwer, einen Mann von der Bedeutung und
dem Alter Bebels bloßzuſtellen, aber auch er beſtätigte
die Schifferſche Darſtellung. Bei der Erklärung des
Abg. Müller=Meiningen entſtand eine große Bewegung
im Hauſe. Nach ihm verzichtete dann Bebel.
— Reichsanſtaltt für Angeſtellte. Ein
Nachtragsetat für das Direktorium der zur Ausführung
des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte erforderlichen
Reichsanſtalt wird dem Reichstage nach den
Oſter=
ferien zugehen. Der Nachtragsetat fordert die Mittel
für die Beſoldung der Beamten, Beſchaffung der
Ar=
beitsräume uſw. Als Präſident der neuen Reichsanſtalt
iſt der Miniſterialdirektor Caſpar aus dem Reichsamt
des Innern in Ausſicht genommen. Vorſitzender des
Oberſchiedsgerichts, der höchſten richterlichen Inſtanz
für die verſicherten Angeſtellten, ſoll Geheimrat Koch
werden.
Die Betriebseinahmen der
Preu=
ßiſch=heſſiſchen Staatseiſenbahnen
be=
trugen im Januar 1912 gegenüber dem Vorjahre im
Perſonenverkehr 1,4 Millionen Mark, gleich 3,33 Prozent,
im Güterverkehr 10,9 Millionen Mark, gleich 10,01
Pro=
zent, insgeſamt, nach Abzug der Mindereinnahmen aus
den ſonſtigen Quellen, 11,9 Millionen, gleich 7,34 Prozent
mehr. Die Zahl der Sonn= und Werktage war in beiden
Jahren gleich.
— Der neuen bayeriſchen Kammer
der Abgeordneten, die am kommenden
Diens=
tag zuſammentritt, wird das Budget für 1912
und 1913 in der gleichen Form vorgelegt werden, wie es
bereits in der letzten Landtagsverſammlung unterbreitet
worden iſt. Eine Neuauflage erwies ſich nicht als nötig,
da noch eine genügende Anzahl von Exemplaren
vor=
rätig war, um die Mitglieder der Kammer der
Abgeord=
neten damit zu verſehen. Das neue Miniſterium
über=
nimmt alſo das bereits im letzten Landtag vorgelegte
Budget für 1912/13. Der Miniſterpräſident Frhr. v.
Hert=
ling wird vor Beginn der Beratungen eine Erklärung
dazu in der Kammer abgeben.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Finanzminiſter von Bilinski. Der
ehe=
malige öſterreichiſche Finanzminiſter und gegenwärtige
Reichsratsabgeordnete und Obmann des Polenklubs, Dr.
Ritter von Bilinski, wurde an Stelle des zurückgetretenen
Barons Burian zum öſterreichiſch=ungariſchen
Finanz=
miniſter ernannt. Graf Aehrenthal hatte vor drei Wochen
bei Erwägung der Nachfolgerſchaft in den gemeinſamen
Miniſterien ſelbſt die Aufmerkſamkeit des Kaiſers auf
Bilinski gelenkt.
Frankreich.
Der Senat genehmigte den Artikel 22 des
Finanz=
geſetzes, betreffend die Ausgabe von Obligationen in
Höhe von 300 Millionen Francs für das Staatsbahnnetz,
die mit 4 Prozent amortiſiert werden ſollen. Die
Emiſ=
ſion findet am 23. März ſtatt.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen wird gemeldet, daß in Madrid
nament=
lich die von Frankreich geforderte Abtretung des Kaps
de I'Agua an der Mündung des Mulujafluſſes auf ganz
beſonderen Widerſpruch ſtößt. Die franzöſiſche
Regie=
rung verlangt dieſes Gelände auf den Rat militäriſcher
Fachleute, weil deſſen Beſitz wegen der ungünſtigen
Ge=
ſtaltung des franzöſiſchen Ufers des Mulujafluſſes für
Frankreich ſehr wertvoll wäre. Es ſcheint jedoch, daß
Frankreich die Abſicht hat, dieſe Forderung um jeden
Preis aufrechtzuerhalten. Einige Schwierigkeiten dürfte
auch die Frage der religiöſen Souveränität des Sultans
verurſachen, da mit dieſer das Recht der Ernennung des
Kadis verbunden iſt. Das abermals aufgetauchte Gerücht,
daß zwiſchen König Alfonſo und dem Präſidenten
Falli=
eres eine Begegnung geplant ſei, wird auch jetzt als zum
mindeſten verfrüht bezeichnet. Das Gerücht dürfte
da=
durch entſtanden ſein, daß König Alfons die Abſicht hatte,
ſich gelegentlich ſeiner Reiſe zur diamantenen Hochzeit
des Erzherzogs Rainer in Paris aufzuhalten, doch gab
der König bekanntlich dieſe Reiſe auf.
England.
Die Spionagefrage. Im Unterhauſe fragie
der Unioniſt Hunt, ob die Regierung mit Rückſicht auf
die Beſchaffenheit der Zeugenausſage in dem letzten
Spionageprozeß eines britiſchen Untertanen vor dem
Reichsgericht in freundlicher, nicht in formeller Weiſe
ſondieren wolle, um eine neue Verhandlung oder eine
Reviſion des Verfahrens von der deutſchen Regierung zu
erlangen. (!) Der Miniſter des Aeußern, Sir Edward
Grey, erwiderte: Es würde für die britiſche Regierung
ganz zwecklos ſein, den Verſuch zu machen, in dieſer Sache
amtliche Schritte zu tun. Der Liberale King fragte, ob
zwiſchen dem britiſchen und dem deutſchen Auswärtigen
Amt Mitteilungen über den Fall Stewart ſtattgefunden
hätten. Hierauf antwortete Grey, er könne über dieſen
Gegenſtand keine weiteren Mitteilungen machen. — King
richtete ſodann an den Miniſterpräſidenten Asquith die
Anfrage, ob ſeine Aufmerkſamkeit auf den Unterſchied der
Behandlung gelenkt worden ſei, die den Spionen in
Deutſchland und England zuteil würde, ob er wiſſe, daß
nachgewieſene Spionage in Deutſchland eine leichtere
Be=
handlung unter weniger entehrenden Bedingungen nach
ſich ziehe als in England, und ob er nicht im Wege der
Geſetzgebung eine ähnliche Behandlung in England
ein=
führen wolle. Premierminiſter Asquith erwiderte:
So=
vohl in England wie in Deutſchland ſei das Urteil der
Spionagefälle in das Ermeſſen des Gerichtshofes geſtellt,
und könne je nach Art des Deliktes und der Perſönlichkeit
des Täters verſchieden ausfallen. Nichts ſei geſchehen,
was ihn zu der Anſicht bringen könnte, daß eine
Abän=
derung des Geſetzes notwendig ſei.
Das Heeresbudget. Bei der Beſprechung des
Heeresbudgets im Oberhauſe erklärte der Kriegsminiſter
Lord Haldane auf verſchiedene Auslaſſungen Lord
Ro=
berts und anderer Redner, die Anſicht, die er von
maß=
gebenden Perſönlichkeiten gehört habe, ſei die, daß alles
in allem die britiſche Armee ebenſo gut ausgerüſtet ſei, wie
jede andere in der Welt. Das engliſche Feldgeſchütz ſei dem
deutſchen weit überlegen. Ob es in jeder Hinſicht dem
franzöſiſchen an Güte gleichkomme, darüber beſtänden
große Meinungsverſchiedenheiten. Die engliſchen
Hau=
bitzen ſeien die beſten in der Welt. Haldane nahm ſodann
das in der engliſchen Armee eingeführte Gewehr gegen
abſprechende Beurteilung in Schutz und erklärte, es ſeien
Verſuche ausgeführt worden, die darauf abzielten, ein
neues Gewehrmodell einzuführen. Dieſes würde, wenn
ſich die daran geknüpften Erwartungen alle erfüllten, das
beſte in der Welt ſein. Es ſei kein automatiſches
Ge=
wehr. Aber die Anſichten über die Vorzüge der
automa=
tiſchen Gewehre ſeien ſowohl in England wie in
an=
deren Ländern ſehr geteilt.
Bau der Sambeſibahn. Die finanziellen
Abmachungen für den Bau der britiſchen und der
portu=
gieſiſchen Strecke der Sambeſi=Eiſenbahn ſind ihrem
Abſchluſſe nahe. Der für die erforderlichen
Landerwer=
bungen zu zahlende Preis beträgt 180000 Pfund. Die
Regierung gewährt auf 10 Jahre eine 4prozentige
Zins=
garantie auf ein Kapital von einer halben Million Pfund,
das zum Bau der Linien Sambeſi und Port Harald im
Njaſſaland nötig iſt. Der Bau der portugieſiſchen Strecke
Beira=Sambeſi ſoll gleichzeitig mit der nördlichen Strecke
begonnen werden.
Vereinigte Staaten.
Der Zwiſchenfall mit Kolumbien nahm
in den letzten Stunden eine überraſchende Wendung. Am
Dienstag nachmittag erſchien nämlich der Erzbiſchof von
Ireland bei dem Präſidenten Taft und bat, die Sache
möge einem Schiedsgericht unterbreitet werden.
Kolum=
bien iſt der einzige Staat, der die katholiſche Kirche als
eine ſtaatliche Einrichtung anſieht. Die amerikaniſchen
Katholiken können bei der nächſten Wahl Taft helfen,
aber auch ſchwer ſchaden, beſonders, weil ſie ohnehin
demokratiſche Neigungen haben. Staatsſekretär Knox
dehnt nun ſeine Reiſe nicht nach Kolumbien aus, und
gegen den Geſandten Oſpina wird nichts unternommen.
Ob ein Schiedsgericht angerufen wird, iſt noch
unent=
ſchieden.
* Bern, 20. Febr. Die Herbſtmanöver des
III. Armeekorps, denen der deutſche Kaiſer
einen oder zwei Tage beiwohnen wird, finden
voraus=
ſichtlich zwiſchen Zürich und Wil, in der Nähe von St.
Gallen, ſtatt.
* London, 20. Febr. Auf Intervention George
lsquiths als Vertreter des Handelsamts ſind die
Schiffseigner und Hafenarbeiter
Glas=
gows übereingekommen, ihre Streitigkeiten einem
Schiedsgericht zu unterbreiten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 22. Februar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Stadtpfarrer
Scriba und den Salineninſpektor Ganzenmüller von
Wimpfen, den Königl. Konſervator des Bayeriſchen
Nationalmuſeums Dr. Fr. Hofmann von München, die
Pfarrer Schöner von Nieder=Ramſtadt und Döring von
Preungesheim, den Profeſſor Körner; den Bürgermeiſter
Stahl, ſowie die Beigeordneten Damm und Windecker
von Friedberg, den Hofbuchhändler Karl Koch von
Gießen, den Photographen Hilsdorf von Bingen; zum
Vortrag den Finanzminiſter Braun, den
Oberjäger=
meiſter Frhrn. van der Hoop, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Militärdienſtnachrichten. (Eigene Privatmeldung.
Nachdruck nur mit Quelle geſtattet.) v. Etzel, Oberſt und
Kommandeur des Leibgarde=Infanterie=Regiments (1.
Großh. Heſſ.) Nr. 115, wird mit der Führung der 75.
In=
fanterie=Brigade (Allenſtein) beauftragt. v. Helldorff,=
Oberſt und Chef des Generalſtabes 4. Armeekorps, wird
zum Kommandeur des Leibgarde=Infanterie=Regiments
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 ernannt. v. Lepel,
Oberſtleut=
nant und Kommandeur des Landwehrbezirks III Berlin,
wird zum Oberſt befördert (früher im Inf.=Regt. Nr. 115).
v. Gélieu, Major beim Stabe des Garde=Schützen=
Ba=
taillons, wird als Bataillons=Kommandeur in das
Leib=
garde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115
ver=
ſetzt. v. Lewinski, Hauptmann im Generalſtabe der
Großh. Heſſiſchen (25.) Diviſion, wird zum Major
beför=
dert. v. Amelunxen, Oberſtleutnant und Bataillons=
Kommandeur im 1. Badiſchen Leib=Grenadier=Regiment
Nr. 109, wird zum Stabe des 3. Magdeburgiſchen
Infan=
terie=Regiments Nr. 66 verſetzt (früher Adjutant der Großh.
Heſſ. (25.) Diviſion). Frhr. Thumb v. Neuburg,
Oberſt und Kommandeur des 1. Badiſchen Leib=Dragdner=
Regiments Nr. 20, wird mit der Führung der 8. Kavallerie=
Brigade beauftragt (früher im Drag.=Reg. Nr. 123).
Jebens, Oberleutnant im Infanterie=Regiment Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, wird zum Adjutanten
der 82. Infanterie=Brigade ernannt. Bieber, Fähnricht
im Infanterie=Regiment Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr.
118, wird zum Leutnant mit Patent vom 20. Februar 1910
befördert. Müller, Oberſtleutnant und Kommandeur
des Landwehrbezirks Recklinghauſen, wird auf ſein Geſucht
von ſeiner Dienſtſtellung enthoben mit der Erlaubnis zum
Tragen der Uniform des Infanterie=Regiments Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116 und unter Verleihung
des Roten Adlerordens 3. Klaſſe mit der Schleife (früher
im Inf.=Regt. Nr. 116). Geibel, Veterinär im Großh.
Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiment
Nr. 25, wird zum Oberveterinär befördert. Im
Be=
urlaubtenſtande werden befördert: v.
Nathu=
ſius, Leutnant der Reſerve im Leib=Dragoner=Regiment
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, zum Oberleutnant, Schalefer,
Vizewachtmeiſter (IV Berlin), zum Leutnant der Reſerve
des 2. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiments Nr. 61,
Gold=
mann, Vizewachtmeiſter (Halberſtadt), zum Leutnant der
Reſerve des Großh. Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18,
Werle und Stoll, Vizefeldwebel im Landwehrbezirk
Lübeck, bezw. Bremerhaven, zu Reſerveoffizieren des Leib=
Plagiate der Natur.
C) Wohl faſt jeder Gebirgsort, bei uns in
Deutſch=
land und noch mehr in der Schweiz, hat ſeine
merkwür=
digen und wunderlich geſtalteten Felsformationen, aus
denen eine bewegliche Phantaſie alle möglichen
Geſtaltun=
gen des Lebens, einen kauernden Hund, das Profil einer
Frau, eine „Goethe=Maske” uſw. herauszudeuten vermag,
Aber neben dieſen mehr ſpieleriſchen Aehnlichkeiten, bei
denen ein vages Ungefähr nach Art eines Vexierbildes
zu allerlei Löſungen der eigenartigen Linienwirrnis
ein=
ladet, gibt es in der unaufhörlich bildenden und
ſchaffen=
den Natur auch Formen, die in frappanteſter Weiſe zu
einer Vergleichung auffordern, in denen die Natur
be=
reits vorhandene Dinge der Wirklichkeit nachahmt, ſich
alſo gleichſam ſelbſt plagiiert.
Solche „Plagiate der Natur” ſtellt G. Roux in
einem inhaltreichen Aufſatze der Revue zuſammen. Was
zunächſt Felsformationen anbetrifft, ſo gibt es an den
Meerufern von Norwegen eine Klippe, die ganz getreu
die Züge eines Fiſchers der Lofoten an ſich trägt, wobei
das Geſicht an der charakteriſtiſchen Naſe, an den ſtarken
Backenknochen und dem zurücktretenden Kinn genau zu
erkennen iſt. Seltſamerweiſe hat dieſes Geſicht nicht den
Ausdruck eines lebenden Menſchen; die Augen ſind
ge=
ſchloſſen, die Linien ſtarr, man denkt an einen
Ertrun=
kenen. Und ſo drängt ſich der Glaube auf, daß an dieſem
gefährlichen Meer, wo der Malſtrom ſo viele Schiffer
ver=
ſchlungen hat, die Natur ein merkwürdiges Denkmal und
Abbild dieſer Toten errichtet hat. Häufig kann man
feſt=
ſtellen, daß ſolche natürlich gebildeten Darſtellungen
ge=
rade die Züge der Menſchen tragen, die in ihrer Nähe
wohnen, und nicht anders iſt es mit den ſeltſamen
Ana=
logien, die man im Tierreich zu menſchlichen Geſichtern
findet. In Japan wird im Stillen Ozean eine
Rieſen=
krabbe gefangen, deren Rückſchild die grimmig verzerrte
Maske eines wütenden Samurai darſtellt, die den Mund
breit aufgeriſſen hat und mit den Zähnen fletſcht. Dieſes
Beſicht erinnert durchaus an die Kriegermasken, die die
Japaner ſo gern auf ihren Zeichnungen verwenden, und
benſo ſtellen andere Krabben wütend verzerrte Geſichter
ar. Freilich liegt hier das „Plagiat” wohl nicht nur
auf ſeiten der Natur; man kann aus alten japaniſchen
Holzſchnitten ſchließen, daß die Künſtler zu der
Auffaſ=
ſung dieſer Geſichter durch die von der Natur ſo
meiſter=
haft gegebenen Vorbilder angeregt worden ſind.
Auch die Archäologen ſind manchmal durch ſolche
Plagiate der Natur getäuſcht worden. So hielt man
eine weibliche Geſtalt aus Stein lange Zeit für ein
prä=
hiſtoriſches, von Menſchenhand verfertigtes Werk, bis
man ſchließlich zu der Ueberzeugung gelangte, daß es
ſich hier um ein von der Natur ſelbſt ſo geformtes
Fels=
ſtück handelte. 1863 glaubte der große engliſche Geologe
Sir William Dawſon in Kanada das älteſte bekannte
Foſſil gefunden zu haben, das den Namen Eozoon erhielt.
Später wurde aber einwandfrei feſtgeſtellt, daß es ſich
hier um einen Stein handelte, der nur durch eine
merk=
würdige Laune der Natur die Spiralform und die durch
Löcher unterbrochene Einteilung in Kammern erhalten
hatte, die an die Geſtalt eines kleinen Kopffüßlers
er=
innerten.
Wunderliche Analogien ſchafft die Natur in ihrer
un=
endlichen Fruchtbarkeit und der ſtets wechſelnden Fülle
ihrer Formen auch im Pflanzenreich. Auf trockenen
Erbſenſchoten haben chineſiſche und japaniſche Gelehrte
Schriftzüge entdecken wollen; ſie haben ſogar aus dieſen
merkwürdigen Punkten und Strichen ganze Texte
entzif=
ſert, ſo eine Seite des Tſchi=King und in dieſe
Eulenſpie=
geleien der Natur einen tiefgeheimen Sinn gelegt. Das
Löwenmaul unſerer Gärten trägt ſeinen Namen nicht
umſonſt. Aber noch mehr ähnelt es einem ſkalpierten
Menſchenkopf, der in grimmer Todesangſt verzerrt iſt.
Die Armbandpflanze, ein eßbarer Pilz, erinnert an den
on Schlangen umſpielten Kopf der Meduſe; dem
Hut=
pilz oder Boletus wird von den Bauern mit Recht
Aehn=
lichkeit mit einem Negerkopf zugeſprochen. In den
trocke=
nten Ebenen Aſiens gedeiht eine ſeit dem Mittelalter als
heilkräftig bekannte Pflanze, die die Eingeborenen „das
Lamm” nennen und deren Ausſehen wirklich dem dieſes
Tieres gleicht. Unzählig ſind dieſe Analogien, die man
aus den vielgeſtaltigen Pflanzenformen herausgeleſen hat.
Zahlloſe Legenden und Sagen knüpfen ſich an gewiſſe
von der Natur geſchaffene Einzelheiten, an denen man
be=
ſtimmte Dinge wiederzuerkennen meint. Neben der
Roß=
trappe im Harz ſei nur an jenen Abdruck einer
geſpal=
tenen Klaue erinnert, die ſich in dem amerikaniſchen
Staate Yova an einem Abhange des Miſſiſſippi findet.
Natürlich ſagen die Bewohner, daß hier der Teufel eine
Fußſpur von ſeinen Wanderungen zurückgelaſſen habe,
während die Wiſſenſchaft ſich längſt darüber einig iſt, daß
hier in Urzeiten eine Molluske, deren Art heute
ver=
ſchwunden iſt, ihren Abdruck hinterlaſſen hat. Dichter
und Gelehrte hat immer wieder die Aehnlichkeit
menſch=
licher Züge mit Tierköpfen intereſſiert. Der große
Natur=
forſcher Quatrefages beobachtete, daß man unter den
Fiſchervölkern einer außerordentlich großen Anzahl von
Perſonen begegnet, die Fiſchköpfe haben, und er war der
Anſicht, daß das Milieu auf die Ausprägung der
menſch=
lichen Geſichtszüge einen großen Einfluß hat, daß ſich in
den Geſichtern manchmal eine enge Beziehung zu
gewif=
ſen Tieren ausdrückt. Welch wunderſame Geſtaltungen
ſchafft die Natur häufig in den Wolkenbildungen; nicht
nur der Shakeſpeareſche Polonius erkennt in ihnen willig
allerlei irdiſche Formen, ſondern auch der objektive
Ge=
lehrte bewundert herrliche Architekturwerke, Wälder und
Landſchaften, menſchliche Geſtalten, kurz die ganze Fülle
des irdiſchen Seins in dieſen luftigen Bildungen.
Un=
ermeßlich und nicht aufzuzählen iſt die Menge der
Pla=
giate” die die Natur aus ihrer ungeheueren Werkſtatt
hervorgehen läßt. Sie bildet Blumen, die das Ausſehen
von Vögeln haben; ſie ſchafft Vögel, die man für Blumen
halten würde; ſie gibt Geſteinsbildungen den Anſchein
von Lebeweſen, miſcht Menſchliches unter das Tieriſche
und läßt Tieriſches im Menſchen auftauchen. Man kann
in dieſen Formſpielen der Natur ein Produkt des Zufalls
ſehen, man kann ihnen eine tiefere Bedeutung unterlegen,
jedenfalls zeugen auch ſie von der unbegrenzten Kraft der
großen Schöpferin.
garde=Infanterie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
Haag, Leutnant der Reſerve des letztgenannten
Regi=
ments, zum Oberleutnant, Schulz (Wilhelm), Leutnant
der Reſerve des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiments Nr.
168, zum Oberleutnant, Heß, Vizefeldwebel (II Darmſtadt),
zum Leutnant der Reſerve des Leibgarde=Infanterie=
Regi=
ments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Schraub und
Dör=
ſam, Vizefeldwebel im Landwehrbezirk Worms, erſterer
zum Leutnant der Reſerve des Infanterie=Regiments Prinz
Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, und letzterer zum Leutnant
der Reſerve des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiments Nr.
168, Reinheimer, Leutnant der Landwehr=Infanterie
1. Aufgebots (Saarbrücken), wird zu den Reſerve=Offizieren
des Infanterie=Leibregiments Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117, verſetzt. Dr. Zutz, Oberarzt der Landwehr
1. Aufgebots (I Darmſtadt), wird der Abſchied bewilligt.
— Vom Hoftheater. Wegen Heiſerkeit des Herrn
Hoff hat Herr Semper in der heutigen Vorſtellung
„Der Freiſchütz” die Partie des Eremiten und Herr
Kammerſänger Weber die des Fürſten übernommen.
*X* Der Landesausſchuß der heſſiſchen
National=
liberalen Partei wird am Sonntag, den 3. März, in
Darmſtadt eine Sitzung abhalten, in der beſonders die
innerheſſiſchen Verhältniſſe zur Beſprechung gelangen
werden.
* Kurſus über Armenpflege, Jugendwohlfahrt
und Jugendfürſorge. Weitere Vorträge über
perſön=
liche Fürſorge für gefährdete und verwahrloſte Kinder
und Jugendliche (Referenten: Herr Pfarrer Zimmermann,
Wixhauſen, und Frau Oberſt von der Schulenburg, hier),
finden Donnerstag, den 22. Februar, nachmittags 4¼ Uhr,
im Städtiſchen Saalbau ſtatt.
Die Beſichtigung des „Ohlyſtifts” bei Gräfenhauſen
iſt für Freitag, den 23. Februar, nachmittags, in
Aus=
ſicht genommen. Für diejenigen, welche die Bahn
be=
nützen, iſt der Zug ab Hauptbahnhof 142 (nach
Wix=
hauſen) geeignet. Die Teilnehmer an der Wagenfahrt
(die ſich angemeldet haben) ſind gebeten, pünktlich 2 Uhr
nachmittags am Stadthaus zu ſein.
Die Schlußverſammlung iſt auf Samstag, den
24. Februar, nachmittags pünktlich 4 Uhr, im
Garten=
ſſaal des Städtiſchen Saalbaues verlegt worden. Mit
derſelben iſt ein zwangloſes Zuſammenſein verbunden,
wofür von heute an beſondere Teekarten (im Vorverkauf
während der Vorträge im Herrſchaftsſaale des
Saal=
baues, ſonſt Stadthaus) ausgegeben werden.
* Zum zweiten Bürgermeiſter der Stadt Jena
wurde der 35 Jahre alte Regierungsaſſeſſor Lerch aus
Darmſtadt, Sohn des Herrn Gymnaſiallehrers Lerch,
unter 77 Mitbewerbern gewählt.
* Die Umgeſtaltung des „Roſenhofes” im
Aus=
ſtellungsgebäude wird, wie zu unſerer Notiz am Montag
ergänzend bemerkt ſei, gemeinſam von den Herren
Margold und Profeſſor Jobſt vorgenommen. Von
Herrn Profeſſor Jobſt ſtammen die Grundriſſe und
der figürliche Schmuck.
* Volksverein für das katholiſche Deutſchland.
Am nächſten Sonntag abend veranſtaltet der
Volks=
verein für das katholiſche Deutſchland in Verbindung
mit den andern katholiſchen Vereinen hieſiger Stadt im
Konkordiaſaale eine Feier zum Gedächtniſſe des 100.
Ge=
burtstags von Ludwig Windthorſt. Feſtredner iſt
Landtagsabgeordneter v. Brentano. (Siehe Anzeige).
* Der Kirchengeſangveren der evangeliſchen
Paulusgemeinde hält am 27. Februar ſeine
Haupt=
verſammlung ab. (Näheres ſiehe Anzeige in dem
heutigen Blatte.)
— Die Volksſchülerwanderungen des Odenwaldklubs
im Jahre 1911. In einem letzten Hefte des Touriſt
wer=
den die Schülerwanderungen des Odenwaldklubs geradezu
als vorbildlich bezeichnet. Die Veranſtalter dieſer
Jugend=
fahrten freuen ſich der ihren Bemühungen hier von
erfahre=
ner Seite geſpendeten Anerkennung; ſie ſehen mit
Befrie=
digung, wie dieſe Schülerwanderungen, die zuerſt in
Darmſtadt verſucht wurden, ſo viel Nachahmung auch bei
den übrigen Ortsgruppen gefunden haben und wie dieſe
ſoziale Maßregel ſo vielen Kindern zugute kommt. Denn
gerade vom ſozialen Standpunkt betrachtet, iſt es gewiß
nicht zu unterſchätzen, wenn es der Odenwaldklub
Tauſen=
den junger Menſchenkinder ermöglicht, von Zeit zu Zeit
den Wanderſtab zu ergreifen und hinauszuziehen in die
heimatlichen Berge, aus denen ſie dann erfriſcht,
mancher=
lei Anregung mit heimbringen. Ueber 8000 Schüler und
Schülerinnen der Darmſtädter ſtädtiſchen Schulen konnten
im letzten Wanderjahr dieſe Wohltat genießen, und über
2700 Mark hat der Odenwaldklub unſerer Stadt für dieſe
Wanderfahrten verrechnet. Indes haben die Kinder ſelbſt
manchen Spargroſchen dazu beigetragen. Im Vergleich zu
den Vorjahren zeigt ſich unzweifelhaft nach der Seite ein
Fortſchritt, daß viele Klaſſen auf eine Unterſtützung aus
der Kaſſe der Ortsgruppe verzichtet haben, da es nur einer
frühzeitig einſetzenden Belehrung durch den Lehrer oder
die Lehrerin bedurfte, um die Kinder zu veranlaſſen,
all=
wöchentlich einen kleinen Betrag in eine Sparkaſſe
einzu=
legen, aus der dann ſämtliche Reiſekoſten der ſtets billig
eingerichteten Wanderungen gedeckt werden. Man braucht
nur die lange Reihe der 215 Anmeldungen der
Jugendaus=
flüge 1911 einmal daraufhin anzuſehen, um ſofort zu
fin=
den, wie viele Klaſſen auf jede Geldunterſtützung
verzich=
ten und nur den Schutz des Klubs für Haftpflicht in
An=
ſpruch nehmen. Zur allgemeinen Förderung der
Jugend=
wanderungen iſt durch Veranſtaltung des Volksſchüler=
Abends viel beigetragen worden. Man darf wohl ſagen,
daß gerade deshalb der Volksſchüler=Abend ein gut Stück
Aufklärungsarbeit geboten hat. Hier durfte die
Volks=
ſchule einmal vor einem größeren Kreiſe zeigen, was ſie
auf dieſem Gebiete Schönes zu leiſten vermag, und auch
der klingende Erfolg blieb nicht aus, konnten doch 1000
Mark Reingewinn für die „Volksſchülerwanderungen”
ab=
gegeben werden, eine Gabe, die manchem Schüler die
Teil=
nahme erleichterte. Die Ortsgruppe Darmſtadt des
Oden=
waldklubs hat in den letzten drei Jahren über 16000
Schul=
kinder hinausgeführt und dieſes Ziel ſoll auch im
bevor=
ſtehenden Wanderjahr verfolgt werden. Hoffentlich laſſen
auch die Freunde der Jugend mit ihrem klingenden
Zu=
ſpruch es nicht an ſich fehlen.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
hielt am 19. d. Mts. ſeine Monatsverſammlung ab. Nach
einigen Mitteilungen ſeitens des I. Vorſitzenden wurden
die Niederſchriften durch den I. Schriftführer, Herrn
Wenz, verleſen. Den größten Teil des Abends
be=
anſpruchten die Berichterſtattungen verſchiedener
Mit=
glieder über die vom 9.—12. d. Mts. in Frankfurt a. M.
ſtattgefundene XV. nationale Ausſtellung. Der II.
Vor=
ſitzende zollte am Schluſſe ſeiner allgemeinen
Betrach=
tungen den drei Frankfurter Vereinen für die
muſter=
hafte Durchführung dieſes gewaltigen Unternehmens —
es waren über 7000 Nummern Geflügel ausgeſtellt —
volle Anerkennung. Auch bei dieſer großen Konkurrenz
der „Nationalen” haben ſämtliche ausſtellenden
Mit=
glieder des Vereins „Ornis” Lorbeeren geerntet. Preiſe
erhielten die Herren: C. Berntheiſel: 1 Ehrenpreis, 5 I.,
4 II. und 1 III.; Dietz jun.: 1 I. und 1 III.: Geppert:
1 II., 1 III. und 2 IV: H. Hein: 1 IV.; L. Hering II.:
1 II. und 1 IV.; ſowie Schleidt: 1 II. und 2 IV. Preiſe.
Ein neuer Beweis für Fleiß und Verſtändnis auf dem
Gebiete der Geflügelzucht. Nach Beſprechung einiger
Verbandsangelegenheiten wurde die übliche Verloſung
vorgenommen.
§ Feſtgenommen. Ein 32 Jahre alter Bäckergehilfe
aus Ludwigshafen, der von Heidelberg aus wegen
Unterſchlagung ſteckbrieflich verfolgt wird, iſt hier
feſt=
genommen worden.
-h- Jugenheim, 20. Febr. Bekanntlich hat der
Bo=
nifazius=Verein ſchon vor längerer Zeit einen
Bauplatz für eine Kapelle in der Nähe des
Friedens=
brunnens käuflich erworben. Wie wir hören, ſoll mit dem
Bau nun bald begonnen werden, was in katholiſchen
Kreiſen allſeits freudig begrüßt wird. Die hieſige
katholiſche Gemeinde wird der neuerrichteten Pfarrei
Zwingenberg unterſtellt.
h- Zwingenberg, 20. Febr. Der Grundſtein
der hieſigen katholiſchen Kirche wird Anfang April
ge=
legt.
-h- Von der Bergſtraße, 20. Febr. Die Hauptarbeit
der Landwirte iſt gegenwärtig das Schneiden der
Re=
ben in den Weinbergen. Das Holz iſt kräftig
entwickelt und vollſtändig geſund, was als erſte
Haupt=
bedingung für gute Weinausſichten gilt. Der Landwirt
iſt ſeit letztem Jahre dem Weinbau wieder geneigter
und es bedarf nur dieſes Jahr des gleichen Erfolges wie
1911 und dem Weinbau wird wieder mehr
Aufmerkſam=
keit geſchenkt.
Offenbach, 20. Febr. Zum Beigeordneten
in Obertshauſen wurde geſtern der
Sozialdemo=
krat Metzgermeiſter Leonhard Guſtav Becker, auch vom
Zentrum unterſtützt, gewählt.
Offenbach, 20. Febr. Ueber die Hälfte der bei der
großen Streife in der vergangenen Woche ſiſtierten
Zigeuner, 64 Männer, Frauen und Kinder, ſind bis
jetzt über die Grenze geſchoben worden, weil
ihre Legitimationspapiere nicht in Ordnung waren.
Hin=
ſichtlich der noch hier weilenden 50 Zigeuner werden
Er=
mittelungen über Herkunft, Stand und Namen gepflogen;
ſie werden dann, je nach deren Ausfall, entweder
eben=
falls über die Grenze geſchafft oder dürfen hier bleiben
unter der Bedingung, daß ſie ihr Landſtreicherleben auf=”
geben, einen ſeßhaften Erwerb beginnen und ſich auch
hinſichtlich des Wohnens und des Ausſehens befleißigen,
alles Zigeunermäßige abzulegen.
Worms, 20. Febr. Als das vierjährige Kind eines
Schirmflickers, in der großen Fiſcherweide wohnhaft, zu
dem Fenſter hinausſehen wollte, das von den
abweſen=
den Eltern nicht geſchloſſen worden war, ſtürzte es
aus dem zweiten Stockwerk auf die Straße, wo
es leblos liegen blieb. Die ſofort herbeigerufene
Sani=
tätskolonne brachte das verunglückte Kind nach dem
ſtädtiſchen Krankenhauſe, wo ſchwere innere und
äußere Verletzungen feſtgeſtellt wurden. — Eine
Ehetragödie ſpielte ſich heute in der Ruprechtsgaſſe!
ab. Die 18jährige Tochter der Eheleute Fuhrmann hatte
vor einem Vierteljahr den Bierbrauer Löffler geheiratet.
Die Flitterwochen ſcheinen aber ein ſchnelles Ende
ge=
funden zu haben, denn die junge Frau verließ bald ihren
Ehemann, um zu ihren Eltern zurückzukehren. Als der
Ehemann ſeine Frau heute wieder heim holen wollte,
trank ſie, um ſich zu vergiften, Kleeſalz. Sie wurde
durch die Sanitätskolonne noch am Abend ins ſtädtiſche
Krankenhaus gebracht. Es iſt möglich, daß die junge
Frau am Leben erhalten werden kann.
Bretzenheim, 21. Febr. Der ſechsjährige Hans
Fi=
ſcher von hier wurde auf der Straße von einem
Auto=
mobil überfahren und erheblich verletzt. Das
Kind wurde ins Rochushoſpital nach Mainz gebracht.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 20. Febr. Im Kgl. Schloſſe
fand heute der letzte diesjährige Hofball, der
Faſt=
nachtsball, ſtatt. Anweſend waren auch der
Reichskanz=
ler und Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter. Gegen 11 Uhr
wurde ſoupiert. Darnach wurde der Tanz fortgeſetzt, der
mit einem Schlußreigen ſchloß, wonach Punſch und
Pfann=
kuchen gereicht wurden. — Die Fürſtin zu
Fürſten=
berg, die mit dem Fürſten und Familie ſeit Anfang
Januar im Hotel „Esplanade” wohnt, iſt an akuter
Mittel=
ohrentzündung erkrankt und mußte ſich einer Operation
unterziehen. Das Befinden der Fürſtin iſt nach der gut
verlaufenen Operation zufriedenſtellend. — Prof. Albert
Hertel, der bekannte Berliner Landſchaftsmaler, Senator
der Akademie der Künſte, iſt im Alter von 69 Jahren
ge=
ſtorben. Der Verſtorbene erfreute ſich der beſonderen
Wertſchätzung des Kaiſerlichen Hauſes. Erſt kürzlich waren
von dem Maler eine Anzahl Arbeiten aus der römiſchen
Kampagna ausgeſtellt, die Hertel bei einem
Studienauf=
enthalt in der Villa Falconieri in Frescati, dem
Beſitz=
um des Kaiſers, anfertigte. — In Grünheide bei Erkner
Feuilleton.
A. K. Aſtronomiſches. Vom 24. bis 26. Februar
kann man am abendlichen und nächtlichen Himmel
beſonders ſchöne Stellungen ſehr heller Geſtirne
beob=
achten. Der ſich dem Erſten Viertel nähernde Mond
paſ=
ſiert am 24., vormittags 9 Uhr, nördlich den Saturn,
weilt alſo am Abend desſelben Tages nordöſtlich (
ober=
halb) von dem Planeten, am 25. befindet er ſich bei dem,
allerdings vom Mondglanze verblaſſenden, Siebengeſtirn,
und am 26., vormittags 5 Uhr, bewegt er ſich dicht über
den Mars hinweg. Da weiter ſüdlich noch der Stern
1. Größe Aldebaran im „Stier” funkelt, erlangt die
ge=
ſamte Konſtellation in den Nächten zum 25. und 26.
Fe=
bruar eine beſondere Pracht. Schließlich nähert ſich der
Mond noch am Abend des 26., um 11 Uhr, dem Sterne
Beta im „Stier” ſüdlich bis auf den geringen Abſtand
von kaum einem Grad.
— Beim deutſchen Roten Kreuz im türkiſchen Lager.
Eine intereſſante Schilderung ſeines Beſuches bei den
Mit=
gliedern der deutſchen Miſſion vom Roten Kreuz im
tür=
kiſchen Lager gibt der auf dem Kriegsſchauplatze weilende
franzöſiſche Korreſpondent Robert Valroy in einem Pariſer
Blatte. Die deutſche Miſſion, die unter der Leitung
des Barons von Binder=Krieglſtein nach Tripolitanien
aufbrach, um die verwundeten Türken und Araber ärztlich
zu behandeln und zu pflegen, weilte gegen Mitte dieſes
Monats in Zuara und hier hat ſie der Franzoſe beſucht.
„Die Organiſation dieſer Miſſion vom Roten Kreuze,” ſo
muß Valroy einräumen, „iſt in der Tat ausgezeichnet.
Unter der Leitung eines Profeſſors arbeiten hier zwei
Chirurgen, zwei Aerzte, ein Militärarzt und fünfzehn
Krankenpfleger. In kurzer Zeit hatten ſie drei große
Hoſpitalzelte aufgeſchlagen, die je fünfzehn Meter lang
und acht Meter breit ſind und über ein doppeltes Dach
ver=
fügen. Dieſe Zelte bergen je zwanzig Betten. Die
Ex=
pedition verfügt über ſehr große Vorräte an Medikamenten
und Nahrungsmitteln; ſie braucht nicht weniger als 450 (?)
Kamele, um ihr ganzes Material weiterſchaffen zu können.
In der Geſellſchaft der deutſchen Aerzte habe ich einen
an=
genehmen Abend verbracht; wir tranken Punſch und aßen
Weihnachtsgebäck — Weihnachtsgebäck im Februar, man
mag ſich vorſtellen, wie friſch und knuſperig das noch war.
Zwei Herren zeigten ſich als recht gewandte
Mandolinen=
ſpieler und begleiteten den ſonoren Baß des Herrn
Pro=
feſſor und die Tenorſtimme des Dr. Fritz. Einer der
jüngſten Krankenwärter erprobte ſich auch als Sänger; er
iſt daheim der Beſitzer eines großen Rennſtalles.‟ Der
franzöſiſche Korreſpondent erzählt dann noch eine luſtige
kleine Geſchichte von unſeren draußen im Dienſte der
Menſchlichkeit arbeitenden Landsleuten. Anfang Februar
kam der türkiſche Militärkommandant in Begleitung
einiger Offiziere, um die Einrichtungen der deutſchen
Kriegshoſpitäler zu beſichtigen. Während man den
Kom=
mandanten durch die Krankenzelte führte, errichteten zwei
der Krankenpfleger hurtig in einem Nebenzelte einen
kleinen Frühſtückstiſch für die Gäſte; die Herren erwieſen
ſich dabei als geſchickte Tiſchdekorateure und bald prangte
ein prächtiger Schinken, von anderen Leckerbiſſen umgeben,
in der Mitte dieſer raſch improviſierten Tafel. Zum Glück
kam Baron von Binder=Krieglſtein noch in dieſes „
Früh=
ſtückszimmer” ehe die Gäſte erſchienen, und ſchleunigſt ließ
er den ſchönen Schinken wieder abräumen. An ſeiner Statt
wurde Kaffee und Tee ſerviert. Sonſt würden die
tür=
kiſchen Offiziere wahrſcheinlich auch ſehr betroffene
Geſich=
ter gezeigt haben, denn die Mohammedaner dürfen
be=
kanntlich kein Schweinefleiſch eſſen. In Tunis ſprach
Val=
roy mit einem Eingeborenen, der, wie faſt alle ſeine
Lands=
leute, ein glühender Italienhaſſer iſt. Ich fragte ihn,
warum er denn unſere Nachbarn ſo ſehr verabſcheue. Und
der wackere Sohn von Tunis erklärte voll Ueberzeugung:
„Wegen der Maccaroni und wegen d’Annunzio” eine
Meinung, die, wie Valroy humorvoll hinzufügt, nicht ohne
Wert iſt.
** Flitterwochen im Unterſeeboot. Es iſt natürlich
die eigenartige Laune eines amerikaniſchen Millionärs, daß
er ſeine Hochzeitsreiſe in einem Unterſeeboot machen und
ſeine Flitterwochen zum Teil unterhalb des
Meeresſpie=
gels des Stillen Ozeans verbringen will. Der eigenartigs
Hochzeiter iſt der Colonel Fleming, ein ſehr reicher Mann,
der mit einer nicht minder reichen Dame, Edith Glover,
der Tochter eines Chicagoer Glasfabrikanten, am 15.
März in den Stand der heiligen Ehe treten wird. Er hat
es ſich mehr als vier Millionen Mark koſten laſſen,
um das erſte Unterſeeboot, das zum Vergnügen
eines Privatmannes konſtruiert wird, erbauen zu laſſen,
denn bisher hatten die Millionäre ſich mit Luxusjachten
über dem Waſſer begnügt und den großen Staaten das
koſtſpielige Vorrecht überlaſſen, ihre Flotte mit
Unter=
waſſerſchiffen auszurüſten. In der amerikaniſchen
tech=
niſchen Rundſchau The Engeneering World wird dem
Lurusunterſeeboot des Colonels eine eingehende
Beſprech=
ung gewidmet. Das Schiff, das den Namen „The
My=
ſterious” führt, hat einen Gehalt von 600 Tons und eine
Mannſchaft von fünfzehn Seeleuten. Außerdem werden
ſich neben Herrn und Frau Fleming noch ein Arzt, ſechs
Gäſte, die die Hochzeitsreiſe mitmachen, ein Koch mit ſeinem
Gehilfen, ein Haushofmeiſter, ein Kammerdiener, eine
Kammerfrau und ein Mädchen für alles an Bord befinden.
Das Heim, in dem die jungen Eheleute ſich häuslich
ein=
richten werden, beſteht aus einem geräumigen
Schlafzim=
mer, einem Eßraum, in dem bequem für acht Perſonen
gedeckt werden kann, einem Salon, Rauchzimmer,
Biblio=
thek, Badezimmer und Ankleideraum. Die Gäſte haben
drei Schlafzimmer zur Verfügung, jedes mit Badezimmer.
Kapitän und Arzt haben ihre eigenen Kabinen. „Der
Ge=
heimnisvolle” hat bereits in Oakland in Kalifornien die
Taufe empfangen und durch kurze Fahrten ſeine
Seetüch=
tigkeit bewieſen. Die Räume ſind auf das luxuriöſeſte
ein=
gerichtet und beſonders die Appartements des Ehepaares
ſind wahre Schmuckkäſtchen an Eleganz und modernem
Komfort. Auf nichts werden die Jungvermählten
verzich=
ten müſſen, wenn ſie am Abend ihrer Hochzeit in die kühlen
Wogen des Meeres tauchen. Miß Glover, die eine große
Muſikfreundin iſt, hat im Salon ihren Flügel, und auch
ihre Geige und ihre Harfe wird ſie mitnehmen, um
muſi=
kaliſche Sorieen unter dem Waſſer zu veranſtalten. Nun
werden die Hochzeitsreiſenden freilich nicht beſtändig die
Tiefe des Meeres auf ihrer Fahrt aufſuchen, ſondern das
Schiff macht, wie jedes Unterſeeboot, einen großen Teil
des Weges an der Oberfläche des Waſſers; das Schiff hat
einen viel geringeren Tiefgang als die Unterſeeboote der
Kriegsmarine, die ſich nur wenig über das Waſſer erheben.
Die große und geräumige Kommandobrücke gewährt Raum
für angenehme Spaziergänge. Auch die Schnelligkeit des
Lurusfahrzeuges iſt größer als gewöhnlich und alle
Sicher=
heitsmaßregeln ſind in umfaſſender Weiſe getroffen, um
die Möglichkeit eines Unglückes völlig auszuſchalten. „Der
Geheimnisvolle” wird von San Franzisko aus ſeine Reiſe
antreten, und zwar begibt er ſich nach dem Golf von
Mon=
terey, wo der Colonel ein ſchönes Schloß und eine
pracht=
volle Beſitzung ſein Eigen nennt. Miß Glover aber kann
ſtolz verſichern, daß ſie eine Hochzeitsreiſe macht, wie keine
ihrer Freundinnen, und es wird das Glück ihrer
Flitter=
wochen erhöhen, wenn ſie dem Kapitän den Befehl gibt,
die Luken zu ſchließen und 25—30 Meter in die Tiefe
hinabzutauchen. Dann kann ſie ſich in der tiefen Stille
und Einſamkeit an den Flügel ſetzen und im ſtrahlenden
Lichte ihres Salons die Gäſte zu einem intimen Konzert
um ſich vereinen.
* Koſtbares Bild. Bei der Verſteigerung der Ge=,
mäldeſammlung aus dem Nachlaß des Konſuls Weber=
Hamburg bei Lepke in Berlin erzielte das
Halbfiguren=
bild von Anirea Mantegna „Maria mit dem Kinde‟
590000 Mark, für welchen Betrag das Bild in den Beſitz
des Pariſer Kunſthändlers Kleinberger überging. Das
Werk wurde im Jahre 1903 für 50000 Mark aus dem
Londoner Kunſthandel von der gleichen Firma
Dowde=
wells erworben, deren Inhaber heute noch unter den
Auktionsgäſten ſaß. Das Bild — es mißt nur 60
Zenti=
meter in der Höhe und 48 Zentimeter in der Breite —
wurde durch den Generaldirektor Bode im Jahre 1904
als echter Mantegna in die Literatur eingeführt, und,
trotzdem es nicht an Zweiflern fehlte, die den Namen
Mantegnas mit dem Bilde nur ungern in Verbindung
bringen wollten, erzielte das Bild heute doch dieſen
bei=
ſpielloſen Rekordpreis.
iſt eine ſtaatliche Zucht= und Dreſſuranſtalt für
Polizeihunde eingerichtet und bereits in Betrieb
ge=
nommen worden, aus der ſowohl die Königlichen, als auch
die kommunalen Polizeiverwaltungen ihren Bedarf an
guten, reinraſſigen und zu Polizeidienſtzwecken ſich
eignen=
den Hunden decken können. In dieſer Anſtalt werden auch
Unterrichtskurſe für die Ausbildung von Beamten zu
Hundeführern und Dreſſeuren, und zwar jährlich vier,
ſtattfinden, von denen der erſte am 4. März d. Js. beginnt.
An dieſen Kurſen, welche den Zeitraum von je 8 Wochen
umfaſſen werden, dürfen immer nur 20 Schüler teilnehmen.
Die näheren Bedingungen für die Teilnehmer an den
Kurſen ſind in einem Runderlaß des Miniſteriums des
Innern angegeben. — Der Händler Döring wurde wegen
Diebſtahls, darunter im Reichskanzlerpalais, zu ſechs
Jah=
ren Gefängnis verurteilt. Nach der Verkündigung des
Ur=
teils erhob ſich der mitangeklagte freigeſprochene Arbeiter
Szylinski und rief, auf Döring zeigend: Dieſer Mann iſt
der Mörder der Witwe Hoffmann aus der
Blumenthal=
ſſtraße! Nach Anſicht der Kriminalpolizei iſt dieſer
Beſchul=
digung keine Bedeutung beizumeſſen. Nur um ſich an
Doring zu rächen dafür, daß er ihm eine mehrmonatliche
Unterſuchungshaft zu verdanken hatte, erhob der
freige=
ſprochene Szylinski die Beſchuldigung. Er wird heute
wegen derſelben noch eingehend vernommen werden.
Frankfurt, 20. Febr. Zur Deckung des
Fehlbe=
trages von 750000 Mark im Haushaltplan beantragte
der Magiſtrat die Erhöhung des Waſſergeldes und die
Einführung einer Steuer auf die Erlaubnis zum
Betrieb der Gaſtwirtſchaften. Beide Anträge
wurden aber nach lebhafter Erörterung von der
Stadt=
verordnetenverſammlung einſtimmig abgelehnt.
Wiesbaden, 20. Febr. Das dritte
Kaufmanns=
erholungsheim iſt nunmehr geſichert; es wird im
Taunus errichtet, kaum eine Stunde Bahnfahrt von
Frank=
furt entfernt. Jetzt hat nämlich die
Stadtverordneten=
verſammlung in Biebrich beſchloſſen, der Deutſchen
Geſell=
ſchaft für Kaufmannserholungsheime unweit dem
Chauſſee=
haus, einige hundert Meter nördlich des Weilburger
Tales, ein landſchaftlich reizvoll gelegenes Gelände zum
Bau des Heimes zur Verfügung zu ſtellen.
München, 21. Febr. In Bruck bei München ſtreifte ein
Zimmermannsſohn, der mit ſeinem Vater am Straßenrande
ging, mit dem Kopf an einen von der elektriſchen
Hochſpannleitung herabhängenden feinen
Blumen=
draht, der in mutwilliger Weiſe über die Leitung
geſchleu=
dert und am unteren Ende mit einem Stein beſchwert
war. Der auf 10000 Volt geſpannte Strom ſchlug den
un=
glücklichen Knaben an der Seite ſeines entſetzten Vaters
auf der Stelle tot.
Ellerſtadt, (Pfalz), 21. Febr. Geſtern nachmittag
drang, wie der Pfälziſche Kurier meldet, der 47 Jahre alte
Schuhmacher Martin Weilbrenner nach einem
Wirts=
hausbeſuch in das Haus des Bürgermeiſters Meinhardt
und verlangte Obdach. Der Bürgermeiſter wies ihm das
Wachtlokal an, womit er aber nicht zufrieden war. Er
ſchimpfte und wurde von dem Bürgermeiſter fortgewieſen.
Er brachte darauf der Ehefrau des Bürgermeiſters einen
Dolchſtich in den rechten Oberſchenkel bei, wodurch
die Schlagader getroffen wurde. Die Frau ſtarb bald
darauf. Der Täter flüchtete, wurde aber in Lambsheim
verhaftet.
Hamburg, 21. Febr. Geſtern nachmittag brach in den
Hamburger Aſphaltwerken von Winterhoff,
Zink und Sprotthoff am Grevenweg Großfeuer aus,
das in kurzer Zeit das geſamte Rührwerk vernichtete und
die darin befindliche Steinmühle zum Teil zerſtörte. Der
durch Verſicherung gedeckte Schaden iſt ſehr hoch.
Zittau, 21. Febr. Die Ueberführung des
Raubmörders Trenkler vom Amtsgericht nach dem
Bahnhofe war in aller Stille geſchehen, ſodaß niemand
im Publikum eine Ahnung davon hatte. Die geſchloſſene
Droſchke war an den Schienenſtrang des Güter=Bahnhofs
gefahren, wo unbemerkt der Eiſenbahnwagen beſtiegen
wurde, der dann erſt in den Zug einrangiert wurde. Die
Vorhänge des Abteils waren zugezogen, ſodaß Niemand
den an den Händen gefeſſelten Verbrecher beobachten konnte,
der hinfällig und hohlwangig zwiſchen zwei ſächſiſchen
Kri=
minal=Gendarmen ſaß.
Paris, 21. Febr. Während des geſtrigen
Faſtnachts=
trubels wurden wegen Unfugs 970 Perſonen
feſt=
genommen, von denen etwa 50 wegen Tragens
ver=
botener Waffen oder anderer ernſterer Vergehen in Haft
be=
alten wurden. Im Polizeikommiſſariat der Rue Thorel
ſchnitten die Verhafteten die Gasröhren durch, ſodaß der
Gasmeſſer abgeſperrt werden mußte, um einer Exploſion
orzubeugen. Der Leiter des Polizeiamts ſah ſich
genö=
tigt, die Verhafteten, etwa 250 an der Zahl, ſofort
frei=
zulaſſen.
Paris, 21. Febr. Als geſtern nachmittag beim Löſchen
eines Brandes, der das Wohnhaus und die Stallungen
eines Landwirtes bei Grenoble einäſcherte, die
Feuer=
wehrleute das Vieh aus den Ställen retten wollten, ſtürzte
plötzlich das brennende Dach ein und begrub 5
Feuer=
vehrleute unter ſich. Nach angeſtrengteſter Arbeit
wur=
en die Verunglückten aus den Trümmern hervorgeholt.
Drei waren bereits tot, zwei ſind ſchwer verletzt.
Lyon, 20. Febr. Der Direktor der Schiffahrtsgeſellſchaft
in Troyes, Joſſier, und deſſen Geliebte, Louiſe Chabre,
wurden hier in einem Hotelzimmer von einem Kaufmann
namens Dufour überfallen und durch 2
Revolver=
ſchüſſe getötet. Dufour ſtellte ſich freiwillig der
Po=
izei und gab an, ſein Verbrechen aus Eiferſucht begangen
zu haben.
Riga, 20. Febr. Das Bezirksgericht verurteilte
5 Direktoren von Geſellſchaften in Prowodnik, und den
Ge=
neraldirektor der Geſellſchaft, Wittenberg, wegen Aneignung
der einen Elefanten darſtellenden Fabrikmarke der
Peters=
burger Gummiwarenfirma Hartmann zu 2 Monaten
Gefängnis.
Bombay, 20. Febr. Heute mittag brach auf einem
Platz, wo viele tauſende Baumwolleballen
lager=
ten, ein großes Feuer aus. Der Schaden wird auf eine
Viertelmillion Pfund geſchätzt.
Kalkutta, 20. Febr. Das Schleppſchiff „Chinow” der
Irrawaddy Flottille Company ſcheiterte geſtern einige
Meilen von Rangoon. Ungefähr 50 Perſonen
rtranken. Man glaubt, daß das Schiff in einen ſtarken
Strudel geraten war.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Könſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Darmſtädter Streichquartett. Mit Prof.
Mannſtaedt, dem als ausgezeichneten Kammermuſik=
Pia=
niſten geſchätzten 1. Hofkapellmeiſter der Kgl. Oper in
Wies=
baden, gelangt am Montag, den 26. d. Ms., im 4. Abend
des Darmſtädter Streichquartett s, ein neues
Klavierquintett von dem in Darmſtadt noch unbekannten
ungariſchen Tonſetzer Peter Stojanovits zur Aufführung.
Der in Budapeſt 1877 geborene Künſtler hat zuerſt am
Peſter National=Konſervatorium als Schüler Hubays das
Künſtler=Diplom mit Auszeichnung erlangt und zugleich
das Gymnaſium abſolviert. Dann erhielt er am Wiener
Konſervatorium — durch Verleihung der Geſellſchafts=
Medaille und mehrerer Prämien ausgezeichnet — die
Reifezeugniſſe für Violine (Schule Grün), allgem.
Kom=
poſition (Rob. Fuchs) und dramatiſche Kompoſition (
Heu=
berger). Daneben betrieb er an der Wiener Univerſität
juriſtiſche und muſikwiſſenſchaftliche Studien. Mit ſeinem
erſten Violinkonzert, das in Wien, Berlin, Leipzig, Peſt,
New=York uſw. geſpielt wurde, gewann er den 1.
öſter=
reichiſchen Staatspreis. Eine in Peſt zur Uraufführung
gelangte komiſche Oper „Der Tiger” beſonders aber ſeine
mit großem Erfolge abſolvierten Wiener Kompoſitions=
und Kammermuſikabende haben erheblich dazu beigetragen,
ſeinen Namen in der Muſikwelt auf das vorteilhafteſte
bekannt zu machen. Das bei Doblinger erſchienene
Klavier=
quintett in C-moll wurde bei ſeiner 1. Aufführung
in Wien mit ſo ungewöhnlichem Erfolge aufgenommen,
daß es bald darauf auf vielfaches Verlangen wiederholt
werden mußte und die Wiener Kritik zu der Bemerkung
veranlaßte, daß P. Stojanovits als ſicherer Eroberer
fort=
ſchreiten und bald zu den Gefeierten zählen werde.
Klavierabend Télémaque Lambrino
am Samstag, 24. Februar, in der „Traube”. Wir
er=
wähnten bereits, daß die Kritik ſich durchweg begeiſtert
äußert über den gottbegnadeten Künſtler. Einige wenige
Sätze aus den vorliegenden zahlloſen Kritiken mögen
das hier beweiſen: Lambrino iſt eine überlegene
Künſtlerperſönlichkeit, ein Pianiſt allererſten Ranges.
(Düſſeldorf.) — Lambrinos ſelbſtändige Geſtaltungskraft
riß hin. (Metz.) — Lambrino ſteht auf der Höhe der
aus=
drucksgewaltigen Interpreten. (Hamburg.) — . . . . .
er=
innern wir uns nicht ſeit Anton Rubinſtein in gleicher
Größe und Eindrucksfähigkeit des Vortrags gehört zu
haben. (Frankfurt a. M.) — Lambrino verſetzte das
Publikum in Ekſtaſe durch die Technik wie durch das
Tem=
perament. (Stockholm.) — Eine Anton Rubinſtein
nach=
wandelnde Künſtlerindividualität. (Hannover.) — Das
kennzeichnet ihn eben als einen ganz Großen,
Gottbegna=
deten. (Bremen.) — Lambrino iſt ohne Zweifel dazu
be=
rufen. als Pianiſt die Welt zu erobern (Woat.
Lambrino gehört zu denjenigen Künſtlern, die durch
warm=
blütigen, empfindungsvollen Vortrag und kühne Bravour
den Hörer von vorneherein für ſich einnehmen. (Berlin.)—
Lambrino hatte ſein Publikum mit Sturm gewonnen,
ge=
rade ſo wie ſeine berühmte Lehrerin, die unvergeßliche
Tereſa Carreno. (Helſingfors.) — . . . Gest un pianiste
de temperament, au jeu fougueux et puissant, et un
musicien délicat et de fine compérension. (Genf.) —
Er hat Feuer, er hat Kraft, es flammt gewaltig aus ihm
hervor. (Leipzig.) — Lambrino zählt zu den
Auserwähl=
ten unter den zeitgenöſſiſchen Pianiſten. (Dresden.) —
Lambrino zeichnete ſich durch objektive
Interpretations=
kunſt, durchtränkt mit tiefer, poetiſcher, eigenartiger
Geſtal=
tungskraft, aus. (Athen.)
* Das Konzert Knibbe=Thiel am
Donners=
ag, den 7. März, wird den hieſigen kunſtliebenden Kreiſen
eine ebenſo eigenartige wie ſeltene muſikaliſche Darbietung
ſein. Zum erſten Male ſtellt ſich die Künſtlerin dem
Darm=
ſtädter Publikum vor und zwar in ihrer dreifachen
Eigen=
ſchaft als Pianiſtin — Komponiſtin und Orcheſter=
Diri=
gentin, als letztere die bis jetzt einzige Vertreterin in
Deutſchland. Sie iſt eine Schülerin der Königl.
Kammer=
virtuoſin Frau Rappoldi=Kahrer, des Geh. Hofrats Prof.
Dräſeke in Dresden und des Profeſſors Dr. C. Reinecke in
Leipzig. Die Zeitungsberichte von München, Dresden,
Nürnberg, Göttingen, Metz uſw. lauten überaus günſtig,
ſodaß wohl auch hier, wie überall, ein reger Beſuch zu
er=
warten iſt. (Näheres in den Anzeigen.)
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 21. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung 1 Uhr 20 Min. Auf der Tagesordnung
ſtehen die Interpellationen der Freiſinnigen und
Sozialdemokraten auf
Aufhebung des Futtermittel= und
Kartoffelzolles.
Staatsſekretär Dr. Delbrück erklärt ſich zur
ſofor=
tigen Beantwortung der Interpellationen bereit. — Zur
Begründung der freiſinnigen Interpellationen erhält das
Wort Abg. Dr. Wendorff (Fortſchr. Vpt.): Wir wollen
grundſätzlich Auseinanderſetzungen über die geſamte
Wirtſchaftspolitik vermeiden und auch nicht den kleinen
Grundbeſitz gegen den Großgrundbeſitz ausſpielen. Vor
acht Tagen erklärte Staatsſekretär Wermuth, es ſeien
Er=
wägungen im Gange, den bevorſtehenden Saiſonzoll auf
Kartoffeln vorjähriger Ernte bis zum 1. Mai
hinauszu=
ſchieben. Hoffentlich haben ſich dieſe Erwägungen zu
einem Beſchluß verdichtet. Daß durch die ſchlechte
Kar=
toffelernte, die kaum ein Viertel einer normalen
Ernte=
brachte, ein Notſtand entſtanden iſt, iſt nicht zu bezweifeln.
Die Kartoffelteuerung iſt lediglich ein Glied in der
gan=
zen Kette der Teuerung. Durch die hohen
Kartoffel=
reiſe wird beſonders der Mittelſtand betroffen. Auch die
Stärkefabrikation hat eingeſchränkt werden müſſen.
Da=
zu kommt, daß zahlreiche Engros=Einkäufe noch vor dem
Eintritt der Froſtperiode getätigt worden ſind, und
ge=
rade wegen der Froſtperiode nicht vor dem 15. dieſes
Medaillen und Plaketten.
Ausſtellung im Gewerbemuſeum.
Die Ausſtellung moderner deutſcher Medaillen und
Plaketten, die im Gewerbemuſeum für vier Wochen zu
ſehen iſt, ſoll einen Ueberblick bieten über die Leiſtungen,
die dieſer Kunſtzweig in den letzten Jahren in
Deutſch=
land hervorgebracht hat. Sie zuſammengeſtellt zu haben
iſt das Verdienſt Herrn Dr. von Grolmanns in
Wies=
baden. Die Kunſthandlung E. Richter in Dresden hat
die Auswahl franzöſiſcher Arbeiten beigeſteuert, die
viel=
fach in einen ſo intereſſanten Gegenſatz zu den deutſchen
treten.
Den Aufgaben des Gewerbemuſeums gemäß mögen
an dieſer Stelle einige Hinweiſe über die Technik der
Medaille am Platze ſein:
Die Herſtellung der Medaille oder Plakette geſchieht,
von einzelnen getriebenen oder auf galvaniſchem Wege
hergeſtellten Exemplaren abgeſehen, durch Guß oder durch
Prägung. Durch Guß entſtanden ſind zum Beiſpiel die
Medaillen des Vittore Piſano, des eigentlichen Schöpfers
der italieniſchen Medaille des 15. Jahrhunderts, ferner die
deutſchen Medaillen des 16. Jahrhunderts, die
pracht=
vollen Arbeiten des Hans Schwarz, des Hans Kels und
anderer Meiſter, die dieſes einſt populäre und künſtleriſch
hochbedeutende Gebiet gepflegt haben. Im Grunde iſt
das techniſche Prinzip der Gußmedaille heute noch
das=
ſelbe, wie in den Zeiten der Renaiſſance. Es wird ein
Modell hergeſtellt, das in Sand abgeformt wird. Durch
Ausgießen der Hohlform mit Metall erhält man das
ge=
wünſchte Reſultat, das noch der Nacharbeit, des Abſägens
der ſogenannten Angüſſe, des Befeilens des Randes, meiſt
auch der Retuſche der Oberfläche und der Patinierung
bedarf. Für jeden Abguß muß eine neue Sandform
her=
geſtellt werden. Die Gußmedaille wird deshalb in
ver=
hältnismäßig wenig Exemplaren angefertigt. Sie hat
den Charakter eines Einzelwerkes.
Umgekehrt läßt die Prägetechnik, in der auch
unſere Geldſtücke hergeſtellt werden, die Erzeugung einer
faſt unbeſchränkten Anzahl von Exemplaren zu. Beide
Verfahren zur Herſtellung von Medaillen ſind uralt und
im Prinzip ſtets gleich geblieben. Aber die Art, wie für
die Gußmedaille das Modell, und für das Prägeſtück die
Stahlſtanze hergeſtellt wird, hat ſich gegen früher
ver=
ändert. Die italieniſchen Medaillenkünſtler des 15. und
16. Jahrhunderts arbeiteten die Modelle für ihre
Guß=
ſtücke in Wachs, deſſen Bildſamkeit ihnen die
größtmög=
liche Freiheit erlaubte. Die Deutſchen zogen es vor, ſie
in Holz, meiſt in Buchs, oder in dem feinkörnigen
Kehl=
heimer Stein zu ſchneiden. Für die geprägten Stücke
mußten die Stanzen unmittelbar in Eiſen oder Stahl
vertieft geſchnitten werden — die Stempelſchneider, in
deren Händen die Münzprägung lag, hießen Eiſengraber.
Die im Schrank XII befindlichen Stempel von heſſiſchen
Medaillen, die vom Münzkabinett des Landesmuſeums
zur Ausſtellung geliehen worden ſind, geben einen
Be=
griff von der Arbeit des Stempelſchneidens. In beiden
Fällen iſt heute die handwerksmäßige Arbeit dem
Me=
dailleur durch die Maſchine, die ſogenannte
Reduktions=
maſchine, aus der Hand genommen. Der Künſtler ſtellr
in Wachs ein Model in vergrößertem Maßſtab her und
äßt dieſes Modell durch die Maſchine in dem
beabſichtig=
ten Maßſtab verkleinern.
Soll von dieſer Kopie ein Prägeſtempel hergeſtellt
werden, ſo wird das von der Reduktionsmaſchine in
Eiſen gefräßte verkleinerte Relief gehärtet, ſodann in ein
veiches Stahlſtück eingedrückt und dieſes Stück, in dem
ſich ein vertieftes Abbild der Patrize findet, wieder
ge=
härtet. Der Reduktionsmaſchine bedienen ſich die
fran=
zöſiſchen Medailleure, die Roty, Chaplain, Dupuis uſw.,
die in Frankreich die Medailleurkunſt neu belebt haben.
Sie wird auch in Deutſchland angewendet, und der früher
an der Darmſtädter Künſtlerkolonie tätige Rudolf Boſſelt,
der über die Kunſt der Medaille eine leſenswerte Schrift
herausgegeben hat, wendet ſie zur Herſtellung ſeiner
Ar=
beiten an. Die zarte, oft hauchartig feine Modellierung,
die an den franzöſiſchen Arbeiten zutage tritt, erklärt ſich
aus der maſchinellen Verkleinerung eines oft in achtfacher
Größe hergeſtellten, in Wachs gearbeiteten
Original=
modells; freilich auch die allzu glatte und ſpieleriſche
Eleganz mancher dieſer Arbeiten.
Es haben deshalb einige Münchener Künſtler
ver=
ucht, die alten handwerklichen Praktiken der Modell= und
Stempelſchneider wieder aufzugreifen. Vor allem haben
Max Daſio und Georg Römer ihre Stempel wieder
un=
mittelbar in den Stahl geſchnitten, um dem Prägeſtück
ſeinen handwerklichen Ausdruck wiederzugeben, den es
urch die Reduktionsmaſchine verloren hat. Es iſt klar,
daß der kleine Maßſtab dazu zwingt, die Formen
präg=
nanter zu behandeln und auf die Verteilung der
Kom=
poſition auf der Fläche einen größeren Wert zu legen,
als dies bei der Arbeit im verbeſſerten Wachsmodell zu
geſchehen pflegt. Das Handwerkszeug und die
unmittel=
bare Arbeit im Material führen ferner zu einem
eigen=
artigen Ausdruck, zu einer Stiliſierung, die den Arbeiten
Daſios und Römers eine gewiſſe Verwandtſchaft mit den
klaſſiſchen Arbeiten der griechiſchen Stempelſchneider
ver=
leiht.
Auch auf das Gußſtück wird die alte handwerkliche
Uebung wieder angewandt. Daſio, Römer u. a. ſchneiden
ihre Modelle direkt in Gips oder Holz; der Charakter
des Schnitts wird dabei unverwiſcht gelaſſen, ja ſogar
unterſtrichen und will in ſeiner Friſche und Urſprünglich=
keit mit zur künſtleriſchen Wirkung beitragen.
Stein=
ſchnitte, die zur Herſtellung der Sandformen dienen, ſind
von W. O. Prack und Paul Sturm ausgeſtellt,
Gips=
modelle von A. Kraus und Fritz Behn.
An dieſe knappen techniſchen Bemerkungen mögen
noch einige Andeutungen über die künſtleriſche
Phyſiognomie der neuen deutſchen Medaillenkunſt
angeſchloſſen werden: In der franzöſiſchen Medaille iſt
die impreſſioniſtiſche Tendenz unverkennbar. Sie hängt
damit zuſammen, daß die Malerei in Frankreich die
ton=
angebende Kunſt iſt. Es iſt eine gemeinſame künſtleriſche
Anſchauungsweiſe, auf der in Frankreich alle Künſte
ſtehen. Die Gußſtücke Charpentiers oder des
Elſäſ=
ſers Ringel d’Illzach ſind ihrer Tendenz nach ebenſo ſehr
mit den Skulpturen Rodins verwandt, wie dieſe mit der
impreſſioniſtiſchen Malerei. Auch in den Prägeſtücken
Rotys, Chaplains, Dupuis u. a. verraten ſich deutlich die
Einflüſſe, die von der zeitgenöſſiſchen Malerei
her=
kommen.
In Deutſchland iſt das Bild weniger einheitlich.
Eine im weſentlichen maleriſche Richtung, die mit den
franzöſiſchen Arbeiten verwandte Züge zeigt und vor
allem durch die Arbeiten des jetzt in Berlin anſäſſigen
Leipziger Medailleurs Paul Sturm und des kürzlich
verſtorbenen Frankfurters Joſeph Kowarzik vertreten
wird, ſteht einer mehr plaſtiſch empfindenden gegenüber.
Bei dieſer Richtung iſt die Anregung von der
italieni=
ſchen und der deutſchen Medaille der Renaiſſance
ausge=
gangen. Ihre plaſtiſche Kraft, ihre einfache Klarheit und
Geſchloſſenheit mußte vor allem die Bildhauer anziehen.
Das edelſte Stück der deutſchen Medaillenkunſt, der
Bis=
mark Adolf von Hildebrands, der 1895 erſchien und
in Deutſchland zur Reform der Medaille das Zeichen gab,
iſt die reife Frucht dieſer Anregung. Die Arbeiten der
Bildhauer Hermann Hahn, deſſen Plaketten A. Meſſels
und L. Hoffmanns in Darmſtadt beſonders beachtet
wer=
den dürften, diejenigen Fritz Behns und Theodor von
Goſens, die kernigen Gußmedaillen Benno Elkans
bringen weitere vorzügliche Belege dieſer fruchtbaren
Strömung. Alle dieſe Künſtler betonen den Charakter
des Metalls und entwickeln in der gegebenen Fläche eine
Formgebung, die allzu zarte Details meidet und vor allem
durch Klarheit und Kraft zu wirken ſucht. Gelingt es,
ie retroſpektiven Neigungen, die in manchen dieſer
Ar=
eiten ſich zeigen, mit der Zeit zu überwinden, ſo dürfte
allerdings das Wiederaufblühen der deutſchen
Medaillen=
kunſt, von der die Ausſtellung Zeugnis ablegt, zu
Ergeb=
niſſen führen, die den franzöſiſchen Arbeiten nicht
nach=
ſtehen. Sie dürften ſie dann ſogar übertreffen durch die
geſunden Kräfte, die ſie aus dem Boden handwerklicher
Ueberlieferung gewinnen.
K.
Monats ausgeführt werden können Der Schutzzoll auf Mais
iſt ganz und gar entbehrlich, da wir in Deutſchand einen
Maiskörnerbau nicht tennen. Wenn man jetzt daran
gehen will, dem Mittelſtand zu helfen, dann darf auch der
ländliche Mittelſtand nicht vergeſſen werden, und dazu
bietet die Befolgung des durch unſere Interpellation
an=
gegebenen Weges die richtige Handhabe. Die
Reichs=
regierung hat alle Urſache, darauf Bedacht zu nehmen,
den Schatz an Vertrauen im Volke nicht zu vergeuden,
ſondern zu vermehren.
Abg. Bock (Soz.): Segensreich hat der Zolltarif nur
gewirkt für die Agrarier. Weite Diſtrikte in Deutſchland
gibt es, in denen die Bevölkerung nahezu ausſchließlich
von Kartoffeln lebt. Für alle dieſe Leute bedeutet
an=
geſichts der allgemeinen Teuerung und der Mißernte der
Kartoffelzoll geradezu ein Unheil. Die Vorausſage, daß
die hohen Nahrungsmittelpreiſe auch hohe Löhne mit ſich
bringen würden, iſt nicht eingetreten. Der
Kartoffelkon=
ſum iſt in Deutſchland viel größer, als in anderen
Län=
dern. Als Nahrungsmittel ſind die Kartofeln ganz
be=
deutend im Preiſe geſtiegen, deshalb ſollte man ſie nicht
noch weiter belaſten. Der Reichstag tut nur ſeine heiligſte
Pflicht, wenn er den Aermſten der Armen die Kartoffeln
verbilligt.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Beide
In=
terpellationen nehmen einen Faden wieder auf, den wir
vor wenigen Monaten hier ausgiebig geſponnen haben.
Die Regierungen haben die ihnen durchführbaren und
zweckdienlich erſcheinenden Maßnahmen ergriffen. Ich
erinnere an die Ermäßigung der Eiſenbahntarife und
die Erlaubnis der Verwendung von Mais zu
Brenn=
zwecken. Einer zeitweiligen Aufhebung der Zölle auf
Futtermittel ſtanden aber grundſätzliche Bedenken
ent=
gegen, auch wäre dies nicht geeignet, die vorhandenen
Schwierigkeiten zu beheben. Niemand weiß beſſer als
die verbündeten Regierungen und niemand bedauert es
mehr als ſie, daß der Ernteausfall des vorigen Sommers
für zahlreiche Kreiſe der Produzenten und für die kleinen
Konſumenten mit beſchränktem Einkommen erhebliche
Schwierigkeiten für ihre Lebenshaltung und
Wirtſchafts=
führung im Gefolge haben würden; dementſprechend
haben die verbündeten Regierungen und die beteiligten
Reſſorts fortwährend dieſe Frage im Auge behalten und
geprüft, ob ſich neue Wege eröffneten, um den beklagten
Mißſtänden entgegenzutreten oder ſie abzuſchwächen.
Seit dem vorigen Herbſt iſt eigentlich nichts geſchehen,
was die Situation weſentlich verſchlimmert hätte und
die damalige Beurteilung der Dinge durch die
verbün=
deten Regierungen als unzutreffend erſcheinen ließe. Ich
will nur noch einmal darauf hinweiſen, daß ſich eine
un=
günſtige Ernte nur beim Hafer und den Kartoffeln
er=
geben hat. Für letztere war der Ausfall um ſo
bedenk=
licher, als beinahe ein Drittel unſeres Jahresbedarfes
fehlte und ſo ſich ein großer Mangel an Futter einſtellte.
Dazu kam, daß wir infolge der unzureichenden Ernte
an Mais in anderen Ländern keinen vollen Erſatz an
Futtermitteln bekommen konnten. Die ſchlechte
Futter=
ernte iſt auch zu beklagen im Hinblick auf die Maul= und
Klauenſeuche, die ſchon große Verwüſtungen an unſerem
Viehbeſtande angerichtet hat. Glücklicherweiſe iſt es uns
gelungen, dieſe Seuche im Laufe des Winters erfolgreich
zu bekämpfen und wir hoffen, daß uns noch ein weiteres
Zurückdrängen derſelben gelingen wird. Das
Ernteergeb=
nis an Roggen, Gerſte und Hafer war für das letzte Jahr
beſſer als im Vorjahre. Kartoffeln waren
ſchätzungs=
weiſe neun Millionen Tonnen weniger vorhanden, dafür
aber war die Qualität beſſer. Der Ausfall wird höchſtens
ſechs Millionen Tonnen betragen. Ein erheblicher
Aus=
fall an Weide=, Wieſen= und Viehfutter von 13 bis 14
Millionen Tonnen iſt nicht zu leugnen; aber auch unſere
Nachbarländer haben ſchlechtere Ernten gehabt, und der
Handel hat in der Einfuhr an Futter herangeſchafft, was
er nur irgend konnte. Der Preis für Hafer iſt abnorm
hoch, er erreicht die Höhe des Weizenpreiſes. Die hohen
Preiſe für Kartoffeln ſind örtlicher Natur, allgemein
be=
ſteht die Tendenz nicht. Die Fleiſchpreiſe ſind nicht
ver=
ändert gegen den vorigen Herbſt. Bei Schweinefleiſch iſt
eine ganz enorme Zunahme des Auftriebs zu konſtatieren,
ſo daß der Preis geſunken iſt. Von einer Fleiſchnot kann
nicht die Rede ſein. Vorausſichtlich werden wir über die
ſchwierige Klippe der Fleiſchverſorgung glücklich
hinüber=
kommen. Die Aufhebung des Maiszolles iſt
grundſätz=
lich bedenklich. Die Maisernte in der ganzen Welt iſt
ungewöhnlich ſchlecht geweſin. Kein Sack Mais würde
mehr zu uns kommen, wenn wir den Zoll ſuspendierten.
Argentiniſcher Mais erreichte den deutſchen Markt bisher
überhaupt nicht, weil die letzte argentiniſche Ernte
un=
günſtig war. Alle Maßnahmen zur Erhöhung der
Ein=
fuhr ſind alſo vor der neuen Ernte erfolglos. Die
Finanz=
deputation der franzöſiſchen Kammer hat den
einſtimmi=
gen Beſchluß gefaßt, die Suspendierung des Einfuhrzolls
auf Mais abzulehnen, weil eine Wirkung davon nicht zu
erwarten iſt. Dort herrſcht alſo dieſelbe Anſicht, die ich
vertrete. Sollten bei der Futtergerſte in irgend einer
Weiſe ungerechte Belaſtungen eintreten, könnte man dieſer
Frage allerdings näher treten. Da ausländiſche
Kartof=
feln infolge der ungünſtigen ausländiſchen Ernte und der
mißlichen Transportverhältniſſe bis zum 15. Fehruar
nicht in nennenswerter Weiſe eingeführt werden konnten,
ſoll in Fällen, in denen höhere Gewalt nachgewieſen
werden kann, aus Billigkeitsgründen bis 30. April für
Induſtriekartoffeln der Zoll erlaſſen werden. Jedenfalls
wird dadurch eine Erleichterung für die Marktpreiſe der
Kartoffeln für die menſchliche Ernährung und für die
Viehhaltung eintreten.
Auf Antrag des Abg. Stadthagen (Soz.) wird
Beſprechung der Interpellationen beſchloſſen. —
Abg. Herold (Zentr.): Wenn die Sozialdemokraten die
Regierung für die Preisgeſtaltung verantwortlich machen,
ſo iſt das die heftigſte Agitation. Schließlich ſoll auch
noch die Regierung ſchuld ſein an der Dürre des
ver=
gangenen Jahres. Die Aufhebung der Zölle würde eine
Herabſetzung der Preiſe nicht zur Folge haben; den
Vor=
teil haben dabei nur der Handel und das Ausland. —
Abg. Arnſtedt (konſ.): Zu meiner Freude erkennen
die Nationalliberalen den Notſtand der Landwirtſchaft
an. Futtermittelzölle im eigentlichen Sinne gibt es
über=
haupt nicht. Eine alte Tatſache iſt, daß die Viehzucht
treibenden Landwirte mit Verluſt arbeiten; den Nutzen
dabei haben lediglich die Händler und die Kapitaliſten,
die ihr Kapital in Viehzüchtereien ſtecken.
Erfahrungs=
gemäß iſt der Ertrag aus dem Gerſtenzoll nur durch die
ungenaue Tarifierung von Brau= und Futtergerſte
zu=
rückgegangen. Eine zeitweilige Aufhebung der Zölle
kön=
nen wir nicht befürworten; das käme nur dem Handel
und dem Auslande zugute.
Abg. Wamhoff (natl.): Wir wären bereit, für
eine Suspendierung des Maiszolles einzutreten. Einige
meiner Freunde wollen auch für die Suspendierung des
Gerſtenzolles eintreten, die Mehrzahl iſt aber dagegen.
Die Suspendierung des Kartoffelzolles haben wir mit
Freuden begrüßt. Dieſe Maßnahme iſt von aroßem Ein=
fluß auf die Ernährung weiter Kreiſe, die jetzt ſehr unter
der Teuerung zu leiden haben.
Nach weiteren unwichtigen Aeußerungen einiger
Red=
ner wird die Weiterberatung auf Donnerstag,
1 Uhr, feſtgeſetzt. — Schluß halb 6 Uhr.
* Berlin, 21. Febr. Zu Beginn der
Reichstags=
ſitzung teilte Präſident Dr. Kaempf mit, daß gegen
80 Wahlen proteſtiert werde. Die Proteſte ſeien
der Wahlprüfungskommiſſion überwieſen worden. 218
Wahlen ſind für gültig befunden worden.
Ueber die reſtlichen 99 müſſen die Abteilungen noch
be=
finden.
Handel und Verkehr.
— Bericht der Direktion der Deutſchen
Vereinsbank für 1911. Die Deutſche Vereinsbank
hat ſoeben ihren Jahresbericht für 1911 herausgegeben,
dem wir folgendes entnehmen: Das vergangene Jahr iſt
nicht einheitlich verlaufen. Während der erſten Hälfte,
welche unter dem Zeichen politiſcher Beruhigung und
flüſſi=
ger Geldverhältniſſe ſtand, war eine erfreuliche Belebung
auf allen Gebieten zu konſtatieren. Erſt die gegen Mitte
des Jahres eingetretene Verdüſterung des politiſchen
Hori=
zontes, ebenſo die durch die abnormen
Witterungsverhält=
niſſe des verfloſſenen Sommers hervorgerufenen Störungen
und Befürchtungen bewirkten eine weſentliche
Beeinträch=
tigung des Verkehrs. Immerhin kamen dieſelben für die
Vereinsbank nur inſofern zum Ausdruck, als das in der
erſten Jahreshälfte erzielte Mehrerträgnis im zweiten
Se=
meſter ſich nicht weiter zu heben vermochte. Der
Rein=
gewinn per 31. Dezember 1911 beträgt 2 726803,46 Mark
gegen 2663 439,79 Mark per 31. Dezember 1910. Die Filiale
in Darmſtadt hat im allgemeinen befriedigend
gearbeitet. Die Entwickelung der Zweigniederlaſſung
in Offenbach a. M. zeigt erfreuliche Fortſchritte. Die
Ergebniſſe der Kommanditen in Hanau, Mainz und
Wies=
baden blieben, wie ſeither, günſtige. Der Aufſichtsrat
ſchlägt der zum 7. März 1912 einzuberufenden
Generalver=
ſammlung vor, von dem erzielten Reingewinn von
2 726803,46 Mark eine Dividende von 4 Prozent auf 30
Millionen Mark Aktienkapital auszuzahlen und eine
Super=
dividende von 2 Prozent auf das Aktienkapital von 30
Mil=
lionen Mark — 600000 Mark an die Aktionäre zu verteilen;
dem zur Beſtreitung der ſpäter zu zahlenden Talonſteuer
für die Aktionäre errichteten Konto 30000; dem
Penſions=
fonds der Beamten und Angeſtellten nach den
Beſtimmun=
gen des Aufſichtsrats 40000 Mark; der Direktion zur
Ver=
wendung als Gratifikation und Teuerungszulage an die
Beamten 80000 Mark zu überweiſen und die alsdann noch
verbleibenden 511963,33 Mark auf neue Rechnung
vorzu=
tragen. Die Geſamtdividende würde hiernach
6 Prozent 36 Mark für jede Aktie zu 600 Mark und
— 72 Mark für jede Aktie zu 1200 Mark betragen.
* Neuer D=Zug Frankfurt-Berlin. Vom
1. März ab wird folgende Verbindung wieder
aufgenom=
men: D=Zug 27a ab Frankfurt 9.59 vorm. über Nauheim-
Kaſſel nach Berlin=Potsdamer Bahnhof, an daſelbſt 7.31
nachm. In Nauheim wird der von Wiesbaden um 9.08
abgefahrene Zug dem Frankfurter D=Zug angehängt.
Um=
gekehrt fährt der Zug um 8.17 vorm. vom Potsdamer
Bahnhof ab und trifft um 5.09 nachm. in Nauheim ein.
Dort werden die nach Wiesbaden gehenden Wagen
abge=
hängt und der Zug fährt nach Frankfurt weiter, wo er um
5.52 ankommt. Die Züge nach wie von Berlin führen
Speiſewagen und hin wie her erſte bis dritte Klaſſe. Der
Wiesbadener Teil trifft um 6.59 in Wiesbaden ein.
Luftfahrt.
* Berlin, 20. Febr. Heute Nachmittag iſt das
Paſſagier= und Reklameluftſchiff „P. L. 6"
in Berlin eingetroffen. Der Luftkreuzer war um 2 Uhr mit
8 Paſſagieren an Bord unter Führung des
Regierungsbau=
meiſters Hackſtätter in Bitterfeld, wo er eine neue Füllung
erhalten hatte, aufgeſtiegen und landete, auf ſeinem Fluge
der Bahnlinie folgend, um 3¾4 Uhr auf dem Johannisthaler
Flugplatz. Das Luftſchiff wird zunächſt für längere Zeit in
Berlin bleiben und hier täglich Flüge ausführen. Die Fahrt
nach Luzern ſoll der Lenkballon erſt Ende Juni antreten:
zuvor wird er jedoch nach Halle, Leipzig, Naumburg und
Magdeburg fliegen und hier Fahrten unternehmen.
* Berlin, 21. Febr. Die Fahrten des „P. L. 11‟
ſind mit der geſtrigen Dauerfahrt noch nicht beendet.
Das Luftſchiff hat noch eine einſtündige Landungsfahrt
auszuführen, wobei es zeigen ſoll, daß es ohne Hilfe
landen und auch wieder aufſteigen kann.
* Friedrichshafen, 21. Febr. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” iſt um 9 Uhr 22 Minuten zu einer
neuen Probefahrt aufgeſtiegen. Das Wetter
iſt trübe. Ueber dem Seeſpiegel weht ein leichter Wind
von 3 Sekundenmetern, der aber in größeren Höhen 10
bis 14 Meter beträgt. Graf Zeppelin befindet ſich in der
vorderen Gondel.
* Friedrichshafen, 21. Febr. Die fünfte
Probefahrt der „Viktoria Luiſe” endigte um 11
Uhr 16 Minuten mit einer glatten Landung. Das
Luftſchiff wird in der nächſten Woche noch eine
Ueber=
nahmefahrt zu leiſten haben und dann in den Beſitz der
Deutſchen Luftſchiffahrts=Aktiengeſellſchaft übergehen, die
einige Paſſagierfahrten vor der Ueberführung nach
Frank=
furt veranſtalten wird. Heute ſind mehrere Offiziere
aus Berlin hier eingetroffen, um an den nächſten
Fahr=
ten teilzunehmen.
* Paris, 20 Febr. In ganz Frankreich wird eifrigſt
für die Schenkung von Flugzeugen an die
Kriegs=
verwaltung agitiert. So wurde unter allen franzöſiſchen
Amateurphotographenvereinigungen eine Sammlung
ein=
geleitet, um der Armee einen Aeroplan zu ſtiften, welcher
den Namen „Daguerre” führen ſoll In Veſoul beſchloß
die Demokratiſche Vereinigung, die Geldmittel für ein
Militärflugzeug aufzubringen.
C.K. Ein neuer Kriegs=Aeroplan. Aus
Paris wird berichtet: Den Vertretern des franzöſiſchen
Kriegsminiſteriums iſt am vergangenen Samstag in
Iſſy=les=Moulineaux die neue Flugmaſchine vorgeführt
worden, die der Hauptmann Morel von der franzöſiſchen
kolonialinfanterie zu Kriegszwecken konſtruiert hat. Der
Apparat iſt ein Zweidecker und faſt völlig aus Aluminium
gearbeitet; die konſtruktiv wichtigen Teile ſind aus Stahl
gefertigt und mit Aluminium überzogen. Die Maſchine
wiegt ungefähr 880 Pfund; ſie verfügt zum Landen über
vier Räder, von denen zwei geſteuert werden können.
Ein weſentlicher Vorzug dieſes neuen franzöſiſchen
Kriegs=Aeroplans beſteht darin, daß die Tragflächen und
das Steuer in wenigen Minuten abgeſchraubt werden
können; in der Tat brauchen nur neun Bolzen
losge=
ſchraubt zu werden. Hauptmann Morel führte die
Ope=
ation vor und brauchte dazu nicht ganz zwei Minuten.
Der Aeroplan kann dann ohne Schwierigkeit
zuſammen=
gepackt werden und in einem gewöhnlichen Automobil
Platz finden; das bedeutet eine Erhöhung der
Trans=
portfähigkeit, die gerade im Kriege große Vorteile mit
ſich bringen kann.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zum Straßenbahn=Tarif.
Die Einſender des geſtrigen Eingeſandts, den
Stra=
ßenbahn=Tarif betr., unterzeichnet „Viele Beſſunger”
können auf die ausführlichen Mitteilungen verwieſen
werden, die in der heutigen
Stadtverordnetenverſamm=
lung von den Vertretern der Bürgermeiſterei und der
Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft abgegeben werden.
Sämtliche Wünſche der einzelnen Stadtteile können dabei
nochmals vertreten werden. Als Hauptſache muß immer
im Auge behalten werden, daß die Zuſammenlegung der
Bahnen, die Erweiterungen und die Elektrifizierung der
Vorortsbahnen den Intereſſen der Allgemeinheit in
weit=
gehendem Maße Rechnung trägt, da alsdann nicht allein
ſechs Diagonallinien über den Ernſt Ludwigs=Platz
durch die Stadt führen, ſondern auch eine Ringlinie
ge=
plant iſt, die dieſe Diagonallinien verbindet. Hierdurch
wird vor allen Dingen erreicht, daß alle Stadtteile
gleich=
mäßig aufgeſchloſſen werden und der Fahrgaſt durch
höchſtens einmaliges Umſteigen ſein Ziel erreichen kann.
Von beſonderer Wichtigkeit iſt aber noch, daß die
Vorortlinien elektriſch betrieben werden und gleichfalls
über den Mittelpunkt der Stadt hinaus nach den äußeren
Peripheriepunkten verlängert werden, ſo daß man ſchon
innerhalb der Stadt die Vorortlinien erreichen kann. Es
iſt klar, daß bei Vermehrung der Fahrgelegenheit und bei
Verbeſſerung der geſamten Verkehrsverhältniſſe neue
An=
lagekapitalien in erheblichem Umfange beanſprucht
wer=
den, die zunächſt durch eine Verkehrsſteigerung nicht
völ=
lig wettgemacht werden können. Aus dieſem Grunde und
auch mit Rückſicht darauf, daß Straßenbahn und
Vorort=
bahn zuſammengelegt werden, iſt eine Neuregelung des
Tarifes unerläßlich. Ganz abgeſehen hiervon, iſt ſchon
im Jahre 1907, alſo vor fünf Jahren, bereits eine
Neu=
regelung des Tarifes der Städtiſchen Straßenbahn
be=
abſichtigt geweſen. mit Rückſicht auf die großen
Verſchie=
denheiten in der Tarifierung der einzelnen Strecken.
Bei der damaligen Vorlage an die Stadtverordneten=
Verſammlung wurde ſchon darauf hingewieſen, daß
Strecken von 1600 Meter und 5000 Meter nach gleichem
Tarif bezahlt werden. Man ſchlug damals vor, einen
Zonentarif einzuführen, der ſich auf Leiſtung und
Gegen=
leiſtung gründete. Als Grenze für eine 10 Pfg.=Strecke
waren damals 2200 Meter angenommen. Dieſer Tarif
war damals bereits von der
Stadtverordnetenverſamm=
lung genehmigt worden und würde auch eingeführt
wor=
den ſein, wenn nicht der Wunſch beſtanden hätte, die
An=
gelegenheit bis zur Eröffnung des neuen Bahnhofes zu
vertagen. Das Ergebnis der eingehenden Verhandlungen
zwiſchen Stadt und Süddeutſcher Eiſenbahn=Geſellſchaft
iſt als ein ſehr günſtiges zu bezeichnen, da bei der
Not=
wendigkeit eines Zonentarifs nunmehr eine viel
weiter=
gehende Grenze gezogen wurde, nicht 2200 Meter, ſondern
3000 Meter können für 10 Pfg. zurückgelegt werden. Die
Fahrten werden bis zum Hauptbahnhof ausgedehnt, ohne
Preiserhöhung, mit Ausnahme einiger entlegenen
Be=
zirke. Es iſt klar, daß kleine Härten bei dieſer Regelung
entſtehen müſſen. Ausnahmen ſind jedoch nicht möglich,
da ſonſt Berufungen anderer Stadtteile mit gleichem
Recht vorgebracht werden können.
Es iſt noch darauf hinzuweiſen, daß die Zonenlängen
in anderen Städten weniger als 3000 Meter betragen, ſo
in Wiesbaden 2200 Meter. in Eſſen 2800 Meter, in Mainz
bis zu 3000 Meter, in Mannheim 2500 Meter uſw. Bei
Beurteilung dieſer Frage müſſen unbedingt immer die
Vorteile und Vergünſtigungen in Betracht gezogen
wer=
den, die der Allgemeinheit bei Verwirklichung des ganzen
Projektes zuteil werden.
Die Poſtverwaltung hat durch die Einführung der
Briefmarkenhefte einem lang gefühlten Bedürfniſſe
nachzu=
kommen geſucht, leider iſt ihr dieſes aber nur halb
ge=
lungen. Die Sache hat den Nachteil, daß 10 und 5
Pfennig=
marken in einem Heftchen vereinigt ſind; nach alter
Erfah=
rung iſt aber der Verbrauch von 10= und 5 Pfennig=Marken
eigentlich bei Keinem, die für den Kauf von
Briefmarken=
heftchen in Frage kommen, ein gleichmäßiger. — 5 Pfennig=
Marken werden viel mehr verbraucht als 10 Pfennig=
Marken. Wohl hat man dieſem Rechnung zu tragen
ge=
ſucht dadurch, daß mehr 5 Pfennig=Marken in dem Heftchen
enthalten ſind als 10 Pfennig=Marken, trotzdem kommt es
häufig vor, daß die 5 Pfennig=Marken alle ſind, während
die 10 Pfennig=Marken kaum angebrochen wurden. Die
Poſtverwaltung dürfte ſich deshalb ein Verdienſt erwerben,
wenn ſie getrennt Heftchen für 5 Pfennig= und für 10
Pfennig=Marken herausgäbe, wie es urſprünglich
beab=
ſichtigt war.
Die Kriſis im engliſchen Kohlenbergbau.
* London, 20. Febr. Premierminiſter Asquith
hat die Kohlengrubenbeſitzer und
Gruben=
arbeiter eingeladen, mit ihm und einigen anderen
Miniſtern am 22. Februar im Auswärtigen Amt zu
einer Beſprechung der ernſten Lage zuſammen zu
kom=
men, die ſich aus der Möglichkeit eines
Kohlenarbeiter=
ſtreiks ergebe.
* London, 21. Fehr. Die Verhandlungen
des engliſchen Einigungsamtes zwiſchen
Arbeitgebern und Arbeitern in der
Koh=
leninduſtrie haben geſtern ergebnislos
ge=
endigt. Die Arbeitgeber machten detaillierte
Vor=
ſchläge über die Bedingungen, unter denen ſie der
Ein=
führung von Minimallöhnen zuſtimmen würden, aber
ihre Vorſchläge wurden von den Vertretern der
Arbei=
ter abgelehnt. Nach der Times glaubt man, daß dieſe
Vorſchläge die Grundlagen für weitere Verhandlungen
abgeben werden. Der parlamentariſche Berichterſtatter
der Daily News meldet aus beſter Quelle, daß, was die
rein ſachlichen Streitpunkte betrifft, beide Parteien einer
Verſtändigung bereits ſehr nahe gekommen ſind. Wenn
es ſich um die ſachlichen Differenzen allein handele, ſo
liege nicht die geringſte Rechtfertigung für den Streik
vor. Die Gewährung von Minimallöhnen an den
Stellen, wo die Kohlenförderung unter abnormen
Be=
dingungen vor ſich geht, ſei praktiſch genau beſtimmt
worden. Die Grubenbeſitzer ſeien bereit, die
Minimal=
löhne auch in weiterem Umfange zuzugeſtehen. Der
Korreſpondent der Daily News fährt fort: Beſtimmend
für die Lage iſt, daß die Grubenbeſitzer darauf beſtehen,
daß, wenn ein Abkommen geſchloſſen würde, dieſes für
eine Zeit von gewiſſer Länge in Geltung bleiben müſſe.
Wenn es zu einem Streik käme, ſo würde der extrem=
ſozialiſtiſche Flügel der Arbeiter die Schuld tragen, der
eingeſtandenermaßen einen allgemeinen Streik will, nicht
um ein Mittel, um beſtimmte Vorteile für die Bergleute
zu erreichen, ſondern für einen Teil ſeiner allgemeinen
Politik. Die Urſachen für einen möglichen Streik liegen
in inneren Gegenſätzen der Arbeiter verteilt. — Heute
findet in London eine Sitzung des ausführenden
Aus=
ſchuſſes des Internationalen
Bergarbei=
terverbandes ſtatt, in dem England,
Frank=
reich, Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn
und Belgien vertreten ſind. Die Frage einer
ge=
meinſamen Aktion im Falle eines engliſchen
Bergarbeiter=
ſtreiks ſteht zur Erörterung.
Die Revolution in Ching.
* Schanghai, 20. Febr. Tangſchaoyi wird
morgen mit anderen nach Peking reiſen, um
Juanſchi=
kai nach Nanking zu begleiten, wo dieſer in das Amt des
Präſidenten eingeſetzt wird.
* Mukden, 20. Febr. Der republikaniſche
Oberbefehlshaber der Mandſchurei hat den
früheren Generalgouverneur Tſchaörhſün und die
Kom=
mandeure der ehemaligen kaiſerlichen Truppen davon
be=
nachrichtigt, daß die Republikaner die Kriegsoperationen
in denjenigen Machtgebieten und Ortſchaften einſtellen
würden, deren Behörden und Beſatzungen die fünffarbige
Flagge der Republik aufziehen.
* London, 21. Febr. Die Times melden aus
Pe=
king vom 20. ds.: Nach längerer Unterbrechung iſt die
telegraphiſche Verbindung mit Tſchunking in der
Pro=
vinz Szetſchuan wieder hergeſtellt. Die Berichte
über die Lage in den inneren Provinzen lauten
gün=
ſtig, dagegen kommt es in der Mandſchurei zu
beträcht=
lichen lokalen Unruhen, namentlich in Charbin, wo
geſtern in der Chineſenſtadt Futſchiatun Zuſammenſtöße
zwiſchen Kaiſerlichen und revolutionären Truppen
ſtatt=
fanden, die anſcheinend von der Einigung noch nichts
gehört hatten. Auch aus Kuldſcha werden wiederholte
Unruhen gemeldet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Wien, 21. Febr. Erzherzog Rainer und
Ge=
mahlin begingen die diamantene Hochzeit. Sie
bildeten den Gegenſtand begeiſterter Kundgebungen in
allen Kreiſen. Der kirchlichen Feier im Palais Rainer
wohnte der Kaiſer bei, der zum erſtenmale ſeit zwei
Mo=
naten Schönbrunn verließ und vom Publikum begeiſtert
begrüßt wurde. Ferner wohnten der Feier bei ſämtliche
Mitglieder des Kaiſerhauſes, die Verwandten und
aus=
ländiſche Fürſtlichkeiten. Zahlreiche Glückwünſche gingen
dem Jubelpaar aus dem In= und Auslande ein.
* Bern, 21. Febr. Um 5 Uhr 45 Min. früh erfolgte
der Durchſchlag des Tunnels bei der künftigen
Station Jungfraujoch, 3457 Meter über dem
Meere.
* Paris, 20. Febr. Wie aus Sfar gemeldet wird,
iſt daſelbſt eine aus ſieben Mitgliedern beſtehende
Abord=
nung des engliſchen Roten Kreuzes eingetroffen
und wird ſich morgen an Bord des Dampfers „
Tavig=
nano” zunächſt nach Bibans und von dort nach Tripolis
begeben.
*. Peking, 20. Febr. Das japaniſche
Auswär=
tige Amt hat den Vorſchlag des Generalgouverneurs von
Korea, Grafen Terauchi, befürwortet, den
Ausfuhr=
zoll auf Reis aus Korea aufzuheben. Dagegen haben
Großbritannien und Frankreich Proteſt erhoben, weil die
Aufhebung gegen die Klauſel 2 des koreaniſchen Erlaſſes
in der Erklärung des Auswärtigen Amts vom 29. Auguſt
1910 verſtößt. Die Aufhebung des Zolles würde die
Aus=
fuhr von Reis aus Raigon und Rangoon nach Japan
er=
heblich beeinträchtigen.
— Berlin, 21. Febr. In der Beſprechung der
geſt=
rigen Debatte im Reichstag über die
Vor=
gänge bei der Präſidentenwahl iſt die geſamte
Preſſe, ſelbſt die linksliberale, durchaus darin einig, daß
Bebel übel beraten war, als er am Montag in großer
Breite mit ſeiner Darſtellung der Vorgänge herausrückte.
Niemand, auch der politiſche Gegner nicht, werde ihm guten
Glauben abſprechen, aber er ſollte andererſeits auch den
übrigen Beteiligten ihre anders geartete Auffaſſung als
Unwahrheit nicht vorwerfen. — Die Voſſ. Ztg. meint, die
Vorgänge ſeien für Bebel ſehr unerquicklich, während der
Börſencourier betont, daß die Erklärungen der vier
Ab=
geordneten Bebel widerlegt hätten. Die Blätter der
Rech=
ten begnügen ſich einſtweilen damit, die Vorgänge in ihrem
Zuſammenhange darzuſtellen und einfach die Feſtſtellung
daran zu knüpfen, daß die Sache nicht ohne Folgen bleiben
könnte.
Die Frankf. Ztg. ſchreibt: Wir ſind weit davon
ent=
fernt, eine abſichtliche Irreführung der öffentlichen
Mein=
ung durch irgend einen der Beteiligten anzunehmen, der
Gegenſatz in den Behauptungen iſt indeſſen zu kraß, um
leicht überbrückt werden zu können; man iſt geneigt, nach
dem Eindruck der geſtrigen Verhandlung an eine Art
Autoſuggeſtion des temperamenterfüllten Führers der
So=
zialdemokratie oder an das Mißverſtändnis einer vielleicht
abſichtlich etwas ſcherzhaft gefärbten Aeußerung zu glauben.
Man wird es den Beteiligten überlaſſen müſſen, den
Wider=
ſpruch aufzuhellen.
— St. Gallen, 21. Febr. Auf dem hieſigen
Bahn=
hof gerieten einige Kieswagen ins Rollen und raſten
in den neuerbauten Roſenbergtunnel herab, wo ſie einen
Naterialarbeiter überfuhren und töteten. Am Ausgang
des Tunnels entgleiſten einige Wagen und zertrümmerten
die im Bau befindliche Brücke, wobei mehrere Arbeiter
ſchwer verletzt wurden. Die übrigen Wagen fuhren ſpäter
auf einen leer ſtehenden Zug auf.
H. B. Madrid, 21. Febr. Prinz Hatzfeld, der
deutſche Bevollmächtigte in Kairo, iſt plötzlich nach
Ber=
lin abgereiſt. Man nimmt an, daß er bei den
deutſch=
engliſchen Beſprechungen mitwirken ſoll, da er ein ſehr guter
Kenner der politiſchen Lage Aegyptens iſt. Es ſcheint
dem=
nach, daß auch die ägpptiſche Frage bei den Beſprechungen
nit erörtert werden ſoll.
— New=York, 21. Febr. In einem Schnellzuge
zwiſchen New=York und St. Louis zwang ein
maskier=
ter Räuber die Paſſagiere und das Perſonal, ihm
alles Geld und ſämtliche Wertſachen auszuliefern. Ein
Reiſender, welcher ſich weigerte, wurde durch
Revolver=
ſchüſſe am Kopf verwundet. Zwanzig Perſonen wurden
vollſtändig ausgeplündert. Dann entkam der Verbrecher.
Ein Weichenſteller wurde verhaftet unter dem Verdacht,
en Ueberfall begünſtigt zu haben.
Briefkaſten.
Ph. F. hier. In Darmſtadt gibt es z. Zt. keinen
Mag=
netopathen. U. W. aber in Wiesbaden. Wenden Sie ſich an
das dortige Polizeiamt.
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den Beſchluß des Bundesrates unter Zuſtimmung des
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Dienstag vormittag 11½ Uhr nach langem,
ſchwerem Leiden ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Göbel u. Kinder.
Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag
2 Uhr, von der Leichenhalle des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt. Die Einſegnung eine
Viertelſtunde vorher.
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Allen Verwandten, Freunden u. Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott dem
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mächtigen gefallen hat, unſere unvergeßliche
Mutter
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Frau Kanzlist
Sophie Pfeiffer Wwe.
geb. Steinius
im 88. Lebensjahre zu ſich in die Ewigkeit
abzurufen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Anna Gmelin, geb. Pfeiffer,
Stuttgart, Wilhelmsplatz 10½.
Stuttgart, den 19. Februar 1912.
Wetter.
Ausſichten für Donnerstag, den 22. Februar 1912:
Wolkig, meiſt trocken, in höheren Lagen Nachtfroſt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Der
Freiſchütz”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kurſus über Armenpflege ꝛc.: Vorträge von
Pfarrer Zimmermann um 4¼ Uhr und von Frau
Oberſt von der Schulenburg um 5¼ Uhr im Saalbau.
Konzert um 6 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”,
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 23. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Hein (
Kaup=
ſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Stamm= Stangen= u. Brennholz=Verſteigerung
um 9½ Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zu=
ſammenkunft am Diſtrikt Katzenwald auf dem Weg
Nieder=Ramſtadt -Nieder=Modau).
Stamm= und Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr
im Gundernhäuſer Gemeindewald (Zuſammenkunft auf
dem Meſſeler Weg am Eingang des Waldes).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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sr. Vierter Wettbewerb deutſcher
Halb=
blutpferde. Der vom Reichsverband für deutſches
Halbblut veranſtaltete Wettbewerb deutſcher
Halbblut=
pferde nahm am Dienstag nachmittag im Sportpalaſt
Potsdamer Straße zu Berlin ſeinen Fortgang. Sämtliche
Konkurrenzen waren wieder ſtark beſetzt und ein
zahl=
reiches Publikum verfolgte die zum Teil ausgezeichneten
Vorführungen. In der Hofloge bemerkte man Prinz
Joachim von Preußen, Prinzeſſin Viktoria Luiſe, die
Herzogin Günther zu Schleswig=Holſtein und den
Flügel=
adjudanten des Kaiſers Freiherrn von Holtzing. Weiter
waren anweſend: Oberlandſtallmeiſter Graf Lehndorff
und ſein Nachfolger Oberlandſtallmeiſter von Oettingen,
Landſtallmeiſter von Schlüter, Geſtütsdirektor von
Sen=
den, Graf Auguſt Bismarck, Landſtallmeiſter Dr.
Graben=
ſee, Generalfeldmarſchall von der Goltz, Graf E. Henckell,
Graf Hermersberg, General Longcham=Berier, Major
Graf Weſtphalen, Hofmarſchall Gynz von Rekowsky u. a.
Die Reſultate waren: Geſtüts=Materialprüfung. Für
3= bis 6jährige Reitpferde: 1. Freiherrn v. Buddenbrock=
Pläswitz” 5jährige ſchleſiſche Fuchsſtute Sieglinde;
2. Hannoverſch. Stalls 5jährige hannoverſche Fuchsſtute
Satanella; 3. Hannoverſch. Stalls 6jährige hannoverſche
Fuchsſtute Forelle. 10 Konkurrenten. — Damen=Springen.
Offen für Pferde im Privatbeſitz. Von Damen zu reiten.
1. Oberleutn. v. Vopelius’ alte oſtpreußiſche dunkelbraune
Stute Orgy (Reiterin Frau v. Vopelius); 2. Herrn A.
R. Olſons alte hannoverſche Fuchsſtute Sacha (Frau
Wolff=Steinhagen); 3. Leutn. v. Bülows 6jähr. hannov.
braune Stute Motte (Frau v. Bülow). 11 Konkurrenten.
— Dreſſur=Prüfung. Für Reitpferde im Privatbeſitz.
Von Stallmeiſtern zu reiten. 1. Kammerherrn v. Hardts
5jähriger bayeriſcher Schimmel=Wallach Ben=Cherif (
Stall=
meiſter Trapp); 2. Frau Goldſchmidts Fuchs=Wallach
Veſtarius (Stallmeiſter Krüger); 3. Herrn W. Huths
5jähriger oſtpreußiſcher brauner Wallach Arminius (
Stall=
meiſter Preißig). 15 Konkurrenten. — Material=Prüfung.
Für Wagenpferde; Ein= und Zweiſpänner. Einſpänner:
1. Leutn. v. Hohberg und Buchwaldts 5jähriger Scheck=
Wallach Kobold; 2. Herrn A. Stiers 5jähriger
hanno=
verſcher namenloſer Rotſchimmel=Wallach; 3. Herrn
Schultze=Moeglins 7jährige oldenburgiſche Rotſchimmel=
Stute Sapriſti. Zweiſpänner: 1. Bentſchener Tatterſal
6jähriger poſenſcher brauner Wallach Tänzer und 4
jäh=
rige poſenſche braune Stute Fee; 2. Leutn. von Hohberg
und Buchwaldts 6jährige poſenſche Schimmelſtuten
Car=
men und Carrara; 3. Herrn Andrees Zweiſitzer. — Preis
von Sachſen=Weimar. Haupt=Jagd=Spring=
Konkur=
renz. Offen für Pferde im Privatbeſitz. Von Damen
oder Herren zu reiten: 1. Rittmeiſter a. D. Andraes
7jähriger hannoverſcher brauner Wallach Kartell (
Be=
ſitzer); Leut. Frhr. von Zobels alter oſtpreußiſcher
F.=W. Wildfang (Beſ.); 3. Leut. von Jagows F.=W.
Greif (Abſtammung unbekannt) (Beſ.). 24 Konkurren=
ten. Große Material=Prüfung. Für Privatpferde. Von
Damen oder Herren zu reiten: 1. Oberleut. von Schlicks
6jähriger hannoverſcher dunkelbrauner Wallach Orion
(Rittmeiſter von Schlick); 2. Rittmeiſter R. A. Andraes
7jähriger hannoverſcher brauner Wallach Kartell (Beſ.);
3. Rittmeiſter Frhrn. von Wachtmeiſters 4jähriger
hol=
ſteiniſcher F.=W. Nordlicht (Beſ.). 14 Konkurrenten.
sr. Das Internationale Schachturnier
zu San Sebaſtian hat unter Beteiligung von elf
Schachmeiſtern ſeinen Anfang genommen. Es ſind
betei=
ligt aus Deutſchland Leonhard, Spielmann, Tarraſch und
Teichmann; aus Oeſterreich Dr. Perlies und Schlechter;
aus Böhmen Durgas; aus Ungarn Forgacz; aus
Ruß=
land Niemzowitch und Rubinſtein; aus Amerika
Mar=
ſhall. Das Turnier wird in der Weiſe ausgetragen, daß
jeder mit jedem zwei Partien zu ſpielen hat. Gewonnene
Partien werden mit 1 Point, Remis=Partien mit
½ Point berechnet und mit 100 reſpektive 50 Franken
honoriert. Außerdem ſind noch Preiſe für die vier Erſten
in Höhe von 5000, 3000, 2000 und 1500 Franken ausgeſetzt.
Bei der erſten Runde konnte nur Schlechter ſeine Partie
gegen Leonhard, die er italieniſch eröffnet hatte, ſiegreich
zu Ende führen. Remis ergaben die Partien
Teich=
mann-Perlies und Duras-Forgacz. Die Partien
Spielmann-Niemzowitch und Marſhall-Rubinſtein ſind
noch unbeendet. Tarraſch war ſpielfrei.
Vermiſchtes.
* Die elektriſche Sonne. Zu den modernen techniſchen
Hilfsmitteln in der Ausrüſtung von Heer und Flotte gehört
auch die „elektriſche Sonne” der Scheinwerfer, deſſen
An=
wendung bei Nacht die eigene Sicherheit erhöht, vor allem
aber Operationen des Gegners zu Waſſer und zu Land,
wenn vielleicht auch nicht immer und vollſtändig, ſo doch
nahezu und größtenteils unmöglich macht. Weſen,
Eigen=
ſchaft, Wert und Einrichtung dieſer neuzeitlichen
Hilfs=
mittel im Krieg und Frieden lernt man in anſchaulicher
Weiſe kennen durch einen mit 8 Illuſtrationen verſehenen
Aufſatz, den Artur Fürſt unter obiger Ueberſchrift im 7.
Heft der Zeitſchrift Arena, die bei der Deutſchen Verlags=
Anſtalt in Stuttgart und Berlin erſcheint, veröffentlicht.
Es berührt nun eigentümlich, dabei unter anderem zu
er=
fahren, daß ſchon Archimedes im Jahre 212 vor Chriſti
Ge=
burt die Anwendung von Scheinwerfern verſucht hat,
wenn=
gleich auch in ein wenig anderem, im Endzweck aber ſich
gleichbleibendem Sinn. Archimedes wollte mit Hilfe von
paraboliſchen Spiegeln — wie ſie in vervollkommneter
Form auch in unſere elektriſchen Scheinwerfer eingebaut
ſind — auf die hölzernen feindlichen Schiffe konzentriertes
Sonnenlicht werfen, um ſie in Brand zu ſetzen. Das wäre
auch möglich geweſen, denn ein Hohlſpiegel wirkt auf
Wärmeſtrahlen genau wie auf Lichtſtrahlen, d. h. er
ſam=
melt ſie zu einem kompakten Bündel, das eine erhebliche
Intenſität zu entwickeln vermag. In neuerer Zeit fand
die erſte größere praktiſche Anwendung von Scheinwerfern
zur Beleuchtung im Jahre 1855 ſtatt, als die franzöſiſche
Flotte die tauriſche Feſtung Kinburn beſchoß. Damals
verhinderte die elektriſche Sonne mit großem Erfolg die
raſche Wiederherſtellung der zerſchoſſenen Feſtungsteile im
Schutze der Nacht. Auch 1870/71, bei der Belagerung von
Paris, hat der Scheinwerfer eine Rolle geſpielt. Von der
Leuchtkraft eines modernen Scheinwerfers vermag man
ſich einen Begriff zu machen, wenn man weiß, daß jede
Bogenlampe — nur ſolche kommen bei Scheinwerfern zur
Anwendung — in den drei Laternen des Leuchtfeuers auf
Helgoland eine Stärke von 3500 Kerzen hat; durch die
Zu=
hilfenahme der erwähnten Hohlſpiegel beträgt jedoch die
Intenſität der drei auf das Meer hinausſtrahlenden
Licht=
bündel zuſammen 30 Millionen Kerzen, und dem Schiffer
werden ſie erſt unſichtbar, wenn ſeine Augen durch die
Krümmung der Erdoberfläche aus dem Bereich des
Leucht=
feuers hinausgekommen ſind. So iſt es durch die modernen
Scheinwerfer auch erſt möglich geworden, den Schiffen
nachts die Fahrt durch den ſehr belebten engen Suezkanal
zu geſtatten. Im Krieg der Zukunft dürfte die elektriſch?
Sonne erſt recht eine ſehr bedeutende Rolle ſpielen und zu
Waſſer wie zu Lande ein grimmiger Feind werden.
* Fünfzig Jahre Telephon. Die Menſchheit iſt heute
ſo an den Fernſprecher gewöhnt, daß es auf den erſten
Blick faſt unglaublich ſcheint, wenn wir hören, ſein
Ge=
burtstag liege erſt 50 Jahre zurück. Das Wort Telephon
wurde zum erſten Male ausgeſprochen in der
denkwürdi=
gen Sitzung 1861 im Phyſikaliſchen Inſtitut zu
Frank=
furt a. M., in der Philipp Reis ſeinen neuen
Fern=
hörer und Fernſprecher vorführte. Reis begann
zwar ſchon im Jahre 1852 mit ſeinen Arbeiten,
aber erſt in den Jahren 1861 bis 1863 waren
die Verſuche ſo weit gediehen, daß man von einem
Telephon reden konnte. Anfangs konnte man nur mit
großen Schwierigkeiten auf geringe Entfernungen die
Worte verſtehen, und leider hat ein großer Teil der
Fach=
gelehrten ſich gegen die neue Erfindung gewandt, ihr jede
Zukunft abgeſprochen, denn Philipp Reis gehörte nicht
zu den Zunftgelehrten. Er hat bei Lebzeiten eigentlich
nichts weiter als Enttäuſchungen und Angriffe erfahren,
die wohl auch ſtark dazu beitrugen, daß er ſchon 1874 im
Alter von 40 Jahren ſtarb. Dieſe vollkommene
Verkenn=
ung des großen Zieles brachte es wohl mit ſich, daß ſich
ſpeziell amerikaniſche Ingenieure der Sache annahmen;
vor allem verbeſſerten Graham Bell und Hughes den
Apparat ſo weſentlich, daß an ſeine öffentliche
Einführ=
ung gedacht werden konnte. Das erſte Telephonamt
Deutſchlands wurde 1877 zu Friedrichsberg bei Berlin
eröffnet, und erſt 1881 entſtanden die erſten öffentlichen
Telephone. Es iſt außerordentlich intereſſant, den
Ent=
wickelungsgang dieſer wichtigen Erfindung zu ſtudieren.
Im neueſten 14. Heft der illuſtrierten Zeitſchrift „Zur
guten Stunde” (Deutſches Verlagshaus Bong & Co.,
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die Geſchichte des nun 50 Jahre alten Telephons zu
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1912 und 1913 auszuſpielenden Geldlotterie zum Beſten des Thüringer Muſeums in
Eiſenach innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen in
jeder Serie 120 000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen
nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
(4403
Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königl. Preuß.
Klaſſenlotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Bekanntmachung.
Nachſtehende, für den Regierungsbezirk Wiesbaden giltige Polizeiverordnung
bringen wir, auf Erſuchen des Königlichen Regierungspräſidenten zu Wiesbaden,
ur Kenntnis der Intereſſenten.
Darmſtadt, den 15. Februar 1912.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg
Fey.
Polizeiverordnung.
Auf Grund des § 137 des Geſetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom
30. Juli 1883 und der §§ 6, 12 und 13 der Verordnung vom 20. September 1867 über
die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen wird mit Zuſtimmung
des Bezirksausſchuſſes für den Umfang des Regierungsbezirks Wiesbaden folgende
Polizeiverordnung erlaſſen:
I. Der § 3 der Wegepolizeiverordnung vom 7. November 1899 (Reg.=Amtsblatt
S. 418) wird aufgehoben. An ſeine Stelle treten folgende Beſtimmungen:
§ 3. In der Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde
vor Sonnenaufgang müſſen Fuhrwerke, die ſich auf einem öffentlichen Wege oder
Platze befinden, beleuchtet ſein. Die Beleuchtung hat durch hellbrennende ſaubere
Laternen zu geſchehen.
Fuhrwerke, welche nach ihrer Bauart vorzugsweiſe der Perſonenbeförderung
dienen, müſſen auf der oberen linken und rechten Seite mit Laternen verſehen ſein,
die ſo eingerichtet und angebracht ſind, daß ſie von Entgegenkommenden und
Ueber=
holenden deutlich wahrgenommen werden können.
Bei Fuhrwerken anderer Art genügt in der Regel die Anbringung einer
Laterne. Führer landwirtſchaftlicher Fuhrwerke (§ 10 der Wegepolizeiverordnung vom
7. November 1899) können ſie auf verkehrsarmen Straßen am Zugtier befeſtigen oder
auf der linken Seite des Fuhrwerks gehend ſelbſt tragen. Im übrigen iſt ſie an der
oberen linken Seite des Fuhrwerks oder, wo dies bisher noch gebräuchlich iſt, zwiſchen
den Rädern zu befeſtigen und nur wenn die Art der Ladung (Feuergefährlichkeit uſw)
die Befeſtigung am Wagen ſelbſt ausſchließt, an der linken Seite des Zugtieres (bei
2 Zugtieren des linken Zugtieres) anzubringen.
Außer dieſer einen Laterne iſt aber in folgenden Fällen noch eine zweite
zu führen:
a) wenn der Lichtſchein der einen Laterne von rückwärts nicht deutlich
wahr=
genommen werden kann, ſei es weil die Laterne nicht entſprechend eingerichtet
oder angebracht iſt oder ſich z. B. wegen der Bauart des Wagens (
Möbel=
wagens) oder wegen ſeiner Ladung (Heu uſw) nicht derart anbringen läßt.
Eine entſprechende zweite Laterne iſt dann ſo am Fuhrwerk zu führen oder
durch eine zweite Perſon nachzutragen, daß ſie das Fuhrwerk rückwärts beleuchtet;
b) für Fuhrwerke, deren Ladung ſeitlich oder nach hinten in Gefahren bringender=
Weiſe hervorſteht (z. B. Langholzfuhrwerke uſw.). Die zweite Laterne iſt neben
dem hervorſtehenden Teil der Ladung von einer zweiten Perſon zu tragen,
wenn ſie nicht an dieſem Teil der Ladung befeſtigt werden kann.
II. Der § 38 der Wegepolizeiverordnung vom 7. November 1899 erhält folgenden
Zuſatz als Abſatz 2:
Jedes in der Fahrt befindliche, wie auf der Straße haltende (vergl. § 48 der
Wegepolizeiverordnung) Fuhrwerk hat, ſofern Breite und Beſchaffenheit des Weges es
geſtatten, die linke Seite des Weges zu vermeiden und ſich auf der rechten Seite oder
wenigſtens ſoweit auf der Mitte des Weges zu halten, daß auf der linken Seite Platz
für ein Fuhrwerk bleibt.
III. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften dieſer Polizeiverordnung werden
mit einer Geldſtrafe bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit entſprechender Haft
beſtraft.
IV. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. März 1912 in Kraft.
Wiesbaden, den 3. Februar 1912.
Der Regierungspräſident
(Pr. I. 5. G. 293.)
gez.: von Meiſter.
Die in der vorſtehenden Polizeiverordnung angezogenen Beſtimmungen der
Wegepolizeiverodnung vom 7. November 1899 lauten wie folgt:
§ 10. pp. Als kandwirtſchaftliches Fuhrwerk wird betrachtet:
a) jedes Fuhrwerk, welches zum Betrieb der Landwirtſchaft und eines
landwirt=
ſchaftlichen Nebengewerbes oder von einem Landwirt zur Fortbewegung
ſelbſt=
gewonnener Roherzeugniſſe oder Erzeugniſſe ſeines Kleingewerbes, behufs deren
Veräußerung oder Verarbeitung oder zur Zufuhr von Stoffen für die eigene
Landwirtſchaft benutzt wird;
b) iedes Fuhrwerk eines Landwirts, welches nur zeitweiſe im Nebengewerbe zur
Forkbewegung von Rohmaterialien, namentlich Holz, Erze, Kohlen, Steine,
Kalk, Ton, Sand ꝛc. benutzt wird, ſofern nicht Fuhrwerke benutzt werden, welche
in ihrer Bauart von dem üblichen landwirtſchaftlichen Fuhrwerk abweichen und
ofendar hauptſachlich zum Transport der obengenannten Nohrodulie
eingerichtet ſind.
§ 38. Fuhrwerke, Reiter und Viehtransporte, welche einander begegnen, müſſen
nach rechts ausweichen.
§ 43. Kein Fuhrwerk darf auf öffentlichen Wegen ſo halten, daß dadurch der
freie Verkehr gehindert wird.
(4282
Bekanntmachung.
Am 15. April 1912 beginnt an der Aliceſchule in Darmſtadt ein neuer Kurſus
zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen.
Meldungen ſind bis zum 15. März 1912 bei dem Vorſtand der Aliceſchule in
Darmſtadt einzureichen unter Anſchluß:
1. eines ſelbſtverfaßten Lebenslaufes,
2. eines Geburtsſcheins,
3. der Schulzeugniſſe,
4. eines Zeugniſſes über die ſeitherige Tätigkeit,
5. eines amtlichen Führungszeugniſſes,
6. eines kreisärztlichen Geſundheitszeugniſſes.
Darmſtadt, den 16. Februar 1912.
(440a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund häuslicher
Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
von Militärpflichtigen oder Miltärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend
ab=
gedruckten Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu können, ihre
desfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im
laufen=
den Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
hierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Geſuche der rubr. Art, welche nach
dem Erſatz=Geſchäft eingehen, keine Verückſichtigung mehr finden können, es ſei denn,
daß die Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit
ein=
getreten ſind.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Der Zinil.=Vorſitzende der Erſatzkommiſſon Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
ꝛc.
ꝛc.
Abdruck
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern,
Großeltern=
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den
er=
haltenen Wunden geſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die
Zurück=
ſtellung den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann:
d) Militärpflichtige, welchen der Beſitz oder die Pachtung von Grundſtücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofern ihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt:
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhald des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
k) Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden
g) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
ꝛc.
ꝛc.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häus=
licher ꝛc. Verhältniſſe.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in rubr. Betreff
hin=
weiſe, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen. Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, möglichſt auf dieſelbe aufmerkſam machen.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
(3773a
Bekanntmachung.
Betreffend: den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
Nach bei uns eingelaufenen Beſchwerden wird häufig in den
Straßen der Stadt mit Kraftfahrzeugen (Kraftwagen und
Kraft=
rädern) zu ſchnell gefahren. Wir ſehen uns daher veranlaßt, auf die
nachſtehenden Vorſchriſten über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
erneut hinzuweiſen:
Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß
Un=
fälle und Verkehrsſtörungen vermieden werden, und daß der Führer
in der Lage, bleibt unter allen Umſtänden ſeinen Verpflichtungen
Ge=
nüge zu leiſten.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf die
Fahrgeſchwin=
digkeit von 15 Kilometer in der Stunde nicht überſchritten
werden.
Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der
Dunkelheit oder bei ſtarkem Nebel, beim Einbiegen aus einer Straße
in die andere, bei Straßenkreuzungen, bei Straßeneinmündungen, bei
ſcharfen Straßenkrümmungen, bei der Ausfahrt aus Grundſtücken,
die an öffentlichen Wegen liegen, und bei der Einfahrt in ſolche
Grundſtücke, bei der Annäherung an Eiſenbahnübergänge in
Schienen=
höhe, ferner beim Paſſieren enger Brücken und Tore, ſowie ſchmaler
oder abſchüſſiger Wege, ſowie da, wo die Wirkſamkeit der Bremſen
durch die Schlüpfrigkeit des Weges in Frage geſtellt iſt, endlich überall
da, wo ein lebhafter Verkehr herrſcht, muß langſam und ſo
vor=
ſichtig gefahren werden, daß das Fahrzeug ſofort zum Halten
gebracht werden kann. (§18 der Verordnung über den Verkehr mit
Kraftfahrzeugen vom 3. Februar 1910.)
Wer den zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den
öffentlichen Wegen oder Plätzen erlaſſenen polizeilichen Anordnungen
über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zuwiderhandelt, wird mit
Geldſtrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft beſtraft (§ 21 des
Geſetzes über den Verkehr mit Kraſtfahrzeugen vom 3. Mat 1900)
(4231od
Darmſtadt, den 15. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes betreffend.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die
Geſindeordnung betreffend. vom 28. April 1877 in der Faſſung vom
3. Auguſt 1890 und des Ortsſtatuts für die Stadt Darmſtadt, vom
12. Februar 1900, gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge, für welche
nicht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbart oder aus
als auf die Dauer eines!
Kalendervierteljahres abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem
Ablauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er
ſtill=
ſchweigend auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut
anzuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt
Dienſt=
botenverträge nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und
1. Oktober aufgekündigt werden können, und daß die Kündigung
ſpäteſtens vier Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt ſein
muß, es ſei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den
Parkeien vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden
Umſtänden zu entnehmen iſt.
Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten
be=
meſſen iſt, da der von monatlicher Lohnzahlung handeinde Abſ. 4
des Art. 6 der Geſindeordnung mit den übrigen Beſtimmungen des
Artikel 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis
am Anfang oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahres
ein=
gegangen worden iſt, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres
eingegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum Ende des
Kalender=
vierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weiſe von
Viertel=
jahr zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines
Vierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden
Kalender=
vierteljahres (Ortsſtatut vom 12. Februar 1900, Abſatz 2).
Darmſtadt, den 15. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
(4232od
Gennes.
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freirag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag:
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70.
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
(637a
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
Gebrauchte Stiefel, dauerh.
her=
geſtellt , verkauft ſtets Grosch,
Luiſenſtraße 40. (*4135md
Parkettboden
werd. gereinigt Dieburgerſtr. 4. (70a
Vergebung von
Grund= u. Erdarbeiten.
Die im Betriebsjahr 1. April 1912
bis 31. März 1913)
vorkommen=
den Rohrgrabenarbeiten bei der
Neuverlegung und Auswechslung
von Gasleitungen ſollen verdungen
werden.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 28. Februar ds. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten
Verwal=
tung, Frankfurterſtraße Nr. 29 I.,
Zimmer Nr. 3, verſchloſſen und
mit der Aufſchrift „Angebot auf
Erdarbeiten” verſehen, einzureichen,
woſelbſt auch die
Verdingungsbe=
dingungen eingeſehen und die
An=
gebotsſcheine in Empfang
genom=
men werden können. (4071sd
Darmſtadt, 15. Februar 1912.
Städtiſche Gaswerksverwaltung.
Friedrich.
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„ II Steinmetzarbeiten.
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen im Neubaubüro
Sandſtraße 24, Eingang Saalbauſtraße, während der Dienſtſtunden
von 8 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags offen und
können daſelbſt die Verdingungsunterlagen gegen poſt= und
beſtell=
geldfreie Einſendung von 1,50 Mk. für Los I und 0,50 Mk. für Los II
bezogen werden.
Die ausgefüllten Angebote ſind verſiegelt und mit
entſprechen=
der Aufſchrift verſehen nebſt den vorgeſchriebenen Proben bis zum
Donnerstag, 7. März 1912, vormittags 10 Uhr, für Los I und
10½ Uhr für Los II an das vorgenannte Geſchäfszimmer
einzu=
ſenden, zu welcher Zeit die Eröffnung erfolgt.
(R4462
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 28 Tage.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Militär=Bauamt.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 23. Februar l. J., vorm. 9 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal
Ludwigshalle, Obergaſſe 12
aus einem Nachlaß folgende Gegenſtände:
1 Sofa mit 2 Seſſel mit grünem Plüſchbezug, 1
Chaiſe=
longue, 1 Sofa, 6 Stühle mit rotem Plüſchbezug, 1 Herren=
Schreibtiſch, 1 Büfett, 1 Vertiko, 1 Ausziehtiſch, 1
Spiel=
tiſch, 2 Etageren, 1 Nähtiſch, 1 Regulator, 1 Standuhr,
1 Pianino, nußb. pol., verſchied. Kleiderſchränke, 1 kompl.
Bett, 1 Waſchkommode und Nachttiſch mit Marmorplatte,
verſchied. Spiegel, Bilder und kleine Möbel, Porzellan und
Glas u. a. m., 3 noch ſehr gut erhaltene Gaslüſter;
ferner 1 kompl. Schlafzimmer=Einrichtung, 2 Bettſtellen
mit Patentmatratzen, 2 Wollmatratzen, 2 Deckbetten und
4 Kiſſen, 1 Vertiko, 4 Stühle, 1 Tiſch mit 2 Schubladen,
1 kompl. Küchen=Einrichtung.
Es kommen ferner zum Ausgebot:
1 Partie Pelz=Garnituren für Damen und
Kinder, ſowie einzelne Muffe u. Kolliers uſw.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(4357md
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Geſetzliche Geſellenprüfung.
Die diesjährigen Geſellenprüfungen finden im Monat
April ſtatt.
An derſelben können alle jungen Handwerker teilnehmen, deren
Lehrzeit ſpäteſtens am Schluß der Prüfungen beendet iſt.
Anmeldungen zur Prüfung ſind unter Benutzung des
vorge=
ſchriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum
9. März, von 8—12 und 2—5 Uhr, an den unterzeichneten
Aus=
ſchuß, Kiesſtraße 21, zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark
und iſt mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzuſenden.
Wir machen insbeſondere darauf aufmerkſam, daß die
Ab=
legung der Geſellenprüfung zwingende Vorbedingung für die
Zulaſſung zur Meiſterprüfung iſt, künftig aber nur noch durch
das Beſtehen der letzteren die Befugnis zum Anleiten von
Lehr=
lingen erworben werden kann. Die Verſäumnis der
Geſellen=
prüfung hat alſo ſpätere empfindliche, nicht mehr nachzuholende
Nachteile im Gefolge.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
(4444dfs
Der Prüfungsausſchuß des Ortsgewerbevereins.
Georg Hild, I. Vorſitzender
Geſetzliche Geſellenprüfung.
Die diesjährigen Geſellenprüfungen finden im Monat
März ſtatt.
An derſelben können alle jungen Handwerker unſeres Gewerbes
teilnehmen, deren Lehrzeit ſpäteſtens am Schluß der Prüfungen
be=
endet iſt.
Anmeldungen zur Prüfung ſind unter Benutzung des
vorge=
ſchriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum
28. Februar 1912 an den unterzeichneten Ausſchuß zu richten. Die
Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und iſt mit der Anmeldung an den
Unterzeichneten einzuſenden.
Wir machen insbeſondere darauf aufmerkſam, daß die
Ablegung der Geſellenprüfung zwingende Vorbedingung für die
Zulaſſung zur Meiſterprüfung iſt, künftig aber nur durch das
Beſtehen der letzteren die Befugnis zum Anleiten von
Lehr=
lingen erworben werden kann. Die Verſäumnis der
Geſellen=
prüfung hat alſo ſpätere empfindliche, nicht mehr nachzuholende
Nachteile im Gefolge.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
(4437
Der Prüfungsausſchuß der Tapezier=Innung zu Darmſtadt.
Gg. Blum, Kaſinoſtraße 7.
Darmbtädter Spruch- und Handelbschuld
Hieron. Schneider
Leiter: Emil Held
Handelslehrer u. Beeid. Bücherreriser 10 Lüisenstr. 10 Kandelslehrer u. Bücherrevisor
Gründliche Ausbildung für den kaufmännischen Beruf
durch 5 bewährte Lehrkräfte in vollen Tages- oder Abendkursen.
Einzel- und Privat-Unterricht: Beginn jederzeit.
Fremde Sprachen: Engl., Franz., Span. u. Ital., bes. Handels-Korrespondenz.
Maschinenschreiben nach neu eingeführtem, eigenen Tafelsystem in deutscher,
englischer u. französischer Sprache.
Stenographie: Verkehrs- und Redeschrift nach Gabelsberger.
Beginn neuer Kurse: 15. April, vormittags 8 Uhr.
Getrennter Klassenunterricht für Fortbildungsschüler, der vom Besuche
der obligatorischen Fortbildungsschule befreit.
(4438a
Sprechstunden zur Anmeldung und Auskunft täglich zwischen 12—1 Uhr.
Unerreicht in Qualität und Preis!
Preislagen: Mk. 85.−, 115.−, 125.-, 135.−, 145.−.
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(4456a)
Telephon 1128.
Eußſteigunterhaltungsarbeiten
und Kanalanſchlüſſe.
Die im Verwaltungsjahr 1912
vorkommenden
Fußſteigunterhal=
tungsarbeiten und Kanalausfüh
rungen kleineren Umfangs ſollen
— erſtere nach 2 Loſen getrennt —
zu den in einem Preisverzeichnis
feſtgelegten Einheitspreiſen an
hie=
ſige Meiſter übertragen werden.
Geeignete Bewerber werden
ein=
geladen, bis ſpäteſtens
Donnerstag, 7. März I. J.,
vormittags 10 Uhr,
durch Anerkennung der bei
unſe=
rem Amte — Zimmer 7 —
offen=
gelegten Bedingungen ihre
Bereit=
willigkeit zur Uebernahme dieſer
Arbeiten zu erklären. (4439df
Darmſtadt, 21. Februar 1912.
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Keller.
weit unt.
Heuenttobel Preis
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Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
13)
Doktor Dänhardt! ſo mokieren Sie ſich doch nicht
immer und ewig!
Na ja, ich bin ja ſchon ſtille. — Uebrigens ſollten Sie
wirklich die Pflege des Kleinen dem Fräulein Plattner
überlaſſen.
4
Weshalb? Gönnt man mir das nicht einmal!
Na, ſie iſt doch nun einmal beſſer darauf eingerichtet,
und ſie kann . . . .
Kann das natürlich beſſer als die Mutter!
Gnädige Frau, wollen Sie einmal ruhig die Tatſachen
ſehen. Von Krankenpflege haben Sie eigentlich doch nicht
ſehr viel Ahnung, und dann — man kann ſich doch nichts
vormachen, es iſt ja nur zu natürlich, daß das Kind ſich an
Fräulein Plattner gewöhnt hat.
Dann wird es ſich eben daran gewöhnen müſſen, daß
ſeine Mutter jetzt da iſt.
Er ärgerte ſich fürchterlich über ſie. Ich habe nur meine
Pflicht als Arzt erfüllt, indem ich darauf hinwies. Aber Sie
ſprachen ja ſelbſt vorhin von einer Gaſtrolle?
Sie wiſſen ganz genau, Herr Doltor, wie das alles kam.
Ich muß hier ja warten, denn mir wurde geſagt, daß für
einige Tage faſt jeder Bahnverkehr unterbrochen ſei.
Uebri=
gens, und ſie betonte das Folgende ſehr ſcharf: wer gibt
ſöhnen Gatich eit diect zn ſeighr Srache uir
aner=
über?
Dänhardt war nun nicht gerade eine geduldige Natur
und zudem hatte er eine ſcharfe Zunge.
Niemand, ſagte er deshalb, das Recht nahm ich mir.
Viekleicht iſt es das moderne Recht des Uebermenſchen,
oder wie man das ſonſt nennt. Sie ſehen, daß die Kultur
dieſer neu entdeckten Menſchen auch auf dem Lande gedeiht.
Lilli ſah ihn eine Weile mit gerunzelter Stirn an, dann
begann ſie zu lachen. Doktorchen, was iſt Ihnen denn
eigentlich? Wir ſind doch alte Bekannte und haben uns
ſchon in der Tanzſtunde gezankt. Früher waren Sie doch
noch ein liebenswürdiger Geſellſchafter, und jetzt ſind Sie
— na, zum wenigſten grob!
Mag ſein! Gott ſei Dank, kann ich das wenigſtens jetzt
zuweilen werden. Es muß hier in der Luft als Bazillus
herumfliegen. Sie wiſſen gar nicht, wie ich mich verändert
fühle, innerlich nämlich, ſeit ich hier bin. So allmählich
geht mein ganzer alter Adam in die Brüche, und der neue
Adam liegt eigentlich noch in den Windeln und wartet auf
Entwickelungsmöglichkeiten.
Er ſchnitt dazu ein trübſeiliges Geſicht, über das Lilli
wieder lachen mußte. Sie nahm auf einem Stuhl am
Tiſche Platz, rückte einen zweiten Stuhl neben ſich und ſagte
mit einer einladenden Handbewegung: Haben Sie noch
einen Augenblick Zeit, dann bitte!
Zeit-? er nahm Platz, Zeit, o maſſenweiſe! Dieſe
hannoverſchen Bauern kaben unheimlich geſunde Konſti=
ininen, Reihe aunſe ſatenſe geßt her in die beiche
aus Mangel an geeigneten Objekten. Gäbe es nicht
Hoch=
zeiten und Kindtaufen — letztere ſogar in beruhigender
Zahl — mit nachfolgenden Indigeſtionen, oder Erntefeſte,
wo ſie ſich manchmal die Knochen entzweiſchlagen, ſo könnte
eigentlich alles andere meine ſogenannte Haushälterin
be=
ſorgen, die im Nebenamt Krankheiten beſpricht und im
ſomnambulen Zuſtande das iſt, was man hier Spökenkieker
und wiſſenſchaftlich Medium genannt hat. Uebrigens treibt
man ja die Spökenkiekerei heutzutage in den auserleſenſten
Großſtadtzirkeln als neueſte Kulturblüte. Wenn ich nicht zu
Haus bin, hält ſie Sprechſtunde. Kartenlegen und
Wahr=
ſagen kann ſie auch, und manchmal macht ſie ganz
über=
raſchende Kuren. So betreiben wir das ganze Geſchäft
umſchichtig. Kann ich nicht helfen, hilft Spökermarie, und
kann ſie nicht helfen, dann hilft manchmal der Doctor
medieinae Dänhardt. Konkurrenzneid habe ich mir
abge=
wöhnt.
Frau Lührſen mußte laut auflachen.
Was nicht alles aus einem Menſchen werden kann!
Sie haben ſich fürchterlich verändert, Doktor. Mann, wie
halten Sie es hier aus, Sie, der Aſſiſtent des erſten
Frauen=
arztes in Berlin=Weſt, Sie, der Menſch, der ohne die
geiſtige Anregung der Berliner Geſellſchaft nicht glaubte
leben zu können. Und dann unſere Berlinerinnen? —
Sie ſagten ihnen zwar immer Sarkasmen, aber gern
hat=
ten Sie ſie doch, dieſe modernen Weiber!
Gott, ja, gnädige Frau, das iſt ja alles wahr oder war
Photographie!
Neu erötinet!
Als
Eronhanus uoochonk
9
9
9
Ten erbllnet
eine
(4422ds
Vergrosserant
9
9
Neu eröffnet!
Vistr
Blider 2 Mk.
Seines eigenen Bildes
(einschl. Karton 30 breit, 36 cmhoch)
erhält Jeder, der sich in der Zeit
von 15. Februar bis 4. März
bei uns, ganz gleich in welcher
Preislage, photographieren lässt.
Tabiler
10 blder
2 Mk.
für Kinder a
12 Visites glanz 2.50 Mk.
12 Visites, matt, 4.00 Mk.
12 Victoria „ 5.00 Mk.
1000 Mark
zahlen wir demjenigen, der
nachweist, dass wir zur
Her-
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einſtmals wahr. Ich weiß, es gibt Menſchen, wenn die
einmal nicht auf der Friedrichſtraße geweſen ſind, glauben
ſie, einen Tag verloren zu haben. Es kam da allerlei
zu=
ſammen. Mit dem Profeſſor hatte ich mich etwas verzankt,
und ich hatte doch immer eine Schwäche für Lilli
Baltens=
perg, und als die damals heiratete —
Davon haben Sie mich aber nie etwas merken laſſen,
Herr Doktor.
Nicht? Na, das war am Ende ganz gut. Pardon,
aber wir beide, na, wir hätten ja doch nicht zueinander
ge=
paßt, wie? Er kniff das eine Auge zu und blinzelte ſie,
hu=
moriſtiſch lächelnd, an.
Da haben Sie recht, Doktor! ſagte Lilli.
Danke ſehr! — — Alſo, da kam ich hierher, weil
Lühr=
ſen mich darauf aufmerkſam machte. Auch war mir das
Kleingeld alle geworden, und Berliner Sumpffieber hatte
ich auch, und da — — ach Gott ja —
Er ließ den Blick durch’s Zimmer gehen, ſchwieg eine
Weile und dachte, wie ſeltſam es doch wäre, daß er hier
in der alten ſchnodderigen Art geſchwätzt hatte. Dann fuhr
er fort, ganz ernſthaft und mit einem andern Ton in der
Stimme.
Ja, alſo dieſe — modernen — Weiber? Ich will Ihnen
was ſagen, gnädige Frau, ich könnte ſie jetzt gar nicht mehr
ertragen, glaube ich, ſeitdem — ſeitdem
Ain ſeinent e, daf eit uch.
Seitdem ich hier kennen lernte, wie eigentlich eine
rich=
tige Frau ausſieht und was das für eine Art von Weſen iſt!
Es ſind das ganz merkwürdige und höchſt intereſſante
Kon=
traſte.
Aha, ſpottete Lilli, alſo ne Frau iſt es doch! Zwar Sie
intereſſierten ſich nie für Backfiſche.
Da ſtand er langſam auf. Ich will mal ganz offen
ſein, gnädige Frau, dieſes Exemplar des homo ſapiens
femininus iſt noch nicht verheiratet.
Ah, alſo ein Ideal gefunden, ganz romantiſch?
Nein, reelle Wirklichkeit. Das iſt eben das Schlimme!
Tauſend, die müſſen Sie mir vorſtellen.
Iſt nicht nötig, ſie wohnt mit Ihnen jetzt unter einem
Dache!
Was, das Halligboſteler Faktotum, Fräulein Dora
Plattner?
Ja, meinte der Doktor mit einem eigenen Ausdruck.
Einen Augenblick ſchien es, als wollte Lilli in ein
Gelächter ausbrechen. Sie erhob ſich ebenfalls. So alſo
ſtanden die Sachen! Sie dachte an das Bild, das ſie vor
kurzem hier geſehen: ihren Mann, der Doras Hand in
der ſeinen hielt. Wie helle Freude gina es über ihre Züge,
und ganz enthuſiaſtiſch rief ſie: Ich gratuliere, gratuliere
von ganzem Herzen. Das iſt die richtige Frau für einen
Landdoktor.
Ium Grmnteren ir ger lehte Ulrſche, üiher uicht.
Er machte ein ziemlich klägliches Geſich.
Was? Das arme Mädchen ſollte —?
Sparen Sie Ihr Mitleid für Bedürftige oder für
mich, Frau Lührſen.
Welche Tragik, Herr Doktor! Sie haben ſich doch
nicht ſchon einen Korb geholt?
Nein. Sehen Sie, dieſe=Art Mädchen hat die
Eigen=
tümlichkeit, ſich nichts merken zu laſſen. Ich glaube, ſie
könnten einen lieb haben und zehn Jahre täglich mit dem
Betreffenden zuſammen kommen, ohne ſich etwas merken
zu laſſen. Das iſt alles ſo herb, und das eigentliche
Ge=
müt ſitzt ihnen zu tief, daß mich meine Berliner
Pſycho=
logie da im Stich läßt. Um es ganz gerade heraus zu
ſagen, da iſt etwas ſo natürlich Unnahbares in einer
ſol=
chen Frauennatur, wie dies eine Frau der Großſtädte
nur noch künſtlich zuwege bringt, ſobald ſie merkt, daß ſie
einen Mann nur auf dieſe Weiſe einfangen und reizen
kann, wenn ſie ihm nämlich das Geſtändnis und das
Jawort nicht gar zu leicht macht. Das iſt doch ganz klar,
wenn wir uns nichts vorlügen, in Berlin werden die
Männer geheiratet, und hier werden die Mädchen
gehei=
ratet. Das iſt ein ganz enormer Unterſchied.
(Fortſetzung folgt.)
Orfsgemerbueremn Warmsfadf.
Sonntag, den 25. Februar 1912:
Wanderun,
von Station Erzhauſen an den Sängerbuchen vorbei durch den
Wild=
park Arheilger Koberſtadt (hirſchreichſtes Revier), Ernſt=Ludwigsteich
nach Meſſel. Daſelbſt gemütliches Zuſammenſein bei Gaſtwirt Heberer.
Abfahrt: Hauptbahnhof 1,42 Uhr, Südbahnhof 1,17 Uhr.
Fahrkarte IV. Klaſſe — 20 Pfg.
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Vereinigte Kriegervereine
Darmſtadts
Jung=Darmstadt.
Nächſte Uebung am Sonntag, den 25. Februar.
Zuſammenkunft nachmittags 2 Uhr auf dem Exert
am Rheintor.
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Freunde und Gönner ladet höflichſt ein
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50 Pfg. einſchließlich Tanz, zu haben bei den Herren H. Geier,
Marktplatz 8, J. Eidenmüller, Ecke Soder= und Wienersſtraße, ſowie
im Vereinslokal, Grafenſtraße 37 (F. Rummel).
Nichtmasken an der Abendkaſſe 30 Pfg. à Perſon inkluſive
Kopfbedeckung.
Freitag, den 23. Februar, 8 Uhr abends
im Kaisersaal
Grafenſtraße 18 in Darmſtadt
Vortrag
des Herrn Direktors Pastor Stuhrmann
aus Barmen über:
„Die Kinder der Reformation im Kampfe
mit den feindlichen Mächten der Gegenwart”.
Eintrittsgeld 20 Pfg. Reſervierte Plätze 50 Pfg. (4217od
Deuischer- Annenoigegierbande
Die akademiſche Trinkſitte und unſer Volk.
Vortrag
von Profeſſor Dr. Leimbach=Heidelberg
am Freitag, den 23. Februar, abends 8¼ Uhr,
in der Techniſchen Hochſchule, Saal 330. (4404
Eintritt frei.
Reſervierter Platz 20 Pfg.
Frauenverein der Johannesgemeinde.
Freitag, den 23. Februar, abends 8 Uhr,
Vortrag
des Herrn Pfarrer Marguth von Nieder=Beerbach
über
Eine Wanderung durch Schwaben.
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Eintritt für Nichtmitglieder 30 Pfg.
Der Vorstand.
Hessischer Dobermannpinscher-Verein
(Sitz Darmſtadt).
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Sonntag, 25. Februar 1912, nachmittags 3 Uhr, findet
im Reſtaurant „Kaiſerſaal” Grafenſtr. 18, unſere
Haupt-Versammlung
ſtatt. Wir laden unſere verehrlichen Mitglieder, ſowie Anhänger und
Förderer unſerer Raſſe hierzu höflichſt ein und bitten um zahlreiches
Der Vorstand.
Erſcheinen.
Ev. Kirchengeſangverein der Paulusgemeinde.
Hauptverſammlung
Dienstag, den 27. Februar, abends 7½ Uhr,
im Gemeindesaal.
Tages=Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnung für 1911.
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B. Vorſtandswahl. 4. Sonſtiges.
Die aktiven und inaktiven Vereinsmitglieder werden herzlich
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Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.
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1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
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Vorſtell. zu ermäßigten Preiſen:
„Glaube und Heimat.”
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fang 7½ Uhr. (Vergl. beſ. Anz.)
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C 31. „Der Kuhreigen.” Gr.
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allen Wochentagen, vormittags
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
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Montag, 26. Febr. 124. Ab.=V.
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Akten von Eduard Eugen Richter.
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am Sonntag, den 25. Februar 1912, abends 8 Uhr,
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stadien der Konsumvereine Deutschlands, Englands und
der Schweiz.
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seltene Gelegenheit, sich über den Stand der
Genossenschafts-
bewegung zu informieren.
Auch den Mitgliedern von der Umgebung empfehlen wir
aufs wärmste den Besuch des lehrreichen und instruktiven
Vor-
trags, da derselbe um 10½ Uhr beendet sein wird.
Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet (4458ds
Der Vorstand.
Darmstadter Streichquarfert Cälase Jahr)
Fr. Mehmel, A. Diedrich, Fr. Brückmann, A. Weyns.
IV. Kammermusik-Abend
Montag, den 26. Februar, 8 Uhr, Hotel Traube.
Mitwirkender: Herr Prof. Franz Mannstaedt, Königl.
Hofkapellmeister, Wiesbaden (Klavier).
Programm: Brahms, Streichquartett op. 51, Nr. 1. C-moll;
Haydn, Streichtrio, H-moll; Stojanovits, Klavierquintett, op. 9, C-moll.
Karten zu Mk. 3.— und 2.— für Studenten u. Schüler Mk. 2.—,
1.50 und 1.— bei H. Thies Nachf., Hofmusikalienhandlung, und an
der Abendkasse.
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Bechstein-Flügel (Vertreter: A. W. Zimmermann, Hofliefrant).
Saal Hotel zur nraube
Samstag, den 24. Februar, pünktlich 8 Uhr;
Klaver-Abend
von
elemlaqde Lambrie
Programm: Bach: Allemande; Sarabande. Mozart:
Fantasie D-moll. Scarlatti: Pastorale; Capriccio.
Beethoven: Mondschein-Sonate. Schumann:
Fanta-
siestücke op. 12. Grieg: Volksweise; Papillons.
Rubin-
stein: Rève angélique. Paganini-Liszt: La campanella.
Konzert-Flügel: Julius Blüthner aus dem Magazin von
A. W. Zimmermann, Hoflieferant.
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Karten zu Mk. 3.—, 2.— 1.— bei Hoflieferant Georg Thies
Nachf. (Leopold Schutter), Elisabethenstr. 12, u. an der Abendkasse,
für Studierende Mk. 2.50, 1.50 und 80 Pfg.
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Sonntag, den 25. Februar, abends 8 Uhr
im Konkordissaale, Waldstrasse 33
unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins „St. Ludwigse
Festredner:
Heer Landtagsabseordn. Justizrat von Brenfano-Offenbach u. M.
Zu dieser Feier des 100. Geburtstags unsres grossen
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vergesslichen Führers laden alle erwachsenen Mitglieder der
katholischen Gemeinden freundlichst ein.
Die unterzeichneten Vereine:
Volksverein für das kathol. Deutschland, Zentrumsvereln,
Katholikenverein, Konstantia Verein für katholische Kaufleute
und Beamte, Kathol, Männer- und Arbeiterverein, Katholischer
Gesellenvereln, Kathol. Lehrlingsverein. (4451
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Ber Meitlauf, der neuerdings in Zeitungsinſeraten mit den verſchiedenſten Beweismikteln um den Horrang in unſerer
Induſtrie veranſtaltet wird, nätigt uns, unſere bisher beobachtete Reſerne aufzugeben und darauf hinzumeiſen, daß unter
den Maknamerken der Melt das unſrige das größte iſt.
Zie allgemeine Begeiſterung, die den Hiegeszug der Reichardt-Rakaas in Beutſchlund bei Jung und Alt, Arm
und Reich nan Anbeginn begleitete, pflanzk ſich im Auslande in gleicher Meiſe fort. Infalgedeſſen kannten mir hereits
in den letzten Monaten nach dem vornehmſten der übrigen europäiſchen Rulturländer, deſſen Auhlikum auf einen ſehr
feinen Geſchmack geſtimmt iſt, viermal ſa viel Rakaapulner ausführen, als andere deutſche Jabriken zuſammen. Mir
ver-
ſalfen damit der heimiſchen Holkswirtſchaft zu dem Erfolge, daß zum erſten Male die deutſche Rakaapulver-AAusfuhr die
Einfuhr aus Folland üherragt. Auch die bei der Herſtellung der Reichardt-Rakaas abgepreßte Rakaabutter wird megen
fhrer nölligen Reinheit von Jabriken aller Aänder zur Herſtellung der beſten Schakoladen und Ronfekts var anderen
(arken henurzugt.
Dieſe Erfalge ſetzten uns in den Stand, in den letzten drei Monaten über 2 Millionen Milo Rakaohohnen zu
ver-
arbeiten. Hon der Bedeutung dieſer Aenge mögen folgende Bergleiche ein Bild geben. Auf den Jahresdurchſchnitt
bberechnet ſtellt ſie dar:
eima den ſiebenten Ueil des Bedarfs Beutſchlands oder Amerikas,
oder etma den dritten Teil des Bedarfs Gnglands oder Jrankreichs,
ader etwa vierzig Frozent des Bedarfs aller 35 holländiſchen Nahriken,
oder den Bedarf faſt aller 23 Schokaladen-Jahriken der Schmeiz,
nder erheblich mehr als den Bedarf aller Jahriken in Geſterreich-Angarn
oder etwa den dreißigſten Ueil der geſamten Melternte in Maknohohnen
Anſere Horräte und Bedarfsdeckung betragen rund 5 Mlillionen Mila Makaohohnen.
Bieſe impoſanten Raknamengen, mie ſie ſonſt keine der über IUII Jabriken der Melt verarbeitek, dienen auch zur)
Verſtellung der rühmlichſt bekannten Reichardt=Schokaladen, deren vollendete Gualität ebenfalls die Aufmerkſamkeit des
Auslandes auf ſich gelenkt hat. Indeſſen nimmt uns die Beckung des Inlands=Bedarfes derart in Anſpruch, daß wir
umns nur verpflichten kannten, Ginrichtungen zur Herſtellung einer begrenzten Gxportmenge Schokolade zu treffen.
Bieſe Gntwicklung, die ſich ſo recht, wie alles Gute vom Neuen, unter der Jeindſchaft
des Alten vollzog, bemeiſt beſſer als alle Gmpfehlungen, daß bei der Bemertung non
Rakaa und Schokaladen die Ronſumenten der ganzen Rulturwelt ſich mehr und mehr
in dem einmütigen Arteil zuſammenfinden:
Makua=Lumpagnie Ckeador Reichardt, Ramburg=Mlandsbek, in. Darmſtadt: Ludwigsplatz 6, Fernſprecher 1627.