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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Stadtverordneten=Verſammlung
nahm die beiden Vorlagen, betreffend die
Herſtel=
lung der Landgraf=Georgs=Straße vom
Schillerplatz bis zum Oſtbahnhofe, an.
Die Eröffnung des engliſchen Parlaments
durch den König fand am Mittwoch in feierlicher Weiſe
ſtatt. In beiden Häuſern wurden bedeutſame
Erklär=
ungen über die deutſch=engliſchen
Beziehun=
gen abgegeben.
Im däniſchen Folkething machte der Miniſter
des Aeußern Mitteilungen über die Beziehungen
zwiſchen Dänemark und Deutſchland.
Die ſtreikenden Bergarbeiter im
Bori=
nage nehmen die Arbeit wieder auf, nachdem ſich die
Grubenbeſitzer mit dem Zuſatzgeſetz zum Penſionsgeſetz
einverſtanden erklärten,
Arizona wurde als 48. Staat in die Union
aufge=
nommen.
Sunyatſen erklärte ſich zum Rücktritt zugunſten
eines von der Nationalverſammlung in Nanking
ge=
wählten Präſidenten der Republik China bereit
und empfiehlt die Wahl Juanſchikais.
Die Eröffnung des engliſchen Parlaments.
Die Thronrede.
* Die Eröffnung des engliſchen
Parla=
ments fand im Mittwoch in feierlicher Weiſe ſtatt. Der
König begab ſich mit der Königin in feierlichem
Auf=
zuge nach dem Parlamentsgebäude. Fünf Gala=
Equi=
pagen mit hohen Staatsbeamten fuhren dem königlichen,
mit ſechs iſabellenfarbenen Pferden beſpannten Wagen,
vorauf. Nachdem der König und die Königin auf der
Eſtrade der Sitzungshalle des Oberhauſes Platz
genom=
men hatten, verlas der König die Thronrede, in der
es heißt:
Unſere Beziehungen zu den fremden
Mächten ſind andauernd freundlich. Der Kriegszuſtand
zwiſchen Italien und der Türkei dauert bedauerlicherweiſe
fort. Meine Regierung iſt bereit, ſobald ſich eine günſtige
Gelegenheit darbieten ſollte, ſich mit den anderen
Mäch=
ten an jeder Vermittelung zu beteiligen, die dazu
bei=
tragen könnte, die Feindſeligkeiten zu beenden. Die Lage
in Perſien fährt fort ernſte Aufmerkſamkeit in Anſpruch
zu nehmen. Meine Miniſter, die in ſtändiger Verbindung
mit der ruſſiſchen Regierung ſind, erwägen, welche Mittel
am beſten die perſiſche Regierung in Stand ſetzen
könn=
ten, die Ruhe und Ordnung in Perſien wieder
herzu=
ſtellen. Dem Parlament werden baldmöglichſt die auf die
perſiſchen Angelegenheiten bezüglichen Dokumente
vor=
gelegt. Ich hege die Zuverſicht, daß die Kriſis in
China durch die Einführung einer dauernden
Regie=
rungsform, die den Anſichten des chineſiſchen Volkes
ent=
ſpricht, bald in befriedigender Weiſe beendet wird. Meine
Regierung fährt fort, die Haltung ſtrikter Nichteinmiſchung
zu beobachten, während ſie zugleich alle notwendigen
Schritte tut, das Leben und das Eigentum der britiſchen
Untertanen zu ſchützen. Ich erkenne in vollem Maße an,
daß die Führer beider Parteien in China jederzeit
be=
ſtrebt geweſen ſind, das Leben und die Intereſſen der
Fremden in China ſicher zu ſtellen. Dem Parlament
wer=
den auf China bezügliche Schriftſtücke zugehen. Der
Kö=
nig kündigte ferner an, daß im Haag ein Abkommen über
die Regulierung des Opiumhandels und ähnlicher
Er=
zeugniſſe abgeſchloſſen wurde.
Der König berührte ſodann den
Krönungsdur=
bar in Delhi. Der Durbar habe einen
überwältigen=
den Beweis der Ergebenheit und Loyalität der Fürſten,
Edlen und Völker Indiens gegeben. Ich glaube
zuver=
ſichtlich, daß die Verlegung des Sitzes der Regierung nach
Delhi, die Errichtung von neuen Gouvernements für
Bengalen, von neuen Vizegouvernements für Behar,
Chotanagpur, Oriſſa und eines Chefkommiſſariats für
Aſſam die Wohlfahrt des indiſchen Reiches fördern wird.
Der König betrachtet mit ſchwerer Sorge die in Ausſicht
ſtehenden Streitigkeiten zwiſchen den Ar=
beitgebern und Arbeitern. Er hegt jedoch die
feſte Zuverſicht, daß eine vernünftige Auffaſſung auf
bei=
den Seiten vorwalten und eine Entwickelung
hintanhal=
ten werde, die den Handel des Landes und die
Wohl=
fahrt des Volkes ernſtlich berühren würde. In der
Thronrede werden ferner einige Geſetzesvorlagen
angekündigt, darunter Maßnahmen für eine beſſere
Ver=
waltung in Irland; ferner Geſetzentwürfe über die
Entſtaatlichung der Kirche in Wales, die Abänderung des
Wahlrechts, Verbeſſerung des Geſetzes über die britiſche
Staatsangehörigkeit gemäß den Empfehlungen der
Reichs=
konferenz und gewiſſe ſoziale und induſtrielle
Re=
formen.
Die Parlamentsdebatten über die
Be=
ziehungen zwiſchen England und
Deutſch=
land.
Im Unterhauſe begann man alsbald mit der
Adreßdebatte, wobei das Verhältnis zwiſchen
England und Deutſchland eingehend erörtert
wurde.
Bonar Law wandte ſich den auswärtigen
Ange=
legenheiten zu und ſagte, nachdem er auf die Vorfälle in
Chine und Perſien Bezug genommen hatte, daß in der
Rede des Königs ein Zweig der engliſchen auswärtigen
Angelegenheiten nicht erwähnt ſei, der die
Beziehun=
gen zu einer anderen Macht betreffe, die
Eng=
land lebhafter als die perſiſche Frage berühren. „Unſere
Diplomatie hat ſich in letzter Zeit in einer Weiſe betätigt,
wie ſie mir bisher nicht vorgekommen iſt. Lord
Hal=
dane hat in irgend einer geheimnisvollen Miſſion in
Berlin zu tun gehabt. Ich hätte geglaubt, daß wir
genug gehabt hätten von der Amateurdiplomatie
im letzten Sommer. Ich ſelbſt glaube nicht daran. Wenn
es notwendig, war, daß irgend ein Miniſter nach Berlin
ging, würde meiner Anſicht nach der Staatsſekretär des
Auswärtigen der geeignete Miniſter geweſen ſein. Wie
ich höre, iſt angegeben worden, daß Haldane den Vorzug
beſitze, deutſch zu ſprechen. Aber das iſt eine nicht
unge=
wöhnliche Kenntnis. Ich nehme an, daß auch unſer
Bot=
ſchafter in Berlin deutſch ſpricht und daß dieſer Grund
alſo keine ausreichende Erklärung iſt. Dieſe jüngſte
di=
plomatiſche Leiſtung ſcheint mir von einer
außergewöhn=
lichen Art zu ſein. Haldane ging nach Berlin
vermut=
lich mit dem Gedanken an eine beſſere Verſtändigung mit
Deutſchland. Dennoch hielt gleichzeitig Churchill
ſeine Rede, die mir darauf berechnet zu ſein ſchien.
Hal=
dane den Weg zu ebnen. Was dieſe Rede anbetrifft, ſo
freue ich mich, ſagen zu können, daß ich nicht nur mit
ihrem Geiſte, ſondern mit jedem Wort einverſtanden bin.
Niemand iſt mehr für ein gutes Einvernehmen mit
Deutſchland beſorgt als ich. Niemand würde mit
grö=
ßerem Entſetzen einen Krieg zwiſchen dieſen beiden
Völ=
kern ſehen. Ich freue mich, die Gelegenheit zu haben, das
noch einmal zu ſagen. Vorausgeſetzt, daß wir in einen
Krieg mit Deutſchland verwickelt werden, was, wie ich
hoffe und glaube, nie geſchehen wird, mögen wir wohl
imſtande ſein, die deutſche Flotte zu zerſtören, aber wir
würden niemals in das Herz Deutſchlands gelangen
kön=
nen. Wenn wir aber den Fall ſetzen, daß die deutſche
Flotte die Herſchaft im Kanal auf zwei oder drei Wochen
oder kürzere Zeit behält ſo würde die deutſche Armee,
mit der wir in keiner Hinſicht in Wettbewerb treten
kön=
nen, uns vollſtändig niederſchlagen. Jeder im Hauſe
ſtimmt dem im Herzen zu, daß eine überlegene Flotte für
uns unbedingt notwendig iſt und, mag ſie koſten was
ſie wolle erhalten werden wird.
Nunmehr ergriff Premierminiſter Asquith das
Wort: Er gab im Verlaufe ſeiner Rede eine bedeutſame
Erklärung über die deutſch=engliſchen
Be=
ziehungen ab. Der allgemeine Vorwurf gegen uns,
ſagte er, beſonders gegen den Staatsſekretär des
Aeu=
ßern, iſt der, daß Geheimniskrämerei und unterirdiſche
Politik getrieben worden ſei. Die engliſche Regierung
nehme, ſo erklärte Asquith demgegenüber, ihre
diploma=
tiſchen Schritte geradezu in bengaliſchem Lichte vor. Aber
das iſt, ſo führte er weiter aus, eine ſehr ernſte
Angele=
genheit. Ich möchte mit Bezug auf ſie eine ernſte Sprache
gebrauchen, aber auch, ich freue mich, das ſagen zu
kön=
nen, eine hoffnungsvolle Sprache. Es iſt eine
unzweifel=
hafte, höchſt beklagenswerte Erſcheinung, daß die
tradi=
tionellen Gefühle der Freundſchaft und des guten Willens
zwiſchen Deutſchland und unſerem Lande während
der letzten Monate ernſtlich getrübt wurden. Wenn eine
Atmoſphäre des Argwohns geſchaffen wird, nimmt die
Fiktion den Platz der Tatſache ein, und Legenden, die
ſonſt als unglaubhaft verworfen würden, werden leicht
angenommen und in weiten Kreiſen geglaubt. Uns wird
z. B. erzählt, daß es in Deutſchland viele Leute
gibt, die feſt glauben, daß wir einmal oder einige Male
im Sommer oder im Herbſt des letzten Jahres einen
Angriff aufihr Land in Erwägung zogen und
ſo=
gar vorbereiteten, und daß die Bewegung unſerer
Flot=
ten mit Rückſicht hierauf ſorgfältig berechnet war. Ich
ſchäme mich faſt. einer ſo wilden und ausſchweifenden
Ein=
bildungskraft zu widerſprechen. Die ganze Erzähluna iſt
eine reine Erfindung. Es gibt, ich brauche es in
dieſem Hauſe kaum zu verſichern, nicht einen Schatten
ei=
ner Begründung dafür. Ebenſo lag nirgends und zu
kei=
ner Zeit irgend ein aggreſſiver oder provokatoriſcher
Cha=
rakter, in den Bewegungen unſerer Schiffe. Aber ſchon
die Tatſache, daß derartige Gerüchte Glauben finden
konn=
ten, nicht bei der deutſchen Regierung, aber bei
einer großen Zahl von intelligenten Leuten in
Deutſch=
land. iſt ſicherlich an und für ſich ein bezeichnendes und
höchſt bedauerliches Symptom. Beide
Regierun=
gen waren und ſind von dem aufrichtigen Wunſche
be=
ſeelt, eine beſſere Verſtändigung herbeizuführen,
und im letzten Moment hatten wir Anzeichen dafür, daß
der Beſuch eines britiſch en Miniſters in
Berlin nicht unwillkommen ſein würde und die
Er=
reichung dieſes gemeinſamen Zweckes erleichtern würde.
Lord Haldane würde auf jeden Fall früher oder
ſpä=
ter in der mit der Londoner Univerſtätskommiſion
ver=
knüpften Angelegenheit nach Berlin gegangen ſein. Unter
dieſen Umſtänden hielten wir es für gut — und ich
glaube, daß niemand ſagen wird, wir wären ſchlecht
be=
raten geweſen, daß Haldane ſeinen Beſuch beſchleunige
und ihn dazu benutze, in freundſchaftlichen und
vertrau=
lichen Mitteilungen mit denen Fühlung zu nehmen, die
verantwortlich ſind für die Leitung der deutſchen Politik.
Auf beiden Seiten fühlte man, daß Freimütigkeit in der
Erklärung und Mitteilung im erſten Augenblick leichter
fallen würde, wenn ſie eine Frage nicht formaler und
nicht bindender Unterhandlungen werde, als auf der
Grundlage deſſen, was ich full dress der diplomatiſchen
Verhandlungen nennen möchte. Dieſe
Unterhand=
lungen ſind vollſtändig zuſtande
gekom=
men. Es herrſchte vollkommene Erklärungsfreiheit und
die Möglichkeit vollkommen freimütiger
Auseinander=
ſetzungen über ein weites Diskuſſionsgebiet.
Asquith ſchloß: Ich kann freilich in dieſem Sinne
keine Prophezeiungen machen oder in Einzelheiten
ein=
gehen. Aber ich darf ſagen, daß im Laufe des Beſuches
Lord Haldanes auf beiden Seiten der aufrichtige und
ent=
ſchloſſene Wunſch zutage trat, eine beſſere
gegen=
ſeitige Stellung zu begründen, ohne — und
das laſſen Sie mich Ihnen vollkommen klar machen — ohne
die beſonderen Beziebungen, in denen Deutſchland oder
Enaland zu anderen Mächten ſtehen, in irgend eines
Weiſe zu opfern oder zu verſchlechtern. In dieſem Sinne
ſind die Verhandlungen geführt worden und das friſche
Licht des Meinungsaustauſches hat dazu geführt, daß
beide Mächte heute mit einer ſorgfältigen Prüfung der
praktiſchen Möglichkeit beſchäftigt ſind. Ich unterſtütze ſehr
gern die gute Sprache, die Bonar Law in ſeinen
Schluß=
bemerkungen über dieſen Gegenſtand gebrauchte, daß man
bei derartigen Angelegenheiten die Tugend der Geduld
beſitzen und üben müſſe.
Im Oberhauſe waren die deutſch=
engli=
ſchen Beziehungen und die Reiſe des Lord
Haldane nach Berlin ebenfalls Gegenſtand
ein=
gehender Erörterung.
Lord Lansdowne erklärte: Wir können uns
be=
glückwünſchen, daß der europäiſche Friede augenblicklich
nicht bedroht iſt. Aber vor wenigen Monaten gab es einen
Zeitpunkt, wo England dicht vor einem ernſten Streit mit
einer Macht ſtand, mit der jeder recht empfindende
Eng=
länder in Frieden zu leben wünſcht. Es iſt
beklagens=
wert, daß dieſe Mißverſtändniſſe und Befürchtungen
be=
ſtehen und es iſt die Pflicht aller gut geſinnten Männer,
zu verſuchen, ſie zu beſeitigen. Ich bin überzeugt, die
Regierung wird bei jedem Verſuch dazu die Unterſtützung
der Oppoſition haben. An die Regierung ſind zahlreiche
Aufforderungen ergangen, eine Verſtändigung mit
Deutſchland zu erreichen, aber zwiſchen England und
Deutſchland gibt es nicht wie zwiſchen England und
Frankreich akute Fragen, die ihrer Erledigung harren.
Das iſt deshalb nicht der Fall, weil England während
der letzten 20 Jahre ſolche Fragen, ſobald ſie auftauchten,
zur Zufriedenheit beider Regierungen erledigte. Soweit
ich in Betracht komme, waren die Diplomaten ſtets
be=
reit, ſolche Fragen in freundſchaftlichſter Weiſe mit
Deutſchland zu erledigen. Dasſelbe gilt zweifellos von
der gegenwärtigen Regierung. Wenn der Beſuch Lord
Haldanes irgend zu dieſem Ziele beiträgt und er einen
Oelzweig im Knopfloch mitbrachte, ſo beglückwünſchen
wir ihn auf unſerer Seite des Hauſes ebenſo warm, wie
ſeine Freunde auf der anderen Seite.
Earl of Crewe ſagte: Es iſt richtig, daß die
deutſche und die engliſche Regierung ſich
bemüht haben, den durchaus unnatürlichen Zuſtänden in
der öffentlichen Meinung ein Ende zu machen. Beide
Re=
gierungen wiſſen, daß deren Anſichten weder durch
Tat=
ſachen, noch durch Abſichten unſerer Regierung
gerecht=
fertigt ſind. Die natürliche Wirkung davon war, daß von
der einen oder der anderen Seite Schritte zu
Beſprchun=
gen zu tun waren, die im allgemeinen klar machen
konn=
ten, daß keine Mißverſtändniſſe beſtänden. Wir hatten
Grund zu der Annahme, daß der Beſuch des britiſchen
Miniſters der deutſchen Regierung nicht unangenehm ſein
würde. Unſerer Regierung ſchien es, beſonders angeſichts
von Lord Haldanes Vertrautheit mit Deutſchland und
ſeiner Intimität mit den Deutſchen, daß zwiſchen ihm
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Nummer 40.
und den Vertretern der deutſchen Regierung
Beſprechun=
gen ſozuſagen ohne Vorurteil und mit größerer
Offen=
heit und größerem Freimut ſtattfinden könnten, als es
ſonſt möglich geweſen wäre. Haldane ging nach
Ber=
lin und hatte eine Anzahl Beſprechungen mit
hervorragenden Mitgliedern der deutſchen Regierung.
Er fand ſie ebenſo ausgeſprochen, wie unſere Regierung,
von dem Wunſche beſeelt, alle möglichen
Mißverſtänd=
niſſe zu zerſtreuen. Man war ſich darüber einig,
daß etwas wirklich Gutes und Solides erreicht werden
könnte, ohne die beiderſeits beſtehenden Freundſchaften
und Verpflichtungen verſchiedener Art irgendwie zu
be=
einträchtigen. Am wichtigſten iſt der Geiſt der
Offen=
heit, der auf beiden Seiten zutage trat, ebenſo die
offene Anerkennung der Anſprüche auf Plätze in der Welt,
die Deutſchland und wir inne haben oder hoffen, künftig
inne haben zu dürfen, eine Anerkennung, die wir
unſerer=
ſeits aufrecht zu erhalten wünſchen. Ich kann Ihnen
nichts ſehr Poſitives und Beſtimmtes ſagen, doch darf ich
ſicherlich ſagen, daß der Beſuch Haldanes in Berlin Gutes
erreicht hat und ich darf hoffen, daß weiteres Gutes daraus
fließen wird durch die Herſtellung von Beziehungen der
Freundſchaft und Offenheit zwiſchen der deutſchen
Regie=
rung und uns ſelbſt.
Preßſtimmen.
* London, 15. Febr. Die Preſſe beſchäftigt ſich
mit den geſtrigen Erklärungenüber die
deutſch=
engliſchen Beziehungen und die Miſſion Lord
Haldanes in Berlin.
Daily Chronicle ſchreibt: Wir alle hoffen, daß
die Miſſion Lord Haldanes ſich als wirklich
ergebnisreich erweiſen werde. Die Verſicherungen der
Regierung geben uns Gründe zu dieſer Hoffnung. Wir
heißen den Eifer, den die Regierung in dieſer Sache
be=
kundet hat, herzlich willkommen und nicht minder die
erfreuliche Wärme bei den geſtrigen Ausführungen über
Deutſchland. Auf die Worte müſſen Taten folgen, aber
wir glauben, nachdem unſere Sprache und unſere
Em=
pfindungen aufgetaut ſind, daß auch unſere
gegenſeiti=
gen Beziehungen bald auftauen werden. — Daily
News ſchreibt: Man hoffte, durch Miſter Asquith eine
Erklärung über den Beſuch Lord Haldanes zu
erhalten. Dieſe Erklärung müßte eine allgemeine
Be=
friedigung hervorrufen. Man wird ſchließen dürfen, daß
die Ausſichten auf eine Verſtändigung zwiſchen
Deutſch=
land und England jetzt beſſer ſind, als ſeit Jahren. Die
Frage iſt von dem Stadium der Deklamation zu dem
Stadium des Handelns übergegangen. — Daily
Graphic meint: Die kurze, aber prägnante
Erklär=
ung Miſter Asquiths über die deutſch=engliſchen
Beziehungen wird von dem ganzen Lande mit
Empfindungen lebhafteſter Genugtuung aufgenommen
werden. In einer Atmoſphäre gegenſeitigen Vertrauens,
gegenſeitiger Offenheit und guten Willens werden ſich
alle Schwierigkeiten zwiſchen den beiden Ländern leicht
löſen laſſen. Das gilt ganz beſonders auch von der
Rivalität zur See. — Die Times und der Standard
wiederholen die Erklärungen Bonar Laws über das
Un=
gewöhnliche der Miſſion Lord Haldanes und
paraphraſieren die Erklärungen des Premierminiſters.
Die Times bemerkt, daß die letzte Bekräftigung einer
Neuerung gegenüber althergebrachter Gewohnheiten in
dem Erfolge liegt. Der Standard ſagt: Wir können nur
hoffen, daß der Bericht des Premierminiſters über die
Miſſion Lord Haldanes mit allgemeinem Beifall
auf=
genommen wird. — Die Morningpoſt zeigt eine
ſkeptiſche Haltung und ſagt: Es iſt niemals klug,
inter=
nationale Erörterungen zu beginnen, die zu keinem
Er=
gebnis führen. Die Beziehungen werden hernach
ſchlech=
ter als beſſer. Wir hätten eine Haltung geduldiger
Zurückhaltung und ſorgfältiger Unterſüchung vorgezogen,
ſowohl über die Ziele der britiſchen Politik, als über
die Mittel, ſie zu verwirklichen.
* Paris, 15. Febr. Der Figaro ſagt über die von
Asquith abgegebene Erklärung: Wir verzeichnen
mit Vergnügen die Verſicherung des engliſchen Premiers,
daß das Syſtem der Bündniſſe und Ententen nach wie
vor unverſehrt fortbeſtehen werde. Wir haben nicht einen
Augenblick an der Aufrichtigkeit der Loyalität unſerer
engliſchen Freunde gezweifelt, und wenn es Dank
gegen=
ſeitigem guten Willen gelingen ſollte, einen die Ruhe
Europas gefährdenden Zuſtand zu beſeitigen, werden wir
uns aufrichtig dgrüber freuen. — Gaulois ſagt: Es
han=
delt ſich nicht darum, die Richtung der engliſch=deutſchen,
franzöſiſchen oder ruſſiſchen Politik aufzugeben. Die
Bündniſſe und Freundſchaften werden fortbeſtehen. Es
handelt ſich einfach darum, der Politik der beiden
Mächte=
gruppierungen eine Entwicklung im Sinne des
Frie=
dens zu ermöglichen. In dieſer Hinſicht können die
deutſch=engliſchen
Annäherungsbeſtreb=
ungen eine bemerkenswerte Tragweite haben. Wir
brauchen uns über nichts zu beunruhigen, im Gegenteil,
wir können uns dazu beglückwünſchen. Wir machen keinc
Gefühls=, ſondern eine Intereſſen=Politik, und es liegt in
unſerem Intereſſe, daß eine Ruhepauſe eintritt, die uns
geſtattet, das mühſam errungene marokkaniſche
Protekto=
rat auf eine feſte Grundlage zu ſtellen und die vom
Kriegs=
miniſter Millerand in anerkennenswertem Eifer
unter=
nommene Wiederherſtellung unſerer militäriſchen
Streit=
kräfte zu beenden. Arbeiten wir ſtill und ſelbſtlos, um
uns eine auf der Höhe unſerer Aufgaben ſtehende Armee
und Marine zu ſichern, damit wir, wenn die entſcheidende
Stunde ſchlägt, bereit ſind, unſere Ehre und
Unabhängig=
keit zu verteidigen.
Dänemark und Deutſchland.
* Im däniſchen Folkething richteten die
Rechtsparteien an den Miniſter des Aeußern eine
An=
frage über die auswärtige Politik der
Re=
gierung.
Der Miniſter erwiderte: Die Regierung befindet
ſich im beſten Einvernehmen mit allen anderen
Regier=
ungen; keine von dieſen verſuchte, uns zu bewegen, von
unſerer vollkommen unparteiiſchen Haltung nach außen
hin abzuweichen. Der Miniſter wies darauf hin, daß die
Regierung nicht allein die Schwierigkeiten für ein
freund=
ſchaftliches Verhältnis zu allen auswärtigen Mächten
beſeitigen könne, ſondern daß auch die öffentliche
Mein=
ung und die Preſſe in demſelben Sinne wirken müßten.
Deutſchland gegenüber brächten die hiſtoriſch
gegebenen Verhältniſſe an unſerer ſüdlichen Grenze es
mit ſich, daß die natürliche Sympathie, die bei allen Dänen
gegenüber den 1864 von uns getrennten däniſch
ſprechen=
den Nordſchleswigern ſich findet, oftmals ſo zum
Aus=
druck gelangt, daß ſie mißdeutet werden kann. Die jetzige
Regierung iſt aber ebenſo wie die früheren Regierungen
beſtrebt, durch freundſchaftliche Erörterung
mit der deutſchen Regierung auf dieſem
Ge=
biete zu einer vollen Verſtändigung zu gelangen. Bei
dieſen Erörterungen ſowohl wie bei allen hierher
ge=
hörenden Erwägungen und Verhandlungen haben zwei
Tatſachen für die Regierung beſtimmend ſein müſſen.
Erſtens, daß der vertragsmäßig beſtehende
Zu=
ſtand vollauf reſpektiert werden muß. Zweitens, daß
die Erhaltung der däniſchen Sprache und Kultur bei den
Dänen im Auslande weiten Kreiſen unſeres Volkes ſehr
am Herzen liegt. In Bezug auf ſolche Tätigkeit zur
Er=
haltung völkiſcher Kultur bei Stammesverwandten, die
fremde Staatsbürger in Grenzländern ſind, herrſchen bei
beiden Völkern faktiſch verſchiedene Auffaſſungen. Auf
der einen Seite hat es deshalb Aufgabe der Regierung
ſein müſſen, klarzulegen, daß die Privattätigkeit zur
Er=
haltung der däniſchen Sprache und Kultur bei den Dänen
in Nordſchleswig innerhalb des Rahmens der däniſchen
Geſetzgebung und in Uebereinſtimmung mit unſeren
libe=
ralen Traditionen erfolgt. Es iſt aber zugleich unſere
Aufgabe geweſen, dazu beizutragen, daß dieſe Tätigkeit
in einer ſolchen Weiſe entfaltet wird, daß ſie keinen
be=
rechtigten Anlaß zu Mißdeutungen gibt und ſich von
jeder Einmiſchung in die politiſchen und
ſtaatsrechtlichen Verhältniſſe unſeres
Nachbarſtaatesfernhält. Der Miniſter bedauert,
daß man dieſe Neutralitätspolitik der Regierung im
Lande vielfach angriff und als Furcht vor Preſſionen
hinſtellte, ſowie daß die beteiligten Kreiſe nicht
Aufklär=
ung an kompetenter Seite holten, bevor ſie irreführende
Behauptungen verbreiteten.
Pflicht der Regierung ſei es, zu verhindern, daß das
Verhältnis des Reiches zum Auslande Schaden erleide
und aufklärend zu wirken. Das Miniſterium des
Aeu=
ßern muß es in hohem Grade für wünſchenswert finden,
daß deutſche Zeitungen und Zeitſchriften
ſach=
verſtändige Darſtellungen der politiſchen Stellung
Dänemarks bringen und namentlich dann, wenn die
Verhältniſſe in Nordſchleswig den Ausgangspunkt
bil=
den. Bekanntlich wird in gewiſſen Kreiſen Deutſchlands
eine gegen Dänemark gerichtete Agitation
betrieben, die ſich auf ganz unrichtige Darſtellungen der
Abſichten und Handlungen der däniſchen Regierung und
des däniſchen Volkes Deutſchland gegenüber ſtützt. Es
liegt in hohem Grad in unſerem Intereſſe, dieſe Angriffe
nach Möglichkeit zu bekämpfen. Deshalb konnte das
Miniſterium des Aeußern die Veröffentlichung der
Ab=
handlung des Generaldirektors Rubin in den Preußiſchen
Jahrbüchern nur wünſchenswert finden, und er mußte
ſpäter dieſe Erklärung abgeben, weil fälſchlich behauptet
wurde, die däniſche Regierung könne die
Hauptgeſichts=
punkte des Artikels nicht teilen. Es wäre ſchädlich
ge=
weſen, wenn über den Standpunkt der Regierung irgend
ein Zweifel beſtand. Der Miniſter erklärte, daß dieſelbe
Neutralitätspolitik, wie ſie gegenüber Deutſchland geführt
würde, allen anderen Staaten gegenüber zur Anwendung
gelangen würde. Er könne ſeine Politik nur fortſetzen,
wenn er ſich in voller Uebereinſtimmung mit dem Folke=
thing befinde. Auch das Folkething müſſe ſeinen Teil an
der Verantwortung tragen.
Nach der Rede des Miniſters des Aeußern wurde auf
Antrag J. C. Chriſtenſen unter Zuſtimmung der
Partei=
führer folgende Reſolution angenommen: Indem
das Folkething zu den Erklärungen des Miniſters des
Aeußern über die äußere Politik ſein Vertrauen
aus=
ſpricht, geht das Folkething zur Tagesordnung über.
Deutſches Reich.
Nationalliberale Zuſtimmung zur
Präſidentenwahl. Die National=Zeitung ſchreibt:
Die nationalliberalen Reichstagsabgeordneten, die für
Kacmpf und Dove geſtimmt haben, werden der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei für ihr heutiges Verhalten beſonders
erkenntlich ſein, denn ſie können an ihrer eigenen
ſchwieri=
gen Lage ermeſſen, wie hoch der ſicherlich nicht leichten
Herzens gefaßte Entſchluß der Freiſinnigen in dieſer
ab=
normen Lage die abnorme Tatſache zu ſchaffen, daß die
erſt an fünfter Stelle ſtehende Partei zwei Stühle im
drei=
köpfigen Präſidium beſitze, anzuſchlagen iſt. Die beiden
liberalen bürgerlichen Parteien verknüpfte im letzten
Wahl=
kampf ein inniges Bündnis und bei den Nationalliberalen
beſteht auch jetzt, und jetzt erſt recht der Wunſch, daß dieſe
beiden Fraktionen im neuen Reichstage ſo oft wie möglich
Schulter an Schulter zuſammengehen können, um eine
liberale Geſetzgebung zu erwirken. Wir befinden uns im
Einvernehmen mit den maßgebenden Parteiführern des
rechten und linken Flügels, deren Auffaſſung wir in
ein=
gehenden Beſprechungen ermittelt haben. Innerhalb der
vier Wände des Fraktionszimmers ſind alle
Meinungs=
kämpfe auszufechten, nach außen hin muß die Partei aber
entſchloſſen und geſchloſſen auftreten, wie ſie ſich auch
ent=
ſcheide. Den ihr gehörenden Einfluß kann ſie nur
behaup=
ten, wenn ſie mit großer Beſtimmtheit ihren Weg geht.
— Die Wehrvorlagen. Die Kreuzzeitung
be=
zeichnet die von anderer Seite verbreitete Meldung, daß
die angekündigten neuen Wehrvorlagen bereits in
aller=
nächſter Zeit den Bundesrat beſchäftigen werden, als
ver=
früht. Wie das Blatt hört, hat die Heeresvorlage das
Kriegsminiſterium noch nicht verlaſſen.
— Die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes.
Das Zentrum hat den Antrag auf Aufhebung des
Jeſu=
itengeſetzes im Reichstag wieder eingebracht. Da die
Sozialdemokraten für die Aufhebung des Geſetzes als
eines „Ausnahmegeſetzes” ſind und auch ſchon früher dafür
geſtimmt haben, ſo iſt für die Aufhebung jetzt eine
Mehr=
heit im Reichstag von mindeſtens 221 Stimmen
vorhan=
den. Auch dies iſt ein Beweis dafür, daß die
Machtſtel=
lung des Zentrums durch die letzten Wahlen geſtärkt iſt.
— Die Ziffern der bayeriſchen
Land=
tagswahl. Die amtlichen Ziffern der bayeriſchen
Landtagswahl ſind jetzt veröffentlicht worden. Die Zahl
der Wahlberechtigten betrug 1187127. Abgegeben
wur=
den im ganzen 969325 Stimmen, gleich 81,7 Prozent der
Wähler, davon ſind ungültig 4649 Stimmen, gleich 0,48
Prozent. Das Zentrum, der Bund der Landwirte und
die Konſervativen erhielten 463 631, gleich 48 Prozent,
gültige Stimmen. Die Liberalen, der Deutſche und
Bay=
eriſche Bauernbund, ſowie Sozialdemokraten erhielten
489 746, gleich 50,8 Prozent, Stimmen. 11299 Stimmen,
gleich 1,2 Prozent, waren zerſplittert.
— Gründung einer
Kleinhandelsbe=
rufsgenoſſenſchaft. Das Memeler Dampfboot
meldet aus Berlin: Zu der Ausſprache über die
Grün=
dung einer Kleinhandelsberufsgenoſſenſchaft und deren
Loslöſung von der Lagereiberufsgenoſſenſchaft hatten ſich
am Mittwoch im Reichsamt des Innern zahlreiche
Ver=
treter des Kleinhandels aus allen Teilen Deutſchlands
eingefunden. In einer zweiſtündigen Konferenz, in
wel=
cher eine umfangreiche Ausſprache über den Gegenſtand
erfolgte, erklärte Miniſter Delbrück, die Angelegenheit ſehr
eingehend prüfen zu wollen. Er verkenne die
Schwierig=
keit der Loslöſung nicht, anerkenne aber andererſeits die
Berechtigung der Wünſche von 300000 Detailliſten Deutſch=
Bilder von der chineſiſchen Revolution
entwirft Charles Petit, der bekannte Pekinger
Kor=
reſpondent des Journals. „Mag auch noch ſo viel von
Umwälzungen und Veränderungen in der
Regierungs=
form des himmliſchen Reiches zu unſeren Ohren
drin=
gen: China hat ſichnicht verändert. Der
Be=
obachter kann auch nicht das geringſte Zeichen von dem
Eindringen der berühmten modernen Ideen bemerken,
wenn er von der ſehr geringen Minderheit der Gebildeten
abſieht, die ſich den Zopf abgeſchnitten haben. Nur die
Studenten, die aus Europa oder Amerika kommen,
zei=
gen eine europäiſierte Haltung, aber ſie verſchwinden
unter der Menge. Die ungeheure Mehrzahl der
Bevöl=
kerung intereſſiert ſich nicht im geringſten für die Kämpfe
zweier Kliquen, die eine ſchwache Minderheit Chinas
dar=
ſtellen. Die chineſiſche Revolution iſt durchaus nicht das,
wofür man ſie in Europa hält. Das Wort Revolution
iſt ein unzutreffender Ausdruck, genau ſo, wie die
Be=
zeichnung Republik nur mit großen Einſchränkungen als
richtig anzuerkennen iſt. Die Wahrheit iſt die: zwei
Kli=
quen bekämpfen ſich, um die Macht zu erlangen. Die
völlig gleichgültige Maſſe der Bevölkerung bleibt ganz
friedlich. Niemals ſind die Fremden in Peking ſo
unbe=
helligt geblieben und ſo reſpektiert worden. Ich ſchlafe
bei offenen Türen in dem kleinen Häuschen, in dem ich
mich einlogiert habe, was ich in Paris nicht wagen
würde. Der internationale Handel liegt freilich völlig
danieder und die Finanzlage erſcheint unlösbar
ver=
wirrt. Glücklicherweiſe werden die Einnahmen der Zölle
weder von den Republikanern noch von den Kaiſerlichen
verwendet. Sie werden mit einer rührenden
Unpartei=
lichkeit im ganzen himmliſchen Reiche in den Kaſſen der
ausländiſchen Banken deponiert. Das iſt etwas komiſch,
aber notwendig, um die Zinſen für die Staatsſchulden
zu zahlen.”
Petit berichtet dann von einem Interview
mit Juanſchikai: „In dem Melodrama, das ſich
gegenwärtig in China abſpielt, iſt Juanſchikai der Held,
der ſich zum abſoluten und anerkannten Herrn ganz
Chi=
nas hätte machen können, wenn er über ein paar hundert
Millionen verfügte. Unglücklicherweiſe hat er nicht einen
Pfennig und iſt deshalb außerſtande, der Sache der
konſtituitionellen Monarchie zum Triumph zu verhelfen,
von der er träumt und die ihn zum wahren Herrſcher
machen würde. Als Se. Exzellenz merkte, daß er aus
dem Geſpräch mit mir keinen Vorteil ziehen könne, wollte
er mich mit einer Entſchuldigung verabſchieden. Aber
ich tat, wie wenn ich das nicht verſtände, und fuhr fort,
ihm einige etwas indiskrete Fragen vorzulegen. Ich
fragte ihn alſo frei heraus, welches ſeine wahre
poli=
tiſche Meinung wäre und worin ſeine Pläne beſtänden.
Sogleich erklärte Juanſchikai, „ich werde mich dem Willen
des Volkes unterwerfen, der durch eine
Nationalver=
ſammlung ausgedrückt wird” und er fügte hinzu: „im
Einverſtändnis mit dem Hofe‟. Mehr war aus
Juan=
ſchikai nicht herauszubekommen, von dem uns übrigens
Petit verſichert, daß er ſich durchaus nicht den Zopf
habe abſchneiden laſſen. „Sich den Zopf
abſchnei=
den, das iſt etwas Definitives. Ein wahrer Chineſe
wird ſich nur ſehr ſchwer zu einer ſolchen Handlung
ent=
ſchließen, und Juanſchikai iſt ein wahrer Chineſe.” Von
dem gegen Juanſchikai verübten Bombenattentat
ent=
wirft der Franzoſe folgende Schilderung: „Kurz nach
Mittag, während ich aß, hörte ich plötzlich ein Geräuſch
wie von einer kräftigen Kanonenkugel. Faſt zu gleicher
Zeit kam durch die Straße im Galopp und in
unbe=
ſchreiblicher Unordnung das Gefolge Juanſchikais.
Zu=
nächſt tauchten einige Reiter auf, die ihren mongoliſchen
Ponies die Sporen gaben und mit blankem Säbel die
erſchreckten Paſſanten vor ſich hertrieben. Dann
er=
ſchien der Galawagen Juanſchikais, umgeben von den
Mandarinen ſeiner Suite, die ſich krampfhaft auf ihren
Pferden feſthielten. Reiterloſe, verwundete Pferde raſten
durch die Straße, und die Soldaten, die am Wege zur
Aufrechterhaltung der Ordnung Spalier bildeten, liefen
mit gefälltem Bajonett hinter dem Wagen her. Kurz,
es herrſchte für einige Augenblicke ein ungeheurer
Tu=
mult. Etwas weiter unten auf der Straße, wo das
Attentat ſtattgefunden hatte, drangen Soldaten und
Po=
liziſten in die Häuſer und verhafteten alle, die ihnen in
die Hände fielen. Im Staube wälzten ſich zwei
töd=
lich getroffene Pferde in den letzten Zuckungen. Dann
folgte dieſem allgemeinen Wirrwarr und Lärm die
größte Ruhe. Da gab es keine Menge von Neugierigen,
wie in Europa. Die guten Chineſen ſind klüger und
halten das Zuſchauen bei ſolchen Anläſſen für
gefähr=
lich. Ich erfuhr bald, was vorgegangen war.
Juanſchi=
kai kam von dem kaiſerlichen Palais zurück, wo er, wie
alle Tage, verſucht hatte, Geld von den Prinzen zu
er=
langen und ſie zur Abdankung des Sohnes des Himmels
zu zwingen, als er von den Bomben überraſcht wurde.
Ueberraſcht iſt übrigens kein exakter Ausdruck; er wußte
wohl, daß ſeine Gewaltherrſchaft nicht von allen
Par=
teien mit dem gleichen Enthuſiasmus aufgenommen
wurde. Seine erſte Bewegung nach dem Attentat war
die eines Chineſen der alten Schule. Er ließ die
Hen=
ker mit den langen, ſpitzen, roten Mützen kommen, um
die Verdächtigen auf der Stätte der Untat ſelbſt
enthaup=
ten zu laſſen. Dann aber fand er ſeine Kaltblütigkeit
wieder, denn er dachte daran, daß er in Rückſicht auf die
fremden Geſandten recht modern auftreten müßte. Der
Epilog des Dramas geht alſo im Schatten der
Gefäng=
niſſe vor ſich. . .
Nummer 40.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Seite 3.
lands. Wie das Memeler Dampfboot hört, ſollen
dem=
nächſt weitere Verhandlungen ſtattfinden.
— Wahlrechtsreform in Koburg=Gotha.
Die von der Mehrheit des Ausſchuſſes des Landtages des
Herzogtums Koburg=Gotha vom Staatsminiſterium
ein=
geforderten Gutachten über eine Aenderung des
Land=
tagswahlrechts ſind dahin abgegeben worden, daß eine
Aenderung für notwendig gehalten und die Aenderung
des geheimen und direkten Wahlrechts unter gleichzeitiger
zeitgemäßer Einteilung der Wahlkreiſe gewünſcht wird.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Im galiziſchen Landtage ſetzten die
Ru=
thenen die lärmende Obſtruktion fort. Das
Budgetprovi=
ſorium wurde erledigt, womit die Tagesordnung der
Seſſion erſchöpft iſt. Der Statthalter erklärte hierauf die
Seſſion des Landtages als vertagt.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Uebereinſtimmend mit Madrider Meldungen
gibt man ſich nach der geſtrigen Unterredung zwiſchen
Garcia Prieto und Geoffray keinem Zweifel mehr hin,
daß die franzöſiſch=ſpaniſchen Marokkoverhandlungen auch
weiterhin einen ſehr ſchleppenden Verlauf nehmen werden.
Die ſpaniſche Regierung weigere ſich nicht nur, den
Ver=
mittlungsantrag Englands, betreffend die Zoll= und
Schuldenverwaltung anzunehmen, ſie ſtehe auch den auf
den Bahnbau Tanger-Fez bezüglichen franzöſiſchen
Vor=
ſchlägen ablehnend gegenüber. Der Temps meint: Die
Verſchleppungstaktik der ſpaniſchen Regierung ſei vielleicht
darauf zurückzuführen, daß die Spanier ſich noch nicht
genügend bereit fühlen, um von der ihnen zufallenden
Einflußzone Beſitz zu ergreifen, und deshalb dieſen
Zeit=
punkt möglichſt hinausſchieben wollen.
England.
Die perſiſche Frage. Im engliſchen
Unter=
hauſe kam Asquith auch auf die perſiſche Angelegenheit
zu ſprechen und ſagte: Die Regierung ſei ſehr darauf
be=
dacht geweſen, daß ſich die einheimiſche Regierung in
Per=
ſien auf einen feſten Grund und auf Erhaltung des
Ein=
verſtändniſſes mit Rußland ſtütze, was er für die perſiſche
Regierung, für die engliſchen Intereſſen und für die der
Welt als weſentlich halte. Die britiſche Regierung habe
erfahren, daß die Zurückziehung der geſamten ruſſiſchen
Truppen nicht nur in Erwägung gezogen, ſondern bereits
in der Ausführung begriffen ſei. Asquith erklärte weiter,
England habe ſich damit einverſtanden erklärt, ein Teil
der Notſtandsanleihe Perſiens im Betrage von 200000
Pfund Sterling zu übernehmen, 100000 Pfund ſeien für
Rußland vorgeſehen, 50000 Pfund für die indirekte
Re=
gierung und 50000 Pfund für die engliſche Regierung.
Er halte es für notwendig, dieſe Anleihe durch eine viel
umfangreichere finanzielle Maßregel zu ergänzen.
Türkei.
Aufnahme einer Anleihe. Der Vertrag
wegen Aufnahme eines Vorſchuſſes von 1½ Millionen
türkiſchen Pfund bei der Banque Nationale de Turquis
und der Banque Salonique wurde heute unterzeichnet.
Amerika.
Arizona als 48. Staat der Union.
Präſi=
dent Taft unterzeichnete am Mittwoch den Erlaß, durch
den Arizona als 48. Staat in die Union aufgenommen
wird.
* Brüſſel 14. Febr. Die ſtreikenden
Berg=
arbeiter in dem Borinage nehmen die Arbeit
morgen wieder auf, nachdem ſich die Grubenbeſitzer mit
dem geſtern angenommenen Zuſatzgeſetz zum
Penſions=
geſetz einverſtanden erklärten.
* London, 14. Febr. Die Weſtminſter Gazette
ſchreibt: Die Konferenz des
Bergarbeiter=
verbandes, die heute beendet wurde, habe beſchloſſen,
die britiſchen Delegierten zur internationalen
Bergarbei=
terkonferenz, die nächſte Woche in Dover oder Brüſſel
ſtattfindet, ſollten nicht für einen europäiſchen
Koh=
lenarbeiterſtreik ſtimmen, ſondern dahin wirken, daß die
deutſchen Bergleute jeden Verſuch, zur Zeit des
briti=
ſchen Kohlenarbeiterſtreiks aus Deutſchland Kohlen
ein=
zuführen, verhindern ſollten. Immerhin ſei der Gedanke,
daß die deutſchen, franzöſiſchen und belgiſchen Bergleute
zum Sympathieſtreik aufgefordert werden ſollten, falls
jenes Mittel ſich als unwirkſam erweiſe, nicht von der
Hand zu weiſen.
* Sofia, 14. Febr. Der König iſt mit dem
Kronprinzen und dem Prinzen Kyrill ins
Aus=
land abgereiſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Februar.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 2, enthält:
1. und 2. Oeffentliche Anerkennungen. 3. Bekanntmachung,
die Genehmigung von Schenkungen betreffend. 4.
Be=
kanntmachung, die Umlage der land= und
forſtwirtſchaft=
lichen Berufsgenoſſenſchaft für das Großherzogtum Heſſen
betreffend. 5. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des
Innern für das Etatsjahr 1912 genehmigten Umlagen zur
Beſtreitung der Bedürfniſſe der israelitiſchen
Religions=
gemeinden des Kreiſes Lauterbach. 6. Ueberſicht der für
die Gemeinde Lehrbach für das Rechnungsjahr 1911 zur
Beſtreitung ihrer Kommunalbedürfniſſe genehmigten
nach=
träglichen Umlage. 7. Ordensverleihungen. 8.
Ermäch=
tigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
9. Namensveränderung. 10. Dienſtnachrichten. 11.
Dienſt=
entlaſſungen. 12. Charaktererteilungen. 13.
Ruheſtands=
verſetzungen. 14. Sterbefälle.
* Genehmigung von Schenkungen. Im Laufe des
3. uno 4. Vierteljahres 1911 ſind von Sr. Königl. Hoheit
dem Großherzog nachſtehende Schenkungen genehmigt
worden: 1. Schenkung des Fabrikanten Friedrich Wilhelm
Roßbach zu Friedberg und ſeiner Ehefrau, aus Anlaß
des 60jährigen Geſchäftsjubiläums, an die Stadtkirche zu
Friedberg als Beitrag zum Bau eines Schweſternhauſes
daſelbſt, im Betrage von 10000 Mark. 2. Schenkung des
Kommerzienrats Bernhard Albert Mayer zu Mainz an
die Stadt Mainz mit der Beſtimmung, daß die Zinſen für
die in der neu gegründeten Heilſtätte zu Gonſenheim
be=
findlichen tuberkulöſen Kinder aus der Stadt und dem
Kreiſe Mainz und für die innere Einrichtung dieſer
Heil=
ſtätte verwendet werden ſollen, im Betrage von 5804,49
Mark. 3. Letztwillige Zuwendung des Landwirts Jakob
Kraus zu Gau=Odernheim an die Gemeinde Gau=
Odern=
heim mit der Beſtimmung, daß der Zinsertrag für
unbe=
ſcholtene Arme und Kranke in dieſer Gemeinde ohne
Unter=
ſchied der Konfeſſion verwendet und das zugehörige Haus
zu einem Krankenhauſe hergeſtellt werden ſoll, im Betrage
von ca. 70000 Mark. 4. Vermächtnis des früheren
Ge=
meindeeinnehmers und Kirchenrechners Heinrich Konrad
Rudolf Weitzel zu Bobenhauſen II an die Gemeinde
Bobenhauſen zum Bau einer Waſſerleitung, im Betrage
von 8000 Mark. 5. Letztwillige Zuwendungen der Emma
Schreiber Witwe zu Mainz an die israelitiſche
Religions=
gemeinde daſelbſt, und zwar a) von 50000 Mark als
Bei=
trag zum israelitiſchen Krankenhaus, b) von 45000 Marl
als Beitrag zum Bau einer neuen Synagoge, unter der
Verpflichtung, dieſe Beträge ihrem Sohn Arthur
Schrei=
ber für deſſen Lebenszeit mit 3½ Prozent jährlich zu
ver=
zinſen, ſowie e) von 3000 Mark unter der Verpflichtung,
hierfür ihr Familiengrab und das ihres Sohnes Robert
zu unterhalten. Nach dem Ableben ihres Sohnes Arthur
ſollen die vorſtehenden Zuwendungen „Max Schreiber=
Stiftung” genannt werden. 6. Desgleichen Derſelben an
die Stadt Mainz im Betrage von 50000 Mark, mit der
Auflage, daß 3½ Prozent Zinſen hiervon dem unter 5. b)
genannten Sohne der Erblaſſerin lebenslänglich
ausge=
zahlt werden und im übrigen die Zinſen der
Armendepu=
tation zur freien Verfügung ſtehen ſollen. 7. Schenkung
des Kunſtvereins für das Großherzogtum
Heſſen zu Darmſtadt an das Großh.
Landes=
muſeum zur Ausſchmückung des Muſeumsgebäudes,
be=
ſtehend aus plaſtiſchen Kunſtwerken im Geſamtwerte von
ca. 30000 Mark. 8. Letztwillige Zuwendung des Ober=
landesgerichtsrats i. P. Johannes Heß zu
Darm=
ſtadt an die Stadt Heppenheim a. d. B. mit der
Verpflich=
tung, das Heßſche Familiengrab daſelbſt zu erhalten und
zu unterhalten, ſowie eine Stipendienſtiftung für
unbemit=
telte Knaben aus Heppenheim, die einen höhere Bildung
erſtreben und in eine entſprechende Schule aufgenommen
ſind, zu errichten, im Betrage von über 5000 Mark. 9.
Letzt=
willige Zuwendung der Maria Franziska Dick Witwe, geb.
Demhardt, zu Gundheim an die katholiſche Kirche daſelbſt
zur Ausſchmückung und Verſchönerung des
Kirchengebäu=
des, im Betrage von rund 9000 Mark. 10. Schenkung des
Kommerzienrats Philipp Stratemeyer zu Mainz an die
Stadt Mainz, im Betrage von 10000 Mark. 11.
Letzt=
willige Zuwendung des Adolf Görz zu London an den
Evangeliſchen Hilfsverein zu Mainz, im Betrage von 6000
Mark. 12. Desgleichen Desſelben an den Bau= und
Spar=
verein Mainz zur Gründung und Unterhaltung einer
Kleinkinderſchule auf dem Gebiet der Baugenoſſenſchaft
„Am unteren Zahlbacher Weg” daſelbſt („Adolf=Görz=
Stif=
tung”), im Betrage von 70000 Mark. 13. Vermächtniſſe
der Privatin Margareta Weller zu Mainz, und zwar a)
von 2000 Mark zur alsbaldigen Auszahlung an die Armen
der Stadt ohne Unterſchied der Konfeſſion und b) 10000
Mark, welche gleichfalls zugunſten der Mainzer
Stadt=
armen verwendet werden ſollen. 14. Schenkung des
Pfar=
rers und Dekans Faßbender zu Bieber an die katholiſche
Kirche daſelbſt, beſtehend aus Grundſtücken im
Schätzungs=
werte von 25000 Mark, unter der Auflage, daß die Kirche
eine darauf laſtende Schuld von 16500 Mark übernimmt.
Auf den Grundſtücken iſt das Krankenſchweſternhaus mit
Kleinkinderſchule errichtet.
g. Strafkammer. Der als ſtreitluſtig bekannte, 29
Jahre alte Steinhauer Max Lerch aus Heppenheim
kam am 30. Juni 1911 in die Wirtſchaft von Martin
Graber in Heppenheim. Da die Wirtin ſah, daß Lerch
bereits genug Alkohol genoſſen hatte, erſuchte ſie ihn,
das Lokal zu verlaſſen. Dadurch geriet Lerch in große
Aufregung und verſuchte immer wieder in das Lokal
einzudringen. Er gelangte auch noch einmal in die
Wirtsſtube und hier ſtach er wie ein Wilder mit dem
Meſſer um ſich; hierbei verletzte er den Wirt und ein
junges Mädchen nicht unerheblich. Vom Schöffengericht
Lorſch wurde er deswegen zu 2 Jahren 3 Monaten
Ge=
fängnis und 3 Tagen Haft verurteilt. Er legte gegen
das Urteil Berufung ein und die Strafkammer beſchloß
in der Verhandlung im Herbſt vorigen Jahres, den
An=
geklagten auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſuchen zu laſſen.
In der geſtrigen erneuten Verhandlung gab Dr. Beſt
ſein Gutachten dahin ab, daß Lerch erblich ſchwer
belaſte=
ter Epileptiker ſei, der durch gewohnheitsmäßigen
Alko=
holgenuß degeneriert ſei. Er hat die Tat jedenfalls in
einem latenten Dämmerzuſtande begangen. Der
ſtraf=
ausſchließende § 51 ſei in dieſem Falle gegeben. Die
Strafkammer kam, dem Antrag des Sachverſtändigen
entſprechend, zu einer Freiſprechung des Angeklagten.
Die Koſten des Verfahrens einſchließlich der
Vertreter=
koſten des Angeklagten fallen der Staatskaſſe zur Laſt.
Lerch wurde als gemeingefährlicher Geiſteskranker in der
Irrenanſtalt Heppenheim untergebracht.
Eine umfangreiche Beweisaufnahme erforderte die
Anklage gegen den 42jährigen Schloſſermeiſter Joſeph
Klein aus Dieburg wegen Gläubigerbegünſtigung,
Nichtziehen von Bilanzen und Betrug. Klein betrieb in
Dieburg eine Schloſſerei und als er durch einige
Erbſchaf=
ten ſeiner Frau zu Geld kam, machte er mit einem Beſitzer
Helfrich Spekulationsgeſchäfte mit Häuſern. Helfrich
ge=
riet ſpäter in Konkurs, wobei Klein bedeutende Verluſte
erlitt, auch bei einigen anderen Geſchäften büßte er große
Summen ein. Sein Schwager Franz Scheerer hatte, als
de Klein immer mehr in Zahlungsſchwierigkeiten geriet,
Bürgſchaft über einen bedeutenden Betrag übernommen.
Noch am Vorabend des Konkurſes des Klein hatte er eine
neue Bürgſchaft für einen zu prolongierenden Wechſel
ge=
leiſtet. Am 24. April geriet Klein in Konkurs. Da ſtellte
ſich denn heraus, daß kurz vor dem Konkurs dem Scheerer
zwei Schuldverträge ausgeſtellt worden waren, die um
einige Jahre zurückdatiert waren, anſcheinend um Scheerer
für die eingegangene Bürgſchaft ſchadlos zu halten. Klein
gibt die Rückdatierung zu, erklärt dies aber damit, daß es
ſich um Duplikate für verloren gegangene oder verlegte
Schuldverträge aus dem Jahre 1908 handelt. Ferner
wurde von der Konkursverwaltung der mit Scheerer
voll=
zogene Kauf eines Hauſes des Klein beanſtandet; dieſer
Kauf ſei nur erfolgt, um die anderen Gläubiger zu
ſchä=
digen. Den Betrug ſoll Klein inſofern begangen haben,
Feuilleton.
* Wie viel iſt ein kleines Kind wert? Ueber dieſe
intereſſante Frage leſen wir im Buch für Alle
fol=
gendes: Das Amſterdamer Gericht hatte vor mehreren
Jahren über eine einzigartige Streitſache zu
entſchei=
den. Ein zu früh geborenes Knäblein wurde vom Arzt
für dermaßen ſchwächlich befunden, daß ſeine
Erhalt=
ung nur durch Verbringung in einen Brutapparat zu
erhoffen ſei. Die zärtlichen Eltern beeilten ſich, das über
die Maßen zarte Kind, wohl in Watte verpackt, dem
Amſterdamer Kinderhoſpital anzuvertrauen, in dem
mehrere dieſer Brutapparate vorhanden ſind. Das Kind,
dem auf dem Standesamt die Namen Franziskus
Ge=
rardus gegeben worden waren, wurde von den im
Kran=
kenhauſe angeſtellten ſtädtiſchen Beamten
vorſchrifts=
mäßig gebucht und den Pflegerinnen übergeben. Nach
Verlauf von einigen Monaten erhielten die Eltern die
amtliche Benachrichtigung, ihr Kind ſei jetzt kräftig
ge=
nug, um im Hauſe weiter verpflegt zu werden.
Hoch=
erfreut machten ſie ſich auf den Weg, um es zurückzuholen.
Wer beſchreibt aber ihren Schrecken, als man ihnen ſtatt
ihres Franziskus Gerardus ein kleines Mädchen als das
ihrige in den Arm legte! Natürlich proteſtierten ſie ſehr
energiſch gegen dieſe Unterſchiebung; ebenſo energiſch
aber behauptete die Pflegeſchweſter, das von ihr
zurück=
gelieferte kleine Weſen ſei dasſelbe, das ihr vor zwei
Monaten zur Aufzucht übergeben worden ſei. Dabei
beruhigten die Eltern ſich natürlich nicht, brachten
viel=
mehr das Zeugnis des behandelnden Arztes, der bei der
Geburt anweſenden Pflegerin und der Großeltern des
kleinen Franziskus Gerardus bei, die ſämtlich
überein=
ſtimmend bezeugten, daß das neugeborene Kind
unzwei=
felhaft ein Knabe geweſen ſei. Demgemäß lehnten die
Eltern es ab, das ihnen ausgehändigte kleine Mädchen
als ihr Kind anzuerkennen und anzunehmen. Ihr Knabe
war aber nicht mehr vorhanden und ſein Verbleiben
ließ ſich nicht nachweiſen. Da bekundeten endlich die
An=
geſtellten des Hoſpitals, es ſei während des
Aufenthal=
tes des verſchwundenen kleinen Jungen ein friſcher
Anſtrich der Brutapparate vorgenommen
wor=
den; ohne Zweifel ſeien bei dieſer Gelegenheit die
Auf=
ſchriften vertauſcht worden, die außen an den Apparaten
Aufſchluß gaben über den Inſaſſen, und ſo ſei irrtüm=
licherweiſe wohl das Knäblein an Eltern ausgeliefert
worden, denen ein Junge angenehmer geweſen ſei als
das eigene Töchterchen. Daraufhin verklagten die Eltern
die Stadt Amſterdam auf einen Schadenerſatz von
fünf=
tauſend Franken für den Verluſt ihres kleinen Jungen.
Das Gericht erklärte die Forderung für berechtigt und
verurteilte die Stadt demgemäß.
— Die Ameiſen im Salon. Das berühmte
Puzzle=
ſpiel, das noch vor wenigen Monaten den ſchönen
Pa=
riſerinnen die Mußeſtunden verkürzte, iſt in den Abgrund
der Vergeſſenheit verſunken; die eleganten Damen, die
mit einer wahren Leidenſchaft Stunden damit
verbrin=
gen konnten, die kleinen Steine zu Figuren
zuſammen=
zuſetzen, ſind jetzt rettungslos der Anziehungskraft einer
neuen Modelaune erlegen. Wenn man in Paris den
Salon einer ſchönen Frau betritt, ſo wird man die Dame
in acht von zehn Fällen vor einem kleinen Glaskaſten
ſitzen ſehen, in dem es eifrig kribbelt und krabbelt: das
iſt der Ameiſenhaufen, mit dem ſich heute jede Frau von
Welt beſchäftigen muß. Woher dieſe ſeltſame Laune ſo
plötzlich gekommen iſt, wird man wohl nie ergründen,
aber ſie iſt da, ſie beherrſcht ganz Paris, jede Dame muß
ihren Ameiſenhaufen haben. In der letzten Zeit ſind die
geiſtreichen Schriften des berühmten Enthomologen
J. H. Fabre in den Salons ſehr populär geworden und
das mag vielleicht eine Erklärung für das plötzliche
Auf=
tauchen dieſer ſeltſamen Sitte ſein. In dem kleinen
Glaskaſten iſt ein richtiges Neſt lebender Ameiſen
beiſam=
men, mit Eiern und unzähligen Inſekten, und man ſtarrt
ſtundenlang auf die fleißigen kleinen Tierchen, die da
unermüdlich am Werke ſind, ihren Bau zu vergrößern
und in Ordnung zu halten. Natürlich iſt es bereits zu
Wettkämpfen zwiſchen den Ameiſenbeſitzerinnen
gekom=
men, man vergleicht die Bautätigkeit der eigenen Ameiſen
mit denen der Nachbarin, es bilden ſich Parteien, von
denen die eine dieſe Ameiſenart und die andere jene für
die fleißigere und tüchtigere hält, kurz, die Ameiſen
tra=
gen mancherlei Kurzweil und Anregung in den Salon.
Aber einſtweilen genießen die Pariſerinnen das
Schau=
ſpiel der fleißigen Tierchen nur als ein reizvolles
Phä=
nomen; der ſonſt ſo rege Nachahmungstrieb der
Mode=
dame ſcheint vor den Ameiſen jedenfalls zu verſagen.
** Der Kranich auf einer Kiefer. Der große
Wett=
ſtreit in Neujahrsdichtungen, der alljährlich
am japaniſchen Kaiſerhofe abgehalten wird,
hat nun ſtattgefunden und die poetiſche Ernte war recht
umfangreich. Bekanntlich beſtimmt der Mikado jedes
Mal das Thema eines Gedichtes und jedem japaniſchen
Bürger und jeder Bürgerin ſteht es frei, ſich dann als
Dichter zu verſuchen und die geſchaffenen Verſe dem
Preisgericht einzureichen. In dieſem Jahre wählte der
Kaiſer als Thema „Ein Kranich auf einer Kiefer” und
das Richterkollegium, das die einlaufenden Dichtungen
prüft und ſondert, hat ein ſtattliches Werk hinter ſich,
denn nicht weniger als 29353 Gedichte über den Kranich
auf dem Kieferbaume wurden eingereicht. 58 davon
kamen in die engere Wahl und 21 wurden ſchließlich
feierlich im Kaiſerſchloſſe verleſen. Doch außer dieſen 21
Variationen über das gleiche Thema wurden auch die
Ge=
dichte der Hofdichter, die des Großkanzlers und der hohen
Staatsbeamten und die Verſe von Mitgliedern der
kai=
ſerlichen Familie rezitiert. Der feierliche Akt ſchloß mit
der Verleſung des Gedichtes der Kaiſerin, das dreimal
vorgetragen wurde, und mit dem des Mikado. Die
Verſe des Mikado wurden von den Hofrezitatoren
fünf=
mal verleſen, während die prächtige Verſammlung
achtungsvoll mit geſenkten Häuptern lauſcht. Auch aus
dem Auslande waren zahlreiche Dichtungen eingetroffen,
ſowohl aus Europa, wie aus faſt allen Ländern des
fer=
nen Oſtens. Zur Siegerin in dem Wettſtreit wurde
ſchließlich die Baronin Sono erklärt, die erſte Hofdame
der Kaiſerin. Die Wahl des Themas hat übrigens bei
japaniſchen Naturforſchern Anlaß zu mannigfachen
Er=
örterungen gegeben, denn die Zoologen machten geltend,
daß der Kranich ſich niemals auf einer Kiefer
niederzu=
laſſen pflegt.
* Eigenartige Steuerhinterziehung. Wegen
Ver=
gehens gegen das Zigarettenſteuergeſetz, ſowie wegen
Begünſtigung des Schmuggels iſt am 28. September 1911
vom Landgericht Königsberg der Kaufmann und
Gaſt=
wirt Friedrich Müller zu 490 Mark Geldſtrafe verurteilt
worden. Mehrere holländiſche Matroſen konnten eines
Tages ihre Zeche nicht bezahlen und ließen als Pfand
57 Packungen feingeſchnittenen Tabak zurück. Als ſie
nach einigen Tagen nicht wiederkamen, um das Pfand
auszulöſen, behielt der Angeklagte den Tabak, der
natürlich nicht verſteuert war. — Seine Reviſion wurde
heute vom Reichsgericht verworfen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Nummer 40.
als er wenige Tage vor dem Konkurs ein Motorrad und
zwei Fahrräder in Frankfurt kaufte, die er ebenſo wie
ver=
ſchiedene andere Sachen ſeinem Schwager übergab. Dieſer
wollte die Räder auch dem Beauftragten der Fabrik, der
ſie zurückforderte, nicht herausgeben. Bezahlt hatte Klein
die Räder nicht, ſondern dem Geſchäft die Miete aus einem
Haus, deſſen Wert er auf 40000 Mark angab, zediert. Mit
ſeiner Ehefrau iſt er am 27. Februar 1911 beim Amtsgericht
Frankfurt a. M. in Gütertrennung getreten, den
Ehever=
trag datierte er auf den 31. Januar. Durch dieſen
Ver=
tragf der von dem Konkursgericht ebenfalls angefochten
wurde, wurden der Frau ſämtliche Liegenſchaften,
Ma=
ſchinen und Warenvorräte übertragen. Auch ließ er auf
den Namen ſeiner Frau auf ſeine Häuſer Hypotheken
ein=
tragen. Der Konkurs wurde ſchließlich durch eine größere
Wechſelforderung unumgänglich, da dieſer Gläubiger auf
eine ſofortige Befriedigung drang, nachdem er gehört hatte,
daß Klein einen Konkurs präpariere, da er bei Nacht und
Nebel die Maſchinen aus dem Hauſe brachte.
Nach dem Gutachten des als Sachverſtändigen
zuge=
zogenen Prokuriſten Otto Seipp von der Landes=
Hypo=
thekenbank war der Umfang des Kleinſchen
Ge=
ſchäfts ein derartiger, daß unbedingt Bücher geführt
wer=
den mußten, denn nach einer ungefähren Aufſtellung
be=
trugen die Ausſtände am 1. April 1911 zirka 18000 Mark.
Der Sachverſtändige bemängelte vor allem das Fehlen
eines Kaſſenbuches. Eine klare Ueberſicht über die
Ver=
mögensverhältniſſe waren auch für die Konkursverwaltung
unmöglich, hauptſächlich über das Verhältnis zwiſchen
Helferich und Klein konnte keine Aufklärung erzielt
wer=
den. Die Geſchäfte wurden derart gemacht, daß Klein bei
den Neubauten die Schloſſerarbeiten lieferte, deren Koſten
ihm gutgeſchrieben wurden. Bei dem Verkauf der Häuſer
partizipierte er dafür mit 5 Proz. am Reingewinn, nach
Abzug des Bauplatzes. Eine geregelte Abrechnung hat
zwiſchen beiden niemals ſtattgefunden.
Der Staatsanwalt gibt zu, daß ſich die
Beweisauf=
nahme für den Angeklagten günſtiger geſtaltet habe, als
nach der Vorunterſuchung zu erwarten war, aber erwieſen
ſei, daß der Angeklagte bei den ihm zur Laſt gelegten
Straf=
taten zweifellos zahlungsunfähig war, denn nach dem
Konkursbericht entfallen aus der Maſſe nur etwa 10
Pro=
zent für die Gläubiger. Es ſei auch feſtgeſtellt, daß Klein
gewußt habe, daß er zahlungsunfähig war. Deshalb
ſei auch der Kauf der Räder zweifellos ein Betrug bezw.
Betrugsverſuch, denn er wußte, daß er des ihm gewährten
Kredites nicht würdig war. Zur Führung der Bücher ſei
er auch verpflichtet geweſen, denn nach dem Umſatze ſei er
als Vollkaufmann zu betrachten. Er beantragte für die
verſchiedenen Straftaten eine Geſamtſtrafe von 6 Monaten
Gefängnis.
Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Wolff, plädierte
auf Freiſprechung. Das Gericht erkannte dahin, daß ſich
Klein der Zahlungsunfähigkeit zur Zeit der ihm zur Laſt
gelegten Handlungen nicht bewußt geweſen iſt; damit
fällt ſowohl die Anklage wegen Gläubigerbegünſtigung
als auch wegen Betrugs. Ferner erachtet das Gericht den
Beweis, daß Klein ein Vollkaufmann geweſen ſei und als
ſolcher zur Führung von Büchern verpflichtet geweſen
wäre, für nicht erbracht und ſpricht den Angeklagten
in allen Anklagepunkten frei. Die Koſten des
Verfahrens fallen der Staatskaſſe zur Laſt.
— Stadtverordneten=Verſammlung.
Tagesord=
nung für die 26. öffentliche Sitzung am Donnerstag,
den 22. Februar, nachmittags 3½ Uhr präzis: 1.
Abſtim=
mung über die noch unerledigten Punkte des Vertrages
zwiſchen der Stadt und der S. E=G. 2. Beſprechung und
Abſtimmung über die Frage der Linienführung und des
Zonentarifs, ſowie über die damit im Zuſammenhang
ſtehenden Vertragspunkte.
— Das Marionettentheater gibt heute Freitag die
letzte Vorſtellung. Die beiden Novitäten „Der tapfere
Caſſian”, Groteske von Artur Schnitzler, und Offenbachs
Oper „Das Mädchen von Elizondo” die beweiſen, über
welch reichhaltiges Repertoire das Theater gebietet,
fan=
den bei vortrefflicher Aufführung am Mittwoch wieder
ſehr beifällige Aufnahme. Sie zeigen alle wiederholt
ge=
rühmten Vorzüge des einzigartigen Theaters, deſſen guter
Beſuch in der letzten Zeit beweiſt, mit welchem Intereſſe
man auch hier dieſe intereſſanten Vorſtellungen
vez=
folgt hat.
* Der Heſſiſche Hauptverein des Evangeliſchen
Bundes, der im Herbt d. Js. das 25jährige Jubiläum
ſeines Beſtehens feiern kann, gedenkt ſeine diesjährige
Landesverſammlung in Darmſtadt abzuhalten. Aus
dieſem feſtlichen Anlaſſe iſt, wie wir hören, für den
Herbſt hier eine mehrtägige Aufführung von Emil
Devrients „Luther” in Ausſiht genommen, für deſſen
künſtleriſche Leitung wieder Herr Hofrat Edward ee
wonnen worden iſt. Für die Darſtellung der
Haum=
rollen ſind namhafte Künſtler in Ausſicht genommen.
Der Reinertrag des Feſtſpiels ſoll dem Evangeliſchen
Bunde, der evangeliſchen Bewegung in Oeſterreich und
dem Bauverein für Erbauung einer Reformationskirche
in Darmſtadt zuaute kommen. Der Feſtausſchuß, deſſen
Vorſitz Herr Profeſſor Pfannmüller übernommen hat,
wird 14 Tage vor Oſtern eine größere Verſammlung
einberufen, in der alles Weitere beraten und die nötigen
Ausſchüſſe gebildet werden ſollen.
* Martinsgemeinde. Berichtigend ſei hierdurch
darauf hingewieſen, daß die beiden heute abend ſtatt
findenden Lchtbilder=Vorträge des Herrn Miſſiona
Gſell im Gemeindehaus, Mollerſtraße 23, nicht um 6
und 8½ ſondern um 6¼ und 8½ Uhr beginnen we den.
Thema, wie bereits angeze gt: „ Mit dem weſt
afrikaniſchen Neger durch Buſch und
Ur=
wald”.
* Suageſtionslehre, Hypnotismus, Nerven= und
Willensgymnaſtik uſw. In dieſen Wiſſenſchaften häl
der Jenaer Neupſychologe Paulk (Dezent des Deutſchen
Schaffer=Bundes für pſy hogymnaſtuche
Perſönlichkeits=
kultur) zur Zeit in Darmſtadt, Hotel „Darmſtädter Hof”
einen vierwöchigen, privaten Vortragszyklus und
Einzelunterrichtskurſus ab. Die Denk= und Lebenslehre des
Veranſtalters gründet ſich auf alle Ergebniſſe der neueren
Seelenforſchung und umſchließt das ganze Gebiet aller
für die Perſönlichkeitsbi dung weſentlicher Faktoren.
Weiteres enthält der Anzeigenteil dieſer Nummer.
— Vortrag. Ueber „Neue Methoden zum Schweißen
und Schmieden der Metalle mit Hilfe des elektriſchen
Stromes” ſpricht heute abend im
Ortsgewerbe=
verein Herr Profeſſor Brockmann aus
Offen=
bach a. M. Der Vortrag, mit einer großen Anzahl
Lichtbildern verbunden, findet 8¼ Uhr ſtatt und
zwar im Sitzungsſaal der Großh. Zentralſtelle für die
Gewerbe (Neckarſtraße 3). Gäſte ſind willkommen. (Siehe
Anzeigenteil.)
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 10. Febr. I. J. männ=
lich 8767, weiblich 6289, zuſ. 15056, in Prozenten 58,23,
41,77. Der Krankenſtand betrug am 10. Febr. I. J.
männlich 552, weiblich 108, in Prozenten 6,29, 3,14.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 5. Febr. bis 10. Febr. 1. J. 713 ,91 Mk. (1911: 8.7 ,30
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
10. Febr. 1. J. 28. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 5. Febr. bis 10. Febr. l. J. 1.
— Orpheum. Wegen der Sondervorſtellung der
Kar=
nevalgeſellſchaft Narrhalla haben am Samstag die
übli=
chen Eintrittspreiſe keine Gültigkeit. Auf
den ab heute abend erfolgenden Repertoirewechſel
ſei nochmals beſonders hingewieſen.
§ Feſtgenommen. Am Mittwoch ſind hier ein
27 Jahre alter Schloſſer aus Poſen wegen
Unter=
ſchlagung und ein 27 Jahre alter Maler aus Böhmen
wegen Diebſtahls feſtgenommen worden.
§ Kaminbrand. Am Mittwoch abend gegen 6 Uhr
entſtand im Hauſe Mühlſtraße Nr. 68 ein
Kamin=
brand, weſcher durch die herbeigerufene
Feuerwehr=
wache alsbald wieder gelöſcht wurde.
§ Geiſtesgeſtört. Ein Dienſtmädchen in der
Hein=
heimerſtraße, welches plötzlich geiſtesgeſtört wurde, mußte
am Mittwoch abend kurz nach 9 Uhr mitteiſt
Kranken=
automobils in das Städtiſche Krankenhaus verbracht
werden.
Karneval in Darmſtadt.
* Künſtler=Redoute „Unter Blüten” im Orpheum. Der
Große Rat der Karneval=Geſellſchaft „
Narr=
halla” ſchreibt uns: Es iſt nun ſicher, auch im Publikum
iſt man ſchon jetzt davon überzeugt, daß die Künſtler=
Redoute „Unter Blüten” im Orpheum am
Faſt=
nachtsſamstag das Ereignis der Saiſon 1912 werden
wird, und daß nichts, aber auch gar nichts, dieſem ebenſo
einzigartigen wie überraſchend ſchönen Feſte auch nur
an=
nähernd gleichkommen kann. Das beweiſt der überaus rege
Vorverkauf der Karten, insbeſondere der reſervierten
Plätze, der es übrigens ſehr ratſam erſcheinen läßt, ſich
baldmöglichſt mit Karten zu verſehen, da, um einer
Ueber=
füllung der Feſträume vorzubeugen, nur ſoviel Karten
aus=
gegeben werden, als Plätze vorhanden ſind. Es ſei dazu
bemerkt, daß auch Beſtellungen auf ganze Logen nur noch
entgegengenommen werden können, wenn ſolche alsbald
erfolgen. Der künſtleriſch=heitere Teil des Abends
ver=
ſpricht glänzend zu werden. Die Damen und Herren des
Königl. Belvedere wetteifern miteinander, dem Feſte
jenen eigenartig=prickelnden Reiz zu verleihen, den nur
Kunſt im Verein mit feinem Humor und entzückendem
Glanz der Toiletten hervorzuzaubern vermag. Maud
Hawley, die bildhübſche Deutſch=Amerikanerin, die
fein=
pointierende Vortragskünſtlerin, die allabendlich ſteigende
Erfolge erringt, wird ganz neue Sachen bringen, und in
gleichem Maße durch ihre Kunſt und ihre Perſönlichkeit
die Herren wie durch ihre Toilettenpracht die Damen
ent=
zücken; dann Trude Trolls prickelnde Tanzkunſt,
Maria Lees Schick, Diane Renards aus Max
Rein=
hardts bewährter Schule hervorgehende Kunſt, und
end=
lich die beiden Jüngſten des reizenden Sextetts. Hanni
Weiße und Elſe Clermont, von deren ſteigender
Be=
liebtheit allabendlich die Blumenſpenden zeugen, alle
werden ihr Beſtes geben zum künſtleriſchen Teil des Abends
und ſie werden auch die Redoute unter Blüten verſchönern.
Dazu hat der Elferrat alles getan, dem Feſte einen Rahmen
und Inhalt zu geben, daß tatſächlich nicht zu viel verſprochen
wird. Blumen und Sektecken, Niſchen und Lauben,
tadel=
loſer Tanzſaal, alles wird vorhanden ſein Jedem an der
Polonäſe (11½ Uhr) teilnehmenden Paar wird ein
reizendes Andenken an das „Blütenfeſt” überreicht werden.
Um der ſtarken Nachfrage nach numerierten Plätzen
genügen zu können, hat der Große Rat noch die
Balkon=
logen, je 3 links und rechts neben der Mittelloge, teilweiſe
numeriert. Dieſe Logenplätze eignen ſich beſonders für
Herrſchaften, die ſowohl der Vorſtellung wie dem fröhlichen
Treiben im Saale zuſchauen wollen, ohne ſelbſt an dem
Trubel teilzunehmen. Die Nummern von 125 ab ſind
ſolche Logenplätze.
— Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft. Man ſchreibt
uns: Der große Gala=Elite=Maskenball am Samstag,
den 17. Februar, im Saalbau iſt und bleibt der
Glanz=
punkt der Faſtnachtsſaiſon. Es iſt aber auch in ganz
Darmſtadt kein weiteres Lokal, welches ſich zur
Abhalt=
ung eines großen Maskenballes ſo eignet, wie gerade
der Saalbau mit ſeinen vielen Nebenräumen, die, zu
lauſchigen Plätzchen verwandelt, einladen zu echt
närri=
ſcher Kurzweil. Der Große Rat der Darmſtädter
Kar=
neval=Geſellſchaft hat deshalb auch ſeinem
Dekorations=
meiſter den Auftrag erteilt, alles ſo ſchön wie möglich zu
geſtalten, um auch dem äußeren Gewande der Räume
den Stempel der Gemütlichkeit aufzudrücken. So wird
es denn an nichts fehlen, den Abend zu einem der
inter=
eſſanteſten zu zählen. Sektbuden, Roſenlauben werden
zum Verweilen bei zärtlichem Geplauder einladen.
Wie=
gende Tänze werden die Herzen höher ſchlagen laſſen,
und wenn der Morgen graut, wird vielen noch zu früh
die Abſchiedsſtunde ſchlagen.
* Jubiläumskarneval der Turngemeinde. Sonntag,
den 18. Februar d. J. (Faſtnachtsſonntag), abends 8.11
Uhr, hält die Turngemeinde Darmſtadt, anläßlich ihres
diesjährigen Jubiläums, ein Großes Närriſches
Muſikfeſt mit darauffolgendem Tanz in ihrem herrlich
geſchmückten Feſthauſe ab. Die zu Gebote ſtehenden
Dar=
bietungen ſind gar vielſeitige und kann einſtweilen
ver=
raten werden, daß neue Liederdichter, Redner, Humoriſten
und erſtklaſſige Soliſten gewonnen ſind, um das Feſt zu
ver=
herrlichen. Auch echt humoriſtiſch akrobatiſche Nummern ſind
vorgeſehen und ſteht es ganz außer Zweifel, daß dieſe
Ver=
anſtaltung alles bis jetzt Gebotene in den Schatten ſtellen
wird. Die Eintrittspreiſe ſind auf 50 Pfg. pro Kopf
feſt=
geſetzt, ſodaß es Jedem möglich iſt, dieſes große Jubiläums=
Muſikfeſt zu beſuchen. Die Mitglieder erhalten Karten zu
ermäßigtem Preiſe beim Hausmeiſter. Alles Nähere ſiehe
Plakate und Anzeigen.
* Karneval im Hotel Heß. Wie ſchon kürzlich
be=
richtet, wird der diesjährige Karneval im Hotel Heß der
Clou aller hieſigen Karnevalveranſtaltungen ſein.
Paſſe=
partouts für Samstag, Sonntag, Montag und
Diens=
tag ſind beim Portier des Hotels zu haben.
Beſtellun=
gen für Soupers und Tiſche ſind rechtzeitig erbeten.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
— Roſenmontag im Hotel zur Traube. Wie ſchon ſeit
mehreren Jahren, findet auch in dieſem Jahre am
Roſen=
montag die beliebte karnevaliſtiſche Feſtlichkeit im Hotel
zur Traube ſtatt. Es wird auch in dieſem Jahre der
Rheiniſche Karneval wieder große Ueberraſchungen
bringen. Der muſikaliſche Teil wird wie immer von der
ganzen Kapelle des Großherzoglichen Art.=Korps unter
Lei=
tung des Obermuſikmeiſters Mickley ausgeführt. Für
Tanzgelegenheiten, in den Parterreſälen und in den oberen
Räumlichkeiten, iſt Sorge getragen, ſodaß ſich ein fröhliches
karnevaliſtiſches Treiben wie immer bald entfalten wird.
Wie wir hören, ſind ſchon viele Beſtellungen zum Souper
eingelaufen, ſodaß es ſich empfiehlt, ſich recht bald ein
Plätzchen zu ſichern. (Siehe Anzeige.)
* Pfungſtadt, 15. Febr. Das der Hildebrandſchen
Aktienbierbrauerei gehörige altrenommierte „Hotel
Strauß” in dem ſeit Herbſt vorigen Jahres der
Wirt=
ſchaftsbetrieb eingeſtellt war, iſt in den letzten Tagen von
einem neuen Pächter übernommen worden. — Um
gegen die von der Badeanſtaltskommiſſion bei der letzten
Sitzung des Stadtvorſtandes beantragte Erhöhung
der Badegebühren in der Städtiſchen Badeanſtalt
und die geplante Einführung von zwei Klaſſen in der
Ab=
teilung für Wannenbäder Stellung zu nehmen, haben
der Vorſtand des hieſigen Gewerlſchaftskartells und
der=
jenige der ſozialdemokratiſchen Partei für nächſten
Sonn=
tag eine öffentliche Proteſtverſammlung anberaumt.
Offenbach, 14. Febr. Das Gehalt des
Bürger=
meiſters Dr. Dullo wurde laut Beſchluß, des
Aus=
ſchuſſes mit Wirkung vom April von 10= auf 12000 Mark
erhöht. Bei dieſer Gelegenheit wurde die Feſtſetzung
der Ruhegehälter der Beigeordneten, ſowie des
Bürger=
meiſters beraten und beſchloſſen, dieſe nach den
Beſtim=
mungen des Artikels 82 nach der neuen Städteordnung
feſtzulegen, wonach die Vordienſtzeit bis zum 29.
Lebens=
jahre in Anrechnung gebracht wird und die früheren
Ver=
einbarungen in Wegfall kommen.
Offenbach, 15. Febr. In der Hofreite des
Fuhrunter=
nehmers und Landwirts Valentin Fink, Taunusſtraße
Nr. 58, ſollte heute vormittag um halb 10 Uhr die „
Schna=
kenvertilgungskommiſſion” ihres nützlichen Amtes
wal=
ten. Als ſie ihre Tätgkeit im Vordergebäude beendet
hatte und im Keller des Hintergebäudes, in dem ſich
Scheune und Stallung befanden, die Ausräucherung
fort=
zuſetzen begann, gerieten, der Offb. Ztg. zufolge, plötzlich
die darüber liegenden Futter= und Streumittel in
Brand der ſich ſo ſchnell verbreitete, daß die
geſam=
ten Vorräte in Feuer aufgingen, trotzdem die
anweſen=
den Feuerwehrleute ſofort helfend eingriffen. Da
aus=
ſchließlich leicht brennbare Stoffe vorhanden waren, war
in kurzer Zeit das Innere des Gebäudes vollſtändig
ausgebrannt und auch der Dachſtuhl ein Raub der
Flam=
men geworden; ebenſo wurden die anſtoßenden,
dem=
ſelben Beſitzer gehörigen Nebengebäude ſtark beſchädigt.
Den Anſtrengungen der Feuerwehr gelang es, die
benach=
barten und bedrohten Wohnhäuſer zu ſchützen und das
Feuer auf die Scheune zu beſchränken. Gegen mittag
war der Brand ſoweit gelöſcht, daß mit den
Abräum=
ungsarbeiten begonnen werden konnte, die ſich bis zum
Nachmittag hinzogen. Der auf mehrere 1000 Mark
be=
rechnete Schaden iſt durch Verſicherung gedeckt.
Mainz, 14. Febr. Der 45jährige Kaufmann Jean
Müller, der heute vormittag ſich vor Gericht wegen
Konkursvergehens verantworten ſollte, ſtürzte ſich
kurz vorher in der Neubrunnenſtraße vom 3. Stock ſeiner
Wohnung in den Hof hinab. Er hat ſchwere innere und
äußere Verletzungen davongetragen und wurde in das
Hoſpital gebracht, wo ſein Ableben ſtündlich erwartet
wird. — Die ſozialdemokratiſche Volkszeitung hatte
kürz=
lich mitgeteilt, daß die Städtiſche Verwaltung im
allge=
meinen und das Gasamt im beſonderen bei den
Koh=
lenabſchlüſſen den richtigen Anſchluß verſäumt haben,
wor=
aus den ſtädtiſchen ohnehin nicht ſehr roſigen Finanzen
ein Schaden von 130000 Mark erwachſen ſei. Die
Zeitung ließ deutlich durchblicken, daß der Bürgermeiſter,
Baurat Kuhn, in die Affäre verwickelt ſei und brachte
ſeinen längeren Urlaub damit zuſammen. Auch die
an=
deren Mainzer Blätter nahmen die Beſchuldigungen auf,
allerdings unter Reſerve. Die Sache klärt ſich in höchſt
harmloſer Weiſe auf. Die betreffende billige Offerte
war vom Stehen und Fallen des lokalen
Kohlenſyndi=
kats abhängig. Infolgedeſſen konnte ſie ſich bezüglich
der Lieferung an keinen Termin binden und der Stadt
war es deshalb nicht möglich, ſich auf eine ſo gewagte
Sache einzulaſſen. Allerdings war ein Mitglied der
ſtädtiſchen Gasdeputation anderer Anſicht, und dieſes
hat auch nunmehr die Mitteilung an die ihm naheſtehende
Volkszeitung gelangen laſſen.
Worms, 15. Febr. Geſtern ereignete ſich in einer
Maſchinenfabrik ein ſchwerer Unglücksfall. Dem
Arbeiter Adam Eimer fiel ein etwa 8 Zentner ſchwerer
Maſchinenteil auf den Körper und verletzte ihn ſo
erheb=
lich, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte.
Noch am Abend iſt der Verunglückte geſtorben.
Worms, 15. Febr. Ein beklagenswerter
Unglücks=
fall ereignete ſich in Worms. Fröhlich ſpielten einige
Kinder und luſtiges Lachen erfüllte die Luft. Dabei ward
das 6jährige Söhnchen des Kaufmanns Werner in
der Wormatiaſtraße von einem Spielkameraden aus
Scherz mit einem Luftdruckbolzengewehr direkt ins
Auge geſchoſſen. Es iſt ſehr fraglich, ob das Auge
erhalten werden kann.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Febr. An dem geſtern
abend zu Ehren des bisherigen Vorſitzenden und
nun=
mehrigen bayeriſchen Miniſterpräſidenten Freiherrn
von Hertling veranſtalteten Abſchiedseſſen nahm die
geſamte Zentrumsfraktion des Reichstages teil.
Abge=
ordneter Schädler ſprach namens der Fraktion des
Reichstages, der Vorſitzende der preußiſchen
Zentrums=
fraktion, Dr. Porſch, namens dieſer und Abgeordneter
Herold für den Münſteriſchen Wahlkreis, den der
nun=
mehrige Miniſterpräſident bisher vertreten hatte. —
Am 10. dieſes Monats, abends, wurden die Kinder
Lil ly und Leo Mersmann, 16= und 10jährig, in
Charlottenburg in dem Augenblick entführt, als ſie
eine Autodroſchke beſteigen wollten, um ſich zu ihrem
Vater zu begeben, dem das Recht der Sorge für die
Kin=
der zuſteht. Die Entführerin iſt die von ihrem Ehemann
getrennt lebende Mutter, Frau Oberſtleutnant a. D.
Mersmann. Sie hält ſich mit den Kindern
wahrſchein=
lich in einem Hotel, vielleicht auch bei einer
befreunde=
ten Familie verſteckt. — Die angebliche
Entführ=
ung einer Liliputanerin, über die berichtet
wurde, iſt jetzt aufgeklärt. In dem Hotel Aſtoria erſchien
bei dem Unternehmer, Baron von Singer, eine dieſem
unbekannte Frau, die ſich als die Mutter der „
Liliputa=
nerin” Viktoria Najder aus Reichswaldau in Böhmen
vorſtellte und dann mit dem Mädchen ſpazieren ging.
Später kehrte ſie zurück und wollte auch die jüngere
Schweſter der Viktoria mitnehmen. Als Baron von
Sin=
ger jetzt einen Ausweis verlangte und mit der Frau
zur Polizei gehen wollte, entfernte ſich dieſe und kam
nicht wieder. Auch Viktoria Najder kehrte nicht wieder
zurück. Nach den Ermittelungen der Kriminalpolizei war
die Frau, die Baron von Singer beſuchte, in der Tat die
Nummer 40.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februr 1912.
Seite 5.
Mutter der beiden „Liliputanerinnen”, und, wie die
böh=
miſche Polizei auf Anfrage hierher jetzt mitgeteilt hat,
iſt Frau Najder mit ihrer Tochter Viktoria in ihrer
böh=
miſchen Heimat angekommen und dort auch geblieben.
Frankfurt, 15. Febr. Heute früh gegen 2 Uhr
brannte die Bahnwärterbude Nr. 40, die
zwi=
ſchen hier und Niederrad liegt, vollſtändig ab.
Infolge=
deſſen ſchmolzen alle Telephon=, Telegraphen= und
Blockleitungsdrähte der Leitungen von und nach
Gold=
ſtein und Griesheim, ſodaß zwiſchen dieſen Stationen und
dem Hauptbahnhof keine Verſtändigung möglich war. Die
Züge von Mainz, Mannheim und Höchſt (über
Gries=
heim) durſten nur mit ganz geringer Geſchwindigkeit ab
Goldſtein und Griesheim bis Frankfurt fahren, da es bis
gegen 9 Uhr an jeder direkten telegraphiſchen oder
tele=
phoniſchen Verſtändigung über den Lauf der Züge und
deren Ankunft fehlte. Später waren proviſoriſche
Ver=
bindungen hergeſtellt. Die Strecke war übrigens ſofort
überall durch Poſten beſetzt. Trotz der großen
Stö=
rungen trafen die Züge mit nur geringen Verſpätungen
ein.
Frankfurt, 15. Febr. Der vom hieſigen Schwurgericht
wegen Totſchlags zu vier Jahren Gefängnis verurteilte
Buchbinder Franz Scherer iſt aus der Irrenanſtalt zu
Herborn (Dillkreis) auss gebrochen.
Leipzig, 15. Febr. Die Stadtverordneten beſchloſſen
den Neubau des Alten Stadttheaters auf
ſeinem bisherigen Platze.
Leipzig, 15. Febr. Der zu 3½ Jahren Feſtung
ver=
urteilte engliſche Spion Stewart wird heute nach der
Feſtung Glatz übergeführt werden.
Jena, 15. Febr. Eine Hausſuchung bei den hier
verhafteten Brüdern des Wilhelmshavener
Schutz=
manns Gauß förderte nichts Belaſtendes zutage und
die Beſchuldigten beſtreiten, ſich ſtrafbar gemacht zu haben,
geben aber zu, mit ihrem Bruder korreſpondiert zu haben.
Unter der Arbeiterſchaft der Firma Zeiß erregt die
An=
gelegenheit großes Aufſehen, da vermutet wird, daß
beide Beſchuldigte Geheimniſſe optiſcher Inſtrumente der
Firma Zeiß an das Ausland ausgeliefert haben könnten,
doch wurde in dieſer Angelegenheit bisher noch nichts
er=
mittelt.
Bielefeld, 14. Febr. Der magiſchen Gewalt eines
Tauſendmarkſcheines konnte der Kellner
Ferdi=
nand Keſſel nicht widerſtehen, der, als er einen ſolchen
zum erſten Mal in die Hände bekam, ihn einſteckte und auf
recht raffinierte Weiſe verſchwand. Keſſel hatte ſich daher
wegen Unterſchlagung vor der hieſigen Strafkammer zu
verantworten, vor der folgender Sachverhalt feſtgeſtellt
wurde: Eines Nachts zahlte der Beſucher eines Cafés,
in dem Keſſel angeſtellt war, mit einem
Tauſendmark=
ſchein, der in dem Lokal nicht gewechſelt werden konnte.
Keſſel erbot ſich, das Wechſeln in einem anderen Lokal zu
beſorgen und verließ das Lokal ohne Hut und
Ueber=
zieher. Auf der Straße traf er einen guten Bekannten,
dem er vorredete, er ſei hinter einem Zechpreller her, der
Bekannte möge ihm doch Hut und Mantel borgen. Der
Mann tat das in ſeiner Gutmütigkeit auch, obwohl ſich
in dem Hutfutter ein Fünfziamarkſchein und in dem
Man=
tel auch noch ein größerer Geldbetrag befand. Keſſel,
der außerdem noch die Tageskaſſe in der Taſche hatte,
fuhr zunächſt mit ſeiner Geliebten nach Berlin, wo er
die=
ſer eine teure Kleiderausſtattung kaufte. Dann ging er in
die Provinz. Von einer kleineren Stadt aus war er noch
ſo nobel, dem guten Bekannten weniaſtens Hut und
Man=
tel, wenn auch ohne Geld, zuzuſchicken. Auf der
Rund=
reiſe wurden die Mittel des Pärchens bald alle und als
der Angeklagte in Hannover verhaftet wurde, hatte er
gerade noch 20 Mark bei ſich. Bei ſeiner Vernehmung
gab er zur Entſchuldigung an, daß zerrüttete
Familien=
verhältniſſe ihn zur Flucht veranlaßt hätten, er habe in
einem Zuſtande momentaner Unüberleatheit gehandelt.
Der Gerichtsbof berückſichtigte die große Raffiniertheit,
mit der der Angeklagte die Tat begangen habe und
ver=
urteilte ihn nach dem Antrage des Staatsanwalts zu
1 Jahr und 1 Woche Gefängnis.
Auguſtfehn (Oldenbura), 14. Febr. Die kürzlich
zuge=
zogenen Eheleute Buchholz verirrten ſich geſtern
abend im Nebel auf dem Wege nach ihrer Wohnung; ſie
gerieten in einen Kanal und ertranken. Die Leichen
wurden geborgen.
Brüſſel. 14. Febr. Der greiſe Staatsminiſter
Beer=
naert erlitt beim Verlaſſen des Kammergebäudes einen
Unfall. Beim Einſteigen in ſein Automobil trat er
fehl, fiel hin und zog ſich eine ſtarke Kopfwunde zu. Doch
beſteht offenbar keine Gefahr.
Paris, 14. Febr. Nach einer Cherbourger Depeſche des
Marineminiſteriums ſtießen in der vergangenen Nacht
während einer Schießübung das Torpedoboot 315 und der
Torpedobootszerſtörer „Durandal” mit Torpedos
zuſam=
men und erlitten ſchwere Havarien. Beide Schiffe
konn=
ten übrigens in den Hafen zurückkehren. Verunglückt iſt
niemand.
Paris, 15. Febr. Der Paris=Amſterdamer Eilzug
ſtieß geſtern Nacht beim Einlaufen in den Südbahnhof
mit ſolcher Gewalt gegen einen Prellbock, daß mehrere
Wagen beſchädigt wurden und 8 Perſonen Verletzungen
er=
litten. Eine holländiſche Dame, welche ernſtere
Verletz=
ungen davontrua, ließ ſich zu Verwandten nach Brüſſel
transportieren. Die übrigen Verletzten konnten die Reiſe
fortſetzen.
Omsk, 14. Febr. In einem Schneeſturme, der am
1. Februar im Bezirke Iſchim wütete, ſind viele Menſchen
umgekommen. Bisher wurden 63 Leichen aufgefunden.
New=York, 15. Febr. In verſchiedenen Teilen des
Lan=
des wurden 54 Arbeiterführer verhaftet, die
ver=
dächtig ſind, an dem Dynamitattentat mitſchuldig zu ſein.
Melbourne, 14. Febr. Von den Fitſchi=Inſeln
kommt die Nachricht, daß der bekannte ſamoaniſche
Häupt=
ling Mataafa geſtorben iſt.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Eine Heinrich Zernin=Ausſtellung
hat die Hof=Buch= und Kunſthandlung Johs. Waitz,
Eliſabethenſtraße 16, eröffnet. Eine große Auswahl von
Oelgemälden und Aquarellen zeugt von neuem von der
freudigen Schaffenskraft dieſes fein empfindenden,
eigen=
artigen Darmſtädter Künſtlers. Erſt kürzlich hatten
Aus=
ſtellungen Zernins in Elberfeld und Braunſchweig, ſowie
auch hier in der Kunſthalle verdienten Erfolg, und es darf
zugunſten des allzu beſcheidenen Künſtlers hervorgehoben
werden, daß deſſen Kunſtſchaffen von Meiſtern wie Karl
von Pidoll und Hans Thoma nach Gebühr geſchätzt
wor=
den iſt. Möge auch dieſe Ausſtellung von beſtem Erfolg
begleitet ſein und damit auch das anerkennenswerte
Streben der Firma Johs. Waitz, namentlich auch heimiſche
Künſtler zu fördern, ſeinen Lohn finden.
Parlamentariſches.
* Die Zweite Kammer der Landſtände tritt, wie
bereits mitgeteilt, zur 3. Sitzung zam Donnerstag,
22. Februar, vormittags 10 Uhr, zuſammen. Die
Tagesordnung für dieſe Sitzung lautet: 1. Anfrage
der Abgg. Dr. Oſann und Genoſſen, tierärztliche
Unter=
ſuchungskoſten der Maul= und Klauenſeuche betr. 2.
An=
frage der Abgg. Brauer und Genoſſen, Maul= und
Klauen=
ſeuche betr. 3. Dringliche Anfrage des Abg. Dr. Winkler,
Bekämpfung des Heu= und Sauerwurmes betr. 4. Anfrage
der Abgg. Korell=Königſtädten und Genoſſen, die
Aus=
führungsbeſtimmungen zum Reblausgeſetz betr. 5. Anfrage
der Abgg. Dr. Oſann und Genoſſen, Elektriſche
Ueberland=
zentralen betr. 6. Anfrage der Abgg. Ulrich und Genoſſen,
den Spar= und Kreditverein Nieder=Modau betr. 7.
An=
frage der Abgg. Dr. Oſann und Genoſſen, die
Bauamts=
aſpiranten betr. 8. Anfrage des Abg. Dr. Oſann, das
Do=
mänengut Hof Hayna betr. 9. Regierungsvorlage, den
Hauptvoranſchlag der Staats=Einnahmen und=Ausgaben
für das Etatsjahr 1912 betr.
Am Freitag, den 23. Februar, wird als erſter Punkt
die Adreſſe auf die Thronrede, als zweiter Punkt
Haupt=
voranſchlag 1912 auf die Tagesordnung geſetzt.
Sitzung der Großh. Handelskammer Darmſtadt
vom 12. Februar.
Zunächſt gedachte der Vorſitzende des Ablebens
des Herrn Karl Kreuzer, Inhaber und
Begrün=
der der Firma Granit= und Syenitwerke Bensheim,
wel=
cher von 1903 bis 1909 Handelskammermitglied geweſen
iſt. Die Handelskammer wird Herrn Kreuzer ſtets ein
ehrendes Andenken bewahren.
Der Entwurf des Teiles A des
Jahresbe=
richts für 1911 wurde im allgemeinen durchbeſprochen.
Hauptſächlich wurde der Wortlaut der Einleitung
feſt=
geſtellt und die endgültige Erledigung der Ausführungen
über die Lage der verſchiedenen Geſchäftsbranchen des
Handelskammerbezirks einer Kommiſſion übergeben.
Als Vertreter der Kammer für den „Großen
Aus=
ſchuß” des Bundes der Induſtriellen in
Berlin wurde Herr Kommerzienrat Frölich beſtellt.
Die Handelskammer hatte Gelegenheit erhalten, ſich
zu dem zunächſt noch vertraulich vorgelegten Entwurf
eines Geſetzes über die Sonntagsruhe im
Handelsgewerbe zu äußern. Nach mehrfachen
ein=
gehenden Beratungen wurden dem Großh. Miniſterium
des Innern die Wünſche der Handelskammer zu dieſem
Geſetzentwurf mitgetelit.
Bezüglich des kommenden
Sommerfahr=
plans wurde eine Anzahl von Wünſche geäußert,
welche gelegentlich des Vortrags der bereits feſtgeſtellten
Wünſche, die von den Firmen des Handelskammerbezirks
bei den Fragebogenbeantwortungen geäußert worden ſind,
bei der Eiſenbahndirektion Mainz ebenfalls zur
münd=
lichen Erörterung gelangen ſollen.
In einer Vertreterkonferenz der heſſiſchen
Handels=
kammern wurde über die von der Handwerkskammer
Darmſtadt angeregte Errichtung einer
Ein=
ziehungsgenoſſenſchaft für das Großherzogtum
Heſſen, wie eine ſolche bereits in Hannover beſteht,
ver=
handelt. Die Anſichten über den Nutzen und das Wirken
einer derartigen Genoſſenſchaft gingen auseinander. Es
wurde ſchließlich beſchloſſen, zunächſt eine abwartende
Stellung einzunehmen.
Der Handelsſachverſtändige beim
Kai=
ſerl. Generalkonſulat in St. Petersburg
hatte ſich bereit erklärt. am 10. und 12. Februar ds. Js
den Intereſſenten Auskünfte über die Handelsverhältniſſe
in Rußland zu erteilen. Durch Bekanntmachung in den
meiſt geleſenen Zeitungen des Bezirks, ſowie durch
Rund=
frage wurden diejenigen Firmen und Einzelperſonen
feſt=
geſtellt, die von dieſem Anerbieten Gebrauch zu machen
beabſichtigten.
Auf Grund der Reichsverſicherungsordnung wird ſich
die Unfallverſicherung auf Betriebe zur
Beförderung von Perſonen oder Gütern
und Holzfällungsbetriebe, ſowie auf die
Be=
triebe zur Behandlung und Handhabung der Waren
er=
ſtrecken, wenn ſie mit einem kaufmänniſchen Unternehmen
verbunden ſind, das über den Umfang des Kleingewerbes
hinausgeht. Im Bureau der Handelskammer kann die
Bekanntmachung des Reichsverſicherungsamtes über die
Anmeldung unfallverſicherungspflichtiger Betriebe und
Tätigkeiten, ſowie die Anleitung für dieſe Anmeldung,
welche bis zum 15. März ds. Js. zu erfolgen hat.
einge=
ſehen werden. Die Handelskammer ſtellt auch eine von
der Lagereiberufsgenoſſenſchaft herausgegebene Anleitung
für die Anmeldung der Warengeſchäfte uſw. gerne zur
Verfügung.
Von der Reichsbankſtelle Darmſtadt iſt der
Handels=
kammer mitgeteilt worden, daß die Reichsbank von jetzt
ab auch Wechſel und Schecks auf Oeſterreich
und Ungarn, ſowie Wechſel auf Bosnien und
die Herzegowina unter den für den Ankauf von
Auslandswechſeln feſtgeſetzten allgemeinen Bedingungen
ankauft.
Dem Kaiſerl. Televhonamt wurden auf Grund eines
früher gefaßten Beſchluſſes im Einverſtändnis mit den
betreffenden Telephoninhabern diejenigen
Telephon=
bezeichnungen mitgeteilt, die aus praktiſchen Grün
den im Televhonverzeichnis eine Aenderung erfahren
ſoll=
ten. Es ſoll hierdurch das Auffinden der einzelnen
An=
ſchlußteilnehmer möglichſt erleichtert werden. Der
Han=
delskammer iſt ſeitens des Telephonamtes mitgeteilt
worden, daß bereits mit einer großen Anzahl Darmſtädter
Fernſprechteilnehmer wegen zweckmäßiger Bezeichnung
ihrer Anſchlüſſe im Teilnehmerverzeichnis
Verhandlun=
gen gepflogen würden.
Die Eiſenbahndirektion Mainz hatte an die
Handels=
kammer ein Schreiben wegen Tarifierung von
Kunſtwolle gerichtet. Nach Beendiaung der hierfür
erforderlichen Ermittelungen wurde mitgeteilt. England
produziere die Kunſtwolle infolge billigerer Löhne und
infolge Fehlens der ſozialen Laſten unter weit günſtigeren
Bedingungen als Deutſchland. Engliſche Kunſtwolle
werde auf dem Waſſerwege bis Mannheim verſchickt und
bereite der deutſchen Kunſtwollefabrikation eine recht
be=
trächtliche Konkurrenz. Angefügt wurden noch die Preiſe
für gewaſchene Schafwolle und Kunſtwolle.
Nachdem die Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt den
Entwurf einer Betriebsordnung und
Ge=
bührentarif für die Benutzung des
Städti=
ſchen Lagerhauſes in Darmſtadt fertiggeſtellt hat,
wurde dieſe Angelegenheit zunächſt in der zuſtändigen
Kommiſſion der Handelskammer beraten und dann noch
den verſchiedenen Intereſſenten Gelegenheit gegeben, ſich zu
dem vorliegenden Entwurf zu äußern. Die
Bürgermei=
ſterei Darmſtadt ſoll von dem Ergebnis dieſer
Ermittelun=
gen in Kenntnis geſetzt werden.
Dem Vorſitzenden der Handelskammer
Gießen, Herrn Geh. Kommerzienrat Heichelheim,
wur=
den anläßlich ſeines 70. Geburtstages die Glückwünſche
der Handelskammer ausgeſprochen.
Stadtverordneten=Verſammlung.
St. Darmſtadt, 15. Februar.
25. Sitzung.
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung un
¾4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Glaſermeiſter G. Ph. Hotz hat eine Eingabe
ein=
gereicht wegen des Verkaufs von ſtädtiſchem Gelände
am neuen Hauptbahnhof und wegen der Vergebung von
Glaſerarbeiten. Die Eingabe wird der
Bürger=
meiſterei zur weiteren Behandlung überwieſen.
Der Hochbau=Ausſchuß hat ſich damit einverſtanden
erklärt, daß an der bereits genehmigten Fluchtlinie
des freien Platzes an der Kreuzung der
Weiter=
ſtädter Straße und Feldbergſtraße eine kleine
Aender=
ung vorgenommen wird. Anſtelle der für das
Eck=
grundſtück vorgeſehenen Front von 9 Metern ſoll eine
Hausfront von 12 Metern zur Ausführung kommen.
Der von der Stadtverordneten=Verſammlung in der
Sitzung vom 30. November 1911 gutgeheißene Entwurf
einer Polizei=Verordnung über die Entwäſſerung
von Grundſtücken uſw. iſt von dem Großh.
Mini=
ſterium des Innern unter dem Vorbehalt einer kleinen
Abänderung genehmigt worden. Gegen die Aenderung
wird nichts eingewendet.
Der Bürgermeiſter teilt weiter mit, daß zur
Berat=
ung der Vertragsbeſtimungen der Heſſiſchen
Eiſen=
bahn=Aktiengeſellſchaft am Faſtnachts=
Diens=
tag eine Ausſchußſitzung und am nächſten Donnerstag
eine Sitzung der Stadtverordneten=Verſammlung
ſtatt=
finden ſoll.
Stadtv. Sames rügt, daß der Nordbahnhof nur
eine Halteſtelle für Arbeiterzüge werden ſolle und nicht
ein Bahnhof für die Allgemeinheit, denn es ſolle kaum
ein Perſonenzug dort halten. — Beig. Ekert ſagt zu,
alsbald erforderliche Schritte in die Wege zu leiten.
Stadtv. Dr. Fulda verwahrt ſich gegen Vorwürfe
eines Eingeſandts in einem hieſigen Blatte, das
Unrich=
tigkeiten enthielt.
Danach wird in die Tagesordnung eingetreten.
Für die Induſtrie.
Nach eingehenden Verhandlungen mit der
Eiſen=
bahndirektion Mainz, der Großh. Handelskammer und
den Intereſſenten iſt nunmehr ein Projekt über die
ge=
ſamte Induſtriegleisanlage im neuen Fabrikviertel
aus=
gearbeitet worden, das die Zuſtimmung der beteiligten
Faktoren gefunden hat. Dieſes Geſamtprojekt kann
je=
doch nur nach und nach zur Ausführung kommen. Ein
Teil des Projektes, und zwar die Einlegung eines
An=
ſchlußgleiſes auf der Südſeite der Weiterſtädter Straße
ſoll nunmehr ausgeführt werden, damit die
Inbetrieb=
nahme dieſes Gleiſes gleichzeitig mit der Eröffnung der
neuen Bahnanlagen erfolgen kann. Im Intereſſe der
Hebung von Induſtrie und Handel ſchlägt die
Bürger=
meiſterei vor, die Koſten des Stammgleiſes in der
Weiter=
ſtädter Straße, im Betrage von 30000 Mark, auf die
Stadt zu übernehmen, während die Koſten der Anſchlüſſe
von dieſem Stammgleis ab nach den einzelnen
Grund=
ſtücken von den Anſchlußnehmern zu tragen ſind. Die
Benutzung des Stammgleiſes ſoll den Angeſchloſſenen
unentgeltlich geſtattet werden. Die Tiefbau=Deputation
und der Finanzausſchuß haben ſich hiermit einverſtanden
erklärt. Nach dem Referat des Stadtv. Sames ſtimmt
die Verſammlung zu.
Herſtellung der Landgraf=Georgs=Straße
vom Schillerplatz bis zum Oſtbahnhof.
Hierüber referiert Stadtv. Wagner. Der Ausbau
der Landgraf=Georgs=Straße zum Zwecke der Schaffung
einer direkten Verbindung des Stadtinnern mit dem
Oſtbahnhof ſoll in Gemeinſchaft mit der Einlegung der
Gleiſe für die Führung der elektriſchen Bahn nach dieſem
Bahnhof im kommenden Frühjahr vorgenommen
wer=
den. Gleichzeitig mit der Herſtellung der Fahrbahn, der
Fußſteige und des Kanals hat auch die Einlegung der
Verſorgungsleitungen, ſowie die Anpflanzung eines
Teiles der Straße mit Alleebäumen zu geſchehen. Für
die beiden letzterwähnten Anlagen ſind nach den
Ver=
anſchlagungen der betreffenden techniſchen Aemter an
Koſten aufzuwenden: a) für Waſſerleitung 9700 Mark,
b) für Gasleitung 16300 Mark, e) für Baumpflanzungen
1200 Mark, zuſammen 27200 Mark.
Die bezüglichen Berichte mit Anträgen ſind den
zu=
ſtändigen Verwaltungs=Deputationen zur Herbeiführung
eines Beſchluſſes bereits zugegangen. Nach dem mit
Bericht des Tiefbauamtes vom 13. Januar vorgelegten
Voranſchlag vom gleichen Tage ſind für Herſtellung von
Kanälen in den unkanaliſierten Teilen der Landgraf=
Georgs=Straße, und zwar für Herſtellung eines
gemauer=
ten Kanals auf der Strecke zwiſchen Stiftſtraße und
ver=
längertem Fiedlerweg (47000 Mark) und für Herſtellung
eines Rohrkanals auf der weiteren Strecke bis zum
ver=
längerten Speſſartring (8000 Mark), zuſammen 55000
Mark nötig. Mit dieſen Kanalherſtellungen zuſammen
hat aber aus techniſchen Gründen auch die Kanaliſierung
der Straßen um den vor dem Oſtbahnhof nördlich der
Landgraf=Georgs=Straße gelegenen Baublock, ſowie die
der Wingertsbergſtraße von der Dreibrunnenſtraße bis
zur Landgraf=Georgs=Straße und der Erbacher Straße
zwiſchen dem Fiedlerweg und Prinz Chriſtians=Weg zu
geſchehen. Die hierfür entſtehenden Koſten werden nach
dem als Anlage 2 beigegebenen Voranſchlag vom 13. Jan.
25000 Mark betragen. Geſamtkoſten der Kanäle 80000
Mark.
An Koſten werden nach dem Voranſchlag erforderlich:
1. für Pflaſterung der Landgraf=Georgs=Straße vom
Schillerplatz bis zur Stiftſtraße (20500 und 28500 und
19000 und 20000 Mark) zuſammen 88000 Mark. 2. für
Chauſſierung pp. des weiteren Teils bis zum Oſtbahnhof
(20000 und 22000 und 11900 und 51000 Mark),
zufam=
men 104900 Mark. 3. für gleichzeitige Herſtellung der
Anſchlußſtraßen um den vorerwähnten Baublock am Ende
der Landgraf=Georgs=Straße (17000 und 11500 und
11000 Mark), zuſammen 39500 Mark. An
Straßenher=
ſtellungskoſten zuſammen 232 400 Mark. Die geſamten
Koſtenaufwände beziffern ſich nach Vorſtehendem mithin
auf: a) Verſorgungsleitungen und Baumpflanzungen
27 200 Mark, b) Kanäle 80000 Mark, e) Fahrbahn und
Fußſteige 232 400 Mark; insgeſamt 339600 Mark. Die
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Seite 6.
Nummer 40.
Arbeiten ſollen alsbald nach Eintritt geeigneter
Witter=
ung zur Ausführung in Angriff genommen werden. Die
Bürgermeiſterei beantragt deshalb, die
ver=
ehrliche Stadtverordnetenverſammlung wolle beſchließen:
1. Ausführung der verſchiedenen vorbemerkten Arbeiten
gemäß den vorliegenden Berichten und Voranſchlägen
der einzelnen techniſchen Dienſtſtellen. 2. Alsbaldige
Be=
reitſtellung der hierzu erforderlichen Kredite im Betrage
von 339600 Mark aus Anlehensmitteln. (Die einzelnen
Beträge ſind in den Entwurf des Voranſchlags für 1912
eingeſtellt.) Die nach den Beſtimmungen des
Ortsbau=
ſtatuts von den Anliegern an der Landgraf=Georgs=
Straße zwiſchen Stiftſtraße und Oſtbahnhof zu tragenden
Koſtenanteile für Straßenherſtellungen gelangen zur
Er=
hebung, ſobald und ſoweit es die beſtehenden
Beſtimm=
ungen und beſondere Vereinbarungen zulaſſen. Für die
bereits angebaute Strecke bis zur Stiftſtraße können
ſolche Anliegerbeiträge nicht erhoben werden.
Nach kurzer Debatte, an der ſich der Stadtv.
Schä=
fer, Beig. Ekert, Stadtvv. Schupp und Henrich
beteiligen, wird die Vorlage angenommen.
Von der Tiefbaudeputation wird hierzu noch
vorge=
ſchlagen, in den neu aufzufüllenden Straßenſtrecken an
Stelle der vorgeſehenen Pflaſter=Stellſteinkanten ſofort
die Randſteine zu verſetzen. Die hierdurch entſtehenden
Mehrkoſten betragen 4000 Mark. Die Geſamtkoſten
ſtel=
len ſich auf (339600 und 4000 Mark) zuſammen 343 600
Mark, deren Bewilligung von dem Finanzausſchuß
be=
fürwortet wird. Auch dem wird zugeſtimmt.
Notſtandsarbeiten.
Die zur Ausführung durch Notſtandsarbeiter
vor=
geſehenen Herſtellungen ſind nahezu beendet. Es
wer=
den daher zur Beſchaffung weiterer Arbeitsgelegenheit
folgende Herſtellungen in Ausſicht genommen: 1. Die
Chauſſierung der Beckſtraße zwiſchen Kies= und
Hein=
richſtraße. 2. Die Umlegung des Kanals in der
Wilhel=
minenſtraße zwiſchen Annaſtraße und Wilhelmſtraße.
3. Desgleichen im unteren Teile der Hermannſtraße.
4. Ausbau des Kanals in der Martinſtraße zwiſchen
Heinrich= und Rückertſtraße. 5. Desgleichen in der
Hoch=
ſtraße zwiſchen Heinrich= und Rückertſtraße. Die Mittel
für dieſe Herſtellungen mit zuſammen 10 100 Mark ſind
im Voranſchlag für 1912 vorgeſehen.
Außerdem iſt die Fertigſtellung der Darmbach=
Regulierung von der Gemarkungsgrenze bis zum
Gehaborner Hof mit einem Koſtenaufwande von 11000
Mark vorgeſehen. Die Tiefbaudeputation und der
Finanzausſchuß ſind mit der Bereitſtellung der Mittel
von zuſammen 21 100 Mark einverſtanden. Die
Ver=
fammlung ſtimmt nach dem Referat des Stadtv.
Mark=
wort zu.
Vom Pfandhaus.
Die derzeitige erneuerungsbedürftige
Fahrſtuhlan=
lage im Städtiſchen Pfandhaus wird durch Waſſerkraft
betrieben und iſt bei ſtarkem Froſt nicht betriebsfähig.
Sie ſoll durch einen elektriſchen Fahrſtuhl erſetzt werden,
der auch in ſicherheitspolizeilicher Hinſicht allen
Anfor=
derungen entſpricht. Die Mittel im Betrage von 4200
Mark ſollen dem Reſervefonds entnommen werden. Die
Pfandhausdeputation, Hochbau= und Finanzausſchuß
befürworten das Projekt. Die Verſammlung ſtimmt zu.
— Referent: Stadtv. Ramdohr.
Neue Schulklaſſen.
Nach dem Ergebnis der Neuaufnahmen müſſen an
den Mittel= und Stadtſchulen zu Beginn des Schuljahrs
1912/13 ſechs neue Klaſſen errichtet und die erforderlichen
Lehrkräfte berufen werden. Schul= und Finanzausſchuß
befürworten die Bewilligung der notwendigen Mittel.
Nach eingehender Begründung der Vorlage durch
Kreis=
ſchulinſpektor Profeſſor Kiſſinger wird zugeſtimmt
und die Mittel mit 19225 Mark bewilligt.
Verlegung der Gymnaſialvorſchule.
Das zur Zeit von der Vorſchule der Gymnaſien
be=
nutzte Pädagoggebäude ſoll von Oſtern 1912 ab dem
Großh. Realgymnaſium überwieſen werden. Die drei
Klaſſen der Vorſchule werden dann im Gebäude des
Lud=
wig=Georgs=Gymnaſiums untergebracht. Schul= und
Finanzausſchuß ſind mit der Verlegung der Gymnaſial=
Vorſchule einverſtanden. Ebenſo die
Stadtverordneten=
verſammlung nach dem Referat des Stadtverordneten
Dr. Noellner.
Projektionsapparat für die Schulen.
Für die beiden neuen Höheren Schulen ſollen mit
Zuſtimmung des Schul= und Finanzausſchuſſes je ein
Projektionsapparat und ein Epidiaſkop zu Laſten des
Baukredits angeſchafft werden. Nach dem Referat des
Stadtv. Dr. Bender ſind 8041 Mark erforderlich. Von
den Stadtvv. Stemmer und Lehr wird
anheimge=
geben, zu ſparen, wenn das möglich iſt; doch treten die
Stadtvv. Dr. Bender (Referent), Dr. Noellner,
Profeſſor Kiſſinger, Dr. Fulda, Schupp,
Bür=
germeiſter Mueller u. a. warm für die Bewilligung
ein. Die Anträge werden dann genehmigt
Vom Hallenſchwimmbad.
Der Ausſchuß der Studierenden der Hochſchule hat
gebeten, die ſeit einiger Zeit eingezogenen
Semeſterbade=
karten für Studierende im Städtiſchen Schwimmbad zum
Preiſe von 10 Mark wieder einzuführen. Die
Bäder=
deputation und der Finanzausſchuß befürworten dieſes
Geſuch und empfehlen weiter, den Preis der
Monatskar=
ten für Studierende auf 2.25 Mark feſtzuſetzen. In ſeinem
Referat tritt Stadtv. Saeng für die Bewilligung ein.
Stadtv. Lehr rügt die viel zu geringe Benutzung des
Schwimmbades; das Schwimmen im Winter ſei Luxus.
Stadtvv. Dr. Noellner und Schupp treten dem
ent=
gegen, doch könne man ſparen, wenn das Schwimmen auf
zwei Tage der Woche beſchränkt wird. Man ſolle die
Preiſe billiger ſtellen, dann würde das Bad mehr
be=
ſucht. Nach längerer Debatte wird dem Antrag
zuge=
ſtimmt.
Städte=Ausſtellung.
Die Stadt beabſichtigt, ſich an der im laufenden
Jahre in Düſſeldorf ſtattfindenden Städte=Ausſtellung
zu beteiligen und in den Gruppen Städtebau, Hochbau
und Geſundheitspflege auszuſtellen. Der
Finanzaus=
ſchuß ſchlägt vor, hierzu einen Kredit von 600 Mark zu
bewilligen. Nach dem Referat des Stadtv. Dr. Bender
wird dem zugeſtimmt. Stadtv. Sames rügt, daß man
den Hochbauausſchuß mit dieſer Frage nicht beſchäftigt hat.
Beig. Jäger ſtellt feſt, daß es ſich im weſentlichen nur
um ſchon vorhandenes und mehrfach bereits ausgeſtelltes
Material handelt. Auch Stadtv. Schäfer hält es für
notwendig, daß der Hochbauausſchuß hierzu befragt
werde. Bürgermeiſter Mueller hält dieſe Wünſche
für berechtigt und ſagt zu, nachträglich noch dem
Hochbau=
ausſchuß die Objekte zu unterbreiten. Stadtv. Sames
begründet ſeine Beanſtandung damit, daß nicht nur
Bauten des Stadtbauamtes nach Düſſeldorf geſchickt
wer=
den ſollen, ſondern auch andere bedeutſame Bauten.
Stadtv. Dr.=Ing. Heyd meint, es ſei überhaupt
not=
wendig, nicht nur Objekte des Hochbauausſchuſſes
aus=
zuſtellen, ſondern auch ſolche des Tiefbauamtes. Beig.
Jäger ſtellt feſt, daß das auch bereits ſtets geſchehen
ſei; im vorliegenden Falle ſei aber nur verlangt
wor=
den Objekte, Modelle uſw. der Krankenhäuſer,
Schul=
häuſer uſw. auszuſtellen. Der Antrag wird genehmigt.
Bekämpfung der Schundliteratur.
Weiter empfiehlt der Finanzausſchuß den Beitritt
der Stadt zur Zentralſtelle für Bekämpfung der
Schund=
literatur mit einem Beitrage von 10 Mark. Auch dem
wird zugeſtimmt. — Referent: Stadtv. Dr. Bender.
Zur Bekämpfung des Alkohols.
Die Vereine „Blaues Kreuz” „Alkoholgegnerbund” und
„Guttemplerorden” haben um Bewilligung eines ſtädt.
Beitrags nachgeſucht. Deze Finanzausſchuß befürwortet
die Bewilligung eines Beitrags von je 25 Mark. Auch
hierüber referiert Stadtv. Dr. Bender. Stadtv. Schupp
hält den Beitrag für zu gering, ebenſo Stadtv. Dr. Kolb,
der beantragt, je 50 Mk. zu bewilligen. Stadtv. Saeng
be=
grüßt dieſen Antrag im Intereſſe der Allgemeinheit. Stadtv.
Dr. Bender weiſt darauf hin, daß er ſchon im Ausſchuß
den gleichen Antrag geſtellt hatte, aber überſtimmt worden
ſei. Die Beiträge ſollen dokumentieren, daß man die
Materie durchaus für unterſtützens= und fördernswert hält.
Nachdem Bürgermeiſter Mueller die Zuſtimmung der
Bürgermeiſterei ausgeſprochen, wird der Antrag Dr.
Kolb angenommen.
Zierbrunnenanlage am Bahnhof.
Stadtv. Markwort führt aus: Bei der
Beſchluß=
faſſung über die Errichtung eines ſtädtiſchen Gebäudes
am neuen Hauptbahnhof wurde die Bewilligung der
Mittel für die Einfriedigung zurückgeſtellt und die
Vor=
lage eines beſonderen Projekts über die Art und
Aus=
geſtaltung dieſer Einfriedigung in Verbindung mit einer
Zierbrunnenanlage vorbehalten. Dieſes neue Projekt hat
nunmehr die Zuſtimmung des Hochbau= und Finanz=
Ausſchuſſes gefunden. Der künſtleriſche Entwurf für die
Brunnenanlage ſtammt von Profeſſor Jobſt. Es wird
beantragt, dem neuen endgültigen Projekt zuzuſtimmen
und den Kredit für die Geſamtanlage um 10500 Mark zu
erweitern. Die Koſten des Zierbrunnens mit 7400 Mark
werden von einem Stifter, der nicht genannt ſein will,
getragen. — Nach längerer Debatte wird dem Projekt
zugeſtimmt.
Stadtv. Dr. Noellner erklärt inbezug auf die „
Rich=
tigſtellung” des Stadtv. Dr. Fulda, daß er dem betr.
Eingeſandt vollſtändig fernſtehe.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Kurſus für Armenpflege, Jugendwohlfahrt
und Jugendfürſorge.
* Am Mittwoch ſtattete eine Anzahl Damen und
Herren den beiden Kinderkrippen (evangeliſche,
Forſt=
meiſterſtraße 9, und katholiſche, Herdweg 28), einen Beſuch
ab. Die evangeliſche Krippe kann bis zu 20 Kinder
aufnehmen, die von morgens 7 bis abends 8 Uhr verpflegt
werden. Die mit Kinderbildern bemalten Räume machen
einen freundlichen Eindruſk. Die Kleidung ſtellt die
Krippe. Die Kinder werden morgens, wenn ſie kommen,
vollſtändig entkleidet und mit Anſtaltswäſche verſehen. Auch
die katholiſche Krippe nimmt etwa 20—25 Kinder
auf. Ihr iſt eine Kleinkinderſchule angegliedert, die
tags=
über etwa 50 Kinder beherbergt. Die Einrichtungen ſind
im großen und ganzen die gleichen, wie bei der evangeliſchen
Krippe. Kleider werden hier nicht geſtellt. Die Schweſtern
der Kinderſchule und die Kinder ſelbſt bereiteten den
Be=
ſuchern einen herzerfriſchenden Empfang. Nach einem
ge=
meinſamen Geſang ſprach ein kleines Mädchen ſchlichte
Willkommensworte. Drei Knaben deklamierten in
drolligſter Weiſe. Es wäre nur ſehr zu wünſchen, daß den
Beſtrebungen größere Mittel durch private Wohltäter
zuge=
wendet werden.
„Die praktiſche Arbeit in der Säuglingsfürſorge‟
lautete das Thema zweier Vorträge, die Frau Oberin
von Gordon und Fräulein W. Schubert mittags
4½ und 5½ Uhr im Saalbau hielten. Frau Oberin von
Gordon ſprach über ihre Erfahrungen in unſerer Stadt.
Zur Zeit befinden ſich 6 Beratungsſtellen für Säuglinge
in hieſiger Stadt. Nach der Statiſtik beſuchen die Mütter
der Hälfte der hier neu geborenen Kinder dieſe
Beratungs=
ſtunden. In der Sprechſtunde wird ärztlicher Rat
unent=
geltlich erteilt. Zwei von der Zentrale angeſtellte und
6—8 freiwillige Helferinnen ſuchen die Kinder zu Hauſe auf
und laden die Mütter zum Beſuch der Beratungsſtelle ein.
Wird bei den regelmäßigen Wägungen eine
Gewichtsab=
nahme der Kinder feſtgeſtellt, ſo erhalten die Mütter
Still=
präparate je nach Verordnung des Arztes. Beſonders
wich=
tig iſt auch die Stellung einer Hauspflege während des
Wochenbettes. Auch dieſe Hilfe wird zum Teil durch die
Zentrale geleiſtet. Die Organe der Zentrale arbeiten auch
mit der Lungen=, Trinker= und Krüppelfürſorge zuſammen
Der Berufsvormund gibt einen Teil ſeiner Mündel der
Zentrale zur Ueberwachung. Die Mütter dieſer Mündel
ſind dann gehalten, die Sprechſtunde in Zeitabſchnitten
auf=
zuſuchen und den Helferinnen den Beſuch der Kinder zu
ge=
ſtatten. Das Eleonorenheim ſoll dazu dienen, ſtillenden
Müttern mit ihren Säuglingen ein Erholungsheim zu
bieten. Frl. Schubert ſchildert die Säuglingsfürſorge
auf dem Lande. Sie hält die Fürſorge für die Säuglinge
dort noch für notwendiger als in der Stadt. Die Orte mit
großer Induſtriebevölkerung ſind ein dankbares
Arbeits=
feld, weil der mit modernen Ideen vertraute Arbeiter
leichter zu belehren iſt, wie der zäh am Alten hängende
Be=
wohner des flachen Landes. Nach den Richtlinien der
Zen=
trale werden möglichſt in allen Gemeinden mit über 3000
Einwohnern ärztlich geleitete Beratungsſtellen
eingerich=
tet. Das Lokal ſtellt meiſt die Gemeinde, die
Einrichtungs=
gegenſtände die Zentrale. Ortsanſäſſige Frauen und
Mäd=
chen werden zur Hilfeleiſtung herangezogen.
Gemeinde=
ſchweſtern und Hebammen unterſtützen die Beratungsſtelle
durch aufktärendes Wirken. Die Beratung ſelbſt wird im
Weſenlichen ebenſo abgehalten, wie in den Städten. Auch
die Hauspflege wird von der Beratungsſtelle, wenn nötig,
geſtellt und bezahlt.
Herr Bürgermeiſter Mueller dankte den beiden
Damen, die lebhaften Beifall ernteten, für ihre auf
prak=
tiſcher Erfahrung beruhenden Vorträge. Eine
umfang=
reiche Diskuſſion. an der ſich 13 Perſonen beteiligten, ſchloß
ſich an. Herr Bürgermeiſter Mueller regt im Anſchluß
an die Ausführungen der Frau Oberin v. Gordon an, über
die Errichtung eines Hauspflegevereins, wie er z. B.
be=
reits von dem Frauenverein der Johannisgemeinde und
der Heidenreich von Sybold=Stiftung eingerichtet ſei, ſich
auszuſprechen. Fräulein de Weerth hält nach ihren
Er=
fahrungen die Hausbeſuche der bekanngen Gemeinde=
ſchweſtern und der Vereinsdamen für am geeignetſten.
Herr Dr. med. Vidal bezeichnet die Hausbeſuche der
Schweſtern der Zentrale als unentbehrlich. Der Rückgang
der Säuglingsſterblichkeit ſei gerade den Hausbeſuchen zu
verdanken. Darmſtadt marſchiere in dieſer Beziehung an
der Spitze der deutſchen Städte. Prof. Dr. Frenzel äußert
ſich im ähnlichen Sinne. Die in der Säuglingsfürſorge
tätigen Schweſtern ſprechen über ihre Erfahrungen, die
durchweg günſtige ſeien. An der Diskuſſion beteiligten
ſich noch weiter Prof. Kiſſinger, Reg.=Rat Piſtor, Amtmann
Krapp, ſowie verſchiedene Schweſtern.
An die Freitag, den 16. d. M., nachmittags 3 Uhr,
ſtatt=
findende Beſichtigung der „Georgsſchule” (
Kleinkinder=
ſchule), Mollerſtraße 23, ſchließen ſich 4¼ Uhr zwei Vorträge
über „Jugendfürſorge im ſchul= und nichtſchulpflichtigen
Alter” (Referent: Herr Lehrer Eidmann) und „Pflege der
ſchulentlaſſenen Jugend” (Referent: Herr Profeſſor
Kiſſinger) an.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 15. Febr. Präſident Kaempf eröffnet die
Sitzung um 1,17 Uhr und gibt bekannt, daß der Abg.
Becker=Köln (Zentr.) ſein Mandat niedergelegt hat.
Einem ſchleunigen Antrage der Sozialdemokraten gemäß
wird die Einſtellung eines ſchwebenden Strafverfahrens
gegen den Abg. Giebel (Soz.) beſchloſſen. — Hierauf
wird die
erſte Beratung des Etats
fortgeſetzt. Abg. Dr. Frank=Mannheim (Soz.):
Nach=
dem die Wahlen glücklich überſtanden ſind, will das Volk
draußen keine Zänkereien vom Reichstag ſehen, ſondern
Taten. Aus dieſem Grunde lehne ich es ab, näher auf
die Vorgänge bei den Wahlen, ebenſo aber auch auf den
ſeltſamen und überraſchenden Wahlkampf hier im Hauſe
einzugehen, der geſtern einen vorläufigen Abſchluß
gefun=
den hat. Wie ein Präſidium gebildet wird, iſt eine Frage
der Zweckmäßigkeit, und es müßte mit Freude begrüßt
werden, wenn eine größere Fraktion ſich bereit erklärt,
die Verantwortlichkeit für die glatte und raſche
Erledi=
gung der Reichstagsgeſchäfte mit zu übernehmen. Ein
Sieg des Bürgertums über die Revolution wäre es nicht,
wenn wir verdrängt würden, ſondern nur ein Sieg des
Schildbürgertums. Auch wir erkennen ein oberſtes Geſetz
für uns, den Zwang zum Schaffen, an. Das meine ich
nicht im philoſophiſchen Sinne des Reichskanzlers,
ſon=
dern in einem anderen Sinne. Wir betrachten uns als
die Beauftragten ungeduldiger Millionen draußen, deren
Wille uns drängt und vorwärts treibt. Auch die
Thron=
rede enthält als Brennpunkt den Satz, daß die
Entwick=
lung nicht ſtill ſteht. Nach jedem ſozialdemokratiſchen
Sieg verlangen konſervative Gruppen Kampfmittel gegen
die Sozialdemokratie. Nur gut, daß die Konſervativen
im Hauſe zu einer bedeutungsloſen Minderheit geworden
ſind. Man ſollte die Wahlſtimmen wägen und nicht
zäh=
len. Wir wünſchen eine Reform unſerer
Geſchäftsord=
nung, die hoffentlich ſchon in den nächſten Wochen
zu=
ſtande kommt. Die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers
muß ausgebildet werden. Warum iſt uns die kleine
Strafgeſetznovelle nicht wieder vorgelegt worden? Es muß
verlangt werden, daß die ſchweren Gefängnisſtrafen für
kleine Eigentumsdelikte und die entehrenden Strafen für
Vergehen der Gewerkſchaftsbeamten beſeitigt werden.
Auch die Jugendgerichte könnten aus der großen
Straf=
prozeßordnung herausgehoben werden, ebenſo könnten
ſchon jetzt Diäten für Schöffen und Geſchworene
geſchaf=
fen werden. Das Vereins= und Verſammlungsrecht muß
reformiert werden. Insbeſondere muß der
Sprächen=
paragraph beſeitigt werden. An wirtſchaftlichen
Forde=
rungen verlangen wir die Beſeitigung der
Lebensmittel=
zölle. Vorerſt wirkt es als eine Verhöhnung, den
Kar=
toffelzoll einführen zu wollen. Angeſichts der drohenden
Fleiſchnot iſt die Zulaſſung von ausländiſchem
Gefrier=
fleiſch, die Aufhebung der Futtermittelzölle geboten. Der
Redner vertritt dann weitergehende Forderungen auf
dem Gebiete des Beamten= nud Arbeiterrechtes und
for=
dert eine Wohnungsreform, ferner das Frauenſtimmrecht
und das Reichstagswahlrecht für Preußen. Notwendig
iſt die Aufhebung der Stempel=, Fahrkarten= und
Streich=
holzſteuer und Deckung des Ausfalles durch eine
Erb=
ſchaftsſteuer. Für die Vermehrung des Heeres liegen
keine ſachlichen Gründe vor. Die Sozialdemokratie iſt
eine gewaltige geſchichtliche Erſcheinung, die
Reichskanz=
ler aber ſind vorübergehende Erſcheinungen.
Abg. Speck (Zentr.): Die Frage der Deckung der
neuen Wehrvorlage iſt noch ganz ungeklärt. Wir würden
die Wiedereinbringung der von uns 1909 abgelehnten
Erbſchaftsſteuervorlage im jetzigen Zeitpunkte als eine
Brüskierung derjenigen Parteien betrachten müſſen, die
ſo große Opfer bei der Reichsfinanzreform gebracht
ha=
ben. (Hört, hört! und Beifall im Zentr. und rechts.
Ge=
lächter und Bewegung links.) Neue Steuern dem Lande
aufzuerlegen, um Schulden zu tilgen, wäre ein gewagtes
Beginnen. Die Vertreter der äußerſten Linken würden
dann hier noch zahlreicher werden. Die neuen
Forderun=
gen zur Verteidigung des Landes müſſen aus den
ordent=
lichen Cinnahmen gedeckt werden. Bedauerlich iſt, daß
die Regierung nicht der unglaublichen Verhetzung wegen
der Finanzreform entgegengetreten iſt. Die Finanzreform
war eine große nationale Tat. Sie hat alle
Erwartun=
gen erfüllt. Nicht nur im Intereſſe der Erhaltung der
Armee und der Flotte wollen wir die jetzige
Wirtſchafts=
politik aufrecht erhalten ſehen, ſondern die
Aufrechterhal=
tung der Schutzzölle liegt auch im Intereſſe der Arbeiter.
Auf dem Gebiete der ſozialen Fürſorge wollen wir auch
in Zukunft an der Spitze der Nation marſchieren. (Der
Reichskanzler betritt den Saal.) Die Sozialdemokratie
ſuchte hier ihre unerfüllbaren Forderungen zu vertreten,
aber die Erbſchaftsſteuer möchte ich ſehen, die alle dieſe
Wünſche erfüllen ſoll. Der Landwirtſchaft muß auch
fer=
ner der geſetzliche entſchiedene Schutz zu teil werden. Bei
der Betrachtung der auswärtigen Lage dürfen wir die
Rückwirkung der Wahlen auf das Ausland nicht
über=
ſehen, welches die Vorgänge mit Schadenfreude
verfolgt hat. Eine Erweiterung der Kompetenz des
Reichstages hinſichtlich der Miniſterverantwortlichkeit
würde die Parteikämpfe auch hier zum allerſchärfſten
Aus=
druck bringen. Die unüberbrückbaren Parteigegenſätze
würden ein gedeihliches Arbeiten nicht
mög=
lich machen. Möge aller Zerfahrenheit ein Ende
bereitet werden, bevor dem Reich ein nicht
wie=
der gut zu machender Schaden erwachſen iſt. Das
Zen=
trum ſtellt ſich wie bisher auch für die Zukunft in den Dienſt
des Vaterlandes. (Lebhaftes Bravo! und Händeklatſchen
bei der Rechten.) Zweiter Vizepräſident Dove: Ich
mache wiederholt darauf aufmerkſam, daß Händeklatſchen
nicht geſtattet werden kann.
Staatsſekretär Wermuth: Der Herr Vorredner
hat an meiner Vorlage eine Kritik geübt, die einen ganz
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Seite 7.
landeren Standpunkt verrät, als ſeine Fraktion bisher
innegehabt hat und auch bei der Finanzreform bewieſen
hat. Früher haben Sie einmal meine Finanzſchätzungen
gebilligt. Die Schätzungen beruhen auf ſehr
ſorgfälti=
gen Erwägungen, die auch die Defizite von 1908 und
1909 beſeitigt haben. Daß dabei auch Ueberſchreitungen
vorgekommen ſind, iſt kein Beweis dafür, daß ſie ungenau
waren. Es kann ein Verſprechen, daß ein Ueberſchuß
nicht erzielt werden kann, nicht gegeben werden. Es
kann ſehr leicht vorkommen, daß bei den Einnahmen
Täuſchungen entſtehen. Es iſt uns vermöge der
Ueber=
ſchüſſe gelungen, die beiden Schuldtitel von 1910/11
weg=
zubringen; wir haben das Schatzanweiſungskonto um
70 bis 80 Millionen vermehrt, 40 Millionen
Schatzan=
weiſungen eingeführt und endlich dem überlaſteten Markt
4 Millionen entnommen. Von dieſem Prinzip können
wir nicht abgehen. Der Abg. Speck wünſcht, daß wir
das, was wir jetzt glücklich im ordentlichen Etat
unter=
gebracht haben, wieder in den außerordentlichen Etat
zurückverpflanzen. Damit wären die Anleihen
unbe=
dingt wieder zu vermehren und wir wären wieder in
unſer altes Verfahren hineingeraten. Wir dürfen dieſen
Fehler nicht wieder begehen, denn wir ſollten aus der
Vergangenheit lernen, und nicht in die alten Fehler
ver=
fallen, deren Folgen noch mit Flammenſchrift an
unſe=
rem finanziellen Horizont verzeichnet ſtehen.
Graf v. Weſtarp (konſ.): Die letzten drei Jahre
haben uns ſo recht zum Bewußtſein gebracht, wie ſchwer
es iſt, Verbrauchsſteuern einzuführen; wir können uns
aber darüber freuen, daß die große Finanzreform
dauernde Beſſerung der Staatsfinanzen gebracht hat.
Daß die unmittelbare Folge davon die große politiſche
Erſchütterung, die Zerſplitterung der bürgerlichen
Par=
teien und das Anwachſen der ſozialdemokrtiſchen
Stim=
men war, daran iſt nicht die Ablehnung der Erbſchaftsſteuer
ſchuld, ſondern die Tatſache, daß wir eine große
Steuer=
laſt übernehmen mußten und übernommen haben. Daß
ſie mehr gehalten, als ſie verſprochen, feſtigte die Lage des
deutſchen Marktes. Zu den Aeußerungen des Abg. Frank
habe ich zu erklären, daß wir den Sozialdemokraten
nie=
mals das Recht zuerkennen werden, den Reichstag zu
vertreten. Die bürgerlichen Parteien haben recht getan,
ſich bei der (Präſidentenwahl der Stimme zu enthalten.
Wir können der Hoffnung, daß bei England ein ernſtes
Friedensſtreben vorhanden iſt, nicht beipflichten. Deshalb
treten wir auch dafür ein, daß unſere Rüſtung ſcharf und
mächtig erhalten bleibt; wir halten unſere Flotte nicht
für einen Luxus. Ueber die Deckung der Koſten wollen
wir uns ſpäter unterhalten. Wir wollen nach wie vor
ein Kaiſerliches Miniſterium und keines von der
Parla=
mentsmehrheit. Bei der Hetze in den
Wahlverſammlun=
gen iſt es ſelbſtverſtändlich, daß eine
Parlamentsmehr=
heit nicht die Mehrheit der Wähler vertreten kann. Zur
Verhinderung des Terrorismus müſſen die Geſetze in
Anwendung gebracht werden; auf die eine oder andere
Art muß den jetzigen Zuſtänden ein Ende gemacht
wer=
den. Wir wollen den Kleinhandwerkern und den
Klein=
gewerbetreibenden helfen, deshalb unterſtützen wir die
Handwerksanträge. Wir halten unbedingt feſt an den
Rechten des Kaiſers und vor allem an ſeinem Recht, den
Reichskanzler zu ernennen. Der Verlauf der
Präſiden=
tenwahl hat den ſchlagendſten Beweis dafür erbracht,
wie es zugehen würde, wenn der Reichstag ein
Staats=
miniſterium zuſammenbringen ſollte. Wir treten dafür
ein, daß die Staatsverfaſſung unverändert bleibt.
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Zu
den deutſch=engliſchen Beziehungen habe ich zu erklären:
Der engliſche Kriegsminiſter Haldane hat bei ſeiner
hieſi=
gen Anweſenheit, wenn auch ohne Ermächtigung zu
bin=
denden Abmachungen, ſo doch im Auftrage des engliſchen
Kabinetts, die Punkte, an denen ſich die Intereſſen der
beiden Länder berühren, mit uns durchgeſprochen, um
eine Grundlage für vertrauensvolle Beziehungen
herzu=
ſtellen. Die Ausſprache, die von uns lebhaft begrüßt
worden iſt, hat in mehrfachen eingehenden offiziellen
Unterhaltungen ſtattgefunden und wird fortgeſetzt
wer=
den. Ich hoffe, das hohe Haus wird mir darin
beipflich=
ten, daß ich in dieſem Stadium der Angelegenheit über
Einzelheiten nicht ſprechen kann. Ich habe aber nicht
zögern wollen, dem Reichstage Mitteilung von der
Tat=
ſache der Beſprechungen und von ihren Zielen zu machen.
(Lebhafte Zuſtimmung im ganzen Hauſe.)
Abg. Dr. Junck (natl.): Abg. v. Weſtarp hat den
Nationalliberalen den Vorwurf gemacht, Schrittmacher
des Zentrums geweſen zu ſein; ſeine Freunde waren
Schrittmacher der Welfen. Wir ſind dem Staatsſekretär
dankbar für ſeine klare Darſtellung des Finanzweſens
des Reiches. Wir freuen uns, daß die Finanzen in
Ord=
nung gekommen ſind; wir bedauern aber, daß dies nur
durch Belaſtung der breiten Bevölkerungsſchichten
ge=
ſchehen iſt. Wir beſtehen darauf, daß alle weiteren
Aus=
gaben für Heer und Marine nur durch direkte
Reichs=
ſteuern geſchehen. Auch wir wünſchen, daß wir zu einem
beſſeren Verhältnis mit England kommen. Unſeren
Han=
del in Marokko brauchen wir durch eine franzöſiſche
Miniſtererklärung nicht ſchlecht machen zu laſſen. Wir
verlangen für den Reichskanzler die volle
Verantwort=
lichkeit und Stellung unter ein Gericht. Einen Zwang
zur Koalition lehnen wir ab. Die Förderung der
ge=
werblichen Kleinbetriebe iſt auch unſer Streben,
eben=
falls der Schutz der nationalen Arbeit. Für unſere
Maß=
nahmen bei der Präſidentenwahl war das Beſtreben
Leitmotiv, den Reichstag arbeitsfähig zu machen. Da
das Zentrum dieſe Mitarbeit abgelehnt hat, hat es auch
allein die Folgen zu tragen. Wir ſind bereit,
mitzuar=
beiten zum Wohle des Vaterlandes, und unſere Partei
wird auch in Zukunft bleiben, was ſie iſt, national, und
vor allem liberal.
Weiterberatung Freitag nachmittag 1 Uhr.
Schluß 6 Uhr.
Deutſcher Landwirtſchaftsrat.
* Berlin, 14. Febr. Bei dem heutigen
Feſt=
mahl des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
im „Hotel Adlon” hielt, nachdem die Vorſitzenden von
Schwerin=Löwitz und Frhr. v. Cetto geſprochen hatten,
der Staatsſekretär des Innern Staatsminiſter Dr.
Delbrück eine Rede, in der er zunächſt dem Bedauern
des Reichskanzlers Ausdruck gab, in letzter Stunde durch
dringende Dienſtgeſchäfte am Erſcheinen verhindert
wor=
den zu ſein. Sodann führte er u. a. aus:
Wir wiſſen die Bedeutung eines vermehrten
bäuer=
lichen Beſitzes, einer Erſchließung der Oedländereien nicht
nur zu würdigen unter dem allgemeinen Geſichtspunkte,
daß durch die Vermehrung der Zahl der Grundbeſitzer
auch die Stützen des Staatsgedankens vermehrt werden,
ſondern auch aus dem Geſichtspunkte, daß wir es der
deutſchen Landwirtſchaft auf dieſem Wege erleichtern, die
noch fehlenden 5 Prozent an der Fleiſchverſorgung des
deutſchen Volkes zu ſchaffen. Der Redner gedachte dann
des allgemeinen wirtſchaftlichen Aufſchwunges, der auch
an der Lebenshaltung der arbeitenden Klaſſen nicht ſpur=
los vorübergegangen ſei und betonte, man könne alſo
nicht davon reden, daß die Landwirtſchaft in agrariſchem
Egoismus die Sahne abgeſchöpft habe, ſondern ſie habe
Teil genommen am allgemeinen wirtſchaftlichen
Auf=
ſchwung, der in erſter Linie nur möglich war unter dem
Schutze des neu geeinten Deutſchen Reiches. Wer dieſen
Aufſchwung zu erhalten beſtrebt iſt, der wird nicht
ver=
geſſen, daß ſeine letzten Wurzeln im Inlande liegen, in der
Einheit, in der Macht, in der Wehrhaftigkeit und in der
Größe des Deutſchen Reiches. Der Staatsſekretär wies
ſodann die Auffaſſung zurück, als wenn der Zolltarif das
Ergebnis des Egoismus einzelner Erwerbsgruppen
ge=
weſen ſei und erinnerte weiter daran, daß dieſer
Zoll=
tarif geſchaffen ſei durch diejenigen Parteien, die bisher
die Träger des Reichsgedankens und der Einheit des
Reiches geweſen ſeien, und ſprach die Ueberzeugung aus,
daß die Erhaltung und Weiterentwickelung der
augen=
blicklickin Wirtſchaftslage gelingen werde, wenn wir
wie=
der alle diejenigen unter eine Fahne ſcharen, die
mitgear=
beitet haben an der Einigung des Reiches und an der
Wirtſchaftspolitik, die ſich in dem Zolltarif verkörpert.
Redner ſchloß mit einem Hoch auf die deutſche
Land=
wirtſchaft.
Der Landwirtſchaftsrat hat an den
Reichs=
kanzler folgendes Telegramm gerichtet: Der zum
Feſtmahle verſammelte Deutſche Landwirtſchaftsrat
ſen=
det Ew. Erzellenz die herzlichſten Grüße und bedauert
aufrichtig, Ew. Exzellenz heute nicht in ſeiner Mitte
be=
grüßen zu dürfen. Gott ſchenke Ew. Exzellenz Kraft und
Geſundheit in dieſer ernſten Zeit, und helfe dem deutſchen
Volke aus dieſen wirrenvollen Tagen. Dr. Graf von
Schwerin=Löwitz. — Darauf ging im Laufe des Abends
folgende Antwort ein: Dem Deutſchen
Landwirt=
ſchaftsrat danke ich aufrichtig für ſeine freundlichen Grüße.
Ich bedauere ſchmerzlich, heute in Ihrem Kreiſe fehlen zu
müſſen, und bitte, verſichert zu ſein, daß meine treueſten
Wünſche dem Wohle der Landwirtſchaft gelten, für das
zu arbeiten ich als hohe vaterländiſche Pflicht empfinde.
Laſſen Sie uns alle einmütig unſere ganze Kraft daran
ſetzen, daß des letzten ſchweren Jahres Schäden an den
deutſchen Feldern und deutſchen Herzen bald geheilt
wer=
den, daß die Unkrautſaat der Zwietracht erſtickt werde
von der goldenen Frucht deutſcher Einigkeit und Treue.
Reichskanzler.
Luftfahrt.
Eine 100000 Mark=Stiftung.
* Wiesbaden, 15. Febr. Die Herren Otto und
Karl Henkell, Inhaber der Senktkellerei „
Hen=
kell Trocken” haben Sr. Maj. dem deutſchen Kaiſer
zwecks Beſchaffung weiterer Flugzeuge für
das deutſche Heer 100000 Mark zur Verfügung
geſtellt.
* Wiesbaden, 15. Febr. Auf die Mitteilung der
patriotiſchen Spende der Herren Otto und Karl Henkell,
Inhaber der Sektkellereien Henkell, zwecks
Anſchaf=
fung weiterer Flugzeuge für das deutſche Heer,
lief ſoeben folgendes Telegramm ein: Ich genehmige
gern, daß Sie zur Anſchaffung weiterer Flugzeuge für das
deutſche Heer eine Summe von 100000 Mark zur
Verfü=
gung ſtellen und ſpreche Ihnen gleichzeitig für dieſe
pa=
triotiſche Tat meinen wärmſten Dank aus. Wilhelm Rex.
* Düſſeldorf, 15. Febr. Das Zeppelin=
Luftſchiff Schwaben wird Ende März wieder in
Düſſeldorf ſtationiert werden, von wo aus dann
ausge=
dehnte Paſſagierfahrten unternommen werden. Bis
da=
hin werden die notwendigen Veränderungen an der
Düſſeldorfer Ballonhalle vollendet ſein. Es handelt ſich
in erſter Linie um die Errichtung eines zweiten Tores
an der Südweſtſeite der Halle, die unabhängig von der
bisherigen Einfahrt geöffnet und geſchloſſen werden
kann.
Die Revolution in China.
* Peking, 14. Febr. Sunyatſen ſandte an
Juanſchikai folgendes Telegramm: „Ich habe von
dem Edikt und von Ihrem Briefe, in welchem Sie ſich als
Anhänger der geeinigten Republik bezeichnen, Kenntnis
genommen und bin über beide ſehr erfreut. Indeſſen iſt
die geeinigte Republik außer Stande, die Ernennung
des Organiſators der Republik durch einen Kaiſer der
Tatſching=Dynaſtie anzuerkennen. Wenn man auf dieſem
Punkte beſtehen will, ſo können ſich ernſte Folgen daraus
ergeben. Ich bitte Sie, ſofort nach Nanking zu
kom=
men, um die Hoffnungen des Volkes zu erfüllen. Wenn
Ihre Anweſenheit im Norden zur Aufrechterhaltung der
Ordnung und Leitung der Verwaltung notwendig iſt,
er=
nennen Sie einen Vertreter mit unbeſchränkter Vollmacht
und warten Sie alsdann die Entſcheidung der
National=
verſammlung ab.‟ Nach Empfang dieſes Telegramms
wies Juanſchikai Tangſchaoyi telegraphiſch an, mit
den Republikanern im Süden über die noch ſtreitigen
Punkte zu verhandeln.
* Tokio, 14. Febr. Da die chineſiſchen
Revolutio=
näre den Proteſt Japans gegen die Verletzung der
Neutralität in Kwangtung nicht beachtet haben, hat ein
Infanterie=Regiment in Port Arthur Befehl
erhal=
ten, die Beachtung der Wünſche Japans zu erzwingen.
* London, 15. Febr. Die Times meldet aus
Pe=
king vom 14. Februar: Die Geſandten ſind heute
von Wangtſchunghu, dem auswärtigen Miniſter der
Nan=
kinger Regierung, aufgefordert worden, die Republik in
Südchina anzuerkennen.
* London, 15. Febr. Die Times meldet aus
Nanking vom 14. Februar: Präſident
Sun=
yatſen richtete geſtern an die Nationalverſammlung
eine Botſchaft, in der er ſeinen Rücktritt von der
provi=
ſoriſchen Regierung anheimſtellt. Der Rücktritt ſoll nach
der Wahl eines neuen Präſidenten durch die
Verſamm=
lung und nach Ankunft des neuen Präſidenten in
Nanking=
erfolgen. Eine weitere Bedingung lautet, daß
Nan=
king die Hauptſtadt bleiben ſoll. Eine andere
per=
ſönliche Botſchaft empfiehlt die Wahl Juanſchikais zum
Präſidenten, da er ſich für die Republik erklärt habe.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Mannheim, 15. Febr. Ueber die in verſchiedenen
Zeitungen verbreiteten Gerüchte über die Firma Benz
u. Co. wird dem Mannheimer Generalanzeiger von
kom=
petenter Seite Folgendes mitgeteilt: Die verbreiteten
ungünſtigen Gerüchte ſind in allen Teilen unwahr und
ſtellen ſich als böswillige Erfindungen dar. Der
Ge=
ſchäftsgang iſt ein durchaus befriedigender, die Umſätze
ſind bis Ende Januar um zirka 50 Prozent geſtiegen.
Der Auftragsbeſtand iſt unverändert gut. Der Vertrag
mit einem Mitgliede der Direktion läuft am 1. Juli 1912
ab, iſt am 1. April kündbar und von dem Mitgliede
ge=
kündigt worden, da der Aufſichtsrat ſeine Bedingungen
für einen neuen Vertrag nicht akzeptierte. Dafür iſt
Bau=
rat. Nallinger, welcher ſich in der Automobilwelt eines
hervorragenden Namens erfreut, engagiert worden.
Der=
ſelbe tritt am 1. März d. J. ſein Amt an.
* Johannisthal, 15. Febr. Heute nachmittag ſtürzte
der Albatroß=Flieger Schmidt ſo unglücklich, daß er
einen Beinbruch und ſchwere innere
Verletzun=
gen davontrug. Schmidt ging aus der Höhe von 800
Meter in Spiralen nieder und landete etwa 30 Meter
von der Spree entfernt ſo unſanft, daß der ganze
Appa=
rat zertrümmert wurde und er im hohen Schwung nach
vorne flog. Er wurde, nachdem ihm von Samaritern
der Kabelwerke Oberſpree ein Notverband angelegt war,
in das Eliſabeth=Krankenhaus gebracht.
* Hannover, 15. Febr. Dem Vater des in Mexiko
ermordeten Hans Angermann ging vom
Auswärti=
gen Amt unter tiefſten Beileidsbezeugungen die
telegra=
phiſche Mitteilung von dem Tode ſeines Sohnes zu.
* Brilon, 15. Febr. Heute morgen iſt das
Meng=
haus der Sprengſtoffabrik Zeppecke, Aktiengeſellſchaft,
in=
folge einer Exploſion in die Luft geflogen.
Vier Arbeiter wurden getötet, zwei ſchwer verletzt. Die
Leichen der Getöteten ſind unauffindbar.
* Prag, 15. Febr. Die Ausſperrung von
10000 Arbeitern der Maſchineninduſtrie
iſt nach vierwöchentlicher Dauer beigelegt. Die
Arbeit=
nehmer erkennen den Arbeitgebern das Recht der
ſoforti=
gen Kündigung zu, während den Arbeitern
Lohnzuge=
ſtändniſſe gemacht wurden. Die Arbeit wird am
Mon=
tag wieder aufgenommen.
CARMUETUTVonE
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapotheke.
Karmelitergeist
(1315
ImAlfen
ist man empfindlich. Rasch ist
eine Erkältung da u. die Stimme
ist öfter belegt u. heiser als frei.
Das lästige Gefühl der belegten
Stimme vergeht, sobald man ein
paar Wybert-Tabletten zu
sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen u. in
allen Apotheken u. Drogerien 1 Mark pro Schachtel
kosten. Bei Erkältung lindern sie den Hustenreiz u.
bringen den Katarrh schnell zum Schwinden. (1456M
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(75ßs
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Dankſagung.
Für die erwieſene Teilnahme bei der
Be=
ſtattung meines lieben Mannes ſage ich Allen,
insbeſondere Herrn Pfarrer Behringer und dem
Geſangverein „Liederkranz”, aufrichtigen Dank.
Marie Hessel,
geb. Rühl.
Darmſtadt, den 15. Februar 1912. (*3822
In tiefer Trauer:
Der Darmstädter Wingolf.
J. N. u. A.;
A. Bötticher X.
Kurſe vom 15. Februar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. 71 Pen.
4 Tſche. Reichsſchatzanw. 100, 00
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,20
do.
81,90
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . . 91,10
82,10
3.— do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,30
do.
93,10
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .101,10
do.
89,90
3½
do.
79,8)
4 Hamburger Staatsanl. 100,7)
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100 40
do. do. (unk. 1918) 100,4)
do.
89,5)
do.
73,80
Sächſiſche Rente
81,80
Württembergerv. 1907 100,70
do.
3½
95,3)
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
1¾ Griechen v. 1837 . . 52,40
3¾ Italiener Rente . . . —
4½ Oeſterr. Silberrente . 93,00
do. Goldrente . . 96,75
do. einheitl. Rente 90 50
3 Portug. unif. Serie I 65,10
do. unif. Ser. III 67,8)
do.
Spezial. 10,0)
Rumänier v. 1903 . . 191,50
do. v. 1890. . 95,2)
do. v. 1905. . 91,70
A7
4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,00
4 Ruſſen v. 1902. . . . 91,30
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden. .
4 Serbiergmort. v. 1895 85,60
1 Türk. Admin. v. 1903 81, 10
do. uniſiz. v. 1903 91,7.)
4 Ungar. Goldrente 92, 10
do. Staatsrente 90,3)
5. Argentinier . . . . . . 101,50
89 20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 92,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 100,0½
95,50
do.
4½
4½Japaner . . . . . . . 95,70
5 Innere Merikiner 97,40
61,10
do.
Gold=Merikan. v. 1901 95,50
5 Gold=Merikiner . . . 100,30
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
142,00
fahrt
106,00
Nordd. Lloyd
3 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 123,80
Aktien ausländiſher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 403 114,00
3 Baltimore & Ozio. . 104,90
Gotthardbahn . . .
6½ Oeſt.=Unag. Staatsb. 151,50
0 Oeſt. Südhhn. (Lomb.) 18, 0
6 Pennſylvanit R. R. 120,00
Induſtrie.Aktien.
Mainz. Aktienbrauerei 200,00
* Werger=Brauerei
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 493,50
14 Fabrik Griesheim . . 256,0)0
27 Farbwerk Höchſt . . . 553,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
F Lahmener .
7 Schuckert
12 Siemens &e Haleke. 239,25
30 Adlerfahrradw. Kleyer 465,00
12 Bochumer Bb. u. Guß 227,60
17 Gelſenkirchen ..
7 Harpener
15 Phönix, Bergb. u.
Hibt=
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 89,50
. 10 ,30
4 Pfälzer Prt. .
do.
92,00
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſteuerfrei 96,40
Oeſterr. Staatsbahn.
95,2)
do.
do. alte . 80,3.)
5 Oeſterr. Südbahn .
80,50
do.
55,30
do.
3 Raab=Oedenburger. . 77,6
89,3
Ruſſ. Südweſt. . .
4 Kronpr. Rudolfbazn . 95.60
pus
71,3
Miſſouri=Raciſie
74,00
Baadadbahn Mk. 198 84, 10
Anatoliſche Eiſenb.. . 97,60
100,10
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 173,25
6½ Darmſtädter Bank. . 126,25
12½ Deutſche Bank
6 Deutſche Vereinsb. 125,50
10 Diskonto=Geſellſchaft 190,90
8½ Dresdner Bank
½ Mitteldent. Kreditbk. 121,70
Nationalbk. f. Deutſchl. 127,00
6½ Pfälzer Bank . . . . 130,25
6,45 Reichsbank
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½ Wiener Bank=Verein 138,60
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
do. S. 19. .
90,00
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
89,75
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,3.
90,3)
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
do.
89,50
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,10
do. (unk. 1914) 89,30
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,65
90.60
3½
do.
2
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½ bs.
89,60
4 Fraukia
100,80
3½ 99.
95,90
Giaß=
3½ 25.
4 He
100,00
3½ 2.
8½,60
4
100,00
3½
90,10
4
-
3½
-
4 *4
100,00
3½
90,40
4 9
3½ d2,
4 München .
100,20
3½ Nauhein
90,00
4 Nürnberg .
99,90
3½ de.
90,80
4 Offenbach
3½ de.
-
4 Wiesba
100.00
3½ de.
90,50
4 Worms .
-
3½ de.
4 Liſſaboner v. 1888. . 80,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr, 100 —
3½ Cöln=Mindner . 100 136,95
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „ 100 106.25
In 3es
§ Madrider Fs. 100 —
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 138,00
Oeſterr. 1860er Loſe 180,50
3 Oldenburger .
180,50
2½ Raad=Grazer ſi. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
ſl. 7 35,00
Braunſchweiger Tlr. 20 202,00
Freiburges
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Mailändes
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Oeſterreicss a. 1864 „ 100 527,00
do. N 1858 „ 100 453,00
Ungar. Genats „ 100 359,00
Venedign
Frs. 30
Türkiſch=
Gold, Gilber und
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20,47
20 Frans=Stücke .
16,25
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16,90
Amerikaniſche Roten
4,19
Engliſche Noten .
20, 18
Franzöfiſche Roten.
81, 30
Holländiſche Noten . . . . 169,55
Italieniſche Noten . . . . 80,85
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84.95
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweizer Noten . . . . . 81,10
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73,50
125,60
163,20
203½
193,10
256,75
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Aus dem Geſchäftsleben.
Seitdem man erkannt hat, von weſcher Wichtigkeit
die Haut für den Organismus iſt, hat die Hygiene ſich
ganz beſonders mit der Hautpflege beſchäftigt.
Lano=
lin=Toilette=Cream, Marke „Pfeilring”, hat
ſich trefflich bewährt, um Flechten, Schrunden, Pickel ꝛc.
zu beſeitigen. Namentlich aber wird die Anwendung
des Lanolin=Creams bei kleinen Kindern allgemein
em=
pfohlen, bei denen das früher ſo häufige Wundſein
da=
durch vollkommen vermieden wird. Der Lanolin=Cream,
Marke „Pfeilring” ſollte daher in keiner Kinderſtube
fehlen. Er iſt in allen Apotheken und Drogerien
erhält=
lich. Man achte bei dem Einkauf darauf, daß jede
Packung die Schutzmarke „Pfeilring” trägt, da nur dieſe
die Echtheit des Präparates garantiert.
Todes-Anzeige.
Freunden und Bekannten die ſchmerzliche
Nachricht, daß meine liebe Frau, unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau
Mathilde Kronenberver
geb.. Sorg
heute morgen 5½ Uhr, nach langem, ſchweren
(*3816
Leiden ſanft verſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Louis Kronenberger,
Amalie Brand, geb. Kronenberger,
Hugo Kronenberger,
Eduard Brand.
Darmſtadt, den 15. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, 17. Februar,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen einzigen treubeſorgten lieben Sohn,
unſeren lieben Bruder, Bräutigam, Schwager
und Onkel
(4008
Herrn
Ingenieur Hans Engel
nach kurzem Krankſein zu ſich abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Sofie Engel Witwe,
geb. Benner.
Darmſtadt, den 14. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
3 Uhr, vom Sterbehaus Mollerſtraße 27
aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche höflichſt dankend verbeten.
Allen Philiſtern und Inaktiven teilen wir
hierdurch mit, daß unſer Ehrenphiliſter
Hans Engel
Dst.
6)
plötzlich verſchieder
(4050
iſt
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hochdruckgebiet hat ſich ausgedehnt
und beherrſcht die Witterung von ganz Europg.
Nieder=
ſchläge ſind nur ganz gering gefallen. Es ſteht vorläufig
keine Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 16. Februar:
Wolkig, meiſt trocken, Nachtfroſt, Morgennebel.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied
(4052
Herrn Hans Engel
Ingenieur
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Samstag, den
17. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom
Sterbe=
haus Mollerſtraße 27 aus, ſtatt.
Sammlung am Sterbehaus.
Zur Teilnahme an der Beerdigung
wer=
den die Kameraden Herden bis Kuſchel, ſowie
der 2. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Alt=Heidelberg‟.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kurſus über Armenpflege ꝛc.: Beſichtigung der
Kleinkinderſchule Mollerſtraße 23 um 3 Uhr. — Vorträge
von Lehrer Eidmann um 4½ Uhr und Profeſſor
Kiſ=
ſinger um 5¼ Uhr im Saalbau.
Konzert zum Beſten der Kleinkinderſchule und der
Krippe der Johannesgemeinde um 6 Uhr in der
Johanneskirche.
Vortrag mit Lichtbilder von Miſſionar Gſell um 6¼ und
8½ Uhr Mollerſtr. 2 (Männervereinigung u.
Frauen=
verein der Martinsgemeinde).
Vortrag mit Lichtbi der von Profeſſor Brockmann um
8¼ Uhr Neckarſtraße 3 (Ortsgewerbeverein).
Familienabend des Kirchengeſangvereins der
Johan=
nesgemeinde um 8 Uhr im „Fürſtenſaal”
Gaſtſpiel des Marionetten=Theaters Münchener
Künſt=
ler um 5 und 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Konzert um 6 Uhe im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
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belminenſtraße 27 (geöffnet von 10—1 u. —7 Uhr).
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Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
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Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Eröffnung des Reichstages durch Alterspräſident
Trä=
ger; das Reſultat der bayeriſchen Landtagswahlen;
das verunglückte engliſche Unterſeeboot „A 3‟ der
Rektor des St. Bernhard=Hoſpizes mit ſeinen Hunden.
Verſteigerungsraenver.
Samstar, 17. Februar.
Herrenanzüge= ꝛc. Verſteigerung um 9 u. 3. Uhr
Grafenſtraße 25.
Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den rol tiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblakts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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u. mit der ob. genannten Dame in
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Jeune Dalle jecons de gram.,
convers., litt. Offres sous 755
au bur. du journ.
(4002a
Nummer 40.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dachshund. 1 Foxterrier, 1 Jagdhund, 1
Dober=
mann (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung, der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(4032
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Lichtenbergſtraße zwiſchen der Gutenberg= und Dieburgerſtraße
für die Zeit vom 17. bis zum 29. Februar ds. Js. für den
Fuhr=
werksvertehr geſverrt.
(4061
Bekanntmachung.
Aufrechthaltung der Sicherheit und Ordnung während der
Faſtnachtszeit betr.
Nachdem in den letzten Jahren wiederholt Ausſchreitungen an
den Faſtnachtstagen vorgekommen ſind, haben wir uns gleichwie im
verfloſſenen Jahre veranlaßt geſehen, den Polizeiaufſichtsdienſt in den
verkehrsreichſten Straßen der Stadt an den Faſtnachtstagen zu
verſtärken.
Die Beamten ſind mit ſtrengſter Weiſung verſehen, gegen alle
Ausſchreitungen unnachſichtlich vorzugehen.
Alle Verkleidungen, ſowie das Anheften und Verteilen von
bildlichen Darſtellungen, Liedern, Zetteln und dergleichen, welche
gegen die guten Sittten verſtoßen, ſind verboten.
Ebenſo iſt das unbefugte Tragen von Militär= und
Beamten=
uniform unterſagt.
Aus feuerpolizeilichen Gründen muß das Tragen von Laternen,
die mit Spiritus, Petroleum oder ähnlichen leicht entzündlichen
Flüſſigkeiten geſpeiſt werden, bei Maskenbällen, Aufzügen oder
ähn=
lichen Gelegenheiten verboten werden. In öffentlichen
Verſamm=
lungen, wie insbeſondere Ballfälen und Wirtſchaften, iſt in
an=
betracht der Feuersgefahr das Werfen mit Papierſchlangen,
Papierſchnitzeln oder ſonſtigen feuergefährlichen Gegenſtänden
unzuläſſig. Außerdem müſſen ſämtliche Ein= und Ausgänge,
ſowie die Korridore im Innern der Räume freigehalten werden
und dürfen nicht durch Tiſche, Stühle, Bänke oder dergleichen
verſtellt werden.
Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, ſowie aus den
Häuſern darf nicht mit Orangen, Aepfeln oder ſonſtigen harten
Gegen=
ſtänden geworfen werden. Beim Werfen mit Papierſchlangen iſt
darauf zu achten, daß die Leitungsdrähte der elektriſchen
Straßen=
bahn nicht damit behängt werden.
Aus geſundheitspolizeilichen Gründen iſt das Aufheben und
Anſammeln von Konfetti oder Papierſchlangen von der Straße,
des=
gleichen das Werfen mit aufgehobenem Konfetti oder Papierſchlangen
nicht zuzulaſſen. Ebenſo iſt der Verkauf und Gebrauch von
Pfauen=
federn und Federwedeln zu beanſtanden. Sollten in letzterer
Rich=
tung Beläſtigungen des Publikums hervortreten, ſo iſt die
Beſchlag=
nahme der Gegenſtände zu gewärtigen.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden auf Grund
der beſtehenden geſetzlichen und verordnungsmäßigen Beſtimmungen
geahndet werden.
Indem wir dies zur Kenntnis des Publikums bringen, richten
wir an die Einwohnerſchaft die Vitte, unſere Polizeiorgane in der
Durchführung der getroffenen Maßnahmen nach Möglichkeit
unter=
ſtützen zu wollen.
Darmſtadt, den 14. Februar 1912.
(4024fsi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Die nachſtehende Warnung des Königlichen Polizel=Präſidiums
Berlin bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 14. Februar 1912.
(4060
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Warnung.
Im Anſchluß an meine öffentliche Warnung vor dem
wert=
loſen, unter gewiſſen Umſtänden geſundheitsſchädlichen
Trunkſuchts=
mittel „Alcola” vom 13. Juni 1911 — 1654 I. 16/11 — mache ich
darauf aufmerkſam, daß dieſes Präparat auch unter der Bezeichnung
„Trunkſuchtsmittel der Frau Anderſon in Hilburn N. Y.” in den
Handel gebracht und öffentlich angeprieſen wird.
Gleichzeitig warne ich hiermit allgemein vor dem Bezuge von
Mitteln zur Heilung der Trunkſucht. Die Erfahrung hat gelehrt, daß
bisher keinerlei Arznei für die Entwöhnung vom Trunk ſich als
wirkſam erwieſen hat, vielmehr nur Entziehung aller alkoholiſchen
Getränke, nötigenfalls unter Ueberführung des Trinkers in eine ge
eignete Heilanſtalt, bei der Behandlung der Trunkſucht Erfolge
lie=
fern kann.
Berlin, den 30. Januar 1912.
Der Polizeipräſident:
Im Auftrage: Trewendt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, den 17. Februar 1912, nachm. 2 Uhr
verſteigere ich in Nieder=Ramſtadt an Ort und Stelle öffentlich
meiſtbietend gegen Barzahlung folgende Pfänder:
1 Tafelklavier, 2 Tiſche, 1 Dezimalwage mit Gewichten,
1 Kleiderſchrank, 15 Diele (Eichenholz) 2 Schleifſteine,
2 Hobelbänke mit Zubehör, 1 unfertige Hobelbank, 1
Werk=
zeugſchrank mit 31 Kehl= u. anderen Hobeln, 2 unverglaſte
Fenſter, 12 verſchiedene Bohrer, 7 verſchiedene Sägen, 30
ver=
ſchiedene Werkzeuge, 1 Gummiſchlauch, 6 Schraubenzwingen,
1 Partie Klammern, etwa 15m Brennholz, etwa 50
Baum=
ſtützen, 56 Kieferndiele, 2 Pflüge, 1 Vorderpflug, 1 Paar
Kaſtenleitern mit Diel, 2 vierräderige Wagen, 1 Egge,
1 Häckſelmaſchine, 5 Zentner Stroh, 2 alte Pferdegeſchirre,
70 Stück Stangen, 1 Handwagen, 2 ſtarke Einlegſchweine,
1 fettes Schwein, 1 junge Ziege, 20 Hühner u. 1 Hahn.
Zuſammenkunft der Steigerer am Rathaus.
(4010
Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 28.
Brennholz=Verſteigerung.
Montag, 19. Februar I. J., vormittags 9½ Uhr
anfangend, ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klings
ackertanne, nachverzeichnete Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an
Ort und Stelle verſteigert werden.
Es kommen zum Ausgebot:
70 rm Buchen=Scheit
80 rm Scheitkiefern
=Knüppel
50
60 „ Knüppelkiefern
2200 Stck. „ =Wellen
400 Stck. Kiefern=Wellen
5,8 rm „=Stock
180 rm Kiefern=Stock
Die Zuſammenkunft der Steigerer an der Schirmſchneiſe (Halte=
(4017fs
ſtelle der Dampfſtraßenbahn).
Eberſtadt, den 12. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Zu verk. (Prachtwerke)
Geſchichte d. deutſchen Kunſt, 5 Bde.,
Lübke: Denkmäler der Kunſt,
Weißer: Bilderatlas zur
Weltge=
ſchichte. Näh. in der Exp. (*3684df
Steuer=Ausſchläge.
Die Gemeinde= und
Kirchen=
ſtener=Nachtrags=Hebregiſter
Nr. XXIX-XXKIV der Gemeinde
Darmſtadt, ſowie Nr. XXVI-XXX
der Gemeinde Darmſtadt (
Beſſun=
ger Stadtteil) für 1911 liegen vom
19. lfd. Mts. an acht Tage lang
auf dem Büro der Stadtkaſſe,
Grafenſtraße 28, zur Einſicht auf.
Beſchwerden gegen die
Beitrags=
pflicht oder gegen das
angenom=
mene Beitragsverhältnis müſſen
binnen der erſten vier Wochen nach
Ablauf der
Offenlegungsfriſtlſchrift=
lich oder mündlich) bei
Großher=
zoglichem Kreisamt vorgebracht
werden. Später vorgebrachte
Be=
ſchwerden finden keine Berückſich
tigung.
(4042
Darmſtadt, 12. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
Einziehung eines
Erb=
begräbnisplatzes.
Der Erbbegräbnisplatz
Abteilung II, Mauer Nr. 187,
(Nelſon Suckling)
der beim Wegzug des Beſitzers
an die Stadt Darmſtadt
zurück=
gefallen iſt, ſoll weitervergeben
werden.
(4041fs
Anſprüche an den Platz ſind bis
zum 20. k. Mts. bei uns geltend
zu machen, widrigenfalls ſeine
Ein=
ziehung und Weitervergebung
er=
folgt.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Schreinerarbeiten.
Die bei Errichtung eines
ſtädti=
ſchen Gebäudes am neuen
Haupt=
bahnhof, ſowie eines
Oktroi=
erhebegebäudes am Dornheimer
Weg vorkommenden
Schreiner=
arbeiten ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungenliegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Samstag, 24. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(4039fs
Darmſtadt, 15. Februar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Schulgeld-Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium und deſſen
Vor=
ſchule, die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchulen, die Großh.
Liebigs=Oberrealſchule, die
Vor=
ſchule der Großh. Gymnaſien,
die Viktoriaſchule, das
Lehrer=
innen=Seminar, die
Eleonoren=
ſchule und die Mittelſchulen für
das I. Kalender=Vierteljahr
1912 iſt, bei Meidung der
Mah=
nung, bis Ende lfd. Mts. an
den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
(3918a
Darmſtadt, 12. Februar 1912.
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Hahn.
Fuhrleiſtungen.
Die Fuhrleiſtungen bei dem
Stadtbauamte im
Verwaltungs=
jahr 1912, ſowie die Anfuhr der
in dem Verwaltungsjahre 1912 für
die ſtädtiſchen Schulanſtalten ꝛc.
benötigten Kohlen ſollen getrennt
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be
dingungen liegen beidem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, 26. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(4000df
Darmſtadt, 14. Februar 1912.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Bekanntmachung.
Freitag, den 8. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Jakob Hirſchinger
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
IV 122 801 Hofreite
Mag=
dalenenſtraße
ſtraße Nr. 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K120/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4025
leiderſchrank, 1tür., zu verk
Zu erfr. in der Exp. (*3763fs
erh. Flöte, für Anf. geeignet
bill. zu verk. Tannenſtr. 8. (B4049
Nur noch 2 Tage.
Freitag und Samstag dieſer Woche, von
vor=
mittags 9 Uhr und nachmittags 3 Uhr ab,
ver=
ſteigere ich auf freiwilligen Antrag im Ladenlokal
Grafenstrasse Nr. 25
einige große Poſten:
Herren=Anzüge in allen Größen
Jünglings=Anzüge
Knaben=Anzüge
Konfirmanden=Anzüge,
Sport=Anzüge
„
Ueberzieher für Herren, Jünglinge
Ulſter
und Knaben in allen
Größen.
Lodenjoppen
für Herren= u. Knaben=Anzüge, ſo=
Buckskin=Stoff
wie für Damen=Koſtüme und=Röcke.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden.
gegen bare Zahlung ſtatt.
(4045
Darmſtadt, den 10. Februar 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Privat-Handelsschule
Fortbilchnag fin
Bekanntmachung.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
qm
F
Nr.
IV 3547/100 318/10 Hofreite
Liebfrauen=
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſ
verſteigert werden.
(K5/12
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgerichts Darmſtadt I.
Müller.
068
Bekanntmachung.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Hein=
rich Jacoby VIII. dahier gehöri
gen Immobilien:
Flur Nr. qm
I 32¾10 232 Hofreite
Luiſenſtr.
I 327/10 233 Hofreite
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſ
verſteigert werden. (K141/11
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt 1
Müller. (V2066
Bekanntmachung.
Freitag, 1. Mörz I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahier gehörige Lie
genſchaft:
qm
Flur Nr.
I 31 730 Hofreite
Luiſenſtr.
I 32¼10 157 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K1/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2067
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die unterm Heutigen abgehaltene
Brennholzverſteigerung Nr. 10 iſt
genehmigt. Die Ueberweiſung des
Holzes und der erſte Abfuhrtag
ſind auf Dienstag, den 20. d. M.
(4007
feſtgeſetzt.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
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Abteil. ür = Wortbildungsschüler.
Das Sommer-Semester beginnt Anfangs April. Einzelfächer
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ſpottbillig abzugeben Garten=
(*3798
ſtraße 20, part.
St.=B. 96/11. Inder Privatklageſache
des Peter Waas, Kutſcher in
Darmſtadt, Liebigſtr. 7, vertreten
durch Rechtsanwälte Dr. Fulda &
Bendheim, hier, Privatklägers,
gegen den Heinrich Graf,
Lohn=
kutſcher in Darmſtadt, Liebigſtr. 35,
vertreten durch Rechtsanwälte
Neuſchäffer & Dr. Maurer, hier,
Angeklagten, wegen Beleidigung
hat das Großh. Schöffengericht I
zu Darmſtadt am 22. Dezember 1911
für Recht erkannt:
Der Angeklagte Heinrich Graf,
geboren am 21. Oktober 1874 zu
Michelſtadt, wohnhaft in
Darm=
ſtadt, evangeliſch, Kutſcher,
vor=
beſtraft, iſt der Beleidigung im
Sinne des § 185, 186, 200 St.=G.=B.
ſchuldig und wird in eine
Geld=
ſtrafe in Höhe von 25 Mk., im
Un=
einbringlichkeitsfalle mit 5 Tagen
Gefängnis zu verbüßen, genommen.
Der Privatkläger und
Wider=
beklagte, Peter Johann Waas iſt
der ihm zur Laſt gelegten
Be=
leidigung nicht ſchuldig und wird
von Strafe und Koſten
freige=
ſprochen. Dem Privatkläger wird
die Befugnis zugeſprochen, den
ent=
ſcheidenden Teil dieſes Urteils auf
Koſten des Angeklagten einmal in
der Zeit von 8 Tagen nach
Rechts=
kraft des Urteils in dem „
Darm=
ſtädter Tagblatt” öffentlich bekannt
zu machen. Der Angeklagte wird
verurteilt, die Koſten des Verfahrens
einſchläglich der dem Privatkläger
durch Privatklage und Widerklage
erwachſenen notwendigen
Aus=
lagen zu tragen.
Die Richtigkeit der Abſchrift der
Urteilsformel wird beglaubigt und
die Vollſtreckbarkeit des Urteils
(*3777
beſcheinigt.
Darmſtadt, den 14. Februar 1912.
gez. Spieß.
L. 8.
Herichtsſchreiber. Gr. AmtsgerichtsI
Für die Abſchrift:
Dr. Fulda, Rechtsanwalt.
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Man büte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAKIN. (VI2083
8)
Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
Nachdem Mann und Frau allein geblieben waren,
ſprach lange keins von beiden ein Wort. Lilli ſtand vor
dem Ofen und preßte die Hände, die ſo eiſig kalt waren,
gegen die warmen weißen Kacheln. Hin und wieder ging
es durch ihren feinen, ſchlanken Körper wie ein Fröſteln
und Schütteln. Sie ſah ſich in dieſer fremden Welt um
und fror noch mehr. Ihr erſchien alles weniger dürftig
und einfach als hart, unwohnlich, kantig, rauh! Nichts
von alledem, was ſie gewohnt war, behaglich zu nennen
und zu empfinden. Daß hier Tagewerk, Sinn, Haus und
Stube in Harmonie waren, mußte ihr verſchloſſen bleiben.
Denn ſie verſtand die Gedanken und die Arbeit nicht, die
hier in Halligboſtel einander bedingten. Lührſen ſaß
un=
beweglich, halb abgewendet auf ſeinem Schreibtiſchſtuhl,
die Ellenbogen auf den Knien, und hielt die Hände
ver=
ſchlungen. Sie ſah nur ſein derbes, kräftiges Profil und
ſeine breiten Schultern.
Nur hob er langſam den Kopf und horchte nach dem
Krankenzimmer, knöpfte langſam die dicke Lodenjoppe auf
und ſagte leiſe: Seien wir dankbar, daß wir ſo weit ſind.
Das Kind hat dich ſeit langen Jahren nicht geſehen.
Seit fünf Jahren nicht, ja, ſo lange iſt’s her! Dann
flog es unſtet über ihr Geſicht, und es kam heraus mit
voller Leidenſchaft: Du, du haſt ihn mir genommen, das
Kind der Mutter, die es in Qualen geboren! Aber du
ſtandeſt da mit dem Geſetz, das uns Frauen rechtlos, zu
Sklavinnen macht. Hart wie Stein, Gerdt Lührſen!
O, ich kenne das Geſicht!
Wie ſeltſam ihm ihre Art zu ſprechen vorkam, die
Gewandtheit und auch Gewähltheit des Ausdrucks, hier,
wo man ſich ſo einfach auszuſprechen pflegte, ſehr
form=
los oft, wenn’s nur richtig war. Ihre Vorwürfe flogen
auf ihn herunter, ſcharf, herb, verletzend. Aber er hatte
ſich geſchworen, ruhig bleiben zu wollen und die Mutter
in ihr zu ſchonen.
Hart mußte ich ſein, Lilli. Leider! Sollte ich dir
den Jungen laſſen? Wollteſt du etwa in deiner Welt dort
einen Mann aus ihm bilden? Ich mußte ſo handeln.
Mußteſt ſo handeln? Aber du, du konnteſt ihn
er=
ziehen, natürlich du allein. Du kannſt ja alles, was du
willſt!
Ich verſuche es wenigſtens, ſagte er langſam.
War ich nicht auch ein Menſch, ſo gut wie du, ſo frei
wie du? Hatte ich nicht ein Recht, mich auszuleben in
der Richtung, wo meine Gaben, meine Intereſſen lagen?
Gerade damals, als ich meine Laufbahn als
Schrift=
ſtellerin in der Frauenbewegung begann. Aber das
ver=
trug ein gewiſſer Lührſen nicht!
So, nun wußte er, daß ſeine geheime Hoffnung auf
ein ruhiges, reſigniertes Verkehren mit ihr falſch geweſen
war. Sie ſprach genau ſo, als ob ſtatt der fünf Jahre
nur fünf Tage ſeit der Trennung damals vergangen
wären.
Doch, Lilli, das vertrug ich wohl! Zum Teil
ver=
ſtand ich es auch. Aber eines von uns beiden mußte dem
andern ein Opfer bringen!
Und weshalb denn du nicht?
Mich rief die einfachſte, natürliche Pflicht.
Die Pflicht —? Ja, was Du ſo zu nennen beliebteſt!
Konnte es Dir Pflicht ſein, die Fehler und Sünden eines
Toten zu büßen, als Dein Vater ſtarb?
Lührſen ſtand auf, ſtützte die eine Hand auf den Tiſch
und ſteckte die andere als Fauſt in die Taſche ſeiner Joppe.
Nicht um eines Toten willen, ſondern um zweier Lebendigen
willen. Meine Mutetr lebte noch. — Hier iſt ſie dann
ge=
ſtorben, hier bin ich geboren und aufgewachſen und geworden
zu dem, was ich bin. In dieſem Hauſe, auf dieſem Boden
iſt nun einmal meine Heimat, und unſer Junge ſoll ein
Heimrecht behalten hier, wo die Lührſens gearbeitet haben
ſeit Jahrhunderten.
Das ſind ja Phraſen! ſagte Lilli.
Sie traf den Mann ſchwer.
Phraſen — — 2 Ah, weil Dein Gemüt nicht —, er hielt
inne, bezwang ſich und ſagte milder: Dieſe erſte Stunde
ſoll den alten Zwiſt nicht erneuern, nicht in dieſem Raume,
wo ich in der letzten Nacht mit meinem Gott um unſer
Kind gerungen habe.
Da begann ſie mit kurzen, haſtigen Schritten auf und
ab zu gehen. Ihre Kleider rauſchten dabei und das braune
34 eigene
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Nummer 40.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
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Sammetkleid leuchtete im Lampenſchein, und jedesmal, wenn
ſie an ihm vorüberkam, ſpürte er den Duft eines feinen
Parfüms.
Und Du begreifſt wohl gar nicht, was ich dort
durch=
leiden mußte, dort an jener Tür? Die Fremde ging hinein
und ich, die Mutter, mußte an der Schwelle ſtehen und um
einen Blick auf mein Kind betteln!
Doch, Lilli, das verſtehe ich wohl, und ich habe in
Deiner Seele mitgelitten! — Wic iſt es dir ergangen, Lilli?
Biſt Du glücklich in Deinem Beruf?
Das klang wirklich wie Teilnahme, und weil es ſo klang,
ging ſie nicht darauf ein, ſondern fragte, ihn prüfend
an=
ſehnd: Du biſt grau geworden, Gerdt?
Ja, ich bin’s geworden.
Und dies hier iſt Dein Wohnzimmer?
Ja, hier arbeite ich abends, wenn die praktiſche Arbeit
vorüber iſt. Ich habe nur noch ein kleines Bureau
drüben. —
Sie ſchwiegen beide. Dora ſtand draußen vor der Tür
und horchte, ob ſie eintreten könnte. Als es nun ſtill blieb,
klopfte ſie, und Lührſen ſagte: Herein! Sie brachte den
Kaffee.
Ich dachte, nach der eiſigen Fahrt im Schlitten — bitte
gnädige Frau — ich wollte ſagen, möchten Sie nicht eine
Taſſe Kaffee —2
licfun und den öhn. eine meiner Srotihr Zimer
und nimm die Sachen mit. Frau Tannert ſoll den Kaffee
hinauftragen.
Lilli ging ſtumm an ihm vorbei.
Nun ſtand er allein mitten im Zimmer und preßte
eine Stuhllehne zwiſchen den Fäuſten und hätte am liebſten
das Holz in Stücke gebrochen. Wie war das alles
abſcheu=
lich und ſchwer! Dann trat er ans Fenſter, drückte den Arm
gegen das Holzwerk und ſtützte den Kopf in die Hand.
Ja, Schnee — Schnee —! Immerzu, alles einebnen!
Ich will ja ſtillhalten und geduldig ſein und gerecht, ſo
ſchwer es ſein mag. Einebnen —? Wenn ich’s nur auch
könnte und — wenn ſie es könnte!
Lührſen ſprach den ganzen Abend kein Wort mehr.
Auch nicht mit Dora, die früh ins Krankenzimmer ging,
um ſich zum Schlafen niederzulegen. Sie war ſo müde, daß
ſie kaum noch etwas denken konnte. Nun war die Mutter
oben im Fremdenzimemr und ſie, die Fremde, bei deren
Kind. Das ging nicht ſo fort. Aber wie es werden ſollte
wußte ſie auch nicht und konnte es auch nicht zurechtdenken,
denn ſie war zu müde nach den drei durchwachten
Nächten.
(Fortſetzung folgt.)
Sie begann zu ſtottern. Nur um der eigenen
Verlegen=
heit ein Ende zu machen, fügte ſie ſchnell hinzu: Herr
Lühr=
ſen, der Kornhändler war heute abend da, ich habe lange
mit ihm verhandeln müſſen, bis er den Preis gab, den
Sie haben wollten.
Nun war Lührſen wieder er ſelbſt. Bravo, das haben
Sie gut gemacht! rief er, das hätte ich kaum erwartet. Das
fleckt: bei Dreihundert Zentnern auf jeden fünfundvierzig
Pfennige mehr. Ich danke Ihnen vielmals. — Ganz recht,
komm Lilli, heißer Kaffee ſoll uns gut tun. Ich mußte
nämlich im Hohlweg durch den Schnee bis an die Hüften.
Naß wie ne Ratte!
Lilli hatte die ganze Zeit geſtanden, und ihre Blicke
waren von einem zum andern geflogen, prüfend, forſchend,
beobachtend. Ich bin müde und ginge gern zur Ruhe auf
mein Zimmer. Ich kann den Kaffee ja dort nehmen.
Wollen Sie mir meine Sachen gleich hinauftragen,
Fräulein?
Dora griff nach dem Pelzmantel. Da trat Lührſen
dazwiſchen und ſagte ſehr beſtimmt: Laſſen Sie die Sachen
dort hängen, das kann die Stine beſorgen oder Frau
Tannert.
Aber, Herr Lührſen, ich tue es ja ſehr gern.
Ich wünſche das nicht, erwiderte er hart. Dora ging
mit geſenktem Korf hinaus, und er folgte ihr zur Tür und
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Nummer 40.
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den 18. Februar, ab 4 Uhr nachmittags
Konzert in allen Etagen. 1 Tanz in den Sälen.
Souper
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912.
Nummer 40
rastnacht-Dienstag
Tanz in den Sälen.
Cölner Carneval!
unter Mitwirkung der Kapelle des Art.-Reg. 61
M. Weber.
Persönliche Leitung: Herr Musikmeister
Pon Zed rür
geschlossen.
Von 5—6 Uhr: Promenade-Konzert vor dem Hotel.
Von 6 Uhr an Souper à Mk. 2.50.
jrösstes
Carnevalfest der Residenz
Masken-Redoute. Luftschlangen-Schlachten. Närrisches Treiben.
Im Parterre persönliche Leitung:
er Muslmeister M. Weber.
Carneval-Konzerte:
Tanz in den Sälen.
Carneval im ganzen Haus!
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Passepartouts, gültig für die 4. Fastnachtstage, sind beim Portier zu haben à Mk. 1.50
In!
Garderobe in der 1. Etage.
Bestellungen für Soupers u. Tische rechtzeitig erbeten.
1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
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am Freitag, den 16. Februar, abends 8¼ Uhr,
im Sitzungssaal der Grossh. Zentralstelle für die Gewerbe
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des Herrn Professor Brockmann aus Offenbach a. M.
über:
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Unsere Mitglieder und deren Angehörige laden wir zu
zahl-
reichem Besuche ein. Gäste sind willkommen.
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Der Vorstand.
Katholiken=Verein,
Sonntag, 3. März 1912, nachmittags 4 Uhr,
Ordentliche Mitgliederverſammlung.
Tagesordnung: § 38 der Satzungen.
Die Rechnung für 1911 liegt vom 25. Februar ab beim Rechner
zur Einſicht offen.
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Der Vorstand.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Februar 1912
Nummer 40.
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:: unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters F. Mickley.
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Eintritt à Person: Herrenkarte Mk. 1.50, Damenkarte Mk. 1.—. Im Vorverkauf (beim Portier des
Hotels) Herrenkarte Mk. 1.25, Damenkarte Mk. O.75.
In den Parterreräumen Soupers à Mk. 3.—. Bestellungen für Tische und Soupers rechtzeitig erbeten.
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