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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
Inſerafe
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadt,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Reichstag iſt geſtern vormittag 12 Uhr durch den
Kaiſer mit einer Thronrede eröffnet worden.
Die Wirtſchaftliche Vereinigung des
Reichs=
tags hat beſchloſſen, von einer
Neukonſtituie=
rung Abſtand zu nehmen.
Der König von Montenegro iſt am Dienstag
abend in Berlin eingetroffen.
Die franzöſiſche Kammer hat die Beratung des
Flottenprogramms begonnen.
Der König von Dänemark iſt plötzlich ernſtlich
erkrankt.
General Caneva iſt von Tripolis in Rom
einge=
troffen.
Zur Reichstagspräſidenten=Wahl.
* Die Berliner Morgenpoſt meldet aus Berlin: Die
offizielle Bildung der Reichstagsfraktionen ſollte erſt am
Mittwoch erfolgen, die Entſcheidung über die
Prä=
ſidentenwahl wird erſt am Donnerstag fallen,
ſodaß die Präſidentenwahl am Freitag ſtattfinden
wird. Nach dem Berliner Tageblatt hielten die
National=
liberaler und die Sozialdemokraten bereits am Dienstag
Fraktionsſitzungen ab. Die Nationalliberalen erörterten
dabei die Präſidentenfrage, doch wurde ein Beſchluß nicht
gefaßt. Die Nationalliberale Fraktion hält, wie aus der
Geſamtabſtimmung hervorging, die ſchwarz=blauen
Par=
teien zwar nicht mehr für die Mehrheit, doch hegt die
Fraktion auch Zweifel am Beſtehen einer Linksmajorität.
Die Nationalliberalen wollen von einem ausgeſprochenen
Linkspräſidium nichts wiſſen, erklären aber den Anſpruch
der Sozialdemokraten auf einen Sitz im Präſidium als
gerechtfertigt. Sie wollen für den ſozialdemokratiſchen
Vizepräſidenten ſtimmen, falls dieſer erklärt, ſich an den
üblichen Beſuchen des Geſamtpräſidiums bei dem Kaiſer
beteiligen zu wollen — Nach dem Vorwärts fanden ſich
am Dienstag bei der erſten Sitzung der
ſozialdemokrati=
ſchen Reichstagsfraktion die Mitglieder der Fraktion
voll=
zählig ein. Bebel begrüßte die Mitglieder mit einer
längeren Anſprache, in der er ſeine Freude über den
gro=
ßen Wahlſieg der Sozialdemokratie ausdrückte. Die
Frak=
tion wählte hierauf Haaſe und Molkenbuhr zu
Vorſitzen=
den in dem Fraktionsvorſtand. Fiſcher=Berlin und Dr.
David=Mainz wurden Schriftführer, Kaden und Ebert
Kaſſierer des Vorſtandes. — Nach dem Berliner Tageblatt
entſchloß ſich die ſozialdemokratiſche Fraktion
nach längerer Debatte, auf den Poſten des erſten
Vize=
präſidenten Anſpruch zu erheben. Hierfür dürfte
der Abgeordnete Scheidemann in Vorſchlag gebracht
wer=
den. Der Abgeordnete Dietz hatte gebeten, von ſeiner
Perſon abzuſehen. Ferner will die Sozialdemokratie
durch mindeſtens einen Schriftführer im Vorſtande des
Reichstages vertreten ſein. In Vorſchlag dürfte, wie im
Jahre 1907, der Abgeordnete Richard Fiſcher=Berlin
ge=
bracht werden. — Nach Mitteilungen aus
Zentrumskrei=
ſen wird das Zentrum den konſervativen Präſidenten und
zwar vorausſichtlich den Grafen von Schwerin=Löwitz
wählen.
Die Frankf. Ztg. ermahnt die
ſozialdemokra=
tiſche Partei nochmals jetzt praktiſche Politik zu
treiben:
Die Sozialdemokratie befindet ſich jetzt an einer
Schickſalswende, ſie ſoll in einem mannhaften Entſchluß
aus den Nebeln ihres Zukunftsſtaates heraustreten in das
helle Tageslicht, um praktiſche Politik zu treiben. Sie
könnte es, ohne an dem „Endziel” zu rütteln, wenn ſie nur
die lächerliche Kataſtrophen=Theorie aufgibt und ſich zu
der Erkenntnis durchringt, daß auch weite Wege nur
ſchrittweiſe zurückgelegt werden können. Praktiſche
Fort=
ſchritte, allmähliche Erfolge, ſind ſie nicht auch für die
Ar=
beiterſchaft wertvoll? Soll das politiſche Kapital, das in
der deutſchen Arbeiterſchaft ſteckt, abermals ungemünzt
bleiben und ſollen ſeine Zinſen nutzlos vergeudet werden?
Die Entſcheidung hierüber könnte bereits bei der
Prä=
ſidentenwahl fallen, die ganz unter dem
Geſichts=
punkt ſtehen muß: die Linksmehrheit zu ſammeln und ſie
wirkſam zu machen. Wie die Dinge liegen. gehört
offen=
bar mehr politiſches Talent und mehr taktiſche Klugheit
dazu, die Nationalliberalen in dieſer Mehrheit feſtzuhal=
ten, als ſie hinauszutreiben. Das mahnend
auszuſpre=
chen, iſt jetzt nützlicher, als es zu verſchweigen. Das
Stu=
dium der ſozialdemokratiſchen Preſſe läßt einſtweilen den
guten Willen, die durch die Wahl geſchaffene Situation
zu verſtehen und ihr gerecht zu werden, leider nicht
er=
kennen. Es wird unendlich viel leichter ſein, die Wähler
um das Ergebnis ihrer Anſtrengungen zu bringen, als
ihren Willen im Reichstag durchzuſetzen. Große Worte
ſind eben ſtets wohlſeiler geweſen als große Taten. Noch
aber iſt es Zeit, zur Beſonnenheit zu mahnen und die
Ge=
wählten daran zu erinnern, was die Wähler von ihnen
erwarten. Möge der Reichstag von 1912 nicht in die
Fuß=
ſtapfen ſenes von 190 treten!
Nach anderen Meldungen hätten bereits
Beſprechun=
gen im Reichstage zwiſchen einzelnen Fraktionen über
die Wahl des Präſidenten und der beiden Vizepräſidenten
ſtattgefunden. Man habe verhandelt über einen
national=
liberalen Präſidenten und Vizepräſidenten aus der So.
zialdemokratie und dem Zentrum. Dieſe Kombination
ſei aber am Widerſpruch des Zentrums geſcheitert. Auch
andere Kombinationen ſeien bisher ergebnislos
ge=
blieben.
Verſtimmung in Italien.
* In italieniſchen Kammerkreiſen macht ſich eine
ſtarke Oppoſition gegen Giolitti bemerkbar. Die
Un=
zufriedenheit mit den bisherigen Ergebniſſen des
tripo=
litaniſchen Krieges, heißt es, greift raſch um ſich. Die
Regierung gibt zu, daß der Krieg bereits 315 Millionen
verſchlungen habe, es heißt aber, daß die Kriegskoſten
noch viel größer ſeien ,man ſpricht von täglich 5
Millio=
nen, was zu den Erfolgen in keinem Verhältnis ſtehe.
Auch die Zurückberufung des General Caneva
zur Beratung mit Giolitti über die Kriegslage macht
ei=
nen ungünſtigen Eindruck, man erwartet daher einen recht
ſtürmiſchen Verlauf der nächſten Kammerſitzungen.
Die plötzliche Reiſe des Gouverneurs von Tripolis
nach Rom hat allgemein großes Aufſehen erregt. Die
Tagesblätter ergehen ſich in Mutmaßungen über die
Be=
deutung dieſes Ereigniſſes. Corriere della Sera äußert
ſich ſehr zurückhaltend und findet, daß nach viermonatiger
ununterbrochener Tätigkeit in Tripolis eine Ausſprache
des Oberkommandanten mit der Regierung, beſonders
angeſichts der nahen Kammereröffnung, erklärlich ſei.
Secolo und Avanti erwarten die Abberufung Canevas,
da zu dieſem Zwecke bereits die Kunde von ſeiner
ange=
griffenen Geſundheit verbreitet wurde. Die Turiner
Stampa erhält von ihrem Tripolis=Korreſpondenten das
entſchiedenſte Dementi aller Gerüchte über eine angebliche
Erkrankung Canevas. Seine Geſundheit ſei die beſte,
Stampa ſagt: Seit geraumer Zeit wird in den leitenden
Kreiſen Roms die außergewöhnliche Vorſicht in den
Kriegsoperationen des Generals Caneva beſprochen, und
man verhehlt ſich nicht, daß ein lebhafterer Gang
derſel=
ben den Friedensabſchluß beſchleunigt haben würde, in
dem Sinne, daß die Türkei genötigt worden wäre, die
Vermittelung der Mächte anzurufen. Caneva hat ſich bei
der Uebernahme ſeiner Stellung die vollſte Freiheit
ſei=
ner Handlungen ausbedungen, gepaart mit ſeiner vollen
Verantwortlichkeit, und er hat zur oberſten Richtſchnur
ſeiner Handlungen die Vorſicht gemacht im Bewußtſein
der unberechenbaren Folgen, die eine militäriſche
Nieder=
lage ſowohl moraliſch als auch materiell, und ganz
be=
ſonders im Auslande für Italien nach ſich gezogen yaven
würde. Er hat daher ſeinen Untergeneralen aufs ſtrengſte
anbefohlen, nach jedem Gefecht in die eigenen
Schützen=
gräben zurückzukehren. Stampa glaubt, daß die Frage
der Rückkehr General Canevas nach Tripolis von ſeinen
Erklärungen und den Entſchlüſſen des Miniſteriums
be=
züglich der Fortführung des Krieges und insbeſondere
des energiſcher zu betreibenden Vormarſches abhängt.
General Caneva iſt am Dienstag mittag in Rom
eingetroffen. Er wurde vom Kriegsminiſter und dem
Chef des Generalſtabes empfangen.
Deutſches Reich.
— Rom gegen Köln. Die römiſche Unita
Cat=
tolica veröffentlicht einen heftigen Artikel gegen die
Köl=
ner Richtung und die Kölniſche Volkszeitung. In dem
Artikel heißt es: „Pius X. erläßt Erlaß auf Erlaß über
ſo viel bedeutende Fragen und in Deutſchland ſchweigt
man dazu, ja ſogar, man erlaubt den Liberalen,
Prote=
ſtanten und Freimaurern, die päpſtlichen Erlaſſe zu
be=
mängeln. Die ſogenannte katholiſche Preſſe Deutſchlands
aber ſcheint ihre Aufgabe vergeſſen zu haben und rührt
mit wenig Ausnahmen keinen Finger, um an der
Erſtar=
kung des Papſttums mitzuwirken.
— Aus Bayern. Die Korreſpondenz Hoffmann
ſchreibt: Die in einigen Zeitungen enthaltene Nachricht
betreffend den Termin der Einberufung des Landtages
und die Art der Eröffnung iſt nicht zutreffend. Bis jetzt
iſt eine Entſcheidung in dieſer Frage noch nicht getroffen.
In eingeweihten Kreiſen glaubt man verſichern zu können,
daß die Entſcheidung des Regenten nicht vor Donnerstag
erfolgt. Es ſcheint indeſſen unbedingt ſicher, daß die
Mi=
niſter von Frauendorffer und von Pfaff aus dem Kabinett
ausſcheiden. Man erzählt, daß der neue
Verkehrsmini=
ſter aus dem Reſſort der Verkehrsverwaltung entnommen
werden wird; er ſoll politiſch noch nicht in beſtimmter
Richtung gefärbt ſein. Für das Finanzminiſterium komme
ein Außenſeiter in Betracht, womöglich aus der Leitung
eines der großen Finanzinſtitute.
Das Motuproprio. Die Nationalliberalen
haben im preußiſchen Abgeordnetenhauſe einen Antrag
eingebracht, in dem die Regierung aufgefordert wird, dem
Abgeordnetenhaus möglichſt bald über die mit der Kurie
über das neue Motu proprio, betreffend das gerichtliche
Verfahren gegen Kleriker gepflogenen Verhandlungen
authentiſch Mitteilung zu machen, insbeſondere den
dar=
auf bezüglichen amtlichen Schriftwechſel vorzulegen.
— Der Entwurf des neuen
Volksſchul=
geſetzes in Sachſen. Die Zweite ſächſiſche Kammer
begann bei vollbeſetztem Hauſe die allgemeine Beratung
des Entwurfes des Volksſchulgeſetzes. Bei der
Einfüh=
rung des Entwurfs führte der Kultusminiſter u. a. aus,
der Entwurf ſei vielleicht die wichtigſte Aufgabe der
gegenwärtigen Ständeverſammlung. Die Richtlinien, die
die Grundlagen des Entwurfes bilden, ſeien von über
hundert Bezirksſchulinſpektoren günſtig beurteilt worden.
Das Selbſtverwaltungsrecht der Gemeinden ſei in keiner
Weiſe eingeſchränkt. An die Spitze ſtelle der Entwurf
zu=
nächſt die ſittliche und religiöſe, ſowie die vaterländiſche
Erziehung, die in einem monarchiſchen Staate
ſelbſt=
verſtändlich in einer königs= und kaiſertreuen Geſinnung
zum Ausdruck kommen müſſe. An der Aufrechterhaltung
des konfeſſionellen Charakters der Volksſchule hielt die
Regierung unbedingt feſt. Es dürfe auch kein Widerſpruch
zwiſchen dem Inhalt des Religionsunterrichtes der Schule
und der Lehre der Kirche beſtehen. Die Aenderungen, die
die Zweite Kammer 1909 als wünſchenswerte bezeichnete,
ſeien im Entwurf berückſichtigt, reſp. gleich erfüllt
wor=
den, ſo u. a. die Aufhebung der Ortsſchulaufſicht der
Geiſt=
lichen, die Durchführung einer fachmänniſchen
Schulauf=
ſicht, die Feſtſetzung der Schülerzahl einer Klaſſe und die
Forderung eines obligatoriſchen Fortbildungsunterrichts
für Mädchen. Der Miniſter bat am Schluſſe die Parteien,
den vorliegenden Entwurf ſorgfältig zu prüfen, Nach
der Rede des Miniſters teilte der Präſident mit, daß ein
Antrag eingegangen ſei, den Entwurf an eine
außer=
ordentliche, 18gliedrige Deputation zu verweiſen.
Ausland.
Schweiz.
Kredit für militäriſche Rüſtungen. Der
ſchweizeriſche Bundesrat verlangt von den eidgenöſſiſchen
Räten für neue Haubitzen, Feſtungs= und
Gebirgsartil=
lerie ſowie Infanterie= und Maſchinengewehre einen
Kre=
dit von 15 769000 Franken.
Frankreich.
Die Beratung des deutſch=
franzöſi=
ſchen Abkommens im Senat. In der
Senats=
debatte vom Dienstag war die Rede des Konſervativen
Lascaſes, der mit ſeiner ſehr ſcharfen Kritik des
deutſch=
franzöſiſchen Abkommens eine große Wirkung erzielte,
beſonders bemerkenswert.
Lascelles erklärte, Deutſchland erhalte ein großes,
viel=
fach höchſt wertvolles Kolonialgebiet mit mindeſtens
1 200 000 Einwohnern, von denen viele vortreffliche
Ar=
beitskräfte bilden. Spaniſch=Guinea werde über kurz
oder lang Deutſchland zufallen, welches einen großen
Kriegshafen im Atlantiſchen Ozean erhalte. Frankreich
dagegen habe ſich ſogar ſeine Vorkaufsrechte auf Belgiſch=
Kongo ſtark verkümmern laſſen. Es erleide eine ſchwere
moraliſche Einbuße und bringe große materielle Opfer.
Dafür habe Deutſchland nicht das geringſte bergegeben.
Ein Diplomat habe ihm gegenüber das Vorgehen der
Deutſchen mit einem Gleichniſſe gekennzeichnet: Ein
Mann findet auf der Straße eine Tauſend=Francs=Note.
In dem Augenblick, wo er die Banknote aufheben will,
ſetzt ein anderer den Fuß darauf und ſagt: Nur, wenn
Sie mit mir teilen, können Sie das Geld haben.” (
Heiter=
keit.) Die jetzige franzöſiſche Diplomatie habe unklug
ge=
handelt, indem ſie ihre Gelüſte auf Marokko allzu offen
zeigte. Frankreich nehme durch das marokkaniſche
Protek=
torat überaus ſchwere militäriſche und finanzielle Laſten
auf ſich. Trotz alledem würde er, der Redner, für den
Vertrag ſtimmen, wenn er wüßte, daß die Reichtümer
Marokkos dem franzöſiſchen Volke zugute kommen. So
fürchte er aber, daß ſie in die Taſchen der Finanziers
flie=
ßen werden. Im weiteren Verlaufe der Sitzung ſprach
DEſtournelles de Conſtant zugunſten des Abkommens.
Er erklärte, es gelte einen Teil desjenigen politiſchen
Sy=
ſtems, das dazu beſtimmt ſei, an die Stelle einer Politik
der Antagonismen eine ſolche der Verſöhnlichkeit zu ſetzen.
Frankreich werde die Rolle, die ihm in Marokko zufalle,
mit Erfolg durchführen, aber die zukünftige Entwicklung
der Dinge hänge auch von dem guten Willen Deutſchlands
ab. Deutſchland werde ſich wohl niemals zu einer Politik
törichter Abenteuer hergeben. Die Zukunft, ſo meint der
Redner, gehört überhaupt nicht der Politik der Gewalt,
ſondern der Politik des Rechts und ſelbſt das neue
deutſch=
franzöſiſche Abkommen erkennt den Fortſchritt, den die
Achtung vor den Rechten Aller gemacht hat, an, indem
es die Schiedsgerichtsklauſel einführt. Dieſer
deutſch=
franzöſiſche Vertrag eröffnet für alle Mächte eine Aera
friedlicher Zuſammenarbeit. Die Fortſetzung der
Ver=
handlungen wurde darauf auf Mittwoch vertagt.
Gegen die Invaſion feindlicher
Flug=
zeuge. Excelſior behauptet, Kriegsminiſter Millerand
laſſe gegenwärtig einen Plan prüfen, durch den
Frank=
reich und insbeſondere die Hauptſtadt gegen eine Invaſion
feindlicher Flugzeuge geſchützt werden ſollen. Längs der
Grenze von Maubeuge bis Belfort würden zahlreiche
Poſten von Aeroplanen und Lenkballons errichtet werden,
die unaufhörlich Umſchau halten, mittels
Funkentelegra=
phie das Nahen feindlicher Flugzeuge melden und die
letzteren angreifen würden. Die Verwirklichung dieſes
Planes würde eine beträchtliche Anzahl von Millionen
koſten, aber falls der Kriegsminiſter es verlangen ſollte,
würde ſich das Land gewiß nicht weigern, dieſe neuen
Opfer zu bringen.
Die Beratung des Flottenprogramms
in der Kammer. Die Kammer begann mit der
Be=
ratung des Flottenprogramms. In dieſem wird die
Effektivſtärke der Flotte für den 1. Januar 1920 auf 28
Linienſchiffe, 10 Aufklärungsſchiffe jund 52
Hochſeetor=
pedoboote feſtgeſetzt. Der Deputierte Heſſe erklärte das
Programm gegenüber dem Dreibunde für ungenügend.
Es wäre nötig geweſen, die Zahl der großen
Panzer=
ſchiffe auf 45 zu bringen, ferner die Reeden des
Departe=
ments Charente und Inferieure zu ſchützen, damit die
Deutſchen nicht verſucht ſeien, dort eine Landung
vorzu=
nehmen, de Laneſſan betonte, Frankreich müſſe ſich vor
allem die Oberherrſchaft im Mittelmeer ſichern.
Ander=
ſeits glaube er nicht, daß die 10 Kreuzer, die Frankreich
im Norden ſtationieren wolle, genügen würden.
Viel=
leicht komme die Stunde, wo Frankreich noch ſchwerere
Opfer bringen müſſe. Der ſozialiſtiſch=radikale
Depu=
tierte Corcie ſagte, das Programm ſei ungenügend, man
müſſe ſchnelle Einheiten bauen. Andre Lefevre meinte, daß
die Annahme des Programms eine Kundgebung ſein
müſſe um zu zeigen, daß es nötig ſei, daß Frankreich
ſeinen früheren Rang wieder gewinne. Die Franzoſen
müßten, eine mächtige Marine haben, um im Kriegsfalle
die Verſorgung des Landes mit Lebensmitteln zu ſichern.
Er wünſche, daß man in den Schiffskammern die
Verwen=
dung von Holz vollſtändig unterdrücke. Delcaſſé ſagte,
daß dies bei den im Bau befindlichen Schiffen bereits
der Fall ſei.
Serbien.
Die Kabinettskriſe. Der Verſuch
Stojano=
vics, ein Koalitionskabinett zu bilden, iſt geſcheitert.
Die Jungradikalen beraten jetzt die Bildung eines
jung=
radikalen Kabinetts, das die Neuwahlen durchführen ſoll
Perſien.
Vom Exſchah. Der britiſche und der ruſſiſche
Geſandte machten dem perſiſchen Miniſter des
Auswär=
tigen eine mündliche Mitteilung über den Exſchah. Der
ruſſiſche Konſul in Aſterabad werde dem Exſchah
eröff=
nen, daß die perſiſche Regierung willens ſei, eine Penſion
in Höhe von 50000 Tomans zu zahlen und ſeinen
An=
hängern Amneſtie zu gewähren, unter der Bedingung, daß
er Perſien ohne Verzug verlaſſe.
* Wien, 6. Febr. Der Kaiſer empfing heute
nach=
mittag in Schönbrunn den Großfürſten Andreas
Wladimirowitſch in Audienz. Um 6 Uhr abends
fand beim Kaiſer zu Ehren des Großfürſten Tafel ſtatt,
an der Erzherzog Franz Ferdinand, die in Wien
weilen=
den Erzherzoginnen, der ruſſiſche Botſchafter mit den
Herren der Botſchaft und der erſte Sektionschef im
Mini=
ſterium des Aeußern, Frhr. Müller von Szentgyoergy,
teilnahmen.
* Brüſſel, 6. Febr. Der Rat der
interparla=
mentariſchen Union tritt am Samstag in Brüſſel
zuſammen: Auf der Tagesordnung ſteht ein Antrag der
italieniſchen Gruppe, der Union ſolle nicht geſtattet ſein,
im Falle kriegeriſcher Verwicklungen zwiſchen zwei
Län=
dern einem Kriegführenden einen Tadel auszuſprechen.
Wenn der Antrag abgelehnt wird, verläßt Italien die
Union, da der Rat der Union Italien wegen der
Ereig=
niſſe in Tripolis jüngſt getadelt hatte.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Februar.
* Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin
Hermann zu Stolberg=Wernigerode ſind
im Dienstag nachmittag zum Beſuch im Neuen Palais
eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
gerzog empfingen am Mittwoch den Profeſſor Jobſt,
den Pfarrer Trautmann von Appenheim, den
Regierungs=
baumeiſter Dr. Wallot, den Direktor Finger von Gießen,
den Dr. Kippenberg von Leipzig; zum Vortrag den
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand
es Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Pfarrer Dr. Jakob Batteiger zu
Ilbeshauſen die evangeliſche Pfarrſtelle zu Dittelsheim
und dem Pfarrer Otto Repp zu Mittel=Seemen die
evangeliſche Pfarrſtelle zu Nieder=Flörsheim.
* Heſſiſches aus dem Reichshaushaltsetat. Aus dem
Etat der Poſt= und Telegraphenverwaltung
ſei folgendes mitgeteilt: In Friedberg ſoll ein neues
Dienſtgebäude hergeſtellt werden, Grunderwerb
und erſte Baurate 160 988 Mark. Das bisherige
Dienſt=
gebäude genügt nicht mehr den geſteigerten
Verkehrs=
verhältniſſen. Es empfiehlt ſich auch eine verkehrsreichere
Lage. Als Bauplatz iſt ein 3000 Quadratmeter großes
Gelände an der Mainzertoranlage=Roteturmſtraße in der
Nähe des neuen Perſonenbahnhofes in Ausſicht
genom=
ten. Mit dem Bau ſoll im April d. J. begonnen
wer=
den. Die Baukoſten ſind auf 256700 Mark veranſchlagt.
Im erſten Baujahre werden davon vorausſichtlich 125000
Mark gebraucht. Einſchließlich der Koſten des
Grund=
rwerbs ſind für das Rechnungsjahr 1912 160988 Mark
erforderlich. Das alte Poſtgebände ſoll ſpäter veräußert
werden.
g. Kreisausſchuß. Die Händlerin Erneſtine
Schmidt, geb. Trautmann, hatte um Erteilung
eines Wandergewerbeſcheins für 1912 nachgeſucht. Das
Geſuch war vom Kreisausſchuß in nichtöffentlicher
Sitz=
ung abſchlägig beſchieden worden. Sie beantragte
des=
halb öffentliche Verhandlung des Geſuches. In der
geſtern nachmittag ſtattgefundenen Sitzung des
Kreis=
ausſchuſſes wurde der Schmidt nach dem Antrage des
Polizeiamts Darmſtadt der nachgeſuchte
Wandergewerbe=
ſchein verſagt, da ſie bereits des öfteren wegen
Ueber=
tretung vorbeſtraft iſt. — Der Artiſtin Frau Anna
Heckhaus von hier war der Wandergewerbeſchein für
Schauſtellungen und Muſikaufführung im Umherziehen
wegen einiger im Vorjahre erlittenen Strafen verſagt
worden. Nach öffentlicher Verhandlung beſchloß der
Kreisausſchuß, den Wandergewerbeſchein zu erteilen, da
ihr ſonſt die Ausübung ihres Berufes unmöglich
ge=
macht worden wäre.
g. Strafkammer. Der 62jährige, invalide Taglöhner
Heinrich Folger aus Offenbach, der ſeinen
Lebens=
unterhalt durch Alteiſen= und Lumpenſammeln verdiente,
at am 20. Dezember 1911 auf einem Hofe in Offenbach
einen alten Kinderwagen ſtehen ſehen, den er als
Trans=
portwagen für ſeinen Handel für geeignet hielt, weshalb
er ihn mit ſich nahm. Der dem Trunke ergebene
Ange=
klagte wird wegen Diebſtahls im Rückfalle zu der
geſetz=
lichen Mindeſtſtrafe von 3 Monaten Gefängnis
verurteilt. — Wegen gemeinſamen Hausfriedensbruch
und Körperverletzung hatten ſich geſtern vor der
Straf=
kammer zu verantworten der Arbeiter Fr. Bubach und
ſeine Ehefrau aus Zeilsheim und der Arbeiter Georg
Henn aus Kelſterbach. Der Bubach ließ am 27. Auguſt
vorigen Jahres ſeine 19jährige Schweſter Hedwig, die
bei den Eheleuten Boos in Kelſterbach logierte, bitten,
zu ihm ins Wirtshaus zu kommen. Sie weigerte ſich
aber und Bubach geriet darüber in eine derartige
Er=
regung, daß er gemeinſam mit ſeiner Ehefrau und dem
Angeklagten Henn in das Boosſche Haus ging, wo er
und ſeine Ehefrau die Hedwig Bubach ſchwer
mißhau=
delten. Sie leiſteten auch der wiederholten
Aufforder=
ung der Eheleute Boos, aus ihrem Hauſe ſich zu
entfer=
nen, nicht Folge. Die drei Angeklagten wurden deshalb
wegen gemeinſamen Hausfriedensbruchs vom
Schöffen=
gericht Langen zu je einer Woche Gefängnis verurteilt,
wegen der Körperverletzung erhielt Bubach 2 Monate
Gefängnis und ſeine Frau 40 Mark Geldſtrafe. Die
Strafkammer hebt auf die Berufung der Angeklagten
die Verurteilung hinſichtlich des Hausfriedensbruchs auf
und ſpricht ſie wegen dieſes Delikts frei, da ſie im
Glau=
ben geweſen ſein können, ſich im Zimmer der Hedwig
Bubach zu befinden. Wegen der Körperverletzung wird
Bubach zu 3 Wochen Gefängnis und die Ehefrau
Bubach zu 30 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Im Gewerbemuſeum (Neckarſtraße 3) ſind in den
nächſten Wochen zwei Ausſtellungen zu ſehen. Im
Ober=
lichtſaal iſt eine Sammlung moderner
deut=
ſcher Medaillen und Plaketten untergebracht,
die im letzten Herbſt in Wiesbaden, dann in der
Sezeſ=
ſion in Wien ausgeſtellt war und jetzt, bereichert durch
eine Auswahl franzöſiſcher Arbeiten, dem
Gewerbe=
muſeum für einige Wochen überlaſſen worden iſt. Die
Ausſtellung mit ihren annähernd 500 Nummern bietet
einen guten Ueberblick über die Leiſtungen dieſer
Kunſt=
gattung, die, in Deutſchland bis vor wenigen Jahren
vernachläſſigt, jetzt aber einen Aufſchwung genommen
hat, der den Leiſtungen der ſchon früher erwachten
fran=
zöſiſchen und öſterreichiſchen Medailleurkunſt nicht
nach=
ſteht, ja ſie ſogar an künſtleriſcher Friſche vielfach
über=
trifft. Die Auswahl franzöſiſcher Arbeiten, die einige der
berühmteſten Namen, wie den Rotys, Chaplains,
Char=
pentiers aufweiſt wird zu anregenden Vergleichen
zwi=
ſchen der in der Technik und in den künſtleriſchen Zielen
ſo grundverſchiedenen deutſchen und franzöſiſchen
Richt=
ung Anlaß geben. Die Ausſtellung dauert vom 7. Febr.
bis 7. März; außer an den Vormittagsſtunden wird ſie
uch am Mittwoch und Samstag, nachmittags von 2½
bis 4½ Uhr, zugänglich ſein. Die meiſten Stücke ſind
ver=
käuflich. Es darf darauf hingewieſen werden, daß mit
ieſer Kollektion zum erſten Male ein annähernd
voll=
ſtändiger Ueberblick über die neue deutſche Medaillenkunſt
geboten wird. Gleichzeitig mit der Plakettenausſtellung
findet in der buchgewerblichen Abteilung eine
Ausſtel=
ung graphiſcher Arbeiten eines Darmſtädters,
Theo=
dor Gengnagels, ſtatt. Gengnagel, der erſt
Schü=
ler von Peter Halm in München, ſodann von Profeſſor
Kleukens an der Darmſtädter Künſtlerkolonie war, tritt
mit dieſer kleinen Ausſtellung an die Oeffentlichkeit; ſie
enthält vor allem Arbeiten für den Buchdruck:
Glück=
wunſchkarten, Verlobungskarten, Umſchlagszeichnungen,
Illuſtrationen, Titelblätter; ferner Diplome,
Kalender=
entwürfe, Exlibris uſw., dann aber auch Landſchafts
und Blumenſtudien, Porträtzeichnungen uſw. Mit
er=
freulicher Vielſeitigkeit pflegt Gengnagel alle Techniken
des künſtleriſchen Gebietes, das er ſich als Feld ſeiner
Tätigkeit ausgeſucht hat.
* Kundgebung für die Einführung der vollſtändigen
Sonntagsruhe im Handel und Gewerbe durch Reichsgeſetz
Im Fürſtenſaale des Kaiſerſaals fand am Dienstag auf
Veranlaſſung des Sozialen Ausſchuſſes verhündeter Ver
eine kaufmänniſcher und techniſcher Angeſtellten eine Ver
ſammlung ſtatt, die eine Kundgebung hieſiger kaufmän
niſcher Kreiſe zur Einführung der völligen
Sonntagsruh=
im ganzen Reiche zum Zweck hatte. Der Beſuch der
Ve=
ſammlung war nicht beſonders ſtark. Herr H. Bangert=
Köln führte aus, daß die über eine neue reichsgeſetzlich
Regelung der Sonntagsruhe im neuen Reichstag
aufg=
tauchten Gerüchte zwar noch ungeklärt ſeien, daß die
gelung aber notwendig iſt, ſchon um die Städte, die
ſi=
zur Einführung einer völligen Sonntagsruhe verſtander
haben, vor Schaden durch die Konkurrenz anderer
Städt=
zu bewahren. Nicht allein der Großhandel, ſondern auch
der Kleinhandel könne ſich unbedenklich zu der Einführung
erſtehen. Die oft ins Treffen geführten Behauptunger
daß man um der Arbeiter und der ländlichen Bevölkerung
willen eine völlige Sonntagsruhe nicht eintreten laſſen
könne, ſeien zu widerlegen, denn gerade die Landbevöl
kerung kaufe nicht an Sonntagen ein, ſondern habe ſic
an Käufe an beſtimmten Wochentagen gewöhnt. Man
ürfe die Regelung der Frage nicht der Kommune über
laſſen, ſondern nur eine reichsgeſetzliche Regelung ſei an
gebracht. Sanitätsrat Dr. Kolb, der als zweiter Red
ner ſprach, erklärte ſich als Anhänger der völligen
Sonn=
tagsruhe, zumal der Arzt am eigenen Leibe verſpüre, wie
ſchädlich das Entbehren der Sonntagsruhe ſei.
Menſch müſſe vom hygieniſchen Standpunkt eine regel
mäßige Ruhepauſe in ſeiner Arbeit eintreten laſſen. Auch
die beſte Ernährungsweiſe kann nicht den Verluſt an
Nervenkraft durch ruheloſes Arbeiten erſetzen und di
Frage der völligen Sonntagsruhe müſſe auch im Intereſſe
der Geſundheit der zukünftigen Generation entſchieden
werden. Herr Ehlers=Frankfurt erklärte, daß die
Re=
gierung jedenfalls für das Engrosgeſchäft eine völlige
Sonntagsruhe eintreten laſſen würde, für das Detail
geſchäft würde aber eine ungeteilte Arbeitszeit noch 34
Die neue Oper von Eugen d’Albert.
Uraufführung in der Wiener Hofoper.
J. B. Aus Wien wird uns geſchrieben: Durch den
unge=
heuren Erfolg von „Tiefland” iſt Eugen d’Albert,
der Klaviervirtuoſe, faſt über Nacht in die Reihe der
nam=
hafteſten Opernkomponiſten gerückt. Es ſchien aber, als
ſollte er das Los Mascagnis und Leoncavallos teilen, als
ſollte ſein erſter großer Wurf auch ſein einziger bleiben.
Weder „Izeyl” noch „Tragaldabas” konnten ſich lange auf
der Bühne behaupten. Nun aber iſt das Eis gebrochen.
Wieder im Verein mit Rudolf Lothar ſchrieb er ſein
neueſtes Opus, „Die verſchenkte Frau”, deſſen
Ur=
aufführung der Wiener Hofoper anvertraut iſt. Wieder
ſpielt es im ſonnigen Süden, diesmal in Italien, diesmal
aber iſt es nicht ernſt, ſondern heiter, inſofern es ſich eine
komiſche Oper nennt. Komiſch ſind daran nur die
bewähr=
ten alten Grundmotive, die Ausführung bleibt ziemlich
witzlos.
Das Thema von Shakeſpeares „Widerſpenſtiger” in
umgekehrter Kollenverteilung wird mit dem uralten, von
Plautus verwendeten Motiv der verwechſelten Zwillinge
verquickt, das uns ſchon in Lecogs „Giroflé=Girofla” ein
witzigeres, techniſch beſſeres muſikaliſches Bühnenſpiel
ge=
geben. Von zwei Zwillingsſchweſtern iſt Felicia mit einem
Komödianten durchgegängen, Beatrice hat den
Schank=
wirt Antonio geheiratet, der ſie durch ſeine Strenge und
Eiferſucht quält. Auf den Kat des Fra Angelico ſchließt ſie
ſich heimlich einer Bittprozeſſion an, die heilige Anna kann
vielleicht den eiferſüchtigen Gatten milder ſtimmen. Felicia
iſt inzwiſchen zu Wohlſtand gelangt und kehrt nun mit ihrem
Gatten und der ganzen Truppe in die Heimat zurück, um
en alten Vater zu verſöhnen. Als ſie von dem Leid ihrer
Schweſter hört, beſchließt ſie, während deren Abweſenheit
ihre Rolle zu ſpielen und den bösartigen Gatten geſchmeidig
zu machen. Ihr eigener Mann ſpielt den neuen Gutsherrn,
ſchäkert mit der vermeintlichen Wirtin, und als Antonio
beide in zärtlicher Umarmung findet, ſchenkt er dem
Guts=
herrn die ungetreue Frau. Bald aber reut ihm ſeine Tat.
Er macht ſich bittere Vorwürfe, zur größten Beluſtigung
Fra Angelicos, der um die ganze Komödie weiß. Da kehrt
Beatrice zurück, demütig und beſcheiden wie früher.
An=
tonio glaubt, geträumt zu haben. Glückſtrahlend ſchließt er
ſeine Gattin in ſeine Arme. Das Wunder iſt geſchehen, die Liſt
hat geholfen, aus dem Haustyrannen iſt ein liebevoller,
zärt=
licher Mann geworden.
Wie der Text, ſo behandelt auch die Muſik faſt
durch=
weg bekannte Motive mit einer Sorgloſigkeit, die an
Naivi=
tät grenzt. Kaum gibt es eine Melodie in der ganzen Oper,
die uns nicht ſchon begegnet wäre, und beſonders Puccini,
von ihm wieder vornehmlich „Madame Butterfly” mußte
den thematiſchen Aufwand beſtreiten. Die Inſtrumentation
arbeitet mit abſichtlichen Effekten, aber alles iſt geſchickt
ge=
macht. Melodiös und ſchmeichleriſch iſt dieſe Muſik,
nir=
gends gehaltvoll, nirgends wirklich und echt dramatiſch.
Muſikaliſches Tiefland. Aber darin läßt ſichs behaglich
hauſen. Man wird nicht ergriffen, nicht gefeſſelt, angenehm
plätſchert die Muſik um die Ohren. Sie ſcheut auch nicht
gelegentliche Seitenblicke auf die Operette, ſie will nicht mehr
und nicht weniger, als das Publikum unterhalten, und das
gelingt ihr, darum iſt auch kein Anlaß, über Wert oder
Un=
wert der „Verſchenkten Frau” zu rechten. Der Titel klingt
aber an Smetanas Meiſteroper ſo deutlich an, daß ſich einem
die für Eugen d’Albert nicht allzu günſtige Parallele un
willkürlich aufdrängt. Die Braut kann man verkaufen,i
iſt etwas wert, die Frau muß man verſchenken, ſonſt finde
ſich kein Abnehmer für ſie. Und das Publikum wird ſich
das Geſchenk gern gefallen laſſen, das der Muſiker dankend
ablehnen muß.
Einen künſtleriſchen Gewinn haben wir dennoch aus
der Novität gezogen, und das iſt die darſtelleriſche Leiſtung
der genialen Frau Marie Gutheil=Schoder in der Dop
pelrolle der Beatrice und Felieia. Sie hat zwei ganz weſens
verſchiedene Geſtalten zu verkörpern, die ſchüchterne, in ihrer
Liebe ungeſchickte, ein wenig bäuriſch plumpe Beatrice,
und die lebensluſtige, welterfahrene überlegene Felicia.
Da=
neben hat ſie eine dritte Rolle zu ſpielen: Felicia als
Bea=
trice, die die Züge beider Schweſtern zu vereinigen, aber
wieder eine andere ſein muß. Und Marie Gutheil=Schoder
hält alle drei Figuren wohl auseinander. Es gibt wohl
keine andere Künſtlerin, die das Problem ſo genial zu löſen
verſtünde. Sie gibt der Beatrice eine ſo charakteriſtiſche
Farbe in Gang, Haltung und Tonfall, der Felicia eine
ſichere, reife, geiſtige Ueberlegenheit, ſie ſpielt die Rolle der
Schweſter mit einer ſo ſichtlich bewußten, ſinnfälligen
Schan=
ſpielertechnik, daß wir alles um ſie vergeſſen und be
wundernd unter dem Eindruck dieſer herrlichen Kunſt ſtehen
Mag der Text witzlos, die Muſik gehaltlos ſein, wir ver
danken der Novität ein großes künſtleriſches Ereignis: Maric
Gutheil=Schoder, die uns mit jeder neuen Rolle eine neue
naturechte Geſtalt bot, hat mit dieſer aus Natur und
Ko=
mödiantentum ſeltſam gewobenen Geſtaltung ſich ſelbſt über
troffen. Neben dieſer überragenden Leiſtung in Ehren
beſtanden zu haben, bedeutet für Frau Kinrina und die
Herren Haydter, Hofbauer und Schrödter das höchſte Lob.
gelaſſen werden. Dieſe beabſichtigte Regelung könne aber
durchaus nicht befriedigen. Für den Kaufmann ſei die
völlige Sonntagsruhe durchaus möglich. Zum
Schluſ=
ſchlug der Referent eine Reſolution vor, die darauf
verweiſt, daß die Erfahrungen in Darmſtadt mit der
völ=
ligen Sonntagsruhe völlig gute ſind und energiſch eine
einheitliche reichsgeſetzliche Regelung fordert. Die
Re=
ferate wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
*Das Marionettentheater in dem Hotel „Zur Traube‟
ſetzte am Montag und Dienstag ſeine Vorſtellungen fort.
Zur Aufführung gelangten zwei neue Nummern: „Das
Eulenſchloß, ein mit unglaublicher Zauberei
ver=
miſchtes Drama in fünf Akten von Franz Graf von Pocci,
mit Muſik von Alfred von Pauer” und die bekannte
komiſche Oper von Adam: „Die Nürnberger
Puppe‟ Die Aufführung am Montag abend war
zahlreich beſucht und das Publikum, das dieſen
Auf=
führungen jetzt Verſtändnis und Geſchmack abgewinnt,
nahm die köſtlichen Darbietungen dieſes einzigartigen
Theaters freundlich auf. Kam in dem erſten Stücke vor
allem der Humor zur Geltung, ſo trat im zweiten auch
die Kunſt in ihre Rechte. Hervorragendes leiſtete Herr
Guſtav Schaale (München), der die Baritonpartie des
Heinrich mit ſchönem, ausdrucksvollem Organ und
künſt=
leriſchem Empfinden ſang. Das Tanzduett, das er und
die Sängerin der Vertha=Partie, Frl. Meggendorfer
(München) ſangen, erntete lebhaften Beifall bei offener
Szene. Auch Herr Leichtinger (Wien) als Cornelius
zeichnete ſich durch eine ſchöne und ſonore Baßſtimme und
geſchmackvollen Vortrag aus; die kleine Partie des
Benjamin ſang Herr Nied (Frankfurt a. M.). Das
Publikum ſpendete der Vorſtellung warmen Beifall.
— Richard=Wagner=Verein. Man ſchreibt uns:
Für das Konzert der Meininger Hofkapelle
das am nächſten Dienstaz, den 13. Februar, unter
Leitung von Hofrat Profeſſor Dr. Mar Reger im
Feſtſaale der Turngemeinde ſtattfinden wrd, haben der
Großherzog und die Großherzogin ihr Erſcheinen
ange=
ſagt. Die Kapelle feiert auf ihrer gegenwärtigen
Tournée unter ihrem neuen Dirigenten in allen Städten
Triumphe. Da auch hier der Andrang zu dem Konzerte,
wie vorauszuſehen war, ein außerordentlicher iſt,
em=
pfiehlt es ſich dringend, ſich Eintrittskarten im
Vorver=
kauf baldigſt zu ſichern.
* Berliner Frauenkongreß. Damen, die den Berliner
Frauenkongreß und die Ausſtellung „Die Frau in Haus
und Beruf” in Berlin beſuchen wollen, werden erſucht,
Beſtellungen auf Karten bis ſpäteſtens 9.
Fe=
bruar bei Frau Karoline Balſer Karlſtraße 73½, zu
machen. In Berlin dürften Tageskarten nicht mehr zur
Ausgabe gelangen.
* Heſſiſcher Landesverband Jungdeutſchland.
Der Landesausſchuß des Heſſiſchen Landesverbandes
Jungdeutſchland hat zu Bezirksvorſtänden für
Darm=
ſtadt=Stadt Herrn Bürgermeiſter Mueller und für
Darmſtadt=Landkreis Herrn Kreisſchulinſpektor Profeſſor
Dr. Frenzel gewählt.
* Der Bund deutſcher Militäranwärter begeht
die Feier des Allerhöchſten Geburtstages Sr.
Maj. des Kaiſers in feſtlicher Weiſe in der
Turn=
halle am Woogsplatz. Die Feier findet am Samstag,
den 10. Februar, abends 8 Uhr ſtatt. (S. Anzeige.)
— Der Bund der techniſch=induſtriellen Beamten,
Orts=
gruppe Darmſtadt, veranſtaltete im großen Hörſaale des
Phyſikaliſchen Inſtituts am Dienstag, 6. ds., wiederum
einen ſehr ſtark beſuchten Vortragsabend, in welchem
Herr Prof. Dr. Zeißig von der hieſigen Hochſchule in
äußerſt intereſſanter Weiſe über „Erdbebenkunde‟
referierte. Redner verſtand es wahrhaft meiſterhaft, in der
kurzen Spanne Zeit ein äußerſt klares Bild von der
Seis=
mologie zu entwerfen, das durch Projektionsbilder, Modelle
und Erklärung des in der Hochſchule aufgeſtellten kleinen
Seismographen noch weſentlich verſchönert wurde.
Leb=
hafter Beifall wurde dem vortrefflichen Redner für ſeinen
lehrreichen Vortrag, dem auch viele Damen beiwohnten,
gezollt.
* Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft. Man ſchreibt
uns: Nur noch 14 Tage, und vorbei iſt wieder die ſchöne
Faſchingszeit; daher heißt es, die letzten Wochen
ge=
nießen. Dazu bietet die Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft
noch mit zwei Veranſtaltungen Gelegenheit. Am
Sonn=
tag, den 11. Februar, findet im Saalbau die 2. Damen=
und Herren=Sitzung ſtatt, welche ſich der 1. glänzend
ver=
laufenen Sitzung würdig anſchließen wird. Daß die
Karneval=Geſellſchaft ſtets beſtrebt iſt, ihren alten guten
Ruf hochzuhalten und dafür zu ſorgen, daß ſowohl
Lie=
der als Vorträge ſo beſchaffen ſind, daß jeder die Sitzung
beſuchen kann, iſt bekannt und hat ihr deshalb viele
Freunde geſchaffen, die auch zur 2. Sitzung ihre
Freund=
ſchaft durch zahlreichen Beſuch beweiſen werden. Das
Programm iſt ſehr reichhaltig, und iſt auch ſonſt noch des
Intereſſanten viel in Vorbereitung.
Die Turngeſellſchaft Darmſtadt hält ihren
diesjäh=
rigen Maskenball am Samstag, den 17. Februar, ab.
Da derſelbe erfahrungsgemäß ſehr zahlreich beſucht wird,
empfiehlt es ſich, für Eintrittskarten baldigſt Sorge zu
tragen. Die Nachfeier findet am Sonntag in Roßdorſ
ſtatt. Näheres iſt aus dem Anzeigenteil erſichtlich.
* Karnevaliſtiſches Konzert im Bürgerkeller.
Sams=
tag, den 10. Februar, findet im Bürgerkeller großes
kar=
nevaliſtiſches Konzert ſtatt. Das rühmlichſt bekannte
Da=
menorcheſter Hans Kreuz wird für Stimmung ſorgen
(Näheres ſiehe Anzeige.
gs- Eine Schlägerei entſtand in vorvergangener
Nacht in einer Wirtſchaft am Schillerplatz. Dabei wurde
einer der Kampfhähne ſo unſanft an die friſche Luft
be=
fördert, daß er verſchiedene Verletzungen davontrug,
ſodaß die Rettungswache ihn in das ſtädtiſche
Kranken=
haus verbringen mußte.
gs- Das verbrühte Kind, deſſen Unfall wir am
Dienstag meldeten, iſt in der Nacht noch ſeinen
Ver=
letzungen erlegen.
§ Tragiſche Ableben. Während des Jahres 1911
ſind hier 35 tragiſche Ableben vorgekommen. In 31 Fällen
war der Tod durch Selbſtmord herbeigeführt und zwar
töteten ſich 10 Perſonen durch Erſchießen, 7 durch
Er=
hängen, 2 durch Ertränken, 3 durch Einnehmen von Gift,
3 durch Gasvergiftung, 2 durch Oeffnen der
Puls=
adern, 3 durch Sturz aus dem Fenſter und 1 durch
Ueberfahrenlaſſeu von der Bahn. Verunglückt ſind
4 Perſonen und zwar 1 Perſon durch Sturz aus dem
Fenſter, 1 durch Verbrühen im heißen Waſſer, 1 durch
Hinſtürzen und Aufſchlagen auf den Kopf und 1 Perſon
durch Ueberfahren von einem Fuhrwerk.
-h- Auerbach, 5. Febr. Die Sparſamkeit der
Reichspoſt geht ſo weit, daß das elektriſche Licht auf
hieſigem Poſtamt abgeſtellt und dafür wieder das
Petro=
leumlicht eingeführt wurde.
-h- Von der Bergſtraße, 6. Febr. Infolge des
Fut=
termangels, beſonders der Kartoffeln, iſt die Nachzucht
von Schweinen ſo gering, daß die Jungſchweine
im Preiſe ſo niedrig ſtehen, wie ſeit langen Jahren nicht
mehr. Landwirte, die ſich in den letzten Jahren auf die
Schweinezucht verlegt haben, können die Ferkel kaum
ver=
kaufen und erleiden dadurch einen bedeutenden Ausfall
an ihrem Einkommen. Auch die allerorts herrſchende
Maul= und Klauenſeuche hat zu dieſem Mißſtande viel
beigetragen. — Ein beträchtlicher Unterſchied beſteht im
Preiſe des Schweinefleiſches. Während das
halbe Kilo in Zwingenberg um 68 Pfg. und in Alsbach
um 70 Pfg. verkauft wird, koſtet dasſelbe in Auerbach
76 Pfg. Daraus geht hervor, daß das Metzgergewerbe
noch ein recht lohnendes Geſchäft iſt, wenn örtliche
Einig=
keit unter den Geſchäftskollegen vorhanden iſt.
Offenbach, 7. Febr. Bei der am Montag
vorgenom=
menen Arbeitsloſenzählung in der in 56
Be=
zirke eingeteilten Stadt wurden 662 Arbeitsloſe
gezählt. Hierzu kommen noch 11 Arbeitsloſe, die ſich
direkt im Stadthaus als arbeitslos meldeten, und 105,
die am Tage der Zählung bei der Stadt vorübergehend
eingeſtellt waren. Insgeſamt betrug alſo die Zahl der
Arbeitsloſen in Offenbach 778. Gegenüber der im Jahre
1909 vorgenommenen Zählung iſt die Arbeitsloſigkeit
weſentlich zurückgegangen. Bei der Zählung am 28.
Februar 1909 wurde 885 Arbeitsloſe gezählt.
Eppertshauſen, 6. Febr. Als heute vormittag der
28jährige Sohn des Bürgermeiſters und Ziegeleibeſitzers
Euler in der Tongrube, nahe der Thomashütte,
beſchäf=
tigt war, löſte ſich infolge des Tauwetters eine
größere Erdmaſſe und ſtürzte auf ihn herab.
Da dicht neben ihm ein Wagen ſtand, der die Hauptwucht
abhielt, ſo daß ſogar das Rad in Trümmer ging, wurde
wenigſtens das Schlimmſte verhütet. Der ſofort
herbei=
gerufene Arzt ſtellte außer äußeren Quetſchungen
eine Gehirnerſchütterung feſt; ſein Zuſtand iſt
ſehr ernſt.
Mainz, 7. Febr. Oberleutnant von Fetter der
vielgenannte Zeuge aus dem Metternich=Prozeß, hat nach
Abſchluß des gegen ihn eingeleiteten Verfahrens den
Abſchied erhalten.
Mainz, 7. Febr. Bei dem Aufſuchen des
Gasrohr=
bruchs auf dem Deutſchhausplatz wurden geſtern
nach=
mittag vier von den Erdarbeitern plötzlich von der
Gas=
vergiftung ergriffen und ſtürzten bewußtlos zuſammen.
Die Leute wurden in das Haus des Herrn Reitz gebracht,
woſelbſt ſie, nachdem ihnen Sauerſtoff eingepumpt
wor=
den, bald wieder zu ſich kamen. Drei der Arbeiter
konn=
ten alsbald wieder weiter arbeiten, während der vierte
eine Zeit lang ausſetzen mußte. Geſtern gegen Abend
gelang es endlich, den Rohrbruch an der Ecke der
Petersſtraße und des Deutſchhausplatzes
aufzufin=
den und den Schaden zu reparieren.
Worms, 7. Febr. Vermißt wird in
Lampert=
heim ſeit einigen Tagen die 19 Jahre alte Margareta
Jakob, Tochter von Valentin Jakob III. von dort.
Vor ihrem Weggang gab ſie an, ſie wolle ins Waſſer
gehen. Die Vermißte iſt 1,45—1,50 Meter groß, hat
dunkelblondes Haar, im Oberkiefer fehlen zwei Zähne;
ſie trug blau=grünes kariertes Kleid mit roten Punkten,
helle Schürze, weißes Hemd, ſchwarze Strümpfe, ſchwarze
Schnürſtiefel.
Nierſtein, 7. Febr. Das dieſer Tage hier geſtorbene
Fräulein Johanna Laubenheimer hat dem
Heſſi=
ſchen Guſtav Adolf=Verein 1000 Mark, dem gleichen
Ver=
ein für Heidenmiſſion 1000 Mark und dem hieſigen
Kran=
kenpflegeverein die gleiche Summe vermacht.
Außer=
dem wurden zahlreiche hieſige bedürftige Familien mit
größeren Geldlegaten bedacht.
Gießen, 6. Febr. Wie verlautet, hat Profeſſor Dr.
Walthard Direktor der Städtiſchen Frauenklinik in
Frankfurt, einen Ruf als ordentlicher Profeſſor für
Gynäkologie und Geburtshilfe und Direktor der
Frauen=
klinik an der Univerſität Gießen erhalten. — Auf der
Fahrt nach dem Harz ſtarb zwiſchen Nauheim und Gießen
ein Reiſender an einem Herzſchlag. Er wurde in
Gießen tot in einem Abteil zweiter Klaſſe aufgefunden.
Der Arbeiter Friedrich Becker aus Lohra, der als
Obdachloſer auf einem Heuboden nächtigte, ſtürzte
beim Weggehen von der Leiter in die Tenne und
er=
litt einen ſchweren Schädelbruch. Er ſt ar b
kurz nach ſeiner Einlieferung in das Krankenhaus.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Febr. Der König von
Montenegro, deſſen Ankunft hier bereits am
Sonn=
tag erfolgt ſein ſollte, iſt tatſächlich erſt heute abend gegen
9 Uhr von Frankfurt a. M. hier eingetroffen und im
Hotel Adlon abgeſtiegen. — Für das Rechnungsjahr 1912
iſt in Ausſicht genommen, auf der 150 Kilometer langen
Strecke von Berlin bis Magdeburg ein
Fern=
ſprechkabel mit 50 Doppelleitungen auszulegen, das
ſpäter über Hannover bis an den Rhein verlängert wer
den ſoll. Die Koſten der neuen unterirdiſchen Leitung
ſind für die Strecke Berlin-Magdeburg auf 5 Millionen
Mark veranſchlagt. — Die Schneefälle in der letzten
Woche haben beſondere Anordnungen zur ſchnelleren
Rei=
nigung der Straßen notwendig gemacht. Infolge des
Schneefalles am letzten Mittwoch wurden am Donnerstag
1330 Hilfsarbeiter und zur Abfuhr der Schneemengen 330
Wagen gegen beſondere Bezahlung eingeſtellt. Statt der
Kehrmaſchinen wurden zum Teil die Schneepflüge
einge=
ſtellt. Infolge der erneuten Schneefälle vom 1. zum 2.
ds. Mts, wurde die Zahl der Hilfsarbeiter auf 2000 und
die der Abfuhrwagen auf 1000 erhöht. Der Schnee wird
hauptſächlich in die Kanaliſation und in die Waſſerläufe
geſchüttet. Der Schneefall am 7. Januar ds. Js. machte
die Einſtellung ſämtlicher 66 Schneepflüge und von 157
Hilfsarbeitern notwendig. Zur Abfuhr des Schnees
wa=
ren neben allen vorhandenen Schneekarren 660 Wagen ge
gen beſondere Bezahlung eingeſtellt worden. Die
Geſamt=
koſten für die Schneebeſeitigung im vergangenen Winter
1910/11 haben rund 200000 Mark betragen. Wie hoch ſich
die Koſten in dieſem Jahre belaufen werden, läßt ſich noch
nicht überſehen. — Zu der Zwergfamilie, die ſeit
Dezember vorigen Jahres in Caſtans Panoptikum hauſt,
gehörten u. a. zwei Schweſtern Naider, die durch ihre
„Schönheit” eine hervorragende Rolle ſpielten. Von
die=
ſen beiden iſt die ältere, die 19 Jahre alte Viktoria, aus
dem Hotel entführt worden, in dem ein großer Teil
der Truppe mit dem Unternehmer, Baron von Singer.
wohnt. Seit einigen Tagen beſuchten ein Herr und zwei
Damen wiederholt das Panoptikum und erwieſen den bei
den Mädchen beſondere Aufmerkſamkeiten. Am Samstag
kam nun eine der beiden Damen nach dem Hotel, gab vor
die Mutter der Geſchwiſter zu ſein, und wünſchte die
Mädchen zu ſprechen. Sie wurde vorgelaſſen und
ging=
dann ſpäter mit Viktoria aus, wie ſie ſagte, um einen
Spaziergang zu machen. Nach einiger Zeit kehrte ſie allein
zurück und wollte auch die 16jährige Schweſter abholen
Jetzt ſchöpfte der Baron von Singer Verdacht. Er ver
langte von der Dame einen Ausweis, und als ſie keinen
vorzeigen konnte, wollte er mit ihr zur Polizei gehen
Während er ſich umkleidete, verſchwand jedoch die Dame.
Die Unbekannte iſt nicht die Mutter der aus Reichswaldan
in Böhmen ſtammenden Zwerginnen. Von dem Verbleil
der Entführten hat man noch keine Spur gefunden.
Stuttgart, 7. Febr. Drei aus dem nahegelegenen
Zuffenhauſen kommende Verbrecher, die beiden Brüder
Rau und der Taglöhner Hiltmann, hatten in Cham in der
Schweiz 5000 Francs geſtohlen und wurden deshalb von
der Polizeidirektion Zug verfolgt. Auf deren Anzeige hin
ſollte geſtern die Verhaftung der drei Verbrecher, die ſich
nach Zuffenhauſen gewendet hatten, erfolgen. Hiltmann
hielt der Schutzmannſchaft einen Revolver entgegen und
drohte zu ſchießen. Dadurch gelang die Flucht der drei
Ver=
brecher. Die Stuttgarter Kriminalpolizei hat unter der
Feuilleton.
N. „Mandragola‟. Es dürfte gewiß manchen
inter=
eſſieren, zu erfahren, daß die Komödie „Mandragola” von
Paul Eger, dem künftigen Leiter unſeres Hoftheaters,
die kürzlich ihre erſte Aufführung im Neuen Theater zu
Frankfurt a. M. erlebte, bereits in einer übermütigen
Ko=
mödie von keinem Geringeren als dem berühmten Politiker
Niccolo Macchiavelli behandelt iſt, der „istorico, comico
et (tragico) polittieg” wie er ſelbſt in einer brieflichen
Unterſchrift die Summe ſeiner Leiſtungen zieht. Das nach
1512 entſtandene Stück, eine Fortſetzung der alten attiſchen
Komödie, beruht wahrſcheinlich auf einem älteren Schwank
nach Art des Boccaccio. Es verdient wegen der
meiſterhaf=
ten Charakteriſtik der Perſonen und wegen der vorzüglichen
Führung der Handlung das hohe Lob, das ihm u. a. von
Macauly und unſerem Landsmann Karl Hillebrand zuteil
wurde. Paul Eger hat das alte Stück Macchiavellis neu
bearbeitet.
ml. Ein Atelier in den Wolken. Einer der ſeltſamſten
unter den vielen ſeltſamen amerikaniſchen Klubs iſt jener,
zu dem ſich eine Anzahl New=Yorker Künſtler jüngſt unter
dem Namen „Klub der Luftmaler” zuſammengetan hat.
Es handelt ſich um etwa 20 Malzigeuner, die auf
gemein=
ſame Koſten die das oberſte Stockwerk krönende Terraſſe des
berühmten Wolkenkratzers der Stadt gemietet haben, der
die reſpektable Höhe von 175 Meter aufweiſt. Er liegt am
Broadway in der beſten Stadtgegend und die Maler haben
ſich auf ſeiner luftigen Höhe ein Atelier eingerichtet, das
hinſichtlich der breiten Lichtwelle, die es durchflutet,
ſeines=
gleichen in der Welt ſchwerlich haben dürfte. Die Ruhe und
die Stille, die hier oben herrſcht, leihen ihm überdies in
einer Stadt wie New=York noch ganz beſonders ſchätzbare
Eigenſchaften. Den Malern, die ſich da hoch über dem
Weltgetriebe mit ihrer Staffelei und ihren Pinſeln ein=
gerichtet haben, fehlt es nicht an Modellen, die ſtolz ſind,
unter ſo ungewöhnlichen Umſtänden poſieren zu können, und
ſo bietet die Sache neben all den anderen Annehmlichkeiten
noch den Vorteil einer rieſigen Reklame, die den
Mit=
gliedern des „Klubs der Luftmaler” den klingenden
Ge=
winn verheißt, der ihrem Kunſtſchaffen bis hierher verſagt
geblieben war.
* Telegraphiſcher Betrug. Ein in der ſtrafrechtlichen
Praxis ohne Beiſpiel daſtehender Prozeß gelangte, wie aus
Petersburg geſchrieben wird, am 25. Januar zur
Kaſſations=
verhandlung vor dem Kriminalkaſſations=Departement des
Dirigierenden Senats in St. Petersburg. Wegen
Dieb=
ſtahls angeklagt waren die beiden Kaukaſier Agajanz und
Uruſchadſe. Ihr Betrugsmanöver war ſo moderner und
außergewöhnlicher Natur, daß ſelbſt der Vorſitzende des
Senats in ſeinem Urteil auf die Ungewöhnlichkeit des
Vor=
ganges hinwies. Die beiden Verbrecher hatten nämlich an
der Eiſenbahnſtrecke zwiſchen den Stationen Kutais und
Oſurgeti eine eigene Telegraphenſtation
er=
richtet und die Station mit der ſtaatlichen
Telegraphen=
linie zuſammengeſchaltet, ſodaß die Telegramme, die von
der Telegraphenſtation der beiden Hochſtapler ausgingen,
ſcheinbar von einer ſtaatlichen Telegraphenanſtalt kamen.
Kein Beamter, der ein Telegramm erhielt, konnte auf den
Gedanken kommen, daß eigens zu Betrugszwecken eine
be=
ſondere Telegraphenanſtalt errichtet werde. Nachdem die
Telegraphenſtation hergeſtellt war, telegraphierten die
bei=
den Gauner an die Rentei in Kutais im Namen der Filiale
der ruſſiſchen Staatsbahn zu Batum und erſuchten, an zwei
mit Namen genannte Perſonen — ihre Komplizen — 50000
Rubel auszuzahlen. Das Telegramm war mit dem Namen
des Direktors der ruſſiſchen Staatsbank und des
Kontrol=
leurs unterzeichnet. Tatſächlich wurde ihnen das Geld auch
ausgehändigt. Sie wurden zur Einreihung in
Korrektions=
abteilungen auf 2½ Jahre verurteilt
C. K. Was kleine Erfindungen einbringen können. Mit
den Verdienſten, die kleine, praktiſche Erfindungen einge
bracht haben, beſchäftigt ſich Du Puy im Scientific
Ameri=
can. W. H. Palmer aus Baltimore, der Erfinder einer
Verſchlußkappe für Bier= und Sodaflaſchen, wurde durch
ſeinen glücklichen Einfall Millionär, aber er mußte auch
ſechs Jahre warten, ehe er endlich einen Kapitaliſten fand,
der bereit war, mit dem Verſchluß einen praktiſchen
Ver=
ſuch zu machen. Der Glückliche, der auf die Idee kam, die
glatte Haarnadel durch die gewellte zu erſetzen, verdiente
ein Vermögen; die Idee kam ihm, als er beobachtete, wie
ſeine Frau ſich mit den glatten Haarnadeln plagte. Der
Mann, der zuerſt auf die Idee kam, am Ende des
Blei=
ſtiftes gleich einen kleinen Radiergummi zu befeſtigen
es war H. L. Lipmann aus Philadelphia — wurde durch
ſeinen Einfall ein reicher Mann, und ebenſo erging es dem
glücklichen Erfinder, der jene Klammer erſann, mit denen
man die Schleifen der Schuhbänder vor dem Aufgehen
ſchützt. Auch der „Entdecker” des Kaugummis, der ſeine
„Erfindung” 1871 patentieren ließ, ein gewiſſer Mr. Adams,
wurde in kurzer Zeit Millionär. Und ein ſtattliches
Ver=
mögen verdiente der erfinderiſche Kopf, der zuerſt auf die
Idee kam, einen Büchſenöffner zu konſtruieren. Dabei
han=
delt es ſich in allen dieſen Fällen nicht um Erfindungen, die
die Frucht langer Arbeit und langen Grübelns ſind,
ſon=
dern um praktiſche Einfälle, die der Zufall dem Laien
zu=
trägt.
* Das erſte Bahnhofs=Automatenreſtaurant. Duisburg
wird nach der B. Z. das erſte Bahnhofs=
Automatenreſtau=
rant in Deutſchland erhalten. Das Reſtaurant iſt bereits
ſoweit fertiggeſtellt, daß ſeine Eröffnung im Warteſaal 3.
und 4. Klaſſe in den nächſten Tagen erfolgen wird. Das
zweite derartige Reſtaurant ſoll der neue Bahnhof in
Leip=
zig erhalten.
Leitung ihres Vorſtandes, Amtsrichters Bunz, die ganze
Nacht die Wälder Zuffenhauſens mit Polizeihunden und in
Begleitung von Gendarmerie abgeſtreift. Die Flüchtigen
feuerten auf ihre Verfolger. Es gelang, den einen der
beiden Brüder Rau feſtzunehmen. Der andere Bruder und
Hiltmann ſind noch flüchtig.
Zweibrücken, 6. Febr. Vor dem pfälziſchen
Schwur=
gericht hatte ſich heute der 26 Jahre alte Glasmacher
Wilhelm Weil von Friedrichstal wegen eines
Ver=
brechens des Totſchlags und zweier Vergehen
der gefährlichen Körperverletzung zu verantworten: Am
Weihnachtsabend des Vorjahres war es in einer
Wirt=
ſchaft zu Schnappach zu einem Wortwechſel zwiſchen
Mit=
gliedern einer Tiroler Muſikgeſellſchaft und den Gäſten
gekommen. Der ziemlich unbeteiligte Angeklagte wurde
durch den Wirt aus dem Lokal geſchafft; er ſchlich ſich
wieder in die Wirtstür und feuerte von dort aus
ſämt=
liche acht Schüſſe aus ſeinem Browning=Revolver auf
die Truppe der Muſiker ab. Er tötete dabei einen
derſel=
ben und verletzte zwei ſchwer. Das Urteil lautete unter
Ausſchluß mildernder Umſtände auf nenn Jahre
Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverluſt und Entfernung
aus dem Heere. Der Angeklagte, der während der
gan=
zen Sitzung die größte Kaltblütigkeit gezeigt hatte,
er=
klärte mit feſter Stimme, die Strafe annehmen zu
wollen.
Leipzig, 6. Febr. Das Schwurgericht verurteilte
den 30 Jahre alten Kliemann wegen Raubmordes,
be=
gangen an dem Zigarrenhändler Beng, zum Tode.
Bremen, 6. Febr. Ein Erpreſſer im
Auto=
mobil trieb in den benachbarten Orten ſein Weſen.
Er mietete ſich in Bremen ein Automobil, erklärte, er
ſei Kriminalbeamter und fuhr zunächſt nach Moordeich,
wo er bei dem Eigentümer Imhoff erſchien. Hier
er=
klärte er, er ſei beauftragt, Imhoff zu verhaften, weil
dieſer in eine Betrugsaffäre verwickelt ſei. Er verlangte,
daß alles Geld und ſämtliche Wertſachen herbeigeſchafft
würden. Imhoff ſchöpfte Verdacht und ſchickte zwei
Jungen aus, um einen Nachbarn herbeizurufen. Der
Fremde, der das hörte, zog einen Revolver und gab drei
Schüſſe ab, von denen einer die Lampe zertrümmerte.
Dann eilte er hinaus und fuhr im Automobil nach
Ip=
rump, wo er bei dem Eigentümer Ahlers vorfuhr. Er
erklärte dieſen im Auftrage der Bremer
Staatsanwalt=
ſchaft für verhaftet, ſetzte ihm den Revolver auf die Bruſt
und ließ das im Hauſe befindliche Bargeld im Betrage
von 320 Mark, ſowie eine ſilberne Uhr ſich aushändigen.
Der Gauner feuerte dann noch mehrere Male
ſeinen Revolver ab und erklärte Ahlers, er ſolle ſich
be=
reit halten, er würde ſogleich abgeholt werden. Dann
beſtieg er wieder das Automobil, fuhr eine Strecke
wei=
ter, ließ das Automobil im Stich und lief querfeldein.
Seitdem fehlt jede Spur von dem Verbrecher, der als ein
30 bis 35 Jahre alter Mann geſchildert wird.
Breslau, 7. Febr. Die Schleſ. Volksztg. meldet aus
Kattowitz: Gegen den Direktor der Gerhardt v. Huldſchinsky=
Werke in Sosnowice wurde ein Bombenattentat
ver=
übt. Der Direktor blieb am Leben, doch wurden im Hauſe
große Verheerungen angerichtet. Der Täter iſt ein
ent=
laſſener Arbeiter.
Bromberg, 7. Febr. Die Oſtdeutſche Rundſchau meldet
aus Szamarzewo an der ruſſiſchen Grenze: Als die
Teil=
nehmer an einer Bauernhochzeit in einem geſchmückten
Leiterwagen zur Kirche fuhren, prallte der Wagen an einer
Wegegabelung in voller Fahrt gegen einen Chauſſeeſtein,
ſodaß er zerſchmettert wurde. Die Inſaſſen wurden mit
großer Wucht auf das Pflaſter geſchleudert. Vier waren
ſofort tot, die übrigen Inſaſſen erlitten Arm= und
Bein=
brüche. Der Kutſcher blieb unverletzt.
Paris, 7. Febr. Aus Bourg (Departement Ain) wird
gemeldet: Der 12jährige Knabe Gallet feuerte in der
Kirche zu Druillant während des Katechismusunterrichts
einen Revolverſchuß auf die gleichalterige Nichte
des Pfarrers ab. Das Mädchen ſtarb bald darauf.
Paris, 7. Febr. In Alengon brach während einer
Schwurgerichtsverhandlung im Gerichtsgebäude eine
Feuersbrunſt aus. Die Verhandlung wurde
in=
mitten einer großen Panik aufgehoben. Bald darauf
ſtürzte die Decke des Schwurgerichtsſaales ein. Der
an=
gerichtete Schaden iſt ziemlich bedeutend; verletzt wurde
jedoch niemand.
Brüſſel, 6. Febr. Im Kohlengebiet von
Mons, wo die Kohlenarbeiter ſich noch immer im
Aus=
ſtand befinden, iſt die Not ſo groß, daß in vielen
Fa=
milien nicht einmal das trockene Brot vorhanden iſt und
ſelbſt Kartoffelſchalen den Hungernden willkommen ſind.
Zahlreiche Lieferanten der Arbeiter gehen zugrunde.
London, 6. Febr. Der Vater des vom Reichsgericht in
Leipzig verurteilten Rechtsanwalts Bertrand Steward
wird baldigſt ſeinen Sohn beſuchen. In einem Vertretern
der Londoner Preſſe gewährten Interview erklärte er, er
beabſichtige nicht wegen des Urteils irgend etwas offizieller
Natur zu unternehmen. Nur zwei Intereſſen lägen ihm am
Herzen: Das Intereſſe des Landes und das Intereſſe ſeines
Sohnes; glücklicherweiſe liefen beide auf dasſelbe hinaus.
Er ſei vor allem darauf bedacht, daß die Angelegenheit keine
internationalen Verwicklungen nach ſich ziehe. Er würde
alles bedauern, was Ungelegenheiten zwiſchen England
und Deutſchland verurſachen könnte. Nach dem Interview
im „Globe” fügte er hinzu, daß das Urteil mit Achtung
be=
handelt werden müſſe, die man der erfahrenen
Rechtſprech=
ung eines aufgeklärten Landes ſchulde.
Eröffnung des deutſchen Reichstages.
* Berlin, 7. Febr. Der feierlichen
Eröff=
nung des Reichstages im Weißen Saale
des Königlichen Schloſſes ging für die eingeladenen
Mit=
glieder der evangeliſchen Kirche vormittags um 11 Uhr
in der Schloßkapelle ein Gottesdienſt voraus. Hierzu
verſammelten ſich in der Kapelle die Mitglieder des
Bun=
desrats mit dem Reichskanzler und dem Staatsſekretär
von Kiderlen=Wächter, die Generalität, die Miniſter und
viele Abgeordnete. Die Prinzen des Königlichen
Hau=
ſes und die hier anweſenden Prinzen aus ſouveränen
und altfürſtlichen Häuſern hatten ſich in der Roten
Sammetkammer verſammelt. Der Kaiſer, welcher die
Uniform der Gardedukorps mit dem Adlerhelm trug,
betrat die Kapelle in feierlichem Zuge mit den Prinzen
Eitel Friedrich, Auguſt Wilhelm, Oskar, Joachim und
dem Fürſten von Hohenzollern. Den Gottesdienſt
lei=
tete der Domchor mit dem Geſang des 43. Pſalms ein.
Der Hofprediger Kritzinger predigte über das
Evange=
lium Matthäus Vers 13. Das niederländiſche Dankgebet
ſchloß auch dieſe Feier. Um 11½ Uhr hatte in der St.
Hedwigskirche für die Mitglieder der katholiſchen Kirche
ebenfalls Gottesdienſt ſtattgefunden.
Um 12 Uhr fanden ſich die Abgeordneten beider
Kon=
ſeſſionen im Weißen Saale zuſammen und ſtellten
ſich dem Throne gegenüber auf. Die Generalität nahm
an der Kapellenſeite Aufſtellung, die Miniſter und Räte
an der Luſtgartenſeite. Die Mitglieder des Bundesrats
nahmen links vom Throne ihren Platz ein. Inzwiſchen
waren die Reichsinſignien durch eine Eskorte von zwei
Offizieren und vier Mann des Regiments
Gardedu=
korps in den Marineſaal geleitet worden und in der
Bildergalerie ordnete ſich nunmehr der feierliche Zug.
Den Trägern der Reichsinſignien folgte der Kaiſer, dem
ſich die Prinzen und die Gefolge anſchloſſen. So
be=
vegte ſich der Zug nach dem Weißen Saale. Hier
ver=
las der Kaiſer folgende
Thronrede:
Geehrte Herren! Im Namen der verbündeten
Re=
gierungen heiße ich den neugewählten Reichstag
will=
kommen. Das feſte Gefüge des Reichs und ſtaatlicher
Ordnung unverſehrt zu erhalten, die Wohlfahrt des
Vol=
kes in allen ſeinen Schichten und Ständen zu mehren,
die Stärke und das Anſehen der Nation zu wahren und
zu erhöhen, iſt das Ziel meines Handelns. In ihm
weiß ich mich mit meinen hohen Verbündeten eins, und
ich lebe der Ueberzeugung, daß auch Sie als die
erwähl=
ten Vertreter der Nation Ihre beſten Kräfte in die
ge=
meinſame Arbeit ſetzen werden.
Seit einem Menſchenalter nimmt die ſoziale
Fürſorge in der Reichsgeſetzgebung einen
hervor=
ragenden Platz ein. Noch in der letzten Tagung des
vorigen Reichstages ſind die Wohltaten der Verſicherung
auf weite Kreiſe der Bevölkerung ausgedehnt worden.
Derſelbe ſoziale Geiſt, aus dem dieſes Werk
hervorge=
gangen iſt, muß auch fernerhin walten, denn die
Ent=
wicklung ſteht nicht ſtill.
Die Finanzen des Reiches haben feſten Halt
gewonnen. Auf der Grundlage beſtimmt bemeſſener
Ma=
trikularbeiträge iſt es gelungen, das Gleichgewicht des
Reichshaushaltes herzuſtellen und mit Hilfe der
Ueber=
ſchüſſe, die ſich ergeben haben, den außerordentlichen Etat
zu entlaſten. Durch Feſthalten an den bisherigen
ſtren=
gen Grundſätzen wird das Reich binnen kurzem zu einer
vollſtändigen Geſundung ſeiner Finanzen gelangen.
Mit Befriedigung erfüllt mich der Gedanke, welch'
hohe Leiſtungen der freie Unternehmungsgeiſt in
Indu=
ſtrie und Gewerbe Handel und Verkehr
voll=
bracht hat, und wie bei ſteigender Vervollkommnung
ihrer Technik die Landwirtſchaft allmählich wieder
emporgeblüht iſt. Angeſichts dieſer glücklichen Fortſchritte
werden die verbündeten Regierungen die Grundlagen
unſerer Zollpolitik auch künftig bei Vorbereitung
und Abſchluß neuer Handelsverträge nicht verlaſſen.
Der Stärkung des Deutſchtums im Ausland
wird ein Ihnen alsbald zugehender Entwurf dienen, der
die Reichs= und Staatszugehörigkeit neu
n der Weiſe regelt, daß es den deutſchen Landsleuten
draußen erleichtert wird, Reichsangehörige zu bleiben,
der die verlorene Reichsangehörigkeit wieder zu
er=
werben.
Das Gedeihen unſerer Werke des Friedens
da=
heim und über See hängt davon ab, daß das Reich
mäch=
tig genug bleibt, um ſeine nationale Ehre, ſeinen Beſitz
und ſeine berechtigten Intereſſen in der Welt jederzeit zu
vahren und zu vertreten. Deshalb iſt meine beſtändige
Pflicht und Sorge, die Wehrkraft des deutſchen
Vol=
kes, dem es an waffenfähiger junger Mannſchaft nicht
gebricht, zu Lande und zu Waſſer zu erhalten und zu
ſtärken. Geſetzentwürfe, die dieſen Zweck verfolgen, ſind
in Vorbereitung und werden Ihnen mit Vorſchlägen
über die Deckung der Mehrkoſten zugehen. Helfen Sie,
geehrte Herren, dieſe hohe Aufgabe erfüllen, ſo werden
Sie dem Vaterlande einen großen Dienſt erweiſen.
Von unſerer Bereitwilligkeit, internationale
Streitpunkte gütlich zu erledigen, wo immer es
der Würde und den Intereſſen Deutſchlands entſpricht,
haben wir durch den Abſchluß der Vereinbarungen mit
Frankreich einen neuen Beweis gegeben. Neben der
Pflege unſerer Bündniſſe mit der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Monarchie und dem Königreich Italien bleibt meine
Politik darauf gerichtet, mit allen Mächten freundliche
Beziehungen auf der Baſis gegenſeitiger Achtung und
guten Willens zu unterhalten.
Im Vertrauen auf die geſunde Kraft des deutſchen
Volkes blicke ich, mit Zuverſicht und auf Gottes gnädigen
Beiſtand bauend, über die Kämpfe des Tages
hinweg in die Zukunft des Reiches.
So entbiete ich Ihnen, geehrte Herren, zum Beginn
einer neuen Legislaturperiode, meinen Gruß in der
Hoff=
nung, daß Ihre Tätigkeit dem Volke und dem Lande zum
Heil gereichen werde.
Bei dem Einzuge des Kaiſers brachte der
Altersprä=
ſident Träger ein dreimaliges Hoch auf den Kaiſer aus.
Bravorufe ertönten bei der Erwähnung der günſtigen
Finanzlage, der Fortſetzung der Handelsvertragspolitik,
beſonders auch bei der Betonung der Notwendigkeit der
Wahrung der Ehre der Nation und der Bewahrung und
Stärkung der Wehrkraft zu Lande und zu Waſſer, ferner
bei der Erwähnung der Beziehungen zum Auslande auf
Grund gegenſeitiger Achtung uſw. Der Reichskanzler
erklärte den Reichstag für eröffnet. Geſandter Graf
v. Lerchenfeld brachte das zweite Kaiſerhoch aus.
* Berlin, 7. Febr. Die Nordd. Allg. Zeitung
ſchreibt: Der Inhalt der Thronrede enthält keine
Aufzählung der Vorlagen, die den Reichstag beſchäftigen
verden, ſie läßt aber die Grundlinien klar erkennen, die
die Reichsregierung in den Fragen der inneren und der
äußeren Politik zu verfolgen gedenkt. Sie zweifelt
nicht an der vaterländiſchen Geſinnung
des Reichstages und der geſamten
Bevöl=
kerung. Möge das Vertrauen in die Zukunft des
deutſchen Volkes durch die Arbeiten des Reichstages
ge=
ſtärkt werden. Zu den wenigen Vorlagen, die die
Thron=
rede erwähnt, gehört diejenige, die die Wehrforderungen
betrifft. Daß auf Einzelheiten nicht eingegangen wird,
iſt damit zu erklären, daß die Neuanforderungen den
Bundesrat noch nicht beſchäftigt haben.
Erſte Sitzung vom 7. Februar.
Haus und Tribünen ſind ſehr gut beſucht. Als
Alters=
räſident fungiert der am 12. Juni 1830 geborene Abg.
Träger (Fortſchr. Vpt.). Dieſer eröffnet um 2.15 Uhr
die Sitzung. Abg. Träger (Fortſchr. Vpt.): Nach der
Geſchäftsordnung iſt das älteſte Mitglied des Reichstages
berufen, die erſte Sitzung zu leiten. Nach den bisherigen
Ermittelungen bin ich das älteſte Mitglied des Hauſes.
Ich bin geboren im Jahre 1830, ſtehe ſomit im 82.
Lebens=
jahre. (Bewegung.) Steht jemand unter den
Anweſen=
den in einem höheren Lebensalter, ſo bitte ich den
Trä=
ger (Heiterkeit), ſich zu melden. (Es meldet ſich niemand.)
Alsdann berufe ich zu proviſoriſchen Mitgliedern die
Ab=
geordneten Rogalla v. Bieberſtein (konſ.), Engelen (Ztr.),
Dr. Bärwinkel (natl.) und Dr. Südekum (Soz.) (
Beweg=
ung und Heiterkeit.) Der zur Feſtſtellung der Beſchluß=
ſchigkeit des Hauſes erforderliche Namensaufruf ergibt
die Anweſenheit von 374 Abgeordneten.
Schriftführer Dr. Südekum perlieſt inzwiſchen die
durch das Los entſchiedene Verteilung der aus den
ein=
zelnen Wahlkreiſen eingegangenen Wahlakten auf die
inzelnen Abteilungen. An Geſetzesvorlagen ſind
ein=
gegangen: Das Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetz,
die Militärvorlage, der Etat für Feſtſetzung der
Schutz=
gebietsrechnungen für 1906. Die Verteilung der
ein=
zelnen Abgeordneten auf die Abteilungen wird gemäß
früherer Handhabung nach der Sitzung vom Bureau
vor=
genommen.
Damit ſind die Obliegenheiten der erſten Sitzung
erledigt. — Nächſte Sitzung morgen, Donnerstag,
3 Uhr: Wahl des Präſidiums. — Schluß 3 Uhr.
Zum Theaterbrand in Detmold.
* Wie wir ſchon gemeldet haben, iſt in Detmold das
Fürſtliche Hoftheater vorgeſtern abend niedergebrannt. Da
das Feuer während der Aufführung von Sudermanns
„Bettler von Syrakus” entſtand, hätte leicht größeres
Un=
heil geſchehen können, doch ſind Menſchenleben und
Ver=
letzungen nicht zu beklagen. Die Vorſtellung hatte um
halb 8 Uhr begonnen, und mitten im erſten Akt ertönte
plötzlich von der Galerie und vom Amphitheater der
Schreckensruf „Feuer!” der im erſten Augenblick das
Publikum zu lähmen ſchien. Die Schauſpieler ſpielten
ihre Rollen aber zunächſt ruhig weiter, bis der Feuerruf
hundertfach wiederholt wurde. Erſt jetzt erhoben ſich die
Zuſchauer im Parkett und auf den Rängen und ſtürmten
den Ausgängen zu. Auf der Galerie, wo das Feuer
aus=
gebrochen war, entſtand eine panikartige Flucht.
Schreckensrufe von Frauen und Kindern ertönten, und
nur den Bemühungen einiger Schauſpieler, die von der
Bühne herab das Publikum zu beruhigen ſuchten, iſt es
zum großen Teil zu verdanken, daß die Panik keine
ſchlimmen Folgen hatte. Als das Publikum das Theater
verlaſſen hatte, ging der eiſerne Vorhang herunter. In
der Hofloge hatten ſich einige Mitglieder der
Hofgeſell=
ſchaft befunden. Es iſt als ein Glück zu bezeichnen, daß
das 800 Perſonen faſſende Gebäude nur etwa zu höchſtens
zwei Dritteln beſetzt war, da die Vorſtellung ſchon die
vierte Wiederholung war. Kurz nachdem die letzten
Schauſpieler das Theater verlaſſen hatten, ſtand das
ganze Gebäude in Flammen. Die Feuerwehr traf kurze
Zeit nach Ausbruch des Brandes ein und begann ſofort
mit den Löſcharbeiten. Sie mußte ſich jedoch ſchon nach
kurzer Zeit damit begnügen, die dem Theater
benach=
barten Gebäude zu ſchützen. Die Feuerwache
des in Detmold garniſonierenden dritten Bataillons,des
Weſtfäliſchen Infanterie=Regiments Nr. 55 war ſofort
aus der Kaſerne am Brandplatze erſchienen und ſperrte
dieſen im Verein mit den Poliziſten ab, während die
militäriſche Feuerwehr die ſtädtiſche Feuerwehr bei den
Löſcharbeiten unterſtützte. Vor dem brennenden Theater
ſammelten ſich bald Tauſende von Zuſchauern
an, unter ihnen Mitglieder des Hoftheaters und
zahl=
reiche Offiziere. Trotz der ſtrengen Kälte harrte das
Publikum bis in die ſpäten Nachtſtunden, im Schnee
ſtehend, auf dem Brandplatze aus. Die Urſache des
Brandes ſoll in den ſchlechten, veralteten
Heizungs=
vorrichtungen des Hoftheaters zu ſuchen ſein. Gußeiſerne
Oefen ſtanden im Zuſchauerraum verteilt. Einer dieſer
Oefen im ſogenannten Amphitheater, das ſich über der
Hofloge befand, war übermäßig geheizt worden und
hatte den Fußboden und eine Holzwand in Brand geſetzt.
Von dort hat ſich dann das Feuer mit großer
Schnellig=
eit über das ganze Gebäude verbreitet.
Das obdachlos gewordene Perſonal des
fürſt=
lichen Hoftheaters wird wahrſcheinlich einſtweilen in einem
Saaltheater ſpielen. Die Möglichkeiten für dieſen zu
be=
ſchreitenden Ausweg ſind bereits in Betracht gezogen, aber
Beſtimmtes verlautet bis jetzt noch nicht. Der Schaden an
verbrannten Dekorationen und Koſtümen iſt ſehr bedeutend,
auch alle Koſtüme, die zum „Bettler von Syrakus” neu
an=
geſchafft wurden, ſind vernichtet. Das Theater wird
jeden=
falls neu aufgebaut werden, ob aber auf demſelben
Grund=
ſtück, iſt noch fraglich. Das Grundſtück ſelbſt iſt nur minimal
verſichert, während für die innere Ausſtattung überhaupt
keine Verſicherung beſteht. Es iſt von dem Hauſe nichts
ge=
rettet, nur die Grundmauern ſtehen noch zum Teil; aber
auch von dieſen iſt nichts zu gebrauchen. Das Gebäude iſt
nur mit 106 000 Mk. gegen Brandſchaden verſichert. Das
ge=
ſamte der Krone gehörige Inventar iſt unverſichert
ge=
blieben, ebenſo die zum Teil ſehr koſtbaren Dekorationen.
Das fürſtliche Hoftheater war am 8. November 1825
er=
öffnet worden. Im Sommer 1899 und 1906 wurde es
umgebaut. Es faßte 800 Perſonen. Eigentümer war Fürſt
Leopold zur Lippe, Intendant Oberhofmarſchall von Loos,
Direktor und Oberregiſſeur Geh. Intendanzrat Berthold.
Das Hoftheater war einſt durch ſeine Hofkapelle berühmt,
deren Leiter auch Lortzing war. Später kam an Stelle der
Hofkapelle die Militärkapelle. Das Detmolder Theater beſaß
eine der größten exiſtierenden Hoflogen. Sie füllte die
ganze Breite des Parketts aus und reichte vom erſten Rang
bis hoch hinauf zur dritten Galerie. Das Geſamtperſonal
einſchließlich des Chor= und techniſchen Perſonals zählte
67 Köpfe.
Kurſus für Armenpflege, Jugendwohlfahrt
und Jugendfürſorge.
* Der ſtädtiſche Armenarzt, Herr Dr. med.
Langs=
dorf, wird heute Donnerstag, den 8. ds. Mts., nachmittags
5 Uhr, im Herrſchaftsſaale des Städtiſchen Saalbaues einen
Vortrag halten über „Geſundheitliche Aufgaben der
Armen=
pflege” worauf hingewieſen wird.
Am Mittwoch begann nachmittags die Reihe der
Vor=
träge mit einem Vortrag über die Grundzüge
unſeres neuen Armenrechts. Der Redner, Herr
Amtmann Krapp, führte aus, daß unſer heutiges
Armen=
recht eine Folge der freiheitlichen Geſetzgebung der 60er
Jahre ſei. Er ſkizzierte kurz die Motive und
grundlegen=
den Gedanken des Unterſtützungswohnſitzgeſetzes und ging
dann weiter auf die Rechtsbeſtimmungen ein. Unterſtützt
wird, wer armenrechtlich hilfsbedürftig iſt, alſo wer ſich nicht
ſelbſt Lebensunterhalt ſchaffen kann und keine
unterhalt=
ungspflichtigen Verwandten hat, die ihn unterhalten können.
Unterſtützungspflichtig iſt in einem ſolchen Falle die
Ge=
meinde, in der der Betreffende ſeinen
Unterſtützungswohn=
ſitz hat. Ueber Art und Maß der Unterſtützung ſagt das
Geſetz nichts. Mit Recht, denn das läßt ſich nicht in eine
Schablone zwingen. Gewährt muß werden Obdach,
un=
entbehrlicher Lebensunterhalt, Pflege in Krankheitsfällen,
angemeſſenes Begräbnis. Unſere Armenpflege hat eine ſehr
weſentliche Aufwärtsbewegung genommen und neue
Auf=
gaben ſind ihr namentlich auf hygieniſchem Gebiet erwachſen.
Träger der Unterſtützung ſind die Ortsarmen= und
Land=
armenverbände. Wer unterſtützungspflichtig iſt, richtet ſich
nach dem Unterſtützungswohnſitz des Hilfsbedürftigen, Der
Redner ſchilderte ausführlich die geſetzlichen Beſtimmungen
die für dieſen maßgebend ſind: Zum Schluß wies er auf
die Unzuträglichkeiten hin, die ſich dadurch herausſtellen, daß
das Unterſtützungswohnſitzgeſetz für Bayern keine Geltung
habe. — Einen weiteren Vortrag hielt Herr Amtmann
Krapp dann noch über die Organiſation und allgemeinen
Grundſätze der öffentlichen Armenpflege. An der ſich an die
Vorträge anſchließenden Diskuſſion beteiligten ſich die
Herren Bürgermeiſter Mueller, Prof. Schweisgut, Prof.
Kiſſinger, Stadtverordneter Kalbfuß, Regierungs=Aſſeſſor
Bechtel, Pfarrer Gengnagel.
Beſprechung der hieſigen Verkehrsverhältniſſe.
C Die Vereinigten Bezirksvereine hatten für geſtern
abend eine Verſammlung einberufen, deren Zweck die
Beſprechung der Darmſtädter Verkehrsverhältniſſe war.
Die Verſammlung war gut beſucht. Den Vorſitz führte
Herr Stadtv. Dr. Kolb, der die Erſchienenen herzlicht
begrüßte und darauf hinwies, daß die Verſammlung als
Fortſetzung der Ende vorigen Jahres veranſtalteten
dienen ſolle. Er erteilte dann das Wort Herrn Stadtv.
Juſtizrat Dr. Bender.
Redner erwähnte einleitend, daß er kein
erſchöpfen=
des Referat über das ſehr wichtige Thema erſtatten
könne, nur einige rechtliche Geſichtspunkte wollte er
erörtern und Hinweiſe geben auf die Bedeutung der
Pro=
jekte in einzelnen Zweigen. Als geeignete Form der
neuen Organiſation habe man mit Recht die
Aktien=
geſellſchaft gewählt, weil ſie in ihrer ſtraffen
Orga=
niſation am beſten geeignet und der Oeffentlichkeit am
weiteſtgehenden ausgeſetzt iſt, ſo daß auch jedem
Außen=
ſtehenden die Möglichkeit der Kontrolle gegeben iſt. Zu
dieſer A.=G. habe man noch als beſondere Inſtanz die
ſogenannte Sonderkommiſſion eingeſetzt, die alle
ſtrittigen Punkte zu regeln hat, über die im Vorſtand und
im Aufſichtsrat Einigung nicht zu erzielen iſt. Redner
beſprach dann die Verträge die wir inhaltlich
be=
reits mitgeteilt haben, und ſchließlich die Satzung der
neuen Geſellſchaft.
Im Vertrag A iſt von beſonderer Bedeutung der
Paragraph 6, der ſich mit dem Obligationskapital uſw.
befaßt. Da die Geſellſchaft mit dem Eintritt allein nicht
in Betrieb geſetzt werden kann, ſind neue Mittel
erforder=
lich, die in Höhe von fünf Millionen durch Obligationen
aufgebracht werden ſollen. Die Zinſen müſſen zur Hälfte
getragen werden und es iſt nur natürlich, daß die Stadt
zur Erzielung billigeren Zinsfußes die Garantie
über=
nimmt. Als Sicherheit wird der Stadt eine Hypothek
auf alle einzubringenden Baulichkeiten eingetragen. Das
dürfte, da es ſich ja nur um die Hälfte der Zinſen handelt,
durchaus genügen. Weitere Sicherheit erhält die Stadt
dadurch, daß die Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft eine
Rückbürgſchaft übernimmt. Damit iſt die Stadt gegen
alle Eventualitäten geſchützt.
Ein weitere ſehr weſentliche Beſtimmung enthält der
Paragraph 11, der beſtimmt, daß ſämtliches Dienſt= und
Arbeitsperſonal, das die neue A.=G. übernimmt, die
glei=
chen Rechte und Ausſichten hat, wie es beim ſtädtiſchen
Dienſte der Fall iſt. Redner verſichert, daß man ſeitens
der Bürgermeiſterei und Stadtverordnetenverſammlung
ſehr energiſch für die Wünſche der in Frage kommenden
ſtädtiſchen Angeſtellten ſich bemüht hat, wodurch auch
er=
reicht wurde, daß tatſächlich alle Garantie gegeben iſt,
daß ſämtliche Uebernommenen unbedingt die gleichen
Rechte, Vorteile und Ausſichten haben. Man iſt ſogar
ſoweit gegangen, daß, wenn aus irgend einem Grunde
Penſionierungen etwa durch Invalidität eintreten, die
Betreffenden, ſofern dies auch im ſtädtiſchen Verhältniſſe
geſchehen wäre, eventuell wieder bei der Stadt Anſtellung
finden. Weiter ſind von Wichtigkenit die
Uebernahme=
pp. Bedingungen. Man habe ſeitens der Stadt großen
Wert darauf gelegt, daß die Verträge nicht zu langfriſtig
abgeſchloſſen werden und daß die Stadt zu
annehm=
baren Bedingungen, deren Grundſätze ſofort feſtgelegt
ſind, das ganze Unternehmen wieder ſelbſt erwerben kann,
und zwar, ohne daß ein langwieriges
Liquidationsver=
fahren oder dergleichen notwendig iſt.
Im Vertrag B iſt eigentlich nur der Paragraph 8
rechtlich von Intereſſe, der mit Uebernahme der Rechte
auch die aller Pflichten auf die neue A.=G. beſtimmt.
Da hat in letzter Stunde die Stadt eine
Ausnahmebeding=
ung geſtellt, dahingehend, daß ſchon zurzeit beſtehende
oder anhängig gemachte Haftpflichten nicht auf die neue
A.=G. übergehen. (Fall Wolfsſturm!) Das
Eißver=
ſtändnis der Gegenſeite ſteht allerdings noch aus.
Der Vertrag C räumt der Stadt das Vorrecht
am Gelände der Schienenſtränge ein, ſoweit erhebliche
Intereſſen vorliegen und geſteht der Stadt das geſamte
Eigentumsrecht am Elektrizitätswerk uſw. zu, bis die
neue A.=G. ihre ſämtlichen Verpflichtungen erfüllt, d. h.
bis Ablauf des Vertrages. Das geht ſogar ſo weit, daß,
ſo lange die Stadt die Sicherungs=Hypothek hat, keine
neue Hypothek eingetragen merden darf. Für
Ueber=
laſſung des Elektrizitätswerkes hat die neue A.=G. eine
jährliche Rente von zirka 49000 Mark zu zahlen, und
zwar 47 Jahre lang, als Erſatz für den Kaufpreis.
(§§ 14 und 17.) § 19 beſtimmt, daß die von der Stadt
gewählten Mitglieder des Aufſichtsrates auf ihre
Tan=
tiemen zu Gunſten der Stadtkaſſe verzichten, dafür aber
auch die Stadt die Haftpflicht aus etwaigen
Verfehlun=
gen dieſer Mitglieder übernimmt.
Redner ſchließt mit der Verſicherung, daß von allen
in Betracht kommenden Faktoren und Perſonen ſeit
Monaten mit koloſſalem Eifer intenſiv gearbeitet wurde.
Daß die Verträge nicht der Gipfel des Ideals ſind, iſt
natürlich, aber das Menſchenmögliche iſt erreicht
wor=
den, und wenn man in Betracht zieht, wie man ſeit 25
Jahren unter den beſtehenden Verhältniſſen ſeufzt und
daß das noch 25 Jahre lang ſo geblieben wäre, ſo darf
man mit der Löſung der Frage ſehr wohl zufrieden ſein.
(Lebhafter Beifall.)
Der Vorſitzende ſprach dem Redner Dank aus und
eröffnete dann eine
Diskuſſion.
Herr Bornmann meint, die Bearbeitung der
Angelegenheit ſei eine übereilte geweſen und der
Ober=
bürgermeiſter habe ſein Verſprechen nicht gehalten, der
Bürgerſchaft Zeit und Gelegenheit zu geben, zu dem
Vertrage Stellung zu nehmen. Das ſei heute noch nicht
möglich, da die Verträge und die Grundlagen noch nicht
im ganzen Wortlaut veröffentlicht wurden. Die
Beſtim=
mungen, die die Rechte der zu übernehmenden Angeſtellten
regeln, ſeien unzureichend. Die Kündigungsfriſt des
Ver=
trags mit 30 Jahren ſei zu lang. Die Stadt Stuttgart kann
ſchon nach 10 Jahren ihr Werk zurückkaufen. Auch die
Olden=
burgiſchen Gemeinden können das. (Widerſpruch.
Un=
ruhe.) Weiter ſei zu beanſtanden, daß die
Bürger=
meiſterei ſtets als Vertretung der Stadt bezeichnet wird
und nicht die Stadtverordnetenverſammlung. Den
Wün=
ſchen des Martinsviertels werde bei der vorgeſchlagenen
Linienführung nicht entſprochen. Dem Vertrag haften
Mängel an, die die Bürgerſchaft veranlaſſen ſollten, nicht
dafür zu ſtimmen, namentlich ſollte heute nicht wieder eine
Reſolution angenommen werden, die die Verträge
be=
fürwortet.
Herr Rechnungsrat Götz hat zu beanſtanden, daß
der Wert der Dampfſtraßenbahn zu hoch bemeſſen iſt. Er
beträgt 800000 Mark und iſt mit zwei Millionen
be=
meſſen. Dadurch wird der Süddeutſchen Eiſenbahn=
Ge=
ſellſchaft von vornherein ein erheblicher Vorteil
gegen=
über der Stadt geſichert. Da hätte man verſuchen müſſen,
eine andere Bemeſſung zu erlangen. Gut geregelt iſt die
Lage des Elektrizitätswerkes, deſſen Rente ſichergeſtellt
iſt. Der Verſammlung heute ſollte wohl nicht die
Auf=
gabe geſtellt werden, dem Vertrag zuzuſtimmen oder ihn
ab=
zulehnen, ſie ſollte nur der Aufklärung dienen. Man
müſſe aber auch bedenken, daß die Stadt in einer
Zwangs=
lage war, der ſowohl die noch 30 Jahre beſtehende
Kon=
zeſſion, wie die kaufmänniſchen und verkehrstechniſchen
Geſichtspunkte eingerechnet werden müſſen. Es iſt
außer=
ordentlich leicht, an einer ſolch wichtigen Sache Kritik
zu üben. (Sehr richtig!) Man müſſe aber doch
ver=
ſichert ſein, daß alle in Betracht kommenden Faktoren,
beſonders auch die Stadtverordneten, ſich der Bedeutung
der Frage bewußt ſind und daß ſie nicht ihre
Zuſtimm=
ung geben, ohne orientiert zu ſein.
Stadtverordneter Henrich ſchlägt folgende
Reſolution
vor:
„Die Verſammlung hält eine Vereinheitlichung
des Straßenbahnverkehrs und des Vorortsverkehrs
ſowie die Elektrifizierung und Weiterführung der
Vor=
ortbahnen als eine der dringlichſten Aufgaben der
Stadt. Sie erblickt in dem von der Großh.
Bürger=
meiſterei vorgelegten Vertragswerk eine geeignete
Grundlage zu gedeihlicher Löſung dieſer Aufgabe —
unter der Vorausſetzung, daß der maßgebende Einfluß
der Stadt in der Geſellſchaft und ihren Organen für
alle Zeit gewährleiſtet bleibt.”
Redner begründet kurz dieſe Reſolution und tritt
dann dem erſten Diskuſſionsredner in verſchiedenen
Punk=
ten entgegen. In der vorigen Verſammlung habe Herr
Bornmann dieſe als verfrüht bezeichnet und heute ſpricht
er von Ueberrumpelung. Man kann es dieſem Herrn
alſo nicht recht machen. Eine Kritik iſt ſtets zu begrüßen,
aber ſie muß den Grund der Klärung, die Abſicht der
Beſſerung haben. (Sehr richtig!) Die Ausführungen
des Herrn Bornmann ſtanden in Bezug auf Klarheit in
keinem Verhältnis zu der Sicherheit, mit der ſie hier
vorgebracht wurden. Ueberhaupt habe ſeine Methode
nicht immer den Anſpruch, ernſt genommen zu werden.
Redner widerlegt dann einige im ſozialdemokratiſchen
Organ enthaltene abfällige Artikel und beſpricht noch
Ein=
elheiten des Vertrages rechneriſcher und finanzieller
Art, die darin gipfeln, daß die eingebrachten Werte bei
der Kontrahenten gleich hoch berechnet wurden, ſo daß
trotz der „Ueberkapitaliſierung” keiner der Kontrahenten
ſich rühmen kann, den anderen übers Ohr gehauen zu
haben. Von einer Ueberrumpelung kann durchaus keine
Rede ſein, da ſeit Jahr und Tag intenſiv gearbeitet
wvird. Was in Bezug auf die zu übernehmenden
ſtädti=
ſchen Angeſtellten und der Verträge feſtgelegt iſt,
mu=
tatſächlich als ausreichend bezeichnet werden. Es iſt
ſogar ſehr wahrſcheinlich, daß die ſozialen Verhältniſſe
in der Geſellſchaft die der Stadt überholen. Jedenfalls iſt
es ausgeſchloſſen, daß ſie hinter der Stadt zurückbleibt.
Was die Herabſetzung des Strompreiſes betrifft, ſo hat
die Stadt in Rückſicht auf ihr Gaswerk erheblichen
Grund, nicht unter einen beſtimmten Satz herabzugehen
Seit Jahren, ſo ſchließt Redner, wird an der ſo
emi=
nent wichtigen Frage gearbeitet und nun endlich habe
man ein Vertragswerk, dem man zuſtimmen könne, ohne
befürchten zu müſſen, daß der Stadt Schaden oder
Nach=
teile gebracht werden. Das muß man doch annehmen,
da niemand poſitiv etwas Beſſeres vorzuſchlagen
ver=
mag. Für alle übernommenen finanziellen Riſiken ſind
die Sicherheiten gegeben, die nach Lage der Sache irgend
wie zu geben waren. Immer noch aber ſei es Zeit,
etwas Beſſeres vorzuſchlagen, es wird dankbar
ange=
nommen und geprüft werden. (Beifall.)
Herr Lumb rügt ebenfalls, daß der Vertrag nicht
lange genug zur Diskuſſion in der Bürgerſchaft aufliegt
und ſpricht ſich im weſentlichen im Sinne des Herrn
Bornmann aus. Beſonders vermißt er die Sicherung des
Koalitionsrechtes der übertretenden ſtädtiſchen
Angeſtell=
ten. — Herr Siedersleben iſt der Anſicht, daß die
Ueberkapitaliſierung der Süddeutſchen Vorteile bringt,
wenn nicht der Dampfbetrieb in ziemlichem Umfange
aufrecht erhalten wird. — Herr Hütſch vertritt
eben=
falls die Anſicht, daß der Vertrag eine Ueberrumpelung
bedeutet, da man der Oeffentlichkeit den Vertrag nicht
unterbreitet hat. Zudem ſei die bisher geübte Kritik
böllig ohne Einfluß geblieben. Wenn man den knapp
beſetzten Saal heute beſieht, muß man zu der Anſicht
kom=
men, daß in der Bürgerſchaft eine erſchreckende
Intereſſe=
oſigkeit herrſcht gegenüber dieſen wichtigen Fragen.
Das komme davon, daß die Bürgerſchaft nicht genügend
orientiert wurde. Er, Redner, ſei prinzipieller Gegner
es Vertrages, weil er der Stadt einen großen Teil des
Selbſtbeſtimmungsrechtes nimmt. Mindeſtens müßte die
Stadt einen ſtändigen tüchtigen Reviſor, einen
gerie=
benen techniſchen Beamten anſtellen.
Herr Stadtv. Saeng beſpricht noch einmal die
hiſtoriſche Entwickelung der ganzen Frage, die zu der
gegenwärtigen Löſung führte. Man muß nun
aner=
kennen, auch wenn man Anhänger des kommunalen
Be=
triebes iſt, daß die gefundene Löſung die einzig rechte iſt.
Auch er iſt der Meinung, daß die Rechte der Angeſtellten
in vollſtem Maße durch den § 11 gewährleiſtet ſind. Unter
allen Umſtänden dürfe man überzeugt ſein, daß der
Ver=
trag der Stadt zum Beſten und den
Verkehrsverhältniſ=
ſen zum Vorteil gereicht. — Stadtv. Henrich gibt noch
eine Ergänzung ſeiner Ausführungen und tritt einigen
der Diskuſſionsredner entgegen. Die Kritik, die in der
erſten Verſammlung geübt wurde, ſei nicht ohne Erfolg
geblieben, nur konnte ſie in vielen Punkten nicht aufrecht
erhalten bleiben. Auch das Koalitionsrecht ſei
Gegenſtand eingehender Ausſprache geweſen und ſei
genau ſo geregelt, wie bei der Stadt. Die Kommiſſion
habe auch in dieſer Beziehung als Einigungs= oder
Schiedsamt zu funktionieren. Wenigſtens hat der
ſozial=
politiſche Ausſchuß das beantragt. Dem Herrn
Sieders=
leben ſei zu erwidern, daß an ein
Fortbeſtehen=
laſſen des Dampfbetriebes nicht gedacht
vird, daß vielmehr die Elektrifizierung ſofort nach
Ver=
tragabſchluß vorgenommen wird. Natürlich kann die
Ar=
beit nur nacheinander vorgenommen werden.
Herr Ritzert ſtellt feſt, daß ſeine in der erſten
Ver=
ſammlung geäußerten Bedenken durch den nun
vorlie=
genden Vertrag zerſtreut ſind. Er begtndet dies
des näheren. Warnen möchte der Redner jedoch davor,
daß der Geſellſchaft das alleinige Recht der Führung von
Kabeln uſw. zugeſtanden wird. Das könne zu
kataſtro=
phalen Reſultaten in der Induſtrie führen. Man ſollte
in einer Erläuterung den Stadtverordneten das Recht
zugeſtehen, in gewiſſen Fällen Ausnahmen zuzulaſſen.
Die Beſtimmung betr. die Herabſetzung des
Stromprei=
ſes ſollte beſſer ganz aus dem Vertrag herausbleiben.
Hingegen müßte noch darin aufgenommen werden eine
die Intereſſen der Handwerker ſichernde Beſtimmung.
Herr Bornmann verteidigt nochmals ſeine Anſichten.
— Herr Hütſch weiſt darauf hin, daß er inzwiſchen
erfahren habe, daß auf Veranlaſſung des Herrn
Direk=
tor Rötelmann der von der Stadt beantragte Reviſor
abgelehnt bezw. fallen gelaſſen wurde. Er rügt, daß der
größte Teil der Stadtverordneten die Verſammlung
be=
reits verlaſſen habe. Das müſſe als eine Brüskierung
der Bürgerſchaft angeſehen werden, denn die
Stadtver=
ordneten ſeien doch erſchienen, um die Anſicht der
Bür=
gerſchaft zu hören.
Da die Verſammlung zu zwei Drittel bereits den
Saal verlaſſen, wird über die Reſolution nicht mehr
abgeſtimmt und die Verſammlung nach Mitternacht
geſchloſſen.
7
Luftfahrt.
sr. Die Probefahrten mit dem neuen
Zeppelin=Paſſagier=Luftſchiff „L. Z. 11‟,
das jetzt fertiggeſtellt iſt, ſollen noch im Laufe des Monats
aufgenommen werden. Nach Beendigung der
Probe=
fahrten wird das Luftſchiff dann in Frankfurt a. M. in
der dortigen Luftſchiffhalle ſtationiert werden. Später
ſoll der Lenkballon längere Zeit in Hamburg
unterge=
bracht werden und von dort aus die erſten Seereiſen und
Paſſagierfahrten nach den Nordſeeinſeln ausführen.
sr. Das Projekt einer Ueberquerung des
Atlantiſchen Ozeans im Freiballon wurde
in der letzten Sitzung des Berliner Vereins für
Luftſchiff=
fahrt durch Herrn Ingenieur Gehricke, dem Sieger
des diesjährigen Gordon=Bennett=Rennens für
Freibal=
lons, dargelegt. Gehricke zeigte an der Hand von
ver=
ſchiedenen Wetterkarten, daß zu beſtimmten Jahreszeiten
auf dem 15. Breitengrade etwa gleichmäßige Winde von
Weſten nach Oſten wehen, mit deren Hilfe ein Freiballon
in etwa 3 bis 4 Tagen von Nordamerika nach
Großbri=
tannien gelangen kann. Nach Anſicht des Ingenieurs
Gehricke, der man bei den außerordentlichen Erfolgen
des Piloten bei zahlloſen Freiballonfahrten eine gewiſſe
Bedeutung beimeſſen muß, wäre eine Ueberquerung des
Atlantiſchen Ozeans im Freiballon abſolut möglich und
jedenfalls nicht ſchwieriger, als die Ueberquerung des
Ozeans mit dem Lenkballon „Suchard” mit Hilfe des
Nordweſtpaſſatwindes von Spanien nach Zentralamerika
und ſicherer als die geplanten Ueberfliegungen des
Ozeans im Aeroplan. Am Schluſſe der Sitzung wurde
Herrn Gehricke in Anerkennung ſeiner Verdienſte um den
Verein und die deutſchen Freiballonfahrten ein von dem
Berliner Verein für Luftſchiffahrt geſtiftetes wertvolles
aſtronomiſches Inſtrument für Ortsbeſtimmungen im
Ballon überreicht.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Beröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktten
Einerlei Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Viel Schönes wird dem Publikum in den
Kon=
zerten Darmſtadts geboten. Die Konzerte des Wagner=
Vereins erfreuen ſich einer beſonderen Beliebtheit.
Schreiber dieſer Zeilen beſuchte einige, auch das der Frau
Panthés und des Herrn Pollak. Der Muſikgenuß wurde
aber gerade an den zarteſten Stellen der intereſſanten
Kompoſitionen äußerſt unangenehm beeinträchtigt durch
mehrere laut huſtende, nießende und ſich räuſpernde
Perſonen und auch ſolchen, die zum Entſetzen ihres
muſi=
kaliſchen Nachbars ſchwatzten. (!) Im Intereſſe aller
wirkliechen Kunſtfreunde ſollten doch ſtark erkältete
Perſonen den Beſuch von Konzerten unterlaſſen und die
Redſeligen das Sprechen auf die Pauſen beſchränken. W.
Ein trauriges Beiſpiel von der Roheit der
Darmſtädter Jugend. Am Mittwoch ſah ich von weitem
während des Konzerts vor dem Neuen Palais, wie eine
Anzahl Kinder eine Dame furchtbar beläſtigten, ihr
nach=
ſchrien und ſogar Schmutz zuwarfen. Aber das traurigſte
dabei war, daß dieſes alles Studenten ruhig mit
an=
ahen und die Dame nicht beſchützten.
Vermiſchtes.
g. Zur Frage der Einheitsſtenographie.
Vor einigen Tagen ging eine Meldung durch die Blätter,
daß die von Anhängern verſchiedener Syſteme gebildete
Sachverſtändigenkommiſſion zur Veratung über eine
deut=
ſche Einheitsſtenographie nicht zu der für den 29. Januar
in Ausſicht genommenen Sitzung einberufen worden ſei,
weil ſich ein Bundesſtaat von den Verhandlungen
zurückge=
zogen habe. Die Bemühungen zur Herbeiführung einer
Ein=
heitsſtenographie ſeien damit geſcheitert. Wie uns von
amtlicher Seite mitgeteilt wird, entſpricht dieſe Nachricht
nicht den Tatſachen. Die Einberufung der
Sachverſtändigen=
kommiſſion iſt beſtimmt für die zweite Hälfte des März in
Ausſicht genommen.
Literariſches.
Als zweiter Band der von den im Verlag von
Martin Mörike in München herausgegebenen
Antholo=
gien (als erſter erſchien „Der Dom” eine Auswahl
geiſtlicher Lieder) iſt ſoeben eine Sammlung deutſcher
Kriegs= und Soldatenlieder erſcheinen. (Preis
2 Mk.) Die ganze Entwickelung Deutſchlands zieht im
Spiegel zeitgenöſſiſcher Dichtung vor unſeren Augen
vor=
über bis zu der durch die Kriegsjahre des vergangenen
Jahrhunderts hervorgerufenen Lyrik Detlevs von Lilien
cron. Und die Nationalhymne des geeinigten
Deutſch=
land bildet den machtvollen Schlußakkord — die ganze
Sammlung ein Spiegel von Deutſchlands Art und
Ge=
ſchicken, wie er treuer und geſtaltenreicher nicht gedacht
werden kann.
— Dugehſt einen ſchweren Gang.
Münche=
ner Roman von Walther Zierſch. (Concordia, Deutſche
Verlags=Anſtalt, G. m. b. H., in Berlin SW. 68.) Broſch.
3 Mk., geb. 4 Mk. Der Roman iſt die Tragödie des
„kleinen Mädchens” das eine „große Dame” werden ſoll,
die aber nicht die Kraft hat, ihrer Natur dauernd Zwang
anzutun, der kleinen Feldblume, die, aus ihrem kargen
Erdreich geriſſen, in reicher Gartenerde nicht Wurzel
ſchlagen kann und ſo welkt und verdorrt. Luſtig, wie
ein heller Gebirgsbach, beginnt die Erzählung und endet
im großen, dunklen, ſtillen Meer des Todes.
Erkrankung des Königs von Dänemark.
* Kopenhagen, 6. Febr. Als der König heute
nachmittag ſeinen gewöhnlichen Spaziergang machte,
wurde er von einem Unwohlſein befallen, das ſich
nach ſeiner Rückkehr verſchlimmerte. Nachdem ſich der
König ins Bett gelegt hatte, beſſerte ſich ſein Zuſtand.
Es ſcheint eine ernſthafte Erkältung vorzuliegen. Ein
heute abend ausgegebenes Bulletin lautet: Abends um
10 Uhr war das Befinden des Königs den Umſtänden
nach befriedigend.
— Kopenhagen, 6. Febr. Der Zuſtand des
plötzlich erkrankten Königs Friedrich VIII. iſt als
ziemlich ernſt anzuſehen. Die ſenſationelle
Nach=
richt von der Erkrankung verbreitete ſich in der Stadt
wie ein Lauffeuer und rief überall Beſtürzung hervor.
* Kopenhagen, 7. Febr. Heute vormittag 10
Uhr wurde folgendes Bulletin über den König
ausgegeben: Die Nacht war zufriedenſtellend, der Schlaf
gut. Es wurde geringes Fieber und eine leichte,
be=
grenzte Lungenentzündung feſtgeſtellt.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 6. Febr. Der Verwaltungsrat der
Preu=
ßiſchen Zentral=Bodenkredit=
Aktien=
geſellſchaft beſchloß, die Generalverſammlung auf
den 2. März einzuberufen und eine Dividende von 9½
Prozent pro 1911 vorzuſchlagen. Der Jahresbericht
ge=
langt am 15. Februar zur Ausgabe.
Vom Wetter.
* Berlin, 7. Febr. Nachdem am Montag abend noch
12 Grad Kälte gezählt wurden, war das Thermometer
geſtern früh bis auf 7 Grad geſtiegen und noch in den
Vor=
mittagsſtunden wurde der Gefrierpunkt überſchritten. Am
Rhein ſtieg das Thermometer innerhalb 24 Stunden um
24 Grad. Im Nordoſten herrſchte geſtern noch ſtrenger
Froſt mit 20 Grad Kälte in Danzig und 18 Grad in
Brom=
berg. Im Großen Belt forzierten geſtern 7 deutſche Kreuzer
die Durchfahrt durch die zuſammengeſchloſſenen Eismaſſen.
Mehrere eingefrorene Schiffe wurden dabei befreit.
* Halle a. S., 7. Febr. Der Kälte von 20 Grad
in der Nacht zum Montag folgte heute Frühlingswetter mit
12 Grad Wärme.
* Paris, den 1. Febr. Aus verſchiedenen Gegenden
Spaniens und Portugals werden große Unwetter
be=
richtet. In Sevilla wurde durch Hochwaſſer beträchtlicher
Schaden angerichtet, in Nord= und Südportugal ſind durch
Ueberſchwemmungen große Verheerungen und Störungen
im Eiſenbahnbetrieb eingetreten.
* Santarem, 7. Febr. Infolge heftiger
Regen=
güſſe iſt der Tajo ſo ſtark angeſchwollen, daß das
Hoch=
waſſer alle früheren Hochfluten zu überſteigen droht.
Zahl=
reiche Ortſchaften, die abgeſchnitten ſind, bitten um
Lebens=
mittel. In Santarem reicht das Weſſer an manchen Stellen
bis ans erſte Stockwerk. Eine Kirchhofsmauer iſt
einge=
ſtürzt, die Gräber wurden vernichtet. Särge, Gebeine und
Leichen liegen verſtreut im Schlamm. Der Verkehr auf den
Landſtraßen iſt durch Trümmer aller Art gehemmt.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 6. Febr. Die Agenzia Stefani erklärt, die
Nachricht eines franzöſiſchen Blattes, wonach die
Italie=
ner in dem Kampf bei Benghaſi mit einem
Ver=
luſt von 1300 Toten geſchlagen worden ſeien, für vollſtändig
falſch.
* Konſtantinopel, 6. Febr. Wie aus
authen=
tiſcher Quelle verlautet, hat der Miniſterrat die
Schlie=
ßung der italieniſchen Privatbanken und
Verſicherungsgeſellſchaften, ſowie des unter
italieniſchem Protektorat ſtehenden Kathol. Waiſenhauſes
der Saleſianerinnen in Skutari in Albanien beſchloſſen.
* Konſtantinopel, 6. Febr. Die Pforte
er=
hielt die diplomatiſche Information, daß
Italien, falls die Vermittelungsaktion der
Groß=
mächte bis nächſte Woche erfolglos bleibe, eine
Flot=
tenaktion gegen die türkiſchen Häfen des Archipels
be=
ginnen werde. Italien plane, zunächſt einen Hafen in
der deutſchen Intereſſenſphäre anzugreifen, um
Deutſch=
land, das den Krieg ſeinen Verlauf gehen zu laſſen
wünſcht, ähnlich zur Intervention zu zwingen, wie
Frank=
reich in Hodeida.
* Paris, 5. Febr. Nach den Abendblättern hat
der türkiſche Miniſterrat die ruſſiſchen
Frie=
densvermittelungsvorſchläge abgelehnt.
Als Urſache wird angegebden, daß die Türkei von der
Weisheit der Großmächte andere Bedingungen erwartet,
als die bisher bekannt gegebenen. Die ottomaniſche
Re=
gierung wird ſich ſtark genug zeigen, um auf dem Balkan
und anderswo ihre Integrität zu verteidigen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. Febr. Der Etat des Reichsheeres
ſieht für einen Neubau des Bekleidungsamtes des
18. Armeekorps in Mainz als erſte Baurate
330 000 Mark vor.
* Berliu), 7. Febr. Die Reichstagsabgeordneten der
Wirtſchaftlichen Vereinigung haben in ihrer heutigen Sitzung
beſchloſſen, von einer Neukonſtituierung Abſtand zu nehmen.
Der größere Teil der 13 Abgeordneten ſchließt ſich der
kon=
ſervativen Fraktion an, ein kleiner Teil tritt zu der Gruppe,
die von Bruhn und Werner gebildet wird, und der Reſt
bleibt wild.
* Berlin, 7. Febr. Dem preußiſchen
Abgeord=
netenhaus iſt der Lotterievertrag zwiſchen
Preußen einerſeits und Bayern, Baden und Württemberg
andererſeits zugegangen.
* Haag, 7. Febr. Königin Wilhelmina hat
heute zum erſten Male nach ihrer letzten Krankheit, die
ie einige Wochen ans Bett gefeſſelt hatte, eine Ausfahrt
unternommen.
Antlicher Weterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet im Oſten hat ſich wenig
ver=
ändert, während ſich das weſtliche Tief wenig nordwärts
verlagert hat. Im Oſten war die Witterung trocken, kalt
und vielfach heiter, im Weſten dagegen trüb und mild.
Auch fielen hier allenthalben Niederſchläge. Teiltiefs
werden uns weiter beeinfluſſen, doch iſt im allgemeinen
wenig Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 8. Febr.:
Mild, wechſelnd bewölkt, geringe Regenfälle.
Schnebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 6. Febr.
0 Grad. Schnee in Ausſicht. Alle Sportgelegenheiten
im Gange. Herrliche Schlittenpartien ins Gebirge.
Näch=
ſten Sonntag Bobsleighrennen um den Preis „Schloß
Wernigerode‟. Das zweite große Winterfeſt der Kur=
Ver=
waltung findet am 17., 18., 19. und 20. Februar ſtatt.
Aufgenfharkf
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mitsich erkälten. Darumpflegen
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Für die Beweise innigster Teilnahme bei dem Heimgang
unsrer guten Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante
Mrau Hathus Waldmam
geb. Wondra
sagen wir unsern herzlichsten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmstadt, Berlin, Cannstatt, 7. Februar 1912.
(3474
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Mutter
Frau Amalie Bausch
ſage ich meinen aufrichtigen Dank.
(3471
Emma Bausch.
Darmſtadt, 6. Februar 1912.
Großh. Landesmuſeum. Geöffner Sonn= und
Feiertags von 10—1 Uhr und 2—4 Uhr, Freitags
von 10—1 Uhr, ſowie Mittwochs von 2—4 Uhr
eintrittsfrei; Dienstags, Donnerstags und
Samstag=
von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Großh. Porzellanſammlung im Prinz=Georgs=
Palais (Schlößgartenplatz). Geöffnet Dienstags und
Freitags von 3—4 Uhr, Sonntags von 11—1 Uhr.
Eintritt 50 Pfg.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem
Hin-
scheiden und bei der Beerdigung meiner innigstgeliebten,
unver-
gesslichen Frau und unserer treubesorgten Mutter
Frau Berdid Neeh
geb. Buhl
für die trostreichen Worte am Grabe, sowie für die zahlreichen
Blumenspenden sagt innigsten Dank
(3468
im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Koch.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang ½7 Uhr (Ab. A): „Tannhäuſer”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Gaſtſpiel des Marionetten=Theaters Münchener
Künſt=
ler um 5 und 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Kurſus über Armenpflege ꝛc.: Beſichtigung des
ſtädtiſchen Krankenhauſes um 3 Uhr; Vortrag von
Dr. Langsdorf um 5 Uhr im Saalbau.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß=
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Ausſtellung von Porträtphotographien
Wil=
helminenſtraße 27 (geöffnet von 10—1 u. 3—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Neue
Männer des Reichstages und nicht wieder gewählte
bis=
herige Abgeordnete; die Landung der „Carthage” in
Tunis; vom Beſuch des engliſchen Königspaares in
Kalkutta.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 9. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Heyl (
Frank=
furterſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr
Roßdörfer=
ſtraße 51.
Gewerbe=Muſeum, Necharſtraße 3. Täglich gebfinet
v. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei.
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—4 Uhr,
Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Montag, den 12. Februar 1912,
abends 8½ Uhr (pünktlich)
Vortra
mit Lichtbildervorführungen des Herrn
Sanitätsrat Dr. Maurer über: (3448
„Eine Ueberfahrt Bremen-Newyork‟
im Gartenſaal des ſtädtiſchen Saalbanes.
Die Mitglieder und Freunde des Klubs nebſt Damen ſind
Der Vorstand.
hierzu freundlichſt eingeladen.
Einladung
zur
Oracht. Ucherdversammrung
am Sonntag, den 11. Febr. 1912, nachm. 3½ Uhr,
im Gewerkſchaftshaus, Bismarckſtraße 19.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſtandes über das I. Quartal des laufenden
9 Monate betragenden Geſchäftsjahres.
2. Wahl zum Aufſichtsrat. Es ſcheiden aus ſtatutengemäß die
Gen. Schulte, Klar, Jung, Voigtländer. Die Ausſcheidenden
ſind wieder wählbar.
3. Statutenänderung: betreffend die §§ 1, 4, 5, 6, 28, 29, 30, 41,
42, 44, 47, 51, 53, 54, 55, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66,
67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81. 82, 83,
84, 87 90.
4. Anträge.
Anträge ſind ſchriftlich bis ſpäteſtens den 6. Februar, mittags
12 Uhr, im Kontor Schloßgartenplatz 11 einzureichen.
Altes Statut u. neues Mitgliedsbuch mitzunehmen nicht vergeſſen.
Zahlreichen und pünktlichen Beſuch erwartet
Darmſtädter Konſum=, Spar= und Produktions=Genoſſenſchaft,
E. G. m. b. H.
Der Aufſichtsrat.
J. Jung.
(3031fd
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Landesverband Hessen 72000 Mitglieder Zweigverein Darmstadt.
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verbunden mit
musikalischen und gesanglichen Darbietungen
anlässlich der Feier des Allerhöchsten
Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers
am Samstag, den 10. Febr., abends 8 Uhr, Tübſche Damen=Maske, Carmen
in der Turnhalle am Woogsplatz.
Der Vorstand.
NB. Zu dieser Festlichkeit haben die Spitzen der Zivil- *2794imd) Karlſtraße 81.
und Militärbehörden, sowie mehrere Landtagsabgeordnete und
der erste Bundesvorsitzende ihr Erscheinen zugesagt. Berechtigt
zum Eintritt sind nur Militäranwärter, auch wenn sie nicht
Mit-
glieder des Vereins sind, mit ihren Angehörigen.
Anzug: Dunkel, bezw. Uniform. Orden und Ehrenzeichen
sowie Verbandsabzeichen sind anzulegen.
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Samstag, den 10. Februar 1912, abends 8 Uhr
Maskenball.
Karten für das Balleſſen werden bis 10. Februar.
mittags 12 Uhr, durch den Geſellſchaftswirt zum Preiſe von
M. 2.25 ausgegeben. Hierbei werden zugleich für maskierte
Perſonen die Abzeichen verabfolgt. Für nicht mit Karten
verſehene Teilnehmer erhöht ſich der Preis des Gedecks auf
M. 2.75. Im Intereſſe geordneten Servierens wird
ge=
beten, die Löſung von Tiſchkarten nicht zu verſäumen. —
Galeriekarten werden nur für Mitglieder und nicht mehr
als drei für je einen Haushalt abgegeben.
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Die zweite Nacht des Rieſenrennens im Berliner
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palaſt in der Potsdamer Straße verlief gleichfalls ohne
Verſchiebung in der Gruppierung. Rütt-Stol
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nahmen zwar verſchiedene Vorſtöße, und es entſpann ſich
zeitweiſe eine wilde Jagd, doch waren alle Bemühungen
der beiden vergebens, da jedesmal Defekte und Stürze
der Konkurrenten dazu zwangen, das Rennen abzuläuten.
Polledri, der ſchon ſeit längerer Zeit größere Erſchöpfung
zeigte, gab nachts 1 Uhr das Rennen auf. Sein Partner
Georget bildet mit Collins eine neue Mannſchaft.
Münzner, der bisherige Partner Collins, wurde mit dem
bisher als Erſatzmann fahrenden Schallwig zu einem
neuen Paar vereinigt. Beide Paare werden mit fünf
Runden Rückſtand geführt. Das zahlreiche erſchienene
Publikum hält die ganze Nacht über wacker aus, obgleich
ſich nichts Nennenswertes ereignet. Um 6 Uhr morgens,
nach 54 Stunden, ſind 1696 Kilometer zurückgelegt. Am
Dienstag mittag 12 Uhr (60 Stunden) hatte die
Spitzen=
gruppe 1832,340 Kilometer bedeckt. Der Stand iſt
unver=
ändert. Die Nachmittagsſtunden verlaufen völlig ruhig
und ohne jeden Zwiſchenfall. In der 67. Stunde, abends
7 Uhr, hat die Spitzengruppe, die immer noch aus ſechs
Paaren beſteht, 2008,640 Kilometer zurückgelegt. Der
Stand iſt folgender: Spitzengruppe: Rütt-Stol, Moran-
Fogler, Root-Hill, Jacquelin-Brocco, Halſtead-
Dro=
bach, Walthour-Comes; Hoffmann-Ehlert 1 Runde
zu=
rück, Gebrüder Suter und Nowack-Rottnick 3 Runden,
Eſſer-Zander 4 Runden, Wegener-Kudela, Collins-
Georget und Münzner-Schallwig 5 Runden zurück.
Rütt unternahm Dienstag abend kurz vor 10 Uhr
einen heftigen Vorſtoß, unterſtützt von Moran. Die
Spitzengruppe blieb unverändert. Nowack=Rottwick und
Willy=Collins verloren eine Runde, die Gebrüder Eſſer
zwei Runden. Kurz nach 10 Uhr erſchienen der
Polizei=
präſident von Jagow und der frühere
Landwirtſchafts=
miniſter von Podbielski in der Hofloge. Das
Geſamt=
reſultat am dritten Tage, deſſen Tempo geſtern abend
ſich erheblich verſtärkte, war 2160,640 Kilometer.
sr. Das Bobsleigh=Rennen um die
Mei=
ſterſchaft von Deut ſchland wurde auf dem
Internationalen Meeting zu Oberhof zum dritten Male
ohne Unterbrechung von A. Gerhardi=München mit dem
Bob „Wickersdorf I‟ gewonnen. Außer dem Meiſtertitel
fällt dem Münchener auch noch der vom Kronprinzen als
Wanderpreis geſtiftete Goldpokal definitiv zu. — Die
Meiſterſchaft von Thüringen gewann der bekannte
Ski=
läufer Karl Böhm=Hennes, im Internationalen
Sprung=
lauf ſiegte Edler v. d. Planitz. — Im Wettbewerb um
die Meiſterſchaft von Thüringen im Rodeln blieb Heinz
Dintelmann ſiegreich. — Das Rennſteig=Rennen, über
das bereits berichtet wurde, gewann Emil Böhm=Hennes
nd nicht, wie irrtümlich gemeldet, der vorjährige Meiſter
Karl Böhm=Hennes.
sr. Die Europa=Meiſterſchaft im
Eis=
hockey, die in Prag ausgetragen wurde, wird noch ein
Nachſpiel haben. Im Entſcheidungsſpiel ſtanden
ſich am Sonntag Deutſchland und Böhmen gegenüber,
die in den Vorrunden geſiegt hatten. Nach ſcharfem, aber
fairem Kampfe ereignete ſich in der 10. Minute folgender
Vorfall: Ein Schuß der Tſchechen wurde vom deutſchen
Torwächter gehalten. Der beim Goal poſtierte
Zeitneh=
mer gab aber dem Unparteiiſchen das Zeichen, daß ein
Goal erzielt ſei. Die Deutſchen proteſtierten ſofort gegen
dieſe Entſcheidung, da die Scheibe vom Torwächter
ge=
halten ſei und der Vorſitzende des Tſchechiſchen Eishockey=
Verbandes erklärte dann auch, das Goal würde nicht
gerechnet werden. Kurz vor Halbzeit erzielten die
Deut=
ſchen ihr erſtes Tor. Nach dem Seitenwechſel plazierte
Langer in der 8. Minute zum zweiten Male die Scheibe
im tſchechiſchen Tor. In der letzten Minute konnte dann
der teſchechiſche Mittelſtürmer noch ein Tor für Böhmen
erzielen. Die Deutſchen glaubten, das Spiel 211
ge=
wonnen zu haben, waren aber höchlichſt erſtaunt, als die
Böhmen die Meiſterſchaft für ſich reklamierten, und zwar
mit Rückſicht auf ihr beſſeres Spiel=Verhältnis in den
Vorrunden bei gleicher Punktzahl 222 im
Entſcheidungs=
ſpiel. Ein ſofort einberufener Vorſtand der Tſchechen
entſchied, daß der Proteſt der Deutſchen nicht
anerkannt=
werden kann und erklärte als Reſultat 222 und die
Böh=
men als Gewinner der Europäiſchen Meiſterſchaft. Der
Vorſitzende des Tſchechiſchen Eishockey=Verbandes, der
vorher den Deutſchen die Zuſicherung gegeben hatte, daß
das Goal nicht gerechnet würde, legte darauf ſein Amt
nieder. Auf Veranlaſſung der deutſchen Mannſchaft
wird nun der Deutſche Eishockey=Verband Proteſt bei
der Internationalen Eishockey=Liga einlegen.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 6. Febr. (
Frucht=
marktbericht.) Am Wochenmarkt war wieder eine
recht feſte Haltung vorherrſchend, da die Forderungen
angeſichts der ungünſtigen Witterung und der dadurch
erſchwerten Transportverhältniſſe abermals erhöht
waren. In Landweizen wurde nur das notwendigſte
genommen, wobei die Mühlen ſehr zurückhaltend blieben.
Landroggen war ſtärker geſucht und ſteigend; ebenſo
Hafer bei reger Konſumnachfrage weiter anziehend. Alle
Futtermittel wurden rege geſucht und weſentlich beſſer
bezahlt. Gerſte ſtiller und kaum verändert. Mais knapp
und feſt. Weizenmehl ohne Preisänderung, Roggenmehl
jedoch erhöht. Der Mannheimer
Getreide=
markt verkehrte in unverändert feſter Tendenz. An der
Berliner Produktenbörſe war die Stimmung
trotz dem noch ſchärferen Froſt kaum feſter, da die
Käu=
fer bei den hohen Preiſen nichts aufnahmen; nur Hafer
mehr geſucht und 2 Mark teurer auf die inländiſchen
For=
derungen. Nach den letzten Kabelnachrichten von den
amerikaniſchen Getreidemärkten (New=
York und Chicago) war Weizen auf den hauſſelautenden
Ausweis der Vorräte anfangs zur Feſtigkeit
hinnei=
gend, dann aber abgeſchwächt auf große Liquidationen.
Mais ſchließlich ebenfalls williger auf Ankündigung
be=
deutender Eiſenbahn=Zufuhren in Chicago. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 63,28
Millionen Buſhels auf 62,12 Millionen Buſhels zurück
gegangen, hingegen die Maisvorräte von 5,52 Millionen
Buſhels auf 6,90 Millionen Buſhels geſtiegen. In
Ka=
nada erhöhten ſich die Weizenvorräte in dieſer Woche
von 21,93 Millionen Buſhels auf 22,63 Millionen
Buſhels.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 22,40—22,60,
Nord=
deutſcher 22.40—22.60, Kurheſſiſcher 22.40—22.60,
Rumä=
niſcher 23.75—25, Laplata 23.50—24.25, Ruſſiſcher 24.25
bis 25.25, Kanſas 24—25, Walla=Walla 23.75—24.50,
Redwinter 24—25, Manitoba 23.75—24.75; Roggen
hieſiger 20.40—20.60, Bayeriſcher (Pfälzer) 20.40—20.60,
Ruſſiſcher 20.60—21, Rumäniſcher 20.60—21,
Amerika=
niſcher —.—; Gerſte (Pfälzer) 22.50—23.25, hieſige und
Wetterauer 22.50—23, Fränkiſche 22.50—23, Ungariſche
24—25.50, Riedgerſte 22.50—23, Ruſſiſche Futtergerſte
Hafer hieſiger 21.25—21.50, Bayeriſcher 21—21.50,
Ru=
mäniſcher 21.25—22, Ruſſiſcher 21.50—22, Amerikaniſcher
19.25—20; Mais mixed 18.10—18.25, Ruſſiſcher 18.40 bis
18.60, Donaumais 18.40—18.50, Rumäniſcher 18.40—18.60,
Weißer Mais 18.40—18.50, Laplata 18.30—18.50;
Weizen=
ſchalen 13.50—14, Weizenkleie 13.50—14, Roggenkleie 14
bis 14.50, Futtermehl 15—16, Biertreber getrocknet 15.50
bis 16; Weizenmehl, hieſiges (Baſis ab Mannheim)
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feinere Marken 28.75—29, Nr. 3: 27.25—27.50, feinere
Marken 27.75—28, Nr. 4: 23.75—24, feinere Marken 24.25
bis 24.50; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 28—28.25,
Nr. 1 26—26.25, Nr. 2 22—22.25.
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Bekanntmachung.
Der Bahnhof Nieder=Ramſtadt-Traiſa ſoll erweitert werden. Beſchreibung
und Planentwurf liegen in der Zeit vom 8. Februar bis 14. Februar
einſchließ=
lich auf Großh. Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt zu Jedermanns Einſicht offen.
Termin zur landespolizeilichen Prüfung des Projekts wird anberaumt
auf Samstag, den 24. Februar, vormittags 11 Uhr, auf Bahnhof Nieder=
Ramſtadt.
Einwendungen gegen das Erweiterungsprojekt ſind bei Meidung des Ausſchluſſes
in dem Termin vorzubringen.
Darmſtadt, den 5. Februar 1912.
(3456
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die für das Großherzogtum zur Abwehr und Unterdrückung der Maul= und
Klauenſeuche getroffenen Anordnungen ſind vom Großh. Miniſterium des Innern
zuſammengeſtelt worden. Wir weiſen Intereſſenten mit dem Bemerken hierauf hin,
daß die Zuſammenſtellung zum Preiſe von 30 Pfg. für das Exemplar vom Großh.
Staatsverlag (Rheinſtraße 15 hier) bezogen werden kann.
(3282id
Darmſtadt, den 2. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Verf. des Gr. M. d. J. Abt f. L. H. u. G. vom 25. d. M. zu
Nr. M. d. J. III 820 bringen wir nachſtehende Bekanntmachung auszugsweiſe zur
öffentlichen Kenntnis.
Darmſtädt, den 30. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
(3140
Bekanntmachung.
betreffend die Ergänzungswahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1912.
Nach Vorſchriſt in § 7. Abſ. 2 der Wahlordnung für die Handwerlskammer
vom 12. Dezember 1899 (Reg.=Bl. S. 1368 von 1899) und nach Durchführung des in
§ 5 bis 7 daſelbſt vorgeſchriebenen Verfahrens wird Nachſtehendes zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
I. Verteilung der Kammermitglieder und deren Erſatzmänner auf die beiden
Wahlkörper.
Es kommen in Betracht:
1. für den Wahlkörper „Handwerkerinnungen” bei 60 wahlberechtigten Innungen
2837 wahlberechtigte Mitglieder;
2. für den Wahlkörper „Ortsgewerbevereine und ſonſtige gewerbliche
Ver=
einigungen” bei 107 wahlberechtigten Ortsgewerbevereinen und ſonſtigen
Ver=
einigungen zuſammen 5984 wahlberechtigte Mitglieder.
Hiernach iſt ſeit der am 16. März 1900 vorgenommenen Verteilung der
Kammer=
mitglieder auf die beiden Wahlkörper keine weſentliche Verſchiebung der
Stärke=
verhältniſſe der Innungen, der Ortsgewerbevereine und der ſonſtigen gewerblichen
Vereinigungen eingetreten. Es wird deshalb die bisherige Verteilung beibehalten.
Nach § 4 Abſ. 2 des Statuts für die Handwerkskammer ſind durch Neuwahlen
zu ergänzen:
1. durch den Wahlkörper „Handwerkerinnungen” die ausſcheidenden 4
Kammer=
mitglieder und 5 Erſatzmänner:
2. durch den Wahlkörper „Ortsgewerbevereine und ſonſtige gewerbliche
Ver=
einigungen” die ausſcheidenden 14 Kammermitglieder und 14 Erſatzmänner.
II. Einteilung des Kammerbezirks in Wahlbezirke und Verteilung der durch
Neuwahl zu ergänzenden Kammermitglieder und Erſatzmänner auf dieſenigen Wahl.
bezirke, deren Kammermitglieder ausgeſchieden ſind.
M
Zahl der als
Zahl der
Der
3a
wahlberechtigt
Bezeichnung des
wahl=
in Betracht der zu wählenden
Wahlbezirk
Wahlbezirks
berechtigten) kommenden
umfaßt
önnungen! Innunggr Kammer 1
Erah=
mitglieder 1mitglieder männer
Wahlbezirk I die Kreiſe
Bensheim,
Darmſtadt,
22
859
Dieburg,
Erbach,
Heppenheim
2. Wahlkörper: Ortsgewerbeverein und ſonſtige gewerbliche Vereinigungen:
Der Wahlbezirk Zahlder Wahl=Geſamtzahl der Zahl der zu
umſaßt
berechtigten als wahl=
Bezeichnung
wählenden
berechtigt in
des
Deztr der Seter der
Seis. Iſeiſigen! Steche
gewerbe 1 kommendenKammer
Wahlbezirks Ortsgewerbe= ſonſtigen
Erſatz=
vereine gewerblichen gewerbe= lichen 1
Vereins=
mitglieder männer
Vereinigungen vereine
Vereinig=
mitglieder
ungen
Wahlbezirk V den Bezirks= den Kreis
6
29t
verband Darmſtadt
Darmſtadt
Bekanntmachung.
Auf Grund der Verfügung Gr. M. d. J. Abt. für L. H. u. Gew. vom 25. d. M.
zu Nr. M. d. J. III 9533 bringen wir nachſtehende Bekanntmachung auszugsweiſe
zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 30. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung
betreffend die Ergänzungswahlen für den Geſellenausſchuß der
Handwerks=
kammer 1912.
Die nach Vorſchrift in § 2 der Wahlordnung für den Geſellenausſchuß der
Handwerkskammer vom 12. Dezember 1899 (Reg.=Bl. S. 1377 v. 1899) erfolgte
Ein=
teilung der wahlberechtigten Geſellenausſchüſſe von Handwerkerinnungen in
Wahl=
bezirke zur Vornahme der Ergänzungswahlen für den Geſellenausſchuß der
Hand=
werkskammer im Jahre 1912 wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Feſtgeſtellte Geſamt=
Bezeichnung I Der Wahlbezirk 1 Zahl der
wahl=
berechtigten
anzahl der
wahlberech=
des Wahlbezirks
umfaßt
Geſellenausſchüſſe
tigten Mitglieder
Wahlbezirk I die Kreiſe
2
859
Bensheim,
Darmſtadt,
Dieburg,
Erbach und
Heppenheim
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(3467
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizei=Verordnung bringen wir erneut zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 3. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizei=Verordnung,
betreffend den Betrieb der elektriſchen Straßenbahn in der Kirchſtraße
zu Darmſtadt.
Um Unglücksfälle und Verkehrsſtörungen beim Betrieb der
elektriſchen Straßenbahn in der Kirchſtraße zu Darmſtadt zu verhüten,
wird nach Anhören der Stadtverordneten=Verſammlung mit
Geneh=
migung des Großh. Miniſtertums des Innern vom 9. Oktober 190
zu Nr. M. d. J. III, 11075 auf Grund des Art. 56 der
Städteord=
nung verordnet, was folgt:
§ 1. Das Aufſtellen von Fuhrwerken jeglicher Art, von
Hand=
pagen, Tieren und ſonſtigen den Verkehr hindernden Gegenſtänden
iſt in dem Teil der Kirchſtraße zwiſchen der Ludwigſtraße und der
Pädagogſtraße während der Zeit des Betriebes der elektriſchen
Straßen=
bahn (gegenwärtig zwiſchen 54 morgens und 11 nachts) im
all=
gemeinen verboten.
§ 2. Während der Zeit des Betriebes der elektriſchen
Straßen=
bahn kann in Fällen dringenden Bedürfniſſes ausnahmsweiſe vom
Polizeiamt nach Benehmen mit der ſtädtiſchen
Straßenbahnverwal=
tung geſtattet werden, auf dem ſüdlichen (zunächſt der Stadtkirche
und des erſten Polizeireviers gelegenen) Straßenbahngleis der in 8 1
genannten Straßenecke Gegenſtände der erwähnten Art aufzuſtellen.
Dabei darf der zwiſchen den Weichenſpitzen der Gleiswechſel liegende,
zur größeren Deutlichkeit durch Marken im Pflaſter und an den
an=
grenzenden Häuſern bezeichnete Teil der Straßenfläche nicht
über=
ſchritten und der Straßenverkehr auf dem anderen Gleis in keiner
Weiſe beeinträchtigt werden.
Geſuche um Gewährung von Ausnahmen der vorgenannten
Art ſind möglichſt 24 Stunden vorher beim Polizeiamt oder bei der
ſtädtiſchen Straßenbahnverwaltung anzubringen. Bei der
Geneh=
migung ſolcher Ausnahmen iſt der Zeitraum, worauf ſie ſich beziehen,
jedesmal genau nach der Tageszeit zu beſtimmen.
§ 3. Fuhrwerke und Handwagen, die aus geſchäftlichen oder
anderen Gründen in der Nähe der Kirchſtraße aufgeſtellt werden ſollen,
können außerhalb der Straßenbahngleiſe auf dem Straßengelände zu
beiden Seiten der Stadtkirche aufgeſtelit werden. Dabei dürfen die
durch Marken im Pflaſter bezeichneten Straßenflächen nicht
über=
ſchritten werden. Die Ausfahrt für die Geräte der Feuerwehr aus
dem Geräteraum hinter der Stadtkirche muß in genügender Breite
dauernd freigehalten werden.
§ 4. Alle in Bewegung befindlichen Fuhrwerke, insbeſondere
auch Automobile und Motorfahrräder, haben auf der genannten
Straßenſtrecke die rechte Seite der Fahrbahn in der Fahrtrichtung
einzuhalten. Findet ausnahmsweiſe eingleiſiger Betrieb ſtatt (§ 21,
ſo iſt, ſobald ein Straßenbahnwagen naht, nach der Seite des
be=
triebsfreien Gleiſes auszuweichen.
Das Vorfahren, ſowie der Verſuch des Vorfahrens vor
Fuhr=
werke oder Straßenbahnwagen iſt verboten.
Kurzes Halten der Fuhrwerke (zum ſofortigen Auf= und
Ein=
ſteigen, Ab= oder Ausſteigen und dergl.) iſt geſtattet, ſofern dadurch
keine nennenswerte Hemmung des Fahrverkehrs eintritt.
Z e
dauernd unter Aufſicht halten und jederzeit bereit ſein, den
Straßen=
bahnwagen Platz zu machen oder auszuweichen.
§ 5. Für den durchgehenden Verkehr vi n beladenen
Laſtfuhr=
werken, von Automobilen und Motorfahrädern, ſowie von ſoichen
Fuhrwerken, die wegen ihrer Beſchaffenheit oder Ladung ſchwer
lenk=
bar ſind oder die Breite der Fahrbahn auf mehr als die Hälſte in
Anſpruch nehmen, wird der in § 1 genannte Teil der Kirchſtraße
geſperrt.
§ 6. Fußgänger, die nicht ein beſtimmtes einzelnes Haus
der genannten Straßenſtrecke beſuchen wollen, haben während
der Zeit des Betriebs der Straßenbahn ſtets den in der
Fahrt=
richtung rechts gelegenen Fußſteig zu benutzen.
Das unnütze Stehenbleiben von Fußgängern auf den
Fuß=
ſteigen oder der Fahrbahn, insbeſondere an den Straßenecken, iſt
verboten.
§ 7. Für den in § 1 genannten Straßenteil werden die mit
den vorſtehenden Beſtimmungen nicht in Einklang ſtehenden
Vor=
ſchriften der Polizeiverordnung vom 15. Auguſt 1899, betr. Maßregeln
zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen aus
An=
kaß des Betriebs der Straßenbahnen in der Stadt Darmſtadt,
auf=
gehoben.
§ 8. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der § 1—6
werden, ſofern nicht nach anderen Strafbeſtimmungen eine höhere
Strafe verwirkt iſt mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 9. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der
Betriebs=
eröffnung auf dem in der Kirchſtraße neugelegten zweiten Gleis der
elektriſchen Straßenbahn in Kraft.
(3347md
Darmſtadt, den 14. Oktober 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Kraſtiageriüctrung vm Pundſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 7876, 7991, 8086, 69 758 und 58 877 werden hiermit
aufgefordert, ihre Anſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des
Er=
ſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet, in unſerem
Geſchäfts=
zimmer — Kirchſtraße Nr. 9 — geltend zu machen, widrigenfalls
nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 32 des Statuts vom 18. Auguſt
1900, betreffend die ſtädtiſche Pfandleihanſtalt Darmſtadt, die Kraft=
(3449
loserklärung der Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 5. Februar 1912.
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
Stamm= und Breunholz=Verſteigerung.
Montag, den 12. Februar 1. J., vorm. 10 Uhr
anfangend wird im Rathausſaal hier das Stamm= und Brennholz
aus dem Gemeindewald, Diſtrikt „Leonhardstanne”, Abteil. 7, 8 u.
13, verſteigert:
Kiefern=Stämme: 8 III. Kl. 30—39 cm Durchm., zuſ. 6,58 fm
„ 15,57 „
28 IV. „ 25—29 „
36 V. „ 20—24 „ „ „ 13,39 „
Scheiter: 96 rm
Knüppel: 76
Reiſig: 16,70 Hundert
Stöcke: 58 rm.
Wegen vorheriger Einſichtnahme des Holzes und etwaiger näherer
Auskunft wende man ſich an Gemeinde=Forſtwart Büttner hier.
(3455
Arheilgen, den 5. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei daſelbſt.
Benz.
Erdarbeiten
im Rechnungsjahr 1912.
Bedingungen liegen in dem
Ge=
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden dort
die Angebotsformulare abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 16. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
daſelbſt einzureichen. (3453dsm
Darmſtadt, 3. Februar 1912.
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Bekanntmachung.
Die Anlieferung des Bedarfs an Verzehrungs= und
Verbrauchs=
gegenſtänden für das Großh. Arbeitshaus Dieburg ſoll auf dem
Submiſſionswege vergeben werden, und zwar:
I. Für die Zeit vom 1. April 1912 bis 31. März 1913.
1. ca. 12000 Liter Milch,
2. ca. 1700 kg deutſches Schweineſchmalz,
3. ca. je 2600 Eg Erbſen, Bohnen und Linſen,
4. ca. je 700 kg Reis, Gerſte, Hafergrütze und Gries,
5. ca. je 1500 kg Kochſalz und Mehl,
6. ca. 800 kg Kaffee,
7. ca. 350 kg Nudel,
8. ca. 50 Stück Betteppiche,
9. ca. 400 m Kalmuk (braun), 60 cm breit,
10. ca. 500 m weißes Halbleinen, 80 cm breit,
11. ca. 300 m weißes Halbleinen, 130 cm breit,
12. ca. 300 m weißes Handtuchleinen,
13. ca. 600 m Zwilch (grau), 75 cm breit,
14. ca. 500 m Baumwolltuch (ungebleicht), 75 cm breit,
15. ca. 300 m kariertes Betzeug, 82 om breit,
16. ca. 100 m kariertes Baumwollenzeug, 140 cm breit,
30 kg Stickwolle,
17. ca.
18. ca. 100 Stück braune Unterhoſen,
19. ca. 100 kg Rindsleder,
20. ca. 200 kg Sohlenleder,
400 kg weiße Kernſeife,
21. ca.
22. ca. 600 kg weiße Schmierſeife,
23. ca. 400 kg Soda
70 Liter Fiſchtran.
24. ca.
II. Für die Zeit vom 1. April 1912 bis 30. September 1912.
Die Lieſerung des Bedarfs an Rindfleiſch, Brot und Wecken.
Die Lieferungsbedingungen ſind bis zum 21. Februar 1912,
vormittags von 9 bis 12 Uhr, und nachmittags von 2 bis
5 Uhr, zur Einſicht offen gelegt und müſſen die Offerten bis dahin
bei uns eingereicht ſein.
Die Eröffnung der eingereichten Offerten findet am
Donners=
tag, den 22. Februar 1912, vormittags 10 Uhr, auf dem Büro
der unterzeichneten Verwaltung ſtatt.
(3436
Dieburg, den 5. Februar 1912.
Großh. Arbeitshausverwaltung Dieburg.
Lämmermann.
Stammholz-Verſteigerung.
Montag, den 12. Februar I. J., vorm. 9½ Uhr
anfangend, ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klings=
ackertanne,
200 Kiefernſtämme von 23—52 cm Durchmeſſer u. 3—17 m Länge
an Ort und Stelle verſteigert werden. Die Zuſammenkunſt iſt an
der Schirmſchneiſe (Halteſtelle der Dampfſtraßenbahn). Es wird
be=
nerkt, daß ſich hierunter erſtklaſſiges Schnittholz von 200 jährigem
Beſtand befindet.
Eberſtadt, den 5. Februar 1912.
(3446df
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Dur Vergebung der Steinkohlenabfuhr vom Güterbahnhof nach den
D Garniſonanſtalten in Darmſtadt, ſowie der Abfuhr von Aſche
und Müll ꝛc., aus denſelben findet am Donnerstag, den 22. Februar 1912.
vormitags 10 Uhr, im Geſchäftszimmer der Garniſonverwaltung,
Riedeſelſtraße 60, ein öffentlicher Termin ſtatt. Die Bedingungen
für dieſe Vergebungen liegen daſelbſt zur Einſicht aus.
(3504
Garniſonverwaltung.
Aufforderung.
Alle Perſonen, welche an den Nachlaß der am
21. November 1911 verſtorbenen
Amalie Kessler in Darmſtadt
wohnhaft geweſen Heidelbergerſtraße Nr. 101, I.,
noch Forderungen haben, wollen ſolche bis ſpäteſtens
1. März 1912 beim Teſtamentsvollſtrecker,
Schloß=
gartenſtraße Nr. 7, I., geltend machen. (*2455dd
Empfehlen in hochfeinſter Ware
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Bedingungen wird nachverzeichnetes Holz durch Submiſion verkauft:
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24,58 fm, 52 Stück III. Kl. (30—39 cm) — 78,40 fm, 77 Stück
IV. Kl. (25—29 cm) = 92,12 fm, 78 Stück Va Kl. (20—24 cm)
— 67,91 fm, 27 Stück Vb Kl. (unter 20 cm) — 13,02 fm.
Die Stämme ſind, öſtlich Jagdſchloß Kranichſtein, an die
chauſſierte Kernſchneiſe gerückt und durchweg auf Chauſſee abzufahren.
Entfernung der nächſten Bahnſtation Kranichſtein 3 km (Strecke
Darmſtadt=Aſchaffenburg), ab Darmſtadt 6 km. Auskunft erteilt
Großh. Forſtwart Schmidt zu Faſanerie, Poſt Darmſtadt und
unter=
zeichnete Stelle. Nummerverzeichniſſe ſoweit Vorat, koſtenlos
er=
hältlich. Die Gebote ſind klaſſenweiſe einzureichen, doch erhalten
Durchſchnittsgebote für Klaſſe I-III, ſowie ſolche für Klaſſe IV und
Va und Vb den Zuſchlag, wenn ſie höher ſind, als die Summe der
beſten Einzelgebote.
Schriftliche Angebote mit entſprechender Auffchrift verſehen,
wolle man bis ſpäteſtens
Donnerstag, den 22. Februar 1912, vormittags 10 Uhr,
bei uns (Paradeplatz 4a) einreichen, um welche Zeit Oeffnung
der=
ſelben ſtattfindet.
Darmſtadt, den 8. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(3501
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 9. Februar I. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag des Erben die zum Nachlaß
des Privatiers Joh. Rühl gehörigen Möbel und
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3 Spiegel, 2 Kleiderſchränke, 2 kleine Schränſchen, 3 kompl.
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Nähmaſchine (für Schneider), 2 dreifl. Gaslüſter, 1 kleiner
Küchenſchrank, Küchenmöbel und ſonſt. Geſchirr, Vorlagen,
Teppiche und Vorhänge, ſowie einige
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Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen ſofortige
Barzahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 6. Februar 1912.
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Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
Das Handpferd ſchüttelte ſeinen braunen Kopf ganz
gewaltig, und ſeine dicke ſchwarze Mähne nahm der
Nord=
oſt, riß und zerrte daran, ſchüttete ganze Wolken von
Schnee hinein und packte Schnee auf die dicken Winterpelze
der Pferde. Es war doch eine ganz tolle Wirtſchaft, bei
dem Wetter noch nach dem Futterſchütten abends vor der
Krippe herumgedreht, vor einen Schlitten geſpannt zu
werden und dann „Hüh, hott!” vorwärts. Peter, das
Hand=
pferd, war Choleriker. Der Wallach biß ein paarmal in
den Aufhalteriemen und ärgerte ſich über die Lieſe, das
Sattelpferd, mit der er ſo gar nicht im Temperament
har=
monierte, denn Lieſe war Sanguinikerin. So ein richtiges
Frauenzimmer, dachte der Wallach. Wenn’s nur was
Neues gab, dann war ſie dabei. Ob es ein neues Kopfſtück
war oder ein neuer Wagen oder der erſte Schneeſturm,
der über die alte braune Heide mit neuen Flocken fegt, ganz
egal, ſo ein Frauenzimmer freut ſich daran. Ihr
Tem=
verament verſtand er nicht, aber er wollte ihr doch ziehen
helfen! So warf er die Schultern in die Sielen, daß ſie
quietſchten und ächzten. Die Lieſe trug den feinen Hals
hoch gewölbt und hielt den Kopf mit den ſcharf geſpannten
Nüſtern dicht vor der Bruſt, ſo daß der Rücken ſich
ordent=
lich mit hohen Nieren in den Zug legen konnte, wobei ihr
die weißen Schaumflocken vom Gebiß auf die Knie tropften.
So lag ſie, durch den knietiefen Schnee wacker ſtampfend
in den Sielen, und jeder ſtampfende Schritt und Tritt in
dem loſen Schnee ſchien zu ſagen: So iſt’s recht, das
ge=
fällt mir! Ein norddeutſcher Nordoſt mit Schneetreiben,
einen feſten Schlitten hinter ſich, einen Gefährten neben ſich,
wenn’s auch nur ein Mannsbild iſt, und auf dem
Schlitten=
bock einen Mann, einen wirklichen Mann! Kein Schwätzer
und Schimpfer und Peitſchenknaller, wovon man doch nur
nervös wird, ſondern einer, der nicht viel Redensarten
macht, aber wenn er was ſagt, dann will er’s und tut er’s!
Das war Gerdt Lührſen, der im Schafspelz hinter den
Pferden im Schlitten ſaß, die Zügel loſe in der Hand
denn die beiden Braunen taten ihre Arbeit von ſelbſt, weil
ſie wußten, daß Gerdt Lührſen nie mehr verlangte, als ein
Gaul, der elf Pfund Hafer frißt, leiſten kann.
Als ſie auf die Höhe kamen, wo der Weg zwiſchen den
weißen Birkenſtämmen hinaustritt auf die Landſtraße, pfif
der Wind, als wollte er den Pferden die langen wehenden
Schwänze ausreißen. Gleich darauf aber kamen ſie in den
windſtillen Hohlweg. Der Mann im Schlitten ſah, daſ
hier der Sturm ſeine Schneelaſten von den Schultern
ge=
ſchüttelt hatte, wohl ſchon einen Fuß hoch, und Lührſen
dachte daran, wie hoch der Schnee hier liegen würde, wenn
er nach einer Stunde zurückkäme und noch dazu hier
berg=
auf durch müßte. Es konnte auch mehr als eine Stunde
darüber vergehen, denn der Zug von Harburg würde bei
dem Wetter wohl Verſpätung haben, und außerdem würde
ſeine Frau und deren Koffer mit im Schlitten ſein. Zwar
viel würde es nicht ausmachen, denn ſie wog nur
einhun=
dertundſechzehn Pfund, wenigſtens vor fünf Jahren, als
er ſie zum letztenmal geſehen hatte. Er hatte ſie damals
mit einem Arm in die Höhe heben können. Aber
immer=
hin, mit dem Koffer würden die Pferde mindeſtens
hundert=
undfünfzig Pfund mehr zu ziehen haben, und das trug doch
was aus bei dem Wetter. In dem windſtillen Einſchnitt
ſtand eine Dampfwolke über den pruſtenden Gäulen, die
erſt wieder verſchwand, als ſie aus dem Hohlweg
heraus=
kamen, wo der Sturm die Straße faſt blank gefegt hatte und
die Kufen auf den Steinen ſchürften. Man ſah die erſten
Lichter von Bütfeld aufblitzen. Da begannen die beiden
Braunen zu traben. Die Deichſelketten klirrten, und die
Glocken an den Halsriemen klingelten luſtig, als ſie am
Pfarrhaus vorbeikamen. Die Bauernhäuſer lagen ſo
be=
haglich da mit den Langſeiten an der Dorfſtraße unter den
weißen Oberbetten auf den Strohdächern.
Paſtor Liebetrau ftand mit der langen Tabakspfeife am
Fenſter. Es war gemütlich, ſo hinauszuſchauen in dem
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waren. Sieh, Frau, da fährt Lührſen mit ſeinem Schlitten
nach der Station.
Seine Frau, die gerade die Hoſen ihres dritten Jungen
unter der Nadel hatte, in denen er zwei Stunden lang heute
nachmittag auf dem Handſchlitten gerutſcht war, aus deſſen
Sitzbrett ſich ein Nagel hervorgearbeitet haben mußte,
wo=
bei es unbegreiflich war, daß der Junge nichts davon
ge=
merkt hatte, alſo ſeine Frau ſagte, indem ſie die hellen,
grauen Augen aufſchlug: Schrecklich, ſolch ein Wiederſehen
zwiſchen Mann und Frau! Seit fünf Jahren haben ſie ſich
nicht geſehen, und wenn ihr Kind nicht totkrank geworden
wäre, ſodaß er die Mutter kommen laſſen mußte, wer weiß,
ob ſie je wieder zuſammengekommen wären?
Vielleicht ſind’s Gottes Wege, Helene!
Dieſe ſchüttelte den Kopf: Das kann ich mir nun doch
nicht denken, daß Gott, um Vater und Mutter
zuſammen=
zuführen, erſt ein Kind faſt an den Tod und in Leiden
bringen mußte!
Der Paſtor lachte leiſe in ſich hinein. Seine Frau
war eine gute Chriſtin, aber ſie fand immer
Schwierig=
keiten, um zwiſchen ihrem geraden, guten Menſchenverſtand
und dem Gotte Abrahams zu vermitteln. Ja, das ſagſt
Du ſo! Aber der Herrgott konnte doch nichts dafür, wenn
zwei zuſammen kamen, die gar nicht zuſammen paßten!
Na, dann brauchte er ja die beiden gar nicht
zuſammen=
zuführen. Mir tut nur meine Schweſter leid. Die und
den Lührſen, die hätte Gott zuſammentun können.
Hm, machte Paſtor Liebetrau und zog dicke
Rauch=
wolken aus ſeiner Pfeife, zwei harte Köpfe wären auch
zu=
ſammengekommen.
ich ois ich donr gerde ſe wie Dor, eie nir
Re=
rateten.
Da lachte ihr Mann hell auf mit ſeinem guten,
fröh=
lichen Lachen.
Na, was lachſt Du denn? Ich ſehe wirklich nicht ein,
was daran komiſch iſt?
Das ging auch bloß deshalb ſo gut, weil mir der
Herr=
gott keinen norddeutſchen Dickkopf mitgegeben hatte!
Du willſt doch damit nicht ſagen, daß ich in der Ehe
etwa nicht alle Härten abgelegt hätte?
J, Gott bewahre, Helene. Ich meine nur, wenn ich
merke, daß ein Kopf hart wird, dann fällt mir immer die
ſchöne Zeit ein, wo ich mich mit Dir verloben wollte und
Du ſo eklig gegen mich warſt und immer tateſt, als wäre
ich Dir ſo ſchnuppe wie möglich.
Karl! rief ſie und holte zu einer Strafpredigt aus, denn
ſie fand das Geſagte ſowohl inhaltlich wie formell falſch
und unpaſſend. Aber ſie kam nicht mehr zu Worte, denn
draußen auf der Diele ging ein Kreiſchen und Geſtampfe
und Lachen los, daß es durch’s ganze Haus ſchallte, und
Frau Helene nur noch an trockene Strümpfe dachte. Das
waren die drei Aelteſten, die von einer Schneeſchlacht nach
Hauſe kamen.
Ach Gott, nee, die ollen Rouleaus! Es iſt doch rein
zum Verzweiſeln, das verküddert ſich in eins fort. Gib mal
nen Stuhl her, Stine! So, nu helf en büſchen nach, damit
ich die Balanzierung nich verliere!
Und Stine, die ſonſt das Vieh beſorgte und betreute,
hielt mit ihren dunkelroten, ſtrammen Armen die dicke
Tan=
nert im Gleichgewicht, als dieſe auf den Holzſtuhl kletterte
— die Rouleauſchnur in Ordnung brachte.
So, nu geht’s wieder. Wenn ich man erſt mit meinem
Rheumatismus von den ollen Stuhl wieder herunter wär.
So — ſo!
Stine ſtützte aus Leibeskräften, und die Tannert angelte
mit dem linken Fuß, der an einem Beine ſaß ſo dick wie ne
Waſſerkanne, am Stuhl herunter, bis ſie endlich den Sand
knirſchen hörte, der auf die Dielen geſtreut war.
Schnee=
weißer Heideſand. Der glitzerte und flimmerte in dem
flackernden Feuerſchein, der aus dem bullernden Ofen über
den Boden tanzte.
Ja, meinte Frau Tannert und holte tief Atem nach
der Anſtrengung, als ſie das andere Bein nachgezogen
hatte und wieder ſchicklich auf beiden Füßen ſtand, ja, Du
dumme Deern denkſt nu gewiß, hier hätte das immer ſo
ausgeſehen, ſo wie in ner beſſern Bauernſtube? Ja, das
deniſt Du nu in Deinem dummen Kopp! Damals war das
ganz anders, als ich noch Mamſell beim alten Amtmann
Lührſen war. Vor die Fenſter hingen ſo ganz ſchwere und
feine Portierens, links ne Schnur und rechts eine, das ging
man ſo, und das verküdderte ſich nie nich!
Sie nahm wieder das Wiſchtuch zur Hand und fuhr
damit über das ſchwarze Leder des Lehnſtuhls neben dem
Ofen, und Stine ging hin und holte aus dem Eßſchrank
ein weißes Tiſchtuch und legte es auf den großen
recht=
eckigen Tannentiſch, der feſt und ſolide in der Mitte des
Zimmers ſtand. Als ſie dem Tuch den gewiſſen Schwung
gab, damit es ſich richtig auf den Tiſch breiten konnte, fragte
ſie: Sagen Sie bloß, Frau Tannert, ich bin ja nun erſt
knapp en Jahr in Halligboſtel. War’s denn wirklich ſo
bannig fein, als unſern Herrn ſein Vater noch lebte? Peter
Bohlmann, der drähnt ja auch immerlos davon.
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