Darmstädter Tagblatt 1912


05. Februar 1912

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175. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der vom Bundesrat angenommene, jetzt bekannt gegebene
Entwurf eines neuen Reichs= und Staats=
angehörigkeitsgeſetzes
ſoll dem Reichstage
alsbald nach ſeinem Zuſammentritt vorgelegt werden,
Heute finden in Bayern die Neuwahlen für die
Abgeordnetenkammer ſtatt, die am 13. Novem=
ber
v. Js. aufgelöſt worden iſt.
Im Spionageprozeß Steward lautete das
urteil auf dreieinhalb Jahre Feſtung.
Dem franzöſiſchen Parlament geht ein
Geſetzentwurf für das Luftſchiffweſen
zu, in dem 23 Millionen Francs geſordert werden.
Derfranzöſiſche Senat beſchloß, mit der Beratung
des deutſch=franzöſiſchen Abkommens
am Montag nachmittag zu beginnen.
Das ſerbiſche Kabinett hat demiſſioniert.
Die Demiſſion iſt vom König angenommen.
Nach engliſchen Meldungen aus Schanghai iſt von Seiten
der Revolutionäre in China ein Vertrag
über eine Anleihe von 10 Millionen Taels
mit der deutſchen Firma Dietrichſen abgeſchloſſen
worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Die Landtagswahlen in Bayern.

** Heute Montag finden im zweitgrößten deutſchen
Bundesſtaate die Wahlen zur Abgeordnetenkammer ſtatt,
deren Ausfall man auch außerhalb der blau=weißen
Grenzpfähle mit großer Spannung entgegenſieht. Es iſt
das zweite Mal, daß die Wahlen nach dem allgemeinen
und gleichen Stimmrecht vorgenommen werden.
Bekanntlich erfolgte am 13. November vorigen Jah=
res
die Auflöſung der bayeriſchen Zweiten
Kammer gegen das Zentrum. Die Hoffnungen des
letzteren, daß der Prinzregent einer Auflöſung widerſtre=
ben
werde, erfüllten ſich nicht, im Gegenteil ermunterte
der greiſe Fürſt ſeine Regierung, nach ihrem Ermeſſen
im Intereſſe des Landes ihre Pflicht zu tun, ohne auf
ſeine Perſon Rückſicht zu nehmen. Umſo größer war
natürlich die Enttäuſchung des Zentrums, das im baye=
riſchen
Abgeordnetenhauſe unumſchränkt geherrſcht hatte.
Zum Kampf gegen das Zentrum hat ſich denn auch
die geſamte Minderheit gerüſtet, und zur Erzielung eines
beſtmöglichen Erfolges iſt der Block der Linken gebildet
worden, in dem ſich die Liberalen und die äußerſte Linke
vereinigt haben. Ob es trotzdem gelingen wird, die
Macht des Zentrums zu brechen, iſt noch fraglich. Der
Einfluß des Klerikalismus auf dem platten Lande iſt zu
groß, als daß dort die bisherige Mehrheit große Er=
folge
erzielen könnte. Die beſten Chancen bietet den Li=
beralen
noch die Pfalz und Oberfranken, während die
Sozialdemokraten in den Städten die Oberhand haben.
Dem Zentrum kommt hauptſächlich die Wahlkreie=
einteilung
zu ſtatten, die nach der Volkszählung von 1900
feſtgelegt worden iſt. Alle Verſuche, gelegentlich der
Wahlreform die Beſtimmung durchzuführen, als Grund=
lage
des Wahlgeſetzes die jeweilig letzte Zählung gelten
zu laſſen, ſcheiterte am Widerſtande des Zentrums, das
nach der bei den letzten Wahlen errungenen Stimmen=
zahl
nur auf höchſtens 70 Abgeordnete Anſpruch gehabt
hätte, während es dank der Wahlkreiseinteilung 98
Sitze erhielt. Das Königreich iſt in 133 Wahlkreiſe ein=
geteilt
, von denen 30 durch je zwei Abgeordnete vertre=
ten
werden, ſodaß die Zweite Kammer im Ganzen 163
Mitglieder zählt. Bei der Wahl entſcheidet die relative
Mehrheit mit der Einſchränkung, daß der Gewählte
mindeſtens ein Drittel der abgegebenen Stimmen auf ſich
vereinigen muß. Wahlberechtigt iſt derjenige, der das
25. Lebensjahr vollendet, im letzten Jahre die bayeriſche
Staatsangehörigkeit beſeſſen und in derſelben Zeit eine
direkte Steuer bezahlt hat.
Die letzte Kammer ſetzte ſich zuſammen aus 98 Zen=
trum
, 25 Liberalen, 13 Bund der Landwirte und
Bauernbund, 6 Konſervativen, 20 Sozialdemokraten und
1 Parteiloſen. Da die abſolute Mehrheit 82 beträgt, ſo
müßten dem Zentrum 17 Sitze abgenommen werden,
wenn es die Mehrheit verlieren ſollte.
Die Korreſpondenz Hoffmann meldet: Nach Berich=
ten
aus dem Lande vermehrten ſich mit dem Herannahen
des Tages der Landtagswahl die Fälle, in denen, ſei es

in der Preſſe, ſei es in Verſammlungen, die Allerhöchſte
Perſon in politiſche Erörterungen hineingezogen wird.
Derartige Vorfälle ſind aufs tiefſte zu beklagen. Das
monarchiſche Prinzip und Rückſicht auf die Allerhöchſte
Perſon machen es der Staatsregierung zur Pflicht, ſolche
Auswüchſe in Meinungsſtreiten der Parteien auf das
entſchiedenſte und nachdrücklichſte zu verurteilen. Die
Staatsregierung hat bisher entſprechend der ſeit
Jahrzehnten grundſätzlich feſtgehaltenen, von allen Par=
teien
gebilligten Uebung, von jeder Kundgebung
abgeſehen, die als Stellungnahme für oder gegen
eine Partei hätte aufgefaßt werden können. Nun fand
aber am 1. Februar in München eine öffentliche Ver=
ſammlung
von Staatsbeamten ſtatt mit der Tagesord=
nung
: Stellungnahme der Staatsbeamten zur Landtags=
wahl
. In dieſer Verſammlung ſind, wie auch bei an=
deren
Gelegenheiten, Aeußerungen gefallen, als ob die
Staatsregierung bei den kommenden Wahlen unter Um=
ſtänden
ein Eintreten der Staatsbeamten für Kandida=
ten
der ſozialdemokratiſchen Partei wolle. Solchen Aeu=
ßerungen
muß mit aller Entſchiedenheit entgegengetreten
werden. Die Staatsregierung gab am 23. November
die Gründe der Auflöſung des Landtags bekannt. Hier=
bei
betonte ſie, daß die Stellung der Stuatscegierung zu
den Parteien, insbeſondere ihre grundſätzliche Stellung
zur Sozialdemokratie, wie ſie dieſe erſt ver wenigen Mo=
naten
im Landtage in der bündigſten Weiſe dargelegt
hat, durch die Auflöſung des Landtages keine Aenderung
erfahren habe.

Portugal.

In Portugal, insbeſondere in der Hauptſtadt
Liſſabon, iſt es in den letzten Tagen wieder einmal
recht bunt zugegangen, wahrſcheinlich noch viel ſtürmiſcher
als die zu uns gelangten Meldungen verraten, da kaum
in einem europäiſchen Lande die Zenſur ſo ſcharf ihres
Amtes waltet, wie in dieſer Republik. Es handelt ſich
angeblich um große Streikerzeſſe, indeſſen fehlt es
auch nicht an Meldungen, die beſagen, daß es ſich weniger
um dieſe handelte als um politiſche Gegenſtrö=
mungen
.
Bald 1½ Jahre ſind es her, daß der jugendliche König
Manuel geſtürzt und das republikaniſche Regime einge=
führt
worden iſt. Große Hoffnungen für die Geſundung
des Staates hatte man vielfach auf das Verſchwinden
der bisherigen Dynaſtie geſetzt, man glaubte, daß nun=
mehr
ſich alles zum Beſten wenden werde und daß die
Mißwirtſchaft ein Ende nehmen würde. Monat auf
Monat iſt ins Land gezogen, aber nichts von alledem iſt
in Erfüllung gegangen, im Gegenteil, die Verhältniſſe des
Landes haben ſich immer mehr verſchlechtert, von einer
wirklichen Regierungsdirektive iſt abſolut nichts wahrzu=
nehmen
, und es hat mehrfach an Zuſtänden nicht gefehlt,
die nicht weit von völliger Anarchie waren. Man hat
auch verſucht, Dom Manuel die Krone wieder zu verſchaf=
fen
, es iſt darüber auch zu ſchweren Kämpfen gekommen,
bei denen die Royaliſten, die ſich in der Minderzahl be=
fanden
und wohl auch nicht genügend ausgebildet waren,
zurückgeſchlagen wurden.
Wenn man heute die Situation überſchaut, ſo ſieht
man, daß Wirren auf Wirren folgen und
daß die Regierung es nicht vermag, auf die
Dauer geordnete Verhältniſſe zu ſchaffen. Bei
der geſamten prekären Lage des Landes iſt dies um
ſo mißlicher, weil eben das Fiasko des jetzigen Regimes
den Herd fortwährender Unruhen und Umſturzbeſtreb=
ungen
abgibt. Wäre ein ſtarker und geſchickter Mann zur
Hand, ſo wäre dem Lande zweifellos geholfen, ſo aber
muß es immer weiter und weiter im Schlamme verſin=
ken
. Das Land wird, wenn es auch ſeine innere Politik
ſelber beſtimmt, ein willenloſer Spielball in den Händen
der Engländer bleiben, und man ſprach bereits bei den
letzten Wirren von einer Intervention Großbritanniens.
Jetzt ſoll zwar der Streik beigelegt und Ruhe und Ord=
nung
ſollen wiedergekehrt ſein, aber wie lange wohl?
Die fortwährenden Wirren legen es begreiflicherweiſe den
Royaliſten nahe, es doch ihrerſeits wieder einmal zu ver=
ſuchen
, und im Hinblick auf die Situation iſt es wohl
nicht ohne Bedeutung, daß in Dover eine Begegnung
zwiſchen dem Erkönig Manuel und dem Thronprätenden=
ten
Miguel von Braganza ſtattgefunden haben ſoll. Man

glaubt, daß bei dieſer Zuſammenkunft wichtige Entſchlüſſe
gefaßt worden ſeien und daß beide bisher ſchroff gegen=
überſtehende
Gruppen ſich über ein gemeinſames Vor=
gehen
geeinigt hätten.
Nach alledem iſt es wahrſcheinlich, daß in Portugal
bald wieder neue Unruhen ausbrechen werden, und wer
will ſagen, ob es nicht über kurz oder lang doch wieder
nach dem völligen Verſagen des republikaniſchen Regimes
zu einer Rückkehr zum monarchiſchen Syſtem kommen
wird!

Deutſches Reich.

Eine beſſere Sicherung der Küſten iſt
von der Reichsregierung in Vorarbeitung. Die Spios
nageprozeſſe des vergangenen Jahres haben bewieſen,
daß die Nordſee=Inſeln, inſonderheit aber Helgoland
und Borkum, eine beſondere Anziehungskraft auf Lan=
desverräter
und Spione ausüben. Die Garniſon Bor=
kum
iſt infolgedeſſen ab 1. Februar um eine Batterie
Fußartillerie vermehrt worden, ſodaß für Borkum ein=
ſchließlich
der im Juni nach Emden verlegten Garniſon
vier Batterien Fußartillerie zur Verfügung ſtehen. Außer=
dem
iſt nach Borkum ein aus allen Infanterieregimentern
des 10. Armeekorps gebildetes Wachkommando von 100
Mann gelegt worden.
Ein Wahlkreis für Dr. Trimborn. Der
Kreisausſchuß der Zentrumspartei des Wahlkreiſes Sieg=
burg
=Waldbroel nahm das Anerbieten des Herrn Dr.
Becker an, zugunſten Trimborns zurückzutreten.
Liebknechts Interview. Dr. Karl Lieb=
knecht
ſchreibt dem Vorwärts: Ich habe dem Vertreter
der Humanité lediglich erklärt, daß nach meiner Ueber=
zeugung
Deutſchlands Defenſivkraft gegenüber einem
frivolen Ueberfall keineswegs durch die gewaltige Ent=
wicklung
der Sozialdemokratie gelitten habe und leide,
daß aber die 4¼ Millionen ſozialdemokratiſcher Wähler
ein gehöriges Gewicht in der Wagſchale des Friedens
bedeuteten. Gegen den Willen eines ſolchen gewaltigen
Teils der Bevölkerung würden ſich die Kriegstreibereien
unſerer deutſchen Chauviniſten nicht leicht durchzuſetzen
vermögen. Die Sozialdemokratie werde ihre volle Schul=
digkeit
zur Durchkreuzung der völkerrechtsverletzenden
Machenſchaften zu tun wiſſen. Ob Herr Liebknecht
wirklich glaubt, daß die 4¼ Millionen Wähler alle Sozial=
demokraten
ſind?

Ausland.

Frankreich.
Ein Vertrauensvotum für die Regie=
rung
in der Tunisfrage. Im Verlaufe der Kam=
mer
=Debatte über die Konzeſſionen in Tunis beantwortete
Miniſterpräſident Poincaré die Ausführungen verſchie=
dener
Redner. Er wies die Vorwürfe, die gegen den Ge=
neralreſidenten
erhoben werden, zurück. Poincaré ſagte,
daß in den Land= und Minenkonzeſſionen keine Unregel=
mäßigkeiten
vorgekommen ſeien. Der Miniſterpräſident
verwarf auch den Vorſchlag, eine Unterſuchungskommiſ=
ſion
zu ernennen, die nur Unruhe in das Land trage, das
durch die Tripolis=Affäre ſchon genug beunruhigt ſei.
Poincaré meinte, die Franzoſen dürften ſich am Vor=
abend
der Errichtung des franzöſiſchen Protektorats über
Marokko nicht noch gegenſeitig verärgern. Zum Schluß
der Beratungen über die Interpellation, betreffend Tunis,
nahm die Kammer durch Handaufheben die vom Mini=
ſterpräſidenten
gebilligte Tagesordnung an, worin der
Regierung das Vertrauen ausgeſprochen wird, daß ſie
in Nordafrika eine Politik der Gerechtigkeit und der Zivi=
liſation
befolge. Die Priorität dieſer Tagesordnunge=
wurde
mit 408 gegen 104 Stimmen beſchloſſen.
Die konfeſſionsloſe Schulle. Der Depu=
tierte
Brard forderte in der Kammer Dringlichkeit für
ſeinen Antrag, alle neuen privaten Volksſchulen in klei=
nen
Gemeinden unter die Aufſicht des Staates zu ſtellen.
Er bezeichnete dies als notwendig, um die bedrohte kon=
feſſionsloſe
Schule zu verteidigen. Miniſterpräſident
Poincaré erläuterte die Auffaſſung der Regierung über
die konfeſſionsloſe Schule und erklärte, ſie werde dieſe
gegen unverdiente Angriffe ſchützen. Am Dienstag werde
er über einen Unterrichtsgeſamtentwurf zur Verteidigung
der konfeſſionsloſen Schule Mitteilung machen. Die Re=
gierung
ſei weder einem offenen noch verhüllten Unter=
richtsmonopol
geneigt. Sie nehme die Dringlichkeit für

[ ][  ][ ]

den Antrag Brard an, mache aber Vorbehalte über ihre
Stellung zu dem Inhalt des Antrags. Der Deputierte
Deſſaye erklärte es als notwendig, daß die Majorität der
Kammer der Regierung ihren Willen bekunde, die kon=
feſſionsloſe
Schule zu verteidigen. Die Dringlichkeit für
den Antrag Brard wurde ſchließlich mit 401 gegen 138
Stimmen angenommen und der Antrag an eine Kommiſ=
ion
verwieſen.
Geſetzentwurf für das Luftſchiffweſen.
Kriegsminiſter Millerand läßt dem Parlament einen ein=
heitlichen
Geſetzentwurf für das geſamte Luftſchiffweſen
zugehen; darin werden außer einer Kriegsforderung von
23 Millionen Francs andere Forderungen enthalten ſein
die u. a. ſich beziehen: auf die Schaffung von Luftſchiffer=
regimentern
, die den Fliegeroffizieren zu gewährenden
Vergünſtigungen, die Errichtung proviſoriſcher Luftſchiff=
häfen
. Ein proviſoriſcher Luftſchiffhafen ſoll in Verdun
errichtet werden, wo vom 15. März ab Flüge unternom=
men
werden ſollen. Für das Kriegsdepartement wird
ie Schaffung mehrerer Chemikerſtellen gefordert. Um
die Kontrolle über die Fabrikation des für die Marine
beſtimmten Schießpulvers zu ſichern, beſchloſſen Mille=
rand
und Delcaſſé, daß der leitende Ingenieur des Zen=
trallaboratoriums
der Marine dem Kriegsminiſter unter=
ſtellt
und der nach dem Unglück der Liberté eingerich=
teten
Pulverkommiſſion ein Ingenieur des Marinegenie=
korps
beigegeben werden ſoll.
England.
Inſtruktion für nach Deutſchland rei=
ſende
Offiziere. Wie die Blätter melden, hat das
Kriegsamt überall Inſtruktionen für engliſche Offiziere
erlaſſen, die nach Deutſchland reiſen wollen. Für den
Beſuch von Elſaß=Lothringen wird folgendes beſtimmt:
Alle Offiziere, ſowohl die von der regulären wie die von
der territorialen Armee haben zunächſt die Erlaubnis des
preußiſchen Kriegsminiſteriums einzuholen. Ferner haben
ſie ſich, wenn ſie länger als 24 Stunden an einem Orte
Aufenthalt haben, auf dem Magiſtratsamt, reſp. in Metz,
Mülhauſen und Straßburg auf dem Polizeipräſidium zu
melden. Bei kürzeren Beſuchen haben ſie ſich bei
der Militär= Behörde zu melden. Engliſche
Offiziere, die über die ruſſiſche Grenze
nach Deutſchland kommen, müſſen ſich in jedem Ort mel=
den
, wo ſie eine Nacht zubringen und ebenfalls wieder
vor ihrer Abreiſe. Das Kriegsminiſterium empfiehlt fer=
ner
, daß die Offiziere ſich mit Päſſen verſehen und daß ſie
bei dem Beſuch einer Garniſon bei dem Kommandanten
ihre Karte abgeben ſollen.
Portugal.
Der Senat ſtimmte dem Beſchuß der Kammer, be=
treffend
die Dauer des Belagerungszuſtandes und die
Einverufung des Kongreſſes zu, um über die Vertagungs=
frage
des Parlaments zu beſchließen. Der Senat billigte
den Antrag, der Regierung das Vertrauen auszuſprechen
und den Vorſchlag, betreffend die Verurteilung der bei
den letzten Unruhen Verhafteten.
Türkei.
Aus Kreta wird gemeldet, daß die Exekutivgewalt
von der Nationalverſammlung in eine proviſoriſche revo=
lutionäre
Regierung umgewandelt worden iſt, die im
Namen des Königs Georg den Eid auf die griechiſche
Verfaſſung geleiſtet habe.
Vereinigte Staaten.
Botſchaft des Präſidenten Taft über
die Fragen der inneren Politik. Präſident
Taft richtete an den Kongreß über mehrere wichtige Fra=
gen
der inneren Politik eine Botſchaft. An erſter Stelle

bittet der Präſident um die Ermächtigung, die fremden
Regierungen zu einer internationalen Konferenz über
die Koſten der Lebenshaltung einzuladen. Dann weiſt
die Botſchaft auf die Notwendigkeit hin, die induſtriellen
Verhältniſſe zu unterſuchen. Den Hauptpunkt der Bot=
ſchaft
betrifft die Darlegung der neuen Regierungspolitik
in Alaska. Taft betont die Notwendigkeit einer Staats=
bahn
nach dem Kohlengebiet von Matanuska. Sein
Plan ſei, von den gegenwärtigen Beſitzern Aktien der fal=
liten
Alaska=Central=Railway zu kaufen. Es ſeien ei=
nige
hundert Meilen im Bau, und gemäß dem urſprüng=
lichen
Plan ſolle die Bahn bis zu den Kohlenfeldern von
Matanuska und ſchließlich bis Fairbanks gehen. Der
Präſident erläutert dann weiter, daß er zwar ſelbſt Geg=
ner
des Prinzips des Staatseigentums ſei in Fällen, wo
ein leiſtungsfähiger privater Betrieb möglich ſei, glaube
aber, die gegenwärtigen Verhältniſſe in Alaska erlaub=
ten
die Verwendung öffentlicher Gelder, um die Hilfs=
quellen
des Landes zu erſchließen. Uebrigens würde der
Bau durch den Staat und der Staatsbeſitz nicht erfor=
dern
, daß die Linie vom Staate betrieben werde. Auch
werde ſein Vorſchlag gerechtfertigt durch die Notwendig=
keit
einer Kohlenſtation für die Marine in einem nörd=
lichen
Teile des Stillen Ozeans.
Perſien.
Perſiens mißliche Finanzlage. Wie das
Reuterſche Bureau erfährt, ſind im Hinblick darauf, daß
Perſien notwendig finanzieller Unterſtützung zur Weiter=
führung
der Verwaltung bedarf, Verhandlungen eröffnet
worden für einen baldigen, gemeinſamen Vorſchuß an
die Perſiſche Regierung. Es wird erklärt, daß der Vor=
ſchuß
etwa 400000 Pfund Sterling betragen wird, die
zu gleichen Teilen von England und Rußland aufge=
bracht
werden ſollen. Das perſiſche Schatzamt iſt ſo gut
wie mittellos, da die Anleihe vom letzten Mai von
1250000 Pfund Sterling vollſtändig aufgebraucht iſt, teil=
weiſe
infolge der Operationen gegen den ehemaligen
Schah. Die Angelegenheit des früheren Schahs iſt eine
der Fragen, die jetzt die Aufmerkſamkeit von Rußland
und Großbritannien in Anſpruch nehmen. Die ſtändig
wiederkehrende Behauptung, daß er Unterſtützung aus
ruſſiſcher Quelle erhalte, verurſacht Erſtaunen, da bekannt
iſt, daß Rußland ſein Verweilen in Perſien nicht billigt,
ſo lange ſich ruſſiſche Truppen in dieſem Lande befinden.
Ueber die Bedingungen, unter denen das Geld der per=
ſiſchen
Regierung vorgeſtreckt werden ſoll, ſowie über die
Art und Weiſe der Verteilung iſt leine Auskunft zu er=
halten
.
Die Demiſſion der Mitglieder des Ka=
binetts
ſcheint unmittelbar bevorzuſtehen. Wie ge=
glaubt
wird, wählt man zu Nachfolgern Männer, die der
Politik Englands und Rußlands freundlich geſinnt ſind.
Eine Erklärung über dieſe Politik wird demnächſt er=
wartet
.
Afrika.
Abeſſinſſen und Kaiſer Menelik. Lord
Cranworth, der ſoeben aus Abeſſinien zurückgekehrt iſt,
erklärte einem Berichterſtatter des Reuterſchen Bureaus,
in der Hauptſtadt des Landes und in der Umgebung
herrſche große Unruhe infolge des immer ſtärker wer=
denden
Verdachts, daß der Kaiſer Menelik geſtorben ſei.
Unter den Häuptlingen iſt ein heftiger Kampf über die
Thronfolge entbrannt. Die Europäer beginnen für ihre
Sicherheit zu fürchten. Menelik ſoll, wie manche glauben,
in dem Palaſt im Zentrum der Stadt leben, wo auch
der jugendliche Thronfolger wohnt. Der Arzt, der gele=
gentlich
den kranken Kaiſer beſucht, bekommt nur eine
ſorgſam in Tücher eingewickelte Geſtalt zu ſehen, deren

Geſichtszüge verhüllt ſind, ſodaß auch er das geheimnis=
volle
Dunkel, das Menelik umgibt, nicht aufklären kann.

* London, 3. Febr. Die Konferenz der
Delegierten des Bergarbeiterbundes,
die über die Vorſchläge der Grubenbeſitzer berät, kam
heute zu ihrem Schluß. Es wurden drei Beſchlüſſe ange=
ommen
: 1. einen individuellen Mindeſtlohn für die vor
der Kohle arbeitenden Bergleute feſtzuſtellen, der je nach
den Bezirken 4 Schilling 11 Pence bis 7½ Schilling be=
tragen
ſoll, 2. ſoll keinem unter Tag arbeitenden erwach=
ſenen
Bergmann weniger als 5 Schilling für die Schicht
gezahlt werden, 3. ſoll der Mindeſtlohn aller anderen,
nicht vor der Kohle arbeitenden Bergleute von den ein=
zelnen
Diſtrikten ſelbſt feſtgeſetzt werden. Dieſe drei
Hauptbeſchlüſſe laſſen den Weg für Verhandlungen offen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 5. Februar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
beſuchte am Freitag nachmittag um 4½ Uhr
das Alice=Hoſpital. Abends um 8 Uhr fand im Neuen
Palais eine Abendgeſellſchaft ſtatt, zu der 40 Ein=
ladungen
ergangen waren. Nach dem Eſſen gab der
Direktor des Münchener Marionettentheaters eine Vor=
ſtellung
. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
empfingen am Samstag: den Oberſtleutnant Sonntag, Ba=
taillons
=Kommandeur im Infanterie=Leib=Regiment Groß=
herzogin
(3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, den Major Zierold,
Kommandeur des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, den Leutnant Prinzen Wolfgang von Löwen=
ſtein
=Wertheim=Freudenberg von demſelben Regiment, den
Rittmeiſter Freiherrn Truchſeß von und zu Wetzhauſen
beim Stabe des Großh. Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18, den
Leutnant Kuhn von demſelben Bataillon, den Hauptmann
Becker beim Stabe des 2. Großh. Heſſ. Feldartillerie= Regi=
ments
Nr. 61, den Hauptmann von Wienskowski, Batterie=
chef
in demſelben Regiment, den Leutnant von Schubert
im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, den Geheimen Kommerzienrat Dr. phil.
h. e. W. Gail von Gießen, den Komponiſten Paul Lincke
von Berlin, den Landgerichtsſekretär Weidemann von Gie=
ßen
, den Oberſtaatsanwalt Dr. Schwarz von Mainz, den
Geheimen Kommerzienrat Frhrn. von Heyl zu Herrnsheim
von Worms, den Ingenieur Hauff von Mainz; zum Vor=
trag
den Staatsminiſter Ewald, den Finanzminiſter Braun,
den Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach, den Vor=
ſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit, der Groß=
herzog
den von Sr. Erl. dem Grafen von Schlitz,
genannt von Görtz, auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Hutzdorf präſentierten Pfarraſſiſtenten Ernſt zur Nieden.
zu Bad Nauheim für dieſe Stelle.
* Eiſenbahnperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Oberbahnaſſiſtenten Georg
Sellheim zu Mainz wegen geſchwächter Geſundheit
auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt; dem
Eiſenbahn=Lademeiſter Ludwig Falk zu Mainz und
dem Bahnwärter Johann Eſchborn zu Heidesheim
aus Anlaß ihrer Verſetzung in den Ruheſtand das
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für treue
Dienſte verliehen. In den Ruheſtand verſetzt wurde
der Weichenſteller Johannes Schmitt zu Bensheim
auf ſein Nachſuchen, ſämtlich in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft.
* Auszeichnung. Der Spenalermeiſter Jakob
Gerhard in Bingen hat am 18. Oktober 1911 einen
Menſchen vom Tode des Erſtickens gerettet. Als Aner=
kennung
hierfür iſt ihm von Sr. Königl. Hoheit dem
Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden.
* Zulaſſung zur Ausübung konſulariſcher Funk=
tionen
. Der zum Generalkonſul der Republik El Salvador
für das Deutſche Reich mit dem Amtsſitz in Hamburg
ernannte Herr Dr. Reyes Guerra dem das Reichs=
exequatur
erteilt wurde, iſt zur Ausübung konſulariſcher
Funktionen im Großherzogtum zugelaſſen worden.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß ver=
handelte
in ſeiner Sitzung am Samstag den Antrag der
Gemeinde Rüſſelsheim auf Genehmigung der Enteignung
von Gelände zur Fortführung der Ernſt=Ludwigſtraße. Der
Eigentümer Georg Pflug begründet ſeine Weigerung zur
freiwilligen Hergabe des benötigten Geländes damit, daß
der vor zwei Jahren aufgeſtellte Straßenbauplan zweck=
mäßiger
geweſen ſei, und daß die Abänderung des Planes

Das Kriegsgericht in der Wüſte.

** Der im türkiſchen Kriegslager in
der Wüſte von Tripolitanien weilende engliſche Kor=
reſpondent
Alan Oſtler ſchildert in einem feſſelnden
Kriegsbriefe aus dem Lager von Senati Beni Adhem
die gerechte Strafe, die zwei von den Italienern be=
zahlte
arabiſche Spione für ihren Verrat von den
Türken erhalten haben. Die Spione begaben ſich in das
Lager der arabiſchen Hilfstruppe, um den Verſuch zu
unternehmen, die Wüſtenſöhne durch Geld und Verſprech=
ungen
von der Fortſetzung des Kampfes gegen die Ita=
liener
abzubringen. Für die Stimmung und den Geiſt
bei den Arabern iſt bezeichnend, daß die beiden Män=
ner
, die zwei verſchiedene Lager aufgeſucht hatten, ohne
Umſtände ſofort feſtgenommen und gefeſſelt den türki=
ſchen
Offizieren übergeben wurden. Ihre Schuld war
nicht offenkundig bewieſen, aber der türkiſche Befehls=
haber
rief ein Kriegsgericht zuſammen, um den Ver=
räter
regelrecht zu verhören und dann das Urteil zu
fällen. Oſtler befand ſich gerade im Zelt des Befehls=
habers
, als man den einen der beiden Spione herein=
führte
. Er war barfuß und die Arme hatte man ihm
mit Seilen gefeſſelt. Ein großer, ſtämmiger Kerl mit
einem mächtigen Stiernacken und einem Schädel, der
wie aus Bronze gemeißelt ſchien. Der Mann ſchaute
finſter drein, trotzig, er trug die blaue Uniform eines
türkiſchen Gendarm. Irgend wer hob eine Kerze und
leuchtete dem Gefangenen ins Geſicht, um das Truppen=
abzeichen
am Kragen der Uniform erkennen zu können.
Der Spion ſtand unbeweglich, blinzelte nur im hellen
Lichtſchein der Kerze und antwortete auf alle Fragen
nur kurz und einſilbig. Dann, am nächſten Morgen, als
der ſtahlfarbene Himmel im Oſten durch den erſten
Widerſchein der Sonne gelblich ſtrahlte, wurde vor den
verſammelten Arabern das Urteil vollſtreckt. Türkiſche
Soldaten bildeten einen Kreis um den Pfoſten, an dem
die mit ſchwarzem Wachs und Fett geſtrichene Schlinge
herabhing. Als der Spion dem Galgen gegenüberſtand,
zitterten ſeine Knie, aber in ſeinen Mienen bewahrte
er krampfhaft die Faſſung. Von allen Seiten tönten die
zornigen Rufe der Araber, die dem braunen Kerle ver=
ächtlich
das Wort Verräter! zuſchleuderten; dann aber

ntſtand plötzlich tiefe Stille und ein Offizier begann das
n arabiſcher Sprache abgefaßte Todesurteil laut zu
verleſen.
Nirgends unter den Arabern fand ich eine Spur von
Mitleid für dieſen Sohn ihrer eigenen Raſſe. Ein tür=
kiſcher
Soldat aber ſchnaufte wie ein Pferd, als man den
Gebundenen auf das Faß hob, das am Fuße des Gal=
gens
ſtand. Der Mann hatte noch die Spuren von Sand
und Staub auf Stirn und Naſe; vor ſeinem letzten Gange
hatte er auf arabiſche Weiſe gebetet und ſich zu Boden
geworfen, aber die gebundenen Hände vermochten die
Spuren dieſer trüben Andacht vor dem Sterben nicht
mehr aus dem Geſicht zu wiſchen. Mit einer haſtigen
Bewegung ſchleuderten dann zwei Soldaten das Faß
unter den Füßen des Spions beiſeite. Seine Brauen
zogen ſich empor wie bei einer Grimaſſe des Erſtaunens,
grell raſſelte und pfiff auf eine Sekunde die Rolle, an
der die Schlinge befeſtigt war; dann, nach einem zittern=
den
Krampf, hing der Mann tot und bewegungslos über
den Köpfen der Menge. Auf einem nahen Hügel ſchrie
ein Weib höhniſch auf, als die Urteilsvollſtreckung be=
gann
. Sofort nach der Hinrichtung trat ein arabiſcher
Scheik, mit einem Speer bewaffnet, in den Kreis um den
Galgen, hob ſeine Waffe, rief ein paar Worte, deutete
dabei auf den Erhängten und berührte mit der Spitze
ſeines Speeres beinahe die Bruſt des Toten, über die
in dünnen, ſchwarzen Linien das Fett von der Schlinge
herabträufelte.
Das Todesurteil mit ſeinen arabiſchen Schriftzeichen
wurde dem Spion auf die Bruſt geheftet und dann trat
ein alter Geiſtlicher in den Kreis und begann weithin=
hallend
zu ſingen: Ach, der Verräter des arabiſchen Vol=
kes
. Was ſoll geſchehen mit dem Verräter unſeres
Volkes? Er ſoll erdroſſelt werden mit Stricken. Und
von allen Seiten klang es aus Tauſenden von Kehlen
zuſtimmend: Allah, Allah, Allah! Dann wies der
Sänger mit dem Zeigefinger auf das Geſicht des Toten
und hielt ihm ſein Verbrechen vor. Der aber hing über
allen Köpfen droben am Galgen, den Kopf auf der Schul=
ter
, und es war, als grinſte das verzerrte Geſicht höhniſch
auf den Sänger herab und auf das ganze Volk
weitum. .

Alexander Moszkowski=Abend.

Einen Luſtigen Abend von Alerander Mosz=
kowski
hatte der Vortragsverband angekündigt, und wenn
es ſchließlich auch ein luſtiger Abend beim größten Teile
des Publikums wurde, ſo blieb doch auch der ziſchende
Widerſpruch nicht aus, und wenn das auch wenig höflich
war von ſeiten des Publikums, verſtändlich war’s. Sicher
aber galt der Widerſpruch nicht dem Humoriſten und
Dichter, ſondern dem Rezitator Moszkowski. Und
das beſtätigte unſere ſchon öfters zum Ausdruck gebrachte
Anſicht, daß es nicht immer von Vorteil für die Wer ke
iſt, wenn ihre Schöpfer ſie ſelbſt interpretieren, ſo in=
tereſſant
es auch ſein mag, die Dichter liebgewonnener
Lektüre perſönlich kennen zu lernen. Herr Moszkowski
brachte im Laufe des Abends zwei Skizzen in Proſa:
Die Blumenſchlacht und Die Entfettungskur die Ge=
dichte
Mein Weihnachtsabend Der Tod von zwei
Seiten Eine Literaturballade Glückliche Menſchheit
Die moderne Dame auf Reiſen, Die etruskiſche Vaſe‟
und Zwei Träume zum Vortrag. Die Proſavorleſungen
kamen im allgemeinen beſſer zur Wirkung, da dem ge=
reimten
Vortrag das ſpröde, ausdrucksloſe Organ Mosz=
kowskis
noch weniger liegt als die Erzählung. Daß die
Dichtungen trotz dieſer Mängel einen ſehr erheblichen Hei=
terkeitserfolg
hatten, ſpricht ſicher zu ihrem Lobe. Viel=
leicht
war es auch ein Fehler, den Abend ſo bald auf einen
Heiteren von Marcell Salzer folgen zu laſſen.

Vorträge.

Der Kaiſer Wilhelm=Kanal und ſeine
Erweiterung. Ueber dieſes Thema ſprach am Frei=
tag
abend im Ortsgewerbeverein, im Sitzungs=
ſaale
der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe ( Neckar=
traße
3), Regierungsbauführer R u mpf. Er hat
18 Monate beim Kaiſer Wilhelm=Kanal gearbeitet. Zu=
nächſt
gab er einen Ueberblick über die Geſchichte des Ka=
nals
. 1878 kam der grundlegende Plan des jetzigen
Kanals an die Oeffentlichkeit. Linie:Kieler Förde- Rends=
urg
-Brunsbüttel. Am 16. Mai 1886 wurde der Bau
vom Reichstag genehmigt. Die Baukoſten betrugen 156
Millionen Mark. Am 3. Juni 1887 wurde der Grundſtein

[ ][  ][ ]

nicht im Intereſſe der Gemeinde, ſondern im Intereſſe der
Firma Opel erfolgt ſei. Die Gemeinde hingegen begründet
die Verlegung der geplanten Straße mit der beſſeren Teil=
ung
des durchſchnittenen Geländes. Sie hat ſich bereit er=
klärt
, dem Beſitzer Pflug für den Quadratmeter 4 Mark zu
zahlen, für die darauf ſtehenden Obſtbäume will ſie den
Eigentümer nach der amtlichen Schätzung entſchädigen. Die
Lokalkommiſſion hat in ihrer Sitzung vom 11. September
1911 den angebotenen Preis für angemeſſen erklärt. Die
Gemeinde Rüſſelsheim ſtellte deshalb beim Provinzialaus=
ſchuß
den Antrag auf Enteignungsgenehmigung mit dem
beſonderen Antrage, daß nach § 34 das Gelände ſofort an
die Gemeinde übergeht. Der Provinzialausſchuß beſchließt
zur näheren Information eine Augenſcheinnahme.
Der frühere Feldſchütz Heinrich Fuchs in Wolfskehlen,
jetzt in Groß=Gerau, klagt gegen die Fürſorgekaſſe für Be=
amte
auf Gewährung eines Ruhegeldes. Fuchs trat am
18. Juli 1910 freiwillig aus ſeiner Stellung aus und ein
Jahr ſpäter ſtellte er bei der Fürſorgekaſſe Antrag auf Ge
währung einer Rente. Der Artikel 6 des Geſetzes für die
Fürſorgekaſſe ſchreibt eine 10jährige Dienſtzeit vor, wäh=
rend
Fuchs nur 4 Jahre im Dienſt war. Ausnahmsweiſe
kann auch Ruhegehalt gewährt werden, wenn eine in Aus=
übung
des Dienſtes entſtandene Krankheit der Grund zur
Dienſtunfähigkeit iſt. Fuchs beruft ſich vor allem auf ein
ärztliches Zeugnis vom 10. Juli 1910, das eine beſtehende
Krankheit konſtatierte. Der Vorſtand der Fürſorgekaſſe
lehnte am 5. September 1911 den Antrag als nicht begründet
ab; es wurde ausgeführt, daß Fuchs die Krankheit durch
häufigen Wirtſchaftsbeſuch ſelbſt verſchuldet habe, auch
konnte feſtgeſtellt werden, daß er im Jahre 1910 in der
Konſervenfabrik Helvetia in Groß=Gerau gearbeitet habe.
Es ſei alſo nicht wahrſcheinlich, daß er ſich die Krankheit
während ſeines Dienſtes bei der Gemeinde Wolfskehlen
zugezogen habe. Der Provinzialausſchuß hatte in ſeiner
Sitzung vom 16. Dezember 1911 weitere Beweiserhebung
beſchloſſen und erklärte in der erneuten Verhandlung auf
Grund der Beweisaufnahme den Anſpruch des Fuchs auf
Gewährung von Ruhegeld für nicht begründet, da ſich Fuchs
die Krankheit durch ſein außerdienſtliches Verhalten zuge=
zogen
habe. Die Koſten des Verfahrens fallen dem Kläger
zur Laſt.
Der Ortsarmenverband Hanau klagt gegen den Orts=
armenverband
Klein=Steinheim wegen Erſtattung von
102,75 Mark Verpflegungsgelder, die durch die Verpflegung
der verwahrloſt aufgegriffenen 9jährigen Käthe des Tag=
löhners
Heil zu Klein=Steinheim für die Zeit vom 14. Juni
bis 22. Dezember 1910 entſtanden ſind. Heil iſt am 19. Juni
1909 in Hanau polizeilich abgemeldet und am 1. September
1909 erſt in Klein=Steinheim angemeldet worden. Der Orts=
armenverband
Hanau behauptet nun, daß Heil bereits vor
dem 14. Juni 1909 in Klein=Steinheim gewohnt habe, daß
er alſo bereits am 14. Juni 1910 in Klein=Steinheim ſeinen
Unterſtützungswohnſitz gehabt habe. Der Provinzialaus=
ſchuß
beſchließt, die Verhandlung zwecks eingehender Be=
weiserhebung
zu vertagen.
Der Eigentümer Georg Leonhard Becker in Gorxheim
ſucht um Schankkonzeſſion nach; die Konzeſſion war vom
Kreisausſchuß Heppenheim abgelehnt worden, nachdem von
der Gemeinde die Bedürfnisfrage verneint worden war.
Der Geſuchſteller legte Berufung gegen das Urteil des Kreis=
ausſchuſſes
ein mit der Begründung, die Bedürfnisfrage
ſei von dem Gemeinderat bejaht worden, trotzdem das
Protokoll das Gegenteil beſagt. Der Provinzialausſchuß
verwirft den Rekurs des Geſuchſtellers als unbegründet,
unter Auferlegung einer Averſionalſtrafe von 5 Mark.
* Ein Kurſus über Armenpflege, Ingendwohl=
fahrt
und Jugendfürſorge findet, wie ſchon mitgeteilt,
von heute Montag ab im Städtiſchen Saalbau ſtatt.
Den heutigen Abend wird ein einleitender Vortrag
des Herrn Bürgermeiſters Mueller eröffnen. Daran
anſchließend iſt zwangloſes Beiſammenſein
* Verband der Detailliſtenvereine im Großherzogtum
Heſſen. Man ſchreibt uns: In der am 2. d. M. ſtattgehabten
Vorſtandsſitzung berichtete der Vorſitzende, Herr
Kalbfuß, zunächſt über die ſeitherige Tätigkeit des Ver=
bandes
und gab ſodann eine kurze Ueberſicht über die zur
Zeit aktuellen Fragen. Im Vordergrund der Intereſſen
ſteht die Neuregelung der Sonntagsruhe im ganzen Deut=
ſchen
Reiche, ſowie die Schaffung einer eigenen Berufs=
genoſſenſchaft
für den Kleinhandel. Zu beiden Fragen nahm
der Verband Stellung und wird beſonders alle Bemüh=
ungen
, den Detailliſten eine eigene Berufsgenoſſenſchaft zu
verſchaffen, auf das lebhafteſte unterſtützen. Es wurde
in dieſer Angelegenheit eine Denkſchrift an den Bundesrat
mitunterzeichnet, und ferner zu dem von der Lagerei= Be=
rufsgenoſſenſchaft
der die Detailliſten heute noch ange=
hören
müſſen neu bearbeiteten Gefahrentarif Stellung ge=
nommen
. Der neu gebildeten Vereinigung Deutſcher De=
tailliſtenverbände
zur Bekämpfung des Zugabeweſens wurde
eine Zuſtimmungserklärung abgegeben. Eine Sitzung des

Verbandsausſchuſſes wird vorausſichtlich Ende dieſes Mo=
nats
ſtattfinden.
* Verein der Detailliſten von Darmſtadt. In der letz=
ten
Vorſtandsſitzung machte der Vorſitzende, Herr Wilh.
Kalbfuß, nachſtehende Mitteilung: An zuſtändiger
Stelle wurde darauf hingewirkt, daß der Vorſtand zukünf=
tig
bei Aufſtellung der Vertreter zur Generalverſammlung
der Ortskrankenkaſſe ebenfalls berückſichtigt wird. Die
von den Aelteſten der Kaufmannſchaft in Berlin aus=
gearbeiteten
Lehrverträge und Verträge mit Angeſtellten,
welche alle einſchlägigen geſetzlichen Beſtimmungen, per=
ſönlichen
Verhältniſſe und privaten Abmachungen berück=
ſichtigen
, lagen dem Vorſtande zur Begutachtung vor. Sie
wurden in ihrer geſamten Faſſung für ſo vorzüglich be=
funden
, daß beſchloſſen wurde, eine größere Anzahl von
Exemplaren zu beſchaffen und den Mitgliedern des Ver=
eins
koſtenlos zur Verfügung zu ſtellen. Sie ſind von
heute ab bei dem Vorſitzenden erhältlich. Die Privat=
beamtenvereinigung
Darmſtadt hat zu ihrer demnächſt
ſtattfindenden Kundgebung zur Einführung der vollſtän=
digen
Sonntagsruhe im ganzen Deutſchen Reiche einge=
laden
. Der Vorſtand hält es, obwohl er die Einführung
der Sonntagsruhe in Darmſtadt eifrigſt betrieben hat,
doch nicht für angängig, in der von obigem Verbande
beabſichtigten Weiſe Stellung zu der Frage zu nehmen
Der Vorſitzende gibt weiter eine Reihe von Fällen un=
lauteren
Wettbewerbs und die hierin getroffenen Maß=
nahmen
bekannt. Immer mehr macht ſich die Notwendig=
keit
der Errichtung eines Einigungsamtes, wie ſolche be=
reits
in einer großen Reihe von Städten beſtehen, bemerk=
bar
. Ebenſo iſt eine Aenderung der Anmeldefriſt bei
Ausverkaufsanzeigen notwendig. In beiden Fragen wird
der Vorſtand das weitere veranlaſſen. Fortgeſetzt gehen
dem Vorſitzenden anonyme Schreiben zu mit Beſchuldia=
ungen
anderer Firmen. Es ſei hier ausdrücklich bemerkt,
daß derartige Zuſchriften keine Berückſichtigung finden,
ſondern alle ohne weiteres in den Papierkorb wandern.
Wer Beſchwerden zu führen hat, ſoll ſich vertrauensvoll
an den Vorſtand wenden; das weitere wird dann von
ihm unter Wahrung der ſtrengſten Diskretion veranlaßt
werden. Erneut ſollen die Mitglieder darauf hingewie=
ſen
werden, daß Herr Dr. E. E. Hoffmann II. koſten=
frei
mündliche Rechtsauskunft gibt. Eine diesbezügliche
Notiz wird auf den neuen Mitgliedskarten aufgedruckt wer=
den
. Ferner wurde eine Kommiſſion gebildet zur Werb=
ung
neuer Mitglieder, Ausbau der Tätigkeit des Ver=
eins
uſw. Leider ſteht noch eine große Anzahl hieſiger
Firmen dem Detailliſten=Verein fern. Sie zu gewinnen
und ſie zu überzeugen, daß es in beiderſeitigem Intereſſe
notwendig iſt, dem Detailliſten=Verein, als der maßgeben=
den
Vertretung des Kleinhandels, anzugehören, iſt die
nächſte wichtige Aufgabe.
* Das Marionetten=Theater Münchener Künſtler, das
inter perſönlicher Leitung ſeines Begründers, Schriftſteller
Paul Brann=München, am 4. Februar mit zwei Vorſtel=
lungen
(nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr) ſein leider
ſo kurzes Gaſtſpiel eröffnete, hatte, wie ſchon kurz gemeldet,
am Freitag abend die hohe Ehre, von Sr. Kgl. Hoheit dem
Großherzog zu einer Vorſtellung im Neuen Palais
eingeladen zu werden. Es hatte damit einen ſehr großen
Erfolg. Es wurde Adams berühmte komiſche Oper Die
Nürnberger Puppe gegeben und vorher Kaſperl als Por=
trätmaler
vom Grafen Pocci. Die allerhöchſten Herr=
ſchaften
ſprachen Herrn Paul Brann wiederholt ihre große
Befriedigung über die Ausführung und die Geſangskräfte
aus. Nach der Vorſtellung wurde noch das koſtbare Pup=
penmaterial
und die Bühnen=Einrichtung in Augenſchein
genommen und nach Gebühr bewundert.
Städtiſche Straßenbahn=Verwaltung. Die Fahr=
geldeinnahme
vom Januar 1912 betrug 34020,98 Mark
(Vorjahr 31 793,69 Mark), die Einnahme für den Wagen=
kilometer
im Januar 1912 betrug 35,59 Pfg. (Vorjahr
33,56 Pfg.).
* Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle
im ſtädtiſchen Hauſe, Waldſtraße 6 (Telephon 371),
werden für den Monat Januar folgende Zahlen mit=
geteilt
: 584 offene Stellen, 851 Arbeitſuchende, 265 Ver=
mittelungen
, darunter 109 Dienſtboten.
* Zahnärztliche Poliklinik für die Volksſchüler
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt. Im
Monat Januar 1912 wurden behandelt: 532 Kinder
(326 Mädchen, 206 Knaben) mit 786 Konſulationen.
Gefüllt wurden 776 Zähne, ausgezogen wurden 387
Zähne (335 Milchnähne), 52 bleibende Zähne). Zahl der
Tage, an denen Srrechſtunden abgehalten wurden: 25.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Dienstag abend findet
im Hotel Prinz Karl (Schulſtraße) eine Mitgliederverſamm=
lung
ſtatt mit der Tagesordnung: Die vergangenen Reichs=
tagswahlen
und unſere künftige Arbeit (Näh. ſ. Anz.)
* Ausſtellung. Frl. Lotte Nelſon veranſtaltet zurzeit
eine Ausſtellung von Porträtphotographien, Wilhelminen=
ſtraße
27. (Näh. ſ. Anz.)

* Verein für Verbreitung von Volksbildung. Der
dritte Vortrag des Herrn Prof. Dr. Anthes über die Ge
ſchichte der Balkangebiete gilt der Türkenherrſchaft bis
zur Neuzeit: Zunächſt weitere Unterwerfung ſelbſtändiger
Reiche unter den Halbmond, ſodann Rückgang der Türken
macht um 1800, im Erfolg wechſelreiche Freiheitsbeſtreb
ungen in Serbien, Moldau, Walachei und Griechenland;
die Folgen des ruſſiſch=türkiſchen Krieges und die Annexion
Bosniens durch Oeſterreich. Der Vortrag findet ſtatt am
Dienstag, den 6. Februar, in der Techniſchen Hochſchule,
Saal 138, Erdgeſchoß. Eine kleine Anzahl Einzelkarten iſt
noch erhältlich am Verkehrsbureau und am Saaleingang.
* Ueber das Leben vor 150 Jahren in der Altſtadt
wird am Dienstag, den 13. Februar, Herr Pfarrer T
Dr. Diehl auf Veranlaſſung des Bezirksvereins Alt=
ſtadt
im Kaiſerſaal einen Vortrag halten. Durch eifri=
ges
Studium iſt Herr Pfarrer Diehl mit der Geſchichte
unſerer Stadt beſonders gut vertraut und darf man mit
Beſtimmtheit ſagen, daß der Vortrag für Jung und Alt
einige genußreiche und belehrende Stunden bieten wird.
Für Jedermann iſt der Eintritt frei und darf man wohl
annehmen, daß das intereſſante Thema den Saal mit
Zuhörern bis auf den letzten Platz füllen wird. Alles
Nähere wird durch Anzeigen noch bekannt gegeben.
Das Pfadfinderkorps hatte am Samstag, 3. Febr
unter Leitung des Hauptmanns der Reſerve Herrn Mül=
ler
=Hickler ſeine 18. Uebung, die jedem Teilneh=
mer
, aber auch den Zuſchauern, in der freudigſten Erin=
nerung
bleiben wird. Es waren, ſo ſchreibt man uns
feindliche Abteilungen gemeldet worden, die die Tann=
unſicher
machten. Sogleich trat eine Abteilung an, un
den Feind zu vertreiben. Er hatte mit ſchwachen Kräften
den Bahnübergang am Exerzierplatz beſetzt und wurde
verjagt. Nun galt es feſtzuſtellen, wo die Hauptmach
ſteckt. In eifrigem und langem Patrouillengang, bei den
ſich die Findigkeit und Gelenkigkeit der Jugend entwickel
konnte, ging es auf die Suche der Feind hatte di
gute alte große Schanz beſetzt. In breiter Linie gin=
gen
die Pfadfinder, reichlich mit Schneemunition verſehen
vor und nun hob eine Schneeballenſchlacht an, wie ſie lu=
ſtiger
und ſchöner nicht gedacht werden kann, ſo recht eit
Vergnügen für friſche Buben. Der böſe Feind hiel
Stand und erſt, als Verſtärkung eintrat, aing es mi
Hurra vor der Rückzug war fluchtähnlich. Es kann
nichts Schöneres und Erfriſchenderes geben als dieſe
Uebungen der Pfadfinderkorvs nach den Anſtrengungen
der Woche. Dem famoſen Korps wünſchen wir eine ſte=
tige
und ſchöne Entwickelung.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während der
Monats Januar wurde die Leſehalle im ganzen von
3765 Perſonen beſucht (im Januar 1911 von 3757), durch
ſchnittlich an jedem Tage von 121 Beſuchern. Aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen
11528 Bände (1911: 10745), darunter 4272 wiſſenſchaft
liche und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem
1. April v. Js. neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 4004.
An Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat weite
ein: von der Comenius=Geſellſchaft Berlin=Charlotten
burg 1 Bd., von Herrn Geh. Hofrat Profeſſor Dr
Dingeldey 1 Bd., von Frau Oberſt Habermehl 16 Bde.,
von der Handelskammer in Darmſtadt 1 Schrift, von
Herrn Oberlehrer Profeſſor Dr. Hattemer 1 von ihm
hsg. Schrift, von dem Hiſtoriſchen Verein 4 Bde., von
Herrn Profeſſor Dr. Ihm eine von ihm hsg. Karte
von der Heſſ. Landwirtſchaftskammer 1 Werk, von der
Direktionder Großh. Ludewigs=Oberrealſchule 54 Schriften,
von Herrn Regierungsrat Piſtor 3 Bde., von Fr. Raſch
1 Jahrg. Zeitſchr., von Frau Adolf Trier 6 Bde. und
2 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn Eiſenbahninſpektor Scheyrer
1 von ihm hrsg. Schrift, von Frau Schell 5 Bde., von
Herrn Profeſſor Dr. Weis 119 Bde. Allen Gebern
berzlichen Dank! Weitere Schenkungen von Büchern,
ſoweit ſolche nicht veraltet ſind, jederzeit willkommen.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten ver=
gangener
Woche. Butter ½ Kg. 1.50, in Partien 1,40 M.,
Eier 712 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 2022 Pf., Handkäſe
410 Pf., Kartoffeln Zentner 4,505,00 M., Kump
(10 Liter) 80 Pf., ½ Kg. 67 Pf., Mäuschen ½ Kg. 12 bis
15 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner 1820 M., ½ Kc
1825 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 1415 Pf., Nüſſe 100 Stück
7080 Pf., Zitronen 8 Pf., Apfelſinen 510 Pf.; Salat,
Gemüſe: Kopfſalat 15 Pf.. Endivien 1015 Pf., Rote=
rüben
½ Kg. 12 Pf., Rettiche 810 Pf., Meerrettich 1.
bis 50 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 1214 Pf., Tomaten ½ Kg.
60 Pf., Gelberüben ½ Kg. 1015 Pf., Spinat ½ Kg.
30 Pf., Wirſing 525 Pf., Grünkohl 510 Pf., Blumen
ohl, Weißkraut 1560 Pf., Rotkraut 1060 Pf., Erdkohl
rabi 610 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 3035 Pf., Roſenkohl
½ Kg. 40 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 80 b
85 Pf., Enten 45 M., Hahnen und Hühner 2,00 bi
2,50 M., Tauben 6070 Pf., Haſen 3,80 M., Lapins 1 M.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere Rhein
fiſche 3050 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 35 bis

zum Kaiſer Wilhelm=Kanal von Kaiſer Wilhelm I. ge=
legt
. Von 1887 bis 1895 wurde daran gebaut. Die Ge=
ſamtlänge
beträgt 99 Kilometer, die Waſſerſpiegelbreite
67 Meter, die Sohlenbreite 22 Meter, die Tiefe 9,0 Meter.
Es beſtehen im Kanal ſechs Ausweichen. Für Schiffe
über 5,5 Meter Tiefgang beſteht nur eine Wendeſtelle im
Audorfer See. An beiden Enden ſind 2 Doppelſchleuſen.
Der Verkehr über den Kanal erfolgt jetzt durch 2 Hoch=
brücken
(Bogenbrücken), drei Drehbrücken, einer Kran=
drehbrücke
und mehrere Fähren. Der Betrieb auf dem
Kanal geht Tag und Nacht durch, daher iſt der ganze Ka=
nal
beleuchtet. Der Signaldienſt wird an den Fähren und
Ausweichen verſehen.
Der Kanal muß aber doch erweitert werden,
denn der Verkehr hat ſeit der Zeit zugenommen und die
Dimenſionen der Schiffe ſind viel größer geworden. Es
paſſierten zum Beiſpiel 1896 19700 Schiffe, 1909 38 500
Schiffe. Seit 1902 ſind Einnahmen aus den Betriebsüber=
ſchüſſen
vorhanden. 1896 betrugen die Einnahmen eine
Million Mark, die Ausgaben 2,08 Millionen Mark, 1910
dagegen die Einnahmen 3,7 Millionen und die Ausgaben
3,0 Millionen Mark. Seit 1904 kommen immer weniger
große Schiffe durch den Kanal, da die Durchfahrt für ſie
zu beſchwerlich iſt. Die Anzahl der kleinen Schiffe wächſt
dagegen immer mehr. Damit wird aber auch die Durch=
fahrtszeit
länger. Dieſe beträgt für Torpedoboote ſieben
Stunden, für große Kreuzer und Linienſchiffe 12 Stunden,
für Handelsdampfer 89 Stunden. Der Erweiterungs=
bau
wurde 1907 genehmigt. Die Geſamtkoſten betragen
223 Millionen Mark. Dann ſchilderte der Vortragende
die Arbeiten am Erweiterungsbau. Die neue
Kanallinie verläßt an zwei Stellen vollſtändig die alte,
deshalb müſſen ziemlich beträchtliche Ländereien wegfal=
len
. Die Arbeit des Trockenbaggers in zwei Etagen bei
Johen Böſchungen, die einzelnen Teile des Baggers wur=
den
genau erklärt. Die Tätigkeit eines Trockenbaggers
kamnten wir ja auch bei dem Bahnhofsneubau beobachten.

Eine andere Einrichtung zur Beſeitigung von Boden=
naſſen
iſt der Löffelbagger. Die unter Waſſer liegenden
Bodenmaſſen werden durch den Naßbagger beſeitigt. Alle
dieſe Maſchinen wurden mit Hilfe der Lichtbilder genau
erklärt. Die von den Naßbaggern geförderten Erdmaſſen
werden zum großen Teil ins Landinnere zu den ſogen.
Spülern oder Saugbaggern gefahren. Auch dieſen Vor=
gang
erklärte der Vortragende. Sodann beſprach er die
eigentlichen Kunſtbauten am Kanal: Die Brücken,
beſonders die bei Levensau und Holtenau, dann die
Schleuſen, die Kaimauer am Binnenhafen Holtenau, die
Mole, den Marinekohlenhof und das Entwäſſerungsſieb.
Für Unterkunft und Verpflegung der Arbeiter hat die
Kanalverwaltung in reichem Maße Sorge getragen. Im
ganzen ſind 32 Baracken am Kanal erbaut, deren Bau=
koſten
durchſchnittlich 25000 Mark betraßen. Die Einrich=
tung
iſt vorzüglich. Für den Betrieb des Kanals iſt eine
große Anzahl neuer Dienſtwohnungen nötig. Die Ka=
nalverwaltung
hat eine Reihe von ſchönen Wohnungen
gebaut.
Die Erweiterungsbauten ſollen im Frühjahr 1914
vollendet ſein. Aber vorausſichtlich wird es etwas länger
dauern infolge der ungünſtigen Witterung, beſonderer
techniſcher Schwierigkeiten uſw. Alle dieſe Arbeiten bei
dem Erweiterungsbau erklärte der Vortragende ausführ=
ich
. Die Lichtbilder gaben ein intereſſantes Bild von der
Oertlichkeit der Bauten, den Maſchinen und den Erweite=
rungsarbeiten
. Reicher Beifall dankte dem Redner für
ſeine Ausführungen.

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Ueber die
Linkshändigkeit der Berliner Gemeinde=
ſchulkinder
hat Schularzt Dr. Schäfer, wie aus dem ſo=
eben
erſchienenen Bericht über die Tätigkeit der Berliner
Schulärzte hervorgeht, intereſſante Unterſuchungen ange=

ſtellt. Entſprechend der Frequenz der Schulen, welche von
den oberen nach den unteren Klaſſen zu ſtärker beſucht ſind,
findet ſich auch die Linkshändigkeit auf den Unterſtufen
mehr vertreten, während in den oberen Klaſſen infolge er=
höhter
Uebung der rechten Hand vielen Kindern ihre Links
händigkeit nicht mehr bewußt bleibt oder häufig verſchwie
gen wird. Die Zahl der Linkshänder in den Berliner Ge
meindeſchulen läßt ſich auf 9265 berechnen. Vererbung von
Eltern auf Kinder lag vor in 16 v. H. der Fälle, von Groß=
eltern
auf die Enkel in 8,23 v. H., Vererbung und Vorkom=
men
in drei aufeinanderfolgenden Generationen 2,45 v. H.
mit gleichzeitigem Vorkommen bei Blutsverwandten in
33,5 v. H. Insgeſamt war alſo bei 62 v. H. aller Links
händer eine Vererbung nachzuweiſen. Dr. Schäfer wünſcht,
daß auf die angeborenen Verhältniſſe mehr Rückſicht genom
men werde und der Zwang der Rechtshändigkeit bei allen
linkshändig veranlagten Kindern aufhört. Linkshänder
ſollen links ſchreiben, zeichnen, handarbeiten. Intereſſant
iſt, daß die Linkshändigkeit bei den Knaben weiter ver=
hreitet
iſt als bei Mädchen. 5,15 v. H. Knaben aller Ber
liner Gemeindeſchulkinder ſind Linkshänder, aber nur 2,98
v. H. Mädchen.
In der Sitzung der Ausſchüſſe für die Errichtun
eines Bismarck=Nationaldenkmals, die in
Frankfurt a. M. ſtattfand, wurden mit erfreulicher Einhel
ligkeit wichtige Entſchließungen zur kräftigen Förderung
des großen nationalen Unternehmens gefaßt, insbeſondere
hinſichtlich der juriſtiſchen Geſtaltung des Vereins, ſowie
der weiteren Schritte zur Sammlung der erforderlichen
ſehr erheblichen Mittel. Es wurde beſchloſſen, mit der
ſeitens des Entſcheidungsausſchuſſes gewählten Künſtler:
vor Feſtſtellung des endgültigen Entwurfs in Verhand
lungen einzutreten. Für die Ausprobierung des Maß=
ſtabes
für das Denkmal auf der Eliſenhöhe ſelbſt ſind
beſondere Verſuche in Ausſicht genommen. Einſtimmi=
wurden
die Angriffe zurückgewieſen, die, größtenteils von

[ ][  ][ ]

40 Pf., Kabeljau 2436 Pf., Schellfiſche 2540 Pf., See=
lachs
2130 Pf.; in den Fleiſchſtänden‟ Kg.: Rind=
fleiſch
5660 Pf., Hackfleiſch 72 Pf., Rindsfett 50 Pf., Rinds=
würſtchen
(Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch 72 Pf., Schwar=
tenmagen
70 Pf., Leber= und Blutwurſt 60 Pf.
Hotel Britannia. Man ſchreibt uns: Zum
Koloniefeſt am 11. Februar dürfen die Beſucher nicht
nur in Dominos, ſondern auch in Koſtüm oder Geſell=
ſchaftstoi
ette, möglichſt mit orientaliſchem Kopfputz,
erſcheinen. Für Masken (Dominos) iſt kein Demas=
tierungszwang
.
* Die Schiefertafeln ſchlagen auf. Man ſchreibt
uns: Fortgeſetzte Steigerung der Rohmaterialien, deren
ſchwierige Beſchaffung, hohe Arbeitslöhne und Ver=
kürzung
der Arbeitszeit, das iſt die Urſache, daß ſich von
jetzt ab die Preiſe für Schiefertafeln von 2530 Proz.
erhöhen werden. Drum Kinder habet acht Keine
Tafel mehr kaput gemacht!!
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedi=
tion
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Neue Männer des Reichstages, ſowie nicht
wieder gewählte bisherige Abgeordnete; die Ausladung
der Flugmaſchine des Franzoſen Duval in Tunis, die ſich
auf dem von den Italienern beſchlagnahmten Dampfer
Carthage befand; vom Beſuch des engliſchen Königs=
paares
in Kalkutta.
§ Feſtgenommen. Am Samstag ſind hier ein
25 Jahre alter Taglöhner von hier und ein 36 Jahre
alter Schloſſer aus Eckmannshauſen, beide wegen Fahr
raddiebſtahles, feſtgenommen worden.

Auerbach, 2. Febr. Der hieſige Kur= und Ver=
ſchönerungsverein
gibt ſoeben den Bericht über
das 45. Geſchäftsjahr im Druck heraus. Weitere Kreiſe
dürfte intereſſieren, daß von dem in einer Auflage von
20000 Stück im Werte von etwa 3000 Mark hergeſtellten
Panorama der Bergſtraße auf Auerbach als diesjähriger
Anteil 1000 Stück entfielen, von denen über 800 Stück ver=
breitet
werden konnten. Von der in einer Auflage von
20000 Stück hergeſtellten Empfehlungskarte von Auerbach
wurden über 13000 Stück verbreitet. Der Führer Rund
um Auerbach wurde in zweiter Auflage in Höhe von 5000
Stück, und zwar in muſtergültiger Weiſe hergeſtellt. Die
um die Weihnachtszeit erſchienenen neuen Bilder von Auer=
bach
haben bei der Bevölkerung großen Anklang gefunden,
ſodaß die erſte Auflage in einigen Tagen völlig ausverkauft
war. Den vorhandenen Reſt beabſichtigt der Verein, ſauber
und modern eingerahmt, an Agentenbureaus, Leſezimmer,
kaufmänniſche Vereine und ſtudentiſche Korporationen gratis
abzugeben. Der im vorigen Winter eingerichtete Zyklus
von allgemein verſtändlichen Vorträgen konnte weiter aus=
gebaut
werden.
Offenbach, 3. Febr. Eine wohl einzig daſtehende
ketztwillige Beſtimmung hat der vorige Woche
verſtorbene Oberbürgermeiſter Brink getroffen. Er be=
ſtimmte
Einäſcherung ſeiner Leiche und Ueberbringung
der Aſchenreſte in die Taunuswälder, wo ſie ausge=
ſtreut
werden ſollen. Dementſprechend wurden die
Aſchenreſte auf dem Altkönig ausgeſtrent. Der von
ſeiner Frau getrennt lebende Arbeiter Adolf Nees aus
der Bismarckſtraße brachte ſich geſtern abend im Hofe ei=
ner
hieſigen Gaſtwirtſchaft einen Schuß in den Mund
bei und mußte, erheblich verletzt, ins Krankenhaus ge=
bracht
werden. Als Motiv der Tat kommen zerrüttete
Familienverhältniſſe in Frage.
Offenbach, 2. Febr. Heute mittag gegen 12 Uhr geriet
auf der Sprendlinger=Landſtraße, in der Nähe des Rondels
beim Ankurbeln das Automobil der chemiſchen Wäſcherei
Röver durch Zurückſchlagen der Zündung in den Vergaſer
in Brand. Die Flammen erfaßten im Augenblick das
ganze Auto, deſſen Karoſſerie vollſtändig zerſtört wurde.
Der ſofort herbeigerufenen Feuerwehr gelang es, den Brand
mit dem Handfeuerlöſcher zu erſticken und den Unterbau
und den Motor zu retten. Immerhin hat der kurze Brand
einen Schaden von einigen Tauſend Mark verurſacht. Per=
ſonen
wurden nicht verletzt.
Nierſtein, 2. Febr. Das Gewiſſen trieb den Finder
des verlorenen Geldes der armen Zeitungsträger in
Hock wieder zur Zurückgabe. Heute morgen fand die Frau
unter ihrer Türe ihre Geldbörſe. Der Inhalt betrug leider
nur noch 40 Mark. Der Finder hatte anſcheinend ſchon einen
Teil verjubelt bis ihm das Gewiſſen erwachte.
B. Ockenheim, 2. Febr. Heute abend brach hier in der
Scheune des Landwirts J. B. Müller aus bis jetzt noch nicht
bekannter Urſache Feuer aus. Dieſes verbreitete ſich ſchnell
weiter und hatte bald die Scheune des Landwirtes J.
Klingler ergriffen. Eine Zeitlang ſchien es, als ob das
Feuer auch auf die Kirche übergreifen würde, doch gelang es
der Feuerwehr, dieſe zu ſchützen. Beide Scheunen ſind
niedergebrannt.
Mommenheim, 8. Febr. Die Witwe des auf ſo trau=
rige
Weiſe ums Leben gekommenen Landwirts Win=
diſch
hat von dem Schützen der durch Unvorſichtigkeit
den Tod ihres Mannes auf der Jagd verſchuldet hat,

eine Entſchädigungsſumme von 40000 Mark verlangt. Der
Herr hat dieſe Forderung abgelehnt und will das
Gericht über die Höhe der Entſchädigungsſumme entſchei=
den
laſſen.
Heidesheim, 3. Febr. Aus dem heute morgen 4 Uhr
fälligen Koblenzer Perſonenzug iſt zwiſchen Heidesheim
und Ingelheim ein in Begleitung eines Gendarmen be=
findlichen
Zwangszögling herausgeſprungen. Der etwa
16 Jahre alte Junge hatte ſeinen Begleiter gebeten, ein=
mal
in den Abort gehen zu dürfen, was dieſer auch ge=
ſtattete
. Als er aber zu lange blieb, ſah der Gendarm
nach und fand den Raum leer. Der Junge war aus dem
in voller Fahrt befindlichen Zuge durch das Abort=
enſter
geſprungen. In Heidesheim machte der Be=
amte
Meldung von dem Vorfall. Unterdeſſen kam der
Entſprungene weinend zu dem Bahnwärter von Block
Weilerwald und erzählte ſein Abenteuer; er hatte bei
dem Sprung den einen Arm gebrochen. Der Beamte
ſorgte für Verbringung nach dem Ingelheimer Hoſpital.
(*) Gießen, 2. Febr. Die Arbeiten zur Herſtellung der
elektriſchen Beleuchtung von 40 Gemeinden
im Anſchluß an das hieſige Elektrizitätswerk beginnen in
aller Kürze. Als erſte Gruppe ſoll das Netz für die Orte
Heuchelheim, Klein=Linden und Allendorf a. d. Lahn be=
gonnen
werden.
Gießen, 2. Febr. Geſtern nachmittag wurde ein etwa
13 Jahre alter unbekannter Junge dabei beobachtet, wie er
an einer Mauer am Schorrgraben in der Oſtanlage einen
Backſtein herausnahm und dann eine eiſerne Geld=
kaſſette
aus der Oeffnung herausholte. Er ſtellte dann
ie Kaſſette wieder in das Verſteck und entfernte ſich. Die
Kaſſette wurde von der Polizei aus dem Verſteck und in
Verwahr genommen. Die Kaſſette iſt verſchloſſen und der
Inhalt nicht bekannt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 3. Febr. Prinz Joachim,
der ſechſte Sohn des Kaiſerpaares, wird im kommenden
Sommerſemeſter unter die Studierenden der Straßburger
Hochſchule eingereiht werden. Prinz Joachim wird der
dritte Hohenzollernprinz ſein, der die Straßburger Kaiſer
Wilhelms=Univerſität beſucht, nachdem auch Prinz Auguſt
Wilhelm und Prinz Waldemar dort ſtudiert haben. Auch
der Sohn des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg
gehört gegenwärtig zu den Studierenden der Straßburger
Hochſchule. König Nikolaus von Montene=
growird
auf ſeiner Rundreiſe durch Europa am Montag
in Berlin eintreffen, wo er ſchon mehrmals geweſen iſt.
König Nikolaus reiſt jetzt rein privatim und inkognito,
wird deshalb auch in einem Hotel wohnen und hat auf
jeden Empfang verzichtet. Er beabſichtigt, zwei bis drei
Tage in Berlin zu bleiben. In der vergangenen Nacht
wurde in Berlin auf einen Schutzmann ein
Ueberfall verübt, wie er ſelten vorkommen dürfte.
Der Beamte mußte ſich ſchließlich mit ſeinem Revolver
gegen fünf Frauenzimmer verteidigen, die ihn mit Meſ=
ſern
und Gabeln angriffen, wobei er die 45jährige Maſe=
rack
durch einen Schuß in die rechte Schulter verletzte. Der
Vorgang ſpielte ſich folgendermaßen ab: Ein Schneider
hatte die Abweſenheit ſeiner Frau benutzt, um mehrere
Freundinnen in ſeiner Wohnung zu beherbergen. Da
der Hauswirt ihn ſchon verſchiedentlich aufgefordert hatte,
die Beſucherinnen aus der Wohnung zu entfernen, und
der Schneider dieſer Aufforderung nicht nachgekommen
war, ſah ſich der Hauswirt veranlaßt, die Hilfe eines
Schutzmanns in Anſpruch zu nehmen. Als dieſer nun in
die Wohnung eintrat, wurde er von den fünf Schönen mit
Meſſern und Gabeln angegriffen und an der linken Hand
verletzt. Auch der Hauswirt trug eine Verletzung an der
rechten Hand davon. Der Poliziſt zog nun ſeinen Revol=
ver
aus der Taſche, rief dreimal zurück!, und als die
Frauenzimmer dieſer Aufforderung nicht Folge leiſteten,
ſondern den Schutzmann erneut angriffen, gab er Feuer
und verletzte die Maſerack an der rechten Schulter. Die
anderen vier Vertreterinnen des ſchwachen Geſchlechts
liefen davon und ſind entkommen. Der langjährige
Prokuriſt Bier der falliten Bankfirma Wilſcheck wurde
unter dem dringenden Verdacht, die Veruntreuungen
ſeines Chefs, die ſich nach den Ermittelungen der Krimi=
nalpolizei
auf 650 000 Mark belaufen ſollen, begünſtigt zu
haben, verhaftet. Frau v. Schönebeck=Weber
geb. Lüders, die vielgenannte Heldin des Allenſteiner
Senſationsprozeſſes, iſt in den letzten Tagen in das Win=
ter
=Sanatorium des Herrn Dr. Lots in Friedrichroda
übergeführt worden. Daraus erhellt, daß der Geiſteszu=
ſtand
der vielgenanten Frau nach wie vor derartig iſt, daß
in abſehbarer Zeit mit einer Wiederaufnahme des Allen=
ſteiner
Prozeſſes, in welchem Frau von Schönebeck der
Begünſtigung des durch Selbſtmord aus dem Leben ge=
ſchiedenen
Hauptmanns von Goeben bei der Ermordung
des Majors von Schönebeck beſchuldigt wurde, nicht zu
denken iſt. Die Deutſche Journalpoſt hat durch Nachfrage
an amtlicher Stelle feſtſtellen können, daß mit einer Wie=
deraufnahme
des Prozeſſes auch nicht mehr gerechnet wird.
In den Volkskaffeehallen in der Neuen Schönhauſer

Straße begingen morgens vier Burſchen ſchwere Aus=
ſchreitungen
, indem ſie Revolver und Meſſer benutz=
ten
. Ein Hausdiener wurde ſchwer verletzt. Ein größeres
Schutzmannsaufgebot ſtiftete Ruhe. Inzwiſchen war der
Haupttäter entkommen.
Wiesbaden, 3. Febr. Geheimer Kommerzienrat Ru=
dolf
Henkell, der Seniorchef der Sekt=Kellerei Henkell
u. Ko., iſt hier in vergangener Nacht im 68. Lebensjahre
geſtorben.
Ludwigshafen, 3. Febr. Geſtern abend fuhr an dem
Bahnübergang an der Frankenthalerſtraße der verheira=
tete
Chauffeur Johann Rehm mit dem Laſtautomo=
bil
einer hieſigen Gießerei gegen die geſchloſſene
Schranke, die durch den Anprall in die Höhe ſchnellte.
In dem Moment wurde das Auto von dem herankom=
menden
Eilzug erfaßt und beiſeite geſchleudert. Der
Chauffeur wurde getötet und das Auto total zertrüm=
mert
. Durch das herrſchende Schneegeſtöber hatte der
Chauffeur jedenfalls überſehen, daß die Barriere ge=
ſchloſſen
war.
Metz, 2. Febr. Wie der Lorrain berichtet, brachen
geſtern nachmittag auf der Eisbahn auf der Sympho=
nien
=Inſel etwa 20 Perſonen, darunter Frauen und Kin=
der
, ein. Den Kindern ging das Waſſer bis zum Halſe.
Alle konnten ſchließlich gerettet werden.
Mülhauſen i. Elſ., 2. Febr. In der heutigen Schwur=
gerichtsſitzung
wurde gegen den früheren Feldhüter
Johann Joſeph Bohrer aus Neuweiler bei Hüningen
verhandelt, der am 17. Juli vorigen Jahres den Arbeiter
Schaub aus Baſel erſchoſſen hat. Bohrer befand
ſich damals auf einem Baum, um wilde Kirſchen zu pflücken.
Später ſtellte ſich heraus, daß der betreffende Baum ſich in
Wirklichkeit auf Schweizer Gebiet befand, was Veranlaſſung
zu diplomatiſchen Verhandlungen zwiſchen dem Deutſchen
Reich und der Schweiz gegeben hat. Bohrer forderte da=
mals
den Schaub auf, ihm nach Neuweiler zum Bürger=
meiſter
zu folgen. Unterwegs ſetzte ſich Schaub zur Wehr
und griff den Feldhüter mit dem Meſſer an. Bohrer gab
erſt einen Schreckſchuß ab und als er nochmals angegriffen
wurde, ſchoß er nach dem Schaub und traf ihn in den Unter=
leib
, ſo daß derſelbe zwei Tage darauf am Wundbrande
ſtarb. Die Anklage lautete auf Körperverletzung mit nach=
gefolgtem
Tode; die Schuldfrage wurde von den Geſchwo=
renen
verneint und Bohrer freigeſprochen unter
Ueberbürdung der Koſten auf die Staatskaſſe.
Dresden, 3. Febr. Wie aus zuverläſſiger Quelle ver=
lautet
, wird morgen die Eintragung einer Fleiſchver=
ſorgungsanſtalt
auf genoſſenſchaftlicher Grundlage
ins Handelsregiſter erfolgen, die das Problem der Fleiſch=
teuerung
löſen will. Die Genoſſenſchaft beabſichtigt, auf
eigene Rechnung große Vieheinkäufe zu machen, und das Vieg
im ausgeſchlachteten Zuſtande in eigenen Verkaufsſtellen
zum Verkauf an Mitglieder zu bringen. Die Mitglied=
ſchaft
wird mit einer Einlage von 20 Mark erworben.
Eiſenach, 3. Febr. Das geſamte Bad Lieben=
ſtein
wird im Konkursverfahren am 4. März gericht=
mäßig
verkauft werden.
Braunſchweig, 3. Febr. Der Arbeiter Maeneke
aus Allrode, der im Oktober vom Schwurgericht wegen
Ermordung ſeiner beiden Kinder zum Tode verurteilt
worden war, wurde heute früh hingerichtet.
Hamburg, 3. Febr. Das Eis der Alſter wird in
den nächſten Tagen für den Eisſport freigegeben wer=
den
können, was ſeit neunzehn Jahren nicht mehr der
Fall war. Zur Wegräumung der Schneemaſſen wur=
den
zu den 900 ſtädtiſchen Arbeitern im Laufe des geſtri=
gen
Tages noch 2100 Hilfsarbeiter angenommen.
Schöneberg, 3. Febr. Der verhaftete Reiſende Placke
geſtand, den Briefträger in Roſtock beraubt zu
haben.
Templin, 3. Febr. Die Zwillingskinder der Witwe
Kalbe, ein fünfjähriger Knabe und ein Mädchen, nahmen,
vermutlich in Avweſenheit der Mutter, glühende Koh=
len
aus dem Ofen und ſetzten das Sofa in Brand.
Sie flüchteten unter das Bett. Man fand ſie beſinnungs=
los
auf; es gelang nicht, ſie ins Leben zurückzurufen.
Paris, 2. Febr. Das Urteil in dem Scheidungs=
prozeß
der Baronin Vaughan gegen ihren
Gatten Durieur iſt gefällt worden. Das Gericht kam zu
einer Verurteilung des Gemahls der Baronin und er=
kannte
auf Zahlung einer monatlichen Apanage von 5000
Francs. Als die Baronin Vaughan mit Durieux die
Ehe einging, ſetzte ſie ihm monatlich 5000 Francs auf
Lebenszeit aus. Da ſie ihre Verpflichtung nicht gerichtlich
aufheben laſſen wollte, machte ſie ihren Anſpruch dahin
geltend, daß ihr Gatte ihr 5000 Francs monatlich zurück=
zahle
, den das Gericht nunmehr auch anerkannte. Damit
iſt ſie ihrer Verpflichtung gegenüber ihrem geſchiedenen
Gatten ledig geworden.
Paris, 3. Febr. Nunmehr iſt auch die Perſönlichkeit
des zweiten Verbrechers, der ſich bei Etampes
entleibte, feſtgeſtellt. Der Selbſtmörder iſt danach ein aus
Rouen ſtammender Deſerteur Lebour, der in der anar=
chiſtiſchen
Partei eine Rolle geſpielt haben ſoll.
Brüſſel, 3. Febr. Seit geſtern herrſcht in ganz Bel=
gien
ſtarkes Schneegeſtöber. In den Ardennen liegt

unzutreffenden Vorausſetzungen ausgehend, gegen die nach
beſtem Wiſſen und Gewiſſen zugunſten des Kreis= Lederer=
ſchen
Entwurfes getroffene Entſcheidung erhoben worden
ſind. Nach weiterer eingehender Erörterung der geſamten
Vorgänge bei dem Wettbewerb erklärte die Verſammlung
insbeſondere die Anfeindungen, die einzelne der an=
weſenden
Mitglieder des Kunſtausſchuſſes erfahren haben,
für durchaus ungerecht und ſprach ihnen den leb=
hafteſten
Dank der geſamten Ausſchüſſe aus.
** Ein Kreuzzug gegen den Staub. In Amerika iſt
man wieder einmal in großer Aufregung und hat einem
beſonders ſchlimmen Schädling des menſchlichen Ge=
ſchlechts
den Krieg bis aufs Meſſer erklärt: dem Staub.
Verſchiedene angeſehene Hygieniker der Vereinigten
Staaten ſtoßen Warnungsrufe aus und behaupten, daß
wir zu viel Staub mit unſeren Nahrungsmitteln und
auf andere Weiſe verſchlucken und daß der größte Teil
aller Krankheiten von den Bazillen erregt wird, die wir
unbewußt in unſeren Organismus eindringen laſſen.
Die Regierungen der Einzelſtaaten haben die Sache in
die Hand genommen und ſtrenge Geſetze ausgearbeitet,
um dieſem, der Allgemeinheit ſo furchtbarem Uebel ein
Ende zu bereiten. So hat man in Columbia das Geſetz
erlaſſen, daß Kaufleute, die Zuckerwaren und Näckereien
feilhalten, ſie nur unter Glasglocken ausſtel
dürfen
und daß überhaupt alle Waren im Freien mit Süchern
bedeckt werden müſſen, um Fliegen von ihnen fern zu
halten. In Texas und Indiana iſt es bei ſehr ſtrengen
Strafen verboten, in den Kaufläden oder Reſtaurants
irgend ein Lebensmittel unbedeckt ſtehen zu haben, das
einen Herd für Mikroben abgeben könnte. Beſonders
ſtreng ſoll beim Zucker auf dieſe Beſtimmungen geachtet
werden, denn man glaubt entdeckt zu haben, daß der
Staub ſich hier beſonders jeſtſetzt und der Ueberträger

on infektiöſen Erkrankungen wird, die die inneren Or=
gane
angreifen. Schlimmer noch aber, wie den Kauf=
leuten
ihren Läden, ergeht es den Straßenhändlern, die
mit ihren Waren herumziehen. Sie werden von der Po=
lizei
auf das ſorgfältigſte beobachtet und dürfen ihre Ge=
müſe
und ihre Früchte nur verkaufen, wenn ſie ſie völlig
gegen Staub abgeſchloſſen haben und verhindern, daß
irgend ein Käufer ſie etwa in die Hand nimmt. Wich=
iger
freilich noch, als dieſe von der Regierung angeord=
nete
Beaufſichtigung der Händler, wäre es, dem Publi=
kum
die Ueberzeugung beizubringen, daß es bei dem
Kauf hygieniſch nicht genügend geſchützter Waren die
Geſundheit gefährde.
Des Paſtors Heiratsklub. Die Jugend von Kan=
ſas
City ſcheint an gefährlicher Eheſcheu zu leiden, denn
der Reverend Dalton, der würdige Paſior der Volks=
kirche
, hat ſich veranlaßt geſehen, eine Eheſchule zu
gründen, deren Zweck es iſt, in der Gemeinde das Heira=
ten
zu fördern und populär zu machen. Vor einigen
Tagen berief er die jungen Herren und Damen zu einer
Kirchenverſammlung und erklärte, daß ſeiner Meinung
nach jeder Junggeſelle von 24 Jahren, der 300 Mark im
Monat verdient, heiraten müſſe; ebenſo wie jedes Mäd=
chen
von mehr als 18 Jahren. Und er, der Reverend
Dalton, wolle dafür ſorgen, daß dies auch geſchehe. Und
ſo begründete er denn zu dieſem Zweck einen Heirats=
klub
und ſetzte fünfzig Paare auf die Liſte. Den Mit=
gliedern
des Klubs hält der wackere Seelenhirte jetzt
wöchentlich Vorleſungen über Brautwerbung Liebe‟
Einkauf von Möbel über Kochen über Sparen
und über Kindererziehung wobei jeder Vortrag mit
einer eindringlichen Beweisführung ſchließt, daß man
nie ſchnell genug in den Hafen der Ehe einlaufen könne.
Und je eher die 50 Paare des Heiratsklubs von Kanſas

City den Mut zu dieſem Entſchluß aufbringen, je beſſer
ſei es für ſie; ja, bei der Eheſchließung gilt nach der
eberzeugung des Paſtors als erſte Regel der alte Rat:
Was du heute kannſt beſorgen, das verſchiebe nicht auf
morgen . .
C. K. Die kunſthiſtoriſchen Streichholzſchachteln. Alſo
endlich, endlich ſind ſie da, ſo ſchreibt der Gaulois, end=
lich
haben wir ſie, dieſe koketten neuen Streichholzſchachteln,
die mit den Bildniſſen der berühmteſten Meiſter der
Kunſtgeſchichte geſchmückt ſind, Rubens und van Dyck,
Fragonard rivaliſiert auf der Zündholzſchachtel an
Grazie mit Watteau, Teniers erzählt uns von ländlichen
Feſten und Bauernbällen; eine ganze Welt von Farben
ſtrahlt uns entgegen, ehe wir dem ſo reizvoll geſchmück=
ten
Behälter das Wachszündhölzchen entnehmen. Die
Sammlung iſt ſehr reichhaltig, aber ach, trotz aller unſe=
rer
Nachforſchungen, eines haben wir nirgends finden
können: die Gioconda, die Mona Liſa, mit dem Rätſel=
lächeln
. Schon vergeſſen? . . . Die alten Schachteln neh=
men
ſich neben unſeren neuen ein wenig rokokohaft aus,
aber bald wird der Vorrat erſchöpft ſein, und unſere
Tabakverkaufsſtellen werden zu Nationalmuſeen . . .
* Der Hope=Diamant verkauft. Wie ein Telegramm
aus New=York meldet, hat Mrs. Edward Maclean den be=
rühmten
ſogen. Hope=Diamanten für 1105000 Mark er=
ſtanden
. Der Hope=Diamant gehört, wie bekannt, zu den
ſchönſten Edelſteinen. Er hat ein Gewicht von 44½ Karat,
iſt von reinſtem Waſſer und vollendetſtem Brillantſchliff.
Der Hope=Diamant ſtammt aus dem Kronſchatz der fran=
zöſiſchen
Könige. Seit dem Jahre 1792 hat er oft ſeinen
Beſitzer gewechſelt. Es knüpft ſich an den Stein das Ge=
rücht
, daß er ſeinem Träger Unheil bringt.

[ ][  ][ ]

der Schnee bereits einen halben Meter hoch, wodurch der
Verkehr ſtark beeinträchtigt wird.
London, 3. Febr. Eine große Feuersbrunſt
wütete geſtern abend in der Zucker=Raffinerie Arcadia
Sugar Rafining u. Ko. in Halifax. Den Anſtrengun=
gen
der Feuerwehr gelang es nicht, die wertvollen An=
lagen
der Raffinerie zu retten. Auch ein Teil der Fabrit=
gebäude
wurde zerſtört. Ein Arbeiter iſt in den Flam=
men
umgekommen, während drei Feuerwehrleute an
Rauchvergiftung ſchwer erkrankten. Der Schaden beträgt
15 Millionen Mark.
Portsmouth, 2. Febr. Zu dem Untergang des
engliſchen Unterſeebootes A 3 wird gemeldet
Das Unterſeeboot lief morgens ausPortsmouth mit dem Ka=
nonenboot
Hazard zu einer Uebung aus. Als auf der
Höhe der Inſel Wight der Zuſammenſtoß erfolgte, ſank
das Unterſeeboot ſofort. Es wird berichtet, daß bei dem Zu=
ſammenſtoß
eine beträchtliche Menge Luft aus dem Unter=
ſeeboot
entwich, ſodaß das Waſſer in das Schiff eindringen
konnte, das die Ausſicht auf eine Rettung verminderte.
Die Beſatzung beſteht nach einer amtlichen Mitteilung
der Admiralität aus 10 Mann und 4 Leutnants. Das Ka=
nonenboot
ſandte eine drahtloſe Depeſche um Hilfe nach
Portsmouth. Schlepper und ein Kreuzer gingen nach der
Unfallſtelle ab.
New=York, 3. Febr. Der Dampfer Alleghany der
Hamburg=Amerika=Linie und der britiſche Dampfer Po=
maron
ſind am Freitag auf der Höhe von Kap Virginia
zuſammengeſtoßen. Die Alleghany ſank, Po=
maron
wurde ſchwer beſchädigt, nahm die Paſſagiere
und die Mannſchaft der Alleghany auf und brachte ſie,
von einem Zollkutter unterſtützt, langſam in den Hafen.

Der Entwurf eines neuen Reichs= und
Staatsangehörigkeitsgeſetzes.

* Der vom Bundesrat angenommene Entwurſ
eines neuen Reichs= und Staatsangehörig=
keitsgeſetzes
ſoll, wie die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung vernimmt, dem Reichstage alsbald nach ſei=
nem
Zuſammentritt vorgelegt werden. Ueber die weſent=
lichen
Grundzüge der Vorlage teilt die Norddeutſche All=
gemeine
Zeitung unter anderem Nachſtehendes mit:
Der Entwurf ſoll eine Aenderung des gegenwärtigen
Rechtszuſtandes namentlich nach? zwei Richtungen herbei=
führen
. Der Verluſt der Reichsangehörigkeit ſoll erſchwert,
ihr Wiedererwerb erleichtert werden. Demzufolge beſei=
tigt
der Entwurf den § 21 Abſatz 1 des geltenden Geſetzes,
wonach ein Deutſcher ſeine Staatsangehörigkeit durch
zehnjährigen ununterbrochenen Aufenthalt im Auslande
verliert, falls er ſich nicht in die Matrikel eines Konſulats
hat eintragen laſſen. Das Mittel der Eintragung in die
Konſulatsmatrikel hat im Großen nud Ganzen verſagt.
Die Vorlage geht davon aus, daß der Verluſt der Staats=
angehörigkeit
durch Umſtände bedingt ſein muß, die den
Willen des Beteiligten, ſeinem Vaterlande nicht weiter
anzugehören, deutlich erkennen laſſen. Dieſer Wille kann
ſelbſtverſtändlich nicht ausdrücklich, alſo durch einen An=
trag
auf Entlaſſung aus der Staatsangehörigkeit erklärt
werden. Vielmehr genügt ein Verhalten des Beteiligten,
das mit dem ſtaatsrechtlichen Verhältnis zu ſeinem Va=
terlande
nicht zu vereinigen und daher als Verzicht auf
ſeine Staatsangehörigkeit anzuſehen iſt. Ein ſolches Ver=
hältnis
erblickt der Geſetzentwurf in dem Erwerb einer
ausländiſchen Staatsangehörigkeit und der Nichterfüllung
der Wehrvflicht. Er beſtimmt aber, daß der Erwerb einer
ausländiſchen Staatsangehörigkeit, wenn er auf Antrag
erfolgt, einen Verluſt der deutſchen Staatsangehörigkeit
zur Folge hat.
Was die Ausbürgerung wegen Verletzung der Wehr=
pflicht
anlangt ebſtimmt der Entwurf, daß ein im Aus=
land
lebender Deutſcher, der bis Ablauf des 31. Lebens=
jahres
ſeine Militärverhältniſſe nicht ins Reine gebracht
oder ſich der Fahnenflucht durch Entfernung oder Fern=
bleiben
von der Truppe ſchuldig gemacht hat, ſeine Reichs=
angehörigkeit
verlieren ſoll. Auslandsdeutſche, die ſich
ihren militäriſchen Verpflichtungen entziehen, verlieren
jetzt ihre Reichsangehörigkeit durch zehnjährigen Aufent=
halt
im Auslande, während ſie ohne neuen Verluſtarund
dauernd im Beſitze der Reichsangehörigkeit verbleiben
würden. Den ſäumigen Wehrpflichtigen würden alsdann.
wenn jetzt tatſächlich die beſtehende Ausbürgerung weg=
fiele
, nur zwei Nachteile drohen, gerichtliche Strafe und
nachträgliche Einſtellung. Dieſe Nachteile erſcheinen aber
nicht ausreichend.
Das Staatsintereſſe erfordert, daß wit
weitere Schutz=Verpflichtungen zu Gunſten
ſolcher Perſonen übernehmen, die auch ihrer=
ſeits
bereit ſind. dem Reiche gegenüber ihre militäriſchen
Pflichten zu erfüllen und dadurch zur Erhöhung ſeiner
Wehrkraft beizutragen. Das Prinzip des neuen Verluſt=
grundes
erſcheint auch billig und gerecht. zumal da dem
Auslandsdeutſchen in letzter Zeit weſentliche Erleich=
terungen
in der Erfüllung der Wehrpflicht gewährt wur=
den
und weitere Erleichterungen in dem gleichzeitia mit
dem Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetz im Reichstag
vorzulegenden Geſetzentwurf zur Abänderungen des
Reichsmilitärgeſetzes vorgeſehen ſind.
Für die Erhaltung des Deutſchtums im Ausland wird
die in Ausſicht genommene Regelung erheblich günſtiger
ſein als der gegenwärtige Zuſtand. Dieſem Beſtreben
dient noch die weitere Vorſchrift, die den Wiedererwerb
der bisherigen Staatsangehörigkeit weſentlich erleichtern
wird. In Zukunft ſoll bei der Wiederaufnahme aller ehe=
maligen
Deutſchen und ihrer Nachkommen, einerlei. auf
welche Weiſe ſie ihre Staatsangehörigkeit eingebüßt ha=
ben
. von dem Erfordernis der Niederlaſſung im Inland
abgeſehen werden. Dem gleichen Gedanken, früheren
Deutſchen den Anſchluß an die Heimat wieder ermöglichen,
entſpricht die Vorſchrift in dem Entwurfe, durch die den
Witwen und geſchiedenen Ehefrauen die ihre Staats=
angehöriakeit
durch Verbeiratung mit einem Ausländer
verloren haben nach Auflöſung der Ehe die Wiederauf=
nahme
in den früheren Staatsverband zugeſichert wird.
Der neue Geſetzentwurf ſucht ferner mehrfache
Staatsangehörigkeit in den verſchiedenen Bun=
desſtaaten
möglichſt zu beſeitigen, läßt aber ſelbſtverſtänd=
lich
für Fälle, wo Intereſſe an der Beibehaltung einer
mehrfachen Staatsangehörigkeit beſteht, den Wſinſchen
der Beteiligten weiten Svielraum. Die Norddeutſche
Alla. Ztg. ſchließt: Mit der Vorlage iſt den Münſchen
nach einer zeitgemäßen Ausgeſtaltung der Staatsange=
höriakeitsrechte
wie ſie in der Oeffentlichkeit zum Aus=
druck
gelanat ſind in vollem Umfana Rechnung getragen
Vor allem dürfte das neue Geſetz von den Deutſchen im
Ausland bearſißt werden die es feſter und nachhaltiger
mit der angeſtammten Heimat verknüpft und damit dem
Deutſchtum wertvolle Elemente erhalten ſoll.

Die Feſtlichkeiten in Sofia.

* Sofia, 2. Febr. Zur Feier der Großjährig=
keitserklärung
des Kronprinzen fand heute
vormittag in der Kathedrale ein Tedeum ſtatt, dem die
königliche Familie, die fremden Fürſtlichkeiten, die Miſ=
ſionen
, das diplomatiſche Korps, die Miniſter, die höheren
Offiziere und die Spitzen der Behörden beiwohnten.
Nach dem Gottesdienſt begaben ſich die Mitglieder der
königlichen Familie mit den Miſſionen und den übrigen
geladenen Perſönlichkeiten in die Militärſchule, wo der
Kronprinz den Soldateneid leiſtete. Sodann küßte der
Kronprinz die Fahne des 6. Infanterie=Regiments, in
das er eingeſtellt wird. Hierauf kehrte er zu dem König
zurück, der ihn in einer kurzen Anſprache auf die Pflich=
ten
hinwies, die ihm zufallen und die Bedeutung des
heutigen Ereigniſſes hervorhob. Darauf hängte der =
nig
dem Kronprinzen den Orden der Apoſtel St. Cyrill
und Methodi um den Hals. Nachdem die Eideszeremonie
beendet war, fand eine Parade ſtatt, wobei der Kronprinz
an der Spitze des 6. Regiments defilierte. Nach der
Parade begab ſich die königliche Familie mit den Fürſten
und anderen Perſönlichkeiten in die Militärſchule, wo
ein Frühſtück ſtattfand. Nach der Tafel nahm der Kron=
prinz
die Glückwünſche der Anweſenden entgegen. In
der Stadt herrſcht lebhafte Bewegung: auf dem ganzen
Wege, den der Zug nahm, war eine große Menſchenmenge
verſammelt, die den König und ſeine hohen Gäſte ehrer=
bietig
begrüßten. Auch in allen anderen Städten des
Königreiches fanden Gottesdienſte und Trupenparaden
ſtatt.
* Sofia, 2. Febr. Großfürſt Andreas über=
reichte
dem König Ferdinand im Namen des Kaiſers
Nikolaus ein koſtbares Geſchenk, dem Kronprinzen Boris
einen Säbel mit dem Namenszug des Kaiſers Ni=
kolaus
, ferner eine Photographie, welche den Kaiſer und
den Großfürſt=Thronfolger Alexei darſtellt. In ſeiner An=
ſprache
gab der Großfürſt den Gefühlen der Liebe des
Kaiſers für Bulaarien und der herzlichen Anhänglichkeit
an die bulgariſche Dynaſtie Ausdruck. An den Kronprinzen
gewandt, erklärte der Großfürſt, Kaiſer Nikolaus fühle ſich
glücklich in dem Moment, wo ganz Bulgarien das Feſt der
Großjährigkeit ſeines Kronprinzen begehe, ſeinem lieben
Patenkind die Gefühle auszuſprechen, von denen er gegen=
wärtig
beſeelt ſei und ihn zu dieſem für ſein Leben ſo denk=
würdigen
Tag zu beglückwünſchen. Zur Erinnerung an
dieſen Tag und zum Zeichen ſeines Wohlwollens, ſchloß
der Großfürſt, hat mich der Kaiſer beauftragt. Ihnen dieſen
Säbel mit ſeinem Namenszug als Sinnbild der Waffen=
brüderſchaft
, die Bulgarien und Rußland
verknüpfen, zu übergeben. Könja Ferdinand bat den
Großfürſten, dem Kaiſer Nikolaus für die ihm erwieſene
Aufmerkſamkeit, ſowie dafür ſeinen Dank auszuſprechen,
daß er den Sohn ſeines unvergeßlichen Freundes und
Wohltäters, dem Großfürſten Wladimir, als ſeinen Ver=
treter
zu den Feſtlichkeiten anläßlich der Großjährigkeit
entſandt habe. Der König gedachte der Bande, die ſeit
jeher zwiſchen Rußland und Bulgarien beſtänden und er=
klärte
, dieſer Tag werde in der Geſchichte der Bezieh
ungen zwiſchen Rußland und Bulgarien
denkwürdig bleiben. König Ferdinand überreichte hierauf
dem Großfürſten Andreas den Orden der Apoſtel St. Cyrill
und Methodi.
* Sofia, 3. Febr. Bei dem heutigen Galadiner
dankte der König in ſeinem Trinkſpruch den Souveränen
und Staatsoberhäuptern, die ſich bei den Feierlichkeiten ver=
treten
ließen, und führte aus, hierdurch hätten ſie den wert=
vollſten
Beweis ihrer Zuneigung, Freundſchaft und Sym
pathie geliefert, den Bulgarien habe erwarten können.
Großfürſt Andreas toaſtete auf das Glück und das Wohl
ergehen der königlichen Familie und des bulgariſchen Vol=
kes
, wobei er an den jüngſten Aufenthalt des Kronprinzen
Boris in Kiew erinnerte, und verſicherte, der Kaiſer von
Rußland nehme den innigſten Anteil an der Großjährig=
keitsfeier
. Bei dem Miniſterpräſidenten fand ein
Frühſtück ſtatt, an dem das Königspaar, der Kronprinz,
Prinz Kyrill und die Chefs der Sondergeſandtſchaften teil=
nahmen
. Der König verlieh dem Prinzen Friedrich Leopold
von Preußen den Orden der Apoſtel St. Cyrill und Methodi.

Luftfahrt.

* Der Deutſche Luftſchifferverein ſchreibt
uns: Der deutſche Kaiſer hat in hochherziger Weiſe, in weit=
blickender
Erkenntnis deſſen, was not tut, an ſeinem Ge=
burtstage
einen Preis von 50000 Mark für den beſten
deutſchen Motor geſtiftet, um anzuregen zu weiterer tüch=
tiger
Arbeit. Da ſollten alle Deutſchen, Männer und
Frauen, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt,
jeder an ſeiner Stelle, nach ſeinem Können und Vermögen,
nach beſten Kräften durch Wort und Schrift mitarbeiten,
daß wir nicht hintenan ſtehen, ſondern unſern Platz aus=
füllen
nach dem Spruch: Deutſchland immer voran! Die
immer mehr hervortretende Kriegsbrauchbarkeit aller Arten
von Flugfahrzeugen zeigt deutlich, daß es für unſere Heeres=
leitung
eine eiſerne Notwendigkeit iſt, energiſch an den Aus=
bau
einer Luftflotte heranzugehen. Sowohl Motorluftſchiffe
wie Fahrzeuge erweiſen ſich ſchon jetzt in Tripolis als un=
entbehrliche
Hilfsmittel für die Aufklärung, ſcheinen ſogar
als Kampfmittel in Gebrauch treten zu ſollen. Da iſt es
Pflicht eines jeden Patrioten, mit zu helfen, daß ſich die
Erkenntnis über den Wert dieſer neueſten Kriegsmittel
immer mehr Bahn bricht und unſere Volksvertreter, der
Stimme des Volkes Rechnung tragend, der Heeresverwal=
tung
die Mittel nicht verſagen, welche ſie für nötig erachtet,
um nicht hinter unſeren Nachbarn zurückzubleiben. Es iſt
aber auch notwendig, daß wir alle helfen, der einſchlägigen
Induſtrie die Möglichkeit der weiteren Entwicklung dieſer
Kriegswerkzeuge zu erleichtern. Dies will auch der Deutſche
Luftflottenverein, indem er beſtrebt iſt, im ganzen Reich
immer mehr Mitglieder zu werben, die da mithelfen an
dem großen, nationalen Werk. Man kann dieſe Beſtrebungen
nur mit Dank begrüßen, denn nur, wenn ganz Deutſch=
land
mithilft, iſt der Erfolg gewährleiſtet.
* Die Errichtung der Reichsverſuchsan
ſtalt für Luftſchiffahrt. Es wurde gemeldet, daß
die Errichtung einer Reichsverſuchsanſtalt für Luftſchiffahrt
erheblichen Schwierigkeiten begegene, ſodaß die Verwirk=
lichung
dieſes Planes als geſcheitert zu betrachten iſt, zumal
auch der neue Reichsetat keine Forderung für die Anſtalt
enthalte. Wie wir hören, dürfte dieſe Mitteilung unzu=
treffend
ſein. Es iſt vielmehr zu erwarten, daß die Ange=
legenheit
in abſehbarer Zeit zu einem befriedigenden Ab=
ſchluß
gelangt und die Reichsanſtalt errichtet wird. Das
eht ſchon daraus hervor, daß die preußiſche Regierung,
die ſich an den Betriebskoſten der geplanten Anſtalt zu be=
teiligen
gedenkt, bereits im neuen Etat Mittel dafür in Aus=
ſicht
genommen hat.

* Mülhauſen i. Elſ., 2. Febr. Auf dem Habs=
heimer
Flugplatz der Aviatik=Aktiengeſellſchaft begann heute
ein Fliegerkurſus, zu dem acht Offiziere, und zwar
drei Artillerie=, zwei Infanterie=, zwei Jäger= und ein
Pionier=Offizier kommandiert ſind. Mit Ausnahme des
letzteren, der in Ulm in Garniſon ſteht, gehören ſämtliche
Offiziere elſäſſiſchen Regimentern an.
* Paris, 4. Febr. Der Schneider Franz Rei=
chelt
wollte heute ſein für die Aviatik beſtimmtes
Fallſchirmkoſtüm erproben und ſprang von der
erſten Plattform des Eiffelturms herab. Der Fallſchirm=
aparat
des Koſtüms verſagte. Reichelt ſtürzte ab,
brach das Rückgrat und beide Beine. Zu dem Todes=
ſturz
des Schneiders Reichelt wird weiter berichtet, die
Polizeibehörde habe Reichelt lediglich die Erlaubnis er=
teilt
, ſeinen Fallſchirmverſuch mit einer Puppe vorzu=
ehmen
. Auch ſeine Freunde rieten ihm, wegen des
ſtarken Windes ſein Experiment zu unterlaſſen; aber
Reichelt war von der Vortrefflichkeit ſeiner Erfindung
ſo überzeugt, daß er die Warnungen nicht beachtete.
* Verſailles, 4. Febr. Der Flieger Kapitän
Lemaguelt, der geſtern beim Abſturz mit ſeinem
Aeroplan ſchwer verletzt wurde, iſt geſtorben.

Sport.

Fußball. In Würzburg fand am Freitag ein in=
tereſſantes
Fußballſpiel zwiſchen der Studentenmannſchaft
Univerſität Heidelberg und den Akademikern der Würz=
rger
Kickers ſtatt. Nach ſcharfem, ſpannendem Kampfe
ſiegten die ausgezeichneten Heidelberger mit 7.5 Toren.

Der italieniſch=türkiſche Krieg.

* Rom, 2. Febr. Wieder wird zum Zweck der Spe=
ulation
das Gerücht verbreitet, die Regierung beabſich=
tige
eine Anleihe auszugeben. Das Gerücht ent=
behrt
jeder Begründung. Das Schatzamt hat
das nicht nötig und beabſichtigt weder in Italien noch
im Auslande eine Anleihe aufzunehmen, da es ohne
Schwierigkeit wie bisher die Ausgaben für den Krieg
aus den Mitteln des Staatsſchatzes zu beſtreiten ver=
nag
. Die bis jetzt dem Kriegs= und Marineminiſterium
während der letzten 150 Tage, d. h. von Beginn der
Feindſeligkeiten bis zum 29. Februar zur Verfügung ge=
ſtellten
Summen beziffern ſich auf 135 Millionen Lire.
* Rom, 3. Febr. Der Agenzia Stefani wird aus
Benghaſi vom 2. Februar gemeldet: Die Lage iſt
unverän dert. Die Bewegung des Meeres verhindert
jegliche Landung. Nach Berichten eines Kundſchafters be=
finden
ſich drei türkiſche Offiziere, die bereits als Kriegs=
gefangene
in Italien waren, dann aber in Freiheit geſetzt
wurden, im türkiſchen Lager, wo ſie ihren Dienſt wieder
aufgenommen haben.
* Marſeille, 2. Febr. Die freigegebenen
Mitgl ieder der türkiſchen Miſſion ſind heute mittag
an Bord des Paſſagierdampfers Ville de Tunis nach
Tunis und Sfax abgegangen.
* Paris 4. Febr. Der nationaliſtiſche Deputierte
Major Driant teilte dem Miniſterpräſidenten mit, er werde
ihn, falls die Meldungen über das Bombardement und die
Zerſtörung des franzöſiſchen Bauplatzes in Ho=
deida
durch die italieniſche Kriegsflotte
ſämtlich beſtätigt werden, in der morgigen Kammerſitzung
über die Maßnahmen interpellieren, welche die franzöſiſche
Regierung zu ergreifen gedenke, um einer Haltung ein
Ende zu machen, deren unfreundlicher und herausfor=
dernder
Charakter durch dieſen neuen Angriff gekennzeich=
net
werde. Da der Miniſterpräſident der morgen begin=
nenden
Senatsdebatte über das deutſch=franzöſiſche Ab=
kommen
beiwohnen muß, ſo wird die Interpellation
Driant zweifellos vertagt werden.
* Paris, 4. Febr. Die franzöſiſche Regierung rich=
tete
eine Anfrage nach Konſtantinopel, um Er=
kundigungen
über den Zwiſchenfall von Ho=
deida
einzuziehen. Ferner befahl die Regierung, daß
der Dampfer Meſſageries Maritimes der eben jetzt
m Roten Meer kreuzt, in Hodeida anlegen ſolle, um die
Franzoſen daſelbſt aufzunehmen.
Auch ein Teil der Morgenblätter erörtert in ſcharfer
Weiſe die Meldung von dem Bombardement Ho=
eidas
.
Die mit dem Bau der Eiſenbahn noch Hodeida be=
raute
Geſellſchaft erſuchte die Regierung, vor allem ein
Kriegsſchiff zum Schutze der dortigen franzöſiſchen
Ingenieure und Familien zu entſenden, die angeblich
obdachlos ſind.

Die Revolution in China.

* Kwang=Tſchöng=Taze, 2. Febr. Der Kom=
mandant
der 20. Diviſion in Mukden hat an Juanſchi=
kai
depeſchiert, die Truppen der Mandſchurei ſeien be=
reit
, dem Kaiſer treu zu dienen. Weiter bat der Komman=
dant
Juanſchikai, die Schaffung einer konſtitutionellen
Monarchie zu unterſtützen und ſeine Einwilligung zur
Errichtung einer Republik zu verſagen.
* Mukden, 2. Febr. Da es an den nötigen Mit=
teln
zur Bildung neuer Truppen= Abteilun=
gen
fehlt, iſt die Zahlung der Gehälter an die Beamten
eingeſtellt worden. Die meiſten haben deshalb ihr Amt
niedergelegt. Die Verwaltung iſt völlig zerrüttet. Es
werden Unruhen befürchtet. Die Bevölkerung verläßt die
Stadt in Maſſen und begibt ſich nach Norden.
* Mukden, 3. Febr. Der Vizekönig von
Peking wurde darauf aufmerkſam gemacht, daß der
fortgeſetzte Terror gegen die Revolutionäre und der Auf=
ſtand
in der Mandſchurei ihren Abfall beſchleunige und
daher unerwünſcht ſei. Deshalb wurde das Geſuch des
Vizekönigs um Auszeichnung des Befehlshabers der
Garniſon Tſchanſoli abgelehnt.
* Hankau, 3. Febr. Die Beratungen der
Vizepräſidenten der Republik mit den Ab=
geſandten
des Vizekönigs ergaben den Beſchluß, daß der
Vizekönig die Regierungstruppen nach Peking zurückfüh=
ren
ſoll und demzufolge die Abſicht, mit den Republika=
nern
zu kämpfen, aufzugeben habe. Es verlautet, die
Trupen verließen bereits die Provinz Hupe.
* London, 3. Febr. Die Morningpoſt meldet aus
Schanghai vom 2. ds. Mts.: Mit der deutſchen
Firma Dietrichſen iſt von Seiten der Revolutio=
näre
ein Vertrag über eine Anleihe von 10
Millionen Taels abgeſchloſſen worden. Als Si=
cherheit
ſoll das Eigentum der Chineſiſchen Handels= und
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft, ausgenommen die ſchon an
die Japaner verpfändeten Schiffe gegeben werden. Die
Hongkong= und Schanghai=Bank hat bereits 3 Millionen
Taels vorgeſtreckt.
* Peking, 3. Febr. Juanſchikai hat dem Thron
mitgeteilt, er unterhandle nur noch über weniger wichtige
Einzelheiten mit den Aufſtändiſchen.

[ ][  ][ ]

Karneval in Darmſtadt.

-z. Jubiläums=Gala=Maskenball der Turngemeinde.
Löblich iſt ein tolles Streben, wenn es kurz iſt und mit
Sinn, an dieſes ſchöne Wort wurden wir erinnert, als
wir am Samstag die Narhalle am Woogsplatz betraten.
Das war ein Gewoge, ein Blitzen, Glitzern und Flim=
mern
, ein buntes Gemiſch lieblicher Frauengeſtalten in
roten, weißen, blauen, gold= und ſilberſchimmernden Ge=
wändern
, Dominos, Kolombinen und Balltoiletten, alles
im bunten Reigen, ein Auf= und Niederwogen fröhlicher
Geſellſchaft nach den Klängen luſtiger Tanzweiſen. Ein
luſtiger Mummenſchanz läßt alles vergeſſen, was die Zeit
Unerfreuliches gebracht und ruft die Erinnerung wach an
heitere und frohe, in ungetrübter Lebensfreude durch=
ſchwärmte
Stunden. Und wie geeignet für dieſe Faſchings=
ausgelaſſenheit
iſt die Turnhalle; mit verſchwenderiſchem
Verbrauch von friſchem Grün war der Saal in ein wah=
res
Frühlingsparadies umgewandelt, überall waren lau=
ſchige
Eckchen und Lauben geſchaffen und der kleine Saal
bot als Wiener Cafe Gelegenheit zur Erholung von dem
bunten Faſchingsjubel und Faſchingstrubel im großen
Saal. Daß auch die Tanzluſtigen auf ihre Rechnung
kamen, dafür ſorgten zwei Muſikkapellen, die faſt ohne
Unterlaß ihre luſtigen Weiſen ertönen ließen. Bald im
wiegenden Walzertakt bewegte ſich das farbenprächtige
Treiben, bald ließ ein ausgelaſſener Galopp den be=
ſchränkten
Raum vergeſſen, und ein luſtiger Ringelreigen
tollte durch den dichtgefüllten Saal. Von Arm zu Arm
wanderten die Schönen, bis um 12 Uhr das Zeichen zur
Demaskierung der Maskenfreiheit einen kleinen Dämpfer
aufſetzte. Eine ſtattliche Zahl trat ſodann zur Polonaiſ=
an
, etwa hundert Paare. Das närriſche, ausgelaſſene
Treiben dauerte noch lange fort, das Vergnügungsbaro=
meter
ſtand trotz der genugſam bejammerten ſchlechten
Zeiten auf ſtürmiſch bewegt und niemand wollte an den
grauen Morgen denken, an dem alle Hanswürſte wieder
vernunftbegabte Menſchen ſein ſollen.
C Die Karnevalgeſellſchaft Narrhalla veranſtaltete geſtern
abend in der Narrhalla am Woogsplatz einen Künſtler=
abend
im Rahmen eines karnevaliſtiſchen Konzerts mit
Feſtball. Die Veranſtaltung war wieder ausgezeichnet be=
ſucht
und, da die luſtige und luftige Schlacht mit Luft=
ſchlangen
diesmal nicht verpönt war, griff die fröhlichſte
Stimmung Platz, ſchon mit dem feierlichen Einzug des
Elferrates. Die Kapelle Hauske unter ihres Meiſters
Leitung brachte ein gediegenes Programm zu Gehör, und
da auch die ſonſtigen künſtleriſchen Darbietungen des
Abends in gediegenem Rahmen gehalten waren und
trotzdem die fröhliche Karnevalſtimmung, ſtetig ſteigernd,
bis zum Schluß vorhielt, war der Beweis erbracht, daß man
ſehr wohl beides wirkſamſt vereinigen kann, in echt kar=
nevaliſtiſchem
Geiſte, wie ihn die Narrhalla von jeher
pflegt. Neben dem Konzert waren es die trefflichen Lieder
und dann vor allem die Solodarbietungen, die für Stim=
mung
ſorgten. Kabarettlieder ſang Frieda Altſchüler
und bewies damt aufs neue, daß der Menſch wächſt mit
ſeinen höheren Zwecken. Die vielverſprechende kleine Künſt=
lerin
verſtand es ausgezeichnet, ſich dem karnevaliſtiſchen
Rahmen einzupaſſen und hatte mit ihren außerordentlich
wirkſam zu Gehör gebrachten Liedern und Couplets unbe=
ſtrittene
Erfolge. Wenn nicht alles täuſcht, entwickelt ſich
hier eine ſehr tüchtige Stütze des Karnevals. Lebhafter
Beifall begrüßte die Großh. Hofopernſängerin Frl. Hede
Schaub ſchon beim Betreten des Podiums und ſteigerte
ſich zu rauſchendem Applaus von Vortrag zu Vortrag.
Die Künſtlerin, deren Lob an anderer Stelle ſchon ſo oft
ausgeſprochen, bewährte ſich auch als Konzertſängerin mit
beſtem Erfolge, ſodaß der Ausdruck der Hoffnung berech=
tigt
erſcheint, ſie noch recht oft im Konzertſaal hören zu
können. Das gleiche darf von Herrn Hofopernſänger
Jahn geſagt werden, der mit ſeinen geſanglichen Dar=
bietungen
ebenfalls reichſten Beifall erntete und lebhaften
da capo=Rufen Folge geben mußte. Der Feſtball hielt
die frohgeſtimmte Schar der Närrinnen und Narren bis
zum Morgengrauen beiſammen. Dem Konzert wohnte
auch Prinz Georg Ludwig I. bei, der ſein fröhliches
Herrſcheramt demnächſt wieder antreten wird.
g. Geſellſchaft Harmloſe‟ Die unter dem Motto
Als weje de Leit von der Geſellſchaft Harmloſe am
Sonntag im Kaiſerſaal veranſtaltete karnevali=
ſtiſche
Damen= und Herrenſitzung war von
Freundinnen und Freunden frohen Karnevaltreibens
durch außerordentlich guten Beſuch ausgezeichnet. Der
Saal war einfach, aber ſinnentſprechend, mit Karnevals=
enblemen
geſchmückt und die Bütt ſtellte eine ſprechende
Parodie auf den niederen Eingang zu unſerem neuen
Hauptbahnhofsgebäude dar. Pünktlich 6 Uhr 11 Minuten
zog das Elferkomitee ein und Präſident Simon be=
grüßte
die närriſche Feſtſchar und dankte dem Komitee
der Narrhalla für ſein Erſcheinen, womit die Einig=
keit
der hieſigen Vereine, die ſich die Pflege des Darm=
ſtädter
Karnevals zur Aufgabe gemacht haben, ihren
beſten Ausdruck gefunden habe. Er verlieh ſodann dem
neuen Präſidenten der Narrhalla, Weiner, einen
Orden und dem Elferrat Streeſe einen Roſenſtrauß
für ihr ſegensreiches Wirken im Geiſte des Karnevals.
Das Programm wurde mit dem vom Narren Altkirch
verſaßten Eröffnungslied eingeleitet, worauf der Proto=
koller
Georg Delp in die Bütt ſtieg, um die Begeben=
heiten
des vergangenen Jahres mit recht närriſcher Be=
redſamkeit
Revue paſſieren zu laſſen. Es folgte dann
ein von der Närrin Gunder mit anerkennenswertem
Geſchick verfaßtes Lied. Das Komiteemitglied Fel=
mer
machte als Gelegenheitsarbeiter mit ſeinen ſpaßi=
gen
Erzählungen Furore, weshalb er auch mit einem
Orden dekoriert wurde. Ein Kylophon=Vortrag des
Mitgliedes der Hauskapelle Stöckner brachte ange=
nehme
Abwechſelung, doch ſchon wieder meldete ſich ein
Einlaßbegehrender. Diesmal war es ein Straßenkehrer,
der von dem Narren Adam geſpielt wurde. Es folg=
ten
dann mit wechſelndem Erfolge eine aus Mitgliedern
der Geſellſchaft gebildete Turnergruppe unter Anführ=
ung
des Narren Markworth, eine vom Narren Rupp
dargeſtellte Küchenfee, die ſich zum Leitmotiv ihres
Dialoges das Motto Als weje de Leit erwählt hatte,
dann abermals ein Gelegenheitsarbeiter, der bekannte
Narr Bauſcher, Narr Tröſter als Kritiker aus der
Altſtadt und der Rekrut des Narren Löb. Alle zeigten
das Beſtreben, eine echt karnevaliſtiſche Stimmung an=
juregen
, was ihnen auch ohne Zweifel gelungen iſt.
Am Schluſſe des Programms prangten dann doch zwei
Glanznummern. Der zweite Vorſitzende der Geſellſchaft,
Albert, kam mit einem poetiſchen Vortrag und Narr
Bingenheimer produzierte ſich mit glänzendem Er=
folg
als Couplettſänger. Als Verfaſſer der Geſänge
ſeien noch erwähnt Grünfeld=München und Narren
Albert und Sauer. Den Haupterfolg hatte Narr
Ad. Hartmann mit ſeinem Pouſſez de Schunkel das
mehrere Male wiederholt werden mußte. Auch Narr
Altenkirch, der ſich gleich mit zwei Lieder einführte,
hatte einen Bombenerfolg. Der zweite Vorſitzende,

Jalob Albert, überreichte dem Präſdenten Simon
ils Anerkennung für ſein Wirken im Verein eine Ehren=
urkunde
, während der Präſident den Komiteemitglie=
dern
ſeinen Dank für die eifrige Unterſtützung aus=
ſprach
. Zum Schluſſe wurden noch die drei Narren
Weigand, Ebrecht und Beck, die ſich um die Aus=
ſchmückung
des Saales verdient gemacht haben, deko=
riert
und mit einem dreifachen Hoch auf das Blühen und
Gedeihen der Geſellſchaft Harmloſe wurde das Pro=
gramm
geſchloſſen, jedoch ein flottes Tänzchen hielt die
Gäſte noch geraume Zeit beiſammen.

Darmſtadt, 5. Februar.
Hanſa=Bund. Man ſchreibt uns: Inn einer ſtark
beſuchten Sitzung des Geſamtausſchuſſes der Bezirks=
gruppe
Darmſtadt des Hanſa=Bundes konnte
mit Genugtuung feſtgeſtellt werden, daß eine größere An=
zahl
von Herren aus den verſchiedenſten Erwerbsſtänden
ſich neuerdings bereit erklärt haben, dem Geſamtausſchuß
bezw. dem geſchäftsführenden Ausſchuß der Bezirksgruppe
beizutreten. Es wurde nochmals ein Ueberblick über die
Wirkſamkeit des Hanſa=Bundes gelegentlich der letzten
Reichstagswahl zugunſten der Kandidaturen Becker= Bens=
heim
im Wahlkreiſe Worms-Heppenheim-Wimpfen und
Dr. Oſann im Wahlkreiſe Darmſtadt-Groß=Gerau gegeben.
Zu Reichstagsabgeordneten ſind gewählt worden 56 Herren,
welche Mitglieder des Hanſa=Bundes ſind, und 30 Freunde
des Hanſa=Bundes, die auf dem Boden ſeiner Richtlinien
ſtehen. Es iſt dies ein Ergebnis, mit welchem der Hanſa=
Bund nach ſeiner kaum 2½jährigen Tätigkeit durchaus zu=
frieden
ſein kann. Die ſatzungsgemäß erforderliche ordent=
liche
Mitgliederverſammlung ſoll für Ende des Monats
Februar oder Anfang März einberufen werden. Gelegent=
lich
dieſer Verſammlung wird ein Referat über das Sub=
miſſionsweſen
im Deutſchen Reiche, ſowie über die Errich=
tung
von Submiſſions=Ausſchüſſen ſtattfinden.
Marionettentheater Münchener Künſtler. Mit gut
beſuchter Nachmittags= und Abendvorſtellung hat das Ma=
rionettentheater
Münchener Künſtler am geſtrigen Sonntag
ſein Gaſtſpiel, das ſich leider nur auf einige wenige Tage
erſtrecken kann, in der Traube eröffnet, und zwar mit
außerordentlichem Erfolge. Wie eine köſtlich=feine, ſatiriſche
Parodie mutet das Spiel dieſer in ihrer ſteifen Ungelenkig=
keit
ſo ausdrucksvollen, reizenden Puppen an, und da die
ganze Aufmachung, wie mehrfach erwähnt, durchaus künſt=
leriſch
iſt, war die Wirkung vorzüglich. Wir kommen auf
die Vorſtellung zurück.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 3. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die Wahlbetrachtungen in der
Parteipreſſe erſchöpften ſich in einer Flut der gegenſeitigen
Vorwürfe noch nicht, doch klingen ſchon hier und da in die
leidenſchaftlichen Erörterungen der vergangenen Tage be=
ſonnene
Stimmen hinein, die an die bevorſtehenden ge=
meinſamen
Aufgaben mahnen. Wenn es ſich dabei
auch zunächſt um die Prüfung des Terrains handelt, ſo
verzeichnen wir doch gern ſolche Anſätze, die für die Ent=
wicklung
der Beziehungen unter den ſtaatserhaltenden
Parteien wertvoll werden können. In der praktiſchen
Parlamentsarbeit wird es ſich bald herausſtellen müſſen
ob der Wille der Parteien ſtark genug iſt, um die Er=
bitterung
der letzten Jahre, die in der Wahlagitation kul=
minierte
, zu überwinden. An Angriffen auf die
Regierung hat es in der Preſſe auch weiterhin nicht
gefehlt. Auch in den Etatsdebatten des Abgordneten=
hauſes
ſind ihr zahlreiche Vorwürfe gemacht worden. Die
Verhandlungen im Reichstag werden der Regierung Ge=
legenheit
geben, ſich mit ihren Kritikern auseinanderzu=
ſetzen
. Leider hat man auch den Vorgänger des jetzigen
Reichskanzlers mit Beſchuldigungen nicht verſchont.
Die Kreuzzeitung iſt ſoweit gegangen, dem Fürſten
Bülow eine Irreführung der konſervativen Partei=
führer
vorzuwerfen und von vertraulichen Verſprechungen
des Fürſten an den Liberalismus zu reden, mit denen der
Weg zu Schattenmonarchie und zum Republikanismus ge=
pflaſtert
zu ſein pflege. So beſtimmt dieſe Behauptungen
auftreten, ſo wenig ſind ſie begründet. Wir bedauern
dieſe Angriffe auf den früheren Reichs=
kanzler
umſo lebhafter, als er in der Abwehr nicht
mehr über die Freiheit eines Parteipolitikers verfügt.
* Berlin, 4. Febr. Der König von Montenegro
iſt in Begleitung ſeines Sohnes Peter heute Vormittag,
von Frankfurt a. M. kommend, hier eingetroffen. Der
König reiſt in ſtrengſtem Inkognito. Er beabſichtigt,
morgen und übermorgen in Berlin zu weilen und dann
nach Rußland weiterzureiſen.
* Berlin, 4. Febr. Heute vormittag wurde die Ver=
käuferin
Ellert, die in einem Buttergeſchäft in der=
Landsbergerſtraße beſchäftigt iſt, beim Verlaſſen des Gee
ſchäfts von einem Mann überfallen und am Haiſd
gewürgt, bis ſie bewußtlos zu Boden ſank. Das Geln
aus der Ladenkaſſe in Höhe von 1650 Mark, das ſie id
einem Leinwandbeutel trug, raubte der Täter und
flüchtete. Die bewußtloſe Verkäuferin wurde 20 Minuten
ſpäter aufgefunden.
* Cronberg i. T., 4. Febr. Der heutige Sonntag
brachte einen rieſigen Verkehr in den Tau=
nus
. Die Cronberger Eiſenbahn beförderte 25000 Per=
ſonen
. Trotz dem Maſſenindrang auf allen Rodelbah=
nen
iſt nur ein einziger Unſall gemeidet worden. Ein
ſechszehnjähriger Junge aus Offenbach brach den Unter=
ſchenkel
und mußte in das Cronberger Krankenhaus ge=
bracht
werden.
* Straßburg, 4. Febr. (Amtliche Meldung).
Am 3. ds. Mts. um 10 Uhr 21 Min. abends fuhr im
Bahnhof Straßburg bei dichtem Nebel der Eilzug 43 auf
den infolge Bremsſchadens bei der Kronenburger Unter=
führung
liegengebliebene D=Zug 9 auf. Etnige Perſonen
(Poſtbeamte) wurden gering verletzt. Der Sachſchaden
iſt unerheblich. Der Betrieb konnte aufrechterhalten
werden. Gleis 2, 3 und 4 waren bis 1 Uhr morgens
eſperrt. Die Schuldfrage iſt noch nicht aufgeklärt.
* Metz, 4. Febr. Infolge der Ungültigkeitserklärung
der Landtagswahlen im 50. Wahlkreis (Diedenhofen=
Groß=Hettingen) und im 60. Wahlkreis (Bitſch=Rohrbach=
Wolmünſter) waren für heute Erſatzwahlen in beiden
Kreiſen ausgeſchrieben worden. In Diedenhofen=Groß=
Hettingen wurde Z mmer (Lothringer Block) mit 2841
Stimmen wiedergewählt. Auf den Gegenkandidaten
Decker entfielen 1648 Stimmen. Aus dem zweiten Wahl=
kreiſe
Bitſch=Rohrbach=Wolmünſter liegt das Endergebnis
noch nicht vor. Es fehlen noch 10 Gemeinden. Die
Wiederwahl des bisherigen Zentrumsabgeordneten Heſſe=
mann
erſcheint mit etwa 1000 Stimmen Mehrheit geſichert.
* Breslau, 3. Fehr. Bei der heutigen Reichs=
tags
=Nachwahl im Wahlkreiſe Pleß=Rybnik
für den doppelt gewählten Grafen Mielczynski, der ſich
für das Mandat von Samter=Birnbaum entſchieden hat,
erhielten: Kaplan Pospiech (Pole) 17473, v. Schleinitz

(konſ.) 5995, Pfarrer Boidol (Zentr.) 5402, Ritzmann
(Soz.) 1882 Stimmen. Pospiech iſt damit gewählt.
Paris, 3. Febr. Der im Elyſee abgehaltene
Miniſterrat beſchäftigte ſich damit, die nötigen Maß=
nahmen
zu treffen, um die Spekulationen an der
Produktenbörſe zu verhindern, die darauf abzielen,
die Kurſe einiger Waren, insbeſondere diejenigen von
Weizen und Spiritus, in betrügeriſcher Weiſe zu be=
einfluſſen
.
Paris, 3. Febr. Der Senat beſchloß, mit der
Zeratung über das deutſch=franzöſiſche Ab=
kommen
am Montag um 2 Uhr nachmittags zu
beginnen.
* Kopenhagen, 4. Febr. Der König verlieh dem
Literarhiſtoriker Georg Brandes anläßlich ſeines
70. Geburtstages die goldene Verdienſtmedaille mit
Krone.
* London, 3. Febr. Bei der Admiralität iſt folgendes
Beileidstelegramm eingegangen: Se. Maj. der
Deutſche Kaiſer hat ſoeben das Wolfftelegramm erhalten,
in welchem ihm der Verluſt des Unterſeebootes A 3 gemel=
det
wird. Se. Maj. wünſcht ſeine tiefgefühlteſte Sympathie
für die braven Leute auszudrücken, die ihr Leben bei dem
ſchrecklichen Unglück verloren haben ſollen. Gez. Admiral
von Müller.
London, 4. Febr. Die Königsjacht Medina mit
dem König und der Königin von England an
Bord, iſt, von der erſten Diviſion der Heimatflotte
begleitet, in Spithead eingetroffen.
* Kiew, 4. Febr. Wahrend der Manöver im Ty=
retzkilager
platzte unerwartet ein Schrapnellge=
ſchoß
. Fünf Mann wurden verwundet; zwei davon
ind geſtorben.
* Belgrad, 3. Febr. In der Skupſchtina machte der
Präſident Mitteilung von der Demiſſion des Ka=
binetts
, die von dem König angenommen worden ſei.
* New=York, 4. Febr. Nach einem Funkentelegramm
iſt der Liverpooler Dampfer Conſols, von Galveſton
nach Hamburg beſtimmt, 25 Meilen von Boders Js=
land
(Virginia) auf hoher See in Brand geraten.
Man nimmt an, daß Offiziere und Mannſchaften von
dem Dampfre Caſtle Eden aufgenommen worden ſind.
* New=York, 4. Febr. Der auf hoher See in Brand
geratene Liverpooler Dampfer Conſols iſt heute früh
geſunken. Die geſamte Beſatzung wurde gerettet.
Tanger, 4. Febr. Ein heftiger Nordweſt=
ſturm
verurſachte eine hohe Flutwelle, die im
Küſtenquartier zahlreiche Baracken fortſpülte und ver=
ſchiedene
Gebäude unterwühlte,
H. B. München, 3. Febr. Der geſtern nachmittag ein=
getretene
Schneefall iſt der größte in dieſem Winter.
Seit heute früh ſind 4000 Arbeiter und 20 Schneepflüge
aufgeboten, die die gewaltigen Schneemaſſen zu beſeiti=
gen
haben. Im Straßenbahnverkehr ſind mehrfach Un=
terbrechungen
vorgekommen. Der Schnee macht ſich auch
im Eiſenbahnbetriebe unliebſam bemerkbar. Faſt alle
Züge hatten größere Verſpätungen aufzuweiſen. In
dem Münchener Hauptbahnhof ereignete ſich ein Unfall
eines Vorzuges, bei dem mehrere Perſonen verletzt und
erheblicher Materialſchaden angerichtet wurde.
Leivzig, 3. Febr. Steward wurde wegen
verſuchter Spionage zu 3 Jahren 6 Monaten
Feſtung verurteilt. Das Urteil berückſichtigt, daß der
Angeklagte aus Vaterlandsliebe es unternommen habe,
die Kriegsbereitſchaft Deutſchlands zur Zeit der Marokko=
Kriſe feſtzuſtellen.
H. B. Wien, 3. Febr. Die Neue Freie Preſſe erhielt
von einem Anhänger des Herzogtums Braganza von der
franzöſiſch=ſpaniſchen Grenze eine Depeſche, in der der
Zweck der Zuſammenkunft des Herzogs von
Braganza mit dem König Manuel von Por=
tugal
mitgeteilt wird. Die Depeſche lautet folgender=
maßen
: Beide hohe Herren kamen überein, mit verein=
ten
Kräften ihrem geliebten Vaterlande zu helfen, um es
aus der gegenwärtigen traurigen Lage zu befreien.
H. B. Wien, 3. Febr. Aus allen Landesteilen Oeſter=
reichs
laufen Meldungen über ſtarken Schneefall
und Schneeſtürme ein. Insbeſondere in Böhmen.
im Fichtel=, Erz= und Rieſengebirge ſind außerordentlich
große Schneemaſſen niedergegangen. Der Verkehr zwi=
ſchen
vielen Gebirgsorten iſt unterbrochen, ebenſo die tele=
grahpiſche
Verbindung Prags mit der Provinz. Der Bahn=
verkehr
beſonders auf einzelnen Lokalbahnen wurde we=
gen
Schneeverwehungen vielfach eingeſtellt.
London, 4, Febr. Ein aus dem Seebade Weſt=
cliffe
kommender Perſonenz ua rannte heute morgen
auf dem Londoner Endbahnhof infolge Verſagens der
Bremſen heftig gegen einen Prellblock. 28 Perſonen
wurden verletzt, nur wenige ernſter.
London, 4. Febr. Bei den Rettungsarbeiten zur
Hebung des Unterſeebotes A 3 zerriß geſtern
das Schleppſeil eines Schleypdampfers. 8 Arbeiter er=
litten
Verletzungen, mehrere ſchwerer Natur.
Petersburg, 3. Febr. Das wegen Ermord=
ung
des Gardeoffiz iers Lubowski verhaf=
tete
Fräulein Alerejew, ſowie deren Bräutigam, ein
Student, wurden ſchuldlos aus der Haft entlaſſen. Da=
gegen
wird eine Moskauer Dame aus der beſten Geſell=
ſchaft
geſucht, die verlaſſene Geliebte Lubowskis, die
ſchon lange drohte, ihn aus Rache zu ermorden.

Wadchen Jie Hich.
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ſivedselle.
und nehmen Sie nach jedem
Waschen einen Hauch
wegGeme
Sie werden dann auch im Winter eine
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widerstandsfähige Haut haben!
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(17865i

[ ][  ][ ]

Statt besonderer Anzeige.
Heute nachmittag entschlief sanft infolge eines Herzschlages meine innigstgeliebte, gute, treue
Frau, unsere treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Tante, Schwester u. Schwägerin
1 rau Serka koon
geb. B
uhl
im 52. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Darmstadt, 3. Februar 1912.
Hch. Koch
Mathildenstrasse 43.
Die Beisetzung findet Dienstag, den 6. Februar, um ½3 Uhr nachmittags, von der Friedhofskapelle aus, statt.

Statt Karten.
Claire Goldschmidt
Arthur Haas
VERLOBTE
Frankfurt a. M.
Darmstadt
Hermesweg 8
Bessungerstr. 7

Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen heißgeliebten guten Mann, unſeren treu=
beſorgten
Vater, Schwiegerſohn, Bruder und
Schwager
Herrn Mathias Hees
Restaurateur
verſehen mit den hl. Sterbeſakramenten, nach
kurzer, ſchwerer Krankheit im Alter von 37 Jahren
heute abend in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Die tieftrauernde Gattin:
Käichen Hees mit Kindern
geb. Genosko.
Frankfurt, 2. Febr. 1912
Gelbe Hirſchſtr. 9, II.
(3248
Die Beerdigung findet Dienstag, 6. Februar,
10½ Uhr vorm., vom Hauptfriedhof Frankfurt
(Leichenhalle) aus ſtatt.

Statt beſonderer Anzeize.
Hierdurch die ſchmerzliche Mitteilung, daß
unſere innigſtgeliebte Schweſter und Tante
Frau Professor
Maria Hoerter Ww.
verw. von Biegeleben, geb. Schönfeld
(3249
heute früh ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Familie:
Lady Scarisbrick, geb. Schönfeld.
Bertha Deines, geb. Schönfeld.
Ernst Schönfeld.
Karlsruhe, 3. Februar 1912.
Weinbrennerſtraße 2.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag,
den 5. Februar, um 4 Uhr von der Friedhofs=
kapelle
aus, ſtatt.
Das hl. Seelenamt für die teuere Verſtorbene
findet Dienstag, den 6. Februar, morgens
8 Uhr, in der St. Bonifatiuskirche ſtatt.

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Mitteilung, daß heute nacht
21, Uhr mein innigſtgeliebter Mann, unſer treu=
beſorgter
Vater, Schwiegervater u. Großvater
Herr Anton Sommerkorn
Kanzleidiener beim Großh. Kataſteramt
nach langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden im Alter von 59 Jahren ſanſt in dem
Herrn entſchlafen iſt.
(3208
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Anton Sommerkorn,
Familie Adolf Keßler.
Darmſtadt, den 3. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Montag, nachmittags
3 Uhr, vom Leichenhauſe des ſtädtiſchen Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft nach längerem Leiden
unſer innigſt geliebter Gatte, Vater, Sohn,
Bruder, Schwager und Onkel
Herr August Koch
Schlossermeister.
Darmſtadt u. Bochum, 4. Februar 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Fe=
bruar
, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehauſe,
Grafenſtraße 22 aus, ſtatt.
Einſegnung ¼ Stunde vorher. (3250

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß meine herzensgute Frau,
unſere liebe Mutter, Tochter, Schweſter,
(3246
Schwägerin, Tante und Couſine
Gretha Siegrist
geb. Schnürlein
heute morgen nach vierwöchigem ſchweren Lei=
den
ſanft entſchlafen iſt.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., 3. Febr. 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Siegrist.
Die Beerdigung findet ſtatt Montag nachmit=
tag
3 Uhr, vom Portale des Friedhojes aus.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute vormittag verſchied nach längeren,
mit Geduld ertragenen Leiden im Eliſabethen=
ſtift
unſere liebe, unvergeßliche Schwägerin
und Tante
Helene Reuter Witwe.
Darmſtadt, den 3. Februar 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Schneider,
Schreinermeiſter.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Febr.,
nachmittags, vom Eliſabethenſtiſt aus ſtatt;
Einſegnung 20 Min. vorher. (3251

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Schierke im Harz (Brockengebiet). 3. Febr. 15 Grad
Kälte; ruhiges, klares Wetter. Windſtill. 30 cm Schnee.

Tageskatender.

Konzert der Großh. Hofmuſik um 7 Uhr im Hof=
theater
(Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Gaſtſpiel des Marionetten=Theaters Münchener Künſt=
ler
um 5 und 8 Uhr im Hotel Zur Traube‟.
Vortrag von Bürgermeiſter Mueller um 8 Uhr im
Saalbau (Kurſus über Armenpflege ꝛc).
Alt=Darmſtadt im 17. und 18. Jahrhundert in Wort,
Muſik und lebenden Bildern um 8 Uhr im Mathilden=
höhſaal‟
(Ev. Frauenverein für den Schloßbezirh.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der Krone‟
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr auf der Eisbahn (Klappacherſtr.).
Ausſtellung von Porträtphotographien Wil=
halminenſtr
ße 27 (geöffnet von 101 u. 37 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Neue
Männer des Reichstages und nicht wieder gewählte bis=
herige
Abgeordnete; die Landung der Carthage in
Tunis; vom Beſuch des engliſchen Königspaares in
Kalkutta.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 6. Februar.
Stammholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im Eber=
ſtädter
Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem Bäcker=
weg
am Eingang des Waldes).
Stamm= u. Brennholz=Verſteigerung um 9½ Uhr
im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft
auf der Straße Nieder=Modau-Frankenhauſen am
Eingang des Waldes).

Verkehrs=Vereint öſſntliches Verkehrsburean
Ernſt Ludwigsplatz (Zentrale der elektriſchen
Straßenbahn). Auskünfte jeder Art.
Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48). Unent=
geltliche
Verleihung von Büchern an jedermann. Ge=
öffnet
: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½9 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otio 2öaldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

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Haupt=Verſammlung
Mittwoch, den 7. Februar 1912, abends 8½ Uhr
in dem Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung: 1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Beſprechung
über den geplanten Sommerausflug nach St. Goar. 3. Jahresbericht.
4. Jahresrechnung. 5. Vorſtandswahl. 6. Wahl der Rechnungs=
prüfer
uſw. 7. Bücherausgabe.
(2878mo
Der Vorstand des Kriegervereins Darmstadt.

(älterer
Verein für Vogel= und Geflügelzucht Verein).
Montag, den 5. Februar 1912, abends 9 Uhr, im Ver=
einslokal
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Der Vorstand.
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im oberen Saal des Hotel Prinz Carl (Schulſtraße).
Mitglieder=Verſammlung
Tagesordnung: Die vergangenen Reichstagswahlen
und unſere zukünftige Arbeit.
Vollzähliges Erſcheinen dringend erwünſcht.
Der Vorstand.
3241)

10

der Hessischen Ulberalen Wochen-
schrift
enthält folgende Artikel:
Die Fortschrittliche Volkspartei und die nationalliberale
Partei in Hessen,
Wie Dr. Becker gewählt wurde,
Die Wahlen in Bensheim-Erbach,
Reichstagswahlresultat von Alzey-Bingen.
Kleine Notizen:
Zur Alzey-Binger Stichwahl,
Dr. Osann und der Hansabund,
Hier stehe ich ich kann auch anders,
Der Tänliche hetzt,
Ein politisches Chamäleon,
Eine steinalte nationale Flagge,
Furcht vor der nationalen Tat‟,
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6 Uhr morg. Cuxhaven paſſiert.
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3237a [ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut ver=
öffentlichen
, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher mündlicher oder ſchriftlicher Er=
klärungen
iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt.
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklärungen auch die Bereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 2. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.

Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Juni 1874, wird nach Anhörung der Stadtverordnetenverſamm=
lung
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1908 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren §§ 854 ff. B. G. B. ) der an=
grenzenden
Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche Reinigungs=
anſtalt
gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. September
1886 betreffend: Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt die Reinigung über=
nommen
hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht,
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den Mit=
gliedern
des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten
Strafe, die Verpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende Verpflich=
tungen
ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der meiſt=
begangenen
Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr mor=
gens
abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mindeſtens alle
drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande der=
ſelben
zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſt,
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten
ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten abgeräumt
wurde, iſt auf den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge andau=
ernden
Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schneedecke oder Schnee= und Eis=
buckel
ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem Streu=
material
ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der Fuß
ſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ 6. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den Fuß=
ſteigen
verboten.
§ 7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat, beauf=
tragen
. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften aus=
ſchließlich
verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind,
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeſamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaftmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriften des Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
§ 9. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
8. November 1856 aufgehoben.
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt. (3197oi

Bekanntmachung.

Im hieſigen Schlachthof iſt geſtern bei einem Transport von
Schweinen die Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt worden. Sämt=
liche
Tiere wurden daſelbſt alsbald abgeſchlachtet und die Desinfektion
vorgenommen. Die Seuche iſt demnach als erloſchen zu betrachten.
(3207
Darmſtadt, den 2. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

zuierh. Konnslderadhuaschlne a. f.
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II. L., anzuſ. v. 12 Uhr ab. (*2578

(Pelzmant.u. 1Pelzſuſdeche
(gebr.)z. vk. Näh. Roßdörferſtr. 73, III.
u. Ernſt=Ludwigſtr. 14(Lad.). (*2728om

Ueberſicht

der Durchſchnittspreiſe von folgen=
den
Früchten und Verbrauchsgegen=
ſtänden
in der Zeit
vom 16. bis 31. Januar 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 22.50 bis 24.50
Korn
19.25 20.50
Gerſte
17.75 22.
Hafer
19.50 22.-
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 10 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mel 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 10.
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 5.50
Darmſtadt, 3. Februar 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.

Bekanntmachung.

Die geſtern abgehaltenen Holz=
verſteigerungen
ſind genehmigt.
Von Samstag, 10. ds. Mts. an,
können die Abfuhrſcheine bei den
Hebeſtellen in Empfang genom=
men
werden. Die Ueberweiſung
des Holzes wird an dem gleichen
Tage durch den Großh. Forſtwart
Schimpf dahier ( Forſtmeiſter=
ſtraße
9) erfolgen.
(3203
Darmſtadt, 2. Februar 1912.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des am 29. Januar
1911 hier verſtorbenen Bernhard
Mainzer, ſowie über das Ver=
mögen
der Bernhard Mainzer
Witwe, Johanna, geb. Landau,
in Darmſtadt, iſt zur Abnahme der
Schlußrechnung des Verwalters,
zur Erhebung von Einwendungen
gegen das Schlußverzeichnis der
bei der Verteilung zu berückſich=
tigenden
Forderungen der Schluß=
termin
auf
Freitag, 23. Februar 1912,
vormittags 11½ Uhr,
vor dem Großh. Amtsgerichte I
in Darmſtadt, Zimmer Nr. 219,
beſtimmt.
(3221
Die Vergütung des Verwalters
iſt auf 1000 Mark, der Auslagen=
betrag
auf 28,52 Mark feſtgeſetzt
worden.
Darmſtadt, 1. Februar 1912.
Der Gerichtsſchreiber
des Großh. Amtsgerichts I.

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Bekanntmachung,
das Feuer= und Unfallmeldeweſen betreffend.

Die zur Zeit in der Stadt Darmſtadt vorhandenen Feuer=
und Unfallmeldeſtellen bringen wir hierdurch wiederholt zur öffent=
lichen
Kenntnis.
Die Meldeſtellen ſind ſämtlich mit der Haupt=Polizeiwache im
Polizeiamtsgebäude und der Fenerwehrwache durch eine beſondere
ſtädtiſche Fernſprechleitung verbunden und jederzeit, auch nachts,
zugänglich. Sie ſind durch Schilder und während der Dunkelheit
durch Laternen mit grünen (bei Polizeiwachen blauen) Scheiben und
entſprechender Inſchrift kenntlich gemacht.
Das Polizeiamt kann außerdem von jeder Fernſprechſtelle der
Reichsfernſprechanlage jederzeit, auch nachts, angerufen werden
(Telefon Nr. 8 und 109), ebenſo die Feuerwehrwache in der Kirch=
ſtraße
(Telefon Nr. 1772).
Die Rettungswache der Freiwilligen Sanitätskolonne be=
findet
ſich in dem Hauſe Bismarckſtraße Nr. 28 (Telefon Nr. 1707).
Darmſtadt, den 31. Januar 1912.
(3210od
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Feuer= und Unfallmeldeſtellen in der Stadt Darmſtadt:
Im I. Polizei=Revier:
1. Kirchſtraße 9 (Polizeiwache).
2. Alexanderſtraße 10 (Branddirektor Fiſcher).
3. Kirchſtraße 13 (Feuerwehrwache).
4. Obergaſſe 42 (Bäckermeiſter Heinrich Jäckel).
Im II. Polizei=Revier:
1. Alexanderſtraße 26 (Polizeiwache).
2. Dieburger Straße 104 (Oktroi=Erhebeſtelle).
3. Erbacher Straße 41 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Kranichſteiner Straße 58 (Oktroi=Erhebeſtelle).
Im III. Polizei=Revier:
1. Lagerhausſtraße 23 (Polizeiwache).
2. Bleichſtraße 13 (Hofbäckermeiſter Mainzer).
3. Feldbergſtraße 19 (Bäckermeiſter Weiß).
4. Griesheimer Weg 25 (Gandenberger’ſche Maſchinenfabrik).
5. Pallaswieſenſtraße 33 (Bäckermeiſter Sproß).
6. Pallaswieſenſtraße 121 (Kolonialwarenhandl. von W. Deeg).
7. Rheinſtraße 55 (Oktroi=Erhebeſtelle).
Im IV. Polizei=Revier:
1. Hügelſtraße 31/33 (Polizeiamts=Wache).
2. Waldſtraße 21 (Polizeiwache).
3. Heidelberger Straße 17 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Karlsſtraße 55 (Kolonialwarenhandlung von Jean Chrift).
5. Saalbauſtraße 29 (Kolonialwarenhandlung von Wilh. Back).
6. Waldſtraße 17 (Lohnkutſcher Fiſcher).
Im V. Polizei=Revier:
1. Ludwigshöhſtraße 4 (Polizeiwache).
2. Heidelberger Straße 112 (Oktroi=Erhebeſtelle).
3. Karlsſtraße 98 (Bäckermeiſter Hofmann).
4. Klappacherſtraße 90 (Oktroi=Erhebeſtelle).
5. Schießhausſtraße 64 (Kolonialwarenhandlung von Axt),
Im VI. Polizei=Revier:
1. Nieder=Ramſtädter=Straße 51 (Polizeiwache).
2. Hochſtraße 44 (Schuldienerwohnung der Viktoriaſchule).
3. Im Geißenſee 9 (Lehrer Heinrich Schäfer).
4. Soderſtraße 79 (Bäckermeiſter Heinrich Lepp),
Im VII. Polizei=Revier:
1 Schwanenſtraße 66 (Polizeiwache).
2. Arheilger Straße 43 (Städt. Faſelſtall).
3. Frankfurter Straße 59 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Schloßgartenſtraße 61 (Gendarmerie=Kaſerne).

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Organiſation des Rettungsdienſtes in der
Stadt Darmſtadt.
Der allgemeine Rettungsdienſt (Hilfeleiſtung bei Unglücks=
fällen
) wird in der Stadt Darmſtadt von der ſtändigen Rettungs=
wache
der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz dahier
ausgeführt. Die Mitglieder dieſer Kolonne ſind im Rettungs= und
Krankentr’gerdienſt ausgebildet und ſtehen zur Leiſtung der erſten
Hilfe bei Unglücksfällen zur Verfügung. Die ſtändige Rettungs=
wache
hat ihren Sitz in dem Hauſe Bismarckſtraße 28. In deſſen
Erdgeſchoß befindet ſich der vom Hauseingang zu erreichende Verbands=
raum
, das Krankentransportautomobil und der mit Pferden beſpann
bare Krankenwagen; in dem 1. und 2. Obergeſchoß der Tages= und
Schlafraum der Wache, ſowie die Wohnung des Obmanns der
Rettungswache.
Der Rettungsdienſt iſt folgenderweiſe organiſiert:
I. Um beiplötzlichen Unglücksfällen die erſte Hilfeleiſtung raſch
zu ermöglichen, ſind an den nachſtehend aufgeführten 20 Stellen
der Stadt Räderbahren (R.=B.), Krankentragen (K.=T.) und Ver=
bandskäſten
(V.=K.), für das Publikum jederzeit zugänglich, aufgeſtellt:
1. Dienſtgebäude des Gr. Polizeiamts, Hügelſtraße 31/33 (V.=K.)
2. Dienſträume des I. Polizeireviers (V.=K.)
3. Dienſträume des II. Polizeireviers (V.=K.)
4. Orpheum (V.=K.)
5. Alicehoſpital (K.=T.)
6. Oberwaldhaus (K.=T. und V.=K.)
7. III. Polizeirevier: Griesheimer Weg 28, Maſchinenfabrik
Göbel (K.=T. und V.=K.)
8. Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne, Bismarckſtraße
28 (3. R.=B.)
9. Landwehrſtraße 79: Zugführer der Sanitätskolonne Stier
(V.=K. und R.=B.)
10. Dienſträume des IV. Polizeireviers (V.=K.)
11. Karlſtraße 55: Kaufmann Chriſt (V.=K.)
12. Dienſträume des V. Polizeireviers (R.=B. und V.=K.)
13. Heidelbergerſtr. 72: Sanitätskolonnenmitglied Friſ. Zeſchky (V.=K.)
14. Ludwigshöhe: Reſtaurateur Emmel (K.=T. und V.=K.)
15. Dienſträume des VI. Polizeireviers (V.=K.)
16. Im Geißenſee 9: Lehrer Heinrich Schäfer (V.=K.)
17. Böllenfalltor, elektriſche Wagenhalle (K.=T.)
18. Dienſträume des VII. Polizeireviers (V.=K.)
19. Schlachthof (R.=B.)
20. Arheilgerſtraße 43 (R.=B. und V.=K.).
Außerdem ſteht zur Beförderung der Krankentransport= Kraft=
wagen
und ein geſchloſſener mit Pferden beſpannbarer Krankenwagen
zur Verfügung.
II. Die Inanſpruchnahme der Hilfeleiſtung erfolgt entweder
durch Vermittlung der Polizeiwache, Hügelſtraße 31/33 (Telephon
Nr. 8 und 109) oder durch unmittelbaren Anruf der ſtändigen
Rettungswache (Telephon Nr. 1707). Beide Stellen können von
jeder Fernſprechſtelle der Reichsfernſprechanlage, ſowie von jeder
Feuer= und Unfall=Meldeſtelle, die als ſolche durch Schilder und
Laternen gekennzeichnet iſt, zu jeder Tages= u. Nachtzeit angerufen werden.
III. Bei Veranſtaltungen, mit denen eine größere Men=
ſchenanſammlung
oder eine erhöhte Gefahr für die Teilnehmer
verbunden iſt, werden zufolge polizeilicher Anordnung Sanitäts=
mannſchaften
von der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz
geſtellt, die mit den erforderlichen Hilfsmitteln ausgeſtattet ſind.
Insbeſondere ſind bei jeder Vorſtellung im Großh. Hoftheater
und im Orpheum zwei Krankenträger zur Verſehung des Rettungs=
dienſtes
anweſend. Bei jedem größeren Brand hat ſich eine Ab=
teilung
der Sanitätskolonne an der Brandſtelle einzufinden. Falls
Hilfeleiſtungen in außergewöhnlich großem Umfang notwendig wer=
den
ſollten, ſind Alarmvorkehrungen getroffen, durch die die Heran=
ziehung
der geſamten freiwilligen Sanitätskolonne in kürzeſter Zeit
(3209id
gewährleiſtet iſt.
Darmſtadt, den 31. Januar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

[ ][  ][ ]

Saison-Ausverkauf

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Bekanntmachung.

Die Beleuchtung von Einfahrten, Höfen, Treppen, Fluren
uſw. betreffend.
Wir weiſen wiederholt auf die den Eigentümern von Grund=
ſtücken
obliegende Verpflichtung hin, die Toreinfahrten, Höfe,
Hausflure, Gänge und Treppen, ſofern und ſolange ſie jeder=
mann
zugänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend
zu beleuchten, daß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen keine
Gefahr beſteht.
Dieſe Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von
Fabriken, gewerblichen Anſtalten und Arbeitsſtätten, von Ver=
gnügungs
=, Verſammlungs= und Schankſtätten (den letzteren ins=
beſondere
auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob.
Pflichtwidrige Unterlaſſung der Beleuchtung begründet, falls
hierdurch jemand zu Schaden kommt, die Entſchädigungspflicht, ſo=
wie
die ſtrafrechtliche Verantwortlichkeit.
Die Verpflichtung kann durch Vertrag auf Hausverwalter,
Mieter uſw. überrragen werden. Dies ſetzt jedoch die überein=
ſtimmende
Willenserklärung beider Parteien, des Vermieters und
des Mieters voraus. Eine einſeitige Erklärung des Vermieters (als
ſolche iſt auch der ohne vorherige Verſtändigung mit dem Mieter er=
folgende
Aushang einer Hausordnung zu zählen) kann die oben=
genannte
Verpflichtung für die Mieter nicht begründen.
Darmſtadt, den 1. Februar 1912.
(3116so
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.

Bekanntmachung,

die Behandlung der Zugtiere im Winter betreffend.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
richten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ernſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nach=
teiligen
Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich:
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich
und niemals unbedeckt im Freien ſtehen gelaſſen werden,
2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor
dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen ſind.
(3117so
Darmſtadt, den 1. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Die Lieferung der Brennmaterialien für die ſtaatlichen Anſtalten
und Behörden im Großherzogtum Heſſen auf die Zeit vom 1. April
1912 bis 31. März 1913 ſoll nach Maßgabe des Erlaſſes Großherzogl.
Miniſteriums vom 16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betr. ver=
geben
werden. Die Lieferung umfaßt etwa:
Steinkohlen (verſchied. Sorten) 17.347 t
. 1.210 t
Anthrazit
Anthrazit=Eiformbriketts
208 t
Zechenkoks (verſch. Sorten) . 6.163 t
Gaskoks
. 1.225 t
57 t.
Steinkohlenbriketts . . .
Braunkohlenbriletts
372 t
Verſiegelte, mit der Aufſchrift Kohleneinkauf verſehene An=
gebote
ſind portofrei bis ſpäteſtens 24. Februar 1912, vormittags
9 Uhr an unterzeichnete Bergwerksdirektion einzureichen, zu welchem
Zeitpunkte Eröffnung der eingelaufenen Angebote ſtattfindet.
Die für die Lieferung geltenden Beſtimmungen ſamt Vertei=
lungsplan
uſw. liegen auf unſerem Amtszimmer, Ockſtädtergaſſe 1,
zur Einſicht offen. Sie können auch, ſolange Vorrat reicht, gegen
vortofreie Einſendung von Mk. 3.50 bezogen werden.
Friedberg, den 31. Januar 1912.
Großherzogl. Bergwerksdirektion.
Schulz. Großh. Berarat.
(3108so

Holzverſteigerung.

Samstag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr,
wird in der Germann’ſchen Wirtſchaft zu Meſſel das Brennholz
von dem Abtrieb in Leimengrund 7 und das Durchforſtungsholz
aus Zachariaseck 4, Forſtwartei Steinacker, verſteigert:
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Gräſin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
41

Yvonne war froh, daß ſie die Baronin nicht ſah. Sie
haßte ſie beinahe wegen ihres ſchmeichleriſchen Weſens ihr
gegenüber.
Auf alle mögliche Art ſuchte Yvonne die Großmutter zu
zerſtreuen, ſie abzulenken von dem verzehrenden Kummer.
Wenn dieſe ihr auch, nach ihrer Natur, kein zärtliches
Wort gab, ſo glaubte ſie doch in den dunklen Augen der
Großmutter einen wärmeren Schein zu ſehen, wenn ſie mit=
einander
ſprachen, und der Augenblick war Yvonne unver=
geßlich
, als die alte Frau ſie in die Arme geſchloſſen und
mein liebes Kind genannt hatte. Das entſchädigte ſie
tauſendfach.
Die Gräfin merkte wohl Yvonnes Bemühen um ſie, und
in ihrem Herzen begann es ſich wunderlich zu regen für die
Enkelin. Wie der Frühlingswind und die Frühlingsſonne
die Eisdecken auf den Flüſſen ſchmelzen laſſen, ſo gelang
es auch Yvonne, das Herz der Großmutter ſich geneigt zu
machen.
Dieſe erkannte wohl die Uneigennützigkeit und Selbſt=
loſigkeit
des Mädchens. Jetzt, da ſie durch ihren Reichtum

ſich ihr Leben nach eigenem Geſchmack hätte einrichten
können, vergrub ſich Yvonne freiwillig in die Einſamkeit
von Burgau, um durch ihre Gegenwart ein wenig Sonne
und Licht in das dunkle Gemäuer zu tragen, Leid und
Kummer zu verſcheuchen.
Ihre Anweſenheit war ſchließlich der Großmutter un=
entbehrlich
geworden.
Nach Lutz’ Tode war Yvonne nicht wieder in das
Steinhagenſche Haus zurückgekehrt. Es war ihr unmög=
lich
, jetzt mit den beiden Damen zuſammen zu ſein, deren
neugierige, taktloſe Fragen nach dem Vetter zu hören. Des=
halb
hatte ſie geſchrieben, man bitte, ihr Fernbleiben zu
entſchuldigen, da ihre Anweſenheit auf Burgau durchaus
nötig ſei.
Konſtanze antwortete in liebenswürdigſter Weiſe. Sie
ſähen ein, daß Komteſſe recht habe, ſprächen ihr Bedauern
über das jähe Dahinſcheiden Baron Brückens aus und
teilten ihr mit, daß ſie beabſichtigten, den Februar an der
Riviera zuzubringen.
So, nun konnte Yvonne auch unter dieſen Abſchnitt ihres
Lebens einen Strich ziehen.
Nach wenigen Wochen bekam ſie von Juſtizrat Wend=
ler
die Nachricht, daß er Steinhagen für ſie gekauft habe.
Am 1. April ſei das Gut zu übernehmen. Herr von Stein=

hagen ſei mit der erzielten Kaufſumme ſehr zufrieden, und
er beabſichtige, ſich im Oſten des Reiches, in Poſen, neu
anzukaufen. Der Verzicht auf ſeinen Beſitz ſei ihm ſehr
ſchwer geworden.
Davon war ſie überzeugt, auch ohne daß es ihr ge=
ſchrieben
wurde. Wußte ſie doch, wie er damit verwachſen
war!
Der Gedanke an ihn hatte ſie auch in dieſen letzten
traurigen Wochen nicht verlaſſen. Nie würde ſie ihn ver=
geſſen
können, und ihre Augen wurden trübe und tränen=
voll
bei der Erinnerung an die glücklichen Stunden in ſeiner
Gegenwart. Nun war auch das vorbei, ſie würde ihn nicht
mehr wiederfinden! Ach, wie fühlte ſie ſich arm in ihrem
Reichtum, wie gern gäbe ſie den hin, wenn ſie ſich den Ge=
liebten
damit erkaufen könnte!
Bis jetzt hatte ſie der Großmutter nichts von dem Guts=
kauf
geſagt; länger aber wollte ſie es nicht verheimlichen,
umſomehr, da der Juſtizrat nun in einem neuen Schreiben
ihre Anweſenheit in der Stadt zu einer perſönlichen Be=
ſprechung
für erforderlich hielt. Herr von Steinhagen ſei
verreiſt, hatte er ihr mitgeteilt, ſo liege durchaus keine Ge=
fahr
vor, daß ihr Inkognito verraten würde.
Dieſen Brief gab ſie der Großmutter zu leſen. Sie Er=

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trug deren prüfenden Blick, aber ein heißes Rot ſtieg ihr in
das weiße Geſicht.
Weshalb haſt du das getan?
Weil ich Herrn von Steinhagen das Gut erhalten wollte.
Ich weiß, wie er daran hängt.
Yvonne, ſo etwas Außergewöhnliches tut man nur um
einen Mann, den man liebt.
Sie ſtürzte vor der Gräfin nieder und verbarg ihr Ge=
ſicht
in deren Schoß. Nicht daran rühren, Großmutter,
bitte, nicht daran rühren.
Und ſo ſoll ich nun auch dich verlieren, murmelte die
alte Frau mit ſchmerzlicher Stimme.
Yvonne hatte es gehört, und eine heilige Freude er=
füllte
ſie. Sie hob den Kopf, umfaßte die Großmutter feſter
und fragte ſie:
Großmama, würdeſt du darum trauern? Gelte ich dir
awas? Haſt du mich denn ein bischen lieb?
Frage mich nicht danach, mein teures Kind, flüſterte
ſie bewegt, neigte ſich über die Knieende und küßte ſie auf
die Stirn.
Da legte Yvonne den Kopf an die Bruſt der Groß=
mutter
, ſchlang die Arme um deren Hals und ſagte leiſe:
O, wenn das Papa noch erlebt hätte! Ich danke dir,
Großmama.
Und für die ſtolze Frau war es ein fremdes, eigenes
Gefühl der Glückſeligkeit, den weichen, jungen Mädchen=
körper
am Herzen zu halten. Sie legte ihre Lippen auf das
dunkle Haar der Enkelin, und ſie gab ſich ganz der Freude
hin, ſich von der Tochter ihres Sohnes geliebt zu wiſſen,
die durch ihre Lieblichkeit und Reinheit ihren Stolz und
ihren Groll beſiegt hatte.
Ich werde immer bei dir bleiben, Großmama, ſagte
Vvonne ergriffen.

Aiedloſend ſtreichelte die Gräſin die weiche Kange des
Mädchens.
Und Herr von Steinhagen?
Du haſt ja geleſen, daß er fort will, weit weg! An mich
denkt er ja nicht, und ich kann ihn nie vergeſſen!
Acht Tage ſpäter reiſte Yvonne ab. Es wollte Frühling
werden. Allenthalben ſproßte und grünte es, die Luft ging
hell und klar. Bäume und Sträucher hatten dicke Knoſpen
angeſetzt, und das geheimnisvolle Werden in der Natur
erfüllte alle Herzen mit neuem Mut und neuer Hoffnung.
Der Juſtizrat war ſehr zuvorkommend. Mit Entzücken
blickte er auf das reizvolle Mädchen, auf deſſen Geſicht die
Farbe kam und ging, während er es in den Stand von
Steinhagen einweihte. Nun ſei aber noch eine Fahrt dahin
nötig.
Yvonne proteſtierte. Nein, Herr Juſtirat, ich habe
meine Gründe, daß ich nicht als Beſitzerin bekannt ſein
will.
Weiß ich, verehrte Komteſſe! Ich habe deshalb Herrn
von Steinhagen geſagt, daß der Käufer ein höherer Offi=
zier
iſt, durch Krankheit ſeiner Frau augenblicklich ver=
hindert
, ſelbſt zu kommen. Sie werden auf dem Gute ja
niemand begegnen, da Herr von Steinhagen, ſowie auch
die Damen verreiſt ſind.
Aber die Mamſell, die mich kennt, überhaupt das Per=
ſonal
! Ich bin doch verſchiedentlich draußen geweſen.
Denen ſagt man, daß Sie Ihren Beſitz nach Stein=
hagenſchem
Muſter einrichten wollen. Wie ſollten die
darauf kommen, in Ihnen den Käufer zu ſehen! ſo weit
denken die gar nicht. Aber ſchon in meinem Intereſſe,
Komteſſe, muß ich Sie bitten, nach Tiſch mit mir nach
Steinhagen zu fahren. Sie nehmen mir dadurch eine
Menge Arbeit ab. In kürzeſter Friſt iſt ja alles erledigt.

Schließlich gab ſie nach. Eine uneingeſtandene Sehn=
ſucht
zog ſie ſelbſt dahin, wo der geliebte Mann ſo gern
weilte.
In ihre Gedanken verſunken, bemerkte ſie das liſtige
Augenzwinkern des Juſtizrats nicht, der ſich lächelnd den
grauen Bart ſtrich, froh, daß ſein Plan aller Vorausſicht
nach gelingen würde.
Denn auch er teilte die Anſicht der Gräfin. Das, was
Yvonne getan, tut man nur für einen Mann, den man
liebt.
Und über Lothars Empfindungen hatte er auch ſein
eigenen Anſichten. Als er mit ihm über das fabelhafte
Glück der früheren Geſellſchafterin des Fräulein Konſtanze
geſprochen und einige ſcherzhafte Worte und Hinweiſe ge=
macht
, da war Lothar ſchroff geworden. Man möge ihn
in Ruhe laſſen, er ſei kein Mitgiftjäger, und wenn er vor=
her
kein Intereſſe für die Dame gehabt, dann jetzt erſt recht
nicht.
Aber er war dabei rot geworden und unnötig erregt.
Sein Blick war unſicher dem des väterlichen, älteren
Freundes ausgewichen, und der feine Menſchenkenner
wußte genug.
Und war es nach dieſem ein Unrecht, ſo zu handeln,
wie er vorhatte?
Er vermeinte, ordentlich das Herzklopfen zu ſpüren,
das Yvonne befiel, als der Wagen im Hofe von Stein=
hagen
einfuhr. Er war ihr beim Ausſteigen behilflich,
und den Wortſchwall der herbeigeeilten Mamſell ſchnitt
er kurz durch einige geſchickt gewählte Worte ab.
(Fortſetzung folgt.)

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Luftfahrt.

sr. Für den 50000 Mark=Preis Kaiſer Wil=
helms
, den dieſer an ſeinem letzten Geburtstage für
deutſche Flugmotoren ſtiftete, werden jetzt alsbald die
näheren Beſtimmungen ausgearbeitet werden. Es iſt zu
dieſem Zwecke zunächſt ein Ausſchuß gebildet worden und
zwar in einer Sitzung im Reichsamt des Innern, der auch
Prinz Heinrich von Preußen beiwohnte. Zum
Vorſitzenden des Ausſchuſſes wurde Miniſterialdirektor Dr.
Lewald vom Reichsamt des Innern gewählt, zum ſtellver=
tretenden
Vorſitzenden Geh. Regierungsrat Albert. Ferner
gehören dem Ausſchuß an: Kapitän zur See Lübbert, Oberſt
Schmiedecke vom Kriegsminiſterium, Miniſterialdirektor Dr.
Naumann, Geh. Regierungsrat v. Achenbach im Kultus=
miniſterium
, Geheimrat Prof. Dr. Riedler von der Tech=
niſchen
Hochſchule zu Charlottenburg, Adalbert Graf Siers=
torpff
und Direktor Wolff als Mitglieder des Kaiſerlichen
Automobilklubs, Generalleutnant z. D. Nieber vom Kaiſer=
lichen
Aeroklub, Dr. Sperling als Geſchäftsführer des Ver=
eins
Deutſcher Motorfahrzeuginduſtrieller, und Direktor
Rumpler und Auguſt Euler vom Verein Deutſcher Flug=
zeuginduſtrieller
. Der Kaiſerpreis wird bei dem Flugzeug=
motorenwettbewerb
mit zur Verteilung gelangen, der, wie
ſchon früher mitgeteilt, vom Kaiſerlichen Automobilklub,
Kaiſerlichen Aeroklub und Verein Deutſcher Motorfahrzeug=
induſtrieller
gemeinſam geplant iſt. Während aber ur=
ſprünglich
ein internationaler Wettbewerb in Ausſicht ge=
nommen
war, hat man ſich jetzt mit Rückſicht auf den Kaiſer=
preis
entſchloſſen, den Wettbewerb auf rein nationaler
Grundlage aufzubauen. Die näheren Prüfungsbedingungen
werden von den techniſchen Kommiſſionen des Kaiſerlichen
Automobilklubs, des Kaiſerlichen Aeroklubs und des Ver=
eins
Deutſcher Flugzeuginduſtrieller unter Hinzuziehung
von Geheimrat Dr. Riedler ausgearbeitet werden. Die Vor=
ſchläge
werden zunächſt durch das Reichsamt des Innern
geprüft, und ſchließlich dem jetzt neu gebildeten Vorſtande
vorgelegt, der dann endgültig beſchließen wird. Außer dem
50 000 Mark=Preiſe des Kaiſers hat auch das Kriegs=
miniſterium
für den Wettbewerb 20000 Mk. geſtiftet. An=
dere
wertvolle Preisſtiftungen ſtehen in Ausſicht, ſodaß eine
beträchtliche Summe zuſammenkommen dürfte.
sr. Ein 10000 Francs=Preis für flie=
gende
Fahrräder iſt von dem Hauſe Peugeot aus=
geſetzt
worden. Zur Bedingung bei dem Wettbewerb iſt
u. a. gemacht, daß die Apparate ausſchließlich durch Men=
ſchenkraft
getrieben werden. Beim Aufſtieg darf fremde
Hilfe nicht in Anſpruch genommen werden. Im übrigen
ſind die Anſprüche zunächſt ſehr geringe, da man nur einen
zweimaligen Schwebeflug über 10 Meter Diſtanz auf einer
vorher feſtzulegenden Linie hin und zurück verlangt. Der
Wettbewerb iſt vom 1. Juli 1912 an offen. Der Preis wird

Ferite het, r etenter nent e
füllt.

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 3. Febr. ( Börſenwochen=
bericht
.) Die Börſen haben wieder recht ſtille Tage,
da die Spekulation weiter in Untätigkeit verharrte und
keine anregenden Faktoren vorlagen. Zeitweiſe war es
etwas belebter infolge der erneut aufgetretenen Schwank=
ungen
auf dem New=Yorker Platz, doch konnte die Ten=
denz
ſowohl hier als wie dort ſchließlich ſich befeſtigen.
Der Geldmarkt bleibt zwar andauernd gut disponiert
und iſt insbeſondere tägliches Geld reichlich offeriert, aber
der Privatdiskont ſtellte ſich etwas höher, bis 3½ Prozent.
Man hatte dieſe Woche eine Diskonto=Ermäßigung ſei=
tens
der Bank von England erwartet, aber die dortige
Anſpannung hat, wenn ſie auch weſentlich erleichtert iſt,
immerhin dieſes Inſtitut noch zur Reſerve veranlaßt, umt
ſich die Kontrolle über den Geldmarkt zu erhalten. Die
Deutſche Reichsbank verfügt über eine ſteuerfreie Noten=
reſerve
von 70.09 Millionen Mark gegenüber einer ſolchen
von 211.60 Millionen Mark am 23. Januar und 158.36
Millionen Mark am 31. Januar 1911.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, ſind
deutſche Renten im ganzen wenig verändert. Der Sub=
ſkriptionserfolg
der deutſchen Anleihen, der eine mäßige
Ueberzeichnung brachte, darf inſofern befriedigen als die
Anleihen durch die Höhe der Zeichnungen mit Sperrver=
pflichtung
gut plaziert erſcheinen. Die in Oeſterreich faſt
gleichzeitig ſtattgehabte Oeſterreichiſche Renten=Emiſſion
hat ſich hingegen bei ſtarker Propagandatätigkeit ein ſtatt=
liches
Zeichnungsreſultat geſichert.
Ausländiſche Staatsfonds blieben gut behauptet, ſpe=
ziell
die Buenos Aires waren anſehnlich beſſer. Portu=
gieſen
nur mäßig abgeſchwächt, obwohl die innerpolitiſche
Lage wieder viel zu wünſchen übrig läßt. Für Chineſen
beſtand eine beruhigtere Auffaſſung. Am Bankenmarkte
herrſchte feſte Stimmung, um ſo mehr die Zeit der Bilanz=
veröffentlichungen
jetzt heranrückt, wobei man zumeiſt
günſtige Ergebniſſe erwartet. Für Berliner Handelsge=
ſellſchaft
ſollen 9½ Prozent in Ausſicht ſtehen. Von Trans=
portaktien
haben Schantung und Norddeutſcher Lloyd pro=
fitieren
können, ſonſt blieb das Geſchäft in. dieſen Wer=
ten
geringfügig.
Am Montangebiet machte die Beſeitigung des Luxem=
burgiſchen
Streiks und die Verlängerung der oberſchleſi=
ſchen
Stahlwerksvereinigung guten Eindruck. Ueber die
Interpretation, die man der amerikaniſchen Stahlzoll=
ermäßigung
für den Weltmarkt geben ſoll, iſt man ſich noch
nicht ſo ganz klar. Kohlenwerte ebenfalls feſt, da man
von einer eventuellen franzöſiſchen Ausſtandsbewegung
Anregung für den deutſchen Kohlenmarkt erhofft. Die An=
lagenerweiterung
bei der Deutſch=Luxemburgiſchen Geſell=
ſchaft
hatte auf den Aktienkurs keinen Einfluß.
Am Kaſſainduſtriegebiet herrſchte etwas ſtärkere Nach=
frage
. So erhöhten ſich Deutſche Gold= und Silberſcheide=
anſtalt
auf 895, Holzverkohlung auf 285, Kleyer auf 466½,
Deutſche Ueberſee auf 183½ und Illkirchener Mühlen=
werke
auf 124; auch Elektrizitätsaktien nach matterer
Wocheneröffnung ſchließlich anziehend, nur Bergmann bis
210 nachgebend. Weiter ſchwach lagen Fahrzeug Eiſenach
bis 126.10, ferner Fränkiſche Schuhfabriken (Nürnberg)
bis 143 rückgängig auf die Dividende von 7 Prozent gegen
10 Prozent im Vorjahr. Zuckeraktien vernachläſſigt. Wag=
häuſel
201, Frankenthal 388.25. Von Kolonialwerten ſind
South Weſt Africa mehrere Prozent höher, da die Divi=
dende
7½ Prozent gegen 5 Prozent im Vorjahre betragen
ſoll. Kolonialanteile für Südweſtafrika notieren etwa
610. Bezüglich der Aufwärtsbewegung der Kunſtſeide=
Aktien bis 122 beſagt eine belgiſche Meldung, daß in Brüſ=
ſel
Verhandlungen wegen Bildung eines Discoſé= und
Kunſtſeide=Syndikats aufgenommen werden ſollen, und
zwar ſolle letzteres nicht nur die Preiſe, ſondern auch die
Exportzonen regulieren.
Von Loſen notieren: Augsburger 38., Braunſchwer=
ger
207., Pappenheimer 62.50, Freiburger 75.25, Tür=

riſche 1250, Genug 190., Ungariſche 371.75, Meininger
35.40, Venediger 43.75, Mailänder 45 Fr.=L. 150. Mai=
länder
10 Fr.=L. 33.90, Raab=Grazer=Anrechts=Scheine
38.60, in Reichsmark; Gothaer Präm. II 117.90, Madrider
79.50, Donau=Regulierung 180 nominell, in Prozent; fer=
ner
ſchließen: 4proz. Reichsanl. (bis 1918 unkündbar)
101.80, 3½proz. Reichsanl. 91.30, 3proz. Reichsanl. 82.25.
4proz. Heſſen von 1899 100.35, 4proz. Heſſen von 1906
100.30 G., 4proz. Heſſen von 1908/09 100.30 G., 4proz. Heſ=
ſen
100.30 G., 3½proz. Heſſen 89.80, 3proz. Heſſen 79.50,
4proz. Darmſtädter 99.90 G., 3½proz. Darmſtädter 90.20,
4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S 1823) 101 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 2425) 101.25, 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 35) 90.30, 3½proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (S. 911) 90.10 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr.
(S. 1012) 101 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 1314)
101.25, 3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 13) 90.30 G.,
3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 4) 90.20 6 Darmſtädter
Bank 126½, Süddeutſche Immobilien=Geſellſchaft (Mainz)
76.50 P., Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft 124 G.,
Lederwerke vormals Spicharz (Offenbach a. M.) 84.50,
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.)
274 G., Chemiſche Mühlheim a. M. 78.20, Schantungbahn
127½, South Weſt Africa 158., Otavi=Anteile 94.50,
Otavi=Genußſcheine 65., 4½proz. Ruſſen 100.50, 4proz.
1880er Ruſſen 92 G., 4proz. 1902er Ruſſen 91.60, 3¼proz.
Ruſſen 88.50, 3½proz. Ruſſen 86.50, 3proz. Ruſſen 80.25,
zproz. unifiz. Türken 92., 4proz. Adminiſtr. Türken 85 G.,
4proz. Bagdadbahn 84.35, 4proz. konventierte Türken
1905/11 82.20, 5proz. Chineſen 99., 4½proz. Chineſen
94.70, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 98.30 G., 4 ½=
proz
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Aires 73½ G.

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