Darmstädter Tagblatt 1912


20. Januar 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen= Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 34 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter trifft
am Samstag in Rom ein.
Der franzöſiſche Miniſterrat beſchloß die Ein=
ſetzung
einer Kommiſſion zur Organiſation des ma=
rokkaniſchen
Protektorats.
Ein franzöſiſcher Poſtdampfer wurde in der
Nähe von Sardinien von italieniſchen Torpedoboots=
zerſtörern
angehalten.
Bei dem Untergange des engliſchen
Dampfers Wiſtow Hall an der Küſte von
Aberdeen ſind 53 Perſonen ertrunken.
Das norwegiſche Odelsthing nahm einen Ge=
ſetzentwurf
an, nach dem Frauen unter den gleichen
Bedingungen wie Männer Staatsämter erhalten
können.
Die türkiſche Kammer iſt aufgelöſt worden.
Die Bedingungen für die Abdankung der Man=
dſchudynaſtie
in China und die Errichtung
der Republik ſind feſtgeſetzt worden.

Polikiſche Wechenſchau.

Das Reſultat der Reichstagshauptwahlen beſchäf=
tigte
begreiflicherweiſe in dieſer Woche auf das lebyaf=
teſte
die Gemüter, und insbeſondere die Frage, wie ſich
die einzelnen Parteien zu den Stichwahlen ſtellen wür=
den
, ſtand im Vordergrunde des Intereſſes, da ja hier=
von
das Geſamtbild des neuen Reichstags abhängt. Mehr
denn je iſt diesmal ein zweiter Wahlgang erforderlich
geworden. Bei nicht wenigen der Parteien hängt faſt
der ganze Mandatsbeſitz von dem Ausgang der Stich=
wahlen
ab. Namentlich für die bürgerliche Linke, nach=
dem
die Nationalliberalen bisher nur wenige Mandate
behaupten oder erringen konnten und die Fortſchritts=
partei
völlig leer ausgegangen iſt. Soweit man aus
dem erſten Wahlgang einen Schluß ziehen kann, ſo er=
glbt
ſich, wie erwartet, ein großes Anſchwellen der ſo=
zialdemokratiſchen
Stimmen, die ein Plus von faſt einer
Million aufzuweiſen haben, auch die bürgerliche Linke hat
einen nicht unbeträchtlichen Stimmengewinn in Höhe
von über 300000 aufzuweiſen, was allerdings bei der
Erwerbung von Mandaten nicht zum Ausdruck gekom=
men
iſt. Die rechtsſtehenden Parteien dürſten einige
Mandatsverluſte zu verzeichnen haben, indeſſen wird
dieſe Zahl ſchwerlich ſo groß werden, wie man es wohl
auf der Linken erhofft hat. Trotz des Fehlens einer
Wahlparole und des Mangels an Begeiſterung hat die
Wahlbeteiligung doch einen Rekord gezeitigt, der den
vom Jahre 1907 noch übertrifft, ein Zeichen, daß mit
ziemlicher Erbitterung gekämpft worden iſt. Auch die
Stichwahlen, deren Termin kleider aus unbekannten
Gründer, nicht einheitlich feſtgeſetzt worden iſt, dürften
noch manche Ueberraſchungen bringen und den einen oder
anderen bekannten Parlamentarier noch im letzten Au=
genblick
abſägen. Wie ſich die Dinge definitiv geſtalten
werden, läßt ſich noch gar nicht vorausſehen, da eine ein=
heitliche
Wahlparole von keiner Partei ausgegeben wor=
den
iſt, ſondern dies den Provinzorganiſationen über=
laſſen
iſt. Es liegt auf der Hand, daß unter dieſen Um=
ſtänden
die Parteigrundſätze verſchiedentlich über den
Haufen geworfen werden und man ſich lediglich von tak=
tiſchen
Bewegungen leiten läßt, wobei ſogenannte Kom=
penſationen
auf Deutſch Mandatsſchacher eine wich=
tige
Rolle ſpielen werden. Nur das eine läßt ſich ſchon
heute ſagen, daß die Reichsregierung im Hinblick auf das
Anſchwellen der radikalen Linken nicht immer einen
leichten Stand haben wird und daß es diesmal ihr nicht
leicht werden dürfte, die zu erwartenden großen Heeres=
und Marine=Forderungen durchzubringen.
Mitten im Wahlkampfe iſt der preußiſche Landtag zu
ſeiner letzten Seſſion zuſammengetreten. Freilich hat
man nur die Präſidentenwahl erledigt, um ſich bis nach
Ausgang der Reichstagswahlen zu vertagen und dann
erſt in die eigentlichen Verhandlungen, insbeſondere die
Etatsleſung, einzutreten. Die Thronrede bringt nicht
ſonderlich Aufregendes. Sie iſt kühl und geſchäftsmäßig
gehalten und kündigt im weſentlichen nur bekanntes an.
So weiß man ſchon lange, daß eine Steuerreform be=
vorſteh
: die die einzige bereutſame Vorlage darſtellt.
Von kleineren Entwürfen ſei nur der Vorſchlag erwähnt,
Unterſtützungsempfänger, die ſich als arbeitsſcheu er=
weiſen
, einem Arbeitszwange zu unterſtellen, der auf
der einen Seite wohl Gutes haben kann, anderſeits auch,
falls nicht genau umgrenzte Weiſungen getroffen wer=
den
, doch Nachteile im Gefolge haben kann.
Die franzöſiſche Miniſterkriſe hat ihre Erledigung
* durch ein Kabinett Poincaré gefunden, in dem der Pre=
mierminiſter
ſelber das Portefeuille des Aeußern über=
nahm
, während Delcaſſé im Marineminiſterium verbliev.
Das Kabinett weiſt eine Reihe nicht nur hervorragen=
der
, ſondern, ſehr hervorragender franzöſiſcher Politiker

auf, wozu man, äußerlich betrachtet, Frankreich beglück=
wünſchen
könnte, aber es iſt dabei vielleicht des Guten
etwas zu viel getan, denn es wird nicht immer leicht
ſein, Männer von ſolcher Autorität unter einen Hut zu
bringen. Immerhin aber bedeutet ein Kabinett Poin=
cars
mit Leuten wie Millerand, Bourgeois, Dupuys u. a.
eine Politik der Mäßigung. Hierin liegt ein gewiſſes
Moment der Beruhigung. Ein Kabinett Delcaſſé, in
dem dieſer wahrſcheinlich das Aeußere gleichfalls über=
nommen
haben würde, hätte doch mancherlei Bedenken
hervorrufen miſſen, und daher iſt es im allgemeinen In=
tereſſe
beſſer, daß er die ihm angebotene Neubildung des
Miniſteriums abgelehnt hat.
Ein Gegenſtück zu Delcaſſé ſcheint in England Sir
Edward Grey zu bilden. Es iſt wohl nicht von unge=
fähr
, daß jetzt ſowohl im liberalen wie im konſervativen
Lager Stimmen laut werden, die ſich auf das ſchärfſte
gegen Greys waghalſige und gegen Deutſchland gerichtete
Politik wenden. Man wird ſich erſt jetzt ſo richtig dar=
über
klar, welchen Gefahren man durch die Hal=
tung
Greys während der Marokkofrage ausgeſetzt war,
ohne daß zu einem Konflikt mit Deutſchland irgend
welche Veranlaſſung für England vorgelegen hätte. Dieſe
Einſicht kommt ſpät, vielleicht aber noch nicht zu ſpät. und
gerade darin, daß dieſe Stimmung völlig unbeeinflußt
von uns aufkommt, liegt immerhin ein erfreuliches Zei=
chen
, denn es zeigt ſich, daß doch noch manche Kreiſe in
England beſonnen ſind und ſich nicht in einen Konflikt
mit Deutſchland treiben laſſen möchten.
Auch auf dem Kriegsſchauplatze in Tripolis iſt nach
wie vor nichts neues zu berichten, auf beiden Seiten
ſtand man ſich während der letzten Wochen ziemlich un=
tätig
gegenüber, und man muß ſich die Frage vorlegen,
wie lange das wohl noch dauern wird, bis eine Eutſchei=
dung
nach der einen oder anderen Richtung fällt. Wie
es heißt, iſt jetzt von Seiten Rußlands mit Unterſtützung
anderer Mächte, darunter auch Deutſchland, eine Ver=
mittelungsaktion
in die Wege geleitet worden, anſchei=
nend
aber ohne Erfolg. Es iſt begreiflich, wenn dieſe
Lage, die auch die geſamte Weltpolitik in Mitleidenſchaft
zieht, auf die Dauer den Mächten unbequem wird.
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächten begibt ſich dieſer
Tage nach Rom, um dort mit dem Miniſter des Aeußern
di San Giuliano zu konferieren, und es liegt auf der
Hand, daß man bei dieſer Gelegenheit ſehr eingehend
die tripolitaniſche Frage erörtern wird.
In Oſtaſien ſcheint nunmehr das Schickſal der
Mandſchu=Dynaſtie beſiegelt zu ſein. Am Hofe hat man
eingeſehen, daß es keinen Zweck hat, auf die Dauer den
Rebellen Widerſtand zu leiſten, da mehr und mehr von
der Dynaſtie abfällt. Der klugen Ueberredungskunſt
Juanſchikais vornehmlich dürfte es zu danken ſein, wenn
der Hof verzichtet. Jedenfalls dürfte man mit Sicher=
heit
darauf rechnen, daß die Mandſchus aufgehört ha=
ben
. in China zu herrſchen. Tatſächlich ſcheint die repu=
blikaniſche
Staatsform Eingang finden zu ſollen. und es
liegt nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit, daß
zu ihrem definitiven Präſidenten kein anderer als Juan=
ſchikai
ſelber erkoren wird, da dieſer als der einzige
Mann gilt, der in ſo ſchwerer Zeit die Regierungs=
geſchäfte
führen könnte. Ob freilich die republikaniſche
Staatsform ſich für China eignen wird, iſt eine andere
Frage.

Die Schadenfrende des Auslandes

kommt anläßlich der Reichstagswahlen vielfach
recht unverhohlen zum Ausdruck. In der ganzen däni=
ſchen
Preſſe erregte das aufs geſpannteſte erwartete
Wahlergebnis Nordſchleswigs, deſſen Bedeutung in dem
ſtarken Zuwachs däniſcher Stimmen bei deutſchem Rück=
gange
liegt, die größte Begeiſterung. Die däniſche
Preſſe feierte das Ergebnis als den glänzendſten
däniſchen Sieg ſeit der Annexion Schleswig= Hol=
ſteins
. Der Kopenhagener Zentralverein der Irredenta
Dänemarks ſandte dem ſchleswigſchen Dänenführer,
Reichstagsabgeordneten Hanſſen, wärmſte Glückwünſche.
In dem unter dem Protektorat des däniſchen Kronprin=
zen
ſtehenden Akademieverband fand ſchon am Wahl=
abend
eine Siegesfeier ſtatt. Außer der däniſchen Preſſe
aller Richtungen huldigte namentlich die Regierungspreſſe
den Dänen Schleswigs in Wort und Bild. Die miniſte=
rielle
Zeitung Priget rühmt die Wahl als ſtolzen Tag
für das Dänentum Jütlands. Das Hofblatt National
Tidende ſtellt befriedigend feſt, daß die Wahl unter Füh=
rung
der allerſchärfſten Tonart erfolgte.
Obgleich man in Frankreich mit den eigenen An=
gelegenheiten
bis über die Ohren zu tun hat, verfolgt
man doch die Ergebniſſe der deutſchen Reichstagswahlen
mit Luchsaugen. Was naturgemäß in erſter Linie und
am lebhafteſten intereſſiert, iſt die Frage, inwiefern der
Wahlausfall auf die fernere Orientierung der deutſchen
auswärtigen Politik von Einfluß werden könnte, und ob

nicht etwa das darin kundgebende ſtetige Anwachſen
der roten Flut den Kaiſer veranlaſſen werde, eine
kriegeriſche Ablenkung nach außen zu ſuchen.
Die Lanterne, das Sprachrohr der franzöſiſchen Welt=
friedensſchwärmer
, hält alle Kriegsbeſorgniſſe für zur=
zeit
unbegründet und meint, die verhängnisvolle Er=
fahrung
von 1870 müſſe auch dem Deutſchen Kaiſer zur
Lehre und Warnung dienen. Im übrigen freut ſich
das Blatt über den Sieg, der mehr ein demokratiſcher,
als ſozialiſtiſcher zu nennen ſei. Laut und überſchweng=
lich
feiert natürlich die Humanité den Triumph des revo=
lutionären
Proletariats: Der 12. Januar iſt und bleibt
ein geſchichtliches Datum! Er zeigte die Armee des revo=
lutionären
Proletariats in immer ſtärkerem Anwachſen.
Dieſer Sieg iſt der Vorläufer weiterer Siege und rückt
den Zeitpunkt der endlichen Befreiung näher! Das iſt
deutlich!
Die Kommentare der Londoner Preſſe zur
Reichstagswahl in Deutſchland heben natürlich einſtim=
mig
den Sieg der Sozialdemokratie als das bedeutendſte
Moment hervor, und allgemein wird die Meinung ge=
äußert
, daß auf der einen Seite die Sozialdemokraten
zwar für eine beſſere Verſtändigung mit England eintre=
ten
werden, auf der anderen aber das unvermeidliche Ge=
ſetz
über verſtärkte Kriegsrüſtungen dennoch glatt durch=
gehen
werde. Die Daily News ſchreibt: Die ganze Kraft
der Regierung war gegen die Sozialdemokraten gerichtet,
die der Reichskanzler als Feinde des Staates bezeichnete.
4½ Millionen Deutſche haben jetzt bewieſen, daß ſie die
Feinde des Staates vorziehen. Ihre Stimmen, wenn
ſie auch nicht eine Bekehrung zum Sozialismus bezeugen,
drücken doch einen Proteſt gegen den Schutzzoll, gegen das
Jingotum und gegen die angeſchwollenen Rüſtungen aus.
Die 4½ Millionen ſozialiſtiſcher Stimmen ſprechen eine
klare Warnung aus, daß der autokratiſch=
bureaukratiſche
deutſche Staat auf unſi=
cheren
Grundlagen ruht, (!!) und daß eine jede
abenteuerliche auswärtige Politik ihm gefährlich werden
kann. Der nächſte Schritt liegt nun bei uns.
Unſer auswärtiges Amt hat jetzt eine neue Gelegenheit,
die Spannung der letzten fünf oder ſechs Jahre zu beſei=
tigen
. Die Times ſchreibt: Die deutſche Nation teilt
ſich in zwei unverſöhnliche Lager, und dies muß eine ge=
fährliche
Lage in einem Lande ſchaffen, wo die Ge=
walten
des Widerſtandes, von dem ganzen Gewicht mili=
täriſch
=bureankratiſcher, agrariſcher, finanzieller und reli=
giöſer
Einflüſſe unterſtützt, die abſolute Kontrolle der
Staatsmaſchine behalten haben.
Weniger ſchadenfroh und mit auffallendem Ver=
ſtändnis
für die wahre Lage äußert ſich der konſervative
Standard: Man muß jedoch nicht denken, daß die Zu=
nahme
in den ſozialdemokratiſchen Stimmen genau den
Fortſchritt der ſozialdemokratiſchen Lehre in Deutſchland
bedeutet. Es iſt vielmehr wahrſcheinlich, daß ein großer
Teil der Wähler ihre Stimmen einem ſozialdemokräti=
ſchen
Kandidaten gegeben haben, nicht etwa weil ſie mit
ihm übereinſtimmen, ſondern weil ſie mit dem Stande der
Dinge, wie er jetzt iſt, unzufrieden ſind und die Gelegen=
heit
ergreifen, um der Bureaukratie eine Lektion zu er=
teilen
.

Deutſches Reich.

Unterſtützungsfonds für Beamte. Die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: In der erſten
Sitzung des preußiſchen Abgeordnetenhauſes am 15.
Januar kündigte der preußiſche Finanzminiſter u.sa. die
Erhöhung des Unterſtützungsfonds für Beamte durch den
Etatsentwurf für 1912 um 3 Millionen Mark an. Auch
der Entwurf des Reichshaushaltsetats für 1912 ſieht eine
erhebliche Verſtärkung des Unterſtützungsfonds für Be=
amte
und Unteroffiziere vor. Wie in Preußen beſteht
auch im Reiche die Abſicht, ſchon für das Rechnungsjahr
1911 bei den Unterſtützungsfonds im Wege der Etats=
überſchreitung
Mittel flüſſig zu machen. Allerdings kann
die Auszahlung der Mehrbeträge erſt erfolgen, nachdem
ſich die Verbündeten Regierungen der Zuſtimmung des
Reichstags vergewiſſert haben. Zu dieſem Zwecke wird
bei der Einbringung des Etats im Reichstag eine ent=
ſprechende
Ankündigung gemacht werden. Daß vom
Reichstage Widerſpruch erhoben werden ſollte, iſt nicht
anzunehmen. Es darf daher damit gerechnet werden

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

daß noch im Laufe dieſes Rechnungsjahres die Mehr=
beträge
an Unterſtützungen an die Beamten uſw. des
Reiches zur Auszahlung kommen.
Wahlprüfungen in Elſaß= Lothrin=
gen
. Das Oberlandesgericht Kolmar als verfaſſungs=
mäßige
Berufungsinſtanz für Wahlanfechtungsklagen hat
nach fünfſtündiger Verhandlung die Wahl der Landtags=
abgeordneten
Hoen=Saargemünd und Brogli=Habsheim,
beide Zentrum, wegen unzuläſſiger Wahlbeeinfluſſung
ſeitens der Geiſtlichkeit für ungültig erklärt.
Weibliche Handwerker. Wie eine Korre=
ſpondenz
hört, finden gegenwärtig bei allen Handwerks=
kammern
Beratungen über die Hebung der Stellung der
weiblichen Handwerker ſtatt, zu welchem Zweck die maß=
gebenden
Frauenvereinigungen hinzugezogen ſind. Es
handelt ſich um die Aufſtellung beſtimmter Grundſätze für
das Lehrlingsweſen, ferner um die Bildung von Prü=
fungsausſchüſſen
für die Geſellenprüfungen und von Prü=
fungskommiſſionen
für die Meiſterprüfungen. Die Prü=
fungsausſchüſſe
ſollen durch Hinzuziehung weiblicher
Mitglieder eine Erweiterung erfahren. Die Handhabung
der geſetzlichen Beſtimmungen für Handwerker weicht
gegenüber den weiblichen Gewerbetreibenden vielfach von
der übrigen Handhabung ab. Es liegt in der Abſicht der
Regierung, die Frauen während einer gewiſſen Ueber=
gangszeit
zu den Prüfungen auch dann zuzulaſſen, wenn
ſie die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit und die
Ablegung der Geſellenprüſungen nicht nachzuweiſen ver=
mögen
. Weiblichen Gewerbetreibenden, die aus beſon=
deren
Gründen die Meiſterprüfung nicht abgelegt haben,
ſoll dennoch die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen
verliehen werden.
Verkehrsfragen in Sachſen. In der
Erſten ſächſiſchen Kammer kam Finanzminiſter v. Seyde=
witz
bei der allgemeinen Etatsdebatte auch auf die Frage
des Eiſenbahndurchgangsverkehrs durch Sachſen zu
ſprechen.
Er führte u. a. aus, wenn der Verkehr zum Teil et=
was
abgeleitet worden ſei, ſo habe das ſeinen Grund
in dem Bau von Linien durch Thüringen. Im allgemei=
nen
ſei aber zwiſchen den Bundesſtaaten die Verein=
barung
getroffen, nach der dem einzelnen Staat ein ge=
wiſſer
Anteil an dem Durchgangsverkehr geſichert ſei. Vor
einiger Zeit fand eine Preßpolemik ſtatt über die Mängel
in der Verbindung Berlin-Dresden. Daraufhin habe
er mit dem preußiſchen Verkehrsminiſter Verhandlungen
gepflogen und dabei das freundnachbarlichſte Verſtändnis
und bereitwilligſtes Entgegenkommen gefunden. Die
beſten Verbindungen zwiſchen Berlin und Wien führten
über Dresden, nicht über Oderberg. Mit dem 1. Mai
würden weitere Verbeſſerungen eintreten, insbeſondere
hinſichtlich des Verkehrs zwiſchen Schleſien und Mün=
chen
, wodurch ſelbſtverſtändlich auch Dresden einen Vor=
teil
haben werde. Aus ſeinen Darlegungen wolle die
Kammer erſehen, daß ein großes Entgegenkommen ge=
genüber
den ſächſiſchen Wünſchen in Preußen herrſche.
Der Miniſter ging dann auf die vom Vizepräſidenten
Beutler angeregte Frage der Elektriſierung der Staats=
bahnen
ein und meinte, die Vorausſicht, daß die Kohlen=
felder
in Sachſen, beſonders die Steinkohlenfelder, in ab=
ſehbarer
Zeit abgebaut ſeien, habe der Regierung die
Frage nahegelegt, ſich mit der Erwerbung eigener Koh=
lenfelder
zu befaſſen. Er könne heute ſchon mitteilen,
daß noch in der gegenwärtigen Tagung den Ständen
eine Denkſchrift darüber zugehe. Unter gewiſſen Vor=
ausſetzungen
werde die Regierung den elektriſchen Be=
trieb
einführen. Die erſte Vorausſetzung ſei, daß ein
biliger Strompreis erzielt werde. Aus dieſem Grunde
wolle auch die Regierung eigene Kohlenfelder erwerben.
Durch ihren Erwerb werde der außerordentliche Etat um
etwa 25 Millionen Mark belaſtet. Die Vorlage hierüber
werde ebenfalls den Ständen in nächſter Zeit zugehen.

Ausland.

Frankreich.
Die Organiſation des marokkaniſchen
Protektorats. Der Miniſterrat unter dem Vorſitz

Falliéres beſchloß auf Vorſchlag des Miniſter des Aeu=
ßern
, des Finanz= und Kriegsminiſters, eine intermini=
ſterielle
Kommiſſion einzuſetzen, die die Aufgabe haben
ſoll, die Bedingungen für die Einrichtung des Proter=
torats
in Marokko feſtzuſtellen. Die Kommiſſion wird im
Miniſterium des Aeußern unter Vorſitz des franzöſiſchen
Geſandten in Tanger tagen. Der Kommiſſion werden
unter anderen angehören: Der franzöſiſche Geſandte in
Tanger Regnault, der proviſoriſche Miniſter der politi=
ſchen
Angelegenheiten im Miniſterium des Aeußern
Conty, der franzöſiſche Vertreter im Ueberwachungsaus=
ſchuß
der marokkaniſchen Zölle Guyſt, der Leiter der fran=
zöſiſchen
Militärmiſſion in Marokko Oberſtleutnant Man=
gin
, der Direktor der öffentlichen Arbeiten der marokka=
niſchen
Regierung Ingenieur Porcher, der Direktor des
Finanzminiſteriums Deschangel, ſowie der Zenſor der
marokkaniſchen Staatsbank und Unterdirektor der Bank
von England Sergaut. In der Senatskommiſſion ſagte
der Miniſterpräſident, er glaube nicht, daß es zur Zeit
notwendig wäre, den Effektivbeſtand des Okkupations=
korps
zu verſtärken. Er ſei jedoch der Anſicht, daß 38000
Mann notwendig ſeien, um das Protektorat zu ſichern.
Später könne der Effektivbeſtand durch die Schaffung
ſcherifiſcher Truppen, die nach dem Muſter des franzö=
ſiſchen
Heeres eingeteilt werden würden, verringert wer=
den
. Bald nach Uebernahme des Vertrages würde ein
Beamter mit dem Sultan Verhandlungen anknüpfen, wie
es auch im Jahre 1881 in Tunis geſchehen ſei.
In der Senatskommiſſion zur Bera=
tung
des deutſch=franzöſiſchen Abkom=
mens
gab Miniſterpräſident Poincaré dem Wunſche der
Regierung Ausdruck, daß das Abkommen ſobald als
möglich ratifiziert werden möge.
Die Verluſte in Marokko. Nach einer vom
Generalſtab des Beſatzungskorps von Caſablanca zu=
ſammengeſtellten
Verluſtliſte ſind während des Zuges
nach Fez in der Zeit vom 1. Mai bis 1. November 30
Offiziere und 50 Unteroffiziere und Soldaten vor dem
Feinde gefallen und 14 Offiziere und 60 Unteroffiziere
und Soldaten infolge von Krankheiten und Unfällen ge=
ſtorben
. 4171 Soldaten, nahezu ein Fünftel des Beſtan=
des
, wurden infolge von Krankheiten kampfunfähig. Am
miſten wurden die Kolonialtruppen von Krankheiten
mitgenommen, während ſich die Senegalſchützen am wi=
derſtandsfähigſten
erwieſen.
Belgien.
Zwiſchenfall in der Kammer. In der Kam=
mer
kam es am Donnerstag zu einem heftigen Zwi=
ſchenfall
. Seit Dienstag verhandelt die Kammer einige
ſozialiſtiſche Interpellationen über die Lebensmittelver=
teuerung
. Im Laufe der Sitzung ſagte der Sozialiſt
Wauters, daß die belgiſchen Agrarier künſtlich die Preiſe
für Lebensmittel in die Höhe trieben, um den Landwir=
ten
größere Verdienſte zu verſchaffen. Der klerikale De=
putierte
Debus de Warnaffe antwortete, die ſozialiſti=
ſchen
Führer bereicherten ſich an den Groſchen der Arbei=
ter
, um ſich fette Pfründen zu verſchaffen und ſie ſuchten
ſich außerdem unangenehmer Kontrolle zu entziehen. Der
Sozialiſtenführer Vandervelde verlangte eine Erklärung,
wen der Deputierte damit meine, worauf der klerikale
Deputierte antwortete, er gebe Vandervelde keine Ant=
wort
, ſeitdem er in öffentlicher Kammerſitzung die bel=
giſchen
Miſſionare beleidigt habe. Vandervelde nannte
darauf Debus de Warnaffe einen Feigling und wollte
ſich auf ihn ſtürzen. Der Miniſterpräſident hinderte ihn
daran, worauf die Rechte eine Barriere bildete, um
Vandervelde zu hindern, an den Deputierten heranzukom=
men
. Inzwiſchen wurde der klerikale Deputierte Debus
de Warnaffe von den Sozialiſten durch die Worte: Ben=
gel
! Feigling! Grüner Junge! beleidigt. Der Prä=

ſident unterbrach die Sitzung, die nach einer Stunde wie=
der
eröffnet wurde. Hierauf beantragte der Präſident
die Verhängung der Zenſur über den Deputierten Van=
dervelde
. Trotz dem Widerſpruch der Liberalen und
Sozialiſten wurde die Zenſur mit 54 gegen 49 Stimmen
über Vandervelde verhängt.
Spanien.
Heeres= und Marinevorlagen. Der
Kriegsminiſter brachte in der Kammer verſchiedene Ge=
ſetzesvorlagen
ein, von denen eine die Organiſation des
Generalſtabes, eine andere die Feſtſetzung der Effektiv=
ſtärke
der Armee auf 115000 Mann im kommenden Etats=
jahr
betrifft. Der Marineminiſter brachte eine Vorlage
ein, nach der die Effektivſtärke der Flottenmannſchaften
auf 6537, die der Marine=Infanterie auf 3000 Mann feſt=
geſetzt
wird. Außerdem legte der Kriegsminiſter dem
Senat und der Kammer einen Geſetzentwurf über die
Aufſtellung von Truppen in den afrikaniſchen Kolonien
vor. Dieſe Truppen ſollen in der Hauptſache aus Frei=
willigen
mit vierjähriger Dienſtverpflichtung beſtehen.
Portugal.
Die äußere Politik Portugals. Im Senat
erklärte der Miniſter des Aeußern in Beantwortung einer
Interpellation, die äußere Politik Portugals werde auf
der Grundlage des Bündniſſes mit England fortgeſetzt.
Die Richtlinien der portugieſiſchen Kolonialpolitik ſeien
demnach in Uebereinſtimmung mit dem Bündnis feſtge=
legt
. Die Verhandlungen mit Deutſchland über die Ab=
grenzung
im ſüdlichen Angola nehmen ihren beſten Fort=
gang
. Dies ſei ein Beweis der freundlichen Geſinnung
Deutſchlands gegenüber Portugal.
Norwegen.
Zulaſſung der Frauen zu Staats=
ämtern
. Das Odelsting nahm den Geſetzentwurf an,
nach dem Frauen unter den gleichen Bedingungen wie
Männer Staatsämter erhalten können, ausgenommen
Miniſterpoſten, geiſtliche, diplomatiſche, Konſular= und
militäriſche Aemter. Die Anträge, Frauen auch zu die=
ſen
Aemtern zuzulaſſen, wurden abgelehnt.
Türkei.
Die Deputiertenkammer iſt aufgelöſt
worden. Der Senat beriet in geheimer Sitzung über
den Wortlaut der Antwort auf das Reſkript des Sultans.
Das Gutachten in dem der Senat dem Sultan zur Kennt=
nis
bringt, daß er für die Kammerauflöſung ſei, wurde
dem Sultan am Donnerstag gegen 4 Uhr vorgelegt. Um
5 Uhr verlas der Juſtizminiſter in der Kammer im Bei=
ſein
der meiſten Miniſter, ausgenommen des Großweſirs,
und in Anweſenheit zahlreicher Deputierter, das Auflö=
ſungsdekret
, in dem gemäß Artikel 7 der Verfaſſung auf
den Rat des Senats die Auflöſung der Kammer ange=
ordnet
und die Neuwahlen innerhalb dreier Monate an=
befohlen
werden. Sofort nach Verleſung des Dekrets
verließ der Präſident der Kammer den Sitzungsſaal. Die
Deputierten hörten die Verleſung ſtehend an und entfern=
ten
ſich ruhig.

* Haag, 18. Jan. Der Geſundheitszuſtand
der Königin gibt keinen Anlaß zur Beunruhigung.
Der Prinzgemahl iſt bereits am Dienstag von der Jagd
zurückgekehrt, ehe überhaupt ungünſtige Gerüchte über
den Geſundheitszuſtand der Königin hervortraten. Die
Zeitung Telegraf erfährt, daß trotz der leichten Unpäß=
lichkeit
der Köniain die Möglichkeit beſteht, daß die frohe
Erwartung nicht enttäuſcht werden wird. Falls
es nötig ſein ſollte, wird eine amtliche Bekanntmachung
über den Zuſtand der Köniain ausgegeben werden.
* Birmingham, 18. Jan. Das Ergebnis=
der
Abſtimmung der Bergarbeiter wurde in
der Verſammlung der Bergarbeitervereinigung bekannt
gegeben Für den Streik ſtimmten 445801, gegen den
Streik 115 921. Da nur eine Zweidrittelmehrheit für den

Das dunkelſte‟ London.

KW. London, Mitte Januar 1912.
Ein neuer Prozeß ſchiebt das Oſtende der
Themſeſtadt wieder in den Vordergrund des öffent=
lichen
Intereſſes. Meier Abromovitch, ein ruſſiſcher Ge=
müſehändler
, ſoll den Gaſthofsbeſitzern Solomon und
Annie Millſtein in den frühen Morgenſtunden am 27. De=
zember
den Garaus gemacht haben. Die Zeugenſchaft
ergab, daß im Souterrain des Gewölbes Haſardſviele
vor ſich gingen am Morgen des 27. fand man das Ehe=
paar
in einem rückwärtigen Schlafzimmer tot liegen. Die
Schlafkammer brannte lichterloh. Der Angeklagte, der
inzwiſchen ſchwer erkrankt iſt, leugnet die Beſchuldigung.
Der Londoner möchte am liebſten nie etwas von Eaſt=
end
hören. Zu gewöhnlichen Zeiten ſcheint es überhanpt
nicht für ihn zu exiſtieren; aber jetzt iſt neuerdings ſein
Intereſſe dafür aufgeflammt. Er empfindet nachgerade
Gewiſſensbiſſe über das bisherige laissez faire, laisscz
passer-Syſtem. Er gelangt zur Ueberzeugung, daß man
dieſen mit Eiterbeulen behafteten Körperteil endlich ein=
mal
gründlich ausheilen ſollte. Dieſe humanitäre Stim=
mung
hält allerdings nur ſo lange an, als der Prozeß
dauert. Sind die Gerichtsverhandlungen einmal vorbei,
und hat die hohe Juſtiz den Urteilsſpruch über den An=
geklagten
Abromovitch gefällt, ſo nehmen die Dinge wie=
der
ihren gewöhnlichen alten Lauf
Des iſt um ſo merkwürdiger, als man aus der Eity,
dem Herzen der Hauptſtadt, im Autobus in kaum ſünf
Minuten mitten in das Elendsviertel hineingerät. Klir=
rend
rollt der Wagen dahin. Abgeſprungen. Zunächſt
geht es durch Houndsditch, die Hundsgrube anno
dazumal der Schinderanger der Londoner Hundeſchaft;
jetzt aber trägt Houndsditch ein durchaus modernes Ge=
präge
: friedliche Nürnberger Svielwarengeſchäfte reihen
ſich aneinander, woraus die hieſigen Hauſierer ihren täg=
lichen
Bedarf decken. In die eigentliche Tiefe der Hunds=
grube
müſſen wir geraten, ehe das wahrhaft Intereſſante
anſängt. Wir befinden uns dort auf einem Trödelmarkt,

wie wir ihn noch nie geſchaut. Die Alte Kleider=
örſe
grüßt uns. Ihr Vorrat könnte wohl die ganze
Welt verſorgen. Ein paar Schritte weiter, und Berge
von Unterwäſche, Binden, Hoſenträgern türmen ſich vor
uns auf; Berge, die uns den Atem rauben. Von allen
Seiten gellt und johlt es; Für zwei Schilling, nur zwei
Schilling ein Paar Hoſen; ein Paar Hoſen, wunderſchöne
Hoſen, für zwei Schilling, nur zwei Schilling! Wonach
wir gleich in die Schuhwelt geraten. Wenn wir uns
nicht irren, hat ſich hier alles Schuhwerk auf der weiten
Erde ein Rendezvous zu einem Maſſenmeeting gegeben.
Ohne daß wir wiſſen wie, treiben uns die ſpülenden
Menſchenwogen durch Winkelgaſſen in ein Viertel, wo
wir uns tauſend Meilen weg von London, wo wir uns
im Orient wähnen. Das iſt die berühmte Petticoat
Lane, die Unterrocksgaſſe‟ Offiziell ſcheint ſich dieſe
ſchmeichelhafte Bezeichnung keiner beſonderen Beliebtheit
erfreut zu haben, weshalb man ſie in Middleſex Street um=
taufte
. Die Umgebung aber nennt das Kind ſtets beim
alten Namen. Sie iſt beim Unterrock geblieben und
ſpricht in aller Ehrerbietung nur von Petticoat Lane.
Und dieſe Ehrfurcht wird uns ganz verſtändlich, wenn
wir die Lane betreten, die ganz eine Welt für ſich be=
deutet
. Denn ſchon am Eingang ſchlägt ein ſolches Kau=
derwelſch
, ein derartiger Miſchmaſch von Tönen und von
Sprachen an unſer Ohr, eine derartige Unmaſſe der ver=
ſchiedenſten
Eindrücke betäubt Hirn und Auge, derartige
Düfte beleidigen den Geruchsſinn, daß es uns zuerſt an
jeder Sammlung gebricht. Nur nach und nach nehmen
die Dinge wieder feſtere Formen für uns an, und wir
wollen es wagen, ein Bild hiervon zu geben, ſo gut und
ſchlecht es eben geht.
In erſtickender Enge zieht ſich die Lane hin. Die
Häuſer ſcheinen in die Wolken zu ragen, Sie ſind er=
drückend
bleigrau. Ein endloſer Schwarm von Gaffern,
Weibern, Kindern, Käufern, Matroſen, Soldaten aus
Stadt und Land ſlutet im wüſten Wirbel auf beiden Sei=
ten
durcheinander. Offene Oelflammen züngeln aus
dunkeln Kandelabern und ſpielen auf den Geſichtern der
Vorbeiwallenden hin und her. Eine furchtbare Katzen=

muſik erfüllt die Luft, wenn überhaupt von Luft in der
Lane die Rede ſein kann. Da ſchrillen ineinander die
Mißklänge von Weckeruhrglocken, Byeicle=Signalen. quie=
kenden
Grammophonen. Darein miſchen ſich Piſtolen=
geknatter
, Matroſen= und Soldatenflüche, Anpreiſungen
von Händlern, ſchwungvolle Anſprachen der Verſteigerer.
wüſtes Geheul von Hauſierern, dröhnendes Gelächter von
ſeiten der Zuhörerſchaft. Verſuchen wir es, einige Rufe
aufzufangen: Goldene Uhr, echte goldene Uhr! Herr=
liche
grüne Erbſen, grüne Erbſen; gekocht, nur einen
Penny, einen Penny, einen Penny! Königliche
Pelze, echter prachtvoller Hermelin! Hutnadeln!
Früchte, Gelée! Albums! Bild des Königs
und der Königin, nur 1 Penny! Köſtliche Auſtern,
der Teller für einen halben Penny! Unzerbrechlicher
Kamm und Spiegel, Penny, Penny, Penny! Notiz=
buch
mit Bleiſtift, Bleiſtift und Notizbuch! Trinkt
den ſüßen Likör von Levy! Operngucker in allen
Preislagen! Grandioſe Entdeckung aus Wales. Hei=
lung
aller Bruſtübel, Heilung von Aſthma, Huſten, Bron=
chitis
, Stechen. Kommen Sie zu mir, kommen Sie zu
mir. Sofort ſoll mich der Schlag treffen, ſollten Sie fin=
den
, ich hätte Sie betrogen! Melonen, ſaftige Me=
lonen
, die Schnitte nur einen Penny! Gute Uhr, gol=
dene
Uhr, fünf Schilling, bitte, nur fünf Schilling!
Kitzliche Geſchichten, kitzliche Geſchichten für einen Penny!
Hoſen, Lederhoſen, Unterhoſen, alle Hoſen der Welt
nur bei Cohen! Limonade, Limonade, ſüß und herr=
lich
, nur einen Penny! Leſen Sie den Täglichen
Lügner (Das Blatt gegen die Daily Mail)! Kaufen
Sie Schokolade und Süßigkeiten für Ihre Geliebte!
So wird gejohlt, gefeilſcht, gegeſſen, getrunken, ge=
ſungen
! So drängen ſich verſchiedene Welten durchein=
ander
. Dort ſchauen wir bejahrte Inden in weiten Ge=
betmänteln
, die ſie preisbieten. Am Markt halten die‟
ſtark beleibten Hausmütter Gemüſe, Obſt und Fiſche feil;
in unnachahmlicher vornehmer Haltung ſchreiten Inden=
mädchen
mit kohlſchwarzen Augen und prächtigem Feuer
im Blick an uns vorüber. Wohin wir den Blick ſchweifen
laſſen: Ueberall Charaktergeſtalten, wie wir ſie nur auf

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 3.

Streik erforderlich iſt, erfolgt die allgemeine Arbeitsein=
ſtellung
der Kohleninduſtrie am 1. März, falls es nicht zu
einem Vergleich kommt. Der Vorſitzende des Bergarbei=
terverbandes
, Enoch Edwards, erklärte auf der heutigen
Konferenz der Vertreter der Bergarbeiter, unter den
Bergleuten herrſche über die zu erörternden Punkte völ=
lige
Uebereinſtimmung und er hoffe, daß beide Parteien
im Intereſſe des allgemeinen Wohles zu einer Einigung
kommen würden, ohne den Bergbau lahm zu legen, was
Armut und Elend im Gefolge haben würde.
* Liſſabon, 18. Jan. Anläßlich des Ein=
treffens
des deutſchen Kanonenbootes
Panther gab der deutſche Geſandte ein Diner, zu
dem außer den Offizieren des Panther auch mehrere
portugieſiſche Miniſter eingeladen werden. Auch die por=
tugieſiſche
Regierung beabſichtigt, den deutſchen Offizie=
ren
ein Diner zu geben.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Januar.

* Militärdienſtnachrichten. (Eigene Privatmeldung.
Nachdruck nur mit Quellenangabe geſtattet.)
Dem Major Freiherrn Schenck zu Schweinsberg,
Bataillons=Kommandeur im Leibgarde=Infanterie= Regi=
ment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, wird der Abſchied mit der
geſetzlichen Penſion bewilligt unter Verleihung des Cha=
rakters
als Oberſtleutnant und der Erlaubnis zum Tragen
der Regimentsuniform. Dem Hauptmann Baither,
Kompagniechef im Infanterie=Regiment Prinz Karl (4.
Großh. Heſſ.) Nr. 118, wird der Abſchied mit der geſetz=
lichen
Penſion bewilligt unter Verleihung des Roten Adler=
Ordens 4. Klaſſe. Im Beurlaubtenſtand der
Abſchied bewilligt: Den Oberleutnants der Land=
wehr
=Infanterie 2. Aufgebots Müller und Wolff
(Mainz), dem Leutnant der Reſerve Roſſié (Ernſt),
vom Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, dem Leutnant der Landwehr=Infanterie
2. Aufgebots Dölp (Gießen), und dem Leutnant der
Landwehr=Feldartillerie 2. Aufgebots Wittekind
(Mainz).
* Das Kupferſtichkabinett des Landesmuſeums eröffnet
am Sonntag, den 21. Januar, eine Ausſtellung von
graphiſchen Arbeiten des 19. und beginnenden
20. Jahrhunderts. In der Hauptſache ſtellen ſie denjenigen
Teil der Neuerwerbungen dar, welche das Kupferſtich=
kabinett
auf dem Gebiete der Lithographie, der Algraphie
und des Holzſchnitts in den letzten Jahren gemacht hat.
Bei dieſen Neuerwerbungen lag, entgegen den Gepflogen=
heiten
früherer Jahrzehnte, welche mehrenteils reproduk=
tive
Arbeiten ihrer Zeit geſammelt hatten, das Gewicht
ausſchließlich auf dem originalen, vom Künſtler ſelbſt auf
den Stein gezeichneten, in Holz geſchnittenen Produkt. Bei
ſo gefaßter Aufgabe konnte an den franzöſiſchen Litho=
graphen
des 19. Jahrhunderts, deren Arbeiten eine nicht
abreißende Tradition ausmachen, an Raffet, Gavarni, Her=
vier
, Fantin=Latour und Lunois nicht vorbeigegangen
werden. Neben ihnen war der Holzſchnittzeichner Lepére
zu berückſichtigen, welchem andere Ausländer, Joyau,
Vibert, Nicholſon, Nieuwenkamp und Vallotton ange=
ſchloſſen
werden konnten. Darüber wurde nicht vergeſſen,
daß gerade in der letzten Zeit eine Reihe deutſcher
Künſtler ſich der Graphik zugewandt haben: Steinhauſen,
Thoma, Otto Greiner und Carlos Grethe ſind mit
ſchwarzen und farbigen Steinzeichnungen, Karl Schmoll
von Eiſenwerth mit Farbenholzſchnitten und Algraphien,
Hermann Haas, ein geborener Gießener, mit Farbenholz=
ſchnitten
vertreten. Adolph von Menzel aber, der Viel=
gewandte
, welcher 70 Jahre hindurch fleißig gemalt und
gezeichnet hat, neben welchem Deutſchland keinen anderen
fo vielſeitigen und unermüdlichen Graphiker aufweiſen
kann, durfte nicht mehr mit wenigen frühen Arbeiten ge=
zeigt
werden. Den weiteren Ausbau ſeines Werkes wird
ſich das Kupferſtichkabinett, nachdem es dazu einen guten
Anfang gemacht, angelegen ſein laſſen, und das umſomehr,
als die Graphik früherer Zeiten einen ſo ſtattlichen Beſtand
ſeiner Mappen bildet.
* Reichstagswahl und Hanſa=Bund. In der heutigen
Nummer befindet ſich ein Aufruf des Hanſa=Bundes an alle
Gewerbetreibende, bei der kommenden Stichwahl ein=
mütig
für Dr. Oſann eintreten zu wollen. Es
wird in dieſem Aufruf ausdrücklich darauf hingewieſen,
daß bei der Stichwahl ein geſchloſſenes Vorgehen der
liberalen Parteien zu Gunſten Dr. Oſanns unter Hintan=
ſetzung
aller Parteiintereſſen dringend geboten iſt.
* Ein Jubiläum. Man ſchreibt uns: In dieſen Ta=
gen
ſind 40 Jahre verfloſſen, ſeit in den Mauern unſerer
Stadt ein Verein gegründet wurde, der alle Hoffnungen,

die man an ſein Entſtehen knüpfte, wohl reichlich ver=
wirklicht
hat: der Verein für Volksbildung.
In dem erſten Protokoll der Verſammlung vom Dezem=
ber
1871 zur Beſchlußfaſſung über ſeine Satzungen leſen
wir, es ſei von einem der Teilnehmer die Frage geſtellt
worden, ob denn zur Gründung eines ſolchen Vereins
neben dem Landwirtſchaftlichen und dem Gewerbe= Ver=
ein
ein Bedürfnis vorhanden ſei? In der Debatte hier=
über
, an der auch der nachmals nicht nur um den Ver=
ein
, ſondern auch um Darmſtadt ſo hochverdiente Albrecht
Ohly teilnahm, wurde die Frage mit einer erfreulichen
Friſche allſeitig bejaht.Auch vaterländiſche Geſichts=
punkte
beförderten das in dem kaum entſtandenen ge=
einigten
Reich zu gründende Unternehmen. Dieſer va=
terländiſche
Geiſt hat denn auch bei allen Arbeiten des
jungen, bald wachſenden Vereins gewaltet, niemals vom
Parteiſtandpunkt beeinflußt oder beengt. Wir Menſchen
von heute, denen die Segnungen einer verbreiteten Volks=
bildung
faſt als ſelbſtverſtändlich geläufig ſind, dürfen
billig nicht vergeſſen, wie es vor 40 Jahren zum Beiſpiel
um das Volks=, Fortbildungs= und Fach=Schulweſen be=
ſtellt
war. Sicherlih gebührt an deren Verbeſſerung
neben dem Staat und der Lehrerſchaft ein großes Ver=
dienſt
auch dem Verein für Verbreitung von Volksbil=
dung
. In Vorträgen aller Art, Unterrichtskurſen, beleh=
renden
und unterhaltenden Veranſtaltungen iſt planmäßig
dort auch den minder Gebildeten und Bemittelten Ge=
legenheit
gegeben worden, in Staats=, Rechts= und Ta=
gesfragen
ſich zu unterrichten, in Wiſſenſchaft und Kün=
ſten
unter berufener Führung zu ſehen, zu hören und zu
lernen. Immer beſtrebt, gerade den Kreis von Bür=
gern
, Gewerbetreibenden und Arbeitern, für die ſo recht
eigentlich der Verein als Bildungsvermittler gedacht war,
noch enger zu den Arbeiten heranzuziehen, ſehen wir
den Verein rührig und zielbewußt auf dem Weg zum
50. Jahresfeſte ſeiner Gründung. Die Freunde geſunder
Volksbildung blicken mit Dank auf ſein bisher vollendetes
Wirken zurück und begleiten ſeine weitere gedeihliche Ent=
wickelung
mit den beſten Segenswünſchen.
* Der Kaufmänniſche Verein Darmſtadt (E. V.) ver=
ſendet
ſoeben ſeinen Jahresbericht für das Vereins=
jahr
1911. Es heißt darin: Das Jahr 1911 kann für den
Kaufmänniſchen Verein als ein ſegensreiches bezeichnet
werden. Es hat bewieſen, daß der Kurs, welcher geſteuert
wird, der richtige iſt; denn endlich iſt es unſeren fortgeſetz=
ten
, nachdrücklichſten Bemühungen gelungen, die Kauf=
mannſchaft
unſerer Vaterſtadt etwas mehr, wie in früheren
Jahren, für unſeren Verein zu intereſſieren. Mit Freude
und Genugtuung ſei hier feſtgeſtellt, daß dieſer im abge=
laufenen
Jahre wieder eine große Mitgliederzunahme ſo=
wohl
aus den Kreiſen der ſelbſtändigen Kaufleute als auch
aus denjenigen der Handlungsgehilfen zu verzeichnen hat.
Trotz alledem wird es auch fernerhin unſer eifrigſtes Be=
ſtreben
ſein, unterſtützt durch die Agitationskommiſſion,
deren Tätigkeit eine ſehr erfolgreiche für uns war, mit allen
Kräften für die weitere Entwickelung des Vereins zu
wirken und kein Mittel ſoll unverſucht bleiben, die kauf=
männiſchen
Kreiſe, die unſerer guten Sache noch fernſtehen,
aus ihrer Lauheit aufzurütteln und ſie davon zu über=
zeugen
, daß es in der heutigen Zeit geradezu ein Gebot der
Selbſterhaltung iſt, einer kaufmänniſchen Korporation an=
zugehören
, deren Zweck es iſt, die Intereſſen des geſamten
Kaufmannsſtandes der Prinzipale ſowohl wie der Ge=
hilfen
zu vertreten und deſſen Anſehen zu heben.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Die Wahlreſultate
aus den Wahlkreiſen, in denen Stichmahl ſtattzufinden
hat (Alsfeld-Lauterbach, Gießen-Grünberg-Nidda,
Erbach Bensheim. Worms- Heppenheim- Wimpfen,
Darmſtadt -Groß=Gerau, Friedberg=Büdingen, Alzey
Bingen, Frankfurt a. M. und andere), werden am Montag
abend im Kaiſerſaal bekannt gegeben.
* Kaiſergeburtstagsfeier des Wartburg=Vereins.
Der chriſtliche Verein junger Männer Wartburg gedenkt
am nächſten Sonntag, den 21. d. Mts., den Geburtstag
unſres deutſchen Kaiſers feſtlich zu begeben und ladet
hierdurch ſeine Freunde und Gönner berzlich zum Beſuch
des Abends ein. Das Feſt wird im Feierabend Stift=
ſtraße
51, abgehalten werden, und haben die Bläſer des
Poſaunenchors ein patriotiſches Programm zuſammen=
geſtellt
, das allen Beſuchern einige frohe Stunden bieten
ſoll. Der Reinertrag des Feſtes iſt zur Neuanſchaffung
von Inſtrumenten beſtimmt, und iſt auch den Veran=
ſtaltern
ein Lohn für ihre Mühe recht zu gönnen.
* Geſelliger Abend des Ortsgewerbevereins. Auf
dieſe heute abend ſtattfindende Veranſtaltung ſei hiermit
nochmals hingewieſen. Neben dem kurzen Vortrag des
Herrn Dr. Kienzle über das Gewerbemuſeum umfaßt
das Programm weitere recht intereſſante Darbietungen,

die einen genußreichen Familienabend verſprechen. So
wirken mit ein Soloquartett, beſtehend aus Mitgliedern
des Großh. Hoftheaters, eine erſte Kraft auf humoriſti=
ſchem
Gebiete und weiterhin noch u. a. eine Abteilung der
Kapelle des Infanterie=Regiments Nr. 115 mit bewähr=
ten
Soliſten. Alles in allem, es ſteht den Beſuchern ein
nach jeder Richtung hin gut vorbereiteter Unterhaltungs=
abend
in Ausſicht, zumal auch für den Tanz in beſter
Weiſe geſorgt iſt. Am Sonntag vormittag findet als=
dann
eine Beſichtigung des Gewerbemuſeums
ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Konzert Reemy. Auf dem Konzert, veranſtaltet
vom Ausſchuß der Freien Studentenſchaft am 30. Januar
in der Aula der Techniſchen Hochſchule, werden die
Damen Frl. Tula und Maria Reemy aus Guadalajara
(Violine), Frl. von Willmann (Klavier) das D-moll=
Konzert von Bach, das Doppelkonzert von Spohr, eine
Suite für 2 Violinen von Draeſecke ſpielen. Der Rein=
ertrag
des Konzertes wird zum Beſten der akademiſchen
Leſehalle verwandt. (Näh. ſ. Anzeige)
* Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Die
Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Odenwaldklubs
(Wanderklub) hat zu ihrem am 20. Januar im Saale
des Zoologiſchen Gartens ſtattfindenden 1. Stiftungs=
feſt
(Abendunterhaltung mit Tanz) eingeladen. Zahl=
reiche
Beteiligung von Mitgliedern der hieſigen Orts=
gruppe
iſt erwünſcht.
* Der Frauenverein der Johannesgemeinde wird
am nächſten Dienstag, den 23. Januar, im Gemeinde=
haus
in der Kahlertſtraße einen Vortragsabend
für ſeine Mitglieder und Freunde halten. Herr Miſſionar
Weismann, der hieſige Vertreter der Baſeler Miſ=
ſionsgeſellſchaft
, wird aus ſeiner durch eine langjährige
Wirkſamkeit in Indien gewonnenen Erfahrung: Ernſtes
und Heiteres von einer indiſchen Miſſionsſtation er=
zählen
. Wer Herrn Weismann ſchon gehört hat, weiß,
daß man bei ihm einen ebenſo un erhaltenden wie be=
lehrenden
Abend erwarten darf. Und einen Blick in die
Miſſionsarbeit, deren Kulturbedeutung niemand leugnen
kann, ſollte ſich heute eigentlich jedermann ermöglichen.
(S. Anzeige).
* Im Silberkranz. Am Montag, 22. Januar, feiert
das Schriftſetzer=Ehepaar Adam Chriſt und Frau geb.
Schulz, Heinrichſtraße 113, das Feſt der ſilbernen
Hochzeit.
* Seefiſche als Volksnahrungsmittel. Man
ſchreibt uns: In nächſter Woche bee innen wieder die
Kurſe im Fiſchkochen in der hauswirtſchaftlichen Fort=
bildungsſchule
. Es werden weitere 3 Kurſe abgehalten,
für die Anmeldungen noch vorlagen. Vor Anfang dieſer
Kurſe wird Herr Oberſtleutnant v. Gerhardt im Auf=
trag
des Deutſchen Seefiſcherei=Vereins am 24. Januar,
abends 8½ Uhr, im Städtiſchen Saalbau einen Vor=
trag
halten über Seefiſche als Volksnahrungs=
mittel
Alle Frauen und Mädchen, welche die Fiſch=
kochkurſe
beſucht haben oder noch beſuchen wollen, aber
auch andere Intereſſenten aller Volksſchichten ſind zur
Teilnahme an dem Vortrag freundlichſt eingeladen.
§ Fremdenverkehr. Nach einer von Großh. Polizei=
amt
veranlaßten Zuſammenſtellung über den Fremden=
verkehr
in hieſiger Stadt im Jahre 1911 haben im
ganzen in Gaſthäuſern, Logirwirtſchaften und Herbergen
51030 Perſonen mit 81 297 Logirtagen übernachtet.
Rechnet man hierzu noch die Zahl der im Jahre 1911
erfolgten Zuzüge (dauernde Niederlaſſungen in hieſiger
Stadt) mit 14081 und Wegzüge mit 15017, ſo ergibt
ſich für 1911 ein Geſamtwechſel von 80 128 Perſonen.
A Im ſtädtiſchen Krankenhaus ſind im Dezember d. J.
361 männliche und 313 weibliche, zuſammen 674 Kranke,
verpflegt worden. Dieſe Kranken hatten insgeſamt 9048
Verpflegungstage, ſodaß ſich für den gedachten Monat eine
durchſchnittliche Tagesleiſtung mit 292 Kranken ergibt, ge=
nau
ſoviel wie im vorhergegangenen Monat November.
Das Pfründnerhaus an der Frankfurterſtraße war mit 68
Pfründnern, 28 Männern und 40 Frauen, belegt, die mit
dem Pfründnerhaus verbundene Kinderpflegeſtation nahm
3 Kinder neu auf und zählte am Ende des Monats 18
Kinder. Das Armenhaus an der Pallaswieſenſtraße
war am Jahresſchluß mit 43 Inſaſſen belegt, 29 Männer,
11 Frauen und 3 Kinder.
* Orpheum. Jobs Luſtige Bühne, deren Gaſtſpiel
bis zum Ende d. Mts. verlängert wurde, bringt ab
geſtern, Freitag, eine weitere Novität, den dreiaktigen
Schwank Meine! Deine! zur Aufführung. Auch
dieſes Stück ſteht ſeinen Vorgängern in keiner Weiſe
nach und dürfte den beliebten Gäſten ebenfalls den ge=
wohnten
großen Erfolg bringen. Sonntag, den
28. Januar, geht bei kleinen Preiſen Der brave
Hermann endgültig zum letzten Male in Szene.
Morgen, Sonntag, den 21. Januar, finden, wie üblich,
2 große Vorſtellungen ſtatt. Nachmittags 4 Uhr iſt

alten Gemälden bewundern. Wir ziehen zu einer Gruppe
weiter: Das ſind die Auktionäre. Die zappeln wahrhaf=
tig
an Händen und Füßen. Sie brüllen ſich ſo heiſer, daß
wir denken könnten, ſie überlebten es nicht mehr. Going,
going, going, gone erklärt der Verſteigerer, und klopft
mit ſeinem Hämmerchen noch etwas wie eine Beſtätigung
hinzu, nachdem er einem Jungen vom Lande eine wert=
loſe
Uhr zu einem beträchtlichen Preiſe angehängt hat.
Dieſe Verſteigerer flößen uns einen gewaltigen Reſepkt
ein. Mit einem Blick angeln ſie ihr Opfer aus der Menge.
Man kann von dieſen Pſychologen viel lernen. Aber viel=
leicht
noch köſtlicher ſind die Zahnärzte. Wer einen
böſen Zahn hat, dem wird er dort gratis gezogen! Wenn
dieſe erbauliche Operation ſtattfindet, ſammelt ſich natür=
lich
ſtets eine Menge um den Doktor und ſeinen Patien=
ten
. Höchſt ergötzlich geſtaltet ſich die Szene, wenn zuletzt
der Arzt ſein Opfer auch noch beſchenkt. Manche Knäb=
lein
erhalten auf dieſe Weiſe vom Doktor Pülverchen und
oft noch Geld für Süßigkeiten. Auf dieſe Weiſe bringt
der Quackſalber Pillen, Mixturen und ſonderbare Tränk=
lein
an. Und mancher Zuſchauer beneidet dann den Glück=
lichen
. dem ein Zahn gezogen worden
Wenn wir ein paar Straßenzüge noch tiefer ins Oſt=
end
hindurchziehen, gelangen wir auf eine ſonderbare
Stätte, wo es aus allen Ecken und Enden gackert und
winſelt. Da ſind wir am Hunde=, Katzen=, Tauben= und
Hühnermarkt, Club Row geheißen. Man ſieht viel
Trauriges, viel erdrückend Melancholiſches in London;
aber ſo kläglich dreinſchauende Hunde wie hier, kann man
weit und breit ſuchen. Wir wußten vorher nicht, daß es
unter den Hunden genau ſo wie unter den Menſchen eine
Ariſtokratie und ein Proletariat gibt. Hier haben wir
wohl die erbärmlichſten Proletarierhunde vor uns. Es
gibt ſtachelige Zungen, die vor der böſen Behauptung
nicht zurückſcheuen, es wären hier lauter geſtohlene
Hunde beiſammen. Tatſächlich ſpricht etwas derartiges
aus den Augen der armen Tiere. Vielleicht ſtehen ſie
wirklich unter dem furchtbaren Bewußtſein des Ver=
ſchachertwerdens
. Vielleicht ahnen ſie, daß man mit ihnen
feilen Diebſtahl treibt. . . . Ja, manche ſtacheligen Zun=

gen verſteigen ſich noch weiter, ſie wollen behaupten, in
Petticoat Lane und in Club Row kämen überhaupt
nur geſtohlene Dinge auf den Markt. Aber ein Herr, der
neben mir ſtehend die Hundegeſellſchaft betrachtet, hat eine
noch ſtachlichere Zunge und meint: Wenn Sie etwas in
Petticoat Lane einkaufen, ſo geſchieht es leicht, daß Sie
beim Nachhauſegehen einen Griff in Ihre Taſche tun und
finden, man, hätte Sie nach dem Verlaſſen der Lane um
die eingekauften Sachen erleichtert. Doch das eine
können Sie mir glauben, ſelten kommen Sie aus der Lane
ganz allei: nach Hauſe!

Vorträge.

Verein für Verbreitung von Volks=
bildung
. In der Techniſchen Hochſchule (Hörſaal Nr.
326) fand am Donnerstag abend der erſte einer Reihe
Vorträge über die Balkan=Gebiete ſtatt. Herr Reallehrer
Lerch, der Vorſitzende des Vereins, eröffnete den Vor=
tragszyklus
und hob hexvor, daß die Vorträge dazu be=
ſtimmt
ſind, weiteren Kreiſen die Kenntnis eines Länder=
gebietes
zu übermitteln, über das noch viel Unklarheit
herrſche; insbeſondere werde die Türkei, als wichtigſter
Teil der Balkan=Halbinſel, einer eingehenden Beſprech=
ung
unterzogen werden. Hierauf ſyrach Herr Profeſſor
Dr. Klemm in feſſelnder Weiſe über den geologiſchen
Bau der Oberfläche des Balkangebietes, den er zwar nicht
perſönlich, aber deſto eingehender in der 1350 Arbeiten
aufweiſenden Literatur ſtudiert habe. Sämtliche Schriſten
befaſſen ſich mit Vorliebe mit dem Süden und Norden,
während der Zentral=Balkan noch wenig bereiſt und ziem=
lich
unerforſcht iſt. Der weſtliche Teil der Balkan= Halb=
inſel
beſteht aus den Ländern Dalmatien, Bosnien, Her=
zegowina
, die im Beſitze von Oeſterreich ſind, und von
dort aus einer tatkräftigen Kulturarbeit unterzogen wer=
den
. Vermeſſungen, geologiſche Unterſuchungen, Karten,
Beſchre zungen werden unter der Leitung des Dr. Katzer,
Sarajewo, angefertigt. Der Redner beſpricht ferner die
geologiſchen Formationen an Hand einer mit Skala ver=
ſehenen
Karte und zeigt vermittelſt Projektionsbildern die

Verſchiedenartigkeit der Geſteinsmaſſen, Granit, Syenit,
umhüllt von kriſtalliniſchen Schiefern; Konglomerate,
Sandſteine, Kalkſteine uſw. Eine Quelle, die im Kalk=
gebirge
plötzlich hervorbricht und ſofort einen großen
Bach bildet. Becken, die für gewöhnlich trocken, durch
Regengüſſe aufſteigen und ein großes Waſſer bilden.
Etwa 30 ſolcher, neben der Belehrung hohe landſchaftliche
Reize aufweiſende Bilder wurden mit den hierzu not=
wendigen
Erklärungen vorgeführt, und erntete der Red=
ner
von dem zahlreich erſchienenen, dankbaren Publikum
am Schluſſe ſeiner Vorführungen reichen Beifall.

Feuilleton.

BHS. Epiſoden aus dem Leben Labouchères. Aus
London ſchreibt man uns: Die Zeitungen beſprechen
den Tod des Politikers und Publiziſten Henry Labou=
chère
, der kürzlich in Florenz erfolgt iſt in ſpaltenlangen
Artikeln. Labouchére, der hier unter dem Namen Labby
als Herausgeber der Truth eine ſehr bekannte Perſönlich=
keit
war, hat ein ſehr arbeitsreiches Leben hinter ſich. In
Eton und Cambridge erzogen, wurde er durch den Ein=
fluß
ſeines Onkels Lord Taimton Attachee der Geſandt=
ſchaft
in Waſhington. Später war er in der gleichen
Eigenſchaft in München. Stockholm, Frankfurt, Peters=
burg
und Konſtantinopel. Im Jahre 1866 trat er wieder
aus dem diplomatiſchen Dienſt aus, um ſich als Parla=
mentskandidat
in Windſor aufſteller zu laſſen. Von die=
ſer
Zeit an hatte er als Vertreter verſchiedener Kreiſe faſt
dreißig Jahre ſeinen Parlamentsſitz inne. Er gehörte
zu. den intimen Freunden König Eduards und hätte es
unter Gladſtone ſicher zum Miniſter gebracht, wenn er von
der Senſationszeitſchrift Truth zurückgetreten wäre.
Man erzählt aus ſeinem Leben hunderte kleine Anekdoten,
die alle ſeine Schlagfertigkeit und ſeine in jeder Situation
ewahrte Ruhe zeigen. Hier kurz eine kleine Begeben=
heit
aus ſeiner Frankfurter Zeit; die er beſonders
gerne erzählte: An einem kleinen Grenzſtädtchen nurde
er angehalten und trotz ſeiner Verſicherung, daß er keine

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

Familien= und Fremden=Vorſtellung bei
kleinen Preiſen. In dieſer gelangt der tolle Schwank
Der brave Hermann zum letzten Male zur Aufführung.
Abends präzis 8¼ Uhr geht die urdrollige Novität
Meine! Dei e! in Szene. Es ſei darauf aufmerkſam
gemacht, daß Meine! Deine! nur wenige Male ge=
geben
wird. In Vorbereitung befindet ſich Der ge=
fährliche
Alte‟
* Zur großen Gala=Damen= und Herrenſitzung der
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla, die morgen. Sonntag
abend in der feſtlich=närriſch dekorierten Narrhalla am
Woogsplatz ſtattfindet, ſind, wie ſchon mitgeteilt, in be=
ſchränkter
Anzahl reſervierte (numerierte) Plätze
vorgeſehen, die im Vorverkauf (an der Abendkaſſe gegen
Aufſchlag) zu haben ſind. Schon jetzt läßt der Vorver=
kauf
auf ſehr ſtarken Andrang ſchließen, doch wird dafür
Sorge getragen werden, daß nicht mehr Karten verkauft
werden, als Plätze vorhanden ſind, damit Ueberfüllung
vermieden wird. Für Ihre Kgl. Hoheiten den Groß=
herzog
und die Großherzogin mit Gefolge iſt
auf der linken Galerie nächſt der Bühne eine Hofloge er=
richtet
worden. Dieſer Teil mußte demgemäß geſperrt
werden. Der Feſtball wird unmittelbar nach Ab=
ſchluß
des Programms (ſpäteſtens 11.11 Uhr) beginnen.
Närriſche Kopfbedeckungen und Lieder für jeden Beſucher
ſind am Eingang zu haben.
* Schützenhof. Man ſchreibt uns: In ſämtlichen
Räumen des Schützenhofs finden am kommenden Sonntag
abend Karneval=Konzerte ſtatt. Im großen Saale wird
Herr Obermuſikmeiſter Mickley mit ſeiner luſtigen Schar
ein echt karneval. Programm zu Gehör bringen; u. a.
Muſikantenſtreiche, ſowie originelle Lieder und Poſſen.
In den Keller=Lokalen wird eine Kapelle bei freiem Ein=
tritt
konzertieren. Von 11 Uhr ab findet diesmal Tanz
ſtatt. Nach dem Arrangement zu ſchließen, dürfte jedem
Beſucher ein genußreicher Abend bevorſtehen, zudem ein
tanzliebendes Publikum auch auf ſeine Rechnung kom=
men
dürfte.
* Ludwigshöhe. Ein recht intereſſantes und reich=
haltiges
Programm liegt dem morgigen Konzert der
Kapelle des Großh. Heſſ. Artillerie=Regiments Nr. 61 zu
Grunde, wobei außer gefälligen Opern= und Operetten=
ſätzen
auch wieder eine Novität zu Gehör gelangt. Ein
neuer Komponiſt von hier (Herr Stud. E. Friedlein)
wird ſich durch eine geſchmackvolle Walzerkompoſition
Mein Engelchen dem Publikum bekannt machen. Auch
die übrigen Piécen des Programms ſind dem vornehmen
und modernen Geſchmack des Publikums angepaßt.
* Faſtnachtszeitung. Im 30. Jahrgang erſcheint
heute die erſte Nummer der Darmſtädter Faſtnachtszeit=
ung
. Dies hohe Alter ſpricht ſicherlich dafür, daß ſie ſich
in unſerer Einwohnerſchaft einer großen Beliebtheit er=
freut
und wird auch dieſe erſte Nummer des diesjährigen
Jahrgangs ſicher geeignet ſein, den Leſer im Geiſte un=
ſeres
heimiſchen Humors aufs beſte zu unterhalten und
zu amüſieren.
* Arheilgen, 19. Jan. Die Friedrich Dieter IV.
Eheleute, Woogſtraße 20, feierten geſtern in körperlicher
und geiſtiger Friſche das Feſt der goldenen Hoch=
zeit
.
Groß=Umſtadt, 18. Jan. Die hieſige Bezirks=
ſparkaſſe
für den Amtsgerichtsbezirk Groß=Umſtadt
verteilte aus dem Reingewinn des Rechnungsjahres 1910
an 38 Dienſtboten und Geſellen, die fünf Jahre und län=
ger
in gleicher Stelle ſtehen, je 20 Mark Prämien; im
ganzen 760 Mark. Es fielen auf Groß=Umſtadt 15, Leng=
feld
7, Schaafheim 5. Dieburg 3 Prämien; auf Altheim,
Radheim, Riechen, Semd, Groß=Zimmern, Harpertshau=
ſen
, Kleeſtadt, Häuſer Hof je 1 Prämie.
Neu=Iſenburg, 18. Jan. In der Wäſcherei von
Völcker in der Wieſengaſſe explodierte aus un=
bekannter
Urſache ein mit Benzin geheizter
Bügelofen. Hierbei erlitt eine Büglerin an den Hän=
den
und im Geſicht erhebliche Brandwunden. Ein im
ſelben Raum beſchäftigter Mann ſprang aus dem Fen=
ſter
und brach ein Bein. Beide Verunglückte wurden
nach Anlegung der Verbände ſeitens des Arztes in ihre
Behauſungen geſchafft. Das Feuer, das vom Beſitzer
und Nachbarn raſch gelöſcht werden konnte, richtete kei=
nen
mennenswerten Schaden an.
Heppenheim a. d. B., 19. Jan. Der Stadtrat und
jetzige Gaſtwirt Zum Landgrafen von Heſſen der frü=
here
Mühlen= und Bäckereibeſitzer Georg Mein=
berg
III. hier, hat Konkurs angeſagt. Rechts=
anwalt
Dr. Metz von hier iſt zum Konkursverwalter er=
nannt
worden. Da Meinberg ein anſehnliches Ver=
mögen
von ſeinen Eltern ererbte, ein großes, bares Ka=
pital
erheiratete und verſchiedene Male ganz reſpektable
Erbſchaften gemacht hat, erregt dieſe Zahlungseinſtellung
großes Aufſehen. Meinberg hat ſeine Ehrenämter
als Stadtrat, Wieſengeſchworener uſw. niedergelegt.
Mainz, 19. Jan. Die Frau Liebing, welche von
dem Damenſchneider Deſchmann am Samstag vor

Weihnachten überfallen und ſchwer verletzt wurde, iſt ſo=
weit
hergeſtellt, daß ſie am Samstag nachmittag
wieder aus dem Rochushoſpital entlaſſen wird. Deſch=
mann
hatte in der Unterſuchungshaft den wilden
Mann geſpielt, er kam jetzt in Einzelhaft. Er benimmt
ſich äußerſt brutal. Die Unterſuchung iſt ſoweit abge=
ſchloſſen
, daß, wenn die Frau Liebing vom Unterſuch=
ungsrichter
vernommen und die Gegenüberſtellung mit
dem Täter ſtattgefunden, dem Deſchmann demnächſt die
Anklage zugeſtellt wird. Er wird zur Aburteilung dem
am 4. März beginnenden Schwurgericht überwieſen.
Mainz, 18. Jan. In der geſtrigen Sitzung der Stadt=
verordneten
wurde für die Veranſtaltung eines koſtümier=
ten
Zuges am Faſtnachtsmontag dem Karneval=
verein
ein Zuſchuß von 3000 Mark bewilligt
Sechs Stadtverordnete ſtimmten dagegen. Für die in
Südbraſilien durch Hochwaſſer geſchädigten Deutſchen
wurden 1000 Mark bewilligt.

zollpflichtigen Dinge mit ſich führe, wurde ſein Gepäck
unterſucht und rückſichtslos durcheinander geworfen. Er
verlangre, daß man es ihm wieder einpacke; aber der
Beamte weigerte ſich. In dieſem Fall ſagte Labou=
chere
, werde ich eben ſo lange hier bleiben, bis Sie die
Sachen wieder eingepackt haben. Als er nun einige Zeit
gewartet hatte, der Beamte aber gar keine Anſtalten
machte, Labouchéres Wunſch nachzukommen, bat er um
ein Telegramm=Formular und ſchrieb die folgende Nach=
richt
darauf: An den Herrn Miniſterpräſidenten v. Bis=
marck
! Kann leider heute abend nicht mit Ihnen dinie=
ren
; werde durch Zollbeamte zurückgehalten. Der
Beamte, den L. das Telegramm leſen ließ, entſchuldigte
ſich vielmals und packte die Koffer wieder ein. Dieſer
Erzählung fügte L. gewöhnlich bei: Zu jener Zeit hatte
ich Bismarck noch nicht einmal zu Geſicht bekommen.
* Fächer mit lebenden Blumen. Fächer, die aus
lebenden Blumen zuſammengeſetzt ſind, bilden die letzte
Neuheit in den Pariſer Ballſälen, die allgemein großen
Beifall findet. Ein geſchickt angeordnetes Drahtgeſtell,
das von grüner Seide verborgen wird, hält die Stiele Ter
Blüten ſo, daß keine Gefahr beſteht, daß ſie während der
Dauer eines Geſellſchaftsabends in Unordnung geraten.
Ein kleiner Ring, der an dem Seidenband des Fächers
befeſtigt iſt, dient dazu, den Fächer zuſammenzuhalten,
wenn er nicht gebraucht wird; aus dem Fächer wird dann
ein hübſches Bukett. Ein Blumenfächer von Roſen, von
Parmaveilchen und Flieder koſtet etwa 20 Franken. Die
neue Mode hat ſich bei vielen vornehmen Bällen bereits
durchgeſetzt.
* Der Knochenſchlittſchuh. Heutzutage iſt der Schlitt=
ſchuh
ein kleines techniſches Wunder. Form, Größe, Be=
feſtigung
ſind raffiniert ausgedacht, und Läufer oder
Läuferin haben es leicht, mit ihm über die ſchimmernde
Eisfläche dahinzufliegen. Aber wie jedes moderne Gerät
hat auch er verſchiedene Entwicklungsſtufen durchgemacht,
und ſeine urſprüngliche Form war äußerſt primitiv. Er

trat zuerſt als Knochenſchlittſchuh auf. Man hatte ſolche
uralten Schlittſchuhe mehrfach in Holland und Friesland
ausgegraben, und zwar zuſammen mit römiſchen und
fränkiſchen Altertümern. Virchow hat darauf hinge=
wieſen
, daß man in Pommern und in der Mark öfters
Schienbeine von Rindern und Pferden ausgegraben habe,
die offenbar zu Schlittſchuhen hergerichtet waren. Das
obere und das untere Ende waren abgeſchnitten, drei=
kantia
zugeſchliffen und mit Querlöchern verſehet, augen=
ſcheinlich
, um einen Riemen durchzuziehen, mit dem das
Gerät am Fuße befeſtigt wurde. Dieſe Knochenſchlitt=
ſchuhe
erhielten ſich lange; bei Züllichau liefen Bauern=
knaben
noch um 1840 mit ſolchen Schlittſchuhen, und auch
bei Liegnitz pflegten die Kinder noch ſpäter den Schind=
anger
durchzuwühlen, um ſich aus den langen Röhren=
knochen
der Pferde Schlittſchuhe zu machen.
* Ausſchmückimg der D=Zugwagen mit Bildern. Wie
mitgeteilt wird, hat die Eiſenbahnverwaltung beſchloſſen,
die D=Zugwagen mit Bildern auszuſchmücken. Zu dieſem
Zweck erfolgt einſtweilen die Ausſchreibung von 8000
Bilderrahmen, die aus Nußbaumholz und Eſchenholz an=
gefertigt
ſein ſollen. um ſie in die übrige Ausſtattung der
D=Zugwagen einzufügen.
ml. Ein ehrwürdiger Schweizerkäſe. In den Alpen=
kantonen
der Schweiz gehören Jahre alte Käſe durchaus
nicht zu den Seltenheiten. Nach der Behauptung der
Landleute gewinnen die Käſe durch das lange Lagern
ſogar an Wohlgeſchmack. Deshalb bereitet man für die Fa=
milienfeſte
rieſige Käſe im voraus, die Jahr für Jahr auf
dem Feſttiſch erſcheinen, und die ſich häufig genug als
Familienreliquien von einer Generation für die andere
vererben. So wurde jüngſt in Ormonts, im Waadtlande,
in einem verlorenen Winkel eines Hauſes ein Käſe ent=
deckt
, der das Datum des Jahres 1785 trug. Er war, was
nicht weiter zu verwundern iſt, hart wie Stein und mußte
mit der Säge zerſchnitten weerden. Aber an Wohlgeſchmack
ließ der 126jährige Methuſalem nichts zu wünſchen übrig.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 18. Jan. Die Stadtverord=
netenverſammlung
ſprach ſich heute für den Bau
einer Hochbahn auf dem Geſundbrunnen aus.
Der Rirdorfer Magiſtrat beſchäftigte ſich heute mit
dem Antrag, den Namen der Stadt in Neu=Cölln
umzuwandeln. Oberbürgermeiſter Kaiſer begründete den
Antrag, von dem er ſich große wirtſchaftliche Vorteile ver=
ſpricht
, damit, daß die ſogenannten Cöllniſchen Wieſen
einen großen Teil von Rixdorf bilden. Schließlich wurde
der Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten,
die von der Aenderung eine Einſchränkung ihres Einfluſſes
befürchten, angenommen. Dieſer bedarf nun noch der Ge=
nehmigung
des Magiſtrates, um allgemeine Gültigkeit zu
erhalten. In einer im Nordoſten Berlins belegenen
Laubenkolonie kam geſtern nachmittag in der Laube eines
Arbeiters Feuer aus. Da ſich der Inhaber der Laube
und ſeine Frau auf Arbeit befanden, wurde das Feuer
erſt ſpät bemerkt, als es bereits größeren Umfang ange=
nommen
hatte, konnte dann aber bald gelöſcht werden.
Als man in die verqualmte Laube eindrang, fand man die
beiden Kinder der Leute, einen einjährigen Knaben und
ein zweijähriges Mädchen, leblos am Boden. Die beiden
Kinder wurden ins Krankenhaus gebracht, doch waren ſie
bereits tot. Die Eheleute wurden in Haft genommen, weil
ſie dem Verbot zuwider die Laube mit einer Heizvorrichtung
verſehen hatten. Zu der Bluttat in der alten Jakob=
ſtraße
wird jetzt berichtet, daß nach dem Ergebnis der Ob=
duktion
alle drei Perſonen offenbar mit demſelben Inſtru=
ment
, wahrſcheinlich dem gefundenen Hammer, getötet
wurden. Zweifellos ſind alle drei Perſonen das Opfer
eines Mörders geworden.
Frankfurt a. M., 19. Jan. Durch den Vergleich zwi=
ſchen
den Frankfurter Nachrichten und dem
Frankfurter Generalanzeiger in der Privat=
beleidigungsklage
iſt die hieſige Preßfehde noch keines=
wegs
aus der Welt geſchafft worden. Zunächſt laufen die
Zivilprozeſſe, die zwiſchen den beiden Blättern ſchwe=
ben
, nach weiter, dann aber kommt am 13. Februar die
Privatbeleidigungsklage der Leiter der Frankfurter Nach=
richten
gegen den Herausgeber der Fackel, Müller= Her=
furth
, zu Verhandlung. Zu dieſem Prozeß ſind vierzig
Zeugen geladen, ferner als Sachverſtändige: Profeſſor
Delbrück, Maximilian Harden und v. Gerlach.
Dresden, 19. Jan. Die Elbe iſt von Dresden bis
Meißen zugefroren. Das Treibeis iſt bei Meißen
ſtehen geblieben.
Leipzig, 18. Jan. Im Spionageprozeß Wi=
nogradoff
und Cerno vor dem Reichsgericht wurde
heute nachmittag 2 Uhr das Urteil verkündet. Wino=
gradoff
erhielt wegen verſuchten Verrates militäriſcher
Geheimniſſe drei Jahre Feſtung. Cerno wegen Verab=
redung
zur Begehung von Landesverrat (§ 5 des Spio=
nagegeſetzes
) drei Jahre Gefängnis. Beiden wurden
fünf Monate Unterſuchungshaft angerechnet. Cerno
hatte ſich gegenüber dem Vertreter des ruſſiſchen Nachrich=
tenbureaus
, der in Berlin wohnte, zur Lieferung gehei=
mer
militäriſcher Nachrichten aus Deutſchland bereit er=
klärt
. Er wurde nach Kiel geſandt und hielt ſich dort
über ein Jahr auf. Was er an Berichten ſandte, waren
lauter bekannte, nicht geheim zu haltende Dinge, die meiſt
ſchon in deutſchen Zeitungen geſtanden haben, oder ſeiner
Phantaſie entſprungen waren. Gegen ihn konnte nur der
Tatbeſtand des § 5 feſtgeſtellt werden. Winogradoff
iſt ein aktiver ruſſiſcher Marineoffizier. Er war abgeſandt
worden, um die Tätigkeit Cernos in Deutſchland zu kon=
trollieren
. Dieſe Gelegenheit benutzte er, ſelbſt Beobach=
tungen
zu machen, die er geeigneten Falls ſeiner Regie=
rung
mitteilen konnte. Er machte ſich bezüglich der Befeſti=
gung
Cuxhavens Zeichnungen, die er auf die Poſt gab.

um ſie fortzuſenden. Hierin wurde der Verſuch eines Ver=
brechens
nach § 1 des Spionagegeſetzes erblickt.
Leipzig, 19. Jan. Im hieſigen Krankenhauſe ſtarb
der am 16. d. M. eingelieferte Arbeiter Franz, angeblich an
einem Schlaganfall. Wie die Sektion ergeben hat, iſt der
Mann aber an Methylalkohol=Vergiftung ge=
ſtorben
. Bei welcher Gelegenheit die Vergiftung erfolgte,
iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Halle (Saale), 19. Jan. Heute früh ſtarb hier im Alter
von 70 Jahren der lyriſche Dichter Profeſſor Adolf=
Brieger.
Magdeburg, 19. Jan. Die Schiffahrtsver=
hältniſſe
auf der Elbe ſind die denkbar ungün=
ſtigſten
. Mehr als der Eisgang iſt der niedrige Waſſer=
ſtand
daran ſchuld. Das Eis auf der Elbe iſt bis weit
oberhalb Magdeburg zum Stillſtand gekommen.
Eberswalde, 19. Jan. In Oſerberg ſtarben der
Töpfermeiſter Seeliger, deſſen Frau und Tochter nach dem
Genuß von Ananas=Speiſe.
Kuxhaven, 18. Jan. Von dem Lotſenſchooner Nr. 4
fuhr am 17. Januar früh morgens bei eiſigem Oſtſturm
ein Lotſenverſetzboot zu einem einfahrenden
Dampfer und gab einen Lotſen ab. Seitdem iſt das Boot,
das mit einem Lotſen und zwei Aſpiranten beſetzt war,
verſchwunden. Alle Nachforſchungen waren bisher
vergeblich.
Innsbruck, 19. Jan. In Oſttirol herrſchen furchtbare
Schneeſtürme. Der Wiener Nachtſchnellzug iſt bei
Fieberbrunn im Schnee vollſtändig eingeweht.
Hall bei Innsbruck, 18. Jan. Eine große Geſellſchaft
von Herren, Damen und Kindern vergnügte ſich hier beim
Rodeln. Soeben hatte wieder ein Rodelſchlitten
die Höhe verlaſſen, um den Abhang hinabzufahren, als
er gegen einen Meilenſtein ſtieß und umſchlug. Alle an=
deren
nachfolgenden Rodel ſtürzten nun über dieſen, wo=
bei
verſchiedene Perſonen ſchwer verletzt wurden.
Turin, 19. Jan. Eine Lawine, welche in Roche=
molles
niederging, hat ſechs Wohnhäuſer vollſtändig ver=
ſchüttet
. Von mehreren dieſer Häuſer ragt nur noch die
Dachſpitze aus den Schnee= und Steinmaſſen hervor.
Truppen ſind nach der Unfallſtelle abgegangen und haben
die Rettungsarbeiten begonnen. Die Soldaten mußten
Schächte graben, um durch die Schnee= und Steinmaſſen
zu den Verſchütteten zu gelangen. Bis jetzt ſind 10 Ver=
letzte
geborgen.
Paris, 19. Jan. Der Streik in der großen
Oper dehnt ſich weiter auf das ganze Hilfsperſonal aus.
Der Chor der Muſiker erklärte ſich mit dem Ballett ſoli=
dariſch
, ſo daß die Oper wahrſcheinlich heute geſchloſſen
werden wird.
Paris, 19. Jan. Aus Toul wird gemeldet, daß ein
Fremder in einem Hotel aus dem Zimmer eines Offiziers
des Luftſchifferkorps wichtige Schriftſtücke ent=
wendet
habe, die ſich auf die Flüge des Lenkballons
Adjutant Vincenet oberhalb der Forts der Oſtgrenze be=
ziehen
. Der Spion, der nach Nancy entflohen iſt, hat ſich
bisher allen Nachforſchungen entzogen.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Antiſpiritiſtiſche Wohltätigkeits=
Vorſtellung. Der Zweigverein Darmſtadt des
Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz veranſtaltet am
Dienstag, den 23. Januar, abends 8¼ Uhr, im
großen Saale des Städtiſchen Saalbaues zur
Pflege und Erziehung armer Halbwaiſen eine große
Wohltätigkeits=Vorſtellung unter Mitwirkung von dem
k. u. k. Hofkünſtlerpaar Frau Ida und Richard Lané=Ney.
Das Berliner Tageblatt ſchrieb folgendes: Einen inter=
eſſanten
Abend kann man heute im Wintergarten erleben,
wo Frau Ida Lané=Ney und Herr Richard Lané Vorſtel=
lungen
geben. Ein geheimnisvoller Zauber umgibt den
Spiritismus und alles, was damit zuſammenhängt,
ferner die oft wunderbar erſcheinenden Zauberkünſte, Ge=
danken
= und Willensbeeinfluſſungen, die Darbietungen
der Feſſelkünſtler. Das Künſtlerpaar Lané=Ney zeigt uns
auch dieſe mannigfachen Künſte, die manchmal ſo uner=
klärlich
und wunderbar erſcheinen. Sie geben aber auch
zugleich die Löſung des anſcheinend Unerklärlichen, und
man iſt erſtaunt, wie leicht man ſich düpieren und nas=
führen
laſſen kann, wo doch des Rätſels Löſung verblüf=
fend
einfach iſt. Hauptſächlich wird aber bewieſen, daß
der Spiritismus eitel Humbug und nur darauf berechnet
iſt, den Leuten mit groben Mitteln etwas vorzutäuſchen.
Das Künſtlerpaar Lané und Ney weiß ſeine Vorführun=
gen
in höchſt anregender Weiſe zur Anſchauung zu brin=
gen
, der verbindende Vortrag iſt kurzweilig und trägt
durch ſeine humoriſtiſche Färbung zur Belebung des Gan=
zen
bei. Möchten die ergangenen Einladungen geneigte
Berückſichtigung finden und die gemeinnützigen Beſtreb=
ungen
des Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz durch das
Unternehmen kräftige Förderung erfahren. Die Geſchäfts=
ſtelle
befindet ſich im Britannia=Hotel, Rheinſtr. Nr. 35.
Daſelbſt werden täglich von 101 und 35 Uhr, Sonn=
tag
, den 21., von 111 Uhr Zahlungen für Karten ent=
gegengenommen
und weitere Eintrittskarten abgegeben.
(Siehe Anz.)

Parlamentariſches.

*X* Darmſtadt, 19. Jan. Der Finanzaus=
ſchuß
der Zweiten Kammer ſetzte heute unter
Vorſitz des Abg. Dr. Oſann ſeine Etatsberatung
fort. Bei Kap. 53, Aerztlicher Die iſt, Ausgabe
277338 Mark, wurde der Wunſch ausgeſprochen, daß dies
Kapitel mit dem Kap. 54, Impfweſen, verbunden
werden möchte, da ja ein innerer Zuſammenhang hier
beſteht. Um die Aenderung der Bezüge der Kreisärzte
und Kreisaſſiſtenzärzte ohne größere Belaſtung der
Staatskaſſe durchführen zu können, ſchlägt die Regierung
bekanntlich vor, die Impfgebühren, die bislang die be=
amteten
Aerzte auf Grund geſetzlicher Vorſchrift zu be=
ziehen
haben, für die Folge zur Staatskaſſe zu verein=
nahmen
. Dieſe neue Einnahme des Staates für Impf=
gebühren
iſt im Etat mit 46300 Mark veranſchlagt, wo=
bei
eine Erhöhung der Gebühr von 80 auf 90 Pfg. für
die einzelne Impfung in Ausſicht genommen iſt. Der er=
wähnten
Neueinnahme ſteht eine Geſamtausgabe von
24900 Mark gegenüber. Die folgenden Etatskapitel fan=
den
keine Beanſtandung. Bei Kap. 70, Landeskre=
ditkalſe
, Einnahme und Ausgabe 1757641 Mark,
wurde im Ausſchuß der Gedanke angeregt, ob es ſich nicht
empfehle, in abſehbarer Zeit bei der geplanten Verwal=
tungsorganiſation
eine Vereinigung dieſes Inſtituts mit
der Landeshypothekenbank herbeizuführen und dadurch
eine Erſparnis an Verwaltungskoſten zu erzielen. Bei
Kap. Kunſtſtraßenweſen, Ausgabe 1 231580 Mark, wurde
die geplante Reorganiaſtion der geſamten Bauverwal=
tung
und die Frage der 18 Kreisbauinſpektoren erörtert

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 5.

und die Poſition vorbehaltlich der geplanten Aenderun=
gen
genehmigt. Beim Kap. Eichweſen, iſt auf Grund
reichsgeſetzlicher Vorſchriften eine andere Organiſation
vorgeſehen. Die Regierung ſoll näher darüber gehört
werden, ob eine ſo umfangreiche Organiſation der Be=
hörde
, wie ſie im Etat zum Ausdruck kommt, wirklich
erforderlich erſcheint und die geforderte definitive An=
ſtellung
der Eichmeiſter nicht zu umgehen ſei.
Eine längere Debatte entſpinnt ſich dann noch beim
Etat des Miniſteriums der Finanzen. Es
wurde bei Kap. 98 namentlich darüber debattiert, ob die
Abteilung 4 des Miniſteriums mit einem Miniſterialrat
an der Spitze beſtehen bleiben ſolle, oder ob nicht eine
Vereinigung dieſer Abteilung mit anderen Abteilungen
in die Wege geleitet werden könne, damit der Poſten ei=
nes
Miniſterialrates wegfalle. Ueber dieſen Punkt, ſowie
über den eventuellen Wegfall eines vortragenden Rates
im Bauweſen ſoll zunächſt mit der Regierung näher ver=
handelt
und gewartet werden, bis die ganze Frage in
der Vereinfachungskommiſſion erledigt iſt. Die Kapitel:
Hausverwaltung, Hauptſtaatskaſſe, Forſtverwaltung im
allgemeinen und Kataſter wurden ohne weſentliche De=
batte
genehmigt, jedoch die ungünſtige Poſition der Geo=
metergehilfen
beklagt. Beim Kapitel Bauweſen kam
die Frage der Bauinſpektoren und der Hochbauämter zur
Sprache; es ſoll auch hierüber näher mit der Regierung
verhandelt werden. Die Reſtkapitel des Etats des Fi=
nanzminiſteriums
wurden nicht beanſtandet. Der Aus=
ſchuß
begann dann noch die Beratung des Vermö=
gensteils
. Beim Kap. Domänen des Großh. Hauſes
ſollen die Anforderungen für das vierte Aſſembleezim=
mer
im Reſidenzſchloſſe erſt mit der Regierung beſpro=
chen
werden. Die Anforderungen für Bad Nauheim und
Salzhauſen wurden genehmigt, ebenſo das Kavitel
Staatseiſenbahnen, und zwar: für Umgeſtaltung
der Bahnhofsanlagen in Darmſtadt als 7. Rate
200000 Mark. Erweiterung des Bahnhofs Bensheim
als 5. Rate 200000 Mark. Eiſenbahnbrücke über den
Rhein bei Mainz als 5. Rate 450000 Mark. Anteil
Heſſens am Erweiterungsbau des Bahnhofs Fried=
berg
. als 4. Rate 130000 Mark. Erweiterung des Bahn=
hofs
Kranichſtein. als 3. Rate 300000 Mark. Erwei=
terung
des Bahnhofs Alsfeld. als 3. Rate 100000
Mark. Anteil Heſſens am Bahnhofsbau Fulda 73900
Mark. Erweiterung des Bahnhofs Babenhauſen,
als 2. Rate 600000 Mark. Erweiteruna des Bahnhofes
Genſingen=Horrweiler, als 1. Rate 200000 Mark. Anteil
Heſſens am Erweiterungsbau des Hauptbahnhofes Of=
fenbach
. als 1. Rate 10000 Mark.
In der nächſten Sitzung, die am Dienstag, den 23.
Januar ſtattfindet, ſollen die gemeinſamen Etats=
beratungen
mit der Regierung ihren Anfang
nehmen.

Sitzung der Großh. Handelskammer Darmſtadt

vom 15. Januar.
Bei der Konſtituierung der Handels=
kammer
wurden die Herren Bankdirektor C. Parcus,
Geh. Kommerzienrat Dr. L. Merck und Kommerzienrat
F. Jacobi als Vorſitzende wiedergewählt. Die ein=
zelnen
Kommiſſionen wurden folgendermaßen
zuſammengeſetzt: Kommiſſion für Geſetz=,
Steuer= und Zollweſen: Geh. Kommerzienrat
Dr. L. Merck (Vorſitzender), L. Fiſcher, Kommerzienrat
L. Fröhlich, W. Kalbfuß, W. Rummel, Emil Schenck,
Kommerzienrat H. Schlager und Eugen Trier. Kom=
miſſion
für Verkehrsweſen: Kommerzienrat F
Jacobi (Vorſitzender), L. Fiſcher, Kommerzienrat L. Frö
lich, Regierungs= und Baurat Jordan, Karl Karp, W.
Kölb, Eugen Trier und C. Wittich. Kommiſſion für
Kleinhandel: W. Kölb (Vorſitzender), L. Fiſcher, W.
Kalbſuß und K. Karp. Das Kuratorium der
Kaufm. Fortbildungsſchule Darmſtadt be=
ſteht
aus folgenden Mitgliedern: Kommerzienrat L. Frö=
lich
(Vorſitzender), Syndikus Dr. Human. W. Kölb, Kom=
merzienrat
F. Jacobi, Kommerzienrat H. Schlager, W.
Rummel, Beigeordneter Fr. Schmitt als Vertreter der
Stadt Darmſtadt, und Th. Kalbfuß und C. Wittich als
Vertreter des Handelsvereins.
Die Handelskammer wird im laufenden Jahre ihr
50jähriges Jubiläum zu feiern haben. Es
wurde beſchloſſen, eine Kommiſſion von etwa 34 Her=
ren
zur Vorbereitung der Feier zu wählen.
Es haben verſchiedene Sitzungen der Kommiſſion für
Geſetz=. Steuer= und Zollweſen ſtattgefunden, in welchen
hauptſächlich über die Reviſion der Ausfüh=
rungsvorſchriften
zur Gewerbeordnnung
und über den Geſetzentwurf betreffend Rege=
lung
der Sonntagsruhe im Handelsge=
werbe
, ſowie über Abänderungsvorſchläge
zum Heſſiſchen Handelskammergeſetz ver=
handelt
wurde.
Am 18. v. M. gelangten auf einer Vertreterkon=
ferenz
der Heſſiſchen Handelskammern in
Frankfurt a. M., an welcher ſeitens unſerer Kammer die
Herren Geh. Kommerzienrat Dr. L. Merck. L. Fiſcher,
Kommerzienrat Jacobi. Kommerzienrat Frölich. Syndi=
kus
Dr. Human und wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter Dr.
Kaſſel teilnahmen, die Abänderungsvorſchläge
bezüglich des Heſſiſchen Handelskammer=
geſetzes
, ſowie der Entwurf einer Ausfüh=
rungsverordnung
zur Gewerbeordnung zu
weiterer eingehender Beratung.
An Beratungen über eine dritte Auflage des Nah=
rungsmittelbuches
nahmen am 4. Dezember ( Obſt=
fabrikate
, insbeſondere Marmelade und Pflaumenmus)
und am 5. Dezember (Einteilung der Branntweine. Him=
beerlikör
, Muskatlikör, Eſſenzen) in Wiesbaden Vertre=
ter
der Handelskammer teil. Die Handelskammer be=
ſchloß
, die Mitgliedſchaft beim Bunde der
Nahrungsmittelfabrikanten und= Händ=
ler
, Sitz Nürnberg, zu erwerben. Weiter wurde beſchloſ=
ſen
, Herrn Direktor Zarges=Groß=Gerau als Vertreter
der Handelskammer zu der am 12. und 13. Februar in
Berlin ſtattfindenden Verſammlung des Bundes zu ent=
ſenden
, gelegentlich welcher weiter über Dauerwaren aus
Obſt und Früchten verhandelt werden ſoll.
Am 15. Dezember vorigen Jahres hat die ordentliche
Mitglieder=Verſammlung des Deutſch= Franzöſi=
ſchen
Wirtſchaftsvereins in Frankfurt a. M.
ſtattgefunden, an der Herr Syndikus Dr. Human teilge=
nommen
hat. Es wurde der Geſchäftsbericht erſtattet
und hauptſächlich über den Congrés Commercial Franco=
Allemand in Paris geſprochen. Im Anſchluß daran wur=
den
eine größere Anzahl der gegenwärtig zwiſchen

Deutſchland und Frankreich ſchwebenden Zoll= und
Frachtfragen behandelt.
In Erledigung einer Anfrage des Handelsvertrags=
vereins
in Berlin iſt eingehend ein Fragebogen beant=
wortet
worden, der ſich mit der Reform der Ein=
richtung
der deutſchen Handelsſachver=
ſtändigen
beſchäftigt. Dieſelbe Angelegenheit ſoll in
der nächſten Sitzung des Deutſchen Handelstages betr.
Steuern, Zölle und Außenhandel erörtert werden. Die
Handelskammer wird Gelegenheit haben, in dieſer Kom
miſſionsſitzung ihre Anſicht zum Ausdruck zu bringen.
Vom italieniſchen Generalkonſulat in Frankfurt a. M.
ſind die kürzlich von dem Königl. Auswande=
rungs
=Kommiſſariat zu Rom erlaſſenen
Verfügungen mitgeteilt worden, wonach die Be=
fugnis
, für das Ausland in Italien junge Mädchen und
Frauen anzuwerben, nur denjenigen Perſonen einge=
räumt
wird, die mit einem beſonderen Nulla Oſta ( Be=
ſcheinigung
, daß nichts im Wege ſteht) des Königl. Kon=
ſulates
des Diſtriktes, wo die anzuwerbenden Perſonen
beſchäftigt werden, verſehen ſind.
Der Mittelrheiniſche Fabrikanten=Verein hat an das
Miniſterium des Innern eine Eingabe betr. das Ein=
zugsverfahren
für die Erhebung der In=
validenverſicherungsbeiträge
gerichtet. Die
Handelskammer konnte ſich den in der Eingabe vorge=
brachten
Gründen gegen die Aufhebung des Einzugs=
verfahrens
vollſtändig anſchließen, da dasſelbe ohne
Zweifel große Vorteile hat gegenüber dem in Preußen
beſtehenden Verfahren. Auch erſcheinen die für Weiter=
gewährung
einer Vergütung an die Betriebskrankenkaſ=
ſen
angeführten Gründe durchaus gerechtfertigt. Es
wurde daher die Eingabe des Mittelrheiniſchen Fabri=
kanten
=Vereins beim Miniſterium des Innern unter=
ſtützt
.
Die Handelskammer zu Frankfurt a. M. hat an das
Kaiſerl. Patentamt in Berlin eine Eingabe des Inhalts
gerichtet, es möchten Wein. Spirituoſen und Li=
kör
als gleichartige Waren im Sinne des Ge=
ſetzes
zum Schutze der Warenbezeichnung erklärt werden
Die Handelskammer iſt der Anſicht, daß der Warenzei=
chenſchutz
für den Weinhandel ſeine Zweckbeſtimmung
verliert, wenn es möglich iſt, daß für Likör und Spiri=
tuoſen
dieſelben Bezeichnungen geſchützt werden können.
Auch ſprechen eine Anzahl von Merkmalen hinſichtlich
des Alkoholgehaltes und des Verwendungszweckes ſowie
des Verbrauches für den von der Handelskammer Frank=
ſurt
a. M. vorgebrachten Wunſch. Es wurde infolgedeſ=
ſen
beſchloſſen, dieſe Eingabe zu unterſtützen.
Es wurde beſchloſſen, die Mitgliedſchaft beim
Bunde der Induſtriellen in Berlin, der die
Intereſſen der Fertigfabrikate herſtellenden Induſtrien
wirkungsvoll vertritt, zu erwerben.
Der Verein für Handlungskommis von 1858. Bezirk
Darmſtadt, hatte an die Handelskammer ein Schrafhon
gerichtet, welches ſich gegen die mehrfach
hervorgetretenen Beſtrebungen richtet, es möchte
ein geſetzliches Verbot der Führ ung der
Kauf mannsbezeichn ung für alle
kaufmänniſchen Angeſtellten herbeigeführt
werden. Die Handelskammer ſtellte ſich auf den auch vom
Deutſchen Handelstag auf ſeiner letzten Ausſchußſitzung
eingenommenen Standpunkt, es dürfte die Standesbe=
zeichnung
Kaufmann nicht nur den ſelbſtändigen Han=
delstreibenden
vorbehalten werden.
Von der Königlichen Eiſenbahndirektion Berlin wird
im Verlage von Julius Springer=Berlin ein Gemein=
ſam
er Tarif= und Verkehrsanzeiger für
den Güter= und Tierverkehr Montags und
Donnerstags und Der Tarif= und Ver=
kehrsanzeiger
der Preußiſch=Heſſiſchen
Staatseiſenbahnverwaltung für den
Perſonen=, Gepäck= und Expreßgutverkehr‟
Montags herausgegeben. Es enthalten die Anzeiger,
die im Abonnement für das Kalenderjahr zum Preiſe
von je 6 Mark bezogen werden können, Ankündigun=
gen
von neuen Tarifen und von Nachträgen ſowie alle
Bekanntmachungen über Tarifänderungen und= Ergän=
zungen
, die in der Zwiſchenzeit bis zur Ausgabe von
neuen Tarifen wie von Nachträgen vorgenommen wer=
den
, ferner ſonſtige Nachrichten aus dem Tarif= und
Verkehrsweſen. Die Handelskammer iſt der Anſicht, daß
Handel und Induſtrie lebhaftes Intereſſe an dem Bezug
dieſer Anzeiger haben ſollten.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat eine wie=
derholte
Anfrage an die Handelskammer wegen Fracht=
ermäßigung
für Steinbrucherzeugniſſe
gerichtet. Nach eingehenden Ermittelungen wurde dem
Miniſterium möglichſt genaues Material über die Ver=
hältniſſe
im Großherzoatum überſandt und gleichzeitia
der bereits früher geſtellte Antrag erneuert, es möchte
von einer weiteren Frachtermäßigung für Pflaſterſteine
Abſtand genommen werden.
Längere Ermittelungen und ein gemeinſames Vor=
gehen
mit der Handelskammer Frankfurt a. M. haben
dazu geführt, daß die Obervoſtdirektion Frankfurt a. M.
anerkannte, es ſei die ſtarke Belaſtung der Fern=
ſprechverbindung
Frankfurt-Bremen auch
dort beobachtet worden und es ſeien die zur Abhilfe erfor=
derlichen
Maßnahmen in die Wege geleitet.

Schülerwanderungen des Odenwaldklubs.

Man ſchreibt uns: Die Schülerwanderungen des
Odenwaldklubs haben auch im abgelaufenen Jahre ihren
Platz unter den beachtenswerten Beſtrebungen der deut=
ſchen
Wandervereine behauptet. Sie haben ſich die alten
Freunde erhalten, neue dazu gewonnen und mancherlei
Anregung zu gleicher Tätigkeit auf dem Gebiet dieſer
Art Jugendpflege gegeben, die bei allem Reſpekt vor gei=
ſtiger
, religiöſer, beruflicher Weiterbildung der Jugend
daran denkt, daß unſerm Vaterland ein geſundes und
kräftiges Geſchlecht not tut. das den Aufgaben des Lebens
gewachſen iſt. Deutſche Jungen und Mädchen, die ihr
Vaterland kennen, es lieb haben und immer lieber gewin=
nen
, je mehr ſie mit ihrer Heimat und der Bevölkerung
vertraut werden, will der Odenwaldklub heranziehen
helfen. So ſteht auch dieſe Bewegung, die von den ge=
ſamten
Wandervereinen mit ſteigendem Wohlwollen auf=
gegriffen
wird, durchaus auf vaterländiſchem Boden und
iſt ein Teil der Jugendpflege, die zur Zeit alle Vereine,
die der körperlichen Ausbildung des heranwachſenden
Geſchlechtes ihre Aufmerkſamkeit ſchenken. zum Bund
Jungdeutſchland zuſammenſchließen will. Daß auch
mit den Schülerwanderungen eine Arbeit im Dienſte des
Vaterlandes geſchieht, iſt den Männern des Odenwald=

klubs ebenſo bewußt, wie den Gliedern der übrigen deut=
ſchen
Wandervereine, mit denen der Klub ſeine Erfah=
rungen
auf dieſem, noch ziemlich jungen Arbeitsfeld aus=
tauſcht
. Zweck und Ziel unſerer Schülerwanderungen,
Art und Einrichtung unſerer Jugendgruppen, wurden im
vergangenen Jahre ausführlich auch in der Fachpreſſe
wie in Zeitſchriften und Tageszeitungen erörtert. Doch
nicht nur mit Schrift und Wort, ſondern auch im Bild
konnte unſer Klub dort in Wildungen aufweiſen, was er
in den letzten Jahren geleiſtet hat. Fand doch die bei
dem deutſchen Wandertag vom Zentralausſchuß des
Odenwaldklubs veranſtaltete Ausſtellung auch mit ihrer
Sonderabteilung Schülerfahrten vielfachen Beifall.
Daß man vom Odenwaldklub auf dieſem Gebiet etwas
lernen kann, bewies die Hauptverſammlung des Eifelver=
eins
, der für eine Beſprechung der Jugendwanderungen
einen Redner aus den Reihen unſeres Klubs gewann.
Eine weitere Folge dieſer Tagung in Montjoie war,
daß die Redaktion der amtlichen Zeitſchrift des Bundes
deutſcher Verkehrs=Vereine Deutſchland, wie diejenige der
Fachſchrift des Vereins katholiſcher Lehrerinnen in der
Rheinprovinz ſich wegen einer Abhandlung über Schü=
lerwanderungen
an den Odenwaldklub wandten. Auch bei
der im Juli v. J. in Dresden ſtattgehabten Beſprechung
von Männern ſämtlicher Richtungen auf dem vielgeſtal=
tigen
Gebiet des Jugendwanderns war der Odenwald=
klub
vertreten.
Hatte aber der letzte Verbandstag in Wildungen es
einmütig als eine notwendige Aufgabe und Pflicht der
Wandervereine erklärt, allſeitig den Schülerwande=
rungen
immer mehr Aufmerkſamkeit zu ſchenken, ſo ſah
ſich auch der Zentralausſchuß des Odenwald=
klubs
veranlaßt, ſo Erfreuliches ſeither ſchon von gro=
ßen
und kleinen Ortsgruppen geſchehen iſt, trotzdem er=
neut
darauf hinzuweiſen, daß an manchen Plätzen doch noch
mehr in dieſer idealen Sache getan werden könnte. Um
das Intereſſe für dieſe wichtige Frage zu wecken, und für
die Einrichtung ſolcher Wanderungen durch langjährige
Betätigung erprobte Vorſchläge zu machen, hat ſich ein
Vorſtandsmitglied der Darmſtädter Ortsgruppe
bereit erklärt, an jedem Platz, wo es nur immer ge=
wünſcht
wird, koſtenlos einen Lichtbildervortrag
über Jugendwanderungen zu halten. Die
Ortsgruppen haben lediglich für die Beſchaffung des
Lichtbilderapparates zu ſorgen, ſodaß die Koſten nicht
allzu erheblich ſind. Das Anerbieten findet Anklang, Hat
in Darmſtadt bereits vor einigen Wochen eine derartige
Veranſtaltung ſtattgefunden, ſo ſind von Reinheim,
Weinheim. Eberbach und Heidelberg bereits Anmeldun=
gen
eingelaufen, ſo daß die Hoffnung des Zentralaus=
ſchuſſes
, es möchten recht viele Ortsgruppen von dem
Angebot Gebrauch machen, ſich vorausſichtlich erfüllen
wird. Um aber jener in Wildungen gegebenen Anregung
noch weiter zu entſprechen, hat der Zentralausſchuß auch
für die im Mai dieſes Jahres in Groß=Umſtadt zuſam=
mentretende
Hauptverſammlung eine eingehende Erörte=
rung
des Jugendwanderns vorgeſeben und ſeine
Mitglieder, Oberamtsrichter Wünzer und Profeſſor Kiſ=
ſinger
, mit dem Erſtatten geeigneter Vorträge und Vor=
ſchläge
betraut. So darf man wohl mit Recht ſagen, daß
der Odenwaldklub auf dem Felde der dem heranwachſen=
den
Geſchlechte dienenden Beſtrebungen nicht müßig ge=
weſen
iſt und nicht müßig ſein wird. Denn er iſt ſich
deſſen bewußt, daß ſeine Arbeit idealer Art iſt, daß
auch ſie für ſich das Wort beanſpruchen darſ: Pro patria
est. dum Indere videmur denn dem Vaterland dient
auch das Jugendſpiel und Jugendwandern.

Die Reichstagswahlen.
Großherzogtum Heſſen.

* Darmſtadt, 19. Jan. Die Vorſtände der
Deutſch=ſozialen und Chriſtlich=ſozialen
Parteien machen bekannt, daß eine Vereinbarung
mit der Nationalliberalen Partei auf wechſelſeitige Wahl=
hilfe
gegen die Sozialdemokraten getroffen worden ſei.
* Groß=Gerau, 19. Jan. Die heute im Wei=
ßen
Roß in Groß=Gerau ſtattgefundene, zahlreich be=
ſuchte
Vertrauensmännerverſammlung der Fort=
ſchrittlichen
Volkspartei iſt der vom Engeren
Ausſchuß der Partei beſchloſſenen Parole für die
Reichstagsſtichwahl beigetreten. Die Verſammlung
ſtimmte folgendem Beſchluß für den Wahlkreis Darm=
ſtadt
-Groß=Gerau zu: Den Wählern wird bei der Stich=
wahl
die Wahl freigegeben zwiſchen Dr. Oſann und
Dr. Queſſel, da die politiſche Haltung Dr. Oſanns in
der heſſiſchen Politik und in der Frage der
Einigung des Liberalismus ein Eintreten für ihn un=
möglich
macht.
* Worms, 18. Jan. Die heute hier abgehaltene
Vertrauensmänner=Verſammlung der Fortſchritt=
lichen
Volkspartei des Wahlkreiſes Worms= Hep=
penheim
=Wimpfen macht es den Parteifreunden zur
Pflicht, bei der bevorſtehenden Stichwahl keine
Stimme für Herrn von Heyl abzugeben.
Letzterer kann die Wahlhilfe der Fortſchrittlichen
Volkspartei entbehren; er wird auch ohne ſie ſeinen Wahl=
kreis
behaupten.

Deutſches Reich.

* Berlin, 18. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu den Stichwahlen: Wir haben im
bisherigen Verlauf des Wahlkampfes immer von neuem
auf die praktiſchen Aufgaben hingewieſen, die
der neue Reichstag zu erledigen haben wird, auf
die beſonnene Fortführung der Sozialpolitik, auf den
Schutz der nationalen Arbeit, vor allem auf die Stärk=
ung
unſerer Wehr zu Waſſer und zu Lande. Wir haben
dabei hervorgehoben, daß die Sozialdemokratie zur
Grundlage ihrer Sozialpolitik den Klaſſenkampf macht,
der den Frieden im Lande vernichtet, daß ſie unſere
Wirtſchaftspolitik, die unſere nationale Arbeit hochgeho=
ben
hat, mit allen Mitteln bekämpft, daß ſie in ihrer anti=
nationalen
Geſinnung bisher noch ſtets alle Mittel ver=
ſagt
hat, welche die äußere Machtſtellung des Reiches
gewährleiſten. Wir haben an das Gewiſſen aller Wähler
appelliert, Front zu machen gegen eine Partei, welche ſich
ſelbſt als den Todfeind der bürgerlichen Geſellſchaft, als
den grimmigen Gegner der Monarchie bezeichnet. Trotz
der Erfolge, die die Sozialdemokratie bei den Haupt=
wahlen
erzielt hat, bliebe es möglich, ſie durch ein Zu=
ſammengehen
der bürgerlichen Parteien
bei den Stichwahlen in Schranken zu halten. Die
parteitaktiſchen Erwägungen, die eine Einigung der bür=
gerlichen
Parteien ſcheitern ließen, und die parteitakti=
ſchen
Folgerungen, die daraus gezogen worden ſind, än=
dern
nichts an den Aufgaben, die dem neuen Reichstage
obliegen werden, deren Löſung das deutſche Volk trotz

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

aller Parteiverhetzung und Parteiverbitterung von ſei=
nen
Vertretern verlangen wird, und an deren Löſung
mitzuarbeiten die Sozialdemokratie unfähig iſt. Des=
halb
bleibt der Kampf gegen die Sozialdemokratie die
Pflicht aller Wähler, welche in ernſter Stunde um die
Zukunft der Nation beſorgt ſind.
* Berlin, 19. Jan. Der Bund vaterländi=
ſcher
Arbeitervereine, der 159 Arbeitervereine
umfaßt, erläßt nachſtehende Stichwahlparole: Am
11. September 1910, auf der Tagung in Braunſchweig,
nahmen wir einſtimmig die Entſchließung an: Der Bund
vaterländiſcher Arbeitervereine verurteilt einſtimmig mit
aller Schärfe den Gedanken, zwiſchen den bürger=
lichen
Parteien und der Sozialdemokratie
Wahlbündniſſe herbeizuführen. Er erblickt in ſol=
chen
Bündniſſen eine Verwiſchung des tiefen Gegenſatzes
zwiſchen der vaterländiſch=bürgerlichen und der inter=
national
=ſozialdemokratiſchen Weltanſchauung, eine
ſchwere Schädigung der Intereſſen des Vaterlandes und
eine politiſche Kurzſichtigkeit, die ſich an denjenigen Par=
teien
rächen muß, die ſo die Sozialdemokratie fördern
helfen. Das Ergebnis der gegenwärtigen Hauptwahl
hat unſere damals ausgeſprochene Erkenntnis beſtätigt.
Unſere Wahlparole lautet daher: Gegen die Sozialdemo=
kratie
und ihre Helfer!
Auch der Hauptausſchuß nationaler Arbeiter=
verbände
, deſſen Mitgliederzahl im Vorjahre von
110000 auf 150000 geſtiegen iſt, erläßt folgende Stich=
wahlparole
: Bei Stichwahlen zwiſchen bürgerlichen Par=
teien
: nach dem eigenen Parteiſtandpunkt, bei Stichwahlen
zwiſchen einer bürgerlichen Partei und der Sozialdemo=
kratie
unter allen Umſtänden: gegen die Sozialdemokratie!
* Stuttgart, 18. Jan. Nationalliberale
und der Bund der Landwirte leiſten ſich gegen=
ſeitig
Stichwahlhilfe in den Kreiſen Heilbronn, Eßlingen
und Böblingen gegen die Sozialdemokratie.
Eſſen, 19. Jan. Der Vorſtand der National=
liberalen
Partei in Weſtfalen beſchloß, mit
dem Zentrum in Verhandlungen einzutreten zum
Zwecke gegenſeitiger Unterſtützung in den Wahlkreiſen
Dortmund, Bochum, Gelſenkirchen, Eſſen und Duisburg=
Mülheim. Die Verhandlungen werden auf der Baſis
geführt, daß die Nationalliberalen dem Zentrum bei der
Stichwahl Wahlhilfe in Dortmund und Eſſen leiſten und
dieſes dafür die Nationalliberalen in Vochum= Gelſen=
kirchen
und Duisburg=Mülheim unterſtützt. Mit Rück=
ſicht
auf die beſonderen Verhältniſſe im Wahlkreiſe Saar=
brücken
, wo Baſſermann auf die Sozialdemokratie ange=
wieſen
iſt, wird Köln in das Wahlabkommen nicht ein=
geſchloſſen
.
* Jena, 19. Jan. Auf Einladung des Ausſchuſſes
für die Wahl des bürgerlichen Kandidaten im dritten
weimariſchen Wahlkreiſe hielt geſtern abend vor etwa
2000 Perſonen der frühere Staatsſekretär v. Poſa=
dowsky
eine programmatiſche Rede über
die politiſche Lage. Der Redner, lebhaft begrüßt,
führte aus, der politiſche Individualismus fand bei den
Wahlen einen prägnanten Ausdruck. Angeſichts deſſen
wäre es notwendig, daß die politiſchen Parteien ihr
Programm einer Inventur unterziehen, denn das Neben=
einanderbeſtehen
von vielen Parteien ſei ein Unding.
Wenn man eine einheitliche konſequente Regierung wolle,
müſſe man vorher große, einheitliche Parteien ſchaffen.
Nachdem die Sozialdemokratie bei den Wahlen am 12.
Januar faſt eine Million Stimmen gewonnen habe, ſeien
bürgerliche Sammelkandidaturen in dieſem kritiſchen Zeit=
punkt
eine Notwendigkeit. Nach Betrachtung der aus=
wärtigen
Lage mahnte der Redner nochmals zur Einig=
keit
der bürgerlichen Parteien bei den Stichwahlen und
ſchloß mit dem Rufe: Nicht Front nach rechts, ſondern
ſchließen wir unſere Reihen, und Front nach außen! Der
Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen.

Stichwahltermine.
* Das Wolffſche Bureau ſtellt folgende Zuſam=
menſtellung
der Stichwahltermine auf:
Am Samstag, 20. Januar, finden folgende
77 Stichwahlen ſtatt: Labiau=Wehlau, Königsberg=
Land, Tilſit=Niederung, Gumbinnen=Inſterburg, Weſt=
Priegnitz, Oſt=Priegnitz, Ruppin=Templin, Zauch=Belzig,
Königsberg=Neumark, Uckermünde=Uſedom, Landkreis
Breslau, Sagan=Sprottau, Löwenberg, Landeshut=Jauer,
Rothenburg=Hoyerswerda, Mansfelder See= und Ge=
birgskreis
, Apenrade=Flensburg, Schleswig=Eckernförde,
Pinneberg=Ottenſen Oldenburg=Plön, Herzogtum Lauen=
burg
, Emden=Norden, Melle=Diepholz, Verden=Hoya,
Hameln=Linden. Harburg=Rothenburg, Stade= Bremer=
förde
, Otterndorf=Neuhaus, Minden=Lübbecke, Herford=
Halle, Bielefeld=Wiedenbrück, Hamm=Soeſt, Wiesbaden,
Weilburg=Limburg, Dillenburg=Unterweſterwald, Rin=
teln
=Hoſgeismar, Kaſſel=Melſungen, Fritzlar=Homberg,
Eſchwege=Schmalkalden, Marburg=Frankenberg, Hersfeld=
Rothenburg, Wetzlar=Altenkirchen, Kreuznach=Simmern,
Saarbrücken, Ottweiler=St. Wendel, Landau=Neuſtadt,
Germersheim, Zweibrücken, Kronach, Schwein=
furt
, Würzburg, Augsbura. Immenſtadt, Bernſtadt=
Löbau, Bautzen, Dresden=Altſtadt, Freiburg, Oſchatz=
Grimma, Stadt Leipzig, Borna=Pegau, Konſtanz= Ueber=
lingen
, Donaueſchingen=Villingen, Lörrach=Müllheim,
Freiburg=Waldkirch, Kehl=Offenburg, Karlsruhe, Heidel=
berg
, Hagenow=Grevesmühlen, Schwerin=Wismar, Par=
chim
=Ludwigsluſt, Malchin=Waren. Roſtock, Güſtrow,
Mecklenburg=Strelitz, Helmſtedt=Wolfenbüttel, Meiningen=
Hildburghauſen, Koburg.
Am Montag, den 22. Januar, finden folgende
80 Stichwahlen ſtatt: Memel=Heydekrug, Danzig=
Landkreis, Danzig=Stadtkreis. Graudenz=Strasburg,
Schlochau=Flatow, Berlin l=Mitte, Oberbarnim, Arns=
walde
=Friedeberg, Cottbus=Spremberg, Rügen= Franz=
burg
, Greifswald=Grimmen, Frauſtadt=Liſſa, Czarnikau=
Kolmar i. P., Stadt Breslau=Oſt, Kreuzburg=Roſenberg,
Groß=Strelitz=Koſel, Beuthen=Tarnowitz, Kattowitz=
Zabrze, Görlitz=Lauban, Oſterburg=Stendal, Jeri=
chow
I und II, Wolmirſtedt=Neuhaldensleben, Oſchers=
leben
=Halberſtadt, Bitterfeld=Delitzſch, Mühlhauſen= Lan=
genſalza
, Tondern=Huſum, Dithmarſchen=Steinburg, Neu=
ſtadt
a. R.=Nienburg, Hildesheim, Einbeck=Nordheim,
Göttingen=Münden, Goslar=Zellerfeld, Gifhorn=Peine,
Uelzen=Lüchow=Lüneburg=Winſen, Hagen, Höchſt= Hom=
burg
v. d. H., Stadt Frankfurt a. M., Stadt Köln, Mün=
chen
I, Straubing, Kaiſerslautern, Bayreuth, Ansbach=
Schwabach, Rothenburg o. T., Plauen, Beſigheim= Heil=
bronn
, Böblingen=Leonberg, Eßlingen=Kirchheim, Reut=
lingen
=Tübingen, Calw=Nagold, Freudenſtadt=Oberndorf,
Balingen=Rottweil. Gmünd=Göppingen. Backnang=Hall,
Geislingen=Ulm, Gießen=Grünberg, Friedberg=Büdingen,
Lauterbach=Alsfeld, Darmſtadt=Groß=Gerau, Erbach= Bens=
heim
, Worms, Bingen=Alzey, Weimar=Apolda, Eiſenach=
Dermbach, Jena=Neuſtadt, Oldenbura=Lübeck=Birkenfeld,
Varel=Jever, Sachſen=Altenburg. Deſſau=Zerbſt, Bern=
burg
=Ballenſtedt, Schwarzburg=Sondershauſen. Waldeck=
Schaumburg=Lippe, Lippe, Kolmar, Landkreis Straßburg
Zabern, Oolchen=Diedenhofen, Metz.

Am Donnerstag, den 25. Januar, finden
folgende 31 Stichwahlen ſtatt: Marienburg=Elbing,
Schwetz, Potsdam=Oſthavelland, Landsberg=Soldin,
Frankfurt a. O.=Lebus, Züllichau=Croſſen, Guben=Lübben,
Sorau=Forſt, Calau=Luckau, Krotoſchin, Striegau=
Schweidnitz, Oppeln, Lublinitz=Toſt=Gleiwitz, Grünberg=
Freyſtadt, Glogau, Lüben=Bunzlau, Liegnitz=Goldberg,
Schönan=Hirſchberg, Salzwedel=Gardelegen, Liebenwerda=
Torgau, Schweinitz=Wittenberg, Sangerhauſen= Eckarts=
berge
, Querfurt=Merſeburg, Nordhauſen, Osnabrück,
Altena=Iſerlohn, Bochum=Gelſenkirchen. Dortmund, Len=
nep
=Remſcheid. Elberfeld=Barmen, Düſſeldorf, Eſſen,
Mülheim (Ruhr)=Duisburg, Mörs=Rees.

Dr. Oſann über die politiſche Lage.

g. Die von der Nationalliberalen Partei für geſtern
abend nach dem großen Saale der Turngemeinde auf
dem Woogsplatz einberufene Wählerverſammlung zeigte
durch ihren außerordentlich guten Beſuch, daß das
Intereſſe für die Stichwahlen in Darmſtadt vielleicht
noch bedeutender iſt, als für die Hauptwahlen. Herr
Stadtv. Dr. Nöllner eröffnete die Verſammlung und
gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Intereſſe, das ſich
durch den außerordentlich guten Beſuch der heutigen
Verſammlung bekundete, ſich auch für die Stichwahl am
22. Januar bewähren möge. Er erteilte hierauf dem
Kandidaten,
Herrn Dr. Oſann,
das Wort. Er führte aus:
Vor fünf Jahren habe ich aus gleicher Veranlaſſung
hier in dieſem Saale zu Ihnen geſprochen. Wie gingen
die Wogen der Begeiſterung damals hoch. Damals kam
ein mächtiges Moment in die Wahlbewegung, das zu
unſeren Gunſten ausſchlug. Zunächſt die Verſammlung
des damaligen Staatsſekretärs Dernburg im Saal=
bau
über die kolonialen Verhältniſſe Deutſchlands, die
mächtiges Aufſehen erregte und die größte Wirkung
hatte. Dann aber die letzte Verſammlung, die wir hier
in dieſem Saale hatten. Da ſtand an unſerer Seite in un=
ermüdlicher
Wirkſamkeit unſer treuer Otto Wolfskehl.
Und dieſer hatte dem Vater Dernburg, den jüngſt
verſtorbenen bedeutenden Politiker, zu einer Reiſe nach
Darmſtadt veranlaßt und dieſer trat in der Verſammlung
zu Gunſten der nationalliberalen Kandidatur auf. Welch
einen Jubel der Begeiſterung (entfeſſelten ſeine Worte,
welch einen Tatendrang dahin, am Tage der Wahl zu=
ſammenzuſtehen
im Kampfe gegen die Sozialdemokratie
Dazu war noch Baſſermann gekommen, herbeigeeilt von
einer glänzenden Verſammlung in Hannover und ſelten
habe ich unſere Führer ſo begeiſternd, ſo die Wähler
entflammend ſprechen hören. Mit einem Stimmenüber=
ſchuß
von 1800 ſind wir damals zum Siege gekommen
und ein unbeſchreiblicher Jubel der geſamten Bürgerſchaft
iſt dieſem Ergebniſſe gefolgt.
Wie ſtehen heute nun die Dinge in unſerem Wahl=
kreiſe
? Wieder ringen wir mit der Sozialdemokratie um
die Siegespalme, wieder geben die Anhänger der Fort=
ſchrittlichen
Volkspartei den Ausſchlag. Auch heute
konnte ſich die Fortſchrittliche Volkspartei nicht entſchlie=
ßen
, ihre Wähler aufzufordern, für die Nationalliberalen
zu ſtimmen, aber wir haben die feſte Zuverſicht,
daß die Stimmfreigabe die Wähler der Fortſchrittlichen
Volkspartei gerade wie 1907 an unſere Seite
bringen wird: Für uns wäre die Unterſtützung der
Fortſchrittlichen Volkspartei ſelbſtverſtändlich geweſen.
Das haben wir bei der Landtagswahl gezeigt, wo die
Nationalliberalen Mann für Mann für den
fortſchrittlichen Kandidaten Henrich eingetreten ſind. ja
uns bereit erklärt haben, für ihn in öffentlichen Ver=
ſammlungen
zu ſprechen. Wir haben auch für den fort=
ſchrittlichen
Kandidaten Sames, der im Landkreis
Darmſtadt kandidierte, die Stimmen abzugeben öffentlich
aufgefordert. So hat es auch die Berliner Zentralleitung
der Fortſchrittlichen Volkspartei beſchloſſen und die Par=
tei
in Heſſen aufgefordert. für den Nationalliberalen ein=
zutreten
. Ich kann nur lebhaft bedauern, daß dies nicht
geſcheben iſt.
Die Lage des Liberalismus im Reiche iſt nicht ſo
roſia, daß man ſich den Lurus noch weiterer Sozialdemo=
kraten
geſtatten dürfte. 64 Mandate hat die Sozialdemo=
kratie
bereits, der Liberalismus, und zwar die Natio=
nalliberalen
. 4. Muß da nicht eigentlich jede Kraft an=
gewendet
werden. um liberale Mandate zu gewinnen und
die Sozialdemokraten nicht zu ſtärken? Man verweiſe
doch nicht auf die Tätigkeit der Sozialdemokraten. Wer
dieſe im Parlament beobachtet, wundert ſich über
die Unfruchtbarkeit an poſitiven Leiſtungen, an poſitiver
Mitarbeit. Prinzipiell verſagen dieſe in allen Fragen
in welchen es ſich um die Wehrhaftigkeit und
Wehrfähigkeit unſeres Landes handelt. Wo iſt
auch nur eine Zuſtimmung zu den Forderungen für die
Bewaffnung des Heeres, der Marine zu finden? Nie=
mals
hier eine Bewilligung: keinen Mann, keinen Gro=
ſchen
, ſo lautet hier die Loſung.
Wie ſteht die ſozialdemokratiſche Partei zu der Frage
der Sozialvolitik, der Frage, die ſie dach als Arbeiter=
partei
ganz beſonders itereſſieren müßte? Auch hier
Negative, hier nichts als Kritik. kein Fortſchritt. keine
Arbeit an wirklichen Werken. Sie ſtimmt gegen die
ganze Geſetzgebung, weil ſie nicht weit genug gehe. Aber
dieſe Methode führt zu einer Neaierung, zu keinem
Werke. So haben alle ſozialpolitiſchen Geſetze den Wi=
derſtand
der Sozialdemokratie gefunden. Wir in der
Nationalliberalen Partei haben anerkannt, daß ſchwere
Mängel der ſozialpolitiſchen Geſetzgebung anhaften. in
vielen Verſammlungen habe ich mich einaehend hierüiber
ausgeſprochen, habe auf die geringe Rente der Witwen
und Waiſen, die dringend nötige Herabſetzung der Al=
tersgrenze
hingewieſen. Allein die bürgerlichen Parteien
haben doch Werke geſchaffen, haben den Grund gelegt
zu einer Fürſorge für die wirtſchaftlich Schwachen. Und
wir ſind heute ſtolz auf die Leiſtungen, die aus den Ver=
ſicherungskaſſen
hinausgehen und Not und Elend lindern.
Was hätten wir. wären wir der Sozialdemokratie ge=
folat
? Nichts auf dieſem eminent wichtigen Gebiete. Die
Sozialdemokratie und der Mittelſtand! Welche un=
verſöhnlichen
Gegenſätze. Wie kann ein Mann des Mit=
telſtandes
einem Sozialdemokraten ſeine Stimme gehen
der ihm doch den Untergang propbezeit, den Ruin
wünſcht, damit angeblich die Kapitaliſtenklaſſe ſich im=
mer
mehr ſtärkt. die Arbeiterklaſſe auf der anderen Seite
immer mehr wächſt und damit die wirtſchaftlichen Ver=
hältniſſe
zu einer Revolutionieruna führen. Was bat
die Sozialdemokratie je ühria gebabt für den kauf=
männiſchen
Mittelſtand? Sie protegiert nicht nur
aus wirtſchaftlichen, ſondern auch aus agitatoriſchen

Gründen die Konſumvereine, die den Mittelſtand ſchwer
ſchädigen, ſie hat kein Mittel gewußt, die Konkurrenz der
Warenhauſer wenigſtens in ſteuerlicher Richtung etwas
zu beſchränken, damit der Mittelſtand gehalten werde.
Was hat die Sozialdemokratie dem Handwerk geleiſtet,
wie ſeine Beſtrebungen gefördert? In nichts, in keiner
Arbeit der Geſetzgebung iſt hier Fürſorge hervorgetreten.
Darum, kann kein Mann des Mittelſtandes
einem Sozialdemokraten ſeine Stimme
geben.
Wie es aber ſo in der praktiſchen Tätigkeit der So=
zialdemokratie
auf das ſchlechteſte beſtellt iſt, ſo ſollte ſie
ſich doch heute, nachdem die weſentlichen Grundſätze ihres
Programms erſchüttert, ja durch die Tatſachen wider=
legt
ſind, ein anderes Programm aufbauen. Wie iſt die
Verelendungstheorie an dem wirtſchaftlichen Gange
der Entwickelung geſtrandet. Sozialiſtiſche Schriftſteller
von Ruf geſtehen zu. mit dieſer Theorie Schiffbruch ge=
litten
zu haben. Und wie bald iſt die Kataſtrophen=
theorie
zu Boden geſunken; die von Engels bereits auf
das Jahr 1898 vorausgeſagte Kataſtrophe iſt bis heute
nicht eingetreten und wird nicht eintreten. Und wie
dieſe wiſſenſchaftlichen Theſen an der Tatſache geſcheitert
ſind, ſo iſt mit ihr auch der Zukunftsſtaat in ein Ne=
belbild
aufgelöſt. Und dennoch, trotz der Unrichtigkeit
des Programms, trotz der Verſchleierung der Endziele
eine ſolche Vermehrung der ſozialdemokratiſchen Man=
date
, der ſozialdemokratiſchen Stimmen! Würden aller=
dings
von dieſen 4 Millionen die Zahl der Mitläufer
abgezogen, ein verſchwindend kleines Häuflein von wirk=
lichen
Sozialdemokraten bleibt übrig, und unter dieſen!
noch eine Spaltung zwiſchen denen, die das ſozial=
demokratiſche
Programm noch für ausführbar halten und
ſolchen, denen die Wiſſenſchaft und Praxis höher ſteht,
als das Evangelium der Diktion von Marx. Aber woher
dieſe große Maſſe der ſozialdemokratiſchen Stimmen,
wo doch nicht einmal die Arbeiter ſämtlich ſozialdemo=
kratiſch
wählen, wo wir, ich ſage es mit Stolz, noch
eine hervorragende Zahl von Arbeitern zu den
bürgerlichen Kreiſen zählen können? Die Unzu=
friedenheit
iſt groß geworden in unſerem
Volke und dieſe Unzufriedenheit hat ſicher
ihren Grund in den erhöhten finanziellen Anforderungen
des Reiches, aber auch in der Teuerung der Lebensmittel,
die beſonders bedauerlich im letzten Jahre hervorgetreten
iſt. Ihr ſind die Einkommenverhältniſſe nicht gefolgt. Die
neuen Steuern haben lebhafte Bewegung im Volke ver=
urſacht
und auch die liberalen Parteien, die doch gegen die
Finanzreform geſtimmt haben, haben unter dieſer Miß=
ſtimmung
dennoch zu leiden gehabt. Aber darf dann diet
Unzufriedenheit ſo weit gehen, daß Männer, die nicht)
eigentlich überzeugte Sozialdemokraten ſind, dennoch zu
einem ſozialdemokratiſchen Stimmzettel greifen? Was
wollen ſie damit erreichen? Beſſerung der Verhältniſſe
können ſie nicht erreichen und werden ſie nicht erlangen,
aber ſie werden durch ihre Stimmabgabe erreichen, daß ſiel
für 5 Jahre einen Vertreter wählen, der ihnen;
ſonſt nach ihrer politiſchen Auffaſſungt
nicht paßt, der auch im Reichstag Gedanken zum Aus=
druck
bringt, die ſich mit der Anſchauung des Wählers
abſolut nicht decken. Und da iſt es ein Unrecht, ſich zur
Sozialdemokratie zu wenden, ihr in politiſchen, wirtſchaft=
lichen
und ſozialen Fragen die Macht in die Hand zu
geben, die man ihr doch gar nicht zugeſtehen will. Wie
kann aber ein politiſch denkender Mann aus einem Ver=
ärgerungsgefühl
heraus ſeine Stimme abgeben? Zu hoch
ſtehen eigentlich die Dinge in Deutſchland, zu wichtig ſind
die Fragen, die einen Reichstag für 5 Jahre beſchäftigen,
als daß hier eine vorübergehende Mißſtim=
mung
den Ausſchlag geben könnte.
Sind denn nicht gerade dieſe Fragen in dem dem=
nächſtigen
Reichstag von größter Bedeutung? Gerade
die auswärtige Politik hat ja ſtets gezeigt, wie wir Bür=
gerlichen
im Gegenſatz ſtehen zu der Sozialdemokratie. Das
haben die letzten Verhandlungen im Reichstag gezeigt.
Alle Parteien, außer der ſozialdemokratiſchen, haben ſich!
auf den deutſchen, den nationalen Standpunkt geſtellt, nur
die Sozialdemokratie war in der Verteidigung der eng=
liſchen
Intereſſen befangen. Wer wird leugnen, daß wir
Deutſchen gerade in der Marokkofrage nicht in vollſtem
Gelingen unſere Aufgabe erfüllt haben, aber dem Ausland!
gegenüber war es nötig, unſere nationale Stellung zu be=
tonen
, die Pflicht dem Lande gegenüber, dem wir ange=
hören
. Da hat die Sozialdemokratie verſagt. Aber nur
unſere Sozialdemokratie, denn die der anderen Länder iſt
weit mehr an ihr Land verknüpft, als gerade in Deutſch=
land
. Dieſe Fragen müſſen aber alle im nächſten Reichs=
tage
entſchieden und an Hand der auswärtigen
Politik, der Vermehrung von Landheer und Flotte be=
ſprochen
und erörtert werden. Welchen Standpunkt da,
unbekümmert um die Sicherheit des Vaterlandes, die So=
zialdemokratie
einnehmen wird, weiß jeder. Gerade aber
vom Standpunkt des Vertreters des Friedensgedankens iſt
es nötig, daß wir den Anforderungen der Landesvertei=
digung
gerecht werden. Wie ſteht aber auch unſer An=
ſehen
im Auslande da, wenn wir im Reichstage
eine noch ſtärkere Vertretung der Sozialdemokratie haben?
Da gilt ja im Auslande deren Meinung beinahe als eine
ſolche der Mehrheit des deutſchen Volkes. Welch’ einen
Schaden kann dies bringen! Und gerade die Neigung der
Sozialdemokratie, alle Zuſtände in Deutſchland möglichſt
ſchlecht und zerrüttet erſcheinen zu laſſen, kann es mit ſich
bringen, daß das Ausland meint, es ſeien wirklich die
ſchlimmſten Zuſtände in Deutſchland und es können miß=
günſtige
Völker dann über uns herzufallen ſich entſchließen.
Auch dieſer Vorausſicht kann durch Wahl eines bürger=
lichen
Kandidaten begegnet werden.
So ſollte jeder Wähler eingedenk
ſein der Pflicht, die er dem Reiche gegen=
über
zu erfüllen hat, deſſen Geſchick er mit
zu entſcheiden hat am 22. ds. Mts.
Noch ein Wort um meine Perſon, die ja die Zu=
ſtimmung
der Fortſchrittlichen Volkspartei in Heſſen nicht
gefunden hat. Zwar wird anerkannt, daß ich mich in
der Gefolgſchaft Baſſermanns im Reichstage befunden
hätte, daß ich aber in der heſſiſchen Politik nicht richtig
gehandelt hätte. Wenn ich in den heſſiſchen Angelegen=
heiten
den Anforderungen der Fortſchrittlichen Volks=
pant
nicht ganz entſprochen habe, wie kann man das
den Reichstagskandidaten entgelten laſſen? Ich meine,
hier ſtünden die höchſten Fragen auf dem Sviele, und
ich kann nicht glauben, daß bei einer Vergleichung der
Tätigkeit der Sozialdemokraten und der eines National=
liberalen
dem erſteren vor einer bürgerlichen Partei der
Vorzug gegeben werden kann. Die Lage iſt eine über=
aus
ernſte für die liberalen Parteien; auch für uns gehk
es aufs Ganze. Es muß ſich entſcheiden, ob den libe=
ralen
Parteien und damit den liberalen Gedanken in

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 7.

dem Reichstage Raum verſchafft werden kann, weit mehr,
als er jetzt hat.
Nun hat die Wählerſchaft zu entſcheiden. Für uns
ſoll unſer geſamtes Bürgertum einſtehen, nicht getrennt
nach Klaſſen, nach Schichten der Bevölkerung, ſondern
in ſeiner vielfachen Geſtaltung und doch in ſeinem inne=
cen
Zuſammenhange. Es gibt keinen Unterſchied zwi=
ſchen
hoch und niedrig, zwiſchen Erwerbsſtänden und Be=
amtenſtand
, zwiſchen Handel und Induſtrie und Land=
wirtſchaft
. Zuſammenhalten heißt es am 22.,
zuſammenkämpfen bis zur Entſcheidungs=
ſtunde
. Der Sieg muß dem Bürgertum ge=
hören
. Langanhaltender, lebhafter Beifall folgte den
oft mit Beifallsbezeugungen unterbrochenen Ausführ=
ungen
des Herrn Dr. Oſann.
In der ſich anſchließenden
Diskuſſion
ſprach zunächſt Herr Profeſſor Berger. Er wandte
ſich als unparteiiſcher, auf kein Parteiprogramm einge=
ſchworener
Wähler an die deutſch denkenden bürger=
lichen
Wähler und ermahnte ſie, nicht die revolutionäre
Sozialdemokratie zu unterſtützen. Er führte das An=
wachſen
der ſozialdemokratiſchen Stimmenzahl auf die
partikulariſtiſche Stimmung der Deutſchen zurück, die ſchon
im alten Deutſchen Reiche ihr eigenes Intereſſe dem
großen Ganzen überordnete, ohne Rückſicht darauf, ob
das Gemeinwohl darunter litt oder nicht. Auch bei der
diesjährigen Reichstagswahl haben die Wähler ihrer
Unzufriedenheit mit einzelnen Zuſtänden durch Abgabe
eines ſozialdemokratiſchen Stimmzettels Ausdruck ge=
geben
. Er denke, daß bei der Stichwahk am 22. Januar
der bürgerliche Wähler das Deutſche Reich vor der ſozial=
demokratiſchen
Herrſchaft bewahren werde. Herr
Kahl betonte, daß es hier in Darmſtadt ſtatt der Feind
ſteht rechts, hätte heißen müſſen, der Feind ſteht
links. Wie die Verhältniſſe in unſerem Wahlkreiſe
liegen, kann nur ein liberaler Kandidat Ausſicht
haben, Sieger im Wahlkampfe zu werden. Aus dieſen
Erwägungen ſei es zu bedauern, daß nicht gleich im
erſten Anſturm die bürgerlichen Parteien gemeinſam
gegen links marſchiert ſeien. Aber in der Stichwahl
müſſen die Freiſinnigen das, was verſäumt wurde, nach=
holen
durch ein einmütiges Eintreten für den bürger=
lichen
Kandidaten Dr. Oſann. Zu bedauern ſei die
Stichwahlparole der heſſiſchen Freiſinnigen. Herr
Sames gab zunächſt der Nationalliberalen Partei
gegenüber ſeinem Dank Ausdruck für die Unterſtützung
bei der Landtagswahl und ſprach aus, daß auch er
energiſch gegen die einſeitige Herrſchaft der Konſerva=
tiven
ſei, aber bei der Stichwahl am 22. Januar han=
dele
es ſich nicht darum, ſondern darum, ob Darmſtadt
zukünftig ſozialdemokratiſch oder liberal vertreten ſein
ſoll. Er iſt der Ueberzeugung, daß Herr Dr. Oſann
den Liberalismus entſchieden vertreten wird. Darum
könne jeder Freiſinnige ſeine Stimme nur
Herrn Dr. Oſann geben. Herr Kaufmann
Ritzert betonte, daß ein Angehöriger des Mittelſtan=
des
nimmermehr einem Sozialdemokraten ſeine Stimme
geben kann, denn die Sozialdemokratie hätte das größte
Intereſſe daran, daß ein kapitalkräftiger Mittelſtand
nicht vorhanden iſt. Herr Kaßling tritt energiſch
für die Kandidatur Dr. Oſann ein. Herr Dr. Hu=
mann
ſpricht im Namen des Hanſabundes aus, daß
in der Hauptwahl der Hanſabund Neutralität bewahren
mußte, da die beiden bürgerlichen Kandidaten die
Hauptpunkte des Programms des Hanſabundes vertre=
ten
. In der Stichwahl müſſe der Bund als unpolitiſche
wirtſchaftliche Vereinigung energiſch betonen, daß er
eine bürgerliche Vereinigung iſt, die niemals ihre
Vertretung bei der Sozialdemokratie finden kann. Aus
dieſem Grunde wäre er ebenſo, wie er jetzt für Herrn
Dr. Oſann eintritt, für Herrn Dr. Strecker eingetreten,
wenn dieſer in die Stichwahl gekommen wäre. Herr
Haury und Referendar Dingeldey ſprechen ſich
ebenfalls für die bürgerliche Kandidatur Dr. Oſann aus.
Hierauf ergriff Herr Dr. Oſann das Wort zu einem
kurzen Schlußworte, worin er betonte, daß es nötig ge=
weſen
wäre, ſich auch einmal mit der Sozialdemokratie
zu beſchäftigen, denn bei ihr ſei auch der Mann mit den
lauterſten Abſichten den ſchwerſten Verleumdungen aus=
geſetzt
. Mit dem Bewußtſein, eine gerechte Sache zu
vertreten, zieht der Liberalismus in die Stichwahl, und
wenn alle bürgerlichen Wähler ſich ihrer Pflicht voll be=
wußt
ſind, wird er auch den Siea davontragen. Reicher
Beifall folgte auch dieſen Ausführungen. Herr Dr.
Nöllner ſchloß um 11½ Uhr die Verſammlung mit
einem Hoch auf Dr. Oſann, in das die Verſammlungs=
teilnehmer
lebhaft einſtimmten.

Einſendungen zu den Reichstagswahlen.

(Für die Veröffentlichungen un er dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſachlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
Die Stichwahlparole.
In einem Eingeſandt unter dieſer Ueberſchrift ( an=
ſcheinend
ausgehend von dem Wahlausſchuß der National=
liberalen
Partei) wird geſagt, daß die Fortſchrittliche Par=
teileitung
in Berlin die Angehörigen der Fortſchrittlichen
Volkspartei zu Darmſtadt, Alsfeld und Friedberg ange=
wieſen
habe, für die nationalliberalen Kandidaten zu
ſtimmen. Das iſt wohl richtig, aber es muß hinzugefügt
werden, daß dies nur eine allgemeine Weiſung von der
Parteizentrale iſt und daß nach dem Organiſationsſtatut
die einzelnen Landesorganiſationen und Wahlkreiſe bezüg=
lich
Stichwahlparolen und Abkommen ſelbſtändig zu be=
ſtimmen
haben. Die politiſchen Verhältniſſe in Heſſen ſind
andere wie im Reich, und daraus erklärt ſich auch die von
dem engeren Ausſchuß der Fortſchrittlichen Volkspartei
für Heſſen herausgegebene Parole auf Stimmenfreigabe.
In dem neuen Reichstag ſollen laut Vorlage für
Erbauung eines Militärlazaretts uſw. mehrere Millionen
angefordert und bewilligt werden. Wenn nun ein Sozial=
demokrat
gewählt wird, ſtimmt derſelbe auch für dieſe
Vorlage? Bei der ablehnenden Haltung der ſozialdemo=
kratiſchen
Reichstagsabgeordneten ſicher nicht! Es ſollen
ſich die Darmſtädter Arbeiter, beſonders die Griesheimer
Maurer wohl überlegen, ehe ſie einem Sozialdemokraten
ihre Stimme geben. Dr. Oſann wird ſicher für dieſe
Anforderungen eintreten und den Arbeitern dadurch Ver=
dienſt
verſchaffen, und wie nötig können dieſe denſelben
M.
brauchen.
An die 7268 Wähler des Herrn Dr. Strecker!
Der Fortſchrittlichen Volkspartei iſt es bei der Haupt=
wahl
leider nicht gelungen, auch nur einen einzigen Kan=
didaten
in den Reichstag zu bringen. Wir ſind bei den
SStichwahlen im ganzen Reiche faſt durchweg auf die Hilfe

der Nationalliberalen angewieſen. Darum iſt es Pflicht
und Ehrenſache aller Freiſinnigen, auch unſererſeits dieſe
Partei zu unterſtützen. An dem Auftreten Dr. Oſanns im
Reichstag kann ein Liberaler nicht das allermindeſte aus=
ſetzen
. So fordere ich denn ſämtliche Wähler, die am 12.
Januar ihre Stimme Herrn Dr. Strecker gaben, auf, am
22. Januar ihre Stimme Mann für Mann Herrn
Dr. Oſann zu geben! Bleibe kein fortſchrittlicher
Wähler der Wahlurne fern! Keine Stimme darf verloren
gehen! Kein Bürgerlicher darf zu Hauſe bleiben oder.
gar der Sozialdemokratie ſeine Stimme geben! Auch allen
denen, die bei der Hauptwahl verſäumten zu wählen,
rufe ich zu: Gebt am Montag alle Euere Stimme ab für
Herrn Dr. Oſann!
Ein alter Freiſinniger.

Vortragsverband.

Was können wir von Amerika lernen? In einem
außerordentlich ſtark beſuchten Vortrage verbreitete ſich
Freiherr Ernſt von Wolzogen geſtern abend im
Vortragsverband über dieſes Thema. Der geſchätzte
Redner hat bekanntlich eine mehrere Monate umfaſſende
Vortragsreiſe durch das Land Dollaria abſolviert,
die aber nach dem Gehörten zu einer außerordentlich
fruchtbaren Studienreiſe geworden iſt, die ihn befähigte,
ein umfaſſendes Bild von der Kultur des neuen Kon=
tinents
, von der Weſensart ſeiner Bewohner und ihres
Geiſteslebens zu geben. Ein Bild, das für uns um ſo
intereſſanter und feſſelnder iſt, als es vom Standpunkt
nicht allein des Dichters, ſondern viel mehr des Raſſen=
menſchen
, vom Standpunkt des ſelbſtbewußten und über=
zeugten
Deutſchen aufgenommen und mit ſcharfem
Blick und kritiſchem, ſicher treffendem Stift gezeichnet
wurde. Möglich, daß mancher tiefer Kenner amerika=
niſcher
Verhältniſſe, mancher Amerikaner ſelbſt, der den
Vortrag anhörte, nicht mit allem einverſtanden, nicht
allem lebhaft zuſtimmte, was Ernſt von Wolzogen an
Charakteriſtiken gab. Der Aufgabe ſeines Themas ver=
ſchlug
das nichts und dem denkenden Hörer gab er zum
mindeſten einen Wegweiſer, wie man fremde Länder
bereiſen ſollte, will man ſeine Völker kennen lernen, um
ſelbſt davon für ſich und die Stammesgenoſſen zu profi=
tieren
in ethiſcher und ideeller Beziehung. Es dürfte
wenige, Amerikareiſende geben, die in gleich kurzer Zeit
gleich umfaſſende und tiefe Studien machen konnten, die
ſolchem Vortrag zugrunde liegen müſſen.
Es iſt natürlich unmöglich, im Rahmen eines kurzen
Referates all das wiederzugeben oder auch nur zu apo=
ſtrophieren
, was der geſchätzte Vortragende ausführte.
Von dem bisher einzig in der Weltgeſchichte daſtehenden
Phänomen der Entwickelung Amerikas ausgehend, be=
ſprach
er dieſe Entwickelung von ihren Uranfängen her,
die im weſentlichen ein Werk der noch heute herrſchen=
den
anglo=germaniſchen Raſſe iſt, das mit der Vernicht=
ung
der Indianer, der Wälder und Tiere begann und
dann ungemeſſene materielle Schätze häufend, nach eige=
nem
Geiſte freiheitlich aufbaute. Die alte Welt ſchickte
ihre Tunichtgute, Abenteurer und Verbrecher hinüber
aber das Alter wagte dieſen Schritt faſt nie es
war immer Jugend, die hinüber ging und dieſen
jungfräulichen Boden von ihren freiheitlich durchtränk=
ten
Geſichtspunkten bearbeitete. Sie ahmte unſere tech=
niſche
Kultur nach, aber bald wurden wir durch ihr
Tempo überflügelt. So entſtand in wenig mehr als 100
Jahren Amerika. Freilich eine eigene Kultur, eine
kulturelle Eigenart konnte in dieſem Völker= und Raſſen=
gemiſch
nicht aufkommen. Den deutſchen Heimatbegriff
kennt man drüben nicht, der begründet iſt in der ſtil=
gerechten
, innigen Harmonie zwiſchen Natur und Men=
ſchenwerk
. Es gibt kein eigenes Volkslied dort, keine
eigene Literatur, es fehlt das durch Tradi=
tion
geheiligte Ueberkommen geiſtiger Güter. Trotz=
dem
können wir viel lernen von drüben. Vor allem auf
dem Gebiete der Jugenderziehung. Die Amerikaner
verſtehen es ausgezeichnet, eine ſelbſtändige, durchaus
patriotiſch geſinnte und von Stolz auf ihre freie Nation
rfüllte Jugend zu erziehen. Der Redner begründete
das in längeren Betrachtungen über das amerikaniſche
Schul= und Erziehungsweſen. Politiſch zeigt uns Ame=
rika
, daß die Ideen von Freiheit, Gleichheit
und Brüderlichkeit ſtets und überall Utovien
bleiben werden, daß ein rein demokratiſches Prinzip
praktiſch undurchführbar iſt, was dem Sehenden übri=
gens
die ganze Natur offenbart. Eine intereſſante
Eigentümlichkeit des Amerikaners iſt die Ehrlichkeit im
Kleinen. Kleine Diebe fallen der Verachtung anheim,
hingegen ſind Gaunereien im großen zu einer Art Natio=
alſvort
geworden. Dann kennt man drüben keinen
kleinlichen, giftigen Neid. Man neidet es dem Nach=
ar
nicht, wenn er mehr Glück hat, und man ſcheut ſich
vor keiner Arbeit und vor keinem neuten Anfang, wenn
man Schiffbruch gelitten. Herrſchend iſt drüben die
anglo=amerikaniſche Raſſe, die Yankees. Sie zählt
20 400000 Seelen. Und trotzdem die Deutſchen faſt
18500000 zählen, alſo nicht viel weniger, konnte unſere
Raſſe jener die Herrſchaft noch nicht ſtreitig machen.
Daran iſt nach Anſicht des Vortragenden der Mangel
an Nationalgefühl und Raſſenſtolz ſchuld,
der die Analoamerikaner ſo ſehr auszeichnet. Das Ideal
deutſcher Ziele müßte ſein, die ſtolze, erfolgreiche Yankee=
raſſe
mit deutſchem Geiſt zu durchdringen. Die Raſſe
rein und heilig halten und den Nationalſtolz pllegen,
dann wäre das Deutſchtum neben und mit der Yankee=
raſſe
zu großen Taten berufen. Das Publikum ſpen=
dete
dem Redner reichen Beifall.

Sport.

* Dem Darmſtädter Sportklub 1905 iſt
es gelungen, für den 4. Februar die in letzter Zeit durch
ihre großartigen Erfolge viel von ſich reden machende
1. Elf des Fußballklubs Würzburger Kickers nach hier
zu verpflichten. Letzterer Mannſchaft, die an Neujahr
auf einer Reiſe in die Schweiz gegen die im Oſten an
führender Stelle ſtehenden F.=K. Baſel und F.=K. St.
Gallen ihre hohe Klaſſe bewies, und erſt am letzten
Sonntag wieder den bekannten V. E. B.=Nürnberg mit
1:0 Toren beſiegte, geht der beſte Ruf voraus. Sie iſt,
was Zuſammenſpiel und Technik anbelangt, auf ſehr
hoher Stufe und dürfte ihr hieſiges Auftreten ganz dazu
angetan ſein, der erſten Team des Darmſtädter
Sportklubs 1905 Gelegenheit zur Erprobung ihres Kön=
nens
zu geben. Nur äußerſte Sorgfalt in der Aufſtel=
lung
derſelben wird den Einheimiſchen ein günſtiges Ab=
ſchneiden
ermöglichen.
* Leichtathletik=Abteilung des Darm=
ſtädter
Sportklub 1905. Zu dem zweiten gro=
ßen
Frankfurter Hallenſportfeſt ſtellt der D. S.=K. 1905
ſeine zwei beſten Wettgeher, die Herren Theodor und
Auguſt Gehbauer an den Start. Dieſelben ſind trotz we=
nig
Training in guter Form.

Luftfahrt.

* Straßburg, 18. Jan. Der Arbeitsausſchuß des
zweiten Deutſchen Zuverläſſigkeitsfluges am
Oberrhein 1912, der vom 12. bis 26. Mai ſtattfindet,
hat beſchloſſen, bei dem diesjährigen Ueberlandflug auch
einen Wettbewerb zwiſchen Flugzeugen und
Luftſchiffen einzufügen. Verhandlungen hierüber
ſind eingeleitet.

Brände.

B. Bingen, 18. Jan. Der Brand des Mainzer
Hofes iſt bis nachts 12 Uhr nicht erloſchen. Dagegen
hat er ſich auf den allein noch ſtehenden Reſt der Wirt=
ſchaft
nach der Schmittſtraße zu erſtreckt und dieſen Reſt
ſo ſchnell und plötzlich ergriffen, daß er gleichfalls aus=
und niedergebrannt iſt. Im Weſtbau ſchlugen die ganze
Nacht die Flammen empor und fortgeſetzt ſtürzten Ge=
bäudeteile
ein. Der Brand im Oſtbau zog ſich gerade
über den Kellerreien des Winzervereins Bingen hin, in
denen große Mengen Wein lagern. Man nimmt an, daß
die Kellergewölbe erhalten geblieben ſind und der Wein
unbeſchädigt blieb. Ein ſolcher Brand iſt ſeit langen
Jahren hier nicht mehr vorgekommen. Zu bedauern iſt
nur, daß der Feuerwehrmann Hagemann, der einzige
Sohn und Ernährer ſeiner bejahrten Mutter, auf ſo trau=
rige
Art verunglückte.
* Paris, 18. Jan. Durch eine rieſige Feuers=
brunſt
, die morgens gegen 9 Uhr ausbrach, wurde in
Lille ein ganzes Warenhaus eingeäſchert. Die Ange=
ſtellten
und die Beſucher konnten ſich noch rechtzeitig in
Sicherheit bringen. Trotz eifrigen Bemühens der Feuer=
wehr
war es vorerſt nicht möglich, das Feuer einzudäm
men. Ein Haus nebenan wurde ebenfalls vollkommen zer-
ſtört
und ſtürzte gegen mittag zuſammen. Auch die Häu=
ſer
auf der anderen Seite der Straße mußten geräumt und
geſchloſſen werden. Um 4 Uhr nachmittags gelang es,
den Brand zu löſchen. Durch die Waſſermaſſen hat die
Nachbarſchaft großen Schaden erlitten. Ein Feuerwehr=
mann
wurde getötet, zwei andere ſchwer verletzt.
* Kopenhagen, 18. Jan. Bei einem Brande
auf dem Gute Bögsbjerg bei Kertemünde ſind ein Gärt=
ner
, ein Gärtnergehilfe und der Oberknecht ums Leben
gekommen.

Erdbeben.

* Stuttgart 10. Jan. Die Hohenheimer
Erdbebenwarte meldet: Heute früh 6 Uhr 46 Min.
erfolgte abermals ein Erdſtoß, der heftigſte, ſeit dem
großen Erdbeben vom 16. November v. J. Der Stoß
wurde nicht nur von den hieſigen Inſtrumenten aufgezeich=
net
, ſondern auch ziemlich allgemein gefühlt, ſowohl hier
wie in den umliegenden Ortſchaften.
* Stuttgart, 19. Jan. Aus Hechingen und Rot=
tenburg
wurden von heute früh 6.45 Uhr zwei neue heftige
Erdſtöße gemeldet, die auch in Stuttgart verſpürt wur=
den
. Es ſind dies die ſtärkſten ſeit dem 16. November v. J.

Dampferkataſtrophe.

* London, 19. Jan. Der Dampfer Wiſtow
Hall iſt an dem nördlich von Aberdeen gelegenen Fel=
ſen
der ſchottiſchen Küſte, dem ſogenannten Bullers of
Buchan geſcheitert. Von der größtenteils aus oſt=
indiſchen
Laskaren beſtehenden Beſatzung iſt der größte
Teil ertrunken.
* London, 19. Jan. Der geſtern früh an der Küſte
von Aberdeenſhire geſtrandete Dampfer Wiſtow
Hall war ein Stahlſchraubenfahrzeug von 3311 Regiſter=
tonnen
. Das Schiff ging in wenigen Minuten in Trüm=
mer
und die 57 Mann ſeiner Beſatzung wurden in die
Brandung geriſſen. Augenzeugen am Ufer ſchildern die
Szene als herzzerreißend. Ein Rettungsboot wurde flott
gemacht; es konnte aber nur vier Mann retten. Die übrigen
53 Mann ertranken vor den Augen der Zuſchauer
m Ufer. Der ſeit zwei Tagen über die britiſchen In=
ſeln
hinweggehende Nordoſtſturm, der große Kälte und
ſtellenweiſe ſchweren Schneefall mit ſich bringt, dauerte auch
heute den ganzen Tag an.

Der italieniſch=türkiſche Krieg.

Die Beſchlagnahme der Carthage‟.
* Paris, 19. Jan. Die Blätter erörtern die Be=
ſchlagnahme
der Carthage mit wachſender
Schärfe. Der Eclair meint: Die unangenehmen Zwi=
ſchenfälle
in unſeren internationalen Beziehungen wie=
derholen
ſich allzu häufig. Die Ungeniertheit, die
Deutſchland, dann Spanien und neueſtens Italien gegen
uns gezeigt haben, wird geradezu unerträglich. Die
ganze Art und Weiſe unſerer Diplomatie muß eine
feſtere werden und muß Reſpekt einzuflößen trachten. Die
Lanterne erklärt: So, wie die Italiener ſich benommen
haben, benimmt man ſich nicht gegen eine befreundete
Nation. Die franzöſiſche Regierung und mit ihr die
öffentliche Meinung Frankreichs müſſen Aufklärung ver=
langen
. Die Autorité ſchreibt: In Marokko ohrfeigen
die Spanier unſere Offiziere, die italieniſchen Torpedo=
boote
bemächtigen ſich im Mittelmeer unſerer Poſtdamp=
fer
; was werden wir denn noch ertragen? Der Matin
meint: Jetzt liegt ſeitens Italiens nicht mehr ein Miß=
verſtändnis
, ſondern ein Fehler vor. Italien hat ſich
gegen die Freundſchaft, vor allem aber gegen das Völ=
kerrecht
vergangen. Mehrere Blätter erhielten übrigens
heute Nacht aus Rom die telephoniſche Meldung, daß
nach Privatdepeſchen aus Cagliari die italieniſche Re=
gierung
den Auftrag erteilt habe, die Carthage freizu=
geben
.
* Paris, 18. Jan. In einer anſcheinend offfi=
ziöſen
Darſtellung über die Beſchlagnahme der
Carthage wird erklärt, daß ſich das Vorgehen der
Italiener nunmehr als durchaus ungerecht=
fertigt
erweiſe; 1. ſeien in der von der italieniſchen
Regierung am 6. Oktober 1911 aufgeſtellten Liſte der als
Kriegskontrebande anzuſehenden Gegenſtände Aeroplanc
nicht angeführt, 2. widerſtreite das Vorgehen dem Ar=
tikel
24 der Londoner Konvention, und 3. ſei die Car=
thage
ein Poſtſchiff, deſſen Briefſäcke nach der Haager
Konvention unverletzlich ſeien. Nach einer Mitteilung
der Compagnie Transatlantique verlangte der an Bord
der Carthago entſandte italieniſche Offizier von dem
Kapitän des Poſtdampfers, daß er den Aeroplan an Ort
und Stelle vernichte. Der Kapitän verweigerte dies,
vorauf er in Caglieri anlaufen und den Aeroplan lan=
den
mußte. Damit begnügte ſich der italieniſche Offizier

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Jauuar 1912.

Nummer 17.

nicht, ſondern forderte, daß ihm die nach Tripolis be=
ſtimmte
Poſt ausgeliefert werde. Infolge der Weigerung
des Kapitäns wurde die Carthage mit Beſchlag belegt
Aus Tunis wird berichtet, man ſei über dieſes Vor=
gehen
umſomehr aufgebracht, als die franzöſiſche Regie=
rung
die Regeln der Neutralität aufs ſtrikteſte beobachtet
habe. So hätte die Regierung in Fez noch vorgeſtern
ein ruſſiſches Kohlenſchiff zurückgehalten, weil in deſſen
Fracht von den Zollwächtern Waffen gefunden worden
ſeien, die möglicherweiſe nach Tripolis hätten befördert
werden können.
* Paris, 19. Jan. Die Beſprechungen über den
Zwiſchenfall des Dampfers Carthage
nehmen in Rom ihren Fortgang. Es liegt Grund zu
der Annahme vor, daß das Schiff unverzüglich freigelaſ=
ſen
werden wird.
Noch kein Friedensſchluß.
* Wien, 18. Jan. Nach einer Meldung der Poli=
tiſchen
Korreſp. aus London iſt Saſonows Verſuch,
durch eine neue Anregung bei den Mächten eine für die
Verſtändigung zwiſchen Rom und Konſtantinopel geeig=
nete
Grundlage zu bieten, auf der beſonders an die Pforte
mit einiger Ausſicht auf Erfolg herangetreten werden
könnte, ſchon vor ungefähr 14 Tagen erfolgt, und zwar,
um die vorzeitige öffentliche Erörterung zu vermeiden,
ſtreng geheim. In der Zwiſchenzeit habe aber das Pe=
tersburger
Kabinett die Einſicht gewonnen, daß die
Lage zwiſchen Italien und der Türkei für den Frie=
densſchluß
noch nicht reif ſei, namentlich weil
die Pforte bei ihrer ſchwankenden Stellung und inmit=
ten
der verworrenen inneren Verhältniſſe die Kraft nicht
in ſich fühlen könne, die Verantwortung für die mit dem
Friedensſchluß unvermeidlich verknüpften Opfer auf ſich
zu nehmen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit, erſt die
Klärung der inneren Verhältniſſe der Türkei abzuwar=
ten
, ſei nun der geſamten Diplomatie gemeinſam.
* Tripolis, 19. Jan. Eine italieniſche Truppen=
Abteilung ſtieß geſtern auf dem Marſche nach Garga=
reſch
auf den Feind. Es entſpann ſich ein erbitterter
Kampf, der den ganzen Tag über dauerte. Die Ver=
luſtziffern
ſind unbekannt.

Die Revolution in China.

* Peking, 18. Jan. Drei von den des Bomben=
anſchlags
auf Inanſchikai Beſchuldigten ſind durch den
Strang hingerichtet worden.
* London, 19. Jan. Die Times melden aus
Peking vom 18. Januar: Geſtern fand im Palaſt eine
Konferenz von 8 Mongolenfürſten der engeren Mon=
golei
und den Prinzen der kaiſerlichen Familie ſtatt, um
das Verfahren der Abdankung zu erörtern. Mit
einer einzigen Ausnahme waren alle Anweſenden mit dem
vorgelegten Programm einverſtanden. Ueber dieſes Pro=
gramm
iſt zwiſchen den Parteien ein Tinverſtändnis er=
zielt
worden. Es ſollen zwei Edikte erlaſſen werden:
In dem erſten Edikt ſoll Juanſchikai Vollmacht erhalten
eine republikaniſche Regierung zu errich=
ten
. Juanſchikai wird annehmen. Die Konferenz der
Delegierten aus 17 Provinzen, die jetzt in Nanking ver=
ſammelt
iſt, wird ihn zum Präſidenten wählen, während
Dr. Sunjatſen zurücktritt. Juanſchikai wird die Präſi=
dentſchaft
annehmen und danach wird der Thron in einem
zweiten Edikt abdanken. Nach der Abdankung wird
Sunjatſen nach Peking gehen, um mit Juanſchikai über
die Bildung einer neuen Regierung zu beraten. Die repu=
blikaniſchen
Führer ſind bereit, dem Kaiſer nach ſeiner Ab=
dankung
den Titel eines Mandſchu=Kaiſers, aber nicht den
Titel des Kaiſers von China zu laſſen. Juanſchikai hat
an dieſer Konferenz nicht teilgenommen und wird auch
bei der morgen ſtattfindenden Konferenz nicht anweſend
ſein. Juanſchikai beantragt, dem Hof Penſionen in einer
Geſamtſumme von 5 Millionen Taels jährlich zu gewäh=
ren
. Beſondere Ehren ſollen der Kaiſerin=Witwe bezeugt
werden, weil ſie die Witwe Kwanghſues iſt, des erſten Re=
formers
unter den chineſiſchen Kaiſern.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Leipzig, 19. Jan. Vor dem vereinigten zweiten
und dritten Strafſenat des Reichsgerichts iſt heute der
Spionageprozeß gegen den Kaufmann Holſt=
Schwerin begonnen worden, der des verſuchten Verrats
militäriſcher Geheimniſſe beſchuldigt wird. Es ſind neun
Zeugen geladen. Die Oeffentlichkeit iſt ausgeſchloſſen.
* Rom, 19. Jan. Die Agenzia Stefani meldet aus
Berlin: Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter trifft
morgen vormittag in Rom ein und ſteigt in der deut=
ſchen
Botſchaft ab.
* Amſterdam, 19. Jan. Ein hier eingetroffener eng=
liſcher
Dampfer hatte drei Deutſche an Bord, die er am
16. Januar morgens in einer Schaluppe zwiſchen der
Weſer=Mündung und Norderney vor Kälte erſtarrt
aufgefunden hatte. Sie waren von dem Lotſenkutter
Elbe I abgetrieben worden und einen halben Tag lang
auf dem Meere umhergeirrt.
* Paris, 19. Jan. Zu den franzöſiſch= ſpa=
niſchen
Marokko=Verhandlungen ſchreibt der
frühere franzöſiſche Botſchafter in Madrid, Réné Millet,
in der France: Wenn Spanien ſeine Anſprüche auf völ=
lige
und uneingeſchränkte Souveränität in ſeiner Zone
aufrecht erhalten ſollte, dann wäre es am beſten, die Ver=
handlungen
einzuſtellen, bis es gefügiger wird. Die Spa=
nier
ſollten zuſehen, wie ſie in ihrer Zone zurecht kämen.
Wir müßten nur die erforderlichen Maßnahmen treffen,
daß ſie ihre Zone nicht überſchreiten. Die Zollverwalt=
ung
würde nach wie vor funktionieren, und die ſcheri=
fiſche
Regierung würde ihren Rechten gemäß den Bau
der Bahn von Tanger nach Fez in Angriff nehmen. Wir
würden, da die meiſten Mächte bereits das franzöſiſche
Protektorat anerkannt haben, die marokkaniſche Regier=
ung
den fremden Staaten gegenüber vertreten, und nur
Vorbehalte betreffs der etwaigen Unannehmlichkeiten zu
machen haben, denen ihre Angehörigen in der ſpaniſchen
Zone ausgeſetzt wären.
* Paris, 19. Jan. Der franzöſiſche Poſtdampfer
Manuba der den Poſtdienſt mit Algerien verſieht, ging
am Mittwoch nachmittag mit dem deutſchen Dampſer
Schleswig zu gleicher Zeit von Marſeille ab. Auf hoher
See, in der Nähe von Sardinien, wurde beide Schiffe
von italieniſchen Torpedobootzerſtörern
angehalten. Der deutſche Dampfer wurde nach ober=
flächlicher
Unterſuchung wieder freigelaſſen.
* London, 19. Jan. Der Cunarddampfer Veria
ſtieß auf der Höhe von Swanſea mit einem unbekannten
Schiff zuſammen, das mit ſeiner geſamten Mannſchaft,
die auf 11 Mann geſchätzt wird, geſunken iſt.

Petersburg, 19. Jan. Der Kaiſer und die
Kaiſerin=Witwe wohnten heute der Waſſer=
weihe
bei.
* Buenos=Aires, 19. Jan. Die Ausſtändigen
ſind noch immer bereit, die Löſung der ſtrittigen Fragen
einem Schiedsgericht zu unterbreiten, verlangen jedoch,
daß die Geſellſchaften vorher das ganze Perſonal wieder
einſtellen. Da die Eiſenbahngeſellſchaften dies verwei=
gern
, beſchloſſen die Ausſtändigen, die Verhandlungen
abzuprechen. Es herrſcht Mangel an Erſatzkräften. Die
Blätter bringen ein Telegramm aus Aſſuncion, nach
welchem Präſident Rojas dem diplomatiſchen Korps er=
klärte
, er werde ſeine Demiſſion, die er unter dem Drucke
von Gewalt gegeben habe, zurückziehen und ſich an die
Spitze der treugebliebenen Truppen ſtellen, um die Macht
zurückzuerobern. Starke Truppenabteilungen marſchie=
ren
auf Aſſuncion, um die Revolutionäre anzugreifen.
Das diplomatiſche Korps bereitet eine Intervention vor,
um weiteres Blutvergießen zu verhindern.
Poſen, 19. Jan. In Julienhof bei Bartſchin ge=
rieten
drei Anſiedler der Reichstagswahlen wegen in
Streit. Im Verlaufe desſelben wurde der Anſiedler
Becker von den beiden anderen sie Treppe hinunterge=
ſtoßen
. Er war ſofort tot.
II. B. Dijon, 19. Jan. In der Nähe von Dijon wurde
eine Verhaftung vorgenommen, die unter der Be=
völkerung
der Gegend ungeheure Aufregung hervorrief,
nämlich die eines Arztes Dr. Viois. Der Verhaftete wird
beſchuldigt, verſucht zu haben, einen Kollegen zu ver=
giften
. Die Tat wurde bereits im vergangenen April
begangen. In dieſer Zeit erhielt der betreffende Doktor
anonym eine Kiſte, die eine Flaſche Kirſchwaſſer enthielt.
Dieſe erregte jedoch den Verdacht des Arztes und er ließ
ſie durch einen Chemiker unterſuchen. Die Unterſuchung
zeitigte denn auch das überraſchende Ergebnis, daß dem
Kirſchwaſſer ein Gift beigemiſcht war, das den ſofortigen
Tod des Arztes herbeigeführt hätte. Der Verdacht lenkte
ſich auf Dr. Viois, deſſen Verhaftung nunmehr erfolgt iſt.
H. B. Berlin, 19. Jan. Der Erzherzog Thron=
folger
Franz Ferdinand wird mit ſeiner Ge=
mahlin
, der Herzogin Sophie von Hohenberg, am 27. Ja=
nuar
zu zweitägigem Aufenthalt in Berlin eintreffen,
um an der Geburtstagsfeier des deutſchen Kaiſers teil=
zunehmen
.

In der Genesungszeit
iſt die zweckmäßige Ernährung von
höchſtem Werte. Unterſtützt man ſie
durch eine Kur mit Scotts Emulſion,
ſo wird ſie noch beſſer ausgenützt, und
die Körperkräfte heben sich schneller und
sicherer.
Auch die Lebensgeiſter, Schaffensfreude und Unter=
nehmungsluſt
, werden ſich dann bald wieder ein=
ſtellen
.
(32152

Nehmen Sie

(VI 2169

täglich ein Likörgläschen Dr. Hommel’s
Haematogen unmittelbar vor der Haupt-
mahlzeit
! Ihr Appetit wird reger, Ihr Ner-
vensystem
erstarkt, die körperlichen Kräfte
werden gehoben. Warnung: Man verlange
ausdrücklich den Namen Dr. Hommel.

Rhoinisches

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Freunden, Verwandten und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß
unſere liebe, gute,
treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
(B2227
Frau Rosina Späth
geb. Gümblein
ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Bensheim, Offenbach,
den 19. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Jan.,
nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhauſe Franken=
ſteinerſtraße
52 aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
die traurige Mitteilung, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben,
treubeſorgten Gatten und unſeren Vater,
Schwiegervater und Onkel
(2190
Herrn Georg Wolf
Privatier
heute nach langem ſchweren Leiden, im 72. Le=
bensjahre
, durch einen ſanften Tod zu erlöſen.
In tiefer Trauer:
Frau Johannette Wolf, geb. Pohl,
Frau Margarethe Möſer, geb. Wolf,
Franziska Wolf,
Georg Möſer I., Maurermeiſter.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe Kahlert=
ſtraße
7 aus, auf dem Beſſunger Friedhofe
ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde vorher.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag 3½ Uhr entſchlief ſanft nach
ſchwerem Leiden meine innigſtgeliebte Schweſter,
unſere gute, treue Tante und Couſine (2174
Fräulein Marie Lauth.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Müller Wwe., geb. Lauth.
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. d. M.,
nachmittags 3½ Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.
(Von Beileidsbeſuchen bitte abzuſehen.)

Maschlnenbau, Eioltroischaft,
Automobllbau, Brückenbau.
Technikum Bingen pirektion Professor Hoepke.
Shauliaurkurse.
959 M
Der Geſamtauſlage unſeter heutigen Aus=

gabe liegt ein Proſpekt bei: Der Feind im
ande worauf hiermit hingewieſen wird.
(2239
Oratsnstagstszansst
G Statt beſonderer Anzeige.
Ein strammer Junge
angekommen
W. Höh u. Frau
Mally, geb. Buchholtz.
Darmſtadt, 18. Januar 1912. (*1559
Hggen

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die ozeaniſche Depreſſion dringt immer mehr gegen
das Feſtland vor, und zieht uns in ihren Bereich.
Damit hat die Froſtperiode ihr Ende erreicht. Wir
haben morgen trübes, wärmeres Wetter und leichte
Niederſchläge zu erwarten.
Ausſichten für Samstag, den 20. Januar 1912:
Wolkig, leichte Regenfälle, wärmer.

Schneebericht.

Schierke im Harz (Brockengebiet), 18. Jan.
12 Grad Kälte. Heiteres Wetter. Windſtill. Gute Skiföhr.
Rodelſport, Bobsleighſport, Eisſport im Gange. Herr=
lichſte
Rennſchlittenpartien ins Gebirge. Märchenhafte
ſchöne Brockenwanderung.

Tageskalender.
Samstag, 20. Januar.

Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Geburtstagsfeiern Sr. Maj. des Kaiſers: Krieger=
verein
um 8½ Uhr im Saalbau. Kriegerkamerad=
ſchaft
Germania um 8½ Uhr in der Ludwigshalle‟.
Geſelliger Abend des Ortsgewerbevereins um
8½ Uhr im Kaiſerſaal
Ball des Oekonomenvereins um 8 Uhr im Schützenhof.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez=
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um ½8 Ur im Reſtaurant Metropol.
Sonntag, 21. Januar.
Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. B): Madame
Butterfly
Vorſtellung um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Beſichtigung des Gewerbemuſeums unter Führung
von Kuſtos Dr. Kienzle um 10½ Uhr ( Ortsgewerbe=
verein
).
Hauptverſammlung der Turngeſellſchaft um 3 Uhr.
Generalverſammlung des Geſangvereins Lieder=
zweig
um 4 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Verſammlung der Vereinigung ehemaliger 116er um
2 Uhr in der Stadt Pfungſtadt.
Damen= u. Herrenſitzung der Karnevalgeſellſchaft
Narrhalla um 7.11 Uhr in der Turnhalle am Woogspl.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um 4 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4 und 8 Uhr im Reſtaurant Metropol.
Konzert um 7½ Uhr im Britannia=Hotel.
Konzert um 8.11 Uhr im Schützenhof.
Königſalon Saalbauſtr. 73 (geöffnet von 111 Uhr).

Verſteigerungskalender.
Montag, 22. Januar.

Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der Turn=
halle
am Woogsplatz.
Schwellen=Verſteigerung um 9½ Uhr am Bahn=
übergang
der Pallaswieſenſtraße.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Bedrucktes Linoleum
200 cm breit .
. . . . . . . . 1 am
nlaid-Linoleum
200 cm breit, Muster durch u. durch . . à qm
Linoleum-Läufer

Weldeeace
Saee
E Hde uu Mulen
L. Syier
Louisenplatz 1.

Linoleum-Teppiche
Gr
se 200/250, bedruckt

Linoleum-Teppiche
Ia Inlaidware, Must. durch u. durch, Gr. 200/275, 19150

ca. 200 Stück

Enorm billig!

Linoleum-Vorlagen
3 Mtr. Läuferstoff
jedes Stück 75 Pfg.
95 Pfg.

Markt 7

Guggenheim & Marx

Markt 7

(2223

Frauhnbriele
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.

der erteilt gründlichen
W Unterricht in engl, franz.

Sprache und Mathematik. Off.
u. C 68 an die Exp. (*1512som
ung. ſem. gebild. Lehrer gibt
Unterr. in all. Fächern, Nach=
hilfe
, Vorbereitung. Offerten unt.
C. 87 an die Exped. (2235a
gerrenüberzieher billig zu verk.
*1542 Rheinſtr. 8. III.
Priiaspeisekurtorter
in vorzüglicher Qualität empfiehlt
Ph. Germann, Karlſtraße 63½,
Telefon 1299. (B1874

Kurſe vom 19. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Ff. Staatspapiere. IrPro
Tſche. Reichsſchatzanw. 100, 10
Deutſche Reichsanl.. 91,50
82,25
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 100,20
do. Conſols . . . . 91,6)
82,30
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,50
94,00
do.
do.
Dayr. Eiſenbahnanl. .101,20
90,40
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
Heſſ. Staatsanleihe . . 100,60
do. do. (unk. 1918) 100,85
90,20
do.
79,70
do.
Sächſiſche Rente . . 82,00
Württembergerv. 1907 101,2)
94,90
do.
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,2)
Griechen v. 1887
53,70
Italiener Rente
5 Oeſterr. Silberrente . 93,70
do. Goldrente . . 96,60
do. einheitl. Rente 90 70
Portug. unif. Serie I 65,6)
do. unif. Ser. III 68,25
do. Spezial. 10,50
5 Rumänier v. 1903 . . 101, 10
do. v. 1890. . 95,3)
do. v. 1905. . 92,00

4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,0)
Ruſſen v. 1902 . . . . 91,50
100,50
do. v. 1905
79,80
3½ Schweden. . . .
4 Serbieramort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1903 84,7
do. uniſiz. v. 1903 92,00
Ungar. Goldrente
do. Staatsrente 90,50
. . 101,70
Argentinier .
89,25
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 92,00
Chineſ. Staatsanleihe 100, 10
95,40
do.
½
95,60
½ Japaner
Innere Mexikaner . . 97,75
do.
Gold=Merikan. v. 1904 91,20
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
144,90
fahrt
.105%
Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 403 114,00
6 Baltimore & Oyio. . 104,00
Gotthardbahn

In Vr.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 154,00
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,25
6 Pennſylvania R. R. 119,70
Indnſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 202,00
3 Werger=Brauerei . . 75,00
25 Bad. Anil.=u. Sodafbr. 500,25
14 Fabrik Griesheim . 258,90
27 Farbwerk Höchſt . . . 534,00
20 Verein chem. Fabriken
338,25
Mannheim.
130,90
5 Lahmener .
166,00
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. . 243,10
30 Adlerfahrradw. Kleyer 463,50
12 Bochumer Bb. u. Guß 231,75
209,00
17 Gelſenkirchen.
203,90
7 Harpener
15 Phönix, Bergb. u. Hüt=
.. 259,25
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. 89,30
4 Pfälzer Prt..
.100,70
do,
92,00
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſtenerfrei . 96,40
Oeſterr. Staatsbahn.
95,90
do.
do. alte . 80,20
Oeſterr. Südbahn . . 9½75
80,50
do.
56,00
do.
3 Raab=Oedenburger . . 78,20
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,60
4 Kronpr. Rudolfbahn . 96,70

72.90
2) Livorneſer.
4 Miſſomri=Vacifie 73,40
Bagdadbahn Mk. 408 84,60
Anatoliſche Eiſenb.. 97,80
. 100,50
5 Tehuantepee .
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 172,75
6½ Darmſtädter Bank. 126,40
12½ Deutſche Bank . . 267,50
6 Deutſche Vereinsb. 125,60
10 Diskonto=Geſellſchaft 192,40
161,00
8½ Dresdner Bank
6½ Mitteldent. Kreditbk. 121,90
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 127,25
6½ Pfälzer Bank 130,50
140,00
6,45 Reichsbank.
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 138,10
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
90,10
½ do. S. 19
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,35
90,35
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,40
do. (unk. 1914) 89,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
90,60
do.
3½

Bt.
Städte=
Obligationen
-
Darmſtadt

-
½ d.
100,90
Frankiun . .
3½ de.
96,10
Gieh
100,00
2.
4
99,80
3½
90,70

Garl
100,00
3½ 28.
90,00
-
4
-
3½ Na.
4
-
3½
4
99,50
.
90,00
München
100,50
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg
100,20
3½ do.
90,80
4 Offenbach
3½ do.
4 Wiesbabe
* 101.75
3½ de.
90,60
4 Worms.
99,80
3½ do.
90,00
4 Liſſaboner u. 1886. . 81,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 167,40
3½ Cöln=Mindner 100 136,9.)
5 Donau=Reg. fl. 100 185,00
3 Holl, Komm. 100

In Zeng
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
. 138,00
briefe.
Oeſterr. 1860er Loſe 179,25
3 Oldenburger
.127,00
2½ Raab=Grazer ſi. 150 114,60
Unverzinsliche
Anlebensloſe.
Augsburger fl. 7 37,80
Braunſchweige Tlr. 20 212,70
Freiburges
Fs. 15
Mailänder Fs. 45
Js. 10
da
Meiningss
ft. 7 34,50.
Oeſterreicher a. 1864 100
d. à 1858 100 460,00
Ungar. Stauts
100 373,00
Penediges
Frs. 30
Türkiſche
400 173,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sopereigns
20,43
20 Franks=Stücke
16,23
Oeſterr. 20=Kronen .
16,90
Amerikaniſche Reten . . . 4, 19½
Engliſche Noten . . . . . 20, 18
Franzöſiſche Noten . . . . 81,35
Holländiſche Noten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84.85
Ruſſiſche Roten . . . . . . 216,00
Schweiger Noten . . . . . 81,15
Reichsbaui=Diskonto . . . 5½
R.
au=Kombard 94f 6½

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

GoeErFrFrIEr
DPARVIUTTD

Das Geschartshaus
Soderſtraße 2 (am Kapellplatz)
ſtelle ich hiermit unter günſtigen Bedingungen zum
Verkauf. Ernſtliche Reflektanten, welche 10000 Mk.
anzahlen können, erhalten nähere Auskunft vom
Beſitzer H. Häßner, Bad Köſtritz.
(1478a

191e
C

Vornlehtithkaufet Beteiligung.
Wer ein Geschäft od. Grundstück kaufen od. sich irgendwie
an rentabl. Unternehmungen beteiligen will, verlange von mir
kostenfr. Angebote, denn ich habe stets über 1000 rentable
Objekte hier od. auswärts an der Hand.
(2153f
(Inh. Conrad Otto), Köln a. Rh.,
E. Kommen Nachl. Kreuzgasse 8. Fernspr. B. 9896.
Dresden, Berlin, Hamburg, Leipzig, Stuttgart, Nürnberg, Breslau.

Dunsoertauſ.
Das Haus Viktoriaſtr. 94,
enthaltend vier 5=Zimmerwohn.,
iſt ſofort preiswert zu verkaufen.
Reflektanten erhalten nähere Aus=
kunft
Viktoriaſtr. 90, part. (1330a

Bausverkauf
In ſüdlicher Lage, ohne Gegen=
über
, ſchöne Ausſicht, iſt neues, ſehr
gut gebautes Haus mit
5=Zimmerwohnungen,
gut rentierend, ſehr günſtig zu ver=
kaufen
, evtl. wird gutes Bau=
gelände
in Zahlung genommen.
Offerten unt. A 29 an die Exped.
des Blattes.
(B1408

Haus=Gerkauf.

In einem größeren Vorort
Darmſtadt iſt eine gutgehende
Wirtſchaft nebſt Kolonialwaren=
geſchäft
, krankheitshalber, unter
günſtigen Bedingungen zu ver=
kaufen
. Auskunft erteilt Rud.
Ringler, Waldſtraße 54. (2135a

Etagen=Haus
in der Landwehrſtraße, Nähe
Herrngarten, 3X4 Zimmer, ſowie
Laden für Kolonialwaren, wegen
Wegzua, bill. z. verk. Ausk. erteilen
Paul Wolf & Co., G. m. b. H. (852a

Grbteilungshalber werden 2
gut
nachweisbar rentierende
Häuſer in beſter Lage der Stadt
unter der ortsgerichtl. Taxe, bei
günſtigen Zahlungsbedingungen
verk. Off. u. B 89 an d. Exp. (1952ms

Geschaftshaus-
Verkauf- (17a
im Zentrum
Erbtellungshalber der Stadt.
beſte Geſchäftsſtr., feines Ge=
ſchäftshaus
, in welch. ſchon ſeit
Jahren ein ſolches betrieb. wird
mit beſt. Erfolg, in nur gut. Zu=
ſtande
, unt. ſehr günſt. Beding.
abzug. Anzahl. 1520000 M.
Agent erh. keine Antw. Näh.
b. H. Castritius, Kahlertſtr. 38.
Kleine Villa
in der Manlbeer=Allee, zunächſt
der Merck’ſchen Fabrik, zu verkauf.
Näheres bei J. Conrad Mahr.
Zimmermeiſter, Heidelbergerſtr. 43.

Villa in Buchſchlag
wegzugshalber preisw. zu ver=
kaufen
. Auskunft erteilen (855a
Paul Wolf & Co., G. m. b. H.,
Darmſtadt, Rheinſtraße 51.
Villam Seeheim
6 Zimmer mit großem Garten, be=
ſonderer
Umſtände wegen, äußerſt
billig zu verm., event. zu verkauf.
Auskunft erteilen Paul Wolf
& Co., G. m. b. H. (854a
Kl. Wohnh. mit gr. Obſtg. in
Eberſtadt zu verk. od. zu vermiet.
Off. u. C 71 a. d. Exp (*1506sms
Achtung. Golngraße!
In einer Amtsgerichtsſtadt, N.
Darmſtadts, iſt ein Gaſthaus m
Metzgerei, Fremdenzim., Stall.,
Saal, bei kleiner Anzahlung billig
zu verkaufen. Brauerei gewährt
Kapitalzuſchuß. Offerten unter
C 56 an die Exvedition. (*1480soi

Maskenonder

liegen zur Ansicht bereit.
Sämtliche Zutaten
billigst. (2226a
CEArmneiter
2 Ludwigsplatz 2.

i. g. Gesc. äfts-
Fein. Ulgarrengesch. lage, ſucht a.
Nebenverdienſt: Annahme o. Ver=
ſandſt
., Vertret. o. einſchl. War. mit=
zuführ
. Off. u. C60 an d. Exp. (*1496

Versammlungs-Lokal
geſucht. Offerte an S. Hübner,
Kaupſtraße 5, 1. Stock. (*149’so

Geſuc

Haus zum Alleinbewohnen,
Orangerie=Allee 14 iſt zun
1. Juli 1912 zu vk. od. z. vm. Näh.

b. Mahr & Markwort, Architekten,
Darmſtadt, Kaſinoſtr. 8. (155a

Villen=Kolonie
Darmstadt-Eberstadt.
Haus zum Alleinbewohnen,
Neubau, 9 Zimm., Zentralheizung,
Badeeinricht., groß. Gart., Geſamt=
grundfläche
1258 qm, für 23000 Mk.
bei geringer Anzahlung zu verkauf.
Näheres durch Paul Wolf & Co.,
G. m. b. H., Rheinſtraße 51. (853a

Landhaus für 7500 Mk.
In Arheilgen iſt ein freiſt.
Landhaus für 7500 Mk. ſofort zu
verkaufen. Angebote erbitte unter
W48 a. d. Exped. d. Bl (1148a

Schönes Haus in Eberstadt,
7 gr. Zim., Küche u. Zub., Gas,
Waſſer, Stall u. Garten, zu verk.
oder an beſſere Familie zu verm.
Anfr. sub A 75 a. d. Exp. (1566a
Fer ein Obiekt zu kaufen ſucht,
Hyp. ausleiht oder Beteili=
gung
wünſcht, verlange koſtenloſe
Zuſendung der Deutschen Verkaufs-
Zeitung, Berlin 39.
(856a

e
Käe

Darlehen
auf Wechſel, Schuldſchein, Möbel
in jed. Höhe. Ratenrückzahl. zu ge=
ſetzl
. Zinſen von handelsgerichtl. ein=
getrag
. Bankgeſch. durch E. Mauthe,
Vertr.: F. Hassler, Riedeſelſtr. 48, I.
Sprechzeit von 912 u. 26 Uhr,
Sonntags von 9 12 Uhr. (*1525
Zum Ausleihen
50000 Mark
liegen
von 100 Mk. an aufw. bereit. Diskr.,
ratenw. Rückzahl., ev. ohne Bürg.
*1532) Gg. Nau, Hügelſtr. 32, p.
Sprechzeit nur vorm. v. 111 Uhr.

Der 1. Sun
evtl. früh., von kinderl. ſehr
ruhig. Ehepaar der Neuzeitent=
ſprech
. 5=Zim.=Wohnung( Hoch=
part
. oder 1. Stock) in guter
Lage. Off. unt. B 7 an die
Exped. ds. Bl. erbeten. (B1700

Schöne 4 Zimmerwohnung
(Veranda) für 1. April von ruhigen
Mietern geſucht. Nur Süd= Oſt=
viertel
. Preis bis 60) Mk. Off.
unter C 73 an die Erp. (*1527
zum 1. April ſchöne
Gesucht 4=Zimmer=Wohn.,
neuzeitl. eingerichtet, m. Zubehör.
Nähe Moosberg= oder Lands=
kronſtraße
, evtl. Heidelbergerſtraße,
v. älterem Ehepaar. Adreſſe unt.
C 52 an die Exped. (*1460fso
3 oder 4 Zimmerwohnung
auf 1. Juli von ruh. Beamten=
familie
für dauernd geſuht.
Offert. mit Preis u. B 68 a. d.
Expedition erbeten.
127ids

(2222sm

fühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Graſenſtr. 20, Tel. 27z. (1180a

Frauen=Haare
ausgekämmte u. abgeſchnittene,
kauft jederz. zum höchſten Preis
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.

Anziehende
Frauen
sind meist gut an-
gezogene
Frauen.
Wer modern und preis-
wertgekleidetseinwill
,
der benütze z. schnei-
dern
die vorzüglichen
Favorit-Schnitte.
Bei Hunderttausen-
den
im Gebrauch!
Anleltung durch das
Grosse Favorit-Moden-
Album (nur 70 Pf. fr.) u.
Jugend-Moden-Album (60 Pf. fr.)
von der Verkaufsstelle der Firma
oder wo nicht am Platze, direkt
von der Internationalen Schnitt-
manufaktur
, Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz4.

7e0 750
Russische Mischung
hochfein, von köstlichem
Aroma (2187a
½ Pfd. 200 Pfg.
A. Reichard
Casinostraße-Ecke

Johlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V1268) J. Müller, Kiesſtr. 20.

Gemuen

Wienersstr. 5263, ſch. 3=Zimm.. Pr. 300 M. p. 1. März. (*1560

Gr. 2=Zimm.=Wohn. ſof. z. verm.
Näh. Sandbergstr. 29, p. (B2230ms

Mierte Zimmer

Kiesſtr. 58, in ruh. fein. Hauſ.
eleg. Wohn= u. Schlafzimm. per 1.
Februar.
(2232ms
Möbl. Zimm. z. vermiet. Die=
burgerſtr
. 6, 2. St. (*1539sid

Möb. Zimmer ſof. zu vermier.
(2 33ms
Grafenſtr. 37c, 3.

Wertſtätten
Auto-Garagen, u. Stallung
per ſof. zu verm. H. Braun, Moosberg=
ſtr
. 97 n. d. Heidelbergerſtr. (B2191ms

Möbl. Zimmer bilig zu vermiet.
an ein Fräulein. Caſinoſtr. 17
(*1576
bei Weißmantel.
Bleichſtr. 45, 1. St., ſchön möbl.
Zimmer m. od. ohnelPenſ., auch für
(220a
2 Herren.

Möbl. Zimmer mit Penſion
Caſinoſtr. 21, 1. St. (*1578sm

34 Zimmer=
Geſucht wohnung, ſofort
oder 1. April. Offerten u. C 33
an die Expedition ds Bl. (2060

Einzeine Frau, Wwe., ſucht zum
1. reſp. 15. März kl. 2= Zimmer=
wohnung
mit Küche, in ruhigem
Hauſe. Offerten unter C 66 an
die Erpedition ds. Bl. (*1503

zübſch möbliertes Zimmer
auf 1. März geſucht. Angebote
unter C 43 an die Exp. (*1427fs

Junge Dame
ſucht bei netten Leuten ſchön
möbl. Z mmer mit voller Penſ.
in der Nähe des Marktes. Off.
unt. C 86 an de Erv.

Fint mobl. Z mmer v. 23. Jan.
an geſucht. Off. m. Preisang.
mit u. ohne Penſion erbeten unter
C 76 an die Exp. ds. Bl. (*1550

[ ][  ][ ]

5 8.

Samstag, 20. Januar.

1912.

Bekanntmachung.

Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß
Freitag, den 26. Januar ds. Js., vormittags 9 Uhr,
n dem Sitzungsſaal des Provinzial= und Kreis=Ausſchuſſes (Regierungsgebäude,
1. Obergeſchoß, Südſeite, Neckarſtraße Nr. 3), die Durchſicht der Protokolle über die
engere Wahl des Reichstagsabgeordneten für den IV. Reichstagswahlkreis des Groß=
herzogtum
Heſſen (Darmſtadt-Groß=Gerau), ſowie die Zuſammenſtellung und Ver=
kündigung
des Ergebniſſes dieſer Wahl ſtattfinden wird.
(2193si
Der Zutritt zum Lokal ſteht den Wählern frei.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Der Wahlkommiſſär
für den IV. Reichstagswahlkreis im Großherzogtum Heſſen.
Fey, Provinzialdirektor.

Bekanntmachung.

Betreffend: Reichstagswahlen 1912.
Ich bringe zur öffentlichen Kenntnis, daß
Freitag, den 26. Januar l. Js., vormittags 11¾ Uhr,
im Sitzungsſaal des Kreisausſchuſſes (Kreisamtsgebäude) dahier, die Durchſicht der
Protokolle über die am 22. ds. Mts. ſtattfindende engere Wahl des Reichstags=
abgeordneten
für den VI. Wahlkreis des Großherzogtums Heſſen, ſowie die Zuſam=
menſtellung
und Verkündigung des Ergebniſſes dieſer Wahl ſtattfindet. (2194
Der Zutritt zu dem Lokal ſteht jedem Wähler offen.
Der Wahlkommiſſär für den VI. heſſiſchen Reichstagswahlkreis:
v. Hahn, Großherzoglicher Kreisrat.

In Mörfelden und Walldorf (Kreis Groß=Gerau) iſt die Maul= und Klauen=
ſeuche
erloſchen.
(2116

Verkaufspreiſe der Kleiſch= u. Warſtwaren i. d. Haupt= u. Reſidenzſtadt Darmſtadt.
(Nach den Mitteilungen des Vorſtandes der Metzger=Innung.) (22563

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Gefunden: 1 goldener Zwicker mit Anhängſel. 1 Ueberzieher
und 1 Sackrock mit Militärpaß, auf den Namen Geyer lautend.
1 Paar ſchwarze durchbrochene Handſchuhe. 1 farbiger Damengürtel.
1 Paar dicke Kinder=Stoffhandſchuhe mit Riemchen. Eine Anzahl
verſchiedene Schlüſſel. 1 Damengürtel mit Silber durchwirkt. 1 blau=
geſtreifte
Schürze mit 2 Karten. 1 Manſchettenknopf mit Herren=
photographie
. 1 dunkellila Damenportemonnaie mit einig. Pfennigen
und einem Herzchen. 2 Schlüſſel (zuſammengebunden). 1 ſchwarzer
Samtgürtel.
(2180
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 ruſſiſcher Windhund. 1 deutſcher Schäferhund, 1 Wolfs=
hund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht aus=
gelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
(2160
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 21. Jan.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Merckſche Engel=Apotheke, Rheinſtraße, und
Beſſunger Apotheke, Karlſtraße. Alle übrigen Apotheken ſind von
1 Uhr ab geſchloſſen.

per ½ kg
Ochſenfleiſch
90 Pfg.
Rindfleiſch
84
Kalbfleiſch
90
Hammelfleiſch
90
Bruſt
60
Schweinefleiſch
76
Kottelets u. geſalz. Fleiſch 86
Speck, geräuchert
.110

per ½ kg
Dörrfleiſch
96 Pfg.
Schinken m. Bein .
110
Rollſchinken
. 130
Schweineſchmalz, roh
u. ausgelaſſen
80
Schwartenmagen,
Fleiſch= u. Bratwurſt . 80
Leber= u. Blutwurſt
64

Betreffend: Reichstagswahlen 1912: hier engere Wahl im IV. Wahl=
kreis
des Großherzogtums.

Reichstagswahl.
Bei der erſten Wahl im IV. Wahlkreis des Großherzogtums
hat ſich eine abſolute Stimmenmehrheit nicht ergeben. Gemäß § 12
des Wahlgeſetzes vom 31. Mai 1869 hat daher eine engere Wahl
zwiſchen den beiden höchſtbeſtimmten Kandidaten, den Herren
Redakteur Dr. Ludwig Queſſel zu Darmſtadt,
Rechtsanwalt Dr. Arthur Oſann zu Darmſtadt
ſtattzufinden.
Unter Bezugnahme auf die §§ 2831 des Wahlreglements vom
28. Mai 1870 (in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. April 1903)
bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß Termin zur Vornahme
der engeren Wahl auf
Montag, den 22. Januar 1912,
feſtgeſetzt iſt, die Wahlhandlung beginnt vormittags 10 Uhr und endigt
nachmittags 7. Uhr.
Alle bei dieſer engeren Wahl auf andere als die beiden
genannten Kandidaten fallenden Stimmen ſind ungültig.
Die in unſerer Bekanntmachung vom 4. und 11. Januar 1912
zur Kenntnis gebrachten Anordnungen bezüglich der Wahlbezirke,
des Wahllokals, der Wahlvorſteher und deren Stellvertreter
haben auch für die engere Wahl am 22. Januar 1912 Geltung, wenn
nicht hinſichtlich der Wahlvorſteher und deren Stellvertreter in einem
oder dem anderen Wahlbezirke vor dem Wahltage noch eine Aende=
rung
bekannt gemacht werden wird.
(2207
Darmſtadt, den 17. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Ekert.

Das Beſchneiden der Hecken.

Nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir zur Kenntnis der
Beteiligten. Unſer Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, diejenigen, die
ſich der fraglichen Arbeit bis Ende Februar d. Js. nicht unterzogen
haben, zur Anzeige zu bringen, worauf Beſtrafung der Säumigen
mit 1 bis 30 Mark und Ausführung des Zurückſchneidens auf deren
Koſten von Amtswegen eintritt.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
(1603ss
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J V.: Jaeger.

Polizeiverordnung.

Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom
13. Juli 1904, der Artikel 78 und 48, V, 2 der Kreis= und Pro=
vinzial
=Ordnung vom 12 Juni 1874 wird mit Zuſtimmung des Kreis=
Ausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des
Innern vom 10. Februar 1905 zu Nr. M. d. J. III. 1336 für den Kreis
Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, die auf
dem Grundſtück befindlichen Hecken und Sträuche, ſoweit ſie an öffent=
liche
Fahr= und Fußwege oder Plätze angrenzen, alljährlich, und
zwar in der Zeit zwiſchen dem 1. Auguſt des einen und dem 1. März
des folgenden Jahres ſoweit zurückzuſchneiden und jederzeit ſoweit
zurückzubinden, daß ſie nicht über die Nachbar= und Weggrenze hin=
ausragen
.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten,
die zu demſelben gehörigen Garten=Einfriedigungen, ſoweit ſie an
öffentliche Wege oder Plätze angrenzen, ſtets in ordnungsmäßigem
Zuſtande zu erhalten und etwaige Lücken in ihnen auszubeſſern.
§ 3. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Geldſtrafe von einer
bis dreißig Mark, außerdem wird das Zurückſchneiden der Hecken und
Sträuche, Zurückbinden der Schößlinge und die Ergänzung der
mangelhaften Garteneinfriedigung erforderlichenfalls auf Koſten der
Säumigen von Amts wegen ausgeführt.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.

Aufſtelung der Rekrntierungsſtammrolle für die
Stadt für 1912.

Alle im Jahre 1892 geborenen, hier wohnhaften oder ſich
dauernd hier aufhaltenden Militärpflichtigen haben ſich in der Zeit
vom 15. bis Ende Januar ds. Js., vormittags von 9 bis 12 Uhr,
im Stadthauſe, Rheinſtraße 16/18, Zimmer Nr. 20 und 21, zur
Stammrolle anzumelden. Die nicht in Darmſtadt geborenen
Militärpflichtigen haben ihren Geburtsſchein vorzulegen und

durch eine Beſcheinigung des Arbeitgebers oder ein ſonſtiges Zeug=
nis
nachzuweiſen, daß ſie hier dauernden Aufenthalt genommen
haben und nicht nur rorübergehend anweſend ſind.
Außerdem haben ſich in vorbezeichneter Zeit, unter Vorlage
ihres Loſungsſcheines und der vorerwähnten Aufenthaltsbeſcheinigung,
alle Militärpflichtigen früherer Jahre zu melden, die bisher weder
einem Truppenteil überwieſen worden ſind, noch einen Ausmuſterungs=
ſchein
oder eine Ausſtandsbewilligung erhalten haben.
Militärpflichtige, die zur Zeit von hier abweſend ſind, müſſen
von ihren geſetzlichen Vertretern oder Arbeitgebern angemeldet werden.
Eine Unterlaſſung der Anmeldung wird mit Geldſtrafe
bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu 3 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt.
(1707a

Freiſtellen an den Mittelſchulen.

Geſuche um Freiſtellen an den Mittelſchulen für das Schuljahr
1912/13 ſind bis zum 25. Januar d. Js. bei uns einzureichen. Frei=
ſtellen
können nur bis zu 5% der Zahl der Schüler und Schülerinnen
und nur in den fünf oberſten Klaſſen vergeben werden. Voraus=
ſetzung
der Bewilligung iſt Bedürftigkeit der Eltern, ſowie regel=
mäßiger
Schulbeſuch, Fleiß, Ordnungsliebe, Reinlichkeit und gutes
Betragen des betreffenden Kindes.
Die Vergebung der Freiſtellen erfolgt auf ein Jahr und in ſtets
widerruflicher Weiſe; es muß daher für diejenigen, die im ab=
laufenden
Schuljahr bereits Freiſtellen hatten, um weitere Ver=
leihung
nachgeſucht werden.
In den Geſuchen iſt neben deutlicher Angabe des Berufs und
der Wohnung der Eltern oder Pflegeeltern noch die Schulgruppe, die
das betreffende Kind beſucht, näher zu bezeichnen.
(1390mss
Darmſtadt, den 6. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.

Anmeldung ſchulpflichtiger Kinder zur Aufnahme
in die Mittel= und Stadtſchulen.

An die Eltern, Pflegeeltern und Vormünder von Kindern, die
bis zum 15. April d. Js. einſchließlich das 6. Lebensjahr zurück
gelegt haben werden, ergeht hiermit die Aufforderung, dieſe Kinder,
ſoweit ſie nicht in andere Schulen eintreten, rechtzeitig zur Aufnahme
in die Mittel= oder Stadtſchulen anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt Nachweis über das Alter der Kinde
und Impfſchein oder Beſcheinigung über Befreiung von der Impfung
vorzulegen.
Auf Wunſch der Eltern oder deren Stellvertreter können aus=
nahmsweiſe
auch geiſtig und leiblich reife Kinder in die Schule auf=
genommen
werden, die erſt bis zum 30. September d. Js. das
6. Lebensjahr vollenden. Die Aufnahme jüngerer Kinder iſt
unzuläſſig.
Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß diejenigen
Kinder, die bei Vollendung des 14. Lebensjahres die Schule nicht
volle 8 Jahre beſucht haben, bis zur vollſtändigen Erfüllung ihrer
Schulpflicht in der Schule zurückgehalten werden.
Die Nichtanmeldung in dem vorgeſchriebenen Termin kann bei
den Mittelſchulen zur Folge haben, daß die Aufnahme unmöglich iſt.
Die Anmeldungen haben zu erfolgen:
Donner ttag, den 1. Februar d. Js., vormittags von 8½ Uhr
bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 4 Uhr, und zwar:
für die Knaben=Mittelſchule I im Schulhaus in der Friedrichsſtraße,
Viktoriaſtraße,
I
Mädchen=
Hermannsſtraße,
Mittelſchule II
,
am Ballonplatz,
Stadtknabenſchule I
in der Müllerſtraße
Ludwigshöhſtraße,
i
Rundeturmſtraße,
Stadtmädchenſchule I
Emilsſtraße,
Beſſungerſtraße,
III
Lagerhausſtraße.
Bezirksſchule IV
Der Bezirk der Mittelſchule II, in die Knaben und Mädchen
aufgenommen werden, wird begrenzt durch die Rheinſtraße, den
Paradeplatz, die Alexanderſtraße und die Dieburger Straße, mit Aus=
ſchluß
der Grenzſtraßen und Plätze.
Die Aufnahme der Kinder in die Stadtſchulen findet nach der
unten abgedruckten Bezirkseinteilung ſtatt. Den Herren Oberlehrern
der verſchiedenen Gruppen der Stadtknaben= und Mädchenſchulen
bleibt überlaſſen, je nach Bedürfnis hinſichtlich der Ueberweiſung
von Kindern aus einer Schulgruppe in eine andere ſich zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Der Vorſitzende der Schulvorſtände:
Dr. Glaſſing, Oberbürgermeiſter.
Bezirks=Einteilung
für die Stadtknaben= und Stadtmädchenſchulen.
Bezirk I
(Stadtknabenſchule I und Stadtmädchenſchule I) umfaßt den
Stadtteil zwiſchen der Heinrichsſtraße, Eſchollbrücker Straße und Holz=
hofallee
einerſeits und der Allee, Rheinſtraße, Wilhelminen=, Zeug=
haus
=, Hochſchul=, Magdalenen=, Alexander=, Heinheimer= und Guten=
bergſtraße
andererſeits.
Von den Grenzſtraßen gehören zu dem Bezirk die Rhein=, Wil=
helminen
=, Alexander=, Heinheimer= und Gutenbergſtraße, ſowie die
Nordſeite der Heinrichsſtraße.
Bezirk II
(Stadtknabenſchule II und Stadtmädchenſchule II) umfaßt den
nördlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=, Wilhelminen=,
Zeughaus= Hochſchul= Magdalenen= Dieburger=, Heinheimer= und
Gutenbergſtraße, einſchließlich der Grenzſtraßen, mit Ausnahme der
betreffenden Strecken der Dieburger= und Heinheimerſtraße und der
Gutenbergſtraße.
Bezirk III
(Stadlknabenſchule III und Stadtmädchenſchule III) umfaßt den
Stadtteil ſüdlich von der Heinrichs=, Eſchollbrücker Straße und Holz=
hofallee
, einſchließlich der Südſeite der Heinrichsſtraße und der beiden
anderen Grenzſtraßen (beiderſeitig).
Bezirk IV
(Bezirksſchule IV, Lagerhausſtraße) umfaßt den nordweſtlichen
Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=, Wilhelminen= und Rhein=
(1625sss
ſtraße, ohne die genannten Grenzſtraßen.

Maßnahmen gegen die
allgemeine Teuerung

Mittwoch, den 24. Januar,
abends 8½ Uhr,
wird Herr Oberſtleutnant von
Gerhardt im Auftrag des Deut=
ſchen
Seefiſcherei=Vereins im
ſtädtiſchen Saalbau ( Garten=
ſaald
einen Vortrag halten über:
Seeſiſche als
Volksnahrungsmittel.
Alle Intereſſenten ſind freund=
lichſt
zur Teilnahme an dem Vor=
trag
eingeladen. Der Eintritt iſt
frei.
(2210sm
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.

Maßnahmen gegen die
allgemeine Teuerung.

Die Beträge für Kartoffeln und
die Abtragungen auf die Dar=
lehen
zur Kohlen= und Holzbe=
ſchaffung
ſind in den auf den
Rechnungen angegebenen Ter=
minen
von jetzt ab bei uns ( Zahl=
ſtelle
1) während der regelmäßigen
Zahlſtunden (vormittags von 8½
bis 12½ Uhr) einzuzahlen.
Die bereits fällig geweſenen
Raten erſuchen wir alsbald zu ent=
richten
.
(2215sdi
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.

Bauarbeiten.

Die bei Erbauung eines Stalles
für unverkaufte Schweine und
einer Kälbermarkthalle auf dem
ſtädtiſchen Schlachthof vorkom=
menden
Schreiner= und Schloſſer=
arbeiten
(Anſchlagarbeiten) ſollen
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungenliegen
bei dem unterzeich=
neten
Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der Dienſt=
ſtunden
offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, 30. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
reichen
.
(2118so
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Stadt. Schulzahnalinik
Luiſenſtraße 20, II.
Sprechſtunden Wochentags:
Morgens von 1012
Mittags von 25. (859a

Bekanntmachung.

Montag, 5. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Schrei=
nermeiſters
Konrad Stein dahier
gehörige Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 181%/100 423 Hofreite Ka=
ſinoſtraße
,
zwecks Aufhebung der zwiſchen den
Erben beſtehenden Gemeinſchaft in
unſerem Bureau zwangsweiſe ver=
teigert
werden.
(K140/11
Darmſtadt, 4. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V925

Bekanntmachung.

Montag, 29. Januar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die der Adam Schäfer II.
Witwe, Louiſe, geb. Stumpf, da=
hier
zugeſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
22 617/100 484¼10 Hofreite
Viktoria=
ſtraße
78,
35 15095/1000 364 Hofreite Hein=
heimer
heimer=
ſtraße
90,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K41/11
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V1674

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

Die Großh. Direktionen
der Viktoria= und der Eleonorenſchule.
Anmeldungen für die 10. Klaſſen der beiden Schulen werden
entgegengenommen
Dienstag, den 6. Februar d. J., von 35½ Uhr,
im Schulgebäude der Eleonorenſchule (Lagerhausſtraße 1). Vorzu=
egen
ſind:
1. Geburtsſchein,
(2123sss
2. Impfſchein.
Geh. Schulrat Dr. Otto. Dr. Lucins.

Knabenpenſionat Goetheschule Offenbach a. M.
Privat=, Real= und Handelsſchule, erteilt Einjährigenzeugnis.
Gute Verpflegung und Aufſicht. Sorgfält, Ueberwachung der Schul=
arbeiten
. Großer Garten. Zentralheizung, elektr. Licht. (2154ff
Proſpekte durch die Direktion.
Mäßiger Penſionspreis.

Schwellen=Verſteigerung.

Die auf den Bahnhöfen Darmſtadt Oſt (Roſenhöhe), Roßdorf
und Groß=Zimmern lagernden, für Eiſenbahnzwecke nicht mehr brauch=
baren
kiefernen Bahnſchwellen werden wie folgt öffentlich an den
Meiſtbietenden verſteigert.
1. Bahnhof Darmſtadt Oſt (Roſenhöhe):
Donnerstag, den 25. Januar, vormittags 9 Uhr,
500 Stück kieferne Bahnſchwellen.
2. Bahnhof Roßdorf:
Donnerstag, den 25. Januar, vormittags 11 Uhr,
300 Stück kieferne Bahnſchwellen.
3. Bahnhof Groß=Zimmern:
Freitag, den 26. Januar, vormittags 9 Uhr,
250 Stück kieferne Bahnſchwellen.
(32151
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großherzogliches Eiſenbahn=Betriebsamt 2.

Brennholz=Verſteigerung Nr. 8.

(Stadtwald.)
Freitag, den 26. Januar l. Js., vorm. 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus dem Diſtrikt
Dachsberg, Abt. 31 und 32 der Forſtwartei Beſſunger Laubwald
(Förſter Lehr) verſteigert:
Scheiter: 132 rm Buche; 3 rm Eiche,
Knüppel: 216 rm Buche; 30,2 rm Eche,
5 rm Eiche,
Reiſigknüppel:
Stöcke (grob):
rm Buche; 5 rm Fichte.
Das Holz trägt die laufenden Nummern von 559 bis 764.
Unterſtrichene Nummern lommen nicht zum Ausgebot. Um vorherige
Einſicht wird gebeten.
(2124sm
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Stammholz-Verſteigerung.

Dienstag, den 23. Januar 1912,
vormittags von 9 Uhr an, werden aus hieſigem Gemeindewald,
Diſtrikt Malchertanne, an Ort und Stelle ca. 234 Stück Kiefern=
Stämme von 20 bis 47 cm mittlerem Duuchmeſſer und 5 bis 14 m
Länge meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft am Bahnwärterhaus am Malcher Weg.
Pfungſtadt, den 15. Januar 1912.
(2155fl
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.

Stammholz-Verſteigerung.

Freitag, den 2. Februar I. J.,
kommen im hieſigen Gemeindewald nachſtehende Holzſortimente zur
Verſteigerung:
1. 91 Stück Eichen=Stämme von 2857 cm Durchmeſſer, 2,10
bis 10 m lang, enthaltend 63,61 fm;
2. 23 Stück Kiefern=Stämme von 2857 cm Durchmeſſer,
514 m lang, enthaltend 205,32 fm.
Die Zuſammenkunft iſt vormittags 10 Uhr auf der Kirch=
ſchneiſe
an der Brandſchneiſe.
Gedruckte Verzeichniſſe können von uns bezogen werden.
Kelſterbach, am 17. Januar 1912.
(2156fl
Großherzogliche Bürgermeiſterei Kelſterbach.
Hardt.

Pappelſtamm= u. Brennholzverſteigerung.

Mittwoch, den 24. Januar, nachm. um 1 Uhr,
kommen in den Anlagen der Gemeinde Eſchollbrücken 22 ſehr ſchöne
Pappelſtämme von zuſammen circa 32 km zur Verſteigerung.
Ebenſo 35,6 rm Scheit= u. Knüppelholz, 13,6 rm Stocke und
9,3 Hdt. Wellen.
Bemerkt wird, daß das Stammholz direkt neben der Kreis=
ſtraße
Eſchollbrücken-Darmſtadt lagert und ſehr gut abzufahren iſt.
Zuſammenkunft der Steigerer am Ortsausgang nach Darmſtadt.
Gegen Bürgſchaft wird Zahlungsfriſt bis 11. November d. J.
gewährt.
Eſchollbrücken, am 18. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Götz.

P. P.
Hierdurch beehre ich mich ergebenſt anzuzeigen, daß
ich mich als
(1482a
Bücher=Reviſor und
kaufm. Sachverſtändiger
in Darmſtadt niedergelaſſen habe.
Ich werde mich ſpeziell befaſſen mit:
1. Neueinrichtung von Buchführungen und Uebernahme
der laufenden Führung von Geſchäftsbüchern,
2. Prüfung und Aufſtellung von Bilanzen und Ab=
ſchluß
der Geheimbücher,
3. Reviſionen von Geſchäftsbüchern und Kaſſen,
4. Geheimer oder nicht geheimer Ueberwachung aller
Buchhaltungsſyſteme,
5. Unterricht in Buchführung und allen Handelsfächern.
Ich ſichere unter Beobachtung ſtrengſter Diskretion
ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung aller Aufträge
zu und bitte eintretendenfalls von meinem Anerbieten
Gebrauch zu machen
Hans Mohwinkel, Bücher-Revisor
17 Wilhelminenstrasse 17.

4% Württembergische
Staatsschuldverschreibungen
unkündbar bis 1921.
Am 24. Januar c. findet die Subskription auf
nom. Mk. 25,000,000. Schuldverschreibungen, eingeteilt in Stücke zu 5000, 2000, 1000,
500 und 200 Mark, mit Zinsen ab 1. Oktober 1911 zu

101,40%

statt. Wir sind offizielle Zichnungsstellen. Die näheren Bedingungen,
sowie Formulare zu Zeichnungsscheinen stehen bei uns zur Verfügung.
Darmstadt, den 19. Januar 1912.

Bank für Handel
und Industrie.

Deutsche Vereinsbank
Filiale Darmstadt.

(2175P

Hoflieferant Heinrich Elbert, Darmstadt.

Gesellschaft mit beschr. Haftung.

Hauptvertreter für:
Soennecken Kopiermaschinen,
Original Underwood- und ldeal-Schreibmaschinen,
Dyes praktische Büro-Möbel.
(2145sid

Bekanntmachung.

Montag, 12. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des Fuhrunter=
nehmers
Johannes Komp, Suſan=
ne
, geb. Wagner, dahier und deren
Kindern zugeſchriebene Liegen=
ſchaft
:
Flur Nr. qm
II 351 332 Hofreite Ober=
gaſſe
Nr. 16,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſtei ert werden. (K115/11
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2129

Garde=Dragoner=
Regiment

(1. Großh. Heß.) Nr. 23.
J.=Nr. 161.
Der Dragoner Wilhelm Nau=
heim
der 4. Eskadron Garde=
Dragoner=Regiments Nr. 23, ge=
boren
am 1. Juli 1890 zu Nieder=
Selters, Kreis Limburg (Preußen),
welcher für den 14. ds. Mts. nach
Mainz beurlaubt war, iſt bis jetzt
nicht zu ſeinem Truppenteil zu=
rückgekehrt
.
Derſelbe iſt bekleidet mit ſchwar=
zem
Dienſtmantel, Waffenrock,
eigener Tuchhoſe, eigenen Stiefeln,
eigenem Degen und eigener Mütze.
Signalement:
Größe: 1,60 m,
Geſtalt: geſetzt,
Kinn: gewöhnlich,
Naſe: gewöhnlich,
Mund: gewöhnlich,
Haar: dunkelblond.
Um Verhaftung wird erſucht.
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Garde=Drag.=Regiment Nr. 23.
J. A. d. R.=K.:
v. Loeßl, (2114
Major beim Stabe.

An unſer Handels=Regiſter, Ab=
teilung
B, wurde heute einge=
tragen
hinſichtlich der Firma:

Darmſtädter Mühlenbau=
anſtalt
, Geſellſchaft mit be=
ſchränkter
Haftung, Darm=
ſtadt
.
Georg Gieler iſt als Geſchäfts=
führer
ausgeſchieden. (2146
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I

Am 29. Januar ds. Js., vormittags 10 Uhr,
ſoll der für das unterzeichnete Lazarett in der Zeit vom 1. April 1912
bis Ende März 1913 erforderliche Bedarf an Verpflegungsbedürf=
niſſen
, Mineralwäſſern, Bier, Milch, Butter uſw., ſowie die Abnahme
der Küchenabfälle, Brotreſte und Knochen verdungen werden. Die
Bedingungen, welche vor Einſendung der Angebote durch Unterſchrift
anzuerkennen ſind, liegen im Geſchäftszimmer des Garniſonlazaretts,
Alexanderſtraße 27, zur Einſicht auf.
(2128ss
Garniſonlazarett.

Unser diesjähriger Ausverkauf
zurückgesetzter Waren findet
vom 20. Januar bis 4. Februar statt.
Während dieser Zeit gewähren auf alle
übrigen Artikel bei Barzahlung einen

Extra-Rabatt

von

2121si

10%

E. Ekerts Nachf.
Kristall-, Porzellan- und Luxuswaren
12 Ernst-Ludwigstrasse 12.

Aufforderung.
Die Schülerinnen der verſtorbe=
nen
Muſiklehrerin Fräulein J.
Nonnemacher werden gebeten
rückſtändige Stundengelder an den
Unterzeichneten binnen 14 Tagen
(*15 0sm
zu entrichten.
Forderungen an dieſelbe ſind
ebenfalls wegen Regulierung des
Nachlaſſes bei dem Unterzeichneten
anzumelden.
Darmſtadt, 19. Januar 1912.
E. Bender, Hügelſtr. 9

Bekanntmachung.

(Stadtwald.)
Wir geben Fichtenſchmuck
Reiſig für Kaiſers Geburtstag
durch Forſtwart Hofmann ( Hirſch=
löpfe
) ab.
(2125sm
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Garten

(Beſſung. Viert.) z. miet. geſ. Angeb.
erb. Kiesbergſtr. 55, II. (*1470sms

rüne Sohlen, 50½ beſſer wie
andere, lierert H. Krieger,
Schuhm., Heidelbergerſtr. 42. (B123

Keitpferd
9jähr., ungariſcher, brauner Wal=
lach
, vollk. ſehlerfrei, mit ſchönen
Gängen, welcher für militäriſche
Zwecke zugeritten iſt, auch einſp.
gefahren werden kann, ſofort
(B2245so
billig zu verkaufen
A. Haller, Frankfart a. M.
Varrentrappſtr. 65.

Braueret miet. ſchön.
Welche Wirtſchaftsanweſen
mit groß Gart. in der Nähe Darm=
tadts
, flottgeh. Geſchäft (Verbrauch
ca. 400 h jährl.). Wirtſchaftsinv. w.
m. übergeb., Zäpf. iſt ebenf. vorband.
Kapitalzuſch. v. 34000 M. Beding.
Off. u. C75 an d. Exp. d. Bl. (*1537

Gaſthaus nebſt Metzgerei
vorzügl. Geſchäft u. Lage, zu verk.
durch Immobilien= u. Hypotheken=
Büro Fr. Hoth. Martinſtr. 101. (B2164

Aleines, gutgehenves Lebens=
mittelgeſchäft
in Eberſtadt ſo=
fort
billig zu verkaufen. Off. unt.
C 72 an die Exv.
(*1547

Bleichſtr. 27, Laden, ſelbſtgek.
Gelee, Marmelade u. Latw. (1173a

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 13.

etzt naht die Entſcheidung
Die Wählerſchaft hat zwiſchen dem Vertreter des Bürgertums
E
Fr Usann
und dem Sozialdemokraten zu entſcheiden.
Welchem Bürger fällt da die Wahl ſchwer? Er kann
und darf ſich nur für den bürgerlichen Kandidaten entſcheiden.
Darum wählt alle

r. Ssann.
Der Wahlausſchuß der nat.=lib. Partei
2137)
des Wahlkreiſes Darmſtadt=Groß=Gerau.

mit beschränkter
Internationale Elastigen-Lompagnte: Maune

Alexanderstrasse 6

DARMSTADT

Telephon 713

Nur Mk. 58.
Steodd=Fahrrad
komplett, mit Bereifung, Glocke und Laterne.
Eine moderne, sehr elegante und äusserst stabile Tourenmaschine
die alle Vorzüge eines soliden und guten Fabrikates in sich vereinigt.
Für bestes Material und solideste Arbeit leisten wir
Ein Jahr Garantie!

mit beschränkter
Internationdie Elastigen-Lompagnie: halmne

Alexanderstrasse 6

DARMSTNNT

Telephon 713

[ ][  ][ ]

Blusenschürzen

Aus guten Dlamoen mit übeter
Borden-Garnitur

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

besonders preiswerte Sonder-Auslage
Ab heute im Parterre‟ in folgenden Artikein:

Ein Posten Normal-Hemden und Hosen

zum Teil etwas angestaubt
Serie II
25
Serie I
nur ganz gute Qual. früh.
früherer Preis bis 1.95
Preis b. 7., jetzt jedes St. 2 M.
jetzt jedes Stück 1 M.
Ein Posten schwarze Lüstre-Unterröcke
aus früheren Saisons jetzt aussergewöhnlich billig!
Herren-Handschuhe
Paar 98 Pf.
Strickhandschuhe, reine Wolle
Paar 1.10
Strickhandschuhe, reine Wolle
Paar 1.35
Strickhandschuhe, reine Wolle .
1 Posten Glacé-Handschuhe f. Damen und Herren,
Paar 95 Pf.
darunter ganz teuere Sachen. Ausverkaufspreis

Ein Posten farbige Herren-Biberhemden
zum Teil etwas angestaubt

Serie I
früherer Preis bis 1.85
jetzt jedes Stück 5
1 M. früherer
et Serie II
Preis bis 2.40
jetzt jedes Stück 120 Serie 1
früher bis
3.50, jetzt Serie 11 g
früher bis
1Ml. 450, jetzt o5
E M. früher bis
675, jetzt Serie II a75 Serie FI
früher bis
3 M. 850, jetzt 4 50
A.

Damen-Handschuhe
Paar 48 Pf.
Strickhandschuhe, reine Wolle, weiss
Strickhandschuhe, reine Wolle, weiss u. farb. . . Paar 65 Pf.
Paar 65 Pf.
Strickhandschuhe, weiss, lang, reine Wolle
Strickhandschuhe, weiss und farbig, reine Wolle Paar 95 Pf.

1 Posten farbige Garnituren
Vorhemden u. Manschetten
früherer Preis bis 1.50
jetzt jede Garnitur 30 Pfg.

1 Posten schwarze
Taffet-Gürtel

darunter ganz teure Sachen C
jetzt jedes Stück 99 Pfg.

Posten edweare Samt. ut lande
: Brocat-Gürtel:
Serie 1I
Serie 1
95 Pfg.
58 Pg.

Ein Restbestand Damen-Taschen

aus meinem

Serie I Serie II Serie III

1. Fasten

jetzt zum Aussuchen
jedes Stück. 95

2 Postenen

Weihnachtsverkauf 75 Pfg.
reinwol, Damenstrümgfe
Qual. Frauenlob‟
Paar 95 Pfg.

neine bekmnnen
Reklame-Marken

Qual. Felsenfest‟
Paar 1.25

Grosse Posten Sweater
jetzt enorm billig.

Sweater-Anzug Erich‟
empfehlenswerter Schulanzng aus dunkelgrau
solidem plattem Kammgarn

67

72

811 Jahre

er5 P 25.
6
52

Fortsetzung meines grossen Wäsche- und Weisswaren-Verkaufs!
Kauf-
Harmstauf
Haus I. Schteider Ludwigstrasse 2, Ecke Kirchstr.

2195

Me
Weiblich

verkauferi
der Lebensmittel=Branche, ge=
ſtüzt
auf langjährige prima Zeug=
niſſe
und Reſerenzen erſter Häuſer,
ſucht in Delikateſſen=, Kaffee=
oder
Schokoladen=Geſchäft per
bald oder ſpäter Stellung. Gefl.
Offerten unter C 76 an die Ge=
ſchäftsſtelle
ds. Bl. erbeten. (*1549
mit ſchöner Handſchr, An=
Frl. fäng. in Stenographie,
ſucht Stellung auf Büro oder
ſonſt Tätigleit in ſchriſtlichen
Arbeiten. Offerten u. C 89 an
die Expedition ds. Bl. (*1591

Besseres Fräulein
das in Maſchinenſchr. u. Stenogr.,
ſowie in ſämtl. Bureauarbeiten aut
bewandert iſt, ſucht Stellung. Off.
unt. C 46 an die Exp. (*1419fs

Kaſſiererin
tücht., zuverläſſige Kraft, längere
Jahre in einem hieſigen Geſchäft
tätig, ſucht ſich per 1. April zu
verändern.
(*1392ds
Offerten unter C 29 an die
Expedition ds. Bl. erbeten.

Modistin
mit prima Zeugniſſen, ſucht zum
Frühjahr Stellung. Zu erfragen
Schwanenſtraße 95. (*1575sm
Tücht. 11. Modiſtin mit guten
Zeugn. ſucht Stellung. Offert. u.
P 82 an die Exned.
(*1553

Selbst. Koch u. Konditor
mit la Zeugniſſen u. Referenz., in
ungekündigt. Stellung, ſucht ſich
zu verändern. Kleines Hotel oder
Privathaus, wo Lebensſtellung ge=
boten
, bevorzugr. Gefl. Off. unt.
Ph. F 1 nasttag. Darmstadt. (*1 48 ds
erh. j. ehrl. Mann ſ. Stelle a.s
Hausb., Ausl. (Radf), od. dergl.
Beſchäft. Kaution k. ge,tellt werd.
Näh. Kranichſteinerſtr. 7. (*1567

Weiblich
: Junge :
gebildete Damel
welche auf dem Gebiete der Reklame
aiquiſitoriſch ſich bereits erfolareich
betätigt haben, zur Einführung
einer patentamtl. geſch. Neuheit
geſucht. Gefl. Angebote erb. unt.
C 69 an die Exped. d. Bl. (*1508
Modes:
Tüchtige II. Arbeiterin
(2198
geſucht.
Lina Neu
Elisabethenstr. 28.
Angeh. Arbeiterin f. Konfektion
ſ. geſ. Mühlſtraße 46, I. (*1395ds
i. Maſch.= Näh.
Jung. Mädchen geübt, dauernd

geſ. Arheilgerſtr. 90 III.

(*1539

welche pünktl.
Saubere Person Flicken und
Ausb. kann, hentl. 12 Tage
geſ. Off. u. C50 a. d. Exv. (*1467

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 15.

1 Posten
bessere
Läuferstoffe
mit
15 %
Extra-Rabatt.

Wolldecken
Halbwollene Jacquard-Decken, hübsche
Muster, . .
. jetzt 7.00
Jacquard-Decken, gute Qualität, . jetzt 10.00
Einfarbige Schlafdecken
3.9
Kamelhaardecken, echt solide Ware,
jetzt 15.00

Stevpdecken
Steppdecken, bordo,
. jetzt von 4.25

Mk.
Steppdecken, zweiseitig Satin, jetzt von 9.50 an
Steppdecken, zweifarbig,
Mk.
rot,grün, grün/lila.
jetzt von 15.90 an.
Mk.
Kinder-Steppdecken, .
jetzt von 2.20 an.

Für die
Ratfeſ
Jage!

1 Posten

bessere
Wolldecken
bedeutend
unter Preis.

Jenster-Mäntel
Fenster-Mäntel, bordo und grün, mit hübsch.
Applikation . . . . . . . . . jetzt 1.95

Bessere Fenster-Mäntel
mit 15 Prozent Extra-Rabatt.

I Posten

bessere
Steppdecken
bedeutend
ermässigt.

Besonders
imit. Perser Teppiche,
jetzt von 5.50 an

Auf
F EDEE
20%
Extra-Rabatt.

preiswerte Zimmer-Jeppiche
Holländer-Teppiche,
Axminster-Teppiche
jetzt von 6.50 an
jetzt von 5.60 an
Tapestry-Teppiche
vos 11.00 aa
(2

Gebr! Rotkechid

2 Markt 2.

Mehrere angehende
Putr-Arbelter
ſucht per 1. März
(951a
Adolf Geiger.

ſodes! Tüchtige zweite Ar=
Zu beiterin geſucht Elſe
Kunert, Wilhelminenſtr. 10. (*1599

Frau
zum Inſtandhalten des Weiß=
zeuges
, wöchentlich für 12 Tage
geſucht. Ausführliche Offerten m.
Empfehlungen und Forderung u.
C 85 an die Expedition. (2217) Zuverl., unabh. Laufmädchen od.

Jg. Mädch. k. d. Kleidermach. u.
Zuſchn. u. günſt. Beding. gründl. er=
lern
. Konf. Mühlſtr. 40, 1. St. (1131a

Tüchtiges Servierfräulein ſo=
fort
geſ. Bestaur. Frische 0u IIe‟.
Große Kaplaneigaſſe 2. (*1441fs

Dienſtmädchen, bis 1. Februar
geſucht. Gehalt 25 M.; vorzuſpr.
v. 68 Uhr abends (*1461fs
Ludwigsplatz 2, 1. St.

Geſucht
z. 15. Febr. eventl. früher oder
ſpäter ein tüchtiges beſſeres
Alleinmädchen
n. unter 20 J., d. gut bürgerl.
kocht u. alle Hausarbeit verſteht,
i. ruhig. klein. Haushalt v. 4 Perſ.
Wäſche wird außerhalb gewaſch.
(1978a
u. gebügelt.
Näheres Friedrichſtr. 14, I.
v. morgens bis nachm. 4 Uhr.

ien Mete .
ſelbſt. gutkoch u. Hausarbeit mit
übern., bei hoh. Lohn zu 2 Perſ.
geſucht. Lauffrau vorhanden. Zu
erfragen in der Exped. (2046ms
Geſucht per 1. Febr. ein tücht.
Laufmädchen oder Lauffrau
Kiesſtraße 88, I. (*1534

Reinl. Lauffrau od. Laufmädch.
geſ. Inſelſtraße 42, part. (*1469
Tüchtiges Mädchen in kleinen
Haushalt gegen hohen Lohn für
ſofort geſucht Wendelſtadtſtr. 31,
Gartenhaus 1. Stock. (*1481so

Solides, tücht. Mädchen
zur Aushilfe per ſof. geſucht
Tonditorei Schütz
Vleichſtraße 43. (*1589

Jung. reinliches Mädchen, das
ſchon gedient, in kleinen Haushalt
geſ. Zu erfr. in d. Exped. (*1483 Beſſeres Mädchen
das kochen kann und alle
Hausarbeit verſteht, wird
zum 1. Febr. geſucht für
kl. herrſchaftl. Haush. (*1565
Sandſtr. 18, partere. Unabhängiges Laufmädchen
ſofort geſ. Roßdörferſtr. 40. (*1587 Frau, morgens 2½ St. geſ. (2238
Am Breitwieſenberg 9 (HohlerWeg) Alleinmädchen, welch. gut bürg.
kochen kann, für ſehr gute Stelle u.
hohen Lohn geſucht. Lauffrau
vorhanden. Emma Frank, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Karlſtraße 31.
(*1546 Zum 1. Febr., ev. früher, wird
tagsüber ein beſſeres Hausmäd=
chen
geſucht, das nähen kann
*1557a)
Hochſtraße 58, I. Mädchen jeder Art ſucht ſtets
Johannette Weissmantel, gewerbsmässige
Slellenvermittlerin, Kasinostr. 17. (*1577 Mädch. d. bürg. koch. k., ſowie Haus=
u
. Küchenm f. Priv.= u. Geſchäftsh. g.
Karolin Beck, gewerbsmäkige Stellen-
vermitilerin
, Elisabethenstr. 2, II. (*1566 Männlich Kodlialwaren eu gros
Für Reiſe und Kontor tüchtiger
junger Mann

geſucht, welcher mit Branche und
der Kundſchaft in hieſiger Gegend
vertraut iſt. Offerten mit Angabe
bisheriger Tätigkeit unter B 58
an die Erped. d. Bl. erbet. (1837ms Von einem leiſtungstahigen
ſüddeutſchen Werk zum Vertriebe
ſeiner Marmor=, Kalk= und Sand=
ſteinprodukte
wird ein bei Archi=
tekten
u Baufirmen gut einführter
Vertreter
für die Provinz Starkenburg au
(1908a
Proviſion geſucht.
Offerten unter B 83 an die
Expedition ds. Blattes. Selbſtändiger älterer Spengler
u. Inſtallateur geſucht (1813a
A. Guntrum, Stiftſtr. 52.

3S Mk. tägl. ständ. Derdienst.

Tüchtige Schreiner
geſucht (B2228
J. Prdr. Jacoby, Ludwigshöhſtr. 27.

(954f
Gesucht sofort
an allen Orten arbeitſame Perſonen zur Uebernahme einer
Trikotagen= und Strumpfſtrickerei. Vorkenntniſſe nicht er=
forderlich
. Anlernung ſehr leicht und koſtenlos. Hoher ſtändiger
Verdienſt. Arbeitslieferung nach allen Orten Deutſchlands franko.
Proſpekte mit glänzenden Dankſchreiben koſtenfrei und franko.
Trikotagen- und Strumpfwarenfabrik
Neher & Fohlen, Saarbrücken C. 29.

Eine mit größ. garant. Einnahmen verbundene
General-Agenfur
n Heſſen mit nachweisl. guter
(*1504sm
Organisation

Weißbinder= und Malergeſchäft
ſucht tüchtigen energiſchen Werk=
führer
, der im Aufmaß der Arbeiten
gut bewandert iſt. Offerten unter
F. 7053 an D. Frenz, Mainz.

entſprechendem Inkaſſo und eingerichtetem, Jahre lang beſtehen=
den
Bureau mit geſchulten Beamten iſt zu beſetzen. Kautions=
fähige
Herren, die im Verſicherungsweſen praktiſch tätig waren und
ſich organiſatoriſch als auch akquiſitoriſch bereits bewährt haben,
werden um ausführl. Offerten unt. C 67 an die Exped. d. Bl. geb.

Agent ges. z. Cigarr. u. Ciga=
rett
. Verk. a. Wirte u. Händler.
Vergüt. ev. M. 300. monatl. H.
Jürgensen & Co., Hamburg 22. (1545ff

Feſte Anſtellung
mit Monatsſalär erhält fleißiger
Herr bei reellem Unternehmen.
Vierwöchige Probezeit gegen ent=
ſprechende
Bezahlung. Offerte u.
(2240a
C 88 an die Exped.

Offizielle und ſtille
Vermittler
von alter deutſcher Feuer= Verſiche=
rungs
=Aktien=Geſellſchaft m. Neben=
branchen
gegen gute Prov ſion, ev.
Fixum geſucht. Offerten u. C74
an die Exped. d. Bl. erb. (*1529

Helt. Bauschlosser
oder Mechaniker
ſpeziell f. leicht. Reparaturarb. geſ.
J. Jacobi, Karlſtraße 34 (2076a
Tüchtiger Fuhrmann mit Zeuz=
(*1526so
niſſen geſucht
Albert Vogt, Gutenbergſtr. 1.

Vertreter, Wiederverkäufer!
Wir könn. nachweiſ., d. unſ. Haupt=
vertr
. mehr als 200 Mk. wöch. ver=
dienen
. Wenn Sie unt. 20 Mk. tägl.
verd., ſchreib. Sie ſof. Unſ. Proſp.
belehren Sie, unſ. Spezialartik. tun
d. übrige. Herr. u. Dam., Voll=od.
Nebenbeſchäft. Wir zahl. 500 Mk.,
falls w. auf Verl. nicht Freimuſter
ſend. Horton, Berlin W135.
Körnerſtr. 2.
(823fI
250 Mark
koſtet die Ausbildung zu einem
vollkommen tüchtigen
Ckaufreat!
Verlangen Sie koſtenlos die Bro=
ſchüre
B 101 unſerer Fachſchule.
Damen=Kurſe ſeparat.
(525
Eintritt jederzeit.
Gebr. Windhoff, Motoren-
u
. Fahrzeugfabrik, G. m. b.
H., Rheine i. W.

Gärtner gesucht.
Für die Großh. Idiotenanſtalt
Aliceſtift bei Darmſtadt wird zum
ſofortigen Eintritt ein zuverläſſiger
lediger Gärtner geſucht, der ſelb=
ſtändig
arbeiten kann. Lohn bei
freier Station vorerſt etwa 425 Mk.
jährlich.
(2236
2 tücht., ſelbſtänd. (21613id
Eisendreher
find. dauernde u. lohn. Beſchäft. bei
A. Henninger & Co., Maſchinenfabrik.

Schön iſt der Chauffeur=Beruf,
Jedermann kann ihn erlernen
bei ermäßigtem Winterhonorar
bis zur komm. Saiſon. (*1081ods
Chauffeur=Schule
Grafenſtr. 22
Schäfer (kreisamtl. zugelaſſen).

Verheirateter
Bureaudiener
zum ſofor tigen Eintritt auf Büro
in Darmſtadt geſucht. Meldungen
m. Zeugnisabſchriften u. Referen=
zenangabe
unter C 63 an die
Expedition ds. Blattes. (2144so
z. Verwalig.
Hausverwalter von 4 Häufern
ein tücht., verh. Mann geſucht. Am
liebſten Penſionär od. Handwerker.
Off. u. C 62 a. d. Exp. erbeten. (2139

Lehrling
mit einjährig. Berechtigung ſucht
auf Oſtern (1513a
Eiſen=
Adolf Kahn, handlung.

Weißbinderlehrling ſucht Melck,
Inſelſtr. 21.
(2022ms

Metallformer
auf Armaturen geſucht
Eckert & Hasslinger
Aliceſtraße 5. (*1497soi

Kaufm. Lehrlingsstelle
iſt in einem Engros=Geſchäft am
Platze ſof. oder bis Oſtern gegen
Vergüt. zu beſetz. Selbſtgeſchr. Off.
u. C 61 a. d. Exp. erb. (*1494
d. an Oſtern d. Schule
Lehrling verläßt, ausachtbarer
Familie geſucht
(*1490sds
Wilhelm Reinheimer
Weißbinder-u. Lackiergeschäft, Kiesstr. 31

[ ][  ][ ]

Winter.
Konfektion
bedeutend
ermässigt!

OD

Preiswerte
Konfektion
für die
Zatt-Saison

Jackenkleider
aus Stoffen englischer Art . . jetzt von 10 an
)o
Jackenkleider
jetzt von 10 an
aus marine Stoffen .
Golfjacken
145
jetzt von
weiss und farbig . .

ieter 60
arb ſt.
Krimmer-Paletots
0
jetzt von an
Ein
Posten Schwarze Jacken

. . jetzt Stück 8 an
Kostüm-Röcke
795
Schwarze Tuch-Paletots
schwarz und farbig . . . . . jetzt von 7 an
. . . . . . . . . . . . jetzt von 1an

Blusen

995 Biberblusen

Farbige Wollblusen

. jetzt von 4an
gefüttert
Kinder-Jacken
300
Schwarze Wollblusen
schwarz und farbig
. . jetzt von 6an

eit rer 65

jetzt von an

Weisse Batistkleider
. . 19.75, 16.50, 9.75
,
Weisse Stickereikleider

23.00, 18.50,

Weisse Wasch-Voilekleider
2o0, 25.0, 150

Weisse Stickerei-Roben
. 24.00, 19.50,
Weisse Tüll-Roben
. 32.00, 28.00, 20.00,
Weisse Kostüm-Röcke
Cheviot u. Wollbatist 1500, 13.50, 12.50,

Weisse Leinen-Röcke
Weisse Batistroben
3 an
von

. . . . . . . . 19.75, 16.00, 14.50,
Weisse Wollbatistblusen 795
. von an
Weisse Batistblusen
er 95
Weisse u. créme Tüllblusen 425
. von 7 an
, .
(2182
,

Mitglied des
Rabatt-Sparvereins

Gebr. Rothschid

Markt 2.

Marlet 2.

9

luier=Gerauscntos

Nur noch 5 Tage
dauert der Zigarren-Konkurs-Ausverkauf
im Laden Ernst-Ludwigstrasse 3
zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
Der Konkursverwalter.
2059P)

Das grösste Aufsehen

erregen die neuen, geräuschlosen Adler-Motoren mit patentierten Doppelschluß-
Ventilen und Wälzhebelsteuerung. Mit dieser bedeutsamen Verbesserung stehen die
Adler-Automobile an der Spitze aller erstklassigen Marken! Kein Interessent
sollte versäumen, sich von den großen Vorzügen derselben zu überzeugen. Gediegenstes
deutsches Fabrikat. Bei stärkstem Gebrauch nur ganz geringe Reparaturen. Allererste
Referenzen. Neueste Modelle vorrätig. Zeitige Bestellung dringend zu empfehlen.
(2225a
Wagen von Mk. 4900. an.
Inh. A. Ober,
Großh. Hofl.
U Gober, Sarmstaut Karlstr. 30. Tel. 65l.

eie erenten
dunkel, 3.50, leichtes Pferd

eitene e Zloſhant=
Bell matratze, billig w. Patz=

e erene Mlternhbenteter
Geverk. Rosdörierſtr. 53, p. (*1552
Gut. Ueberzieher Rock 1.20%ſof. zu verkaufen Dampfmolkerei
getr. Ueberzieher bil. abzug.
Pfründnerhausſtr. 18, part. (*1556 H. Wolf, Woogsplatz 3. (2075fso Moosbergſtr. 84, II. (*1475

nangel.

(*1511
), p.

Mühlstr. 20/22 H. Castritius reiefon 546

2186a)

Alleinige Vertretung u. Niederlage der Fussboden-
u
. Wandplatten-
fabrikate
von
Villeroy
& Boch
---H
E
Mettlach-
et

S
Merzig
e
für Darmstadt
u. Umgebung.
Ausführungen von Wand- und Fussbodenbelägen
für Küchen, Badezimmer, Closetts, Hausfluren, Tor-
einfahrten
. Stallungen, Läden usw. Kostenvoranschläge gratis.


ee
S
E H ct
H OE
See

Aanarienhähne, Seifert, untrr
R Garantie, frei von Entwertungs=
touren
, noch 3 Stück à 15 Mk. zu
verk. Gervinusſtr. 42 II. (22 85

ſchöne, schwere Einleg-
Schwe ne zu verkauf. Land=
(*1431fs
wehrſtraße 64.

Ein ſchöner Jagdhund, ab=
gerichtet
, ſofort billig zu verk.

Mühlſtraße 37, Stb. (*1562
zirka 20 große
u. kleinere zu
verk. Georgen=
Kisten
ſtr. 12, I. (*1519

[ ][  ][ ]

Mein

Gr osser
SaisonAusverkauf
begann am 15. Januar

JoSEPH TRER
HOFMobEErAbHIR
DARMSTADT
25 Wilhelminenstrasse 25.

ſemnitelel
in allen Preislagen zum braten
u. kochen. Gerollten Kalbs=
nierenbraten
in allen Größen
vorrätig. Spezialität gehackte
(685a)
Kalbskoteletts
Hof-
bei
Louis Hein, metzger
Schuſtergaſſe 19. Telefon 278.

Vor Einmöblierung meiner neuen Musterzimmer habe
ich eine große Anzahl seitheriger Modelle in:
Salons, Schlaf-, Speise-,
Herren- u. Wohnzimmern

sowie

Kleinmöbel, einzelne
Sofas, Tische etc.

ferner

Teppiche, Läufer-Reste,
Créme u. Stoffvorhänge

zum

Ausverkauf
ausrangiert und offeriere dieselben
weit unter Einkaufspreis!
Die Gegenstände sind tadellos und können bis zum
Frühjahr unentgeltlich aufgehoben werden.
Joseph Trier

25 Wilhelminenstrasse 25.

1757a

Hlutzen u.
utzen-Handeln

in vorzüglicher Güte
¼ Pfund 30 Pfg.
empfiehlt (*857sms
Konditorei und Café Karl Güll
Soderſtraße 2, am Kapellplatz.

Süssrahm-
Pflanzen-
Margarine- Butter!
Vollkommener Erſatz für Natur=
butter
. Frei Haus. Karte genügt.
Das Pfd. 80, 75, 70 Pfg. (1881a
Frau H. Leißler. Schuchardſtr. 4.
Sehr gutes,
erſtklaſſiges Salonpianino
mit modernem Nußbaum=Gehäuſe,
noch neu, mit Garantieſchein,
billigſt abzugeben Wilh. Arnold,
(1679a
Aschaffenburg.

u Anfang dieses Jahres habe ich meine Werkstätte und mein Kontor
2 von Schützenstrasse 21 nach meinen neuerbauten Räumen
Kallstrasse 3.
verlegt.
War es seither mein ernstestes Bestreben, meinen Kundenkreis
zufriedenzustellen, so werde ich auch in Zukunft hierin meine vor-
nehmste
Aufgabe erblicken.

IR&0Bl

1419mss)

Bauschlosserei, Kunstschmiede
Werkstätte für Feinkonstraktionen in Eisen und Bronce
Karlstrasse 34.

für Pferde=
Sleiner Kaſſenſchrank, ſowiel * hr gut. Frackanzug, m. Seide
K ein Bett billig zu verkaufen. A fütt. u. Paletot bill. z. verk.Toristreu u. Muil u. Hühser=

Näheres Expedition. (*1347ds

Schwartenholz
Mk. 1.40
Klötzchen Mk. 1.30 per Ctr.
frei Keller (1882a
J. Trautwein
Frankfurterſtr. 32, I. Tel. 111.
Nieder=Ramſtädterſtr. 13 (Lad.).
Grosser Posten Zigarren
Zigaretten, Tabak, div. Laden=
Mobiliar, Gasofen u. Berd bilt.
abzugeben. Näh. Exped. (B2039
dunkter Ueberzieher, mittl. Fig.
bill. z. vk. Ludwigſtr. 8, II. (*1448fs

Feinſter, mild geſalzener
Geräucherter
Hachts
¼ Pfund 45 Pfg.
fein aufgeſchnitten, empfiehlt

M enen
Telefon 1054. (172a

Müllerſtraße 6, parterre.

ſtälle billigſt Mauerſtr. 20. (1994a

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

Srr.bton

empfehle ich höflichst den Besuch meines Ausstellungshauses; eine Besichtigung des-
selben
wird die verehrl. Herrschaften von der reichhaltigen Auswahl, sowie von der
Preiswürdigkeit der einzelnen Zimmer überzeugen. Folgende Einrichtungen werden
(1131a
mit besonderer Vorliebe gekauft:

Schlafzimmer
Emilie II‟
in Satin poliert.
2 Bettstellen,
2 Nachtschränke,
Waschkommode m.
Spiegelaufsatz,
Spiegelschrank, 2t.,
115 cm, 2 Stühle,
1 Handtuchständer
415.

Esszimmer
Aachen‟
in Eichen gebeizt.
Büfett, Kredenz-
schrank
, Auszieh-
tisch
, 6 Rohrstühle,
Moquettediwan 475.
Herrenzimmer
Hugo‟
in Eichen gebeizt.
Diplomatenschreib-
tisch
, Bücherschr.,
Tisch, 2 Stühle,
Schreibstuhl,
Chaiselongue mit
Decke
475.-

Küche, Auguste‟
in grau lackiert.
Schrank, Anrichte,
Tisch, 2 Stühle,
Ablaufbrett 145.-

Schlafzimmer
Gertrud‟
in Eichen mattiert.
2 Bettstellen,
2 Nachtschränke,
Waschkommode m.
Spiegelaufsatz,
Spiegelschrank, 2t.,
140 cm, 2 Stühle,
1 Handtuchständer
475.-

Esszimmer
Reform‟
in Eichen gebeizt.
Büfett, Kredenz-
schrank
, Auszieh-
tisch
, 6 Lederstühle,
Moquettediwan 650.
Herrenzimmer
Paul‟e
in Eichen gebeizt.
Diplomatenschreib-
tisch
, Bücherschr.,
Tisch. 2 Stühle,
Schreibstuhl,
Chaiselongue mit
515.-
Decke
Küche Sofle‟
in pitch-pine lasiert
Schrank, Anrichte,
Tisch, 2 Stühle,
Ablaufbrett 175.-

1915.

Schlafzimmer
Ellen‟
in Eichen mattiert.
2 Bettstellen,
2 Nachtschränke,
Waschkommode m.
Spiegelaufsatz,
Spiegelschrank, 3t.
150 cm, 2 Stühle,
1 Handtuchständer-
595.-

Esszimmer
Darmstadtés
in Eichen gebeizt.
Büfett, Kredenz-
schrank
, Auszieh-
tisch
, 6 Lederstühle,
Sockeldiwan 885.-
Herrenzimmer
Ernst-Ludwig‟
in Eichen gebeizt.
Diplomatenschreib-
tisch
, Bücherschr.,
Tisch, 2 Stühle,
Schreibstuhl,
Chaiselongue mit,
675.-
Decke
Küche, Marie‟
in pitch-pine lasiert
Schrank, Anrichte,
Tisch, 2 Stühle,
Ablaufbrett 195.-

Weitere gangbare Einrichtungen in den Preislagen 2500.-, 2800.-, 3000.,
3300.-, 4000. u. s. w. Auf alle gemachten Lieferungen leiste ich eine schriftliche
Garantie von 10 Jahren. Alle Einrichtungen werden franko geliefert u. fertig aufgestellt.
H Die grosse Ausdehnung, die meine Firma in beispiellos kurzer Zeit
Anmerkung. genommen hat, legt ein beredtes Zeugnis davon ab, in welch hervor-
ragender
Art meine Kundschaft mit den gemachten Lieferungen zufrieden ist; eine
grosse Anzahl Anerkennungsschreiben liegt den geehrten Herrschaften zur gefl. Ein-
sichtnahme
vor und zwar von Familien aus allen Kreisen, darunter solche, bei denen ich
bereits 2, ja wiederholt 3 Töchter einzurichten die Ehre hatte. Gerade diese Weiter-
empfehlung
bedienter Kunden ist die Ursache, dass meine Firma nicht stille gestanden ist,
sondern sich machtvoll weiterentwickelt, als Beweis gilt mein sich stets steigender Umsatz.
Mit aller Hochachtung
Darmstädter Heber Eihrichtungshaus

Ladwig Strnzinger Heinrichstr. 67

Darmstadt
Kunstgewerbliches Etablissement für Innenausstattung

Prämiiert auf allen beschickten Ausstellungen. Inhaber der hess. Staatsmedaille.
Verlangen Sie meinen Prachtkatalog, welcher Ihnen franko zugesandt wird.

Saison-
Ausverkauf

Ich unterſtelle mein Handschuhlager einem Ausverkauf
und gewähre folgende Rabatte auf
Wasch- und Wildleder-Handschuhe
10% Rabatt
Gefütterte Glacé-Handschuhe
Wollene Handschuhe. Trikot und geſtrickt 15 Proz. Rabatt.
h e. ate
Glacé-Hand-chuhe, weiß, farbig, ſchwarz, 5 Proz. Rabatt
Ballhandschube in Seide und Flor 5 Proz. Rabatt
Emil Daum, Handschuh-Spezial-Geschäft,
Wittmannstr. 26, parterre Akein Laden). (B2057

Einem Wunsche zahlreicher Musikfreunde entsprechend,
stellen wir jetzt zu Beginn der Saison wieder (25788ff
100 Nede Flanss
guter Mittel-Qualität gegen äußerst mäßige Vergütung in
Miete. Wir können die Vergütung schon deshalb recht
niedrig bemessen, weil wir aus Erfahrung wissen, daß
unsere Instrumente größtenteils später käuflich übernommen
werden, was wir durch Gewährung bequemster Ratenzahlung
und Anrechnung der Miete nach Vertrag tunlichst erleichtern.
Eierſterstent
Frankfurt a. M., Zeil 102.
Anfragen werden bereitwilligst mündlich oder schriftlich
beantwortet. Lieferungen auch nach den Nachbarorten
werden durch eigenes Fuhrwerk ausgeführt.

831fl

ClubertretteL
bei Drüsen, Scropheln, Blutarmut, Engl. Krank-
heit
, Haut-, Hals-, Lungen-Krankheiten, Husten, ist
.für Kinder und Erwachsene eine Kur mit (878a
Jod-
Lanusens s Eisen-Levertran
Durch seinen Jod-Eisen-Zusatz der beste, wirksamste
u. beliebteste Lebertran. Leicht zu nehmen u. zu ver-
tragen
. Preis Mk. 2.30 u. 4.60. Weisen Sie Nachahmungen zurück.
Alleiniger Fabrikant Apotheker Wilh. Lahusen i. Bremen,
Zu haben in allen Apotheken in Darmstadt und Umgebung

Pfungstädter Bier
Brauerei-Flaschen-Füllung direkt vom Lagerfass.
Pilsner‟
Kaiserbräu‟ dunkel
Märzen‟
Bock-Ale‟
in altbewährter Reinheit und Güte.
Bestellungen erbittet man per Telephon, Amt Darmstadt,
Nr. 246 oder mittelst Karte an die
Exportbrauerei J. Hildebrand, G.m. b. I.
Pfungstadt.
(147a

Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
29

Seine blauen Augen flammten zürnend über die
Schweſter hin. Von deiner Mutter habe ich dies nie
verlangt; wohl aber machte es dir, als Tochter deines
Vaters, keine Schande, wenn du deine Tage mit etwas
Beſſerem und Nützlicherem ausfüllteſt als mit Tennis=
ſpielen
und Nägelpolieren, entgegnete er mit beißendem
Sarkusmus. Im übrigen will ich auf deine kindiſchen
Ausfälle, deren ſich ein Mädchen von beinahe einund=
zwanzig
Jahren nur ſchämen ſollte, nicht weiter eingehen.
Darauf aber will ich euch noch aufmerkſam machen, daß
ihr unbedingt ſparſamer ſein müßt. Solche koſtſpieligen
Geſellſchaften wie im vorigen Winter dürft ihr keines=
falls
geben, da ich nicht in der Lage ibn, euch wieder
Extrazuſchuß zu geben. Steinhagen wirft nicht ſo viel
ab, die Ernte war nicht beſonders, zwei Pferde ſind mir
enigegangen, Reparaturen waren nötig.
Ja, und der neue Kuhſtall! ſpottete Konſtanze.
Mit einem geringſchätzenden Blick ſtreifte er die kin=
diſche
Schweſter. Dann ſtand er auf.
Ich glaubte, mit vernünftigen, einſichtsvollen Men=
ſchen
zu ſprechen, ſehe aber leider, daß ich mich geirrt
habe, ſagte er eiskalt.

Gut denn, ich werde deinem Rat folgen und ſparen.
Ich fange damit an daß du ſiehſt, es iſt mir Ernſt mit
dieſem Vorſatz alſo ich werde Mademoiſelle ent=
laſſen
.
Spöttiſch fixierte ſie dabei den Bruder und bemerkte
wohl ſein Erbleichen. Er ſchwieg einen Augenblick, dann
ſagte er kalt:
Daran kann ich dich nicht hindern. Ich ſehe ſelbſt ein,
daß eine Geſellſchafterin für dich nicht nötig iſt, wohl
aber eine Erzieherin.
Lothar, das iſt unverſchämt! Sie ſprang mit einem
ſolchen Ruck auf, daß der Schaukelſtuhl weit ins Zimmer
flog und einen Ständer mit einer Palme umſtieß.
Herausfordernd ſtand ſie vor ihm, und ihre Augen funkel=
ten
ihn böſe an.
Ich bitte, Lothar, liebe Konny, zankt euch nicht!
Nehmt doch Rückſicht auf mich! klagte Frau Agathe. Du
biſt gleich zu heftig, Konny. Sie hüſtelte. Ich möchte
dir etwas ſagen, Lothar, dir einen guten, mütterlichen
Rat geben. Mir ſcheint, daß du Konſtanzes Geſellſchaf=
terin
eine zu große Aufmerkſamkeit entgegenbringſt. Die
Perſon wird dadurch eingebildet, und außerdem liebe ich
einen Flirt mit einer Untergebenen nicht; denn daran,
ſie zu heiraten, kannſt und darfſt du ſchon mit Rückſicht
auf uns nicht denken.

Starr ſah er ſie an.
Flirt, Untergebene? Ich verſtehe dich nicht! Dre=
hend
blitzte es in ſeinen Augen auf.
Nun ja! Oder iſt Mademoiſelle Legène keine Unter=
gebene
, keine bezahlte Perſon?
Er mußte an ſich halten, damit er nicht bitter und
ausfallend wurde. Hatte die Frau vor ihm vergeſſen, wel=
cher
Herkunft ſie war, wie wenig ſtandesgemäß ihre Hei=
rat
war, ſodaß er, der halberwachſene Sohn, mit dem Vater
wegen deſſen zweiter Heirat heftige Kämpfe ausge=
fochten
hatte?
Er holte tief Atem.
Mademoiſelle Legène iſt, auch wenn ſie ihr Brot ſelbſt
verdienen muß, eine Dame; eine Dame, die ich wegen
ihrer vortrefflichen Eigenſchaften ſehr ſchätze. Und ſie iſ
mehr Dame als viele, die ſich dafür ausgeben und es dennoch
nicht ſind. Ich achte ſie viel zu hoch, als daß ich einen
Flirt, wie du dich auszudrücken beliebteſt, je mit ihr ein=
gehen
würde. Hoffentlich genügt dir dieſe Verſicherung.
Kurz und kalt verabſchiedete er ſich danach, und Kon=
ſtanze
machte eine ſpöttiſche Verbeugung hinter ihm her.
Leben Sie wohl, mein geſtrenger Herr Bruder; auf bal=
diges
Wiederſehen und bei beſſerer Laune! Alſo chere
maman, da haben wir nun unſer Fett weg! Schön ge=
ſagt
, was?

[ ][  ][ ]

Seite 19.

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Wir veröffentlichen keine Preise, sondern bitten
die verehrlichen Kunden, sich von unseren

reduzierten Preisen

ohne Kaufzwang zu überzeuger

(1905a

naugeor!

Schuster

Zichung garant. 2. u. 3. Febr. 1912

Gots Geldgewfane Mk.

12Ubeh
1. Hauptgewinn Mk.
Souhu
2 Hauptgewinne Mk.
R
Zouan
109 Gewinne Mk.
Kuus
900 Gewinne Mk.
Ieod
f
5000 Gewinne Mk.
jes Musel

(Er-u00
Esunu
(erkunde
5 Lose 14 Mk.
Üriginal-Lose 3 Mk., 1oLose 28 Mk.
Porto u. Liste 30 Pfg. Zu beziehen
durch alle Verkaufsstellen und
Generaldebit
Markt-
J. Schweickert, Stuttgalt strasse 6

,
2 35 o
E2
.
2
S 2
22


6s 2
20
D
eme
2

25
2

EE

5 6

S 20
C

erne
2
2 90

35

.
2
68
S

2
(
95
2m
3
2E

in einfaches Rechenesemnel

über die Rentabllität von Schmidt’s Waschmaschine.
In einem Monat kostet die Wäsche in einem mittleren Haushalt
bel Handwäsche:
1 Waschfrau 2 Tage à Mark 3.00 . . Mark 600 V pro Jahr
20 Stunden Feuerung à 10 Pfennig. 2.00
025 7 also M. 99
D2 Tage Beleuchtung.
Mit Original Schmidt’s Waschmaschine
ohne Waschtrau, nur mit dem Mädchen:
Nur 5 Stunden Feuerung à 10 Pf. . . Mark 0.50 N pro Jahr
Beleuchtung nicht nötig . . . .
7 also M. 6.-
Sle sparen also in einem Jahr mit ScHMIDT’s Waschmaschine
M. 93.00. Die Maschine macht sich also fast im ersten
halb. Jahr bezahlt, u. diewäsche kostet dann nur das bisschen
Saife, de bei der Kandwäsche natürl. auch nötig ist. Ausser-
dem
entgeh. Sie den masslosen Ansprüchen der Waschfrauen u.
erhalt. IhreWäsche viel lüng. tadellos. Mehrale 250 000 St. im Ge-
brauch
. Verkaufsstellen-Nachweis durch C. Koch, Berleburg

Auoust Schwab r.
Telefon 397
Rheinstr. 39
DARMSTADT
nächst den Bahnhöfen
Spezialität: Komplette
Wohnungs-Einrichtungen
von 100010000 Mark.
Unsere neuen Modelle übertreffen alles bisher dagewesene
an Qualität, Formenschönteit u. erstaunlich billigem Preis.
Freie Lieferung, dauernde Garantie. Alles offen ausgezeichnet.
verlangen sofort in ihrem eigensten
Verlobteinteresse Preisliste u. Abbildungen.
Postkarte genügt. Anfrage: Telefon 397.
Man beachte unsere 6 Schaufenster!
(874a

Fupichle in vorstigliehen gaalilen=
Marmeldden
Himbeer-Melange
Pfund 40 Pf.
10 Pfund=Eimer Mk. 3,70.
Zwetschen-Mus
Pfund 40 Pf.
10 Pfund=Eimer Mk. 3,70.
Erdbeer
Pfund 55 Pf.
10 Pfund=Eimer Mk. 5..
Aprikosen
Pfund 55 Pf.
10 Pfund=Eimer Mk. 5..
Hananas

Pfund 60 Pf. (V1703
Hepfel=Mus
Pfd.= 2 Pfd.= 10 Pfd.=Doſe
50 Pf. 90 Pf. Mk. 4..

Karlstr. 47
Telefon 641

Briefmarken

20000 verſchiedene garantiert echte.
Prachtv. Auswahlen verſende auf
Wunſch an Sammler mit 4060%
Rabatt unter allen Katalogen.
A. Weisz, Wien I, Adlergaſſe 8.
Einkauf. (825M) Tauſch.

7Ziemlich!

bill. als In jed. Geschäft kauf.
Sie Ihre Zigarren. wenn Sie
direkt b. Groß-Fabr kaufen:
N. Sumatra 100 St. 2.50 M.
N. 3 100 3.
H. Verstenlanden 100 3.50 2
H. Riesen-Pflanzer100 4. .
N. St. Felln 100 5.
N. Havanna 100 6.
Bei Bezug von 300 St. ab frk.
Nachn. ded. Käuf. erh. hochf.
Her Remontotr-ühr durch
Allein
Tigaenen.
bei Juliusbick ereß-Fabrik
Schwepnltz i. Sa. Pestf. 111

Maarar beiten
empfehle alle moderne der Neuzeit
entſprechend, wie bekannt in nur
billigſter u. guter Ausführung.
Ein Verſuch davon wird Sie über=
zeugen
. Haare in allen Farben auf
Lager, auch können ausgekämmte
Haare dazu verwandt werden.
Empfehle mein großes Lager in
Zöpfen von 2 M. an, Lockentuffs
von 1.50 M. an. Damenkopf=
waſchen
mit Friſur 1 M.

A. Daniel, Friseur
Ludwigplatz 8. (*1266ms

Was tue ich nur, um ihn zu ärgern? Denn Strafe
muß ſein! Entlaſſe ich die Legéne, käme die Bombe erſt
recht zum Platzen, und er würde ſich der Dame mit den
vortrefflichen Eigenſchaften unbedingt annehmen, wenn er
ſie liebt. Tut er es nicht und kümmert er ſich nicht um ſie,
hab ich mich einer guten Kraft beraubt. Und hat er doch In=
tereſſe
für ſie, ſomit iſt es ſchon beſſer, wir behalten ſie unter
Aufſicht. Beſſer iſt beſſer. Denkſt du nicht auch?
Yvonne merkte bald, daß es eine Meinungsverſchieden=
heit
gegeben hatte. Lothar ließ ſich vorläufig nicht mehr
ſehen, worüber ſie ſehr traurig war. Ganz ungeniert
ſprachen auch die Damen in Gegenwart ihrer Geſellſchafte=
rin
ziemlich abfällig über Lothar, und das Stubenmäd=
chen
verſuchte, ihre Beobachtungen bei Yvonne anzu=
bringen
.
Drei Wochen danach kam Lothar einmal wieder.
Er ſah recht angegriffen und nervös aus.
Ich bitte, daß meine Zimmer in Stand geſetzt werden;
für kurze Zeit muß ich hierbleiben. Meine neuralgiſchen
Schmerzen plagen mich ſo, daß ich mich Sanitätsrat Ernſt
in Behandlung gegeben habe. Ich kann ihm nicht zu=
muten
, jeden Tag nach Steinhagen zu kommen, und mir
ſelbſt iſt die tägliche Fahrt jetzt zu anſtrengend. Bei dem
plötzlichen Witterungsumſchlag habe ich mich ſcheußlich er=
kältet
. Ich ſtöre euch hoffentlich nicht! An Pflege mache ich
durchaus keine Anſprüche.
Nun war er den Damen ein unerwünſchter Hausge=
noſſe
geworden. Man wußte genau, ſeinem ſcharfen

Blicke entging nichts. Aber es war ſein gutes Recht, hier
zu ſein. Er hatte im Hauſe zwei Zimmer zu ſeiner ſtän=
digen
Verfügung.
Größtenteils blieb er unſichtbar. Die Schmerzen
mußten ihn wirklich ſehr quälen und ihm den Schlaf rau=
ben
; man ſah ihm an, daß er litt.
Die Mahlzeiten nahm er mit den Damen ein, und auch
nur darum, um Yvonne zu ſehen.
Frau Agathe hatte ihm angeboten, daß Mademoi=
ſelle
ihm vorleſen ſolle, ihn ein wenig zu zerſtreuen; doch
faſt ſchroff hatte er es abgelehnt.
Meiſtens lag er auf der Chaiſelongue in ſeinem Zim=
mer
und lauſchte, ob er die liebliche Stimme nicht höre,
die ihn ſo ganz beſtrickt hatte.
Einmal, als er ſich einigermaßen frei von Schmerzen
fühlte, war er unten geblieben und hatte gebeten, man
möge etwas muſizieren.
Konſtanze ſang recht hübſch einige italieniſche und
franzöſiſche Lieder, und Yvonne erfreute ihn durch ein
deutſches Volkslied.
Mama, ſoll ich unſere für morgen beſtellten Plätze
Bethmanns überlaſſen, Sie brauchen gerade noch zwei. Wir
möchten Lothar doch morgen abend nicht allein laſſen,
ſagte Konſtanze.
Was iſt morgen? Habt ihr etwas vor?
Ach die Arnoldſen ſingt morgen Mignon, und wir
hatten doch Plätze beſtellt,

Natürlich geht ihr! Bemerkte Lothar. Ich brauche
euch nicht. Ihr wißt, daß ich früh ins Bett gehe und froh
bin, wenn ich ſchlafen kann.
Und am Abend, als die Damen ins Theater gefahren
waren, gönnte er ſich eine Stunde die Gegenwart des ge=
liebten
Mädchens. Sie ſaßen beide im Wohnzimmer, und
ſie las ihm die Zeitung vor. Er lag, bequem zurückgelehnt,
in einem Seſſel. Die kleine Tiſchlampe verbreitete nur ein
gedämpftes Licht, aber hell genug, ihm das liebliche Mäd=
chengeſicht
in voller Beleuchtung zu zeigen. Unverwandt
blickte er auf ſeine junge Geſellſchafterin. Sie fühlte es
ſchließlich, wurde rot und verlor ihre Sicherheit.
Laſſen Sie das Leſen, plaudern Sie ein wenig, oder
ſingen Sie mir ein Lied, bitte. Ihre Stimme iſt mir ſo
wohltuend.
Sie ging hinüber in den Salon und ließ die Tür offen.
Mit erſchütterndem Ausdruck ſang ſie das Mignonlied
Kennſt du das Land, wo die Zitronen blühen?
Leiſe verhallten die letzten Töne. Als ſie zu ihm ins
Zimmer zurückkehrte, ſaß er da, den Kopf in die Hand ge=
ſtützt
, die Augen halb geſchloſſen.
Erſchreckt trat ſie auf ihn zu. Iſt Ihnen nicht gut
Herr von Steinhagen?
O doch, weil Sie bei mir ſind, Yvonne, antwortete
er leiſe.
Sie errötete verwirrt und ſenkte den Blick.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

zeie 40.

Darmſtadrer Tagblakt, Samstag, den 2u. Januar 1912.

Numte 1

Ine Wiederkenrende Geiegenheir!
Wegen gänzlicher Geschäfts-Aufgabe
muss diesen Monat noch unbedingt mit dem
Rest unserer Winterwaren
in feiner moderner Herren- und Knaben-Konfektion, wie Paletots, Mäntel, Joppen,
Capes, Hosen etc. geräumt werden und werden daher diese Posten von heute ab
zu Versteiderungspreisen ausverkauft!!

Elisabethen-
2 strasse 2

enner &

am Ludwigs-
:: platz.

2177

Ausverkauf!

Wegen Aufgabe meines Manufaktur-Schnittwarengeschäftes
werden folgende Artikel zu u. unter Einkaufspreis verkauft:
Kleiderstoffe aller Art, Blusenstoffe, Hemden-
Hauelle, Bettzeuge, Leinen, Halbleinen, Tisch-
zeuge
, Servietten, Handtücher, Barchente,
Bettdrelle, Federleinen, Betttedern, Vorhang-
stoffe
, Gardinen in grosser Auswahl und handelt es
sich hierbei nur um gute u. allerbeste Qualität. Ferner:
Herren-Anz ige, Burschen-Anzüge, Knaben-
Anzüge, Joppen, Herren-Ueberzieher, Paletots e
in allen Grössen, weit unter Preis.
L. Engelhard Nachf.. Gr. Ochsengasse 27.

Erfinder

erst lesen, dann anmelden. Bro-
schüre
Patentwissenschaft sach-
lich
über alles aufklärend, ein
eigen. Urteil ermöglich., kostenlos
durch: Patent-u. Techn. BüroCon-
rad
Köchling, Sachverst.,
Mainz, Bahnhofstrasse 3,
Telephon 2754. (863a
Soosssoood

Inmaschn

ſtatt Mk. 450, für 100 Mk.

zu verkaufen
Viktoriaſtr. 63, 2. St. (1946mdfs
O

Hallon!

Das ist das Brennmaterial, welches
billiger und besser ist als Steinkohle.

Olorr BrIkotUT
Erhältlich in den Kohlenhandlungen!
Kibert Vog

Möbelspedition
Gutenbergstrasse 1
Telephon Nr. 2050
Pünktliche und gewiſſenhafte Bedienung.
2s
Mässige Preise.
22
Erſtklaſſige neue Patent=Möbelwagen.

getrag. Herren=
u
. Damenkleid.,
Schuhe. Zahle d.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (1430a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.

Handdruſch, abzug.
Kornstrofl, Mauerſtr. 20. (1853a

Kassenschrank
zu verkaufen. Näh. Exped. (*1401fso

sgekämmte Maare kauft
zum höchſt. Preiſe 1. Eiusteld,
Gr. Ochſengaſſe 28.
(*1337ds

Aut!
Wenig gefahrener, neu herge=
richteter
, 13/30 Adler mit kom=
fortabler
Limouſine gegen Kaſſe
billig zu verkaufen. Anfragen unt.
F. D. L. 926 an Rudolf Mosse.
Frankfart a. M.
(569M

Zahle höchste Preise
für getr. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Möbel uſw.
Poſtkarte genügt. *1283mds
A. Hochmann,
Kleine Ochſengaſſe 16, Laden.


2
A
Wer dert? (195a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tei. Nr. 1924. Poſtk. genügt.

Ankauf
von Altertümern jeder Art.
Möbel, Gemälde, Porzellane,
Stiche, Zeichnungen, Spitzen,
Fächer, Curioſitäten ꝛc.
706a)
Antiquar Eggert,
Luiſenpl. 4, neb. d. Ständehaus.

Parkettboden
werden gereinigt, alte und neue
Böden auf Blindboden und in
Asphalt verlegt, jede Reparatur
prompt und billig ausgeführt.
Näheres Lichtenberaſtr. 20, III.

Alte Pelze w. zu gr. Muſfen u.
mod. Toque bill. umgearbeitet
1451a) Ludwigspl. 8, Vdh. III.

Strengste Diskretion

268

(15a

Komplette
Wohnungseinrichtuugen
Einzelne Möbelstücke
Polsterwaren
Manufakturwaren
aller Art
alles gegen bequemste
An- und Abzahlung
Waren- u. Möbelkredithaus
J. Teicher
Telephon 1767.
Gr. Ochsengasse 12

Franko Lieferung

Bin unt. Heutigem unt. Nr. 1129
(*1258
an das Telephonnetz angeſchloſſen. ma
Christian Landzettel,
Spenglerei und Inſtallation. Kaupſtraße 7.

trage nur weiße Wäsche. die mit Dr. Gentners Seifehpulver
Schneekönig‟
gewaschen ist.
Alleinig. Fabrik. auch des vorzüglichen Schuhfettes Tranolin‟
Carl Gentner, Fabrik chem.-techn. Prod., Göppingen.

Spedition Monnard, Feldh tr An- u. Abnolunv. Gütern
u. Reise-Effekten etc. Prompf- Zedienung. Telenh. 556. (879ai

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 21.

An die Handtungsgehilſen des Wahl=
Kreiſes Darmſtadt Groß=Gerau!

Kollegen!
Die bevorſtehende Stichwahl iſt keine parteipolitiſche
Angelegenheit. Im Hinblick auf die Wahlereigniſſe im Reiche
iſt der Sieg des bürgerlichen Kandidaten zu einer nationalen
Notwendigkeit erſten Ranges geworden.
Am 22. Januar gilt es zu kämpfen für die Wohlfahrt
der Nation, für die durch die ſozialdemokratiſche Flut
bedrängte Weltmachtſtellung des Reiches.
Wir bitten dringend alle Mitglieder und Freunde, ſowie alle
übrigen Kollegen, am Stichwahltage einmütig für die
Wahl des nationalen Kandidaten, Herrn
D Coatr
einzutreten, und den letzten Mann mobil zu
machen.
2196
Ernſt und dringend bitten wir namentlich unſere Kollegen,
die im erſten Wahlgang für Herrn Dr. Strecker ſtimmten,
doch ja zu bedenken, daß auch in Darmſtadt-Groß=Gerau
die Niederlage des Bürgertums die Niederlage des
Liberalismus bedeutet.
Mit deutſchem Gruße!
aler Handlungsgehllfen-Verband
Ortsgrappe Darmstadt.

Manelainverdie Fartel
Die Wahlbüros befinden ſich:

für den 1., 2. u. 3. Bezirk bei Trautmann, Bismarckſtraße 4. u. 5. Mann, Landwehrſtraße 26 6. u. 7.
,, V Schnellbächer, Frankfurterſtraße 8. u. 9.
, Nagel, Mauerſtraße 10. u. 11. Krauß, Taunusſtraße 12. u. 13. Baumgarten, Soderſtraße 14. 15. u. 16. Rehberger, Nieder=Ramſtädterſtraße 17. u. 18.
Sälzer, Orangerieſtraße 19.
im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtraße 20. u. 21.
,,, Saalbau=Tunnel 22.
,, , bei Sitte, Karlſtraße 23.
, ,, V Fink, Eliſabethenſtraße 24.
,, Schmitz, Louiſenſtraße 25. u. 26. Gaulé (Chriſt), Schulſtraße (2120 das Hauptbüro im Haalbau-Tunnel. Neu= und Anſtricken
von Strümpfen ſow. Beinlängen
auf der Maſchine billig u. prompt.
Heinheimerſtr. 20, 3. Stock. (827a auf getr. Kleider, Schuhe
ſet zu den höchſten
Preiſ. Poſtkarte gen.
M. Schnitzer
ſt
Schloßgaſſe 29. (1871a Gut
erhalt. Knaben=Ueberzieher
für 1416 j. 4 Mk. u. Ia ſchwere
Herrenjoppe für ſtarke Figur
6 Mk. Näh. Expedition. (2052dfs

Vornehme, moderne, fertige
Gesenscharis Kleidung
Smoking-Anzug
aus gutem Drapé oder weichem
Foulé . Mk. 68. und 75. Seide gearbeitet Mk. 88.-

Frack-Anzug
aus gutem

Gehrock-Anzug

Drapé oder Foulé
Mk. 72.- und 78. Seide gearbeitet Mk. 88.-

aus gutem Drapé oder Foulé
Mk. 68., 72. und 75.
auf Seide gearbeitet Mk. 88.-

Einzelne Fracks, Gehröcke
und Smokings
Frackwesten, Gehrockhosen

Eigene feine Schneiderei
für Anfertigung nach Mass.

WiLESchWAB

Ludwigsplatz

Ecke Schulstrasse.
(2176

Restauration Hawerkaste‟

Neu renoviert. Angenehmer Familienaufenthalt.
Bekannt gute Küche. Prima Bier (hell u. dunkel).
Jeden Sonntag Konzert.
Zu gefl. Besuch ladet ergehenst ein
Em. Friebis.
880a)

[ ][  ][ ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.


ebhant

Anzeiger.

Erſcheint 2mal wöchentlich in der Auflage des Tagblatts, bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Inſeraten. Für den
Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Inſerate müſſen ſtets tagsvorher bis ſpäteſtens 12 Uhr mittags zur Aufgahe gelangen. Später uns zugehende Inſerate können
nur am Schluſſe des Blattes Aufnahme finden.
Grüner Weg 31
Eichbergstrasse
Pallaswiesenstr. 28
Ml Zi
Zimmer
2. St., 6 Zimmer m. reichl. Zubeh., herrſchaftl. Parterrewohn., 6 Zim.56=Zim.=Wohnung, part. oder
e
Frankfurterstr. 24, 1. St. Pr. 800 Mk. Näh. daſ. (228ms und Diele, mit Vor= und Hinter=2. St., per ſof. Näh. 2. St. (B973s
Herrſchaftswohnung ſtr. 25

1. Etage, 10 Zimmer, 2 Badezim.,
mit reichl. Zubeh. u. groß. Veranda,
neu hergericht ſof. beziehbar. Näh.
Rheinſtr. 25, Kontor A. (201ms
Martinſtraße 35, Herſchaftsh.,
10 Zimmer, Bad, Gas, elektr. Licht,
Garten ꝛe, zu verm. oder zu verl.
Näheres: Laden Kiesſtraße 66, Ecke
Nieder=Ramſtädterſtraße. (203ms

Heinrichstr. 64, I. St.
8 Zimmer mit Gas, elektr. Licht u.
reichl. Zubehör, per ſofort z. verm.
Näh. Auskunft parterre. (204ms

Heidelbergerstr. 7, 3. St.
iſt die v. Herrn Rittmeiſter Fenner
bewohnt. Herrſchaftswohn.: 8 Zim.,
Bad, elektr. Licht, Gas, per 1. April
z. verm. Näh. daſ. 1. Etage. (206ms

Modernes Haus zum
Allutehaſtrei
in gut. Lage, 15 Zimmer, gr.
Garten, per 1. April oder ſofort
zu vermieten. Nähere Auskunft
bei Architett Gg. Scherer,
Rheinſtraße 47.
(207ms

Srtpſtr. 7, Ge Ragutemeg,
1. u. 2. Etage, durch eine Diele ver=
bunden
, zuſ. 9 Zimmer 3 Neben=
räume
, Bad nebſt all. Zubehör u.
Gartenbenutzung zu verm. Preis
u. Beſichtigung zu erfr. Hölgesstr. 7,
part., Telefon 625.
(208ms

Martinstrasse 47
Wohnung, enthaltend 9 Zimmer,
Badezimmer, mehr. Nebenräume
und großer Garten, per ſofort zu
verm. Näh. durch C. W. Braun,
Martinſtr. 73.
(B209ms
Stiftstraße 9, II.
8 Zim., Badez., Gas, elektr.
Licht, reichl. Zub., zum 1. Mai
evtl. früh. zu verm. (210ms

Annastrasse 8, 2. St.
ſchöne moderne Wohnung von
10 Zimmern. Badezim., Küche mit
Gas, 2 gr. Verandas, Garten nebſt
reichlichem Zubeh. ꝛc., ohne Gegen=
über
, an ruhige Fam. per 1. April,
event. 1. Juli, zu verm. Preis
1600 Mk. Die Wohnung kann
event. auch geteilt werden. (1326ms

Die Villa Dieburgerſtr. 190,
mit 1214 Wohnräumen, welche
nach Wunſch des Mieters her=
gerichtet
werden, Wintergarten,
Veranda, Stallung, Remiſe, Bur=
ſchenzimmer
, ea. 2 Morgen Zier=
Obſt= u. Gemüſegart., iſt alsbald
zu vermieten oder zu verkauf. Näh.
durch Heinrich Funk, Soder=
ſtraße
76, Tel. 1031. (1646ms

herrſchaftl. 7=Zimmerwohn., Gas,
Elektr., Badezimmer, mit und ohne
Stall. für 34 Pferde, per 1. April
zu verm. Näh. Seitenbau. (215ms
Gegeseseseseeseeee 290
Rheinstrasse 1
§ 1. Stock, Wohnung: 7 Zim., 8
Gas u. elektr. Licht, mit reichl.
8 Zubehör, ganz neu hergericht., 6
5 per ſofort zu verm. (214ms 6
Herz Hachenburger Sohn.
Oeeeegesgeseseseeead

. 12

2. Etage, hochherrſchaftl. 7= Zimmer=
wohn
., mit Bad, Veranden, Zentr.=
Heiz., Gas u. elektr. Licht, per ſofort
z. verm. Einzuſehen vorm. v. 1012
Uhr. Weitere Auskunft Grafen=
(212ms
ſtraße 10, im Laden.

Herrschaftswohnung
7Z., elektr. Licht, Gas, kompl. Bade=
einricht
., großer Vorgarten u. Balk.,
an ruh. Familie preiswert zu verm.
Näh. Zeuahausſtr. 3, pt. (211ms

Herr=
ſchaftl
. 7=Zim.=Wohnungen
1. u. 2. St., Fremdenzim., Veranden,
reichl. Zubeh., Warmwaſſerheiz. u.
Gartenanteil, i. vornehm. Lage, ſof.
Entſtaubungsanlage auf Wunſch.
Näh. Braun, Martinſtr. 74. (569s

eetech gent
Herrſchaftswohnung, 6 Zimmer
nebſt reichl. Zubehör
(219ms
H. Sames, Pallaswieſenſtr. 28,

1. Ltage

6=Zimmerwohn., eleg. hergerichtet,
Badezimmer, Gas. Einzuſ. v. 111
vorm. u. 34 Uhr nachm. Auskunft
A. v. Hessert. Martinſtr. 14. (B217ms

Mathildenstr. 53, I.
eleg. 6=Zimmerwohnung m. reichl.
Zubeh. ſof. Näh. 2. St. (B218ms

Herdweg 99, 1. Etage
iſt eine ſehr ſchöne neuhergerichtete
6=Zim.=Wohnung d. Neuzeitentſpr.,
reichl. Zubeh., 2 Veranden, Bad m.
Einrichtung. Mädchenzim., Waſch=
rüche
, auf Wunſch 2 Zimmer im
Obergeſchoß, elektr. Licht, Gas uſw.
Näh. daſelbſt 2. Etage. (B221ms

Das Haus
Riedeſelſtr. 12
mit kl. Vor= u. Hintergart.,
ſof. z. Alleinbewohnen zu
verm. Näh. nur durch die
Firma Joseph Trier,
Wilhelminenſtr. 25. (965s
z vermen.
Landhaus Daheim zu verkauf.
Villa: 12 Z., neuztl. Komfort Zentr.=
Heiz., Diele, Balk., Logge, Veranda,
groß. Gart. Villenviertel, Schieß=
hausstr
. 130 u. d. d. Verm.=Bür. (B966s
Herrſchaftshaus
zu vermieten.
Das ſeither von Sr. Exzell.
Hrn. v. Strantz bewohnt. Haus B
Kermanetrass 6
iſt zu vermieten. Das Haus
enthält 14 Zimmer, inkl. eines
großen Saales, Stall., Gart.,
elektr. Licht. Das Haus wird
vollſtändig in Ordnung ge=
bracht
. Die Vermietung nur
durch die Firma losopn Frier,
Wilhelminenſtr. 25. (B967s
Neckarstr. 8, 3. St.
Herrſchaftswohnung, 9 Zimmer,
Bad, reichl. Zubekär per 1. April=
Näh. Neckarſtr. 8, Stb. II. (964s

Heidelbergerſtr. 89, 2. St.
gr. 6=Zimmerwohn. mit Badezim.,
Balkon, 2 gr. Manſardenzim., gr.
Trockenboden u. Bleichplatz, Heiz= u.
Leuchtgas. Alles neuzeitl herger,
ſofort. Näh. part.
(B222ms

traße 21, I.

6 bzw. 5 Zim. mit Bad, mit allen
Bequemlichkeit. ſof. od. ſpät. (225ms

meinstr. 40
Herrſch. große 6=Zimmerwohn.
mit Zubehör, Gas= elektr. Licht.
Zentralheizung, Warmwaſſer=
bereit
., evtl. m. Stall. ſof. z. v.
Näh. bei Heinrich Funk, Soder=
ſtraße
76. Tel. 1031. (223ms

Stiſtſtraße 21, II. Elage,
6 Zimmerwohnung, kompl. Bade=
zimmer
, neuzeitlich eingerichtet,
alsbald od. 1. April z. verm. (288ms

Hobrechtstrasse 1
Ecke Raquetteweg, I., eleg. 6=Z.=Wohn.,
Fremd.= u. Mädch.= Zim., Bodenk.,
elektr. Licht d. Neuzeit entſpr., per
1. April. N. Roguetteweg6. I.(B226ms

Keinrichstr. 65, 2. St.
große 6=Zim.=Wohn. mit Fremden=
zimmer
großer Veranda ꝛe. auf
1. April 1912. Näh. Soderſtr. 70,
1. Stock.
(907ms

Herdweg 64, 2. St., elegante
6=Zimmerw. per 1. April zu verm.
Näh. Moſerſtr. 11, part. (B257ms

6 Zim.-Wohn. vis-ä-vis d.
nebſt Zubehör
Herrngarten p. 1. April 1912.
Näh. Landwehrſtr. 1, Stb. (508ms

Villa Rhein=
Herdweg 50 blickt iſt die
herrſchaftliche
Wohn. des unt. Stocks. beſteh in
6 Zim. mit reichl. Zubehör, Garten=
anteil
, per 1. April 1912 o. ſpäter
zu vermiet Näh. durch Architekt
Weber, Dieburgerſtr. 8. Einzuſ=
v
. 1112 u. 35 Uhr. (521ms
Heidelbergerſtr. 83, II. Stock,
6 Zimmer nebſt Zubehör per
alsbald oder p. 1. April zu verm.
Näheres Rheinſtraße 12½,
(470ms
III. Stock.

garten, per 1. April event. früher,
zu vermieten. Preis 1300 Mark.
Auskunft erteilen Paul Wolf & Co.,
G. m. b. H., Rheinſtr. 51. (1637ms

Heinrichstrasse 105
elegante 6-Zimmerwohnung
(hochparterre) mit reichlichem
Zubehör, Bad, Fremden=, Mäd=
chenzimmer
und Garten iſt per
April 1912 zu vermieten. Preis
Mk. 1200.. Näh. im Laden
Rheinſtraße 33. (1835ids

Loupre, Aliceſtraße 23, wird
per 1. Juli die 1. Etage, 6 Zimm.,
Vorzimmer u. Badezimmer frei.
Preis Mk. 1400.
(*1327ss

Moosbergſtr. 10
nächſt Götheſtraße, 1. Etage, 5 Z.,
geſchloſſ. Veranda, Bad u. allem
Zubehör, ſofort od. ſpät. an ruh.

Mieter.

(B234ms

Haus Herdweg 98
6 Zimmer z. 1. April zu vermieten
od. zu verkaufen. Einzuſ. v. 11 bis
1 Uhr außer Sonntag. Näheres
Kaſinoſtraße 8, part. (B604ms

Irenestr. 12,
Ecke Viktoriastr.
iſt der 1. St., neuzeitl. eingerichtet,
6 gr. Zim., Badezim., Fremdenz.,
Balkon und andere Nebenräume,
ſofort zu vermieten. Näh. im
3. Stock, ſowie Architekt Münch,
Ludwigsplatz 8, Tel. 1698, (220ms

Landskronstr. 55, 1. St.
6 gr. Zimmer, nebſt reichl. Zubeh.,
auf 1. April an ruhige Mieter zu
verm. Pr. M.1000. Einzuſ.=Werkt.
p. 1112½ Uhr. Näh.part. (B230ms

6 Zim.
Herrſchaftswohnung, ꝛe., mit
oder ohne Stallung für 3 Pferde
zu vermieten. Näh. bei J. Conr.
Mahr Heidelbergerſtr. 43. (B970s

Beckſtraße 64, 2. St., elegante
6=Zimmerwohn. u. Badez., Küche,
Erker Loggia, 2 Manſardenz., Gas,
Waſſer, Waſchküche, Bleichplatz,
Vor= u. Hausgart. zu vm. (305ms

Frankfurterſtr. 64, I. Stock,
elegante 6=Zimmer=Wohnung mit
reichlichem Zubehör ſofort oder
ſpäter zu vermieten.
Wäheres narforre
(739a

Die Partere Stane
Heerdweg 61
beſteh. aus 6 Zimmern, Bad,
reichl. Zubehör, Gartenanteil
ſoll vermietet werden. Dieſelbe
Awird nach den Wünſchen des
Mieters hergeſtellt. Auskunft
Aerteilen die Vermietungsbäros
Au. Roßdörferſtr. 25½. (935ms
Femeſchöne heite
Mathildenpl. 4 6. Zimmerw.
ohne vis-a-vis, per 1. April zu
vermiet. (Näh. im Laden). (1085ms

Heinrichstrasse 124
iſt verſetzungshalber die Parterre=
Wohnung, beſtehend aus 6 Zim=
mern
nebſt Zubehör u. Vorgarten,
per 1. April zu verm. Einzuſehen
zwiſchen 111 Uhr. (911ms

Niederramſtädterſtr. 49, I.
ſchöne 6. Z.=Wohn. p. ſof. (1434ms

Wilhelmuinenſtr. 12, II., an
Alicedenkmal, herrſchaftl. 6 Zim=
merwohn
. mit Bad, elektr. Licht,
per 1. April. Näheres parterre u.
bei Heinrich Funk, Soder=
ſtraße
70 Tef 1031.

Koimannstr. 34, I.
6 Zimmer nebſt Zubeh., Veranda,
(auf Wunſch können noch 2 Man=
ſardenzimmer
zugegeben werden),
bis 1. April. Einzuſehen von 11
bis 5 Uhr.
(1334ms

Für Mieter und Vermieter
kostenfreier Wohnungsnachweis
Ludwig Alter, Elisabethenstr. 34. (112a

Zeetee
berg bewohnte 1. Etage, 5 Z.
mit reichl. Zubehör, neuzeitl.
hergerichtet, iſt per ſofort zu
vermieten.
(235ms
Näh. im Laden Ludwigſtr. 10.
St, ger 5. Zm.=W.
Iuselstr. 20, z. vm. Näh. Ecke Beck=
u
. Dreibrunnenſtr. 1, 1. St. (237ms

freieLage, 1. St.,
IRolidörterstr. 42 gr. 5= Z.=W., Bad,
Veranda u. reichl. Zub., ſof. (238ms Landwehrstrasse 8
1. Stock., 5 Zim., u. Badezimmer,
Veranda nach d. Gart., Bleichpl. ꝛc.,
p. 1. April, evil. früher zu verm.
Näheres parterre.
(250ms Wienersſtr. 56, 1. St., große
helle 5 Zim., m. all. Zubeh., Gas,
an ruhige Fam., ſofort beziehbar,
ev. Januar oder April. (240ms Neubau
Heidenreichſtr. 21, in freier, geſ.
Lage, nächſt. Nähe d. Waldes, ſind
herrſch. 5=Zim.=Wohn. m. Fremden=
zimmer
u. reichl. Zubeh., fein. Aus=
ſtattung
, m. Zentralheiz. d. Küchen=
herdes
aus, p. ſofort zu vermieten.
Näh. b. Beſitzer Karl Schreiner,
Soderſtraße 48, part. (243ms Schützenstrasse 18
1. Stock, 5 Badez., Gas, mod.
umgeb. u. all. Zubeh., Garten, p.
1. April 1912 zu verm. (251ms Heinrichſtr. 93, Ecke Hochſtraße,
2. St., 5 ſch. Zimmer, Bad, Gas,
neu hergerichtet.
(239ms Frankfurterſtr. 6, gegenuver d.
Heirngarten, ſch. 5 Zimmerwohn.
m. all. Zubehör, per ſof. od. ſpäter
zu verm. Näh. part.
(245ms Heinrichstrasse 14
eleg. 5=Zimmerw. im 1. Stock, auf
1. April 1912 zu verm. (252ms Wittmannstrasse 25, I.
5 gr. Z. m. Bad, Veranda, gerad.
Manſardz. p. 1. April an ruhige
Familie zu vermieten. (B249ms Wilhelminenstr. 17 2
1. Obergeſchoß, 5=Z.=W. mit Zub.,
Zentralhzg. u. Veranda zu vm. Näh.
Frankfurterſtr. 16½ part. (248ms Wilhelmstr. 2, I.
5 evtl. 7 Zim., verglaſte Veranda,
Bad, Gas, Gartenanteil, p. 1. April
zu vermieten.
(B254ms Shlaſreſt , . Slat
eleg. Wohnung, 5 Zim., Veranda,
Bad u. ſonſt. Zubehör, Gas u. elektr.
Licht, p. ſof. zu verm. (255ms Lukasweg 1, 1. St., ſch. ger.
5 Z.=W., Küche Speiſek., Bad. Bade=
of
., 2 Ver., 2 Kam., 2 Kell., Waſch=
tüche
, Trockenb., Jahresmietpreis
1000 M., p. 1. April zu vm. Ausk.
daſ. u. Baubüro Friedrich Delp,
Frankfurterſtr. 80. (255ms

Pallaswieſenſtr. 39, pt., Fünf=
Zimmerwohnung nebſt Zubehör
zu vermieten. Näheres im
2. Stock oder Rheinſtraße 25,
Contor A.
(468ms

Kahlertſtraße, 5 Z., Zubeh., ev.
Garten per ſof. z. verm., 650 Mk.
Ausk. Wendelſtadtſtr. 40, I. (331ids

Mienerstrase 71

große freundl. 5 Zimmerw., Gas
u. reichl. Zubeh. Näh. part. (503ms

Stiftſtr. 89, part., 5 Zimmerw.
mit kleiner Werkſtätte p. 1. April zu
verm., eventl. auch Garten. Zu er=
fragen
Mühlſtr. 26, part. (554ms
Frankfurterſtr. 86, 5= Zimmer=
wohnung
, pt., Badz., Gas, Balkon
und Zubeh. Näh. part. (708ms

Eck= Herdweg u. Grünerweg 36
2. Stock, hübſche 5=Zimmerwohnung
mit Zubehör per 1. April zu verm.
Einzuſ. v. 9 bis 12 Uhrvormittags
u 3½ bis 6 Uhr nachmitt. (B382ms

an d Frankfurter=
Irenestr. u ſtraße iſt der Par=
terreſtock
mit 5 Zimmer, Badez.,
Mädchenz. u. all. ſonſt. Zubehör
per 1. April zu vermieten. Preis
650 Mk. Näh. im Seitenb. (534ms

Heidelbergerstr. 81
parterre, neuhergericht. 5 Zimmer=
wohnung
mit Balkon, Vorgarten,
Fremden= u. Mädchenz. im ober.
Stock alsbald zu verm. (B531ms

Saalbauſtr. 36
5 Zimmerwohnung mit Zubehör
zu vermieten. Einzuſehen zwiſchen
12 vorm. u. 36 nachm. (495ms

2. St., 5 Zim.=
Heinrichſtr. 106, Wohnung m.
allem modern. Zubehör zu ver=
mieten
und ſofort zu beziehen.
Alles Nähere Erdgeſchoß. (494ms

Waldſtraße 3, 2. Stock
eine 5 Zimmerwohn. bis 1. April zu
verm. Zu erfr. im Laden. (516ms

Gr. 5- ev. 4-Zim.-Wohn.
mit Veranda, part., in Zweifam.=
Haus per 1. April zu vermieten.
Näh. Artillerieſtr. 4. 1. St.(B1(65ms

Erbacherstr. 63
2. u. 3. St., 2 geräum. 5=Zimmerw.
m. Veranda u. reichl. Zubeh. in ruh.
Hauſe alsb. oder zum 1. April zu
vermiet. Näh. daſelbſt part. (571ms

Mühlſtr. 5, Hth., I. St., ſehr
ſchöne 5= Z.=W., monatl. 30 , (737a

Zum 1. Arel ſt
Pankratiusstr. 41
1. St. eine ſchöne, in all. Räumen
neu hergerichtete 5=Zimmerwohn.
mit reichl. Zubehör für 650 Mk.
zu verm. Näheres zu erf (791ms
Martins-Drogerie, Apoth. E. Bhrecke.
Schlossgartenstr. 55
2. St., freie Lage, große 5=Zim.=
Wohn. per 1. April. (1057ms

Wienersſtr. 83,

5= u 3= Zimmer=
wohn
. (1026ms

Beidelbergerſtr. 28 u. 92
ger. 5=Zimmerw. mit Bad,
Balkon, groß. Fremdenzim.
Linoleumbelag. Näh. Heidel=
bergerſtr
. 92, I. u. b. Melur. Fank,
Soderſtr 76. Tek 10o1. (B787me

Mauerstrasse 18
1. Stock, 5=Zimmerwohnung mit
Zubehör per Anfang April zu ver=
mieten
. Näh. part. daſ. (710ms

Siraſt ie, reitr.
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
Zubehör, 2Manſardenzimmer,Gas,
Bad, Kalt= u. Warmwaſſerleitung,
Mitbenutzung des Trockenbodens,
Bleichplatzes, zu vermieten. Näh.
in der betr. Wohnung und Inſel=
ſtraße
22, part.
(606ms

Rückeristr. 26, part.,
nächſt der Heinrichſtraße, elegante
5 Zimmerwohn. mit Bad u. allem
Zubehör per 1. April zu vermieten.
Preis 750 Mk. Einzuſehen nach=
mittags
35 Uhr. (B940ods

Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 1012 u. 35 Uhr.
Näh. daſ. part.
(1365t

Mählstr. 18, II. Stock
ſchöne 5=Zimmer=Wohnung nebſt
allem Zubehör bis 1. April zu
vermieten. Näh. parterre. (738a
Mühlſtr. 50, I., 5 Zim., Bad,
Veranda, Trockenbod., Bleichplatz.
Näh. 1112 Uhr part. (B1343ms

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 23.

Wilhelminenstrasse 19, I.

Darmstädter Hausbesitzerverein. Wilhelminenstrasse 19, I.
Zu vermieten:

Hermannſtr. 39 herrſch. Haus,
14 Zim., Bad, Balk., gr. Gart., kein
Gegenüber, Stallung für 7 Pferde,herrſchaftl. 6=Zimmerwohn., reichl.
Remiſe, per 1. Juli. (538msm
Hermannſtraße 43 Haus zum
Alle nbew., 12 Zimmer, Stall., gr. Elisabethenstr. 30 6 Zimmerw.,
Gart. Näh. Aliceſtr. 17, II. (291ms
Annaſtr. 23, gr. Herrſchafts=
wohn
. mit Stall., 9 Zim. auf derl
Etage, nebſt allem Zub. Näh. Frz.
Koch, Mühlſtr. 64½
(1105ms

Heidelbergerstrasse 9½
Zubeh. Näh. 3. Stock. (296ms

elegante
Bad, reichl. Zubh., p. 1. Apr. (297ms

Grünerweg 91,
ſtrathz, Veranda, Balk.
1012 und 36 Uhr.
Grüner Weg 93.

Näheres

Zim.=Wohn., Taunusstr. 1, Balk., Badez, ſchöne
rrunerWeg 31 Gas,Bad, zu verm. fr. Lage, ev. m. Garten. (305ms
Näheres II. Stock
(330ms

Grünerweg 40, Neubau
zwei 7 Zimmerw., 2 Fremdenz., Zen=
tralh
., Vaeuumreinig., per 1. April.
Näh. Hoffmannſtr. 21, oder b. Hrn.
Archtt. Klee, Heinrichſtr. 82. (292ms

Herdweg=Viertel
Hobrechtſtr. 5 Herrſchaftswohn.,
7 Zimmer, 2 Zimmer in d. Manſ.
Badezim., 2 Balkone, Gas, elektr.
Licht, elektr. Schellen, Zentralheiz.
u. Gartenanteil, per ſofort. Näh.
Hermannſtr. 7, 1. Stock. (2206ms1

Heinrichstrasse 75, part.
6 Zimmerwohn. p. 1. April 1912.
Näheres 1. Stock.
(293ms

Mieplatr 13, I. Klag.
ſehr große 6 Z.=Wohn., Badez.,
Speiſek., Veranda, ſehr reichl. Zub.,
Stallg., per 1. April zu verm. Einzuſ.
v. 11½1 u. von 3½-5½ Uhr. (291ms

Karlstrasse 11
gr. 5=Zimmerwohn., Gas, neu her=ſſchöne 5=Zimmerwohnung, Gas, Philippanlage 18 i. Contor. (1098ms
gerichtet, per ſofort.
(298m, ſallem Zubehör per 1. April (1100ms
Eliſabethenſtraße 17, Ecke der Gutenbergſtr. 3
Alicestr. 30 Wilhelminenſtr., 1. Stock, 5 großeſſchöne 4=Zimmerwohnung allem
5 große Zimm., Küche, Gas, Waſſer Zimmerw. per 1. April. (544ms

Magdkam., Trockenbod. und Zubeh.
per 1. April.
(1103ms

hochparterre,
Martinstr. 93 herrſchaftl.
Ineu hergerichtete gr. 5= Zimmer=
ſwohn
. mit 3 Näumen im Ober=
geſchoß
, Bad, Gas, elektr. Licht,
Vor= u. gr. Hintergarten uſw. per
1. April. Einzuſehen zwiſchen 111
ſtraße 89, 2. Stock.

Elisabethenstr. 41, II.
ſchöne 4=Zimmerwohn. m. Kabin.
Hauſe per 1. April ſehr preiswert.
Zu erfr. u. anzuſeh. Saalbau=
str
. 27, I. täglich bis 5 Uhr. (1104ms

Riedeselstrasse 23, part.
6 Z.=Wohn., Bad, Verand., 2 Manſ.=
Zim., Gart., 1500 Mk., p. ſof. (295ms

u. 35 Uhr nachm. Näh. Martin=dem Saalbaugart. gegenüber, eleg.
(1092ms4 Z.=W., Bad, Gas, elektr. Licht u.
Schwanenstrasse 70 (Balkon, reichl. Zub., z. 1. April
neu herger. 5=Z.=Woh., Bad, Verand. Einzuſ. von 1012 u. 24 Uhr.
(311ms
ſofort. Näh. daſ. part. (302ms Heinrichſtr. 121, II., 4 grade Wenckſtr. 32, I., lks., ſehr ſchönele
u. 1 ſchräges Zim., Küche, Verand.
Frankensteinerstr. 58, I. St. u. Zubehör an ruhige Mieter. Zu=
(545ms
zunächſt der Landskronſtr., ſchöneſerfragen 1. Stock.
geräumige 5= Zimmerw. Balkon, Annaſtr. 3, 2. St., 4 Zimmerw., Liebfrauenſtr. 68, part., 3= Z.=W.
Gartenanteil, per 1. April. (1106ms Gas, elektr. Licht, Bad und allemſu. all. Zubehörper ſofort. (316ms

Gas, Mädchenz. u. reichl. Zubh. per Näh. 2. Stock.

Ecke der Grafenſtr.,
Waldstr. 11 z. St., 5 Zimmerw.,
freichl. Zub., p. 1. April. Näh. Grafen=

Zubehör per 1. April. Einzuſehen
von 1012 und von 36 Uhr.
Näheres im 1. Stock. (1099ms

Zubeh. p. 1. Apr. Näh. i. Lad. (1094s5 Zimmerwohn. per 1. Febr. (1097s Näh. Taunusſtraße 1, I. (312ms Vorplatz.

(1412ms Dieburgerſtr. 62, I., 4 Z. Balk., Ernſt=Ludwigſtr. 16 3=Zim=
Rheinstr. 3, Wohn. mit all. Liebigſtr. 47, 2. Stock, ſchöne Zub., ſch. Lage, ev. mit gr. Garten. merwohn., Gas, Waſſer, abgeſchl. Eliſabethenſtr. 17, Magazin,

2. St., 6 Zimsſtraße 35, II.
Laden mit
(539ms Kont. per ſofort.
(327ms
Unentgeltlicher Wohnungsnachweis u. nähere Auskunft über Preis uſw. in der Geſchäftsſtelle Wilhelminenstr. 19, 1. St., zu erfragen.

Landwehrstrasse 9
*4=Zimmerw., part. od. 1. Stock, n.
reichl. Zub. Näh. part. (309s Obere Wienersſtr. 97, an der
Heinrichſtr., ſchöne 3= Zim.=Wohn.
mit Zubehör, an kinderloſe Leute
ſper 1. April.
(2204ms (306ms Artilleriestrasse 8
part., 4 Zimmer=Wohnung, Gas,
Bad, elektr. Licht u. Zubeh. (1957ms
4 Zimmer=Wohnung, Küche,
Mädchenzimmer, im 2. Stock, groß.,
Pallaswieſenſtr. 38 helle, inſt. Räume. Näh. Landgraf.
Zubehör per 1. April. Näheres im
Laden.
(1101ms Soderstrasse 14
(Kapellplatz III. Stck.) ſchöne 3=
8 Zimmerwohnung per 1. April.
Näh. I. St.
(102ms
Friedrichſtr. 30, Manſ., 3 Zim.,
Küche, abgeſchl. Vorpl., Gas u. Zub.
Näh. Wilhelminenſtr. 19, I. b. Darm=
ſtädter
Hausbeſitzerverein. (321ms
)part., 2 Z.=W., Küche,
Sandstr. 42, eignet ſich auch für
Büro. Näh. daſ. (323ms
s Lichtenbergſtr. 78, Hinterbau,
2. St., ſchöne 2=Zimmerwohnung,
große Küche. abgeſchl. Vorplatz u.
Zub. Näh. Vorderh. I. (543ms Beſſungerſtr. 41, Seitenb., frdl.
4 Zimmerw., Gas u. Zubeh. p. ſof.
ſu. reichlichem Zubehör in ruhigemſoder ſpäter. Preis 380 Mk. (1416ms Alle Niederstrasse 25
ſſchöne große 3 Zimmerw., Gas,
Balkon u. alle Bequemlichkeit., per
1. April, Pr. 360 M. (541ms Schwanenſtr. 31 2 Zimmerw. u
u. Zubeh. per 1. Febr. (546ms Alexanderſtr. 2, Manſ., 2= Zim.=
Wohn., Küche, Gas, Preis 300 M.,
per 1. April. Näh. im 2. St. (2205ms 09 Ecke der
Tannenstr. 25, Moosbergst.
3=Zimmerwohn., Keller, Gas, Bad,
ſper ſofort. Preis 330 Mk. (313ms Hansahaus Rheinstrasse 41
Vorderh. part., 2 gr. Zimmer in=
einandergehend
, für Büro, Aus=
ſtellungszwecke
, 550 Mk.; Hinterh.
abgeſchl. 2 Zimmer=Wohn., 300 Mk.
Näh. Baubüro, Vdh., pt. (1958ms 3=Zim.=W., per ſof. Näh. daſ. (314ms 1 Eliſabethenſtr. 29, Htb., Drei=
Zimmerw. Preis 365 Mk. (315ms Erbacherſtr. 6, part., Seitenbau
an ruhige Leute, per Mon. 23. Mk.
Näheres Beckſtr. 57, 1. (1096ms Hügelſtraße 77 (Marienplatz),Hl
Hinterb., 3 Zimmerw. per 1. April. ge
Näh. Vorderhaus 2 Tr. (1413msmi

mit 265 7im großer,
5 Zimmerw. heller Diele (eleg.
Einrichtung), Badezim., Veranda,
elektr. Licht, Zentralheizung und
ſonſt. Zubehör iſt per 1. April zu
vermieten. Näh. Grafenſtr. 23½,
im Laden.
(898ms

ruhiges
Hiesstrasse 94,
Haus,
Wohnung im 2. Obergeſchoß, be=
ſtehend
aus 5 Zimmern, Bade=
zimmer
m. Badeofen, Balkon und
Veranda, Gas, elektr. Licht u. ſonſt.
Zubehör, per 1. April zu verm.
Näheres parterre.
(906ms

Roßdörferſtr. 16, III. Stock,
5=Zimmerwohnung mit allem Zu=
behör
zum 1. April zu vermieten.
Näheres auf dem Contor der
Brauerei Rummel, Allee 63. (896ms

Grafenstr. 25
geräumige, ſchöne 5= Zimmer=
wohnung
mit Zubeh. (2. St.)
per ſofort zu vermieten.
Näh. daſ. 1. St. (982ms
Ballonplatz 9
1. St., neu hergerichtete, gr. 5=Z.=
Wohn., per alsbald zu verm.
Näheres Beckſtr. 54. (1077ms

Viktoriaſtraße 30, II, ge=
räumige
, elegante 5= Zimmerw.,
Bad. elektr. Licht, Gas, Veranda
u. ſonſt. Zubehör, per 1. April,
ev. ſpäter, an ſehr ruh. Mieter.
Einzuſehen von 10½12½ Uhr.
Näh. Kontor daſelbſt. (849ms

Alicestr. 25 (Louvre)
2 große 5=Zimmerwohnungen, II.
u. III. Stock mit reichl. Zubehör
in ruhigem Herrſchaftshauſe mit
Gartenanteil, der III. Stock per
ſofort, der II. Stock per 1. April
zu vermieten.
Näheres durch B. Baer, Land=
wehrſtraße
18.
(923a
erer er.
ſchöne 5= Z.=Wohn., Badezim.,
Gas, eleitr. Licht, Veranda,
Garten, per 1. April.(B1147ms
Schloßgartenſtr. 11, 1. St.,
(1322ms
5 Zim.=Wohnung.

Heinrichstr. 158
1. St., 5 Zim., Badezim., Mädch.=
und Fremdenzim., Veranda, Gas
u. elektr. Licht u. ſchön. Bleichplatz
zum 1. April zu vermier. (1073ms
Näheres Grafenſtr. 17 pt.

Gutenbergstr. 21
1. St., große, mod. 5=Zimmerw.
mit Vor= u. Hintergarten, Fremd.. Mädchen=Zim., Gas, Bad und
allem Zubehör per 1. April.
Näh. bei Gievers. (1032ms

II., hübſche
Mathildenſtr. 12, 5 Zimmer=
wohn
., Badez., Ver., Gas, Linol.,
nebſt Zub. f. 1. April zu vermiet.
Preis 900 Mk Näh. L. Lilzen-
dorff
, Ludwigſtr. 6, II. (1836ms

Gutenbergſtraße 12
1. Stock, ſchöne 5=Zimmerwohn.,
der Neuzeit entſpr. eingerichtet, mit
allem Zubshör p. 1. April zu vm.
Näh. daſ. v. 25 Uhr. (1736ids

Schützenstr. 3, 1. St.
elegante Wohn., 5 Zim., Veranda,
Bad u. ſonſt. Zubeh., Gas u. elektr.
Licht, per ſof. zu verm. (332oms

Heinichſtr. 70, 1. Z. mn
mit Zubehör, Verand., Gas, elektr.
Licht, ab 1. April zu verm. Näh.
Matheldenſtr. 54. T
(B1644ms
Gartenstrasse 15
part., 5 Zimmer, davon 2 Entreſols,
Küche, Gas u. Waſſerleitung, per
1. April zu vermieten. (1348ms

Herrſchaftliche
5=Zimmerwohnung
Frankfurterſtraße 38 im 2. Stock,
in ſchöner Lage, dem Herrngarten
gegenüber, für ruhige Mieter, mit
dem Hausbeſitzer allein zu bewoh.
5 Zim., 2 Kam. u. Zub., Badez.,
Gas, 2 Keller, 2 Balkone, Waſch=
küche
und Trockenboden. (1915ms
Nieder=Ramſtädterſtraße 57,
hübſche 56 Zimmerwohnung ſehr
1918ms
preiswert zu verm.

Ecke Rhein-u. Georgenstr.
1. St., iſt die z. Z. v. Frau Beck=
Swirles, Dentiſtin bew. 5 Zim.=
Wohn. mit Zub., Gas, p. 1. Juli
3 v. Näh Rheinſtr. 22, I. (1364ms
Bertenertrete 1, . Sete.
5=Zimmerwohnung.
(105ms

Heidelbergerstr. 85
2. St., ſchöne ger. 5=Z.=Wohn. mit
Balkon u. allem Zub., p. 1. April
zu verm.
(1323ms
Näh. daſelbſt u. Soderſtr. 112 pt.

Heidelbergerstr. 36
2. Stock, 5 Zimmer, Küche, große
Veranda und alles Zubehör per
1. April 1912. Näh. bei Straub,
1. Stock oder Laden. (*1533sm

part., mit
5=Zimmerwohnung, all. Zub.,
Garten m. Hundezwinger p. ſof zu
verm. Viktoriaſtr. 47. (2188ms

5=Zimmer=
Hochſtr. 30 Wohnung,
2. Stock, mit 2 Bodenkam., Heiz= u.
Leuchtgas ꝛc. per ſof. od. 1. April zu
verm. Näheres 1. Stock. (B1926ms

Muue

Wittmannstrasse 47
einf. 4 Zimmerw., an kl. ruh. Fam.
per ſofort.
(B260ms

Liebfrauenstrasse 89
ſch. 4=Zimmerw. im 1. St. per
ſof. zu verm. Näh. 2. St. (270ms
er en
Kaupstr. 26, I., u. Bodenk., Trocken=
bod
., Gas uſw., weg. Verſetz. (269ms
Beſſungerſtraße 8 eine 4 Zim.=
Wohn., parterre oder 1. Stock zu
vermieten.
(B261ms

Ireneſtraße 13, 1. Stock
4 Z. nebſt Zub., p. 1. April z. vm.
Näh. Wendelſtadtſtr. 46, I. (276ms

Kaupstrasse 29, I.
ſchöne 4 Zimmer=Wohnung per ſo=
fort
zu verm.
(27ms
Wenckſtr. 10, I., 4=Z=Wohn.
zu verm. Näh. parterre (600ms

Ecke Landwehr= u. Wendel=
ſtadtſtr
. 22, I., 4 Z.=W., n. Zub.
zu verm. Einzuſ. v. 23 Uhr.
Näh. daſelbſt.
(231ms

Hoffmannſtr. 5½ 4 Z.=W. m.
Zub. p. 1. Apr. Näh. 1. St. (25493a

Lichtenbergstrasse 26,
1. u. 3. St., 4 Zim., Küche ꝛc. (267ms

Karlstraße 115
iſt eine Wohn. v. 4 Z., Küche, Bad,
Speiſek., 1 Manſardenz., Loggia
Balkon u. 2 Keller, Mitgebrauch
der Waſchk., Gas u. elektr. Licht,
per ſofort beziehb., zu vermieten.
Näheres bei C. W. Braun, Mar=
tinſtraße
74.
(B263ms

Nieder-Ramstädterstr. 16
Hinterh., ger. 4 u. 3 Z.=W. per
ſof. zu verm. Näh. Vorderhaus,
Friſeurlad. u. d. Bauführ. Albin
Kohmann, Rhönring 113. (264ms

Schultr. 2
Hinterh., 1. St., ſchöne 4 Z.=W.,
mit Zubehör per ſofort zu verm.
Näh. durch Bauführer Engel,
Waldſtraße 25.
(265ms

Lichtenbergſtr. 21 ſch. 4 Z.=W.
mit Ralf per ſof zu vm. (66ms

Hrterieneh t .
ſchöne 4 u. 5 Zimmerw. im Pr.
von 600900 Mk., per 1. April
zu verm. Näh. Moosbergſtr. 53,
partere.
(B272ms

Wendelstatstr., 1. . 2. St.
4 Z.=W. nebſt Zub., zum 1. April
z. vm. Näh. Aliceſtr. 27, I. (274ms

geräumige
Eliſabethenſtr. 37 4 Zim.=W.
per 1. Aneil zu verm.
(280ms

Für Mieter und Vermieter
kostenfreier Wohnungsnachweis
Ludwig Alter, Elisabethenstr. 34. (112a

Lichtenbergſtr. 58, III., ſchöne
ger. 4=Z.=Wohn., Küche, Speiſek.,
Badez., Badeof., 1 Kam., 2 Keller,
Veranda, Gartenant., Waſchküch.,
Bleichpl., Trockenbod., Jahresmiet=
preis
600 Mk., p. 1. April 1912z. vm.
Ausk. daſ. u. Baubüro Friedrich
Delp, Frankfurterſtr. 80. (285ms

Rhönring 143, pt., ſch. 4 Z.=W.
Küche, Speiſek., Badeof., 1 Kam,
2 Keller, Vorgart.. Gartenanteil,
Waſchk., Bleichpl., Trockenb., Jahr.=
Mietpr. 480 Mk. zu vm. Ausk.
Baubüro Friedrich Delp, Frank=
furterſtr
. 86.
(286ms

Mathildenſtr. 23, I., ge=
räumige
neuherger. 4=Zim. mit Bad, gr.
Veranda und ſonſt. reichſ.
Zubehör p. 1. April zu verm.
Näheres Haſelbſt. (455ms

Heinheimerſtraße 74, 2. Stock,
4 Zimmer mit gr. Manſarde für
500 Mk. Näh. im Laden. (501ms

Nähe der Hochſchule
ſchöne 4=Zimmerwohn. m. allem
Zub., 1. St., freie Lage, per 1. April.
billig zu vermieten. Näh. Moller=
ſtraße
1, II. bei Fr. Appel. (579ms
elbelbergerſtr. 1 , t. . .
1. St., ſchöne, ſonn. 4=Zimmer=
Wohn. m. Veranda, Balkon u.
Fremdenz. p. 1. Apr. N. Heidel=
bergerſtr
. 92, I. u. bei Heinr. Funk,
Soderſtr.
I 1031 (B580ms
Schulſtraße 12
45=Zimmerwohn. ſofort z. verm.
Näheres bei A. Merz. (785a

Schöne 4=Zimmerwohnung
1 Stock, per 1. Februar. Mauer=
ſtraße
14.
(537ods

Ludwigspl. 3, II. St 4 Zimmer
mit all. Zubehör, p. 1. April ander=
weit
z. v. Einzuſ. v. 2 Uhr an. (667ms

Aleranderſtraße 9
4=Zimmerwohnung mit Kabinett,
Mitellt. p. 1. April z. verm. (603ms

Eckhaus Mollerſtr. 2, 1. St.
ſchöne 4=Zimmerwoh. bis 1. April
Näheres part.
(722ms

Teichausſtr. 53,
mit Zubehör per 1. April. Näh.
Im Geiſenſee 7.
(B592ms

Mauerstraße 30, II.
ſchöne4=Zimmerwohn. m. Veranda
u. all. Zubeh. z. 1. April z. verm. Ein=
zuſehen
zwiſchen 12 u. 2½ mittags.
Näh. daſ. u. Kiesſtr. 84 part. (511ms

1. St., 4=Zim.=
Stiftsſtr. 29, Wohnung m.
Gas u. Bad an ruh. Familie. (504ms

Moosbergstraße 81, II.,
ſchöne 4=Zimmerwohnung mit
Veranda und allem Zubehör auf
1. April. Näh. 3. Stock. (B533ms
Müllerſtraße 35
4=Zimmerwohnung, 2. St., Hinter=
haus
. Preis 360 Mk. Näheres
daſelbſt im 1. Stock.
(517ms

Rhönring 125. II. u. III. Stock
ſchöne 4=Zim.=Wohnungen mit all.
Zubehör per 1. April oder ſof. zu
verm. Näh. daſ. I. Stock. (917ms
Heinheimerſtraße 74, 3. Stock,
4 Zimmer mit gr. Manſarde für
460 Mk. Näh. im Laden. (502ms

Karlſtr. 73, Hth., 1. St.
ſch. 4=Zimmerw. p. ſof. od. ſpät. bill.
z. verm. Näh. Vorderh., pt. (B581ms

Heidelbergerſtraße 46, III.,
4=Zimmerwohnung. (1015ms

Erbacherſtr. 7 ſchöne 4 Zimmer=
wohnung
per 1. April. Zu erfr.
Frankfurterſtr. 53, 1. St. (248ms

4-Zim.-Wohnung
per ſof. oder ſpäter zu verm.
913ms) J. Mohr, Neckarſtr. 4.
Malstr. 30
Wohnung, 4 Zimmer. Zubehör,
Vorderhaus, Preis Mk. 480.,
per 1. April er zu verm. (912ms

Lichtenbergstr. 56, I
ſchöne 4 Zimmerwohnung m. Küche,
Speiſekammer, Badezim., Badeof.,
1 Kammer, 2 Kell., Verand., Garten=
anteil
, Waſchk., Bleichpl., Trockenb.
Jahresmietpr. 670 Mk per 1. April
1912 z. verm. Ausk. daſ. u. Baubüro
Fr. Delp, Frankfurterſtr. 80. (937ms

Neue Niederstr. 16
ſch. 4 Zimmerw. mit Baderaum,
gr. Veranda, 2 Manſardenk. uſw.
zu verm. Näh. part.
(B991s

Bleichſtraße 51 4 Zimmerw.
mit Zubehör ſofort zu vermieten.
Näheres im 1. Stock.
(94s

Pankratiusſtr. 71 ſch. 4 Z.=W.
mit Balkon, Gas, ſofort zu verm.
Näheres part.
(995s

Heidelbergerſtr. 102, 2. Stock,
ſchöne, geräumige 4 Zim.=Wohn.
mit gr., hellem Kabinett, Veranda,
Manſ. u. ſonſt. Zub. in beſſ. Hauſe
auf 1. April. Näh. part. (B1111ms)

[ ][  ][ ]

Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

beträgt seit dem 1. April v. J. der Wert der Objekte, für die bei
uns ein Antrag auf Versicherung gegen Mietverlust infolge Leer-
stehens
von Wohnungen mangels Mieter eingereicht worden ist.
Allgemeiner Deutscher Mietversicherungs-
verein
a. G. zu Berlin.

Generalagentur: Georg Beyser, Bruchwiesenstr. 4, I.

Wendelſtadtſtr. 13, II., ſchöne
3.=Zim.=W. per 1. April ev. früher
zu vermieten.
(1970a
Soderſtr. 46 ſchöne, neu herger.
3 Z.=Wohn. mit Gas u. Zubehör,
jährl. 410 Mk. Näh. Philipp Spiess
senior, Lindenhofſtr. 35, I. (V1919
Blumenthalstr. 111
ſchöne 3 Zimmerwohnung, 1. Stock,
per 1. April zu vermiet. Näh. May.
Guckenheimer, Gr. Ochſeng. (1923ms
eine ſchöne
Liebigstr. 54 geräumige
3 Zimmerwohnung mit Gas und
allem Zubehör per 1. April, ver=
ſetzungshalber
zu vermiet. (1762a
ſchöne
Pallaswieſenſtr. 21 Manſarde,
3 Zimmer mit Zubehör zu ver=
mieten
. Näheres parterre. (1911ms
Schuchardſtr. 16
3=Zimmerwohnung, 2. Stock, mit
Zubehör an ruhige Mieter, kleine
Familie, ab 1. April zu vermieten.
Näheres 1. Stock. (B1698ms
Bleichſtr. 37 3 Zimmer=
wohnung
ſofort zu verm. (1917ms
Wilhelminenſtraße 27, 11. St.,
3 Zimmer, Küche u. Zubehör, Gas
u. Elektr., auch als Bureau, ev. m.
Werkſt. p. 1. Apr. Näh. Hofkon, Grass-
mann
, Wilhelminenſtr. 6. (1989ms
Kiesſtraße 9, ſchöne 3=Zimm=
Wohnung, Stb. bis April, auch
helle Werkſtätte zu verm. Einzu=
ſehen
1 bis 4 Uhr.
(V2168
Wienersſtr. 52, 3= Z.=Wohnung
Veranda bis 1. Mai, daſ. Werkſtatt
ſofort.
(*1465
Mathildenplatz Nr. 4,
Front Gartenſtraße, 3= Zimmer=
wohnung
an kleine Familie per
1. April zu vermieten. (2172ms

Kranichſteinerſtraße 37 ſchöne
2 u. 3 Z.=W., der Neuzeit entſpr., per
1. Apr. an ruhige Leute z. v. (244ds

Weiterſtädterweg 46, 1. St.,
Wohn. v. 2 Zim. u. Küche an kinderl.
Ehepaar zu verm. Näh. bei Herrn
Otto Simmerer, daſ. part. (384ms
Luiſenſtraße 34 u. 36 jje eine
2=Zimmerwohnung. Näh. Luiſen=
ſtraße
36 (Laden).
(387ms
neuer Mittel=
Forſtmeiſterpl. 5 bau, 2 große
eleg. Zim., Küche, Balkon, Gas, im
Stb. 2 Zim., Küche M. 13.50 (B388ms
Wenckſtraße 22
hübſche 2=Zim.=Wohnung, Küche,
Keller u. ſonſt. Zubeh. per ſofort zu
verm. Näh. im Laden daſ. (390ms
Roßdörferſtr. 30 2=Z.=Wohn.
Näheres J. Gemündt.
(392ms
Kiesſtr. 16 2=Z.=Wohn. z. verm.
Näh. Karlſtr. 20, I. J. Germann. (393ms

Magdalenenſtr. 11, Stb. ſchöne
2=Zimmerwohn. zu verm. (395ms

1 oder 2 Perſ. Näh. 2. St. (397ms

2 Parterre=
Friedrichſtraße 12 Zim., auch
für Büro ſehr geeignet. (400ms
Erbacherſtraße 16 2= Zimmer=
wohnung
. Preis pro Mon. 10 Mk.
Näh. Stiftſtr. 19, part. (401ms
Holzſtr. 1, eine kl. 2. Z.=Wohn.
an ruhige Leute ſofort zu vermiet.
Näh. daſelbſt 1. Stiege. (403ms
Fuhrmannſtr. 8
neuherger. 2= u. 3=Z.=Wohn. Näh.
Kirchſtr. 8, Eierhandl. Lenner. (4gsms
Bleichſtraße 13, Seitenbau,
I. Stock, helle 2= Zimmer=Wohnung,
Küche und Zubehör, 1. April zu
beziehen.
(971ms
Lindenhofſtraße 7 (Hinterhaus)
2=Z.=Wohn., monatl. 16 M. (B980s
Karlſtr. 12, Stb., frdl. Zwei=
Z.=Wohn. im 1. St., an ruh. Leute
zu verm. Näh. Vorderh. 1. St. (981s
Georgenſtr. 11, Seitenbau, eine
kleine 2 Zim.=Wohn. an eine einz.
Perſon ſofort zu vermieten. Preis
14 Mk. monatlich.
(983s
Hofgartenſtraße 9 2= Zimmer=
wohnung
per ſofort. Näh. daſelbſt
bei Schuhmacher Beyer. (984s
Steinſtr. 8 2=Zimmerwohnung
mit Küche u. Zubehör zu verm.
(1141ms
Näh. 1. Stock.
ſchöne
Lauteſchlägerſtr. 11 2= Zimmer=
wohnungen
z. v. N. Lad. (1037ms
Kranichſteinerſtr. 15 neu her=
gerichtete
2=Zimmerwohnung im
Seitenbau ſof. zu verm. (1036ms

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Heidelbergerſtr. 127, 2=Zim.=
3=Zimmerwohnung. (1025ms Zwei ſchöne, helle, geräumige
Loffelgaſſe 9 2 Zimmerwohng.
p. Mt. 15 Mk. zu verm. (1754ms
Magdalenenſtr. 3 Wohnung,
2 Zimmer u. Küche, ſof. (*1279ds
Waldſtr. 44 Manſardenwohn.,
2 Zim., Kam. u. Küche an ruh. Leute
zu verm. Näh. part. (1912ms Karlstrasse 20
haus, 2 Zimmerwohn. m. Glasab=
ſchluß
an ruh. Leute z. verm. (1979ms Wohn. p. 1. April zu vm. Zu erfr.
Ecke Hoch= und Kiesſtr. 34,
2. St., kl. 2=Z.=Wohn u. Kamm.
(Vorpl. u. Gas) per 1. April.
Näh. im 1. St.
(V*167
Padagogſtr. 2, 2, St., Wohn.,
2 große Zimmer, Kabinett, mit
oder ohne Küche, per ſofort (*1528
Zu erfragen bei Kurtz.
Liebigſtraße 15, 2. St.
mit Benutzung der Waſchküche und
reichlichem Zubehör per 1. April Lichtenbergſtr. 18, III.
zu vermieten. äher. bei Pabst,
Liebigſtraße 15, II.

Alexanderſtr. 9, bei Böcher,
1 Z. mit Kabinett an einz. Perſ.
zu verm. p. Mon. 10 M. (409ms
Orangerie=Allee 7, 1 gr. Z. u.
Küche f. 1 o. 2 Leute ſof. z. v. (B411s
Ahaſtr. 14, 1 Z. u. Küche per
Bismarckstrasse 74
1 ger. Manſardenzim. 6,25 X 2,50m
Keller u. Zub., f. einzelne Perſ. p. ſof.
Näh. bei Gg. Ph. Geiſt. (413ms
Forſtmeiſterpl. 5, el. Z. u. Küche Der von der Firma Zonner 4 C0.,
(Neub.), Gas u. Waſſ. 17 Mk. (B414ms
Roßdörferſtr. 24, 1 Zimmer
und 2 Kammern.
(1021ms
Schloßgaſſe Nr. 12, 1., 2= u.
3= Zimmerwohnung. (1022ms
Ballonpl. 10, Vdh., Zimm. m.
Heinheimerſtraße 55, Man=
ſardenwohnung
, 1 Zimmer, Küche
und Keller, per ſofort. (*1507sm
Frankenſteinſtr. 47, 1 großes
Zim., ſehr gr. Küche z. verm. (2149ms

Kranichſteinerſtr. 28, Manſ.=
Wohn., p. Mon. 19 Mk. Näh. daſ.
im 1. St. rechts.
(415ms
Karlſtr. 69, Manſ. z. v. B415ms
per 1. Juli die 1. Etage frei. Preis
Mk. 1400.
*778ss
Einfamilienhaus
Prinz Chriſtianweg Nr. 8 ( Ma=
thildenhöhe
) zum 1. April 1912 zu
vermieten oder zu verkauf. Aus=
kunft
ert. Hochbauaufſeh. Bender,
Kanzleigebäude.
(1064ids
Müllerſtr. 9, eine neuherger.
Manſarde auf 1. Mai zu verm.
Näheres parterre. (1643s
Kranichſteinerſtr. 11, Seitenb.,
kleine Wohnung zu verm. (1980ms

Mete euh

Eberstadt.
Sch. 4=Z.=W. mit Veranda und
Gartenanteil zu 300 M., desgl.
kl. Wohnung zu 200 M. per ſofort
zu verm. Näh. Heinr. Dächert,
(986s
Pfungſtädterſtr. 37.
in Bensheim
Oilid
8 Zimmer mit reichl. Zubehör und
ſchönem Parkgarten, Auerbacher=
ſtraße
26, billig per 1. April d. J.
zu vermieten. Näh. bei H. Bruder,
Bensheim, Wilhelmſtraße. (1677a Näheres Herdweg 91 oder 6

Geleee

1. Stock,
Ernst-Ludwigstr. 3 3 Zim.
als Geſchäftsräume
zu verm. Näh. 2. Stock. (421ms
Wilhelminenstr. 29
die Hälfte des 1. St. p. 1. April als
Gescharistohar
neu herger., zu verm. Näheres im
Seitenbau bei dem Hausverwalt.
od. Wendelſtadtſtr. 28, 2. St. (422ms
Mühlſtraße 26, Bureau zu
(553ms
vermieten.

Wilhelminenstr. 21
I. Stock als Geschäftslokal
eg. Aufgang, bill. Preis. (987s
Bismarckſtraße 55, parterre,
ſchöne 3 Zimmer für Bureau ge=
eignet
, per ſofort zu vermieten.
Näheres 1. Stock. (1039ms

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

wohnung, Manſarde. (1016ms Schuchardstr. 13, III.
Wendelſtadtſtraße 56, 2= und Bureau zu vermieten. (1435ms Zimmer, für Büroraum ſehr ge=
eignet
, ſofort zu vermiet. Wald=
ſtraße
54, I. I.
(*1474sms Le
Kranichſteinerſtr. 11, i. Vorder= Der von Herrn Uhrmacher P. Wolf
bewohnte Laden iſt mit od. ohne
I. Germinn, Karlſtr. 20, 1. St. (445ms Ein großer, heller Laden
mit 2 Schauf. nebſt Wohnung per
ſofort zu vermieten. Derſelbe iſt
für Metzgerei eingerichtet, eignet
ſich aber für jedes andere Geſchäft.
Näh. Karlſtr. 62, 1. St. (B446ms Friſeur=Laden
ſchöne 2=Zimmerwohnung mit m. 3=Z.=W., Bad, Kam. u. Bodenk.,
z. 1. April z. vm. Näh. b. Gievers,
(448ms (2141a rnst-Ludwigstr. 3
mit 2 Schauf., kann auf
Dällell Wunſch bedeut. vergrößert
werd z. vm. Näh. 2. St. (447ms Hochſtraße 43, Eckladen mit 2
Schaufenſt. mit Wohn. u. reichl.
Zub. f. jed. Geſchäft paſſ. p. 1. April.
Näh. nur Stiftſtr. 52, part. (593ms Rheinstr. 14
ſofort z. vm. Näh. im Lad. (B412ms Gr. Laden m. 2 Schaufenſtern,
2 Zim., 2 Lagerräumen u. Zub., f.
1. April zu verm. Näh. Grafen=
ſtraße
23, 2. Stock.
(457ms u. ½ ſchräge Kammer m. Waſſerl., Fuhrmannſtr. 8, Laden mit
Wohnung. Näh. Eierhandlung
Lenner, Kirchſtr. 8.
(451ms
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (1381oms mit 2 Schauf. mit od. ohne Wohn.
kl. Kab mtl. 8,50 M., z. verm. (1052a z. vm. N. b. Wolff, Schulſtr. 10. (454ms Werkſtätte ſofort zu vermieten. ullsabethenstr. 14
klein. Lad. per 1. März od. früh.
parterre, zu vermieten.
(455msz Gr. Ochſengaſſe 5
Lad. m. Wohn. in dem ſeit 25 Jahr.
ein Haushaltungsgegenſt.=Geſch.
betrieben wurde, iſt anderw. zu vm.
Derſelbe eignet ſich inf. ſeiner Lage
für jedes andere Geſchäft. (456ms
Näheres in der Metzgerei nebenan. Lonpre, Aliceſtraße 23, wird Ein Laden, zu jedem Geſch. paſſ,
mit Lagerraum, bill. zu vermieten.
Näheres Kiesſtraße 21. (449ms (605ms
Laden
in beſter Lage in welchem lange
Jahre ein Zigarrengeſchäft be=
trieben
wurde, alsbald zu verm.r
Evtl. mit 2 Entreſol=Zim. u. Zub.
S. Kahn Söhne, Lederhandlg.
3 Karlſtraße 3. Karlſtr. 12, Laden m. 4=Z.=W.
Näh. 1. Stock.
(988s9 gr. Lad. m. 4. Z.=
Karlstr. 38 W. u. Zub. p. ſof.
zu verm. Einzuſ. vorm. 1112 Uhr.
Näh. Gervinusſtr 55, part. (453ms
ſt
Landwehrstr. 13
1
großer 2=Fenſter=Laden mit Maga=
zin
oder Werkſtätte ſofort zu ver=
mieten
. Preis Mk. 500. NäheresH
durch B. Baer, Tel. 1145. (922a A Blumenthalſtr. 107 Laden m.
2 Zimmerw. zu vm.
(1367ms
Laden
§ in feinſt. Ecklage mit 3 Neben= 8
zimmern und üblichem Zu=
2 behör per ſofort zu vermieten. 28
5 Wilhelminenſtr. 21, i. Laden L
2 u. bei Julius Kahn, Schulſtr. 15. 2
ee

Laden
Ludwigsplatz 3
per Juli d. J., event. auch früher,
anderweit zu vermieten. (1678ms
Wilhelminenſtr. 172
Laden
ca. 220 qm Bodenfläche, m. 3 groß.
Erkern, Zentralheizung, evtl. mit
Wohnung, per 1. April zu verm.
Näh. Frankfurterſtr. 16½ p. (1686s

Seite 25.

Kiesſtr. 65, Laden mit Zimmer
zu vermieten.
(2163ms

Hügelstrasse 21
ſind die Stallungen des Hrn. Rentner
Moosvergſtr. 70 Ritſert für 2 mal 2 Pferde, ſep.
großer, heller Laden mit Stube, Hof= und Einfahrt, Burſchenzim.
auch als Werkſtätte z. verm. (2171s und allem Zubehör, zu vermieten.
Zu erfragen im Eckladen. (1630ms

Weinkeller.

groß. Lager=
räume
, groß.
(423ms

Oferte Zim

Lagerraum
4. St. der Südhälfte d. ſtädt.

Karlſtr. 60 eine Stall (B431ms
Wohn= u. Schlaßzimmer
elegant möbl., in feinem Hauſe,
ruhige und freie Lage, an nur ſolid.
beſſeren Herrn zu verm. Anzuſ. v.
113 Uhr nachm. Darmſtr. 51, II.,
Ecke Beckſtraße.
(1444a

Mertete 1 . en.
ume per ſofort zu verm. Näh.
tiftſtraße 6.
(426ms

Lagerraum
Das 2. Stockwerk im ſüdl. Teil

Heinrichſtr. 106, 3. St., ein
freundl. Zimmer mit oder ohne
Penſion zu vermieten. (435ms
Soderſtr. 17, pt., ein frdl. möbl.
Zimmer zu vermieten
(436ms
Nieder=Ramſtädterſtr. 34
1. St., möbl. Zimmer mit
voller Penſion. (437ms

(425ms

Roßdörferſtr. 46, pt., frdl.
möbl. Z. ſof. zu verm. (438ms

Ure

Nieder=Ramſtädterſtr. 51, ſch.
Verkſtätten, auch als Lagerraum,
fort zu verm.
(40is

4 gut möbl. Zimmer
mit Penſion, zuſ. od. einzeln, zu
vermieten.
(B439ms
Gefl. Off. unt. R 78 a. d. Exp.
2. Stock,
Pallaswiesenstr. 7, gut möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (440ms

Werkstätten-
Lagerräume
Gas u. Elektr. ꝛc.
äter. (428ms

Elegant möblierte Zim., von
30 Mk. an zu vm. Zentralheiz.
u. elektr. Licht, auf Wunſch Penſ.
Zu erfr. in der Exped. d. Bl. (442ms

Hügelſtr. 29, ein gr. hell. Raum,

Eleg. möbl. Wohn=Schlafzimm.
an beſſ. H. zu v., ſchöne fr. Lage,
Mitte d. St. Off. u. A b5 Exp. (1577s

27 Wendelstadtstr. 27
kleine helle Werkſtätte
Schützenſtr. 7 Gr. Ladenzuverm. Näh. daſelbſt I. St. (701ms
Lauteſchlägerſtraße 8 große
Näh. im Laden daſelbſt. (910ms
Gr. helle Werkstatt

Schönmöbl. Zim. in ſein. Hauſe
ſofort zu verm. Näheres in der
Expedition dieſ. Blattes. (443ms

Kiesſtraße 45, 2. St., e. möbl.
Zimmer mit ſep. Eing. zu v. (464ms
Rheinſtr. 28, 2. St., möbl. Wohn=
und Schlafzimmer zu v. (463ms

Roßdörferſtr. 33, II. St., frdl.
möbl. Zim. an ſolid. Fräulein,
monatl. 12 Mk.
(909ms
Mollerſtr. 9, Schlafſtelle an
ſolid. Arbeiter. Näh. part. (908ms

Wienersstrasse 61
Verkſtätte, ca. 80 am, ſofort zu
erm. Näh. Karlſtraße 32. (1003s
Werkſtätte, Lagerraum, Stall.
ſtraße 57, part.
Kranichſteinerſtr. 6, Werkſtatt Karlſtraße, parterre.

Freundl. möbl. Zim. per ſofort
Heidelbergerſtr. 102, part. (B1113ms

vermieten.

Schönes großes
möbliertes Zimmer
Heuboden, epent. auch mit an 2 Herren oder 2 Damen mit
Wohnung zu vm. Näh. Schuknecht=oder ohne Penſion zu vermieten.
(1333ms Näheres Steinackerſtraße Ecke
(B846ms
(427ms
Grünerweg 25, II.
ſe 12gut möbl. Zimmer mit Penſion
(1633ms
tte mit zu vermieten.
raum ab Steinſtr. 8 2 gr. möbl. Zimmer,
eitig zu mit od. ohne Küche, z. v. Einzuſ. v.
(1330ms 13 Uhr. Näh. 1. Stock. (1076ms
erkſtatt, Eliſabethenſtr. 45, Mittelbau
. (1383s möbl. Zimmer zu verm. (1030ms
t, 50 qm, Loupre Aliceſtr. 23, II., 2 gr=
d
. ohneg. möbl. Zim. zu verm. A. W.
t. (1382s Penſion.
(1384ms
Kiesſtraße 12 helle Werkſtätte Karlſtr. 36, 1. Stock, links, ein
(1640ms möbliertes Zimmer. (1627a
Die ſeither von mir inne gehabten! Hofſtallſtraße 8, 1. Stock lks.,
Werkſtatt= u. Kontorräume möbl. Zimmer zu verm. (1641ms
mit der, Karlſtraße 1 mehrere gut möbl.
undenen Zimmer mit und ohne Penſion im
vermiet. Zentr. der Stadt zu verm. (1634ms
e 34 im
acobi, Wendelſtadtſtraße 33 ein einfach
Werkſt. möbl. Zimmer an Arb. (1723ms
iſen und Waldſtraße 16 ein großes gut
(805t möbliertes Zimmer. (1724oms
erlſtätte, Elegant möbl. Zimmer mit
(2162ms Balkon in ſchöner freier Lage zu
verm. Näh. in der Exp. (1763aauf la Obj. bis 1. April 1912 geſ.
sse 4 Hügelſtr. 85 zwei ſchön möbl.
Zimmer, ganz ſeparat. (1913ms
Keller Riedeſelſtraße 68, III., einf.
ſelbſt im möbl Zimmer zu verm. (1043ids
2192ms Wilhelminenſtr. 8, 3. Stock,
z. ver=freundlich möbl. helles Zimmer
Werkſtätte miet. mit Kaffee 16 M., per ſof. (1232ids
(2148ms! Eliſabethenſtr. 35, Htb., II. I.,
b. Paus gut möb. Z. ſof. bill. (1221a
Möbl. Zimmer mit 2 Betten, thek folgend und weit unter ortsger.
völbterevent mit Penſion (*1238imds
Fiſcher, Grafenſtraße 27.
geeignet,

Näheres
(430ms

Eck=Laden
ſeither Drogen, auch für jedes
andere Geſchäft geeignet, mit
2 gr. Schaufenſtern, p. 1. April
zu vm. Näh. Bismarckſtr. 26,
1. St. od. Immobiliengeſchäft
Hermann Marx, Grafen=
(1981ms

Stallung

für 3 Pferde, Remiſe
u. Burſchenzimmer zu
verm. Näh. in d. Exp.
dieſ. Blattes. (1005s

Mühlſtr. 10, part., möbl. Zim.
ſep Eing., Pr. 16 Mk. (1962omds
Schön möbl. Zimmer mit od.
ohne Penſion für beſſeren Herrn
per 1. Februar zu verm. Näheres
Hölgesſtraße 1, 1. St. (1972omds
Schlafſtelle an ord. Arb. per
ſof zu vermieten.
(*1342ds
Näh. Wendelſtadtſtr. 11 part.
Hübſch möbl. Zimmer an or=
dentliches
Fräulein zu verm. Näh.
Landwehrſtr. 10 part. (*1386ds
Eliſabethenſtr. 49, eleg. möbl.
Zimmer ſofort zu vermieten. (22t

Neckarſtr. 4, Hinterh. p. links,
möbl. Zim. zu verm. (*1180mdfs
Saalbauſtr. 40, 3. St., freundl.
möbl. Zimmer ſof. billig. (1920t

Bleichſtr. 17, Vdh. 3. Stock,
Schlafſtelle zu verm. (*1429fs

Schuchardſtr. 14, 2. St., gut
möbliertes Zimmer zu vermieten,
mit od. ohne Penſion. (*1444fso

Eine elegant mobliterte Woh=
nung
, beſtehend aus 5 Zimmer,
Bad, Gas, Veranda, Obſt= und
Ziergarten mit Laube, in feiner
freier Lage Darmſtadts, ſofort
oder ſpäter zu vermieten. Offert.
unter A 50 an die Expedition
dieſes Blattes.
Parkusſtraße 8, II., g. möbl.
Zimm. m. Penſ. zu verm. (1684s

Ludwigsplatz 4, II., gut möbl.
Zimmer nach der Straße. (*1436si

Aliceſtraße 8, I., freundl. möbl.
Zimmer mit Penſion. (*1484

Frankfurterſtraße 58, parterre,
gut möbl. Zimmer bei kinderl.
Ehepaar an ruhig. Herrn. (*1471sm
Luiſenſtraße 30, II., gegenüber
dem Alten Palaisgarten, elegant
möbl. Zim. ſof. zn verm. (2203ms

Lauteſchlägerſtr. 6, II. r., fein
möbl. Zim., 25 Mk. p. Mon., eins zu
4 Mk. p. Woche mit Kaffee. (*1530

Mauerſtraße 19 möbl. Zimmer,
pro Woche 3 Mk. mit Kaffee, ſo=
fort
zu vermieten. (*1535so
Waldſtr. 11, III., ſchön möbl.
Manſ.=Z. billig zu verm. (*1513
Taunusſtr. 37, III., eleg. möbl.
Zimmer an beſſ. Herrn. (*1518so
Taunusſtr. 47, pt., ſch. möbl.
großes hell. Zimmer mit Kaffee
18 M. p. 1. Febr. z. vm. (*1521soi

Ernſt=Ludwigſtr. 1, 3. Stock,
möblierte Manſ. 2,50 Mk. (*1524

Luiſenplatz 1, 2. Stock, möbl.
Zimmer nach der Straße. (*1520sdi
Rundeturmſtr. 15, II. r., möbl.
Balkonz., w. n. 3 Mk., ſof. (*1495so
Penſion Eliſabethenſtr. 4, II.,
gut möbl. Zimmer mit voll. Penſion
von 65 Mk. an a
verm.

Schönes Vereinszimmer
ca. 30 Perſonen faſſend, abzugeben
Reſt. z. Karlsburg‟, Ecke Karl=

u. Steinackerſtraße.

(B943

Ankauf v. Porzellane, Fayences,
Gläſern, Miniaturen uſw. (*1489
Paula Klein, Casinostr. 2.
Paar Schlittſchuhe abzugeb.
1 Ludwigspl. 8, Vdh. III. (*1473so
und zurück=
Abgelehnte geſtellte wie
z. B. weg. Zucker, Nervoſität,
Schwerhörigkeit, Rheumatis=
mus
u. Fettleibigkeit können von
erſtkl. deutſch. Geſ. Lebensverſiche=
rungs
=Policen zur Normalprämie
ohne Zuſchlag erhalt. Off. u. C.
322 Haaſenſtein u. Vogler,
Frankfurt a. M. (1349H

Mer

2000 Mk. II. Hyp.
geſucht. 1. Stelle 16000, Taxe 27000
Mark. Offerten unter A 6 an
(B1339
die Exped.
18000 Mk. I. Hyp.
geſucht. Taxe 27000 Mark. Offert.
unter A 7 an die Exped. (B1337
II. Hypothet von
20 000 Mk. pünktlichem Zinsz.
Off. u. V 37 a. d. Exped. (621a
Zwecks Ausbeut einer hochrentabl.
Neuheit m. ca. 100% Gew. werd.
Mark 15000
geſucht. Off. u. C31 a. d. Exp. erb.
Sehr rentabl. Kapitalsanlage. (*1393ds
Ia Restkaufschilling
von M. 13000 (Zins 5%) a. 1. Hypo=
Taxe, haftend auf ſehr gut rent.
hieſ. Haus in hübſcher Lage, iſt mit
Nachlaß alsbald zu cedieren. Angeb.
unter T 60 an die Exved. (653a
Tücht. Geschäftsmann
mit gut., ausgedehnt. Geſchäft, ſucht
zw. Vergrößer. d. Geſchäfts, ſtillen
od. akt. Teilhab. Riſiko ausgeſchloſſ.
Off. u. B 67 a. d. Exp. (*116 ids
von beſſer.
Kleines Dariehen Selbſtg. zu
leihen geſucht. Rückg. nach Ueber=
eink
. Off. u. C 28 in d. Exv. (*1384ds

[ ][  ][ ]

Seite 26,

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

Ein unentbehrlicher Beſtandteil
jeder Hausapotheke
iſt zweifellos ein zuverläſſiges, unſchädliches Abführmittel.

ſolches finden Sie in
Califig, dem natur=
reinen
Produkt aus
Frucht= und Pflan=
zenſäften
hergeſtellt,
ohne jede chemiſche
Zufätze. Seiner vor=

Ein

Califie
Gatieonksonten
FEiGEN-SiRUP

züglichen Wirkung
und ſeines angeneh=
men
Geſchmackes
wegen eignet ſich
Caliſig in gleicher
Weiſe beſtens für
Erwachſene und

Kinder. Aerztlich erprobt und bewährt befunden.
Califig wird von der California Fig Shrup Co., den alleinigen Her=
ſtellern
, nur im großen verkauft. Nur echt in Originalflaſchen im Karton
mit Schutzname Califig, zu Mk. 2,50 und Mk. 1,50. Beſt.: Spr. Ficl Californ.
(Speciali Modo Calltornia Fig Syrun Co. parat.) 75, Ext. senn. Iig. 20, Elix.
caryoph. comp. 5.

Berlin unter Friedrich dem Großen.
Von Paul Lindenberg.
(Nachoruck verboten.)

(Zur 200jährigen Geburtstagsfeier des großen Königs.
24. Januar.)
Der 13. Dezember 1740. In die dunkle Nacht fällt
glänzender Kerzenſchein aus den Fenſtern des Berliner
Schloſſes, in deſſen Sälen ein rauſchender Maskenball
ſtattfindet. Muſik und Frohſinn, Tanz und Mummenſpiel
überall, auch König Friedrich, der ſechs Monate zuvor,
am 31. Mai, die Regierung übernommen, miſcht ſich in
prunkendem Gewande unter die koſtümierten Paare, in
übermütiger Stimmung, voll Witz und Heiterkeit. Wäh=
rend
die Luſt am höchſten geht, rollt ein unſcheinbarer
Wagen aus einem Portal des Schloſſes und über den
Platz, auf den die Muſik und der Feſteslärm hinaushallen:
im Gefährt der König, der den flitterhaften Aufputz mit
dem einfachen Waffenrock vertauſcht und ſich heimlich aus
dem Trubel und Jubel entfernt hat, um zu ſeinen an der
ſchleſiſchen Grenze ſtehenden Heeren zu ſtoßen. Dunkel
wie das Gewölk am Himmel, lag vor ihm die Zukunft
fuhr er dem Siege entgegen oder der Niederlage, würde
in dem gewagten Kampfe der vielverſpottete preußiſche Aar
den mächtigen Kaiſeradler zwingen, würde das heiß=
erſehnte
Schleſien als Siegespreis dem Staate zufallen,
den der von glühenden Wünſchen erfüllte junge König
auf die Ruhmesbahn drängen wollte? Aber der König
war beſeelt von großen Hoffnungen, von kühnen Erwartun=
gen
. Ich kehre nicht nach Berlin zurück, ohne mich meiner
Ahnen, ohne mich meiner tapferen Truppen würdig ge=
zeigt
zu haben, ſchrieb er von der Front. Und am 12.
Juli 1742 zog er ruhmbedeckt in ſeine Reſidenz ein!
Der 21. Mai 1785. Der König hat auf dem Tempel=
hofer
Felde die Parade abgehalten, nach langer Zeit war
er aus dem ſtillen Potsdam wieder nach Berlin gekom=
men
, und die Kunde davon hat ſich ſchnell in der ganzen
Stadt verbreitet. Am Halleſchen Tor, auf dem Belle=
Allianceplatz, der damals Das Rondeel hieß, in der
Wilhelmſtraße drängen ſich die Menſchen. Aller Häupter
entblößten ſich, als nun der König, der ſeiner Schweſter
Amélie einen Beſuch in ihrem Palais abſtätten will, er=

ſcheint er ſiet auf ſeinem getrenen Schimmel Gonde, einen
alten, dreieckigen Hut auf dem Kopf, mit den noch immer
ſo leuchtenden Augen, die ſchmächtige Figur in die ſchlichte,
blaue Uniform mit roten Aufſchlägen und goldenem
Achſelband gehüllt, auf der gelben Weſte Tabaksſpuren, die
Stiefel über die ſchwarzen Samthoſen gezogen. Er ritt
ganz allein voran, berichtet ein Zeitgenoſſe, und grüßte,
indem er fortwährend den Hut abnahm. Durch das ehr=
furchtsvolle
Schweigen tönte nur der Hufſchlag der Pferde
und das Geſchrei der Berliner Straßenjungen, die vor
ihm hertanzten, jauchzten, die Hüte in die Luft warfen
oder neben ihm herſprangen und ihm den Staub von den
Stiefeln wiſchten. Es war das letzte Mal, daß der große
Friedrich ſeine Reſidenz geſehen.
Seine Reſidenz, die in jenem langen Zwiſchenraum
von 1740 bis 1785 durch die Macht ſeiner Perſönlichkeit,
ſeiner Siege, ſeines Ruhmes zu ſo ſtolzer Blüte gelangt
war! Unter ſeiner Regierung war aus der märkiſchen
Stadt eine Großſtadt geworden, die Einwohnerzahl hatte
ſich von 90000 bei ſeinem Regierungsantritt auf zirka
150 000 bei ſeinem Tode vermehrt, hatte ein völlig anderes
Ausſehen gewonnen. Berlin iſt gewiß eine der ſchönſten
Städte Europas, ſchrieb 1779 der Weltreiſende Forſter.
Der König hatte es ſich zur Aufgabe geſtellt, ſeine Haupt=
ſtadt
in ſchönheitsvoller Weiſe umzugeſtalten, ſie zu
ſchmücken, ihr unter den übrigen Hauptſtädten, die mitleidig
auf die ärmliche Schweſter an der Spree herabgeſehen, mit
einen erſten Rang anzuweiſen. Und es war ihm vollauf
gelungen! Friedrich hatte in ſeinem Freund, dem Frei=
herrn
von Knobelsdorf, der ſchon während der Rheins=
berger
Kronprinzenzeit ſein Talent reich entfaltet ebenſo
wie Pesne, dem wir die meiſterhaften Bildniſſe des
Königs verdanken und der nach der Thronbeſteigung
manche ſeiner weitgehenden architektoniſchen Pläne aus=
führen
konnte, den richtigen Mithelfer gefunden. Wichtige
Umänderungen führte er am Charlottenburger Schloſſe
und an jenem von Monbijou aus, erbaute das im Sep=
tember
1743 vollendete Opernhaus, war in Potsdam reg=
ſam
tätig (Sansſouci und Umbau des Stadtſchloſſes)
und entwarf die Pläne zum Palais des Prinzen Hein=
rich
der heutigen Univerſität das erſt nach ſeinem
Tode in Angriff genommen wurde. Unter ſeinen Nach=
folgern
, die ſich häufig nach den künſtleriſchen Anregungen
des Königs richteten, entſtanden der Dom, die Königliche
Bibliothek, das Münzgebäude, die katholiſche Kirche, die
Akademie der Wiſſenſchaften, das Kadettenhaus, die Ko=
lonnaden
an der Spittel= und Königsbrücke, die beiden
Türme auf dem Gendarmenmarkt uſw., neben zahlreichen
Bauten in Potsdam.
Durch das Beiſpiel des Königs ſahen ſich auch viele
Bürger veranlaßt, neue Bauten aufzuführen, wodurch die
Straßen, vor allem die Linden=, die Leipziger=, Friedrich=
und Wilhelmſtraße, ein anderes, ſtattlicheres Ausſehen ge=
wannen
. Damit die Stadt Luft erhielte, fiel ein Teil der
alten Feſtungswerke, die Spandauer Vorſtadt wurde flei=
ßig
bebaut und im Anſchluß hieran auch das Voigtland‟
benannt ſo nach den dort ihren Wohnſitz nehmenden ſäch=

ſiſchen, aus dem Boigland ſiammenden Arbeien. Die
Hauptſtraße bildeten die Linden, in der ſtets reges Leben
herrſchte, zumal abends, wenn des Tages Arbeit erfüllt
war. Equipagen rollten auf beiden Seiten hin und her,
die Federn flatterten auf den Hüten der grünen Leibjäger
und Huſaren, rote Läufer mit blauen Schärpen eilten den
Gefährten voran, eine Fackel ſchwingend.
Von den Linden, woſelbſt man in einem bretternen
Häuschen Erfriſchungen bekommen konnte, gelangte man
durch das ſchmächtige Brandenburger Tor das wenige
Jahre nach dem Tode des großen Königs durch den heu=
tigen
Monumentalbau erſetzt wurde in den Tiergarten,
den auf Geheiß des Herrſchers Knobelsdorf aus ſeinem
verwilderten Zuſtande in einen ſchönheits= und friedvollen
Park umgewandelt. Zwei koloſſale Statuen, der Pythiſche
Apoll mit dem Bogen und Herkules Muſagetes mit der
Leyer, hüteten damals den Eingang zum Park und gaben
einzelnen prüden Gemütern, die übrigens zu jener Zeit
ſeltener waren als heute, Anlaß zu allerhand Beſchwer=
den
, um die ſich der König allerdings wenig kümmerte,
denn die Statuen blieben ſtehen, und noch Heine konnte.
an ihnen ſeinen boshaften Witz auslaſſen. An dieſem
Eingange zum Tiergarten, jenſeits der Stadtmauer ge=
legen
, hielten kleine Korbwagen, die den ſchnellen Verkehr
mit Charlottenburg vermittelten und die Perſon für zwei
Groſchen dorthin beförderten; an ſchönen Tagen machten
ſie bedeutende Geſchäfte, denn Charlottenburg war ſtets
ein Lieblingsausflugspunkt der Berliner, und die Haupt=
ſtraße
daſelbſt war dann zu beiden Seiten mit zahlloſen
Tiſchen beſetzt; wenn dieſe aber nicht mehr ausreichten,
ſaßen die hauptſtädtiſchen Gäſte in dichten Gruppen auf
Schemeln, Bänken und ſogar altem Bauholz, ſie tranken
behaglich ihr Bier und ihren Kaffee und waren fröhlich
und guter Dinge. An derartigen ſchönen Tagen zeigte
auch der Eingang zum Tiergarten eine volkstümliche
Phyſiognomie; unter den Bäumen wurden Semmeln,
Pfefferkuchen Würſte und ſogar gefüllte Branntweinflaſchen
feilgehalten, hier und da ſtand ein Invalide mit einem
Guckkaſten, oder ein mechaniſches Kunſtwerk, das Innere
eines Bergwerkes, einer Schmiede uſw. darſtellend, wurde
den ſtaunenden Umſtehenden gezeigt. Während rechts nach
der Spree zu ein weiter Exerzierplatz lag, befand ſich links
vom, reſp. im Tiergarten, eine Reihe von Landhäuſern,
die von ihren Beſitzern zu Sommerwohnungen benutzt
wurden; prachtvoll ſchön erſchienen ſie einem zeitgenöſſi=
ſchen
Schilderer, ſehr wenige von ihnen haben ſich bis
heute erhalten und zwiſchen den prunkenden Palais der
ſtolzen Tiergartenſtraße dünken ſie uns arm und kümmer=
lich
, aber trotzdem geht von ihnen etwas ungemein Be=
hagliches
und Gemütliches aus.
Der Hauptverſammlungspunkt für die große Welt war
der von hohen Ulmen und Eichen eingefaßte Circel mit
den gegenüberliegenden Zelten, einigen Kaffeewirtſchaf=
ten
, die ihren Namen von früher dort vorhanden geweſe=
nen
, der Erholung dienenden wirklichen Zelten führten.
Im Circel verſammelte ſich an ſchönen Sommernachmit=
tagen
alles, was zur guten Berliner Geſellſchaft gehörte;

Saisen-Ausverkauf

Asbeibtor 1obte
Garuier 1obt0

Moquetteplüsch, Gobelin u. Seide

Tüll- und Scheibengardinen-
Stoffe, Roleauxstoffe, uni Satin-
:: und Futter-Stoffe 33
Leinen- Dekorations- Stoffe.

2178
Darmstadt.
Ludwid Alter,
Tannenſchwarten
Andert Sehmersenu ersetet

u. Klötzchen zum Anfeuern, prima
trocken, ca. 15 cm lang, per Zent
1,50 Mark einſchließlich Oktroi
frei Keller Karl Schimmer,
Tel. 212. (157a) Heinheimerſtr. 76.

(Wirtshausabfäll)
Hundefülter zu kaufen geſucht.
Off. u. B 81 an die Exv. (*1217ms

eine teure Hausapotheke.
Man verlange in Apotheken
u. Drogerien stets Rheins-
berger
Carmelitergeist
Carmol. Flasche 60 Pfg.
und 1. Mk.
(3183

Tannenklötzchen
zum Anfeuern (157a
kurz geſchnitten und gehackt
Brennholz, buchen und eichen
von Mk. 1.20 per Ztr. empfiehlt
Brennholz=Dampfſchneidere!

Näch PROFESSOR GRANAN:

Weer

Vorträgf der Sehn-Reh- ie ſtagen
Schon moraens Früh.
EEchf beis i
Erat Mriaet, Iil. Mianbeientr.
Gg. Wilh Weidig Nachf. Oskar u. Erns
Matzalt. Hofl.. Schulstr. 4.
(864e

Martin Jahn,
Pallgswieſenſtr. 30. Tel. 305.

Best. Vogelfutter
j. Vogelart (mehrf. präm.)
empfiehlt
Samenhälg. à .Kettig
Kirchstr. 10. Tel. 1010.
geg. d. Stadtkirche. (164a

Guten bürgerlichen

Mrrügsrisch
von 70 Pfg. an bei
Restaurateur Swars
Eliſabethenſtr. 12. (*1372dfs

=Restaurant Kratsche
Ecke Magdalenenſtraße,
an der Hochſchule. (*1251ms
Empfehle: Guten bürgerl.
Mittagstiſch von 60 an,
Abendtiſch . von 50 an. 5
Reiche Ausw. Sep. Nebenz.
Ii

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Jauuar 1912.

Nummer 17.

Seite 27.

auf den dicht zuſammenſehenden Bänken war nicht das
kleinſte, freie Plätzchen zu finden, auf den Alleen tummel=
ten
Reiter kokett ihre Roſſe, in eleganten, von allen Seiten
mit Glasſcheiben verſehenen Karoſſen, an deren Schlägen
Pagen und Heiducken ſtanden, erſchienen die Prinzeſſinnen
des königlichen Hofes und erfreuten ſich an dem frohſinni=
gen
Durcheinander.
Aber nicht nur das äußere Bild Berlins veränderte ſich
unter Friedrich dem Großen auf das weſentlichſte, auch
das innere, was das Weſen der Bevölkerung anbelangt.
Wohl brachten ſchlimme Störungen die Kriege herbei und
ſchlugen gelegentlich herbe Wunden, aber dieſe unruhigen
Zeiten hatten doch auch ihr Gutes: unter den Bürgern
wurde der Sinn zur Politik geweckt, neue Zeitungen er=
ſchienen
, und der Buchhandel nahm einen ungeghnten
Aufſchwung durch die vielen Streitſchriften, die begierig
gekauft wurden. Wiſſenſchaften und Künſte empfingen
reiche Anregungen; durch den Buchhandel unterſtützt, ent=
wickelte
ſich beſonders erfolgreich die Kupferſtichkunſt,
deren Meiſter Chodowiecki war, der nicht nur die Taten
des großen Königs, ſondern auch das ganze geſellſchaftliche
Leben ſeiner Zeit verewigte. Mehr und mehr wurden
auch die mittleren und unteren Volksſchichten von dem
Drang nach Bildung erfaßt; populäre Lehrbücher erfreu=
ten
ſich eines großen Abſatzes, in die teils recht verlotter=
ten
Schulen kam neues Leben, die Akademie der Wiſſen=
ſchaften
übte ihren ſegensreichen Einfluß aus, die erſten
Leihbibliotheken und Journalzirkel entſtanden, auch das
deutſche Schauſpiel gewann durch Döbbelin Boden, und die
Muſik wurde die Lieblingskunſt der Berliner; in vielen
Häuſern befanden ſich ſchon Klaviere, und die italieniſche
Oper war meiſt überfüllt.
Durch die kriegeriſchen Erfolge des Königs und die
Vergrößerungen des Staates hob ſich ſehr das geſchäft=
liche
Leben. Ein neuer Faktor, der induſtrielle, trat
hinzu, denn in Berlin wurden auf Friedrichs Veran=
laſſung
die verſchiedenſten Fabriken ins Leben gerufen;
die Porzellan=Manufaktur gewann raſch Boden, auch
die Fabrikation von Wolle und Seide nahm einen be=
deutenden
Aufſchwung. Wichtigen Einfluß auf den Han=
del
gewann ſodann die Gründung der Königlichen
Bank, ferner war die Reformierung der Juſtiz von gro=
ßer
, moraliſcher Wirkung.
Das geſellige Leben hatte einen friſcheren, freieren,
anmutigeren Zug erhalten, verſtärkt durch franzöſiſchen

Einſtuß auch bei den Moden und durch den Fren=
denandrang
. Denn ſelbſt aus fernſten Landen kamen zahl=
loſe
Beſucher, die des großen Königs Hauptſtadt aus
eigenem Anſchauen können lernen wollten. Franzöſiſche
Sprache und Literatur eroberten ſich ein weites Feld,
man gab viel auf Kleidung, Geſelligkeit, Ausdrucksweiſe,
in Wort und Schrift brauchte man keinerlei Hemmniſſe
zu fürchten, vieles war erlaubt, wenn es nur mit einem
Stich ins Witzige, Geiſtreiche geſchah. Damals wurde
der ſchlagfertige Berliner Witz geboren, wie ja auch der
König ſelbſt einem guten Witz nie abhold war und ihn
ſogar vertrug, wenn er ſeine Perſon berührte.
Natürlich kam auch das Militäriſche in Berlin zu
ſtarkem Ausdruck. Der König hatte mehrere neue Ka=
ſernen
erbauen laſſen und auf dem Exerzierplatz vor dem
Brandenburger Tor, im Luſtgarten wie auf dem Tem=
pelhofer
Felde wurde ſtramm gedrillt. Es war kein
leichter Dienſt, den die Soldaten hatten, aber ſie alle
waren von der Ehre durchdrungen, unter den Fahnen
des großen Königs ihren Schutz zu haben und dieſe
wiederum zu beſchützen. Es iſt kennzeichnend, was ein
in Deutſchland reiſender Franzoſe von einem Vorfall
berichtete, den er beobachtet: In einer biſchöflichen Reſi=
denz
hörte ich, wie bei einer Beſichtigung ein Offizier
einen Korporal aushunzte. Der Korporal antwortete
mit unbeſchreiblichem, kaltem Stolze nichts weiter als:
Herr Offizier, ich habe dem König von Preußen ge=
dient
! und der Offizier ſchwieg ſtill.
Gleich dem Tiergarten widmete der König ſeine
volle Aufmerkſamkeit auch dem aufblühenden Charlotten=
burg
und dem dortigen Schloß, in deſſen prunkenden
Gemächern Friedrich Wilhelm I. ſein Tabakskollegium
abgehalten. Friedrich ließ das Schloß durch Knobels=
dorf
ausbauen, den Park verbeſſern, einige Pavillons
in demſelben, ſowie Statuen und Büſten römiſcher Feld=
herren
daſelbſt aufſtellen, und als das Schloß im Som=
mer
1760 auf das ärgſte durch die Verwüſtung der Sach=
ſen
und Oeſterreicher gelitten, gab er vom Kriegslager
aus den Befehl, ſogleich die Schäden wieder auszu=
beſſern
. Und Charlottenburg ſuchte er ſofort auf, als
endlich der furchtbare, der Siebenjährige Krieg zu Ende
war; am 15. Februar 1763 wurde der Friede geſchloſſen,
und am 30. März kehrte Friedrich nach Berlin zurück.
ſich ſchnell den Huldigungs= und Siegesfeierlichkeiten
entziehend und nach dem Charlottenburger Schloß

elnd, wohin Muſker und Sänger geruſen wurden, umn
Grauns Tod Jeſu in der dortigen kleinen Schloß=
kapelle
aufzuführen. Sie glaubten, daß es ſich um einen
Dankgottesdienſt handelte und ſich eine große, glänzende
Verſammlung einfinden würde; aber ganz allein, von
niemandem begleitet, trat plötzlich der König in die Ka=
pelle
, ließ ſich auf einem Seſſel nieder und gab das Zei=
chen
zum Beginn. Majeſtätiſch und weihevoll rauſchten
die Klänge durch den erinnerungsvollen Raum; der =
nig
hatte das Haupt in die Hände geſtützt und verharrte
regungslos; als aber die Weiſen immer höher an=
ſchwollen
und endlich in den erſchütternden Akkorden
austönten: Weinet nicht, es hat überwunden der Löwe
vom Stamme Juda da ſollen heiße Tränen die Wan=
gen
des Siegers von Leuthen und Roßbach benetzt und
er in tiefer Erſchütterung die Kapelle verlaſſen haben.
Wie auf Berlin, ſo lenkte der König in noch höhe=
rem
Grade die Augen der Welt auf Potsdam. Er machte
die Stadt zu einer wahrhaft königlichen Reſidenz, gab
ihr einen geſchichtlichen Glorienſchein, wie ihn kaum ein
anderer Ort beſitzt, verſchönte ſie in aufopferungsvoll=
ſter
Weiſe, jährlich Millionen auf Millionen opfernd.
Potsdam, das iſt es, was ich brauche, um glücklich zu
ſein rief der König inmitten der Kriegswirren zu
d’Alembert aus. Es war ein armſeliges Neſt zu Zei=
ten
meines Vaters, er würde die Stadt nicht wieder=
erkennen
, ſo ſehr habe ich ſie verſchönt. Ich liebe es, zu
bauen und zu ſchmücken, aber nur von meinen Erſpar=
niſſen
, der Staat leidet nicht darunter.
Sein ſtolzeſter Bau aber war doch eben dieſer Staat,
dem er ſein ganzes Leben gewidmet und von dem er
in ſeinem Teſtament noch mit herrlichen Worten ge=
ſprochen
: Es iſt des Menſchen Beſtimmung, während
ſeines kurzen Lebenslaufes für das Beſte der Geſell=
ſchaft
zu arbeiten, dexen Teil er ausmacht. Seit meinem
Regierungsantritt verwandte ich alle von der Natur mir
verliehenen Kräfte und meine ſchwachen Einſichten dazu,
um den Staat, den ich zu beherrſchen die Ehre hatte,
blühend und glücklich zu machen. Geſetze und Gerechtig=
keit
herrſchten unter mir, ich brachte Ordnung und Be=
ſtimmtheit
in die Finanzen und erhielt das Heer in
jener Kriegszucht, durch die es ſich zum erſten Europas
aufgeſchwungen hat!
Stolze Worte, würdig deſſen, der ſie geſchrieben:
Friedrich des Großen.

Patte

Deutſcher

(14000)

achter aller

Möbel

und (1479a
Polsterwaren

inzelne Gegenstände

sowie

anze Einrichtungen

reell, kulant, billig.

Darmstadt, Kirchstr. 19

Adler, Underwood, Star,
Hammond, Oliver ꝛc., gebraucht,
zu verkaufen (*1450fs
Eckert, Frankfurt a. M.,
Große Eſchenheimerſtraße 19.

nurmit echten
Heitmannsfarbenn
Schutzmarke: Fuchskaaf im Stern.

Kleg. grau. Tuchmantel, Größ.
4244, für 8 Mk. zu verkauf.
Zu erfragen in der Exp. (*1479

Sbrader-Aor

Frankfurt a. M. Liebfraueneck.

(21310

anres-uinventur
Ausverkauf
Montag, 22. Januar und Dienstag, 23. Januar:
Ausverkauf samtlicher Reste u. Abschnitte.

Saison-Ausverkauf
N
N

von Pelzwaren.

253 Rabatt
gewähre auf fertige Pelzwaren, wie Muffe, Stolas,
in allen Pelzarten.
Fellvorlagen, Fussäcke, Jagdmuffe etc.
K. Höhn Nachfolger

Karl Zessler.
Marktstrasse 5.

(1845ids

Käute une Hoben,
ganze Einrichtungen, und Nach=
(1852a
läſſe
Kurtz, Pädagogſtraße 2.


Ankauf
von nur beſſ. getr. Herren= und
Damenkl. u. dgl. bei reeller Be=
zahlung
. Jetzt Donnerstag hier.
Schriftliche Off. unt. H 100 an
die Expedition ds. Bl. (2085fsi
Wer zahlt den höchsten Preis
für getragene Kleider, Schuhe,
Stiefel, Uniformen, Möbel, Bett=
(884a
werk ꝛc.?
C. Strudel, Langegaſſe.

Alt Darmſtädter
Anſichten, Porzellane, Geſchirre,
Uhren, Inſtrumente, Pläne, Karten
ꝛc. zu kaufen geſucht. Offert. m.
Preis u. W 73 an die Exp. (1248t

Schiemfabrik Schlüter,
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen ver
(67a
ſofort, billig und gut.

[ ][  ][ ]

Seite 28.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Nummer 17.

Kaumungs

Soeder’s

bietet die grössten Vorteile.

Bekannte erste Qualitäten se Verkauf ohne Rücksicht auf den Selbstkostenpreis
Schuhhaus Friedrich Soeder

12 Ludwigstrasse 12.

(2179

M

G. Usterfelcnischer Aipenverein
Sektion Darmstadt (E. V. Gegründet 1870.)
Dienstag, den 23. Januar 1912, abends 8½ Uhr,
im Kaisersaal, Grafenstrasse 18:

Monats-Versammlung.

Vortrag des Herrn Hofschauspieler Hans Baumeister:
Klettertouren im Kaisergebirge‟, mit Lichtbildern,
Die Angehörigen der Mitglieder u. eingeführte Gäste sind
willkommen.
Der Vorstand.
2119)

Verein der Innenstadt
Inhnmn
ERLADeKG

zur

Haupt-Versammlung
am
Mittwoch, 24. Januar 1912
abends 8 ¾/ Uhr, im Rest. Trautmann, Bismarckstr. 82
Tages-Ordnung:
1. Bericht des Vorsitzenden.
2. Besprechung städtischer Angelegenheiten und
eventuell eingebrachter Anträge.
3. Rechnungsablage.
4. Neuwahl des Vorstandes.
5. Wahl der Vertreter für den Bezirksvereins-
Ausschuss.
6. Wahl der Rechnungsprüfer für 1912.
Der Vorstand.
2122)

Billige
beste

en
Kahfk
I
Fettschrot 600 Stück
Steinkohlenbriketts
Union-Briketts. (B1657
Verlangen Sie Preise u. Probezentner.
Karl-
Tel.
1sos Gg. Schött str. 5d

Verein für Vogel- u. Geflügelzucht
3,0 RNIse.

2115)

Mittwoch, den 24. Januar 1912
abends 8½ Uhr.
Hauptversammlung
im Vereinslokal Zur Stadt Pfungstadt‟
Der Vorstand.

verſelt im Frileren
Friſeuſe u. Ondulieren, nimmt
noch Kunden an in und außer
dem Hauſe. Dornheimerweg 31,
Hartmann.
(*1472

Ia Hausmach. Sauerkraut
per Pfd. 14 Pfg. Prima Speiſe=
kartoffeln
, jedes Quantum z. hab.
Heinheimerſtr. 35, Lad. (*1434sms

Orisgewerbeverem Darmstaat.
Samstag, den 20. Januar 1912, abends 8½ Uhr,
im Kaiſerſaal (Grafenſtraße):
Geseiiger-Abend.
a) Kurzer Vortrag des Herrn Dr. H. Kienzle,
Kuſtos am Großh. Landesmuſeum, über die
Neueinrichtung des Gewerbemuſeums.
Im Anſchluß hieran:
Sonntag, den 21. Januar 1912, vormittags 10½ Uhr
Beſichtigung des Gewerbemuſeums
unter Führung des Herrn Kuſtos Dr. Kienzle.
b) Muſikaliſche, geſangliche, humoriſtiſche Dar=
bietungen
und Tanz.
Um zahlreiche Beteiligung unſerer Mitglieder und ihrer
Familienangehörigen wird gebeten. Gäſte ſind herzlich willkommen
und ſind Karten für dieſelben bei Herrn Sattlermeiſter Wallauer,
(1909ms
Rheinſtraße 37, erhältlich.
Der Vorſtand.

ganz beſonders für
Brautleute!
Eleg., moderne bürgerl. Braut=
ausſtattung
(unter Garantie noch
nicht in Gebrauch geweſen), beſt.
aus 2 engl. Betten, beſter Inhalt,
großer 2tür. Spiegelſchrank mit
Schublade und Verglaſung, eleg.
Waſch ommode mit weiß. Marmor
u. Spiegelauſſatz, 2 Nachtſchränke
mit Marmor, Handtuchhalter, alles
innen Eiche und ſchöne Intarſien,
ferner ſchönes ſchw. Speiſezimmer,
Eiche gebeizt, als: großes Büfett
mit Verglaſung, do. Kredenz, ſchw.
Auszugtiſch, Lederſtühle, feiner
Diwan mit ſchönem Umbau, ſowie
der hochf. Pitchpine imit. Küchen=
einricht
.: Schrank, Anrichte, Tiſch,
5 Stühle, Ablaufbrett. Die ganze
Ausſtattung wird für den Spott=
preis
von nur 885 Mk. ab=
gegeben
. Wird auf Wunſch noch
koſtenlos aufbewahrt; kann Sonn=
tags
den ganzen Tag beſichtigt
werden. Eventl. Transport= Ver=
gütung
.
(1971a
Frankfurt a. M.
Baumweg 33, parterre,
an der Bergerſtraße.

Hotel,Hess

täglich

(881a

Gelegenheitskauf
ünstler-Konzert.

Sonntag: Anfang 4 Uhr.

Stets freien Eintritt.

Konzert Reeinlz, Uloline
Frl. von Willmann, Klauier
Dienstag, den 30. Januar 1912, abends 8¼ Uhr,
in der Aula der Technischen Hochschule
Karten zu 3, 2 und 1 Mark bei Gg. Thies Nachfolger
und im Verkehrsbureau.
Der Reinertrag wird zum Besten der
akademischen Lesehalle verwandt.
(2127

Restaurant zum Trettpunkt.

Samstag

wozu freundlichst einladet

S Metzelsüppe

(*1460) Rud. Krüger.

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

29.

Die ganze Nacht geöffnet.
Café
Die Stichwahlen zum Reichstag

3

Die ganze Nacht geöffnet.

finden am 20., 22. und 25. Januar statt.

Bekanntgabe der Wahlresultate an diesen 3 Tagen
durch direkte Telegramme des
Darmstädter Tagblatt und der Frankfurter Zeitung‟

2242k)

von 10 bis 12 Uhr nachts.
Robert Förster.

Ein Appell an alle bürgerlich geſinnten
Freunde der liberalen Sache.
Die nat.=lib. Partei ſteht mit der Kandidatur
Dr. Osann in einer ausſichtsreichen Stichwahl in
dem hieſigen Wahlkreis. Doch bedarf es der größten
Arbeit und angeſtrengteſten Agitation. Wir wenden
uns deshalb an alle Freunde der liberalen Sache, uns
in dieſem Kampfe auch durch Geldbeiträge zu unter=
ſtützen
, und bitten, Beiträge entweder an die Bank
für Handel und Induſtrie zu Gunſten des Wahl=
komitees
der nat.=lib. Partei oder an Herrn Rech=
nungsrat
Lang, Schießhausſtraße 116, baldigſt ein=
ſenden
zu wollen.
(2189so
Der Wahlausſchuß der nat.=lib. Partei.
Dr. Nessling.
Dr. Nöllner.

M
M
T412
M
M
IRAFENSTR.N2EcKE RHEINSTE
bringt von Samstag, den 20. bis inkl. Dienstag,
den 23. Januar
den ſo hervorragend und wahrheitsgetreu geſpielten, mit
wundervollen Szenen ausgeſtatteten
3 Akter-Kunstfilm

Ein Felllakt
zirka 1200 Meter lang.
: Vorführung 1¼ Stunde.
Dramatiſche Szene aus dem Leben einer Geächteten
Dieſer Film, der ſich in dem Gebirgsörtchen des Tiroler
Alpenlandes abſpielt, iſt die Tragödie einer bildhübſchen, ihres
Vergehens nicht bewußten Tochter eines Holzhauers, die durch
die Schuld des leichtſinnigen Sohnes des Hofbauern, bei dem
ſie in Stellung iſt, dem Gerichte überliefert wird, aber durch
ihr gutes Verhalten entlaſſen, wieder zu Glück ſchlug.
Seine Majestät das Kind
herrlich koloriertes Drama eines von den Eltern der Braut
verſtoßenen Ehepaares.
Die Niagarafälle
herrlich kolorierte Naturaufnahme der größten Waſſerfälle der
Erde. Die werten Beſucher ſehen hier, wie ſich die Waſſer=
maſſen
aus ungeheuren Höhen ſprudelnd und ſchäumend
herabſtürzen, wie ſich die kleinen Dampfer mit Schauluſtigen
bis an die abſtürzenden Fluten heranwagen. Die Aufnahmen
ſind wunderbar ſchön koloriert, ſo daß man in den Glauben
verſetzt, wird dieſes Schauſpiel in Wirklichkeit mitzumachen.
Wunderbare kolorierte Aufnahme.

Einlagen

(*1582

Heuischzsozidte und
Christich Sozidte Farten
Aufruf zur Stichwahl am nächſten Montag!
Die Vorſtände beider Parteien im Wahlkreiſe=Darmſtadt Groß=Gerau
machen hiermit bekannt, daß eine Vereinbarung mit der nationalliberalen
Partei auf wechſelſeitige Wahlhilfe gegen die Sozialdemokratie zuſtande
gekommen iſt.
Wir laden deshalb unſere Mitglieder und Freunde dringend ein, ſich
auch bei der Stichwahl vollzählig durch Abgabe von Stimmzetteln für
Justzrar STA Coainf

zu beteiligen und auch ſonſt für deſſen Wahl zu wirken.

(2216

Achtung billig.
6=Pfg.=Zigarren, 10 Stück 40 Pf.,
7=Pfg.=Zigarren, 10 Stück 45 Pf.,
zu haben bei
Kranichſteiner=
Wamser, ſtraße 37, Htb.,
kein Laden.
(*1558

wie
neu
38 Mk., Sofa u. Chaiſelongue
villig z. verk. Darmſtr. 10, II. (*1583

Diwan,

Ankauf
von alten Flaſchen, altem Eiſen,
Lumpen uad Papier (*1572so
Ch. Zwickler, Holzſtr. 24.

Schreibtiſche( Hwpl.), eichen, Bücher=,
Weißz.=, Kleiderſchr Waſchkom.,
Nachttiſche, DTiſch, Küchenſch., Vert.,
pol. u. lack., in jed. Preisl., ſtaun. billig
zu verk Wendelſtadtſtr. 2. (*1570so

Schw. Winterub., Schlittich, Radſ.=
Landk. (aufg. ,Reißb., Inſt. Werkz.
ſpottb. abzg. Schwanenſtr. 73, p. (*156s

Pruhllaß
ſtarker Einſpänner, neu, zu verk.
Georg Gehrig, Küfer, Eber-
(2004dfs
stadt.
Gleg. ſchw. Samt=Soubrette z.
verl. Liebfrauenſtr. 68, II. (*1584
heumatismus
Gicht, lschias,
Nervenleidenden
teile ich gerne umſonſt briefl.
mit, wie ich von meinen qual=
vollen
Leiden befreit wurde.
Carl Bader, Illertiſſen
bei Neu=Ulm, Bayern. (1163

Rosluchz Fhodter
*1566)
am weissen Turm.
Grösstes und elegantestes Lichtspielhaus Hessens.

Heute neuer grandioſer Spielplan!
Nur 4 Tage!
Sossssstsstttte
Däniſcher Kunſtfilm.
Däniſcher Kunſtfilm.

Ein Rilla der Sand
oder
Die Tochter der Eisenbahn
Tragödie aus dem ruſſiſchen Geſellſchaftsleben in
3 Aufzügen.
Spieldauer zirka 1 Stunde.

Däniſcher Kunſtfilm.

ent. e
Lumgvon Unteriebebrüchen n
2-6Woch. ohne Berufstörung
erteit ven 20 Pfg. in Marken
Wal.Feß Belirz, vermot.o.

ee eten
Münchener Großbrauerei
mit erſtklaſſ. hell und dunkel Bier ſucht gute Lokalitäten für
Spezial= und Bei=Ausſchank. Kapital in jeder Höhe zur Verfü=
gung
, auch Baugeld für Hotel=Reſtaurant am neuen Hauptbahn=
hof
. Intereſſenten=Off. unt. C 78 an die Exped. erbeten. (*1554

Dr med. Kabucke. Spez.-Arzt.
Weishro i & uitwitzkV, Spez. f.
Haut-u. Geschlechtsleiden
Harnröhrenerkrankungen,
Ausflüsse, Syphilis.
Frankfurt a. M., Kaiserstr. 60
Schmerzloses rasches Hei ver-
Tlran ohne. Dusck. uber
Rasche Heilungen rach
Eürlich-Hata 606.
Sprechstund.: 111 und 48
Uhr. Sonnt. u. Feiert. 101 Uhr.
(165a

Little Hans
als Tropenſoldat.
Humoriſtiſch.

Däniſcher Kunſtfilm.

Raucherſchwur.
Komödie.
Wochen=Chronik.
Aktuell.

Kostüm- und Ballblumen,
Laube, Früchte etc.
von billigster bis feinster Ausführung in riesiger Auswahl
für Vereine und Gesellschaften
bringe mein reichhaltiges Lager in Karneval- und
Scherzartikeln, Dekorations-u. Ansteckblumen,
Guirlanden, Lampions, Tanzabzeichen etc, in
(*2219a
empfehlende Erinnerung.
Ludwigspl. 1 Gg. Schubkegel Telef. 1227.
auch die schwersten
Sprachleiden, Atem-
beschwerden
, nervös.
Unruhen undAengst-
lichkeit
, Erkrankun-
gen
der Stimmorgane
(2034a
heilt

Ser

Dtr. T. Daum.

Für Herzleidende Anleitung zur richtigen Atmung, um die
Herzkraft zu erhalten. Anerkennungen von Behörden, Pro=
fessoren
, Aerzten. Empfohlen durch die höchste Schulbehörde.

Maskenkostüme
Auswahl Stiftſtr. 89, p.

großer
(2184a

ſchöne Damenmasken, Rokoto
loital.Straßenſäng. z. verlodz,
verk. Pankratiusſtr. 35, 2. St. (*1538,

[ ][  ][ ]

dunkle Locken Wilhelminen=
ſtraße
-Rheinſtraße. Abzugeben
Neckarſtr. 4, 2. St., Hinterb., r. (*1509

m 18. ds. Mts. wurde von der
A Martin= bis zur Kiesſtr. eine
gold. Brille verloren. Gegen
Belohnung abzugeben (*1574
Martinſtraße 12.

Ernſtgemeint!
Ein tücht. Zuſchneider f. Herren=
u
. Damengarderobe, 27 Jahre alt,
evang., m. eigenem gut gehendem
Geſchäft u. 3000 Mk. Verm., ſucht
ſich mit einer tücht. Schneiderin m.
gutem Ruf und etwas Vermögen
baldigſt zu verheiraten. Off m.
Bild u. K. 60 postl. Darmstadt. (*1544

Programm
zu dem am Samstag, den
20. Januar, von 121 Uhr mit=
tags
vor dem Neuen Palais ſtatt=
findenden
Konzert der Kapelle
des Großh. Train=Bat. Nr. 18.
1. Feſtmarſch aus dem Es-dur=
Konzert von L. van Beethoven.
2. Ouverture zur Oper Dichter
und Bauer v. Suppé. 3.a), L'amour
qui rit Einlage aus der Operette
Hoheit amüſiert ſich, von Chri=
ſtind
: b) Liebestanz aus der
Operette Madame Sherry von
Hoſchna. 4. Gri=gri=Walzer aus
der gleichnamigen Operette von
Lincke. 5. Potpourri aus der
Operette Der Graf von Luxem=
burg
von Lebär. 6. Poſeidon=
Marſch von Jeſſel.

Schiffsbericht.

Nordd. Lloyd Bremen.
Mitgeteilt von dem Vertreter Anton
Fiſcher Darmſtadt, Frankfurter=
ſtraße
12 und 14.
Der Doppelſchrauben= Salonpoſt=
dampfer
Georg Waſhington
iſt am 16. Januar, 10 Uhr vor=
mittags
, in New=York ange=
kommen
.
Der Doppelſchrauben=Poſtdampfe)
Rhein iſt am 13. Januar
7 Uhr abends, in New=York
angekommen.
Der Dampfer Barbaroſſa iſt am
11. Januar, 12 Uhr mittags, in
New=York angekommen.
Der Dampfer Kleiſt iſt am
12. Januar, 12 Uhr nachts, in
Aden angekommen.

Am 21. Januar 1912:
Erste grösste und glanzvollste

Schreinerei Schneider, Hohler
Weg 5, empf. ſich im Fuß=
bodenausſpähn
., lfd. Mtr. 10 Pf.,
ſow. i. all. Schreinerarbeiten. (*1498
erſchiedene eiſerne Oefen zu
verkaufen. Kiesſtr. 31. (*1579
Martin Reinheimer, Ofenſetzer.
Vorplatz geſucht.
3,153,20 Meter hoch,
2,15- 2,20 breit.
Off. u. C83 a. d. Exv. (*1564so
Täglich frische
Mäzzen
Bäckerei u. Conditorei
(1302a
Mainzer
obere Bleichstr. 13. Tel. 126)

eenhafte Dekoration.

Kassenöffnung:
6 Uhr 11 Min.
Anfang 711 Uhr.

Der grosse

Eintritt: Im Vorverkauf Mk. 1.
reserv. Platz Mk. 2.-
Abendkasse: Mk. 2.. reserv-
Platz Mk. 3.

mit Festball
in der Narrhalla am Woogsplatz.
Glänzendste Veranstaltung der Karneval-Saison 1912.
Nur erste Darmstädter und Mainzer Redner.
Beste Liederdichter.
Sonder-Vorträge. Neuartige Darbietungen

Britannia-Hotei
Jeden Sonntag (857a
Künstler-Konzert.
Großherzogl. Hoftheater
Sonntag, 21. Januar.
96. Abonnem.=Vorſtellung. B 25.
Madame Butterfly.
Tragiſche Oper in 3 Akten von
Giacomo Puccini.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Cho=Cho=San,
gen. Butterfly . Frl. Geyersbach
Suzuli, Cho=Cho=
San’s Dienerin Frl. Howard
Kate Linkerton . Frl. Longin
F. B. Linkerton,
Lt. i. d. Marine
der U. S. A. . Hr. H. Hacker
Sharpleß, Konſul
der Ver. Staaten

in Nagaſaki
Goro, Nakodo

hr. Weber
Hr. Bernhardt

Vorverkauf: Verkehrsbüro und
Rob. Schneider (Zigarrenfiliale Feitler),
Ecke Hoch- u. Nieder- Ramstädter-
strasse
, L. Simon, Grafenstrasse 15,
Hausmeister der Turngemeinde. (1476a

11e Zumschwanchech
Samst., 20. Jan.
Metzel=
ſuppe

wozu freundlichſt einladet (*1493
Andr. Gerhard
Schwanenſtraße 79.

Heirat!

(*1588

Für Verwandte, hübſche Erſch.,
25 Jahre alt, evgl., äuß. tüchtig
im Haushalt, muſik., Ausſtattung
und 6000 Mk. ſofort, ſuche einen
Beamten oder Lehrer zwecks Heirat.
Nur ernſtgem. Anfragen haupt=
poſtl
. D. K. 100 Darmſtadt.=

Junger Mann, Mitte der 20er,
evangel., in ſichere Lebensſtellung,
wünſcht mit Mädchen gleichen
Alters bekannt zu werden zwecks
Heirat. Off. u. C 58 Exp. (*1482

t.,20 ., l. M. dar, Wichte,
27 J., 20000 M. bar, w. ſich ſchnell
z. verh. Herren oh. Verm. Brief a
Frau Aug. Scott, Berlin SW. 61. (691a

Ich heirate
hübſch. geſund. Herrn, nicht üb. 40,
Verm Nebenſ. Bin 22jähr. vermög.
Deutschamerik. Hymen‟, Borlin 18. (170a

kinderlos, mit
Witwe, einig. tauſend
Mark, möchte ſich wieder glücklich
verheiraten m. Herrn 4050 Jahr.
in ſich. Lebensſtelle. Gefl. Offerten
unter C 57 an die Exped. (*1476

ohne Vermög., 47 J. alt,
Witwe kinderl., wünſcht die Be=
kanntſch
. ein. ält. Herrn zwecks ſpät.
Heir. Vermittl. u. Anonym zweckl.
Off. u. C 70 an die Exp. (*1505

Faldis u0dalfse!

Restauration

Lun Schnereek

Heute Samstag, den 20. Januar:

Metzelsuppe
(*1540
mit Konzert!
Abends als Spezialität: Schlachtplatte à 70 Pfg
Sonntag, den 21. Januar und Montag, am Wahltage:
KUNZEN E
Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Franz Hippler.
Oberv arahauf!
Spiegelglatte
(2243
o4
Samstag u. Sonntag nachmittag Konzert.

Der Fürſt Yama=
dori

Hr. Jahn
Onkel Bonze
Hr. Hoff.
Der Kaiſerl. Kom=
miſſär

Hr. Kräger
Der Standesbe=
amte

.Hr. Indorf
Die Mutter Cho=
Cho=San’s
Frl. Lehmann
Yakuſidé, d. Onkel Hr. Geyer
Die Tante .
. Frl. Guerdan
Die Baſe
Frl. Schaub
Kummer (Butter= Erna Jung=
fly’s
Kind)
kurth
Verwandte, Freunde u. Freun=
dinnen
v. Cho=Cho=San. Diener.
Zwiſchen d. 1. u. 2. Akte lieg. 3 Jahre.
Ort der Handlung: Nagaſaki.
Zeit: Gegenwart.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremden=
loge
6 Mk. Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.13. Reihe)
4 Mk., (14.20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. Ende 9½ Uhr.
Kartenverk. v. 111 u. v. 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 111 Uhr f. d. Vorſtellungen
Montag, 22. Jan. 97. Ab=V.
C 24. Zu Leſſing’s Geburtstag:
Nathan der Weiſe. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 23. Jan. 98. Ab.=V.
D 24. Der fliegende Hol=
länder
. Gr. Pr. Anf. 7 Uhr.
Mitwoch, 24. Jan. Außer Abon.
Volksvorſtellung zu erm. Preiſen.
Anfang 7½ Uhr.
Glaube und Heimat.
Die Tragödie eines Volkes (3 Akte)
von Karl Schönherr.
Preiſe der noch vorhan=
denen
Plätze: Proſzeniums=
loge
2 Mk., Fremdenloge 2 Mk.,
Balkonloge 2 Mk., 1. Rang 2 Mk.
Sperrſitz 1.50 Mk.
Der Kartenverkauf zu dieſer Vor=
ſtellung
findet Dienstag, 23. Jan.,
ſowie an dem darauffolg. Tage,
vormittags von 111 Uhr, an der
Tageskaſſe ſtatt.
Aus dem Spielplan.
Donnerstag, 25 Jan. 99. Ab.=V.
A 26. Zum erſten Male: Gu=
drun
. Ein Trauerſpiel in fünf

Akten von Ernſt Hardt.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.

Große

[ ][  ][ ]

Nummer 17.

Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.

Seite 31

Wohltäter der Menſchheit ſind ſie geweſen,
und das werden ſie recht lange noch bleiben.
Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen, die vor
nunmehr 25 Jahren zum erſten Male in die
Welt gingen und die Wirkung der Sodener Heil=
quellen
in die Ferne trugen. Sie haben un=
* gezählten Menſchen, die von Katarrhen, Huſten,
Heiſerkeit, Verſchleimung ꝛc. geplagt waren, ge=
holfen
und ihre Verbreitung iſt heute ſo groß,
daß man ſie überall als vortrefflich kennt und
benützt. Fays ächte koſten nur 85 Pfg. und
ſind überall erhältlich.
(749MI

Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes
inHeſſen und Heſſen=Naſſqu im Dezember 1911.

* Der Beſchäftigungsgrad pflegt im Dezember in
der Regel ſtark herunter zu gehen, ſodaß Vergleiche mit
dem vorhergehenden Monat unzuläſſig ſind. Die in
den meiſten Betrieben aufgenommenen Inventuren
haben zur Folge, daß mit Aufträgen zurückgehalten
wird. Wir müſſen deshalb den Dezember des Vor=
jahres
als Vergleich heranziehen, und da ergibt ſich
dann, daß der Beſchäftigungsgrad als durchaus gün=
ſtig
zu bezeichnen iſt. Das gilt zunächſt wieder von der
Metallinduſtrie. Die Nachfrage nach tüchtigen
älteren Bauſchloſſern war bei der Städtiſchen Arbeits=
nachweisſtelle
in Frankfurt a. M. ſo ſtark, daß ein Teil
der Unternehmer auch mit jüngeren Leuten vorlieb
nahm oder den Auftrag durch Annoncen erledigte. Der
Metallarbeiterverband teilt mit, daß alle Zweige der
Induſtrie noch voll beſchäftigt ſind. Nach dem Bericht
des Städtiſchen Arbeitsamtes Mainz war die Nach=
frage
nach Bauſchloſſern, Spenglern und Inſtallateuren
beſonders lebhaft. Offenbach bezeichnet den Beſchäftig=
ungsgrad
in der Maſchineninduſtrie als ſehr gut Von
der Arbeitsvermittelungsſtelle Worms wird berichtet,
daß die Zahl der Arbeitſuchenden in die Höhe gegangen

ſei, während die Zahl der offenen Stellen etwas abge=
nommen
habe. Trotzdem herrſche Mangel an tüchtigen
und leiſtungsfähigen Kräften. Von den Arbeitſuchen=
den
beſtände weitaus der größte Teil aus Zugereiſten.
Beſonders vermerkt wird von der gleichen Stelle noch,
daß das heimiſche Gewerbe zum Teil geradezu auf aus=
wärtige
Arbeitskräfte angewieſen ſei und daß nur die
ungelernten Arbeiter die einzige Berufsgruppe dar=
ſtellen
, bei welcher dauernd ein Ueberangebot von Ar=
beitskräften
vorhanden ſei. Kaſſel meldet einen ſtarken
Andrang von Maſchinenſchloſſern.
Aus der Papierinduſtrie wird berichtet, daß
die Buchbinder durch die Arbeiten an den Adreßbüchern
und an anderen größeren Arbeiten bis Mitte Dezember
gut beſchäftigt geweſen ſeien, daß dagegen zu Weihnach=
ten
eine größere Anzahl Entlaſſungen vorgenommen
wurden. Die Lage in der Portefeuilleinduſtrie
in Offenbach a. M. wird als nicht günſtig bezeichnet.
Nach Sattlern und Tapezierern war die Nach=
frage
bei der Arbeitsnachweisſtelle Frankfurt a. M
ebenſo wie im Vormonat gering. Das gleiche wird aus
Worms berichtet. Aus der Induſtrie der Holz=
und Schnitzſtoffe wird folgendes vermerkt: Fur
Schreiner war in Frankfurt a. M. etwas weniger Ar=
beitsgelegenheit
vorhanden. Für Glaſer und Rahmen=
macher
, Wagner und Küfer war jedoch reichlich Arbeits=
gelegenheit
vorhanden. Für Schreiner auf Kundſchafts=
arbeit
war der Beſchäftigungsgrad in der erſten Hälfte
des Monats günſtiger als in der zweiten. In Worms
nahm ebenfalls in der Holzinduſtrie die Zahl der offe=
nen
Stellen erheblich ab, aber auch die Zahl der Arbeit=
ſuchenden
ging etwas zurück. Der Arbeitsnachweis der
Holzarbeiter in Frankfurt a. M. teilt mit, daß gegen den
Vormonat die Zahl der offenen Stellen etwas zurück=
gegangen
, der Andrang von Arbeitsloſen dagegen ſtär=
ker
geworden ſei. Aus Mainz wird noch von dem Bild=
hauerverein
berichtet, daß der Geſchäftsgang im Dezem=
ber
noch ſchlechter geweſen ſei, als im Vormonat. Der
Holzarbeiterverband in Darmſtadt teilt mit, daß die im

Novender fart zurückgegangene Konſuntur in der =
belinduſtrie
ſich gegen Mitte Dezember ſtark gebeſſert
habe. Für Schuhmacher und Schneider wird
aus Mainz Mangel an offenen Stellen berichtet; nur ein
größeres Konfektionsgeſchäft und Schuhfabriken ſuchten
durch Annoncen Arbeiter. Aus Offenbach a. M. wird
mitgeteilt, daß in den Schuhfabriken durch Fertigſtellung
der im Frühjahr lieferbaren Aufträge ſtark gearbeitet
werde und der Beſchäftigungsgrad ein ſehr guter ſei.
Aus Worms wird berichtet, daß Schneider und Schuh=
macher
wenig Arbeit finden. Das Baugewerbe hatte,
der Jahreszeit entſprechend, natürlich einen geringeren
Beſchäftigungsgrad zu verzeichnen. Aus Darmſtadt wird
berichtet, daß die Bautätigkeit zwar immer noch ſehr ge=
ring
ſei, daß jedoch die Fertigſtellung des Bahnhofes für
einige Zeit den Beſchäftigungsgrad etwas belebe. Mainz
meldet, daß im Baugewerbe alle Berufe, mit Ausnahme
der Maler und Tüncher, genügend Arbeit hätten. In
Offenbach a. M. war die Bautätigkeit ziemlich ſchwach.
Aus dem Buchdruckergewerbe wird aus Kaſſel
berichtet, daß durch die Weihnachtszeit und durch die
Wahlbewegung der Beſchäftigungsgrad ein günſtiger ge=
weſen
ſei. Frankfurt a. M. berichtet ebenfalls von einem
befriedigenden Geſchäftsgang. In Worms waren für
Maſchiniſten, Heizer und Fabrikarbeiter
nur wenige offene Stellen gemeldet. Im Gaſtwirts=
gewerbe
war der verfloſſene Monat flau. Nur für
Aushilfsarbeiter war nach dem Frankfurter Bericht in=
folge
der Feiertage und einiger größerer Feſtlichkeiten
reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. Aus dem weib=
lichen
Arbeitsmarkt iſt zu berichten, daß in Mainz
gegen Weihnachten die Nachfrage nach Putzfrauen nicht
gedeckt werden konnte. Worms teilt mit, daß der Mangel
an tüchtigem weiblichen Kochperſonal ſich empfindlich be=
merkbar
mache. Der Andrang von Putz= und Waſchfrauen
ſei, wie immer vor den Feſttagen, ſtark gewachſen. Kaſſel
berichtet von einem Mangel an Arbeitsangebot von
Fabrikarbeiterinnen.

von

Diese Woche!
Besonders preiswertes Angebot
Winterwaren!

Farb. Jacquard-Bettkoltern:
Einfarbige und
Kamelhaar-Bettkoltern:
Steppdecken:
jetzt 6.75 11.-
Weisse Damenwäsche, gerauht
weit unter Preis!

statt 7.25 9.25 14.50 19. 22.-

6.50 8.50 11.75 15. 16.
statt 4.75 8.50 10.25 12.75 14.50

3.90 7.25 8.90 10. 12.75
statt 8.75 14.25 13.50 24
28.-

10. 18.50 24.-

Farb. Damenwäsche
bedeutend reduziert!

zu und unter Ankaufspreisen!

Sämtliche Bodenteppiche, Holländer und
ldealteppiche, Bettvorlagen, Möbelstoffe!
Ein grosser Posten Vorhänge und Rouleaux
abgepasst und am Stück, jetzt, nach beendigten Inventur
ganz bedeutend unter Preis!

Benutzen Sie dies ausser-
gewöhnlich
billige Angebot!

Beachten Sie bitte meine
Schaufenster und Schaukasten

In Raistust

Marktplatz 10

(2208si)

Am Rathaus.

§* der mechanisch
Mulcuto , vollkommene
Sicherheits-Rasierapparat,
welcher vollständig schmerzlos rasiert.
Mk. 2.50, m. versilb. Schaumfänger Mk. 3.50
Die echte MULCU70 Rasierklinge
trägt die Schutzmarke MULCUTO
eingestempelt. :: Versand täglich
durch die alleinigen Fabrikanten
Muleuto-Stahlwaren-Fabrik
Paul Müller & Co.,
Solingen. (870a

Ein

Kraftspender

ist Kasseler Hafer-Kakao. Er bessert die
Blutbeschaffenheit, regt die Nerventätigkeitan,
ist wohlschmeckend und so leicht verdaulich,
dass er vom schwächsten Magen vertragen
wird. Als Kräftigungsmittel tausendfach
ärztlich verordnet.
Nur echt in blauen Kartons für 1 Mark, niemals lose.
(2159M

Mädfe Vertertattfer

zu reellen Preisen und unter Diskretion.
Angebote oder Adressen erbittet

2224

Fermar Soiitiar
Elisabethenstr. 28. Hof-Kunst- u. Antiquitätenhdlg.
An- und Verkauf von Porzellanen, Fayencen, Gemälde,
Stiche, Miniaturen, Schnitzereien in Holz u. Elfenbein
etc., Wachsbossierungen, Uhren, Bronzen, Stoffe,
Stickereien, einzelne Möbel, sowie komplette Ein-
richtungen
, Beleuchtungskörper, Silhouetten, Kristall-
und Silbergegenstände jeder Art, Bücher, Dokumente
und alle sonstigen altertümlichen Gegenstände, sowie
auf Hessen und Darmstadt Bezügliches. ::

zur Geſchäfts=Eröffnung gebrauche
dringend getrag. Kleider, Schuhe
Stiefel, Wäſche, Federbetten, künſt=
liche
Zahngebiſſe ꝛc. und zahle nur
(*1514so
höchſte Preiſe
J. Wallach,
Holzſtraße 1, Laden.
(ſal
1 Junker u. Ruh=Ofen neu.
f. Bureau, Laden uſw. paſſend),
1 Füllofen und 1 Amerikaner=
ofen
ſehr billig abzugeben (*1573si
Th. Ploch, Hoflieferant, Karlſtr. 23.

Achtungl nichtüberſehen, ſpottb.
1 faſt neuer 3teil. Schrank, ſchwarze
und graue ſehr gute Strickwolle,
4 guterh. Herrenüberzieher, Anzüge,
Herren= u. Damenſtiefel, Damen=
mäntel
, Jacketts, Bluſen, Damenkl.,
Unterröcke, 1faſr neu. ſchw. Offizier=
mantel
, 1 faſt neuer Frack m. Weſte,
1 faſt neues weiß. Jackettkl., 1 Samt=
kleid
, 1 Waſchkommode, 1 faſt neuer
Damenſchreibtiſch, Eichenh., 1 Hand=
reiſetaſche
, 1ſilb. Damenuhr m. Kette,
2 Kanarienh., flott. Säng. Arheilger=
ſtr
. 10, 2. St., links bei Fuchs. (*1523

Schwz. Winter=Paletot b
verk. Sandbergſtr. 69, pt.(*
euer Diwan bill. zu verke
N Mühlſtraße, 62, part.

[ ][  ][ ]

Inventur-Ausverkauf

Der Inventur-Ausverkauf wird in kurzer Zeit beendet sein. Die noch in grösstem Umfange vorhandenen
Waren müssen geräumt werden, um Platz für die neuen Frühjahrseingänge zu schaffen. Aus diesem
Grunde sind alle Ausverkaufs-Vorräte nochmals bedeutend im Preise reduziert. Diese seltene
:: Gelegenheit, fabelhaft billig einzukaufen, sollte keine Dame versäumen. ::
20
28

Ein gosten
Posten

focheleganter schwerer Winterkostüme

aun elt augk unt aus. genneteren Slalln, darme
ganz teuere ratinéartige Qualitäten, Jacketts teilweise

mit echtem Pelzschal garniert, vorherrschende Farben, dunkelbraun, schwarz
. . regulärer Verkaufswert 65. bis 125. jetzt 45. 51. 59. 65.
und gestreift

aus Tüll, Spitzen, Seide, Samt,
Ein grosser
Ball- u. Sesellschaftskleider
Wollstoffen
jetzt zu erstaunlich billigen Preisen
Posten

un melhehien ueu euelet gennterten
Ein Postern
Posten Jackenkleider Stoffen in enormer Auswahl und seltener 50
. . . . . jetzt in Serien zu 25.50- 33. 45.- 51.- 59.- 65.-
Preiswürdigkeit

Ein Prsten
Posten

weisser und schwarzer Spitzen-, Füll- und Seidenblusen
regulärer Verkautswert bis 25. jetzt 13.50
auf Seide gefüttert, duftige, elegante moderne Fassons

in allen Farben mit farbigen Aufschlägen und kleinen Knöpfen
Ein eosten
6.50
Posten reinseidener Jayette-Blusen garniert, auf Batist gefüttert, in allen Grössen
,

elegante, geschmackvoll garnierte Fassons mit breitem gestickten
Ein grosser
Posten Schwarzer Juchmäntel
Kragen, Seidenblenden und Fransengarnitur

regulärer Verkaufswert 29. bis 45. jetzt 17.50 und 23.50

kimonoartig, 130/140 cm lang, mit vornehmer Garnierung aus Stickerei, Seidenblende,
Ein grosser
Posten Schwarzer Juckmänfet schnur und Fransen . . . . . . . . . regulärer Verkaufswert 45. jetzt 17.50

1301i0 en antg, au vorieleden Pauehntal uit kerbiger Abeſte gerntert
Ein gorsten
Posten Noceleg. Flauschmänfet marineblau mit grün braun mit hellbraun braun mit oliv dunkelgrün
,
mit hellgrün dunkelgrau mit hellgrau
.. . . . . . . . . . . . regulärer Verkaufswert bis 39. jetzt 19.50

hellblau, blau mode, mit grossem, gestickten Kragen, Samt und Seidenblende
Ein grosser
Posten. Juch-Abend-Mäntet
regulärer Verkaufswert bis 45. jetzt

15.-

aus leinenartigen Stoffen, 110130 cm lange Fassons, reich mit Spitzen und Stickereien garniert,
Ein grosser
Posten Leinen-Mäntel
früherer Wert bis 20. jetzt durchschnittlich zum Aussuchen 4.50

Ein grosser
Posten

hocheleganter langer Delour du Nord- und Samtmäntel

besonders feine, reich garnierte Fassons, mit Tressen- und Fransengarnitur, meistens auf
reiner Seide gefüttert, regulärer Verkaufswert 80. bis 145. jetzt 35. 45. 59. 65. 95.-

Aussergewöfinliches Angebot!

Ein Posten
Posten

eleganter Kostümröcke

meistens aus gestreiften Kammgarnstoffen in allen Farben, blau, braun, grün, grau, gestreift und schottisch kariert, elegante schön
verarbeitete Fassons aus sehr guten Stoffen
regulärer Verkaufswert 17.50 bis 33. jetzt 9.50

aus Mardker, Fleunieg-, Vers=
Grosse Selegenheitskäufe in echfen Jelz-Stolas murmel, Sleunks-Opossum.

Ein grosser
Posten

schwarzer Samt-Kostüme

regulärer Verkaufswert 100150 jetzt

Bkad Craamkat

Frankfurt a. M.
neben der
neben der
Zeit
Hauptpost
Hauptpost

Grösstes Spezialhaus Frankfurts für Damen-Konfektion.
12
15
M

(T2136

[ ][  ][ ]

N6 17.

Samstag, 20. Januar.

1912.

eichstads
15

Stichwahlresultate

2220sod)

vom 20., 2. md 25. Januar

des,Darmstädter Tagblatt‟
telegr. Berichte der, Frankfurter Zeitunge: Allschlag im

Milst
udwig

Der Hansa-Bund
Reichstagswahl!

hat ſich bei der Hauptwahl im Wahlkreiſe Darmſtadt
Groß=Gerau den beiden bürgerlichen Kandidaten
gegenüber neutral verhalten müſſen. Jetzt gilt es,
Dr. Osann unbedingt zum Siege über
den Sozialdemokraten zu verhelfen.
In der Stichwahl müſſen die liberalen Parteien
durch einmütig geschlossenes Vorgehen
einen vollen Erfolg erringen. Die Mitglieder
des Hanſa=Bundes, alle Gewerbetreibende, würden
geradezu den Geſamtintereſſen unſeres deutſchen
Wirtſchaftslebens, insbeſondere den Intereſſen von
Gewerbe, Handel u. Induſtrie entgegenhandeln, wenn
ſie nicht am 22. Januar bis auf den letzten Mann
ihre Stimme für
Dr. OSANN
abgeben würden. Jeder Hanſa=Bündler fordere ſeine
Freunde und Bekannten auf, das Gleiche zu tun.
Wahlrecht wird jetzt mehr als je zu Wahlpflicht.
Die bürgerliche Sache muß unter allen Um=
ſtänden
ſiegen!
(2211so
Die Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſa=Bundes.

Frauenverein der Südoſtpfarrei der evang. Stadt=
gemeinde
Darmſtadt, E. 9.
Ordentliche Mitgliederverſammlung
Montag, den 29. Januar 1912, nachmittags 5½ Uhr,
im Gemeindehaus Kiesſtraße 17.
Tagesordnung: Arbeitsbericht für 1911; Rechnungsablage für
1911; Voranſchlag für 1912; Vorſtandswahl.
(2126
Für den Vorſtand: Kleberger.

Ludwigshöhe.
Sonntag, den 21. Januar 1912, nachmittags 4 Uhr
Militär (Streichmusik)-Konzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: M. Weber.

Aus dem Programm: Ouvertüren zu Die Stumme von
Portici, Die luſtigen Weiber von Windſor Pilgerchor und Lied
an den Abendſtern aus der Oper Tannhäuſer Solovorträge des
Herrn Lemmer. Die Schlittſchuhläufer, Walzer. 's kommt ein
Vogel geflogen nach dem Stile älterer und neuerer Meiſter. Zum
erſten Male: Mein Engelchen, Walzer von E. Friedlein.

Eintritt 25 Pfg.

Obere Räume für Nichtkonzertbeſucher.
Der Weg nach Böllenfalltor iſt beleuchtet.

(2213B

Darmstädter Eisbahn-Verein
Samstag: Militär-Konzert
2209)
Hinterm Woog
Sonntag: Militär-Konzert
Hinterm Woog und auf der Orangeriebahn

e
Inhaber:
Rostauratien Rehberger Martin Schwarz
Wein- und Aepfelweinkelterei
DARMSTADT, Kiesstr. 69, Ecke Niederramstädterstr.2
Telefon 1832.
Mittagstisch zu 70 Pfg. und 1. Mk.
Abends von 6 Uhr ab: Stammessen à 60 Pfg.
Reichhaltige Speisenkarte.

Kronen-Bräu
Darmstadt

München

Fürstenberg-Bräu Augustiner-Bräu
Donaueschingen
Apfelwein aus eigner Kelterei. Flaschen-Weine erster Firmen.
Im Ausschank:
2214a
Rheinhessischer Wein
Oppenheimer, Planiger, 1911er selbstgekelt. Mettenheimer.
Badischer Wein
Mosel-Wein
Ortenauer Schiller
Bruttiger
Rot-Wein: Motange und Bordeaux.

Künstler-Tempel
zu verkaufen. Zu erfragen
Landhaus Wienkoop,
Villenkolonie Eberſtadt,
Ludwigshöhhalteſtelle. (*1478

Täglich
7080 Lt. Vollmilch
gegen Barzahlung oder gegen
Kaution von 1. Februar ab auf
dauernd geſucht. Offert. u. C 27
a. d. Expedition ds. Bl. (*1387dfs

Berlitz-School
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstrasse 19, II.
Telefon 613
Deutsch
für Ausländer
Privat- u. Klassenunterricht
Französisch
zweimal wöchentlich
abends 8 und 9 Uhr.
Anfänger-Kursus
Stundenpreis 90 Pfg.
Anmeldungen im Büro
von 91 und 38 Uhr.

Miktauser ehntun
Frankenhausen
Ing.-u. Werkm.-Abt. Gr. Masch.-Lab.

Hoch. und Toſbau.

Anglisch!
Engländerin erteilt Unterricht.
Offerten unter B 37 an die
Expedition ds. Bl.
(*1070os

Mathematik d. akad. gebild. Lehrer
Sorgfält. ſchnelle Förderung. Mäß.
Honor. Wittmannſtr. 30, I. (B820

wünſcht engliſch.
ngländerin Unterricht zu er=
teil
en Wilhelminenplatz 10, I. (94a

Zu deutschem Unterricht
(Aufſatz u. Vortrag), werden noch
12 Teilnehmer geſucht. Honorar
für 10 Stunden 12 Mk. Gefl. Off.
unt. C 13 an die Exp. (2013ds
Eteit efoigreich
Dr. phil. Unterricht u.
übernimmt Ueberwachung der
Schularbeit. Erſte Empfehlungen
und Referenzen! Offerten unter
C 14 an die Exp. erb. (2011a

ſucht Nachhilfe=
Primaner ſtunden z. geben.
Off. u. C 48 an die Exp. (*1439fso

(Ladem. nimmt höh. Schül. . gut.
Penſ. Sorgf. Erziehg., Aufſ. u.
Nachh. b. Schulaufg. Erfolg gar.
Mtl. 75 M. Anfr. u. M52 Exp. (B178

Englischen Unterricht
erteilt Miss Kathleen Mackimm,
B821) Annastrasse 30, II.

Dame ert. erfolgr. Nachhilfe in
Sprach., auch Latein; überw.
Schularb. Vorz. Refer. Stundenpr.
50 Pfg. Eliſabethenſtr. 44. (1272a

(*1477
Das jetzt moderne
Lauten- und Guitarrespiel
können 23 Damen oder Herren
aus guten Kreiſen raſch praktiſch
erlernen. Off. u. C55 a. d. Exp.

franzöſiſche Zirkelſtunden
30 abzugeben. Preis 30 Mark.
(*1464sms
Näh. Expedition.

kann 16jähriges Mädchen
das Bügeln u. Glanzbügeln
erlernen. Zu erfr. i. d. Exp. (*1488sm

Konserva-
Reiormi-vorium
Hoffmannstr. 5%
Klavier, Violine. Kein
Klassenunterricht. Gut-
achten
. Frospekt kostenlos.
Aufnahme täglich. (2185a

NoNe TEEN 29

3. Februar 1912a

in sämtl. Räumen d. Saabbaues
zum Besten der Wohlfahrtseinrichtungen
der Deutschen Bühnen-Genossenschaft.
0000
Aus dem Programm:
Begrüssungshymne
8 stimmiger Ensemblesatz, ausgeführt vom Gesamtpersonal
der Hofoper.
Solo- und Ensemble-Vorträge.
Erstaufführung!
Erstaufführung!

Ein Abenteuer im Harem

Operette mit Ballet von Paul Lincke
unter
versönl. Leitung des Komponisten.
PPDas wundersame Hoftheaterauto pe
Cabaret zur Fledermaus‟.
Novitäten.

Preise der Plätze: 5., 4., 8.-, 2. Mk.
Vorverkaufsgebühr 0.50 Mk.
Vorverkaufsbeginn am Montag, 29. Jan. 1912.
bei Leop. Sohutter, Elisabethenstrasse.
(2183

Schutzenhol.
Sonntag, den 21. Januar 1912
Abends 811 Uhr
m earnetkonzert

Kapelle des Grossh. Art.-Korps.
Leitung: Herr Obermusikm. Mickley.
Neueste Lieder und Possen.

(*1580

Von 11 Uhr an Tanz.
Eintritt mit Programm und Lieder 30 Pfg.
In den Keller-Lokalen Konzert bei freiem Eintritt.
Zum Beſten des Heſſiſchen Fechtverein Waiſenſchutz, zur
Pflege und Erziehung armer Halbwaiſen in Darmſtadt:
Dienstag, 23. Januar, abends 8¼ Uhr
Wohltätigkeits-Elite-Abende
im grossen Saale des städt. Saalbaues. (2199
Lané & Ne
das berühmte Antiſpiritiſtenpaar werden neue Experimente über
die Wunder des Spiritismus, Gedankenleſens, Somnambulis=
mus
, Zitierung der Geiſter aus der Vierten Dimenſion, Tiſch=
rücken
u. Tiſchklopfen, Geſundbeten, Hellſehen, Gefeſſelt. Medium,
Der Spuk von Reſan und moderne Wunder uſw., ſowie das große
ſenſat. Programm vorführen u. auchſofort vollſtänd. erklären.
Reſervierter Sitz 2 M., II. Platz 1.50 M., Stehpl. 80 Pf.
Die Geſchäftsſtelle für die ausgeſandten Billets u. Kartenverkauf
befindet ſich Britannia=Hotel, Rheinſtr. 35, tägl. v. 10-1 u. 3-5 Uhr,
wo Zahlungen f. Karten entgegengenomm. werden. Der Vorstand.

[ ][  ]

Seite 34.

Darntſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912,

Nummer 17.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.

Geöffnet an Wochentagen von 9 12 Uhr vorm. und
35 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 15. Jan.: dem Fabrikarbeiter Jakob
* Muntermann, Große Kaplaneigaſſe 7, ein S. Heinrich
Emil. Am 20.: dem Monteur Adolf Wächter, Feldberg=
ſtraße
79, eine T. Helene Elſa. Am 14.: dem Muſiker
Jakob Kunitſch, Fuhrmannſtr. 14, ein S. Heinrich. Am
13.: dem Rechnungsführer Friedrich Bitſch, Bleichſtr. 27,
eine T. Elſe. Am 16.: dem Fuhrmann Heinrich Hein=
lein
, Holzſtr. 7, ein S. Ludwig Albert. Am 17.: dem
Schloſſer Auguſt Märtirer, Mauerſtr. 27, ein S. Joſeph
Julius Auguſt. Am 13.: dem Ofenfabrikant Karl Weiß,
Kiesſtr. 93, ein S. Karl Erich. Am 17.: dem Diplom=
Ingenieur Oskar Walter, wohnhaft in Mannheim, ein
S. Helmut Georg, Schloßgartenſtr. 45 hier. Am 13.: dem
Schaftenmacher Heinrich Sauer, Heinheimerſtraße 82, ein
S. Ludwig. Am 16.: dem Betriebschemiker Wilh. Hub=
mann
, wohnhaft in Heygendorf=Schafsdorf (Sachſen= Wei=
mar
=Eiſenach), ein S., Grafenſtr. 9 hier. Am 15.: dem
Tapezierer Louis Korte, Mühlſtr. 68, eine T., Amanda
Martha. Am 13.: dem Schuhmachermeiſter Heinrich
Döderlein, Rhönring 15, ein S., Ernſt Ludwig. Am 14.:
dem Maſchiniſten Otto Schubert, Waldſtraße 30, eine T.,
Margaretha Eliſabetha.
Aufgebote. Schloſſer Heinrich Zörgiebel, Schloß=
gaſſe
33, und Dienſtbote Katharina Hamml, Holzhof=
Allee 32. 16.: Muſiker. Ludwig Schuta, Zabrze, und
Dienſtmagd Magdalena Stork, Wixhauſen. Fabrikarbeiter
Adam Göttmann III., Brensbach, und Dienſtmagd
Katharina Frank, Werſau. Maſchinenbauer Karl Wil=
helm
Tolle, und Köchin Helene Wirgau, beide in
Braunsberg. Schmied Bernhard Schuchmann in
Zwingenberg, und Dienſtmagd Barbara Vogt hier. Am
17.: Konditor Georg Hammann und Dienſtmagd Mar=
garetha
Groß, beide in Albisheim. Landwirt Daniel
Heinrich Heß und Marie Eliſe Hain, beide in Biebes=
heim
. Am 13.: Kgl. Regierungsbaumeiſter Luis Friedr.
Konrad Hoffmann, Allee 1, und Luiſe Eliſabeth Blum
Frankfurt a. M. Taglöhner Phil. Stein, z. Z. Dragoner
im Leib=Dragoner=Rgmt. Nr. 24, hier, und Philippine
Wolf, Auerbach a. B. Kaufmann Wilh. Georg Hüb=
ner
, Gr. Ochſengaſſe 5, und Kath. Schupp, Griesheim.
Geſtorbene. Am 15. Januar: Karoline Oppenhei=
mer
, geb. Eiſemann, Wtwe des Handelsmanns, 94 J.,
iſr., Waldſtraße 34. Am 16.: Privatin Karoline Luiſe
Armbruſt, 82 J., kath., Mühlſtr. 58. Maria Frank,
T. d. Taglöhners, 3 J., ev., Fuhrmannſtraße 10. Ober=
rechnungsreviſor
B. Wambold, 80 J., ev., Schützenſtr. 17.
Am 17.: Marie Spieß, geb. Werner, Ehefrau des Stadt=
tagl
., 73 J., ev., Sandbergſtr. 38. Am 18.: Katharina Heß
geb. Merz, Ehefrau des Buchhalters, 37 J., kath., Fried=
richſtraße
9.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt II.

Geöffnet an Wochentagen von 912 Uhr vorm. und
35 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 4. Januar: Dem Kaufmann Heinrich
Johann Eigenbrodt, Herdweg 18, ein S., Friedrich Hein=
rich
. Am 3.: Eine unehelige T., Suſanne. Am 5.: Ein
uneheliger S., Wilhelm Hugo. Am 4.: Dem Schreiner
Konrad Schädle, Moosbergſtraße 93, eine T., Anaſtaſia.
Am 9.: Ein unehelicher S., Philipp. Am 5.: Dem Kaſſen=
rechner
Friedrich Karl Neff zu Nieder=Modau ein S.,
Auguſt Jakob Karl. Am 9.: Dem Muſiker Gottlieb Wal=
ter
Heinrich, Bleichſtraße 23, eine T., Annemarie Erna
Erika. Am 16.: Dem Gärtner Johann Georg Wolf,
Niederſtraße 18, eine T., Karoline. Am 14.: Eine
uneheliche T., Eliſabeth.
Aufgebotene. Am 8. Januar: Sergeant im Train=
Bat. Nr. 18 Franz Seemann, Heidelbergerſtr. 49, und
Anna Barbara Leidecker zu Ockſtadt. Am 15.: Poſtdirek=
tor
Johann Adam Becker zu Friedberg (Heſſen), und
Katharine Maria Luiſe Foncar, Kiesſtraße 133.
Eheſchließungen. Am 16. Januar: Hausburſche Emil
Schnur, Beſſungerſtraße 70, und Luiſe Riedacker, eben=
daſelbſt
.
Geſtorbene. Am 7. Januar: Schreibgehilfe Georg
Philipp Lotter, 22 J., ev., ledig, Sandbergſtraße 31.
Adam Honecker, 9 J., kath., Nieder=Ramſtädterſtraße 177.
Am 10.: Privatin Thereſe Leo, 89 J., kathol., Landskron=
ſtraße
67, ledig. Am 11.: Anna Margarethe Stier, geb.
Karg, Ehefrau des Weißbinders, 60 J., ev., Schießhaus=
ſtraße
9. Am 15.: Geſchäftsreiſender Franz Joſeph
Eisvogl, 66 J., kath., Annaſtraße 8. Marie Mathilde
Storch, geb. Wachsmuth, Witwe des Salinenwerk=
meiſters
, 68 J., ev., Bad=Nauheim. Privatin Bertha
Braubach, 86 J., ev., ledig, Beſſungerſtraße 114.

Kirchliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Hoſkirche: Samstag, den 20. Januar, abends um
6 Uhr: Beichte. Sonntag, den 21. Januar, vorm. um
½10 Uhr: Beichte und Anmeldung zur heil. Kommunion
in der Sakriſtei. Vormittags um 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
mit Feier des hl. Abendmahls. Mittwoch,
den 24. Jan., abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Velte.
Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Velte. Abends um 6 Uhr: Pfarrer Kleberger.
Nach der Predigt: Feier des hl. Abendmahls
Stadtkapelle: Vorm. um 9½ Uhr: Pfarrer Beringer.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Kleberger.
Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Freitag, den
26. Jan., abends um 8¼ Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer
D. Dr. Diehl.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Diviſionspfarrer Lie. Schettler. Vorm. um 11 Uhr:
Gottesdienſt im Lager. Kindergottesdienſt fällt aus.
Johanneskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Kraus.
Vorm. 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends um
7 Uhr: Aufführung der Jugendvereinigung im Gemeinde=
haus
. Samstag, den 20. Januar, abends um ½ 7 Uhr:
Dieſelbe Aufführung für Schüler.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent
Lautenſchläger. Vorm. um 11½ Uhr: Kindergottes=
dienſt
für den Weſt bezirk. Pfarrer D. Waitz. Abends
um 6 Uhr: Pfarrer Widmann. Nachm. um 4 Uhr:
Bibelſtunde im Martinsſtift. Pfarrer Veller.
Eliſabethenſtiſt: Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Stein. Vorm. um 11¼ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vormittags um
10 Uhr: Pfarraſſiſtent Lic. Dr. Vollrath. Vorm. um
11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lic. Dr.
Vollrath.
Pankuskirche: Vormittags um 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Rückert. Vorm. um 11¼ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Pfarrer Rückert.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, den 21. Jan.,
vormittags 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Nachmit=
tags
um 4 Uhr: Bibelſtunde und Jugendbund für E. C.
Abends um 8½ Uhr: Evangeliſation. Montag, den
22. Jan., abends um 8½ Uhr: Frauen=Bibelſtunde.
Dienstag, den 23. Jan., abends um 8½ Uhr: Jung=
frauen
=Bibelſtunde und Blaukreuzſtunde. Mittwoch,
den 24. Jan., nachmittags von 46 Uhr: Hoffnungsbund
für Mädchen. Abends um 8½ Uhr: Geſangſtunde.
Donnerstag, den 25. Jan., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Freitag, den 26. Jan., abends um 8 Uhr: Sonntags=
ſchulvorbereitung
. Abends um 9 Uhr: Gebetsvereini=
gung
. Samstag, den 27. Januar, nachmittags von
24 Uhr: Hoffnungsbund für Knaben. Filiale
der Stadtmiſſion (Beſſungerſtr. 88, Hinterbau):
Freitag, den 26. Jan., abends um 8½ Uhr: Evangeliſation.

Gottesdienſt der Nenapoſtoliſchen Hemeinde (Neue Nieder=
ſtraße
13): Sonntag, nachm. um 4 Uhr. Mittwoch,
abends um 8½ Uhr.

Gemeinde gläubig getauſter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße
17: Sonntag, den 21. Januar, vorm. um 9½ Uhr:
Predigt. Prediger Höpfner. Vorm. um 10½ Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Prediger
Schuſter=Worms. Abends um 6 Uhr: Jugendverein.
Dienstag, den 23. Jan., abends um 8½ Uhr: Frauen=
Miſſionsverein. Mittwoch, den 24. Jan., abends um
8½ Uhr: Gebetsverſammlung. Donnerstag, den 25. Jan.,
abends um 8½ Uhr: Geſangverein. Freitag, den
26. Jan., abends 8½ Uhr: Sonntagsſchullehrer= Ver=
ſammlung
.

Katholiſche Gemeinden
St. Ludwigskirche: Samstag, den 20. Januar, nach=
mittags
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen=
heit
zur heil. Beichte.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Feſt der hl. Familie
Kollekte für die Erziehungsanſtalt zu Drais
Vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Um 6 Uhr: erſte hl. Meſſe. Um 7 Uhr: Austeilung
der hl. Kommunion. Um 8 Uhr: hl. Meſſe. Um
½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Um 11 Uhr: Aka=
demiſcher
Gottesdienſt. Nachm. um 3 Uhr: Sakra=
mentaliſche
Bruderſchaftsandacht mit Predigt. Sams=
tag
, vorm. um 10 Uhr: Zur Feier des Geburtstages
Sr. Majeſtät des Deutſchen Kaiſers levitiertes
Hochamt mit Predigt und Te Deum.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm.
um ½7 Uhr: heil. Meſſe. Nachmittags um 4 Uhr:
Verſammlung im Mädchenheim. Um 5 Uhr: Ver=

ſammlung des 3. Ordens. Um 6 Uhr: Roſenkranz
andacht.
Kapelle der Eugliſchen Fränleis: Sonntag, vormittags
um 7 Uhr: heil. Meſſe.
Militärgemeinde: Sonntag, vormittags um ¼10 Uhr
Auf dem Uebungsplatz bei Griesheim Singmeſſe mit
Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 20. Jan., nach
mittags um ½5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen=
heit
zur heil. Beichte.
Sonntag, den 21. Januar 1912
Vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Um ½7 Uhr: Frühmeſſe und Generalkommunion dei
Sodalität. Um 8 Uhr: hl. Meſſe mit Predigt. Um
½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um
2 Uhr: Andacht; darauf Sodalität. Mittwoch, den
24. Januar, abends um 8 Uhr: Apologetiſcher Vortrag
des hochw. Herrn Prof. Schwarz. Thema: Der ver=
borgene
Gott.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
20. Jan., nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr
Gelegenheit zur heil. Beichte.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Feſt der hl. Familie
Kollekte für die Erziehungsanſtalt in Drais
Vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Um 7 Uhr: heil. Meſſe. Um 9 Uhr: Amt mit
Predigt und Weihe an die hl. Familie. Nachmittags
um ½3 Uhr: Sakramentaliſche Bruderſchaftsandacht.
Bibliothek (Heerdweg 28): Dienstag, nachmittags von
67 Uhr.
Kapelle zu Eberſtadt: Samstag, den 20. Jan., nachm.
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Vorm. um 6 Uhr: Beichtgelegenheit. Um ½7 Uhr:
Austeilung der hl. Kommunion. Um ¼10 Uhr: Hoch=
amt
und Predigt. Nachmittags um ½2 Uhr: Chriſten=
lehre
und Andacht. An allen Werktagen, morgens um
¾8 Uhr: Singmeſſe mit Andacht.
Kapelle zu Pfungſtadt: 3. Sonntag nach Epiphanias.
den 21. Januar, vormittags um ½8 Uhr: Amt und
Predigt. Vorher Beichtgelegenheit.

The Church of England Service
3rd Sunday after the Epiphany, 21st Jan. 1912
Divine Service will be held in the Hofkirche
at 3,15 p. m.
The Rev. de Ste. Croix, British Chaplain at Heidelberg
will officiate.

Getaufte, Getraute und Beerdigte.

Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 14. Jan.: Dem Eiſenbahnſekre=
tär
Adolf Schüßler S. Adolf Philipp, geb. 12. Dez.
Johannesgemeinde: 14. Jan.: Dem Eiſen=
dreher
Arthur Schlick S. Ernſt, geb. 8. Nov. Dem Loko=
motivführer
Friedrich Dequis T. Chriſtine Anna Emilie,
geb. 14. Sept.
Martinsgemeinde: 11. Jan.: Dem Kaufmann
Ludwig Hinkel S. Ludwig Bruno, geb. 13. Dez. 16. Jan.:
Dem Spenglermeiſter Valentin Wedel T. Apollonia
Eliſabeth, geb. 1. Jan. 17. Jan.: Eine uneheliche Tochter
Philippine, geb. 17. Dez. 14. Jan.: Dem Bauſekretariats=
anwärter
Friedrich Stein S. Kurt Heinrich, geb. 29. Des.
Unehelicher Sohn Wilhelm Georg Oskar, geb. 2. Jan
Paulusgemeinde: 4. Jan.: Dem Oberlehre:
Dr. Heinrich Wilhelm Hermann Lotz S. Ernſt Adol=
Wilhelm, geb. 6. Sept.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 13. Jan.: Dekorationsmaler
Heinrich Peter Weber und Katharine Caſtritius,
Martinsgemeinde: 13. Jan.: Stadtkaſſebuch=
halter
Georg Friedrich Wilhelm Bernhard und Marie
Adolphine Luft.
Beerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Johannesgemeinde: 14. Jan.: Sophie Mütz.
geb. Luft, Ehefrau des Gütervorſtehers, 37 J., ſtarb
11. Jan. Anna Schäffler, 38 J., ſtarb 12. Jan.
Martinsgemeinde: 15. Jan.: Kaufmann Bern=
hard
Keil, 27 J., ſtarb 12. Jan. Marie Margarete Min=
ner
, Witwe des Muſiklehrers, 74 J., ſtarb 13. Januar.
16. Jan.: Karoline Gunſchmann, Ehefrau des Lehrers
i. P., 75 J., ſtarb 14. Jan.
Paulusgemeinde: 5. Jan.: Privatier Philipp
Vogel, 62 J., ſtarb 3. Jan. 7. Jan.: Bäckermeiſter Hein=
rich
Hauf, 55 J., ſtarb 4. Jan. 11. Jan.: Rechnungsrat
Philipp Darmſtädter, 52 J., ſtarb 9. Jan. 14. Jan.:
Margarete Stier, Ehefrau des Weißbinders, 60 J., ſtarb
11. Jan. 17. Jan.: Mathilde Storch, geb. Wachsmuth,
Witwe des Salinenwerkmeiſters, 68 J., ſtarb 15. Jan.

Für Brautpaare
empfehle ich Wohnungseinrichtungen zum Preise von
6003000 Mk. Als besonders preiswert habe ich eine
Wohnungseinrichtung zusammengestellt für 1450 Mk.
bestehend aus:
kompl. Schlafzim., helleiche m. 140 cm brt. Spiegelschrank
Eßzimmer, dunkeleiche gebeizt, m. schön. Schnitz.
Herrenzimmer

Küche, pitch-pine, natur lasiert.
: Möbel und
Meinrich Kunz vekorationen

Darmstädterstr. 39 Arheilgen Darmstädterstr. 39.
Haug für vollständige Wohnungseinrichtungen
in einfacher wie reicher Art, in materialgerechter Aus-
führung
und vornehmer künstlerischer Weise. Extra-
anfertigung
nach besonderen Eutwürfen, unter Berück-
sichtigung
persönlicher Wünsche.
Eigene Schreinerei u. Polsterei. Katalog und Preisliste gern zu Diensten.
Weitgehendste Garantie. Franko Lieferung.
Zur zwanglosen Besichtigung meiner reichhaltigen Aus-
stellung
lade ergebenst ein.
(2140a

Enabentleider all Aer ſei
jertigt
gut und billig an Markt 7,Bittſchriften zureau
Seitenb., II., I.
(1628a Hess, Kirchſtraße 21.
(1672a

Keiler Heiige
Verſand die 9 Pfund=Doſe
netto franko dort unter Nach=
nahme
9 Mk.
(*1487
Bienenzucht Poing
bei Truchtfaching (Oberbayern).

Gut erhaltenes, gebrauchtes
Speise- u. Schlafzimmer
zu kaufen evtl. zu tauſchen geſucht.
Off. u. C37 an die Exp. (2143a

Sch. Sopha20 M., 1 Stick.=Bluſe 1.50
Ohrr. 4 M. Heidelbaſtr. 110, p. l. (B2202

Für jed. Kleiderstoff
ſowie Flanelle, Mouſſeline, Futter=
lüſter
, Filze iſt es ein großer Vor=
teil
, wenn ſie dekatiert werden.
Die Gewebe gehen dann durch
Näſſe nicht mehr ein. Auch zer=
trennte
Kleider werden durch
Dekatieren wie neu.
(*1510
Ernst Göbel, Dekateur
nur Schulstrasse 11.
Neueſte maſchinelle Einrichtung.

Ichempfehle mich
im Anfertigen elegant. u. einfacher
Damen=Garderoben nach Maß.
(Jackett=Kleider, Schneiderarbeit)
J. Schneider, Kranichſteiner=
ſtraße
4½, p.
(*1316soi

Johannes Schäfer
Schreinermeister
Gardistenstr. 6.
empfiehlt sein
Beerdigungs-Geschäft
bei vorkommenden Sterbefällen von der einfachsten bis zur vor-
nehmsten
Ausführung.
(939a

Gegen
üblen Maudgerdch Zähnen und bleicht miß=
ſchaden
. Herrlich erfriſch. ſchmeck. Zahncreme f. Erwachſ. u. Kind., 46 Woch. ausreich., 1 ,
Probetube 50 . In der Internationalen Hygiene=Ausſtellung Dresden allſeits bewundert.
2 Man verlange Proſpekt und Gratismuſter direkt vom Laboratorium Leo‟ Dresden 3
Toder in den Apotheken, Drogerien, Friſeur= und Parfümeriegeſchäften.

Chlorodont ver=
nichtet
alle Fäulniserreger
im Munde u. zwiſchen den
farbene Zähne blendend
weiß ohne d. Schmelz zu

Mobel weit unterm Preis.=
Neule Schreibtiſch (Diplomat)
n Eichen, 1 Stück in nußb. lack.,
hochf. Vertiko, Ausziehtiſch,
Diwans, Chaiſelongue, Kleider=
ſtänder
, Nähtiſchchen, 1 Bett=
ſtelle
, hell nußb. pol. mit Stahl=
und Kapolmatratze, kl. Küchenanr.
m. Topfbr., Stegtiſch abzugeben
Gartenſtr. 20, part.
(*1516

Sehr gut heizender
frischer Ofen
für ca. 100 cbm Raum zu ver=
kaufen
. Näh. in der Exp. (2138t

troßer Kinderwagen, ſehr gut
erhalten, zu verkaufen.
Anzuſehen Klappacherſtraße 30.
(B2229
Tapezier Frieß.