Abonnementspreis
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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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den Annonen= Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 34 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter trifft
am Samstag in Rom ein.
Der franzöſiſche Miniſterrat beſchloß die
Ein=
ſetzung einer Kommiſſion zur Organiſation des
ma=
rokkaniſchen Protektorats.
Ein franzöſiſcher Poſtdampfer wurde in der
Nähe von Sardinien von italieniſchen
Torpedoboots=
zerſtörern angehalten.
Bei dem Untergange des engliſchen
Dampfers „Wiſtow Hall” an der Küſte von
Aberdeen ſind 53 Perſonen ertrunken.
Das norwegiſche Odelsthing nahm einen
Ge=
ſetzentwurf an, nach dem Frauen unter den gleichen
Bedingungen wie Männer Staatsämter erhalten
können.
Die türkiſche Kammer iſt aufgelöſt worden.
Die Bedingungen für die Abdankung der
Man=
dſchudynaſtie in China und die Errichtung
der Republik ſind feſtgeſetzt worden.
Polikiſche Wechenſchau.
— Das Reſultat der Reichstagshauptwahlen
beſchäf=
tigte begreiflicherweiſe in dieſer Woche auf das
lebyaf=
teſte die Gemüter, und insbeſondere die Frage, wie ſich
die einzelnen Parteien zu den Stichwahlen ſtellen
wür=
den, ſtand im Vordergrunde des Intereſſes, da ja
hier=
von das Geſamtbild des neuen Reichstags abhängt. Mehr
denn je iſt diesmal ein zweiter Wahlgang erforderlich
geworden. Bei nicht wenigen der Parteien hängt faſt
der ganze Mandatsbeſitz von dem Ausgang der
Stich=
wahlen ab. Namentlich für die bürgerliche Linke,
nach=
dem die Nationalliberalen bisher nur wenige Mandate
behaupten oder erringen konnten und die
Fortſchritts=
partei völlig leer ausgegangen iſt. Soweit man aus
dem erſten Wahlgang einen Schluß ziehen kann, ſo
er=
glbt ſich, wie erwartet, ein großes Anſchwellen der
ſo=
zialdemokratiſchen Stimmen, die ein Plus von faſt einer
Million aufzuweiſen haben, auch die bürgerliche Linke hat
einen nicht unbeträchtlichen Stimmengewinn in Höhe
von über 300000 aufzuweiſen, was allerdings bei der
Erwerbung von Mandaten nicht zum Ausdruck
gekom=
men iſt. Die rechtsſtehenden Parteien dürſten einige
Mandatsverluſte zu verzeichnen haben, indeſſen wird
dieſe Zahl ſchwerlich ſo groß werden, wie man es wohl
auf der Linken erhofft hat. Trotz des Fehlens einer
Wahlparole und des Mangels an Begeiſterung hat die
Wahlbeteiligung doch einen Rekord gezeitigt, der den
vom Jahre 1907 noch übertrifft, ein Zeichen, daß mit
ziemlicher Erbitterung gekämpft worden iſt. Auch die
Stichwahlen, deren Termin kleider aus unbekannten
Gründer, nicht einheitlich feſtgeſetzt worden iſt, dürften
noch manche Ueberraſchungen bringen und den einen oder
anderen bekannten Parlamentarier noch im letzten
Au=
genblick abſägen. Wie ſich die Dinge definitiv geſtalten
werden, läßt ſich noch gar nicht vorausſehen, da eine
ein=
heitliche Wahlparole von keiner Partei ausgegeben
wor=
den iſt, ſondern dies den Provinzorganiſationen
über=
laſſen iſt. Es liegt auf der Hand, daß unter dieſen
Um=
ſtänden die Parteigrundſätze verſchiedentlich über den
Haufen geworfen werden und man ſich lediglich von
tak=
tiſchen Bewegungen leiten läßt, wobei ſogenannte
Kom=
penſationen — auf Deutſch Mandatsſchacher — eine
wich=
tige Rolle ſpielen werden. Nur das eine läßt ſich ſchon
heute ſagen, daß die Reichsregierung im Hinblick auf das
Anſchwellen der radikalen Linken nicht immer einen
leichten Stand haben wird und daß es diesmal ihr nicht
leicht werden dürfte, die zu erwartenden großen Heeres=
und Marine=Forderungen durchzubringen.
Mitten im Wahlkampfe iſt der preußiſche Landtag zu
ſeiner letzten Seſſion zuſammengetreten. Freilich hat
man nur die Präſidentenwahl erledigt, um ſich bis nach
Ausgang der Reichstagswahlen zu vertagen und dann
erſt in die eigentlichen Verhandlungen, insbeſondere die
Etatsleſung, einzutreten. Die Thronrede bringt nicht
ſonderlich Aufregendes. Sie iſt kühl und geſchäftsmäßig
gehalten und kündigt im weſentlichen nur bekanntes an.
So weiß man ſchon lange, daß eine Steuerreform
be=
vorſteh: die die einzige bereutſame Vorlage darſtellt.
Von kleineren Entwürfen ſei nur der Vorſchlag erwähnt,
Unterſtützungsempfänger, die ſich als arbeitsſcheu
er=
weiſen, einem Arbeitszwange zu unterſtellen, der auf
der einen Seite wohl Gutes haben kann, anderſeits auch,
falls nicht genau umgrenzte Weiſungen getroffen
wer=
den, doch Nachteile im Gefolge haben kann.
Die franzöſiſche Miniſterkriſe hat ihre Erledigung
* durch ein Kabinett Poincaré gefunden, in dem der
Pre=
mierminiſter ſelber das Portefeuille des Aeußern
über=
nahm, während Delcaſſé im Marineminiſterium verbliev.
Das Kabinett weiſt eine Reihe nicht nur
hervorragen=
der, ſondern, ſehr hervorragender franzöſiſcher Politiker
auf, wozu man, äußerlich betrachtet, Frankreich
beglück=
wünſchen könnte, aber es iſt dabei vielleicht des Guten
etwas zu viel getan, denn es wird nicht immer leicht
ſein, Männer von ſolcher Autorität unter einen Hut zu
bringen. Immerhin aber bedeutet ein Kabinett
Poin=
cars mit Leuten wie Millerand, Bourgeois, Dupuys u. a.
eine Politik der Mäßigung. Hierin liegt ein gewiſſes
Moment der Beruhigung. Ein Kabinett Delcaſſé, in
dem dieſer wahrſcheinlich das Aeußere gleichfalls
über=
nommen haben würde, hätte doch mancherlei Bedenken
hervorrufen miſſen, und daher iſt es im allgemeinen
In=
tereſſe beſſer, daß er die ihm angebotene Neubildung des
Miniſteriums abgelehnt hat.
Ein Gegenſtück zu Delcaſſé ſcheint in England Sir
Edward Grey zu bilden. Es iſt wohl nicht von
unge=
fähr, daß jetzt ſowohl im liberalen wie im konſervativen
Lager Stimmen laut werden, die ſich auf das ſchärfſte
gegen Greys waghalſige und gegen Deutſchland gerichtete
Politik wenden. Man wird ſich erſt jetzt ſo richtig
dar=
über klar, welchen Gefahren man durch die
Hal=
tung Greys während der Marokkofrage ausgeſetzt war,
ohne daß zu einem Konflikt mit Deutſchland irgend
welche Veranlaſſung für England vorgelegen hätte. Dieſe
Einſicht kommt ſpät, vielleicht aber noch nicht zu ſpät. und
gerade darin, daß dieſe Stimmung völlig unbeeinflußt
von uns aufkommt, liegt immerhin ein erfreuliches
Zei=
chen, denn es zeigt ſich, daß doch noch manche Kreiſe in
England beſonnen ſind und ſich nicht in einen Konflikt
mit Deutſchland treiben laſſen möchten.
Auch auf dem Kriegsſchauplatze in Tripolis iſt nach
wie vor nichts neues zu berichten, auf beiden Seiten
ſtand man ſich während der letzten Wochen ziemlich
un=
tätig gegenüber, und man muß ſich die Frage vorlegen,
wie lange das wohl noch dauern wird, bis eine
Eutſchei=
dung nach der einen oder anderen Richtung fällt. Wie
es heißt, iſt jetzt von Seiten Rußlands mit Unterſtützung
anderer Mächte, darunter auch Deutſchland, eine
Ver=
mittelungsaktion in die Wege geleitet worden,
anſchei=
nend aber ohne Erfolg. Es iſt begreiflich, wenn dieſe
Lage, die auch die geſamte Weltpolitik in Mitleidenſchaft
zieht, auf die Dauer den Mächten unbequem wird.
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächten begibt ſich dieſer
Tage nach Rom, um dort mit dem Miniſter des Aeußern
di San Giuliano zu konferieren, und es liegt auf der
Hand, daß man bei dieſer Gelegenheit ſehr eingehend
die tripolitaniſche Frage erörtern wird.
In Oſtaſien ſcheint nunmehr das Schickſal der
Mandſchu=Dynaſtie beſiegelt zu ſein. Am Hofe hat man
eingeſehen, daß es keinen Zweck hat, auf die Dauer den
Rebellen Widerſtand zu leiſten, da mehr und mehr von
der Dynaſtie abfällt. Der klugen Ueberredungskunſt
Juanſchikais vornehmlich dürfte es zu danken ſein, wenn
der Hof verzichtet. Jedenfalls dürfte man mit
Sicher=
heit darauf rechnen, daß die Mandſchus aufgehört
ha=
ben. in China zu herrſchen. Tatſächlich ſcheint die
repu=
blikaniſche Staatsform Eingang finden zu ſollen. und es
liegt nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit, daß
zu ihrem definitiven Präſidenten kein anderer als
Juan=
ſchikai ſelber erkoren wird, da dieſer als der einzige
Mann gilt, der in ſo ſchwerer Zeit die
Regierungs=
geſchäfte führen könnte. Ob freilich die republikaniſche
Staatsform ſich für China eignen wird, iſt eine andere
Frage.
Die Schadenfrende des Auslandes
kommt anläßlich der Reichstagswahlen vielfach
recht unverhohlen zum Ausdruck. In der ganzen
däni=
ſchen Preſſe erregte das aufs geſpannteſte erwartete
Wahlergebnis Nordſchleswigs, deſſen Bedeutung in dem
ſtarken Zuwachs däniſcher Stimmen bei deutſchem
Rück=
gange liegt, die größte Begeiſterung. Die däniſche
Preſſe feierte das Ergebnis als den glänzendſten
däniſchen Sieg ſeit der Annexion Schleswig=
Hol=
ſteins. Der Kopenhagener Zentralverein der Irredenta
Dänemarks ſandte dem ſchleswigſchen Dänenführer,
Reichstagsabgeordneten Hanſſen, wärmſte Glückwünſche.
In dem unter dem Protektorat des däniſchen
Kronprin=
zen ſtehenden Akademieverband fand ſchon am
Wahl=
abend eine Siegesfeier ſtatt. Außer der däniſchen Preſſe
aller Richtungen huldigte namentlich die Regierungspreſſe
den Dänen Schleswigs in Wort und Bild. Die
miniſte=
rielle Zeitung „Priget” rühmt die Wahl als ſtolzen Tag
für das Dänentum Jütlands. Das Hofblatt National
Tidende ſtellt befriedigend feſt, daß die Wahl unter
Füh=
rung der allerſchärfſten Tonart erfolgte.
Obgleich man in Frankreich mit den eigenen
An=
gelegenheiten bis über die Ohren zu tun hat, verfolgt
man doch die Ergebniſſe der deutſchen Reichstagswahlen
mit Luchsaugen. Was naturgemäß in erſter Linie und
am lebhafteſten intereſſiert, iſt die Frage, inwiefern der
Wahlausfall auf die fernere Orientierung der deutſchen
auswärtigen Politik von Einfluß werden könnte, und ob
nicht etwa das darin kundgebende ſtetige Anwachſen
der roten Flut den Kaiſer veranlaſſen werde, eine
kriegeriſche Ablenkung nach außen zu ſuchen.
Die Lanterne, das Sprachrohr der franzöſiſchen
Welt=
friedensſchwärmer, hält alle Kriegsbeſorgniſſe für „
zur=
zeit” unbegründet und meint, die verhängnisvolle
Er=
fahrung von 1870 müſſe auch dem Deutſchen Kaiſer zur
Lehre und Warnung dienen. Im übrigen freut ſich
das Blatt über den Sieg, der mehr ein demokratiſcher,
als ſozialiſtiſcher zu nennen ſei. Laut und
überſchweng=
lich feiert natürlich die Humanité den Triumph des „
revo=
lutionären Proletariats”: „Der 12. Januar iſt und bleibt
ein geſchichtliches Datum! Er zeigte die Armee des
revo=
lutionären Proletariats in immer ſtärkerem Anwachſen.
Dieſer Sieg iſt der Vorläufer weiterer Siege und rückt
den Zeitpunkt der endlichen Befreiung näher!‟ Das iſt
deutlich!
Die Kommentare der Londoner Preſſe zur
Reichstagswahl in Deutſchland heben natürlich
einſtim=
mig den Sieg der Sozialdemokratie als das bedeutendſte
Moment hervor, und allgemein wird die Meinung
ge=
äußert, daß auf der einen Seite die Sozialdemokraten
zwar für eine beſſere Verſtändigung mit England
eintre=
ten werden, auf der anderen aber das unvermeidliche
Ge=
ſetz über verſtärkte Kriegsrüſtungen dennoch glatt
durch=
gehen werde. Die Daily News ſchreibt: Die ganze Kraft
der Regierung war gegen die Sozialdemokraten gerichtet,
die der Reichskanzler als Feinde des Staates bezeichnete.
4½ Millionen Deutſche haben jetzt bewieſen, daß ſie die
„Feinde des Staates” vorziehen. Ihre Stimmen, wenn
ſie auch nicht eine Bekehrung zum Sozialismus bezeugen,
drücken doch einen Proteſt gegen den Schutzzoll, gegen das
Jingotum und gegen die angeſchwollenen Rüſtungen aus.
Die 4½ Millionen ſozialiſtiſcher Stimmen ſprechen eine
klare Warnung aus, daß der
autokratiſch=
bureaukratiſche deutſche Staat auf
unſi=
cheren Grundlagen ruht, (!!) und daß eine jede
abenteuerliche auswärtige Politik ihm gefährlich werden
kann. Der nächſte Schritt liegt nun bei uns.
Unſer auswärtiges Amt hat jetzt eine neue Gelegenheit,
die Spannung der letzten fünf oder ſechs Jahre zu
beſei=
tigen. — Die Times ſchreibt: „Die deutſche Nation teilt
ſich in zwei unverſöhnliche Lager, und dies muß eine
ge=
fährliche Lage in einem Lande ſchaffen, wo die
Ge=
walten des Widerſtandes, von dem ganzen Gewicht
mili=
täriſch=bureankratiſcher, agrariſcher, finanzieller und
reli=
giöſer Einflüſſe unterſtützt, die abſolute Kontrolle der
Staatsmaſchine behalten haben.”
Weniger ſchadenfroh und mit auffallendem
Ver=
ſtändnis für die wahre Lage äußert ſich der konſervative
Standard: Man muß jedoch nicht denken, daß die
Zu=
nahme in den ſozialdemokratiſchen Stimmen genau den
Fortſchritt der ſozialdemokratiſchen Lehre in Deutſchland
bedeutet. Es iſt vielmehr wahrſcheinlich, daß ein großer
Teil der Wähler ihre Stimmen einem
ſozialdemokräti=
ſchen Kandidaten gegeben haben, nicht etwa weil ſie mit
ihm übereinſtimmen, ſondern weil ſie mit dem Stande der
Dinge, wie er jetzt iſt, unzufrieden ſind und die
Gelegen=
heit ergreifen, um der Bureaukratie eine Lektion zu
er=
teilen.
Deutſches Reich.
— Unterſtützungsfonds für Beamte. Die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: In der erſten
Sitzung des preußiſchen Abgeordnetenhauſes am 15.
Januar kündigte der preußiſche Finanzminiſter u.sa. die
Erhöhung des Unterſtützungsfonds für Beamte durch den
Etatsentwurf für 1912 um 3 Millionen Mark an. Auch
der Entwurf des Reichshaushaltsetats für 1912 ſieht eine
erhebliche Verſtärkung des Unterſtützungsfonds für
Be=
amte und Unteroffiziere vor. Wie in Preußen beſteht
auch im Reiche die Abſicht, ſchon für das Rechnungsjahr
1911 bei den Unterſtützungsfonds im Wege der
Etats=
überſchreitung Mittel flüſſig zu machen. Allerdings kann
die Auszahlung der Mehrbeträge erſt erfolgen, nachdem
ſich die Verbündeten Regierungen der Zuſtimmung des
Reichstags vergewiſſert haben. Zu dieſem Zwecke wird
bei der Einbringung des Etats im Reichstag eine
ent=
ſprechende Ankündigung gemacht werden. Daß vom
Reichstage Widerſpruch erhoben werden ſollte, iſt nicht
anzunehmen. Es darf daher damit gerechnet werden
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
daß noch im Laufe dieſes Rechnungsjahres die
Mehr=
beträge an Unterſtützungen an die Beamten uſw. des
Reiches zur Auszahlung kommen.
— Wahlprüfungen in Elſaß=
Lothrin=
gen. Das Oberlandesgericht Kolmar als
verfaſſungs=
mäßige Berufungsinſtanz für Wahlanfechtungsklagen hat
nach fünfſtündiger Verhandlung die Wahl der
Landtags=
abgeordneten Hoen=Saargemünd und Brogli=Habsheim,
beide Zentrum, wegen unzuläſſiger Wahlbeeinfluſſung
ſeitens der Geiſtlichkeit für ungültig erklärt.
— Weibliche Handwerker. Wie eine
Korre=
ſpondenz hört, finden gegenwärtig bei allen
Handwerks=
kammern Beratungen über die Hebung der Stellung der
weiblichen Handwerker ſtatt, zu welchem Zweck die
maß=
gebenden Frauenvereinigungen hinzugezogen ſind. Es
handelt ſich um die Aufſtellung beſtimmter Grundſätze für
das Lehrlingsweſen, ferner um die Bildung von
Prü=
fungsausſchüſſen für die Geſellenprüfungen und von
Prü=
fungskommiſſionen für die Meiſterprüfungen. Die
Prü=
fungsausſchüſſe ſollen durch Hinzuziehung weiblicher
Mitglieder eine Erweiterung erfahren. Die Handhabung
der geſetzlichen Beſtimmungen für Handwerker weicht
gegenüber den weiblichen Gewerbetreibenden vielfach von
der übrigen Handhabung ab. Es liegt in der Abſicht der
Regierung, die Frauen während einer gewiſſen
Ueber=
gangszeit zu den Prüfungen auch dann zuzulaſſen, wenn
ſie die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit und die
Ablegung der Geſellenprüſungen nicht nachzuweiſen
ver=
mögen. Weiblichen Gewerbetreibenden, die aus
beſon=
deren Gründen die Meiſterprüfung nicht abgelegt haben,
ſoll dennoch die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen
verliehen werden.
— Verkehrsfragen in Sachſen. In der
Erſten ſächſiſchen Kammer kam Finanzminiſter v.
Seyde=
witz bei der allgemeinen Etatsdebatte auch auf die Frage
des Eiſenbahndurchgangsverkehrs durch Sachſen zu
ſprechen.
Er führte u. a. aus, wenn der Verkehr zum Teil
et=
was abgeleitet worden ſei, ſo habe das ſeinen Grund
in dem Bau von Linien durch Thüringen. Im
allgemei=
nen ſei aber zwiſchen den Bundesſtaaten die
Verein=
barung getroffen, nach der dem einzelnen Staat ein
ge=
wiſſer Anteil an dem Durchgangsverkehr geſichert ſei. Vor
einiger Zeit fand eine Preßpolemik ſtatt über die Mängel
in der Verbindung Berlin-Dresden. Daraufhin habe
er mit dem preußiſchen Verkehrsminiſter Verhandlungen
gepflogen und dabei das freundnachbarlichſte Verſtändnis
und bereitwilligſtes Entgegenkommen gefunden. Die
beſten Verbindungen zwiſchen Berlin und Wien führten
über Dresden, nicht über Oderberg. Mit dem 1. Mai
würden weitere Verbeſſerungen eintreten, insbeſondere
hinſichtlich des Verkehrs zwiſchen Schleſien und
Mün=
chen, wodurch ſelbſtverſtändlich auch Dresden einen
Vor=
teil haben werde. Aus ſeinen Darlegungen wolle die
Kammer erſehen, daß ein großes Entgegenkommen
ge=
genüber den ſächſiſchen Wünſchen in Preußen herrſche.
Der Miniſter ging dann auf die vom Vizepräſidenten
Beutler angeregte Frage der Elektriſierung der
Staats=
bahnen ein und meinte, die Vorausſicht, daß die
Kohlen=
felder in Sachſen, beſonders die Steinkohlenfelder, in
ab=
ſehbarer Zeit abgebaut ſeien, habe der Regierung die
Frage nahegelegt, ſich mit der Erwerbung eigener
Koh=
lenfelder zu befaſſen. Er könne heute ſchon mitteilen,
daß noch in der gegenwärtigen Tagung den Ständen
eine Denkſchrift darüber zugehe. Unter gewiſſen
Vor=
ausſetzungen werde die Regierung den elektriſchen
Be=
trieb einführen. Die erſte Vorausſetzung ſei, daß ein
biliger Strompreis erzielt werde. Aus dieſem Grunde
wolle auch die Regierung eigene Kohlenfelder erwerben.
Durch ihren Erwerb werde der außerordentliche Etat um
etwa 25 Millionen Mark belaſtet. Die Vorlage hierüber
werde ebenfalls den Ständen in nächſter Zeit zugehen.
Ausland.
Frankreich.
Die Organiſation des marokkaniſchen
Protektorats. Der Miniſterrat unter dem Vorſitz
Falliéres beſchloß auf Vorſchlag des Miniſter des
Aeu=
ßern, des Finanz= und Kriegsminiſters, eine
intermini=
ſterielle Kommiſſion einzuſetzen, die die Aufgabe haben
ſoll, die Bedingungen für die Einrichtung des
Proter=
torats in Marokko feſtzuſtellen. Die Kommiſſion wird im
Miniſterium des Aeußern unter Vorſitz des franzöſiſchen
Geſandten in Tanger tagen. Der Kommiſſion werden
unter anderen angehören: Der franzöſiſche Geſandte in
Tanger Regnault, der proviſoriſche Miniſter der
politi=
ſchen Angelegenheiten im Miniſterium des Aeußern
Conty, der franzöſiſche Vertreter im
Ueberwachungsaus=
ſchuß der marokkaniſchen Zölle Guyſt, der Leiter der
fran=
zöſiſchen Militärmiſſion in Marokko Oberſtleutnant
Man=
gin, der Direktor der öffentlichen Arbeiten der
marokka=
niſchen Regierung Ingenieur Porcher, der Direktor des
Finanzminiſteriums Deschangel, ſowie der Zenſor der
marokkaniſchen Staatsbank und Unterdirektor der Bank
von England Sergaut. In der Senatskommiſſion ſagte
der Miniſterpräſident, er glaube nicht, daß es zur Zeit
notwendig wäre, den Effektivbeſtand des
Okkupations=
korps zu verſtärken. Er ſei jedoch der Anſicht, daß 38000
Mann notwendig ſeien, um das Protektorat zu ſichern.
Später könne der Effektivbeſtand durch die Schaffung
ſcherifiſcher Truppen, die nach dem Muſter des
franzö=
ſiſchen Heeres eingeteilt werden würden, verringert
wer=
den. Bald nach Uebernahme des Vertrages würde ein
Beamter mit dem Sultan Verhandlungen anknüpfen, wie
es auch im Jahre 1881 in Tunis geſchehen ſei.
In der Senatskommiſſion zur
Bera=
tung des deutſch=franzöſiſchen
Abkom=
mens gab Miniſterpräſident Poincaré dem Wunſche der
Regierung Ausdruck, daß das Abkommen ſobald als
möglich ratifiziert werden möge.
Die Verluſte in Marokko. Nach einer vom
Generalſtab des Beſatzungskorps von Caſablanca
zu=
ſammengeſtellten Verluſtliſte ſind während des Zuges
nach Fez in der Zeit vom 1. Mai bis 1. November 30
Offiziere und 50 Unteroffiziere und Soldaten vor dem
Feinde gefallen und 14 Offiziere und 60 Unteroffiziere
und Soldaten infolge von Krankheiten und Unfällen
ge=
ſtorben. 4171 Soldaten, nahezu ein Fünftel des
Beſtan=
des, wurden infolge von Krankheiten kampfunfähig. Am
miſten wurden die Kolonialtruppen von Krankheiten
mitgenommen, während ſich die Senegalſchützen am
wi=
derſtandsfähigſten erwieſen.
Belgien.
Zwiſchenfall in der Kammer. In der
Kam=
mer kam es am Donnerstag zu einem heftigen
Zwi=
ſchenfall. Seit Dienstag verhandelt die Kammer einige
ſozialiſtiſche Interpellationen über die
Lebensmittelver=
teuerung. Im Laufe der Sitzung ſagte der Sozialiſt
Wauters, daß die belgiſchen Agrarier künſtlich die Preiſe
für Lebensmittel in die Höhe trieben, um den
Landwir=
ten größere Verdienſte zu verſchaffen. Der klerikale
De=
putierte Debus de Warnaffe antwortete, die
ſozialiſti=
ſchen Führer bereicherten ſich an den Groſchen der
Arbei=
ter, um ſich fette Pfründen zu verſchaffen und ſie ſuchten
ſich außerdem unangenehmer Kontrolle zu entziehen. Der
Sozialiſtenführer Vandervelde verlangte eine Erklärung,
wen der Deputierte damit meine, worauf der klerikale
Deputierte antwortete, er gebe Vandervelde keine
Ant=
wort, ſeitdem er in öffentlicher Kammerſitzung die
bel=
giſchen Miſſionare beleidigt habe. Vandervelde nannte
darauf Debus de Warnaffe einen Feigling und wollte
ſich auf ihn ſtürzen. Der Miniſterpräſident hinderte ihn
daran, worauf die Rechte eine Barriere bildete, um
Vandervelde zu hindern, an den Deputierten
heranzukom=
men. Inzwiſchen wurde der klerikale Deputierte Debus
de Warnaffe von den Sozialiſten durch die Worte:
Ben=
gel! Feigling! Grüner Junge! beleidigt. Der Prä=
ſident unterbrach die Sitzung, die nach einer Stunde
wie=
der eröffnet wurde. Hierauf beantragte der Präſident
die Verhängung der Zenſur über den Deputierten
Van=
dervelde. Trotz dem Widerſpruch der Liberalen und
Sozialiſten wurde die Zenſur mit 54 gegen 49 Stimmen
über Vandervelde verhängt.
Spanien.
Heeres= und Marinevorlagen. Der
Kriegsminiſter brachte in der Kammer verſchiedene
Ge=
ſetzesvorlagen ein, von denen eine die Organiſation des
Generalſtabes, eine andere die Feſtſetzung der
Effektiv=
ſtärke der Armee auf 115000 Mann im kommenden
Etats=
jahr betrifft. Der Marineminiſter brachte eine Vorlage
ein, nach der die Effektivſtärke der Flottenmannſchaften
auf 6537, die der Marine=Infanterie auf 3000 Mann
feſt=
geſetzt wird. Außerdem legte der Kriegsminiſter dem
Senat und der Kammer einen Geſetzentwurf über die
Aufſtellung von Truppen in den afrikaniſchen Kolonien
vor. Dieſe Truppen ſollen in der Hauptſache aus
Frei=
willigen mit vierjähriger Dienſtverpflichtung beſtehen.
Portugal.
Die äußere Politik Portugals. Im Senat
erklärte der Miniſter des Aeußern in Beantwortung einer
Interpellation, die äußere Politik Portugals werde auf
der Grundlage des Bündniſſes mit England fortgeſetzt.
Die Richtlinien der portugieſiſchen Kolonialpolitik ſeien
demnach in Uebereinſtimmung mit dem Bündnis
feſtge=
legt. Die Verhandlungen mit Deutſchland über die
Ab=
grenzung im ſüdlichen Angola nehmen ihren beſten
Fort=
gang. Dies ſei ein Beweis der freundlichen Geſinnung
Deutſchlands gegenüber Portugal.
Norwegen.
Zulaſſung der Frauen zu
Staats=
ämtern. Das Odelsting nahm den Geſetzentwurf an,
nach dem Frauen unter den gleichen Bedingungen wie
Männer Staatsämter erhalten können, ausgenommen
Miniſterpoſten, geiſtliche, diplomatiſche, Konſular= und
militäriſche Aemter. Die Anträge, Frauen auch zu
die=
ſen Aemtern zuzulaſſen, wurden abgelehnt.
Türkei.
Die Deputiertenkammer iſt aufgelöſt
worden. Der Senat beriet in geheimer Sitzung über
den Wortlaut der Antwort auf das Reſkript des Sultans.
Das Gutachten in dem der Senat dem Sultan zur
Kennt=
nis bringt, daß er für die Kammerauflöſung ſei, wurde
dem Sultan am Donnerstag gegen 4 Uhr vorgelegt. Um
5 Uhr verlas der Juſtizminiſter in der Kammer im
Bei=
ſein der meiſten Miniſter, ausgenommen des Großweſirs,
und in Anweſenheit zahlreicher Deputierter, das
Auflö=
ſungsdekret, in dem gemäß Artikel 7 der Verfaſſung auf
den Rat des Senats die Auflöſung der Kammer
ange=
ordnet und die Neuwahlen innerhalb dreier Monate
an=
befohlen werden. Sofort nach Verleſung des Dekrets
verließ der Präſident der Kammer den Sitzungsſaal. Die
Deputierten hörten die Verleſung ſtehend an und
entfern=
ten ſich ruhig.
* Haag, 18. Jan. Der Geſundheitszuſtand
der Königin gibt keinen Anlaß zur Beunruhigung.
Der Prinzgemahl iſt bereits am Dienstag von der Jagd
zurückgekehrt, ehe überhaupt ungünſtige Gerüchte über
den Geſundheitszuſtand der Königin hervortraten. Die
Zeitung Telegraf erfährt, daß trotz der leichten
Unpäß=
lichkeit der Köniain die Möglichkeit beſteht, daß die frohe
Erwartung nicht enttäuſcht werden wird. Falls
es nötig ſein ſollte, wird eine amtliche Bekanntmachung
über den Zuſtand der Köniain ausgegeben werden.
* Birmingham, 18. Jan. Das
Ergebnis=
der Abſtimmung der Bergarbeiter wurde in
der Verſammlung der Bergarbeitervereinigung bekannt
gegeben Für den Streik ſtimmten 445801, gegen den
Streik 115 921. Da nur eine Zweidrittelmehrheit für den
Das „dunkelſte‟ London.
KW. London, Mitte Januar 1912.
Ein neuer Prozeß ſchiebt das Oſtende der
Themſeſtadt wieder in den Vordergrund des
öffent=
lichen Intereſſes. Meier Abromovitch, ein ruſſiſcher
Ge=
müſehändler, ſoll den Gaſthofsbeſitzern Solomon und
Annie Millſtein in den frühen Morgenſtunden am 27.
De=
zember den Garaus gemacht haben. Die Zeugenſchaft
ergab, daß im Souterrain des Gewölbes Haſardſviele
vor ſich gingen — am Morgen des 27. fand man das
Ehe=
paar in einem rückwärtigen Schlafzimmer tot liegen. Die
Schlafkammer brannte lichterloh. Der Angeklagte, der
inzwiſchen ſchwer erkrankt iſt, leugnet die Beſchuldigung.
Der Londoner möchte am liebſten nie etwas von
Eaſt=
end hören. Zu gewöhnlichen Zeiten ſcheint es überhanpt
nicht für ihn zu exiſtieren; aber jetzt iſt neuerdings ſein
Intereſſe dafür aufgeflammt. Er empfindet nachgerade
Gewiſſensbiſſe über das bisherige „laissez faire, laisscz
passer”-Syſtem. Er gelangt zur Ueberzeugung, daß man
dieſen mit Eiterbeulen behafteten Körperteil endlich
ein=
mal gründlich ausheilen ſollte. Dieſe humanitäre
Stim=
mung hält allerdings nur ſo lange an, als der Prozeß
dauert. Sind die Gerichtsverhandlungen einmal vorbei,
und hat die hohe Juſtiz den Urteilsſpruch über den
An=
geklagten Abromovitch gefällt, ſo nehmen die Dinge
wie=
der ihren gewöhnlichen alten Lauf
Des iſt um ſo merkwürdiger, als man aus der Eity,
dem Herzen der Hauptſtadt, im Autobus in kaum ſünf
Minuten mitten in das Elendsviertel hineingerät.
Klir=
rend rollt der Wagen dahin. Abgeſprungen. Zunächſt
geht es durch Houndsditch, die „Hundsgrube” anno
dazumal der Schinderanger der Londoner Hundeſchaft;
jetzt aber trägt Houndsditch ein durchaus modernes
Ge=
präge: friedliche Nürnberger Svielwarengeſchäfte reihen
ſich aneinander, woraus die hieſigen Hauſierer ihren
täg=
lichen Bedarf decken. In die eigentliche Tiefe der „
Hunds=
grube” müſſen wir geraten, ehe das wahrhaft Intereſſante
anſängt. Wir befinden uns dort auf einem Trödelmarkt,
wie wir ihn noch nie geſchaut. Die „Alte
Kleider=
örſe” grüßt uns. Ihr Vorrat könnte wohl die ganze
Welt verſorgen. Ein paar Schritte weiter, und Berge
von Unterwäſche, Binden, Hoſenträgern türmen ſich vor
uns auf; Berge, die uns den Atem rauben. Von allen
Seiten gellt und johlt es; „Für zwei Schilling, nur zwei
Schilling ein Paar Hoſen; ein Paar Hoſen, wunderſchöne
Hoſen, für zwei Schilling, nur zwei Schilling!” Wonach
wir gleich in die Schuhwelt geraten. Wenn wir uns
nicht irren, hat ſich hier alles Schuhwerk auf der weiten
Erde ein Rendezvous zu einem Maſſenmeeting gegeben.
Ohne daß wir wiſſen wie, treiben uns die ſpülenden
Menſchenwogen durch Winkelgaſſen in ein Viertel, wo
wir uns tauſend Meilen weg von London, wo wir uns
im Orient wähnen. Das iſt die berühmte Petticoat
Lane, die „Unterrocksgaſſe‟ Offiziell ſcheint ſich dieſe
ſchmeichelhafte Bezeichnung keiner beſonderen Beliebtheit
erfreut zu haben, weshalb man ſie in Middleſex Street
um=
taufte. Die Umgebung aber nennt das Kind ſtets beim
alten Namen. Sie iſt beim Unterrock geblieben und
ſpricht in aller Ehrerbietung nur von „Petticoat Lane”.
Und dieſe Ehrfurcht wird uns ganz verſtändlich, wenn
wir die Lane betreten, die ganz eine Welt für ſich
be=
deutet. Denn ſchon am Eingang ſchlägt ein ſolches
Kau=
derwelſch, ein derartiger Miſchmaſch von Tönen und von
Sprachen an unſer Ohr, eine derartige Unmaſſe der
ver=
ſchiedenſten Eindrücke betäubt Hirn und Auge, derartige
Düfte beleidigen den Geruchsſinn, daß es uns zuerſt an
jeder Sammlung gebricht. Nur nach und nach nehmen
die Dinge wieder feſtere Formen für uns an, und wir
wollen es wagen, ein Bild hiervon zu geben, ſo gut und
ſchlecht es eben geht.
In erſtickender Enge zieht ſich die Lane hin. Die
Häuſer ſcheinen in die Wolken zu ragen, Sie ſind
er=
drückend bleigrau. Ein endloſer Schwarm von Gaffern,
Weibern, Kindern, Käufern, Matroſen, Soldaten aus
Stadt und Land ſlutet im wüſten Wirbel auf beiden
Sei=
ten durcheinander. Offene Oelflammen züngeln aus
dunkeln Kandelabern und ſpielen auf den Geſichtern der
Vorbeiwallenden hin und her. Eine furchtbare Katzen=
muſik erfüllt die Luft, wenn überhaupt von Luft in der
Lane die Rede ſein kann. Da ſchrillen ineinander die
Mißklänge von Weckeruhrglocken, Byeicle=Signalen.
quie=
kenden Grammophonen. Darein miſchen ſich
Piſtolen=
geknatter, Matroſen= und Soldatenflüche, Anpreiſungen
von Händlern, ſchwungvolle Anſprachen der Verſteigerer.
wüſtes Geheul von Hauſierern, dröhnendes Gelächter von
ſeiten der Zuhörerſchaft. Verſuchen wir es, einige Rufe
aufzufangen: „Goldene Uhr, echte goldene Uhr!” — „
Herr=
liche grüne Erbſen, grüne Erbſen; gekocht, nur einen
Penny, einen Penny, einen Penny!” — „Königliche
Pelze, echter prachtvoller Hermelin!” — „Hutnadeln!” —
„Früchte, Gelée!‟ — „Albums!” — „Bild des Königs
und der Königin, nur 1 Penny!” — „Köſtliche Auſtern,
der Teller für einen halben Penny!” — „Unzerbrechlicher
Kamm und Spiegel, Penny, Penny, Penny!” — „
Notiz=
buch mit Bleiſtift, Bleiſtift und Notizbuch!” — „Trinkt
den ſüßen Likör von Levy!” — „Operngucker in allen
Preislagen!” — „Grandioſe Entdeckung aus Wales.
Hei=
lung aller Bruſtübel, Heilung von Aſthma, Huſten,
Bron=
chitis, Stechen. Kommen Sie zu mir, kommen Sie zu
mir. Sofort ſoll mich der Schlag treffen, ſollten Sie
fin=
den, ich hätte Sie betrogen!“ — „Melonen, ſaftige
Me=
lonen, die Schnitte nur einen Penny!” — „Gute Uhr,
gol=
dene Uhr, fünf Schilling, bitte, nur fünf Schilling!” —
„Kitzliche Geſchichten, kitzliche Geſchichten für einen Penny!”
— „Hoſen, Lederhoſen, Unterhoſen, alle Hoſen der Welt
nur bei Cohen!” — „Limonade, Limonade, ſüß und
herr=
lich, nur einen Penny!” — „Leſen Sie den Täglichen
Lügner (Das Blatt gegen die Daily Mail)!” — „Kaufen
Sie Schokolade und Süßigkeiten für Ihre Geliebte!”
So wird gejohlt, gefeilſcht, gegeſſen, getrunken,
ge=
ſungen! So drängen ſich verſchiedene Welten
durchein=
ander. Dort ſchauen wir bejahrte Inden in weiten
Ge=
betmänteln, die ſie preisbieten. Am Markt halten die‟
ſtark beleibten Hausmütter Gemüſe, Obſt und Fiſche feil;
in unnachahmlicher vornehmer Haltung ſchreiten
Inden=
mädchen mit kohlſchwarzen Augen und prächtigem Feuer
im Blick an uns vorüber. Wohin wir den Blick ſchweifen
laſſen: Ueberall Charaktergeſtalten, wie wir ſie nur auf
Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Seite 3.
Streik erforderlich iſt, erfolgt die allgemeine
Arbeitsein=
ſtellung der Kohleninduſtrie am 1. März, falls es nicht zu
einem Vergleich kommt. Der Vorſitzende des
Bergarbei=
terverbandes, Enoch Edwards, erklärte auf der heutigen
Konferenz der Vertreter der Bergarbeiter, unter den
Bergleuten herrſche über die zu erörternden Punkte
völ=
lige Uebereinſtimmung und er hoffe, daß beide Parteien
im Intereſſe des allgemeinen Wohles zu einer Einigung
kommen würden, ohne den Bergbau lahm zu legen, was
Armut und Elend im Gefolge haben würde.
* Liſſabon, 18. Jan. Anläßlich des
Ein=
treffens des deutſchen Kanonenbootes
„Panther” gab der deutſche Geſandte ein Diner, zu
dem außer den Offizieren des „Panther” auch mehrere
portugieſiſche Miniſter eingeladen werden. Auch die
por=
tugieſiſche Regierung beabſichtigt, den deutſchen
Offizie=
ren ein Diner zu geben.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Januar.
* Militärdienſtnachrichten. (Eigene Privatmeldung.
Nachdruck nur mit Quellenangabe geſtattet.)
Dem Major Freiherrn Schenck zu Schweinsberg,
Bataillons=Kommandeur im Leibgarde=Infanterie=
Regi=
ment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, wird der Abſchied mit der
geſetzlichen Penſion bewilligt unter Verleihung des
Cha=
rakters als Oberſtleutnant und der Erlaubnis zum Tragen
der Regimentsuniform. — Dem Hauptmann Baither,
Kompagniechef im Infanterie=Regiment Prinz Karl (4.
Großh. Heſſ.) Nr. 118, wird der Abſchied mit der
geſetz=
lichen Penſion bewilligt unter Verleihung des Roten Adler=
Ordens 4. Klaſſe. — Im Beurlaubtenſtand der
Abſchied bewilligt: Den Oberleutnants der
Land=
wehr=Infanterie 2. Aufgebots Müller und Wolff
(Mainz), dem Leutnant der Reſerve Roſſié (Ernſt),
vom Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, dem Leutnant der Landwehr=Infanterie
2. Aufgebots Dölp (Gießen), und dem Leutnant der
Landwehr=Feldartillerie 2. Aufgebots Wittekind
(Mainz).
* Das Kupferſtichkabinett des Landesmuſeums eröffnet
am Sonntag, den 21. Januar, eine Ausſtellung von
graphiſchen Arbeiten des 19. und beginnenden
20. Jahrhunderts. In der Hauptſache ſtellen ſie denjenigen
Teil der Neuerwerbungen dar, welche das
Kupferſtich=
kabinett auf dem Gebiete der Lithographie, der Algraphie
und des Holzſchnitts in den letzten Jahren gemacht hat.
Bei dieſen Neuerwerbungen lag, entgegen den
Gepflogen=
heiten früherer Jahrzehnte, welche mehrenteils
reproduk=
tive Arbeiten ihrer Zeit geſammelt hatten, das Gewicht
ausſchließlich auf dem originalen, vom Künſtler ſelbſt auf
den Stein gezeichneten, in Holz geſchnittenen Produkt. Bei
ſo gefaßter Aufgabe konnte an den franzöſiſchen
Litho=
graphen des 19. Jahrhunderts, deren Arbeiten eine nicht
abreißende Tradition ausmachen, an Raffet, Gavarni,
Her=
vier, Fantin=Latour und Lunois nicht vorbeigegangen
werden. Neben ihnen war der Holzſchnittzeichner Lepére
zu berückſichtigen, welchem andere Ausländer, Joyau,
Vibert, Nicholſon, Nieuwenkamp und Vallotton
ange=
ſchloſſen werden konnten. Darüber wurde nicht vergeſſen,
daß gerade in der letzten Zeit eine Reihe deutſcher
Künſtler ſich der Graphik zugewandt haben: Steinhauſen,
Thoma, Otto Greiner und Carlos Grethe ſind mit
ſchwarzen und farbigen Steinzeichnungen, Karl Schmoll
von Eiſenwerth mit Farbenholzſchnitten und Algraphien,
Hermann Haas, ein geborener Gießener, mit
Farbenholz=
ſchnitten vertreten. Adolph von Menzel aber, der
Viel=
gewandte, welcher 70 Jahre hindurch fleißig gemalt und
gezeichnet hat, neben welchem Deutſchland keinen anderen
fo vielſeitigen und unermüdlichen Graphiker aufweiſen
kann, durfte nicht mehr mit wenigen frühen Arbeiten
ge=
zeigt werden. Den weiteren Ausbau ſeines Werkes wird
ſich das Kupferſtichkabinett, nachdem es dazu einen guten
Anfang gemacht, angelegen ſein laſſen, und das umſomehr,
als die Graphik früherer Zeiten einen ſo ſtattlichen Beſtand
ſeiner Mappen bildet.
* Reichstagswahl und Hanſa=Bund. In der heutigen
Nummer befindet ſich ein Aufruf des Hanſa=Bundes an alle
Gewerbetreibende, bei der kommenden Stichwahl
ein=
mütig für Dr. Oſann eintreten zu wollen. Es
wird in dieſem Aufruf ausdrücklich darauf hingewieſen,
daß bei der Stichwahl ein geſchloſſenes Vorgehen der
liberalen Parteien zu Gunſten Dr. Oſanns unter
Hintan=
ſetzung aller Parteiintereſſen dringend geboten iſt.
* Ein Jubiläum. Man ſchreibt uns: In dieſen
Ta=
gen ſind 40 Jahre verfloſſen, ſeit in den Mauern unſerer
Stadt ein Verein gegründet wurde, der alle Hoffnungen,
die man an ſein Entſtehen knüpfte, wohl reichlich
ver=
wirklicht hat: der Verein für Volksbildung.
In dem erſten Protokoll der Verſammlung vom
Dezem=
ber 1871 zur Beſchlußfaſſung über ſeine Satzungen leſen
wir, es ſei von einem der Teilnehmer die Frage geſtellt
worden, ob denn zur Gründung eines ſolchen Vereins
neben dem Landwirtſchaftlichen und dem Gewerbe=
Ver=
ein ein Bedürfnis vorhanden ſei? In der Debatte
hier=
über, an der auch der nachmals nicht nur um den
Ver=
ein, ſondern auch um Darmſtadt ſo hochverdiente Albrecht
Ohly teilnahm, wurde die Frage mit einer erfreulichen
Friſche allſeitig bejaht.Auch vaterländiſche
Geſichts=
punkte beförderten das in dem kaum entſtandenen
ge=
einigten Reich zu gründende Unternehmen. Dieſer
va=
terländiſche Geiſt hat denn auch bei allen Arbeiten des
jungen, bald wachſenden Vereins gewaltet, niemals vom
Parteiſtandpunkt beeinflußt oder beengt. Wir Menſchen
von heute, denen die Segnungen einer verbreiteten
Volks=
bildung faſt als ſelbſtverſtändlich geläufig ſind, dürfen
billig nicht vergeſſen, wie es vor 40 Jahren zum Beiſpiel
um das Volks=, Fortbildungs= und Fach=Schulweſen
be=
ſtellt war. Sicherlih gebührt an deren Verbeſſerung
neben dem Staat und der Lehrerſchaft ein großes
Ver=
dienſt auch dem Verein für Verbreitung von
Volksbil=
dung. In Vorträgen aller Art, Unterrichtskurſen,
beleh=
renden und unterhaltenden Veranſtaltungen iſt planmäßig
dort auch den minder Gebildeten und Bemittelten
Ge=
legenheit gegeben worden, in Staats=, Rechts= und
Ta=
gesfragen ſich zu unterrichten, in Wiſſenſchaft und
Kün=
ſten unter berufener Führung zu ſehen, zu hören und zu
lernen. Immer beſtrebt, gerade den Kreis von
Bür=
gern, Gewerbetreibenden und Arbeitern, für die ſo recht
eigentlich der Verein als Bildungsvermittler gedacht war,
noch enger zu den Arbeiten heranzuziehen, ſehen wir
den Verein rührig und zielbewußt auf dem Weg zum
50. Jahresfeſte ſeiner Gründung. Die Freunde geſunder
Volksbildung blicken mit Dank auf ſein bisher vollendetes
Wirken zurück und begleiten ſeine weitere gedeihliche
Ent=
wickelung mit den beſten Segenswünſchen.
* Der Kaufmänniſche Verein Darmſtadt (E. V.)
ver=
ſendet ſoeben ſeinen Jahresbericht für das
Vereins=
jahr 1911. Es heißt darin: Das Jahr 1911 kann für den
Kaufmänniſchen Verein als ein ſegensreiches bezeichnet
werden. Es hat bewieſen, daß der Kurs, welcher geſteuert
wird, der richtige iſt; denn endlich iſt es unſeren
fortgeſetz=
ten, nachdrücklichſten Bemühungen gelungen, die
Kauf=
mannſchaft unſerer Vaterſtadt etwas mehr, wie in früheren
Jahren, für unſeren Verein zu intereſſieren. Mit Freude
und Genugtuung ſei hier feſtgeſtellt, daß dieſer im
abge=
laufenen Jahre wieder eine große Mitgliederzunahme
ſo=
wohl aus den Kreiſen der ſelbſtändigen Kaufleute als auch
aus denjenigen der Handlungsgehilfen zu verzeichnen hat.
Trotz alledem wird es auch fernerhin unſer eifrigſtes
Be=
ſtreben ſein, unterſtützt durch die Agitationskommiſſion,
deren Tätigkeit eine ſehr erfolgreiche für uns war, mit allen
Kräften für die weitere Entwickelung des Vereins zu
wirken und kein Mittel ſoll unverſucht bleiben, die
kauf=
männiſchen Kreiſe, die unſerer guten Sache noch fernſtehen,
aus ihrer Lauheit aufzurütteln und ſie davon zu
über=
zeugen, daß es in der heutigen Zeit geradezu ein Gebot der
Selbſterhaltung iſt, einer kaufmänniſchen Korporation
an=
zugehören, deren Zweck es iſt, die Intereſſen des geſamten
Kaufmannsſtandes — der Prinzipale ſowohl wie der
Ge=
hilfen — zu vertreten und deſſen Anſehen zu heben.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Die Wahlreſultate
aus den Wahlkreiſen, in denen Stichmahl ſtattzufinden
hat (Alsfeld-Lauterbach, Gießen-Grünberg-Nidda,
Erbach— Bensheim. Worms- Heppenheim- Wimpfen,
Darmſtadt -Groß=Gerau, Friedberg=Büdingen, Alzey—
Bingen, Frankfurt a. M. und andere), werden am Montag
abend im Kaiſerſaal bekannt gegeben.
* Kaiſergeburtstagsfeier des Wartburg=Vereins.
Der chriſtliche Verein junger Männer „Wartburg” gedenkt
am nächſten Sonntag, den 21. d. Mts., den Geburtstag
unſres deutſchen Kaiſers feſtlich zu begeben und ladet
hierdurch ſeine Freunde und Gönner berzlich zum Beſuch
des Abends ein. Das Feſt wird im „Feierabend”
Stift=
ſtraße 51, abgehalten werden, und haben die Bläſer des
Poſaunenchors ein patriotiſches Programm
zuſammen=
geſtellt, das allen Beſuchern einige frohe Stunden bieten
ſoll. Der Reinertrag des Feſtes iſt zur Neuanſchaffung
von Inſtrumenten beſtimmt, und iſt auch den
Veran=
ſtaltern ein Lohn für ihre Mühe recht zu gönnen.
* Geſelliger Abend des Ortsgewerbevereins. Auf
dieſe heute abend ſtattfindende Veranſtaltung ſei hiermit
nochmals hingewieſen. Neben dem kurzen Vortrag des
Herrn Dr. Kienzle über das Gewerbemuſeum umfaßt
das Programm weitere recht intereſſante Darbietungen,
die einen genußreichen Familienabend verſprechen. So
wirken mit ein Soloquartett, beſtehend aus Mitgliedern
des Großh. Hoftheaters, eine erſte Kraft auf
humoriſti=
ſchem Gebiete und weiterhin noch u. a. eine Abteilung der
Kapelle des Infanterie=Regiments Nr. 115 mit
bewähr=
ten Soliſten. Alles in allem, es ſteht den Beſuchern ein
nach jeder Richtung hin gut vorbereiteter
Unterhaltungs=
abend in Ausſicht, zumal auch für den Tanz in beſter
Weiſe geſorgt iſt. — Am Sonntag vormittag findet
als=
dann eine Beſichtigung des Gewerbemuſeums
ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Konzert Reemy. Auf dem Konzert, veranſtaltet
vom Ausſchuß der Freien Studentenſchaft am 30. Januar
in der Aula der Techniſchen Hochſchule, werden die
Damen Frl. Tula und Maria Reemy aus Guadalajara
(Violine), Frl. von Willmann (Klavier) das D-moll=
Konzert von Bach, das Doppelkonzert von Spohr, eine
Suite für 2 Violinen von Draeſecke ſpielen. Der
Rein=
ertrag des Konzertes wird zum Beſten der akademiſchen
Leſehalle verwandt. (Näh. ſ. Anzeige)
* Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Die
Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Odenwaldklubs
(Wanderklub) hat zu ihrem am 20. Januar im Saale
des Zoologiſchen Gartens ſtattfindenden 1.
Stiftungs=
feſt (Abendunterhaltung mit Tanz) eingeladen.
Zahl=
reiche Beteiligung von Mitgliedern der hieſigen
Orts=
gruppe iſt erwünſcht.
* Der Frauenverein der Johannesgemeinde wird
am nächſten Dienstag, den 23. Januar, im
Gemeinde=
haus in der Kahlertſtraße einen Vortragsabend
für ſeine Mitglieder und Freunde halten. Herr Miſſionar
Weismann, der hieſige Vertreter der Baſeler
Miſ=
ſionsgeſellſchaft, wird aus ſeiner durch eine langjährige
Wirkſamkeit in Indien gewonnenen Erfahrung: „Ernſtes
und Heiteres von einer indiſchen Miſſionsſtation”
er=
zählen. Wer Herrn Weismann ſchon gehört hat, weiß,
daß man bei ihm einen ebenſo un erhaltenden wie
be=
lehrenden Abend erwarten darf. Und einen Blick in die
Miſſionsarbeit, deren Kulturbedeutung niemand leugnen
kann, ſollte ſich heute eigentlich jedermann ermöglichen.
(S. Anzeige).
* Im Silberkranz. Am Montag, 22. Januar, feiert
das Schriftſetzer=Ehepaar Adam Chriſt und Frau geb.
Schulz, Heinrichſtraße 113, das Feſt der ſilbernen
Hochzeit.
* Seefiſche als Volksnahrungsmittel. Man
ſchreibt uns: In nächſter Woche bee innen wieder die
Kurſe im Fiſchkochen in der hauswirtſchaftlichen
Fort=
bildungsſchule. Es werden weitere 3 Kurſe abgehalten,
für die Anmeldungen noch vorlagen. Vor Anfang dieſer
Kurſe wird Herr Oberſtleutnant v. Gerhardt im
Auf=
trag des Deutſchen Seefiſcherei=Vereins am 24. Januar,
abends 8½ Uhr, im Städtiſchen Saalbau einen
Vor=
trag halten über „Seefiſche als
Volksnahrungs=
mittel” Alle Frauen und Mädchen, welche die
Fiſch=
kochkurſe beſucht haben oder noch beſuchen wollen, aber
auch andere Intereſſenten aller Volksſchichten ſind zur
Teilnahme an dem Vortrag freundlichſt eingeladen.
§ Fremdenverkehr. Nach einer von Großh.
Polizei=
amt veranlaßten Zuſammenſtellung über den
Fremden=
verkehr in hieſiger Stadt im Jahre 1911 haben im
ganzen in Gaſthäuſern, Logirwirtſchaften und Herbergen
51030 Perſonen mit 81 297 Logirtagen übernachtet.
Rechnet man hierzu noch die Zahl der im Jahre 1911
erfolgten Zuzüge (dauernde Niederlaſſungen in hieſiger
Stadt) mit 14081 und Wegzüge mit 15017, ſo ergibt
ſich für 1911 ein Geſamtwechſel von 80 128 Perſonen.
A Im ſtädtiſchen Krankenhaus ſind im Dezember d. J.
361 männliche und 313 weibliche, zuſammen 674 Kranke,
verpflegt worden. Dieſe Kranken hatten insgeſamt 9048
Verpflegungstage, ſodaß ſich für den gedachten Monat eine
durchſchnittliche Tagesleiſtung mit 292 Kranken ergibt,
ge=
nau ſoviel wie im vorhergegangenen Monat November. —
Das Pfründnerhaus an der Frankfurterſtraße war mit 68
Pfründnern, 28 Männern und 40 Frauen, belegt, die mit
dem Pfründnerhaus verbundene Kinderpflegeſtation nahm
3 Kinder neu auf und zählte am Ende des Monats 18
Kinder. — Das Armenhaus an der Pallaswieſenſtraße
war am Jahresſchluß mit 43 Inſaſſen belegt, 29 Männer,
11 Frauen und 3 Kinder.
* Orpheum. Jobs Luſtige Bühne, deren Gaſtſpiel
bis zum Ende d. Mts. verlängert wurde, bringt ab
geſtern, Freitag, eine weitere Novität, den dreiaktigen
Schwank „Meine! — Deine!” zur Aufführung. Auch
dieſes Stück ſteht ſeinen Vorgängern in keiner Weiſe
nach und dürfte den beliebten Gäſten ebenfalls den
ge=
wohnten großen Erfolg bringen. — Sonntag, den
28. Januar, geht bei kleinen Preiſen „Der brave
Hermann” endgültig zum letzten Male in Szene. —
Morgen, Sonntag, den 21. Januar, finden, wie üblich,
2 große Vorſtellungen ſtatt. Nachmittags 4 Uhr iſt
alten Gemälden bewundern. Wir ziehen zu einer Gruppe
weiter: Das ſind die Auktionäre. Die zappeln
wahrhaf=
tig an Händen und Füßen. Sie brüllen ſich ſo heiſer, daß
wir denken könnten, ſie überlebten es nicht mehr. „Going,
going, going, gone” erklärt der Verſteigerer, und klopft
mit ſeinem Hämmerchen noch etwas wie eine Beſtätigung
hinzu, nachdem er einem Jungen vom Lande eine
wert=
loſe Uhr zu einem beträchtlichen Preiſe angehängt hat.
Dieſe Verſteigerer flößen uns einen gewaltigen Reſepkt
ein. Mit einem Blick angeln ſie ihr Opfer aus der Menge.
Man kann von dieſen Pſychologen viel lernen. Aber
viel=
leicht noch köſtlicher ſind die „Zahnärzte”. Wer einen
böſen Zahn hat, dem wird er dort gratis gezogen! Wenn
dieſe erbauliche Operation ſtattfindet, ſammelt ſich
natür=
lich ſtets eine Menge um den Doktor und ſeinen
Patien=
ten. Höchſt ergötzlich geſtaltet ſich die Szene, wenn zuletzt
der Arzt ſein Opfer auch noch beſchenkt. Manche
Knäb=
lein erhalten auf dieſe Weiſe vom Doktor Pülverchen und
oft noch Geld für Süßigkeiten. Auf dieſe Weiſe bringt
der Quackſalber Pillen, Mixturen und ſonderbare
Tränk=
lein an. Und mancher Zuſchauer beneidet dann den
Glück=
lichen. dem ein Zahn gezogen worden
Wenn wir ein paar Straßenzüge noch tiefer ins
Oſt=
end hindurchziehen, gelangen wir auf eine ſonderbare
Stätte, wo es aus allen Ecken und Enden gackert und
winſelt. Da ſind wir am Hunde=, Katzen=, Tauben= und
Hühnermarkt, „Club Row” geheißen. Man ſieht viel
Trauriges, viel erdrückend Melancholiſches in London;
aber ſo kläglich dreinſchauende Hunde wie hier, kann man
weit und breit ſuchen. Wir wußten vorher nicht, daß es
unter den Hunden genau ſo wie unter den Menſchen eine
Ariſtokratie und ein Proletariat gibt. Hier haben wir
wohl die erbärmlichſten Proletarierhunde vor uns. Es
gibt ſtachelige Zungen, die vor der böſen Behauptung
nicht zurückſcheuen, es wären hier lauter geſtohlene
Hunde beiſammen. Tatſächlich ſpricht etwas derartiges
aus den Augen der armen Tiere. Vielleicht ſtehen ſie
wirklich unter dem furchtbaren Bewußtſein des
Ver=
ſchachertwerdens. Vielleicht ahnen ſie, daß man mit ihnen
feilen Diebſtahl treibt. . . . Ja, manche ſtacheligen Zun=
gen verſteigen ſich noch weiter, ſie wollen behaupten, in
„Petticoat Lane” und in „Club Row” kämen überhaupt
nur geſtohlene Dinge auf den Markt. Aber ein Herr, der
neben mir ſtehend die Hundegeſellſchaft betrachtet, hat eine
noch ſtachlichere Zunge und meint: Wenn Sie etwas in
Petticoat Lane” einkaufen, ſo geſchieht es leicht, daß Sie
beim Nachhauſegehen einen Griff in Ihre Taſche tun und
finden, man, hätte Sie nach dem Verlaſſen der Lane um
die eingekauften Sachen — erleichtert. Doch das eine
können Sie mir glauben, ſelten kommen Sie aus der Lane
ganz allei: nach Hauſe!”
Vorträge.
Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung. In der Techniſchen Hochſchule (Hörſaal Nr.
326) fand am Donnerstag abend der erſte einer Reihe
Vorträge über die Balkan=Gebiete ſtatt. Herr Reallehrer
Lerch, der Vorſitzende des Vereins, eröffnete den
Vor=
tragszyklus und hob hexvor, daß die Vorträge dazu
be=
ſtimmt ſind, weiteren Kreiſen die Kenntnis eines
Länder=
gebietes zu übermitteln, über das noch viel Unklarheit
herrſche; insbeſondere werde die Türkei, als wichtigſter
Teil der Balkan=Halbinſel, einer eingehenden
Beſprech=
ung unterzogen werden. Hierauf ſyrach Herr Profeſſor
Dr. Klemm in feſſelnder Weiſe über den geologiſchen
Bau der Oberfläche des Balkangebietes, den er zwar nicht
perſönlich, aber deſto eingehender in der 1350 Arbeiten
aufweiſenden Literatur ſtudiert habe. Sämtliche Schriſten
befaſſen ſich mit Vorliebe mit dem Süden und Norden,
während der Zentral=Balkan noch wenig bereiſt und
ziem=
lich unerforſcht iſt. Der weſtliche Teil der Balkan=
Halb=
inſel beſteht aus den Ländern Dalmatien, Bosnien,
Her=
zegowina, die im Beſitze von Oeſterreich ſind, und von
dort aus einer tatkräftigen Kulturarbeit unterzogen
wer=
den. Vermeſſungen, geologiſche Unterſuchungen, Karten,
Beſchre zungen werden unter der Leitung des Dr. Katzer,
Sarajewo, angefertigt. Der Redner beſpricht ferner die
geologiſchen Formationen an Hand einer mit Skala
ver=
ſehenen Karte und zeigt vermittelſt Projektionsbildern die
Verſchiedenartigkeit der Geſteinsmaſſen, Granit, Syenit,
umhüllt von kriſtalliniſchen Schiefern; Konglomerate,
Sandſteine, Kalkſteine uſw. Eine Quelle, die im
Kalk=
gebirge plötzlich hervorbricht und ſofort einen großen
Bach bildet. Becken, die für gewöhnlich trocken, durch
Regengüſſe aufſteigen und ein großes Waſſer bilden.
Etwa 30 ſolcher, neben der Belehrung hohe landſchaftliche
Reize aufweiſende Bilder wurden mit den hierzu
not=
wendigen Erklärungen vorgeführt, und erntete der
Red=
ner von dem zahlreich erſchienenen, dankbaren Publikum
am Schluſſe ſeiner Vorführungen reichen Beifall.
Feuilleton.
BHS. Epiſoden aus dem Leben Labouchères. Aus
London ſchreibt man uns: Die Zeitungen beſprechen
den Tod des Politikers und Publiziſten Henry
Labou=
chère, der kürzlich in Florenz erfolgt iſt in ſpaltenlangen
Artikeln. Labouchére, der hier unter dem Namen Labby
als Herausgeber der Truth eine ſehr bekannte
Perſönlich=
keit war, hat ein ſehr arbeitsreiches Leben hinter ſich. In
Eton und Cambridge erzogen, wurde er durch den
Ein=
fluß ſeines Onkels Lord Taimton Attachee der
Geſandt=
ſchaft in Waſhington. Später war er in der gleichen
Eigenſchaft in München. Stockholm, Frankfurt,
Peters=
burg und Konſtantinopel. Im Jahre 1866 trat er wieder
aus dem diplomatiſchen Dienſt aus, um ſich als
Parla=
mentskandidat in Windſor aufſteller zu laſſen. Von
die=
ſer Zeit an hatte er als Vertreter verſchiedener Kreiſe faſt
dreißig Jahre ſeinen Parlamentsſitz inne. Er gehörte
zu. den intimen Freunden König Eduards und hätte es
unter Gladſtone ſicher zum Miniſter gebracht, wenn er von
der Senſationszeitſchrift Truth zurückgetreten wäre.
Man erzählt aus ſeinem Leben hunderte kleine Anekdoten,
die alle ſeine Schlagfertigkeit und ſeine in jeder Situation
ewahrte Ruhe zeigen. Hier kurz eine kleine
Begeben=
heit aus ſeiner Frankfurter Zeit; die er beſonders
gerne erzählte: An einem kleinen Grenzſtädtchen nurde
er angehalten und trotz ſeiner Verſicherung, daß er keine
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
Familien= und Fremden=Vorſtellung bei
kleinen Preiſen. In dieſer gelangt der tolle Schwank
„Der brave Hermann” zum letzten Male zur Aufführung.
Abends präzis 8¼ Uhr geht die urdrollige Novität
„Meine! — Dei e!” in Szene. Es ſei darauf aufmerkſam
gemacht, daß „Meine! — Deine!” nur wenige Male
ge=
geben wird. In Vorbereitung befindet ſich „Der
ge=
fährliche Alte‟
* Zur großen Gala=Damen= und Herrenſitzung der
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla, die morgen. Sonntag
abend in der feſtlich=närriſch dekorierten Narrhalla am
Woogsplatz ſtattfindet, ſind, wie ſchon mitgeteilt, in
be=
ſchränkter Anzahl reſervierte (numerierte) Plätze
vorgeſehen, die im Vorverkauf (an der Abendkaſſe gegen
Aufſchlag) zu haben ſind. Schon jetzt läßt der
Vorver=
kauf auf ſehr ſtarken Andrang ſchließen, doch wird dafür
Sorge getragen werden, daß nicht mehr Karten verkauft
werden, als Plätze vorhanden ſind, damit Ueberfüllung
vermieden wird. Für Ihre Kgl. Hoheiten den
Groß=
herzog und die Großherzogin mit Gefolge iſt
auf der linken Galerie nächſt der Bühne eine Hofloge
er=
richtet worden. Dieſer Teil mußte demgemäß geſperrt
werden. — Der Feſtball wird unmittelbar nach
Ab=
ſchluß des Programms (ſpäteſtens 11.11 Uhr) beginnen.
Närriſche Kopfbedeckungen und Lieder für jeden Beſucher
ſind am Eingang zu haben.
* Schützenhof. Man ſchreibt uns: In ſämtlichen
Räumen des Schützenhofs finden am kommenden Sonntag
abend Karneval=Konzerte ſtatt. Im großen Saale wird
Herr Obermuſikmeiſter Mickley mit ſeiner luſtigen Schar
ein echt karneval. Programm zu Gehör bringen; u. a.
Muſikantenſtreiche, ſowie originelle Lieder und Poſſen.
In den Keller=Lokalen wird eine Kapelle bei freiem
Ein=
tritt konzertieren. Von 11 Uhr ab findet diesmal Tanz
ſtatt. Nach dem Arrangement zu ſchließen, dürfte jedem
Beſucher ein genußreicher Abend bevorſtehen, zudem ein
tanzliebendes Publikum auch auf ſeine Rechnung
kom=
men dürfte.
* Ludwigshöhe. Ein recht intereſſantes und
reich=
haltiges Programm liegt dem morgigen Konzert der
Kapelle des Großh. Heſſ. Artillerie=Regiments Nr. 61 zu
Grunde, wobei außer gefälligen Opern= und
Operetten=
ſätzen auch wieder eine Novität zu Gehör gelangt. Ein
neuer Komponiſt von hier (Herr Stud. E. Friedlein)
wird ſich durch eine geſchmackvolle Walzerkompoſition
„Mein Engelchen” dem Publikum bekannt machen. Auch
die übrigen Piécen des Programms ſind dem vornehmen
und modernen Geſchmack des Publikums angepaßt.
* Faſtnachtszeitung. Im 30. Jahrgang erſcheint
heute die erſte Nummer der Darmſtädter
Faſtnachtszeit=
ung. Dies hohe Alter ſpricht ſicherlich dafür, daß ſie ſich
in unſerer Einwohnerſchaft einer großen Beliebtheit
er=
freut und wird auch dieſe erſte Nummer des diesjährigen
Jahrgangs ſicher geeignet ſein, den Leſer im Geiſte
un=
ſeres heimiſchen Humors aufs beſte zu unterhalten und
zu amüſieren.
* Arheilgen, 19. Jan. Die Friedrich Dieter IV.
Eheleute, Woogſtraße 20, feierten geſtern in körperlicher
und geiſtiger Friſche das Feſt der goldenen
Hoch=
zeit.
Groß=Umſtadt, 18. Jan. Die hieſige
Bezirks=
ſparkaſſe für den Amtsgerichtsbezirk Groß=Umſtadt
verteilte aus dem Reingewinn des Rechnungsjahres 1910
an 38 Dienſtboten und Geſellen, die fünf Jahre und
län=
ger in gleicher Stelle ſtehen, je 20 Mark Prämien; im
ganzen 760 Mark. Es fielen auf Groß=Umſtadt 15,
Leng=
feld 7, Schaafheim 5. Dieburg 3 Prämien; auf Altheim,
Radheim, Riechen, Semd, Groß=Zimmern,
Harpertshau=
ſen, Kleeſtadt, Häuſer Hof je 1 Prämie.
Neu=Iſenburg, 18. Jan. In der Wäſcherei von
Völcker in der Wieſengaſſe explodierte aus
un=
bekannter Urſache ein mit Benzin geheizter
Bügelofen. Hierbei erlitt eine Büglerin an den
Hän=
den und im Geſicht erhebliche Brandwunden. Ein im
ſelben Raum beſchäftigter Mann ſprang aus dem
Fen=
ſter und brach ein Bein. Beide Verunglückte wurden
nach Anlegung der Verbände ſeitens des Arztes in ihre
Behauſungen geſchafft. Das Feuer, das vom Beſitzer
und Nachbarn raſch gelöſcht werden konnte, richtete
kei=
nen mennenswerten Schaden an.
Heppenheim a. d. B., 19. Jan. Der Stadtrat und
jetzige Gaſtwirt „Zum Landgrafen von Heſſen” der
frü=
here Mühlen= und Bäckereibeſitzer Georg
Mein=
berg III. hier, hat Konkurs angeſagt.
Rechts=
anwalt Dr. Metz von hier iſt zum Konkursverwalter
er=
nannt worden. Da Meinberg ein anſehnliches
Ver=
mögen von ſeinen Eltern ererbte, ein großes, bares
Ka=
pital erheiratete und verſchiedene Male ganz reſpektable
Erbſchaften gemacht hat, erregt dieſe Zahlungseinſtellung
großes Aufſehen. Meinberg hat ſeine Ehrenämter
als Stadtrat, Wieſengeſchworener uſw. niedergelegt.
Mainz, 19. Jan. Die Frau Liebing, welche von
dem Damenſchneider Deſchmann am Samstag vor
Weihnachten überfallen und ſchwer verletzt wurde, iſt
ſo=
weit hergeſtellt, daß ſie am Samstag nachmittag
wieder aus dem Rochushoſpital entlaſſen wird.
Deſch=
mann hatte in der Unterſuchungshaft den wilden
Mann geſpielt, er kam jetzt in Einzelhaft. Er benimmt
ſich äußerſt brutal. Die Unterſuchung iſt ſoweit
abge=
ſchloſſen, daß, wenn die Frau Liebing vom
Unterſuch=
ungsrichter vernommen und die Gegenüberſtellung mit
dem Täter ſtattgefunden, dem Deſchmann demnächſt die
Anklage zugeſtellt wird. Er wird zur Aburteilung dem
am 4. März beginnenden Schwurgericht überwieſen.
Mainz, 18. Jan. In der geſtrigen Sitzung der
Stadt=
verordneten wurde für die Veranſtaltung eines
koſtümier=
ten Zuges am Faſtnachtsmontag dem
Karneval=
verein ein Zuſchuß von 3000 Mark bewilligt
Sechs Stadtverordnete ſtimmten dagegen. Für die in
Südbraſilien durch Hochwaſſer geſchädigten Deutſchen
wurden 1000 Mark bewilligt.
zollpflichtigen Dinge mit ſich führe, wurde ſein Gepäck
unterſucht und rückſichtslos durcheinander geworfen. Er
verlangre, daß man es ihm wieder einpacke; aber der
Beamte weigerte ſich. „In dieſem Fall” ſagte
Labou=
chere, „werde ich eben ſo lange hier bleiben, bis Sie die
Sachen wieder eingepackt haben.” Als er nun einige Zeit
gewartet hatte, der Beamte aber gar keine Anſtalten
machte, Labouchéres Wunſch nachzukommen, bat er um
ein Telegramm=Formular und ſchrieb die folgende
Nach=
richt darauf: „An den Herrn Miniſterpräſidenten v.
Bis=
marck! Kann leider heute abend nicht mit Ihnen
dinie=
ren; werde durch Zollbeamte zurückgehalten.‟ Der
Beamte, den L. das Telegramm leſen ließ, entſchuldigte
ſich vielmals und packte die Koffer wieder ein. — Dieſer
Erzählung fügte L. gewöhnlich bei: „Zu jener Zeit hatte
ich Bismarck noch nicht einmal zu Geſicht bekommen.”
* Fächer mit lebenden Blumen. Fächer, die aus
lebenden Blumen zuſammengeſetzt ſind, bilden die letzte
Neuheit in den Pariſer Ballſälen, die allgemein großen
Beifall findet. Ein geſchickt angeordnetes Drahtgeſtell,
das von grüner Seide verborgen wird, hält die Stiele Ter
Blüten ſo, daß keine Gefahr beſteht, daß ſie während der
Dauer eines Geſellſchaftsabends in Unordnung geraten.
Ein kleiner Ring, der an dem Seidenband des Fächers
befeſtigt iſt, dient dazu, den Fächer zuſammenzuhalten,
wenn er nicht gebraucht wird; aus dem Fächer wird dann
ein hübſches Bukett. Ein Blumenfächer von Roſen, von
Parmaveilchen und Flieder koſtet etwa 20 Franken. Die
neue Mode hat ſich bei vielen vornehmen Bällen bereits
durchgeſetzt.
* Der Knochenſchlittſchuh. Heutzutage iſt der
Schlitt=
ſchuh ein kleines techniſches Wunder. Form, Größe,
Be=
feſtigung ſind raffiniert ausgedacht, und Läufer oder
Läuferin haben es leicht, mit ihm über die ſchimmernde
Eisfläche dahinzufliegen. Aber wie jedes moderne Gerät
hat auch er verſchiedene Entwicklungsſtufen durchgemacht,
und ſeine urſprüngliche Form war äußerſt primitiv. Er
trat zuerſt als Knochenſchlittſchuh auf. Man hatte ſolche
uralten Schlittſchuhe mehrfach in Holland und Friesland
ausgegraben, und zwar zuſammen mit römiſchen und
fränkiſchen Altertümern. Virchow hat darauf
hinge=
wieſen, daß man in Pommern und in der Mark öfters
Schienbeine von Rindern und Pferden ausgegraben habe,
die offenbar zu Schlittſchuhen hergerichtet waren. Das
obere und das untere Ende waren abgeſchnitten,
drei=
kantia zugeſchliffen und mit Querlöchern verſehet,
augen=
ſcheinlich, um einen Riemen durchzuziehen, mit dem das
Gerät am Fuße befeſtigt wurde. Dieſe
Knochenſchlitt=
ſchuhe erhielten ſich lange; bei Züllichau liefen
Bauern=
knaben noch um 1840 mit ſolchen Schlittſchuhen, und auch
bei Liegnitz pflegten die Kinder noch ſpäter den
Schind=
anger durchzuwühlen, um ſich aus den langen
Röhren=
knochen der Pferde Schlittſchuhe zu machen.
* Ausſchmückimg der D=Zugwagen mit Bildern. Wie
mitgeteilt wird, hat die Eiſenbahnverwaltung beſchloſſen,
die D=Zugwagen mit Bildern auszuſchmücken. Zu dieſem
Zweck erfolgt einſtweilen die Ausſchreibung von 8000
Bilderrahmen, die aus Nußbaumholz und Eſchenholz
an=
gefertigt ſein ſollen. um ſie in die übrige Ausſtattung der
D=Zugwagen einzufügen.
ml. Ein ehrwürdiger Schweizerkäſe. In den
Alpen=
kantonen der Schweiz gehören Jahre alte Käſe durchaus
nicht zu den Seltenheiten. Nach der Behauptung der
Landleute gewinnen die Käſe durch das lange Lagern
ſogar an Wohlgeſchmack. Deshalb bereitet man für die
Fa=
milienfeſte rieſige Käſe im voraus, die Jahr für Jahr auf
dem Feſttiſch erſcheinen, und die ſich häufig genug als
Familienreliquien von einer Generation für die andere
vererben. So wurde jüngſt in Ormonts, im Waadtlande,
in einem verlorenen Winkel eines Hauſes ein Käſe
ent=
deckt, der das Datum des Jahres 1785 trug. Er war, was
nicht weiter zu verwundern iſt, hart wie Stein und mußte
mit der Säge zerſchnitten weerden. Aber an Wohlgeſchmack
ließ der 126jährige Methuſalem nichts zu wünſchen übrig.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Jan. Die
Stadtverord=
netenverſammlung ſprach ſich heute für den Bau
einer Hochbahn auf dem Geſundbrunnen aus.
Der Rirdorfer Magiſtrat beſchäftigte ſich heute mit
dem Antrag, den Namen der Stadt in Neu=Cölln
umzuwandeln. Oberbürgermeiſter Kaiſer begründete den
Antrag, von dem er ſich große wirtſchaftliche Vorteile
ver=
ſpricht, damit, daß die ſogenannten Cöllniſchen Wieſen
einen großen Teil von Rixdorf bilden. Schließlich wurde
der Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten,
die von der Aenderung eine Einſchränkung ihres Einfluſſes
befürchten, angenommen. Dieſer bedarf nun noch der
Ge=
nehmigung des Magiſtrates, um allgemeine Gültigkeit zu
erhalten. — In einer im Nordoſten Berlins belegenen
Laubenkolonie kam geſtern nachmittag in der Laube eines
Arbeiters Feuer aus. Da ſich der Inhaber der Laube
und ſeine Frau auf Arbeit befanden, wurde das Feuer
erſt ſpät bemerkt, als es bereits größeren Umfang
ange=
nommen hatte, konnte dann aber bald gelöſcht werden.
Als man in die verqualmte Laube eindrang, fand man die
beiden Kinder der Leute, einen einjährigen Knaben und
ein zweijähriges Mädchen, leblos am Boden. Die beiden
Kinder wurden ins Krankenhaus gebracht, doch waren ſie
bereits tot. Die Eheleute wurden in Haft genommen, weil
ſie dem Verbot zuwider die Laube mit einer Heizvorrichtung
verſehen hatten. — Zu der Bluttat in der alten
Jakob=
ſtraße wird jetzt berichtet, daß nach dem Ergebnis der
Ob=
duktion alle drei Perſonen offenbar mit demſelben
Inſtru=
ment, wahrſcheinlich dem gefundenen Hammer, getötet
wurden. Zweifellos ſind alle drei Perſonen das Opfer
eines Mörders geworden.
Frankfurt a. M., 19. Jan. Durch den Vergleich
zwi=
ſchen den Frankfurter Nachrichten und dem
Frankfurter Generalanzeiger in der
Privat=
beleidigungsklage iſt die hieſige Preßfehde noch
keines=
wegs aus der Welt geſchafft worden. Zunächſt laufen die
Zivilprozeſſe, die zwiſchen den beiden Blättern
ſchwe=
ben, nach weiter, dann aber kommt am 13. Februar die
Privatbeleidigungsklage der Leiter der Frankfurter
Nach=
richten gegen den Herausgeber der Fackel, Müller=
Her=
furth, zu Verhandlung. Zu dieſem Prozeß ſind vierzig
Zeugen geladen, ferner als Sachverſtändige: Profeſſor
Delbrück, Maximilian Harden und v. Gerlach.
Dresden, 19. Jan. Die Elbe iſt von Dresden bis
Meißen zugefroren. Das Treibeis iſt bei Meißen
ſtehen geblieben.
Leipzig, 18. Jan. Im Spionageprozeß
Wi=
nogradoff und Cerno vor dem Reichsgericht wurde
heute nachmittag 2 Uhr das Urteil verkündet.
Wino=
gradoff erhielt wegen verſuchten Verrates militäriſcher
Geheimniſſe drei Jahre Feſtung. Cerno wegen
Verab=
redung zur Begehung von Landesverrat (§ 5 des
Spio=
nagegeſetzes) drei Jahre Gefängnis. Beiden wurden
fünf Monate Unterſuchungshaft angerechnet. — Cerno
hatte ſich gegenüber dem Vertreter des ruſſiſchen
Nachrich=
tenbureaus, der in Berlin wohnte, zur Lieferung
gehei=
mer militäriſcher Nachrichten aus Deutſchland bereit
er=
klärt. Er wurde nach Kiel geſandt und hielt ſich dort
über ein Jahr auf. Was er an Berichten ſandte, waren
lauter bekannte, nicht geheim zu haltende Dinge, die meiſt
ſchon in deutſchen Zeitungen geſtanden haben, oder ſeiner
Phantaſie entſprungen waren. Gegen ihn konnte nur der
Tatbeſtand des § 5 feſtgeſtellt werden. — Winogradoff
iſt ein aktiver ruſſiſcher Marineoffizier. Er war abgeſandt
worden, um die Tätigkeit Cernos in Deutſchland zu
kon=
trollieren. Dieſe Gelegenheit benutzte er, ſelbſt
Beobach=
tungen zu machen, die er geeigneten Falls ſeiner
Regie=
rung mitteilen konnte. Er machte ſich bezüglich der
Befeſti=
gung Cuxhavens Zeichnungen, die er auf die Poſt gab.
um ſie fortzuſenden. Hierin wurde der Verſuch eines
Ver=
brechens nach § 1 des Spionagegeſetzes erblickt.
Leipzig, 19. Jan. Im hieſigen Krankenhauſe ſtarb
der am 16. d. M. eingelieferte Arbeiter Franz, angeblich an
einem Schlaganfall. Wie die Sektion ergeben hat, iſt der
Mann aber an Methylalkohol=Vergiftung
ge=
ſtorben. Bei welcher Gelegenheit die Vergiftung erfolgte,
iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Halle (Saale), 19. Jan. Heute früh ſtarb hier im Alter
von 70 Jahren der lyriſche Dichter Profeſſor Adolf=
Brieger.
Magdeburg, 19. Jan. Die
Schiffahrtsver=
hältniſſe auf der Elbe ſind die denkbar
ungün=
ſtigſten. Mehr als der Eisgang iſt der niedrige
Waſſer=
ſtand daran ſchuld. Das Eis auf der Elbe iſt bis weit
oberhalb Magdeburg zum Stillſtand gekommen.
Eberswalde, 19. Jan. In Oſerberg ſtarben der
Töpfermeiſter Seeliger, deſſen Frau und Tochter nach dem
Genuß von Ananas=Speiſe.
Kuxhaven, 18. Jan. Von dem Lotſenſchooner Nr. 4
fuhr am 17. Januar früh morgens bei eiſigem Oſtſturm
ein Lotſenverſetzboot zu einem einfahrenden
Dampfer und gab einen Lotſen ab. Seitdem iſt das Boot,
das mit einem Lotſen und zwei Aſpiranten beſetzt war,
verſchwunden. Alle Nachforſchungen waren bisher
vergeblich.
Innsbruck, 19. Jan. In Oſttirol herrſchen furchtbare
Schneeſtürme. Der Wiener Nachtſchnellzug iſt bei
Fieberbrunn im Schnee vollſtändig eingeweht.
Hall bei Innsbruck, 18. Jan. Eine große Geſellſchaft
von Herren, Damen und Kindern vergnügte ſich hier beim
Rodeln. Soeben hatte wieder ein Rodelſchlitten
die Höhe verlaſſen, um den Abhang hinabzufahren, als
er gegen einen Meilenſtein ſtieß und umſchlug. Alle
an=
deren nachfolgenden Rodel ſtürzten nun über dieſen,
wo=
bei verſchiedene Perſonen ſchwer verletzt wurden.
Turin, 19. Jan. Eine Lawine, welche in
Roche=
molles niederging, hat ſechs Wohnhäuſer vollſtändig
ver=
ſchüttet. Von mehreren dieſer Häuſer ragt nur noch die
Dachſpitze aus den Schnee= und Steinmaſſen hervor.
Truppen ſind nach der Unfallſtelle abgegangen und haben
die Rettungsarbeiten begonnen. Die Soldaten mußten
Schächte graben, um durch die Schnee= und Steinmaſſen
zu den Verſchütteten zu gelangen. Bis jetzt ſind 10
Ver=
letzte geborgen.
Paris, 19. Jan. Der Streik in der großen
Oper dehnt ſich weiter auf das ganze Hilfsperſonal aus.
Der Chor der Muſiker erklärte ſich mit dem Ballett
ſoli=
dariſch, ſo daß die Oper wahrſcheinlich heute geſchloſſen
werden wird.
Paris, 19. Jan. Aus Toul wird gemeldet, daß ein
Fremder in einem Hotel aus dem Zimmer eines Offiziers
des Luftſchifferkorps wichtige Schriftſtücke
ent=
wendet habe, die ſich auf die Flüge des Lenkballons
„Adjutant Vincenet” oberhalb der Forts der Oſtgrenze
be=
ziehen. Der Spion, der nach Nancy entflohen iſt, hat ſich
bisher allen Nachforſchungen entzogen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Antiſpiritiſtiſche Wohltätigkeits=
Vorſtellung. Der Zweigverein Darmſtadt des
Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz veranſtaltet am
Dienstag, den 23. Januar, abends 8¼ Uhr, im
großen Saale des Städtiſchen Saalbaues zur
Pflege und Erziehung armer Halbwaiſen eine große
Wohltätigkeits=Vorſtellung unter Mitwirkung von dem
k. u. k. Hofkünſtlerpaar Frau Ida und Richard Lané=Ney.
Das Berliner Tageblatt ſchrieb folgendes: „Einen
inter=
eſſanten Abend kann man heute im Wintergarten erleben,
wo Frau Ida Lané=Ney und Herr Richard Lané
Vorſtel=
lungen geben. Ein geheimnisvoller Zauber umgibt den
Spiritismus und alles, was damit zuſammenhängt,
ferner die oft wunderbar erſcheinenden Zauberkünſte,
Ge=
danken= und Willensbeeinfluſſungen, die Darbietungen
der Feſſelkünſtler. Das Künſtlerpaar Lané=Ney zeigt uns
auch dieſe mannigfachen Künſte, die manchmal ſo
uner=
klärlich und wunderbar erſcheinen. Sie geben aber auch
zugleich die Löſung des anſcheinend Unerklärlichen, und
man iſt erſtaunt, wie leicht man ſich düpieren und
nas=
führen laſſen kann, wo doch des Rätſels Löſung
verblüf=
fend einfach iſt. Hauptſächlich wird aber bewieſen, daß
der Spiritismus eitel Humbug und nur darauf berechnet
iſt, den Leuten mit groben Mitteln etwas vorzutäuſchen.
Das Künſtlerpaar Lané und Ney weiß ſeine
Vorführun=
gen in höchſt anregender Weiſe zur Anſchauung zu
brin=
gen, der verbindende Vortrag iſt kurzweilig und trägt
durch ſeine humoriſtiſche Färbung zur Belebung des
Gan=
zen bei.” Möchten die ergangenen Einladungen geneigte
Berückſichtigung finden und die gemeinnützigen
Beſtreb=
ungen des Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz durch das
Unternehmen kräftige Förderung erfahren. Die
Geſchäfts=
ſtelle befindet ſich im Britannia=Hotel, Rheinſtr. Nr. 35.
Daſelbſt werden täglich von 10—1 und 3—5 Uhr,
Sonn=
tag, den 21., von 11—1 Uhr Zahlungen für Karten
ent=
gegengenommen und weitere Eintrittskarten abgegeben.
(Siehe Anz.)
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 19. Jan. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer ſetzte heute unter
Vorſitz des Abg. Dr. Oſann ſeine Etatsberatung
fort. Bei Kap. 53, Aerztlicher Die iſt, Ausgabe
277338 Mark, wurde der Wunſch ausgeſprochen, daß dies
Kapitel mit dem Kap. 54, Impfweſen, verbunden
werden möchte, da ja ein innerer Zuſammenhang hier
beſteht. Um die Aenderung der Bezüge der Kreisärzte
und Kreisaſſiſtenzärzte ohne größere Belaſtung der
Staatskaſſe durchführen zu können, ſchlägt die Regierung
bekanntlich vor, die Impfgebühren, die bislang die
be=
amteten Aerzte auf Grund geſetzlicher Vorſchrift zu
be=
ziehen haben, für die Folge zur Staatskaſſe zu
verein=
nahmen. Dieſe neue Einnahme des Staates für
Impf=
gebühren iſt im Etat mit 46300 Mark veranſchlagt,
wo=
bei eine Erhöhung der Gebühr von 80 auf 90 Pfg. für
die einzelne Impfung in Ausſicht genommen iſt. Der
er=
wähnten Neueinnahme ſteht eine Geſamtausgabe von
24900 Mark gegenüber. Die folgenden Etatskapitel
fan=
den keine Beanſtandung. Bei Kap. 70,
Landeskre=
ditkalſe, Einnahme und Ausgabe 1757641 Mark,
wurde im Ausſchuß der Gedanke angeregt, ob es ſich nicht
empfehle, in abſehbarer Zeit bei der geplanten
Verwal=
tungsorganiſation eine Vereinigung dieſes Inſtituts mit
der Landeshypothekenbank herbeizuführen und dadurch
eine Erſparnis an Verwaltungskoſten zu erzielen. Bei
Kap. Kunſtſtraßenweſen, Ausgabe 1 231580 Mark, wurde
die geplante Reorganiaſtion der geſamten
Bauverwal=
tung und die Frage der 18 Kreisbauinſpektoren erörtert
Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Seite 5.
und die Poſition vorbehaltlich der geplanten
Aenderun=
gen genehmigt. Beim Kap. Eichweſen, iſt auf Grund
reichsgeſetzlicher Vorſchriften eine andere Organiſation
vorgeſehen. Die Regierung ſoll näher darüber gehört
werden, ob eine ſo umfangreiche Organiſation der
Be=
hörde, wie ſie im Etat zum Ausdruck kommt, wirklich
erforderlich erſcheint und die geforderte definitive
An=
ſtellung der Eichmeiſter nicht zu umgehen ſei.
Eine längere Debatte entſpinnt ſich dann noch beim
Etat des Miniſteriums der Finanzen. Es
wurde bei Kap. 98 namentlich darüber debattiert, ob die
Abteilung 4 des Miniſteriums mit einem Miniſterialrat
an der Spitze beſtehen bleiben ſolle, oder ob nicht eine
Vereinigung dieſer Abteilung mit anderen Abteilungen
in die Wege geleitet werden könne, damit der Poſten
ei=
nes Miniſterialrates wegfalle. Ueber dieſen Punkt, ſowie
über den eventuellen Wegfall eines vortragenden Rates
im Bauweſen ſoll zunächſt mit der Regierung näher
ver=
handelt und gewartet werden, bis die ganze Frage in
der Vereinfachungskommiſſion erledigt iſt. Die Kapitel:
Hausverwaltung, Hauptſtaatskaſſe, Forſtverwaltung im
allgemeinen und Kataſter wurden ohne weſentliche
De=
batte genehmigt, jedoch die ungünſtige Poſition der
Geo=
metergehilfen beklagt. Beim Kapitel Bauweſen kam
die Frage der Bauinſpektoren und der Hochbauämter zur
Sprache; es ſoll auch hierüber näher mit der Regierung
verhandelt werden. Die Reſtkapitel des Etats des
Fi=
nanzminiſteriums wurden nicht beanſtandet. Der
Aus=
ſchuß begann dann noch die Beratung des
Vermö=
gensteils. Beim Kap. Domänen des Großh. Hauſes
ſollen die Anforderungen für das vierte
Aſſembleezim=
mer im Reſidenzſchloſſe erſt mit der Regierung
beſpro=
chen werden. Die Anforderungen für Bad Nauheim und
Salzhauſen wurden genehmigt, ebenſo das Kavitel
Staatseiſenbahnen, und zwar: für Umgeſtaltung
der Bahnhofsanlagen in Darmſtadt als 7. Rate
200000 Mark. Erweiterung des Bahnhofs Bensheim
als 5. Rate 200000 Mark. Eiſenbahnbrücke über den
Rhein bei Mainz als 5. Rate 450000 Mark. Anteil
Heſſens am Erweiterungsbau des Bahnhofs
Fried=
berg. als 4. Rate 130000 Mark. Erweiterung des
Bahn=
hofs Kranichſtein. als 3. Rate 300000 Mark.
Erwei=
terung des Bahnhofs Alsfeld. als 3. Rate 100000
Mark. Anteil Heſſens am Bahnhofsbau Fulda 73900
Mark. Erweiterung des Bahnhofs Babenhauſen,
als 2. Rate 600000 Mark. Erweiteruna des Bahnhofes
Genſingen=Horrweiler, als 1. Rate 200000 Mark. Anteil
Heſſens am Erweiterungsbau des Hauptbahnhofes
Of=
fenbach. als 1. Rate 10000 Mark.
In der nächſten Sitzung, die am Dienstag, den 23.
Januar ſtattfindet, ſollen die gemeinſamen
Etats=
beratungen mit der Regierung ihren Anfang
nehmen.
Sitzung der Großh. Handelskammer Darmſtadt
vom 15. Januar.
Bei der Konſtituierung der
Handels=
kammer wurden die Herren Bankdirektor C. Parcus,
Geh. Kommerzienrat Dr. L. Merck und Kommerzienrat
F. Jacobi als Vorſitzende wiedergewählt. Die
ein=
zelnen Kommiſſionen wurden folgendermaßen
zuſammengeſetzt: Kommiſſion für Geſetz=,
Steuer= und Zollweſen: Geh. Kommerzienrat
Dr. L. Merck (Vorſitzender), L. Fiſcher, Kommerzienrat
L. Fröhlich, W. Kalbfuß, W. Rummel, Emil Schenck,
Kommerzienrat H. Schlager und Eugen Trier.
Kom=
miſſion für Verkehrsweſen: Kommerzienrat F
Jacobi (Vorſitzender), L. Fiſcher, Kommerzienrat L. Frö
lich, Regierungs= und Baurat Jordan, Karl Karp, W.
Kölb, Eugen Trier und C. Wittich. Kommiſſion für
Kleinhandel: W. Kölb (Vorſitzender), L. Fiſcher, W.
Kalbſuß und K. Karp. Das Kuratorium der
Kaufm. Fortbildungsſchule Darmſtadt
be=
ſteht aus folgenden Mitgliedern: Kommerzienrat L.
Frö=
lich (Vorſitzender), Syndikus Dr. Human. W. Kölb,
Kom=
merzienrat F. Jacobi, Kommerzienrat H. Schlager, W.
Rummel, Beigeordneter Fr. Schmitt als Vertreter der
Stadt Darmſtadt, und Th. Kalbfuß und C. Wittich als
Vertreter des Handelsvereins.
Die Handelskammer wird im laufenden Jahre ihr
50jähriges Jubiläum zu feiern haben. Es
wurde beſchloſſen, eine Kommiſſion von etwa 3—4
Her=
ren zur Vorbereitung der Feier zu wählen.
Es haben verſchiedene Sitzungen der Kommiſſion für
Geſetz=. Steuer= und Zollweſen ſtattgefunden, in welchen
hauptſächlich über die Reviſion der
Ausfüh=
rungsvorſchriften zur Gewerbeordnnung
und über den Geſetzentwurf betreffend
Rege=
lung der Sonntagsruhe im
Handelsge=
werbe, ſowie über Abänderungsvorſchläge
zum Heſſiſchen Handelskammergeſetz
ver=
handelt wurde.
Am 18. v. M. gelangten auf einer
Vertreterkon=
ferenz der Heſſiſchen Handelskammern in
Frankfurt a. M., an welcher ſeitens unſerer Kammer die
Herren Geh. Kommerzienrat Dr. L. Merck. L. Fiſcher,
Kommerzienrat Jacobi. Kommerzienrat Frölich.
Syndi=
kus Dr. Human und wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter Dr.
Kaſſel teilnahmen, die Abänderungsvorſchläge
bezüglich des Heſſiſchen
Handelskammer=
geſetzes, ſowie der Entwurf einer
Ausfüh=
rungsverordnung zur Gewerbeordnung zu
weiterer eingehender Beratung.
An Beratungen über eine dritte Auflage des
Nah=
rungsmittelbuches nahmen am 4. Dezember (
Obſt=
fabrikate, insbeſondere Marmelade und Pflaumenmus)
und am 5. Dezember (Einteilung der Branntweine.
Him=
beerlikör, Muskatlikör, Eſſenzen) in Wiesbaden
Vertre=
ter der Handelskammer teil. Die Handelskammer
be=
ſchloß, die Mitgliedſchaft beim Bunde der
Nahrungsmittelfabrikanten und=
Händ=
ler, Sitz Nürnberg, zu erwerben. Weiter wurde
beſchloſ=
ſen, Herrn Direktor Zarges=Groß=Gerau als Vertreter
der Handelskammer zu der am 12. und 13. Februar in
Berlin ſtattfindenden Verſammlung des Bundes zu
ent=
ſenden, gelegentlich welcher weiter über Dauerwaren aus
Obſt und Früchten verhandelt werden ſoll.
Am 15. Dezember vorigen Jahres hat die ordentliche
Mitglieder=Verſammlung des Deutſch=
Franzöſi=
ſchen Wirtſchaftsvereins in Frankfurt a. M.
ſtattgefunden, an der Herr Syndikus Dr. Human
teilge=
nommen hat. Es wurde der Geſchäftsbericht erſtattet
und hauptſächlich über den Congrés Commercial Franco=
Allemand in Paris geſprochen. Im Anſchluß daran
wur=
den eine größere Anzahl der gegenwärtig zwiſchen
Deutſchland und Frankreich ſchwebenden Zoll= und
Frachtfragen behandelt.
In Erledigung einer Anfrage des
Handelsvertrags=
vereins in Berlin iſt eingehend ein Fragebogen
beant=
wortet worden, der ſich mit der Reform der
Ein=
richtung der deutſchen
Handelsſachver=
ſtändigen beſchäftigt. Dieſelbe Angelegenheit ſoll in
der nächſten Sitzung des Deutſchen Handelstages betr.
Steuern, Zölle und Außenhandel erörtert werden. Die
Handelskammer wird Gelegenheit haben, in dieſer Kom
miſſionsſitzung ihre Anſicht zum Ausdruck zu bringen.
Vom italieniſchen Generalkonſulat in Frankfurt a. M.
ſind die kürzlich von dem Königl.
Auswande=
rungs=Kommiſſariat zu Rom erlaſſenen
Verfügungen mitgeteilt worden, wonach die
Be=
fugnis, für das Ausland in Italien junge Mädchen und
Frauen anzuwerben, nur denjenigen Perſonen
einge=
räumt wird, die mit einem beſonderen Nulla Oſta (
Be=
ſcheinigung, daß nichts im Wege ſteht) des Königl.
Kon=
ſulates des Diſtriktes, wo die anzuwerbenden Perſonen
beſchäftigt werden, verſehen ſind.
Der Mittelrheiniſche Fabrikanten=Verein hat an das
Miniſterium des Innern eine Eingabe betr. das
Ein=
zugsverfahren für die Erhebung der
In=
validenverſicherungsbeiträge gerichtet. Die
Handelskammer konnte ſich den in der Eingabe
vorge=
brachten Gründen gegen die Aufhebung des
Einzugs=
verfahrens vollſtändig anſchließen, da dasſelbe ohne
Zweifel große Vorteile hat gegenüber dem in Preußen
beſtehenden Verfahren. Auch erſcheinen die für
Weiter=
gewährung einer Vergütung an die
Betriebskrankenkaſ=
ſen angeführten Gründe durchaus gerechtfertigt. Es
wurde daher die Eingabe des Mittelrheiniſchen
Fabri=
kanten=Vereins beim Miniſterium des Innern
unter=
ſtützt.
Die Handelskammer zu Frankfurt a. M. hat an das
Kaiſerl. Patentamt in Berlin eine Eingabe des Inhalts
gerichtet, es möchten Wein. Spirituoſen und
Li=
kör als gleichartige Waren im Sinne des
Ge=
ſetzes zum Schutze der Warenbezeichnung erklärt werden
Die Handelskammer iſt der Anſicht, daß der
Warenzei=
chenſchutz für den Weinhandel ſeine Zweckbeſtimmung
verliert, wenn es möglich iſt, daß für Likör und
Spiri=
tuoſen dieſelben Bezeichnungen geſchützt werden können.
Auch ſprechen eine Anzahl von Merkmalen hinſichtlich
des Alkoholgehaltes und des Verwendungszweckes ſowie
des Verbrauches für den von der Handelskammer
Frank=
ſurt a. M. vorgebrachten Wunſch. Es wurde
infolgedeſ=
ſen beſchloſſen, dieſe Eingabe zu unterſtützen.
Es wurde beſchloſſen, die Mitgliedſchaft beim
Bunde der Induſtriellen in Berlin, der die
Intereſſen der Fertigfabrikate herſtellenden Induſtrien
wirkungsvoll vertritt, zu erwerben.
Der Verein für Handlungskommis von 1858. Bezirk
Darmſtadt, hatte an die Handelskammer ein Schrafhon
gerichtet, welches ſich gegen die mehrfach
hervorgetretenen Beſtrebungen richtet, es möchte
ein geſetzliches Verbot der Führ ung der
Kauf mannsbezeichn ung für alle
kaufmänniſchen Angeſtellten herbeigeführt
werden. Die Handelskammer ſtellte ſich auf den auch vom
Deutſchen Handelstag auf ſeiner letzten Ausſchußſitzung
eingenommenen Standpunkt, es dürfte die
Standesbe=
zeichnung „Kaufmann” nicht nur den ſelbſtändigen
Han=
delstreibenden vorbehalten werden.
Von der Königlichen Eiſenbahndirektion Berlin wird
im Verlage von Julius Springer=Berlin ein „
Gemein=
ſam er Tarif= und Verkehrsanzeiger für
den Güter= und Tierverkehr” Montags und
Donnerstags und „Der Tarif= und
Ver=
kehrsanzeiger der Preußiſch=Heſſiſchen
Staatseiſenbahnverwaltung für den
Perſonen=, Gepäck= und Expreßgutverkehr‟
Montags herausgegeben. Es enthalten die Anzeiger,
die im Abonnement für das Kalenderjahr zum Preiſe
von je 6 Mark bezogen werden können,
Ankündigun=
gen von neuen Tarifen und von Nachträgen ſowie alle
Bekanntmachungen über Tarifänderungen und=
Ergän=
zungen, die in der Zwiſchenzeit bis zur Ausgabe von
neuen Tarifen wie von Nachträgen vorgenommen
wer=
den, ferner ſonſtige Nachrichten aus dem Tarif= und
Verkehrsweſen. Die Handelskammer iſt der Anſicht, daß
Handel und Induſtrie lebhaftes Intereſſe an dem Bezug
dieſer Anzeiger haben ſollten.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat eine
wie=
derholte Anfrage an die Handelskammer wegen
Fracht=
ermäßigung für Steinbrucherzeugniſſe
gerichtet. Nach eingehenden Ermittelungen wurde dem
Miniſterium möglichſt genaues Material über die
Ver=
hältniſſe im Großherzoatum überſandt und gleichzeitia
der bereits früher geſtellte Antrag erneuert, es möchte
von einer weiteren Frachtermäßigung für Pflaſterſteine
Abſtand genommen werden.
Längere Ermittelungen und ein gemeinſames
Vor=
gehen mit der Handelskammer Frankfurt a. M. haben
dazu geführt, daß die Obervoſtdirektion Frankfurt a. M.
anerkannte, es ſei die ſtarke Belaſtung der
Fern=
ſprechverbindung Frankfurt-Bremen auch
dort beobachtet worden und es ſeien die zur Abhilfe
erfor=
derlichen Maßnahmen in die Wege geleitet.
Schülerwanderungen des Odenwaldklubs.
Man ſchreibt uns: Die Schülerwanderungen des
Odenwaldklubs haben auch im abgelaufenen Jahre ihren
Platz unter den beachtenswerten Beſtrebungen der
deut=
ſchen Wandervereine behauptet. Sie haben ſich die alten
Freunde erhalten, neue dazu gewonnen und mancherlei
Anregung zu gleicher Tätigkeit auf dem Gebiet dieſer
Art Jugendpflege gegeben, die bei allem Reſpekt vor
gei=
ſtiger, religiöſer, beruflicher Weiterbildung der Jugend
daran denkt, daß unſerm Vaterland ein geſundes und
kräftiges Geſchlecht not tut. das den Aufgaben des Lebens
gewachſen iſt. Deutſche Jungen und Mädchen, die ihr
Vaterland kennen, es lieb haben und immer lieber
gewin=
nen, je mehr ſie mit ihrer Heimat und der Bevölkerung
vertraut werden, will der Odenwaldklub heranziehen
helfen. So ſteht auch dieſe Bewegung, die von den
ge=
ſamten Wandervereinen mit ſteigendem Wohlwollen
auf=
gegriffen wird, durchaus auf vaterländiſchem Boden und
iſt ein Teil der Jugendpflege, die zur Zeit alle Vereine,
die der körperlichen Ausbildung des heranwachſenden
Geſchlechtes ihre Aufmerkſamkeit ſchenken. zum Bund
„Jungdeutſchland” zuſammenſchließen will. Daß auch
mit den Schülerwanderungen eine Arbeit im Dienſte des
Vaterlandes geſchieht, iſt den Männern des Odenwald=
klubs ebenſo bewußt, wie den Gliedern der übrigen
deut=
ſchen Wandervereine, mit denen der Klub ſeine
Erfah=
rungen auf dieſem, noch ziemlich jungen Arbeitsfeld
aus=
tauſcht. Zweck und Ziel unſerer Schülerwanderungen,
Art und Einrichtung unſerer Jugendgruppen, wurden im
vergangenen Jahre ausführlich auch in der Fachpreſſe
wie in Zeitſchriften und Tageszeitungen erörtert. Doch
nicht nur mit Schrift und Wort, ſondern auch im Bild
konnte unſer Klub dort in Wildungen aufweiſen, was er
in den letzten Jahren geleiſtet hat. Fand doch die bei
dem deutſchen Wandertag vom Zentralausſchuß des
Odenwaldklubs veranſtaltete Ausſtellung auch mit ihrer
Sonderabteilung „Schülerfahrten” vielfachen Beifall.
Daß man vom Odenwaldklub auf dieſem Gebiet etwas
lernen kann, bewies die Hauptverſammlung des
Eifelver=
eins, der für eine Beſprechung der Jugendwanderungen
einen Redner aus den Reihen unſeres Klubs gewann.
Eine weitere Folge dieſer Tagung in Montjoie war,
daß die Redaktion der amtlichen Zeitſchrift des Bundes
deutſcher Verkehrs=Vereine Deutſchland, wie diejenige der
Fachſchrift des Vereins katholiſcher Lehrerinnen in der
Rheinprovinz ſich wegen einer Abhandlung über
Schü=
lerwanderungen an den Odenwaldklub wandten. Auch bei
der im Juli v. J. in Dresden ſtattgehabten Beſprechung
von Männern ſämtlicher Richtungen auf dem
vielgeſtal=
tigen Gebiet des Jugendwanderns war der
Odenwald=
klub vertreten.
Hatte aber der letzte Verbandstag in Wildungen es
einmütig als eine notwendige Aufgabe und Pflicht der
Wandervereine erklärt, allſeitig den
Schülerwande=
rungen immer mehr Aufmerkſamkeit zu ſchenken, ſo ſah
ſich auch der Zentralausſchuß des
Odenwald=
klubs veranlaßt, ſo Erfreuliches ſeither ſchon von
gro=
ßen und kleinen Ortsgruppen geſchehen iſt, trotzdem
er=
neut darauf hinzuweiſen, daß an manchen Plätzen doch noch
mehr in dieſer idealen Sache getan werden könnte. Um
das Intereſſe für dieſe wichtige Frage zu wecken, und für
die Einrichtung ſolcher Wanderungen durch langjährige
Betätigung erprobte Vorſchläge zu machen, hat ſich ein
Vorſtandsmitglied der Darmſtädter Ortsgruppe
bereit erklärt, an jedem Platz, wo es nur immer
ge=
wünſcht wird, koſtenlos einen Lichtbildervortrag
über Jugendwanderungen zu halten. Die
Ortsgruppen haben lediglich für die Beſchaffung des
Lichtbilderapparates zu ſorgen, ſodaß die Koſten nicht
allzu erheblich ſind. Das Anerbieten findet Anklang, Hat
in Darmſtadt bereits vor einigen Wochen eine derartige
Veranſtaltung ſtattgefunden, ſo ſind von Reinheim,
Weinheim. Eberbach und Heidelberg bereits
Anmeldun=
gen eingelaufen, ſo daß die Hoffnung des
Zentralaus=
ſchuſſes, es möchten recht viele Ortsgruppen von dem
Angebot Gebrauch machen, ſich vorausſichtlich erfüllen
wird. Um aber jener in Wildungen gegebenen Anregung
noch weiter zu entſprechen, hat der Zentralausſchuß auch
für die im Mai dieſes Jahres in Groß=Umſtadt
zuſam=
mentretende Hauptverſammlung eine eingehende
Erörte=
rung des Jugendwanderns vorgeſeben und ſeine
Mitglieder, Oberamtsrichter Wünzer und Profeſſor
Kiſ=
ſinger, mit dem Erſtatten geeigneter Vorträge und
Vor=
ſchläge betraut. So darf man wohl mit Recht ſagen, daß
der Odenwaldklub auf dem Felde der dem
heranwachſen=
den Geſchlechte dienenden Beſtrebungen nicht müßig
ge=
weſen iſt und nicht müßig ſein wird. Denn er iſt ſich
deſſen bewußt, daß ſeine Arbeit idealer Art iſt, daß
auch ſie für ſich das Wort beanſpruchen darſ: „Pro patria
est. dum Indere videmur” denn dem Vaterland dient
auch das Jugendſpiel und Jugendwandern.
Die Reichstagswahlen.
Großherzogtum Heſſen.
* Darmſtadt, 19. Jan. Die Vorſtände der
Deutſch=ſozialen und Chriſtlich=ſozialen
Parteien machen bekannt, daß eine Vereinbarung
mit der Nationalliberalen Partei auf wechſelſeitige
Wahl=
hilfe gegen die Sozialdemokraten getroffen worden ſei.
* Groß=Gerau, 19. Jan. Die heute im „
Wei=
ßen Roß” in Groß=Gerau ſtattgefundene, zahlreich
be=
ſuchte Vertrauensmännerverſammlung der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei iſt der vom Engeren
Ausſchuß der Partei beſchloſſenen Parole für die
Reichstagsſtichwahl beigetreten. Die Verſammlung
ſtimmte folgendem Beſchluß für den Wahlkreis
Darm=
ſtadt-Groß=Gerau zu: Den Wählern wird bei der
Stich=
wahl die Wahl freigegeben zwiſchen Dr. Oſann und
Dr. Queſſel, da die politiſche Haltung Dr. Oſanns in
der heſſiſchen Politik und in der Frage der
Einigung des Liberalismus ein Eintreten für ihn
un=
möglich macht.
* Worms, 18. Jan. Die heute hier abgehaltene
Vertrauensmänner=Verſammlung der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei des Wahlkreiſes Worms=
Hep=
penheim=Wimpfen macht es den Parteifreunden zur
Pflicht, bei der bevorſtehenden Stichwahl keine
Stimme für Herrn von Heyl abzugeben.
Letzterer kann die Wahlhilfe der Fortſchrittlichen
Volkspartei entbehren; er wird auch ohne ſie ſeinen
Wahl=
kreis behaupten.
Deutſches Reich.
* Berlin, 18. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu den Stichwahlen: Wir haben im
bisherigen Verlauf des Wahlkampfes immer von neuem
auf die praktiſchen Aufgaben hingewieſen, die
der neue Reichstag zu erledigen haben wird, auf
die beſonnene Fortführung der Sozialpolitik, auf den
Schutz der nationalen Arbeit, vor allem auf die
Stärk=
ung unſerer Wehr zu Waſſer und zu Lande. Wir haben
dabei hervorgehoben, daß die Sozialdemokratie zur
Grundlage ihrer Sozialpolitik den Klaſſenkampf macht,
der den Frieden im Lande vernichtet, daß ſie unſere
Wirtſchaftspolitik, die unſere nationale Arbeit
hochgeho=
ben hat, mit allen Mitteln bekämpft, daß ſie in ihrer
anti=
nationalen Geſinnung bisher noch ſtets alle Mittel
ver=
ſagt hat, welche die äußere Machtſtellung des Reiches
gewährleiſten. Wir haben an das Gewiſſen aller Wähler
appelliert, Front zu machen gegen eine Partei, welche ſich
ſelbſt als den Todfeind der bürgerlichen Geſellſchaft, als
den grimmigen Gegner der Monarchie bezeichnet. Trotz
der Erfolge, die die Sozialdemokratie bei den
Haupt=
wahlen erzielt hat, bliebe es möglich, ſie durch ein
Zu=
ſammengehen der bürgerlichen Parteien
bei den Stichwahlen in Schranken zu halten. Die
parteitaktiſchen Erwägungen, die eine Einigung der
bür=
gerlichen Parteien ſcheitern ließen, und die
parteitakti=
ſchen Folgerungen, die daraus gezogen worden ſind,
än=
dern nichts an den Aufgaben, die dem neuen Reichstage
obliegen werden, deren Löſung das deutſche Volk trotz
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
aller Parteiverhetzung und Parteiverbitterung von
ſei=
nen Vertretern verlangen wird, und an deren Löſung
mitzuarbeiten die Sozialdemokratie unfähig iſt. —
Des=
halb bleibt der Kampf gegen die Sozialdemokratie die
Pflicht aller Wähler, welche in ernſter Stunde um die
Zukunft der Nation beſorgt ſind.
* Berlin, 19. Jan. Der Bund
vaterländi=
ſcher Arbeitervereine, der 159 Arbeitervereine
umfaßt, erläßt nachſtehende Stichwahlparole: Am
11. September 1910, auf der Tagung in Braunſchweig,
nahmen wir einſtimmig die Entſchließung an: Der Bund
vaterländiſcher Arbeitervereine verurteilt einſtimmig mit
aller Schärfe den Gedanken, zwiſchen den
bürger=
lichen Parteien und der Sozialdemokratie
Wahlbündniſſe herbeizuführen. Er erblickt in
ſol=
chen Bündniſſen eine Verwiſchung des tiefen Gegenſatzes
zwiſchen der vaterländiſch=bürgerlichen und der
inter=
national=ſozialdemokratiſchen Weltanſchauung, eine
ſchwere Schädigung der Intereſſen des Vaterlandes und
eine politiſche Kurzſichtigkeit, die ſich an denjenigen
Par=
teien rächen muß, die ſo die Sozialdemokratie fördern
helfen. — Das Ergebnis der gegenwärtigen Hauptwahl
hat unſere damals ausgeſprochene Erkenntnis beſtätigt.
Unſere Wahlparole lautet daher: Gegen die
Sozialdemo=
kratie und ihre Helfer!
Auch der Hauptausſchuß nationaler
Arbeiter=
verbände, deſſen Mitgliederzahl im Vorjahre von
110000 auf 150000 geſtiegen iſt, erläßt folgende
Stich=
wahlparole: Bei Stichwahlen zwiſchen bürgerlichen
Par=
teien: nach dem eigenen Parteiſtandpunkt, bei Stichwahlen
zwiſchen einer bürgerlichen Partei und der
Sozialdemo=
kratie unter allen Umſtänden: gegen die Sozialdemokratie!
* Stuttgart, 18. Jan. Nationalliberale
und der Bund der Landwirte leiſten ſich
gegen=
ſeitig Stichwahlhilfe in den Kreiſen Heilbronn, Eßlingen
und Böblingen gegen die Sozialdemokratie.
— Eſſen, 19. Jan. Der Vorſtand der
National=
liberalen Partei in Weſtfalen beſchloß, mit
dem Zentrum in Verhandlungen einzutreten zum
Zwecke gegenſeitiger Unterſtützung in den Wahlkreiſen
Dortmund, Bochum, Gelſenkirchen, Eſſen und Duisburg=
Mülheim. Die Verhandlungen werden auf der Baſis
geführt, daß die Nationalliberalen dem Zentrum bei der
Stichwahl Wahlhilfe in Dortmund und Eſſen leiſten und
dieſes dafür die Nationalliberalen in Vochum=
Gelſen=
kirchen und Duisburg=Mülheim unterſtützt. — Mit
Rück=
ſicht auf die beſonderen Verhältniſſe im Wahlkreiſe
Saar=
brücken, wo Baſſermann auf die Sozialdemokratie
ange=
wieſen iſt, wird Köln in das Wahlabkommen nicht
ein=
geſchloſſen.
* Jena, 19. Jan. Auf Einladung des Ausſchuſſes
für die Wahl des bürgerlichen Kandidaten im dritten
weimariſchen Wahlkreiſe hielt geſtern abend vor etwa
2000 Perſonen der frühere Staatsſekretär v.
Poſa=
dowsky eine programmatiſche Rede über
die politiſche Lage. Der Redner, lebhaft begrüßt,
führte aus, der politiſche Individualismus fand bei den
Wahlen einen prägnanten Ausdruck. Angeſichts deſſen
wäre es notwendig, daß die politiſchen Parteien ihr
Programm einer Inventur unterziehen, denn das
Neben=
einanderbeſtehen von vielen Parteien ſei ein Unding.
Wenn man eine einheitliche konſequente Regierung wolle,
müſſe man vorher große, einheitliche Parteien ſchaffen.
Nachdem die Sozialdemokratie bei den Wahlen am 12.
Januar faſt eine Million Stimmen gewonnen habe, ſeien
bürgerliche Sammelkandidaturen in dieſem kritiſchen
Zeit=
punkt eine Notwendigkeit. Nach Betrachtung der
aus=
wärtigen Lage mahnte der Redner nochmals zur
Einig=
keit der bürgerlichen Parteien bei den Stichwahlen und
ſchloß mit dem Rufe: Nicht Front nach rechts, ſondern
ſchließen wir unſere Reihen, und Front nach außen! Der
Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Stichwahltermine.
* Das Wolffſche Bureau ſtellt folgende
Zuſam=
menſtellung der Stichwahltermine auf:
Am Samstag, 20. Januar, finden folgende
77 Stichwahlen ſtatt: Labiau=Wehlau, Königsberg=
Land, Tilſit=Niederung, Gumbinnen=Inſterburg, Weſt=
Priegnitz, Oſt=Priegnitz, Ruppin=Templin, Zauch=Belzig,
Königsberg=Neumark, Uckermünde=Uſedom, Landkreis
Breslau, Sagan=Sprottau, Löwenberg, Landeshut=Jauer,
Rothenburg=Hoyerswerda, Mansfelder See= und
Ge=
birgskreis, Apenrade=Flensburg, Schleswig=Eckernförde,
Pinneberg=Ottenſen Oldenburg=Plön, Herzogtum
Lauen=
burg, Emden=Norden, Melle=Diepholz, Verden=Hoya,
Hameln=Linden. Harburg=Rothenburg, Stade=
Bremer=
förde, Otterndorf=Neuhaus, Minden=Lübbecke, Herford=
Halle, Bielefeld=Wiedenbrück, Hamm=Soeſt, Wiesbaden,
Weilburg=Limburg, Dillenburg=Unterweſterwald,
Rin=
teln=Hoſgeismar, Kaſſel=Melſungen, Fritzlar=Homberg,
Eſchwege=Schmalkalden, Marburg=Frankenberg, Hersfeld=
Rothenburg, Wetzlar=Altenkirchen, Kreuznach=Simmern,
Saarbrücken, Ottweiler=St. Wendel, Landau=Neuſtadt,
Germersheim, Zweibrücken, Kronach,
Schwein=
furt, Würzburg, Augsbura. Immenſtadt, Bernſtadt=
Löbau, Bautzen, Dresden=Altſtadt, Freiburg, Oſchatz=
Grimma, Stadt Leipzig, Borna=Pegau, Konſtanz=
Ueber=
lingen, Donaueſchingen=Villingen, Lörrach=Müllheim,
Freiburg=Waldkirch, Kehl=Offenburg, Karlsruhe,
Heidel=
berg, Hagenow=Grevesmühlen, Schwerin=Wismar,
Par=
chim=Ludwigsluſt, Malchin=Waren. Roſtock, Güſtrow,
Mecklenburg=Strelitz, Helmſtedt=Wolfenbüttel, Meiningen=
Hildburghauſen, Koburg.
Am Montag, den 22. Januar, finden folgende
80 Stichwahlen ſtatt: Memel=Heydekrug, Danzig=
Landkreis, Danzig=Stadtkreis. Graudenz=Strasburg,
Schlochau=Flatow, Berlin l=Mitte, Oberbarnim,
Arns=
walde=Friedeberg, Cottbus=Spremberg, Rügen=
Franz=
burg, Greifswald=Grimmen, Frauſtadt=Liſſa, Czarnikau=
Kolmar i. P., Stadt Breslau=Oſt, Kreuzburg=Roſenberg,
Groß=Strelitz=Koſel, Beuthen=Tarnowitz, Kattowitz=
Zabrze, Görlitz=Lauban, Oſterburg=Stendal,
Jeri=
chow I und II, Wolmirſtedt=Neuhaldensleben,
Oſchers=
leben=Halberſtadt, Bitterfeld=Delitzſch, Mühlhauſen=
Lan=
genſalza, Tondern=Huſum, Dithmarſchen=Steinburg,
Neu=
ſtadt a. R.=Nienburg, Hildesheim, Einbeck=Nordheim,
Göttingen=Münden, Goslar=Zellerfeld, Gifhorn=Peine,
Uelzen=Lüchow=Lüneburg=Winſen, Hagen, Höchſt=
Hom=
burg v. d. H., Stadt Frankfurt a. M., Stadt Köln,
Mün=
chen I, Straubing, Kaiſerslautern, Bayreuth, Ansbach=
Schwabach, Rothenburg o. T., Plauen, Beſigheim=
Heil=
bronn, Böblingen=Leonberg, Eßlingen=Kirchheim,
Reut=
lingen=Tübingen, Calw=Nagold, Freudenſtadt=Oberndorf,
Balingen=Rottweil. Gmünd=Göppingen. Backnang=Hall,
Geislingen=Ulm, Gießen=Grünberg, Friedberg=Büdingen,
Lauterbach=Alsfeld, Darmſtadt=Groß=Gerau, Erbach=
Bens=
heim, Worms, Bingen=Alzey, Weimar=Apolda, Eiſenach=
Dermbach, Jena=Neuſtadt, Oldenbura=Lübeck=Birkenfeld,
Varel=Jever, Sachſen=Altenburg. Deſſau=Zerbſt,
Bern=
burg=Ballenſtedt, Schwarzburg=Sondershauſen. Waldeck=
Schaumburg=Lippe, Lippe, Kolmar, Landkreis Straßburg
Zabern, Oolchen=Diedenhofen, Metz.
Am Donnerstag, den 25. Januar, finden
folgende 31 Stichwahlen ſtatt: Marienburg=Elbing,
Schwetz, Potsdam=Oſthavelland, Landsberg=Soldin,
Frankfurt a. O.=Lebus, Züllichau=Croſſen, Guben=Lübben,
Sorau=Forſt, Calau=Luckau, Krotoſchin, Striegau=
Schweidnitz, Oppeln, Lublinitz=Toſt=Gleiwitz, Grünberg=
Freyſtadt, Glogau, Lüben=Bunzlau, Liegnitz=Goldberg,
Schönan=Hirſchberg, Salzwedel=Gardelegen, Liebenwerda=
Torgau, Schweinitz=Wittenberg, Sangerhauſen=
Eckarts=
berge, Querfurt=Merſeburg, Nordhauſen, Osnabrück,
Altena=Iſerlohn, Bochum=Gelſenkirchen. Dortmund,
Len=
nep=Remſcheid. Elberfeld=Barmen, Düſſeldorf, Eſſen,
Mülheim (Ruhr)=Duisburg, Mörs=Rees.
Dr. Oſann über die politiſche Lage.
g. Die von der Nationalliberalen Partei für geſtern
abend nach dem großen Saale der Turngemeinde auf
dem Woogsplatz einberufene Wählerverſammlung zeigte
durch ihren außerordentlich guten Beſuch, daß das
Intereſſe für die Stichwahlen in Darmſtadt vielleicht
noch bedeutender iſt, als für die Hauptwahlen. Herr
Stadtv. Dr. Nöllner eröffnete die Verſammlung und
gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Intereſſe, das ſich
durch den außerordentlich guten Beſuch der heutigen
Verſammlung bekundete, ſich auch für die Stichwahl am
22. Januar bewähren möge. Er erteilte hierauf dem
Kandidaten,
Herrn Dr. Oſann,
das Wort. Er führte aus:
Vor fünf Jahren habe ich aus gleicher Veranlaſſung
hier in dieſem Saale zu Ihnen geſprochen. Wie gingen
die Wogen der Begeiſterung damals hoch. Damals kam
ein mächtiges Moment in die Wahlbewegung, das zu
unſeren Gunſten ausſchlug. Zunächſt die Verſammlung
des damaligen Staatsſekretärs Dernburg im
Saal=
bau über die kolonialen Verhältniſſe Deutſchlands, die
mächtiges Aufſehen erregte und die größte Wirkung
hatte. Dann aber die letzte Verſammlung, die wir hier
in dieſem Saale hatten. Da ſtand an unſerer Seite in
un=
ermüdlicher Wirkſamkeit unſer treuer Otto Wolfskehl.
Und dieſer hatte dem Vater Dernburg, den jüngſt
verſtorbenen bedeutenden Politiker, zu einer Reiſe nach
Darmſtadt veranlaßt und dieſer trat in der Verſammlung
zu Gunſten der nationalliberalen Kandidatur auf. Welch
einen Jubel der Begeiſterung (entfeſſelten ſeine Worte,
welch einen Tatendrang dahin, am Tage der Wahl
zu=
ſammenzuſtehen im Kampfe gegen die Sozialdemokratie
Dazu war noch Baſſermann gekommen, herbeigeeilt von
einer glänzenden Verſammlung in Hannover und ſelten
habe ich unſere Führer ſo begeiſternd, ſo die Wähler
entflammend ſprechen hören. Mit einem
Stimmenüber=
ſchuß von 1800 ſind wir damals zum Siege gekommen
und ein unbeſchreiblicher Jubel der geſamten Bürgerſchaft
iſt dieſem Ergebniſſe gefolgt.
Wie ſtehen heute nun die Dinge in unſerem
Wahl=
kreiſe? Wieder ringen wir mit der Sozialdemokratie um
die Siegespalme, wieder geben die Anhänger der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei den Ausſchlag. Auch heute
konnte ſich die Fortſchrittliche Volkspartei nicht
entſchlie=
ßen, ihre Wähler aufzufordern, für die Nationalliberalen
zu ſtimmen, aber wir haben die feſte Zuverſicht,
daß die Stimmfreigabe die Wähler der Fortſchrittlichen
Volkspartei gerade wie 1907 an unſere Seite
bringen wird: Für uns wäre die Unterſtützung der
Fortſchrittlichen Volkspartei ſelbſtverſtändlich geweſen.
Das haben wir bei der Landtagswahl gezeigt, wo die
Nationalliberalen Mann für Mann für den
fortſchrittlichen Kandidaten Henrich eingetreten ſind. ja
uns bereit erklärt haben, für ihn in öffentlichen
Ver=
ſammlungen zu ſprechen. Wir haben auch für den
fort=
ſchrittlichen Kandidaten Sames, der im Landkreis
Darmſtadt kandidierte, die Stimmen abzugeben öffentlich
aufgefordert. So hat es auch die Berliner Zentralleitung
der Fortſchrittlichen Volkspartei beſchloſſen und die
Par=
tei in Heſſen aufgefordert. für den Nationalliberalen
ein=
zutreten. Ich kann nur lebhaft bedauern, daß dies nicht
geſcheben iſt.
Die Lage des Liberalismus im Reiche iſt nicht ſo
roſia, daß man ſich den Lurus noch weiterer
Sozialdemo=
kraten geſtatten dürfte. 64 Mandate hat die
Sozialdemo=
kratie bereits, der Liberalismus, und zwar die
Natio=
nalliberalen. 4. Muß da nicht eigentlich jede Kraft
an=
gewendet werden. um liberale Mandate zu gewinnen und
die Sozialdemokraten nicht zu ſtärken? Man verweiſe
doch nicht auf die Tätigkeit der Sozialdemokraten. Wer
dieſe im Parlament beobachtet, wundert ſich über
die Unfruchtbarkeit an poſitiven Leiſtungen, an poſitiver
Mitarbeit. Prinzipiell verſagen dieſe in allen Fragen
in welchen es ſich um die Wehrhaftigkeit und
Wehrfähigkeit unſeres Landes handelt. Wo iſt
auch nur eine Zuſtimmung zu den Forderungen für die
Bewaffnung des Heeres, der Marine zu finden?
Nie=
mals hier eine Bewilligung: keinen Mann, keinen
Gro=
ſchen, ſo lautet hier die Loſung.
Wie ſteht die ſozialdemokratiſche Partei zu der Frage
der Sozialvolitik, der Frage, die ſie dach als
Arbeiter=
partei ganz beſonders itereſſieren müßte? Auch hier
Negative, hier nichts als Kritik. kein Fortſchritt. keine
Arbeit an wirklichen Werken. Sie ſtimmt gegen die
ganze Geſetzgebung, weil ſie nicht weit genug gehe. Aber
dieſe Methode führt zu einer Neaierung, zu keinem
Werke. So haben alle ſozialpolitiſchen Geſetze den
Wi=
derſtand der Sozialdemokratie gefunden. Wir in der
Nationalliberalen Partei haben anerkannt, daß ſchwere
Mängel der ſozialpolitiſchen Geſetzgebung anhaften. in
vielen Verſammlungen habe ich mich einaehend hierüiber
ausgeſprochen, habe auf die geringe Rente der Witwen
und Waiſen, die dringend nötige Herabſetzung der
Al=
tersgrenze hingewieſen. Allein die bürgerlichen Parteien
haben doch Werke geſchaffen, haben den Grund gelegt
zu einer Fürſorge für die wirtſchaftlich Schwachen. Und
wir ſind heute ſtolz auf die Leiſtungen, die aus den
Ver=
ſicherungskaſſen hinausgehen und Not und Elend lindern.
Was hätten wir. wären wir der Sozialdemokratie
ge=
folat? Nichts auf dieſem eminent wichtigen Gebiete. Die
Sozialdemokratie und der Mittelſtand! Welche
un=
verſöhnlichen Gegenſätze. Wie kann ein Mann des
Mit=
telſtandes einem Sozialdemokraten ſeine Stimme gehen
der ihm doch den Untergang propbezeit, den Ruin
wünſcht, damit angeblich die Kapitaliſtenklaſſe ſich
im=
mer mehr ſtärkt. die Arbeiterklaſſe auf der anderen Seite
immer mehr wächſt und damit die wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe zu einer Revolutionieruna führen. Was bat
die Sozialdemokratie je ühria gebabt für den
kauf=
männiſchen Mittelſtand? Sie protegiert nicht nur
aus wirtſchaftlichen, ſondern auch aus agitatoriſchen
Gründen die Konſumvereine, die den Mittelſtand ſchwer
ſchädigen, ſie hat kein Mittel gewußt, die Konkurrenz der
Warenhauſer wenigſtens in ſteuerlicher Richtung etwas
zu beſchränken, damit der Mittelſtand gehalten werde.
Was hat die Sozialdemokratie dem Handwerk geleiſtet,
wie ſeine Beſtrebungen gefördert? In nichts, in keiner
Arbeit der Geſetzgebung iſt hier Fürſorge hervorgetreten.
Darum, kann kein Mann des Mittelſtandes
einem Sozialdemokraten ſeine Stimme
geben.
Wie es aber ſo in der praktiſchen Tätigkeit der
So=
zialdemokratie auf das ſchlechteſte beſtellt iſt, ſo ſollte ſie
ſich doch heute, nachdem die weſentlichen Grundſätze ihres
Programms erſchüttert, ja durch die Tatſachen
wider=
legt ſind, ein anderes Programm aufbauen. Wie iſt die
„Verelendungstheorie” an dem wirtſchaftlichen Gange
der Entwickelung geſtrandet. Sozialiſtiſche Schriftſteller
von Ruf geſtehen zu. mit dieſer Theorie Schiffbruch
ge=
litten zu haben. Und wie bald iſt die
Kataſtrophen=
theorie zu Boden geſunken; die von Engels bereits auf
das Jahr 1898 vorausgeſagte Kataſtrophe iſt bis heute
nicht eingetreten und wird nicht eintreten. Und wie
dieſe wiſſenſchaftlichen Theſen an der Tatſache geſcheitert
ſind, ſo iſt mit ihr auch der „Zukunftsſtaat” in ein
Ne=
belbild aufgelöſt. Und dennoch, trotz der Unrichtigkeit
des Programms, trotz der Verſchleierung der Endziele
eine ſolche Vermehrung der ſozialdemokratiſchen
Man=
date, der ſozialdemokratiſchen Stimmen! Würden
aller=
dings von dieſen 4 Millionen die Zahl der Mitläufer
abgezogen, ein verſchwindend kleines Häuflein von
wirk=
lichen Sozialdemokraten bleibt übrig, und unter dieſen!
noch eine Spaltung zwiſchen denen, die das
ſozial=
demokratiſche Programm noch für ausführbar halten und
ſolchen, denen die Wiſſenſchaft und Praxis höher ſteht,
als das Evangelium der Diktion von Marx. Aber woher
dieſe große Maſſe der ſozialdemokratiſchen Stimmen,
wo doch nicht einmal die Arbeiter ſämtlich
ſozialdemo=
kratiſch wählen, wo wir, ich ſage es mit Stolz, noch
eine hervorragende Zahl von Arbeitern zu den
bürgerlichen Kreiſen zählen können? Die
Unzu=
friedenheit iſt groß geworden in unſerem
Volke und dieſe Unzufriedenheit hat ſicher
ihren Grund in den erhöhten finanziellen Anforderungen
des Reiches, aber auch in der Teuerung der Lebensmittel,
die beſonders bedauerlich im letzten Jahre hervorgetreten
iſt. Ihr ſind die Einkommenverhältniſſe nicht gefolgt. Die
neuen Steuern haben lebhafte Bewegung im Volke
ver=
urſacht und auch die liberalen Parteien, die doch gegen die
Finanzreform geſtimmt haben, haben unter dieſer
Miß=
ſtimmung dennoch zu leiden gehabt. Aber darf dann diet
Unzufriedenheit ſo weit gehen, daß Männer, die nicht)
eigentlich überzeugte Sozialdemokraten ſind, dennoch zu
einem ſozialdemokratiſchen Stimmzettel greifen? Was
wollen ſie damit erreichen? Beſſerung der Verhältniſſe
können ſie nicht erreichen und werden ſie nicht erlangen,
aber ſie werden durch ihre Stimmabgabe erreichen, daß ſiel
für 5 Jahre einen Vertreter wählen, der ihnen;
ſonſt nach ihrer politiſchen Auffaſſungt
nicht paßt, der auch im Reichstag Gedanken zum
Aus=
druck bringt, die ſich mit der Anſchauung des Wählers
abſolut nicht decken. Und da iſt es ein Unrecht, ſich zur
Sozialdemokratie zu wenden, ihr in politiſchen,
wirtſchaft=
lichen und ſozialen Fragen die Macht in die Hand zu
geben, die man ihr doch gar nicht zugeſtehen will. Wie
kann aber ein politiſch denkender Mann aus einem
Ver=
ärgerungsgefühl heraus ſeine Stimme abgeben? Zu hoch
ſtehen eigentlich die Dinge in Deutſchland, zu wichtig ſind
die Fragen, die einen Reichstag für 5 Jahre beſchäftigen,
als daß hier eine vorübergehende
Mißſtim=
mung den Ausſchlag geben könnte.
Sind denn nicht gerade dieſe Fragen in dem
dem=
nächſtigen Reichstag von größter Bedeutung? Gerade
die auswärtige Politik hat ja ſtets gezeigt, wie wir
Bür=
gerlichen im Gegenſatz ſtehen zu der Sozialdemokratie. Das
haben die letzten Verhandlungen im Reichstag gezeigt.
Alle Parteien, außer der ſozialdemokratiſchen, haben ſich!
auf den deutſchen, den nationalen Standpunkt geſtellt, nur
die Sozialdemokratie war in der Verteidigung der
eng=
liſchen Intereſſen befangen. Wer wird leugnen, daß wir
Deutſchen gerade in der Marokkofrage nicht in vollſtem
Gelingen unſere Aufgabe erfüllt haben, aber dem Ausland!
gegenüber war es nötig, unſere nationale Stellung zu
be=
tonen, die Pflicht dem Lande gegenüber, dem wir
ange=
hören. Da hat die Sozialdemokratie verſagt. Aber nur
unſere Sozialdemokratie, denn die der anderen Länder iſt
weit mehr an ihr Land verknüpft, als gerade in
Deutſch=
land. Dieſe Fragen müſſen aber alle im nächſten
Reichs=
tage entſchieden und an Hand der auswärtigen
Politik, der Vermehrung von Landheer und Flotte
be=
ſprochen und erörtert werden. Welchen Standpunkt da,
unbekümmert um die Sicherheit des Vaterlandes, die
So=
zialdemokratie einnehmen wird, weiß jeder. Gerade aber
vom Standpunkt des Vertreters des Friedensgedankens iſt
es nötig, daß wir den Anforderungen der
Landesvertei=
digung gerecht werden. Wie ſteht aber auch unſer
An=
ſehen im Auslande da, wenn wir im Reichstage
eine noch ſtärkere Vertretung der Sozialdemokratie haben?
Da gilt ja im Auslande deren Meinung beinahe als eine
ſolche der Mehrheit des deutſchen Volkes. Welch’ einen
Schaden kann dies bringen! Und gerade die Neigung der
Sozialdemokratie, alle Zuſtände in Deutſchland möglichſt
ſchlecht und zerrüttet erſcheinen zu laſſen, kann es mit ſich
bringen, daß das Ausland meint, es ſeien wirklich die
ſchlimmſten Zuſtände in Deutſchland und es können
miß=
günſtige Völker dann über uns herzufallen ſich entſchließen.
Auch dieſer Vorausſicht kann durch Wahl eines
bürger=
lichen Kandidaten begegnet werden.
So ſollte jeder Wähler eingedenk
ſein der Pflicht, die er dem Reiche
gegen=
über zu erfüllen hat, deſſen Geſchick er mit
zu entſcheiden hat am 22. ds. Mts.
Noch ein Wort um meine Perſon, die ja die
Zu=
ſtimmung der Fortſchrittlichen Volkspartei in Heſſen nicht
gefunden hat. Zwar wird anerkannt, daß ich mich in
der Gefolgſchaft Baſſermanns im Reichstage befunden
hätte, daß ich aber in der heſſiſchen Politik nicht richtig
gehandelt hätte. Wenn ich in den heſſiſchen
Angelegen=
heiten den Anforderungen der Fortſchrittlichen
Volks=
pant” nicht ganz entſprochen habe, wie kann man das
den Reichstagskandidaten entgelten laſſen? Ich meine,
hier ſtünden die höchſten Fragen auf dem Sviele, und
ich kann nicht glauben, daß bei einer Vergleichung der
Tätigkeit der Sozialdemokraten und der eines
National=
liberalen dem erſteren vor einer bürgerlichen Partei der
Vorzug gegeben werden kann. Die Lage iſt eine
über=
aus ernſte für die liberalen Parteien; auch für uns gehk
es aufs Ganze. Es muß ſich entſcheiden, ob den
libe=
ralen Parteien und damit den liberalen Gedanken in
Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Seite 7.
dem Reichstage Raum verſchafft werden kann, weit mehr,
als er jetzt hat.
Nun hat die Wählerſchaft zu entſcheiden. Für uns
ſoll unſer geſamtes Bürgertum einſtehen, nicht getrennt
nach Klaſſen, nach Schichten der Bevölkerung, ſondern
in ſeiner vielfachen Geſtaltung und doch in ſeinem
inne=
cen Zuſammenhange. Es gibt keinen Unterſchied
zwi=
ſchen hoch und niedrig, zwiſchen Erwerbsſtänden und
Be=
amtenſtand, zwiſchen Handel und Induſtrie und
Land=
wirtſchaft. Zuſammenhalten heißt es am 22.,
zuſammenkämpfen bis zur
Entſcheidungs=
ſtunde. Der Sieg muß dem Bürgertum
ge=
hören. Langanhaltender, lebhafter Beifall folgte den
oft mit Beifallsbezeugungen unterbrochenen
Ausführ=
ungen des Herrn Dr. Oſann.
In der ſich anſchließenden
Diskuſſion
ſprach zunächſt Herr Profeſſor Berger. Er wandte
ſich als unparteiiſcher, auf kein Parteiprogramm
einge=
ſchworener Wähler an die deutſch denkenden
bürger=
lichen Wähler und ermahnte ſie, nicht die revolutionäre
Sozialdemokratie zu unterſtützen. Er führte das
An=
wachſen der ſozialdemokratiſchen Stimmenzahl auf die
partikulariſtiſche Stimmung der Deutſchen zurück, die ſchon
im alten Deutſchen Reiche ihr eigenes Intereſſe dem
großen Ganzen überordnete, ohne Rückſicht darauf, ob
das Gemeinwohl darunter litt oder nicht. Auch bei der
diesjährigen Reichstagswahl haben die Wähler ihrer
Unzufriedenheit mit einzelnen Zuſtänden durch Abgabe
eines ſozialdemokratiſchen Stimmzettels Ausdruck
ge=
geben. Er denke, daß bei der Stichwahk am 22. Januar
der bürgerliche Wähler das Deutſche Reich vor der
ſozial=
demokratiſchen Herrſchaft bewahren werde. — Herr
Kahl betonte, daß es hier in Darmſtadt ſtatt der Feind
ſteht rechts, hätte heißen müſſen, der Feind ſteht
links. Wie die Verhältniſſe in unſerem Wahlkreiſe
liegen, kann nur ein liberaler Kandidat Ausſicht
haben, Sieger im Wahlkampfe zu werden. Aus dieſen
Erwägungen ſei es zu bedauern, daß nicht gleich im
erſten Anſturm die bürgerlichen Parteien gemeinſam
gegen links marſchiert ſeien. Aber in der Stichwahl
müſſen die Freiſinnigen das, was verſäumt wurde,
nach=
holen durch ein einmütiges Eintreten für den
bürger=
lichen Kandidaten Dr. Oſann. Zu bedauern ſei die
Stichwahlparole der heſſiſchen Freiſinnigen. — Herr
Sames gab zunächſt der Nationalliberalen Partei
gegenüber ſeinem Dank Ausdruck für die Unterſtützung
bei der Landtagswahl und ſprach aus, daß auch er
energiſch gegen die einſeitige Herrſchaft der
Konſerva=
tiven ſei, aber bei der Stichwahl am 22. Januar
han=
dele es ſich nicht darum, ſondern darum, ob Darmſtadt
zukünftig ſozialdemokratiſch oder liberal vertreten ſein
ſoll. Er iſt der Ueberzeugung, daß Herr Dr. Oſann
den Liberalismus entſchieden vertreten wird. Darum
könne jeder Freiſinnige ſeine Stimme nur
Herrn Dr. Oſann geben. — Herr Kaufmann
Ritzert betonte, daß ein Angehöriger des
Mittelſtan=
des nimmermehr einem Sozialdemokraten ſeine Stimme
geben kann, denn die Sozialdemokratie hätte das größte
Intereſſe daran, daß ein kapitalkräftiger Mittelſtand
nicht vorhanden iſt. — Herr Kaßling tritt energiſch
für die Kandidatur Dr. Oſann ein. — Herr Dr.
Hu=
mann ſpricht im Namen des Hanſabundes aus, daß
in der Hauptwahl der Hanſabund Neutralität bewahren
mußte, da die beiden bürgerlichen Kandidaten die
Hauptpunkte des Programms des Hanſabundes
vertre=
ten. In der Stichwahl müſſe der Bund als unpolitiſche
wirtſchaftliche Vereinigung energiſch betonen, daß er
eine bürgerliche Vereinigung iſt, die niemals ihre
Vertretung bei der Sozialdemokratie finden kann. Aus
dieſem Grunde wäre er ebenſo, wie er jetzt für Herrn
Dr. Oſann eintritt, für Herrn Dr. Strecker eingetreten,
wenn dieſer in die Stichwahl gekommen wäre. — Herr
Haury und Referendar Dingeldey ſprechen ſich
ebenfalls für die bürgerliche Kandidatur Dr. Oſann aus.
Hierauf ergriff Herr Dr. Oſann das Wort zu einem
kurzen Schlußworte, worin er betonte, daß es nötig
ge=
weſen wäre, ſich auch einmal mit der Sozialdemokratie
zu beſchäftigen, denn bei ihr ſei auch der Mann mit den
lauterſten Abſichten den ſchwerſten Verleumdungen
aus=
geſetzt. Mit dem Bewußtſein, eine gerechte Sache zu
vertreten, zieht der Liberalismus in die Stichwahl, und
wenn alle bürgerlichen Wähler ſich ihrer Pflicht voll
be=
wußt ſind, wird er auch den Siea davontragen. Reicher
Beifall folgte auch dieſen Ausführungen. — Herr Dr.
Nöllner ſchloß um 11½ Uhr die Verſammlung mit
einem Hoch auf Dr. Oſann, in das die
Verſammlungs=
teilnehmer lebhaft einſtimmten.
Einſendungen zu den Reichstagswahlen.
(Für die Veröffentlichungen un er dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſachlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
Die Stichwahlparole.
— In einem Eingeſandt unter dieſer Ueberſchrift (
an=
ſcheinend ausgehend von dem Wahlausſchuß der
National=
liberalen Partei) wird geſagt, daß die Fortſchrittliche
Par=
teileitung in Berlin die Angehörigen der Fortſchrittlichen
Volkspartei zu Darmſtadt, Alsfeld und Friedberg
ange=
wieſen habe, für die nationalliberalen Kandidaten zu
ſtimmen. Das iſt wohl richtig, aber es muß hinzugefügt
werden, daß dies nur eine allgemeine Weiſung von der
Parteizentrale iſt und daß nach dem Organiſationsſtatut
die einzelnen Landesorganiſationen und Wahlkreiſe
bezüg=
lich Stichwahlparolen und Abkommen ſelbſtändig zu
be=
ſtimmen haben. Die politiſchen Verhältniſſe in Heſſen ſind
andere wie im Reich, und daraus erklärt ſich auch die von
dem engeren Ausſchuß der Fortſchrittlichen Volkspartei
für Heſſen herausgegebene Parole auf Stimmenfreigabe.
— In dem neuen Reichstag ſollen laut Vorlage für
Erbauung eines Militärlazaretts uſw. mehrere Millionen
angefordert und bewilligt werden. Wenn nun ein
Sozial=
demokrat gewählt wird, ſtimmt derſelbe auch für dieſe
Vorlage? Bei der ablehnenden Haltung der
ſozialdemo=
kratiſchen Reichstagsabgeordneten ſicher nicht! Es ſollen
ſich die Darmſtädter Arbeiter, beſonders die Griesheimer
Maurer wohl überlegen, ehe ſie einem Sozialdemokraten
ihre Stimme geben. Dr. Oſann wird ſicher für dieſe
Anforderungen eintreten und den Arbeitern dadurch
Ver=
dienſt verſchaffen, und wie nötig können dieſe denſelben
M.
brauchen.
An die 7268 Wähler des Herrn Dr. Strecker!
Der Fortſchrittlichen Volkspartei iſt es bei der
Haupt=
wahl leider nicht gelungen, auch nur einen einzigen
Kan=
didaten in den Reichstag zu bringen. Wir ſind bei den
SStichwahlen im ganzen Reiche faſt durchweg auf die Hilfe
der Nationalliberalen angewieſen. Darum iſt es Pflicht
und Ehrenſache aller Freiſinnigen, auch unſererſeits dieſe
Partei zu unterſtützen. An dem Auftreten Dr. Oſanns im
Reichstag kann ein Liberaler nicht das allermindeſte
aus=
ſetzen. So fordere ich denn ſämtliche Wähler, die am 12.
Januar ihre Stimme Herrn Dr. Strecker gaben, auf, am
22. Januar ihre Stimme Mann für Mann Herrn
Dr. Oſann zu geben! Bleibe kein fortſchrittlicher
Wähler der Wahlurne fern! Keine Stimme darf verloren
gehen! Kein Bürgerlicher darf zu Hauſe bleiben oder.
gar der Sozialdemokratie ſeine Stimme geben! Auch allen
denen, die bei der Hauptwahl verſäumten zu wählen,
rufe ich zu: Gebt am Montag alle Euere Stimme ab für
Herrn Dr. Oſann!
Ein alter Freiſinniger.
Vortragsverband.
Was können wir von Amerika lernen? In einem
außerordentlich ſtark beſuchten Vortrage verbreitete ſich
Freiherr Ernſt von Wolzogen geſtern abend im
Vortragsverband über dieſes Thema. Der geſchätzte
Redner hat bekanntlich eine mehrere Monate umfaſſende
Vortragsreiſe durch das Land „Dollaria” abſolviert,
die aber nach dem Gehörten zu einer außerordentlich
fruchtbaren Studienreiſe geworden iſt, die ihn befähigte,
ein umfaſſendes Bild von der Kultur des neuen
Kon=
tinents, von der Weſensart ſeiner Bewohner und ihres
Geiſteslebens zu geben. Ein Bild, das für uns um ſo
intereſſanter und feſſelnder iſt, als es vom Standpunkt
nicht allein des Dichters, ſondern viel mehr des
Raſſen=
menſchen, vom Standpunkt des ſelbſtbewußten und
über=
zeugten Deutſchen aufgenommen und mit ſcharfem
Blick und kritiſchem, ſicher treffendem Stift gezeichnet
wurde. Möglich, daß mancher tiefer Kenner
amerika=
niſcher Verhältniſſe, mancher Amerikaner ſelbſt, der den
Vortrag anhörte, nicht mit allem einverſtanden, nicht
allem lebhaft zuſtimmte, was Ernſt von Wolzogen an
Charakteriſtiken gab. Der Aufgabe ſeines Themas
ver=
ſchlug das nichts und dem denkenden Hörer gab er zum
mindeſten einen Wegweiſer, wie man fremde Länder
bereiſen ſollte, will man ſeine Völker kennen lernen, um
ſelbſt davon für ſich und die Stammesgenoſſen zu
profi=
tieren in ethiſcher und ideeller Beziehung. Es dürfte
wenige, Amerikareiſende geben, die in gleich kurzer Zeit
gleich umfaſſende und tiefe Studien machen konnten, die
ſolchem Vortrag zugrunde liegen müſſen.
Es iſt natürlich unmöglich, im Rahmen eines kurzen
Referates all das wiederzugeben oder auch nur zu
apo=
ſtrophieren, was der geſchätzte Vortragende ausführte.
Von dem bisher einzig in der Weltgeſchichte daſtehenden
Phänomen der Entwickelung Amerikas ausgehend,
be=
ſprach er dieſe Entwickelung von ihren Uranfängen her,
die im weſentlichen ein Werk der noch heute
herrſchen=
den anglo=germaniſchen Raſſe iſt, das mit der
Vernicht=
ung der Indianer, der Wälder und Tiere begann und
dann ungemeſſene materielle Schätze häufend, nach
eige=
nem Geiſte freiheitlich aufbaute. Die alte Welt ſchickte
ihre Tunichtgute, Abenteurer und Verbrecher hinüber
aber — das Alter wagte dieſen Schritt faſt nie — es
war immer Jugend, die hinüber ging und dieſen
jungfräulichen Boden von ihren freiheitlich
durchtränk=
ten Geſichtspunkten bearbeitete. Sie ahmte unſere
tech=
niſche Kultur nach, aber bald wurden wir durch ihr
Tempo überflügelt. So entſtand in wenig mehr als 100
Jahren Amerika. Freilich eine eigene Kultur, eine
kulturelle Eigenart konnte in dieſem Völker= und
Raſſen=
gemiſch nicht aufkommen. Den deutſchen Heimatbegriff
kennt man drüben nicht, der begründet iſt in der
ſtil=
gerechten, innigen Harmonie zwiſchen Natur und
Men=
ſchenwerk. Es gibt kein eigenes Volkslied dort, keine
eigene Literatur, es fehlt das durch
Tradi=
tion geheiligte Ueberkommen geiſtiger Güter.
Trotz=
dem können wir viel lernen von drüben. Vor allem auf
dem Gebiete der Jugenderziehung. Die Amerikaner
verſtehen es ausgezeichnet, eine ſelbſtändige, durchaus
patriotiſch geſinnte und von Stolz auf ihre freie Nation
rfüllte Jugend zu erziehen. Der Redner begründete
das in längeren Betrachtungen über das amerikaniſche
Schul= und Erziehungsweſen. Politiſch zeigt uns
Ame=
rika, daß die Ideen von Freiheit, Gleichheit
und Brüderlichkeit ſtets und überall Utovien
bleiben werden, daß ein rein demokratiſches Prinzip
praktiſch undurchführbar iſt, was dem Sehenden
übri=
gens die ganze Natur offenbart. Eine intereſſante
Eigentümlichkeit des Amerikaners iſt die Ehrlichkeit im
Kleinen. Kleine Diebe fallen der Verachtung anheim,
hingegen ſind Gaunereien im großen zu einer Art
Natio=
alſvort geworden. Dann kennt man drüben keinen
kleinlichen, giftigen Neid. Man neidet es dem
Nach=
ar nicht, wenn er mehr Glück hat, und man ſcheut ſich
vor keiner Arbeit und vor keinem neuten Anfang, wenn
man Schiffbruch gelitten. Herrſchend iſt drüben die
anglo=amerikaniſche Raſſe, die Yankees. Sie zählt
20 400000 Seelen. Und trotzdem die Deutſchen faſt
18500000 zählen, alſo nicht viel weniger, konnte unſere
Raſſe jener die Herrſchaft noch nicht ſtreitig machen.
Daran iſt nach Anſicht des Vortragenden der Mangel
an Nationalgefühl und Raſſenſtolz ſchuld,
der die Analoamerikaner ſo ſehr auszeichnet. Das Ideal
deutſcher Ziele müßte ſein, die ſtolze, erfolgreiche
Yankee=
raſſe mit deutſchem Geiſt zu durchdringen. Die Raſſe
rein und heilig halten und den Nationalſtolz pllegen,
dann wäre das Deutſchtum neben und mit der
Yankee=
raſſe zu großen Taten berufen. — Das Publikum
ſpen=
dete dem Redner reichen Beifall.
Sport.
* Dem Darmſtädter Sportklub 1905 iſt
es gelungen, für den 4. Februar die in letzter Zeit durch
ihre großartigen Erfolge viel von ſich reden machende
1. Elf des Fußballklubs „Würzburger Kickers” nach hier
zu verpflichten. Letzterer Mannſchaft, die an Neujahr
auf einer Reiſe in die Schweiz gegen die im Oſten an
führender Stelle ſtehenden F.=K. „Baſel und „F.=K. „St.
Gallen” ihre hohe Klaſſe bewies, und erſt am letzten
Sonntag wieder den bekannten V. E. B.=Nürnberg mit
1:0 Toren beſiegte, geht der beſte Ruf voraus. Sie iſt,
was Zuſammenſpiel und Technik anbelangt, auf ſehr
hoher Stufe und dürfte ihr hieſiges Auftreten ganz dazu
angetan ſein, der erſten Team des Darmſtädter
Sportklubs 1905 Gelegenheit zur Erprobung ihres
Kön=
nens zu geben. Nur äußerſte Sorgfalt in der
Aufſtel=
lung derſelben wird den Einheimiſchen ein günſtiges
Ab=
ſchneiden ermöglichen.
* Leichtathletik=Abteilung des
Darm=
ſtädter Sportklub 1905. Zu dem zweiten
gro=
ßen Frankfurter Hallenſportfeſt ſtellt der D. S.=K. 1905
ſeine zwei beſten Wettgeher, die Herren Theodor und
Auguſt Gehbauer an den Start. Dieſelben ſind trotz
we=
nig Training in guter Form.
Luftfahrt.
* Straßburg, 18. Jan. Der Arbeitsausſchuß des
zweiten Deutſchen Zuverläſſigkeitsfluges am
Oberrhein 1912, der vom 12. bis 26. Mai ſtattfindet,
hat beſchloſſen, bei dem diesjährigen Ueberlandflug auch
einen Wettbewerb zwiſchen Flugzeugen und
Luftſchiffen einzufügen. Verhandlungen hierüber
ſind eingeleitet.
Brände.
B. Bingen, 18. Jan. Der Brand des Mainzer
Hofes iſt bis nachts 12 Uhr nicht erloſchen. Dagegen
hat er ſich auf den allein noch ſtehenden Reſt der
Wirt=
ſchaft nach der Schmittſtraße zu erſtreckt und dieſen Reſt
ſo ſchnell und plötzlich ergriffen, daß er gleichfalls aus=
und niedergebrannt iſt. Im Weſtbau ſchlugen die ganze
Nacht die Flammen empor und fortgeſetzt ſtürzten
Ge=
bäudeteile ein. Der Brand im Oſtbau zog ſich gerade
über den Kellerreien des Winzervereins Bingen hin, in
denen große Mengen Wein lagern. Man nimmt an, daß
die Kellergewölbe erhalten geblieben ſind und der Wein
unbeſchädigt blieb. Ein ſolcher Brand iſt ſeit langen
Jahren hier nicht mehr vorgekommen. Zu bedauern iſt
nur, daß der Feuerwehrmann Hagemann, der einzige
Sohn und Ernährer ſeiner bejahrten Mutter, auf ſo
trau=
rige Art verunglückte.
* Paris, 18. Jan. Durch eine rieſige
Feuers=
brunſt, die morgens gegen 9 Uhr ausbrach, wurde in
Lille ein ganzes Warenhaus eingeäſchert. Die
Ange=
ſtellten und die Beſucher konnten ſich noch rechtzeitig in
Sicherheit bringen. Trotz eifrigen Bemühens der
Feuer=
wehr war es vorerſt nicht möglich, das Feuer einzudäm
men. Ein Haus nebenan wurde ebenfalls vollkommen
zer-
ſtört und ſtürzte gegen mittag zuſammen. Auch die
Häu=
ſer auf der anderen Seite der Straße mußten geräumt und
geſchloſſen werden. Um 4 Uhr nachmittags gelang es,
den Brand zu löſchen. Durch die Waſſermaſſen hat die
Nachbarſchaft großen Schaden erlitten. Ein
Feuerwehr=
mann wurde getötet, zwei andere ſchwer verletzt.
* Kopenhagen, 18. Jan. Bei einem Brande
auf dem Gute Bögsbjerg bei Kertemünde ſind ein
Gärt=
ner, ein Gärtnergehilfe und der Oberknecht ums Leben
gekommen.
Erdbeben.
* Stuttgart 10. Jan. Die Hohenheimer
Erdbebenwarte meldet: Heute früh 6 Uhr 46 Min.
erfolgte abermals ein Erdſtoß, der heftigſte, ſeit dem
großen Erdbeben vom 16. November v. J. Der Stoß
wurde nicht nur von den hieſigen Inſtrumenten
aufgezeich=
net, ſondern auch ziemlich allgemein gefühlt, ſowohl hier
wie in den umliegenden Ortſchaften.
* Stuttgart, 19. Jan. Aus Hechingen und
Rot=
tenburg wurden von heute früh 6.45 Uhr zwei neue heftige
Erdſtöße gemeldet, die auch in Stuttgart verſpürt
wur=
den. Es ſind dies die ſtärkſten ſeit dem 16. November v. J.
Dampferkataſtrophe.
* London, 19. Jan. Der Dampfer „Wiſtow
Hall” iſt an dem nördlich von Aberdeen gelegenen
Fel=
ſen der ſchottiſchen Küſte, dem ſogenannten „Bullers of
Buchan” geſcheitert. Von der größtenteils aus
oſt=
indiſchen Laskaren beſtehenden Beſatzung iſt der größte
Teil ertrunken.
* London, 19. Jan. Der geſtern früh an der Küſte
von Aberdeenſhire geſtrandete Dampfer „Wiſtow
Hall” war ein Stahlſchraubenfahrzeug von 3311
Regiſter=
tonnen. Das Schiff ging in wenigen Minuten in
Trüm=
mer und die 57 Mann ſeiner Beſatzung wurden in die
Brandung geriſſen. Augenzeugen am Ufer ſchildern die
Szene als herzzerreißend. Ein Rettungsboot wurde flott
gemacht; es konnte aber nur vier Mann retten. Die übrigen
53 Mann ertranken vor den Augen der Zuſchauer
m Ufer. — Der ſeit zwei Tagen über die britiſchen
In=
ſeln hinweggehende Nordoſtſturm, der große Kälte und
ſtellenweiſe ſchweren Schneefall mit ſich bringt, dauerte auch
heute den ganzen Tag an.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Die Beſchlagnahme der „Carthage‟.
* Paris, 19. Jan. Die Blätter erörtern die
Be=
ſchlagnahme der „Carthage” mit wachſender
Schärfe. Der Eclair meint: Die unangenehmen
Zwi=
ſchenfälle in unſeren internationalen Beziehungen
wie=
derholen ſich allzu häufig. Die Ungeniertheit, die
Deutſchland, dann Spanien und neueſtens Italien gegen
uns gezeigt haben, wird geradezu unerträglich. Die
ganze Art und Weiſe unſerer Diplomatie muß eine
feſtere werden und muß Reſpekt einzuflößen trachten. Die
Lanterne erklärt: So, wie die Italiener ſich benommen
haben, benimmt man ſich nicht gegen eine befreundete
Nation. Die franzöſiſche Regierung und mit ihr die
öffentliche Meinung Frankreichs müſſen Aufklärung
ver=
langen. Die Autorité ſchreibt: In Marokko ohrfeigen
die Spanier unſere Offiziere, die italieniſchen
Torpedo=
boote bemächtigen ſich im Mittelmeer unſerer
Poſtdamp=
fer; was werden wir denn noch ertragen? Der Matin
meint: Jetzt liegt ſeitens Italiens nicht mehr ein
Miß=
verſtändnis, ſondern ein Fehler vor. Italien hat ſich
gegen die Freundſchaft, vor allem aber gegen das
Völ=
kerrecht vergangen. Mehrere Blätter erhielten übrigens
heute Nacht aus Rom die telephoniſche Meldung, daß
nach Privatdepeſchen aus Cagliari die italieniſche
Re=
gierung den Auftrag erteilt habe, die „Carthage”
freizu=
geben.
* Paris, 18. Jan. In einer anſcheinend
offfi=
ziöſen Darſtellung über die Beſchlagnahme der
„Carthage” wird erklärt, daß ſich das Vorgehen der
Italiener nunmehr als durchaus
ungerecht=
fertigt erweiſe; 1. ſeien in der von der italieniſchen
Regierung am 6. Oktober 1911 aufgeſtellten Liſte der als
Kriegskontrebande anzuſehenden Gegenſtände Aeroplanc
nicht angeführt, 2. widerſtreite das Vorgehen dem
Ar=
tikel 24 der Londoner Konvention, und 3. ſei die „
Car=
thage” ein Poſtſchiff, deſſen Briefſäcke nach der Haager
Konvention unverletzlich ſeien. Nach einer Mitteilung
der Compagnie Transatlantique verlangte der an Bord
der „Carthago” entſandte italieniſche Offizier von dem
Kapitän des Poſtdampfers, daß er den Aeroplan an Ort
und Stelle vernichte. Der Kapitän verweigerte dies,
vorauf er in Caglieri anlaufen und den Aeroplan
lan=
den mußte. Damit begnügte ſich der italieniſche Offizier
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Jauuar 1912.
Nummer 17.
nicht, ſondern forderte, daß ihm die nach Tripolis
be=
ſtimmte Poſt ausgeliefert werde. Infolge der Weigerung
des Kapitäns wurde die „Carthage” mit Beſchlag belegt
Aus Tunis wird berichtet, man ſei über dieſes
Vor=
gehen umſomehr aufgebracht, als die franzöſiſche
Regie=
rung die Regeln der Neutralität aufs ſtrikteſte beobachtet
habe. So hätte die Regierung in Fez noch vorgeſtern
ein ruſſiſches Kohlenſchiff zurückgehalten, weil in deſſen
Fracht von den Zollwächtern Waffen gefunden worden
ſeien, die möglicherweiſe nach Tripolis hätten befördert
werden können.
* Paris, 19. Jan. Die Beſprechungen über den
Zwiſchenfall des Dampfers „Carthage
nehmen in Rom ihren Fortgang. Es liegt Grund zu
der Annahme vor, daß das Schiff unverzüglich
freigelaſ=
ſen werden wird.
Noch kein Friedensſchluß.
* Wien, 18. Jan. Nach einer Meldung der
Poli=
tiſchen Korreſp. aus London iſt Saſonows Verſuch,
durch eine neue Anregung bei den Mächten eine für die
Verſtändigung zwiſchen Rom und Konſtantinopel
geeig=
nete Grundlage zu bieten, auf der beſonders an die Pforte
mit einiger Ausſicht auf Erfolg herangetreten werden
könnte, ſchon vor ungefähr 14 Tagen erfolgt, und zwar,
um die vorzeitige öffentliche Erörterung zu vermeiden,
ſtreng geheim. In der Zwiſchenzeit habe aber das
Pe=
tersburger Kabinett die Einſicht gewonnen, daß die
Lage zwiſchen Italien und der Türkei für den
Frie=
densſchluß noch nicht reif ſei, namentlich weil
die Pforte bei ihrer ſchwankenden Stellung und
inmit=
ten der verworrenen inneren Verhältniſſe die Kraft nicht
in ſich fühlen könne, die Verantwortung für die mit dem
Friedensſchluß unvermeidlich verknüpften Opfer auf ſich
zu nehmen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit, erſt die
Klärung der inneren Verhältniſſe der Türkei
abzuwar=
ten, ſei nun der geſamten Diplomatie gemeinſam.
* Tripolis, 19. Jan. Eine italieniſche Truppen=
Abteilung ſtieß geſtern auf dem Marſche nach
Garga=
reſch auf den Feind. Es entſpann ſich ein erbitterter
Kampf, der den ganzen Tag über dauerte. Die
Ver=
luſtziffern ſind unbekannt.
Die Revolution in China.
* Peking, 18. Jan. Drei von den des
Bomben=
anſchlags auf Inanſchikai Beſchuldigten ſind durch den
Strang hingerichtet worden.
* London, 19. Jan. Die Times melden aus
Peking vom 18. Januar: Geſtern fand im Palaſt eine
Konferenz von 8 Mongolenfürſten der engeren
Mon=
golei und den Prinzen der kaiſerlichen Familie ſtatt, um
das Verfahren der Abdankung zu erörtern. Mit
einer einzigen Ausnahme waren alle Anweſenden mit dem
vorgelegten Programm einverſtanden. Ueber dieſes
Pro=
gramm iſt zwiſchen den Parteien ein Tinverſtändnis
er=
zielt worden. Es ſollen zwei Edikte erlaſſen werden:
In dem erſten Edikt ſoll Juanſchikai Vollmacht erhalten
eine republikaniſche Regierung zu
errich=
ten. Juanſchikai wird annehmen. Die Konferenz der
Delegierten aus 17 Provinzen, die jetzt in Nanking
ver=
ſammelt iſt, wird ihn zum Präſidenten wählen, während
Dr. Sunjatſen zurücktritt. Juanſchikai wird die
Präſi=
dentſchaft annehmen und danach wird der Thron in einem
zweiten Edikt abdanken. Nach der Abdankung wird
Sunjatſen nach Peking gehen, um mit Juanſchikai über
die Bildung einer neuen Regierung zu beraten. Die
repu=
blikaniſchen Führer ſind bereit, dem Kaiſer nach ſeiner
Ab=
dankung den Titel eines Mandſchu=Kaiſers, aber nicht den
Titel des Kaiſers von China zu laſſen. Juanſchikai hat
an dieſer Konferenz nicht teilgenommen und wird auch
bei der morgen ſtattfindenden Konferenz nicht anweſend
ſein. Juanſchikai beantragt, dem Hof Penſionen in einer
Geſamtſumme von 5 Millionen Taels jährlich zu
gewäh=
ren. Beſondere Ehren ſollen der Kaiſerin=Witwe bezeugt
werden, weil ſie die Witwe Kwanghſues iſt, des erſten
Re=
formers unter den chineſiſchen Kaiſern.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Leipzig, 19. Jan. Vor dem vereinigten zweiten
und dritten Strafſenat des Reichsgerichts iſt heute der
Spionageprozeß gegen den Kaufmann Holſt=
Schwerin begonnen worden, der des verſuchten Verrats
militäriſcher Geheimniſſe beſchuldigt wird. Es ſind neun
Zeugen geladen. Die Oeffentlichkeit iſt ausgeſchloſſen.
* Rom, 19. Jan. Die Agenzia Stefani meldet aus
Berlin: Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter trifft
morgen vormittag in Rom ein und ſteigt in der
deut=
ſchen Botſchaft ab.
* Amſterdam, 19. Jan. Ein hier eingetroffener
eng=
liſcher Dampfer hatte drei Deutſche an Bord, die er am
16. Januar morgens in einer Schaluppe zwiſchen der
Weſer=Mündung und Norderney vor Kälte erſtarrt
aufgefunden hatte. Sie waren von dem Lotſenkutter
„Elbe I” abgetrieben worden und einen halben Tag lang
auf dem Meere umhergeirrt.
* Paris, 19. Jan. Zu den franzöſiſch=
ſpa=
niſchen Marokko=Verhandlungen ſchreibt der
frühere franzöſiſche Botſchafter in Madrid, Réné Millet,
in der France: Wenn Spanien ſeine Anſprüche auf
völ=
lige und uneingeſchränkte Souveränität in ſeiner Zone
aufrecht erhalten ſollte, dann wäre es am beſten, die
Ver=
handlungen einzuſtellen, bis es gefügiger wird. Die
Spa=
nier ſollten zuſehen, wie ſie in ihrer Zone zurecht kämen.
Wir müßten nur die erforderlichen Maßnahmen treffen,
daß ſie ihre Zone nicht überſchreiten. Die
Zollverwalt=
ung würde nach wie vor funktionieren, und die
ſcheri=
fiſche Regierung würde ihren Rechten gemäß den Bau
der Bahn von Tanger nach Fez in Angriff nehmen. Wir
würden, da die meiſten Mächte bereits das franzöſiſche
Protektorat anerkannt haben, die marokkaniſche
Regier=
ung den fremden Staaten gegenüber vertreten, und nur
Vorbehalte betreffs der etwaigen Unannehmlichkeiten zu
machen haben, denen ihre Angehörigen in der ſpaniſchen
Zone ausgeſetzt wären.
* Paris, 19. Jan. Der franzöſiſche Poſtdampfer
„Manuba” der den Poſtdienſt mit Algerien verſieht, ging
am Mittwoch nachmittag mit dem deutſchen Dampſer
„Schleswig” zu gleicher Zeit von Marſeille ab. Auf hoher
See, in der Nähe von Sardinien, wurde beide Schiffe
von italieniſchen Torpedobootzerſtörern
angehalten. Der deutſche Dampfer wurde nach
ober=
flächlicher Unterſuchung wieder freigelaſſen.
* London, 19. Jan. Der Cunarddampfer „Veria”
ſtieß auf der Höhe von Swanſea mit einem unbekannten
Schiff zuſammen, das mit ſeiner geſamten Mannſchaft,
die auf 11 Mann geſchätzt wird, geſunken iſt.
Petersburg, 19. Jan. Der Kaiſer und die
Kaiſerin=Witwe wohnten heute der
Waſſer=
weihe bei.
* Buenos=Aires, 19. Jan. Die Ausſtändigen
ſind noch immer bereit, die Löſung der ſtrittigen Fragen
einem Schiedsgericht zu unterbreiten, verlangen jedoch,
daß die Geſellſchaften vorher das ganze Perſonal wieder
einſtellen. Da die Eiſenbahngeſellſchaften dies
verwei=
gern, beſchloſſen die Ausſtändigen, die Verhandlungen
abzuprechen. Es herrſcht Mangel an Erſatzkräften. Die
Blätter bringen ein Telegramm aus Aſſuncion, nach
welchem Präſident Rojas dem diplomatiſchen Korps
er=
klärte, er werde ſeine Demiſſion, die er unter dem Drucke
von Gewalt gegeben habe, zurückziehen und ſich an die
Spitze der treugebliebenen Truppen ſtellen, um die Macht
zurückzuerobern. Starke Truppenabteilungen
marſchie=
ren auf Aſſuncion, um die Revolutionäre anzugreifen.
Das diplomatiſche Korps bereitet eine Intervention vor,
um weiteres Blutvergießen zu verhindern.
— Poſen, 19. Jan. In Julienhof bei Bartſchin
ge=
rieten drei Anſiedler der Reichstagswahlen wegen in
Streit. Im Verlaufe desſelben wurde der Anſiedler
Becker von den beiden anderen sie Treppe
hinunterge=
ſtoßen. Er war ſofort tot.
II. B. Dijon, 19. Jan. In der Nähe von Dijon wurde
eine Verhaftung vorgenommen, die unter der
Be=
völkerung der Gegend ungeheure Aufregung hervorrief,
nämlich die eines Arztes Dr. Viois. Der Verhaftete wird
beſchuldigt, verſucht zu haben, einen Kollegen zu
ver=
giften. Die Tat wurde bereits im vergangenen April
begangen. In dieſer Zeit erhielt der betreffende Doktor
anonym eine Kiſte, die eine Flaſche Kirſchwaſſer enthielt.
Dieſe erregte jedoch den Verdacht des Arztes und er ließ
ſie durch einen Chemiker unterſuchen. Die Unterſuchung
zeitigte denn auch das überraſchende Ergebnis, daß dem
Kirſchwaſſer ein Gift beigemiſcht war, das den ſofortigen
Tod des Arztes herbeigeführt hätte. Der Verdacht lenkte
ſich auf Dr. Viois, deſſen Verhaftung nunmehr erfolgt iſt.
H. B. Berlin, 19. Jan. Der Erzherzog
Thron=
folger Franz Ferdinand wird mit ſeiner
Ge=
mahlin, der Herzogin Sophie von Hohenberg, am 27.
Ja=
nuar zu zweitägigem Aufenthalt in Berlin eintreffen,
um an der Geburtstagsfeier des deutſchen Kaiſers
teil=
zunehmen.
In der Genesungszeit
iſt die zweckmäßige Ernährung von
höchſtem Werte. Unterſtützt man ſie
durch eine Kur mit Scotts Emulſion,
ſo wird ſie noch beſſer ausgenützt, und
die Körperkräfte heben sich schneller und
sicherer.
Auch die Lebensgeiſter, Schaffensfreude und
Unter=
nehmungsluſt, werden ſich dann bald wieder
ein=
ſtellen.
(32152
Nehmen Sie
(VI 2169
täglich ein Likörgläschen Dr. Hommel’s
Haematogen unmittelbar vor der
Haupt-
mahlzeit! Ihr Appetit wird reger, Ihr
Ner-
vensystem erstarkt, die körperlichen Kräfte
werden gehoben. Warnung: Man verlange
ausdrücklich den Namen Dr. Hommel.
Rhoinisches
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Freunden, Verwandten und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß
unſere liebe, gute,
treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
(B2227
Frau Rosina Späth
geb. Gümblein
ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Bensheim, Offenbach,
den 19. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Jan.,
nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhauſe
Franken=
ſteinerſtraße 52 aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Mitteilung, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben,
treubeſorgten Gatten und unſeren Vater,
Schwiegervater und Onkel
(2190
Herrn Georg Wolf
Privatier
heute nach langem ſchweren Leiden, im 72.
Le=
bensjahre, durch einen ſanften Tod zu erlöſen.
In tiefer Trauer:
Frau Johannette Wolf, geb. Pohl,
Frau Margarethe Möſer, geb. Wolf,
Franziska Wolf,
Georg Möſer I., Maurermeiſter.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe
Kahlert=
ſtraße 7 aus, auf dem Beſſunger Friedhofe
ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag 3½ Uhr entſchlief ſanft nach
ſchwerem Leiden meine innigſtgeliebte Schweſter,
unſere gute, treue Tante und Couſine (2174
Fräulein Marie Lauth.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Müller Wwe., geb. Lauth.
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. d. M.,
nachmittags 3½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
(Von Beileidsbeſuchen bitte abzuſehen.)
Maschlnenbau, Eioltroischaft,
Automobllbau, Brückenbau.
Technikum Bingen pirektion Professor Hoepke.
Shauliaurkurse.
959 M
Der Geſamtauſlage unſeter heutigen Aus=
gabe liegt ein Proſpekt bei: „Der Feind im
ande” worauf hiermit hingewieſen wird.
(2239
Oratsnstagstszansst
G Statt beſonderer Anzeige.
Ein strammer Junge
angekommen
W. Höh u. Frau
Mally, geb. Buchholtz.
Darmſtadt, 18. Januar 1912. (*1559
Hggen
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die ozeaniſche Depreſſion dringt immer mehr gegen
das Feſtland vor, und zieht uns in ihren Bereich.
Damit hat die Froſtperiode ihr Ende erreicht. Wir
haben morgen trübes, wärmeres Wetter und leichte
Niederſchläge zu erwarten.
Ausſichten für Samstag, den 20. Januar 1912:
Wolkig, leichte Regenfälle, wärmer.
Schneebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 18. Jan.
12 Grad Kälte. Heiteres Wetter. Windſtill. Gute Skiföhr.
Rodelſport, Bobsleighſport, Eisſport im Gange.
Herr=
lichſte Rennſchlittenpartien ins Gebirge. Märchenhafte
ſchöne Brockenwanderung.
Tageskalender.
Samstag, 20. Januar.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Geburtstagsfeiern Sr. Maj. des Kaiſers:
Krieger=
verein um 8½ Uhr im Saalbau. —
Kriegerkamerad=
ſchaft „Germania” um 8½ Uhr in der „Ludwigshalle‟.
Geſelliger Abend des Ortsgewerbevereins um
8½ Uhr im „Kaiſerſaal”
Ball des Oekonomenvereins um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez=
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um ½8 Ur im Reſtaurant „Metropol”.
Sonntag, 21. Januar.
Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. B): „Madame
Butterfly”
Vorſtellung um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Beſichtigung des Gewerbemuſeums unter Führung
von Kuſtos Dr. Kienzle um 10½ Uhr (
Ortsgewerbe=
verein).
Hauptverſammlung der Turngeſellſchaft um 3 Uhr.
Generalverſammlung des Geſangvereins „
Lieder=
zweig” um 4 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Verſammlung der Vereinigung ehemaliger 116er um
2 Uhr in der „Stadt Pfungſtadt”.
Damen= u. Herrenſitzung der Karnevalgeſellſchaft
„Narrhalla” um 7.11 Uhr in der Turnhalle am Woogspl.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um 4 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4 und 8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
Konzert um 7½ Uhr im Britannia=Hotel.
Konzert um 8.11 Uhr im Schützenhof”.
Königſalon Saalbauſtr. 73 (geöffnet von 11—1 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Montag, 22. Januar.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Schwellen=Verſteigerung um 9½ Uhr am
Bahn=
übergang der Pallaswieſenſtraße.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
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100,50
do. v. 1905
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. . 101,70
Argentinier .
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95,40
do.
½
95,60
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Gold=Merikan. v. 1904 91,20
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5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 403 114,00
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In Vr.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 154,00
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,25
6 Pennſylvania R. R. 119,70
Indnſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 202,00
3 Werger=Brauerei . . 75,00
25 Bad. Anil.=u. Sodafbr. 500,25
14 Fabrik Griesheim . 258,90
27 Farbwerk Höchſt . . . 534,00
20 Verein chem. Fabriken
338,25
Mannheim.
130,90
5 Lahmener .
166,00
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. . 243,10
30 Adlerfahrradw. Kleyer 463,50
12 Bochumer Bb. u. Guß 231,75
209,00
17 Gelſenkirchen.
203,90
7 Harpener
15 Phönix, Bergb. u. Hüt=
.. 259,25
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. 89,30
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.100,70
do,
92,00
3½
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do. ſtenerfrei . 96,40
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80,50
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72.90
2‟) Livorneſer.
4 Miſſomri=Vacifie 73,40
Bagdadbahn Mk. 408 84,60
Anatoliſche Eiſenb.. 97,80
. 100,50
5 Tehuantepee .
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 172,75
6½ Darmſtädter Bank. 126,40
12½ Deutſche Bank . . 267,50
6 Deutſche Vereinsb. 125,60
10 Diskonto=Geſellſchaft 192,40
161,00
8½ Dresdner Bank
6½ Mitteldent. Kreditbk. 121,90
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 127,25
6½ Pfälzer Bank 130,50
140,00
6,45 Reichsbank.
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 138,10
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
90,10
½ do. S. 19
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,35
90,35
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,40
do. (unk. 1914) 89,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
90,60
do.
3½
Bt.
Städte=
Obligationen
-
Darmſtadt
-
½ d.
100,90
Frankiun . .
3½ de.
96,10
Gieh
100,00
2.
4
99,80
3½
90,70
Garl
100,00
3½ 28.
90,00
-
4
-
3½ Na.
4
-
3½
4
99,50
.
90,00
München
100,50
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg
100,20
3½ do.
90,80
4 Offenbach
3½ do.
4 Wiesbabe
* 101.75
3½ de.
90,60
4 Worms.
99,80
3½ do.
90,00
4 Liſſaboner u. 1886. . 81,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 167,40
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,9.)
5 Donau=Reg. fl. 100 185,00
3 Holl, Komm. „ 100
In Zeng
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
. 138,00
briefe.
Oeſterr. 1860er Loſe 179,25
3 Oldenburger
.127,00
2½ Raab=Grazer ſi. 150 114,60
Unverzinsliche
Anlebensloſe.
Augsburger fl. 7 37,80
Braunſchweige Tlr. 20 212,70
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Fs. 15
Mailänder Fs. 45 —
Js. 10 —
da
Meiningss
ft. 7 34,50.
Oeſterreicher a. 1864 „ 100
d. à 1858 „ 100 460,00
Ungar. Stauts
„ 100 373,00
Penediges
Frs. 30
Türkiſche
„ 400 173,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sopereigns
20,43
20 Franks=Stücke
16,23
Oeſterr. 20=Kronen .
16,90
Amerikaniſche Reten . . . 4, 19½
Engliſche Noten . . . . . 20, 18
Franzöſiſche Noten . . . . 81,35
Holländiſche Noten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84.85
Ruſſiſche Roten . . . . . . 216,00
Schweiger Noten . . . . . 81,15
Reichsbaui=Diskonto . . . 5½
R.
au=Kombard 94f 6½
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
GoeErFrFrIEr
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5 8.
Samstag, 20. Januar.
1912.
Bekanntmachung.
Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß
Freitag, den 26. Januar ds. Js., vormittags 9 Uhr,
n dem Sitzungsſaal des Provinzial= und Kreis=Ausſchuſſes (Regierungsgebäude,
1. Obergeſchoß, Südſeite, Neckarſtraße Nr. 3), die Durchſicht der Protokolle über die
engere Wahl des Reichstagsabgeordneten für den IV. Reichstagswahlkreis des
Groß=
herzogtum Heſſen (Darmſtadt-Groß=Gerau), ſowie die Zuſammenſtellung und
Ver=
kündigung des Ergebniſſes dieſer Wahl ſtattfinden wird.
(2193si
Der Zutritt zum Lokal ſteht den Wählern frei.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Der Wahlkommiſſär
für den IV. Reichstagswahlkreis im Großherzogtum Heſſen.
Fey, Provinzialdirektor.
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen 1912.
Ich bringe zur öffentlichen Kenntnis, daß
Freitag, den 26. Januar l. Js., vormittags 11¾ Uhr,
im Sitzungsſaal des Kreisausſchuſſes (Kreisamtsgebäude) dahier, die Durchſicht der
Protokolle über die am 22. ds. Mts. ſtattfindende engere Wahl des
Reichstags=
abgeordneten für den VI. Wahlkreis des Großherzogtums Heſſen, ſowie die
Zuſam=
menſtellung und Verkündigung des Ergebniſſes dieſer Wahl ſtattfindet. (2194
Der Zutritt zu dem Lokal ſteht jedem Wähler offen.
Der Wahlkommiſſär für den VI. heſſiſchen Reichstagswahlkreis:
v. Hahn, Großherzoglicher Kreisrat.
In Mörfelden und Walldorf (Kreis Groß=Gerau) iſt die Maul= und
Klauen=
ſeuche erloſchen.
(2116
Verkaufspreiſe der Kleiſch= u. Warſtwaren i. d. Haupt= u. Reſidenzſtadt Darmſtadt.
(Nach den Mitteilungen des Vorſtandes der Metzger=Innung.) (22563
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 goldener Zwicker mit Anhängſel. 1 Ueberzieher
und 1 Sackrock mit Militärpaß, auf den Namen Geyer lautend.
1 Paar ſchwarze durchbrochene Handſchuhe. 1 farbiger Damengürtel.
1 Paar dicke Kinder=Stoffhandſchuhe mit Riemchen. Eine Anzahl
verſchiedene Schlüſſel. 1 Damengürtel mit Silber durchwirkt. 1
blau=
geſtreifte Schürze mit 2 Karten. 1 Manſchettenknopf mit
Herren=
photographie. 1 dunkellila Damenportemonnaie mit einig. Pfennigen
und einem Herzchen. 2 Schlüſſel (zuſammengebunden). 1 ſchwarzer
Samtgürtel.
(2180
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ruſſiſcher Windhund. 1 deutſcher Schäferhund, 1
Wolfs=
hund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
aus=
gelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
(2160
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 21. Jan.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Merckſche Engel=Apotheke, Rheinſtraße, und
Beſſunger Apotheke, Karlſtraße. Alle übrigen Apotheken ſind von
1 Uhr ab geſchloſſen.
per ½ kg
Ochſenfleiſch
90 Pfg.
Rindfleiſch
84
Kalbfleiſch
90
Hammelfleiſch
90
Bruſt
60
Schweinefleiſch
76
Kottelets u. geſalz. Fleiſch 86
Speck, geräuchert
.110 „
per ½ kg
Dörrfleiſch
96 Pfg.
Schinken m. Bein .
110
Rollſchinken
. 130
Schweineſchmalz, roh
u. ausgelaſſen
80
Schwartenmagen,
Fleiſch= u. Bratwurſt . 80
Leber= u. Blutwurſt
64
Betreffend: Reichstagswahlen 1912: hier engere Wahl im IV.
Wahl=
kreis des Großherzogtums.
Reichstagswahl.
Bei der erſten Wahl im IV. Wahlkreis des Großherzogtums
hat ſich eine abſolute Stimmenmehrheit nicht ergeben. Gemäß § 12
des Wahlgeſetzes vom 31. Mai 1869 hat daher eine engere Wahl
zwiſchen den beiden höchſtbeſtimmten Kandidaten, den Herren
Redakteur Dr. Ludwig Queſſel zu Darmſtadt,
Rechtsanwalt Dr. Arthur Oſann zu Darmſtadt
ſtattzufinden.
Unter Bezugnahme auf die §§ 28—31 des Wahlreglements vom
28. Mai 1870 (in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. April 1903)
bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß Termin zur Vornahme
der engeren Wahl auf
Montag, den 22. Januar 1912,
feſtgeſetzt iſt, die Wahlhandlung beginnt vormittags 10 Uhr und endigt
nachmittags 7. Uhr.
Alle bei dieſer engeren Wahl auf andere als die beiden
genannten Kandidaten fallenden Stimmen ſind ungültig.
Die in unſerer Bekanntmachung vom 4. und 11. Januar 1912
zur Kenntnis gebrachten Anordnungen bezüglich der Wahlbezirke,
des Wahllokals, der Wahlvorſteher und deren Stellvertreter
haben auch für die engere Wahl am 22. Januar 1912 Geltung, wenn
nicht hinſichtlich der Wahlvorſteher und deren Stellvertreter in einem
oder dem anderen Wahlbezirke vor dem Wahltage noch eine
Aende=
rung bekannt gemacht werden wird.
(2207
Darmſtadt, den 17. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Ekert.
Das Beſchneiden der Hecken.
Nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir zur Kenntnis der
Beteiligten. Unſer Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, diejenigen, die
ſich der fraglichen Arbeit bis Ende Februar d. Js. nicht unterzogen
haben, zur Anzeige zu bringen, worauf Beſtrafung der Säumigen
mit 1 bis 30 Mark und Ausführung des Zurückſchneidens auf deren
Koſten von Amtswegen eintritt.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
(1603ss
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J V.: Jaeger.
Polizeiverordnung.
Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom
13. Juli 1904, der Artikel 78 und 48, V, 2 der Kreis= und
Pro=
vinzial=Ordnung vom 12 Juni 1874 wird mit Zuſtimmung des Kreis=
Ausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des
Innern vom 10. Februar 1905 zu Nr. M. d. J. III. 1336 für den Kreis
Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, die auf
dem Grundſtück befindlichen Hecken und Sträuche, ſoweit ſie an
öffent=
liche Fahr= und Fußwege oder Plätze angrenzen, alljährlich, und
zwar in der Zeit zwiſchen dem 1. Auguſt des einen und dem 1. März
des folgenden Jahres ſoweit zurückzuſchneiden und jederzeit ſoweit
zurückzubinden, daß ſie nicht über die Nachbar= und Weggrenze
hin=
ausragen.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten,
die zu demſelben gehörigen Garten=Einfriedigungen, ſoweit ſie an
öffentliche Wege oder Plätze angrenzen, ſtets in ordnungsmäßigem
Zuſtande zu erhalten und etwaige Lücken in ihnen auszubeſſern.
§ 3. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Geldſtrafe von einer
bis dreißig Mark, außerdem wird das Zurückſchneiden der Hecken und
Sträuche, Zurückbinden der Schößlinge und die Ergänzung der
mangelhaften Garteneinfriedigung erforderlichenfalls auf Koſten der
Säumigen von Amts wegen ausgeführt.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Aufſtelung der Rekrntierungsſtammrolle für die
Stadt für 1912.
Alle im Jahre 1892 geborenen, hier wohnhaften oder ſich
dauernd hier aufhaltenden Militärpflichtigen haben ſich in der Zeit
vom 15. bis Ende Januar ds. Js., vormittags von 9 bis 12 Uhr,
im Stadthauſe, Rheinſtraße 16/18, Zimmer Nr. 20 und 21, zur
Stammrolle anzumelden. Die nicht in Darmſtadt geborenen
Militärpflichtigen haben ihren Geburtsſchein vorzulegen und
durch eine Beſcheinigung des Arbeitgebers oder ein ſonſtiges
Zeug=
nis nachzuweiſen, daß ſie hier dauernden Aufenthalt genommen
haben und nicht nur rorübergehend anweſend ſind.
Außerdem haben ſich in vorbezeichneter Zeit, unter Vorlage
ihres Loſungsſcheines und der vorerwähnten Aufenthaltsbeſcheinigung,
alle Militärpflichtigen früherer Jahre zu melden, die bisher weder
einem Truppenteil überwieſen worden ſind, noch einen
Ausmuſterungs=
ſchein oder eine Ausſtandsbewilligung erhalten haben.
Militärpflichtige, die zur Zeit von hier abweſend ſind, müſſen
von ihren geſetzlichen Vertretern oder Arbeitgebern angemeldet werden.
Eine Unterlaſſung der Anmeldung wird mit Geldſtrafe
bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu 3 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt.
(1707a
Freiſtellen an den Mittelſchulen.
Geſuche um Freiſtellen an den Mittelſchulen für das Schuljahr
1912/13 ſind bis zum 25. Januar d. Js. bei uns einzureichen.
Frei=
ſtellen können nur bis zu 5% der Zahl der Schüler und Schülerinnen
und nur in den fünf oberſten Klaſſen vergeben werden.
Voraus=
ſetzung der Bewilligung iſt Bedürftigkeit der Eltern, ſowie
regel=
mäßiger Schulbeſuch, Fleiß, Ordnungsliebe, Reinlichkeit und gutes
Betragen des betreffenden Kindes.
Die Vergebung der Freiſtellen erfolgt auf ein Jahr und in ſtets
widerruflicher Weiſe; es muß daher für diejenigen, die im
ab=
laufenden Schuljahr bereits Freiſtellen hatten, um weitere
Ver=
leihung nachgeſucht werden.
In den Geſuchen iſt neben deutlicher Angabe des Berufs und
der Wohnung der Eltern oder Pflegeeltern noch die Schulgruppe, die
das betreffende Kind beſucht, näher zu bezeichnen.
(1390mss
Darmſtadt, den 6. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Anmeldung ſchulpflichtiger Kinder zur Aufnahme
in die Mittel= und Stadtſchulen.
An die Eltern, Pflegeeltern und Vormünder von Kindern, die
bis zum 15. April d. Js. einſchließlich das 6. Lebensjahr zurück
gelegt haben werden, ergeht hiermit die Aufforderung, dieſe Kinder,
ſoweit ſie nicht in andere Schulen eintreten, rechtzeitig zur Aufnahme
in die Mittel= oder Stadtſchulen anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt Nachweis über das Alter der Kinde
und Impfſchein oder Beſcheinigung über Befreiung von der Impfung
vorzulegen.
Auf Wunſch der Eltern oder deren Stellvertreter können
aus=
nahmsweiſe auch geiſtig und leiblich reife Kinder in die Schule
auf=
genommen werden, die erſt bis zum 30. September d. Js. das
6. Lebensjahr vollenden. Die Aufnahme jüngerer Kinder iſt
unzuläſſig.
Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß diejenigen
Kinder, die bei Vollendung des 14. Lebensjahres die Schule nicht
volle 8 Jahre beſucht haben, bis zur vollſtändigen Erfüllung ihrer
Schulpflicht in der Schule zurückgehalten werden.
Die Nichtanmeldung in dem vorgeſchriebenen Termin kann bei
den Mittelſchulen zur Folge haben, daß die Aufnahme unmöglich iſt.
Die Anmeldungen haben zu erfolgen:
Donner ttag, den 1. Februar d. Js., vormittags von 8½ Uhr
bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 4 Uhr, und zwar:
für die Knaben=Mittelſchule I im Schulhaus in der Friedrichsſtraße,
„ „ Viktoriaſtraße,
I
„ „ Mädchen=
„ „ Hermannsſtraße,
Mittelſchule II
,
am Ballonplatz,
Stadtknabenſchule I
in der Müllerſtraße
Ludwigshöhſtraße,
i
Rundeturmſtraße,
Stadtmädchenſchule I
Emilsſtraße,
Beſſungerſtraße,
III
Lagerhausſtraße.
„ „ Bezirksſchule IV
Der Bezirk der Mittelſchule II, in die Knaben und Mädchen
aufgenommen werden, wird begrenzt durch die Rheinſtraße, den
Paradeplatz, die Alexanderſtraße und die Dieburger Straße, mit
Aus=
ſchluß der Grenzſtraßen und Plätze.
Die Aufnahme der Kinder in die Stadtſchulen findet nach der
unten abgedruckten Bezirkseinteilung ſtatt. Den Herren Oberlehrern
der verſchiedenen Gruppen der Stadtknaben= und Mädchenſchulen
bleibt überlaſſen, je nach Bedürfnis hinſichtlich der Ueberweiſung
von Kindern aus einer Schulgruppe in eine andere ſich zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Der Vorſitzende der Schulvorſtände:
Dr. Glaſſing, Oberbürgermeiſter.
Bezirks=Einteilung
für die Stadtknaben= und Stadtmädchenſchulen.
Bezirk I
(Stadtknabenſchule I und Stadtmädchenſchule I) umfaßt den
Stadtteil zwiſchen der Heinrichsſtraße, Eſchollbrücker Straße und
Holz=
hofallee einerſeits und der Allee, Rheinſtraße, Wilhelminen=,
Zeug=
haus=, Hochſchul=, Magdalenen=, Alexander=, Heinheimer= und
Guten=
bergſtraße andererſeits.
Von den Grenzſtraßen gehören zu dem Bezirk die Rhein=,
Wil=
helminen=, Alexander=, Heinheimer= und Gutenbergſtraße, ſowie die
Nordſeite der Heinrichsſtraße.
Bezirk II
(Stadtknabenſchule II und Stadtmädchenſchule II) umfaßt den
nördlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=, Wilhelminen=,
Zeughaus= Hochſchul= Magdalenen= Dieburger=, Heinheimer= und
Gutenbergſtraße, einſchließlich der Grenzſtraßen, mit Ausnahme der
betreffenden Strecken der Dieburger= und Heinheimerſtraße und der
Gutenbergſtraße.
Bezirk III
(Stadlknabenſchule III und Stadtmädchenſchule III) umfaßt den
Stadtteil ſüdlich von der Heinrichs=, Eſchollbrücker Straße und
Holz=
hofallee, einſchließlich der Südſeite der Heinrichsſtraße und der beiden
anderen Grenzſtraßen (beiderſeitig).
Bezirk IV
(Bezirksſchule IV, Lagerhausſtraße) umfaßt den nordweſtlichen
Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=, Wilhelminen= und Rhein=
(1625sss
ſtraße, ohne die genannten Grenzſtraßen.
Maßnahmen gegen die
allgemeine Teuerung
Mittwoch, den 24. Januar,
abends 8½ Uhr,
wird Herr Oberſtleutnant von
Gerhardt im Auftrag des
Deut=
ſchen Seefiſcherei=Vereins im
ſtädtiſchen Saalbau (
Garten=
ſaald einen Vortrag halten über:
Seeſiſche als
Volksnahrungsmittel.
Alle Intereſſenten ſind
freund=
lichſt zur Teilnahme an dem
Vor=
trag eingeladen. Der Eintritt iſt
frei.
(2210sm
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Maßnahmen gegen die
allgemeine Teuerung.
Die Beträge für Kartoffeln und
die Abtragungen auf die
Dar=
lehen zur Kohlen= und
Holzbe=
ſchaffung ſind in den auf den
Rechnungen angegebenen
Ter=
minen von jetzt ab bei uns (
Zahl=
ſtelle 1) während der regelmäßigen
Zahlſtunden (vormittags von 8½
bis 12½ Uhr) einzuzahlen.
Die bereits fällig geweſenen
Raten erſuchen wir alsbald zu
ent=
richten.
(2215sdi
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bauarbeiten.
Die bei Erbauung eines Stalles
für unverkaufte Schweine und
einer Kälbermarkthalle auf dem
ſtädtiſchen Schlachthof
vorkom=
menden Schreiner= und
Schloſſer=
arbeiten (Anſchlagarbeiten) ſollen
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungenliegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, 30. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(2118so
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Stadt. Schulzahnalinik
Luiſenſtraße 20, II.
Sprechſtunden Wochentags:
Morgens von 10—12
Mittags von 2—5. (859a
Bekanntmachung.
Montag, 5. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des
Schrei=
nermeiſters Konrad Stein dahier
gehörige Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 181%/100 423 Hofreite
Ka=
ſinoſtraße,
zwecks Aufhebung der zwiſchen den
Erben beſtehenden Gemeinſchaft in
unſerem Bureau zwangsweiſe
ver=
teigert werden.
(K140/11
Darmſtadt, 4. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V925
Bekanntmachung.
Montag, 29. Januar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die der Adam Schäfer II.
Witwe, Louiſe, geb. Stumpf,
da=
hier zugeſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
22 617/100 484¼10 Hofreite
Viktoria=
ſtraße 78,
35 15095/1000 364 Hofreite
Hein=
heimer
heimer=
ſtraße 90,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K41/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V1674
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
Die Großh. Direktionen
der Viktoria= und der Eleonorenſchule.
Anmeldungen für die 10. Klaſſen der beiden Schulen werden
entgegengenommen
Dienstag, den 6. Februar d. J., von 3—5½ Uhr,
im Schulgebäude der Eleonorenſchule (Lagerhausſtraße 1).
Vorzu=
egen ſind:
1. Geburtsſchein,
(2123sss
2. Impfſchein.
Geh. Schulrat Dr. Otto. Dr. Lucins.
Knabenpenſionat Goetheschule Offenbach a. M.
Privat=, Real= und Handelsſchule, erteilt Einjährigenzeugnis.
Gute Verpflegung und Aufſicht. Sorgfält, Ueberwachung der
Schul=
arbeiten. Großer Garten. Zentralheizung, elektr. Licht. (2154ff
Proſpekte durch die Direktion.
Mäßiger Penſionspreis.
Schwellen=Verſteigerung.
Die auf den Bahnhöfen Darmſtadt Oſt (Roſenhöhe), Roßdorf
und Groß=Zimmern lagernden, für Eiſenbahnzwecke nicht mehr
brauch=
baren kiefernen Bahnſchwellen werden wie folgt öffentlich an den
Meiſtbietenden verſteigert.
1. Bahnhof Darmſtadt Oſt (Roſenhöhe):
Donnerstag, den 25. Januar, vormittags 9 Uhr,
500 Stück kieferne Bahnſchwellen.
2. Bahnhof Roßdorf:
Donnerstag, den 25. Januar, vormittags 11 Uhr,
300 Stück kieferne Bahnſchwellen.
3. Bahnhof Groß=Zimmern:
Freitag, den 26. Januar, vormittags 9 Uhr,
250 Stück kieferne Bahnſchwellen.
(32151
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großherzogliches Eiſenbahn=Betriebsamt 2.
Brennholz=Verſteigerung Nr. 8.
(Stadtwald.)
Freitag, den 26. Januar l. Js., vorm. 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus dem Diſtrikt
Dachsberg, Abt. 31 und 32 der Forſtwartei Beſſunger Laubwald
(Förſter Lehr) verſteigert:
Scheiter: 132 rm Buche; 3 rm Eiche,
Knüppel: 216 rm Buche; 30,2 rm Eche,
5 rm Eiche,
Reiſigknüppel:
Stöcke (grob):
rm Buche; 5 rm Fichte.
Das Holz trägt die laufenden Nummern von 559 bis 764.
Unterſtrichene Nummern lommen nicht zum Ausgebot. Um vorherige
Einſicht wird gebeten.
(2124sm
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Stammholz-Verſteigerung.
Dienstag, den 23. Januar 1912,
vormittags von 9 Uhr an, werden aus hieſigem Gemeindewald,
Diſtrikt Malchertanne, an Ort und Stelle ca. 234 Stück Kiefern=
Stämme von 20 bis 47 cm mittlerem Duuchmeſſer und 5 bis 14 m
Länge meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft am Bahnwärterhaus am Malcher Weg.
Pfungſtadt, den 15. Januar 1912.
(2155fl
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Stammholz-Verſteigerung.
Freitag, den 2. Februar I. J.,
kommen im hieſigen Gemeindewald nachſtehende Holzſortimente zur
Verſteigerung:
1. 91 Stück Eichen=Stämme von 28—57 cm Durchmeſſer, 2,10
bis 10 m lang, enthaltend 63,61 fm;
2. 23 Stück Kiefern=Stämme von 28—57 cm Durchmeſſer,
5—14 m lang, enthaltend 205,32 fm.
Die Zuſammenkunft iſt vormittags 10 Uhr auf der
Kirch=
ſchneiſe an der Brandſchneiſe.
Gedruckte Verzeichniſſe können von uns bezogen werden.
Kelſterbach, am 17. Januar 1912.
(2156fl
Großherzogliche Bürgermeiſterei Kelſterbach.
Hardt.
Pappelſtamm= u. Brennholzverſteigerung.
Mittwoch, den 24. Januar, nachm. um 1 Uhr,
kommen in den Anlagen der Gemeinde Eſchollbrücken 22 ſehr ſchöne
Pappelſtämme von zuſammen circa 32 km zur Verſteigerung.
Ebenſo 35,6 rm Scheit= u. Knüppelholz, 13,6 rm Stocke und
9,3 Hdt. Wellen.
Bemerkt wird, daß das Stammholz direkt neben der
Kreis=
ſtraße Eſchollbrücken-Darmſtadt lagert und ſehr gut abzufahren iſt.
Zuſammenkunft der Steigerer am Ortsausgang nach Darmſtadt.
Gegen Bürgſchaft wird Zahlungsfriſt bis 11. November d. J.
gewährt.
Eſchollbrücken, am 18. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Götz.
P. P.
Hierdurch beehre ich mich ergebenſt anzuzeigen, daß
ich mich als
(1482a
Bücher=Reviſor und
kaufm. Sachverſtändiger
in Darmſtadt niedergelaſſen habe.
Ich werde mich ſpeziell befaſſen mit:
1. Neueinrichtung von Buchführungen und Uebernahme
der laufenden Führung von Geſchäftsbüchern,
2. Prüfung und Aufſtellung von Bilanzen und
Ab=
ſchluß der Geheimbücher,
3. Reviſionen von Geſchäftsbüchern und Kaſſen,
4. Geheimer oder nicht geheimer Ueberwachung aller
Buchhaltungsſyſteme,
5. Unterricht in Buchführung und allen Handelsfächern.
Ich ſichere unter Beobachtung ſtrengſter Diskretion
ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung aller Aufträge
zu und bitte eintretendenfalls von meinem Anerbieten
Gebrauch zu machen
Hans Mohwinkel, Bücher-Revisor
17 Wilhelminenstrasse 17.
4% Württembergische
Staatsschuldverschreibungen
unkündbar bis 1921.
Am 24. Januar c. findet die Subskription auf
nom. Mk. 25,000,000. Schuldverschreibungen, eingeteilt in Stücke zu 5000, 2000, 1000,
500 und 200 Mark, mit Zinsen ab 1. Oktober 1911 zu
101,40%
statt. Wir sind offizielle Zichnungsstellen. Die näheren Bedingungen,
sowie Formulare zu Zeichnungsscheinen stehen bei uns zur Verfügung.
Darmstadt, den 19. Januar 1912.
Bank für Handel
und Industrie.
Deutsche Vereinsbank
Filiale Darmstadt.
(2175P
Hoflieferant Heinrich Elbert, Darmstadt.
Gesellschaft mit beschr. Haftung.
Hauptvertreter für:
Soennecken Kopiermaschinen,
Original Underwood- und ldeal-Schreibmaschinen,
Dyes praktische Büro-Möbel.
(2145sid
Bekanntmachung.
Montag, 12. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des
Fuhrunter=
nehmers Johannes Komp,
Suſan=
ne, geb. Wagner, dahier und deren
Kindern zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft:
Flur Nr. qm
II 351 332 Hofreite
Ober=
gaſſe Nr. 16,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſtei ert werden. (K115/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2129
Garde=Dragoner=
Regiment
(1. Großh. Heß.) Nr. 23.
J.=Nr. 161.
Der Dragoner Wilhelm
Nau=
heim der 4. Eskadron Garde=
Dragoner=Regiments Nr. 23,
ge=
boren am 1. Juli 1890 zu Nieder=
Selters, Kreis Limburg (Preußen),
welcher für den 14. ds. Mts. nach
Mainz beurlaubt war, iſt bis jetzt
nicht zu ſeinem Truppenteil
zu=
rückgekehrt.
Derſelbe iſt bekleidet mit
ſchwar=
zem Dienſtmantel, Waffenrock,
eigener Tuchhoſe, eigenen Stiefeln,
eigenem Degen und eigener Mütze.
Signalement:
Größe: 1,60 m,
Geſtalt: geſetzt,
Kinn: gewöhnlich,
Naſe: gewöhnlich,
Mund: gewöhnlich,
Haar: dunkelblond.
Um Verhaftung wird erſucht.
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Garde=Drag.=Regiment Nr. 23.
J. A. d. R.=K.:
v. Loeßl, (2114
Major beim Stabe.
An unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter
Mühlenbau=
anſtalt, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt.
Georg Gieler iſt als
Geſchäfts=
führer ausgeſchieden. (2146
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I
Am 29. Januar ds. Js., vormittags 10 Uhr,
ſoll der für das unterzeichnete Lazarett in der Zeit vom 1. April 1912
bis Ende März 1913 erforderliche Bedarf an
Verpflegungsbedürf=
niſſen, Mineralwäſſern, Bier, Milch, Butter uſw., ſowie die Abnahme
der Küchenabfälle, Brotreſte und Knochen verdungen werden. Die
Bedingungen, welche vor Einſendung der Angebote durch Unterſchrift
anzuerkennen ſind, liegen im Geſchäftszimmer des Garniſonlazaretts,
Alexanderſtraße 27, zur Einſicht auf.
(2128ss
Garniſonlazarett.
Unser diesjähriger Ausverkauf
zurückgesetzter Waren findet
vom 20. Januar bis 4. Februar statt.
Während dieser Zeit gewähren auf alle
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Aufforderung.
Die Schülerinnen der
verſtorbe=
nen Muſiklehrerin Fräulein J.
Nonnemacher werden gebeten
rückſtändige Stundengelder an den
Unterzeichneten binnen 14 Tagen
(*15 0sm
zu entrichten.
Forderungen an dieſelbe ſind
ebenfalls wegen Regulierung des
Nachlaſſes bei dem Unterzeichneten
anzumelden.
Darmſtadt, 19. Januar 1912.
E. Bender, Hügelſtr. 9
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
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Reiſig für Kaiſers Geburtstag
durch Forſtwart Hofmann (
Hirſch=
löpfe) ab.
(2125sm
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
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Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Seite 13.
etzt naht die Entſcheidung
Die Wählerſchaft hat zwiſchen dem Vertreter des Bürgertums
E
Fr Usann
und dem Sozialdemokraten zu entſcheiden.
Welchem Bürger fällt da die Wahl ſchwer? Er kann
und darf ſich nur für den bürgerlichen Kandidaten entſcheiden.
Darum wählt alle
r. Ssann.
Der Wahlausſchuß der nat.=lib. Partei
2137)
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
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tätig, ſucht ſich per 1. April zu
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Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
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v. morgens bis nachm. 4 Uhr.
ien Mete .
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übern., bei hoh. Lohn zu 2 Perſ.
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erfragen in der Exped. (2046ms
Geſucht per 1. Febr. ein tücht.
Laufmädchen oder Lauffrau
Kiesſtraße 88, I. (*1534
Reinl. Lauffrau od. Laufmädch.
geſ. Inſelſtraße 42, part. (*1469
Tüchtiges Mädchen in kleinen
Haushalt gegen hohen Lohn für
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das kochen kann und alle
Hausarbeit verſteht, wird
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Karlſtraße 31.
(*1546 Zum 1. Febr., ev. früher, wird
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
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Anmerkung. genommen hat, legt ein beredtes Zeugnis davon ab, in welch
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ragender Art meine Kundschaft mit den gemachten Lieferungen zufrieden ist; eine
grosse Anzahl Anerkennungsschreiben liegt den geehrten Herrschaften zur gefl.
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sichtnahme vor und zwar von Familien aus allen Kreisen, darunter solche, bei denen ich
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29
Seine blauen Augen flammten zürnend über die
Schweſter hin. Von deiner Mutter habe ich dies nie
verlangt; wohl aber machte es dir, als Tochter deines
Vaters, keine Schande, wenn du deine Tage mit etwas
Beſſerem und Nützlicherem ausfüllteſt als mit
Tennis=
ſpielen und Nägelpolieren, entgegnete er mit beißendem
Sarkusmus. Im übrigen will ich auf deine kindiſchen
Ausfälle, deren ſich ein Mädchen von beinahe
einund=
zwanzig Jahren nur ſchämen ſollte, nicht weiter eingehen.
Darauf aber will ich euch noch aufmerkſam machen, daß
ihr unbedingt ſparſamer ſein müßt. Solche koſtſpieligen
Geſellſchaften wie im vorigen Winter dürft ihr
keines=
falls geben, da ich nicht in der Lage ibn, euch wieder
Extrazuſchuß zu geben. Steinhagen wirft nicht ſo viel
ab, die Ernte war nicht beſonders, zwei Pferde ſind mir
enigegangen, Reparaturen waren nötig.
Ja, und der neue Kuhſtall! ſpottete Konſtanze.
Mit einem geringſchätzenden Blick ſtreifte er die
kin=
diſche Schweſter. Dann ſtand er auf.
Ich glaubte, mit vernünftigen, einſichtsvollen
Men=
ſchen zu ſprechen, ſehe aber leider, daß ich mich geirrt
habe, ſagte er eiskalt.
Gut denn, ich werde deinem Rat folgen und ſparen.
Ich fange damit an — daß du ſiehſt, es iſt mir Ernſt mit
dieſem Vorſatz — alſo ich werde Mademoiſelle
ent=
laſſen.
Spöttiſch fixierte ſie dabei den Bruder und bemerkte
wohl ſein Erbleichen. Er ſchwieg einen Augenblick, dann
ſagte er kalt:
Daran kann ich dich nicht hindern. Ich ſehe ſelbſt ein,
daß eine Geſellſchafterin für dich nicht nötig iſt, wohl
aber — eine Erzieherin.
Lothar, das iſt unverſchämt! Sie ſprang mit einem
ſolchen Ruck auf, daß der Schaukelſtuhl weit ins Zimmer
flog und einen Ständer mit einer Palme umſtieß.
Herausfordernd ſtand ſie vor ihm, und ihre Augen
funkel=
ten ihn böſe an.
Ich bitte, Lothar, liebe Konny, zankt euch nicht!
Nehmt doch Rückſicht auf mich! klagte Frau Agathe. Du
biſt gleich zu heftig, Konny. Sie hüſtelte. Ich möchte
dir etwas ſagen, Lothar, dir einen guten, mütterlichen
Rat geben. Mir ſcheint, daß du Konſtanzes
Geſellſchaf=
terin eine zu große Aufmerkſamkeit entgegenbringſt. Die
Perſon wird dadurch eingebildet, und außerdem liebe ich
einen Flirt mit einer Untergebenen nicht; denn daran,
ſie zu heiraten, kannſt und darfſt du ſchon mit Rückſicht
auf uns nicht denken.
Starr ſah er ſie an.
Flirt, Untergebene? Ich verſtehe dich nicht!
Dre=
hend blitzte es in ſeinen Augen auf.
Nun ja! Oder iſt Mademoiſelle Legène keine
Unter=
gebene, keine bezahlte Perſon?
Er mußte an ſich halten, damit er nicht bitter und
ausfallend wurde. Hatte die Frau vor ihm vergeſſen,
wel=
cher Herkunft ſie war, wie wenig ſtandesgemäß ihre
Hei=
rat war, ſodaß er, der halberwachſene Sohn, mit dem Vater
wegen deſſen zweiter Heirat heftige Kämpfe
ausge=
fochten hatte?
Er holte tief Atem.
Mademoiſelle Legène iſt, auch wenn ſie ihr Brot ſelbſt
verdienen muß, eine Dame; eine Dame, die ich wegen
ihrer vortrefflichen Eigenſchaften ſehr ſchätze. Und ſie iſ
mehr Dame als viele, die ſich dafür ausgeben und es dennoch
nicht ſind. Ich achte ſie viel zu hoch, als daß ich einen
Flirt, wie du dich auszudrücken beliebteſt, je mit ihr
ein=
gehen würde. Hoffentlich genügt dir dieſe Verſicherung.
Kurz und kalt verabſchiedete er ſich danach, und
Kon=
ſtanze machte eine ſpöttiſche Verbeugung hinter ihm her.
Leben Sie wohl, mein geſtrenger Herr Bruder; auf
bal=
diges Wiederſehen und bei beſſerer Laune! — Alſo chere
maman, da haben wir nun unſer Fett weg! Schön
ge=
ſagt, was?
Seite 19.
Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
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Was tue ich nur, um ihn zu ärgern? Denn Strafe
muß ſein! Entlaſſe ich die Legéne, käme die Bombe erſt
recht zum Platzen, und er würde ſich der Dame mit den
vortrefflichen Eigenſchaften unbedingt annehmen, wenn er
ſie liebt. Tut er es nicht und kümmert er ſich nicht um ſie,
hab ich mich einer guten Kraft beraubt. Und hat er doch
In=
tereſſe für ſie, ſomit iſt es ſchon beſſer, wir behalten ſie unter
Aufſicht. Beſſer iſt beſſer. Denkſt du nicht auch?
Yvonne merkte bald, daß es eine
Meinungsverſchieden=
heit gegeben hatte. Lothar ließ ſich vorläufig nicht mehr
ſehen, worüber ſie ſehr traurig war. Ganz ungeniert
ſprachen auch die Damen in Gegenwart ihrer
Geſellſchafte=
rin ziemlich abfällig über Lothar, und das
Stubenmäd=
chen verſuchte, ihre Beobachtungen bei Yvonne
anzu=
bringen.
Drei Wochen danach kam Lothar einmal wieder.
Er ſah recht angegriffen und nervös aus.
Ich bitte, daß meine Zimmer in Stand geſetzt werden;
für kurze Zeit muß ich hierbleiben. Meine neuralgiſchen
Schmerzen plagen mich ſo, daß ich mich Sanitätsrat Ernſt
in Behandlung gegeben habe. Ich kann ihm nicht
zu=
muten, jeden Tag nach Steinhagen zu kommen, und mir
ſelbſt iſt die tägliche Fahrt jetzt zu anſtrengend. Bei dem
plötzlichen Witterungsumſchlag habe ich mich ſcheußlich
er=
kältet. Ich ſtöre euch hoffentlich nicht! An Pflege mache ich
durchaus keine Anſprüche.
Nun war er den Damen ein unerwünſchter
Hausge=
noſſe geworden. Man wußte genau, ſeinem ſcharfen
Blicke entging nichts. Aber es war ſein gutes Recht, hier
zu ſein. Er hatte im Hauſe zwei Zimmer zu ſeiner
ſtän=
digen Verfügung.
Größtenteils blieb er unſichtbar. Die Schmerzen
mußten ihn wirklich ſehr quälen und ihm den Schlaf
rau=
ben; man ſah ihm an, daß er litt.
Die Mahlzeiten nahm er mit den Damen ein, und auch
nur darum, um Yvonne zu ſehen.
Frau Agathe hatte ihm angeboten, daß
Mademoi=
ſelle ihm vorleſen ſolle, ihn ein wenig zu zerſtreuen; doch
faſt ſchroff hatte er es abgelehnt.
Meiſtens lag er auf der Chaiſelongue in ſeinem
Zim=
mer und lauſchte, ob er die liebliche Stimme nicht höre,
die ihn ſo ganz beſtrickt hatte.
Einmal, als er ſich einigermaßen frei von Schmerzen
fühlte, war er unten geblieben und hatte gebeten, man
möge etwas muſizieren.
Konſtanze ſang recht hübſch einige italieniſche und
franzöſiſche Lieder, und Yvonne erfreute ihn durch ein
deutſches Volkslied.
Mama, ſoll ich unſere für morgen beſtellten Plätze
Bethmanns überlaſſen, Sie brauchen gerade noch zwei. Wir
möchten Lothar doch morgen abend nicht allein laſſen,
ſagte Konſtanze.
Was iſt morgen? Habt ihr etwas vor?
Ach die Arnoldſen ſingt morgen Mignon, und wir
hatten doch Plätze beſtellt,
Natürlich geht ihr! Bemerkte Lothar. Ich brauche
euch nicht. Ihr wißt, daß ich früh ins Bett gehe und froh
bin, wenn ich ſchlafen kann.
Und am Abend, als die Damen ins Theater gefahren
waren, gönnte er ſich eine Stunde die Gegenwart des
ge=
liebten Mädchens. Sie ſaßen beide im Wohnzimmer, und
ſie las ihm die Zeitung vor. Er lag, bequem zurückgelehnt,
in einem Seſſel. Die kleine Tiſchlampe verbreitete nur ein
gedämpftes Licht, aber hell genug, ihm das liebliche
Mäd=
chengeſicht in voller Beleuchtung zu zeigen. Unverwandt
blickte er auf ſeine junge Geſellſchafterin. Sie fühlte es
ſchließlich, wurde rot und verlor ihre Sicherheit.
Laſſen Sie das Leſen, plaudern Sie ein wenig, oder
ſingen Sie mir ein Lied, bitte. Ihre Stimme iſt mir ſo
wohltuend.
Sie ging hinüber in den Salon und ließ die Tür offen.
Mit erſchütterndem Ausdruck ſang ſie das Mignonlied
Kennſt du das Land, wo die Zitronen blühen?
Leiſe verhallten die letzten Töne. Als ſie zu ihm ins
Zimmer zurückkehrte, ſaß er da, den Kopf in die Hand
ge=
ſtützt, die Augen halb geſchloſſen.
Erſchreckt trat ſie auf ihn zu. Iſt Ihnen nicht gut
Herr von Steinhagen?
O doch, — weil Sie bei mir ſind, Yvonne, antwortete
er leiſe.
Sie errötete verwirrt und ſenkte den Blick.
(Fortſetzung folgt.)
zeie 40.
Darmſtadrer Tagblakt, Samstag, den 2u. Januar 1912.
Numte 1
Ine Wiederkenrende Geiegenheir!
Wegen gänzlicher Geschäfts-Aufgabe
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Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Seite 21.
An die Handtungsgehilſen des Wahl=
Kreiſes Darmſtadt — Groß=Gerau!
Kollegen!
Die bevorſtehende Stichwahl iſt keine parteipolitiſche
Angelegenheit. Im Hinblick auf die Wahlereigniſſe im Reiche
iſt der Sieg des bürgerlichen Kandidaten zu einer nationalen
Notwendigkeit erſten Ranges geworden.
Am 22. Januar gilt es zu kämpfen für die Wohlfahrt
der Nation, für die durch die ſozialdemokratiſche Flut
bedrängte Weltmachtſtellung des Reiches.
Wir bitten dringend alle Mitglieder und Freunde, ſowie alle
übrigen Kollegen, am Stichwahltage einmütig für die
Wahl des nationalen Kandidaten, Herrn
D Coatr
einzutreten, und den letzten Mann mobil zu
machen.
2196
Ernſt und dringend bitten wir namentlich unſere Kollegen,
die im erſten Wahlgang für Herrn Dr. Strecker ſtimmten,
doch ja zu bedenken, daß auch in Darmſtadt-Groß=Gerau
die Niederlage des Bürgertums die Niederlage des
Liberalismus bedeutet.
Mit deutſchem Gruße!
aler Handlungsgehllfen-Verband
Ortsgrappe Darmstadt.
Manelainverdie Fartel
Die Wahlbüros befinden ſich:
,, V Schnellbächer, Frankfurterſtraße 8. u. 9.
, „ Nagel, Mauerſtraße „ 10. u. 11. „ Krauß, Taunusſtraße 12. u. 13. Baumgarten, Soderſtraße „ „14. 15. u. 16. Rehberger, Nieder=Ramſtädterſtraße 17. u. 18.
„ Sälzer, Orangerieſtraße 19.
„ im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtraße 20. u. 21.
,,, „ Saalbau=Tunnel 22.
,, , bei Sitte, Karlſtraße 23.
, ,, V Fink, Eliſabethenſtraße 24.
,, „ Schmitz, Louiſenſtraße 25. u. 26. Gaulé (Chriſt), Schulſtraße (2120 das Hauptbüro im Haalbau-Tunnel. Neu= und Anſtricken
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
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od. akt. Teilhab. Riſiko ausgeſchloſſ.
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von beſſer.
Kleines Dariehen Selbſtg. zu
leihen geſucht. Rückg. nach
Ueber=
eink. Off. u. C 28 in d. Exv. (*1384ds
Seite 26,
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Nummer 17.
Ein unentbehrlicher Beſtandteil
jeder Hausapotheke
iſt zweifellos ein zuverläſſiges, unſchädliches Abführmittel.
ſolches finden Sie in
„Califig”, dem
natur=
reinen Produkt aus
Frucht= und
Pflan=
zenſäften hergeſtellt,
ohne jede chemiſche
Zufätze. Seiner vor=
Ein
Califie
Gatieonksonten
FEiGEN-SiRUP
züglichen Wirkung
und ſeines
angeneh=
men Geſchmackes
wegen eignet ſich
„Caliſig” in gleicher
Weiſe beſtens für
Erwachſene und
Kinder. Aerztlich erprobt und bewährt befunden.
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Berlin unter Friedrich dem Großen.
Von Paul Lindenberg.
(Nachoruck verboten.)
(Zur 200jährigen Geburtstagsfeier des großen Königs.
24. Januar.)
Der 13. Dezember 1740. In die dunkle Nacht fällt
glänzender Kerzenſchein aus den Fenſtern des Berliner
Schloſſes, in deſſen Sälen ein rauſchender Maskenball
ſtattfindet. Muſik und Frohſinn, Tanz und Mummenſpiel
überall, auch König Friedrich, der ſechs Monate zuvor,
am 31. Mai, die Regierung übernommen, miſcht ſich in
prunkendem Gewande unter die koſtümierten Paare, in
übermütiger Stimmung, voll Witz und Heiterkeit.
Wäh=
rend die Luſt am höchſten geht, rollt ein unſcheinbarer
Wagen aus einem Portal des Schloſſes und über den
Platz, auf den die Muſik und der Feſteslärm hinaushallen:
im Gefährt der König, der den flitterhaften Aufputz mit
dem einfachen Waffenrock vertauſcht und ſich heimlich aus
dem Trubel und Jubel entfernt hat, um zu ſeinen an der
ſchleſiſchen Grenze ſtehenden Heeren zu ſtoßen. Dunkel
wie das Gewölk am Himmel, lag vor ihm die Zukunft —
fuhr er dem Siege entgegen oder der Niederlage, würde
in dem gewagten Kampfe der vielverſpottete preußiſche Aar
den mächtigen Kaiſeradler zwingen, würde das
heiß=
erſehnte Schleſien als Siegespreis dem Staate zufallen,
den der von glühenden Wünſchen erfüllte junge König
auf die Ruhmesbahn drängen wollte? — Aber der König
war beſeelt von großen Hoffnungen, von kühnen
Erwartun=
gen. „Ich kehre nicht nach Berlin zurück, ohne mich meiner
Ahnen, ohne mich meiner tapferen Truppen würdig
ge=
zeigt zu haben,” ſchrieb er von der Front. Und am 12.
Juli 1742 zog er ruhmbedeckt in ſeine Reſidenz ein!
Der 21. Mai 1785. Der König hat auf dem
Tempel=
hofer Felde die Parade abgehalten, nach langer Zeit war
er aus dem ſtillen Potsdam wieder nach Berlin
gekom=
men, und die Kunde davon hat ſich ſchnell in der ganzen
Stadt verbreitet. Am Halleſchen Tor, auf dem Belle=
Allianceplatz, der damals „Das Rondeel” hieß, in der
Wilhelmſtraße drängen ſich die Menſchen. Aller Häupter
entblößten ſich, als nun der König, der ſeiner Schweſter
Amélie einen Beſuch in ihrem Palais abſtätten will, er=
ſcheint er ſiet auf ſeinem getrenen Schimmel Gonde, einen
alten, dreieckigen Hut auf dem Kopf, mit den noch immer
ſo leuchtenden Augen, die ſchmächtige Figur in die ſchlichte,
blaue Uniform mit roten Aufſchlägen und goldenem
Achſelband gehüllt, auf der gelben Weſte Tabaksſpuren, die
Stiefel über die ſchwarzen Samthoſen gezogen. „Er ritt
ganz allein voran,” berichtet ein Zeitgenoſſe, „und grüßte,
indem er fortwährend den Hut abnahm. Durch das
ehr=
furchtsvolle Schweigen tönte nur der Hufſchlag der Pferde
und das Geſchrei der Berliner Straßenjungen, die vor
ihm hertanzten, jauchzten, die Hüte in die Luft warfen
oder neben ihm herſprangen und ihm den Staub von den
Stiefeln wiſchten.‟ Es war das letzte Mal, daß der große
Friedrich ſeine Reſidenz geſehen.
Seine Reſidenz, die in jenem langen Zwiſchenraum
von 1740 bis 1785 durch die Macht ſeiner Perſönlichkeit,
ſeiner Siege, ſeines Ruhmes zu ſo ſtolzer Blüte gelangt
war! Unter ſeiner Regierung war aus der märkiſchen
Stadt eine Großſtadt geworden, die Einwohnerzahl hatte
ſich von 90000 bei ſeinem Regierungsantritt auf zirka
150 000 bei ſeinem Tode vermehrt, hatte ein völlig anderes
Ausſehen gewonnen. „Berlin iſt gewiß eine der ſchönſten
Städte Europas,” ſchrieb 1779 der Weltreiſende Forſter.
Der König hatte es ſich zur Aufgabe geſtellt, ſeine
Haupt=
ſtadt in ſchönheitsvoller Weiſe umzugeſtalten, ſie zu
ſchmücken, ihr unter den übrigen Hauptſtädten, die mitleidig
auf die ärmliche Schweſter an der Spree herabgeſehen, mit
einen erſten Rang anzuweiſen. Und es war ihm vollauf
gelungen! Friedrich hatte in ſeinem Freund, dem
Frei=
herrn von Knobelsdorf, der ſchon während der
Rheins=
berger Kronprinzenzeit ſein Talent reich entfaltet — ebenſo
wie Pesne, dem wir die meiſterhaften Bildniſſe des
Königs verdanken — und der nach der Thronbeſteigung
manche ſeiner weitgehenden architektoniſchen Pläne
aus=
führen konnte, den richtigen Mithelfer gefunden. Wichtige
Umänderungen führte er am Charlottenburger Schloſſe
und an jenem von Monbijou aus, erbaute das im
Sep=
tember 1743 vollendete Opernhaus, war in Potsdam
reg=
ſam tätig (Sansſouci und Umbau des Stadtſchloſſes)
und entwarf die Pläne zum Palais des Prinzen
Hein=
rich — der heutigen Univerſität — das erſt nach ſeinem
Tode in Angriff genommen wurde. Unter ſeinen
Nach=
folgern, die ſich häufig nach den künſtleriſchen Anregungen
des Königs richteten, entſtanden der Dom, die Königliche
Bibliothek, das Münzgebäude, die katholiſche Kirche, die
Akademie der Wiſſenſchaften, das Kadettenhaus, die
Ko=
lonnaden an der Spittel= und Königsbrücke, die beiden
Türme auf dem Gendarmenmarkt uſw., neben zahlreichen
Bauten in Potsdam.
Durch das Beiſpiel des Königs ſahen ſich auch viele
Bürger veranlaßt, neue Bauten aufzuführen, wodurch die
Straßen, vor allem die Linden=, die Leipziger=, Friedrich=
und Wilhelmſtraße, ein anderes, ſtattlicheres Ausſehen
ge=
wannen. Damit die Stadt Luft erhielte, fiel ein Teil der
alten Feſtungswerke, die Spandauer Vorſtadt wurde
flei=
ßig bebaut und im Anſchluß hieran auch das „Voigtland‟
benannt ſo nach den dort ihren Wohnſitz nehmenden ſäch=
ſiſchen, aus dem Boigland ſiammenden Arbeien. Die
Hauptſtraße bildeten die „Linden”, in der ſtets reges Leben
herrſchte, zumal abends, wenn des Tages Arbeit erfüllt
war. Equipagen rollten auf beiden Seiten hin und her,
die Federn flatterten auf den Hüten der grünen Leibjäger
und Huſaren, rote Läufer mit blauen Schärpen eilten den
Gefährten voran, eine Fackel ſchwingend.
Von den „Linden”, woſelbſt man in einem bretternen
Häuschen Erfriſchungen bekommen konnte, gelangte man
durch das ſchmächtige Brandenburger Tor — das wenige
Jahre nach dem Tode des großen Königs durch den
heu=
tigen Monumentalbau erſetzt wurde — in den Tiergarten,
den auf Geheiß des Herrſchers Knobelsdorf aus ſeinem
verwilderten Zuſtande in einen ſchönheits= und friedvollen
Park umgewandelt. Zwei koloſſale Statuen, der Pythiſche
Apoll mit dem Bogen und Herkules Muſagetes mit der
Leyer, hüteten damals den Eingang zum Park und gaben
einzelnen prüden Gemütern, die übrigens zu jener Zeit
ſeltener waren als heute, Anlaß zu allerhand
Beſchwer=
den, um die ſich der König allerdings wenig kümmerte,
denn die Statuen blieben ſtehen, und noch Heine konnte.
an ihnen ſeinen boshaften Witz auslaſſen. An dieſem
Eingange zum Tiergarten, jenſeits der Stadtmauer
ge=
legen, hielten kleine Korbwagen, die den ſchnellen Verkehr
mit Charlottenburg vermittelten und die Perſon für zwei
Groſchen dorthin beförderten; an ſchönen Tagen machten
ſie bedeutende Geſchäfte, denn Charlottenburg war ſtets
ein Lieblingsausflugspunkt der Berliner, und die
Haupt=
ſtraße daſelbſt war dann zu beiden Seiten mit zahlloſen
Tiſchen beſetzt; wenn dieſe aber nicht mehr ausreichten,
ſaßen die hauptſtädtiſchen Gäſte in dichten Gruppen auf
Schemeln, Bänken und ſogar altem Bauholz, ſie tranken
behaglich ihr Bier und ihren Kaffee und waren fröhlich
und guter Dinge. An derartigen ſchönen Tagen zeigte
auch der Eingang zum Tiergarten eine volkstümliche
Phyſiognomie; unter den Bäumen wurden Semmeln,
Pfefferkuchen Würſte und ſogar gefüllte Branntweinflaſchen
feilgehalten, hier und da ſtand ein Invalide mit einem
Guckkaſten, oder ein mechaniſches Kunſtwerk, das Innere
eines Bergwerkes, einer Schmiede uſw. darſtellend, wurde
den ſtaunenden Umſtehenden gezeigt. Während rechts nach
der Spree zu ein weiter Exerzierplatz lag, befand ſich links
vom, reſp. im Tiergarten, eine Reihe von Landhäuſern,
die von ihren Beſitzern zu Sommerwohnungen benutzt
wurden; „prachtvoll ſchön” erſchienen ſie einem
zeitgenöſſi=
ſchen Schilderer, ſehr wenige von ihnen haben ſich bis
heute erhalten und zwiſchen den prunkenden Palais der
ſtolzen Tiergartenſtraße dünken ſie uns arm und
kümmer=
lich, aber trotzdem geht von ihnen etwas ungemein
Be=
hagliches und Gemütliches aus.
Der Hauptverſammlungspunkt für die große Welt war
der von hohen Ulmen und Eichen eingefaßte „Circel” mit
den gegenüberliegenden Zelten, einigen
Kaffeewirtſchaf=
ten, die ihren Namen von früher dort vorhanden
geweſe=
nen, der Erholung dienenden wirklichen Zelten führten.
Im „Circel” verſammelte ſich an ſchönen
Sommernachmit=
tagen alles, was zur guten Berliner Geſellſchaft gehörte;
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Ii
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Jauuar 1912.
Nummer 17.
Seite 27.
auf den dicht zuſammenſehenden Bänken war nicht das
kleinſte, freie Plätzchen zu finden, auf den Alleen
tummel=
ten Reiter kokett ihre Roſſe, in eleganten, von allen Seiten
mit Glasſcheiben verſehenen Karoſſen, an deren Schlägen
Pagen und Heiducken ſtanden, erſchienen die Prinzeſſinnen
des königlichen Hofes und erfreuten ſich an dem
frohſinni=
gen Durcheinander.
Aber nicht nur das äußere Bild Berlins veränderte ſich
unter Friedrich dem Großen auf das weſentlichſte, auch
das innere, was das Weſen der Bevölkerung anbelangt.
Wohl brachten ſchlimme Störungen die Kriege herbei und
ſchlugen gelegentlich herbe Wunden, aber dieſe unruhigen
Zeiten hatten doch auch ihr Gutes: unter den Bürgern
wurde der Sinn zur Politik geweckt, neue Zeitungen
er=
ſchienen, und der Buchhandel nahm einen ungeghnten
Aufſchwung durch die vielen Streitſchriften, die begierig
gekauft wurden. Wiſſenſchaften und Künſte empfingen
reiche Anregungen; durch den Buchhandel unterſtützt,
ent=
wickelte ſich beſonders erfolgreich die Kupferſtichkunſt,
deren Meiſter Chodowiecki war, der nicht nur die Taten
des großen Königs, ſondern auch das ganze geſellſchaftliche
Leben ſeiner Zeit verewigte. Mehr und mehr wurden
auch die mittleren und unteren Volksſchichten von dem
Drang nach Bildung erfaßt; populäre Lehrbücher
erfreu=
ten ſich eines großen Abſatzes, in die teils recht
verlotter=
ten Schulen kam neues Leben, die Akademie der
Wiſſen=
ſchaften übte ihren ſegensreichen Einfluß aus, die erſten
Leihbibliotheken und Journalzirkel entſtanden, auch das
deutſche Schauſpiel gewann durch Döbbelin Boden, und die
Muſik wurde die Lieblingskunſt der Berliner; in vielen
Häuſern befanden ſich ſchon Klaviere, und die italieniſche
Oper war meiſt überfüllt.
Durch die kriegeriſchen Erfolge des Königs und die
Vergrößerungen des Staates hob ſich ſehr das
geſchäft=
liche Leben. Ein neuer Faktor, der induſtrielle, trat
hinzu, denn in Berlin wurden auf Friedrichs
Veran=
laſſung die verſchiedenſten Fabriken ins Leben gerufen;
die Porzellan=Manufaktur gewann raſch Boden, auch
die Fabrikation von Wolle und Seide nahm einen
be=
deutenden Aufſchwung. Wichtigen Einfluß auf den
Han=
del gewann ſodann die Gründung der Königlichen
Bank, ferner war die Reformierung der Juſtiz von
gro=
ßer, moraliſcher Wirkung.
Das geſellige Leben hatte einen friſcheren, freieren,
anmutigeren Zug erhalten, verſtärkt durch franzöſiſchen
Einſtuß auch bei den Moden und durch den
Fren=
denandrang. Denn ſelbſt aus fernſten Landen kamen
zahl=
loſe Beſucher, die des großen Königs Hauptſtadt aus
eigenem Anſchauen können lernen wollten. Franzöſiſche
Sprache und Literatur eroberten ſich ein weites Feld,
man gab viel auf Kleidung, Geſelligkeit, Ausdrucksweiſe,
in Wort und Schrift brauchte man keinerlei Hemmniſſe
zu fürchten, vieles war erlaubt, wenn es nur mit einem
Stich ins Witzige, Geiſtreiche geſchah. Damals wurde
der ſchlagfertige Berliner Witz geboren, wie ja auch der
König ſelbſt einem guten Witz nie abhold war und ihn
ſogar vertrug, wenn er ſeine Perſon berührte.
Natürlich kam auch das Militäriſche in Berlin zu
ſtarkem Ausdruck. Der König hatte mehrere neue
Ka=
ſernen erbauen laſſen und auf dem Exerzierplatz vor dem
Brandenburger Tor, im Luſtgarten wie auf dem
Tem=
pelhofer Felde wurde ſtramm gedrillt. Es war kein
leichter Dienſt, den die Soldaten hatten, aber ſie alle
waren von der Ehre durchdrungen, unter den Fahnen
des großen Königs ihren Schutz zu haben und dieſe
wiederum zu beſchützen. Es iſt kennzeichnend, was ein
in Deutſchland reiſender Franzoſe von einem Vorfall
berichtete, den er beobachtet: „In einer biſchöflichen
Reſi=
denz hörte ich, wie bei einer Beſichtigung ein Offizier
einen Korporal aushunzte. Der Korporal antwortete
mit unbeſchreiblichem, kaltem Stolze nichts weiter als:
„Herr Offizier, ich habe dem König von Preußen
ge=
dient!” — und der Offizier ſchwieg ſtill.”
Gleich dem Tiergarten widmete der König ſeine
volle Aufmerkſamkeit auch dem aufblühenden
Charlotten=
burg und dem dortigen Schloß, in deſſen prunkenden
Gemächern Friedrich Wilhelm I. ſein Tabakskollegium
abgehalten. Friedrich ließ das Schloß durch
Knobels=
dorf ausbauen, den Park verbeſſern, einige Pavillons
in demſelben, ſowie Statuen und Büſten römiſcher
Feld=
herren daſelbſt aufſtellen, und als das Schloß im
Som=
mer 1760 auf das ärgſte durch die Verwüſtung der
Sach=
ſen und Oeſterreicher gelitten, gab er vom Kriegslager
aus den Befehl, ſogleich die Schäden wieder
auszu=
beſſern. Und Charlottenburg ſuchte er ſofort auf, als
endlich der furchtbare, der Siebenjährige Krieg zu Ende
war; am 15. Februar 1763 wurde der Friede geſchloſſen,
und am 30. März kehrte Friedrich nach Berlin zurück.
ſich ſchnell den Huldigungs= und Siegesfeierlichkeiten
entziehend und nach dem Charlottenburger Schloß
elnd, wohin Muſker und Sänger geruſen wurden, umn
Grauns „Tod Jeſu” in der dortigen kleinen
Schloß=
kapelle aufzuführen. Sie glaubten, daß es ſich um einen
Dankgottesdienſt handelte und ſich eine große, glänzende
Verſammlung einfinden würde; aber ganz allein, von
niemandem begleitet, trat plötzlich der König in die
Ka=
pelle, ließ ſich auf einem Seſſel nieder und gab das
Zei=
chen zum Beginn. Majeſtätiſch und weihevoll rauſchten
die Klänge durch den erinnerungsvollen Raum; der
Kö=
nig hatte das Haupt in die Hände geſtützt und verharrte
regungslos; als aber die Weiſen immer höher
an=
ſchwollen und endlich in den erſchütternden Akkorden
austönten: „Weinet nicht, es hat überwunden der Löwe
vom Stamme Juda” da ſollen heiße Tränen die
Wan=
gen des Siegers von Leuthen und Roßbach benetzt und
er in tiefer Erſchütterung die Kapelle verlaſſen haben.
Wie auf Berlin, ſo lenkte der König in noch
höhe=
rem Grade die Augen der Welt auf Potsdam. Er machte
die Stadt zu einer wahrhaft königlichen Reſidenz, gab
ihr einen geſchichtlichen Glorienſchein, wie ihn kaum ein
anderer Ort beſitzt, verſchönte ſie in
aufopferungsvoll=
ſter Weiſe, jährlich Millionen auf Millionen opfernd.
„Potsdam, das iſt es, was ich brauche, um glücklich zu
ſein” rief der König inmitten der Kriegswirren zu
d’Alembert aus. „Es war ein armſeliges Neſt zu
Zei=
ten meines Vaters, er würde die Stadt nicht
wieder=
erkennen, ſo ſehr habe ich ſie verſchönt. Ich liebe es, zu
bauen und zu ſchmücken, aber nur von meinen
Erſpar=
niſſen, der Staat leidet nicht darunter.”
Sein ſtolzeſter Bau aber war doch eben dieſer Staat,
dem er ſein ganzes Leben gewidmet und von dem er
in ſeinem Teſtament noch mit herrlichen Worten
ge=
ſprochen: „Es iſt des Menſchen Beſtimmung, während
ſeines kurzen Lebenslaufes für das Beſte der
Geſell=
ſchaft zu arbeiten, dexen Teil er ausmacht. Seit meinem
Regierungsantritt verwandte ich alle von der Natur mir
verliehenen Kräfte und meine ſchwachen Einſichten dazu,
um den Staat, den ich zu beherrſchen die Ehre hatte,
blühend und glücklich zu machen. Geſetze und
Gerechtig=
keit herrſchten unter mir, ich brachte Ordnung und
Be=
ſtimmtheit in die Finanzen und erhielt das Heer in
jener Kriegszucht, durch die es ſich zum erſten Europas
aufgeſchwungen hat!“
Stolze Worte, würdig deſſen, der ſie geſchrieben:
Friedrich des Großen.
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Monats-Versammlung.
Vortrag des Herrn Hofschauspieler Hans Baumeister:
„Klettertouren im Kaisergebirge‟, mit Lichtbildern,
Die Angehörigen der Mitglieder u. eingeführte Gäste sind
willkommen.
Der Vorstand.
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Verein der Innenstadt
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Haupt-Versammlung
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abends 8 ¾/ Uhr, im Rest. Trautmann, Bismarckstr. 82
Tages-Ordnung:
1. Bericht des Vorsitzenden.
2. Besprechung städtischer Angelegenheiten und
eventuell eingebrachter Anträge.
3. Rechnungsablage.
4. Neuwahl des Vorstandes.
5. Wahl der Vertreter für den Bezirksvereins-
Ausschuss.
6. Wahl der Rechnungsprüfer für 1912.
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Kuſtos am Großh. Landesmuſeum, über die
Neueinrichtung des Gewerbemuſeums.
Im Anſchluß hieran:
Sonntag, den 21. Januar 1912, vormittags 10½ Uhr
Beſichtigung des Gewerbemuſeums
unter Führung des Herrn Kuſtos Dr. Kienzle.
b) Muſikaliſche, geſangliche, humoriſtiſche
Dar=
bietungen und Tanz.
Um zahlreiche Beteiligung unſerer Mitglieder und ihrer
Familienangehörigen wird gebeten. Gäſte ſind herzlich willkommen
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
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finden am 20., 22. und 25. Januar statt.
Bekanntgabe der Wahlresultate an diesen 3 Tagen
durch direkte Telegramme des
Darmstädter Tagblatt” und der „Frankfurter Zeitung‟
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von 10 bis 12 Uhr nachts.
Robert Förster.
Ein Appell an alle bürgerlich geſinnten
Freunde der liberalen Sache.
Die nat.=lib. Partei ſteht mit der Kandidatur
Dr. Osann in einer ausſichtsreichen Stichwahl in
dem hieſigen Wahlkreis. Doch bedarf es der größten
Arbeit und angeſtrengteſten Agitation. Wir wenden
uns deshalb an alle Freunde der liberalen Sache, uns
in dieſem Kampfe auch durch Geldbeiträge zu
unter=
ſtützen, und bitten, Beiträge entweder an die Bank
für Handel und Induſtrie zu Gunſten des
Wahl=
komitees der nat.=lib. Partei oder an Herrn
Rech=
nungsrat Lang, Schießhausſtraße 116, baldigſt
ein=
ſenden zu wollen.
(2189so
Der Wahlausſchuß der nat.=lib. Partei.
Dr. Nessling.
Dr. Nöllner.
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— Dramatiſche Szene aus dem Leben einer Geächteten —
Dieſer Film, der ſich in dem Gebirgsörtchen des Tiroler
Alpenlandes abſpielt, iſt die Tragödie einer bildhübſchen, ihres
Vergehens nicht bewußten Tochter eines Holzhauers, die durch
die Schuld des leichtſinnigen Sohnes des Hofbauern, bei dem
ſie in Stellung iſt, dem Gerichte überliefert wird, aber durch
ihr gutes Verhalten entlaſſen, wieder zu Glück ſchlug.
Seine Majestät das Kind
herrlich koloriertes Drama eines von den Eltern der Braut
verſtoßenen Ehepaares.
Die Niagarafälle
herrlich kolorierte Naturaufnahme der größten Waſſerfälle der
Erde. Die werten Beſucher ſehen hier, wie ſich die
Waſſer=
maſſen aus ungeheuren Höhen ſprudelnd und ſchäumend
herabſtürzen, wie ſich die kleinen Dampfer mit Schauluſtigen
bis an die abſtürzenden Fluten heranwagen. Die Aufnahmen
ſind wunderbar ſchön koloriert, ſo daß man in den Glauben
verſetzt, wird dieſes Schauſpiel in Wirklichkeit mitzumachen.
Wunderbare kolorierte Aufnahme.
Einlagen
(*1582
Heuischzsozidte und
Christich Sozidte Farten
Aufruf zur Stichwahl am nächſten Montag!
Die Vorſtände beider Parteien im Wahlkreiſe=Darmſtadt — Groß=Gerau
machen hiermit bekannt, daß eine Vereinbarung mit der nationalliberalen
Partei auf wechſelſeitige Wahlhilfe gegen die Sozialdemokratie zuſtande
gekommen iſt.
Wir laden deshalb unſere Mitglieder und Freunde dringend ein, ſich
auch bei der Stichwahl vollzählig durch Abgabe von Stimmzetteln für
Justzrar STA Coainf
zu beteiligen und auch ſonſt für deſſen Wahl zu wirken.
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verl. Liebfrauenſtr. 68, II. (*1584
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Gicht, lschias,
Nervenleidenden
teile ich gerne umſonſt briefl.
mit, wie ich von meinen
qual=
vollen Leiden befreit wurde.
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ſtatt=
findenden Konzert der Kapelle
des Großh. Train=Bat. Nr. 18.
1. Feſtmarſch aus dem Es-dur=
Konzert von L. van Beethoven.
2. Ouverture zur Oper „Dichter
und Bauer” v. Suppé. 3.a), L'amour
qui rit” Einlage aus der Operette
„Hoheit amüſiert ſich”, von
Chri=
ſtind: b) „Liebestanz” aus der
Operette „Madame Sherry” von
Hoſchna. 4. „Gri=gri”=Walzer aus
der gleichnamigen Operette von
Lincke. 5. Potpourri aus der
Operette „Der Graf von
Luxem=
burg” von Lebär. 6. Poſeidon=
Marſch von Jeſſel.
Schiffsbericht.
Nordd. Lloyd Bremen.
Mitgeteilt von dem Vertreter Anton
Fiſcher Darmſtadt,
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ſtraße 12 und 14.
Der Doppelſchrauben=
Salonpoſt=
dampfer„Georg Waſhington”
iſt am 16. Januar, 10 Uhr
vor=
mittags, in New=York
ange=
kommen.
Der Doppelſchrauben=Poſtdampfe)
„Rhein” iſt am 13. Januar
7 Uhr abends, in New=York
angekommen.
Der Dampfer „Barbaroſſa” iſt am
11. Januar, 12 Uhr mittags, in
New=York angekommen.
Der Dampfer „Kleiſt” iſt am
12. Januar, 12 Uhr nachts, in
Aden angekommen.
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ſtellung findet Dienstag, 23. Jan.,
ſowie an dem darauffolg. Tage,
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Tageskaſſe ſtatt.
Aus dem Spielplan.
Donnerstag, 25 Jan. 99. Ab.=V.
A 26. Zum erſten Male: „
Gu=
drun.‟ Ein Trauerſpiel in fünf
Akten von Ernſt Hardt.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Große
[ ← ][ ][ → ]Nummer 17.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912.
Seite 31
Wohltäter der Menſchheit ſind ſie geweſen,
und das werden ſie recht lange noch bleiben. —
Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen, die vor
nunmehr 25 Jahren zum erſten Male in die
Welt gingen und die Wirkung der Sodener
Heil=
quellen in die Ferne trugen. Sie haben un=
* gezählten Menſchen, die von Katarrhen, Huſten,
Heiſerkeit, Verſchleimung ꝛc. geplagt waren,
ge=
holfen und ihre Verbreitung iſt heute ſo groß,
daß man ſie überall als vortrefflich kennt und
benützt. „Fays ächte” koſten nur 85 Pfg. und
ſind überall erhältlich.
(749MI
Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes
inHeſſen und Heſſen=Naſſqu im Dezember 1911.
* Der Beſchäftigungsgrad pflegt im Dezember in
der Regel ſtark herunter zu gehen, ſodaß Vergleiche mit
dem vorhergehenden Monat unzuläſſig ſind. Die in
den meiſten Betrieben aufgenommenen Inventuren
haben zur Folge, daß mit Aufträgen zurückgehalten
wird. Wir müſſen deshalb den Dezember des
Vor=
jahres als Vergleich heranziehen, und da ergibt ſich
dann, daß der Beſchäftigungsgrad als durchaus
gün=
ſtig zu bezeichnen iſt. Das gilt zunächſt wieder von der
Metallinduſtrie. Die Nachfrage nach tüchtigen
älteren Bauſchloſſern war bei der Städtiſchen
Arbeits=
nachweisſtelle in Frankfurt a. M. ſo ſtark, daß ein Teil
der Unternehmer auch mit jüngeren Leuten vorlieb
nahm oder den Auftrag durch Annoncen erledigte. Der
Metallarbeiterverband teilt mit, daß alle Zweige der
Induſtrie noch voll beſchäftigt ſind. Nach dem Bericht
des Städtiſchen Arbeitsamtes Mainz war die
Nach=
frage nach Bauſchloſſern, Spenglern und Inſtallateuren
beſonders lebhaft. Offenbach bezeichnet den
Beſchäftig=
ungsgrad in der Maſchineninduſtrie als „ſehr gut” Von
der Arbeitsvermittelungsſtelle Worms wird berichtet,
daß die Zahl der Arbeitſuchenden in die Höhe gegangen
ſei, während die Zahl der offenen Stellen etwas
abge=
nommen habe. Trotzdem herrſche Mangel an tüchtigen
und leiſtungsfähigen Kräften. Von den
Arbeitſuchen=
den beſtände weitaus der größte Teil aus Zugereiſten.
Beſonders vermerkt wird von der gleichen Stelle noch,
daß das heimiſche Gewerbe zum Teil geradezu auf
aus=
wärtige Arbeitskräfte angewieſen ſei und daß nur die
ungelernten Arbeiter die einzige Berufsgruppe
dar=
ſtellen, bei welcher dauernd ein Ueberangebot von
Ar=
beitskräften vorhanden ſei. Kaſſel meldet einen ſtarken
Andrang von Maſchinenſchloſſern.
Aus der Papierinduſtrie wird berichtet, daß
die Buchbinder durch die Arbeiten an den Adreßbüchern
und an anderen größeren Arbeiten bis Mitte Dezember
gut beſchäftigt geweſen ſeien, daß dagegen zu
Weihnach=
ten eine größere Anzahl Entlaſſungen vorgenommen
wurden. Die Lage in der Portefeuilleinduſtrie
in Offenbach a. M. wird als nicht günſtig bezeichnet.
Nach Sattlern und Tapezierern war die
Nach=
frage bei der Arbeitsnachweisſtelle Frankfurt a. M
ebenſo wie im Vormonat gering. Das gleiche wird aus
Worms berichtet. Aus der Induſtrie der Holz=
und Schnitzſtoffe wird folgendes vermerkt: Fur
Schreiner war in Frankfurt a. M. etwas weniger
Ar=
beitsgelegenheit vorhanden. Für Glaſer und
Rahmen=
macher, Wagner und Küfer war jedoch reichlich
Arbeits=
gelegenheit vorhanden. Für Schreiner auf
Kundſchafts=
arbeit war der Beſchäftigungsgrad in der erſten Hälfte
des Monats günſtiger als in der zweiten. In Worms
nahm ebenfalls in der Holzinduſtrie die Zahl der
offe=
nen Stellen erheblich ab, aber auch die Zahl der
Arbeit=
ſuchenden ging etwas zurück. Der Arbeitsnachweis der
Holzarbeiter in Frankfurt a. M. teilt mit, daß gegen den
Vormonat die Zahl der offenen Stellen etwas
zurück=
gegangen, der Andrang von Arbeitsloſen dagegen
ſtär=
ker geworden ſei. Aus Mainz wird noch von dem
Bild=
hauerverein berichtet, daß der Geſchäftsgang im
Dezem=
ber noch ſchlechter geweſen ſei, als im Vormonat. Der
Holzarbeiterverband in Darmſtadt teilt mit, daß die im
Novender fart zurückgegangene Konſuntur in der
Wö=
belinduſtrie ſich gegen Mitte Dezember ſtark gebeſſert
habe. Für Schuhmacher und Schneider wird
aus Mainz Mangel an offenen Stellen berichtet; nur ein
größeres Konfektionsgeſchäft und Schuhfabriken ſuchten
durch Annoncen Arbeiter. Aus Offenbach a. M. wird
mitgeteilt, daß in den Schuhfabriken durch Fertigſtellung
der im Frühjahr lieferbaren Aufträge ſtark gearbeitet
werde und der Beſchäftigungsgrad ein ſehr guter ſei.
Aus Worms wird berichtet, daß Schneider und
Schuh=
macher wenig Arbeit finden. Das Baugewerbe hatte,
der Jahreszeit entſprechend, natürlich einen geringeren
Beſchäftigungsgrad zu verzeichnen. Aus Darmſtadt wird
berichtet, daß die Bautätigkeit zwar immer noch ſehr
ge=
ring ſei, daß jedoch die Fertigſtellung des Bahnhofes für
einige Zeit den Beſchäftigungsgrad etwas belebe. Mainz
meldet, daß im Baugewerbe alle Berufe, mit Ausnahme
der Maler und Tüncher, genügend Arbeit hätten. In
Offenbach a. M. war die Bautätigkeit ziemlich ſchwach. —
Aus dem Buchdruckergewerbe wird aus Kaſſel
berichtet, daß durch die Weihnachtszeit und durch die
Wahlbewegung der Beſchäftigungsgrad ein günſtiger
ge=
weſen ſei. Frankfurt a. M. berichtet ebenfalls von einem
befriedigenden Geſchäftsgang. In Worms waren für
Maſchiniſten, Heizer und Fabrikarbeiter
nur wenige offene Stellen gemeldet. Im
Gaſtwirts=
gewerbe war der verfloſſene Monat flau. Nur für
Aushilfsarbeiter war nach dem Frankfurter Bericht
in=
folge der Feiertage und einiger größerer Feſtlichkeiten
reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. Aus dem
weib=
lichen Arbeitsmarkt iſt zu berichten, daß in Mainz
gegen Weihnachten die Nachfrage nach Putzfrauen nicht
gedeckt werden konnte. Worms teilt mit, daß der Mangel
an tüchtigem weiblichen Kochperſonal ſich empfindlich
be=
merkbar mache. Der Andrang von Putz= und Waſchfrauen
ſei, wie immer vor den Feſttagen, ſtark gewachſen. Kaſſel
berichtet von einem Mangel an Arbeitsangebot von
Fabrikarbeiterinnen.
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12
15
M
(T2136
[ ← ][ ][ → ]N6 17.
Samstag, 20. Januar.
1912.
eichstads
15
Stichwahlresultate
2220sod)
vom 20., 2. md 25. Januar
des,„Darmstädter Tagblatt‟
telegr. Berichte der, „Frankfurter Zeitunge: Allschlag im
Milst
udwig
Der Hansa-Bund
Reichstagswahl!
hat ſich bei der Hauptwahl im Wahlkreiſe Darmſtadt
— Groß=Gerau den beiden bürgerlichen Kandidaten
gegenüber neutral verhalten müſſen. Jetzt gilt es,
Dr. Osann unbedingt zum Siege über
den Sozialdemokraten zu verhelfen.
In der Stichwahl müſſen die liberalen Parteien
durch einmütig geschlossenes Vorgehen
einen vollen Erfolg erringen. Die Mitglieder
des Hanſa=Bundes, alle Gewerbetreibende, würden
geradezu den Geſamtintereſſen unſeres deutſchen
Wirtſchaftslebens, insbeſondere den Intereſſen von
Gewerbe, Handel u. Induſtrie entgegenhandeln, wenn
ſie nicht am 22. Januar bis auf den letzten Mann
ihre Stimme für
Dr. OSANN
abgeben würden. Jeder Hanſa=Bündler fordere ſeine
Freunde und Bekannten auf, das Gleiche zu tun.
Wahlrecht wird jetzt mehr als je zu Wahlpflicht.
Die bürgerliche Sache muß unter allen
Um=
ſtänden ſiegen!
(2211so
Die Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſa=Bundes.
Frauenverein der Südoſtpfarrei der evang.
Stadt=
gemeinde Darmſtadt, E. 9.
Ordentliche Mitgliederverſammlung
Montag, den 29. Januar 1912, nachmittags 5½ Uhr,
im Gemeindehaus Kiesſtraße 17.
Tagesordnung: Arbeitsbericht für 1911; Rechnungsablage für
1911; Voranſchlag für 1912; Vorſtandswahl.
(2126
Für den Vorſtand: Kleberger.
Ludwigshöhe.
Sonntag, den 21. Januar 1912, nachmittags 4 Uhr
Militär (Streichmusik)-Konzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: M. Weber.
Aus dem Programm: Ouvertüren zu „Die Stumme von
Portici”, „Die luſtigen Weiber von Windſor” Pilgerchor und Lied
an den Abendſtern aus der Oper „Tannhäuſer” Solovorträge des
Herrn Lemmer. „Die Schlittſchuhläufer”, Walzer. „'s kommt ein
Vogel geflogen” nach dem Stile älterer und neuerer Meiſter. Zum
erſten Male: „Mein Engelchen”, Walzer von E. Friedlein.
Eintritt 25 Pfg.
Obere Räume für Nichtkonzertbeſucher.
Der Weg nach Böllenfalltor iſt beleuchtet.
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Darmstädter Eisbahn-Verein
Samstag: Militär-Konzert
2209)
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Sonntag: Militär-Konzert
„Hinterm Woog” und auf der „Orangeriebahn”
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befindet ſich Britannia=Hotel, Rheinſtr. 35, tägl. v. 10-1 u. 3-5 Uhr,
wo Zahlungen f. Karten entgegengenomm. werden. Der Vorstand.
Seite 34.
Darntſtädter Tagblatt, Samstag, den 20. Januar 1912,
Nummer 17.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.
Geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
3—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 15. Jan.: dem Fabrikarbeiter Jakob
* Muntermann, Große Kaplaneigaſſe 7, ein S. Heinrich
Emil. Am 20.: dem Monteur Adolf Wächter,
Feldberg=
ſtraße 79, eine T. Helene Elſa. Am 14.: dem Muſiker
Jakob Kunitſch, Fuhrmannſtr. 14, ein S. Heinrich. Am
13.: dem Rechnungsführer Friedrich Bitſch, Bleichſtr. 27,
eine T. Elſe. Am 16.: dem Fuhrmann Heinrich
Hein=
lein, Holzſtr. 7, ein S. Ludwig Albert. Am 17.: dem
Schloſſer Auguſt Märtirer, Mauerſtr. 27, ein S. Joſeph
Julius Auguſt. Am 13.: dem Ofenfabrikant Karl Weiß,
Kiesſtr. 93, ein S. Karl Erich. Am 17.: dem Diplom=
Ingenieur Oskar Walter, wohnhaft in Mannheim, ein
S. Helmut Georg, Schloßgartenſtr. 45 hier. Am 13.: dem
Schaftenmacher Heinrich Sauer, Heinheimerſtraße 82, ein
S. Ludwig. Am 16.: dem Betriebschemiker Wilh.
Hub=
mann, wohnhaft in Heygendorf=Schafsdorf (Sachſen=
Wei=
mar=Eiſenach), ein S., Grafenſtr. 9 hier. Am 15.: dem
Tapezierer Louis Korte, Mühlſtr. 68, eine T., Amanda
Martha. Am 13.: dem Schuhmachermeiſter Heinrich
Döderlein, Rhönring 15, ein S., Ernſt Ludwig. Am 14.:
dem Maſchiniſten Otto Schubert, Waldſtraße 30, eine T.,
Margaretha Eliſabetha.
Aufgebote. Schloſſer Heinrich Zörgiebel,
Schloß=
gaſſe 33, und Dienſtbote Katharina Hamml, Holzhof=
Allee 32. 16.: Muſiker. Ludwig Schuta, Zabrze, und
Dienſtmagd Magdalena Stork, Wixhauſen. Fabrikarbeiter
Adam Göttmann III., Brensbach, und Dienſtmagd
Katharina Frank, Werſau. Maſchinenbauer Karl
Wil=
helm Tolle, und Köchin Helene Wirgau, beide in
Braunsberg. Schmied Bernhard Schuchmann in
Zwingenberg, und Dienſtmagd Barbara Vogt hier. Am
17.: Konditor Georg Hammann und Dienſtmagd
Mar=
garetha Groß, beide in Albisheim. Landwirt Daniel
Heinrich Heß und Marie Eliſe Hain, beide in
Biebes=
heim. Am 13.: Kgl. Regierungsbaumeiſter Luis Friedr.
Konrad Hoffmann, Allee 1, und Luiſe Eliſabeth Blum
Frankfurt a. M. Taglöhner Phil. Stein, z. Z. Dragoner
im Leib=Dragoner=Rgmt. Nr. 24, hier, und Philippine
Wolf, Auerbach a. B. Kaufmann Wilh. Georg
Hüb=
ner, Gr. Ochſengaſſe 5, und Kath. Schupp, Griesheim.
Geſtorbene. Am 15. Januar: Karoline
Oppenhei=
mer, geb. Eiſemann, Wtwe des Handelsmanns, 94 J.,
iſr., Waldſtraße 34. Am 16.: Privatin Karoline Luiſe
Armbruſt, 82 J., kath., Mühlſtr. 58. Maria Frank,
T. d. Taglöhners, 3 J., ev., Fuhrmannſtraße 10.
Ober=
rechnungsreviſor B. Wambold, 80 J., ev., Schützenſtr. 17.
Am 17.: Marie Spieß, geb. Werner, Ehefrau des
Stadt=
tagl., 73 J., ev., Sandbergſtr. 38. Am 18.: Katharina Heß
geb. Merz, Ehefrau des Buchhalters, 37 J., kath.,
Fried=
richſtraße 9.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt II.
Geöffnet an Wochentagen von 9—12 Uhr vorm. und
3—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 4. Januar: Dem Kaufmann Heinrich
Johann Eigenbrodt, Herdweg 18, ein S., Friedrich
Hein=
rich. Am 3.: Eine unehelige T., Suſanne. Am 5.: Ein
uneheliger S., Wilhelm Hugo. Am 4.: Dem Schreiner
Konrad Schädle, Moosbergſtraße 93, eine T., Anaſtaſia.
Am 9.: Ein unehelicher S., Philipp. Am 5.: Dem
Kaſſen=
rechner Friedrich Karl Neff zu Nieder=Modau ein S.,
Auguſt Jakob Karl. Am 9.: Dem Muſiker Gottlieb
Wal=
ter Heinrich, Bleichſtraße 23, eine T., Annemarie Erna
Erika. Am 16.: Dem Gärtner Johann Georg Wolf,
Niederſtraße 18, eine T., Karoline. Am 14.: Eine
uneheliche T., Eliſabeth.
Aufgebotene. Am 8. Januar: Sergeant im Train=
Bat. Nr. 18 Franz Seemann, Heidelbergerſtr. 49, und
Anna Barbara Leidecker zu Ockſtadt. Am 15.:
Poſtdirek=
tor Johann Adam Becker zu Friedberg (Heſſen), und
Katharine Maria Luiſe Foncar, Kiesſtraße 133.
Eheſchließungen. Am 16. Januar: Hausburſche Emil
Schnur, Beſſungerſtraße 70, und Luiſe Riedacker,
eben=
daſelbſt.
Geſtorbene. Am 7. Januar: Schreibgehilfe Georg
Philipp Lotter, 22 J., ev., ledig, Sandbergſtraße 31.
Adam Honecker, 9 J., kath., Nieder=Ramſtädterſtraße 177.
Am 10.: Privatin Thereſe Leo, 89 J., kathol.,
Landskron=
ſtraße 67, ledig. Am 11.: Anna Margarethe Stier, geb.
Karg, Ehefrau des Weißbinders, 60 J., ev.,
Schießhaus=
ſtraße 9. Am 15.: Geſchäftsreiſender Franz Joſeph
Eisvogl, 66 J., kath., Annaſtraße 8. Marie Mathilde
Storch, geb. Wachsmuth, Witwe des
Salinenwerk=
meiſters, 68 J., ev., Bad=Nauheim. Privatin Bertha
Braubach, 86 J., ev., ledig, Beſſungerſtraße 114.
Kirchliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Hoſkirche: Samstag, den 20. Januar, abends um
6 Uhr: Beichte. — Sonntag, den 21. Januar, vorm. um
½10 Uhr: Beichte und Anmeldung zur heil. Kommunion
in der Sakriſtei. — Vormittags um 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt mit Feier des hl. Abendmahls. — Mittwoch,
den 24. Jan., abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Velte. —
Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Velte. — Abends um 6 Uhr: Pfarrer Kleberger.
Nach der Predigt: Feier des hl. Abendmahls
Stadtkapelle: Vorm. um 9½ Uhr: Pfarrer Beringer.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Kleberger.
Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Freitag, den
26. Jan., abends um 8¼ Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer
D. Dr. Diehl.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Diviſionspfarrer Lie. Schettler. — Vorm. um 11 Uhr:
Gottesdienſt im Lager. — Kindergottesdienſt fällt aus.
Johanneskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Kraus.
Vorm. 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. — Abends um
7 Uhr: Aufführung der Jugendvereinigung im
Gemeinde=
haus. — Samstag, den 20. Januar, abends um ½ 7 Uhr:
Dieſelbe Aufführung für Schüler.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent
Lautenſchläger. — Vorm. um 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt für den Weſt bezirk. Pfarrer D. Waitz. — Abends
um 6 Uhr: Pfarrer Widmann. — Nachm. um 4 Uhr:
Bibelſtunde im Martinsſtift. Pfarrer Veller.
Eliſabethenſtiſt: Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Stein. — Vorm. um 11¼ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vormittags um
10 Uhr: Pfarraſſiſtent Lic. Dr. Vollrath. — Vorm. um
11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lic. Dr.
Vollrath.
Pankuskirche: Vormittags um 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Rückert. — Vorm. um 11¼ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, den 21. Jan.,
vormittags 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nachmit=
tags um 4 Uhr: Bibelſtunde und Jugendbund für E. C.
— Abends um 8½ Uhr: Evangeliſation. — Montag, den
22. Jan., abends um 8½ Uhr: Frauen=Bibelſtunde.
Dienstag, den 23. Jan., abends um 8½ Uhr:
Jung=
frauen=Bibelſtunde und Blaukreuzſtunde. — Mittwoch,
den 24. Jan., nachmittags von 4—6 Uhr: Hoffnungsbund
für Mädchen. — Abends um 8½ Uhr: Geſangſtunde. —
Donnerstag, den 25. Jan., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
— Freitag, den 26. Jan., abends um 8 Uhr:
Sonntags=
ſchulvorbereitung. — Abends um 9 Uhr:
Gebetsvereini=
gung. — Samstag, den 27. Januar, nachmittags von
2—4 Uhr: Hoffnungsbund für Knaben. — Filiale
der Stadtmiſſion (Beſſungerſtr. 88, Hinterbau):
Freitag, den 26. Jan., abends um 8½ Uhr: Evangeliſation.
Gottesdienſt der Nenapoſtoliſchen Hemeinde (Neue
Nieder=
ſtraße 13): Sonntag, nachm. um 4 Uhr. — Mittwoch,
abends um 8½ Uhr.
Gemeinde gläubig getauſter Chriſten (Baptiſten),
Mauer=
ſtraße 17: Sonntag, den 21. Januar, vorm. um 9½ Uhr:
Predigt. Prediger Höpfner. — Vorm. um 10½ Uhr:
Sonntagsſchule. — Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Prediger
Schuſter=Worms. — Abends um 6 Uhr: Jugendverein.
— Dienstag, den 23. Jan., abends um 8½ Uhr: Frauen=
Miſſionsverein. — Mittwoch, den 24. Jan., abends um
8½ Uhr: Gebetsverſammlung. — Donnerstag, den 25. Jan.,
abends um 8½ Uhr: Geſangverein. — Freitag, den
26. Jan., abends 8½ Uhr: Sonntagsſchullehrer=
Ver=
ſammlung.
Katholiſche Gemeinden
St. Ludwigskirche: Samstag, den 20. Januar,
nach=
mittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur heil. Beichte.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Feſt der hl. Familie
Kollekte für die Erziehungsanſtalt zu Drais
Vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
— Um 6 Uhr: erſte hl. Meſſe. — Um 7 Uhr: Austeilung
der hl. Kommunion. — Um 8 Uhr: hl. Meſſe. — Um
½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. — Um 11 Uhr:
Aka=
demiſcher Gottesdienſt. — Nachm. um 3 Uhr:
Sakra=
mentaliſche Bruderſchaftsandacht mit Predigt. —
Sams=
tag, vorm. um 10 Uhr: Zur Feier des Geburtstages
Sr. Majeſtät des Deutſchen Kaiſers levitiertes
Hochamt mit Predigt und Te Deum.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm.
um ½7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachmittags um 4 Uhr:
Verſammlung im Mädchenheim. — Um 5 Uhr: Ver=
ſammlung des 3. Ordens. — Um 6 Uhr: Roſenkranz
andacht.
Kapelle der Eugliſchen Fränleis: Sonntag, vormittags
um 7 Uhr: heil. Meſſe.
Militärgemeinde: Sonntag, vormittags um ¼10 Uhr
Auf dem Uebungsplatz bei Griesheim Singmeſſe mit
Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 20. Jan., nach
mittags um ½5 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur heil. Beichte.
Sonntag, den 21. Januar 1912
Vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Um ½7 Uhr: Frühmeſſe und Generalkommunion dei
Sodalität. — Um 8 Uhr: hl. Meſſe mit Predigt. — Um
½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachmittags um
2 Uhr: Andacht; darauf Sodalität. — Mittwoch, den
24. Januar, abends um 8 Uhr: Apologetiſcher Vortrag
des hochw. Herrn Prof. Schwarz. Thema: „Der
ver=
borgene Gott”.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
20. Jan., nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr
Gelegenheit zur heil. Beichte.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Feſt der hl. Familie
Kollekte für die Erziehungsanſtalt in Drais
Vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
— Um 7 Uhr: heil. Meſſe. — Um 9 Uhr: Amt mit
Predigt und Weihe an die hl. Familie. — Nachmittags
um ½3 Uhr: Sakramentaliſche Bruderſchaftsandacht.
Bibliothek (Heerdweg 28): Dienstag, nachmittags von
6—7 Uhr.
Kapelle zu Eberſtadt: Samstag, den 20. Jan., nachm.
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
3. Sonntag nach Epiphanias, den 21. Januar 1912
Vorm. um 6 Uhr: Beichtgelegenheit. — Um ½7 Uhr:
Austeilung der hl. Kommunion. — Um ¼10 Uhr:
Hoch=
amt und Predigt. — Nachmittags um ½2 Uhr:
Chriſten=
lehre und Andacht. — An allen Werktagen, morgens um
¾8 Uhr: Singmeſſe mit Andacht.
Kapelle zu Pfungſtadt: 3. Sonntag nach Epiphanias.
den 21. Januar, vormittags um ½8 Uhr: Amt und
Predigt. Vorher Beichtgelegenheit.
The Church of England Service
3rd Sunday after the Epiphany, 21st Jan. 1912
Divine Service will be held in the Hofkirche
at 3,15 p. m.
The Rev. de Ste. Croix, British Chaplain at Heidelberg
will officiate.
Getaufte, Getraute und Beerdigte.
Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 14. Jan.: Dem
Eiſenbahnſekre=
tär Adolf Schüßler S. Adolf Philipp, geb. 12. Dez.
Johannesgemeinde: 14. Jan.: Dem
Eiſen=
dreher Arthur Schlick S. Ernſt, geb. 8. Nov. Dem
Loko=
motivführer Friedrich Dequis T. Chriſtine Anna Emilie,
geb. 14. Sept.
Martinsgemeinde: 11. Jan.: Dem Kaufmann
Ludwig Hinkel S. Ludwig Bruno, geb. 13. Dez. 16. Jan.:
Dem Spenglermeiſter Valentin Wedel T. Apollonia
Eliſabeth, geb. 1. Jan. 17. Jan.: Eine uneheliche Tochter
Philippine, geb. 17. Dez. 14. Jan.: Dem
Bauſekretariats=
anwärter Friedrich Stein S. Kurt Heinrich, geb. 29. Des.
Unehelicher Sohn Wilhelm Georg Oskar, geb. 2. Jan
Paulusgemeinde: 4. Jan.: Dem Oberlehre:
Dr. Heinrich Wilhelm Hermann Lotz S. Ernſt Adol=
Wilhelm, geb. 6. Sept.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Stadtgemeinde: 13. Jan.: Dekorationsmaler
Heinrich Peter Weber und Katharine Caſtritius,
Martinsgemeinde: 13. Jan.:
Stadtkaſſebuch=
halter Georg Friedrich Wilhelm Bernhard und Marie
Adolphine Luft.
Beerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Johannesgemeinde: 14. Jan.: Sophie Mütz.
geb. Luft, Ehefrau des Gütervorſtehers, 37 J., ſtarb
11. Jan. Anna Schäffler, 38 J., ſtarb 12. Jan.
Martinsgemeinde: 15. Jan.: Kaufmann
Bern=
hard Keil, 27 J., ſtarb 12. Jan. Marie Margarete
Min=
ner, Witwe des Muſiklehrers, 74 J., ſtarb 13. Januar.
16. Jan.: Karoline Gunſchmann, Ehefrau des Lehrers
i. P., 75 J., ſtarb 14. Jan.
Paulusgemeinde: 5. Jan.: Privatier Philipp
Vogel, 62 J., ſtarb 3. Jan. 7. Jan.: Bäckermeiſter
Hein=
rich Hauf, 55 J., ſtarb 4. Jan. 11. Jan.: Rechnungsrat
Philipp Darmſtädter, 52 J., ſtarb 9. Jan. 14. Jan.:
Margarete Stier, Ehefrau des Weißbinders, 60 J., ſtarb
11. Jan. 17. Jan.: Mathilde Storch, geb. Wachsmuth,
Witwe des Salinenwerkmeiſters, 68 J., ſtarb 15. Jan.
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