Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Ueber die Flottenvorlage und die
Koſtenauf=
ſtellung iſt der Köln. Ztg. zufolge Genaueres noch nicht
bekannt.
Alle Parteien haben nunmehr ihre Wahlparole für
die Reichstagsſtichwahlen bekannt gegeben.
Von den 190 Stichwahlen finden am 20. Januar
77, am 22. Januar 80, am 25. Januar 34 ſtatt.
Die Meldung, daß dem Reichstag ein Entwurf
zum Schutze der Arbeitswilligen zugehen
werde, wird amtlich dementiert.
Der franzöſiſche Dampfer „Carthage” iſt
von den Italienern mit Beſchlag belegt worden. Die
Beſchlagnahme hatte diplomatiſche Verhandlungen
zwiſchen Frankreich und Italien zur Folge.
Das engliſche Königspaar iſt in Port Said
eingetroffen.
Der türkiſche Senat ſtimmte für die Auflöſung
der Kammer.
Ein Telegramm aus Peking erklärt, daß die
Friedensverhandlungen in China ſich
ihrem Abſchluſſe nähern.
Der Beſuch des deutſchen Kaiſers in der Schweiz.
* Die Neue Zürcher Zeitung ſchreibt zu der Nachricht
vom Biſuche des deutſchen Kaiſers folgendes:
Das Schweizervolk weiß die hohe Ehre zu würdigen,
die ihm der Beherrſcher des mächtigen Nachbarreiches
durch dieſen Beſuch erweiſt, und es ſchätzt namentlich die
freundliche Geſinnung, die den deutſchen Kaiſer zu
die=
ſem Schritte bewogen hat. Wilhelm II. iſt ein Mann
des offenen und geraden Wortes; wenn er als
Beweg=
grund ſeiner Reiſe den Wunſch bezeichnet, das
ſchweizeri=
ſche Heer kennen zu lernen, ſo wiſſen wir, daß ſich kein
Hintergedanke hinter dieſer Abſicht verbirgt. Mit dem
deutſchen Reiche verbinden uns die beſten und
freund=
lichſten Beziehungen; die Schweiz hat ſich, von kleineren
wirtſchaftspolitiſchen Differenzen abgeſehen, ſtets ſeiner
wohlwollenden Geſinnung zu erfreuen gehabt, und
Deutſchland gab ihr nie Anlaß, für ihre Selbſtändigkeit
und Neutralität zu bangen. Dem gegenwärtigen
Herr=
ſcher hat man bei uns nicht vergeſſen, daß er in einem
etwas kritiſchen Augenblick gegenüber ſeinem großen
Mi=
niſter unſere Partei ergriffen hat. Und wenn wir über
das nächſtliegende eigene Intereſſe hinausſchauen, ſo
an=
erkennen wir mit den anderen Nationen dankbar, daß
Wilhelm II., während ſeiner nunmehr bald
vierund=
zwanzigjährigen Regierung allen Lockungen militäriſchen
Ruhmes widerſtanden und Frieden gehalten hat. In der
Hoffnung, daß er auch ferner mit gleichem Erfolge in
demſelben Sinne wirke, freuen wir uns, den großen
Mon=
archen auf dem Boden unſerer alten Republik
willkom=
men zu heißen.
Wie die N. Z. Ztg. weiter mitteilt, iſt die förmliche
Einladung zum Beſuche vom Bundesrat
ausgegan=
gen und vom Kaiſer angenommen worden. Der
ſchweizeriſche Bundesrat hat die Frage über den Ort
des Empfanges des deutſchen Kaiſers, die der deutſche
Geſandte von Bülow bei ſeinen Eröffnungen an den
Bundespräſidenten offen ließ, dahin entſchieden, daß der
offizielle Empfang in Bern ſtattfindet. Kaiſer
Wilhelm trifft am Dienstag, den 3. September, abends
in Bern ein und wird zwei Tage den vom
Korpskom=
mandanten Oberſt Wille geleiteten Manöver der 5. und
6 Diviſiion beiwohnen, die vom 26. Auguſt bis 7
Sep=
tember ſtattfinden. Nach dem Manöver wird der Kaiſer
eine Fahrt ins Berner Oberland unternehmen. Die
Ab=
reiſe wird am Samstag, 7. September, erfolgen.
Städte und Lebensmilteltenerung.
D Die Zentralſtelle des Deutſchen
Städtetages hat auf Grund einer Rundfrage eine
ſyſtematiſche Ueberſicht über das von den Städten in der
Teuerungsfrage Geleiſtete veröffentlicht. Danach haben,
wie wir der Sozialen Praris entnehmen, 78 Städte
Maßnahmen ergriffen, die ſich auf den Verkauf von
Fleiſch, Fiſch, Kartoffeln, Gemüſe und auf Maßnahmen
für ſtädtiſche Beamte und Arbeiter erſtrecken. Dirokte
Maßnahmen zur Fleiſchverſorgung hat bisher nur Ulm
getroffen. Die Maßregeln der anderen Städte
beſchrän=
ken ſich meiſt auf die Einſetzung von
Preisnotierungs=
kommiſſionen, regelmäßige Veröffentlichungen der Groß=
und Kleinhandelspreiſe, Kontrollſchlachtungen,
Verrin=
gerung der Platzmiete und Verhandlungen mit den
Metzgern die in manchen Fällen auch zu einer
Ermä=
ßigung der Preiſe führten. Eine eigene Verkaufsſtelle
(in Verbindung mit der Freibank) iſt nur in
Mün=
chen errichtet. Einer eigenen Gemeindeſchlächterei
ſchei=
nen ſich — abgeſehen von allgemeinen Bedenken gegen
Ausſchaltung des Zwiſchenhandels — ſehr große
Schwie=
rigkeiten entgegenzuſtellen, die namentlich, auch in der
mangelnden Verwertungsmöglichkeik des
zurückbleiben=
den Fleiſches und der Abfälle beſtehen. Einen größeren
Erfolg haben die Gemeinden bei der Verſorgung
mit Seefiſchen aufzuweiſen. 35 größere und
mitt=
lere Städte haben entweder einen eigenen Fiſchverkauf
oder einen ſolchen unter ſtädtiſcher Kontrolle und
Preis=
feſtſetzung eingerichtet. Auch die Verſorgung mit
Kar=
toffeln iſt von einer größeren Zahl von Städten
vorge=
nommen, vereinzelt auch die Verſorgung mit Gemüſe.
Auf dem Gebiete der Milchverſorgung iſt durch
Abgabe von Milch an Bedürftige zu ermäßigten
Prei=
ſen, durch Unterſtützung von Genoſſenſchaften uſw. in
mehreren Städten manches geſchehen.
Von ſonſtigen Teuerungsmaßnahmen wären noch
ein Schulgelderlaß in Bautzen, ſowie die Abgabe von
Koks u. a. zu billigen Preiſen in Bautzen und
Darm=
ſtadt zu erwähnen. Allgemeine
Lebensmittel=
kommiſſionen haben eingeſetzt: Augsburg, Hof,
München, Stettin und Stuttgart. Mehrfach ſind endlich
ſtädtiſchen Arbeitern und geringer beſoldeten
ſtädtiſchen Beamten beſondere Vergünſtigungen gewährt.
Als beachtenswert hebt die Soziale Praxis hervor, daß
eine von den antwortenden Städten das Vorhandenſein
einer Teuerung nicht anerkennt und eine andere die
Teuerung nicht als empfindlich bezeichnet — eine
Auf=
faſſung, die auch von einem Teile der Verbandsſtädte,
die die Umfrage nicht beantwortet haben, geteilt zu
wer=
den ſcheine.
Deutſches Reich.
— Die Frage der Schiffahrtsabgaben.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: Die in
letzter Zeit in der Preſſe über den Stand der
Verhand=
lungen mit Oeſterreich und den Niederlanden in der
Frage der Schiffahrtsabgaben verbreiteten Gerüchte
be=
ruhen auf freier Erfindung. Die Entſcheidung über die
Art des Vorgehens in dieſer Beziehung wurde bisher
überhaupt noch nicht getroffen.
— Die angebliche Flottenvorlage. Die
Berliner Tägliche Rundſchau brachte die Meldung von
einer Marinevorlage. Hierzu äußerte man ſich laut der
Kölniſchen Zeitung an maßgebender Stelle dahin, daß
über eine ſolche Vorlage noch nichts bekannt ſei. Sollte
ſie kommen, ſo würde ſie allerdings darauf hinauslaufen,
eines der beiden ſchon vorhandenen Reſervegeſchwader
zu aktivieren, was mit verhältnismäßig geringen Koſten
und ohne Schwierigkeiten geſchehen könne. Genaueres
über eine etwaige Flottenvorlage iſt jedoch nicht
be=
kannt und die Koſtenaufſtellung der Täglichen Rundſchau
entbehre der Grundlage.
Deutſcher Wehrverein. Nachdem die vor
einigen Wochen hinausgegangene Anregung zur
Grün=
dung eines Deutſchen Wehrvereins in allen Teilen
Deutſchlands und auch des deutſchen Auslandes
wei=
teſten Beifall gefunden hat, ſoll nunmehr an die
end=
gültige Gründung des Vereins herangetreten werden.
Zu dieſem Zwecke findet am Sonntag, den 28. Januar,
in Berlin die Gründungsverſammlung ſtatt.
— Ein Geſetz zum Schutze der
Arbeits=
willigen? Aus „gewöhnlich gut unterrichteten
Krei=
ſen” hört die Neue Geſellſch. Korreſpondenz in Berlin, daß
dem neuen Reichstag bald nach ſeinem Arbeitsbeginn
der Entwurf zu einem Geſetz über den Schutz
Arbeits=
williger gegen den Streik=Terrorismus vorgelegt
wer=
den ſoll, „damit gewiſſermaßen die Probe auf das
Exempel gemacht werde, ob ſich in dem neuen
Reichs=
tage eine Mehrheit für nationale Aufgaben finden wird”.
Die Meldung beruht natürlich auf Kombinationen.
— Für die bayeriſchen Landtagswahlen
wird nunmehr das Großblockabkommen veröffentlicht.
Danach wird der aus den Liberalen, den
Sozialdemo=
kraten, dem altbayeriſchen Bauernbund, ſowie dem
Deut=
ſchen Bauernbund beſtehende Großblock gemeinſame Kan
didaten gegenüber dem Zentrum, den Konſervativen
und dem Bund der Landwirte in 65 Wahlkreiſen
aufſtel=
len und zwar 16 Sozialdemokraten, 34 Liberale und 24
Bündler.
Ausland.
England.
Sir Edward Grey ſoll der Daily News zufolge
in einem Briefe an einen Bekannten bemerkt haben, der
ſcharfe Artikel, worin das Blatt ſeine auswärtige
Poli=
tik ſchonungslos angegriffen habe, ſei ſeiner Beachtung
entgangen. Uebrigens ſei jede Behauptung, als ob ſeine
Politik irgendwie angriffsluſtig oder durch
Antagonis=
mus gegen irgendwelche auswärtige Macht eingegeben
ſei, vollkommen und ganz unbegründet. Die Daily
News bemerkt dazu, Sir Edward Grey müſſe einige
ſeiner eigenen Reden und die meiſten ſeiner Handlungen
vergeſſen haben. Von den zahlloſen Artikeln in
Zeitun=
gen, die die Auffaſſung des Foreign Office kennen
ſoll=
ten, gar nicht zu reden. „Was bedeutet denn eigentlich
ſeine Furcht vor den Kreiſen einer einzelnen Diplomatie,
was ſeine Ablehnung der überlieferten britiſchen Politik
der glänzenden Vereinſamung, was ſeine Halbbündniſſe
mit Frankreich und Rußland, und ſeine Bereitſchaft,
ge=
gen Deutſchland Krieg zu beginnen, als Deutſchland in
Marokko für die offene Tür eintrat? Was die
Auslie=
ferung von Perſien und der Mongolei an Rußland, von
Tripolis an Italien und von Marokko an Frankreich, im
Gegenſatz mit dem ſehr verſchiedenen Maß, das
Deutſch=
land zugemeſſen wurde? Sind alle dieſe Dinge keine
Grundlage für den Schluß, daß Sir Edward Greys
Po=
litik angriffsluſtig oder durch Antagonismus gegen
Deutſchland beſtimmt wird? Wenn ſie ſich in irgendeiner
anderen Weiſe erklären laſſen, ſo iſt es bisher jedenfalls
doch noch niemand gelungen, dieſe Erklärungen
beizu=
bringen‟. Die Morningpoſt ſchreibt in einem Leitartikel
über die auswärtige Politik Englands:
Angenommen, Deutſchland wolle irgendwo in der
Welt Territorien erwerben, die nicht dem britiſchen
Reiche gehören, liegt irgend ein Grund vor, weshalb
England ſich der Erwerbung durch Deutſchland
wider=
ſetzen ſollte? Die Deutſchen ſind fähige Koloniſatoren
und würden in allen Beſitzungen, die ſie erwerben,
Tüch=
tiges leiſten. Sie haben in ihren jetzigen Beſitzungen
Tüchtiges geleiſtet und tun es noch, wenngleich ſich ihr
Syſtem von dem britiſchen unterſcheidet. Aber es gibt
mehr als ein Syſtem, es aibt kein Monopol von
koloni=
ſatoriſchem Talent. Indeſſen ſtehen die Deutſchen unter
dem Eindruck, daß, ſo oft ſie einen Platz für eine
mög=
liche Erwerbung finden, England ihnen im Wege ſteht,
wenn es auch das Gebiet nicht für ſich ſelbſt beanſprucht.
Wäre das der Fal, ſo hätte Deutſchland Grund zur
Klage. Die Morninapoſt glaubt, daß das nicht der Fall
iſt, und daß jener Eindruck aus der Vergangenheit,
namentlich aus den Jahren 1883/85 herrühre, daß dieſer
Eindruck aber keine Begründung in der damaligen
Hal=
tung der engliſchen Regierung hatte. Das Blatt ſchließt:
„Wir möchten auch jetzt glauben, daß eine nähere
Darle=
gung der Politik Englands nicht nur den Engländern
helfen würde, ihre Gedanken darüber zu klären, ſondern
wahrſcheinlich auch einige augenſcheinlich falſche
Darſtel=
lungen über England beſeitigen würde, die gerade jetzt
in Deutſchland vorherrſchen.”
Spanien.
Die Regierungserklärung des franzö
ſiſchen Kabinetts. Der Miniſterpräſident
Cana=
lejas erklärte, die Regierung ſei befriedigt von dem
freundſchaftlichen Geiſte der Regierungserklärung des
Miniſteriums Poincaré, die mit ihrem von Billigkeit
zeugenden Ausdruck erhoffen laſſe, daß die
Verhandlun=
gen in herzlicher Weiſe fortgeführt würden.
Rußland.
Marine=Pläne. Der Marineminiſter hat dem
Zaren das kleine Schiffsbau=Programm für die
Oſtſee=
flotte vorgelegt, das demnächſt im Miniſterium
begutach=
tet wird und im Laufe von 5 Jahren verwirklicht
wer=
den ſoll. Das Programm umfaßt den Ausbau zweier
Punkte der Oſtſeeküſte zu Kriegshäfen, den Bau einer
großen Anzahl Torpedo=Unterſeeboote, Hilfskreuzer und
Transportſchiffe, ſowie den Bau von vier Ueberkreuzern
Nummer 16.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
deren jeder 40 Millionen Mark koſten und die deutſchen
und engliſchen modernen Kreuzer an Größe noch
über=
treffen ſollen. Es wird erwartet, daß der
Finanzmini=
ſter ernſte Einſprache gegen die Verwirklichung dieſes
Programms erheben wird, da das in höchſten Kreiſen
volle Zuſtimmung findet.
Serbien.
Der bevorſtehende Rücktritt des
Kabi=
netts. Der Politika zufolge dürfte das Kabinett
Milanowitſch bereits in der nächſten Woche
zurücktre=
ten. Dann dürfte ein radikales Koalitionskabinett
ge=
bildet werden, das die Neuwahlen durchführen würde.
Türkei.
Die Auflöſung der Kammer. Der Senat
ſtimmte am Dienstag mit 39 gegen 5 Stimmen bei einer
Stimmenthaltung für Auflöſung der Kammer. Den
gan=
zen Tag über herrſchte große Bewegung im
Parlaments=
gebäude, wo Deputierte und Journaliſten das
Ergeb=
nis der Senatsdebatte erwarteten. Die Geheimſitzung
dauerte bis 7 Uhr abends. Kurz vor Schluß derſelben
verließ der Kriegsminiſter den Saal, um den Führern
der Jungtürken das Ergebnis mitzuteilen. Die
Auf=
löſung wird Freitag oder Samstag in der Kammer
erfolgen
Amerika.
Kuba und die Vereinigten Staaten.
Präſident Gomez berief eine Verſammlung der
politi=
ſchen Führer Kubas und der Veteranen=Vereinigung
be=
hufs Stellungnahme gegen die mit Intervention
dro=
hende Note der amerikaniſchen Regierung ein. Man
weiß, daß eine neuerliche Intervention der Vereinigten
Staaten das Ende der Unabhängigkeit Kubas bedeutet.
Präſident Gomez ſtellt in Abrede, daß ein Grund zur
Intervention vorliegt und bezeichnet die Gerüchte über
Unruhen als übertrieben. Er deutete an, daß eine
etwaige amerikaniſche Beſetzung Kubas energiſch
be=
kämpft werden würde. Das Kriegs=Departement in
Waſhington erklärte, es ſei bereit, 10000 Mann binnen
10 Tagen zu landen, falls die Intervention beſchloſſen
werden ſollte.
* Wien, 17. Jan. Die Internationale
Pe=
troleumkommiſſion begann heute unter Vorſitz
des Geheimrats Profeſſor Engler=Karlsruhe mit ihren
Beratungen, an denen Vertreter der meiſten europäiſchen
Staaten und der Vereinigten Staaten teilnehmen.
Na=
mens der öſterreichiſchen Regierung hieß der
Arbeits=
miniſter Trnka die Teilnehmer willkommen und wünſchte
ihren Beratungen Erfolg.
* Amſterdam, 17. Jan. Die Hoffnungen, die an
das wiederholte Fernbleiben der Königin von den
Hoffeſten in dieſem Monat geknüpft wurden, ſind nach
umlaufenden, glaubhaft erſcheinenden Gerüchten
hin=
fällig geworden.
* London, 18. Jan. Der Lordmayor von
London hat auf eine Einladung des Magiſtrats von
Berlin zum Beſuche Berlins geantwortet, daß er und
die Sherifs hoffen, die Etnladung annehmen zu können.
* Port=Sudan, 18. Jan. Der König und
die Königin von England trafen geſtern abend
an Bord der „Medina” hier ein und begaben ſich nach
Sinkal, 50 Meilen landeinwärts, wo ſie die einheimiſchen
Truppen, zu denen auch 3500 Kamelreiter gehören,
be=
ſichtigten. Dann kehrten ſie nach Port Sudan zurück, von
wo ſie abends nach Suez weiterfuhren.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. Januar.
* Aus dem Staatsdienſt entlaſſen haben Se.
Königl. Hoheit der Großherzog den ordentlichen
Profeſſor in der juriſtiſchen Fakultät der
Landes=
univerſität, Geheimen Juſtizrat Dr. Johannes
Bier=
mann in Gießen auf ſein Nachſuchen mit Wirkung
vom 1. April 1912 ab.
* Beſtätigt wurde die von dem katholiſchen Pfarrer
und dem Stadtvorſtand zu Bensheim auf die zweite
Lehrerinſtelle an der katholiſchen Schule zu Bensheim
präſentierte Schulamtsaſpirantin Eliſe Knies aus
Offſtein, Kreis Worms, für dieſe Stelle.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 2 enthält:
1. Verordnung zur Abänderung der Verordnung vom
14. Januar 1897 (Reg.=Bl. S. 3) und 31. Auguſt 1907
(Reg.=Bl. S. 333), die Einrichtung und den Betrieb der
Apotheken des Großherzogtums betreffend. 2.
Bekannt=
machung, die „Georg und Regina Heyne=Stiftung”
be=
treffend. 3. Bekanntmachung, die Anlegung des
Grund=
buchs betreffend. 4. Bekanntmachung zum Vollzug der
Ausführungsbeſtimmungen des Bundesrats zu § 89
des Reichsſtempelgeſetzes vom 15. Juli 1909, abgeändert
durch § 68 des Zuwachsſteuergeſetzes vom 14. Februar
1911 (Stempelabgabe vom gebundenen Grundbeſitz).
5. Bekanntmachung, die Befugniſſe der Hebeſtellen für
Reichsſteuern betreffend. 6. Bekanntmachung, die
An=
lage einer Feldbahn für die Feſtung Mainz betreffend.
7. Bekanntmachung, die „Dr. Leopold Fulda=Stiftung”
betreffend. 8. Berichtigung.
* Militärdienſtnachricht. v. Kühlwetter,
Kapitän zur See, Kommandant S. M. Schiffes „Heſſen”,
der Abſchied mit der geſetzlichen Penſion, der Erlaubnis
zum Tragen der bisherigen Uniform und der Ausſicht
auf Anſtellung im Zivildienſt bewilligt.
g. Strafkammer. Der 44jährige Taglöhner Peter
Rudolf aus Finthen, der in Griesheim wegen Bettelns
feſtgenommen wurde, hat bei ſeiner Eintragung in das
Gefangenenregiſter einen falſchen Geburtsort angegeben.
Wegen intellektueller Urkundenfälſchung verurteilte ihn die
Strafkammer zu 2 Monaten Gefängnis, wegen
des Bettelns zu 2 Wochen Haft.
Wegen Verbrechens gegen § 173,1 des
Strafgeſetz=
buches wird der 43jährige Steinhauer Johannes Lang
aus Reichenbach zu 4 Jahren Zuchthaus
verur=
teilt, abzüglich 1 Monat Unterſuchungshaft. Die
bürger=
lichen Ehrenrechte werden ihm auf die Dauer von 10
Jah=
ren aberkannt.
Das 20 Jahre alte Dienſtmädchen Pauline Fritz
aus Kirſchhauſen, das bei dem Metzgermeiſter Krug in
Bensheim in Stellung war hatte auch ab und zu im
Laden die Kunden zu bedienen, Hierbei ſollte ſie ſich
kleinere Beträge angeeignet haben. Sie war vom
Schöffen=
gericht zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Auf
ihre Berufung hin erkannte die Strafkammer nach dem
Antrage des Staatsanwalts auf Freiſprechung.
* Der heimatkundliche und kunſtpädagogiſche
Unter=
richt auf der Grundlage der Heimatſchutzbewegung. Man
ſchreibt uns: Auf Einladung der Ortsgruppe Darmſtadt
des Allgem. Deutſchen Frauenvereins und des
Darm=
ſtädter Lehrerinnenvereins wird Frl. Suſanne Homann
am 24. Januar, abends 8 Uhr, in der Techniſchen
Hoch=
ſchule über obiges Thema einen Vortrag halten, und
da=
bei über 100 Lichtbilder zur Vorführung bringen, in denen
uns eine ausgewählte Sammlung heimiſcher und
nicht=
heſſiſcher reizvoller Straßen, Plätze, Kunſtwerke,
Natur=
denkmäler, Hausbauten und Treppenhäuſer vorgeführt
werden ſoll. Ueber 2000 ſolcher künſtleriſch vollendeter
Aufnahmen hat Fräulein Homann ſchon gefertigt und
ſolche auf Einladung in München, Quedlinburg,
Stutt=
gart und Augsburg vorgeführt. Herz und Sinn ſollen
durch dieſe Serienaufnahmen für die Schönheiten geweckt
werden, und vor allem gilt es, die Jugend zum
Verſtänd=
nis für Pflege und Erhaltung der alten Bau= und
Kunſt=
denkmäler der engeren und weiteren Heimat zu begeiſtern.
Nicht aber die Begeiſterung allein ſoll es tun, auch eine
planmäßige Erziehung dazu iſt gedacht. Dieſer Gedanke,
der außerhalb Heſſens viel Anklang gefunden hat, wird
gewiß in einem Staate, der ſchon lange Denkmalpflege
treibt, auf fruchtbaren Boden fallen. Die Serien ſollen
in kleinem Format als Anſchauungsmaterial den
Schü=
lern dienen. Kunſtſinnige Eltern können an Hand dieſes
umfaſſenden und preiswurdigen Materials ſelbſt das
Ver=
ſtändnis ihrer Kinder wecken. Unſere Pfadfinder und
Wandervögel werden den Vortrag, der ihnen manche
Er=
innerung wecken, ſie auf manches Neue hinweiſen und
ihre Blicke ſchärfen wird für das, was ſie auf ihren
Pfa=
den ſchauen, dankbar begrüßen, und mit ihnen Eltern,
Lehrer und Kunſtfreunde. Eine Ausſtellung der
ſämt=
lichen Heimatſchutzſerien wird mit dem Vortrage
verbun=
den ſein, der öffentlich und allen Kreiſen zugänglich ſein
ſoll.
* Liederabend Scholander verſchoben. Wie man uns
mitteilt, mußte der Liederabend von Liſa und Sven
Scholander beſonderer Umſtände wegen
verſcho=
ben werden. Der Liederabend wird nun vorausſichtlich
Ende März ſtattfinden. Die bereits gelöſten Billetts
behalten Gültigkeit.
* Verein für Vogel= und Geflügelzucht (ält. Verein)
Die von 55 Mitgliedern beſuchte Hauptverſammlung
wurde durch den erſten Vorſitzenden in der üblichen
Weiſe eröffnet. Das Andenken der kürzlich verſtorbenen
Mitglieder Collaſch und Löhr wurde durch Erheben von
den Sitzen geehrt. Hierauf erſtattete der erſte
Schrift=
führer den Jahresbericht, der ein klares Bild über die
Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre gab. Der
Bericht, der mit allſeitigem Beifall aufgenommen wurde,
gab zu Beanſtandungen keine Veranlaſſung.
Anſchlie=
ßend hieran berichtete der ſtets bewährte Rechner, Herr
Karl Heß, über die finanziellen Verhältniſſe des
Ver=
eins, die durchaus geordnete ſind. Die Vermögenslage
des Vereins kann als günſtig bezeichnet werden. Die
Rechnung iſt geprüft und richtig befunden worden,
worauf dem Rechner Entlaſtung erteilt wurde. Mit
Be=
endigung dieſes Punktes legte der erſte Vorſitzende im
Namen des Vorſtandes die verſchiedenen Aemter in die
Hände des Vereins zurück, ſprach jedoch dem geſamten
Vorſtand ſeinen Dank aus für das treue
Zuſammenhal=
ten und die ſtets eifrige Arbeitswilligkeit während des
abgelaufenen Jahres. Sein beſonderer Dank galt
je=
doch dem Rechner und Schriftführer für ihre beſondere
Mühewaltung. Gleichzeitig gab derſelbe bekannt, daß
Herr Ph. Heeb mit dem heutigen Tage 25 Jahre dem
Verein angehöre, und ſprach den Wunſch aus, daß es
uns noch lange vergönnt ſein möge, Herrn Heeb zu den
Unſerigen zu zählen. Bei der Neuwahl des Vorſtandes
wurden die ſeitherigen Vorſitzenden, Herr Ph. Brohm
als erſter und Herr Weigold als zweiter Vorſitzender,
auf Antrag des Herrn Creter von der Verſammlung
durch Zuruf einſtimmig wiedergewählt. Ferner wurden
die ſeitherigen Vorſtandsmitalieder Herren A. Heil, K.
Heß, J. Scheuermann, W. Maurer, L. Möſer III, H.
Heß, Ph. Heeb, Gottl. Lorz, L. Schneider und A. Haas
wiedergewählt, neu wurden gewählt die Herren Ad.
Mö=
ſer, K. Bley und A. Kahmann. Dieſes Wahlergebnis
dürfte als der ſicherſte Beweis anzuſehen ſein, daß der
Verein mit der Tätigkeit des Vorſtandes zufrieden war.
Im weiteren wurde der Voranſchlag beſprochen und
ge=
nehmigt. Die vom Vorſtand eingebrachten Anträge, das
Eintrittsgeld von 2 Mark auf 1 Mark herabzuſetzen,
ſo=
wie die Beſchaffung von weiteren Hühnerkäfigen.
wurde ſeitens der Hauptverſammlung ohne Widerſpruch
angenommen. Ferner wurde bekannt gegeben, daß der
verlegte Kanarienmarkt am Sonntag, den 21., und die
Verloſung am Montag, den 22. d. Mts. im Vereinslokale
ſtattfindet. Mit der üblichen Freiverloſung von Futter
konnte die Verſammlung mit dem vom Vorſitzenden auf
das fernere Blühen und Gedeihen des Vereins, ſowie
mit dem auf den hohen Protektor ausgebrachten Hoch, in
das alle Anweſenden begeiſtert einſtimmten, geſchloſſen
werden.
* Kanarienmarkt. Am kommenden Sonntag wird
der vom Verein für Vogel= und
Geflügel=
zucht für den Monat Dezember v. Js. beabſichtigt
geweſene Kanarienmarkt im Vereinslokal, Brauerei
„Zur Krone” obere Räume, abgehalten. Der Markt
Das Erröten und der Wille.
Von Dr. med. S. Georg.
(Nachdruck verboten.)
B. Das Erröten iſt ſeltſam, wunderbar und geſchieht
unfreiwillig, das Erröten iſt ein Ausdruck beſtimmter
Gemütsbewegungen, meiſt aber der Verlegenheit oder
Scham. Es tritt dann eine Wallung des Blutes nach
den Hautgefäßen ein, beſonders nach denen des Geſichts.
Durch irgend eine Gemütsbewegung wird die Tätigkeit
gewiſſer in der Oberfläche der kleinen Hautarterien
endigenden Nerven ganz plötzlich umgeſtimmt, ſo daß
dieſe ſich ausdehnen und mehr Blut aufnehmen. Am
leichteſten erröten Perſonen von zarter, weicher Haut und
leicht erregbarem Nervenſyſtem.
Das Erröten iſt wie das Lachen nur dem Menſchen
eigen.
Ganz kleine Kinder erröten nicht, erſt wenn ihr Geiſt
ſich mehr entwickelt hat, wenn ſie Verſtändnis für Lob
und Tadel, für Recht und Unrecht erlangt haben, dann
erröten ſie, und zwar um ſo mehr und leichter, je
empfind=
ſamer ſie ſind. Mit dem zunehmenden Alter wächſt auch
die Neigung zu erröten und erreicht in der Jugend ihren
Höhepunkt, um im Frauen= und Mannesalter zu
ver=
ſchwinden.
Es gibt Knaben und Mädchen, die beim geringſten
Anlaß erröten, ſelbſt bei dem unſchuldigſten Scherz oder
Spott ihrer Kameraden oder Geſpielinnen. Bei den
meiſten Perſonen ergießt ſich die Röte nur über das
Ge=
ſicht, bei anderen auch über die Stirn, bei wenigen bis
hinter die Ohren. Ganz ſelten ſind die Fälle, in denen
ſich auch der Nacken rötet und nur ausnahmsweiſe
er=
ſtreckt ſich die Schamröte bis über die Bruſt.
Die Fähigkeit, oder auch oft die Schwäche, zu erröten,
iſt erblich. Es iſt darum völlig verkehrt und taktlos, den
Grad des Errötens bei Vorwürfen oder bei
Ueberführ=
ung irgend eines Unrechts als Maßſtab für die moraliſche
Bewertung der Kinder zu benutzen. Nie darf man
je=
mand, der keine Schamröte kennt, für grundſchlecht oder
völlig verdorben halten. Es trifft ihn der Tadel vielleicht
noch ſchwerer als einen, der leicht errötet. Die Schuld,
daß er nicht errötet, liegt an den ererbten Nerven. Ebenſo
darf man keine vernichtenden Schlüſſe ziehen, wenn ein
funges Mädchen bei gewiſſen Reden oder Handlungen
nicht tief errötet.
Die Knaben erröten bei fortſchreitendem Alter weniger
leicht. Bei vielen gilt mit der Zeit das Erröten für ein
Zeichen der Schwäche und wird daher mit aller
Willens=
kraft bekämpft. Mädchen ſind weicher und ſanfter als
die Knaben, ſie erröten daher häufiger und leichter. Viele
tun es auch gerne, denn ſie wiſſen, daß ein leichtes
Er=
röten die weibliche Schönheit hebt. Schon vor mehr als
zwei Jahrhunderten ſchrieb die berühmte Herzogin
Wortley=Montague in ihren Reiſebriefen aus der Türkei
(1716—1718), daß die Zierkaſſierinnen, die zu erröten
ver=
mochten, im Serail des Sultans ſtets einen höheren Preis
erzielten, als die weniger empfindlichen Frauen. Die
Herzogin kannte die Verhältniſſe des Serails in
Kon=
ſtantinopel ganz genau, denn es war ihr gelungen, das
Innere desſelben betreten zu dürfen.
In der Beurteilung des Errötens hat man einen
weiteren Fehler begangen, indem man es zu ſehr mit
den ſittlichen Gemütsbewegungen in Verbindung
brachte. Man errötet nicht immer nur aus Scham über
etwas Dummes oder Ungerechtes, was man begangen
hat, man errötet auch oft bei tadelnden Worten oder ſelbſt
bei Lobſprüchen. Manche Menſchen erröten auch, wenn
ſie merken, daß ſie von anderen beobachtet werden, nicht
etwa bei ſchlechten Handlungen, im Gegenteil, bei guten
und edlen, ſei es, daß ſie Almoſen geben, Troſt ſpenden
oder Kranke pflegen. Wieder andere erröten aus Aerger.
Und worüber ärgert ſich ein moderner Menſch nicht?
Das alles iſt natürlich übertrieben und dagegen muß
man mit aller Entſchiedenheit ankämpfen.
In den meiſten Fällen iſt das übertriebene Erröten
die Folge einer falſchen oder mangelhaften Ausbildung
und Entwicklung des Willens, des perſönlichen
Cha=
rakters. Man könnte ſagen, daß der Erröter in ſeinen
Gefühlen und ſeinen Urteilen auf einer kindlichen Stufe
ſtehen geblieben iſt und ſich dem Urteil anderer
gegen=
über wie ein Kind verhält. Perſonen, die allzuleicht
erröten, ſind in der Regel ſchüchterne, verſchloſſene
Men=
ſchen, die ſich ängſtlich hüten, ihr Inneres der Außenwelt
zu zeigen. Dieſe Menſchen müſſen es ſich abgewöhnen,
ſtets nur ängſtlich auf ihre Perſon zu achten, mit
Beſorg=
nis daran zu denken, was der liebe Nächſte über ſie ſagen
und denken wird.
Gegen das Erröten gibt es keine Medikamente, da
muß der Wille helfen. Es iſt unmöglich, eine Reihe von
Situationen und Ereigniſſen aus der Welt zu ſchaffen,
die das Blut in Wallung, das Nervenſyſtem in Erregung
bringen und den Menſchen erröten machen. Aber der
Menſch beſitzt in ſeinem Willen ein Mittel bis zu einem
gewiſſen Grade wenigſtens ſeine Nerven zu meiſtern. So
lange der Wille noch nicht ausgeprägt iſt und ſein
Herr=
ſcheramt über den Organismus noch nicht verſteht, alſo
während der Kindheit, muß es ein fremder Wille ſein,
der als Erſatz eintritt, der Wille der Eltern und Erzieher.
Hat es in der Jugend an der Erziehung des Willens
gefehlt, dann mangelt auch ſpäter das Inſtrument,
wel=
ches ungebührlichen und unangenehmen Aeußerungen der
Nerven einen Riegel vorſchiebt. Man ſpricht in ſolchen
Fällen von mangelnder Selbſtbeherrſchung, und hat es
mit Menſchen zu tun, welche die Zügel nicht in der Hand
haben, um die Ausſchreitungen der Nerven zu hemmen.
Es ſind Naturen, denen man helfen kann, wenn man
ihnen den Willen beibringt. Das geht natürlich nicht ſo
ſchnell und einfach, das will geübt und gelernt ſein. Die
Stärke des Verſtandes und des Willens, kurz der höhere
Grad der geiſtigen Kraft hängt von der mehr oder
min=
der vollkommenen Entwickelung des Nervenſyſtems ab.
Mit der Bildung des Verſtandes ändert ſich auch die
Fähigkeit, Sinneseindrücke wahrzunehmen und zu
ver=
arbeiten. Während ſolche Eindrücke bei Kindern oder
Un=
verſtändigen rein äußerlich und beſchränkt bleiben,
er=
regen ſie bei Erwachſenen, nach dem Grade des
Verſtan=
des, Beſtrebungen und Gedanken der verſchiedenſten Art
und erzeugen ſo Gemüt und Charakter. Einſeitige
Ver=
ſtandesübung macht engherzig, einſeitige
Phantaſietätig=
keit ſchafft Schwärmer und entfaltet Leidenſchaften.
Wer=
den aber Phantaſie und Verſtand ſtets in einem
har=
moniſchen Gleichgewicht erhalten, ſo erreicht man das
ſchöne Ziel einer friedlichen Seele. Man gewöhne ſich
daran, in allen Lagen des Lebens einen gewiſſen
Gleich=
mut und Selbſtbeherrſchung zu bewahren.
Neben dem Temperament ſind es beſonders Umgang
und ſtarke Schickſalsſchläge, die auf die Bildung des
Willens und Charakters einwirken. Der Charakter iſt
die herrſchende Neigung im Menſchen, von welcher
die Anſichten, Gefühle und Handlungen beſtimmt werden.
Charakter iſt ein vollkommen ausgebildeter Wille.
Charakter iſt vor allem ſtrenge Wahrhaftigkeit vor
ſich ſelbſt wie vor anderen. Einem willensſtarken und
charaktervollen Menſchen iſt es faſt unmöglich, gegen
ſeine gewonnene Anſicht zu urteilen oder zu handeln.
Charakterſchwach und willenlos iſt derjenige, welcher
nur nach augenblicklichen Stimmungen handelt, der ſich
von allerlei Umſtänden beeinflußen läßt und von ſeiner
Umgebung wahl= und willenlos hin und hergeſchoben
wird. Er kann ſich eben nicht zu feſten Grundſätzen
er=
heben, und es mangelt ihm die Kraft, ſie zu befolgen.
Der Willensſchwache entbehrt des Haltes, den der
Charakterſtarke in ſich trägt und der ihn
widerſtands=
fähig macht, wenn er den Kampf gegen die Welt und
gegen ſich ſelbſt aufnehmen muß. Mit der ſittlichen Kraft,
mit dem rechten Willen vermag der Menſch alles über ſich.
Den Menſchen macht ſein Wille groß oder klein.
Nummer 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Seite 3.
oll Kaufluſtigen Gelegenheit geben, gute Vögel zu
ent=
ſſprech nden Preiſen zu erhalten und leiſtet der Verein
elbſt Gewähr dafür, daß nur gute, erſtklaſſige Vögel
Zum Verkauf kommen, denn nur von Mitgliedern
ge=
nüchtete Vögel dürfen ausgeſtellt werden; auch werden
alle Vögel mit dem Stempel des Züchters verſehen.
Mit dem Markt iſt eine Verloſung von Kanarien=
Hähnen mit zum Teil ſchönen Käfigen verbunden und
kkönnen die Gewinne ebenfalls am Sonntag beſichtigt
ewerden. Loſe ſind im Ausſtellungslokal zu 30 Pfg.
käuflich. Die Verloſung findet am Montag, den
22. Januar, abends 7 Uhr, ebenfalls im Vereinslokal,
ſſtatt und können von 8—9 Uhr ſchon die Gewinne in
EEmpfang genommen werden. Die Ziehungsliſte wird
in den hieſigen. Tagesblättern bekannt gemacht. Ein
Beſuch des Marktes, bei dem der Eintritt frei iſt, dürfte
jedenfalls lohnenswert ſein.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Vom großen Rat
twird uns geſchrieben: Der künſtleriſche Teil des
Pro=
igramms der großen Gala=Damen=und Herren=
SSitzung am Sonntag in der Narrhalla am Woogsplatz
rwird im weſentlichen von zwei Mitgliedern des
Hof=
ttheaters beſtritten werden. Und zwar hat der große
RRat Frl. Käthe Dorſch, die für die kommende
Sai=
fſon engagierte Soubrette des Hoftheaters gewonnen.
Frl. Käthe Dorſch hat zweimal mit größtem Erfolge
lhier gaſtiert. Ihre natürliche Munterkeit und
tempera=
rmentvolle ſchalkhafte Lieblichkeit hat ſofort alle Herzen
im Sturm erobert, ſodaß alsbald ihr Engagement
be=
nſchloſſen wurde. Weiter wird Herr Peterſen, der
ſehr geſchätzte und vielſeitige Komiker unſerer
Hof=
lbühne, mit ganz neuen Sachen aufwarten. Selbſtredend
ſteht auch das übrige ſehr reichhaltige Programm — die
Namen der Mitwirkenden wurden bereits genannt —
auf karnevaliſtiſcher Höchſtſtufe. Beſonderen Wünſchen
entſprechend ſind wieder wie früher eine Anzahl
reſer=
tvierter (numerierter) Plätze vorgeſehen, die im
Vorverkauf (ſiehe Anzeige) zu haben ſind. Ueberhaupt
empfiehlt es ſich, die Karten im Vorverkauf zu erſtehen,
da abends der Andrang erfahrungsgemäß ſehr groß iſt.
* Weiterſtadt 18. Jan. Nächſten Sonntag abend
wird das in letzter Zeit ſchon oft gehörte Volksſtück
„’s Millerſch Liesl vom Michelboch” auch von der
hie=
fſigen Turngemeinde aufgeführt. Die Leiſtungsfähigkeit
dieſes Vereins iſt hier wohlbekannt und den
Vorberei=
tungen nach verſpricht das Stück unter bewährter
Lei=
tung den Zuhörern einen genußreichen Abend.
Mainz, 17. Jan. Der Vorſtand des Mainzer
Gar=
tenbauvereins hat beſchloſſen, aus Anlaß der in dem
Jahre 1913 ſtattfindenden 75jährigen Jubelfeier des
Vereins eine große deutſche Gartenbau=
Blu=
imen= und Pflanzen=Ausſtellung in Mainz
zu veranſtalten.
* Mainz, 18. Jan. Die bei dem bereits gemeldeten
Liebes=Drama in Mainz in dem Hauſe Mitternacht
Nr. 16 durch einen Revolverſchuß Getötete iſt die
18jährige Maria Hambach, Tochter eines Gaſtwirts
in Kaſtel, die bereits ſeit mehreren Tagen bei der
Poli=
zei als vermißt angemeldet war. Laufer, der ſich
ſelbſt einen Schuß in die Schläfe beibrachte, iſt heute
früh im Rochushoſpital ſeinen Verletzungen er=
Ulegen. Auf einer vorgefundenen, an den Vater des
Lau=
fer gerichteten Poſtkarte erklärt Laufer, daß beide
frei=
willig aus dem Leben ſcheiden, den Grund könne er
nicht angeben.
Mainz, 18. Jan. Bekanntlich wurden hier in der
letzten Zeit verſchiedene falſche Einmarkſtücke verausgabt,
ohne daß es gelingen wollte, den Verausgeber des
Geldes zu ermitteln. In Hirſchhorn iſt nunmehr, dem
M. J. zufolge, vor kurzem der Uhrmacher Reimund
Plattner wegen der Verbreitung von falſchen
Ein=
markſtücken verhaftet worden. Da nun Plattner
in einem Wohnwagen umherzieht, ſo ſind auch die
hie=
ſigen Behörden aufgefordert worden, nachzuſpüren, ob
von den durch Plattner verbreiteten falſchen
Einmark=
ſtücken ſolche auch hier etwa Verbreitung gefunden
ha=
ben. Der Beſchuldigte wurde ſchon einmal im Jahre
1909 in Augsburg wegen Falſchmünzerei von dem
Schwurgericht zu einer längeren Freiheitsſtrafe
verur=
teilt.
Oppenheim, 17. Jan. Zu der heutigen Gläubi
gerverſammlung im Konkurs des flüchtig
gegan=
genen Weinhändlers Schober hatten ſich viele
Gläubi=
ger eingefunden. Es wurde ein aus 4 Mitgliedern
be=
ſtehender Gläubiger=Ausſchuß gebildet und ein
Beſchluß dahingehend gefaßt, daß der bereits zum
Kon=
kursverwalter beſtimmt geweſene Rechtsanwalt Dr.
Winkler als ſolcher beibehalten wird. — Von
Scho=
ber ſelbſt hat man bis jetzt noch keine Spur gefunden.
Zu den in dieſer Sache bereits verhafteten Perſonen
ſoll nun eine weitere — die des Vaters der Frau
Scho=
ber, der zuletzt in Frankfurt a. M. wohnte, —
hinzu=
gekommen ſein.
Gießen, 18. Jan. Hier hat ſich eine Geſellſchaft
ge=
bildet, die eine Motorwagenverbindung
zwi=
ſchen Bahnhof Gießen und Wieſeck einrichten
will. Die Stadt Gießen verlangte einen Zuſchuß von
60000 Mark zu den auf 160000 Mark veranſchlagten
Koſten der Anlage.
Nieder=Mörlen, 18. Jan. Wie erinnerlich, war auf
die Ergreifung der Mörder der Frau Walther von der
Staatsanwaltſchaft eine Belohnung von 500 Mark
aus=
geſetzt worden. Jetzt erhielten die Leute, die ſich in der
Angelegenheit beſonders verdient gemacht hatten, von
der Staatsanwaltſchaft ein Schreiben, in dem
angege=
ben iſt, wie viel auf den Einzelnen fallen. Danach
wur=
den dem Eduard Männche in Frankfurt 240 Mark,
dem Landwirt Peter Jakob Rock in Nieder=Mörlen
125 Mark, dem Franz Möbs in Nieder=Mörlen 30
Mark, dem Phil. Groß in Nieder=Mörlen 30 Mark und
dem Kriminalſchutzmann Müller in Kolmar 75 Mark
zuerkannt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. Jan. Heute mittag
fand im königlichen Schloſſe das Feſt des Ordens
vom Schwarzen Adler unter den
herkömm=
lichen Zeremonien ſtatt. Die neu
aufzuneh=
menden Ritter waren: die Prinzen Friedrich Karl von
Preußen, Konrad von Bayern, Georg von
Griechen=
land, Fürſt zu Schaumburg=Lippe, General von Woyrſch,
von Beneckendorff und von Hindenberg, von Dulitz, von
Eichhorn und von Scholl. — Die Zahl der letzten an
Methylalkohol erkrankten Perſonen, die
zurzeit noch im Virchow=Krankenhauſe und
Friedrichs=
hain behandelt werden, beträgt nur noch 29. Von
die=
ſen werden im Verlaufe dieſer Woche vorausſichtlich die
meiſten entlaſſen werden können. Neuerkrankungen ſind
in Berlin nach der polizeilichen Beſchlagnahme von
Me=
thylalkohol nicht mehr vorgekommen. — Die Bluttat
in der Alten Jakobſtraße konnte noch immer
nicht völlig aufgeklärt werden. Sowohl für das
Vor=
liegen einer Familientragödie wie für das eines
Raub=
mordes ſprechen gewiſſe Gründe. Die Ermittelungen
ſind dadurch erſchwert, daß das letzte Opfer, die Frau
des Juweliers Schulze, heute früh verſtorben iſt,
wäh=
rend man ſie bereits außer Gefahr glaubte.
Frankfurt, 18. Jan. Nach Mitteilungen des
Stati=
ſtiſchen Amtes iſt die Volkszahl für den Stadtkreis
Frankfurt a. M. unter Berückſichtigung der ſeit der
letz=
ten Volkszählung polizeilich gemeldeten Zu= und
Ab=
wanderungen, ſowie des entſprechenden Ueberſchuſſes
der Geburten über die Sterbefälle am 1. Januar 1912
mit rund 423600 anzunehmen.
Metz, 17. Jan. Ein Nachſpiel zum
Schöne=
beck=Weber=Prozeß beſchäftigte heute das
hie=
ſige Kriegsgericht. Der Schriftſteller A. O. Weber hatte
gegen ſeinen Schwager, den Hauptmann Lüders vom
hieſigen 30. Infanterie=Regiment, den Bruder der Frau
von Schönebeck=Weber, Beleidigungsklage erhoben, die
als Offizialklage verhandelt wurde. Lüders hatte im
Verfolg der Erörterungen über den angeblichen
Be=
ſtechungsverſuch im Schönebeck=Weber=Prozeß, wor ein
Redakteur einer Allenſteiner Zeitung angeblich unter
Inausſichtſtellung einer Vergütung von 300 Mark in
ſeiner Berichterſtattung beeinflußt werden ſollte, an
Weber einen energiſchen Brief geſchrieben, in dem
We=
ber Beleidigungen erblickte. Das Kriegsgericht ſprach
indeſſen den Hauptmann Lüders frei mit der Begründ=
ung, daß der Brief zwar energiſch gehalten, aber
durch=
aus berechtigt geweſen ſei. Die Verhandlung fand unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt.
Düſſeldorf, 18. Jan. Die Dynamitexploſion
in Schlebuſch wurde bis Düſſeldorf und den
Ort=
ſchaften bei Neuß und Bonn wahrgenommen und gab faſt
überall Anlaß zu der Meinung, es habe ein Erdbeben
ſtattgefunden. Dieſe bedeutende Fernwirkung dürfte auch
der Grund ſein, daß vielfach übertriebene Gerüchte über
den Umfang der Exploſion verbreitet werden. Die
Ex=
ploſion beſchränkte ſich indeſſen auf einen Teil des
Fabrik=
gebäudes und auch die Zahl der Opfer iſt nicht ſo groß,
wie anfangs angenommen wurde. Getötet wurde durch
die Exploſion der Arbeiter Klederhoff aus Schlebuſch.
Durch den gewaltigen Luftdruck brach der Speiſeſaal der
Fabrik zuſammen. Von den darin befindlichen Arbeitern
wurde einer getötet und fünf ſchwer verletzt. Von dieſen
iſt nachmittags noch einer im Krankenhauſe geſtorben.
Sehr groß ſind die Zerſtörungen, die in der Fabrik und
den nahe gelegenen Ortſchaften angerichtet wurden. Die
beiden Gebäude, in denen die Exploſion ſtattgefunden hat,
ſind vom Erdboden verſchwunden und auch das in der
Nähe ſtehende Ausſcheidungsgebäude iſt zur Hälfte
ver=
nichtet. Kaum eine Fenſterſcheibe iſt auf dem ganzen
Fabrikgelände ganz geblieben. Eine Reihe Häuſer der
näheren und weiteren Nachbarſchaft haben ſchweren
Scha=
den gelitten. Zwei Mauern wurden eingedrückt und
Dächer abgehoben. Wälle trennten das Miſch= und das
Waſchhaus voneinander. In den Wällen ſtanden alte
Bäume, die bis auf Manneshöhe durch den Luftdruck
wegraſiert wurden.
Dortmund, 17. Jan. Im Gerichtsgefängnis
fand eine Konferenz ſtatt, die ſich mit dem
Geſundheits=
zuſtand des früheren Direktors der Niederdeutſchen
Bank, Ohm, beſchäftigte. Nachdem die anweſenden
vier Aerzte erklärt hatten, daß Ohm ſchwer krank ſei und
nicht länger im Gerichtsgefängnis in Haft behalten
wer=
den könne, wurde beſchloſſen, ihn in eine Heilanſtalt zu
überführen, die eine Garantie gegen einen Fluchtverſuch
übernehmen müſſe.
Leipzig, 17. Jan. Vor dem vereinigten zweiten und
dritten Sttafſenat des Reichsgerichts begann der
Spio=
nageprozeß gegen Viktor v. Winogradoff,
Oberleutnant der Reſerve der ruſſiſchen Marine, und
den ungariſchen Ingenieur v. Cerne, Leutnant der
Reſerve der ungariſchen Feſtungsartillerie. Die
Ange=
klagten werden beſchuldigt, in den Jahren 1910 und 1911
verſucht zu haben, ſich Gegenſtände, die im Intereſſe der
Sicherheit des Deutſchen Reiches geheim zu halten ſind,
zu verſchaffen und an Rußland auszuliefern. Nach dem
Eröffnungsbeſchluß wurde auf Antrag des Rechtsanwalts
die Oeffentlichkeit auf die ganze Dauer des Prozeſſes
ausgeſchloſſen. Die heutige Verhandlung dauerte bis
4¾ Uhr nachmittags.
Fürſtenwalde, 18. Jan. „Auf der Oberſpree brach
der 13jährige Sohn des Töpfermeiſters Baum vor den
Augen ſeiner Eltern beim Schlittſchuhlaufen ein.
Der Vater eilte zu Hilfe und verſank ebenfalls.
Herbei=
eilenden gelang es, den Vater an Land zu bringen.
Der Sohn ertrank.
Ramsgate, 17. Jan. Das hieſige Rettungsboot
rettete die 20köpfige Beſatzung des Hamburger
Dampfers „Marie Leonhardt” der mit einer für Genua
beſtimmten Ladung Kohlen während eines Sturmes auf
die Goodwin=Sände geraten war. Die Beſatzung, die
den Unbilden des Wetters preisgegeben war und ſchwer
gelitten hat, wurde in das Seemannsheim
aufgenom=
men. Der Kapitän gibt an, daß der Dampfer hart
auf=
gefahren und wahrſcheinlich verloren ſei. Die
Mann=
ſchaft arbeitete die ganze Nacht an der Rettung des
Schiffes.
Kattowitz, 18. Jan. Zu dem Brande auf der
Myslowitzer Grube teilt die Kattowitzer
Aktien=
geſellſchaft mit, daß das Feuer wahrſcheinlich durch
Brand=
ſtiftung in der Zimmerung der 350 Meter=Sohle entſtanden
iſt. Von den vier Getöteten iſt einer Ausländer. Der
Betrieb iſt nicht geſtört. Die Unterſuchung iſt eingeleitet.
Peſt, 17. Jan. Das hieſige
Geſchworenen=
gericht ſprach nach dreitägiger Verhandlung die
Brü=
der Gabriel und Andreas Zſilinsky, die Söhne des
ehemaligen Staatsſekretärs Zſilinsky, frei. Dieſe hatten
am 14. Mai 1911 den Abgeordneten der Bauernpartei
Vorträge.
St. Heſſiſche Flugſtulliengeſellſchaft.
Der letzte Vortragsabend der Heſſiſchen
Flugſtudiengeſell=
ſchaft hatte ſich eines ſo zahlreichen Beſuches zu erfreuen,
daß der Saal der „Vereinigten Geſellſchaft” dicht beſetzt
war. Der Vorſitzende der Geſellſchaft, Herr Baron von
Oetinger, eröffnete den Abend und hieß die
Erſchie=
nenen herzlichſt willkommen.
Redner des Abends war Herr Kapitän a. D. von
Puſtau, der über „Das franzöſiſche
Flug=
weſen” ſprach. Er ſpreche nicht vom deutſchen
Flug=
weſen, führte der Redner einleitend aus, weil dieſes leider
weit hinter dem franzöſiſchen zurückgeblieben ſei. Die
Tat=
ſache iſt bedauerlich, aber es iſt nun einmal ſo, daß die
deutſche Nation die Gelegenheit ſich hat entgehen laſſen,
das Flugweſen ſo zu fördern, wie es notwendig geweſen
wäre. Die Erfolge Zeppelins und Parſevals haben uns
blind gemacht gegenüber der Bedeutung und den
Fort=
ſchritten des Flugweſens, und der Irrtum, daß
Deutſch=
land durch ſeine Lenkluftſchiffe in der Luft voran ſei, iſt
zu ſpät eingeſehen worden. Die Franzoſen haben es
glor=
reich durchgeſetzt, die Flugtechnik auszubauen und zu einer
Entwicklung zu bringen, die heute unbedingte Achtung
ab=
ringen muß. Die Franzoſen haben doch heute faſt
ſämt=
liche Rekords an ſich geriſſen und zwar nicht nur im
Sinne des Wortes, ſondern auch in dem Begriffe
Re=
kord, vor dem man größte Achtung haben muß und der
ſeine wirtſchaftlichen Erfolge auch ſchon zeitigt. Denn wer
heute irgendwo zu Kriegszwecken (Italien-Türkei) ein
Flugzeug braucht, beſtellt es in Frankreich, das
äußer=
lich die meiſten Erfolge aufzuweiſen hat. Ob das freilich
richtig, ſei eine andere Frage, aber vorerſt ſichert die
be=
ſtehende Tatſache Frankreich die wirtſcheftlichen Vorteile
im Flugmaſchinenbau. Und darin ſei heute ſchon ſehr viel
Geld zu verdienen. Zu hoffen iſt ja, daß die deutſche
Gründlichkeit und die Weitſichtigkeit in geſchäftlichen
Dingen das wieder einholt, aber vorerſt ſind wir weit
zurück.
Die Entwickelung des franzöſiſchen Flugweſens iſt
in jeder Beziehung vorbildlich geweſen. Zunächſt flog
man von feſtſtehenden, beſonders hergerichteten
Flug=
plätzen. Von dieſer mehr akrobatiſchen Kunſt des Fliegens
im Kreis wie im Zirkus gings zum Ueberlandflug, der
die Spannung ſchon bedeutend erhöhte. Dann ging die
Steigerung weiter. Man begnügte ſich nicht mehr, die
Flieger füegen zu laſſen, wenn ſie wollten, etwa wenn
ihnen das Wetter paßte, ſondern man ſchrieb ihnen vor
zu beſtimmter Zeit beſtimmte Strecken zu fliegen. Und
die Flieger waren im Stande, alles das zu keiſten. Die
Tatſache iſt in militäriſcher Hinſicht ungeheuer wichtig, daß
man die Flieger ſo weit brachte, auf einen gegebenen
militäriſchen Befehl zu beſtimmter Zeit da und dorthin zu
fliegen. Schon jetzt ſpielt dieſer Erfolg eine große Rolle
für das Militär. Das haben eklatant die großen
Manöver 1910 in Frankreich erwieſen, denen Redner
beigewohnt.
Von dieſen Manövern wußte der Vortragende recht
anſchaulich und mit offenſichtlicher Begeiſterung zu
refe=
rieren. Zunächſt war die Verwendung der Flieger
weni=
ger kriegsmäßig als verſuchsmäßig. Aber von vornherein
gelang es überraſchend, durch Flieger die Bewegungen
größerer Truppenmaſſen ſicher feſtzuſtellen. Und das iſt
ungeheuer wichtig. Sämtliche Flieger kamen zunächſt auf
dem Luftwege richtig im Manöverterrain an. Ihre
Auf=
gaben beſtanden im weſentlichen in der Erkundung der
Bewegungen des Gegners, ſeltener auch in
Uebermitte=
lung von Meldungen der eigenen Partei. Die Flieger
haben alle Erkundungsaufgaben in vorzüglicher Weiſe
gelöſt, obwohl die Schwächen des franzöſiſchen
Flug=
weſens dabei ſehr deutlich zutage traten, die darin liegen,
daß ſtets nur eine, anſtatt der unbedingt erforderlichen
zwei Perſonen in den Apparaten ſaßen. (Die deutſche
Heeresverwaltung ſteht auf dem Standpunkte, daß unbe
dingt zwei Inſaſſen erforderlich ſind einer zur
Bedien=
ung der Maſchine, der andere ausſchließlich zur
Beobacht=
ung.) Schon in einer Stunde hatte der Flieger durch
ſeinen ungeheuer ſchnellen Flug das Terrain ſondiert in
einem Umkreis von 40 Kilometern. Das iſt aber ſo viel,
als eine große Truppenmaſſe in einem Tage leiſten kann,
ſo daß der Flieger mit dieſer einen Stunde ſchon ſein
Tagewerk eigentlich vollbracht hätte. Bei ſchlechtem
Wet=
ter wurde nicht aufgeſtiegen. Aber nur aus
Sparſam=
keitsrückſichten, die im Ernſtfalle natürlich wegfallen.
Denn fliegen können die Franzoſen wie die Teufel, auch
bei ſchlechtem Wetter (Unfälle ereignen ſich übrigens meiſt
nur beim Landen), und Mut haben ſie für zehn. Das iſt
übrigens auch bei den deutſchen Fliegern ſo.
Wenn die Franzoſen 200 oder gar 500 Flieger
beſitzen, dann fällt für uns die ganze
Stra=
tegie, die uns 1870 die Siege brachke, über
den Haufen. Dann gibt es für den Gegner keine
Ueberraſchung mehr. — Daß die Flieger die Kavallerie
er=
ſetzen können, iſt allerdings ausgeſchloſſen, aber
wirk=
ſam ergänzen kann ein Fliegerkorps dieſe Aufklär=
ungs= und Gefechtswaffe. Eine Fechtwaffe muß die
Flugmaſchine erſt werden. Das wird aber nicht mehr
lange dauern. Denn ſchon jetzt werden Patente erprobt,
die ein Werfen von Bomben von 2 bis 50 Kilogramm
ermöglichen. Ein deutſches Patent wird zur Zeit von der
Firma Krupp erprobt. Es kann alſo in abſehbarer Zeit
zum Kampf in den Lüften kommen. Dann ſind aber die
Flugmaſchinen den Lenkballons überlegen. Und eins
haben die Manöver gezeigt, was von beſonderem
Inter=
eſſe iſt: Die Uebermittelung von Meldungen durch Flieger
ging ſtets ſchneller als durch Telegraph. (!)
Das Flugzeug iſt alſo in jeder Beziehung berufen, eine
völlige Revolution der Kriegführung hervorzurufen. Das
Streben der Franzoſen geht mit Recht dahin, dem
Flug=
zeug eine immer größere Unabhängigkeit zu gewähren
Es darf nicht an feſte Flugplätze gebunden ſein, muß
möglichſt überallhin der Truppe folgen können, eigene
Werkſtätte mitführen und dergleichen mehr. Dazu muß
es zuſammenlegbare Flügel erhalten uſw., ſodaß es vom
Automobil ins Schlepptau genommen werden kann.
Um den Vorſprung der Franzoſen einzuholen, muß
in Deutſchland zunächſt das Kapital für den
gewinnbrin=
genden Flugzeuabau intereſſiert werden. Dann gilt es,
das Fliegen ſelbſt zu fördern durch Ausſchreiben von
Wettbewerben und Anlage möglichſt vieler Flugplätze in
allen Teilen des Reiches. Flugplätze ſind für den
Flug=
apparat ſo notwendig, wie für das Schiff der Hafen.
— Viel iſt ja in Deutſchland mit den geringen Mitteln
ſchon erreicht. Beſonders in Darmſtadt, das ſich
ſeinen Flugplatz unter allen Umſtänden
ſichern ſollte. Schon jetzt gibt es viele tüchtige
deutſche Militärflieger. Es ſei aber notwendig,
Offi=
ziere nicht zum Fliegen, ſondern nur zur Beobachtung
zu verwenden und eine genügende Anzahl von
Zivil=
fliegern (Luft=Chauffeure) zu ſchaffen. Die
deutſchen Apparate ſind ſchon jetzt meiſt ſehr brauchbar.
Vor allem die „Taube‟ (Etrich=Rumpler), die von
kei=
nem franzöſiſchen Apparat übertroffen werde.
Zahlreiche, ſehr inſtruktive Lichtbilder unterſtützten
den Vortrag, der mit lebhaftem Beifall aufgenommen
wurde. Herr Baron v. Oetinger ſprach dem
Vor=
tragenden den Dank der Heſſiſchen Flug=Studien=
Geſell=
ſchaft aus.
Vortragsabend der Freien
Studen=
tenſchaft. Am Mittwoch abend fand im großen
Hör=
ſaal der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ein ſtark
be=
ſuchter Vortragsabend der „Freien Studentenſchaft” ſtatt,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Nummer 16.
Andreas Achim wegen Verleumdung ihres Vaters
er=
ſchoſſen. Das Appellgericht hat das freiſprechende
Ur=
teil des Geſchworenengerichts von Bekez Cſaba
aufge=
hoben und die Angelegenheit dem Peſter
Geſchworenen=
gericht zu erneuter Verhandlung übertragen.
Turin, 17. Jan. Einer Meldung der Stampa
zu=
folge wurde einem Juwelenhändler aus
Mai=
land, als er am Schalter in Suſa eine Fahrkarte nach
Mailand löſte, ſeine Börſe mit Edelſteinen im Werte
von 400000 Francs, die er aus der Hand gelegt hatte,
geſtohlen und eine ähnliche Börſe an ihre Stelle
ge=
legt. Der Juwelenhändler erkannte erſt in dem
Augen=
blick, als er den Zug beſteigen wollte, daß die Börſe
vertauſcht worden war.
Genua, 18. Jan. Hier iſt die aus dem 9.
Jahrhun=
dert ſtammende Kirche Santo Stephano, in der
Chriſtoph Columbus getauft worden ſein ſoll, plötzlich
zum größten Teil eingeſtürzt. Das Mittelſchiff fiel
auf die neue Kirche, in der es vier kunſtvolle Altäre und
eine in Holz geſchnitzte Madonna zerſtörte. Ein
Arbei=
rer wurde leicht verletzt, ſonſt ſind keine Menſchenleben
in Gefahr gekommen.
Paris, 18. Jan. Der am 19. Dezember von Cardiff
nach Oran abgegangene und ſeither verſchollene
Dampfer Ville d’Alger wird nunmehr als verloren
angeſehen, da dieſer Tage am Strande bei Carteret (
De=
partement La Manche) eine Rettungsboje dieſes Schiffes
aufgefunden wurde. Es ſcheint jetzt kein Zweifel mehr
möglich, daß es im Aermelkanal untergegangen iſt. Die
Beſatzung beſtand aus 26 Mann.
Warſchau, 18. Jan. Das etwa 20 Kilometer vom
Dorfe Berzencin im Walde gelegene Häuschen des
Forſt=
kaſſierers Weinberg wurde in vergangener Nacht von
einer Räuberbande überfallen. Weinberg,
ſeine Frau, ſowie ein anderer Forſtbeamter und deſſen
Frau und drei Kinder, endlich ein zu Beſuch weilender
Forſtkaſſierer wurden durch Beilhiebe auf beſtialiſche
Weiſe ermordet und beraubt. Ein einziger Wächter wurde
gefeſſelt halbtot aufgefunden. Die Räuber ſind mit
reicher Beute unerkannt entkommen.
Haifa, 17. Jan. Der engliſche Kohlendampfer
„Aedoe” iſt bei Akka geſtrandet. Sieben Matroſen
ſind ertrunken. Das Schiff iſt verloren.
Parlamentariſches.
** Darmſtadt, 18. Jan. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer hat heute vormittag
ſeine Etatsberatung fortgeſetzt. Das Kapitel 38,
Gymnaſien, Realſchulen uſw. wurde in Gegenwart des
Abg. Geh. Schulrat Münch noch einer eingehenden
Be=
ſprechung unterzogen, in der der letztere intereſſante
Auf=
klärungen über eine Reihe von aufgeworfenen Fragen
gab. Wie betont wurde, hat zwar die Erhöhung des
Schulgeldes den finanziellen Effekt gehabt, daß 2= bis
300000 Mark mehr vereinnahmt wurden, allein es
wur=
den doch auch Klagen darüber laut, daß das Schulgeld
jetzt in Heſſen außerordentlich hoch ſei und jedenfalls
nicht noch weiter geſteigert werden dürfte. Sodann
wurde auch die Frage der Gleichſtellung der höheren
Lehranſtalten erörtert, auf welchem Gebiete der
Nach=
barſtaat Baden unſer Großherzogtum jedenfalls weit
überflügelt habe. Anerkannt wurde auch heute die
we=
ſentliche Erſparnis, die bei dieſem Kapitel gegen früher
erzielt wurde. Von verſchiedenen Seiten wurde auch
auf die geringe Bezahlung der Schuldiener hingewieſen
und betont, daß deren Einkommen abſolut nicht den
heu=
tigen Lebensverhältniſſen entſprechend ſei. Dann wurde
Kap. 42a, Jugendpflege, 15000 Mark, beſprochen, die
Be=
ſchlußfaſſung darüber aber bis nach der Erörterung mit
der Regierung zurückgeſtellt, desgleichen Kap. 46,
Hof=
bibliothek, worin u. a. die definitive Anſtellung eines
dritten Bibliothekars angefordert wird. Weiter wurde
Kap. 60, Abwehr und Unterdrückung von Viehſeuchen,
90 300 Mark, bewilligt. In dieſer Summe ſind als
mut=
maßlicher jährlicher Aufwand nach Inkrafttreten des
Reichsviehſeuchengeſetzes 80300 Mark angenommen, dar=
unter als Entſchädigung für Viehverluſte, ſowie
Feſt=
ſtellungskoſten nach Maßgabe der Paragr. 66—73 des
Reichsviehſeuchengeſetzes 30000 Mark, für halbe
Ent=
ſchädigung für an Milzbrand und Rauſchbrand gefallene
Schafe und Ziegen, ſowie für an Rotlauf gefallene
Schweine uſw. 23000 Mark, an Entſchädigung für an
Maul= und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh einſchl.
Feſtſtellungskoſten 20000 Mark. Eine eingehende
Be=
handlung erfuhr noch Kap. 67, Reichsverſicherung, 97948
Mark. Ueber die vorgeſchlagene Organiſation,
Errich=
tung eines Oberverſicherungsamtes uſw., ſoll ſpäter noch
nähere Beratung mit der Regierung erfolgen. Die
Fortſetzung der Etatsberatung findet morgen ſtatt.
Wahlverſammlungen.
C. Die Zentrumspartei hielt am Mittwoch im Saale
des Geſellenhauſes eine Wählerverſammlung ab, die
von Herrn Obertelegraphenſekretär Herbert geleitet
wurde. Der Vorſitzende rügte zunächſt, daß ein Herr
aus der letzten Zentrumsverſammlung Unrichtiges in
einer freiſinnigen Verſammlung berichtet habe.
Bezüg=
lich der Hauptwahlen zum Reichstag ſtellte er feſt, daß
das Zentrum recht gut abgeſchnitten habe, während die
liberalen Parteien nur 4 Mandate errungen hätten. Der
Hauptgewinn nach der maßloſen Agitation gegen die
Reichsfinanzreform ſei der Sozialdemokratie zugefallen.
Leider ſei das Zentrum in Heſſen bereits bei der
Haupt=
wahl ausgeſchaltet worden. Daß Dr. Strecker nicht in
die Stichwahl gekommen ſei, betrachte er als einen
Er=
folg. Nunmehr bleibe dem Zentrum nichts anderes
übrig, als Mann für Mann für den
Kandida=
ten der Nationalliberalen Partei
einzu=
treten, wenn auch die Bedenken gegen ihn nicht
weg=
geräumt ſeien. Mit den Worten: „Tun wir, was wir
unſerem Vaterlande ſchuldig ſind”, ſchloß die von
leb=
haftem Beifall begleitete Rede.
Herr Rechtsanwalt Dr. Hein=Worms
kennzeich=
nete die Tätigkeit der Reichstagsmehrheit von 1907,
be=
ſprach die Haltung des Zentrums in den letzten fünf
Jahren und wies die gegen die Partei erhobenen
An=
griffe zurück. Eine konfeſſionelle Partei ſei das
Zen=
trum nicht, wohl aber eine religiös=chriſtliche, die auch
für die religiöſen Intereſſen anderer Bekenntniſſe
ein=
trete, was u. a. auch poſitiv=jüdiſche Zeitſchriften
aner=
kannt hätten. Auch für die materiellen Güter des
deut=
ſchen Volkes ſei die Partei eingetreten, wobei er nur an
die Wendung der deutſchen Wirtſchaftspolitik im Jahre
1879 zu erinnern brauche. Einen breiten Raum in den
Ausführungen des Redners nahm die
Reichsfinanz=
reform ein, über die nach ſeiner Meinung nach den
Er=
klärungen des Reichskanzlers, des Reichsſchatzſekretärs
und verſchiedener Miniſter der Einzelſtaaten die Akten
nunmehr geſchloſſen ſein ſollten. Zur
Reichsverſicher=
ungsordnung bemerkte er, daß im Falle der Annahme
ſämtlicher ſozialdemokratiſcher Anträge der Arbeiter
wöchentlich 3,70 Mark Beiträge hätte bezahlen müſſen.
Zur hieſigen Stichwahl übergehend, forderte Redner,
daß keine Zentrumsſtimme dem
Sozial=
demokraten zufallen dürfe. So habe auch
das Landeskomitee beſchloſſen. Dr. Oſanns Wahl ſei
ſchwer zu erreichen, jedoch immerhin möglich, wenn auch
das Zentrum bis auf den letzten Mann für ihn einirete.
Die Reſidenz dürfe unter keinen
Umſtän=
den durch einen Sozialdemokraten im
Reichstage vertreten ſein. Wie von
Heyde=
brand mit Recht betont habe, gehe es jetzt aufs Ganze.
Auch vom vaterländiſchen Geſichtspunkte aus müſſe das
Zentrum am 22. Januar ſeine Stimme dem bürgerlichen
Kandidaten geben. (Stürmiſcher Beifall.) — Nach
wei=
teren Darlegungen des Herrn J. Weſp, der die
Agita=
tionsweiſe der Sozialdemokraten und des Freiſinns
gei=
ßelte, und einem Schlußwort des Vorſitzenden, der
noch=
mals zu reſtloſem Eintreten für Dr. Oſann aufforderte,
ging die Verſammlung um 11 Uhr auseinander.
Die Reichstagswahlen.
Großherzogtum Heſſen.
* Darmſtadt, 18. Jan. Das Bezirkskomitee
der Zentrumspartei für Darmſtadt-Groß=Gerau
fordert zur reſtloſen Unterſtützung der bürgerlichen
Kan=
didatur Oſann auf. — Der Reichsdeutſche
Mittel=
ſtands=Verband erſucht uns, zur Kenntnis der
hieſigen Wählerſchaft zu bringen, daß der
national=
liberale Kandidat, Herr Dr. Oſann, in durchaus
befrie=
digender Weiſe zu dem wirtſchaftlichen Programm des
geeinigten deutſchen Geſamtmittelſtandes Stellung
ge=
nommen hat. Der Verband fordert deshalb die Wähler
des Mittelſtandes dringend auf, am Stichwahltage ihre
Pflicht zu erfüllen und Mann für Mann für Dr.
Oſanneinzutreten. Nicht eine Mittelſtandsſtimme
dürfe für die vaterlandsloſe Sozialdemokratie abgegeben
werden.
* Worms, 17. Jan. Der Wahlausſchuß der
Zen=
trumspartei im Wahlkreis Worms-
Heppen=
heim hat die Stichwahlparole für Freiherrn von Heyl
ausgegeben.
Deutſches Reich.
Die Stichwahlparolen.
* Berlin, 17. Jan. Unterſtaatsſekretär
Wahn=
ſchaffe hatte heute vormittag Unterredungen mit den
Führern der bürgerlichen Parteien unter Ausſchluß der
Fortſchrittlichen Volkspartei. Letztere lehnte es ab, ſich
an den Beſprechungen zu beteiligen. Eine
allge=
meine Konferenz mit den bürgerlichen
Parteien iſt daher nicht izuſtande
gekom=
men. Die Berliner Blätter teilen mit, daß auch die
Nationalliberale Partei die Teilnahme an der
Beſpre=
chung abgelehnt habe. Von dem mit der Führung der
Verhandlungen über die Stichwahlen beauftragten
Reichsausſchuß der Zentrumspartei geht der „
Germa=
nia” folgende Mitteilung zu: Der von der Regierung
unterſtützte Verſuch, für die Stichwahlen die
Eini=
gung der bürgerlichen Parteien
herbei=
zuführen, ſcheiterte an der Haltung der liberalen
Parteien, die ſich vorbehalten wollten, je nach Lage der
Dinge einerſeits mit den beiden konſervativen Parteien
und dem Zentrum, anderſeits mit den Sozialdemokraten
Wahlgeſchäfte zu machen. Unter dieſen Umſtänden kann
den Wählern der Zentrumspartei nur empfohlen
werden, überall da, wo nicht ſeitens der örtlichen
Par=
teileitung bindende Abmachungen über gleichwertige
Gegenleiſtungen getroffen worden ſind, den liberalen
Kandidaten gegenüber ſtrikteſte Wahlenthaltung zu
üben.
Am Dienstag abend ſind Erklärungen zu den
Stichwahlen ſeitens der Fortſchrittlichen
Volkspartei, des Bundes der Landwirte
und des Zentralvorſtandes der
deutſch=
konſervativen Partei ergangen. In der
Stich=
wahlparole der Fortſchrittlichen Volkspartei heißt es:
Die erſte Aufgabe iſt überall die Förderung der eigenen
Partei. Die mit uns verbündete Nationalliberale
Par=
tei iſt gegen jeden Gegner zu unterſtützen. Im übrigen
gilt die Loſung: „Keine Stimme für ein Mitglied der
Deutſch=Konſervativen, der Reichspartei, des Zentrums,
der Wirtſchaftlichen Vereinigung oder eine andere
anti=
ſemitiſche Gruppe!” — Der Bund der Landwirte erklärt
zu den Stichwahlen: Nachdem der Verſuch der
rechts=
ſtehenden Parteien und des Bundes der Landwirte, mit
den liberalen Parteien unter Mitwirkung der Regierung
ein allgemeines Wahlkompromiß gegen die
Sozialdemo=
kratie zuſtande zu bringen, an der Ablehnung der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei, überhaupt in eine
diesbezüg=
liche Verhandlung einzutreten, geſcheitert ſind,
empfeh=
len wir, ſich der Stellungnahme der rechtsſtehenden
Par=
teien anzuſchließen und überall die Wahlenthaltung da
eintreten zu laſſen, wo gleichwertige Kompenſationen
nicht erreicht werden. — Die Mitteilung von deutſch=
in welchem Patentanwalt Dipl.=Ing. Karl Weihe
Frankfurt a. M., über „Die ſoziale Lage des Ingenieurs
und die Bedeutung des Verbandes Deutſcher Diplom=
Ingenieure für den akademiſchen Ingenieur” ſprach.
Ausgehend von der ungeheueren Entwickelung, welche
die deutſche Technik genommen hat, führte der Redner
aus, daß die Bewertung der Perſon des Ingenieurs mit
dieſer Entwickelung nicht Schritt gehalten hat, und daß
die ſoziale Lage des Ingenieurs keineswegs glänzend iſt.
Verglichen mit dem Anſehen, welches die anderen
Aka=
demiker faſt ganz allgemein genießen, ſteht der akademiſche
Ingenieur noch ziemlich weit zurück. Für vergangene
Zeiten hatte dies vielleicht eine gewiſſe Berechtigung,
ſeitdem aber durch die Erlaſſe von 1900 die Techniſchen
Hochſchulen den Univerſitäten gleichgeſtellt ſind, und ihnen
das Recht der Verleihung akademiſcher Grade gegeben iſt,
ſeitdem auch die Technik nur noch durch Anwendung
wiſſenſchaftlicher Methoden weiter entwickelt werden kann
und die Zeiten des techniſchen Autodidakten vorüber ſind,
muß hierin eine Aenderung eintreten. Der Verband
Deutſcher Diplom=Ingenieure, der bereits etwa 3000 in
34 Bezirksvereinen des Reiches verteilte Mitglieder und
Förderer umfaßt, hat es ſich zur Aufgabe geſtellt, das
Anſehen und damit naturgemäß auch die ganze ſoziale
Lage des akademiſchen Ingenieurs zu heben. Im
ein=
zelnen wurden dann die Ziele des Verbandes, die dahin
ſtrebenden Arbeiten und die bereits in der kurzen Zeit
des Beſtehens des Verbandes erreichten Erfolge
beſpro=
chen und auf die zur erſprießlichen Weiterarbeit nötige
Solidarität aller Diplom=Ingenieure ſämtlicher
Fach=
richtungen hingewieſen, unabhängig davon, ob dieſe
Diplom=Ingenieure ſelbſtändig ſind, oder im
Angeſtellten=
bezw. Beamtenverhältnis ſtehen. Mit einer
Aufforder=
ung an die deutſche Studentenſchaft, die idealen
Beſtreb=
ungen des Verbandes zu unterſtützen und damit beitragen
zu helfen, den akademiſchen Ingenieurſtand in
Deutſch=
land zur allgemeinen Anerkennung zu bringen, ſchloß der
Redner ſeine Ausführungen.
Feuilleton.
— Die Erbſchaft des Miniſterpräſidenten. Aus Paris
wird berichtet: Für einen alten Bewohner der Seineſtadt
iſt es ein ganz ungewöhnliches Ereignis, zu ſehen, daß
Paris ſich durch einen Miniſterwechſel aus ſeinem
Gleich=
mute aufſchrecken läßt. Kabinettskriſen ſtoßen ſonſt auf
die größte Gleichgültigkeit: der Sturz Caillaux’ aber war
ein wirkliches Ereignis für das Pariſer Leben. Der
Sturz des Premiers verdarb der Pariſer
Geſell=
ſchaft auf einige Zeit die Laune. Denn M. Caillaux
war jung verheiratet, ſeine Gattin iſt entzückend und gilt
als geiſtreich, und die großen Empfänge ſollten gerade
jetzt beginnen. Allgemein erwartete man eine große
Sai=
ſon geſellſchaftlicher Feſte und reizende Ueberraſchungen.
Alle dieſe ſchönen Träume ſind nun zerſtört. Der neue
Premierminiſter Poincaré iſt weder ein Führer
geſell=
ſchaftlicher Mode noch jung verheiratet. Er iſt nur ein
Gelehrter und ein Politiker von ungewöhnlicher
Begab=
ung. Aber von ihm kann man die Wiederkehr einer neuen
Direktoirezeit nicht erhoffen, und bis Caillaux wieder
ein=
mal Miniſterpräſident wird, wird wohl noch viel Waſſer
die Seine hinablaufen. Eine Erbſchaft aber hat er
ſeinem Nachfolger überlaſſen, die dieſer wohl oder übel
antreten müſſen wird: Das erſte, was Poincaré bei
ſei=
nem Amtsantritt vorfand, war eine ſtattliche Rechnung.
Sein jung verheirateter Vorgänger wollte ſeiner Gattin
eine Freude machen und ließ daher alle Zimmer der ihm
vom Staate zur Verfügung geſtellten Miniſterwohnung
umbauen und renovieren. Und obgleich Caillaur ein
reicher Mann iſt, ließ er dieſe Neuausſtattung natürlich
auf Staatskoſten vornehmen. Er brachte einen kleinen
Kredit von 80000 Franken für dieſen Zweck ein;
inzwi=
ſchen wurden die Arbeiten ausgeführt, und ſein Nachfolger
in der Wohnung, der neue Miniſter des Innern, wird
für die Bezahlung dieſer Rechnung einzutreten haben. Der
neue Miniſter aber, M. Steeg, hat jedoch keine Vorliebe
für die reizenden kleinen Umwandlungen, die Caillaux
getroffen hat. Er liebt die Einfachheit und Poincaré
wird es nicht leicht haben, ſeinen Miniſterkollegen dazu
zu bringen, die Angelegenheit zu ordnen. Denn die
Re=
novierung hat natürlich viel mehr als die ausgeſetzten
80000 Franken gekoſtet, und nun erhebt ſich die Frage:
wird M. Steeg eine Renovierung bezahlen, die er nicht
beſtellt hat, oder ſoll der geſtürzte M. Caillaux alle die
ſchönen Neuerungen bezahlen, die er und ſeine junge Frau
nicht genießen werden?
* Sprachnöte in Italien. Wenn der Deutſche von
ſeiner Italienfahrt nach Hauſe kommt, ſo erzählt er viel
von dem Lande und ſeinen Schönheiten, kritiſiert das
Volk und ſeine Gebräuche, aber ſelten bedenkt er, welche
komiſche Rolle er ſelbſt mit ſeinen Sprachkenntniſſen unter
den redegewandten Menſchen geſpielt hat. Seine
Sprach=
nöte beginnen meiſt ſchon beim Entziffern der
Firmen=
ſchilder. „Ramiere e lattiere” lieſt er über einem Laden,
und ſofort denkt er an einen Milch= und Sahne=Verkauf.
Wie groß iſt ſein Erſtaunen, als er hinter der Tür einen
Kupferſchmied hämmern ſieht. „Sale e tabacchi” erklärt
ſich Frau Müller mit Tabakſälen, und erſt das Studium
des Reiſeführers macht ſie darauf aufmerkſam, daß jenes
kleine Geſchäft ein Salz= und Tabakverkauf iſt. Auch die
„generi diversi” haben nichts mit verſchiedenen
Schwie=
gerſöhnen zu tun, ſondern ſind
Gemiſchtwarenhandlun=
gen meiſt ſehr beſcheidener Art. Der Sprachteufel treibt
erſt recht ſein Weſen mit den Fremden, wenn ſie ſich in
ein Geſchäft wagen. So verlangte ein Herr in einem
Laden carta bollita (bollita — gekocht), er meinte aber
bollata (geſtempelt); in einem anderen erregte eine Dame
ſtürmiſche Heiterkeit, weil ſie eine banda bianca (banda
— Muſikkapelle) für eine Kragenrüſche forderte, und dann
gar ein eulino da té (eulino — ein nicht näher zu
bezeich=
nender Körperteil, colino — Sieb). Hat ſich nun der des
Italieniſchen Unkundige von der Piazza della Signorina,
womit er Signoria meint, zu einer Trattoria
durchge=
taſtet, ſo ſteigert ſich ſeine Unbeholfenheit zur
Verzweif=
lung. In dem überfüllten Raum ſucht er ſich dem Kellner
bemerkbar zu machen: Pſt, heh, Ober!” Winken und
Servietteſchwenken erweiſen ſich als kraftlos. Endlich
nimmt ſich ein Italiener ſeiner an und ruft mit
dröhnen=
der Stimme: „cameriéré” — „Kammerjäger” echot der
Deutſche. Doch das Zauberwort iſt gefallen, und ſchon
ſteht der Schwarzbefrackte vor dem Gaſte. Was ſoll er
wohl eſſen? Fleiſch mag er nicht, denn ſein Gaumen kann
ſich an den unvermeidlichen Knoblauch nicht gewöhnen.
Darum wählt er Eier, ganz einfache Setzeier.
Schüch=
tern kommt es von ſeinen Lippen: „Dua uva da sedlere‟
uova — Eier, uva — Trauben, sedere — ſitzen).
Sprach=
los ſieht ihn der Jüngling mit der kühnen Stirnlocke an,
und dann antwortet er höflich: „queste non si fanno,
signore‟. Dann alſo „cartoffolo” (patate — Kartoffeln).
Aufs neue erhellt die Geſichter der übrigen Gäſte
ſchaden=
frohes Lachen. In ſeiner Not verfällt der Teutone auf
ein noch primitiveres Gericht. „Brodo” ruft er und
meint Brot. Einen Augenblick ſpäter erſcheint der Kellner
mit einer großen, henkelloſen Taſſe und gießt dem
Frem=
den die duftende Brühe in einen Teller. Das erſte
Ge=
richt war nicht ſchlecht gewählt, und für das zweite wird
der Zufall ſorgen.
* Ein Wahlgeſchäft. Ein armer Teufel, der weniger
wegen der Not der Zeit als wegen ſeines Mangels an
Intelligenz häufig genug zu den Arbeitsloſen gehörte,
ſollte am Wahltage von einem Gönner, der Mitglied des
Wahlkomitees war, Gelegenheit bekommen, ſich etwas zu
verdienen. Man ſtellte ihn alſo vor ein Wahllokal und
gab ihm einen großen Pack Stimmzettel des befreundeten
Kandidaten zur Verteilung an die Aus= und Eingehenden
und ſchärfte ihm, wie man glaubte, die Sache gründlich
ein. Als nach zwei Stunden ſein Gönner ihn aufſuchte,
um ſich von der Erfüllung des Auftrages zu überzeugen,
fand er ſeinen Mann vergnügt ohne Zettel daſtehen. Sehr
erſtaunt über die jetzt ſchon ſo lebhafte Wahlbeteiligung
fragte er ihn, ob er ſchon alle Zettel verteilt habe. „Ich
hatte es gar nicht nötig,” war die Antwort ſeines
Schütz=
lings, „einer hat ſie mir alle auf einmal für 3 Mark
ab=
gekauft.”
Nummer 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Seite 5
konſervativer Seite fordert auf, dort, wo nicht
Sonder=
abkommen zwiſchen einzelnen Kreiſen auf der
Grund=
lage vollwertiger Gegenleiſtung zuſtande kommen,
ge=
genüber den liberalen Kandidaten, die ſich nicht
aus=
drücklich gegen jede Schwächung der verfaſſungsmäßigen
Rechte der kaiſerlichen Gewalt, für völlige Sicherung
ei=
nes ausreichenden Schutzzolles für Landwirtſchaft und
Induſtrie und für Sicherung der bürgerlichen Geſellſchaft
und des Einzelnen gegen den Terrorismus der
Sozial=
demokratie verpflichten, Stimmenthaltung auszuüben.
Die Deutſche Tageszeitung ſchreibt zur
Stich=
wahlparole der Fortſchrittlichen
Volks=
partei: Damit iſt die Hoffnung, ein allgemeines
Stich=
wahlbündnis gegen die Sozialdemokratie zuſtande zu
bringen, endgültig geſcheitert. Die Schuld daran trägt
in erſter Linie und in vollſtem Maße der Freiſinn, der
ſich anſchickt, die Sache des Bürgertums an die
Sozial=
demokratie zu verraten. Der Freiſinn ſcheidet ſich
da=
mit von ſelber aus dem liberalen Lager des
Bürger=
tums aus und wer der Partei noch eine Stimme gibt,
belohnt ſie noch für ihren Verrat und verſtärkt nur in
Wirklichkeit die Sozialdemokratie, mit deren Sache ſich
der Freiſinn durch Beſchluß identifiziert hat. — Ueber
die nationalliberale Parteileitung bricht das agrar=
bünd=
leriſche Blatt ebenfalls den Stab, weil ſie ein
Verhan=
deln auf breiteſter Grundlage abgelehnt habe und
über=
dies einzelne Landesteile aus den Verhandlungen
aus=
ſchalten wolle.
* Berlin, 18. Jan. Zwiſchen den
Parteileitun=
gen der Deutſchen Reichspartei und der
Nationalliberalen Partei wurden
Verein=
barungen getroffen, daß ſich beide Parteien in den
nach=
ſtehenden Wahlkreiſen gegenſeitige Stichwahlhilfe
leiſten: in der Provinz Sachſen in Mansfeld, Bitterfeld,
Sangerhauſen, Neuhaldensleben, Halberſtadt und
Tor=
gau; in der Provinz Brandenburg in Frankfurt=Lebus,
Guben=Lübben, Sorau=Forſt, Kottbus, Spremberg,
Jü=
terbog=Zauch=Belzig, Potsdam=Oſthavelland,
Weſtprieg=
nitz. Die von dem geſchäftsführenden Ausſchuß der
Fortſchrittlichen Volkspartei ausgegebene Wahlparole
hat die Leitung der Reichspartei veranlaßt, ihre
Partei=
genoſſen zu erſuchen, keinen in der engeren Wahl
ſtehen=
den Kandidaten der Fortſchrittlichen Volkspartei zu
un=
terſtützen.
* Berlin, 18. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Der Reichskanzler hat es für
ſeine Pflicht gehalten, gemäß den von uns
veröffentlich=
ten Kundgebungen noch einen Verſuch zu machen,
um eine Verſtändigung unter den
bürger=
lichen Parteien auf der Grundlage gegenſeitiger
Unterſtützung bei den Stichwahlen gegen
ſozialdemokra=
tiſche Kandidaten herbeizuführen. Der Verſuch iſt
ge=
ſcheitert. Schon bei den Vorbeſprechungen ergab ſich,
daß die liberalen Parteileiter nicht bereit waren, an
ei=
ner Konferenz teilzunehmen, in der eine allgemeine
Ver=
einbarung auf der erwähnten Baſis geſchaffen werden
ſollte. Freiſinnige Blätter ſtellen es ſo dar, als ob der
Beweggrund für das Beſtreben, die gemeinſamen
In=
tereſſen der bürgerlichen Parteien bei den Stichwahlen
gegenüber der Sozialdemokratie zur Geltung zu
brin=
gen, der Erhaltung der; ſogenannten ſchwarz=blauen
Mehrheit diene. Schon nach dem Ergebnis der
Haupt=
wahl am 12. Januar mit ſeiner großen Verſtärkung der
Sozialdemokratie ſind jedoch beträchtliche
Verſchiebun=
gen in den Parteiverhältniſſen erkennbar, daß man nun
endlich das Schreckbild des ſogenannten ſchwarz=blauen
Blocks in die Ecke ſtellen ſollte. Was überhaupt den
Reichskanzler wie überhaupt jeden Politiker, der den
ſicheren Gang der Reichsgeſchäfte fördern will,
beſtim=
men muß, einer Begünſtigung der Sozialdemokratie
entgegenzuwirken, iſt nicht die Rückſicht auf dieſe oder
jene Gruppierung der bürgerlichen Parteien, ſondern der
Gegenſatz, in dem die Lehren und das Wirken der
ſo=
zialdemokratiſchen Partei zu den beſtehenden
verfaſ=
ſungsmäßigen Zuſtänden, zu Staat und Geſellſchaft
ſtehen. Wer daher, um der vermeintlichen Gefahr der
Abhängigkeit der Regierung von der ſchwarz=blauen
Mehrheit vorzubeugen, die Unterſtützung der
Kandida=
ten der Sozialdemokratie bei den Stichwahlen empfiehlt,
macht ſich einer Verführung der liberalen Wähler
ſchuldig.
* Berlin, 18. Jan. Wie nunmehr feſtſteht,
fin=
den von 190 erforderlichen Stichwahlen 77 am
Samstag, den 20. Jan., 80 am Montag, den 22. Jan. und
34 am Donnerstag, den 25. Jan. ſtattt.
Einſendungen zu den Reichstagswahlen.
(Für die Veröffentlichungen un er dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſachlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
Die Stichwahlparole.
* Seitens des nationalliberalen Zentralbureaus in
Berlin gelangt nach Darmſtadt ſoeben die Mitteilung,
daß die Fortſchrittliche
Volksparteilei=
tung in Berlin die Angehörigen der Fortſchrittlichen
Volkspartei zu Darmſtadt, Alsfeld und
Fried=
berg angewieſen habe, für die
nationallibera=
len Kandidaten zu ſtimmen. Wir können
die=
ſen Beſchluß der fortſchrittlichen Parteileitung in
Ber=
lin nur auf das freudigſte begrüßen, er iſt in Anbetracht
der geſamten politiſchen Lage in Deutſchland, die
unbe=
dingt für ein Zuſammengehen der beiden liberalen
Par=
teien ſpricht, ja geboten, und es iſt aus der politiſchen
Lage dieſe erfreuliche Folge gezogen worden.
Dagegen gibt nach Mitteilung der Frankfurter
Zei=
tung die Leitung der Fortſchrittlichen Volkspartei in
Heſſen die Parole für die Stichwahl bezüglich
Darm=
ſtadts heraus, daß die Stimmen freigegeben
werden, daß alſo jeder Wähler frei entſcheiden kann, ob
er dem Nationalliberalen, oder dem
ſozialdemokrati=
ſchen Kandidaten ſeine Stimme gebe. Wir enthalten
uns der Kritik über dieſes Vorgehen der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei in Heſſen, ſind aber der feſten
Ueber=
zeugung, daß gerade wie im Jahre 1907 die
Anhän=
ger der Fortſchrittlichen Volkspartei
Mann für Mann für den
Nationallibera=
len Dr. Oſann eingetreten ſind, ſie dies auch bei der
Wahl am 22. ds. Mts. tun werden. Denn wir zählen die
Fortſchrittliche Volkspartei zu den bürgerlkichen
Parteien und denken, daß ſich die einzelnen Mitglieder
ihrer vaterländiſchen Verpflichtung im Kampfe
gegen=
über der Sozialdemokratie wohl bewußt ſind.
Luftfahrt.
H. B. Friedrichshafen, 18. Jan. Der
Zeppe=
lin=Kreuzer „L. Z. 11” der in den nächſten Tagen
vollendet wird, wird im März nach Hamburg
über=
geführt werden, von wo aus die Fahrten über die
Nord=
ſee ausgeführt werden und ein ſogenannter
Bäder=
dienſt per Luftſchiff nach den Nordſee=Inſeln
ein=
gerichtet wird. In militäriſchen Kreiſen dürfte den
Fahr=
ten über See ein großes Intereſſe entgegengebracht
werden.
sr. Ein Angriff auf den Aeroplan=
Höhenweltrekord wurde auf dem Flugplatz von
Pau von dem Aviatiker Brindejonc des Moulinais auf
einem Morane=Saulnier=Aeroplan unternommen.
Brinde=
jonc ſtieg ſehr ſchnell auf zirka 2500 Meter Höhe, geriet
aber dann in dichten Nebel, der ihn in 3200 Meter Höhe
zur Aufgabe ſeines Verſuches zwang. Nach einer
Ge=
ſamtflugzeit von 2 Stunden 20 Minuten landete er
wie=
der glatt auf dem Flugfelde. — Auch auf dem
Flug=
platz Johannisthal wurde trotz der ſtarken Kälte
von dem Wright=Piloten Abramowitſch ein ſchöner
Höhenflug ausgeführt, und zwar ſtieg der Pilot bis zu
1300 Meter Höhe empor.
Sport.
— Leichtathletik. Der Fußballklub Olympia
Darmſtadt 1898 beteiligt ſich am nächſten Sonntag an
dem großen Hallenſportfeſt in Frankfurt a. M.
mit ſeinen Läufern J. und H. Schröck, ſowie Fr. Weber
im 1000 Meter=Laufen und an der Stafette über 3000
Meter.
sr. Jockei O'Connor als Boxer. Der auch
im deutſchen Sportbetriebe, beſonders in pferde= und
radſportlichen Kreiſen, durch ſeine Vielſeitigkeit bekannte
ehemalige Weinbergſche Stalljockei Winnie O'Connor
hat ſich in letzter Zeit beſonders lebhaft dem in Paris
zu großer Blüte gelangten Boxſport zugewandt. Der
Amerikaner huldigte bereits vor Jahren in ſeiner
Hei=
mat eifrig dem Fauſtkampfſport und gewann dreimal
ein Amateur=Box=Championat von Nordamerika. In
letzter Zeit nahm O'Connor ſeine alte Paſſion
beſon=
ders ernſt und trainierte in Maiſons Laffitte täglich
fleißig mit verſchiedenen in Paris anweſenden
ameri=
kaniſchen Fauſtkämpfern. Das Reſultat ſeines
Trai=
nings iſt ein Kampf gegen den Japaner Orakara, den
der Jockei am 22. Januar im Eldorado=Varieté zu Nizza
ausfechten wird. Beide Gegner kämpfen mit völlig
ent=
blößtem Oberkörper, der Japaner in der bekannten
Jiu=Jitſu=Methode und der Jockei nach den
amerikani=
ſchen Fauſtkampf=Regeln.
Handel und Verkehr.
* Das wirtſchaftlich=ſtatiſtiſche
Jahr=
buch der Heſſiſchen Handelskammern für das
Jahr 1910, herausgegeben namens des Heſſiſchen
Han=
delskammertages von deſſen Vorort der Großh.
Handels=
kammer Mainz, iſt ſoeben im 5. Jahrgang erſchienen.
* Berlin, 18. Jan. Unter Führung der
Reichs=
bank und der Königlichen Seehandlung
(Preußiſche Staatsbank) gebildete Konſortien übernahmen
heute von den Finanzverwaltungen 80 Millionen
Mark Deutſche Reichsanleihen, 420
Mil=
lionen Mark Preußiſche konſolidierte
Staatsanleihen, beide vierprozentig und bis zum
1. April 1918 unkündbar. Die Beteiligung des Reiches
dient lediglich der Abſicht, einen Teil der im Jahre 1912
fälligen vierprozentigen Schatzanweiſungen im
Geſamt=
betrage von 240 Millionen Mark bar einzulöſen, ſodaß es
ſich nicht um eine Vermehrung der Reichsſchuld handelt.
Die preußiſche Anleihe iſt für werbende Zwecke beſtimmt,
beſonders für die Eiſenbahn zur Schaffung von
Mate=
rialien uſw. Die öffentliche Zeichnung findet am 29.
Ja=
nuar 1912 zum Kurſe von 101,40 an den üblichen Stellen
ſtatt. Für Stücke, die unter Sperrung bis zum 15.
Ja=
nuar 1913 in das Reichs= oder Staatsſchuldbuch
einge=
tragen werden, beträgt der Zeichnungspreis 20 Pfennig
weniger.
* Hamburg, 17. Jan. In der heutigen
gemein=
ſamen Sitzung des Aufſichtsrates und
Vor=
ſtandes der Hamburg=Amerika=Linie
wurde der vorläufige Abſchluß für das Geſchäftsjahr
1911 vorgelegt. Es ergibt ſich auf Grund der noch nicht
endgültig feſtgeſtellten Ziffern ein Betriebsgewinn von
rund 43 700000 Mark gegen 39900000 Mark im Vorjahr.
Nach Abzug der Prioritätszinſen uſw. wird ein Betrag
von etwa 40 400000 Mark gegen 36 600000 Mark im
Vor=
jahr zur Verfügung ſtehen. Die Verwaltung ſtellt in
Ausſicht, aus dieſem Betrag eine Dividende von 9 Proz.
gegen 8 Proz. im Vorjahre in Vorſchlag zu bringen,
und ein Saldo von etwa 29000000 Mark den
Abſchrei=
bungskonten, Aſſekuranzreſerven und anderen Reſerven
zuzuführen. Obwohl die Geſellſchaft im verfloſſenen
Jahre rund 30 Millionen Mark für die Verarößerung
der Flotte ausgegeben hat, betrugen die disponiblen
Mittel am 31. Dezember etwa 47 Millionen Mark. Trotz
dieſer ſehr günſtigen Finanzlage der Geſellſchaft hat die
Verwaltung in Ausſicht genommen, der ordentlichen
Generalverſammlung eine Erhöhung des Aktienkapitals
um 25000000 Mark vorzuſchlagen. Sie rechtfertigt dieſe
Maßnahme im Hinblick auf die großen Anforderungen,
die der ſtändia wachſende Verkehr auf allen Linien an
die Leiſtungsfähigkeit der Geſellſchaft ſtellt und beſonders
auch mit Rückſicht auf die bedeutungsvollen Aufgaben,
die ſich der Hamburg-Amerika=Linie nach Vollendung
des Panama=Kanals eröffnen dürften.
Brände.
B. Bingen, 18. Jan. Das Binger katholiſche
Ver=
einshaus, der alte „Mainzer Hof”, iſt in der letzten
Nacht einer Feuersbrunſt zum Opfer gefallen.
Gegen 5 Uhr morgens brach im Dachſtuhl Feuer aus, das
ſich mit großer Schnelligkeit auf den geſamten
Gebäude=
komplex ausdehnte und außerordentlich ſchnell die
ſämt=
lichen Baulichkeiten einäſcherte. Zur Löſchhilfe waren
die Feuerwehren von Bingen, Bingerbrück, Gau=
Alges=
heim, Gaulsheim und Kempten herbeigeeilt, die ſich
ſchließlich nur noch bemühen konnten, ein weiteres
Umſich=
greifen des Feuers zu verhindern. Ein Brandgiebel
ſchützte den angrenzenden, aus lauter engen Gaſſen
be=
ſtehenden Stadtteil Grube vor dem Uebergreifen des
Feuers. Bei den Löſcharbeiten ſtürzte eine große,
ſchwere mechaniſche Feuerleiter nach vorn in die
Flammen, kurz nachdem ein Feuerwehrmann die Leiter
verlaſſen hatte. Die ausgerückte Sektion vom Roten
Kreuz fand ſofort Arbeit. Ein Feuerwehrmann von
Kempten erlitt durch herabſchlagenden Schiefer
Kopfver=
letzungen. Zwei Feuerwehrleute von Bingen erlitten
Brandverletzungen. Die Löſcharbeiten wurden
durch den ſtarken Froſt ſehr beeinträchtigt. Die
Schlauch=
leitungen froren ein, ebenſo fror das auf die Gebäude
geſpritzte Waſſer in meterlange Eiszapfen ſofort feſt.
Der Feuerwehrmann Kaal iſt vom zweiten Stockwerk
abgeſturzt und ſchwer verletzt liegen geblieben. Er wurde
von der Sanitätskolonne in beſorgniserregendem
Zu=
ſtande in das Hoſpital gebracht, wo er ſeinen
Verletzun=
gen erlegen iſt.
Der „Mainzer Hof” blickt auf eine lange
Vergangenheit zurück. Es war früher ein
merowingi=
ſcher Gerichtshof, dann ein fränkiſcher Salhof und war
erſt vor etwa fünfzehn Jahren den Anforderungen der
Neuzeit entſprechend umgebaut worden; es verfügte über
eine Anzahl ſchöner Räume, darunter mehrere recht
an=
ſehnliche Säle, wie den großen Saal, der der modernſte
Saal in Bingen war. Die große Bibliothek, die
ſich im „Mainzer Hof” befand, iſt verbrannt.
Berück=
ſichtigt man, daß der „Mainzer Hof” eines der älteſten
Bauwerke von Bingen geweſen iſt, deſſen Eigenart auch
beim Umbau ſeine volle Berückſichtigung fand, dann wird
man wiſſen, welche idealen Werte neben den materiellen
ein Raub der Flammen wurden. Der Schaden iſt im
übrigen zum größten Teil durch Verſicherung
ge=
deckt. Wie der Brand entſtanden iſt, darüber weiß man
vorläufig noch nichts Beſtimmtes.
— Berlin, 18. Jan. Das bei Stralau gelegene
Wagendepot der Spreetunnelbahn iſt nachts
nie=
dergebrannt. Acht Wagen ſind mitverbrannt.
* Breslau, 17. Jan. Die Schleſ. Ztg. meldet aus
Myslowitz: Während der Nacht brach in der
Myslo=
witzer Grube der Kattowitzer Aktien=Geſellſchaft auf der
600 Meter=Sohle Feuer aus. Inſolge der ſtarken
Rauchentwickelung ſind vier Bergleute umgekommen.
Ihre Leichen konnten noch während der Nacht geborgen
werden. Es ſind umfaſſende Maßnahmen getroffen
wor=
den, um den Brand zu erſticken und eine Anzahl noch
gefährdeter Bergleute zu retten.
* Danzig, 17. Jan. Geſtern brach im
Gertruden=
hoſpital Feuer aus. Nachdem die Feuerwehr den Brand
gelöſcht hatte, fand man eine 68jährige Hoſpitalitin in
ihrer Stube erſtickt vor. Die Dame veranlaßte jedenfalls
beim Kaffeekochen das Feuer. Ihre Stubennachbarin
wurde bewußtlos ins Krankenhaus gebracht.
* Wien, 17. Jan. Einer Meldung aus Zakopane
zufolge iſt in Neumarkt heute nachmittag auf dem
Ringplatz ein Feuer ausgebrochen, das ſich ſchnell
aus=
breitete und auch die Militär=Munitionsgebäude ergriff.
Die Löſcharbeiten konnten nur vorſichtig vorgenommen
werden, da ſich in den Magazinen Patronen und
Pulver=
vorräte befanden. Es fanden zahlreiche Exploſionen ſtatt,
die in der ganzen Stadt eine große Panik hervorriefen.
Erſt als die Magazine vollkommen ausgebrannt waren,
konnte das Feuer lokaliſiert werden. Die Panik hielt
wäh=
rend der ganzen Nacht an. Das Militär beſchränkte ſich
darauf, das Publikum in entſprechendem Abſtand von
dem Feuer zu halten.
* Liſieur, 17. Jan. Der Packwagen des
Zu=
ges Paris=Cherbourg, der 400 Säcke Zeitungen und
Wert=
briefe für Amerika enthielt, iſt bei Mesnil=Mauger in
Brand geraten. Die Hälfte der Säcke konnte
ge=
borgen werden. Es wird befürchtet, daß ein großer Teil
der Wertbriefe vernichtet worden iſt.
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Beröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktien
Ltnerlet Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Triebwagen=Lokalverkehr der Strecke
Darmſtadt-Langen.
oder Anhalten bereits beſtehender Züge??
Unter den in den letzten Tagen veröffentlichten
Strecken, auf denen vom 1. Februar 1912 ab Triebwagen
verkehren, vermiſſen wir die Strecke Darmſtadt-Langen
um ſo mehr, als die Strecke Langen-Frankfurt ſchon
längere Zeit dieſe Einrichtung hat. Denn wenn ein
bis=
her beſtehender Schülerzug ab 16. April mit Triebwagen
gefahren wird, ſo ſehen wir darin keine Erweiterung des
Lokalverkehrs auf obiger Strecke, die dringend nötig iſt
und ſeit Jahren von verſchiedenen Seiten vergeblich
er=
ſtrebt wurde. Auf keiner Strecke der Heſſiſch=Preußiſchen
Gemeinſchaft werden 14 Kilometer mit vier
Zwiſchen=
ſtationen von Perſonenzügen mit 1.—4. Klaſſe überfahren,
wie dies hier täglich 6mal in jeder Richtung geſchieht —
um dann zwiſchen Langen und Frankfurt auf jeder
Station zu halten. So wird der Vorortverkehr von
Frank=
furt ſichtlich geſteigert und dervon Darmſtadt
gerade=
zu unterbunden, wenn hier Pauſen bis zu 3 Stunden
(8.35 bis 11.32 Uhr) vorhanden ſind, die ſich ohne einen
Pfennig Unkoſten beſeitigen ließen. An dieſer Strecke
wohnen nahezu 15000 Einwohner (Arheilgen 6400,
Wix=
hauſen 1700, Gräfenhauſen 1680, Erzhauſen 1550,
Egels=
bach 3200). Das ſind nicht nur Arbeiter, die morgens und
abends fahren, ſondern Hunderte von Handel= und
Ge=
werbetreibenden, die mit Darmſtadt in Beziehung ſtehen
oder dort in Stellung ſind. Für ſie gerade iſt die
Ver=
beſſerung des Lokalverkehrs eine Exiſtenzfrage. Wir
wün=
ſchen beſcheiden nur das Anhalten von drei der oben
genannten ſechs Perſonenzüge: (ab Darmſtadt 10.15, 11.56
und 8.12 Uhr; ab Langen 9.32, 11.36 und 4.18 Uhr). Der
Verkehrsverein, der jetzt ſo energiſch für die Bahnen nach
Süden wirkt, würde das Intereſſe von Darmſtadt fördern,
wenn er auf dieſen Lokalverkehr der nördlich gelegenen
Gemeinden achtete, der ſonſt mit Eröffnung des neuen
Bahnhofs noch mehr nach Frankfurt abgelenkt wird. Wir
hoffen auch, daß die gewählten Vertreter aus obigen
Ge=
meinden ſich den Fahrplan einmal genauer anſehen und
an zuſtändiger Stelle Abhilfe ſchaffen werden. Gleiches
Recht für alle, auch für die, welche in der Nähe von
Darm=
ſtadt wohnen!
Einer für Viele,
Vermiſchtes.
— Die Haftung des Luftſchiffers. Am
Reichsgericht lag die für Luftſchiffer prinzipielle Frage
vor, ob der Führer eines Luftſchiffes für Schäden, die durch
das letztere ohne eigenes Verſchulden entſtehen, zu haften
hat. Aufgeworfen wurde die Frage durch Klage eines bei
dem Echterdinger Unfall Zeppelins am 5. Auguſt 1908
ver=
letzten Zuſchauers gegen den Grafen Zeppelin, die aber
zugunſten des letzteren entſchieden wurde. Der Kläger war
in den beiden erſten Inſtanzen abgewieſen worden und
das Reichsgericht beſtätigte die Abweiſung der Klage, da
dem Angeklagten weder wegen der Verankerung des
Luft=
ſchiffes noch hinſichtlich der Abſperrungsmaßregeln ein
Verſchulden nachzuweiſen ſei. Die Anwendung der
ſoge=
nannten Gefährdungshaftung ſei jedoch nur in dem
geſetz=
lich geregelten Falle möglich und ſo müſſe mangels
ein=
ſchlägiger Vorſchriften eine Haftung des Beklagten für den
Unfall des Klägers abgelehnt werden.
Seite C.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Nummer 16.
Literariſches.
— Einen wertvollen Berater für alle ſtändigen oder
ge=
legentlichen Inſerenten hat die bekannte Annoncen=
Expedition Invalidendank, Berlin W., ſoeben
mit ihrem Zeitungskatalog pro 1912 herausgegeben.
Das vornehm ausgeſtattete und dabei handliche Werk führt
in zuverläſſiger, überſichtlicher Reihenfolge faſt ſämtliche
Tage zeitungen, illuſtrierte Blätter und Fachzeitſchriften
der Welt auf, ſodaß es jedem, der in die Lage kommt, zu
in=
ſerieren, an Hand dieſes Kataloges möglich iſt, ſich ſchnell
und ſicher zu orientieren. Die wohltätigen, gemeinnützigen
Beſtrebungen des Invalidendank ſind bereits allgemein
be=
kannt, ebenſo auch, daß Se. Kaiſerl. und Kgl. Hoheit der
Kronprinz das Protektorat über dieſen Verein
übernom=
men hat. Die Verſendung des Kataloges an Inſerenten
erfolgt gratis und franko von der Zentrale des
Invaliden=
dank in Berlin W. 8, oder von einer der nächſten
Ge=
ſchäftsſtellen.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Ein italieniſch=franzöſiſcher
Zwiſchenfall.
* Der franzöſiſche Dampfer „Carthage” der
den Poſtdienſt von Marſeille nach Tunis verſieht, iſt auf
hoher See von italieniſchen Torpedobooten
angehalten und nach Cagliari gebracht worden. Die
„Carthage” hatte einen Aeroplan des Fliegers Luval und
Teile eines Aeroplans des Fliegers Obre geladen. Die
ktalieniſchen Behörden, die Aeroplane als Kontrebande
betrachten, haben den Aeroplan ausgeladen. Luval und
Obre, die bereits in Tunis angekommen ſind, haben beim
Generalreſidenten Beſchwerde erhoben. Wie der Kapitän
meldet, befand ſich das Schiff am Dienstag früh 6 Uhr
ungefähr 17 Meilen von der Küſte Sardiniens außerharlb
der italieniſchen Gewäſſer, als ein italieniſches
Torpedo=
boot einen blinden Kanonenſchuß abfeuerte und die „
Car=
thage” zum Halten brachte, die darauf nach Cagliari
fah=
ren mußte, wo ſie mit Beſchlag belegt wurde.
In der Angelegenheit des gekaperten Poſtdampfers
„Carthage” erklärte die Kompagnie Transatlantique
mehreren Berichterſtattern, falls nicht von einem
Ab=
ſender eine falſche Deklaration gemacht wurde, wofür die
Geſellſchaft keine Verantwortung tragen könnte, ſei an
Bord des Dampfers keinerlei
Kriegskontre=
bande geweſen; keineswegs aber hätten ſich
Maſchinen=
gewehre an Bord befunden. Aus Rom wird gemeldet,
der Befehlshaber der italieniſchen Torpedoboote habe den
Kapitän der „Carthage” zunächſt aufgefordert, ihm den
Aeroplan auszuliefern, das Schiff würde dann die Fahrt
fortſetzen können. Der Kapitän weigerte ſich jedoch, dieſer
Forderung nachzukommen. Es heißt, die italieniſchen
Behörden hätten Beweiſe dafür, daß der Aeroplan in
Wirklichkeit für das türkiſche Lager in Tripolis beſtimmt
war.
* Paris, 17. Jan. Alle in Paris weilenden
Bot=
ſchafter wohnten dem erſten diplomatiſchen Empfang des
Miniſterpräſidenten bei. Der italieniſche
Bot=
ſchafter benutzte die Gelegenheit, mit Poincaré über
den „Carthage”=Zwiſchenfall zu ſprechen. Beide
Regierungen beabſichtigen, den Zwiſchenfall in
freund=
ſchaftlichſtem Geiſte zu erledigen. Die Unterhandlungen
finden in Rom ſtatt. Man verſichert, Poincaré habe ſich
veranlaßt geſehen, gegenüber dem italieniſchen
Stand=
punkte ernſte Vorbehalte zu machen.
* Paris, 18. Jan. Miniſterpräſident Poincaré
hatte mit den Rechtsbeiſtänden des Quai d’Orſay Renaut
und Weiß eine lange Unterredung über die
Beſchlag=
nahme des Poſtdampfers „Carthage” durch
die Italiener. Wie aus Rom gemeldet wird, erklärte der
dortige franzöſiſche Geſchäftsträger dem Miniſter des
Auswärtigen San Giuliano, daß die franzöſiſche
Regier=
ung alle Vorbehalte betr. der Wegnahme der „Carthage‟
mache und fügte hinzu, daß Frankreich eine raſche
Auf=
hebung der Beſchlagnahme als ein Zeichen
freundſchaft=
licher Geſinnung anſehen würde. — Mehrere hieſige
Zei=
tungen ſprechen ihr lebhaftes Bedauern über den Vorfall
und gleichzeitig die Hoffnung aus, daß er bald geregelt
werde. In einer anſcheinend offiziöſen Note wird
be=
merkt, als die italieniſchen Behörden den Verdacht
heg=
ten, daß ein franzöſiſches Schiff ſich mit Kriegskontrebande
efaſſen könnte, hätten ſie die franzöſiſche Regierung
ver=
ſſtändigen ſollen, die ſich gewiß beeilt hätte, die Sache zu
regeln.
* Paris, 18. Jan. Die Flieger Duval, Obre und
Carnus richteten aus Tunis an das franzöſiſche
Miniſterium des Aeußern das Erſuchen, bei der
italieniſchen Regierung energiſch einzuſchreiten,
um die ſofortige Rückerſtattung der an Bord der „
Car=
thage” beſchlagnahmten Flugzeuge zu erlangen. In einem
an ein hieſiges Blatt gerichteten Telegramm erheben die
Flieger in ſchärfſten Worten Einſpruch gegen das
völ=
kerrechtswidrige Vorgehen der italieniſchen
Behörden und erklären, daß ſie lediglich Schauflüge
ver=
anſtalten und weder für die Dienſte der Türken noch der
Italiener zu haben ſeien, und daß ſie von der italieniſchen
Regierung Schadenerſatz beanſpruchten. Wie aus Tunis
gemeldet wird, iſt die durch den Vorfall unter der
fran=
zöſiſchen und der eingeborenen Bevölkerung verurſachte
Erregung andauernd ſehr heftig. Militärpatrouillen
ziehen durch die Straßen, um Ruheſtörungen vorzubeugen.
Die Revolution in China.
* Peking, 17. Jan. Ein Offizier und ein Soldat,
die bei dem Bombenanſchlag auf Juanſchikai
verwundet wurden, ſind ihren Verletzungen erlegen. Der
Zuſtand von ſechs anderen Soldaten iſt bedenklich. Vierzig
verdächtige Perſonen ſind verhaftet worden.
* Peking, 17. Jan. In den Provinzen Schanſi,
Schenſi und Honan herrſcht völlige Anarchie. Unter
den 10000 Menſchen, die in Sianfu niedergemetzelt
wur=
den, befinden ſich auch die Kinder der Miſſionsſchule.
H. B. Peking, 18. Jan. Der Polizei iſt es
gelun=
gen, noch weitere Teilnehmer an dem Anſchlage auf
Juanſchikai feſtzunehmen. Dieſe hatten auf der
Straße, die Juanſchikai paſſieren mußte, von einer Seite
zur anderen Drähte geſpannt, die jedoch von der
vor=
ausgeſchickten Polizeieskorte bemerkt wurden. Kurz
nach=
dem die Poliziſten die Drähte durchſchnitten und den
Weg freigelegt hatten, wurden drei Bomben geworfen.
Die eine erplodierte nicht, die zweite richtete kein
Un=
heil an, während die dritte, die direkt gegen Juanſchikai
geſchleudert wurde, den Tod von mehreren Poliziſten
der Eskorte, ſowie von vier Privatperſonen zur Folge
hatte. Unter den Getöteten befinden ſich auch Frauen.
* Schanghai, 18. Jan. Ein Telegramm aus
Peking erklärt, daß die
Friedensverhand=
lungen ſich ihrem Abſchluß nähern. Die
Mandſchuprinzen ſeien bereit, die Bedinaungen der
Re=
publikaner anzuerkennen.
* Mukden, 17. Jan. Der Mongolenfürſt Darchevan
beſuchte den Generalgouverneur der Provinz Mukden und
erklärte ihm, die Fürſten der Südmongolei würden der
Unabhängigkeitserklärung der
Nordmon=
golei nur beitreten, wenn die Mandſchudynaſtie geſtürzt
werde.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 18. Jan. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Aus einer hieſigen Korreſpondenz iſt die Nachricht in viele
Zeitungen übergegangen, nach der dem neuen Reichstag
gleich nach dem Beginn ſeiner Arbeiten ein Entwurf
zum Schutze der Arbeitswilligen gegen den
Terrorismus der Streikenden vorgelegt werden ſoll.
Da=
mit ſolle gewiſſermaßen die Probe auf das Exempel
ge=
macht werden, ob im Reichstag eine Mehrheit für
natio=
nale Fragen zu finden iſt. Demgegenüber haben wir
feſt=
zuſtellen, daß ſich der Reichskanzler in der
Reichstags=
ſitzung vom 10. Dezember dahin ausgeſprochen hat, daß
nach ſeiner und der Allgemeinheit Ueberzeugung die
be=
ſtehenden Geſetze bei energiſcher Anwendung genügen,
um die perſönliche Freiheit des Staatsbürgers zu ſchützen.
Auch am 13. Dezember hat Staatsminiſter Delbrück auf
eine Anfrage des Abg. Frank=Mannheim auf die erwähnte
Rede des Reichskanzlers hingewieſen und ausdrücklich
be=
ſtätigt, daß ein Ausnahmegeſetz nicht
beabſich=
tigt ſei. Wie wir hören, iſt eine Aenderung in
dieſen Anſichten nicht eingetreten.
* Pforzheim, 18. Jan. Die Goldwarenfabrik von
Köhler und Wendis in Mühlhauſen an der Würm iſt
heute infolge einer Gasexploſion vollſtändig
niedergebrannt. Der Schaden beträgt etwa
200000 Mark.
* London, 18. Jan. Die Times meldet aus
To=
ronto (Kanada): Der Vizepräſident der Canadian
Pacific Railway kündigt an, daß im laufenden Jahre 20
Millionen Dollars zur Verbeſſerung des
Bahn=
ſyſtems weſtlich der großen Seen aufgewendet
wer=
den ſollen. Die Hauptſtrecke ſoll in allen verkehrsreichen
Bezirken ein zweites Gleis erhalten. Ferner ſollen
meh=
rere Seitenlinien gebaut werden.
* Waſhington, 18. Jan. Der Marineſekretär
befür=
wortete im Kongreßkomitee den Bau von 22
Vorrats=
ſchiffen für den Panamakanal, den die Flotte
regelmäßig zu Manöverzwecken durchfahren ſoll.
— Berlin, 18. Jan. Geſtern nachmittag ſind der
Re=
ferendar Dr. Georg Heym und cand. jur. Ernſt Balcke
beim Schlittſchuhlaufen auf dem Wannſee in der Nähe
von Schwanenwerder eingebrochen und
er=
trunken.
— Köln, 18. Jan. Beim Reinigen der Kanäle der
Blechwalzwerke kamen drei Arbeiter durch giftige
Gaſe um. Zwei weitere konnten gerettet werden.
H. B. Rom, 18. Jan. Zu der Ankündigung, daß der
deutſche Staatsſekretär v. Kiderlen=
Wäch=
ter in Rom mit dem italieniſchen Miniſter des Aeußern,
di San Giuliano, zuſammentreffen werde, ſchreibt das
Journal d’Italia anſcheinend offiziös: Herr von
Kider=
len=Wächter kommt nicht, um über die Erneuerung
des Dreibundes zu verhandeln. Er werde aber
trotz des kurzen Aufenthaltes in Rom reichlich
Gelegen=
heit zu der Wahrnehmung finden, daß ein engerer
An=
ſchluß der Verbündeten an Italien erwünſcht wäre.
— Petersburg, 18. Jan. In der Hofoper ſtürzte
während der Probe von Triſtan und Iſolde die Brücke
zuſammen, auf der ſich der Hofopernſänger Sibirickoff
und 18 Choriſten befanden. Sibirickoff erlitt eine
Ge=
hirnerſchütterung, ein Choriſt wurde lebensgefährlich, die
anderen leicht verletzt.
Infektions=Krankheiten. Die Erreger von Typhus,
Diphtheritis uſw., die Bakterien, nehmen ihren Weg zu
einem ſehr hohen Drozentſatz durch die Mundhöhle. Sie
etzen ſich an den Zähnen und Schleimhäuten der Mundhöhle
feſt und dringen von hier aus in das Innere des
menſch=
lichen Organismus ein, um ihr Vernichtungs= und
Zer=
ſtörungswerk auszuüben. Tägliches, zweimaliges Duhen der 4
Zähne mit Kosmodont=Zahnereme mit aktivem Sauerſtoffs
(Tube 60 Pf.) vernichtet dank den hohen desinfizierenden
Eigenſchaften des Sauerſtoffes alle feindlichen Bakterien,
ohne die zarken Schleimhäute anzugreifen, und beugt ſomit
dem Auftreten von Infektionskrankheiten vor. Kosmodont=
Zahnereme mit aktivem Sauerſtoff iſt in allen
ein=
ſchlägigen Geſchäften zu haben. Drobetube gratis durch
die Kolberger Anſtalken für Erterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Vor katarrh sich schützen
ist wichtiger, als ihn vertreiben und leichter dazu;
denn es genügt, bei drohender Erkältung, rauhem
Hals u. dergl. ein paar der bekannten Wybert-
Tabletten zu nehmen, die dem Hals so wohl tun,
die Verschleimung beheben und die Stimme frei und
klar machen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken
und Drogerien 1 Mark.
(2080M
Jedes Zimmer
Mk. 2.50 inkl. Frühstück, Elektr. Licht, Heizung.
Hotel-Restaurant Darmstädter Hof.
(795a
Aus dem Geſchäftsiebeit
Die erſte Rückverſicherung bei der
Miet=
verluſtverſicherung. Der Allgemeine Deutſche
Mietverſicherungs=Verein a. G. zu Berlin hat in dieſen
Tagen mtt der Süddeutſchen Rückverſicherungs=Aktien=
Geſellſchaft in München ein Abkommen getroffen, wonach
die Süddeutſche Rückverſicherungs=Aktien=Geſellſchaft die
Mitglieder des Allgemeinen Deutſchen Mietverſicherungs=
Vereins a. G. gegen die Nachſchußpflicht verſichert. Es
iſt erfreulich, daß ſich nunmehr auch die größeren
Ver=
ſicherungskonzerne — wenn auch nur indirekt — an der
brennenden Frage der Mietverluſtverſicherung beteiligen.
Die Schönheit der Frauen iſt ihr größter Schmuck;
ſie zu pflegen und zu erhalten, erfordert die höchſte
Kunſt der Kosmetik. Leichners Fettpuder,
Leichners Hermelin= und Aspaſia=Puder,
gehören zu den Toilettenmitteln der feinen Damenwelt.
Damen, welche gewöhnt ſind, Crème anzuwenden,
be=
dienen ſich Leichners Bananen=Créme. Man
verlange „Leichners Fettpuder” der in geſchloſſenen
Doſen in der Fabrik, Berlin SW., Schützenſtraße 31, und
in allen Parfumerien erhältlich iſt.
CARMOLTUTWOHl.
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapotheke.
Karmelitergeist
(1313
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht, daß heute vormittag 11 Uhr meine
innigſtgeliebte Frau, meine Tochter, unſere
(2107
Schweſter und Schwägerin
Kätchen Heß
geb. Merz
nach langem, ſchwerem Leiden, verſehen mit
den heil. Sterbeſakramenten, ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Heß, Friedrichſtraße 9,
L. Merz Witwe,
Familie Dr. Louis Merz,
„ L. Appel.
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des Friedhofes
aus, ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Danksagung.
Für die uns erwiesene herzliche
Teilnahme an unserem schweren
Ver-
luste sagen wir hiermit aufrichtigen
Dank.
(2092
Frau K. Michel,
Hans Michel,
Albert Michel,
Toni Michel.
Darmstadt, 18. Januar 1912.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 19. Januar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr — Min.
Samstag, den 20. Januar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr
55 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 20. Januar:
Vorabend 4 Uhr 30 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr Sabbatausgang 5 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 21. Januar, an:
Morgens 7 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hochdruckgebiet hat ſich nicht
weſentlich verändert. Die ozeaniſche Depreſſion entſendet
Teiltiefs zu uns, ſo daß wir morgen Zunahme der
Be=
wölkung und einzelne leichte Schneefälle erwarten
dürſen.
Ausſichten für Freitag, den 19. Januar 1912:
Wolkig, leichte Schneefälle, kalt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. A): „Meyers”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Freiherrn v. Wolzogen um 8½¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Vortragsverband).
Wählerverſammlung der Kandidatur Dr. Oſann
um 8½ Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
1. Tarmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Torſtellungen von 3½—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Equitable=Palaſt in New=York, Krönung des Königs
von Siam, Ruinen des römiſchen Kaiſerpalaſtes in
Trier und Lincolns Geburtshaus.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 20. Januar.
Acker= und Hofreite=Verſteigerung (
Liebfrauen=
ſtraße 27) des Edm. Göllnitz um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Seite 7.
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3½ Deutſche Reichsanl.. 91,60
82,30
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
91,60
3½ do. Conſols .
82,25
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,40
94,00
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .101,50
90,25
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
Heſſ. Staatsanleihe . . 100,60
do. do. (unk. 1918) 100,85
90,20
do.
79,70
do.
Sächſiſche Rente . . 82,00
Württembergerv. 1907 101,0)
94,90
do.
Bulgaren=Tabak=Anl. 100,99
Griechen v. 1887 . . 54,00
Italiener Rente .
½ Oeſterr. Silberrente . 93,70
do. Goldrente . . 96,90
do, einheitl. Rente 90,90
Portug. unif. Serie I. 65,10
do. unif. Ser. III 68,00
do. Spezial. 10,40
Rumänier v. 1903 . . 101, 10
do. v. 1890. . 95,20
do, v. 1905. . 91.95
4 Ruſſen v. 1880. 92,10
91,50
4 Ruſſen v. 1902.
100,50
4½ do. v. 1905.
3½ Schweden. . . .
4 Serbieramort. v. 1895 87,30
4 Türk. Admin. v. 1903 85,2:
4 do. unifiz. v. 1903 91,30
4 Ungar. Goldrente . . 92,60
do. Staatsrente . 90,60
Argentinier . . . . . . 101,80
89,70
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe 100,30
95,40
do.
4½
95,60
4½ Japaner
5 Innere Mexikaner 97,90
61,70
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 91,20
5 Gold=Mexikaner . . . 100,50
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
144,00
fahrt .
. 105,70
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,50
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Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 607
Einz. Mk. 40§ 114,25
6 Baltimore & Ohio. . 104,90
Gotthardbahn . . . .
InIri.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 153,75
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,25
6 Pennſylvania R. R. 119,70
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 202,00
3 Werger=Brauerei . . . 75,00
25 Bad. Anil.=u. Sodafbr. 502,00
14 Fabrik Griesheim . . 258,90
27 Farbwerk Höchſt . . . 535,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim
130,00
5 Lahmeyer .
7 Schuckert
.165,75
12 Siemens & Halske. . 243,00
30 Adlerfahrradw. Kleyer 464,00
12 Bochumer Bb. u. Guß 231,25
. 208,25
17 Gelſenkirchen .
.203,00
7 Harpener .
15 Phönix, Bergb. u. Hit=
. 258,25
tenbetrieb . .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 89,30
4 Pfälzer Prt. .
.100,70
do.
92,20
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei 96,50
Oeſterr. Staatsbahn. 104,60
do.
95,80
do. alte . 80,30
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,90
80,75
do.
do.
56½
Raab=Oedenburger. 78,20
89,40
Ruſſ. Südweſt..
A. Koonpr. Rudolfbahn . 96,60
In 1.
73,10
2½ Livorneſer.
73,60
Miſſouri=Vacifie
Bagdadbahn Mk. 408 84,50
5 Anatoliſche Eiſenb.. . 98,00
100,70
5 Tehuantepee
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 173,00
6½ Darmſtädter Bank. . 126,60
12½ Deutſche Bank . . . 267,50
6 Deutſche Vereinsb. 125,30
10 Diskonto=Geſellſchaft 192,00
160,60
8½ Dresdner Bank
6½ Mitteldeut. Kreditbk. 121,90
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,00
130,50
6½ Pfülzer Bank
139,75
6,45 Reichsbank
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 137,50
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
do. S. 19.
30,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Damb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 100,70
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
do.
89,50
31
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99.50
½
do. (unk. 1914) 89,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
9a.80
20.
3½
N P124
3
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
½ d8.
Frau
„ 100,90
3½ da.
96,10
4 Sieha
100,00
3½
90,20
D
99,80
3½ 69.
90,00
4a
100,00
3½
90,30
4
9½ 88.
-
4
-
3½
-
4
-
½
.
90,00
München
100,50
3½ Nauheim
90,00
Nürnberg
100,20
3½ be.
4 Offenbach
-
½ do.
91,30
4 Wiesbal
101.75
3½ ds.
90,50
4 Worms.
99,80
3½ de.
90,00
4 Liſſabenes u. 1886.
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tr. 100
3½ Cöln=Mindner . 100 136,90
5 Donau=Reg. ſi. 100
3 Holl. Lamm, ℳ 100 109,20
Ja Ven
Madrider Fs. 100 80,00
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
137,75
Oeſterr. 1860er Loſe
3 Oldenburger
.127,00
2½ Raab=Grazer ſi. 150 115,50
Unverzinsliche
Anlebensloſe.
Augsburger
ſt. 7 37,40
Braunſchweign Tlr. 20 213,00
Freiburges
Fs. 15
Mailandan
Fs. 45 165,00
da.
Fs. 10 34,80
Meininger
ſt. 7 35,00
Oftercw à 1664 ₰ 100
99. A 1858 ₰ 100 460,00
Ungar. S63a2d „100 372,00
Venedigs
Frs. 30
Türkiſche
„ 400 173,00
Gelg, Sülber und
Banknoten.
Engl. Gopereigns
20,43
20 Frams=Stücke
16,23
Oeſterr. 20=Kronen .
16,90
Amerilaniſche Reten . . . 4, 19½
Engliſche Noten . . . . 20,18
Franzöfiſche Roten . . . . 81,35
volländiſche Noten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterz.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweiger Notes . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonts . . . 5½
Reichsbantsombard Häf 6%
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
aus unserem Kleiderstofflager
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Serie II
im Rest jeder Meter
Serie I
im Rest jeder Meter
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das in Maſchinenſchr. u. Stenogr.,
ſowie in ſämtl. Bureauarbeiten gut
bewandert iſt, ſucht Stellung. Off.
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Tüchtige Schneiderin
ſucht Stellung, event. auch mit ält.
Schneiderin zum Ausgehen, a. wird
Stellung angen., mit der Gelegenh.
z. Ausbild. als Verkäuferin geb. iſt.
Off. unt. C 47 an die Exp. (*1438fo
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Braves Mädchen ſucht
tags=
über Laufdienſt. Zu erfr.
Soder=
ſtraße 40, 2. St. rechts. (*1323df
J. alleinſt Frau ſucht Laufdienſt
Off. unt. C36 an die Exp. (*1409
Aelteres einfaches Mädchen
das lange Jahre einen Haushalt
felbſtändig führte u. gut bürgerl.
kocht, auch leichte Krankenpflege
übern., ſucht tagsüb. Beſchäftigung,
am liebſt. Johannesviertel (*1415
Viktoriaſtr. 98, 3. St., mittl. Tür.
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und Hausarbeit bewandert, ſucht
baldigſt Stelle. Zu erfragen
Lieb=
frauenſtraße 98, 1. St. (2105fs
Mädchen, 19 J. alt, welch.
ſch=
gedient, ſucht Stelle b. beſſ. Herrſch.
W. Schwarz, Mauerstr. 17. (*1457
Junge Dame, die ihren
Haus=
alt aufgel., ſucht tagsüber Stelle
bei einz. Herrn oder Dame. (*1449
Off. u. C51 a. d. Exp.
Männlich
Snaukeurt
mit la Zeugniſſen, ſeither in Berlin
gefahren, ſucht Stellung. Gefl.
Off. u. T. 110 an D. Frenz,
(Fr2082
Wiesbaden.
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20 Mk. einem tüchtigen, fleiß.,
treuen Mann, 31 J. alt, gleich in
w. Beruf, eine Lebensſt. beſ. Näh.
erbitte Fuhrmannſt. 4, I. (*1433
Gewiſſenh., reiler ſtadtk. Mann
(Radf.) ſ. Stell. als Hausb., Ausl.
od. dgl. Kaution kann geſt. werd.
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Näh. in der Exped.
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geſucht. Gehalt 25 M.; vorzuſpr.
v. 6—8 Uhr abends
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Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl.
1. Jahrgang, Heft 1, Januar 1912.
Inhalt: Zur Einführung. — D. Dr. Wilhelm Diehl: Eine Beſchreibung
des Offenbacher Lebens nebſt einem Plan der Stadt aus der Mitte
des 18. Jahrhunderts. — Dr. Hermann Bräuning=Oktavio: Wo iſt Goethes
„Götz von Berlichingen” gedruckt? — Pfarrer Dr. E. Becker: Die
Peſt=
epidemie zu Alsfeld im Jahre 1635.— D. Dr. Wilhelm Diehl: Aus dem
Hausbuch des Amtsverweſers Johann Philipp Lichtenberg. —
Ober=
lehrer und Stadtarchivar Ferdinand Dreher: Wetterauer Wein. — Dr.
Her=
mann Bräuning=Oktavio: Eine Silhouette Friedrichs des Großen. —
Kleinere Mitteilungen: D. Dr. Wilhelm Diehl: Ein gemein Sprichwort
über den Odenwald: „Schlecht wie im Odenwald gemacht”. D. Dr.
Wil=
helm Diehl: Pfarrer als „Goldmacher”. — Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften.
Umfragen. — Nachrichten.
Man abonniert auf die „Heſſiſche Chronik” bei dem Verlag
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Nummer 16.
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will=
kommen! Du lehrſt uns wieder lachen und jung ſein
mit den Jungen, dein Zaubertrank iſt Lethe, in dem die
Sorgen des Alltags verſchwinden und alles Philiſtertum
untergeht! Hätte dich die Menſchheit nicht ſo nötig, ſo
wäreſt du längſt ſchon begraben und vergeſſen, ſtatt dich
Jahrhunderte lang lebensſtrotzender Jugend zu erfreuen.
Du wirſt dich wundern luſtiger Prinz, wie gut du
dies=
mal bei uns empfangen, wirſt, ſeit wir die
über=
raſchende Entdeckung gemacht, daß auch wir das
Zeug zu echter, toller Faſchingsfröhlichkeit
in uns haben. Und dieſe Erkenntnis wird
uns zu mancher originellen Idee, zu
mancher luſtigen Improviſation verhelfen,
die, vom Augenblick geboren, immer
des Erfolges ſicher iſt. Sie lehrt uns, daß
unter Umſtänden ein humoriſtiſches Koſtüm
einem glänzenden, prunkvollen bei weitem
vorzuziehen iſt, weil ohne das komiſche Element
jede Maskerade tot iſt und niemals den
Gipfel überſchäumender Luſtigkeit erreicht.
Man braucht deswegen nicht gleich zu den
draſtiſchſten Koſtümen oder zur Karikatur
zu greifen, oft genügt es ſchon, durch einige
Uebertreibungen oder auffallende
Be=
tonungen gewiſſer Einzelheiten der Maske
einen Stich ins Komiſche zu geben, ohne
daß ſie darunter litte. Mit etwas Geſchmack
wird man bei dieſen Parodieen auch hier
die Grenze zu ziehen wiſſen, die das Komiſche
vom Grotesken trennt. Die beſte
Gelegen=
heit zum Parodieren dürfte beiſpielsweiſe
die verfloſſene enge Mode im Gegenſatz
zur Krinolinenkleidung geben. Wenig bekannt
iſt es ferner, daß ſich iedes einigermaßen
weite oder faltige Koſtüm dadurch in ein
komiſches umwandeln läßt, daß man es
verkehrt anzieht. Daß alſo das, was ſonſt
die Vorderanſicht bildet, auf den Rücken
verlegt wird und der Trä er dadurch als
eine Art Schlangenmenſch erſcheint. Die
einzige Schwierigkeit beſteht in der
Ver=
mummung des Kopfes, bei dem die
Ge=
ſichtsmaske dem Hinterkopfe vorgebunden
wird, während das Geſicht bei den Damen
eine nicht allzu durchſichtige Haube, bei den
Herren eine möglichſt geniale Perücke deckt, die kleine,
von außen kaum wahrnehmbare Oeffnungen für Augen,
Naſe, Mund enthält. Die gewohnten Bewegungen,
die in direktem Widerſpruch zu der rückwärts wandelnden
Figur ſtehen, ſind oft von unbeſchreiblicher Komik.
Dankbar und durchaus nicht langweilig ſind ferner all
die flotten Koſtüme, mit denen Beweglichkeit, Schelmerei
und kleine Pikanterien verbunden ſind, die ſich aber
gerade deshalb nur für zierliche, leichtfüßige Perſönchen
eignen, die das nötige Temperament beſitzen. Die
koketten Colombinen und Pieretten, die verführeriſchen
Teufelinnen, ein neckiſcher Puck, das alles ſind Geſtalten,
die Leben ins Ganze bringen und darum immer
wieder in neuen, pikanten Koſtümen ihre
Un=
ſterblichkeit dartun. Zum Genre dieſer ſchneidig=flotten
Erſcheinungen gehört auch unſer feſcher Jockey Nr. 2518,
der gleichfalls eine gewiſſe Schneid und Verve beſitzen
muß. Aus dunkelblauem und grellgelbem Atlas
hergeſtellt, iſt die vorn durchgeknöpfte Bluſe des Koſtüms
ringsum leicht überhängend, ſonſt aber glatt gehalten.
Eingeſetzte gelbe Streifen geben ihr in Verbindung mit
Modell Nr. 2521.
Modell Nr. 2518.
Modell Nr. 2520.
dem gelben, den Hals freilaſſenden Kragen, das
charak=
teriſtiſche Gepräge. Der kurze, glatte, enge Rock aus
gelber Seide iſt mit ſchwarzen Hufeiſen bemalt, die eine
breite, blaue Seidenblende begrenzt. Eine flotte, in
blau=
gelb gehaltene Jockeymütze, ſowie eine Reitgerte
vervoll=
ſtändigen das kleidſame Koſtüm. Wer weniger lebhaft
veranlagt iſt und ſich ohne Anſtrengung amüſieren will,
dürfte unter den verſchiedenen Volkstrachten manche
An=
regung finden. Auszunehmen wären hier nur die ſtets
mit ſüdlicher Beweglichkeit gepaarten italieniſchen und
ſpaniſchen Trachten, während ſo ziemlich alle anderen
Nationalkoſtüme keine ſonderlichen Anſprüche an das
Temperament ſtellen. Beſonders reizvoll unter dieſen
ſind die farbenprächtigen Hardanger= und Darlekarlier=,
die appetitlichen Holländerinnen= und die originellen
Frieſinnenkoſtüme, die für friſche, kräftige Blondinen
geradezu wie geſchaffen erſcheinen. Den Brünetten ſeien
die durch ihre reichen Stickereien ſo überaus
wirkungs=
vollen bäuerlichen Trachten der Siebenbürgerinnen,
Ser=
binnen, Bulgarinnen und Ruſſinnen empfohlen, an denen ſich
geſchickte Hände, falls nicht echte Stickereien vorhanden ſind,
inſoſern erfolgreich betätigen können, als die
reichen, buntfarbigen Kreuzſtichkanten
ſämt=
lich Handarbeit ſind. Dieſe Trachten dürften
ſpeziell auf Koſtümfeſten, wo derartige feine
Einzelheiten nicht ſo ganz im Gewühl
unter=
gehen, ihre Triumphe feiern. Leichter
her=
zuſtellen, wenn auch nicht weniger
dank=
bar, ſind einzelne deutſche Bauerntrachten,
von denen wir eine Thüringerin im Bilde
veranſchaulichen. Sie trägt einen gereihten
weitfaltigen Rock aus kornblumenblauem
Wollſtoff mit ſchwirzer Sammetblende
(unter dem der Untercock nicht fehlen darf),
über dem eine ſehr weite und faltige am
beſten geblümte Seidenſchürze fällt. Das
knapp ſitzende ſchwarze Tuchleibchen wird
durch ein farbiges ſeidenes Bruſttuch
mit Franſen vervollſtändigt, unter dem die
weißen Hemdärmel zum Vorſchein kommen.
Charakteriſiert wird das nette Koſtüm durch
die kleidſame Flügelhaube, deren
ſchwarz=
ſeidenem Käppchen an jeder Seite je ein
loſe herabfallendes Stück ſchwarze Seide
angeſetzt iſt. Außerdem wird der Kopfputz
durch ſteif abſtehende, breite Seidenſchleifen
mit lang herabflatternden Enden
vervoll=
ſtändigt. Gegen dieſe Unſchuld vom Lande
in ihrer naiv=bäuerlichen Schlichtheit wirkt
das Koſtüm der ſchottiſchen Hochländerin, das
die dritte Abbildung darſtellt, etwas
präten=
tiöſer. Und doch läßt es ſich auch mit
be=
ſcheidenen Mitteln herſtellen, denn der
buntkarierte Wollſtoff, wie das Material zur
Taille ſtellen die übrigen Zutaten keine
großen Anſprüche an den Beutel. Die
Hauptſache iſt und bleibt hier guter Sitz
und eine hübſche Farbenzuſammenſtellung. Zu der
knappſitzenden Samttaille, die Silberknöpfe ſchließen,
buntkarierte Treſſen garnieren und eckige Schoßpatten
unten abſchließen, wird ein kurzer karierter Rock getragen,
der ſeitlich in breite Falten geordnet iſt. Das Typiſche
aber erhält das Koſtüm durch die kleine Schottenmütze
aus ſchwarzem Tuch und buntkariertem Treſſenbeſatz, die
karierten groben Wollſtrümpfe, die die Knie freilaſſen
und die originelle Felltaſche mit den langen ſchwarzen
Haarſchweifen. Und nun friſch in den Kampf und guten
Erfolg allen Faſch ngsideen!
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Golläcker,
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
XIII 140 2631 Acker, am
Pfungſtädter
Weg,
XXXVI 28 975 Wieſe, die
Rudolphs=
wieſe,
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ruſſiſcher Windhund. 2 Spitzhunde, 1 Wolfshund (
zuge=
laufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (2088
Reichstagswahl.
Nachſtehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts bringen wir
zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 17. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen 1912: hier: engere Wahl im 4.
Wahl=
kreis des Großherzogtums.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß, da ſich bei
der erſten Wahl im 4. Wahlkreis des Großherzogtums eine abſolute
Stimmenmehrheit nicht herausgeſtellt hat, gemäß § 12 des
Wahl=
geſetzes vom 31. Mai 1869 eine engere Wahl unter den beiden
höchſtbeſtimmten Kandidaten, den Herren
Landtagsabgeordneten Dr. Oſann zu Darmſtadt
Redakteur Dr. Queſſel zu Darmſtadt,
ſtattzufinden hat.
Unter Bezugnahme auf die §§ 28—31 des Wahlreglements vom
28. Mai 1870 in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. April 1903
wird weiter zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Termin zur
Vornahme der engeren Wahl auf
Montag, den 22. Januar 1912,
feſtgeſetzt iſt, daß die Wahlhandlung vormittags um 10 Uhr beginnt
und nachmittags um 7 Uhr geſchloſſen wird, ſowie, daß alle bei
dieſer engeren Wahl auf andere als die beiden genannten
Kan=
didaten fallenden Stimmen ungültig ſind.
Die in unſerer Bekanntmachung vom 27. Dezember 1911 (
Amts=
verkündigungsblatt Nr. 144) getroffenen Anordnungen bezüglich der
Wahlbezirke, der Wahllokale und der Wahlvorſteher, ſowie deren
Stellvertreter haben auch für die engere Wahl am 22. Januar 1912
Geltung.
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
(2064
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Reichstagswahl.
In Abänderung unſerer Bekanntmachung vom 4. Januar l. J.
bringen wir zur Kenntnis, daß Großh. Kreisamt Darmſtadt im
ſechſten Wahlbezirk der Stadt Darmſtadt an Stelle des verhinderten
Hofgärtners Herrn Heinrich Schneider II. den Leutnant a. D.
Herrn Philipp Gärtner als Wahlvorſteher und an deſſen Stelle als
Stellvertreter den Privatier Herrn Obermeiſter Jakob Weber
be=
ſtellt hat.
(2103
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Ekert.
Lieferung
von Fleiſch — mit Ausnahme des Ochſenfleiſches —, Fleiſchwaren,
Brot, Flaſchenbier, Milch, Butter, Eier, Mehl, Kaffee,
verſchie=
dene Kochviktualien, Seife u. dergl. mehr für das Stadt=
Kranken=
haus während des Verwaltungsjahres vom 1. April 1912 bis
31. März 1913.
Die Lieferung der vorbezeichneten Bedarfsartikel ſoll auf dem
Wege der Verdingung vergeben werden.
Bei allen Artikeln wird erſte Sorte verlangt.
Die Lieferungsbedingungen ſind auf dem Verwaltungsbüro im
Stadt=Krankenhaus, Grafenſtraße 9, einzuſehen. Für die Angebote
ſollen der Einheit wegen beſtimmte Druckformulare verwendet werden.
Sie können auf dem Verwaltungsbüro des Stadt=Krankenhauſes gegen
geringe Vergütung in Empfang genommen werden. Angebote, bei
denen das vorgeſchriebene Formular nicht verwendet iſt, finden keine
Berückſichtigung.
Wir laden diejenigen, die ſich an der Lieferung zu beteiligen
gedenken, ein, ihre verſchloſſenen, mit bezüglicher Aufſchrift verſehenen
Angebote Donnerstag, den 1. Februar I. Js., vormittags zwiſchen
10 und 12 Uhr, im Stadt=Krankenhauſe, Grafenſtraße 9, in dem
am Haupteingange angebrachten Angebotkaſten einzulegen. Die Proben
dagegen ſind auf dem Verwaltungsbüro abzugeben.
Wir weiſen ganz beſonders darauf hin, daß die Proben nicht
mit dem Namen des Einlegers verſehen ſein dürfen, ſondern lediglich
durch ein Zeichen oder Buchſtaben kenntlich gemacht ſein ſollen, welches
Zeichen in dem Angebot ebenfalls genau enthalten ſein muß. Alle
Preiſe ſind (unter Nichtberückſichtigung der ſogenannten Ladenpreiſe)
lediglich per Kilogramm, bezw. per Liter zu ſtellen; nur für die
Brötchen wird Angebot auf den Preis von 3 Pfennig für 50 Gramm
verlangt.
Die Genehmigung der Vergebung, ſowie die Auswahl unter
allen Anbietenden bleibt Großh. Bürgermeiſterei vorbehalten.
Die Krankenhausdirektion:
Dr. Fiſcher.
(2072a
Brennholz=Verſteigerung Nr. 7.
(Stadtwald.)
Montag, den 22. und Dienstag, den 23. I. Mts.,
jedesmal vormittags 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus Abtrieb und
Durch=
forſtung in dem Diſtrikt Dieterſchlag, Abt. 1 und 2 der Forſtwartei
Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr) verſteigert:
645 rm Buche, 16 rm Eiche,
Scheiter:
263 rm Buche, 48 rm Eiche,
Knüppel:
11 rm Eiche,
Reiſigknüppel:
Reiſig (Wellen): 687 Buche,
Stöcke (fein) 230 rm Buche.
Das Holz ſitzt größtenteils am Stellweg, der Erbacherſtraße
und dem Grenzweg am Spieß mit den laufenden Nummern 89 bis 558.
Am erſten Tag wird bis Nr. 339 (Abtriebsſchlag), am zweiten
das Holz aus der Durchforſtung von Nr. 340 ab verſteigert. Um
vorherige Einſicht wird gebeten.
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Darmſtadt, den 12. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Weißbinderarbeiten.
Die bei Erbauung eines
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niederlagegebäudes am neuen
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terbahnhof vorkommenden
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binderarbeiten ſollen vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
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dingungenliegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 18. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(1485df
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Bekanntmachung.
Freitag, den 2. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Friedrich Edmund
Göllnitz dahier und deſſen Kindern
zugeſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 569/10 219 Hofreite
Eck=
hardtſtraße
Nr. 8,
IV 570%,, 53 Grabgarten
Gardiſten=
ſtraße,
IV 569 %10.
33 Bauplatz
Eck=
hardtſtraße,
IV 590 33=Bauplatz
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
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Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
ann erfolgen, wenn das eingelegte
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reicht.
Darmſtadt, 14. Dezember 1911.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (D25400,28
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Freitag, den 16. Februar 1912,
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Ge=
markung Beſſungen gelegenen
Grundſtücke:
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, 2. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz.
(V744
ur noch 5 Tage
dauert der Zigarren-Konkurs-Ausverkauf
im Laden Ernst-Ludwigstrasse 3
zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
Der Konkursverwalter.
59P)
Bekanntmachung.
Freitag, 9. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Techniker Friedrich
Heyl dahier zugeſchriebenen
Immo=
bilien:
Flur Nr. qm
27 60//10 322 Hofreite Frank=
27 63¼/10 1068 Grab=
furter=
ſtraße
garten) Nr. 128,
27 63¾/10 1853 Hofreite
Frank=
furterſtr. Nr. 130
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K111/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nichtentgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2065
Bekanntmachung.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Nr.
Flur
IV 35400/100 318/0 Hofreite
Liebfrauen=
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K5/12
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgerichts Darmſtadt I
Müller. (V2068
Bekanntmachung.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Hein=
rich Jacoby VIII. dahier
gehöri=
gen Immobilien:
Flur Nr. qm
324/10 232 Hofreite
Luiſenſtr
32//10 233 Hofreite
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K141/11
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2086
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
(637a
P. P.
Hierdurch beehre ich mich ergebenſt anzuzeigen, daß
ich mich als
(1482a
Bücher=Reviſor und
kaufm. Sachverſtändiger
in Darmſtadt niedergelaſſen habe.
Ich werde mich ſpeziell befaſſen mit:
1. Neueinrichtung von Buchführungen und Uebernahme
der laufenden Führung von Geſchäftsbüchern,
2. Prüfung und Aufſtellung von Bilanzen und
Ab=
ſchluß der Geheimbücher,
3. Reviſionen von Geſchäftsbüchern und Kaſſen,
4. Geheimer oder nicht geheimer Ueberwachung aller
Buchhaltungsſyſteme,
5. Unterricht in Buchführung und allen Handelsfächern.
Ich ſichere unter Beobachtung ſtrengſter Diskretion
ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung aller Aufträge
zu und bitte eintretendenfalls von meinem Anerbieten
Gebrauch zu machen
Hans Mohwinkel, Bücher-Revisor
17 Wilhelminenstrasse 17.
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Darmſtadt, Mühlſtraße 33.
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Branſebäder, Heißluft=, Dampf=,
Maſſage= u. Duſchbäder,
Elek=
triſchlichtbäder u.
Kohlenſäure=
bäder. — Die Anſtalt iſt zurzeit
geöffnet vorm. von 8—1½ Uhr und
achm. von 3—8½ Uhr. (858a
Die Verwaltung.
Bekanntmachung.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr.
I 31
730 Hofreite
Luiſenſtr.,
I 32¼10 157 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K1/12
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2067
Bekanntmachung.
Peter Heißt in Eberſtadt
be=
treibt daſelbſt eine Buchdruckerei
mit Zeitungsverlag unter der
Firma „Neue Eberſtädter
Zei=
tung” Peter Heißt”
Eintrag in das Handelsregiſter
(2109
ſt heute erfolgt.
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter B
wurde heute eingetragen:
Die Firma Karl Ax, G. m. b. H.
in Burg (Dillkreis), hat ihre
Haupt=
niederlaſſung nach Arheilgen bei
Darmſtadt, und ihre
Zweignieder=
laſſung von Arheilgen nach Burg
verlegt. Die beiden ſeitherigen
Geſchäftsführer, Jean Wagner
und Rudolf Grimm, ſind als
Ge=
ſchäftsführer zurückgetreten, an
ihrer Stelle hat Ingenieur Otto
Mayer in Darmſtadt die
Geſchäfts=
führung übernommen. (2111
Darmſtadt, 15. Januar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Schwellen=Verkauf.
Am Montag, den 22. Januar
ds. Js., vormittags 9½ Uhr,
werden am Uebergang der
Pal=
laswieſenſtraße auf
BahnhofDarm=
ſtadt etwa 70 Loſe für
Eiſenbahn=
zwecke unbr. hölz. Bahn= und
40 Loſe Weichenſchwellen öffentlich
meiſtbietend verſteigert. Die
Be=
dingungen liegen bei der
Bahn=
meiſterei 55 in Darmſtadt zur
Einſicht offen und werden vor
der Verſteigerung bekannt gegeben.
Unter den zur Verſteigerung
kom=
menden Schwellen befinden ſich
eine größere Anzahl, die ſich zu
Einfriedigungs=Pfoſten ꝛc. noch
ignen.
(31960
Gr. Eiſenbahn=Betriebsamt 1.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Nummer 16.
Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
28
Yvonne war natürlich miteingeladen. Sie war ein
wenig ſchüchtern, was ihr reizend ſtand, und ein wenig
ängſtlich vor den manchmal etwas derben Späßen der
Herren, auf die ſie nicht ſo ſchlagfertig wie Konſtanze
ant=
worten konnte.
Unbemerkt ſchlüpfte ſie nach dem Eſſen in den Garten.
Die Gäſte ſtanden oder ſaßen in Gruppen im Salon oder
in der Diele. Sie atmete auf, der heißen, raucherfüllten
Luft drinnen entrückt zu ſein. Da auf einmal ſtand Lothar
neben ihr, ein Tuch in der Hand.
Sie werden ſich erkälten, Fräulein Legène! Welcher
Leichtſinn, ſich der kühlen Abendluft ſo ſchutzlos
auszu=
ſetzen! ſagte er vorwurfsvoll und legte ihr, trotz ihres
Sträubens, das Plaid über die Schultern.
Es iſt Ihnen drinnen wohl zu laut? Liebevoll ſah er
ſie dabei an.
Ich bin es nicht gewöhnt! entgegnete ſie leiſe.
Nun ja, es ſind Gutsnachbarn aus dem nahen Dorfe.
Als alten Freunden meines Vaters bin ich ihnen die
Ein=
ladung ſchuldig, weil ich die Verbindung mit ihnen doch
nicht gering anſchlagen darf und ich auch nicht will, abgleich
ich für meine Perſon froh bin, daß Steinhagen nicht im
T. fe liegt. Man hat immerhin noch eine gute
Viertel=
ſtunde zu gehen; es iſt ein ſchöner Weg dahin. Wenn
Sie einmal wiederkommen, führe ich Sie nach dem Dorfe
und ins Pfarrhaus, in denen liebe Leute wohnen!
Gefällt Ihnen Steinhagen eigentlich?
Oh, ſo ſehr! Hier muß man ſich ja wohlfühlen. Hier
iſt Ruhe, Frieden, Schönheit!
Ja, mein Steinhagen über alles! Und ich hänge ja
doppelt daran, weil ich es mit ſo unendlicher Mühe
da=
hin gebracht habe, wo es jetzt ſteht. Schwere, ſorgenvolle
Jahre habe ich hinter mir, die mir das Haar vorzeitig
grau gemacht haben. Und immer meinen Verpflichtungen
und den Anforderungen an mich nachzukommen, das war
nicht leicht!
Kommen Sie nur recht oft mit meiner Schweſter her;
die Landluft ſchadet Ihnen gar nichts, ſie macht rote
Wangen.
Sie ſind ſo gut zu mir, Herr von Steinhagen. Wenn
man damit nicht verwöhnt iſt, empfindet man ſolche Güte
doppelt!
Groß ſchlug ſie die Augen zu ihm auf, und ihm
wurde unter ihrem unſchuldigen Kinderblick ſeltſam warm.
Er wollte etwas darauf erwidern, hielt ſich aber zurück
und ſagte dann: Sie tun mir leid, ſo jung noch und ſchon
ſe Schweres erſchen un das Schbeiſt, uns einen
Man=
ſchen treffen kann — das Elternhaus als Kind ſchon
ent=
behren zu müſſen!
Ja, meine Kindheit war freudlos und ohne Sonne!
Doch, ich bin ja geſund, habe eiwas gelernt — und finde
mein Fortkommen ſchon in der Wolt.
Und ſoll das immer ſo weitergehen, von Haus zu
Haus? Haben Sie denn gar keine Verwandte von Vater
und Mutter, bei denen Sie ſein könnten?
Ein harter Zug grub ſich um ihren lieblichen Mund.
Und da bemerkte er wieder ein Zögern, ehe ſie mit feſter
Stimme erwiderte: Nein, Herr von Steinhagen, ich habe
niemand, keinen Menſchen. Ich ſtehe ganz allein in der Welt.
Ob er ihr das glauben durfte? Es mußten
ſchwer=
wiegende Gründe ſein, die ſie darüber ſchweigen ließen.
Doppelt traurig dann für ſie.
Armes, liebes Kind!
Er hatte es ſchon einmal zu ihr geſagt, als ſie ſich
kennen lernten — aber doch nicht ſo wie jetzt — und er
hatte dabei auch nicht nach ihrer Hand gefaßt, die jetzt wie
ein ſcheues, kleines, zitterndes Vögelchen in ſeiner großen
Männerhand lag.
Sie lächelte und blickte zu ihm auf. Da nahm er ihre
Finger und preßte ſeine heißen, zuckenden Liypen darauf
— — und dann war ſie allein!
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(771a
Nummer 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Seite 13.
eee ee
der drohte es, ſtill zu ſtehen. Sie hob ihre Hand, betrachtete
ſie, und ſie legte ihre Lippen auf die Stelle, auf der
vor=
hin ſein Mund geruht. Eine glühende Röte ſchoß dabei
in ihre Wangen; ſcheu blickte ſie ſich um und lief dann
eilig zurück ins Haus.
Von dieſer Zeit war es, als ob ein geheimes
Einver=
ſtändnis zwiſchen ihr und Lothar herrſchte.
Sie wußte — er liebt dich — er iſt dir gut; und das
ließ ihr Herz in voller Freude aufjubeln. Wenn er auch
nicht ſprach, das war gleich — das Glück mußte ja
kom=
men! Der Gedanke an Lutz war ganz ausgelöſcht!
Lothar ließ ſich jetzt ſo oft ſehen, daß es Frau Agathe
auffiel.
Du ſagte ſie zu ihrer Tochter, mir ſcheint, daß Lothar
in die ſchwarzen Augen Mademoiſelles ein wenig zu tief
geſchaut hat.
Das iſt ſeine Sache — iſt mir ſehr egal!
Das darfſt du nicht ſagen. Wenn er ſie nun aber
hei=
raten will? Denke an Steinhagen! Er darf kein
mittel=
loſes Mädchen heimführen! Wie willſt du dein Kapital
ſonſt bekommen, wenn Steinhagen nicht verkauft wird?
Und das=tut er doch auf keinen Fall! Wie hat er ſich
da=
ials, vor acht oder zehn Jahren, dem ſo günſtigen Ange=
* von Fabrikbeſitzer Clemens widerſetzt! Lieber hat er
e Uniform ausgezogen.
Und iſt ein Krautjunker geworden, ein veritabler
Bauer! Ich kenne meinen früher ſo eleganten Bruder
Schwäche für Mademoiſelle zurückzukommen, dann ſchicken
wir ſie einfach fort. Gründe gibt es genug, wenn man
will, ſagte Konſtanze kalt. Sonſt ſtört ſie mich weiter nicht.
Im Gegenteil, ich habe von ihr ganz hübſch gelernt, und
wenn es erſt vollſtändig ſicher iſt, daß wir mit Bethmanns
im Februar nach der Riviera gehen, dann ſollſt du erſt
mei=
nen Feuereifer im Lernen bewundern, mama mia!
Als Lothar an einem der nächſten Tage wieder
vor=
ſprach, fiel es Yvonne auf, wie ernſt, faſt verſtimmt er
war. Zwiſchen ſeinen Augen ſtand eine ſcharfe, ſenkrechte
Falte, und mit einer nervöſen Gebärde ſtrich er ſich den
blonden Bart.
Auch Frau Agathe entging das nicht. Was haſt du,
Lothar, Du biſt ſo verdrießlich!
Allerdings! Doch davon nachher.
Diskret zog ſich Yvonne zurück, und als Lothar mit
den Damen allein war, entnahm er ſeiner Brieftaſche
einige Papiere.
Bitte, möchteſt du mir ſagen, ob das ſeine
Richtig=
keit hat?
Frau Agathe warf einen flüchtigen Blick darauf.
Aller=
dings! Sind die Rechnungen noch nicht bezahlt?
Darüber wundere ich mich auch, daß du — das betonte
er, — daß du dieſe Rechnungen noch nicht bezahlt haſt.
Erlaube, lieber Lothar, das iſt doch nicht meine Sache.
Nicht deine Sache, die Rechnungen deines
Modewaren=
bauſes zu begleichen? Wofür zahle ich euch denn monat=
lich kanſend Mart, und für Konſanze noch era fundert
Mark Taſchengeld?
Ah, du meinſt, unſer Haus hier zu unterhalten, koſtet
nichts?
Nein, dafür habt ihr keine Ausgaben. Ihr wohnt
mietefrei; jede Reparatur zahle ich, ebenſo halte ich euch
den Kutſcher. Außerdem liefert euch Steinhagen genügend
Lebensmittel, ſodaß auch die Ausgaben hierfür nicht in
Betracht kommen können. Das wäre noch ſchöner, wenn
ich nun auch noch für eure Garderobe ſorgen ſoll! Auf
keinen Fall bezahle ich dieſe ſiebenhundert Mark. Es iſt
überhaupt eine wahnwitzige Verſchwendung, die ihr treibt!
ſagte er erregt. Allein für zwei Kleider ſo viel
auszu=
geben, ich begreife das nicht!
Das iſt meine Sache, lieber Lothar. Ich laſſe mir von
dir keine Vorſchriften machen, das verſtehſt du
ein=
fach nicht!
Nein, da haſt du recht; für ſolchen ſinnloſen Luxus
und für ſolch untätiges Leben, wie ihr es führt, habe ich
durchaus kein Verſtändnis.
Ah, verlangſt du etwa, daß wir uns draußen in
Steinhagen vergraben und uns dort nach deinen Begriffen
nützlich machen ſollen, Mama und ich im Kuhſtall und im
Milchkeller? Das wäre wohl ſo dein Ideal! bemerkte
Konſtanze höhniſch. Sie wiegte ſich dabei im
Schaukel=
ſtuhl und betrachtete angelegentlich ihre wohlgepflegte
Fingernägel.
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Zentrumswähler des Wahlkreiſes Darmſtadt-Groß=Gerau.
Bei der bevorſtehenden Stichwahl handelt es ſich darum, ob
unſer Wahlkreis während der nächſten 5 Jahre einen Anhänger der
internationalen Sozialdemokratie oder einen Vertreter des
Bürger=
tums in den Reichstag ſenden ſoll. Bei dieſer Sachlage kann unſer
Entſchluß nicht zweiſelhaft ſein, zumal es bereits feſtſteht, daß die
bürgerlichen Parteien faſt ausnahmslos ſich in den Stichwahlen
unterſtützen werden.
Zentrumswähler! Wir fordern Euch auf, am nächſten
Montag einmütig Euere Stimme abzugeben für
Herrn
Keine Stimme dem Sozialdemokraten! Alle Mann an
Bord für den bürgerlichen Kandidaten!
Das Bezirkskomitee der Zentrumspartei
für Darmſtadt-Groß=Gerau.
2091)
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
Nummer 16.
Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Montag, den 22. Januar 1912, abends 7 Uhr,
Im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5):
Beethoven-Abend
des
Pariser Capet-Quartetts
der Herren Lucien Capet (I. Violine), Maurice Hewitt
(II. Violine), Henri Casadesus (Viola) und Marcel Casadesus
(Violoneelle),
Programm: Streichquartette op. 18. Nr. 6 B-dur, op. 74 Es-dur
und op. 131 Cis-moll von Ludwig van Beethoven.
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitze zu 5 Mk.
and 4 Mk., Saal zu 3 Mk., Vorsaal zu 1.50 Mk., Galerie zu 1.50 Mk.,
Stehplätze im Saal zu 1 Mk., Studentenkarten zu 1 Mk. und
Schülerkarten zu 50 Pfg. bei Leopold Schutter, im Verkehrsbureau
und abends an der Kasse. — Beitrittserklärungen für das am
1. Januar begonnene neue Vereinsjahr, die noch vor dem obigen
Konzerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der
Jahresbeitrag beträgt 12 Mk.
(2086
Der Vorstand.
ie Krier
OrVer
erein für Verbreitung von Volkshildung.
Mittwoch. den 24. Januar wird als Volksrorstellung
im Großh. Hoftheater wiederholt „Glaube und Heimat‟ gegeben
Wir bitten unsere Mitglieder den Bedarf an Karten umgehend
zu bestellen.
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95. Abonnem.=Vorſtellung. A 25.
Meyers.
Schwank in 3 Akten von Fritz
Friedmann=Frederich.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Jacques Meyer . Hr. Schneider
Moritz Meyer. . Hr. Jordan
Roſalie, g. Meyer Fr. Scherbarth
Gerda, 1 beider . Frl. Meißner
Fritz, Kinder . Hr. Weiß
Geheimrat Jacob
Meyer
. . Hr. Lehrmann
Wilh. Streſemann Hr. Heinz
Sophie Charlotte,
geb. Freiin v. d.
Küche
Edith, beid. Tocht. Frl. Gothe
Kugeleit, Gutsbeſ. Hr. Hacker
Amalie, ſ. Frau . Fr. Rudolph
Valli, beid. Tocht. Frl. Uttmann
Momber, Gutsbeſ. Hr. Peterſen
Dr. Bauer, Rechts=
. Hr. Weſtermann
anwalt
Chevalier Céſarde
la Roche . . Hr. Jürgas
Chevalier Erneſte
de la Roche . . Hr. Wagner
Aurore, ſ. Frau . Frl. Grünberg
Ottomar Held . Hr. Knispel
Lola Menotti . . Frl. Reibold
Paul, Diener bei
Jacques Meyer. Hr. Semler
Heinrich, Diener
bei Streſemann . Hr. Jungmann
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
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4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
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Montag, 22. Jan. 97. Ab.=V.
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Dienstag, 23. Jan. 98. Ab.=V.
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Nummer 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
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Die politiſche Lage.
Redner: LandtagsabgeordneterDr. Osann.
Zu dieſer Verſammlung ſind alle Wähler
freund=
lichſt eingeladen.
Der Wahlausſchuß der nationalliberalen
Partei für den Wahlkreis Darmſtadt=
2012df)
Groß=Geran.
Dr. Ubahn!
Jetzt naht die Eutſcheidung!
Die Wählerſchaft hat zwiſchen dem Vertreter
des Bürgertums
D Coai
und dem Sozialdemokraten zu entſcheiden.
Welchem Bürger fällt da die Wahl ſchwer?
Er kann und darf ſich nur für den bürgerlichen
Kandidaten entſcheiden.
Darum wählt alle
Dr. Jeann
Der Wahlansſchuß der nat.=lb. Partei
des Wahlkreiſes Darmſtadt=Groß=Gerau.
2027
Aurfur
an die Lehrerſchaft des Wahlkreiſes
Es iſt und bleibt uns eine ernste und hehre
Pflicht, die uns anvertraute Jugend zu erziehen zur
Vater=
landsliebe, ſie zu begeiſtern für Deutſchlands Ehre, Macht
und Größe.
Zeigen wir, daß wir das, was wir lehren, ſtets in Einklang
bringen mit dem, was wir tun und vereinigen wir am
22. Januar unſere Stimmen bis auf den letzten Mann mit
allen vaterländiſch geſinnten Wählern auf
den Dbargerlichen Randldaten!
Bedenke jeder, ein wie edles Staatsbürgerrecht das
Wahlrecht iſt, das auszuüben in den Wirrniſſen der Zeit
geradezu zur Pflicht wird, wenn es gilt einem Manne wie
Dr. Osann
(2104
zum Siege zu verhelfen.
Auf die Schanzen! In die Reihen! Es gilt dem Vaterland!
Eine Vereinigung von Darmstädter Lehrern.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1912.
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