Darmstädter Tagblatt 1912


02. Januar 1912

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Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monat! 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
(Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblattdes Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

175. Jahrgang des Tagblats

** Das Leben des Menſchen währet nur 7, wenn
es hoch kommt, 80 Jahre. Des Menſchen Werkt, wenn
ſie von Beſtand ſind, überdauern viele Leben und wenn
der Menſch im Greiſenalter auf der Höhe ſeines Daſeins
wandelt und rückblickend ſeines Schaffens Früchte über=
ſchaut
, dann ſieht er wohl oft das von ihm in Jahren
ernſten, ſchweren Wirkens Errungene neu und vejjüngt
erſtehen in einem Tage durch das gewaltige Könen
der Technik und der Induſtrie, die in unſerer Zeit einen
Aufſchwung genommen, der ins Gigantiſche wächſt.
Wie in kaum einem anderen Induſtriezweig ſpiegelt
das ſich lebendig und in überwältigender Anſchaulichkeit
wider im Zeitungsweſen. Die Tatſache, daß das Tag=
blatt
nunmehr im 175. Jahrgange erſcheint, gibt uns
Veranlaſſung, einmal von uns ſelbſt zu ſprechen an dieſer
Stelle, die ſonſt nur der hohen Politik zugänglich. Es ſei
uns geſtattet nicht an der Schwelle des Greiſenalters,
ſondern im Moment ungeahnten Aufſchwunges einmal
den Blick rückwärts zu wenden. Zurück in jene Zeiten,
da keine Eiſenbahn, kein Telegraph, kein Telephon den
Zeitungen die Nachrichten übermittelte, wie es heute der
Fall, da der elektriſche Funke nur Stunden braucht, eine
Meldung um den Erdball zu tragen.
Es war im Jahre 1736, als bei der hochlöbl. Be=
hörde
um Erlaubnis zur Herausgabe eines Blätt=
gens
nachgeſucht wurde. Und dieſes Blättgen wurde
zum Stammvater des heutigen Darmſtädter Tagblatts,
der älteſten periodiſch erſcheinenden Zeitung des
Großherzogtums Heſſen und eines der älteſten Blät=
ter
des Deutſchen Reiches überhaupt, dem die Bezeich=
nung
Blättchen noch heute von alten Freunden
als Ehrentitel beigegeben wird. Es ging freilich lang=
ſam
voran mit der Entwickelung und dem Fortſchritt,
äber es wurde ſchon damals zähe und mit Ausdauer an
dem Ausbau gearbeitet. Zahlreiche intereſſante Urkun=
den
, von denen zu gelegener Zeit noch zu ſprechen ſein
wird, geben Kenntnis davon. Aber es war ſchwer. Zen=
fur
beſtand und in vielen Kreiſen ſah man wohl in dem
Jünger der ſchwarzen Kunſt einen Schwarzkünſtler, in
anderer Deutung des Wortes.
Im Jahre 1738 wurde aus dem Blättchen zunächſt ein
Anzeigsblättgen, von dem laut obrigkeitlicherAnordnung
jedesmal einige Exemplare in die Fürſtlichen Gemächer
und Collegia gratis abgegeben, auch was von Herrſchafts=
wegen
zu publicieren, unentgeltlich inſeriert werden ſoll.
Schon im darauffolgenden Jahre wurde es Mit
hochfürſtl. Gnädigſtem Privilegio zum Darmſtädti=
ſchen
Frag= und Anzeigungsblättgen, das
halbjährlich 30 Kreuzer Abonnement koſtete, während für
ein Inſerat, das nicht zuviel Raum einnimmt, jedesmal
4 Kreuzer erhoben wurden.
Es würde zu weit führen, alle Phaſen der Entwick=
lung
des Blättgens hier zu verfolgen. Es dauerte ſehr,
ſehr lange, bis es im Aeußeren und inhaltlich zum heu=
tigen
Tagblatt wurde. Es hatte nie die Abſicht, eine po=
litiſche
Rolle zu ſpielen und ſein tertlicher Inhalt be=
ſchränkte
ſich ſehr lange auf die Regiſtrierung angekomme=
ner
und abgereiſter Fremden, der Getauften, Kopulierten
und Beerdigten, aber trotzdem kämpfte es Jahrzehntelang
vergeblich gegen die Zenſur. Als Kurioſität mag mitge=
teilt
ſein, daß 1744 im Oktober an den Verleger ein
Verweis erging von der Zenſur, weil er im Frag= und
Anzeigungsblättgen am 30. Juli eine höchſt anſtößige
paſſage aus Unvorſichtigkeit gedruckt habe und ſolle er für
die Folge von unbekannten Perſonen nichts mehr zum
Druck annehmen. Zugleich wurde weiter verfügt, daß
für die Folge von dem hieſigen Prorektor Feigk alles zum
Druck gebracht werdende inſpiziert und zenſiert werden
ſolle, gegen eine ihm von denjenigen, welche etwas
drucken laſſen wollen, zu verabreichende der dabei vor=
fallenden
Mühe entſprechende Ergötzlichkeit.
Dieſe höchſt anſtößige paſſage in den vergilbten
Blättern zu finden, war nicht leicht, trotzdem unſer
ſittliches Empfinden heute doch nicht weniger fein als zur
damaligen Zeit. Schließlich fanden wir folgende Anzeige
unter der Rubrik: Verlohrne Sachen:
Drey Stab blau plimmeranter Roll=Gros de Tour
iſt aus des Buchbinder Sparſchneiders Hauß biß ins Schloß
am vergangenen Montag verlohren gangen; Wer ſolchen
gefunden, oder Nachricht hiervon bringt, ſoll einen guten
Recompens bekommen.

(,Eros ie Konrt war ein woßl auh beit fürſtichen
Damen damals nicht entbehrlicher Toilettenbeſtandteil, wie
aus derBemerkung, biß insSchloß hervorzugehen ſcheint.)
Der redaktionelle Teil beſchränkte ſich im Weſentlichen
auf die Wiedergabe von Nachrichten vermiſchten Inhaltes
unter dem Titel Beſondere Nachricht. Eine Probe da=
von
aus 1740 vom 7. Aprilis:
Aus Inſprug wird berichtet, daß zu Laan, un=
weit
Fintſchkau, am 19. Mertz zwey Weiber,
eine mit 2. die andere mit 3. Soehnen und folgen=
den
Tags darauf wieder zwey andere Weiber, und zwar
jede mit 4. Soehnen, glücklich niedergekommen, welche Kin=
der
alle die heil. Tauffe empfangen, und noch bis dato
am Leben ſind; mithin merckwürdig, und nicht leicht zu
hören ſeyn wird, daß 4. Weiber in 2. Tagen 13. Kinder
zur Welt gebracht haben.
Im Umfang ging die Beſondere Nachricht kaum je
über ½¾ Seite hinaus. Und wie die Redaktion, ſo
arbeitete auch der techniſche Teil recht gemächlich, was
eine Ankündigung aus jener Zeit treffend beleuchtet.
In dieſer Anknüdigung wird u. a. beſtimmt, daß Manuſ=
kripte
Montags, Dienstags, Freitags und Sonnabends an=
genommen
, und daß das Blatt Mittwochs gedruckt und
am Donnerstag von 104 Uhr ausgegeben wird.
Aus dem Darmſtädtiſchen Frag= und An=
teigenblättgen
wurde dann das Wochen=
blatt
, alſo aus dem Blättchen ein Blatt, das den frühe=
ken
Titel aber weiter führte, wenn auch mehrfach geän=
dert
inbezug auf Haupt= und Untertitel. Von 1840 ab
jurde das erſte Verordnungsblatt für den Kreis
Darmſtadt als integrierender Teil des Frag= und An=
zägungsblattes
herausgegeben. Von 1871 ab erſcheint das
Flättchen dann 5mal in der Woche und bringt von die=
ſem
Zeitpunkt ab auch ſchon Lokalnachrichten.
Im Jahre 1873, alſo im 136. Jahrgang, wurde folgen=
der
Titel gewählt: Allergnädigſt privilegiertes Darm=
ſtädter
Frag= und Anzeige=Blatt Tagblatt (als
Haupttitel) Amtliches Organ für die Bekanntmachungen
des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Sein Klein=
quartformat
wurde mit dieſer neuen Würde vergrößert
auf ca. 30X22 Ztm., und der Halbjahrsband, der im
Anfang ca. 1 Ztm. dick war, wurde nun ſchon 68 Ztm. dick.
Schon der folgende Jahrgang 1874 zeigt eine neue
Aenderung des Titels in Darmſtädter Tagblatt
mit Frag und Anzeigeblatt, Amtliches Organ uſw. als
Untertitel. Wieder ein Jahr ſpäter trat das Illu=
ſtrierte
Unterhaltungsblatt hinzu, das eben=
falls
Beſtandteil des Titels wurde und vom 150. Jahr=
gang
1887 ab findet ſich der amtliche Charakter als
Publikationsorgan erweitert auf das Großherzogliche Po=
lizeiamt
und ſämtliche Behörden.
Die Vergrößerung des Formats im Jahre 1902 und
die ſonſtigen bedeutſamen Veränderungen der letzten Jahr=
zehnte
ſind unſeren Leſern bekannt. Das Geſchäftslokal
iſt ſeit 1810 Rheinſtraße Nr. 23, das durch Kauf=
vertrag
vom 4. Juni genannten Jahres von dem Gaſtwirt
Wilhelm Frey um den Preis von 16000 Gulden erwor=
ben
wurde. Es wurde damals als neben dem Erbprin=
zen
gelegen bezeichnet. Bis dahin war die Druckerei in
dem Hauſe Alexanderſtraße 9, neben Baumeiſter Schuh=
knecht
und Hofagent Raphael Hirſch betrieben worden,
vorher wahrſcheinlich in dem Hauſe Ecke der Marktgaſſe
neben J. P. Steinius, Ratsverwandten und Gaſthalter
zur Krone, welches J. C. Forter am 4. Juli 1738 kaufte.
Einige Vergleiche zwiſchen dem Einſt und Heute
mögen noch den ungeheuren techniſchen Fortſchritt illu=
ſtrieren
, den mit dem geſamten Zeitungsweſen auch das
Tagblatt durchzumachen hatte. Das Format der erſten
Jahrgänge war 18X15 Zentimeter groß und der ganze
gebundene Jahrgang, wie ſchon geſagt, ca. 1 Ztm. dick.
Die einzelne Nummer umfaßte im ganzen 4 Seiten in
Kleinquart, die Auflage betrug nicht mehr als etwa 100
Exemplare. Gedruckt wurde auf einer Handpreſſe, die
ungefähr 150 Exemplare Höchſtleiſtung die Stunde druckte.
Es iſt übrigens nicht unintereſſant, daß Handpreſſen glei=
chen
Syſtems, allerdings nicht mehr wie damals aus
Holz, noch heute im Gebrauch ſind und zur Herſtellung
von Korrekturabzügen uſw. Verwendung finden. Im Jahre
1838 wurde die erſte Schnellpreſſe, als erſte im Großherzog=
tum
, aufgeſtellt, die es ſchon bis zu 800 Exemplaren die
Stunde bringen konnte. Sie reichte aus bis 1873, da man
die erſte Doppelſchnellpreſſe, eine Johannisberger, aufſtellte,
die mehr als das Doppelte zu leiſten vermochte. Dann

aings in ſchnellrer Folge auſwärt. Der eriſen Rola=
tionsmaſchine
, die 12000 mal 4 Seiten in einer Stunde
leiſtete, folgte nach wenigen Jahren die 8ſeitige mit ver=
doppelter
Leiſtung und vor einigen Jahren die 16ſeitüge
Zwillingsrotationsmaſchine, die in einer
Stunde 12000 mal 16 Seiten druckt, ineinanderfälzt und
zählt. In der Hochſaiſon hat ſelbſt dieſe Maſchine
mit ihren Rieſenleiſtungen bei ſtetem Tag= und
Nachtbetrieb nur wenige Stunden am Tage
Ruhe. Es iſt bekannt, daß Maſchinen längſt auch den
Handſatz erſetzten. Ein Handſetzer bringt es im Zuſammen=
ſtellen
der einzelnen Buchſtaben auf 30 Zeilen in der
Stunde Die Setzmaſchine ſetzt 150 Zeilen, bei for=
cierten
Anforderungen beinahe 200. Sie ſetzt nicht nur, ſie
gießt die Zeilen, ſammelt dieſe in Spalten und legt die ein=
zelnen
Buchſtaben (hier Matrizen) gleichzeitig wieder
in das Magazin ab.
Aus den 3 Arbeitskräften, die wohl Jahrzehntelang
ausreichten, iſt heute ein Perſonal von beinahe 150
Köpfen geworden, zu dem noch 54 Trägerinnen für Darm=
ſtadt
und die auswärtigen Agenten kommen.
Vergleiche mit anderen Zahlen zeigen noch deutlicher,
welche Summe von Arbeitskräften heute das Tagblatt
erfordert. An der 60 Seiten ſtarken Nummer 296 vom
16. Dezember des vorigen Jahres zum Beiſpiel waren
allein an techniſchem Perſonal etwa 80 Perſonen
beſchäftigt. Hierzu kommt beinahe die gleiche Anzahl an Ex=
peditionsperſonal
und last not least die geiſtigen
Schöpfer, die Redakteure und der Stab von Bericht=
erſtattern
und Korreſpondenten. An Papier waren für
dieſe einzige Nummer 57 Zentner, genau 2835 Kg., erfor=
derlich
. Nebeneinandergelegt würden die 210000 einzel=
nen
Bogen dieſer einen Nummer 126 Kilometer, alſo etwa
den Schienenweg von hier nach Koblenz bedecken. Im
Monat Dezember, der 7 zeitungsloſe Tage hatte, erſchie=
nen
24 Nummern mit zuſammen 189 Bogen und einer
Geſamtauflage von 2 639940 Bogen, die etwa 1600 Kilo=
meter
nebeneinandergelegt meſſen und rund 715 Zentner
wiegen.
Ein Wort noch über den Nachrichtendienſt. Mit
Recht verlangen die Leſer einer modernen Zeitung, daß
ihr in dieſer Beziehung nichts unmöglich iſt. Wer vor
Jahrzehnten noch zufrieden war, wenn er nach 12, auch
3 Tagen Kenntnis von den wichtigſten Vorgängen in der
Welt erhielt, iſt heute ſchon ungehalten, wenn er beim
Morgenkaffee nicht lieſt, was tags oder noch abends zuvor
paſſierte. Und eine Tageszeitung, die nicht wenigſtens
das allerwichtigſte ſofort bringt, ganz gleich, wo es paß=
ſiert
in der Welt, wird bald als langſam und wenig
aktuell verſchrien werden. Der Leſer iſt verwöhnt heut=
zutage
. Von vielen Leſern iſt es wohl, um nur ein Bei=
ſpiel
herauszugreifen, als ſelbſtverſtändlich hingenommen
worden, daß das Tagblatt die Rede, die der engliſche
Miniſter des Aeußern Grey am Abend des 27. Novem=
ber
v. Js. bis in die Nachtſtunden hinein im engliſchen
Unterhauſe in London hielt, am Morgen des 28. Novem=
ber
gleichzeitig mit den größten Londoner
Morgenblättern im Wortlaut brachte. Das wird
heuzulage vielfach hingenommen, ohne daß der Leſer auch
nur daran denkt, welche Fülle an techniſchen Errungen=
ſchaften
, an geiſtiger und phyſiſcher Arbeitskraft vieler
Menſchen notwendig war, das zu leiſten. Ganz zu ſchwei=
gen
von den Koſten, die derartige Leiſtungen verurſachen.
Beſcheidenheit verbietet, mehr zu ſagen; Betrachtun=
gen
darüber anzuſtellen, welche große kulturelle Aufgabe
das Tagblatt als Tageszeitung im Laufe von 175 Jahren
löſte, wieviel Millionen Menſchen es geiſtige Nahrung
gab und Unterhaltung, wievielen es geholfen oder doch
zu helfen beſtrebt war in den Fragen geiſtigen und wirt=
ſchaftlichen
Daſeinskampfes; welche geiſtigen und kulturel=
len
Werte in den Jahrgängen verborgen liegen. Von all
dem und auch von den großen wirtſchaftlichen Werten, die
das Tagblatt mit ſchaffen half, ſoll heute nicht die Rede ſein.
Den Dank und die Anerkennung unſerer ehrlichen Ar=
beit
ſehen wir in der Tatſache, daß uns gelungen iſt, was
wir erſtrebt: aus dem Tagblatt mehr zu machen, als ein
Nachrichtenblatt, es als gern geſehenen und lieben Freund
der Familie allen Leſern ans Herz wachſen zu laſſen.
Freund und Berater und bis zum gewiſſen Grade Führer
und Begleiter durchs Leben ſoll es ſein, kurz, ein
Familienblatt im beſten Sinne des Wortes. Daß
es dies geworden, legt uns die Pflicht auf, in gleichem
Sinne an der weiteren Zukunft des Tagblattes zu arbeiten.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Nummer 1.

Oeſterreich=Ungarn und die auswärtige Politik.

C Die Verhandlungen des Vereinigten Viereraus=
ſchuſſes
der ungariſchen Delegation ſind für die Beurteil=
ung
der auswärtigen Politik in verſchiedenen Beziehungen
von Wichtigkeit. Sie haben eine beſondere Bedeutung
ſchon dadurch erhalten, daß der neue Kriegsminiſter der
Donaumonarchie, Ritter von Auffenberg, zum erſten
Male das Wort ergriff. Was er zur allgemeinen Be=
gründung
der Wehrvorlage ſagte, zeugt von einem klaren,
zielbewußten, die Tatſachen des geſchichtlichen und des
wirtſchaftlichen Lebens beweiskräftig und ſchlagfertig be=
herrſchenden
Kopfe. Daß Ritter von Auffenberg die Wich=
tigkeit
des Beiſtandes, den Deutſchland während der bos=
niſchen
Kriſis Oeſterreich=Ungarn geleiſtet hat, nicht nur
mit großer Wärme anerkannte, ſondern ſich dabei auch
einer in Wien gefallenen Wendung Kaiſer Wilhelms be=
diente
, darf uns Reichsdeutſche um ſo angenehmer berüh=
ren
, als Kriegsminiſter von Auffenberg der berufene Fach=
mann
iſt, um den Wert der militäriſchen Hilfsbereitſchaft
Deutſchlands richtig einzuſchätzen. Auch der Vergleich,
den Kriegsminiſter von Auffenberg zwiſchen den Rüſtungs=
ausgaben
der Großmächte im Verhältnis zu den geſamten
Staatseinnahmen zog, iſt ungemein lehrreich. Während
nämlich Italien 2124 Prozent der geſamten Staatsein=
nahmen
, Rußland 23 Prozent, Frankreich 30 Prozent, Eng=
land
40 Prozent für Heereserforderniſſe verwendet, gibt
Deutſchland dafür nur 1518 Prozent aus.
In der Rede des Grafen Aehrenthal lenkt
naturgemäß ſein Eingehen auf die Marokkofrage an
erſter Stelle die Aufmerkſamkeit auf ſich. Es kann im all=
gemeinen
dahin charakteriſiert werden, daß es, ohne Eng=
land
zu nennen, die von England im letzten Sommer
uns gegenüber befolgte Politik zwar nur mittelbar, aber
deswegen nicht weniger hell beleuchtet. Wenn Graf Aehren=
thal
aus der deutſchen, ſämtlichen Signatarmächten der
Algecirasakte zugeſtellten Mitteilung vom 30. Juni die
Gewißheit ſchöpfen konnte, daß Deutſchland in Marokko die
wirtſchaftlichen Prinzipien, d. i. die wirtſchaftliche Gleich=
berechtigung
und die Handelsfreiheit für den Welthandel
dauernd ſichern wollte, dann kennzeichnete er damit die Be=
ſchwerde
Sir Edward Greys, bis zum 21. Juli nicht
gewußt zu haben, welche Abſichten Deutſchland in Marokko
verfolge. Und wenn Graf Aehrenthal erklärt, daß Deutſch=
land
von Anbeginn an deutlich die Abſicht bekundet habe,
die Verhandlungen ohne Herbeiziehung einer anderen
Macht mit Frankreich allein zu Ende zu führen, ſo kenn=
zeichnet
er hierdurch den engliſchen Einmiſchungsverſuch
auf das markanteſte. Graf Aehrenthal hat dieſe Kenn=
zeichnung
noch inſofern unterſtrichen, als er hinzufügte:
Deutſchland habe jenes Ziel vollkommen erreicht.
Von den ſonſtigen Ausführungen des Grafen Aehren=
thal
verdient die Zuverſicht Beachtung, mit der er auf die
Erhaltung des Status quo am Balkan rechnet. Er be=
rief
ſich hierbei auf die Haltung Italiens, die Wünſche
aller Großmächte und das allgemeine Beſtreben, einen
Krieg zu vermeiden. Was Graf Aehrenthal im Anſchluß
hieran über das Feſthalten an den Grundlagen der aus=
wärtigen
Politik Oeſterreich=Ungarns ſagte, ſpricht nicht
minder für die Lebensfähigkeit des Dreibundes, als die
Aeußerung des Delegierten von Berzeviczy, daß auch die
jüngſten Ereigniſſe im Verhältnis der den Dreibund bil=
denden
Staaten zueinander keinerlei Aenderung hervor=
gerufen
hätten.
Der Geſamteindruck der Verhandlungen des Dele=
gationsausſchuſſes
iſt für uns Reichsdeutſche durchaus er=
freulich
.

Politiſche Jahresſchau.

B. Ausland.
Wie für Deutſchland brachte das Jahr 1911 auch
für eine ganze Anzahl anderer Mächte folgenſchwere Er=
eigniſſe
. Nicht nur die Marokkofrage hielt die Völker
in Atem, ſondern auch andere Vorgänge ſpielten ſich
ab, die für die geſamte weltpolitiſche Entwickelung von
Bedeutung ſein dürften, und zwar die Ereigniſſe in Tri=
polis
, in China und Perſien. Die Marokkofrage beſchäf=
tigte
naturgemäß, wie bei uns, auch die Gemüter in
Frankreich, und das übrige innerpolitiſche Leben trat
demgegenüber dort faſt gänzlich in den Hintergrund,
trotzdem man einige ſchwere Kriſen durchzumachen hatte,
wie beiſpielsweiſe den großen Eiſenbahnerausſtand,

wie auch Veränderungen in der Regierung nicht aus=
geblieben
ſind. Die Seele des Kabinetts iſt der jetzt als
Marineminiſter fungierende Delcaſſé geworden, wenn
es auch heißt, daß er keineswegs der Deutſchenfreſſer ſei,
als den man ihn hingeſtellt hat. Die Marokkofrage iſt
in ruhige Bahnen geleitet worden, die Kammer hat be=
reits
ihre Zuſtimmung zu dem neuen Vertrag gegeben.
Als Opfer fällt nur der Miniſter des Aeußeren, de Sel=
ves
, der im Gegenſatz zu dem gemäßigten Caillaux ſich
als Heißſporn erwies. Im übrigen hat Frankreich ſich
wegen Marokkos noch mit Spanien auseinanderzuſetzen,
und dieſe Aufgabe ſcheint ſich keineswegs ſo ganz leicht
zu geſtalten, wird ſich doch Spanien nicht ſo leicht ab=
finden
laſſen, wie Deutſchland, zumal es territoriale
Anſprüche erhebt.
Stark beeinflußt durch die Marokkofrage wurden
auch die Dinge in England, wo man, wie erwähnt, auf
dem beſten Wege war, die Dinge zu einem Kriege mit
Deutſchland zu treiben. Der Abrüſtungsgedanke iſt ganz
ins Waſſer gefallen, die jährlichen Flottenverſtärkun=
gen
werden ſogar noch erhöht, und alles macht den Ein=
druck
, als wenn man ſich mit einem früher oder ſpäter
ausbrechenden Zweikampfe mit Deutſchland rüſtet. Die
innere Situation hat ſich freilich gebeſſert. Zwiſchen
Ober= und Unterhaus iſt in der Vetofrage eine Art Kom=
promiß
zuſtande gekommen, aber man hat doch auch ſonſt
ſeine Sorgen. Ob wohl Georg V. den weiten und be=
ſchwerlichen
Weg nach Indien zu einer pomphaften Kai=
ſerkrönung
angetreten hätte, wenn nicht beſondere
Gründe hierzu vorlägen? Man weiß, daß der Zuſam=
menhang
zwiſchen Indien und England nur ein ganz
lockerer iſt und daß die Indier trotz dem engliſchen Re=
giment
nach Selbſtändigkeit ſtreben; für England würde
aber der Verluſt Indiens gleichbedeutend mit dem Ver=
luſte
ſeiner ausſchlaggebenden Großmachtſtellung ſein.
In das verfloſſene Jahr fiel auch die Aufrollung der
Tripolisfrage. Italien hat den Moment für günſtig er=
achtet
, ſeine vieljährigen Abſichten auf Tripolis zu ver=
virklichen
. Es hat ſich nicht geſcheut, einen Streit vom
Zaune zu brechen, in der Hoffnung, durch eine Ueber=
rumpelung
ſchnell den Erfolg auf ſeine Seite zu brin=
gen
. In dieſer Hinſicht hat man ſich aber in Rom gründ=
lich
getäuſcht. Es gelang zwar, die unzulänglich ge=
ſchützte
Stadt Tripolis zu nehmen; viel weiter aber iſt
man nicht gekommen, denn die Türken ſetzten dem an
ſich ſchon überaus ſchwierigen Vordringen in das Innere
den zäheſten Widerſtand entgegen. Den Krieg aber auf.
europäiſches Gebiet hinüberzuleiten, ſetzte man nicht
durch, da die Abſicht, im Aegäiſchen Meere eine Flotten=
aktion
zu unternehmen und die türkiſche Küſte zu blockie=
ren
, an dem entſchiedenſten Einſpruch der Mächte ſchei=
terte
. Bei ſeinem Vorgehen mag Italien vielleicht auch
damit gerechnet haben, daß die Balkanſtaaten den Mo=
ment
benutzen würden, ihr Mütchen an den Türken eu
kühlen, aber auch dieſe Kalkulation iſt fehlgeſchlagen.
Auf dem Balkan iſt bis jetzt alles ruhig geblieben, nur
zu inneren Zwiſtigkeiten innerhalb der Türkei hat der
Krieg geführt. Die Situation iſt augenblicklich recht
verworren, ohne daß eine beſtimmte Löſung in Ausſicht
ſtände. Auch hinſichtlich der Stellung der Türkei zu an=
deren
Mächten iſt der Tripoliskrieg nicht ohne Folgen
geblieben. Man hatte am Goldenen Horn auf die Hilfe
Deutſchlands gegen die italieniſchen Aſpirationen ge=
rechnet
, und als man ſich hierin getäuſcht ſah, richtete
man ſein Auge auf England, freilich ohne daß man hier
außer liebenswürdigen Worten etwas Greifbares er=
halten
hätte. Auch Rußland wollte ſich bei dieſer Ge=
legenheit
in Erinnerung bringen durch Aufrollung der
Dardanellenfrage. Hierin hatten aber die Machthaher
an der Newa kein Glück, denn ſämtliche Mächte ſprachen
ſich auf das allerentſchiedenſte dagegen aus, und man
mußte daher in Petersburg den Rückzug antreten.
Mehr Glück hatte dagegen Rußland in Perſien. Seit
der letzten Umwälzung geht dort alles drunter und drü=
ber
, der Regent, der für den Schah die Regierungs=
geſchäfte
führt, iſt ohnmächtig, die Miniſter und ldas
Parlament desgleichen, niemand weiß, wer eigentlich
regiert, jeder tut, was er will. Die Beleidigung eines
ruſſiſchen Konſuls benutzte man in Petersburg als äuße=
ren
Anlaß zum Eingreifen, man ſtellte kurzerhand ein
Ultimatum, und obwohl dieſes ſchließlich vom Miniſte=
rium
akzeptiert wurde, gingen die Ruſſen doch vot, weil
man ſich die ſchöne Beute nicht im letzten Moment ent=
wiſchen
laſſen wollte. Ganz ohne Blutvergießen iſt es
freilich nicht abgegangen, ein Teil der Bevölkerung lei=
ſtete
doch Widerſtand; indeſſen ſitzen die Ruſſenljetzt in
Täbris und werden nicht ſo ſchnell wieder fortgehen.
Deutſchland wird infolge des Potsdamer Abkommens
keinen Einſpruch erheben, und England wird, ſo ſcheel
es auch zuſehen mag, infolge des bekannten Vertrages
Ja und Amen ſagen müſſen. Im inneren Rußland ſieht
es freilich nicht ſo günſtig aus, der Stand der Dinge iſt
unverändert, es herrſcht nach wie vor trotz des vorhan=
denen
Parlaments die Autokratie, und daß die Revolu=
tionäre
immer noch ihre Minierarbeit betreiben, be=
wies
das Attentat auf Stolypin im Theater zu Kiew,
wo der Miniſterpräſident vor den Augen des Zaren
niedergeknallt wurde.
Revolution hat es in dieſem Jahre auch im äußerſten
Oſten gegeben. Der Süden Chinas hat ſich erhoben,

und die Regierungstruppen konnten herzlich wenig aus=
richten
. In ſeiner Not wandte ſich der Hof an den
verbannten Juanſchikai, der zum Miniſterpräſidenten
berufen wurde und Verhandlungen mit den Rebellen
einleitete, die am Jahresabſchluß noch nicht beendet
ſind. Die Rebellion trug einen ausgeſprochen anti=
dynaſtiſchen
Cbarakter, die Fremden ſind im großen und
ganzen unbehelligt geblieben, man will lediglich die
Schaffung eines modernen Chinas in der Hoffnung, daß
dann das Reich der Mitte einer neuen Blüte entgegen=
gehen
würde. Wie ſich die Dinge geſtalten werden, läßt
ſich augenblicklich noch nicht überſehen; hoffentlich wird
der weitere Verlauf ein derartiger ſein, daß ein Ein=
greifen
der Mächte, das leicht weitere Verwickelungen
mit ſich bringt, vermieden wird.
Was die übrigen Mächte anbelangt, ſind in den mei=
ſten
Staaten weittragende Ereigniſſe kaum zu ver=
zeichnen
, nur die Donaumonarchie befindet ſich wieder
einmal in einer ſchweren inneren Kriſis. Freiherr von
Bienerth war nicht mehr in der Lage, das Parlament
arbeitsfähig zu erhalten, er iſt durch den Grafen Stürgkh
abgelöſt worden, deſſen Walten aber auch kaum von
langer Dauer ſein dürfte. Die Hauptſachen ſpielen ſich
aber hinter den Kuliſſen ab, es handelt ſich um
die Verſtärkung der Wehrkraft der Donau=
monarchie
zu Waſſer und zu Lande, wobei es
zu ſcharfen Reibungen zwiſchen hohen Militärs
und dem Grafen Aehrenthal gekommen iſt, der eine
friedliche, zurückhaltende Politik führen will, während
jene Kreiſe einer intenſiveren Politik, die ſich auf die
militäriſche Kraft ſtützt, das Wort reden. Es dürfte da=
her
in Oeſterreich=Ungarn an weiteren inneren Kämpfen
nicht fehlen, und ſo geht auch die uns befreundete Mon=
archie
ſchweren Zeiten entgegen.

Deutſches Reich.

Eine Reform des Zivilprozeſſes. Nach=
dem
die Reform unſeres Strafprozeſſes geſcheitert und
nunmehr in den Hintergrund gedrängt iſt, tritt jetzt mit
gutem Grunde die ſeit langer Zeit geforderte eform des
Zivilprozeſſes in den Vordergrund. In weiteſten Krei=
ſen
, ſowohl bei dem Juriſtenſtande wie bei dem Recht=
ſuchenden
Publikum, wird ſeit langem ein ſchnelleres
und billigeres Verfahren gewünſcht. Der Hauptmangel
des jetzigen Verfahrens, die lange, durch Terminsverle=
gungen
zu oft verurſachte Dauer der Prozeſſe, iſt ein nicht
mehr länger zu ertragender Uebelſtand. Auch die Frage
wegen der Beweisaufnahme, die Beſetzung der Gerichte
und andere wichtige Beſtimmungen bedürfen dringend
einer Aenderung. Endlich ſcheint man ſoweit zu ſein,
daß der Novellengeſetzgebung ein Ende gemacht wird.
Wenn ein Mann von der Bedeutung des Geh. Rates
Prof. Dr. von Bar in Göttingen einer ſolchen Reform
des Zivilprozeſſes an Haupt und Gliedern eine eingehende
Unterſuchung widmet, die in dem ſoeben erſchienenen
Neujahrshefte der Deutſchen Juriſten=Zeitung veröffent=
licht
iſt, ſo darf mit Fug angenommen werden, daß einer
ſolchen bedeutſamen Stimme gegenüber die geſetzgeben=
den
Faktoren ſich nicht länger dagegen verſchließen wer=
den
, der immer dringender nötig werdenden Reform end=
lich
näherzutreten. Der Aufſatz von Bars mit ſeinen
aus langer, reicher Erfahrung ſtammenden Vorſchlägen
verdient dabei volle Beachtung aller derjenigen, die an
einer Moderniſierung und Vereinfachung der bürgerlichen
Rechtspflege ein Intereſſe haben.
Die Reichstags=Stichwahlen. Die
Hauptentſcheidung über den kommenden Reichstag dürfte
nicht am 12. Januar fallen. Denn wenn nicht alle Zeichen
trügen, werden erſt die Stichwahlen erkennen laſſen, wie
der neue Reichstag ausſehen wird. Das war bei der letz=
ten
Wahl 1907 anders: damals war ſchon bei der Haupt=
wahl
die Struktur des Bülow=Reichstags gegeben. Nun
ſind für die Stichwahlen ſchon verſchiedene Zeitpunkte
benannt worden. Aber es iſt unrichtig, wenn behauptet
wird, daß alle Stichwahlen im Reiche an einem Tage ſtatt=
finden
werden. Nicht die Regierung ſetzt den Stichwahl=
termin
feſt, ſondern jeder Wahlkommiſſar für ſeinen Be=
zirk
. Denn § 29 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870
beſagt wörtlich: Der Termin für die engere Wahl iſt
von dem Wahlkommiſſar feſtzuſetzen und darf nicht län=
ger
hinausgeſchoben werden, als höchſtens 14 Tage nach
der Ermittelung des Ergebniſſes der erſten Wahl. Dieſe
amtliche Ermittelung des Wahlergebniſſes muß aber nach
§ 26 des Wahlreglements am vierten Tage nach der Wahl

Deutſcher Kaiſer oder Kaiſer
von Deutſchland!

** Henri Welſchinger ſchreibt im Journal des
Débats: Man weiſt, nicht ohne Grund, auf einen mehr
oder minder formalen Irrtum hin, der bei der Abfaſſung
des Marokko=Abkommens zutage getreten iſt und
der die Frage auftauchen läßt, welchen Titel die deutſche
Regierung in ihrem Verkehr und in ihren diplomatiſchen
Beziehungen mit anderen Mächten führen ſoll. In dem
Marokko=Abkommen, über das die Kammer jetzt abgeſtimmt
hat, lieſt man in der Tat, daß die Regierung der franzö=
ſiſchen
Republik und die Regierung Seiner Majeſtät des
Kaiſers von Deütſchland beſchloſſen haben, ein
Abkommen zu treffen, um das Uebereinkommen vom 9
Februar 1909 zu präziſieren und zu vervollkommnen. Man
hat bei dieſer Gelegenheit darauf hingewieſen, daß es
keinen Kaiſer von Deutſchland gibt und kein Kaiſerreich
Deutſchland ſondern einen deutſchen Kaiſer und ein
Deutſches Reich Man weiß, daß Bismarck nur mit
den größten Schwierigkeiten König Wilhelm von Preu=
ßen
in Verſailles dazu bewegen konnte, den Titel eines
deutſchen Kaiſers anzunehmen, und daß der neue
Kaiſer ſtets aus ſeiner Abneigung gegen dieſen Titel kein
Hehl gemacht hat. Der Titel eines deutſchen Kaiſers,
ſchreibt der Kronprinz Friedrich in ſeinem Tagebuche,
mißfiel dem Könige ebenſo ſehr wie mir. Bismarck
ſuchte zu beweiſen, daß der Titel eines Kaiſers von
Deutſchland eine Territorialgewalt über das Reich in ſich
ſchlöſſe, die wir tatſächlich nicht beſäßen, während der

deutſche Kaiſer die natürliche Folge des Imperator
romanus ſei. Bismarck fügte hinzu, man müſſe ſich dazu
bequemen, dieſen Titel anzunehmen, aber im Sprach=
gebrauch
könne man ſagen Kaiſer von Deutſchland ohne
je den Ausdruck Königliche und Kaiſerliche Majeſtät an=
zuwenden
.
Der Sprachgebrauch iſt in die deutſchen Kanzleien ein=
gedrungen
; und das erklärt, weshalb man heute nicht
immer den hiſtoriſchen Tatſachen und dem offiziellen Titel
Rechnung trägt. Schon unmittelbar nach der Proklama=
tion
des Kaiſerreiches verſtieß man gegen das, was eine
obligatoriſche Form ſein ſollte. Wenn man ſich heute den
Vertrag über die Friedenspräliminarien hervorſucht, der
am 28. Februar 1871 nach Verſailles gebracht wurde, lieſt
man in der Einleitung: Zwiſchen dem Chef der aus=
übenden
Gewalt der franzöſiſchen Republik, M. Thiers
und dem Miniſter der auswärtigen Angelegenheiten, M
Jules Favre, Vertreter Frankreichs einerſeits, und von
anderer Seite dem Kanzler des Germaniſchen Reiches
(de lEmpire germanique) Grafen Otto von Bismarck=
Schönhauſen, ausgerüſtet mit unbeſchränkter Vollmacht
von Seiner Majeſtät dem Kaiſer von Deutſchland, König
von Preußen uſw. Und der erſte Artikel des Vertrages
lautete: Frankreich verzichtet zu Gunſten des Deutſchen
Reiches auf alle ſeine Rechte und Anſprüche . . ." Der
Wortlaut dieſes Vertrages wurde am 1. März 1871 von
der Nationalverſammlung mit 546 Stimmen gegen 107
bei 22 Stimmenthaltungen angenommen. Am 10. Mai
wird dann in Frankfurt a. M. der endgültige Friedens=
vertrag
unterzeichnet, der acht Tage ſpäter in Paris von
der Nationalverſammlung angenommen wird. Als be=

vollmächtigte Unterzeichner von deutſcher Seite werden in
dem Vertrage gleich am Anfang wörtlich aufgeführt: Der
Fürſt Otto von Bismarck=Schönhauſen, Kanzler des Ger=
maniſchen
Reiches, der Graf Harry von Arnim, außer=
ordentlicher
Geſandter und bevollmächtigter Miniſter Seiner
Majeſtät des Kaiſers von Deutſchland bei dem heiligen
Stuhl. Und die beiden Bevollmächtigten unterzeichnen
ausdrücklich: Im Namen Seiner Majeſtät des Kaiſers
von Deutſchland. Welſchinger fährt fort: Schließlich
finden wir in dem neuen Gothaer vom Jahre 1912 auf
Seite 2 folgende Worte: Deutſches Reich . Wilhelm II.,
Kaiſer von Deutſchland, König von Preußen uſw., was
im formellen Widerſpruch zu der offiziellen Proklamation
vom 18. Januar 1871 ſteht. Wenn man aber in dem
Buche das Kapitel über Deutſchland ſelbſt aufſchlägt, lieſt
man: Deutſches Reich, Verfaſſungsmäßiger Bundesſtaat
unter Oberleitung des deutſchen Kaiſers " So kommt
es, daß man in den oben erwähnten Verträgen wie auch
in dem offiziellen Hofkalender verſchiedene Bezeichnungen
findet. Bald heißt es Germaniſches Reich Deutſches
Reich Kaiſerreich Deutſchland Kaiſer von Deutſch=
land
oder Deutſcher Kaiſer. Aber im gewöhnlichen
Gebrauche oder im diplomatiſchen Schriftverkehr ſcheint der
Titel Kaiſerreich Deutſchland und Kaiſer von Deutſch=
land
zu überwiegen. So kommt es auch, daß in dem
deutſch=franzöſiſchen Abkommen die Regierung der fran=
zöſiſchen
Republik und die Regierung Seiner Majeſtät
des Kaiſers von Deutſchland uſw. einen Vertrag mit=
einander
ſchließen.

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Seite 3.

geſchehen. Die Wahlergebuſſe muſſen alt=
Januar
ermittelt werden, während die Stichwi.
bäteftens
für den 30. Januar angeſetzt werden müſſ
dieſem
Zeitraum iſt den Wahlkommiſſaren Spiel
jegeben.
Sie werden auch ſofort nach der Wahl ihr
ſeidung
treffen. Jedenfalls werden aus praktiſchen
len die
meiſten Stichwahlen in der Zeit vom 20. bi,
kanuar
ſtattfinden. In Bayern werden ſie allerdin
hittel=
bar
nach der Hauptwahl vollzogen werden, d
kyeri=
ſchen
Landtagswahlen bereits aufeden 5.
an=
geſetzt
ſind.
ten Nachtrag zum Reichstagshandbuch, den ſ.
der Legislaturperiode erledigt.
gegen die Jeſuiten. Das Münchener Zentrurgefeſſelt war, damit zu befaſſen, insbeſondere deshalb
organ, der Bayeriſche Conrier, veröffentlicht eine Eſicht, weil nur der neue Miniſter des Aeußern das auf
ſchließung des bayeriſchen Kultusminiſteriums vom trund des Berichts Erforderliche veranlaſſen konnte.
Mai 1911 an die oberbayeriſche Kreisregierung, wongſeuppi erklärte ferner, man habe ſich über die Bedeutung
den Jeſuiten verboten wird, die ſeelſorgeriſche Tätigkeſwiſſer Sätze des Berichtes getäuſcht. Er habe Cambon
auszuüben, Exerzitien und religiöſe Verrichtungen in Kirſkeinem Augenblick Inſtruktionen auf Abtretung irgend
chen abzuhalten. Das falle in das Gebiet der verbotenenſcher Territorien gegeben. Die Verſammlung beſchloß,
Ordenstätigkeit. Zugleich wird auf die Verordnung von Cruppi in einem Brief an Monis und an Caillaux
1851 hingewieſen, wonach ſolche kirchliche Vorgänge aus= Verhalten klarlegen und ſeine Darſtellungen erneuern
zuſchließen ſind. Der Bayeriſche Courier bezeichnet die
miniſterielle Entſchließung für einen Bruch mit der bis=§ Der Brief wird wahrſcheinlich in der nächſten Sitz=
herigen
Tradition. Dieſer Ausbruch des Kulturkampfes
in Bayern werde zu den heftigſten Kämpfen führen. An ſer Senat ſtimmte den Geſetzentwürfen betreffend
den Zentrumswählern ſei es jetzt bei den nächſten Wah= dneuerung des Privilegiums der Bank von Frank=
len
den letzten Mann aufzubieten, um dieſer Regierungs= ränd der Bank von Algerien zu, die bereits in der
politk den Weg zu verlegen und die Freiheit der religiö= Kir angenommen wurden.
ſen Betätigung gegen eine ſolche Regierungspolitik ſicher
zu ſtellen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
ſorium angenommen.
Frankreich.
Die Kammer lehnte den von dem Sozialiſten date ir mit der Begründung, der Geſetzentwurf ver=
Colly eingebrachten Beſchlußantrag zu Gunſten der Wie= letze Verfaſſung. Der Miniſterpräſident bezeichnete
deranſtellung der entlaſſenen Eiſenbahner mit 312 gegen das Vhen als Fahnenflucht. Im Senat erklärte der
140 Stimmen ab. Augagneur legte dar, was die Regie=
rung
alles für die Eiſenbahner getan und führte aus, daß ganze Vtwortung für ihr Vorgehen. Die Regierung
ein Streik in Staatsbetrieben nicht geduldet werden könne.
Menzie begründete den Beſchlußantrag, durch den die Re= fortfahreHer Senat nahm von der Mandatsniederle=
gierung
aufgefordert wird, die Erklärungen, die ſie der
Kammer gemacht habe, in Einklang zu bringen mit den
Mitteilungen, die ſie der anderen Kammer über die Kiſ=
ſinger
Beſprechungen gemacht zu haben ſcheine. Caillaur
weigerte ſich, den Beſchlußantrag anzunehmen. Gleich
nach der Ratifikation des Abkommens durch das Parla=
ment
werde die Regierung der Kammer für die Diskuſſion
und für Interpellationen zur Verfügung ſtehen. Cail=
laux
verlangte die Annahme der einfachen Tagesordnung,
die mit 286 gegen 193 Stimmen beſchloſſen wurde. Hierauf
wurde die Sitzung aufgehoben.
Die Kiſſinger Beſprechungen. Die vom
Miniſter de Selves in der Sitzung der Senatskommiſſion
gemachten Mitteilungen über das Kiſſinger Geſpräch zwi=

ſchen dem Botſchafter Cambon und Staatsſekretär von
Kiderlen=Wächter wurden in den Wandelgängen der
Kammer eifrig erörtert. Der radikale Deputierte Emile
Conſtant, der dem Miniſterium Monis als Unterſtaats=
ſekretär
des Innern angehörte, bemerkte unter Hinweis
darauf, daß Caillaux in ſeiner jüngſten Rede über das
Abkommen kategoriſch verſichert habe, in Kiſſingen ſei nur
von wirtſchaftlichen Fragen die Rede geweſen, daß der
Widerſpruch zwiſcher dieſer Verſicherunz und den neuer=
lichen
Eröffnungen des Miniſters de Selves aufgeklärt
werden müſſe. Jedenfalls ſtehe das eine feſt, daß Cail=
Die Zuſammenſetzung deshs= laux, der Finanzminiſter des Kabinetts Monis war, im
tags am Tage der Auflöſung. Nach=epei= Verein mit den Miniſtern Cruppi und Meſſimy ohne Wiſ=
ſen
des Miniſterpräſidenten und des Präſidenten der Re=
heimrat
Jungheim herausgegeben hat, war m= publik Beſprechungen mit Deutſchland angebahnt habe.
mern fügen wir die entſprechenden Zahlen vonn Wie hierzu weiter mitgeteilt wird, hat der ehemalige Mi=
der
Legislaturperiode hinzu die Stärke der Fin niſterpräſident Monis ſeine ehemaligen Kollegen in dem
vom Anfang Dezember 1911 folgende: Deutſchli, von ihm geleiteten Miniſterium zu ſich gebeten, um mit
tive 58 (62), Freikonſervative 25 (24), Deutſche 9 ihnen über den Bericht betreffend die Kiſſinger Beſpre=
partei
3 (6). Wirtſchaftliche Vereinigung 17 (19) chungen vom 20. Juni zu beraten. Monis verlas dieſen
trum 103 (105), Polen 20 (20), Nationalliberale 5) Bericht und bat Cruppi, der damals im Miniſterium das
Fortſchrittliche Volkspartei 49 (48), Sozialdemokrat Portefeuille des Aeußern hatte, um Aufklärung. Cruppi
(43), Wilde‟ 17 (15). Das Mandat des verſtorbene) erklärte, der vom 22. Juni datierte Bericht ſei erſt am 24.
geordneten Liebermann von Sonnenberg war bi Juni in ſeine Hände gelangt, als das Kabinett ſeit einem
Tag ſeine Demiſſion gegeben hatte; deshalb habe er es
Das bayeriſche Kultusminiſterifnicht für angebracht gehalten, Monis, der noch ans Bett
der Senatskommiſſion für das deutſch=franzöſiſche
hmen mitgeteilt werden.
Rumänien.
ſpoſition im Parlament. Die Regierung
brain der Sitzung der Kammer einen Geſetzentwurf
ein das von der letzten liberalen Kammer angenom=
Die Delegationen haben das Budgetprovi= menſſetz betr. die Konzeſſionen für die Bukareſter
Straghnen ergänzt und abändert. Daraufhin legten
die oßionellen Senatoren und Deputierten ihre Man=
Miniſte’s Aeußern, er überlaſſe der Oppoſition die
werde itfüllung ihres nützlichen Geſetzgebungswerkes
gung derhoſitionellen Senatoren nicht Kenntnis. Die
Kammer i zur Mandatsniederlegung der oppoſitio=
nellen
Abchneten keine Stellung.
Vereinigte Staaten.
Rooſilt gegen die Schiedsgerichts=
verträgeſer
Outlook veröffentlicht einen von Rooſe=
velt
unterzeiten Artikel, worin dieſer zu der Kün=
digung
des rſch=amerikaniſchen Handelsvertrages ſeine
volle Zuſtimng ausſpricht, zugleich aber die Meinung
ausdrückt, daß beſſer wäre, zuerſt eine Entſcheidung
des Haager Schsgerichts über die Auslegung des Ver=
trages
herbeizuren. Wenn der Senat die vorgeſchla=
genen
Schiedsghtsverträge mit Großbritannien und
Frankreich anneen würde, ſo würden dieſe Verträge

eine moraliche Verpflichtung der amerlaniſchen Ratton
darſtellen, gerade über ſolche Fragen eine ſchiedsgericht=
liche
Entſcheidung herbeizuführen, worüber man jetzt mit
Rußland nicht verhandeln wolle. Ich glaube nicht, ſagt
Rooſevelt, daß wir es uns leiſten können, über die Fra=
gen
des vitalen Intereſſes und der nationalen Ehre oder
über die Fragen der feſtgelegten Politik der Vereinigten
Staaten eine ſchiedsgerichtliche Entſcheidung zuzulaſſen.
Ich bin ein überzeugter Anhänger des Friedens und jedes
Schrittes, der zu einem Schiedsgericht führt, das wirklich
zur Förderung des Friedens beitragen wird, aber ich bin
gegen ſolche Verträge, weil ſie, wenn ſie nicht abgeändert
werden, gegen den Frieden ſprechen und uns als Nation
in eine Haltung ſalbungsvoller, verächtlicher Heuchelei
drängen werden.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Januar.

* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Oberſtabsarzt
Dr. Gerlach, Regimentsarzt des 2. Großh. Heſſ. Feld=
Artillerie=Regiments Nr. 61, den Hauptmann Frhrn.
Hiller v. Gaertringen, Kompagnieführer an der Unter=
offizierſchule
in Jülich, den Attaché im Auswärtigen Amt
in Berlin Riedeſel Frhrn. zu Eiſenbach, den Kommerzien=
rat
Klingſpor, Mitglied der Handelskammer von Gießen,
den Brauereibeſitzer H. Ihring von Lich, den Sekretär
des Armenamtes in Mainz Beſſer, den Großh. Kultur=
techniker
Ohl, den Landgerichtsrat Geh. Juſtizrat Sander,
den Dr. J. W. Keller, Senatspräſident am Oberlandes=
gericht
, den Sanitätsrat Dr. Dahlem von Oppenheim;
zum Vortrag den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Ludwig Weintz aus Undenheim, Kreis Oppenheim,
eine Lehrerſtelle an der evangeliſchen Schule zu Groß=
Zimmern, Kreis Dieburg.
* Entlaſſen wurde die Lehrerin Emilie Müller
an der Gemeindeſchule zu Weiſenau, Kreis Mainz, auf
ihr Nachſuchen aus dem Schuldienſte.
D Zur 19. Sitzung der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
am Donnerstag, den 4. Januar 1912, nach=
mittags
3½ Uhr, iſt folgende Tagesordnung feſt=
geſetzt
: 1. Mitteilungen. 2. Bericht über den Stand der
Gemeindeangelegenheiten am Schluſſe des Jahres 1911.
3. Geſuch um Erlaubnis zur Aufſtellung eines provi=
ſoriſchen
Wagenſchuppens auf dem Grundſtück Flur 22,
Nr. 57941/100s, Gemarkung Darmſtadt.
Land= und forſtwirtſchaftliche Verufsgenoſſen=
ſchaft
. Die Genoſſenſchaftsverſammlung
der land= und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft
fand am 29. Dezember unter dem Vorſitz des Großh.
Geh. Regierungsrats Bichmann im Hotel Darm=
ſtädter
Hof ſtatt. Als Vertreter des Großh. Landes=
verſicherungsamts
war Herr Miniſterialrat Hölzinger
und als Vertreter des Großh. Miniſteriums der
Finanzen die Herren Geh. Oberforſtrat Dr. Walther,
Geh. Oberforſtrat Joſeph und Geh. Oberforſtrat Dr.
Grünewald erſchienen. Die weſentlichen Zahlen aus
den Geſchäftsberichten der Berufsgenoſſenſchaft und
Haftpflichtverſicherungsanſtalt in Bezug auf die Zahl
der entſchädigten Unfälle, die Höhe der gezahlten
Renten uſw. ſind in den Tagesblättern bereits veröffent=
licht
worden. Der Voranſchlag der Berufsgenoſſen=
ſchaft
balanciert mit 2569 422 Mk. worunter ein Poſt=
vorſchuß
in Höhe von 1079100 Mk., der in 1912 an die
Poſtkaſſe zur Beſtreitung der laufenden Ausgaben an
Renten uſw. abgeführt werden muß, einbegriffen iſt.
Das Vermögen der Haftpflichtverſicherungsanſtalt be=
zifferte
ſich am 10. September 1911 auf 63882 Mk. Die
demnächſtige Aenderung des Geſetzes für die Gemeinde=
umlagen
bedingt auch eine Aenderung des Umlagever=
fahrens
für die Berufsgenoſſenſchaft. Der Vorſitzende
führte aus, daß als Beitragsmaßſtab ſowohl der Ar=
beitsbedarf
, d. h. die für den einzelnen Betrieb erforder=
liche
menſchliche Arbeit, als auch der gemeine Wert der
land= und forſtwirtſchaftlich genutzten Grundſtücke in Er=
wägung
gezogen ſei. Entſprechende Probeveranlagungen
haben ſtattgefunden und wird eine beſondere Genoſſen=
ſchaftsverſammlung
über den zu wählenden Maßſtab zu
entſcheiden haben. Berührt wurde des Weiteren der
Antrag des Genoſſenſchaftsvorſtandes an das Großh.
Miniſterium auf Errichtung eines Lehrſtuhls für ſoziale
Medizin. Dem Antrag haben erfreulicherweiſe die
Fakultäten zugeſtimmt unter Vorausſetzung, daß in
Gießen ein Geneſungsheim für Unfallverletzte errichtet
und dieſes in engſten Anſchluß an die Univerſität ge=

Konzerte.

* Der Richard Wagner=Verein veranſtaltete
am Freitag einen Johannes Brahms=Abend,
der zugleich den achten Lieder=Abend von Frl. Agnes
Leydhecker bildete. Ueber die Kunſt der Sängerin,
deren Stimme übrigens mehr ein Mezzoſopran, als eine
Altſtimme iſt, läßt ſich Neues zu ihrem Lobe nicht mehr
ſagen, wir wiſſen, daß ſie ihrer Aufgabe in vollendeter
Weiſe gerecht wird. Nur die Wahl des Programms läßt
die Frage berechtigt erſcheinen, ob man dem Eindruck der
Monotonie nicht hätte vorbeugen können; das ganz auf
den der Individualität der Sängerin allerdings am
meiſten zuſagenden elegiſchen Ton geſtimmte Programm,
das mit den vier oratorienhaften, bibliſchen Geſängen
ſeinen Abſchluß fand, erzeugte ſchließlich in den Zuhörern
eine Art von Kirchenſtimmung und wirkte durch das Ueber=
maß
ſchwermütiger Gefühlsſchwelgerei ermüdend. Dies
gilt auch von den Klavierſtücken, von denen nur die
Rhapſodie kräftigere und lebensfriſchere Töne anſchlug, die
Balladen erwieſen ſich als eine wenig glückliche Wahl für
ein Konzertprogramm.
Für die künſtleriſche Ausführung des Programms,
das fünf kleinere, weniger bekannte Lieder, zwei Geſänge
für Altſtimme mit Bratſche und Klavier, und die Vier
ernſten Geſänge nach bibliſchen Texten und außerdem
ſechs Stücke für Klavier von Brahms enthielt, haben wir
nur Worte des Lobes. Auf der Höhe ihrer Kunſt zeigte
ſich Frl. Leydhecker, die echtes und edles künſtleriſches
Empfinden mit hervorragender Geſangstechnik vereint,
wohl in den letzten Geſängen. Herr Joſef Pembaur
aus Leipzig, der die Lieder auf dem Klavier muſtergültig
begleitete, ſpielte drei Soloſtücke für Klavier mit ſehr viel
Empfindung und unfehlbarer Technik. In den Geſängen
mit Begleitung von Bratſche und Klavier ließ Herr Hof=
konzertmeiſter
Ernſt Schmidt von hier den Genannten
ſeine ſchätzenswerte künſtleriſche Unterſtützung zuteil
werden.

Feuilleton.

Kleine Pahr Modeneuheiten. Moosgrün wird,
ſo prophezeit man Paris, die Modefarbe des nächſten
Frühlings ſein. Yh die ſogenannten Schneiderkleider
werden in allen Sätierungen der grünen Farbe herge=
ſtellt
werden. Jats und Stehkragen für helle Bluſen
werden nicht mehr us weißem Leinen, ſondern aus
ſchwarzem Samt angrtigt und nur, um nicht an Trauer
zu erinnern, mit einé kleinen Rande weißer Spitze ver=
ziert
. Ausgeſchnitge Halbſchuhe, die zu ſußfrekem
Kleide getragen werdl müſſen an der Spitze aus dem=
ſelben
Stoffe gefertigt in, wie das Kleid. Das Taſchen=
tuch
der eleganten Frawird nicht mehr mit ihrem Mono=
gramm
und auch nichtmit den Anfangsbuchſtaben ihres
Vor= und Zunamens glickt. Es zeigt vielmehr, in eine
Ecke ſchräg geſtellt, nur ibn Vornamen in der Nachahmung
ihrer eigenen Handſchrift.) Pelzmäntel und Pelzjacken haben
keinen feſten Kragen meſ. Sie enden da, wo der Hals
aufhört. Und der Hals ſird durch einen beſonderen, für
ſich beſtehenden Pelzteil,n Form einer kurzen Boa, be=
deckt
. Es iſt nicht notwenfg, daß dieſer Pelz in Herkunft
und Farbe mit dem des ſockes, Mantels oder der Jacke
genau übereinſtimmt. die neueſte Haartracht bringt
den Scheitel wieder zur Altung. Frauen mit ſchmalem
Antlitze und regelmäßigen ßeſichtszügen ſollen das Haar
genau in der Mite ſcheiteln! Die Frau, die von der Na=
tur
weniger freigebig ausgeſattet iſt, und ein eckiges, den
Geſetzen der Harmonie nichtentſprechendes Antlitz beſitzt,
muß darauf bedacht ſein, jenn Reiz zu erzielen, den die
Franzoſen Ia beauté du dihle‟ die Schönheit des
Teufels nennen, und wid dies am beſten erreichen,
wenn ſie, nach ſorgfältigem Studium vor dem Spiegel,
den Scheitel auf der rechten hder auf der linken Seite
zieht.
C. K. Ein neues jiddiſches’ Theater in London. Aus
London wird berichtet: Der Bu des jiddiſchen Volks=
theaters
in Commercial Road, dem Mittelpunkt des =

diſchen Viertels in der engliſchen Hauptſtadt, iſt nahezu
vollendet, und man hofft, daß das Theater Mitte Februar
eröffnet werden kann. Die Koſten des Gebäudes bekragen
mehrere hunderttauſend Pfund, die in Einpfundnoken von
den armen Juden Londons, die begeiſterte Verehrer des
Theaters ſind, zuſammengebracht wurden. Bisher war das
Pavillon=Theater das Heim des jüdiſchen Dramas; aber
da die Pacht zu hoch war, konnte es nicht gedeihen, und man
erwartet, daß es jetzt im eigenen Hauſe ebenſo blühen
wird, wie es in New=York der Fall iſt. Von beſonderem
Intereſſe iſt dabei die Ankündigung des jüdiſchen Drama=
tikers
Aſch, daß es ihm gelungen wäre, Max Reinhardt
für das neue Theater zu intereſſieren.
Fürſt und Kino. Eine höchſt eigenartige kinemato=
graphiſche
Vorſtellung hat vor einigen Tagen, am 28. De=
zember
, im Stadttheater zu Bückeburg ſtattgefunden. Einige
Wochen vorher hatte der regierende Fürſt Adolf zu
Schaumburg=Lippe, der dem Reitſport ſehr zugeran iſt,
eine Parforce=Jagd aufgeführt und einer bekannken fran=
zöſiſchen
Firma die Erlaubnis gegeben, Aufnahmen von
der Jagd herſtellen zu laſſen. Die Jagd ging hauptſäch=
lich
über Ländereien, die Großbauern oder auch Dorfbe=
wohnern
gehörten und von dieſen dem Landesherrn zu
ſolchem Zweck bereitwilligſt zur Verfügung geſtellt waren.
Um ihnen zu danken, lud der Fürſt ſie alle zu dieſer Vor=
ſtellung
ein, deren Koſten er aus ſeiner Schatulle trug.
Außerdem wurden noch Films gezeigt, die im vorigen
Monat während der Anweſenheit des Kaiſers deim Fürſten
zu Fürſtenberg in Donaueſchingen aufgenommen wurden.
Kurz: Der Kintopp ſcheint hoffähig geworden zu ſein.
* Die Unfall=Eiſenbahn. Spotten ihrer ſelbſt und
wiſſen nicht wie! Das Glanzſtück der diesjährigen Pariſer
Neujahrsſpielzeuge iſt der Unglückszug. Als Vorbild hat
die ſtaatliche Weſtbahn gedient, die unbeſtritten die voll=
kommenſte
Technik in Eiſenbahnzugsunfällen beſitzt und
auch in dieſem Jahre wieder den Rekord aufgeſtellt hat.
Schon für wenig Geld kann man einen Spielzeug=Zug er=
ſtehen
, auf deſſen Wagen ſtolz die Initialen der ſtaatlichen

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Nummer 1.

zember mit einem Zuſammentoß. zwiſchen einer ruſiſchen
Patrouille und perſiſchen Fidais begannen. In dem Te=
legramm
heißt es: Der Ausbruch der Feindſeligkeiten war
für alle eine vollſtändige Ueberraſchung, auch für die Ruſ=
ſen
, deren Stellung im Lager von Bagitſchemal zeitwei=
lig
gefährdet war, da alle Verbindungen zwiſchen dem
Lager und dem ruſſiſchen Konſulat für mehrere Tage voll=
ſtändig
abgeſchnitten war. Nach dem Eintreffen von Ver=
ſtärkungen
und nach Beſchießung der Eitadelle und ver=
ſchiedener
andere Teile der Stadt vertrieben indeſſen die
Ruſſen die Fidais aus der Citadelle und hißten dort die
ruſſiſche Flagge. Die Beſchießung richtete nur wenig
Schaden an, nahm aber den Perſern den Mut, die Feind=
ſeligkeiten
fortzuſetzen. Hinſichtlich des Urſprungs der
Feindſeligkeiten, ſagt das Telegramm weiter, glaubt man,
daß die Ruſſen die Abſicht gehabt haben, die Fidais zu
entwaffnen indem ſie nur geringen oder gar keinen Wi=
derſtand
erwarteten. Die Verluſte auf beiden Seiten ſind
unbekannt, aber es wird angenommen, daß ſich die ruſſi=
ſchen
Verluſte zwiſchen 100200 Mann bewegen, wäh=
rend
von den Eingeborenen, die ſich an den Kämpfen nicht
beteiligten, nicht viel umgekommen ſind. Auch die Be=
richte
über Grauſamkeiten der Truppen auf beiden Seiten
ſind unbegründet. Zwei der Hauptführer der Fidais
haben ſich bei Basmindſch, 15 Meilen öſtlich von Täbris,
dem Anführer der dortigen Aufſtändiſchen Schudſcha ed
Dauleh ergeben und leiſten jetzt auf deſſen Befehl den ruſ=
ſiſchen
Truppen bei der Entwaffnung der Fidais, ſowie
bei den Nachforſchungen nach Waffen und Munition Bei=
ſtand
. Wie ferner berichtet wird, wird Schudſcha ed
Dauleh unter ruſſiſchem Schutz als Generalgouverneur
von Aſſer Beidſchann in die Stadt einziehen. Die Fidais
ſind nunmehr ſämtlich aus der Stadt verſchwunden und
die ruſſiſche Okkupation iſt nunmehr eine vollſtändige. Die
Banken und europäiſchen Häuſer werden ihre Geſchäfte
morgen wieder aufnehmen.
Dſchulfa, 30. Dez. Der Telegraphenverkehr mit
Täbris iſt wieder hergeſtellt. Die ruſſiſche Abteilung,
dis am 27. Dezember aus Dſchulfa abmarſchierte, iſt in
Täbris eingetroffen. Automobile leiſteten auf der Straße
nach Täbris dem Truppentransport und der Munition
gute Dienſte.

Eine Er‟
zu Gunſten des Dreibundes.

Wien, 31. Dez. Das Fremdenblatt ſchreibt in der
Nummer vom 31. Dezember: In der letzten Zeit ſind
wiederholt Preſſeangriffe gegen den Drei=
bund
gerichtet und zu dieſem Zwecke Gerüchte über Un=
ſtimmigkeiten
zwiſchen den amtlichen Vertretern der
öſterreichiſch=ungariſchen und der deutſchen
Politik verbreitet worden. Dagegen nahm bereits am
27. Dezember der Lokalanzeiger Stellung und konſtatierte
mit großer Entſchiedenheit, daß die deutſchen Staatsmän=
ner
und Diplomaten ſich in Fragen der Dreibundpolitik
in Uebereinſtimmung mit dem Grafen Aehrenthal befinden.
Schon vorher ſprach eine Meldung der Köln. Ztg. aus
Berlin und von Ausſtreuungen, deren Urheber zu glau=
ben
ſcheinen, es könne ihnen gelingen, in Oeſterreich= Un=
garn
Mißtrauen gegen Deutſchland zu ſäen und von den
Bemühungen, deren Fruchtloſigkeit ſich bald genug her=
ausſtellen
werde. Ein anderes ſüddeutſches Blatt, das
ebenfalls häufig Auffaſſungen gut informierter Berliner
Kreiſe der Oeffentlichkeit zur Kenntnis bringt, tritt nun=
mehr
den Treibereien in einer Beſprechung der Erklär=
ungen
des Grafen von Aehrenthal vor den Delegationen
mit der Feſtſtellung entgegen, daß ſowohl in Bezug auf
die Balkanpolitik wie auf die Haltung gegenüber dem
türkiſch=italieniſchen Kriege eine Ueber=
einſtimmung
in der Auffaſſung, teilweiſe bis in den
Wortlaut hinein, beſtehe und daß man in Berlin insbe=
ſondere
von den Aeußerungen des Miniſters über das
Verhalten der Monarchie in der Marokkofrage befriedigt
ſei und daß Graf Aehrenthal kein Wort ſagte, das nicht
auch ſchon in dem deutſchen Reichstage ſeitens der
deutſchen Regierung ausgeſprochen worden wäre. Damit
wäre das grundloſe Gerede, oder wie der Berliner Lokal=
Anzeiger ſich ausdrückt, die kleine Preß=Intrigue, die die
Gegner des Dreibundes ſelbverſtändlich für ihre Zwecke
ausbeutete, genügend abgetan. Wir wollen unſererſeits
abſchließend hinzufügen, daß die Beziehungen zwiſchen
dem Grafen v. Aehrenthal und den leitenden Staatmän=
nern
des Deutſchen Reiches ſtets die allerbeſten und freund=
ſchaftlichſten
waren und geblieben ſind.

Vermiſchtes.

* Wie groß iſt eine Milliarde in Gold?
Ueber die Größe einer Milliarde in Gold werden ſich
wohl wenige eine richtige Vorſtellung machen können.
Eine Milliarde beſteht aus 50 Millionen Zwanzigmark=
ſtücken
. Nun hat ein Zwanzigmarkſtück ein Gewicht von
rund 8 Gramm. Eine Milliarde in Gold hat demgemäß
das ungeheuere Gewicht von 400000 Kilogramm.
Nimmt man nun an, daß dieſer Reichtum in einzelne
Waggons eines Güterzuges aufgeſtapelt werden ſollte,
dann könnte man in einem einzigen Güterzugwagen nur
10000 Kilogramm des Goldes oder 25 Millionen Mark
in Gold unterbringen. In einem Güterzugwagen haben
nämlich 1250000 Goldſtücke zu 20 Mark Wert Platz. Zu
dem Transport der geſamten Milliarde müßte alſo ein
Eiſenbahnzug in einer Länge von 40 Wagen verwendet
werden. Dieſer Fall iſt nicht rein theoretiſch, ſondern er
kam bei der Ueberſendung der Kriegsentſchädigung, die
Frankreich an Deutſchland für den Krieg 1870 zu zahlen
hatte, in Betracht. Die Kriegsentſchädigung belief ſich
bekanntlich auf 4 Milliarden Mark, die in Gold zahlbar
waren. Dieſe 4 Milliarden wogen 1600000 Kilogramm.
Zu ihrer Beförderung waren 160 Eiſenbahnwaggons
notwendig. Sie wurde allerdings nicht auf einmal ge=
zahlt
, ſondern in größeren Teilzahlungen, deren Termine
von den Regierungen feſtgeſetzt worden waren.
Paris iſt, wie die franzöſiſchen Blätter zugeben
müſſen, nach heutigen Begriffen durchaus keine ſaubere
Stadt. Auch der Stadtrat iſt ſich deſſen bewußt und wollte
wenigſtens etwas tun, um der Unſauberkeit der Straßen
abzuhelfen. Er beſchloß daher eine ſtarke Beſteuerung der
fliegenden Anzeigen, die den Fußgängern in den
Straßen aufgedrängt, ungeleſen weggeworfen und Damm
und Steig maſſenweiſe bedecken und beſchmutzen. Die
Kammer, die dieſe recht zweckmäßige Steuer zu genehmigen
hat, hat ſich deſſen geweigert, und dem Stadtrat blieb nur
übrig, durch eine Polizeiverordnung gegen das Wegwerfen
dieſer Papiere vorzugehen, was natürlich unwirkſam ſein
wird. Einige andere Pariſer Fragen behandelt ausgiebig
der Jahresbericht des Stadtratsvorſitzenden Dauſſet, in
erſter Linie die Wohnungsnot. Er ſtellt feſt, daß ſehr
viel gebaut wird, aber nur teure Wohnungen, und daß die
Koſten des Hausbaues ſehr ſtark ſteigen. Sie betrugen vor
10 Jahren 700 Fres. für das Quadratmeter und ſind jetzt
auf 1000 Fres. angelangt. Die Durchſchnittsmiete, die
1900 noch 570 Frcs. betrug, iſt auf 604 Fres. geſtiegen. Bei

den 1911 fertiggeſtellten Häuſern gar ſtellt ſie ſich auf 1212
Frcs., alſo auf das Doppelte. Die armen Leute kommen
dabei ſchlecht weg. Herr Dauſſet empfiehlt ein Vorgehen,
wie es vielfach im Auslande zur Herſtellung billiger Woh=
nungen
befolgt wird. Ferner klagt er über die Ver=
kehrsſchwierigkeiten
. Gerade erſcheint eine Sta=
tiſtik
, die der bekannte H. Neymark bearbeitet hat und wo=
raus
herorgeht, daß der Verkehr der Hauptſtadt ſeit vier=
zig
Jahren um 700 Proz. geſtiegen iſt. Es iſt nach Dauſſet
dringend notwendig, neue Adern zu öffnen und die unter
dem zweiten Kaiſerreich vom Baron Haußmann betriebene
Oeffnung und Lüftung der eingeengten Stadt fortzuſetzen.
Ueberhaupt iſt Paris heutzutage in techniſcher Hinſicht
weit hinter einer beliebigen deutſchen Großſtadt zurück.

Literariſches.

Rektor O. Gebhard, Durch Steppe und
Urwald. Abenteuer und Erlebniſſe der Afrika= Expedi=
tion
des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Nach
dem Reiſebericht des Herzogs Ins innerſte Afrika dar=
geſtellt
. Mit 8 farbigen Tafeln und 128 Abbildungen, ſo=
wie
1 Karte. 419 S. geb. 6 Mark. Verlag von Klink=
hardt
und Biermann, Leipzig. Einen Ehrenplatz in der
neueſten Reiſeliteratur verdient unzweifelhaft Herzog
Adolf Friedrichs Werk Ins innerſte Afrika. Von
außergewöhnlicher Kraft der Darſtellung, mit ſeiner
packenden Kleinmalerei des Epiſodenhaften, die von fei=
ner
Beobachtungsgabe zeugt, unterſtützt durch eine Fülle
typiſcher Wirklichkeitsbilder: mit dieſen und anderen Vor=
zügen
ausgeſtattet, gewährt es einen tiefen Einblick in
Eigenart und Reiz der Forſcherarbeit. Das vorliegende
Buch kann vortrefflich dabei helfen, den Sinn für kolo=
niale
Dinge beſonders bei der tatfrohen Jugend zu
wecken. Der hübſche Wert des Buches liegt aber vielleicht
darin, daß es von Anfang bis Ende auf dem Boden der
Wirklichkeit ſteht und in ſeinem ſpannenden Inhalt die
beſte Waffe gegen jene innerlich unwahren und unge=
reimten
Phantaſtereien bietet, die nur allen erſt als
Reiſe=Erzählungen bezeichnet werden.
Mit dem Torniſter. Ungeſchminkte Feldzugs=
Erinnerungen eines Infanteriſten aus dem Jahre 1870.
Von C. Rückert. (2. Aufl.) Neuer Frankf. Verlag, Frank=
furt
a. M. 1911. Preis Mk. 1,50. Dieſe Kriegserlebniſſe,
die zwar ungeſchminkt aber von einem Manne vorge=
tragen
werden, der ein offenes Auge für alle Geſchehniſſe
zeigt, geben einen vorzüglichen Einblick in das Denken
und Empfinden eines einfachen Mannes in Reih und
Glied. Die Erzählung hält den Leſer von der erſten bis
zur letzten Seite gefangen. Der Verfaſſer iſt bei aller
echt patriotiſcher Geſinnung frei von jeder Großrederei.
Frau Schlicht. Roman von E. Croner=
Kretſchmer. (Concordia, Deutſche Verlags=Anſtalt, G. m.
b. H. in Berlin SW. 68). Broſchiert Mk. 2,, geb. Mk. 3,.
Der Roman von E. Croner=Kretſchmer knüpft an eine wahre
Begebenheit an, die ſich vor einigen Jahren in der Berliner
Geſellſchaft abgeſpielt hat. Er ſchildert das Seelenleben einer
jungen Witwe, die ihren Mann durch einen Unglücksfall ver=
loren
hat. Eine Periode wahnſinnigen Schmerzes und halt=
loſer
Trauer folgt. Der Kampf zwiſchen Liebe und Leiden=
ſchaft
, zwiſchen dem Toten und dem Lebenden, zwiſchen
Weibempfinden und Mutterpflicht iſt pſychologiſch fein ent=
wickelt
.

Darmſtadt, 2. Januar.
C Die Sylveſternacht ſtand diesmal ganz unter dem
Zeichen des Feuerwerks. Wohl kaum je zuvor hat man
in Darmſtadt das junge Jahr in gleichem Umfange mit
Krachen und Knallen und mit Donnerſchlägen, mit Ra=
keten
, Schwärmern und Leuchtkugeln und römiſchen Lich=
tern
, und wie dieſe ſchönen und lieblichen Erzeugniſſe
der Pyrotechnik alle heißen, begrüßt. Das heißt, eigent=
lich
galten dieſe Grüße wohl mehr dem Scheiden des
alten Jahres, denn ſchon im frühen Nachmittag begann
in den Straßen das Knallen und wuchs in den Abend=
ſtunden
dann faſt zum Unfug aus. Ruhe gab’s etwa
eine halbe Stunde vor Mitternacht, denn da wollte man
doch alles, was eben noch nicht verfeuert, aufſparen zum
Willkomm für das neue Jahr. Die wunderbar milde,
faſt frühjahrsgleiche Witterung begünſtigte das Treiben
in den Straßen gar ſehr und in den Hauptverkehrsſtra=
ßen
wuchs der Verkehr um die Mitternacht faſt gefahr=
drohend
an. Einen Begriff von der Menge des abge=
brannten
Feuerwerks bekam, wer frühe, vor dem Stra=
ßenkehren
, die Straßen paſſierte. In der Altſtadt und
im Verkehrszentrum ſah’s aus wie an Faſtnacht nach
dem Toben der Konfetti= und Luftſchlangenſchlacht. So
bedeckten die abgebrannten Schwärmer und Fröſche und
Kanonenſchläge aller Größen die Straßen.
Im übrigen vollzog ſich der Uebergang vom alten zu
dem neuen Jahre in gewohnter Weiſe. Wer es nicht,
was in Darmſtadt neuerdings immer mehr Mode zu
werden ſcheint, vorzog, in irgend einem faſhionablen
Reſtaurant das neue Jahr bei perlendem Sekt zu be=
grüßen
, feierte das Feſt der Jahreswende im trauten
Kreiſe der Familie oder mit guten Freunden bei damp=
fendem
Punſch Nach alter ſchöner Sitte wurden die
Chriſtbaumkerzen nochmal entzündet, um ganz herunter
zu brennen, und als dann das Glockenläuten aller Kir=
chen
die 12. Stunde und damit die Geburt des neuen
Jahres kündeten, öffneten ſich Fenſter und Balkontüren
und in das harmoniſche Geläute miſchten ſich Sanges=
und ernſte Choralklänge, und als beſonders melodiſcher
Gruß das Knallen und Krachen. Dann ein Proſit Neu=
jahr
! hinüber und hinunter, herüber und herauf, und
von irgend woher die Klänge des alten Lutherchorals
Ein ſeſte Burg iſt unſer Gott So begrüßte das
junge Jahr jeder nach ſeiner Weiſe, und jedem in ſeiner
Weiſe wird es danken für den Gruß, wird Freude brin=
gen
und Leid, Glück und Schmerz, unbekümmert ob aller
Wünſche und törichter Hoffnungen, bis nun, bis wie=
der
ein neues Jahr wieder neue Hoffnungen und wie=
der
neue Wünſche erſtehen läßt.
Im Hoftheater wurde am Silveſterabend der
Schwank Charleys Tante und am Neujahrs=
abend
im Rahmen einer Feſtvorſtellung die Operette Der
Opernball aufgeführt. Vor Beginn der letzteren
brachte Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing das Hoch auf
Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und die
Großherzogin aus, die der Vorſtellung in der kleinen
Hofloge beiwohnten. Ueber die Vorſtellungen ſelbſt iſt an
anderer Stelle berichtet.
* Hoftheater. Ueber Shakeſpeares Was ihr
wollt das heute abend in Hackers Bühnen= Einricht=
ung
neu einſtudiert zur Auffühung kommt, ſchreibt einer
unſerer anerkannteſten Aeſthetiker, Heinrich Bulthaupt:
Wenn Shakeſpeares es als ein heiliges Recht beanſpru=
chen
darf, mit einem ſeiner Luſtſpiele, trotz des ver=
änderten
Zeitgeſchmackes, trotz ſo mancher Anglicismen
auf der Weltbühne fortzuleben, ſo iſt es gewiß Was ihr
wollt‟ Die ſcharfen Konturen ſeiner Charakterköpfe, die
traumhafte Weichheit ſeiner ſeriöſen Figuren, die die

Muſik ſelbſt aus der Taufe gehoben hat ganz wirken
ſie erſt vom Podium herab. Junker Tobias und ſeine
Genoſſen wollten geſehen, das einfache, aber ſo wun=
derbar
ſtimmungsvolle Lied Komm herbei, Tod, will
gehört ſein. Und in keinem anderen Stück verſchlingen
ſich die beiden Handlungen, aus denen Shakeſpeare ſeine
Luſtſpiele zuſammen zu ſetzen pflegt, ſo einfach, ſo natür=
lich
, wie in dieſem. Bei der heute abend ſtattfindenden
Neuaufführung des Werkes werden die Hauptrollen dar=
geſtellt
von den Damen: Meißner, Alſen und Gothe, ſo=
wie
den Herren Jürgas, Riechmann, Knispel, Peterſen,
Weſtermann, Schneider, Heinz und Hacker, in deſſen
Händen auch die Spielleitung liegt.
St. Im Orpheum hat ſeit geſtern ein übermütig=
luſtiges
Völkchen ſeinen Einzug gehalten, das ſich ſchon
bei der erſten faſt ausverkauften Vorſtellung die Herzen
im Sturm eroberte. Job’s luſtige Bühne iſt es,
die für die nächſten Tage als treffenden Auftakt zum
Karneval den echten köſtlichſten Kölner Humor hierher
verpflanzt hat und zur Blüte bringt. Man kann es ſo
gut brauchen, das bischen Lachen in der heutigen ſo
wenig humorvollen Zeit, und wahrlich, die Kölner ver=
ſtehen
es aus dem ff., dieſe köſtliche Medizin zu ver=
abreichen
. Der Wirkung ihrer überwältigend komiſchen
Darbietungen kann niemand ſich entziehen. In dem
tollen Schwank Der Mann mit dem Fimmel von
Moritz Geiſthövel (Muſik von R. Ephraim), der für die
nächſten 3 Tage den Spielplan beherrſcht, beſitzt die
luſtige Bühne ein Stück, das wie wohl kaum ein anderes
geeignet iſt, den goldenen Kölner Humor in all ſeiner
Urwüchſigkeit, Derbheit und draſtiſchen Komik, aber
auch in ſeiner gemütvollen ſonnigen Heiterkeit zur
Geltung zu bringen. Reich an draſtiſcher Situations=
komik
iſt das Stück, weit entfernt von etwa einer Bur=
leske
, wie ſie ſonſt die Kölner lieben, ein ganz toller
übermütiger Schwank, bei dem die vielgebrauchte Phraſe
von den entfeſſelten Stürmen der Heiterkeit und den
Lachſalven, die das Haus durchbrauſen, zur Wirklichkeit
wird. Von dem Inhalt des Stückes ſei, um den Beſucher
nicht um die Wirkungen zu bringen, heute nicht mitge=
teilt
, auch von den Leiſtungen der durchweg routinierten
Darſteller wird ſpäter noch die Rede ſein. Das Zu=
ſammenſpiel
iſt ganz vortrefflich. Wer das Bedürfnis
fühlt, einmal recht von Herzen lachen zu können, dem ſei
der Beſuch empfohlen.
? Lindenfels, 1. Jan. In einer Audienz, an der
mehrere Lindenfelſer Herren teilnahmen, äußerte das
Großherzogliche Miniſterium der Finanzen die Befürch=
tung
, die an dem Bahnbau Bensheim- Linden=
fels
beteiligten Gemeinden würden durch die finanziel=
len
Opfer, welche zu bringen ſeien, über Gebühr belaſtet.
In einer daraufhin in Reichenbach abgehaltenen
Verſammlung erklärten die Vertreter der betreffen=
den
Gemeinden, daß dieſe nicht nur genügend lei=
ſtungsfähig
, ſondern auch gern bereit ſeien, die
Laſten zu tragen, die ihnen der Bahnbau und der Betrieb
auferlegen. Die Gemeinden ſind der Ueberzeugung, daß
die Eiſenbahn einen großen wirtſchaftlichen Aufſchwung
bringen wird, andererſeits aber der ganzen Gegend der
wirtſchaftliche Ruin droht, wenn das Projekt nicht zur
Ausführung gelangt. Die früheren Projekte, wie das der
Firma Lenz u. Co. und das der Preußiſch=Heſſiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft, ſeien für die Gemeinden viel
ingünſtiger geweſen. Es wurde in dieſem Sinne eine
Reſolution abgefaßt und dem Großherzoglichen
Miniſterium übermittelt mit der Bitte, der Firma Kon=
tinentale
die erbetene Konzeſſion recht bald zu erteilen!

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. Dez. Der Reichsanzeiger veröffent=
licht
das Hausarbeitergeſetz, das am 1. April 1912.
in Kraft tritt. Der Zeitpunkt, mit dem die §§ 3 und 4
zum Aushängen von Lohntafeln und Aushändigung von
Lohnbüchern in Kraft treten, wird durch eine kaiſerliche
Verordnung beſtimmt.
* Berlin, 30. Dez. Der Entwurf des preußi=
ſchen
Staatshaushaltsetats für 1912 ſchließt in
Einnahme und Ausgabe mit 4301 242 250 Mk. ab. Von
den Ausgaben entfallen 5,3 Prozent auf das Extraordina=
rium
gegen 5,2 Prozent im Etat für 1911. Zur Herſtellung
des Gleichgewichts ſind 19 Millionen als außerordentliche
Einnahme eingeſtellt, die im Wege einer Anleihe zu be=
ſchaffen
ſind gegen 29900000 Mk. im Jahre 1911. Zur vor=
übergehenden
Verſtärkung der Betriebsmittel der General=
ſtaatskaſſe
ſind, wie im Vorjahre, Schatzanweiſungen bis
zu 100 Millionen vorgeſehen. Aus den Reinüberſchüſſen
der Eiſenbahnverwaltung ſind 57425600 Mk. zur Verſtär=
kung
des Ausgleichsfonds etatiſiert, etwa 25 Millionen
mehr als im vorigen Etat. An Penſionen für Zivilbeamte
ſind über 11 Millionen mehr vorgeſehen als im Vorjahre.
an den geſetzlichen Witwen= und Waiſengeldern 1271000
Mark mehr und an Penſionen und Hinterbliebenenbezügen
für Volksſchullehrer und=Lehrerinnen 1361500 Mk. mehr.
Der Unterſtützungsfonds für die Beamten iſt insgeſamt
um 3 Millionen Mk. erhöht. Der Unterſtützungsfonds
für die Arbeiter iſt angemeſſen erhöht. Es beſteht die Ab=
ſicht
, zur Befriedigung der dringendſten Bedürfniſſe ſchon
für das laufende Etatsjahr bei dem Unterſtützungsfonds
im Wege der Etatsüberſchreitung Mittel flüſſig zu machen.
* Potsdam, 30. Dez. Im Neuen Palais bei
Potsdam entſtand abends im Heizungsraum unter dem
Marſtall ein kleines Feuer welches jedoch im Ent=
ſtehen
erſtickt wurde. Die Potsdamer Berufsfeuerwehr
eilte auf den Ruf: Großfeuer! mit Reſerven herbei,
konnte jedoch ſofort wieder abrücken.
* Metz, 1. Jan. Heute früh wurde in der Gold=
ſchmiedſtraße
der 21jährige Arbeiter Heinrich Renoit
durch Meſſerſtiche tötlich verletzt aufgefunden. Er
ſtarb auf dem Wege zum Hoſpital. Ein anderer junger
Arbeiter, der ſich in ſeiner Geſellſchaft befunden hatte,
hatte gleichfalls ſchwerere Verletzungen davongetragen,
was auf einen zwiſchen den beiden ausgebrochenen Streit
ſchließen läßt. Zwei Verhaftungen in dieſer Angelegen=
heit
ſind erfolgt.
* München, 30. Dez. Im Befinden des Prinz=
regenten
Luitpold von Bayern iſt eine Beſſe=
rung
eingetreten. Nach gut verbrachter Nacht hat die
Bewegungsfähigkeit weſentlich zugenommen.
* Fulda, 31. Dez. In Vacha an der Werra iſt der
Fremdenverkehr in der Nacht zum Sonntag ab=
gebrannt
. Zwei Töchter des Beſitzers kamen in den
Flammen um.
* Paris, 31. Dez, Aus Madrid wird gemeldet:
Die franzöſiſch=ſpaniſchen Marokko= Verhand=
lungen
ſind durch die geſtrige Unterredung des fran=
zöſiſchen
Botſchafters Geoffray mit dem ſpaniſchen
Miniſter des Aeußern Garcia Prieto keinen Schritt
weitergekommen und ſcheinen an einem toten Punkt
angelangt zu ſein, da zwiſchen der franzöſiſchen Antwort
und der ſpaniſchen Auffaſſung in mehreren Punkten ein
vollſtändiger Gegenſatz beſteht.

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Seite 7.

* Leipzig, 30. Dez. Heute vormittag erkrankte
ein 4050jähriger Mann, anſcheinend ein Gelegenheits=
arbeiter
, nach dem Genuß von Roßfleiſch. Er
brach zuſammen und war nach kurzer Zeit tot. Die
Todesurſache iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Leipzig, 30. Dez. Zu der Meldung über den
Todesfall infolge Roßfleiſchgenuſſes wird
noch mitgeteilt, daß es ſich um den 41jährigen Arbeiter
Robert Gerlach handelt. Es wird mit Beſtimmtheit
feſtgeſtellt, daß keine Vergiftung infolge Genuſſes von
Pferdefleiſch vorliegt. Wahrſcheinlich handelt es ſich um
einen Schlaganfall.
* Wanne, 30. Dez. Heute früh 4 Uhr 10 Min. fuhr
der von Recklinghauſen kommende Güterzug Nr. 6470
bei der Einfahrt in den Güterbahnhof Wanne infolge
falſcher Weichenlage in ein von Wagen beſetztes Gleis.
Durch den Anprall auf die ſtehenden Wagen entgleiſten
die Zuglokomotive und mehrere Wagen. Die Rangierer
Kabaſta und Karl aus Wanne wurden getötet, die
Rangierer Ollmer und Joſeph aus Wanne wurden ſehr
ſchwer verletzt. Das Einfahrtsgleis war für Güterzüge
zwei Stunden geſperrt. Die Perſonenzüge erleiden
keine Verſpätung. Die Aufgleiſung wird heute nachmit=
tag
erfolgt ſein.
* Paris, 31. Dez. Die Akademie der Schönen
Künſte hat den Kupferſtecher Profeſſor Köpping=
Berlin zum korreſpondierenden Mitgliede ernannt.
* Paris, 1. Jan. Hauptmann Lux hat, wie ſeine
Angehörigen erzählen, den Weg über Oeſterreich, Ita=
lien
und die Schweiz genommen und iſt über Pontar=
lier
mit der Paris=Lyon=Mittelmeerbahn nach Frankreich
gelangt. Er verſtändigte ſeine Brüder, die gleichfalls
Offiziere ſind, von Mailand aus telegraphiſch von ſeiner
bevorſtehenden Ankunft. Nach einer Meldung des Petit
Pariſien war Hauptmann Lux zufällig im Beſitz
eines Paſſes, ſo daß er die öſterreichiſche Grenze ohne
Schwierigkeiten überſchreiten konnte.
* Paris, 2. Jan. Der aus der Feſtung Glatz ent=
wichene
franzöſiſche Hauptmann Lutt iſt hier ein=
getroffen
.
* Brüſſel, 30. Dez. Deutſchland und Belgien
haben den Verkehr mit Spirituoſen über die deutſch= bel=
giſche
Grenze durch ein Abkommen neu geregelt, durch
welches die Gewährung der Steuerfreiheit für ausgeführ=
ten
Branntwein uſw. von der Vorlage beſtimmter Nach=
weiſe
abhängig gemacht wird. Das Abkommen tritt am
1. Januar 1912 anſtelle des bisher geltenden Abkommens
vom 1. Auguſt 1902 in Kraft.
* Madrid, 30. Dez. Der Militärkommandant von
Alhucanas erhielt von Eingeborenen die Nachricht, daß
20000 Rifleute auf dem Wege ſind, um die Harka
an den Kertufern zu verſtärken. Die Regierung beſchloß,
um die Erhebung der Eingeborenen zu unterdrücken, alle
zum Kampfe notwendigen Truppen nach Melilla zu ent=
ſenden
. Der franzöſiſche Botſchafter erhielt die Ant=
wort
Frankreichs auf die ſpaniſchen Gegenvor=
ſchläge
und hatte heute nachmittag mit dem Miniſter des
Aeußern eine Beſprechung.
* Petersburg, 30. Dezbr. Der Reichsrat nahm ein=
ſtimmig
die Geſetzesvorlage betreffend die Verſtaat=
lichung
der Warſchau=Wiener Bahn in der Duma=
faſſung
an und ſprach den Wunſch nach der ſofortigen
Anpaſſung des Gleiſes an das Normalgleis aus. Der
Miniſterpräſident hob die Vorteilhaftigkeit des Ankaufs
im gegenwärtigen Augenblick hervor, wo der Barbeſtand
des Staatsſchatzes die Rekordziffer von 528 Millionen
(Rubel erreicht. Nach Abzug der für die Hilfsaktion im
Notſtandsrayon beſtimmten Summen bleiben 350 Mil=
lionen
übrig.
* Waſhington, 30. Dez. Nach amtlicher Feſtſtellung iſt
die Kopfzahl der deutſchgeborenen Bevölkerung
der Vereinigten Staaten im Jahre 1910 um 11,2
Prozent zurückgegangen. In der Stadt New=York
betrug der Rückgang ſeit dem Jahre 1900 44998 Per=
ſonen
.
* Kalkutta, 30. Dez. Das engliſche Königs=
paar
iſt heute vormittag, von der Bevölkerung herzlich
begrüßt, hier eingetroffen.

* Berlin, 31. Dez. Ueber den am 29. Dezember nach
längerem Krankſein verſtorbenen deutſchen Geſchäftsträger
in Chriſtiana, Erbgraf Karl v. Schlitz, gen. v. Goertz,
ſchreibt die Norddeutſche Allgemeine Zeitung: Erbgraf
Goertz, der als Sohn des Graſen Emil Friedrich v. Schlitz,
gen. v. Goertz, am 28. Dezember 1877 zu München ge=
boren
wurde, ſtudierte nach Abſolvierung des Weimarer
Gymnaſiums die Rechte auf den Univerſitäten Leipzig,
Freiburg, München und Gießen von 1899 bis 1904. Nach=
dem
er inzwiſchen auch als Leutnant im 1. Garde=Reg.
z. F. in die Armee eingeſtellt war, erfolgte am 1. März
1906 ſeine Zuteilung zur kaiſerlichen Botſchaft in Rom.
Im März 1907 wurde er zur diplomatiſchen Laufbahn
zugelaſſen und zu ſeiner weiteren Ausbildung in das
Auswärtige Amt nach Berlin einberufen. Im Juni 1910
nach Ablegung des diplomatiſchen Examens zum Lega=
tionsſekretär
bei der kaiferlichen Geſandtſchaft in Chriſtiana
ernannt, hat er zur Zeit nach der Abberufung des Ge=
ſandten
v. Treutler die Geſchäfte der Geſandtſchaft am
norwegiſchen Hofe geführt. In dem ſo früh Dahinge=
ſchiedenen
verliert der auswärtige Dienſt einen zu den
ſchönſten Hoffnungen berechtigenden jungen Diplomaten,
dem ein dauerndes Andenken im Auswärtigen Amt ge=
ſichert
iſt.
* Frankfurt, 30. Dez. In der letzten Nacht wurde
der Urheber des in Mainz begangenen Raubmord=
verſuchs
, der Schneidergeſelle Ignaz Deſchmann
lalias Bueler), hier in einem Logis in der Friedberger
Landſtr. 78 verhaftet. Am Freitag vor Weihnachten
war auf dem Schillerplatz in Mainz, einer ſehr leb=
haften
Geſchäftsgegend der rheinheſſiſchen Metropole,
mittags 2 Uhr die Frau des dort domizilierten Zigarren=
händlers
Liebing von einem Unbekannten mit einem
ſtumpfen Inſtrument niedergeſchlagen worden, und nur
durch das hinzugekommene Dienſtmädchen vor weiteren
Mißhandlungen des Angreifers bewahrt geblieben. Der
Täter hatte es auf eine Beraubung der Ladenkaſſe ab=
geſehen
. Die Ermittelungen der Polizei ergaben, daß
als Täter ein Schneider (Heimarbeiter) in Betracht kam,
der ſich Martin Anton Bueler genannt und zuletzt in
Mainz, Weihergarten 20, wohnte. Die Spur des Bueler
führte zunächſt nach Kaſtel und von dort nach Frank=
furt
. Der Siſtierte wurde durch die telephoniſch ver=
ſtändigte
Kriminalpolizei ſofort in ein eingehendes Ver=
hör
genommen, in deſſen Verlauf er ſchließlich zugab,
mit dem ſteckbrieflich verfolgten Mainzer Attentäter
identiſch zu ſein. Er räumte ſchließlich ein, daß der
Name Bueler, unter dem er in Mainz gelebt habe,
fingiert ſei, daß er mit ſeinem richtigen Namen viel=
mehr
Deſchmann, mit Vornamen Ignaz heiße, und
äſterreichiſcher Deſerteur ſei. Er will am 31. Juli 1873
zu Laibach (Bezirk Krain) geboren ſein.
München, 31. Dez. Profeſſor Soxhlet wurde
vom Prinzregenten zum Geheimen Rat ernannt.

München, 31. Dez. Der vermißte Ballon
Salzburg wurde im Alterſee aufgefunden. Der alleinige
Inſaſſe Oberleutnant werner iſt ertrunken.
Kaſſel, 31. Dez. Die Weſer, Fulda und Lahn
mit ihren Nebenflüſſen ſind über die Ufer getreten und
haben die Niederungen überſchwemmt. Weit im
ſüdlichen Kurheſſen ſind mehrere Bahnſtationen und
Güter vom Verkehr abgeſchloſſen.
Belfeld (Holland), 30. Dez. Drei Knaben im
Alter von 15 bis 17 Jahren wurden beim Tongraben
von einem plötzlichen Erdrutſch verſchüttet. Die Lei=
chen
wurden geborgen.
Petersburg, 30. Dez. Ein engliſches Segel=
ſchiff
, mit Weizen von Reval nach London, iſt unweit
Reval bei einem furchtbarenn Sturm untergegan=
gen
. Die Beſatzung von 25 Mann iſt bis auf einen
Matroſen, der ſich retten konnte, ertrunken.

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konnte im Alter von 14 Monaten noch nicht laufen
und hatte noch kein Zähnchen. Der ihr zur Stärkung
gegebene gewöhnliche Lebertran wollte nicht helfen, be=
ſonders
, weil er von dem Kinde nicht vertragen wurde.
Ich erſetzte dieſen daher durch Scotts Lebertran=
Emulſion, welche das Kind ſofort gern nahm und an=
dauernd
gut vertrug.
Scotts Emulsion
hat meinem Töchterchen die gewünſchte Kräftigung ge=
bracht
, es bekam ein friſches, hübſches Ausſehen, machte
hald die erſten Sitz= und Gehverſuche, und heute, nach
noch nicht einem halben Jahre, läuft es ſchön und ſicher
überall ganz allein umher. Eine Reihe hübſcher, ſtarker
Zähnchen hat die Kleine inzwiſchen ohne Beſchwerden
gleichfalls bekommen.
(Gez.) Frau Anna Kettlitz, Breslan, Adalbertſtr. 9. 24. Januar 1911.
So gut und heilkräftig der gewöhnliche Lebertran an und
für ſich unbeſtritten iſt, ſo kann doch nicht geleugnet werden, daß
die Mehrzahl der Menſchen, und zwar Kinder wie Erwachſene,
ihn ſeines Geruches und Geſchmackes wegen einfach nicht nehmen
können. Scotts Lebertran=Emulſion hingegen, worin die
Eigenſchaften und Werte des Lebertrans noch durch Zuſätze ver=
beſſert
ſind, wird von den meiſten Menſchen gern genommen und
auch bei längſtem Gebrauch leicht vertragen.
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Matz, ſondern nur in verſiegelten
Orizinatflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
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50,0, unterphosphorigſaut
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Uberall erhälrlich in Apotheken. Drogen- und
Mineralwasser-Handlungen.

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Heute entſchlief ſanft nach längerem Leiden
unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schweſter
und Tante
Frau Christine Dern
geb. Jäger
im 61. Lebensjahre.
(132
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eugen Dern.
Darmſtadt, den 1. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
3 Uhr vom Portale des ſtädtiſchen Friedhofes
aus ſtatt.

Todes-Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, unſer einziges,
heißgeliebtes Kind
Emmichen
nach 8 tägigem ſchwerem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden zu ſich zu nehmen.
Die tiefgebeugten Eltern:
Joseph L. Dauber u. Frau
Darmſtadt, den 1. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Januar,
nachmittags 2¾ Uhr, vom Trauerhauſe,
Lichtenbergſtraße 80, aus, ſtatt. (133

Bankfagung.

Für die mir anläßlich des Hinſcheidens meines
(126
unvergeßlichen Gatten
Herrn Johann Gollasch
von allen Seiten in ſo überreichem Maße zuteil
gewordenen Beweiſe herzlichſter Anteilnahme, für
die Kranz= und Blumenſpenden, insbeſondere
Herrn Pfarrer Velte für die troſtreiche Grabrede,
dem Gaſtwirteverband, dem Kaninchenzuchtverein,
dem Klub Gemütlichkeit, dem Unteroffiz.=Korps
der II. Eskadr. Drag=Reg. Nr. 24, ſowie dem
Städtiſchen Krankenhauſe, ſpreche ich auf dieſem
Wege meinen tiefgefühlten Dank aus.
Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Helene Gollasch.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1911.

Tageskalender.

Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. D): Der Drei=
königsabend‟

Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Wählerverſammlung der Kandidatur Dr. Oſann
um 8½ Uhr im Schützenhof
Wiederbeginn der Proben des Inſtrumental=
vereins
um 8½ Uhr im Saale des Muſikvereins.
1. Darmſtädt er K inematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhe
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Por=
träts
vom Tage (Staatsſekretär Dr. Solf, Profeſſor
von Waſſermann, Dr. von Jacobs); chineſiſche
Diplomaten ohne Zopf; Empfangsfeierlichkeiten in
Bombay; nach dem Brande des Luna=Parks in Coney=
Island bei New=York.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 4. Januar.

Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Ziegenböcke=Verſteigerung um 11 Uhr im Faſel=
ſtall
zu Griesheim.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe?
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unperlangte Manuſkripte werden nicht
getrückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Nummer 1.

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[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Seite 9.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

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tag
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ertungsträgerinnen
(35im
geſucht.
Näheres Expedition des Darmſtädter Tagblatt.
Ein ehrlicher, fleißiger=Junge
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von 1416 Jahren (31
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gut. Herrſch., wo jetziges Mädch.
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Suſanne Röſe, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin Kiesstr. 35, I. (*17

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Kahlertſtr. 17, 1. St. (*21

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In einem Haush. von 4 Erwachſ.
wird zu bald. Eintritt bei hoh. Lohn
ein ſol. Mädchen geſ., das gut bür=
gerl
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zu übernehm. hat. Näheres in der
Expedition ds. Bl.
(97a

Laufmädchen zu Familie mit
einem Kinde ſof. geſucht. Näh. in
der Expd.
(*37

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Männlich

Zum ſof. Eintritt werden
zwei Mädchen f. leichte Näh=
maſchinenarb
. geſ. Es woll. ſich
nur ſolche melden, die mit der
Nähmaſch. umgeh. können u.
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tätig waren. Gamaschenfabrik
Hess, Louiſenſtr. 6. (258508i

Contorist oder
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[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Bezeichnung
Art der Betriebe
Bedingungen
der zugelaſſenen Arbeitszeit
Schneiderei
Der Betrieb iſt geſtattet an Werden 10 Arbeiter
im handwerks=6 nach Wahl des Arbeit=oder mehr in dem
mäßig. Betriebgebers zu beſtimmenden 1 Betriebe regelmäßig
Sonn= und Feſttagen bisbeſchäftigt, ſo dürfen
12 Uhr mittags. Dieſe Be=jugendliche Arbeiter
fugnis findet auf das Weih=(Perſonen unter 16
(nachts=, Neujahrs=, Oſter=,1Jahren) zur Sonn=
Himmelfahrts= und Pfingſt=Itagsarbeit nicht her=
feſt
keine Anwendung.
angezogen werden.
2. Damenkonfek=wie zu 1.
Für jugendliche Ar=
tion
und Putz=
beiter
verboten.
macherei
3. Schuhmacherei lwie zu 1
wie zu 1.
4. Kürſchnerei
wie zu 1
wie zu 1.
5. Herſtellen von wie zu 1
wie zu 1.
Strohhüten
6. Chemiſche
wie zu 1
wie zu 1.
Wäſcherei und
Schönfärberei f.
Kleidungsſtücke

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 191.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.

In Mörfelden und Walldorf (Kreis Groß=Gerau) iſt die
Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen.
Erloſchen iſt die Seuche in Biebesheim und Rüſſelsheim
(Kreis Groß=Gerau).
(116

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Dobermann. 1 deutſcher
Schäferhund, 1 ſchottiſcher Schäferhund, 2 Pinſcher, 1 Pudel ( zuge=
laufen
). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (36

Bekanntmachung.

Betr.: Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit in hand=
werksmäßigen
Betrieben.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt in Betrieben des Handwerks
Verſtöße gegen die Vorſchriften über die Sonntagsruhe feſtgeſtellt
und zur gerichtlichen Anzeige gebracht worden ſind, bringen wir nach=
ſtehend
aus der Bekanntmachung des Bundesrats vom 5. Februar
1895 (R. G. Bl. S. 12) die für die bezeichneten Gewerbebetriebe zuge=
laſſenen
Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit erneut zur
Kenntnisnahme und Nachachtung.
(37im
Darmſtadt, den 29. Dezember 1911.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
In den nachſtehend aufgeführten Gewerbebetrieben iſt an Sonn=
und Feſttagen die Beſchäftigung von Arbeitern zu den in der nach=
folgenden
Tabelle angegebenen Zeiten und Bedingungen geſtattet:

Wenn Arbeitgeber von dem Recht der Sonntagsarbeit nach
den obigen Vorſchriften Gebrauch machen wollen, müſſen ſie dies
vor dem Beginn der Beſchäftigung der Ortspolizeibehörde (Großh.
Polizeiamt) anzeigen, ſowie innerhalb der Betriebsſtätte an geeigneter,
den Arbeitern zugänglichen Stelle eine Tafel aushängen, welche in
deutlicher Schrift die für die Beſchäftigung von Arbeitern an Sonn=
tagen
geltenden Vorſchriften, wie ſie ſich nach dieſer Bekanntmachung
auf Grund der vorerwähnten Bundesratsbekanntmachung vom 5. 2.
1895 für ihre Betriebe ergeben, enthält. (Solche Tafeln ſind in C.
Forgers Druckerei in Offenbach a. M. zum Preiſe von 20 Pfennig
erhältlich.)
Arbeitgeber, welche Arbeiter an Sonn= und Feſttagen beſchäf=
tigen
, ſind verpflichtet, ein Verzeichnis anzulegen, in welches für jeden
einzelnen Sonn= und Feſttag die Zahl der beſchäftigten Arbeiter, die
Dauer ihrer Beſchäftigung, ſowie die Art der vorgenommenen Ar=
beiten
einzutragen ſind. Das Verzeichnis iſt auf Erfordern der Orts=
polizeibehörde
, ſowie dem im § 139b bezeichneten Beamten jederzeit
zur Einſicht vorzulegen. (§ 105c Abſ. 2 der R.=Gewerbeordnung.)
Wenn die Beſchäftigung der Arbeiter an Sonn= und Feſttagen länger
als 3 Stunden dauert oder die Arbeiter am Beſuch des Gottesdienſtes
hindert, iſt der Arbeitgeber verpflichtet, jeden Arbeiter entweder an
jedem dritten Sonntage volle 36 Stunden oder an jedem zweiten
Sonntage mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr
abends von der Arbeit frei zu laſſen. (§ 105c Abſ. 3 der R.= Ge=
werbeordnung
.)
Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwider Arbeiter an
Sonn= und Feſttagen beſchäftigt, wird gemäß § 146a der R.= Ge=
werbeordnung
mit Geldſtrafe bis zu 600 Mk., im Unvermögens=
falle
mit Haft beſtraft.

Bekanntmachung.

Für das Geſchäftsjahr 1912 ſind die Dienſtſtunden für den
Verkehr des Publikums mit den Richtern auf jeden Dienstag, vor=
mittags
von 9 bis 12 Uhr, feſtgeſetzt.
Die Gerichtsſchreiberei iſt an jedem Werktage, vormittags von
10 bis 12 Uhr, geöffnet.
Zur Entgegennahme mündlicher Anträge und Erklärungen in
Grundbuchſachen des neuen Rechts ſind nachbenannte Dienſtſtunden
feſtgeſetzt:
A. Für die Gemarkungen Braunshardt, Erzhauſen, Gräfen=
hauſen
mit Gänswieſe; Meſſel, Schneppenhauſen, Wixhauſen
mit Sensfelder Hof:
Montags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer 100.
B. Für die Gemarkungen Frankenhauſen, Neutſch, Malchen,
Nieder=Beerbach, Nieder=Ramſtadt, Roßdorf, Traiſa,
Waſchenbach:
Dienstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100.
C. Für die Gemarkungen Eich, Eſchollbrücken und Hahn:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Zimmer Nr. 100.
D. Für die Gemarkungen Weiterſtadt und Ober=Ramſtadt:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr, nach=
mittags
von 3½ bis 5½ Uhr,
Zimmer Nr. 111.
E. Für die Gemarkungen Arheilgen und Griesheim:
Montags, vormittags von 9 bis 12 Uhr, nachmit=
tags
von 3 bis 5 Uhr,
Zimmer Nr. 102.
F. Für die Gemarkungen Eberſtadt und Pfungſtadt:
Donnerstags, vormittags von 9 bis 12 Uhr, nach=
(40
mittags von 3 bis 5 Uhr,
Zimmer Nr. 102.
Darmſtadt, 23. Dezember 1911.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt II.

Mein Büro befindet sich seit dem 1. Januar 1912
Louisenplatz L., neben der Merck’schen Apotheke
2. Landzetter
Rechtsanwalt beim Grossh. Landgericht Darmstadt
(25154a
Darmstadt, Grafenstrasse 4, Telephon 816.

Verkauf von Faſelvieh.

Ein zur Zucht untauglicher fetter
Eber und drei Ziegenböcke aus
dem Faſelſtall Beſſungerſtraße 60,
und ein Ziegenbock aus dem Faſel=
ſtall
Arheilgerſtraße 43 ſollen ver=
äußert
werden.
(25926so
Angebote hierfür ſind bis
längſtens
Freitag, den 5. Januar 1912,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
reichen
.
Die Verkaufsbedingungen liegen
während der Dienſtſtunden im
Zimmer 39 des Stadthauſes zur
Einſicht offen.
Darmſtadt, den 28. Dez. 1911.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.

Lieferung

des Kohlenbedarfs der Stadt
Darmſtadt im Verwaltungs=
jahr
1912.
Die Lieferung des Kohlenbedarfs
verſchiedener Betriebe und Verwal=
tungen
der Stadt Darmſtadt im
Verwaltungsjahr 1912 (umfaſſend
die Zeit vom 1. April 1912 bis
Ende März 1913) ſoll verdungen
werden.
Die Lieferungsbedingungen lie=
gen
im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
zur Einſicht offen. Sie werden
daſelbſt auch gegen Zahlung von
50 Pfg. (nach auswärts gegen
Einſendung von 60 Pfg. in Brief=
marken
) abgegeben.
Angebote ſind, verſchloſſen und
mit entſprechender Aufſchrift ver=
ſehen
, bis zum 1. Februar 1912 bei
uns einzureichen.
(41
Darmſtadt, 29. Dezember 1911.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.

Bekanntmachung.

In unſerm Handelsregiſter A.
wurde heute bei der Firma Georg
Dechent VI. & Cie in Griesheim
folgendes eingetragen:
Die Geſellſchaft hat ihren Sitz
nach Stadecken in Rheinheſſen ver
legt.
(39
Darmſtadt, 28. Dezember 1911.
Großh Amtsgericht II.

Bekanntmachung.

(Stadtwald.)
Die Verſteigerung vom 29. De=
zember
v. Js. wird unter dem
Anfügen genehmigt, daß die Ueber=
weiſung
am 6. Januar, vormit=
tags
8 Uhr, ſtattfindet. (34
Darmſtadt, 1. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

der Welt. Preis netto Mk. 52.
Vorführung und Prospekte umsonst!
Alleinverkauf:
Kirchstr.
Wilhelm Castan
5.

P. P.
Vlele Jahre litt ich an elner naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles, aber
alles umſonſt, bis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut=
lelden
angewandt und iſt in Doſen à
Mk. 1.15 und Mk. 2. 25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in Original=
packung
weiß=grünerot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dreßden.
Fälſchungen weiſe man zurück.

Getrag. Heren=
Ich kaufe u. Damenkleider,
Schuhe, Wäſche Zahle d. höchſten
Preiſe, Poſtk. gen. J. Schnitzer,
Trödler, Schloßgaſſe 11. (69a

verkauft ſeine getrag.
Kleider und Stiefel ꝛc.
bei M. Schnitzer,
Schloßgaſſe 29,
weil er ſtets die höch=
(11a
ſten Preiſe bezahlt.

Veranſtaltung praktiſcher Meiſterkurſe.

In den Monaten Januar und Februar 1912 werden bei aus=
reichender
Beteiligung praktiſche Meiſterkurſe uſw. für folgende Berufe
veranſtaltet:
1. für Schuhmacher in der Anfertigung von Schuhen und
Stiefeln nach Maß zu Darmſtadt vom 8. bis 27. Januar.
2. für Schneider im Grundmodell=Zeichnen und Zuſchneiden
zu Darmſtadt vom 8. bis 27. Januar.
3. Für Schreiner und Glaſer im Färben von maſſiven Höl=
zern
und Furnieren zu Darmſtadt vom 8. bis 20. Januar,
bezw. vom 12. bis 24. Februar.
4. Für Maler, Lackierer und Weißbinder im Auffärben von
Farbſtoffen auf maſſive Hölzer zu Darmſtadt vom 22. bis
31. Januar, bezw. vom 26. Februar bis einſchl. 12. März.
5. Desgl. im Holz= und Marmormalen nach der Natur und in
ſtiliſierter Weiſe zu Darmſtadt vom 8. bis 27. Januar.
6. Meiſterkurſe für Sattler zu Groß=Felda in der Herſtellung
von Kummeten und für Maler, Lackierer und Weiß=
binder
im Schriftenmalen zu Darmſtadt ſind im Monat
Februar vorgeſehen.
Zugleich ſei nochmals daran erinnnert, daß ein zweiter
Lehrkurs in ſtatiſcher Berechnung von Bankonſtruktionen
in Darmſtadt an Wochenabendenoder Sonntag Vormittagen
abgehalten wird, ſobald eine ausreichende Anzahl Teil=
nehmer
ſich gemeldet hat.
Im weiteren wird auch ein Ausbildungskurs für
Dekorationsmaler in moderner Handwerkskunſt von vier=
wöchiger
Dauer, ebenfalls in Darmſtadt, veranſtaltet.
Anmeldungen zu dieſen Kurſen ſind alsvald an die unter=
zeichnete
Behörde zu richten, damit die erforderlichen Vorbereitungen
rechtzeitig getroffen werden können.
Darmſtadt, den 27. Dezember 1911.
Großherzogliche Zentralſtelle für die Gewerbe.
Noack.
(42

Tutngemeinde Marmſtabt.

Protektor: Se. Königl. Hoheit der Großherzog.
Von den im Jahre 1902 gezeichneten Anteilſcheinen ſind nach
Maßgabe des Ausloſungsplanes durch Ausloſung zur Rückzahlung
zum 1. Januar 1912 berufen worden:
Reihe A: 8, 19, 27, 32, 122, 130. Reihe B: 9, 32, 57, 100.
Reihe C: 34, 68, 88, 104.
Die Rückzahlung erfolgt bei unſerem Säckelwart M. Wolll,
Heidelbergerſtraße 87.
(88
Der Vorstand.

Autz= und Brennholzverſteigerung Nr. 4.

(Stadtwald.)
Freitag, den 5. Januar 1912, vormittags 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier, aus den Diſtr.
Hinter den Erlen 8 und Franzoſenberg 12 der Forſtwartei Beſſunger
Laubwald (Förſter Lehr) verſteigert:
Stämme: Eichen: V. Kl. 5 St. 1,60 fm; VI. Kl. 62 St.
10,29 fm: Lärchen: V. Kl. 8 St. 2,00 fm;
Fichten: III. Kl. 2 St. 1,64fm; IV. Kl. 3. St.
1,45 fm; V. Kl. 132 St. 34,69 fm.
Derbſtangen: Eichen: I. Kl. 11 St. 0,74fm; Fichten: I. Kl.
118 St. 11,67fm; II. Kl. 114 St. 3,58 fm.
Reisſtangen: Fichten: II. Kl. 20 St. 0,08 fm.
Nutzknüppel: Eichen: 14 rm.
Scheiter: 46 rm Eichen; Knüppel: 116 rm Eichen: Reiſigknüp
pel: 54 rm Eichen; Reiſig: 1,30 Hdt. Wellen Buche; Stöcke:
23 rm Fichten (grob.)
Die unterſtrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Darmſtadt, den 27. Dezember 1911.
(25649fi
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Holz-Verſteigerung.

Donnerstag, 4. Januar 1912, von vormittags
9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale der Turngemeinde dahier ( Woogs=
platz
5) aus Domanialwalddiſtrikt Böllenfalltor (Pelz, Ludwigs=
höhe
, Moosberg) verſteigert:
Nutzſcheiter (ungeſpalten), rm: 2,5 Birken; Scheiter, rm:
318 Buchen, 35 Eichen, 8 Kiefern; Knüppel, rm: 158 Buchen,
2 Hainbuchen, 39 Eichen, 1 Birken, 25 Kiefern; Reiſig,
Wellen: 5620 Buchen, 575 Eichen, 30 Birken, 180 Kiefern,
45 Fichten; Stöcke (grob), rm: 46 Buchen, 12 Eichen,
1 Kiefern, 7 Fichten.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Klipſtein zu Forſthaus Böllen=
falltor
iſt beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen. Die blau
unterſtrichenen Nummern Buchen=Knüppelholz werden nicht verſteigert.
Darmſtadt, 25. Dezember 1911.
(25579di
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 3. Januar 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle dahier
(Obergaſſe) öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
2 Spiegelſchränke, 4 Diwans, 1 Sekretär, 1 Trumeau mit
Spiegel, 1 viereck. Tiſch, 1 Vertiko, 1 eint. Kleiderſchrank,
1 Kanapee, 1 Schreibtiſch, 1 Kaſſenſchrank, 1 Büfett, 1 Bücher=
ſchrank
, 1 Hund, 1 Landauer, 30 Pfund Seife, 20 Büchſen
Konſerven, 2 Mille Zigarren u. a. m.
(122
Darmſtadt, den 30. Dezember 1911.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Hessische Handels-Lehranstalt
Rheinstrasse 6, II. Darmstadt Fernsprecher 923.
I. Einjährige Handelsschule mit voll. Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitg. f. d. kaufm. Beruf.
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Neu: Maschinenschreiben nach dem Tastsystem.
Neue Kurse beginnen: Dienstag, den 9. Januar.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch: (82a
Sprechstunden: Wilhelm Siedersleben
Montag bisFreitag staatl. geprüfter Handelslehrer und
121 Uhr.
gerichtl. beeidigter Bücherrevisor.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Nummer 1.

SATUDNMUUVETTRFTUT

Um eine baldige Räumung zu erreichen,
sind meine ganzen Vorräte in:
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Jackenkleidern
Blusen
Unterröcken
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(107f
Unreinig-
keiten
der
Gesichts-
hauf
verschwunden.
Soschreibt Herr L. Steil, Felling.
ObermeyersHerba-Seifezu haben
in all. Apoth., Drog., Parfüm. à Stck.
50 Pf., 30% stärker. Präp. Mk. 1.

Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
13)

Nicht lange danach kam Baronin Brücken mit Herta
und Dagobert von Lichtenfels, ihrem Gaſt. In ein hel=
les
, leichtes, elegantes Seidenkleid gehüllt, rauſchte ſie in
den Salon.
Mit freundlichen Worten begrüßte die Gräfin den
Freund des Enkels, den ſie ſehr ſchätzte. Sie ſtand dem
Plan Alines, Herta mit ihm zu verheiraten, durchaus
ſmpathiſch gegenüber. Die Baronin ſetzte alle Mittel in
Bewegung, den jungen Grafen Lichtenfels an ihr Haus
zu feſſeln. Wenn er auch nicht im entfernteſten mit dem
glänzenden, lebenſprühenden Lutz rivaliſieren konnte, ſo
war er immerhin von angenehmer Erſcheinung, dabei
ſehr reich und aus vornehmer Familie.
Ungeduldig blickte Lutz nach der Tür, ob Yvonne noch
nicht käme. Er ſehnte ſich förmlich nach ihr. Und als
ſie auf der Schwelle erſchien, trat er ihr unwillkürlich einen
Schritt entgegen. Wie liebreizend ſah ſie aus in dem
weißen Sommerkleid, das ſie gegen das ſchwarzſeidene
Gewand von vornhin vertauſcht hatte. Wie eine Maien=
blüte
, ſo zart und taufriſch. Er verſchlang ſie beinahe
mit ſeinen Blicken und ſo entging ihm auch der faſt be=
geiſterte
Ausdruck auf dem Geſicht des Freundes, als die=
ſer
des jungen Mädchens anſichtig wurde. Mitten in einem
Satz brach Dagobert ab, überhörte auch eine Frage Her=
tas
und trat zu Yvonne, die er mit einem Handkuß be=
grüßte
.

Aaneſe, weich Fralbe, Sie n ſchent Bileiht e
innern Sie ſich meiner noch?
Die wurde ein wenig rot und verwirrt. Es war ja
das erſte Mal, daß ihr jemand eine ſolche Huldigung
darbrachte. Und wie Herta ſie beobachtete! Deren neid=
erfüllte
Blicke ſtachen ſie förmlich wie Nadeln. Da warf
ſie etwas hochmütig den Kopf zurück, eine Sekunde Her=
tas
Blick erwidernd. Dann lächelte ſie und tauſchte lie=
benswürdige
Worte mit Dagobert.
Lutz brachte durch ſein heiteres Weſen einen unge=
zwungenen
Ton in die Tafelrunde. Er lachte, ſcherzte,
neckte ſich mit der Schweſter und Couſine, unterhielt ſich
mit Pfarrer Riemann und deſſen etwas ängſtlichen Gat=
tin
aufs freundlichſte und verfehlte nicht der Großmutter
ſeine Verehrung darzubringen.
Man mußte ihm gut ſein, dem fröhlichen, ſorgloſen
Jungen, dem die hellblaue Dragoneruniform ſo vorzüg=
lich
ſtand.
Dagobert war etwas ſchwerfälliger; er beſchäftigte
ſich viel mit Yvonne, die er ſo gern ſprechen hörte. Süß
wie Schwalbengezwitſcher klang ihm ihre weiche Stimme.
Sie ſind ſicher muſikaliſch, Komteß? fragte er da aus
einem Gedankengange heraus. Und ſingen auch?
Ein wenig, lautete ihre Antwort. Ich mußte ſehr
fleißig auf dem Seminar ſein, um den Anforderungen zu
genügen, die dort geſtellt wurden.
Ah, Du machſt mich begierig, Dich zu hören, Couſin=
chen
! rief Lutz. Vielleicht erfreuſt Du uns nach Tiſch mit
einem Lied.
Du weißt doch Lutz, daß Großmamas Nerven die

Auſt duchans nich uletgſic iſ. agte die Boerair ait
ihrer ſcharfen Stimme zu dem Sohn.
Er biß ſich auf die Lippen.
Ah, Pardon, ich vergaß!
Er durchſchaute die Mutter wohl; ſie war es, die nicht
wollte, daß Yvonne ſich hören ließ. Es war alſo immer
noch dasſelbe Neid auf das wunderbar ſchöne Mäd=
chen
, deſſen Vorzüge man durchaus nicht gelten laſſer
wollte.
Mitleidig flog ſein Blick zu der Couſine, die man
ihm jetzt als getreues Ebenbild ihrer Mutter geſchildert.
Armes Mädel! dachte er. Hat man Dich ſo gefangen?
Hat man Dir die Flügel ſo beſchnitten?
Er glaubte, nie etwas Süßeres, Holdſeligeres geſehen
zu haben als ſie, und jetzt begriff er auch ganz den Bru=
der
ſeiner Mutter, der um ſo viel Schönes alles Rang,
Stellung, Vermögen hatte aufgeben und vergeſſen
können.
Ein warmes, zärtliches Gefühl erwachte in ihm für
die Couſine, die er in den fünf Jahren ſchon wieder halb
vergeſſen hatte, ſeit er ſie als Kind geſehen.
Und es gelang ihm auch, ſich in den wenigen Ur=
laubstagen
, die er hatte, Yvonnes junges, unſchuldiges
Herz zu erobern. Das war ja ſo leicht, denn ſie hatte ihn
nie vergeſſen, ihn, der ihr einziger Freund in ihrer ſo
freudloſen Kindheit geweſen war, für eine ſo kurze Spanne
Zeit nur und doch lange genug, daß ſie von da an in
ſchwärmeriſcher Verehrung ſeiner gedacht. Und von der
Schwärmerei zur Liebe war nur ein kleiner Schritt. Sie
ſehnte ſich ſo ſehr nach jemand, der es gut mit ihr meinte.

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Seite 13.

Schen der Wone hie ſie ſine heihen biebes=
worte
. Am Abend vor der Abreiſe war er noch einmal
gekommen, allein; er hatte der Großmutter noch etwas
zu überbringen, und es gelang ihm, Yvonne zu ſehen.
Und da war es ganz von ſelbſt gekommen, daß ſie
in ſeinen Armen lag, daß er ſie küßte.
In leidenſchaftlicher Zärtlichkeit hing ſie ſich an ihn.
Mein Lutz, wenn ich Dich nicht hätte, wie ſollt’ ich das
Zeben hier noch ertragen!
Warte nur, Süßeſtes, gedulde Dich noch ein Weilchen.
Er preßte ſie an ſich; wie im Rauſch war er, als er das
ſchöne Mädchen an ſeiner Bruſt fühlte und ihre weichen,
warmen Lippen auf den ſeinen fühlte.
Haſt Du mich denn ſo lieb, mein Kleines?
Und da fragt er noch, der närriſche, liebe Mann!
Vom erſten Tage an, da ich Dich ſah Du warſt ja der
einzige, der es gut mit mir meinte. Ach, Dagobert auch.
Ich hab’ im Seminar ſo oft an Dich gedacht! Und wie
hab’ ich mich gefreut, als Herta von Deinem Urlaub er=
zählte
. Ach, und nun mußt Du morgen ſchon fort!
Ich komme wieder, und bald, ſo oft als ich es mög=
lich
machen kann, wirſt Du mich hier ſehen. Ich hab’ mir
Sehnſucht von Deinen ſüßen Lippen geküßt, und Du haſt
mich bezaubert, daß ich nur noch an Dich denken muß.
Und wieder küßte er ſie, daß ſie unter ſeinen Liebkoſungen
erſchauerte. Schwer nur trennten ſie ſich.
Lange lag Yvonne wach in ihrem Bett. Vor Glück=
ſeligkeit
fand ſie keinen Schlaf, immer mußte ſie an Lutz
denken. Wie ſie ihn liebte! Alle ihre zurückgedämmten
Empfindengen ſtrömten über auf ihn. Ja, er war gut,

ſund un ſchtewpilen uehde ſe uin gein uf Purgen aus=
harren
, bis er ſie heimführen konnte.
Ein Vierteljahr war ſie nun ſchon wieder hier, nach=
dem
ſie das Seminar verlaſſen hatte. Wie im Fluge
waren ihr die fünf Jahre dort vergangen. Sie war ſehr
fleißig geweſen und hatte ſich bald die Sympathien ihrer
Lehrer zu erringen gewußt.
Die andere Umgebung, der Umgang mit Altersgenoſ=
ſinnen
hatten belebend auf ſie gewirkt. Von Tag zu Tag
blühte ſie mehr auf, und jetzt, mit ihren neunzehn Jahren,
war ſie ein wunderſchönes Mädchen geworden.
Schweren Herzens hatte ſie den ihr ſo lieb gewordenen
Aufenthaltsort verlaſſen. Sie erinnerte ſich noch ganz ge=
nau
des Tages ihrer Rückkehr nach Burgau. Groß, faſt
feindſelig hatten während der kurzen, kühlen Begrüßungs=
worte
die Augen der Gräfin auf ihr geruht, wie in unlieb=
ſamer
Ueberraſchung. Es war wieder dasſelbe Lied. Die
ſprechende Aehnlichkeit mit ihrer Mutter verhinderte jedes
wärmere Gefühl, das die alte Frau vielleicht für die
Tochter des einzigen Sohnes hegen konnte oder wollte.
Und ſo ging das Leben ſeinen Gang weiter.
Im Anfang hatte ſie die Großmutter gebeten, daß ſie
ihr erlaube, eine ihren Kenntniſſen und Fähigkeiten ent=
ſprechende
Stellung anzunehmen. Doch ſchroff wurde ſie
mit dieſer Bitte abgewieſen ein für allemal. Für eine
Gräfin Laßberg ſei das ausgeſchloſſen.
Und Yvonne geduldete ſich und wartete. Wenn ſie
mündig war, würde ſie auf jeden Fall ihre Selbſtändig=
leit
behaupten.
Sie war klug und widerſprach der Großmutter nie.
Doch lag dann in ihrer Haltung, ihr unbewußt, etwas

e e e ee
ja eine geborene Tyrannin war und ſie noch ſchroffer und
rückſichtsloſer ſein ließ. Aber Yvonne weinte und klagte
nie mehr, dazu war ſie zu ſtolz.
Sie hatte jetzt auch genug, womit ſie ihre Tage aus=
füllen
konnte; aufs eifrigſte ſetzte ſie ihre Studien fort.
Sie kümmerte ſich aber auch um die Kinder und die Kran=
ken
des Perſonals. Die alten Kroßmanns vergötterten
ſie förmlich, und jeden Tag ſprach ſie bei ihnen vor.
Auch Chriſtiane hatte ſich mit Yvonne ausgeſöhnt.
Sie ſang ihr Loblied in allen Tönen. Sie war doch an=
ders
als Baroneſſe Herta, die ein hochmütiges Beneh=
men
gegen niedriger Geborene zur Schau trug und ſich
dadurch ſehr unbeliebt machte.
Yvonnes Verhalten zu den Verwandten auf Bernried
war ſehr kühl. Sie ließ ſich keine Ungerechtigkeiten mehr
gefallen; ſie war eine Perſönlichkeit geworden, die man
nicht überſehen konnte. Und die Baronin gönnke ihr ihre
fremdartige, auffallende Schönheit nicht, der ihre Herta
nicht im mindeſten gewachſen war. Dieſe hatte ſich zu
einem hübſchen Mädchen entwickelt; aber ſo wie ſie aus=
ſah
, ſahen auch Dutzende andere aus. Nichts von Eigen=
art
und Raſſe haftete ihrer Erſcheinung an. Lutz war ent=
ſchieden
hübſcher und vornehmer als ſeine Schweſter.
Yvonne hatte keine Sympathie für die Couſine, deren
häßlicher, heimtückiſcher Charakter ſie abſtieß. Sie war=
froh
, wenn ſie Tante und Couſine nicht ſah. Da war ihr
die Großmutter viel lieber, denn die Frau hatte trotz allem
Größe, und Schleichwege oder ſchwächliche Zugeſtändniſſé
gab es für ſie nicht. Entweder alles oder nichts!
(Fortſetzung folgt.)

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Seite 14,

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Nummer 1.

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Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Seite 15.

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von mindeſtens vierzehn und höchſtens fünfundzwanzig Jahren ohne
Unterſchied der Konfeſſion, die in Frankfurt a. M. oder der Provinz
Starkenburg (Großherzogtum Heſſen) wohnen und die ſich als Er=
zieherinnen
(nicht Lehrerinnen) Handlungs= oder Gewerbegehilfinnen
oder in Haushaltungskenntniſſen ausbilden wollen, im Bedarfsfalle
eine Beihilfe (Stipendium) gewähren.
Wer ſich um eine Beihilfe aus der Stiftung bewerben will,
muß an die Stiftungsverwaltung ein eigenhändig geſchriebenes Geſuch
richten, welches eine gedrängte Darſtellung des bisherigen Lebens=
ganges
, insbeſondere des bisherigen Schulbeſuchs, ſowie die Angaben
des erwählten Berufs enthalten muß.
Dem Geſuch ſind beizufügen: 1. eine amtliche (obrigkeitliche)
Beſcheinigung über das Alter und den Wohnſitz der Geſuchſtellerin,
2. das Abgangszeugnis der zuletzt beſuchten Schule, bezw. bei Geſuchen
vor Entlaſſung aus der Schule das letzte Schulzeugnis.
Die Stiftung hat für das laufende Jahr 1912 Beihilfen zu ver=
geben
. Die Geſuche ſind vor dem 1. Februar 1912 an die Vorſitzende
Frau Berta Trier, 24 Wieſenau Frankfurt a. M., zu richten.
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369 1.
Harlohunberdie Fartel.
Reichstagswahl 1912
Kandidatur Dr. Osann
Dienstag, den 2. Januar, abends 8½ Uhr
im grossen Saale des Schützenhofes
Sertent. Wamler Versammung.
Tagesordnung: Der letzte Reichstag und die
25933so)
kommende Reichstagswahl.
Redner: Landtagsabg. Dr. Osann.
Zu dieſer Verſammlung ſind alle Wähler freundlich eingeladen.
Der Wahlausſchuß der nationalliberalen Partei.

Mittwoch, den 3. Januar, abends 8½ Uhr,
findet im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtr. 89 eine

ſtatt, in welcher die Herren
Oberpoſtaſſiſtent B. Jenack
aus Frankfurt a. Main
und der Reichstagskandidat
Herr Oberlehrer Dr. R. Strecker
aus Bad Nauheim
über die
Reichstagswahl am 12. Januar 1912
ſprechen werden.
Hierzu laden wir alle Wähler, insbeſondere die
Beamten und Privatbeamten, Angeſtellten und Hand=
lungsgehilfen
freundlichſt ein.
Männer und Frauen willkommen.
Freie Ausſprache.
Der Wahlausſchuß
für die Kandidatur Dr. Strecker.

Kriegerverein Darmſtadt.
Monats=Versammlung
Mittwoch, 3. Januar 1912, abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tages=Ordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Jugendbewegung.
3. Kyffhäuſerfahrt.
4. Verſchiedenes.
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Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.

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[ ][  ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagbiatt, Dienstag, den 2. Januar 1912.

Nummer 1.

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 30. Dez. ( Börſen=
wochenbericht
.) Das knappere Geld für Prolonga=
tionsſätze
hat doch noch Glattſtellungen von Poſitionen
gezeitigt und das Angebot übte einen Druck auf die
Kurſe aus, allerdings vorwiegend für Zeitpapiere. Die
feſte Geſamthaltung der Börſe wurde dadurch nur wenig
alteriert, denn die immenſe Beſchäftigung bei unſerer
einheimiſchen Induſtrie und die damit zuſammenhängen=
den
Erträgnis=Ausſichten beeinfluſſen den Markt in gün=
ſtiger
Weiſe. In Erwartung, daß der Galdmarkt im
Januar eine Erleichterung zu erwarten hat, iſt der Pri=
vatdiskonto
ebenfalls bis 4¾ Prozent ermäßigt. Zu den
Einzelheiten des Verkehrs übergehend, blieb das Ge=
ſchäft
in deutſchen Renten ſehr geringfügig, bei gut be=
haupteten
Preiſen; beſſere Frage beſtand für 4prozentige
Darmſtädter Stadt=Anleihe. Ausländiſche Staatsfonds
wieſen gleichfalls nur unweſentliche Veränderungen auf.
Ziemlich lebhafte Umſätze fanden in Hamburger Paket=
fahrt
und Norddeutſchem Lloyd, ſowie in Schantung=
Bahn ſtatt. Die letzteren weſentlich höher auf die Er=
nennung
eines Präſidenten für die chineſiſche Republik.
Prince Henry ſtiegen um 3 Prozent bis 153, da man an
den Ausbau der Collartſchen Werke Hoffnungen wegen
großer Transporte für die Bahn knüpft; auch ſchätzt man
die Dividende auf 7 Prozent gegen 6½ Prozent im Vor=
jahre
.
Bankaktien waren ruhig, aber durchweg in guter
Haltung. Deutſche Effekten= und Wechſelbank erhöhten
ihren Kurs auf 122.60. Die Haupttätigkeit der Speku=
lation
konzentrierte ſich auf dem Montangebiete, wo eine
recht animierte Stimmung vorherrſchte. Hier ſtimulier=
ten
zunächſt die Preiserhöhungen für Gußeiſenwaren
und Draht, dann die hohen Abſatzziffern des Stahlwerks=
verbandes
, die für das jetzt ablaufende Jahr einen Mehr=
verſand
von angeblich 1¼ Millionen Tonnen erwarten
laſſen. Am Kohlenmarkt regen die für Januar in Aus=
ſicht
ſtehenden Preisſteigerungen für einzelne Kohlenſor=
ten
zu Meinungskäufen an. Beſonders Laurahütte ſtark
avancierend auf die aus Breslau gemeldete fiskaliſche
Preisheraufſetzung für Kohlen. Auch befürchtet man an
der New=Yorker Börſe, daß die beabſichtigte Stahlzoll=
ermäßigung
in erſter Linie der deutſchen exportierenden
Eiſeninduſtrie zu ſtatten komme.
Am Kaſſainduſtriegebiet waren Elektrizitätsaktien
am belebteſten. Allgemeine Elektrizitätsgeſellſchaft ſtie=
gen
auf 267½, Schuckert auf 168½, Rütgers auf 204,
Akkumulatoren (Berlin) auf 334½. Auch Chemiſche
Werte bleiben ziemlich beliebt. Deutſche Gold= und
Silberſcheide=Anſtalt 832, Höchſter Farbwerke 562, Holz=
verkohlung
280,10, Kunſtſeide 99,25. Daimler Motoren
mehr beachtet (428,75), hingegen Kleyer und Gummi
Peter vernachläſſigt (448½ reſp. 150). Matter ſchließen
Fahrrad Eiſenach (bis 123.50), Metall=Aetzwerke Mün=
chen
(bis 280) Badiſche Anilin (bis 518½), Neue Photo=
graphiſche
Geſellſchaft (bis etwa 16.50). Von Kolonial=
werten
ſind Kolonialanteile für Südweſtafrika zu 615,

Kolmansko) Diamant zu 37 genannt. Die Generalber=
ſammlung
der Neuen Frankfurter Lebensverſicherungs=
Aktien=Geſellſchaft beſchloß, das Kapital von 3½ Millio=
nen
Mark auf 5 Millionen Mark zu erhöhen durch Aus=
gabe
von Aktien mit 25 Prozent Einzahlung. Die Er=
höhung
dient zur Fuſion mit der Frankfurter Lebensver=
ſicherungsgeſellſchaft
. Der Name der Geſellſchaft wird
künftig Frankfurter Lebensverſicherungs=Aktien= Geſell=
ſchaft
lauten. Die Dividende der Süddeutſchen Immo=
bilien
=Geſellſchaft kann für das Geſchäftsjahr 1911 unter
dem üblichen Vorbehalte mit 3 Prozent auf das jetzt
mit 80 Prozent eingezahlte Aktienkapital in Ausſicht ge=
nommen
werden. Der Frankfurter Hof, Hotel=Aktien=
Geſellſchaft, bringt 7 Prozent, gegen 8 Prozent im Vor=
jahr
, zur Verteilung, die Maſchinenfabrik Moenus gibt
24 Prozent Dividende. Deren Kurſe ſind zuletzt 115
reſp. 390.
Von Loſen notieren: Augsburger 36,80, Braunſchwei=
ger
212, Pappenheimer 64, Freiburger 77,30, Türkiſche
163,50, Genuaer 190 P., Ungariſche 381 P., Meininger 36,
Venediger 42,30, Mailänder 45 Fr.=Loſe 150, Raab=
Gratzer Anrechts=Scheine 39,50, Mailänder 10 Fr.=Loſe
34,90 in Reichsmark, Gothaer Prämie II 117,25, Madri=
der
79,50, Donau=Regulierung 163 in Prozent; ferner
ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 101,60,
3½proz. Reichs 91,60, 3proz. Reichs 82,60, 4proz. Heſſen
von 1899 100 G., 4proz. Heſſen von 1906 100,30 G., 4proz.
Heſſen von 1908/09 100,60, 3½proz. Heſſen 90 G., 3proz.
Heſſen 79,70, 4proz. Darmſtädter 100,40 G 3½proz.
Darmſtädter 90,70 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 1823) 101 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 2425) 101,25, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 35) 90,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 911) 90,20 G., 4proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (S. 10
bis 12) 101 G., 4proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (S. 1314)
101,25, 3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (S. 13) 90,30 G.,
3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (§ 4) 90,20 G., Darmſtädter
Bank 127, Südd. Eiſ.=Geſ. 123.50, Südd. Immob.=Geſ.
(Mainz) 78, Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.)
76,20, Schramms Farben=Fabrik (Offenbach a. M.)
277 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 75,10, Schantung=
bahn
127, South=Weſt=Afrika 156¾4, Otavi=Anteile 95,50,
Otavi=Genußſcheine 65,50, 4½proz. Ruſſen 100,30, 4proz.
1880er Ruſſen 91,40, 4proz. 1902er Ruſſen 91,30, 3¼oproz.
Ruſſen 88.80, 3½proz. Ruſſen 86,25, 3proz. Ruſſen 80 G.,
4proz. unifizierte Türken 91, 4proz. Adminiſtrations=
Türken 83,50 G., 4proz. Bagdadbahn 84,30 G., 4proz.
konvertierte Türken (1905/1911) 81,50 G., 5proz. Chi=
neſen
100,40 G., 4½proz. Chineſen 95,40, 5proz. Chineſen
(Tientſin=Pukow) 98,80 B., 4½proz. Japaner 94,75, 4proz.
Japaner 90, 3proz. Buenos Aires 73½.

Vermiſchtes.

Die Bettlerplage in London. Die Millionenſtadt
an der Themſe iſt ſeit jeher ein Eldorado aller engliſchen
Bettler geweſen, und alle Bemühungen, Not und Armut
zu lindern, haben im Grunde in vieler Beziehung das

Gegenteil von dem bewirkt, was man erſtrebte. In dis=
ſen
Tagen iſt ein außerordentlich intereſſanter Jahres=
bericht
des engliſchen Vereins gegen Bettelei erſchienen,
der eine Fülle wiſſenswerten Materials über die Aus=
breitung
und das ſtete Wachſen der Londoner Bettler=
plage
bringt. Der Verein hat in den letzten Jahren in
nahezu 25000 Fällen von Straßenbettelei Nachforſchun=
gen
angeſtellt, um den Notleidenden Hilfe zu gewähren;
dieſe Bemühungen hatten das wohl einzigartige Ergeb=
nis
, daß wirkliche Bedürftigkeit und Not nur in einem
einzigen Falle vorlag. Der Londoner Bürger neigt ſehr
dazu, den an einer Straßenecke unter irgend einem Vor=
wand
bettelnden, notdürftig bekleideten Menſchen eine
kleine Spende zu geben; ja, man hat berechnet, daß die
Straßenpaſſanten der Rieſenſtadt in einem Jahre ins=
geſamt
gegen zwei Millionen Mark Almoſen ſpenden.
Das macht dem mildtätigen Bürger alle Ehre, hat aber
die Folge, daß ein Londoner Bettler in der Tat ein beſ.
ſeres Einkommen erzielt, wie ein fleißiger Arbeiter. Das
Ergebnis iſt, daß alle arbeitsſcheuen Elemente aus der
Provinz nach London ſtrömen, um hier durch Anrufung
der öffentlichen Mildtätigkeit ein bequemes und verhält=
nismäßig
ſorgenfreies Daſein des Müßigganges zu füh=
ren
. In dieſem Sinne haben auch die großen Wohl=
tätigkeitsanſtalten
eine ſtarke Anziehungskraft auf aus=
wärtige
Bettler ausgeübt; ſie finden in Wärmehallen
und Nachtaſylen koſtenlbs Quartier und am Tage auf
den Straßen dann jederzeit mitleidige Menſchen, die
gern in den Beutel greifen, in dem Gedanken, einem un=
glücklichen
Menſchen Hilfe bringen zu können. Natürlich
iſt, wie in den meiſten Kulturſtaaten, das Betteln auf
der Straße verboten; in der Praxis aber bleibt dies Ver=
bot
wirkungslos, weil man nur drei Anſichtskarten, ein
Paar Schuhbänder oder ein paar Streichholzſchachteln
feilzuhalten braucht, um unter dem Deckmantel des
Straßenhandels das Mitleid der Bürger wachrufen zu
können. Der Verein gegen Bettelei beſitzt ſeit kurzem in
ſeinen Räumen ein intereſſantes Muſeum, deſſen Beſich=
tigung
allerlei Lehrreiches erzählt. Denn hier ſieht man
in langer Reihe unzählige Vorrichtungen, Apparate und
Hilfsmittel, deren die Straßenhauſierer ſich bedienen, um
wortlos die Vorübergehenden zu rühren. Daher kommt
es, daß faſt alle dieſe Straßenhändler den Blick der Paſ=
ſanten
mit ſchweren Mitgefühl weckenden körperlichen
Gebrechen auf ſich lenken; der gutmütige Bürger ver=
zichtet
dann auf die Ware, und gibt ohne weiteres den
armen Kerlen eine Nickelmünze, ja oft genug ein Silber=
ſtück
. Die beſten Erfolge erzielen freilich jene Bettler,
die an kalten oder regneriſchen Tagen ein in Lumpen
gehülltes kleines Kind mit auf die Straße nehmen. Das
Schlimme an dieſen Mißſtänden iſt, daß die Wohltätig=
keitsanſtalten
und die Fonds der Armenpflege durch
ſolche nur aarbeitsſcheuen Elemente ſo ſtark in Anſpruch
genommen werden, daß wirklich bedürftige und von Un=
glück
heimgeſuchte Familien oft nicht genügend unter=
ſtützt
werden können, weil die Berufsbettler die wohl=
tätigen
Inſtitutionen in reichlichſtem Maße bereits in
Anſpruch nehmen.

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Dr. Schneider Fri. G. Kayſer Hr. Kanzleirat Schäfer,
Frau Dr. Joh. Vaubel, Frl. L. u. M. Fehr, Frau Ed. Homberger,
Frl. Sofie Naumann, Frau Bäckermſtr. Koch, Frau Kaufm. Jöckel,
Lehrerinnenheim, Frl. Ad. Damm, Frl. Ad. Rühle, Frl. Ad. Volkhardt,
Frau Gebauer, Frau Bäckermſtr. Knauf, Frau Gartnereibeſitzer Kuhn,
Frl. Frank, Frau Kaufm. Weicker, Hr. Bäckermſtr. Wenner, Hr. Kon=
ditor
V. Brückner, Freiin von Breidenbach zu Breidenſtein, Frau
Bäckermſtr. Finger, Frau Direktionsſekretär Ries, Frau Rentner
Lauteſchläger, Frau Gymnaſialdirektor Dr. Boßler, Frau Rechnungs=
rat
Eggert, Frl. Sofie Koch, Hr. Geheimerat Dr. Schäffer, Hr. Pro=
feſſor
Dr. Schäffer, Frau Geh. Rechnungsrat Ackermann Hr. Bäcker=
meiſter
L. Brückner Kaufm. W. Kalbfuß, Frau Glaſermſtr. Schrader,
Frau Kanzleirat Scholz, Frl. M. Etſcheid, Hr. Rentner Th. Kalb=
fuß
, Frau Direktor Bernhard, Hr. Rechnungsrat B., Frau Staats=
ſchuldenbuchführer
Henrich, Gebr. Neu, Frau Pfr. Fuchs, Frau Dr.
Nell, Frau Finanzrat Balſer, Frau Richards=Adams, Frau Soldan,
Frau Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Frau Geh. Oberbaurat Klingel=
höffer
Frl. Hanna Gerſchlauer, Frl. Lena Ackermann, Frl. Lisbeth
Matthes, Hr. Privatier Henſel, Frau Stadtbauinſpektor Kling, Frl.
Julie Krach, Frl. M. Netz, Frl. A. Klös, Frl. Th. Henkel, Frl. M. Götz,
Fr. Pfr. Kleberger, Fr. Prof. Lenhardt, Fr. Geh. Baurat Raupp, Frl.
W. Weinmann, Frau Maul, Frl. Eckhardt, Frl. Elma Sauer, Frau
Rentner Ed. Wambold. Allen freundl. Gebern herzl. Danf (47

Neujahrsentſchuldigungskarten zum Beſten der Kleinkinder=
N ſchule haben gelöſt: Gebr. Becker Nachf., Hoflieferanten Thiele &.

Böttinger, Theodor Schmidt u. Frau, geb. Matheis, Schillerplatz 4,
Fabrikdirektor Friedrich May u. Frau, Frau W. Baumann Witwe,
Georg Enes u. Frau, Philipp Schaaf u. Frau, Frau Dr. Nell, Kom=
merzienrat
Gießen, Architekt L. Wagner u. Frau, Pfarrer D. Waitz,
Regierungsbaumeiſter Wolfskehl und Frau, Steinmetzmeiſter Peter
Karn u. Familie, Kaufm. Adam Horn, Kreiskaſſenrechner Spangen=
berg
mit Tochter, Rentner Phil. Kahlert u. Frau, Frl. Ilſe Hoff=
mann
, Rechtsanwalt Dr. E. E. Hoffmann II., Frau Regierungs=
aſſeſſor
Schäfer, Gertrud Schäfer, Dr. med. Hoffmann=Madagaskar,
Frl. A. Pfannmüller, Hr. Maxim de Chantelle, Frau Dr. Karl Reu=
ling
, Veterinärrat Dr. Garth u. Frau.