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enonatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dieustags, Donnerstags und
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
reiſes und der andern Behörden.
Samstags nach Bedarf beigefügt.
295.
Freitag, den 16. Dezember.
1910.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Zur Vertagung des Beichstags.
*⁎* Der Reichstag iſt in die Weihnachtsferien
einge=
treten, nachdem er die erſte Leſung des Etats mit deſſen
Verweiſung an die Budgetkommiſſion beendet hatte.
Da=
mit liegt nun der erſte Akt der Beratungen des nach der
großen Sommerpauſe ſeit dem 22. November wieder
ver=
ſammelten Reichsparlaments hinter uns, und wenn wir
auf dieſe dreiwöchige Tätigkeit zurückblicken, ſo ſehen
wir, daß ein ziemlich erheblicher Prozentſatz der Zeit
durch die Beſprechung von Interpellationen ausgefüllt
wurde. Da waren zunächſt die Fleiſchteuerungs=
Inter=
pellationen, die drei Sitzungstage in Anſpruch nahmen,
aber nur das Reſultat zeitigten, daß alles beim Alten
bleibt. Sodann folgte die ſozialdemokratiſche Anfrage
wegen der Königsberger Kaiſerrede und diejenige der
Freiſinnigen über die Penſionsverſicherung der
Privat=
angeſtellten. Während erſtere im Sande verlief, nachdem
der Reichskanzler ſeine Stellung zu der berührten
Ange=
legenheit präziſiert hatte, brachte die zweitgenannte
An=
frage die Gewißheit, daß die wichtige Frage der
Verſiche=
rung der Privatangeſtellten ihrer Löſung nahegerückt ſei.
Noch eine weitere Interpellation wurde beſprochen,
näm=
lich diejenige über die Bekämpfung der Rebſchädlinge,
wobei Haus und Regierung ein warmes Herz für die Not
der Winzer zeigten, ohne daß freilich für dieſe etwas
Be=
ſonderes herauskam, was auch von dem Antrage zur
Er=
greifung von Maßnahmen gegen den Niedergang des
Handwerks für den kleinen Gewerbetreibenden gilt.
An Geſetzentwürfen wurde derjenige zum Schutze des
Banknotenpapiers gegen Nachahmung verabſchiedet,
wäh=
rend das Arbeitskammergeſetz die zweite Leſung paſſierte.
Dieſes erſcheint vorläufig noch ſtark gefährdet, weil die
Regierung die beſchloſſene Einbeziehung der
Eiſenbahn=
arbeiter und die Berufung von Arbeiterſekretären in die
Arbeitskammern für unannehmbar erklärt. Die Novelle
zum Gerichtskoſtengeſetze, die Entwürfe, betreffend die
Beſeitigung von Tierkadavern, gegen die Kurpfuſcherei
und wegen der Erhebung von Schiffahrtsabgaben wurden
in erſter Leſung beraten und an Kommiſſionen verwieſen.
Die vor einigen Tagen begonnene erſte Beratung des
Etats brachte den üblichen Ueberblick des
Reichsſchatzſekre=
tärs über die Finanzlage, ferner die bedeutſamen Reden
des Reichskanzlers über innere und äußere Politik und
die gewohnten allgemeinen Erörterungen, die mit dem
Etat nur wenig zu tun haben und diesmal vielfach in
An=
betracht der bevorſtehenden Wahlen zum Fenſter hinaus
gehalten wurden.
Nach den Ferien wird der Reichstag, der kurz nach
ſeinem Wiederzuſammentritt das Präſidium ergänzt hatte,
ſich ſeiner Hauptaufgaben — Wertzuwachsſteuer,
Juſtiz=
geſetze und Reichsverſicherungsordnung — zu widmen
haben, wozu neben den ſonſt noch unerledigten Geſetzen
und dem Etat eventuell die Vorlage einer Verſicherung der
Privatbeamten kommt.
Der Niedergang des parlamentariſchen Tones.
* Mit tiefem Bedauern nimmt man von der weiter
fortſchreitenden Verſchlechterung des Tones in unſeren
Parlamenten Kenntnis. An die Stelle eines die Sitten
gebildeter Leute beobachtenden guten Tones tritt mehr
und mehr der Ton von Volksverſammlungen, und
Schimpfen und Terrorismus ſind an der Tagesordnung.
Während wir uns früher rühmen konnten, gdaß ſolche
Dinge wie in den Parlamenten der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Monarchie oder der Südländer bei uns nicht
vor=
kommen können, ſtrafen uns die neueſten Vorkommniſſe
Lügen, und was ſich letzthin im Reichstag ereignet hat,
läßt leider befürchten, daß es auch bei uns über kurz oder
lang zu Handgreiflichkeiten kommen wird. Schon in den
Einzellandtagen mißbraucht man die Immunität, um
au=
ßerhalb des Parlamentes ſtehende Leute, die ſich nicht
ver=
teidigen und die beleidigenden Abgeordneten nicht zur
Rechenſchaft ziehen können, weil ſie ſich mit der Immunität
decken, in gröblicher Weiſe zu beſchimpfen, und die Art
und Weiſe, wie man mit den Vertretern der Regierung
glaubt umgehen zu können, muß dieſen den Aufenthalt in
den Parlamenten oft pein= und qualvoll machen.
Man braucht hier, um andere Beiſpiele nicht
heranzu=
zuziehen, nur an die Dienstagsſitzung des Reichstages
zu erinnern, in der dem Reichskanzler Frechheit,
Scham=
loſigkeit und Lüge vorgeworfen wurden. Nun beweiſen
ja Schimpfworte nichts anderes, als daß die, welche ſie
gebrauchen, der guten Erziehung und guten
Umgangs=
formen ermangeln, und Schimpfworte fallen nur auf den
zurück, der ſie gebraucht, weshalb man ſchimpfende
Kin=
der zu züchtigen pflegt; aber das Anſehen des Parlaments
muß unter ſolchen beſchämenden Szenen leiden; denn es
ſollen ernſte Männer in ihm ſitzen, die ſich zu beherrſchen
gelernt haben und wiſſen ſollen, daß man politiſche
Geg=
ner ſachlich und mit Gründen widerlegt, aber nicht
be=
ſchimpft und niederſchreit.
Von einem Korrektiv der Immunität, die im Prinzip
beſtehen bleiben muß, und von einer ſtrafferen Handhabung
der Präſidialrechte iſt wohl etwas, aber nicht viel zu
er=
warten. Es ſcheint, als gehöre der Niedergang des
par=
lamentariſchen Tones zu den Zeichen unſerer Zeit. Es
beſteht aber die Gefahr, daß Männer, auf deren Einſicht
und Erfahrung das deutſche Volk nicht verzichten will und
kann, ſich infolgedeſſen mehr und mehr von der
parlamen=
tariſchen Mitarbeit zurückziehen und ſie den Agitatoren
von ſtarken Lungen und Nerven überlaſſen. Und darin liegt
in der Tat eine große Gefahr für unſer parlamentariſches
Leben!
Deutſches Reich.
— Der geſellſchaftliche Verkehr im
Reichstag. Die Behauptung der Kreuzzeitung, daß
von der Nationalliberalen Fraktion des Reichstages eine
Art geſellſchaftlicher Boykott über den Präſidenten Grafen
von Schwerin=Löwitz verhängt worden ſei, hat ſich ſehr
ſchnell als irrig erwieſen. Der Kreuzzeitung ſelber wird
jetzt auch aus dem Reichstag beſtätigt, daß es ſich bei
ihrer Mitteilung um eine unberechtigte Verallgemeinerung
handle, und ſie fügt hinzu: „Wir freuen uns, daß die
Mißhelligkeiten zwiſchen den Parteien nicht ſo auf die
Spitze getrieben worden ſind, wie wir annehmen mußten.”
— Die Verhandlungen über den
deutſch=
ſchwediſchen Handelsvertrag, die ſeit dem 5.
November in Stockholm geführt werden, werden
wahr=
ſcheinlich Ende dieſer Woche vorläufig abgebrochen und
im Januar in Berlin wieder aufgenommen.
— Der Hanſabund über die neue
Fern=
ſprechgebührenordnung. Der Zentralausſchuß
Berlin des Hanfabundes hat einſtimmig folgende
Stel=
lungnahme zur Fernſprechgebührenordnung beſchloſſen:
Der jetzt vorliegende Kommiſſionsentwurf der
Fern=
ſprechgebührenordnung zeigt wiederum, daß ein
gewerbe=
feindlicher Geiſt in der deutſchen Geſetzgebung gefördert
werden ſoll. Die Beſchlüſſe der Krmmiſſion haben zwar
den Regierungsentwurf abgeändert, doch iſt der
Grund=
gedanke des Geſetzes, eine unverhältnismäßig ſtarke
Heran=
ziehung von Induſtrie, Handel und Gewerbe zu den Koſten
des Fernſprechweſens, der gleiche geblieben. Der
Fern=
ſprecher als wichtiges Werkzeug des täglichen Gebrauchs
und modernen Verkehrs darf nicht vorwiegend ein
Gegen=
ſtand fiskaliſcher Ausbeutung werden. Dahin geht jedoch
das Beſtreben, denn die Fernſprechgebührenordnung dient
offenſichtlich der Schaffung neuer Finanzmittel zu Laſten
der gewerblichen Kreiſe und beſonders wiederum des
Mittelſtandes. Hiergegen muß energiſch und
nachdrück=
lichſt Proteſt erhoben werden. Die heutigen Sätze dürfen
unter keinen Umſtänden weſentlich erhöht, vielmehr muß
im allgemeinen auf eine Verbilligung der
Fernſprech=
gebühren hingewirkt werden. Vor allem muß die
Pau=
ſchalgebühr beibehalten werden, eventuell mit Feſtſetzung
eines Höchſtſatzes der Geſpräche. Ferner muß unter
Auf=
rechterhaltung der niedriger, als es im Entwurf geſchehen
iſt, zu bemeſſenden Grundgebühr die Pauſchalgebühr, die
der Teilnehmer an Stelle der Geſprächsgebühr wählen
kann, herabgeſetzt werden, wobei eine Staffelung nach
Zahl der Geſpräche gerechtfertigt erſcheint. Daß im
übri=
gen eine Verbilligung der Sätze möglich iſt, zeigt das
Bei=
ſpiel der meiſten außerdeutſchen Länder, insbeſondere auch
der nordiſchen (Schweden und Norwegen), deren
Fern=
ſprechgebühren weit hinter den deutſchen zurückbleiben. Um
die dortigen Einrichtungen kennen zu lernen, wird
vorge=
ſchlagen, eine Kommiſſion aus Beamten, Technikern und
Induſtriellen von Reichs wegen zu ernennen, deren
Er=
fahrungen in Zukunft dem deutſchen Fernſprechverkehr
zugrunde gelegt werden ſollen. Nur eine Verbilligung
der Fernſprechgebühren wird nach kaufmänniſchen
Erfah=
rungen eine Steigerung der Einnahmen aus dem
Fern=
ſprechverkehr mit ſich bringen.
— Der Zentralverband Deutſcher
In=
duſtrieller ſchreibt: Der Vorwärts teilt in ſeiner
Nr. 290 vom 11. ds. Mts. mit, daß dem aus ſeinem Amte
ſcheidenden Generalſekretär des Zentralverbandes
Deut=
ſcher Induſtrieller, Herrn Bueck, ein „Ehren=Geldgeſchenk”
von vorläufig 700000 Mark gemacht worden ſei, das
je=
doch wahrſcheinlich die Höhe von ein und einer halben
Million erreichen werde. Der Vorwärts bemerkt hierzu,
daß die Vertretung der Intereſſen des Zentralverbandes
ſich ſonach in reichlichem Maße lohne. Da die gleiche irr=
tümliche Auffaſſung auch in anderen Kreiſen verbreitet iſt,
erklären wir hiermit ausdrücklich, daß der vorläufig von
den Mitgliedern des Zentralverbandes Deutſcher
Indu=
ſtrieller in Höhe von 700000 Mark angeſammelte Fonds
lediglich zu dauernden Zwecken des Zentralverbandes
beſtimmt iſt und zur Ehrung des ſcheidenden
Generalſekre=
tärs die Bezeichnung „Bueck=Spende” erhalten hat.
Dem=
gemäß hat Herr Bueck in keiner Weiſe irgend welchen
An=
teil an dieſem Fonds oder perſönliche Vorteile davon.
— Die Kriminalität der Jugendlichen
zeigt im letzten Jahre einen überaus erfreulichen
Rück=
gang. Es ſind nämlich im Jahre 1909 in Deutſchland
wegen Verbrechens und Vergehens gegen Reichsgeſetze
49703 Perſonen im Alter von weniger als 18 Jahren
verurteilt worden gegen 54074 im Jahre 1908 und 55 211
im Jahre 1907. Es iſt alſo im letzten Jahre eine Abnahme
um 4371 oder 8,1 Prozent zu verzeichnen, während die
allgemeine Kriminalität nur um 0,8 Prozent geſunken iſt.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Antimoderniſteneid und die
Erſt=
kommunion. Der Koadjutor Erzbiſchof Nagl hat eine
Verordnung veröffentlicht, in der verfügt wird, daß der
Klerus der Erzdiözeſe Wien, ſoweit er in Amt und
Wüx=
den iſt, bis zum 31. Dezember den Antimoderniſteneid zu
leiſten hat. Der Eid ſoll dekanatsweiſe abgelegt, kann aber
auch ſchriftlich gegeben werden. Für die Eidablegung der
geiſtlichen Profeſſoren beſtimmt die Verordnung keinen
Termin. Gleichzeitig mit dieſer Verordnung iſt der Erlaß
über die erſte Kommunion der Kinder veröffentlicht
wor=
den. Danach werden die Schulkinder in der Regel im
dritten Schuljahr zur erſten Kommunion zu gehen haben;
für Kinder, die im Elternhaus anerkanntermaßen eine ſtreng
religiöſe Erziehung genießen oder in religiöſen
Er=
ziehungsinſtituten untergebracht ſind, kann die erſte
Kom=
munion auch noch früher erfolgen.
Böhmiſcher Landtag. Wegen Nichterledigung
des Budgets und der Steuervorlagen infolge der
fort=
dauernden deutſchen Obſtruktion im Landtag ſchließt der
Landesvoranſchlag Böhmens 1911 mit einem Defizit von
rund 50 Millionen Kronen ab, welches durch Erhöhung
verſchiedener Landesumlagen gedeckt werden ſoll.
Italien.
In der Kammer erklärte der Unterſtaatsſekretär
des Krieges Mirabelli in Beantwortung der Anfrage über
die Lage der Unteroffiziere, die Meldung von einer
ge=
heimen Vereinigung der Unteroffiziere ſei völlig grundlos.
Die Regierung vertraue auf den Geiſt der Diſziplin, der
die überwiegende Mehrheit der Unteroffiziere beſeele.
Wenn es einige Toren gäbe, denen dieſer Geiſt fehle,
werde die Regierung ihre Pflicht zu tun wiſſen und
ener=
giſche Maßregeln ergreifen, um bei allen Unteroffizieren
die Diſziplin aufrechtzuerhalten, die die Grundlage für die
Stärke und das Zuſammenhalten der Armee bilde. (
Bei=
fall.) Mirabelli kündigte ferner an, er werde dem
Par=
lament in Kürze einen Geſetzentwurf über die
Verbeſſe=
rung der Lage der Unteroffiziere vorlegen, aber das
Mini=
ſterium werde ihn nie unter dem Druck der Agitationen
vorlegen.
Im Senat erklärte bei der Beratung über das
Budget des Aeußern San Giuliano, er danke allen
Red=
nern für die ihm geſagten liebenswürdigen Worte. Ein
Mitglied des Hauſes habe bereits hervorgehoben, daß die
auswärtige Politik Italiens hinfort auf granitnen
Grund=
lagen ruhe und daß ihre Grundrichtung die nötige
Kon=
tinuität biete, um das allgemeine Vertrauen Europas zu
verdienen. Alle Redner, die im Senat geſprochen, hätten
beſtätigt, daß die Stetigkeit in der Leitung der
auswär=
tigen Politik hinfort außer Zweifel und in das nationgle
Bewußtſein eingedrungen ſei. Sie ſei eine bemerkenswerte
Tatſache, die in Italien und im Auslande nach ihrem
wahren Wert geſchätzt werde. Er ſei als Italiener,
Mini=
ſter und Senator glücklich, daß der Senat in der
diesjähri=
gen Debatte noch einmal dazu beigetragen habe, das
Ver=
trauen Europas zu Italien als Faktor des Friedens, des
Gleichgewichts und des Fortſchritts zu feſtigen. Damit
wurde die Generaldebatte geſchloſſen.
Rußland.
Rußland und die Mächte. Der ruſſiſche
Mi=
niſter des Aeußern Saſonow ermächtigte den Petersburger
Korreſpondenten des Matin, folgende Erklärung zu
ver=
öffentlichen: „Ich habe den von mir nach meiner
Rück=
reiſe aus Potsdam abgegebenen Erklärungen nichts
hin=
zuzufügen, noch etwas von ihnen hinwegzunehmen. Meine
Seite 2.
nſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Nummer 295.
Unterredung mit dem Reichskanzler von Bethmann
Holl=
weg und Herrn von Kiderlen=Wächter hat die vollſtändige
Unverſehrtheit der gegenwärtigen Gruppierung zur
Grundlage gehabt. Die deutſchen Staatsmänner wiſſen,
daß Rußland ſeinen Verpflichtungen immer treu iſt und
weder einen Grund noch einen Vorwand hat, um ſeinem
Bündnis mit Frankreich und ſeiner herzlichen Entente mit
England zu entſagen.”
In der Reichsduma wurde einſtimmig eine
Interpellation an den Miniſter des Innern angenommen
betr. die geſetzwidrige Handlung eines Agenten der
Ge=
heimpolizei, der in Jekaterinoslaw in eine
Arbeiterwoh=
nung während der Abweſenheit des Bewohners
Spreng=
ſtoffe gebracht hatte, was die Verurteilung zweier Arbeiter
zu Zwangsarbeit nach ſich zog. Sodann nahm die Duma
eine Uebergangsformel an, in der Provokationen von
Re=
gierungsagenten in der Form verurteilt werden, gleichviel
ob es ſich um perſönliche Zwecke des Agenten oder um
falſch verſtandene Ziele der Regierungspolitik handle,
Vereinigte Staaten.
Vermehrung der Rüſtungen. Der
General=
ſtabschef hat dem Komitee für Militärangelegenheiten im
Repräſentantenhauſe eine Denkſchrift unterbreitet, in
wel=
cher darauf hingewieſen wird, daß die Vereinigten
Staa=
ten gegen einen Angriff des Auslandes nicht gerüſtet ſeien.
Es wird weiter darin hervorgehoben, daß mehr Artillerie,
mehr Feldgeſchütze und ein größerer Vorrat von
Kriegs=
munition nötig ſeien, und die Vermehrung des ſtehenden
Heeres von 80000 auf 100000 Mann verlangt.
Argentinien.
Die Kammer bewilligte einen Kredit von 32
Mil=
lionen Piaſter Gold für die Vollendung der im Bau
be=
findlichen Eiſenbahnen.
* Brüſſel, 14. Dez. Von den Aerzten der
Köni=
gin wird erklärt, daß bei der Königin die Rekonvaleszenz
eingetreten iſt. Die Kräfte kehren allmählich wieder, das
Allgemeinbefinden iſt gut. Krankheitsberichte werden nicht
mehr veröffentlicht.
* Bombay, 14. Dez. Der deutſche Kronprinz
beſichtigte heute nachmittag die Sehenswürdigkeiten der
Stadt und wurde überall von großen Volksmengen ſehr
freundlich begrüßt. Abends fand in dem Hauſe des
Gou=
verneurs Diner ſtatt. Der Gouverneur hieß den
Kron=
prinzen herzlich willkommen und ſprach die Hoffnung aus,
daß die bevorſtehende Reiſe zu den ſchönſten Erinnerungen
des Kronprinzen werden möge. Indien ſehe in dieſem
Ereignis ein Abbild der freundſchaftlichen Beziehungen
zweier großen Völker, die einander brauchten, und deren
gegenſeitiges Verſtehen und Zuſammenarbeiten einen
friedlichen Fortſchritt der Welt weiterhin verbürgen könne.
Der Kronprinz dankte für den Empfang und die
Be=
grüßung. Er ſei glücklich, mit dem Beſuch dieſes
wunder=
vollen Landes einen ſeiner Lieblingsträume verwirklichen
zu können. Mit dem Gouverneur ſei er völlig der
Mei=
nung, daß aus den freundſchaftlichen Beziehungen beider
großen Völker die wichtigſten Wohltaten für den Frieden
und den Fortſchritt der Menſchheit hervorgingen. An dem
Diner nahmen außer dem deutſchen und engliſchen
Ge=
folge des Kronprinzen die Spitzen der Behörden, mehrere
indiſche Fürſten und vornehme Eingeborene teil.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Dezember.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfing am Mittwoch vormittag ½11 Uhr
im Neuen Palais die Oberin des Eliſabethenſtifts.
Finanzminiſter i. P. Gnauth, Exzellenz, nahm an
der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. — Geſtern
vormittag begaben ſich Ihre Königl. Hoheiten der
Groß=
herzog und die Großherzogin mit Gefolge im Auto nach
Worms und wohnten daſelbſt der Einweihung des neuen
Rathauſes an. (Darmſt. Ztg.)
** Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſt v. Geldern=
Criſpendorf, Kommandeur des 2. Großh. Heſſ. Feld=
Artillerie=Regiments Nr. 61, den Oberſtleutnant Dittrich
vom Stabe des Infanterie=Regiments Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, den Oberſtleutnant z. D.
Mootz, Kommandeur des Landwehrbezirks I
Darm=
ſtadt, den Kurdirektor Frhrn. v. Starck von Bad
Nau=
heim, den Geheimen Oberbaurat Klingelhöffer, den
Ober=
ſtaatsanwalt Lang von Gießen, den Regierungsaſſeſſor
v. Küchler, den Amtsgerichtsrat Breidenbach, den
Ober=
bibliothekar Dr. Voltz, die Kommerzienräte Krafft und
Hinckel, ſowie den Oberlehrer Dr. Schrod von
Offen=
bach a. M., den Hauptlehrer Schwebel von Auerbach, den
Hauptlehrer Sander und den Lehrer Siegler von Worms,
den Oberlehrer Metzſer von Oſthofen, den Geheimen
Ober=
medizinalrat Profeſſor Dr. Lorenz, den Pfarrer Spreng
von Weißkirchen, den Profeſſor Altendorf von Mainz, den
Sanitätsrat Scriba von Pfungſtadt, den
Feuerwehr=
kommandanten Zibulski von Groß=Umſtadt, den Förſter
von der Au vom Beſſunger Forſthaus, den
Kommerzien=
rat Dörr von Worms, den Oberlehrer Aſſiſtent Zimnoſeck
von Mainz, den Profeſſor Grünewald, den
Oberlandes=
gerichtsrat Pfannmüller, den Regierungsrat Müller, den
Geheimen Schulrat Dr. Otto, den Lehrer Storck von
Stockſtadt, den Pfarrer Zimmermann von Kleinhauſen,
den Lehrer Stier von Erfelden, den Hauptlehrer Streb
von Dietesheim, den Pfandhauskaſſier Stroh, den
General=
ſtaatsanwalt Geheimerat Dr. Preetorius, den Pfarrer
Münch von Dornheim, den Hofmöbelfabrikanten Bembé,
ſowie die Kommerzienräte Heß und Feine von Mainz,
die Lehrer Cuntz von Dreieichenhain, Keil und Hunkel
von Lampertheim, ſowie Karpf von Eſchenrod, den
Sanitätsrat Dr. Alker von Gießen, den Pfarrer
Heine=
mann von Roßdorf, den II. Präſidenten der Zweiten
Kammer der Stände Korell und den
Landtagsabgeord=
neten Brauer von Angenrod, den Baurat Profeſſor
Knapp, den Pfarrer Wahl von Schlierbach, den Hofrat
Weber von Leipzig; zum Vortrag den Staatsminiſter
Ewald, den Oberkammerherrn Riedeſel Frhrn. zu
Eiſen=
bach, den Präſidenten des Oberkonſiſtoriums D. Nebel,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Darmſtadt I Amtsgerichtsrat Dr. Karl Wolff zum
Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz
Starken=
bura und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach
Friedrich Conradi zum Amtsrichter bei dem
Amts=
gericht Darmſtadt I, beide mit Wirkung vom 20.
De=
zember 1910, ernannt.
* Pfarrperſonalien. Se. Königl Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Oberpfarrer Hermann Bernbeck
zu Michelſtadt die evangeliſche Pfarrſtelle zu Eberſtadt,
Dekanat Eberſtadt, übertragen und den von Sr.
Durchl. dem Fürſten zu Löwenſtein=Wertheim=
Roſen=
berg und Sr. Durchl. dem Fürſten zu Erbach=Schönberg
auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Sandbach, Dekanat
Erbach, präſentierten Pfarrverwalter Chriſtoph
Zim=
mermann zu Griesheim für dieſe Stelle beſtätigt.
* Ordeusverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Vorſtand des Hochbauamts
Friedberg Bauinſpektor Haag, dem Vorſtand der
Bau=
behörde für die Neubauten in Bad Nauheim,
Bau=
aſſeſſor Bauinſpektor Joſt die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihnen von Seiner Majeſtät dem
Kaiſer von Rußland verliehenen St. Annenordens
III. Klaſſe und dem Hochbauaufſeher Ruppel zu Bad
Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen der ihm von Seiner Majeſtät dem Kaiſer von
Rußland verliehenen kleinen goldenen Medaille am
Bande des St. Annenordens erteilt.
* Von der Landesuniverſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den außerordentlichen
Pro=
feſſor bei der philoſophiſchen Fakultät der
Landes=
univerſität Gießen Dr. Heinrich Weber zum
ordent=
lichen Profeſſor der Forſtwiſſenſchaft in dieſer Fakultät
ernannt.
n. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich geſtern
mit der von Metzgermeiſter Wilhelm Wenz II. in
Mörfelden gegen einen kreisamtlichen Polizeibefehl
verfolgten Beſchwerde, verwarf dieſelbe als
unbegrün=
det und legte dem W. nebſt den Koſten einen an die
Provinzialkaſſe zu erlegenden Averſionalbetrag von
10 Mark auf. Es handelt ſich um einen Abflußgraben,
in welchen die auf dem dortigen Schulplatz durch
mehrere Rohrleitungen von 0,30 Meter lichter Weitt
vermengten Abwäſſer einfließen und den Wenz auf
ſeinem Anweſen vor Jahren mit einer Scheune
über=
baut hat. Hierbei wurde an jener Stelle ein
Rohr=
durchlaß von 0,25 Meter Weite angefügt und bei der
Reviſion genügend befunden. Später entſprach er nicht
mehr der Zuflußmenge, es entſtanden Rückſtauungen
und Ueberflutung jenes Platzes, ſowie anſtoßender
Hofreiten. Der fragliche Polizeibefehl gab dem W.
Erweiterung des Durchlaſſes zu 1,25 Meter Breite und
Säuberung des Grabens auf. Er ſieht das als Sache
der Gemeinde an, die durch andere Kanäle Abhilfe zu
ſchaffen habe und die ihr obliegende Reinigung
ver=
nachläſſige; außerdem könne ein ſolcher Polizeibefehl
kein „Handeln”, ſondern nur eine Unterlaſſung
vor=
ſchreiben. Der Provinzialausſchuß billigte das
kreis=
amtliche Vorgehen. — Gegen die von der Zuckerfabrik
Groß=Gerau an der Kreisſtraße Wolfskehlen=
Leeheim beabſichtigte Errichtung einer Brückenwage
hat der Eigentümer des benachbarten Gaſthauſes zur
Rheinebene, Reviſor Heinrich Schneider in Darmſtadt,
Einſpruch erhoben. Zu ſeinem Anweſen gehört eine
Fuhrwerkswage, auf der bisher die Verwiegung der
dort zur Bahn gebrachten für die erwähnte Fabrik
be=
ſtimmten Rüben zu erfolgen pflegte. Um dorthin zu
gelangen, müſſen viele Fuhrwerke den Bahnübergang
paſſieren, dort mitunter wegen Schrankenſchluſſes
war=
ten und dann zur Einladeſtelle eine größere Strecke
zurücklegen. Die Zuckerfabrik will deshalb zur
Er=
leichterung der Anfuhr die neue Wage ſchaffen, während
der Beſchwerdeführer, der eine Wertminderung ſeines
Anweſens befürchtet und ſich auf entſtehende
Verkehrs=
ſtörung beruft, um Aufhebung der kreisamtlichen
Ge=
nehmigung des Projekts bittet. Es wurde Vertagung
der Sache beſchloſſen, um die Bürgermeiſtereien
Wolfs=
kehlen und Leeheim zur berichtlichen Aeußerung über
das Projekt und deſſen Einfluß auf den Verkehr zu
veranlaſſen und das Projekt ſelbſt eine Woche lang
dort zur öffentlichen Kenntnisnahme aufzulegen.
s. Die Strafkammer verurteilte geſtern den 36 Jahre
alten Taglöhner Guſtav Jährling von Auerbach
we=
gen eines Meſſer=Exzeſſes zu 6 Monaten
Gefäng=
nis. Auf der letzten Zwingenberger Kirchweihe im Auguſt
dieſes Jahres hatte J. des Guten zuviel getan und die
Angetrunkenheit wurde ihm verhängnisvoll. Was er bei
nüchterner Ueberlegung vermieden hätte, geſchah; das
Meſſer wurde ihm locker und er ſtach einem der jungen
Leute, in deren Geſellſchaft er vorher die Kirchweihfreuden
ohne ſeine Familie genoſſen hatte, ins Geſicht. Die
An=
klage nahm an, daß durch die große Narbe „eine dauernde
erhebliche Entſtellung”, alſo ſchwere Körperverletzung nach
§ 224 des Strafgeſetzbuches vorliege; doch nahm das
Ge=
richt nur gefährliche Körperverletzung (mittels Meſſers)
im Sinne des § 223a des Strafgeſetzbuches an. Auf dem
Rückweg war J. mit ſeinen Begleitern in
Meinungsver=
ſchiedenheiten geraten, riß ſich von dem ihn ohne ſchlimme
Abſicht Haltenden los und ſtach um ſich.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verurteilte
in der geſtrigen Sitzung die der Fahnenflucht
ange=
klagten, aus den Rheinlanden ſtammenden Rekruten
Günther und Seekatz wegen unerlaubter
Ent=
fernung zu je zwei Monaten Gefängnis abzüglich 14
Tagen Unterſuchungshaft. Im vorigen Sommer waren
ſie zu Rheiniſchen Infanterieregimentern
ausge=
hoben und vorläufig beurlaubt worden. Sie
flüchte=
ten ins Ausland. Wahrſcheinlich befiel ſie nachher
Reue, denn ſie kehrten zurück und ſtellten ſich in
Bin=
gen der Militärbehörde. — Weiter wurde gegen den
Musketier des Infanterieregiments Nr. 117 in Mainz
Heinrich Brückner aus Straßburg wegen eines in
Straßburg begangenen Widerſtandes gegen einen
Schutzmann und wegen groben Unfugs verhändelt. In
Anbetracht ſeiner damaligen Betrunkenheitswurde der
Angeklagte zu 25 Mark und 3 Mark Geldſträfe
ver=
urteilt. — Die kürzlich ausgeſetzte Verhandlung gegen
den Rekruten Krieger vom Infanterie=Regiment
Gottfried Schwab.
Ein Gedenkblatt von Alexander Bürger.
In unſerer Zeit, wo im Schrifttum das offene
und ehrliche Bekenntnis zu nationaler Geſinnung
ſchier verpönt iſt, darf das Gedächtnis an einen Mann
nicht verloren gehen, der, beſeelt von reinſter und
innigſter Vaterlandsliebe, in der deutſch=völkiſchen
Dichtung eine erſte Stelle einnimmt. Früh iſt des
Sängers Mund verſtummt ein tragiſches Geſchick
verhinderte es, daß die ganzen Kräfte ſeines hohen
Talentes völlig ausreiften, ließ es nicht zu, daß er,
der Sänger mit beredtem Munde, ſeinem Volke zum
geiſtigen Führer in nationalen Fragen wurde. So
war es ihm verwehrt, ſein ganzes Können in den
Dienſt einer hehren und heiligen Sache zu ſtellen
und doch hat er uns in dem wenigen, was als ſein
geiſtiges Erbe bei ſeinem Tode zurückblieb, ein ſchönes
Vermächtnis ſprudelnden dichteriſchen Geiſtes und
tiefer, wahrer Vaterlandsliebe zurückgelaſſen. Wir
ſind nicht reich an Dichtern, die das beides zuſammen
verbinden können. Um ſo mehr iſt es unſere Pflicht,
einen Mann zu feiern, dem es gelang, das Vorurteil,
das man in weiten, äſthetiſch urteilenden Kreiſen
un=
ſeres Volkes gegen die patriotiſche Lyrik hegt, zu
zerſtreuen. Gottfried Schwab hat gezeigt, daß man
ſehr wohl ein guter Dichter und ein glühender
Vater=
landsfreund ſein kann, daß man auch als politiſcher
Dichter nicht ſtets und immer zu verneinen braucht
ſondern daß auch auf dem Boden des Beſtehenden die
Vorgänge und Ereigniſſe ſich zutragen können, die
die Leyer des Sängers in Bewegung ſetzen. Das
waren ja die zwei Punkte, die die politiſche Lyrik der
letzten Jahrzehnte beherrſchten: einmal, daß ſie
auf=
wuchs in der Rebellion gegen das Beſtehende (
Her=
wegh, Freiligrath, auch Dingelſtedt), und zweitens,
daß bei den meiſten politiſchen Dichtern ein ſehr
klei=
nes oder gar nicht vorhandenes lyriſches Talent den
Grundſtock endloſer Gedichte und Epen darſtellte.
Höchſtens hätte es noch ausgereicht zur Verfertigung
eines, im Rauſche der Begeiſterung vom Publikum
freundlich aufgenommenen Prologes. Man zähle doch
einmal nach, was von der ganzen, zahlreichen
politi=
ſchen Lyrik der letzten fünfzig Jahre an wirklich
Dauerndem zurückbleiben wird. Die Finger der
bei=
den Hände werden ausreichen, um die Dichter
aufzu=
zählen. Man hat das Fehlen einer deutſch=völkiſchen
Dichtung damit zu erklären und zu rechtfertigen
ge=
ſucht, daß man ſagte: die Zeiten der Ideale ſind vor=
über, eine nationale Lyrik kann aber nur auf den
Wogen großer, das Volk bis in ſein Innerſtes
aufrüh=
renden Bewegungen entſtehen und gedeihen. Worüber
regt ſich aber heute unſer Volk weniger auf, als über
Fragen, die ſein Beſtehen als völkiſches Ganzes in
erſter Linie berühren? Das iſt leider zu einem
gro=
ßen Teil wahr. Die Dingelſtedt, Herwegh,
Frei=
ligrath waren Dichter im echten Sinne und ſie
leb=
ten in einer Zeit, die voll der ſchwerſten und
ernſte=
ſten nationalen Probleme war. Für ſie waren alſo
die inneren und äußeren Vorbedingungen der
Be=
tätigung in der politiſchen Lyrik gegeben. Aber iſt es
denn nicht das heilige Vorrecht des Dichters, daß er
die Maſſen an ſich feſſelt, daß er ſie mit fortreißt und
ſie ſeinen Ideen und ſeiner Gedankenwelt
dienſt=
bar macht? Nein, es fehlen uns heute zu einer
nationalen Lyrik nicht die Konflikte, ſondern nur die
Dichter. Auch unſere Gegenwart mit ihrem armen
völkiſchen Leben hat Momente leidenſchaftlicher
Er=
regung des Volkes, da fehlte nur der Mann, der, in
machtvoller, kräftiger Sprache die Maſſen mit
fort=
reißend, dem Sehnen und dem Wünſchen des Volkes
Ausdruck gegeben hätte. Da fehlte nur der Mann,
der ſich bemüht hätte, in des Volkes Seele zu leſen
und in begeiſterten Bardentönen das wiederzugeben,
was der Kern des Volkes dachte. — Und noch eins,
um nur dieſe wenigen Punkte herauszugreifen, war
es, was die politiſche Lyrik in der Schätzung ſinken
ließ: das war, daß ſie ſich zu oft mit dem
Byzantinis=
mus verbrämte. Nichts iſt der Lyrik aber ſchädlicher,
als wenn ſie in geheuchelten Empfindungen für ein
unwahres Ideal ſtreitet. Der baldige Untergang iſt
ihr gewiß, und der einzige Lohn, den ſie erhalten
kann, iſt der, daß man mit einem verzeihenden
Lä=
cheln über ſie und ihre Dichter zur Tagesordnung
übergeht. Es ſei dann, daß man einen Nekrölogen
findet, wie der Hofdichter Kägebein ſeinen Fritz
Reuter.
Gottfried Schwab hat in ſeinen Gedichten”)
ge=
zeigt, daß man ſehr wohl alle dieſe Fehler ver=
½) An Werken ſeiner Feder liegen vor: Allerlei
Bergfahrten (Gedichte), 1887; Tiſiphone (Roman),
1888; Unaufhaltſam (Drama), 1890: Wolkenſchatten
und Höhenglanz (Gedichte), 1902; dasſelbe, vermehrt
durch Gedichte aus dem Nachlaß und eine Biographie
von Karl Hepp iſt in prachtvoller Ausſtattung 1904
neu, 1910 in einer gut ausgeſtatteten Volksausgabe
zu dem fabelhaft billigen Preis von 2 Mark
er=
ſchienen.
meiden und doch ein guter politiſcher, vaterländiſcher
Dichter ſein kann. Er hat uns belehrt, daß es auch in
der Gegenwart nicht an Stoffen im nationalen Leben
fehlt, die der Beſingung durch den Dichter würdig ſind.
Und er hat uns die Lehre mitgegeben, daß die Stärke
dichteriſchen Schaffens nicht in den armen Köpfen
ver=
bummelter Dekadenzgeſellen, die über jede Regung
vaterländiſchen Empfindens die Naſe rümpfen, hauſt,
ſondern daß es ein höheres Ideal künſtleriſchen
Wir=
kens gibt. So iſt der Heſſe Gottfried Schwab ein echter
deutſcher Dichter geworden. Nicht nur in den
Lie=
dern, die an ſich vaterländiſche Stoffe beſingen, ſondern
auch in den Proben ſeines Talentes, denen andere
Stoffe unterliegen. Das zeigen vor allem, um nur
wenige anzuführen, die rührenden Sehnſuchtslaute,
die er, Deutſchland fern, ſeiner Heimat, ſeinen
nordi=
ſchen Wäldern zuſingt; das zeigt die Liebe zum
Wan=
dern und zum Verſenken in die Schönheiten der
Natur. Und wenn dem Wanderer manch nettes,
fröh=
liches Trinklied gelingt, wenn er in einſamer Schenke
mit einem ſchönen Kinde ſchäkert, wer wollte
bezwei=
feln, daß auch dies ein echt deutſcher Zug iſt, der wohl
im Lande des Weins, nicht aber da, wo man
Abſinth=
trinkt, ſeine innere Berechtigung hat. Und daß Schwab
ein echter deutſcher Dichter iſt, das zeigt in erſter Linie
ſeine tiefe Anteilnahme an allem, was das deutſche
Volk in den Jahren ſeines Schaffens bewegt und
er=
regt hat. Das hat ihm ſeinen Ruhm eingetragen und
wenn es ja auch das Geſchick des Dichters iſt, daß ſein
Name vergeſſen wird, und ſeine Lieder bleiben — wo,
ſo weit die deutſche Fahne weht, wäre noch nicht das
„Flottenlied” Gottfried Schwabs geſungen worden,
wo hätte man ſich noch nicht erfreut an den kräftigen,
markigen Worten dieſes Liedes? — Wer weiß heute
noch, wenn er nicht gerade die Literaturforſchung zum
Beruf gemacht hat, wer die Lieder alle gedichtet hat,
die das Volk ſingt, die im wahren Worte zu
Volks=
liedern wurden? Der Name vergeht, — aber das,
was den Namen deckt, das Werk, bleibt, ſo lange eine
deutſche Zunge redet.
Von Scheffel und Baumbach ſtark beeinflußt, iſt
Gottfried Schwab mit einem zierlichen
Golddruckbänd=
chen in die deutſche Literatur eingetreten. „Allerlei
Bergfahrten” hieß es, und ſchon der Titel zeigte den
Inhalt des Bändchens an. Es verriet Talent,
un=
zweifelhaft, obgleich ſich ſein Inhalt faſt nur auf einem
Gebiete bewegte. Den Dichter zog es nach der
grau=
dioſen Schönheit der Bergwelt. So unternahm er
Bergfahrten und gab dabei Acht auf das, was links
und rechts am Wege vorging. Mit ſchalkhaftem, ge=
Nummer 295.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Seite 3.
Nr. 117, gebürtig aus Neckarhauſen, der im Sommer
als Knecht einen Pferdezügel entwendet hatte, endete
mit einer Verurteilung zu vier Wochen Gefängnis.
n. Veränderungen am Kriegsgericht.
Kriegsgerichts=
rat Obenauer, der längere Jahre dem hieſigen
Di=
viſionsgericht angehörte, wurde zum Oberkommando des
Armeekorps in Stettin und Kriegsgerichtsrat
Bux=
mann von Metz hierher verſetzt.
* Zum Tode Proſaſſor Gundelfingers wird uns
noch geſchrieben: Geheimer Hofrat Dr. Sigmund
Gundelfinger verbrachte auf den Univerſitäten
Tübin=
gen, Heidelberg, Königsberg und Gießen ſeine
Stu=
dienzeit, und zwar waren ſeine hervorragendſten
Lehrer in Heidelberg Otto Heſſe, in Gießen Alfred
Clebſch. In unſerer heſſiſchen Landes=Univerſität
pro=
movierte er im Jahre 1867, alſo ſchon im jugendlichen
Alter von 21 Jahren. Alsdann habilitierte ſich
Gun=
delfinger 1869 als Privatdozent an der Univerſität
Tübingen, wurde daſelbſt 1873 außerordentlicher
Pro=
feſſor und folgte 1879 einem Rufe als ordentlicher
Profeſſor an die hieſige Techniſche Hochſchule. Ihr
gehörte er als einer der pflichttreueſten und
anregend=
ſten Lehrer an, bis ihn im Jahre 1907 ein
Nervenlei=
den nötigte, ſeinem ihm lieb gewordenen Berufe zu
entſagen. Auch nach der Penſionierung war
Gundel=
finger mathematiſch tätig; nur ſeine Erkrankung zwang
ihn mitunter zur Ruhe, die er ſich ſonſt faſt nie gönnte.
Noch kurz vor ſeinem Tode vollendete er eine größere
mathematiſche Abhandlung. Die meiſten Arbeiten
Gundelfingers behandeln gewiſſe Teile der Geometrie
und der Algebra, beſonders auch die Anwendungen
der modernen Algebra und der höheren Analyſis auf
die Geometrie. Er veröffentlichte ſeine Arbeiten in den
hervorragendſten mathematiſchen Zeitſchriften, ſo z. B.
im Journal für die reine und angewandte
Mathema=
tik, in den Mathematiſchen Annalen, den
Sitzungs=
berichten der Königlich Preußiſchen Alademie der
Wiſ=
ſenſchaften in Berlin, in der Zeitſchrift für Mathematik
und Phyſik, dem Archiv der Mathematik und Phyſik.
Außerdem veröffentlichte er (zuſammen mit A. Nell)
Tafeln zur Berechnung neunſtelliger Logarithmen,
ſowie Tafeln zur Berechnung der reellen Wurzeln
ſämtlicher trinomiſchen Gleichungen. Für die
Vor=
leſungen ſeines Lehrers Otto Heſſe über analytiſche
Geometrie des Raumes, ſowie über die analytiſche
Geometrie der geraden Linie, des Punktes und des
Kreiſes in der Ebene, die in der erſten Auflage von
Heſſe ſelbſt herausgegeben waren, beſorgte er die
ſpä=
teren Auflagen und vermehrte ſie durch höchſt
wert=
volle Zuſätze. In gleicher Weiſe beteiligte er ſich an
der Herausgabe der geſammelten Werke Otto Heſſes.
Gundelfinger war aber nicht nur im Gebiete der
Mathematik bewandert, ſondern verfügte über ein ſehr
vielſeitiges Wiſſen und ein ausgezeichnetes
Ge=
dächtnis. Alle ſeine mathematiſchen Arbeiten, ohne
Ausnahme, haben die Wiſſenſchaft gefördert; wir
müſ=
ſen es uns verſagen, näher darauf einzugehen, doch
ſei erwähnt, daß insbeſondere in der Geometrie der
Kegelſchnitte der Kurven dritter Ordnung und in der
Algebra der binären Formen der Name Sigmund
Gundelfinger ſtets mit höchſter Anerkennung genannt
werden wird, Ein Zeichen für die Würdigung ſeiner
Verdienſte um die Wiſſenſchaft ſind u. a. die vor etwa
15 Jahren erfolgte Verleihung des Steinerpreiſes
von ſeiten der Berliner Akademie der Wiſſenſchaften
und die 1898 erfolgte Verleihung der goldenen
akade=
miſchen Denkmünze „Bene merenti” durch die
Mün=
chener Akademie der Wiſſenſchaften.
D Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Ein=
nahmen im Monat November betrugen: 1.
Perſonen=
verkehr 549951 Mk. (November 1909: 505662 Mk.); 2.
Güterverkehr 110021 Mk. (113805 Mk.); 3.
Nebenein=
nahmen 3087 Mk. (3747 Mk.); 4. Geſamteinnahmen
663059 Mk. (623 214 Mk.).
— Hauptlehrerprüfung. Zu der vom 5. bis 13.
Dezember unter dem Vorſitze des Herrn Geheimen
Oberſchulrats Dr. Scheuermann abgehaltenen
erwei=
terten Prüfung für Volksſchullehrer hatten ſich acht
Herren gemeldet, von denen fünf zugelaſſen wurden,
die ſämtlich beſtanden. Es ſind die Lehrer Georg
Born= und Karl Born=Offenbach, A. Klingler=
Darmſtadt, K. Metzger=Mainz und H. Schmidt=
Uſenborn (Kreis Büdingen).
— Odenwaldklub. Die Ortsgruppe Darmſtadt des
Odenwaldklubs hatte für Mittwoch einen
Vortrags=
abend im Gartenſaale des Städtiſchen Saalbaues
an=
geſetzt, der, wie alle die Veranſtaltungen des Vereins,
äußerſt zahlreich beſucht war, ſodaß ſich der Raum faſt
als zu klein erwies. Als Redner war Herr Apotheker
Dr. Tenner gewonnen, welcher bereits durch ansere
Vorträge im Odenwaldklub bekannt und geſchätzt iſt.
Auch diesmal verſtand er es wieder, durch ſeine
außer=
ordentlich feſſelnden Schilderungen die geſpannteſte
Auf=
merkſamkeit ſeiner Zuhörer zu gewinnen, die im Geiſte
ſeinen Wanderungen nach dem Norden folgten. Der
Redner hatte ſeinem Vortrag den Titel „Aus
Skan=
dinavien und Finnland” gegeben; der Vortrag umfaßte
aber ein größeres Gebiet, da anch noch eine Reiſe nach
Rußland hinzugekommen war. Am meiſten
intereſſier=
ten wohl die Ausführungen über Finnland, das unter
den nordiſchen Ländern wohl am wenigſten bekannt
und auch von Reiſenden aufgeſucht ſein dürfte. Der
Redner verweilte deshalb auch längere Zeit bei der
Schilderung von Land und Leuten, würdigte vor allem
die Schönheiten des Landes und ſtreifte auch hier die
ſchwierigen politiſchen Verhältniſſe. Die Reiſe von
Herrn Dr. Tenner nach Rußland galt beſonders der
Hauptſtadt des Zarenreiches, über die er manches
In=
tereſſante zu ſagen wußte. Nicht vergeſſen ſei auch, das
die Schilderungen des Vortragenden durch überaus
ſchöne Lichtbilder illuſtriert wurden. Eine ganze Reihe
von Seen, Bergen und Städten zog vor dem Auge des
Beſchauers vorüber; neben den Aufnahmen von
Finn=
land und Petersburg wurden noch ſolche aus
Schwe=
den und Norwegen gezeigt. Nach Beendigung dieſer
Nordlandreiſe in Wort und Bild gaben die
Anweſen=
den durch lebhaften Beifall ihren Dank für den
an=
regenden Abend kund. Der Vortrag, der etwa 1½
Stunde dauerte, ohne die Zuhörer zu ermüden, war
im beſten Sinne populär. Herr Beigeordneter
Muel=
ler dankte zum Schluſſe dem Redner, und zwar
ins=
beſondere noch für ſeine Ausführungen über Finnland,
von dem man im allgemeinen noch ſo wenig wiſſe, das
aber durch die politiſchen Ereigniſſe immer mehr in
den Vordergrund des Intereſſes trete. Hoffentlich
werde der Redner noch öfter ſeine ſchätzenswerte Kraft
dem Odenwaldklub für Vorträge zur Verfügung
ſtellen.
— Der zioniſtiſche Gruppenverband in Heſſen und
Heſſen=Naſſau veranſtaltete, ſo ſchreibt man uns, im
Fürſtenſaal eine öffentliche Verſammlung, die von etwa
130 Perſonen beſucht war. Nach einleitenden
Begrüß=
ungsworten des Herrn Fritz Sondheimer ſprach Herr
Dr. jur. Gottlieb=Frankfurt in 1½ſtündiger Rede
„zur Judenfrage in Oſt und Weſt‟. Nicht der
Antiſe=
mitismus allein, auch nicht die ſeeliſche Judennot des
Einzelnen bilde den Kern der Judenfrage in Weſt=
Europa, ſondern die durch Maſſen=Taufen und =
Miſch=
ehen (½ aller jüdiſchen Eheſchließungen in Preußen
ſind Miſchehen) in greifbare Nähe gerückte Gefahr der
Fortexiſtenz des Judentums. In Oſt=Europa, wo das
Gros der Judenheit noch ein eigenes nationales Leben
bewahrt habe (Anſiedelungs=Rayon), ſei die Indenfrage
vorwiegend eine wirtſchaftliche und politiſche; unter dem
ſtarken wirtſchaftlichen Druck wandere ein Strom von
50000 Proletariern alljährlich nach Amerika, um dort
in New=York ein neues Rieſen=Ghetto (600000 Juden)
zu füllen. Die bisherigen Verſuche der jüdiſchen
Ver=
bände und Stiſtungen zur Löſung der Judenfrage ſeien
an der Kleinlichkeit und Unzulänglichkeit der Methoden
geſcheitert. Nur die großzügige, mit den alten Golus=
Methoden brechende Arbeit der zioniſtiſchen Bewegung
ſei im Stande, in Paläſtina, deſſen wirtſchaftliche
Er=
ſchließung, mit oder ohne Zutun der Juden, ſich jetzt
vollziehe, endgültig die Judenfrage zu löſen. An den
beifällig aufgenommenen Vortrag knüpfte ſich eine
in=
tereſſante Diskuſſion, in der Herr Ludwig Trier ſeine
werktätige Sympathie für die zioniſtiſchen Beſtrebungen
in Ausſicht ſtellte, jedoch einen Gegenſatz zwiſchen
deut=
ſchem Staatsbürgertum und National=Judentum zu
konſtruieren verſuchte, deſſen Nichtberechtigung der
Redner — unter Hinweis auf die freundliche Haltung
des deutſchen Kaiſers und des verſtorbenen
Großher=
zogs von Baden, der ein eifriger Förderer der
zioniſti=
ſchen Beſtrebungen war — nachzuweiſen ſuchte. Nach
intereſſanten Mitteilungen des Herrn Weiße=
Mann=
heim und stud, ing. Yollin=Jeruſalem ſchloß die
ein=
drucksvoll verlaufene Verſammlung.
— Mozart=Verein. Die Abhaltung der für den 11.
Februar n. J. feſtgeſetzten Winterfeſtlichkeit ſoll wieder
einmal in großem Stile und zwar unter der Deviſe:
„Ein Winterfeſt in St. Moritz” ſtattfinden. Die
Kom=
miſſionen haben bereits ihre Tätigkeit begonnen und
es kann heute ſchon geſagt werden, daß die
Vereins=
mitglieder und ihre Angehörigen auch diesmal wieder
etwas beſonders Eigenartiges und Glanzvolles
erwar=
ten dürfen. Eine Einladung an die jungen Damen
und Herren des Vereins zur Mitwirkung an den
ge=
planten Aufführungen (große Quadrille und anderes)
befindet ſich in dem heutigen Anzeigenteil.
— Hoher Beſuch. Ihre Königl. Hoheiten der
Groß=
herzog und die Großherzogin machten verſchiedene
größere Einkäufe bei der Strumpf= und Trikotagen=
Fabrik Neher & Fohlen, Inh.: Eliſe Weismann, hier.
* Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Im Schaufenſter
der Hofkunſthandlung Sonnthal iſt zurzeit ein
grö=
ßeres Gemälde: „Abendſtimmung am Oberwaldhaus”,
von Hofmaler H. Kröh ausgeſtellt. Die Auffaſſung,
unſeren ſo ſchönen Ausflugsort bei untergehender
Sonne zu malen, kommt dem Bilde ſehr zum Vorteil,
und iſt es dem Künſtler wirklich vortrefflich gelungen,
die Ruhe und den Frieden einer Abendſtimmung in
der Natur wiederzugeben. Ferner ſind noch
ausge=
ſtellt eine Anzahl Aquarelle und kleinere Oelgemälde
von Prof. W. Bader, Prof. A. Hartmann, Hermann
Schlegel, Aug. Horſt, Hofmaler H. Kröh=Darmſtadt,
H. Fahrbach=Berlin, Hermann Ritter=München u. a.,
zum größten Teile Motive aus dem Odenwald und
der Bergſtraße.
A Arbeiterwohnungen. Die letzthin abgehaltene
45. ordentliche Generalverſammlung des
Bauver=
eins für Arbeiterwohnungen legte Zeugnis
von einem guten Stand dieſes gemeinnützigen
Unter=
nehmens ab. Es ſind, einſchließlich einer
Ladenwohn=
ung, 124 Wohnungen, davon in den älteren Häuſern
55 gegen monatlich 14 Mark 30 Pfg., eine gegen 16 Mk.
und 60 in den neueren Häuſern gegen 18 Mark
monat=
lich vermietet. In den bis zum Jahre 1892 erbauten
acht Häuſern wohnen die betreffenden Familien
durch=
ſchnittlich 13,6, in den von 1898 bis 1902 erbauten
neueren Häuſern durchſchnittlich ſechs Jahre. Die
Ver=
zinfung des Aktienkapitals beträgt 3½ Prozent.
* Zur Struwwelpeter=Aufführung ſei noch
nachgetra=
gen, daß Herr Pfarrer Velte in herzlichen Worten allen,
die ſich um die Aufführung verdient gemacht hatten, dankte,
beſonders Frau Oberbürgermeiſter Gläſſing und
wei=
terhin Herrn Lehrer Schäfer, Herrn Lehrer
Schä=
fer II., Herrn Lehrer Pfaff und Herrn Jöckel, ſowie
dem Orcheſter der Oberrealſchule. Auf eine Wiederholung
des „Struwwelpeter” zu ermäßigten Preiſen, die heute,
Freitag, im „Kaiſerſaale” ſtattfindet, wurde gleichfalls
hingewieſen.
§ Naturalverpflegungsſtation. Während des
ver=
floſſenen Monats November wurde die Hilfe der
hie=
ſigen Naturalverpflegungsſtation von 439 mittelloſen
Durchreiſenden in Anſpruch genommen. Im vorher
gehenden Monat Oktober ſind 257 (oder weniger 182)
Perſonen unterſtützt worden.
* Einen Zuſchuß von 3000 Mark für den
Karnavals=
zug bewilligte in ihrer letzten Sitzung die
Stadty=
ordnetenverſammlung von — Mainz
— Nacht=Regenbogan. Man ſchreibt uns: Ein
Naturſpiel von ſeltener Schönheit ließ ſich in der Nacht
vom 14. zum 15. d. M. gegen ¾2 Uhr beobachten.
In=
folge einer vor dem in faſt vollem Glanze neben dem
ſchönen Geſtirn der Plejaden ſtrahlenden Mond
vor=
beiziehenden ſchleierzarten Cirroſtratus=Wolkenſchicht
bildete ſich ein Hof um dieſen von etwa 8fachem
Monddurchmeſſer in den intenſivſten
Regenbogen=
farben. Der Mond ſtand inmitten eines rotgelben
Feldes, dieſes umſchloß ein leuchtend blauer Gürtel,
den wieder ein rötliches Band einfaßte. Nach etwa
zehn Minuten verblaßte mit dem Fortziehen des
Wol=
kenſchleiers die ſchöne Erſcheinung.
Internationale Ringkampf=Konkurrenz. Di
Veranſtaltung iſt jetzt in das Stadium der Endkämpfe
getreten. Ein großer Teil der Ringer iſt bereits
aus=
geſchieden, ſo daß nur noch die beſſeren verblieben ſind,
welche um die in fünf Teile zerfallende Prämie zu
ringen haben.Hochintereſſante Kämpfe brachte der
vorgeſt=
rige Abend. Mit Spannung verfolgte man den erſten
Kampf zwiſchen Eberle und Cody Bill. Letzterer zeigte
ſich ſeinem berühmten Gegner vollſtändig ebenbürtig
und wies alle noch ſo kraftvollen Angriffe des deutſchen
Meiſters energiſch zurück. Zwar gelang es Eberle
ein=
mal, ſeinen berühmten Untergriff, anzubringen; der
Indianer entſchlüpfte jedoch und der Kampf mußte
reſultatlos abgebrochen werden. Beim darauffolgenden
Entſcheidungskampf zwiſchen Lemmertz und Chriſtenſen
ſiegte Letzterer in einer Geſamtzeit von 37 Minuten.
Zum Schluß gab es noch einen lebhaften Kampf
zwiſchen Tſcheſtjakoff und van der Born. Trotzdem
beide Ringer ſich die größte Mühe gaben, ein ſchnelles
Reſultat herbeizuführen, zog ſich der Kampf ſehr in die
Länge. Erſt zu Ende des 3. Ganges gelang es
Tſcheſtja=
koff, durch einen prachtvollen Hüftſchwung aus dem
ſundem Humor begabt, entwickelt ſich ihm ein kleines
Ereignis zum Gedicht. Er beſingt Land und Leute,
lauſcht hinein in die Vergangenheit und freut ſich der
Gegenwaxt, der ſchönen Gotteswelt ringsum und der
braven Menſchen, die auf ihr wohnen. Wie ein
fah=
render Scholar ſingt und dichtet er auf einſamer Halde
und im ſtillen Bergwirtshaus. Kein Wunder, daß
die Lieder ſo ſangbar wurden, wie ſie ſind. Kein
Wun=
der, daß ſich einem eine Melodie ganz unwillkürlich
auf die Lippen ſtiehlt, wenn man leiſe dieſe Lieder ſich
vorlieſt. Ein Vorzug, nebenbei geſagt, der
Schwab=
ſchen Lyrik, der ſich, wie wir noch ſehen werden, in den
ſpäteren Werken immer wieder findet. Gewiß — es
war in dieſem Bändchen noch ein großes
Abhängig=
keitsverhältnis zu den Meiſtern des Trinkliedes
be=
merkbar. Und wenn man Verſe lieſt, wie dieſe:
Verſchwommen klingt des Liedes Ton,
Die Sonne iſt verſunken
Da hat der trübe Fremdling ſchon
Die Weinkart’ durchgetrunken;
und:
Und der dies neue Lied gemacht,
Iſt ſelber dort geweſen.
Und iſt dort, da er ’s kaum gedacht,
Von ſchwerem Leid geneſen,
o kennt man auch den geiſtigen Vater, der bei ihnen
ate ſtand. Schon in dieſem Erſtlingswerk bricht
ber auch des Dichters eigene Note hervor, die ſich
ann in dem zweiten Gedichtbande und in den
Ge=
ichten aus dem Nachlaß freie Bahn macht.
Dazwi=
chen liegt aber ein Werk, das in Proſa geſchrieben iſt,
nd das vielleicht mehr als alles andere das hohe
Talent Schwabs und ſeine echt deutſche, germaniſche
nſchauungsweiſe erbennbar macht. Das Drama
Unaufhaltſam” iſt nur eine Epiſode in ſeiner kurzen
ichterlaufbahn; deſto würdiger ſchließen die
kräfti=
en und formſchönen Opuscula aus dem Nachlaß das
Lerk ab. Sie zeigen die Entwicklung ſeines Talents
uf die höchſte Stuſe gebracht — zeigen, was wir mit
em frühen Tode dieſes Mannes verloren haben.
Wenn wir die Werke Schwabs chronologiſch
be=
rachten wollten, ſo müßten wir, wie geſagt, nunmehr
einen hiſtoriſchen Roman „Tiſiphone” einer Beſprech=
ung unterziehen. Das würde jedoch den Faden unſerer
Darſtellung zerreißen. So wollen wir den Sprung
zu dem letzten Werke, das uns ſeine Feder geſchenkt.
wagen, und die Lyrik weiter verfolgen. Wir ſagten
ſchon — bereits das nächſte lyriſche Werk: „
Wolken=
ſchatten und Höhenglanz” zeigte ein auf den erſten
Blick zu erkennendes Aufwärtsſteigen in Form und
Inhalt. Das macht in erſter Linie, daß das
Stoff=
gebiet größer wird. Nicht mehr iſt es nun die Liebe
und der Wein allein, denen des Dichters Lied gilt —
vor allem iſt es das Kapitel: „Vaterländiſches” das
dem Buche den Wert und Inhalt gibt, ohne deshalb,
wie wir ſehen werden, die anderen Abteilungen
zu=
rückſetzen zu wollen. Schwab zeigt ſich in ſeinen
patrio=
tiſchen Gedichten als ein zlühender Vaterlandsfreund,
der nicht kritiklos in alles einſtimmt, was von oben
herab dekretiert wird; der ſeine Stimme erhebt, wenn
etwas faul im Staate zu ſein ſcheint — der aber auch
wieder freudig anerkennt, wo er etwas Lobenswertes
findet. Ich kenne die chronologiſche Folge ſeiner
Ge=
dichte nicht, glaube aber keineswegs fehlzugehen, wenn
ich, annehme, daß Schwabs politiſche Lyrik in den
Tagen erwachſen iſt, da man in der Maſſe des
deut=
ſchen Volkes einſah, daß, wie Schwab ſich ausdrückt,
die alte Jacke „zwickt und zwängt” und daß Michel
ſich eine neue kaufen müſſe; eine weitere, um dem
im Volkstum ſteckenden Tatendrange
entgegenzukom=
men. Da erkannte man, daß eine große Flotte gebaut
werden müſſe; da ſah man ein, daß die Grenzen des
Deutſchen Reiches für ein Volk von 60 Millionen zu
enge geworden ſeien — und aus dieſer Stimmung
heraus entſtand auf ein Preisausſchreiben der Firma
Breitkopf & Härtel, das ein ſangbares, packendes, der
Sehnſucht des Volkes Ausdruck gebendes Flottenlied
verlangte, das Lied, das des Heſſen Schwab Namen
bekannt machte, wo deutſch=nationale Geſinnung
herrſchte. „Michel, horch, der Seewind pfeift . . .! hieß
es, wurde bald vertont und iſt heute, wegen ſeiner
begeiſternden Wirkung, beliebt da, wo man ſich für die
wichtigſte Frage nationaler Politik im bejahenden
Sinne intereſſiert. Im mahnenden, aufmunternden
Tone wendet es ſich an den deutſchen Michel, damit er
endlich die Erforderniſſe modernen politiſchen Lebens
kennen und begreifen lerne:
„Sieh die Nachbarn! Meer um Meer
Sperren ſie mit Ketten.
Michel, ſchärf die alte Wehr,
Rette, was zu retten!
Michel, biſt du taub und blind?
Hurtig aus den Kiſſen!
Hurtig auf, in’s Boot geſchwind;
Segel gilt’s zu hiſſen!”
Dieſes Lied iſt, wie geſagt, bekannt geworden. —
Schwab hat aber noch mehr echt=deutſche Lieder
ge=
dichtet, in denen er zu den nationalen Ereigniſſen der
Gegenwart Stellung nahm. Sie haben leider nicht
die Beachtung gefunden, die ihnen wegen des Geiſtes,
der in ihnen wohnt und wegen der vollendeten Form
gebührt hätte. Da iſt zum Beiſpiel das Triptychon:
„Das Lied vom treuen Kanzler” nicht in allen Teilen
in der Form gleichmäßig und mit einer ſtarken
An=
lehnung an Uhland (S. 26) — im ganzen aber kernig
und echt=deutſch; da iſt das Sturm= und Notlied:
„Wie ſteht der Himmel dumpf und bleich,
Und drohend überm Deutſchen Reich”,
mit dem vielſagenden, von jedem denkenden Deutſchen
als wahr begrüßten Ausrufe: „Der alte Bismarck tät
uns not” und dem wehklagenden Schluß: „Doch der
iſt tot‟ Da nimmt Schwab Stellung in der 1899 die
Hemüter erregenden Samoafrage, ſeine Anſicht in
dem blutigen Hohne zuſammenfaſſend, der in den
Worten ſteckt:
Trägſt du ſie aber nur zum Paradieren,
Dann ſtreif ſie ab, die ſchwere Panzerwehr,
Und laß ſie, wie ſchon einmal — auktionieren!
Aber nicht verzagen iſt auch ſeine Loſung.
Er=
weiß, daß dem Germanentum die Zukunft gehört; er
weiß, daß auch der deutſche Michel die Kappe von den
Ohren ziehen wird, und echt deutſch klingen Schwabs
vaterländiſche Gedichte in den ſtolzen Worten aus
„Des preiſen wir den Herrn der Welt,
Daß er uns Widerſacher
Wohlweislich ringsherum geſtellt
Um unſer Land und Lager.
Das ſind Worte eines echten Vaterlandsfreun
das ſind Worte eines überzeugten Patrioten.
(Schluß folgt.)
Seite 4.
Nummer 295.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Stand ſeinen Gegner auf beide Schultern zu werfen.
Insgeſamt hatte der techniſch ſchöne Kampf 49½ Minute
in Anſpruch genommen. Ganz beſonders intereſſant
ver=
ſpricht der heutige Abend zu werden.
Heute, Freitag, vollzieht ſich hinſichtlich des Varieté=
Programms ein vollſtändiger Programmwechſel mit fünf
glänzenden Debüts. (S. Anz.)
§ Selbſtmordverſuch. Am Mittwoch nachmittag kurz
nach 5 Uhr war ein 24 Jahre altes Laufmädchen am
ſüdlichen Woogsufer (Kinderbad) in das Waſſer
ge=
gangen, um ſich zu ertränken. Ein Mann, welcher
ge=
rade vorüberging, veranlaßte das Mädchen, wieder aus
dem Waſſer herauszugehen. Liebeskummer trieb das
Mädchen in das Waſſer.
§ Feſtgenommen. Ein 28 Jahre alter Taglöhner
von hier iſt geſtern wegen Fahrraddiebſtahls
feſtgenom=
men worden.
Lampertheim, 14. Dez. Morgens warf ſich beim
Uebergang 14 zwiſchen hier und Waldhof ein Mann in
ſelbſtmörderiſcher Abſicht vor den
Trieb=
wagenzug Mannheim=Worms und wurde ſofort
ge=
tötet. Die Perſonalien des Selbſtmörders konnten
noch nicht feſtgeſtellt werden.
Mainz, 14. Dez. In der heutigen
Stadtver=
ordnetenſitzung teilte der Oberbürgermeiſter
als genaues Ergebnis der Volkszählung in Mainz
die Zahl von 110670 Einwohnern mit, die gegen das
proviſoriſche Ergebnis ein Minus von zirka 3000
auf=
weiſt. Der Vorſitzende bringt hierauf einen Hinweis
auf die Gefahr, die die langen Hutnadeln in ſich
bergen, und glaubt dadurch eine Polizeiverordnung
unnötig zu machen. An die ehemaligen
Kriegsteilneh=
mer ſoll ein Ehrenſold von insgeſamt 6000 Mark
ver=
teilt werden. Für die Arbeitsloſen werden, wie im
vorigen Winter, 10000 Mark bewilligt, ferner
Bei=
träge für die Ausgrabungen des römiſchen Lagers am
Gautor, ſowie für die Deutſche Dichter=Gedächtnis=
Stiftung.
Gießen, 14. Dez. Der Verteidiger Werners,
Rechtsanwalt Dr. Tuteur in Kaiſerslautern, hat lt.
Gieß. Anz. gegen das Urteil des Schwurgerichts, das
Werner zu lebenslänglichem und zu 10 Jahren
Zucht=
haus verurteilte, Reviſion eingelegt und den
Ange=
klagten telegraphiſch erſucht, das Urteil nicht
anzu=
erkennen.
(*) Großen=Buſeck, 14. Dez. Eine Bluttat hat ſich
in unſerem ſonſt ſo ruhigen Ort zugetragen. Auf der
Straße hatten mehrere Burſchen einen Wortwechſel. Da
kam der Arbeiter Chriſtoph Harbach dazu und wollte ſich
in den Streit einmiſchen. Der 19jährige Heinrich
Schnei=
der wies ihn ab. Darüber erzürnt, zog der angetrunkene
Harbach das Meſſer und ſtieß blindlings auf Schneider
ein, bis dieſer blutüberſtrömt zuſammenbrach. Aus
meh=
reren tiefen Stichen aus der Bruſt floß das Blut. Der
herbeigerufene Arzt ordnete ſofort die Ueberführung in
die Gießener Klinik an. Hier iſt der junge Mann nach
kaum 24 Stunden an den Verletzungen geſtorben. Der
Verſtorbene war ein braver, hoffnungsvoller Jüngling.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Dez. Der Maler
Rafael Schuſter=Woldau hat jetzt die ihm in Auftrag
gegebenen neuen figurenreichen Wandgemälde
allegori=
ſchen Inhalts, die den großen Sitzungsſaal des
Bundesrats im Reichstagsgebäude ſchmücken
ſollen, ſoweit vollendet, daß mit ihrer Aufſtellung an Ort
und Stelle heute begonnen werden kann. Im nächſten
Monat wird die zu dieſem Zweck eingeſetzte Kommiſſion
zuſammentreten, um die Bilder ofſiziell zu übernehmen.
Die Vernehmung des verantwortlichen Redakteurs des
Vorwärts, Barth, in Sachen der von dem
Polizei=
präſidenten gegen den Vorwärts eingereichten
Klage hat ſtattgefunden. Die betreffende Nummer des
Vorwärts iſt beſchlagnahmt worden. Die Vernehmung
fand zum Zweck der Ermittelung des Verfaſſers des
frag=
lichen Artikels ſtatt. — In der geſtrigen Nacht iſt in der
Bellevueſtraße aus dem Schaufenſter des Putzgeſchäftes
von Hausdorff ein mit weißer und modefarbener Seide
gefütterter Hermelinmantel im Werte von 6000 Mk.
geſtohlen worden. Die Diebe haben nach 1 Uhr in eine
Seitenſcheibe ein etwa 30 Zentimeter langes Loch
geſchla=
gen und dann das koſtbare Kleidungsſtück, das in der
Auslage dicht am Fenſter lag, herausgezogen, ohne daß
es jemand bemerkt hat, trotzdem doch gerade die Gegend
des Potsdamer Platzes zu jeder Zeit belebt iſt. Von den
Einbrechern fehlt noch jede Spur.
Hannover, 14. Dez. Dem Profeſſor der hieſigen
Tech=
niſchen Hochſchule, dem Geh. Regierungsrat Barkhau=
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 14. Dezember.
„Der Hüttenbeſitzer”.
W—l. Die Wiederholung des viel geſcholtenen,
jeden=
falls aber ſpannenden und bühnerwirkſamen Ohnetſchen
Schauſpiels „Der Hüttenbeſitzer” ſollte Frl.
Leh=
mann Gelegenheit geben, ſich auch in einer Salonrolle zu
zeigen. Es geſcheh in derjenigen der Claire. Viel Neues
haben wir aus dem zweiten Gaſtſpiel nicht erfahren; auch
dieſe Rolle ſpielte Fel. Lehmann mit ſchauſpieleriſcher
Ge=
wandheit und ſicherer Beherrſchung aller darſtelleriſchen
Nuancen, erwärmen konnte ſie aber auch mit dieſer an ſich
ſehr dankbaren Rolle nicht, denn auch ihr haftete ein
nüchter=
ner Grundzug an, ſie wurde geſpielt, erweckte aber den
Ein=
druck, daß ſie innerlich nicht mitempfunden wurde. Die
übrigen Rollen waren mit ganz geringen Ausnahmen
in derſelben Weife beſetzt wie bei der letzten Aufführung
im November vorigen Jahres. Die Rollen des Derblay
und des Herzogs von Bligny gehören nicht zu den beſten
in dem Repertoire der Herren Baumeiſter und
Weſtermann, da ſie ihrer Individualität nicht immer
entſprechen. Wir haben ſchon früher hervorgehoben, daß
der Herzog wenigſtens äußerlich eine bedeutende
Erſchei=
nung ſein muß, wenn die Rolle nicht ganz
unwahrſchein=
lich werden ſoll. Temperamentvoll und elegant war Frl.
Oſter als Athenais, friſch und ſympathiſch die Suzanne
und der Octave des Frl. Gothe und des Herrn
Schnei=
der. Frl. Reick, die die Baronin von Préfont ſpielte,
ließ bedeutende Verbeſſerungen in ihrer Sprachtechnik
er=
kennen. Die übrigen noch zu erwähnenden Rollen
wur=
den wieder durch die Herren Jordan (Moulinet),
Jür=
gas (Préfont) und Knispel (Bachelin) geſpielt. Das
Haus war ſpärlich beſucht, nahm die Vorſtellung aber
ſehr beifällig auf.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Münchener Theater. Am Dienstag, den
13. d. M., wurde im Münchener Hoftheater zum erſten
Male Hebbels Genoveva aufgeführt. Damit
fühnte die Hofbühne eine alte Ehrenſchuld. Der Dich=
ſen, der nach dreißigjähriger Tätigkeit aus dem
Lehrkör=
per der Hochſchule ausgeſchieden iſt, veranſtaltete der
Stu=
dentenverband geſtern abend einen Fackelzug.
Gleich=
zeitig wurde von dem Verband eine Reſolution gefaßt, in
der es heißt, daß der Abſchied des Profeſſors im
Zuſam=
menhang mit ſeinem energiſchen Eintreten für die
akade=
miſche Lern= und Lehrfreiheit im Gegenſatz zu anderen
Be=
ſtrebungen in ſeiner Abteilung erfolgt ſei. Die
Studieren=
den hielten es für ihre Pflicht, für die deutſche akademiſche
Freiheit in jeder Weiſe einzutreten. Der Fackelzug ſolle
zugleich ein Proteſt ſein gegen jeden, der die freie
Selbſt=
beſtimmung der Studiernden antaſte. Infolgedeſſen
ſtell=
ten die Profeſſoren Geh. Regierungsrat Arnold, Geh.
Baurat Danckwerts und Baurat Dr.=Ing. Hotopp, gegen
die ſich die Kundgebung in erſter Linie richtete, heute
vor=
mittag nach Mitteilung am ſchwarzen Brett, ihre
Vor=
leſungen einſtweilen ein.
Altona, 14. Dez. Wie das Altonaer Polizeiamt auf
Anfrage mitteilt, hat die amtliche Unterſuchung
mit großer Wahrſcheinlichkeit ergeben, daß die durch
den Genuß von Margarine hervorgerufenen
Er=
krankungen auf den Zuſatz eines neuen
Speiſe=
fettes zurückzuführen ſind, das bisher in der
Marga=
rine=Induſtrie noch nicht verwendet worden iſt, und
das nach der chemiſchen Unterſuchung für die
Marga=
rine=Bereitung als brauchbar angeſprochen worden iſt,
offenbar aber pflanzliche Gifte enthält, deren Natur bis
jetzt durch chemiſche Unterſuchungen nicht feſtgeſtellt
werden konnte. Die phyſiologiſchen Eigenſchaften des
fraglichen Speiſefettes werden zurzeit im Laboratorium
des Altonaer Krankenhauſes durch Verſuche an Tieren
erforſcht. Seit dem 26. November iſt dieſes Fett, das
ſogenannte Cardamomöl, das nur bei der Marke „Backa‟
und in ganz geringem Maße bei der Marke „Luiſe” zur
Verwendung kam, nicht verwendet worden.
Kiel, 15. Dez. Von verſchiedenen Seiten wird
ge=
meldet, daß die Linienſchiffe „Schwaben” und „Elſaß”
geſtern abend in der Kieler Bucht infolge Nebels
kollidiert haben. Der Schaden ſoll ganz
unbedeu=
tend ſein.
Immenſtadt, 14. Dez. Der vermißte Leutnant
Treuheit wurde am Nordhang des Grünten tot
aufgefunden.
Wien, 15. Dez. Eine in ariſtokratiſchen und
künſt=
leriſchen Kreiſen Aufſehen erregende Verhaftung
iſt geſtern hier erfolgt. Graf Wolff=Metternich, der
Gatte der bekannten Schauſpielerin Claire Valentin,
wurde auf Veranlaſſung des Berliner Landgerichtes
wegen einer Spieler=Affäre feſtgenommen und
dem Landgericht eingeliefert. Zu der Sache werden
folgende Einzelheiten bekannt: Die Verhaftung ſoll
wegen Falſchſpieles und Betruges erfolgt ſein. Der
Rechtsanwalt des Verhafteten wird heute nach Berlin
fahren, um dort einen Vertreter zu beſtellen. Es dürfte
ſich um eine Klubaffäre handeln. Der Graf hatte vor
längerer Zeit in London mit einem preußiſchen
Leut=
nant und mit zwei anderen Partnern, die ſich ſpäter
als Falſpieler entpuppten, hazardiert. Der Offizier
verlor größere Beträge und Graf Wolff=Metternich
be=
zahlte die Spielſchuld des Offiziers. Als er vor einigen
Tagen von dem Offizier die Rückerſtattung der Summe
verlangte, erſtattete dieſer, der annimmt, daß der Graf
mit den beiden anderen Spielern unter einer Decke
ſteckte, gegen ihn Anzeige. — Die Frau des Verhafteten
erzählte in einem Interview, daß es ſich um einen
be=
dauerlichen Irrtum handeln müſſe.
Paris, 15. Dez. Ueber 150 Abgeordnete unterſtützten
das Projekt, durch den Bau eines Seekanals
Paris=Rouen einen Seehafen Paris
herzuſtel=
len. Die Koſten werden auf 145 Millionen Fräncs
veranſchlagt. Die Verwirklichung des Projektes würde
dem Staat 20 Millionen Zölle einbringen und eine
halbe Million Koſten jährlich für die Regulierung der
Seine erſparen.
Toulon, 14. Dez. Infolge
wolkenbrucharti=
gen Regens wurde in der ganzen Gegend
bedeuten=
der Schaden angerichtet. Die Schienenwege der
Süd=
bahn haben an mehreren Stellen Schaden erlitten. Der
Verkehr iſt infolgedeſſen unterbrochen.
Cebère, 14. Dez. Der von der Royal Mail Steam
Packet Company gecharterte norwegiſche Dampfer
„Tifli” iſt, laut einer Nachricht aus Spanien, infolge
eines Sturmes bei Orotava (Teneriffa) geſcheitert.
Vier Matroſen ſind umgekommen. Das Schiff
hält man für verloren.
New=York, 15. Dez. In Mutley bei New=York
brach in einem Kinematographen=Theater
Feuer aus. 800 Perſonen, meiſtens Frauen und
ter hat den Plan zu ſeinem Werk in München
entwor=
fen und die Münchener Hoſbühne war auch dazu
aus=
erſehen, das Werk zuerſt aufzuführen, aber Dingelſtedt
drang damals, ſo ſehr er dem Dichter wohlwollte, nicht
durch. Die erſte Aufführung des Werkes fand 1854,
alſo 14 Jahre nach ſeinem Entſtehen, in Wien ſtatt. Der
Dichter äußert ſich über Darſtellung und Aufnahme
ſehr befriedigt in ſeinem Tagebuch. Als dann
Dingel=
ſtedt in Weimar freie Hand hatte, brachte er das Werk
dort heraus (1858). Das waren die beiden einzigen
Aufführungen, die der Dichter erlebte. Erſt nach
drei=
ßig Jahren erinnerten ſich die Bühnen dieſes genialen
Ingendwerkes. Die Münchener Aufführung, die bis
nach 11 Uhr dauerte, machte einen ſtarken Eindruck.
Golo, der Verbrecher aus Leidenſchaft, der eigentlich
der Held des Stückes iſt, wurde von Jacobi ſehr gut
dargeſtellt. Ein echtes Bild des Mittelalters zog an
unſeren Blicken vorüber. In tollem Wirbel
verſchlin=
gen ſich teufliche Roheit und Herzensreinheit, Zaüber=
und Hexenweſen, dazu die periodiſchen Ausbrüche von
Judenhaß. Das Tempo wurde nur etwas zu langſam
genommen. Genoveva fand in Frl. Berndl eine ideale
Verkörperung. Beſondere Sorgfalt war auf die
ſzeni=
ſchen Bilder verwandt. Die gräfliche Halle, die Hütte
der Hexe, der Wald, das waren Bilder, die an ſich ſchon
die wirkſamſte Stimmung hervorbrachten. Das
Pu=
blikum verhielt ſich bis zum Schluß reſpektvoll und
bei=
fallsfreudig und das Hoftheater kann auf einen
Ehren=
tag zurückblicken.
Kleines Feuilleton.
** Der Kreuzzug der Barbiere. Die
ameri=
kaniſchen Barbiere ſind empört über die wachſende
Kon=
kurrenz, die ihnen in den zum Teil ſehr ſinnreich
konſtruier=
ten amerikaniſchen Raſierapparaten erwachſen iſt; viele
Bürger, die ehedem des Barbiers nicht entraten konnten,
raſieren ſich heute ſelbſt, und die Friſeure fürchten, daß
ihre Einnahmen dadurch allzu ſehr leiden könnten. Sie
haben ſich nun zu einer Beratung zuſammengefunden, die
recht ſtürmiſch verlief, und bei der allerlei Vorſchläge
ge=
macht wurden, um das Gleichgewicht wieder herzuſtellen.
Man will künftig allen jenen Bürgern, die ſich ſelbſt raſie=
Kinder, waren gefährdet. Das hölzerne Gebäude
ſtand ſofort vollſtändig in Flammen. Eine Anzahl
Frauen und Kinder waren von den Treppen
abge=
ſchnitten und wurden erſt im letzten Augenblick,
wäh=
rend ſchon ihre Kleider brannten, durch die
Feuer=
wehr gerettet. Viele haben Brandwunden erlitten.
Waſhington, 14. Dez. Andrew Carnegie
über=
wies, wie offiziell bekannt gegeben wird, dem
inter=
nationalen Ausſchuß hervorragender Perſönlichkeiten,
die für den Weltfrieden wirken, zehn
Millio=
nen Dollars, die im Intereſſe der Beſtrebungen,
Kriege aus der Welt zu ſchaffen, verwandt werden ſollen.
Vorläufig ſoll ein Fonds zu Grunde gelegt werden, der
den Namen „Carnegie=Friedensfonds” erhält.
Norton (Virginia), 14. Dez. Nach den neueſten
Feſtſtellungen ſind bei der Exploſion der Mine der
Bond=Coal Company 25 Bergleute getötet worden.
Zweite Kammer der Stände.
77. Sitzung.
St. Darmſtadt, 15. Dezember.
Am Regierungstiſche: Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach Exz. und Geheimerat Beſt.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um 9,15
Uhr. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein
und beginnt mit der Berarung des Geſetzentwurfs betr.
die Landgemeindeordnung
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
macht zu Beginn der Beratung kurze allgemeine
Bemer=
kungen, in denen er die Neuerungen und grundlegenden
Beſtimmungen des Geſetzes erörtert, die im weſentlichen
eine Folge des neuen Geſetzes betr. die Städteordnung
ſind. Nachdem dieſes Geſetz erledigt, könne Redner zum
vorliegenden Geſetz ſich kurz faſſen. Die direkten
Bürger=
meiſterwahlen ſind grundſätzlich aufrecht erhalten. Es
müſſe anerkannt werden, daß die rein ehrenamtliche
Stel=
lung des Bürgermeiſters nicht mehr aufrecht erhalten
wer=
den kann. Auch den Beigeordneten ſoll eventuell eine
Ver=
gütung aus der Gemeindekaſſe gewährt werden können.
Auch ſoll der Bürgermeiſter im Bedarfsfalle die Anſtellung
eines Ratsſchreibers verlangen können Mit den vom
Ausſchuß vorgeſchlagenen Aenderungen bezw.
Verbeſſerun=
gen konnte die Regierung ſich im weſentlichen
einverſtan=
den erklären. Ein beſonderes Gewicht iſt auf die
Ord=
nung des Gemeinde=Rechnungsweſens gelegt worden. Neu
iſt ferner die Regelung der Rechtsverhältniſſe der
Ge=
meindeverbände. Redner ſchließt mit dem Ausdruck
herz=
lichen Dankes an, alle Ausſchußmitglieder, die an dem
neuen Geſetz mitgearbeitet haben. (Bravo!)
Abg. Uebel ſtellt feſt, daß die Reform der
Land=
gemeindeordnung ohne Zweifel in fortſchrittlichem Sinne
erfolgt iſt. Wenn auch naturgemäß nicht alle Wünſche
erfüllt werden konnten, ſo iſt das Geſetz in ſeiner
Geſamt=
heit doch ein Fortſchritt gegen das frühere Geſetz. Daran
ändert auch nichts die Haltung der Sozialdemokraten, die
gegen das ganze Geſetz ſtimmen wollen, weil es nicht nach
ihren Parteiprinzipien gemacht iſt. Redner verteidigt und
begründet dann die Stellung der Mehrheit des Hauſes
zu dem im Geſetz aufgenommenen
Beſtätigungspara=
graphen und polemiſiert dabei des längeren gegen die
So=
zialdemokraten. Auf Einzelheiten übergehend, beantragt
Redner zum Art. 15, die Ortsſatzungen betr., einen neuen
Abſatz V nach dem Abänderung der Ortsſatzung durch
Beſchluß des Gemeinderates erfolgen kann durch die
Zu=
ſtimmung von zwei Drittel der Mitglieder. Weiter
be=
ſpricht Redner die Gehalts= und Lohnverhältniſſe der
Ge=
meindebeamten. Die Einführung von
Berufsbürger=
meiſtern könne er nicht befürworten. Redner ſchließt mit
dem Ausdruck der Hoffnung, daß das Geſetz zum Wohle
des Landes zuſtande komme.
Geheimerat Beſt bittet den Vorredner, ſich den
An=
trag zu Artikel 15 nochmals zu überlegen. Wenn dieſer
Antrag angenommen wird, ſei die Regierung
ausgeſchal=
tet, eventuell müſſe ſie ſich das Recht der Nachprüfung
vor=
behalten. Der Begriff Gemeindebeamte ſei ſehr ſchwer
zu umgrenzen, daher habe es die Regierung nicht getan.
Die Regierung werde beſtrebt ſein, eine beſſere Beſoldung
der Gemeindebeamten herbeizuführen. Diſziplinierte Leute
müßten aus den Vertrauensſtellungen ferngehalten
wer=
den. Die Berechtigung, einen Ratsſchreiber anzuſtellen,
ſei neu und würde ſich ſicher gut bewähren. Die
Beſtim=
mung bezüglich der Bewilligung eines Ruhegehaltes für
diſziplinierte Beamte entſpreche der analogen Beſtimmung
bei den Staatsbeamten. Ein Mißbrauch dieſer
Beſtim=
mung ſei kaum zu befürchten. Daß die Regierung Aſſeſſoren
ren, nur gegen ſchweres Geld das Haar ſchneiden; ſtatt
60 Pfg. wie gewöhnlich ſollen dieſe Abtrünnigen fortan
3 Mark für das Haarſchneiden bezahlen. Aber das
Ver=
langen nach Vergeltung war damit noch nicht erſchöpft,
man plädierte ſogar für einen regelrechten Boykott aller
Selbſtraſierer, die in Zukunft ſelber ſehen mögen, wie ſie
den Ueberſchuß ihres Haarwuchſes los werden. Es waren
über 1000 empörte Künſtler der Schere und des
Raſier=
meſſers, die in New=York zuſammengekommen waren, und
die Sprache, die ſie führten, läßt an drohender
Leidenſchaft=
lichkeit nichts zu wünſchen übrig. Nur der Vorſitzende
ver=
riet ein milderes Temperament, als er darauf hinwies,
daß die Selbſtraſierer ſo wie ſo ſchon in der Regel „
ge=
zeichnete Männer” ſeien, deren Antlitz infolge der eigenen
Behandlung an Hackfleiſch erinnern. Die Konferenz wurde
ſich ſchließlich über die endgültige Niederwerfung des
Feindes nicht einig, aber als fürſorgliche Männer
beſchloſ=
ſen die Barbiere doch, auch ihrerſeits den New=Yorkern
eine kleine Weihnachtsfreude zu beretten: ſie erhöhten den
Preis für das Raſieren. Die Seife ſei ſo viel teurer
ge=
worden. Die Beobachtungen, die der unbeteiligte Bürger
machen kann, deuten einſtweilen auf alles andere, als auf
eine Notlage der New=Yorker Barbiere. Die meiſten
ha=
ben ſich prächtige Marmorſäle eingerichtet, in denen
prunk=
volle Fontänen plätſchern und parfümierte Düfte
aus=
ſtreuen. Die ganze Einrichtung iſt auf einen raffinierten
Luxus geſtimmt, dicht neben dem Eingangsportal ſteht ein
gallonierter Neger, der allen Kunden die Schuhe blitzblank
putzt, und hinter prächtigen kleinen Marmortiſchen ſitzen
elegant gekleidete junge Damen, die mit Würde und
An=
mut die Manicure beſorgen. Man bezahlt heute in New=
York für das Raſieren offiziell 60 Pfg., aber damit iſt es
nicht getan; man muß dem Gehilfen ein Trinkgeld von
40 Pfg. geben und dem Neger, der mit der Stiefelbürſte
an der Tür ſteht, ein zweites Trinkgeld von 20 Pfg. Ganz
ſparſame Leute ſollen es freilich fertig bringen, ſich für
1 Mark raſieren zu laſſen, aber wer mit Trinkgeldern
geizt, iſt ein ungern geſehener Gaſt und wird auch
dem=
gemäß behandelt.
— Ein Maſſenaufgebot „gekrönter
Häupter” wird bei den kommenden
Krönungsfeſt=
lichkeiten in London die Augen der Bürger mit ihrem
Nummer 295.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Seite 5.
in die Gemeindeſtellen lanziere, ſei ausgeſchloſſen, da ja
die Gemeinde die freie Wahl habe.
Abg. Stöpler meint, der Entwurf enthalte
eigent=
lich nichts grundlegend Neues, es ſei ein alter Schuh,
der geflickt ſei, aber ein ſolcher ſei ihm lieber als ein neuer,
von dem man vorher nicht weiß, ob und wie er drücke.
Die Verſtaatlichung der Polizei ſei zu begrüßen, denn der
Wahlbürgermeiſter ſei ungeeignet zur Ausübung der
Po=
lizei. Dann würde auch der Grund zur Nichtbeſtätigung
der Sozialdemokraten wegfallen, was im Intereſſe des
Friedens zu begrüßen ware. — Abg. Lutz meint, das
neue Geſetz laſſe nach Möglichkeit die Selbſtändigkeit der
Gemeinde in der Verwaltung beſtehen. Grundſätzlich ſei
aber an der Aufſichtsbehörde feſtzuhalten. Auf das
Be=
ſtätigungsrecht kann nicht verzichtet werden, ebenſowenig
auf die Beſtimmung, daß die Hälfte der Gemeinderäte aus
den Höchſtbeſteuerten zu wählen iſt. Die Verleihung des
Wahlrechts an die Hausſöhne ſei zu begrüßen. Hingegen
müſſen im Intereſſe des Friedens in der Gemeinde die
Lehrer und Pfarrer vom paſſiven Wahlrecht ausgeſchloſſen
bleiben. Ein Wirt ſollte eigentlich von der Wahl zum
Bürgermeiſter ausgeſchloſſen ſein. Der Begriff des
Ehren=
amtes als Bürgermeiſter dürfe durch die Vergütung nicht
alteriert werden. Redner bittet, das Geſetz nach dem
Aus=
ſchußantrag anzunehmen.
Nach der Pauſe ergreift Abg. Dr. Fulda das Wort,
um zunächſt gegen den Abg. Dr. Zuckmayer zu
polemi=
ſieren. Die Vorlage ſei keine großzügige, fortſchrittliche
Reform, ſondern nur eine ſimple Reviſion. Beſonders
ſcharf wendet ſich Redner gegen die Beſtimmung, daß die
Hälfte der Gemeinderäte aus den Höchſtbeſteuerten
be=
ſtehen muß, die in der Landgemeindeordnung noch
reaktio=
närer berühre als in der Städteordnung. Er fordert
wei=
ter das Syſtem der Proportionalwahl, eine einjährige
Wohnzeit zur Erlangung des Wahlrechts, das paſſive
Wahlrecht für Lehrer und Pfarrer, die Einführung gleicher
Wahlurnen, die Beſtimmung, daß die
Gemeinderatsſitzun=
gen zu beſtimmten Zeiten regelmäßtg ſtattfinden, die
Oef=
fentlichkeit der Gemeinderatsſitzungen, die Abſchaffung
der Diſziplinarbeſtrafung von Gemeinderäten, die ſich
un=
gehörig benehmen, und natürlich auch die Abſchaffung des
Beſtätigungsrechtes der Regierung. Hierbei polemiſiert
er ſcharf gegen die von der Regierung ernannten
Beige=
ordneten, denen der Herr Miniſter des Innern
Aner=
kennung auszuſprechen den Mut gehabt hat. Er ſei
über=
zeugt, daß dieſe Herren demnächſt auch einen Orden
ver=
liehen bekommen. Beſſer aber wäre es, man verleihe
ihnen einen Charakter, den ſie doch nicht beſäßen.
Viel=
leicht könne man ihnen auch den Titel „Kreaturrat”
ver=
leihen. Hierfür erhält der Redner vom Vizepräſident Dr.
Schmitt einen Ordnungsruf. Er verbreitet ſich
dann ſehr ausführlich über die Beſtätigungsfrage und
polemiſiert ſcharf gegen den Miniſter des Innern von
Hom=
bergk zu Vach, der in dieſer Frage einen direkt
entgegen=
geſetzten Standpunkt einnehme, wie ſein Vorgänger,
Mi=
niſter Braun. Als er im weiteren Verlaufe ſeiner
Aus=
führungen von „hundsföttiſcher Gemeinheit” ſpricht, weil
gelegentlich geſagt worden war, bei einem
Sozialdemokra=
ten läge die Gefahr des Verrats militäriſcher
Geheim=
niſſe vor, wird er zum zweiten Male, und als er darauf
erwidert, es iſt aber wahr, zum dritten Male zur
Ordnung gerufen und auf die Folgen aufmerkſam
ge=
macht. Als Redner weiter ſagt, der Miniſter mache ſich
bei der Nichtbeſtätigung des groben Verfaſſungsbruchs
ſchuldig, befragt zweiter Präſident Korelk das Haus,
ob der Abg. Dr. Fulda weiter ſprechen ſoll.
Abg. Dr. Fulda erklärt darauf, er ſei fertig, er glaube
dem Miniſter heute die Maske der Geſetzlichkeit vom
Geſicht geriſſen zu haben.
Abg. Wolf polemiſiert gegen den Vorredner, fordert
aber Abſchaffung des landſtändiſchen Verfaſſungseides.
Die Sozialdemokratie müſſe ihre Taktik ändern, wenn ſie
anerkannt werden will. — Abg. Reh hat den Standpunkt
ſeiner Partei zu der Beſtätigungsfrage ſchon gelegentlich
der Städteordnung dargelegt. Er wolle heute nur
wie=
derholt feſtſtellen, daß ſeine Partei in der Nichtbeſtätigung
eine Verletzung der Verfaſſung erblickt, weil nach dieſer
alle Heſſen vor dem Geſetz gleich ſein ſollen. Er tritt für
das paſſive Wahlrecht der Lehrer und Geiſtlichen ein, für
die Sonntagswahl und für die Berufsbürgermeiſter. —
Abg. Bähr verzichtet aufs Wort, weil er einen
Löwen=
hunger habe. — Darauf wird die Generaldebatte
geſchloſſen und in der Spezialdebatte Artikel 1
an=
genommen.
Um 2 Uhr wird die Sitzung auf Freitag vormittag
9 Uhr vertagt.
Volkszählung.
47 Großſtädte. Nach den vorläufigen
Er=
gebniſſen hat das Deutſche Reich 47 Städte mit mehr
als 100000 Einwohnern. Die Zahl hat ſich gegen 1905
um 4 (Wilmersdorf, Erfurt, Saarbrücken, Augsburg)
vermehrt.
Verſorgung der Penſionäre und deren
Hinter=
bliebenen.
Man ſchreibt uns: In längeren Ausführungen ſucht
der um die Beſſerſtellung der Altpenſionäre und ihrer
Hinterbliebenen in Preußen ſtets tätige
Oberlandes=
gerichtsrat a. D. Petrich die allgemeine Not zu
ſchil=
dern. Es wurden einige Hundert Fragebogen an ältere
Penſionäre neuerdings verſandt, deren Beantwortung
ein wertvolles Material liefert. Ganz bedeutend
ge=
ringere Beträge ſind dadurch feſtgeſtellt den Penſionären
und Hinterbliebenen gegenüber, für die ſpätere
Ge=
halts= und Wohnungsgeld=Erhöhungen Geltung haben,
abgeſehen von der letzten beträchtlichen
Einkommens=
verbeſſerung. Oftmals beſtehen dieſe erheblichen
Un=
terſchiede bei Beamten und Lehrern mit gleicher
Dienſt=
zeit, von denen der eine kurz vor dem Inkrafttreten
des Aufbeſſerungsgeſetzes, der andere einige Monate
danach in Ruheſtand getreten iſt. Wie ſehr ſchon
ver=
ſchiedene deutſche Staaten, ganz beſonders Sachſen, den
gerechten Forderungen der Penſionäre
entgegengekom=
men oder nahe daran ſind, wurde früher bereits
er=
örtert, und wir wiſſen, daß zu dieſen Staaten auch
Württemberg, Baden, Bayern, Sachſen=Weimar und
Reuß zählen.
„Oeſterreich voran!” betitelt Petrich ſeine
neueſten Darlegungen. Wir leſen, daß die Penſionäre
Oeſterreichs nach 10 Dienſtjahren 40 Prozent, dann
all=
jährlich 2 Prozent mehr und mit 40 Dienſtjahren den
vollen Gehalt als Penſion erhalten. Oeſterreich hat ſchon
ſeit langer Zeit eine ganze Reihe überaus humaner
Be=
ſtimmungen für ſeine Penſionäre und Hinterbliebenen
getroffen. Die Witwenpenſionen betragen in 11
Rang=
klaſſen 400 bis 3000 fl. (fl. — 1,70 Mk.). Das Waiſen=
geld wird bis zum Ablaufe des 24. Lebensjahres
be=
zahlt. In Heſſen hört dasſelbe ſchon mit 18 Jahren auf,
und es dürfte keine unbeſcheidene Forderung ſein, die
Grenze, wie in einem Punkte der wiederholt
einge=
reichten Vorſtellung gebeten, auf 21 zu ſetzen.
Bruch=
teile eines Jahres, ſofern ſie 6 Monate überſteigen,
werden als ein volles Dienſtjahr angerechnet. Seit
1882 wurden die Bezüge der Penſionäre und Witwen
in Oeſterreich mehrfach erhöht, zuletzt durch Geſetz vom
14. Juli 1910, und man erzielte eine völlige
Gleich=
ſtellung der alten Beamten mit den neuen.
Nur die höheren Rangklaſſen bleiben unberückſichtigt,
deren Bezüge durch den Kaiſer direkt feſtgeſetzt werden,
und wobei Seine Majeſtät es in der Hand hat, Un
billigkeiten auch in der Penſion auszugleichen.
Recht und Billigkeit verlangen eine ſchleunigſte
Beſſerſtellung, zumal in Heſſen, wo die alten,
verdien=
ten Beamten und Lehrer oft ganz unzulängliche
Ruhe=
gehälter, die Beamten=Witwen nur 30 Prozent (ſtatt
40 Prozent in Preußen und 50 Prozent in
Württem=
berg) beziehen, und die Witwen der Lehrer noch
weni=
ger. Insbeſondere dürfen die aktiven Beamten und
Lehrer ihrer Alten und Hinterbliebenen nicht
ver=
geſſen; ſie müſſen deren beſcheidene Forderungen zu
den ihrigen machen und mit allen Kräften unterſtützen
aus Pietät, die jeder dem Verdienſte und Alter
ſchul=
det, aus dem Mitgefühle, das die unverdiente Not
er=
zwingt, und in dem Bewußtſein, daß auch ſie und ihre
Familienglieder dereinſt in die gleiche Lage mit den
jetzigen Altpenſionären kommen werden. Möchten wir
nun recht bald hören, daß Not in allen deutſchen
Lan=
den, ſo auch in Heſſen, getilgt; daß Treue um Treue
den Alten gewährt werden ſoll. Dann wird auf die
Frage, welches Land für ſeine alten Diener in ihrer
Not ſorge, nicht bloß die Antwort ertönen:
„Gewiß iſt es das Oeſterreich,
An Siegen und an Ehren reich!”;
es wird dann der Jubelgeſang erſchallen:
„Soweit die deutſche Zunge klingt
Und Gott im Himmel Lieder ſingt!“
Das walte Gott!
Vom Gruppenwaſſerwerk Inheiden.
* Aus Oberheſſen, 15. Dez. Die Arbeiten an
dem Provinzial=Gruppenwaſſerwerk in
dem waſſerreichen Quellgebiet bei Inheiden haben
im Laufe dieſes Jahres recht bedeutende Fortſchritte
gemacht. Die über 40 Kilometer lange Zuleitung nach
Frankfurt, die nach dem zwiſchen der Provinz
Ober=
heſſen und der Stadt Frankfurt abgeſchloſſenen Vertrag
bis zur preußiſch=heſſiſchen Landesgrenze bei Vilbel auf
Koſten der Provinz hergeſtellt werden muß, iſt bis auf
eine kleine Strecke bei Aſſenheim bereits vollſtändig
verlegt. Von der Landesgrenze bei Vilbel bis zum
Frankfurter Hochzonenbehälter am Heiligenſtock wird
die Zuleitung auf einen Kilometer Länge durch die
Stadt Frankfurt vorausſichtlich im nächſten Frühjahr
hergeſtellt. Für die Zuleitung ſind 70 Zentimeter weite
Gußeiſenrohre, und bei ungünſtigen Untergrunds= und
Bodenverhältniſſen, bei Bahn= und Bachkreuzungen,
ſowie innerhalb der Ortſchaften ebenſo weite
Schmiede=
eiſenrohre verwandt worden. Da an Frankfurt
ver=
traglich 20000 Kubikmeter Waſſer täglich geliefert
wer=
den müſſen, iſt für den ſpäteren Betrieb eine ſorgfältige
Kontrolle der Leitungsſtrecke erforderlich. Dies geſchieht
unterwegs an geeigneten Stellen durch eine Reihe von
Regiſtriermanometern, die einen genauen Aufſchluß
über die jeweiligen Druckverhältniſſe in der Leitung
geben. Das Maſchinenhaus, das im Quellgebiet in
nächſter Nähe der Halteſtelle Trais=Horloff errichtet
worden iſt, iſt jetzt im Rohbau vollendet, ſo daß bereits
mit der Montage der Heizungs= und
Beleuchtungs=
anlage begonnen werden konnte. Mit der eigentlichen
Montage der Maſchinenanlage ſoll erſt im nächſten
Monat begonnen werden. Die Maſchinen, die aus
Dampfturbinen und Hochdruck=Zentrifugalpumpen
be=
ſtehen, werden von der Allgemeinen Elektrizitätsgeſell
ſchaft Berlin geliefert und aufgeſtellt. Für die
Maſchinenzentrale iſt von der Station Trais=Horloff
ein 700 Meter langes Anſchlußgleis verlegt worden,
das jetzt zum Transport der Baumaterialien und
Maſchinenteile und ſpäter der für den Betrieb
erforder=
lichen Kohlenmenge benutzt wird. Vertraglich hat die
Waſſerlieferung nach Frankfurt mit dem 1. April 1912
zu beginnen, doch iſt nach dem derzeitigen Stande der
Arbeiten zu erwarten, daß das großzügig angelegte
Werk bereits im Oktober des nächſten Jahres in
Be=
trieb genommen werden kann.
lanze blenden, denn die Lords, deren parlamentariſche
Privilegien durch die liberale Regierung gefährdet ſind,
haben trotz der Hitze des Wahlkampfes nicht verſäumt,
bei den Londoner Juwelieren die Kronen zu beſtellen,
die ſie als Peers von England bei der Krönung tragen
wverden. Denn alle Standesherren des Britiſchen
Rei=
hes werden in ihren farbenprächtigen mittelalterlichen
Trachten an der großen Krönungsfeier in Weſtminſter
teilnehmen und auf den Häuptern ihre Kronen tragen.
Als Eduard VII. vor zehn Jahren gekrönt wurde, ließ
ich der Graf von Roſebery ein Prachtſtück von einer
Krone machen; ſie war mit Perlen, Rubinen und
Sma=
ragden beſetzt und der Graf legte nicht weniger als
20000 Mark für dieſes Schmuckſtück an. Allein es war
hm doch nie vergönnt, ſein Haupt damit zu zieren, denn
er Zeremonienmeiſter, ſo weiß die Evening Times zu
rzählen, verbot dem Grafen das Tragen einer Krone,
die koſtbarer ſei als die Krone der Königsfamilie. Aber
trotz dieſer Beſtimmung hat der Luxus doch noch
Ge=
egenheit zur Entfaltung; je nach Laune und Vermögen
legen die Peers von England heute für ihre Kronen
000—80 000 Mark an. Die meiſten werden freilich in
Silber gearbeitet, dann vergoldet und mit reichem
Schmuck von bunten Steinen verſehen, doch dabei
kom=
men in der Regel nur Imitationen zur Verwendung.
Eine bequeme Kopfbedeckung ſind dieſe Meiſterwerke
er Goldſchmiedekunſt freilich nicht, ſie haben ein recht
anſehnliches Gewicht. Ein greiſer Lord hat das
Vor=
echt ſeines Standes ſogar ſchon einmal mit ſeinem
Leben bezahlen müſſen. Er hatte die ſchwere Krone
zwei Stunden lang ohne Unterbrechung auf dem
Haupte getragen, wurde plötzlich ſchwindlig, ſank dann
ieder und die ſchnell herbeigeholten Aerzte konnten
tur noch ſeinen Tod feſtſtellen; ein Schlaganfall hatte
hn dahingerafft.
* Paläſtina=Apfelſinen. In der Ebene
on Jaffa wird gegenwärtig die Apfelſine auf einer
Fläche von etwa 440 Hektar angebaut; die Zahl der
fruchttragenden Bäume beträgt mehr als eine Million.
Die Zucht ſelbſt hat ſich erſt im Laufe der letzten
fünf=
zehn Jahre zu der jetzigen Bedeutung entwickelt, was
auptſächlich dem großen Aufſchwung der Vorderaſien
berührenden Dampferlinien zu danken iſt. Der
finan=
zielle Ertrag eines Hektars beläuft ſich pro Jahr auf
7000 bis 8000 Mark. Die Früchte, die an Größe und
Wohlgeſchmack die ſpaniſchen Apfelſinen übertreffen,
ſtehen im Preiſe weſentlich höher als dieſe. Die Zucht
verurſacht nämlich infolge der Waſſerarmut des
Ge=
ländes erhebliche Koſten.
* Ein merkwürdiges Sprachverſehen
paſſierte auf dem letzten Konzert der Edinburger
Uni=
verſität dem Muſikprofeſſor Niecks, einem geborenen
Deutſchen, der jedoch faſt 20 Jahre an der Univerſität
der ſchottiſchen Hauptſtadt tätig iſt. Er hielt nach dem
Konzert eine kleine Anrede, und zwar in deutſcher
Sprache, die natürlich dem größten Teil ſeiner
Zuhörer=
ſchaft unverſtändlich war. Als man den Profeſſor
darauf aufmerkſam machte, geſtand er lachend, daß er
ſich deſſen gar nicht bewußt geweſen ſei, und wiederholte
ſeine Anſprache in Engliſch. Die Erklärung für dieſes
merkwürdige Zurückfallen in die Mutterſprache, ſo ſagt
der Glasgow Herald, iſt, daß, kurz bevor der Profeſſor
ſeine Rede begann, er von einem Deutſchen
ange=
ſprochen worden war. Der Herr Profeſſor muß
aller=
dings ſehr zerſtreut ſein.
* Eine tragikomiſche Hochzeitsreiſe
machte vor wenigen Tagen ein junger piemonteſiſcher
Vauer mit ſeinem 18jährigen Frauchen. Die beiden
jungen Leute waren des Fahrens auf der Eiſenbahn
noch ganz unkundig und überhaupt ſehr weltfremd.
Daher fühlten ſie ſich trotz ihres friſchen Eheglücks ſehr
unbehaglich, als im Abteil bei ihnen ein Unbekannter
von bösartigem Geſichtsausdruck und verdächtigem
Weſen einſtieg. Mann und Frau gerieten in eine ſolche
Angſt vor dem Fremden, daß ſie insgeheim miteinander
zu entfliehen beſchloſſen, und als der Zug etwas
lang=
ſamer fuhr, ſprang er links und ſie rechts aus dem
Zuge hinaus. Ueber dem Frauchen waltete ein
Schutz=
engel, es gelangte ohne Schaden zur Erde, der
Hoch=
zeiter aber blieb mit einer Verletzung am Kopf liegen
und mußte von der weinenden Gattin und dem
herbei=
geeilten Bahnperſonal ins Krankenhaus zu Mondovi
gebracht werden, wo er die Flitterwochen vertrauert.
Der Moabiter Krawallprozeß.
— Berlin, 14. Dez. Die geſtrigen Sturmſzenen
im Reichstage, die infolge der erneuten
Stellung=
nahme des Reichskanzlers zu den Moabiter
Krawal=
len ſich ausgelöſt hatten, machten ſich heute in einem
enormen Andrange des Publikums zu der
Prozeß=
verhandlung in Moabit bemerkbar. Eine Anzahl von
Schutzleuten ſorgte vor dem Portal des Alten
Krimi=
nalgerichts, in deſſen großen Schwurgerichtsſaal die
Verhandlungen ſtattfinden, dafür, daß nicht Unbefugte
in das Gebäude gelangten. Die Zuhörer mußten bis
zur Eröffnung des Sitzungsſaales auf dem Trottoir
Queue bilden und die vielen Hunderte bildeten
in=
folgedeſſen eine lange Menſchenſchlange, die ihrerſeits
wieder die Aufmerkſamkeit des übrigen Publikums
erzeugte und den Andrang nur noch verſtärkte. — Die
Verhandlung beginnt mit längeren Erörterungen über
die Perſönlichkeit des geſtern vernommenen
Journa=
liſten Steinberg. Er gibt eine für die Berliner Preſſe
beſtimmte Zeitungskorreſpondenz heraus, aus der
die Blätter ihr Material über die Vorgänge im Leben
der Berliner Polizei ſchöpfen. Während die
Kor=
reſpondenz ſonſt über Morde, Einbrüche,
Unglücks=
fälle und dergleichen berichtet, hat ſie während der
Moabiter Krawalle auch hierüber Schilderungen
ver=
öffentlicht, die nach Meinung der Verteidigung von
der Polizei inſpiriert oder doch ſo gehalten waren,
daß ſie die angeblichen Verfehlungen von
Polizei=
beamten verſchwiegen. — R.=A. Heine macht gegen die
Glaubwürdigkeit des Zeugen geltend, daß gegen
die=
ſen einmal ein Meineidsverfahren geſchwebt habe,
das allerdings mit ſeiner Freiſprechung geendet habe.
Doch ſeien in den Akten ſo viele Angaben über die
journaliſtiſche Tätigkeit dieſes Zeugen, der danach
ſchon mehr als ein Privatdetektiv anzuſprechen ſei,
enthalten, daß er die Herbeiziehung dieſer Akten be
antragen müſſe. (!) Der Journaliſt Steinberg tritt
dieſen Angaben mit Entrüſtung entgegen. Es habe
niemals ein ſolches Verfahren gegen ihn geſchwebt,
es könnte alſo auch keine Freiſprechung ſtattgefunden
haben; vielmehr habe nur einmal jemand gegen ihn
eine Denunziation eingereicht, die abſolut keine wei=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Nummer 295.
teren Folgen für ihn gehabt habe. — Das Gericht hält
dieſe Sache damit für erledigt, zumal der
Staats=
anwalt die Akten bereits zur Hand hat und aus dieſen
feſtſtellt, daß das Verfahren gegen Steinberg
tatſäch=
lich im Oktober eingeſtellt worden ſei. — Es folgen
dann wiederum längere Auseinanderſetzungen über
die, Glaubwürdigkeit der Berichte des Zeugen. — Im
Anſchluß daran wird der Arbeiter Wille vernommen,
der angeblich der Mann iſt, der ſich vor dem ihn
ver=
folgenden Polizeileutnant Folte unter einen Wagen
flüchtete. Der Zeuge hat tatſächlich ein Holzbein und
bekundet, daß er an den Moabiter Krawallen in
kei=
ner Weiſe beteiligt geweſen ſei. Es ſcheint ſo, als ob
der Zeuge überhaupt mit jenem jungen Manne nicht
identiſch iſt, den andere Zeugen unter dem Wagen
haben liegen ſehen, ſondern daß hier zwei Fälle ganz
ähnlicher Art in der Beweisaufnahme fortgeſetzt mit
einander verwechſelt werden. — Es wird dann
wie=
der der Fall des Schankwirts Pilz beſprochen, in
deſſen Lokal die „heilige Feme” der Streikenden
ge=
tagt haben ſoll. — Im Anſchluß daran richtet der
Journaliſt Steinberg an den Verteidiger, R.=A. Heine,
die Frage, ob er angeſichts der Feſtſtellung, daß er
niemals wegen Meineids unter Anklage geſtanden
habe, nicht der Wahrheit die Ehre geben und ihn
öffentlich um Entſchuldigung bitten wolle. — Der
Vor=
ſitzende, Landgerichtsdirektor Liebert, erklärt jedoch
dem Zeugen, daß der Gerichtsſaal nicht der Ort ſei, (2)
um dieſe Differenz auszutragen. — Nachdem dann
noch einige weitere Zeugen zum allgemeinen Teil der
Anklage vernommen worden waren, vertagte der
Ge=
richtshof die weiteren Verhandlungen auf Freitag,
9½ Uhr.
Sport.
— Eine Pariſer Fußballmannſchaft in
Darmſtadt. Durch Vermittelung der Geſchäftsſtelle des
Deutſchen Fußballbundes in Dortmund iſt es der
Vereins=
leitung des Fußballklubs Olympia=Darmſtadt 1898
gelun=
gen, eine der beſten franzöſiſchen Mannſchaften, den
Athletique=Club Vitry=Paris, zu einem Gaſt=Wettſpiel für
den zweiten Weihnachtsfeiertag nach Darmſtadt zu
ver=
pflichten. Es iſt dies das erſte Mal, daß eine
internatio=
nale Sportmannſchaft in Darmſtadts Mauern weilt.
Landwirtſchaftliches.
* Pferde= und Fohlen=Auktion. Wie im
Februar 1910, ſo veranſtaltet die Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen auch im Februar 1911 in
Darmſtadt eine Auktion von Pferden und Fohlen heſſiſcher
Landwirte. In erſter Linie werden nur Stammbuchpferde
oder deren Nachkommen zugelaſſen. Soweit durch ſolche
Tiere nicht die Zahl von 100 Anmeldungen erreicht wird,
können auch andere Pferde heſſiſcher Landwirte zugelaſſen
werden. Ueber die Annehme oder Ablehnung ſolcher
Pferde erhalten die Beſitzer nach dem Anmeldeſchlußtermin
(4. Februar) Nachricht. Die frachtfreie Rückbeförderung
etwaiger nicht verkaufter Tiere auf der Eiſenbahn wird
in Ausſicht geſtellt. Die Beſtimmungen für die Auktion,
ſowie die Anmeldeformulare ſind durch die
Landwirt=
ſchaftskammer in Darmſtadt erhältlich.
Handel und Verkehr.
* Petersburg, 15. Dez. Nowoje Wremja meldet:
Bei der Emiſſion der 4½prozentigen Anleihe vom
Jahre 1905 im Betrage von 231500000 Rubel wurde den
Obligationsinhabern das Recht gewährt, nicht ſpäter als
bis zum 31. Dezember 1910 den Wunſch zu erklären, den
No=
minalbetrag der ihnen sehörigen Obligationen zu
erhal=
ten. In der letzten Zeit ſtieg allmählich der Börſenpreis
der Anleihe und erreicht gegenwärtig in Petersburg
100½, in Berlin 100,50 Prozent. Unter ſolchen Umſtänden
iſt kaum zu erwarten, daß die Obligationsinhaber das
Recht der Einlöſung geltend machen werden. Gegen etwa
eingereichte und bar zur Einlöſung gelangte Obligationen
wird dem Vernehmen nach eine Kreditoperation nicht
er=
folgen.
Vermiſchtes.
* Die Straßenfernſprecher ſind in
deut=
ſchen Städten noch recht wenig zahlreich. In der
nord=
amerikaniſchen Stadt Detroit hat neuerdings die dortige
Home Telephone Company, der das Fernſprechnetz in
der Stadt gehört, 500 Straßenfernſprecher, die an
Straßenkreuzungen und öffentlichen Plätzen aufgeſtellt
ſind, ſo über die Stadt verteilt, daß kein Punkt in der
Stadt mehr als einige hundert Meter von dem nächſten
Fernſprechanſchluß entfernt iſt. Originell iſt die Art
und Weiſe, wie dieſe Einrichtung benutzt wird. Nach
der Verkehrstechniſchen Woche liefert die
Telephongeſell=
ſchaft jedem ihrer Abonnenten gegen einen Zuſchlag von
2 Mark monatlich leihweiſe einen kleinen
Sprechappa=
rat mit Hörer, der beſonders leicht und zierlich
ge=
arbeitet iſt und bequem in der Taſche getragen werden
kann. Dieſe Apparatur kann durch ein kurzes Stück
Leitungsſchnur und einen entſprechenden Stöpfel an
jeden Straßenfernſprecher angeſchloſſen werden. Jeder
Abonnent iſt alſo in der Lage, von jedem Punkte der
Stadt aus mit jedem anderen Teilnehmer der
Geſell=
ſchaft zu ſprechen, der Nichtabonnent kann aber aus der
Einrichtung der Straßenfernſprecher keinerlei Nutzen
ziehen; dieſe ſcheinen demnach mehr den Intereſſen der
Telephon=Geſellſchaft als denen der Allgemeinheit zu
dienen. Damit dieſe aber doch nicht ganz zu kurz kommt,
beabſichtigt die Stadtverwaltung von Detroit, die
öffent=
lichen Feuermelder ſo einzurichten, daß die
Taſchenfern=
ſprecher daran angeſchloſſen werden können.
* Vom Pfefferkuchen. Wir wiſſen aus
Chro=
niken, daß das Mittelalter längſt vom Pfefferkuchen
ſprach und Pfefferkuchen aß, ehe das Pfeffergewürz
bei uns heimiſch wurde. Aus eigenem Geſchmack aber
wiſſen wir auch, daß unſer heutiger Pfefferkuchen,
trotz der Vielartigkeit ſeines Geſchmacks, nicht nach
Pfeffer ſchmeckt. Auch unſeren Vorfahren brauchen
wir eine Liebhaberei für pfefferhaltige Winterkuchen
nicht zuzutrauen. Bleibt alſo nachzuſehen, ob nicht
das Pfeffern zu Stephani oder Dreikönigen mit der
Namengebung für unſer beliebtes Weihnachtsgebäck
zuſammenhängt. Und in der Tat: das Pfeffern an
jenen beiden Wintertagen war ein Brauch, der die
hohe erzieheriſche Wirkung einer gründlichen Tracht
Prügel praktiſch verherrlichte. Man überfiel ſeine
Buben und Mädchen, ſeine Geſchwiſter oder ſogar ſeine
Freunde bei Nacht und ließ eine Rute aus ſcharfem
Wacholderreis auf die ahnungslos Schlafenden kräftig
hinwegſtreichen. Die Dunkelheit aber, die den
Uebel=
ſtäter unerkannt entkommen ließ, ſchützte ihn vor der
Rache der Getroffenen. Am nächſten Morgen fand ſich
dann der Gepfefferte mit ſüßen Kuchen reich beſchenkt.
So kam der Pfefferkuchen zu ſeinem Namen. In
man=
ſchen deutſchen Familiengiſt es Brauch, die Pfeffer=,
Honig= oder Lebkuchen ſelbſt herzuſtellen. Das iſt
natürlich nur eine Bäckerei im kleinen. Welchen
Um=
fang aber die fabrikmäßige Herſtellung der
Pfeffer=
kuchen erreicht, erfahren wir aus einem Artikel über
die „Lebkuchenfabrikation” von F. M. Feldhaus in der
„Welt der Frau” (Gartenlaube). Wir erhalten einen
Begriff von der Bedeutung und Größe dieſer
Indu=
ſtrie und von dem gewaltigen Verbrauch ſolcher
lecke=
ren Erzeugniſſe, wenn wir leſen, daß eine einzige
Fabrik jährlich über 20000 Zentner Rohmaterial
ver=
arbeitet, oder daß in jeder Stunde etwa 22000 einzelne
kleine Pfefferkuchen hergeſtellt werden. Der mit einer
Reihe von Illuſtrationen verſehene Aufſatz, der gerade
jetzt vor Weihnachten von beſonderem Intereſſe iſt,
gibt ein anſchauliches Bild von der
Lebkuchenfabrika=
tion. Das vorliegende Heft der Gartenlaube bringt
auch den Anfang eines neuen prächtigen Romans:
„Ein Augenblick im Paradies”, von Ida Boy=Ed, eines
der beſten, die je in der Gartenlaube erſchienen ſind.
Literariſches.
— Die Weihnachtsnummer der „
Moder=
nen Kunſt”, die alljährlich als vornehm ausgeſtattetes
Extraheft erſcheint und der hohen Aufgabe gerecht wird,
das Schönſte aller Feſte im Spiegel der Kunſt zu
ver=
klären, bietet diesmal, da der Jubiläumsjahrgang
dieſer illuſtrierten Zeitſchrift begonnen hat, einen
unge=
wöhnlichen Reichtum an literariſchen und bildneriſchen
Beiträgen. Mit geiſtvollen Handzeichnungen ſind die
beiden feſſelnden Aufſätze „Weihnachten im
Mittel=
alter” und „Das Weihnachtskripperl” geſchmückt.
Weihe=
volle Weihnachtsbräuche tauchen hier aus dem Dämmer
früherer Jahrhunderte wie aus einem
kerzenſchim=
mernden Kreuzgang und führen uns beim Klange der
Glocken in unſere Zeit, der die Weihnachtsfreude ſtets
neu erſteht. Die Stimmung der Liebe und Verſöhnung
klingt aus E. Krickebergs ergreifender Erzählung
„Senator Habermann” wider. „Weihnachten auf der
Bühne” ſchildert Eugen Zabel in friſcher Weiſe und
Ernſt Boerſchels anregende Plauderei berichtet von
dem ſchlichten Komponiſten des Weihnachtsliedes „Stille
Nacht, heilige Nacht!” Von außerordentlicher
Viel=
ſeitigkeit zeugt das Bildermaterial dieſes
verſchwende=
riſch ausgeſtatteten Heftes. So ſtrahlt die
Weihnachts=
nummer der „Modernen Kunſt” (Verlag von Rich.
Bong, Berlin W 57, Preis des Vierzehntagsheftes
60 Pfg.) Feſtesglanz und Feſtesfreude aus.
— In der Franckhſchen Verlagshandlung (W. Keller
u. Co.), Stuttgart, erſchienen
Naturwiſſenſchaft=
liche Märchen von Ewald unter dem Titel
„Mutter Natur erzählt” Autoriſierte deutſche
Geſamt=
ausgabe von Hermann Kiy. 1. Band. 2. Auflage. (Preis
geb. 4,80 Mk.) Seit Anderſen haben wir keinen
Märchendichter gehabt, der es in ſo origineller und
poetiſcher Weiſe verſtanden hat, die
naturwiſſenſchaft=
lichen Erſcheinungen und Ergebniſſe in Märchenform
zu kleiden, wie der kürzlich verſtorbene däniſche Dichter
Ewald. Das Buch enthält 13 Erzählungen. Allmutter
Natur erzählt ſie uns durch den Mund eines Poeten,
in deſſen Schöpfungen ſich die ſchlichte Anmut und
dich=
teriſche Phantaſie Anderſens mit friſchem, launigem
Humor, genauer Naturkenntnis und modernem
For=
ſchergeiſt vermählen. Das ſchön ausgeſtattete Buch iſt
mit neun Tafeln und zahlreichen Abbildungen von
Willy Planck verſehen.
Erntetag, Gedichte von Erich Sello. (Vita,
Deutſches Verlagshaus, Berlin=Ch.) In modernem,
hübſchem Einbande liegt dieſer Band Gedichte vor
uns. Aber nicht das Aeußere des Buches iſt es, in
erſter Linie feſſelt der Inhalt. Wirklich feſſelt.
Was bei wenigen Gedichtbüchern der Fall ſein wird,
die ja noch immer zu Hunderten und Tauſenden in
deutſchen Landen alljährlich gedruckt werden, hier iſt
es der Fall. Das Buch feſſelt durch die Gewalt der
Leidenſchaft, die aus vielen dieſer Gedichte ſpricht, und
durch die Innigkeit des Empfindens, das viele
an=
dere offenbaren. Es gereicht den Gedichten nicht zum
Nachteil, daß oft auch ſtarke Sinnlichkeit die Feder
führte, nach dichteriſchem Ausdruck drängte. Es iſt
eine ſtarke Perſönlichkeit, die daraus ſpricht, und
ſtarke Charaktere werden immer zu feſſeln wiſſen.
Grammatik der Handleſekunſt von
Katharine St. Hill, überſetzt von Klara Muche, Wien.
(Verlag Wilhelm Möller, Oranienburg.) Wer es
liebt, einen Blick in die Zukunft oder in die
verbor=
genen Charakterzüge des eigenen Ichs und der guter
Freunde und Bekannten zu machen, dem wird das
Büchlein willkommen ſein, das an Hand zahlreicher
Bilder und Skizzen in die Kunſt einführt, aus den
Linien der Hand Charaktere zu deuten.
C „Der Tribun‟ Drama in 5 Aufzügen von
Walter Loewig. (Verlag L. Heege in Schweidnitz.
Preis geh. 2,50 M.) Das großzügig angelegte
Büh=
nenwerk, reich an leidenſchaftlich bewegten Szenen,
ſchildert in erſchütternder Weiſe das Schickſal Rienzis,
des Volkstribunen. In bühnenwirkſam aufgebauten
Szenen zieht das wechſelvolle Schichſal Rienzis, ſeiner
Mitverſchworenen und ſeiner Feinde an uns
vor=
über, bis der gewaltige Geiſt dem Verrat und der
Falſchheit zum Opfer fällt. In markiger Sprache
von dramatiſchem Schwunge redet der Dichter, deſſen
Werk die Bühnenaufführung wohl zu wünſchen wäre.
C Im großen Hauptquartier 1870/71
von H. Salingré. (A. Hofmann u. Ko., Berlin SW
Zimmerſtraße 8. Preis geb. 3 Mk.) Die Erinnerung
an die große Zeit eines Volkes erliſcht nie, und daß
ſie nicht erblaſſe, dafür ſorgt die Literatur. In der
Gegenwart iſt die große Zeit Deutſchlands, die
ein=
zig daſteht in der Weltgeſchichte, beſonders lebendig
geworden und in Wort und Schrift hat man unſeres
Volkes Heldentaten neu erſtehen laſſen. Eines der
feſſelndſten Bücher dieſer Art iſt das vorliegende, zu
deſſen Erſcheinen die 40jährige Gedenkfeier des Tages
von Sedan Veranlaſſung gab. Es ſind Kriegsberichte
des verſtorbenen bekannten Berliner Poſſendichters
Hermann Salingré, der den Krieg bei der Feldpolizei
und als Berichterſtatter im großen Hauptquartier
mitgemacht, die die Tochter des Autors nun aufs
neue veröffentlicht. Für den Tag geſchrieben — ſie
erſchienen als Feuilletons im Berliner
Fremden=
blatt —, feſſeln die Berichte durch die Friſche der
Schilderung, durch den echten Berliner Humor, und
ſie geben auch einen bemerkenswerten Kommentar
für die Auffaſſung und den Geſchmack der Leſer jener
Zeit.
Weſentlich anderer Art, wenn auch gleichen
Vor=
wurfs, iſt das bei E. Appelhans u. Ko., G. m. b. H.,
Braunſchweig, Kalenwall 3, erſchienene
Kriegstage=
buch: „Zwei Brüder in Frankreich” von
Hans Leitzen. Preis broſch. 3 Mk., geb. 4 Mk. Wie
alle Schilderungen aus eigener Anſchauung, aus
Selbſterlebtem, feſſelt auch dieſes Kriegstagebuch
durch die Friſche und Schlichtheit der überaus
wahr=
haftig aumutenden Darſtellungen. Verſönlich Erleb=
tem ſind Betrachtungen und Erfahrungen über die
Armeen und Völker hinzugefügt, was den Wert des
Buches bedeutend erhöht. Sehr beachtenswert ſind
des Verfaſſers Auslaſſungen über die Zuſtände in
Deutſchland und im deutſchen Volke heute, nach 40
Jahren, die den Schluß des Buches bilden und in
denen beſondere Anerkennung und gerechte
Würdig=
ung dem deutſchen Offizierkorps zuteil wird. In
keiner vaterländiſchen Bibliothek ſollten dieſe Bücher
fehlen.
Die Einweihung des Wormſer Cornelianums.
* Worms, 15. Dez. Heute vormittag fand die
feier=
liche Einweihung des neuerbauten Rathauſes
mit anſchließendem Cornelianum — eine Stiftung
des Frhrn. Cornelius v. Heyl und Gemahlin — in
Anweſenheit des Großherzogs von Heſſen und
Gemahlin, des kommandierenden Generals des 18.
Armeekorps v. Eichhorn und der Spitzen der Zivil=
und Militärbehörden ſtatt. Im Saale des Cornelianum
hielt Oberbürgermeiſter Köhler eine Anſprache,
in der er den Dank der Bürgerſchaft für die hochherzige
Etiktung des Frhrn. v. Heyl und ſeiner Gemahlin
aus=
ſprach. Reichstagsabgeordneter Frhr. v. Heyl dankte
dann ſelbſt allen an dem Bau Beteiligten. Die
Stadt=
verordnetenverſammlung ſtiftete als Anerkennung für
das wirken des derzeitigen Oberbürgermeiſters eine
goldene Amtskette. An die Einweihung des
Cornelia=
nums ſchloß ſich ein Rundgang durch die Räume des
neuen Rathauſes. Hierauf fand ein Frühſtück ſtatt,
an dem das Großherzogspaar teilnahm. Gegen 1 Uhr
verließ das Großherzogspaar wieder die Stadt, um im
Automobil nach Darmſtadt zurückzukehren.
Das Cornelianum iſt auf der Stätte der alten
Münze entſtanden, in der früher die Reichstage
ſtatt=
fanden. Es enthält außer einem großen Feſtſaal für
wiſſenſchaftliche Kongreſſe, Volksvorleſungen und
andere Veranſtaltungen im Parterre ein Volksbad
ſowie das Standesamt.
In der Stiftungsurkunde heißt es u. a.: „Hinſichtlich
der Verwendung des Gebäudes leitet uns der
Gedanke, für die Pflege der künſtleriſchen und
wiſſen=
ſchaftlichen Intereſſen, für die Hebung der
Volks=
bildung und des ſtädtiſchen Verkehrs, jedoch unter
Ausſchluß agitatoriſch=politiſcher Zwecke, einen
Mittel=
punkt und eine Heimſtätte zu ſchafffen und mittels der
darinnen ermöglichten Veranſtaltungen, Kongreſſe,
Vor=
leſungen, Konzerte, Verſammlungen und dergleichen mehr,
die kulturelle Fortentwncklung der Stadt zu fördern.
Dabei ſoll andererſeits die Vermietung der vorgeſehenen
Feſt=, Verſammlungs= und Ausſtellungsräume der Stadt
eine Einnahmequelle ſchaffen, und zwar in erſter Linie
für die Unterhaltung des Gebäudes ſelbſt. In dem
Vor=
bau, welcher hierfür von uns herzurichten iſt, ſollen die
Ziviltrauungen abgehalten werden. Der Feſtſaal iſt zu
künſtleriſchen und wiſſenſchaftlichen Veranſtaltungen
nutz=
bar zu machen. Konzerte, Kongreſſe, ſowie ſtädtiſche Feſte
ſind tunlichſt in dem Gebäude abzuhalten. Es ſind
all=
jährlich mindeſtens drei volksbildende Vorleſungen ſeitens
der Stadt den Einwohnern von Worms und den in
Worms beſchäftigten Arbeitern unentgeltlich zugänglich zu
machen.”
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Heilbronn, 15. Dez. In Hohenhaslach ſind nach dem
Genuß von Margarine vier Familien ſchwer
er=
krankt.
* Hamburg, 15. Dez. Nach einem bei der Reederei
Sloman eingegangenen Telegramm iſt kaum noch daran
zu zweifeln, daß bei dem Untergange des=
gamp=
fers „Palermo” die Paſſagiere und die Beſätzung,
die angeblich gerettet ſein ſollten, den Tod gefunden haben.
Der Dampfer hatte bei der Abfahrt von Corunna 5
Paſſa=
giere und 19 Mann Beſatzung.
* Peſt, 15. Dez. In der Stationsgaſſe iſt ein
Neu=
bau eingeſtürzt. Fünf Arbeiter wurden getötet,
zwei verletzt.
* London, 15. Dez. Bis 1 Uhr 15 Min. heute mittag
waren gewählt: 232 Liberale, 254 Unioniſten, 63
Red=
mondiſten, 8 OBrieniſten und 39 Mitglieder der
Arbeiter=
partei. Die Liberalen gewinnen 21, die Unioniſten 24, die
Arbeiterpartei 4 Mandate.
* London, 15. Dez. Im Armenhaus bei Sutton in
der Grafſchaft Surrey kam es geſtern abend zu
ſchwe=
ren Ausſchreitungen. Die Inſaſſen weigerten ſich.
Hafermehlbrei zu eſſen, und bewarfen die Beamten mit
Meſſern, Gabeln und Geſchirr. 350 Mann nahmen an der
Revolte teil. 40 Polizeibeamte, die zur Hilfe herbeigeholt
worden waren, wurden mit einem Hagel von Meſſern,
Gabeln und Tellern empfangen. Die Beamten waren
ge=
zwungen, ihre Knüttel zu gebrauchen. Nach der
Verhaf=
tung von 86 Ruheſtörern war die Ruhe wiederhergeſtellt.
— Berlin, 15. Dez. Zu dem Morde an der
Witwe Hoffmann wird gemeldet, daß der Täter
wahrſcheinlich nach der Tat verſchiedene Käſten und
Schränke durchſuchte; er raubte jedoch nur aus einem
leinen Tiſchchen eine goldene Remontoiruhr mit
ſchwerer goldener Kette, ferner einen ziemlich
wert=
vollen Brillantring und aus zwei Portemonnais das
darin befindliche Bargeld; die eiſerne Kaſſette fand
r nicht. Die Meldung, daß das Scheckbuch fehlt,
be=
tätigt ſich nicht.
— Wiesbaden, 15. Dez. In der Zementfabrit
Zollhaus entſtand infolge Selbſtentzündung
ſeuchter Säcke ein Brand. Das Gebäude und 50 000
Säcke ſind verbrannt; 80 Waggon Zement ſind durch
Waſſer unbrauchbar geworden.
H.B. London, 15. Dez. Der geſtrige Wahltag
brachte für Irland in mehreren Städten erhebliche
Un=
uhen. In Loniszbourgh wurden OBriens Anhänger
on Redmondiſten angegriffen. Dabei wurden einige
Schüſſe abgegeben und auch verſchiedene Perſonen verletzt.
Ferner wurde ein Mann namens Jenkins verhaftet unter
dem Verdachte, in letzter Zeit in ein Wahllokal eine
Bombe geſchleudert zu haben. In einer anderen Stadt
eröffneten 300 Schüler der Mittelſchule ein Bombardement
mit Steinen, Kartoffeln und Knüppeln gegen das liberale
Hauptquartier. Die Polizei ließ die Jugend gewähren.
Bisher verſchiebt ſich das Verhältnis der Parteien
zuein=
nder nicht. Die Liberalen verloren einen Sitz in
Devon=
ſhire an die Unioniſten. Zurzeit ſtehen 331 Miniſterielle
251 Antiminiſteriellen gegenüber.
Amtlicher Wetterbericht.
Ooſtentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die weſtliche
Zyklone hat wider Erwarten auf ihrer Südſeite über
Eng=
land bis Frankreich einen Teilwirbel entwickelt, der über
Nacht herangezogen iſt und in ganz Weſt= und Mittel=
Nummer 295.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Seite 7.
deutſchland Regen gebracht hat. Heute früh herrſchte in
unſeren Mittelgebirgen bei 1 Grad Kälte leichter
Schnee=
fall. In den Alpen ſchneite es bis zirka 1000 Meter
See=
höhe. Da das ruſſiſche Hoch immer noch fortbeſteht, wird
die weſtliche Zyklone in ihrem Vordringen gehindert, ſo
daß ſüdliche Luftſtrömung erhalten bleibt.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 16. Dezember:
Wolkig, geringe Niederſchläge, mild, ſüdliche Luftſtrömung.
In heißem Bangen ſieht man ſie gehen,
die Kinder, wenn ſchneidende Kälte herrſcht, wenn
der Wind pfeift und der Schneeſturm durch die
Straßen heult. So ein Schulweg im Winter iſt
wirklich bedenklich, und wer ſeine Kinder geſund
erhalten will, der kleide ſie nicht nur warm — der
gebe ihnen ſtets auch ein paar Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen mit auf den Weg, die gegen
Erkältung ſchützen und vorhandene Erkältung ſchnell
und naturgemaß bekämpfen. Die Schachtel koſtet
nur 85 Pfg. und iſt in allen einſchlägigen
Ge=
ſchäften zu haben, weiſe aber Nachahmungen
ent=
ſchieden zurück.
(24291MI
Fertige
Herrnhemden
weiss u. farbig.
(24302
Frackhemden
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29 obere Wilhelminenstrasse 29.
Täglich nachmittags
Kalfee Konzert
Hotel „Hess‟.
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Horh DAkhbrAbTEReHof
GROSSEs
SPEISE-RESTAURANT
(16578a
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte, ſagen
wir herzlichen Dank.
(24304
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Alexander Geppert.
Darmſtadt, den 15. Dezember 1910.
Darmſtraße 10.
Dankſagung.
Für die uns beim Heimgang unſerer lieben,
unvergeßlichen Mutter
(24295
Frau Auauste Wiener
geb. Traiser,
in ſo reichem Maße entgegengebrachten Beweiſe
herzlicher Teilnahme, ſagen wir innigen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 16. Dezember 1910.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger Teilnahme
an unſerem ſchweren Verluſte, ſagen wir Allen,
insbeſondere Herrn Pfarrer Diehl unſeren
tief=
gefühlten Dank.
(24314
Familie Schwarz.
Darmſtadt, den 15. Dezember 1910.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die Blumenſpenden, ſagen wir allen
Verwandten und Bekannten, beſonders Herrn
PfarrerRückert für die tröſtenden Worte am Grabe
unſerer lieben Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Urgroßmutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(B24313
I
geb. Hölzel,
auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 14. Dezember 1910.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei dem Verluſte unſerer lieben Tochter, Schweſter,
Schwägerin, Tante und Braut
Fräulein Anna Kiefer
ſprechen wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank aus,
insbefondere den Mitarbeiterinnen der Firma
H. Elbert und dem Hilfsarbeiter=Verband der
Buchdrucker für ihre Ehrung.
(24271
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Kiefer und Familie,
Heinrich Kiefer und Familie,
Willy Kiefer und Familie,
Friedrich Koop und Frau,
geb. Kiefer,
Wilhelm Feſſel.
Gottesdienſt der katholiſchen Gemeinden.
St. Ludwigskirche. Samstag, 17. Dezember,
vormittags 9 Uhr, zur Feier des 15jährigen
Stiftungs=
feſtes der akademiſchen Studentenverbindung Naſſovia
(24312
levitiertes Hochamt mit Predigt.
Gotlesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 16. Dezember 1910.
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 17. Dezember 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt:
9 Uhr 20 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 17. Dezember.
Vorabend 4 Uhr — Min. Morgens 8 Uhr — Min.
Nachmittags 4 Uhr — Min. Sabbatausgang 5 Uhr
15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 18. Dezember,
ab: Morgens 7 Uhr — Min. Nachmittags 4 Uhr — Min.
11
Bestellungen
auf das
Darmstädter Taablatt
mit illustriertem Unterhaltungsblatt
werden von allen Kaiserl. Postanstalten,
Briefträgern, von der Expedition (Rheinstr. 23)
den Zeitungsträgerinnen, sowie von den
Agenturen jederzeit entgegengenommen.
1
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Alt=
Heidelberg”.
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
„Struwwelpeter”=Aufführung um 5½ Uhr im
„Kaiſerſaal”
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Ausſtellung des Rothenburger Verbandes akadem.
Architektenvereine in der Aula der Techniſchen
Hoch=
ſchule (geöffnet von 9—4½ Uhr).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 15. Dezember 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 13,20
65,00
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 9990
93,20
3½ do. Conſols .
84,90
B do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,50
93,70
do.
3½
84,70
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,20
92,00
do.
3½
83,10
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,00
4 Oeſſ. Staatsanleihe . . 101,00
do.
91,70
3½
81,50
do.
Sächſiſche Rente . . . 83,80
Württembergerv. 1907 102,00
94,00
do.
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
* Griechen v. 1887 . . 50,50
¼ Italiener Rente . . .
½ Oeſterr. Silberrente 98,10
do. Goldrente . . 99,00
do. einheitl. Rente 93,90
Portug. unif. Serie I 64,80
do. unif. Ser. III 66,60
do. Spezial.
Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 95,40
v. v. 1905 . . 90,60
v. 1880 ₰ ₰. ₰ 92,90
InProt=
3l.
4 Ruſſen v. 1902 . 7 ₰ 93,40
½ do. v. 1905 . . . . 100,60
3½ Schweden . . . . . . . 92,00
4 Serbier amort. v. 1895 83,70
4 Türk. Admin. v. 1903 86,00
do. unifiz. v. 1903 93,50
4 Ungar. Goldrente . . 93,80
do. Staatsrente . 91,90
5 Argentinier . . . . . . 101,00
90,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,80
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,10
98,90
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,80
5 Innere Mexikaner . . 98,70
67,90
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 92,75
5 Gold=Mexikaner . . . 100,00
Aktien inländiſcher
Trausvortanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 142,90
4 Nordd. Lloyd . . . . 106,10
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
1 Baltimore & Ohio . . 107,50
4 Gotthardbahn . . . . —
In Prot.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,25
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22½)
4 Pennſylvania R. R. 128,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 206,50
72,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 508,75
Fabrik Griesheim . . . . 272,20
Farbwerk Höchſt . . . . . 540,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . .
. 341,40
Lahmeyer . . . . . . . . . 118,00
Schuckert .
. . 156,90
Siemens & Halske . . . 244,75
Adlerfahrradwerke Kleyer 429,25
Bochumer Bb. u. Guß . . 224,00
Gelſenkirchen . . . . . . . 213,00
Harpener . . . . . . . . . 185,50
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . . 243,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,20
Pfälzer Prt.
. 100,50
do.
92,00
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei . 98,10
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
97,80
do.
alte . 81,20
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,20
do.
do.
2¾1
56,70
3 Raab=Oedenburger . . 76,50
4 Ruſſ. Südweſt..
4 Kronpr. Rudolfbahn
St.
24/0 Livorneſer . . . . . . 75,00
77,50
4 Miſſouri=Pacific
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,25
5 Anatoliſche Eiſenb. . . 99,00
5 Tehuantepec
. . 101,00
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 170,70
4 Darmſtädter Bank . 130,90
260,00
4 Deutſche Bank
4 Deutſche Vereinsbank 127,00
4 Diskonto=Geſellſchaft . 193,80
4 Dresdner Bank. 163,00
4 Mitteldeut. Kreditbk. 121,20
4 Nanonalbk. f. Deutſchl. 130,70
105,00
4 Pfälzer Bank
143,30
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank . 138,75
4 Wiener Bank=Verein 139,80
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Banl
S. 16 und 17 99,80
91,40
½ do. S. 19.
4 Frkj. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,20
4 Hamb.=Hypoth.=Banl 99,00
do.
90,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 100,70
do.
3½,
91,70
4 Meining. Hyp.=Bank 99,00
do.
90,80
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,60
do. (unk. 1914) 90,30
ädd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
3½
91,80
In Proz.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . .. .
91,30
3½ do.
4 Frankfurt
.100,80
„ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mamz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden . . . . .
3½ do.
4 Worms . . . . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886.
95,50
100,00
91,60
100,00
91,00
100,00
91,40
§ 100,20
91,30
100,00
91,80
*100,00
907,80
100,00
91,70
99,80
100,40
81,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,60
5. Donau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm. „ 100 105,10
Sf.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
. 137,00
4 Oeſterr. 1860er Loje 176,80
3 Oldenburger
125,00
½ Raab=Grazer fl. 150 115,70
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger
Fs. 15
Mailändes
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininges
fl. 7
Oeſterreicher v. 1864 „ 100
do. r. 1858 „ 100
Ungar. Staats „ 100 393,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
„ 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . .
20 Franks=Stücke . . .
Oeſterr. 20=Kronen . . . .
Amerikaniſche Noten . . .
Engliſche Noten . . . . 5
Franzöſiſche Noten . . .
Holländiſche Noten
Italieniſche Notepiſchh.
Oeſterr.=Ungariſche. Noten
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . .
37,57
56,00
37,00
556,00
457,00
44,50
180,20
20,41
16,15
16,90
4,19%
20,41
81,00
69,20
80,80
85,00
80,80
Reichsbank=Diskonto . .
Reichshank=Lambard Zäf. 6%.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Nummer 295.
Grosse Preisermässigung
auf
Damen-Konfektion und Putz
Paletotsengl. Art und blau, moderne lange Fassons
105
71
1450
4. Jackenkleider
in Kammgarn, Cheviot und engl. Stoffen
3500 290
4800
1750 Woll-Blusen
aus schönen karierten Stoffen, gestreift oder
einfarbig Popeline
550
50
C Kostümröcke
aus vorzüglichen Stoffen, in blau, schwarz,
weiss, engl. gemusterten Stoffen, sowie blaugrün
1075
165
12-
5 Kinder-Jacketts
in blau und englisch gemusterten Stoffen
225
475
3—
950 675 Wollene Kinderkleider
schöne Macharten, aus soliden Stoffen,
ganz gefüttert
550
975
2
350
(50 53 Weisse Tüll- und Batistkleider, weisse Tüllblusen, weisse und farbige Golf-
jacketts, Abendmäntel, Matinées, Morgenröcke
jetzt weit unter Preis!
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Serie IV Serie III Serie II SerieI 075 Hut-Formen
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schwarz und farbig
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Serie IV Serie III Serie II Serie I 125 10.75 8.50 5.75 -
95₰
3.90 2.95 1.75 66
4.50 325 2.25 Die Restbestände eleganter
Kinderhäubchen
Serie IV Serie III Serie II Serie II Die
Knaben- und
Restbestände
moderner Mädchenmützen
Serie IV Serie III Serie II SerieT Die Restbestände
moderner seidener Bänder
Serie IV Serie III Serie II SerieI 75₰
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(23575a [ ← ][ ][ → ]
R 295.
1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
Freitag, 16. Dezember.
1910.
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Bar-
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der Lage, alle Waren zu sehr billigen
Preisen verkaufen zu können. Die
Firma legt besonderen Wert auf
ausserordentliche Solidität ihrer
Ar-
tikel und trägt bezüglich der Auswahl
allen Geschmacksrichtungen Rechnung
GrargraWEKGeGudEEGEE-
Heeree
In allen Abteilungen meines Lagers sind
Waren zurückgesetzt
welche zu Weihnachisgeschenken ganz
besonders geeignet sind.
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Grossh. Hess. z, Kaiserl. Ross.
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schönste, künstlerische Modelle
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-Schulen,-Stuben,
-Schneiderin,-Toiletten,
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ganz aus Stoff gearbeitet.
Unverwüstliches Fabrikat.
Originelle Kleidung.
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Alle Einzelteile.
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Borsdorfer 10 Pfd. 1.00 M. Schafnaſen 10 Pfd. 0.75 M. Flaſchenbirnen . 10 Pfd. 1.20 M. Orangen und Zitronen von 4 Pfg. an Mandarinen 5 und 6 Pfg. alles frei Haus, empfiehlt: Joh. Walther, Obstversand, Wienersſtraße 63. Telephon 1598. Herl&dchn. Manufakturwareu. (273a
Verunglückt
sind viele Kuchen, weil sie nicht
mit dem echten Hansa-
Back-
pulver gebacken wurden.
Nähr-
mittel-Fabrik Hansa, Stahmer &
(24290D
Wilms, Hamburg.
Antje Möller.
Roman von K. v. d. Eider.
Nachdruck verboten.)
35
Mieken erhob ſich. Ich muß gehen, ſagte ſie mit
un=
bewußtem Seufzer. Sie ſah vor ſich nieder auf ihr
Füßchen, mit deſſen Spitze ſie den weißen Stubenſand
ſcherrte. Andrees legte ſein Meſſer beiſeite und ſah ſie
rnſthaft an; aber ſein Herz lachte, als er ſie betrachtete.
Sie hatte kirſchrote Backen, ihr aſchblondes Haar lag in
einem Scheitel über der weißen Stirn und endigte unten
n einem Knoten. Das gab ihrem Geſicht einen
madonnen=
haften Ausdruck.
Du biſt ja ſo ſanftmütig heute, ſagte er heiter.
Das kommt, weil mir heute einer über den Weg
ge=
laufen iſt, der war Dir an Frechheit noch über, entgegnete
ie prompt. Dann nahm ſie ihren Korb zur Hand. Antje
kam wieder herein. Es wird ſchon ganz dunkel draußen,
ſagte ſie, ich denke, Du bringſt Mieken noch ein Stück auf
den Weg.
Wenn ſie mich mithaben will —
Der Weg iſt breit genug, und jeder hat das Recht, ihn
zu gehen, antwortete Mieken.
Andrees überhörte die letzten Worte, weil er ſeine
Mütze ſuchte, die vom Schrank heruntergeglitten war. Sie
war ſchon draußen, als er ſie endlich fand und abklopfte.
Er mäzte ordentlich laufen, um ſie einzuholen. Du biſt
inh er e ete e e ee
Nein, Du biſt ſchon müde genug.
Gib den Korb her!
Nein, ich gebe Dir keinen Korb.
Nicht, na, dann gib mir einen Kuß.
Du biſt unverſchämt, ſagte Mieken, aber ihre Augen
lachten; ſie blieb unwillkürlich ſtehen.
Sie waren vor dem Dorf angelangt. In das
Halb=
dunkel warfen die Wegbäume ihre ſchwarzen Schatten.
Andrees und Mieken ſtanden ganz im Dunkel. Er faßte
ſie um den Hals und küßte ſie, ehe ſie ſich recht beſinnen
konnte.
Iſt Jan Bruhn jetzt noch unverſchämter als ich?
Nein, Du biſt der aller — aller —
Beſte! ergänzte er.
Ganz nahe gingen ſie jetzt nebeneinander, langſam,
ſchweigſam, als ob ſie nach Worten ſuchten.
Es iſt unrecht, daß du davongehſt, ſagte Mieken in
gänzlich verändertem Ton.
Er ſeufzte. Ich will Geld verdienen. Denkſt Du, ich
will ewig Knecht bleiben oder nachher Arbeitsmann oder
Aufſichtsmann werden? Nein, ich will mir wenigſtens
ſoviel überſparen, daß ich ſpäter eine kleine Landſtelle
heuern kann.
Und ich? fragte Mieken, die nach dem Kuß ſehr
ſchüch=
tern geworden war.
Spare Du Dir man eine hübſche Ausſteuer zuſammen,
vor allem brav Leinewand und Wolle. Aber willſt Du
auch auf mich warten? Es kann manches Jahr vergehen,
bis ich ſoweit bin.
Und wenn es hundert Jahre dauerte, beteuerte ſie.
Na, darauf bekommſt Du noch einen Kuß. Daß Du
aber auch mit keinem andern zum Tanz gehſt!
Und Du kein anderes Mädchen anſiehſt!
Abgemacht! Gute Nacht, kleine Kratzbürſte!
Gute Nacht, Grobſchmied!
Seligkeit im Herzen, mit lachendem Mund und
feuch=
ten Augen ſchieden ſie.
Antje Möller nähte inzwiſchen eifrig weiter. Galt
es doch, ihren Sohn neu auszuſtaffieren für die neue
Stellung. In Gedanken wob ſie nebenbei für ihren
Andrees das Hochzeitsgewand.
Endlich wurden die Gedanken mächtiger als die
Arbeitskraft. Sie ließ die Hände ſinken und ſah
träume=
riſch in die Lampe. Von da ſchweifte ihr Blick zu dem
Wandſegen empor. Glaube, Liebe, Hoffnung! Sie
baute noch immer auf dieſe drei, aber nur für ihren
Sohn. Für ſich ſelbſt verlangte ſie nichts mehr vom
Leben. Sie hatte heute, als ſie ihr Haar vor dem
Spiegel aufſteckte, in ihrem Antlitz die erſten feinen
Linien entdeckt, die die Zeit mit ihren Sorgen und
Schmerzen zeichnet, jene Linien, die unverwiſchbar ſind.
Sie hatte auch in ihrem goldig ſchimmernden Haar ein
ſilberweißes entdeckt, da hatte ſie ſtill das letzte törichte
Sehnen begraben.
Ihre Lebensarbeit, ihr Wünſchen und Träumen
galt von nun an ihrem Sohne. Mochte er zu ſeinem
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Nummer 295.
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Vater gehen und auch hier ſeinen Teil Liebe empfangen,
den dieſer für ihn aufgehoben hatte. Sie aber wollte
ferne ſtehen, ganz ferne und wollte ſich freuen, wenn ihr
Andrees glücklich wurde.
Unwillkürlich faltete ſie ihre Hände zum Gebet. Sie
lagen ganz ſtill auf dem groben Hemd, die kleinen,
weißen Frauenhände, unter deren feiner Haut das
Ader=
gezweige bläulich durchſchimmerte.
Andrees trat ein. Andrees mit ſtrahlenden, blauen
Augen, friſch und geräuſchvoll. Sein Kommen riß das
Mütterchen flink empor. Mit einem Blick ihrer klugen
Augen ſah ſie, daß ihr Gebet bereits zur Hälfte erfüllt
war; er hatte ein Herz gefunden, das zu ihm hielt, das
ihn einſtmals glücklich machen würde.
Eine Viertelſtunde ſpäter kam auch Dreesohm mit
ſchlürfenden Schritten über die Diele. Er kam noch
immer allabendlich mit Krüſchan Nahwer zuſammen.
Dreesohm war noch krummer als früher, aber den
Kopf trug er ſteiler als je, und mit ſeinem Wahlſpruch:
„Gerade auf wie ich”, richtete er noch manchen, von
Kleinmut und Kummer gebeugten Nacken auf.
Während er ſich die Nachtpfeife ſtopfte, die er abends
mit ins Bett zu nehmen pflegte, berichtete Andrees zum
zweiten Male und ausführlicher ſeine Erlebniſſe.
Schon wieder eine Stufe höher, philoſophierte der
Alte, Junge, Junge, verſteig' Dich nicht zu hoch!
Andrees lachte. Hab' keine Angſt, Ohm; die
Haupt=
ſache iſt, daß die Leiter ſicher iſt!
Ja, das iſt die Hauptſache, wiederholte Antje
träumeriſch. Sie gedachte eines goldigen Maitages, den
ſie niemals in ihrem Leben vergeſſen würde.
Andrees trat feine neue Stelle pünktlich am 1. Mai
an. Die erſte, die ihm auf der Werfte entgegenkam, war
Wiebke in Hut und Mantel.
Daß ihm als erſte ein junges Mädchen begegnete,
erſchien ihm als ein gutes Omen. Selbſt ihr kalter,
ſtolzer Blick vermochte hieran nichts zu ändern. Er
ſah ſie ebenſo hochfahrend an, und als ihre Blicke ſich
kreuzten, als ſie ſo ſicher und ſelbſtbewußt an einander
vorbeigingen, ſahen ſie aus wie zwei Stämme aus
gleichem Holz. Wenn auch ihr Ausſehen ein ganz
ver=
ſchiedenes war, wenn auch die eine als Herrentochter
fortging und der andere als Knecht hereintrat, ſo ſpürte
doch eines des anderen gleichartigen, feſten, ſtolzen
Sinn.
Auf dem Hofplatz traf er den Großknecht, einen
hübſchen Menſchen mit keckem dunklen Schnurrbart und
kunſtvoll gepflegter Tolle:
Na, komm man rein, ſagte Hinnerk Goſch, auch der
ſchmucke Hinnerk genannt, gönnerhaft. Die Leuteſtube,
wo unſere Betten ſtehen, iſt gleich hier vornean. Die
Wände habe ich heute morgen friſch gekalkt; auch haben
wir friſche Spreitdecken gekriegt. Ja, ja, als ich kam,
iſt keine Wand geweißt worden.
Da wird ſie es wohl auch nötig gehabt haben, meinte
Andrees.
Ja, das hatte ſie. Nun ſieht es hier wenigſtens
menſchlich aus. Es war die höchſte Zeit, daß der Bauer
ſich mal darum kümmerte.
Andrees ſah ſich in der geräumigen Kammer um,
die ihm recht gut gefiel mit ihren bläulich=weißen
Wänden, den Bettſtellen an der Wand, der Ofenbank
und dem Eßtiſch, um den ſich die Stühle gruppierten.
Mach’s Dir man bequem, ſagte Hinnerk, und wenn Du
dem Bauer guten Tag ſagen willſt, er wird wohl im
Stall ſein, bei den Pferden.
Andrees ging in den Stall und machte ſein Honneur
vor dem Bauer, wie er es vom Militär her gewohnt
war.
Mutter läßt grüßen, ſagte er auf Rolfs fragenden
Blick, und zu gleicher Zeit fiel ihm ein, daß ihm gar
kein Gruß aufgetragen ſei.
In Rolf Anderſens Augen leuchtete es freudig auf.
Still aber freundlich begrüßte er den jungen Knecht, faſt
zu leiſe, faſt zu freundlich. Er gewann Andrees Herz in
dieſer erſten Minute vollends.
Zur Abendkoſt gab es Buchweizengrütze.
Die iſt mit Milch gekocht, ſagte die Lena, die
Außen=
deern, als ſie die Schüſſel auftrug. Unf Herr guckke
heute abend in die Küche hinein und ſagte, das ſolle
auf=
hören mit der Waſſergrütze, das wäre Schweinefutter.
Na, es ſchmeckte ja auch als „Knüppel auf dem Kopf”.
Aber Ihr hättet mal ſehen ſollen, was die Altſche da für
eine Fliepe zog. Da konnte ein Schock Hühner drauf
ſitzen. Lena wollte es der Frau nachmachen, ſie zog ein
ſaures Geſicht und ſchob die Unterlippe vor.
Alles lachte. Lieschen, die Binnendeern, verſchluckte
ſich dabei und bekam etwas in die Luftröhre, oder, wie
die Leute ſagten, ins Dithmarſcher Halsloch. Sie
hüſtelte und ſchnaufte, und Hinnerk mußte ſie erſt in
den Rücken klopfen, was er ſo nachdrücklich tat, daß ſie
laut ſchreiend aufſprang.
Mit einem Schlage hatte die Luſtigkeit ein Ende.
In der Tür der Leuteſtube ſtand Wiebke mit ihrem
frühernſten, ſtolzen Kindergeſicht.
Hinrich, Sie fahren mich morgen zur Bahn nach
Huſum; ich muß um halb elf Uhr dort ſein.
Hinnerk biß erſt einen ordentlichen Happen
Schwarzbrot ab, ehe er antwortete. Kann morgen nicht,
ſagte er kurz, muß raus zum Pflügen. Andrees weiß
noch keinen Beſcheid.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 295.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezmbere 1910,
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Dachshund, 1 Voxer.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Griesheim pro 1911 liegt vom 17. Dezember bis
einſchließlich 24. Dezember I. Js. während der Geſchäftsſtunden im Geſchäftslokal der
unterzeichneten Stelle zur Einſicht der Beteiligten und Entgegennahme etwaiger
Ein=
wendungen offen.
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Griesheim, am 15. Dezember 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Griesheim.
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Donnerstag, den 22. Dezember I. Js.,
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Darmſtadt, den 14. Dezember 1910.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
Nummer 295.
Erziehung zur Perſönlichkeit.
Einem bemerkenswerten Artikel von Dir. Dr.
Papſt=Leipzig in dem Dezemberheft der Innen=
Dekoration (Herausgeber Hofrat Alexander Koch=
Darm=
ſtadt) entnehmen wir folgende Ausführungen:
„Je vollkommener die Maſchine wird, um ſo mehr
ſtellt ſie ſich unter die Herrſchaft des menſchlichen
Ver=
ſtandes und um ſo höhere Anforderungen erhebt ſie an
die Geſchicklichkeit und Geiſtesgegenwart des Mannes,
der ſie regieren ſoll. Demnach iſt es einleuchtend, daß
gerade das Maſchinenzeitalter eine höhere Ausbildung
der Perſönlichkeit fordert, eine Ausbildung freilich, die
ſich nicht auf ein Organ des Menſchen beſchränken kann,
ſondern vielmehr die ganze Perſönlichkeit, Körper und
Geiſt, Hand, Auge und Gehirn berückſichtigen muß.
Dies führt uns auf die Frage, wie der Menſch für
das techniſche Zeitalter erzogen werden müſſe, damit er
ſich als Perſönlichkeit, auch der Maſchine gegenüber,
be=
haupten könne, mit anderen Worten: Wie er
ausgebil=
det werden müſſe, damit er allen Aufgaben gewachſen
ſei, die die fortſchreitende Kultur an ihn ſtellt?
Die Urgeſchichte lehrt uns, daß die Hand zugleich
das „Werkzeug der Werkzeuge” iſt, das Vorbild für alle
künſtlich geſchaffenen Werkzeuge und das
unentbehr=
lichſte Hilfsmittel für die Herſtellung von Werkzeugen,
vom primitiven Steinbeil bis zum feinſten Werkzeug,
deſſen der Mechaniker, der Operateur oder der
Natur=
fforſcher in unſerer Zeit bedarf. Sie alle ſind „
Hand=
werker” im erweiterten Sinne des Wortes, aber die
ldenkbar feinſte Leiſtung der Hand verbindet ſich bei
ihnen mit einer Höchſtleiſtung des Gehirns, die beide
voneinander unzertrennlich ſind. Es gehört ferner zum
Weſen der künſtleriſchen Arbeit, daß ſie
unmittel=
bar durch die Hand geleiſtet wird, und wir ſchätzen eine
ſolche Arbeit um ſo höher, je unabhängiger von der
Maſchine ſie entſtanden iſt. Ohne eine Ausbildung
der Perſönlichkeit, die auf einer Entwicklung ihrer
An=
lagen und Kräfte beruht, wird demnach auch eine
künſt=
leriſche Kultur nicht möglich ſein. Der Fortſchritt der
Kultur iſt an die Entwicklung kraftvoller
Per=
ſönlichkeiten geknüpft und nur an den führenden
Geiſtern kann der Fortſchritt der Menſchheit als Ganzes
gemeſſen werden. Dadurch aber wird die Bedeutung
der ſozialen Beſtrebungen, die menſchliche Geſellſchaft in
allen ihren Schichten vorwärts zu entwickeln, nicht
ver=
ringert. Denn dieſe Beſtrebungen dienen vor allem
dazu, in der Menge Keime der Begabung zu entdecken
jund zu entwickeln, die ſonſt verkümmern würden. Je
mehr es gelingt, auch den breiteren und unteren
Schichten eines Volkes Kunſt und höhere Lebenskultur
zugängig zu machen, um ſo mehr können wir die
Hoff=
nung haben, daß kein Talent verloren geht und daß
ſomit die wirtſchaftlichen Werte, die in unſerer
Volks=
kraft liegen, zur Wirkung kommen. Die Herausbildung
ſolcher Perſönlichkeiten iſt freilich um ſo ſchwieriger,
als unſere Erziehung ſelbſt in der Organiſation, die ſie
im öffentlichen Schulweſen gefunden hat, den Charakter
des Großbetriebes trägt und auf Maſſenproduktion
hinausläuft. Wenn man allen mit der
Kulturentwick=
lung und der Erziehung zur Perſönlichkeit
zu=
ſammenhängenden Fragen bis auf den letzten Grund
nachgeht, ſo werden ſie ſchließlich immer auf die eine
Frage hinauslaufen: Wie iſt es zu erreichen,
daß im Zeitalter der Maſchine das Ich des
einzelnen Menſchen ſich behaupten kann?
Die Antwort kann nur lauten: Wir müſſen es aufſuchen
und wecken im Kleinſten, in jedem Kinde, in dem wir
eine Perſönlichkeit erblicken müſſen und aus dem wir
ebenſo wenig eine andere Perſönlichkeit machen können,
wie der Gärtner aus einem Fichtenſtämmchen einen
Eichbaum erziehen kann.”
Vermiſchtes.
C. K. Vom Fell zum Pelzwerk. Es iſt ein langer
Weg, den ein Tierfell in mannigfachen Stationen und
Prozeduren durchmacht, bevor es als herrliches
Pelz=
werk den ſchönſten Winterſchmuck der Damenwelt
bildet. Ueber dieſe Zubereitung, der die Pelze
unter=
worfen werden müſſen, macht Dr. E. Bade
ausführ=
liche Mitteilungen in einem Aufſatz von Ueber Land
und Meer. Die Prozeduren ſolcher Pelzbehandlung
ſind ſchon ſeit Jahrhunderten faſt ganz dieſelben und
ändern ſich in den verſchiedenen Ländern nur ganz
unweſentlich. Hat man das Fell vorſichtig abgezogen,
dann wird es zunächſt einmal mit Meſſern von den
hauptſächlichſten Fett= und Fleiſchteilen gereinigt und
an einem luftigen, kühlen Platz im Freien getrocknet.
Danach kommen die Felle in den ſogenannten
Pökel=
prozeß; ſie werden auf der Fleiſchſeite reichlich mit
Salz beſtreut, gegeneinander gelegt und zwei bis drei
Wochen in dieſem Zuſtande gelaſſen. Dann ſind ſie
zum Verſand fertig und wandern auf den
Auktions=
platz, wo ſie von geübten Händen geglättet werden,
bevor die Verſteigerung vor ſich geht. Die Händler
prüfen die Felle vorſichtig auf ihren Wert hin, heben
ſie auf mit dem Kopfe nach unten, ſodaß die ganze
Tiefe des Haares zu ſehen iſt, blaſen leiſe darüber
hin, um ſich von der Güte des Pelzes zu überzeugen.
Nach der Auktion gelangen die Felle in eine
Pelz=
bearbeitungsfabrik, wo ſie einer ganzen Reihe von
Läuterungs= und Verſchönerungsprozeſſen
unterwor=
fen werden Zunächſt wird das Fell geſchmeidig
ge=
macht, indem es in Waſſerbad oder in feuchten
Säge=
ſpänen aufgeweicht wird. Hierauf wird es in einer
Zentrifuge getrocknet und von den noch am Leder
haf=
tenden Fett= und Fleiſchteilen befreit. Ein Arbeiter
breitet das Fell über ein bockartiges Geſtell und
ſchabt mit einem ſcharfen, langen, zweigriffigen Meſſer
alle Fleiſchteile von der inneren Haut ab. Nun geyt
eine nochmalige Pökelung der Felle vor ſich. Sie
werden mit einem chemiſchen Stoff auf der Lederſeite
beſtrichen, von neuem getrocknet und dann durch
Stampfen in einer Maſchine geledert. Bei beſonders
wertvollen Fellen zieht man der maſchinellen
Bear=
beitung das Treten mit bloßen Füßen vor. Die Felle
werden in große Fäſſer gelegt und ſo lange von einem
Arbeiter getreten und geſtampft, bis die Poren der
halbtrockenen Haut auseinander getrieben ſind und
die Haut zu weichem Leder wird. Die ſo bearbeiteten
Felle werden nun in einer großen, rotierenden
Trommel, die mit Sägemehl gefüllt iſt, von dem den
Haaren anhaftenden Fett gereinigt. Nach der
Ent=
fettung werden ſie von der Hautſeite angefeuchtet und
bedürfen noch einer ſauberen Bearbeitung an der
Fleiſchbank. Die Hautſeite des Felles wird mit einem
großen, ſcharfen Meſſer völlig ſauber geſchabt. Nach
der gründlichen Reinigung der Hautſeite folgt die
Säuberung des Felles von loſen Haaren. Dieſe
Ar=
beit übernehmen die Auskämmer, die auch die
ver=
filzten und verklebten Haare löſen. Nicht ſelten gehen
die Felle dann noch einmal durch die rotierende
Trommel, werden ausgeklopft und erhalten noch eine
letzte, endgültige Reinigung. Dann paſſieren ſie die
Hände des „Nähers”, der in den Fellen befindliche
Löcher ſauber vernäht. Nun ſind die Pelze fertig,
werden ausſortiert verpackt und vom Kürſchner zu
prächtigen Muffen oder Kolliers verarbeitet. Nicht
nur die Felle der koſtbarſten Pelztiere werden dieſen
Prozeduren unterworfen, ſondern hauptſächlich läßt
man dieſe Behandlung auch Kaninchenfellen
ange=
deihen, die zum großen Teil die Imitationen
wert=
vollerer Felle liefern. Das geſuchteſte Kaninchenfell
iſt der Pelz des Silberkaninchens, das nicht, wie die
anderen Kaninchenfelle, geſchoren und gefärbt zu wer=
den braucht. Die Zucht dieſes Tieres, einer Raſſe des
Hauskaninchens, iſt von bedeutendem wirtſchaftlichen
Wert und in jedem Pelzgeſchäft ſind
Silberkaninchen=
felle und die daraus gefertigten Gegenſtände zu ſehen.
Nur ein gewiegter Kenner wird dieſe Pelze von den
Bälgen der ſo teuren arktiſchen Pelztiere
unter=
ſcheiden können.
* Wie man in Amerika die Dienſtmädchenfrage
umgeht, ſchildert das neueſte Heft des „Buchs für
Alle” in recht intereſſanter Weiſe. In Amerika wird
die Dienſtmädchenfrage immer brennender, und da die
Wohnungsverhältniſſe es oft unmöglich machen, eine
nicht zur Familie gehörende Perſon zu beherbergen,
ſo hat man ſich nach einer anderen Löſung der Frage
umgeſehen. Und es ſcheint faſt, als ſei das Problem
wenigſtens dort gelöſt, wo die praktiſche Einrichtung
der „Lady visiting housekeeper” beſteht. In den
gro=
ßen Städten findet man eine ganze Reihe von
ver=
heirateten Damen, deren Arbeitsfeld außerhalb des
Hauſes liegt. Wenn ſie dadurch nicht imſtande ſind,
die häusliche Arbeit zu verrichten, ihr Haus aber doch
gern ſo in Ordnung halten möchten, daß es ein
wirk=
liches Heim iſt, ſo wenden ſie ſich an eine „Lady
visiting housekeeper‟. Dieſe Dame erſcheint von einer
Reinemachefrau begleitet, die alle grobe Arbeit
aus=
führt, während ſie ſelbſt das Ganze beaufſichtigt, Staub
wiſcht, ſtopft und flickt, ſowie die erforderlichen
Ein=
käufe und die Zubereitung der Speiſen beſorgt. Die
„Lady visiting housekeeper” und ihre Reinemachefrau
ſind gewöhnlich ſo gut zuſammen eingearbeitet, daß ſie
im Laufe des Tages mehrere Haushaltungen in
Ord=
nung halten können. Kommt die Hausfrau nach
be=
endigter Tätigkeit heim, ſo findet ſie ſiherlich alles
beſſer vor, als wenn ſie ihren Haushalt inzwiſchen
einem Dienſtmädchen überlaſſen hätte. Der Haushalt
wird auf dieſe Weiſe für die einzelne Haushaltung
nicht ſonderlich teuer, während die „Haushälterin im
Umherziehen” eine hübſche Einnahme erzielt.
C.K. Die „Narrenſtadt” in China. Es gibt in
Nanking ein beſonderes Stadtviertel, dumpf, trübe
und ſchweigend; das iſt die Stadt der Narren. Im
Mittelpunkt befindet ſich die Pagode Kuan=Yin, in der
zerlumpte Wahnſinnige vereinigt ſind, die um einen
mitleidigen Bonzen herumhocken, der für ſie ſorgt.
Dicht aneinander gedrängt, ſtarren ſie in einem
Ge=
miſch von Verehrung und Furcht auf die Statue des
Kuan=Yin, die ſich mit ihren 16 Armen unheimlich
und groß aus dem Hintergrund der Pagode aufreckt.
Der Bonze, der ihnen zum Wärter beſtellt iſt, ſo
be=
richtet J. Jéruſalemy in der Preſſe médicale, hält in
der Hand einen Spiegel und ein Buch; er nähert ſich
jedem der armen Wahnſinnigen, hält ihm den
Spie=
gel vor, läßt ihn hineinblicken und befiehlt ihm, mit
energiſcher und gebietender Stimme, Ruhe und Ge
horſam zu zeigen. Dann reißt er ein Blatt aus dem
Buche und reicht es dem Geiſteskranken. Dies Blatt
iſt zugleich ein koſtbares Amulett und das Verſprechen
einer ſicheren Heilung. Die Wahnſinnigen bleiben
nicht länger als eine Woche in dieſer Pagode; ſie
wer=
den aus dem heilenden Bereich des Kuan=Yin wieder
in ihre Wohnung in der Narrenſtadt zurückgebracht
und ſtehen dort unter der Aufſicht eines anderen
Bon=
zen, der ihnen ihre tägliche Nahrung darreicht und
fortfährt, durch Ueberredung und gute Ratſchläge,
ſo=
wie durch entſchiedenes Auftreten ſie von ihrem
Wahn zu befreien. Es werden auch nicht ſelten
Heil=
ungen erzielt, denn der größte Teil der Bewohner
der Narrenſtadt ſind nur Halbwahnſinnige, auf die
man durch Suggeſtion einen ſehr günſtigen Einfluß
ausüben kann. Dieſer ſuggeſtiven Methode der
Heil=
ung widmen ſich die Bonzen mit großem Geſchick und
reiner Menſchenliebe.
Margarine.
Die in der Preſſe weitverbreiteten Mitteilungen über Todesfälle und
Er=
krankungen infolge von Margarinegenuß beruhen im weſentlichen auf einer
groben Entſtellung der Sachlage. Es iſt bisher auch nicht ein einziger
Todesfall erwieſen oder auch nur wahrſcheinlich gemacht. Die Erkrankungen
werden überwiegend — ſoweit ſolche überhaupt vorliegen — auf der durch die
Preß=Agitation hervorgerufenen Angſt beruhen. Wer jetzt an Magenverſtimmungen
oder dergl. leidet, betrachtet ſich, wenn er Margarine genoſſen hat, als dadurch
erkrankt. Der vorhandene, bisher noch durchaus unbewieſene Verdacht richtet ſich
nach den angeſtellten Ermittelungen einzig und allein gegen einen beſtimmten
geringen Teil unſerer Produktion, der in der Zeit zwiſchen dem 23. und 26.
No=
vember l. Js. hergeſtellt worden iſt und gegen ein damals verwendetes Rohfett.
Obgleich dieſer Verdacht bisher durchaus nicht erwieſen iſt, haben wir doch für
alle Fälle ſowohl die betreffende Margarine, wie auch jenes Rohfett gänzlich
aus dem Verkehr und aus der Fabrikation ausgeſchieden, sodass damit
jede etwaige Gefahr beseitigt ist. Hiervon haben ſich die zuſtändigen
Medizinal=, Polizei= und Gewerbebehörden bei der am 12. Dezember l. Js.
ſtatt=
gehabten eingehenden Beſichtigung unſeres Fabrikbetriebes überzeugt. Sie haben
deswegen irgend welche Anſtände gegen dieſen Betrieb nicht erhoben. Auch die
Königliche Staatsanwaltſchaft in Altona hat am 12. Dezember 1910 zunächſt auf
eine bei ihr eingelaufene Anzeige hin einſchränkende Anordnungen über unſeren
Betrieb verhängen wollen, hat dieſe jedoch nach Kenntnisnahme von der
Sach=
lage noch am nämlichen Tage zurückgezogen und Fabrikation wie Verkauf
freigegeben.
Hieraus ergiebt ſich, daß unſer Betrieb und unſere Ware in
gesund-
heitlicher Beziehung gänzlich einwandsfrei ist. Daß auch die
bezüg=
lich der Vergangenheit gegen uns erhobenen Vorwürfe ungerecht ſind, werden
wir an zuſtändiger Stelle dartun. Zurzeit genügt es, darauf hinzuweiſen, daß
die ſeit dem 26. November l. Js. von ſeiten der Behörden und der erſten
ſtaat=
lichen Chemiker Deutſchlands angeſtellten Unterſuchungen jenes Teiles unſerer
Ware und des dazu verwendeten Rohſtoffes irgend ein uns belaſtendes Ergebnis
nicht erbracht haben können, da dies uns ſonſt zweifellos bekannt geworden wäre.
Bei dieſem Sachverhalt dürfen wir an das Publikum die Bitte
richten, ſein Vertrauen uns nach wie vor zu erhalten. Die Beſichtigung
unſeres Beiriebes ſteht jeder Behörde und jedem Privaten bis in die
kleinſten Einzelheiten offen. Wie in der Vergangenheit, ſo werden wir
auch in aller Zukunft unſeren Betrieb als den Muſterbetrieb geſtalten, als
welcher er von jeher bei Behörden und Privaten bekannt geweſen iſt. Wir
werden uns hierin durch Angriffe einer mißgünſtigen Konkurrenz nicht
er=
ſchüttern laſſen und garantieren unſeren Abnehmern tadellose und
einwandsfreie Ware.
Altona, den 13. Dezember 1910.
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Freitag, den 16. Dezember 1910.
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berg
Kammerherr Baron von
Metzing,
Dr. phil. Jüttner . . . .
,
Lutz, Kammerdiener .
Graf von
Aſter=
berg
Karl Bilz
Kurt Engelbrecht
St
von Banſin
von Reinecke
v. Wedell, Saxo=Boruſſige
Erſter
Zweiter
Dritter Student
Vierter
Fünfter
Rüder, Gaſtwirt
Frau Rüder.
Frau Dörffel, deren Tante
Kellermann
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Ein Muſikus
Schölermann,
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Reuter,
Hr. Knispel
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Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2. Rang
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(14. bis 20. Reihe) 3.— Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk.,
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„Ein Falliſſement.” Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Seite 22.
Nummer 295.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 16. Dezember 1910.
ist man empfindlich. Rasch ist
eine Erkältung da u. die Stimme
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Stimme vergeht, sobald man ein
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Sport.
sr. Der Friedensſchluß im
internatio=
nalen Radrennſport ſcheint bevorzuſtehen,
wenig=
ſtens einigte man ſich bei einer Konferenz in Köln über
die Hauptpunkte, die dem alljährlichen Februar=Kongreß
der radſportlichen Verbände in Paris zur Beſchlußfaſſung
vorgelegt werden ſollen. Anweſend waren zwei Delegierte
der Union Cyeliſte Internationale (U. C. J.) und als
Vertreter der beiden aus dem Weltverbande
ausgeſchie=
denen deutſchen Körperſchaften, deren Vorſitzende, Direktor
Knorr=Steglitz und Böckling=Eſſen. Bei den ſcharfen
Ge=
genſätzen zwiſchen den beiden Standpunkten einerſeits und
andererſeits bei dem Beſtreben, einen Weg für den
Wie=
dereintritt Deutſchlands in die U. C. J. zu einer
beſſeren Regelung des internationalen Radrennſports zu
finden, mußten von beiden Seiten Zugeſtändniſſe gemacht
werden. Ein weites Entgegenkommen Deutſchlands
be=
deutet es jedenfalls, daß die von der U. C. J. bei den
ſkandalöſen Zwiſchenfällen bei den Brüſſeler
Weltmeiſter=
ſchaften als im Prinzip zu Recht verhängt anerkannt
wur=
den. Allerdings iſt dieſe Anerkennung nur eine
problema=
tiſche, da alle aus Anlaß dieſer Vorfälle verhängten
Stra=
fen aufgehoben werden ſollen. Anerkannt wurde die
lang=
jährige Forderung Deutſchlands, nämlich daß die
Stimmen=
zahl Deutſchlands innerhalb der U. C. J., künftig die gleiche
iſt wie die von Frankreich. Da der Deutſche Radfahrerbund
als ſelbſtändiger Verband in die U. C. J. neu eintritt,
entfällt je die Hälfte der Stimmenzahl auf den D. R.=B
und den V. D. R. Sehr weſentlich iſt auch die Zuſage,
daß in dem ſiebenköpfigen Vorſtand der U. C. J. ſich zwei
Deutſche befinden müſſen und ferner, daß die der U. C. J.
angehörenden Verbände künftig nur durch eigene
Mitglie=
der, nicht, wie es bisher der Fall war, durch franzöſiſche
Sportsleute, vertreten werden. Endlich werden die
rad=
ſportlichen Konkurrenzen bei den jeweiligen olympiſchen
Spielen ſeitens der U. C. J. anerkannt. Einige weitere
Forderungen der deutſchen Vertreter ſollen erſt auf dem
Februar=Kongreß in Paris beſprochen werden.
Vermiſchtes.
— Wahlkrawalle in England. Wenn in der „guten
alten Zeit” John Bulls bei den Wahlen keine
Kra=
walle ausbrachen, und keine Unruhe ſtattgefunden
hatte, ſo war man ſich immer darüber einig, daß die
Neuwahlen „ſchleppend”, „träge” und „ohne Intereſſe‟
verlaufen waren. Damals griffen die einander
gegen=
überſtehenden Parteien nicht ſelten zu höchſt
hand=
greiflichen Mitteln, und ſtatt des Argumentes der
Rede bediente man ſich der Fäuſte, die in manchen
Fäl=
len ihren Zweck nur allzu gut erfüllten. Es kam nicht
ſelten vor, ſo erzählt eine engliſche Wochenſchrift, daß
einzelne Parteivorſtände ganze Scharen verwegener
handfeſter Geſellen engagierten, die während der
Wah=
len je nach der Lage der Dinge Krawalle hervorrufen
oder unterdrücken mußten.
Einer der ſchlimmſten Tage in der Geſchichte der
engliſchen Wahlen wird der 22. Juli des Jahres 1852
bleiben; damals kam es in Sixmilebridge zu ſo wilden
Aufſtänden, daß das Militär eingreifen und
ſchließli=
ſogar feuern mußte. Fünf allzu eifrige Wähler ſanken
damals bei der Salve tot auf das Straßenpflaſter
nie=
der. Aber kaum weniger ſtürmiſch ging es bei den
großen Wahlen des Jahres 1831 zu, bei denen die
Reformakte zur Diskuſſion ſtand. Damals geriet ſogar
das ſonſt im Wahlkampfe ſo ruhige und gemeſſene
Schottland in wilde Erregung; in allen größeren
Städten kam es zu ſtürmiſchen Demonſtrationen,
Fen=
verſcheiben wurden eingeworfen, und die Gegner der
Reformakte hinderte man gewaltſam, ihr Wahlrecht
auszuüben. In Edinburg inſultierte die Menge den
Lord Profoß und drohte, ihn über die Nordbrücke zu
werfen. In Lamark wurde ein konſervativer
Kan=
didat ſchwer mißhandelt und blieb verwundet und
beſinnungslos liegen. Damals war ſogar Sir Walter
Scott der Gegenſtand von Beſchimpfungen; die Menge
inſultierte ihn auf der Straße, und Sir Walter
notierte in ſein Tagebuch: „Der Mob war maßlos,
brutal und brüllte, wie er es heutzutage gewöhnlich
tut.” In Dumbarton mußte ſich der konſervative
Kan=
didat verſtecken, weil er ſeines Lebens nicht ſicher war,
und in Ayr retteten ſich die konſervativen Wähler in
das Rathaus, wo ſie von der wüſten Volksmenge
be=
lagert wurden. Endlich kam dann eine Schar
beherz=
ter Whigs, die es übernahm, ihre politiſchen Gegner
zu beſchützen: die Whigs eskortierten ihre Feinde auch
auf ein Schiff und beſchützten ſie vor allen Angriffen.
In jenem Jahre ließ auch der Herzog von Wellington
die Fenſter ſeiner Wohnung Apsley Houſe mit
eiſer=
nen Jalouſien verſehen. Das Volk war über die
Parlamentsauflöſung und die kommenden Neuwahlen
ſo begeiſtert, daß es allen Volksvertretern, die bei der
Abſtimmung gegen die Reformakte votiert hatten,
Katzenmuſiken brachte und die Fenſterſcheiben einwarf.
Auch in ſpäteren Zeiten iſt es in England oft zu
Wahlkrawallen gekommen. Im Jahre 1886 zog eine
mit Steinen und Stöcken bewaffnete Menge von etwa
10000 Menſchen vor das Haus der konſervativen
Zei=
tung in Cardiff und wollte die Redaktion
zertrüm=
mern. Die Polizei, die bei der Gendarmerie
Unter=
ſtützung geſucht hatte, griff die Tumultuanten mit
blanker Waffe an; es kam zu einer förmlichen Schlacht,
bei der viel Blut floß und ſogar Frauen und Kinder
ver=
wundet wurden. Bei den letzten Wahlen kam es
regel=
mäßig in dem Wahlkreiſe von Lloyd George, dem
vielgerühmten und vielgehaßten heutigen
Finanz=
miniſter, zu Aufſtänden. Die Minenarbeiter von
Carnarvon gingen im Jahre 1906 mit Fauſt und mit
Knüppel gegen ihre politiſchen Gegner vor, und Lloyd
George ſelbſt mußte ſich mit energiſchen Worten gegen
dieſe brutale Kampfmethode ſeiner Verehrer
verwah=
ren. Im Januar dieſes Jahres, bei den letzten
Wah=
len, gab es in High Wycombe einen wilden Aufſtand;
ein Laden wurde zertrümmert und ſein Inhalt,
Wahl=
manifeſte und Wahlplakate, mitten auf der Straße
ver=
brannt. Damals wurde ein Polizeiaufgebot von 1000
Mann in die Gegend geſchickt, um die Ordnung
auf=
recht zu erhalten.
Literariſches.
Ein reizendes Weihnachtsgeſchenk für unſere
Damenwelt iſt das im Verlage von John Henry
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Umſchlag und enthält mehr als 1250 Monogramme für
Platt= und Kreuzſtichſtickerei, ſowie entzückende Kro=
nen, Vignetten uſw., ſo daß jedem Geſchmack und
jeder Buchſtaben=Zuſammenſtellung Genüge geſchieht.
Es iſt zum Preiſe von 1 Mark vom Verlage John
Henry Schwerin, Berlin W. 57, oder bei jeder
Buch=
handlung zu beziehen und eignet ſich ganz beſonders
zu Geſchenkzwecken.
— Konegens Kinderbücher. Im Verlage
von Karl Konegen (Ernſt Stülpnagel) in Wien iſt
ſo=
eben eine Serie von Kinderbüchern erſchienen, welche
den größten Beifall aller Eltern, Lehrer und
Kinder=
freunde finden wird: Kleine gelbe Büchlein von etwa
32 bis 64 Seiten, mit künſtleriſchen Illuſtrationen
ver=
ſehen, zu denkbar niedrigſtem Preis, die allen Kindern
jedes Standes bald lieb und vertraut werden müſſen.
Märchen, Gedichte, Erzählungen, kleine Theaterſtücke,
die von Kindern mit den einfachſten Mitteln ſelbſt
aufgeführt werden können, ſollen aus dem reichen
Schatz der Kinderliteratur aller Länder hier für
jeder=
mann in einfachſter Weiſe zugänglich gemacht werden,
ergänzt durch Arbeiten aus der Feder unſerer erſten
lebenden Jugendſchriftſteller. Um auch der Famili
des Aermſten die Anſchaffung zu ermöglichen, wurde
der Preis eines Büchleins auf 20 Pfg. feſtgeſetzt.
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diejenigen, die ſich ein Eigenhaus bauen oder kaufen
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ſchmucken Buche findet der Laie alles, was er vom
Hausbauen wiſſen muß, wenn er ſich vor Schaden und
unnötigen Koſten bewahren will, wie das Haus
zweck=
mäßig und billig gebaut, der Grundriß eingeteilt wird
uſw., kurzum alles Wiſſenswerte. An Hand der vielen
Beiſpiele wird man ſich das Richtige ausſuchen und
die Familie kann an den Winterabenden an Hand der
Unterlagen rechnen und planen, wie ſie ſich ein „
eige=
nes Heim mit Garten” anſchafft und vielleicht ſchon
zum Frühjahr ausführt, was Weihnachten noch
Luft=
ſchloß erſchien. Das Buch gehört auf den Weihnacht
tiſch als Geſchenk für Ehemänner und ſolche, die
werden wollen, nicht nur für Fachleute.
Fräulein Studentin und Der We
ins Leben heißen die beiden hübſchen Bücher, mit
denen Maria v. Felſeneck (M. Mancke) die
heran=
wachſende weibliche Jugend dieſes Mal zur
Weihnachts=
zeit erfreut. Gerne werden ſorglich wählende Mütter
dieſe amüſanten Bücher ihren Lieblingen unter den
Weihnachtsbaum legen, und ihre jungen Töchter ver
ſenken ſich ſicherlich mit atemloſem Intereſſe in die Auf
zählung der verſchlungenen Schickfalswege von „Bianka
und „Erduine” den ihnen altersverwandten Heldinne
dieſer Geſchichten. Fräulein Studentin, die
einerſeit=
der Wunſch, ein nützliches Glied der menſchlichen.
Ge=
ſellſchaft zu werden, andererſeits die Liebe zu einem
berühmten Arzt, der ſpäter auch ihr Gatte wird, zum
Studium der Medizin treibt, findet die Wege durch’s
Leben, ſoweit Geld und Gut in Frage kommen, von der
Vorſehung von klein auf freundlich geebnet. — Bianka
Grigoleit jedoch muß tapfer gegen allerlei Not und
Mühſal ankämpfen, bis ihr „Der Weg ins Leben” ein
Roman, den ſie verfaßt, gelingt und ſchließlich ihr
Lebensſchifflein im Hafen einer glückſeligen Ehe vor
Anker geht. Außer an dem Werdegang dieſer beiden
Hauptperſonen aber dürfen die jungen Leſerinnen noch
teilnehmen an dem mannigfachen Wohl und Wehe einer
ganzen Reihe anderer Frauen und Mädchen. Hübſche
Illuſtrationen von Heinrich Suſemihl dienen dem
Texte, ihn erläuternd, zur Zierde, und die äußere
Aus=
ſtattung iſt, wie man es bei dem rührigen Verlag von
A. Weichert=Berlin gewohnt iſt, eine außerordentlich
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