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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
173. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die Ager= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadf
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bes
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
292.
Dienstag, den 13. Dezember.
1910.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
C Mit einer Sammlungsrede großen Stils hat der
Reichskanzler in die allgemeine Etatsdebatte
einge=
griffen. Er ſprach nicht nur ausführlich, ſondern auch
ge=
ſchickt und wirkſam. Indeſſen, ſo beredt Herr von
Beth=
mann Hollweg die Notwendigkeit, der Schuldenwirtſchaft
durch Annahme der Finanzreform ein Ende zu machen,
vor der Volksvertretung darlegte, es bleibt doch leider
zweifelhaft, ob ſeine Sammlungsparole von den
bürger=
lichen Parteien in erheblichem Umfange befolgt werden
wird. Angeſichts der Erbitterung, die wir ſoeben in
La=
biau=Wehlau erlebt haben, iſt wohl kaum auf eine
An=
näherung der einander gegenüber ſtehenden Parteien vor
der nächſten Wahl zu rechnen. Auch wenn der Zwang zur
praktiſchen Arbeit ebenſo wenig unterſchätzt wird, wie die
Rückſicht auf die Sicherung unſerer Wirtſchaftspolitik,
dürfte ein Friedensſchluß vor dem Wahlkampfe unter den
Parteien ſchwer ereichbar ſein. Damit wird ſelbſt der
rechnen, der anerkennt, daß Herr von Bethmann Hollweg
auf die Ausſöhnung der bürgerlichen Parteien nicht bloß
mit Worten bedacht iſt. Die Ablehnung von
Ausnahme=
geſetzen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie bekundet
den Ernſt ſeiner Beſtrebungen, die bürgerlichen Parteien
zu ſammeln. Im beſonderen freilich erleichtert dieſe
ſo=
zialpolitiſche Haltung der Regierung ein weiteres
Zu=
ſammenarbeiten der Konſervativen mit dem Zentrum, das
für eine Ausnahmegeſetzgebung ſchwerlich auf andere
Weiſe, als unter annehmbaren Bedingungen zu haben
geweſen wäre.
Die Wege, die er zur Unterbindung der
ſozialdemo=
kratiſchen Umtriebe einſchlagen will, können grundſätzlich
von allen bürgerlichen Parteien betreten werden. Die
Re=
formbedürftigkeit der Strafprozeßordnung ſpringt gerade
jetzt, wo in Moabit endlos verhandelt wird, in die Augen,
und der Gedanke, bei der Reviſion des Strafgeſetzbuches
die perſönliche Freiheit beſſer als bisher zu ſchützen, wird
ebenfalls im geſamten Bürgertum um ſo lebhaftere
Zu=
ſtimmung finden, je ungeſcheuter der ſozialdemokratiſche
Terrorismus ſich breit macht. Als internationale
Er=
ſcheinung gerade in demokratiſchen Kulturſtaaten
nach=
drücklich bekämpft, kann dieſer Terrorismus in
Deutſch=
land auf die Dauer unmöglich ohne eine nachhaltigere
Ab=
wehr bleiben. Ein charakteriſtiſcher Verſuch, im
Parla=
ment einſchüchternd zu wirken, wurde von der
Sozial=
demokratie durch ihren Widerſpuch dagegen gemacht, daß
der Reichskanzler ein treffendes Bild der Moabiter
Vor=
gänge entwarf: darin wollten ſie, die ihrerſeits die
Moa=
biter Vorgänge aus agitatoriſchen Gründen in die Debatte
gezogen hatten, die Ausübung eines unzuläſſigen
Ein=
fluſſes auf ein ſchwebendes Gerichtsverfahren erblicken.
Unter den Erklärungen, die der Reichskanzler zur
aus=
wärtigen Politik abgab, verdienen wegen ihres Gehalts
an neuen Aufſchlüſſen die über die Potsdamer
Mon=
archenbegegnung, noch mehr die über deutſch=engliſche
Ver=
handlungen Beachtung. Was der Reichskanzler von der
Stellung Rußlands zu unſeren Bedürfniſſen in Perſien
geſagt hat, wird hoffentlich vom Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen Amtes durch die Mitteilung von Einzelheiten
ergänzt, die klarer beurteilen laſſen, ob Rußlands
theore=
tiſche Bereitwilligkeit, unſerem Handel in Perſien keine
Schwierigkeiten zu bereiten, der praktiſchen Verwirklichung
ſicher iſt Auch die Anſpielung des Reichskanzlers auf eine
deutſch=engliſche Verſtändigung über die beiderſeitigen
wirtſchaftlichen Intereſſen bedarf der Ergänzung durch
Herrn von Kiderlen=Wächter, wenn die Tragweite dieſer
Verſtändigung richtig bewertet werden ſöll. Die
unver=
bindliche Ausſprache betreffs der Flottenrüſtungen
Deutſchlands und Großbritanniens hat
anſchei=
nend das Ergebnis gehabt, daß keine der beiden Mächte
durch die Flottenrüſtung der anderen ſich bedroht fühlt
und jede dabei ruhig den Weg weiter geht, den ſie
ein=
zuſchlagen für gut findet. Wenn ſich die maßgebenden
britiſchen Faktoren hiermit ernſtlich abgefunden haben,
iſt der dauernden Beſſerung des deutſch=engliſchen
Ver=
hältniſſes aufs beſte vorgearbeitet.
Von der Volkszählung.
* Ueber Deutſchlands größte Städte gibt
die Volkszählung folgende Aufklärung: Nach den jetzt
von den wichtigſten großen Städten vorliegenden Zäh=
lungsergebniſſen haben wir jetzt ſieben Städte mit
mehr als einer halben Million Einwohnern. Auf
Ber=
lin folgt nach wie vor Hamburg mit etwa 936000
Einwohnern, das ſich alſo bis zur nächſten Volkszählung,
ſpäteſtens aber im Laufe dieſes Dezenniums, zur zweiten
Millionenſtadt des Deutſchen Reiches auswachſen wird.
Die drittgrößte Stadt iſt dann München (etwa 595000),
dem Leipzig mit 585000 Cinwohnern dicht auf dem
Fuße iſt. Die fünfte Stelle hat Sachſens Hauptſtadt
Dresden mit zirka 547000 Einwohnern, die 6. und 7.
haben die beiden preußiſchen größten Städte in Oſt= und
Weſtdeutſchland, Köln mit 511000 Einwohnern,
Bres=
lau mit 510000. Die große rheiniſche Handelsſtadt hat
alſo nach ihren letzten Eingemeindungen Breslau
über=
flügelt und iſt unter den preußiſchen Städten an die
dritte Stelle gerückt. Die größeren Städte unter der
Grenzlinie, von 500000 und bis 300000, ſind der
Reihen=
folge nach Frankfurt, Düſſeldorf und Nürnberg. Faſt
dicht an die Grenze von 300000 Seelen, ſodaß ſie ſie
dem=
nächſt überſchreiten werden, kommen Hannover, Stuttgart
und Magdeburg.
Das Ergebnis der Volkszählung in Elſaß=
Lothringen. Ueber das Ergebnis der jüngſten
Volks=
zählung im Reichslande ſpricht ſich die Straßburger
N. Ztg. folgendermaßen aus: „Alles in allem ſchneidet
Elſaß=Lothringen bei der Volkszählung nicht gut ab. Das
natürliche Wachstum der Bevölkerung iſt langſam. Der
Aderlaß nach der franzöſiſchen Seite hin hat noch nicht
völlig aufgehört. Die Einwanderung aus Altdeutſchland
ſcheint im Rückgang begriffen. Ob die Reſultate in
Lothringen, deſſen Induſtriegebiet eine geradezu
amerika=
niſche Entwickelung zu verzeichnen hat, das magere
elſäſſiſche Ergebnis ausgleichen werden, wird ſich zeigen.”
Deutſches Reich.
— Schwüle Stimmung im Reichstage.
Zu den Mitteilungen des Hannov. Couriers” über den
Abbruch der geſellſchaftlichen Beziehungen zwiſchen
Kon=
ſerpativen und Nationalliberalen im Reichstage ſchreibt
man der Tägl. Rundſchau: Die vom Hannoverſchen
Cou=
rier erhobenen Klagen ſind ſchwarz in ſchwarz gehalten.
Eine beabſichtigte Aufhebung des Grußkomments
zwi=
ſchen Abgeordneten beider Fraktionen, die früher Schulter
an Schulter in Kommiſſion oder im Plenum zuſammen
gearbeitet haben, beſteht nicht. Allerdings ſcheint eine
Verſtimmung zwiſchen beiden Fraktionen zu beſtehen, die
ihren Grund hat in mancherlei Vorkommniſſen des
ver=
gangenen Sommers. Selbſtverſtändlich hat dieſer Kampf
und die an manchen Stellen zutage getretene feindliche
Stimmung den Konſervativen gegenüber im
national=
liberalen Lager auch auf den geſellſchaftlichen Verkehr im
Reichstage nachteilig gewirkt. Im Verkehr zwiſchen
bei=
den Fraktionen mag eine kühlere Zurückhaltung wohl
be=
obachtet werden, von einem gegenſeitigen „Schneiden”
kann aber nicht die Rede ſein. Dagegen teilt die
Kreuz=
zeitung ihren Leſern mit, daß die Nationalliberalen
zwi=
ſchen ſich und den Konſervativen das Tiſchtuch zerſchnitten
haben, und zwar nicht nur im bildlichen Sinne. Die
nationalliberalen Mitglieder des Reichstages hätten z. B.
alle geſellſchaftlichen Beziehungen zum Präſidenten Grafen
von Schwerin=Löwitz abgebrochen. Sie hätten keine
Kar=
ten bei ihm abgegeben und die nationalliberalen
Vor=
ſtandsmitglieder hätten die Einladung zum Vorſtands=
Diner des Präſidenten abgelehnt. Dies wird wohl
an=
ders zuſammenhängen.
— Die Fernſprechgebühren. Die
Budget=
kommiſſion begann am Samstag die zweite Leſung der
Fernſprechgebührenordnung. Mehrere Parteien erklären,
daß es ſich für ſie auch jetzt nur um eine einſtweilige
Ab=
ſtimmung handle. Staatsſekretär Kraetke ſprach ſein
Be=
dauern aus über eine „voreingenommene Stellungnahme‟
eines großen Teiles, beſonders der hauptſtädtiſchen Preſſe,
die überdies zu erwähnen vergeſſe, daß für jeden Ausfall
bei der Gebührenregelung ein Erſatz durch Steuern
ge=
ſchaffen werden müſſe. Der Staatsſekretär beſtätigt auf
Anfrage, daß bei der Zählung der Geſpräche nur die von
Abonnenten ſelber herbeigeführten Geſpräche in Betracht
kämen und ſelbſtverſtändlich die Verbindungen, die auf
Anruf eines andern mit ihm hergeſtellt würden, für ihn
nicht gezählt würden. Die Kommiſſion änderte die
Be=
ſchlüſſe erſter Leſung in einigen weſentlichen Punkten um,
die hauptſächlichſte Aenderung iſt die Beſeitigung der vom.
Staatsſekretär beſonders angefochtenen Einſchaltung einer
250 Kilometer=Zone mit einer Gebühr von 75 Pfg. Der
§ 1 wird in der Faſſung der Regierungsvorlage
wieder=
hergeſtellt; ſomit wird die Pauſchgebühr, die nach dem
Beſchluß erſter Leſung je nach Wahl des Abonnenten an
Stelle der Geſprächsgebühr neben der Grundgebühr
ent=
richtet werden ſollte, beſeitigt; für jeden Anſchluß an ein
Fernſprechnetz wird eine Grundgebühr und eine
Geſprächs=
gebühr erhoben und die Pauſchgebühr wird nur als Form
der Geſprächsgebühr wahlweiſe neben der Einzelgebühr
eingeführt. Die in erſter Leſung beſchloſſenen Sätze (
Ein=
zelgebühr 4 Pfg., Pauſchgebühr von 2000 bis 10000
Ver=
bindungen abgeſtuft von 75 bis 300 Mark jährlich, mit der
Höchſtzahl von 10000 bei einem Anſchluß zuläſſigen
Ver=
bindungen) werden beibehalten; es wird hinzugefügt:
„Wird bei Anſchlüſſen gegen Einzelgebühr die Höchſtzahl
überſchritten, ſo iſt für jede Verbindung die Einzelgebühr
und für je 10000 Verbindungen die Grundgebühr für
ei=
nen weiteren Anſchluß zu entrichten. Wird bei Anſchlüſſen
gegen Pauſchgebühren die Höchſtzahl (10000) um
mehr als 600 Verbindungen überſchritten, ſo ſind für je
10000 Verbindungen die Grundgebühr und die
Geſprächs=
gebühr für einen weiteren Anſchluß zu entrichten.”
— Eine Novelle zum
Militärſtrafgeſetz=
buch und zur Militärgerichtsordnung iſt dem Reichstage
zugegangen. Die Novelle hat nur formelle Bedeutung;
ſie iſt notwendig geworden durch die im Etat für 1910
vorgeſehene Umwandlung der Veterinärbeamtenſtellen,
ſowie die Umgeſtaltung der Veterinärakademie.
— Die Ausſichten des
Schiffahrtsab=
gabengeſetzes verſchlechtern ſich zuſehends. Es
ver=
geht kaum ein Tag, an dem nicht aus Oeſterreich oder
Holland Kundgebungen maßgebendſter Stellen bekannt
würden, wonach die Regierungen und Parlamente dieſer
Länder nicht im entfernteſten daran dächten, in püncto
Schiffahrtsabgaben mit ſich reden zu laſſen. Die Regelung
des Verhältniſſes zu dieſen beiden Staaten iſt aber ſo ſehr
der Angelpunkt der ganzen Frage, daß die Beratung des
vorliegenden Geſetzentwurfes im Reichstag eigentlich gar
keinen Zweck hat, bevor nicht dieſe Verhältniſſe völlig
ge=
klärt ſind. Da ſolches unmöglich erſcheint, hat ſich der
Reichstagskommiſſion, welche den Regierungsentwurf
be=
ackern ſoll, eine gewiſſe Mutloſigkeit bemächtigt. Die
Reichstagskommiſſion verlangt deshalb mit vollem Recht
von vornherein eine gewiſſe Gewähr für das
Zuſtande=
kommen einer Vereinbarung mit unſeren Nachbarländern
— Fleiſchteuerungskonferenz. Im ſächſiſchen
Miniſterium des Innern in Dresden findet am. 17.
Dezem=
ber die von dem ſächſiſchen Miniſter Graf Vitzthum von
Eckſtaedt in ſeiner Unterredung mit dem Direktor der Allg.
Fleiſcher=Ztg. in Ausſicht geſtellte Einberufung einer
Sachverſtändigen=Kommiſſion aus Landwirten, Fleiſchern
und Vertretern ſächſiſcher Großſtädte zwecks Beratung
über die geeignetſten Mittel und Wege für Abhilfe der
be=
ſtehenden Vieh= und Fleiſchteuerung ſtatt. Die
Einladun=
gen an die Sachverſtändigen ſind bereits ergangen.
Ausland.
Italien.
Das Eheſcheidungsgeſetz und der
Vati=
kan. Nachdem der Juſtizminiſter in der Kammer erklärt
hat, daß er einen Ausſchuß mit der Ausarbeitung des
Ge=
ſetzes über die Eheſcheidung beauftragt hat, beginnen die
vatikaniſchen Blätter einen lebhaften Feldzug gegen die
Durchführung dieſer Reform und fordern die Katholiken
auf, ſich mit allen Kräften der Einführung eines ſolchen
Geſetzes zu widerſetzen.
England.
Die Wahlen. Das Intereſſe für die Wahlen läßt
immer mehr nach, weil man allenthalben zu der
Ueber=
zeugung kommt, daß eine Verſchiebung im Beſitzſtand der
Parteien nicht erfolgen wird. Die Regierung wird
viel=
mehr ihre jetzige Mehrheit beibehalten.
Türkei.
Die Kretafrage. Der Pforte ſind nunmehr auch
die ſchriftlichen Antworten der Kretamächte auf die letzte
Note gegen die Beſchlüſſe der kretiſchen Kammer
zugegan=
gen. Die Antworten beſagen, die Pforte wiſſe wohl, daß
die ſouveränen Rechte der Türkei von den Schutzmächten
anerkannt werden und man den Vorgängen in der
kreti=
ſchen Nationalverſammlung keine Aufmerkſamkeit zu
ſchen=
ken brauche. Solche Manifeſtationen hätten ſchon früher
ſtattgefunden, aber keinen Einfluß auf den Beſchluß der
Mächte betreffend die ſouveränen Rechte der Türkei und
die Verwaltung der Inſel gehabt. Die Mächte würden
die Frage in ernſte Erwägung ziehen, ſobald ſich eine
gün=
ſtige Gelegenheit dazu biete.
Nummer 292.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Bereinigte Staten.
in Waſhington werden die vom Kongreß in dieſer Seſſion
zu bewilligenden zwei neuen Schlachtſchiffe, falls die
Ent=
würfe hierzu die Billigung des Marineſekretärs finden, 1 heim, für dieſe Stelle.
mit ſechs oder acht 16zölligen Geſchützen armiert und mit
Kolbenmaſchinen ausgerüſtet werden, da ſich der
Turbinen=
bau als um 30 Prozent teurer herausgeſtellt hat.
Perſien.
nicht eine Staatskontrolle zur Ueberwachung der Aus= lich nur eine zu dieſem Zweck weit ins Feld
hinausgetra=
gaben eingerichtet ſei. Einzelne ſchlugen vor, die jetzt in
tragen. Die Unterredung mit dem perſiſchen Regenten,
amtlich dementiert.
* Paris, 12. Dezember. Ueber die Abreiſe
des deutſchen Kronprinzenpaares aus
Cey=
lon wird dem New=York Herald aus Kolombo
tele=
graphiert: Der deutſche Kronprinz und die Kronprinzeſſin
von dieſem und den Spitzen der Behörden von Kolombo
dann zum Kai begleitet, wo ſich die Kronprinzeſſin an
an Bord des Kreuzers „Gneiſenau” einige Minuten ſpäter
einſchiffte. Geſtern morgen hatte der deutſche Kronprinz
ſich in Begleitung des deutſchen Konſuls mittels Auto= hervorragende Perſönlichkeit des heſſiſchen
Richter=
mobils nach dem Buddhiſten=Tempel von Kotahema
be=
geben, wo er durch den Großprieſter und einen ſiameſiſchen
Prinzen empfangen wurde.
* Waſhington, 10. Dez. Die
Bevölker=
dem amtlichen Ergebnis 93402 151. Das iſt eine
Zu=
nahme von 20,9 Prozent gegenüber 1900. Die
Bevöl=
kerung des kontinentalen Gebiets beträgt 91972 266,
d. i. eine Zunahme von 21 Prozent.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Dezember.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften begaben ſich Sonntag nachmittag in Be=
Oberleutnants v. Schroeder im Auto nach Heidelberg,
wohnten daſelbſt dem Max Reger=Konzert bei und kehrten
um 7 Uhr wieder hierher zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Hofbälle. Vom Hofmarſchallamt wird mitgeteilt,
daß für den 7. und 11. Januar 1911 je ein Hofball
im Alten Palais vorgeſehen iſt.
Großherzog haben dem Wächter an der ruſſiſchen
nehmigung zur Annahme und zum Tragen der ihm von
ſilbernen Medaille am Bande des St. Wladimirordens,
den Oberpoſtſchaffnern Georg Lücker und Heinrich
Schmidt in Darmſtadt ſowie dem Ober=Briefträger
Johannes Altvater in Ortenberg die Genehmigung
zur Annahme und zum Tragen des ihnen von Sr. Maj.
Allgemeinen Ehrenzeichens erteilt.
* Dernburgs neue Orden. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kaiſerlichen Staatsſekretär a. D.
nehmigung zur Annahme und zum Tragen des ihm von
Sr. Maj. dem Kaiſer von Japan verliehenen Großkreuzes
des Verdienſtordens der Aufgehenden Sonne ſowie der
ihm von Sr. Maj. dem Kaiſer von China verliehenen
dritten Stufe der erſten Klaſſe des Ordens vom doppelten
Drachen erteilt.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Otto
Sauer=
wein zu Frankenhauſen, Kreis Dieburg, eine
Lehrer=
ſtelle an der Gemeindeſchule zu Seligenſtadt, Kreis
Offenbach; dem Schulamtsaſpiranten Konrad Bill aus
Nieder=Weiſel, Kreis Friedberg, eine Lehrerſtelle an der
höheren Bürgerſchule zu Nidda, Kreis Büdingen.
— Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten
zu Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn
Fürſten und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die
Lehrer=
ſtelle an der katholiſchen Schule zu Seckmauern, Kreis
Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant Friedrich Müller
aus Gernsheim, Kreis Groß=Geran, für dieſe Stele der
Neue Schlachtſchiffe. Nach der Morningpoſt von dem Herrn Grafen zu Alt=Leiningen=Weſterburg in
Ilbenſtadt auf die erſte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Ilbenſtadt, Kreis Friedberg, präſentierte
Schulamts=
aſpirant Adam Adler aus Viernheim, Kreis
Heppen=
s. Die Strafkammer verhandelte auf Berufung der
Staatsanwaltſchaft gegen die in erſter Inſtanz wegen
Wilderei freigeſprochenen Taglöhner Hermann Hummel
und Jakob Köhl, beide von Ober=Roden und verurteilte
ſie zu je 60 Mark Geldſtrafe. Höchſt originell war ihre
Der Widerſtand gegen die Anleihe. Im 1 Verteidigung gegenüber der Tatſache, daß ſie von dem
perſiſchen Parlament erhebt ſich großer Widerſtand gegen Forſtwart Euler zu ungewöhnlicher Morgenſtunde in
ſehr=
verdächtigem Treiben beobachtet worden waren und ein
die Anleihe. Die Abgeordneten ſprechen ſich heftig da= zerlegbares Jagdgewehr damals, unter dem Rock verſteckt,
gegen aus, daß eine Anleihe abgeſchloſſen werde, bevor mit ſich geführt hatten. Die „Harmloſen” wollten
angeb=
gene Katze erſchießen, wobei ſie ihnen nun entwiſcht ſei.
Perſien amtierenden Belgier mit der Kontrolle zu beauf= Man würdigte ſeitens des Berufungsgerichtes dieſe
Er=
zählung entſprechend und ſah beide als unberechtigte
Jagd=
liebhaber an. — Der rückfällige Hoteldiener Karl Bruhne
die im Daily Chronicle veröffentlicht worden war, wird aus Berlin hatte in einem Gaſthaus zu Buchſchlag und
in einem ſolchen hierſelbſt Warendiebſtähle ausgeführt und
trug zu einer in Verbüßung begriffenen neunmonatigen
Geſängnisſtrafe jetzt weitere 3 Monate davon
* Eine Provinzial=Ausſchuß=Sitzung findet am
Donnerstag, den 15. Dezember, ſtatt. Tagesordnung:
1. Aufſtellung einer Fuhrwerkswage an der
Kreis=
ſtraße Wolfskehlen-Leeheim von ſeiten der Aktien=
Zuckerfabrik in Groß=Gerau. 2. Rückſtau des Waſſers
ſpeiſten geſtern beim Gouverneur zu Mittag und wurden in verſchiedenen Ortsſtraßen zu Mörfelden; hier:
Rekurs des Wilhelm Wenz II. in Mörfelden gegen
den Polizeibefehl des Großh. Kreisamts Groß=Gerau.
Bord des Dampfers Lützow um 6 Uhr und der Kronprinz 3. Rekurs des Karl Rink zu Offenbach gegen das
Ver=
bot der „Verſammlung” in Langen am 11. Sept. 1910.
n. Wirklicher Geheimerat Exz. Dr. Lippold †. Eine
ſtandes, der frühere Präſident unſeres höchſten
ein=
heimiſchen Gerichtshofes, Herr Dr. Lippold, iſt am
Samstag verſchieden, nachdem er ſich vorher wegen
eines längeren Leidens einer Operation im
Kranken=
ungsziffer der Vereinigten Staaten mit hauſe unterzogen hatte. Der in Alzey am 18. Oktober
Einſchluß von Alaska,=Hawai, Portorico beträgt nach 1840 Geborene war vor einem Jahre in den
wohlver=
dienten Ruheſtand getreten, und bei jener Gelegenheit
wurde ebenfalls ſeines Wirkens gedacht. Mit ihm iſt
ein Mann dahingegangen, der eine Zierde ſeines
Be=
rufs war und in allen von ihm bekleideten Stellungen
Ausgezeichnetes geleiſtet hat. Zuerſt Rechtsanwalt,
0 gehörte er den größten Teil ſeiner Dienſtzeit dem
Land=
gericht Mainz als Rat und ſpäter als Präſident an,
war inzwiſchen in den 80er Jahren eine Zeitlang Rat
am Oberlandesgericht und führte von 1905 an deſſen
Vorſitz. Reiche Kenntniſſe, ſcharfer praktiſcher Blick
gleitung der Ehrendame Freiin v. Bellersheim und des und eine vornehme Ruhe befähigten ihn in ganz
be=
ſonderem Maße zum Richteramt und der Tätigkeit des
1 Gerichtspräſidenten, ſo daß ſein durch
Geſundheits=
verhältniſſe gebotener Rücktritt im Herbſt 1909
allge=
mein als herber Verluſt für die Rechtspflege
empfun=
den wurde. Auf fachwiſſenſchaftlichem Gebiet war er
ſtets ſchriftſtelleriſch tätig, doch brachte er auch ſonſtigen
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der Zweigen der Wiſſenſchaft, ſo der Altertumskunde,
fer=
ner der Kunſt und Muſik, ein reges Intereſſe entgegen.
Kapelle zu Darmſtadt Nikolaus Schwartz die Ge= Er war ein echter Humaniſt, und man erzählt ſich, daß
er bis ins Alter griechiſche und römiſche Klaſſiker zu
Sr. Maj. dem Kaiſer von Rußland verliehenen großen leſen pflegte. Das Vertrauen des Landesherrn hatte
ihn als lebenslängliches Mitglied in die Erſte
Stände=
kammer berufen, und ſeine Verdienſte wurden u. a.
durch die Ernennung zum Wirklichen Geheimrat mit
dem Titel Exzellenz und der Ernennung zum
Ehren=
doktor der Landesuniverſität Gießen anerkannt. Er
dem Deutſchen Kaiſer, König von Preußen, verliehenen! lebte auch nach ſeiner Penſionierung hier, wird aber
in Mainz beigeſetzt werden.
* Entlaſſungen heſſiſcher Baubeamten. Wie Blätter
melden, iſt durch eine geſtern erſchienene Verfügung
Wirklichen Geheimen Rat Dernburg, Exzellenz, die Ge= an die ſtaatlichen Bauämter den zurzeit im Dienſt
be=
findlichen Bauaſpiranten gekündigt worden.
Jeden=
falls, ſo heißt es in dem Erlaß, müßte aber die
Ent=
laſſung von etwa 24 Beamten in der Zeit vom 1. April
bis 1. Oktober 1911 in Betracht gezogen werden. Auch
die Beſchäftigung der übrigen kann nach dem
Aus=
ſchreiben nicht länger als bis 1. April 1913 in Ausſicht
geſtellt werden. Bis dahin ſollen ſich dieſe Beamten
mit zurückgeſtellten Verwaltungsarbeiten, Aufſtellung
von Inventaren, Aufnahmen von Bau= und
Kunſt=
denkmälern und dergl. beſchäftigen. In dieſen
un=
günſtigen Verhältniſſen — ſo heißt es weiter — würde
auch die in Ausſicht ſtehende Neuorganiſation der
Bau=
behörden kaum eine Beſſerung bringen. Es ſoll
ange=
ſtrebt werden, daß möglichſt eine direkte Kündigung
vermieden wird; die Beamten ſollen vielmehr beſtrebt
ſein, bis zu dem angegebenen Termin eine andere
Beſchäftigung außerhalb des Staatsdienſtes zu er=
langen. Hierzu wil die oberſte Baubehörde in jeber
Weiſe behilflich ſein, ſowie auch Urlaub an die
Beam=
ten auf unbeſtimmte Zeit erteilen, unter Wahrung des
Dienſtalters. Auch ſoll verſucht werden, eine Anzahl
von Aſpiranten bei den Kreisbaubehörden
unterzu=
bringen, bei denen zurzeit eine große Zahl jüngerer
und ungeprüfter Techniker verwendet iſt. Der
Aus=
tritt aus dem Staatsdienſt kann jederzeit erfolgen.
Betroffen von dieſer Maßregel werden 38 nicht
etats=
mäßige Beamte, die in der Zeit von 1896 bis 1901 die
Staatsprüfung abgelegt haben und von denen die
älte=
ſten ſich 13 Jahre im Staatsdienſt befinden.
* Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Das Großh.
Mini=
ſterium des Innern hat an die Großh. Kreisämter
fol=
gendes Ausſchreiben, betreffend den Verkehr mit
Kraftfahrzeugen, gerichtet: „Die in letzter Zeit
wieder=
holt durch Kraftfahrzeuge verurſachten ſchweren Unfälle
und das vielfach zu ſchnelle Fahren der Automobiliſten
innerhalb und außerhalb der Ortſchaften gibt uns Anlaß,
den Polizeibehörden wiederholt zur Pflicht zu machen, daß
ſie für die Beobachtung der beſtehenden
Verkehrsvorſchrif=
ten Sorge tragen. Es muß unter allen Umſtänden darauf
geſehen werden, daß die Geſchwindigkeit innerhalb
ge=
ſchloſſener Ortsteile 15 Kilometer nicht überſteigt (§ 18
Abſ. 2 der Bundesratsverordnung). Die
Fahrgeſchwin=
digkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und
Ver=
kehrsſtörungen vermieden werden (§ 18 Abſ. 1). Beſondere
Vorſicht iſt geboten in den Fällen des § 18 Abſ. 3,
ebenſo=
beim Begegnen und Ueberholen von Fuhrwerken uſw. Von
größter Bedeutung iſt auch die Vorſchrift des § 20 Abſ. 1,
wonach der Führer eines Automobils langſam zu fahren
und erforderlichen Falles anzuhalten und den
Motor=
außer Tätigkeit zu ſetzen hat, wenn er merkt, daß ein Pferd
oder ein anderes Tier ſcheut oder daß ſonſt durch das
Vor=
beifahren mit dem Kraftfahrzeug Menſchen oder Tiere in
Gefahr gebracht werden. — Wir weiſen Sie an, die
haupt=
ſächlichſten Verkehrsvorſchriften von Zeit zu Zeit zu
ver=
öffentlichen und die Polizeiorgane mit entſprechender
Wei=
ſung zu verſehen. — Wir wollen nicht unterlaſſen, Sie noch
beſonders darauf aufmerkſam zu machen, daß nach § 27
der Bundesratsverordnung der Führerſchein dauernd oder
für beſtimmte Zeit für das Gebiet des Deutſchen Reiches
entzogen werden kann, wenn Tatſachen feſtgeſtellt werden,
die die Annahme rechtfertigen, daß eine Perſon zum
Füh=
ren von Kraftfahrzeugen ungeeignet iſt. Als ungeeignet
zum Führen eines Kraftfahrzeuges iſt jedenfalls eine
Per=
ſon zu erachten, die die Fähigkeit oder Zuverläſſigkeit nicht
mehr beſitzt, insbeſondere eine ſolche Perſon, welche die
den Führern von Kraftfahrzeugen obliegenden
Verpflich=
tungen verletzt hat. Die Entziehung der Fahrerlaubnis
wird namentlich wirkſam werden gegen hartnäckiges
Hin=
wegſetzen über Polizeivorſchriften, insbeſondere gegen
wiederholte Ueberſchreitung der zuläſſigen
Fahrgeſchwin=
digkeit. Es wird ſich empfehlen, wenn Sie bei
Bekannt=
machung der einſchlägigen Verkehrsvorſchriften auch
hier=
auf hinweiſen. — Die Polizeiorgane ſind anzuweiſen, mit
aller Strenge darauf zu achten, daß die beſtehenden
Vor=
ſchriften beobachtet werden und Zuwiderhandelnde ohne
jede Rückſicht zur Anzeige zu bringen. Die Führer von
Kraftfahrzeugen ſind gemäß § 20 Abſ. 2 der
Bundesrats=
verordnung verpflichtet, auf den Haltruf oder das
Halt=
zeichen eines Polizeibeamten ſofort anzuhalten. Die
Po=
lizeibeamten werden bei zu raſchem Fahren der
Kraft=
fahrzeuge deren Führer zweckmäßig zum Anhalten
veran=
laſſen und, falls ihrer Aufforderung nicht entſprochen,
wird, Strafanzeige erheben.”
Das Perſonalverzeichnis der Großh. Techniſchen
Hochſchule für das Winterſemeſter 1910/11 iſt ſoeben
er=
ſchienen. Danach beträgt die Zahl der Studierenden
ins=
geſamt 1768 gegen 1682 im Winterſemeſter 1909/10 und
1427 im Sommer 1910. In der Geſamtzahl ſind 146
Hörer und 353 Gäſte, darunter 166 Damen,
einbe=
griffen. 494 der Studierenden ſind Ausländer (490 im
Winter 1909/10), darunter Ruſſen 313 (335), dann
folgt Oeſterreich=Ungarn mit 31, Norwegen mit 32,
Nordamerika mit 61, die Schweiz mit 11.
Eng=
land 9, Italien 4, Frankreich 2. Niederlande 4. Rumänien
3, Spanien 3, Luxemburg 4. Schweden 8, Türkei 1.
Bul=
garien 2, Griechenland 1, Serbien 1. Siam 1
Studieren=
den. Von den deutſchen Staatsangehörigen ſind 537
Preu=
ßen, 514 Heſſen, 66 Bayern, 24 Elſaß=Lothringer, 21
Ba=
dener, während ſich die übrigen in der Zahl von 1 bis 19
auf die übrigen Bundesſtaaten verteilen. Der Lehrkörper
umfaßt 32 ordentliche Profeſſoren, 1 Honorarprofeſſor, 11
außerordentliche Profeſſoren, 39 Lehrer und
Privatdozen=
ten und 47 Aſſiſtenten. An der Hochſchule beſtehen 41
Stu=
dentenvereinigungen.
— Allgemeiner Deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe
Darmſtadt). Am Sonntag nachmittag feierten die beiden
Abteilungen für Jugendfürſorge in zugleich poetiſcher und
luſtiger Weiſe fröhliche Nikolausfeſte. Um 4 Uhr
Goethe und Beethoven.
*⁎* Die Beziehungen zwiſchen den beiden größten
Genien, die die Schweſterkünſte der Dichtung und Muſik
in Deutſchland je beſeſſen, zwiſchen Goethe und
Beet=
hoven, ſind vielfach erörtert worden und Sage und
Legende haben mit geſchäftigem Eifer viele verwirrende
Fäden darum geſponnen. Wenn heute die beiden
Na=
men unſerer großen Meiſter zuſammen genannt
wer=
den, denken wohl die meiſten zunächſt an jene
Erzähl=
ung aus Teplitz, die Bettina von Arnim Beethoven in
einem fingierten Briefe erzählen läßt und die auch im
Bilde vielfach feſtgehalten worden iſt. Dieſe Geſchichte
von dem demütig ſich vor der Kaiſerin von Oeſterreich
und ihrem Hofſtaat verneigenden Goethe und dem
trotzig mit untergeſchlagenen Armen durch die hohen
Herrſchaften hindurchmarſchierenden Beethoven hat ſich
in dieſer Form nie ereignet, wenngleich ſie gewiſſe
Gegenſätze im Weſen der beiden Großen in dem
Zerr=
ſpiegel der Karikatur widerſtrahlt. Und ſo gibt es
auch eine Reihe anderer Sagen, die die Kontraſte des
klaſſiſchen und romantiſchen Weſens in Goethe und
Beethoven einander tendenziös gegenüberſtellen. Es
iſt daher ein dankenswertes Unternehmen Wilhelm
Bodes, wenn er im neueſten Heft ſeiner „Stunden mit
Goethe” alles, was wir über den perſönlichen Verkehr
der beiden wiſſen, zuſammenſtellt und ſo ein zwar
weniger romantiſches, aber dafür menſchlich
ſympathi=
ſcheres Verhältnis vorführt.
Goethe hatte eigentlich ein wirkliches Verſtändnis
nur für diejenige Muſik, die ſich an das Wort oder eine
Bewegung und Handlung anſchließt. Vor allem liebte
er den Geſang; er ſchien ihm die wichtigſte Form der
Muſik, da „die Muſik nichts iſt ohne menſchliche Stimme‟
Der von jeder Beziehung zu anderen Künſten völlig
befreite Stil der Beethovenſchen Sinfonien und
Sona=
ten mußte ihm fremd erſcheinen, zumal er im Anhören
ſolcher Kompoſitionen durchaus nicht geübt war. Dazu
kam noch, daß ſein Orakel in allen muſikaliſchen
Fra=
gen, Zelter, der neuen Muſik ganz verſtändnislos
gegenüberſtand und z. B. von Beethoven ſagte, er habe
„des Herkules Keule entwendet — um Fliegen zu
klatſchen‟ Die erſten begeiſterten Urteile über den
Wiener Meiſter hörte Goethe wohl gelegentlich von den
öſterreichiſchen Ariſtokraten, mit denen er während ſeiner
Beſuche in den bömiſchen Bädern viel zuſammen kam.
Eine hingebende Verehrerin Beethovens trat ihm aber
zuerſt in Bettina entgegen, der jedenfalls das große
Verdienſt zuzuſchreiben iſt, daß ſie eine Verbindung
zwiſchen dem Dichter und dem Komponiſten vermittelte.
Beethovens tiefe und begeiſterte Liebe für den
Schöpfer des „Fauſt” drängte den ſonſt ſo
menſchen=
ſcheuen und verſchloſſenen Muſiker gerade damals zu
einer ſolchen Beziehung hin, denn er hatte in den
Jah=
ren 1809 und 1810 eine Reihe Goetheſcher Lieder und
die Muſik zum Egmont komponiert. So wendet er ſich
denn auf Veranlaſſung Bettinas in einem Brief an
Goethe, in dem er ihm „mit der größten Ehrerbietung,
mit einem unausſprechlichen, tiefen Gefühl für Ihre
herrlichen Schöpfungen” naht. Ein Freund Beethovens,
Franz Oliva, überbrachte Goethe das Schreiben und
ſpielte auch Beethovenſche Kompoſitionen vor, aber der
damals gerade beſonders bei Goethe in Gunſt ſtehende
Sulpiz Boiſſerée, der den Dichter ſo lebhaft für
alt=
deutſche Baukunſt und Malerei intereſſiert hatte, ließ
ein neues Intereſſe in ihm nicht aufkommen. Goethe
verglich die Muſik, die er hörte, mit den
phantaſtiſch=
ſymboliſchen Arabesken Runges, die im Muſikzimmer
hingen und die ihm als Ausgeburten eines
romanti=
ſchen Schönheitsgeiſtes erſchienen. Der Bruch mit Bet=,
tina, der im Herbſt 1811 eintrat, ſchaltete aus Goethes
Kreiſe das einzige Weſen aus, das wahres
Verſtänd=
nis für Beethoven beſaß. Seine Egmontmuſik ließ ſich
Goethe Anfang 1812 mehrere Male vorſpielen, aber
einen rechten Einblick von Beethovens Weſen gewann
er erſt bei ihrem Zuſammentreffen in Teplitz im Juli
1812. Goethe, durch ſeine Verehrung für die junge
Kaiſerin von Oeſterreich, der er ſich in Teplitz „zu Füßen
legen” wollte, ſtark in Anſpruch genommen, kam nur
flüchtig mit Beethoven zuſammen. Doch war ſein Ein=
druck bedeutend, als er ihn auf ſeiner Stube hatte
ſpie=
len hören. „Zuſammengefaßter, energiſcher,
inniger=
habe ich noch keinen Künſtler geſehen”, ſchrieb er an
ſeine Frau, „ich begreife recht gut, wie er gegen die Welt
wunderlich ſtehen muß‟ Goethe mußte durch ſeine
Schwärmerei für die junge Kaiſerin, der er ſich damals
ganz widmete, dem weltfremden Komponiſten in einem
falſchen Lichte erſcheinen. „Goethe behagt die Hofluft
ſehr”, war ſein Urteil nach dem Abſchiede aus Teplitz,
zmehr als es einem Dichter geziemt. Es iſt nicht viel
mehr über die Lächerlichkeit der Virtuoſen zu reden,
wenn Dichter, die als die erſten Lehrer der Nation
an=
geſehen ſein ſollten, über dieſem Schimmer alles andere
vergeſſen können.‟ Goethe dagegen berichtete an
Zelter: „Beethoven habe ich in Teplitz kennen gelernt.
Sein Talent hat mich in Erſtaunen geſetzt; allein er iſt
leider eine ganz ungebändigte Perſönlichkeit, die zwar
gar nicht Unrecht hat, wenn ſie die Welt deteſtabel
fin=
det, aber ſie freilich dadurch weder=für ſich noch für
andere genußreicher macht. Sehr zu entſchuldigen iſt
er hingegen und ſehr zu bedauern, da ihn ſein Gehör
verläßt, das vielleicht dem muſikaliſchen Teil ſeines
Weſens weniger als dem geſelligen ſchadet. Er, der
ohnehin lakoniſcher Natur iſt, wird es nun doppelt
durch dieſen Mangel.”
Auch in Karlsbad haben ſich in demſelben Sommer
Goethe und Beethoven noch geſehen und Goethes Urteil
ſtammt aus dieſer Karksbader Zeit. Freilich zu einem
engeren Verkehr kam es auch diesmal nicht, denn der
arme Komponiſt, dem die Badekuren für ſein
Gehör=
leiden gar nichts nützten, ſiedelte bald darauf wieder
nach Teplitz über und auch Goethe dachte ſchon an die
Heimreiſe. Jedenfalls empfingen beide bleibende
Ein=
drücke von dieſer Begegnung. Goethe hatte Beethovens
außerordentliches Genie erkannt und konnte in dieſer
Ueberzeugung auch durch die Zweifel Zelters nicht
er=
ſchüttert werden. Beethoven behielt den Dichter, der
ihm, dem Schwerhörigen und ſchwer zu Behandelnden
immer nur freundlich geduldig begegnet war, in
lie=
bendem Andenken.
Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Seite 3.
erglänzte im Kerzenlicht ein Chriſtbäumchen im
Muſik=
vereinsſaale für die Gartenkinder, d. h. diejenigen
Pflegebefohlenen des Vereins, die in der guten
Jahres=
zeit gleichzeitig Erholung und Anleitung zur Gartenkunſt
von liebevollen und berufenen Pflegerinnen in den vom
Verein am Böllenfalltor gemieteten Gärten finden. Die
unermüdliche Leiterin dieſer Gruppe, Frau Sanitätsrat
Hüffel, hatte auch diesmal alles freundlich und ſinnig
in die Wege geleitet. Ein Quartett von Haydn, von vier
jungen Herren geſpielt, leitete die Feier ein; hierauf ſang
eine junge Dame mit ſchöner, gutgeſchulter Stimme
Schu=
berts „Ave Maria” und dann ſangen die Kleinen
Weih=
nachtslieder und wechſelten Rede und Gegenrede mit dem
Nikolaus und dem Chriſtkindchen, die ſich in Perſon
her=
bemüht hatten. Schließlich wurden die kleinen Mädels
beſchenkt; diejenigen, die noch keine Puppe hatten, bekamen
eine ſolche und waren froh darüber; noch intimer aber
war die Freude der kleinen Puppenmütter, die ihr „Kind”
neu eingekleidet wieder in die Arme drücken durften. —
Eine Stunde ſpäter zogen die Pfleglinge des
Mädchen=
hortes ſingend in den von einem geladenen Publikum
und den Müttern der Kinder dichtgefüllten Fürſtenſaal.
Zunächſt erfreute Frl. Ewald die Erſchienenen mit dem
Geſang einiger Weihnachtslieder, die ſie in überaus
hold=
ſeliger Weiſe zum Vortrag brachte. Und dann folgte,
nachdem der Nikolaus unſichtbar hinter dem Vorhang den
Theaterzettel verleſen hatte, auf der Bühne ein
Weih=
nachtsſpiel von ſolcher Anmut und mit ſo viel Humor,
wie es derartige Dichtungen ſelten aufzuweiſen haben. Die
allzu beſcheidene Verfaſſerin wünſcht inkognito zu bleiben.
Der Inhalt des Stückleins behandelt die Abenteuer der
kleinen Ilſe, die, als ſie leider keinen Platz im
Mädchen=
hort findet, traurig in den Wald läuft, um Holz für die
arme, arbeitsgeplagte Mutter zu ſuchen und die, ſich dort
verirrend, juſt an den Platz des Waldes gelangt, an dem
ſich in der Weihnachtsnacht Rumpelſtilzchen,
Schneewitt=
chen, Dornröschen, Rotkäppchen und die ſieben Zwerge zu
fröhlichem Spiel ſeit hundert Jahren ſtets
zuſammenfin=
den. Das Kind darf den Tänzen und Geſängen der
Märchengeſtalten beiwohnen, bis auch der Nikolaus
er=
ſcheint, der es ſorglich wieder zur Mutter zu bringen
ver=
ſpricht. All die kleinen Darſtellerinnen ſprachen, ſangen
und tanzten allerliebſt und der Entſchluß der
Veranſtal=
terinnen, das liebliche Spiel zum Beſten des Hortes
ge=
gen ein kleines Eintrittsgeld am Montag, den 19. d. Mts.
nochmals zu wiederholen, iſt mit Freuden zu begrüßen.
Näheres wird noch bekannt gegeben. Auch hier machten
Chorgeſänge der Kinder und die Verteilung von allerlei
Geſchenken, unter Aſſiſtenz des guten Nikolaus, den
Be=
ſchluß der Feier. Im Vorſaal war eine Ausſtellung von
Handarbeiten arrangiert, die die kleinen Mädels mit
au=
ßerordentlicher Sauberkeit und Akkurateſſe im Hort
gefer=
tigt haben. Dieſe Ausſtellung war auch ſchon im Laufe
des Vormittags ſehr gut beſucht und hat wohl manchem
Beſucher — auch verſchiedene männliche Gönner und
Freunde waren darunter — beſſer, als Worte es vermögen,
deutlich gemacht, welch großer Segen für ſo ein ſonſt der
Gefahr der Verwahrloſung überantwortetes junges
weib=
liches Weſen der Beſuch des Hortes iſt. Der Leiterin,
Frl. Luiſe Wenck und all ihren Helferinnen gebührt
wahr=
lich großer Dank für die raſtloſe Unermüdlichkeit, mit der
ſie an ihrem Teil an der Löſung der ſozialen Frage in
ſelbſtloſeſter Weiſe mitzuarbeiten ſich bemühen.
— Konferenz für evangeliſche Gemeinde=Arbeit. Am
Freitag voriger Woche fand im Gemeindehauſe der
Stadt=
gemeinde eine von Pfarrer Velte geleitete Verſammlung
ſtatt, in der die erſten vorbereitenden Beratungen über die
nächſte Tagung der in dieſem Jahre gegründeten und zum
erſten Male in Braunſchweig gehaltenen Konferenz
ge=
pflogen wurden. Allſeitig wurde der Gedanke begrüßt,
daß die Konferenz im Jahre 1911 in unſerer Stadt tagen
ſolle und man erhoffte von ihr reiche und mannigfache
Anregungen für unſer kirchliches Gemeindeleben. Als
Zeitpunkt iſt der 23. und 24. April beſtimmt worden.
* Preſſefeſt 1911. Wie in den meiſten größeren und
größten Städten des Reiches, bilden auch in unſerer
Re=
ſidenz die von den beruflichen Journaliſten= und
Schriftſteller=Vereinigungen veranſtalteten
Preſſe=
feſte Glanzpunkte der geſellſchaftlichen Saiſon.
Viel=
fache, dieſerhalb geäußerte Wünſche und Anregungen
geben den beiden Darmſtädter journaliſtiſchen
Be=
rufsvereinen, dem Landesverein heſſiſcher
Zeitungs=
redateure und dem Journaliſten= und
Schriftſteller=
verein, Veranlaſſung, ein ſolches Feſt auch in der
Saiſon 1910/11 zu veranſtalten, das, wie mehrfach
mitgeteilt, auf Samstag, den 14. Januar
1911, feſtgeſetzt iſt: Die letzten Winter haben
wieder=
holt gezeigt, welch hervorragende Kunſtkräfte gerade
in den erſten Kreiſen der Reſidenz in der Stille ſich
entwickelt haben. Gelegentliche Wohltätigkeitsver=
anſtaltungen gaben wiederholt beredtes Zeugnis
von dieſer Tatſache. Die Anregung des Feſtausſchuſſes,
dieſen Künſtlerinnen und Künſtlern einmal Gelegenheit
zu geben, im vornehmen Rahmen des Preſſefeſtes vor
einem erleſenen und zahlreichen Publikum ihre Kunſt zu
zeigen, und damit dem edlen Zweck der Wohltätigkeit zu
dienen, hat nun außerordentlich dankenswertes
Entgegen=
kommen gefunden, ſodaß für das Preſſefeſt 1911 ein
unge=
mein abwechslungsreiches und anziehendes künſtleriſches
Programm in Ausſicht geſtellt werden darf. Nähere
Mitteilungen über das Programm können in aller
Kürze erfolgen.
— Zum Buiten des Feſthaus=Vereins Darmſtadt
ſollen, wie wir hören, im Lanfe des Winters eine
Reihe hervorragender muſikaliſcher Veranſtaltungen
ſtattfinden. Den Anfang wird am Freitag, den 30.
Dezember, ein Liederabend von Dr. Ludwig
Wüll=
ner machen, der ſich dem Richard Wagner=Verein für
den genannten Zweck in liebenswürdiger Weiſe zur
Verfügung geſtellt hat. Der berühmte Sängex, der
zwei Winter hindurch Konzertreiſen durch Amerika
gemacht und dort noch nicht dageweſene Triumphe
ge=
feiert hat, wird bei ſeinem Wiedererſcheinen in
Darm=
ſtadt von unſerem kunſtſinnigen Publikum mit
beſon=
derer Freude begrüßt werden, zumal das für den
Abend aufgeſtellte Programm ganz beſonders
aus=
erleſene Genüſſe verſpricht.
— Auf den Kolonialvortrag Kirſchſtein, der heute
abend im Saale der „Traube” ſtattfindet, macht man
hier=
mit unter Bezugnahme auf die in dieſem Blatt erſcheinende
Anzeige aufmerkſam.
nn. Hausbeſitzerverein. Unter dem Vorſitz des Herrn
Eiſenbahninſpektors a. D. Scheyrer hielt der
Darm=
ſtädter Hausbeſitzerverein Sonntag abend eine ſtark
be=
ſuchte Vorſtandsſitzung ab. Nach dem Bericht des
Ge=
ſchäftsführers ſind im Monat November dem Verein
11 neue Mitglieder beigetreten. Herr Schembs erſtattete
Bericht über die Statutenberatung des
Hausbeſitzerver=
bandes für das Großherzogtum Heſſen in Mainz, deſſen
definitive Gründung am 1. Januar 1911 erfolgen wird.
Eine Proteſteingabe gegen das Gemeinde=Umlagengeſetz
an die Erſte Kammer der Stände gelangte zur
Durchbera=
tung und ſoll vor Zuſammentritt des Plenums den
ein=
zelnen Mitgliedern zugehen. Ein Bericht über die
Proteſt=
verſammlung gegen die Reichswertzuwachsſteuer in
Ber=
lin wurde mit Intereſſe entgegengenommen. Eine
Pro=
teſtverſammlung des Verbandes heſſiſcher Hausbeſitzer über
den gleichen Zweck wird im Januar 1911 in Mainz
ſtatt=
finden. Auf Antrag des Herrn Inſpektor Scheyrer wurde
der Beitritt zu dem Darmſtädter Feſthausverein beſchloſſen
und ein Jahresbeitrag von 20 Mark feſtgeſetzt. Mitte
Januar wird der Verein eine Mitgliederverſammlung mit
Berichterſtattung über die neuen Geſetzesvorlagen
veran=
ſtalten. Den Herren Bendheim und Graf wurde
als treue und gewiſſenhafte Mieter bei ihrem 40jährigen
Wohnungsjubiläum vom Vorſtand je ein Blumen=
Arran=
gement überreicht. Die nächſte Vorſtandsſitzung findet im
Januar 1911 ſtatt.
— Vogelſchutzverein. Es wird darauf aufmerkſam
gemacht, daß zu dem am 14. ds. Mts., abends 6 Uhr, im
Fürſtenſaal ſtattfindenden Vortrag des Frhrn. v. Berlepſch
auch Damen und Herren, die nicht Vereinsmitglieder ſind,
willkommen ſind.
* Die Meßbude des Heſſiſchen Volksſchriftenvereins,
die auf der letzten Herbſtmeſſe ſo großen Anklang gefunden
hat und kürzlich noch im Dürerblatt ausführlich beſprochen
wurde, iſt jetzt auch auf dem Weihnachtsmarkt
auf=
geſchlagen und bietet hier eine Fülle guter und billiger
Bücher und Bilder zum Kaufe an. Mit Rückſicht auf das
Weihnachtsfeſt iſt die gute Kinder= und
Ingend=
literatur beſonders ſtark vertreten
A Das ſtädtiſche Krankenhaus verzeichnete im
No=
vember d. J. 8850 Krankenpflegetage, ſodaß auf
jeden Tag eine durchſchnittliche Belegung mit 295
Kranken entfällt, gegen 286 im gleichen Monat des
Vorjahres. — Im Pfründnerhaus an der
Frankfurter=
ſtraße wurden 4 Perſonen neu aufgenommen, eine
Pfründnerin aber in die Provinzialpflegeanſtalt
Eberſtadt übergeführt. Ende November waren 30
Pfründner und 44 Pfründnerinnen in Pflege. Am
gleichen Zeitpunkt verzeichnete die mit dem
Pfründ=
nerhaus verbundene Kinderpflegeſtation einen
Be=
ſtand von 24 Kindern. Das Armenhaus an der
Pallaswieſenſtraße nahm 4 Perſonen neu auf. Ende
November waren 30 Männer, 13 Frauen und 3
Kin=
der, zuſammen 46 Inſaſſen, in Pflege.
D Weihnachtsſendungen. Die
Reichspoſtverwalt=
ung richtet auch in dieſem Jahre an das Publikum
das Erſuchen, mit den Weihnachtsſendungen bald zu
beginnen, damit die Paketmaſſen ſich nicht in den
letz=
ten Tagen vor dem Feſt zu ſehr zuſammendrängen.
Bei dem außerordentlichen Anſchwellen des Verkehrs
iſt es nicht tunlich, die gewöhnlichen
Beſörderungs=
friſten einzuhalten und namentlich auf weite
Entfern=
ungen eine Gewähr für rechtzeitige Zuſtellung vor
dem Weihnachtsfeſte zu übernehmen, wenn die Pakere
erſt am 22. Dezember oder noch ſpäter eingeliefert
werden. Die Pakete ſind dauerhaft zu verpacken.
Etwaige auf dem Verpackungsſtoffe vorhandene ältere
Aufſchriften und Beklebezettel müſſen beſeitigt oder
unkenntlich gemacht werden. Die Benutzung von
dünnen Pappkaſten, ſchwachen Schachteln,
Zigarren=
kiſten uſw. iſt im eigenen Intereſſe der Abſender zu
vermeiden. Die Aufſchrift der Pakete muß deutlich,
vollſtändig und haltbar hergeſtellt ſein. Kann die
Auf=
ſchrift nicht in deutlicher Weiſe auf das Paket ſelbſt
geſetzt werden, ſo empfiehlt ſich die Verwendung eines
Blattes weißen Papiers, das der ganzen Fläche nach
feſt aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigſten ſind
gedruckte Aufſchriften auf weißem Papier; dagegen
dürfen Formulare zu Poſtpaketadreſſen für
Paketauf=
ſchriften nicht verwandt werden. Bei in Leinwand
verpackten Sendungen wie Fleiſch und anderen Gegen
ſtänden, die Feuchtigkeit, Fett, Blut uſw. abſetzen, darf
die Aufſchrift nicht auf die Umhüllung geklebt werden
Der Name des Beſtimmungsortes muß ſtets recht groß
und kräftig gedruckt oder geſchrieben ſein. Die
Paket=
aufſchrift muß ſämtliche Angaben der Poſtpaketadreſſe
enthalten, alſo auch den Frankovermerk, bei Paketen
mit Poſtnachnahme den Betrag der Nachnahme, ſowie
den Namen und die Wohnung des Abſenders: bei Eil
paketen den Vermerk „Durch Eilboten” uſw., damit im
Falle des Verluſtes der Poſtpaketadreſſe das Paket
doch dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf
Paketen nach großen Orten iſt die Wohnung des
Emp=
fängers, auf Paketen nach Berlin auch der Poſtbezirk
(C, W, 8o uſw.) anzugeben. Zur Beſchleunigung de
Betriebes trägt es weſentlich bei, wenn die
Paket=
frankiert aufgeliefert, das heißt die zur Frankierung
erforderlichen Marken ſchon vom Abſender auf der
Poſtpaketadreſſe aufgeklebt werden.
Die Verſendung mehrerer Pakete
mit=
tels einer Poſtpaketadreſſe iſt für die Zeit
vom 12. bis einſchließlich 24. Dezember weder im
inne=
ren deutſchen Verkehr, noch im Verkehr mit dem
Aus=
lande — ausgenommen Argentinien — geſtattet. Nach
Argentinien können auch in dieſer Zeit mehrere, jedoch
höchſtens drei Pakete, mit einer Poſtpaketadreſſe vet
ſandt werden. Gemeinſchaftliche Einlieferungsbeſch
nigungen über mehrere gewöhnliche Paketen werden
— abgeſehen von Sendungen nach Argentinien — iu
der bezeichneten Zeit nicht ausgeſtellt.
Die Einziehung der Zeitungsgelder erfolgt dure
die Briefträger in der Zeit vom 15. bis einſchließlich
des letzten Monats im Vierteljahr koſtenlos. Die Brief
träger uſw. ſind zur endgültigen Quittungsleiſtung über
die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die
die Einrichtung für das Publikum bietet, ſpringen in die
Augen, wenn man berückſichtigt, daß der regelmäßige
Fort=
bezug der Zeitungen geſichert, der Gang zur Poſt und das
Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrsſchluſſe
be=
ſonders ſtark in Anſpruch genommen ſind, erſpart wird.
— Internationale Ringkampf.= Konkurrenz. Am
Samstag ſtanden ſich der neu eingetroffene van der
Born=Holland und Heß gegenüber. Der Holländer
entpuppte ſich als ein äußerſt tüchtiger Ringer, dem es nach
techniſch ſchönem Kampf gelang, ſeinen Gegner in 16
Mi=
nuten zu beſiegen. Mit großem Intereſſe verfolgte man
dann das Treffen zwiſchen Eberle und Eggeberg.
Obgleich beide Ringer das enorme Gewicht von je 120
Kilo beſitzen, entwickeln dieſelben eine Geſchwindigkeit
die man nur bei leichten Ringern zu ſehen gewöhnt iſt.
Der erſte Gang verlief ausſchließlich im Stand. Nach der
Pauſe gelang es Eberle, ſeinen Gegner durch Untergriff
zu erheben. Eggeberg parierte jedoch ſehr gut und fällt in
die Brücke, aus der er ſich in die Bauchlage rettet. Durch
Pirouette gelangen beide Ringer wieder in den Stand
zu=
rück, bis der Kampf nach 20 Minuten reſultatlos
abge=
brochen wurde. Auf die Entſcheidung, die in einigen
Ta=
gen ſtattfindet, darf man jedenfalls geſpannt ſein. Zum
Schluß ſiegte der Türke Mehmed über ſeinen Gegner
Bilkan nach 6 Minuten durch Doppel=Nelſon. — Bei
vollſtändig ausverkauftem Hauſe wurden am Sonntag
die Kämpfe fortgeſetzt. Ein ſchönes Schauſpiel bot der
erſte Kampf zwiſchen Tſcheſtjakoff und van der Born.
Beide ſind vorzügliche Techniker und gaben ſich
ſicht=
lich Mühe, eine Entſcheidung herbeizuführen; trotzdem
mußte der Kampf nach 20 Minuten reſultatlos abgebrochen
werden. Beim Revanchekampf Eberle=Terrikoff
ſiegte Eberle zum zweiten Male und zwar nach 6 Minu=
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 11. Dezember:
„Die Puppe‟.
W-l. In neuer Einſtudierung gelangte heute
Audrans originelle und unterhaltende Operette „Die
Puppe” wieder zur Aufführung und erzielte einen
durchſchlagenden Erfolg. Die Titelrolle ſpielte und
ſang zum erſten Male Fräulein Grünberg, die ſie
nett und pikant verkörperte und darſtellte, ſtimmlich
allerdings etwas bedeutender hätte ſein können. Sehr
hübſch war Herr Speiſer als Repräſentant des
reinen Toren Lancelot, der ſich auch als
Operetten=
tenor wieder beſtens bewährte. Den verdrehten
Pup=
penfabrikanten Hilarius ſpielte Herr Jordan mit
der ihm zu Gebote ſtehenden Komik. Das poſſenhafte
Freundespaar wurde von Herrn Jürgas und Herrn
Holler, der aber reichlich ſtark auftrug, ulkig
dar=
geſtellt; es iſt allerdings ſchon die niedrigſte Komik.
Der Chor der Konventsbrüder unter Führung des
Herrn Riechmann ſang ſeine unfrommen Lieder
ſicher und gut. Die Inſzenierung der Operette war
die gewohnte prunk= und efſektvolle. Die Vorſtellung
wurde, wie ſchon bemerkt, ſehr beifällig aufgenommen
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die Goldfunde an der Moſel. Wie
nun=
mehr bekannt wird, wendet ſich auch das Intereſſe
finanzieller Kreiſe der Ausbeutung der goldhaltigen
Gegend an der Moſel zu, wo vor langen Jahren
be=
reits mit Erfolg Goldſchürfungen vorgenommen
wur=
den. Namentlich wurde in Torfſchiefer= und
Grauwacke=
gebirge der Moſelgegend goldhaltiges Geſtein gefunden.
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde ein
rei=
ches Vorkommen von Gold im Goldbach bei Andel
feſt=
geſtellt, wo nach den Ueberſchwemmungen Goldkörner
von bedeutender Größe auf dem Lande gefunden
wur=
den. Damals wurden bereits Waſchverſuche angeſtellt.
Heute ſollen ernente Abbauperſuche gemacht werden.
* Stockholm, 10. Dez. Zum zehnten Male fand
die Verteilung der Nobelpreiſe ſtatt. Von
den vier Preisträgern waren anweſend Profeſſor van
der Wals=Amſterdam (Phyſik), Profeſſor Wallach=
Göt=
tingen (Chemie), Profeſſor Koſſel=Heidelberg (Medizin).
Sie erhielten vom König den ihnen zuerkannten Preis,
ein Diplom und Goldene Medaille überreicht. Für den
abweſenden Paul Heyſe empfing der deutſche Geſandte
Graf v. Pückler den Literaturpreis. Der Sekretär der
ſchwediſchen Akademie der Wiſſenſchaften, Dr. Of
Wir=
ſen, erklärte: Heyſe erhielt auf Vorſchlag von ſechs
be=
deutenden Männern Deutſchlands auf den Gebieten der
Literatur, Kunſt und Philoſophie dieſe Ehrung. Nach
der Feier fand ein Feſtmahl zu Ehren der Preisträger
ſtatt, an dem der Kronprinz und die Kronprinzeſſin,
andere Mitglieder der königlichen Familie, ſowie 300
Eingeladene teilnahmen.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 13. Dez.: „Der fliegende
Holländer” Mittwoch, 14. Dez.: „Der Zigeunerbaron”.
Donnerstag, 15. Dez.: „Othello”. Samstag, 17. Dez.:
„Fidelio”. Sonntag, 18. Dez., 3½ Uhr: „Ein
Walzer=
traum”; 7 Uhr: „Carmen”. Montag, 19. Dez.: „
Un=
dine‟ Dienstag, 20. Dez.: „Alda”. 2.
Schauſpiel=
haus. Dienstag, 13. Dez.: „Moral” Mittwoch, 14.
Dez.: „Ceſar Borgia‟. Donnerstag, 15. Dez.: Zum
erſten Male (Uraufführung): „Die drei Grazien”,
Luſt=
ſpiel in drei Aufzügen von Oskar Blumenthal und
Rudolf Lothar. Freitag, 16. Dez.: „Einer von unſere
Leut‟ Samstag, 17. Dez.: „Die drei Grazien”.
Sonn=
tag, 18. Dez., 3½ Uhr: „Die törichte Jungfrau” 7 Uhr:
„Die drei Grazien”. Montag, 19. Dez.: „Strandkinder”.
Dienstag, 20. Dez.: „Die drei Grazien”.
* Berichtigung. In dem geſtrigen
Konzert=
bericht mußte der vorletzte Satz lauten: An eigentlichen
(ſtatt neuzeitlichen) Zugnummern aber fehlte es dem
Programm.
Kleines Feuilleton.
C.K. London als königlicher
Weihnachts=
markt. Die großen Londoner Geſchäfte ſind bereits
eifrig an der Arbeit, die umfangreichen Aufträge zu er
ledigen, die ihnen von ihren gekrönten Kunden für die
Weihnachtszeit zugegangen ſind. Denn nicht nur das
engliſche Königshaus beſtreitet ſeinen Bedarf an
Weih=
nachtsgeſchenken zum größten Teil in London: eine
große Anzahl europäiſcher Herrſcherfamilien zählen
zu den regelmäßigen Weihnachtskunden des Londoner
Handels. Beſonders groß ſind die Aufträge auf
koſt=
bare iriſche Spitzen, die nicht nur in der Königin von
England eine begeiſterte Liebhaberin haben. In dieſem
Jahre hat auch die deutſche Kaiſerin eine anſehnliche
Menge koſtbarer iriſcher Spitzen in London beſtellt, um
mit dieſen zarten, feinen Meiſterwerken der
Spitzen=
kunſt ihren Verwandten und Freundinnen eine
Weih=
nachtsfreude zu bereiten. Königin Elena von Italien
iſt dem Beiſpiel gefolgt und anch die Königin von
Spa=
nien hat ſich einige Pakete alter iriſcher Spitzen
kom=
men laſſen, deren Inhalt trotz des geringen Umfanges
der Käſten und Schachteln ein ſtattliches kleines
Ver=
mögen repräſentiert. König Alfons bezieht ebenfalls
einen großen Teil ſeiner Weihnachtsgeſchenke aus
Lon=
don, aus demſelben Geſchäfte, das früher für den
ver=
ſtorbenen König Carlos von Portugal und für die
Kö=
nigin Amelie umfangreiche Weihnachtsbeſtellungen
aus=
zuführen hatte. König Alfons hat eine beſondere
Vor=
liebe für kleine engliſche Emailarbeiten. Doch auch der
deutſche Kaiſer bezieht beſtimmte Weihnachtsartikel aus
London. Ein Beauftragter des Kaiſers übernimmt die
Erledigung dieſer engliſchen Einkäufe, die ſich in erſter
Linie auf Zigarren= und Zigaretten=Etuis, auf reizende
Streichhölzer=Etuis, aber auch auf Nadeln und
Schmuck=
gegenſtände erſtrecken. Das engliſche Königspaar
be=
ſorgt einen großen Teil ſeiner Weihnachtseinkäufe
ver=
ſönlich; von beſtimmten Gegenſtänden hinwieder wer
den von den Firmen Proben und Muſter auf
Verlan=
gen ins Schloß geſchickt, wo dann die Auswahl erſolgt.
Seite 4.
Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
ten. Zum Schluß ſiegte Eggeberg nach 16 Minuten
über Bilkan. Geſtern fanden wieder hochintereſſante
Kämpfe ſtatt. Beſonderes Intereſſe erregt die Teilnahme
des noch zur Konkurrenz zugelaſſenen Halbblut=Indianers
Cody Bill. (Näh. ſ. Anz.)
§ Feſtgenommen. Am Sonntag wurde ein Friſeur
aus Rottweil, der von auswärts wegen Unterſchlagung
ſteckbrieflich verfolgt wird, hier feſtgenommen. — Weiter
ſind verhaftet worden ein 23jähriger Schloſſergehilfe und
ein 19 Jahre alter Taglöhner, beide von hier, wegen
Dieb=
ſtahl.
§ Einbruchsdiebſtahl. In einem Hauſe in der
Pallas=
wieſenſtraße wurde am Sonntag ein Einbruchsdiebſtahl
verübt, wobei den Tätern etwa 100 Mark bares Geld in
die Hände fiel.
§ Aſyl für Obdachloſe. In dem im Lokale des fünften
Polizeireviers in der Ludwigshöhſtraße errichteten Aſyl
für Obdachloſe wurde während des verfloſſenen Monats
November 394 Perſonen Obdach gewährt.
§ Schlägerei. In der Nacht von Samstag auf
Sonn=
tag gegen ¾5 Uhr wurde ein Sergeant des Infanterie=
Regiments Nr. 115 auf dem Ludwigsplatz von mehreren
jungen Burſchen angegriffen, ſodaß dieſer ſein
Seiten=
gewehr zog und einem Arbeiter einen Säbelhieb im
Ge=
ſicht beibrachte. Der Verletzte mußte in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht werden.
n. Offenbach, 12. Dez. Jener gemeingefährliche
Burſche, der durch die Staatsanwaltſchaft Darmſtadt
wegen eines ſchweren Sittlichkeitsverbrechens verfolgte
Taglöhner Wirth aus Obertshauſen, konnte im
Be=
zirk Seligenſtadt feſtgenommen werden und ſitzt jetzt
hinter Schloß und Riegel. Außer jenem Verbrechen
bei Weißkirchen am 3. Dezember hatte er bis zu ſeiner
Verhaftung noch ein weiteres verübt.
W. Zwingenberg, 10. Dez. Die von uns gemeldete
Wiederbenutzung unſerer neu hergerichteten Kirche
von verfloſſenem Sonntag ab, wurde auf weiteres
ver=
ſchoben. Erſt nach Aufſtellung der neuen Orgel und
wollſtändiger Fertigſtellung der Kirche ſoll dieſe
wie=
der dem regelmäßigen Gottesdienſt dienen. Die Koſten
für das neue Glockengeläute ſoll, wie wir hören, ein
auswärts wohnender Zwingenberger, der aber nicht
ge=
nannt ſein will, tragen. Bemerkt ſei noch, daß die Kirche
auch Zentralheizung und Gaslicht erhält.
t. Reichelsheim i. O., 12. Dez. Nach dem Ergebnis
der Zählung am 1. Dezember zählt die Gemeinde
Rei=
helsheim 2062 Perſonen gegen 1953 im Jahre 1905.
Die Filialgemeinde Eberbach zählt 74, Frohnhofen 36,
ſodaß die Geſamtzahl der Bürgermeiſterei
Reichels=
heim 2172 Einwohner beträgt. In Winterkaſten
wur=
den 764 Perſonen gezählt, wovon auf die
Eleonoren=
heilſtätte 135 entfallen.
t. Lindenfels, 11. Dez. Der Voranſchlag der
Gemeinde Lindenfels für das Jahr 1911 ſchließt
mit 46 121,05 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab.
Die ordentlichen Einnahmen ſind veranſchlagt zu
21 240,05 Mark, die Umlagen zu 24881 Mark, die
ordent=
lichen Augaben zu 43772.72 Mark, die außerordentlichen
zu 2348,33 Mark. Das Geſamtvermögen der Gemeinde
beträgt 386 254,96 Mark, die Schulden 117 246,73 Mark,
ſodaß ein Vermögensüberſchuß von 269007,96 Mark
ver=
bleibt. — Von den 1519 Einwohnern unſeres Städtchens
ſind nach der Zählung vom 1. Dezember 1100 evangeliſch,
415 katholiſch, 2 israelitiſch, 1 freireligiös und 1
apo=
ſtoliſch.
Mainz, 12. Dez. Die Witwe und Privatin Heim
aus der Münſterſtraße, die früher ein öffentliches Haus
beſaß, hinterläßt etwa 300000 Mark. Auch die Stadt iſt
mit einem größeren Legat bedacht; hoffentlich iſt nicht
daran die Bedingung geknüpft, daß die Stadt dafür der
Verſtorbenen ein Denkmal ſetzen muß. Wie bedeutend
die Hinterlaſſenſchaft ſein muß, geht aus der Tatſache
hervor, daß ſich im Nachlaß für nicht weniger als
100000 Mark Brillanten befinden.
Worms, 10. Dez. Der Termin zur Wahl des
Landtagsabgeordneten für die Stadt Worms,
an Stelle des verſtorbenen Abg. Reinhart, iſt auf
Frei=
tag, 16. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Rathausſaale
anberaumt worden. Als Wahlkommiſſär iſt der Großh.
Kreisrat Herr Geh. Regierungsrat Dr. Kayſer beſtellt.
Die Wahl erfolgt durch die für die jetzige
Landtags=
periode bereits beſtimmten 74 Wahlmänner.
Worms, 12. Dez. Im Offizierkaſino fand geſtern
nachmittag die 40jährige Erinnerungsfeier des
Ehren=
tages des 118er Infanterie=Regiments ſtatt. Es hatte
ſich dazu eine ſtattliche Zahl Teilnehmer
zuſammenge=
funden. Erſchienen waren: der kommandierende
Gene=
ral des 18. Armeekorps v. Eichhorn Exz.,
Brigade=
kommandeur Generalmajor v. Grumbkow, der Chef
des Generalſtabes des 18. Armeekorps, Oberſt v.
Hof=
acker, ſowie der Adjutant des Generalkommandos,
Major Pennrich, Generalleutnant z. D. Haneſſe
Exz., die Generale v. Boeckmann und Dernep,
ferner eine große Anzahl ehemaliger Angehöriger des
Die wichtigſten Geſchenke für die britiſchen
Königskin=
der beſtehen wie immer aus kleinen Maſchinen und
tech=
niſchen Modellen. Sowohl der jugendliche Prinz von
Wales als auch ſein jüngerer Bruder zeigen beide ein
leidenſchaftliches Intereſſe für mechaniſche
Konſtruk=
tionen und ihre Eltern verſäumen es nie, zu
Weih=
nachten dieſe Beſtrebungen durch entſprechende
Ge=
ſchenke zu beſtärken.
— Eine Wäſcheſtatiſtik Frankreichs.
Wenn man die Höhe der Wäſcherechnung zum
Grad=
meſſer der Kultur eines Bürgers macht, dann muß die
Geſamtſumme, die eine Nation alljährlich für Wäſche
ansgibt, ein lehrreiches Bild von der Kulturſtufe eines
ganzen Volkes bieten. Die Franzoſen können einer
ſolchen Beurteilung anſcheinend mit Ruhe
entgegen=
ſehen. Eine franzöſiſche Wochenſchrift hat ſich der Mühe
unterzogen, auf Grund einer kürzlich erſchienenen
Statiſtik zu berechnen, wieviel Frankreich alljährlich
für die Reinigung ſchmutziger Wäſche ausgibt. Wenn
man feſtſtellt, daß jeder Bürger in der Woche
durch=
ſchnittlich ſünf Pfund Wäſche zur Reinigung geben
muß, ergibt ſich für die ganze Nation im Jahre nicht
weniger als 50 Millionen Zentner Wäſche. Dazu
tre=
ten noch die großen Reſtaurants uſw., ſodaß man alles
in allem mit 60 Millionen Zentner rechnen darf. Da
die Reinigung eines Zentners Wäſche durchſchnittlich
10 Francs koſtet, geben die Franzoſen im Jahre rund
600000 Millionen Francs für Wäſche aus.
* Die Empfindſame. Ein bekannter Dozent
der Nationalökonomie erwähnt in ſeinem Kolleg die
Tatſache, daß in einigen Gebieten Amerikas die Zahl
der Männer die der Frauen weit überſteigt, und meint
ſcherzhaft: „Ich kann alſo den Damen nur empfehlen,
dorthin auszuwandern.‟ Entrüſtet erhebt ſich eine
Hörerin in der achten Reihe des amphitheatraliſch
an=
ſteigenden Auditoriums und verläßt geräuſchvoll den
Saal. Darauf der Dozent: „Na, ſo eilig war’s ja
eigent=
lich nicht.” (Jugend.)
Regiments, Bankdirektor Weber aus München, aktiver
Teilnehmer bei der Chamborderſtürmung,
Oberbürger=
meiſter Köhler=Worms, Kreisrat Wolff=Oppenheim und
eine größere Anzahl Herren aus der Stadt Worms.
Die Feier begann nachmittags 3½ Uhr mit einem
Feſt=
eſſen, bei dem Bankdirektor Weber das Hoch auf Kaiſer
und Großherzog ausbrachte, worauf der Kommandeur
des Regiments, Oberſt v. Behr, die Bedeutung des
Tages in trefflicher Rede zum Ausdruck brachte.
Gene=
ralleutnant Haneſſe Exz. gedachte als einer der älteſten
Angehörigen des Regiments in markigen Worten der
Waffentat von Chambord, worauf General v. Eichhorn
Exz. in vorzüglicher Anſprache mit Dank der Offiziere
des Regiments gedachte. Oberbürgermeiſter Köhler
ſagte dem Regimentskommandeur ebenfalls Dank für
die freundliche Einladung zur heutigen Feier mit dem
Hinweis, daß die große Zeit und ſpeziell die Waffentat
von Chambord unvergeſſen bleiben werde. Zugleich gab
er ſeiner Freude Ausdruck über die überaus
freund=
liche Geſinnung, die der Regimentskommandeur der
Bevölkerung von Worms bei jeder Gelegenheit
ent=
gegenbringe. Zum Schluß folgten verſchiedene
wohl=
gelungene Aufführungen, dargeſtellt von Offizieren des
Regiments und ganz hervorragend verfaßt von
Haupt=
mann Baither. Die Darſtellungen hatten ſich des
wohlverdienten allgemeinen Beifalls zu erfreuen. Die
Feier nahm in der gehobenſten Stimmung den ſchönſten
Verlauf. (W. Z.)
Worms, 12. Dez. Am nächſten Donnerstag findet
im Beiſein des Großherzogspaares und zahlreicher
ge=
ladener Gäſte die feierliche Einweihung des von
dem Freiherrn v. Heyl geſtifteten Cornelianums
und des erweiterten Stadthauſes ſtatt. Nach den
Plä=
nen Theodor Fiſchers in München iſt der gewaltige
Bau im Renaiſſanceſtil erſtanden. Der neue Feſtſaal
hat 700 Sitzplätze und wird wohl einer der idealſten
Konzert= und Feſtſäle ſein, die es in Heſſen gibt.
Un=
mittelbar an das Cornelianum ſchließt ſich in langer
Flucht, die Hagenſtraße entlang, die neue
Rathauser=
weiterung und verbindet ſich mit dem alten
Rat=
hausbau. Die Koſten der Neubauten betragen im
gan=
zen 800000 Mark, von denen Freiherr v. Heyl 450000
Mark für das Cornelianum geſtiftet hat.
Alzey, 12. Dez. Ein bereits wiederholt erörtertes
Projekt, die Erbauung einer Waldbahn, die
die Stadt Alzey mit den Orten Weinheim, Offenheim
verbinden würde und ſich nach dem Walddiſtrikt, dem
ſogen. Vorholz ausdehnen ſoll, iſt neuerdings wieder
in den Vordergrund getreten. Anläßlich der Sitzung
des Kreistages des Kreiſes Alzey machte Bürgermeiſter
Dr. Sutor die Mitteilung, daß betreffs Erbauung der
genannten Waldbahn von einer Geſellſchaft
Unter=
handlungen eingeleitet worden ſeien.
(*) Bad=Nauheim, 11. Dez. Ein langgehegter Wunſch
unſerer Badeſtadt geht jetzt in Erfüllung; hat doch der
Stadtvorſtand beſchloſſen, nahe der Waldwirtſchaft im
Hochwalde einen Feſtplatz herzurichten, der zugleich als
Jugendſpielplatz dienen ſoll. Der Platz ſoll im Winter
angelegt und im Frühjahr eröffnet werden.
(*) Lich, 11. Dez. Ein hier zur Erholung weilender
Seminariſt Sommer, der ſeit einiger Zeit ſchwer
nervenkrank iſt, war ſpurlos verſchwunden; der Wald
und die Ufer der Wetter wurden abgeſucht. Am anderen
Morgen fand man ihn auf dem Heuboden ſitzend vor.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Dez. Der hochverdiente
frühere Leiter der chirurgiſchen Charité=Klinik, Geheimer
Medizinalrat Profeſſor Franz König, iſt in der
Cha=
rité im Alter von 78 Jahren geſtorben. — In der neuen
Univerſitäts=Aula fand geſtern, am Tage des 67.
Geburts=
tages des verſtorbenen großen Gelehrten, eine
Trauer=
feier für Robert Koch ſtatt. Ein glänzendes
Au=
ditorium aus aller Herren Länder füllte den Saal bis auf
den letzten Platz. Geheimrat De. Gaffky hielt die
Ge=
dächtnisrede, in der er dem Lebensgang und der
Lebens=
arbeit des Verewigten gerecht wurde. — Der um 10 Uhr
abends abgehende Süd=Nord=Expreßzug konnte
zwiſchen Genua und Mailand ſeine Fahrt nicht fortſetzen
wegen der durch den Po verurſachten großen
Ueber=
ſchwemmungen. Nach dem Lokalanzeiger führte die
öſter=
reichiſche Südbahn von der Grenzſtation Ala bis zur
baye=
riſchen Grenze nach äufſtein einen Sonderzug aus dem
die Reiſenden nach Berlin von einem bayeriſchen
Expreß=
zug abgeholt wuroen. — Neute nachmittag gegen 4 Uhr
erlitt das Automobil des Rentiers Altberg in der
Königſtraße einen Unfall. Der Chauffeur wollte einen
Straßenbahnwagen überholen und geriet dabei an die
Bordſchwelle des Trottoirs. Die Fenſter des Magens
wurden zertrümmert und die beiden Inſaſſen, der Beſitzer
und ein Begleiter, durch Schnittwunden erheblich
ver=
letzt. — Ein bedauerlicher Unfall hat ſich bei den
Arbeiten einer elektriſchen Starkſtromanlage an der Ecke
des Kurfürſtendamm und der Wilmersdorfer Straße
ereig=
net. Ein Monteur des Städtiſchen Elektrizitätswerkes
in Charlottenburg wurde von dem hochgeſpannten Strom
getroffen und ſofort getötet. Wie es ſcheint, liegt eigenes
Verſchulden des Monteurs vor, worüber indeſſen die
ſo=
fort eingeleitete Unerſuchung Klarhei ſchaffen kann.
Potsdam, 12. Dez. Es hat ſich herausgeſtellt, daß
der Raubüberfall in Potsdam fingiert
ge=
weſen iſt. Frau Bogatzki legte ein Geſtändnis ab,
wo=
nach ſie die Tat mit ihrem Schwager, einem früheren
Fürſorgezögling, ausgeführt hat. Die geraubte Kaſſe
enthielt nur 100 Mark.
München, 10. Dez. In einem der größten
Mün=
chener Bier=Reſtaurants, dem Münchener Kindl=Keller,
iſt ganz plötzlich ein Streik der dort
bedienen=
den Kellnerinnen zum Ausbruch gelangt,
deſ=
ſen Entſtehung auf Lohndifferenzen zurückzuführen iſt.
Die Kellnerinnen gehören dem Verbande der
Gaſt=
wirtsgehilfen und =Gehilfinnen an und bekamen
bis=
her pro Abend 50 Pfg., Sonntags 1 Mark. Durch den
Verbandsſekretär ließen ſie vor einiger Zeit eine
Ent=
lohnung von 1,50 und 2,50 Mark fordern, die der
Ge=
ſchäftsführer nicht bewilligen zu können erklärte. Ver
allem weigerte er ſich, allein dieſen Lohn zu zahlen;
er werde über die Lohnerhöhungsfrage mit der „Freien
Vereinigung der Gaſtwirte” in Unterhandlungen
tre=
ten. Dieſe Unterhandlungen ſcheinen ſich aber etwas
in die Länge gezogen zu haben, denn an dem
katholi=
ſchen Feiertage Mariä Empfängnis, als das Lokal
nachmittags gut gefüllt war, erſchien der
Verbands=
ſekretär und forderte die Kellnerinnen auf, ſofort die
Arbeit niederzulegen, welcher Aufforderung auch
ſo=
gleich Folge geleiſtet wurde. Die dann eingeleiteten
Verhandlungen führten, da der Wirt Erſatz nicht ſo
ſchnell beſchaffen konnte, zur Erfüllung der erhöhten
Forderungen, worauf die Kellnerinnen Schürzen und
Geldtaſchen wieder umbanden und die Arbeit
auf=
nahmen.
Kolmar i. Elſ., 9. Dez. Am Sonntag, den 27.
Novem=
ber, wurde im hieſigen Stadttheater die Oper „Däe Re=
gimentstochter” gegeben. Wie in verſchiedenen
vor=
herigen Vorſtellungen traten dabei die Darſteller in der
Uniform der napoleoniſchen Grenadiere mit einer
blau=
weiß=roten Fahne auf. Einige Tage ſpäter
er=
ſchien in der Straßburger Poſt eine Notiz, die behauptete,
das Publikum habe die Fahne mit auffälligem Beifall
be=
grüßt, und an dem Beifall hätten ſich der Kolmarer
Bür=
germeiſter Blumenthal und der Präſident des
oberelſäſſi=
ſchen Bezirkstages Kuebler in demonſtrativer Weiſe
betei=
ligt, was übrigens von dieſen beiden in der entſchiedenſten
Weiſe beſtritten wird. Wie verlautet, hat nun die
Re=
gierung für die Wiederholung der Aufführung das Tragen
der Fahne auf der Bühne verboten.
Zürich, 12. Dez. Am Samstag nachmittag wurde
die Ablöſungsmannſchaft der Fortwache Stöckli der
St. Gotthard=Befeſtigung von einer Lawine
überraſcht. Während der kommandierende
Unter=
offizier mit ſechs Mann ſich noch retten konnte, wurde
ein Soldat in voller Ausrüſtung, mit Gewehr und
Schneeſchuhen, verſchüttet. Er konnte nur als Leiche
aus einer vier Meter hohen Schneeſchicht
herausge=
ſchaufelt werden. Die Lawinengefahr iſt im ganzen
Alpengebiet gegenwärtig ſehr groß.
Paris, 12. Dez. Der Eclair meldet aus Bombayz
An Bord eines deutſchen Schiffes, welches den Verkehr
zwiſchen Bombay und den Bermudas=Inſeln verſieht,
entſchlüpfte während der Ueberfahrt eine Löwin aus
ihrem Käfig. Erſt nach längeren aufregenden
Be=
mühungen gelang es, die Löwin zu töten, nachdem ein
Matroſe von ihr zerfleiſcht worden war.
Brüſſel, 10. Dez. Die Prinzeſſin Luiſe hat
in Sachen des Nachlaſſes ihres verſtorbenen Vaters
einen weiteren Prozeß angeſtrengt. Sie hat nämlich
durch ihre Advokaten einen höheren
Miniſterialbeam=
ten, den ehemaligen Ordonnanzoffizier des
verſtor=
benen Königs Leopold, Baron Snoy, und den
Kam=
merdiener König Leopolds vor Gericht laden laſſen,
um von ihnen Auskunft darüber zu erhalten, was ſie
am Tage vor der Operation des Königs in drei
Kof=
fern und einem Portefeuille nach dem Gebäude der
„Société Générale” transportiert haben. Es handelt
ſich hier um Gegenſtände, die der ehemaligen Geliebten
König Leopolds, der Baronin Vaughan, perſönlich
übergeben wurden und die ſie dann ihrem Treſor in
der genannten Bank anvertraute. Es ſcheint, die
An=
wälte der Prinzeſſin Luiſe nehmen an, daß in dieſer
Sendung die 30 Millionen Wertpapiere enthalten
waren, die ebenfalls vermißt werden und auf die die
Tochter des Königs Anſpruch zu haben glaubt. Dieſer
Prozeß dürfte vielleicht in vier Wochen zur
Verhand=
lung kommen.
Liſſabon, 12. Dez. Regengüſſe und Sturm
haben ganz Portugal heimgeſucht. Von der Küſte
werden viele Schiffsunfälle gemeldet. Segelſchiffe und
Paſſagierſchiffe wurden wrack, ohne daß man Hilfe
bringen konnte. Da außerdem die
Telegraphenver=
bindung durch den Sturm gelitten hat, weiß man zur
Zeit noch gar nicht, wie viele Schiffe
untergegangen=
ſind und wie groß die Zahl der Opfer iſt. Der Ort
Ribatajo bei Liſſabon ſteht ganz unter Waſſer. Die
Regierung entſandte Kriegsſchiffe, die den bedrohten
Schiffen Hilfe bringen ſollten. Im Norden Portugals
ſteht das Waſſer in manchen Dörfern 20 Fuß hoch.
Da=
die Wege ſchon in normalen Zeiten nicht ſehr gut
ſind=
ſo iſt es bei der augenblicklichen Ueberflutung und
Unterwaſchung weiter Gebiete ganz unmöglich, Hilſe
zu bringen. Die Zahl der Ertrunkenen ſoll ſehr groß
ſein.
London, 12. Dez. In der vornehmen Regentſtreet in
London fuhr bei dem Bemühen, einem Privat=
Auto=
mobil auszuweichen, ein Automobil=Omnibus auf den
Bürgerſteig, verletzte zwei Perſonen tödlich und
zertrüm=
merte zwei Schaufenſter.
Denkmalrat für das Großherzogtum Heſſen.
Aus den Verhandlungen der Tagung vom 5. d. M.
iſt zu erwähnen:
1. Geſchäftsbericht des Vorſitzenden.
Aus dem Denkmalrat iſt inzwiſchen noch
ausge=
ſchieden Profeſſor Dr. Sauer (infolge Berufung an
die Univerſität Kiel), der an den Beratungen ſtets
eifrig teilgenommen hat. Ferner hat der Denkmals
rat in dem leider ſo früh verſtorbenen Grafen Oriola
ein hervorragendes Mitglied und einen eifrigen
För=
derer ſeiner Beſtrebungen verloren. Ein Mann von
liebenswürdigem Charakter, war er mit einem feinen
Verſtändnis für Kunſtfragen ausgeſtattet und
bekun=
dete ein überaus warmes Intereſſe für alle Fragen,
mit denen der Denkmalrat befaßt war, an deſſen
Ver=
handlungen er ſich auch in anregendſter Weiſe
betei=
ligte. Hierdurch hat ſich der Verſtorbene ein ehrenvolles
Andenken im Denkmalrat geſichert, dem die
Anweſen=
den durch Erheben von den Sitzen Ausdruck gaben.
Es folgten Mitteilungen über den Stand der
kirch=
lichen Urkundenpflege, ſowie, über den Erfolg der bei
der vorhergehenden Tagung ergangenen
An=
regungen, ſo insbeſondere über die
Regel=
ung des Geſchäftsganges in Denkmalpflegeſachen
innerhalb des evangeliſchen Kirchenbauweſen, über
die Erfahrungen, die mit den von dem
Oberkonſiſto=
rium eingerichteten Denkmalpflegekurſen am Prediger=
Seminar in Friedberg gemacht worden ſind, über die
Abhaltung archäologiſcher Kurſe in Heſſen und Bayern,
ſowie über die weiteren Einträge in die Denkmalliſte.
Zu letzterem Punkte berichtete Baurat Wagner, daß
bis jetzt im ganzen 1920 Eingänge erfolgt und hiervon
1488 den Beſitzern zugeſtellt worden ſind. In 279
Fäl=
len iſt Beſchwerde erhoben worden. 43 Beſchwerden
ſind nach Belehrung freiwillig zurückgezogen, neun
Beſchwerden durch nachträgliche Ausſchußbeſchlüſſe
gegenſtandslos geworden. Es verbleiben ſomit 227
Beſchwerden gleich rund 15 Prozent der zugeſtellten
Beſchlüſſe. Ueber 159 Beſchwerden hat das
Miniſte=
rium entſchieden, und zwar in 103 Fällen abweiſend,
in 56 Fällen wurde den Beſchwerden ganz oder
teil=
weiſe ſtattgegeben. Ueber 68 Fälle ſteht die
Entſcheid=
ung noch aus. Von den Einträgen in die
Denkmal=
liſte entfallen 716 auf Starkenburg, 675 auf Oberheſſen,
529 auf Rheinheſſen.
Von weiteren Vorkommniſſen iſt zu erwähnen,
daß in der Frage der Erhaltung des Steinheimer
Tor=
tums in Seligenſtadt bis jetzt leider noch kein
weſent=
licher weiterer Fortſchritt zu verzeichnen iſt, da die
Gemeinde die erforderlichen Mittel nicht zur
Verfüg=
ung ſtellen will. Das Hochbauamt Dieburg iſt
inzwi=
ſchen beauftragt worden, das Projekt im einzelnen
noch durchzuarbeiten, ſo daß dann hoffentlich eine
ge=
eignete Unterlage für erneute Verhandlungen
gewon=
nen wird. Dagegen ſind die Arbeiten zur Erhaltung
der Wandmalereien in der evangeliſchen Kirche zu
Jugenheim (Rheinheſſen) im Gange, und es ſind hierzu
von dem Miniſterium des Innern 300 Mark bewilligt
vorden. Der wertvolle Gladbachiſche Nachlaß iſt für
Nummer 292.
den Betrag von 30 Markt erworden worden, wovon
300 Mark geſtiftet wurden. Die wegen Erhaltung
einiger alter Straßennamen in Friedberg
eingeleite=
ten Verhandlungen waren — auch Dank der
Unter=
ſtützung in der Frage durch die Preſſe — von Erfolg
begleitet. Mehrere Ausſchußſitzungen haben
ſtattge=
funden. Unter anderem wurde über die
Wiederher=
ſtellungsarbeiten am Dom zu Mainz beraten.
Hier=
über berichteten Domkapitular Dr. Bendix und der
vom Ordinariat zum Dombaumeiſter beſtellte Architelt
Profeſſor Becker=Mainz. Es handelt ſich zunächſt um
Sicherung ſchadhafter Fundamente und um
Feſtſtel=
lung der weiteren Bauſchäden, die im Laufe der
Zeiten am Dom aufgetreten ſind. Das Ergebnis der
bisherigen Unterſuchung iſt kein erfreuliches und läßt
erkennen, daß die Wiederherſtellung einen ganz
er=
heblichen Umfang annehmen und ſehr beträchtliche
Mittel beanſpruchen wird, die über die finanzielle
Leiſtungsfähigkeit des Domes hinausgehen. Ein
eini=
germaßen richtiges Bild wird erſt ein auf Grund
wei=
terer Feſtſtellungen anzufertigender Koſtenüberſchlag,
der in Arbeit iſt, ergeben. Es fand ferner eine
Berat=
ung über den Umbau des Mollerſchen Stadttheaters in
Mainz ſtatt, der inzwiſchen im Einverſtändnis mit
der Denkmalpflege vollendet worden iſt, ſowie eine in
Wimpfen unter Zuziehung auch auswärtiger
Sach=
verſtändiger abgehaltene Tagung über die
Erhaltungs=
arbeiten an der Kaiſer=Pfalz in Wimpfen, die ihrem
Ende entgegengehen.
2. Bedeutung gleichmäßig
aufgenomme=
ner Ortspläne für die geſchichtliche
For=
ſchung und für die Denkmalpflege.
An Hand eines ausgehängten, ſehr reichhaltigen
Planmaterials hob der Referent, Prof. Pützer den
Wert der Stadtpläne für die Denkmalpflege hervor.
Die Pläne ſeien eine graphiſche Chronik der Städte;
aus ihnen könne der Forſcher auf einen Blick erſehen,
wie eine Stadt entſtanden ſei, welche Schickſale ſie
durchgemacht habe. Dies wird an einer Reihe von
typiſchen Beiſpielen erläutert und dabei auf die
muſter=
gültigen und weit vorgeſchrittenen Einrichtungen
Englands, dann auch Bayerns, das in Deutſchland an
der Spitze ſteht, hingewieſen. Neben anderen Staaten,
zum Beiſpiel Preußen, ſei auch Heſſen hier noch im
Rückſtand; es mangele teils überhaupt an
vollſtändi=
gem Material, namentlich aber fehle die
Einheitlich=
keit in der Durchführung. Daher ſei der Wunſch wohl
gerechtfertigt, daß Heſſen nunmehr auch auf dem
be=
ſprochenen Gebiete wieder vorbildlich vorgehe.
Pro=
feſſor Dr. Kautzſch als Korreferent unterſtützte die
Ausführungen des Vorredners nachdrücklichſt, bezog
ſich hierbei auf den vortrefflichen am 8.
Denkmal=
pflegetag in Mannheim vom Muſeumsdirektor Meier
in Braunſchweig gehaltenen Vortrag=e) „Ueber
Grund=
rißbildungen der Städte” und gab einige Beiſpiel aus
der Kunſtdenkmäler=Inventariſation des Landes, bei
deren weiterer Durchführung man genauer
Ortsauf=
nahmen, insbeſondere der alten Teile, nicht entbehren
könne. Dieſe ergänzten die geſchichtlichen Urkunden,
ja oft könne man aus einem Stadtplan mehr an
ge=
ſchichtlichen Feſtellungen entnehmen, als die vielfach
ſpärlichen Urkunden ergäben. Beſonderer Wert ſei
darauf zu legen, daß die Stadtpläne gleichmäßig
auf=
genommen, in gleichmäßigem Maßſtabe aufgetragen
und gleichmäßig ausgearbeitet ſeien. Nach einer
ein=
gehenden Ausſprache, in der auf die beſtehenden
Be=
ſtimmungen über die Aufſtellung der Ortsbaupläne in
Heſſen verwieſen, im übrigen aber die Notwendigkeit,
die Anregung weiter zu verfolgen, allſeitig anerkannt
worden war, kam man zu dem Ergebnis, es möchte
zu=
nächſt amtlich feſtgeſtellt werden, was an
diesbezüg=
lichem Material im Lande vorhanden ſei und in
wel=
chem Zuſtandes es ſich befinde. Gleichzeitig ſollten in
einer kurzgefaßten Denkſchrift die aus den
vorher=
gehenden Ausführungen herzuleitenden Zwecke
dar=
gelegt und dabei außer dem Sonderintereſſe, das die
Denkmalpflege an der Sache habe, die Verwendbarkeit
erſchöpfender, nach einheitlichen Geſichtspunkten
auf=
geſtellter Stadt= und Ortspläne, namentlich für
Kom=
munen und Private, ſodann auch für die weiteren
Aufgaben des Staates des näheren erörtert werden.
Dieſe Denkſchrift iſt an das Miniſterium des Innern
mit der Bitte weiter zu reichen, in Beratungen über
den Gegenſtand einzutreten, und hierzu auch
Mit=
glieder des Denkmalrates und eventuell andere
geeig=
nete Perſönlichkeiten zuzuziehen, damit Mittel und
Wege, wie die Aufgabe durchzuführen wäre, gefunden
und entſprechende Vorſchläge gemacht werden könnten.
18. Schutz der Friedhöfe und der Grab=,
Denkmäler (Friedhofsordnungen).
Hierüber berichtete Geheimer Baurat Profeſſor
Walbe auf Grund ſeiner Erfahrungen als
Baudenk=
malpfleger für Oberheſſen. Einer Anregung des
Oberkonſiſtoriums folgend, habe er entſprechende
Vor=
ſchläge ausgearbeitet. Hiernach ſollten die alten
Grab=
denkmäler ſo lange als möglich an Ort und Stelle
ver=
bleiben und erhalten werden. Müßten ſie aber
beſei=
tigt werden, ſo ſei für eine geſchützte
Wiederaufſtel=
lung an geeigneten Plätzen Sorge zu tragen. Auch
für die Erhaltung des Baumwuchſes und der
Pflanz=
ungen alter Friedhöfe müßte etwas geſchehen. Einige
beſonders kennzeichnende Beiſpiele, in denen die
G=
meinden ſchonungslos den Baumbeſtand beſeitigt
haben, belegten die Notwendigkeit. In Verbindung
damit wurde beantragt, darauf hinzuwirken, daß die
Geiſtlichen, die jetzt faſt überall von der Verwaltung
der Friedhöfe ausgeſchaltet ſeien, in die
Friedhofs=
kommiſſionen gewählt würden. Auch ſei es geboten,
mißverſtändliche Auslegungen einiger
Friedhofsord=
nungen durch entſprechende Belehrung zu begegnen,
in den Friedhofsordnungen ſelbſt womöglich auch
Be=
ſtimmungen aufzunehmen, um alte Friedhöfe von
beſonderer Eigenart darin zu erhalten. Endlich möchte,
wenn auch dem eigentlichen Gebiet der Denkmalpflege
ferner liegend, bei Neuanlagen von Friedhöfen auf
eine gute, der Landſchaft angepaßte Geſtaltung,
nament=
lich auch der Umwehrungen, und auf eine würdige
Ausſtattung der Grabdenkmäler, hingewirkt, die
Be=
völkerung über die Häßlichkeit und Minderwertigkeit
der vielfach von Reiſenden für Grabſteingeſchäfte
an=
gebotenen Erzeugniſſe aufgeklärt werden. Die
Aus=
führungen des Referenten fanden die volle
Zuſtim=
mung des Denkmalrates. Der Vorſitzende bemerkte
dazu, daß den Anregungen, ſo weit ſie ſchon vorlägen,
wohl in Bälde Folge gegeben und die
neuhinzugetre=
tenen Wünſche ebenfalls ernſtlich in Erwägung gezogen
werden würden. Damit war die Vormittagsſitzung
beendigt. — Gegenſtand der Nachmittagsſitzung
war u. a.:
Seite 5.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
jahr einen Gewinn in Höhe von 30 720 Pfund auf=
4. Verſchlepgung von Plaſtiken
weiſt. Hiervon ſollen 728325 Pfund auf neue
Rech=
in Mainz.
Ueber den Gegenſtand war bereits auf der voran= nung vorgetragen werden, was mehr als genug ſein
*) Vergl. Stenographiſchen Bericht über die
Ver=
handlungen des 8. Denkmalpflegetages in Mannheim
1907. S. 151 u. folg. Verlag von Wilhelm Ernſt und
Sohn.=Berlin W 66.
gegangenen Tagung des Denkmalrates verhandelt
und dabei auf die der Kunſt und dem Stadtbild
drohen=
den Verluſte in Fällen der Veräußerung, der
Beſei=
tigung und namentlich der Verſchleppung nach
aus=
wärts hingewieſen worden. Im Anſchluß an
Vor=
kommniſſe aus neuerer Zeit wurde diesmal als
be=
merkenswert der Ausgang eines gerichtlichen
Straf=
verfahrens in einem bekannten Mainzer Falle (Fall
Broo) mitgeteilt, in dem erfreulicher Weiſe durch
gerichtliches Urteil ſowohl der Käufer als auch der
Verkäufer des Baudenkmals beſtraft worden ſind. Es
wurden ferner Mittel und Wege beſprochen, wie
künf=
tig weiteren Verluſten tunlichſt zu begegnen ſei, dabei
der eifrigen und uneigennützigen Tätigkeit des
Main=
zer Altertumsvereins und ſeines bewährien
Vorſitzen=
den, Prof. Neeb, anerkennend gedacht, dem man auch
weiterhin die Fürſorge für dieſe Denkmäler
anver=
traut wiſſen möchte.
Es folgten noch einige kürzere Mitteilungen; ſo
ein Hinweis auf den kürzlich erſchienenen 1.
Jahres=
bericht der Denkmalpflege in Heſſen, 1902/1907, der
den Mitgliedern inzwiſchen zugegangen und von
die=
ſen mit Befriedigung aufgenommen worden iſt. Auf
Vortrag des Geheimen Baurats Prof. Walbe ſpricht
ſich ferner der Denkmalrat dahin aus, daß die von dem
Atelier von Fräulein Suſanne Homann=Darmſtadt
hergeſtellten Poſtkarten in Kupferdruck mit Aufnahmen
maleriſcher Städtebilder, ſowie bemerkenswerter
Bau=
ten und ihrer Einzelheiten als ein wertvolles
Hilfs=
mittel für Denkmalpflege und Heimatſchutz anzuſehen
und ihre Weiterverbreitung, insbeſondere auch in den
Schulen, zu empfehlen ſei.
Einige noch auf der Tagesordnung ſtehende
Gegen=
ſtände mußten der vorgerückten Zeit wegen für
dies=
mal abgeſetzt werden. Als weiteres Thema für eine
künftige Tagung wird von Geheimen Baurat Profeſſor
Walbe die Entwickelung des Landkirchenbaues in
Oberheſſen vorgeſchlagen, während Muſeumsdirektor
Profeſſor Dr. Back die Frage „Gründung und
Auf=
gaben kleinerer Dorf= und Ortsmuſeen” demnächſt
ein=
mal zu erörtern anregt und zur Begründung einige
nähere Angaben macht. Dieſen Anregungen ſoll
ent=
ſprochen werden. — Der Vorſitzende ſchließt um 7½
Uhr abends die Sitzung mit Worten des Dankes an
die Erſchienenen.
Delegiertenverſammlung des Zentralverbandes
deutſcher Induſtrieller.
* Unter ſtarker Beteiligung von Delegierten aus allen
Teilen Deutſchlands fand am Freitag in Berlin die
Dele=
giertenverſammlung des Zentralverbandes
Deut=
ſcher Induſtrieller ſtatt. Den Tätigkeitsbericht
er=
ſtattete der Generalſekretär Dr. Bueck=Berlin, der die
Beziehungen zwiſchen Landwirtſchaft und Induſtrie, die
Organiſationen der Arbeiter und die Arbeitskämpfe der
letzten Jahre beſprach. Nach längerer Diskuſſion wurde
folgende Reſolution einſtimmig angenommen: „Der
mangelnde Schutz der Arbeitswilligen führt
ſo offenſichtliche Schäden herbei, daß eine Abhilfe dringend
geboten erſcheint. Die Delegiertenverſammlung erklärt ſich
mit den vom Direktorium dieſerhalb getanen Schritten
völlig einverſtanden und ſpricht die Hoffnung aus, daß ſie
von Erfolg gekrönt ſein mögen.” — Ferner wurde eine
zweite Reſolution angenommen, in der es heißt:
„Der Zentralverband Deutſcher Induſtrieller gibt im
An=
ſchluß an ſeine in der Verſammlung der Delegierten am
12. April d. J. zur Reichsverſicherungsordnung gefaßte
Entſchließung der Befriedigung darüber Ausdruck, daß die
Kommiſſion für die Reichsverſicherungsordnung mit den
bisher beſchloſſenen Abänderungen des Entwurfs in
man=
cher Hinſicht vom Standpunkt der Induſtrie vorgetragenen
Bedenken Rechnung getragen hat. Der Zentralverband
faßt ſeine Stellungnahme dahin zuſammen, daß die
Er=
haltung der Leiſtungsfähigkeit der
deut=
ſchen Erwerbstätigkeit der oberſte Geſichtspunkt
auch auf dem Gebiete der Arbeiterverſicherung bleiben
muß. Eine über die zuläſſigen Grenzen hinausgehende
Belaſtung der Verſicherungsträger würde nicht nur die
Wettbewerbstätigkeit als oberſten Geſichtspunkt auch auf
dem Gebiete ſchädigen, ſondern ſchließlich ſogar die
Wohl=
taten der geſamten deutſchen Arbeiterverſicherung in Frage
ſtellen. Das Zuſtandekommen eines Geſetzes, das den
oben dargelegten Geſichtspunkten nicht Rechnung trüge,
müßte den Zentralverband mit allerernſteſter Sorge
er=
füllen.”
Luftſchiffahrt.
Aug. Eulers deutſcher Rekord iſt nicht
geſchlagen. Die geſtrige Meldung unſerer
Sportkorre=
ſpondenz, daß der Franzoſe Amerigo den von Euler
aufgeſtellten deutſchen Dauerrekord geſchlagen habe, iſt, wie
uns zuverläſſig mitgeteilt wird, unrichtig. Amerigos
Flug von 4 Stunden 37 Minuten zerfällt in drei
aufein=
anderfolgende verſchiedene Flüge, von denen der längſte
etwa zwei Stunden dauerte. Der deutſche Dauerrekord
wird alſo nach wie vor von unſerem erfolgreichſten
deut=
ſchen Flieger Auguſt Euler gehalten.
sr. Die Strecke für den ſüddeutſchen
Ueberlandflug, der im Frühjahr 1911 in der
oberrheiniſchen Tiefebene geplant iſt, iſt jetzt,
vor=
läufig allerdings noch unverbindlich, feſtgelegt
wor=
den. Danach wird die Fahrt in Freiburg i. B.
be=
ginnen und von dort ſoll in fünf Tagesetappen von
je zirka 100 Kilometern Länge Wiesbaden erreicht
werden. Auf der letzten Tagesetappe,
Frank=
furt a. M.Wiesbaden, wird noch eine beſondere
Schnelligkeitskonkurrenz ſtattfinden, an der jedoch
nur eine beſchränkte Zahl von Fliegern teilnehmen
können. Das definitive Programm ſoll im Januar
veröffentlicht werden.
Sport.
Fußball. Am letzten Sonntag ſpielte hier die
1. Mannſchaft des F.=C. „Union”=Wixhauſen gegen die
gleiche Mannſchaft des Darmſtädter Sportklubs 1905 und
gewann erſtere nach ſcharfem Spiele mit 3:2 Toren.
Die 3. Mannſchaft des Sportvereins „Victoria” konnte
am letzten Sonntag gegen die 1. Mannſchaft des F.=C.
„Alemannia”=Eberſtadt mit 5:0 Goals ſiegreich
heim=
kehren.
Handel und Verkehr.
* Kimberley, 10. Dez. In der heutigen
Jah=
resverſammlung der de Beers Company wurde
feſtgeſtellt, daß die Gewinn= und
Verluſtrech=
nuna für das mit dem 30. Juni endende Geſchäfts=
dürfte, um allen Eventualitäten zu begegnen, welche
die Geſellſchaft durch Beſteuerung treffen können. Die
Bilanz weiſe beträchtliche liquide Aktiva auf, die ſich
tatſächlich auf 2½ Millionen Pfund belaufen. Der
Aufſichtsrat hielt es für angezeigt, dieſes Geld zur
Tilgung der Firſt Mortgage Debenture=Schuld, von
der jetzt noch ein Betrag von 1216000 Pfund im
Um=
lauf iſt, und zur Einlöſung der Obligationen zu
ver=
wenden, die im Laufe des folgenden Monats
abge=
zahlt werden ſollen. Die Vorräte an
Diaman=
ten ſowohl, die im Beſitze, der Geſellſchaft ſind, als
auch die des Syndikats, hätten ſich ſehr vermindert
und ſeien tatſächlich nunmehr nur ſo groß, wie ſie
zum Zwecke des Geſchäftsbetriebes ſtets notwendig
ſeien. Man glaubt, daß dies in weiterem Umfange
auch bei anderen Produzenten der Fall iſt, die
eben=
falls ſähen, daß die Produktion nicht annähernd ſo
groß geweſen ſei, wie die Verkäufe, die im vorigen
Jahre oder in den zwei letzten Jahren ſtattgefunden
hätten, ſodaß die erwähnten Vorräte ſowohl die
frü=
her angeſammelten Beſtände, wie auch die Ergebniſſe
der regelmäßigen Produktion darſtellten. Die kün
tigen Ausſichten des Diamantenmarktes
können als günſtig angeſehen werden, da der Markt
jetzt von der laufenden Produktion verſorgt werden
müſſe, indem aufgeſtapelte Vorräte nicht weiter
ver=
fügbar ſeien. Die Ausſichten der Geſellſchaft ſeien
unter dieſen Umſtänden um ſo günſtiger, als jährliche
Laſten in Höhe von faſt 308000 Pfund verſchwinden
würden. Die Geſellſchaft ſei nicht imſtande geweſen,
die anderen Produzenten zu überzeugen, daß es
wünſchenswert ſei, die Produktion einzuſchränken.
Es beſtehe folglich keine Hoffnung auf ein hohes
Steigen der Preiſe. Doch hoffe man zu einem
Einver=
ſtändnis mit den einzelnen Produzenten zu gelangen
hinſichtlich der Beſchränkung der Förderung
gering=
wertiger Produkte.
Ausländiſche Preßſtimmen über die Rede
des Reichskanzlers.
* Paris, 11. Dez. Die Abendblätter erörtern in
eingehenden Leitartikeln die geſtrige Rede des
Reichs=
kanzlers. Der Temps ſchreibt u. a.: Die Ausführungen
des Reichskanzlers über die auswärtige Politik ſind in
mehrfacher Hinſicht intereſſant, obenan ſtehen ſeine
Er=
klärungen über die Potsdamer Kaiſerbegegnung. Dieſe
Entrevue erſcheine immer mehr als die Grundlage einer
Orientpolitik, welche dazu beſtimmt ſei, aus den
ruſſiſch=
deutſchen Beziehungen die Türkei auszuſcheiden, ſyfern
dieſelbe Anlaß zu Zwiſtigkeiten bieten könnte. Rußland
ſcheint im Prinzip die Entwicklung der deutſchen Aktion
im türkiſchen Reiche angenommen zu haben als Erſatz
der Annäherung der beſonderen Intereſſen Rußlands an
Nord=Perſien. Der Anſchluß der Bagdadbahn an das
perſiſche Schienennetz beſiegle dieſes Abkommen, und
hierdurch läuft die ohnehin heikle Lage Frankreichs und
Englands in Konſtantinopel Gefahr, noch verwickelter
zu werden, als die Vertreter dieſer beiden Mächte die
Vogelſtraußpolitik noch weiter verfolgten. Betreffs der
Meinung des Reichskanzlers über Agadir, ſchreibt der
Temps. Es gibt keine Agadiraffäre. Der Beſuch eines
franzöſiſchen Kreuzers hat nichts Bedrohliches für
deutſche Intereſſen in den dortigen Gegenden. Die
reizenden und drohend klingenden Worte des
Reichs=
kanzlers waren in keiner Weiſe gerechtfertigt.
Viel=
leicht hat man die Urſache dafür anderswo zu ſuchen
als in Marokko. Man iſt in Berlin unangenehm
be=
rührt von den allzu häufigen Zollzwiſchenfällen an der
franzöſiſch=deutſchen Kontinentalgrenze, welche durch
eine allzu buchſtabenmäßige, ungeſchickte Anwendung
des neuen Tarifes hervorgerufen würden. Ebenſo iſt
man in Berlin ärgerlich über die Schwierigkeiten, welche
die Bureaus des franzöſiſchen Kolonialminiſteriums
den zur Hintanhaltung von Zwiſtigkeiten an der
Kongo=Kamerun=Grenze getroffenen Vereinbarungen
bereiten. Wir glauben aber nicht, daß die kühle
Stim=
mung anhalten wird. Eine unzweideutige Aufklärung
und von franzöſiſcher Seite eine ernſte Mahnung an
einige unfügſame Beamte werden genügen, um die Dinge
in Ordnung zu bringen. — Siécle meint: Die von
Deutſchland im Februar 1909 anerkannten beſonderen
politiſchen Intereſſen Frankreichs in Marokko würden
zu einer ſehr geringfügigen Sache zuſammenſchrumpfen,
wenn ſie nicht einmal den Beſuch eines fainzöſiſchen
Offiziers beim Paſcha von Agadir rechtfertigen ſollten.
— Journal des Débats ſchreibt: Wir werden die
Er=
klärung des Staatsſekretärs v. Kiderlen abwarten, aber
wir ſehen nicht ein, warum der Beſuch eines
franzö=
ſiſchen Kriegsſchiffes in Agadir zu einer Beſchwerde
ſeitens einer Signatarmacht der Algecirasakte Anlaß
geben ſollte. — Liberté ſchreibt: Der Reichskanzler,
wel=
cher die benachbarte Nation mit der Löſung ihrer
inneren ſozialen Frage vollauf beſchäftigt ſieht, betreibt
methodiſch und mit Unterſtützung Englands die
Ge=
ſchäfte ſeines Landes in dem Orient. Noch ſelten hat
ein deutſcher Diplomat dieſen Plan mit ſolcher
Be=
ſtimmtheit dargelegt. — Eclair ſchreibt: Die
Erklärun=
gen des Reichskanzlers bilden eine Vorrede zu dem
zwiſchen dem Zaren und Kaiſer Wilhelm verabredeten
unermeßlichen gemeinſamen Zuſammenwirken. Auf dem
Gebiete paralleler Eroberungen vermittels „friedlicher
Durchdringung” werden die drei Kaiſerreiche Rußland,
Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland einig vorgehen.
* London, 12. Dez. Daily News ſagt: Für die
Engländer iſt das Problem der Beziehungen zu
Deutſchland die Hauptfrage in der äußeren Politik, und
die Rede des deutſchen Reichskanzlers bringt ſie der
Löſung näher. Das Weſen des Problems iſt das
wirkliche oder ſcheinbare Wettrüſten. Die
Verhandlun=
gen zwiſchen England und Deutſchland ſind weiter
ge=
führt worden und werden noch weiter geführt werden.
Sie haben noch keine beſtimmte Vereinbarung zur
Folge, aber ſie machten doch Fortſchritte. Der Argwohn
wird verſchwinden und die Rivalität, die aus dem
Arg=
wohn entſteht, wird von ſelber ſterben. Wir werden die
Stimmung zwiſchen England und Deutſchland erhalten,
daß es den Staatsmännern beider Länder nicht mehr in
den Sinn kommt, gegeneinander zu bauen. Wir
wer=
den eine Verſtändigung erlangen ohne Vertrag, eine
tatſächliche Beſchränkung der Rüſtungen ohne geſetzliche
Verpflichtung. Unſerer Anſicht nach iſt von Bethmauns
Vorſchlag weiſe Staatskunſt. Seine Erklärung über
Rußland bedeutet, daß unſere Verſtändigungen mit
Frankreich und Rußland im Begriff ſind, zu der
ur=
ſprünglichen, allein rechtfertigenden Form
zurückzu=
kehren, daß ſie ein Bollwerk des Friedeus und des
internationalen Wohlwollens ſein ſollen und keine
Ent=
ſchuldigung für das Anfachen von Argwohn und Suchen
nach Zank mit Deutſchland. Alles dies zeigt, wie leicht
eine Aenderung in der Atmoſphäre herbeigeführt wer=
Nummer 292.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
den könnte und tatſächlich herbeigeführt wird. Der
Zeit=
punkt für eine ſolche Annäherung könnte nicht günſtiger
ſein. Däs nächſte Jahr iſt das letzte, in dem
Deutſch=
land nach den Beſtimmungen des Flottengeſetzes vier
Schlachtſchiffe bauen wird.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 12. Dez. Der Vizepräſident Schulz
eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten. Die
ſerſte Leſung des Etats
wird fortgeſetzt.
Staatsſekretär des Reichsjuſtizamtes Dr. Liser:
Die von dem Abg. Scheidemann aufgeſtellte
Behaupt=
ung, gegen den Frankfurter Stadtverordneten
Wen=
del ſei infolge der Rede des Abg. von Heydebrand das
Verfahren wegen Majeſtätsbeleidigung eingeleitet
worden, iſt unrichtig. Ich kann feſtſtellen, daß die
ſtaatsanwaltlichen Behörden bereits Mitte Oktober
mit dieſer Angelegenheit befaßt worden ſind.
An=
fang November iſt die Einleitung des Verfahrens von
der Staatsanwaltſchaft angeordnet worden.
Gleich=
zeitig wurde der Oberreichsanwalt mit dieſer Suche
befaßt; dadurch iſt allerdings eine gewiſſe
Verzöger=
ung eingetreten. Die Juſtizbehörden ſind von keinen
anderen Behörden abhängig, auch nicht von
Anreg=
ungen aus dieſem Hauſe.
Abg. Lattmann (wirtſch. Vgg.): Es iſt
erfreu=
lich, daß der Reichskanzler ſeine Unabhängigkeit von
allen Parteien betont hat; das liegt im Intereſſe des
ganzen Volkes, ebenſo, daß der Reichskanzler die
Mit=
arbeit aller bürgerlichen Parteien gern annehmen
will. Der Block der Rechten und der Linken iſt für
lange Zeit unmöglich geworden, und zwar durch die
Schuld der Liberalen. (Sehr richtig! rechts.) In der
Induſtrie iſt heute ſchon ein Umſchwung in der
Beur=
teilung der Finanzreform zu beobachten; das beweiſt
die Kundgebung der Bochumer Handelskammer und
des Zentralverbandes der Induſtriellen. Wir ſtimmen
mit der Linken in der Forderung der geheimen Wayl
in Preußen überein. Für die Kriegsveteranen muß
endlich genügend geſorgt werden; um die
erforder=
lichen Mittel für die Kriegsinvaliden und die
Alters=
penſionäre zu bekommen, ſollte die Wertzuwachsſteuer
noch weiter ausgebaut werden. Der Verkauf des
Tempelhofer Feldes iſt völlig korrekt vollzogen
wor=
den. Weshalb hat die Sozialdemokratie nicht auch
in dieſem Jahre über die hohen Koſten der
Unter=
haltung des Heeres ſich aufgehalten? (Abg. Ledebour:
Wir ſind doch keine Wiederkäuer für Sie.
Vizepräſi=
dent Schulz: Herr Abg. Ledebour, dieſer Ausdruck
verſtößt gegen die Ordnung des Hauſes und ich
rufe Sie deshalb zur Ordnung.) Lattmann
fort=
fahrend: Die Sozialdemokraten können ihre
dama=
ligen Behauptungen heute nicht wiederkauen, denn
der Etat ſieht dieſes Jahr ganz anders aus. (
Vize=
präſident Schulz: Sie dürfen eine Beleidigung nicht
mit einer anderen erwidern; das verſtößt ebenfalls
gegen die Ordnung.) Lattmann fortfahrend: Das
Schimpfen über den Moloch des Militarismus und
über unſere Auslandspolitik iſt ganz unfruchtbar.
So ſehr manches an der Tätigkeit des ehemaligen
Staatsſekretärs Dernburg anzuerkennen iſt, ſo war
doch ſein Vertrag, den er uns hinterlaſſen hat, ein
Schlag ins Geſicht des Reichstages. (Der Herr
Reichs=
kanzler betritt den Saal.) Das hat ſelbſt ſein
Partei=
genoſſe Dr. Rohrbach anerkannt; jedenfalls ſollte man
den Mann nicht überſchätzen. Wunderbar berührt
die Aeußerung des badiſchen Miniſters Freiherrn von
Bodmann, die Sozialdemokratie ſei eine
Kultur=
bewegung; er hätte nur das Auftreten der
Sozial=
demokratie hier am Samstag erleben müſſen. Der
Reichskanzler hat das mit Friſche und überzeugend
dargelegt. (Lachen links: Ledebour zurufend:
Wenig=
ſtens ein Bewunderer des Reichskanzlers.) Herr
Lede=
bour, der Reichskanzler, den Sie bewundern, würde
mir leid tun. (Große Heiterkeit und Sehr gut!
rechts.) Die Sozialdemokratie iſt volks= und
arbeiter=
feindlich. Dieſe Erkenntnis dringt allmählich in
immer weitere Kreiſe. Das Treiben gewiſſer
aus=
ländiſcher Studenten dürfen wir nicht mehr länger
mit anſehen. Man führe uns zum Ziel, zum Heil des
Volkes. (Lebhaftes Bravo! rechts und Ziſchen links.)
Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter: Auf
die Anfrage in Sachen der Eröffnung des Hafens von
Agadir bemerke ich, daß mir jetzt erſt der Bericht über
das Einlaufen des franzöſiſchen Kriegſchiffes „
Du=
chayla” zugegangen iſt. Wie Ihnen bekannt iſt, ſteht
Frankreich und Spanien die Ausübung der Seepolizei
an der marokkaniſchen Küſte zu infolge eines
Man=
dates des Sultans von Marokko, dem ſämtliche
Ver=
tragsmächte zugeſtimmt haben. Im vorliegenden Falle
iſt ein franzöſiſches Kriegsſchiff in Ausübung der
Seepolizei, ſpeziell in Verfolgung von Schmugglern,
geweſen. Nur aus dieſem Anlaß iſt dieſes Kriegsſchiff
in den Hafen eingelaufen und die franzöſiſche
Regier=
ung hat uns ausdrücklich erklärt, daß mit dieſem
Ein=
laufen in den Hafen von Agadir ein anderer Zweck
nicht verbunden geweſen ſei. Nach dieſen loyalen
Erklä=
rungen haben wir vorerſt das Einverſtändnis mit der
fran=
zöſiſchen Regierung feſtgeſtellt, daß die Oeffnung eines
ge=
ſchloſſenen Hafens nur vom Sultan mit Zuſtimmung
ſämt=
licher Vertragsmächte erfolgen kann Redner kommt dann
auf die Wünſche bezüglich des Auswärtigen Amtes
zu ſprechen. Das Auswärtige Amt ſolle
refor=
miert werden. An der ganzen Organiſation,
welche aus der großen Zeit Bismarcks ſtammte,
haben wir nicht zu rütteln. Sie dürfen Vertrauen
zu uns haben, daß ich in den Kommiſſionen und auch
im Plenum Rede ſtehen werde, und bitte ich Sie um
Ihr Vertrauen. — Staatsſekretär im
Reichskolonial=
amt v. Lindequiſt verteidigt ſeinen
Amtsvor=
gänger gegen die ſcharfen Angriffe des Abg.
Latt=
mann. Dernburg ſei es in erſter Linie zuzuſchreiben, daß
unſere Kolonien ſich in ihrem Werte gehoben hätten.
Redner kommt dann auf die günſtige Produktion unſerer
Kolonien zu ſprechen und kündigt eine Denkſchrift an
be=
treffend Hebung der Baumwollnot. Die militäriſchen
Lei=
ſtungen ſeien erheblich geringer geworden. Die geleiſteten
Vorſchüſſe für Kamerun werden in einer Höhe von
1 150000 Mark zurückgezahlt werden; ebenſo verzinſt und
amortiſiert Südweſtafrika die Eiſenbahnanleihe. Die Laſten
des Reiches ſeien um 5 Millionen zurückgegangen, in den
letzten 4 Jahren um nicht weniger als 22 Millionen, das
ſind etwa 50 Prozent. Gegenüber neuen
Bahnbauprojek=
ten werde man zunächſt große Zurückhaltung üben.
Be=
ſonderer Wert wird auf die Zugangsſtraßen zu den
Bah=
nen gelegt. Redner beſpricht hierauf einzelne
Bahnpro=
jekte. Gute Fortſchritte ſeien in Kamerun und Togo zu
verzeichnen. Eine Hauptſorge muß der Schutz der
Ein=
geborenen vor Krankheit, wie Pocken und Schlafkrankheit,
ſein. Die letztere erforderte im vergangenen Jahre eine
Million Mark.
Abg. Graf v. Brudzewo=Mielezynski (Pole):
bringt die üblichen Beſchwerden über die Unzufriedenheit
der polniſchen Bevölkerung zur Sprache. Soweit es
ſei=
ner Fraktion nicht unmöglich gemacht werde, ſei ſie zur
Mitarbeit bereit. — Abg. Werner (Reformpt.): Der
Etat beweiſe, daß die Reichsfinanzreform gute Früchte
bringe. Die Moabiter Vorgänge gehören vor das Forum
des preußiſchen Abgeordnetenhauſes. Wir verlangen
er=
höhten Schutz der Arbeitswilligen und Gewährung einer
genügenden Veteranenbeihilfe.
Staatsſekretär Lisco weiſt die Angriffe des
Abge=
ordneten Mielczynski, der die Objektiviät der Gerichte in
Poſen einer Kritik unterzogen hatte, ſcharf zurück. — Abg.
Erzberger (Ztr.) iſt über die ſtrenge Sparſamkeit im
Etat erfreut und zollt dem Reichsſchatzſekretär in warmen
Worten ſeine Anerkennung. Redner verſteht nicht, wie die
Abgeordneten Baſſermann und Wiemer den ſozialen
Ge=
danken in der Reichsfinanzreform als volksverletzend
be=
zeichnen konnten. Er kommt dann nochmals auf die vom
Abg. Lattmann kritiſierten Verträge Dernburgs zurück und
veranlaßt hierdurch den Staatsſekretär v. Lindequiſt,
nochmals in die Debatte einzugreifen, wobei dieſer die
Vorwürfe Erzbergers zurückweiſt.
Darauf tritt Vertagung ein. Nächſte Sitzung
Diens=
tag 1 Uhr. Schluß gegen 8 Uhr.
* Berlin, 12. Dez. Die
Wertzuwachs=
ſteuerkommiſſion nahm folgenden Antrag an:
Vom Steuerertrag erhält das Reich 50 Prozent; 10
Pro=
zent erhalten die Bundesſtaaten als Entſchädigung für
Verwaltung und Erhebung der Steuer; die übrigen 40
Prozent fließen den beteiligten Gemeinden oder
Ge=
meindevorſtänden zu. — Gegenüber einem Antrage des
Zentrums, der die in dem Entwurf vorgeſehene
Befug=
nis der Gemeinden mit Genehmigung der
Landesregie=
rung, Zuſchläge zu den von dem Geſetz beſtimmten
Steuerſätzen zu erheben beſeitigen will, erklärte der
Reichsſchatzſekretär: Dieſer Vorſtoß auf Beſeitigung der
Gemeindezuſchläge komme durchaus unerwartet. Die
Regierungsvorlage habe keine derartigen
Beſchränkun=
gen enthalten, vielmehr an dem bisherigen
Rechtszu=
ſtande nichts geändert. In der zweiten Leſung habe
man dann gewiſſe Grenzen gezogen, bis zu denen die
Gemeinden gehen dürften. Faſt allſeitig aber habe man
es als berechtigt anerkannt, daß den Gemeinden gewiſſe
Freiheiten in der Ausgeſtaltung des Tarifes
zugeſtan=
den werden müſſen. Es laſſe ſich natürlich darüber
ſtreiten, ob dieſe Grenzen nach der einen oder anderen
Richtung noch korrekter ausgeſtaltet werden könnten.
Aber der Antrag auf Streichung der Befugnis zur
Er=
hebung von Zuſchlägen, welche prinzipiell von dem
früher auch von dem Zentrum eingenommenen
Stand=
punkte abgehe, bedeute eine völlige Ueberraſchung. Das
Reich könne ſich unmöglich damit begnügen, lediglich
ſeinen eigenen finanziellen Vorteil wahrzunehmen, es
beſtehe aus einzelnen Bundesſtaaten und müſſe volle
Rückſicht nehmen auf die berechtigten Anſprüche der
Lebensbedingungen ſeiner Organismen, aus denen
die Staaten beſtänden. Wenn die Mehrheit der
Kom=
miſſion jetzt den prinzipiellen Standpunkt der zweiten
Leſung verlaſſe, ſo hege er die ernſteſten Beſorgniſſe für
das Zuſtandekommen des Geſetzes.
Eine Rede des Kaiſers.
* Berlin, 12. Dez. Die Anſprache des Kaiſers
bei der Feſtſitzung der Deutſchen
Landwirt=
ſchafts=Geſellſchaft hatte folgenden Wortlaut:
„Mit beſonderer Befriedigung nehme ich die
Verſiche=
rung unwandelbarer Treue und dankbarer Geſinnung
ent=
gegen, welche mir Ihr Präſident im Namen der deutſchen
Landwirte ſoeben ausgeſprochen hat. Meine Beziehungen
zur Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft reichen bis in
die Jahre ihrer Gründung zurück. Schon wenige Wochen
nach dem Antritt meiner Regierung habe ich im Jahre
1888 der Bitte ihres derzeitigen Präſidenten, des Herzogs
von Ratibor, willfahren, das Protektorat über die Deutſche
Landwirtſchafts=Geſellſchaft zu übernehmen, und in den
ſpäteren Jahren den Prinzen meines Hauſes gern geſtattet,
das Amt des Präſidenten der Geſellſchaft zu führen. Der
Be=
ſuch der ſo glänzend und erfolgreich verlaufenen
Aus=
ſtellungen inHannover und Berlin hat mir Gelegenheit
gege=
ben, mich perſönlich von den hervorragenden Leiſtungen
der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft und von ihrer
Bedeutung für die Entwickelung der deutſchen
Landwirt=
ſchaft zu überzeugen.
Mein Erſcheinen am heutigen Tage, an welchem Ihre
Geſellſchaft auf ein Vierteljahrhundert treuer und
zielbewuß=
ter Arbeit mit berechtigter Genugtuung zurückblicken darf,
ſoll der bewährten Leiterin und Führerin auf dem Gebiete
der landwirtſchaftlichen Arbeit in Deutſchland meinen
kai=
ſerlichen Dank und meine volle Anerkennung ihres
Wir=
kens und Schaffens bekunden. In den 25 Jahren ihres
Beſtehens hat die Geſellſchaft die wirtſchaftlichen und
gei=
ſtigen Intereſſen der Landwirtſchaft in glücklicher Weiſe
wahrgenommen, den deutſchen Landwirten in allen
Fra=
gen ihres ſchönen Berufes mit Rat und Tat zur Seite
ge=
ſtanden und ihnen manches edle Samenkorn zugeführt, das
unter den erwärmenden Strahlen der Friedensſonne
Wur=
zel geſchlagen und hundertfältig Frucht getragen hat. Es
iſt das bleibende Verdienſt der Deutſchen Landwirtſchafts=
Geſellſchaft, zur rechten Zeit erkannt zu haben, daß die
Landwirte im Konkurrenzkampfe der wirtſchaftlichen
Mächte ſich die Fortſchritte zu eigen machen müſſen, welche
die Wiſſenſchaft und menſchlicher Erfindungsgeiſt auf den
Gebieten der Pflanzenkunde, Chemie und Tierzucht, in der
Induſtrie und Technik im Laufe der Jahre gezeitigt haben.
Durch dieſe ihre Beſtrebungen hat die Deutſche
Landwirt=
ſchafts=Geſellſchaft in hervorragendem Maße dazu
beige=
tragen, die Leiſtungsfähigkeit der deutſchen Landwirtſchaft,
ſowohl des bäuerlichen wie des Großgrundbeſitzes, zu
heben und in weiten Kreiſen die Ueberzeugung zu
feſtigen, daß auch die Landwirtſchaft von unſerer
aufſtre=
benden und blühenden Induſtrie nur Nutzen ziehen kann.
Mit meinen Glückwünſchen zu der heutigen Jubelfeier
ver=
binde ich herzliche Wünſche für die Zukunft. Möge die
Deutſche Landwirtſchafts=Geſellſchaft ihren großen Zielen
immer näher kommen, die deutſchen Landwirte weiter
unter ihren Fittigen zu ſammeln, und ſo auch an ihrem
Teile das Band befeſtigen, das alle deutſchen Gaue
um=
ſchließt. Möge ſie es ſich ſtets angelegen ſein laſſen, die
Liebe zur heimiſchen Scholle zu pflegen und in ihren
Mit=
gliedern das Gefühl der Berufsfreudigkeit und der
Be=
rufstreue zu ſtärken, damit die landwirtſchafttreibende
Be=
völkerung ſich allerſeits als ein geſunder und verläßlicher
Kern des deutſchen Volkes bewähre zu Nutz und Frommen
des geſamten Vaterlandes.”
Die engliſchen Wahlen.
* London, 12. Dez. Bis heute nachmittag 1 Uhr
30 Min. war der Stand der Wahlen fylgender: 186
Liberale, 226 Unioniſten, 32 Mitglieder der
Arbeiter=
partei, 57 Redmondiſten und 6 OBrieniſten. Die
Libe=
ralen gewinnen 18, die Unioniſten gewinnen 21, die
Arbeiterpartei 4 Mandate. Miniſter Simon wurde in
Walthamſton mit 16998 Stimmen gegen Bollairs
ge=
wählt, der 13 275 Stimmen erhielt. Lambert wurde in
Cricklade gegen Calley gewählt. Es iſt das ein Sieg
der Liberalen.
Die Meuterei in Braſilien.
* Rio de Janeiro, 11. Dez., 3,50 N. Da die=
Meuterer um einen Waffenſtillſtand bis 10 Uhr
30 Min. morgens gebeten haben, um die Verwundeten
wegzuſchaffen, wurde die Beſchießung der Inſel Cobras
ausgeſetzt und um 11 Uhr wieder aufgenommen. Wenn
ſich die Aufrührer nicht ergeben, wird ein Sturm auf die
Inſel unternommen. Die Zahl der Opfer auf der Inſel
wird als beträchtlich geſchätzt. Präſident Hermes da
Fon=
ſeca wird noch dem Senat eine Botſchaft überreichen, die
ein Expoſé über die Situation enthält. Es iſt
wahrſchein=
lich, daß der Kongreß den Belagerungszuſtand beſchließen
wird. Die Landbatterien unterſtützen die Kriegsſchiffe in
der Beſchießung der Inſel.
* Rio de Janeiro, 12. Dez., 1 Uhr 25 Min. früh.
In der vergangenen Nacht verſuchten die Meuterer
zu=
fliehen, viele von ihnen wurden gefangen. Die
Regie=
rungstruppen beſetzten früh die Inſel Cobras,
wo=
ſich noch einige Aufſtändiſche befanden, die keinen
Wider=
ſtand leiſteten. Das Leben in der Stadt nimmt wieder
überall den gewöhnlichen Charakter an.
* London, 12. Dez. Dem hieſigen braſilianiſchen=
Geſandten wird aus Rio de Janeiro telegraphiert,
daß=
der Befehlshaber der Garniſon von Rio de Janeiro wäh= des Bombardements durch einen Schuß am
Bein=
verwundet wurde. Die Verluſte an Menſchenleben
ſind nicht bedeutend. Einiger Sachſchaden wurde
ange=
richtet.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Das Ergebnis der letzten Volkszählung iſt, was
die geringe Bevölkerungszunahme der Stadt=
Darmſtadt betrifft, in der Tat eine recht auffallende=
Erſcheinung, der unbedingt auf den Grund
gegangen=
werden wird und muß. Vergleichsweiſe ſeien hier die=
Zählungsergebniſſe von Bonn und Karlsruhe angeführt:
Karlsruhe: 1905 111 249, 1910 133953, Zuw. = 20,4 %.
81996, „ 87968, „ — 7,2
Bonn=
Darmſtadt: 83123, „ 87455, „ — 5,2%
Das ſind Zahlen, die zu denken geben. Ob die hohen
Steuern dem Aufblühen unſerer Stadt hinderlich ſind
und größerem Zuzug im Wege ſtehen oder was
ſonſt=
die Urſache ſein mag, es muß ergründet werden.
Was=
helfen, muß man ſich angeſichts ſolcher Zahlen fragen,
in Darmſtadt alle gemeinnützigen Beſtrebungen, den
Verkehr zu beleben und Fremde hierherzuziehen! Wenn
Darmſtadt im Wachstum derart langſam wie in den
letzten fünf Jahren weiterſchreitet, wird es die 100 000
viel=
leicht erſt in 20 Jahren erreichen. Videant consules . .
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 12. Dez. Der Kaiſer beſichtigte heute
vormittag das Kinderſchutzhaus in Zehlendorf
und nahm dann im Berliner königlichen Schloß das
Frühſtück ein. Er begab ſich dann ins
Abgeordneten=
haus, um dort an der Feſtſitzung der Deutſchen
Land=
wirtſchaftsgeſellſchaft teilzunehmen. Mit dem
Kaiſer=
erſchien bei dieſer Sitzung der Reichskanzler.
Land=
graf Chlodwig von Heſſen=Philippsthal begrüßte den
Kaiſer namens der Geſellſchaft und brachte ein Hoch auf
Se. Majeſtät aus. Hierauf hielt der Kaiſer eine
An=
ſprache. Nach ihm ſprach der Reichskanzler.
* Wien, 12. Dez. Der Miniſterpräſident v.
Bie=
nerth wird heute noch die Demiſſion des
Ge=
ſamtkabinetts überreichen. Die Demiſſion wird.
angenommen und das Kabinett mit der proviſoriſchen
Fortführung der Geſchäfte betraut werden.
* Athen, 12. Dez. Aus den bisher bekannten
Wahlreſultaten für Attika kann geſchloſſen
wer=
den, daß die Liſte der Anhänger Venizelos überäll ſieg
reich ſein wird.
* New=York, 12. Dez. Der Dampfer „Olympia” iſt
an der Küſte des Prinz William=Sundes in Alaska auf
Grund geraten. Die See iſt ſtürmiſch. Nach eine
drahtloſen Meldung wird das Schiff zwiſchen den
Klippen hin und her geworfen. An Bord befinden ſich
insgeſamt 106 Perſonen, darunter 52 Paſſagiere. Man
hofft, daß die Rettung gelingt, bevor das Schiff in
Stücke geht.
Briefkaſten.
W. D., hier. Die Zuchthausſtrafe iſt eine
lebens=
längliche oder eine zeitige (§ 14 Str.=G.=B.). Der
Höchſt=
betrag der letzteren iſt 15 Jahre. Lebenslängliche
Zucht=
hausſtrafe iſt alſo nicht gleichbedeutend mit einer ſolchen
von 15 Jahren. Lebenslängliche und zeitige
Zuchthaus=
ſtrafe können vom Gericht feſtgeſetzt werden, wie auch im
Fragefalle wegen der beiden Verbrechen in Frankfurt
und in Friedberg geſchehen iſt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Das
weſt=
liche Tief rückt weiter vor und hat geſtern abend und
über Nacht bereits Niederſchläge gebracht. Die
Tem=
peraturen ſind in Deutſchland etwas geſtiegen. Die
weſt=
liche Zyklone gewinnt jetzt immer mehr Einfluß auf
unſere Witterung, ſodaß Regenfälle zu erwarten ſind.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 13. Dez.:
Trüb, Niederſchläge, Temperatur wenig verändert.
(19864M
SEunSelEn
SOGNAE
e e
Ze
Hervorragendes Erzeugniss der Cognacbrennerei:
LANDAUER & MAcHClL., HEilBRONN.
Nur echt mit der Hammer-Schutzmarke, Überall erhäftlich.
Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Seite 7.
Preiswerte Neuheiten in
Tisch- u. Tee-Gedecken
Gartendecken Milieux
(24082
für Weihnachten.
Eichbergs Nachfolger
29 obere Wilhelminenstrasse 29.
Täglich nachmittags
affee konzert
Hotel „Hess‟.
(23646a
Die Bühne im eigenen Heim wird berechtigterweiſe
die Sprechmaſchine „Grammophon” genannt, welche
von den erſten Autoritäten auf dem Gebiete der Muſik
als vollkommenſtes Muſikinſtrument offiziell anerkannt
worden iſt. Das „Grammophon” vereinigt Oper
Operette — Konzertſaal — Variété — in ſich.” Kein
Wunder, daß der Apparat als Weihnachtsgeſchenk ſehr
bevorzugt wird, weil damit ein unumſchränkter großer
Kreis gleichzeitig erfreut werden kann und mit dem
Grammophon nicht nur eine vorübergehende
Weihnachts=
freude bereitet wird, ſondern ein Genuß von dauerndem
Wert. Natürlich darf, wie bei jedem Muſikinſtrument,
bei Anſchaffung nicht der Preis, ſondern die Qualität
maßgebend ſein, und es muß daher darauf hingewieſen
werden, daß die weltbekannte Schutzmarke „Die Stimme
ſeines Herrn”, Foxterrier vor dem Apparat, die ſicherſte
Garantie für vollkommenſte Qualität bietet. Die
offi=
ziellen Verkaufsſtellen der Deutſchen Grammophon=
Aktien=
geſellſchaft iſt: K. Jäger, Georgenſtraße 11; J. Techel,
Schillerplatz 3; Georg Karp, Ludwigsſtraße 20; und
findet dort Vorführung der Apparate ohne jeden Kauf=
(24 63
zwung ſtatt.
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
Am Sonntag, den 11. Dezember,
vormit=
tags 8¼ Uhr, verſchied nach kurzem, ſchwerem
Leiden unſere gute, treue Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter und Tante
(24035
Frau
Katharine Kunz
Lehrers Witwe.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Ludwig Kunz, Metzgermeiſter.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
13. Dezember, nachmittags 1¾ Uhr, vom
Trauer=
hauſe, Kaſinoſtraße 15 aus.
Todes-Anzeige.
Freunden und Verwandten die
ſchmerz=
liche Nachricht, daß unſere innigſtgeliebte
Toch=
ter, Schweſter, Schwägerin und Tante, meine
(24106
unvergeßliche Braut
Anna Kiefer
im Alter von 34 Jahren heute morgen 9¼ Uhr
ſanft entſchlafen iſt.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1910.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Kiefer und Frau,
Heinrich Kiefer und Frau,
Willy Kiefer und Frau,
Friedrich Koop und Frau,
geb. Kiefer,
Wilhelm Feſſel.
Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag
2 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes-Anzeige.
Sonntag abend verſchied ſanft unſere liebe
(24034
treubeſorgte Mutter
Frau Auquste Wiener
geb. Traiser.
Um ſtilles Beileid bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt,
Grafenſtr. 45,
Ascot,
den 12. Dezbr. 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14.
De=
zember, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.
Die Einſegnung findet ¼ Stunde vorher in
der Friedhofskapelle ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Verluſte unſeres lieben Gatten und Vaters
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Elise Hartmann, geb. Kamberger.
Darmſtadt, Dezember 1910.
(24095
Herren- und Damen-
Konfektion, Manufakturwaren,
Gardinen, Portieren, Teppiche,
Läuferstoffe etc.
gegen bar und auf bequeme
Abzahlung.
Kurſe vom 12. Dezember 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. 1 Prot.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 13,10
45,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 9990
3½ do. Conſols . . . . 93.10
84,90
B do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,50
94,00
do.
3½
84,50
do,
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,10
do.
91,70
3½
do.
82.50
4 Hamburger Staatsanl. 100,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,80
do.
91,60
3½
do.
81,20
3 Sächſiſche Rente . . . 83,80
4 Württemberger v. 1907 101,80
do.
33,80
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 50,30
3% Italiener Rente . . . 103,90
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,40
do. Goldrente . . 99,00
do. einheitl. Rente 93,80
Portug. unif Serie I 65,20
do. unif. Ser. III 67,00
do. Spezial. 11,50
Rumänier v. 1903 . . 102,20
do. v. 1890 . . 95,00
do. v. 1905 . .
Rſſcs 3, 148180 ₰. 6. 8 ₰ 93,00
InNrot.
Bf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 93,50
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
91,70
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 83,80
4 Türk. Admin. v. 1903 86,80
4. do. unifiz. v. 1903 93,50
4 Ungar. Goldrente . . 93,90
4 do. Staatsrente . 92,00
5 Argentinier . . . . . . 101,00
90,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 96,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,20
do.
99,00
4½
. 97,80
4½ Japaner
5 Innere Mexikaner . . 98,90
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 93,20
5 Gold=Mexikaner . . . 100,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
.. . . 143,50
4 Nordd. Lloyd . . . . 106,50
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 106,90
4 Gotthardbahn
In Pry.
3f.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 1605
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,25
4 Pennſylvania R. R. 128,25
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 206,00
.. 72,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 505,00
Fabrik Griesheim . . . . 274,90
Farbwerk Höchſt . . . . . 538,75
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 340,00
Lahmeyer . .
. . 118,80
Schuckert
. . 156,40
Siemens & Halske . . . 244½
Adlerfahrradwerke Kleyer 425,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 223,50
Gelſenkirchen .
. . . 212½.
Harpener .
.185%
Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . 243,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,80
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
do.
3½
91,80
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
97,80
do.
alte . 81,10
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,10
do.
80,30
do.
2.
56,80
3 Raab=Oedenburger . . 76,50
Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,30
4 Kronpr. Rudolfbahn . —
Sf.
2‟) Livorneſer . . . . . . 74,20
4 Miſſouri=Paciſie 77,50
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . . 99,00
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ
Darmſtädter Bank
Deutſche Bank
Deutſche Vereinsban
Diskonto=Geſellſchaft
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk
Nationalbk. f. Deutſchl.
Pfälzer Bank.
Reichsbank.
Rhein, Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
3½
do.
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
Sädd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3½
29.
168½
130,90
595
126,50
193,75
162,90
121,00
130,40
105,00
43,10
138,75
139,80
99,80
91,50
99,20
99,00
90,50
100,70
91,70
99,00
90,80
99,60
90,30
100,20
91440
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute morgen meine liebe Mutter, unſere gute
Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und
Tante
Frau
Emil Geopert Wtw.
geb. Lebas,
nach kurzem, ſchweren Leiden im Alter von
75 Jahren zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Alexander Geppert.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1910.
Darmſtraße 10.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Friedhofes
(24097
aus, ſtatt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Samſon und
Dalila‟
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von E. F. Kirchſtein um 8 Uhr im Hotel
„Zur Traube‟
Hauptverſammlung des Literariſchen Vereins um
3½ Uhr im Vereinslokal.
Hauptverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpen=
vereins um 8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Ausſtellung von Jugendſchriften und Bildwerken im
Rathaus (geöffnet von 11—12 und 4—7 Uhr).
Ausſtellung des Rothenburger Verbandes akadem.
Architektenvereine in der Aula der Techniſchen
Hoch=
ſchule (geöffnet von 9—4½ Uhr).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 14. Dezember.
Hofreite=Verſteigerung der Karol. Diehm (Innere
Ringſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Holzverſteigerung um 9 Uhr bei Wirt Strohmenger
(Heiliges Kreuz).
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
v. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Möbel, Polsterwaren,
Betten, kompl. Einrichtungen
gegen bar und auf bequeme
Abzahlung.
Polster- und
Schreinerwerk-
stätten im Hause.
InProz.
100,50
91,30
.101,00
95,00
100,00
91,60
100,00
91,00
150,00
91,10
100,00
91,50
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½ do.
4 Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruße
3½ do.
4 Magdeburg=
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München . .
100,00
3½ Nauheim
9 ,80
4 Nürnberg.
100,30
3½ do.
91,90
4 Offenbach .
100,00
3½ do.
4 Wiesbaden .
100,40
½ do.
92,00
4 Worms . . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 161,50
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,25
5 Donau=Reg. ſl. 100 152,50
3 Holl, Komm. ℳ 100 104.70
In 1ey
Sl.
3 Madrider Fs. 100 76,20
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
137,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe 176,20
3 Oldenburger .
. 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 99,50
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
Augsburger
ſl. 7 37,50
Braunſchweiger Tlr. 20 218,00
Freiburger Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 —
do.
Fs. 10 —
Meininger
fl.
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 556,00
do. v. 1858 ₰ 100 456,00
Ungar. Staats
„100 391,20
Venediger
Frs. 30 43.75
Türkiſche
„ 400 180,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke . . . .
Oeſterr. 20=Kronen . . . .
Amerikaniſche Noten . . .
Engliſche Noten . . . . .
Franzöſiſche Noten . . . .
Holländiſche Noten . . . .
Italieniſche Noten . . . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . .
20,41
16,15
16,90
4,19%
20,43
81,95
169,20
80,70
85,00
80,80
Reichsbank=Diskonto .
Beichshaul=Lombard Zäf. 6 20
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Nummer 292,
Als praktische
Wchmaekee
empfehlen wir unsere Spezialitäten:
Strümpfe Trikotagen Schwarze Kinderstrümpfe, reine WollePaar 38, 40, 46, 52 bis 2.54 Herren-Normalhemden
Stück 1.54, 1.72, 2.14 bis 5.25 Braunwollene Kinderstrümpfe
Paar 50, 60, 70, 80 bis 2.56 Are heruiſtenen
Stück 1.82, 2.18, 2.54 bis 4.50 Schwarze wollene Damenstrümpfe
Paar 88, 94, 1.00, 1.10 bis 2.60 Herren-Normaljacken
Stück 1.05, 1.28, 1.72 bis- 3.50 Braunwollene Damenstrümpfe
Paar 1.28, 1.32, 1.42 bis 2.65 Herren-Normal-Einsatzhemden
Stück 2.60, 2.75, 2.95 bis 3.10 Herrenstrümpfe, schwarz und mel.
Päar 65, 94, 1.10, 1.24 bis 1.50 Knaben-Normalhemden
Stück 1.00, 1.10, 1.20 bis 3.20 Herrensocken, extra billig
Paar 55, 68, 75 Pfg. Damen-Normalhosen, Hemden u. Jacken
in allen Grössen und jeder Preislage Herrensocken, grau u. schwarz, reine Wolle
Paar 0.94, 1.08, 1.20, 1.40 bis 1.70 Kinder-Anzüge (Leib- und Seelhosen)
Stück 0,80, 1.20, 1.36 bis 2.60
Wollwaren
Wollene Echarpes schwarz, hell u.
dunkel-
von 55 Pfg. an
farbig
Chenille-Echarpes, schwarz u. farbig
von 3.10 an
Plüsch-Tücher, schwarz und farbig
von 3.50 an
Schulterkragen
von 3.00 an
Damen-Westen in allen Grössen
von 1.88 an
Kinder-Röckchen und Kleidchen
gestrickt, Trikot und Oxford
Kinder-Häubchen, wollene, weissu. rot
von 50 Pfg. an
Samt-, Chenille- und Tach-Hauben
in allen Grössen und Farben
Kinderhäubchen, Astrachan u. Lammfell, in weiss u. rot
Kinder-Capes, weiss und farbig
Rodel-Jacken und-Mützen
Neuheiten für Damen u. Kinder
in weiss und farbig
Riesige Auswahl
in Herren- und Knaben-Westen und Sweaters
in allen Größen, Farben und jeder Preislage
Trikot und gestrickte, für Damen, Paar 0.72, 0.84, 1.12, 1.32, 1.45 usw.
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Herren-Handschuhe in Trikot, gestrickt und Krimmer, mit Lederbesatz, in allen Grössen und Preislagen
. . . in allen Grössen und Preislagen
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gan
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Beachten Sie bitte unsere Schaufenster!
Schwarz-weisse Rabattmarken
Beachten Sie bitte unsere Schaufenster!
M 252.
Dienstag, 13. Dezember.
1910.
In diesem jetzt beginnenden Weihnachts-
Verkauf bringe ich grosse Quantitäten
Waren zu horrend billigen Preisen zum
Verkauf.
Kaffeeservice
moderne Malerei, 18.50, 15.50, 13.50.
10.50, 8.50, 7.50, 6.50, 5.75, 4.75, 3.75,
3.50, 3.—
Tafelservice
feinbemalt, 95.−
75.-
2.40 Mk.
61.— 45.50,
38.50, 27.50, 25.50, 22.50, 18.50, 17.50,
15.50, 12.50, 8.50, 7.50 . 5.50 Mk.
Waschservice, moderne Zeichnungen
18.50, 17.50, 16.50, 15.50 14.50, 13.50,
12.50, 11.50, 10.50, 9.50, 8.50, 7.50, 6.50,
5.50, 4.95, 3.50, 2.75, 2.25, 1.45, 95 Pf.
Küchenservice, 16teil und 22teil.
Zu-
sammenstell., 22.50, 18.50, 16.50, 14.50,
13.50, 12.50, 10.50, 9.50, 8.50, 5.95 Mk.
Bierservice, weiß u. mit Malerei, 13.50,
12.50, 11.50, 10.50, 9.50, 8.50, 7.50, 6.50,
5.50, 4.50, 3.50, 2.50, 1.75 95 Pf.
Likörservice in hübschen Ausführung.
8.50, 7.50, 6.50, 5.50, 4.50, 3.50, 2.50,
1.50, 1.25 95
60 Pf.
Weinservice in reiz. Dek. 10.50, 9.50,
8.50,7.50,6.50,5.50, 4.50,3.50,2.50, 1.95 M.
Bowlenservice, glatt, antik u. bernstein
15.50, 14.50, 13.50, 12.50, 11.50, 10.50
9.50, 8.50, 7.50
4.− Mk.
Rahmservice. .
. 95 Pf.
Rauchservice, 8.50, 7.50, 6.50, 5.50,
4.50, 3.50, 2.—
. . . 95 Pf.
Nickelkaffeeservice
25.− 22.− 18.— 16.50, 15.50, 13.50,
12.50, 11.50, 9.50, 7.50, 6.75 4.25 Mk.
. . . 1.95 Mk.
Emaille-, Sand-, Seife-, Soda-
Garnitur
Bundformen
2.10, 1.75, 1.50, 1.35, 1.10, 95, 75 Pf.
Küchenwagen
6.—, 5.75, 4.50 3.50, 2.50, 1.75 Mk
Kaffeemühlen 3.50, 2.75, 2.50, 2.25,
1.85, 1.25, 1.05
. 95 Pf.
Brotkasten 2.90,
1.95, 1.65
Reibemaschinen
3.50, 2.75, 1.85
Kartoffelpressen 1.20 . . 95 Pf.
2.65, 2.50, 2.25,
1.30 Mk.
1.40 Mk.
Fleischhackmaschinen 6.50, 5.50,
4.75, 3.50
2.50 Mk.
Man wolle meine
Schaufenster-Auslagen
beachten.
Satz Salatschüsseln
weiss
. 6 Stück 75 Pf.
Ober- und Untertassen
Porzellan mit Goldlinie Paar 15 Pf.
Obst-Service
bunt bemalt, 7-teilig . . 1.50 Mk.
Kuchenteller
25 Pf.
fein bemalt
Tassen
mit diversen Schriften Stück 25 Pf.
Teetassen
mit Untertassen, englisch 1.00 Mk.
Ober- mit Untertassen
35 Pf.
grün .
Ober- und Untertassen aus Porzellan
indischblau, Strohmuster . . 20 Pf.
Eierschränke 250, 150, 125, 75, 50 Pf.
Hausapotheken 8.50, 7.50, 6.50 5.50,
4.50, 3.50, 2.50, 1.25 . . 1.00 Mk.
Springformen 80, 70, 60, 50, 45 Pf.
Puddingformen 135, 125, 95, 80 Pf.
Reisformen 150, 130, 115, 95, 85,75 Pf.
Bundformen
aus Schwarzblech verzinnt
210, 175, 150, 125, 100
80 Pf.
Konfektspritzen 125, 100, 80 Pf.
Gansbräter, gebrauchsfertig
6.90, 5.90, 5.25, 4.20, 3.90, 3.50, 2.90.
2.20
1.95 Mk.
,
Gewürzschränke
225, 175, 125, 50
. 35 Pf.
Glanzbügeleisen 3.25, 2.95, 2.65 Mk.
Vogelkäfige 22.50, 18.50 17.50, 16.50,
15.50, 14.50, 13.50, 12.50, 11.20. 10.50,
9.50, 8.50, 7.50, 6.75. 5.50, 4.50, 3.50,
2.75, 1.55, 1.00
. 50 Pf.
Kohlenkasten
engl., 5.50, 4.50,
3.50, 3.00, 2.75, 2.25 . . . 95 Pf.
Tischlampen 12.50, 10.50, 9.50, 8.50,
7.50, 6.10, 5.50, 4.50, 3.50. 2.50 1.85
95 Pf.
Zughängelampen von 3.50 Mk. an
Ampeln mit Gehang von 1.95 Mk. an
Blumen-Ampeln von 35 Pf. an
Messing-Burgleuchter . . 95 Pf.
Nachtlampen mit Messingfuss und
grünem Schirm
. .. 95 Pf.
Ich bitte meine werte Kundschaft in
ihrem eigenen Interesse, die
Vor-
mittagsstunden zu benutzen.
Buttermaschinen 3.50, 2.50, 1.95 Mk.
Butterdosen mit Nickelunterteller und
Deckel
50 Pf.
Tischschippen mit Besen, Messing
3.50, 1.95, 1.25 Mk.
Brotkörbe, Nickel mit Einlage
1.25, 1.—, 50 Pf.
Tortenheber, vernickelt . . 50 Pf.
Tortenheber, Perlmutter 1.25, 1.— Mk.
Tortenheber, Horn 2.25, 1.75 Mk.
Nussknacker
*1.75, 1.25, 1.—, 50, 25 Pf.
Geflügelscheren
Zuckerzangen
3.75, 2.90 Mk.
1.—, 50, 35 Pf.
Obstmesser Coces
25 Pf.
Alpacca-Silber-Esslöffel Dtzd. 6.— Mk.
„,
„ -Gabeln Dtzd. 6. — Mk.
„,
„ -Teelöffel Dtzd. 3.50 Mk.
Solinger Bestecke
Messer und Gabeln
25 Pf.
Saftkannen m. Nickeldeckel 1.25,60 Pf.
Cakesdosen
3.50, 3.—, 2.50, 1.55, 1.25, 60, 50 Pf.
Auflaufformen mit Nickeleinsatz
4.75, 3.75, 3.— Mk.
Tafel-Aufsätze 12.50, 11.75, 11.50,
7.50, 6.50, 5.50, 3.75, 2.50, 1.25 Mk.
Kaberetts 4.—, 3.75, 2.50, 1.25, 60 Pf.
Confektkörbe, versilbert . . 60 Pf.
Standuhren 4.75, 3.75, 2.75, 1.50 Mk.
Kunstfiguren
75 Pf.
Blumenvasen
von 10 Pf. an
Bilder
von 35 Pf. an
Bilderrahmen in Glas . . . 8 Pf.
Bilderrahmen in Holz . . 8 Pf.
Bilderrahmen in Metall . . 25 Pf.
Schreibgarnituren 6.50, 5.50, 4.50
3.50, 2.50, 1.75, 1.25, 60 Pf.
Zuckerstreuer mit Metallverschluss
1.25, 95, 60, 50, 30, 7 Pf.
Fruchtkörbe, Silber mit Goid 60 Pf.
Messingbowlen
22.75, 21.75, 15.75, 13.50 Mk.
Fingerschalen, Messing . 50 Pf.
(24049
10 Ludwigstr. 10.
[ ← ][ ][ → ]Seite 10,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Nummer 292.
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Fertig gestickte
Läufer, Decken, Kissen,
Wäschekasten, Handtücher,
Servier-Tischdecken,
Arbeitsständer
Jabots,
Rüschen in Kartons,
Gürtel, Gürtelschließen,
Pompadours,
Gold- und Perltaschen
Schleier, Auto-Schleier,
Spanische Echarpes u. Fichus,
Gemalte Ballecharpes in Tüll,
Perlstoff, Crèpe de Chine
und Chiffon
Ananastücher, Ohrenburger
Tücher, Wolltücher, weiß,
schwarz u. farb., Plaids, Kimono
und Schulterkragen, Zuaven-
Jacken, Trikot-Taillen
Glacé- und Stoffhandschuhe
Lange Ballhandschuhe in Tüll u. Seide
Straussfedern und Marabout-Boas
zu halben Preisen
Seiden- und Spitzenstoffe
für Blusen
Hervorragende Auswahl in Schürzen
für Damen und Kinder,
in schwarz, weiß und farbig
in rein einen, Halbleinen u. Satist m. Hofls.
Taschentücher
gestickte, echte Madeiratücher
Herrentücher mit aparter farbiger Kante
Kragenschoner, Blusenschoner
Auto- und Rodelshawis,
Rodelsweater und Mützen,
Sportstrümpfe
Kniewärmer, Leibbinden,
Bettschuhe, Lungenschützer,
Gestrickte Herrenwesten
mit und ohne Aermel
Wollene Kinderhöschen und
Röckchen
Eis- und Lammfell-Jäckchen,
Mützen und Häubchen
Trikotagen
für Herren, Damen und Kinder,
Untertaillen in Wolle,
Baum-
wolle und Shirting
Rielornbeigtleider, Gamaschen
für Damen und Kinder
Gestrieite Goſt-laeten
weiß und farbig
Ainderenester, aparte rarben
Gestrickte Knaben-Anzüge
Danen, und Hinderstrüngte, Herensorten
schwarz, lederfarbig und moderne Farben, meine durchaus
soliden guten Qualitäten
Nähtesten, gefblt und ungefült,
englische Nadel-Etuis
Auf Herrenkragen, Manschetten u. farbige Garnituren
3
wegen Aufgabe
dieses Artikels 20rozent
Rudolf Nick Nchfla. W. Nadel
Ernst-Ludwigstraße 16
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Ernst-Ludwigstraße 16
(24056
Die Zeitſchrift „Neue Bahnen” ſchreibt über die Broſchüre:
Sonntagsgedanken eines Politikers, von Dr. R. Strecker,
Verlag von Eduard Roether, Darmſtadt: „Die Irreligiöſen ſind
religiöſer als ſie ſelbſt wiſſen und die Religiöſen ſind’s weniger
als ſie meinen.” Grillparzer. — Mit dieſem Satz zeigt uns der
Verfaſſer dieſes Buches, das zwiſchen Religion und Kirche ein
großer Unterſchied iſt und daß außerhalb der Kirchen mehr wahre
Religion zu finden iſt als innerhalb derſelben. Es ſind ſo rechte
Sonntagsgedanken, die jedem Freigeſinnten immer wieder Anregung
zum Nachdenken geben. Köſtlich ſind auch die Seitenhiebe, weſche
die ſogenannten Patent=Chriſten, =Patrioten und andere Philiſter
bekommen. Dieſes Buch iſt jedem, der kein Kirchenfanatiker iſt,
beſtens zu empfehlen.
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In allen Buchhandlungen erhältlich. — Preis 80 Pfg.
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auf längere Jahre. Kauf nicht ausgeſchl.
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Klassenlotterie
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Achtel Viertel Halbe Ganze
Mr. 5.—
Mk 10.— Mk.20.—
Mk. 40.−
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in jeder Klasse, haben noch abzugeben:
Die Königlich Preussischen Lotterie-Einnehmer
Christian Kullmann
Wilhelminenstrasse 9
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L. F. Ohnacker
Ludwigstrasse 1
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H. Milsdorf
Elisabethenstrasse 2
Telephon 314
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Rheinstrasse 33
Telephon 1734.
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Beſtecke, Putztücher, Schuheréme,
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flaſchen ꝛe. Anfr. unter R 65 en die
Expedition ds, Blattes.
(*3 174
Rettungshaus zu Hähnlein.
Für unſere Weihnachtsbeſcherung ſandten
Gaben: Ihre T urchlaucht die Fürſtin Marie
zu Erbach=Schönberg, Frl. J. Bauer, Frl.
O. Hoffmann, Hr. Rechnungsrat Bauer,
Auerbach, Hr. Schloßhauptmann Baur, zur
Zt. in Lindenfels, Frhr. Dr. v. Leonhardi,
Kammerherr, Freifrau v. Stein, Frl. C. u.
L. v. Stein, Fr. Prof. Beck, Fr.
Rechnungs=
rat Neuß, Hr. Rentner Cramer, Frl.
Leyd=
hecker, Hr. Bauunternehmer Sames, Herr
Geheimerat Buchner Exz., Frl. A. Grein,
Frl. S. u. E. Davidſon. Allen Gebern
dankt herzlich der Vorſtand. Weitere
Gaben werden dankend entgegengen. (24106
Chreibmar
n
2
Schulmappen
Notenmappen
Aparte Muster!
Solides Fahrikat.
L. B. Müller
Hofpapierhandlung (24066,74
Schulstrasse 14.
Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezmbere 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Kriegshund. 1 Spitzhund (zugel.).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne der §§ 139d Ziffer 3 und 139e Abſ. 2 Ziffer 2
der Reichsgewerbeordnung werden hiermit beſtimmt:
I. für alle offenen Verkaufsſtellen die ſieben letzten Werktage vor dem
24. Dezember I. Js.;
II. für die offenen Verkaufsſtellen der Bäcker und Konditoren, außerdem die
zwei letzten Werktage vor Neujahr. Hiernach dürfen am Freitag, den
16. und Samstag, den 17. I. Mts., ſowie in der Zeit von Montag, den
19. bis Freitag, den 23. Dezember, ſämtliche offenen Verkaufsſtellen
in hieſiger Stadt für den geſchäftlichen Verkehr bis 10 Uhr abends und
außerdem die offenen Verkaufsſtellen der Bäcker und Konditoren am
Freitag, den 30., und Samstag, den 31. I. Mts., bis 10 Uhr abends
geöffnet bleiben.
An den vorgenannten Tagen finden die Beſtimmungen über die
Mindeſtruhe=
zeit und die Mittagspauſen der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen
Ver=
kaufsſtellen keine Anwendung.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
(23822soi
Hroßherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Warnung.
Seitens der Firma M. A. Winter Co. in Waſhington D. Z. werden ſeit mehreren
Jahren zahlreiche Agenten geſucht, um das von ihr vertriebene Heilmittel „Natürlicher
Geſundheitsherſteller” den Abſatz im Reichsgebiete zu erweitern. Nach den eingezogenen
Erkundigungen ſtellt dieſe, von der Firma als „Univerſalheilmittel” bezeichnete Arznei
im günſtigſten Falle nur ein unſchädliches Abführmittel für hohen Preis dar, welches
keineswegs das leiſten kann, was die Firma verſpricht. Das Unternehmen läuft
ledig=
lich auf eine Ausbeutung des deutſchen Publikums hinaus. Das Mittel iſt durch
Bundesratsbeſchluß vom 27. Juni 1907 in das Verzeichnis B der Geheimmittelliſte
aufgenommen, und darf demnach nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden.
Agenten, welches das im Verkauf auf Apotheken beſchränkte Mittel vertreiben, machen
ſich ſtrafbar.
Berlin, den 2. November 1910.
Der Polizeipräſident.
In Vertretung: Friedheim.
Die vorſtehende Warnung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, nachdem die
obige Firma auch in hieſiger Stadt verſucht hat, Agenten für den Vertrieb des
ange=
gebenen Mittels zu erwerben.
Darmſtadt, den 8. Dezember 1910.
(23982oi
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Verkauf von Faſelvieh.
Ein Bulle und zwei Ziegenböcke aus dem Faſelſtall Beſſunger Straße Nr. 60 und
zwei Böcke aus dem Faſelſtall Arheilger Straße Nr. 43 ſollen veräußert werden.
Angebote, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind bis längſtens Donnerstag,
den 15. d. Mts., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen.
Die Verkaufsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, während der
Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 8 Dezember 1910.
(24012oi
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jäger.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 14. Dezember 1910, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten, Waſchkommode, Diwans, Vertikos,
Tiſche, 1 Spiegelſchrank, 1 Tafelklavier, Schreibtiſche, 1 Büfett, Sekretäre,
ferner Ladenſchränke und Regale, 12 Dutzend Servietten, 1 Fahrrad,
ver=
ſchiedene Landauer und Coupés
zwangsweiſe verſteigert.
(24098
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
zu Darmſtadt.
Freihändiger Möbel-Verkauf.
Von Mittwoch, den 14. bis 15. Dezember 1910
den ganzen Tag geöffnet, verkaufe wegen Wegzug unbedingt zu Auktionspreiſen:
kompl. Schlafzimmer, hell: beſtehend aus 2 vollſt. Betten, 2tür. Schrank,
Waſch= und Nachttiſche (faſt neu), ferner Betten, Kleiderſchränke, Vertiko, Tiſche,
beſſ. Stühle, 1 Schreibtiſch mit Aufſatz, Sofas, Nähmaſchine (Grützner),
1 faſt neuer Kaſſenſchrank, Petroleumofen und=Lampen, Gasziehlampen,
2flam., ſowie vieles Ungenannte
(24103
im Auktionsſaale, Magdalenenſtraße 7.
Johannes Krummeck, Auktionator und Taxator.
Wohnung: Grafenſtraße 4. — Uebernahme von Verſteigerungen.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des Fräulein
Friederike Kehſe in Darmſtadt,
Wilhel=
minenſtraße Nr. 8, wird heute, am 9.
Dezem=
ber 1910, nachmittags 1 Uhr, das Konkurs= Wohnungsanzeiger
verfahren eröffnet, da ſie nach ihrem
glaub=
würdigen Zugeſtändniſſe
zahlungsun=
fähig iſt.
Der Kaufmann Karl Dechert in Darm= iſt erſchienen und für 30 Pfg.
ſtadt wird zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zumſ in der Expedition des Tag=
30. Dezember 1910 bei dem Gerichte an=1 blattes zu haben. (20565t
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, über die
Beſtel=
lung eines Gläubigerausſchuſſes eintreten=Wegen Platzmangel billig zu verk.:
den Falls über die in § 132 der Konkurs=eiſ. Chriſtbaumſtänder, 1 Strohſeſſel mit
ordnung bezeichneten Gegenſtände und zur Kiſſen, 4 Mk., 1 Aufſatzſpiegel auf Waſch=
Prüfung der angemeldeten Forderungen auf lkommode (Facette), 1 Nachttiſch 2 Mk., ein
Mittwoch, den 11. Januar 1911, großer, ſehr gut erhalt. Teppich, 275X350 cm,
1 großer Bücherſchrank, modern, mit
Tief=
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmerbrandeinlagen, 1 Damenſchreibtiſch, 1849
Nr. 222, Termin anberaumt.
angefertigt, nußbaum poliert (*30176im
Clemensſtraße 7, 2. Stock.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
Wünſchen Sie
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten, Gelegenhenskauſe
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
in modernen
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem! Rässenschranken
Konkursverwalter bis zum 24. Dezemberneueſter Konſtruktion, ſo verſäumen Sie nicht
1910 Anzeige zu machen.
(24064 anzufragen unter R 62 an die Expedition
d. Blattes. Direkte Fabrikofferte, weit=
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I Darmſtadt. gehendſte Garantie!
(24080fl
Der Militch-
Herbſt 1910
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 14. Dezember 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) öffentlich,
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Ein gut erhaltenes Schlafzimmer (Satin), beſtehend in 2 vollſtändigen
Betten, 2 Nachttiſchen mit Marmor, großem Spiegelſchrank,
Waſch=
kommode mit Marmor und Spiegel und 1 Handtuchgeſtell; ferner
4 Stühle, 1 eich. Tiſch, 1 Ausziehtiſch, ſowie verſchiedene
Haushal=
tungsgegenſtände, 1 Pianino, 1 Fahrrad, 1 Gehrock, ca. 60 verſchiedene
Ge=
ſchäftsbücher, 1 Ledermappe, 1 Gemälde und verſchiedene Bilder,
Chriſtbaum=
ſchmuck, Nippfiguren, 1 Eisſchrank, 1 Kanapee, 1 kleine Kommode, 1 Diwan,
1 Weißzeugſchrank u. a. m.
(24099
Darmſtadt, den 12. Dezember 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Darmstädter Sprach- und Handelsschule
Leiter:
Hieron. Schneider
Emil Held
Bücher-Revisor
beeid. Bücher-Revisor
10 Luisenstrasse 10.
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Maschinenschreiben, fremden Sprachen, bes. Korrespondenz.
Beginn neuer Kurse
Donnerstag, 5. Januar 1911.
Anmeldungen möglichst frühzeitig erbeten. Anfang der Abend- und
(20601a
Einzelkurse jederzeit.
„ Die Leiter der Anstalt empfehlen sich zu sachgemässer
Einrichtung, Revision und Abschluss von
Geschäfts-
büchern unter strengster Diskretion.
nerreicht Dillig Kauten ste geranmte Blider,
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32.
In der Nacht träumte Rolf Anderſen ſchlecht. Er ſah
Antje auf einer Schaukel, die er in Bewegung ſetzte. Sie
flog auf und nieder, ihr Haar ſchimmerte, ihre Augen
fun=
kelten. Höher, höher! Dann wollte er ſie zum Stillſtand
bringen, aber er konnte nicht, ſie ſchwebte weiter auf und
nieder. Dann plötzlich ſprang ſie von der Schaukel
her=
unter, ihm in die Arme und küßte ihn. Und als er ſie in
ſeinen Armen hielt, war es gar nicht Antje, ſondern
Inge=
borg. Die ſah ihn mit ihren großen Augen gewährend
an und lachte. Am andern Morgen ſtand ihm der Traum
ſo klar vor Augen, als hätte er ihn wirklich durchlebt.
In der folgenden Nacht träumte er wieder von
Inge=
borg. Dann war es vorbei; er ſuchte durch angeſtrengte
Arbeit ſeine Gedanken zu zerſtreuen, und es gelang ihm.
Eine ganze Weile hindurch mied er den „
Kringel=
krug”. Ingeborg ſchien es nicht zu bemerken. Wenn ſie
auf den Hof kam, um Karline zu beſuchen, war ſie lebhaft
und freundlich wie immer; auch hatte ſie es gelernt, ſich
zu beherrſchen, aber Rolf Anderſen mochte wollen oder
nicht, ſein Blick blieb unwillkürlich hängen an ihrer
präch=
tigen, ſtattlichen Figur und dem lebensvollen, blühenden
Geſicht. Sie war in den letzten Jahren noch ſtärker
ge=
worden, doch erhöhte dies nur den ſinnlichen Reiz, den
ihre Erſcheinung ausübte.
Im Dorfe munkelte man, daß ſie ein Verhältnis mit
dem Bruderſohn ihres Mannes, dem jungen Niklas
Thedens, habe.
Dies Gerücht berührte Rolf peinlich; er wußte
eigent=
lich nicht, weshalb. Niklas, oder wie er im Dorfe genannt
wurde Niklai, war mindeſtens fünfzehn Jahre jünger als
ſie. Er war ein dummer Junge und ſie — — nein, es
war nicht auszudenken.
Rolf war Jahr und Tag an dem Kringelkrug
vorbei=
gegangen, er hatte Ingeborgs Beſuch immer
hingenom=
men wie etwas, das ohne ſein Verſchulden kam, das er
aber nicht ungern hatte. Als ſie aber einmal eine längere
Zeit nicht auf den Rethwiſchhof kam, entbehrte er ihr
Kommen doch. Sie war die einzige, die ab und zu
Fröh=
lichkeit ins Haus gebracht hatte; jetzt wurde es immer
düſterer um ihn her. Frau Karline klagte und ſchalt, die
Dienſtboten waren widerſpenſtig, und ſelbſt Wiebke, die
ſchon aus der Schule war und ihren Kopf für ſich hatte,
kam ſchlecht mit der Mutter aus.
Einige Male ging Rolf zögernd an dem Kringelkrug
vorbei; vielleicht traf er ſie einmal zufällig, dann wollte
er mal ſo nebenher fragen, warum ſie gar nicht mehr käme.
Er traf ſie aber nicht. Mitunter ſah er ſie wohl drinnen
hantieren in ihrer hellen Schürze mit forſchen
Bewe=
gungen. Raſch ging er dann weiter. Einmal traf er
Timm Thedens vor ſeiner Haustür und neben ihm ſtand
ſein Bruderſohn Niklai.
Timm war ſehr gealtert. Sein Kopf war vorn ganz
kahl; nur am Hinterkopf war noch ein weißer
Haar=
büſchel. Das Geſicht ſah verfallen aus, die Augen blickten
nicht mehr ſo hell wie ehedem. Aber dennoch war er Rolf
viel ſympathiſcher als der junge Niklai mit ſeinen
ſchma=
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Ausdruck in ſeinen blaugrauen Augen. Timm Thedens
rief Rolf an und dieſer blieb ſtehen.
Geh’ doch man nicht immer vorbei, ſagte Timm,
brauchſt ja nichts zu verzehren, biſt ja von der Familie.
Haha, komm herein, nimm’ uns nicht die Ruh’ mit.
Rolf trat ein und warf ſich mit einem ſchweren
Seufzer auf den erſten beſten Stuhl. Er warf die
Mütze neben ſich und ſtützte den Kopf auf den Tiſch.
Glaub’s gern, Du haſt es nicht leicht, ſagte Timm.
Was macht Deine Frau?
Er zuckte die Achſeln. Es iſt immer dasſelbe. Wiebke
wächſt auch heran; ſie verträgt ſich ſchlecht mit der
Mutter. Man ſitzt da zwiſchen Baum und Borke.
Schickt ſie doch vom Hauſe fort, riet Timm.
Schade, murmelte Niklai, ſie wird niedlich.
Er kniff die Augenlider zuſammen, als ob er nach
etwas Hübſchem in der Ferne ausſpähte.
Rolf wandte ſich raſch nach ihm um. Seine Augen
drohten und der junge Mann ſuchte ſofort ſeinem
Ge=
ſicht einen harmloſen Ausdruck zu geben.
Ingeborg trat jetzt herein. Sie ſah prachtvoll aus.
Ihr Geſicht glänzte; ihre großen, graugrünen Augen
gingen von einem zum andern. Sie bewegte ſich
ge=
meſſen und atmete ein wenig ſtark dabei; man merkte,
daß ihr Korſett den Körper ſehr ſtraff umſchloß. Ihre
Büſte war hochgeſchnürt und hob und ſenkte ſich. Ihr
Haar ſaß wie eine Krone auf ihrem Kopfe.
Vertraulich machte Niklai ſich an ſie heran, aber ſie
ließ ihn abfahren wie einen Schuljungen und wandte
ſich ganz Rolf zu.
Du kommſt ja gar nicht mehr, ſagte ſie iu neckiſchem
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910
Seite 13.
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hören? Kannſt ruhig mal mit herankommen abends,
auch wenn Timm nicht zuhauſe iſt. Timm iſt nicht
eiferſüchtig; nicht wahr, Alter?
Sie ſchlug ihren Mann auf die Schulter, daß er
ſich lachend duckte.
Rolf drehte ſich nach dem jungen Menſchen um; ihm
war, als müſſe er jetzt höhniſch grinſen, aber er fand
nichts in ſeinen Mienen, was ihn beunruhigte.
Schwer atmend lehnte er ſich zurück und murmelte
etwas von vielen Arbeiten und Sorgen.
Das glaube ich, nickte Ingeborg. Du haſt Deinen
Packen. Nächſtens komme ich mal mit heran und ſehe,
was Ihr macht. Das heißt, wenn Du an unſerer
Haus=
tür künftig wieder vorbei gehſt, finde ich auch Deine
nicht. Sie lachte bei dieſen Worten, aber Rolf fühlte,
daß es ihr Ernſt war.
Als er ging, gab ſie ihm das Geleite bis vor die
Haustür. Hier ſahen ſie ſich einen Augenblick lang in
die Augen. Seine Augen ſprachen: Ich bin ein armer
Mann, gib mir ein bißchen von deiner friſchen Freund.
lichkeit, dann machſt du mich reich. Ihre Augen aber
redeten eine andere Sprache. Sie forſchten, ob unter
der ſtillen Oberfläche noch ein Fünkchen von der früheren
Glut glimmte, und ob es ſich wohl verlohnen würde,
es anzufachen. Sie wurden beide nicht klug
ausein=
ander.
Rolf kam ſeitdem nicht von dem Gedanken an ſie
los, und er wehrte ſeinen Gedanken nicht mehr. Wohl
tauchte Antjes Bild noch ab und zu vor ſeinem geiſtigen
Auge auf, aber es war ein verblaßtes Bild, das bald
wieder verfloß.
Ingeborg kam am Senntag nachmittag=zum Kaſſee.
ere e en en en nerenen
ſter Laune.
Auf Rethwiſchhof herrſchte eine ſchlechte Stimmung,
als ſie ankam; aber ſie verbreitete ſofort Licht und
Wärme um ſich.
Frau Karline langte mit müder Gebärde die Taſfen
aus dem Schrank. Das Binnermädchen brachte die
Kaffeekanne und die Rahmkumme herein mit
brum=
migem Geſicht und entfernte ſich ſofort wieder. Wiebke
ſchenkte den Kaffee in die Taſſen, ohne aufzuſehen, ohne
die zuſammengebiſſenen Lippen zu öffnen.
Karline fing ſofort an zu klagen. Ihr täte es hier
und dort weh. Sie könne nicht überall ſein und die
Leute ſpielten ihr auf der Naſe. Neulich hatte ſie die
Binnerdeern dabei überraſcht, daß ſie ſich ein Stück
Schwarzbrot dick mit Butter beſtrich. Die Winteräpfel
würden auch nach und nach fortgeſtohlen. Rolf
küm=
merte ſich um nichts, und Wiebke wäre noch zu jung;
von der ließen ſich die Deerns nichts ſagen. Auch die
Knechte taugten nichts. Der zweite Knecht müſſe zu
Mai fort und Rolf wäre ärgerlich, weil er noch keinen
wieder habe. Es wäre ſo ſchrecklich ſchwer, Dienſtboten
zu bekommen, man müſſe mit ihnen umgehen, als wenn
ſie von Glas wären.
Während Frau Karline ihr Herz ausſchüttete, ſaß
Rolf auf ſeinem Stuhl und gähnte und wand ſich
ſchier vor Langeweile und Verdruß. Wiebke ſah ſtumm
und teilnahmslos aus dem Fenſter.
Wiebke war kein häßliches Mädchen. Sie ſah dem
Vater ähnlich. Sie war groß und ſchmächtig, ihr Geſicht
war ein wenig blaß und ſchmal, aber die dunkelblauen
Augen und das volle, dunkelblonde Haar waren hübſch.
Die feinen Geſichtszüge wurden verunſtaltet durch
einen hochmütigen, gelangweilten Zug. Nichts in dem
Weſen des jungen Mädchens erinnerte an Jugend und
Friſche. Die Luft, in der ſie aufgewachſen war, hatte
in dem ehemals harmlos fröhlichen Kinde jeden Keim
zur Heiterkeit und Liebenswürdigkeit erſtickt.
Als das junge Mädchen auf eine kleine Weile
hin=
ausging, ſah ihr Frau Karline mit mißmutigem Blick
nach. Sie iſt ſo eigenſinnig; es iſt rein gar nichts mit
ihr anzuſtellen, klagte ſie mit weinerlicher Stimme.
Schickt ſie doch mal vom Hauſe fort, riet Ingeborg.
Laßt ſie man etwas anderes kennen lernen. Du warſt
ja auch früher fort.
Ja, ich habe die Gewerbeſchule in Kiel beſucht; es
hat ein ſchönes Geld gekoſtet.
Jetzt nahm Rolf das Wort. Wenn ſie vom Hauſe
ſoll, dann laß ſie lieber auf einen Hof kommen, wo ſie
was Ordentliches lernt, damit ſie mal eine tüchtige
Bauernfrau wird.
Siehſt Du, ſagte Karline mit einer Märtyrermiene,
Rolf iſt immer anderer Meinung als ich. Ach, das
Mädchen iſt der Nagel zu meinem Sarge.
Dann gebt ſie doch mal auf ein Jahr in einen
ländlichen Haushalt als Stütze bei familiärer Stellung
ohne Gehalt. Es gibt genug Stellen auf Gütern) oder
großen Höfen, wo ein junges Mädchen etwas lernen
kann und es doch dabei gut hat. Sag mal, Wiebke,
wandte ſie ſich an die Eintretende, möchteſt Du nicht mal
vom Hauſe fort?
Wiebkes Antlitz bewegte ſich ein wenig. Ich möchte
wohl, ſagte ſie mit ernſtem Kinderblick.
Dann ſetzt doch mal eine Annonce in die Itzehoer
Nachrichten oder ſeht mal die Annoncen durch; vielleicht
ſinden wir etwas. Gib doch mal die Zeitung von
geſtern her, Wiebke!
Das junge Mädchen brachte flinker, als es ſonſt
ſeine Art war, das Gewünſchte. Die Frauen vertieften
(Fortſetzung folgt.)
ſich in den Anzeigenteil.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
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Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Seite 15,
Kubauiſche Banditen.
— 5000 Feldjäger ſind durch drohende Befehle aus
ihrer Ruhe aufgeſchreckt und durchziehen, die Waffe
in der Hand, ſuchend ganz Kuba: ob tot oder
leben=
dig, Solis Sakazar und Joſé Alvarez müſſen
ergrif=
fen werden, ſo lautet der Befehl aus Havanna. Aber
wochenlang, monatelang dauert nun ſchon die wilde
Jagd, die Landleute und Bauern ſtöhnen über die
Unruhe, die die truppweiſe auftretenden Geſetzeshüter
mit ihren Fragen und ihren Drohungen hervorrufen.
Niemand hat Luſt, ſich den ausgeſetzten Preis von
20000 Mark zu verdienen, der dem zufällt, der die
beiden Banditen der Obrigkeit überliefert. Seit den
langentſchwundenen Tagen, da vor einem
Jahrhun=
dert der Flibuſtier Morgan die Inſel heimſuchte, hat
Kuba vor Sterblichen nie ſo gezittert, wie vor Solis
Salazar und Joſé Alvarez.
Alvarez iſt geborener Spanier, er ſtammt aus
den Bergpäſſen von Salamanka, war zur Fahne
ge=
rufen worden und ſollte unter dem General Weyler
in Kuba kämpfen. Aber er deſertierte, legte die
Uni=
form ab; der Zufall ließ ihn bei ſeiner Flucht auf den
jungen Kubaner Solis Salazar treffen, und nun
hatten ſich die beiden Männer gefunden, die heute der
Schrecken der Landbevölkerung ſind. Zwar trat noch
ein dritter in den Bund ein, aber ſeines Bleibens
war nicht lange: eines Tages fand man ihn, ſein
Ge=
ſicht in den Sand vergraben, am Ufer eines Fluſſes,
eine Schußwunde in der Bruſt. „Ich habe ihn
ent=
laſſen,” erklärte Solis Salazar kurz darauf. und
Al=
parez meinte mit einem mißbilligenden Kopfſchütteln:
„Nein, er war kein guter Rekrut.” Was die beiden
Banditen im Laufe der letzten Jahre an Untaten
alles verübt haben, läßt ſich nicht mehr aufzählen;
üiberall beſaßen ſie ihre geheimen Helfershelfer,
ge=
horſame Inſtrumente, die im rechten Augenblick
auf=
tauchten, um am nächſten Tage wieder im Kittel des
einfachen Bauers über die Landſtraße zu ſchlendern.
Man weiß, daß die beiden Briganten über Duttzende
von Pferden verfügen, denn nur durch zahlreiche
Re=
lay=Poſten können ſie überhaupt imſtande ſein, ſo
überraſchend und ſchnell an oft viele hundert Meilen
von einander liegenden Punkten aufzutauchen. Wo
ſie aber erſcheinen, da ſind ſie Herren der Situation.
Wer Widerſtand leiſtet, wird erſchoſſen, wer trotzt,
wird gefoltert; ob Widerſtand, Trotz oder
Gefügig=
keit: bezahlen müſſen ſie alle. Und ſie bezahlen auch.
Die vergeblichen Bemühungen der Polizei, die
bei=
den Rädelsführer feſtzunehmen, haben die Angſt
ge=
ſteigert, und der Aberglaube wird genährt durch die
raſch einander folgenden neuen Coups der beiden
Ge=
ſellen, die ſich ein Vergnügen daraus zu machen
ſchei=
nen, alle Abwehrmaßregeln durch neue und größere
Taten zu verſpotten. Erſt kürzlich wurde bekannt,
daß die beiden einige Tage lang die Gaſtfreundſchaft
der Stadt Havanna in Anſpruch genommen hatten:
damals wohnten ſie in dem faſhionablen Hotel
Ingla=
terra, und allabendlich konnte man die beiden
Ban=
diten im eleganten Smoking und mit Lackſchuhen,
läſſig im Klubſeſſel dahingeſtreckt, ſehen, wo ſie
ge=
langweilt das Treiben der vornehmen Geſellſchaft
verfolgten oder auch hin und wieder ein Witzblatt
laſen.
Erſt ſpäter wurde bekannt, daß an einem dieſer
Abende ein Zufall ſogar den Chef der
Kriminalpoli=
zei in das Hotel geführt hatte; der würdige Beamte
ſah die beiden Genoſſen ſich gegenüber an einem
Tiſche Platz nehmen, ohne in den elegant gekleideten
jungen Leuten die vielberühmten Banditen zu ahnen.
die ihm ſchon ſo manche ſchlafloſe Nacht bereitet haben.
Daß einer der beiden ſich dabei noch von dem Herrn
Kriminaloberſt Feuer geben ließ, mag eine rhetoriſche
Ausſchmückung des kurioſen Zuſammentreffens ſein,
jedenfalls tragen dieſe Gerüchte das ihrige dazu bei,
den Namen der beiden Räuber populär und berühmt
zu machen. Und der Erfolg zeigt ſich. Zu ſpät
hat=
ſich die Regierung entſchloſſen, mit allen Mitteln
genen Solis Salazar und Joſé Alvarez vorzugehen.
Das Land, ſo wird in einem New=Yorker Magazine
ausgeführt, iſt ſo ſehr verſchüchtert und durch die
Er=
folge und die Unerreichbarkeit der beiden
Banditen=
führer ſo terroriſiert, daß niemand der Polizei mehr
Hilfe zu leiſten wagt, denn man weiß, daß man einen
ſolchen Verſuch nicht mehr als höchſtens acht Tage
überleben würde. Das Brigantenpaar hat ſich
gegen=
wärtig in den Viego de Idla=Diſtrikt zurückgezogen,
wo Solis Salazar geboren iſt und alle Schlupfwinkel
kennt. Aus jener Gegend ſtammt jedenfalls das letzte
Lebenszeichen der Beiden, ein Drohbrief an einen
reichen Kaufmann, in dem ihm mitgeteilt wird, daß
er nun an der Reihe ſei, zu bezahlen. Man ſtellt die
Wahl: Geld oder Tod. Und das Publikum iſt ſo
ver=
ſtört, daß die Polizei mit Gewalt hindern muß, was
ſie ſchließlich doch nicht verhindern kann: daß die
Be=
drohten ſchleunigſt das Geld bezahlen.
Vermiſchtes.
ngc. Königliche Verehrer Pariſer
Bühnenſchön=
heiten. Wenn eine hübſche und talentvolle
Schauſpiele=
rin zu den wirklichen Berühmtheiten von Paris gezählt
werden will, muß es ein offenkundiges Geheimnis, ein
„secret de polichinelle” ſein, daß ein König oder ein
Großfürſt, oder doch mindeſtens ein Prinz zu ihren
An=
betern gehört. Und in der Tat üben die jungen Damen
der Pariſer Bühnen auf die Majeſtäten, Kaiſerlichen
und Königlichen Hoheiten, die in der franzöſiſchen
Hauptſtadt Zerſtreuung und Erholung von der Mühſal
des Daſeins ſuchen, eine ganz beſondere
Anziehungs=
kraft aus. Dabei ſind gerade die meiſtgenannten und
gefeiertſten dieſer Art von Künſtlerinnen von ſehr, ſehr
beſcheidener Herkunft, und auch um ihre Bildung pflegt
es, trotz der angeborenen Anpaſſungsfähigkeit der
Pariſerin, ziemlich dürftig beſtellt zu ſein.
Gegenwär=
tig erſtrahlt der Ruhm von Lucie Lantelme am
hellſten. Alle Theater= und Modezeitungen bringen
täglich ihr Bild und ſchildern den fabelhaften Luxus,
mit dem ſie ſich umgibt, in beredten Worten. Soll
Made=
moiſelle Lantelme doch die glückliche Eigentümerin der
ſchönſten ſchwarzen Perlen ſein, die es überhaupt gibt.
Wenn es ſich darum handelt, eine recht koſtbare
Neu=
heit einzuführen, ſo wenden ſich die tonangebenden
Ge=
ſchäfte an Mademoiſelle Lantelme, die aus den
ärmlich=
ſten Verhältniſſen ſtammt. Ihrer faſt klaſſiſch zu
nennenden, aber ein wenig kalten Schönheit huldigt,
wie jedermann in Paris weiß, der König Georg I.
der Hellenen trotz ſeiner 65 Lebensjahre mit
jugendlicher Leidenſchaft, bei ihr findet er auf ſeinen
häufigen Reiſen nach Frankreich Ablenkung von dem
Aerger, den ſeine treuen Untertanen ihm in den letzten
Jahren ſo reichlich bereitet haben. Fräulein Monna
Delza, die vor wenigen Jahren noch als kleine
Midinette wöchentlich fünfzehn Franken verdiente und
jetzt, zwar nicht wie Lucie Lantelme ein richtiges
Land=
ſchloß, aber doch eine niedliche Villa in Croiſſy an der
Seine beſitzt, iſt in ihrer Pariſer Wohnung von einer
Fülle von Kunſtgegenſtänden umgeben, die daran
er=
innern, daß König Alphons XIII. von Spauien
einer der erſten war, die dieſem neu aufgehenden
Sterne am Himmel des Theaters ihr Herz — und noch
wertvollere Opfer darbrachten. Fräulein Monna
Delza ſoll einſt, wie man erzählt, einem Pariſer
Jour=
naliſten, der ſie mit den Worten begrüßte, er habe ſie
neulich auf dem Boulevard geſehen, zornig erwidert
haben: „Welche Ungezogenheit! Wiſſen Sie denn nicht,
daß ich niemals einen Fuß auf das Pflaſter ſetze?
Dazu muß man freilich wiſſen, daß ſich in der Garage
dieſer vielverſprechenden jungen Dame nicht weniger
als ſechs prächtige Automobile befinden. König
Alphons von Spanien ſoll es geweſen ſein, der ſeinen
damaligen gekrönten Kollegen Dom Manuel von
Portugal, mit Gaby Deslys bekannt machte.
Die ſchöne Gaby iſt die Tochter eines Droſchkenkutſchers,
der an der Trunkſucht ſtarb, und einer Waſchfrau. Sie
verdankt es trotzdem in gewiſſer Hinſicht ihrer
Er=
ziehung, daß ſie mit einem Schlage berühmt wurde, als
ſie bereits mit 16 Jahren im Olympia=Theater auftrat.
Keine andere Pariſer Soubrette beherrſcht nämlich den
„Argot” die rüde Sprechweiſe der niederen Klaſſen,
auf ſo vollendete Weiſe, wie die ehemalige Freundin
des ehemaligen Herrſchers der Portugieſen. Noch
früher, nämlich mit zwölf Jahren, ging Arlette
Dorgére, eine entzückende kleine Varietsſängerin,
zur Bühne. Sie erfreut ſich zurzeit des liebevollen
Schutzes des Großfürſten Boris von Rußland,
der den größten Teil ſeines außerordentlich
bedeuten=
den Einkommens in Paris auszugeben pflegt. Auch ihr
hat man ein ſo glänzendes Los nicht an der Wiege
ge=
fungen. Denn ihr Vater war Kellner in einer ganz
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Programm für die erste Hälfte des Vereinsjahres 1911
173. Vereinsabend. Mittwoch, 4. Januar: Frank Lim bert-Abend.
Mitwirkende: Frau Sophie Schmidt-IIling-Darmstadt (Sopran), Frl. Alice
Aschaffenburg-Frankfurt a. M. (Alt), Anton Kohmann-Frankfurt a. M.
(Tenor), Hans Vaterhaus-Frankfurt a. M. (Bass). Professor Alexander
Ritter-Würzburg (Viola alta) und der Komponist (Frankfurt a. M.)
174. Vereinsabend. Donnerstag, 12. Januar: Klavier-Abend (Beethoven-Abend)
von Konrad Ansorge-Berlin.
175. Vereinsabend. Mittwoch, 18. Januar: Kammermusik-Abend des Triester
Streichquartetts (Brahms, Debussy, Schumann).
176. Vereinsabend. Donnerstag, 2. Febr.: Fünfter Lieder-Abend von Frau
Susanne Dessoir-Berlin (Mezzosopran) unter Mitwirkung von Bruno
Hinze-Reinhold-Berlin (Klavier).
177. Vereinsabend. Dienstag, 14. Febr.: Zweiter Kammermusik-Abend des
Wiener Rosé-Quartetts (Mozart, Beethoven. Schubert).
178. Vereinsabend. Dienstag, 21. Febr.: Zur Nachfeier des Todestages Richard
Wagners: Vortrag von Dr. Georg Michael Conrad-München: „Bayreuth
im Strome der Kulturentwicklung‟
179. Vereinsabend. Mittwoch, 1. März: Zur Vorfeier von Liszts 100 jährigem
Geburtstage: Franz Liszt-Abend v. Wilh. Backhaus.
180. Vereinsabend. Donnerstag, 9. März: Lieder-Abend zur Laute von Lisa
und Syen Scholander.
181. Vereinsabend. Dienstag, 21. März: Lieder- und Arien-Abend von Frau
Kammersängerin Erika Wedekind-Berlin unter Mitwirkung des
Hof-
pianisten Professor Heinrich Lutter-Hannover (Klavier).
182. Vereinsabend. Dienstag, 4. April: Richard Wagner-Abend von Frau
Kammersängerin Margarete Preuse-Matzenauer-München (Alt) und
Hofkapellmeister Fritz Cortolezis-München (Klavier).
Der Jahresbeitrag beträgt 12 Mk. Jedes Mitglied hat das Recht, an
der im Januar stattfindenden Verlosung der von dem Verein angekauften Ein.
trittskarten (zu 20 M.) zu den Bayreuther Bühnenfestspielen des
Sommers 1911 teilzunehmen. — Beitrittserklärungen bittet man schriftlich
an Herrn Rat H. Sonne, Grüner Weg 99, zu richten.
(24043
Der Vorstand.
Kriegerverein Darmstadt.
Die Kinder=Weihnachtsfeier
findet am Sonntag, den 18. Dezember, nachmittags 3 Uhr,
im grossen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
ſtatt. Unſere Ehrenmitglieder und Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen,
ins=
beſondere auch die Kinder, laden wir zu dieſer Feier ein.
Wegen der für die Kinder vorgeſehenen Spiele uſw. erſuchen wir nochmals um
umgehende mündliche oder ſchriftliche Anmeldung derſelben unter Angabe des Namens
und Alter (von 4 bis 14 Jahren) bei unſerem Vorſtandsmitglied Herrn Kreiter,
Rheinſtraße 18, da Anmeldungen bei der Feier ſelbſt nicht mehr berückſichtigt werden
können.
(24041
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Enladug zum Vertrag
(mit Lichtbildern)
des Herrn E. F. Kirschstein aus Berlin über:
Mit Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg ins innerste Afrika,
Erlebnisse und Forschungen auf den Vulkanhochgebirgen,
am Dienstag, den 13. Dezember 1910, abends 8 Uhr, im Saale
des Hotels zur Traube (Eingang von der Luisenstr.),
veranstaltet von der
Abt. Darmstadt der Deutschen Kolonialgesellschaft, den Ortsgruppen
Darmstadt des Deutschen Flottenvereins und des Altdeutschen Verbands.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten, Schüler und Schülerinnen zu 20 Pfg.)
sind in den Buchhandlungen von Bergsträsser und Waitz, sowie abends an
der Kasse zu haben. Die Mitglieder obiger Vereine haben gegen Vorzeigen ihrer
Einladungs- oder Mitgliedskarten freien Eintritt.
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empfiehlt guten Mittagstisch in verschiedenen
Preislagen, sowie reichhaltige Speisenkarte.
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Ortsgruppe Darmstadt (E. V.)
Mittwoch, den 14. Dezember 1910,
abends 8½ Uhr (pünktlich)
im Gartenſaale des ſtädtiſchen Jaalbaues
Vortrag
mit Lichtbildervorführungen
des Herrn Apotheker Dr. Tenner
über
dAus Skandinavien und Finnland.)
Die Mitglieder und Freunde des Klubs nebſt Damen ſind hierzu freundlichſt
eingeladen.
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Der Vorstand.
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Molinaehtegesehent
[ ← ][ ]Seite 26.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Dezember 1910.
Nummer 292.
Diebesangsprobe
braucht nicht auszufallen, meine
Herren, wenn Siesichangewöhnen,
Wybert-Tabletten bei sich zu
führen u. bei belegter Stimme oder
rauhen Hals davon zu nehmen.-Es
gibt kein besseres Mittel, um die
Stimme sofort klar und frisch zu machen. Dies ist
der Inhalt zahlloser Zeugnisse über die in ihrer
Wirkung unerreichten Wybert-Tabletten, die in
allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel kosten.
Nieder-
lage in Darmstadt: in sämtl. Apotheken; Germania-
Drogerie, Mühlstr. 78; Minerva-Drogerie, Ecke
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u. Hügelstr.; Medizinal-Drogerie von Fr. Beckenhaub,
Ecke Schul- u. Kirchstr., u. Drogerie v. C. Watzinger,
Wilhelminenstr. 11.
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Sport.
rs. Ein Internationales Schach=
Tur=
nier wird vorausſichtlich am 20. Februar kommenden
Jahres in dem ſpaniſchen Badeorte San Sebaſtian
beginnen. Die dortige Kaſino=Direktion wird für
dieſes Turnier die Summe von 30000 Frangs
aus=
werfen, aus welcher Preiſe in Höhe von 5000, 3000,
2000 und 1500 Francs, ſowie ein Spezialpreis von
500 Francs ausgeſetzt werden ſollen. Da nur die
beſten (maximal 16) internationalen Schachgrößen
zur Teilnahme an dem Turnier aufgefordert werden
ſollen, darf man auf ein intereſſantes Ereignis
rech=
nen. Neben dieſem Hauptturnier ſoll noch ein
Ama=
teurturnier abgehalten werden.
sr. Root=Moran gewinnen das New=
Yorker Sechs=Tagerennen gegen Rütt=
Clark. Das amerikaniſche Rieſenrennen hat mit
dem Siege von Root=Moran geendet. Der
deutſch=
auſtraliſchen Mannſchaft Rütt=Clark gelang es zwar
noch am letzten Tage, die verlorenen drei Runden
wieder aufzuholen, aber im Entſcheidungskampf
blieb ſie knapp geſchlagen. Der Schlußtag brachte
einen unaufhörlichen Kampf bis zur ſechſten
Morgen=
ſtunde. Durch unermüdliches Ablöſen bei ihren
Vor=
ſtößen hatten Rütt=Clark endlich ihren Zweck erreicht
und die verlorenen drei Runden wieder aufgeholt,
ſodaß ſie, Moran=Root, Hehir=Goullet und Fogler=
Hill zuſammen die Spitzengruppe bildeten. Die
näch=
ſten Stunden verliefen ruhig. Um 12 Uhr mittags
(132. St.) hatten die vier führenden Mannſchaften
3833 Kilometer 859 Meter zurückgelegt. In den
Nach=
mittagsſtunden erreichte die Spannung ihren
Höhe=
punkt. Die Bahn war bis auf den letzten Platz
aus=
verkauft und etwa 20000 Menſchen belagerten die
Eingänge, um die letzten Ereigniſſe zu erfahren. Um
8½ Uhr abends unternahm Rütt nochmals einen
Vorſtoß, der jedoch mißlang. Aber Rütt ließ nicht
locker. Angefeuert von den Zurufen der Menge,
führte er Angriff auf Angriff aus, aber all ſeine
Ver=
fuche ſcheiterten an der Wachſamkeit der Amerikaner,
die Intereſſen durch gemeinſame Kombination zu
verteidigen. So rückte allmählich das Ende des
Rie=
ſenrennens heran. Um 9 Uhr 53 Minuten — das
New=Yorker Rennen endete ſtets 2 Stunden vor
Ab=
lauf des letzten Tages — verkündete der Sprecher, daß
die Fahrer nicht mehr wechſeln durften. Hehir, Root,
Fogler und Clark traten zum Entſcheidungskampf
über die letzten 10 Runden an. Root nahm die Spitze
vor Fogler, Glart und Heſtr. In der drittehten
Runde griff Fogler den noch immer führenden Root
energiſch an, konnte ihn jedoch nicht paſſieren.
Wäh=
rend das Paar kämpfte, ſtieß außen Clark aus dritter
Poſition vor, vermochte aber nur Fogler mit
drei=
viertel den zweiten Platz zu=entreißen, während
er ſelbſt ganz knapp vor Root geſchlagen blieb. Das
Reſultat war: 1. Root=Moran, 2. Clark=Rütt, 3.
Fog=
ler=Hill, 4. Hehir=Goullet 4095 Kilometer, 5. Mitten=
Thomas 2 Runden, 6. Weſt=de Mara 3 Runden, 4.
Ca=
mexon=Halſtead 1 Lg. — Der Sieger Root hat das
Sechs=Tagerennen bereits zum vierten Male
gewon=
nen, und zwar 1904 mit Dorlan, 1905 und 1906 mit
Fogler als Partner, während ſein diesjähriger
Part=
ner Moran im Jahre 1908 zuſammen mit Mac
Far=
land triumphierte. Rütt endlich gewann das Rennen
mit Stol 1907, beide wurden 1908 Zweite und im
Vorjahre ſiegte Rütt mit Clark.
Literariſches.
Tragödie einer Zarenbraut, von E,
von Otto nach Solowiew bearbeitet,
kulturgeſchicht=
licher Roman aus dem ruſſiſchen Mittelalter. (
Leip=
zig, Exzelſior=Verlag. Preis broſch. 3 Mk.) Dieſer
uns zur Beſprechung vorliegende erſte Band der
„Bibliothek ruſſiſcher Romane” behandelt ein Kapitel
aus dem Liebesleben des jungen Zaren Alexei
Mi=
chailowitſch, der in heißer erſter Liebe zu einer
Bo=
jarentochter entbrannt und dem Ränkeſucht falſcher
Ratgeber die heißgeliebte Braut raubte. Mit dieſer
Handlung ſind eine Menge anderer verknüpft, ſodaß
der Leſer einen Blick wirft in das ganze Hof= und
politiſche Leben Rußlands zu damaliger Zeit. In
edler, bilderreicher Sprache iſt der Roman
geſchrie=
ben, den mit Recht erſte Geiſter der Gegenwart
(u. g. Oncken) als eine Meiſterleiſtung ruſſiſcher
Seelen= und Kulturſchilderung bezeichneten.
Vom frohgemüten Leben plaudert O.
S. Barden in einem umfangreichen Buche, das dem
Leſer, der durch des Lebens Schule harter Lehre
viel=
leicht zum Peſſimiſten geworden iſt, willkommen ſein
dürfte. Eine Menge guter Ratſchläge gibt der Autor,
die ſicher manches Körnchen goldener Wahrheit
ent=
halten und wohl geeignet ſein dürften, manchem Leſer
den Weg zu weiſen, auf dem er zurückfindet zu
frohgemutem Leben, zur Zufriedenheit. Als eine
breite, feſte Grundlage des Glückes ſieht er die
Ar=
beit an, deren Segen zu finden leider der Menſchheit
größerem Teil verſagt bleibt. Dieſen will er die
zrichtige Haltung” wieder finden laſſen, ihr Auge
auf die Schönheit einſtellen. Das Buch ſoll uns da.
wo wir bisher nur Sorgen ſahen, Freude zeigen, ſtatt
der Düſterkeit Helle und Ausſicht. Obs dieſe Aufgabe
erfüllen kann? Bis zum gewiſſen Grade ſicher. Auch
Zweiflern darf die Lektüre empfohlen werden. (
Ver=
lag Julius Hoffmann in Stuttgart.)
Maria=Fried, Roman aus der Holledau
von Hans Ludwig Held. (Hans Sachs=Verlag,
Gott=
hilf Haiſt, München. Preis broſch. 2 Mk., geb. 3 Mk.)
Nicht alltägliche Schickſale und nicht gewöhnliche
Cha=
raktere ſind es, die uns — geſchildert in ſcharf
charak=
teriſierender, markanter Sprache — entgegentreten.
Nicht alltäglich, obwohl die Leidenſchaften eines
Ur=
ſprunges ſind, der zu allen Zeiten und bei allen
Men=
ſchen des Leides und der Freude Urborn iſt: des
Haſſes und der Liebe. Aber es iſt ein beſonders
tra=
giſches Geſchick, das den Helden des Romans
be=
ſchieden, furchtbar tragiſch, ohne geſucht zu ſein. Wirk=
liche Menſchen ſind es, die wir kennen kernen, keine
Romanfiguren in gewöhnlichem Sinne. Eines jungen
Bauern Schickſal gibt dem Buche den Inhalt, eines
Menſchen, der, eben weil er Menſch iſt, unterliegt in
dem Kampfe gegen ſeine Leidenſchaft, gegen der Liebe
Sinnesgluten, die ihn ſeinem Weibe in die Arme
trei=
ben, obwohl er weiß, er bringt ihm den Tod mit
ſei=
ner Liebe. Die Sprache iſt ſchlicht, aber eindrucksvoll,
und entbehrt, wo es erforderlich, nicht der
dramati=
ſchen Wucht.
C Die Kunſt, zu denken, richtig, erfolgreich
zu denken, geht ſicher manchem Menſchen noch ab.
Wer hätte das nicht ſchon in den mancherlei
Fähr=
niſſen des Lebens empfunden, wenn ihm — zu ſpät —
die Erkenntnis kam, hätte ich daran nur gedacht, es
wäre ſicher anders geworden! In einem
umfang=
reichen, ſicher ſehr leſenswerten Buche gibt ein
Ano=
nymus J. A. B. Mittel und Wege an, die Kunſt des
Denkens zu erlernen. Die Lektüre dieſes geiſtreichen
Buches iſt auch denen zu empfehlen, deren
Denkver=
mögen keiner Nachhilfe bedarf. Der gleiche
Heraus=
geber, Herr Chr. Ludw. Poehlmann, München,
ver=
mittelt uns die Bekanntſchaft eines weiteren
inter=
eſſanten Buches von E. G., der uns „das
Geheim=
nis des genialen Schaffens” lüftet. Genie
iſt nun bekanntlich angeboren. Aber „geniales
Schaffen” iſt nicht nur dem geborenen Genie
vor=
behalten, jeder Gebildete kann es erlernen.
Wenig=
ſtens wird jeder geiſtig Schaffende in den Büchern
etwas finden, das ihm Wege zur Erleichterung, zum
vorteilhaften Auffäſſen und Wiedergeben zeigt: (L.
Poehlmann, München A., 7.)
— Dürer. Von Richard Bürkner. Mit 13
Abbildungen und 4 Kopfleiſten. VIII und 211 Seiten.
Verlag von Ernſt Hofmann u. Co. in Berlin W. 35.
Geheftet 2,40 Mk. — Das vorliegende Lebensbild —
der neueſte (59.) Band der bekannten Biographen=
Sammlung „Geiſteshelden” —, das ſelbſt aus heißer
Dürer=Liebe heraus geſchrieben wurde, bringt den
zeitenfernen Künſtler unſerem Geſchlechte dadurch nah
und näher, daß es zunächſt den Menſchen Dürer
ſchil=
dert und von da aus ſein Schaffen nachempfindend zu
beſchreiben und mit tiefeindringendem Sachverſtändnis
zu würdigen weiß. Die Darſtellung des bewährten
Kunſtgelehrten iſt in ſeiner ſchlichten, edlen Sprache
gehalten. Sorgfältige Abbildungen von 13
charakte=
riſtiſchen Meiſterwerken Düres beleben den Band.
* Das Bankgeſchäft und ſeine
Tech=
nik. Unter Berückſichtigung der geſetzlichen
Beſtim=
mungen: Von Profeſſor Friedrich Leitner. Zweite,
vermehrte und veränderte Auflage. 1910. 669
Sei=
ten. Preis broſch. 9,50 Mk., geb. in Lwd. 11 Mk.
Frankfurt a. M., J. D. Sauerländers Verlag. Die
große Bedeutung des Leitnerſchen Werkes für weitere
Kreiſe der Geſchäftswelt liegt darin, daß es gerade
allen denen, die nicht im Bankgeſchäft ſelbſt, ſondern
in anderen Berufszweigen tätig ſind, ſich aber über
die Geſchäfte der Banken orientieren wollen, die
not=
wendigen Kenntniſſe vermitteln will. Zu dieſem
Zweck hat der Verfaſſer ſämtliche Arten des
Bank=
geſchäfts in ausführlicher Weiſe behandelt und hat
ſpeziell den Bedürfniſſen des Bank=Kunden eine
be=
ſondere Aufmerkſamkeit gewidmet. Dadurch, ſowie
durch die Einfügung von Formularen, Briefen,
Ver=
trägen uſw. wird die Anſchaulichkeit der ganzen
Dar=
ſtellung auch für den Nichtfachmann weſentlich
ge=
fördert.
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