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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 291.
Montag, den 12. Dezember.
1910.
Die heutige Nummer hat 28 Seiten.
Was wir Deutſchen bei den engliſchen Wahlen
lernen können.
FK. In England iſt das Unterhaus am 28.
Novem=
ber aufgelöſt worden und am 2. Dezember haben die
Neu=
wahlen begonnen. In Deutſchland iſt ein gleicher
Vor=
gang unmöglich. Wird bei uns der Reichstag aufgelöſt,
ſo vergehen mindeſtens fünf Wochen, bis Neuwahlen
er=
folgen können, daran ſchließen ſich dann die Stichwahlen,
die zumeiſt erſt die Entſcheidung bringen.
Ueber die Lehren, die ſich für uns aus dem engliſchen
Vorbilde ergeben, ſtellt der freikonſervative Abgeordnete
Dr. Arendt, Mitglied des Reichstages und des
Abgeord=
netenhauſes, in einem Aufſatz im Tag folgende
Betrach=
tungen an:
Der große Vorzug einer ſchnellen Wahl liegt auf der
Hand Die Wählerſchaft gibt ihr Urteil nicht auf Grund
langwieriger Beeinfluſſung durch Preſſe und Agitation,
ſondern unter dem unmittelbaren friſchen Eindruck des
Ereigniſſes, das zur Auflöſung führte, ab. Die
Einſchrän=
kung der Agitation hat überdies große praktiſche Vorzüge.
Die Anforderungen der Wahlagitation ſteigen in
Deutſch=
land derartig, daß ſie von der Uebernahme der Mandate
abſchrecken. Es iſt nicht nach jedermanns Geſchmack,
wochenlang den giftigſten perſönlichen Angriffen und
Be=
ſchimpfungen ausgeſetzt zu ſein und in vierzig oder ſechzig
Wählerverſammlungen zu ſprechen. Ueberall heiße,
tabal=
erfüllte Säle, überall die gleichen Fragen und
Ein=
würfe, dann erhitzt hinaus in die Kälte, zur nächſten
Ver=
ſammlung Ueberall Bittſteller, Intereſſenten,
Eigenbröd=
ler, bis in die Nacht hinein und vom frühen Morgen ab.
Wer das ein paarmal erlebte, dem graut davor, und die
Folge iſt, daß viele der beſten und geeignetſten Kandidaten
das Mandat ablehnen. Das iſt zweifellos auch einer der
Gründe für die bedauerliche Tatſache, daß das geiſtige
Niveau des Reichstages bedenklich ſinkt.
Der Unterſchied zwiſchen Deutſchland und England
bezüglich der Wahlen beruht nur auf der Beſchaffenheit
der Wählerliſten. In England iſt die Wählerliſte eine
ſtändige Einrichtung, in Deutſchland bleibt ſie nur ein
Jahr in Geltung, nach Jahresfriſt muß ſie zu jeder
Neu=
oder Nachwahl neu hergeſtellt werden.
Bei meiner Tätigkeit in der Wahlprüfungskommiſſion
des Reichstags hatte ich früher oft Gelegenheit,
feſtzu=
ſtellen, wie mangelhaft die Wählerliſten zuweilen
her=
geſtellt werden. Ganze Häufer und Häuſerreihen werden
manchmal überſehen, längſt Wahlfähige nicht aufgeführt,
Verſtorbene eingezeichnet, Namen verwechſelt, Ausländer
eingetragen und dergleichen mehr.
Ungleich praktiſcher und auch durchaus im Intereſſe
der Wähler liegend iſt die engliſche Einrichtung der
ſtän=
digen Wählerliſte. Sie würde zugleich die Möglichteit
bieten, betrügeriſche Wahlen zu verhindern, die heute
da=
durch vorkommen, daß einer fälſchlich für einen anderen
einen Stimmzettel abgibt. Die Eintragung in die
Wäh=
lerliſte müßte jedem Wähler amtlich mitgeteilt werden,
ebenſo ſeine Streichung in der Wählerliſte, z. B. bei einem
Wohnungs= oder Ortswechſel. Dieſe Benachrichtigung
würde als Wahllegitimation gelten können, natürlich
ſo=
weit ſich der Wähler ihrer im Intereſſe ſeiner ſchnellen
Ab=
fertigung bedienen will. Das umſtändliche, zeitraubende
Einſehen der Wählerliſten durch die Wähler fällt fort, weil
jeder Wähler, der ſeine Benachrichtigung hat, weiß, daß
er in der Liſte ſteht. Auch betrügeriſches Doppelwählen,
das jetzt nicht ganz ſelten vorkommt, würde aufhören.
Entſpricht die ſtändige Wählerliſte den Intereſſen der
Wähler, ſo iſt ſie auch für die Behörden erheblich einfacher
als das jetzige Syſtem. Es iſt nur nötig, daß die
polizei=
lichen An= und Abmeldungen, ſoweit es ſich um Wähler
handelt, regelmäßig der zuſtändigen Stelle mitgeteilt
wer=
den, und daß dieſe die Benachrichtigungen an die Wähler
erläßt bezw. deren Reklamationen erledigt. Dabei könnte
die Wählerliſte ſtändig öffentlich, d. h. zu jedermanns
Ein=
ſicht ausliegen.
Wenn wir einmal beim Lernen ſind, können wir
viel=
leicht noch einige andere Verbeſſerungen von den
prak=
tiſchen Engländern gleich mit übernehmen. In
England werden unbeſtrittene Kandidaten ohne Wahl
für gewählt erklärt. Das iſt durchaus praktiſch und kann
keiner Partei ſchaden, da jede Partei in der Lage iſt,
ſol=
chen unbeſtrittenen Kandidaten Gegenkandidgten zu ſtellen
und dadurch eine Wahl herbeizuführen. Es iſt möglich,
daß in Deutſchland dieſe Einrichtung wenig benutzt würde;
aber mit der Zeit würde ſich doch wohl die engliſche Sitte
auch bei uns einbürgern, daß die Parteien ſich
verſtändig=
ten, ihre Führer, die im Parlament unentbehrlich oder
ſchwer entbehrlich ſind, in ſicheren Wahlkreiſen miteinander
auszutauſchen, und dadurch dieſen Führern die Mühen
und Opfer der Wahlagitation und den Wahlkreiſen die
Laſt des Wahlgeſchäfts zu erleichtern.
Auch die politiſchen Geaner müßten ein Intereſſe
daran haben, Abgeordnete, die über das Durchſchnittsmaß
hinausragen, im Mandat zu erhalten.
Die Einrichtungen der Engländer zur Vermeidung
übertriebener Wahlkoſten werden wir ebenfalls bald ernſt
in Erwägung ziehen müſſen, wenn wir nicht wünſchen,
daß das Geld auch bei uns die Wahlen entſcheidet. Als
ich in das pelitiſche Leben trat, — Dr. Arendt kannte, wie
erinnerlich, vor kurzem auf eine 25jährige
Parlaments=
tätigkeit zurückblicken — waren die Wahlen noch faſt ohne
Koſten, heute wendet jede Partei in jedem Wahlkreis viele
Tauſende auf. Wohin ſoll das führen? Ein Uebermaß
von Druckſachen und Reden wird ſchließlich nicht zur
Auf=
klärung, ſondern zur Verwirrung der Wähler führen.
Allerdings iſt es ſehr ſchwer, hier Grenzen zu ziehen, und
ob das in England gelang, iſt mir zweifelhaft. Ebenſo
würde ſich die Beſeitigung der Stichwahlen nach
eng=
liſchem Vorbild für uns nicht empfehlen. Unſer
Partei=
leben iſt hierfür zu vielgeſtaltig, während in England ja
immer noch, allerdings vielleicht nicht mehr lange, das
Schaukelſpiel zweier großen, ſich ablöſenden Parteien
auf=
recht erhalten wird.
Auch in Deutſchland ſtehen wir bald wieder vor
Neu=
wahlen, möchten ſie zum letzten Male mit unvollſtändigen,
in der Eile notdürftig hergeſtellten Wählerliſten ausgeführt
werden. Die große Zahl der Nachwahlen macht die
Ver=
ſtellung ſtändiger Wählerliſten beſonders dringend. Auch
die Nachwahlen können ſchneller erfolgen, und die
Wahl=
kreiſe können mit noch größerem Recht klagen, wenn ſie
längere Zeit unvertreten bleiben, ſobald die Schwierigkeit
der Herſtellung neuer Wählerliſten aus der Welt
ge=
ſchafft iſt.
Das erſte verantwortliche Miniſterium in China.
* Telegramme aus Peking haben ſchon von der
bevor=
ſtehenden Umbildung der Staatsleitung geſprochen. Der
frühere Geſandte in Berlin, General Jintſchang, iſt
eigent=
licher Kriegsminiſter ſtatt Präſident des Kriegsamts
ge=
worden. Der kaiſerliche Prinz Tſaihſün wurde zum
Ma=
rineminiſter ernannt. Dieſe Ernennungen wurden als die
erſten Schritte zur Schaffung eines verantwortlichen
Mini=
ſteriums bezeichnet. Jetzt weiß die Korreſpondenz des
Aeußerſten Oſtens folgendes zu melden: Bisher hat der
Große Rat die Regierung im Vorparlament vertreten.
Seine Mitglieder ſind aber nicht unabhängig wie
euro=
päiſche Fachminiſter, ſondern werden von einem
Präſiden=
ten und zwei Vizepräſidenten mit Weiſungen verſehen. Bei
dieſer Vielköpfigkeit der leitenden Stellen hat ſich bisher
jeder Miniſter der Verantwortlichkeit entziehen können.
In der Volksvertretung hat, wie oft gemeldet, jeder
Groß=
rat dem andern die Verantwortung zugeſchoben. Mit der
Einrichtung der Vielköpfigkeit ſoll jetzt gebrochen werden.
Der Großrat wird abgeſchafft. Die Miniſterien
werden von jetzt ab nur von einem Präſidenten geleitet
werden, der den Titel Miniſter erhält. Die
Vizepräſi=
denten werden beſeitigt. Die zehn Fachminiſter
bil=
den den Miniſterrat, der durch zwei Miniſter ohne
Porte=
feuille, den Miniſterpräſidenten und den
Vize=
präſidenten vervollſtändigt wird. Miniſterpräſident wird
der bisherige Finanzminiſter Herzog Tſaitſe, Vizepräſident
der Großrat Fürſt Sulau. Die Beiden ſind zugleich die
Vorſitzenden des Neuen Verfaſſungsausſchuſſes. Miniſter
des Aeußern wird der jetzige Großrat Suſetſchang,
Finanzminiſter der Großrat Natung, Handelsminiſter der
bisherige Miniſter des Aeußern. Die übrigen Miniſter
behalten ihre Aemter. So bleibt Jintſchang
Kriegsmini=
ſter und Tſaihün Marineminiſter. Das ſo gebildete
Miniſterium ſoll der Volksvertretung verantwortlich ſein,
auch die Staatsakte des Kaiſers verantwortlich
gegenzeich=
nen und durch eine Mißtrauenskundgebung des
Parla=
ments geſtürzt werden können.
Deuſches Reich.
* Bei der Reichstagserſatzwahl in
La=
biau=Wehlau wurde der fortſchrittliche Kandidat
Wagner mit großer Mehrheit gewählt. Es erhielten nach
dem vorläufigen amtlichen Reſultat: Wagner (Fortſchr.
Volksp.) 9844 Stimmen, Burchardt (konſ.) 7223 Stimmen.
Bei der Hauptwahl am 2. Dezember erhielten Burchardt
(konſ.) 7216, Wagner (Fortſchr. Volksp.) 5527 und Linde
(Soz.) 3708 Stimmen. Die Konſervativen haben das
Mandat alſo verloren. In der Stichwahl erhielten ſie nur
7 Stimmen mehr, als bei der Hauptwahl, wodurch die
Niederlage vergrößert wird. Die Sozialdemokraten ſind
geſchloſſen für Wagner eingetreten, der aber über 600
Stimmen mehr auf ſich vereinigt hat, als Fortſchrittler
und Sozialdemokraten am 2. Dezember aufgebracht hatten.
Nach alledem ſcheint es, als wären in der Stichwahl noch
konſervative Wähler ins andere Lager übergegangen.
— Die Reichstagskommiſſion für die
Reichsverſicherungsordnung begann am
Frei=
tag die zweite Leſung des zweiten Buches:
Kranken=
verſicherung. Bei der erſten Leſung ſind gegen den
Wider=
ſpruch der Regierungsvertreter eine Reihe von
Aenderun=
gen und Erweiterungen der Vorlage angenommen
wor=
den, ſo bei § 177. Hier wurde ausgeſprochen, daß
Hand=
lungsgehilfen, Betriebsbeamte, Wertmeiſter, Techniker,
Bühnenmitglieder, Lehrer und Erzieher bis zu 2500 Mark
Jahreseinkommen verſicherungspflichtig ſein ſollen. Von
den Konſervativen wurde nun beantragt, die
Regierungs=
vorlage wiederherzuſtellen und ſtatt 2500 Mark zu ſetzen
2000 Mark. Miniſterialdirektor Caſpar empfahl die
An=
nahme dieſes Antrages. Die in Frage kommenden
Kate=
gorien hätten meiſt nicht ein Anfangsgehalt von 2000
Mark, fielen alſo doch unter die Krankenverſicherung. Es
wäre die Herabſetzung der Einkommengrenze auf 2000 Mk.
ein Entgegenkommen gegnüber den Wünſchen der Aerzte.
Nach ſtattgehabter Debatte wurde ſchließlich die
Einkom=
mengrenze mit allen gegen 7 Stimmen auf 2000 Mark
herabgeſetzt. § 180 war in erſter Leſung geſtrichen worden.
Er geſtattet dem Bundesrat, die Verſicherungspflicht auch
auf Gewerbetreibende auszudehnen. Der Verſuch, ihn
wieder herzuſtellen, mißlang.
— Die Kommiſſion für die
Wertzu=
wachsſteuer nahm den Antrag auf die Steuerpflicht der
Landesherren mit 13 gegen 12 Stimmen an.
— Entſchädigung der Tabakarbeiter. Das
Zentralorgan der deutſchen Tabakinduſtrie, die Süddeutſche
Tabakzeitung, hat an den zuſtändigen Regierungsſtellen
erfahren, daß die Reichsregireung bereit ſei, weitere
Mittel für eine Entſchädigung an ſolche Arbeiter zur
Ver=
fügung zu ſtellen, die durch das neue Tabakſteuergeſetz
gänzlich oder vorübergehend arbeitslos geworden ſind.
Bekanntlich ruhte dieſe Entſchädigung ſeit dem 1.
Dezem=
ber, nachdem die vom Reichstag ſeinerzeit bewilligte
Summe von 4¾ Millionen Mark für dieſen Zweck
veraus=
gabt war. In Regierungskreiſen habe man ſich jedoch jetzt
von der Notlage der Tabakarbeiter, vornehmlich der
weſt=
fäliſchen (auch der lippeſchen), die zumeiſt andere Arbeit
nicht finden können, überzeugt. Ueber die Höhe der Summe,
die noch bewilligt werden ſoll, iſt ein definitiver
Be=
ſchluß noch nicht gefaßt worden.
— Enquete über das Einkommen der
Rechtsanwälte. Entſprechend einer Reſolution des
Reichstages, die eine Erhöhung der Anwaltgebühren
ge=
fordert hatte, war eine Enquete über die Einkommen der
Rechtsanwälte über Prozeßgebühren geplant. Dieſe
En=
quete ſcheiterte, wie der Berliner Lokalanzeiger hört,
daran, daß die Anwaltkammer die Beantwortung der
Fragebogen ablehnte. Die Angelegenheit iſt auf ſpätere
Zeiten verſchoben worden.
— Martin Spahn und das Zentrum.
Die Aufnahme des in Warburg=Höxter gewählten
Reichs=
tagsabgeordneten Dr. Martin Spahn in die
Zentrums=
fraktion iſt am Freitag abend nach längeren
Verhand=
lungen beſchloſſen worden. In der dazu gefaßten
Reſo=
lution heißt es im weſentlichen: Die Fraktion des
Zen=
trums im Reichstage betrachtet die Bedenken gegen eine
Aufnahme des Profeſſors Martin Spahn für beſeitigt,
nachdem Profeſſor Spahn über die von ihm vor zwölf
Jahren mit dem Grafen Hoensbroech angeknüpften
Bezieh=
ungen ſein Bedauern ausgeſprochen und nachdem über die
beanſtandeten literariſchen Kundgebungen befriedigende
Erklärungen von ſeiner Seite abgegeben worden ſind.
— Die elſaß=lothringiſche Verfaſſungs=
und Wahlrechtsreform, die am Montag, den 12.
Dezember von den Ausſchüſſen im Bundesrat und am
Donnerstag, den 15. Dezember von deſſen Plenum beraten
werden ſoll, ſchien bisher bei keiner bundesſtaatlichen
Re=
gierung erhebliche Einwendungen hervorgerufen zu
ha=
ben. Denn bis vor einigen Tagen waren noch keinerlei
Abänderungsanträge im Bundesrat eingebracht worden.
Von Sachſen hörte man allerdings, daß es von der
Ein=
führung eines demokratiſchen Wahlrechts in Elſaß=
Lothringen ungünſtige Rückwirkungen auf die Stimmung
der ſächſiſchen Wählerſchaft befürchtete, ſodaß ſie etwa
An=
ſpruch erheben könnte, ein nicht minder freiheitliches
Wahl=
recht zu erhalten. Dieſe Befürchtungen haben ſich nun in
letzter Stunde noch zu Anträgen verdichtet, in denen
Sach=
ſen eine Einſchränkung der in der Vorlage vorgeſehenen
Wahlrechtsreform vorſchlägt. Man nimmt an, daß die
Ausſchüſſe im Bundesrat infolgedeſſen zwei Tage zur
Be=
ratung der Vorlagen brauchen werden, daß die Anträge
Sachſens aber abgelehnt werden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn
Das Abgeordnetenhaus verhandelte über
die Regierungsvorlage über die Verlängerung des
Privilegiums der Oeſterreichiſch=Ungariſchen Bank.
Sämtliche Redner betonten die hohe wirtſchaftliche
Be=
deutung der Aufrechterhaltung der Bankgemeinſchaft
und ſprachen ſich gegen die Aufnahme der obligatoriſcher=
ie 2
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Nummer 291.
Memhierer ats uden ſe e eſihie ue mitete
Ordensberleihung. Sc. König. Hoheit der
Meiansſchnſte Mimne den, der. neer. 2 e
Bank würdigten. Die Mehrzahl der Redner behielt
ſich die endgültige Stellungnahme zur Vorlage vor, bis verliehen
die Regierung über verſchiedene Einzelheiten
Aufklär=
ungen gegeben haben werde.
Griechenland.
Andeutungen des Miniſterpräſidenten Venizelos wird ent= 10. Dezember 1910,
nommen, daß er beabſichtigt, die militäriſchen Fähigkeiten
zu laſſen, obwohl das Oberkommando der Armee, das der
der aus Frankreich zu berufenden Lehroffiziere übertragen
werden ſoll, ſodaß er die Oberaufſicht über die Armee und zählig zu erſcheinen.”
deren Organiſation in Gemeinſchaft mit höheren
franzö=
griechiſche Staatsangehörige werden.
Rußland.
Aus der Diplomatie. Es ſcheint ſich zu
beſtä=
daß der bisherige Direktor der Kanzlei im Miniſterium
des Auswärtigen, Zeremonienmeiſter Savinsky, dieſen
Poſten demnächſt verlaſſen und Verwendung im Auslande
finden wird. Während es erſt hieß, Herr Savinsky ſei
zum Geſandten in München auserſehen, verlautet jetzt mit
Beſtimmtheit, daß ihm die Geſandtſchaft beim päpſtlichen
Stuhle in Rom übertragen werden ſoll. Alexander
Alexan=
drowitſch Savinsky iſt noch verhältnismäßig jung und
hat eine ſchnelle Laufbahn hinter ſich. Er verdankt ſie
hauptſächlich dem Grafen Lamsdorff, deſſen rechte Hand
er war, ſtand dann aber auch bei Herrn Iswolski in
Gunſt und Anſehen. Er begleitete den Zaren bei der
nahm jetzt auch an der Potsdamer Begegnung der beiden
Herrſcher an der Seite ſeines neuen Chefs, des
Herrn Saſonow, teil. — Der Chef der Kanzlei iſt
gewiſſer=
maßen der Adjutant des Miniſters des Auswärtigen und
muß ihm daher auch perſönlich naheſtehen Herr Saſonow
beabſichtigt, wie man hört, dieſes wichtige Amt dem
Ba=
ron Moritz von Schilling zu verleihen, der zurzeit erſter
Sekretär der Pariſer Botſchaft iſt.
B.C. Jugendliche und Kinder in
Fabri=
ken. Ueber die Beſchäftigung jugendlicher Fabrikarbeiter
beiderlei Geſchlechts und von Fabrikarbeiterinnen im
Jahre 1909 werden in der Statiſtik des Deutſchen Reiches
folgende Angaben gemacht: Im Jahre 1909 wurden in
95 304 Fabriken jugendliche männliche und weibliche
Ar=
beiter und in 88889 Anlagen erwachſene Arbeiterinnen
beſchäftigt. Die Zahl der Jugendlichen betrug 458085,
darunter waren 11542 Kinder unter 14 Jahren, und zwar
6166 Knaben und 5376 Mädchen. Die übrigen
Jugend=
lichen ſtanden im Alter von 14 bis 16 Jahren, von ihnen
waren 290 277 männlichen und 156 263 weiblichen
Ge=
ſchlechts. Gegen das Vorjahr iſt die Zahl der beſchäftigten
Kinder um 520 geſunken, die Verminderung entfällt faſt
ausſchließlich auf die Beſchäftigung von Knaben, die Zahl
der beſchäftigten Mädchen hat nur um 9 abgenommen. Bei
den jungen Leuten zwiſchen 14 bis 16 Jahren, deren Zahl
entfällt die Zunahme hauptſächlich auf die jungen
Mäd=
chen, von denen 5605 mehr gezählt wurden. Von den
er=
wachſenen Arbeiterinnen (1190 241) waren 462976 unter
21 Jahre alt und 727 265 älter. Im Vergleich zum
Vor=
jahre hat ſich die Zahl der erwachſenen werktätigen
Arbei=
terinnen um rund 40 000 gehoben.
* Colombo, 9. Dez. Der Kronprinz und die
Kronprinzeſſin ſind geſtern abend in Kandy
einge=
troffen; ſie werden morgen mittag in Colombo ſein.
Stadt und Land.
berzogin empfing der „Darmſt. Ztg.” zufolge am
Samstag vormittag ½11 Uhr im Neuen Palgis den
Profeiſor Dr. Köppe aus Gießen und um ½ 12 Uhr
den Oberbürgermeiſter pr. Gläſſing.
zültige Deviſenpolitik der Oeſterreichiſch=Ungariſchen Großherzog haben dem Gemeindeeinnehmer Johannes
Scheuer zu Schwabenrod das Allgemeine
Ehren=
zeichen mit der Inſchrift „Für langjährige treue Dienſte‟
— Ernannt wurden der Hilfsdiener bei dem
Amts=
gericht Darmſtadt II Heinrich Bley zum Schreibgehilfen
und der Gefangenaufſeher am Landeszuchthaus
Marien=
ſchloß Heinrich Zubrod zum Hilfsdiener bei dem
Kronprinz Konſtantin. Aus verſchiedenen Amtsgericht Darmſtadt II, beide mit Wirkung vom
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 31 vom
des Kronprinzen Konſtantin in Zukunſt nicht unbenutzt 10. Dezember enthält: 1. Ordensverleihungen und
Charak=
tererteilungen; 2. Sterbefälle.
* Ans der Zweiten Kammer Die Tagesordnung
Kronprinz bis zur Revolution in Händen hatte und das für Dienstag enthält folgende Anmerkung: „
Sei=
damals aufgehoben wurde, nicht wieder hergeſtellt wer= 1 tens der der ſozialdemokratiſchen Partei angehörigen
den kann. Venizelos gedenkt eine Geſetzesvorlage einzu= Abgeordneten iſt erklärt worden, daß ſie die
Beſchluß=
bringen, wonach dem Kronprinzen der Vorſitz im Rate fähigkeit des Hauſes bezweifeln werden, wenn nicht
die vorgeſchriebene Anzahl der Mitglieder anweſend
iſt. Es wird deshalb erſucht, in den Sitzungen voll=
Die Strafkammer verhandelte in der
Sams=
ſiſchen Offizieren haben würde; dieſe Offiziere würden 1 tagsſitzung einen ſogenannten „Spaß”, der zur
Gat=
tung der dummen gehört und ſeinem Urheber, den
Kaufmann Anton Straub I. von Heppenheim,
1 teuer zu ſtehen kommt. Nichts geringeres als das
tigen, ſo meldet man der N. G. C. aus St. Petersburg, fälſchung fällt dem bisher unbeſtraften, 37 Jahre
alten Angeklagten zur Laſt, und er hatte ſich dieſe
un=
heilvolle Folge wohl nicht träumen laſſen. Der
Kauf=
mann Retzbach in Heppenheim ſein Konkurrent Str.5)
beabſichtigte, ſein Haus mit Geſchäft zu verkaufen
und erhielt eines Tages den Brief eines ihm
unbe=
kannten Herrn von Frankfurt a. M., worin er als! häufig vorkommenden Raubvögel in der Weiſe
ange=
eifriger Kaufliebhaber ein vielverſprechendes
Ange=
bot machte und wegen eigener Unabkömmlichkeit den den Himmel ſchauenden Beobachter zeigen. Dieſe wer=
R. zur näheren Rückſprache in Frankfurt einlud. Die
dortige Wohnung war genau angegeben und ſogar
die Nummer der vom Bahnhof zu benutzenden elet= erleichter: An der Wand zwiſchen den Schränken
der=
triſchen Straßeibahnlinie bezeichnet. Zur
Erlang=
ung eines ſolchen ausſichtsreichen Bewerbers ſcheute R.
Zeit und Koſten nicht, mußte aber beim vergeblichen
Suchen in Frankfurt erfahren, daß man ihn genarrt
hatte. Wie ſich ſpäter herausſtellte, war Str. der 1 gut die Anordnung der Organe und bilden ein Seiten=
Swinemünder Entrevue mit dem deutſchen Kaiſer und Schreiber; ſein Brief mit fingierter Unterſchrift
er=
ſcheint ſtrafrechtlich als gefälſchte beweiserhebliche
Privaturkunde, und die Fälſchung war in der Abſicht,
einem anderen Schaden zuzufügen, verübt, mithin
eine „ſchwere‟. Der Angeklagte mußte ſich ſagen, daß an der Techniſchen Hochſchule. Der 3. Jahresbericht
er durch die zweckloſe Reiſe den R. henachteilige, und 1909/10, erſtattet vom Geh. Baurat Prof. Dr. Berndt,
ſeine naie Ausrede, er habs jenom nur die Freudel iſt ſoeben erſchienen. Es heißt darin: Die Material=a
einer Verkaufsausſicht beretten wollen, verfing nicht. prüfungsanſtalt an der Techniſchen Hochſchule zu Darm=
Das Gericht ließ es mit Zubilligung mildernder Um=
Gefängnis bewenden. Die Umwandlung in eine
Geldſtrafe oder bedingten Straferlaß kann nur auf
dem Gnadenwege geſchehen. — Höchſt unangenehm
war in einer Septembernacht der in der
Mauer=
ſtraße hier wohnende N. aus dem Schlafe geweckt
worden. Er fühlte eine Hand im Geſicht und ent= verſtändnis mit den Antragſtellern veröffentlicht. Das
deckte einen durchs Fenſter eingeſtiegenen Fremden,
den 24jährigen Schuhmacher Philipp Buxmann!
von Frankfurt a. M. Der Feſtgenommene und aufs Zeit vom 1. Oktober 1909 bis zum 30. September 1910
Polizeireyſer Gebrachte verweigerte aufänglich jede 160 Anträge gegenüber 126 Anträgen im Vorjahre. Die
Auskunft über den Zweck dieſes ungewöhnlichen Be= Anträge verteilen ſich folgendermaßen auf die
verſchie=
ſuches, wurde des verſuchten ſchweren Diebſtahls im
Rückfall angeklagt und behauptete nun, ohne jede
diebi=
ſche Abſicht eingedrungen zu ſein. Er habe angetrunken
im Abort jenes Hauſes nächtigen und dann zu
glei=
chem Zweck das Zimmer benutzen wollen, in das er ſuchen wurde wie im Vorjahre ſo auch im Berichtsjahre
über ein Dach weg geklettert war. Er wurde jedoch i aus Anlaß des von der Internationalen
Luftſchiffahrt=
kannten, durch die Unterſuchungshaft als verbüßt an= Wettbewerbes für leichte Metalle ausgeführſ. Im
geſehenen Mindeſtſtrafe von 3 Monaten Gefäng= Berichtsjahre wurden folgende wiſſenſchaftliche
gegen das Vorjahr von 440 255 auf 446 540 geſtiegen iſt, Amazone, der ſchöffengerichtlich wegen Mißhandlung „Vorſuche über die Haftung zwiſchen Eiſen und Beton”,
zu 2 Monaten Gefängnis verurteilten Ehefraß1 Armierter Beton 1910, Nr. 9. Dipl.=Ing. W. Müller:
Zöller aus Fehlheim, wurde verworfen. Sie war I.
einer Feindin in die Haare gefahren und hatte ſie nicht bewehrtem Beton”. Der Verſuchsbericht wird
durch Hiebe, Kratzen und Fußkritte übel zugerichtet,;
ſodaß u. a. eine Unterleibsverletzung und Gehirn= gegeben werden. Der 1. Aſſiſtent der
Materialprüfungs=
erſchütterung eintraten.
u. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich am
Samstag mit einer Beſchwerde des Paul Metz! a. M. einen Vortrag über „Metallprüfung‟.
in Mühlheim gegen die Heranziehung zu
Umlagen der Landwirtſchaftskammer! Der 48. Verbandstag tritt am Mittwoch, den 21.
und verwark ſie koſtenfällig unter Auferlegung eines Dezember 1. J., vormittags, im ſtädtiſchen Saalbau
Averſionalbetrages von 6 Mark zur Provinzialkaſſe.
Darmſtadt, 12. Dezember. 1 M. hat an Arbeiter ſeines Gewerbebetriebs kleine ſtehen: 1. Jahresbericht, erſtattet von Generalſekretär
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß= Grundſtücke zur gärtneriſchen Bewirtſchaftung
abge=
geben; die Landwirtſchaftskammer ſieht dies als land= Bilanz pro 1909. 3. Scheck=, Quittungs= und
Wechſel=
wirtſchaftlichen Betrieb und den M. als
beitrags=
pflichtig an, weshalb ſie ſeine Einwendung für un= ſchaften. Referent: Generalſekretär Gennes. Nach
begründet erklärte. Die Entſcheidung des Provin= Schluß der Verſammlung, ſpäteſtens um 2 Uhr, wird
teten Ausgang nahm die Beſchwerdeſache der
Karv=
line Seib all von Biblis gegen einen
kreisamt=
lichen Polizeibefehl. Es handelt ſich um eine
Brand=
mauer der S.ſchen Scheuer gegen die Nachbarhofreite
des Peter Völger III. Die Errichtung war durch das
Kreisamt der S. mit einer Friſt auferlegt, dagegen.
überſehen worden, für fruchtloſen Ablauf der Friſt
eine Strafe anzudrohen. Der an letztere ergangene
Polizeibefehl iſt deshalb formell ungültig und es war
demgemäß der Beſchwerde ſtattzugeben. Die Koſten
hat die Gemeinde Biblis nach Artikel 70 der
Ge=
meindeordnung zu tragen. — Die am 22. v. M. zwecks
weiterer Beweiserhebung wertagte, damals berichtete
Verhandlung, betreffend Rekurs des Lehrers der
israelitiſchen Relegionsgemeinde Vormberg in
Reinheim, wurde fortgeſetzt. Dem Beſchwerdeführer
iſt durch den Kreisausſchuß auf Antrag eines
Rechts=
anwalts die Konzeſſion zur gewerbsmäßigen
Beforg=
ung von Rechtsangelegenheiten entzogen worden
und=
die jetzige Beweisaufnahme galt der Frage, ob jene
Begründung (ungenügende Befähigung und
mangel=
hafte Ausübung) richtig ſei. Die Entſcheidung,
ſoll nächſten Samstag verkündet werden.
— Großh. Landesmuſeum. In der zoologiſchen
Abteilung des Großh. Landesmuſeums ſind während
der letzten Zeit wieder eine Reihe von Gegenſtänden
Verbrechen der qualifizierten Urkunden=zur Aufſtellung gelangt. Es möge hier zuerſt auf
ver=
ſchiedene Süßwaſſertiere aus der Umgegend, darunter
ein Prachtexemplar vom Süßwaſſerſchwamm (
Spon=
gilla), dem bekannten Badeſchwamm verwandt, ferner
eine große Kolonie von Moostierchen (Brpozoen) ind
der heſſiſchen Sammlung hingewieſen werden. An der
Decke dieſes Raumes ſind Flugbilder der in Heſſen
bracht worden, wie ſie ſich bei ruhigem Fluge dem gegen
den beſonders für Jäger von Intereſſe ſein, dürften
aber auch Laien die Unterſcheidung der Arten im Freien,
ſyſtematiſchen Sammlung der Vögel ſind unter Glas
Längs= und Querſchnitte durch einen Seeadler
(Haligetus), der voriges Jahr auf der Kuriſchen
Neh=
rung lebend gefangen wurde, zu ſehen. Sie zeigen ſehr
ſtück zu den Schnitten durch die Katze, die auf cnliche
Weiſe durch Zerſägen und nachheriges Präparieren von
gefrorenen Kadavern hergeſtellt ſind.
* Der Tätigkeitsbericht der Materialprüfungsanſtalt
ſtadt befaßt ſich mit der mechaniſch=techniſchen Prüfung
ſtände bei der geſetzlichen Mindeſtſtrafe von 1 Woche von Metallen, Hölzern, Seilen, Ketten, Riemen,
Zement, Beton, natürlichen und künſtlichen Steinen,
Del, Petroleum und ähnlichen Materialien. Die
Unter=
ſuchungen erfolgen gegen Entgelt auf Antrag von
Be=
hörden und Privaten. Die Prüfungsergebniſſe werden
ſeitens der Anſtalt geheim gehalten und nur im Ein=
Perſonal der Anſtalt iſt auf Wahrung des
Dienſtge=
heimniſſes verpflichtet. Die Anſtalt erledigte in den
denen Materialien: Metalle 75 Anträge, Zement 5
An=
träge, Beton 32 Anträge, natürliche Steine 7 Anträge;
künſtliche Steine 28 Anträge, Verſchiedenes 13 Anträge,
zuſammen 160 Anträge. Eine große Anzahl von
Ver=
für ſchuldig befunden und war dann auch mit der er= Ausſtellung in Frankfurt a. M. ausgeſchriebenen
Preis=
nis einverſtanden. — Die Berufung einer ſtreitbaren Unterſuchungen ausgeführt: Dr.=Ing. E. Preuß:
„Verſuche über den lektriſchen Leitungswiderſtand von
demnächſt vom Deutſchen Eiſenbeton=Ausſchuß heraus=
Auſtalt, Privatdozent Dr.=Ing. E. Preuß, bielt im
Be=
richtsjahre vor dem Ortsgewerbeverein zu Offenbach
* Heiſiſchle landwintſchaftliche Geſtoffenſchaften.
zu Darmſtadt zuſammen. Auf der Tagesordnung=
Haas. 2. Vorlage und Beſcheidung der Rechnung und
ſtempel im Geſchäftsbetrieb der Verbandsgenoffen=
Aus Geſprächen mit Knaus.
*⁎* In einem ſtillen Winkel, mitten zwiſchen dem
bunten Leben Berlins, wie es ſich in der
vor=
nehmen Tiergartenſtraße entfaltet, in der
Hilde=
brandſchen Privatſtraße, hatte der nun
dahingegan=
gene Altmeiſter der deutſchen Genremalerei, Ludwig
Knaus, ſein trauliches, mit erleſenen Kunſtſchätzen
geſchmücktes Heim aufgeſchlagen. In dieſen
behag=
lichen Räumen und dem ſchönen Garten mit den
alten Bäumen und dem im Sommer üppig
entfal=
teten Roſenparkett hatte nun der alte Herr ſich ſeinen
eigenen, ſtill abgegrenzten Lebensbezirk geſchaffen, in
dem er ſich ohne, Haß von der Welt verſchloß.
Moch=
ten die Jungen in geräuſchvollen Revolutionen eine
neue Kunſt und eine neue Schönheit entdecken, der
Meiſter ſchaute dem lächelnd und intereſſiert zu. „Es
kar eben jedes Ding ſeine Zeit, ſagte er wohl einem
Beſucher. „Man muß doch auch jüngeren Kräften
Platz machen!‟ Und die Erinnerungen ſchweiften
zu=
rück zu jener Epoche vor mehr als einem halben
Jahrhundert, da er ſelbſt als ein „böſer Sezeſſioniſt‟
ſeinem Direktor Wilhelm Schadow ein Dorn im
Auge geweſen war und ärgerlich der Düſſeldorfer
Nkademie den Rücken gekehrt hatte.
Ja, auch Knaus war einſt den Deutſchen als ein
grimmer Revolutionär erſchienen, der den ganzen
Cornelius und ſeine Schule „als aufgewärmten Kohl
unter den Tiſch warf”. Märchenhaft mutet uns heute
dieſgr Aufſtieg des armen Mechanikerſohnes an, den
der Vater durchaus zu ſich in die Lehre nehmen wollte
und der es nur einem Gönn
ken hatte, daß er ſchließlich bei einem „Hofmaler” das
Malerhandwerk lernen durfte. Mühſelig hatte er ſich
während der Lehrzeit eine kleine Summe vom Munde
abgeſpart, mit der er ſein Glück auf der berühmten
gradenie verſuchte. en
lei Widrigkeiten des Anfangs ſetzte er ſich durch. Er
Ling nach Paris und kam aus Frankreich als
Triumphator wieder. „Dex Ueberfluß hat immer
etwas Bezauberndes und die Welt liebt nichts ſo ſehr
als Verſchwendung,” ſo hat ihn damals Friedrich
Pecht geſchildert. „Eher unter als über Mittelgröße
aber breitſchulterig und ſtark gebaut, blond mit
durch=
dringenden blauen Augen in einem auffallend
regel=
mäßig ſchönen, echt deutſchen Geſicht, dem die
Adler=
naſe etwas Kühnes, der feſte Mund etwas Trotziges
gab, Meiſter in allen körperlichen Uebungen,
frap=
pierte er ſchon durch die kerngeſunde Harmonie der
ganzen ſtahlkräftigen Perſönlichkeit.”
Dieſe kraftvoll gefeſtigte Sicherheit hatte ſich auch
noch der Siebziger und Achtziger bewahrt. Er hielt an
ſeinen alten Idealen feſt, aber er ließ auch die
Jun=
gen gelten. „Ich erkenne die großen Errungenſchaften
der Moderne an, erklärte er in einem intereſanten
Selbſtbekenntnis, das Ottomar Beta nach Geſprächen
mit dem Meiſter in der Deutſchen Revue
veröffent=
licht hat. „Die Ingend hat das Wort, wie wir Alten
es ehedem gehabt haben. Aber das „Gemüt verödet
ein wenig unter dieſem Haſchen nach virtuoſen
Effek=
ten. Und man iſt zu alt, um noch neue Künſte zu
lernen.” Ihm war ja das Evangelium des
Impreſſio=
nismus nichts neues; er hatte es ſchon in den öher
Jahren in Paris kennen gelernt, als er mit den
gro=
ßen Führern der franzöſiſchen Kunſt in perſönliche
Berühruna trat. Ihm bot die ſo viel beſprochene
„deutſche Moderne” nichts Ueberraſchendes. „Mir iſt
ſie etwas Altes, eing willkommene Erinnerung aus
der Jugendzeit, meinte er. „Ich habe mich vor
vier=
zig Jahren, als ich auf acht Tage nach Paris ging und
ſechs Jahre dort blieb, ſchon damit abgefunden.
Da=
mals waren ja Manet und eine Reihe ſeiner Schüler
en vogue. Plein air habe ich immer mit Vorliebe
ge=
malt, aber die Lichtphänomen in der Natur und meing
Richtung, das Genre, die Sittenmalerei, ſind ebenſo
unvereinbar wie die Farbenfluten des
Serpentin=
tanzes und ein Stück von Moliére. Was künſtlich iſt,
verlangt geſchloſſenen Raum. Wenn der Menſch des
Menſchen eigentlicheres Studium iſt, ſo wird er auch
das eigentlichſts Obiekt der Kunſtanſchauung bleiben
nicht nach Art eines glänzenden Käfers oder eines
Schmetterlings in Glanz und Sonnenſchein, kurz als
Staffage in Bildern voll Ton und Lichteffekten,
ſon=
dern als Dargeſtellter und Darſteller. Um die
ſeeli=
ſchen Vorgänge in des Menſchen Leben und Angeſicht
malen zu können, brauche ich das Licht nicht als
Ob=
jekt und Endziel der Kunſt, ſondern als Mittel, als
ruhiges Element, das ſich ſo wenig aufdrängt und
ſtörend bemerkbar macht wie möglich. So war’s, ſo
wird es bleiben, weil es ſo in der Natur der Sache
liegt. Darum will ich mit der heutigen Jugend nicht
rechten, die das Licht emanzipiert und materialiſiert.
Man hat ja auch über mich Zeter und Mordio
ge=
ſchrien,” fügte er ein wenig wehmütig lächelnd hinzu,
zund mich hart angefaßt und zum Bahnbrecher
er=
hoben. Du lieber Gott! Ich malte eben ohne jede
Polemik mit Pinſel und Oel, wie mir’s ums Herz.
war, lediglich um die Menſchen zu erfreuen.”
Knaus wußte, daß ſeine Miſſion erfüllt war, und
er war ein viel zu ſtreier Geiſt, um anderen ſeine
Form des Sehens aufdrängen zu wollen: „Ein jeder
Vogel ſingt ſein Lied, man kann da keine Norm
auf=
ſtellen, was gemalt werden ſollte und was nicht. Ich
trete nicht hervor, habe es nie getan, und jetzt, wo das
Alter mich beſchleicht, denke ich weniger daran als je,
es zu tun. Was ich tun konnte, habe ich getan. Die
Kunſt liegt hinter mir? Mit dieſer beſcheiden
ſtol=
zen Gewißheit, nach beſtem Wollen und Können
ge=
wirkt zu haben, hat Knaus auch das Glück ſeines
Alters vollauf gekoſtet, iſt er endlich ohne lange
Krankheit plötzlich dahingeſchieden, wie es nur einem.
Liebling Fortungs vergönnt war.
Nummer 291.
Därmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Seite 3.
ein gemeinſchaftliches Mittageſſen im
Verſammlungs=
lokal ſtattfinden.
* Der Verband für Jugendfürſorge in der Stadt
Darmſtadt hält eine Sitzung im Rathausſaal am Freitag,
den 16. Dezember, nachmittags, ab. Auf der
Tagesord=
nung ſtehen: 1. Mitteilungen. 2. Die Teilnahme von
Ju=
gendlichen an öffentlichen Tanzluſtbarkeiten (Referent:
Regierungsaſſeſſor Fuchs). 3. Wie kann die Schule
dar=
auf hinwirken, daß religiöſes Leben und religiöſe Sitte
in den Familien lebendig werden? (Referentin: Fräulein
von Szczepanski.) 4. Wie kann der Lehrer drohender
Ver=
wahrlſung bei einem Schulkinde wirkſam entgegentreten?
(Referent: Regierungsaſſeſſor Stimmel.) 5.
Entgegen=
nahme von Anregungen aus der Verſammlung.
— Der Rothenburger Verband akademiſcher
Architek=
tenvereine an deutſchen Hochſchulen eröffnet heute in der
Aula der hieſigen Techniſchen Hochſchule für die Dauer
dieſer Woche eine Wanderausſtellung. Es gelangen
Ent=
würfe, Zeichnungen, Skizzen und Aquarelle früherer und
gegenwärtiger Mitglieder zur Ausſtellung. Beſuchszeit
9—4½ Uhr. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=
Ver=
band veranſtaltet unter fachmänniſcher Leitung
dem=
nächſt wieder einen Kurſus, und zwar in doppelter
italieniſcher Buchführung, verbunden mit Briefwechſel
und kaufmänniſchem Rechnen. (Siehe Anzeige.)
— Arbeitsſchule des Evangeliſchen Bundes. Die unter
dem hohen Protektorate Ihrer Königlichen Hoheit der
Großherzogin ſtehende, von dem Evangeliſchen Bund und
von Freunden und Gönnern der Stadt Darmſtadt
gegrün=
dete und erhaltene, zurzeit von nahezu 400 Kindern
be=
ſuchte Arbeitsſchule des Evangeliſchen
Bun=
des wird ihr diesjähriges Weihnachtsfeſt nächſten
Sams=
tag, den 17. ds. Mts., nachmittags 3½ Uhr, in dem
Turn=
ſaal des Schulhauſes Rundeturmſtraße begehen und bittet
die Eltern der Kinder, ſowie wohlwollende Freunde der
Schule, an der Feier freundlichſt teilnehmen zu wollen.
Struwwelpeter! Die für Mittwoch, den 14.
d. M., nachmittags 5 Uhr, im Kaiſerſaal vorgeſehene
Aufführung erfährt eine weſentliche Bereicherung durch
das Orcheſter der Oberrealſchule, das, während die
Bilder inſzeniert werden, Muſikſtücke vortragen wird,
und durch einen Kinderchor, der die Vorſtellung mit
Weihnachtsliedern eröffnen und ſchließen wird. (Siehe
die heutige Anzeige.)
D Poſtbriefbeſtellung. Bei dem hieſigen Poſtamt I
werden die eingehenden Briefſendungen
werktäg=
lich in folgender Weiſe beſtellt: bei der erſten
Be=
ſtellung um 6,40 Uhr vorm.: die mit den Poſten von
7,10 Uhr nachm. bis 5,40 Uhr vorm. eingegangenen
Briefſendungen; bei der zweiten Beſtellung um 9,10
Uhr vorm.: die mit den Poſten von 6,40 Uhr vorm. bis
8,25 Uhr vorm. eingegangenen Briefſendungen; bei der
dritten Beſtellung um 1 Uhr nachm.: die mit den Poſten
von 9,30 Uhr vorm. bis 12,20 Uhr nachm. eingegangenen
Brieffendungen; bei der vierten Beſtellung um 4,15 Uhr
nachm.: die mit den Poſten von 1,30 Uhr nachm. bis 3,45
Uhr nachm. eingegangenen Briefſendungen; bei der
fünften Beſtellung um 6,40 Uhr nachm.: die mit den
Poſten von 5,45 Uhr nachm. bis 6,05 Uhr nachm.
einge=
gangenen Briefſendungen. Bei der fünften Beſtellung
um 6,40 Uhr nachm. werden Einſchreibbriefe
nicht abgetragen.
An Sonn= und Feiertagen findet nur eine
Briefbeſtellung um 8 Uhr vorm. ſtatt, die alle bis
7,20 Uhr vorm. eingegangenen Briefſendungen mit
Aus=
nahme der nicht eiligen Druckſachen umfaßt. Die ſpäter
eingehenden Briefſendungen und die nicht eiligen
Druckſachen werden Montags bei der erſten Beſtellung
abgetragen. Die näheren Angaben ſind aus dem im
Schalterraum aushängenden Poſtbericht erſichtlich, der
auch für 25 Pfg. an den Poſtſchaltern und durch die
Briefträger zu beziehen iſt.
m. Die Arbeiten an den neuen Schulhäuſern auf dem
Platz des alten Gaswerks gehen rüſtig vorwärts. Der
äußere Verputz der neuen Mädchenſchule iſt in einigen
Tagen beendet. Die Dampfheizung iſt ſchon probeweiſe
in Betrieb geſetzt worden. In den Sälen werden die
Fuß=
böden gelegt. Die Fenſter haben nun alle ihre Verglaſung
erhalten und die Rahmen ſind mit weißer Oelfarbe
ge=
ſtrichen worden. In der Lagerhausſtraße werden zu
Sei=
ten des mächtig wirkenden Portals eben die
Brüſtungs=
mauern der vor den unterſten Fenſtern liegenden
Wandel=
gänge aus Backſteinen errichtet. Auch der über dem Portal
liegende Balkon erhält ſeine Brüſtung. Bis zum
Früh=
jahr müſſen mehrere Säle fertiggeſtellt ſein, da in ihnen
4 Klaſſen der Mädchen=Mittelſchule Unterkunft finden
ſollen. An der neuen Ober=Realſchule wird der Verputz
auf der Südſeite des Gebäudes bei anhaltend guter
Witte=
rung noch vor Weihnachten beendet werden können. Auch
im Innern dieſes Gebäudes werden ungefähr 10 Säle zur
Aufnahme von Knaben=Mittelſchulklaſſen bis Oſtern
her=
gerichtet. Auf dem Hofe lagern große Erdmaſſen, deren
Wegbringung wahrſcheinlich als Notſtandsarbeiten im
Winter vorgeſehen ſein dürfte.
Internationale Ringkampf=Konkurtenz. Die
drei auf dem Programm ſtehenden
Entſcheidungs=
kämpfe hatten Freitag wieder zahlreiche Ringkampf=
Freunde nach dem Orpheum gelockt. Ein techniſch
ſchöner Kampf entwickelte ſich zuerſt zwiſchen Pitro
und Heß. Letzterer erwies ſich als der beſſere und
ſiegte in einer Geſamtzeit von 37 Minuten. Ein
uner=
wartet ſchnelles Ende fand dann der nächſte Kampf
zwiſchen Terrikoff und Debie. Schon nach
6 Minuten gelang es dem am Boden liegenden
Terri=
koff, die Arme ſeines Gegners einzuklemmen und
ſelbigen auf beide Schultern zu xollen. Der beſte Kampf
des Abends war dann der Entſcheidungskampf zwiſchen
Tſcheſtjakoff und Chriſtenſen. Die etwas
derbe, aber doch nicht unfaire Ringweiſe des Kaukaſiers
erregte den Unwillen des Publikums, ſo daß
Tſcheſtja=
koff ſich beim Kampfgericht über das Verhalten des
Publikums beſchwerte. Die geräumige Bühne des
Orpheums erwies ſich faſt als zu klein. Nach 44
Mi=
nuten ſtürmiſchen Kampfes gelang es dann dem
Kau=
kaſier, durch Hüftſchwung aus dem Stand zu ſiegen.
Der von Eberle am Donnerstag ſo unerwartet ſchnell
geworfene Terrikoff hat Eberle zu einem
Revanchekampf herausgefordert, der in den
näch=
ſten Tagen ſtattfindet.
— Die älteſte Lichtbildbühne. Der erſte
Darm=
ſtädter Kino, Grafenſtraße, hat wieder der
Zuſam=
menſtellung des neuen Spielplanes ſeine größte Sorgfalt
gewidmet, um die neueſten Erzeugniſſe den verehrlichen
Beſuchern vor Augen zu führen. Unter den vielen
kon=
kurrenzloſen Piecen iſt vor allem der ruſſiſche Kunſtfilm
hiſtoriſcher Sujets, Prinzeſſin Tarakanowa und
Katha=
rina II., in bezug auf prächtige Ausſtattung und
Dar=
ſtellung rühmend hervorzuheben. In gleicher Weiſe bieten
die weiteren Vorführungen, wie der Wilddieb, ein
ſpan=
nendes Drama, ſowie Katharina von Medici, ebenfalls
ein hiſtoriſcher Kunſtfilm, Hochintereſſantes. (Näheres ſiehe
Anzeige.)
A Auf den Wochenmärkten macht ſich ſchon das
Weihnachtsfeſt bemerkbar durch die ſtarke Nachfrage
nach Butter, Eiern uſw. Die Butterpreiſe haben
infolge=
deſſen auch bereits angezogen, das ½ Kg. koſtet 1,40 M.,
in Partien 1,30 M. Sonſt ſind an Durchſchnittspreiſen
zu verzeichnen: Eier 7—8 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 18
bis 20 Pf., Handkäſe 6—10 Pf.; Kartoffeln: Zentner
3,50—4 M., Kumpf (10 Liter) 65—70 Pf., Mäuschen
Zentner9 M., ½ Kg. 10 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner
6—12 M., ½ Kg. 7—15 Pf., Birnen ½ Kg. 12—18 Pf.,
Kaſtanien ½ Kg. 15 Pf., Zitronen 6 Pf.; Salat,
Ge=
müſe: Kopfſalat 10—12 Pf., Endivien 3—6 Pf., Bündel
Radischen, Rettiche 5 Pf., Meerrettich 10—25 Pf., Zwiebeln
Kg. 8—10 Pf., Roterüben ½ Kg. 5—10 Pf.,
Paradies=
äpfel ½ Kg. 40 Pf., Weißerüben 2 Pf., Roſenkohl ½ Kg.
20—25 Pf., Gelberüben ½ Kg. 4—5 Pf., Wirſing 3—10 Pf.,
Grünkohl 3—6 Pf., Blumenkohl 10—60 Pf., Rotkraut 10
bis 35 Pf., Weißkraut 8—15 Pf., Zentner 1,80—2,00 M.,
Spinat ½ Kg. 12—15 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 25 bis
30 Pf., Kohlrabi 3—4 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe
½ Kg. 80—85 Pf., Enten 3—4 M., Hahnen und Hühner
1,50—2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins 1 M., Haſen
3,50 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal bis zu 1,20 M.,
Rheinfiſche 40 Pf., Rotzungen 80 Pf., Kabeljau, große
Schellfiſche 35 Pf., kleine 18—20 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60 Pf., Hackfleiſch 80 Pf.,
Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Kalb=
fleiſch 70 Vf.
=gs. Von Krämpfen befallen. Samstag vormittag um
½11 Uhr wurde ein Magazinarbeiter in der
Blumenthal=
ſtraße von Krämpfen befallen und mittels
Krankenauto=
mobils nach ſeiner Wohnung verbracht.
— Brandbericht. Freitag vormittag 11,43 Uhr
wurde der Feuerwache durch Fernſprecher die Meldung:
„Feuer Bismarckſtraße 45‟. In dem Schlafzimmer der
Wohnung im 1. Obergeſchoß waren die Betten in Brand
geraten, vermutlich durch einen dort aufgeſtellten
Petroleumofen. Durch Hausbewohner wurde eine
Aus=
dehnung des Feuers verhindert. Die Feuerwehr hatte
nur kurze Ablöſchungs= und Räumungsarbeit
vorzu=
nehmen und war 12,10 Uhr wieder in der Station. Der
Schaden iſt nicht bedeutend.
3 Pfungſtadt, 10. Dez. Die Einwohnerzahl
unſeres Städtchens hat im letzten Jahrfünft eine
ver=
hältnismäßig geringe Zunahme erfahren. Es
wurden 6839 Einwohner gegen 6582 im Jahre 1905
ge=
zählt. Dieſer im Vergleich zu anderen größeren Orten
geringe Zuwachs (257) iſt aber zum Teil, wie aus den
ſtandesamtlichen Eintragungen hervorgeht, auf eine
bedeutende Verringerung der Zahl der Geburten und
der Sterbefälle in den letzten fünf Jahren
zurückzu=
führen. Es ſind nämlich die Geburtsfälle von 1247
(aus den Jahren 1901 bis 1905) auf 1092 in den Jahren
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
W-l. Großh. Hoftheater. Als Mabel in dem
Schwank „O dieſe Leutnants” abſolvierte Frl. Valeria
Verden am Freitag ihr zweites Gaſtſpiel. Wie wir
bereits hervorgehoben haben, kommt dieſes Gaſtſpiel
für eine Ergänzung des Urteils über ihre Befähigung
nicht in Betracht. Es mußte von vornherein auffallen,
daß eine Bewerberin für das jugendlich=ſentimentale
Fach, für die eine ſchöne Sprache eine Hauptbedingung
iſt, in einer das Deutſche radebrechenden Rolle gaſtierte.
Man muß deshalb zu dem Schluſſe kommen, daß hier
„aus der Not eine Tugend gemacht” worden iſt. Daß
Frl. Verden hübſch und gewandt ſpielt, hatte ſie ſchon
als Julia bewieſen, in der Rolle der Mabel erſchien ſie
im übrigen reifer und geſetzter als in der der Julia.
* Die Uraufführung des „
Roſenkava=
lier” von Richard Strauß wird am 25. Januar in
Dresden ſtattfinden. Die Oper iſt bisher von
unge=
fähr zwanzig Bühnen zur Aufführung angenommen
worden. Darunter befinden ſich auch Dresden, Wien,
Hamburg, München, Stuttgart und Mailand. Die
Berliner Oper hat bisher das Werk noch nicht zur
Auf=
führung angenommen. Auch ſind dahingehende
Ver=
handlungen noch nicht eingeleitet worden. Richard
Strauß wird zur Einſtudierung ſeiner Oper zwei
Tage nach Dresden fahren. Von dort reiſt er nach
Frankfurt a. M., um eine Muſikaufführung zu leiten.
** Spielplan des Großh. Hof= und
Na=
tional=Theaters in Mannheim. Montag,
12. Dez.: Herodes und Mariamne. Dienstag, 13. Dez.:
Gelehrte Frauen. Mittwoch, 14. Dez.: Madame
Butterfly. Donnerstag, 15. Dez.: Zum erſten Male:
Der Fiedelhans. Freitag, 16. Dez.: Keine
Vorſtel=
lung. Samstag, 17. Dez.: Flachsmann als Erzieher.
Sonntag, 18. Dez.: 4. Matinée: Weihnachten; neu
ein=
ſtudiert: Die Walküre.
Kleines Feuilleton.
— Moderner Halsſchmuck. Zu den
größ=
ten Reizen des weiblichen Körpers gehört ein ſchlanker
Hals, eine zart geſchwungene Nackenlinie. Dieſes
Reizes wurde ſich die Fraa ſchon ſehr früh bewußt,
und was lag näher, als den zierlichen Hals zu
ſchmücken, ſeine Schönheit durch ein Halsband in
helles Licht zu ſetzen. Die Frau der prähiſtoriſchen
Zeit verfertigte ihre Halskette aus Fiſchgräten,
Samenkörnern und nußähnlichen Früchten, aus den
Zähnen wilder Tiere, ja ſogar aus Menſchenknochen.
Dieſe primitiven Moden haben ſich bei den noch
vor=
handenen wilden Völkerſchaften erhalten. Aus der
einfachen oder mehrfachen Kette lernte die Frau nach
und nach einen kragenförmigen Halsſchmuck
zu=
ſammenzuſetzen. Bei den Kulturvölkern des
Mittel=
meeres läuterte ſich der Geſchmack jedoch ſehr bald.
So hielt namentlich bei den Griechen auf manchen
Gebieten die Entwickelung des Kunſtgewerbes
glei=
chen Schritt mit der Kunſt; der Halsſchmuck
griechi=
ſcher Frauen, vielfach aus Flecht= oder
Filigran=
arbeit beſtehend, trägt den Stempel eines
vortreff=
lichen, mehr nach Anmut als nach Kraft ſtrebenden
Geſchmackes. Unſer allermodernſter Halsſchmuck, der
Anhänger, hatte ſchon einmal eine Blütezeit, und
zwar während der Renaiſſance bis ins 17.
Jahrhun=
dert hinein. Die herrlichen Arbeiten ſpiegeln die
ganze Prachtliebe, den Reichtum und die
Verſchwend=
ungsſucht jener Zeit wider, aber auch die
außer=
ordentliche Kunſtfertigkeit der Juweliere, unter deren
Händen aus edlen Metallen und köſtlichen Steinen
wahre Wunderwerke der Kleinkunſt entſtanden. Der
moderne Geſchmack iſt minder anſpruchsvoll. Auf die
Nachbildung von Menſchen=, Tier= und
Phantaſie=
geſtalten, wie ſie die Damen der Renaiſſance auf ihren
Anhängern liebten, verzichten wir heute, wir
bevor=
zugen die kunſtvoll verſchlungene Linie, das
Orna=
mentale. Die Form iſt die Hauptſache, die Koſthar=
1905 bis 1910 geſunken. Ebenſo iſt in der genannten
Zeit die Zahl der Sterbefälle von 746 auf 598
zurück=
gegangen. Die Zahl der Geburten und Sterbefälle im
letzten Jahrfünft ergibt ſomit, wenn man ſie vergleicht
mit derjenigen im Jahre 1905, zuſammen ein Minus
von 353
Biſchofsheim, 10. Dez. Der bei dem geſtrigen
Zu=
ſammenſtoß verurſachte Materialſchaden wird auf
über 50000 Mark geſchätzt. Es ſind fünf Güterwagen
vollſtändig zertrümmert, eine größere Anzahl Wagen
und die Lokomotive ſind leichter beſchädigt. Der
ver=
letzte Bremſer Huſter wurde ins Rochushoſpital
ge=
bracht, wo ihm heute ein Bein unterhalb des Knies
abgenommen werden mußte.
Mainz, 10. Dez. Ein unaufgeklärter
Unglücks=
fall mit tödlichem Ausgange ereignete ſich heute früh
an der alten Eiſenbahnbrücke. Der etwa 35 Jahre alte
Arbeiter Rheinbott aus Laubenheim, der auf der
Guſtavsburger Brückenbauanſtalt beſchäftigt iſt, ſollte
heute früh bei ſeinem Weg nach der Fabrik ſich aus
dem Magazin auf der Mainzer Seite elektriſchen
Leit=
ungsdraht mitgeben laſſen. Er führte auch dieſen
Auftrag um halb 6 Uhr aus, kam aber nicht zu ſeiner
Arbeitsſtätte, weshalb man nach ihm ſuchte. Gegen
8 Uhr fand man ſeine Leiche am Pfeiler des erſten
Brückenbogens halb im Waſſer liegen. Rheinbott iſt
demnach auf unaufgeklärte Weiſe von der Brücke
ab=
geſtürzt. Man kann nur annehmen, daß er auf dem
Schienengleiſe gegangen iſt und dann nach dem
Fuß=
gängerpfad überſteigen wollte, wobei er fehltrat und
bei dem Sturz in die Tiefe den Tod fand. (Tgbl.)
Worms, 9. Dez. Auf die Eingabe einer großen
An=
zahl hieſiger Bürger zur Bekämpfung der
Rauchplage hat die Bürgermeiſterei dahin Beſcheid
gegeben, daß in erſter Linie die Verlegung des
Lokomo=
tivſchuppens in nächſter Zeit in Angriff genommen
würde. Ferner ſei nicht zu verkennen, daß bei den
Fabrikfeuerungen eine ſtändige Verbeſſerung der
Heiz=
anlagen wahrzunehmen iſt. Dagegen ſei faſt noch nichts
für die Verminderung der Raucherzeugung durch die
Hausfeuerungen geſchehen. Dieſem zweifellos ſehr
großen Uebelſtande auf dem Wege von
Polizeiverord=
nungen entgegenzutreten, erſcheint wenig
ausſichts=
reich. Von Intereſſe iſt hier das Vorgehen des Vereins
für öffentliche Geſundheitspflege in Hannover, der ein
„Merkblatt für zweckmäßige Behandlung der Kohlen
und Oefen” und ein „Merkbuch in Sachen der Rauch=
und Rußplage” heransgegeben hat.
Frei=Laubersheim, 9. Dez. Der 17jährige
Kauf=
mannslehrling Heinrich Reith von hier entfernte ſich
heimlich aus der Wohnung ſeiner Eltern. Als er bis
nachmittags nicht zurückgekehrt war, begaben ſich
meh=
rere junge Burſchen auf die Suche. Dieſelben fanden
ihn nach mehrſtündigem Suchen endlich am Ausgang
des ſogen. Katharinenwaldes tot auf. Der Vermißte
hatte ſeinem Leben durch einen Schuß in das Herz ein
Ende gemacht. Was den jungen Menſchen in den Tod
getrieben hat, iſt nicht bekannt.
B. Bingen, 9. Dez. Die Einwohnerzahl der
Stadt Bingen betrug nach der am 1. Dezember erfolgten
Volkszählung 9952 gegen 9953 am 1. Dezember 1905.
Die Berufs= und Betriebszählung vom 12. Juni 1907
ergab 9672 Anweſende, ſo daß alſo nach dieſer Zahl eine
Zunahme zu verzeichnen iſt. 1905 waren 4882
männ=
liche, 5071 weibliche Perſonen, zuſammen 9953, 1910
4822 männliche, 5130 weibliche Perſonen, zuſammen
9952 vorhanden. Die Zahl der weiblichen Einwohner
überſteigt die männlichen Geſchlechtes um etwa 300.
Katholiken ſind 6848 (1905: 6802), Evangeliſche 2427
(2464), Jsraeliten 625 (649), Angehörige anderer
Kon=
feſſionen 54 (38) anweſend. Die Zahl der Wohnhäuſer
beträgt 918, 13 unbewohnte und 8 ſonſtige Baulichkeiten.
Die Zahl der Haushaltungen beträgt 1981 mit zwei und
mehr Perſonen. Am 1. Dezember lagen hier 42 Schiff.
mit etwa 250 Perſonen an Bord.
— Gießen, 9. Dez. Unmittelbar nach Schluß der
Schwurgerichtsverhandlung gegen den Friedberger
Bombenattentäter Karl Werner, die mit deſſen
Ver=
urteilung zu lebenslänglicher Zuchthausſtrafe endete,
traten auf Anregung des Verteidigers des Angeklagten,
Rechtsanwalts Tuteur I.=Kaiſerslautern, die
Geſchwo=
renen zuſammen, um ein Gnadengeſuch an den
Großherzog von Heſſen für den Verurteilten
abzuſenden. Sie gaben damit ihrer Meinung dahin
Ausdruck, daß ſie durch ihren Wahrſpruch den
Ange=
klagten nicht lebenslänglich unſchädlich machen wollten,
ſondern meinen, daß eine entſprechend lange
Zucht=
hausſtrafe die Möglichkeit einer Beſſerung wohl zulaſſe.
Da dieſe Zuchthausſtrafe im Höchſtfalle bei einer
Be=
gnadigung fünfzehn Jahre betragen würde, ſo haben
die Geſchworenen in ihrem Gnadengeſuch an den
Groß=
herzog von Heſſen die Bitte ausgeſprochen, die erkannte
lebenslängliche Zuchthausſtrafe auf fünfzehn Jahre be=
E
keit des Materials wird oft nur in zweiter Reihe
be=
rückſichtigt. Silber und weniger edle Metalle,
Ba=
rockperlen und Halbedelſteine bringen in
geſchmack=
vollen Zuſammenſtellungen die reizvollſten
Wirkun=
gen hervor. Unvergleichlich ſchöner jedoch iſt der
moderne, ſcheibenförmige Anhänger aus Silber oder
Platin mit den leicht darauf verſtreuten, wie
regel=
los darauf gefallenen oder in entzückenden kleinen
Muſtern eingefügten Diamanten.
C) Was das Geſundbeten einbringt.
Faſt neunzig Jahre alt iſt Mrs. Mary Baker Glover
Eddy geſtorben, — jene ſeltſame Frau, welche die
Kirche der „Chriſtian Seience” begründete und in
Amerika ebenſo leidenſchaftlich gefeiert wie
angefein=
det worden iſt. Sie hatte auch in Europa viele
An=
hänger, und die Bücher, die ſie geſchrieben hat,
ſin=
in verſchiedene Sprachen unſeres Weltteils überſetzt
worden. Für verſtändige Menſchen mit klaren
Sin=
nen bedeutet die von Mrs. Eddy ins Leben gerufene
Abart der chriſtlichen Religion nichts anderes als
den grandioſeſten Humbug, und über das Geſun
d=
beten, das durch ſie recht eigentlich wieder in Mode
kam, herrſcht unter aufgeklärten Leuten wohl nur
einne Meinung. Mrs. Eddy verband mit ihren
reli=
giöſen Beſtrebungen, und darin war ſie eine echte
Amerikanerin, einen ſehr hoch entwickelten
Geſchäfts=
ſinn. Sie iſt nicht, wie andere Religionsſtifter, arm
und bedürftig aus dieſer Welt der Tränen geſchieden,
ſondern hat es verſtanden, ein Vermögen zu
ſam=
meln, deſſen Größe um ſo achtungswerter erſcheint,
als ſie urſprünglich keinen Pfennig beſ
acht Millionen Mark beziffert. Schon vor einem
Jahre zahlte ſie ihrem Sohne, Mr. George W.
Glo=
ver, die Summe von rund einer Million Mark aus,
Seite 4.
Nummer 291.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
ſchränken zu wollen. Der Verurteilte iſt inzwiſchen,
da Reviſion beim Reichsgericht nicht eingelegt
wor=
den iſt, bis zum Ablauf der geſetzlichen Friſt im hieſigen
Unterſuchungsgefängnis verblieben und wird dann in
das heſſiſche Landeszuchthaus Butzbach zur Verbüßung
ſeiner Strafe überführt werden.
A Gießen, 10. Dez. In der letzten Woche hat im
ſtädtiſchen Pumpwerk zu Queckborn die
Prüfung und Abnahme der Erweiterungsbauten der
maſchinellen Anlagen ſtattgefunden. Nachdem in den
letzten Jahren infolge des ſtetigen Anwachſens der
Be=
völkerung und infolge der Einführung der Kanaliſation
der Waſſerverbrauch die Höhe von etwa 4000
Kubik=
metern täglich erreichte, und nachdem durch den
An=
ſchluß der neuen Univerſitätsinſtitute und der zurzeit
im Bau begriffenen Irrenanſtalt Waldhof mit ihren
22 Gebäuden eine abermalige Steigerung des
Waſſer=
konſums zu erwarten war, mußte die Stadtverwaltung
an eine Erweiterung des ſtädtiſchen
Waſſerwerks bei Queckborn denken, um dem
Verbrauch der Einwohnerſchaft gerecht zu werden. Zu
dieſem Zwecke wurden die Brunnenanlagen in dem
ſehr waſſerreichen Quellgebiet bei Queckborn
vergrö=
ßert, und in entſprechender Weiſe mußte auch die
Leiſtungsfähigkeit des ſtädtiſchen Pumpwerks erhöht
werden. Nachdem die Erweiterungsarbeiten nunmehr
fertiggeſtellt ſind, iſt das Pumpwerk in der Lage, täglich
über 7000 Kubikmeter Waſſer nach der Stadt zu liefern.
Es wird ſomit auf lange Jahre hinaus allen
Bedürf=
niſſen und Anſprüchen unſerer Bevölkerung genügen
können.
* Alsfeld, 10. Dez. Am 6. Dezember fand die
kon=
ſtituierende Sitzung der Zweigſtelle der
Zen=
trale für Mutter= und Säuglingsfürſorge
in Alsfeld ſtatt. Außer den ſonſtigen in Betracht
kom=
menden Stellen gehören der Zweigſtelle ſämtliche
Aerzte des Kreiſes Alsfeld an. Der Aerztliche
Kreis=
verein hatte vorher, nach einem Vortrag von Profeſſor
Dr. Koeppe, zu der Frage Stellung genommen und
die vorgeſchlagene Regelung akzeptiert. Die
Verſamm=
lung in Alsfeld war von zirka 25 Perſonen beſucht, die
ſämtlich in den Ausſchuß der Zweigſtelle, der zugleich
der Zentrale angehört, eintraten. Der Vorſitz wurde
dem Großh. Kreisrat des Kreiſes, Dr. Heinrichs,
ibertragen. Der Zweigſtelle iſt ein Kredit von der
Zentrale eröffnet. Sie beginnt mit einer
Beratungs=
ſtelle für die Stadt Alsfeld, die von den Alsfelder
Aerzten im Turnus übernommen und von der Zentrale
eingerichtet wird. Die Beratungsſtelle wird im Januar
eröffnet. Ein Lokal hat die Stadt Alsfeld zur
Ver=
fügung geſtellt. Für die Arbeit in den Landgemeinden
wurde eine Kommiſſion gebildet, der u. a. der Vorſtand
des Kreis=Geſundheitsamtes und ſämtliche Aerzte des
Landkreiſes angehören.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Dez. Die
öffent=
liche Verſteigerung von alten
Kolonial=
marken, die ſich im Laufe des vergangenen Jahres
auf alten Paketen und Verrechnungsformularen
ange=
ſammelt hatten, brachte einen Erlös von 25000
Mark. (!) — Geſtern hat ein Säbelduell zwiſchen
zwei Berliner Herren ſtattgefunden. Die Duellanten
waren der Schriftſteller Hauptmann a. D. von P. und
Oberingenieur T. Erſterer wurde bei dem
Waffen=
gange ſchwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt.
Auf dem Wedding verſperrten geſtern gegen
Mitter=
nacht drei Burſchen dem Uhrmacher Friedrich
Goldt=
mann plötzlich den Weg. Einer von ihnen zog ein
dolchartiges Meſſer und hielt es dem Ueberfallenen
mit den Worten: „Wenn Sie einen Laut von ſich geben,
dann ſtoße ich Ihnen den Dolch ins Herz”, vor die Bruſt.
Während der eine Räuber ſo vor ſeinem Opfer ſtand,
plünderten die beiden anderen deſſen Taſchen und
nahmen die Geldbörſe, Taſchenuhr mit Kette und einen
Pfandſchein. In der gefährlichen Lage wagte es der
Ueberfallene nicht, Hilfe herbeizurufen, ſo daß die
frechen Räuber entkamen. Es waren Burſchen im
Alter von 20 bis 24 Jahren.
Potsdam, 9. Dez. Heute mittag wurde die 21
jäh=
rige Aufwärterin Bogatzki in der in der
Charlotten=
burger Straße belegenen Wohnung ihrer
Dienſtherr=
ſchaft gefeſſelt, geknebelt und bewußtlos
aufgefunden. Die Wohnung war durchwühlt und
eine Anzahl Wertſachen geraubt. Ins Bewußtſein
zurückgerufen, gab ſie an, ein Mann und eine Frau
hätten ſich in die Wohnung gedrängt, ſie wehrlos
ge=
macht und den Raub ausgeführt. Von den Tätern fehlt
jede Spur.
Wetzlar, 10. Dez. Der Wetzlarer Dom, der
nach achtjähriger Arbeit mit einem Koſtenaufwand von
etwa 1½ Millionen Mark gänzlich wiederhergeſtellt
worden iſt, wurde heute in feierlicher Weiſe
einge=
weiht. Es waren hierzu u. a. erſchienen der
Ober=
präſident der Rheinprovinz v. Rheinbaben,
Regierungs=
präſident Prinz Ratibor, der Fürſt zu Solms=
Hohen=
ſolms=Lich, der Prinz zu Solms=Braunfels,
Landes=
hauptmann v. Renvers, Landesrat Adam und als
Ver=
treter des erkrankten Generalſuperintendenten der
Geheime Konſiſtorialrat Metgenberg, der Präſes
der Rheinprovinzial=Synode Hackenberg. Morgen
fin=
det die Segnung des katholiſchen Teiles der Kirche durch
den Biſchof Korum ſtatt.
Plauen (Vogtland), 10. Dez. Nach zweitägiger
Verhandlung des Schwurgerichts wurde der
Reiſende Johannes Ritzen aus Aachen, der am 2. Mai
1910 ſeiner Geliebten, der Kellnerin Emilie Heinrich,
nach einer Eiferſuchtsſzene den Hals durchſchnitten
hatte, wegen Mordes zum Tode verurteilt.
Wien, 10. Dez. Der Konflikt mit dem
Herrenchor der Hofoper iſt endgültig beigelegt.
Auf Wunſch des Oberſthofmeiſters Fürſten Montennovo
wird in der abgegebenen Erklärung ſtatt „Erfüllung”
der Wünſche der Choriſten deren „Berückſichtigung”
er=
wartet. Morgen vormittag findet bereits eine
Chor=
probe ſtatt, zu der ſämtliche Choriſten erſcheinen.
Paris, 10. Dez. Es heißt, daß die Regierung, die
ſich in letzter Zeit mit verſchiedenen Vorſchlägen zur
Bekämpfung der Ueberſchwemmungsgefahr beſchäftigt
hat, den Plan, in Paris durch Verbreiterung
und Regulierung der Seine dieſelbe zu einem
Seehafen zu geſtalten, ins Auge gefaßt habe. Der
Mi=
niſterpräſident und der Miniſter der öffentlichen
Ar=
beiten unterziehen die Frage der Ausführbarkeit dieſes
Projektes gegenwärtig einer eingehenden Prüfung.
Cerböre, 9. Dez. Ein Wirbelſturm, der alles
auf ſeinem Wege zerſtörte, ſuchte einen Teil
Weſt=
ſpaniens heim. In der Provinz Bilbao forderte er
mehrere Menſchenopfer. Zahlreiche Perſonen wurden
verletzt.
Breſt, 9. Dez. Die Feuersbrunſt im
Arſe=
nal brach heute früh 5 Uhr aus, in der Nähe des
Pontniou=Baſſins. Der weſtliche Teil der
Zentral=
werkſtatt der Flotte, das erſte Stockwerk und das
Dach=
geſtühl des weſtlichen Teils des Gebändes wurden
zerſtört. Die Materialvorräte ſind gerettet.
Brüſſel, 9. Dez. Die
Blumenhändlerin=
nen haben einen originellen Prozeß angeſtrengt,
deſſen Urſache der deutſche Kaiſer iſt. Als Kaiſer
Wilhelm ſich mit ſeiner Gattin in Brüſſel befand,
ſtattete er auch dem Rathauſe der Hauptſtadt einen
Be=
ſuch ab. Die Blumenhändlerinnen, die auf dem
Rat=
hausplatz ihren Stand hatten, erhielten damals vom
Bürgermeiſter die Erlaubnis, dem Kaiſer und der
Kaiſerin ein Blumenarrangement zu überreichen. Die
ganze Korporation ſteuerte zu dieſer Gabe bei. Zwei
Frauen wurden gewählt, um die Blumen darzubieten.
Der Kaiſer ließ jeder der beiden Frauen eine Broſche
ſchenken. Jetzt wollen die anderen
Blumenhändle=
rinnen, daß die kaiſerliche Gabe der ganzen Gilde
zugute kommt. Deswegen haben ſie eine Klage
einge=
reicht, durch die beſtimmt werden ſoll, ob die Broſchen
in öffentlicher Verſteigerung feilgeboten werden ſollen,
damit von dem Erlös der kaiſerlichen Geſchenke jede der
Händlerinnen einen Teil erhält.
New=York, 9. Dez. Hier wurde geſtern ein aus
San Francisco ſtammender Kellner namens Elordny
unter der Beſchuldigung verhaftet, dem
Frankfur=
ter Juwelier Otto Koch Schmuckſachen im Werte
von 320000 Mark geſtohlen zu haben. Elordny
hatte in New=York einen bekannten Kellner getroffen
und dieſem erzählt, er habe in London eine Menge
Geld durch den Verkauf von alten Gemälden verdient
und den Verdienſt dann in Juwelen umgeſetzt, mit
denen er jetzt handle. Dabei holte er eine ganze Hand
voll wertvoller Steine aus der Taſche. Der Freund
beeilte ſich, die Polizei auf Elordny aufmerkſam zu
machen. Als er verhaftet wurde, hatte der Dieb die
Steine noch in der Taſche. Er trug einen koſtbaren
Pelz und einen Stock mit einem ſchweren goldenen
Knopf. Elordny hatte ſich bei Herrn Otto Koch durch
einen Freund als reicher Minenbeſitzer eingeführt. Er
wohnte in demſelben Hotel wie Koch, und dieſer
ver=
kaufte ihm gegen wertloſe Schecks die koſtbaren Steine.
Ehe dieſe Schecks einkaſſiert werden konnten, waren
Elordny und ſein Freund verſchwunden.
Der Moabiter Krawallprozeß.
— Berlin, 9. Dez. Heute wird wieder auf den
Fall Pilz zurückgegriffen, der ſich allmählich zum
Mittel=
punkt der ganzen Verhandlungen auswächſt. Ein Zeuge
Wellſchmidt will in dieſem Lokal von Streikenden, auch
von Pilz ſelbſt geſchlagen worden ſein. Er iſt am andern
Tage mit dem Kriminalkomiſſar Kuhn und Kriminal=
mit welcher er ſich und ſeine Erben ein für allemal
für abgefunden erklären mußte. Und ihrem
Adoptiv=
ſohne, Mr. J. Foſter Eddy, gab ſie unter ähnlichen
Bedingungen ein Kapital von 180000 Mark. Ihr
Ver=
mögen wurde von einem Konſortium, an deſſen Spitze
Mr. J. E. Fernald, der Präſident der National State
Capital Bank, ſtand, verwaltet. Es beſteht aus einem
Landhauſe, aus anderen Grundſtücken, Wertpapieren
und dem Urheberrecht ihrer Schriften und wird
ver=
mutlich ohne nennenswerte Abzüge in das
Eigen=
tum der „Chriſtian Seience Church” übergehen.
Woraus man ſieht, daß das Geſundbeten, wenn es in
großem Stile betrieben wird, eine recht einträgliche
Sache ſein kann! . . . .
— Ein Service für eine halbe
Mil=
lion. Die amerikaniſchen Millionäre können ſich
nun rühmen, daß einer der ihren das koſtbarſte
Tafelſervice beſitzt, das die Welt wohl kennt. Der
ſtolze Eigentümer dieſes Schatzes iſt Senator W. A.
Clark, der „Kupferkönig” der erſt kürzlich mit ſeinem
neuen Palais in der 5. Avenue in New=York an Glanz
und Luxus alle ſeine Millionärskollegen in den
Schat=
tem geſtellt hat. Aber den Kupferkönig beunruhigte
der Gedanke, daß in ſeinem Heim, für das er nahe
an 30 Millionen Mark ausgegeben hat, ein des
Mi=
lieus würdiges Tafelſervice noch fehlt, und er gab
ſchließlich einer großen Goldſchmiedefirma in Chicago
den Auftrag, ein ſolches einzigartiges Service
her=
zuſtellen. Es iſt nun fertig und abgeliefert, ein
Ser=
vice für 24 Perſonen mit allen Tellern, Schüſſeln,
Platten, Gabeln und Meſſern und hat alles in allem
120000 Dollar, alſo etwa eine halbe Million Mark,
ge=
koſtet. Jedes Stück iſt aus reinſtem amerikaniſchem
Silber gearbeitet und mit einem ziemlich dicken,
maſ=
ſiven Goldrand verſehen, der das Monogramm des
ſogenannten glücklichen Beſitzers zeigt. Zierat und
Ornamentik, Form und Linien ſind auf die
Archi=
tektur des Speiſeſaales abgeſtimmt. „Ich habe alle
vorhandenen großen Gold= und Silberſervice der
Welt geſehen, erklärte der Kupferkönig mit ſtolzem
Lächeln, „aber ich zögere nicht, zu ſagen, daß meines
das prächtigſte iſt. Es hat auf der Welt nicht
ſeines=
gleichen und bedeutet ein einzigartiges Meiſterwerk
der Goldſchmiedekunſt.”
* Volkszählungs=Anekdote. Ein
Volks=
zähler gab ſich rieſig Mühe, einem Ehepaar die Zettel
zu erläutern. Als er damit fertig war, fragte er die
Frau, ob ſie nun alles verſtanden habe. Sie bejahte
dies und wandte ſich ihrerſeits an ihren Ehegeliebten
mit der Frage: „Was meinſt, wollen wir abonnieren?”
* Die Reichsverfaſſung in Verſen. Ein
bayeriſcher Offizier, der den Unteroffizieren
Unter=
richt in Geſchichte gibt und dabei auch Rechts= und
Bürgerkunde einfließen läßt, lehrt, nach der Bayer.
Landesztg., die Reichsverfaſſung in folgender
leichtfaß=
licher Weiſe:
Das Deutſche Reich iſt Bundesſtaat,
Die Könige von Preußen
Soll’n nach der Reichsverfaſſung ſtets
Auch Deutſche Kaiſer heißen.
Regterungen und Fürſten ſind
Im Bundesrat vertreten.
Im Reichstag kommt das Volk zu Wort
Durch Stimmen und durch Reden
Das Wahlrecht iſt direkt, geheim,
Für jedermann das gleiche.
In keinem Land der Erde gibt’s
Ein Wahlrecht wie im Reiche.
Wir haben gleiche Währung auch
Und gleiche deutſche Rechte.
Der Kaiſer führt des Reiches Heer
Als Kriegsherr zum Gefechte.
Das Schwert ſchuf uns das Deutſche Reich
Und wird es auch erhalten:
Es iſt geſchärft und ſtets bereit
Ge’n feindliche Gewalten.
wachtmeiſter Faber nach dem Pilzſchen Lokal gegangen
und hat dort verſchiedene Perſonen bezeichnet, die als
Schläger in Betracht kommen ſollten. Die Verteidiger
be=
mühen ſich, nachzuweiſen, daß Wellſchmidt vollſtändig
un=
glaubwürdig ſei. Der Angeklagte Pilz weiſt darauf hin,
daß auf die Angaben Wellſchmidts hin verſchiedene
Per=
ſonen verhaftet wurden, von denen ſich nachträglich
heraus=
ſtellte, daß ſie am Tage der angeblichen Schlägerei gar
nicht in ſeinem Lokal waren. Es ſoll hierauf die Frau
Pilz als Zeugin vernommen werden. Der AngeklagtePilz
gerät beim Anblick ſeiner Frau in eine ſolche Erregung,
daß er unter Tränen bittet, während der Vernehmung
ſei=
ner Frau den Saal verlaſſen zu dürfen. Der Vorſitzende
geſtattet ihm das. Die Zeugin Frau Pilz hat nicht geſehen,
daß an dem fraglichen Tage in ihrem Lokal eine Schlägerei
war. Als ſie einmal aus der Küche kam, ſeien zwei junge
Leute in das Lokal gekommen, von denen einer erlkärte,
daß er den ganzen Tag noch nichts gegeſſen habe. Sie
habe ihm dann zu eſſen und zu trinken gegeben und ſei
wieder nach der Küche gegangen. Später habe ſie dann
ge=
ſehen, daß ihr Mann den betreffenden jungen Menſchen
aus dem Lokal geführt und geſagt habe: Wenn ihr euch
hauen wollt, haut euch draußen! Der Verteidiger
Rechts=
anwalt Kohn hält den beiden Kriminalbeamten
wieder=
holt vor, daß ſie die Angaben des Wellſchmidt mit Vorſicht
hätten aufnehmen ſollen. Der Vorſitzende macht darauf
aufmerkſam, daß die Fragen über die Glaubwürdigkeit
oder Unglaubwürdigkeit des Zeugen Wellſchmidt doch
nichts mit der vorliegenden Anklage zu tun hätten.
Rechts=
anwalt Liebknecht fragt Kriminalkommiſſar Kuhn, ob er
wiſſe, wer der Verfaſſer eines Artikels ſei, der durch die
Preſſe ging und die Ueberſchrift trug „Das Fehmgericht
im Pilzſchen Lokal‟ Der Kriminalkommiſſar erklärt, daß
er nicht die Genehmigung des Polizeipräſidenten habe,
hierüber etwas auszuſagen. Rechtsanwalt Kohn fragt den
Zeugen Kuhn, ob er nicht eine gewiſſe Genugtuung
emp=
funden habe, gerade Pilz verhaften zu können und auf
dieſe Weiſe die ſozialdemokratiſche Organiſation mit den
Krawallen in Verbindung zu bringen. Der Vorſitzende
unterſagt dieſe Frage, der Verteidiger beſteht aber auf ihr
und beantragt einen Gerichtsbeſchluß. Der Gerichtshof
lehnt die Zulaſſung dieſer Frage ab. Im weiteren
Ver=
laufe der Verhandlung rügte die Verteidigung ferner,
daß=
ein für heute geladener Zeuge vorher noch einmal von der
Kriminalpolizei vernommen worden ſei, wahrſcheinlich um
ihn einzuſchüchtern. — Der Erſte Staatsanwalt nahm für
ſich das Recht in Anſpruch, Zeugen durch die
Kriminal=
polizei vernehmen zu laſſen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 10. Dez. Zu Beginn der heutigen Sitzung
des Reichstages nahm
Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg
zu längeren Ausführungen das Wort: Nachdem er zunächſt
ſein Bedauern darüber ausgeſprochen hatte, daß es ihm
nicht möglich geweſen ſei, der geſtrigen Sitzung
beizuwoh=
nen, kündigte er an, daß er zu den Fragen der
auswär=
tigen Politik erſt in einem ſpäteren Stadium der Sitzung
ſprechen werde. Der Reichskanzler ging dann auf den
Zu=
ſammenhang zwiſchen der
Reichsfinanz=
reform und dem Etat für das Jahr 1911 ein. Man
ſei in Gefahr, zu vergeſſen, daß gerade die Finanzreform
die von der ganzen Nation vertretene Ueberzeugung zum
Ausdruck gebracht habe, daß es mit der gegenwärtigen
Finanzwirtſchaft nicht weitergehen könne. Fürſt v. Bülow
habe aus der Ablehnung der Reichserbſchaftsſteuer nicht
die Konſequenzen gezogen, daß er den Reichstag aufgelöſt,
hätte, ſondern er ſei für das ſofortige Zuſtandekommen
der Reform eingetreten und habe dieſer Notwendigkeit ſeine
Perſon untergeordnet. Der Etat ſei die ſtärkſte und
bün=
digſte Rechtfertigung des Entſchluſſes der Regierung, für
die Reichsfinanzreform ungeachtet einzelner Bedenken
ein=
zutreten. Weiter führte der Reichskanzler aus: Die
Auf=
rechterhaltung der Stärke und Schlagfertigkeit des Heeres
und der programmäßige Ausbau der Flotte ſtänden im
Programm aller Parteien, ſoweit ſie nicht auf dem Boden
der poſitiven Negation ſtehen und wurzelten tief im
Empfinden der ganzen Nation, weil nur auf dieſem Boden die
Politik ruhiger Entſchiedenheit möglich ſei, welche die
Be=
völkerung wünſche. In das Gebiet der Fabel gehört alles,
was von Kriſen und Konflikten zwiſchen der Armee und
der Heeresverwaltung und der Reichsfinanzverwaltung
erzählt wird. Im weiteren dankte der Reichskanzler für die
in gemeinſchaftlicher Arbeit geförderte
Reichsverſicherungs=
ordnung und ſprach die Hoffnung aus, daß auch die
reichs=
ländiſche Verfaſſungsfrage und das Geſetz betr. die
Staats=
angehörigkeit noch in dieſer Seſſion zur Erledigung
kom=
men werde.
Hierauf ging der Reichskanzler auf ſeine Stellung zur
Wirtſchaftspolitik ein und erklärte, er werde an den
bewährten Grundlagen unſerer Wirtſchaftspolitik mit
allem Nachdruck feſthalten, inſonderheit bei den bereits
ein=
geleiteten Verhandlungen mit Schweden und Japan betr.
den Abſchluß eines Handelsvertrages. Weder Handel noch
Induſtrie wünſchten, daß die Grundlagen, auf denen ſich
Handel und Induſtrie ſo glänzend entwickelt hätten,
auf=
gegeben werden ſollen. Wie auch die Neuwahlen
ausfal=
len würden, eine Götterdämmerung wird auch dann nicht
eintreten. Wenn die Leidenſchaft der Agitation erloſchen
ſein werde, dann werde auch das nüchterne Leben wieder
in ſeine Rechte treten. Die Nation wird in ihrer
über=
legenen Mehrheit an den Reichstag die Frage richten, ob
er ihre Wehrmacht, die ſtaatliche Ordnung und die
be=
währten Grundlagen des wirtſchaftlichen Lebens erhalten
und ſchützen will. Dann wird ſich herausſtellen, ob es klug
war, daß ſich diejenigen Parteien trotz der
Verſchiedenhei=
ten ihrer Anſichten doch in den großen Fragen einigten
und demfelben Ziele zuſteuern, ſo bitter ſie ſich auch
unter=
einander befehdet haben. Der Reichskanzler lehne
es ab, ſich mit einer Partei oder mit einer
Parteikonſtellation identiſch zu erklären;
er lehne es ab, ſich auf eine beſtimmte Partei feſtzulegen.
Er diene auch nicht dem Parlament, ſondern er führe die
Politik, die nach ſeiner ſicheren Ueberzeugung dem Wohle
des Vaterlandes dienen werde, ſolange er dazu die
Zuſtim=
ung des Kaiſers u. derVerbündetenRegierungen beſitze. Auf
dieſer Grundlage allein nur ſuche der Kanzler mit dem
Reichstage zu einer Verſtändigung zu kommen.
Der Kanzler ging ſodann auf ſein Verhältnis
zur Sozialdemokratie über. Bei Gelegenheit der
Interpellation Albrecht und Genoſſen legte der Abg. von
Heydebrand die Gefährlichkeit der revolutionären Umtriebe
dar und verlangte Gegenmaßregeln. Der Reichskanzler
ſtelle ſich nicht auf den Standpunkt, daß die Parteien, die
den gegenwärtigen Zuſtand für lückenhaft und ungenügend
erachten, auch gleich beſtimmte Geſetzesvorſchläge machten;
das ſei vielmehr Pflicht der Regierung. Er könne nicht
im Lande den Eindruck aufkommen laſſen, als bedürfe die
Regierung eines beſonderen Anſpornes, um für den Schutz
der ſtaatlichen Ordnung zu ſorgen. Die Reichsverſiche=
Nummer 291
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Seite 5.
rungsordnung ſolle auch dafür ſorgen, daß die
ſozial=
politiſchen Einrichtungen nicht zum
Werk=
zeug ſozialdemokratiſcher Machtpolitik
werden und die Regierungen hoffen dabei auf die
Unter=
ſtützung des Reichstages. Die mit der Reform unſeres
Strafgeſetzbuches betraute Kommiſſion iſt zu der
Ueberzeugung gekommen, daß das geltende Recht im
Kampfe gegen die Tätigkeit fanatiſcher Hetzer, gegen die
Aufwiegelung und gegen die Verherrlichung begangener
Vorhrechen nicht ausreicht. Und bei der weiteren Arbeit
wird geprüft werden müſſen, inwieweit die
perſön=
liche Freiheit und das
Selbſtbeſtimmungs=
recht durch das Strafgeſetzbuch
nachdrück=
licher geſchützt werden kann als bisher. Ich glaube
nicht, daß die Sozialdemokratie revolutionärer geworden
iſt, aber ihr revolutionärer Ausdruck tritt mit brutaler
Deutlichkeit hervor. Der Abg. Baſſermann hat der
So=
zialdemokratie kürzlich den Rat gegeben, ſich offen und
ehr=
lich zur Monarchie zu bekennen. Sie (nach links) werden
dieſen Rat ablehnen. (Sehr richtig! bei den Soz.) Sie
ſehen, ich habe Recht. (Lebhafte Zuſtimmung und
Heiter=
keit.) Es iſt notwendig, daß unſer Volk über die
Anſich=
ten und Abſichten der Sozialdemokratie klipp und klar
Beſcheid wiſſe. In Magdeburg iſt die Selbſtbeſtimmung
der Maſſen verkündet worden und dieſe Maſſen werden
von Jugend auf gelehrt, daß alle Einrichtungen des
Staa=
tes nur der Verknechtung und Entrechtung dienen. Die
Ta=
ten des Menſchen ſind eine Frucht der in ihm lebenden
Ideen. Wer predigt, daß nur in der Zerſtörung das Heil
liegt, iſt mit ſchuld daran, wenn die Maſſen daraus die
Konſe=
quenzen ziehen. Und ſo iſt auch die
Sozialdemokra=
tie mitverantwortlich für die Exzeſſe in
Moabit. Wer Wind ſäet, der erntet Sturm! Der
Kul=
tus der Sozialdemokratie gilt die Macht der brutalen Tat;
dadurch wird in den Maſſen ein Dünkel großgezogen, der
ſich in den ſchlechten Elementen in wilde Auflehnung
um=
ſetzt. Daß es ſich in Moabit um einen wohlüberlegten,
pro=
vokatoriſchen Plan der Polizei gehandelt habe, iſt eine
will=
kürliche und bewußte, eine unſinnige Behauptung. (
Leb=
hafter Widerſpruch der Soz.) Ich möchte öffentlich
aus=
ſprechen, daß die Polizei in Moabit voll und ganz ihre
Pflicht getan hat. (Zuruf des Abg. Ledebour: Skandalöſe
Beeinfluſſung eines ſchwebenden Prozeſſes! Lebhafte
Un=
ruhe.) Hinter den Provokationen der Sozialdemokratie
verſteckt ſich nur ihre moraliſche Mitſchuld. Dieſer Verſuch
wird aber nicht gelingen. Die Stimmung, die in Moabit
losgebrochen iſt, iſt ein Werk der Sozialdemokratie. Was
die Sozialdemokratie höchſtens erreichen kann, iſt, daß viele
Menſchen in byzantiniſch umworbenen und
umſchmeichel=
ten Maſſen ins Unglück kommen. Ihre Endziele und
wirt=
ſchaftlichen Utopien lehnt das deutſche Volk in ſeiner
Mehr=
heit ab. (Lebhafte Zuſtimmung bei allen bürgerlichen
Par=
teien.) Die Politik der ſozialen Fürſorge hat mit der
So=
zialdemokratie nicht das mindeſte zu tun.
Der Reichskanzler ſchloß mit einem Appellan alle
bürgerlichen Parteien, in gemeinſamer Arbeit zu
erhalten, was geſchaffen worden ſei.
Abg. Baſſermann (natl.) führt aus: Die
Re=
form der Strafprozeßordnurg, die
Penſionsverſicher=
ung der Privatbeamten und die Reform der
Verſaſ=
ſung Elſaß=Lothringens begrüßen wir. Die Worte
des Kanzlers über die Wirtſchaftspolitik des Reiches
können wir Wort für Wort unterſchreiben. (Bravo!
und Sehr richtig!) Induſtrie, Handel und
Landwirt=
ſchaft ſind unter ihr aufgeblüht. Wir freuen uns, daß
der Kanzler über den Parteien ſtehen will und
Aus=
nahmegeſetze ablehnt. Die Moabiter Vorfälle dürften
in ihrer Geſamtanſchauung nicht unterſchätzt werden.
Sie ſind zweifellos mit durch die verhetzende Tätigkeit
der Preſſe veranlaßt worden. Zu ihrer Beſtrafung
wäre ein beſchleunigtes Verfahren notwendig, anſtatt
daraus einen Monſtreprozeß zu konſtruieren. Die
Veteranenfürſorge iſt heute eine abſolute
Notwendig=
keit. (Sehr richtig!) Eine Wehrſteuer zu ihrer
Deck=
ung wäre nicht zu verwerfen. Die jetzige Finanzreform
wirkt unſozial; wir wären zu einer gerechteren bereit
geweſen, die dieſelben Erträgniſſe gebracht und auch
die großen Vermögen belaſtet hätte. Die Kritik, die
man heute Steuerhetze nennt, iſt aus dem Volke, nicht
aus den Parlamenten gekommen. Der Einführung
des Quinquennats im Heeresweſen möchte ich
wider=
raten. Die Vermehrung der Feldartillerie ſcheint
nötig, angeſichts der Uebermacht der franzöſiſchen
Ar=
tillerie. Die Flotte hat ſich dank der zielbewußten
Tätigkeit des Staatsſekretärs von Tirpitz gut
ent=
wickelt, ohne England Berechtigung zur Furcht vor
einer Invaſion zu bieten. In den letzten Zeiten haben
wir in unſeren auswärtigen Beziehungen eine
Beſ=
ſerung zu verzeichnen. Eine ſtarke und unabhängige
Konzerte.
* Der Herrenchor des Großherzoglichen
Hoftheaters veranſtaltete am Samstag im Saale
der Turngemeinde unter Mitwirkung von Künſtlern des
Hoftheaters ein Konzert zum Beſten der
Penſions=
kaſſe des allgemeinen deutſchen Chorſängerverbandes, das
recht gut beſucht war, wenn auch nicht ſo zahlreich, wie
es im Intereſſe des guten Zweckes wohl erwünſcht geweſen
wäre. Die Leitung des Konzertes lag in den Händen des
Herrn Hofchordirektors Heinz. Mitwirkende waren Frl.
Geyersbach und die Herren Kammerſänger Weber,
Hlacker, Kapellmeiſter Kittel, Konzertmeiſter
Bornemann, Lehrmann und die
Großherzog=
liche Hofmuſik. Die Begleitung der Solonummern
hatten die Herren Heinz und Solorepetitor
Weiß=
gerber übernommen. Frau Speiſer=Suchanek, die
ebenfalls ihre Mitwirkung zugeſagt hatte, hatte ſich
ent=
ſchuldigen laſſen. Durch die Mitwirkung erſter Kräfte des
Hoftheaters war für das Gelingen des Programms und
den Erfolg des Abends von vornherein Gewähr geboten.
Auf die einzelnen Programmnummern, die meiſtens
be=
kannt waren, näher einzugehen, können wir uns verſagen.
Frl. Geyersbach ſang Lieder von Hildach, Taubert,
ein franzöſiſches Lied und ein Lied „Traum” von dem
Darmſtädter Komponiſten A. Stier. Herr Hacker,
zwei Lieder von Schubert. Herrr Weber je eins von
Schubert und Schumann, Herr Lehrmann rezitierte
einige ernſte und ſcherzhafte Gedichte, während Herr
Bornemann zwei Stücke von Beethoven und Saraſate
ſpielte. Wenn der geſpendete Beifall den Maßſtab
für die Kritik abgeben würde, müßte dieſe
überſchwäng=
lich ſein. Namentlich wurden Frl. Geyersbach und
Herr Weber durch reichen Beifall ausgezeichnet und
ſangen je ein Lied als Zugabe. Sehr gut ſchnitt der
Chor ab, der prächtig ſang und auch in der Wahl der
Programmnummern recht glücklich geweſen war,
beſon=
ders gefiel der volkstümliche Chor „Salzbuarga Gſanaln”
von Kittel, der wiederholt wurde. An neuzeitlichen
Zug=
nummern aber fehlte es dem Programm. Den
Chor=
ſängern möchten wir wünſchen, daß das Konzert dem
guten Zweck eine beträchtliche Summe zugeführt haben
möge
Türkei entwickelt ſich zu unſerer Genugtuung. In
Marokko haben wir glänzende Ergebniſſe nicht erzielt.
Frankreich macht fortgeſetzt neue Vorſtöße, auch in
ſol=
ches Gebiet, wo die Gebrüder Mannesmann
Konzeſ=
ſionen haben. Dem Rufe zur Sammlung, den der
Abg. Speck erhoben hat, können wir nicht folgen
an=
geſichts der antimoderniſtiſchen Bewegung, der letzten
Enzykliken und derartiger Vorgänge. Es muß eine
Periode der Reformen einſetzen. Wir wollen
vor=
wärts zu neuen Reformen ausziehen. Bei der
Ber=
liner Univerſitätsfeier hieß es: „Es lebe die
Frei=
heit! Es lebe der Kaiſer! Alſo Thron und Volk alle
Zeit beiſammen!” (Lebhafter Beifall.)
Reichskanzler von Bethmann Hollweg.
Nachdem aber der Abg. Baſſermann im zweiten Teile
ſeiner Rede ausführlich über die Fragen der
Auswärtigen Politik
geſprochen hat, möchte ich nicht zögern, ſondern auch
mei=
nerſeits einige Ausführungen hierzu zu machen. Der Abg.
Baſſermann iſt ſoeben auch auf die marokkaniſche
Frage zu ſprechen gekommen. Sie werden nicht daran
zweifeln, daß wir unſere Rechte und die Intereſſen der
deutſchen Untertanen ſchützen werden. Auf die übrigen
Einzelheiten der marokkaniſchen Fragen wird der
Staats=
ſekretär des Auswärtigen noch eingehen. Ich möchte die
Antwort auf eine Frage nachholen, die der Abg. von
Richt=
hofen bezüglich der türkiſchen Anleihe an mich geſ
ſtellt hat. Die Türkei hat ſich, wie bekannt, zur Deckung
ihrer finanziellen Bedürfniſſe zunächſt nach Paris
gewen=
det. Nachdem die von uns mit wohlwollender
Neutra=
lität begleiteten Verhandlungen im letzten Augenblick
we=
gen Schwierigkeiten geſcheitert waren, die zum Teil wohl
auf politiſchem Gebiet lagen, wegen Bedingungen, die
die Pforte nicht für annehmbar hielt, hat ſich die Türkei
nach Wien und Berlin gewendet. Es hat ſich alsbald aus
deutſchen, öſtereichiſchen und ungariſchen Großbanken ein
Finanzkonſortium gebildet, mit welchem die Türkei binnen
kurzer Zeit ein Vorſchußgeſchäft über 55 Millionen Pfund
und ein Anleihegeſchäft über 11 Millionen Pfund
abge=
ſchloſſen hat. Ich bedauere, auf Einzelheiten über dieſe
Finanzoperationen nicht eingehen zu können, betone jedoch,
daß die kaiſerliche Regierung dieſe finanziellen
Verhand=
lungen mit ihrer Sympathie begleitet hat. Sie hat das
aus ihrer politiſchen Erwägung heraus getan, daß
Deutſch=
land durch ſein Entgegenkommen gegenüber den
dring=
lichen finanziellen Bedürfniſſen der Türkei gleichzeitig ſeiner
bewährten, auf die Aufrechterhaltung des Friedens und
des Status quo gerichteten Politik einen weſentlichen
Dienſt leiſtet. Zur Pflege dieſer Politik gehört in erſter
Linie eine kräftige türkiſche Regierung, ſtark genug, um
die Ordnung im Innern zu gewährleiſten und nach außen
Achtung einzuflößen. Die türkiſche Regierung hat ſich
dieſer Aufgabe bisher mit großer Hingebung und mit
er=
freulichem Erfolg gewidmet. Es war daher gerecht und
billig aus wirtſchaftlichen und politiſchen Gründen, daß
wir der türkiſchen Regierung bei der Ueberwindung der
ſich aus ihrer finanziellen Situation ergebenden
Schwie=
rigkeiten zur Seite ſtanden und ihr damit die Möglichkeit
boten, das Werk der Konſolidierung weiter zu pflegen.
Der Abg. Baſſermann hat ſodann unſer
Verhält=
nis zu England berührt. Ich halte es für
zweck=
mäßig, hierzu folgende Erklärungen abzugeben: Ueber
un=
ſere Beziehungen zu England und angeblichen
Verhand=
lungen mit dieſem über Beſchränkungen der Rüſtungen
zur See muß ich zunächſt hervorheben, daß es wohl
publici juris iſt, daß die großbritanniſche Regierung
wie=
derholt dem Gedanken Ausdruck gegeben hat, eine
ver=
tragsmäßige Feſtlegung der Flottenſtärke der einzelnen
Mächte würde zu einer weſentlichen Beruhigung in den
internationalen Beziehungen beitragen. Dieſen Gedanken
hat England bekanntlich bereits auf der Konferenz im
Haag geäußert. Seitdem hat England dieſen Gedanken
wiederholt angeregt, ohne dabei Anträge zu ſtellen, die
für uns den Anlaß zu einer poſitiven Annahme oder einer
poſitiven Ablehnung hätte geben können. Auch wir
be=
gegnen uns mit England in dem Wunſche, Rivalitäten in
Bezug auf Unſummen zu vermeiden, haben aber den
un=
verbindlichen, von gegenſeitigem freundſchaftlichen Geiſte
getragenen pour palers ſtets dem Gedanken vorangeſtellt,
daß eine offene und vertrauensvolle Ausſprache und
dar=
auffolgende Verſtändigung über die gegenſeitigen
wirt=
ſchaftlichen und politiſchen Intereſſen der beiden Länder
das ſicherſte Mittel zur Beſeitigung jeglichen Mißbrauches
wegen des gegenſeitigen Kräfteverhältniſſes zu Waſſer und
zu Lande ſei. Schon die Fortdauer eines zwangloſen,
ver=
trauensvollen Gedankenaustauſches würde alle mit dieſen
Dingen zuſammenhängenden Fragen eine Garantie für die
freundſchaftliche Abſicht auf beiden Seiten und dem dürfte
allmählich zur Beſeitigung des Mißtrauens dienen, das
nicht bei den Regierungen, wohl aber in der öffentlichen
Meinung ſich leider vielfach geltend gemacht hat.
Der Herr Abg. Baſſermann hat ſodann auch unſere
Beziehungen zu Rußland erwähnt. Die
Entre=
vue des deutſchen Kaiſers mit dem Zaren hat, wie Ihnen
aus Auslaſſungen der Preſſe bekannt geworden iſt, einen
durchaus befriedigenden und harmoniſchen Verlauf
genom=
men. Dasſelbe gilt von den Beſprechungen der
beiderſeitigen Regierungsvertreter. Es iſt
ſelbſt=
verſtändlich, daß aus derartigen Beſprechungen
ſenſationelle politiſche Umwälzungen zwar in der
Preſſe, aber nicht in der Wirklichkeit vorgehen.
Auch in der Zeit, in der keine direkten Beſprechungen
der leitenden Miniſter ſtattfinden, iſt durch die
beider=
ſeitigen Vertreter der Kabinette jeweils Gelegenheit zu
fortdauerndem Gedankenaustauſch geboten. Der Wert
ſolcher Entrevues und ſpeziell der letzten in Potsdam
liegt darin, daß ſich die Leiter der Politik perſönlich
kennen lernen und dem bereits auf dem Wege durch
ihre Vertretungen vorbereiteten Gedankenaustauſch
praktiſche und zuſammenfaſſende Form geben. Das
Reſultat der letzten Entrevue möchte ich
da=
hin zu ſammenfaſſen, daß von neuem feſtgeſtellt worden
iſt, daß ſich die Regierungen in keinerlei
Kombinatio=
nen einlaſſen, die eine agreſſive Spitze gegen einen
an=
deren Staat haben könnten. In dieſem Sinne haben
wir insbeſondere Gelegenheit gehabt zu konſtatieren,
daß Deutſchland und Rußland ein gleichmäßiges
In=
tereſſe an der Aufrechterhaltung des Status quo auf
dem Balkan, auch überhaupt in dem nahen Orient
haben und daher keine Politik unterſtützen, die, von
welcher Seite ſie auch kommen möchten, auf eine
Stör=
ung jenes Status quo gerichtet iſt. Wir haben offen
und freundſchaftlich über unſere beiderſeitigen
In=
tereſſen in Perſien geſprochen. Wir ſind uns in dem
Gedanken begegnet, daß unſere gemeinſamen
Inter=
eſſen die Aufrechterhaltung bezw. Wiederherſtellung
von Ruhe und Ordnung in jenem Lande erheiſchen.
Wir müſſen wünſchen, daß unſer Handel mit Perſien
licht geſtört werde und ſich weiterhin entwickele.
Ruß=
land hat denſelben Wunſch für ſeinen Handel, danach
aber als Grenznachbar Perſiens noch beſondere wichtige
Intereſſen an der Sicherheit der Zuſtände in den ſeinen
Grenzen nächſtgelegenen perſiſchen Gebietsteilen. Da
Rußland zu dieſem Zweck eines beſondern Einfluſſes
in Nordperſien bedarf, ſo haben wir bereitwilligſt
Ruß=
lands Antrag auf alle Konzeſſinen für Eiſenbahnen
und Telegraphen in jenem Reiche zugeſtimmt.
Ruß=
land wird ſeinerſeits nicht nur unſerem Handel keine
Hinderniſſe in den Weg legen, ſondern auch die
Her=
ſtellung eines Anſchluſſes für ſeine Zufuhren nach
Per=
ſien, ſoweit ſie über Bagdad und Hanekin führt,
erleich=
tern. Wir glauben, daß es beiden Regierungen leicht
gemacht wird, ſich über alle etwa neu auftauchenden
Fragen zu verſtändigen. Die Unterredung, die
wäh=
rend der Potsdamer Entrevue ſtattgefunden hat — ſo
kann ich mich zuſammenfaſſen — hat da und dort
ſcheinbare Mißſtände beſeitigt und das alte
vertrauens=
volle Verhältnis zwiſchen uns und Rußland völlig
be=
kräftigt. (Anhaltender Beifall.)
Abg. Wiemer (Fortſchr. Vpt.): Der Herr
Reichs=
kanzler hat auch dieſes Jahr die Parteien ermahnt, das
Vergangene zu vergeſſen und in praktiſcher Arbeit
zu=
ſammenzuſtehen zum Wohle des Vaterlandes. Wir
werden mitarbeiten. Dieſe praktiſche Arbeit kann aber
nicht die Erinnerung an die Sünden der
Vergangen=
heit auslöſchen. (Bravo! links.) Die
Wirtſchaftspoli=
tik, die unſer Volk zur Blüte gebracht hat, hat auf der
Kehrſeite die Verteuerung der Lebensmittel und
Roh=
materialien. Der Reichskanzler will nicht
Parteikanz=
ler ſein. Aber die Taten der letzten Zeit paſſen ſehr
gut zu dem blauſchwarzen Kurs der Mehrheit. Die
letzten Wahlen ſagen genug. Tatſächlich ſtehen wir vor
einer neuen Finanzreform. Dem Staatsſekretär des
Auswärtigen Amts wünſchen wir, daß er eine ruhige
und beſonnen= Politik führen möchte. Aus der
Block=
zeit dürften Sie wiſſen, daß wir ſtets Gegner der
So=
zialdemokratie geweſen ſind. Wir müſſen die möglichſt
baldige Bekanntgabe des Wahltermins für die
allge=
meinen Wahlen fordern, damit keine Ueberrumpelung
der Wähler zu befürchten iſt.
Abg. Frhr. v. Gamp (Reichspt.): Wäre die
Fi=
nanzreform nicht zuſtande gekommen, dann hätten wir
jetzt eine weit größer Schuldenlaſt. Der Diskont wäre
viel höher und das ganze Wirtſchaftsleben hätte
em=
pfindlicher gelitten. Daß die Erbſchaftsſteuer gefallen
iſt, war nicht unſere Schuld. Der Militärvorlage
ſtim=
men wir zu. Bezüglich der elſaß=lothringiſchen
Ver=
faſſung haben wir bei dem Wahlrecht ernſte Bedenken.
(Hört! Hört! bei den Soz.) Wir wollen den
ſozialdemo=
kratiſchen Terror unter allen Umſtänden brechen.
Darauf wird die Vertagung beſchloſſen. Nächſte
Sitzung Montag 2 Uhr.
Volkszählungsergebniſſe.
* Groß=Berlin. Von der Einwohnerſchaft von
Ziffern: auf die größeren
1910 Orte folgende
1905 Berlin 2 064 153 2040 148 Charlottenburg 304 280 239 559 Schöneberg 172 672 141010 Rixdorf 236 378 153 513 Wilmersdorf 108025 63 568 Lichtenberg 81 148 55 391 Friedenau 34 572 18011 Steglitz 63000 32 825 Groß=Lichterfelde 44 500 34 331 Köpenick 33000 27721 Mariendorf 15 500 9016 Tempelhof 20 703 10575 Treptow 24782 11314 Zehlendorf 17 197 12024 Boxhagen=Rummelsburg 51915 32 989 Friedrichsfeld 19689 14072 Nieder=Schönhauſen 15 569 9 164 Ober=Schöneweide 21 359 14 101 Pankow 45 097 29077 Reinickendorf 34 940 22 425 Tegel 23080 12 223 Weißenſee 44650 87608 Spandau 82000 70 925
Berlin hat nur um 24000 Seelen
zuge=
nommen. Das alte hiſtoriſche Berlin
(Standesamt I) zeigt eine Abnahme von 65400
auf 52800. Die Friedrichſtadt hat eine Abnahme von
52 200 auf 40100 erfahren, der weſtliche Teil des
Stralauer Stadtviertels von 105000 auf 92000, das
Spandauer Viertel von 72700 auf 58000, die
Oranien=
burger Vorſtadt von 139000 auf 124000. Dagegen haben
zugenommen: die Stadtteile im Norden und im Oſten,
z. B. der nordöſtliche Teil des Stralauer Stadtviertels
von 71000 auf 87500, der ſüdöſtliche Teil des Stralauer
Viertels von 111000 auf 119500, das äußere
Königs=
viertel von 113000 auf 130000, der nordweſtliche Teil
der Roſenthaler Vorſtadt von 82000 auf 113000, der
Geſundbrunnen von 92 900 auf 108000, der Wedding von
7000 auf 132 500.
Bensheim 8909 (8269), Köln 511042 (459019),
Gelſenkirchen 168 293 (147005); Stettin 234033
(224 119); Danzig 169306 (159849); Königreich
Bayern 6876 497 (6524372); Eſſen 293 000 (231 360);
Wiesbaden 109013 (100955); Bremen 246827
(214861); Duisburg 227075 (192346).
Luftſchiffahrt.
* Johannisthal, 10. Dez. Geſtern
nachmit=
tag unternahm Paul Lange mit einem
Etrichappa=
rat einen Flugverſuch. Anſcheinend war die
Steuer=
ung nicht in Ordnung, denn ſtatt geradeaus zu
flie=
gen, bog die Maſchine nach links ab und fuhr gerade
auf das Zielrichterhaus zu. Es gelang dem
Avia=
tiker noch, den Aeroplan rechtzeitig herumzureißen,
ſodaß er in einen Graben bei dem Zielrichterhaus
fuhr. Hierbei wurde der Apparat gänzlich
zer=
trümmert. Paul Lange floß das Blut aus Naſe
und Mund. Der junge Flieger ſoll innere
Ver=
letzungen erlitten haben, doch konnte näheres noch
nicht feſtgeſtellt werden. Sonſt flogen heute
nach=
mittag noch Kapitän Engelhardt, Thelen, König und
Brunhuber.
sr. Ein neuer deutſcher Rekordflug
von 4 Stunden und 37 Minuten wurde auf dem
Habsheimer Flugplatz von dem ehemaligen
franzö=
ſiſchen Schrittmacher Amerigo auf einem Aviatik=
Doppeldecker aufgeſtellt. Der bisherige deutſche
Dauerrekord wurde von Auguſt Euler mit 3
Stunden 6 Minuten gehalten.
* Eine Fluggeſchwindigkeit von 140
Kilometer in der Stunde ſoll von dem Blériot=
Flieger Barrier erzielt worden ſein, und zwar
bei einem Flugmeeting, das in Memphis in Nord=
Nummer 291.
Barmſtädter Tagblatt, Möntag, den 12. Dezeiber 1910.
Seite 62.
amerika veranſtaltet wird. Falls ſich die Meldung
beſtätigt, wäre der bisherige Rekord, der eine
Stun=
dendurchſchnittsgeſchwindigkeit von 112 Kilometern
darſtellte, ganz beträchtlich überboten worden und die
Leiſtung wäre auch inſofern ganz beſonders
anerken=
nenswert, als nicht über eine kurze Strecke, ſondern
über eine Diſtanz von 16 Meilen die Durchſchnitts=
Stundengeſchwindigkeit von 140 Kilometern erzielt
vurde. Barrier fiel damit der im Flugmeeting
aus=
geſetzte Geſchwindigkeitspreis von 5000 Dollar zu.
— Ein neuer Hößenweltrekord für
Flugzeuge iſt von Legagneux am Freitag
auf=
geſtellt worden.‟ Der franzöſiſche Aviatiker ſtieg auf
dem Flugplatz bei Pau auf und erreichte eine Höhe
von 3200 Meter. Man muß allerdings abwarten, ob
dieſer Weltrekord in der angegebenen Höhe bei der
offiziellen Nachprüfung anerkannt werden wird, da
auch ſchon bei früheren Höchſtleiſtungen dieſe
Korrek=
turen erfahren mußten. So wurde der bisher gültige
Weltrekord von dem kürzlich verſtorbenen Johnſtone
zunächſt mit 3238 und dann offiziell mit 2960 Meter
angegeben und ebenſo war der Blériot=Pilot Drexel
am 23. November in Amerika nicht, wie zuerſt
an=
genommen, 3038, ſondern nur 2880 Meter hoch
auf=
geſtiegen. Legagneux würde der erſte Aviatiker ſein,
der die 3000 Meter Höhe überſchritten hätte.
Handel und Verkehr.
D Im Reichspoſtgebiet iſt die Zahl der
Kontoin=
haber im Poſtſcheckverkehr Ende November auf
48300 geſtiegen. (Zugang im Monat November allein
über 1130.) Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im
No=
vember gebucht über 938 Millionen Mark Gutſchriften
und 935½ Millionen Mark Laſtſchriften. Das
Geſamt=
guthaben der Kontoinhaber betrug Ende November über
91 Millionen Mark, ihr durchſchnittliches
Geſamtgut=
haben während desſelben Monats 106½ Millionen
Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämter mit dem
Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in
Buda=
peſt, den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus und der ſeit
1. November an dieſem Verkehr mit teilnehmenden
belgiſchen Poſtverwaltung wurden über 4 Millionen
Mark umgeſetzt, und zwar auf 1980 Uebertragungen in
der Richtung nach und auf 7060 Uebertragungen in der
Richtung aus dem Auslande.
Margarinevergiftungen.
* Die Margarinevergiftungen nehmen
im rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtriebezirk einen
be=
ängſtigenden Umfang an. Die plötzlichen
Erkrank=
ungen erfolgen ſprungweiſe, je nachdem die letzten
Margarineſendungen in die Kundſchaft gelangten. Es
liegen weitere Meldungen von
Margarinevergiftun=
gen vor aus Dortmund, Solingen, Barmen,
Aſchers=
leben und Weißenfels. Auch in Bremen haben ſich
zahlreiche Fälle von Margarinevergiftungen
heraus=
geſtellt. Bisher wurden etwa fünfzig Perſonen
er=
mittelt, die nach dem Genuß von Margarine erkrankt
ſind. Die Behörden ſind eifrig dahinter, noch im
Han=
del befindliche Waren zu konfiszieren. Faſt täglich
werden Proben an das Reichsgeſundheitsamt
abge=
ſandt.
*Hamburg, 9. Dez. Die in den
Margarine=
werken von Mohr u. Ko. beſchäftigten
Arbei=
ter und Arbeiterinnen befaßten ſich heute in
einer Verſammlung mit den jüngſten
Margarinever=
giftungen, ſowie mit dem von der Firma erhobenen
Verdacht, daß an dem Tage, wo die fragliche
Marga=
rine fabriziert worden wäre. am=23. November,
gleich=
zeitig die Stadtverordnetenwahlen in Altona
ſtatt=
gefunden hätten und von dem darum nicht genügend
beaufſichtigten Perſonal ein ſchädlicher Stoff zur
Ver=
wendung gelangt ſein könnte. Die Verſammlung
der Arbeiter und der Arbeiterinnen erhob gegen
die=
ſen Vorwurf Einſpruch und erklärte zu der Frage,
daß zu der betreffenden Zeit alle Vorgeſetzten im
Be=
triebe anweſend geweſen ſeien.
Berlin, 8. Dez. Anläßlich der in verſchiedenen
Gegenden vorgekommenen Erkrankungen infolge Genuſſes
von Margarine hielt die Vereinigung deutſcher
Margarinefabrikanten heute eine
außerordent=
liche Generalverſammlung in Berlin ab. In derſelben
wurden die Altonger Margarine=Werke Mohr & Co.,
Altona=Ottenſen, die Fabrikanten der beanſtandeten Ware,
der Mitgliedſchaft der Vereinigung verluſtig erklärt. Die
Vereinigung erhebt Einſpruch gegen die zu Tage tretende
Tendenz, aus dem einzig daſtehenden Vorkommnis
Ver=
dächtigungen der ganzen Induſtrie und ihrer Erzeugniſſe
herzuleiten und weiſt darauf hin, daß der Vertrieb ihrer
Fertigprodukte ſtrengen geſetzlichen Vorſchriften
unter=
worfen iſt, wogegen die importierten Rohwaren der
Prüfung der ſtaatlichen Unterſuchungsämter unterliegen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Kranzſpenden verbeten!
Namentlich im Süden Deutſchlands kehren in den
Todesanzeigen ſehr oft die Vermerke wieder: „
Blumen=
ſpenden dankend verbeten” oder „Blumenſpenden ſind
nicht im Sinne des Entſchlafenen”. Es ſoll zugegeben
werden, daß auch bei Kranzſpenden, wie überall,
Ueber=
treibungen vorgekommen ſind, denen entgegenzutreten,
vom wirtſchaftlichen Standpunkte aus nicht ſo ganz
un=
berechtigt ſein dürfte. Es dürfte wohl nur recht wenig
Menſchen geben, die an Pflanzen und Blumen keinen
Gefallen finden können. Blumen ſchmücken ſchon bei der
Geburt den Tauftiſch des Kindes, ſie fehlen nicht bei
der erſten Kommunion oder Konfirmation, ſie ſchmücken
als Brautkranz das Haar der Braut; Blumen ſind
un=
erſetzbar bei feſtlich=frohen Gelegenheiten u. endlich Blumen
ſtreut man dem Toten in ſein kleines Haus.
Blumen=
ſpenden gelten weder bei freudigen noch bei traurigen
Anläſſen als „Geſchenk” ſondern ſie gelten als ein
Be=
weis der Liebe, der Hochachtung, der Verehrung, der
Dankbarkeit und allgemein üblich iſt es, daß man ſich
für Blumenſpenden nie anders als durch Dankesworte
erkenntlich zeigt. Was der Lebende ſtets u. immer mit Freude
entgegennimmt, dem Toten ſoll es vorenthalten werden!
Es iſt auch eine ſchöne Sitte, den Toten inmitten ſchöner
lebender Pflanzen aufzubahren und ſeine letzte
Ruhe=
ſtätte mit Blumen und Kränzen zu ſchmücken, und an
dieſer Sitte ſollte niemand rütteln. Wer im Leben die
Blumen liebte, und ſich ſo oft an ihnen erfreute, in
deſſen Sinne iſt es ſicher nicht, wenn ſie von ſeinem
Totenbette verbannt werden. Man denke ſich ferner
auch, welch einen triſten, troſtloſen Eindruck ein kahler
Grabhügel auf die Familienmitglieder des Entſchlafenen
machen muß, die nach der Beerdigung, wie üblich, die
letzte Ruheſtätte aufſuchen, gegenüber einem anderen
Grabhügel, der dicht mit Blumen und Kränzen bedeckt
iſt. Zu ſpät werden ſie dann zu der Erkenntnis
ge=
langen, daß ſie an dem Entſchlafenen eln Unrecht
be=
gangen haben, ſelbſt wenn es aus wohlgemeinter Abſicht
heraus geſchehen ſein ſollte. Die Sache hat aber auch
noch eine eminent wichtige Seite. Man läßt ganz außer
Acht, daß man dadurch einen wichtigen Erwerbszweig
aufs ärgſte ſchädigt — die Gärtnerei. In zahlreichen
ausgedehnien Betrieben ſind große und koſtſpielige
Ein=
richtungen geſchaffen, die der Anzucht von Pflanzen und
Blumen dienen. In Wind und Wetter, in Hitze und
Kälte geht der Gärtner ſeinem mühevollen Berufe nach,
in dem eine große Anzahl der arbeitenden Klaſſe
ange=
hörender Menſchen Brot und Unterkunft findet. Trotz
aller Anſtrengungen aber wird die Rentabilität der
Gärtnerei immer ſchwieriger; denn da ſich die Ausgaben
für die Lebenshaltung infolge der allgemeinen Teuerung
in fortwährend aufſteigender Linie befinden, werden alle
einigermaßen entbehrliche Ausgaden, ſo namentlich ſolche
für Blumen= und Pflanzenſchmuck immer, mehr
einge=
ſchränkt. Da wird man es ſchon begreiflich finden, daß
es in gärtneriſchen Kreiſen ein Gefühl der Erbitterung
hervorruft, wenn man auch noch eine Einſchränkung des
Verbrauchs von Blumenſpenden bei Traueranläſſen
her=
beiführen will. Deshalb fort mit der Unſitte, Kranz=
und Blumenſpenden abzulehnen! Man gönne dem
Toten dieſe letzten Liebesbeweiſe und rüttle nicht an
dem ſchönen Brauch, der ganz beſonders dem
em=
pfindſamen Gemüte des Deutſchen innewohnt, deſſen
Brauch ihn ehrt!
Der Vorſtand der Handelsgärtnerverbindung
Darmſtadt.
Die engliſchen Wahlen.
London, 9. Dez. Bis 3½ Uhr waren als
ge=
wählt bekannt: 156 Liberale, 29 Arbeiterpartei, 206
Konſervative, 52 Anhänger Redmonds, 5 OBrieniſten.
* London, 10. Dez. 1 Uhr V. Gewählt ſind
163 Liberale, 209 Konſervative, 29 Vertreter der
Ar=
beiterpartei, 54 Redmondiſten, 5 OBrieniſten.
* London, 10. Dez. Bis heute mittag iſt der Stand
der Wahlen folgender: 166 Liberale, 216 Unioniſten,
29 Mitglieder der Arbeiterpartei, 54 Redmondiſten und
5 OBrieniſten. Die Liberalen gewinnen 14, die Unioniſten
21 und Arbeiterpartei 4 Mandate. Die Miniſter Montague,
Ure und Samuel wurden wiedergewählt.
* London, 10. Dez. Die Liberalen
gewan=
nen in Loweſtoft ein Mandat.
* London, 10. Dez., 12,30 Uhr. Der neueſte
Stand der Wahlen iſt folgender: 170 Liberale, 218
Unioniſten, 30 Mitglieder der Arbeiterpartei, 54
Redmon=
diſten und 5 O Brieniſten. Die Liberalen gewinnen 16, die
Unioniſten 21, die Arbeiterpartei 4 Mandate. Die
Libera=
len gewinnen Saffronwalden und Cockermouth. Asquith
wurde in Eaſt=Fife mit 5149 Stimmen gegen Sprot
wie=
dergewählt, der 3350 Stimmen erhielt.
* London 10. Dez. Bis 2 Uhr nachmittags
waren gewählt: 175 Liberale, 31 Mitglieder der
Arbeiterpartei, 224 Konſervative, 55 Anhänger
Red=
monds, 6 Anhänger OBriens.
* London. 10. Dez. 2 Uhr nachmittags.
Ge=
wählt ſind: 175 Liberale, 224 Unioniſten, 30
Mit=
glieder der Arbeiterpartei, 55 Redmondiſten und ſechs
OBrieniſten. Die Liberalen gewinnen 17, die
Unio=
niſten 21 und die Arbeiterpartei 4 Sitze.
* London 10. Dez., 5 Uhr nachmittags.
Ge=
wählt ſind: 178 Liberale, 225 Unioniſten, 32
Ver=
treter der Arbeiterpartei, 56 Redmondiſten und ſechs
O Brieniſten.
* London, 10. Dez. Bis 11 Uhr abends waren
gewählt: 183 Liberale, 225 Konſervative, 32
Ver=
treter der Arbeiterpartei, 56 Redmondiſten und ſechs
O Brieniſten.
* London 10. Dez. Anläßlich der Wahlen
kam es geſtern in Belfaſt zu ſtürmiſchen Szenen, bei
denen mehrere Perſonen verletzt und viele
Schaufen=
ſter eingeworfen wurden. Auch einige Revolverſchüſſe
wurden abgefeuert.
* Belfaſt, 10. Dez. Die Wahlunruhen nahmen
geſtern abend ihren Anfang. Vor das Tor des Gebäudes,
worin eine antikatholiſche Verſammlung tagte, wurde ein
Sprengkörper geſchleudert, wodurch eine Perſon ſchwer
verletzt wurde. Der Polizei gelang es, die Menge zu
zer=
ſtreuen.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Dez. Der Rektor der
Handelshoch=
ſchule, Dunker, iſt geſtorben.
* Berlin, 11. Dez. Für den verſtorbenen Maler
Profeſſor Ludwig Knaus fand heute Mittag im
großen Saale der Kgl. Akademie der Künſte eine
Trauer=
feier ſtatt. Im Auftrage des Kaiſers war der Chef des
Zivilkabinetts v. Valentini erſchienen, der
Kultus=
miniſter war durch den Unterſtaatsſekretär Schwartzkopff
vertreten, auch der Bürgermeiſter Dr. Reicke und die
Senatsmitglieder der Akademie befanden ſich in der
Trauerverſammlung. Pfarrer Prof. D. Frhr. v. Soden,
der Präſident der Akademie Geh. Baurat v. Großheim
und der Vorſitzende des Vereins Berliner Künſtler Prof.
Schulte hielten Gedächtnisanſprachen. Nach der Feier
wurde der Sarg in langem Zuge nach dem Friedhofe in
Dahlen übergeführt, wo die Beiſetzung erfolgt.
* Station Wildpark, 10. Dez. Der Kaiſer mit
ſeinen Jagdgäſten iſt heute Abend 9 Uhr 15 Min. aus
Springe in Wildpark eingetroffen. Der Kaiſer begleitete
den Erzherzog Franz Ferdinand zum
Bahn=
hof. Erzherzog Friedrich bleibt bis auf weiteres
in Potsdam.
* Heidelberg, 10. Dez. Heute nacht verſtarb nach
kurzer Krankheit im 52. Lebensjahre der außerordentliche
Profeſſor der Germaniſtik an der hieſigen Univerſität,
B. Kahle.
* Bochum, 10. Dez. In der Gußſtahlformerei
des Bochumer Vereins kippte heute nachmittag infolge
Bruchs eines Seitenarms eine Gießpfanne um. Das
glühende Eiſen ergoß ſich über vier unter der
Pfanne ſtehende Arbeiter. Drei davon waren ſofort
tot, der vierte iſt ſeinen Verletzungen im Krankenhauſe
erlegen.
* Wien, 10. Dez. Die Demiſſion des Kabinetts
Bienerth ſteht unmittelbar bevor. Die Stellung
des Kabinetts iſt unhaltbar geworden, als die Polen
drohten, bei der Abſtimmung über das Budgetproviſorium
als Arbeitsmajorität auszutreten. Der Miniſterpräſident
wartet die definitive Antwort des Polenklubs ab und
zieht, wenn dieſe in demſelben Sinne lauten ſollte, ſofort
die Konſequenzer und überreicht die Demiſſion des ge=
ſamten Kabinetts. Wenn die Demiſſion
angenommen=
wird, folgt ein aus Sektionschefs gebildetes
Beamten=
miniſterium, an deſſen Spitze ein Mitglied des
gegen=
wärtigen Kabinetts ſtehen würde.
* Wien, 11. Dez. In Beſprechung der Reden des
Reichskanzlers von Bethmann Hollweg
führt das Fremdenblatt aus: Von den knappen, ſtreng
ſachlichen Reden, in denen der Reichskanzler unter
Ver=
zicht auf allgemeine Darlegungen die wichtigſten Fragen
der äußeren Politik zu behandeln liebt, war die letzte
un=
beſtreitbare die inhalts= und aufſchlußreichſte. In der
bün=
digen Kürze hat ſie hochbedeutſame Mitteilungen,
nament=
lich über die Geſtaltung der Beziehungen des Deutſchen
Reiches zu Großbritannten und Rußland geboten. Durch
die Ausführungen des Reichskanzlers wurden in
beſtimm=
teſter Form die friedlichen Tendenzen gekennzeichnet, die
einerſeits der Dreibund, andererſeits die Triple=Entente
verfolgen. So kann Deutſchlands äußere Politik unter
Bethmann Hollwegs Führung in allen ihren Hauptgebieten
auf Erfolge hinweiſen. Aber von beiden Reden brachte
dem Reichskanzler die erſte, in der er ſich mit der inneren
Politik beſchäftigte, keinen geringeren Erfolg als die
an=
dere. Niemals hat ein Reichskanzler wirkſamer und in
ſei=
ner Offenheit überzeugender geſprochen. Für eine
Eini=
gung der Ordnungsparteien iſt die Kanzlerrede ein
glück=
liches Plädoyer geweſen, deſſen Eindruck nachwirken wird.
* Paris, 10. Dez. Bon zuſtändiger Seite wird die
Nachricht der Proklamation der Republik des
Für=
ſtentums Monaco für falſch erklärt.
* Paris, 11. Dez. In Nizza wurde der ehemalige
griechiſche Abgeordnete und frühere Generalkonſul
Moraſtiny wegen Heiratsſchwindeleien
ver=
haftet.
* Paris, 11. Dez. In Toulon erhängte ſich
ein Arſenalwächter, welcher in einen Lieferungsprozeß
verwickelt war, in dem Augenblicke, als die Polizei ſeine
Wohnung durchſuchen wollte.
* Sevilla, 11. Dez. Der niedrig gelegene Teil der
Stadt iſt überſchwemmt, auch die umliegende
Land=
ſchaft ſteht unter Waſſer.
* Chriſtiania, 10. Dez. Der Nobelpreis wurde
dem internationalen permanenten
Friedens=
bureau in Bern zuerteilt.
* Stockholm, 11. Dez. Bei dem Feſtmahl für
die Nobelpreisträger hielt der
Kronprinz=
eine Gedächtnisrede auf Nobel, während Reichsantiquar
Profeſſor Montelius auf die Preisträger toaſtete, worauf
der deutſche Geſandte Graf Pückler und die anweſenden
Preisträger erwiderten.
* Petersburg, 11. Dez. Der Senat beſchloß, den
früheren Moskauer Stadthauptmann: Reinbot und
ſeinen Gehilfen Oberſt Korotkoff wegen
Amts=
vergehens vor dem Gericht zur Verantwortung zu ziehen.
* Konſtantinopel, 10. Dez. Die Kammer ſprach
dem Kabinett ihr Vertrauen aus.
* Konſtantinopel, 10. Dez. Beduinenſtämme
griffen die Stadt Kerck, öſtlich des Toten Meeres, an,
machten die Beſatzung nieder, ſchlachteten Hunderte von
Chriſten ab, überfielen und zerſtörten die Station Katrane
an der Hedſchasbahn und metzelten die Beamten mit ihren
Familien nieder. Ikdam gibt die Zahl der in Kerck
Er=
mordeten auf 40 an. In die bedrohten Gegenden wurden
Truppen entſandt.
* Calgary (Alberta), 10. Dez. Durch eine
Explo=
ſion in den weſtkanadiſchen Bergwerken wurden 60
Bergleute verſchüttet. Bisher wurden ſieben
Leichen geborgen.
* Colombo, 11. Dez. Der heute zu Ende
gehende Aufenthalt des Kronprinzen und
der Kronprinzeſſin auf Ceylon iſt in jeder
Beziehung durchaus befriedigend verlaufen. Trotz des
eingehaltenen Inkognitos iſt von den Behörden und
der Bevölkerung alles geſchehen, um das Verweilen
der hohen Gäſte ſo angenehm wie möglich zu geſtalten.
Der Kronprinz benutzte, wie bekannt, die in Ceylon
verlebten Tage um die ihm hier zum erſten Male
ent=
gegengetretene Tropenwelt kennen zu lernen und nahm
an mehreren Jagdexpeditionen teil, die infolge
wech=
ſelnder Witterung mancherlei Zwiſchenfälle
mitbrach=
ten. Der Kronprinz beſuchte in Begleitung der
Kron=
prinzeſſin die hiſtoriſchen Denkmäler der Inſel und
beſichtigte mehrere induſtrielle Etabliſſements. Geſtern
fand nach dem Diner bei dem deutſchen Konſul ein
Empfang im Deutſchen Klub ſtatt, wobei der Kron
prinz und die Kronprinzeſſin ſich ſämtliche Mitglieder
der hieſigen deutſchen Kolonie vorſtellen ließ und in
längeren zwangloſen Geſprächen mit ihnen
verweil=
ten. Heute gibt der Gouverneur zu Ehren des
kron=
prinzlichen Paares ein Abſchiedsfrühſtück. Die
Kron=
prinzeſſin beſucht hierauf die „Gneiſenau” und begibt
ſich mit dem Kronprinzen auf den Lloyddampfer
„Lützow” mit dem ſie die Rückreiſe antritt, während
der Kronprinz auf die „Gneiſenau” zurückkehrt. Um
6 Uhr abends verlaſſen beide Schiffe gemeinſam den
Hafen. Am 14. Dezember morgens wird die „
Gnei=
ſenau” in Bombay eintreffen, wo der Gouverneur
den deutſchen Thronfolger an Bord begrüßen wird
und die zum Stabe des Prinzen kommandierten
eng=
liſchen Herren ſich melden werden.
* Kalknttta, 10. Dez. Der Schauplatz der
Zu=
ſammenſtöße zwiſchen Muhamedanern und
Hindus iſt das Stadtviertel Marvari, das heute früh
10 Uhr die Muhamedaner in großer Menge
durch=
zogen, worauf die Behörden zwei Kompagnien
In=
fanterie mit Maſchinengewehren und eine Schwadron
Kavallerie entſandten. Die Truppen machten keinen
Eindruck auf die Menge, die den Kordon zu
durch=
brechen verſuchte. Die Polizei griff an und trieb die
Menge auseinander. 24 Perſonen wurden verletzt.
Die Ordnung iſt wieder hergeſtellt, aber die
Muhame=
daner fahren fort, ſich in großen Maſſen
zuſammen=
zurotten. Einige Läden wurden geplündert.
* Winnipeg, 11. Dez. Nach neuerer Meldung
wur=
den durch die Exploſion in den
weſtkanadi=
ſchen Kohlenbergwerken zwanzig Bergleute
ge=
tötet. Achtzehn wurden gerettet, einige davon ſind
ſchwer verletzt.
* Rio de Janeiro, 11. Dez. Die Blätter behaupten,
daß die Beweggründe der Meuterer
gering=
fügiger Natur ſeien. Die Empörung auf Rio Grande
del Sul dauerte nur kurze Zeit Mehrere Mann ſind
gefallen, darunter ein Offizier. Das Artilleriefeuer auf
die Inſel Cobras dauerte bis 3½ Uhr nachmittags.
Von der Inſel wurde das Schießen erwidert. Am Ufer
und den angrenzenden Wegen lagen mehrere Tote.
* Rio de Janeiro, 11. Dez. Der Senat beſchloß
trotz des Einſpruchs von Ruy Barboſa die
Ver=
hängung des Belagerungszuſtandes für
30 Tage. Die aufſtändiſche Bewegung iſt nunmehr ganz
erſtickt. Die Bataillone der Aufſtändiſchen hatten über
200 Tote und Verwundete. Die Stadt iſt ruhig.
Nummer 291.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Seite 7.
Berlin, 19. Dez. Zn dem Beſinden des Graſen
Ar=
min=Muskau, der in der vorigen Woche von der
Stra=
ßenbahn überfahren worden war, iſt eine
Verſchlech=
terung eingetreten. Der Patient hatte eine unruhige
Nacht und das Bewußtſein iſt zumeiſt getrübt.
— Hamburg, 10. Dez. Die Polizei verhaftete
zwei Mädchenhändler, beide aus Warſchau. In
ihrer Begleitung befanden ſich zwei junge Mädchen. Die
beiden Verhafteten waren der Polizei von dem Verein zur
Bekämpfung des Mädchenhandels an der ruſſiſchen Grenze
aviſiert worden.
— Schneidemühl, 10. Dez. Bei Schneidemühl wurde
der Bildhauer Wehſe aus Berlin bewußtlos
aufgefun=
den. Er hatte ſich mit Lyſol vergiftet, da er erfuhr,
daß ſeine Braut ſeit 14 Tagen verheiratet ſei.
— Czernowitz, 10. Dez. In dem hieſigen Stadttheater
ſchoß ſich der Student Schopira vor den Augen
ſei=
ner Geliebten eine Kugel in den Kopf und war ſofort tot.
Im Publikum entſtand eine Panik.
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Roßdörferſtraße 12, Wenckſtraße 32.
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Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Gestern abend verschied sanft nach kurzem Krankenlager im Alter von
70 Jahren unser lieber Gatte, Vater und Bruder
(24032
Oberlandesgerichtspräsident i. P.
Wirklicher Geheimerat
Lebenslängliches Mitglied der Ersten Kammer der Stände.
Darmstadt, den 11. Dezember 1910.
Nelly Lippold, geb. von Arnoldi,
Karoline Lippold,
Dr. Georg Lippold,
Paul Lippold,
Agnes Lang, geb. Lippold.
Die Beisetzung findet statt: in Mainz am Dienstag, den 13. Dezember, nachmittags 3 Uhr,
von der Friedhofshalle.
Todes-Anzeige.
Am Sonntag, den 11. Dezember,
vor=
mittags ¾11 Uhr, entſchlief ſanft nach kurzem
Leiden unſere liebe gute Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
Frau
eodore Bartcky Witwe
geb. Scheuffler
im nahezu vollendeten 80. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt und New=York,
den 12. Dezember 1910.
(24033
Die Beerdigung findet ſtatt Mittwoch Vormittag
10 Uhr von der Friedhofskapelle aus.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Des Meeres und
der Liebe Wellen”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Muſikvereins um ½8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Ausſtellung von Jugendſchriften und Bildwerken im
Rathaus (geöffnet von 4—7 Uhr).
Ausſtellung des Rothenburger Verbandes akadem.
Architektenvereine in der Aula der Techniſchen
Hoch=
ſchule (geöffnet von 9—4½ Uhr).
Ausſtellung der Gewinne der St. Eliſabeth=Vereins=
Lotterie Nieder=Ramſtädterſtr. 30 (geöffnet v. 10—1 U).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
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Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 13. Dezember.
Pferd= u. Wagen= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
zu Nieder=Ramſtadt (Zuſammenkunft am Rathaus).
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Nieder=Ramſtädter
Gemeindewald (Zuſammenkunft am Bonstal am
Ein=
gang des Waldes).
Gewerde= Ruſeum, Relarſtraße 3. Täglich geöfner
v. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute Nacht meine liebe, treubeſorgte Gattin,
unſere Mutter, Tochter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(24031
geb. Lorenz
nach längerem ſchwerem Leiden plötzlich und
unerwartet im Alter von 32 Jahren zu ſich
zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Litschgi und Kind.
Familie Heinrich Lorenz.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1910.
Soderſtraße 40, part.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Dez.,
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
auf das
„Darmſtädter Tagblatt”
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht.
zurückgeſandt.
verkaufe ich die noch grossen Lagerbestände in Damen-Konfektion und Kleiderstoffen im
wegen gänzlicher Geschäftsaufgabe
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[ ← ][ ][ → ] Nummer 291,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezemher 1916.
Seite 8.
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31)
Es war im Vorfrühling. Glücks= und Liebesahnen
lag in der Luft. Es duftete nach Blumen, die noch nicht
einmal blühten. Rolf dachte nach. Ungefähr vor einem
Jahre mußte wohl ſein Sohn konfirmiert worden ſein.
Wie hatte er gewartet, daß ſie ihn bringen würde. Sie
war nicht gekommen und hatte auch den Sohn nicht
ge=
ſchickt. Er konnte es ihr nicht verdenken; welche zärtliche
Mutter brachte wohl ihren Sohn nach Rethwiſchhof? Als
aber einmal eine Frau mit einem Jungen die Trift
her=
untergekommen war, da hatte ſein Herz ihm in der Bruſt
förmlich gehämmert.
Er hatte lange gewartet, ehe er einen Hofjungen
mie=
tete, er hatte die Stelle frei laſſen wollen, dann hatte er
zuletzt den erſten beſten engagiert; die Hoffnung, daß ſie
ihm ſeinen Sohn ſchicken würde, hatte er aufgegeben.
In dieſer Nacht ließen Rolf ſeine aufgeregten Sinne
nicht ſchlafen. Er ſah Antje vor ſich, wie ſie vor vielen
Jahren ſein eigen geweſen war. Er meinte ihren Atem
zu ſpüren und ihr klopfendes Herz. Ein wildes,
wahn=
ſinniges Verlangen nach der einzigen, die er geliebt hatte,
ergriff ihn. Das Bett wurde ihm zu heiß; er hätte
auf=
ſpringen und hinauseilen mögen.
Mrer al e er e e enan
rief ſie. Du biſt ſo unruhig; man kann gar nicht ſchlafen.
In dieſem Augenblick haßte er Karline, die ihm bisher
nur gleichgültig geweſen war. Finſter ging Rolf am
Tage ſeiner Beſchäftigung nach. In ihm brannte und
loderte es wieder. Seine Augen glühten. Einige Tage
darauf war er in Huſum. Er hatte hier einiges
Geſchäft=
liches zu erledigen. Als dies beſorgt war, aß er raſch
etwas im Wirtshaus und fuhr wieder ab. Wenn er
ge=
mächlich fuhr, konnte er gegen acht Uhr wieder zu Hauſe
ſein, aber etwas in ihm war mächtiger als Wille und
Vernunft. Er fuhr auf der entgegengeſetzten Seite aus
Huſum hinaus auf Immſtedt zu.
Das Pferd war bald ermüdet, er trieb es mit der
Peitſche an. Schneller, immer ſchneller. Bald merkte er,
daß es lahmte, das Pferd hatte ein Eiſen verloren.
Jetzt mußte er die Fahrt mäßigen. Er war auf
hal=
bem Wege; ſollte er vorwärts oder zurück. Vorwärts!
rief es in ihm. Es ging langſam, aber er kam doch
ſei=
nem Ziele immer näher. Nun noch eine halbe Stunde
höchſtens, dann würde er Antje wiederſehen. Dann wollte
er ſie in die Arme nehmen, ſie küſſen bis zur Atemloſigkeit.
Sie ſollte ſein heißes Verlangen ſtillen, und er wollte
ſie dann dafür in Samt und Seide hüllen. Und wenn ſie
ihn nicht anhören wollte, dann würde er vor ihr kuien
und flehen um ein wenig Liebe. Antje, murmelten ſeine
heißen Lippen. Antje!
Jetzt war Immſtedt erreicht. Das Pferd ging nur
noch im Schritt. Wohnte hier nicht ein Schmied? Das
traf ſich gut; er konnte gleich das Pferd hier beſchlagen
laſſen. Derweilen ging er zu Antje.
In der Schmiede traf er nur den Lehrjungen, der ein
halbgeleertes Punſchglas neben ſich ſtehen hatte und mit
vollen Backen kaute.
Ja, Jung, ſagte Rolf, ich wollt’ mein Pferd
beſchla=
gen laſſen; iſt Dein Meiſter nicht da?
Nee, der hat keine Zeit; der feiert ſein Verlöbnis. Die
ſind bannig luſtig drinnen.
Was geht mich Deinem Meiſter ſein Verlöbnis an,
rief Rolf ungeduldig. Mein Pferd lahmt; ich kann nicht
weiter!
Ih, da bleiben Sie man zur Nacht, riet der Junge.
Geh’n Sie man rein; die haben Punſch und Kuchen genug.
Dann ſehen Sie gleich unſere Frau Meiſterin, Antje
Möller, vom lüttjen Enn.
Der Junge, den der Punſch geſchwätzig gemacht hatte,
wollte noch weiter reden, aber da faßte ihn Rolf an den
Ohren und ſchwur, ihm das Genick umzudrehen, wenn er
nicht augenblicklich den Meiſter hole.
Das half. Der Junge lief davon und einige
Augen=
blicke ſpäter kam der Meiſter Jochen heraus. Er war
etwas unwillig über die Störung, aber im übrigen ſo gut
gelaunt, wie es ein Schmied an ſeinem Geburtstag kurz
vor ſeiner Verlobung nur ſein konnte. Bereitwillig kam
er Rolfs Wunſch nach und band ſich das Schurzleder um.
Er hätte wohl mit Hilfe des Lehrlings das Pferd allein
beſchlagen können, aber Rolf wollte noch eine Frage tun.
Er konnte ſich geirrt haben; aber es ließ ihm doch keine
Feite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910
Nummer 291.
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wollen ſich verheiraten, wie ich höre, fragte er.
Na ja, es will nicht ſo recht gehen ohne Frau.
Ihre Braut iſt hier aus dem Orte, nicht wahr? Wie
heißt ſie doch, Antje —
Antje Möller, ergänzte der Schmied. Sie hat die
kleine Hökerei drüben.
Hat ſie nicht einen alten Onkel? Er wollte ganz ſicher
gehen.
Ja, Dreesohm, der Tauſendkünſtler.
Iſt nicht auch noch ein Sohn da?
Jawohl, Herr, aber das geniert mich nicht weiter. Es
iſt auch ein guter Junge. Die Hauptſache iſt, daß man
ne ordentliche Frau kriegt, und das iſt ſie.
Rolf ging nicht fort. Er half, als der Junge ſich
dumm anſtellte, das Pferd halten und ſtellte dabei immer
weitere Fragen, bis es für ihn ohne Zweifel war, daß
Antje, ſeine Antje, ihm verloren war.
Einmal blickte er nach den hell erleuchteten Fenſter
hinüber; das Rouleau war ein wenig beiſeite geſchoben
und ein weißes Antlitz mit dunklen Augen lugte hervor.
War es Antje? Schnell, wie ein Spuk, war es wieder
verſchwunden.
Das Pferd war beſchlagen und wurde wieder
vor=
geſchirrt. Rolf fuhr davon. Er fuhr ein Endchen weiter,
an Antjes Haus vorbei, deſſen Fenſter ganz im Dunkeln
lagen. Er kehrte auch noch einmal im Wirtshaus ein,
ſtürzte haſtig einige Glas Grog hinunter, ließ dem Pferd
einen Eimer Waſſer vorſetzen und eine Gift Heu
vorwer=
ſen und fuhr dann im Trabe fort.
Der Grog brannte wie flüſſiges Feuer. Er ſollte den
inneren Brand betäuben, aber er erhitzte ihn noch mehr.
Rolf fuhr wie ein Wahnſinniger. Das Pferd war mit
Schaum bedeckt, als er in Bredwort ankam. Die
Kirchen=
uhr ſchlug zwölf und der Nachtwächter machte ſeine Runde.
Das Rollen des einſamen Wagens klang laut und
geſpen=
ſtiſch durch die Nacht.
Im „Kringelkrug” war noch Licht. Hier ſaßen
viel=
leicht einige hartnäckige Kartenſpieler an ihrem Tiſch.
Einige Augenblicke kam Rolf der Gedanke an Ingeborg.
Ihr Bild ſtieg vor ihm auf, ſchwellend, mit meergrünen
Augen und ſchillerndem Haar.
Er hieb auf das Pferd ein, als fürchtete er Zaubereien.
Eine Viertelſtunde ſpäter lenkte der Wagen in das Hecktor
ſeines Hofes ein.
Am anderen Tag war ihm ſo wüſt im Kopf, wie
nach einer durchſchwärmten Ballnacht. Für Karlinens
Wirtſchaftsklagen hatte er kein Intereſſe. Laß mich in
Ruh’! ſagte er. Was gehen mich die Dienſtmädchen und
Deine Milchwirtſchaft an!
Den ganzen Tag über arbeitete er draußen auf dem
Felde; da wurde ihm freier zumute. Als aber Karline
am Abend wieder anfing, über etwas zu jammern, nahm
er ſeine Mütze und ging davon.
Er wollte nur ein bißchen herumgehen, mal an dem
„Kringelkrug” vorbei und den anderen Weg zurück.
Im „Kringelkrug” traf er Ingeborg vor der Tür
ſtehend, ſchmuck und ſauber, wie er es liebte, geſund und
fröhlich in ihrer rundlichen Fülle.
Komm herein! ſagte ſie. Ich ſchaue gerade aus, wo
mein Alter bleibt. Komm, es iſt kühl draußen.
Er folgte ihr. In der dämmerigen Hausdiele
glitzer=
ten ihn ihre Augen verführeriſch an. Ihr Geſicht leuchtete
ihm hell entgegen, ihr Atem traf ihn warm. Dies alles
wirkte auf ſeine empfindlichen Nerven wie ein ſüßer Wein.
Er ſtreckte halb unbewußt den Arm aus — da lag ſie an
ſeiner Bruſt und er fühlte ihre heißen, weichen Lippen
auf den ſeinigen brennen.
Dann gab ſie ihn frei und machte ſich kokett verſchämt
an ihrem Haarknoten zu ſchaffen. Er trat in die
Schenk=
ſtube. Dort ſaß er eine Zeitlang und brütete ſtill vor ſich
hin. Das Blut brannte ihm in den Adern. Es zog ihn
hin zu dem verführeriſchen Weib, und ſein Herz hielt ihn
wieder zurück und ſtellte ihm Anſjes Bild vor Augen.
Es war ein Kampf wie unter dem Waſſer, von dem nichts
an die Oberfläche drang.
Ingeborg ging ab und zu, ſich in den Hüften wiegend.
Sie beobachtete ihn verſtohlen und dachte, es wäre doch
ein wunderlicher Menſch. Aber gerade das Wunderliche
an ihm reizte ſie. Der gewöhnlichen Männer war ſie
über=
drüſſig. Sie hatte innerlich ſchon gefürchtet, daß auch er
zu der Sorte gehörte; jetzt frohlockte ſie. Nein, er war
anders als alle anderen. Gerade deshalb war es doppelt
ſchwer, ihn zu fangen. Aber fangen mußte ſie ihn! Sie
wollte ihn ſo feſt umgarnen, daß er nicht mehr zurück
konnte, daß er ihr mit Leib und Seele angehörte.
Gerade, als ſie dieſe Gedanken hatte, ſprang Rolf
auf, verabſchiedete ſich kurz und ging.
Er ſchüttelte ſich. Nein, das war ein ſchlechter Tauſch,
Ingeborg gegen Antje. Er wollte nichts mehr von ihr
wiſſen. Ihre ganze Perſönlichkeit drängte ſich ihm zu
ſehr auf. Wie ihre Küſſe brannten. Wie glühend ſie in
ihrem Empfinden war! Sie verſtand es, einen Menſchen
wahnſinnig zu machen.
(Fortſetzung folgt?
Nummer 291.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 3 Spitzhunde, 4 Pinſcher. 1 Spitzhund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Polizei=Verordnung.
Betr.: Die Ordnung auf dem Friedhofe an der Nieder=Ramſtädter Straße zu Darmſtadt
Auf Grund des Artikels 56 Ziffer 1 der Städteordnung vom 13. Juni 1874 wird
nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung und mit Genehmigung Großh.
Miniſterium des Innern vom 12. November 1910 zu Nr. M. d. J. II 5675 im Anſchluß
an die von Großh. Bürgermeiſterei am 9. Juni 1909 erlaſſene Friedhofsordnung für
den Friedhof an der Nieder=Ramſtädter Straße zu Darmſtadt das Nachſtehende verordnet:
§ 1. Mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. wird beſtraft:
1. Wer den zur Aufrechterhaltung der Ruhe und eines ordnungsmäßigen Verkehrs
auf dem Friedhof getroffenen Anordnungen des Friedhofsverwalters oder der
Friedhofsaufſeher trotz wiederholter Aufforderung nicht nachkommt, desgleichen
wer die in dieſer Hinſicht ergehenden polizeilichen Anordnungen übertritt.
Per=
ſonen, die ungeachtet der ergangenen wiederholten Aufforderung der Polizeiorgane
oder des Friedhofsperſonals den erwähnten Anordnungen zuwiderhandeln,
kön=
nen vom Friedhof entfernt werden. (§ 3 Abſatz 4 der Friedhofsordnung.)
2. Wer den Beſtimmungen der §§ 6, 8, 14, 16, Abſatz 2, 4 und 5, §§ 17, 31, Abſatz 3,
§§ 38, 39, Abſatz 2 der Friedhofsordnung vom 9. Juni 1909 zuwiderhandelt.
3. Wer trotz Aufforderung der Großh. Bürgermeiſterei gärtneriſche Anlagen,
Denk=
mäler, Einfaſſungen, die die Anlage der betreffenden Grabſtätten überſchreiten,
nicht entfernt. (§ 16 Abſatz 2 der Friedhofsordnung.)
4. Wer die ſtädtiſchen Leichenhallen ohne Erlaubnis des Friedhofsverwalters betritt.
(§ 9 Abſatz 3 der Friedhofsordnung.)
5. Wer den Beſtimmungen der §§ 23, 39, Abſatz 1 der Friedhofsordnung trotz
Auf=
forderung der Großh. Bürgermeiſterei nicht nachkommt.
6. Wer nach dem Läuten, das der Schließung des Friedhofs vorausgeht, trotz
Auf=
forderung des Friedhofsverwalters oder der Friedhofsaufſeher den Friedhof
nicht verläßt. (§ 31 Abſatz 2 der Friedhofsordnung.)
7. Wer gewerbsmäßig die gärtneriſche Herrichtung oder Unterhaltung der
Begräbnis=
ſtätten betreibt oder dabei gewerbsmäßig behilflich iſt, ohne die für Arbeiten auf
dem Friedhof erforderliche Erlaubniskarte bei ſich zu führen. (§ 34 der
Friedhofs=
ordnung.)
8. Wer das Tragen der Leichen zum Friedhof gewerbsmäßig beſorgt, ohne zuvor
die Erlaubnis Großh. Bürgermeiſterei eingeholt zu haben. (§ 7 Abſatz 4 der
Friedhofsordnung.)
§2 Dieſe Polizeiverordnung tritt am Tage ihrer Veröffentlichung im „Darmſtädter
Tagblatt” in Kraft. Mit dem gleichen Zeitpunkt wird die Polizeiverordnung gleichen
Betreffs vom 2. März 1896 aufgehoben.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Lauteſchläger.
Die § 1 Ziffer 2 und 5 erwähnten Vorſchriften der Friedhofsordnung für den
Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße vom 9. Juni 1909 lauten:
§ 6. Die Herrichtung des Grabes iſt unter ſorgfältiger Schonung der Denkmäler,
Einfaſſungen, Anpflanzungen und der Nachbargräber, den beſtehenden Beſtimmungen
entſprechend, wie folgt auszuführen:
1. bei einem Reihengrab:
für Erwachſene:
1.80 Meter tief, 2 Meter lang und 0.75 Meter breit, mit 0.25 Meter Entfernung vom
nächſtliegenden Grabe;
für Kinder von 2—10 Jahren:
1.50 Meter tief, 1,50 Meter lang und 0.55 Meter breit, mit 0.20 Meter Entfernung vom
nächſtliegenden Grabe;
für Kinder unter 2 Jahren:
1.50 Meter tief, 1 Meter lang, 0.45 Meter breit, mit 0.15 Meter Entfernung vom
nächſt=
liegenden Grabe.
Die tiefe der Gräber iſt von der Weghöhe zu meſſen.
2. Auf den Erbbegräbniſſen
ſind für die Größenverhältniſſe des anzulegenden Grabes die gleichen Maße geboten.
Es kann jedoch ſeitens des Beſitzers des Erbbegräbniſſes eine größere Tiefe des einzelnen
Grabes gefordert werden, ebenſo auch die Tieferlegung eines Sarges, wenn dieſe durch
eine neue Beerdigung zur Erreichung der oben unter 1. vorgeſchriebenen Tiefe
not=
wendig wird.
§ 8. Die Leichenwagen dürfen nur auf den befeſtigten, von der Bürgermeiſterei
bezeichneten Hauptwegen des Friedhofs bis in die Nähe des Grabes fahren. Der Sarg
wird dem Leichenwagen oder, falls die Leiche in der Leichenhalle ſich befindet, dort
durch die Friedhofsarbeiter entnommen und auf einem Leichentransportwagen oder
ausnahmsweiſe durch die Leidtragenden auf einer Bahre bis zum Grabe verbracht,
woſelbſt die Friedhofsarbeiter den Sarg ohne Störung und mit möglichſter Ruhe in
das Grab ſenken. Die Leichen werden mit dem Geſicht nach Oſten zu gelegt.
Sofort nach der Beerdigung iſt das Grab von den Friedhofsarbeitern
ordnungs=
mäßig einzufüllen, der Grabhügel aufzuwerfen, und ſind die betreffenden Kränze,
Sträuße und dergl. aufzulegen. Es iſt unterſagt, Kränze, Sträuße, Schleifen uſw. oder
Teile ſolcher, die zum Grabe gebracht worden ſind, ohne Erlaubnis des
Friedhofsver=
walters wegzunehmen.
§ 14. Kein Grab darf mehr als eine Leiche aufnehmen. Ausnahmen bedürfen
der Genehmigung Großh. Bürgermeiſterei.
§ 16. Abſatz 2. Zur Errichtung und Veränderung von Denkmalen, Einfaſſungen
und Gittern bedarf es der Genehmigung Großh. Bürgermeiſterei. Dem betreffenden
Geſuche iſt Zeichnung nebſt Grundriß, unter Angabe der Maße in doppelter
Aus=
fertigung beizufügen, auch die beabſichtigte Inſchrift anzugeben. Die in den beiden
vorher=
gehenden Abſätzen bezeichneten Anlagen dürfen die in § 6 gegebenen Maße nicht
über=
ſchreiten.
Abſatz 4. Die auf der Grabſtätte angebrachten Denkmale, Einfaſſungen und dergl.,
ſowie die auf der Grabſtätte ſich befindenden Pflanzen und ſonſtige gärtneriſche Anlagen
— mit Ausnahme der lediglich zum Zweck des Ueberwinterns wegzunehmenden Pflanzen—
dürfen nur mit beſonderer ſchriftlicher Erlaubnis der Großh. Bürgermeiſterei, nach
An=
meldung bei dem Friedhofsverwalter, unter Aufſicht des Friedhofsperſonals, wieder
weggebracht werden.
Abſatz 5. Die Wegnahme von Pflanzen zum Zweck des Ueberwinterns derſelben,
darf nur mit beſonderer Erlaubnis des Friedhofsverwalters unter Aufſicht des Fried
hofsperſonals ſtattfinden.
§ 17. Für Reihenbegräbniſſe dürfen nur Särge von weichem Holz verwendet
werden.
§ 23. Die Erbbegräbnisplätze müſſen durch den Beſitzer nach den Wegen hin und
gegeneinander mit Einfaſſung aus Sandſteinen, Granit oder anderem feſten Stein
an=
gegrenzt werden. Dem Einfaſſungsſtück der Wegſeite iſt die Abteilungs=Nummer, der
zutreffende Buchſtabe des Bezirks und die Nummer des Platzes einzuhauen. Die
Ein=
faſſung iſt dauernd zu unterhalten.
§ 31. Abſatz 3. Mitbringen von Hunden und Tabakrauchen in dem Friedhofe
iſt verboten. Mit Zugtieren beſpannte Fuhrwerke werden nur nach desfalls beſonders
erwirkter Erlaubnis der Großh. Bürgermeiſterei in den Friedhof eingelaſſen.
Hand=
karren und Handwagen dürfen nur dann auf den Friedhof gebracht werden, wenn dies
für zuläſſige Arbeiten, die dann ſofort vorgenommen werden müſſen, erforderlich iſt.
§ 38. Die auf den Begräbnisplätzen des Friedhofes ſich ergebenden Abfälle und
der Abraum, Zypreſſen= und Koniferenabſchnitte, verwelkte Blumen, Kränze und dergl.,
ſind bei Wegnahme von den Gräbern unmittelbar in die dafür beſtimmte Grube zu
verbringen. Dasſelbe gilt für Bäume unbeſchadet der Beſtimmung des § 16 Abſatz 4.
§ 39. Wer Baumäſte oder Geſträucher auf ſeinem Erbbegräbnisplatze derart
überwachſen läßt, daß dadurch die Denkmale oder Anlagen einer Nachbargrabſtätte
be=
einträchtigt werden, kann auf Antrag des Beſitzers der letzteren von Großh.
Bürger=
meiſterei zur Beſeitigung binnen beſtimmter Friſt angehalten werden. Nach Ablauf
dieſer Friſt kann die Großh. Bürgermeiſterei die Beſeitigung auf Koſten des Verpflichteten
veranlaſſen. Die Beitreibung der Koſten erfolgt auf dem Verwaltungswege.
Die Anpflanzung von Bäumen und Geſträuchen, die eßbare Früchte tragen, iſt
verboten; auch iſt die Großh. Bürgermeiſterei ermächtigt, die Anpflanzung anderer
Gewächſe zu unterſagen.
(23766fso
Bekanntmachung.
Nach § 60 der Gewerbeordnung für das Deutſche Reich ſind
Wandergewerbe=
ſcheine (Gewerbeſcheine zum Hauſierhandel ꝛc.) nur für die Dauer des Kalenderjahres
gültig, für das ſie erteilt worden ſind. Unter Hinweis auf dieſe Beſtimmung fordern
wir daher alle dahier wohnhaften Intereſſenten, die den Gewerbebetrieb im nächſten
Jahre fortzuſetzen oder zu beginnen beabſichtigen, hierdurch auf, ihre Anträge auf
Erteilung eines Wandergewerbeſcheines für das Jahr 1911 alsbald bei dem
zuſtän=
digen Revierpolizeikommiſſär zu ſtellen.
Dei verſpätetem Antrag haben die Säunigen es ſich, ſelbſt zuzuſchreiben, wem
die Scheine nicht rechtzeitig ausgefertigt werden können.
Gründe, welche der Erteilung eines Wandergewerbeſcheines
entgegen=
ſtehen oder entgegenſtehen können, ſind folgende:
1. wenn der Nachſuchende mit einer abſchreckenden oder anſteckenden Krankheit
behaftet oder in einer abſchreckenden Weiſe entſtellt iſt;
2. wenn er unter Polizeiaufſicht ſteht;
3. wenn er wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht, gegen das
Eigen=
tum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorſätzlicher Angriffe auf das Leben und
die Geſundheit der Menſchen, wegen Land= und Hausfriedensbruchs, wegen
Widerſtands gegen die Staatsgewalt, wegen vorſätzlicher Brandſtiftung, wegen
Zuwiderhandlungen gegen Verbote oder Sicherungsmaßregeln, betreffend
Einführung oder Verbreitung anſteckender Krankheiten oder Viehſeuchen, zu
einer Freiheitsſtrafe von mindeſtens drei Monaten — bezw. von mindeſtens
einer Woche — verurteilt iſt und ſeit Verbüßung der Strafe 3 Jahre — bezw.
5 Jahre — noch nicht verfloſſen ſind;
4. wenn er wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei, Landſtreicherei,
Trunkſucht übel berüchtigt iſt;
5. bei Geſuchen um Wandergewerbeſcheine für Muſikaufführungen,
Schau=
ſtellungen, theatraliſche Vorſtellungen oder ſonſtige Luſtbarkeiten, bei denen
kein höheres Intereſſe der Kunſt oder der Wiſſenſchaft obwaltet, ſobald einer
den Verhältniſſen des Kreiſes entſprechenden Anzahl von Perſonen
Wander=
gewerbeſcheine erteilt oder ausgedehnt ſind;
6. wenn der Nachſuchende das fünfundzwanzigſte Lebensjahr noch nicht vollendet
hat. In dieſem Falle iſt dem Nachſuchenden der Wandergewerbeſchein zu
erteilen, wenn er der Ernährer einer Familie iſt und bereits vier Jahre im
Wandergewerbe tätig geweſen iſt;
7. wenn er blind, taub oder ſtumm iſt, oder an Geiſtesſchwäche leidet;
8. wenn der Nachſuchende im Inlande einen feſten Wohnſitz nicht hat;
9. wenn er wegen Verletzung der auf dem Gewerbebetrieb im Umherziehen
bezüglichen Vorſchriften im Laufe der letzten drei Jahre wiederholt
be=
ſtraft iſt;
10, wenn er ein oder mehrere Kinder beſitzt, für deren Unterhalt und, ſofern
ſie im ſchulpflichtigen Alter ſtehen, für deren Unterricht nicht genügend
ge=
ſorgt iſt.
Wer zum Zwecke der Erlangung eines Wandergewerbeſcheines in Bezug
auf ſeine Perſon, oder die Perſonen, die er mit ſich zu führen beabſichtigt,
wiſſent=
lich unrichtige Angaben macht, iſt ſtrafbar.
Der Gewerbebetrieb im Umherziehen darf unter keinen Umſtänden eher
begonnen werden, als bis der Gewerbetreibende im Beſitze des
Wandergewerbe=
ſcheines iſt.
Zuwiderhandlungen werden nach § 148 der Gewerbeordnung beſtraft.
Weiter machen wir darauf aufmerkſam, daß nach dem Geſetze über den
Urkunden=
ſtempel vom 12. Auguſt 1899 (in der vom 1. April 1910 an geltenden Faſſung)
Wandergewerbeſcheine der Stempelpflicht unterliegen. Die Stempeltaxe beträgt
4 Mark. Außerdem müſſen alle Wandergewerbetreibende für die Ausübung ihres
Gewerbebetriebes die Wandergewerbeſteuer nach Vorſchrift des Geſetzes, die
Be=
ſteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen betreffend, vom 22. Juli 1900,
entrichten.
(23557mdf
Darmſtadt, den 2. Dezember 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
I. V.: Lauteſchläger.
Bekanntmachung,
die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne der §§ 139d Ziffer 3 und 139e Abſ. 2 Ziffer 2
der Reichsgewerbeordnung werden hiermit beſtimmt:
I. für alle offenen Verkaufsſtellen die ſieben letzten Werktage vor dem
24. Dezember I. Js.;
II. für die offenen Verkaufsſtellen der Bäcker und Konditoren, außerdem die
zwei letzten Werktage vor Neujahr. Hiernach dürfen am Freitag, den
16. und Samstag, den 17. I. Mts., ſowie in der Zeit von Montag, den
19. bis Freitag, den 23. Dezember, ſämtliche offenen Verkaufsſtellen
in hieſiger Stadt für den geſchäftlichen Verkehr bis 10 Uhr abends und
außerdem die offenen Verkaufsſtellen der Bäcker und Konditoren am
Freitag, den 30., und Samstag, den 31. I. Mts., bis 10 Uhr abends
geöffnet bleiben.
An den vorgenannten Tagen finden die Beſtimmungen über die
Mindeſtruhe=
zeit und die Mittagspauſen der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen
Ver=
kaufsſtellen keine Anwendung.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
(23822soi
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Warnung.
Seitens der Firma M. A. Winter Co. in Waſhington D. Z. werden ſeit mehreren
Jahren zahlreiche Agenten geſucht, um das von ihr vertriebene Heilmittel „Natürlicher
Geſundheitsherſteller” den Abſatz im Reichsgebiete zu erweitern. Nach den eingezogenen
Erkundigungen ſtellt dieſe, von der Firma als „Univerſalheilmittel” bezeichnete Arznei
im günſtigſten Falle nur ein unſchädliches Abführmittel für hohen Preis dar, welches
keineswegs das leiſten kann, was die Firma verſpricht. Das Unternehmen läuft
ledig=
lich auf eine Ausbeutung des deutſchen Publikums hinaus. Das Mittel iſt durch
Bundesratsbeſchluß vom 27. Juni 1907 in das Verzeichnis B der Geheimmittelliſte
aufgenommen, und darf demnach nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden.
Agenten, welches das im Verkauf auf Apotheken beſchränkte Mittel vertreiben, machen
ſich ſtrafbar.
Berlin, den 2. November 1910.
Der Polizeipräſident.
In Vertretung: Friedheim.
Die vorſtehende Warnung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, nachdem die
obige Firma auch in hieſiger Stadt verſucht hat, Agenten für den Vertrieb des
ange=
gebenen Mittels zu erwerben.
Darmſtadt, den 8. Dezember 1910.
(23982oi
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Verkauf von Faſelvieh.
Ein Bulle und zwei Ziegenböcke aus dem Faſelſtall Beſſunger Straße Nr. 60 und
zwei Böcke aus dem Faſelſtall Arheilger Straße Nr. 43 ſollen veräußert werden.
Angebote, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind bis längſtens Donnerstag,
den 15. d. Mts., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen.
Die Verkaufsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, während der
Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 8. Dezember 1910.
(24012oi
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jäger.
Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, den 13. Dezember 1910, vormittags 11 Uhr,
werden in Nieder=Ramſtadt durch den Unterzeichneten zwangsweiſe gegen Barzahlung
verſteigert:
1 Pferd, 3 Pferdegeſchirre, 1 Kaſtenwagen, 1 Rollwagen,
1 Wägelchen, 1000 Töpfe Geranien, 500 Töpfe Begonien,
Lorein, 100 Töpfe Alpenveilchen, 1 Fahrrad und 1
Frei=
marken=Album.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber am Rathauſe in Nieder=Ramſtadt.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1910.
(23998
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24,
Der Voranſchlag der Gemeinde Traiſa für 1911
liegt vom 14. Dezember 1910 an acht Tage lang zur Einſichtnahme auf hieſigem
Bürger=
meiſtereibüro offen.
(24014
Traiſa, den 10. Dezember 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Traiſa.
Walter.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Nummer 291
Holz=Anfuhr.
Die Anfuhr von etwa 750 Raummeter
Knüppelholz und 150 Raummeter fein und
grob geſpaltenes Stockholz aus den
Stadt=
waldungen in das Holzmagazin an der
Pallaswieſenſtraße und in die verſchiedenen
ſtädtiſchen Betriebe im Laufe des
Winter=
halbjahres ſoll verdungen werden.
Angebote ſind bis längſtens
Dienstag, den 13. laufenden Monats,
vormittags 10 Uhr,
mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bei
(23856so
uns einzureichen.
Die Bedingungen liegen während der
Dienſtſtunden in Zimmer 39 des
Stadt=
hauſes, woſelbſt auch Angebotsformulare
erhältlich ſind, zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Ofenlage von Stenerhebregiſtern.
Das Gemeinde=und Kirchenſteuer=
Nach=
trags=Hebregiſter Nr. LV der Gemeinde
Darmſtadt für 1909 liegt zur Einſicht eines
jeden Intereſſenten vom 12. Dezember an
acht Tage lang auf dem Bureau der
Stadt=
kaſſe, Grafenſtraße 28, auf.
Beſchwerden gegen die Beitragspflicht
oder gegen das angenommene
Beitrags=
verhältnis müſſen binnen der erſten vier
Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfriſt
(ſchriftlich oder mündlich) bei
Großherzog=
lichem Kreisamt vorgebracht werden. Spater
vorgebrachte Beſchwerden finden keine
Be=
rückſichtigung.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt. (23995
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das
Vermögen des Konrad Karnauke,
alleini=
gen Inhabers der Firma Karl Heß,
Buch=
handlung in Darmſtadt, iſt infolge eines
von dem Gemeinſchuldner gemachten
Vor=
ſchlags zu einem Zwangsvergleiche
Ver=
gleichstermin, ſowie vorſorglich Termin zur
Abnahme der Schlußrechnung des Ver=
(23988
walters auf
Donnerstag, den 5. Januar 1911,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Großherzoglichen Amtsgericht I
in Darmſtadt, Zimmer Nr. 222, anberaumt.
Der Vergleichsvorſchlag iſt auf der
Ge=
richtsſchreiberei des Konkursgerichts zur
Einſicht der Beteiligten niedergelegt.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1910.
Der Gerichtsſchreiber
des Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über den
Nachlaß des am 12. Oktober 1908
ver=
ſtorbenen Architekten Fritz Nick von
Darm=
ſtadt iſt Termin zur Prüfung der
nach=
träglich angemeldeten Forderungen auf
Freitag, den 23. Dezember 1910,
vormittags 11 Uhr,
vor dem Großherzoglichen Amtsgericht
Darmſtadt I, Zimmer Nr. 219, anberaumt
(23990
worden.
Darmſtadt, den 8. Dezember 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts Darmſtadt I.
Schöner Boxer,
1¼ Jahr alt, männlich, tadellos kupiert, ſehr
wachſam, billig zu verkaufen (*30128oim
Eberſtadt, Alte Darmſtädterſtraße 26.
Fichten=Stamm= und Stangenyorz=
Verſteigerung.
Montag, den 19. Dezember I. Js., vormittags von 9 Uhr an,
ſollen in der Gaſtwirtſchaft von W. Schneider in Nieder=Ramſtadt aus dem Diſtrikt
Hinterforſt (am Lindenberg) verſteigert werden:
142 Fichtenſtämme V. Kl. von 13 bis 21cm Durchmeſſer und 8 bis 16 m
Länge — 30,76 cbm, ferner:
1083 Fichtenderbſtangen I. Kl. von 9 bis 13 cm Durchmeſſer und 10 bis
18 m Länge — 119,06 cbm.
Das Holz lagert in der Nähe der Kreisſtraße Nieder=Ramſtadt-Darmſtadt und
iſt gut abzufahren.
Weitere Auskunft erteilt der Großh. Forſtwart Harniſch zu Emmelinenhütte.
Ober=Ramſtadt, am 7. Dezember 1910.
(23987
Großherzogliche Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Staatl. konzess. und beaufsichtigte
Hessische Handelslehranstalt
DARMSTADT am Ernst-Ludwigsplatz
Rheinstrasse 1
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 10. Januar, vorm. 8 Uhr.
(22511a
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilh. Siedersleben
Sprechstunden:
staatl. geprüfter Handelslehrer u.
Montag bis Freitag 12—1 Uhr
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag gerichtl. beeidigt. Bücherrevisor.
3—5 Uhr.
Karfarter
de
Einladung zum Abonnement.
Der Abonnementspreis auf die Frankfurter Zeitung bei unterzeichneter Stelle
beträgt:
. . Mk. 9.—
pro I. Quartal 1911, frei ins Haus .
. . Mk. 3.—
pro Monat Januar 1911, frei ins Haus . . . .
Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. Januar 1911
(24009oim
gratis geliefert. Probenummern gratis und franko.
Die Agentur der Frankfurter Zeitung.
Inh.: Christian Kullmann, Wilhelminenſtraße 9.
Die Agentur liefert die „Frankfurter Zeitung” billiger u. rascher wie die Reichspost.
Annahme von Anzeigen zu Originalzeilenpreiſen.
Bekanntmachung.
Das Konkursverfahren über den
Nach=
laß des Agenten Peter Leidinger, hier,
wird wegen Unzulänglichkeit der Maſſe
ein=
geſtellt.
Der nach Abzug der Gerichtskoſten und
Auslagen von der verfügbaren Maſſe von
63,45 Mark demnächſt noch verbleibende
Reſt wird dem Verwalter als Vergütung
(23989
zugebilligt.
Termin zur Abnahme der
Schlußrech=
nung wird beſtimmt auf
Freitag, den 30. Dezember 1910,
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
Nr. 219.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
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3 do. do.
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94,00
do.
3½
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do.
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3½
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4 Hamburger Staatsanl. 100,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,80
do.
3½
91,40
do.
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4 Württemberger v. 1907 101,80
3½
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1¾ Griechen v. 1887 . . 50,30
3¾ Italiener Rente . . . 104,00
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,40
do. Goldrente . . 98,80
do. einheitl. Rente 93,50
3 Portug. unif. Serie I 65,00
3 do, unif. Ser. III 67,00
do. Spezial . 11,10
5 Rumänier v. 1903 . .
do. v. 1890 . .
4 do. v. 1905 ₰ .
4 Ruſſen v. 1880 . .
93,00
InProt.
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . 5₰ ₰ 93,30
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden .
4 Serbier amort.v. 1895 83,70
4 Türk. Admin. v. 1903 86,80
4 do. unifiz. v. 1903 93,50
4 Ungar. Goldrente . . 93,60
4 do. Staatsrente . 92,10
5 Argentinier . . . . . . 100,30
do.
91,70
90,20
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,80
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,20
do.
99,00
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,70
5 Innere Mexikaner . . 98,80
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68,00
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5 Gold=Mexikaner . . .
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Trausportanſtalten.
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4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,80
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 107½
4 Gotthardbahn . . . .
InProz.
87
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22½
4 Pennſylvania R. R. 128,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,10
. 72,00
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Bad. Anil.=u. Sodafabrik 505,00
Fabrik Griesheim . . . . 275,00
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Mannheim . .
. 540,50
Lahmeyer .
119,50
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. . 156,50
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. . . 243,00
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3½
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do.
97,80
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5 Oeſterr. Südbahn . . 99,20
do.
80,30
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90,75
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Deutſche Bank
Deutſche Vereinsbank
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Nationalbk. f. Deutſchl. 130,40
Pfälzer Bank .
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank
4 Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
3½ do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
3½
4 Sähd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3½
89,
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74,20
77,90
86,00
99,00
170,50
258,50
124,40
123,70
121,00
105,00
143,10
138,90
140,00
99,80
91,50
99,20
99,00
90,50
100,70
91,70
99,00
90,80
99,60
90,30
100,20
91,50
InProz.
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Obligationen
4 Darmſtadt .
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3½ do.
101,00
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3½ do.
96,00
4 Gießen
. 100,00
91,60
3½ do.
4 Heidelberg
99,90
½ do.
91,00
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—
-
3½ do.
4 Mannheim
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3½ do.
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100,00
3½ Nauheim
90,80
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* 100,30
3½ do.
91,90
4 Offenbach
99,80
3½ do.
4 Wiesbaden
e 100,60
3½ do.
92,00
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3½ do.
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3½ Cöln=Mindner . 100 134,25
5 Donau=Reg. fl. 100 152,80
3 Holl. Komm, „ 100 104,60
In
3 Madrider Fs. 100 7
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
.. 13.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 176
3 Oldenburger
. 125
2½ Raab=Grazer fl. 150 99
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
ft. 7 37
Braunſchweiger Tlr. 20 219
Freiburger
Fs. 15 50
Mailänder
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do.
Fs. 10 —
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Venediger
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Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19¾
Engliſche Noten . . . . 20,43
Franzöſiſche Noten . . . . 81,05
Holländiſche Noten . . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . 80,70
Leſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . ₰ 80,80
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zäf.
5%
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Zummer 291.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Seite 13.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
Nummer 391.
Wenn Frau Holle ihre Federbetten ſo recht nach
Herzensluſt ſchüttelt, dann herrſcht lauter Jubel und
Freude bei den Kindern. Aber auch die Großen, die
innerlich jung geblieben, freuen ſich des reizenden
Schau=
ſpiels der lautlos und weich niedergleitenden Flocken,
die alles Häßliche in glänzende Reinheit tauchen. Und
für wie Viele bedeutet der erſte Schneefall den Auftakt
zu den ſportlichen Winterfreuden, die als Jung= und
Geſundbrunnen beſſer als alle Schönheitsmittel glänzende
Augen und rote Wangen ſchaffen! Da gehts in Scharen
mit dem Schlitten oder dem Schneeſchuh ſteile Höhen
hinauf, von denen ſichs ſo herrlich ins Tal ſauſen läßt;
hat der Froſt ſeine Sternchen und Blätterformen an die
Fenſter gemalt, ſo beflügelt der Schlittſchuh die Füße,
und wer große Eisflächen zu ſeiner
Ver=
fügung hat, wirft ſich dem Eisſegelſport
oder dem Eishockey in die Arme.
Selbſt=
verſtändlich bedingt dieſe Verſchiedenartigkeit
des Winterſports eine dementſprechende
Equipierung. Schon beim Rodeln iſts
immerhin ein Unterſchied, ob man auf einer
gewöhnlichen Rodel, einem Hörnerſchlitten
odereinem der nicht ungefährlichen Toboggans
oder Skeletons den Berg hinunterſauſt. So
iſt bei der ausſchließlichen Steuerung der
letzteren durch die Füße das Beinkleid auch
für Damen unentbehrlich, während bei der
Rodel und dem Bobsleigh der kurze, mäßig
weite Rock mit darunter getragener
Reform=
hoſe und langer Wickelgamaſche ebenſo
zweckmäßig ſind. Zur Strickjacken=Uniform
kommt in kälteren Gegenden noch die weiße
Schneehaube und die langen Fäuſtlinge aus
Walkſtoff hinzu. Wer ſich den Luxus eines
weißen Rodelkoſtüms leiſten kann trägt es
aus weißem Ratiné, dem lammfellartigen
Modeſtoffdieſes Winters, der
äußerſtſchmieg=
ſam und warm iſt. Die kurze halbanliegende
Jacke wird dann mit Weißfuchs verbrämt,
der kurze enge Rock bleibt glatt. Auch für
elegante Stikoſtüme iſt Ratiné in weiß oder
dunkelblau empfehlenswert, wenn auch
ſtark=
fädige Cheviots, Loden, Homeſpuns und
andere grobfädige engliſche Stoffe, die
höch=
ſtens einen andersfarbigen Vorſtoß,
Treſſen=
oder Knopfbeſatz erhalten, den Vorzug größerer
Zweck=
mäßigkeit beſitzen. Die Betonung des Sportmäßigen macht
ſich hier vor allem in der Form bemerkbar. Eine gewiſſe
Knappheit, die immerhin die Bewegungsfreiheit nicht
beeinträchtigen darf, iſt hier vor allem geboten. Dem
in dieſer Hinſicht idealen Sweater macht die feſche
Sport=
jacke Konkurrenz, wie ſie, aus grauem Loden gefertigt,
unſer Modell Nr. 1980 veranſchaulicht. Das flotte Koſtüm,
das ein glatter Rock mit hohem abgeſteppten Saum
ver=
vollſtändigt, zeigt die ziemlich anliegende Jacke mit einer
Paſſe und abgeſteppten Faltengruppen gearbeitet, die
unter dem Gürtel verſchwinden. Den kurzen angeſetzten
Schoß bereichern große, mit grünem Tuch paſſepoilierte
Taſchen. Aus dem gleichen Dich beſteht auch das Herren=
Gch
m
Winterſport= und Btraßemmoden.
faſſon, das den Halsabſchluß ergibt. Unter dem kurzen
Rock trägt die Skiläuferin, um gegen eine gelegentliche
Bekanntſchaft mit dem Schnee gerüſtet zu ſein, ein enges
Reformbeinkleid, und über den Schuhen lange Gamaſchen.
Iſt hier Zweckmäßigkeit die Hauptforderung, ſo iſt es
beim Eislaufkoſtüm die Eleganz. Und mit welchem
Raffinement weiß ſie auf dem blinkenden Eiſe ihre Reize
zu entfalten und ſchlanke Mädchengeſtalten mit dem nur
ihr eigenen Zauber zu umgeben! In dieſer Saiſon paart
ſie ſich für das Eis mit dem Sammet, der glatt oder
feingeſtreift, in ſchwarz, dunkelblau, braun oder
dunkel=
grün alle anderen Konkurrenten aus dem Felde geſchlagen
hat. Die reizendſten dieſer Koſtüme ſind mit Opoſſum
oder Skunks verbrämt oder — was ebenſo elegant iſt —
Modell Nr. 5589.
Modell Nr. 1993.
Modell Nr. 1980.
mit ſehr breiter Treſſe garniert. Eng und ſchlank
um=
hüllen ſie die leicht dahingleitenden Geſtalten, deren
graziöſe Bewegungen es den ob dieſer Tatſache erſtaunten
Zuſchauerinnen verraten, daß der vielgeſchmähte enge
Rock ihnen keineswegs hinderlich iſt. Im Gegenteil: hat
er doch bei ſeiner Kürze den Vorteil, daß er nirgends
durch überflüſſige Stoffmengen die Bewegungsfreiheit
hemmt. Wer kräftige Effekte liebt und für ſchwarz=weiße
Kombinationen ſchwärmt, trägt zu einem derartigen
dunklen Sammetkleide, das im übrigen ziemlich einfach
anmutet ein weißes Pelztoque und ebenſolchen Muff
ſamt Pelzſchal. Neben kurztailligen Kleidern und Koſtümen
mit kurzen flotten Jäckchen tragen ſchlankgewachſene
Damen beim Eislauf mit Vorliebe anliegende Prinzeß=
Ge Säee
Ze e
kleider, die in Sammet wie in Ratiné gleich elegant ſind.
Zu dieſem Genre zählt auch unſer aus dunkelgrünem
Sammet gefertigtes ſchönes Modell Nr. 5589, deſſen
Ausſtattung in Skunksverbrämung beſtand. Schlank den
Oberkörper umſchließend, zeigt es den viereckigen
Aus=
ſchnitt mit einem Stahlbrokatlatz gefüllt und den
ange=
ſchnittenen Dreiviertelärmel mit Pelz umrandet. Den
ſeitlichen Schluß betonen Stahlknöpfchen mit grüner
Schnurverbindung, der Rock fällt ſchlank und ziemlich
faltenlos herab und zeigt den Pelzbeſatz als
Abſchluß=
des breiten unteren Randes. Für die Straße wird ein
derartiges Kleid in der Regel durch ein kurzes
halb=
anliegendes Jäckchen vervollſtändigt, deſſen breiter
Matroſen=
kragen aus gleichfarbigem Atlas beſteht. Bei beſonderen
Anſprüchen an Eleganz zieht ſich um den
Außenrand des Kragens ein breiter Streifen
weißer Venetianerſpitze, die ein Pelzröllchen
einfaßt. Dieſe Kombination gilt allerdings
nur für ſchwarze Sammetkoſtüme, denen
ſie durch die weiße koſtbare Spitze mit
der=
dunklen Pelzumrandung ein höchſt
diſtin=
quiertes Gepräge verleiht. Praktiſche
Straßenkoſtüme werden mit Vorliebe aus
Ratiné, Homeſpun oder Diagonalſtoffen
hergeſtellt und meiſt mit Treſſe, ſchwarzer
Seide oder Sammet garniert, wenn ſie
nicht ganz beſatzlos bleiben ſollen.
Ratiné=
koſtüme erhalten ihre Aufſchläge und Kragen
aus ſtark abſtechendem, z. B.
kornblumen=
blauem oder ſenffarbenem, ſchwarzem oder
weißem glatten Tuch. Zur Gattung der
praktiſchen Winterkoſtüme gehört auch unſer,
auch für ſtärkere Damen recht vorteilhaftes
Modell Nr. 1993, aus maulwurfsfarbenem
Homeſpun mit ſchwarzem Aſtrachanbeſatz.
Bemerkenswert an der ziemlich anliegenden
Jacke iſt der Umſtand, daß der breite
Pelzſtreifen, der den Schoß beſetzt, das
Rückenteil und die vordere Mittelpartie
freiläßt, ein Motiv, das an dem fußfreien
engen Rock inſofern wiederkehrt, als auch
dort die ſchmale aufgeſteppte Vorder= und
Hinterbahn ohne Beſatz bleiben. Dieſer
glatte enge Rock (ſeine untere Weite beträgt
nur 1,73 m) iſt durch ſeine Röhrenform
ganz beſonders typiſch für die diesjährige Wintermode
und ſo recht für iene ſparſamen Seelen geeignet, die mit
möglichſt wenig Stoff, wenig Koſten und wenig Mühe
etwas Chikes, Modernes hervorzaubern möchten, wozu
es in dieſem Falle nicht einmal der Hexerei bedarf.
Sollte es unter ihnen trotzdem einen ungläubigen Thomas
geben (und wo giebt es dieſe nicht?), ſo empfehlen wir
ihm die Beherzigung des Sprichwortes, daß Probieren
über Studieren geht!
M. H.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 291.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12. Dezember 1910.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 12, Dezember 1910.
Nummer 291.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 10. Dez. (
Börſenwochen=
bericht.) Auch in der abgelaufenen Geſchäftswoche
blieb der Verkehr ſehr ſtill, da unſere Spekulation
große Zurückhaltung zeigte und Anregungen gänzlich
ſehlten. Selbſt an der New=Yorker Börſe iſt es ruhiger
geworden, und es hat überhaupt den Anſchein, als ob
der Dezember wenig Fluktuationen bringen werde. Am
Geldmarkt ſind daher die Anſprüche ebenfalls kleiner
geworden, ſodaß der letzte Reichsbank=Ausweis von
reichlicheren Rückflüſſen berichten konnte. Zu den
Ein=
zelheiten übergehend, iſt die Feſtigkeit für Deutſche
Renten hervorzuheben. Nachdem jetzt immer
beſtimm=
ter verlautet, daß der Finanzminiſter des Reiches und
Preußens möglichſt die Ausgabe neuer Anleihen im
kommenden Jahre vermeiden will, tritt das
Privat=
publikum wieder mit größeren Kaufordres für unſere
heimiſchen Werte auf. Man hofft, daß durch die
oben=
erwähnten Abſichten des Finanzminiſters der Markt
vertrauensvoller für den Kursſtand wird. Dies
doku=
mentierte ſich bereits dadurch, daß bedeutende
Ultimo=
käufe in 3prozentigen Reichsanleihen ſtattfinden,
wo=
durch der Preis in den letzten Tagen über ein halbes
Prozent ſich erhöhen konnte. Beſonders günſtig
be=
achtet wurden noch die zunehmenden Eintragungen in
das Staatsſchuldbuch, welche u. a. im Monat November
im ganzen 28,2 Millionen Mark betrugen, worunter
22 Millionen Mark 3½prozentige Konſols.
Ausländiſche Staatsfonds erfreuten ſich gleichfalls
ſtärkerer Nachfrage, und ſind auch hier zumeiſt
Kurs=
beſſerungen zu verzeichnen. Transportaktien erfuhren
nur mäßige Veränderungen, ausgenommen Lombarden,
die auf Wiener Order etwa ½ Prozent gewinnen
konnten. Am Bankenmarkt war wenig Animo, doch
blieben die Kurſe gut behauptet. Ebenſo kleines
In=
tereſſe beſtand für Montanpapiere, die faſt unverändert
gegen die Vorwoche ſchließen. Die Nachrichten von der
Eiſeninduſtrie waren im allgemeinen recht befriedigend.
Man hört indes wieder von Schwierigkeiten im
Stahl=
werksverband, wobei es ſich weſentlich um Anträge auf
Erhöhungen der Beteiligungsziffern handelt.
Am Kaſſainduſtriemarkt wurden die Vorgänge bei
Gummi Peter viel beſprochen. Nach dem Kursverluſt
von 17 Prozent erholten ſich dieſe Aktien wieder um
faſt 22 Prozent, auf 339 Prozent. Nachdem ſeinerzeit
deren Bankverbindung (Diskontogeſellſchaft) durch die
Deutſche Bank übernommen wurde, die auch damals
die Ausgabe der neuen Aktien betrieb, iſt neuerdings
die Bankverbindung von der Diskontogeſellſchaft
wie=
der übernommen worden. Man erfährt zugleich, daß
für das abgelaufene Geſchäftsjahr mit einer Dividende
von 25 Prozent zu rechnen iſt. Chemiſche Albert waren
weiter ſehr geſucht und bis 513 ſteigend; ebenſo haben
ſich Bergmann anſehnlich erhalten können (251½), auch
noch Weſteregeln Alkali bis 226½; ſonſt blieben die
Veränderungen gering. Nur Kunſtſeide waren matt
und bis 97½ rückgängig. Deutſche Gold= und
Silber=
ſcheideanſtalt ſchließen 603½, Höchſter Farbwerke 538,
Badiſche Anilin 505, Chemiſche Mühlheim a. M., vorm.
Leonhardt, 63½ P. Privatdiskonto 4½ Prozent.
Von Loſen notieren: Augsburger 37,50,
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ſchweiger 219 P., Meininger 37,50, Finnländer 340,
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penheimer 71, Freiburger 60, Ungariſche 389,50, Genua
210, Türkiſche 181,80, Mailänder 45=Fres.=L. 167,25.
Mailänder 10=Fres.=L. 33,90, Venediger 42,75, in
Reichs=
mark; Gothaer Prämie I 140,25, Gothaer Prämie II
115,75, Donau=Regulierung 152,50, Madrider 76,80, in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 un=
kündbar) 101,95, 3½proz. Reichs 92,65, 3proz. Reichs
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Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 91,70 G., 3½proz. Heſſ.
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den Zwiſchenfall gebracht, der allerdings ſtark an die
Vor=
gänge des Vorjahres erinnert. Damals war Stol gegen
Schluß des dritten Tages mit ſeinen Kräften zu Ende,
während ſein Partner Rütt mehr als 8 Stunden allein
den Gegnern ſtandhielt. Dann ſchied am 4. Tage Me
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land wegen einer Verletzung aus und ſein Partner Clark
bildete unter Verluſt einer Runde mit Rütt eine neue
Mannſchaft. Bekanntlich holten Rütt=Clark nicht nur die
verlorene Runde wieder auf, ſondern gewannen noch eine
weitere Runde und damit das Rennen. Aehnliches
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nete ſich auch diesmal. Wie ein Preſſe=Telegramm
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det, vereitelten Rott=Moran alle Verſuche von Rütt=
Stol, die verlorenen Runden aufzuholen. Nach Ablauf
des dritten Tages hatte die noch aus ſechs Mannſchaften
beſtehende Spitzengruppe 2237 Kilometer zurückgelegt. Bei
einem dann erfolgten Sturz mußte Walker mit
gebroche=
nem Fußgelenk von der Bahn getragen werden, wodurch
ſein Partner Pye mangels eines Erſatzmannes ausſchied.
Nach 84 Stunden hatte die auf fünf Mannſchaften
zuſam=
mengeſchmolzene Spitzengruppe 2566,860 Kilometer
zurück=
gelegt. Am Nachmittag des vierten Tages verbreitete ſich
plötzlich die Nachricht, daß Me Farland
aufgege=
ben hätte, und nicht lange danach trat auch Stol
frei=
willig von der Weiterfahrt zurück, da er ſich nicht mehr
friſch genug fühlte, um mit Rütt die verlorenen Runden
zurückzuerobern. Infolgedeſſen taten ſich nunmehr Rütt
und Clark zuſammen. Dieſe neue Mannſchaft Rütt=
Clark wird, da Clark nur eine Runde verloren hatte,
ebenſo wie vorher Rütt=Stol mit zwei Runden Verluſt in
den Liſten geführt. Bis zur 90. Stunde waren ohne
wei=
tere Veränderung von der aus Moran=Root, Fogler=Hill,
Mitten=Thomas, Hehir=Goullet und Collins=Drobach
be=
ſtehenden Spitzengruppe 2740 Kilometer zurückgelegt.
Cameron=Halſtead und de Mara=Weſt eine Runde, Rütt=
Clark zwei Runden zurück.
Die nächſten Stunden nahmen einen ſehr lebhaften
Verlauf, da Rütt und Clark wiederholt Verſuche
unter=
nahmen, die verlorenen Runden zurückzuerobern. In der
94. Stunde unternahm Moran einen Ausreißverſuch, der
aber abgeſchlagen wurde, und unmittelbar darauf
began=
nen Rütt und Clark, ſich ausgezeichnet ablöſend, einen
verzweifelten Ausreißverſuch. Rütt hatte bereits ¾
Run=
den Vorſprung gewonnen, als aus der zurückliegenden
Gruppe ein Fahrer ſtürzte. Das Rennen mußte
infolge=
deſſen abgeläutet werden und der erlangte Vorteil ging
wieder verloren. Der vierte Tag brachte keine
weitere Veränderung, die Mannſchaften hatten 2914
Kilo=
meter zurückgelegt. Auch die erſten Stunden des fünften
Tages verliefen reſultatlos. Nach 102 Stunden waren
von der aus den fünf Mannſchaften Moran=Root, Fogler=
Hill, Hehir=Goullet, Collins=Drobach und Mitten=Thomas
beſtehenden Spitzengruppe 3062 Kilometer zurückgelegt
worden. Cameron=Halſtead und de Mara=Weſt eine
Runde, Rütt=Clark zwei Runden zurück.
Literariſches.
Richard Huldſchiner: „Fegefeuer”
(„Volksbücher” Heft 29.) Mit Einleitung von Dr.
Karl Hans Strobl und Buchſchmuck von Hugo Am
berg, 250 Seiten. Preis geh. 70. Pfg., geb. 1 M.
Verlag der Deutſchen Dichter=Gedächtnis=Stiftung in
Hamburg=Großborſtel. — Die Aufnahme des „
Fege=
feuers” in ihre „Volksbücher”, wie auch vor kurzem
erſt von Ludwig Finckhs „Rapunzel” in ihre „
Haus=
bücherei” iſt ein beſonderes Verdienſt der Deutſchen
Dichter=Gedächtnis=Stiftung.
— Die Franzoſenzeit in deutſchen
Lan=
den in Wort und Bild der Mitlebenden
Herausgegeben von Dr. Friedrich Schulze 1806 bis
1915. Jede Lieferung 1 Mark. (R. Voigtländers
Ver=
lag in Leipzig.) 18 Lieferungen. — Es liegen jetzt
16 Lieferungen dieſes Prachtwerkes vor, auf deſſen Text
wir ſchon mehrfach hinwieſen. Die neuen Lieferungen
veranlaſſen uns, auch ein Wort über die Bilder zu
ſagen, die das Werk in geradezu überreicher Weiſe
ſchmücken. Es ſind keine Zeichnungen moderner
Künſt=
ler, ſondern wie auch der Text ſind lediglich Bilder aus
der damaligen Zeit aufgenommen. Wertvolle Stiche
farbige Bilder, Karten, Briefe und Drucke werden ver
öffentlicht. Die Reproduktion iſt mit der erdenklichſten
Sorgfalt vorgenommen worden. Die Stoffauswahl de
Werkes iſt ſo glänzend, und die zuſammengetragenen
Erzählungen der Zeitgenoſſen bieten ſolche Anſchaulich
keit, daß der Leſer ſich in die Zeit vor 100 Jahren
mit=
ihren Enttäuſchungen und ihren Hoffnungen auf beſſere
Tage zurückverſetzt glaubt und alles mitzuerleben
ver=
meint. Das ſchöne Werk kann allen Gebildeten und
unſerer Jugend warm empfohlen werden.
— B. G. Teubners Künſtler=
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zuſammen= und das geheimnisvolle Vergnügen an
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Joſt, Frl. Plagge, Fr. Regierungsrat Giller,
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Sammet, Fr. Hauptmann Scriba, Fr. Tina
Bruſt, Fr. Milli Wolff, Fr. Michael Schmidt,
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Rechtsanwalt Bruſt, Fr. Claire Stockhauſen,
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Hirſch, Frl. Römer, Frl. Höhn, Frl.
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Dank bitten wir um weitere freundliche
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unter Mitwirkung des Orcheſters der Oberrealſchule.
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1 Mk.
II. Platz (numeriert): „ „ 50 Pf.,
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Montag, 12. Dezember 1910, abends ½8 Uhr,
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Eintrittskarten (Mk. 6, 4.50, 2.50, 1.50) bei A. Bergsträsser, Rheinstrasse
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Die Tarakanowa war eine Abenteuerin, welche Ansprüche auf den
russischen Thron machte und Katharina II. sehr beunruhigte. Endlich
gelang es dem Beauftragten der Kaiserin, Orlow, mit List die Tarakanowa
in Pisa gefangen zu nehmen und nach Russland zu bringen, wo sie in
den Kasematten der Schlüsselburg 1775 ihren Tod fand.
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den üblichen Kaſſenſtunden, vormittags von
11—1 Uhr ſtatt, und zwar:
Donnerstag, den 15. Dezember und
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