173. Jahrgang
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N 288.
Donnerstag, den 8. Dezember.
1910.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Die Republikaner am Ruder.
(* Aus Liſſabon, Anfang Dezember, wird uns
geſchrieben: Die Monarchie und ihre Anhänger ſtehen bei
der überwältigenden Mehrheit des portugieſiſchen Volkes
in ſo geringem Anſehen, daß an eine Rückkehr der
Dy=
naſtie Braganza auf den Thron auch nicht im entfernteſten
zu denken iſt. Und man kann es als eine Jronie des
Schickſals anſehen, daß der erſte Präſident der
portugie=
ſiſchen Republik ein Braganza, und zwar ein illegitimer,
iſt. Denn Theophilo Braga, der auf den Azoren
geboren wurde, ſtammt von dem Erzbiſchofe von Braga,
einem Sohne des Königs Johann V. von Portugal, ab.
Das ſeltſamſte an der ſo ſchnell vollzogenen
Um=
wandlung Portugals in eine Republik iſt
vielleicht die Tatſache, daß es doch gar nicht lange,
höch=
ſtens fünfzehn Jahre her iſt, ſeitdem die Republikaner als
organiſierte Partei in das politiſche Leben eintraten.
Aller=
dings wäre am Anfange des vorigen Jahrhunderts faſt
die Republik verkündet worden, aber dann trug die
kon=
ſtitutionelle Monarchie den Sieg davon. Dennoch
bekann=
ten ſich um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die
be=
deutendſten Träger der portugieſiſchen Kultur zu
republi=
kaniſchen, mindeſtens zu ſehr liberalen Anſichten. Und
König Peter V., der Gemahl der Prinzeſſin Stephanie
von Hohenzollern, brachte ihren Anſchauungen ſogar eine
gewiſſe Sympathie entgegen. Die portugieſiſche Kultur
ſtand immer unter dem Einfluſſe Frankreichs, und dieſer
Einfluß wuchs von Jahr zu Jahr mit der ſteigenden
Ent=
wickelung der Verkehrsmittel. Die Verſchwendung, die
mit den öffentlichen Geldern getrieben wurde, und die
pa=
triotiſche Entrüſtung, die das engliſche Ultimatum im
Jahre 1890 hervorrief, trugen das Ihrige dazu bei, die
republikaniſche Strömung zu verſtärken.
Die republikaniſche Partei iſt ganz demokratiſch
orga=
niſiert. Sie beſteht hauptſächlich aus Kaufleuten und
Aerzten. Die materielle Unabhängigkeit ihrer Mitglieder
läßt hoffen, daß ihr ein dauerhafteres Schickſal beſchieden
ſein wird, als den alten Parteien der Monarchie zuteil
wurde. Und aus dem perſönlichen Beiſpiele, das einige
Führer der Partei gegeben haben, darf man darauf
ſchlie=
ßen, daß die neue Regierung dem Unterrichtsweſen und
der Freiheit des Handels und der Induſtrie ihre
beſon=
dere Aufmerkſamkeit zuwenden wird.
Fraglos wird die republikaniſche Partei ſich bald in
mehrere Teile ſpalten. Man kann jetzt ſchon
wahrnehmen, daß ſie einzelne, voneinander ſehr
verſchie=
dene Richtungen in ſich vereinigt. So dürfte ſich bald
un=
ter der Leitung des gegenwärtigen Miniſters des Innern,
Antonio Joſé d’Almeida, eine ſozialiſtiſch=radikale Partei
bilden. Antonio Joſé d’Almeida iſt ein romantiſcher
Träumer, von Beruf Arzt. Alle Erſparniſſe, die er
wäh=
rend ſeiner langen Wirkſamkeit auf der Inſel San
Tho=
mas zurücklegte, verwendete er, um dort eine
Wohl=
tätigkeitsanſtalt zu begründen. Affonſo Coſta, zur Zeit
Miniſter der Juſtiz, wird vorausſichtlich an die Spitze
ei=
ner den gegenwärtigen Verhältniſſen angevaßten
Pro=
greſſiſten=Partei treten, die nur ganz poſitive
Forderungen in ihr Programm aufnehmen wird.
Mög=
licherweiſe wird dann auch von einem der ehemaligen
Monarchiſten eine konſervative Partei ins Leben gerufen
werden.
Dagegen iſt die Bildung einer monarchiſchen Partei
als ganz ausgeſchloſſen anzuſehen.
Die amerikaniſche Volkszählung.
*/* Die dreizehnte amerikaniſche
Volks=
zählung, deren genaueren Ergebniſſen man mit
leb=
hafter Spannung entgegenblickt, iſt vollendet, und noch im
Laufe dieſer Woche werden die Behörden vorausſichtlich
imſtande ſein, alle Zahlen zu veröffentlichen. Einige der
wichtigſten Reſultate ſind bereits bekannt, ſo vor allem die
Tatſache, daß nach der neueſten Zählung die Vereinigten
Staaten im Jahre 1910 eine Bevölkerung von rund
90 500 000 Seelen beherbergen. In den öſtlichen Staaten
ſind die Zahlen geſtiegen, aber den mächtigſten Aufſchwung
zeigen doch die Großſtädte und die Induſtriezentren des
mittleren Weſtens. Dagegen weiſen die Landdiſtrikte eine
ſtarke Verminderung auf. Beſonders groß iſt die
Zu=
nahme in den weſtlichen Staaten; ſo kann Kolorado einen
Bevölkerungszuwachs von 48 Prozent verzeichnen, Oregon
62 Prozent, Nevada gar 93 Prozent und Idaho nicht
weniger als 101 Prozent.
Bei der letzten Volkszählung im Jahre 1900 erreichte
die Geſamtbevölkerung rund 76 Millionen. Von dem
ge=
waltigen Zuwachs von 14½ Millionen entfällt jedoch nur
ein kleiner Teil auf die anſäſſige amerikaniſche
Bevölkerung; nicht weniger als 10 Millionen
wer=
den durch die fremden Einwanderer repräſentiert,
die aus allen Teilen der Welt, hauptſächlich aber aus dem
ſüdlichen Europa nach Amerika kommen. Die engliſche
Einwanderung iſt ſtark zurückgegangen und auch die
ehe=
mals ſo bedeutende iriſche hat nachgelaſſen. Ein Zehntel
der Geſamtbevölkerung Nordamerikas ſetzt ſich aus
Ne=
gern zuſammen. So günſtig dieſe Ergebniſſe auch auf
den erſten Blick erſcheinen, ſo erwecken ſie doch bei den
Nationalökonomen und bei den Kennern Amerikas ſchwere
Bedenken. Die Frage taucht auf, ob das Land imſtande
iſt, wirklich jährlich eine Million fremder Einwanderer
aufzunehmen und zu aſſimilieren. Mindeſtens zwei Drittel
dieſes fremden Zuzuges rekrutieren ſich aus unwiſſenden,
unbeſtändigen Elementen, die für das Staatsweſen keine
geringe Gefahr bedeuten, denn ſie drücken das
Geſamt=
niveau herunter und ſind im politiſchen Leben eine
will=
kommene Beute der Demagogen.
Man hatte in Amerika gehofft, daß die unabſehbaren
Scharen von Süditalienern und Ruſſen, die ſich über das
Land ergießen, ſich über das ganze Gebiet ausbreiten
würden und vor allem bei der Beſiedelung eine wirkſame
Hilfe für die amerikaniſche Bevölkerung abgeben würden.
Nun zeigt ſich, daß weitaus der größte Teil dieſer
Ein=
wanderer den Großſtädten zufließt und hier das
Prole=
tariat vermehrt. Allein in New=York zählt man mehr als
200000 Italiener. Dieſe Befürchtungen ſind von
ameri=
kaniſchen Autoritäten ſchon mehrfach geäußert worden:
nun zeigt die Volkszählung, wie berechtigt die Sorge
ge=
weſen iſt. Die Amerikaner ſind im Hinblick auf die
Zu=
kunft ihres Landes gewöhnlich Optimiſten, aber die
Er=
gebniſſe der Statiſtik werden die Zweifel ſtärken, und es
wird nicht lange dauern, bis Amerika ſeine
Einwande=
rungsgeſetze einer gründlichen Reviſion unterzieht und
ſeine Grenzen ſtrenger abſchließt. Erfahrene Kenner der
Statiſtik verſichern, daß manche der heute lebenden
Ameri=
kaner noch den Tag ſehen werden, an dem die Vereinigten
Staaten eine Bevölkerung von 250 Millionen Menſchen
beſitzen werden, die alle der gleichen Regierung gehorchen
und — wenn es gelingt, alle die fremden Elemente
aufzu=
ſaugen — alle die gleiche Sprache ſprechen.
Die Botſchaft des Präſidenten Taft an den
Kongreß
bringt trotz ihres großen Umfanges nur einige wenige
Geſetzesvorſchläge und trägt im allgemeinen einen
konſer=
vativen gemäßigten Charakter.
Der Eingang der Botſchaft lautet: Während des
letz=
ten Jahres ſind die auswärtigen Beziehungen
auf der Baſis der Freundſchaft und des guten
Einver=
nehmens geblieben. Ueber die Frage der
Antikruſt=
geſetze ſagt die Botſchaft, es ſcheine, daß die
Geſetz=
gebung über die Korporationen und die Beſchränkung
ihres Geſchäftes einen Punkt erreichte, an dem wir eine
Zeitlang Halt machen und abwarten können, welche
Wir=
kung eine energiſche Durchführung der Geſetze auf die
konſtatierten Mißbräuche haben wird. Sollte ſich eine
weitere Geſetzgebung als notwendig erweiſen, ſo werden
wir. entſprechend verfahren.
Weiter heißt es: Die Entſcheidung des
Schieds=
gerichts über die Venezuelafrage wird als
zufrie=
denſtellend bezeichnet, da ſie eine Reihe wichtiger
Bezieh=
ungen anerkenne. Ueber die von den Niederlanden auf
Anregung der Vereinigten Staaten unternommenen
Schritte, den Haager Schiedsgerichtshof zu
dem oberſten Priſengericht zu machen, ſei von den
Sig=
natarmächten der urſprünglichen Konvention ohne
Wider=
ſpruch ein Protokoll unterzeichnet worden. Bezüglich der
vorgeſchlagenen Friedenskommiſſion hat der Präſident
den Kongreß ermächtigt, die Beſchränkung der
Rüſtungen in Erwägung zu ziehen; die Antworten
der fremden Regierungen ſtehen noch aus.
Die Botſchaft erwähnt ferner die Verträge, die
mit England über die ſchiedsgerichtliche Erledigung
finan=
zieller Anſprüche geſchloſſen wurden, die Abmachungen
mit Kanada und den Plan einer internationalen Anleihe
für den Bau der Tſchingan=Aigun=Bahn in der
Mandſchurei. Die Politik der Regierung, in dieſen
Fra=
gen ſei von dem Wunſche geleitet, amerikaniſches Kapital
für die Entwickelung Chinas zu verwenden, als Mittel
der Förderung der materiellen Wehlfahrt Chinas ohne
Benachteiligung ſeiner legitimen Rechte als unabhängige
politiſche Macht.
Ueber die Tariffrage heißt es: Die geſamte
Ge=
ſchäfswelt habe den Proklamationen des Präſidenten über
die Gewährung der Minimalſätze zugeſtimmt und damit
Zeugnis abgelegt für den befriedigenden Stand der
Han=
delsbeziehungen. Die Verhandlungen mit Kanada
würden im Januar in Waſhington wieder eröffnet
wer=
den. Es ſtehe zu hoffen, daß das Streben beider
Regie=
rungen nach einem für beide Teile vorteilhaften Maß von
Reziprozität dann zum Ziele gelange. Der
Ausgabe=
etat für das mit dem 30. Juni 1912 abſchließende
Jahr beträgt 630 Millionen Dollars etwa 53 Millionen
weniger als im laufenden Jahr, dabei ſeien aber die
Aus=
gaben für den Panamakanal nicht mit einbegriffen. Dieſe
Ausgaben ſind um 29 Millionen höher als im Jahre 1911,
von denen 19 Millionen auf Befeſtigungen entfallen. Die
Einnahmen belauſen ſich auf 680 Millionen Dollars.
Der Ueberſchuß von 50 Millionen Dollars wird jedoch
durch die Ausgaben für den Panamakanal in Höhe von
57 Millionen in ein Defizit von 7 Millionen verwandelt.
Die Botſchaft erklärt, das neue Tarifgeſetz ſei eine
Einnahmequelle, wie ſie in der Geſchichte des Landes noch
nicht dageweſen ſei. In der gegenwärtigen Seſſion die
Tarifreform vorzuſetzen, werde nicht möglich ſein, weil
die Prüfung ein enormes Maß ſorgfältigſter Einzelarbeit
erfordere. Die Regierung hoffe jedoch, die Reſorm mit
dem neuen Kongreß fortſetzen zu können.
Unter Hinweis auf ſeinen eigenen Beſuch des
Panamakanals verſichert der Präſident, daß der
Kanal zur feſtgeſetzten Zeit, nämlich am 1. Januar 1915,
innerhalb des Koſtenanſchlages von 375 Milionen
Dol=
lars vollendet ſein werde. Er empfiehlt die Anlage von
Befeſtigungen und die Erhebung eines Zolles von
1 Dollar für die Nettotonne auf alle Handelsgüter. Die
Regierung werde für Docks und Reparaturwerkſtätten
ſor=
gen und Erleichterungen für den Verkauf von Oel, Kohlen
und Schifsproviant geſchafen haben. Den
zwiſchenſtaat=
lichen Bahnen ſoll verboten werden, Schiffe durch den
Kanal gehen zu laſſen. Die Botſchaft kündigt ſchließlich
verſchiedene Reformen an.
Deutſches Reich.
— Die Etatsdebatte. Der äußere Rahmen der
Etatsdebatte iſt nunmehr feſtgeſtellt. Der Reichskanzler
wird am erſten Tage der Leſung am Freitag nicht
an=
weſend ſein, da er an einer Hofjagd in Springe teilnehmen
ſoll. Herr von Bethmann Hollweg iſt deshalb zur
Teil=
nahme an der Jagd verpflichtet, weil der öſterreichiſche
Thronfolger Franz Ferdinand auch an dieſer
Veranſtal=
tung teilnimmt, die ſich dadurch zu einem beſonderen
Er=
eignis geſtalten wird. Vorausſichtlich wird der Kanzler
Samstag zurückkehren und dann Gelegenheit finden, das
Wort zu ergreifen. Die Rede des Kanzlers wird
ebenſo=
wohl das Gebiet der inneren als auch der äußeren Politik
umfaſſen. Herr von Kiderlen=Wächter, der Staatsſekretär
des Aeußern, wird nur ſoweit, als es der Verlauf der
Debatte ſelbſt erfordert, in die Verhandlungen eingreifen.
Die Debatte wird durch eine Rede des Staatsſekretärs
Wermuth eingeleitet werden.
— Fernſprechgebührenordnung. Die
Budgetkommiſſion des Reichstages trat in die Beratung
der Fernſprechgebührenordnung ein. Vom Referenten
wurden Pauſchalſummen von 65 bis 300 Mark nach der
Zahl der Anſchlüſſe beantragt. In erſter Linie iſt dieſer
Antrag darauf berechnet, die Pauſchalzahlung überhaupt
in das Geſetz hineinzubringen, ohne ſchon jetzt einen
be=
ſtimmten Weg vorzuzeichnen. Nach einem Antrage des
Korreferenten ſoll die Geſprächsgebühr 4 Pfg. für jede
Verbindung betragen, alſo wie nach der Vorlage, die
Pau=
ſchalgebühr ſoll nach der Zahl der Verbindungen
geſtaf=
felt ſein. Auch für den Fernverkehr (§ 7) beantragten
Referent und Korreferent abgeſtufte Geſprächsgebüyren
für das Dreiminutengeſpräch. Zu einer Abſtimmung kam
es am erſten Tage noch nicht.
— Ein neues Seeunfallgeſetz. Zu den
Vor=
lagen, welche den Reichstag in ſeiner gegenwärtigen
Tagung noch beſchäftigen werden, gehört auch der
Ent=
wurf eines Seeunfallgeſetzes, das beſtimmt iſt, das Geſetz
betreffend die Unterſuchung von Seeunfällen vom Jahre
1877 in einigen Punkten abzuändern. Vor allem ſollen
dem Vorſitzenden des Seeamts größere Machtbefugniſſe
verliehen werden, um eine Beſchleunigung der ſeeamtlichen
Unterſuchungen herbeizuführen. Daneben iſt aber auch
auf einen ſtärkeren Schutz der Beteiligten Bedacht
genom=
men. Auch für die Entziehung der Gewerbebefugnis
wer=
den andere Grundſätze aufgeſtellt; dieſe ſoll bereits
ein=
treten können, wenn der Inhaber derſelben als unfähig
für ſeinen Beruf erkannt wird, ohne daß gewartet werden
muß, bis er durch ſeine Unfähigkeit einen Seeunfall
wirk=
lich herbeigeführt hat.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die deutſch=tſchechiſchen Konferenzen.
In der fortgeſetzten Verhandlung über das Budgetprovi=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Nummer 288.
ſorim im bſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe erlärte der
Abgeordnete Dr. Fiedler, der Obmann des neugegründeten
einheitlichen tſchechiſchen Verbandes, daß ſeine Partei
be=
ſchloſſen habe, unter gewiſſen Vorausſetzungen an den
deutſch=tſchechiſchen Konferenzen in Wien teilzunehmen.
Es bedeute die Beteiligung nicht ein Vertrauensvotum
für das gegenwärtige Syſtem. Auf der Seite der
Tſche=
chen beſtehe der Wunſch nach Ordnung der Verhältniſſe
zwiſchen den Deutſchen und den Tſchechen. Sie wollten
nicht, daß die Regierung dabei eine führende Rolle ſpiele;
ſie wollten direkt mit den Deutſchen verhandeln, und
ver=
langten, daß auch die Sozialdemokraten beider
Natio=
nalitäten herangezogen würden.
Schweden.
Bericht der Verteidigungskommiſſion.
Die im September des Jahres 1907 eingeſetzte
Verteidi=
gungskommiſſion unter Leitung des früheren
Miniſter=
präſidenten Lundsberg hat jetzt ihren Lericht erſtattet.
In dem Bericht erklärt die Kommiſſion, daß die
Aus=
gaben für die Verteidigung gegenwärtig einen
verhältnis=
mäßig großen Teil der Staatseinnahmen in Anſpruch
nehmen. Es ſei daher wünſchenswert, daß das
Verhält=
nis zwiſchen ſämtlichen Staatsausgaben und den
Aus=
gaben für die Verteidigung beſſer verteilt werde. Die
Kommiſſion iſt der Anſicht, daß Schweden in den nächſten
acht Jahren jährlich 98 Millionen Kronen für die
Verteidi=
gung aufwenden könne, und ſchlägt die Anſchaffung von
vier neuen Panzerſchiffen und vier neuen Torpedojägern
vor; ferner die Errichtung einer Ballonabteilung und
einer Funkentelegraphieabteilung, Verſuche mit
Flug=
maſchinen zu Kriegszwecken, Erhöhung der Wehrpflichtzeit
auf ein Jahr mit Ausnahme einzelner Abteilungen und
Verſtärkung verſchiedener Küſtenbefeſtigungen. Von 13
Mitgliedern der Kommiſſion haben ſich 8 Mitglieder
hin=
ſichtlich einzelner Punkte des Berichtes beſondere
Stel=
lungnahme vorbehalten.
England.
Das Wahlergebnis. Die liberalen Blätter ſind
auf die neueſten Wahlergebniſſe ſtolz und erklären, daß
jetzt nichts mehr die Regierung verhindere, den Beſchluß
der Nation zu verwirklichen, und daß das größte
Hin=
dernis für den Fortſchritt beſeitigt werde. Die
konſer=
vativen Zeitungen ſind im allgemeinen reſignierter und
nehmen die Wahrſcheinlichkeit einer Niederlage an, ſagen
aber, daß die Regierung ſich mit Rückſicht auf die
Gering=
fügigkeit des Sieges gezwungen ſehe, eine zweite
Kon=
ferenz über die Verfaſſungsfrage oder ein Referendum über
die Home=Rule zu veranſtalten. Die Morning Poſt bildet
eine Ausnahme, ſie warnt die Wähler, ſich durch dieſe Idee
täuſchen zu laſſen, und daß es der Regierung unmöglich
ſei, mit ihren Vorſchlägen fortzufahren.
* Der Antialkoholerlaß des Kaiſers,
über den ſo viel geſchrieben iſt, exiſtiert gar nicht. Die
Kreuzzeitung ſchreibt: „Einige Blätter wiſſen von einer
Kabinettsorder des Kaiſers an die Offiziere der Marine
zu berichten, in welcher der Kaiſer die Erwartung
ausge=
ſprochen haben ſoll, daß das Offizierkorps den
Mann=
ſchaften der Marine im Kampfe gegen den Alkohol
mit gutem Beiſpiel vorangehe, und daß es
ſeiner=
ſeits nichts unterlaſſe, um die Soldaten über die
Schäd=
lichkeit des Alkoholmißbrauchs in geeigneter Weiſe
auf=
zuklären. Wie wir hören, iſt von dem Erlaß einer
ſolchen Order an den Stellen, die hiervon etwas wiſſen
müßten, nichts bekannt.”
* Ergebniſſe der Volkszählung. Die
Seelenzahl Württembergs wird auf 2435000 berechnet
gegen eine ſolche von 2302 179 vor fünf Jahren. Ferner
ſind folgende Ergebniſſe bekannt: Stuttgart 285589 (1905:
253 100), Frankfurt a. M. mit Eingemeindungen 414406
(334978), Halle 180 496 (169916), Worms 46854 (44288),
Mannheim 193 379 (168 700), Aſchaffenburg 29831 (25891),
Straßburg 17o 290 (168578). Nach vorläufiger Zahlung
betrug die ortsanweſende Bevölkerung von Schöneberg
172672 (140 992), Wilmersdorf 116500 (63 568), Rixdorf
238 100 (153650), Lichtenberg 82050 (55391), Potsdam
73500 (61 440), Groß=Lichterfelde 44500, Hanau 37701
(31701), Mainz 113245 (106 348), Heidelberg. 55776
(49527).
tritt an. Er gehörte dem Senat ſeit 1872 an. Die
Neu=
wahl findet am 17. Dezember ſtatt.
ſchen Offiziere Trench und Brandon, der am 16.
De=
zember vor dem Reichsgericht ſtattfinden ſollte, iſt auf
den 21. Januar verſchoben worden.
* Das Befinden der Königin der
Bel=
gier hat ſich in den letzten Tagen ſo günſtig geſtaltet,
daß die Gefahr als völlig überwunden betrachtet wird.
Die völlige Rekonvaleszenz bedingt jedoch einen längeren
Abreiſe ſchon Anfang Januar, nach Beendigung der
Neu=
jahrsempfänge, feſtzuſetzen, da der König ſeine Gemahlin
begleiten wird. Der Ort iſt noch nicht beſtimmt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Dezember.
— Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog zum 7. Dez dem Gräflich Görtzſchen Forſtmeiſter
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
— Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Pfarraſſiſtenten Rudolf Göttel=
Groß=Winternheim und dem Pfarrverwalter Karl Knott
zu Hopfmannsfeld die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Schorns=
heim übertragen.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Theodor
Zeitler zu Unter=Flockenbach eine Lehrerſtelle an der briefträger Spuck in Gießen. Verliehen iſt ferner der
— Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten
zu Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg auf die erſte
Lehrer=
ſtelle an der Gemeindeſchule zu Ober=Klingen, Kreis aſſiſtentenprüfung: die Poſtgehilfen Arnold in Schlitz
zu Altheim, in demſelben Kreiſe, für dieſe Stelle.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Ober=
lehrer an der Gemeindeſchule zu Beerfelden, im Kreiſe
Anerkennung ſeiner mehr als 50jährigen treuen Dienſte, aſſiſtenten Rothbruſt und A. Diehl von Mainz und
und ihm aus dieſem Anlaß der Titel „Rektor” verliehen.
* Braunſchweigiſche Auszeichnungen. An folgende
Angehörige der Garde=Unteroffizier=Kompagnie wurden
verliehen: dem Garde=Feldwebel Petri das
Verdienſt=
kreuz 1. Klaſſe des Herzoglich Braunſchweigiſchen Heinrich
des Löwen=Orden; das Verdienſtkreuz 2. Klaſſe desſelben
Ordens dem Garde=Vizefeldwebel Berntheuſel; das
Herzoglich Braunſchweigiſche Ehrenzeichen 1. Klaſſe: dem
Garde=Sergeant Spieß, den Garde=Unteroffizieren
Horn und Dahmer.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
nachſtehenden Perſonen die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen der ihnen von Seiner Hoheit dem
Herzog=Regenten von Braunſchweig verliehenen
Ordens=
auszeichnungen erteilt: den Orden Heinrichs des Löwen
4. Klaſſe: dem Hofſekretär Friedrich Engel; das
Ver=
dienſtkreuz 1. Klaſſe: dem (Hofſtallmagazinsverwalter
Heinrich Kircher; das Verdienſtkreuz 2. Klaſſe: dem
Leibkutſcher Karl Schneider, dem Fouragemeiſter
Konrad Weber; das Ehrenzeichen 1. Klaſſe; dem
Hofſtallportier Chriſtian Döring, dem Hofkutſcher
Heinrich Heinz, dem Hofkutſcher Karl Fiedler,
dem Hofreitknecht Caſpar Rickert, dem Hofreitknecht
Georg Mauer.
s. Vor dem Schwurgericht wurde geſtern als letzter
Fall dieſer Tagung die Anklage gegen den bisher
unbe=
ſtraften, früheren Eiſenbahnaſſiſtenten Auguſt Kern aus
Reichelsheim (Wetterau) wegen Unterſchlagung und
Buch=
fälſchung im Amt verhandelt. Der 37 Jahre alte,
ver=
heiratete, zurzeit als Verſicherungsagent in Frankfurt a. M.
wohnhafte Angeklagte hatte als Unteroffizier, zuletzt als
Vizefeldwebel dem Infanterie=Regiment Nr. 115, dann dem
Infanterie=Regiment Nr. 168 in Butzbach angehört, war
hierauf als Militäranwärter in den Bahndienſt
über=
getreten und wurde im Sommer 1907 als Eiſenbahndiätar
nach Offenbach verſetzt, ſowie am 1. Oktober 1909 dort als
Aſſiſtent mit einem Jahresgehalt von 1900 Mark nebſt
610 Mark Wohnungsgeld angeſtellt. Nach ſeiner ganzen
Beſchäftigung und der ſchon 1907 erfolgten Beeidigung
war er unzweifelhaft „Beamter” im geſetzlichen Sinne und
unterlag alſo u. a. den Beſtimmungen der §§ 350,
351 St. G. B. Die Veruntreuung ſeitens eines Beamten
wird erſchwert und unterliegt alsdann der Zuſtändigkeit
des Schwurgerichts, ſobald die Verdeckung durch
Unter=
laſſung von Einträgen oder falſche Einträge in den
Kon=
trollbüchern und Regiſtern geſchieht. Dieſer Verbrechen
machte ſich K. während der Vertretung eines Kollegen an
der Schalterkaſſe der Güterabfertigung zu Offenbach Ende
Juli und anfangs Auguſt d. J. ſchuldig und iſt geſtändig.
Bereits während ſeiner Militärzeit erwachſene, beim
Ab=
gang etwa 900 Mark betragende Schulden hatten ihn
Berliner Bilder. — Wie kleiden ſich
unſere Reichstagsabgeordneten?
** Die Schar unſerer Reichsboten erſcheint den
Blicken des aufmerkſamen Beſchauers als eine recht
bunt zuſammengewürfelte Geſellſchaft, — natürlich
ohne jeden böſen Nebenſinn. Alle Koſtüme der
Neu=
zeit ſind im Sitzungsſaale ſichtbar. Uniformen ſieht
man ſelten, nur an „militäriſchen Tagen” tauchen ſie
an den Regierungstiſchen auf. Dort prangt
ſonſt alles in feierlichem Schwarz. Auch beim
Präſi=
dium iſt Schwarz Trumpf. Graf Schwerin liebt
die dunklen Farben, nur ſeine Schuhgamaſchen
leuch=
ten in tadelloſem Weiß. Dr. Spahn Seniör war
ſchon immer pechſchwarz vom Zylinder und Gehrock
bis zu den Stiefelſohlen. Der neue Vizepräſident
Schultz hält ſich in ähnlicher Couleur.
Unter den Herren von der Rechten fallen die
hohen Geſtalten einiger konſervativer Magnaten auf.
Aeußerſt ſorgfältig gekleidet, verraten ſie durch die
ſcharfe Bügelfalte und die wattierten Schultern den
ehemaligen Militär. Neben ihnen ſitzen in
altmodi=
ſchem Zuſchnitt, mit vorſintflutlichem Klappkragen, ein
paar derbe Landwirte, die auf Eleganz wenig Anſpruch
machen. Fremdartig flattern die langen Rockſchöße
Dr. Hahns dazwiſchen. Die Reichspartei prunkt
mit ein paar ſehr peniblen Diplomaten mit
gepfleg=
ten Händen und wohlgeſcheiteltem Haarwuchs.
Un=
gezwungener gibt ſich das Häuflein von der
Wirt=
ſchaftlichen Vereinigung. Dort halten ſich
ein paar echte ſüddeutſche Bauern in groben Kitteln
und ſchweren Stiefeln auf. Ein gewichtiger
Bäcker=
meiſter ſtampft in ſeiner „Sonntagskluft” einher und
plaudert mit Handwerkskollegen vom Zentrum. Die
„Mitte” ſtrotzt von Typen aller Art. Da ſieht man
Grafen und Fürſten wie aus dem Ei gepellt, Prälaten
in Soutanen aus gutem Tuchſtoff neben den
Arbeiter=
ekretären im Berufsrock und den bayeriſchen Hinter=
wäldlern, die rieſige rote Taſchentücher in den
Hoſen=
taſchen bergen, — in dieſer Gruppe ſpielt noch der
Schnupftabak eine Rolle. Die nationalliberale
Partei wartet mit gut gekleideten
Kommerzien=
räten und ſonſtigen Induſtriellen auf. Herr
Baſ=
ſermann führt mit ſtolz zurückgeworfenem Kopf
einen modernen ſchwarzen Gehrock durch die Reihen
ſeiner Freunde. Herr Schwabach neigt mehr für
den Promenadenanzug und kaut gern an würzigen
Gummiplätzchen. Ein paar gedrungene Herren vom
Bauernbund ergänzen das Bild. Der Freiſinn
ſchwelgt in allerlei Haartrachten. Frei flattert den
meiſten der Kopfſchmuck im Winde. Hier findet man
keinen Modeherrn. Nur Herr Heckſcher, den die
Abgeordneten als Dichter ſchätzen und die Dichter als
Abgeordneten, ziert tagtäglich ſein Aeußeres mit
einem bunten Knopflochblümelein. Das macht auch
manchmal ſein ebenbürtiger Bruder in Avoll, der alte
Träger, mit. Einigen Sozialdemokraten
merkt man die Rauheit ſchon von weitem an. So
können einzelne von ihnen ihre frühere Tätigkeit
als Budiker noch wenig verleugnen. Andere haben
ſich raſch gemauſert, So trat der junge Abgeordnete
Zietſch mit einer merkwürdigen geſtrickten Joppe
in den Reichstag ein, — heute ſieht er bereits ganz
manierlich aus. Im allgemeinen halten die
Revi=
ſioniſten auf eine gute „Aufmachung‟. Einige legen
ſogar großes Gewicht darauf, ſo der Millionen=
Ge=
noſſe Dr. Südekum, der durch die farbige
Pracht=
ſeiner Krawatten zu überraſchen pflegt. Die Polen
zeigen Ariſtokraten und Bauernſöhne Platz an Platz.
Auch die letzteren ſind den Einflüſſen moderner
Kul=
tur nicht unzugänglich, z. B. präſentierte der Pfarrer
Waida ſich am erſten Tage ohne den Schmuck eines
Kragens im Reichshauſe, jetzt plagt er ſich mit einem
ſechs Zentimeter hohen. So bieten die Reichsboten,
als äußere Menſchen betrachtet, ein recht
abwechſel=
ungsreiches Bild.
2. Bremen, 6. Dez. Bürgermeiſter Dr. ſ immer mehr in Bedrängnis gebracht, Pfündungen gei
Pauli, der Präſident des Senats, zeigte ſeinen Rück= ſchahen, Mobiliarverſteigerung drohte, die ſchon vorher
öſters in Anſpruch genommenen Bekannten uſw. liehen
nichts mehr und ſo griff K. in die ihm anvertraute Kaſſe.
* Der Prozeß gegen die beiden engli= Dieſe Unterſchlagung von insgeſamt 794 Mark wurde von
ihm durch falſche Buchführung kurze Zeit verſchleiert, bis
dann die Entdeckung eintrat. Da er noch nicht endgültig
;entlaſſen iſt, war es möglich, inzwiſchen durch
Gehalts=
abzug jenen Defekt bis auf 234 Mark Reſt auszugleichen.
Großh. Staatsanwalt Schreiber beantragte Verurteilung
mit mildernden Umſtänden, für welch letztere auch der
Ver=
teidiger, Rechtsanwalt Neuſchäffer, warm plädierte. Die
Aufenthalt im Süden. Es iſt in Ausſicht genommen, die Geſchworenen entſchieden demgemäß und beſchloſſen
gleichzeitig, wie der Obmann Oberſtleutnant Mertens nach
Verkündung des Wahrſpruchs mitteilte, ein Gnadengeſuch
einſtimmig zu befürworten. Das Urteil lautete
auf 8 Monate Gefängnis. Der Angeklagte
be=
findet ſich auf freiem Fuße; er erkannte die Strafe an.
* Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung der
Stadtverordneten=Verſammlung am 8. Dezember:
11. Erhebung einer kirchlichen Umlage durch dier
evangeliſche Stadtgemeinde Darmſtadt. 12. Des=
Karl Rieger in Schlitz das Ritterkreuz 2. Klaſſe des gleichen durch die katholiſche Kirchengemeinde Beſſung.
gen. 13. Herrichtung der ſeitherigen
Schuldiener=
wohnung in dem Schulhaus der Stadtknabenſchule 1
zu Schulzwecken.
D Perſonalnachrichten der Oberpoſtdirektion
Darm=
mann zu Klein=Linden die evangeliſche Pfarrſtelle zu ſtadt. Verliehen wurde aus Anlaß des Scheidens
aus dem Dienſte das Preußiſche Allgemeine
Ehren=
zeichen den Oberpoſtſchaffnern Lücker und Schmidt in
Darmſtadt und dem Oberbriefträger Altvater in Ortens=
1 berg (Heſſen), der Titel „Oberbriefträger” dem
Land=
katholiſchen Schule zu Wald=Michelbach, Kreis Heppenheim. Titel „Oberpoſtaſſiſtent” dem Poſtaſſiſtenten Deppe in
Groß=Gerau. — Beſtanden haben die
Poſtſekretär=
prüfung: der Poſtaſſiſtent Scholz in Mainz, die Poſt=
Dieburg, präſentierte Lehrer Wilhelm Lautenſchläger! (Heſſen), Büchler in Babenhauſen (Heſſen), Bruſius in
König (Odenwald), Kohr in Beerfelden und Nicolai in
Mücke (Heſſen); die Telegraphenaſſiſtentenprüfung: die
Telegraphengehilfen Lindemann und Weidmann in
Erbach, Friedrich Opel auf ſein Nachſuchen, unter 1 Darmſtadt. — Verſetzt wurden die Telegraphen=
Vonderſchmitt von Bad Nauheim nach Eſſen (Ruhr),
Schrimpf von Mainz nach Frankfurt (Main) und
Coburger von Frankfurt (Main) nach Mainz. —
An=
genommen iſt als Telegraphenanwärter der
Vize=
wachtmeiſter Pinther in Gießen. — Freiwillig
ausgeſchieden ſind die Telegraphengehilfinnen
Alice Schmitt und Keilmann in Mainz, Habenicht in
Gießen. — Geſtorben ſind der Poſtdirektor Wolf in
Friedberg (Heſſen) und der Poſtgehilfe Bauſch in
Babenhauſen (Heſſen).
* Die feierliche Ueberführung des im ſtädtiſchen
Krankenhauſe verſtorbenen Stud. R. Kiſſel nach dem
Bahnhof fand geſtern vormittag unter ſtudentiſchen
Ehren ſtatt. Auch die Profeſſorenſchaft beteiligte ſich.
Die Leiche wurde per Bahn nach Bad Nauheim gebracht.
* Der Bericht über die geſtrigen
Kammerverhaud=
lungen befindet ſich auf Seite 20 und 21 der heutigen
Nummer.
— Die vorgeſtrige Märchenvorleſung mit
Kinder=
liedern zur Laute erweckte ſoviel Freude unter der
an=
weſenden Kinderſchar, daß der Vorſtand der Beſſunger
Krippe die Bitte an die Freie literariſch=künſtleriſche
Geſellſchaft ergehen ließ, die ſchöne Veranſtaltung zu
wiederholen, um — der Krippe dienend — gleichzeitig
auch anderen Kindern Gelegenheit zu geben, den
ent=
zückenden Märchen und den lieben, alten Kinderliedern
zu lauſchen. Frl. Ethel und Frl. Poppe haben ihre
Zuſage gegeben und werden nun am Sonntag, den
11. Dezember, um 4 Uhr, im Gemeindehaus (
Hofgarten=
ſtraße 8) ihre Vorträge wiederholen. Wer die gute
Stimmung unſerer Kleinen beybachtete, die
hervorge=
rufen wurde gleich zu Anfang durch den
herzensfröh=
lichen Ton, mit welchem Frl. Ethel die Kinder begrüßte,
und wer die faſt mütterliche Gemeinſchaft gefühlt,
welche dieſe Stunde durchwehte, der muß ſich ſchon jetzt
freuen auf den Augenblick, in welchem Frl. Ethel den
Kindern zuruft: Guten Abend, Kinderlein!
* Aus der goldenen Märchenwakt. Großh.
badi=
ſcher Hofſchauſpieler H. Schilling aus Karlsruhe
wird am 9. d. M. nachmittags in der Turnhalle am
Woogsplatz eine Märchenvorleſung mit großen
kolo=
rierten Lichtbildern veranſtalten. Ueber eine gleiche
Veranſtaltung des Künſtlers vor einigen Jahren
ſchrieb das D. Tgbl. u. a.: Zur Vorleſung gelangten
die ſchönſten Märchen, wie „Schneewittchen”, „
Rot=
käppchen”, „Aſchenbrödel”, „Dornröschen” „Fran
Holle‟ „Hänſel und Gretel”, „Die ſieben Raben” uſw.
Herr Schilling verſteht ſich meiſterhaft auf die Kunſt
des Vorleſens und die Charakteriſtik der Perſonen
und entzückte durch ſie die Kleinen namentlich bei
der Erzählung von den ſieben Zwergen und dem
Kleines Feuilleton.
* Vom deutſchen Kronprinzen. Wenn
in Berlin die Rede auf den künftigen Träger der
Krone kommt, ſo hört man immer und immer wieder
abſprechende Urteile darüber, daß es dem Prinzen im
Gegenſatz zu ſeinem Vater an höheren künſtleriſchen
Intereſſen gebräche. Was ſeine Teilnahme finde,
ſeien der Zirkus, ahtletiſche Spiele, verſchiedene
For=
men des Sports, ſowie allerlei Unterhaltungen
leich=
teſter Art, wie ſie z. B. durch den wiederholten
Be=
ſuch des Brettlkünſtlers Nelſon in ſeinem Hauſe
charakteriſiert würden. Dieſes Urteil, ſo ſchreibt man
der Täglichen Rundſchau, beruht auf der falſchen
Vorausſetzung, daß mit dieſen Punkten das
Pro=
gramm des Kronprinzen für ſeine Erholungsſtunden
in der Tat erſchöpft ſei. In Wahrheit liegt die Sache
ſo, daß die in die Oeffentlichkeit gedrungenen
Dar=
ſtellungen ein ganz falſches Bild von ſeiner Perſon
geben. Um beim letzten Punkte zu beginnen: Nelſon
war zwar wiederholt im kronprinzlichen Haus;
an=
dere Leute aber waren dies auch, ohne es nötig zu
haben oder es geſchmackvoll zu finden, die Kunde in
die Oeffentlichkeit zu bringen. So geht im Hauſe des
Kronprinzen eine Anzahl Berliner Künſtler ſtändig
ein und aus; taktvoller Weiſe ohne Aufhebens davon
zu machen. Dasſelbe gilt für gewiſſe Gelehrte und
Forſcher, auch Forſchungsreiſende. Profeſſor Kampf
z. B. und der bayeriſche Forſchungsreiſende Leutnant
Filchner, bekannt durch ſeine Tibet= und jetzt durch
ſeine Südpolarfahrt, waren bei den kleinen
Geſell=
ſchaften des kronprinzlichen Paares in der letzten
Zeit regelmäßig als Gäſte zu treffen. Daß der
Kron=
prinz oft das Theater beſucht, iſt bekannt. Feineren
Beobachtern wird es nicht entgangen ſein, daß er
hierbei im allgemeinen harmloſe Stücke, deren
Be=
ſuch keine beſtimmte Richtung des Geſchmacks
er=
kennen läßt, bevorzugt. Wo dies nicht geſchehen iſt,
hat dies jedes Mal dem Kronprinzen unerfreuliche
Nummer 288.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Seite 3.
Schneewittchen und dem Wolf und Rotkäppchen. Die
Kinder lauſchten aufmerkſam und andächtig den auf
einen naiven Ton geſtimmten Erzählungen, die durch
ſchöne Lichtbilder nach Moritz Schwind, Julius Dietz,
A. Schmidhammer u. a. illuſtriert wurden und den
unbegrenzten Beifall der kleinen Zuhörerſchaft
fan=
den. (Näh. ſ. Anz.)
— Struwwelpeter=Aufführung. Wie man uns
mitteilt, iſt die Nachfrage nach Karten für die am
14. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Kaiſerſaal (
Grafen=
ſtraße) ſtattfindende Aufführung ſo groß, daß es ſich
empfehlen wird, ſich beizeiten Karten zu beſorgen.
(Verkauf im Verkehrsbureau und in den
Buchhand=
lungen von Bergſträßer und Waitz.)
— Sektion Darmſtadt des Deutſchen und
Oaſter=
reichiſchen Alpenvereins. In der richtigen
Wertſchätz=
ung des hohen äſthetiſchen Genuſſes und der
bedeu=
tenden Vorteile für die körperliche Stählung, die uns
die Ausübung des Winterſportes bietet, hat auch in
Darmſtadt das Rodeln und der Skilauf immer
mehr Anhänger gefunden und beſonders in der
Sek=
tion Darmſtadt wird dieſem Vergnügen eifrig
ge=
huldigt. Mit berechtigtem Intereſſe ſah man daher
dem Vortrage des Herrn Ferd. Schäfer über
Ski=
fahrten im Taunus und Schwarzwald
entgegen, und die oft humorvollen, lebendigen
Aus=
führungen des Redners fanden, von einer langen
Reihe ausgezeichneter, eigener photographiſcher
Auf=
nahmen im Lichtbilde unterſtützt, die freundlichſte
Aufnahme der zahlreich beſuchten
Monatsverſamm=
lung. Die Darſtellung von den Reizen der
winter=
lichen Landſchaft, die weitausgedehnten Touren und
die kleinen Freuden und Leiden des Wintertouriſten
waren wohl geeignet, dem bei uns noch jungen
Win=
terſport noch mehr Freunde zuzuführen. Reicher
Dank der Verſammlung war der wohlverdiente Lohn
des beliebten Redners.
— Der Verhand der Kirchéngeſangvereine im
De=
kanat Eberſtadt hielt Dienstag im „Pfälzer Hof” zu
Darmſtadt unter dem Vorſitz des Herrn Pfarrers
Schäfer=Crumſtadt eine Delegiertenverſammlung ab,
der auch Herr Kirchenrat Dekan Stamm aus
Stock=
ſtadt beiwohnte. Vertreten waren die Kirchenchöre
zu Biebesheim, Crumſtadt, Gernsheim, Nieder=
Ram=
ſtadt, Pfungſtadt und Stockſtadt. Zur Beratung kam
das Jahresfeſt 1911, das am Sonntag vor Pfingſten in
Stockſtadt am Rhein abgehalten wird. Mit dieſem
Feſte verbindet der Kirchenchor zu Stockſtadt die
Feier ſeines 20jährigen Beſtehens. Als Geſamtchöre
wurden auf Vorſchlag des Verbandsdirigenten drei
Choräle aus Zahns Chorgeſangbuch ausgewählt.
* Konſekration der Ludwigskirche. Zu dem geſtrigen
Bericht über die Konſekration der St. Ludwigskirche iſt
noch nachzutragen, daß Herr Kaplan Kaſtell bei dem
Feſteſſen einen Toaſt ausbrachte auf den techniſchen
Lei=
ter der Wiederherſtellungsarbeiten, Herrn Architekten
Scherer, und die an der St. Ludwigskirche beſchäftigten
Handwerker. Dabei überreichte er im Auftrage des
Kir=
chenvorſtandes von St. Ludwig Herrn Scherer ein
wert=
volles Geſchenk, beſtehend in einer Blumenſchale und zwei
Fruchtſchalen. Die tadelloſe Ausführung ſämtlicher
Ar=
beiten gereicht ſowohl den Handwerkern wie dem
Archi=
tekten zur Ehre.
R. Man ſchreibt uns ferner: Bei der
Neu=
einweihung der reſtaurierten St.
Lud=
wigskirche hatte der Geſangverein der
Kirche die Geſänge auszuführen. Zuerſt ſang der
Chor nach Schluß der Einweihungszeremonien den
gewaltigen Chor Halleluja aus dem Meſſias von
Händel mit Orgelbegleitung. Mächtig, ſicher und rein
fluteten die Tonmaſſen dieſes Jubelchores durch die
weiten Hallen und füllten das ganze Haus.
Beſon=
ders zeichnete ſich der Sopran durch ſeine reine,
kräf=
tige Stimmführung in der Höhe aus. Während des
Hochamtes hatte ſich der Chor in der Missa iste
Con-
kessor von Paleſtrina eine ſchwere, aber dankbare
Aufgabe geſtellt. Dieſe polyphone Meſſe iſt eine der
ſchönſten, die der Altmeiſter der Kirchenmuſik
ge=
ſchrieben hat. Der Verein ſang ſie ſehr ſchön, ſicher
und rein in den Einſätzen, ſchön und mächtig in der
Ausführung. Beſonders ſchön wurde das liebliche
Benedietus geſungen, eine Perle kirchlicher Tonkunſt.
Zum Offertorium gelangte das Werk eines Neueren
der Chor Dominus deus von Michael Haller, ein
ſchwieriges Opus, aber ebenſo ſicher und ſchön wie
die anderen zur Ausführung. Der
Kirchengeſang=
verein St. Ludwig mit ſeinen reichen, ſtimmbegabten
Kräften hat damit wieder bewieſen, daß er noch ganz
auf ſeiner alten künſtleriſchen Höhe ſteht und noch
weiter ſtrebt. Dem Chor, ſowie ſeinem
zielbewuß=
ten künſtleriſchen Leiter, Herrn Muſikdirektor M.
Klaſſert, ſei für den herrlichen Genuß, den er gar
vielen bereitet hat, hier der herzlichſte Dank
aus=
geſprochen.
— Der Kaffee wird teurer. Aus Geſchäftskreiſen
ſchreibt man uns: Seit Monaten ſind die Preiſe für
Roh=
kaffee an den Hauptmärkten in andauernder Steigerung
begriffen. In der letzten Zeit hat die Kaffeehauſſe noch
größere Fortſchritte gemacht, ſo daß der Preis des
billig=
ſten, für den Konſum einigermaßen brauchbaren Santos=
Kaffees von 40 Pfg. per Pfund unverzollt ab Seeplatz auf
60 Pfg. per Pfund geſtiegen iſt. Hierzu kommen an Zoll
und Speſen zirka 32—33 Pfg. per Pfund und an
Ein=
brand beim Röſten zirka 23—24 Pfg. per Pfund.
Gegen=
wärtig ſind die Detailverkaufspreiſe noch unter den von
den Groſſiſten verlangten Engrospreiſen. Wenn jedoch die
geringen noch vorhandenen Vorräte des Detailhandels
aufgebraucht ſind, ſo wird man unter 1,30 Mark per Pfund
keinen trinkbaren Kaffee mehr kaufen können. Die
Haupt=
urſache der rapiden Steigerung iſt das kleiner als erwartet
ausgefallene Ergebnis der laufenden Santos=Ernte.
Außerdem hat die braſilianiſche Regierung auf Grund des
ſogenannten Valoriſationsgeſetzes 6000000 Ballen aus
früheren Ernten aufgekauft, welche dem Konſum
vorent=
halten werden. Die Importländer ſind dagegen nur mit
geringen Vorräten verſehen, ſo daß es den Braſilianern
leicht fällt, ihre übermäßigen Forderungen durchzuſetzen
und die Preiſe hochzuhalten.
Hundeſteuer. In Darmſtadt ſind nach dem
Er=
gebnis des vorigen Jahres 2495 ſteuerpflichtige
Hunde vorhanden. Da iſt es wohl am Platz, das
inter=
eſſierte Publikum darauf aufmerkſam zu machen, daß
ab=
gegangene Hunde von dem Beſitzer bis ſpäteſtens vor
dem letzten Dezember bei der Bürgermeiſtrei
ab=
zumelden ſind. Die Abmeldung hat von dem
ſeit=
herigen Beſitzer entweder mündlich oder ſchriftlich zu
ge=
ſchehen und iſt hierbei anzugeben, an welchem Tage und
an wen der abgemeldete Hund abgegeben wurde. Dieſe
Abmeldung iſt auch von demjenigen zu erſtatten, der mit
einem Hunde von ſeinem ſeitherigen Wohnſitz in einen
an=
deren Ort des Großherzogtums überſiedelt. Wird die
Ab=
meldung bis über Jahresſchluß hinaus unterlaſſen, ſo iſt
die Steuer auch für das nächſte Jahr zu entrichten.
Poſtverkehr zu Weihnachten. Wegen des ſtärkeren
Poſtverkehrs vor Weihnachten finden außergewöhnlich
ſtatt: Sonntag, den 11. Dezember, vormittags eine
Paket=
beſtellung und Sonntag, den 18. Dezember, vormittags
eine Paket=, ſowie Wertbrief= und
Poſtanweiſungs=
beſtellung.
— Internationale Ringkampf=Konkurrenz im
Orpheum. Am Dienstag, dem 6. Tag der
Veranſtalt=
ung, rangen als erſtes Paar Heß und Müller.
Letz=
terer war infolge ſeiner Fußverletzung erheblich
be=
hindert, ſodaß Heß ſchon nach 3 Minuten ſiegte. Ein
intereſſanter Kampf entſpann ſich dann zwiſchen
Terrikoff=Rußland und Debie=Rheinland. Trotzdem
beide Gegner ſich ſichtlich bemühten, ein Reſultat
her=
beizuführen, mußte der Kampf nach 20 Minuten
un=
entſchieden abgebrochen werden. Mit großem
Inter=
eſſe verfolgte man dann den Kampf des neu
einge=
troffenen Meiſters Heinrich Eberle. (Er hatte gegen
den Transvaaler Piquard zu ringen.) Trotzdem
Pi=
quard über reſpektable Kräfte verfügt, gelang es
Ebeale nach 8 Minuten, ſeinen Gegner durch
Unter=
griff auf beide Schultern zu werfen. Das Publikum
brachte dem Sieger große Ovationen dar. Beim
darauffolgenden Entſcheidungskampf Schneider gegen
Rutz gelang es erſterem, nach langem, mühevollem
Kampfe durch Armfallgriff zu ſiegen. Insgeſamt
hatte der Kampf 50 Minuten in Anſpruch genommen.
Heute finden wieder vier intereſſante Kämpfe ſtatt.
U. a. hat Eberle gegen Bilkan zu ringen. Auch die
anderen Kämpfe verſprechen intereſſant zu werden.
(Siehe Anzeige.)
Zwingenberg, 6. Dez. Durch das Weinmißjahr
veranlaßt, hat der Gemeinderat in dankenswerter
Weiſe den Winzern die Zahlung ihrer
Pacht=
beträge uſw. bis zum Frühjahr geſtundet. — Wie
wir hören, ſoll die neu renovierte Kirche nun vier
Glocken erhalten und ſollen zu dieſem Zwecke von
den drei vorhandenen Glocken zwei davon zur
Um=
gießung kommen. Stifter der neuen Orgel iſt
Orgel=
bauer Rothermel. Gebaut wird letztere in Lich in
Oberheſſen, von wo auch die neue Auerbacher Orgel
geliefert wurde. — Ausnehmend viel Obſtbäume
werden in dieſem Herbſt in der Gemarkung
Zwingen=
berg neu gepflanzt. In Betracht kommt hauptſächlich
Erörterungen zur Folge gehabt; man hat z. B. darin
in der Preſſe eine Art Demonſtration gegen den
Ge=
ſchmack ſeines Vaters ſehen wollen. Solche Redereien
ſind für ein Mitglied des königlichen Hauſes ſehr
un=
angenehm. Man hat in der Beſorgnis vor
unbe=
quemen Beſprechungen auch den Grund, weshalb der
Prinz es vermeidet, auf dem Gebiete der bildenden
Künſte, auf dem ſein kaiſerlicher Vater beſonders
ent=
ſchloſſen Stellung genommen hat, öffentlich Intereſſe
zu betätigen. Privatim iſt das Intereſſe dafür
vor=
handen. Was den Sinn des Kronprinzen für
Sport=
liches anlangt, ſo verfolgt der Prinz das Ideal einer
zur Propagierung in Deutſchland beſonders
geeig=
neten, nicht ſklaviſch vom Auslande zu
übernehmen=
den Sportart. Unabläſſig beſchäftigt ihn dieſer
Ge=
danke, auf den ſich ja auch gewiſſe Wendungen ſeiner
Königsberger Rektoratsrede bezogen haben; er ſucht
etwas, was ſich zur gleichmäßigen Ausübung durch
alle Schichten der Geſellſchaft eignet und ſich mit der
Zeit zu einer nationalen Eigenart entwickeln könnte.
nge. Was für Handſchuhe trägt man in
dieſem Winter? Man bevorzugt für die
Hand=
ſchuhe in dieſem Winter die matten, zarten
Paſtellfar=
ben, die mit der Farbe des Kleides übereinſtimmen,
und man zieht das ſchwediſche Wildleder dem härteren
Ziegenleder vor. Die Länge des Abendhandſchuhes
richtet ſich natürlich nach der Länge des Aermels; aber
da man auch bei nichtausgeſchnittenen Kleidern die
Aermel jetzt wieder kaum bis zum Ellenbogen reichen
läßt, ſo wird der normale Abendhandſchuh mindeſtens
20 Knöpfe haben müſſen. Auch für den
Straßenhand=
ſchuh wählt man ganz leichtes, dünnes Leder, denn die
großen, ſackförmigen Muffs, die an den Oeffnungen
noch durch Spitzenbeſatz verlängert werden, gewähren
der verwöhnteſten Hand genügend Schutz vor Kälte.
Am kleidſamſten ſind für die Straße die mild
abge=
tönten gemsfarbenen Handſchuhe, die mit zwei großen
Perlmutterknöpfen geſchloſſen werden, ſich eng der
Form der Hand anſchmiegen und den Vorteil haben,
daß die ſorgfältig manikürten Fingernägel unter
ihnen keinen Schaden erleiden. Für den Sport
jeg=
licher Art, beſonders für die Eisbahn und die
Roll=
ſchuhbahn, iſt der wollene Handſchuh auch in dieſem
Jahre in allen Farben erlaubt. Von ihm verlangt
man nicht Schönheit, ſondern nur Bequemlichkeit und
Wärme, und dieſe beiden Eigenſchaften gewährt er
freigebiger als der teuerſte, genau nach Maß
gearbei=
tete Lederhandſchuh . . .
sh. Zeppelin und die Aachener
Stadt=
verordnetenwahlen. Am 20. November v. Js.
fanden, wie ſchon mehrfach erwähnt, in Aachen
Stadt=
verordnetenwahlen ſtatt, die aber alsbald von einigen
Wählern als rechtsungültig angefochten wurden. Der
Luftkreuzer „Zeppelin III” war die unſchuldige
Urſache dieſes Streitpunktes. Er war gerade
wäh=
rend der Wahlhandlung über der Stadt erſchienen und
hatte die ganze Aachener Bevölkerung auf die Beine
gebracht. Selbſt in den Wahllokalen unterbrach er das
ernſte Geſchäft des Wählens und beeinflußte es in
einigen derſelben dermaßen, daß die Mitglieder des
Wahlvorſtandes eilends das Lokal verließen, um das
Luftſchiff zu beobachten. Ein Wahlvorſteher ſoll ſogar
auf das turmgekrönte Gebäude geklettert ſein, um die
Sache beſſer ſehen zu können. Auf dieſe Vorgänge
gründete ſich neben mehreren unweſentlichen anderen
Punkten der Einſpruch gegen die Gültigkeit der Wahl,
die vom Verwaltungsgericht in Aachen tatſächlich für
ungültig erklärt wurde, da ein Teil der Wähler
ver=
hindert worden ſei, während der Dauer der Wahlzeit
abzuſtimmen. Gegen dieſen Entſcheid wurde Berufung
eingelegt und das Oberverwaltungsgericht iſt nun
dem Urteil des Aachener Verwaltungsgerichts
beige=
treten, hat alſo die Wahl für ungültig erklärt.
Ent=
ſcheidend hierfür ſei, daß in einem Wahllokal der
ge=
ſamte Wahlvorſtand das Lokal verlaſſen habe, wodurch
nicht nur eine Unterbrechung, ſondern zeitweilig eine
völlige Aufhebung der Wahlhandlung eingetreten ſei.
Das aber ſei unſtatthaft geweſen.
* Der geteerte Einbrecher. Aus
Ober=
hauſen wird folgende ergötzliche Geſchichte gemeldet:
In die Königliche Bahnmeiſterei Nr. 11 war in letzter
Zeit wiederholt eingebrochen worden. Zwei Beamte
fertigten nun eine Vorrichtung an, die bei Oeffnung
der Tür ſofort in Tätigkeit treten mußte. Auf ein
mit einer Schnur befeſtigtes Flacheiſen wurde über
der Tür ein Eimer mit Teer geſetzt. Als der Diel
kam, neigte ſich der Eimer und übergoß den
Eindring=
ling gründlich mit der üwarzen Flüſkskeit.
Frühobſt, für das man hier ſtets recht anſehnliche Preiſe
erzielt. — An der Straße nach Rodau hat ein
aus=
wärtiger Herr ein größeres Geländeareal angekauft,
worauf zurzeit eine Anzahl großer Treibhäuſer
er=
richtet wird. Der Unternehmer, der angeblich ein
Engländer iſt, will hier eine beſondere Art Trauben
unter Glas züchten, und zwar in größerem Maßſtabe.
Mainz, 6. Dez. Die Volkszählung hat auf
dem flachen Lande in Rheinheſſen in verſchiedenen
Orten eine Abnahme der Einwohnerzahl
ergeben, die teilweiſe bis zu 10 Prozent ſteigt. Die
Urſache ſucht man in der Abwanderung zahlreicher
Familien in Induſtriegebiete, wo beſſere
Erwerbs=
verhältniſſe herrſchen, als in dem Landwirtſchaft und
Rebbau treibenden Rheinheſſen, das infolge der
letz=
ten Mißernten im Weinbau ſeine ſtarke Bevölkerung
nicht mehr genügend ernähren kann. Die
landwirt=
ſchaftlichen Erwerbsverhältniſſe in Rheinheſſen liegen
bei den kleinen Winzern infolge der ſchlechten
Wein=
jahre derart ungünſtig, daß die Fabrikarbeit der
landwirtſchaftlichen Beſchäftigung vielfach vorgezogen
wird. Insbeſondere iſt in der Sprendlinger Gegend
eine Abwanderung zu verzeichnen. So iſt gerade
Sprendlingen von 2305 Einwohnern im Jahre 1905
auf 2114 bei der jetzigen Zählung geſunken, ein
Rück=
gang, der rund 10 Prozent darſtellt. In ähnlicher
Weiſe gilt der Rückgang auch für die Gemeinden
Wolfsheim, Welgesheim, Wonsheim u. a. m.
Mainz, 7. Dez. Zum Morde an dem
Dienſt=
mädchen Diehl. Am Freitag wurde in Sindlingen
bei Höchſt a. M. beim Betteln der Arbeiter Langner
verhaftet. Er machte ſich deshalb verdächtig, den Mord
in der Uferſtraße ausgeführt zu haben, weil er den
ihn verhaftenden Gendarmen gegenüber die
Bemerk=
ung fallen ließ: „Bettler könnt ihr feſtnehmen, aber
die Mörder laßt ihr laufen.” Nun ſtellte es ſich
her=
aus, daß Langner in der Mordnacht hier in einer
Her=
berge gewohnt hatte, aber vor 9 Uhr morgens, als
die Tat längſt verübt war, die Herberge nicht verlaſſen
hatte. Seine Täterſchaft kam deshalb nicht in
Be=
tracht. — Der verhaftete Bettler Blum ſoll als Täter
ebenfalls nicht in Betracht kommen. Die
Staats=
anwaltſchaft hat nun zur Ermittelung des Mörders
500 Mark Belohnung ausgeſetzt.
B. Bingen, 6. Dez. Der ſeit dem 28.
Novem=
ber vermißte Techniker Peter Ebel iſt nach
einer über Bitburg gekommenen Mitteilung
in Nancy auf get aucht. Der junge Mann
hatte das Reiſefieber bekommen, er verſilberte alles,
was irgend entbehrlich ſchien, und dampfte den Eltern
zur Beſorgnis nach Frankreich, woſelbſt er jetzt
voll=
ſtändig mittellos ſich befindet und von den Eltern
ab=
geholt werden muß.
Bingen, 7. Dez. Dem Lehrer Faber in
Dam=
mershauſen werden ſeit geraumer Zeit fortgeſetzt alle
erdenklichen Schikanen bereitet. So wurden ihm in der
Nacht auf Samstag in ſeiner Wohnung, in die der
Täter durch Eindrücken der Fenſterſcheiben gelangte,
alle Möbel, Bilder und Spiegel mit einem Stein
be=
ſchädigt. Da über den Täter vollſtändiges Dunkel
herrſchte, holte man den Polizeihund der Wach=
und Schließgeſellſchaft in Bingen. Der Hund kam
am Sonntag morgen mit ſeinem Beſitzer an und
er=
hielt in der Wohnung des Lehrers Witterung. Der
Hund nahm ſofort die Spur auf, ſprang zu dem
ge=
öffneten Fenſter hinaus und lief direkt zu dem Hauſe
des Landwirts Bader. Dort war alles verſchloſſen.
Der Hund verfolgte nun die Spur fort bis zur
Kirche, wo gerade das Hochamt war, und holte aus
der Kirche einen Hut und ein Taſchentuch. Da mar.
den Gottesdienſt nicht ſtören wollte, verſteckte man ſich
mit ſeinem Hund, bis die Kirche ihr Ende erreich:
hatte und die Kirchgänger nach Hauſe gingen. Bei
dieſer Gelegenheit ſtellte der Hund den Landwirt
Bader, dem auch Hut und Taſchentuch gehörten. Bader
beſtreitet die Tat, obwohl er zugibt, mit dem Lehrer
verfeindet zu ſein. Die Gendarmerie hat der
Staats=
anwaltſchaft Anzeige erſtattet
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Dez. Wie ſchon
mit=
geteilt, ſtellte der Berliner Polizeipräſident
gegen den Vorwärts Strafantrag wegen eines
Leitartikels, der ſich mit den Moabiter Streikkrawallen
beſchäftigt. Zuſtändigerſeits wird dies beſtätigt. Es
handelt ſich um den in der heutigen Ausgabe des
Vor=
wärts erſchienenen Artikel: „Die geheimen Führer
und Leiter der Moabiter Revolution” in dem
be=
hauptet wird, Polizei= und Kriminalbeamte ſeien die
Führer und Leiter der Aufſtändigen in Moabit
ge=
weſen, die verſucht hätten, durch aufreizende Rufe die
Erregung der Menge zu ſteigern. Der
Polizeipräſi=
dent ſtellte wegen dieſer Behauptung und daß ſich
Po=
lizeiſpitzel und öffentliche Agents provocateurs in
Moabit befunden hätten, für ſich und die unterſtellten
Beamten Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung.
— Der erſt kürzlich mit einem Koſtenaufwand von
einer halben Million auf dem Rieſelgut der Stadt
Berlin bei Groß=Beeren errichtete große
Korn=
ſpeicher iſt heute ein Raub der Flammen
ge=
worden. Aus ſechzehn Schlauchleitungen wurde
Waſſer gegeben. Der Speicher war bis zum Dachfirſt
mit Feldfrucht voll gefüllt. — Eine peinliche
Ueberraſchung hat eine in Berlin weilende
ſpaniſche Tänzerin erfahren. Die Spanierin
Senora Karadona, ein ſehr graziöſes Perſönchen, ſoll
mit der Liſſaboner Revolution in Verbindung ſtehen
und wird von Agenten der gegenwärtigen Regierung
geſucht. Sie iſt im Beſitze angeblich ſtark
kompromit=
tierender Schriften, durch deren Veröffentlichung
hochſtehende Perſönlichkeiten des früheren Regimes
getroffen werden können. Der Liſſaboner Vertreter
der Dame hat ſie nun ſchriftlich gebeten, nach
Liſſa=
bon zu kommen, um ſich der Regierung zur
Verfüg=
ung zu ſtellen. Nun kennt allerdings Senora
Kara=
dona König Manuel; politiſche Ambitionen aber hat
ſie wahrſcheinlich niemals gehabt. Der engliſche
Pu=
bliziſt William F. Stead hat ſie allerdings einmal
zum Gegenſtand einer Studie gemacht, weil man ihr
nachſagte, ſie wäre einem erſt kürzlich zur
Regent=
ſchaft gelangten Souverän morganatiſch anvertraut
geweſen. Jetzt wollen aber auch die ſpaniſchen
Be=
hörden Senora Karadona einmal näher kennen
ler=
nen, weil bekannt geworden iſt, daß ſie auch mit
Fer=
rer in Verbindung geſtanden hat. Es iſt auch kein
Geheimnis mehr, daß Thoma für ſeine Komödie „
Mo=
ral” das Erlebnis der Karadona benutzt hat. Senora
Karadona, die in einem hieſigen Theater auftritt, will
aber nicht zurückkehren, weil ſie allen
Unannehmlich=
keiten aus dem Wege gehen möchte. Sie hat vielmehr
die Auſicht geäußert, daß ſie ihre guten diplomatiſchen
Verbindungen einmal benutzen will, um ſich den
dro=
henden Ungelegenheiten zu entziehen. — Im
Char=
lottenburger Amtsgericht ſpielte ſich heute nachmittag
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Nummer 288.
eine aufregende Szene ab. Während eines
Termines vergiftete ſich dort der Kaufmann Nehab
aus der Kantſtraße mit Zyankali und ſuchte ſich
gleichzeitig auch mit einem Taſchenmeſſer
Verletzun=
gen beizubringen. Das Meſſer wurde ihm
entwun=
den. Die Vergiftung wirkte nach wenigen Minuten
tödlich, obwohl ein herbeigerufener Arzt ſofort
Gegen=
mittel anwandte und den Magen auspumpte. Nehab
war in Konkurs geraten.
München, 7. Dez. Der Gemeindeausſchuß
Ober=
ammergau legte heute abend der verſammelten
Bürgerſchaft die Geſamtabrechnung vor.
Da=
nach belaufen ſich die Einnahmen aus
Eintrittsgel=
dern, Photos und Textbüchern auf 1704600 Mark.
Nach Abzug der laufenden Spielkoſten und der für
öffentliche Zwecke, wie Straßenbau, Schlachthaus,
Lei=
chenhaus und Ammerregulierung verausgabten
Gel=
der verbleibt ein Reingewinn von 1396 428 Mark,
wovon 766 620 Mark an 865 Mitwirkende verteilt
wer=
den. Spielleiter, Muſikdirektor, Hauptkaſſier und die
Darſteller des Chriſtus, Pilatus, Kaiphas und
Hero=
des, ſowie der Prologſprecher erhalten je 2500 Mark.
Die Summen bewegen ſich dann in verſchiedenen
Kategorien abwärts bis zum Volk, deſſen Darſteller
mit je 120 Mark honoriert werden, und endlich bis
zu den Schulkindern, von denen die kleinſten je 30
Mark erhalten ſollen. 10500 Mark werden an
Be=
dürftige verteilt und der ziemlich hohe Betrag von
435785 Mark iſt noch für gemeinnützige Zwecke
ver=
fügbar.
Frankfurt a. d. O., 6. Dez. In Großrada,
Re=
gierungsbezirk Frankfurt a. d. O., ſind 45 Perſonen
nach dem Genuß von Margarine erkrankt,
darunter 25 Kinder.
Wilhelmshaven, 6. Dez. Das Kriegsgericht
verurteilte geſtern den Obermaaten Jacob wegen
Verrats militäriſcher Geheimniſſe zu ſechs Jahren
Zuchthaus.
Wien, 6. Dez. Der ehemalige Schah und
Familie ſind nach Meran abgereiſt.
Paris, 7. Dez. Der durch ſeine Heldentaten beim
Brande des Baſars de la Charité in Paris bekannt
gewordene Jean Georges iſt jetzt ſelbſt das Opfer
eines Unglücks geworden. Er, der damals zahlreiche
Menſchenleben durch ſeine Energie und
Entſchloſſen=
heit rettete, iſt beim Verſuch, einige im Hochwaſſer
treibende Möbelſtücke aus der Garonne zu ſiſchen, vor
den Toren Bordeaux’ ertrunken.
Paris, 7. Dez. Vor dem
Zuchtpoläzei=
gericht erſchien geſtern der Tiſchler Lacour wegen
ſeines Angriffes auf Briand am Tage der
Enthüllung des Jules Ferry=Denkmals. Lacour war
geſtändig, beſtritt aber die Zuſtändigkeit des
Zucht=
polizeigerichts, über den Fall zu urteilen. Das
Zucht=
polizeigericht erklärte ſich jedoch für zuſtändig und
verurteilte Lacour zu 3 Jahren Gefängnis.
London, 6. Dez. Ueber das bereits gemeldete
Ballonunglück auf der Nordſee erzählt der
Führer, Direktor Diſtler vom Touring=Klub, von
der abenteuerlichen Fahrt noch folgende Einzelheiten:
Die drei Inſaſſen des Ballons waren Samstag
nach=
mittag in Gerſthofen bei Augsburg aufgeſtiegen.
Sonntag morgen hörten ſie unter ſich das Rauſchen
der See, und ein ſtarker Wind aus Südoſten trieb
den Ballon. Die Aeronauten ließen ſich nieder, um
ihre Lage feſtzuſtellen. Die Schnelligkeit des Ballons
war ſo groß, daß mehrere Sturzwellen
durchgeſchla=
gen wurden. Die Gondel wurde ins Waſſer
geſchleu=
dert, wobei der Kaufmann Ernſt Metzger ertrank. Der
Ballon ſtieg wieder in die Luft und ſetzte den Flug
fort, ohne daß die Paſſagiere wußten, wo ſie ſich
be=
fanden, da ein dichter Nebel auf dem Meere lag.
Zwei=
mal verſuchten ſie niederzuſteigen, aber ſie befanden
ſich immer noch auf der See. Alles warfen ſie über
Bord, auch den Anker. Um 10 Uhr abends erblickten
ſie Licht vor ſich und ſie zogen die Reißleine, um den
Ballon zum Sinken zu bringen. Der Ballon kam
etwa 1½ Kilometer von der Küſte entfernt bei
Kirk=
wall auf den Orkney=Inſeln nieder. Der
zweite Inſaſſe war der Hauptmann a. D. Jürdens,
beide waren mit Schmutz bedeckt und bluteten im
Ge=
ſicht. Sie glaubten, daß ſie ſich in Schweden befänden.
Als ſie aber auf einem Plakat ein engliſches Wort
ſahen, erkannten ſie, daß ſie auf engliſchem Boden
niedergegangen waren. Ueber die Ankunft der
Ge=
retteten bei der Küſte berichtet folgendes Telegramm:
In der Nacht zum Montag wurde an die Tür eines
Hauſes dicht bei Kirkwall auf den Orkney=Inſeln
ge=
klopft. Der Hausherr, der auf war, öffnete. „Sind
wir hier in England?” fragte eine Stimme in
fremd=
ländiſchem Akzent den Hausherrn, „wir ſind in einem
Ballon angekommen und glaubten uns in Schweden,
bis wir an Ihrer Türe das Wort „Poch” (Schlüſſel)
laſen.‟ Die beiden Gäſte, die ſo aus den Wolken auf
die Erde herabgekommen waren, wurden freundlich in
die Villa eingeladen. Sie hatten Blutflecken im
Ge=
ſicht und waren voller Schmutz und ganz durchnäßt
und ſchienen der Erſchöpfung nahe zu ſein. Die
bei=
den Luftſchiffer haben ſich dann von den Schrecken der
Reiſe faſt vollſtändig wieder erholt. Die Ueberreſte
des Ballons ſind zuſammengepackt worden und
be=
finden ſich bereits auf dem Heimwege. Der Ballon
hatte auf ſeiner 17ſtündigen Fahrt 60 Sack Ballaſt an
Bord. Er ſtieg mit 1450 Kubikmeter Waſſerſtoffgas
auf und beabſichtigte, wie ſchon gemeldet, in der
Schweiz zu landen. Die Hafenſtadt Kirkwall iſt ein
kleiner Handelsplatz an der Nordoſtküſte der Orkney=
Inſel Mainland, die der ſchottiſchen Küſte nördlich
vorgelagert iſt. Sie liegt dicht unter dem 59. Grade
nördlicher Breite, d. h. ungefähr ebenſo weit nördlich,
wie die ſchwediſche Hauptſtadt Stockholm. Die
Ent=
fernung von Augsburg bis nach dem Landungsplatz
beträgt in der Luftlinie etwa 1500 Kilometer.
Petersburg, 6. Dez. In Zentralaſien herrſcht
eine furchtbare Kälte. Einige Lokomotiven ſind
eingefroren und völlig unter Sand geraten. 100
Kir=
giſen und 5000 Pferde, Kühe und Schafe ſind
erfro=
ren. In der Steppe herrſcht eine Kälte von 53 Grad
Réaumur. Die Lage der Nomaden iſt verzweifelt.
Beim Durchwandern der Steppe findet man überall
erfrorene Menſchen und Tiere. In Andishan fiel
roſafarbener Schnee.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren
ßehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Ur
— Ueber Fräulein Alice Ripper, die
heutigen Richard Wagner=Vereins=Konzert er
vor das Darmſtädter Publikum treten wird, le
in einem Münchener Blatte: „Einen vollen S
allen Linien errang auch diesmal wieder die
ragende Künſtlerin Alice Ripper durch ihre du
höchſt intereſſanten, wohldurchdachten und glänz
ſpielten Klaviervorträge. Nicht allein eine faſt
ein hochentwickeltes Muſikverſtändnis verleiht ihrem
Spiel etwas Faszinierendes, das bis zum letzten
Mo=
ment anhält. Bewunderungswürdig iſt der aber auch
der allerfeinſten Nüancen fähige Anſchlag, der im
ge=
eigneten Fall ſo koloſſale Kraft und Klangpracht
hervor=
zuzaubern weiß, wie ich es von den allererſten
Klavier=
titanen kaum jemals gehört habe. Ich erinnere nur
an Liſzts „Mazeppa”, jenes Stück voll wilder
Ro=
mantik, das die Künſtlerin mit ſolcher Wucht und Größe
des Ausdrucks vortrug, wie ich es kaum für möglich
gehalten hätte.”
Gerichtszeitung.
Die Friedberger Bombenaffäre.
— Gießen, 6. Dez. Heute vormittag begann, wie ſchon
gemeldet, vor dem hieſigen Schwurgericht die
Verhand=
lung in der Friedberger Bombenattentats=
und Bankraubaffäre, die am 22. Juni ds. Js. in
ganz Deutſchland das größte Aufſehen erregte. Auf der
Anklagebank ſitzt der erſt 20jährige Monteur Friedrich
Karl Werner aus Kaiſerslautern, der ſeinerzeit mit dem
Mechaniker Otto Winges aus Leipzig zuſammen die ihm
zur Laſt gelegten Taten verübt hat. Bekanntlich erſchoß
ſich Winges auf der Flucht, ſo daß die Anklage ſich heute
ausſchließlich gegen Werner richtet. Der Tatbeſtand ſelbſt
und die Anklage ſind bekannt. Den Vorſitz im
Ge=
richtshof führt Landgerichtsdirektor Schmidt, die
Anklage=
behörde vertritt Oberſtaatsanwalt Lang, während als
Ver=
teidiger des Angeklagten Werner Rechtsanwalt Dr.
Tuteur I. aus Kaiſerslautern tätig iſt. Obwohl der
Ein=
tritt zum Zuhörerraum nur gegen Karten geſtattet iſt, iſt
der Zudrang des Publikums, unter dem ſich auch
zahl=
reiche Friedberger Bürger befinden, dermaßen groß, daß
ein Gendarmerieaufgebot zur Aufrechterhaltung der
Ord=
nung im Gerichtsgebäude herangezogen werden mußte.
Vor dem Gerichtstiſch liegt die bei dem Dynamitattentat
auf das Friedberger Rathaus benutzte Metallhülſe, die der
Täter mit von ihm aus der Pulverfabrik St. Ingbert
ge=
ſtohlenem Dynamit gefüllt hatte. Ferner liegt dort der
Revolver, mit dem der inzwiſchen durch Selbſtmord aus
dem Leben geſchiedene Komplize des Angeklagten, Winges,
den Vorſteher der Reichsbankfiliale in Friedberg, Mayer,
zu erſchießen verſuchter Auch ſieht man die Teile zweier
alter Blechbüchſen auf dem Gerichtstiſche liegen. Sie
rüh=
ren von den inzwiſchen auseinandergenommenen Bomben
her, die Winges an ſeinem Fahrrade befeſtigt hatte, als
er in die Reichbanknebenſtelle hineinging. Mehrere
Photo=
graphien, die den Geſchworenen zur Kenntnis unterbreitet
werden ſollen, zeigen die Faſſade und das Innere des
demolierten Friedberger Rathauſes. Als chemiſcher
Sach=
verſtändiger iſt der bekannte Frankfurter Gerichtschemiker
Dr. Popp anweſend. Ein weiterer Sachverſtändiger iſt
Direktor Paethow von der Pulverfabrik Hanau, der
ſei=
nerzeit die von Werner und Winges fabrizierten Bomben
auf maſchinellem Wege geöffnet und dabei feſtgeſtellt hat,
daß ihr Inhalt aus einer Nitroglyzerinlöſung, alſo aus
einem der ſtärkſten Sprengſtoffe, beſtand. In der
Ver=
nehmung erzählt Werner, der meiſtens geſtändig iſt, wie
das Attentat gegen das Friedberger Rathaus zuſtande
kam. Es ſollte geſchehen, um die Aufmerkſamkeit der
Bür=
ger von der Reichsbanknebenſtelle abzulenken. Die Bombe
für das Rathaus war mit 1½ bis 2 Kilogramm Dynamit
gefüllt und die Höllenmaſchine auf die Zeit zwiſchen 2 und
3 Uhr nachmittags eingeſtellt, um welche Zeit ſie
explo=
dieren ſollte. Dem Angeklagten kamen nachträglich
Beden=
ken, es war aber zu ſpät, die Bombe wieder abzuholen,
die dann auch nach zehn Minuten explodierte. Ihre
Ab=
ſicht ſei dahingegangen, den Bankvorſteher Mayer zu feſſeln
und ihn dann zu berauben. Als er Winges fliehen ſah,
hat der Angeklagte Werner ebenfalls die Flucht ergriffen.
Er begab ſich zu ſeiner Mutter, die ihm 65 Mark Zehrgeld
übergab, womit er nach Paris reiſte. In Barmen wurde
er dann ſchließlich nach verſchiedenen Irrfahrten verhaftet.
Es wurde darauf in die Zeugenvernehmung
einge=
treten. Zunächſt wurden verſchiedene Polizeibeamte über
die Wirkung der Exploſion in der Villa Majer und im
Friedberger Rathauſe gehört. Bankier Alexander Majer
gibt den Schaden an ſeiner Villa auf 800 bis 1000 Mark
an. Polizeikommiſſar Weiß=Friedberg hat zur Zeit der
Exploſion im Rathauſe geweilt. Nur dem Umſtande, daß
das Rathaus maſſive Mauern hatte, ſei es zu verdanken,
daß die darin befindlichen 16 Perſonen gerettet werden
konnten. Zeuge Dozent Hentze will geſehen haben, daß
Werner die Bombe niederlegte, was dieſer energiſch
be=
ſtreitet. Zeuge Bankvorſtand Mayer=Friedberg bekundet,
daß er mit der Aufſtellung der Kaſſenbeſtände beſchäftigt
war. Als er einige Banknoten weglegen wollte, ſprang
plötzlich ein großer Mann auf ihn los. Er ſchlug ihm die
Waffe aus der Hand und riß ihm die Maske ab. Von da
ab ſei ihm alles nur verſchleiert in Erinnerung, er glaube
ſich aber zu erinnern, daß noch eine zweite Perſon die
Wand entlang ſchlich. Der Angeklagte Werner behauptet,
daß er an dem Ueberfall nicht beteiligt geweſen ſei. Der
Zeuge zeigt dann dem Gerichtshof ſeine Verletzungen an
Stirn und Naſe; ſie ſind gut verheilt, der Zeuge hat aber
Geruchs= und Geſchmacksvermögen nahezu eingebüßt.
Zeuge Schutzmann Bender bekundet: Kaum hatte ſich die
Erregung von dem Attentat auf das Rathaus etwas
ge=
legt, ſo kam die Nachricht von dem Einbruch in die
Reichs=
bank. Ich eilte ſofort nach der Reichsbank und hörte da,
daß ſoeben eingebrochen worden war und der
Reichsbank=
direktor ſchwer verletzt ſei. In demſelben Augenblick kam
das Automobil des Dr. Krombach vorbei. Ich
unterhan=
delte kurz mit dem Chauffeur, worauf ich und ein Kollege
uns in das Auto ſchwangen und dem flüchtigen Verbrecher
ſofort nachjagten, der die Richtung nach Ockſtadt
einge=
ſchlagen hatte. Als er uns hinter Ockſtadt gewahrte, warf
er ſein Rad in den Acker und ſuchte uns zu entkommen.
Wir verfolgten ihn jetzt zu Fuß, hierauf richtete er, als
wir ihn beinahe eingeholt hatten, den Revolver auf uns.
Er hatte aber nur noch eine Kugel im Lauf und die hatte
er anſcheinend für ſich aufgehoben, denn er ſetzte ſofort
die Waffe an ſein Schläfe — ein kurzer Knack und er brach
tot zuſammen. Als wir zu ihm kamen, röchelte er noch.
Ein Schutzmann aus Friedberg und einer aus Nauheim,
die telephoniſch benachrichtigt waren, trafen per Rad ein
und übernahmen die Wache. Wir fuhren nach Friedberg
zurück. — Sachverſtändiger Dr. Popp=Frankfurt erläutert
die beiden Waffen, welche dem Verbrecher abgenommen
wurden. Der Sachverſtändige kam zu dem Reſultat, daß
die in dem Bureau der Reichsbank vorgefundene Kugel
aus dem Revolver Nr. 305 geſchoſſen wurde, welcher
Wer=
ner gehört hat. — Sachverſtändiger Medizinalrat Dr.
Haberkorn erklärt in bezug auf den Geiſteszuſtand des
An=
geklagten: „Ich habe den Angeklagten bis in die letzten
Tage unterſucht und ihn als einen intelligenten Menſchen
kennen gelernt. Der Angeklagte gab mir an, daß ein
Onkel von ihm im Irrenhauſe ſei, er kann aber nicht
an=
geben, wie er heißt und in welchem Irrenhauſe er ſich
be=
findet. Der Angeklagte iſt weder ein geborener Verbrecher,
noch ein ſchwachſinniger Menſch. Eine Störung der=
Geiſtestätigkeit mit Ausſchluß der freien Willens= iſt bei dem Angeklagten nicht
vorhan=
den.‟ Die Verhandlung wurde ſodann auf morgen
vertagt.
* Gießen, 7. Dez. Der zweite Verhandlungstag
begann mit der Vorlegung der Schuldfragen. Es
ſind 13 Haupt= und Nebenfragen geſtellt. Die ſchwerſten
Delikte ſind der Mordverſuch gegen die im Rathaus zu
Friedberg befindlichen Perſonen, die Schüſſe auf den
Bankbeamten Mayer und die beiden wegen Brandſtiftung
durch Exploſionsſtoffe unter Anklage geſtellten Bomben=
Attentate in Frankfurt und Friedberg. Das Attentat in
Frankfurt ſoll ſich, wie eine Hilfsfrage lautet, eventuell
als ein Verbrechen nach dem Sprengſtoffgeſetz
charakteri=
ſieren. Daneben liegen Straftaten wie Diebſtahl und
Er=
preſſungsverſuch vor. Wo es zuläſſig iſt, ſind die Fragen
nach mildernden Umſtänden geſtellt. Der Angeklagte
be=
teuerte nochmals, daß nicht er, ſondern Winges die
Bombe=
in die Villa Majer gelegt habe, und daß er nicht die Ab= gehabt habe, auf den Bankbeamten Mayer zu
ſchie=
ßen, um ihn zu töten. Es folgen die Plädoyers. Der=
Staatsanwalt beantragt in längeren Ausführungen, die
Hauptfragen zu bejahen und den Angeklagten, der der
eigentliche geiſtige Urheber der Taten ſei, als Mittäter
zu beſtrafen. Demgegenüber legt der Verteidiger dar, daß=
Werner nicht als Täter, ſondern nur als Gehilfe in Frage
komme. Den Mordverſuch auf die Inſaſſen des Rathauſes
hält der Verteidiger für nicht erwieſen, ebenſowenig den
Totſchlagsverſuch auf den Bankier Majer. Es komme in
dieſem Falle nur Körperverletzung in Betracht.
* Gießen, 7. Dez. Das Schwurgericht verurteilte
den Dachdecker Friedrich Karl Werner aus
Kaiſers=
lautern wegen des Bomben=Attentates in Friedberg zu
lebenslänglichem Zuchthaus und
dauern=
dem Ehrverluſt. Wegen ſchweren Diebſtahls,
Ver=
brechens nach § 50 des Sprengſtoffgeſetzes,
Erpreſſungsver=
verſuchs, Raubverſuchs und Tötungsverſuchs zu 10
Jah=
ren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverluſt und
dauernder Polizeiaufſicht.
Der Moabiter Krawallprozeß.
— Berlin, 6. Dez. Nach Eröffnung der heutigen
Sitzung wird bekannt, daß der Polizeipräſident v.
Jagow nunmehr dem Antrage der Verteidiger
zuge=
ſtimmt hat, den von dieſen namentlich bezeichneten
Be=
amten die Erlaubnis zur Zeugenausſage darüber zu
geben, wieviel Mannſchaften ſeinerzeit zu dem Moabiter
Krawall vom Polizeipräſidenten aufgeboten worden
ſind, und welcher Art die dieſen erteilten Inſtruktionen
waren. Dagegen iſt es den in Frage kommenden
Be=
amten nach wie vor nicht geſtattet, ſich über Fragen des
inneren Dienſtes und der Verwaltung auszulaſſen. Da
heute in der Hauptſache der Fall des Angeklagten
Eiſenreich zur Verhandlung gelangen ſoll, ſo hat der
Vorſitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Lieber, den auf
freiem Fuße befindlichen Angeklagten beiderlei
Ge=
ſchlechts geſtattet, heute der Verhandlung fernzubleiben
und ihren privaten Geſchäften nachzugehen. — Der
Angeklagte Eiſenreich iſt Mormone und will an jenem
Abend, an dem er wegen Teilnahme am Aufruhr
ver=
haftet wurde, auf dem Wege zu einer Bibelſtunde der
Mormonen geweſen ſein. Hierzu bekundet zunächſt der
Schutzmann Gathow, daß er den Angeklagten
Eiſenreich=
genau beobachtet habe, wie er wiederholt rief: Haut die
Blauen, haut ſie! Er hielt dabei die Hände
trichter=
förmig an den Mund und wurde deshalb feſtgenommen.
Der Angeklagte erklärt, daß er von der allgemeinen
Aufregung ganz irre geworden ſei und daß ihn ſpäter
die Schutzleute arg mißhandelt hätten. Die als Zeugen
hierzu geladenen Schutzleute beſtreiten dies jedoch mit
aller Entſchiedenheit. Es wird dann in die Erörterung
des Falles des Angeklagten Romanowski eingetreten,
der in der Waldſtraße die Schutzleute durch die Zurufe:
„Haut die Schweine” „Bluthunde” u. a. m. beleidigt
haben ſoll. Der Angeklagte Romanowski erklärt, er
habe zwar „Bluthunde” gerufen, damit aber nur die
Kriminalbeamten gemeint. Zeuge Papierhändler Dietz
hat ebenfalls beobachtet, daß Leute ohne jede
Ver=
anlaſſung von der Polizei geſchlagen wurden. Auf
Be=
fragen durch Rechtsanwalt Heine erklärt der Zeuge,
daß man im Stadtteile Moabit über das Vorgehen der
Polizei allgemein erregt war. Die Sache wäre gar nicht
ſo ſchlimm gekommen, wenn die Polizei nicht ſo ſcharf
vorgegangen wäre und wenn ſie ſich damit begnügt
hätte, nur die wirklich Schuldigen zu verhaften. Das
Einſchlagen auf das ruhige Publikum habe die
Erbitte=
rung noch geſchürt. Der Zeuge beſtätigt noch, daß er
nicht Sozialdemokrat ſei und ſich nicht durch politiſche
Erwägungen in ſeiner Ausſage beeinfluſſen laſſe. Der
Zeuge Wachtmeiſter Koch, der an dem betreffenden Tage
an der Stelle Dienſt tat, wo der Zeuge Dietz ſeine
Be=
obachtungen machte, behauptet, daß er von dieſen
Miß=
handlungen überhaupt nichts wiſſe. Dagegen ſeien die
Beamten in der gröblichſten Weiſe beſchimpft und
ver=
höhnt worden. Zeuge Mechaniker Troſt iſt Mitglied der
ſogenannten gelben Arbeiterorganiſation und bereits
längere Zeit bei den Siemens=Schuckertwerken
beſchäf=
tigt. Er hat von dem Balkon ſeiner Wohnung aus
verſchiedene Beobachtungen gemacht und geſehen, wie
ſich die Maſſen anſammelten. Es kam dabei aber zu
keinen Ausſchreitungen. Plötzlich zogen die Schutzleute
auf das Kommando eines Offiziers blank und ſtürzten
ſich auf die Menge, die mit Säbelhieben zurückgetrieben
wurde. Der Zeuge bezieht ſeine Ausſagen namentlich
auf den 29. September, am Tage vorher hatte ſich die
Polizei korrekt benommen. Zeuge Buchdruckereibeſitzer
Auge hat auf dem Balkon ſeines Hauſes geſtanden und
von dort aus Beobachtungen gemacht,=bis ihm die
Be=
amten mit erhobenem Revolver drohten, er ſolle von
dort weggehen. Zeuge Schultz iſt Mitglied einer
frei=
willigen Sanitätskolonne und hat aus freien Stücken
ſich unter die Menge begeben. Die Polizei habe ſich
überall maßvoll benommen, wenigſtens in den Fällen,
die der Zeuge beobachtet hat. Die weitere Erörterung
dreht ſich um den Fall des Angeklagten Senf, der aus
einem Straßenbahnwagen der Linie 20 heraus verhaftet
wurde, und zwar auf Veranlaſſung des Vorzeugen
Schultz, mit dem er in einen Wortwechſel
ge=
raten war. Zeuge Polizeileutnant Götze
bekun=
det, daß entgegen den Angaben des
Ange=
klagten an der fraglichen Stelle eine Menſchenmenge
von etwa 500 bis 700 Perſonen verſammelt war, die
aufgefordert wurde, auseinanderzugehen. Sie wurde
ſchließlich von der Beuſſelſtraße nach der Waldſtraße
zurückgedrängt. Von einem Beamten mußte ein Schuß
nach einem Hauſe abgegeben werden, von dem aus mit
Steinen geworfen worden war. Der Angeklagte Senf
behauptet wiederholt, daß zu der Zeit, wo er den
Straßenbahnwagen beſtieg, überhaupt keine
Menſchen=
menge vorhanden war, die könne ſich erſt ſpätexsange=
Nummer 288.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Seite 5.
ſammelt haben, es ſeien auch keine Ausſchreitungen
vorgekommen. Darauf werden die
Weiterverhand=
lungen auf morgen vertagt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in=vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Von den Hirſchköpfen bis zur Villa
Breitwie=
ſenberg brennt abends nicht eine einzige Laterne.
Bei=
der jetzt ſchon früh eintretenden Dunkelheit macht ſich
das, da dieſer Weg noch ſehr viel von Spaziergängern
begangen wird, ſehr ſtörend bemerkbar und iſt auch
nicht ohne Gefahr. Baldige Abſtellung iſt dringend
erwünſcht.
X.
Literariſches.
— Kürſchners Jahrbuch 1911. Welt= und
Zeitſpiegel=Kalender, Geographiſch=ſtatiſtiſches Handbuch
und Verkehrslexikon. (Hermann Hillgers Verlag,
Ber=
lin und Leipzig. Broſch. 1,20 Mk., elegant geb. 1,80 Mk.)
Ein Univerſal=Almanach in des Wortes eigenſter
Be=
deutung, vielwiſſend und Auskunft ſpendend nach all
und jeder Richtung hin. Man mag einem Gebiete
nach=
gehen, welchem auch immer es ſei, nie wird das
über=
aus praktiſch veranlagte Buch verſagen, jeder Frage
wird es Antwort zuteil werden laſſen in überraſchend
bündiger, aber erſchöpfender Weiſe.
— In der Sammlung „Aufwärts”, Bücherei
zur Belehrung und Erholung, herausgegeben von G.
Volk (Verlag von E. Grieſer in Frankfurt a. M.),
er=
ſchienen Nr. 11: Karl Weyprecht, ein deutiſcher
Nordpolarfahrer. Von Alex. Burger. Mit einem
Bildnis Weyprechts und 2 Abbildungen. 72 Seiten.
Einzelpreis geh. 30 Pfg. In dieſem Büchlein wird zum
erſten Male eine zuſammenhängende Darſtellung des
Lebens und der Reiſen Karl Weyprechts gegeben. W.,
der in Darmſtadt geboren war, gehörte zu den deutſchen
Männern, die in den ſechziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts auch für Deutſchland den Kampf um den
Nordpol aufnahmen. — Nr. 2; „Junge Helden”.
Erzählungen aus dem Kinderleben von Helene
Chriſtaller. Preis 15 Pfg. Die Schriftchen der
„Aufwärts=Bücherei” eignen ſich vorzüglich als
Weih=
nachtsgeſchenke für die Jugend und auch zu
Verloſungs=
zwecken bei Weihnachtsfeſtlichkeiten.
— „Gräme Dich nicht” nennt der Verfaſſer, Dr.
Bruno Beheim=Schwarzbach, ſein Buch, das
ſoeben im Verlag von A. Hofmann u. Ko., Berlin S.W. 68,
erſchienen iſt. Es iſt ein Buch für ſonnige
Lebensanſchau=
ung und bietet in ſeiner ganzen Form und Faſſung dem
von kleinen und großen Sorgen bedrückten Menſchen die
ſeltene Möglichkeit, ein ungetrübtes Glücksempfinden aus
einer volkstümlichen Schrift zu ſchöpfen. Mit klaren,
über=
zeugenden, vielfach humorvollen Worten ruft der Verfaſſer
den Menſchen zu, die Sonnenſeite des Lebens aufzuſuchen,
und gibt an, wie die Schattenſeiten zu vermeiden ſind.
Der Preis des gebundenen Exemplares beträgt 3 Mk.
— Weiße und rote Roſen. Neue
Lebensbil=
der von A. af Hedenſtjerna. Autor. Ueberſetzung
von Ernſt Brauſewetter. Zweite Auflage. Broſchiert
1 Mark ord., geb. 2 Mark ord. — Die köſtliche Art, mit
der Hedenſtjerna zu erzählen verſteht, hat ihn ſeit
langem zu einem Freund des deutſchen Leſepublikums
gemacht. Ein Beweis hierfür iſt die andauernde
Gang=
barkeit ſeiner Schriften, die in den verſchiedenen
Bän=
den, Ausgaben und Auflagen eine hohe Abſatzziffer
er=
reicht haben und weit verbreitet ſind. Hedenſtjerna iſt
ſomit ein Volksſchriftſteller im beſten Sinne des Wortes
auch in Deutſchland geworden. Beſonderer
Empfehlun=
gen bedarf es bei ihm daher nicht mehr.
— Stenographie für Kaufleute.
Lehr=
buch der Gabelsbergerſchen Stenographie. Von Dr.
A. Weiß, Direktor der Riemerſchmidſchen
Handels=
ſchule in München. 5. und 6. Auflage. Preis 2,75 Mk.
Verlag der modernen kaufmänniſchen Bibliothek, G.
m. b. H., Leipzig=R. Das Buch zeigt die Bemühungen
des Verlags, ein Lehrmittel zu ſchaffen, das allen
ge=
rechten Anforderungen entſpricht. Die ganze Anlage,
insbeſondere auch der Gedankeninhalt des Lern= und
Uebungsſtoffes drängen dazu, erwachſenen Kaufleuten
und allen kaufmänniſchen Unterrichtsanſtalten zum
Unterricht in der Stenographie nur dieſes Lehrbuch zu
empfehlen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 7. Dez. Der Präſident eröffnet die
Sitzung um 1 Uhr 15 Minuten. Haus und Tribünen
ſind mäßig beſetzt. Die Beratung des
Arbeitskammer=Geſetzes
wird bei § 11 fortgeſetzt. Die Kommiſſion hat die
Re=
gierungsvorlage, die das Alter der aktiven
Wahlbe=
rechtigung auf 25 Jahre feſtgeſetzt hatte, dahin
abge=
ändert, daß die Wahlberechtigung mit dem 21.
Lebens=
jahre beginnt. Abg. v. Bolko (konſ.): Die Faſſung
der Kommiſſion iſt für meine Freunde unannehmbar.
Junge Leute in dieſem Alter ſind noch nicht reif, um
hier mitzuſprechen. — Abg. Kulerski (Pole)
begrün=
det einen polniſchen Antrag, ſtatt des Wortes Deutſcher
der Vorlage und der Kommiſſionsfaſſung „Perſon” zu
ſetzen.
Staatsſekretär Delbrück: Ich bitte, dieſen
An=
trag abzulehnen; man muß das Wort Deutſcher
bei=
behalten, um zu kennzeichnen, daß nur deutſche
Staats=
angehörige das Wahlrecht haben ſollen. Auch bitte ich,
es bei der Feſtſetzung der Wahlberechtigung auf das
25. Lebensjahr zu belaſſen.
Abg. Severing (Soz.): Man könnte vielleicht
„Reichsangehöriger” ſagen. Die Einwände des
Staats=
ſekretärs ſind nicht ſtichhatltig. Die Polen bringen
einen Eventualantrag ein, anſtatt Deutſches Volk
Reichsangehörige zu ſetzen. — Abg. Wideberg. (Ztr.):
Die Arbeiter, die ſeit ihrer frühen Jugend im
prak=
tiſchen Leben ſtehen, ſind im 21. Jahre reif genug, um
ihr Wahlrecht auszuüben. Der polniſche Antrag
er=
ſcheint nach den Erklärungen der Regierung
überflüſ=
ſig, ebenſo wie der ſozialdemokratiſche. Wir bleiben
alſo bei der Kommiſſionsfaſſung. — Abg. Kulerski
(Pole) begründet den neu eingebrachten polniſchen
Antrag.
Staatsſekretär Delbrück: Der Begriff
Reichsan=
gehöriger leidet an einer gewiſſen Unklarheit, weil wir,
ſtreng genommen, keine Reichsangehörigkeit haben.
Abg. Behrens (wirtſch. Vgg.) und Abg. Dr.
Potthoff (Fortſchr. Vpt.) erklären ſich gleichfalls
gegen die Aenderung des Antrages. — Die
Abände=
rungsanträge werden abgelehnt und die
Kommiſſions=
faſſung angenommen. Zu § 12, Stimmrecht der
Arbeit=
geber, liegt ein ſozialdemokratiſcher Antrag vor, wonach
die Stimmen derſelben nicht mehr als ein Drittel der
Stiteätiaten betragen dürfen. Der ſozialdemo=
kratiſche Antrag wird abgelehnt und § 12 unverändert
angenommen. § 12 der Kommiſſionsfaſſung ſetzt die
Wählbarkeit auf das 25. Lebensjahr ſtatt 30. der
Regier=
ungsvorlage feſt; außerdem ſollen=noch die Arbeiter=
und Verbandsſekretäre das Recht der Wählbarkeit
haben, jedoch ein Viertel der Mitglieder nicht
überſtei=
gen dürfen. Ein ſozialdemokratiſcher Antrag will die
Beſtimmung ſtreichen, wonach Wahlberechtigte, welche
Armenunterſtützung erhalten haben, nicht wählbar ſind.
Abg. Bömelburg (Soz.) begründet dieſen
An=
trag. Angeſichts der bevorſtehenden Arbeitsloſigkeit
und der Teuerung müſſe jene Beſtimmung unter allen
Umſtänden geſtrichen werden. (Bravo! bei den Soz.)
Abg. Irl (Ztr.): Wir bleiben hinſichtlich der
Zu=
laſſung der Arbeiterſekretäre bei der
Kommiſſions=
faſſung. Der Einwand der Regierung, daß ſie nur die
Anſichten von in der Praxis ſtehenden Arbeitern hören
wolle, iſt doch nur Theorie und würde leicht umgangen
werden, indem der Verbandsſekretär im Nebenamt in
Arbeit treten würde; benachteiligt würden nur der
Mittelſtand, der kleine Arbeitgeber. — Abg. v. Bolko
(konſ.): Wir wünſchen, daß die Kammern ſegensreich
zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vermitteln.
Zu unſerem Bedauern geht das Zentrum hier andere
Wege als wir. Wir werden gegen die von der
Kom=
miſſion beſchloſſenen Beſtimmungen ſtimmen. — Abg.
Horn=Reuß (natl.): Wir ſtimmen für die
Beibehal=
tung des 30. Lebensjahres bei der Wahl. Die Gründe,
die man für die Zuziehung der Arbeiterſekretäre
an=
führt, können wir nicht anerkennen und auch für die
weiteren Zuſätze der Kommiſſion können wir nicht
ſtimmen. Kommen Arbeiterſekretäre in die
Arbeits=
kammern, dann wird ſich der Unternehmer ein
der=
artiger Mißmut bemächtigen, daß eine erfolgreiche
Tätigkeit der Kammern ausgeſchloſſen ſein dürfte.
Abg. Dr. Neumann (Fortſchr. Vpt.): Wenn die
Unternehmer ſagen würden, wir wollen keine
Sekre=
täre und Geſchäftsführer in den Kammern haben, ſo
wäre das verſtändlich, weil ſie Herr im eigenen Hauſe
bleiben wollen. Hiervon ſind die Arbeitgeber aber
längſt abgekommen, denn ſie ſind Syndikats= und
Ver=
bandsunternehmer geworden. Bedenken haben ſie heute
nur gegen beſtimmte einzelne Arbeiterſekretäre, aber
nicht mehr gegen das Prinzip. Es muß daran erinnert
werden, daß die Arbeiterſekretäre eine überſichtliche
Kenntnis der Betriebsverhältniſſe haben. Der
Arbei=
terſekretär iſt auch deshalb zu empfehlen, weil er
un=
kündbar iſt, wenn auch anzunehmen iſt, daß Arbeitern
nicht wegen ihrer Zugehörigkeit zur
Gewerbe=
kammer gekündigt wird. Seien wir alſo ehrlich
und geben wir ihnen das paſſive Wahlrecht.
Abg. Fiſcher (Zentr.): Die chriſtlichnationalen
Ar=
beitervertreter ſind keine Feinde der Induſtrie. Man
muß auch einmal den national geſinnten Arbeitern
entgegenkommen, indem die Kommiſſionsfaſſung zum
Geſetz wird.
Staatsſekretär Delbrück: Meine Erklärung,
daß die Aufnahme der Arbeiterſekretäre in die
Kam=
mern für uns unannehmbar ſei, ſoll unklar geweſen
ſein. Ich berufe mich auf den ſtenographiſchen Bericht,
der ausweiſt, daß § 13 in der Kommiſſionsfaſſung für
die Regierung unannehmbar ſei und bleibt. Ich bitte, ihn
alſo abzulehnen. (Bravo! rechts.) Die Tätigkeit der
Ar=
beiterſekretäre in den Kammern iſt tatſächlich nicht
notwendig. Wir ſetzen uns jetzt ſchon in geeigneten
Fällen mit den Vertretern in Verbindung; ſchließlich
ſind auch die Arbeiterſekretäre von ihren Auftraggebern
abhängig. (Sehr richtig! rechts — Unruhe links.) Ich
bitte aber dringend, erſchweren Sie das
Zuſtandekom=
men des Geſetzes nicht. (Lebh. Bravo! rechts.)
Abg. Schmidt=Berlin (Soz.): Die
Arbeiter=
ſekretäre müſſen zu den Arbeitskammern zugelaſſen
werden. Die Arbeiterſekretäre ſind tatſächlich die
beſten Sachwalter der Arbeiterintereſſen, da ſie die
beſten Kenner der Betriebe und in ſtändiger Fühlung
mit den Arbeitern ſind. Wenn für die
Reichstags=
wahlen das 25. Lebensjahr ausreicht, weshalb da nicht
für die Kammern. — Abg. Behrens (Wirtſchaftl.
Vgg.): Wir können uns nicht entſchließen, in dieſem
Stadium der Verhandlungen von der Forderung
der Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre abzuſtehen.
Abg. Giesberts (Zentr.): Wir müſſen an den
Kom=
miſſionsbeſchlüſſen feſthalten. — Abg. Kulerski
(Pole): Wir werden für die Zuziehung der
Arbeiter=
ſekretäre ſtimmen.
Der ſozialdemokratiſche Antrag auf Streichung
des Abſatzes 3 (Armenunterſtützung) wird
abge=
lehnt. Ueber die Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre
wird namentlich abgeſtimmt. Dafür ſtimmen 92 und
dagegen 111 Abgeordnete. Die
Kommiſſions=
faſſung, welche die Wählbarkeit der Sekretäre
be=
fürwortet, iſt ſomit angenommen. Der § 13 wird
unverändert angenommen und ebenſo gelangen
mehrere andere Paragraphen ohne Debatte zur
An=
nahme.
Darauf tritt Vertagung ein. — Nächſte Sitzung
Freitag 1 Uhr: Etatsberatung. Schluß nach 6 Uhr.
führung der 250=Kilometerzone bringe eine
Unter=
bilanz von rund 2 Millionen Mark und ſei nachder
Vorlage für die Regierung wertlos.
* Berlin, 7. Dez. Die Kommiſſion des
Reichstages für den Geſetzentwurf, betreffend die
Errichtung eines Konſulargerichtshofes
beſchloß nach längerer Debatte, daß dem neuen Gerichtshof
ſowohl Kolonialſachen, als auch die
Konſulargerichtsbar=
keit in höchſter Inſtanz zu überweiſen ſei. Er ſoll
dem=
gemäß die Bezeichnung Reichskolonial= und
Konſular=
gericht führen. Die Frage, ob das Gericht in Berlin oder
einem anderen Orte ſeinen Sitz haben ſoll, wurde
zurück=
geſtellt.
Die engliſchen Wahlen.
* London, 6. Dez., 11 Uhr 35 Min. Gewählk
ſind 106 Liberale, 146 Unioniſten, 20 Vertreter der
Ar=
beitspartei und 26 Redmondiſten.
* London, 6. Dez. Bis 1½ Uhr nachmittags
waren gewählt 89 Liberale, 126 Konſervative, 16
Mit=
glieder der Arbeitspartei, 19 Anhänger Redmonds.
Letzte =Nachrichten.
(Wolffsstelegr. Korrefp.=Bureau.)
* Wiesbaden, 7. Dez. Wegen Lebensüberdruß
in=
folge eines langjährigen Leidens erſchoß ſich heute
vormittag der 48jährige Inhaber= ſeines hieſigen
ſtech=
niſchen Bureaus, Louis König.
* Karlsruhe, 7. Dez. Das Herzog=
Regenten=
paar von Braumſchweig iſt heute gegen 1 Uhr
wieder abgereiſt; das Großherzogspaar hatte ihm das
Geleite zur Bahn gegeben.
* Metz, 7. Dez. Ein Unteroffizier der
Maſchi=
nengewehr=Abteilung des Infanterie=Regiments Nr. 130
wurde wegen Spionageverdachts verhaftet.
Den Blättern zufolge hat der Unteroffizier eingeſtanden,
von einem franzöſiſchen Spion für die Auslieferung eines
Maſchinengewehrlaufes bereits 400 Mark erhalten zu
ha=
ben und die Auszahlung der Reſtſumme von 500 Mark
habe in dem Augenblick erfolgen ſollen, als er verhaftet
wurde. Der franzöſiſche Spion iſt
entkomm=
men.
* Leipzig, 7. Dez. Das
Reichsgerichtsbe=
ſtätigte das Urteil des Kammergerichts, durch=dass die
Reichsbank zur Herausgabe des Depat=s
des Exſultans Abdul Hamid an dieſen
ver=
urteilt wurde; der Koſten wegen waren nur 40000. Mk.
eingeklagt worden. Es wurde geltend gemacht, daß
der Sultan die Herausgabe ſeines Depots als
Ge=
fangener unter einem gewiſſen Druck forderte. Das
Reichsgericht anerkannte den Standpunkt nicht und
erklärte es auch nicht für erforderlich, das Siegel, das
der Prozeßvollmacht beigedruckt war, auf die
Aehn=
lichkeit mit dem des Vertrages zu prüken.
* Braunſchweig, 7. Dez. In der Sitzung der
Lan=
desverſammlung wurde das Geſetz, betr. die
Feuerbeſtattung, im weſentlichen nach den
veröffent=
lichten Vorſchlägen der Regierung angenommen.
* Graudenz, 7. Dez. Wie Der Geſellige noch über
die Vergiftung der Familie des Arbeiters Matzat
mitteilt, ſind heute nacht auch die beiden 14 und 16 Jahre
alten Söhne geſto rben, ſodaß die ganze
ſieben=
köpfige Familie tot iſt. Heute nachmittag wurde
die Leiche des Arbeiters Matzat obduziert, um die Art
der Vergiftung feſtzuſtellen
* Toulon, 7. Dez. Der deutſche Kaiſer ließ dem
Seeſoldaten Lavault in Anerkennung ſeiner
gelegent=
lich der Bekämpfung des Brandes der deutſchen Kaſerne
in Peking vor zwei Jahren bewieſenen Aufopferung 4000
Mark überweiſen. Die Summe wurde Lavault von der
Polizeibehörde ausgehändigt.
* Berlin, 7. Dez. In der Sitzung der
Bud=
getkommiſſion wurde die Abſtimmung über die
Fernſprechgebührenordnung vorgenommen. Sie hatte
folgendes Reſultat: § 1. Für jeden Anſchluß an das
Fernſprechnetz wird eine Grundgebühr und entweder
eine Geſprächsgebühr oder eine Pauſchgebühr, je nach
der Wahl des Teilnehmers, erhoben. § 2 wird nach
der Regierungsvorlage angenommen. § 3: Die
Ge=
ſprächsgebühr beträgt 4 Pfg. für jede Verbindung; die
Pauſchgebühr bei nicht über 2000 Verbindungen 75
Mark jährlich, bei 2000 bis 4000 Verbindungen 140
Mark, bei 4000 bis 6000 Verbindungen 200 Mark, bei
6000 bis 8000 Verbindungen 250 Mark, bei 8000 bis
10000 Verbindungen 300 Mark jährlich. Die
Höchſt=
zahl der bei dem Anſchluß zuläſſigen
Geſprächsver=
bindungen beträgt 10000 jährlich. Die Paragraphen
4 und 5 werden nach der Regierungsvorlage
angenom=
men. Der Paragraph 6 wurde beſtimmt nach dem
An=
trage des Korreferenten. In den Paragraphen 2 und 4
können die beſtimmten Gebührenſätze durch den
Reichs=
kanzler ermäßigt werden. § 7 regelt die Gebühren
zwiſchen den verſchiedenen Netzen und Orten. Sie
betragen für eine Verbindung bis zu drei Minuten
Dauer und bei einer Entfernung bis zu 15 Kilometer
10 Pfg., bis zu 25 Kilometer 20 Pfg., bis zu 50
Kilv=
meter 25 Pfg., bis zu 100 Kilometer 50 Pfg., bis zu
250 Kilometer 75 Pfg., bis zu 500 Kilometer 1 Mark,
bis zu 750 Kilometer 1.50 Mark und bis zu 1000
Kilo=
meter 2 Mark; für jede weiteren angefangenen 250
Kilometer 50 Pfg. mehr. Die Paragraphen 8, 9 und
10 werden nach der Regierungsvorlage angenommen.
§ 11 beſtimmt, daß die Anordnungen des
Reichskanz=
lers über die Höchſtzahl der zuläſſigen Beträge
öffent=
lich bekannt zu machen ſind. § 12 ſetzt den Termin für
das Inkrafttreten des Geſetzes auf den 1. Oktober 1911
feſt. Staatsſekrefär Krätke erklärt, die Wiederein=
* Weitere Volkszählungsergebniſſe: Barmen:
169019 gegen 156080 im Jahre 1905; Elberfeld:
170066 gegen 162853 i. J. 1905; Königsberg: 248059
gegen 223770 im Jahre 1905; Erfurt: 111 498agegen
98847 im Jahre 1905.
— Siegburg, 7. Dez. In der Königlichen
Geſchoeß=
fabrik wurden bei einer Gasexploſion fünf
Ar=
beiter ſchwer verletzt; zwei wurden weitsfortgeſchleudert,
erlitten aber nur leichtere Verletzungen.
— Karwin (Oeſterreichiſch=Schleſien), 7. Dez. Die
Pferde eines Wagens, in dem ſich der Direktionsſekretär
des Grafen Larich, Mathei, deſſen Gattin, ſowie deren
Kuſine, Frl. Faltin aus Wien, befanden, gingen durch.
Sämtliche Perſonen wurden aus dem Wagen geſchleudert.
Frl. Faltin wurde getötet, der Kutſcher
lebensgefähr=
lich und Herr und Frau Mathei ſchwer verletzt.
Auf ärztlichen Rat!
Höchſt a. Nidder, 9. April 1910. Ich habe auf
ärzt=
liches Anraten hin innerhalb 6 Wochen 2 Pakete „Bioſon”
verbraucht und zwar bei Blutarmut, Appetitloſigkeit und
Nervenſchwäche. Nach kurzem Gebrauch hat ſich der
Appetit ſowie das Allgemeinbefinden gebeſſert, was ſich
durch beſſeres Ausſehen und Zunahme des
Körper=
gewichtes bemerkbar machte. Hochachtungsvoll! Philipp
Steder, Schneider, Höchſt a. Nidder, Poſt: Altenſtadt
(Oberheſſen). Unterſchrift beglaubigt: Juſtizrat Kraft,
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Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Nummer 288.
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Rechtsanwalt Dr. Karl Waldi
und Frau Katha, geb. Wolff.
Schopfheim, 5. Dezember 1910.
Dankſagung.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher und
liebe=
voller Anteilnahme, ſowie für die überaus reichen
Blumenſpenden anläßlich des Hinſcheidens meiner
innigſtgeliebten, unvergeßlichen und treuen Gattin,
unſerer lieben, guten und treubeſorgten Mutter,
Schweſter, Schwägerin, Tante u. Schwiegermutter
Frau
Elisabeth Hornung
geb. Dehn
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Georg Hornung u. Kinder.
Darmſtadt, 7. Dezember 1910. (B23708
Heidelbergerſtraße 90.
Todes-Anzeige.
Heute verschied nach langem schweren Leiden unser langjähriges
Parteimitglied
(23714
Herr S. M.
Er war jederzeit bereit, seine hervorragenden Fähigkeiten in selbstloser
und hingebender Weise in den Dienst unserer Partei zu stellen.
Sein Andenken wird dauernd von uns in Ehren gehalten.
Darmstadt, den 6. Dezember 1910.
Der Vorstand
der fortschrittlichen Volkspartei Darmstadt.
Justizrat Gallus.
Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag 4 Uhr in Alzey (Rheinhessen) statt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern morgen 4 Uhr verſchied meine
treue innigſtgeliebte Frau, unſere gute Mutter
Frau Marie Beuler
geb. von Drau.
Um ſtille Teilnahme bitten
August Beuler u. Kinder.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des hieſigen
(23690
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſtaeliebten Gatten, unſeren lieben
guten Vater, Bruder, Schwiegervater,
Groß=
vater, Schwager und Onkel
(23695
Johannes Hartmann
Buchhalter
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Hartmann, geb. Kamberger.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1910.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag
3½ Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei der ſchweren Krankheit und dem Hinſcheiden
(23631
unſerer unvergeßlichen Schweſter
Elise
und für die reichen Blumenſpenden, ſagen wir
Allen herzlichen L ank.
Helene u. Chr. Wirthwein.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden unſerer lieben Schweſter, Schwägerin
und Tante
(*29876
Diakonisse
Susanne Wenner
insbeſondere dem Herrn Pfarrer für die
troſt=
reichen Worte, ſagen wir unſeren wärmſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
etie etetenhe
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
Wetterlage hat ſich ſeit geſtern wenig verändert. Ueber
dem Atlantiſchen Ozean lagert eine tiefe Depreſſion
und Rußland bedeckt noch immer hoher Druck.
Infolge=
deſſen wehen in unſerem Gebiet öſtliche bis ſüdöſtliche
Winde. Beim Vorüberziehen eines kleinen Teiltiefs
fielen in Heſſen geringe Niederſchläge. Da jenes Tief
füdliche Winde anſagt, dürſte es etwas milder
wer=
den. Unter dem Einfluß der weſtlichen Zyklone wird
die Bewölkung ſortdauern. Es iſt mitder geworden.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 8.
Dezember: Wechſelnde Bewölkung, ſtrichweiſe geringe
Niederſchläge, etwas milder, ſüdöſtliche Winde.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Der fliegende
Holländert
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Klavier=Abend von Alice Ripper um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Vortrag des Evangeliſten Veller um 4 und 8½ Uhr
Rheinſtraße 2.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß=
Konzert um ½, 8 Uhr im Bürgerkeller
Konzert um 8 Uhr in Schuls Keller=Reſtaurant.
Ausſtellung von Jugendſchriften und Bildwerken im
Rathaus (geöffnet von 4—7 Uhr).
Vorſtellung um 8 Uhr im Reſidenztheater.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtrage): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
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Pfung=
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Mobiliar=Verſteigerung um 10 Uhr im Hotel
„Zur Krone” zu Jugenheim.
Dut und beriagt z. 2. Peitleiſe gemeanctent=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich::
zurückgeſandt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 288.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
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4 Bayr. Eiſenbahnanl. .
do.
91,25
3½
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3
4 Hamburger Staatsanl. 100,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,00
do.
91,40
3½
do.
80,60
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4 Württembergerv. 1907 101,80
93,80
do.
3½
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½ Griechen v. 1887 . . 49,20
35 Italiener Rente . . .
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do. Goldrente . . 98,8)
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4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . . . . . . 91,70
4 Serbier amort. v. 1895 83,90
4 Türk. Admin. v. 1903 86,80
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4 Ungar. Goldrente . . 93,80
do. Staatsrente . 92,10
5 Argentinier . . . . . . 101,20
90,00
do.
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5 Chineſ. Staatsanleihe 102,20
98,80
do.
4½
97,80
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4 Darmſtädter Bank . 130,75
Deutſche Bank . 259,25
4 Deutſche Vereinsbank 126,40
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Dresdner Bank. 162,60
Mitteldent. Kreditbk. 121,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 130,50
105,00
Pfälzer Bank .
143,75
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank 139,90
Wiener Bank=Verein 139,80
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,80
do. S. 19. . . . . 91,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,20
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 99,00
do.
3½
90,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 100,70
do.
3½.
91,70
4 Meining. Hyp.=Bank 99,00
do.
90,80
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,60
do. (unk. 1914) 90,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
3½
g,
91.5h
InProz.
Bf.
Städte=
Obligationen
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4 Darmſtadt.
3½ do.
91,30
4 Frankfurt . .
101,00
3½ do.
95,30
4 Gießen .
3½ do.
91,60
4 Heidelberg
99,90
3½ do.
91,00
4 Karlsruhe
3½ do.
91,00
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3½ do.
4 Mainz
3½ do.
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4 München .
100,00
3½ Nauheim
90,80
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4 100,30
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910
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28)
Andrees komm, gib die Hand, rief Antje, dies iſt
ein — Herr.
Rolf dankte ihr mit einem Blick. Er ergriff des
Knaben Hand und wog ſie.
Wie alt biſt Du?
Zwölf.
Was willſt Du werden?
Marſchbauer.
Sieh mal an! Dann kannſt Du ja bei mir in die
Lehre kommen; ich bin Marſchbauer.
Der Junge nahm die Worte ernſter als ſie
geſpro=
chen wurden.
Ja, wenn der Herr mich haben will, — ich weiß
ſchon gut Beſcheid mit dem Vieh.
Abgemacht! ſagte Rolf fröhlich. Er ſah auf Antje.
Alſo der Junge kommt zu mir, wenn er konfirmiert iſt.
Andrees war noch nicht zufrieden. Wo wohnt denn
der Herr?
In Bredwort, auf Rethwiſchhof, entgegnete Rolf.
Er hätte den Knaben gleich an der Hand mit nach
Hauſe nehmen mögen. Er merkte es gar nicht, daß
Antje hinter ſeinem Rücken kramte.
Wann ſoll ich denn antreten, fragte Andrees
wei=
er: Alt=Mai (12. Mai) oder Neu=Mai (1. Mai).
ſe er etnige ut es e t.
friſche Art des Knaben; ſie amüſierte ihn, und
gleich=
zeitig kam ihm die Erinnerung an jenen zwölften Mai,
da Antje ihren Dienſt auf Rethwiſchhof angetreten
hatte.
Alt=Mai, rief er, wir ſind noch ans der alten Zeit.
Noch einmal flogen ſeine Blicke liebkoſend zu der
klei=
nen Frau hinüber, die roſig erglüht neben ihrem
großen, männlichen Knaben ſtand; dann ging er.
Im Wirtshauſe war unterdeſſen weiter gezecht
worden und die beiden Handelsleute hatten ſich einen
gehörigen Rauſch angetrunken. Rolf Anderſen wurde
mit Hallo begrüßt und mit Fragen nach dem Grunde
ſeiner langen Abweſenheit beſtürmt. Als er nur ein
ſtilles, zerſtreutes Lächeln zur Antwort hatte, in
ruhi=
ger, nüchterner Weiſe ſeine Rechnung beglich und gleich
darauf anſpannen ließ, gab man dem Verdacht Raum,
daß er auf dem Heuboden des Wirtes ſeinen Rauſch
ausgeſchlafen habe.
Lächelnd ließ er alle Neckereien über ſich ergehen.
Was ſollte er darauf antworten? Er hatte keine Luſt,
ſeine Gedanken von dem ſchönen Bilde, bei dem ſie
weilten, abzulenken.
Als er ſpäter ſeiner Gefährten ledig wurde und
allein auf ſeinem Wagen ſaß, ſtieg ihm Antjes Bild
immer lebhafter vor Augen. Es erfüllte ſeine Seele
ſo ſehr, daß er ganz vergaß, das Pferd anzuſpornen,
und dieſes verfiel öfter in eine Gangart, die nahe ans
Stillſtehen grenzte.
Ziemlich ſpät langte Rolf zu Hauſe an. Als der
Wagen mit einem Ruck vor der Haustür hielt und er
auf den Hofplatz blickte, auf die Stelle, wo heute
mor=
gen ſein Töchterchen hin= und hergehüpft war, fiel ihm
plötzlich ein, daß er das, was ihn in Antjes Möllers
Laden getrieben, vollſtändig vergeſſen hatte. Dies tat
ihm des Kindes wegen leid; er fühlte ſich faſt ſchuldig.
Mit grämlicher Miene brachte Frau Karline die ſteif
gewordene Buchweizengrütze und die verſchmorten
Bratkartoffeln auf den Tiſch. Das Eſſen iſt ſchlecht
ge=
worden, murrte ſie, aber ich kann nichts dabei tun,
wenn Du nicht zur rechten Zeit da biſt.
Iſt Wiebke ſchon zu Bett? fragte Rolf.
Schon? entgegnete ſie ſcharf, mit einem
bezeichnen=
den Blick auf die Uhr. Die Uhr iſt neun, wie lange
ſoll ſie denn aufbleiben?
Schweigend aß Rolf ſein Abendbrot. Es ſchmeckte
ihm nicht, er ſchob den Teller zurück und ſtützte den
Kopf in die Hand. Nie war ihm ſeine Häuslichkeit ſo
ungemütlich vorgekommen wie heute. Es mochte wohl
daher kommen, weil er heute nach langer Zeit wieder
mal Sonnenſchein geſehen hatte. Nun konnte er ſich
im Dunkeln nicht mehr zurechtfinden. Frau Karline
kam mit einer Hand voll Tüten herein, die ſie auf den
Tiſch legte. Das war doch auch nicht nötig, nörgelte
ſie, daß Du gleich einen ganzen Laden leer kaufteſt.
Du verwöhnſt das Kind ja. Was ſoll daraus werden?
Rolf Anderſen ſah auf die Tüten und ſein Herz
wurde warm. Antje hatte ihm, während er mit An=
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1 Pfund
5
1.35 Mk.
2.60
10
Anton Braunwarth
Alle übrigen Backartikel in
neuer, erſtklafſiger Ware. (23231a
Sitete 1 te ent. n.
z. verk. Mauerſtraße 26, pt. (*29790md
Walfiſch=Fett,
Krebs=Fett,
altbewährte
Schuh- u. Leder-
Konservierungsfette
in Doſen à 10, 20 und 30 Pfg.
Büffelhaut=Fett
à 25 und 50 Pfg.
bei
(21616a
Gebrüder Vierheller
Darmſtadt.
drees ſprach, die Sachen in die Taſchen geſteckt, ohne
zaß er es gewahr geworden war. Nun konnte Klein=
Wiebke ſich beim Erwachen freuen über die rot=weißen
Pfeffermünzſtangen, die bunten Bonbons und
Zucker=
erbſen. Er aber lächelte froh, als er ſich die Pfeife
ſtopfte. Antje war eine kleine Zauberin; nun mußte
er auch hier in ſeinem düſteren Hauſe ihrer noch mit
Liebe gedenken. Es war ihm, als müſſe er laut rufen:
Antje, und als würde ihm aus weiter Ferne ihre liebe
Stimme Antwort ſingen: Ja-ah!
VIII.
In dem jungen Andrees wirkte die Begegnung
mit dem Vater noch lange nach. Er war noch ganz
aufgeregt, als er ins Bett ging.
Mutter, ſagte er eifrig, ſo ein Bauer will ich auch
werden; das iſt einer! Krüſchan Nahwer iſt ja gar
kein richtiger Bauer, ihm gehören ja die ſchönen Ochſen
gar nicht ſelber. Ich verdiene mir erſt eine ganze
Maſſe Geld; dann kauf ich mir einen großen Hof und
heirate eine große Frau. Mieken iſt doch zu klein für
mich, nicht wahr?
Sie wird noch wachſen, meinte die Mutter.
Ein paar neue Stiefel kriege ich doch und eine
neue Jacke, nicht wahr? Mit dieſer alten kann ich nicht
geßen auf Rethwiſchhof.
Rethwiſchhof! Wie gut der Junge aufgepaßt hatte.
Die Mutter ſtrich ihm über das volle, blonde Haar.
Es wird ſich alles finden.
Am Abend ſaß ſie Dreesohm gegenüber; Krüſchan
Nahwer war nicht gekommen. Sie ſaß auf dem alten
Rohrlehnſtuhl der Mutter; er war jetzt ſo gebrechlich,
daß nur Antje darauf ſitzen konnte.
Dreesohm, fragte ſie, haſt Du ihn geſehen?
Er nickte, aber er ſagte nichts.
Ohm, was denkſt Du?
Ich denke, daß meine kleine Antje, wenn ich einmal
abgehe, noch lange nicht verlaſſen iſt.
Du denkſt wieder viel zu weit, ſagte ſie liebevoll
ſcheltend.
Als ſie zu Bett ging, blieb ſie lange vor der
Bett=
ſtelle des Knaben ſtehen und betrachtete ihn. Er lag
im feſten, geſunden Jugendſchlaf. Sie faltete ihre
Hände, ihre Augen fielen auf den Wandſpruch. Hell
und grün ſchimmerte es ihr entgegen: „Hoffnung‟.
In dieſer Zeit reifte Andrees wie ein Bäumchen,
das die erſten Früchte trägt. Er nahm ſich vor, für
ſeine Mutter zu arbeiten, damit ſie es ſpäter nicht mehr
nötig hatte, in dem kleinen Laden auf der Lehmdiele
zu ſtehen bei Zugwind und Kälte, immer zu laufen und
zu eilen, wenn auch nur ein Nachbar kam, um ein
Talglicht zu kaufen, oder ein Kind, das für fünf
Pfennige Senf kaufte.
Er haßte den Laden mit ſeinen ſüßen Sachen, mit
ſeinen Kupfer= und Nickelſtücken, ſeinen Gewichten und
hunderterlei Kleinigkeiten. Er liebte die grüne, freie
Natur, die lebendigen Tiere, die blaue Luft. Der
Knabe fing an, ſich Aufgaben zu ſtellen, große, ernſte
Aufgaben, zu deren Ausführung Mannesmut und
Manneskraft gehörten. Er wuchs dabei innerlich und
äüßerlich. Frau Antje konnte ſich ſchon jetzt auf den
kräftigen jungen Stamm ſtützen.
Mit vierzehn Jahren wurde Andrees konfirmiert.
Er kam gleich nach der Konfirmation vom Hauſe fort.
Antje hatte ihm eine Stelle geſucht bei einem Bauern
in der Nähe des Dorfes. Wohl hatte der Knabe die
Mutter erinnert an den großen Bauern, der einmal
bei ihnen war und der ihn doch haben wollte, Aber
Antje hatte ihn beruhigt. Das wäre nur Spaß
ge=
weſen; er könne ja ſpäter immer noch einmal anfragen.
Jetzt ließe ſie ihn nicht ſo weit fort; denn Dreesohm
würde alt, das ſolle er bedenken. Wenn er im Dorfe
bliebe, könnte er die Mutter faſt alle Tage ſehen und
jeden Sonntag zu ihr kommen. Das gab den
Aus=
ſchlag, und etwas niedergedrückt gab Andrees nach. Bei
Frau Antje aber hatten noch mancherlei andere
Be=
denken mitgewirkt. Sie wußte, welche Luft auf
Reth=
wiſchhof wehte. Es war keine Luft für ihren friſchen,
fröhlichen Jungen, der im Sonnenſchein ihrer Liebe
aufgewachſen war. Auch bangte ihr davor, daß Rolf
ſich verraten würde, daß ihre Wege ſich bei dieſer
Ge=
legenheit kreuzen könnten; das durfte nicht ſein. Sie
hatten ſich ja viel zu lieb, als daß ſie gleichgültig an
einander vorübergehen könnten.
Sie fand auch bald eine paſſende Stelle für den
Jungen; ſie ſprach ſelbſt mit dem Bauern und der
Frau und war froh, als ſie ihren Jungen in guten
Händen wußte.
(Fortſetzung folgt.)
[ ← ][ ][ → ]Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
ℳ8 123.
Donterstag, 8. Dezenber.
1910,
III. Ziegenhöcke.
Die Körkommiſſion:
gez. Dr. Weinsheimer, Kreisveterinärarzt.
gez. Leichtweiß, Beigeordneter in Hahn.
gez. Hickler, Bürgermeiſter in Meſſel.
n. 2. Gg. Burger zu Ober=Ramſtadt, 3. H. Emich zu
H. Gerbig zu Erzhauſen, 6. Val. Roth II. zu Eſcholl= elwärt rter wurden mit Prämien bedacht: 1. H. Maurer zu Arheilgen,
Roßdorf, 4. H. Heß IV. zu Weiterſtadt, 5. H Gemeinde des des Bockes 5 brücken, 7. Phil. Reitz VI. zu Gräfenhauſen, 8. Eduard Morgenroth zu Griesheim, 9. Jak. Schmidt Halters Wärters zu Hahn 10. K. Laumann zu Meſſel, 11. G. Walter II zu Nieder=Ramſtadt u. 12. Fr. Joſt zu Wixhauſen. Jahre rei 2 Darmſtadt, den 30. November 1910. Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey. t. Arheilgen Gemeinde Heinr. Maurer 1½
11½ Saanen weiß § 1—2
1—2 1—21
1—2. 1—.
21— Ergebniſſe der Beſichtigungen der Bullen, Eber u. Ziegenböcke im Jahre 1910. 1½
1½ 21 (1—2
1—2 211—2
21—2 2 1 Vorbemerkungen: Die Note 1 bedeutet „ſehr gut”, die Note 2 bedeutet t „gut”, die Note 3 11½ 2—3- 1—2 1—2 1 bedeutet „mittelmäßig‟. die Note 4 bedeutet „gering”. . 2 1—2 1—2
1—21—2
1—21—2) 1 1 I . Bullen. 2 1—2 21—2 1 Gemeinde Name
des
Bullen=
hutern Name des
Bullen=
wärters (5s Abſtammung,
Raſſe Farbe Bemerkungen 11
13 Braunshardt
Darmſtadt P. Klink II.
Gemeinde W. Hirſch 1½ 1—2 1—2) 1 2
2 Arheilgerſtr. tſcheck 1-2/1-2/1. 1½ 1—2/1- —2 Arheilgen Gemeinde S Mhkemer 2½ Simmentha n 2 (1.2/1.2
22 21 2 1½ 2 (1—2
2 14 gelbſcheck 2.311.2/1 abſchal aff.,
für 1 reinen 16 2 (1-2/1-21.2 2 1 ie eleinſtellen. I17 Braunshardt
Ad. Bender
G. Schmidt II. 1½ 21
2 (18g Darmſtadt
Beſſungerſt tr. H. Schneider 1½
1½ 1 1—
21— —2 1 1
—2 7Darmſtadt 211.2 1 1½ 1—2 Arheilgerſtr. r. Gemeinde W. Hirſch 1¾ 2 1-2 1—2 „ Beſſungerſtr. H. Schneider 2½ 2 2 11-2 21-2
1-2/1.2 1
1-2 2 1-2) 2 1 22 5 11—2 1. Eberſtadt Fr. Kölſch „
Simmth. Kre 2
2 23) Eberſtadt
24) Fr. K 1½ 1—21
2 1—211—2)
—2 11 1.2 2 (1-2 25 1½
1½ 2 1—2 12 2 Erzhauſen H H. Gerbig Simmenthaler 23 311.2 21.2 21 26 6 1½ 2 1—2 1—2 13 Simmth. Kreuzg. 2.3 1-2 21-2 1 2 1—2 1—2 14 Eſchollbrücken Val. Roth II. Simmenthaler (1.2 211-2 1 an 2½ 1—2 211 —2 15 1-211-2 21 - 2—311—2 1—4 16
17 Eich
Gräfenhauſen Ph. Dickler
Gemeinde Ph. Reitz VI. 2½ weiß gelbrot=
ſcheck t= 2 3
1-2 2-3
21-2 32.3
21 DieKklauen ſind
auszuſchn. Der 31 Eich
Erzhauſen G. DicklerII
Gemeinde H. Gerbig 1— 2/1— 1 Der 4. B 18
19 Griesheim Ed. Morgenroth (2½
h12 gelbſcheck 2
2 11-2 1.211.2
1.2 2 1.
21 3. Faſel iſt an=
gekauſt.
3. Faſſel iſt an=
zuſchaffen. 32
33 1½
1½ 1—2
1—211 21—2
21—2 alsbald anzu=
ſchaffen 20 11½ „ 2 1.-2 311.2 1 34 Eſchollbrücke Bal. 2½ —2 — 2 1. Hahn Jacob Schmitt t3½ Orig. Simmenth. 11.2 1-211-2) 1 35 1½ —2
—2) 1 Simmenthaler (1-24 1.2 211.21 1½ —21—211—2 Meſſel K. Laumann 3½ Orig. Simmenth. 1.2 211-2 2/1-2 21 37 1—2 211—2 23) 1-2 21-2 1 2 1 381 Grefenhauſen Phil. Reitz VI. 1½ 11—2 1—2 3 25 111 2 1-2 1-2 21 139 1½ 5 1—2 211—2 26 6Nied.=Beerbach hPh. Schwinn Simmth. Kreuzg. 2 2 2 2 11½ 1—2 211—2 27 3 2 22 1—2 1—2 28 8 Nieder=Ramſt. eten J. Walter II. 2 (1.2 21.2 1-2 1 Griesheim Ludwig Luft 1½ 2 29 2 1-2 21-2 21 1½ 30 Ob.=Ramſtadt G. Burger 2 1-2 31.21 1½ 31 2. 1-2 1.2 21 32 rotſcheck 2 1-211-2 21 33 Pfungſtadt 4 Ludw. Rau IV. 2½ Simmenthaler gelbſcheck 2 1.2 211-2 1 2 1-2 1-2 21 13 2. 1-2 1.2 1 Roßdorf Fr. Emich 3½ Simmth. Kreuzg. 1.21 1-2 21-2 1 2 1-2 21-2 21 2 1-2 1-2 21 Jacob Schmitt 21 1.2 1-2 2 1. 53 eihn 4 14 1 21—2 40 Schneppenhauſen P. KunzIII. Simmenthaler 2 2 2 2 54 1½ —21- 1—211—2) 41 M. Harnisch eg. 2 2.3 5 2 55 1—2 42) Traiſa Gemeinde M. Rieſinger 3Simmth. Kreuzg. e 2.311 1-2. 21.2 1 DieKlauen ſind 56) 3 1—2. *1—2 43 Weiterſtadt H. .Heß IV. 4 Simmenthaler (2.311 1-2 1.2 21 auszuſchneiden. 57 7 Meſſel 1 K. Laumann 1ſ 1—2 1. 44 3½ 2 Simmth. Kreuzg. 2 1-2 21.2 1 58 2 1—2 45 2 , 2 1.2 21.2 1 591s Nied.=Beerbach Ad. März 11½ 32 2—4 46 Wixhauſen Friedrich Joſt 3½ Simmenthaler 1-2 21. 1 60 1½ 2 2—. 47 1 1-2 1 161 Nd.=Ramſtadt Gemeinde J. Walter II. 26. 1—2 21—2 48 5 gelbrotſcheck 2 1 62 2½ 2 1—2 I 63 11½ 2 1—2 Die Körkommiſſion: 64 2 1—2 gez. . Dr. Weinsheimer, r, Kreisveterinärarzt. 65 5Ob.=Ramſtadt Georg Burger 14 2 1—2 gez. Hickler, Bürgermeiſter in Meſſel. gez. Leichtweiß, Beigeordneter in Hahn. 66 II. . Eber. , —2 - 1—2 —2 Gemeinde Name Name .
2 Alter
bes Abſtammung Bemerkungen Pfungſtadt Ludw. Rau IV 1—8
1—21 1
1—2 des
Eberhalters Eberwärte des Ebers
Ra
ters
(Jahre 1
1—2
1—2 1—21—2)
1—21—2
1—2/1—2) 1—2 1 Achtlen Heinr. Schmidt Vered. Landſchw. weiß 1—2 2 Braunshardt Val. Schmitt Deutſch. Edelſchw. 2 1—- 21—2 3 Darmſtadt Fr. Emich 2½ 2 1—2 1—2 Arheilgerſtr. Gemeinde W. Hirſch ſch 2 1- 211.2) 1. Ri dorf Jaanen n weiß1—2 1—8 211—21—3 4 „ Beſſu gerſtr. H. Schneider Vered. Landſchw. „ 11.2 211-2 21.2 1 11½ 2 1—2 21—2 1—2 Eberſtadt Friedr. Kölſch 1½ Deutſch. Ede 1-2 2 22 —31 1—2 21—21—2 2 2 2 — Z 311—2 21—2 211—2 Erzhauſen H. Gerbig 2 22 84 1—21 1—2 211—2 8 Eſchollbrücken Ludw. Opper 2 2 2 184 Schneppenhauſen L. Bender 9 Gräfenhauſen H. Brenner 1-2 5 2 5 185 10 0 Griesheim H. Höhl X. 3 2.3 3 2.3 Beide Eber ſind 86 Traiſa Gemeinde M. Rieſinger 1½ 11
12 H. Feldmannx.
Hahn Dan. Stark II. - 2
2 3
2 2 lahm. esiſtda=
her ſof. 1weit.
Eber anzuſch. 88. Weiterſtadt H. Heß IV. 1½ Nr. 89 (krank) iſt R. Hamberger 2 2 5
2 891 1½ ſabzuſchaften 1
weitere Böck= 14 4 Meſſel* J. Laumann IV 1-2 2 2 90
91 ſen ſon 15 Nied.=Beerbach Adam Merz 1-2 2 2 2.3 Joſt) 11 16 Nd.=Ramſtadt Gemeinde J. Walter II. 2 1.2 1-21 17 7Ob.=Ramſtadt G. Burger 2 1 1 1 33 1½ 8 Pfungſtadt L. Rau IV. 1 1-21 1-2 1 19) 1-211 1-21 1.2 1 20 ) Roßdorf G. Gunkel II. g Vered. Landſchw. 2 2 2 2 21 Schneppenhauſen n K. Zimmermann Deutſch Edelſchw. 2 2 2 2 35 Traiſa Gemeinde M. Rieſinger I Vered. Landſchw. 21 1.2/1 1.2 1 23
24 Weiterſtadt Peter Jung
M. Petri V. Deutſch. Edelſchw. 1 2
1-2 iſe 1 (23727 25 5 Wixhauſen Georg Lotz VI. 1.2 2 Die Körkommiſſion: :
gez. Dr. Weinsheimer, Kreisveterinärarzt.
gez. Hickler, Bürgermeiſter in Meſſel.
gez. Leichtweiß, Beigeordneter in Hahn.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 4 Pinſcher. 1 Forterrier (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei den 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
5p., ade Einrichtung (Gasofen mit Wanne,
2 gut erhalten, zu verkaufen. Näh. in
(*29803dsg
der Exped. ds. Bl.
ſehr gut erhaltene Gehrock=Anzüge für
mittlere Figur abzugeben
(*29815
Heinrichſtraße 63, 1. Stock.
ee en eren
Hessische Handelslehranstalt
Rheinstrasse 1
Darmstadt
am Ernst-Ludwigsplatz.
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Berut.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 10. Januar, vormittags 8 Uhr.
Anmeldungen werden frühzeitig erbeten.
(22362a
Prospekte durch Wilhelm Siedersleben, staatl, geprüfter Handelslehrer.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910
Nummer 288,
Bekanntmachung.
Nach § 60 der Gewerbeordnung für das Deutſche Reich ſind
Wandergewerbe=
ſcheine (Gewerbeſcheine zum Hauſierhandel ꝛc.) nur für die Dauer des Kalenderjahres
gültig, für das ſie erteilt worden ſind. Unter Hinweis auf dieſe Beſtimmung fordern
wir daher alle dahier wohnhaften Intereſſenten, die den Gewerbebetrieb im nächſten
Jahre fortzuſetzen oder zu beginnen beabſichtigen, hierdurch auf, ihre Anträge auf
Erteilung eines Wandergewerbeſcheines für das Jahr 1911 alsbald bei dem
zuſtän=
digen Revierpolizeikommiſſär zu ſtellen.
Bei verſpätetem Antrag haben die Säumigen es ſich ſelbſt zuzuſchreiben, wenn
die Scheine nicht rechtzeitig ausgefertigt werden können.
Gründe, welche der Erteilung eines Wandergewerbeſcheines
entgegen=
ſtehen oder entgegenſtehen können, ſind folgende:
1. wenn der Nachſuchende mit einer abſchreckenden oder anſteckenden Krankheit
behaftet oder in einer abſchreckenden Weiſe entſtellt iſt;
2. wenn er unter Polizeiaufſicht ſteht;
3. wenn er wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht, gegen das
Eigen=
tum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorſätzlicher Angriffe auf das Leben und
die Geſundheit der Menſchen, wegen Land= und Hausfriedensbruchs, wegen
Widerſtands gegen die Staatsgewalt, wegen vorſätzlicher Brandſtiftung, wegen
Zuwiderhandlungen gegen Verbote oder Sicherungsmaßregeln, betreffend
Einführung oder Verbreitung anſteckender Krankheiten oder Viehſeuchen, zu
einer Freiheitsſtrafe von mindeſtens drei Monaten — bezw. von mindeſtens
einer Woche — verurteilt iſt und ſeit Verbüßung der Strafe 3 Jahre — bezw.
5 Jahre — noch nicht verfloſſen ſind;
4, wenn er wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei, Landſtreicherei,
Trunkſucht übel berüchtigt iſt;
5. bei Geſuchen um Wandergewerbeſcheine für Muſikaufführungen,
Schau=
ſtellungen, theatraliſche Vorſtellungen oder ſonſtige Luſtbarkeiten, bei denen
kein höheres Intereſſe der Kunſt oder der Wiſſenſchaft obwaltet, ſobald einer
den Verhältniſſen des Kreiſes entſprechenden Anzahl von Perſonen
Wander=
gewerbeſcheine erteilt oder ausgedehnt ſind;
6. wenn der Nachſuchende das fünfundzwanzigſte Lebensjahr noch nicht vollendet
hat. In dieſem Falle iſt dem Nachſuchenden der Wandergewerbeſchein zu
erteilen, wenn er der Ernährer einer Familie iſt und bereits vier Jahre im
Wandergewerbe tätig geweſen iſt;
7. wenn er blind, taub oder ſtumm iſt, oder an Geiſtesſchwäche leidet;
8. wenn der Nachſuchende im Inlande einen feſten Wohnſitz nicht hat;
9. wenn er wegen Verletzung der auf dem Gewerbebetrieb im Umherziehen
bezüglichen Vorſchriften im Laufe der letzten drei Jahre wiederholt
be=
ſtraft iſt;
10. wenn er ein oder mehrere Kinder beſitzt, für deren Unterhalt und, ſofern
ſie im ſchulpflichtigen Alter ſtehen, für deren Unterricht nicht genügend
ge=
ſorgt iſt.
Wer zum Zwecke der Erlangung eines Wandergewerbeſcheines in Bezug
auf ſeine Perſon, oder die Perſonen, die er mit ſich zu führen beabſichtigt,
wiſſent=
lich unrichtige Angaben macht, iſt ſtrafbar.
Der Gewerbebetrieb im Umherziehen darf unter keinen Umſtänden eher
begonnen werden, als bis der Gewerbetreibende im Beſitze des
Wandergewerbe=
ſcheines iſt.
Zuwiderhandlungen werden nach § 148 der Gewerbeordnung beſtraft.
Weiter machen wir darauf aufmerkſam, daß nach dem Geſetze über den
Urkunden=
ſtempel vom 12. Auguſt 1899 (in der vom 1. April 1910 an geltenden Faſſung)
Wandergewerbeſcheine der Stempelpflicht unterliegen. Die Stempeltaxe beträgt
4 Mark. Außerdem müſſen alle Wandergewerbetreibende für die Ausübung ihres
Gewerbebetriebes die Wandergewerbeſteuer nach Vorſchrift des Geſetzes, die
Be=
ſteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen betreffend, vom 22. Juli 1900,
entrichten.
(23557mdf
Darmſtadt, den 2. Dezember 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, den 14. Dezember, ½9 Uhr vormittags,
wird in Darmſtadt bei Wirt Strohmenger (Heiliges Kreuz) aus der Faſgnerie das
Brennholz von den Abtriebsſchlägen der Abt. 22, 23 und 28 verſteigert:
Scheiter, rm: 105 Buchen I. Kl., 120 Buchen II. Kl., 1 Hainbuche (geſp.),
34 Eichen II. Kl.; Knüppel, rm: 57 Buchen, 14 Eichen; Reiſig, Wellen:
2140 Buchen, 350 Eichen; Stöcke, rm: fein zerkleinert: 111 Buchen, 41 Eichen;
grob: 12 Buchen.
Das Holz ſitzt größtenteils in nächſter Nähe der Dieburgerſtraße und iſt
be=
quem abzufahren.
(23660
Auskunft erteilt Forſtwart Schmidt zu Faſanerie, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 8. Dezember 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich zwangsweiſe
gegen Barzahlung
a) für beſtimmt:
650 Paar Damen=, Kinder= und Herrenſtiefel, als Schnür= und
Knopf=
ſtiefel, Spangenſchuhe, Hausſchuhe, Pantoffel, Segeltuch= und
Erſtlings=
ſchuhe, 1 Partie Einlegbrandſohlen und ½ Zentner Leder pp.;
b) um 4 Uhr beſtimmt, zwangsweiſe:
1 Diwan, 1 Vertiko, 1 Trumeau, 1 Glasſchrank, 1 Schreibtiſch,
1 Waſchtiſch mit grauer Marmorplatte und Spiegel, 1 Etagere, 3
Bil=
der mit Goldrahmen, 1 ovaler Tiſch;
c) auf freiwilligen Antrag beſtimmt:
1 Pfeilerſchrank, 1 Kommode, 1 Waſchtiſch mit weißer Marmorplatte
und Spiegel, 1 Kleiderſchrank und 2 Oefen;
d) vorausſichtlich, zwangsweiſe:
5 Pianinos, 1 Büfett, 10 Diwans, 7 Sofas, 6 Seſſel, 6 Schreibtiſche, 8
Ver=
tikos, 5 Trumeaux, 3 Kommoden, 3 Waſchtiſche, 5 Betten, 8 Kleider=, 2 Glas=,
4 Spiegel=, 3 Waren=, 2 Kaſſen= und 2 Bücherſchränke, 1 Schnellpreſſe, 4
Gas=
lampen, 3 Paket Kakao, 1 Pferd, 2 Schweine, 12 Stühle, 1 photogr. Apparat,
5 Stück Bettdrell, 5 Stück Bettuchleinen, 120 Geſchäftsbücher, 210 Kunſtblätter,
400 Schulbücher, 40 Jugendſchriften, 3 Oelgemälde, 1 Partie Bilder u.
Bilder=
leiſten pp.;
e) an Ort und Stelle: 1 Partie Falzziegel, Schieferſteine u. Bretter;
f) nach Schluß an Ort und Stelle zwangsweiſe
beſtimmt:
2 Schuhmacher=, 1 Durch= und 1 Ausputzmaſchine, 1 Hebelſtange,
1 Partie Stanzmeſſer, 1 Ladentheke und Warenreal pp.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1910.
(23656
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Bekanntmachung.
Das Konkursverfahren über den Nach=
Cramranſplegerlaß des Friedrich Karl Julius Fink von
Ober=Ramſtadt wird nach Abhaltung des
Außb., vol., Büſeit (gek. 240 Mk.), für Schlußtermins aufgehoben.
(23728
180 Mk., hocheleganter Salonſchrank Darmſtadt, den 3. Dezember 1910.
(gek. 200 Mk.), für 120 Mk., Vertiko
Großherzogliches Amtsgericht II.
34 Mk., Moquette=Diwan mit Umbau Sährt ein Möbelwagen zwiſchen Weih=
(gek. 160 Mk.), für 90 Mk., andere Diwans V nachten und Neujahr leer von
Frank=
von 40 Mk. an, modernes Schlafzimmer furt nach Darmſtadt? Offert. unt. P 19
mit Spiegelſchrank 195 Mk., uſw. Schweres an die Expedition ds. Bl.
*29806
Speiſezimmer ſchwarz eichen, neu, 520 Mk.
Wochen alte For (Rüden), billigſt zu
Karlſtraße 30.
*29839)
O verkauf. Gutenbergſtr. 61, III. (*2971a
Obſtbaum-Verkauf.
Mehrere Hundert kräftige Apfel=, Birn= und Kirſchbaum=Hochſtämme ſind
wegen Räumung des Obſtgartens billig abzugeben; Apfelbäume: Baumanns
Rei=
nette, Schafnaſe, Prinzenapfel. Birnbäume: Paſtorenbirne, Gute Luiſe.
Auskunft erteilt Forſtwartaſpirant Old zu Eberſtadt (Wilhelmſtraße,22) und die
unterzeichnete Stelle.
(23648dm
Eberſtadt bei Darmſtadt, im Dezember 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
Versteigerung von Ziegenböcken.
Montag, den 12. Dezember I. J., vormittags 11 Uhr,
ſollen im Rathaus dahier vier überzählige, jedoch noch ſprungfähige Ziegenböcke
öffent=
lich meiſtbietend verſteigert werden. Reflektanten wollen ſich behufs Beſichtigung mit
dem Faſelwärter Kölſch ins Benehmen ſetzen.
(23678
Eberſtadt, den 6. Dezember 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Von heute eingetroffenen Sendungen empfehle:
Harn
rger Bebkuchen
von F. G. Metzger, Nürnberg
in reichster Auswahl.
Metzger’s reizend dekorierte Sckdosen, sortiert mit Vauille,
Elisen, Kaselnuss, Schokolade, Rosen, Mäkronen, Lebkucken
per Dose Mk. 1.—.
K Grosse runde Blechschachteln Mk. 1.70. K
Metzger’s
zusammengestellte Sortiments in
Dekorierten Kistel .. Nürnberger Truhen .. Kassetten
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Weihnachtsbedarf und werden erteilte Bestellungen auf
das akkurateste an bestimmten Tagen ausgeführt.
In den letzten Tagen vor dem Feste ist es nicht immer
möglich, in Lebkuchen eine so reiche Auswahl wie zur Zeit
bieten zu können.
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Nummer 288₰
Seite 15.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
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Gaſthaus Stadt Nurnberg
Samstag, den 10. Dez. 1910:
Metzelsuppe
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Morgens: Wellfleiſch mit Kraut.
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Franz Schmitt, Gaſtwirt.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
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30 Min. morgens in Baltimore.
Dampfer „Eger”, von Galveſton kommend,
5. Dezember 1 Uhr nachmittags auf der
Elbe.
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kommend, 5. Dezember 3 Uhr 15 Min.
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Wormser Weinmostes
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THALVSIA
4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.
Darmstädter Konsums, Spar= und
Produktions=Genossenschaft.
Eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftung.
Einladung zur ordentlichen Generalverſammlung
am Sonntag, den 11. Dezember 1910, nachmittags 3½ Uhr
im Mathildenhöhsaal, Dieburgerstrasse 26.
Tages=Ordnung:
1. Bericht des Aufſichtsrates und Vorſtandes.
2. Beſchlußfaſſung über die Verteilung der Erübrigung lt. § 42 des Statuts.
3. Erſatzwahl eines turnusgemäß ausſcheidenden Vorſtandsmitgliedes, § 5
Abſatz 3 des Statuts.
4. Bericht der Schlichtungskommiſſion.
5. Anträge. Siehe § 46 des Gen.=Geſ. und § 35 unſeres Statuts.
Antrag der Verwaltung: Bei allen zukünftigen Abſtimmungen ſind
die Legitimakionskarten aufzuheben.
Antrag der Verwaltung betr. Verteilung der Erübrigung:
. Mk. 200.—
Vergütung für 15 Verwaltungsmitglieder .
150.−
Kaſſier .
255.−
Ueberweiſung an die Sterbekaſſe
„ 6046.67
Reſervefond
.. .
„
1500.-
Immobilienfond . . . . .
Dispoſitionsfond
579.50
Für Bildungsbeſtrebungen und wohltätige Zwecke
Lt. Bilanz Mk. 3946.17
Es iſt Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Generalverſammlung zu erſcheinen.
Legilimationskarten ſind am Saleingang vorzuzeigen. Dieſelben dienen auch
(23333
zur Abſtimmung.
Der Aufſichtsrat:
J. Jung.
Kunstverein für das Grossherzogtum Hessen.
Ausstellund
(23657
von Gemälden der Maler, Klein-Chevalier, Segisser, Kempin
u. Altheiminder KunsthalleamRheintor biseinschl. 11.Dez. 1910.
Geöffnet Werktags von 11—4 Uhr, Sonntags von 10—4 Uhr.
Heute
sowie jeden Donnerstag abend 8 Uhr,
Keller-Restaurant Schul
85 Dieburgerstrasse 85.
(23665
Im Farnsaal an Woogeplats
Freitag, den 9. Dezember 1910
Anfang 4½ Uhr
Anfang 4½ Uhr
Aus der goldenen Märchenwelt‟
erzählt von h. Schilling, Großh. Bad. Hofſchauſpieler,
jedes Märchen durch große farbige Lichtbilder illuſtriert.
Der Wolf und die 7 Geislein. — Brüderchen und Schweſterchen. — Hans im
Glück. — Der Froſchkönig. — Hänſel und Gretel.
Karten im Verkehrsbureau und an der Kaſſe erhältlich. Sperrſitz 1.50 Mk.,
I. Plasz 1.— Mk, II. Plaßz 060 Mk., Kinder halbe Preiſe.
(23647md
(21115a)
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
74. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement B 18.
Der fliegende Holländer.
Romantiſche Oper in 3 Akten
von Richard Wagner.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Daland, ein norwegiſcher
Seefahrer
Senta, ſeine Tochter:
Erik, ein Jäger.
Mary, Senta’s Amme . . 3
.Hr.
.Frl.
. Hr.
Frl.,
Der Steuermann Daland’s Hr.
Der Holländer.
Hr.
Stephani
Gepersbach
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Howard
de Leuwe
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Nach dem 1. und Akte findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Krank: Hr. Speiſer.
Beurlaubt: Hr. Riechmann.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10 Uhr.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr für die Vorſtellungen:
Freitag, 9. Dez. 75. Ab.=Vorſtell. C 19.
„O dieſe Leutnants.” Mabel . Frl.
Verden, als Gaſt. Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Sonntag, 11. Dez. 76. Ab.=Vorſt. D 20.
Neu einſtudiert: „Die Puppe”
Ope=
rette von Audran. Gr. Pr. Anf. 6½ Uhr.
Montag, 12. Dez. 77. Ab.=Vorſt. C 20.
„Des Meeres und der Liebe
Wel=
len.” Hero . Frl. Agnes Lehmann, a. G.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus den Sbielblan
Dienstag, 13. Dez. 78. Ab.=Vorſt. B 19.
„Samſon und Dalila.” Große Pr.
Anfang 7 Uhr.
Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt an allen
Wochentagen vormittags von 10 bis 12½
Uhr, geöffnet.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Nummer 288.
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Nummer 288.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Nummer 288.
Die Tatſache, daß die Apotheken in Darmſtadt meine Dun=Präparate nicht
führen, hat begreiflicherweiſe Gerüchte aufkommen laſſen, die der Wahrheit nicht
ent=
ſprechen. Ich ſehe mich daher veranlaßt, den Inhalt eines Briefes zu veröffentlichen,
den mir der Inhaber einer dieſer Apotheken am 1. Februar 1909 zuſchickte, und der
jeden denkenden Leſer zur Genüge aufklären dürfte: „Sehr geehrter Herr Heiß! Infolge
eines Ausſchreibens des Vorſitzenden des Heſſiſchen Apothekervereins, in dem die
Apotheker Heſſens aufgefordert werden, die Dun=Präparate nicht mehr zu führen,
haben die Apotheker Darmſtadts in einer kürzlich ſtattgehabten Sitzung beſchloſſen,
vom 1. März d. J. an Ihre Dun=Präparate nur noch auf ärztliche Rezepte zu
ver=
abfolgen. Infolgedeſſen iſt es von dieſem Zeitpunkt auch mir nicht mehr möglich,
die Ihnen zugehenden Beſtellungen zu expedieren . . . Das Ausſchreiben von ſeiten
des Heſſiſchen Apothekervereins iſt durch eine Ausſprache über die Dun=Präparate in
einer Mitte Dezember ſtattgehabten Sitzung des pharmazeutiſchen Zentralausſchuſſes
hervorgerufen worden. Hochachtungsvoll N. N.”
In der Briefkaſtennotiz einer hieſigen Zeitung (vom 14. X. 10) wird behauptet,
daß die Darmſtädter Apotheken infolge gemeinſchaftlichen Beſchluſſes, bezw.
Ueber=
einkunft des Apotheker= und Aerztevereins im Einverſtändnis mit der
Medizinal=
abteilung des Miniſteriums des Innern Dun=Präparate nicht mehr führen. Beide
nicht ganz miteinander übereinſtimmende Aeußerungen könnte man hinſichtlich der
Pharmazeuten, die auch Heilmittel fabrizieren, und beim Aerzteverein begreiflich finden.
Daß aber die hieſigen Apotheken jenem Beſchluß Folge leiſten, iſt unverſtändlich, da
die Dun=Präparate hier ſtark verkauft wurden und werden und kein Geheimmittel
ſind, denn die Beſtandteile ſind auf jeder Schachtel und Büchſe angegeben. Aus
dieſen Beſtandteilen geht hervor, daß Dun keinerlei giftige Stoffe enthält, weshalb
nicht einzuſehen iſt, warum es nur auf ärztliche Verordnung hin verkauft werden ſoll.
(Selbſtverſtändlich wäre es nur freudig zu begrüßen, wenn ſich Aerzte durch
Verord=
nung meiner Dun=Präparate von deren Wirkung und Heilerfolgen ſelbſt überzeugen
wollten.) Dem Ausſchreiben des Vorſtandes des Heſſ. Apotheker=Vereins haben
denn auch nicht alle Apotheken Heſſens Folge geleiſtet, und werden die Dun=Präparate
in Apotheken zu Mainz, Worms, Bensheim, Zwingenberg, Babenhauſen u. a.
ver=
kauft. In Frankfurt a. M. ſind meine Dun=Präparate in vielen Apotheken zu haben.
In Darmſtadt können die Dun=Präparate nur durch die Vermittelung der
Fabrik bezogen werden. Bei vorausgezahlten Beſtellungen von mindeſtens
3 Stück Dun=Präparate erfolgt die Sendung vortofrei, und wird eine
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überzeugen. Weitere dankſagende Zuſchriften, von denen die intereſſanteſten hier
folgen mögen und Heilberichte ſtehen Intereſſenten jederzeit zur Verfügung.
50. Knochentuberkuloſe. Meine Tochter Käthchen verletzte ſich vor 2 Jahren
den rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde ſchlimmer und ſchlimmer,
ſo daß wir auf Anraten des Arztes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus
brachten. Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel
heraus=
genommen. Nach ¼ Jahr heilte der Fuß zu. Beim Verlaſſen des Krankenhauſes
wurde uns vom dortigen Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein
abgenommen werden müßte, wenn die Wunde wieder aufbrechen ſollte. Als nach
5 Monaten der Fall wirklich eintrat, und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns, es einmal mit den
viel=
empfohlenen Dunpräparaten zu verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten
Erfolg. Der Eiter wurde durch die Dunſalbe raſch aus der Wunde herausgezogen,
die Anſchwellung verſchwand, der Fuß bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und
heute iſt unſer Käthchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch und geſund und die
Wunde geſchloſſen.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Georg Friedr. Gunkel.
Mein Karl wurde Ende September von heftigem Fieber befallen. Da ſich
gleichzeitig rote Puſteln an den Füßen und Beinen zeigten, rief ich den Arzt, der
Scharlach feſtſtellte und Aufnahme ins Krankenhaus beantragte. Da er nichts
ver=
ſchrieben und wir uns wiederholt von der außerordentlichen Heilkraft der Dun=
Präparate überzeugt hatten, rieben wir den Kleinen am ganzen Körper mit Dun=Salbe
ein und behielten ihn zu Hauſe. Das Fieber ließ zuſehends nach und war Karl
bereits am 5. Tag fieberfrei und wieder ſo wohlauf, daß er gar zu gern
ausgegangen=
wäre. Wir ließen es aber nicht zu, da auch der Kreisarzt Scharlach feſtgeſtellt hatte=
und 3 Tage ſpäter durch das Geſundheitsamt die Schließung meines Ladens verfügt
worden war. Noch bemerke ich, daß keins ſeiner 4 Geſchwiſter, denen wir in der
kritiſchen Zeit Dun=Pillen gegeben hatten, von dieſer Krankheit befallen wurde.
Darmſtadt, 9. November 1909.
Karl Beutke.
(Urſchrift dieſes, ſowie der vom Arzt unterzeichnete Krankenſchein, das Verbot des
Schulbeſuchs und Schließung des Ladens ſeitens Großh. Polizeiamtes können in der
Fabrik eingeſehen werden.)
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert, als er kaum ½ Jahr alt
war, durch Behandlung mit Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde. Auch bei Katarrhen,
Fieber und Brandwunden hat mir Ihr Dun=Präparat vorzügliche Dienſte geleiſtet.
Darmſtadt, 15. Auguſt 1909.
Frau A. Melchior.
57. Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo ſchwer, daß er im
Fieber irr redete und wir das Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Körper
ſo rot wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders heftig an den Augen.
Da ich die Dunpräparate ſchon öfter mit beſtem Erfolg angewandt hatte, rieb ich ihn
am ganzen Körper mehrmals mit Dunſalbe ein und gab ihm Dunpillen. Der Erfolg
war der, daß das Fieber raſch abnahm und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder
geſund war.
Darmſtadt
Frau A. Melchior.
Herr Profeſſor Guillermo Alter in Buenos Aires ſchrieb am 18. Mai 1909: In
die Salbe ſind die Kranken einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Dezember 1910.
Nummer 288,
Zweite Kammer der Stände.
71. Sitzung.
St. Darmſtadt, 7. Dezember.
Am Regierungstiſche: Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Süffert,
Geh. Oberſchulrat Nodnagel.
Präſident Haas eröffnet die Sitzung um 9½ Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein und
beginnt mit der Beſprechung der Interpellation der
Abgg. Reh und Genoſſen, betreffend
Maßregelung des Oberlehrers
Dr. Strecker
zu Bad=Nauheim.
Abg. Reh beleuchtet die Maßregelung vom
juri=
ſtiſchen und politiſchen Standpunkt aus. Er hält die
Maßregelung für unrecht und ungerechtfertigt und
rügt beſonders, daß die Regierung Dr. Strecker nicht
vorher gehört, d. h. ihm keine Gelegenheit zur
Recht=
fertigung gegeben hat. Damit hat die Regierung gegen
eine beſtehende Geſetzesvorſchrift verſtoßen. Aber der
Artikel ſelbſt berechtigt nicht die Maßregelung. Redner
verlieſt den Artikel, der zuerſt in einem Wormſer
Par=
teiblatt erſchienen und nur für ein ſolches Blatt
be=
ſtimmt war. Da es aber doch nicht üblich ſei, daß
Schü=
ler politiſche Zeitungen leſen, kann Dr. Strecker ſich
auch nicht an die Schuljugend gewandt haben. Er
rich=
tet ſeine Worte auch ausdrücklich an die reife Jugend,
die das Vaterhaus verläßt. Seine Ausführungen
rich=
ten ſich auch nicht gegen die katholiſche Religion,
ſon=
dern gegen eine ſcharfe Intoleranz im kathöliſchen
Katechismus. Es ſei ferner unrichtig, daß Dr. Strecker
dem Miniſterium gegenüber zugeſtanden habe, daß er
einen ſchweren Mißgriff getan, der nicht wieder
vor=
kommen ſolle. Er habe lediglich die etwas ſcharf
akzen=
tuierte Form bedauert. Eine grobe Taktloſigkeit
aber war es, daß man die Maßregelung dem
Be=
ſchwerdeführer mitteilte, ſodaß ſie veröffentlicht werden
konnte in den gegneriſchen Blättern. Der Satz von
dem Drang zur Oeffentlichkeit ſei unverſtändlich. Wenn
darin ausgedrückt werden ſollte, daß die Regierung das
öffentliche Betätigen der Beamten nicht gern ſieht, ſo
ſei dagegen entſchieden zu proteſtieren.
Geheimerat Süffert:
Meine Herren, ich werde anich ſehrökurz faffen.e Ich
möchte alles vermeiden von der Regierungsſeite aus,
was dazu beitragen kann, dieſen Fall, den wir einmal
wieder in Heſſen haben, weiter aufzubauſchen und mehr
in die Sache hineinzulegen, als wirklich in ihr liegt.
(Sehr richtig!) Meine Herren, wer die
Regierungs=
antwort geleſen oder wer ihr hier zugehört hat, der
wird wohl davon durchdrungen ſein, daß uns nichts
ferner gelegen hat, als irgendwie hier eine politiſche
Tat zu vollbringen. Es handelt ſich nicht um irgend
eine politiſche Tat, es handelt ſich am wenigſten darum,
daß ſich die Staatsregierung in den Dienſt irgend einer
kirchlichen Inſtanz geſtellt hat, ſondern es handelt ſich
lediglich darum, einen Oberlehrer, der aus dem Gleiſe
gekommen war, wieder in das Gleis zurückzuſchieben.
(Sehr gut!) Das iſt die ganze Sache, um die es ſich
hier dreht, und die in der Preſſe in einer geradezu
un=
geheuerlichen Weiſe ausgeſchlachtet wurde,
ausgeſchlach=
tet natürlich nicht im Intereſſe der Erziehung, ſondern
um damit Politik zu treiben.
Meine Herren wenn ich geſagt habe, es handle ſich
in der ganzen Sache nur darum, einen aus dem Gleis
gekommenen Oberlehrer wieder in das Gleis
zurück=
zuſchieben, ſo habe ich dafür kein beſſeres Beweismittel
als den Herrn Dr. Strecker ſelbſt. Als der Herr Dr.
Strecker ſeinerzeit vor die Behörde zitiert wurde, um
mit ihm Rückſprache zu nehmen und ihm das Nötige
zu eröffnen, hat er am Tage vorher folgenden Brief
ge=
ſchrieben — ich verleſe ihn, nachdem der Herr
Inter=
pellant darum gebeten hat —:
Sehr geehrter Herr Oberſchulrat!
Entſchuldigen Sie, wenn ich Sie noch mit einer
Zu=
ſendung behellige, von der ich annehme, daß ſie Ihnen
vor der auf morgen Vormittag anberaumten Sitzung
noch zugehen werde. Es handelt ſich um einen Abzug
der im Erſcheinen begriffenen Flugſchrift, in der ich die
Vorgeſchichte meiner angegriffenen „Sonntagsgedanken”
und eine Abwehr der gröbſten Mißverſtändniſſe der
Oeffentlichkeit unterbreite. Mit dem Bedauern, durch
meine etwas ſcharf pointierte kleine Betrachtung Anlaß
zu ſolchen Mißverſtändniſſen gegeben zu haben, zeichne
ich uſw.
In einer Schrift, betitelt: „Der katholiſche
Katechis=
mus und die Borromäusenzyklika” die Herr Dr.
Strecker verfaßt und mit einem Anhang „Geſchichte
meiner Maßregelung” verſehen hat, ſchreibt er
Folgen=
des: Die Maßregelung betraf lediglich die Form meines
Vorgehens. In bezug auf dieſe war ich gern bereit,
zuzugeben, daß meine „Sonntagsgedanken” und
ins=
beſondere das darin rhetoriſch fingierte Geſpräch mit
jungen Freunden etwas ſcharf pointiert erſcheint,
wo=
für ich freilich wohl in der polemiſchen Veranlaſſung
auch wieder „mildernde Umſtände” für mich habe. In
meiner ſachlichen Stellung gegenüber der katholiſchen
Katechismuspädagogik wurde mir keine Verpflichtung
auferlegt. (Hört, hört!) Ich nahm deshalb keinen
Anſtand, meinerſeits mein Bedauern auszuſprechen
und das Verſprechen zu geben, ähnlichen formalen
An=
ſtoß künftig zu meiden.
Meine Herren, einen beſſeren Kronzeugen als den
angeblich gemaßregelten — wie der ſchöne Ausdruck
heißt — Oberlehrer Dr. Strecker kann ich wirklich nicht
vorführen (Sehr richtig!) für die Behauptung, daß es
ſich hier nicht darum dreht, einen Mann mundtot zu
machen, die Betätigung eines Beamten in der
Oeffent=
lichkeit zu hindern, ſondern daß es ſich lediglich darum
gedreht hat, daß die Großherzogliche Regierung in der
Pflicht, für Disziplin in der Schule zu ſorgen, und in
der Pflicht, den konfeſſionellen Streit aus den Schulen
fernzuhalten, ihre Schuldigkeit getan hat. (Lebhafte
Zuſtimmung.) Meine Herren, die Vorgeſchichte des
ganzen Vorfalles hat der Interpellant richtig
vorge=
tragen. Dieſe Vorgeſchichte iſt ja natürlich auch der
Oeffentlichkeit längſt bekannt geweſen, und darüber,
glaube ich, brauche ich kein Wort mehr zu verlieren.
Nun wird uns aber zum Vorwurfe gemacht:
ja, wenn es auch keine politiſche Maßnahme iſt, ſo war
die ganze Sache doch verfehlt; ihr ſeid viel zu ſchroff
gegen den Mann geweſen. Ihr habt die Formen des
Disziplinargeſetzes verletzt, und ihr habt auch in ganz
ungewöhnlicher Weiſe die Sache in die Zeitungen
ge=
bracht. Meine Herren, was das erſtere anlangt, daß
wir das Reat zu ſcharf eintaxiert hätten, ſo glaube ich
allerdings: das ſind Gefühlsſachen. Ich glaube aber
doch bei der Beurteilung der Sache der
Uebereinſtim=
mung der Mehrheit dieſes Hauſes gewiß zu ſein.
Um was handelt es ſich denn? Es handelt ſich doch um
einen Angriff gegen das, was den meiſten unſerer
Volksgenoſſen noch das Wichtigſte iſt: gegen die
Reli=
gion, und ich glaube, um einen derartigen Angriff
zurückzuweiſen, ſind an und für ſich ſcharfe Mittel
ſchon gerechtfertigt. Aber, meine Herren, es hat ſich ja
gar nicht um eine ſehr ſcharfe Maßnahme gehandelt. Es
iſt eigentlich nicht einmal eine der im
Disziplinarſtraf=
geſetz vorgeſehenen Strafen verhängt worden (Hört,
hört!), man hat die ernſte Mißbilligung dem Oberlehrer
Dr. Strecker gegenüber ausgeſprochen. Herr Oberlehrer
Dr. Strecker hat das auch anerkannt; er hat Beſſerung
verſprochen, er hat verſprochen, künftig etwas
Der=
artiges nicht mehr zu machen.
Meine Herren, daß man allerdings Veranlaſſung
hatte, mit Herrn Dr. Strecker ſich etwas eingehender
über die Sache zu unterhalten, das liegt allerdings in
der Perſon dieſes Herrn begründet; denn es handelt ſich
nicht nur um eine gelegentliche Entgleiſung eines
Mannes, der ſich einmal zufällig irgendwie in der
Oeffentlichkeit betätigt hat, ſondern um einen Herrn,
der ſehr viel öffentlich auftritt, und der alles Mögliche
ſagen, aber nicht behaupten kann, daß die Regierung ihn
irgendwie in ſeinem öffentlichen Auftreten behindert
habe. (Sehr richtig!) Wenn er aber beim öffentlichen
Auftreten die Pflichten verletzt, die ihm ſeine Stellung
auferlegt, dann iſt es einfach unſere verdammte Pflicht
und Schuldigkeit geweſen, ihn auf die rechte Bahn
zurückzuführen, und dann durfte man ihn allerdings
etwas ſchärfer anfaſſen, weil es ſich eben um einen
Mann handelt, der ſich draußen viel betätigt, und nicht
um einen, der gelegentlich einmal eine Tollpatſcheret
begangen hat. (Bravo! Sehr gut!)
Der Herr Interpellant hat dann weiter
beanſtan=
det, wir ſeien ungeſetzlich in der Form geweſen. Ich
habe vorhin ſchon betont, daß es ſich um ein
Diszipli=
narverfahren im Sinne des 1880er Geſetzes überhaupt
gar nicht handelt. (Hört, hört!) Aber ſelbſt wenn wir
es ſo auffaſſen wollen — das rechtliche Gehör iſt Herrn
Dr. Strecker nicht verweigert worden. Daß Herr
Strecker, wie er nach Darmſtadt kam, wußte, worum es
ſich dreht, daß auch die Behörde genau wußte, was
vorausgegangen war, haben Sie erſehen aus dem
Brief, den Herr Strecker an den Herrn Geheimen
Oberſchulrat Block gerichtet hat, Sie ſehen es aber auch
aus einer Aktenniederſchrift, die ich Ihnen vorleſen
werden, und die im einzelnen mein Herr Kollege, Herr
Geheimer Oberſchulrat Nodnagel, vielleicht noch näher
ausführen kann. „Heute, 10½ Uhr, erſchien auf=
Ladung Herr Oberlehrer Dr. Strecker im
Sitzungs=
zimmer der Abteilung I. In Gegenwart der Herren
Geheimen Oberſchulräte Dr. Scheuermann, Nodnagel
und Block wurde ihm die Verfügung 1) — das iſt alſo
die ihm ausgeſprochene Mißbilligung — vorgeleſen
und=
erläuternd zugefügt, daß mit dem im Schlußſatz
er=
wähnten „Maßregeln” in erſter Linie eine Verſetzung
von Nauheim gemeint ſei. Mit Bezug auf eine heute
früh von ihm an Herrn Oberſchulrat Block geſandte
polemiſche Druckſache, die er, als offenen Brief an das
Mainzer Journal bezeichnet, veröffentlichen wollte,
wurde ihm geſagt, es bleibe ſeiner Erwägung
anheim=
geſtellt, ob er nach den nun ihm gemachten Eröffnungen
für angezeigt halte, ſie zu veröffentlichen. Herr Dr
Strecker wollte darauf die „Entſtehungsgeſchichte” der
angefochtenen „Sonntagsgedanken” darlegen, es wurde
ihm aber bedeutet, daß dieſelbe der Abteilung ſchon
be=
kannt ſei.
Darauf ſprach er ſein Bedauern aus, daß er=
Anſtoß erregt habe, erkannte an, daß der Artikel
ſtellen=
weiſe nicht einwandfrei ſei, und verſprach,
künftig=
ähnliche Dinge zu vermeiden. (Hört, hört!)
Den offenen Brief wolle er nun nicht veröffentlichen.
In letzterer Hinſicht wurde ihm wiederholt geſagt: das
ſei lediglich Sache ſeiner eigenen Entſchließung=
und eventuell ſeiner eigenen Verantwortung. —
Nachher wurde Dr. Strecker noch von Herrn Block zu
weiterer privater Ausſprache unter vier Augen
be=
ſchieden.”
Mich ſelbſt trifft ja perſönlich keine Verantwortung
dabei; ich kann aber mit vollſter Ueberzeugung ſagen,
daß ich das Verfahren der Abteilung für durchaus
korrekt halten muß. (Sehr richtig!) Sie ſehen, Herrn
Strecker iſt Gelegenheit gegeben worden, in der
zwang=
loſeſten Form gewiſſermaßen, zu einer Ausſprache mit
ſeiner Behörde, und es iſt ihm dann die Mißbilligung
ausgeſprochen worden, und Herr Strecker hat die
Be=
rechtigung anerkannt. Neuerdings ſcheint er allerdings
nach einer Veröffentlichung in der Frankfurter Zeikung
anderer Meinung geworden zu ſein. Ueber dieſen
Artikel werden wir uns ja mit Herrn Strecker noch zu
befaſſen haben. (Sehr richtig!)
Nun, meine Herren, iſt beanſtandet worden, daß die
Beſtrafung — wie ich ſie nun einmal nennen will. —
des Herrn Strecker dem beſchwerdeführenden
Kirchen=
vorſtand mitgeteilt worden ſei. Meine Herren, ich
glaube, wenn das nicht geſchehen wäre, ſo hätte nicht
nur der Kirchenvorſtand Veranlaſſung gehabt, ſich zu,
beſchweren, ſondern Sie alle würden wahrſcheinlich
ſagen: es iſt doch unerhört: der katholiſche
Kirchenvor=
ſtand, die geſetzlich verordnete Vertretung der
katho=
liſchen Gemeinde, und die Eltern der katholiſchen
Kin=
der, die Leute, die ſich in ihrem Heiligſten verletzt
glau=
ben, führen Beſchwerde an die oberſte Schulbehörde und
bekommen nicht einmal eine Antwort! Wir können
nichts dafür, daß dieſe Antwort hinausgekommen iſt,
wir haben auch nicht etwa dem Kirchenvorſtand, wie das
vielfach in den Zeitungen zu leſen war, den Wortlaut
der Mißbilligung ausgedrückt; im Gegenteil, es iſt
einfach dem Kirchenvorſtand mitgeteilt worden, wir
hätten die Artikel mißbilligt und dem Herrn Strecker
ſei das Nötige eröffnet worden; es iſt hinzugefügt
wor=
den, es ſei ihm außerdem angedroht worden, daß
weitere Maßnahmen ergriffen würden, wenn ſolche
Dinge wieder vorkämen. Ich glaube, daß war man dem
katholiſchen Kirchenvorſtand und den Eltern ſchuldig,
daß man ihnen zu erkennen gab, was man über das
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Seite 21.
in einer Form geſchehen, die durchaus nicht
ungewöhn=
lich iſt und durchaus keinen Anlaß für Herrn Strecker
gibt, ſich zu beklagen, daß wir das Geheimnis, das
aller=
dings nach dem Geſetz in Disziplinarfällen ſchwebt,
durchbrochen hätten.
Meine Herren, ich hoffe zuverſichtlich, daß Sie ſich
in Ihrer Mehrzahl auf den Boden unſerer Auffaſſung
ſtellen werden und daß Sie dadurch dazu beitragen
wer=
den, daß nicht draußen der Schein entſteht, als hätte ſich
Herr Strecker eine Märtyrerkrone verdient, die er
wirk=
lich in dieſem Falle nicht zu beanſpruchen hat. (Lebhafter
Beifall.)
Abg. Dr. Winkler ſtellt feſt, daß ſeine Partei auf
dem Standpunkte ſteht, der Fall Strecker habe keinerlei
politiſches Intereſſe. Er verurteilt dann in längerer
Rede ſcharf das Vorgehen Streckers, das auch in
pro=
teſtantiſchen Kreiſen einen Sturm der Entrüſtung
hervorgerufen habe, nicht nur wegen dieſes einen
Falles. Man ſei auch in dieſen Kreiſen, wie ihm
an=
geſehene proteſtantiſche Männer ſagten, der Anſicht, daß
die Maßregelung viel zu gelinde war. Sehr ſcharf
kritiſiert Redner die Erklärung Dr. Streckers in der
Frankfurter Zeitung, die von einer unglaublichen
Selbſtüberhebung getragen ſei, und in der er einen
Ton gegen die Regierung anſchlägt, den dieſe ſich nicht
gefallen laſſen dürfe.
Abg. Dr. Schmitt: Die Regierung ſei durchaus
korrekt vorgegangen. Aus den Darlegungen des Abg.
Reh ſſpreche eine Begriffsverwirrung ſondergleichen.
Wohin ſollte es kommen, wenn man hier im Hauſe, wie
Dr. Strecker es wünſcht, ſich über religiöſe Grundlagen
ſtreite. Die Eltern und die Kinder hätten ein Recht auf
Schutz gegenüber ihren heiligſten Gefühlen. Es ſei ein
ſtarkes Mißtrauen in die Kreiſe der Eltern getragen
worden. Im Intereſſe der Kinder und der Anſtalt, an
der Strecker wirkt, läge es, wenn ſich dieſe
Vorkomm=
niſſe nicht wiederholten. Große Heiterkeit erwecke die
Auslegung der Frankfurter Zeitung, die in dem Satze
von dem „großen Drange zur Oeffentlichkeit” eine
An=
erkennung für Dr. Strecker erblicke. Er habe dieſen
Satz ſo aufgefaßt, daß es eigentlich richtiger wäre, wenn
Dr. Strecker dieſen Drang mehr über ſeine Schule
er=
göſſe. Sonſt halte es der Regierung ſchwer, wenn in
Zukunft wieder Anträge auf Vermehrung der
Pflicht=
ſtunden für Oberlehrer eingebracht würden, dieſe mit
der Begründung abzulehnen, daß dieſe Herren über
Gebühr belaſtet ſeien. (Lebhaftes Sehr richtig!)
Geh. Oberſchulrat Nodnagel: Er könnte
ſich eigentlich über die Sache hinwegſetzen, da Dr.
Strecker ſich ja über ſeine Maßregelung in keiner Weiſe
beſchwert, ſondern ſich beruhigt hat, und der Fall
eigent=
lich dadurch erledigt iſt. Da jedoch der Regierung hier
ungerechtfertigte Vorwürfe gemacht wurden, wolle er
den Hergang der Sache aktenmäßig klarſtellen. Am
14. Mai habe Dr. Strecker eine Vorladung zur
münd=
lichen Verhandlung erhalten und ſchon am 13. Mai habe
er einen Brief an Oberſchulrat Block geſchrieben. Er
wußte alſo genau Beſcheid. In der mündlichen
Aus=
ſprache habe Herr Dr. Strecker ausdrücklich erklärt, er
bedauere, Anſtoß erregt zu haben, und werde dafür
ſorgen, daß es nicht wieder vorkommt. Er werde auch
die beabſichtigte Erklärung im Mainzer Journal (die
er im Bürſtenabzuge vorgelegt hatte) nicht
veröffent=
lichen. (Hört, hört!) Redner habe ihm darauf erwidert,
daß er mit Genugtuung von dem erſten Teil ſeiner
Erklärung Kenntnis nehme, daß die Regierung aber die
Veröffentlichung der Erklärung vollſtändig ſeinem
Er=
meſſen anheimſtelle. Es kann alſo von irgend einem
Verſuch, den Dr. Strecker mundtot zu machen,
keines=
wegs die Rede ſein. (Beifall.)
Abg. Raab ſteht auf einem anderen Standpunkte
wie die Vorredner. Die Regierung gebe mehrfach
An=
laß zur Beſchwerde, weil ſie die Verfaſſung nicht allen
Volksangehörigen gegenüber in gleicher Weiſe halte.
So behandele ſie mit der Mehrheit des Hauſes noch
immer die Sozialdemokraten als Bürger zweiter Klaſſe.
Abg. Ulrich meint, nun ſei mit einem Male ein
anderer Ton in die Debatte gekommen. (Zuruf: Ein
roter!) Er könne noch eine ganze Anzahl Fälle dafür
anführen, wie von ſeiten der katholiſchen Geiſtlichen
Intoleranz geübt wurde. Er führt ſolche Fälle an. Die
Regierung ſolle ſich nur zu dem Standpunkte
aufſchwin=
gen, daß ihre Beamten, wenn ſie ſich in politiſche
Agi=
tationen einlaſſen, eben nichts anderes ſind, als
poli=
tiſche Agitatoren. Bekämpfen müſſe er den Stadpunkt,
daß Strecker gemaßregelt wurde wegen ſeiner
Ueber=
zeugung und daß er im Amte bleiben könne, wenn er
dieſe Ueberzeugung verleugnet und heuchelt.
Präſident Haas erteilt dem Abg. Ulrich einen
Ordnungsruf, weil er im Verlaufe ſeiner Rede
geſagt habe: „Wenn die Regierung endlich einmal
an=
fangen wollte, „vernünftig” zu werden.‟ Die
Regie=
rung ſei immer vernünftig.
Ein erregter Zwiſchenfall.
Nach der Pauſe ergreift Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach das Wort: Die beiden Vor=
redner haben der Regierung den unglaublichen
Vor=
wurf gemacht, daß ſie mit zweierlei Maß meſſe.
Nach=
dem von der Regierung einwandfrei feſtgeſtellt worden
war, daß keinerlei politiſche Gründe für die
Maßrege=
lung geltend waren, müſſe er eine derartige
Verdächtigung niedriger hängen. (Lebh.
Bravo! Unruhe.) Die Regierung meſſe ſtets mit
gleichem Maße und ſei auch im Falle Strecker durchaus
gerecht verfahren. (Sehr richtig!) Ich muß ferner auf
das energiſchſte dagegen proteſtieren, daß Abg. Ulrich
geglaubt hat, von einer Schikane ſeitens der Regierung
reden zu dürfen. Ich muß lebhaft bedauern, daß
der Herr Präſident dieſen Ausdruck nicht
gerügt hat (Sehr wahr!) und muß nun meinerſeits
namens der Regierung Verwahrung dagegen einlegen.
(Lebh. Bravo!)
Präſident Haas: Ich bedauere, daß der Miniſter
des Innern nicht gewartet hat, bis ich mir das
Steno=
gramm verſchafft hatte, um feſtzuſtellen, was Abg. Ulrich
geſagt hat. Ich finde nun allerdings, daß Abg. Ulrich
den Ausdruck Schikane gebraucht hat und rüge
dieſen Ausdruck als ungehörig. Ich hätte
dieſe Rüge auch ohne die Ausführungen des Herrn
Miniſters erteilt und bedauere, daß er ſich in
vor=
lauter Weiſe derart geäußert hat. (Oho! Oho!!
Beifall bei den Sozialdemokraten. Unruhe.
Fortge=
ſetzte Zwiſchenrufe.)
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach:
Ich ſtelle feſt, daß ich den Herrn Präſidenten vor der
Pauſe erſucht habe, den Ausdruck Schikane zu
rügen. Der Herr Präſident hat das aber abgelehnt
(Hört, hört!) mit dem Bemerken, man müſſe ſich ſhier im
Hauſe an manches gewöhnen. (Lebhafte Unruhe.
Zwiſchenrufe.) Darum habe ich geglaubt, hier dagegen
Verwahrung einlegen zu müſſen. (Sehr richtig!
Fortgeſetzte Zwiſchenrufe.)
Abg. Ulrich: Ich habe meine Rüge weg, trotzdem
ich dabei bleibe, daß ich die Wahrheit ſagte. Ich ſtelle
feſt, daß der Miniſter ſich erkühnt hat (Unruhe), von
Verdächtigung zu ſprechen. Dafür gehört dem auch eine
Rüge. (Große Unruhe, Pfuirufe, Lachen. Seine
weiteren, ſehr erregten Ausführungen gehen in der
Unruhe verloren.)
Präſident Haas erteilt Ulrich wegen dieſer
Aus=
führungen einen zweiten Ordnungsruf.
Abg. Ulrich beantragt zur Geſchäftsordnung,
feſt=
zuſtellen, was der Miniſter des Innern geſagt habe,
damit der Miniſter nachträglich auch ſeine Rüge erhalte.
(Lachen, Unruhe, erregte Zurufe.) — Nachdem
noch eine Weile zur Sache debattiert worden, ſtellt
Vize=
präſident Korell feſt, daß das Stenogramm der
Miniſterrede jetzt vorliege und daß es nichts
enthält, was dem Präſidium zu einer
Rüge Anlaß geben könnte. (Lebh. Bravol)
den fraglichen Ausdruck habe Ulrich ſelbſt ſchon oft,
ohne gerügt zu werden, gebraucht.
Abg. Ulrich ſtellt feſt, daß er bei Gelegenheit
darauf zurückkommen werde. Damit iſt der Zwiſchenfall
erledigt.
Nach weiterer Debatte ſchließt die Beſprechung.
Es folgt die Beſprechung der Anfrage des Abg.
Wolf=Stadecken, betreffend
die Handhabung des neuen Weingeſetzes.
Die Regierung hat darauf folgende Antwort
erteilt:
1. Die Großherzogliche Regierung iſt nicht in der
Lage, die mit der Unterſuchung von Moſtproben
be=
trauten Sachverſtändigen anzuweiſen, den
Bürger=
meiſtereien auf Verlangen mitzuteilen, ob und wie die
Moſte ihrer Gemarkungen zu verbeſſern ſeien.
2. Die nach § 21 des Weingeſetzes vom 7. April 1909
mit der Beobachtung der Vorſchriften dieſes Geſetzes
betrauten Sachverſtändigen werden häufig auch bei den
aus dem Weingeſetz ſich ergebenden Streitfällen als
Auskunftsperſonen oder Sachverſtändige herangezogen
werden. Es würde ihre Unbefangenheit
beeinträch=
tigen, wenn ſie im Streitverfahren ſich über Fragen
äußern ſollten, in denen ſie außerhalb eines ſolchen
den Beteiligten Anleitungen gegeben haben.
3. Im übrigen hat die Großherzogliche Wein= und
Obſtbauſchule in Oppenheim ſeither ſchon in zahlreichen
Fällen eine ſelbſtverſtändlich unverbindliche Auskunft
über das Zuckerungsverhältnis gegeben und wird auch
weiterhin hierzu auf Anfrage bereit ſein.
Abg. Wolf verbreitet ſich ſehr eingehend über die
Handhabung des § 3, des Zuckerungsparagraphen, den
man aber richtiger Verbeſſerungsparagraph nennen
ſollte. Die Weine gerade der kleinen Winzer, die
ſchlechteren Lagen, müſſen gezuckert werden, und ſie
werden dadurch nicht ſchlechter, ſondern beſſer und
be=
kömmlicher als Naturweine. Das Schlimmſte ſei dabei,
daß die Sachverſtändigen ſelbſt nicht wiſſen, wie weit
man gehen dürfe. In einem Falle habe ein
Sachver=
ſtändiger der Obſtbauſchule geraten, zwei Zentner
Zucker auf 1000 Liter 1909er zu nehmen, und vom
Ge=
richt ſei der Winzer dann deshalb beſtraft worden. Im
weiteren ſind die langen Ausführungen des Redners
techniſcher Art. Die Antwort der Regierung ſei
durch=
aus unbefriedigend. Die Regierung ſollte endlich
ein=
mal feſte Normen aufſtellen, um die Rechtsunſicherheit
zu beſeitigen.
Nachdem noch Abg. Bach Kritik an dem Geſetz
ge=
übt, wird die Sitzung 1¼ Uhr geſchloſſen. Nach längerer
Geſchäftsordnungsdebatte über eine Nachmittagsſitzung
wird die nächſte Sitzung auf Donnerstag 9 Uhr
anberaumt.
Gewinnanszug
der
(223. Käniglich Breußiſchen Klaſſenlatterie.
6. Klaſſe. 24. Ziehungstag. 6. Dezember 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 100000 Mk. 131231
1 Gewinn zu 15000 Mk. 8898
6 Gewinne zu 5000 Mk. 162647 197702 204778
210716 223679 242206
35 Gewinne zu 3000 Mk. 5613 6810 10213 13912
15263 26281 36870 37310 50857 68683 109193 122464
127859 135904 138113 142804 150780 157458 161445
191577 194283 195229 207121 210062 215874 220563
220857 225343 229289 245073 265984 283997 285126
289053 299846
68 Gewinne zu 1000 Mk. 7392 13536 14179 24727
28473 31255 40434 44940 53092 54474 55023 56391
60658 62823 77442 78218 79376 82924 89064 92210
98144 104184 108944 127650 131948 133390 137982
139006 140104 141484 145733 152911 154431. 171924
174348 175962 189049 190025 190149 190277 198782
199180 208555 210668 211809 212504 213342 213886
215146 216382 220434 223996§ 229813 237816 247314
251454 251524 254969 255519270496 273390 286688
287665 288085 292208 295680 299916 301824
121 Gewinne zu 500 Mk. 50 9721 10726 13392
18838 19488 20515 21608 25812 27215 27333 34601
38190 39137 42997 43000 43940 45906 47125 47279
48632 48671. 49262 54245 54398 55860 56191 59068
62696 70664 86596 87274 89716 89939 93355 94707i
105815 107136 109999 111930 112831 112918 114072i
115429 122882 123845 128473 131520 136704 140526
141753 142749 146883 147906 150524 154529 157627
158385 162489₰ 166709 169532 170888 171628 172600
173157 173951 174144 179398 181149 184831. 194043
195510 199230 203660 209716 211327 212871 215183
215407 216919 217074 217185 222626 222955 225660
233592 234884 235976 236710 239840 240626 240907
241553 241602 244830f 248167 249583 250918 252243
252727 264072 254383 266603 257233 258687 259148
263324 267546 267593 269095 269998 270241 270561.
275380 276692 286972 295298 298544 302000 303410i
303782
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 218434 267713
4 Gewinne zu 10000 Mk. K 182163 182594 251682i
291587
41 Gewinne zu 3000 Mk.— 7950 17655 29585 40329
46845 62490 64451 72327 74315 74820 79216 90682i
102112 102237 106080 123540 124761 133130 134539)
143103 164900 169773 175136 189630 189720 191367)
194755 201417 207428 211362 212188 212447 227778i
248843 255726 262559 269746 282284 285540 285778i
298263
74 Gewinne zu 1000 Mk. * 1742 2084 2882 4016
7027 11284 13585 13644 18523 22276 22913 25015
27004 28617 31266 39985 42557 44140 44407 45294.
49179 49722 50150 52415 61668 63817 65389 72685i
72734—75136 92297 94611. 96874 97052 98424 99305)
100972§ 102642 106910 121291 126045 126318 127858)
128489 132312 137030y 146568 165317 166813 167057)
171192 174599 182006 204859 216380 216740 220977i
221186 222042 227259 231622. 236350 235617 237097i
251961 253795 256167 257313 262476 271093 271287i
276228 278939 281739e
120 Gewinne zu 600 Mk. 679 6180 11414 18268
16131 20572: 20976 24941à 25694 29163 30154 35606)
37916 41404 43489 46679 51540 54226, 56611 56741
60550 61947à 63076 65632 68696 74121 74425 75259
77032 81380 82057 84002 86695 88584 93058 95387
199940 100028 105964 106004 108333 110137 114060
120192 122958 124220 129940 131592 131783 133347)
135609 137059 141264 145554 147576 160965 158118
155151 158572 168741 159381 163056 163585 164083
164491 166656 167793 167900 169034 139936 172381f
173658 175107 178650 182215 188964 193374 201503
202605 202686 206246 208621 210664 211764 212199
212506§ 213629 214123 218010 219847 221980 226025
227717 232446 233208 283472 237470 237696 238040
245899- 250449 253920 255410 259365 262246 262664
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oder Rahm, ½ Päckchen Dr. Oetker’s Backpulver.
Zubereitung: Butter und Mebl (letzteres mit dem Backpulver
ge-
mischt) knetet man zu einem Teig. Das Eigelb, 100 g Zucker, den Vanillin-
Zucker und die Milch verklappert man und arbeitet alles mit obigem Teig
zu einer Masse, welche sich gut ausrollen lässt, ev. fügt man noch etwas
Mehl hinzu. Den ausgerollten Teig schneidet man in rechteckige Stücke,
be-
streicht diese mit Eiweis, streut die in Spänchen geschnittenen Mandeln, die
man mit 50 g Zucker gemischt hat, darüber und bäckt bei Mittelhitze.
In Blechdose aufzubewahren.
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Seite 22.
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Nummer 288.
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