Darmstädter Tagblatt 1910


28. November 1910

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
I 279.
Montag, den 28. November.
1910.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Zur Reichs=Wertzuwachsſtener.
F.K. Die Kommiſſion des Reichstags
zur Vorberatung des Reichswertzuwachsſteuer=
geſetzes
begann am Freitag die dritte Leſung des Ent=
wurfs
. Der Staatsſekretär des Reichsſchatz=
amtes
Wermuth leitete ſie mit einer längeren Rede
ein. Er erinnerte daran, daß der Gedanke der Beſteue=
rung
des Wertzuwachſes an Grundſtücken auf der ein=
mütigen
Anregung aller Parteien beruhe, die ſchließlich
in dem geſetzlichen Auftrage ausgelaufen ſei, ein Reichs=
wertzuwachsſteuergeſetz
einzubringen und zu verabſchie=
den
. Der Entwurf ſei zunächſt in der erſten Leſung des
Plenums wie in der Oeffentlichkeit rückhaltlos willkom=
men
geheißen. Der Staatsſekretär empfahl, ſich während
der kommenden Verhandlungen gegenwärtig zu halten,
wie bei aller Anerkennung des werterhöhenden Einfluſſes
von Einzelſtaaten und Gemeinden das Reich die Grund=
lage
für die außerordentliche Entwicklung des Erwerbs=
und Wirtſchaftslebens und damit vor allem für den Wert=
zuwachs
an Grund und Boden bilde. Den Gemeinden
werde dem örtlichen Widerſtand zum Trotz eine
Einnahmequelle neu eröffnet oder doch ſichergeſtellt, für den
Grundſtücksmarkt in der Einheitlichkeit der Vorſchriften
die erwünſchte Gleichmäßigkeit der Belaſtung geſchaffen.
Vor allem biete die Zuwachsſteuer als Belaſtung, des
Beſitzes einen von allen Parteien als wünſchenswert und
notwendig erkannten weiteren Ausgleich für die in der
Finanzreform erfolgte Mehrbelaſtung des Verbrauchs
und werde dauernd um ſo weniger zurückgeſtellt werden
können, als dem Reiche nur wenige Beſitzſteuerarten zu=
gänglich
ſeien und gerade die Zuwachsſteuer im Volks=
bewußtſein
beſonders tief Wurzel gefaßt habe. Es ſei
durchaus folgerichtig, daß ein Bruchteil des müheloſen
Gewinnes, welcher aus der ſeit Gründung des Reiches
eingetretenen rapiden Wertſteigerung emporgewachſen
ſei, für die Pflege der Wehrhaftigkeit Deutſchlands und
für die freundlichere Geſtaltung des Lebensabends derer
verwendet wird, die opferwillig Leib und Leben für das
Vaterland eingeſetzt haben. Hier ſei die Gelegenheit ge=
geben
, an der Entwicklung unſerer Heereseinrichtungen
und an der Verbeſſerung des Loſes unſerer Veteranen
mitzuarbeiten.
Die Kommiſſion beſchloß nach einer Geſchäftsord=
nungsdebatte
, in der Abg. Dr. Arendt (Reichspartei) das
Wort ergriff, die Ausführungen des Staatsſekretärs den
Kommiſſionsmitgliedern vor der nächſten Sitzung, die auf
Donnerstag, den 1. Dezember, anberaumt wurde, im
Wortlaut zugänglich zu machen.

Die Meuterei im Hafen von Rio de Janeiro.
** Nach den erſten Meldungen ſchien es, als ob auch
in Braſilien eine Revolution ausgebrochen ſei, doch
ſo ſchlimm iſt die Sache nicht, und wenn die ſpäter ein=
gelaufenen
Nachrichten den Tatſachen entſprechen, handelt
es ſich nur um eine ſeitens der Mannſchaften zweier
Kriegsſchiffe inſzenierte Lohnhewegung, welcher freilich
durch Unſchädlichmachung der Offiziere und Bedrohung
der Stadt Rio de Janeiro beſonderer Nachdruck verliehen
wurde. Wenn wir übrigens eben ſagten, daß die Sache
ſo ſchlimm nicht ſei, ſo iſt das eum grano salis zu ver=
ſtehen
. Die Regierung ſcheint nicht bedroht zu ſein, und
ihrem Sturze galt die Meuterei nicht, aber deshalb iſt
die Affäre doch nicht minder ernſt, denn ſie wirft auf den
Geiſt, welcher in der braſilianiſchen Marine herrſcht, ein
ſehr ſchlechtes Licht, freilich auch auf die braſilianiſchen
Verhältniſſe überhaupt, falls es ſich beſtätigt, daß die
Matroſen ihre Löhnung nicht erhalten haben. Eine Ma=
rine
, deren Mannſchaften ihre Offiziere tötet und um der
Erreichung materieller Zwecke willen die Kanonen auf die
Landeshauptſtadt richtet, iſt kein unbedingt zuverläſſiger
Schutz für das Vaterland, und der Vorgang im Hafen
von Rio kann nicht anders bewertet werden als die Meu=
terei
auf dem ruſſiſchen Kriegsſchiff Potemkin vor Odeſſa
im Juni 1905.
Es mutet nach deutſchen Begriffen ſeltſam an, daß die
braſilianiſche Regierung mit den Meute=
rern
in Unterhandlungen getreten iſt und
daß der zuſammenberufene Kongreß die volle Amneſtie
der ſchuldigen Mannſchaft beſchloſſen hat. Andere Län=
He= andere Sitten, ſo muß man auch hier ſagen, die

Regierung traute wohl im Falle einer Verweigerung der
Amneſtie den Meuterern nichts Gutes zu und glaubte,
auf friedlichem Wege die Affäre am einfachſten aus der
Welt zu ſchaffen. Unter der Bemannung der braſiliani=
ſchen
Kriegsſchiffe gibt es manche abenteuerliche Elemente,
dagegen iſt das Offizierkorps der Marine tadellos, ſeinem
Vereinshauſe in Rio verehrte unſer Kaiſer im Jahre 1901
ſein Bild.
Viele werden bei den Nachrichten von einer in Braſi=
lien
ausgebrochenen Revolution an einen Verſuch zur
Wiederherſtellung der Monarchie gedacht haben. Aber
wenn auch hier und da einmal von einer ſolchen Bewe=
gung
die Rede war, ſo hat das Kaiſertum doch keine Aus=
ſicht
, jemals wieder in Braſilien feſten Fuß zu faſſen.

Der braſilianiſche Geſchäftsträger in Paris erhielt
eine Depeſche, in welcher es u. a. heißt, daß der Führer
der meuternden Marinetruppen ein Neger aus
Bahia ſei. Die meuteriſchen Schiffe hätten eine rote
Fahne gehißt. Nach einem weiteren Telegramm erhielt
der Präſident Hermes da Fonſeca folgendes Fun=
kentelegramm
von den meuternden Seeleuten: Indem
wir die Tat bedauern, die wir zu unſerer Verteidigung
aus Liebe zur Ordnung, Gerechtigkeit und Freiheit began=
gen
haben, legen wir die Waffen nieder im Vertrauen
darauf, daß uns der Nationalkongreß Amneſtie gewähren
und die körperlichen Züchtigungen dem Geſetze gemäß ab=
ſchaffen
wird. Der Borddienſt muß mittels einer Ver=
mehrung
des Perſonals verſehen werden, ohne daß wir
geopfert werden. Wir bleiben Ew. Exzellenz vertrauens=
vollſt
gehorſamſt.
Die Debatte über die Amneſtiefrage in
der Kammer verlief ſehr ſtürmiſch. Es kam ſogar
zwiſchen einzelnen Abgeordneten zu Tätlichkeiten. Die
meuternden Schiffe, die eine Zeitlang vor der Barre auf
das Signal zum Einlaufen im Falle der Annahme des
Amneſtieantrags gewartet hatten, gingen unterdeſſen in
See. Die Annahme der Amneſtievorlage für
die Meuterer erfolgte um 8½ Uhr abends mit 114 Stim=
men
gegen 23 Stimmen; ſie wurde gleich darauf vom
Präſidenten genehmigt, der Carvalho zum Sao Paulo
entſandte, um mit den Meuterern zu unterhandeln.

Deutſches Reich.
Der Reichsetat für 1911 iſt dem Reichs=
tage
zugegangen. Der Etat wird nach erfolgter Druck=
legung
am Montag zur Verteilung gelangen. Die Grund=
züge
des Etats werden wie im Vorjahre halbamtlich in
der Nordd. Allg. Ztg. veröffentlicht werden. Ferner iſt
dem Reichstage zugegangen eine Ueberſicht über den
neuen Etat.
Schiffahrtsabgaben. Die Handelskammer
für den Kreis Mannheim hat bereits wiederholt durch
ihre Vertreter in den Vereinigten Arbeitsausſchüſſen der
Rhein=, Weſer= und Elbeintereſſenten und in deren
Aktionskomitee, in der Verkehrskommiſſion des Deutſchen
Handelstages, im Verein zur Wahrung der Rheinſchiff=
fahrtsintereſſen
uſw. ihre ablehnenade Stellungnhme
gegenüber dem vorliegenden Entwurf eines Geſetzes betr.
den Ausbau der deutſchen Waſſerſtraßen und die Er=
hebung
von Schiffahrtsabgaben kundgegeben. Sie har
nun eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, in der ſie
der Erwartung Ausdruck gibt, daß der Reichstag dem
Geſetzentwurf ſeine Zuſtimmung verſagen werde.
Zuchtloſigkeit der Jugend und Ge=
ſetzgebung
. Aus Sachſen wird der Köln. Ztg. ge=
ſchrieben
: In gemäßigten politiſchen Kreiſen finden gegen=
wärtig
bei uns gewiſſe Beſtrebungen Unterſtützung, die
ſich gegen die Zuchtloſigkeit und die Auflehnung jugend=
licher
Perſonen gegen jede Autorität richten. Man geht
dabei von der Erfahrung aus, daß die Schule bei ihrer
heutigen Verfaſſung in dieſer Hinſicht völlig verſagt hat
und daß auch von der Reichsgeſetzgebung nicht viel zu er=
warten
iſt. In Sachſen iſt nun in letzter Zeit der Wunſch
rege geworden, dieſe wichtige Frage auf dem Wege der
Landesgeſetzgebung zu löſen, und man hofft mit gutem
Grunde, dabei die Unterſtützung der Regierung zu finden.
Es wird dabei an die Angliederung neuer Unterrichts=
gegenſtände
an die Fortbildungsſchule oder ähnliche An=
ſtalten
gedacht in der Richtung, daß die Arbeiterjugend
von parteipolitiſch nicht intereſſierter Seite über das
Weſen des Staates, die Aufgaben und Pflichten ſeiner
Behörden und beſonders auch über die ſozialen Leiſtungen
des Staates und der Gemeinden für die ärmeren Klaſſen,

die Notwendigkeit des Zuſammenwirkens von Kapital
und Arbeit und vielleicht auch über Parteiweſen uſw. auf=
geklärt
wird Bei ausſchlaggebenden Stellen in Sachſen
ſind entſprechende Vorſchläge unter ausführlicher Begrün=
dung
bereits gemacht, die vielleicht einen Geſetzentwurf
an den nächſten Landtag zur Folge haben. Wie wir er=
fahren
, wird in nächſter Zeit in Dresden eine Zuſammen=
kunft
hervorragender Männer aus den verſchiedenſten Be=
rufskreiſen
ſtattfinden, bei der dieſe wichtige Angelegen=
heit
weiter erörtert werden ſoll.
Ueber die Privatbeamtenverſiche=
rung
haben Blättermeldungen zufolge zwiſchen den Re=
gierungen
und den Parteien in den letzten Wochen Ver=
handlungen
ſtattgefunden. Der Staatsſekretär Dr. Del=
brück
gab dabei eine unverbindliche Zuſage, den Abſchluß
der Vorlage ſo zu beſchleunigen, daß der Entwurf doch
noch in dieſer Seſſion verabſchiedet werden könne. Dieſe
plötzliche Aenderung der Regierung erkläre ſich aus den
dringenden Hinweiſungen, die außer der förmlichen Inter=
pellation
beſonders vom Zentrum in der letzten Zeit ge=
ſtellt
worden ſind. Dem Berliner Lokalanzeiger zufolge
wird der Geſetzentwurf über die Privatbeamtenverſiche=
rung
dem Reichstag anfangs Januar zugehen.
Zur Fleiſchteuerung. Von der weimari=
ſchen
Regierung wird die Einberufung einer Konferenz
von Städtevertretungen zur Steuerung der Fleiſchteue=
rung
beabſichtigt.
Der Nationalliberale Landesverein
für das Königreich Sachſen wird verſuchen, mit
der Fortſchrittlichen Volkspartei ein Abkommen zur Ver=
meidung
liberaler Doppelkandidaturen zu treffen. Die
Blättermeldungen über ein nationalliberal=konſervatives
Kompromiß in den Wahlkreiſen Dresden=Altſtadt und
Freiberg ſind falſch.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Fleiſchteuerung. Bei der Fortſetzung
der Verhandlungen über die Berichte des Teuerungsaus=
ſchuſſes
im Abgeordnetenhauſe beſprach Handelsminiſter
Weiskirchner eingehend die Frage der Fleiſchteuerung.
Die Regierung ſei entſchloſſen, ein beſtimmtes Kontingent
argentiniſchen Fleiſches zuzulaſſen, ſie vertrete aber den
Standpunkt, daß zur dauernden Behebung der Fleiſch=
teuerung
die Hebung der inländiſchen Fleiſchproduktion
unbedingt durchgeführt werden müſſe. Der Import des
argentiniſchen Fleiſches ſei nur eine Notſtandsmaßnahme.
Im übrigen ſei es bei der beſtehenden wirtſchaftlichen
Kriſe notwendig, nicht nur eine Frage herauszugreifen,
ſondern es müſſe eine ſolche Politik getrieben werden, daß
die Urſachen der Not behoben würden, vor allem durch
die Schaffung von Arbeitsgelegenheit.
Frankreich.
Die ausſtändiſchen Eiſenbahner. Eine
Abordnung der Kammergruppe zur Verteidigung der
Intereſſen der Eiſenbahner befürwortete beim Miniſter=
präſidenten
die Wiedereinſtellung der anläßlich des letzten
Eiſenbahnerſtreiks entlaſſenen Eiſenbahnbedienſteten.
Briand erwiderte, von einer allgemeinen Wiederanſtellung,
welche einer Amneſtie gleichkäme, könne nicht die Rede
ſein, doch werde die Regierung bei den Eiſenbahngeſell=
ſchaften
dafür eintreten, daß die Frage der Wieder=
anſtellung
der Entlaſſenen mit der größtmöglichſten Menſch=
lichkeit
und Milde geprüft werde. Allerdings werde der
Regierung dieſer Schritt dadurch ſehr ſchwer gemacht,
daß noch immer faſt täglich Sabotagen vorkommen und
gewiſſe Bahnbedienſtete einen ausgeſprochen ſchlechten
Willen zeigten.
England.
Der Verfaſſungskampf. Premierminiſter
Asquith hielt eine Rede in Hull: In drei Jahren, führte
er aus, werden wir uns mitten in einem der denkwürdigſten
Kämpfe der britiſchen Geſchichte befinden. Unſere Partei
iſt guten Mutes; es iſt weder eine Spaltung, noch eine
Rivalität in ihr vorhanden. Ueberall herrſcht Einigkeit,
Diſziplin, Loyalität und Vertrauen. Das Oberhaus iſt, wie
es jetzt iſt, ein verwitterter, verbröckelter Bau, der vom
Fundament bis zum Dach neu aufgebaut und reſtauriert
werden muß. Wir haben uns nach reiflicher Ueberlegung
mit Recht geweigert, noch weiterhin Land zu pflügen, weil
wir wiſſen, daß die Lords unſere Geſetzesvorlagen ſchmäh=
lich
zurückweiſen. Der Plan der Liberalen läuft
nicht auf eine Regierung durch eine Einzelkammer
hinaus. Lord Lansdowne erklärte in einer Rede
in Glasgow: Die Verantwortlichkeit für den Kampfetreffe

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Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.
Nummer 279.

Fortſchritte. Die Aerzte hoffen, daß er in zwei oder ſpä=
teſtens
drei Wochen das Bett wird verlaſſen können.

die Liberalen. Die Unioniſten fürchteten ſich nicht, die
Herausforderung anzunehmen. Man erzähle ihnen, es
ſeien 45 Millionen Männer und Frauen in Schlachtord=
nung
gegen ſie aufgeſtellt. Aber die Parteien befänden ſich
in England im Gleichgewicht.
Türkei.
Kriegsetat. Die Regierung brachte in der Kam=
mer
eine Vorlage ein, durch die der Kriegsminiſter er=
mächtigt
wird, die für irgend einen Teil des Kriegsetats
bewilligten Kredite für andere Zwecke zu verwenden.
Dieſe Maßregel wird mit der Neueinieilung der Armee=
korps
begründet.
Zur Kretafrage ſchreibt die Wiener Neue Freie
Preſſe: Nach Anſicht informierter Kreiſe gibt die Kund=
gebung
der kretiſchen Nationalverſammlung zu keinen
Beſorgniſſen Anlaß. Die Eröffnung der kretiſchen Kam=
mer
im Namen des Königs von Griechenland iſt nicht
als ein neues Faktum zu betrachten, da dieſe Manifeſta=
tion
ſich ſeit einigen Jahren gelegentlich der Eröffnung
jener Kammer immer wiederholt und keine Neuerung
gegenüber dem Status quo bedeutet. In Konſtantinopel
hat man nicht die Abſicht, Griechenland mit der Haltung
der kretiſchen Nationalverſammlung zu belaſten und zu
verlangen, daß es die Kundgebung der Nationalverſamm=
lung
desavouiere, um ſo mehr, als ſich die griechiſche Re=
gierung
vollkommen korrekt verhalten hat. Da in Kon=
ſtantinopel
wie in Athen friedliche Tendenzen vorherr=
ſchen
, ſo iſt die Meldung eines Berliner Blattes, daß die
türkiſche Regierung der griechiſchen wegen der Haltung
der Nationalverſammlung mit einer Kriegserklärung ge=
droht
habe, vollkommen unbegründet.
Rußland.
Die Duma lehnte den Antrag der Sozialdemo=
kraten
und der Kadettenpartei, eine Geſetzesvorlage betr.
die Abſchaffung der Todesſtrafe auf die Tagesordnung
der nächſten Sitzung zu ſetzen, nach ſtürmiſchen Debatten
mit 161 Stimmen des Zentrums und der Rechten gegen
131 Stimmen der Oppoſition ab.
China.
Im Reichsausſchuß wurde ein Edikt verleſen,
in dem die Vorſchläge des Reichsausſchuſſes betreffs der
Salzfrage und Unterrichtsfrage gebilligt werden. In=
folgedeſſen
wurde der Vorſchlag zurückgezogen. einen Pro=
teſt
gegen den Staatsrat wegen ſeines Verhaltens in
Verbindung mit dieſen Fragen zu erheben. Darauf
wurde ein neues Komitee ernannt, um die Denkſchrift
zur Einreichung bei dem Thron zu entwerfen. In der
Denkſchrift ſoll geſagt werden, die Befugniſſe des Staats=
rats
, der unter dem Kaiſer Khien Lung errichtet worden,
ſeien jetzt undefinierbar. Dem Staatsrat könne jedoch
geſtattet werden, die Funktionen weiter zu verſehen, wenn
er dem Volke gegenüber verantwortlich gemacht werde.
Anderenfalls ſei die Bildung eines verantwortlichen Ka=
binetts
notwendig. Der Reichsausſchuß nahm einſtim=
mig
eine Reſolution an, in der die ſofortige Anwendung
durchgreifender Maßnahmen gegen den Opiumgenuß als
dringend gefordert und die Erneuerung des Abkommens
mit Großbritannien über den Opiumhandel mißbilligt
wird.

Stadtverordnetenwahlen. Bei den
Stadtverordnetenwahlen in Poſen wurden in der
erſten Abteilung ſämtliche deutſchen Kandidaten gewählt.
Im ganzen wurden bei den diesjährigen Stadtverord=
netenwahlen
gewählt: 17 Deutſche und 3 Polen. Die
deutſche Partei hatte, wie in früheren Jahren, ein Wahl=
abkommen
geſchloſſen. Bei den Stadtverordneten=
wahlen
in Recklinghauſen erlangten die Sozial=
demokraten
einen erſten Sieg, wo ihre Liſte 1050 Stimmen
auf ſich vereinigte, während Zentrums= und national=
liberale
Kandidaten zuſammen nur 800 Stimmen erhiel=
ten
. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Lüden=
ſcheid
wurden die beiden Kandidaten der Sozialdemo=
kratie
gegen das Kompromiß aller bürgerlichen Parteien
mit 500 Stimmen Mehrheit gewählt.
* Belgrad, 25. Nov. Im Befinden des ſer=
biſchen
Kronprinzen macht die Beſſerung weitere

* Der Präſident der mexikaniſchen Re=
publik
Porfirio Diaz. Der Präſident Porfirio
Diaz, der anläßlich der Unruhen in Mexiko jetzt viel ge=
nannt
worden iſt, wurde geboren am 15. September 1830.
Er erhielt ſeine Erziehung auf einem römiſch=katholiſchen
Seminar und wandte ſich zunächſt den Rechtsſtudien zu.
Den erſten aktiven Anteil an der Politik ſeines Landes
nahm er am 1. Dezember 1854. Der damalige Diktator
der mexikaniſchen Republik General Santa Anna wollte
dem Beiſpiele Napoleons III. folgen und durch eine
Volksabſtimmung erreichen, daß ihm auch fernerhin die
höchſte Gewalt in Händen bliebe. Alle Studenten ſtimm=
ten
unter dem Druck ihrer Profeſſoren dafür, aber Diaz
ſtimmte gegen Santa Anna. Man wollte Diaz verhaften,
doch entzog er ſich ſeiner Feſtnahme durch die Flucht, ſam=
melte
einige verwegene Altersgenoſſen um ſich und ſchloß
ſich der Revolution an. Hiernach kämpfte Diaz für die
Reformgeſetze des Benito Juarez und gegen die Kirche.
Zwei Jahre ſpäter wurde Juarez von den Vereinigten
Staaten als rechtmäßiger konſtitutioneller Präſident an=
erkannt
. Diaz erhielt den wichtigen Poſten eines Militär=
kommandanten
des Diſtriktes Tehuantepec übertragen.
Im Jahre 1860 wurde er von Juarez zum Oberſten der
Armee, 1861 zum General, 1863 zum Diviſions=General,
der höchſten militäriſchen Charge in Mexiko, ernannt.
Während der franzöſiſchen Beſetzung und der Kaiſerzeit
Maximilians hat Diaz wie ein Löwe für die Freiheit
Mexikos gekämpft. Maximilians Schickſal war mit dem
Siege der amerikaniſchen Nordſtaaten über die Südſtaaten
und mit dem Abzuge der franzöſiſchen Armee entſchieden!
Der erſte Präſident wurde Juarez, und nachdem dieſer
am 18. Juli 1872 geſtorben war, Lerdo de Tejada. Dieſer
wurde zunächſt auch von Diaz unterſtützt, dann aber in=
folge
ſeiner reaktionären Maßnahmen erbittert von ihm
bekämpft. Am 24. November 1876 zog Diaz an der Spitze
einer Armee von 12000 Mann in die Hauptſtadt Mexikos
ein und wurde Präſident, zunächſt bis zum Jahre 1880.
Er überließ dann von 1880 bis 1884 die Präſidentſchaft
ſeinem Freunde Gonzalez, und ſeit 1884 iſt er immer wie=
der
zum Präſidenten gewählt worden, wodurch eine Be=
ſtändigkeit
der Regierung geſchaffen iſt, die keine andere
Republik der Welt aufzuweiſen hat.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. November.
* Bom Hofe. Um 1 Uhr fand am Freitag im Neuen
Palais Frühſtückstafel zu 20 Gedecken ſtatt. Es nahmen
daran teil: Prinzeſſin Heinrich von Preußen, Prinz u. Prin=
zeſſin
Friedrich Karl von Heſſen, Fürſt und Fürſtin zu
Solms=Lich, Prinz und Prinzeſſin Franz Joſeph von
Battenberg und die Erbprinzeſſin von Sachſen=Meiningen.
Prinzeſſin Heinrich von Preußen reiſte
Samstag früh 5 Uhr in Begleitung der Hofdame Frl. von
Oertzen nach Kiel ab. (Darmſt. Ztg.)
Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent
des Herzogtums Braunſchweig, wird mit Gemahlin am
2. Dezember zu Beſuch beim Großherzoglichen Hofe ein=
treffen
. Der Beſuch wird bis zum 4. Dezember dauern.
Empfange. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am 25. November zur Entgegen=
nahme
der Glückwünſche zu ſeinem Geburtstage:
den Königlich Preußiſchen interimiſtiſchen Geſchäftsträger
Legationsſekretär v. Stumm; den Kaiſerlich Ruſſiſchen
Miniſterreſidenten Baron v. Knorring und Gemahlin;
den Königlich Großbritanniſchen Geſchäftsträger Mr.
Harford und Gemahlin; die General= und Flügeladju=
tanten
, die General= und Flügeladjutanten à la suite,
den Ordonnanzoffizier, die Oberhofchargen, den Vorſtand
des Kabinetts, den Hofmarſchall, den dienſttuenden
Kammerherrn Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin,
die Direktoren der Kabinettsbibliothek und der Großh.
Privatſammlungen, den Oberhofprediger, den General=
direktor
des Hoftheaters und der Hofmuſik; den Diviſions=
kommandeur
, die Brigade= und Regimentskommandeure
des Standortes Darmſtadt, den Kommandanten der
Reſidenz, die Kommandeure des Gendarmeriekorps und
des Train=Bataillons Nr. 18, den Direktor der 4. Artillerie=
Depot=Direktion; den Staatsminiſter, den Miniſter des
Innern, die Präſidenten der Landeskollegien, den Erſten
Präſidenten der Zweiten Kammer der Stände, den Ober=
bürgermeiſter
von Darmſtadt und den Präſidenten der
Kriegerkameradſchaft Haſſia‟
* Ernannt wurde der Militäranwärter Sergeant
Paul Schmidt aus Schlotheim zum Steueraufſeher
bei dem Hauptſteueramt Bingen.
* Eiſenbahnperſonalien. Den Eiſenbahn=Bau= und
Betriebsinſpektoren in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſen=
bahngemeinſchaft
Ludwig Hummel zu Köln, Paul
Rothamel zu Darmſtadt, Ludwig Pfaff zu Lauter=
bach
, Heinrich Koch zu Ratibor, Clemens Behle zu
Mainz, Dr.=Ing. Auguſt Walloth zu Gießen, Auguſt

Hildebrand zu Bingen, Fritz Hartmann zu
Kandrzin, Wilhelm Sieben zu Duisburg, Ernſt
Kraft zu Köln, Eduard Wolfskehl zu Darmſtadt,
Hermann Wickmann zu Baumholder, Guſtav
Köhler zu Eſſen a. R., Karl Bitſch zu Hilles=
heim
ſowie den Eiſenbahn=Bauinſpektoren in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Eugen
Prieſter zu Frankfurt a. M., Robert Cramer zu
Darmſtadt, Wilhelm Kayſer zu Worms und Emil=
Moeller zu Paderborn wurde mit Ermächtigung
Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs im Einvernehmen
mit der Königlich Preußiſchen Regierung die Ge=
nehmigung
erteilt, anſtelle ihrer derzeitigen Amtsbezeich=
nung
fortan den Amtstitel Regierungsbaumeiſter
zu führen.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben zum 25. d. Mts. verliehen: das
Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
Allerhöchſtſeinem Flügeladjutanten 5 la suite
Major z. D. Kraemer; das Ritterkreuz 2. Klaſſe des=
ſelben
Ordens Allerhöchſtſeinem Flügeladjutanten Ober=
leutnant
v. Schroeder, ferner dem Leibfahrer Georg
Laun das Allgemeine Ehrenzeichen.
Se. Maj. der König von Preußen hat den nach=
benannten
Offizieren ꝛc. die Erlaubnis zur Anlegung der
ihnen verliehenen nichtpreußiſchen Orden erteilt und zwar:
des Komturkreuzes zweiter Klaſſe des Großh. Heſſ. Ver=
dienſtordens
Philipps des Großmütigen: dem General=
major
Riedel, Kommandeur der 41. Infanterie=
brigade
; des Ritterkreuzes des Königlich Spaniſchen
Ordens Iſabellas der Katholiſchen: dem Oberleutnant
v. Strzemieczny und dem Leutnant Felix Grafen
zu Sayn=Wittgenſtein=Berleburg, beide im
Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſiſchen)
Nr. 115; des ſilbernen Kreuzes desſelben Ordens= dem
Gardefeldwebel Petri in der Großh. Heſſiſchen Garde=
Unteroffizierkompagnie.
Militärdienſtnachrichten. Generalmajor von
Windheim (früher im Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23), Kommandeur der 5. Kavallerie=Brigade ( Stand=
ort
: Frankfurt a. O.), unter Verſetzung zum General=
ſtab
der Armee zum Oberquartiermeiſter ernannt. Er
wird erſetzt durch Generalmajor v. Pappritz (früher
im Generalſtab des 18. Armeekorps), bisher Chef des
Generalſtabes des 15. Armeekorps (Standort: Straß=
burg
i. E.). v. der Oſten (bis vor kurzem Adjutant
beim Generalkommando des 18. Armeekorps), Oberſt=
leutnant
und Bataillons=Kommandeur im 1. Naſſauiſchen
Infanterie=Regiment Nr. 87 (Standort: Mainz), zum
Stabe des Infanterie=Regiments von Courbiére
(2. Poſenſches) Nr. 19 (Standort: Görlitz) verſetzt.
G. H. Th. Großh. Hoftheater. Zur Gedächtnis=
feier
für Björnſtjerne Björnſon findet heute Montag,
den 28. November, eine Aufführung des Schauſpiels
Ein Falliſſement ſtatt, das auch in der Heimat
des Dichters das populärſte ſeiner Werke iſt. Der
Trauermarſch ſeines Freundes Grieg für Orgel und ein
Prolog von Karl Hepp, den Regiſſeur Hacker ſpricht,
gehen der Aufführung voran. Der Spielplan für
dieſe Woche iſt abgeändert worden: Die Vor=
ſtellung
Prima-Ballerina‟ (B 16) findet erſt am Mitt=
woch
ſtatt; am Dienstag wird auf Allerhöchſten Befehl=
Taifun (D 18) wiederholt.
In der nichtöffentlichen Sitzuug der Stadt=
verordneten
=Verſammlung am 24. d. Mts. wurden die
Sekretäre Philipp Hopp und Peter Stein zu Ober=
ſekretären
befördert. Hinſichtlich der vorliegenden Ge=
ſuche
um Erteilung der Erlaubnis zum Betriebe von
Schankwirtſchaften wurde die Bedürfnisfrage für Lang=
gaſſe
16 und Heidelbergerſtraße 126 bejaht.
K. V. In der Kunſthalle wurden verkauft von den
Werken des Malers H. Unger: Paganini und ein
Studienkopf; des Bundes zeichnender Künſtler:
Sabinerin, Im Garten, Tauwetter, Motiv bei St.
Gallen, Alte Warte an der Donau, Fahrt ins 20. Jahr=
hundert
und Alte Mühle bei Meesburg; der jüngeren
Baſeler: Züricher See von P. Burckhardt, Oberrhein=
landſchaft
von K. Dick und Campagna von J. Lüſcher.
* Ergänzungswahlen zur Handelskammer. Bei der
Wahl in der Gruppe Großhandel wurde der vom
Handelsverein, Detailliſtenverein, Kaufm. Verein und
Rabatt=Sparverein vorgeſchlagene Herr Kaufmann
Trier mit 67 von 69 Stimmen wiedergewählt. Je eine
Stimme erhielten die Herren Simon Vogel und Jonas
Meyer.
Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Darmſtadt iſt
nicht nur Kunſtſtadt geworden, weil ſo viel fertige Künſtler
mit klingendem Namen in unſerer Stadt wirkten und
wirken, ſondern weil auch ſtets die Werdenden hier Inter=
eſſe
und Förderung gefunden haben. Wieder tritt ſolch
ein junger, werdender Künſtler mit einigen Werken in
Darmſtadt vor die Oeffentlichkeit, und wir wollen die
Freunde bildender Kunſt auf ihn aufmerkſam machen.
Adam Anthes, Darmſtadt=Jugenheim, zeigt zwar in
ſeinen Motiven nicht die faſt krankhafte Originalitätsſucht

Die Ehephiloſophie des Königs
Chulalongkorn.
** Ein merkwürdiges Dokument, das den ver=
ſtorbenen
König Chulalongkorn von Siam als Philo=
ſophen
der Ehe und Kenner der Frauenſeele zeigen
ſoll, wird im American Magazine veröffentlicht; der
heimgegangene Herrſcher faßt hier ſeine Erfahrungen
in ſeinem reichen Eheleben denn Chulalongkorn
beſaß nicht weniger als 600 Frauen zuſammen und
gibt den Europäern und Amerikanern, deren Sitten
er mit ſcharfem Blick beobachtet hat, allerlei lehrreiche
und des Humors nicht entbehrende Ratſchläge, wie
man Frauen behandeln ſoll.
Frauen behandeln! Wie komiſch das klingt, ſo
erklärt der vielerfahrene gekrönte Eheherr. Den
Europäern und Amerikanern erſcheint dies als eines
der wichtigſten Probleme. Mir und meinen Unter=
tanen
hat es noch keine Schwierigkeiten bereitet. Ich
kann vielleicht einige nützliche Winke geben, habe ich
doch mit 600 Frauen Erfahrungen ſammeln können,
wo der Europäer in der Regel auf eine angewieſen
iſt. Gerade darin, daß er ſo viele Frauen gehabt
hat, ſieht Chulalongkorn die Grundlage und Urſache
ſeines glücklichen Familienlebens. Man weiß, daß
große Familien in der Regel die glücklichſten ſind:
der König von Siam geht noch weiter und erklärt, daß
die größte Zahl von Frauen die beſte Ehe abgebe.
Wenn du eine Frau haſt, wirſt du ſie leicht verder=
ben
. Du biſt wie eine Mutter mit einem einzigen
Kind: ſie erzieht und pflegt und liebkoſt ſo viel, bis
die Urſprünglichkeit dahin iſt. Sie läßt dem Kinde
keinen Augenblick Ruhe und Freiheit, und dieſes Zu=
viel
von Erziehung und Behandlung macht das
Kind dann launiſch und unfolgſam. Ihr Amerikaner
und Europäer macht zu viel Aufhebens von euerem
Weibe und verderbt damit ihren natürlichen Cha=

rakter. Die ſiameſiſche Frau iſt von der europäiſchen
im Grunde nicht verſchieden, alle Frauen ſind im
ttiefſten Urgrunde gleich. Aber der Fürſt aus dem Oſten
iſt keineswegs etwa ein Frauenverächter, er will das
Weſen der Frau reſpektiert wiſſen und veruxteilt die
allzu häufigen Eingriffe des Mannes in das Gefühls=
leben
und die Empfindungswelt der Frau. Das
Geheimnis, glücklich mit einer Frau zu leben, beruht
darin, daß man ſie im rechten Augenblick allein läßt.
Die Frau ſoll hin und wieder ſpüren, daß der
Mann ihrer im Notfall entraten kann und eine kleine
Vernachläſſigung zur rechten Zeit iſt beſſer als ein
ewiges Liebkoſen‟ Die Vernachläſſigung führt die
unzufriedene Frau ſofort wieder zum Manne zurück.
Wenn eine meiner Frauen beginnt, mich zu quälen,
ſo tue ich nichts anderes, als daß ich ihr zwei oder
drei Wochen aus dem Wege gehe. Sie wird dann
mit ſich ſelbſt fertig, überwindet die böſe Laune, und
bald kehrt ihr Lächeln wieder. Natürlich iſt das
ſchwer durchführbar, wenn man nur mit einer Frau
zuſammenlebt, aber bis zu einem gewiſſen Grade läßt
ſich das doch bewerkſtelligen. Nichts iſt törichter, als
in die melancholiſchen Empfindungen einer Frau ein=
dringen
zu wollen. Man beſtärkt ſie dann in ihrer
Unzufriedenheit und ihr Jammer würde kein Ende
nehmen. Denn fühlt ſich eine Frau unglücklich und
bedauernswert, dann iſt es unbewußt ihr Beſtreben,
dieſen Zuſtand möglichſt lange aufrecht zu erhalten
und möglichſt deutlich zur Schau zu ſtellen. Wenn
man ihr in ſolchen Stunden, die immer einmal auf=
tauchen
, aufdringliche Sorge ſchenkt und ſie damit be=
ſtärkt
, dann würde ſie drei Tage ſpäter mit einer an=
deren
Klage wiederkehren, jede körperliche Unpäßlich=
keit
zu einer Seelentragödie erheben und ſchließlich
wäre ſie voll von Weh, von Leiden und Launen, daß
ich mein ganzes Leben daran ſetzen müßte, um ſie bei
leidlich guter Laune zu erhalten. Mir ſcheint, daß die
amerikanöchen und europäiſchen Frauen niel heller 1

ihre Männer zu behandeln wiſſen als umgekehrt. Die
Frauen begreifen den Nutzen einer kleinen Vernach=
läſſigung
, die von Zeit zu Zeit heilſam iſt
König Chulalongkorn ſieht die größte Gefahr des
europäiſchen Ehelebens darin, daß der Mann ſeine
Verehrung für die Frau zu oſtentativ zur Schau trägt.
Wenn du vor einer Frau auf Händen und Knien
rutſchſt, gleichviel ob wirklich oder nur bildlich, ſo
wird die Frau das genießen und verlangen, daß du
es immer tuſt. Das wird aber auf die Dauer läſtig,
und du ſelbſt beginnſt ſchließlich, launiſch zu werden,
und revoltierſt. Die Frau wird ſtets auf dir herum=
trampeln
, und wenn das einmal nicht möglich iſt,
wird ſie ſich verletzt fühlen. Sie ſelbſt weiß, daß die
ſklaviſche Ergebenheit des Mannes ihr nicht gut tut,
aber der Reiz des Machtgefühls berauſcht ſie wie ein
Gift, und ſie will dich dann immer nur im Staube
ſehen. Darum ſoll man auch mit der Zärtlichkeit Maß
zu halten wiſſen. Der Ehemann, der ſeiner Frau
jeden Morgen am Frühſtückstiſch ſagt: Ich liebe
dich wird langweilig und läſtig. Außerdem wiſſen
die Frauen ſehr genau, daß kein Mann vor dem
Frühſtück ſeine Frau liebt. Durch dieſes Uebermaß
an Zärtlichkeit entwertet man jede Liebkoſung, ſie
wird etwas Alltägliches, und damit ſchließlich etwas
Belangloſes.
Vor allem gibt der ſelige König von Siam ſei=
nen
europäiſchen Ehekollegen einen Rat: Gebt euren
Frauen ſtets eine Beſchäftigung. Das wird ſie glück=
lich
machen und ihre Sorgen verſcheuchen. Laßt ſie
ſingen oder ſpielen oder nähen, gleichviel, gebt ihnen
eine Tätigkeit, die ihrem Weſen entſpricht, und ſie
werden glücklich ſein. König Chulalongkorn iſt auch
ein Gegner des Frauenſtimmrechtes: Der höchſte
Lebenszweck der Frau iſt, einen tüchtigen, guten Mann
glücklich zu machen.

[ ][  ][ ]

Nummer 279.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1918.
Seite 3,

der Modernen; ſeine Motive ſind uns längſt vertraut.
hEr zeigt ſeine künſtleriſche Eigenart durch edle Form=
Lſchönheit und geiſtigen Gehalt und weiß uns ſo aufs
neue zu feſſeln. Die Kunſthandlung Waitz, Eliſabethen=
ſtraße
, hat ſich bereit erklärt, mehrere Plaſtiken von
Anthes auszuſtellen. Doch kann das größte und ſchönſte
Werk, der Kopf des Johannes, wegen des Platzmangels
im Weihnachtstrubel nur am Dienstag und Mittwoch
dieſer Woche ausgeſtellt werden.
Ein ſeltenes Inbiläum feierte am geſtrigen
Sonntag ein in weiteſten Kreiſen geſchätzter Veteran,
Herr Telegraphenſekretär i. P. Ludwig Harting,
Wenckſtraße 34. Es ſind nämlich 40 Jahre verfloſſen,
daß Herr Harting, der den Feldzug 1870/71 als Wacht=
meiſter
im 8. Rheiniſchen Artillerie=Regiment mitge=
macht
hat, für Mut und Tapferkeit in der Schlacht bei
Amiens mit dem Eiſernen Kreuz 1. Klaſſe ausgezeich=
net
worden iſt. Vorher war Genannter bereits mit
dem Eiſernen Kreuz 2. Klaſſe, und zwar in der Schlacht
bei Mars=la=Tour, dekoriert worden. Wir ſchließen
uns den Wünſchen an, daß es dem Jubilar vergönnt
ſein möge, die hohen Auszeichnungen für Mut und
Tapferkeit, auf die er mit Recht ſtolz ſein kann, noch
recht viele Jahre tragen zu können.
* Franenverein des Oſtbezirks. Man ſchreibt uns:
Sonntag, den 4. Dezember, abends, veranſtaltet der
Frauenverein des Oſtbezirks der evangeliſchen Stadt=
gemeinde
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, einen
Familienabend. Pfarrer Vogel wird ſprechen über
das Thema: Aus Zwinglis Heimat und Leben
Außerdem wird eine Reihe muſikaliſcher und deklama=
toriſcher
Darbietungen den Abend verſchönen. Die
Glieder des Oſtbezirks auch die Männer ſind herz=
lich
eingeladen. Es iſt dringend erwünſcht, ſich recht=
zeitig
mit Teekarten (zu 20 Pfg.) zu verſehen, die bei
dem Verwalter Spaar (Kiesſtr. 17) erhältlich ſind, damit
hinreichend Vorſorge getroffen und einer Ueberfüllung
des Saales vorgebeugt werden kann.
Orpheum. Der gegenwärtige hochintereſſante
zweite November=Spielplan, welcher allſeitig ungeteilten
Beifall findet, ſteht nur noch bis Mittwoch, den 30. No=
vember
. Anfang Dezember wird Hans Hauſer, Süd=
deutſchlands
populärſter Komiker, ein Gaſtſpiel im Or=
pheum
abſolvieren.
Vom Vogelſchutzverein. Die diesjährige Mit=
gliederverſammlung
des Vogelſchutzvereins findet am
14. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Kaiſerſaal, Grafen=
ſtraße
18, ſtatt. Im Anſchluß hieran wird um 6 Uhr
der allbekannte Vorkämpfer des ſachgemäßen Vogel=
ſchutzes
, Freiherr H. v. Berlepſch, einen Licht=
bildervortrag
über Vogelſchutz halten, zu
dem jedermann willkommen iſt.
Adreßbuch. Der Druckbogen des 1911er Adreß=
buches
, enthaltend Hausregiſter Sandbergſtraße 56
bis Soderſtraße 8 liegt im Hauptmeldebureau,
Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer Nr. 13, während der
Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis
6 Uhr nachmittags) bis zum 29. November vormittags
zur Einſichtnahme offen.
Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende
Pakete auf Beſtellung aus den Wohnungen aßholen
läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine
Karte oder einen Zettel am beſten eine
Poſtkarte mit den Worten: Paket abzuholen bei
(Name und Wohnung) unfrankiert in den näch=
ſten
Briefkaſten zu werfen oder einem Briefträger mit=
zugeben
und die Sendung wird bei der nächſten Paket=
beſtellfahrt
gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hauſe
des Abſenders abgeholt. Das Verfahren iſt einfach und
bequem und beſonders ſolchen Perſonen zu empfehlen,
denen kein Dienſtbote zur Verfügung ſteht.
Ringkämpfe in Darmſtadt. Wie man uns mitteilt,
ſoll eventuell demnächſt in hieſiger Stadt eine große inter=
nationale
Ringkampf=Konkurrenz zum Austrag kommen,
wozu an Geldpreiſen 6000 Mark zur Verfügung ſtehen.
Ueber Ort und Zeit des Championats ſchweben zurzeit
noch Verhandlungen.

Seligenſtadt, 24. Nov. Eine luſtige Affäre
ereignete ſich heute vormittag in unſerem Städtchen.
Obgleich nämlich weit und breit keine Jagd abgehalten
wurde, durchſchwamm ein halbwüchſiges Reh unmit=
telbar
bei unſerer Mainüberfahrtſtelle vom rechten
Ufer aus den Main, lief dann durch verſchiedene
Straßen und zuletzt unweit der Wohnung des Jagd=
pächters
in den Hof eines Glaſermeiſters. Der Jagd=
pächter
, aus deſſen Gebiet der ſeltene Gaſt gekommen
war, nahm dort den unverhofften Beſuch in Empfang,
feſſelte das Tier, transportierte es an das jenſeitige
Mainufer und gab es dort der Freiheit zurück. Daß
ein Stück Wild ſeinem eigenen Jagdpächter eine Viſite
bei der Wohnung abſtattet, dürfte wohl keine alltäg=
liche
Erſcheinung im Jägerleben ſein.
Offenbach, 26. Nov. Das Reinerträgnis
des Verkaufstages der Großherzogin beziffert
ſich nach dem vorläufigen Abſchluß der Rechnung auf
63500 Mark, eine Summe, auf die Offenbach und die
Veranſtalter des gemeinnützigen Unternehmens ſtolz
ſein können.
Mainz, 26. Nov. Von den Lehrern der Stadtſchu=
len
wurden zu Großherzogs Geburtstag auch die
Herren Frieß und Kunz mit dem Silbernen Kreuz
mit der Krone bedacht. Die beiden Herren haben die
Annahme der Auszeichnungen lt. M. Tgbl. abge=
lehnt
. Auch Herr Lehrer Schorn hat dieſelbe Ordens=
auszeichnung
ſchon vor einigen Tagen abgelehnt.
Grund hierfür iſt der Unterſchied, der bei dieſen Aus=
zeichnungen
zwiſchen den Volksſchullehrern mit glei=
cher
Vorbildung, aber in verſchiedenen Stellungen
erfolgt.
Ober=Ingelheim, 25. Nov. Nach der Beſtimmung
der heſſiſchen Landgemeindeordnung iſt zur Beſchluß=
faſſung
der Sitzung des Gemeinderats die An=
weſenheit
von zwei Dritteln der Stimmberechtigten er=
forderlich
. Durch Todesfälle und Wahl von zwei Mit=
gliedern
des Gemeinderats zum Bürgermeiſter und
Beigeordneten iſt aber die Zahl der Stimmberechtigten
im hieſigen Gemeinderat auf 10 geſunken, ſodaß ſeit
Monaten hier eine beſchlußfähige Gemeinderatsſitzung
nicht mehr abgehalten werden konnte. Die Bürger=
meiſterei
Ober=Ingelheim ſtellte deshalb bei dem Kreis=
amt
Bingen den Antrag, 4 von den 6 neugewählten Ge=
meinderatsmitgliedern
ſchon jetzt zu verpflichten. Das
Kreisamt wies dieſes Anſinnen mit dem Bemerken
zurück, daß zur Beſchlußfähigkeit des Gemeinderats
die Anweſenheit von zwei Dritteln der zurzeit
vorhandenen Stimmberechtigten, alſo 7, nicht 10,
erforderlich ſei. Die Verpflichtung der neugewählten
Mitglieder könne erſt am 1. Januar 1911 erfolgen.
* Gießen, 26. Nov. Der Neubau der mediziniſchen
Veterinärklinik iſt jetzt eröffnet worden.
* Friedberg, 26. Nov. Die Verhandlung gegen den
Bombenwerfer Werner findet vor dem Schwurgericht
in Gießen am 6. und 7. Dezember ſtatt.
(*) Butzbach, 25. Nov. Zum Bürgermeiſter
wurde Beigeordneter Flach ohne Gegenkandidat ge=
wählt
.
* Schlitz, 26. Nov. Am 24. November fand die Ver=
mählung
der Gräfin Anna von Schlitz genannt von
Görtz mit dem Marquis Mac Swiney of Maſha=
naglaß
ſtatt. Der Hochzeit gingen einige feſtliche Ver=
anſtaltungen
voraus. Dienstag abend war der hieſige
Jungfrauen=Verein im Schloß, um der Gräfin Anna, in
der der Verein eine eifrige Förderin beſaß, ſeine Glück=
wünſche
darzubringen. Abends fand dann im Schloß ein
Ball ſtatt. Die Ziviltrau ung der Grä=
fin
Anna mit dem Marquis of Maſhanaglaß
fand auf Schloß Hallenburg ſtatt, woran ſich die
kirchliche Trauung anſchloß. Dekan Schmidt, der die
Trauung vornahm, legte ſeiner Traurede Mth. 28 Vers 30:
Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende‟
zugrunde. Der Kirchengeſangverein verſchönte die Feier
durch Vortrag von zwei Liedern. Das junge Paar wird
ſeinen vorläufigen Aufenthalt in Paris nehmen.

Aus der Reichshanptſtadt, 26. Nov. Die Ein=
weihung
des neuen Königin=Eliſabeth=
Krankenhauſes in Oberſchöneweide fand geſtern
mittag in Gegenwart der Kaiſerin feierlich ſtatt. Das
allgemeine Krankenhaus kann 110 Kranke, darunter
30 Kinder, aufuehmen Ein Iſolierhaus bietet Raum
für 20 Kranke. Die Koſten des Baues mit Einricht=
ung
ſind veranſchlagt auf 1300000 Mark, abgeſehen
von den Grunderwerbskoſten. Das Kaiſerpaar ſpeu=
dete
20000 und 60000 Mark. Der Bund für
angewandte Höfllichkeit hat allen Vereins=
mitgliedern
jetzt ſein Programm zugeſtellt. Darin be=
findet
ſich auch die Beſtimmung: Die Hutnadeln der
Damen ſollen kürzer ſein. Polizeipräſident von Ja=
gow
hat nun Anwartſchaft, zum Ehrenmitglied des
Bundes ernannt zu werden. Einen Ausblick auf
eine Wiederaufrollung des Allenſteiner Pro=
zeiſſes
geſtattete eine Verhandlung, die die 145. Ab=
teilung
des Amtsgerichts Berlin=Mitte beſchäftigte.
Als Kläger trat der ſatiriſche Schriftſteller A. O. We=
ber
, der jetzige Gatte der ehemaligen Frau Toni von
Schönebeck, gegen den aus dem Prozeß gegen die
Wahrheit her bekannten Schriftſteller Otto Weber
auf, und zwar ging die Klage auf Beleidigung durch
die Preſſe. Otto Weber hatte in der damals von ihm
noch verantwortlich gezeichneten Wahrheit einen Ar=
tikel
aufgenommen, der die Ueberſchrift trug A. O.
Wieber und Tagespreſſe und in dem es von dem
Kläger hieß, er beſitze einen durchaus brüchigen Cha=
rakter
und ergehe ſich in bodenlos unverſchämten An=
griffen
gegen die Richter im Allenſteiner Prozeß. A. O.
Weber war durch Rechtsanwalt Walter Bahn ver=
treten
und zugleich perſönlich erſchienen, desgleichen
der Beklagte Otto Weber mit Rechtsanwalt Puppe als
Rechtsbeiſtand. Verſuche des Vorſitzenden, die Sache
in gütlicher Weiſe beizulegen, ſcheiterten an der Wei=
gerung
des Klägers. Darauf erklärte ſich der Be=
klagte
bereit, einen umfangreichen Wahrheitsbeweis
zu führen und beamtragte u. a. die Ladung folgender
Perſonen: Der Frau von Schönebeck=Weber, des Fa=
brikanten
Weber in Radebeul, des Landgerichtsdirek=
tors
Geh. Juſtizrats Broeſe (Inſterburg) und des
Staatsanwaltſchaftsrats Poſchmann (Allenſtein). Der
Gerichtshof trat dieſen Anträgen zum Teil bei, wor=
auf
die Verhandlung der Vertagung verfiel.
Frankfurt a. M., 26. Nov. Heute früh 4 Uhr fuhr
ein von Kaſſel kommender Güterzug auf einen kurz
vorher eingelaufenen Güterzug im hieſigen Güterbahn=
hof
. Die Maſchine und ſechs Wagen entgleiſten,
dreizehn Wagen insgeſamt wurden beſchädigt. Der
Hilfsſchaffner Engelhardt erlitt einen doppelten Bein=
bruch
und mußte ins Krankenhaus verbracht werden.
Köln, 26. Nov. Infolge eines Schienenbruchs
iſt heute ein Zug der Köln-Bonner Kreisbahn ent=
gleiſt
. Die Lokomotive und der erſte Wagen wur=
den
umgeſtürzt. Der Lokomotivführer wurde tödlich
verletzt. Außer einigen Schrammen kamen die Paſ=
ſagiere
ohne Verletzungen davon. Der Heizer wurde
von der Maſchine aufs Feld geſchlendert, trug aber
nur leichte Verletzungen davon.
Lübeck, 26. Nov. Hier iſt der Doppelraubmörder
Franz Teterow, der Ende September bei Pritzwalk
den Landmann Klein und deſſen Frau ermordete und
beraubte, verhaftet worden.
Ronen, 25. Nov. Vor dem hieſigen Schwurge=
richt
wurde heute gegen ſieben Arbeiter verhandelt,
die angeklagt waren, gelegentlich des Kaiarbeiteraus=
ſtandes
in Havre im September 1910 den Führer einer
Kolonne von Arbeitswilligen totgeſchla=
gen
zu haben. Von den Angeklagten wurde einer
zum Tode, einer zu 15 Jahren und zwei andere zu
je 8 Jahren Zwangsarbeit, letztere drei außerdem zur
Zahlung einer Entſchädigung von 20000 Franks ver=
urteilt
; die drei anderen wurden freigeſprochen. Für
den zum Tode Verurteilten beſchloß das Gericht, ein
Gnadengeſuch einzureichen.

Vorträge.
Wiſſenſchaftliche Vorträge über
religiöſe Fragen. Den fünften und letzten Vor=
trag
hielt Profeſſor D. Schian über das Thema: Ge=
ſchichte
und Gegenwart im Kampf um unſer
kirchliches Leben‟ Der Redner legte zuerſt dar.
daß Geſchichte und Gegenwart immer um das Leben der
Chriſtenheit ringen, daß aber der Kampf zwiſchen den
beiden gerade zurzeit beſonders ſtark tobe und deshalb
eine Löſung der vorliegenden Spannung beſonders
notwendig ſei. Geſchichte und Gegenwart haben dem
kirchlichen Leben gegenüber Rechte, die in der Praxis
gegen einander abzuwägen ſind. Die hierdurch not=
wendig
gewordene Auseinanderſetzung iſt auch möglich.
Referent gab dann die Grundſätze an, nach denen dieſe
Auseinanderſetzung zu geſchehen hat, ſoll ſie zum Frie=
den
führen und zum Segen der Kirche ausſchlagen.
Auch dieſer letzte Vortrag war ausgezeichnet beſucht und
fand beifällige Aufnahme. Mit ihm haben die wiſſen=
ſchaftlichen
Vorträge über religiöſe
Fragen ihr Ende gefunden. Sie waren von einer
erfreulich großen Teilnahme begleitet, was für die
Tatſache ſpricht, daß es zahlreichen Gebildeten ein Be=
dürfnis
iſt, aus berufenem Munde in die wiſſenſchaft=
liche
Arbeit an dieſen Fragen eingeführt zu werden.
Darin dürfte nun auch der innere Gewinn der Vor=
träge
liegen, für die man den Profeſſoren der Theologie
zu aufrichtigem Danke verpflichtet iſt. Wenn auch
naturgemäß jeder Vortragende nur ſeine wiſſenſchaft=
liche
Auffaſſung der betreffenden Frage aufſtellen
konnte, für die auf dem Boden des Proteſtantismus
ſund bei dem unabläſſigen Fortſchreiten der Forſchung
ſkeiner die alleinige Gültigkeit unter Ablehnung aller
anderen Auffaſſungen behaupten wird, ſo iſt doch der
ſübereinſtimmende Eindruck der Vorträge wohl der ge=
weſen
, daß die religiöſen Fragen das Licht der Wiſſen=
ſſchaft
nicht zu ſcheuen haben, und daß eine ihrer Ver=
antwortung
bewußte Forſchung am Werke iſt, dieſem
ernſteſten und ſchwierigſten Probleme unſeres geiſtigen
Lebens in Vergangenheit und Gegenwart mit derſelben
Gründlichkeit und Unbefangenheit nachzugehen, wie ſie
für alle anderen Forſchungsgebiete maßgebend iſt.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Herr W. Borngäſſer erſucht uns, in An=
knüpfung
an die Beſprechung des Hutterſchen Konzertes
zu berichtigen, daß die Liſztſchen Variationen über ein
Motiv von Bach ꝛc. von Straube hier überhaupt noch
nicht geſpielt worden ſind. Zum erſten Male ſeien ſie von
lähm=ingeinem Stadtkirchenkonzert 1909 geſpielt worden.

* Arnold Mendelsſohns großes Chorwerk
Pandora, deſſen Erſtaufführung durch den Mozart=
Verein im Frühling dieſes Jahres hier noch in beſter
Erinnerung ſteht, wird am nächſten Montag durch den
Frankfurter Liederkranz erſtmalig aufgeführt werden.
* Spielplan des Großh. Hof= und
National=Theaters Mannheim. Im Hof=
theater
: Montag, 28. Nov.: Maria Stuart‟. Diens=
tag
, 29. Nov.: Die Hochzeit des Figaro. Mittwoch,
30. Nov.: Der Wildſchütz. Donnerstag, 1. Dez.: Die
Kronprätendenten Freitag, 2. Dez.: Lohengrin
Samstag, 3. Dez.: Die törichte Jungfrau Sonntag,
4. Dez.: Das Käthchen von Heilbronn, Die Fleder=
maus‟
Im Neuen Theater: Donnerstag, 1. Dez.:
Erſtes Gaſtſpiel der Schlierſeer: Jägerblut Frei=
tag
, 2. Dez.: Zweites Gaſtſpiel der Schlierſeer: Der
Geigenmacher von Mittenwald Sonntag, 4. Dez.:
Drittes Gaſtſpiel der Schlierſeer: Im Austrag=
ſtüberl
.
Kleines Feuilleton.
C.K. Die Meeresflut im Poſtdienſt. In
den Wintermonaten iſt bei der einſam gelegenen kleinen
Inſel St. Kilda, die zu den ſchottiſchen Hebriden gehört,
das Meer ſo ſtürmiſch und gefährlich, daß die Schiffahrt
unterbrochen werden muß, weil kein Fahrzeug ſich der
zerklüfteten Küſte zu nähern wagt. Dann hört der
Verkehr mit der Welt vollkommen auf. Um dieſe Ab=
geſchloſſenheit
wenigſtens zum Teil zu durchbrechen,
hat, wie das Journal berichtet, die ſchottiſche Poſtbe=
hörde
auf dem kleinen Eiland ein kurioſes Mittel er=
ſonnen
. Die Briefe werden in eine kleine Kiſte gelegt,
die dann mit waſſerdichtem Stoff umkleidet und ſorgſam
vernäht wird. Dann werden dieſe Kiſten an einem
beſtimmten Punkte der Küſte in das Meer
geworfen, die Strömung treibt ſie fort, und gewöhnlich
werden ſie auch an der norwegiſchen Küſte ans Land
geſpült, wo der Finder ſie gegen eine entſprechende Be=
lohnung
zum nächſten Poſtamt trägt. Das Meer iſt
zwar kein muſterhafter Poſtbote, ſeine Gewiſſenhaftig=
keit
läßt manches zu wünſchen übrig, und übertriebene
Pünktlichkeit iſt nicht gerade die Tugend der ſo in den
Poſtdienſt geſtellten Fluten. Aber die Erfahrung hat
ergeben, daß von ſechs in das Meer geworfenen Brief=
kiſten
durchſchnittlich vier in Norwegen eintreffen. Und
dieſer, wenn auch nicht völlig zuverläſſige Verkehr mit
der Welt iſt immerhin noch beſſer als gar keiner.
** Der Löw iſt los. Die Induſtrieſtadt Mons
ſah am Freitag das aufregende Schauſpiel einer Löwen=
jagd
. Aus Anlaß der gegenwärtig dort ſtattfindenden
Meſſe war eine Menagerie dorthin gekommen, in der
der Tierbändiger Buglione als Glanznummer ſeine
reſſierten Löwen zeigt. Am Freitag nachmittag iſt

nun eine der Löwinnen aus ihrem Käfig ausgebrochen
und zum größten Entſetzen der Paſſanten auf dem
Marktplatze erſchienen. Rette ſich, wer kann! Der Löwe
iſt los! Als der Bändiger nahte, um das Tier einzu=
fangen
, trollte es ſich im leichten Trabe die Rue de la
Clef hinab und ſprang an deren unterem Ende auf ein
ror einem Brauerwagen geſpanntes Pferd, der vor
einem Hauſe hielt. Das Pferd ſcheute und rannte mit
dem Wagen in das Fenſter einer Gaſtwirtſchaft Mitt=
lerweile
waren Gendarmen herangekommen und mach=
ten
auf die Löwin Jagd. Sie gaben mehrere Schüſſe
ab, von denen jedoch keiner traf. Die Löwin wurde
erſchreckt und flüchtete ſich in den Gang eines offen=
ſtehenden
Hauſes, deſſen Bewohner in aller Eile die
nach innen führenden Türen geſchloſſen hatten. Schließ=
lich
brachte der Bändiger einen Käfig mit einer zweiten
Löwin herbei, den er gegen die Haustüre lehnte und
dann öffnete. Und es begab ſich das Merkwürdige, daß
die Löwin, die in dem Käfig war und die eine ſehr ver=
ſtändige
Löwin zu ſein ſcheint, die nach der Freiheit
dürſtende Genoſſin in die Gefangenſchaft zurückholte.
Der Bändiger konnte mit beiden den Rückweg nach der
Menagerie antreten. Die Bürger von Mons ſind mit
dem Schrecken davongekommen, und die unternehmungs=
luſtige
Löwin produzierte ſich noch am Abend im
Käfig vor ihnen wie ſonſt auch.
* Aufbewahrungsraum für Ehemän=
ner
. Eine Neuerung hat, wie die Textilwoche erfährt,
ein Warenhaus in Nebraska eingeführt: ein Warte=
zimmer
für Herren, die ihre weiblichen Angehrigen
auf einer Einkaufstour begleiten. Der Raum iſt mit
allen Bequemlichkeiten ausgeſtattet, die ein moderner
Klub aufweiſt. Um die Damen nicht zu nötigen, in das
nur für die Herren beſtimmte Wartezimmer zu gehen,
wenn ſie ihre Begleiter abholen wollen, hat die Firma
mit der Neueinrichtung die Ausgabe von Marken ver=
bunden
, von denen je eine der Dame und ihrem Be=
gleiter
ausgehändigt wird. Iſt nun die Dame mit ihrer
Runde durch das Geſchäft fertig, ſo übergibt ſie ihre
Nummer einem der Botenjungen, der damit in das
Wartezimmer geht und den zu der Nummer gehörigen
Herrn ſeiner Dame wohlbehalten überliefert.
* Ein ſalomoniſches Urteil. Ein Monteur
hatte von einem Herrn per Poſt 50 Mark zugeſandt er=
halten
mit dem Auftrage, Tauben zu kaufen. Der
Monteur verbrauchte jedoch das Geld für ſich und hatte
ſich deshalb wegen Unterſchlagung zu verantworten.
Das Schöffengericht ſprach den Angeklagten auf Antrag
des Staatsanwalts jedoch frei mit der Begründung, der
Angeklagte habe kein Geld des Geſchädigten unter=
ſchlagen
, ſondern anderes Geld, das er von der Poſt
erhalten habe. So geſchehen in Köln im Jahre des
Heils 1910.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

Nummer 279.

Antwerpen, 26. Nov. In der vergangenen Nacht
iſt auf der Schelde der Dampfer Royal Crown
mit dem Leichterſchiff Hollandia zuſammenge=
ſtoßen
. Der Leichter wurde in der Mitte glatt durch=
ſchnitten
und ſank innerhalb weniger Minuten. Auch
das Rettungsboot des Leichters wurde zertrümmert,
infolgedeſſen ſich die Rettung der Beſatzung der Hol=
landia
ſehr ſchwierig geſtaltete. Ein Mann und eine
Frau konnten ſich an Schiffstauen, die ihnen zuge=
worfen
wurden, ſolange feſthalten, bis ſie durch ein
Rettungsboot an Bord des Royal Crown geſchafft
werden konnten. Zwei andere Matroſen hielten ſich an
dem Rumpf des Dampfers feſt und konnten gerettet
werden. Ein anderer verſuchte, ſchwimmend den
Dampfer zu erreichen, was ihm auch trotz großer Kälte
gelang.
Madrid, 25. Nov. In einem Theater wurde ein
Stück gegeben, worin der Held erklärt, die Armen wür=
den
zugunſten der Reichen ausgeſogen, daß die Aerzte
ſie als Verſuchskaninchen benutzten, um an ihnen die
Heilarten zu ſtudieren, die ſie bei den Reichen anwen=
den
. Die Profeſſoren der mediziniſchen Fakultät und
die Studenten hielten dieſen Ausſpruch für eine ſchwere
Beleidigung und drangen daher am Mittwoch in das
Theater ein, beſchimpften den Autor und verhinderten
die Vorſtellung. Polizeibeamte mußten das Theater
räumen. Geſtern begab ſich eine Studentendeputation
zum Gouverneur und Polizeipräſidenten und pro=
teſtierte
gegen das Vorgehen der Polizei und verlangte
eine Beſtrafung der das Theater räumenden Poliziſten.
Am Nachmittage veranſtalteten 2000 Studenten einen
geſchloſſenen Demonſtrationszug durch die Stra=
ßen
der Stadt. Der Polizeipräſident hat die weitere
Aufführung des Stückes verboten.
London, 25. Nov. 21 Anhängerinnen des
Frauenſtimmrechts welche geſtern abend ver=
haftet
worden waren, erſchienen heute morgen vor
dem Polizeigericht in der Bow=Street. Die erſte
war angeklagt, Steine in die Fenſter des Miniſte=
riums
des Innern geworfen zu haben. Sie antwor=
tete
dem Richter, ſie habe es getan, um gegen die Re=
gierung
zu proteſtieren. Der Richter ſagte: Ihr
Frauen ſeid zu unzähligen Malen mit Nachſicht be=
handelt
worden; ich verurteile Sie zu zwei Monaten
Gefängnis. Eine andere junge Frau von 22 Jah=
ren
ſagte, ſie habe die Fenſter im Miniſterium des
Innern eingeworfen, um zu ihrer Mutter zu gelan=
gen
, die geſtern zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt
worden ſei. Der Richter verurteilte ſie zu einem Mo=
nat
Gefängnis. Die anderen erhielten ähnliche Stra=
fen
, ausgenommen zwei oder drei, welche zu Geld=
ſtrafen
und im Nichtbeitreibungsfalle zu zwei Wochen
Haft verurteilt wurden.
London, 26. Nov. Ein geſtern abend von Liver=
pool
nach Schottland abgegangener Schnellzug
ſtieß bei Ormſkirk mit der Lokomotive eines einfah=
renden
Schnellzuges zuſammen. Bei dem Zuſammen=
ſtoß
wurde ein Reiſender des Schnellzuges getötet,
während mehrere andere verwundet wurden.
Petersburg, 26. Nov. Die Witwe Tolſtois iſt
ernſtlich erkrankt. Sie hat hohes Fieber. Zwei
Aerzte halten ſtändig Wache bei ihr.
Bnenos Aires, 25. Nov. Ein heftiger Zyklon
hat in Stadt und Provinz ſchwere Schäden ange=
richtet
. Tauſende von Bäumen ſind entwurzelt wor=
den
, mehrere Perſonen ſind ums Leben gekommen
und viele verletzt worden.

Kunſtnotizen.
Ceber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Richard Wagner=Verein. Das Pro=
gramm
des Liederabends, den die königlich ſächſiſche
Hofopernſängerin Anna Schabbel=Zoder am
Dienstag hier geben wird, ſetzt ſich faſt ausſchließlich
aus Novitäten zuſammen. Eine Anzahl Geſänge des
jungen Zürcher Komponiſten Othmar Schoeck,
der auch die Begleitung des Abends am Flügel über=
nommen
hat, leitet den Abend ein. Die Kapelle‟
und Frühlingsblick waren neben den Andrege= Lie=
dern
die beſten, nachhaltigſten Eindrücke des vorjähri=
gen
Tonkünſtlerfeſtes in Stuttgart. Volkmar An=
dreae
, der temeperamentſtarke Zürcher, iſt in
Darmſtadt kein Unbekannter mehr. Beim erſten
Darmſtädter Kammermuſikfeſt 1908 erregten ſeine
Kompoſitionen berechtigtes Aufſehen. Aus ſeinen
Liederſchöpfungen hat Frau Schabbel die verſchieden=
artigſten
ausgewählt, von dem dramatiſch aufgebauten
Lied Chaſtelards, den balladesken Alten Schwei=
gern
bis zu dem Wiegenlied voll volkstümlicher
Schlichtheit. Die beiden humorgefärbten Dialekt=
lieder
verſprechen einen beſonderen Genuß. Die Sän=
gerin
weiß hier völlig der breitausladenden Pathetik
der Wagnerſchen Heroinen, die ſonſt ihre Domäne
bilden, zu entſagen und gibt bei völliger Beherrſch=
ung
des ſchwierigen ſchweizer=deutſchen Idioms die
entzückenden Liedlein in ihrer ureigenſten friſchen
Naivität. Den gewaltigen Höhepunkt aber werden
die Glockenlieder von Max Schillings, dem
Stuttgarter Generalmuſikdirektor, bilden. Der be=
kannte
Muſikhiſtoriker Adolf Niggli ſchreibt darüber
in der Neuen Zürcher Zeitung: Die großartigſte
Leiſtung von Frau Schabbel bildete die meiſterliche
Reproduktion der vier außerordentlich ſchwierigen
Glockenlieder (nach Gedichten von Karl Spittelers).
Hier kam auch die dramatiſche Sängerin zu ihrem
Recht, und wie die Muſik in Nr. 1 Die Frühglocke‟
den Zuſtand des wilderregten Fieberkranken kenn=
zeichnet
, der erſt erlöſt aufatmet, als der fernen Früh=
glocken
Troſteslaut ertönt, ſo glaubte man beim Vor=
treig
der entzückend feinen Nr. 3 Ein Bildchen die
den Rain hinaufſtürmende Kinderſchar förmlich vor
ſich zu ſehen und die Zwiegeſpräche der vom Morgen=
wind
hergewehten Glockenklänge mit den Kleinen zu
vernehmen. Ein glanzvolles Finale gab das Ton=
gedicht
Mittagskönig und Glockenherzog ab, deſſen
weitatmige Melodik und grandioſe Schlußſteigerung
freilich auch ſo außerordentliche Stimmittel und eine
ſolche Eindringlichkeit der Deklamation erheiſchen,
wie ſie Frau Schabbel=Zoder zur Verfügung ſtehen.
2. Kammermuſik=Abend des Darm=
ſtädter
Streichquartetts. An der Spitze des
am Mittwoch, den 30. ds. Mts., ſtattfindenden Abends
ſteht ein hier erſtmalig zur Aufführung kommendes
Streichquartett von Joſ. Suk. Der Autor iſt nicht nur
als Mitglied des Böhmiſchen Streichquartetts in muſi=
kaliſchen
Kreiſen eine bekannte Perſönlichkeit: er nimmt
auch in der Reihe moderner Tonſetzer einen hervorragen=
den
Platz ein. Gemahnt ſein Quartett op. 11 auch lebhaft
an Dvorakſche Art, ſo enthält es doch wiederum ſo viel
charakteriſtiſch Eigenes, daß es von hohem Intereſſe iſt,
durch die bevorſtehende Aufführung Gelegenheit zu Ver=
gleichen
zwiſchen dem älteren und jüngeren böhmiſchen
Meiſter zu erhalten. Die techniſche Ausgeſtaltung zeugt

von ſouveräner Beherrſchung des Quartettſtils.
Brahms F=dur=Violoncell=Sonate op. 99 iſt für Darm=
ſtadt
ebenfalls Novität und Beethovens herrliches Streich=
quintett
in C=dur wurde hier zum letzten Male vor zirka
15 Jahren im Mozart=Verein aufgeführt. An der Wie=
dergabe
desſelben beteiligt ſich Herr Kammermuſiker
Uhlmann. Den anſpruchsvollen Klavierpart in der
Sonate hat Herr Chr. Gerh. Eckel übernommen.
* Auxetophonkonzert. Ein Caxuſo=
Abend ſoll das Auxetophonkonzert am Donnerstag
werden. Außer dem großen Tenor werden noch meh=
rere
der Größten der Großen im Reich der Kunſt
zu hören ſein; ſo unter anderem Frl. Frieda Hem=
pel
, die Primadonna der Berliner Hofoper, deren
Aufnahme nur mit den größten finanziellen Opfern
möglich war. Weiter enthält das Programm Vorträge
vom Hofopernſänger Henſel, Minni Naſt, Geraldine
Farrar, Scoti, K. Jörn uſw. Weiter werden in dem
Konzert mitwirken Frl. Louiſe Kümmel am
Klavier und ein Teil der Kapelle Weber. Ueber
ein intereſſantes Auxetophonkonzert in Berlin ſchreibt
das B. Tabl.: Ein eigenartiges Zuſammentreffen hat
Caruſo mit ſich ſelbſt gehabt. Caruſo pflegte ſeine
Abendſtunden in dem Reſtaurant des Hotels Briſtol
zu verbringen und war nicht wenig überraſcht, plötz=
lich
unter Begleitung des Hausorcheſters ſich ſelbſt zu
hören. Dieſe Ueberraſchung war aber eine ſehr an=
genehme
, weil er zugeben mußte, daß ſeine Vorträge,
welche durch ein Grammophon der Deutſchen Gram=
nophon
=Aktiengeſellſchaft allabendlich zu Gehör ge=
bracht
werden, an Natürlichkeit, Klangtonreinheit und
Klangfülle ſeinen perſönlichen Leiſtungen tatſächlich
nicht nachſtehen. Die zahlreichen Gäſte des faſhio=
nablen
Reſtaurants haben durch den großen Beifall,
den ſie den Leiſtungen des Grammophons ſpendeten,
indirekt Caruſo, welcher ſelbſtredend erkannt wurde,
begeiſterte Ovationen dargebracht.

Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 26. Nov. Auf der Tagesordnung
ſteht die Beratung der
Interpellation der Sozialldemokraten
über die Königsberger Kaiſerrede.
Der Reichskanzler erklärt ſich zur ſofortigen
Beantwortung der Interpellation bereit.
Zur Begründung der Interpellation führt Abg.
Ledebour (Soz.) aus: Bei der früheren Interpella=
tion
herrſchte bei allen Parteien des Reichstages Ein=
mütigkeit
in der tiefgehenden Entrüſtung über die da=
maligen
Kaiſerreden und die Veröffentlichung des
Daily Telegraph. Das hat auch der Vertreter der
Konſervativen anerkannt. Ein großer Teil des
Reichstages verlangte geſetzliche Maßnahmen, nicht
bloß die Sozialdemokraten. Vom agitatoriſchen
Standpunkt aus können wir uns nur möglichſt viele
Kaiſerreden wünſchen. Wir müſſen die Möglichkeit
haben, die in denſelben enthaltenen Angriffe auf un=
ſere
Partei ungeſtraft zurückweiſen zu können. Die
individuelle Auffaſſung des Kaiſers von ſeiner ſtaats=
rechtlichen
Stellung führt zu ſelbſtherrlichen Ein=
griffen
in die Politik des Landes. Das ſchädigt das
Anſehen Deutſchlands und Fürſt von Bülow ſelbſt
hat ſie hier ein Unglück genannt. Schließlich hat auch
der Kaiſer das bindende Verſprechen abgegeben, ſolche
Eingriffe nicht zu wiederholen. Das deutſche Volk
wurde dann im Auguſt dieſes Jahres durch die
Königsberger Rede überraſcht, in der er zunächſt Mit=
glieder
ſeiner Familie ohne Rückſicht auf hiſtoriſche
Tatſachen verherrlichte und dann ſeine eigene Auf=
faſſung
von ſeiner ſtaatsrechtlichen Stellung begrün=
dete
und illuſtrierte. Das iſt eine offenkundige Be=
tätigung
und Ankündigung des Gottesgnadentums
und des perſönlichen Regiments. (Sehr richtig! links.)
Das hat die ganze Preſſe anerkannt; nur ein Teil der
konſervativen Preſſe nicht. Hier iſt der nämliche Geiſt,
dem v. Heydebrand im Jahre 1908 Ausdruck gab, voll=
ſtändig
geſchwunden. Der männliche Geiſt. Tatſäch=
lich
iſt die Krone gebunden an verfaſſungsrechtliche
Beſtimmungen, zum mindeſten ſeit dem Jahre 1849.
Seitdem gibt es kein ſelbſtherrliches Gottesgnadentum
mehr. Auch ſeine Ausführungen über die Stellung
der Frau, die Wilhelm II. gar nicht beurteilen kann,
ſind ſehr anſechtbar und haben dieſe Empörung her=
vorgerufen
. Auch die Behauptung, daß der Friede
auf unſeren Rüſtungen beruhe, iſt falſch; er beruht
auf der ſteigenden Kultur. Mit dieſen Reden hat Wil=
helm
II. ſein früheres Verſprechen bewußt durchbro=
chen
; darum fragen wir: Was der Herr Reichskanzler
dagegen zu tun gedenkt? Jetzt hat Wilhelm II. die
Hilfe der katholiſchen Geiſtlichkeit dafür angerufen
mit ſeiner Rede in Beuron. Eine Erklärung des
Reichskanzlers genügt nicht; wir müſſen eine Demo=
kratiſierung
des Parlaments und des geſamten Ver=
faſſungslebens
erhalten. Die vorgeſchlagene Samm=
lung
, die jetzt auch von Herrn v. Heydebrand unter=
ſtützt
wird, wird unter Führung Wilhelms II. ſchei=
tern
, ſogar, wenn die Freiſinnigen, wie ſie ſo gerne
möchten, ſie mitmachen. (Heiterkeit.) Wir werden
ſchließlich unſer republikaniſches Ideal erreichen.
(Hört! hört! rechts.) Das parlamentariſche Regime
kommt auch in Deutſchland. (Beifall bei den Sozial=
demokraten
, Murren rechts.)
Reichskanzler von Bethmann Hollweg:
Bevor ich auf die Interpellation ſelbſt eingehe,
wende ich mich mit einigen Worten gegen die Ausführun=
gen
des Abgeordneten Ledebour. Mit den Darlegungen,
die uns der Abgeordnete Ledebour in dem zweiten Teile
ſeiner Rede gegeben hat, beweiſt er, wie recht der Vor=
wärts
hatte, als er vor einigen Tagen ſchrieb, der Zweck
der Interpellation ſei die Aufrollung der Verfaſ=
ſungsfrage
. Die Ausführungen des Abgeordneten
Ledebour zeigen doch ganz klar, daß er und ſeine Partei
bei dieſer Interpellation nicht bloß von einer Sorge um
das Gemeinwohl und von der Abſicht, die verfaſſungs=
mäßigen
Inſtitutionen zu ſchützen geleitet worden ſind,
ſondern im Gegenteil von einer leidenſchaftlichen Geg=
nerſchaft
gegen unſere verfaſſungsmäßigen Einrichtungen.
(Lebhafter Beifall rechts.) Der Abg. Ledebour hat ſich
ſoeben mit aller Klarheit für ſeine Partei zum Republika=
nismus
bekannt. (Zurufe des Abg. Ledebour: Iſt das
etwas Neues?) Es iſt nichts Neues, Sie haben von jeher
dieſes Prinzip verfolgt. Das haben wir gewußt. Es hat
aber kaum eine Zeit gegeben, wo Sie mit dieſem Endziel
ſo klar vor die Oeffentlichkeit getreten ſind wie jetzt. (Sehr
richtig! rechts.) Es iſt gut, daß das Volk jetzt mit aller
Klarheit weiß, zu welchem Ziele Sie hinſtreben. Wenn
ſich der Abg. Ledebour zur Aufgabe gemacht hat, dieſes
Ziel zu erreichen, ſo muß ich ihn beglückwünſchen zu ſei=
nem
Erfolge.
Auf die Interpellation ſelbſt jetzt zurückkom=
mend
, habe ich folgendes zu erklären: Die Interpellation

geht von der Annahme aus, der Kaiſer habe im November
1908 im Reichstag durch den Reichskanzler Fürſten =
low
Erklärungen gegeben, mit denen er ſich durch die
jetzige Rede in Widerſpruch geſetzt habe. Dieſe Annahme
iſt falſch. Im Anſchluß an die Debatten, die hier im
Reichstage geführt worden ſind, iſt, wie der Abg. Ledebour
es auch ausgeführt hat, durch den Reichsanzeiger mitge=
teilt
worden, daß der Kaiſer dem Fürſten Bülow unter
Billigung ſeiner Ausführungen im Reichstage und unter
Bekundung ſeines andauernden Vertrauens ſeinen Willen
dahin kundgegeben hat, daß er unbeirrt durch die als un=
gerecht
empfundene Uebertreibung der öffentlichen Kritik
ſeine vornehmſte Aufgabe darin erblicke, die Stetigkeit dert
Politik des Reiches unter Wahrung der verfaſſungsmäßi=
gen
Verantwortlichkeiten zu ſichern. (Lebhafte Zuſtimmung
rechts.) Mit dieſer Erklärung im Reichsanzeiger iſt der
Oeffentlichkeit gegenüber eine Mitteilung darüber erfolgt,
wie der Kaiſer ſeine ſtaatsrechtliche Stellung und die
Pflichten ſeines Herrſcherberufes auffaßt. Mit dieſer Auf=
faſſung
hat ſich der Kaiſer und König nicht in Wider=
ſpruch
geſetzt und er hat es inſonderheit nicht getan
das ſtelle ich weiter feſt durch die Aeußerungen, die er
ſeitdem getan hat. Trotz der ſehr eingehenden Darlegun=
gen
iſt der Abg. Ledebour den Gegenbeweis ſchuldig ge=
blieben
. Es iſt mir völlig unerfindlich, wie man aus der
Beuroner Anſprache, aus einer Anſprache an die Rekruten,
aus den Aeußerungen, die der Kaiſer in Königsberg über
den Beruf der Frau, über die Friedensbürgſchaften, die
eine ſtarke Wehr liefern, ich ſage, es iſt mir unerfindlich,
wie man aus dieſen Aeußerungen folgern will, daß der
Kaiſer die Grenze ſeines konſtitutionellen Herrſcheramtes
überſchritten oder die Stetigkeit der Politik und die Au=
torität
der Krone gefährdet habe. (Lebhaftes Sehr rich=
tig
! rechts und im Zentrum.)
Die Königsberger Rede, die der König von
Preußen vor Angehörigen einer preußiſchen Provinz ge=
halten
hat, enthält nicht, wie man geſagt hat, eine Betä= abſolutiſtiſcher, mit unſerem Verfaſſungsrecht un=
vereinbarer
Anſchauungen, wohl allerdings eine ſtarke
Betonung desjenigen monarchiſchen Prinzips, auf dem
das preußiſche Staatsrecht beruht, (Erneutes Sehr rich=
tig
! rechts.) verbunden mit dem Ausdruck tiefer religiöſer
Ueberzeugung, die in weiten Schichten des Volkes ver=
ſtanden
und geteilt wird. Die Könige von Preußen ſind
in einer jahrhundertelangen Entwickelung mit ihrem Volk
verwachſen. Dieſe Entwickelung hat ſich nur ſo vollzogen,
daß das Volk es geweſen wäre, das ſich ein Königtum
geſtattet hätte. Nein, in einer faſt beiſpielloſen hiſtoriſchen
Arbeit großer Herrſcher aus dem Hauſe Hohenzollern,
die in der Tüchtigkeit und Zähigkeit der Bevölkerung eine
lebendige Stütze fanden, iſt das preußiſche Staatsweſen
zuſammengeſchmiedet worden und auf der Grundlage die=
ſer
Entwickelung ſind die Preußenkönige ihrem Volke ge=
genüber
Könige aus eigenem Rechte. (Heiterkeit.)
Ihr Gelächter ſtört mich nicht, und wenn in heutiger Zeit
ſich das Beſtreben geltend macht, auch in Preußen den
König wie einen vom Volke geſtellten Würdenträger zu
behandeln, ſo darf man ſich nicht wundern, wenn der
König das Bewußtſein, kein Volksſouverän zu ſein, ent=
ſchieden
betont. Perſönliche Unverantwortlichkeit des =
nigs
, Selbſtändigkeit und Urſprünglichkeit des monarchi=
ſchen
Rechts, das ſind die Grundgedanken des preußiſchen
Staatsweſens, die auch in der Periode konſtitutioneller
Entwickelung lebendig geblieben ſind. Gibt ihnen der
König von Preußen in der altpreußiſchen Krönungsſtadt
in der durch die alte Tradition geheiligten Form vom
Gottesgnadentum Ausdruck, beruft er ſich auf ſein Chri=
ſtentum
als die Richtſchnur ſeines Handelns, ſo geſchieht
es im Bewußtſein von der Fülle ſeines Rechts und (mit
ſtarker Betonung) ſeiner Pflichten. (Sehr wahr!) In die=
ſer
Auffaſſung von der Stellung des Kaiſers und Königs
ſtehe ich aber auf verfaſſungsmäßigem Bo=. Dieſen Boden werde ich feſthalten und ich werde
ihn verteidigen getreu der mir obliegenden Verantwor=
tung
, wie ſie mir durch mein Amt und meine Ueberzeu=
gung
beſtimmt werden. (Lebhaftes Bravo! rechts.)
Auf Antrag des Abg. Singer (Soz.) findet
Beſprechung der Interpellation
ſtatt. Abg. v. Hertling (Ztr.): Wir wollen nicht
den Anſchein erwecken, als ob wir eine Beſprechung
der Interpellation ſcheuten. Wir haben aber nicht den
Wunſch, die unliebſame Debatte vom November 1908
zu erneuern. (Bravol) Jeder berechtigte Anlaß zu
dieſer Interpellation hat gefehlt. (Sehr richtig!) Sie
geht von ganz irrigen Vorausſetzungen aus. Fürſt
Bülow hat lediglich geſagt: Er habe die Ueberzeugung,
daß der Kaiſer uſw. (Ahal bei den Soz.), und Herr
Haußmann hat geſagt, daß ein Programm für die Zu=
kunft
nicht gegeben ſei und nicht gegeben werden könne.
Wir proteſtieren gegen den Vorwurf, die Zentrums=
preſſe
habe die kaiſerliche Rede ſchamlos ausgenützt.
Wir ſind Anhänger des monarchiſchen Prinzips, drän=
gen
uns aber nicht vor den Thron. (Lachen bei den
Soz. und Sehr richtig! bei dem Zentrum.) Der Kaiſer
hat ſtets betont, er bewege ſich in den durch die Grenzen
der Verfaſſung gezogenen Linien. Die Aeußerungen
vom Gottesgnadentum haben nur den Sinn, daß der
Kaiſer ſeiner vollen Verantwortlichkeit gegenüber dem
Höchſten ſich voll bewußt iſt; an dieſen Aeußerungen
kann ſchlechterdings Kritik nicht geübt werden und ein
Verſtoß gegen die Verfaſſung iſt in ihnen nicht zu er=
blicken
. Daß nur unſere Rüſtungen die Bürgſchaft des
Friedens bilden, haben wir bei Beſprechung der aus=
wärtigen
Politik im Reichstag immer betont. (Sehr
gut.) Der König von Preußen hat lediglich ein Be=
kenntnis
zum Chriſtentum abgelegt. Sollte das viel=
leicht
den Anſtoß erregt haben? Dann iſt es weit bei
uns gekommen! Der Abgeordnete Ledebour hat ge=
radezu
den Umſturz predigt. Gegenüber dieſer ver=
hetzenden
Kritik wollen wir Sammlung aller ſittlichen
und religiöſen Kräfte. (Lebhaftes Bravol rechts und
in der Mitte; Unruhe links.)
Abg. Dr. v. Heydebrand (konſ.): Mit den Aus=
führungen
des Reichskanzlers bin ich einverſtanden.
Der Abgeordnete Ledebour war verhältnismäßig zahm.
Man hat wohl das Gefühl, daß die Interpellation zu
weit gegangen iſt. Wir ſehen ſie als eine Herausfor=
derung
an. Im Jahre 1908 iſt vom Kaiſer kein Ver=
ſprechen
erlangt und gegeben worden, das mit dem
Standpunkt des Kaiſers in Widerſpruch ſtände. Wir
empfinden hier mit dem Kaiſer. (Sehr richtig! rechts.)
Wir weiſen mit Entrüſtung zurück, daß eine Partei
ohne Vaterland und ohne Religion uns unſer reli=
giöſes
Empfinden vorſchreiben will. Ich drehe den
Spieß um. Wie iſt es möglich, daß die Sozialdemo=
kratie
fortgeſetzt die Perſon und das Amt des Kaiſers
in den Staub zerrt? Können und müſſen wir uns das
länger gefallen laſſen? Das Volk will, daß ſein Kaiſer
ehrerbietig behandelt werde. Daß man jenem Treiben
zuſieht, verſteht es nicht und ebenſowenig, daß es ſo
weiter gehen kann. Daher frage ich den Reichskanzler,
ob esmicht die Begriffe verwirrt, wennzalle Tage unſere

[ ][  ][ ]

Nummer 279.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

Seite 5.

höchſte Autorität verunglimpft wird? Die Wendungen
Ledebours waren wieder ſehr ſtark. Die Sozialdemo=
kratie
übt einen vollſtändigen Terrorismus aus; wie
lange will man ſich das noch gefallen laſſen? (Lärm
links. Glocke des Präſidenten.: Das Haus hat Ihren
Redner (zu den Sozialdemokraten) fünfviertelſtunden=
lang
ruhig angehört.) Abg. Dr. v. Heydebrand (konſ.)
ſchließend: Die Verantwortung für dieſe Zuſtände liegt
beim Reichskanzler. Er muß ſeine Pflicht tun, er muß
ſie ſchleunigſt tun. (Lärm links, lebhaftes Bravo!
rechts.)
Abg. Baſſermann (nl.): Man hat einen Wi=
derſpruch
entdecken wollen zwiſchen den Erklärungen des
Fürſten Bülow und den jetzigen Zuſtänden. Das iſt
nicht der Fall. Die damalige Lage war aber von der
heutigen grundverſchieden. Damals herrſchte hochgradige
Erregung in allen Schichten der Bevölkerung, weil Vor=
gänge
, die auf die auswärtige Politik unſeres
Landes einen Einfluß haben konnten, in Frage ſtanden.
Heute handelt es ſich aber nur um perſönliche An=
ſchauungen
, die getragen ſind von hohen Idealen von
Pflichtgefühl, von echtem Chriſtentum und auch von der
Liebe zum deutſchen Vaterland. Eine Mißachtung der
Volksmeinung iſt in den Aeußerungen des Kaiſers nicht
zu erblicken. Das Bekenntnis zum Gottesgnadentum iſt
von jeher nur ein demütiges Anerkennen der Abhängig=
keit
von Gott geweſen; eine Abkehr von allem Irdiſchen
iſt darin nicht zu erblicken. Wir ſehen in den Aeußerun=
gen
des Kaiſers keine Angriffe auf Verfaſſung und kon=
ſtitutionelle
Garantien. Wenn auch der Kaiſer von ſeinem
Gefühl für Reich und Vaterland getragen iſt, ſo wieder=
holen
wir doch heute den Wunſch nach tunlichſter Zurück=
haltung
. Wir ſind der Anſicht, daß der Reichskanzler
den Dank des Volkes verdienen würde, wenn er bemüht
wäre, zu erreichen, daß der Vertreter der Krone aus dem
Mittelpunkt der Diskuſſion bleibt und die Grenzen wahrt,
die geboten ſind aus Gründen der Ehrfurcht gegenüber
der Krone. Der Abg. Ledebour hat ſich heute ſo lockend
gegenüber den bürgerlichen Parteien verhalten. Ich möchte
ihm ſagen: Wenn die Sozkaldemokratie Annäherung
an die bürgerlichen Parteien ſucht, ganz gleichgültig, an
welche Partei, ſo wird ſie am meiſten erreichen, wenn ſie
ihre republikaniſchen und revolutionären Allüren aufgeben
und ſich auf den Boden der Monarchie ſtellen wird ( Leb=
hafte
Zuſtimmung.) Ein Gegenſatz zwiſchen Fürſten= und
Volksrecht ſoll jetzt geſchaffen werden. Die Macht der Krone
beruht auf beſſeren Rechtstiteln, als Verträge ſie liefern
können. Je höher bei den Sozialdemokraten die Wogen
gehen, um ſo ſchärfere Ausdrücke ſie finden in der Be=
kämpfung
der Krone und ihres Vertreters, deſto mehr
werden die Schichten, die ihnen nicht angehören, das Be=
dürfnis
fühlen, ſich an dieſe Krone anzulehnen. ( Leb=
hafter
Beifall bei den Nl. und rechts.)
Abg. v. Payer (Fortſchr. Vp.): Tatſächlich ſteht
der Gedanke der Königsberger Rede im Widerſpruch mit
der Verfaſſung. Derartiges hindert den beſcheidenſten po=
litiſchen
Fortſchritt in Preußen und verbraucht die
Reichskanzler, ohne die Politik vom Fleck zu bringen. Das
darf ſo ſelten als möglich nur vorkommen. Das Parlu=
ment
darf aber nicht ſchweigen; das wäre ein Symptom
der Schwäche. Wir verlangen, daß der Kaiſer ſich als
konſtitutioneller Fürſt fühle, damit wir nicht immer wie=
der
den ſchmerzlichen Gegenſatz zu dem Bewußtſein des
Volkes erleben. Die öffentliche Meinungshat es diesmal
wiederum empfunden, daran iſt nicht zu rütteln. (Sehr
richtig! links.) Der Unterſchied zwiſchen dem November
1908 und jetzt iſt, daß zum Schluß der damaligen Ver=
handlungen
der Reichsanzeiger verkündete, daß der Kai=
ſer
Zuſagen gemacht hat. Im Gegenſatz zur Königsber=
ger
Rede behandelt die Rede von Beuron Dinge von
recht aktueller Natur. Uns liegt am Herzen, daß ſich
ſolche Vorkommniſſe nicht wiederholen und da ſollten es
die Rechte und das Zentrum für ihre Pflicht halten, uns
beizuſpringen (Sehr richtig! links.) Mit der ſteigenden
Zahl der Reden nimmt ihre Bedeutung ab. Das gilt
auch für den Kaiſer und in dieſer Richtung wenden wir
uns an den Reichskanzler. Dieſer würde ſeine Schuldig=
keit
nicht erfüllen, wenn er den Zeitpunkt herankommen
ließe, da der Zeitungsleſer anfangen würde, Kundgebun=
gen
des deutſchen Kaiſers als etwas alltägliches zu be=
werten
. (Lebhafter Beifall links.)
Abg. Dr. David (Soz.): Sieht der Kaiſer in ſei=
nen
religiöſen Grundanſchauungen ſtaatsrechtliche Konſe=
quenzen
, ſo iſt es Recht und Pflicht der Volksvertretung,
das mit aller Energie zurückzuweiſen. Der Reichskanzler
muß ſeinen Einfluß derart zur Geltung bringen, daß
ſeine ſtaatsrechtliche Stellung nicht jede Bedeutung ver=
liert
. Auch von Untertanen hat der Kaiſer einmal ge=
ſprochen
; wir ſind keine Untertanen, ſondern freie Staats=
bürger
. Die Kaiſerkrone iſt durch Beſchluß der Fürſten,
aber auch der Landesvertretungen und des Norddeutſchen
Reichstages zuſtande gekommen; alſo iſt auch der Reichs=
tag
von Gottesgnaden. Erfreulicherweiſe wollen die Fort=
ſchrittler
mit uns gehen (Lebhaftes hört! hört! rechts.)
und mit Recht, denn das Zuſammengehen mit den Kon=
ſervativen
hat ihnen nur geſchadet. Wir werden auf un=
ſerem
Wege vorwärts gehen, denn des Volkes Wille muß
hier maßgebend ſein. (Beifall links.)
Abg. v. Dirckſen (Rp.): Die heutige Debatte hat
das erfreuliche Ergebnis gehabt, daß die Sozialdemokra=
tie
hier im Reichstage ſich coram publico zur Republik
bekannt hat und daß die Freiſinnigen ſich offen an die
Seite der Sozialdemokratie geſtellt haben, ſodaß wir uns
nicht wundern können, wenn beide Parteien bei den näch=
ſten
Wahlen Arm in Arm gehen. Die Worte des Kaiſers
über die Frauenfrage ſind den weiteſten Volkskreiſen aus
der Seele geſprochen Auch die Aeußerungen des Kai=
ſers
über die Rüſtungen ſind durchaus berechtigt. Wir
ſtehen nicht im Widerſpruch zu unſerer Erklärung vom
November 1908. Der Kaiſer muß wie jedermann das
Recht haben, ſein Urteil unabhängig von dem Wechſel
der Tagesmeinungen zu fällen. Der Sozialdemokratie iſt
ein machtvoller Mann auf dem Thron ein Dorn im
Auge. Wir wollen ein Kaiſertum über den Parteien.
Kein Scheinkaiſertum. Die Hohenzollern ſollen bleiben,
was ſie bisher geweſen ſind. (Beifall rechts.) Abg.
Liebermann von Sonnenberg (Wirtſch. Vag.):
Wir erblicken in der Königsberger und Marienburger Rede
des Kaiſers keine Regierungsakte, ſondern nur ein per=
ſönliches
Glaubensbekenntnis. Derartige Auslaſſungen
eines Bundesfürſten dürfen nicht vor das Forum des
Reichstages geſchoben werden, ſo lange die Rechte und
Freiheiten de Volkes nicht in Frage geſtellt ſind. Wir
proteſtieren auf das Schärfſte gegen die internationale
Hetze gegen den Kaiſer. Darauf wird ein Antrag auf
Schluß der Interpellationsberatung angenommen.
Es folgt die Interpellation der Fortſchritt=
lichen
Volkspartei betr. die
Privatbeamtenverſicherung.
Staatsſekretär Dr. Delbrück erklärt ſich zur ſofor=
tigen
Beantwortung der Interpellation bereit, Abg. Dr.

Mugdan (fortſchr. Vp.) begründet die Interpellation,
in der angefragt wird, ob der Entwurf innerhalb der
nächſten zwei Monate zu erwarten iſt. Staatsſekretär
Dr. Delbrück: Ein ſolcher Entwurf wird ausgearbeitet
und liegt augenblicklich dem preußiſchen Staatsmini=
ſterium
zur Beſchlußfaſſung vor. Wann er an den
Reichstag kommen wird, hängt von den
Entſchließungen der Bundesregierungen
ab. Ich werde jedenfalls die Angelegenheit möglichſt zu
fördern ſuchen.
Auf Antrag des Abg. v. Droeſcher (konſ.) wird
Beſprechung der Interpellation beſchloſſen. Abg. von
Droeſcher (konſ.): In der Frage ſelbſt ſind wir uns
alle einig. Wir wünſchen alle, daß dieſe Frage mög=
lichſt
bald gelöſt werde, das liegt im Intereſſe der
Allgemeinheit und der Privatbeamten. Abg. Nacken
(Zentr.): Wir haben den dringenden Wunſch, daß dieſes
ſozialpolitiſche Werk noch in dieſer Seſſion verab=
ſchiedet
werde. Die Privatbeamten haben nun gerade
lange genug auf die Einlöſung des ihnen von dieſem
Reichstage gegebenen Verſprechens gewartet. Abg. Lie=
bermann
von Sonnenberg (Wirtſch. Vgg.): Wir
werden die ſchleunige Verabſchiedung dieſes Entwurfes
nach Kräften fördern. Abg. Linz (Rp.): Auch wir
legen den größten Wert darauf, daß das Penſionsgeſetz
der Privatbeamten noch von dieſem Reichstag erledigt
werde. Nach weiterer unerheblicher Debatte ſchließt die
Beſprechung.
Es folgen die Interpellation der Nationalliberalen
und des Zentrums betr. Rebſchäden. Staatsſekre=
tär
Dr. Delbrück erklärt ſich bereit, die Interpellationen
in der zweiten Hälfte der nächſten Woche zu beantworten.
Nächſte Sitzung Montag, 2 Uhr: Kleinere Vorlagen;
Schiffahrtsabgabengeſetz.

Eine Proteſtverſammlung der Hausbeſißer Deutſch=
lands
gegen die Reichs=Wertzuwachsſteuer
wurde am Samstag nachmittag unter großer Beteilig=
ung
von Hausbeſitzern aus allen Teilen des Deutſchen
Reiches in Berlin im Zirkus Schumann abgehalten.
Der erſte Vorſitzende des Zentralverbandes der Haus=
und Grundbeſitzervereine Deutſchlands, Juſtizrat Dr.
Baumert=Spandau, begrüßte die Anweſenden und er=
teilte
dann das Wort dem Vertreter des Staatsſekre=
tärs
des Reichsſchatzamtes, Regierungsrat Cuno,
der ausführte: Der einſtimmige Beſchluß des Reichs=
tages
, der zur Vorlegung dieſes Geſetzentwurfes die
Veranlaſſung gegeben habe, lege Zeugnis dafür ab,
daß der Gedanke der Reichswertzuwachsſteuer in dem
Volksbewußtſein Wurzel gefaßt habe, und böte den
Beweis der Gewähr für die Berechtigung des Reiches
auf die Anteilnahme an dieſer Steuerquelle. Gegen=
kundgebungen
begleiteten den Werdegang jeder Steuer.
Möge dieſe Verſammlung nicht ein bloßer Proteſt ſein,
ſondern zu poſitiver Mitarbeit führen. Die Steuer
ſei unentbehrlich zur Weiterbildung des Heeres und
der Veteranenfürſorge. Die Machtentwickelung des
Reiches ſei vorzugsweiſe dem Grund und Boden zu=
gute
gekommen; kein Stand ſei ſo wie der Grundbe=
ſitzer
auf Gedeih und Verderb mit dem Vaterlande
verbunden. Für keinen Stand hänge ſo ſehr alles da=
von
ab, daß die auf der Macht Deutſchlands beruhende
Friedensbürgſchaft dauernd erhalten bleibe. So er=
heiſchten
patriotiſches Empfinden und die Rückſicht auf
die eigene Zukunft gebieteriſch, die Sonderintereſſen
zurückzuſtellen und an der Ausgeſtaltung des Geſetzes
nach Kräften mitzuarbeiten.
Der folgende Redner, Juſtizrat Weſtrum=Celle, ver=
breitete
ſich über die vorausſichtliche Wirkung der
Wertzuwachsſteuer. Er bezeichnete die Steuer nicht
nur als ungerecht und im Prinzip verfehlt, ſondern
auch als vom volkswirtſchaftlichen Standpunkte aus
verwerflich. Als weiterer Vertreter der Wiſſenſchaft
ſprach noch Profeſſor Voigt=Frankfurt a. M. Er lehnte
Geheimrat Adolf Wagner als Autorität für die Steuer
ab und erklärte, daß ein Vertreter der Wiſſenſchaft
überhaupt keine Forderungen geltend zu machen, ſon=
dern
Tatſachen feſtzuſtellen habe. In ſeinem Schluß=
wort
begründete Juſtizrat Baumert=Spandau folgende
Reſolution: Die heute in Berlin verſammelten
Hausbeſitzer Deutſchlands legen entſchieden Proteſt
ein gegen die Einführung einer Reichszuwachsſteuer
als einer weiteren Sonderſteuer auf den Grundbeſitz.
Sie erwarten, daß der Reichstag ſie ablehnt. Abgeſehen
von allen den Hausbeſitz treffenden Schäden vermindert
ſie die Bautätigkeit, verteuert die Mieten, trifft nicht
das Großkapital, iſt mittelſtandsfeindlich und wirkt
unſozial. Ihr Ertrag wird in Rückſicht auf ihre Er=
hebungskoſten
und die Verminderung der Umſatzſteuer
ſo gut wie Null ſein. Nach kurzer Diskuſſion er=
reichte
die Verſammlung mit Annahme der Reſo=
lution
ihr Ende. Die Zahl der Verſammlungsteilneh=
mer
betrug etwa 5000. Eine zweite, von etwa 1000
Hausbeſitzern beſuchte Verſammlung wurde im Norden
der Stadt unter Leitung des Stadtrates Ryſſel=Leipzig
abgehalten.
Die Moabiter Straßenkrawalle vor Gericht.
Berlin, 25. Nov. Zeuge Schutzmann Gies=
korn
führte eine Patrouille von Charlottenburg nach
Moabit. In der Roſtockerſtraße wurden Schaufenſter=
ſcheiben
eingeworfen. Aus der Beuſſelſtraße kam
mit Johlen und Schreien eine Menſchenmenge. Es
ertönte der Ruf: Auf die Blauen! Ein Kollege wurde
von einem Steinwurf getroffen, ſodaß er taumelte.
Ich zog meinen Browning und gab einen Schuß über
die Köpfe ab. Die Menge ſtutzte einen Augenblick,
rief dann aber wieder: Den Revolver weg! und ſtürzte
gegen uns wie die wilden Tiere. Ich ſchoß nach unten,
bis ich keinen Schuß mehr hatte. Dann zog ich mei=
nen
Säbel und begab mich in eine Haustürniſche. Von
hier flüchtete ich in das Lokal von Rutenberg. Der
Zeuge erzählt dann weiter den ſchon bekannten Vor=
fall
, wie er aus dem Lokal durch das Fenſter erſt auf
den erſten und dann auf den zweiten Hof flüchten
mußte und ſchließlich durch Poliziſten herausgeholt
wurde. Die Menge beſtand aus älteren Leuten, es
waren ungefähr 30 bis 40 Menſchen. Zeuge Schutz=
mann
Sperling ſchildert den Vorfall ähnlich wie der
Vorzeuge. Zeuge Freiherr von Reitzenſtein hat als
Berichterſtatter der Morgenpoſt die Vorgänge beob=
achtet
. Die Schutzleute waren ruhig; aus der Menge
ertönten Schimpfworte, auch wurde mit Steinen und
Blumentöpfen von den Balkons geworfen. Sobald
die Schutzleute zurückgezogen wurden, fing der Tu=
wult
wieder an. Das Vorgehen der Schutzleute war
abſolut zweckmäßig, wenn auch vielleicht Ausnahmen
vorkamen. Der Zeuge hat mit dem Unternehmer
Hintze, der die Arbeitswilligen ſtellte, eine Unterred=
ung
gehabt. Hintze erzählte, ſeine Leute liebten die
Gefahr, namentlich wenn ſie wüßten, daß ſie dabei
wichſen und ungeſtraft koshauen dürften. Er habe
unter ſeinen Leuten einen Rieſenkerl, wenn er den

loslaſſe, wirke er mehr als 10 Schutzleute. Die Ar=
beitswilligen
, die verwundet wurden, waren ſtolz auf
ihre Wunden. Der folgende Zeuge, Redakteur der
B. Z. am Mittag, Moszkowski, verweigert die Aus=
ſage
mit der Begründung, der Polizeipräſident habe
erklärt, jeder Journaliſt, der ſich auf dem Schauplatz
der Exzeſſe aufgehalten habe, hätte ſich auch ſtrafbar
gemacht. Er würde ſich alſo durch eine Ausſage der
Gefahr einer ſtrafrechtlichen Verfolgung ausſetzen.
Zeuge Dr. Wilhelm Kochmann hat die Unruhen
teilweiſe ſelbſt beobachtet. Das Publikum war ruhig
und anſtändig, aus ſeiner Mitte fiel nicht ein Laut.
Die Schutzleute haben ohne jede Veranlaſſung dann
auf die Menge eingehauen. Die Berichte, die in der
Preſſe über die Unruhen erſchienen waren, ſeien teil=
weiſe
geradezu irreführend geweſen, ſodaß er nicht
wiſſe, wie er ſich das erklären ſolle. Polizeileutnant
Schirmer hat Ecke Turm= und Oldenburgerſtraße
Dienſt gehabt. Es herrſchte ein lebhafter Paſſanten=
verkehr
von einem gemiſchten Publikum. Als eine
große Menſchenmenge gegen die Heilandskirche
ſtrömte, ließ er blank ziehen, zumal von der Ecke her
geſchoſſen wurde, und die Straße ſäubern. Zeuge
Redakteur Berthold hat gehört, wie die Leute in der
Siemensſtraße Arbeiterlieder ſangen. Es wurden
Rufe: Bluthunde! laut und ferner gerufen: Schlagt
ſie tot, dieſe Verbrecher von Gottes Gnaden! Der
Zeuge hat ſich gewundert, daß die Polizei ſo außer=
ordentlich
ruhig war, die Menge wurde von ihr ſtets
in höflicher Form zurückgewieſen. Nur in der Turm=
ſtraße
wurde einmal ein Straßenbahnarbeiter ziem=
lich
brüsk angefaßt. Wiederholt hat der Zeuge einen
Mann beobachtet, der immer auftauchte, wo etwas los
war, einen großen Herrn mit Spitzbart, Von dieſem
habe er die Vermutung gehabt, daß er bei den Un=
ruhen
ſeine Hand im Spiele habe. Darauf wurden
die Weiterverhandlungen auf morgen vormittag
vertagt.
26. Nov. Am Schluß des heutigen Zeugenverhörs
erklärt der Vorſitzende, daß der Gerichtshof beſchloſſen
habe, aus Zweckmäßigkeitsgründen den allgemeinen
Teil vorläufig abzuſchließen und am Montag zur
Erörterung des ſpeziellen Anklageteiles überzugehen.
Rechtsanwalt Heinemann beantragt, den allgemeinen
Teil noch nicht abzuſchließen, da darin doch eine ge=
wiſſe
Beſchränkung der Verteidigung liegen würde.
Der Gerichtshof beſchließt, den Antrag abzulehnen. In
ſieben Sitzungstagen habe, wie der Vorſitzende ver=
kündet
, die Vernehmung von 72 Zeugen zum allge=
meinen
Teil in überaus eingehender Weiſe ſtattge=
funden
. Montag: Fortſetzung.
* Berlin, 26. Nov. Die Nordd. Allgem. Ztg=
ſchreibt
: Wenn ſich der Moabiter Krawallpro=
zeß
mehr und mehr zu einem politiſchen Ten=
denzprozeß
entwickelt, ſo arbeitet nicht der Vor=
ſitzende
und auch nicht der Staatsanwalt in dieſer
Richtung, ſondern die Verteidigung, die hier einé
doppelte politiſche Aufgabe vor ſich ſieht, nämlich die
ſozialdemokratiſche Partei von ihrem Teil der mora=
liſchen
Verantwortung an den Krawallen zu entlaſten
und die Polizei als einen Teil der Staatseinrich=
tungen
nach Kräften zu diskreditieren. Trotz
allem Bemühen iſt der Beweis, daß die Polizei mit
übergroßer Schärfe vorgegangen ſei, in keiner Weiſe
erbracht und kann auch nicht erbracht werden. Der
Befehl, von der Waffe Gebrauch zu machen, wurde
erſt nach langen und ſchweren Herausforderungen ge=
geben
, erſt, als nichts anderes übrig blieb, als der
Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Eine Schonung
kann dann nicht mehr geübt und Unterſcheidungen
zwiſchen Schuldigen und Unſchuldigen können nicht
mehr gemacht werden. Die Beamtenſchaft hat in an=
geſtrengter
, gefahrvoller Tätigkeit vollauf ihre Pflicht
getan.
Der Kaiſer in Schleſien.
* Beuthen (Oberſchleſ.), 26. Nov. Anläßlich der
bevorſtehenden Ankunft des Kaiſers zur Enthüllung
des Denkmals Friedrichs des Großen legte die Stadt
Feſtſchmuck an. Auch die Nebenſtraßen ſind mit Fah=
nen
und Tannengrün und beſonders reich die Straßen
dekoriert, die der Kaiſer durchfährt, ebenſo der Ring
mit dem Rathaus. Ehrenpforten und Pylonen erheben
ſich in den Straßen und Girlanden ziehen über die
Straßen. Auf dem Kaiſerplatz ſind große Tribünen
und ein Purpurzelt für den Kaiſer errichtet. Das Denk=
mal
iſt von Profeſſor Tuaillon=Berlin entworfen. Die
Mittel hat zur Hälfte die Stadt gegeben und zur Hälfte
Stadtrat Hakuba, der unlängſt verſtorben iſt. Das
Denkmal zeigt den König zu Pferde in bronzenem
Bilde auf einem Granitſockel, das Pferd in ruhiger
Haltung. Der König mit charakteriſtiſch zur Seite ge=
neigtem
Kopf hält in der linken Hand die Zügel; die
rechte, an deren Gelenk der Krückſtock hängt, iſt auf die
Hüfte geſtützt. Zahlreiche Fremde ſind eingetroffen,
beſonders aus den ländlichen Diſtrikten und von jen=
ſeits
der Grenze. Vereine, Innungen, Bergleute und
Schulen verſammeln ſich zur Spalierbildung. Das
Wetter iſt nach den Schneefällen der letzten Tage kalt,
aber ſchön.
* Beuthen, 26. Nov. Der Kaiſer iſt um 12
Uhr mittags, von Neudeck kommend, auf dem Feſtplatz
vor dem Denkmal eingetroffen. In Anweſenheit des
Kaiſers wurde darauf das von Tuaillon geſchaffene
Reiterdenkmal Friedrichs des Großen
feierlich enthüllt. Oberbürgermeiſter Dr. Brüning
feierte in ſeiner Anſprache den großen Feldherrn, der
Schleſien als koſtbare Perle der Krone Preußens ein=
fügte
, als weiſen Staatsmann, der in die Lande
den Samen ſtaatlicher Ordnung und wirtſchaftlicher
Blüte ausſtreute. Der Oberbürgermeiſter dankte dar=
auf
dem Kaiſer für die der Stadt durch ſeine Teil=
nahme
an der Denkmalsenthüllung erwieſene Ehre,
die den 26. November als einen Freudentag in dem
Gedächtnis der Stadt fortleben laſſen werde, ſowie den
Schöpfern und allen Mitarbeitern des Denkmal=
werkes
und ſchloß mit einem Hoch auf den Kaiſer.
Nachdem die Hülle gefallen war, dankte der Kaiſer
dem Oberbürgermeiſter und dem Bildhauer Profeſſor
Tuaillon und beſichtigte eingehend das Denkmal. Wäh=
rend
die Sänger ein Lied vortrugen, nahm der Kaiſer
eine große Reihe von Vorſtellungen durch den Ober=
präſidenten
entgegen und unterhielt ſich eingehend mit
den vorgeſtellten Herren. Dann trug er ſich noch in
das Goldene Buch der Stadt ein, das im Zelte auslag.
Um 1 Uhr reiſte der Kaiſer, vom Oberbürgermeiſter zur
Bahn geleitet, im Sonderzug ab, um dem Herzog von
Ratibor in Rauden einen Beſuch zu machen. Er ſprach
dem Oberbürgermeiſter ſeinen herzlichen Dank aus
für den glänzenden Empfang durch die Stadt.
* Ratibor, 26. Nov. Der kaiſerliche Son=
derzug
traf 2 Uhr 35 Min. nachmittags auf dem
Bähnhof Rätibor=Hammer ein. Zum Empfange waren
am Bahnhofe anweſend: Herzog van Ratibor, den

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Möntäg, den 28. November 1910.

Nummer 279.

Landrat des Kreiſes Ratibor, Wellenkamp. In Auto=
mobilen
erfolgte die Fahrt nach Rauden. In Rauden
erfolgte die Ankunft um 3 Uhr. Im Schloß wurde der
Kaiſer von der herzoglichen Familie, darunter dem
Prinzen und der Prinzeſſin Friedrich Wilhelm von
Preußen, dem Erbprinzen Viktor und der Erbprinzeſſin
von Ratibor begrüßt.
* Ratibor, 27. Nov. Der Kaiſer und der
Herzog von Ratibor mit Gefolge trafen in
Automobilen von Rauden um 10 Uhr 45 Min. hier
ein, wo ſie an dem Gottesdienſt in der evangeliſchen
Kirche teilnahmen. Die Stadt Ratibor hat große Vor=
bereitungen
getroffen. Ueberall ſind Ehrenpforten und
Fahnenmaſten errichtet, alle Häuſer ſind bekränzt und
beflaggt. Vereine, die Schuljugend, die ganze Einwoh=
nerſchaft
, vermehrt durch Tauſende der ländlichen Be=
völkerung
, umſäumten die Feſtſtraße. Auf dem Ring
ſtanden in einem großen Viereck die Kriegervereine mit
Fahnen und Muſik. Die Glocken aller Kirchen läute=
ten
. Das Publikum begrüßte den Kaiſer herzlichſt.
Schulmädchen ſangen währen der Vorbeifahrt. Der
Kaiſer dankte andauernd und fuhr die Fronten der
Kriegervereine ab. Beim Verlaſſen des Gotteshauſes
ſangen evangeliſche Männer= und Jünglingsvereine,
die vor der Kirche ſtanden, die Nationalhymne. Bei
der Rückfahrt des Kaiſers war der Jubel des Publikums
noch größer, da der Kaiſer nunmehr im offenen Auto=
mobil
fuhr. Das Wetter iſt ſchön.

Die neue Militärvorlage.
* Der Geſetzentwurf über die Friedenspräſenzſtärke
wird in der vom Bundesrat feſtgeſtellten Faſſung die
durchſchnittliche Jahresſtärke des deutſchen Heeres vom
April nächſten Jahres an derart ſteigern, daß ſie im
Jahre 1915 die Zahl von 515321 Gemeinen
Gefreiten und Obergefreiten erreicht. Auf
dieſer Höhe bleibt die Truppenzahl bis zum Ablauf der
der neuen Quinquennats, alſo bis zum 1. April 1916,
beſtehen. Von der angegebenen Geſamtzahl ent=
fallen
auf Preußen und die ihm angeſchloſſenen
Kontingent der kleineren Bundesſtaaten 399026
Mann. Infolge der Steigerung der Friedenspräſenz
greift auch eine Vermehrung der Zahl der
Formationen Platz, ſo daß nach völliger Ausbildung
der in Ausſicht genommenen neuen Organiſationen
beſtehen ſollen: bei der Infanterie 634 Bataillone, bei
der Kavallerie 510 Eskadrons, bei der Feldartillerie
592 und Fußartillerie 49 Bataillone, Pioniere 29,
Verkehrstruppen 17 und Train 23 Bataillone. Die
veranſchlagten Mehrkoſten infolge der Organi=
ſationsänderungen
ſollen auf 21,8 Millionen fortdauernde
und 82,4 Millionen einmalige Ausgabe ſich ſtellen=
Für das Jahr 1911 wird, wie in den Mitteilungen über
den Reichshaushaltsetat angegeben, zunächſt die Ver=
ſtärkung
der Infanterie durch Beſchaffung von 107 Ma=
ſchinengewehrkompagnien
in Angriff genommen.
Bei der Infanterie wird vor allem die Ausfüllung
der Lücken im ſächſiſchen Kontingent durch Bildung
eines Bataillons erfolgen. Für Preußen wird die Er=
höhung
des Etats der Bataillone zweier Infanterie=
Regimenter als dringlich erachtet. Bei der Feld=
artillerie
werden in Preußen zwei neue Regimenter
gebildet werden, in Bayern ſechs neue Batterien formiert
werden. Eine Verſtärkung iſt auch dem Train zugedacht.
Beiden Muſiken kann eine Verringerung der Mannſchaften
um rund 1000 Köpfe in Ausſicht geſtellt werden, während
andererſeits den Bezirkskommandos bei der beantragten
Erhöhung der Friedenspräſenz um insgeſamt 10875
Mann vermehrte Kräfte zuzuweiſen ſein werden.
Die Neuerungen bei den Verkehrstruppen ſind in Um=
riſſen
bereits bekannt. Zwei Luftſchifferbataillone, da=
von
eines mit Ausrüſtung einer Luftſchiffwerft, ein
Kraftfahrbataillon ſind unter Anrechnung der beſtehen=
den
Verſuchsorganiſationen aufzubringen; neu werden
ein ſelbſtändiges Eiſenbahnbataillon und ein Tele=
graphenbataillon
nebſt Beſpannungsabteilung gefordert.

Lnftſchiffahrt.
sr. 41 Flüge auf dem Flugplatz Johan=
nisthal
. Auf dem Flugplatz in Johannisthal bei
Berlin ging es am Freitag äußerſt lebhaft zu. Es
wurden nicht weniger wie 41 Flüge unternommen. Die
Bedingungen des Führerzeugniſſes erfüllten die Herren
Werntgen (Dorner) und Hoff (Wright). Am Vormit=
tag
unternahm der bekannte amerikaniſche Aviatiker
Orville Wright auf ſeinem eigenen Apparat in Be=
gleitung
von Thelen einen Flug; dann ſtieg ſpäter
Thelen nochmals auf und landete in einem ſchönen
Gleitflug aus zirka 2500 Meter Höhe. Ein eigenartiger
Zwiſchenfall ereignete ſich mit dem Flugapparat von
Poulain. Der vorher von Colombo geſteuerte Apparat
ſtand unbemannt auf dem Flugfelde, als ſich plötzlich die
Maſchine von ſelbſt in Bewegungſetzte und in
voller Fahrt gegen die Barriere rannte, wo ſie ſtarke
Beſchädigungen erlitt.
Paris, 27. Nov. Schiffsfähnrich Delage und
Leutnant Maillols unternahmen geſtern einen Flug
von Etamps nach Blois und zurück. Sie durch=
maßen
die 200 Kilometer lange Strecke in 3¼ Stunden
ohne Zwiſchenlandung und ſchlugen damit den Rekord
für Paſſagierflug.

Erdbeben.
Jugenheim, Erdbebenwarte, 26. Nov, vorm
10 Uhr. Heute früh kurz nach 6 Uhr begann eine Regi
ſtrierung von auffallend langer Dauer, aber mäßiger
Stärke. Die erſten Störungen ſind von einem Erd
bebenherd gekommen, der nur etwa 2000 Kilometer
entfernt iſt. Sie ſcheinen ein Beben von beträchtliche:
Stärke in etwa 10000 Kilometer Entfernung ausgelb
zu haben. Um 7 Uhr ergaben ſich die ſtärkſten Schaukel
bewegungen. Erſt nach 9 Uhr trat völlige Ruhe ein
Straßburg, 26. Nov. Heute früh verzeichnete
die Apparate der hieſigen Fernbebenwarte ein
größeres Fernbeben. Die Störungen begannen un
6 Uhr 9 Minuten 45 Sekunden und dauerten 2½ Stunden
Nach den Aufzeichnungen liegt der Herd 16 bis 1700
Kilometer entfernt.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die 8
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Ab
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
Den Beſuchern hieſiger beſſerer Reſtaura
ſpeziell eines bekannten großen Hotel=Reſtaurants.
ten ſeit einigen Wochen die hier für länger
weilenden amerikaniſchen Forſt=Studenten meh
weniger aufgefallen ſein. Solange die jungen
länder ſich anſtändig und geſittet betragen, wir
mand an ihrer Gegenwart Anſtoß nehmen, dod
dies von genannten Herren leider nicht behaupte

den. Ganz abgeſehen davon, daß die Herren ſich in
ihrem Abſteigehotel, deſſen Reſtaurationsräume unter
anderen Umſtänden einen ſehr angenehmen und unter=
haltenden
Aufenthalt bieten, beſonders auch für
Familien, ſehr breit machen und ſich nach echt amerika=
niſcher
Weiſe als Herren des Platzes fühlen, ſo muß
der Aufzug, in welchem ſich z. B. Freitag abend eine
Anzahl dieſer Herren während des Konzertes zu zeigen
beliebte, als geradezu anſtandswidrig bezeich=
net
werden. Junge gebildete Deutſche würden es
nicht wagen, in einem erſtklaſſigen Reſtaurant, in dem
beſte Kreiſe mit Damen verkehren, in ſchmutzigen
Drillichanzügen, wie ſie den genannten Ausländern
bei ihrer Arbeit vielleicht ganz zweckdienlich ſein
mögen, aufzutreten. Derartige Bekleidungen kann man
wohl in Arbeitshäuſern antreffen, in guten Reſtaurants
ſollten ſie nicht geduldet werden!
Wer ferner Gelegenheit nimmt, in nächtlicher
Stunde eines unſerer beſten Cafés aufzuſuchen, wird
ſich wundern, in welcher Weiſe unſere überſeeiſchen
Gäſte ſich aufführen. Wenn junge Deutſche im Aus=
lande
in irgend einem Café mit Gejohle und unter
Aufpflanzung eigener Nationalitätsflaggen unlieb=
ſames
Aufſehen erregen wollten, ſo würden ſie minde=
ſtens
kurzerhand an die Luft geſetzt. Und das mit Recht.
Von uns Deutſchen würde man ſich ſolches im Auslande
nicht bieten laſſen. Die amerikaniſchen Forſt= Stu=
denten
ſollten bedenken, daß ſie als Gäſte unter uns
weilen und von uns lernen wollen. Guter deutſcher
Michel!
Mehrere Konzertbeſucher.

Sport.
sr. Schachkampf Dr. Lasker=Janowski.
Die 7. Partie in dem Schachkampf um die Weltmeiſter=
ſchaft
, die am Donnerstag wiederum im Kerkaupalaſt zu
Berlin ſtattfand, wurde von Dr. Lasker mit dem Damen=
gambit
eröffnet. Janowski verlor gleich bei dem Eröff=
nungsſpiel
einen Bauer und ſpäter einen zweiten Bauer,
wodurch ſeine Poſition ſich ungünſtig geſtaltete. Die
Partie wurde nach dem 31. Zuge abgebrochen.

Fabrikbrand.
* Newark (New=Jerſey), 26. Nov. Heute brach
in dem Fabrikgebäude der Newark Paperbox Company
Feuer aus. Man befürchtet, daß 15 Perſonen
umgekommen ſind. 50 junge Mädchen, die in der
Fabrik arbeiteten, fanden in dem oberen Flur keinen
Ausweg. Es entſtand eine Pamik. Viele ſprangen
durchs Fenſter, wodurch ſchwere Unglücksfälle herbei=
geführt
wurden.
* New=York, 26. Nov. Der Fabrikbrand
in Newark hat bisher über 40 Tote gefordert.
Vierzehn kamen ſofort nach dem Sprung aus den
Fenſtern um, acht ſtarben in den Hoſpitälern, der Reſt
erlitt den Flammentod. Sechs Mädchen ſprangen zu=
gleich
in das Sprungtuch. Alle waren ſofort tot.
Mehrere ſind an ihren Nähmaſchinen verbrannt, an=
dere
totgetreten worden. Die Brandurſache iſt eine
Gaſolin=Exploſion in der Lampenfabrik im dritten
Stock. Der mit Maſchinenöl getränkte Boden und das
Pappſchachtelnmaterial brannten wie Zunder. Der
Wind fachte die Flammen an. Die Fluchtmöglichkei=
ten
waren ganz unzureichend. Mauern ſtürzten ein
und begruben die Leichen, vielleicht auch Lebende.
Viele ſind verkohlt. Die Totenliſte wächſt ſtündlich
an. (Frkf. Ztg.)

Die Meuterei in Braſilien.
* Rio de Janeiro, 26. Nov. Da die An=
nahme
der Amneſtie durch die Kammer ſich lange
hinzog, ſcheinen die Meuterer, die durch Funkentele=
gramm
ihre Unterwerfung angezeigt haben, ihre
feindliche Haltung wieder aufnehmen zu wollen. Die
Schiffe der Meuterer gingen abermals außerhalb der
Barre. Da die Amneſtiefrage, ebenſo wie die anderen
Beſchwerdepunkte der Meuterer in einem dieſen gün=
ſtigen
Sinne entſchieden worden ſind, bleibt man hier
bei der Anſicht, daß im Prinzip die Meuterei er=
ledigt
iſt.
Rio de Janeiro, 26. Nov. Um 1 Uhr 30 Min.
nachmittags kehrten die Schiffe in den Hafen zu=
rück
. Der Führer der Meuterer und 40 ſeiner Kameraden
verließen den Minas Geraes. Man nimmt an, daß
ſie geflüchtet ſind. Die Schiffe haben die rote Flagge
noch nicht eingezogen. Der Marineminiſter ſandte zur
Unterſuchung einen Offizier an Bord. Der Marineklub
wird ſich abends verſammeln, um über die Haltung der
Marineoffiziere der Amneſtie gegenüber zu beraten. In
der Stadt beginnt die gewohnte Ruhe wieder einzukehren.
* Rio de Janeiro, 27. Nov. Um 7 Uhr abends
ergaben ſich alle Kriegsſchiffe, deren Mannſchaften ge=
meutert
hatten. Zwei von der Regierung beſtimmte
Offiziere übernahmen das Kommando der Schiffe. Nun=
mehr
herrſcht vollſtändige Ruhe.

Darmſtadt, 28. November.
J. Der Kriegerverein hielt am Samstag abend im
großen Saale der Turngemeinde am Woogsplatz die
Feier des Geburtstages S. K. Hoheit des Großherzogs.
Der Saal war ſchon zeitig beſetzt; auch die geladenen
Ehrengäſte, Vertreter der Militär= und Zivilbehör=
den
, waren in recht großer Zahl erſchienen. Es waren
dies unter anderem der Vorſitzende der Haſſia Herr
Generalmajor Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, der
Stadtkommandant Herr Generalmajor Randow, Herr
Generalmajor Hahn, Generaladjutant S. K. Hoheit
des Großherzogs, Herr Oberſt v. Müller, Herr Oberſt=
leutnant
von der Schulenburg, Herr Major Erbgraf
zu Caſtell=Rüdenhauſen, Herr Major Freiherr v. Stet=
ten
, Herr Geheimer Oberfinanzrat Dr. Rohde als
Vertretr des Finanzminiſteriums, ſowie eine Reihe
Offiziere hieſiger Truppenteile und des Beurlaubten=
ſtandes
. Auch die Abordnungen der einzelnen Trup=
penteile
waren durch Unteroffiziere und Mannſchaften
recht zahlreich vertreten. Im Verlauf der Begrüß=
ung
der Feſtverſammlung und Gäſte widmete der erſte
Voxſitzende, Herr Hauptmann a. D. Waldecker,
einige warme Worte dem nunmehrigen Vorſitzenden
der Haſſia Herrn Generalmajor v. Heyl zu Herrns=
heim
, und ſchließt mit einem dreifachen Hoch auf Seine
Majeſtät den deutſchen Kaiſer. Die Feſtanſprache hielt
der Herr Beigeordnete Mueller. Er verſtand es,
in einer kernigen, ausgewählten Rede, die Aufmerk=
ſamkeit
in erhöhtem Maße in Anſpruch zu nehmen
und erntete ungeteilten großen Beifall. Er erinnerte
an den großen Tag des Kriegsveteranenappells, an
welchem Tage in Darmſtadt die alten Kameraden, meh=
rere
Tauſend, an ihrem Landesherrn vorbeiparadier=
ten
. Sie waren es geweſen, die mit dem nunmehr
ſeligen Vater des jetzigen Großherzogs, Ludwig IV.,
Schulter an Schulter kämpfend, die Reihen der Feinde
durchbrachen, ihr Leben aufs Spiel ſetzten und heute

noch mündlich Zeugnis ablegen können, mit welch
ſchweren Kämpfen die Einheit des Deutſchen Reiches
errungen worden iſt. Die Reihen der alten Kämpfer
werden durch Abgang zur großen Armee immer lich=
ter
, und es bleibe ſchließlich nur noch das Andenken
an die Gründung der deutſchen Einheit wach. Unſer
derzeitiger Landesfürſt iſt ſicher ein recht guter Ver=
treter
der Erhaltung des geeinten deutſchen Vaterlan=
des
, und Sache der Kriegervereine ſei es, die Agitation
einſetzen zu laſſen, damit, treu dem Wahlſpruch: Mit
Gott für Fürſt und Vaterland, das unter ſo ſchweren
Kämpfen aufgebaute Bollwerk des geeinten deutſchen
Vaterlandes nicht erſchüttert werde. Die Rede klang
aus in ein dreifaches Hoch auf den Großherzog.
Das Programm war wie immer ſehr reichhaltig.
Geſangs=Vorträge boten Fräulein Krömmelbein
und Herr Jung. Die Klavierbegleitung hatte Herr
Dipl.=Ing. Krömmelbein in freundlichſter Weiſe
übernommen. Auch Herr Konr. Wörner ſorgte durch
ſeine humoriſtiſchen Vorträge, zum Beiſpiel: Wenn
der Menſch trinkt für heitere Unterhaltung. In nicht
minder hohem Maße erfreuten die Vorträge der Muſik
der Kapelle des 2. Großh. Heſſ. Artillerie=Regiments
Nr. 61 unter perſönlicher Leitung des Herrn Weber,
die ihre Aufgabe in bekannter Tüchtigkeit löſte. Ein
Tanz im großen Saale bot den Jüngeren die letzte
Unterhaltung bis zum frühen Morgen.

D. Wixhauſen, 26. Nov. Bei der heute ſtattge=
habten
Beigeordnetenwahl wurde der Landwirt=
Peter Frey IV Sohn des verſtorbenen früheren.
Bürgermeiſters, mit 166 Stimmen gewählt. Sein Gegen=
kandidat
Ph. Henſel II. (neu als Gemeinderat gewählt)
erhielt 115 Stimmen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 27. Nov. Auf dem Vergnügungsplatz in
dem an der Ecke Kugler= und Greifswalderſtraße be=
findlichen
Zirkus wollte ein Löwenbändiger
einen Ringkampf mit einem Löwen vorführen. Als
der Mann in den Löwenzwinger trat, durchbiß der
Löwe ihm die linke Seite des Halſes. Der Verletzte
wurde ins Krankenhaus gebracht. Man glaubt, die
Wunde iſt lebensgefährlich.
* Straßburg, 27. Nov. Wirklicher Geheimer Ober=
regierungsrat
Stadler, Kurator der Kaiſer Wilhelm
Univerſität, iſt geſtern Abend geſtorben.
* Hamburg, 27. Nov. Der einkommende däniſche
Dampfer Orrik wurde heute mittag beim Kuh=
wärderhafen
von dem ausgehenden engliſchen Dampfer
Montauk angerannt und ſank in dem tiefen
Waſſer. Die Mannſchaft wurde gerettet. Montauk
iſt ſchwer beſchädigt und mußte die Ausreiſe aufgeben.
Der Dampfer Hermja kollidierte abends bei
Neumühlen mit dem Dampfer Leander Hermia‟
wurde in ſinkendem Zuſtande bei Neumühlen
auf den Strand geſetzt, während Leander, ebenfalls
ſtark beſchädigt, vor Anker ging.
* Allenſtein, 26. Nov. Zwei bei einem Fleiſcher=
meiſter
beſchäftigte Geſellen wurden heute früh, der
Allenſteiner Zeitung zufolge, durch Kohlendunſt ver=
giftet
tot aufgefunden.
* Rom, 27. Nov. Popolo Romano und Vita‟
erklären die von der Giornale d’Italia gebrachte
Meldung, daß die Regiernng einen Plan für die
Mobiliſierung des Eiſenbahn=, Poſt= und
Telegraphendienſtes vorbereitet habe, um einem,
wenn auch unwahrſcheinlichen Ausſtande die Spitze zu
bieten, ſei vollſtändig unbegründet, da die Regierung die
Gewißheit habe, daß die Angeſtellten dieſer Verwal=
tungen
nicht in einen Ausſtand treten werden.
* La Rochelle, 26. Nov. Der Schooner Marie
Pauline, von Saint Malo, erlitt an der Küſte der
Inſel von Oleron Schiffbruch. Von 29 Mann der
Beſatzung wurden fünf gerettet.
* Brüſſel, 26. Nov. Nach einem heute früh aus=
gegebenen
Krankheitsbericht verbrachte die
Königin eine ruhige Nacht. Das Fieber hält ſich
in normalen Grenzen; die mit der Krankheit gewöhn=
lich
verbundene Depreſſion iſt nicht übertrieben groß.
* Brüſſel, 27. Nov. Nach dem heute früh veröffenr=
lichten
Krankheitsbericht verbrachte die Königin eine
gute Nacht. Die Krankheit nimmt weiter guten Ver=
lauf
. Nach dem heute abend veröffentlichten Krankheits=
bericht
war das Befinden der Königin während des
Tages befriedigend trotzdem iſt die Patientin
durch ziemlich häufige Huſtenanfälle ermattet. Das
Fieber nimmt einen normalen Verlauf.
* London, 27. Nov. Der Miniſter Churchill
wurde abends, als er von einer Verſammlung in Brad=
fort
zurückkehrte, im Zuge von einem Anhänger des
Frauenſtimmrechts mit einer Hundepeitſche tätlich an=
gegriffen
, der ihm zurief: Nimm das, Du Hund!
Zwei Detektivbeamte, die Churchill begleiteten, wehrten
den Schlag ab und verhafteten den Angreifer nach
heftigem Kampfe. Bei der Ankunft Churchills im Lon=
doner
Bahnhof verſuchten drei Frauen auf ihn einzu=
dringen
, wurden aber von der Polizei daran gehindert.
* San Sebaſtian, 27. Nov. Nach einer Meldung
aus Bordeaux unterzog ſich König Alfonſo von
Spanien dort einer kleinen Operation, die befrie=
digend
verlaufen iſt.
* Liſſabon, 27. Nov., In den Diſtrikten Douro
und Minho ſind die Eiſenbahnangeſtellten
in den Ausſtand getreten. Es verkehren nur noch
einige Züge.
* Petersburg, 27. Nov. Die Mitglieder des
Zentralbureaus der profeſſionellen Verbände
wurden unter der Anſchuldigung verhaftet, die für
heute geplanten Arbeiterdemonſtrationen organiſiert zu
haben.
* Aſtrachan, 27. Nov. Ein heftiger Sturm
im Kaspiſchen Meer ſetzte in der Ortſchaft Birjutſchja
Koſſa über 50 Häuſer unter Waſſer. Zur Hilfe=
leiſtung
iſt ein Regierungsdampfer entſandt worden.

Berlin, 26. Nov. Heute mittag verſagte am
großen Stern des Tiergartens aus noch unaufgeklärter
Urſache plötzlich die Steuerung eines Automobils
der Siemens=Schuckert=Werke. Das Fahrzeug überſchlug
ſich. Der Chauffeur Ehr wurde herausgeſchleudert und
getötet.
* Brüſſel, 26. Nov. Die Nachrichten über das Be=
finden
der Königin lauten widerſprechend. Der
heute morgen ausgegebene Krankheitsbericht beſagte, daß
die Nacht gut geweſen ſei und daß das Fieber ſich in
normalen Grenzen halte. In der Stadt erhielt ſich aber
das Gerücht, daß das Befinden ſchlimmer ſei, als man
angäbe. Aus der Umgebung der Königin wird jedoch
dieſe Nachricht beſtritten und behauptet, daß die Aerzte
im allgemeinen ſehr befriedigt über den Verlauf der Krank=
heit
ſeien. Die ſehr ſchwankende Temperatur hänge mit der
Art der Krankheit zuſammen, die, wie man jetzt weiß

[ ][  ][ ]

tophöſen Chargkter hat. Wegen der Anſteckungs=
gefahr
wurden die Kinder des Königspaars in dem ent=
gegengeſetzten
Flügel des Schloſſes von Laeken unter=
gebracht
. Der König allein ſieht die Königin. Außer
dem Pflegeperſonal wird niemand an das Krankenbett
gelaſſen. Heute nachmittag hat in der Saint=Gudula=
Kirche aus Anlaß des Namensfeſtes des Königs ein
feierliches Tedeum ſtattgefunden, dem von der könig=
ilchen
Familie wegen der Krankheit der Königin niemand
beiwohnte. Es waren die Spitzen der offizellen Welt
vertreten.

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mutter
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geb. van der Emde
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Im Namen der Hinterbliebenen:
Frieda Luy, geb. Heinbuch,
Paul Heinbuch.

Am 25. d. M. verschied zu Als-
bach
sanft nach kurzem Leiden
unsere liebe Schwester und Tante

Fräulein
Maria Camesasca.

Darmſtadt, Wetzlar, New=York,
den 26. November 1910.

Die trauernde Familie.
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Sprechſtunden: Montags und Donnerstags 1011 Uhr.,
Dienstags und Freitags 4½5½ Uhr.

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Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): Ein
Falliſſement.
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Mozartvereins um 8 Uhr im Saalbau.
Vortrag des Evangeliſten Veller um 4 und 8½ Uhr
Rheinſtraße 2.
Konzert um 5 Uhr im Kölniſchen Hof.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. 2
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Uhr morg. Marsers Uhrnachm. (*28982om

Kurſe vom 26. November 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Bf. Staatspapiere.
4 Oſche. Reichsſchatzanw.
3½ Deutſche Reichsanl..
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg.
3½ do. Conſols . . . .
8½ do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl.
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl.
4 Heſſ. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
3 Sächfiſche Rente .
4 Württemberger v. 1907
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1½ Griechen v. 1887 ..
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente .

Ir Prot.
99,80
22,20
*3,60
99.70
92,25
83,60
100,50
91,30

101,20
91,00
81,20
100,70
100,25
91,10
80,00
82,70
101,90
92,70
100,60
48,60

do. Goldrente . .
do. einheitl. Rente
Portug. unif Serie I
do. uniſ. Ser. III
do. Spezial.
Rumänier v. 1903 . .
do. v. 1890 .
v. 1905 .
do.
Ruſſen. v. 1880 a. 1. 4

96,80
98,50
93,10
64,20
66,60
11,60
191,80
94,50

92,40

8f.

InProſ.
4 Ruſſen v. 1902 . 92,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100, 10
91,70
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 86,80
4 do. unifiz. v. 1903 92,80
4 Ungar. Goldrente . . 93,50
4 do. Staatsrente . 91,80
5 Argentinier . . . . . . 101,30
90,60
do.

4½ Chile Gold=Anleihe . 94,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,90

do.
4½
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . .
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . .

98,70
97,50
98,40
67,90
93,20
100,00

Aktien inländiſcher
Transvortauſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . . 14350
4 Nordd. Lloyd . . . . 106,70
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,60

Aktien ausländiſcher
Trausportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60)
Einz. Mk. 405
Baltimore & Ohio . . 109,00
4 Gotthardbahn . . . .

InProz
3ſ.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,00
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,00
4 Pennſplvania R. R. 131,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,00
Werger=Brauerei
72,00
Bad. Anil.= u. Sodafabril 499,25
Fabrik Griesheim . . . . 276,50
Farbwerk Höchſt . . . . . 543,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
. . . 341,25
Lahmeyer . .
116,10
Schuckert
.. 157,75
Siemens & Halske . . . 246,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 431,30
Bochumer Bb. u. Guß . . 225,60
Gelfenkirchen .
. . . 212,75
Harpener
.. . . 185,90
Phönix, Vergb. u. Hütten=
betrieb
. . .
. . .2445
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 89,90
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
do.
91,30
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteugefrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
97,70
do.
alte . 81,10
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,25
do.
2¾/10 do.
56,30
3 Raab=Oedenburger . .
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 89,70
4 Kronpr. Rudolfbahn .

St.

2¾/1 Livorneſer . . . . . . 73,50
78,20
4 Miſſouri=Paeiſie
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . . 99,00
5. Tehuaniepec . . . . . 100,50

Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank ..1
Deutſche Bank . . . 2
Deutſche Bereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft .
Drezdner Bank. . . . 1
Mitteldent. Kreditbk. 1
Nationalbl. f. Deutſchl.1
,
Pfälzer Bank . .
1
Reichsbank
Rhem, Kredit=Bank . 1
Wiener Bank=Verein

168,20
130,70
257,00
(127,20
191,40
162,50
121,00
130,40
105,10
143,00
138,75
139,40

Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 171
do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
½½
0.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917
vo. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bl.=Pf. 1
de,
3½

100,00
91,80

99,20
99,00
90,50
100,70
91,90
99,10
90,75

99,60
90,00
100,20
91.10

Bf.

InProz.

Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . .. .
3½ do.
4 Frankfurt . . . . .
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
3½, do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden
1
3½ do.
4 Worms . . . . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886.

. 101,00
95,30

91,80
99,90

90,90

100,00
90,70
100,40
90,80
* 101,10
91,40

à 100,30
100,10

Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 161,00
3½ Eöln=Mindner 100 134,10
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. 100 105,00

In P:)
Madrider Fs. 100
Meining. Pr.=Pfand=
. 138,40
briefe. .
Oeſterr. 1860er Loſe 176,00
Oldenburger.
.. 124,50

2½ Raab=Grazer ſl. 150 98,20

37,60

Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger Fs. 15 59,60
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 100 549,00
do. v. 1858 100 458,30
Ungar. Staats 100 335,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400

ſt. 7 37,50

Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke . . .
Oeſterr. 20=Kronen . . . .
Amerikaniſche Noten . . . 4
Engliſche Noten . . . . .
Franzöſiſche Noten . . . .
Holländiſche Noten . . . . 1
Italieniſche Noten . . . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . .

20,42
1615.
16,90
4,19½
20,48
81,00
169,20
80,75
85,00

80,90

Reichsbank=Diskonto .
Reichähank=Lomhard 8af.

60l.

[ ][  ][ ]

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bis 10. Dezember 1910
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Cheviot in allen Farben .
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Mteter Mk.
Mleter Mk.
Meter Mk.
Meter Mk. .
meter Mk. 1.
Meter Mk. 1.

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.55
.65
95
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Damenhosen . . .
. . Stück Mk. 1.15
Dachtjacken .
. . Stück Mk. . 95
Untertaillen . .
. . Stück Mk. . 85
Anstandsröcke .
. Stück Mk. . 95
Kissenbezüge, gebogt .
. Stück Mk. . 65
Bettücher .
. Stück Mk. 1.95

Tisch- u. Rüchenwäsche

Tischtücher, Dreilmuster . . Stück Mk. 95
Tischtücher, Damast . . . Stück Mk. 1. 50
Servietten, gute Drellware Stück Mk. . 25
Handtücher, rot=weis . . Meter Mk. . 18
Zimmerhandtücher, weiss Meter Mk. . 28
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mit weicher Piqué=oder gest. Brust Mk. 4.50
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aus echtfarb. Percal mit Mansch. Mk. 3. 25
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(Vorhemden und Manschetten) . Mk. . 75
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weiten
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Herren=Regenschirm
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Geschenke:
Stickerei-Roben
Wollblusen,
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Balltücher
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Tuch=Unterröcke
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Herrenwesten

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Geschenke:
Damen-Gürtel
Damen-Krawatten
Damen-Schirme
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Servier-Kleider
Mützen
Golf-Jacken
Tüllblusen

[ ][  ][ ]

1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

zu 270.

Montag, 28. November.

1910.

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in allen Grössen
Jackenkleider
in allen Grössen
Kindermäntel
in allen Grössen

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Kostüme und infolge der Selbstfabri-
kation
der mneisten von ihr geführten
Artikel, sowie durch direkten Bar-
einkauf
in den grössten Fabriken in
der Lage, alle Waren zu sehr billigen
Preisen verkaufen zu können. Die
Firma legt besonderen Wert auf
ausserordentliche Solidität ihrer Ar-
tikel
und trägt bezüglich der Auswahl
allen Geschmacksrichtungen Rechnung

C
Se

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Waren zuröckgesetzt
welche zu Weihnachtsgeschenken ganz
: . besonders geeignet sind.

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85
s Weihnachts=
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625
6 9,
,
55 Gebück
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6
B Prima handgewählte und Bari
25
6 Mandeln (22982,15
65
25 Haselnusskerne
65
Ia. Citvonat
E
Ia, Orangeat
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E5
65 Hocht. Weizenmehl
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lose, sowie in 5 u. 10-Pfd.-Säckchen,
ferner: Ceylon-Zimt, Nelken,
Anis, Sternanis, Rosenwasser,
Wachs, Cardamomen. :: 3.
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Roman von K. v. d. Eider.
Nachdruck verboten.)
*19)
In einem der kleinſten Häuſer des Dorfes Imm=
ſtedt
, am lüttjen Enn, ſaß der alte Tauſendkünſtler
Dreesohm bei der Lampe und arbeitete. Es galt, eine
entzwei gegangene Suppenſchüſſel zu flicken; die mußte
noch heute abend fertig werden, ſonſt konnten ſie bei
Klas Zimmermann, dem die Schüſſel gehörte, morgen
keine Suppe eſſen.
Es war keine leichte Arbeit. Gekittet war die
Schüſſel ſchon, nun mußten noch Löcher gebohrt und
Wirrdraht durchgezogen werden, damit die beiden Teile
beſſer zuſammenhielten. Eine ſo geflickte Schüſſel hielt
beſſer als eine neue.
Endlich war Dreesohm fertig. Jetzt konnte er
Feierabend machen. Er kramte ſeine Sachen fort und
klopfte die Pfeife aus. Nun wurde nochmal friſch ein=
geſtopft
, und dann wollte er noch auf ein Stündchen
hinüber zu Krüſchan Nahwer. Eine Pfeife Tabak und
ein Mund voll Schnack, pflegte Dreesohm zu ſagen,
dafür laß ich mein Leben.
Horch, klopfte es nicht am Fenſter? Es war ſo
leiſe, als wenn ein Vögelchen mit ſeinem Schnabel an=
ſtickt
, aber Dreesohms ſcharfes Ohr hörte es doch.
Jetzt tickte es wieder. Wer mochte noch ſo ſnät
kommen?

eie e e Ze e er aet e
zuſehen. Draußen war es dunkel, er ſah nur eine weib=
liche
Geſtalt eine Frau nein, ein Kind es war
Antje.
Antje, meine Autje, komm ſchnell herein!
Er zog die Zitternde in die Stube auf den Ehren=
platz
im Lederſofa und ſah ihr zärtlich und angſtvoll in
die verweinten Augen.
Der Alte merkte ſofort, daß etwas nicht in Ord=
nung
ſei. Gerade ſo hatte Antjes Mutter ausgeſehen,
damals, als ſie um ihr Glück betrogen worden war, als
ſie ſich das Leben nehmen wollte. Böſe Zeiten ſtiegen
vor dem Geiſte des alten, treuen Mannes auf und wur=
den
lebendig. Angſt und Kummer machten den Alten
geſprächig und flink.
Ach, meine Antje, daß Du da biſt; ich hielt’s ſchon
gar nicht mehr allein aus. Nimm man den Mantel ab.
Ich mache Dir ne Taſſe heißen Tee. Er lief in die
Küche, machte ein Sprockfeuer und blies es an, bis es
hell brannte. So, Du ſchläfſt nun in dem großen, ein=
gemauerten
Bett, ich ſchlafe in der kleinen Bettſtelle im
Gang. So haben wir’s auch gehalten, als Deine Mutter
noch lebte:
Dn jagſt mich nicht fort, Dreesohm?
Dummes Gör, was haſt Du für Grabben! ſchalt der
Alte. Meinſt Du, ich laſſe Dich fort?
Aber Du weißt ja gar nicht
Ach, ich weiß alles; ſchweig man ja ſtill . . . das
ommt alles zurecht.

Sie ſahen ſich tief in die Augen, der alte Mann
und das junge Weib.
Dreesohm, Du weinſt ja.
Du ja auch, Du altes Gör. Ich weine doch vor
Frende, daß ich Dich wieder hab’! Aber nun ſollſt Du
auch trinken. Brot und Fett habe ich auch noch.
Er ſchenkte den Tee ein und ſtrich ihr ein Fett=
brot
. Sie mußte mit Gewalt eſſen und trinken, und ſie
tat dem guten Alten den Willen, obgleich ſie ihre eigenen
Träuen, die in die Taſſe und auf das Brot fielen, mit
herunterſchlucken mußte. Es dauerte lange, ehe es
Dreesohm gelang, ein Lächeln auf Antjes Antlitz zu
zaubern. Er reckte ſeinen verwachſenen Rücken und
hielt den Kopf in die Höhe. Denk an meinen alten
Wahlſpruch, Antje, gerade auf, wie ich!
Da huſchte es wie ein Lichtſchein über ihre Züge.
So viel wie an dieſem Abend hatte Dreesohm
lange nicht geredet, ſo geſchäftig war er ſeit langer Zeit
nicht geweſen. Endlich hatte er Antje zur Ruhe ge=
bracht
. Sie lag in ihrem Bette, und ihre Augen ſuchten

umher. Da fielen ſie auf den Wandſpruch, von dem ihr
in roten Buchſtaben das Wort Liebe entgegenleuchtete.
Da faltete ſie ihre Hände und ſchlief bernhigt ein.
Dreesohm ſchlief nebenan, in einem kleinen Gang
zwiſchen Küche und Stube. Er kam noch einmal auf
den Zehenſpitzen herein, um nachzuſehen, ob ſie auch
wirklich ſchliefe. Dann klopfte er noch mal bei Krüſchan
Nahwer nebenan an die Tür und teilte ihm im Flüſter=
ton
mit, daß Antje gekommen wäre, und daß man mit

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

Nummer 279.

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ihr umgehen müſſe, wie mit einem rohen Ei. Danach
ging auch er zur Ruhe.
-
Als Rolf Anderſen am anderen Tage von ſeinem
Kuhhandel zurückkehrte, ein wenig mißmutig, weil die
Reiſe umſonſt geweſen war, kam es ihm im Hanſe
merkwürdig ſtill vor. Es war gerade, als ob die Sonne
nicht mehr ſchiene, als ob die Vögel geſtorben wären
und die Blumen aufgehört hätten zu blühen. Ein
Schritt fehlte im Hauſe, ein leichter, tänzelnder Schritt.
Ein zwitſcherndes Stimmchen wurde vermißt und ein
ſeines Köpfchen, von blondem Kraushaar umgeben.
Rolf meinte immer, ſein geliebtes Mädchen auftauchen
zu ſehen. Er machte ſich auf der Diele zu ſchaffen,
guckte wie beiläufig in die Küche und Leuteſtube hinein
und fragte dann den Großknecht, der ernſt und ver=
droſſen
ſeine Arbeit verrichtete, ob alles geſund ge=
blieben
wäre.
Ja, unf' Herr, nur das eine Pferd lahmt ein
bißchen.
Rolf hielt es nicht länger aus. Er ging in die
Wohnſtube, klopfte zum Schein die Pfeife und fragte:
Wo iſt Antje?
Sie iſt fort, es war hohe Zeit.
Du haſt ſie fortgejagt? fragte er unheimlich ruhig.
Zch, was Du gleich für Worte gebrauchſt! Ich habe
ſie gehen laſſen. Sollte ich ſie denn noch länger be=
halten
zum Skandal für die Leute? Ich habe getan,
was ich konnte. Sie hat zweihundert Taler bekommen
und iſt damit zufrieden, hat alſo nichts mehr zu ver=
langen
. Du kannſt Dich bei mir bedanken, daß Du ſo

billig davongekommen biſt. Wenn Du aber mal wieder
mit einem Mädchen anbindeſt, dann ſuch' Dir wenigſtens
eins aus, das Du heiraten kannſt.
Rolf war einen Augenblick wie vor den Kopf ge=
ſchlagen
; er brauchte geraume Zeit, ſich zu ſammeln.
Er zog ſeine Uhr hervor. Für heute iſt es zu ſpät;
morgen fahre ich nach Immſtedt.
Was willſt Du da?
Das Aufgebot will ich beſtellen.
So! Na, dann warte man noch ein bißchen, bis Iven
zurückkommt, dann könnt Ihr beide zuſammen fahren
und ſie kann ſich dann ja ausſuchen.
Bei dieſen Worten holte ſie Ivens Briefe hervor
und reichte ſie Rolf. Sie wies ihm die Stelle, auf die
es ankam, und bewies ihm ſcharf und ſpitzfindig wie
ein Advokat, daß Antje ſchon vor längerer Zeit mit
Iven einig geworden wäre. Rolf hörte ruhig zu. Nur
einmal kam es wie ein unterdrücktes Stöhnen aus
ſeiner Bruſt. Es war ja alles ſo ſonnenklar. Er hatte
die Briefe geleſen, es war gar nicht nötig, daß ſie alles
noch extra beleuchtete.
Ich fahre morgen nach Heiſterneſt, ſagte er, und ſetze
mich mit Iven auseinander.
Biſt wohl unklug! ſchrie die Mutter. Er kommt ja
in vier Wochen zurück, dann kannſt Du Dich ja mit ihm
ausſprechen, wen von Euch ſie am meiſten vernarrt
hat. Ihr beide ſeid es auch noch nicht allein. Mit dem
Großknecht hat ſie aus was gehabt. Iſt das Heie Rehm
von früher? Da ſteckt niemand anders dahinter als
dieſe Frauensperſon, die hatte an einem nicht genug,
ſie mußte zwei, drei Haben, und wer das meiſte Geld

hatte, mit dem ließ ſie ſich am weiteſten ein. Sei froh,
daß Du von ihr los biſt.
Rolf Anderſen ergab ſich. Es war alles ſo klar, was
die Mutter ſagte; manches, was er ſelbſt geſehen und
gehört hatte, ſtimmte dazu. Die Briefe, von Ivens
Hand geſchrieben, lagen auf dem Tiſch und ließen ſich
nicht fortleugnen. Die Mutter hatte recht, es hatte
keinen Zweck, Antje aufzuſuchen. Es gab nur Auf=
regung
und Aerger. Es iſt gut! Mit dieſen Worten
ging Rolf hinaus. Es widerſtrebte ſeiner phlegmatiſchen
Natur, noch länger über etwas zu ſprechen, was ver=
geſſen
werden mußte. So ganz leicht wurde ihm das
Vergeſſen aber doch nicht; zwiſchen ſeinen Augenbrauen
hatte ſich eine Falte eingegraben, die ſich ſelbſt in den
fröhlichſten Stunden nicht wieder glättete.
Es war aber auch nicht leicht, Antje Möller zu ver=
geſſen
. Einige Tage behalf man ſich ohne Binnendeern,
da fehlte es an allen Ecken und Enden. Es war nichts
in Ordnung. Dann kam die dicke Waſchmarieken zur
Aushilfe. Die ging mit aufgekrempten Aermeln und
hochgeſchürztem Rock im Hauſe umher. Sie ſetzte
Stuben und Diele förmlich unter Waſſer und verbrei=
tete
überall einen unerträglichen Sodageruch. Frau
Martjen litt öfter als je an Magenſchmerzen und ſchalt
noch mehr und noch lanter als ſonſt. Die Ungemütlich=
keit
grinſte aus allen Winkeln. Es war eine Heiden=
wirtſchaft
, wie die Leute einſtimmig anerkannten; aber
was nützte es, bis November mußte man ſich ſchon be=
helfen
; eher konnte der Mietsmann keine neue Dienſt=
deern
auftreiben.
(Fortſetzung folat.)

[ ][  ][ ]

Nummer 279.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 4 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
ſtag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.
Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut veröffentlichen, empfehlen
wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer
Polizeiverordnung feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder
dies zu tun beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald ge=
mäß
§ 8 namhaft zu machen. Zur Entgegennahme ſolcher mündlicher oder ſchrift=
tlicher
Erklärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt. Im
Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß möglichſt gleichzeitig mit
dieſen Erklärungen auch die Bereiterklärungen der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 26. November 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

J. V.: Lauteſchläger.
Polizeiverordnung,

die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die Städteordnung für
das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom 13. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſammlung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Geneh=
migung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember 1908 zu
Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1.
Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern (unmittelbaren und
mittelbaren §§ 854 ff. B. G. B. ) der angrenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht
die ſtädtiſche Reinigungsanſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. Sep=
tember
1886 betreffend: Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze in der
Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt die Reinigung übernommen hat. Die Pflicht
zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des
Verpflichteten herzieht, und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere
Beſitzer vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit; ein Mieter oder Pächter
iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung anzuſehen, wenn er allein
das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein Verein oder eine
Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer des Grundſtücks, ſo liegt die Ver=
pflichtung
zur Reinigung den Mitgliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich
im Beſitze oder in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber einer Dienſt=
wohnung
ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen der Abſ. 1 und 2
entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind von den Grundſtücksbeſitzern zur
Abholung des Kehrichts durch die Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen
aber nicht auf der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2.
Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch Fuhrleute beim
Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde und anderem loſen Material iſt
verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten Strafe, die Ver
ſpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3.
Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der Reinigung der Fußſteige
von Eis und Schnee folgende Verpflichtungen ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer ganzen Breite bis
zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige von größerer Breite auf mindeſtens
3 Meter in der meiſtbegangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr morgens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige Freihaltung nicht
möglich, ſo muß die Abräumung in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr
abends mindeſtens alle drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen ab=
geräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande derſelben zu
lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe, ſowie Hydranten und, falls
anderweit Platz vorhanden iſt, Straßenecken, Straßenausgänge und Haus=
eingänge
freizuhalten ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten abgeräumt wurde, iſt au
den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge andauernden Schneefalls,
Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen eine gefährlich zu begehende Schnee=
decke
oder Schnee= und Eisbuckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie
ſchwer zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter mit Sand,
Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem Streumaterial ausgiebig beſtreut werden.
Das Aufſtreuen iſt zu wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit von morgens
7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem Streumaterial iſt
verboten.
§ 4.
Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig zu vermeiden, ins=
eſondere
iſt es verboten, bei Reinigung der Fußſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel,
Stoßeiſen und dergleichen zur Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5.
Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in die Straßenrinnen
unterſagt.
§ 6.
Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den Fußſteigen verboten.
§ 7.
Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem Schnee iſt verboten.
§ 8.
Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der in den §§ 1 und 3
feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon, wie z. B. einen Hausverwalter oder
eine Geſellſchaft oder Anſtalt, die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt
hat, beauftragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren Vorſtands=
mitglieder
, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften ausſchließlich verantwortlich, wenn
die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche
Vertreter durch den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind, dieſe
zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und das Polizeiamt binnen
einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter Namhaftmachung Einſpruch gegen die Ver=
tretung
nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der Vorſchriften des
Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen von ihnen übertragen.
§ 9.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf Grund des § 366 Poſ. 10
des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu
14 Tagen beſtraft.
§ 10.
Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom 8. November 1856 auf=
gehoben
.
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
(22994oi
Dr. Kranzbühler.

Bekanntmachung,
betreffend das Rodeln in der Gemarkung Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 56, Abſatz 2 Ziffer 2 des Geſetzes, die Städteordnung
für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom 13. Juni 1874, wird hiermit folgendes
angeordnet:
§ 1. Auf allen Rodelbahnen in der Gemarkung Darmſtadt dürfen nur Rodel=
ſchlitten
von nicht mehr als 2 Perſonen benutzt werden. Bobsleighs ſind unbedingt
ausgeſchloſſen. Ebenſo iſt das Aneinanderhängen mehrerer und das Benutzen ſchad=
hafter
Rodelſchlitten verboten.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehende Beſtimmung werden mit einer
Geldſtrafe bis zu 90 Mk. für jeden Uebertretungsfall beſtraft. Auch ſind die Polizei=
beamten
befugt, Zuwiderhandelnde von der Rodelbahn zu verweiſen.
§ 3. Dieſe Anordnungen treten mit dem heutigen Tage in Kraft.
Hierbei wird nochmals ausdrücklich hervorgehoben, daß die Benutzung der Rodel=
bahnen
auf Gefahr der Rodler erfolgt. Jede Haftbarkeit einer Behörde oder der

Grundeigentimer, ſowie der Unterhalter der Rodelbahnen aus 3 oas f. des Bürger=
lichen
Geſetzbuchs wird abgelehnt. Für etwa verurſachten Schaden iſt der Täter allein
verantwortlich.
(22993oi
Darmſtadt, den 26. November 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
I. V.: Lauteſchläger.

Zentraluhren=Regulierungsanlage in der Stadt Darmſtadt.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß in hieſiger Stadt eine ſtädtiſche Zentral=
uhren
=Regulierungsanlage beſteht, welche den Zweck hat, diejenigen Uhren ( Außen=
uhren
, ſowie Zimmeruhren), die an dieſe Anlage angeſchloſſen ſind, in Zeitabſchnitten
von je 6 Stunden auf die Normalzeit der Berliner Sternwarte zu regulieren.
Die Bedingungen für den Anſchluß von Uhren an dieſe Zentraluhren= Regulierungs=
anlage
ſind auf dem Büro des ſtädtiſchen Elektrizitätswerks, Luiſenſtraße 22, zu erhalten.
Daſelbſt wird auch der Antrag auf Herſtellung von Anſchlüſſen entgegengenommen und
jede gewünſchte Auskunft erteilt.
Zur Zeit ſind die Uhren folgender öffentlicher Gebäude angeſchloſſen:

1. Stadthaus,
2. Rathaus,
3. Städt. Gebäude, Ecke Eliſabethen= und 11. Johanneskirche,
Grafenſtraße,
4. Neues Gaswerk, Frankfurter Straße, 13. Kirche des Eliſabethenſtifts,
5. Pfründnerhaus,
6. Schlachthof,
7. Wagenhalle der elektriſchen Straßenbahn 16. Pauluskirche,
am Böllenfalltor,
8. Knabenmittelſchule, Friedrichſtraße, 118. Hallenſchwimmbad.
Städtiſche Elektrizitätswerksverwaltung Darmſtadt.
Meyer.

1 9. Mädchenmittelſchule, Viktoriaſtraße,
10. Schule am Ballonplatz,
112. Martinskirche,
14. Katholiſche Kirche,
15. Beſſungerkirche,
17. Schule in der Emilſtraße,

(10971a

Martinsgemeinde.
Die Rechnung der evangeliſchen Martinskirche für 1909 liegt von heute an
acht Tage lang auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 28. November 1910.
Für den Kirchenvorſtand:
Widmann, Pfarrer.
(22972

Der Voranſchlag der Gemeinde Waſchenbach für 1911
liegt vom 1. Dezember 1916 an acht Tage lang zur Kenntnisnahme auf dem Bürger=
meiſterei
=Bureau offen.
(22996
Nieder=Ramſtadt, den 26. November 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt.
Appel.

Bekanhrmachunge
Aus der am 19. Februar 1827 zur Feier der goldenen Hochzeit Ihrer Königlichen
Hoheiten des Großherzogs Ludewig I. und der Großherzogin Luiſe von der Vereinigten
Geſellſchaft gegründeten Stiftung ſoll am 19. Februar 1911 einem durch Sittlichkeit
ausgezeichneten unbemittelten Brautpaare, welches ſich bleibend in Darmſtadt niederläßt,
die ſtiftungsmäßige Ausſtattung zuerkannt werden.
Diejenigen Brautpaare, welche auf dieſe Ausſtattung Anſpruch machen zu können
glauben, haben ihre Anmeldungen nebſt den erforderlichen Beſcheinigungen über ihre
Sittlichkeit ſowohl als darüber, daß ſie ſich bleibend dahier niederlaſſen wollen und im
Falle ſie Dienſtboten ſind, über ihre Dienſtzeit längſtens bis zum 10. Januar 1911
bei dem Ausſchuß der Geſellſchaft (Rheinſtraße 36) einzureichen.
(22965
Darmſtadt, den 28. November 1910.
Der Ausſchuß der Vereinigten Geſellſchaft.

Anzeige.

Die als verloren angezeigte unter dem 19. Dezember 1898 Nr. 230 auf das Leben
des Herrn Georg Aumüller, Kaufmann in Darmſtadt von uns ausgefertigte
Polize wird, nachdem der erfolgte Aufruf fruchtlos geblieben iſt, in Gemäßheit des § 12
unſerer Allgemeinen Verſicherungs=Bedingungen für kraftlos erklärt.
Für obige Polize haben wir dem Herrn Verſicherten eine neue Ausfertigung erreilt.
Berlin, den 25. November 1910.
(22970
Deutſcher Anker
Penſions= und Lebensverſicherungs=Aktien=Geſellſchaft in Serlin
C. Schnell.

Staatl. konzess. und beaufsichtigte
Hessische Handelslehranstalt
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I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Ber uf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 10. Januar, vorm. 8 Uhr.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
(22511a
Sprechstunden:
Wilh. Siedersleben
Montag bis Freitag 121 Uhr
staatl. geprüfter Handelslehrer u.
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag gerichtl. beeidigt. Büeherrevisor.
35 Uhr.

Glaſerarbeiten.

Die bei Errichtung einer Hilfsſchule in
der Stiftſtraße vorkommenden Glaſerarbei=
ten
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte, Grafen=
ſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die An=
gebotsſcheine
abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 8. Dezember 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 24. November 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
(22960oi

Bekanntmachung.
Donnerstag, den 1. Dezember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Georg Haller Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 283 75 Hofreite Obergaſſe
Nr. 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K17/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 12. November 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (D22080,9

Zwei gut eingeſpielte Geigen, ſowie
ein ¾ Cello billig zu verkaufen (*28981
Landaraf Philipy=Anlage 60½ 3. Stack.

Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Ver=
mögen
der Firma Ziegelei Mordach,
W. & F. Schneider, in Nieder=Ramſtadt,
iſt zur Abnahme der Schlußrechnung des
Verwalters, zur Erhebung von Einwen=
dungen
gegen das Schlußverzeichnis der
bei der Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen und zur Beſchlußfaſſung
der Gläubiger über die nicht verwertbaren
Vermögensſtücke ſowie zur Anhörung
der Gläubiger über die Erſtattung der
Auslagen und die Gewährung einer Ver=
gütung
an die Mitglieder des Gläubiger=
ausſchluſſes
der Schlußtermin auf
Freitag, den 16. Dezember 1910,
vormittags 9½ Uhr,
vor dem Großherzoglichen Amtsgericht II
hierſelbſt, neues Gerichtsgebäude, Erdge=
ſchoß
, Zimmer 111, beſtimmt. (23008
Darmſtadt, den 21. November 1910.
Merkel,
Gerichtsſchreiber des Großherzoglichen
Amtsgerichts II.

Bekanntmachung.
Es wird berichtigend zur Bekanntmach=
ung
vom 28. Oktober 1910 im Konkurs
W. Klein, Gehaborner Hof, bemerkt, daß
die Schlußdividende 13,63% und die zu
berückſichtigenden nicht bevorrechtigten For=
derungen
Mk. 51 050.35 betragen. (23005
Darmſtadt, den 28. November 1910.
Ernſt Wolff,
Konkursverwalter.

tt erh. Ueberzieh. ſ. 1416 1. Jung. bil.
G28987) Arheilgerſtr. 53. 1. Htb. I.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

Nummer 279.

Markt
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2
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In der Kunſthalle ſind nen ausgeſtellt:
Kollektion des Malers Prof. Klein=Chevalier, Berlin
Paul Segiſſer=Karlsruhe
Kurt Kempin=Darmſtadt
ferner mehrere Gemälde von Maler G. Altheim=Darmſtadt.
Geöffnet Werktags v. 114 Uhr, Sonntags v. 10 4 Uhr.
vereinigte Gesenschaft.
Die diesjährige
ordentl. Mitgliederversammlung
welcher die Rechnungen der Geſellſchaftskaſſe und der Weinkaſſe für 1909
und der Voranſchlag für 1911 zur Genehmigung vorzulegen ſind, findet
Montag, den 5. Dezember d. J.,
abends 6 Uhr,
in den oberen Räumen des Geſellſchaftshauſes ſtatt.
Sämtliche ordentliche Mitglieder werden hierzu mit dem Anfügen eingeladen,
daß nach § 38 der Satzung die Mehrheit der anweſenden Mitglieder zur Genehmigung
der Vorlagen befugt iſt. Die Rechnungen für 1909 nebſt Urkunden, ſowie der Voran=
ſchlag
für 1911 mit Begründung der Anſätze liegen in dem oberen Leſezimmer offen.
Darmſtadt, den 28. November 1910.
(22964
Der Ausſchuß.
barmstädter Streichgarteit (II. Jalr)
F. Mehmel, A. Diedrich, F. Brückmann, A. Weyns.
H. Kammermusik-Abend
Mittwoch, 30. November, 8 Uhr, im Hotel Traube‟.
Mitwirkende: Die Herren Chr. G. Eckel (Klavier) aus Frankfurt und
Kammermusiker P. Ulimann (Violine).
Programm: J. Suk: Streichquartett, op. 11, B-dur; Brahms: Sonate für
Vel. und Klavier, op. 99, F-dur: Beethoven: Streichquintett, op. 29, C-dur.
Karten zu Mk. 3. und Mk. 2. (Studenten und Schüler Mk. 2., Mk. 1.50
und Galerie Mk. 1.) bei G. Thies Nachfl. (L. Schutter), Hofmusikalienhandlung
und an der Abendkasse.
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mann
, Marienplatz.
Fräuen-Verein uosostbozins derel.Stauigehelnae.
Sonntag, 4. Dez., 7½ Uhr, im Gemeindehauſe (Kiesſtr. 17)
Familien=Abend mit Vortrag, Muſik und Deklamation.
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Gäſte ſind willkommen.
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Stadttheater in Frankfurt a. M. und des Herrn Oberregiſſeurs Willy Loehr ſvom
Stadttheater in Mainz.
Anfang 8 Uhr.
Ende ½10 Uhr.
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Frl. v. Gandenberger, Wienersſtraße 63, Frau Major v. Kietzell, Ohlyſtraße 38, Frl
v. Knorr, Wilhelminenplatz 14, Frau Landgerichtsdirektor Meiſel, Mathildenſtraße 25
Freifrau Schäffer v. Bernſtein, Schießhausſtraße 67 und die Verwalterin der Schule,
Mauerſtraße 5.

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Montag, den 28. November 1910.
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Abonnement A 17.
Gedächtnisfeier
für Björnſtjerne Björnſon.
Prolog
von Carl Hepp, geſprochen von Regiſſeur
Hacker.
Ein Falliſſem en t.
Schauſpiel in 4 Aufzügen
von Björnſtjerne Björnſon.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.

Perſonen:
Tjälde, Großhändler .
Frau Tjälde .
Walburg, ) ihre
Signe, Töchter

Leutnant Hamar, Signe’s
Bräutigam
-
Sannäs, Tjälde’s Prokuriſt
Jacobſen, Bräumeiſter bei
Tiälde
Advokat Berent
Der Adminiſtrator
Der Prediger,
Zollkontrolleur Pram,
Konſul Lind,
Konſul Finne,
(25
Konſul Ring,
Großhändler Holm, (5
Großhändler Knutzen,
Großhändler Knudſon,
Großhändler Falbe,
Ein Comptoirdiener .
,

Hr. Heinz
Fr. Scherbarth
Frl. Oſter
Frl. Gothe
Hr. Schneider
Hr. Weſtermann
Hr. Wagner
Hr. Lehrmann
Hr. Semler
Hr. Knispel
Hr. Jordan
Hr. Jürgas
Hr. Jungmann
Hr. Speiſer
Hr. Schwarze
Hr. Holler
Hr. Dobski
Hr. Klotz
Hr. Schnelting

Nach dem 1. und 3. Aufzuge findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Krank: Frl. Howard.
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(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremdenloge 5 Mk.,
Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2. Rang
(1.6. Reihe) 2. Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 3.50 Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3. Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk.,
1. Galerie 1. Mk., 2. Galerie 50 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr.
Vorverkauf
von 111 Uhr für die Vorſtellungen:
Dienstag, 29. Nov. 67. Ab.=Vorſt. B 16.
=Prima-Ballerina.: Große Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 30. Nov. Außer Abonnement.
Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen:
Bonifacius. Anfang 7 Uhr. (Vgl.
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Donnerstag, 1. Dez. 68. Ab.=Vorſtell.
A 18. =La Traviatat. Große Preiſe.
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Nummer 279

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

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Seite 16

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28, November 1910.

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

Nummer 270

Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 26. Nov. (B örſen=
wochenbericht
.) Wenn der Verkehr auch in der
abgelaufenen Woche noch ſehr eingeſchränkt blieb, ſo
war doch die Stimmung im allgemeinen zuverſichtlicher.
Den Impuls hierzu gab die Erleichterung am Geld=
markt
und die Ermäßigung des Privatdiskontos auf
4¾ Prozent, nachdem, trotz der Bedürfniſſe für den
Ultimo, Geld ſehr reichlich angeboten wurde. Ebenſo
iſt der letzte Status der Reichsbank nach den Mitteil=
ungen
des Präſidenten Havenſtein beſſer gegen das
Vorjahr und dürfte daher kaum eine Erhöhung des
offiziellen Satzes zu erwarten ſein, obgleich der De=
zember
wieder ſtärkere Geldnachfrage bedingt. Be=
züglich
unſeres Außenhandels liegen ebenfalls günſtige
Ziffernergebniſſe vor; dazu zeigen die Einnahmen
unſerer Eiſenbahnen eine fortdauernde Steigerung.
Wenn noch ſchließlich beſſere Berichte vom Oberſchleſi=
ſchen
Eiſenmarkt, ſowie von den ausländiſchen Eiſen=
märkten
bekannt wurden, ſo konnte dies nicht verfeh=
len
, eine feſtere Tendenz zu bewirken. Die Nachrichten
aus Mexiko wurden zwar anfangs ſehr beachtet und
brachten Abſchwächungen für mexikaniſche Werte; nach=
dem
jedoch offizielle Berichte die über Nordamerika
verbreiteten Nachrichten zum großen Teil als ſenſatio=
nell
bezeichneten, kam wieder größere Erholung zur
Geltung. Zu den Einzelheiten übergehend, waren
Deutſche Renten vernachläſſigt und ohne nennenswerte
Veränderung.
Von den ausländiſchen Staatsfonds ſchließen die
mexikauiſchen Gattungen zwar befeſtigt, indes immer
noch etwa 1 Prozent unter den Kurſen der Vorwoche.
Höhere Preiſe erzielten Serben, 4proz. unifizierte Tür=
ken
und Ungarn. Recht feſt waren Japaner und Ruſſen.
Die ſtaatlich garantierten ruſſiſchen Eiſenbahn= Priori=
täten
erfreuten ſich ſtärkerer Kaufluſt. Der Markt für
Transportwerte war ſehr ſtill und iſt eher etwas matter.
Bankaktien ſind hingegen beſſer beachtet geweſen und
größtenteils höher; beſonders konnten Deutſche Effek=
ten
= und Wechſelbank (bis 109,60) avancieren. Die
Dresdener Bank übernimmt am 1. Januar 1911 die
Geſchäfte der Oberſchleſiſchen Bank in Beuthen, mit
Depoſitenkaſſen in Tarnowitz und Königshütte. Eine
Kapitalserhöhung bei der Dresdener Bank findet aus
dieſem Anlaß jedoch nicht ſtatt. Am Montangebiet blieb
es verhältnismäßig ruhig, da die Preisſchwäche für
Kohlenſorten und der engliſche Wettbewerb ſich immer
fühlbarer machten und dadurch die Kaufluſt für Kohlen=
aktien
lähmt. Eine weſentliche Einbuße erlitten Har=
pener
und Wittener Stahlröhrenwerk. Der Kaſſa=
induſtriemarkt
war hingegen wieder günſtiger dispo=
niert
, zumal das Privatpublikum größeres Intereſſe
dabei bekundet. Höchſter Farbwerke ſtiegen bis 544,75,
Kleyer bis 431, Illkirchener Mühlenwerke bis 114,50.
Niedriger waren Alkali, Weſteregeln (225), Farbwerke
Mühlheim a. M. (62½ B.) und Aluminium (276). Holz=
verkohlung
verkehrten ruhiger (253,70), Neue Photo=
graphiſche
Geſellſchaft (42,50). Kolonialwerte ohne Be=
achtung
. Southweſtafrika 165½. Dieſe Woche wurden
die Aktien Schlinck u. Co. (Hamburg) zu 237 eingeführt,
während z. B. in Mannheim der Einführungskurs ſich
um etwa 10 Prozent niedriger ſtellte, was vielfach be=
merkt
wurde. Hier ſchloſſen dieſe Aktien etwa 233½
Reiniger, Gebbert u. Schall, A.=G., Berlin, verteilen
wieder 12 Prozent (wie im Vorjahre). Von Elektrizi=
tätsaktien
beſtand für Schuckert regere Nachfrage, nach=
dem
die Dividende mit 7 Prozent gegen 6 Prozent im
Vorjahre bemeſſen wurde.
Von Loſen notieren: Augsburger 37,60, Braun=
ſchweiger
221,40, Meininger 37,70, Finnländer 338,
Pappenheimer 69, Freiburger 60,20, Ungariſche 385,
Genua 220, Mailänder 45 Fres.=L. 146,50, Mailänder
10 Fres.=L. 31,50, Türkiſche 179,40, Venediger 42,50,
alles in Reichsmark; Gothaer Prämie I 136,50, Gothaer
Prämie II 116,50, Donau=Regulierung 150, Madrider
76,80, alles in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs
(bis 1918 unkündbar) 101,65, 3½proz. Reichs 92,15, 3proz.
Reichs 83,45, 4proz. Heſſen von 1899 101,10, 4proz. Heſſen
von 1906 101,10 G., 9proz. Heſſen von 1908/09 101,20 G.,
3½proz. Heſſen 91,25, 3proz. Heſſen 80 4proz. Darm=
ſtädter
100, 3½proz. Darmſtädter 91,75, Darmſtädter

Bant 10., Südd. Giſ.=Heil 12oab. 4praz. Heſ. Land.=
Hyp.=Pfandbr. (Serie 1820) 101,40 G., 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfandbr. (Serie 911) 91,50 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfandbr. (Serie 1012) 101,40 G., 3½proz.
Heſſ. Kommunal=Pfandbr. (Serie 13) 91,90 G., 3½proz.
Heſſ. Kommunal=Pfandbr. (Serie 4) 91,50 G., Baltimore
und Ohio 109, 4½proz. Innere Amortiſable Portugieſ.
84 B., 3proz. Portugieſ. (Baira=Beixa) 79, 3proz. Portu=
gieſ
. I. 64,25, 3proz. Portugieſ. III. 66,75, Spezial= Portu=
gieſ
. 11,75, Portugieſ. Eiſ.=Oblig. I. Rang 93,40, Portu=
gieſ
. Eiſ.=Oblig. II. Rang 92,40, 4proz. Stadt Liſſabon
80,75, 4½proz. Ruſſen 100,15, 4proz. 1880er Ruſſen 92,40,
4proz. 1902er Ruſſen 92,55, 3/oproz. Ruſſen 89,50,
3½proz. Ruſſen 85,05, 3proz. Ruſſen 80, 4½proz. Japaner
97,45, 4proz. Japaner 93,70.
Literariſches.
Ein Bluſen=Album, das nicht nur eine Revue
von wenig deutlichen Bildern iſt, ſondern das den größ=
ten
Wert auf Einzelheiten in der Zeichnung, ſowie auf
eingehende Beſchreibungen und genau paſſende Schnitt=
muſter
legt, iſt in dem Bluſen=Album vereinigt,
welches der Modenverlag Fr. Bruckmann A.=G., Berlin
W. 35, auch für dieſes Winterhalbjahr mit einer reichen
Auswahl der neueſten Bluſen=Modelle zum Preiſe von
1,20 Mark herausgegeben hat. Allen Damen, die mit
beſchränkten Mitteln gut gekleidet ſein wollen, iſt deſſen
Anſchaffung zu empfehlen.
In welchem Tempo ſpiele ich dies Stück? Das
iſt die Frage, die ſich täglich Tauſende von Muſiklieb=
habern
vorlegen In Heft 2 der Neuen Muſik=
Zeitung nun beginnt der bekannte Dresdener Kla=
vierpädagoge
Otto Urbach eine Artikelſerie Metronom=
bezeichnung
klaſſiſcher Werke, die dieſe Frage praktiſch
beantwortet (mit Notenbeiſpielen). Ein allgemein
intereſſierender Artikel iſt der über kleine und große
Klaviere. Edmund Singer ſetzt ſeine feſſelnden
Memoiren fort, ein biographiſch=kritiſcher Aufſatz be=
lehrt
uns über die Perſon und das Schaffen des Letten
Kalnin (mit Muſikbeilage). Die Kunſt der Töne und
die Kunſt der Farben ſtellt die Frage auf, ob die Muſik
durch die Malerei befruchtet werden könne. In Heft 3
finden wir einen ſehr intereſſanten Aufſatz Der Rechts=
ſchutz
der Melodie aus der Feder des Leipziger Rechts=
anwalts
Dr. Freiesleben, weiter eine längere Abhand=
lung
über Glucks komiſche Opern mit beſonderer Be=
rückſichtigung
der Maienkönigin (echt oder nicht?).
Die wertvollen Aufſätze über die muſikaliſche Orna=
mentik
uſw. werden fortgeſetzt. Probehefte ſendet
koſtenlos der Verlag von Karl Grüninger in Stuttgart.
Uns liegt das neue, ſoeben erſchienene Heft 4
der bekannten Monatsſchrift Arena vor (Deutſche
Verlags=Anſtalt, Stuttgart). Wir bezeugen gern, daß
auch das neue Arena=Heft ſich würdig an die Seite
ſeiner Vorgänger ſtellt. Aus dem reichen Inhalte des
Heftes heben wir beſonders hervor: Joſef Kainz als
Menſch und Künſtler, perſönliche Erinnerungen von
Hans Land, Der böſe Blick von Dr. S. Seligmann,
Soldaten des Glücks, Erinnerungen von Otto. v. Loß=
berg
, Die Anfänge des Geldes von Karl Niebuhr,
Das Pariſer Pantheon von Karl Eug. Schmidt.
Außerdem enthält dieſes Arena=Heft eine Reihe
prächtiger Novellen, Gedichte und Skizzen und eine
Fülle intereſſanten Illuſtrationsmaterials. Die große
Arena=Ausgabe (Oktavausgabe von Ueber Land und
Meer) bringt ferner in Fortſetzungen den großen Ber=
liner
Roman Die bunte Kuh aus der Feder von
Rudolf Presber. Preis des Heftes 1 Mark, für die
kleine Ausgabe der Zeitſchrift (ohne den Roman und
die Kunſtblätter) 80 Pfg.
Wer in einer Geſellſchaft Neues auf dem Gebiete
der Unterhaltungsſpiele bieten will, findet in dem
Büchlein Domino, Anleitung zum Domino=
ſpiel
nebſt allerhand Spielereien von A.
Czepa (Verlag von Otto Maier in Ravensburg. Preis
80 Pfg.) eine ausgezeichnete Gelegenheit, jene origi=
nellen
und intereſſanten Spielarten des Domino vor=
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In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
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2 Gewinne zu 15000 Mk. 168282 240060
2 Gewinne zu 10000 Mk. 135465 260466
3 Gewinne zu 5000 Mk. 193543 254566 272844
46 Gewinne zu 3000 Mk 19374 25441 33592 34796
34813 52377 53210 54061 60617 64055 70187 70505
73679 77281. 84263 101029 102898 110302 114949
120137 121407 121620 129683 155438 167308 181384
196347 202386 206439 208907 210267 212641 215046
218131 216667 227287 227483 250282 258031 268827
269815 274838 278358 279851 294858 303623
80 Gewinne zu 1000 Mk. 1043 4586 5097 6138
12912 14467 16095 16370 19734 23157 25173 39449
40392 42797 46069 48183 50697 55651 62615 65448
76324 76856 78038 79807 81870 84731 85780 91497
91628 93822 94520 95315 95324 95588 96767 107797
113577 116180 126600 127897 128085 130882 137287
137967 139940 145232 149318 151072 155213 156168
162480 168479 171868 175197 180226 184499 188362
189694 191557 203377 203842 211367 226346 238221
239949 249850 251503 258442 260801 262138 268513
272782 274979 275476 276982 262760 284061 288884
293276 302559
116 Gewinne zu 500 Mk. 1055 4467 4822 7595
10534 10635 11878 13141 20081 20454 22421 23961
30207 32668 39821 41194 60360 54681 65720 65836
66211 59953 60639 61128 62096 62361 67163 70246
72540 73029 73691 83629 84871 88459 88710 89894
90549 94134 94889 97893 101691 104039 104626
108551 110769 111905 112139 113761 115539 117643
126689 128338 129260 137562 139737 145011 145128
147242 148095 149391 150631 151081 151287 151727
163076 155245 155596 157031 159801 161936 162821
172092 178856 179292 181366 181377 183720 187227
196944 198243 201628 201753 204721 206096 207229
210127 212671 218375 221874 222648 223905 236246
236652 237043 243706 245751 248984 258888 259787
263935 264497 264655 266795 270318 279835 286223
286533 287861 287976 289614 290464 292923 298762
301030 301317 302505

In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 60 000 Mk. 236552
2 Gewinne zu 15000 Mk. 245215 253000
1 Gewinn zu 10000 Mk. 149976
4 Gewinne zu 6000 Mk. 129809 179228 207463
225298

60 Gewinne zu 3000 Mk. 490 6056 18292 13888
26145 37563 42403 43559 69757 52816 53628 55770
63410 68514 69236 70776 72609 77660 83440 83493
34587 86335 89975 99526 103470 108990 114765
121060 124991 127661 129479 136103 137872 151636
156011 156064 162230 181063 196652 198202 207198
223166 262860 264423 266781 270616 273655 281150
287046 303109
60 Gewinne zu 1000 Mk. 4114 6205 10614 12509
13421 14069 14455 16896 29175 31035 34885 46318
62112 80187 95108 96394 97521 102705 108434 108584
109172 111320 116329 118249 125762 126021 127086
138484 139133 156237 155942 158593 160065 164193
167378 174484 181373 191744 201105 208984 219741.
220655 226604 227106 227391 239878 241191 241955
255661 255697 258291 260483 268558 271598 280509
294417 295545 296051 299279 301171
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20622 24384 26877 33876 39132 39345 40901 42842
44244 46864 48569 52924 58829 59248 61018 61352
61996 63360 63940 67404 68651 68895 71062 78458
79729 83037 85875 86491 89549 98157 106936 110585
112742 115723 116927 117564 119123 119260 120264
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Nummer 279.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

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Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 28. November 1910.

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