Darmstädter Tagblatt 1910


25. November 1910

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173. Jahrgang
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfäll.

N 277.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Ein edles Bekenntnis eines edlen Fürſten.
* An einer Stelle, wo man es nicht ſuchen möchte, in
einem Aufſatz von Hofrat Dr. Max Dreßler=Karlsruhe in
den Preußiſchen Jahrbüchern, unter dem Titel: Die
Sorge des greiſen Fauſt finden wir einen Ausſpruch des
verſtorbenen Großherzogs Friedrich von Baden, des
Vaters des regierenden Großherzogs, verzeichnet. Der
Verfaſſer unterſucht den Begriff der Sorge bei dem
gealterten Fauſt und erkennt ſein Weſen in etwas Höherem
als der egoiſtiſchen Sorge, in dem Aufwärtsſchreiten aus
den Schranken des Ich zur Höhe des Bewußtſeins, das
in tiefem Mitleid teilhaben will an dem Schickſal der
Menſchen, das ein Bangen um ihre Zukunft und ihr
Glück iſt. In dieſem Zuſammenhange nun erzählt Hofrat
Dreßler, er rechne es zu ſeinen bedeutendſten Lebens=
erfahrungen
, die letzte Sorge eines großen, führenden
Mannes auf dem Sterbelager vernommen zu haben, der,
gefragt, ob er leide, antwortete: Ich? Nein! Nur die
Sorge um die Einigung und Verſöhnung der
Gegenſätze. Das war die Sorge um die Erhaltung
ſeines Ideals, der Einheit und Größe des deutſchen
Volkes, die er mitbegründet hatte. Nichts von perſönlicher
Sorge, nur Fürſorge für die zurückbleibende Menſchheit,
ſo war dieſes großen Mannes große letzte Sorge. Dr.
Dreßler nennt nicht den Namen des Großherzogs, wir
wiſſen aber zuverläſſig, daß der Großherzog Friedrich ge=
meint
iſt.
Dieſer Ausſpruch des edlen Fürſten iſt eine Art von
Vermächtnis an die deutſche Nation, um deren Einigung
er ſich ſo große Verdienſte erworben hat, und verdient
gerade in der gegenwärtigen Zeit hervorragende Be=
achtung
.
Homerule für Irland?
** Aus der Rede, welche der britiſche Miniſter des
Innern Winſton Churchill in Highbury hielt, läßt ſich der
Schluß ziehen, daß die engliſche Regierung nunmehr
ernſtlich der Löſung der iriſchen Frage näher treten will:
der von Mr. Churchill herangezogene Vergleich mit den
Buren berechtigt zu der Vermutung, gleich dieſen ſolle
auch den Iren die volle Selbſtverwaltung gewährt und
damit ein Stein des Anſtoßes beſeitigt werden, der ſeit
langem den inneren Frieden Großbritanniens beein=
trächtigt
.
Irland war von jeher ein Sorgenkind der Londoner
Regierung. Als einſt ſeine Autonomie aufgehoben und
ſein eigenes Parlament beſeitigt wurde, mag das nicht
mit ehrlichen Dingen zugegangen ſein, und Gewalt ſowie
Beſtechung haben dabei in der Tat eine Rolle geſpielt.
Aber das iſt ja in der Geſchichte nicht ſelten, nur hätte
Englands Herrſchaft auf der grünen Inſel ſich nicht ſo un=
zureichend
und ſo wenig erſprießlich zeigen müſſen. Durch
ein fortgeſetztes Herumexperimentieren bald mit
Zuckerbrot und bald mit der Peitſche iſt bewirkt wor=
den
, daß Irland einen großen Teil ſeiner Bevölkerungs=
zahl
eingebüßt hat, daß ſeine wirtſchaftlichen Verhältniſſe
ſich verſchlechterten und daß es ſich noch immer nicht mit
der engliſchen Herrſchaft verſöhnen konnte. Erſt vor etwa
drei Jahrzehnten brach ſich in den Londoner maßgebenden
Kreiſen die Ueberzeugung Bahn, für die ſtets als erobertes
Land behandelte Inſel müſſe mehr getan werden, die
Homerule=Bewegung ſetzte ein und der alte Gladſtone er=
klärte
ſich zur Wiederherſtellung der inneren Autonomie
Irlands bereit. Da es aber beim guten Willen blieb,
folgte die Zeit der Herrſchaft der iriſchen Liga, die Zeit
der Gewalttätigkeiten und der offenen Auflehnung gegen
England Die Inſel ſeufzte dann unter Ausnahmegeſetzen,
bis mit der Thronbeſteigung Eduards VII. Irland die
Morgenröte neuer Hoffnung winkte. Im Sommer 1903
weilte das Königspaar in Irland, nachdem die neue iriſche
Landbill vom Parlament angenommen worden war.
Dieſe Bill erleichtert den Pächtern die Erwerbung von
Grundbeſitz, ſie ſollte die wirtſchaftlichen und ſozialen Zu=
ſtände
auf der Inſel beſſern helfen, belaſtete freilich auch
die engliſchen Steuerzahler mit 12 Millionen Pfund Ster=
ling
. Mr. John Redmond, der jetzt als Führer der iri=
ſchen
Nationaliſten im politiſchen Leben Englands eine ſo
einflußreiche Rolle ſpielt, war einer der erſten, welcher
mit ſeinen Pächtern einen Kaufvertrag abſchloß.
Ein wichtiger Schritt war mit der Durchführung der
Landbill zur Wiederherſtellung des Friedens auf der Inſel

Freitag, den 25. November.

1910.

getan. Als das Kabinett Campbell=Bannerman ans Ruder
kam, nahm es die Löſung der iriſchen Frage in ſein Pro=
gramm
auf, wodurch die Trennung von Roſebery und
deſſen Anhängern beſchleunigt wurde. Die Regierung ließ
alsbald dem Unterhauſe eine Vorlage zugehen, die für
Irland die Errichtung einer Kollegialbehörde mit beraten=
der
Stimme in allen Verwaltungsangelegenheiten, ſowie
die Schaffung eines Fonds forderte, der zur Hebung der
wirtſchaftlichen Lage der Bewohner Irlands dienen ſollte.
Man hätte meinen dürfen, daß die Iren dieſem Zuge=
ſtändniſſe
freudig zugeſtimmt hätten, jedoch war das nicht
der Fall, nur volles Homerule konnte ſie befriedigen, und
auf dieſem Standpunkt ſteht Redmond auch heute noch.
Nur haben ſich die Chancen, daß ſeine Wünſche Erfüllung
finden, ſeit den letzten Wahlen, die den Nationaliſten eine
ausſchlaggebende Stellung in der Mehrheit des Unter=
hauſes
verſchafften, weſentlich erhöht, und die Erklärung
Churchills, der ſich innerhalb des Kabinetts Asquith eines
großen Einfluſſes erfreut, beſtätigt, daß die Iren, welche
auch bei den bevorſtehenden Neuwahlen keinerlei Riſiko
haben, Mandate zu verlieren, hoffen dürfen, ihren Zielen
jetzt näher zu kommen. Jedenfalls wird die Homerule=
frage
neben der Frage der Oberhausreform im Vereinig=
ten
Königreiche demnächſt das hauptſächlichſte Intereſſe
der Oeffentlichkeit beanſpruchen.
Deutſches Reich.
In der Plenarſitzung des Bundesrats
am 22. November wurde dem Entwurf eines Geſetzes
über die Friedenspräſenzſtärke des deutſchen Heeres die
Zuſtimmung erteilt, ferner der zweite Nachtragsetat für
die Schutzgebiete für 1910 angenommen, ebenſo die Etats
des Auswärtigen Amtes, des Reichsamtes des Innern,
des Reichskolonialamtes und der Schutzgebiete.
Ueber die Wahl des 2. Vizepräſiden=
ten
des Reichstages verlautet nunmehr beſtimmt,
daß der Abg. Schultz von der Reichspartei ſich bereit er=
klärt
habe, das Amt anzunehmen. Abg. Schultz gehört
ſeit dem Jahre 1907 dem Reichstage an und vertritt den
Wahlkreis Bromberg, den vor ihm Herr von Tiedemann
inne gehabt hat. Abg. Schultz iſt Landgerichtsrat in
Bromberg. Er hat ſich in letzter Zeit lebhaft an den Kom=
miſſionsdebatten
beteiligt. Er war eines der eifrigſten
Mitglieder der Reichsfinanzkommiſſion und iſt zur Zeit
Vorſitzender der Kommiſſion der Reichsverſicherungsord=
nung
. Das Zentrum ſtimmt übrigens der Wahl des
Abg. Schultz zu, ſodaß ſeine Wahl geſichert iſt.
Sachſen und die Eiſenbahngemein=
ſchaft
. Durch die Blätter ging in dieſen Taegn die
von vornherein ſehr unwahrſcheinliche Meldung, daß
Sachſen beabſichtige, ſich der preußiſch=heſſiſchen Staats=
Eiſenbahngemeinſchaft anzuſchließen. Dieſe Meldung hat
man, wie es ſcheint, in Sachſen ſehr unangenehm empfun=
den
, denn es kamen ſofort Dementis von allen Seiten.
Der Anſchluß, heißt es, ſei in den letzten Tagen wiederholt
von einzelnen Abgeordneten als wünſchenswert bezeich=
net
worden, aber ſowohl die Mehrheit der beiden Kam=
mern
wie die Regierung hätten nicht die geringſte Nei=
gung
gezeigt, auf derartige Anregungen einzugehen. So
ſtehe die Sache noch heute Sachſen ſei mit den finanziellen
Erträgen ſeines Eiſenbahnweſens zufrieden und betrachte
ſein Eiſenbahnweſen als einen wichtigen Teil ſeiner ſtaat=
lichen
Selbſtändigkeit und dieſer Grund allein reiche beim
Landtage, bei der Regierung und an höchſter Stelle hin,
alle derartigen Verhandlungen glatt abzulehnen.
Ueber den Arbeitsmarkt im Monat
Oktober berichtet das Reichs=Arbeitsblatt:
Die ſchon im September beobachtete günſtige Geſtal=
tung
des Arbeitsmarktes hat im Berichtsmonat im all=
gemeinen
weiter angehalten. Im Baugewerbe allerdings
ließ die Beſchäftigung nach. Auf dem Ruhrkohlenmarkte
belebte ſich das Geſchäft. Im Saarrevier wurden größere
Mengen Kohle im Vergleich zum Vormonat gefördert; im
oberſchleſiſchen Kohlenbergbau blieb beinahe alles beim
alten. Im Braunkohlenbergbau trat eine merkwürdige
Verſchlechterung gegen den Vormonat ein. In der Me=
tall
= und Maſchineninduſtrie entwickelte ſich das Geſchäft
weiter günſtig. In der Textilinduſtrie ſcheint ſich eine
Aufwärtsbewegung zu vollziehen. Das Bekleidungs=
gewerbe
war nicht mehr ſo reichlich wie im Vormonat
beſchäftigt. Nach den Berichten der Krankenkaſſen hat ſich
der Beſchäftigungsgrad im Laufe des Oktober weiter ge=
hoben
. Es ergab ſich am 1. November gegenüber dem
1. Oktober eine Zunahme der verſicherungspflichtigen Mit=
glieder
abzüglich der Kranken um 43713 ( 13 594 männ=
liche
, 29 759 weibliche). Im Oktober 1909 hatte ſich
eine Zunahme von 35754 Mitgliedern ( 4691 männ=
liche
, - 31063 weibliche) ergeben. Gegenüber dem 1. Ja=
nuar
1910 beträgt die Steigerung des Beſchäftigungs=

grades der männlichen Perſonen 9 v. H., der weiblichen
7 v. H. An den Arbeitsnachweisziffern iſt im Vergleiche
zum Vormonat eine Verſchlechterung, im Vergleiche zum
Vorjahr eine Verbeſſerung des Arbeitsmarktes wahrzu=
nehmen
. Bei der Geſamtzahl der berichtenden Arbeits=
nachweiſe
, für welche vergleichbare Angaben vorliegen,
kamen im Oktober 1910 auf 100 ofene Stellen bei den
männlichen Perſonen 163, bei den weiblichen 104 Arbeits=
geſuche
gegen 145 bezw. 87 im September 1910 und 173
bezw. 105 im Oktober 1909. Auf dem Berliner Arbeits=
markte
flaute die Lage wie in jedem Jahre gegen den
Vormonat ab, doch war im Vergleiche zum ſelben Monat
des Vorjahres eine Beſſerung unverkennbar. In Schles=
wig
=Holſtein und Hamburg war gleichfalls ein Nachlaſſen
des Beſchäftigungsgrades zu beobachten. In Heſſen,
Heſſen=Naſſau und Waldeck hielt die kräftige Aufwärts=
bewegung
noch an. In Bayern, Württemberg und Baden
änderte ſich wenig. Die Einnahmen aus dem Güterver=
kehre
deutſcher Eiſenbahnen betrugen im Oktober
165 866 710 Mark, das ſind 12 641 899 Mark mehr als im
gleichen Monat des Vorjahres. Das bedeutet eine Mehr=
einnahme
von 195 Mark oder 6,52 v. H. auf 1 Kilometer.
Ausland.
Frankreich.
Die ausſtändiſchen Eiſenbahner. Bezüg=
lich
der Abſicht der Kammergruppe zur Verteidigung der
Intereſſen der Eiſenbahner für die Wiederanſtellung der
entlaſſenen Bahnbedienſteten ſchreibt der Figaro: Der
Ausſtand der Eiſenbahner war ein Verbrechen gegen die
Nation. Wenn unter ihnen Leute ſich befinden, die zu
hart büßen, werden wir es nur billigen, wenn man ihnen
gegenüber Milde walten läßt, aber von einem General=
pardon
, der einem Rückzug gleichen würde, kann keine
Rede ſein, das wäre eine Verhöhnung der, öffentlichen
Meinung.
England.
Der Verfaſſungskampf. In der Eity fand
eine unioniſtiſche Verſammlung ſtatt, die unter großer
Begeiſterung wiederum die Kandidaturen Balfours und
Banburys aufſtellte. Der Vorſitzende ſagte voraus, dieſe
würden mit einer Mehrheit gewählt werden, wie man ſie
noch nie geſehen habe. Am Schluß ſeiner Rede erklärte
Balfour, Redmond und ſeine Anhänger hätten in einer
Sprache, deren Anmaßung nicht mehr zu übertreffen ſei,
geſagt, ſie würden die Radikalen zur Erfüllung ihrer For=
derungen
zwingen. Sie hätten mit Ueberhebung erklärt,
der wahre Kern des Problems ſei, ſie zum Verbündeten
zu haben. Das Oberhaus ſolle vernichtet werden, damit
ein Teil der Wählerſchaft, der nicht an der Verfaſſung Eng=
lands
feſthalte, für Irland die Home Rule erlange.
Die letzte Phaſe des Parlamentskompfes vor
der Auflöſung begann am Mittwoch nachmittag
mit der Beratung der Reſolutionen, die Lord
Lansdowne am Montag im Oberhauſe ankün=
digte
. Lansdowne erklärte: Wenn die Oppoſition
von einer Beilegung der Meinungsverſchiedenheiten zwi=
ſchen
den beiden Häuſern geſprochen habe, ſo meinte ſie
die Beilegung, die nach voller ſorgfältiger Diskuſſion auf
der Grundlage von etwas wie Gleichheit zu erfolgen habe.
Was die Regierung aber meine, ſei überhaupt keine Bei=
legung
. Die Veto=Bill ſehe eine Periode des Aufſchubs
im Falle von Meinungsverſchiedenheiten vor. Nach Ab=
lauf
dieſer Periode würde das Oberhaus überhaupt nichts
mehr über die betreffende Angelegenheit zu ſagen haben.
Die Oppoſition würde gern irgend ein geregeltes Verfah=
ren
ſehen, durch das in den Fällen ernſthafter Meinungs=
verſchiedenheiten
die beiden Häuſer zuſammentreten und
den vereinten Verſuch zu ihrer Beilegung unternehmen
könnten. Nach Anſicht der Oppoſition ſei keine vollkom=
mene
Regelung möglich außer auf Grundlage des refor=
mierten
neugebildeten Oberhauſes. Lansdowne gab am
Schluß ſeiner Rede zu, daß die wirklichen Schwierigkeiten
erſt beginnen würden, wenn die Einzelheiten des Planes
zur Beratung gelangten. Aber dies ſei kein Grund, den
Verſuch nicht zu machen. Das Oberhaus ſetzte ſeine Be=
ratungen
bis zu einer ſpäten Stunde fort, doch unter
immer geringerer Anteilnahme des Hauſes. Der Erzbiſchof
von York tadelte die Regierung wegen der Haſt, mit der
ſie die Frage vor das Volk gebracht habe. Nach weiterer
Debatte wurde die Sitzung auf Donnerstag vertagt.
Das Unterhaus nahm die dritte Leſung der
Finanzbill nach kurzer Debatte an.
Griechenland.
Reorganiſation der Armec. Man erwartet
für Januar 1911 zur Reorganiſation der griechiſchen Ar=
mee
das Eintreffen eines franzöſiſchen Generals, ſowie
eines franzöſiſchen Generalſtabsoffiziers, die den Kern
der franzöſiſchen Militärmiſſion bilden ſollen. Venizelos
erklärte, er werde den Poſten eines Oberbefehlshabers des

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910

Heeres nicht wiederherſtellen; die Arbeitskraft des Kron=
prinzen
werde ſchon anderweit für das Heer nutzbar ge=
macht
werden.
Rußland.
In der Reichsratsſitzung war die geſamte
Rechte mit Ausnahme zweier Biſchöfe abweſend. Präſi=
dent
Akimow wies auf die tragiſchen Umſtände hin, unter
denen Tolſtoi geſtorben. Er erklärte, wenn man die reli=
giöſen
und politiſchen Schriften Tolſtois beiſeite laſſe,
welche die orthodoxe Kirche und die konſervative ruſſiſche
Geſellſchaft ſcharf verurteile, könne niemand beſtreiten,
daß den Dichter ſeine übrigen Werke weltberühmt und
unſterblich gemacht haben. Die Heimat empfinde mehr
als die fremden Länder den Verluſt dieſes Genius. Aus
dem kaiſerlichen Vermerk auf dem mintſteriellen Bericht
von Tolſtois Tode werde das tiefe Bedauern Seiner
Majeſtät erſichtlich. Am friſchen Grabe ſei es unange=
bracht
, über Tolſtois willkürliche und unwillkürliche Irr=
tümer
zu richten. Er fordere den Reichsrat auf, des Dich=
ters
Andenken durch Erheben zu ehren. Die Verſammlung
kam dem mit Ausnahme der beiden Biſchöfe nach. Die
Sitzung wurde fünf Minuten unterbrochen.
Kreta.
Die kretiſche Nationalverſammlung
wurde am Mittwoch eröffnet. Während der Sitzung waren
die mohammedaniſchen Abgeordneten nicht anweſend. Alle
chriſtlichen Abgeordneten unterzeichneten folgende Reſo=
lution
: Die Nationalverſammlung der kretiſchen Hellenen
beſchließt, feſt und unwandelbar auf dem nationalen Pro=
gramm
zu beſtehen, das der Patriotismus des kretiſchen
Volkes und die großen Opfer ganzer Generationen gehei=
ligt
haben. Sie hofft und iſt überzeugt, daß die Schutz=
mächte
, die in bedeutendem Maße zu dem jetzigen Stand
der Dinge auf der Inſel beigetragen, ihr Werk hoher Ge=
rechtigkeit
, welches die Geſchichte in ihren Annalen ver=
zeichnen
wird, zu Ende führen und durch ihre Zuſtimmung
die Vereinigung Kretas mit dem freien Königreich
Griechenland beſtätigen werden, für die die Geſamtheit
des kretiſchen Volkes ſeit September 1908 eingetreten iſt.
In dem Augenblick, wo die Sitzung geſchloſſen wurde,
erſchienen auch die mohammedaniſchen Abgeordneten im
Sitzungsſaal.
Amerika.
Die Revolution in Mexiko. Der mexikaniſche
Finanzminiſter erteilte auf eine Anfrage aus London über
den angeblichen Ausbruch einer Revolution in Mexiko
folgende telegraphiſche Antwort: Die fraglichen Kabel=
meldungen
ſind unſinnig übertrieben. Die Unruhen in
Torreon und Umgebung ſind von keinerlei Bedeutung; die
Regierung iſt Herrin der Lage. Es iſt keine Rede davon,
daß irgend ein Soldat zu den Aufrührern übergegangen
iſt oder daß die Städte Chihuahua oder Puebla lin Ge=
fahr
waren, in ihre Hände zu fallen. Die Regierung
ſteht in telegraphiſchem Verkehr mit dem ganzen Lande und
dem Auslande. Die Lage iſt nicht beunruhigend; der ein=
zige
Grund der Beunruhigung ſind die von übelwollenden
Leuten ausgehenden Senſationstelegramme.
* Kandy, 23. Nov. Der Kronprinz und die
Kronprinzeſſin beſuchten geſtern abend die Palla=
kelly
=Pflanzungen, beſichtigten dort die Ernte, das Fertig=
machen
des Kakaos, das Abzapfen, die Sammlung und
das Fertigmachen des Rubbers. Heute morgen beſuchten
die Hoheiten den Tempel des heiligen Zahns des Buddah.
Am Nachmittag fuhren ſie im Automobil nach Peradencya
und von dort nach Katugaſtota, um den Elefanten von
Mahaweliganga zu ſehen. Abends iſt eine Prozeſſion in
Perahera zu Ehren der Hoheiten. Der Kronprinz und
die Kronprinzeſſin ſind von Kandy entzückt und erklären,
*s ſei einer der ſchönſten Orte, die ſie je geſehen
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. November.
* An dem heutigen Geburtsfeſte unſeres
Großherzogs vereinigen ſich alle treuen Heſſen zu
innigen Wünſchen für das fernere Wohlergehen und das
Glück unſeres geliebten Großherzogs und des ganzen

Großherzoglichen Hauſes. Das heſſiſche Volk ſteht treu
zu ſeinem angeſtammten Fürſten, und die Liebe zu unſe=
rem
Großherzog, die in ernſten und frohen Tagen ſo oft
zu unverfälſchtem Ausdruck gelangt iſt, iſt wahrhaftig und
wurzelt tief in den Herzen des Volkes. Deshalb bedarf
es nicht vieler Worte, um den Gefühlen Ausdruck zu
geben, die uns alle an dem heutigen Tage beſeelen. Sie
gipfeln in dem Wunſche, daß Gott der Herr unſern all=
geliebten
Großherzog auch fernerhin ſchirmen und behüten
möge und ihm ein ungetrübtes Familienglück und eine
lange, an Erfolgen und Segnungen reiche Regierung be=
ſchieden
ſein möge!

* Die Großherzoglichen Herrſchaften ſind geſtern
vormittag 11 Uhr 30 Min. mit Gefolge von Paris hier
wieder eingetroffen. Mit den Herrſchaften traf gleich=
zeitig
die Prinzeſſin Heinrich von Preußen
ein, die, der Darmſt. Ztg. zufolge, vorausſichtlich bis
heute abend im Neuen Palais zu Beſuch bleiben wird.
* Ordensverleihung. Se. Maj. der König von
Württemberg haben die Erlaubnis zur Anlegung
des Ehrenkreuzes des Großh. Heſſiſchen Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen dem Oberſtlt. v. Bernhard,
Kommandeur des 2. Unter=Elſäſſ. Feld=Art.=Regts. Nr. 67,
verliehen.
* Die Ordensverleihungen und Ernennungen aus
Anlaß des Geburtstages des Großherzoges befinden
ſich in der zweiten Beilage heutiger Nummer.
**** Hofrat Kofler 7. Am Mittwoch iſt Herr Hof=
rat
Friedrich Kofler, ein in weiteſten Kreiſen be=
kannter
und um die Altertumsforſchung hochverdienter
Gelehrter im Alter von 80 Jahren geſtorben. Herr
Kofler ſiedelte im Jahre 1877 nach Darmſtadt über, wo
er ſich ſeiner Lieblingsbeſchäftigung, der Limesforſch=
ung
, gänzlich hingab. Auf Mommſens Anraten fer=
tigte
er mit dem General Popp in München, dem jetzt
noch lebenden Profeſſor Hertzog in Stuttgart, Geh.
Rat Zangenmeiſter in Heidelberg und Profeſſor Hett=
ner
in Trier die Vorarbeiten für die Limesforſchung,
die dann zur Konſtituierung der Limeskommiſſion
führten. In Anerkennung dieſer Verdienſte verlieh ihm
der Großherzog den Hofratstitel. Im Jahre 1870 wirkte
er in Homburg im Reſervelazarett, wo ihm für ſeine
Bemühungen in der Krankenpflege von der preußiſchen
Regierung der Kronenorden verliehen wurde. In
unſerer engeren Heimat iſt Hofrat Kofler beſonders
durch ſeine Ausgrabungen und die Entdeckung der Be=
feſtigungen
der Halſtattzeit in der Koberſtadt bekannt
geworden. Die Reſultate dieſer Forſchungen und
Entdeckungen hat Herr Hofrat Kofler in einer 1902
erſchienenen Schrift Neue Forſchungen zur vorge=
ſchichtlichen
Zeit Heſſens niedergelegt. Seine Limes=
ſtudien
, die er als Streckenkommiſſar gemacht hat, ſind
in dem Werke Der obergermaniſch=raetiſche Limes
des Römerreichs veröffentlicht und auch als Sonder=
abdrucke
erſchienen. Sie behandeln unter anderm die
Kaſtelle Echzell, Heſſelbach, Arnsburg, Lützelbach, Hain=
haus
bei Vielbrunn, Ober=Florſtadt, Langenhain.
Herr Hofrat Kofler war das Vorbild eines echten deutſchen
Gelehrten, der ſich der Wiſſenſchaft mit ganzer Hingabe
und Selbſtverleugnung und unter Hintanſetzung aller
perſönlichen Intereſſen um ihrer ſelbſt willen wid=
mete
.
X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion hatte ſich
geſtern mit einem einzigen Fall zu befaſſen. Es handelt
ſich um einen Kameradendiebſtahl, deſſen ſich der Dragoner
Jakob Stadtmüller vom Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23 ſchuldig gemacht hat. Er entwendete eine Schachtel
Wichſe und muß dies mit 14 Tagen ſtrengem Arreſt büßen,
nachdem ihm bereits früher die Entwendung eine Diſzipli=
narſtrafe
eingetragen hat.
Der Vorſtand der Fortſchrittlichen Volkspartei
hat an den geſchäftsführenden Ausſchuß der National=
liberalen
Landespartei folgenden Brief gerichtet:
Ihr Schreiben vom 19. November geht von zwei unrich=
tigen
Unterſtellungen aus, einmal, daß wir vor Eintritt
in die Verhandlungen Ihre Unterwerfung unter die von
uns einſeitig aufgeſtellten Bedingungen gefordert hätten,
und zum zweiten, daß wir durch Aufſtellung von Kan=
didaten
und durch Anbahnen eines Kompromiſſes mit den
Sozialdemokraten den Verhandlungen vorgegriffen
hätten. Beides iſt unrichtig, denn erſtens haben wir
keine Bedingungen formuliert, ſondern lediglich die der
politiſchen Lage entſprechenden Vorausſetzungen mitge=
teilt
, unter denen allein wir von unſerem Landesausſchuß
ermächtigt ſind, mit Ihnen in Verhandlungen einzutreten.
Dieſe Vorausſetzungen entſprechen vollſtändig der Hal=
tung
unſerer Reichstagsfraktion und ſind die gleichen,
unter denen ein Kompromiß zwiſchen den Nationallibe=
ralen
und der Fortſchrittlichen Volkspartei in Württem=
berg
zuſtande gekommen iſt. Zweitens iſt uns für die

Des deutſchen Kronprinzen Weltreiſe.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
V.
Von Colombo nach Kandy. Eine ſchöne Fahrt.
Kandy. Am See. Die Tempel. Der heilige
Buddha=Zahn. Tempel=Elefanten. Englands Ar=
beit
. Wanderungen. Die Kehrſeite der Medaille.
Im Botaniſchen Garten von Peradeniya.
Das Kronprinzenpaar, das in Colombo zunächſt
nur einen kurzen Aufenthalt nahm, um nicht ſogleich
der dort herrſchenden tropiſchen Temperatur ausgeſetzt
zu ſein, hat ſich, wie gemeldet, nach dem höher gelege=
nen
Kandy begeben das als beliebter Luftkurort Cey=
lons
gilt. Drei Stunden währt die Eiſenbahnfahrt
dorthin, die der unvergeßlichen Eindrücke ſo viele
bietet, ſieht man doch fortwährend von den bequemen
Wagen aus, die an den Längsſeiten offen und gegen
die Sonne durch dachartige hölzerne Jalouſien geſchützt
ſind, in die idealſte Parklandſchaft hinein oder vielmehr
hinunter. Denn die Bahn ſteigt fortwährend, und
während rechts und links im Hintergrund immer höhere
Berge auftauchen, blickt man hinab in die lachenden
Täler, geſchmückt aufs überreichſte ſeitens der üppig=
ſten
, verſchwenderiſcheſten Natur, in der wir die tätige
Hand des Menſchen nur an den die Bergabhänge be=
deckenden
Teepflanzungen, ſowie an den terraſſenför=
mig
angelegten Reisfeldern verſpüren. Schwer brütet
in dieſen Tälern die Sonne, in dem luftigen Speiſe=
wagen
bei kühlen Getränken merkt man freilich nicht
viel davon, aber der bedienende braune Boy macht uns
auf eine Säule aufmerkſam, die dort aufragt im Tale
des Todes errichtet zur Erinnerung an die zahlloſen
Opfer von weißen Ingenieuren und dunkelhäutigen
Arbeitern, die der ſich bier über die Gebirgskette
ziehende Eigahnhrn gefonder, des mit erheblichſten

Schwierigkeiten verbunden geweſen. Durch viele Tun=
nels
geht es, in zahlreichen kurzen Windungen zieht
ſich die Bahn um Felsvorſprünge, hinauf und hinab
klimmt die keuchende Lokomotive mit ihrer ſchweren
Laſt, bis ſie eiliger hinunterhaſtet in den Bergkeſſel,
in welchem Kandy liegt.
Dieſe Lage bedingt ſchon, daß die zirka 25000 Be=
wohner
darunter 300 Europäer zählende Stadt
eng zuſammengedrängt iſt, im Gegenſatz zu Colombo.
Die Villen der Weißen ſind auch hier im Grünen ver=
ſteckt
, meiſt auf den beiden Hügelſeiten des zu Anfang
des vorigen Jahrhunderts künſtlich angelegten ſtatt=
lichen
Sees, um den eine ſorgſam gepflegte Promenade
führt, wie auch die nächſte Umgebung ſchöne Spazier=
wege
aufweiſt, die zu prächtigen Ausſichtspunkten ge=
leiten
. Die Ufer des Sees ſelbſt wie die nahen Hügel
und Berge ſind von tropiſchem Dickicht bewachſen; unter
den Bäumen überwiegen Palmen=, Brot= und Tem=
pelbäume
, letztere mit ſüßduftenden, weißen Blüten,
daneben Flamboyantbäume mit ihren unzähligen
kamelienartigen roten Blumen und die rotblättrigen
Eiſen= wie Hibiskusbäume, ferner Bambus und Schilf
in erſtaunlicher Höhe. Aber noch mehr gedeihen blühen=
des
Buſchwerk aller Art und unzählige Schling= und
Schmarotzerpflanzen, die ſich von Stamm zu Stamm
und von der Erde zu den Kronen der Baumrieſen
ranken, ſo dicht, ſo maſſenhaft, daß, um Licht und Luft
zu den Wegen zu führen, oft ganze Stellen niederge=
ſchlagen
und noch häufiger weite Teile an den Berg=
abhängen
niedergebrannt werden müſſen. Nahe dem
See liegt die Eingeborenenſtadt, aus einem kleinen
Dutzend längerer Straßen beſtehend, meiſt dicht neben=
einander
gebaute Hütten aus Holz und Lehm zeigend,
die unteren Gelaſſe offen oder nur mit Matten ver=
hängt
, ein gut Teil des Lebens ſich auf der Straß: ab=
ſpielend
, zum mindeſten in der Oeffentlichkeit derſel=
ben
; denn die Bureaus der begüterten eingeborenen
Kaufleute, die Schreibſtuben der dunklen Adpokaten,

Nummer 277.

Reichstagswahl von dem Anbahnen eines Kompromiſſes
mit der Sozialdemokratie in irgendwelchem heſſiſchen
Reichsatgswahlkreiſe nicht das Geringſte bekannt Ein
ſolcher iſt auch zu keiner Zeit in Ausſicht genommen. Kan=
didaten
ſind unſererſeits nur in Alzey=Bingen und Offen=
bach
aufgeſtellt worden. Daß dieſe Kandidaturen aber
kein Hindernis für eine etwaige Verſtändigung abgeben
konnten, geht aus den Schlußſätzen unſeres Schreibens
vom 15. ds. Mts. unzweifelhaft hervor, worin wir aus=
drücklich
hervorgehoben haben, daß wir in der Lage ſind,
über unſere ſämtlichen Parteikandidaturen zu verfügen.
Das gleiche haben wir auch bezüglich der von Ihnen in
vier Wahlkreiſen darunter auch in ſolchen, die für uns
von beſonderem Intereſſe ſind bereits aufgeſtellten
Kandidaturen vorausgeſetzt. Im übrigen läßt auch Ihr
zweites Antwortſchreiben jede Erklärung darüber ver=
miſſen
, daß Sie auf der von uns mitgeteilten Grundlage
zu Verhandlungen bereit ſind. Wir können nur feſtſtellen,
daß Ihr Kampf lediglich gegen die Sozialdemokratie ſich
richten ſoll, daß Sie alſo nicht gewillt ſind, auf der von
uns mitgeteilten Grundlage in Verhandlungen mit uns
einzutreten. Unſere Anfrage wird ſomit verneint und
wir müſſen es nunmehr Ihnen überlaſſen, ob Sie es für
angezeigt erachten, auf der von uns mitgeteilten Grund=
lage
mit Vorſchlägen an uns heranzutreten.
B Bingen, 23. Nov. Bei einer hieſigen Familie hatte
ſich am Montag ein fremder Mann einlogiert, der angab,
als Kontrolleur bei dem Steueramt beſchäftigt zu ſein.
In einem unbeobachteten Augenblick nahm der fremde
Kontrolleur aus dem Schreibtiſch ſeines Logis=
gebers
ein Portemonnaie mit etwa 40 Mark Inhalt. Der
Schwindler, der wenige Minuten ſpäter verſchwunden
war, konnte noch nicht feſtgenommen werden. Er ſoll das
gleiche Manöver bei anderen Familien auch ausgeführt
haben.
* Handelskammerwahlen. Bei den geſtrigen Wah=
len
für die Erwerbsgruppe Kleinhandel wurden die
Herren Kalbfuß mit 151 und Kölb mit 131 Stim=
men
wiedergewählt. 27 Stimmen fielen auf Herrn
Adolf Reuter.
* Feſtkommers der Studentenſchaft. Am Mittwoch
abend veranſtaltete die Studentenſchaft im Orpheum zur
Feier des Geburtstages des Großherzogs einen Feſt=
kommers
, dem der Rektor und zahlreiche Profeſſoren
beiwohnten, während die Damen in den Logen Platz ge=
nommen
hatten. Der Vorſitzende, Herr Richers ( Rhena=
niae
) eröffnete den Kommers mit Begrüßung und Sala=
mander
und gedachte in ſeiner Anſprache des hohen Lan=
desherrn
, den er als Förderer der Künſte und Wiſſen=
ſchaften
feierte. Er ſchloß mit einem Hoch auf den Groß=
herzog
. Die Gäſte ſangen hierauf ſtehend das Lied Heil
Dir im Siegerkranz‟ Die Rede auf die Profeſſoren hielt
Herr Lehner (Frankoniae). Der Rektor, Herr Geh. Hofrat
Dr. Schenck, dankte und brachte einen Salamander auf
die Studentenſchaft aus. Die Rede auf die Stadt Darm=
ſtadt
hielt Herr Vordemfelde (Akademiſcher Verein). Der
Vorſitzende verlas ſodann ein an den Großherzog abzu=
ſendendes
Glückwunſch= und Ergebenheitstelegramm und
ferner ein von der Prager Studentenſchaft abgeſandtes
Telegramm und dankte den Damen für ihr zahlreiches Er=
ſcheinen
. Herr Schmidt brachte einen Toaſt auf die an=
weſenden
Damen aus. Hiermit ſchloß der offizielle Teil
und die Fidelitas begann, die bis zum bekannten frühen
Morgen anhielt.
80. Geburtstag. Frau Staatsminiſter Finger
Exzellenz, Eliſe, geb. Millet, feiert heute in erfreulicher
Rüſtigkeit und Friſche ihren 80. Geburtstag.
Der Richard Wagner=Verein hat für ſeinen
am nächſten Dienstag, 29. November, ſtattfindenden
170. Vereinsabend die bekannte Primadonna der Dres=
dener
Hofoper, Frau Anna Schabbel=Zoder, gewonnen,
die damit zum erſtenmale vor das Darmſtädter Publikum
treten wird. Das Programm des Abends bilden Lieder=
zyklen
der lebenden Tondichter Othmar Schoeck, Volkmar
Andrege und Max Schillings, die (mit zwei Ausnahmen)
für Darmſtadt Novität ſind. Der erſtgenannte Kom=
poniſt
wird aus Zürich eigens hierher reiſen, um die
Künſtlerin am Klavier zu begleiten.
Hofchor=Konzert. Die Kartenausgabe für das
Hofchor=Konzert am 3. Dezember im Saale der Turn=
gemeinde
iſt von der Firma Gg. Thies Nachf., Eliſa=
bethenſtraße
, übernommen worden. Es herrſcht bereits
reges Intereſſe für dieſe Veranſtaltung, die hier be=
ſonders
beifällig aufgenommen wurde. Es ſteht zu er=
warten
, daß der Herrenchor des Hoftheaters auf dem
Gebiete vokaler Kammermuſik ganz bedeutendes leiſten
wird.
Orth=Denkmal. Man ſchreibt uns: Dank den
Bemühungen des Orthſchen Männerquartetts und be=
ſonders
ſeines Leiters, Herrn K. Grim, iſt es jetzt ge=
lungen
, die Errichtung eines Orth=Denkmals zu ſichern.
Es hat ſich nunmehr eine Kommiſſion aus Vertretern
der hieſigen Männergeſang=Vereine gebildet, die ſich
mit den weiteren Schritten der Ausführung befaſſen
auch die Werkſtätten der Handwerker kennen weder
Fenſter noch Türen.
Das hell und luftig gebaute Heim des Gouver=
neurs
, welches das Kronprinzenpaar aufgenommen
hat, erhebt ſich an der Stelle des einſtigen Königspala=
ſtes
, der früher in enger Verbindung mit dem noch
heute erhaltenen Buddhatempel geſtanden. Dieſer iſt
auf altersgrauem, ſteinernem Unterbau errichtet und
macht mit ſeinen Mauern, Toren, ſeinen Gräben und
den über denſelben führenden ſchmalen Brücken einen
feſtungsähnlichen Eindruck. Der letztere Charakter
mag der ganzen Anlage früher noch mehr aufgeprägt
geweſen ſein, da ja in enger Nachbarſchaft die könig=
lichen
Gebäude lagen, von denen nur noch die offene,
ſäulengetragene, aus Holz errichtete und mit alten
Schnitzereien verſehene Audienzhalle, die jetzt zu Ge=
richtsſitzungen
benutzt wird, und verſchiedene kleinere
Pavillons erhalten geblieben ſind. Zwiſchen dem üp=
pigen
Blumen= und Pflanzenwuchs, beſchattet von
ſchlanken Palmen und breitkronigen Bobäumen, ſehen
dieſe grauen Bauten und Mauern höchſt maleriſch aus,
nicht minder einige weiße, glockenförmige Dagobas und
ein paar winzige alte Tempelchen mit halbvermoder=
ten
Dächern und buntgemalten Buddha= und Dämo=
nen
=Geſtalten an den Eingangswänden. Auch der
eigentliche Tempel iſt nur von geringem Umfang; in
ſeinem Allerheiligſten ruht auf goldener Lotosblume
in einem goldenen Käſtchen der Zahn Buddhas, das
höchſte Heiligtum der Buddhiſten, dem ſie göttliche Ver=
ehrung
erweiſen. Einmal im Jahre, im Auguſt, wird
er öfſentlich ausgeſtellt; dann ſtrömen von der ganzen
Irſel tauſende von Singhaleſen herbei, Blumen und
Früchte opfernd, und es werden feierliche Umzüge ver=
anſtaltet
, bei denen die koſtbar geſchmückten Tempel=
Elefanten eine große Rolle ſpielen. Sonſt führen dieſe
heiligen Tiere ein recht bequemes Daſein, am Tage in
den Dſchungeln umherbummelnd und faulenzend, nach=
mittags
im Mahaweli ihre Bäder nehmend, bei welcer

[ ][  ][ ]

Nummer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Seite’3.

wird. Zu dieſem Zwecke iſt für das kommende Früh=
jahr
ein Ko zert mit Maſſenchören in Ausſicht ge=
nommen
, zu dem hieſige Künſtler herangezogen werden
ſollen. Den einzelnen Vereinen werden in dieſen Tagen
die näheren Einzelheiten zugehen.
Erbſchaftsſteueramt. Eine kleine, aber erhebende
Feier anläßlich der Ernennung des Herrn Aſſiſtenten Hein=
rich
Strauch zum Rechnungsrat zeugte von der Hochachtung
und Wertſchätzung, die derſelbe ſich durch ſeine hervor=
ragende
Pflichttreue und ausgezeichneten Charaktereigen=
ſchaften
wahend feiner faſt 20jährigen Tätigkeit am Erb=
ſchaftsſteueramte
erworben hat. Nachdem der Vorſtand des
Amtes, Herr Regierungsrat Giller, eine zu Herzen gehende
Anſprache gehalten, überreichten die Mitarbeiter zum
Zeichen ihrer Anhänglichkeit und Freude einen hübſchen
Blumenkorb.
* Eröffnung des Reſidenztheaters. Am Mittwoch
abend wurde das neue Kinematographentheater in der
Ernſt=Ludwigſtraße, mit dem Darmſtadt das ſchönſte
und größte Kinematographentheater Heſſens erhielt,
vör einem Kreis von Geladenen eröffnet. Die erſte
Vorſtellung war in dem Rahmen einer Feſtvorſtel=
lung
gehalten. Sie wurde eingeleitet durch ein Muſik=
ſtück
, das die Kapelle Weber ſpielte. Darauf ſprach Herr
Hofſchauſpieler Kroczak einen launigen Prolog, den
der Sohn des Beſitzers des Reſidenztheaters, Auguſt
Weber, verfaßt hatte, und in dem die Bedeutung des
Kino im allgemeinen und des neuen Unternehmens
im beſonderen für Darmſtadt gewürdigt wurde. Dann
begann die Vorſtellung, die außer der Wochenchronik
des Reſidenztheaters eine Anzahl ernſter und heiterer
Bilder brachte, die den ungeteilten Beifall der Zu=
ſchauer
fanden. Erwähnt ſei beſonders das hiſtoriſche
Drama Die Leidensgeſchichte des Thomas A. Becket,
Erzbiſchof von Canterbury ein Meiſterwerk der Licht=
bildkunſt
. Die geladenen Gäſte verließen, höchſt be=
friedigt
von dem Geſehenen, das Theater.
Phonolakonzert. Die Firma Karl Arnold
veranſtaltet am Sonntag, den 27. November, vormittags
11 Uhr, im eigenen Vortragsſaal eine Phonola=Matinee.
Das Programm enthält Stücke von Liſzt, Schumann,
Brahms, Reinecke, Chaminade u. a. nach dem Original=
ſpiel
von Eugen d’Albert, Harold Bauer, Sally Liebling.
Karten beliebe man bei Karl Arnold, Ecke Erbacherſtraße,
und bei Chr. Arnold, Ernſt=Ludwigſtraße, zu beſtellen.
Orpheum. Die heutige (Freitag=)Vorſtellung
fällt aus, da das Etabliſſement an den Eiſenbahn=Verein
zwecks Abhaltung ſeiner Großherzogs=Geburtstagfeier
vergeben iſt. Morgen, Samstag findet ein beſonderer
Familien=Abend ſtatt. Der gegenwärtige, ganz hervor=
ragende
Spielplan ſteht nur noch einige Tage. (S. Inſ.)
Adreßbuch. Der Druckbogen des 1911er Adreß=
buches
, enthaltend Hausregiſter Obergaſſe 3 bis
Rhönring 31 liegt im Hauptmeldebureau, Hügel=
ſtraße
Nr. 31/33 Zimmer Nr. 13, während der
Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis
6 Uhr nachmittags) bis zum 28. November vormittags
zur Einſichtnahme offen.
n. Zum Fall Kunkel=Seligenſtadt. Die Unter=
ſuchung
gegen den 70jährigen Landwirt Kunkel in
Seligenſtadt wegen Tötung ſeines Sohnes hat damit
geendigt, daß der Beſchuldigte nunmehr durch Land=
gerichtsbeſchluß
außer Verfolgung geſetzt worden iſt.
Die Staatsanwaltſchaft ſelbſt hatte dies auf Grund der
ſtattgehabten Ermittelungen beantragt und der Be=
ſchluß
wird deshalb rechtskräftig werden. Eine Ent=
ſchädigung
für die erlittene Unterſuchungshaft iſt dem
K. abgeſprochen. Er hatte bei einem Streit mit ſeinem
Sohne zum Beil gegriffen, jenen durch mehrere wuch=
tige
Hiebe auf Kopf und Bruſt leblos zu Boden geſtreckt
und ſich auf Notwehr berufen. Es war ſchon früher
zwiſchen beiden zu Auftritten gekommen, weil der Sohn
unberechtigterweiſe von dem verwitweten Vater Ver=
mögensherausgabe
verlangte und ſich ſogar in brutaler
Weiſe an ihm tätlich vergriff. Auch bei dem letzten
Vorfall bedrängte er in angetrunkenem Zuſtande den
Vater und packte ihn nach deſſen Angabe am Hals, ſo
daß der Bedrängte das Schlimmſte befürchtete. Unbe=
teiligte
Augenzeugen waren nicht vorhanden, und es
ergab ſich keine ſichere Grundlage zur Entſcheidung der
Frage, ob K. die Grenzen der Notwehr ſtrafbar über=
ſchritten
hat oder ihm nicht vielmehr der Strafaus=
ſchließungsgrund
der Beſtürzung zur Seite ſtehe. Schon
vor einiger Zeit war K. vorläufig aus der Unter=
ſuchungshaft
entlaſſen worden.
§ Feſtgenommen. Ein 24 Jahre alter Schmied aus
Worms iſt am Donnerstag wegen Diebſtahl im Rückfall
hier feſtgenommen worden.
Mainz, 24. Nov. Nach dem jetzt vorliegenden defini=
tiven
Ergebnis der Stadtverordnetenwahlen
fällt von der Liſte der bürgerlichen Parteien nur der
chriſtliche Arbeiterſekretär Knoll aus. An ſeine
Stelle kommt Hotelier Weißmüller von der ſozial=
demokratiſchen
Liſte. Weißmüller ſoll nationalliberal
ſein.

Mainz, 24. Nov. Ein tödlicher Unglücksfall
ereignete ſich geſtern auf dem Bauplatz des Karmeliten=
kloſters
. Das alte Gebäude wird gegenwärtig nieder=
gelegt
, um einem Schulhausneubau Platz zu machen.
Auf Anordnung des Denkmalsrats müſſen jedoch die
Pfeiler einſtweilen ſtehen bleiben, da die Baureſte
photographiert werden ſollen. In der Nähe eines ſol=
chen
Pfeilers war geſtern nachmittag der 33 Jahre alte,
verheiratete Taglöhner Hammann, der Schüſter=
gaſſe
3 wohnt, mit Schuttaufladen auf ein Fuhrwerk
beſchäftigt, als plötzlich einer der Pfeiler zuſammen=
ſtürzte
und ihn traf. Hammann lag bewußtlos unter
den Stein= und Geröllmaſſen und wurde auf Anord=
nung
des Arztes Dr. Cahn, der einen ſchweren Schädel=
bruch
feſtgeſtellt hatte, ſofort in das Rochusſpital gefah=
ren
. Dort iſt er abends um 7 Uhr, ohne das Bewußt=
ſein
wieder erlangt zu haben, geſtorben. Er hinter=
läßt
eine Frau mit mehreren kleinen Kindern.
Worms, 24. Nov. Die amtliche Feſtſtellung
des Ergebniſſes der Stadtverordneten=
wahl
iſt heute vormittag erfolgt. Eine Verſchiebung iſt in=
ſofern
zu verzeichnen, als Herr Eller noch auf 9 Jahre,
dagegen Herr Dr. Hein auf 6 Jahre und die Herren
Neundörfer und Geh. Medizinalrat Dr. Salzer auf
3 Jahre gewählt ſind. Es ſind alſo gewählt mit folgen=
den
Stimmen: Louis Rühl 4931, Sigm. Mayer II. 3280,
H. Hüttenbach 3220, Friedr. Schäfer 3184, Juſtizrat Dr.
Stephan 3175, Friedr. Decker 3160, Joh. Jak. Gorth
3153, Georg Zucker 3153, Adam Weber II. 3099, Wilh.
Schmuck 3081, Julius Looff 2990, Auguſt Eller 2895, Dr.
Hein 2868, Nik. Ludw. Neundörfer 2832, Geh. Medizinal=
rat
Dr. Salzer 2804. Weiter erhielten die Herren Sie=
ber
167 und Hübner 156 Stimmen.
Oſthofen, 24. Nov. Am Sonntag vormittag wurden
hier mehrere Perſonen wegen Jagdfrevels ver=
haftet
. Die Verhafteten ſollen in der Nacht auf Sonn=
tag
ein regelrechtes Treibjagen in der Herrnsheimer
und Oſthofer Gemarkung veranſtaltet haben; ſie wur=
den
hierbei vom Förſter überraſcht, dem es auch gelang,
einen der Teilnehmer feſtzunehmen, während die an=
deren
flüchtig gingen. Die vorgenommenen Hausſuch=
ungen
brachten ſchwer belaſtendes Material zutage.
(*) Friedberg, 23. Nov. Der heſſiſche Verein
für ländliche Heimatpflege, Wohlfahrt=
und Kunſtpflege hielt heute ſeine Jahresverſamm=
lung
im Hotel Trapp ab. Provinzialdirektor Ge=
heimerat
Fey=Darmſtadt ſprach ſeine Freude über
den ſtarken Beſuch aus; er begrüßte beſonders die Grä=
fin
von Solms=Rödelheim als eine eifrige Förderin
der Beſtrebungen des Vereins, den Vertreter der Pro=
vinzialdirektion
Gießen, Regierungsrat Dr. Merck,
Kreisrat Schliephake=Friedberg, die Schulräte Süß=
Friedberg, Gunderloch=Dieburg, Eck=Alsfeld, Oberlehrer
Lampas als Vertreter des Diakonievereins, die Bür=
germeiſter
von Friedberg und Bad Nauheim und die
übrigen Bürgermeiſter und Lehrer. Dann widmete er
dem verſtorbenen 2. Vorſitzenden, Graf Oriola= Büdes=
heim
, einen warmen Nachruf. Der Vorſitzende gibt
dann einen kurzen Jahresrückblick und betont die
Gründung der Kreisvereine in Gießen und Büdingen
und den Eingang der Beſtrebungen in die Kreiſe Die=
burg
und Darmſtadt, wo bald ebenfalls Kreisvereine
entſtehen dürften. Lehrer Oßwald=Bad Nauheim
hielt einen Vortrag über Maßnahmen gegen Verbrei=
tung
der Schundliteratur unter der Jugend auf dem
Lande‟. Nach lebhaftem Beifall ſprach Provinzial=
direktor
Fey Dank aus für die vielſeitigen Anregungen
des Vortragenden und die Wege, die er zur Erreichung
des Zieles gegeben habe. Kreisſchulkommiſſionen,
Lehrer und Erzieher ſollten eifrig mitwirken. Pfarrer
Sattler=Staden ſpricht von der Erziehung der
Jugend zur Kunſt und empfiehlt den Bund der
Freunde für Volkskunſt als treuen Bundesgenoſſen
gegen Schund in Wort und Bild. Hauptlehrer Storch
regt die Verbreitung von Bild= und Blumenſchmuck
in den Schulſälen an. Dekan Strack=Leihgeſtern
ſagt, Leſevereine und Bibliotheken verwehrten am
beſten das Eindringen der Schundliteratur in die Ge=
meinden
. Sehr intereſſant waren die Ausführungen
des Pfarrers Vogel=Reichelsheim über Volksunter=
haltung
auf dem Lande‟. Die Jahresrechnung für
1909 zeigt eine Einnahme von 1665,42 Mark, eine Aus=
gabe
von 970,10 Mark und einen Ueberſchuß von 695,32
Mark. Der Voranſchlag wurde mit 1505,82 Mark ge=
nehmigt
. Eine Ausſtellung von guten und billigen
Jugendbüchern war mit der Verſammlung verbunden,
darunter befanden ſich die Verlage Scholz=Mainz,
Löwe=Stuttgart, Schaffſtein=Köln, Enßlin= und Leiblein=
Reutlingen, Wiesbadener Volksbücherei, die Aufwärts=
bücherei
vom Rhein=Mainverband u. a.
Friedberg, 24. Nov. Vergangene Nacht ſind aus dem
Landeszuchthaus Marienſchloß zwei Schwerver=
brecher
entſprungen. Trotz der eifrigſten Tätigkeit
der Gendarmerie iſt ihre Wiederergreifung noch nicht ge=
lungen
.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Nov. Eine mehr=
ſtündige
Verkehrsſtockung des Stadt= und Vor=
ortverkehrs
entſtand geſtern abend dadurch, daß die Brems=
kette
einer Lokomotive brach. Alle Verſuche, die Lokomo=
tive
fortzuſchaffen, ſcheiterten, ſodaß ſie auf dem Gleiſe de=
montiert
werden mußte. Dieſe Arbeit nahm mehrere
Stunden in Anſpruch, währenddeſſen konnte der Verkehr
nur ſehr mangelhaft aufrecht erhalten werden. Mitder
Errichtung von Roßfleiſch=Wirtſchaften
hat man in Berlin jetzt den Anfang gemacht. Die erſte iſt
am Weinbergsweg (im Norden Berlins) entſtanden; man
erhält dort Roßfleiſch in verſchiedener Zubereitung für 25
und 30 Pfg. die Portion. Roßfleiſch=Wirtſchaften werden,
wenn die Fleiſchteuerung anhält, ſicher eine Zukunft ha=
ben
. In Groß=Lichterfelde hatte ſich eine Bande jun=
ger
Burſchen, zum größten Teil zwölf= und vierzehn=
jährige
Schulknaben, zu dem Zweck zuſammengetan, Ein=
brüche
zu verüben. Die Polizei kam ſchließlich dahinter.
Geſtern konnte der letzte der Jungen, die durch das Leſen
von Nick=Carter=Romanen auf die Bahn des Verbrechens
gekommen waren, feſtgenommen werden.
Frankfurt a. M., 24. Nov. Heute wurde hier ein
Raubmord verübt. Morgens gegen 10 Uhr fand man
im Laden der Firma Stiefelkönig Bergerſtraße 32, die
dort beſchäftigte Filialleiterin, Frau Meyer, die Frau eines
hier angeſtellten Hotelbedienſteten, erſtochen vor. Sie hatte
einen Dolchſtich ins Herz erhalten. Es liegt Raubmord
vor, da die Ladenkaſſe ausgeraubt war. Wie ſich heraus=
ſtellte
, hat der gleiche Täter kurz vor dieſer Tat in einem
benachbarten Geſchäft einen Raubmordverſuch unternom=
men
und die dort anweſende Verkäuferin durch einen Stich
verletzt. Es gelang, den Mörder ganz in der Nähe der
beiden Geſchäfte, auf dem Merianplatz, feſtzunehmen. Es
iſt der 38 Jahre alte Kellner Waldſchmidt aus Gladenbach
Die Polizei hatte Mühe, ihn vor der Wut des Publikums
zu ſchützen, und mußte ihn mit blanker Waffe nach dem
Polizeibureau bringen. Kurz nach ſeiner Einliefeunrg in
die Polizeiwache machte Waldſchmidt einen Selbſtmordver=
ſuch
, indem er ſich durch einen Stich in den Hals ſchwer
verletzte.
Ludwigshafen a. Rh., 24. Nov. In Oggersheim brach
heute früh in der Bierbrauerei Ganß Zum Bayeriſchen
Brauhaus Großfeuer aus, das die auf dem Eiskeller
der Brauerei aufgebaute Faßhalle ſamt Inhalt vernichtete.
Der Brand iſt dadurch entſtanden, daß 2 Arbeiter mit einem
offenen Licht den Raum betraten und ſich dadurch Gas ent=
zündete
, das einem offen ſtehengebliebenen Gashahn ent=
ſtrömt
war. Durch die Gasexploſion wurden die beiden
Arbeiter, der 25jährige Bierbrauer Bonn und der ver=
heiratete
, 32 Jahre alte Otto Bürk ſchwer verletzt. Der
Brandſchaden wird auf 40000 Mark geſchätzt.
Frankenthal (Pfalz), 24. Nov. Heute morgen wurden
in ihrer Wohnung das Ehepaar Friedrich Dolle und deren
39jähriger Sohn totaufgefunden; ſie hatten ſich, wie
man annimmt, infolge zerrütteter Vemögrensverhältniſſe,
durch Leuchtgas getötet.
Lanterberg i. H., 22. Nov. Hier iſt die Mutter
des Afrikaforſchers Majors v. Wißmann, Frau Re=
gierungsrat
v. Wißmann, geſtorben. Frau v. Wiß=
mann
hat nach dem Tode ihres Sohnes, deſſen Denkmal
vor zwei Jahren hier enthüllt wurde, in größter
Zurückgezogenheit hier gelebt.
München, 23. Nov. Das entſetzliche Automobil=
unglück
, das am 12. März d. J. den ſofortigen Tod
des argentiniſchen Konſuls in München,
Apollo Geiger, und die Verwundung der Frau des
Konſuls, ſowie des Konſuls Korte zur Folge hatte, be=
ſchäftigte
nunmehr die Strafkammer des hieſigen Land=
gerichts
I, vor der ſich der Chauffeur Anton Donner
unter der Anklage der fahrläſſigen Tötung zu
verantworten hatte. Der Angeklagte gab zu ſeiner
Verteidigung an, daß die Bemerkung der Frau Konſul,
ſie müſſe bis 6 Uhr in München ſein, ihn veranlaßt
habe, die Fahrt zu beſchleunigen, doch habe die Schnellig=
keit
40 bis 45 Kilometer die Stunde nicht überſchritten.
Ein vor ihm fahrendes Automobil, das mächtigen Staub
aufwirbelte, habe er zu überholen verſucht, doch ſei der
Chauffeur desſelben in ſchikanöſer Weiſe nicht ausge=
wichen
. Plötzlich ſei der Wagen des Konſuls auf einen
dicken Balken oder Knüppel, der ſchräg über der Straße
gelegen und den er des Staubes wegen nicht habe ſehen
können, aufgefahren, wodurch er die Herrſchaft über die
Steuerung verlor und das Auto mit voller Wucht gegen
einen an der Straße ſtehenden Baum fuhr. Donner
wurde vom Wagen geſchleudert, blieb aber unverletzt,
während der Anprall für die übrigen Inſaſſen die ſchon
erwähnten ſchweren Folgen hatte. Der Chauffeur
Bayer, der das vorausfahrende Automobil gelenkt, be=
ſtritt
, in ſchikanöſer Weiſe das Vorfahren des nachfol=
genden
Wagens verhindert zu haben. Den Balken habe
er liegen ſehen und ſei ihm ausgewichen. Auch der
Konſul Koxte hat den Balken ſchon von weitem liegen
ſehen. Die Sachverſtändigen gaben ihre Meinung

Gbelegenheit man ihnen ſeine Aufwartung machen
lann. Sie liegen dann gleich mächtigen dunklen
Klumpen im Waſſer und laſſen ſich von den Wellen be=
ſpülen
, auf ihrem Rücken erblickt man lang ausgeſtreckt
die dunklen Wärter, denen ihre Pfleglinge aufs Wort
folgen.
Viel haben die Engländer für Kandy getan, das
von den an der Küſte wohnenden Europäern während
der ſchwülen Sommermonde wegen ſeiner geſunden
Lage gern für längere Zeit aufgeſucht wird, merkt man
doch hier nichts von der Colombo=Treibhauswärme,
die einen dort bei der leichteſten Bewegung in einen
Zuſtand verſetzt, als ob man in einem römiſchen Bade
weile. Mit ungeheuren Schwierigkeiten wurden Wege
angelegt, denen Eiſenbahnen folgten, und das reiche
Hinterland erſchloſſen, das man mit der Küſte verband;
in weiteſtem Umfang ward für Ordnung und Sicher=
heit
geſorgt, die religiöſen und ſonſtigen Gewohnheiten
der Eingeborenen wurden nicht angetaſtet, die beſſeren
Elemente der Singhaleſen nahm man, von den oberſten
Stellen abgeſehen, in den Dienſt der Regierung. Kandy
ſelbſt erhielt Gas und Waſſerleitung, und auf dem
großen Grasplatze, der früher zur Abhaltung hoher
religiöſer Feſtlichkeiten benutzt ward, ſpielen jetzt die
Einheimiſchen Ball und Kricket, und muſiziert an ein=
zelnen
Nachmittagen die Kapelle des eingeborenen
Bataillons.
Bei jedem Spaziergang wird man immer wieder
überraſcht von dem Wundervollen, das ſich uns auf
Schritt und Tritt darbietet, ſei es am See ſelbſt, aus
dem die zierlichen Köpfe zahlreicher Schildkröten gucken,
die bei dem geringſten Geräuſch mit ſchwerfälligen Be=
wegungen
in die Tiefe tauchen, ſei es bei genußvollen
Wanderungen in den nahen Bergen, von denen man in
die Täler hinunterſchaut, aus deren dichtem Palmen=
grün
hier und da der Mahaweli aufglänzt. Eben noch

im heißen und grellen Sonnenlicht weilend, daß ſelbſt
die blauen Augengläſer kaum Schutz gegen das blen=
dende
Licht gewähren, iſt man einige Schritte weiter
plötzlich von dichter Dämmerung umgeben. Eng wölbt
ſich über uns von beiden Seiten her wildrankendes
Strauchwerk zuſammen, eine grüne Halle bildend, von
den leuchtendſten Blumen durchflochten, Blumen ſo
bunt wie Schmetterlinge, und um ſie flatternd
Schmetterlinge ſo bunt wie Blumen; auch ſeltſame
Käfer ſchwirren umher, und wenn ein Sonnenſtrahl
ihre grünen Flügel trifft, ſo funkeln ſie wie die glän=
zendſten
Edelſteine. Allerdings fehlt es auch nicht an
verſchiedenerlei unangenehmem Getier, die Kehrſeite
der glänzenden Medaille verkörpernd. An und oft auch
mitten auf den Wegen ragen bis zu zwei Metern hohe,
ſtark gefügte Erdbauten empor, von Termiten, den
großen Ameiſen, errichtet und oft von Brillenſchlangen
als Wohnſitz benutzt! Unangenehm ſind auch die etwa
zollangen, ganz dünnen Blutegel, die gern mit den
Wanderern nähere Bekanntſchaft machen, und ferner iſt
die gefürchtete Kobra kein leerer Wahn, wie ich mich
bei einem Beſuche des Botaniſchen Gartens von Pera=
deniya
überzeugen konnte. Denn ein mir folgender
Trupp brauner Schlingels brach plötzlich in gellende
Rufe: Kobra, Kobra! aus, nach Steinen und Aeſten
ſuchend; aber die über den Weg kriechende, an drei Fuß
lange Schlange, deren Biß tödlich iſt, war ſchnell in dem
hohen Graſe verſchwunden.
O dieſer Garten von Peradeniya, wie wunderbar
ſchön iſt er doch! Ueber ſeine wiſſenſchaftliche Bedeu=
tung
zu ſprechen, werde ich mich hüten, da leſe man
Haeckels köſtliche Indiſche Reiſebriefe nach. Hier will
ich nur erwähnen, daß dieſer Garten bereits im Jahre
1821 von der engliſchen Regierung angelegt und ſorg=
ſam
gepflegt wurde; man kann ſich denken, was das bei
dieſem Klima ſagen will! Und ſo iſt denn hier alles

vereint, was einem Botaniker in einen kleinen oder
auch großen Entzückungstaumel verſetzen kann, vereint
in landſchaftlich=herrlichem Rahmen, auf einem zehn
Hektar großen Gebiet, das hier eben, dort hügelig iſt
und von dem mehrfach erwähnten Mahaweli umfloſſen
wird, vereint nicht in kümmerlich=ſorgfältiger Zu=
ſammenſtellung
, ſondern ich möchte ſagen, in wildem
Wachstum! Muskatnuß=, Cocain=, Nelken=, Kautſchuk=,
Vanillen=, Mandel=, Kampfer= und Chininbäume, dann
Zimmet= und Kakaobüſche, die Dreſſina= mit blutroten
und die Discalla=Sträucher mit zart=violetten Blättern,
mächtige Flamboyant=Bäume mit tauſenden großer
roter Blumen und die friſchgrünenden Tempelbäume
mit ihren ſüßduftenden weißen Blüten, der aus Japan
eingeführte Ylang=Ylangbaum, aus deſſen Blüten das
bekannte ſtarke Parfüm gewonnen wird, und von den
Palmen natürlich alle Arten, ſo von den ſchönheitsvollen
Cabbage=Palmen, jede von ihnen wohl 40 Meter
meſſend, eine ganze Allee gebildet, und ferner in der
Mitte eines weiten Grasplatzes die verſchiedenartigſten
Palmen zu einer ſchönheitsvollen Gruppe vereint, wäh=
rend
ſich am Ufer eines nahen, mit Lotosblumen be=
deckten
Sees koloſſale Bambusbüſche, deren Umfang
unten wohl achtzig und deren Höhe wohl über vierzig
Meter betragen mag, erheben. In dem Garten vers
ſtreut liegen zierliche Gewächshäuſer, die man kaum in
dem dichten Grün entdecken kann, da ſie von grünen
Hecken völlig umſponnen ſind: bei uns errichtet man
ſie, um die Pflanzen in meiſt künſtlicher Wärme zu
hegen, hier, um dieſelben vor der natürlichen Hitze zu
ſchützen, denn dieſe Hütten, in denen wir die zarteſten
Orchideen, Mooſe, Farren uſw. finden, beſtehen aus
Baſt und ſind von Schlingpflanzen bis auf die ſchmalen
Türen umrahmt.

[ ][  ][ ]

Nummer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Seite 4e

übereinſtimmend dahin ab, daß der Angeklagte die
nötige Vorſicht außer Acht gelaſſen habe. Die erſte Be=
dingung
für einen Wagenführer ſei, ſcharf darauf zu
achten, daß die Fahrbahn frei ſei. Das habe aber
Donner ſich dadurch erſchwert, daß er eine Zeitlang zu
dicht hinter dem Staub aufwirbelnden anderen Auto=
mobil
gefahren ſei, um es zu überholen. Der Staats=
anwalt
beantragte gegen den Angeklagten, der ſchon
einmal wegen zu ſchnellen Fahrens beſtraft worden iſt,
drei Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof verhängte
indes nur eine Gefängnisſtrafe von acht
Monaten über ihn, wobei berückſichtigt wurde, daß
der Angeklagte im allgemeinen als ein ſolider und
zuverläſſiger Fahrer geſchildert worden und durch das
Verhalten des Chauffeurs Bayer von der ihm ob=
liegenden
Aufmerkſamkeit auf die Straße abgelenkt
worden ſei.
München, 24. Nov. Durch die Preſſe ging eine
Meldung, wonach der Held der Schwabinger Ent=
führungsgeſchichte
in Spanien verhaftet und in
ſeinem Beſitz 200000 Mark vorgefunden worden ſeien.
Dieſe Nachricht iſt, wie verſichert wird, völlig falſch.
Das Liebespaar weilt noch immer in der Nähe von
London. Man glaubt Anhaltspunkte dafür zu haben,
daß die beiden zu Verwandten nach Argentinien abzu=
dampfen
beabſichtigen. Der Vater des jungen Mäd=
chens
verweigert nach wie vor die Einwilligung zur
Eheſchließung und will die Sache zu gerichtlichem Aus=
trag
bringen. Es ſteht alſo ein ſenſationeller Prozeß
bevor, da 20 Perſonen Beihilfe bei der Entführung ge=
leiſtet
haben ſollen.
Deſſan, 23. Nov. Vor dem hieſigen Schwurge=
richt
hatten ſich die Bahnarbeiter Karl Keßler und
Hermann Held wegen der im Sommer vielbeſproche=
nen
Raubanfälle auf Berliner Sommergäſte im
Harz zu verantworten. Der erſte Ueberfall betraf ein
Fräulein Herrmann, das ohne Begleitung ſpazieren
ging, und dem zwei Radfahrer mit hochgehobenem Re=
volver
entgegentraten und es unter Drohungen ſeiner
Wertſachen beraubten. Wenige Tage ſpäter, am 30.
Juli, gingen zwei junge Berliner Verkäuferinnen, die
Schweſtern Margarete und Ilſe Schmidt, im Selketal
ſpazieren. Auch ihnen traten plötzlich zwei Radfahrer
entgegen, die von den Rädern ſprangen, die Mädchen
durch Drohungen einſchüchterten und ihnen Handtaſchen,
Portemonnaies und Armbänder raubten. Den Räu=
bern
wurde der Umſtand zum Verhängnis, daß ſie ge=
meinſam
und immer auf Rädern ihre Raubzüge unter=
nahmen
. Dadurch konnten die Behörden ein genaues
Signalement der Täter ausgeben, die bald darauf in
Meisdorf in den Perſonen der beiden Angeklagten ver=
haftet
wurden. Im Laufe der Unterſuchung wurde
feſtgeſtellt, daß die Angeklagten früher Bahnarbeiter
waren und ſich bisher nichts hatten zuſchulden kommen
laſſen. Es kam aber ferner zutage, daß ſie, abgeſehen
von den Raubanfällen, eine ganze Reihe ſchwerer
Diebſtähle in verſchiedenen Harzſtädten auf dem Kerb=
holze
hatten. Wegen dieſer Diebſtähle haben die An=
geklagten
bereits vor Gericht geſtanden, das ſie zu drei
Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilte. Zu
der Schwurgerichtsverhandlung wurden ſie aus dem
Gefängnis vorgeführt. Sie waren in der Hauptſache
geſtändig und wollten aus Not gehandelt haben. Nach
dem Wahrſpruche der Geſchworenen verhängte der Ge=
richtshof
gegen den am meiſten belaſteten Karl Keßler
eine Zuchthausſtrafe von neun Jahren, gegen
Hermann Held eine ſolche von ſechs Jahren.
Hamburg, 23. Nov. Im Verlaufe der Bergungs=
arbeiten
an dem geſtrandeten Fünfmaſter Preußen
konnte bisher die Ladung völlig geborgen
werden. Es wird jetzt mit Abſchleppungsverſuchen
begonnen.
Genna, 23. Nov. Geſtern abend erfolgte eine
furchtbare Exploſion in dem Stadtteil der
kleinen Pforte. Als die Polizei an Ort und Stelle
eintraf, entdeckte ſie in einer Wohnung den 22jährigen
Anatos, der vor einigen Wochen aus der Armee zu=
rückgekehrt
war, in ſeinem Blute liegend. Neben
ihm lagen ſeine beiden Schweſtern im Alter von 14
und 16 Jahren, die aber nur leicht verletzt waren.
Die Unterſuchung hat ergeben, daß die Kataſtrophe
auf die Exploſion einer Dynamitbombe zurück=
zuführen
iſt. Die Exploſion erfolgte, als der Sohn
die Bombe füllen wollte. Zwei andere Bomben wur=
den
in einem anderen Nebenzimmer aufgefunden.
London, 23. Nov. Der Richter des Polizeigerichts
in der Bowſtreet erklärte, das Vorgehen Churchills ſei
eine große Ungerechtigkeit gegen die davon Betroffenen.

Hermann Bahr=Abend.
St. Mit dem Hermann Bahr=Abend, den der
Vortragsverband am Mittwoch im großen Saale der
Turngemeinde veranſtaltete, bereitete er ſicher den leider
nicht ſo zahlreich wie ſonſt Erſchienenen ein paar ungemein
anregende, hochintereſſante Stunden. Schon von der Per=
ſönlichkeit
des Wiener Dichters, Kritikers und Redakteurs
geht etwas Anziehendes Packendes aus. Ein Charakter=
kopf
, wie er ausgeprägter kaum gedacht werden kann,
dieſer mächtige Kopf mit der hohen, freien Stirn, der
graumelierten Lockenmähne und dem wallenden Bart, der
ein friſches Geſicht mit blitzenden, das Mienenſpiel unge=
mein
belebenden Augen umrahmt. Sein Vortrag iſt
ſchlicht, ohne Pathos, aber er wirkt überzeugend, weil das,
was er ſagt, wohl feſter, eigenſter Ueberzeugung, uner=
ſchütterlichem
Glauben entſpringt.
Hermann Bahr ſprach über Das junge Oeſter=
reich‟
Ergriffen faſt, begann er ſeinen Vortrag. Er=
griffen
davon, hier in unſerer Stadt über dieſes Thema
zu ſprechen, hier wo der ſchönſte Ausdruck, den das junge
Oeſterreich je gefunden hat, lebendig geworden durch man=
cherlei
Werke, wo wir den Größten und Stärkſten, den
Jung=Oeſterreich hervorgebracht, unter uns geſehen haben:
Joſeph M. Olbrich! Und dann gab er ein Urteil
über Olbrich, wie es bei aller Schlichtheit wärmer, treffen=
der
und überzeugender wohl noch niemand gab. Von
einer mondſcheinglänzenden Juninacht ſprach er, vor zehn
Jahren, wo er mit Olbrich hier geweilt und dann mit
ihm den Rhein hinunterfuhr, und wie Olbrich dann ſprach
von ſeinen Plänen und Gedanken, die in der unbegrenzten
Fülle einander ſchier zu verſchlingen drohten und die der
junge Künſtler doch immer, einem großen Meiſter gleich,
zu bändigen, in ruhige, rechte Bahnen zu lenken verſtand,
die zum Vollenden führten. Wie eben nur Olbrich ſprechen
konnte, dieſer ſeltene Charakter, der rückſichtsloſe, ſeiner
Stärke ſich bewußte Tatenmenſch mit der reinen Seele
eines Kindes, der unerſchütterlich glaubte an ſich und an
die Sache, die er vertrat, an die Heiligkeit der Kunſt.
Wenn das junge Oeſterreich nichts anderes hervorgebracht
hätte, als dieſen einen Mann, ſchon dann wäre es wert,
daß ſeine Erinnerung nie verblaßt, ſchon damit hätte es
ſeinen Ehrenplatz in der Entwickelung der neuen deutſchen
Kunſt. Und wie er Olbrich einſt kennen lernte, erzählte er.

Er habe Briefe von Anhängerinnen des
Frauenſtimmrechts, die in der vorigen Woche ver=
haftet
worden ſeien, erhalten, in denen ſie beklagten, daß
ſie zu Unrecht verhaftet und ohne Verhör aus der Haft
entlaſſen worden ſeien. Sie hätten ſo keine Möglichkeit
gehabt, ſich zu verteidigen. Der Richter erklärte, er habe
während ſeiner 30jährigen Praxis noch kein ſolches Ver=
fahren
kennen gelernt. Das Verhör der wegen Sachbe=
ſchädigung
mit Vorbedacht angeklagten Anhängerinnen
des Frauenſtimmrechts wurde auf morgen vertagt und die
Frauen gegen die Stellung einer Sicherheit aus der Haft
entlaſſen.
London, 23. Nov. Dr. Crippen wurde heute
um 6 Uhr früh geweckt, um ſeinen letzten Gang an=
zutreten
. Um 9 Uhr teilte dem Volke die hochgehende
ſchwarze Flagge auf dem Dache des Gefängniſſes mit,
daß Dr. Crippen nach dem Wortlaut des Urteils am
Halſe aufgehängt worden ſei, bis er tot ſei‟. Die Hin=
richtung
Crippens wurde unter Ausſchluß der Oeffent=
lichkeit
vollzogen, ſelbſt Vertreter der Preſſe waren
nicht zugelaſſen. Crippen hat kein Geſtändnis abge=
legt
. Der Galgen war im Nordoſtwinkel des Ge=
fänignishofes
errichtet und mit Plantuch bedeckt wor=
den
, ſodaß die Bewohner der anliegenden Häuſer
nichts ſehen konnten. Crippen hat ſein letztes Wort
zu Papier gebracht, das in der nächſten Ausgabe der
Lloyd News erſcheinen wird. Das Manuſkript
übergab er Miß Le Néve bei ihrem letzten Beſuch im
Gefängnis. Miß Le Néve leugnet entſchieden, daß
Crippen ein Geſtändnis abgelegt habe.

Kunſtnotizen.
(eber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Mozart=Verein. Die im erſten Winter=
konzert
am nächſten Montag zum Vortrag gelangen=
den
Chöre entſtammen der neueren Zeit und gehören,
jedes in ſeiner Eigenart, unſtreitig mit zu den beſten
und hervorragendſten, was in dieſer Kompoſitions=
periode
auf dem Gebiete des Männerchorgeſanges ge=
ſchaffen
wurde. Gleich die das Programm eröffnende
8ſtimmige Motette: Gnädig und barmherzig von
dem in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
in Berlin als Direktor des Domchors und der Sing=
akademie
wirkenden bedeutenden Muſikgelehrten Ed.
Aug. Grell iſt ein überaus weihevolles Stück, das in
ſeiner Klarheit und Klangſchönheit auf dem letzten
Frankfurter Kaiſerpreis=Wettſingen allgemein tiefen
und nachhaltigen Eindruck hervorbrachte. Auch die
große Chorballade Totenvolk von Frd. Hegar, der
den Männerchören neue Bahnen öffnete und ſie mit
ſeinen Kompoſitionen vor zwar ſchwierige und an=
ſpruchsvolle
, aber doch wieder auch dankbare und an=
ziehende
Aufgaben ſtellte, erweiſt ſich immer mehr als
eine Zug= und Paradenummer erſten Ranges, deren
Aufführung auch dieſes Mal wieder von dem gegen
120 Stimmen ſtarken Vereinschor großem Intereſſe
begegnen dürfte. Karl Goldmarks herrliches Früh=
lingsnetz
mit Begleitung des Klaviers und 4 Hör=
nern
, ſowie nach ſehr langer Pauſe auch wieder ein=
mal
zwei der ſchönſten Koſchat=Lieder: Kärtner
Gmüat und D’ Hamkehr mit Bariton=Solo ( Chor=
mitglied
Herr E. Roth) vervollſtändigen und bilden
mit ihren volkstümlichen Klängen den wirkungs=
vollen
Schluß des Chorprogramms. Für die Beſtreit=
ung
des ſoliſtiſchen Teils hat der Verein in Frau
Sophie Schmidt=Illing und deren Gatten,
Herrn Hofkonzertmeiſter Ernſt Schmidt, zwei
Kräfte gewonnen, die auch an dieſem Abend mit ihren
anerkannt trefflichen Darbietungen die einheimiſche
Kunſt wiederholt zu vollen Ehren bringen werden.
Die erſtere ſingt Lieder von Schubert, Schumann,
Grieg, Brahms und Rich. Strauß, der letztere bringt
Violinſtücke von Corelli, Reger und Wieniawski zum
Vortrag.
Die Freie literariſch=künſtleriſche
Geſellſchaft veranſtaltet Mittwoch, den 30. No=
vember
, ihren erſten Theaterabend. Zur Aufführung
gelangt Hugo von Hofmannsthals dramatiſche Dichtung
Der Tor und der Tod (mit der Muſik von Max
Leitner), die durch die Mitwirkung der kgl. bayer. Hof=
ſchauſpielerin
Fräulein Maja Reubke (zurzeit am
Stadttheater in Frankfurt a. M.) und unſeres ehe=
maligen
jugendlichen Heldenſpielers, des Herrn Ober=
regiſſeurs
Willy Loehr vom Mainzer Stadttheater,
erhöhtes Intereſſe gewinnen dürfte. Die weiteren
Partien des Dramas ſind durch Fräulein Anna
Vor Eröffnung der erſten Wiener Sezeſſion war’s. Herm.
Bahr wollte, wie das ſo üblich, am Tage vor der Eröff=
nung
die Bilder ſehen. Aber wie es ſo geht, es war noch
nichts zu ſehen und kein Menſch glaubte, daß die Eröff=
nung
möglich war. Nur ein junger Menſch ſtand da, der
hörte die Aeußerung des Zweifels, und ohne gefragt, er=
klärte
er: Die Ausſtellung wird fertig und ſie wird eröff=
net
. . . . Aber das iſt doch ganz unmöglich, Verehrteſter!
Alles, was man will, iſt möglich! Uebri=
gens
, mein Name iſt Olbrich! Und ſo blieb der junge
Künſtler, von dieſem eiſernen, feſten Willen, von dieſem
unerſchütterlichen Glauben an ſein Künſtlertum.
Was Hermann Bahr ſonſt noch ſagte, das Weihevolle,
was für uns dieſe Einleitung, die Würdigung Olbrichs,
hatte, erreichte es nicht mehr. Aber es war ungemein
intereſſant, wie er von der Entwickelung des jungen
Oeſterreich erzählte. Zunächſt in der Muſik. Hugo Wolf,
den er 1883 kennen lernte, dann in der Litteratur um
Arthur Schnitzler ſcharten ſich die jungen Literaten, Hof=
mannsthal
, Bahr uſw. dann in der Kunſt Engel=
hard
, Olbrich, Kling uſw. Wie er darlegte, daß das für
alle Außenſtehende Unverſtändliche in der jungen öſter=
reichiſchen
Bewegung in dem gewiſſermaßen Sprunghaften
begründet iſt. Oeſterreich war drei Jahrhunderte hindurch
abgeſchloſſen von der Kultur des übrigen Europa. Und
dann ſetzte die mächtige junge Bewegung ein, die das alte
nicht verleugnen wollte, die auch nicht kopieren will, die,
auf den Schultern der Alten ſtehend, neues, eigenes ſchafft.
Zum Schluß las Hermann Bahr aus ſeinem Roman
O Menſch ein Kapitel, und Gedichte von Arthur Kehane
uſw. Rauſchender, langanhaltender Beifall dankte dem
Redner.

Kleines Feuilleton.
CK. Ein charakterfeſter Miniſter. Eine
amüſante Anekdote aus dem Amtsleben eines neuge=
backenen
franzöſiſchen Miniſters weiß der Figaro zu
verraten. Am Abend ſeines erſten Miniſtertages durfte
er miniſterielle Entſcheidungen unterſchreiben zum
erſten Male in ſeinem Leben. Er war gerührt, der
Bedeutung des Augenblickes bewußt, und er unter=
ſchrieb
alles, was der Miniſterialdirektor ihm vorlegte.
Die Poſt war ſehr groß, denn viele Schriftſtücke, die der
Vorgänger noch ausgearbeitet hatte, viele Briefe und

Ethel, ſowie durch die Mitglieder der Mainzer
Bühne, die Herren Ernſt Holznagel und
Ludwig Mönch, vertreten. Den muſikaliſchen
Teil führt Herr Muſikdirektor Wilhelm Schmitt
aus, während Herr Otto Stockhauſen mit kurzem
Vortrag den Abend einleiten wird. Große Schwie=
rigkeit
verurſachte der Geſellſchaft die Wahl eines für
die intime Wirkung der Aufführung geeigneten Theater=
ſaales
. Einzig der ruhig gelegene, hübſche Mathilden=
höhſaal
(Dieburger Straße 26) gibt annähernd günſtige!
Vorbedingungen. Er ſoll bei dieſer Gelegenheit diel
Feuerprobe beſtehen, künftig bei ähnlicher Veranlaſſung
als Sammelpunkt der literariſchen Kreiſe der Stadt
gelten zu dürfen.

Stadtverordneten=Verſammlung.
13. Sitzung.
C Darmſtadt, 24. Nov.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung mit folgenden
Mitteilungen:
Herr Eiſenbahndirektor Grooß hat
mir erklärt, daß er mit Rückſicht auf eine in der Wahl=
agitation
gefallene und in der Oeffentlichkeit bekannt
gewordene Aeußerung das Amt als Mitglied des Son=
derausſchuſſes
für die Vorortbahnen niederlege. Ich
habe ihm erwidert, daß eine derartige Entſchließung
im Intereſſe der Stadt lebhaft zu bedauern ſei und die
Verwaltung ihn dringend bitten müſſe, ſein Amt bei=
zubehalten
. Feſt ſteht, daß Herr Eiſenbahndirektor
Grooß auf eine Anregung, die aus Kreiſen der Stadt=
verordnetenverſammlung
erging, ſich bereit erklärt
hat, in den Sonderausſchuß einzutreten und die Er=
ſtattung
eines Gutachtens in Sachen des Projekts der
Bergſtraßenbahn zu übernehmen. Herr Grooß, wel=
cher
ſeit 29. April 1909 dem Sonderausſchuß angehört,
hat dieſe Arbeit unentgeltlich übernommen und ſeine
Aufgabe in einem ſehr klaren und einwandfreien Gut=
achten
gelöſt. In den Verhandlungen, welche mit der
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft ſchweben, hat Herr
Grooß auf meine Aufforderung ein weiteres Gut=
achten
in Form von Vermittelungsvorſchlägen erſtat=
tet
. Dieſe Vorſchläge berückſichtigen wichtige ſtädtiſche
Forderungen. Die Stellungnahme des Hrn. Grooß iſt in
Bezug auf Unparteilichkeit über jeden Zweifel er=
haben
; ſeine Tätigkeit war durchaus nicht einſeitig,
ſondern ſachlich und paritätiſch. Der von mir in der
Sitzung des Sonderausſchuſſes vom 2. Oktober d. Js.
gehaltene Vortrag hat die Vorſchläge des Herrn Grooß=
in
dieſer Weiſe beurteilt. Ich ſtelle daher feſt, daß dier
Stadt Darmſtadt Herrn Grooß für ſeine Tätigkeit nur
Dank ſchuldet. Der Sonderausſchuß hat in ſeiner
Sitzung vom 15. November d. Js. ſich einſtimmig die=
ſer
Auffaſſung angeſchloſſen. Herr Grooß wurde im
Auftrag des Sonderausſchuſſes erſucht, im Intereſſe
der Stadt Darmſtadt ſein Amt als Mitglied des Son=
derausſchuſſes
beizubehalten.
Ich mache hiervon der verehrlichen Stadtverord=
netenverſammlung
in öffentlicher Sitzung Mitteilung,
in der Hoffnung, daß es gelingt, Herrn Grooß als
Mitglied des Sonderausſchuſſes der Stadt Darmſtadt
zu erhalten. Zur Sache ſelbſt iſt noch zu bemerken,
daß es hinlänglich bekannt ſein dürfte, in welch! inten=
ſiver
Weiſe die ſtädtiſche Verwaltung die für Darm=
ſtadt
in Betracht kommenden Verkehrs= und Wirtſchafts=
fragen
bearbeitet. Die Bürgermeiſterei erkennt an,
daß es im Intereſſe der Stadt Darmſtadt geboten iſt,
den Verkehr zu fördern; ſie erſtrebt insbeſondere eine
beſſere Verbindung mit den Vorortsgebieten. Die Ver=
kehrsfragen
ſtehen in innigem Zuſammenhang mit
dem Problem der wirtſchaftlichen Ausnutzung des
neuen Elektrizitätswerkes unter Berückſichtigung kauf=
männiſcher
Geſichtspunkte. Die ſtädtiſche Verwaltung
hofft, daß es gelingen wird, den Verkehr für Darm=
ſtadt
und in der Provinz zu beleben, ſowie in wirt=
ſchaftlicher
Weiſe den Bezug von Licht und Kraft zum
Vorteil der Gemeinden auszudehnen und alle Ver=
kehrs
= und Handelsintereſſen, die wirtſchaftlichen Be=
ziehungen
von Stadt und Land, aus großen Geſichts=
punkten
zu behandeln durch ein einheitliches Vorgehen
von Stadt und Provinz.
Der Vorſtand der Landesverſicher=
ungsanſtalt
Großh. Heſſen hat für die Uebernahme
der Koſten für Einſtellung einer Fürſorgeſchweſter bei
der Beratungsſtelle für Lungenkranke durch die. Stadt
gedankt.

Entſcheidungen waren noch zu unterſchreiben. Am
nächſten Tage, mit der erſten Poſt, empfängt der neue
Miniſter in ſeiner Wohnung einen Brief, der ihm
ſofort auffällt. Er ſtammt aus ſeinem Miniſterium.
Unruhig und haſtig öffnet er das Kuwert: ſein Auge
fällt auf die eigene ſchwungvolle Unterſchrift. Er hatte
einen Brief unterſchrieben, in dem er ſich ſelbſt als
lieber Kollege anredete, ſich der vollkommenſten
Hochachtung verſicherte, aber mit liebenswürdigſten
Worten des Bedauerns die für einen Wähler erbetene
Gunſt ablehnte. Der neue Herr Miniſter war über
dieſe eigene Abſage freilich ein wenig verſtimmt. .
Der Kinematograph am Südpol. Bei
der engliſchen Südpolarexpedition kommt nicht nur
zum erſten Male das Telephon zur Verwendung, ſon=
dern
auch der Kinematograph wird in den Dienſt der
antarktiſchen Forſchung geſtellt. Außer den zahlreichen
photographiſchen Apparaten führt die Expedition auch
ein Bioſkop mit, ein wahres Rieſenbioſkop, denn das
Objektiv hat einen Durchmeſſer von nicht weniger als
75 Zentimeter, während die gewöhnlichen Linſen meiſt
nur 7 Zentimeter groß ſind. Mit dieſem Apparat wer=
den
in der Südpolarregion Aufnahmen gemacht wer=
den
; ſo hofft man z. B., einen Vulkanausbruch des
Erebus auf den Platten feſtzuhalten. Der Photograph,
der die Expedition Scott begleitet, verfügt über nicht
weniger als 7000 autochrome Platten und 7000 Meter
Films.
* Aus Verſehen zum Tode verur=
teilt
. Aus Paris wird über eine verhängnisvolle
Verwechſelung zweier Verbrecherpaare berichtet: Die
Geſchworenen des Departements der Rhonemündungen
hatten zwei Apachen zum Tode verurteilt und zwei
andere unter Bewilligung mildernder Umſtände ßu
fünf= und zehnjähriger Zuchthausſtrafe. Nun wird
man aber gewahr, daß ſich die Geſchworenen einfach in
den Namen geirrt haben, indem ſie diejenigen Ange=
klagten
, denen ſie die mildernden Umſtände zubilligten,
dem Tode überantworteten, während ſie die Haupt=
ſchuldigen
nur zu Zuchthaus verurteilten. Die Ver=
teidiger
der fälſchlich zum Tode Verurteilten haben ihre
Klienten ein Kaſſationsgeſuch unterzeichnen laſſen, ſo
daß die Angelegenheit eine zweite Schwurgerichtsſitzung
in Anſpruch nehmen dürfte.

[ ][  ][ ]

Nummer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Seite 5.

Desgleichen der Vorland der Rlademiſchen
Arbeiter=Unterrichtskurſe für die Bewil=
ligung
eines Beitrages und Ueberlaſſung von Schul=
räumen
.
Einladungen ſind eingegangen von dem Krie=
gerverein
zu der am 26. d. M. ſtattfindenden Feier des
Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs und
von dem Komitee für Veranſtaltung des ſogenannten
Milchkränzchens für den 3. Dezember d. J.
Der Chorſänger=Verband am hieſigen
Hoftheater hat gebeten, die von der Stadtverordneten=
Verſammlung dem Hilfsfonds für den Hoftheaterchor
aus Anlaß der Feier des 100jährigen Beſtehens des
Hoftheaters zugedachte Spende unter die Chormitglie=
der
zu verteilen.
Die Karnevalgeſellſchaft Narrhalla‟
hat gebeten, ihr an den Faſtnachtstagen 1911 das ſtäd=
tiſche
Gelände vor dem Hallenſchwimmbad (Meßplatz)
zur Aufſtellung einiger Schaubuden uſw. zu überlaſſen.
Der Erlös ſoll dem Fonds zur Veranſtaltung des gro=
ßen
Jubiläumsfaſtnachtszuges zugeführt werden. Die
Bürgermeiſterei beabſichtigt, im Einverſtändnis mit
dem Verkehrs= und dem Finanz=Ausſchuß, dem Geſuch
unter beſtimmten Vorausſetzungen zu entſprechen.
Vom Altſtadtdurchbruch.
Stadt. Linck bringt den Altſtadtdurchbruch zur
Sprache und rügt in längeren Ausführungen, daß hier
noch kein Fortſchritt der Arbeiten zu ſehen iſt. Es ſei
dringend notwendig, daß alsbald die Bebauung ermög=
licht
wird.-Oberbürgermeiſter Gläſſing meint, die
Verzögerung der Arbeiten ſei im weſentlichen in der
allgemein ſchlechten wirtſchaftlichen Lage begründet
und weiſt ferner darauf hin, daß derartige Arbeiten
auch in anderen Städten, zum Beiſpiel in Frankfurt,
zwei Jahrzehnte lang dauern.
Die Stadtverordnetenwahlen.
Auf Anfrage des Stadtv. Roth ſtellt der Vor=
ſitzende
feſt, daß ein Einſpruch gegen die Stadtverord=
netenwahlen
bisher nicht erfolgt iſt. Wenn alſo ein
ſolcher vorliege, müſſe er beim Kreisamt eingereicht ligung eines außerordentlichen Zuſchuſſes aus Anlehens=
ſein
. Bekannt ſei davon nichts.
Die Fleiſchteuerung.
Beigeordneter Mueller kommt nochmals auf
die Schweinefleiſchpreiſe zu ſprechen. Die Stadt hat
bekanntlich den Schweineoezug in den letzten Wochen in
eigene Regie übernommen. Der Bedarf an dieſen
Schweinen iſt in den erſten Wochen dauernd geſtiegen,
jetzt aber wieder zurückgegangen. Ein Einfluß auf die
Fleiſchpreiſe habe ſich nicht bemerkbar gemacht. Nun=
mehr
iſt Darmſtadt, gleich wie Mainz, geſtattet wor=
den
, franzöſiſch es Vieh einzuführen, und zwar
50 Stück Großvieh und 200 Schweine wöchentlich. Hof=
fentlich
ließen ſich nunmehr die Preiſe für Schweine=
fleiſch
herabſetzen. In Mainz feien die Fleiſchpreiſe
zurückgegangen. Aus Württemberg wird gemeldet,
daß die Schweinepreiſe fallen, aber die Metzger ſeien
dort wie hier noch nicht abgeſchlagen mit den Fleiſch=
preiſen
. Stadtv. Lautz erklärt, die Innung habe
geſtern beſchloſſen, von der Einfuhr aus Frankreich
Gebrauch zu machen. Das Angebot von Schweinen ſei
erſt ſeit etwa acht Tagen geſtiegen und er glaube, daß eines außerordentlichen Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe im
nunmehr in kürzeſter Zeit die Schweine=
fleifchpreiſe
herabgeſetzt werden. (Beifall.)
Baudispensgeſuche.
Aus Anlaß eines Baugeſuchs hat die Firma Röhm
u. Haas das von ihrem Grundſtück Weiterſtädterſtr. 6
in die Verbreiterung dieſer Straße fallende Gelände
koſtenlos an die Stadt abzutreten. Der Hochbau= Aus=
ſchuß
empfiehlt Genehmigung des abgeſchloſſenen Kauf=
vertrags
, den die Verſammlung nach dem Referat des
Stadtv. Sames genehmigt.
Gärtner Steinmann beabſichtigt, auf ſeinem Ge=
lände
an der Klappacherſtraße mehrere Neubauten zu
errichten. Dabei hat ſich aus Zweckmäßigkeitsgründen
eine kleine Aenderung der Baufluchtlinie Ecke Klap=
pacherſtraße
und Heinrichwingertsweg als notwendig
erwieſen, die von dem Hochbau=Ausſchuß gutgeheißen
wird. Auch die Verſammlung ſtimmt gegen den Stadtv.
Heyd zu.
Ein Geſuch des Lehrers Heinrich Schäfer um Be=
freiung
von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
für einen Neuban auf der Südſeite der Schießhaus=
ſtraße
, nächſt der Nieder=Ramſtädterſtraße, wird von
dem Hochbau=Ausſchuß gegen Ausſtellung des üblichen
Reverſes zur Genehmigung empfohlen.
Georg Dillmann, Heidelbergerſtraße 85, und
Andreas Gerhard, Schwanenſtraße 79, wollen ihr Vor=
gartengelände
zu Wirtſchaftszwecken benutzen. Der
Hochbau=Ausſchuß empfiehlt die nachgeſuchte Befreiung
von der Beſtimmung in § 4 Abſ. 1 der Ortsbauſatzung.
Beide Geſuche werden genehmigt. Referent Stadtv.
Wittmann.
Niederlegung eines ſtädtiſchen Hauſes.
Der teilweiſe unbewohnbare Seitenbau der ſtädti=
ſchen
Hofreite Beſſungerſtraße 56, deſſen Wiederherſtel=
lung
erhebliche Koſten verurſachen würde, ſoll auf An= bene, in das Jahr 1910 zu übertragende Zinſenbetrag der
trag des Stadtbauamts alsbald niedergelegt werden.
Der Hochbau=Ausſchuß iſt damit einverſtanden; ebenſo
die Verſammlung. Referent Stadtv. Wittmann. 35 Pfg., 3. die liquidierten Ausſtände mit 585 Mark 15 Pfg.,
Vermietung.
Die von der Stadt im Enteignungsverfahren er=
worbene
Hofreite Schwanenſtraße 25 ſoll dem ſeitheri=
gen
Beſitzer, Dachdeckermeiſter Krenkel, mit Zuſtim=
mung
des Hochbau= und Finanz=Ausſchuſſes mietweiſe
überlaſſen werden. Nach dem Referat des Stadtv. Dr.
Kolb ſtimmt die Verſammlung zu.
Vom ſtädtiſchen Pfandhaus.
Der Goldlagerraum des ſtädtiſchen Pfandhauſes
reicht nicht mehr aus und ſoll daher durch Einbeziehung
eines früher von der Feuerwehr benutzten Raumes
vergrößert werden. Hochbau= und Finanz=Ausſchuß
haben ſich hiermit einverſtanden erklärt und die Be=
willigung
der für entſprechende Herrichtung des Rau=
mes
erforderlichen Mittel zu Laſten des Voranſchlags
für 1911 gutgeheißen. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Referent Stadtv. Müller.
Notſtandsarbeiten.
tation und des Finanz=Ausſchuſſes durch Notſtands=
arbeiter
zu Laſten vorhandener Mittel planiert werden. liefernden ordentlichen Ueberſchuſſes auf 3274 Mark 57 Pfg.
Auch dem wird zugeſtimmt.
Ueber den Abſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädtiſchen Nebenkaſſen für das Rechnungs=
jahr
1909
abſchlüſſe für 1909 weiſen folgende Kaſſeergebniſſe auf:
I. Stadtkaſſe. 1. Für die Verwaltung. Die Ein=
nahme
beträgt 6 934 600 Mark, die Ausgabe 6 501 381 Mark

23 Pfg. Verglichen, bleiben Reſt 423 218 Mar 72 Pfg.
Hiervon ſind in Abzug zu bringen: 1. die in das Rech=
nungsjahr
1910 zu übertragenden in 1909 unverwendet
gebliebenen Kredite, lt. beſonderer Nachweiſung 56 100 Mk.,
2. die liquidierten Ausſtände 20317 Mark 24 Pfg., 3. das
Betriebskapital 30000 Mark, zuſ. 106 417 Mark 24 Pfg.
Es bleiben ſomit verfügbar 326801 Mark 48 Pfg. Die im
Voranſchlag für 1909 vorgeſehene Entnahme von 42000
Mark aus dem Ausgleichsfonds wurde infolge dieſes gün=
ſtigen
Abſchluſſes nicht erforderlich. Es wird beantragt:
1. von der Entnahme des Betrags von 42000 Mark aus
dem Ausgleichsfonds abzuſehen. 2. Ablieferung des Ende
1909 verbleibenden Barvorrats von 326801 Mark 48 Pfg.
an den Ausgleichsfonds. 2 Für das Vermögen. Die
Einnahme beträgt 10983 227 Mark 46 Pfg., die Ausgabe
4709 213 Mark 18 Pfg. Verglichen, bleiben Reſt 6 274014
Mark 28 Pfg. Die in das Rechnungsjahr 1910 zu über=
tragenden
Kredite, deren Deckung aus obigem Vermögens=
beſtand
hiermit beantragt wird, betragen 5790158 Mark
82 (Pfg. Ueber den Reſt iſt im Voranſchlag für 1910 ver=
fügt
.
II. Elektrizitätswerkskaſſe. Die Betriebs=
einnahmen
betragen unter Ausſchluß des aus dem Vorjahr
übergegangenen Betriebsfonds von 15000 Mark und nach
Abzug der Ausſtände von 139 Mark 80 Pfg. 728371 Mark
47 Pfg. Die Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung)
betragen 513 914 Mark 60 Pfg. Mithin Ueberſchuß 214456
Mark 87 Pfg. An dieſer Summe ſind die für Abnutzung
der Betriebeinrichtungen vorzunehmenden Abſchreibungen
an den Anlagewerten zu kürzen mit 89352 Mark 34 Pfg.
Verbleibt ein reiner, an die Stadtkaſſe abzuliefernder Be=
triebsüberſchuß
von 125104 Mark 53 Pfg. (gegen
134011 Mark 55 Pfg. des Vorjahres und 112000 Mark
laut Voranſchlag). Es wird beantragt: 1. Feſtſetzung
des an die Stadtkaſſe abzuliefernden Betriebsüberſchuſſes
auf die Summe von 125 104 Mark 53 Pfg. 2. Verwen=
dung
der Abſchreibungsmittel mit 26954 Mark zur Schul=
dentilgung
und mit 62398 Mark 34 Pfg. nebſt dem aus
1908 verfügbaren Erneuerungsfonds von 67377 Mark
2 Pfg. zur Deckung der Neubaukoſten in 1909. 3. Bewil=
mitteln
der Stadtkaſſe in Höhe von 2041 520 Mark 92 Pfg.
III. Gaswerkskaſſe. Die Betriebseinnahmen,
mit Ausſchluß des aus dem Vorjahr übergegangenen Be=
triebsfonds
von 137300 Mark 36 Pfg. und nach Abzug der
Ausſtände von 659 Mark 14 Pfg. betragen 1931692 Mark
56 Pfg. Die Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung)
bekragen 1402602 Mark 06 Pfg. Mithin Ueberſchuß
529090 Mark 50 Pfg. Aus dieſem Betrag ſind die Ab=
ſchreibungen
an den Anlagewerten zu beſtreiten und dem=
nach
hier zu kürzen 133884 Mark 30 Pfg. Verbleibt ein
reiner, an die Stadtkaſſe abzuliefernder Betriebs=
überſchuß
von 395206 Mark 20 Pfg. (gegen 265 247
Mark 82 Pfg. des Vorjahres und 380000 Mark laut Vor=
anſchlag
). Es wird beantragt: 1. Feſtſetzung der Ablie=
ferung
an die Stadtkaſſe aus dem Betriebsüberſchuſſe auf
die Summe von 395 206 Mark 20 Pfg. 2. Verwendung
der Abſchreibungsmittel mit 37430 Mark 12 Pfg. zur
Schuldentilgung und mit 96 454 Mark 18 Pfg nebg dem
aus 1908 verfügbaren Erneuerungsfonds von 51715 Mark
65 Pfg. zur Deckung von Anlagekoſten. 3. Bewilligung
Betrage von 220270 Mark 73 Pfg. für Anlagezwecke.
IV Waſſerwerkskaſſe. Die Betriebseinnah=
men
mit Ausſchluß des aus dem Vorjahr übergegangenen
Betriebsfonds von 30000 Mark und nach Abzug der Aus=
ſtände
von 1106 Mark 42 Pfg. betragen 600911 Mark
57 Pfg. Die Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung)
betragen 370 339 Mark 25 Pfg. Mithin Ueberſchuß 230 572
Mark 32 Pfg. An dieſer Summe ſind die Abſchreibungen
an den Anlagewerten in Abzug zu bringen mit 57559 Mark
37 Pfg. Verbleibt reiner, an die Stadtkaſſe abzuliefern=
der
Betriebsüberſchuß von 173012 Mark 95 Pfg.
(gegen 184 240 Mark 10 Pfg. des Vorjahres und 164000
Mark laut Voranſchlag). Es wird beantragt: 1. Feſt=
ſetzung
des an die Stadtkaſſe abzuliefernden Betriebsüber=
ſchuſſes
auf die Summe von 173012 Mark 95 Pfg. 2.
Verwendung der Abſchreibungsmittel mit 34803 Mark 15
Pfg. zur Schuldentilgung und mit 22756 Mark 22 Pfg.
zur Deckung von Anlagekoſten. 3. Bewilligung eines au=
ßerordentlichen
Zuſchuſſes aus Anlehensmitteln der Stadt=
kaſſe
von 19649 Mark 76 Pfg.
V. Polizeikaſſe. Die Ausgaben betragen 374830
Mark 63 Pfg., die Einnahmen 32313 Mark 41 Pfg. Es er=
ſcheinen
hiernach ungedeckt 342517 Mark 22 Pfg. Dieſer
Summe ſind zuzurechnen die für Beſchaffung von Mobi=
liar
für das VII. Polizeirevier vorgeſehenen, jedoch noch
nicht zur Verwendung gekommenen 1000 Mark (zur Ueber=
tragung
in das Rechnungsjahr 1910). Gibt zuſammen
343 517 Mark 22 Pfg. Es wird beantragt, den Zuſchuß
der Stadtkaſſe (lt. Voranſchlag 353.750 Mark) auf 343 517
Mark 22 Pfg. feſtzuſetzen.
VI. Krankenhauskaſſe. Die Ausgaben betra=
gen
368 617 Mark 55 Pfg., die Einnahmen 301 646 Mark
91 Pfg. Hiernach erſcheinen ungedeckt 66970 Mark 64 Pfg.
Dieſer Summe ſind zuzuſetzen: 1. der unverwendet geblie=
Mombergerſchen Stiftung von 3536 Mark 36 Pfg., 2. des=
gleichen
des Schleußnerſchen Vermächtniſſes mit 151 Mark
zuſ. 4272 Mark 86 Pfg. Es ſind ſomit im ganzen zu decken
71243 Mark 50 Pfg. Es wird beantragt Feſtſetzung des
Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf 71 243 Mark 50 Pfg. ( ge=
gen
118918 Mark 1 Pfg. im Vorjahr und 124000 Mark
nach dem Voranaſchlag für 1909).
VII. Armenkaſſe. Die Ausgaben betragen
371674 Mark 4 Pfg., die Einnahmen 162871 Mark 53 Pfg.
Es erſcheinen hiernach ungedeckt 208 802 Mark 51 Pfg. Es
wird Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf
208 802 Mark 51 Pfg. gegenüber den voranſchlagsmäßigen
208 500 Mark beantragt.
VIII. Pfandhauskaſſe. Die ordentlichen Ein=
nahmen
betragen 20961 Mark 23 Pfg., die ordentlichen
Ausgaben 17686 Mark 66 Pfg. Verglichen, erſcheint eine
Mehreinnahme von 3274 Mark 57 Pfg., welcher Betrag
an die Stadtkaſſe, ſtatt des vorgeſehenen Zuſchuſſes von
4200 Mark abzuliefern iſt. Die außerordentlichen Ein=
nahmen
betragen 192688 Mark 10 Pfg., die außerordent=
lichen
Ausgaben 186295 Mark 36 Pfg. Verglichen, er=
Die Rößlerſtraße, zwiſchen Landwehrſtraße und ſcheint eine Mehreinnahme von 6392 Mark 74 Pfg., die
Weiterſtädterweg, ſoll nach Beſchluß der Tiefbau=Depu= dem Vermögensfonds der Stadtkaſſe zu überweiſen iſt. Es
wird beantragt: 1. Feſtſetzung des an die Stadtkaſſe abzu=
2. Ueberweiſung des außerordentlichen Ueberſchuſſes von
6392 Mark 74 Pfg. an den Vermögensfonds der Stadt=
kaſſe
.
IX. Grunderwerbskaſſe. Die Ausgaben für
die Verwaltung betragen 173067 Mark 12 Pfg., die Ein=
referiert
Stadtv. Henrich. Die vorläufigen Handbuchs= nahmen für die Verwaltung 18556 Mark 31 Pfg. Ver=
glichen
, erſcheint eine Mehrausgabe von 154510 Mark
81 Pfg. Dieſer Mehrausgabe iſt zuzuſetzen der Betrag
der Ausſtände mit 28 Mark 69 Pfg. Ergibt eine Geſamt=

mehrausgabe von 154539 Mark 50 Pfg. Dieſer
Fehlbetrag iſt gemäß Statut aus Vermögensmitteln des
Fonds zu decken. Da derſelbe über Barmittel nicht mehr
verfügt, dagegen lt. Voranſchlag für 1910 einen in Wert=
zuwachs
der Immobilien beſtehenden Vermögensüberſchuß
von 39 434 Mark beſitzt und die inzwiſchen erfolgte Neu=
ſchätzung
einen weiteren Wertzuwachs von 300000 Mark
ergeben hat, ſo können zu Laſten der letzteren Beträge obige
154539 Mark 50 Pfg. aus Anlehensmitteln der Stadtkaſſe
in Anſpruch genommen werden. Es wird beantragt:
1. Feſtſetzung der 3½prozentigen Darlehensſchuld der
Grunderwerbskaſſe an die Stadtkaſſe, und zwar: a) zur
Beſtreitung der Verwaltungsausgaben in 1909 auf die
Summe von 154539 Mark 50 Pfg., b) für die der Grund=
erwerbskaſſe
überwieſenen, in 1909 angekauften Grund=
ſtücke
uſw. auf die Summe von 13 414 Mark 26 Pfg., ins=
geſamt
auf die Summe von 167953 Mark 76 Pfg.
X. Saalbaukaſſe. Die Ausgaben betragen
50817 Mark 9 Pfg., die Einnahmen 38339 Mark 77 Pfg.
Verglichen, erſcheint eine Mehrausgabe von 12477 Mark
32 Pfg., in welcher Höhe ein Zuſchuß aus der Stadtkaſſe
(ſtatt der veranſchlagten 12650 Mark) erforderlich iſt. Es
wird beantragt Feſtſetzung des Zuſchuſſes auf 12 477 Mark
32 Pfg.
. Straßenbahnkaſſe. Die Betriebseinnah=
men
betragen 418160 Mark 74 Pfg die Betriebsausgaben
(ohne Schuldentilgung und ohne Rücklage für den Erneue=
rungsfonds
) betragen 403998 Mark. Verglichen ergibt
eine Mehreinnahme von 14162 Mark 74 Pfg. Die Ab=
ſchreibungen
an den Anlagewerten berechnen ſich für 1909
auf 64498 Mark 24 Pfg. Es wäre mithin bei Bewirkung
der Abſchreibungen in voller Höhe ein Zuſchuß von 50 335
Mark 50 Pfg. aus der Stadtkaſſe erforderlich. Nach dem
Regulativ für die Bildung eines Erneuerungsfonds und
eines Reſervefonds bei der Straßenbahn ſind dem erſteren
ſo lange Rücklagen zuzuführen, bis er 20 Prozent des
Geſamtanlagekapitals beträgt. Das Geſamtanlagekapital
berechnete ſich am 1. April 1909 ausſchließlich des Grund=
ſtückswerts
auf 1520064 Mark 82 Pfg., 20 Prozent hier=
von
betragen 304012 Mark 30 Pfg. Der Erneuerungs=
fonds
betrug am 1. April 1909 327694 Mark 40 Pfg.
Zuſammen ſind aus Betriebsmitteln erforderlich 44640
Mark 72 Pfg. Der Ueberſchuß der Einnahmen über die
Ausgaben beträgt 14162 Mark 74 Pfg.. Der Fehlbe=
trag
von 30 477 Mark 98 Pfg. muß als Zuſchuß
aus der Stadtkaſſe in Anſpruch genommen werden gegen=
über
den veranſchlagten 60000 Mark. Es wird beantragt:
1. Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe zur
Deckung des bei Vergleichung der Betriebseinnahmen und
Betriebsausgaben ſich ergebenden Fehlbetrags auf die
Summe von 30 477 Mark 98 Pfg. 2. Feſtſetzung des zur
Deckung der außerordentlichen Aufwendungen in 1909 er=
forderlichen
Zuſchuſſes aus Anlehensmitteln der Stadt=
kaſſe
auf die Summe von 51097 Mark 5 Pfg. 3. Ab=
ſtandnahme
von der Durchführung der prozentualen Ab=
ſchreibungen
an den Anlagewerten im Betrage von 64 498
Mark 24 Pfg. 4. Entnahme der Koſten der Schuldentilgung
(17553 Mark 28 Pfg.) und der Erneuerung verſchiedener
Anlageteile (27087 Mark 44 Pfg.) aus den Betriebsein=
nahmen
.
XII. Schlachthofkaſſe. a) Schlachthof. Es wird
beantragt: 1. Ueberweiſung des Ueberſchuſſes von 5655
Mark 17 Pfg. an die Stadtkaſſe als Entſchädigung für in
früheren Jahren überhaupt nicht oder nur in geringeren
Beträgen zur Ablieferung gelangte Verwaltungskoſten=
erſätze
. 2. Verwendung der Abſchreibungsmittel von
24050 Mark 24 Pfg. mit 10 423 Mark 57 Pfg. zur Schulden=
tilgung
und mit dem Reſtbetrag von 13 626 Mark 67 Pfg.
zur Abführung an den als Schlachthofbaufonds zurückge=
ſtellten
Erneuerungsfonds. b) Fleiſchbeſchau. Es wird
beantragt: Deckung des Fehlbetrages von 1304 Mark
93 Pfg.
XIII. Kaſſe des Hallenſchwimmbades.
Die Betriebsausgaben (ohne Schuldentilgung) betragen
111909 Mark 85 Pfg., die Betriebseinnahmen betragen
69 121 Mark 85 Pfg. Mithin Wenigereinnahme
42 788 Mark. Dieſem Betrage gehen die Abſchreibungen
an den Anlagewerten zu mit 12511 Mark 38 Pfg. Ergibt
einen Fehlbetrag von 55 299 Mark 38 Pfg. (gegen voran=
ſchlagsmäßige
42000 Mark), der durch einen Zuſchuß aus
der Stadtkaſſe in gleicher Höhe zu decken iſt. Es wird be=
antragt
: 1. Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe
auf 55 299 Mark 38 Pfg. 2. Verwendung der Abſchreibun=
gen
von 12511 Mark 38 Pfg. zur Schuldentilgung mit
9737 Mark 85 Pfg. und mit 2773 Mark 53 Pfg. zur Ueber=
führung
als Erneuerungsfonds in das Rechnungsjahr
1910.
XIV. Knaben=Arbeitsanſtaltskaſſe. Die
Ausgaben betragen 20704 Mark 58 Pfg., die Einnahmen
19075 Mark 97 Pfg. Verglichen, erſcheint eine Mehraus=
gabe
von 1628 Mark 61 Pfg. Die aus der Stadtkaſſe er=
forderliche
Zuſchußleiſtung ſtellt ſich auf 3028 Mark 61 Pfg.,
ſtatt des in dem Voranſchlag vorgeſehenen Zuſchuſſes von

4900 Mark.
XV Uneinbringliche und niedergeſchlas
gene Poſten. Infolge nachgewieſener Zahlungs=
unfähigkeit
uſw. ergaben ſich uneinbringliche Poſten: 1. beider
Stadtkaſſe im Geſamtbetrage von (darunter Gemeinde=
und Lokalkirchenſteuer 68614 Mark 81 Pfg.) 71508 Mark
63 Pfg., 2. bei der Elektrizitätswerkskaſſe 254 Mark 67 Pfg.,
3. bei der Gaswerkskaſſe 729 Mark 29 Pfg., 4. bei der
Waſſerwerkskaſſe 116 Mark 10 Pfg., 5. bei der Kranken=
hauskaſſe
701 Mark 35 Pfg., 6. bei der Schlachthofkaſſe
96 Mark, 7. bei der Grunderwerbskaſſe 419 Mark 93 Pfg.,
zuſammen 73825 Mark 97 Pfg. Es wird beantragt, die
Niederſchlagung und ausgäbliche Verrechnung dieſer Po=
ſten
von zuſammen 73825 Mark 97 Pfg. gutzuheißen, vor=
behaltlich
der noch vorzunehmenden Prüfung der Verzeich=
niſſe
über uneinbringliche Gemeinde= und Kirchenſteuern.
XVI. Liquidierte Ausſtände. Die Ausſtände
betragen: 1. bei der Stadtkaſſe (einſchließlich 538. Mark
43 Pfg. Lokalkirchenſteuer) 20855 Mark 67 Pfg., 2. bei der
Elektrizitätswerkskaſſe 139 Mark 80 Pfg., 3. bei der Gas=
werkskaſſe
659 Mark 14 Pfg., 4. bei der Waſſerwerkskaſſe
1106 Mark 42 Pfg., 5. bei der Krankenhauskaſſe 585 Mark
15 Pfg., 6. bei der Grunderwerbskaſſe 28 Mark 69 Pfg.,
zuſammen 23374 Mark 87 Pfg. Es wird Genehmigung
zur Liquidation dieſer Beträge beantragt.
XVII. Vorlagen. Die im Rechnungsjahr 1909
unerſetzt gebliebenen und in das Rechnungsjahr 1910 zu
übertragenden Vorlagen bei der Stadtkaſſe betragen lt.
beſonderer Nachweiſung nebſt Erläuterung 757757 Mark
26 Pfg.
Sämtliche Abſchlüſſe werden genehmigt.

Die Rechnung der Großh. Realgym=
naſialkaſſe
für 1909,
deren Abſchluß bereits in einer früheren Sitzung guts
geheißen worden war, liegt zur Genehmigung vor.
Sie ſchließt mit einem ſtädtiſchen Zuſchuß von 74 145,98
Mark und einem Staatszuſchuß von 58.202,57 Mark
ab und wurde von dem Finanz=Ausſchuß gutgeheißen.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Nummer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Nach dem Referat des Stadtv. Dr. Nöllner auch von
der Verſammlung.

Verwiegeordnung.
Das Großh., Polizeiamt hat den Entwurf einer
Verwiegeordnung für amtliche Verwiegungen im ſtädt.
Schlachthof zur Beſchlußfaſſung vorgelegt. In dieſer
Verwiegeordnung iſt neben dem Erlaß eines Verbotes,
andere als die amtlichen Wagen zu benutzen, auch die
Gebührenpflicht für Verwiegungen feſtgeſetzt und Zu=
widerhandlungen
gegen die Beſtimmungen der Ver=
ordnung
unter Strafe geſtellt worden. Die Schlacht=
hof
=Deputation hat den Entwurf gutgeheißen. Nach
dem Referat des Stadtv. Henrich ſtimmt die Ver=
ſammlung
zu.
Stromlieferung an die Eiſenbahn=
verwaltung
.
In dem zwiſchen der Stadt und der Eiſenbahnver=
waltung
abgeſchloſſenen Vertrag wegen Verſorgung
der Eiſenbahnanlagen mit elektriſchem Strom durch
das ſtädtiſche Elektrizitätswerk war die Abgabe von
Strom zum Laden von Triebwagen einer beſonderen
Vereinbarung vorbehalten worden. Die Eiſenbahn=
Direktion beabſichtigt, mit Eröffnung des neuen Häupt=
bahnhofs
, vielleicht auch ſchon früher, zur Bewältigung
eines Teils des hieſigen Vorortsverkehrs vorausſicht=
lich
drei Akkumulatoren=Triebwagen einzuſtellen und
den erforderlichen Strom von der Stadt zu beziehen.
Es handelt ſich hierbei neben der durch den beſtehenden
Vertrag feſtgelegten Stromentnahme um eine weitere
Entnahme von zunächſt 235000 Kilowatt=Stunden. Die
Bürgermeiſterei ſchlägt mit Zuſtimmung der Elektrizi=
tätswerks
=Deputation und des Finanzausſchuſſes vor,
ſich zur Uebernahme dieſer weiteren Stromlieferung
zu einem angemeſſenen, im Anſchluß an die in dem be=
ſtehenden
Stromlieferungsvertrag feſtgeſetzten Preiſe
berechneten Durchſchnittspreis bereit zu erklären. Die
Verſammlung erklärt nach dem Referat des Stadtv.
Göbel ihr Einverſtändnis.

Aufhebung von Zinsverpflichtungen.
Infolge nachgewieſener Rentabilität ſollen die fol=
genden
Zinsverpflichtungen aufgehoben werden: a) der
Herren Wolf und Darmſtädter für die Koſten der
Kabellegung in der Hobrechtſtraße, b) des Herrn Hill=
gärtner
für desgleichen in der Eſchollbrückerſtraße
und e) des Herrn Darmſtädter für die Koſten der
Waſſerleitung im Grünen Weg und in der Hobrect=
ſtraße
. Die Elektrizitätswerks= und die Waſſerwerks=
Deputation haben zugeſtimmt. Dasſelbe tut die Ver=
ſammlung
. Referenten Stadtvv. Kalbfuß und
Saeng. Auf Vorſchlag des Vorſitzenden wird be=
ſchloſſen
, derartige Sachen in Zukunft in den Depu=
tationen
zu erledigen und nicht vor das Plenum zu
bringen, ſofern nicht beſondere Gründe das Gegenteil
erforderlich machen.
Entwäſſerung der Wagenhalle am
Böllenfalltor.
Wegen des Eindringens von Grundwaſſer in das
Keſſelhaus der Wagenhalle am Böllenfalltor muß ein
Sickerkanal angelegt werden. Elektrizitätswerks= Depu=
tation
und Finanz=Ausſchuß haben die Herſtellung, die
durch Notſtandsarbeiter vorgenommen werden ſoll, gut=
geheißen
. Referent Stadtv. Dr.=Ing. Heyd.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.

Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 24. Nov. Auf der Tagesordnung
ſteht zunächſt die Wahl eines zweiten Vize=
präſidenten
. Es wurden insgeſamt 311 Stimmzettel
abgegeben, von denen 68 weiß, das heißt unbeſchrieben
waren. Von den 243 gültigen Stimmen entfielen 186
auf Schultz (Reichspartei), 52 auf Singer (Soz.),
während fünf zerfplittert waren. Schultz iſt ſomit
gewählt und nimmt die Wahl dankend an.
Darauf wird die Beſprechung der Interpella=
tion
, betreffend die Nahrungsmittel=
bezw
. Fleiſchteuerung fortgeſetzt. Abg. Dr.
Wiemer (Fortſch. Vgg.): Vor zwei Jahren erhielten
wir auf die gleiche Anfrage Verſprechungen, die aber
nicht erfüllt worden ſind. Jetzt ſtellen ſchon die Kon=
ſervativen
eine Interpellation wegen dieſer Mißſtände.
Unſere geſamte Lebenshaltung, nicht nur die Nahr=
ungsmittel
, ſind durch die beſtehende Politik verteuert
worden. Selbſt der König von Sachſen hat die Wirk=
ung
dieſer Politik an ſeinem Haushalt bemerken müſ=
ſen
. Viel ſchwerer leiden natürlich der Mittelſtand
und die Arbeiter. Eine plötzliche Abkehr von der jetzi=
gen
Politik iſt natürlich nicht möglich, ſondern nur
eine ſchrittweiſe Aufhebung der Zölle, nicht nur der
landwirtſchaftlichen, ſondern auch der induſtriellen.
Das in der offiziöſen Preſſe verſprochene Entgegen=
kommen
in der Bekämpfung der Teuerung iſt geſtern
in der Rede des Miniſters nicht aufrecht erhalten wor
den. Jede wirkſame Bekämpfung der Seuchengefahr
werden wir ſtets unterſtützen. Nach unſeren Feſtſtel=
lungen
iſt die Gefahr aber nicht ſo groß, wie hier ge=
ſagt
worden iſt; ſo ſind Holland und Schweden frei von
der Maul= und Klauenſeuche. Notwendig iſt eine
Milderung des Fleiſchbeſchaugeſetzes. Vor allem muß
für billigere Futtermittel geſorgt werden. Als Abhilfe
gegen die fortdauernde Teuerung iſt auch die Förder=
ung
der inneren Koloniſation zu empfehlen. (Sehr
richtig! rechts.) Vorwärts können wir nur kommen, wenn
die Junkerpolitik erſetzt wird durch die Bauernpolitik.
Sehr richtig! rechts, lebh. Beif. links.) Abg. Paa=
ſche
(natl.): Die Preiſe ſind tatſächlich hoch geworden
und treffen den Konſumenten ſchwer. Man ſollte das
aber nicht ausnutzen, um unſere bewährte Wirtſchafts=
politik
umzuwerfen. Auch in England, im Lande des
Freihandels, klagt man über eine Vertenerung der
Lebensmittel. Alle Produktionskoſten ſind gewachſen.
Die. Landwirtſchaft tut in der Viehproduktion das
Mögliche. Wir können ſtolz darauf ſein, namentlich
auf die kleinen und mittleren Beſitzer (Sehr richtig!);
deren mühſame Arbeit müſſen wir gegen die Seuchen=
gefahr
ſchützen. Dieſe Arbeit iſt tatſächlich mühſam,
und vor ihr ziehen die jüngeren Arbeiter in die Stadt.
Die heimiſche Produktion muß ſo geſtaltet werden, daß
ſie auch in Zukunft den deutſchen Markt zu verſorgen
vermag. Den Aufſchwung, welchen unſere Wirtſchafts=
politik
geſchaffen hat, wollen wir uns erhalten. Not=
ſtandspreiſe
können unſerer Landwirtſchaft nichts
nützen. (Beifall rechts und in der Mitte.) Abg. Frei=
herr
v. Gamp (Reichspartei): Wir wollen ſtabile,
nicht hohe Preiſe. Bei internationalem Fleiſchmangel
nützt auch die Oeffnung der Grenzen nichts. Die Mit=
tel
, die der Teuerung begegnen ſollen, dürfen jeden=
falls
nicht die Landwirtſchaft gefährden. Daß die Pro=
duktionsnebenkoſten
, wie die Gebühren für die von
der Linken geforderte Fleiſchbeſchau, den Konſumenten
aufgebürdet werden, iſt ſelbſtverſtändlich. Andererſeits

iſt die letzte Futtermittelernte in weiten Gebieten
Deutſchlands durch Regenwetter minderwertig gewor=
den
. Die Einbringung eines Fideikommißgeſetzes iſt
notwendig, um den kleinen Beſitz zu fördern. Ein
Antrag ſelbſt auf ſchrittweiſe Abſchaffung der Zollpoli=
tik
würde auch von den Freiſinnigen abgelehnt wer=
den
. Der deutſche Bauer iſt viel zu klug, als daß er
nicht ſeine wahren Freunde erkennen würde. (Lebh.
Beifall rechts.) Abg. Fürſt Radziwill (Pole):
Jedenfalls herrſcht in weiten Kreiſen das Gefühl, daß
ſeit geraumer Zeit eine außerordentliche Fleiſchteuer=
ung
beſteht, die zu einer allgemeinen Volkskalamität
ausarten könnte. Wir haben dieſe Erſcheinung mit
großer Unruhe verfolgt, da auch das durch uns ver=
tretene
polniſche Volk ſchwer leidet. Nicht nur die
Arbeiter, ſondern auch weite Schichten des Mittelſtan=
des
müſſen ihren Fleiſchkonſum einſchränken. Abg.
Trimborn (Zentr.) tritt als Vertreter einer der
größten Städte für die beſtehende Wirtſchaftspolitik
ein. Die Fleiſchteuerung ſei nicht größer, als in frü=
heren
Jahren. Das gilt namentlich auch vom Schweine=
fleiſch
. Von Fleiſchwucher zu ſprechen, ſei geradezu
dumm. So lange noch keine Gewißheit über den Er=
folg
der einzuſchlagenden Maßnahmen beſteht, können
wir in unſere Geſetzgebung keine Breſche ſchlagen. War=
um
öffnet man die franzöſiſchen Grenzen nur für
Süddeutſchland? Norddeutſchland muß durch die Ein=
fuhr
holländiſchen Viehes entſchädigt werden. Für die
Hebung des Viehſtandes wäre die Melioration der un=
endlichen
Moorflächen und deren Umwandlung in
Wieſen von grißter Bedeutung.
Staatsminiſter Frhr. v. Schorlemer=Lieſer
tritt der Forderung, die holländiſchen Grenzen zu
öffnen, entgegen. Holland iſt an einzelnen Stellen
nicht ſeuchenfrei und würde auch nicht in der Lage ſein,
ſo viel Vieh abzugeben, daß die Einfuhr auf die Fleiſch=
preiſe
in Deutſchland von Einfluß ſein würde. Der
eventuelle Preisrückgang würde auch nur vorüber=
gehend
ſein. England hat übrigens ſeine Grenzen
ebenfalls gegen Holland geſperrt (hört! hört!), trotzdem
es über 50 Prozent ſeines Fleiſchbedarfes vom Aus=
land
bezieht. Wegen der jetzigen Fleiſchteuerung iſt in
Deutſchland noch kein Kind weniger zur Welt gebracht
worden. Es gibt, wie man ſagt, Leute, die Kinder
nicht nur als ein Glück und als Gottes Segen anſehen,
ſondern als Laſt. Die deutſche Landwirtſchaft ſteht
dieſer Anſchauung aber fern. Jedenfalls haben wir
keinen Anlaß zu neuer Beunruhigung. (Bravo!)
Abg. Werner (Rſpt.) fordert die Herabſetzung
der Schlachtgebühren in den großen Städten. Abg.
Röſicke (konſ.) warnt die Regierung, den notwen=
digen
Ring zum Schutz der deutſchen Viehproduktion
zu durchbrechen. Deutſchland müſſe ſeinen Fleiſchkon=
ſum
ſelbſt decken können, und wir werden jedenfalls
unſere Produktion erhöhen müſſen. Vor einem Welt=
fleiſchtruſt
könne Deutſchland nur eine ſtarke eigene
Produktion ſchützen. (Bravo! rechts.)
Darauf wird ein Vertagungsantrag angenommen.
Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr. Schluß 7.45 Uhr.

* Berlin 24. Nov. Der Seniorenkon=
vent
des Reichstages trat vor der Plenarſitzung
zuſammen, um über den Geſchäftsgang für die Zeit bis
zu den Weihnachtsferien zu beraten. In dieſer Woche
ſollen die vorliegenden Interpellationen, mit Aus=
nahme
derjenigen, betreffend die Bekämpfung der Reb=
ſchädlinge
, zur Erledigung kommen. Am Montag ſoll
das Schiffahrtsabgabengeſetz zur erſten Beratung ge=
langen
, dann das weitere noch vorliegende Material,
das Kurpfuſchereigeſetz in erſter, das Arbeitskammer=
geſetz
und die Strafprozeßordnung in zweiter Leſung.
Dieſes Material hofft man bis zum 7. Dezember auf=
zuarbeiten
; am 9. Dezember ſoll die erſte Leſung des
Etats beginnen. Späteſtens am 15. Dezember werden
wie man annimmt die Weihnachtsferien anfangen.

Militäriſches.
Durch Verfügung des Kriegsminiſteriums iſt
eine Vorſchrift über die Zahlmeiſter=Laufbahn in der
preußiſchen Armee herausgegeben worden. Als An=
wärter
für den Zahlmeiſterdienſt werden nur aktive
Unteroffiziere (auch überzählige) zugelaſſen, die 1. als
Einjährig=Freiwillige eingetreten und nach ihrem
Dienſtjahre noch ein weiteres Jahr Frontdienſt gelei=
ſtet
, oder 2. das wiſſenſchaftliche Befähigungszeugnis
für den einjährig=freiwilligen Dienſt beſitzen und zwei
Jahre Frontdienſt getan haben, oder 3. ohne im Beſitz
des einjährig=freiwilligen Zeugniſſes zu ſein, 3 Jahre
Frontdienſt abgeleiſtet haben und den Nachweis ihrer
Vorbildung durch eine abzulegende Prüfung erbringen.
Die Anwärter dürfen nicht über 25 Jahre alt ſein;
Dauer der Ausbildung beträgt 3¼ Jahr.

Luftſchiffahrt.
* Kiel, 23. Nov. Das neue Luftſchiff Suchard
der Münchener Luftſchiffahrts=Geſellſchaft zur Aus=
führung
einer transatlantiſchen Flugexpedition
kommt im Dezember nach Kiel, um Probe= und Vor=
bereitungsflüge
auf dem Meere zu unternehmen. Der
8000 Kubikmeter faſſende Ballon hat eine Gondel in
Form eines Motorbootes, die als ſolches beim Nie=
derſinken
ins Waſſer benutzt wird. Die Beſatzung be=
ſteht
aus 7 oder 8 Perſonen. Die Expedition wird
im Januar oder Februar von den Azoren den Auf=
ſtieg
zum Ueberlandflug antreten. Die Kieler Luft=
ſchiffhalle
in Nordmark wird während ſeiner Uebungs=
flüge
als Stützpunkt dienen. Bei der Nähe des
Meeres iſt Kiel ganz beſonders zu ſolchen Zwecken
geeignet.
Sport.
sr. Schachkampf Dr. Lasker= Jan=
nowski
. Die ſechſte Partie in dem Schachkampf um
die Weltmeiſterſchaft wurde am Mittwoch beendet und
im 67. Zuge als remis erklärt. Der Stand iſt nun=
mehr
: Dr. Lasker 3, Jannowski 0, remis 3.

Literariſches.
Die luſtige Frau Regine. Novellen und
Skizzen von W. Heimburg. Geh. 3 Mark, elegant
geb. 4 Mark. Das Erſcheinen eines neuen Buches
von W. Heimburg, die zweifellos zu den liebenswür=
digſten
und beliebteſten unſerer Schriftſtellerinnen
zählt, bildet für die leſende Frauenwelt immer ein Er=
eignis
. Die oben angekündigte Buchausgabe bedarf
daher keiner beſonderen Anpreiſung; ſie wird gleich
ihren Vorgängerinnen freudige Aufnahme finden als
Erſcheinung, welche über die Tagesliteratur hinaus=
ragt
. Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Stuttgarr.
Die Zwillinge und das Anhängſel.
Eine Erzählung für junge Mädchen vonLuiſe Glaß.
Mit ſechs Vollbildern von Karl Schmauk. Stuttgart,
Verlag von Levy u. Müller. Eleg. geb. 4,50 Mark.

Wer die friſche Schreibweiſe der Verfaſſerin kennt,
wird von vorneherein wiſſen, daß er es hier mit keinem
alltäglichen Ereignis zu tun hat. In der Tat kann
jungen Mädchen kaum ein intereſſanteres Buch in die
Hand gegeben werden, als dieſe aus fein beobachtender
Künſtlerſeele gefloſſene Erzählung. Lebendig und
humorvoll führt ſie ein Zwillingspaar vor, das ſich mit
dem grotesken Trotz der Backfiſchjahre der Aufnahme
einer elternloſen Couſine, des Anhängſels, in die
kinderreiche Familie widerſetzt. Was im einzelnen
alles geſchieht, lieſt ſich beſſer im Buche ſelbſt, das ſo
viele Schönheiten bietet, daß die Leſerinnen mit dem
jungen Herzen von der erſten Seite bis zur letzten in
atemloſer Spannung gehalten werden und das Buch
hochbefriedigt aus der Hand legen.
Freddy und ſeine Freunde. Eine Ge=
ſchichte
für Kinder von Luiſe Koppen. Mit drei
Vollbildern. Stuttgart, Verlag von Levy u. Müller.
Preis elegant geb. 3 Mk. Die Verfaſſerin dieſes Bu=
ches
iſt in der kindlichen Anſchauungsweiſe daheim
und beherrſcht die kindliche Sprache in ſeltenem Maße.
Die kleinen Freuden und Leiden der Dorfjugend und
ihres Freundes Freddy, der ſich bei der Tante auf dem
Lande rote Backen holen ſoll, werden ſo reizend er=
zählt
, daß man an allem den herzlichſten Anteil nimmt.
Das prächtige Kinderbuch, das auch ſehr hübſch aus=
geſtattet
iſt, kann ganz beſonders warm empfohlen
werden.

Landtagsabgeordneter Nikolaus Reinhart 7.
*X* Ein Telegramm aus Worms meldet uns, daß
der langjährige Landtagsvertreter des Wormſer Wahl=
kreiſes
, Herr Nikolaus Andreas Reinhart, daſelbſt Don=
nerstag
nachmittag ¾3 Uhr nach langer, ſchwerer Krank=
heit
geſtorben iſt. Der Verewigte gehörte der Zweiten
Kammer ſeit dem 24. September 1878 an, iſt alſo über
32 Jahre in derſelben tätig geweſen und hat nament=
lich
auf finanzpolitiſchem Gebiet eine ſehr umfaſſende
Tätigkeit entfaltet. Dem Finanzausſchuß der Zweiten
Kammer gehörte er ſeit dem Jahre 1905 an und nach
dem Ableben des 83jährigen Abgeordneten Möllinger=
Pfeddersheim im Jahre 1906 führte er auch den Vorſitz
im Finanzausſchuß. Vorher war er Mitglied des Ge=
ſetzgebungsausſchuſſes
und der Sonderausſchüſſe für
das Wahlgeſetz und die landſtändiſche Geſchäftsordnung.
Der Verſtorbene war auch lange Jahre hindurch Mit=
glied
des Aufſichtsrats der Bank für Handel und In=
duſtrie
und parlamentariſches Mitglied der Staats=
ſchuldenkommiſſion
, welch letzteres Amt er infolge Ar=
beitsüberlaſtung
vor zwei Jahren niederlegte. Abg.
Reinhart war am 22. November 1841 in Worms ge=
boren
; er widmete ſich dem Kaufmannsſtand
und begründete nach längerer Tätigkeit im Hauſe
Cornelius Heyl im Jahre 1871 die Wormſer Lederfirma
Dörr u. Reinhart, deren Seniorchef er bis zu ſeinem
Tode war. Durch das Vertrauen ſeiner katholiſchen
Mitbürger wurde er ſchon 1873 in die Wormſer Stadt=
verordnetenverſammlung
berufen, der er ſeit demſelben
Jahre angehörte, ebenſo war er viele Jahre Vorſitzender
der katholiſchen Kirchenfabrik in Worms und langjäh=
riges
Mitglied des Kreistages und Provinzialaus=
ſchuſſes
. Dem Präſidium der Zweiten Kammer gehörte
Reinhart zuerſt als Sekretär und von 1901 bis 1905
als dritter Präſident an. Seiner politiſchen Geſinnung
nach war Reinhart nationalliberal und nach dem Rück=
tritt
des Herrn Geh. Juſtizrat Schmeel auch Vorſitzen=
er
der nationalliberalen Landtagsfraktion. Der Verſtor=
bene
offenbarte in ſeiner langen politiſchen Tätigkeit
jederzeit große Leutſeligkeit und Gewiſſenhaftigkeit und
hat ſich auch als Handelskammermitglied und in der
Wormſer Dombaukommiſſion um die Hebung ſeiner
Vaterſtadt und die allgemeine Wohlfahrtspflege ver=
dient
gemacht. In der Zweiten Kammer übte er ſtets
eine vermittelnde Tätigkeit unter den bürgerlichen
Parteien aus. Die Kunde von ſeinem Ableben wird
in allen Kreiſen des Großherzogtums mit aufrichtigem
Bedauern vernommen werden.

Aufruhr in Braſilien?
* Buenos Aires, 24 Nov. Nach einer Depeſche
aus Rio de Janeiro meuterten die Mannſchaf=
ten
der meiſten Schiffe der Flotte geſtern abend. Es
ſcheint ſich um Inſubordination ohne politiſchen Cha=
rakter
zu handeln. Die ſtreng durchgeführte Zenſur
verhindert, weitere Nachrichten zu erhalten.
* London, 24. Nov. Wie ein hieſiges Blatt mel=
det
, erhielt die braſilianiſche Geſandtſchaft
von ihrer Regierung die Meldung, wonach der Aufruhr
in Rio de Janeiro keinen politiſchen Charakter
trage. Die Mannſchaften eines im Hafen von Rio de
Janeiro liegenden Dreadnoughts meuterten gegen die
Offiziere. Von der Regierung ſind alle Maßnahmen
zur Unterdrückung der Bewegung getroffen worden.
London, 24. Nov. Ein hieſiges Blatt ver=
öffentlicht
Privatmeldungen, wonach die Lage in
Rio de Janeiro bedenklich ſei. Das Geſchäft
ſtockt. Es ſeien jedoch zwiſchen den Seeoffizieren, die
ſich an Land befinden ſollen, und den Meuterern Ver=
handlungen
im Gange.
* Rio de Janeiro 24. Nov. Zu der revo=
lutionären
Bewegung im hieſigen Hafen wird
gemeldet, daß die Mannſchaften zweier Kriegsſchiffe
gemeutert und die Offiziere ermordet haben. Sie ver=
langten
Solderhöhung und Abſchaffung der körper=
lichen
Züchtigungen. Auf die Stadt wurden einige
Kanonenſchüſſe abgegeben; genauere Einzelheiten feh=
len
noch.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Wildpark, 24. Nov. Der Kaiſer iſt heute früh
nach 8 Uhr nach Schleſien abgereiſt.
* Berlin, 24. Nov. In London verhaftet wurde
der Wechſelſchieber Laekerſteen, der zu Beginn des Jahres
1910 bei den Schwindeleien gegen den Prinzen Franz
Joſeph von Braganza in Berlin die Rolle des amerikani=
ſchen
Multimillionärs Vanderbilt geſpielt hatte.
* Breslau 24. Nov. Der Kaiſer traf heute nach=
mittag
225 Uhr mittels Sonderzuges hier ein und ſetzte
nach einem Aufenthalt von 10 Minuten die Reiſe nach
Overſchleſien fort.
* Koswig, 24. Nov. Der Sägewerksbeſitzer Aug.
Opitz, Mitglied der Handelskammer, iſt auf der Jagd
tödlich verunglückt. Er kam beim Beſteigen des
Wagens dem Abzug des Gewehres zu nahe. Die Waffe
entlud ſich, die Kugel drang ihm durch die Schläfe, ſſo
daß Opitz ſtarb.
* Brüſſel, 24. Nov. Nach einem heute früh 9 Uhr aus=
gegebenen
Krankheitsbericht verbrachte die Königin die
Nacht etwas weniger ruhig. Die reſpiratoriſchen Symp=
tome
waren heute von neuen Krankbeitserſcheinungen be=

[ ][  ][ ]

Nummer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1916

Seite 7.

gleitet, die ſich als Scheimſeder charateriſteren, deſen
Verlauf aber gutartig zu ſein ſcheint.
* Petersburg, 24. Nov. Heute nachmittag ſammelten
ſich auf dem Newskiproſpekt zwiſchen der Kaſan=Kathedrale
und der Polizeibrücke einige tauſend Studenten und
Studentinnen, wodurch der Verkehr geſtört wurde.
Ein zufällig vorbeimarſchierendes Infanterie=Regiment, ſo=
wie
Koſakenſotnien drängten die Menge in die angrenzen=
den
Straßen. Berittene Polizei verſperrte die Zugänge
zu dem Newskiproſpekt. Die Menge verlief ſich allmäh=
lich
, beſonders, da durch Abſperrung der Nikolausbrücke
der Zuzug von Studenten aus Waſſili=Oſtrow verhindert
wurde. An verſchiedenen Stellen griff berittene Polizei
mit der blanken Waffe ein, und drängte die Menge zum
Rikolaibahnhof zurück. Am Anitſchkow=Palais ſang die
Menge das Lied Ewiges Angedenken und den Trauer=
marſch
. Einige Verletzungen ſind vorgekommen. Die
Ruhe iſt vollkommen wieder hergeſtellt.

H.B. Berlin, 24. Nov. Die Leiche des ſeit dem
1. Oktober vermißten Studenten Paul Reh=
berg
iſt heute vormittag gegen 11 Uhr am Burgwald
in Spandau aus der Havel gezogen worden. Die
Leiche weiſt eine Stichwunde im Nacken auf. Trotzdem
ſind die Behörden nicht geneigt, an ein Verbrechen zu
glauben, nehmen vielmehr an, daß Rehberg ins Waſſer
gefallen und ertrunken iſt und daß die Verletzung der
Leiche etwa durch einen Schiffshaken beigebracht wor=
den
iſt.
H.B. Dresden, 24. Nov. Heute früh hat in der
Villa des Oberregierungsrats O. Weiſe ein Kampf
zwiſchen einem Einbrecher und der Gattin des
Villenbeſitzers ſtattgefunden. Der Einbrecher wurde
ſchließlich von der Frau mit Hilfe einer hinzu gekom=
menen
anderen Frau überwältigt. Während nach der
Polizei geſchickt wurde, zog der Einbrecher einen Re=
volver
und tötete ſich durch einen Schuß in den
Kopf. Bei dem Toten wurde zahlreiches Einbruchs=
werkzeug
gefunden.
H.B. Petersburg, 24. Nov. Großes Aufſehen er=
regt
hier der plötzliche Untergang der kaiſer=
lichen
Jacht Marewo. Das Schiff lag im Moik=
Kanal, dicht neben dem Gebäude der Admiralität, alſo
im Herzen der Stadt, verankert. Aus bisher unbe=
kannter
Urſache iſt es geſtern in wenigen Minuten
geſunken. Die Hebungsarbeiten wurden ſofort be=
gonnen
, doch dauerte es mehrere Stunden, bis es ge=
lang
, das Schiff wieder empor zu bringen. Die koſt=
bare
Einrichtung der Jacht iſt völlig zerſtört. Der
Marewo iſt ein altes Schiff, das 1878 erbaut wurde.
Geſchäftliches.
Eine Ausſtellung eigener Original=
modelle
feiner Pelzwaren, hat die Firma
Simmermacher & Wiegand (Atelier Wieners=
ſtraße
66) im Laden Rheinſtraße 14 (im. Hauſe
Bechtold) veranſtaltet, auf die hier beſonders hingewieſen
ſei. Näheres ſ. Inſerat in heutiger Nummer. (22808
Sessssseses

Statt Karten.

Meine Verlobung mit Frau Liesel Heinicke,
geb. Langhammer-Chemnitz, beehre ich mich
(22768
anzuzeigen.
Darmstadt, im November 1910.

Hermann Georg Stier.

Todes-Anzeige.
Nach langem Leiden iſt Mittwoch, den
23. November, ¾9 Uhr abends, unſere liebe
Tante
(22798
Fräulein
Caroline Bechstatt
im 83. Lebensjahre ſanft entſchlafen.
Die Beerdigung findet Samstag, den
26. November, vormittags 11¼ Uhr, vom
Trauerhaus, Annaſtraße 3 aus, ſtatt.
Im Namen der Familie:
Karl Braun,
Geheime Oberbergrat.
Darmſtadt, den 24. November 1910.

Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute mittag 1½ Uhr meinen Mann (*28844
Ludwig Schwab
nach langem, qualvollem Leiden, verſehen mit
den hl. Sterbeſakramenten, zu ſich zu nehmen.
Roſalie Schwab, geb. Budnick,
nebſt Kinder u. Großkinder.
Darmſtadt, den 24. November 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, 26. Novbr.,
nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle
des Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer unvergeßlichen Pflege=
mutter
, Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(22810
Frau Henriette Freitag
geb. Degen
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden und für
die troſtreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Weiß=
gerber
, ſagen wir hiermit Allen unſeren herzlichſten
Dank.
Familie Keller,
Familie Dieffenbach.
Darmſtadt, den 24. November 1910.

Unentgeltliche ärztliche Beratungsſtelle
für Säuglingspflege, Heinheimerſtraße 21.
Sprechſtunden: Montags und Donnerstags 1011 Uhr,
Dienstags und Freitags 4½5½ Uhr.

Heute entschlief sanft unser
inniggeliebter, treubesorgter Gatte
und Vater
(22850
Hofrat
Friedrich Kofler
Ritter hoher Orden.
Frau Anna Elisabeth Kofler
geb. Thorndike.
Celeste Kofler.
Darmstadt, den 23. Novbr. 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, 26. No-
vember
, nachmittags 3¼ Uhr, vom
Sterbehause, Wilhelmstrasse 32 aus, statt.
Einsegnung ½ Stunde vorher.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Das
nordöſtliche Hochdruckgebiet hat ſich über Deutſchland
ausgebreitet, ſo daß nordöſtliche Winde über Nacht
eingetreten ſind. Daher herrſcht jetzt überall Froſt
von 34 Grad Kälte. In Oſtdeutſchland fällt unter
dem Einfluß einer Zyklone Schnee. Da die weſtliche
Zyklone nur wenig oſtwärts vordringt, bleibt unſer
Gebiet im Bereiche hohen Druckes.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 25. Novem=
ber
: Zeitweiſe heiter, Froſt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): Suſannens Ge=
heimnis
, hierauf Brüderlein fein
Feſteſſen des Heſſiſchen Automobil=Klubs um 9 Uhr
im Britannia=Hotel.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um 5 Uhr im Kölniſchen Hof
Konzert um 7 Uhr auf Schuls Felſenkeller.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 26. November.
Pferd=Verſteigerung um 4 Uhr (Zuſammenrunft
auf dem Marktplatz).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Nummer 277.

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Mk 277.

Freitag, 25. November.

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Seite 10.

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Freitaa, den 25. November 1910.
64. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement D 17.
Feſt=Vorſtellung.
Zur Feier des Allerhöchſten Geburts=
feſtes
Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs.
Zum erſten Male:
Suſannens Geheimnis.
Intermezzo in 1 Akt nach dem Franzöſi=
ſchen
von Eurico Golisckani. Deutſch von
Max Kalbeck. Muſik von Ermanno Wolf=
Ferrari.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Graf Gill .
. Hr. Weber
Die Gräfin, ſ. Gemahlin Fr. Speiſer=
Suchanek
Sante, Diener . . . Hr. Riechmann
Ort der Handlung: Piemont.
Zeit: Gegenwart.
Hierauf:
Brüderlein fein.
Alt=Wiener Singſpiel in einem Aufzug von
Julius Wilhelm. Muſik von Leo Fall.
Muſikaliſche Leitung: Kapellmeiſter Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.

Perſonen:
Joſef Drechsler, Dom=
kapellmeiſter
, ehem Kom=
poniſt
und Kapellmeiſter
am Leopoldſtädter Jhe=
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Hr. Speiſer
Toni, ſeine Frau
Frl. Zeiller
Gertrud, Haushälterin
Fr. Speiſer=
Die Jugend
Suchanef
Zeit: 1810. Ort der Handlung: Ein
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Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
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Anfang 7 Uhr. Ende nach 9 Uhr.
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Sonntag, 27. Nov. 65. Ab.=Vorſt. C17.
Die Zauberflöte. Große Preiſe.
Anfang 6½ Uhr.
Montag, 28. Nov. 66. Ab.=Vorſtell. A 17.
Gedächtnisfeier für Björnſtjerne Björnſon.
Ein Falliſſement. Vorher: Pro=
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Anfang 7 Uhr.

Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt an allen
Wochentagen vormittags von 10 bis 12½
Uhr, geöffnet.

[ ][  ][ ]

Nummer 277,

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekannt machung.
Betr.: die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den photographiſchen Geſchäfts=
betrieben
an den vier letzten Sonntagen vor Weihnachten in der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns veranlaßt, die für die vier letzten Sonn=
tage
vor Weihnachten gültigen Vorſchriften über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe
und in den photographiſchen Geſchäftsbetrieben nachſtehend zur allgemeinen Kenntnis
zu bringen:
I. Für die vier Sonntage vor Weihnachten, den 27. November, den 4., 11. und
18. Dezember I. Js., ſind als Beſchäftigungs= und Verkaufszeiten für die folgen=
den
Handelsgewerbszweige zugelaſſen:
1. für Bäcker die Zeit von vormittags 7 Uhr bis nachmittags 5 Uhr,
2. für Konditoren die Zeit von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 7 Uhr,
3. für Metzger und Fleiſchhändler die Zeit von vormittags 7 Uhr bis nach=
mittags
1 Uhr und nachmittags von 3 bis 7 Uhr,
4. für Milchhändler und Molkereien die Zeit von vormittags 5 Uhr bis nach=
mittags
1 Uhr und nachmittags von 6 bis 8 Uhr,
5. für Blumenhändler die Zeit von vormittags 8 bis 9 Uhr und von vor=
mittags
11 Uhr bis nachmittags 7 Uhr,
6. für alle übrigen Handelsgewerbszweige die Zeit von vormittags 11 Uhr
bis nachmittags 7 Uhr.
II. An den genannten Tagen darf im Photographengewerbe ein Betrieb nur in=
ſoweit
ſtattfinden, als an ihnen eine Beſchäftigung von Arbeitern in photographi=
ſchen
Anſtalten zugelaſſen iſt. Eine ſolche Beſchäftigung iſt erlaubt zum Zweck
der Aufnahmen, des Kopierens und des Retuſchierens von 9 Uhr vormittags
bis 5 Uhr nachmittags.
Darmſtadt, den 21. November 1910.
(22626mf
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.

Verloſung von Schuldverſchreibungen
der Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt Darmſtadt ſind heute
nachſtehende 3½=prozentige Schuldverſchreibungen auf den Inhaber durch Verloſung
zur Rückzahlung berufen worden, nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Februar 1911.
Buchſt. H Abt. I Nr. 275, 289, 328, 401, 524, 554, 590, 851, 892 à 2000 Mk.
II 8, 66, 187, 229, 410, 474, 567 à 1000 Mk.
18, 296, 330, 340, 365, 423, 510, 808 à 500 Mk.
III
. IV 11, 119, 275, 442, 691, 841, 855 à 200 Mk.
2. Rückzahlbar am 1. Juni 1911.
Buchſt. U Abt. I Nr. 43, 210, 262, 290, 358, 413, 414, 516, 561, 569, 616, 661, 705, 789,
964, 995 à 1000 Mk.
II 127, 145, 148, 160, 326, 338, 347, 409, 449, 506, 544, 640, 700,
918, 975. à 500 Mk.
III 6, 22, 124, 193, 253, 327, 356, 358, 479, 657, 719, 749, 759, 797,
846, 995 à 200 Mk.
3. Rückzahlung am 1. Juli 1911.
Buchſt. K Abt. I Nr. 49, 134, 174, 180, 397, 475, 581, 603, 640, 759, 875, 887 à 2000 Mk.
II 88, 234, 309, 337, 398, 404, 441, 648, 66), 736, 788, 921, 930, 1085,

1111, 1284, 1396, 1450, 1464, 1633, 1671, 1805, 1884, 1886, 1930,
1938, 1965, 1977 à 1000 Mk.
III 59, 92, 202, 223, 354, 357, 358, 483, 529, 634, 697, 739, 762, 830,
1055, 1152, 1153, 1260, 1372, 1458, 1477, 1587, 1599, 1677, 1763,
1796, 1873, 1962 à 500 Mk.
IV 13, 101, 142, 337, 538, 541, 556, 688, 809, 854, 916 à 200 Mk.
4. Rückzahlbar am 1. Oktober 1911.
Die Gaswerksſchuldverſchreibungen
Buchſt. A. Nr. 246, 291, 361, 435, 491, 527, 578, 850, 884, 946, 972, 1009, 1031, 1044, 1092,
1109, 1123, 1152, 1162, 1243 à 200 Mk.
Die Rückzahlung erfolgt bei unſerer Stadtkaſſe und unſerer Gaswerkskaſſe, außer=
dem
erfolgt die Rückzahlung der Schuldverſchreibungen:
des Anlehens Lit. H bei der Dresdener Bank in Berlin und deren Niederlaſſung
zu Frankfurt a. M, bei der oldenburgiſchen Spar= und Leihbank zu Oldenburg
und bei dem Bankhauſe Ephraim Myer & Sohn zu Hannover;
des Anlehens Lit. U bei den Niederlaſſungen der Bank für Handel und Induſtrie
zu Darmſtadt, Berlin und Frankfurt a. M.;
des Anlehens Lit. K bei den Niederlaſſungen der Bank für Handel und Induſtrie
zu Darmſtadt, Berlin und Frankfurt a. M., bei den Bankhäuſern Delbrück,
Leo & Co. zu Berlin, Ferdinand Sander zu Darmſtadt und Frankfurt a. M.
und bei der Deutſchen Vereinsbank, Filiale Darmſtadt, als Nachfolgerin der
Firma Ed. G. Gerſt zu Darmſtadt:
des Gaswerksanlehens Lit. A bei dem Bankhauſe Ferdinand Sander zu Darm=
ſtadt
und Frankfurt a. M.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben genannten Verfall=
terminen
auf.
Darmſtadt, den 18. November 1910.
(22797fs
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.

Weihnachtsmeſſe 1910.
Die diesjährige Weihnachtsmeſſe wird, wie ſeither, auf dem Marktplatz und
der Chriſtbaummarkt auf dem Parade= und Schillerplatz, ſowie am Schloßgraben
abgehalten.
Diejenigen hieſigen Einwohner, die Waren und Chriſtbäume feilhalten wollen,
werden aufgefordert, ſich am Freitag, den 2. Dezember, nachmittags zwiſchen 2½
und 5 Uhr, bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (im Rathaus auf dem Marktplatz) per=
ſönlich
zu melden. Nachträglich eingehende, ſowie ſchriftliche Geſuche können keine
Berück ſichtigung finden.
De Pätze zum Verkauf von Chriſtbäumen auf dem Schillerplatz, Paradeplatz
und am Schlo graben werden zuſammen unter den ſämtlichen Bewerbern verloſt.
Der Chriſtbaumverkaufsplatz an der Kreuzung der Karls= und Wilhelminenſtraße
wird am Freitag, den 2. Dezember, vormittags 12 Uhr, auf dem Stadthaus,
Rheinſtraße 18 (Zimmer Nr. 50) öffentlich verſteigert.
Die Plätze für die einzelnen Buden und Stände werden, wenn möglich, in der=
ſelben
Größe wie ſeither zugeteilt. Größere, oder mehr Plätze wie ſeither können mit
Rückſicht auf den auf dem Marktplatz verbleibenden Wochenmarkt nicht abgegeben werden.
Mit dem Aufſchlagen der Verkaufsbuden kann am Freitag, den 9. Dezember,
vormittags 8½ Uhr, mit Herrichtung der Stände für Chriſtbäume am gleichen Tage,
vormittags 10½ Uhr, nach erfolgter Ausloſung der Plätze, begonnen werden.
Die Verkäufer müſſen den erhaltenen Platz ſelbſt benutzen. Eine Vergebung des
Platzes an einen anderen Händler pp. darf ohne Genehmigung des Marktmeiſters nicht
erfolgen. Der Eigentümer der Waren oder ſein Vertreter müſſen während der Verkaufs=
zeit
ſtets am Platze anweſend ſein. Wer ſich den Anordnungen des Marktmeiſters nicht
fügt, wird von uns für die Zukunft als Verkäufer nicht mehr zugelaſſen.
Darmſtadt, den 22. November 1910.
(22776fm
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Schmitt.

Zuchtvlehmarkie in Darmſtadt.
Wegen Ausbruchs der Maul= und
Klauenſeuche in Erfelden (Kreis Groß=
Gerau) und zur Verhütung ihrer Aus
breitung hat Großh. Kreisamt Darm=
ſtadt
die Abhaltung der hieſigen Vieh=
märkte
bis auf weiteres verboten.
Darmſtadt, den 24. November 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt. (22775
Auföſung der Bardeyſchen arithmetiſchen
Aufgabenſammlung zu kaufen geſucht.
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Erp. ds. Bl.

Aufforderung

Forderungen und Anſprüche an den
Nachlaß der Meta Mathilde Schmelk
zu Darmſtadt bittet man innerhalb einer
Woche bei dem unterzeichneten Nachlaß=
pfleger
ſchriftlich anzumelden.
(22807
Darmſtadt, den 24. November 1910.
Karl Dechert,
Landgraf=Georgsſtraße 8.

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Die Rechnung der evang. Paulus=
Gemeinde Darmſtadt für 1909
liegt acht Tage lang auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten offen.
(22780
Darmſtadt, den 25. November 1910.
Der Kirchenvorſtand:
Rückert.
Antzholz=Verſteigerung Nr. I.
(Stadtwald.)
Montag, den 28. November I. Js., morgens 9½ Uhr,
werden in der Wald=Reſtauration Einſiedel an der Dieburger Straße, aus den
Diſtrikten Kühlache 19 am Brunnersweg und Hinterhecke 3 unweit des Einſiedels
verſteigert:
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zu Zaunholz, ſitzen an gut verſteinten Wegen und ſind ſehr gut abzufahren. Herr
Forſtwart Hofmann zu Darmſtadt (Hirſchlöpfe) gibt nähere Auskunft und wird
am 25. November, 9 Uhr, Einſiedel, zur Vorzeigung der Hölzer bereit ſein. (22560if
Darmſtadt, den 18. November 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

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Antje Möller.
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(Nachdruck verboten.)
17)
Mit Rolf kam ſie ſelten zuſammen; ſie floh ihn aus
einer unerklärlichen, inneren Angſt. Aber an einem Abend,
als er in der Dorfſtraße geweſen war, lauerte ſie ihm am
Grabenrande hinter dem Ellhorngebüſch auf und flüſterte
ihm in lodernder Angſt ihr Geheimnis zu.
Rolf beruhigte ſie ſogleich mit ſeinem eigenen ruhigen
Weſen. Er ſtrich ihr über das Kraushaar und über das
heiße naſſe Geſicht. Sei ſtill, meine kleine Deern, kommt
Zeit, kommt Rat. Ich habe Dich lieb, und wenn
Du erſt meine kleine Frau biſt, ſollſt Du nicht eine Träne
mehr weinen!
Langſamen Schrittes ging er die Werfte hinauf. Er
fuhr ſich mit der Hand über die Stirn, als wollte er dort
etwas verſcheuchen. Seine Augen blickten ruhig und
ſicher wie immer. Rolf Anderſen war nicht der Mann,
der ſich von ſeinen Gedanken unterjochen ließ.
Antje erhielt wieder einen Brief von Iven. In die=
ſem
Brief ſchrieb er ihr in klaren Worten, daß er ſie als
feine Braut betrachte, daß ſie ihm Heiſterneſt zu einem
Paradieſe machen ſolle.
Als Antje den Brief geleſen hatte, weinte ſie die ganze
Nacht hindurch. Sie fand aber nicht den Mut zu einer
Antwort, noch wagte ſie, ihn Rolf zu zeigen.
Heie Rehm und Trina ſtanden eines Abends lange
zuſammen an der Ecke des Hauſes, zwiſchen Düngerhau=
fen
und Stalltüx.

Sie hat neulich eine ganze Nacht geweint; ich habe
keinen Wink im Auge gekriegt, ſagte Trina.
Heie hob die geballte Fauſt und ſchüttelte ſie gegen
den unſichtbaren Feind.
Der Hund!
Ich muß der Frau die Augen aufmachen; es geht
nicht länger.
Antje, Antje! murmelte Heie mit erſtickter Stimme.
Seit dieſem Abend ging Heie Rehm meiſtens mit zu=
ſammengebiſſenen
Lippen und finſterer Stirn herum;
Trina aber ging am anderen Vormittag zu Frau
Anderſen in die Wohnſtube und ſprach mit der Frau in
leiſer, bedeutſamer Weiſe.
Frau Martjen war einen Augenblick ſprachlos. Dann
beſann ſie ſich. Ach, mein Magen! Aber iſt ja kein Wun=
der
, der Aerger frißt einen rein auf. Ja, daß etwas nicht
in Ordnung war, habe ich ſchon lange gemerkt. Und dann
zu ſolch ungelegener Zeit, wo die Ernte vor der Tür ſteht!
Behalten kann ich ſie doch nicht, wenigſtens nicht lange
mehr. Mit wem hat ſie ſich denn eigentlich eingelaſſen?
Trina zuckte die Schultern.
Natürlich Heie Rehm, rief die Frau. Ich habe wohl
geſehen, was für verliebte Augen er machte, wenn er
ſie ſah.
Nein, unſ' Frau, verſicherte Trina. Da nehme ich
Gift auf, daß er es nicht iſt.
Sollte es einer von den anderen ſein? Aber Peter
iſt zu döſig, Nahwer Reimer hat Frau und Kinder, und
Friech nein, der iſt ja rein noch der dumme Junge.
Ich glaube auch nicht, daß Antje ſich mit einem
Knecht eingelaſſen hätte; dazu iſt ſie zu fein.

Du meinſt doch nicht etwa
Trina nickte.
Ach, mein Magen! Nein, das hätte ich mein Lebtag
nicht gedacht, daß Iven ſich ſo weggeworfen hätte. Aber
er machte ſchon ſolche merkwürdigen Andeutungen in
ſeinem letzten Briefe.
Ich glaube nicht, unſ Frau, daß es Iven iſt, ſagte
Trina. Sie wandte ſich zum Hinausgehen.
Dann hat ſie eine Liebſchaft außer dem Hauſe, rief
Frau Anderſen in einem Ton, der jede Gegenantwort
verbot. Aber ehe ich ſie ins Gebet nehme, werde ich
mit meinem Sohn darüber ſprechen. Er hat doch auch
ein Wort zu ſagen. Noch an demſelben Tage ſprach
die Frau mit ihrem Sohn darüber. Sie ereiferte ſich,
während ſie ſprach. Es wäre eine Schande mit dem
Mädchen, man hätte ſo viel von ihr gehalten.
Rolf blieb ruhig, wenigſtens äußerlich.
Es iſt gut, ich heirate ſie und damit iſt die Sache
abgemacht.
Du Du? Haſt Du denn? Biſt Du denn?
Rolf, was ſoll ich von Dir halten?
Hab’ ich ſie ſo weit gebracht, muß ich’s auch gut
machen. Sie gefällt mir gerade, und Du wirſt Dich
wohl darin finden; denn eine tüchtige Deern iſt ſie,
wenn ſie auch keinen Bauernhof auf dem Buckel hat.
Frau Martjen lachte gellend auf. Sie vergaß ganz
um ihren Magen. Das Gör, rief ſie, das kleine, er=
bärmliche
Ding! Ich bin ſchon lange nicht mehr mit
ihr zufrieden! Gar nichts leiſtet ſie. Trina nimmt ihr
ſchon aus reiner Gutmütigkeit die halbe Arbeit ab.
Und wie ſie ausſieht! Das wäre eine ſchöne Bauern=

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Nummer 277.

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Nommer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

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ſondere
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frau; die würde Dir Ehre machen. Meinſt Du, daß
die die Dienſtdeern regieren könnte, daß da die Knechte
Reſpekt vor hätten? Und was würden die Nachbarn
ſagen, und die Familie? Meinſt Du, daß Dir einer
bei Deiner Hochzeit die Ehre antun würde? Jetzt iſt
es ſo gut wie zu ſpät, gutzumachen; die Leute wiſſen
ſchon alle von ihrer Schande. Ich will gar nichts da=
gegen
ſagen, daß Du Ingeborg nicht heiraten wollteſt,
aber dann ſtanden Dir doch ganz andere zu Gebote
als ſo ein fipſiges Ding!
Rolf Anderſen ſchwieg. Gegen die Zungenfertig=
keit
der Mutter konnte er nicht ankämpfen. Das ſah
er wohl ein, daß er nicht ſofort durchdringen würde,
und er hatte auch keine Luſt, ſich aufzuregen. Er liebte
zu ſehr den Frieden. Abwarten, dachte er, mit der Zeit
wird Mutter ſchon zur Einſicht kommen.
So ſchwieg er denn, zündete ſich die Pfeife an und
ging hinaus zum Futtern.
Auf der dunklen Diele hängte ſich ſein Mädchen
ihm an den Arm. Er ſtrich ihr über’s Geſicht und
fühlte, daß es wieder naß war. Sie hatte ſicher etwas
von dem, was drinnen geſprochen wurde, gehört.
Antje, meine kleine Deern, tröſteie er ſie, ſei man
zufrieden, es kommt noch alles zum guten Ende. Man
Geduld! Dann nahm er ihr Köpfchen in ſeine Hände
und küßte ſie, bis ihre kalten Backen heiß erglühten.
Antje ſollte aus dem Hauſe. Frau Anderſen war=
tete
nur eine paſſende Gelegenheit ab, um ſich ihrer
zu entledigen, ohne daß ihr Rolf dabei in die Quere
kam. Bis ſich dieſe exgab, herrſchte Waffenſtillſtand.

Zwiſchen Mutter und Sohn wurde von der Sache
vorläufig nicht mehr geſprochen. Auch gegen Antje
äußerte ſich die Frau nicht direkt. Sie war nur etwas
ſtrenger gegen ſie und ließ gelegentlich eine Bemerk=
ung
fallen, daß ſie nicht vernagelt wäre und daß ſie
Beſcheid wüßte.
Die Dienſtleute waren gegen Antje zartfühlend
und zurückhaltend und Trina ſuchte ihr die Arbeit nach
Möglichkeit zu erleichtern.
Von Iven kam an die Mutter ein Brief, in wel=
chem
er von ſeinen Fortſchritten und Verbeſſerungen
ſprach und von Hoffnungen auf die Zukunft. Es ſtand
auch ein Gruß darin für Antje; ſie erhielt ihn aber
nicht.
Ingeborg Jeſſen kam auch, nachdem ſie ſich längere
Zeit hindurch rar gemacht hatte, mal wieder auf den
Hof. Sie hatte allerlei über Antje munkeln gehört
und hielt es nun vor Neugier nicht mehr aus.
Mit liſtigen, teilnahmsvoll klingenden Fragen
forſchte ſie bei der Tante. Dieſe erleichterte nun eines=
teils
ihr Herz, indem ſie abwechſelnd über ihren Magen
und Antjes Leichtſinn klagte.
Es iſt noch mein Tod, ſchloß ſie. Ueber Rolf aber
ſprach die Mutter gar nicht. So kam Ingeborg der
Sache doch nicht ganz auf den Grund.
Für ihr Leben gern hätte ſie Antje geſehen und
ihr ein paar Worte ins Ohr geraunt, die ſie gerade für
blicken.

Uugekorg=tnank Kaſfee mit dickhäutigem Aechm und

eigengebackene Pfeffernüſſe dazu, und dann, als ihr
das Klagen der Tante zu langweilig wurde, ging ſie
wieder, ohne weder Rolf noch Antje getroffen zu haben.
Von der Küche aus murmelte ihr Trina einen Ab=
ſchiedsſegen
nach: Geh man ab, du rorhaariger Satan,
du ſollſt unſere kleine Antje nichts zuleide tun; der iſt
das Herz ſo ſchon groß genug.
Eines Tages im September war Rolf nach Dith=
marſchen
auf den Kuhhandel aus. Im Kreisblatt waren
mehrere prächtige Kühe in Dithmarſchen ausgeſchrieben
geweſen, und Frau Anderſen wünſchte noch eine gute
Winterkuh zu haben. Es war in der Nähe von Kleve,
eine halbe Tagereiſe von Bredwort entfernt, aber es
traf ſich gut, daß ſie Verwandte in der Nähe hatten, bei
denen Rolf übernachten konnte.
Ganz ohne Argwohn ging Rolf von Hauſe fort.
Die Sache war etwas ſchnell gekommen; er hatte gar
nicht ordentlich Abſchied nehmen können von Antje.
Er ſah ſich deshalb noch einmal um, als er über die
Werfte ſchritt; da ſtand ſie oben in der Bodenluke und
winkte ihm zu.
Mit feſtem Blick und Kopfnicken dankte er ihr.
Dann zwang ihn eine innere Unruhe, ſich noch einmal
umzudrehen. Sie war aus der Luke fort, vielleicht ab=
gerufen
worden, er aber wurde das Gefühl nicht los,
daß ſie ihm plötzlich fortgenommen worden war.
Den ganzen Tag über blieb dieſe Unruhe in ſeinem
ſie in Bereitſchaft hatte; aber das Mädchen ließ ſich nicht Herzen, obgleich er ſich in der wieder ſagte, es könne
doch nichts paſſieren an der inen Tage.
(Fortſetzung, folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25, November 1910.

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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910,,

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Nummer 277.

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2. Beilage zum

en
N5 277.

Freitag, 25. November.

1910.

Die Ordensverleihungen und Charaktererteilungen
aus Anlaß des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzegs
Nach der amtlichen Bekanntgabe in der Darmſtädter Zeitung‟ vom 25. November 1910

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
durch Entſchließung vom 16. d. M. zum 25. d. M. zu
verleihen geruht:
das Ehrenkreuz mit der Krone des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Oberſtleutnant Schmidt, Diſtriktskommandeur
im Großherzoglichen Gendarmeriekorps;
die Goldene Verdienſtmedaille des Ludewigsordens:
dem Kreis=Oberwachtmeiſter Wohlfart und dem
Kreis=Oberwachtmeiſter Beck im Großherzoglichen Gen=
darmeriekorps
;
die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Kreis=Oberwachtmeiſter Fitting, dem Kreis=
Oberwachtmeiſter Schumacher, dem Kreis= Oberwacht=
meiſter
Streuber und dem Kreis=Oberwachtmeiſter
Seibel im Großherzoglichen Gendarmeriekorps, dem
Garde=Sergeant Schäfer und dem Garde=Sergeant
Eyßen in der Großherzoglich Heſſiſchen Garde= Unter=
offizier
=Kompagnie;
das Silberne Kreuz desſelben Ordens:
den Wachtmeiſtern und Stationsführern Alt, Kern,
Keil, Wilhelm, Herget, Hinze, Lehrhard, Hof=
mann
und Buchhammer im Großherzoglichen Gen=
darmeriekorps
.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November dem Sekretär
des Deutſchen Künſtlerbundes Theodor Broderſen in
Weimar den Charakter als Hofrat und dem Mitinhaber
und Leiter des Inſelverlags Dr. Anton Kippenberg in
Leipzig=Gohlis das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen zu verleihen.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, am 25. November d. Js. zu ver=
leihen
: das Prädikat Exzellenz:
dem Oberkammerherrn Volprecht Riedeſel Freiherr
zu Eiſenbach in Darmſtadt;
den Charakter als Hofkammerrat:
dem Hofſekretär Heinrich Meinhardt;
die Goldene Verdienſtmedaille des Ludewigsordens:
der Hofweißzeugverwalterin Sophie Faillard;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen mit der Krone:
dem Hofküchenmeiſter Roberr Edion:
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Kammerdiener Ludwig Lang.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
zum 25. November 1910 allergnädigſt verliehen:
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Architekten Alfred Weißhaar in Offenbach a. M.;
das Allgemeine Ehrenzeichen am Bande des Ver=
dienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Werkführer Karl Reichert in Offenbach a. M.,
dem Maſchinenmeiſter Friedrich Schäfer in Offenbach
a. M., dem Elektrotechniker Otto von Sack in Offenbach;
das Allgemeine Ehrenzeichnn mit der Inſchrift
Für Verdienſte‟:
dem Diener Valentin Englert zu Frankfurt a. M.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November dem Hausver=
walter
am Großherzoglichen Hoftheater Karl Eiden=
müller
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen zu verleihen, ſowie die Hofmuſiker
Emil Delp, Jurrian Boers, Karl Mechler und Oskar
Müller zu Kammermuſikern zu ernennen.

Seine Königliche Hoheir der Großherzog haben Aller=
gnädigſt
geruht, zum 25. November zu verleihen:
das Großkreuz des Ludewigsordens:
dem Reichskanzler und Präſidenten des Königlich
Preußiſchen Staatsminiſteriums und Miniſter der aus=
wärtigen
Angelegenheiten Dr. von Bethmann Hollweg=

das Großkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen:
dem Stellvertreter des Reichskanzlers Staatsſekretär
des Innern, Königlich Preußiſchen Staatsminiſter Del=
brück
und dem Großherzoglich Heſſiſchen außerordentlichen
Geſandten und bevollmächtigten Miniſter, Wirklichen
Geheimerat Freiherrn von Gagern in Berlin;
das Ritterkreuz I. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Direktor der Aktiengeſellſchaft für Holzgewinnung
und Dampfſägen Ludwig Horch in Wien, dem Poſt=
direktor
Konrad Bormet in Mainz, dem Poſtdirektor
Otto Wolf in Friedberg;
das Ritterkreuz II. Klaſſe desſelben Ordens:
dem Poſtſekretär Johann Nikolaus Kleinſchmidt
in Eberſtadt (Kreis Darmſtadt), dem Poſtſekretär Georg
Kleiß in Offenbach=Bürgel;
das Silberne Kreuz desſelben Ordens:
dem Poſtagenten Otto Ewald in Wolfskehlen;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
laugjährige treue Dienſte am Bande des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Oberleitungsaufſeher Adam Blum in Offenbach,
dem Oberleitungsaufſeher David Spreitzer in Mainz,
dem Oberpoſtſchaffner Heinrich Volpert in Gießen;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
langjährige treue Dienſte‟:
dem Poſtſchaffner Lorenz Lang in Alsfeld, dem
Briefträger Eduard Traud in Herbſtein, dem Poſtſchaffner
Philipp Zink in Gießen;
den Charakter als Generalkonſul:
dem Konſul Friedrich Wilhelm Kempff in Hamburg;
den Charakter als Rechnungsrat:
dem Oberrechnungsreviſor Georg Malſy in Darmſtadt
und dem Oberrechnungsreviſor Auguſt Rettberg II. in
Darmſtadt.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben an=
läßlich
Allerhöchſtihres Geburtsfeſtes Allergnädigſt zu
verleihen geruht:
das Komturkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Präſidenten des Oberkonſiſtoriums Ludwig Nebel
zu Darmſtadt;
das Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Superintendenten und Oberkonſiſtorialrat Prälat
D. Dr. Friedrich Flöring zu Darmſtadt;
das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen:
dem vortragenden Rat in der Abteilung für Schul=
angelegenheiten
des Miniſteriums des Innern, Geheimen
Oberſchulrat Dr. Ernſt Scheuermann;
die Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Beigeordneten Baurat Fr. Jäger zu Darmſtadt;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Oberlehrer an dem Realgymnaſium zu Mainz
Profeſſor Karl Altendorf, dem evangel. Pfarrer Fried=
rich
Beck zu Alzey, dem Fabrikanten Anton Bembé zu
Mainz, dem Oberlehrer an dem Gymnaſium zu Worms
Profeſſor Dr. Hermann Briegleb, dem Oberlehrer an
der Oberrealſchule zu Worms Profeſſor Michael Dietrich,
dem ordentlichen Profeſſor in der evangeliſch=theologiſchen
Fakultät Dr. Samuel Eck zu Gießen, dem Oberlehrer an
der Realſchule und dem Progymnaſium zu Bingen Pro=
feſſor
Gottfried Erckmann, dem Superintendenten Ober=
konſiſtorialrat
Ferdinand Euler zu Darmſtadt, dem Ober=
lehrer
an dem Landgraf=Ludwigs=Gymnaſium zu Gießen
Profeſſor Dr. Julius Fink, dem Oberlehrer an der Real=
ſchule
zu Gernsheim Profeſſor Ludwig Freund, dem
Oberlehrer an dem Realgymnaſium zu Darmſtadt Pro=
feſſor
Dr. Philipp Friedrich, dem Oberlehrer an der
Oberrealſchule zu Offenbach Profeſſor Friedrich Götz,
dem Oberlehrer an der Realſchule zu Wimpfen Profeſſor
Georg Grünewald, dem evangel. Pfarrer Georg Hechler
zu Aſſenheim, dem evangel. Pfarrer Ernſt Heinemann
zu Roßdorf, dem evangel. Pfarrer Heinrich Heintze zu
Gettenau, dem Oberlehrer an der Oberrealſchule zu Heppen=
heim
Profeſſor Dr. Adolf Horn. dem kathol. Pfarrer

Chriſtoph Hüfner zu Gau=Weinheim, dem Vorſtand des
Tiefbauamts Stadtbaurat Heinrich Keller zu Darmſtadt,
dem Oberlehrer an der Oberrealſchule zu Darmſtadt Pro=
feſſor
Hermann Klingelhöffer, dem Zahnarzt Dr. med.
h. c. Georg Wilhelm Koch zu Gießen, dem Oberlehrer
an dem Realgymnaſium und der Oberrealſchule zu Gießen
Profeſſor Nikolaus Koob, dem Rat bei der Provinzial=
direktion
Rheinheſſen Regierungsrat Ernſt Krug von
Nidda zu Mainz, dem Rentner Max Levy zu Worms,
dem Kreisarzt des Kreisgeſundheitsamts Groß=Gerau
Medizinalrat Dr. Hermann Lindenborn daſelbſt, dem
Landwirt Rittmeiſter d. L. a. D. Heinrich Linck III. zu
1 Wahlheim, dem Oberlehrer an dem Realgymnaſium und
der Oberrealſchule zu Gießen Profeſſor Joſeph Luley,
dem Oberlehrer an dem Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt
Profeſſor Dr. Karl Maurer, dem Domkapitular Pro=
feſſor
Jakob May zu Mainz, dem evangel. Pfarrer Rein=
hard
Mickel zu Allendorf a. d. Lumda, dem Dompräbenda=
ten
Wilhelm Moſer zu Mainz, dem Rat bei der Brandver=
ſicherungskammer
Regierungsrat Georg Müller zu Darm=
ſtadt
, dem evangel. Pfarrer Philipp Münch zu Dornheim,
dem Oberlehrer an dem Realgymnaſium zu Mainz Pro=
feſſor
Ernſt Neeb, dem Bankier Adolf Neuſtadt zu
Frankfurt a. M., dem Generaldirektor der Firma Corne=
lius
Heyl in Worms Ludwig Pfaff zu Worms, dem
ordentlichen Profeſſor in dem veterinärmediziniſchen
Kollegium Dr. med. vet. et phil. Wilhelm Pfeiffer zu
Gießen, dem praktiſchen Arzt Medizinalrat Dr Ludwig
Schäfer zu Gießen, dem Oberlehrer an dem Oſtergym=
naſium
zu Mainz Profeſſor Karl Schmitt, dem Ober=
lehrer
an der Oberrealſchule zu Alsfeld Profeſſor Ludwig
Schmitt, dem Oberlehrer an der Oberrealſchule zu
Heppenheim Profeſſor Dr. Karl Schnellbächer, dem
Oberlehrer an dem Herbſtgymnaſium zu Mainz Profeſſor
Konrad Schollmayer, dem Kreisſchulinſpektor bei der
Kreisſchulkommiſſion Mainz Schulrat Franz Schrod,
dem evangel. Pfarrer Friedrich Scriba zu Langſtadt,
dem Oberlehrer an der höheren Mädchenſchule und dem
Lehrerinnenſeminar zu Mainz Profeſſor Dr. Joſeph
Seitz, dem Oberlehrer an der Oberrealſchule zu Offenbach
Profeſſor Dr. Guſtav Siebert, dem Oberlehrer an dem
Realgymnaſium zu Mainz Profeſſor David Spreitzer,
dem kathol. Pfarrer Franz Spreng zu Weiskirchen,
dem Oberlehrer an der Oberrealſchule zu Darmſtadt
Profeſſor Guſtav Stammler, dem Oberlehrer an dem
Realgymnaſium und der Oberrealſchule zu Gießen
Profeſſor Ludwig Storck, dem Oberlehrer an der Ober=
realſchule
zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Auguſt Sturm=
fels
, dem Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſ=
ſion
Friedberg Schulrat Heinrich Süß, dem Kaufmann
Heinrich Thomas zu Mainz, dem praktiſchen Arzt
Sanitätsrat Dr. Wilhelm Vogel zu Laubach, dem Ober=
lehrer
an dem Realgymnaſium zu Darmſtadt Profeſſor
Wilhelm Völſing, dem Oberbibliothekar an der Hof=
bibliothek
Dr. Ludwig Voltz zu Darmſtadt, dem evan=
gel
. Pfarrer Wilhelm Wahl zu Beienheim, dem
Oberlehrer an der höheren Bürgerſchule zu Groß=Gerau
Profeſſor Wilhelm Walger, dem Oberlehrer an der
Realſchule zu Butzbach Profeſſor Albert Wamſer, dem
Oberlehrer an dem Oſtergymnaſium zu Mainz Profeſſor
Dr. Friedrich Wißmann, dem Kreisrat des Kreiſes
Oppenheim Hans Wolff, dem kathol. Pfarrer
Johannes Zimmermann zu Klein=Hauſen;
die Silberne Verdienſtmedaille für Kunſt und
Wiſſenſchaft:
dem Provinzialbaubeamten und Kreisbauinſpektor
Baurat Heinrich Diehm zu Gießen, dem Chemiker und
Prokuriſten der Firma E. Merck zu Darmſtadt Karl
Friedrich Scriba zu Darmſtadt;
die Silberne Verdienſtmedaille für Landwirtſchaft
und Gewerbe:
dem Oekonomierat Fritz Schade zu Alsfeld;
die Krone zum Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Stadtverordneten und Ortsgerichtsvorſteher Karl
Müller zu Darmſtadt;
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen mit der Krone:
dem Mühlenbeſitzer Heinrich Brauer zu Ober=
Ofleiden:

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Nummer 277.

das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Prokuriſten Peter Daum zu Rüſſelsheim a. M.,
dem Reallehrer Heinrich Engel zu Wimpfen, dem Rent=
ner
Heinrich Fehrer zu Darmſtadt, dem Prokuriſten und
Vorſitzenden des kaufmänniſchen Vereins in Offenbach
Karl Wilhelm Fiſcher zu Offenbach, dem Lehrer Karl
Fölſing zu Darmſtadt, dem Direktor der Bezirksſpar=
kaſſe
zu Heppenheim a. d. B. Weingutsbeſitzer Franz
Hänlein daſelbſt, dem Lehrer Hermann Hotz zu Nidda,
dem Feldbereinigungsgeometer Georg Maurer zu =
dingen
, dem Lehrer Johannes Merz zu Fürfeld, dem
Oberlehrer Chriſtoph Metzler zu Oſthofen, dem Bürger=
meiſter
, Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten Franz
Joſeph Nuß zu Gernsheim, dem Reallehrer Johannes
Olt zu Michelſtadt, dem Hauptlehrer Johannes Pabſt
zu Höchſt (Kreis Erbach), dem Vorſtand der Kalkulatur
der Brandverſicherungskammer Rechnungsrat Karl Petry
zu Darmſtadt, dem Reallehrer Wilhelm Pohl zu Worms,
dem Hauptlehrer Otto Sander zu Worms, dem Haupt=
lehrer
Georg Martin Schwebel zu Auerbach a. d. B.,
dem Hauptlehrer Crescentius Streb zu Dietesheim, dem
Hauptlehrer Heinrich Vonderheit zu Groß=Zimmern,
dem Hauptlehrer Aloys Weber zu Bretzenheim, dem
Lehrer Peter Weidmann zu Büdingen, dem Lehrer
Adam Weinel zu Büdingen, dem Hauptlehrer Johann
Wettig zu Mainz, dem Lehrer Hartmann Will zu
Rendel, dem Hauptlehrer Heinrich Winter zu Gries=
heim
;
die Goldene Verdienſtmedaille des Ludewigs=Ordens:
der Pflegerin des Alice=Frauenvereins für Kranken=
pflege
in Mainz Katharina Oehlſchläger;
die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Standes=
beamten
Jakob Groth II. zu Gelnhaar, dem Bauaſſi=
ſtenten
der Straßenneubaubehörde für den ſüdlichen
Odenwald Georg Michael Kabey zu Erbach i. O., dem
Gemeindeeinnehmer und Kirchenrechner Auguſt Reu=
ning
zu Nidda, dem ſtädtiſchen Bauaufſeher i. P. Peter
Steuernagel zu Mainz;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen mit der Krone:
dem Mitglied des Gemeinderats und Kreisaus=
ſchuſſes
Wilhelm Bauer zu Nieder=Modau, dem Bureau=
vorſteher
bei dem Kreisamt Lauterbach Karl Bechtold,
dem Lehrer Franz Joſeph Bernd zu Darmſtadt, dem
Lehrer Heinrich Blank zu Dieburg, dem ſeitherigen
Bureauvorſteher der Handelskammer Gießen Heinrich
Bruchhäuſer zu Gießen, dem Lehrer Heinrich Bütt=
ner
zu Neu=Iſenburg, dem Lehrer Heinrich Cheliüs
zu Neckar=Steinach, dem Lehrer Philipp Cuntz zu Drei=
eichenhain
, dem Lehrer Adam Ebert zu Babenhauſen,
dem Lehrer Heinrich Eſcher zu Erbach (Kreis Erbach),
dem Lehrer Philipp Andreas Frieß zu Mainz, dem
Prokuriſten Carl Joſef Giebel zu Mainz, dem Lehrer Jo=
hann
Jakob Grub zu Fürfeld, dem Lehrer Heinrich Gun=
dermann
zu Aſſenheim, dem Lehrer Karl Herbſt zu Wah=
len
(Kr. Alsfeld), dem Lehrer Peter Hunkel zu Lampert=
heim
, dem Lehrer Leonhard Ihrig zu Aspisheim, dem Leh=
rer
Wilhelm Jung zu Holzheim, dem Lehrer Hermann
Karpf zu Eſchenrod, dem Lehrer Georg Heinrich Keil zu
Lampertheim, dem Lehrer Peter Joſeph Kohl zu Nieder=
Mörlen, dem Lehrer Ludwig Kömpf zu Lauterbach, dem
Lehrer Karl Krausmüller zu Steinbach (Kr. Offenbach),
dem Lehrer Philipp Kunz zu Mainz, dem Lehrer Hein=
rich
Lenz zu Neu=Iſenburg, dem Lehrer Karl Lepper
zu Reichelsheim (Kreis Friedberg), dem Lehrer Heinrich
Loch zu Wallenrod, dem Lehrer Andreas May zu
Aspisheim, dem Lehrer Jakob Metzler zu Wöllſtein,
dem Lehrer Peter Metzler zu Spiesheim, dem Lehrer
Wilhelm Mohr zu Ober=Eſchbach, Mitglied der
Kriegerkameradſchaft Haſſia, dem Lehrer Heinrich Neeb
zu Groß=Felda, dem Lehrer Johann Rieß zu Nieder=
Ingelheim, dem Lehrer Franz Rüdinger zu Spies=
heim
, dem Lehrer Chriſtian Schäfer zu Steinbach
(Kreis Offenbach), dem Lehrer Georg Schmahl zu
Genſingen, dem Lehrer Johann Heinrich Schmidt zu
Sickenhofen, dem Lehrer Karl Schuchmann zu Zell (Kreis
Bensheim), dem Lehrer Adam Siegler zu Worms,
dem Prokuriſten und Buchhalter Karl Steitz zu Mainz,
dem Lehrer Friedrich Martin Stier zu Erfelden, dem
Lehrer Konrad Storck zu Stockſtadt, dem Lehrer Her=
mann
Strack zu Ruppertenrod, dem Lehrer Johannes
Strohauer zu Dornheim, dem Lehrer Karl Trau zu
Weiſenau, dem Lehrer Theodor Weber zu Fürth, dem
Lehrer Peter Wolf zu Traiſa, dem Lehrer Johann
Zahn zu Weiſenau.

die Silberne Verdienſtmedaille des Ludewigs=Or
der Hebamme Margarete Barth zu Semd,
Hebamme Eliſabeth Becker zu Leuſel, der Heba
Eliſe Beſt zu Dienheim, der Hebamme Karoline
zu Büdesheim (Kreis Friedberg, der Hebamme
helmine Dauernheimer zu Hillesheim, der Heba
Katharine Flach zu Wenings, der Krankenpflegerin
Oberin in der St. Rochusanſtalt zu Dieburg Fran
Gnam, der Hebamme Marie Herd zu Rinderbügen
Hebamme Karoline Hofmann zu Fauerbach bei
der Hebamme Margarete Kalbfuß zu Undenheim
Hebamme Karoline Kölſch zu Nidda, der Hebe
Marie Kornmann zu Reichelsheim i. d. W., der
amme Margarete Männche zu Lauter, der Heba
Anna Maria Menges zu Neu=Bamberg, der Heb=
Katharine Müller zu Maulbach, der Hebamme Eliſ
Roth zu Staden, der Hebamme Anna Eliſabetb

zu Gettenau, der Hebamme Katharine Rupp zu Selters,
der Hebamme Eliſe Schmidt zu Darmſtadt, der Hebamme
Henriette Schmitt zuHerrnsheim, der Hebamme Katharina
Stein zu Hammelbach, der Hebamme Marie Werner
zu Echzell, der Hebamme Eliſabeth Wolf zu Groß=Umſtadt;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Beigeordneten Franz Joſeph Becker VI. zu
Gonſenheim, Mitglied der Kriegerkameradſchaft Haſſia‟
dem ſtädtiſchen Straßenmeiſter Peter Bergmann zu
Worms, dem Kreisſtraßenmeiſter Wilhelm Bierau zu
Mainz, dem Bürgermeiſter und Ortsgerichtsvorſteher
Friedrich Bock II. zu Langen=Brombach, F. S., dem Kreis=
ſtraßenmeiſter
Heinrich Braun zu Alsfeld, dem Rechner
der Bezirksſparkaſſe Mathildenſtift zu Friedberg Wilhelm
Faatz daſelbſt, dem Landwirt Wilhelm Goebel zu Pohl=
Göns, Mitglied der Kriegerkameradſchaft Haſſia, dem
Prokuriſten und Buchhalter Philipp Günther zu Worms,
dem Kreispfandmeiſter i. P. Georg Herget zu Vilbel,
dem Bürgermeiſtereiſekretär Heinrich Hirſch zu Arheilgen,
dem früheren Kommandanten und Ehrenmitglied der
freiwilligen Feuerwehr Adam Hirſchbiegel zu Mainz=
Kaſtel, dem Kreisſtraßenmeiſter Wilhelm Jeckel zu
Büdingen, dem Polizeiwachtmeiſter Ludwig Kimmel zu
Gießen, dem Landwirt Adam Krapp, Bürgermeiſter zu
Sickenhofen, dem Polizeiwachtmeiſter Peter Lämmers=
dorf
zu Mainz, dem Kreisſtraßenmeiſter Heinrich Liſt=
mann
zu Hungen, dem Landwirt Adam Löw zu Langen=
Brombach, dem Kreisfeuerwehrinſpektor und Komman=
danten
der freiwilligen Feuerwehr Philipp Medicus zu
Gernsheim, dem Polizeivizewachtmeiſter Friedrich Meiß
zu Worms, dem Prokuriſten Emil Möbus zu Mainz,
dem Landwirt Jakob Müller IV. zu Bornheim, dem
Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten
Friedrich Nos zu Wolf, dem Kriminalwachtmeiſter
Stephan Pfeffer zu Gießen, dem Prokuriſten Georg
Heinrich Rauth zu Mainz, dem Bürgermeiſter, Orts=
gerichtsvorſteher
und Standesbeamten Andreas Ricker
zu Rembrücken, dem Polizeiwachtmeiſter Peter Scherff
zu Worms, dem Bürgermeiſter Philipp Schneider zu
Wendelsheim, Mitglied der Kriegerkameradſchaft Haſſia‟,
dem Mitglied der Verwaltungsdeputation für das Armen=
weſen
Rentner Jakob Stauffer zu Worms, dem Pfand=
hauskaſſier
Johannes Stroh zu Darmſtadt, dem Schlacht=
hausverwalter
Georg Vettel zu Heppenheim a. d. B.,
Mitglied der Kriegerkameradſchaft Haſſia, dem früheren
Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten
Philipp Jakob Wieſſenecker zu Biſchofsheim, dem Feuer=
wehrkommandanten
Heinrich Zibulski zu Groß=Umſtadt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
50 jährige treue Dienſte‟:
dem Gemeindeeinnehmer Konrad Hofmann V. zu
Bodenrod, dem Kirchendiener Karl Kirchner zu Seligen=
ſtadt
;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
langjährige treue Dienſte am Bande des Verdienſt=
ordens
Philipp des Großmütigen:
dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Stan=
desbeamten
Jakob Heß VIII. zu Groß=Rohrheim, dem
Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten
Konrad Lips III. zu Unter=Schwarz, dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten Johann To=
bias
Rack II. zu Dorn=Aſſenheim, dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichtsvorſteher und Standesbeamten Heinrich
Schmidt X. zu Queckborn, dem Bürgermeiſter, Orts=
gerichtsvorſteher
und Standesbeamten Philipp Schmidt
zu Neunkirchen;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
langjährige treue Dienſte‟:
dem Beigeordneten, Ortsgerichtsmann und ſtellver=
tretenden
Standesbeamten Adam AdamII. zu Klein=
Bieberau, dem Beigeordneten Konrad Alles zu Eulers=
dorf
, dem Fürſtlich Solms Lich’ſchen Diener Johann
Georg Alt zu Lich, dem Gemeindeeinnehmer Heinrich
Bär III. zu Groß=Karben, dem Gemeindeeinnehmer Hein=
rich
Becker zu Gleimenhain, dem früheren Beigeordneten
Heinrich Berlau zu Eudorf, dem Feldgeſchworenen Jakob
Bommarius zu Kelſterbach, dem Feldgeſchworenen Jo=
hannes
Bormuth I. zu Kolmbach, dem Gemeindeein=
nehmer
Philipp Karl Brück zu Albach, dem Beigeordneten
Johann Geigerl. zu Rhein=Dürkheim, dem Beigeord=
neten
Johannes Gottwalz zu Burkhardsfelden, dem
Beigeordneten Johannes Günther II. zu Roßdorf, dem
Gemeindeeinnehmer Georg Heinrich Hahn zu Uetzhauſen,
dem Feldgeſchworenen Adam Haus V. zu Münſter (Kreis
Dieburg), dem Gemeindeeinnehmer Michael Hofer zu Ober=
Olm, dem Feldgeſchwore nen Chriſtoph HollII. zu Worms=
Hochheim, dem Schlachthausverwalter und Fleiſchbeſchauer
Heinrich Hollerbach I. zu Groß=Umſtadt, dem Beigeord=
neten
Heinrich Inderthal II. zu Rödgen (Kreis Gießen),
dem Kreisdiener Wilhelm Klöß zu Dieburg, dem Kirchen=
rechner
Johannes Koch IV. zu Semd, dem Oktroierheber
Johann Philipp Köhler zu Darmſtadt, dem Schutzmann
Bernhard Krauſe zu Gießen, dem Gemeindeeinnehmer
Antonius Kübel zu Herbſtein, dem Beigeordneten Ernſt
Liſt zu Leeheim, dem Gemeindeeinnehmer und ſtaatlichen
Untererheber Lorenz Mauer zu Ockenheim, dem Gemeinde=
einnehmer
Philipp Michel I. zu Gundheim, dem Gemeinde=
einnehmer
Konrad Neff zu Dorndiel, dem Feldge=
ſchworenen
Gabriel Oſtheimer I. zu Dorndiel, dem Bei=
geordneten
Wilhelm Otto III. zu Beuern, dem Gemeinde=
einnehmer
Adam Preß zu Raunheim, dem Kirchenrech=
ner
Georg Rothenhäuſer II. zu Groß=Bieberau, dem
Kirchenrechner Johannes Saal zu Richen, dem Ge=
meindeeinnehmer
Peter Sartorius zu Bermersheim
(Kreis Worms), dem Feldgeſchworenen Simon Schader

zu Hofheim, dem Beigeordneten Chriſtian Schmitt II.
zu Auerbach a, d. B., dem Gemeineeinnehmer Heinrich=
Karl Schmidt zu Ruhlkirchen, dem Gemeindeeinnehmer
und Kirchenrechner Johannes Schneider zu Appenrod,
dem Kreisdiener Georg Schröbel zu Gießen, dem
ſtädtiſchen Pfandmeiſter Adam Schütz zu Worms, dem
Kirchenrechner und Gemeinderatsmitglied Georg Volz=
zu
Biebesheim, dem Gelderheber beim ſtädtiſchen Waſſer=
werk
Anton Weber zu Mainz, dem Beigeordneten Kon=
rad
Weber zu Haarhauſen, dem Kirchenrechner Johann
Adam Weitz II. zu Dorn=Aſſenheim, dem Kirchenrechner=
Heinrich Zinßer zu Romrod;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für Verdienſte‟:
dem Führer in der freiwilligen Feuerwehr Adam
Joſeph Adam zu Klein=Steinheim, dem Mitglied der
freiwilligen Feuerwehr Andreas Ammann zu Dieburg,
dem Heilgehilfen Adam Becker zu Mörlenbach, Mit=
glied
der Kriegerkameradſchaft Haſſia, dem Spritzen=
führer
der freiwilligen Feuerwehr Sebaſtian Borger zu
Gernsheim, dem Kommandanten der freiwilligen Feuer=
wehr
Johann Joſeph Franz zu Klein=Steinheim, dem
Adjutanten und Schriftführer der freiwilligen Feuerwehr
Michael Gerlach zu Gernsheim, dem Mitglied der frei=
willigen
Feuerwehr Johann Hafner II zu Heppen=
heim
a. d. B., dem Zeugwart der freiwilligen Feuerwehr
Georg Reinhardt zu Klein=Steinheim, dem Mitglied
der freiwilligen Feuerwehr Franz Saul zu Heppen=
heim
a. d. B., dem Zugführer der freiwilligen Feuerwehr
Ludwig Schmitt III. zu Gernsheim, dem Mitglied der
Feuerwehr Jakob Sehnert II. zu Harpertshauſen, dem
Steiger der freiwilligen Feuerwehr Nikolaus Staab II.
zu Gernsheim, dem Zugführer der freiwilligen Feuer=
wehr
Anton Weyer zu Bretzenheim;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für treue Dienſte‟:
dem Feldſchützen Franz Angert II. zu Lorſch, dem
Gemeindeglöckner, Kirchendiener, Totengräber und Leichen=
beſchauer
Martin Arm zu Offenheim, dem Polizeidiener
Jakob Bechtold zu Glauberg, dem Brunnenmeiſter
Karl Beſt zu Offenbach, dem Kommunalforſtwart Karl
Brück II. zu Rödgen (Kreis Gießen), dem Polizeidiener
Adam Bub zu Heppenheim a. d. B., dem Polizeidiener
Michael Buxmann zu Reinheim, dem Polizeidiener
Georg Denſchlag III. zu Horchheim, dem Polizeidiener
Heinrich Fenchel zu Eckartshauſen, dem Nachtwächter=
und Schweinehirt Wilhelm Feyh III. zu Gontershauſen,
dem Polizeidiener Heinrich Flach II. zu Crainfeld, dem
Kommunalforſtwart Valentin Friedmann zu Gries=
heim
, dem Gräflichen Förſter Georg Friedrich zu
Dürr=Ellenbach, dem Polizeidiener Konrad Grasmück II.
zu Stockheim (Kreis Büdingen), dem Polizeidiener Jo=
hannes
Grünewald zu Heimertshauſen, dem Kom=
munalforſtwart
Wilhelm Haber zu Roßdorf, dem
Polizeidiener Peter Hartmann zu Harbach, dem Kom=
munalforſtwart
Leonhard Friedrich Heilmann zu
Ernsbach, dem Feldſchützen Johannes Heller IV. zu
Gimbsheim, dem Feldſchützen Philipp Heppner zu
Stammheim, dem Faſelwärter, Nachtwächter, Leichen=
beſchauer
und Wiegemeiſter Georg Heinrich Herrmann
zu Heubach, dem Feldſchützen Georg Hildenbrand zu
Heppenheim a. d. W., dem Polizeidiener Adam Hotz zu
Wald=Amorbach, dem Freiherrlich Riedeſelſchen Forſt=
wart
Georg Jäger zu Eiſenbach, dem Kommunal=
forſtwart
Heinrich Jüngling zu Oberes Nauheimer
Forſthaus, dem Polizeidiener Heinrich Kaiſer zu
Ober=Breidenbach, dem Polizeidiener Heinrich Kempf
zu Bindſachſen, dem Kirchendiener und Glöckner Peter
Kern II. zu Schlierbach (Kreis Dieburg), dem Gemeinde=
und Polizeidiener Jakob Kiefer zu Dalsheim, dem
ſeitherigen Geldzähler bei der Reichsbankſtelle Darmſtadt
Wilhelm Klotz zu Darmſtadt, dem Polizeidiener Lorenz
Knapp zu Unter=Hambach, dem Polizeidiener Heinrich
Kramer II. zu Lumda, dem Polizeidiener i. P. Johann
Lauer zu Abenheim, dem Polizeidiener Jakob LippII.
zu Klein=Gerau, dem Kommunalforſtwart Michael
Löbig Xl. zu Münſter (Kreis Dieburg), dem Feldſchützen
Heinrich Konrad Meier zu Rodheim a. d. Horloff, dem
Glöckner Adam Müller zu Mörlenbach, dem Polizei=
und Ortsgerichtsdiener Heinrich Müller III. zu Dorf=
Gill, dem Ofenmeiſter beim Gaswerk Karl Neſſel zu
Offenbach a. M., dem Nachtwächter Friedrich Wilhelm
Neudecker zu Herrnsheim, dem Feldſchützen Valentin
Nöſinger zu Stockſtadt a. Rh., dem Polizeidiener
Johann Ohr zu Hohenſtadt, dem Feldſchützen Adam
Ploch zu Groß=Gerau, dem Gemeinde= und Polizei=
diener
Jakob Reiber III. zu Rüſſelsheim, dem Polizei=
diener
Johann Eberhard Reitſchmidt zu Watzenborn=
Steinberg, dem Polizeidiener Karl Repp zu Unter=
ſchmitten
, dem Kirchendiener und Glöckner Wendel
Roos III. zu Aſtheim, dem Feldſchützen Heinrich Ruhl I.
zu Elbenrod, dem Polizeidiener Heinrich Rupp zu
Gleimenhain, dem Polizeidiener Georg Schader zu
Haßloch, dem Polizeidiener Wilhelm Scharmann zu
Rodheim a. d. Horloff, dem Kirchendiener und Glöckner
Johann Georg Schmidt zu Frankenhauſen, dem Poli=
zeidiener
Adam Schmitt zu Linnenbach, dem Polizei=
diener
Johannes Adam Schneider zu Treis=Horloff,
dem Polizeidiener Damian Schöffel zu Budenheim, dem
Polizeidiener Georg Schönleben II. zu Reiſen, dem
Gemeindediener Philipp Schreiber I. zu Abenheim, dem
Feldſchützen Heinrich Seipp III. zu Ehringshauſen, dem
Polizeidiener Leopold Steiger zu Gräfenhauſen, dem
Kommunalforſtwart Karl Stoll zu Forſthaus Ludwigs=
höhe
(Kreis Mainz), dem Feldſchützen Georg Strecker
zu Alsfeld, dem Gemeinde= und Polizeidiener Karl

[ ][  ][ ]

Nummer 277,

Ferdinand Stroh zu Sprendlingen (Kreis Offenbach),
dem Kommunalforſtwart Adam Stumpf zu Zell (Kreis
Bensheim), dem Feldſchützen Ludwig Sudheimer V.
zu Biebesheim, dem Schuldiener Karl Wilker zu Als=
feld
, dem Polizeidiener Johann Heinrich Zahrt zu
Maulbach, dem Kirchendiener Jakob Zieres V. zu Heubach;
das Band des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
zu dem bereits verliehenen Allgemeinen
Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für treue Arbeit:
dem Steindrucker Peter Bergmann V. zu Vieber,
dem Rottmeiſter Johannes Spatz zu Hainſtadt im
Odenwald;
das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
treue Arbeit am Bande des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Werkmeiſter Georg Mandler zu Launsbach
(Kreis Wetzlar);
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
treue Arbeit:
dem Waldarbeiter und Holzhauermeiſter Heinrich
Albus zu Uſenborn, dem Werkmeiſter Adam Bauer zu
Groß=Steinheim, der Zigarrenmacherin Anna Marie
Bauer geb. Winter, Ehefrau des Werkmeiſters Adam
Bauer zu Groß=Steinheim, dem Kreisſtraßenwärter Jakob
Bauer zu Heppenheim a. d. B., dem Zigarrenmacher
Jakob Bauer zu Klein=Auheim, dem Werkführer Johann
Georg Bayer zu Lauterbach, dem Fabrikarbeiter Heinrich
Becht zu Biebrich, dem Fabrikarbeiter Ludwig Bender
zu Crumbach (Poſt Rodheim an der Bieber), dem Ziegelei=
arbeiter
Heinrich Berdel I. zu Gernsheim, dem Tabak=
arbeiter
Auguſt Bohn zu Offenbach a. M., der Wald=
arbeiterin
Katharina Bommersheim zu Nieder= Beſ=
ſingen
, dem Waldarbeiter Valentin Bormuth zu Fürth,
dem Fabrikarbeiter Johannes Brand II. zu Weinsheim,
der Kulturarbeiterin Chriſtine Büchler zu Lampertheim,
der Fabrikarbeiterin Margarete Daubertshäuſer zu
Rodheim an der Bieber, dem Weber Johannes Diehl
zu Wallenrod, dem Vergolder Wilhelm Dietz zu Offen=
bach
a. M., der Taglöhnerin Katharina Dörr zu Leeheim,
der Fabrikarbeiterin Katharina Dudenhöfer zu Rod=
heim
an der Bieber, dem Gießermeiſter Jakob Eckart zu
Offenbach a. M., dem Portier Chriſtian Eckert zu Offen=
bach
a. M., dem Tabakarbeiter Peter Eiles zu Seligen=
ſtadt
, dem Fabrikarbeiter Friedrich Einzlein zu Michel=
ſtadt
, dem Zigarrenmacher Franz Eißner zu Groß=
Steinheim, dem Bergmann Tobias Embach zu Dorn=
Aſſenheim, dem Fabrikarbeiter Johann Emig zu Nieder=
Ramſtadt, dem Fabrikarbeiter Otto Fäth zu Biebrich,
dem Modellſchreiner Johann Fiſcher zu Mainz, dem
Hofarbeiter Anton Franz zu Offenbach a. M., dem
Schäfer Heinrich Freund zu Garbenteich, dem Stein=
drucker
Chriſtian Frey zu Nieder=Roden, dem Fabrik=
arbeiter
Johann Friedrich zu Biebrich, dem Kreis=
ſtraßenwärter
Friedrich Förſter zu Bechenheim, dem
Werkmeiſter Wilhelm Füller zu Offenbach a. M., dem
Fabrikarbeiter Peter Gebhardt zu Michelſtadt, dem
Fabrikarbeiter Karl Gerbig zu Michelſtadt, dem Arbeiter
Georg Götz zu Mühlheim a. M., dem Taglöhner Johann
Götz I. zu Pfaffen=Schwabenheim, dem Kutſcher Valentin
Götz zu Jugenheim a. d. B., dem Ausläufer Leonhard
Haas zu Offenbach a. M., dem Fabrikarbeiter Wilhelm
Hartung zu Amöneburg bei Mainz, dem Arbeiter
Arnold Wilhelm Hermann zu Mainz, dem Fabrik=
arbeiter
Johann Herzberger zu Offenbach a. M., dem
Fabrikarbeiter Heinrich Hildebrandt zu Biebrich, dem
Waldarbeiter David Hirt zu Fürth, dem Waldarbeiter
Johannes Hirt zu Fürth, dem Fabrikarbeiter Georg
Hofmann zu Amöneburg bei Mainz, dem Fabrik=
auſſeher
Valentin Horn zu Horchheim, dem Landarbeiter
Heinrich Hornung I zu Hoxhohl, dem Arbeiter Johann
Hotz zu Darmſtadt, dem Fabrikarbeiter Karl Huth zu
Biebrich, dem Werkmeiſter Michael Jung I. zu Klein=
Auheim, dem Portier Heinrich Keller zu Pfungſtadt,
dem Bergmann Georg Klös zu Weckesheim, dem Holz=
hauer
Heinrich Knaf zu Düdelsheim, dem Küfer Friedrich
Wilhelm Kolb zu Worms, dem Holzhauer Wendel
Kratz VI. zu Dudenhofen, dem Arbeiter Georg Martin
Kyritz zu Arheilgen, dem Kreisſtraßenwärter Georg
Landgraf zu Hillesheim, dem Wegearbeiter und
Holzhauer Johannes Lang II. zu Hainſtadt i. O.,
dem Holzhauer Johannes Leonhardt zu Raunheim,
dem Waldarbeiter Chriſtoph Leyerer zu Climbach, dem
Fabrikauſſeher Jakob Löcher zu Horchheim, dem Kaſino=
diener
Heinrich Löffler III. zu Lauterbach, dem Arbeiter
Georg Joſef Mandavid zu Mainz, dem Fabrikarbeiter
Peter Manus I. zu Nieder=Roden, dem Fabrikarbeiter
Johann Adam Marquardt zu Amöneburg bei Mainz,
dem Holzhauer Ludwig Jakob Mauer zu Raunheim, dem
Fabrikarbeiter Karl Maul zu Bürſtadt, dem Vorarbeiter
Georg Merker zu Griesheim, dem Fabrikarbeiter Chriſtian
Meuth zu Biebrich, dem Vorarbeiter Georg Meyer II.
zu Groß=Bieberau, dem Arbeiter Wilhelm Michel zu
Steinberg (Kreis Schotten), dem Schafmeiſter Jakob
Möller zu Erbacherhof bei Büches, dem Bergmann
Martin Heinrich Müller VI. zu Gießen, dem Meiſter
Karl Nagel zu Gedern, dem Fabrikarbeiter Michael
Naß zu Biebrich, dem Fabrikarbeiter Philipp Neufahrt
zu Kelſterbach, dem Fabrikarbeiter Thomas Neuß zu
Worms, dem Kreisſtraßenwärter Johann Oberſcheimer
zu Undenheim, dem Holzhauer Johannes Orth III. zu
Höchſt i. O., dem Arbeiter Heinrich Ott zu Obertshauſen,
dem Maurer Karl Petri zu Arheilgen, dem Gartenar=
beiter
am Botaniſchen Garten Georg Poth zu Darmſtadt,
dem Fabrikarbeiter Heinrich Reckert zu Dietersheim, dem
Holzhauer Sebaſtian Reibold zu Zotzenbach, dem Arbeiter
Anton Reichenbach zu Gonſenheim, dem Werkmeiſter

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Seite 19.

Adam Reiſert zu Groß=Steinheim, der Zigarrenmacherin
Barbara Ries zu Groß=Steinheim, dem Kreisſtraßen=
wärter
Friedrich Ripp zu Rhein=Dürkheim, dem Tabak=
arbeiter
Chriſtian Roſenberger zu Groß=Steinheim,
der Wäſcherin Marie Röſinger zu Jugenheim a. d. B.,
dem Packmeiſter Georg Roth zu Griesheim, dem Stoller
Peter Rückert zu Mühlheim a. M. dem Maurer Georg
Rühl II. zu Arheilgen, dem Waldarbeiter Johann Georg
Salzmann zu Laubach, dem Schafhirten Kaſpar Schä=
fer
II. zu Harbach, dem Schneider Heinrich Schaus zu
Worms, dem Fabrikaufſeher Johann Schmidt zu Worms,
der Fabrikarbeiterin Katharine Schmidt zu Rodheim an
der Bieber, dem Fabrikaufſeher Georg Schmitt zu
Herrnsheim, dem Rotimeiſter Paul Schött zu Zahmen,
dem Arbeiter Jakob Schweibächer zu Hechtsheim, dem
Rottmeiſter Wilhelm Seibert I. zu Reuters, dem Fa=
brikarbeiter
Franz Simon III. zu Nieder=Roden, dem Wald=
arbeiter
Joſeph Stein zu Climbach, dem Handarbeiter
Johann Ludwig Stockmann zu Mainz, der Fabrik=
arbeiterin
Katharine Stork zu Rodheim an der Bieber,
dem Fabrikaufſeher Franz Strack zu Worms= Pfifflig=
heim
, dem Waldarbeiter und Holzhauermeiſter Peter
Strauch zu Ranſtadt, dem Werkmeiſter Max Stüber
zu Offenbach a. M., dem Holzhauer Adam Trautmann
zu Zotzenbach, dem Zimmergeſellen Philipp Trayſer zu
Auerbach a. d. B., der Zigarrenarbeiterin Helene Wagner
zu Lollar, dem Werkführer Konrad Walter zu Rumpen=
heim
, dem Landarbeiter Ludwig Walz zu Gammels=
bach
, dem Arbeiter Gregor Wank zu Mainz=Mombach,
dem Fabrikarbeiter Georg Weil zu Rodheim a. d. Bieber,
dem Fabrikarbeiter Johann Wembacher zu Waſchenbach,
dem Schneider Jakob Weyrich zu Worms, dem Gerber
Chriſtian Winter zu Offenbach a. M., dem Werklehrer
in der Blindenanſtalt zu Friedberg Jakob Wurm, dem
Schriftſetzer Franz Zimmermann zu Mainz, dem Kul=
turarbeiter
Konrad Zinn zu Düdelsheim.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
anläßlich Allerhöchſtihres Geburtsfeſtes Allergnädigſt zu
verleihen geruht:
das Ernſt=Ludwig=Eleonorenkreuz für Verdienſte in
der Wohlfahrtspflege:
dem Kreisrat des Kreiſes Worms, Geheimen Re=
gierungsrat
Dr. Karl Kayſer, dem Geheimen Medizinal=
rat
Dr. Jakob Krug, Schriftführer des Alice= Frauen=
vereins
zu Mainz.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
anläßlich Allerhöchſtihres Geburtsfeſtes Allergnädigſt zu
erteilen geruht:
den Charakter als Geheimer Obermedizinalrat:
dem vortragenden Rat in der Abteilung für öffent=
liche
Geſundheitspflege des Miniſteriums des Innern
Obermedizinalrat Profeſſor Dr. Guſtav Lorenz;
den Charakter als Geheimer Oberſchulrat:
dem vortragenden Rat in der Abteilung für Schul=
angelegenheiten
des Miniſteriums des Innern Ober=
ſchulrat
Rudolf Block;
den Charakter als Geheimer Regierungsrat:
dem Kreisrat des Kreiſes Groß=Gerau Dr. Eduard
Wallau;
den Charakter als Geheimer Juſtizrat:
dem derzeitigen Rektor und ordentlichen Profeſſor
in der juriſtiſchen Fakultät der Landesuniverſität Dr. jur.
Johannes Biermann zu Gießen;
den Charakter als Geheimer Baurat:
dem ordentlichen Profeſſor der Bau= und Ingenieur=
wiſſenſchaften
an der Techniſchen Hochſchule Leo von
Willmann zu Darmſtadt;
den Charakter als Geheimer Hofrat:
dem ordentlichen Profeſſor der darſtellenden Geo=
metrie
an der Techniſchen Hochſchule Dr. phil. Reinhold
Müller zu Darmſtadt;
den Charakter als Geheimer Schulrat:
dem Direktor der Oberrealſchule zu Heppenheim Dr.
Ludwig Baur, dem Direktor des Herbſtgymnaſiums
zu Mainz Dr. Heinrich Blaſe, dem Direktor des Seminars
für Volksſchullehrerinnen zu Darmſtadt Dr. Philipp
Jacobi, dem Direktor der Oberrealſchule zu Worms
Dr. Wilhelm Lahm, dem Direktor der Viktoriaſchule
und des Lehrerinnenſeminars zu Darmſtadt Dr. Eduard
Otto, dem Direktor der höheren und erweiterten
Mädchenſchule zu Gießen Dr. Adolf Störiko;
den Charakter als Geheimer Medizinalrat:
dem Kreisarzt des Kreisgeſundheitsamts Offenbach
Medizinalrat Dr. Georg Pfannmüller daſelbſt;
den Charakter als Geheimer Kommerzienrat:
dem Vorſitzenden der Handelskammer Gießen und
Handelsrichter Kommerzienrat Siegmund Heichelheim
zu Gießen;
den Charakter als Bergrat:
dem Landesgeologen Profeſſor Dr. Guſtav Klemm
zu Darmſtadt;
den Charakter als Baurat:
dem Betriebsleiter der ſtädtiſchen Waſſerwerke In=
genieur
Philipp Balß zu Mainz;
den Charakter als Profeſſor:
dem Privatdozenten für deutſche Philologie und
Literaturgeſchichte an der Techniſchen Hochſchule Dr. Karl
Alt zu Darmſtadt, dem Kunſtmaler Wilhelm Bader zu
Darmſtadt, dem Privatdozenten für Philoſophie an der
Techniſchen Hochſchule Dr. Ernſt Schrader zu Darm=
ſtadt
, dem Privatdozenten für Geologie und Paläonto=

logie an der Techniſchen Hochſchule Bergrat Dr. Alexander
Steuer zu Darmſtadt;
den Charakter als Schulrat:
dem Kreisſchulinſpektor bei der Kreisſchulkommiſſion
Alzey Heinrich Hetterich;
den Charakter als Medizinalrat:
dem Kreisarzt des Kreisgeſundheitsamts Schotten
Dr. Karl Königer daſelbſt, dem Direktor der Landes=
irrenanſtalt
bei Alzey Dr. Karl Oßwald zu Alzey, dem
Kreisarzt des Kreisgeſundheitsamts Erbach i. O. Dr. Ernſt
Walger daſelbſt;
den Charakter als Sanitätsrat:
dem praktiſchen Arzt Dr. Hermann Alker zu Gießen,
dem praktiſchen Arzt Dr. Guſtav Buß zu Darmſtadt,
dem praktiſchen Arzt, Stabsarzt a. D. Dr. Wilhelm
Friedrich zu Mainz, dem praktiſchen Arzt Dr. Berthold
Gutenberg zu Darmſtadt, dem praktiſchen Arzt Dr.
Ernſt Knauf zu Neu=Iſenburg, dem praktiſchen Arzt
Dr. Franz Pahl zu Ginsheim=Guſtavsburg, dem prak=
tiſchen
Arzt Dr. Anton Roſſi zu Offenbach, dem prak=
tiſchen
Arzt Dr. Nikolaus Schmitt zu Lindenfels, dem
praktiſchen Arzt Hermann Scriba zu Pfungſtadt, dem
praktiſchen Arzt, Stabsarzt a. D. Dr. Georg Weiden=
hammer
zu Worms;
den Charakter als Kommerzienrat:
dem Fabrikanten Friedrich Wilhelm Cloos zu Nidda,
dem Fabrikanten und früheren Handelsrichter Fritz Doerr
zu Worms, dem Kaufmann Auguſt Feine zu Mainz,
dem Vorſitzenden der Handelskammer Friedberg Kauf=
mann
Wilhelm Fertſch zu Friedberg, dem Fabrikanten
Hermann Heß zu Mainz, dem Fabrikanten Jakob Philipp
Hinkel zu Offenbach a. M., dem Gold= und Silberwaren=
fabrikanten
Bernhard Albert Mayer zu Mainz;
den Charakter als Oekonomierat:
dem Landwirt Rudolf Brennemann zu Ober=
Erlenbach, dem Landwirt Dr. Guſtav Adolf Dehlinger
auf dem Weilerhof bei Wolfskehlen, dem Landwirt
Moritz Hahn, Bürgermeiſter zu Heßloch, dem Landwirt
Georg Keſſel IV., Bürgermeiſter zu Schwabsburg, dem
Landwirt Oswald Klingelhöfer zu Hof=Graß (Kreis
Gießen), dem Landwirt Guſtav Korell zu Angenrod;
den Charakter als Garteninſpektor:
dem Fachlehrer (Obergärtner) an der Obſtbau= und
Landwirtſchaftlichen Winterſchule zu Friedberg Karl John
zu Friedberg;
den Charakter als Muſikdirektor:
dem Chormeiſter und Organiſten Michael Guſtav
Adolf Hackebeil zu Mainz;
den Charakter als Rentmeiſter:
dem Stadtrechner Philipp Baldauf II. zu
Pfungſtadt;
den Charakter als Förſter:
dem Kommunalforſtwart Wilhelm Brück zu Rödgen
(Kreis Gießen), dem Kommunalforſtwart Chriſtian Haag
zu Langſtadt, dem Kommunalforſtwart Philipp Kern
zu Dietzenbach, dem Kommunalforſtwart Friedrich Kopp
zu Bürgel, dem Kommunalforſtwart Karl Krämer II.
zu Michelbach (Kreis Schotten), dem Kommunalforſtwart
Heinrich Schäfer III. zu Rohrbach (Kreis Büdingen),
dem Kommunalforſtwart Philipp Speier zu Groß=
Bieberau, dem Kommunalforſtwart Friedrich Stumpf II.
zu Wolf.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November dem evangeliſchen
Pfarrer und Dekan Karl Strack zu Leihgeſtern und dem
evangeliſchen Pfarrer und Dekan Ludwig Völſing zu
Gimbsheim den Charakter als Kirchenrat zu erteilen.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben
Allergnädigſt geruht, zum 25. November:
das Komturkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Präſidenten des Oberlandesgerichts Guſtav
Kullmann;
die Krone zum Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Reichsgerichtsrat Eberhard Weller;
das Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Präſidenten des Landgerichts der Provinz Ober=
heſſen
Dr. Guſtav Güngerich und dem früheren lang=
jährigen
Handelsrichter bei der Kammer für Handels=
ſachen
in Worms Geheimen Kommerzienrat Wilhelm
Joſef Valckenberg in Worms;
das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen:
den Oberlandesgerichtsräten Johannes Wagner,
Karl Pfannmüller und Dr. Friedrich Buff in
Darmſtadt, dem Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht
der Provinz Rheinheſſen Heinrich Nees und dem
Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz
Oberheſſen Rudolf Prätorius;
die Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmſtadt II,
Amtsgerichtsrat Heinrich Breidenbach;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Oberſtaatsanwalt am Landgericht der Provinz
Oberheſſen Ludwig Lang, dem Oberamtsrichter bei

[ ][  ][ ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Nummer 277.

den Amtsgericht Asfeld Alerander Frit, dem Ober=
Krämer, dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht ruht:
Nidda Karl Ferdinand Römheld, dem Amtsrichter bei
dem Amtsgericht Darmſtadt I, Amtsgerichtsrat Georg
Hörle, dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz,
Amtsgerichtsrat Dr. Eduard Roſſi, dem Oberamts=
richter
bei dem Amtsgericht Michelſtadt Friedrich Kolb,
dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Hirſchhorn
Franz Hoßinger, dem Landgerichtsrat bei dem Land=
gericht
der Provinz Starkenburg Karl Lebrecht, dem
Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Ober= dem vortragenden Rat bei der Abteilung für Bau=
heſſen
Ferdinand Schmidt, dem evangeliſchen Anſtalts=
geiſtlichen
an der Zellenſtrafanſtalt Butzbach Pfarrer
Karl Roth, dem Handelsrichter bei der Kammer für
Handelsſachen mit dem Sitz in Darmſtadt Kommerzien=
rat
Ferdinand Jacobi in Darmſtadt, dem vormaligen
Handelsrichter bei der Kammer für Handelsſachen mit
dem Sitz in Offenbach Kommerzienrat Adolf Krafft
in Offenbach und dem Handelsrichter bei der Kammer
für Handelsſachen mit dem Sitz in Gießen Kommerzien=
rat
Heinrich Schirmer in Gießen;
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Aktuar bei dem Amtsgericht Höchſt Leonhard
Pfeiffer, dem Aktuar bei dem Amtsgericht Ulrichſtein
Wilhelm Lind, dem Aktuar bei dem Amtsgericht Schlitz
Johann Georg Gölz, dem Aktuar bei dem Amtsgericht
Darmſtadt II Karl Veith und dem Vorſteher des
Ortsgerichts Gießen Franz Gros;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen mit der Krone:
den Gerichtsvollziehern Heinrich Adolph in Alsfeld
und Johannes Meyer in Ortenberg und dem ſtellver=
tretenden
Standesbeamten Kanzleirat Theodor Buch=
mann
in Offenbach;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Gerichtsvollzieher Georg Gottfried Berbert
in Darmſtadt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für langjährige treue Dienſte am Bande des
Philippsordens:
dem Ortsgerichtsvorſteher Wilhelm Rindfuß in
Jugenheim a. d. B.;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für langjährige, treue Dienſte:
den Amtsgerichtsdienern Ludwig Hahn in Worms,
Theodor Donde in Darmſtadt und Heinrich Nicolai
in Gießen, dem Gefangenaufſeher an der Zellenſtrafanſtalt
Butzbach Philipp Winkes, dem Gefangenaufſeher am
Provinzialarreſthaus Darmſtadt Eduard Geyer, den Orts=
gerichtsmännern
Adam Konrad in Ober=Finkenbach,
Georg Wilhelm Rebſcher in Olfen, Adam Krieger in
Schöllenbach, Georg Benz IX. in Arheilgen, Georg
Fritſch in Klein=Zimmern, Georg Jakob Konrad in
Ober=Hiltersklingen, Johannes Schmittinger und
Adam Eck in Ober=Liebersbach, Ludwig Hauck in Klee=
ſtadt
, Johann Adam Michel in Ober=Hainbrunn, Jakob
Dingeldey in Haiſterbach, Peter Menges III. in
Ober=Moſſau, Johann Wilhelm Kredel in Langen=
Brombach F. S., Johann Georg Old in Würzberg,
Joſef Hofmann in Hauſen, Leonhard Göttmann II.
in Kirch=Beerfurth, Peter Knöll in Laudenau, Peter den Miniſterialkanzliſten bei dem Miniſterium der
Adam in Hoxhohl, Johann Adam Bohn in Wahlen,
Philipp Heldmann in Staffel, Chriſtoph Blitz in
Haſſenroth, Georg Hofferberth VII. in Mümling=
Grumbach, Heinrich Kaſpar I. in Altenburg, Johannes 1 Finanzamt Gießen Karl Möbus, den Pfandmeiſtern
Römer II. in Heimertshauſen, Johannes Hafermehl
und Johannes Weiß II. in Nieder=Breidenbach, Heinrich
Wiſſig II. in Maibach, Heinrich Ernſt Laux in Holz=
heim
, Konrad Viſſel in Griedel, Anton Kling III. und
Jakob Bell in Oppershofen, Johannes Fenchel II. in
Gambach, Johann Georg Anſelm in Rockenberg, Philipp
Theis in Münſter, Heinrich Stiehler VI. in Ilsdorf,
Johannes Velten in Solms=Ilsdorf, Johannes KraftIII.
in Altenſchlirf, Heinrich Stürz in Eichenrod, Heinrich
Dörr II. in Rixfeld, Philipp Friedrich Schwarz in
Utphe, Konrad Philippi II. in Obbornhofen, Johannes
Stoll in Steinheim, Otto Karl Martin Henkel in
Inhaiden, Konrad Schwarz in Heblos, Karl Rack in
Ober=Lais, Karl Roth I. in Nidda, Johannes Köhler
in Effolderbach, Louis Krempel in Eckartsborn, Adam
Marx in Frau=Rombach, Heinrich Alles II. in Unter=
Schwarz, Johannes Schmidt in Kölzenhain und Hein=
rich
Berges daſelbſt zu verleihen.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog habe
Allergnädigſt geruht, zum 25. November:
den Charakter als Geheimerat:
dem Generalſtaatsanwalt am Oberlandesgericht D
Karl Preetorius;
den Charakter als Juſtizrat:
dem Rechtsanwalt und Notar Ernſt Metz in Nidde
dem Notar Dr. Johann Reinhardt in Mainz, den
Rechtsanwalt Dr. Artur Oſann in Darmſtadt und den
Rechtsanwalt Dr. Hugo Bender in Darmſtadt;
den Charakter als Oberaktuar:
dem Aktuar bei dem Amtsgericht Gießen Kar
Bühner:
den Charakter als Rechnungsrat:
dem Oekonomen am Provinzialarreſthaus in Darm
ſtadt Nikolaus Wachtel zu erteilen.

Seine Köngliche Hoheir der Großherzog haben
amtsrichter bei dem Amtsgericht Wimpfen Wilhelm zum 25. November 1910 Allergnädigſt zu verleihen ge=
das
Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordeus
Philipps des Großmütigen:
dem vortragenden Rat im Königl. Preuß. Mini=
ſterium
der öffentlichen Arbeiten, Geheimen Oberregie=
rungsrat
Wilhelm Welcker zu Berlin;
das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
weſen des Miniſteriums der Finanzen, Geheimen Ober=
baurat
Reinhard Klingelhöffer, den vortragenden
Räten bei der Abteilung für Finanzwirtſchaft und Eiſen=
bahnweſen
des Miniſteriums der Finanzen, Geheimen
Oberfinanzrat Dr. Ferdinand Rohde und Geheimen
Oberfinanzrat Georg Seip;
die Krone zum Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen:
dem Vorſtand des Kataſteramts, Geheimen Finanz=
rat
Dr. Ludwig Lauer;
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Vorſtand des Finanzamts Dieburg, Finanzrat
Adam Hübner, dem Oberſteuerinſpektor bei dem Haupt=
ſteueramt
Offenbach, Finanzrat Dr. Adolf Heil, dem
Oberförſter der Oberförſterei Michelſtadt, Forſtmeiſter
Eduard Heß, dem Oberförſter der Oberförſterei Helden=
bergen
, Forſtmeiſter Ludwig Augſt zu Friedberg, dem
Oberförſter der Oberförſterei Homberg, Forſtmeiſter Otto
Bär, dem Oberförſter der Oberförſterei Worms, Forſt=
meiſter
Hugo Schaub, dem Oberförſter der Ober=
förſterei
Babenhauſen, Forſtmeiſter Hermann Eid=
mann
, dem Mitglied der Eiſenbahndirektion Mainz,
Regierungsrat Martin Schmidt;
die Silberne Verdienſtmedaille für Kunſt und
Wiſſenſchaft:
dem Leiter der Kurkapelle zu Bad=Nauheim, Pro=
feſſor
Hans Winderſtein;
das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem Reviſionsbeamten bei dem Forſtvermeſſungs=
und Taxationsbureau, Rechnungsrat Adolf Schenck,
dem Miniſterialregiſtrator bei dem Miniſterium der
Finanzen, Rechnungsrat Johannes Hallſtein, dem
Buchhalter bei der Hauptſtaatskaſſe, Rechnungsrat Hart=
mann
Bätz, den Kataſtergeometern Wilhelm Schau=
bach
zu Worms und Johannes Laubner zu Friedberg,
den Bezirkskaſſieren Rendanten Karl Lauckhard zu
Fürth, Friedrich Bitſch zu Schlitz, Peter Uebel zu
Oſthofen;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen mit der Krone:
dem techniſchen Reviſor bei dem Bautechniſchen Bureau
der Abteilung für Bauweſen des Miniſteriums der
Finanzen Philipp Grünig, dem Reviſor i. P. Orts=
einnehmer
Ludwig Dubeck zu Babenhauſen;
das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
Finanzen Hermann Koch und Friedrich Hallſtein,
dem Finanzamtsgehilfen bei dem Finanzamt Ober= Ingel=
heim
Philipp Gaul, dem Finanzamtsgehilfen bei dem
Wilhelm Wagner zu Alsfeld und Johannes Wei=
rauch
zu Mainz, den Hochbauaufſehern bei dem Hoch=
bauamt
Mainz Auguſt Neumann, bei dem Hochbauamt
Bensheim Adolf Heß, bei dem Hochbauamt Gießen Wil=
helm
Hübner, dem Dammeiſter bei dem Waſſerbau=
amt
Worms Peter Lung, den Oberbahnaſſiſtenten
Edmund Krauter zu Mainz, Franz Galette zu
Mainz, Karl Zimnoſek zu Mainz, Franz Schreher
zu Worms und Philipp Beiſiegel zu Worms;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für langjährige treue Dienſte am Bande des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen:
den Steuerauſehern Konrad Köppler zu Worms,
Franz Bender zu Mainz, Peter Gunckel zu Mainz,
Clemens Zimmermann zu Darmſtadt und Ludwig
Klein zu Mainz;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für langjährige treue Dienſte:
dem Orts= und Gemeindeeinnehmer Georg Schäfer
zu Höchſt i. O.;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:
Für treue Dienſte‟:
den Steueraufſehern Georg Hamel und Johann
Hammer zu Mainz, Philipp Maus zu Worms,
dem Steuerboten Franz Kötting zu Darmſtadt, dem
Forſtwart der Forſtwartei Heimertshauſen, Förſter Adam
Stappel zu Heimertshauſen, dem Forſtwart der Forſt=
wartei
Schwickartshauſen, Förſter Georg Chriſtian Hart=
mann
zu Schwickartshauſen, dem Forſtwart der Forſt=
wartei
Viernheim II, Förſter Adam Lauth zu Viern=
heim
, dem Forſtwart der Forſtwartei Ober=Olmer Forſt=
haus
, Förſter Friedrich Schmaus zu Ober=Olmer Forſt=
haus
, dem Forſtwart der Forſtwartei Kühkopf, Förſter
Andreas Schneider zu Forſthaus Kühkopf, dem
1. Schleuſen= und Hafenmeiſter Karl Bierbaum in Koſt=

hein, dem Dammwärter Johannes Schumacher in
Ginsheim, dem Brückenwärter an der fliegenden Brücke
bei Oppenheim Johannes Kiſſel, dem Lokomotivführer
Heinrich Weber zu Worms, dem Werkführer Adam
Hüfner zu Darmſtadt, dem Lademeiſter Johann Weid=
mann
zu Mainz, dem Zugführer Ludwig Ewald zu
Mannheim, dem Rottenführer Johann Adam Gall zu
Gundersheim, dem Magazinaufſeher Adam Adolf Ernſt
zu Darmſtadt, dem Weichenſteller Johann Jakob Adam
Gölzenleuchter zu Wolfskehlen, dem Weichenſteller
I. Klaſſe Kaſpar Rohr zu Mainz, dem Weichenſteller
I. Klaſſe Adam Mundſchenk zu Weiſenau, dem Wagen=
wärter
Ludwig Daniel Nold zu Worms;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
Für treue Arbeit:
dem Holzſetzer Johannes Georg XV. zu Semd, dem
Rottmeiſter Sebaſtian Heiſelbetz III. zu Lampertbeim,
dem Holzhauer Georg Sallwey IV. zu Langen, dem
Holzhauer Peter Knodt III. zu Mörfelden, dem Rott=
meiſter
Konrad Thron zu Kohden, dem Holzſetzer
Heinrich Weiß zu Unter=Schmitten, dem Waldarbeiter
Peter Seng II. zu Lumda, dem Waldarbeiter Heinrich
Becker zu Reinhardshain, dem Rottmeiſter Kaſpar
Dingel zu Zell in Oberheſſen, dem Holzhauer Johannes
Müller IV. zu Zell in Oberheſſen, den Kulturarbeiterinnen
Eliſe Schmidt und Berta Scheuer zu Romrod, dem
Holzhauer Karl Scheer zu Romrod, dem Waldarbeiter
Johannes Hofmann II. zu Treis a. d. Lumda, dem
Holzhauer Ludwig Schmidt II. zu Saaſen, dem Wald=
arbeiter
Heinrich Klemm zu Buſenborn, den Arbeitern
im Bezirk des Waſſerbauamts Worms Ernſt Bingell.
in Groß=Rohrheim und Georg Stumpf II. in Nordheim,
dem Handarbeiter Georg Arnold zu Darmſtadt, dem
Hobler Lorenz Bauer zu Mainz, dem Sattler Wilhelm
Diel zu Wiesbaden, dem Vorſchloſſer Georg Heinrich
Friedrich zu Darmſtadt, dem Güterbodenarbeiter Joſeph
Hübner zu Darmſtadt, dem Dreher Anton Heinrich
Jung zu Mainz, dem Dreher Leonhard Koch zu Darm=
ſtadt
, dem Maſchinenputzer Leo Kraft zu Worms, dem
Rottenführer Ludwig Landzettel zu Darmſtadt, dem
Rottenarbeiter Jakob Lang zu Zwingenberg a. d. B.,
dem Schmied Philipp Müller zu Mainz, dem Hilfs=
bahnwärter
Georg Petry zu Arheilgen, dem Dreher
Gottfried Weber zu Mainz, dem Lokomotivſchloſſer
Heinrich Weintz zu Darmſtadt;
den Charakter als Geheimer Oberbaurat:
dem vortragenden Rat bei der Abteilung für Finanz=
wirtſchaft
und Eiſenbahnweſen des Miniſteriums der
Finanzen, Oberbaurat Heinrich Kilian;
den Charakter als Geheimer Finanzrat:
dem Vorſtand des Finanzamts Groß=Gerau, Finanz=
rat
Adolf Schmitt zu Groß=Gerau;
den Charakter als Rechnungsrat:
dem Miniſterialreviſor bei der Buchhaltung des Mi=
niſteriums
der Finanzen, Auguſt Ernſtberger, dem
Reviſor bei dem Kataſteramt Philipp Bauer, dem
Aſſiſtent bei dem Erbſchaftsſteueramt Heinrich Strauch,
dem Vorſitzenden des Vorſtandes der ſtaatlichen Betriebs=
krankenkaſſe
Philipp Harth, dem Oberbahnhofsvorſteher
Adam Weingärtner zu Bingen;
den Charakter als Rendant:
dem Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe Michelſtadt Jakob
Hilß, dem Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe Nidda Chriſtian
Becker;
den Charakter als Förſter:
dem Forſtwart der Forſtwartei Rudingshain Georg
Tröller, dem Forſtwart der Forſtwartei Bodenrod
Johann Heinrich Saltenberger zu Maibach, dem
Forſtwart der Forſtwartei Oberndorf Ferdinand Simon,
dem Forſtwart der Forſtwartei Seligenſtadt Konrad
Schmidt, dem Forſtwart der Forſtwartei Eichen Jo=
hannes
Herzberger zu Harreshauſen;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: Für
langjährige treue Dienſte‟:
dem Rentner und Gemeinderat Heinrich HartmannVI.
zu Harreshauſen;
das Komturkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen:
dem vortragenden Rat im Königlich Preußiſchen
Miniſterium der öffentlichen Arbeiten, Geheimen Ober=
baurat
Breuſing zu Berlin, dem Präſidenten der Eiſen=
bahndirektion
Frankfurt am Main Reuleaux, dem Präſi=
denten
der Eiſenbahndirektion Mainz Dr. Michaelis;
das Ritterkrenz I. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen:
dem Mitglied der Eiſenbahndirektion Frankfurt am
Main, Regierungs= und Baurat Schwarz, dem Mitglied
der Eiſenbahndirektion Mainz, Regierungs= und Baurat
Holtmann, dem Geheimen Rechnungsrat Czeluſchke
im Königlichen Preußiſchen Miniſterium der öffentlichen
Arbeiten zu Berlin.

Aus Anlaß des diesjährigen Allerhöchſten Geburts=
feſtes
wurden an heſſiſche Beamte und Bedienſtete der
Staatseiſenbahnverwaltung 48 Erinnerungszeichen für
vierzigjährige Dienſtzeit und 163 Erinnerungszeichen
für fünfundzwanziajährige Dienſtzeit verliehen.

[ ][  ][ ]

Numm
77.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910,

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[ ][  ][ ]

Nummer 277.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. November 1910.

Seite 23,

Vermiſchtes.
C. K. Das alte Lied. Es iſt ein altes Lied, das Lied
von den ſchönen Kleidern, von denen die Frauen nicht
genug bekommen können. Wahrſcheinlich haben es
ſchon die Damen des Altertums ihren Ehemännern in
die Ohren geſungen, und durch die Jahrhunderte tönt
es fort. Wir wollen heute von einer Variante dieſer
Melodei erzählen, wie ſie im gelehrſam verſchnörkelten
Stil des 16. Jahrhunderts auftritt, in etwas ſteiferer
Tonart geſungen als heute, aber in ihrem Inhalt ewig
die gleiche, ewig die alte. Im Jahre 1573 veröffent=
lichte
die begabte Dichterin und ſchöne Frau Marie de
Romieu eine Inſtruktion für die jungen Damen, in
der ſie zum Nutzen und zur Warnung ihrer Leſerinnen
das folgende kleine Gemälde entwirft: Ich ſage euch,
daß es etwas ſehr Häßliches iſt, lange Zeit ein und das=
ſelbe
Kleid zu tragen. Aber noch viel ſchlimmer iſt es,
wenn man bemerkt, daß eine Frau ein Kleid, das ſie
getragen, umändert oder auf Neu arbeitet und ſich
uns darin präſentiert. Wie eine edle Dame tat, die
ihr wohl kennt, die von nicht geringer Vornehmheit iſt
und in Wahrheit große Verbindungen beſitzt. Dieſe
Dame, die ſich zu ihrer Hochzeit eine Robe von weißem
Damaſt hatte machen laſſen, und nachdem ſie ſie mehrere
Jahre getragen, ſah, daß ſie ſehr beſchmutzt war, ließ ſie
wenden und das Innere nach außen kehren und trug
ſie ſo weiter, wohl zwanzig gute Jahre lang, Sonntag
um Sonntag. Aber, da der Damaſt ſchon ſehr zer=
ſchliſſen
war, ließ ſie ihn gelb färben, ſowohl darum, um
den Anſchein zu erwecken, als habe ſie das Kleid ge=
wechſelt
, als auch deswegen, weil bei dieſer Färbung
man die Zerſchliſſenheit weniger ſehen konnte als auf
Weiß; und ebenſo auch deswegen, weil die weiße Farbe
für ſie in ihrem Alter nicht mehr recht paſſend war.
Als aber nach einem weiteren Jahre der Damaſt völlig
in Stücken ging, da entſchloß ſich unſere Dame, ihre
Robe zu zerſchneiden, und aus den ſchlechteſten Teilen
verfertigte ſie eine Seidenfranſe um einen violetten
Mantel, und aus den beſten Stücken machte ſie ſich
Manſchetten, und das übrige verwandte ſie als Futter.
Das iſt nun der Zuſtand, in welchem ſich heute der arme
Damaſt befindet. Wir aber werden ſehen, was noch
weiter aus ihm wird, und ich warte nur darauf, zu was
für Dienſten er wohl möge verwendet werden, wenn
er völlig dahin iſt.
Literariſches.
* Die deutſchen Hafenſtädte, ihre wirtſchaft=
liche
Bedeutung und ihre geſchichtliche Entwickelung. Text
von Georg Wislicenus, 16 farbige Vollbilder ( For=
mat
39:59 cm) und Textilluſtrationen von Willy
Stöwer. Erſcheint in 4 Lieferungen zum Subſkriptions=
preiſe
von je 5 Mark. (Deutſcher Verlag, G. m. b. H.,
Berlin S.W. 48.) Auf 80 Textſeiten, 16 vorzüglich aus=
geführten
Dreifarbendruck=Bildern im Format von
39:59 cm und vielen Textilluſtrationen gewinnt der Leſer
einen Einblick in die ſeewärts gerichtete Seite deutſcher
Macht= und Handelsentfaltung, deutſcher Volkswirtſchaft
und Landſchaftsſchönheit, wie es klarer, voller und tiefer
nicht leicht gedacht werden kann. Von Emden und Wil=
helmshaven
aus, über Bremen, Hamburg, Kiel, über
Wismar und Stralſund bis zu den weſt= und oſtpreußi=
ſchen
Häfen hinauf führt uns Willy Stöwers Mei=
ſterhand
in farbigen Bildern, die ebenſo ſehr dem Sturm=
atem
des Meeres und der großen Verkehrsſtraßen ſee=
fahrender
Menſchheit, wie dem romantiſchen Leben der
kleineren Häfen und den Träumen verklunger Tage gerecht
werden, die wie Seenebel die patinierten Kirchtürme und
die ſpitzen Giebel der Patrizierhäuſer in ſo mancher alten
Hanſaſtdt umſchweben. In die Sprache der Geſchichte aber
und in die wirtſchaftlichen Werte der Gegenwart führt
uns die Hafenſchilderung und Geſchichtsſchreibung des
Admiralitätsrats Georg Wislicenus ein.
Wir tauchen zurück in die Dämmerung der Tage, da
große Sturmfluten die heutige Geſtalt der deutſchen
Küſten und ihre Hafenorte ſchufen, da Helgoland,

das Heiligtum des Frieſengottes Foſete, vom Feſt=
land
abgetrennt wurde, da die Nordſee in zwei
Einbrüchen im Jahre 1213 und am Antonitag des
Jahres 1511 den heutigen Jadebuſen ſchuf. Wir ſehen die
Hanſa gebietend ihren Arm über die nordiſchen Meere
recken, ſehen, wie der Bremer Domherr Albrecht von
Apoldern am fernen baltiſchen Strande Riga und den
Schwertorden, die Brüderſchaft des Ritterdienſtes Chriſti
gründete. Seeräubernd fliegen den Unheil kündenden
Strohwiſch am Maſt die flinken Schiffe der Vitalien=
brüder
vorüber. Und der Große Kurfürſt tritt auf die
Bühne und ſetzt ſeinen Fuß in Emden an die See. Fried=
rich
der Große folgt ſeinen Spuren und verleiht manchem
Wagemütigen das Recht à courir sous Notre pavillon
Royal de Prusse‟ Und der Reichsflottentraum des
Jahres 1848 erwacht. In ſeine nur zu bald zerriſſene
Flagge eingehüllt, liegt Reichsadmiral Rudolf Bromme
in Hammelwerder bei Brake in ſeinem Grabe. Aber
Prinz Adalbert von Preußen nimmt die Fahne Jahr=
hunderte
alter Träume und Wünſche in die Hand. Und
Kaiſer Wilhelm II. hat es heute durchgeſetzt, was Emdener
Kaufleute dem großen Preußenkönig vor 150 Jahren geraten
hatten: ſich formidabel zu machen zur See. Freuden
und Leiden des Seemannes und der Kaufmannſchaft
rollen inzwiſchen an unſerem Blick vorüber. Ertrag und
Sorgen der Heringsfiſcherei ſeit dem Jahre 1564, Emdens
Walfiſchjäger=Flotte, der Transport ſchwediſcher Eiſenerze,
die Anhäufung der Stapelwaren in den großen Emporien
unſeres Handels alles das beſchäftigt uns alsbald.
Die Baumwoll= und Kaffeebörſe, die Reismühlen Bremens
und die Petroleumdampfer Nordenhams, Hamburgs Rie=
ſendocks
und Bremens Kammerſchleuſen und die Herings=
logger
von Geeſtemünde tauchen in deutlichen Umriſſen
auf. Und in ſchmaleren und zarteren Linien wiederholt
ſich das feſſelnde Bild in der Schilderung der Oſtſeehäfen.
Es iſt ein klaſſiſches Kompendium des ganzen Wiſſens
von Seefahrt, Seehandel und Seemacht, das auf dieſen
Blättern geſammelt und aufgeſpeichert iſt. Wer es ſtudiert
und in ſich aufgenommen hat, hat das deutſche Haus
Seefahrt vom Boden bis zum Keller durchwandert.
Darum darf man wünſchen, daß dies feſſelnde und farben=
reiche
Buch ſeinen Weg finde überall da, wo deutſche See=
intereſſen
und wo die Lehren deutſcher Seegeſchichte
Pfleger und Freunde, Diener und Jünger haben.
Aſtoria. Von Waſhington Irving.
Frei aus dem Engliſchen übertragen von E. von
Kraatz. Mit 11 Abbildungen, 10 Einſchaltbildern
und einer Karte. (Lebensbücher der Jugend, Bd. 10.)
Verlag von George Weſtermann in Braunſchweig.
Geb. 2,50 Mk. Dieſes mit Recht längſt als klaſſiſch
bezeichnete Buch, die Schilderung der ebenſo mutigen
wie abenteuerlichen Expedition zur Gründung Aſto=
rias
, fehlte unſerer Jugend bisher. Es iſt ein Buch
des alten für dies neue Jahrhundert: voller Wirk=
lichkeitsfreude
, Unternehmungsgeiſt, Entſchlußkraft,
Unerſchrockenheit und Weitblick ein Buch wie ge=
macht
für das neue, dem Leben und ſeinen Kämpfen
gewachſene Geſchlecht, das wir erziehen möchten.
Tierbuch. Märchen, Sagen, Fabeln, Ge=
ſchichten
, Schilderungen von Martin Braeß. Mit
4 farbigen und 12 ſchwarzen Vollbildern von W.
Schröder. (Lebensbücher der Jugend, Bd. 4.) Ver=
lag
von George Weſtermann in Braunſchweig. Geb.
2,50 Mk. Die Freude an der Tierwelt iſt ein Erbgut
unſerer Ahnen, lebendig geblieben bis auf den heu=
tigen
Tag gerade in unſerer Jugend. Dieſe Freude
gilt es zu pflegen durch dieſe Sammlung, in der
Tiere geſchildert und verherrlicht werden. Zugleich
aber regt das Tierbuch zu eigener Naturbeobacht=
ung
an. Ein Quell der Freude kann daraus ent=
ſpringen
; denn wer gelernt hat, mit offenen Augen
und Ohren, noch mehr mit offenem Herzen den tau=
ſendfältigen
Stimmen zu lauſchen, mit denen die Na=
tur
zu uns redet, der trägt einen Schatz im Gemüt,
deſſen Segen ihn ſein ganzes Leben hindurch begleiten
wird.

Gewinnauszug
der
223. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 13. Ziehungstag. 23. November 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 80000 Mk. 94090
6 Gewinne zu. 6000 Mk. 84431 127743 164137 198123
207830
45 Gewinne zu 3000 Mk. 1898 4918 13105 24607
25929 26425 37816 42990 49195 49376 64402 70036
80459 83911 85123 87860 91410 91752 100622 107116
109549 117585 125907 127948 132909 140266 151502
167449 174136 176620 197460 197954 200041 201298
201790 205960 224443 235984 238396 240876 257463
258565 268900 274241 294452
52 Gewinne zu 1000 Mk. 15821 39285 41005 62532
64406 69915 70802 75463 80396 87171 95521 97702
102038 102568 119161 131717 133276 144322 149717
153753 158672 162985 175591 178627 185337 190446
192129 192339 194343 197946 203228 205955 208762
211159 222861 230036 235324 241398 243288 255217.
268008 268735 270457 273883 286335 286373 288545
293391 297500 297823 299181 302089
106 Gewinne zu 500 Mk. 6043 7359 10358 13980
18041 19578 21630 24378 29473 31521 32965 35493
40019 42647 43109 44815 47151 52197 57742 58765
61146 65331 67873 72518 82666 88070 91282 96524.
98140 99090 99161 99752 102382 103444 104967
106855 111557 112674 112790 115458 116120 116197
116692 118958 119841 128210 136263 139212 139483
140881 145164 146403 147886 148911 149385 150975
153669 156353 157887 165291 166361 174129 175000
179057 180843 181221 194228 195291 196524 198208
198217 198533 199223 201949 202458 204411 205295
206218 206709 212117 212673 216773 219328 224242
231911 236296 237202 249963 252987 255994 257573
258598 261132 264195 264844 280756 285945 287801
289700 294514 295377 297885 299289 300408 301086
301919
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 30000 Mk. § 223927
1 Gewinn zu 15000 Mk. 9831
1 Gewinn zu 10000 Mk. 234791
1 Gewinn zu 5000 Mk. 171309
46 Gewinne zu 3000 Mk. 8229 9855 12447 20453
21555 21619 26860 32476 40143 52531 58836 59101
70779 76618 80770 80969 83477 86111 87585 91514
111174 124172 124600 128840 134880 146369 164511
172769 179601 183910 212387 214506 233543 233913
242703 260147 270559 275270 282486 284069 285387.
289556 291395 292553 294347 303956
59 Gewinne zu 1000 Mk. 2811 3100 9445 9445
30779 33359 37107 40335 54463 58163 62262 64373
64537 70617 75301 77476 79360 81148 86322 88095
90877 91333 94379 106908 113582 117858 137386
144442 151671 154586 161633 162227 162941 165621.
168841 170132 174461 182770 186347 192760 195979
203917 208696 212541 215356 217319 225094 230332
233297 234255 238974 255791 258665 275460 276371
278302 287142 296990 297702 300746
107 Gewinne zu 500 Mk. 2395 2909 6830
6587 6957 8066 11040 11894 13777 15049
17224 20278 21681 24786 29289 29314
31207 31444 33456 35964 36646 36766 38614 49729)
51130 54973 55344 55449 58684 60016 63991 67220
70158 71598 74669 77815 79571 86330 87341 90514
93638 93789 94687 95272 96728 100159 104139
108684 113322 114467 115626 119441 124855 125903
128374 139487 140959 147310 147612 148814 155255
159479 160392 160573 163327 164715 167893 169390
170417 172304 172674 173029 175913 178492 180136
187342 196563 198858 204544 206247 206409 207358
215104 215522 224672 228780 234024 236185 237738
238728 239137 240601 247168 248072 254449 256560.
259037 262271 267920 270332 271439 271450 278675
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Freie Tapezierer-Vereinigung Darmstadt.
Samstag, den 26. November, abends ½9 Uhr, im Vereinslokal
Mitglieder-Versammlung
Tagesordnung: 1. Beratung der Statuten.
2. Feſtlegung des Vereinslokals.
3. Verſchiedenes.
*288f7)
Der Vorstand.

Die Generalversammlung
Hessischen Fröbel-Vereins zu Darmstadt
findet Mittwoch, 30. November, 6 Uhr abends,
im Fröbel=Inſtitut, Saalbauſtraße Nr. 8, p.
ſtatt, wozu alle Mitglieder und Freunde des Vereins freundlichſt eingeladen ſind.
Tagesordnung: Erſtattung des Geſchäftsberichtes;
Prüfung der Jahresrechnung;
Feſtſtellung des Jahres=Voranſchlags.
Die Vorſitzende: Th. Schultz-Gora.
22802

Hans A. Hayn’scher Musikschul-Chor
(Frauen-Chor)
Samstag, 26. November, abends 8 Uhr,
im Fürstensaal, Grafenstrasse

II. Familien-Abend
Konzert Humoristische Vorträge Tanz.
Karten à 1 Mk. in der Muſikalienhandlung von Gg. Thies Nachf., L. Schutter
und abends an der Kaſſe zu haben.
(22777.
Krieger=Kameradſchaft Germania‟
Darmstadt.
Samstag, den 26. November, abends 8½ Uhr,
im Saale der Ludwigshalle (Obergasse 12)
Geburtstagsteier Seiner Königl. Koheit des
Grossherzogs Senst Ludwig
wozu wir unſere Kameraden, ſowie deren Angehörige freundlichſt einladen.
Orden, Ehren= und Vereinsabzeichen ſind anzulegen.
(22805
Der Vorstand.

Anlässlich

Grossfierzogs Geburtstag

findet auch
Freitag

Kaſſee-Konzert

statt.

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Heute, den 25. November, abends 7 Uhr ab,
Künstler-Konzert
mit ff. dunklem Spezial-Schul-Bier.
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Dieburgerſtraße 85.
Dieburgerſtraße 85
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Bestaurant zum Erüpring

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