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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 275.
Mittwoch, den 23. November.
1910.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Der diplomatiſche Ausſchuß.
— Am Montag iſt in Berlin der ſogenannte
diplo=
matiſche Ausſchuß des Bundesrates
zuſam=
mengetreten, in dem nur die Vertreter der größeren
Bun=
desſtaaten ſitzen. Dieſe Inſtitution tritt nur höchſt ſelten
zuſammen, es müſſen ſtets beſondere Veranlaſſungen
vor=
liegen, welche es dem Reichskanzler angezeigt erſcheinen
laſſen, ihn einzuberufen. Im Gegenſatz zur inneren Politik
des Reiches unterſteht die Leitung der auswärtigen
Ange=
legenheiten nicht direkt der Kontrolle des Bundesrates,
vielmehr hat der Reichskanzler reſp. der Staatsſekretär
des Aeußern die weiteſte Machtvollkommenheit, nach
eige=
nem Ermeſſen, ſelbſtverſtändlich in Uebereinſtimmung mit
dem Kaiſer, zu handeln. Das iſt auch nur ganz natürlich,
denn wo kämen wir hin, wenn ſchnelle Entſcheidungen,
wie ſie auf dem Gebiete der auswärtigen Politik oft
not=
wendig ſind, erſt gefaßt werden dürften, wenn immer erſt
die Meinung des Bundesrates eingeholt werden ſollte!
Bei der inneren Politik ſtehen die Dinge ganz anders,
hier handelt es ſich um beſchriebene Geſetze, um Dinge,
welche auch in die Verhältniſſe der Einzelſtaaten
eingrei=
fen, und da iſt es nicht mehr wie recht und billig, wenn
auch dieſe gehört werden. Der diplomatiſche Ausſchuß
dient nun in der Hauptſache nicht dazu, dem Reichskanzler
reſp. dem Auswärtigen Amte gewiſſe Direktiven für ihre
Maßnahmen zu geben, ſondern es handelt ſich hierbei nur
um Mitteilungen über den Gang der Dinge, die der
Reichskanzler aus guten Gründen den Bundesſtaaten
machen will, und ſelbſtverſtändlich, da bloße Mitteilungen
keinen Wert hätten und auch auf anderem Wege gegeben
werden könnten, um eine Ausſprache, die zuweilen ganz
ergiebig ſein mag. Irgendwelche=Beſchlüſſe können aber
begreiflicherweiſe nicht gefaßt werden, das würde die
Be=
fugnis der ganzen Inſtitution überſchreiten und könnte
unter Umſtänden auch, wenn die Bundesſtaaten einen
größeren Einfluß auf die Leitung der Außenpolitik haben
wollten, zu Konflikten führen.
Wenn ſich Herr von Bethmann Hollweg jetzt
veran=
laßt geſehen hat, den Ausſchuß einzuberufen, ſo geſchah
dies einmal, um Bericht über die ganze Situation zu
er=
ſtatten, namentlich wohl über die Frage der türkiſchen
Anleihe, die zweifellos weitgehende politiſche Bedeutung
hat. Ferner liegt es nahe, anzunehmen, daß im Schoße
dieſer Körperſchaft noch eine andere Frage, die zum Teil,
wenn auch nur loſe, mit der auswärtigen Politik
zuſam=
menhängt, einer Beſprechung unterzogen wurde. Es iſt dies
die Angelegenheit der teilweiſen Aufhebung der
Grenz=
ſperre für die Einfuhr ausländiſchen Viehes. Ein
Bun=
desſtaat nach dem andern iſt im Hinblick auf die Fleiſchnot
an den Reichskanzler herangetreten, von der ihm
geſetz=
mäßig zuſtehenden Befugnis einer teilweiſen Grenzöffnung
Gebrauch zu machen. Urſprünglich hatten die
betreffen=
den Bundesſtaaten ſelber ſich dem verſchiedentlich
auftau=
chenden Verlangen nach Aufhebung der Grenzſperre
wider=
ſetzt, ſchließlich glaubte man aber, ohne dieſes Mittel nicht
mehr auskommen zu können, da der Mangel an
Schlacht=
vieh immer größer wurde und demgemäß auch die
Fleiſch=
preiſe ganz beträchtlich anzogen.
Ueber dieſe Frage dürfte auch im diplomatiſchen
Aus=
ſchuß eingehend geſprochen worden ſein, da es ſich hier um
eine Maßnahme von nicht unbedeutenden Folgen für
unſer Wirtſchaftsleben handelt. Ob man vielleicht
weit=
gehende Maßnahmen beſchloſſen hat, entzieht ſich vorläufig
der Kenntnis der Außenſtehenden, allerdings könnte man
die Entſcheidung eventuell aus den in nächſter Zeit etwa
erfolgenden Maßnahmen der Regierung erkennen.
Im Kampfe gegen das Kurpfuſchertum.
*⁎* Auch der neue ſoeben vom Bundesrat genehmigte
Geſetzentwurf gegen die Kurpfuſcherei will
nicht das Uebel mit der Wurzel ausrotten, indem er, wie
es z. B. in Oeſterreich der Fall iſt, die Ausübung der
Heilkunde durch nicht approbierte Perſonen unter Strafe
ſtellt, ſondern er läßt die reichsgewerblich erlaubte
Kurier=
freiheit unangetaſtet und beſchränkt ſich darauf, die
Auf=
ſicht über dieſe nichtapprobierten Perſonen zu
verſchär=
fen und für das ganze Reich einheitlich zu regeln. Wenn
alſo die über den Inhalt des neuen Entwurfes von einem
Berliner Blatte gebrachten Meldungen ſtimmen, ſo
wer=
den die Wünſche der Aerzteſchaft jetzt ebenſowenig
Er=
füllung finden, wie es durch den vorläufigen Entwurf vom
Jahre 1908 der Fall geweſen wäre, wo man von der
An=
ſicht ausging, daß auch Nichtfachmänner zuweilen zur
Bereicherung der Wiſſenſchaft und insbeſondere der
Medi=
zin beigetragen hätten.
Daß es an der Zeit iſt, gegen die Auswüchſe des
Kurpfuſchertums vorzugehen, darüber herrſcht wohl
nir=
gends ein Zweifel. Der Mißbrauch der Heilkunde hat
einen gemeingefährlichen Umfang angenommen, die
Dreiſtigkeit und Ungeniertheit, mit welcher die
Kur=
pfuſcher ihr Weſen treiben, vergrößern noch die Gefahr,
und es darf nicht vergeſſen werden, daß trotz des
unent=
geltlichen Anſpruchs, den Millionen von Arbeitern infolge
der ſozialen Geſetzgebung auf ärztliche Hilfe haben, das
Kurpfuſchertum ſich immer mehr ausgebreitet hat. Es
wirft das ein grelles Schlaglicht auf die
Urteilsunfähig=
keit weiter Kreiſe, wobei übrigens konſtatiert werden
muß, daß die Kundſchaft der Kurpfuſcher ſich nicht nur
aus den niederen Kreiſen der Bevölkerung zuſammenſetzt,
ſondern daß auch die ſogenannten Gebildeten ein
erheb=
liches Kontingent ſtellen. Am ungefährlichſten ſind die
un=
berufenen Ausüber des Heilgewerbes noch da, wo es ſich
um eingebildete reiche Kranke handelt, denen lediglich
eine geregelte und ausreichende Beſchäftigung fehlt und
welchen die Kurpfuſcher harmloſe Mittel verordnen, aber
in ſehr vielen Fällen wird doch, wie eine Reihe von
auf=
ſehenerregenden Prozeſſen gezeigt hat, manches Unheil
angerichtet. Dem muß natürlich ganz entſchieden geſteuert
werden.
Man erhält den Eindruck, daß die Regierung
zu=
nächſt beſtrebt geweſen iſt, dem offenkundigen Schwindel
Einhalt zu tun, wie er ſich in der Behandlung „aus der
Ferne” breit macht. Das direkte Verbot der Ausübung
der Heilkunde durch nichtapprobierte Perſonen, welches
ſich in dem vorläufigen Entwurf von 1908 auf
Geſchlechts=
krankheiten beſchränkt, ſoll auf alle gemeingefährlichen
Krankheiten ausgedehnt werden, was nur zu billigen iſt,
und daß der ganze Geſchäftsbetrieb der nichtapprobierten
Heilkundigen überwacht, auch das Geheimmittelunweſen
ſchärfer als bisher kontrolliert wird, hat ſeine
Berech=
tigung. Freilich wirken alle noch ſo rigoroſen geſetzlichen
Beſtimmungen nicht, wenn die Kurpfuſcher im Volke die
bisherige Unterſtützung finden, wenn das Volk ſich durch
Charlatane betrügen und ausbeuten läßt.
Soziale Reform in England.
* Der engliſche Schatzkanzler Lloyd George
hielt in Mile End (Grafſchaft Eſſex) eine Rede, in
der er ausführte, die letzte Wahl habe es den Liberalen
ermöglicht, das Budget durchzubringen. Die kommende
Wahl werde es dem erblichen Hauſe unmöglich machen,
jemals wieder eines zu verwerfen. Geld für ſoziale
Reformen habe ſich in England gefunden, während
die ſchutzzöllneriſchen Budgets ausländiſcher Staaten die
erforderlichen Einkünfte nicht hätten aufbringen können.
In Deutſchland habe man es ſogar für nötig
befun=
den, wegen der Vermehrung der Koſten der Lebenshaltung
die Zivilliſte des Kaiſers zu erhöhen. Die Regierung
gehe jetzt daran, für weitere 200000 arme alte Leute zu
ſorgen und ſie zu Staatspenſionären gleich den Herzögen
zu machen. Noch mehr: Man habe ſogar Geldmittel
er=
langt, um zwei Millionen Arbeiter gegen
Arbeitsloſig=
keit zu verſichern und ferner, um im nächſten Jahre eine
Verſicherung von 15 Millionen Angehörigen der
arbei=
tenden Bevölkerung gegen die Erkrankung ihres Ernährers
in die Wege zu leiten.
Das letzte iriſche Schreckgeſpenſt habe man in
ameri=
kaniſchen Dollars gerahmt: Ich möchte aber wiſſen, ſeit
wann die britiſche Ariſtokratie den amerikaniſchen Dollar
verſchmäht. Man müſſe darauf beſtehen, daß, wenn ein
Volk beſchloſſen habe, daß gewiſſe Maßnahmen Geſetz
werden ſollen, niemand, weder ein Großer noch ein
Kleiner, das Recht haben ſolle, das zu verhindern.
We=
nige franzöſiſche Freibeuter aus der Normandie hätten
ſeinerzeit die Beſitzer des Grund und Bodens in England
getötet und eine Totenſteuer von 100 Prozent erhoben.
Auf dieſe Weiſe ſei die britiſche Ariſtokratie entſtanden.
Der Schatzkanzler ſchloß mit der Mahnung, den Weg zu
ebnen, daß die Gerechtigkeit einen ebenſo leichten Zugang
habe zu den grauen Häuſern des Volkes wie zu den
Pa=
läſten der Mächtigen.
Deuſches Reich.
Eine neue Kronprinzenreiſe? Während
ſeines letzten Aufenthaltes in Bayern hat der Kronprinz
zur Gemahlin des Herzogs Karl Theodor ſich dahin
ge=
äußert, daß er nach ſeiner Rückkehr von der Weltreiſe, die
bekanntlich im Februar erfolgt, noch im Verlaufe des
Frühjahres, im Auguſt oder Juni, ſich nach London
be=
geben werde. Wie von anderer Seite dazu mitgeteilt
wird, beſteht tatſächlich das Projelk der Reiſe. Der
Kronprinz wurde dazu auserwählt, in London als
Ver=
treter des Kaiſers bei den Feierlichkeiten zu erſcheinen,
die anläßlich der Krönung König Georgs veranſtaltet
werden. Das engliſche Hauptzeremoniell verbietet,
daß bei der Krönung der Souverän einer
aus=
wärtigen Macht teilnehme, da der König bei der Feier die
Perſon vom höchſten Rang ſein muß. Bei der Krönung
Eduards VII., die am 9. Auguſt 1902 ſtattfand, wurde
der deutſche Kaiſer durch den Prinzen Heinrich vertreten.
— Die Militärvorlage. Nachdem die
Militär=
vorlage dem Bundesrat am Freitag zugegangen iſt, wird
ſie Dienstag in den Ausſchüſſen beraten und
vorausſicht=
lich ſchon an demſelben Tage vom Plenum des
Bundes=
rats genehmigt werden, da über alle weſentlichen Punkte
bereits ein Einverſtändnis unter den größeren
Bundes=
regierungen erzielt iſt.
— Die Verhandlungen über das
Steuer=
geſetz zwiſchen der Regierung und den Vertretern der
Reichstagsparteien, die am Montag zu Ende geführt
wur=
den, trugen lediglich informatoriſchen Charakter. Sie
hatten den Zweck, die ſtrittigen Punkte der Materie
klar=
zulegen, um eine ſchnelle Verabſchiedung der Vorlage zu
gewährleiſten. Die Regierung legt großen Weri darauf,
über die endgültige Geſtaltung der Materie möglichſt bald
klar ſehen zu können, da bekanntlich die Ausgaben für die
Heeresvorlage aus den Steuern dieſer Vorlage beſtritten
werden ſollen.
— Zur Fleiſchnot. Ein Telegramm der
Köl=
niſchen Zeitung beſtätigt, daß auch bei der Einfuhr
däni=
ſchen Viehes erhebliche Erleichterungen eintreten ſollen.
Für die Erwägung der Reichsregierung ſei dabei
maß=
gebend geweſen, daß man den Schutz des eigenen
Vieh=
beſtandes auch ferner wahren wolle. Indeſſen ſei dieſes
Schutzbedürfnis Frankreich und Dänemark gegenüber nicht
in vollem Umfange vorhanden, weil dieſe Länder als im
weſentlichen ſeuchenfrei zu betrachten ſeien. Auch Holland
könne bezüglich der Einfuhr von geſchlachtetem Vieh in
Frage kommen.
— Eine Organiſation der Beamten an
Ortskrankenkaſſen. Unter zahlreicher Beteiligung
von Delegierten aus ganz Deutſchland traten in Leipzig
die Bezirksverbände der Beamten von Ortskrankenkaſſen
zu einer Tagung zuſammen, um über die eventuelle
Grün=
dung eines allgemeinen Bundes der Beamten an den
deutſchen Ortskrankenkaſſen zu beraten. Der neu zu
grün=
dende Bund ſoll die Förderung und Vertretung der
Stan=
desintereſſen im nationalen Sinne verfolgen.
Gegen=
wärtig, ſo heißt es in dem Referat, gebe es noch eine
ganze Anzahl von Kollegen, die es aus Furcht vor dem
ſozialdemokratiſchen Terrorismus nicht wagten, aus dem
ſozialdemokratiſchen Verband der Bureaubeamten
auszu=
ſcheiden. Das ſei eine Vergewaltigung des
Koalitions=
rechts, wie man ſie ſich ſchlimmer nicht denken könne. Es
beſtehe auch die Gefahr, daß viele Kollegen durch den
Verband in das ſozialdemokratiſche Fahrwaſſer gerieten.
Demgegenüber ſolle der neue Bund die vaterlandstreue
Kollegenſchaft umfaſſen, zur materiellen und geiſtigen
Hebung der Ortskrankenkaſſenbeamten. Schließlich wurde
einſtimmig die Gründung des Bundes beſchloſſen. Zum
erſten Vorſitzenden wurde Kämpf=Mannheim, zum zweiten
Vorſitzenden Meyer=Dresden gewählt. Vorausſetzungen
für die Aufnahme in den Bund ſind Unbeſcholtenheit und
nationale Geſinnung.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Das Flottenbauprogramm der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Kriegsmarine, iſt, wie
verlautet, folgendes: 4 Schlachtſchiffe, davon 2 zu 20000
und 2 zu 23000 Tonnen Deplazement, 3 Schnellkreuzer,
10 Torpedofahrzeuge, 12 Hochſee=Torpedoboote und 6
Un=
terſeeboote. Die Geſamtkoſten betragen 310 Millionen
Kronen. In das Marinebudget für 1911 ſind eingeſtellt:
47 Millionen für Marinebedürfniſſe, ausſchließlich
Schiffs=
bau, 20 Millionen als reſtliche Verbindlichkeiten für die
bereits fertig geſtellten Schiffe der Radetzky=Diviſion und
22 Millionen als erſte Rate für Dreadnoughts. Zuſammen
beträgt daher das Marine=Erfordernis pro 1911 gegek
90 Millionen.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Nummer 275.
England.
Der Verfaſſungskampf. Das Oberhaus war
am Montag bei der zweiten Leſung der Vetobill dicht
beſetzt.
Earl of Crewe ſagte bei Beantragung der zweiten
Leſung der Bill, die angenblicklichen Beziehungen zwiſchen
beiden Häuſern kämen einem dauernden Konflikt gleich.
Die Regierung ſei gezwungen geweſen, die Vetobill
ein=
zubringen, da das Oberhaus die Geſetzesvorlagen der
Re=
gierung aus Parteirückſichten abgelehnt habe. Dies ſei
ein Spiel, das nicht für immer ſo weiter gehen könne.
Die Reformvorſchläge würden gegen die beſtehende Lage
keine Abhilfe bringen. Die Regierung appelliere an das
Land, daß es die Annahme der Vetobill unterſtützen möge,
um den erwählten Vertretern einer freien Nation ein
vernünftiges Maß von Freiheit wieder zu verſchaffen.
Lord Lansdowne erwiderte, wenn die Oppoſition
Gele=
genheit gehabt hätte. Amendements zur Bill
einzubrin=
gen, ſo hätte er dem Hauſe geraten, die zweite Leſung
an=
zunehmen. Denn die Amendements wären dann vom
Unterhauſe erwogen worden und ſo würde der Verſuch
gemacht worden ſein, zu einer Verſtändigung zu gelangen.
Lord Lansdowne beantragte, die Beratung der Vetobill
auf Mittwoch zu verſchieben. Er werde noch Reſolutionen
einbringen bezüglich der Art und Weiſe, in Her die
Stockungen zwiſchen dem Oberhauſe und Unterhauſe
be=
handelt werden könnten. „Es bleibt uns nichts anderes
übrig”, fuhr Lord Lansdowne fort, „als die wenigen
noch übrigen Tage der Seſſion zu benützen, um zu
ver=
ſuchen, Vorſchläge in möglichſt einfacher und klarer Form
niederzulegen, die wir geneigt wären, dem Lande zur
Re=
gelung der Beziehungen der beiden Häuſer vorzulegen.
Lord Lansdowne kündigte ſodann an, daß er am
Mitt=
woch folgende Reſolution beantragen werde: 1. Es ſei
wünſchenswert, Vorkehrungen zu treffen zur Beilegung
der Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen dem Unterhauſe
und dem Oberhauſe, das nach den Reformvorſchlägen
von Lord Roſebery umzubilden ſei. 2. Wenn man über
Geſetzesvorlagen, die keine finanziellen ſeien, ſich nicht
einigen könne, ſo ſoll eine gemeinſame Sitzung beider
Häuſer zur Entſcheidung der Frage ſtattfinden mit
Aus=
nahme des Falles, wenn es ſich um Uneinigkeiten über
eine Frage von großer Wichtigkeit handelt, die dem
Ur=
teil der Bevölkerung nicht unterbreitet worden ſei. In
einem ſolchen Falle ſolle die Angelegenheit der
Wähler=
ſchaft zur Entſcheidung unterbreitet werden und nicht einer
gemeinſamen Sitzung beider Häuſer. Die Peers ſeien
damit einverſtanden, bei Gewährung gemeinſamer
Sicher=
heiten auf ihre verfaſſungsmäßigen Rechte der
Rückwei=
ſung von Finanzvorſchlägen zu verzichten.
Die hierauf von Lansdowne beantragte Vertagung
erregte lebhafte Erregung und führte zu einer ſcharfen
Diskuſſion zwiſchen der Regierung und der Oppoſition,
in der die Regierung Lansdownes Vorgehen als ein in
der Geſchichte des Hauſes beiſpielloſes bezeichnet. Lord
Selborne beſtritt dieſe Auffaſſung. Die Lords ſeien
be=
reit, die Bill zu diskutieren, nachdem ihr Gegenvorſchlag
dem Hauſe und dem Lande vorgelegt worden ſei. Das
Haus nahm darauf den Antrag Lansdowne an und
ver=
tagte die Diskuſſion der Bill auf Mittwoch.
Man glaubt in politiſchen Kreiſen nicht, daß die
Vor=
ſchläge Lord Lansdownes im Oberhauſe die Lage
verän=
dern oder die Auflöſung des Parlaments abgewendet
haben. Die Miniſteriellen ſehen in den von Lord
Lans=
downe angekündigten Reſolutionen eher ein bloßes
Ma=
nifeſt der Peers als einen Schritt zur Herbeiführung
eines Kompromiſſes und geben der Meinung Ausdruck,
daß die einzige Wirkung der Vorlage die ſein werde, den
Peers eine Erklärung über die Vetobill zu erſparen. Die
Unioniſten dagegen meinen, daß die auf Seiten der Peers
bekundete Vernunft und Mäßigung im Lande eine gute
Wirkung tun werden.
Belgien.
Der Nachlaß des Königs. Bekanntlich hat
weiland König Leopold von Belgien teſtamentariſch
be=
ſtimmt, daß von ſeinem Vermögen 60 Millionen Franken
für Stiftungen verſchiedener Art verwendet werden ſollen.
Der belgiſche Staat hat nun mit den Töchtern des
verſtor=
benen Königs eine Verſtändigung dahin getroffen, daß er
ihnen mehrere Millionen von dieſer Summe ausbezahlte,
während er den Reſt für ſich in Anſpruch nahm mit der
Begründung, daß dieſe Summe dem Staate ſelbſt gehöre.
Nun will die Prinzeſſin Luiſe von Koburg einen Prozeß
gegen den belgiſchen Staat anſtrengen mit der
Begrün=
dung, daß es ihr nicht darum zu tun ſei, aus dem Nach=
laſſe ihres Vaters noch einige Millionen zugeſprochen zu
erhalten, ſondern ſie fühle ſich lediglich zur Wahrung
des Andenkens desſelben verpflichtet, durch einen
gericht=
lichen Prozeß dagegen zu proteſtieren, daß der belgiſche
Staat weiland König Leopold gleichſam beſchuldige, er
hätte Gelder zu Stiftungen verwendet, die nicht ſein
Eigentum waren.
Monaco.
Antifranzöſiſche Kundgebungen. Das
Paris Journal ſchreibt: Wenn ein Teil der Bevölkerung
von Monaco dem Fürſten Albert für die Verleihung einer
Verfaſſung dankbar iſt, ſo ſetzt doch der größte Teil der
aus verſchiedenen Stämmen beſtehenden Bewohnerſchaft
ſeine franzoſenfeindlichen Treibereien fort und verlangt
die Entfernung aller von dem Fürſten Albert zur
Verwal=
tung des Landes berufenen Franzoſen. Die Menge
ver=
anſtaltete kürzlich eine Kundgebung gegen den
General=
gouverneur Hautefeuille unter den Rufen: „Nieder mit
Frankreich! Tod den Franzoſen!‟ Die franzöſiſche
Regie=
rung iſt bei aller Achtung vor der Unabhängigkeit des
Fürſten und bei aller Dankbarkeit für die Freundſchaft und
die Treue des Fürſten Albert feſt entſchloſſen, zu
verhin=
dern, daß in einem den Begierden der Gegner Frankreichs
ganz beſonders ausgeſetzten Punkte der Riviera ein Herd
von franzoſenfeindlichen Treibereien geſchaffen werde. Es
ſind alle Maßnahmen getroffen, um im erforderlichen Falle
ein entſcheidendes und raſches Eingreifen zu ermöglichen.
Rußland.
Der bisherige Verweſer des
Mini=
ſteriums des Aeußern, Saſonow, wurde zum
Miniſter des Aeußern ernannt.
Türkei.
In der Kammer kam es zu einer erregten Debatte,
weil ſich nachträglich herausgeſtellt hat, daß bei der in der
letzten Sitzung erfolgten Annahme der Vorlage betreffend
die Beibehaltung des Paßzwanges drei ungültige
Stimm=
zettel den Proſtimmen zugezählt wurden. Bei der
erneu=
ten Abſtimmung, die man vornahm, wurde der Paßzwang
mit 35 gegen 78 Stimmen aufgehoben. Der Deputierte
für Uesküb, Said, erklärte, er lege ſein Mandat nieder,
weil er nicht dulden könne, daß die Grenze
Bombenwer=
fern und Komitatſchis geöffnet werde.
Perſien.
Gute Ratſchläge Englands. Die Times
mel=
det aus Teheran folgendes: Die letzten Ereigniſſe in
Per=
ſien müſſen die perſiſche Regierung darüber belehren,
welchen Wert es für ſie habe, die Ermahnungen der letzten
britiſchen Note zu berückſichtigen, umſomehr, als darin
betont wird, daß in keiner Weiſe die Abſicht beſtehe, die
perſiſchen Souveränitätsrechte zu verletzen. Die britiſche
Regierung begrüße jeden Verſuch der perſiſchen
Macht=
haber, die Ruhe und Ordnung im Lande wieder
herzu=
ſtellen, mit Freuden, ſie ſei auch davon überzeugt, daß die
perſiſche Regierung ſich jetzt alle Mühe gebe, auf der
Straße nach Schiras wieder geordnete Zuſtände
herzu=
ſtellen, aber leider ſeien gerade dort erſt in jüngſter Zeit
neuerliche Räubereien auf britiſche Waren vorgekommen.
Vereinigte Staaten.
Ein Rieſenfleiſchtruſt. Ueber die Gründung
eines die ganze Welt umfaſſenden und beherrſchenden
Fleiſchtruſtes wird aus Waſhington berichtet: Die
ſoge=
nannte große Sechs, das heißt die ſechs größten
Schläch=
tereien Nordamerikas, haben ſich mit den größten
Export=
firmen von Argentinien, Neuſeeland, Auſtralien und
an=
deren Ländern in Verbindung geſetzt, um der Welt ihre
Preiſe und Bedingungen aufzuzwingen. Um dieſen neuen
Welttruſt zu lancieren, ſind angeblich ungeheure
Kapi=
talien aufgebracht und ein rieſiger weltbezwingender
Ap=
parat eingerichtet worden. Der Truſt ſoll ſich die größten
Schlächtereien in Neuſeeland und Argentinien bereits
ge=
ſichert haben. Die Verhandlungen wurden von den
ver=
einigten Schlächtereien unter ſtrengſter Wahrung des
Geheimniſſes geführt, doch ſind jetzt die Agenten der
Waſhingtoner Regierung dahinter gekommen. Da der
Truſt ſeinen Sitz wahrſcheinlich außerhalb der
Vereinig=
ten Staaten haben wird, ſo iſt es ſehr zweifelhaft, ob
die Regierung gegen ihn auf Grund des Truſtgeſetzes
vorgehen kann.
* Colombo, 21. Nov. Der Kronprinz und
die Kronprinzeſſin beſuchten geſtern nachmittag
den Gouverneur und fuhren ſpäter im Automobil nach
Mount Lavinia. Bei demgeſternabend ſtattgefundenen Diner
brachte der Gouverneur Trinkſprüche auf den König und
Kaiſer aus. Die Herrſchaften unternahmen heute früh
eine Spazierfahrt in Rickſchahs und dann in Begleitung
des Gouverneurs eine Rundfahrt im Automobil durch
ganz Colombo und Umgebung, ſowie durch die
Eingebore=
nenſtadt. Die Menge begrüßte die Reiſenden an vielen
Punkten mit Beifallsrufen. Das Feſt im Park des
Gou=
verneurpalaſtes war heute nachmiltag außerordentlich
ſtark beſucht. Der Gouverneur, das Gefolge und der
deutſche Konſul ſpeiſen heute abend zuſammen im
Galle=
face=Hotel. Der Kronprinz reiſt mit Gemahlin morgen
vormittag nach Kandy ab.
* Brüſſel, 21. Nov. Die erkrankte Königin.
Im königlichen Palaſte laufen fortwährendtelegraphiſche
An=
fragen über den Zuſtand der Königin ein. Auch
zahl=
reiche Perſonen ſprechen im Palaſte vor, um ſich über den
Krankheitszuſtand der Königin zu informieren. Auch
der Papſt intereſſiert ſich ſehr lebhaft für das Befinden
der Königin. Er überſandte geſtern ein Telegramm an
König Albert, worin er ihm Mut zuſpricht. Heute
mor=
gen hat er eine Meſſe für die kranke Königin leſen laſſen.
Die Mutter der erkrankten Königin, Herzogin Karl
Theo=
dor von Bayern, wird vom König über den Zuſtand ihrer
Tochter auf dem Laufenden erhalten. Sollte eine
Ver=
ſchlimmerung im Verlaufe der Krankheit eintreten, wird
ſich die Herzogin unverzüglich nach Brüſſel begeben. Der
König iſt infolge der Erkrankung ſeiner Gemahlin ſtark
angegriffen. Er hat ſeit vier Tagen und vier Nächten das
Krankenbett ſeiner Gattin nicht verlaſſen. In der letzten
Nacht konnte die Königin kurze Zeit ſchlafen. Das Fieber
hält aber an und iſt keineswegs beſeitigt. Alle Blätter
ſprechen mit der größten Herzlichkeit und Anteilnahme
von der noch jungen und gütigen Königin. Der König
empfing von zahlreichen Staatsoberhäuptern Anfragen
nach dem Befinden der Königin und Wünſche einer
bal=
digen Geneſung.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. Novembet.
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Joſeph Herbert aus Klein=Hauſen, Kreis Bensheim,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Zellhauſen,
Kreis Offenbach.
* Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 20
ent=
hält: 1. Bekanntmachung, die Erhebung einer Gebühr für
die Reviſion nichtſtaatlicher Rechnungen durch die
Ober=
rechnungskammer betreffend. 2. Bekanntmachung, die
Be=
fugniſſe der Reichsſteuerhebeſtellen betreffend. 3.
Berich=
tigung.
* Ordeusverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den nachſtehenden Perſonen
die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der
ihnen von Sr. Maj. dem Kaiſer von Rußland
ver=
liehenen Auszeichnungen erteiltfür: St.Stanisla
us=
urden I. Klaſſe: dem Hofmarſchall Freiherrn von
Ungern=Sternberg; St. Stanislausorden III.
Klaſſe: dem Hofſekretär Heinrich Meinhardt, dem
Hofmarſchallamts=Aſſiſtent Jakob Bachert, dem
Schloßinſpektor Georg Schön, dem
Obergarteninſpek=
tor Ludwig Dittmann, dem Hofgarteninſpektor
Fried=
rich Weigold; die große goldene Medaille
am Bande des Alexander=Newsky=
Or=
dens: dem Palaisdiener Heinrich Kloß, dem
Hof=
küchenmeiſter Robert Edion, den Kammerdienern Karl
Küſter und Heinrich Ludolph, dem Hofgärtner
Heiy=
rich Göbel; die große ſilberne Medaille am
Bande des St. Wladimir=Ordens: dem
Kammerdiener Ludwig Lang, dem Schloßverwalter
Heinrich Obſt, dem Kanzleidiener Reichard Schäfer,
dem Hofgartenaufſeher Johannes Büttner; die
kleine goldene Medaille am Bande des
St. Annenordens: den Oberhoflakaien Karl
Brand, Adam Schäfer, Georg Borger, den Hoflakaien
Lorenz Pfeifer, Leonhard Knapp, Wilhelm Schüler,
dem Obergartengehilfen Valentin Ganßmann, dem
Hofküfer Auguſt Heilmann; die kleine ſilberne
Medaille am Bande des St. Stanislaus=
Ordens: den Hoflakaien Friedrich Möller,
Fried=
rich Frank, Paul Bott, Ferdinand Rotter, Karl Hupe,
Erwin Hellmuth, dem Jäger Philipp Menger, den
Hauswärtern Heinrich Schlund, Peter Rein, Friedrich
Büttel, Georg Eberle, Wilhelm Wagner, dem prov.
Hauswärter Karl Hofmann, dem Küchenwärter Peter
Liebig, den Obergartengehilfen Ferdinand Gebhardt,
Georg Weidmann, Georg Kern, dem Maſchiniſten im
Des deutſchen Kronprinzen Weltreiſe.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
IV.
Ceylon, die Zauberinſel. — Ankunft in Colombo.
Der erſte Eindruck. — Eine Spazierfahrt. — Das
euro=
päiſche Viertel. — Die Eingeborenenquartiere. — Bunte
Eindrücke. — Wunder über Wunder. — Ein
Palmen=
heer. — Die Sonne ſinkt. — In der Tropennacht.
Oft und oft genug iſt Ceylon in den glühendſten
Farben geſchildert worden und hat ſich in der
Vorſtel=
lung der europäiſchen Völker als ein Stück echten
Pa=
radieſes feſtgeſetzt, und doch ſteht all das papierne und
geſprochene Lob weit hinter der holden Wirklichkeit
zurück! Wenn nach langer Meerfahrt das Schiff ſich
Colombo nähert, und die Palmenhaine grüßend
her=
überwinken, hat die Zauberinſel ſchon ihren Bann
aus=
geübt und verſtrickt jeden, der ſie betritt, mit jeglicher
Stunde feſter in denſelben. Alles trifft ja hier auch
zuſammen, um uns dies irdiſche Eden in dem denkbar
anſprechendſten und roſigſten Licht erſcheinen zu laſſen:
der wunderbare Pflanzenwuchs, von ſo erſtaunlicher
Ueppigkeit und Mannigfaltigkeit, wie man ihn
ſchwer=
lich zum zweiten Male findet, ein Himmel mit den
köſt=
lichſten Farbenſpielen während der einzelnen
Tages=
ſtunden, das brandende Meer mit ſeinem Wogengiſcht
an den Küſtenſtreifen, die verſchiedenartig
zuſammen=
gewürfelte, fremdartige Bevölkerung, die, nach äußeren
Eindrücken zu ſchließen, mit naiver Freudigkeit und
Selbſtgenügſamkeit ihr nach europäiſchen Begriffen ſo
ärmliches Daſein verlebt, und nicht zuletzt, daß man
in Colombo wie auf dem Lande weilt, in einer
Unge=
bundenheit und Zwangloſigkeit, wie ſie ſo häufig jedes
Kulturmenſchen größte Sehnſucht bilden. Natürlich iſt
Colombo eine Stadt und ſteht als ſolche, mit weit über
100000 Einwohnern, in jedem Geographiebuche, ſie hat
Paläſte und ſtattliche Häuſer, hat Regierungsgebäude
und Schulen, Kirchen und Kaſernen, aber hier kann
man mit vollſtem Recht das Goetheſche Wort von der
grauen Theorie und des Lebens goldenem Baum
an=
wenden. Davon überzeugt uns zur eigenſten freudigen
Ueberraſchung ſchon die erſte Spazierfahrt, zu der wir
uns einer „Menſchen=Droſchke” bedienen, einer
Jin=
rikſhar, wie die leichten mit Sonnendach verſehenen,
zweirädrigen Karren bezeichnet werden, die ein wenig
bekleideter, ſchnellfüßiger Tamile zieht, der über eine
ganz erſtaunliche Ausdauer verfügt.
Zunächſt geht’s die York=Street entlang, die ſehr
breit angelegte und zu beiden Seiten mit rotblühenden
Akazien bepflanzte Hauptſtraße. An mehrere
Hotel=
bauten ſchließen ſich langgeſtreckte, kleinere Häuſer mit
ſäulengetragenen Arkaden, unter denen Händler ihre
Waren ausgelegt haben, und nach rechts wie links
zweigen ſich mehrere parallel laufende, kurze Straßen
ab. In ihnen finden wir die bedeutendſten europäiſchen
Handelsfirmen, ferner die umfangreiche Hauptpoſt, der
gegenüber nach dem Meer zu der Gouverneur=Palaſt
liegt, in deſſen Nähe ſich einige Kaſernen erheben, die,
dem Klima entſprechend, nicht hoch und mit vielen
ge=
wölbten Gängen und Hallen erbaut ſind. Damit iſt
auch der eigentliche europäiſche Teil abgeſchloſſen. Von
rechts grüßt der Indiſche Ozean herüber, biegen wir
nach links ab, ſo lacht uns plötzlich ein weiter See
ent=
gegen, und genießen wir hingeriſſen den Aublick eines
lieblichen Idylls. Herrliche Palmen recken ihre
Häup=
ter hoch in die Lüfte, Bananen breiten ſtolz ihre
rie=
ſigen Blätter aus, wie ungeheure Buketts erheben ſich
Bambusſträucher zwölf, fünfzehn Meter aus dem
Bo=
den, in friſcheſtem hellen Grün ſtehen die
Salatſträu=
cher da, und mit tauſenden großer gelber und roter
Blumen ſind die mächtigen Malvenbäume bedeckt, neben
und zwiſchen denen gewaltige, als heilig geltende
in=
diſche Feigenbäume ihre aus Luftwurzelgerank
gebil=
deten Dächer, die hunderten von Perſonen Schatten
ge=
währen, ausſtrecken. Nahe dem Ufer plätſchern im
Waſſer vergnügt braune Kinder umher, über den See
kommen Kähne, unter deren ſchützendem Baſtgeflecht
Eingeborene ſitzen, und nun fahren wir auch bei den
Hütten der letzteren vorüber, die, aus Lehmwerk
er=
richtet und mit Ziegel gedeckt, durch die großen, Fenſter
und Türen vereinenden Oeffnungen den Blick in das
ärmliche Innere ermöglichen. Hier und da treffen wir
auf einen Kramladen mit allerhand europäiſchem
Krimskrams, einen Obſtverkauf mit an Schnüren
hängenden Bananenbündeln, mit Kokosnüſſen, Ananas
und zum Kauen benutzten Betelblättern, aus dem Dach
dieſer und jener Hütte reckt ſich eine Palme hoch mit
reifen und auch reifenden Früchten, und auch zwiſchen
und hinter den Hütten, überall Palmen, Palmen,
Palmen.
Das ganze Leben der Eingeborenen ſpielt ſich mit
größter Offenheit ab, die Bedeutung des Wortes „
Ar=
beit” ſcheint den meiſten recht fremd zu ſein, die
Män=
ner faulenzen vor den Hütten umher, die Frauen tun
desgleichen, denn die Bereitung der kargen Mahlzeit
aus Reis oder Fiſchen nimmt nicht viel Zeit in
An=
ſpruch. Männer wie Frauen ſind von den Hüften ab
mit bunten, rockähnlichen Gewändern bekleidet, die
Kinder meiſt nur mit einem Schurz, und auch der wird
häufig als entbehrlich angeſehen. Die Mehrzahl der
erwachſenen Singhaleſen trägt nach Frauenart einen
halb um den hinteren Kopf gehenden Schildpattkamm,
viele der jüngeren Männer laſſen die Haare frei über
den Rücken herabhängen, mit ihren weichlichen
Ge=
ſichtszügen ähneln ſie täuſchend Frauen. Eine beſtimmte
Sekte der Tamilen wieder hat das Haupt völlig kahl
Nummer 275.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Seite 3..
Hofwaſchhaus Franz Reul und dem Hofgartenarbeiter
Johann Geiger.
Militardienſtnachrichten. Befördert zum Oberlt.:
der Lt. d. Reſ.: Leue (II Berlin) des Inf.=Leibregts.
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117; zu Lts. der
Reſ.: die Vizewachtmeiſter: Krogmann (Potsdam)
des Garde=Drag.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23,
Böte=
führ (Magdeburg) des Großh. Art.=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 25; zum Oberlt.: der Lt. der
Reſ.: Marcks (Crefeld) des 2. Großh. Heſſ. Feldart.=
Regts. Nr. 61; zu Lts. der Reſ.: die Vizewachtmeiſter:
Canel (II Hamburg) des Garde=Dragoner=Regts.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, Schneider (Mühlhauſen
i. Th.) des Großherzogl. Heſſ. Train=Bats. Nr. 18;
zu Hauptleuten: die Oberlts.: Lauteſchläger
(Worms) der Landw.=Feldart. 1. Aufgebots Graf
v. Büdingen (I Darmſtadt) der Landw.=Feldart.
2. Aufgebots; zu Rittmeiſtern; die Oberlts.: Mumm
v. Schwarzenſtein (Frankfurt a. M.) der Reſ. des
Garde=Drag.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, Diſch
(Mainz) der Reſ. des Großh. Heſſ. Train=Bat. Nr. 18;
zu Oberlts.: die Lts. der Reſ.: Schneider (Wetzlar)
des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116,
Hertſch (Worms) des Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, Scriba (I Darmſtadt) des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 25, Prigge
(Frankfurt a. M.) des 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts.
Nr. 61 die Lts.: Hahn (Frankfurt a. M.), Werner
(Mainz), Keller (Worms) der Landw.=Inf. 1.
Auf=
gebots, Schmitt (Worms) des Landw.=Trains 1.
Auf=
gebots; zu Lts. der Reſ.: die Vizefeldwebel bezw.
Vize=
wachtmeiſter: Wagner (I Darmſtadt) des Leibgarde=
Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Dreſſel (
Ober=
lahnſtein), Wagner (Mainz) des Inf.=Leibregts.
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Werle (Mainz)
des Jäger=Regts. zu Pferde Nr. 2, Wiemann (I
Darm=
ſtadt), des 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regts. Nr. 61,
Roeder, Lachmann (I Darmſtadt) des Großh. Heſſ.
Train=Bats. Nr. 18; zum Lt. der Reſ.: der Vizefeldwebel:
Meyer (I Darmſtadt) des Hannov. Pion.=Bats. Nr. 10.
Der Abſchied bewilligt: Dyckerhoff (Wiesbaden),
Oberlt. der Reſ. des Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regts. Nr. 25, mit der Erlaubnis zum Tragen
der Landw.=Armee=Uniform, Werners (II Darmſtadt),
Klingelhöffer (Erbach), Oberlts, der Landw.=Inf.
2. Aufgebots. Zu Stabsärzten befördert: die Oberärzte
der Reſ.: Dr. Dauernheim (II Darmſtadt), Dr.
Rieſe (Erbach). Zum Aſſiſt.=Arzt befördert: der
Unter=
arzt der Landw. 1. Aufgebots: Dr. Bert (Mainz).
Der Abſchied mit der Erlaubnis zum Tragen ſeiner
bis=
herigen Uniform bewilligt: dem Stabsarzt der Reſerve:
Dr. Buchholz.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern zum
zweiten Male gegen den Monteur Oskar Schmidt
von Frankfurt wegen fahrläſſiger Gefährdung eines
Eiſenbahntransportes und fahrläſſiger Tötung. Es
han=
delt ſich um das ſchwere Automobilunglück, das am 31.
Oktober v. J. frühmorgens auf der Griesheimer Allee
in der Nähe des Baſſins ſich ereignete. Damals fuhren
die Angeſtellten der Frankfurter Adlerwerke Grünig,
Müller und Schmidt mit der Witwe Wolfſturm, welche
ſie hier aufgenommen, die Straße nach Griesheim
hinab. Schmidt, der als Chauffeur tätig war und den
Ruf eines tüchtigen und vorſichtigen Fahrers genoß,fuhr,
obwohl die Straße ſchlüpfrig und ihm vollſtändig
unbe=
kannt war, mit einer Geſchwindigkeit von 60 bis 65
Kilometern darauf los. Er ſah nicht die an der Straße
herlaufenden Schienengeleiſe und hörte ſpäter nicht das
Läuten ſowie Pfeifen eines von Griesheim langſam
heranfahrenden Zuges der Dampfſtraßenbahn, der etwa
einen Meter lang in den Uebergang über die Straße
einbog, dann aber von dem Lokomotivführer ſo raſch
gebremſt und zum Stehen gebracht wurde, daß die
Kuppelung zerriß. In demſelben Augenblick ſauſte das
Auto heran; Schmidt verſuchte, kurz vor dem Zug rechts
auszuweichen und bremſte den Hinterteil ſeines
Wagens, flog dabei jedoch auf die Maſchine, daß ſofort
alles in Flammen ſtand. Grünig, Müller und die Witwe
büßten ihr Leben ein. Schmidt wurde ſchrecklich
zuge=
richtet, iſt jedoch wieder hergeſtellt. Ein Glück war es,
daß der Zug nicht etwas weiter gefahren iſt, ſonſt wäre
das Auto wider einen mit 35 Fahrgäſten beſetzten
Wagen gerannt und das Unglück wäre ohne Zweifel
noch viel größer geweſen. Am 5. April d. J. fand gegen
Schmidt die erſte Verhandlung ſtatt, die damit endigte,
daß er wegen des Vergehens freigeſprochen und nur
wegen zu raſchen Fahrens bei glatter Straße zu 30 Mk.
Geldſtrafe verurteilt wurde. Die Staatsbehörde
ver=
ſolgte Reviſion an das Reichsgericht, welches das Urteil
in ſeinem ganzen Umfange aufhob und die Sache zur
nochmaligen Verhandlung zurückverwies. Es wurde
feſtgeſtellt, daß Schmidt als Leiter des Autos allein die
volle Verantwortlichkeit übernommen habe, deshalb ſei
es ſeine Pflicht geweſen, genau auf die Beſchaffenheit
der ihm unbekannten Straße und auf das, was auf
ihr vorgehe, zu achten. Insbeſondere war es ſeine
Pflicht, ſo zu fahren, daß die Sicherheit nicht gefährdet
geſchoren, und manche von ihnen zeigen auf der Stirn
weiße Striche, zum Beweis, daß ſie an dieſem Tage
ſchon den Tempel beſucht. Während dem Weſen der
Singhaleſen viel Kindliches und Naives anhaftet,
er=
ſcheinen die oft in weiße Kaftans gekleideten,
betur=
banten Mohammedaner ernſt und gemeſſen, häufig ſieht
man, wie ſie in der Richtung nach Mekka auf dem
Boden knien und ihn demütig mit dem Haupte
be=
rühren. Die Bevölkerung der Inſel ſetzt ſich aus ſehr
verſchiedenen Teilen zuſammen, zunächſt aus den
Singhaleſen, die meiſt Anhänger Buddhas ſind und
jeder ernſtern Beſchäftigung gern aus dem Wege gehen,
aus Tamilen, den Nachkommen der Einwanderer aus
Südindien, die von kräftigerem Körperbau und
größe=
rer Arbeitsluſt ſind als die Singhaleſen, dafür aber
auch rachſüchtiger und unfreundlicher wie jene, aus
„Mohren”, den Nachkommen der eingewanderten
Araber, aus Malayen und Chineſen, ſchließlich aus
allerhand Miſchlingen, den Abkömmlingen von
Euro=
päern. Die Ureinwohner der Inſel, die Weddas, trifft
man nur noch in den unzugänglichen Teilen der Inſel
an, ihre Zahl beläuft ſich auf kaum zweitauſend und
vermindert ſich von Jahr zu Jahr.
All die verſchiedenen Typen dieſer buntgewürfelten
Einwohnerſchaft lernen wir während unſerer Fahrt
durch die Pettah, die Stadt der Eingeborenen, die aber
nur ein großes, ſich nach den verſchiedenſten Richtungen
hin erſtreckendes Dorf iſt, kennen. Nun aber biegen
wir heraus aus dieſen Gaſſen und Gäßchen und fahren
durch eine parkähnliche Gegend, in welcher zerſtreut die
Villen der vornehmen Europäer liegen, unter ihnen
das kunſtgeſchmückte und gaſtfreie Heim des deutſchen
Konſuls Freudenberg, der in Colombo und überhaupt
auf ganz Ceylon in würdigſter Weiſe das Deutſchtum
vertritt-zu den angeſehenſten Handelsherren der Inſel
war. Dieſen Grundſätzen habe er nicht entſprochen. In
der erneuten Verhandlung wurde der Vorfall wie
früher geſchildert. Der Staatsanwalt Schreiber
bean=
tragte 4 Monate Gefängnis, während der Verteidiger
des Angeklagten, Rechtsanwalt Aufenberg, lebhaft für
ſeinen Klienten eintrat. Das Gericht erachtete die
An=
klage für erwieſen, der Angeklagte habe eine
Sorg=
loſigkeit an den Tag gelegt, die nach den Umſtänden
des Falles unzuläſſig war; der Umſtand, daß er die
Signale der Lokomotive nicht gehört habe, ſei nur
dadurch zu erklären, daß er ſeine Aufmerkſamkeit
ge=
teilt habe. Er wurde zu 3 Monaten Gefängnis
verurteilt.
— Großherzogs=Geburtstagsfeier. Man ſchreibt
uns: Am Sonntag hielt der kath. Männer= und
Ar=
beiterverein im Konkordiaſaal ſeine Großherzogs=
Ge=
burtstagsfeier ab. Der Saal war ſehr gut beſetzt. Nach
der Eröffnung durch den erſten Vorſitzenden, Herrn
Lehmann, der die Anweſenden herzlich willkommen
hieß, brachte nach einer zündenden Anſprache Herr
Pfarrer Fink auf unſeren geliebten Landesfürſten ein
dreifaches Hoch aus, in das die Verſammelten begeiſtert
einſtimmten. Es folgten abwechſelnd Geſangsvorträge,
Couplets, Theaterſtücke uſw. Herr Kaplan Eckſtein
toaſtete auf den Herrn Biſchof. Den Glanzpunkt des
Abends bildete die Feſtrede des Herrn Rechtsanwalts
Sieger. Der Redner widerlegte u. a. in beredten
Worten den Vorwurf, „die Katholiken hätten keine
Vaterlandsliebe” und begründete dies damit, daß gerade
der Glaube die Hauptſtütze der weltlichen Obrigkeit ſei.
Stürmiſcher Beifall zeigte dem Redner, wie ſehr die
Verſammlung mit ſeinen Ausführungen einverſtanden
war. Nicht unerwähnt darf ferner bleiben die
Geſangs=
abteilung unter Leitung ihres tüchtigen Herrn
Diri=
genten K. Grim. Die Chöre wurden exakt vorgetragen.
Der Sologeſang der Herren Quaitſch und Heidenreich,
die mit dem „Holzknechtlied” vielen Beifall ernteten,
die von Herrn Mechler vorgetragenen Couplets, ſowie
das von den Herren Naas und S. Rohrer dargeſtellte
Duett „Die Dickbäucher” trugen viel zur Beluſtigung
des Abends bei. Zum Schluß wurde der Schwank
„Wurſcht wider Wurſcht”, der von den Herren Sahm,
Naas, Rohrer und Eiſele geſpielt wurde, aufgeführt.
Mit einem Hoch auf alle Mitwirkenden ſchloß der
Vor=
ſitzende die ſo ſchön verlaufene Veranſtaltung.
J. Martinsgemeinde. Man ſchreibt uns: Am
Mon=
tag abend hatten unſere evangeliſchen Männer die
große Freude, einen ſehr zeitgemäßen Vortrag zu
hören. Herr Chefredakteur Veidt ſprach über: „Der
evangeliſche Chriſt und ſeine Zeitung‟. Der
ge=
wandte Redner beleuchtete in vorzüglicher Weiſe
ein=
gehend den Kampf, welchen unſere Zeitungen
unter=
einander führen. Wie dieſelben zum Leſer ſprechen,
in friedlichem oder verhetzendem Tone, gerade ſo wird
auch die Stimmung des Volkes beeinflußt werden.
Die Hetzpreſſe muß bekämpft werden, da ſie nur daran
ſchuld iſt, wenn falſche Anſchauungen, Vorurteile und
Haß Platz greifen. Das beſte Mittel, dem
entgegen=
zutreten, iſt, diejenigen Zeitungen zu halten und zu
unterſtützen, welche ſich dieſe vornehme Aufgabe
ge=
ſtellt haben. Für den evangeliſchen Chriſt iſt es aber
eine beſondere Ehrenſache, ſolche Zeitungen zu
för=
dern, welche den deutſch=evangeliſchen
Stand=
punkt vertreten. Daß die Hetzpreſſe die deutſch=
evan=
geliſche Kultur, welche wir den Segnungen der
Refor=
mation zu verdanken haben, fortwährenden
An=
griffen, Beleidigungen und Verleumdungen ausſetzt,
hat ſeinen beſonderen Grund und in Frankfurt vor
kurzer Zeit zur Gründung einer deutſch=evangeliſchen
Tageszeitung, der „Frankfurter Warte”, geführt, deren
Chefredakteur der Vortragende geworden iſt. Kampf
den Hetzblättern, Kampf der
Schundlite=
ratur, das muß für die Folge unſere Aufgabe,
un=
ſer Ziel ſein und alle gebildeten Kreiſe ſollen ſich in
dieſem Gedanken zuſammenfinden.
nn. Tolſtoi=Gedächtnisfeier. Aus Anlaß des
Ab=
lebens des ruſſiſchen Volksdichters Grafen Leo
Tol=
ſtoi veranſtaltet die ruſſiſche Studentenſchaft der
Tech=
niſchen Hochſchule Darmſtadt morgen früh um 11 Uhr
im Fürſtenſaal (Grafenſtr.) eine Gedächtnisfeier. Der
Organiſationsausſchuß fordert alle ruſſiſchen
Studieren=
den der Hochſchule auf, den Tag als einen Feiertag zu
betrachten und den Vorleſungen und Uebungen fern
zu bleiben.
— Das Doppelquartett Rheingold hielt eine
Abend=
unterhaltung im Kaiſerſaal ab. Das ſehr reichhaltige
Programm wickelte ſich aufs beſte ab und wurden die
Chöre unter Leitung des Herrn F. Damm und die
ein=
zelnen Solovorträge muſterhaft zum Vortrag gebracht.
Beſonders lobend zu erwähnen iſt das Violinſolo des
Herrn M. Piehler, die Deklamationen von R. Schneider,
die komiſchen Vorträge des Herrn Aug. Heldmann, der
Jongleur=Reigen des Athleten=Vereins und die
Zithervor=
träge des Zitherklubs „Edelweiß‟. Ein flott geſpieltes
Theaterſtück „Lieweshennel” von R. Schneider ſchloß den
aufs beſte verlaufenen Abend.
gehörend und als Führer durch letztere für das
Kron=
prinzenpaar beſtimmt, das ſich keinen unterrichteteren
und liebenswürdigeren Begleiter wünſchen kann.
Die=
ſes Europäerviertel iſt eingebettet in duftigſtes Grün,
eine wahre Verſchwendungslaune hat hier die gütige
Mutter Natur gehabt. Kaum kann das Auge dieſe
Pracht faſſen! Die Palmen, obwohl in einzelnen
wunderbaren Exemplaren vorhanden, treten mehr
zurück gegen andere Bäume und gegen blühendes
Buſchwerk; weithin recken Brotbäume ihre
blätter=
reichen Aeſte aus, friſche, hellichte Schößlinge heben ſich
aus dunkelgrünen Zimmetſträuchern hervor, des
Cro=
tons rote Blätter vermiſchen ſich mit den üppigen
blauen Blumenſträußen der Lianen, dunkelrote
Kame=
lien leuchten aus maſſigem Blättergewirr hervor, und
ſüßen Duft hauchen die Tamarinden aus, deren
unzäh=
lige Blüten fremdartige große Schmetterlinge
umgau=
keln. Zwiſchen dem Buſchwerk liegen weite
Raſen=
flächen, ſie gehören zum Viktoriapark, und auf ihnen
tummelt ſich gegen Abend, wenn die Sonne nicht mehr
ſo heiß herniederſtrahlt, Englands und auch
Deutſch=
lands Jugend im Tennis=, im Criquet=, im Golfſpiel.
An dem Park entlang fahren wir dem
Waſſer=
reſervoire zu, vorbei an einem Buddha=College mit
ſpitzer Dagoba, einem weißbekalkten, glockenförmigen
Bau, der in ſeinem vermauerten Innern irgend ein
Andenken an Buddha birgt. Wir verlaſſen unſer
Wägelchen und klettern die zum Reſervoire führenden
Stufen hinauf — nur ein leiſer, ſtaunender und
be=
wundernder Ruf entringt ſich unſeren Lippen! Wie
ſchön, wie unſagbar herrlich, was ſich unſeren Blicken
zeigt! Meilen, viele Meilen weit breiten ſich
Palmen=
waldungen aus, dort ziehen ſie ſich am ſchäumenden
Ozean entlang, da verlieren ſie ſich in duftige Ferne,
und geradeaus werdensſie am verſchwindenden Hori=
Sonntagsruhe. Es wird auch an dieſer Stelle auf
die Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts im heutigen
Blatt, betr. die Sonntagsruhe an den vier letzten
Sonn=
tagen vor Weihnachten, verwieſen.
* Zahlkarten. Mancher, der heutzutage eine Rechnung
mit beiliegender Zahlkarte zugeſandt erhält, weiß leider
mit der Zahlkarte noch nichts anzufangen. Er legt ſie
einfach bei Seite und greift ſchließlich nach alter
Gewohn=
heit zur Poſtanweiſung, um die Rechnung zu bezahlen.
Und doch gibt es, ſeitdem die deutſche Poſt den Poſtſcheck=
und Ueberweiſungsverkehr eingeführt hat, nichts billigeres
als ſolch eine Zahlkarte. Denn wer ſich ihrer bedient,
braucht für die Uebermittelung des Geldes der Poſt
kei=
nerlei Gebühr zu entrichten; er ſpart alſo jedesmal das
Poſtanweiſungs=Franko; das ſind, da eine Zahlkarte auf
Beträge bis 10000 Mark lauten darf, bis zu 90 Pfg.
Allerdings iſt zu beachten, daß man Geld mittels
Zahl=
karte immer nur an ſolche Perſonen einzahlen kann, die
bei der deutſchen Poſt ein Poſtſcheckkonto beſitzen. Wer
zu dieſen Konto=Inhabern zählt, welche Poſt=
Kontonum=
mer ſie haben und zu welchem Poſtſcheckamt zu gehören,
iſt ohne weiteres aus der überſandten Rechnung zu
er=
ſehen, ſodaß ſich danach die Zahlkarte dann ausfüllen läßt.
Vielfach ſind dieſe Angaben auch, wenn der Rechnung eine
Zahlkarte beiliegt, auf der Zahlkarte auf Veranlaſſung
des Konto=Inhabers bereits mit vorgedruckt. Da die
Poſt an allen Orten dem Publikum am Schalter einzelne
Formulare zu Zahlkarten unentgeltlich verabfolgt, kann
man Geld mittels Zahlkarte auch dann gebührenfrei
ein=
zahlen, wenn der Empfänger zwar ein Poſtſcheckkonto hat,
dem Schuldner aber eine Zahlkarte für die Begleichung
nicht zugeſtellt hat. Dieſer Fall kommt z. B. gegenüber
den ein Poſtſcheckkonto beſitzenden Steuerzahlſtellen in
Betracht. Hier läßt ſich aus dem Steuerzettel das
ent=
nehmen, was man zur Ausfüllung der Zahlkarte braucht.
Nur darf man dabei die im Steuerzettel handſchriftlich
angegebene Kontonummer, unter der der Steuerzahler
ſelbſt bei der Steuerzahlſtelle gebucht iſt, nicht mit der
vorgedruckten Poſtkontonummer der Steuerzahlſtelle
ver=
wechſeln.
Noch bei weitem größer geſtalten ſich die
Annehmlich=
keiten für den Einzelnen bei der Begleichung ſeiner
Zah=
lungsverbindlichkeiten, wenn er ſelber ſich bei der Poſt ein
Poſtſcheckkonto einrichten läßt. Dies kann namentlich den
mittleren Geſchäftsleuten, Handwerkern und Landwirten
nicht warm genug angeraten werden. Denn von
demſel=
ben Tage ab, wo ſie Poſtkonto=Inhaber geworden ſind,
nimmt ihnen ihr Poſtſcheckamt die Sorge für die
Aufbe=
wahrung und Verwaltung ihrer größeren Barbeſtände ab
und ſie brauchen ſich fortan nur noch die für den
Kleinver=
kehr täglich nötige Münze zu Hauſe zu halten. Der
Konto=Inhaber iſt dergeſtalt keiner der Gefahren mehr
ausgeſetzt, die mit der Aufbewahrung von Geldſummen
und ihrer Uebergabe an Dritte (Angeſtellte uſw.)
ver=
knüpft ſind.
nn Griesheim, 22. Nov. Am nächſten Sonntag findet
hier im Gaſthaus „Zum Darmſtädter Hof” eine
Be=
zirksverſammlung der
Ortsgewerbever=
eine des Bezirksverbandes Darmſtadt ſtatt
Auf der Tagesordnung ſtehen: 1. Beſichtigung der
Aus=
ſtellung der Schülerarbeiten und Zeichnungen der
Hand=
werkerſchule zu Griesheim. 2. Beſprechung über die
Für=
ſorge der Handwerkslehrlinge. 3. Berichterſtattung über
die Verhandlungen der 16. Hauptverſammlung des
Ver=
bandes Deutſcher Gewerbevereine und
Handwerkerver=
einigungen in Regensburg. 4. Vortrag des Herrn
Rechts=
anwalt Dr. Hoffmann=Darmſtadt über „Unlauterer
Wettbewerb im allgemeinen im Handel und Gewerbe”.
5. Verſchiedene Mitteilungen. Alle Gewerbetreibende
des Bezirksverbandes Darmſtadt ſind zur Verſammlung
eingeladen.
§ Pfungſtadt, 21. Nov. Die Provinzial=Geflügel=
Ausſtellung war geſtern außerordentlich ſtark von hier und
auswärts beſucht. Verſchiedene Käufe wurden in der
Aus=
ſtellung abgeſchloſſen. Die Prämiierungsliſte weiſt
zahl=
reiche Ehrenpreiſe, ſowie 40 erſte, viel zweite, dritte und
vierte Preiſe auf. Morgen findet die mit der Ausſtellung
verbundene Verloſung ſtatt, zu welcher die Tiere in der
Ausſtellung angekauft wurden.
Nachſtehende Mitglieder des Vereins „Ornis”=
Darmſtadt haben Preiſe erhalten: Fr. Schömer einen
Siegerpreis und einen 2. Preis, K. Waldſchmidt einen
Ehrenpreis und einen 2. Preis, N. Schäfer einen
Ehren=
preis, M. Schäfer einen Ehrenpreis und einen 4. Preis,
P. Dietz II. zu Wixhauſen einen
Landwirtſchaftskammer=
preis, zwei 1. und zwei Zuſchlagspreiſe, zwei 3. und einen
4. Preis, G. Schleid einen Landwirtſchaftskammerpreis
und einen 4. Preis, K. W. Schäfer einen 1. und einen
Zu=
ſchlagspreis, einen 2., zwei 3. und einen 4. Preis, K.
Bernt=
heiſel ſechs 1. und einen Zuſchlagspreis, vier 2., ſechs 3.
und neun 4. Preiſe, Georg Geiger IV. einen 1., einen 3.
und zwei 4. Preiſe, L. Hering II. zwei 2., einen 3. und
zwei 4. Preiſe, L. Erbes einen 3. Preis, Fr. Wenz einen
4. Preis.
zont durch blaue Bergzüge begrenzt, von denen ſich in
ſchärfer umriſſenen Strichen der Adamspick ablöſt. Und
dieſes unüberſehbare, grüne Blättermeer iſt von etwas
ſo Hoheitsvoll=Großartigem umgeben und durchdrungen,
daß einem andächtig zu Mute wird, wie in einem von
Orgelklängen durchbrauſten, erhabenen Gotteshauſe!
Nur zu unſeren Füßen können wir die einzelnen
Palmenarten unterſcheiden, die niedrigere Palmyra=
Palme mit ihren breiten Fächern und die hohe,
zierlich=
ſchlanke Areca=Palme, die ſich von der Menge der
Kokosnuß=Palmen ablöſen, und nur dicht unter uns
einige kleine, rotgedeckte Häuschen — die Dörfer und
Anſiedelungen von vielen tauſenden und abertauſenden
von Menſchen verbergen jene meilenweiten,
ſchweig=
ſamen, feierlichen Waldungen! In ſtiller Ehrfurcht
ver=
harrt man hier und merkt nicht, wie die flüchtige Zeit
verſchwindet, bis im Ozean der Sonnenball mit
feuri=
gen Strahlenblitzen, die ſich auf den breiten Blättern
der vorderen Palmen widerſpiegeln, untertaucht, als
Abſchiedsgrüße den lichtblauen Himmel mit roſigen
Wolkentupfen überſäend. Raſch bricht die Dämmerung
herein, und an ſie ſchließt ſich unmittelbar die Nacht, die
geheimnisvolle Tropennacht, durch die uns jetzt unſere
leichten Wägelchen fahren. Die Cykaden ſurren ſo laut,
als ob unzählige Vögel zirpen und zwitſchern, um uns
her ſprüht und glüht es von großen Leuchtkäfern, als
wenn zahlloſe Sterne auf die Erde geſunken, und ſie
ſtehen doch da oben am ſchwarzblauen Himmel in ihrem
blendendſten Glanz, berauſchend duften die Blumen,
und ein leichter Windhauch läßt die Palmenblätter
flüſtern und raunen, wodurch der tiefe Frieden
rings=
um noch mehr hervorgehoben wird — o ja, jetzt verſteht
man erſt recht, warum von jeher Ceylon als
Zauber=
eiland gerühmt und geprieſen ward und immerdar als
ſolches geſchildert werden wird!
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Nummer 275.
r. Von der Bergſtraße, 22. Nov. Die neurenovierte
Kirche in Zwingenberg ſoll am 2. Adventsſonntag
wieder in Benutzung genommen werden. Das
Gottes=
haus iſt innen und außen erneuert worden und macht
in ſeiner Ausſtattung einen recht guten Eindruck. Die
neue Orgel ſoll erſt im Januar zur Aufſtellung kommen.
Das Hotel zur Krone in Jugenheim wird durch
einen Anbau erweitert, zu welchem Zwecke das
ehe=
malige Kraußſche Haus niedergelegt wurde.
Mainz, 22. Nov. Der Musketier Michel aus
Sinsheim in Baden von der 4. Kompagnie des
Infan=
terie=Regiments Nr. 87 hat ſich geſtern nacht in einem
Gaſthaus in Offenbach das Leben genommen.
Er hatte ſich ſchon ſeit einigen Tagen von ſeinem
Truppenteil entfernt und wurde bereits geſucht. Er
traf geſtern morgen in einem kleinen Gaſthof in
Offen=
bach ein, beſtellte ſich ein Zimmer und ließ ſich nicht
mehr ſehen. Als der Wirt gegen ½7 Uhr nach ihm
forſchte, ſand er die Türe von innen verſchloſſen und
erhielt auf ſeine Rufe keine Antwort. Beim Aufbrechen
der Tür fand er den Musketier mit einem Schuß in
der Schläfe tot auf. Da die Leichenſtarre bereits
ein=
getreten war, ſo hat Michel allem Anſcheine nach kurz
nach ſeiner Ankunft ſeinem Leben ein Ende gemacht.
In einem Brief an ſeine Eltern gab er an, er müßte
nicht mehr normal ſein, er ſei ſchon halb verrückt. Die
Tat ſcheint demnach im Zuſtand der Geiſtesgeſtörtheit
geſchehen zu ſein. Man fand bei ihm auch einen
an=
ſcheinend gefälſchten Urlaubspaß, wonach ſein Urlaub
in der vergangenen Nacht um 12 Uhr abgelaufen war.
Mainz, 19. Nov. Im Mai war bei der Firma
Dreyfuß in Worms ein Streik der Angeſtellten
ausgebrochen. Am 6. Mai ſollten Möbel nach
Rox=
heim gefahren werden, und wurde hiermit der Sohn
des Fuhrunternehmers Walter beauftragt. Die
Strei=
kenden erhielten Kenntnis davon und paßten auf der
Landſtraße nach Bobenheim dem Fuhrwerk auf. W.
fuhr aber in raſchem Trab und kam ungehindert
da=
von. Die Streikenden warteten am Abend die
Rück=
kehr des Walter ab. In der Zeit, als Walter
zurück=
kehrte, war gerade Schluß der Fabriken, und ſammelte
ſich eine große Menſchenmenge auf der Landſtraße an.
Als das Fuhrwerk herankam, wurde das Pferd von
Streikenden und Nichtſtreikenden ausgeſpannt
und der Wagen in den Chauſſeegrabe gefahren. Dem
Walter wurde die Peitſche abgenommen und er erhielt
eine Tracht Prügel. Walter wurde unter
polizei=
lichem Schutz bis zur Wormſer Grenze und von dort
von Schutzleuten nach Hauſe gebracht. Wegen dieſes
Vorfalls hatten ſich am 7. Oktober vor dem
Schöffen=
gericht in Worms die ſtreikenden Arbeiter Friedrich
Karl Baiersdörfer, Otto Hahn und der 28jährige
Packer Ph. Lörz, außerdem der an dem Streik
unbe=
teiligte 35jährige Taglöhner Friedrich Gräber und
ein gewiſſer, auf der Durchreiſe befindlicher
Hand=
wertsburſche Theobald wegen Körperverletzung und
Nötigung zu verantworten. Das Schöffengericht
ſprach Gräber frei und verurteilte die übrigen
An=
geklagten zu je 14 Tagen Gefängnis. Der Theobald,
der in Haft war, nahm die Strafe ſofort an und
ver=
büßte ſie, ſodaß das Urteil rechtskräftig wurde. Die
übrigen Verurteilten und der Amtsanwalt legten
einige Tage ſpäter gegen das Urteil Berufung ein.
Die Strafkammer war der Anſicht, daß das erſte
Ge=
richt unberückſichtigt gelaſſen habe, daß durch das
Vor=
gehen der Angeklagten die Sicherheit auf der
Land=
ſtraße in der allerſchwerſten Weiſe gefährdet worden
ſei. Die Strafe müßte erhöht werden, es ſei zu
be=
dauern, daß die Strafe bei dem Theobald rechtskräftig
geworden. Die Strafen der Angeklagten wurden auf
je 1 Monat Gefängnis erhöht.
Gießen, 21. Nov. Der geſtern plötzlich verſtorbene
Beigeordnete Kommerzienrat Ludwig
Heyligen=
ſtaedt wurde am 3. Februar 1842 zu Vacha (Sachſen=
Weimar) geboren. Er beſuchte, wie der G. Anz.
mit=
teilt, von 1848 bis 1856 die dortige Bürgerſchule und
von 1862 bis 1868 in Offenbach die Gewerbeſchule. Schon
vorher, von 1856 bis 1860, hatte er in Gießen, das
nach=
mals ſeine zweite Vaterſtadt werden ſollte, als
Maſchinenbauer gelernt und 1871 machte er ſich hier
ſelbſtändig. 1875 gründete Heyligenſtaedt dann eine
kleine Werkzeugmaſchinenfabrik, die ſich raſch entwickelte
und heute 500 Arbeiter und Beamte beſchäftigt. Seine
zahlreichen Ehrenämter verſah er ſtets mit größter
Pflichttreue. 1890 wurde er in die
Stadtverordneten=
verſammlung gewählt und 1903 erfolgte ſeine Wahl zum
unbeſoldeten Beigeordneten, welches Ehrenamt ihm im
vergangenen Jahre einſtimmig erneuert wurde. Auch
dem Kreistag, dem Provinzialtag und dem
Provinzial=
ausſchuß (letzterem als ſtellvertretendes Mitglied)
ge=
hörte er an. Seine beſondere Fürſorge wandte er der
Förderung des Gewerbeweſens zu. Er war u. a.
Vor=
ſitzender des Ortsgewerbevereins, Mitglied des
Aus=
ſchuſſes des Landesgewerbevereins und Vorſitzender des
Aufſichtsrates der hieſigen Gewerbeſchule. Als ſolcher
hat er ſich namentlich beim Bau des Gewerbehauſes ein
großes, bleibendes Verdienſt erworben. Für alle ge=
meinnützigen und wohltätigen Beſtrebungen hatte
Heyligenſtaedt ein offenes Herz und eine offene Hand.
Es ſei hier nur an ſeine 50000 Mark=Stiftung für den
Theaterbau erinnert. Politiſch gehörte er der
national=
liberalen Partei an. 1903 wurde Heyligenſtaedt auch
zum Reichstagsabgeordneten gewählt und vertrat den
Wahlkreis bis 1906. Bei der Neuwahl kandidierte er
wieder als gemeinſamer liberaler Kandidat und kam
auch mit einer hohen Stimmenzahl in die Stichwahl,
unterlag aber in ihr mit geringem Stimmenunterſchied.
— Wegen Unterſchlagung und Veruntreuung
verur=
teilte die Strafkammer den Rechtsanwalt Dr.
Her=
mann aus Lauterbach zu zwei Monaten Gefängnis.
Hermann hatte in der Not Klientengelder in Höhe von
etwa tauſend Mark für ſich verwendet.
Aus der Reichshamptſtadt, 21. Nov.
Gedenk=
tafeln für die in Ching und Südweſtafrika
gefalle=
nen Krieger ſind am Sonntag in den drei
evange=
liſchen Soldatenkirchen Berlins den Gemeinden
über=
geben worden. Abordnungen aller Truppenteile
wohnten der Feier bei und auch die Generalität und
das Offizierkorps beteiligten ſich daran. In den
katholiſchen Garniſonskirchen wurden bereits am
Allerſeelentage Gedenktafeln enthüllt. — Der
Brand=
direktor Reichel hat geſtern eine Dienſtreiſe nach
Italien angetreten. In Turin und Rom finden im
nächſten Jahre internationale Ausſtellungen ſtatt. Der
Brand der Brüſſeler Weltausſtellung veranlaßte die
beteiligten Behörden, ſo zeitig wie möglich die
Gut=
achten der Sachverſtändigen einzuholen und
Vor=
ſchläge zur Erhöhung der Feuerſicherheit entgegen zu
nehmen. — Ein 57jähriger Hypothekeumakler, der
wegen Betrugs im ſtrafverſchärfenden Rückfalle und
wegen anderer Delikte zu 2½ Jahren Zuchthaus
ver=
urteilt wurde, zog bei Verkündigung des Urteils
plötzlich ein dolchartiges Meſſer aus der Taſche und
brachte ſich einen heftigen Schnitt am Halſe bei. Das
Blut ſpritzte in weitem Bogen aus der Wunde in den
Gerichtsſaal. Der Selbſtmörder fand einſtweilen im
Krankenhauſe als Gefangener Aufnahme.
— Frankfurt, 22. Nov. Die Direktion des
Zoolo=
giſchen Gartens hat in ihrem Bureau im
Geſell=
ſchaftshauſe neuerdings einen Verkauf von
Schmetterlingen eingerichtet, die im
Inſekten=
haus des Gartens gezüchtet wurden. Zu äußerſt
mäßi=
gen Preiſen ſind hier nicht nur einzelne Falter in
allen Preislagen zu haben, ſondern auch ganze, in
Käſten zuſammengeſtellte Kollektionen.
Wiesbaden, 21. Nov. Die Kur= und Bäderſtadt
Wiesbaden, die alljährlich den größten Fremdenzuzug
der deutſchen Kurorte zu verzeichnen hatte und deren
Förderung ſich der Kaiſer durch Einführung der
Maifeſtſpiele angelegen ſein ließ, hat gegenwärtig
eine ſchwere Kriſe durchzumachen. Der
Fremden=
verkehr iſt im letzten Jahre etwa um 25000
Perſo=
nen, alſo um den vierten Teil, gegen das Vorjahr
zurückgegangen, und dies hat zur Folge gehabt, daß
das Gaſtwirtsgewerbe in die übelſte Lage gekommen
iſt. Bereits ſind einige Zahlungseinſtellungen zu
verzeichnen, die geeignet ſind, allgemeine
Aufmerk=
ſamkeit zu erregen, da es ſich um gans hervorragende
Etabliſſements handelt. Hauptſächlich wird für dieſe
Vorgänge die Einführung der Kurtax= in
Wiesbaden verantwortlich gemacht. Eine Anzah)
wirtſchaftlicher Vereine, nämlich der Verein der
Badehaus= und Hotelinhaber, die Vereinigung
Wies=
badener Penſionsinhaber, der Verein der
Wiesbade=
ner Gaſtwirte und Reſtaurateure, der Deutſche
Kell=
nerbund und der Verein ſelbſtändiger Kaufleute
haben daher Eingaben an den Magiſtrat gerichtet, in
denen ſie unter Beifügung umfangreichen
Beweis=
materials auf die ſchweren Schäden hinweiſen, welche
die Kurtaxe der Wiesbadener Fremdeninduſtrie und
dem geſamten Geſchäftsverkehr bereits zugefügt hat.
Die Einführung der Kurtaxe wieder iſt eine Folge
des Wiesbadener Kurhausneubaues, mit dem die
Stadt einen neuen Anziehungspunkt zu ſchaffen
hoffte.
München, 22. Nov. Der Münchener Referendar
Etzel, der kürzlich die Tochter eines Juſtizrats
ent=
führte, wurde am Samstag in Spanien verhaftet.
In ſeinem Beſitze fand man 200000 Mark. Die
eben=
falls feſtgenommene Entführte wird ihren Eltern
zuge=
führt werden.
Jena, 22. Nov. Profeſſor Haeckel hat ſeinen
Austritt aus der evangeliſchen Kirche erklärt.
Hamburg, 21. Nov. Ein heute vormittag von der
Hamburger Feuerwehr unternommener Verſuch ergab,
daß es möglich iſt, den Erdgasbrand bei
Neuen=
gamme zu löſchen. Es wurden ſchräg gegen die
Ausſtrömöffnungen Waſſerſtrahlen mit acht
Atmoſphä=
ren Druck geſchleudert, wodurch ſich das Gas mit dem
Waſſer vermiſchte, ſo daß es unentflammbar wurde.
Paris, 22. Nov. Die Mitteilung, daß der
Haupt=
mann Meynier, der Mörder der Baronin Olivier
d’Ambricourt, verhaftet worden ſei, ſtößt auf Zweifel.
1 Die Verhaftung des Mannes, der für Meynier
gehal=
ten wird, erfolgte vor einem Reſtaurant gegenüber
dem Liller Bahnhof. Hier erſchien mittags ein etwa
40 Jahre alter Mann, der während des Frühſtücks den
Fahrplan ſtudierte. Als er dann das Lokal verließ,
traten zwei Unbekannte auf ihn zu und brachten ihn
in ihr Automobil. Ob es Hauptmann Meynier
ge=
weſen iſt, gilt als zweifelhaft.
Marſeille, 22. Nov. Auf dem hier geſtern
angekom=
menen Dampfer „Gertrud Woermann” der
von Deutſch=Oſtafrika mit Paſſagieren und Stückgütern
nach Hamburg unterwegs war, iſt heute morgen
Feuer ausgebrochen, deſſen Löſchung mehrere
Stun=
den in Anſpruch nahm. Der Schaden iſt ſehr
bedeu=
tend. Verletzt wurde niemand.
Dijon, 21. Nov. In der letzten Woche erbrachen,
wie ſchon kurz gemeldet, an einem noch nicht
feſtge=
ſtellten Tage Vandalen die Einfriedigung des
Denk=
mals, das zu Ehren der gefallenen Offiziere und
Soldaten des Pommerſchen Infanterieregiments Nr. 61
auf der Ebene von Pouilly=les=Dijon errichtet iſt. Die
Uebeltäter durchlöcherten mit Revolverſchüſſen
die am Monument angebrachte Gedenktafel. Das
Mo=
nument liegt mitten im Felde, fern von jeder
Behauſ=
ung. Die Gemeindeverwaltung wird für die
Wieder=
herſtellung des Denkmals ſorgen.
London, 22. Nov. Die Prozeßkoſten in der
Affäre des Frauenmörders Dr. Crippen werden
auf ſeiten Dr. Crippens wie auf der der
Staatsanwalt=
ſchaft auf je 200000 Mark geſchätzt.
Barcelona, 21. Nov. In der vorigen Nacht rottete
ſich in der Straße Couſejo de Cieuto eine Menge
zu=
ſammen, die einen Wagen der elektriſchen
Stra=
ßenbahn umwarf und teilweiſe zerſtörte, ſowie einen
anderen mit Steinen bewarf. Die Polizei mußte
mehrfach mit der blanken Waffe einſchreiten. Die
Be=
wegung trägt keinen politiſchen Charakter und richtet
ſich nur gegen die Verwaltung der Straßenbahn.
Tonypandy, 22. Nov. Die ſtreikenden
Berg=
leute hielten die ankommenden Züge an und
durch=
ſuchten ſie, um die Zuführung auswärtiger
Minen=
arbeiter zu verhindern. Die Unruhen wiederholten
ſich geſtern abend, da ſich die Streikenden des Bahnhofes
zu bemächtigen ſuchten. Da die Schutzleute nicht
aus=
reichten, ließ man Militär kommen, deſſen bloße
An=
weſenheit einen beruhigenden Einfluß ausübte. Einige
Journaliſten, die den Streikenden folgen wollten,
wur=
den von mit Knütteln bewaffneten Schutzleuten
gewalt=
ſam daran gehindert. Die Straßen waren um 1½ Uhr
früh geſäubert. Sechs Schutzleute wurden verwundet.
Zwei Verhaftungen wurden vorgenommen.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ßehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Für den Hermann Bahr=Abend, der
heute im Feſtſaale der Turngemeinde ſtattfindet, macht
ſich, wie man uns ſchreibt, in literariſch intereſſierten
Kreiſen ſo lebhaftes Intereſſe geltend, daß der Saal bis
nahezu zum letzten Platze beſetzt werden dürfte, und
daher rechtzeitige Kartenbeſchaffung ſich dringend
em=
pfiehlt. Der berühmte Wiener Dichter zählt nicht nur
zu den beliebteſten und erfolgreichſten
Bühnenſchrift=
ſtellern unſerer Tage, ſondern iſt auch ein glänzender
Redner und feſſelnder, geiſtvoller Cauſeur, der mit ſeinen
Vortragsabenden immer die lebendigſten Eindrücke
er=
zielt. Auch ſeine gegenwärtige Vortragsreiſe am Rhein
hat Bahr überall größte Erfolge gebracht, und man freut
ſich in Darmſtadt darauf, den Dichter endlich ebenfalls
einmal perſönlich kennen lernen zu können.
* Klavierabend Willy Hutter. Für den
Chopin=Liſzt=Abend unſeres einheimiſchen Klaviervirtuoſen
Willy Hutter am Donnerstag, den 24. Nov. im Saale
der „Traube” iſt die Nachfrage nach Karten im
Vorver=
kauf außerordentlich rege. Ein Beweis dafür, daß
der Künſtler, deſſen Ruf als Lehrer längſt feſt begründet
iſt, auch für den Konzertſaal eine bedeutende
Anziehungs=
kraft bildet. Aus dem intereſſanten Programm, das der
Künſtler mit feinem Geſchmack zuſammengeſtellt, ſeien
her=
vorgehoben Liſzts Variationen über ein Motiv von
Bach: Basso continuo des erſten Satzes ſeiner Kantate
„Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen” und des Kruzifixus der
H=moll=Meſſe, Chopins Nocturno E=moll und
Bacca=
role, Sonate H=moll op. 58: Allegro maestoso Scherzo,
Molto vivace, Largo, Finale, Preſto, ma non tanto,
Liſzts Legende St. Francois de Paule marchant sur
les klots u. a. m. (Siehe auch Anzeige).
Luftſchiffahrt.
* Saarbrücken, 22. Nov. Man hegt noch immer
die Hoffnung auf eine Rettung der Inſaſſen des
Ballons „Saar‟. Ein heute beim Vorſtand der
Sektion Saar=Moſel des Niederrheiniſchen Vereins
für Luftſchiffahrt eingetroffenes Telegramm des
Bru=
ders des mit dem Ballon „Saar” verſchollenen Leut=
Großherzogliches Hoftheater.
Montag, 21. November.
„O dieſe Leutnants.”
W-l. Die Militärſchwank=Kompilation „O dieſ
Leutnants” von Kurt Kraatz, die bei ihrer Erſtau
führung im vorigen Jahre freundliche Erinnerungen au
liebe alte Bekannte auslöſte, gelangte heute wieder zur Ar
führung. Neues iſt über ſie nicht zu berichten. Die Auf
führung war flott und animiert und erregte viel Heiterke‟
bei dem unterhaltungsbedürftigen Publikum — „und weit
hat’s ja keinen Zweck”. Den Huſarenleutnant verkörper
Herr Weſtermann mit jugendlicher Friſche und Natü
lichkeit. Die übrigen Rollen waren mit Ausnahme der de
von Frl. Grünberg dargeſtellten Kadetten und der vo
Frl. Reick übernommenen Rolle der Annemarie in
früherer Weiſe beſetzt. Sehr hübſch ſpielte Herr Hacke
den angealterten Lebemann Graf Aribert, prächtig we
die reſolute Gräfin Urſula der Frau Rudolph, de
neben dem von Herrn Heinz draſtiſch dargeſtellten
Am=
rikaner Wurſter die dankbarſte Rolle des Stückes iſt
Chik und elegant und auch intereſſant war die Mabel des
Frl. Oſter. Unter den übrigen Rollen, die nur neu
Auflagen alter Luſtſpielfiguren ſind, iſt noch der gelungen
Burſche Peter des Herrn Jürgas beſonders lobend z
erwähnen, womit nicht geſagt ſein ſoll, daß die übrige
Darſteller in kleinen Rollen weniger lobenswerte Leiſtur
gen boten,
Vorträge.
mm. Der erſte muſikgeſchichtliche Vortrag von
Herrn Univerſitätsmuſikdirektor Dr. Fritz
Vol=
bach aus Tübingen, welcher am Montag abend im
Muſikvereinsſaale ſtattfand und Beethovens
Jugend=
zeit zum Gegenſtand hatte, fand bei den ernſten
Kunſt=
freunden wie auch bei der ſich ausbildenden Jugend
gleich aufmerkſame Beachtung. Zur Verſtändigung
einer harmoniſch ausgeglichenen Kunſtdurchbildung
ſind dieſe Veranſtaltungen durch einen Gelehrten von
Ruf von großem Wert, zumal wenn ein ſolcher es
verſteht, aus der Fülle der neueſten
Forſchungsergeb=
niſſe ſchöpfend, in ſo ſchlichten Worten ein ſo
leicht=
verſtändliches Bild des werdenden Tonmeiſters zu
entwerfen. Nach einleitenden Bemerkungen im
all=
gemeinen über das Erwachen geiſtiger Regungen nach
ſchweren und trüben Zeiten im deutſchen Vaterlande
wandte ſich der Redner in gewählten Worten der
Be=
trachtung von Beethovens Kindheit, den
entbehrungs=
reichen, nur von den Sonnenſtrahlen ſeiner Kunſt
er=
hellten Knabenjahren und der Schilderung der auf das
empfängliche Gemüt des begabten Jungen
einwirken=
den Schönheiten ſeines Geburtslandes zu. In
außer=
ordentlich taktvoller Weiſe wurden auch die Zuſtände
im Vaterhauſe berührt; die hohe Achtung, die wir für
das Univerſalgenie Beethovens hegen, gebietet das.
Einem frohen Jüngling begegnen wir dann ſpäter im
Hauſe der Familie von Breuning, das auf ſein
muſi=
kaliſches Schaffen anregend einwirkte. Zahlloſe
Lie=
der und Muſikſtücke mögen verloren gegangen ſein.
Um den Vortrag zu beleben, wurden durch Lehrkräfte
und Schüler der Profeſſor Ph. Schmittſchen
Aka=
demie Jugendwerke in hiſtoriſch=treuer Ausführung zu
Gehör gebracht, Zunächſt war es ein Variationswerk
über eine Marſchmelodie, in welchem die Schwingen
des Genius bei dem erſt Vierzehnjährigen ſich zu
regen beginnen, um deſſen Ausführung ſich Fräulein
Marie Schwan recht verdient machte; beſonders die
Schlußvariation wurde brillant ausgeführt.
In dem durch Frl. Mock, Hoffmann und Herrn
Kammermuſiker Pfeil zu Gehör gebrachten Trio
zeigten ſich dann kühne Neuerungen in der
Schreib=
weiſe des jungen Komponiſten, damals durch die
Mannheimer Tonſchule neu eingeführte, ſtarke
dyna=
miſche Akzente und harmoniſche Neuerungen, die
heute allerdings unſeren äſthetiſchen Forderungen,
auch hinſichtlich der Ornamentik des” vorgenannten
Klavierſtückes, nicht mehr ganz modern anmuten
können. Den lebensluſtigen Jüngling hört man aus
dem Lied „Mit Mädeln ſich vertragen” heraus,
wel=
ches, hübſch geſungen von Herrn Stud. Schuchardt,
bei der Jugend frohen Anklang fand. Daß ſich
Beet=
hoven ſchon in früher Jugend mit den Werken von
Sebaſtian Bach, den er mit Goethe bis an ſein
Lebens=
ende vor allen hochſchätzte, mit Vorliebe befaßt hat,
läßt ſich unſchwer aus der Führung der Mittelſtimmen
erkennen, die in jener noch ſehr der Herrſchaft des
Generalbaſſes unterworfenen Kunſtperiode mit
auf=
fallender Selbſtändigkeit ſangbar geſchrieben ſind. Auch
im dramatiſchen Muſikſtil zeigt er Begabung, wie das
unter Direktor Schmitts Leitung flott und exakt von
dem kleinen — den Raumverhältniſſen ſo gut ent
ſprechenden — Streichorcheſter ausgeführte „
Ritter=
ballett”, mit dem der Abend einen hübſchen Abſchluß
fand, bewies. Das kangvoll ausgeführte Pizziko ſei
beſonders erwähnt. Die zugehörigen Blasinſtrumente
verſtand Herr Prof. Dr. Volbach am Flügel mit
be=
wundernswerter Geſchicklichkeit in der Nachahmung
der Klangeffekte aus der Partitur zu ergänzen,
Gerre
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
RseNGH.
nants Rommeler, des Oberleutnants zur See
Rom=
meler=Kiel, beſagt, daß dieſer nachſtehende telegraphiſche
Anfrage an die Fiſcherei=Inſpektionen Kuxhaven und
Geeſtemünde gerichtet hat: „Wie viel Fiſcherfahrzeuge
ſind länger als acht Tage nach Island unterwegs, die
die Inſaſſen des Ballons „Saar” etwa aufgenommen
haben könnten?‟ — Darauf iſt folgende Antwort
ein=
gegangen: „Es ſind noch 20 Fiſcherdampfer auf
der Rückreiſe unterwegs.‟ Es wird mit der
Möglich=
keit gerechnet, daß einer dieſer 20 Dampfer die
ver=
ſchollenen Luftſchiffer gerettet hat.
Sport.
sr. Das Bremer Sechstagerennen wird
jedenfalls noch ein Nachſpiel haben, da während
des Rennens grobe Unregelmäßigkeiten ſeitens
be=
teiligter Fahrer vorgekommen ſind. Wenn auch von
vornherein bekannt war, daß die nachherigen Sieger
Aren d-Stabe zu den Veranſtaltern des
Rennens gehörten, ſo konnte man doch nicht gut
an=
nehmen, daß auch die ganze Reihenfolge, wie
jetzt nach Beendigung des Rennens bekannt wurde,
von vornherein beſtimmt war. Der Stein
kam dadurch ins Rollen, daß die bekannten
Straßen=
fahrer Zeeh und Wittig, die entgegen den
Verſprech=
ungen den anderen Fahrern gegenüber „zu ſchnell”
gefahren waren, am vierten Tage von der weiteren
Teilnahme am Rennen ausgeſchloſſen wurden und
nunmehr die ganzen Vorgänge an die Oeffentlichkeit
brachten. Die Angelegenheit unterliegt nunmehr der
Unterſuchung durch den Verband Deutſcher
Radrenn=
bahnen, der hoffentlich derartige Machenſchaften ganz
energiſch ahnden wird. Ob unter dieſen Verhältniſſen
das zweite Kieler und das Hamburger Sechstage=
Rennen noch zum Austrag gelangen werden, erſcheint
denn doch fraglich. — Auf einer anderen Baſis wird
jedenfalls das Kölner Rennen ſtehen, für das
erſt=
klaſſige amerikaniſche und internationale
Konkurren=
ten gewonnen werden ſollen. — Ueber das dritte
Ber=
liner Sechstagerennen verlautet bisher, daß es im
März in dem neuen Sportpalaſt in der Potsdamer
Straße unter Leitung von Direktor Knorr veranſtaltet
werden ſoll.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 22. Nov.
Fruchtmarkt=
bericht. Am Wochenmarkt war zwar eine weiter feſte
Tendenz vorherrſchend; jedoch traten keine nennenswerten
Preisbeſſerungen ein, da der Konſum und die Mühlen nur
mäßig kauften. Heimiſche und ausländiſche Brotfrüchte
notierten ſchließlich wie in der Vorwoche; ebenſo Hafer
und Mais unverändert, bei geringen Umſätzen. Nur für
Gerſte in beſſerer Ware zeigte ſich ſtärkere Nachfrage, wobei
höhere Preiſe erzielt wurden. Die Forderungen für Mehl
und Futterartikel ſind wie in der vergangenen Woche und
eher etwas teurer.
Der Mannheimer Getreidemarkt war feſt
auf höheres Amerika und ungünſtigere Berichte von
Argen=
tinien, aber die Umſätze blieben beſchränkt.
An der Berliner Produktenbörſe war
Ge=
treide ebenfalls feſter auf einige Platzdeckungen. Der
preu=
ßiſche Saatenſtandsbericht blieb ohne Eindruck, da ſich die
jnugen Winterſaaten erſt in den Anfangsſtadien befinden.
Ruſſiſche Angebote waren teurer: Die ungünſtigen
Privat=
nachrichten aus Argentinien beeinflußten weſentlich die
Stimmung.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (Chicago und New=
York) war Weizen anfangs geſuchter auf Deckungen der
Baiſſiers und auf die bedeutenden Mehlverſchiffungen von
den Seeplätzen. Als dann der baiſſelautende Viſible
Supply=Ausweis bekannt wurde und die Meldungen von
Froſt in Argentinien dementiert wurden, erfolgte
Ab=
ſchwächung, die bis zum Schluſſe anhielt; um ſo mehr auch
der Minnegpoliſer Markt mattere Kurſe fand. Mais
folgte den Bewegungen des Weizenmarktes. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind in dieſer Woche von 41,89 Mill.
Buſh. auf 4332 Mill. Buſh. und die Maisvorräte von
231 Mill. Buſh. auf 235 Mill. Buſh. geſtiegen. In Kanada
ſind die Weizenvorräte von 13,28 Mill. Buſh. auf 12,38
Mill. Buſh. zurückgegangen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſ. und Wetterauer 1985—20. Norddeutſcher
1985—20, Kurheſſiſcher 19,85—20, Rumäniſcher 21,50 bis
22 50, Redwinter 21,50—22, Ruſſiſcher 21,50—22,75, Laplata
21,50—22, Donauweizen 21,50—22,25, Kanſas 21,50—22,
Walla Walla 21,50—22. Roggen, hieſ. 15,20—15,30,
Bayeriſcher (Pfälzer) 15,25—15,30, Ruſſiſcher —
Amerika=
niſcher — Rumäniſcher —. Gerſte, Pfälzer 17—18, hieſ.
und Wetterauer 16,50—17, Riedgerſte 17—18, Ungariſche
22—23, Fränkiſche 17—18, Ruſſiſche Futtergerſte 12,25 bis
12,50. Hafer, hieſ. 15—15,75, Bayeriſcher 15—15,75,
Ruſſiſcher 14,25—14,75, Rumäniſcher 14,25—14,75. Mais,
mixed, 14—14,25, Ruſſiſcher 14,25—14,50, Donaumais
14.—14,20, Rumäniſcher 14,10—14,30, Weißer Mais 14,10
bis 14,30, Laplata 13,75—14, Weizenſchalen 8,80—9,
Weizenkleie 8,50—9, Roggenkleie 8,50—9, Futtermehl
12—14, Viertreber, getrocknet, 12—12,40, Weizenmehl
Nr. 0 29,50—30, feinere Marken 30,25—30,50, Nr. 1 29,
bis 29,25, feinere Marken 29,50—29,75, Nr. 2 28,—28 25,
feinere Marken 28,50—28,75, Nr. 3 26,—26,25, feinere
Mar=
ken 26,50—26,75, Nr. 4 22,—22,50, feinere Marken 22,75 bis
23, Roggenmehl hieſ. Nr. 0 23,50—23,75, Nr. 1 21,50 bis
21,75, Nr. 2 19,25—19,50.
Literariſches.
Von Robert Schneider, einem unſerer
erfolgreichſten Lokalpoeten, iſt ein neues Werkchen
er=
ſchienen, das den merkwürdigen Titel „Die
Wild=
ſau” trägt. Es werden aber noch „annere luſtige
Sache” in dem Büchlein erzählt, das A. Kommnick
mit „Bildercher verſehe” hat. Seinen Freunden hat
Robert Schneider das Buch gewidmet und er
berech=
net in der launigen, aber mit intereſſanten und
wahr=
heitstiefen Betrachtungen über die Heinerſprooch
ver=
ſehenen „Vorredd” die Anzahl dieſer „Freunde”, d. h.
diejenigen, die ſich ſein Büchelche kaafe, auf 353. In
leſenswerter Weiſe verbreitet ſich der Autor dann
über die Ausſprache und Schreibweiſe der
verſchiede=
nen Laute und Worte der Heinerſprooch, die nur
ge=
ring verſchieden nuaneiert, doch ganz verſchiedenes
bedeuten. Im übrigen können wir über den
vorzüg=
lichen Inhalt des Werkchens nur wiederholen, was
wir früher über Robert Schneider ſagten und was
zuſammengefaßt werden kann in dem alles
umfaſſen=
den Lob: er iſt ein vortrefflicher Lokalpoet, ein
Humo=
riſt voller geſunder Urwüchſigkeit und Friſche, die
das Leſen zum Genuß macht auch für den „Ausländer”.
— Das erſte Buch eines neuen
Darm=
ſtädter Verlages. Die Wartburgbuchhandlung,
G. m. b. H., in der Karlſtraße, die bisher nur als
Sortimentsbuchhandlung betrieben wurde, fängt jetzt
an, ſich zur Verlagsbuchhandlung auszugeſtalten. Ihr
erſtes Verlagswerk iſt dieſer Tage erſchienen: Von
ſchlichten Leuten. Ernſte und heitere Geſchichten
von Erwin Gros. Der Verfaſſer des prächtig
aus=
geſtatteten Buches, der weit bekannte Pfarrer von Eſch
im Taunus, der ſich durch eine ganze Reihe von Werken
ſchon einen Schriftſtellernamen von beſtem Klang
ver=
ſchafft hat, iſt einſt in jungen Jahren ein Schüler des
Darmſtädter Gymnaſiums geweſen. Der Künſtler, der
das Buch mit 12 prächtigen, lebenswarmen
Illuſtratio=
nen geſchmückt hat, Kunſtmaler Wilhelm
Thiel=
mann in Willingshauſen, iſt durch die diesjährige
Ausſtellung auf der Mathildenhöhe, bei der zwei Bilder
von ihm für unſer Muſeum angekauft wurden, vielen
Darmſtädtern aufs vorteilhafteſte bekannt geworden.
Ein Darmſtädter Künſtler, Theodor Gengnagel,
hat die formenſchöne Zeichnung für den Einband
ge=
liefert, und einem Darmſtädter, Herrn Zahnarzt Dr.
med. Wilhelm Repp, iſt das Buch vom Verfaſſer
ge=
widmet. Der Innhalt des Bandes mit ſeiner Fülle
packender Geſtalten wird mit ſeinem gehaltvollen Ernſt
und ſeinem in fröhlichſter Laune überſprudelnden
Humor däfür ſorgen, daß die „ſchlichten Leute” bald
vielen ein Lieblingsbuch werden.
— Aus dem Herzensarchiv verliebter
Berühmtheiten. Von Dr. Adolf Kohut. Preis
geb. 4 Mk., broſch. 3 Mk. (Verlag Neues Leben, Wilhelm
Borngräber, Berlin W. 30.) In prachtvoller
Anſchaulich=
keit und wunderbarer Friſche der Darſtellung werden uns
von dem bekannten Literaten Dr. Adolf Kohut „verliebte
Berühmtheiten” alter und neuer Zeit in all ihren
menſch=
lichen Schwächen, teils auch in ihrer Größe, höchſt originell
vorgeführt. Gekrönte Häupter, Staatsmänner und Dichter,
berühmte Denker, gefeierte Künſtler lernen wir im Zuſtand
höchſter Verliebtheit kennen. Wir erfahren, daß auch die
hervorragendſten Menſchen, die Helden der Tat und des
Geiſtes, die ihre Namen auf der Tafel des Ruhmes für
alle Zeiten mit goldenen Lettern eingetragen haben, nicht
ſicher gegen die Anfechtungen Amors waren. Alles, was
uns der Verfaſſer hier aus zuverläſſigen, teils ſchwer zu=
gänglichen Quellen in lichtvoller Sprache darbietet, macht
das Herzensarchiv zu einem Geſchenkwerk von
eigen=
artigem Reiz.
— Liebe und Leben der Lady Hamilton.
Roman von Heinrich Vollrat Schumacher. Mit 41
hiſto=
riſchen Illuſtrationen und Dokumenten. Verlag von
Rich. Bong, Berlin W. Preis 4 Mk., gebunden 5 Mk.
Ein Werk von ganz beſonderer Eigenart bietet hier
der durch eine Reihe vortrefflicher Romane rühmlichſt
bekannte Autor. Auf dem zeitlichen Hintergrund der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts behandelt es eine
Frauengeſtalt von ſo feſſelndem Zauber und ſo
prickeln=
dem Reiz, wie ſie ſich nur ganz ſelten in der Geſchichte
findet. Ein abenteuerliches, von glühenden
Leiden=
ſchaften durchwühltes, alle Höhen und Tiefen des
Lebens berührendes Frauenſchickſal iſt es, das
Schu=
macher mit einer dichteriſchen Geſtaltungskraft und
einem hinreißenden Schwunge ſchildert, die die innerſte
Anteilnahme erregen und ſeiner Arbeit einen
dauern=
den Wert verleihen. Bildliche Darſtellungen
zeit=
genöſſiſcher Künſtler, Auszüge aus Akten, Urkunden
und der Korreſpondenz der handelnden Perſonen geben
dem Werke auch kulturgeſchichtlich hervorragende
Be=
deutung.
— Photographiſche Mitteilungen.
Illu=
ſtrierte Halbmonatsſchrift für die Photographie unſerer
Zeit. Herausgegeben von Paul Hanneke.
Bilder=
redaktion: Otto Ewel. 1910. Heft 13—18 (III. Quartal).
3 Mark. (Verlag von Guſtav Schmidt, Berlin W. 10.)
— Aus dem reichen Inhalt des letzten Quartals nennen
wir hier folgende textliche Beiträge: Archäolog und
Kamera. Von Dr. Fr. Behn, Mainz. — Aufnahmen
von Maſchinen. Von Dipl.=Ing. Joh. Goldmann.
Die Aufnahme von Früchten. Von B. Haldy,
Wies=
baden. — Anwendung der Kinematographie zu
wiſſen=
ſchaftlichen Zwecken. Von Dr. Otto Kaiſerling, Berlin.
Hochgebirgswanderungen mit der Kamera. Von
Joſ. Cordonnier. — Entwicklung der Platten in heißen
Klimaten. Nach L. J. Bundel. — Vereinfachung der
Dreifarbenphotographie. Nach F. E. Ives. — Ueber
Queckſilberverſtärkung. — Erfahrungen mit
Diopti=
chromplatten. Von P. Hanneke. Fixieren vor dem
Entwickeln. — Dr. Mertens Rotationstiefdruck.
Photographie mit unſichtbaren Strahlen. Nach R. W.
Wood. — Duplikatnegative. — Innenaufnahmen mit
Magneſiumlicht. — Farbenempfindliche
Bromſilber=
papiere. — Eine große Anzahl kleinerer Notizen aus
und für die Praxis, ein ſehr erſchöpfender Fragekaſten
u. a. m. ſchließen ſich in jedem Hefte an. Ein Probeheft
der ſehr empfehlenswerten Zeitſchrift liefert der Verlag
Guſtav Schmidt, Berlin W. 10, Königin Auguſta=
Straße 28, koſtenlos.
— Das Polarſchiff. Eine Erzählung für die
reifere Jugend. Von Fritz Holten. Mit 25
Abbil=
dungen von M. Barascudts. Elegant gebunden 4,50 Mk.
Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart. Der
eiſige Norden! Ein Thema von unerſchöpflichem Reiz für
unſere Jugend. Der Verfaſſer läßt uns mit den Helden
ſeiner Erzählung an Bord eines modern ausgeſtatteten
Polarſchiffes eine ereignisreiche Nordpolfahrt unternehmen
und dabei zugleich einen vollen Blick in jene Welt des
kosmiſch „Unendlich Kleinen” tun, welche die phyſikaliſche
Grundlage des Weltalls bildet. Die Erzählung iſt flott
geſchrieben, unterhaltend und belehrend; auch der Humor
kommt zu ſeinem Recht.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Bei Erörterung der neuen
Straßenbe=
nennungen in der Gegend unſeres neuen
Haupt=
bahnhofes ſollte ein Name nicht vergeſſen werden,
nämlich der unſeres nur allzu früh verſtorbenen
Ober=
bürgermeiſters Adolf Morneweg. Unter ſeiner
zielbewußten Mitwirkung kam das großzügige neue
Werk des Hauptbahnhofes zuſtande, mit dem
Morne=
wegs Name für alle Zeiten verknüpft bleiben wird. Die
Arbeit, die er hierbei geleiſtet, kennt nur der
Einge=
weihte, ſie kennt jeder, der mit ihm zuſammen die ſo
überaus ſchwierige Aufgabe im Intereſſe aller
Betei=
ligten zu löſen berufen war. Sollte Morneweg auch
die Vollendung des großen Werkes nicht erleben, ſo
möge doch ſein Name, der in der Entwicklung unſerer
Stadt eine ſo anerkannt hervorragende Rolle ſpielt,
fortleben in einer „Adolf Morneweg=Straße‟!
Kleines Feuilleton.
— Rauſch und Askeſe. Tolſtois inneres Leben
iſt bis zu der großen religiöſen Kriſe Ende der ſiebziger
Jahre, die ihm wenigſtens Klarheit und Gewißheit über
Sinn und Ziel ſeiner Exiſtenz brachte, in ewigen
Kon=
traſten verlaufen, beſtändig von widerſtreitenden
Im=
pulſen aufgeregt worden. Schon der Knabe konnte
maßlos heftig und wild werden. Aus Eiferſucht ſtieß
er einmal ein Mädchen vom Balkon herunter, ſo daß
es lange hinkte. Seine innere Unruhe entlud ſich in
ſonderbaren Extravaganzen; aus dem brennenden
Wunſch heraus, etwas Ungewöhnliches zu tun, ſprang
er einmal zwei Stockwerke hoch herunter und verletzte
ſich ſchwer, raſierte ſich in wildem Aerger über ſein
häßliches Geſicht die Augenbrauen weg. Auch ſpäter noch
haftete ihm lange etwas Exzentriſches, wild ſich
Ent=
ladendes an. Im Gegenſatz dazu erſcheinen aber auch
ſchon bei dem Knaben asketiſche Stimmungen. „Um
mich an Leid zu gewöhnen” erzählt er aus ſeiner
Kind=
heit, „hielt ich fünf Minuten lang Tatiſchtſchefs
Wörter=
bücher mit ausgeſtreckten Händen hoch, obſchon mir dies
unausſprechliche Qual verurſachte, dann wieder ging ich
in die Rumpelkammer und peitſchte meine nackten
Schultern ſo grauſam mit einem Stricke, daß mir
un=
willkürlich die Tränen aus den Augen rannen.” Nicht
lange nachdem der Graf von ſeiner verunglückten
Stu=
dentenzeit Geneſung in der Einfalt und Stille der
Natur geſucht hatte, begannen die Dämonen, Rauſch und
Askeſe, wieder ihren furchtbaren Kampf in ſeinem
Innern. Er ging nach Petersburg, und nun begann
jene Zeit, von der er ſpäter in ſeiner Lebensbeichte
ge=
ſchrieben: „Ich habe im Kriege Menſchen getötet, ich
habe Duelle ausgefochten, um andere zu morden, ich
verlor beim Kartenſpiel, vergeudete das Vermögen, das
dem Schweiße der Bauern erpreßt war, züchtigte
grau=
ſam die letzteren, ſchwelgte mit leichtſinnigen Weibern
und betrog die Männer. Lüge, Raub, Ehebruch aller
Art, Trunkenheit, Brutalität und Mord, jede
Schand=
tat beging ich; nicht ein Verbrechen gab es, das ich
Unterließ, und nichtsdeſtoweniger galt ich unter den
Leuten meines Standes für einen verhältnismäßig
moraliſchen Menſchen. Dieſes Leben habe ich zehn
Jahre geführt.‟ Dieſe Epoche der Vergnügungen war
aber von furchtbarſten Verzweiflungen unterbrochen.
Die Paſſionen ſeines „völlig vertierten” Lebens
charak=
teriſiert er einmal als „Spielwut, Hang zur
Sinnlich=
keit und Eitelkeit” und empfindet die tiefſte Reue über
ſie. Dennoch verlor ſich Tolſtoi auch in den Stürmen
und Gefahren dieſer dunklen Zeiten nie. Wie klar
ihm das Ideal ſeines Lebens auch vor Augen ſtand,
wenn er ſein Geld verſpielt hatte und ſeine Stunden
in dumpfem Brüten hinbrachte, beweiſt etwa eine
Tage=
buchaufzeichnung aus dem Jahre 1855: „Ein Geſpräch
über Gottheit und Glaube rief in mir eine große, eine
erſtaunliche Idee wach, der mein Leben zu weihen ich
mich fähig fühle. Dieſe Idee iſt die Gründung einer
neuen Religion, die der augenblicklichen
Entwicklungs=
ſtufe der Menſchheit entſpräche — die Religion Jeſus'
jedoch von Dogma und Myſtizismus gereinigt, eine
praktiſche Religion, die nicht künftiges Glück verheißt,
ſondern Glück auf Erden ſchenkt.”
CK. Napoleon III. und Elba. Als ſich im
Jahre 1871 der Tag näherte, an dem der
Kriegsge=
fangene von Wilhelmshöhe das Schloß bei Kaſſel
wie=
der verlaſſen ſollte, ging das Gerücht, daß Napoleon ſich
zur Erholung nach Elba begeben wolle, der kleinen
In=
ſel, die durch den Aufenthalt ſeines großen Vorfahren
einen welthiſtoriſchen Namen erhalten hat. Als der
Bürgermeiſter des Städtchens Portoferrato, der
Haupt=
ſtadt der Inſel, davon hörte, beeilte er ſich, an den
ent=
thronten Kaiſer der Franzoſen ein Schreiben zu richten,
das von allen maßgebenden Perſönlichkeiten der Stadt
unterſchrieben war und in dem man Napoleon die
Gaſtfreundſchaft Portoferratos feierlich antrug und
ſchilderte, wie ſehr man ſich freuen würde, den Kaiſer
zu begrüßen. Der preußiſche Geſandte beim
italieni=
ſchen Hofe übernahm die Uebermittelung des
Schrei=
bens. In der Raſſegna nazionale veröffentlicht nun
Licurgo Cappelletti die Antwort Napoleons auf dieſe
zuvorkommende Einladung der Portoferraten. Sie iſt
aus Wilhelmshöhe, 10. März 1871, datiert und lautet:
„Herr Bürgermeiſter! Ich empfing die Adreſſe, in der
mir die Bewohner von Portoferrato die
Gaſtfreund=
ſchaft ihrer Stadt anbieten in dem Glauben, daß ich die
Inſel Elba zu meinem Wohnſitz erwählt hätte. Wenn
auch dieſe Nachricht jeder Begründung entbehrt, ſo freue
ich mich doch über dies Zeichen der Sympathie, das durch
das Gerücht hervorgerufen wurde und mich wirklich
gerührt hat. Ich bitte Sie, Herr Bürgermeiſter, ſich zum
Dolmetſch meines Dankes an Ihre Mitbürger zu
machen. Ich grüße Sie aufrichtig. Napoleon.”
* Eine romantiſche Lebensrettung. Ein
Urenkel des Herzogs von Wellington, Lord George
Wellesley, der vierte Sohn des gegenwärtigen Herzogs
von Wellington, ging eines Abends nach dem Diner mit
Lord Claud Nigel Hamilton, dem Sohne des Herzogs
von Abercron, an der Themſe ſpazieren. Da vernahmen
die Herren verzweifelte Hilferufe und ſahen, daß auf
der Brücke viele Menſchen zuſammengelaufen waren,
die alle nach einem Punkte in der Mitte des Stromes
ſtierten. Schnell entſchloſſen warf der junge Lord ſeinen
Rock ab und ſprang in die Tiefe. Noch zur rechten
Zeit erreichte er die Stelle, wo ein junges Mädchen mit
dem Tod in den Wellen kämpfte, und brachte es in
anſcheinend lebloſem Zuſtande an das Ufer. Er wollte
ſich unerkannt wieder entfernen, aber die Polizei
be=
ſtand darauf, ſeinen Namen zu wiſſen, und nur dieſem
Umſtande hat es die zwanzigjährige May Haveland zu
verdanken, daß ſie heute weiß, daß ein Urenkel des
„Eiſernen Herzogs” ihr das Leben gerettet hat. Die
hübſche junge Dame erholte ſich in dem Hoſpital, in
das ſie gebracht worden war, ſehr ſchnell wieder. Am
Montag wurde ſie dem Richter unter der Anklage des
verſuchten Selbſtmordes vorgeführt. Sie verſprach hoch
und heilig, „es nie wieder tun zu wollen” worauf ſie
ſtraffrei entlaſſen wurde. Miß Haveland iſt
Maſchinen=
ſchreiberin in der City. In der Liebe zu einem jungen
Buchhalter enttäuſcht, faßte ſie den Entſchluß, ihr Leben
zu enden. Als ſie mit ihrer jüngeren Schweſter über
die Putneybrücke ſpazierte, kletterte ſie plötzlich über
das Geländer und ſprang in die kalte Flut hinab.
Natürlich wird ſie von allen anderen
Schreibmaſchinen=
damen der City darum beneidet, von einem Herzogsſohn
gerettet worden zu ſein. Lord George Wellesley iſt erſt
21 Jahre alt und ſteht bei den Garde=Grenadieren. Er
begab ſich in das Haus eines Freundes, trocknete dort
ſeine Kleider und beſuchte dann wie gewöhnlich ſeinen
Klub, ohne ein Wort von dem Abentener verlauten ze
laſſen.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Die Sirene=Pfeife, die unheimliche,
häß=
liche, die auf der See und den Flüſſen am Platze ſein
mag, macht ſich in den Fabriken und Geſchäften der
Stadt immer breiter. Wenn 50 Perſonen anfangen
oder aufhören zu arbeiten, oder zu frühſtücken, ertönt
das häßliche Pfeifen und ſtört 20—30000 Menſchen. Da
fragt man ſich doch, ob das Zeichen nicht wie früher
mit einer einfachen Pfeife oder Glocke ausreichend
ge=
geben werden kann. Klappert ein Fuhrmann, das man
nur zehn Häuſer weit hört, ſo wird er beſtraft. Das
Geräuſch verurſachende Abladen von Eiſen iſt verboten,
aber die unheimliche, häßliche Sirene=Pfeife, die die
halbe Stadt von morgens 6 Uhr bis abends 7 Uhr in
kurzen Zwiſchenräumen ſtört, iſt erlaubt. Manche
Maſchiniſten ſcheinen beſondere Freude an dem langen
Pfeifen zu haben und legen noch Variationen hinein.
Vielleicht iſt der Verkehrsverein durch Benehmen mit
der Behörde und den Fabriken in der Lage, die
Be=
wohner von dem Uebel tunlichſt zu befreien.
Die Moabiter Straßenkrawalle vor Gericht.
— In umfangreicher Weiſe wird der Paſtor der
Re=
formationskirche, Schwebel, vernommen. Er
be=
kundet: Als er mit der Straßenbahn in der Nähe ſeiner
Wohnung ankam, merkte er, daß die Straßenlaternen
ausgelöſcht waren. Er verließ den Wagen und wurde
bald von einer Menge verfolgt, die ihm zurief: Da geht
der Pfaffe, haut ihn! Er habe ſich nicht viel darüber
gewundert, denn er ſei es gewohnt, inſultiert zu
wer=
den, ſelbſt bei den ernſteſten Gelegenheiten, z. B. bei
Begräbniſſen. Es gelang ihm, in das Gemeindehaus
zu flüchten, in dem er wohnte; perſönlich iſt er nicht
angegriffen worden. Der Zeuge behauptet, daß die
Menge von den Schutzleuten, ſoweit er beobachten
konnte, in der freundlichſten Weiſe zum Weitergehen
aufgefordert und niemals provoziert wurde. Der Zeuge
behauptet, zu allen Kreiſen, auch zu Arbeiterkreiſen
ſeiner Gemeinde, die freundſchaftlichſten Beziehungen
zu haben. Aber die Leute werden durch Lektüre
aufgehetzt. Es wird meiſt auch nur das geleſen,
was in einem gewiſſen Widerſpruch zur Staatsordnung
ſteht. Darin liegt die Quelle, daß ſich an den
Aufruhr=
ſzenen nicht nur Männer, ſondern auch Frauen und
Mädchen beteiligen. Beſonders aufhetzend ſind die
Ar=
tikel der Welt am Montag und der Zeit am Montag,
die in den Buchhandlungen, in den Hauptſätzen
unter=
ſtrichen, ineden Schaufenſtern ausliegen. Das ſchlimmſte
Blatt freilich iſt der Simpliziſſimus. Auf das weibliche
Element wirke ſtark depravierend die Fabrikarbeit.
Zeuge Werner, der Bezirksleiter des Deutſchen
Transportarbeiter=Verbandes ſchildert eingehend die
Entſtehung des Streiks bei der Firma Kupfer u. Ko.,
und die Verſuche zu ſeiner Beilegung. Der
Verbands=
leitung habe es völlig fern gelegen, eine Machtprobe zu
veranſtalten, ſie ſei vielmehr bemüht geweſen, eine
friedliche Löſung der Angelegenheit herbeizuführen.
Der nochmals als Zeuge vernommene Polizeimajor
Klein erklärt, es ſei ihm nicht bekannt, daß zur
Unter=
ſtützung der Polizei fremde Leute eingeſtellt worden
ſeien, er halte das auch für ganz ausgeſchloſſen.
Morgen werden die Verhandlungen fortgeſetzt.
Dentſcher Reichstag.
* Berlin, 22. Nov. Präſiden: Graf Schwerin=
Löwitz eröffnet die Sitzung um 2,23 Uhr mit folgenden
Worten: Meine Herren! Nach einer mehr als
ſechsmona=
tigen Unterbrechung unſerer Tagung geſtatte ich mir
zu=
nächſt, Sie alle herzlichſt wieder hier zu begrüßen.
Hoffent=
lich haben Sie ſich in dieſen Monaten alle recht gut erholt
und geſtärkt, ſodaß wir mit neuen Kräften an unſere
neuen und großen Aufgaben herantreten können.
Das Andenken der inzwiſchen verſtorbenen
Abgeord=
neten wird in der üblichen Weiſe durch Erheben von den
Sitzen geehrt. Der Präſident macht ſodann Mitteilung von
der inzwiſchen erfolgten Amtsniederlegung des zweiten
Vizepräſidenten des Reichstages, Erbprinzen von
Hohen=
lohe=Langenburg. Zu ihrem 80. Geburtstag ſind den
Ab=
geordneten Dr. Träger, Dr. v. Strombeck und Dr. Lender
die Glückwünſche des Hauſes übermittelt worden. Am
10. November hat der Präſident am Grabe des erſten
Prä=
ſidenten des Reichstages Dr. Simſon aus Anlaß deſſen
Geburtstages einen Kranz niedergelegt. (Lebhaftes
Bravo).
Eingegangen ſind: Interpellationen der
Konſer=
vativen und der Sozialdemokraten über die
Fleiſch=
teuerung und eine Interpellation der
Sozialdemokra=
ten über die Kaiſerrede.
Erſter Gegenſtand der heutigen Beratung iſt der
Ent=
wurf betr. Aenderung des Gerichtskoſtengeſetzes;
derſelbe wird nach kurzer Erörterung an die
Juſtizkom=
miſſion verwieſen. — Es folgt die erſte Beratung des
Ent=
wurfes betr. Schutz des zur Anfertigung von
Reichs=
banknoten verwendeten Papieres gegen unbefugte
Nachahmung. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Wenn wir daran
gehen, beſondere geſetzliche Beſtimmungen über die
Her=
ſtellung von Papiergeld zu erlaſſen, ſo iſt der Wunſch zu
äußern, daß wir auch in Deutſchland endlich ein den
prak=
tiſchen Bedürfniſſen genügendes Papiergeld bekommen.
Es ſollte durch Verwendung geeigneten Papiermaterials
Sparſamkeit geübt werden. — Abg. Dr. Ortel (nl.): Wir
ſtim=
men der Vorlage gleichfalls zu und ſchließen uns den
Wün=
ſchen des Vorredners an. Kommiſſionsberatung wird
nicht beantragt und die Vorlage iſt ſomit in erſter Leſung
erledigt.
Es folgt die erſte Leſung des Geſetzes betr. die
Be=
ſeitigung von Tierkadavern. Staatsſekretär
Dr. Delbrück: Eine einheitliche Regelung der Materie
aus geſundheitlichen und adminiſtrativen Rückſichten
er=
ſcheint erwünſcht. Ein allgemeines Intereſſe liegt
zwei=
fellos vor. — Abg. Siebenbürgen (konſ.): Es
be=
ſtehen tatſächlich gewiſſe Uebelſtände im Abdeckereiweſen.
Wir werden uns in der Kommiſſon verſtändigen können.
(Beifall rechts.) — Abg. Fiſchbeck (Fortſchr. Vp.): Wir
begrüßen die Vorlage im Intereſſe der Volksgeſundheit mit
Freuden. Die hygieniſchen Geſichtspunkte müſſen
aus=
ſchlaggebend ſein und deshalb muß durch ſcharfe
Kon=
trolle verhindert werden, daß die Verwertung von
Tier=
kadavern zu Mißbräuchen nicht übermäßig ausgenutzt
wird. Mit Kommiſſionsberatung ſind wir einverſtanden.
Nach kurzer Debatte wird die Vorlage an eine Kommiſſion
von 15 Mitgliedern verwieſen.
Eingegangen iſt eine Interpellation Ablaß,
die anfragt, ob der Entwurf betr. die Penſionsverſicherung
der Privatangeſtellten in den nächſten zwei Monaten
vor=
gelegt werden wird.
Nächſte Sitzung Mittwoch 1 Uhr: Interpellationen
über die Fleiſchteuerung, Kaiſerrede und
Penſionsverſiche=
rung der Privatangeſtellten, außerdem Anträge. — Schluß
nach ½4 Uhr nachmittags.
Zum Verfaſſungskonflikt in England.
* London, 22. Nov. Die unioniſtiſchen Blätter
ſind der Anſicht, daß Lansdownes Antrag auf
Vertag=
ung der Debatte über die Vetobill der Regierung, um
dem Oberhauſe die Diskuſſion eines eigenen
Reform=
planes zu ermöglichen, einen wirkſamen Gegenhieb
bedeute, indem er das Land vor die klare Alternative
einer Reform oder völligen Umwälzung ſtelle. — Die
liberalen Blätter meinen dagegen, daß der Antrag die
Abſicht der Regierung auf ſofortige Auflöſung
recht=
fertige, da daraus hervorgehe, daß das Oberhaus
nie=
mals ein Kompromiß beabſichtige. Die „Morning
Poſt” brandmarkt die Rede von Lloyd George als
leichtfertig und gemein und erklärt, er verſuche durch
rohen Spott und ſchändliche Andeutungen die
Leiden=
ſchaft des Mobs aufzureizen, um nicht nur das
Ober=
haus, ſondern die ganze Ariſtokratie zu vernichten.
Das Blatt richtet zum Schluß den Appell an alle
ge=
mäßigten Männer, ſich mit den Konſervativen zu
ver=
einigen, um ein nationales Unglück abzuwenden.
Der Tod Tolſtois.
* Aſtapowo, 21. Nov. Die Leiche Tolſtois
wurde heute mittag eingeſargt. Darauf nahmen die
auf der Station Anweſenden von dem Verſchiedenen
Abſchied, indem ſie an der Bahre vorbeidefilierten. Um
1 Uhr wurde der offene Sarg von den Söhnen Tolſtois
hinausgetragen. Sobald die Prozeſſion im Hofe
ſicht=
bar wurde, ſtimmte das Publikum das Totenlied
„Ewiges Angedenken” an. Dem Sarge folgte die
Grä=
fin, geführt von dem Direktor der Rjaeſan=Uralbahn.
Um 1 Uhr 40 Minuten ſetzte ſich der Trauerzug in
Be=
wegung.
* Petersburg, 21. Nov. Auf den Bericht des
Miniſters des Innern über das Ableben Tolſtois
machte der Zar eigenhändig den Vermerk: „Ich
be=
dauere aufrichtig den Tod des großen Schriftſtellers,
der in der Blütezeit ſeines Talents in ſeinen
Schöpf=
ungen vaterländiſche Typen der ruhmvollſten Jahre
des ruſſiſchen Lebens verkörpert hat. Gott der Herr
ſei ihm ein gnädiger Richter.”
* Petersburg, 21. Nov. Nach Schluß der
heutigen Sitzung der Reichsduma hielten
ſämt=
liche Fraktionen dem Hinſcheiden Tolſtois
ge=
widmete Verſammlungen ab. Die Sozialdemokraten
und die Gruppe der Muſelmänner ſandten an die
Witwe Tolſtois Beileidsdepeſchen. Die Progreſſiſten
und Kadetten beſchloſſen, zur Beerdigung Tolſtois
Vertreter nach Jaßnaja Poljana zu entſenden. Die
Kadetten beſchloſſen außerdem, am 25. November einen
Geſetzentwurf einzubringen, daß Tolſtois Beerdigung
auf Staatskoſten geſchehe und daß der Todestag als
Nationaltrauertag anerkannt werde. Die Mitglieder
der äußerſten Rechten reichten beim Dumapräſidenten
einen Proteſt ein, weil er die Ehrung Tolſtois und die
Unterbrechung der Dumaſitzung zugelaſſen habe.
* Petersburg, 21. Nov. Unter dem Vorſitze
des Großfürſten Konſtantin Konſtantinowitſch hat
heute die Sektion für ruſſiſche Geſchichte und Literatur
der Kaiferlichen Akademie der
Wiſſen=
ſchaften in einer Sonderſitzung beſchloſſen, der
Witwe Tolſtois ein Beileidstelegramm zu überſenden
und am 1. Januar 1911 eine dem Andenken Tolſtois
gewidmete feierliche Sitzung abzuhalten.
* Saßjeka, 22. Nov. Um 8 Uhr früh traf der
Trauerzug hier ein und wurde von einer großen
Menſchenmenge erwartet. Die Kinder Tolſtois und
Bauern trugen den Sarg drei Werſt weit, bis Jaßnaja
Poljana. Voran ſchritten Bauern, die weiße
Lein=
wandſtreifen mit der Aufſchrift trugen: „Leo
Niko=
lajewitſch, das Andenken an Deine Güte wird unter
uns verwaiſten Bauern nie erlöſchen.‟ Es folgten
Studentenchöre, abwechſelnd den Choral „Ewiges
Ge=
denken” ſingend. Dann kamen vier Wagen mit
Krän=
zen. In Jaßnaja Poljana wurde der Sarg in einem
Gemach aufgebahrt, aus dem außer dem Bücherſchrank,
der Büſte Buddahs, dem Porträt des Bruders Tolſtois,
alle Möbel entfernt waren. Eine lange Reihe
Men=
ſchen, die von Tolſtoi Abſchied nehmen wollen, zieht zur
Bahre hin.
Unruhen in Mexiko.
* Mexiko, 22. Nov. Gomez=Palacio, Durango,
Parral und Torreon waren am Montag der
Schau=
platz heftiger Kämpfe. Die Aufſtändiſchen
er=
oberten Gomez=Palacio. Da die Telegraphendrähte
nordwärts von Montery von den Aufſtändiſchen
durch=
ſchnitten worden ſind, ſo ſind Einzelheiten über die
Kämpfe nicht zu erhalten.
* Waſhington 22. Nov. Chiffrierte Depeſchen
aus privater revolutionärer Quelle behaupten, die
mexikaniſchen Rebellen ſeien im Beſitze von
Gomez=Palacio und Torreon. 300 Mann
Regier=
ungstruppen hätten ſich mit den Auſſtändiſchen
vereint und die regierungstreuen Truppen in Torreon
angegriffen. In Zaatecas, wo es 25 Tote gegeben haben
ſoll, ſei die Regierung Herr der Lage geblieben. Die
mexikaniſche Regierung habe ſich, um die Weitergabe
von Nachrichten zu verhindern, aller Telegraphendrähte,
auch der in Privatbeſitz befindlichen, bemächtigt. Aus
San Antonio (Texas) ſind zwei Abteilungen Kavallerie
an die Grenze abgegangen, um die Intereſſen der
ameri=
kaniſchen Bürger zu ſchützen.
* New=York, 22. Nov. Wie eine aus El
Paſo eingetroffene Depeſche über die Vorgänge in
Acambaro (Guanjajuato) berichtet, zog eine
auf=
rühreriſche Menge zunächſt zum Gefängnis und
be=
freite die Gefangenen; dann zog die bewaffnete Menge
zum Rathaus und raubte die ſtädtiſchen Kaſſen aus.
Die Truppen verjagten die Menge in die Berge; etwa
20 Aufrührer wurden getötet und 80 verwundet. Den
Revolutionären ſei es gelungen, Gomez=Palacio zu
beſetzen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 22. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die Betriebseinnahmen der
Preußiſch=Heſſiſchen Staatseiſenbahnen
betrugen im Monat Oktober gegenüber dem gleichen
Monat des Vorjahres im Perſonenverkehr 3,2 Mill.
Mark gleich 6,61 Prozent, im Güterverkehr 10,7 Mill.
Mark gleich 8,89 Prozent mehr, insgeſamt nach Abzug
einer geringen Mindereinnahme aus ſonſtigen
Quel=
len 13,8 Mill. Mark gleich 7,62 Prozent mehr. Die Zahl
der Sonn= und Werktage war in den beiden Jahren
gleich. Bei dem Vergleich mit dem Vorjahre darf nicht
außer Betracht bleiben, daß die Verkehrsſteigerung in
den einzelnen Monaten des Vorjahrs eine in ſich wenig
gleichmäßige war. Während der erſten ſieben Monate=
des Vorjahres war eine Mehreinnahme von 47,3 Mill.
Mark, alſo von 6,8 Mill. Mark monatlich oder
durch=
ſchnittlich 14,4 Mill. Mark zu verzeichnen. Selbſt bei
gleich günſtiger Fortentwicklung des Erwerbslebens
werden daher die letzten fünf Monate des laufenden
Etatsjahres ſchwerlich ähnliche Mehreinahmen
brin=
gen können, wie der Oktober dieſes Jahres.
* Berlin, 22. Nov. Heute mittag ſind in der
Kant=
ſtraße 61 in Charlottenburg bei einem Küchenbrande in
der Wohnung des Elektrizitätsarbeiters Pagel zwei
Kinder erſtickt. Als die Mutter von der
Aufwarte=
ſtelle nach Hauſe zurückkehrte, fand ſie die Kinder in der
verqualmten Küche, im Bette liegend, tot vor.
* Wildpark, 22. Nov. Der Kaiſer iſt heute früh
7 Uhr 40 Minuten, von Kiel kommend, hier
eingetrof=
fen und hat ſich ins Neue Palais begeben.
* Prag, 22. Nov. Der Landtag wurde vertagt,
nachdem der Oberſt=Landmarſchall und die meiſten
maßgebenden Perſönlichkeiten der Landtagsparteien
ſich gegen die Fortſetzung der Verhandlungen
ausge=
ſprochen hatten.
* Neapel, 22. Nov. In Gegenwart des Königs
und der Königin, des Miniſterpräſidenten, des
Kriegs= und Marineminiſters, der Spitzen der Militär=
und Zivilbehörden, zahlreicher Abordnungen der
Ver=
eine und einer großen Menſchenmenge wurde das
Denkmal für König Humbert mit einer
An=
ſprache des Bürgermeiſters feierlich enthüllt.
* Brüſſel, 22. Nov. Ein Bulletin beſagt: Die
Kö=
nigin hatte eine unruhige Nacht und befindet ſich in
einem Zuſtande großer Erſchöpfung. Eine
Verſchlim=
merung der Symptome ſei nicht eingetreten.
* Vardoe, 22. Nov. Ein geſtern eingetroffenes
ruſſi=
ſches Poſtſchiff berichtet über heftige Stürme an
der ganzen Murmanküſte. Acht Fahrzeuge mit zirka
40 Mann ſind untergegangen, unter ihnen ein
Motor=
fahrzeug. Einige Leichen wurden ans Land getrieben.
— Breslau, 22. Nov. Ein zur Kur in Ziegenhals
weilender Bergbeamter aus Oberſchleſien wurde
plötzlich irrſinnig. Er begab ſich nachts zum
Hauſe des Sanitätsrats Michalke. Als infolge des
heftigen Klingelns der Arzt öffnete, erhielt er von dem
Irrſinnigen mit einem keulenartigen Stück Holz zwei
Schläge auf den Kopf. Nun begann ein heftiges
Rin=
gen auf Leben und Tod. Erſt als Hilfe kam, wurde
der Irrſinnige überwältigt. Sanitätsrat Michalke
wurde ſchwer verletzt.
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nicht nur durch die Schmerzen in den rhachitiſchen
Entzündungen verurſacht, ſondern zum großen Teil auch
durch die häufig auftretenden Darmgärungen, die man
am leichteſten durch die Ernährung mit „Kufeke‟
welches auch die Milch leichter verdaulich macht,
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hütet.
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Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Der
nörd=
liche Luftwirbel lagert immer noch über der Oſtſee und
bringt wiederholt Schneefälle. Die Temperaturen ſind in
Weſtbeutſchand eiwas geſtiegen, während im Oſlen des
Reichs Froſt herrſcht. — Ueber der Biskaya iſt wieder
eine anſcheinend kräftige Zyklone erſchienen, die aber
zunächſt noch ohne Einfluß auf unſere Witterung bleibt.
Für morgen bleiben wir auf der Rückſeite des nördlichen
Luftwirbels, ſo daß nordweſtliche Winde vorherrſchen,
Ausſichten in Heſſen für Mittwoch, den 23.
No=
vember: Wolkig, noch Schneefälle, nordweſtliche Winde,
etwas kälter.
Stadtkirche.
Mittwoch, 23. Nov., abends 8 Uhr:
Kirchen=
muſikaliſche Abendfeier.
Zur Feier des Geburtstags Sr. Königl. Hoheit des
Großherzogs findet Freitag, den 25. Nov., vorm.
10½ Uhr, gemeinſamer Gottesdienſt der Militär= und
Zivilgemeinde ſtatt. Pfarrer Vogel.
Altkatholiſche Gemeinde.
Freitag, den 25. Nov., iſt zur Feier des
Aller=
höchſten Geburtstags Sr. Königl. Hoheit des
Groß=
herzogs um 10 Uhr vorm. in dem Gemeindehaus der
evang. Johannesgemeinde, Kahlertſtraße 26, Gottesdienſt
mit Predigt. Herr Pfarrer Ullmann aus Heßloch.
Familiennachrichten.
Heute abend 10 Uhr entſchlief ſanft nach
langem ſchweren Leiden unſer treuer unvergeß=
(22621
licher Vater und Bruder
Herr
Bernhard Schäffer
im 51. Lebensjahre.
Dr. Ernst Schmidt, Oppenheim,
Frau Lissy Schmidt, geb. Schäffer,
Oberleutnant Felix Wichert, Mainz,
Frau Martha Wichert, geb. Schäffer,
Paul Schäffer, Naumburg,
Ernst Schäffer, Berlin,
Kurt Schäffer, Zürich.
Oppenheim a. Rh., den 20. Nov. 1910.
Es wird gebeten, von Beileidsbezeugungen
abzuſehen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Verluſte, der uns betroffen, ſagen wir
(*28698
Allen herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Berta Winter, geb. Schmidt.
Darmſtadt, November 1910.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute nachmittag 5½ Uhr entſchlief ſanft
nach längerer Krankheit unſere geliebte Mutter
Frau Berta Kochler
geborene Maul
Witwe des Landgerichtsdirektors
Wilhelm Koehler
im 78. Lebensjahre.
(22676
Darmſtadt und Straßburg=
21. November 1910.
Charlotte Koehler,
Berta Koehler,
Wilhelm Koehler, Unterstaatssekretär,
Amelie Ihle, geb. Koehler,
Professor Dr. Rudolf Ihle,
Anny Koehler, geb. Kecker.
Die Einſegnung findet in der Stille ſtatt, die
Beerdigung Donnerstag, 24. November,
vor=
mittags ½12 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofs aus.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Amphitryon”.
Wiener Abend von Hermann Bahr um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Vortragsverband).
Feſtkommers der Darmſtädter Studentenſchaft um
8¼ Uhr im Orpheum.
Handelskammerwahl (Erwerbsgruppe Induſtrie)
von 10—12 Uhr Rheinſtraße 9.
Tolſtoi=Gedächtnisfeier um 11 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 26. November.
Hofreite=Verſteigerung des Karl Koch (
Luiſen=
ſtraße 16) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Emil Häcker (
Kahlert=
ſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Aecker=Verſteigerung des Karl Jockel um 10 Uhr
auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Mathias Hees (
Beſ=
ſungerſtraße 115) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
Eliſabethenſtraße 1.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht.
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 22. November 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
8f. Staatspapiere. Ir Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 22,20
63,50
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.70
3½ do. Conſols . . . . 92,20
83,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,25
do.
93,70
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,40
do.
91,00
3½
do.
81,50
4 Hamburger Staatsanl. 101,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,00
do.
3½
do.
80,00
3 Sächſiſche Rente . . . 82,50
4 Württembergerv. 1907 101,80
do.
92,75
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 48,30
35 Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 96,60
4 do. Goldrente . 98,60
do. einheitl. Rente 93,10
3 Portug. unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III 67,00
Spezial. 12,10
3 do.
5 Rumänier v. 1903 . . 101,90
4 do. v. 1890. . 94,50
do. v. 1905. .
* Ruſſen p. 1880 ₰, u. 8. ₰ 92,40
InProz=
8f.
4 Ruſſen v. 1902 . F ℳ 92,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,10
. 91,60
3½ Schweden:
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 86,80
4 do. unifiz. v. 1903 92,40
4 Ungar. Goldrente 93,60
4 do. Staatsrente . 91,60
5 Argentinier . . . . . .
90,60
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 94,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,90
98,80
do.
4½
.. 97,70
4½ Japaner
5 Innere Mexikaner . . 99,30
68,20
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 94,60
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . . 143,70
4 Nordd. Lloyd . . . . 106,40
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,90
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 109½
4 Gotthardbahn .
In Proz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,00
4 Pennſylvania R. R. 131,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 201,50
Werger=Brauerei
. 70,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 498,00
Fabrik Griesheim . . . . 275,75
Farbwerk Höchſt . . . . . 544,75
Verein chem. Fabriken
Mannheim. .
.341,25
Lahmeyer . .
116,10
Schuckert .
. . 156,90
Siemens & Halske . . . 245,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 428,25
Bochumer Bb. u. Guß . . 224,00
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Gelſenkirchen . . .
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Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb . .
. .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,20
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,90
do.
91,30
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
97,80
do. alte . 81,40
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,50
do.
80,00
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56,70
20
3 Raab=Oedenburger . . 75,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4 Kronpr. Rudolfbahn , 98.10
In Pro=
St.
2¾/10 Livorneſer . . . . . . 73,40
4 Miſſouri=Pacific . . . 78,10
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb. . . 99,00
5 Tehuantepec . . . . . 100,50
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ.
4 Darmſtädter Bank . . 130,40
4 Deutſche Bank
4 Deutſche Vereinsbank 127,20
4 Diskonto=Geſellſchaft 190,90
162,50
4 Dresdner Bank.
4 Mitteldeut. Kreditbk. 121,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 129,20
.105,00
4 Pfälzer Bank . .
143,80
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank . 138,90
4 Wiener Bank=Verein 138,75
Pfandbriefe.
Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19 . . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
½.
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
3½
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3*4e
100,00
91,80
99,40
100,00
90,50
101,40
91,90
100,60
90,80
99.80
90,30
100,30
91,50.
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½ do.
4 Frankfurt
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg. . .
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden .
3½ do.
4 Worms . . . . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886₰
InProz.
100,25
101,00
95,40
91,80
99,90
90,80
e 100,60
91,80
* 100,00
. 101,10
9),80
* 101,10
91,40
100,20
80,40
Verzinsliche
Aulehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 160,50
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,30
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „. 100 105,20
In 3
Sf.
3 Madrider Fs. 100 76,00
4 Meining. Pr.=Pfand=
. 137,90
briefe. .
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,80
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
ft. 7 37,70
Braunſchweiger Tlr. 20 250,20
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 140,00
da.
Fs. 10 32,00
Meininger
fl. 7 37,80
Oeſterreicher v. 1864 „ 100
do. v. 1858 „ 100 446,00
Ungar. Staats
„100 384,50
Venediger
Frs. 30 43,00
Türkiſche
„ 400 179,60
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Banknoten.
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Amerikaniſche Noten . . .
Engliſche Noten . . . . .
Franzöſiſche Noten . . . .
Holländiſche Noten . . . .
Italieniſche Noten . . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . .
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbauk=Lomhard 8äf.
20,43
16,16
16.95
4,19½
20,48
80,90
169,20
80,65
85,00
80,75
30.
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in vielen
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910
Nummer 275₰
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Herrensocken, schwarz, reine Wolle
Paar 94, 1.10, 1.40 bis 1.70
Antje Möller.
Roman von K. v. d. Eider.
Nachdruck verboten.)
15)
Als Antje an Ingeborg vorbeiging, fühlte ſie ſich
am Kleide zurückgezogen.
Schäme Dich, raunte eine Stimme ihr ins Ohr, ſo
hinter den Mannsleuten herzulaufen. —
Komödianten=
deern.
Erſchrocken ſah ſie ſich um, aber Ingeborg ging mit
hochgetragenem Kopfe an ihr vorbei, ohne ſie auch nur
anzuſehen.
Diesmal drang der Stich doch in Antjes Herz; mehr
konnte eine wirkliche Nadel auch nicht ſchmerzen. Ihre
Augen füllten ſich mit Tränen.
Was hatte ſie an ſich, daß man ſie
Komödianten=
deern ſchimpfte? Es war dies das zweitemal in ihrem
Leben. War ſie zu ſehr geputzt? Sprach ſie anders, als
ſie dachte? Hatte ſie ſich verſtellt? Nein, Klein=Antje
war ſich keiner Falſchheit bewußt.
Wie der Stich brannte! Sie wagte gar nicht mehr
aufzuſehen. Alle harmloſe Heiterkeit war von ihr
ge=
wichen. Sie fühlte ſich mit einem Male müde und
luſt=
los. Sie wollte nach Hauſe gehen, ganz allein und ohne
jemanden Adieu zu ſagen, ohne daß die anderen es
merkten. Sie dachte an Jven. Ihm wollte ſie alles
er=
zählen; als wäre er ihr Bruder. Dieſer Gedanke
be=
ruhigte ihr Gemüt.
Es gelang Antje wirklich, unbemerkt zu entſchlüpfen.
Jetzt war ſie vor der Tür, im Gehen knöpfte ſie ihr
Mäntelchen zu und band das rote Kopftuch feſt.
Erſt wenige Schritte hatte ſie gemacht, da folgte ihr
jemand. Es war gewiß Heie Rehm; er hatte ſchon
vor=
hin gefragt, ob ſie nicht diesmal zuſammen nach Hauſe
gehen wollten und dabei hatte er ſie ganz eigen
ange=
ſehen und hatte ihr feſt die Hand gedrückt.
Wenn er es nur nicht wäre! Wenn er nur
vorbei=
ginge! Ihr Herz klopfte heftig; ſie wagte gar nicht, ſich
umzuſehen.
Aber der Mann ging nicht vorbei. Als er ſie
ein=
geholt hatte, faßte er ſie am Arm. Er beſaß eine ſtarke
Hand, die ſagte: halten oder reißen! Antje wollte doch
ihren Mantel nicht zerreißen laſſen; deshalb ſtand ſie
ſtill und ſah ihm ins Geſicht. Es war Rolf Anderſen!
Alles Blut ſtrömte zu ihrem Herzen, und es klopfte
und wallte, als wollte es das Herz zerſprengen und
überſchäumen.
Unſ’ Herr! hauchte ſie.
Ja, heute abend bring’ ich Dich nach Hauſe, ſagte
er lachend und ein wenig verlegen. Ich verſtehe es
ebenſo gut als Iven. Oder wäreſt Du lieber mit Heie
Rehm gegangen?
Die letzten Worte klangen faſt drohend.
Nein, ach nein, rief ſie freudig, und ihr innerſter
Jubel klang deutlich durch.
Er hob ihre kleine Hand und zog ſie durch ſeinen
Arm, und nun ſchritten ſie nebeneinander über den
knirſchenden Schnee.
Es war eine dunkle Nacht. Der Mond kam nicht
zum Vorſchein, aber der Schnee leuchtete mit ſtillem,
weißem Schein.
Antjes Kummer war wie fortgeweht. Sie fühlte
auch keine Furcht in ihrem Herzen. Sie giug ja am
Arme des Königs, des ſchönſten, edelſten und ſtärkſten
Mannes, den ſie je geſehen hatte.
Sie gingen weiter, und obgleich es in ihrem
In=
nern jubelte und ſang, war ſie doch nach außen ganz
ſtill. Sie zitterte nur leiſe vor Glück.
Er fühlte das Zittern. Du frierſt wohl? fragte er
beſorgt, und als ſie nicht antwortete, knöpfte er ſeinen
Mantel auf, ſchlug die eine Hälfte mit ſeinem Arm um
ihre Schultern, und nun ſchritten beide unter dem
Mantel dahin.
Antje! ſagte er leiſe.
Noch niemals in ihrem Leben war es dem
Mäd=
chen ſo zärtlich und heiß ums Herz geweſen. Sie hätte
rufen mögen: mein Herr und Gott, mein Heißgeliebter!
Aber in ihrer verlegenen Scheu brachte ſie keine
an=
deren Worte über die Lippen, fand ſie keinen anderen
Namen für den angebeteten Mann als den, den ſie alle
Tage ausſprach: Unſ’ Herr!
Sie waren auf der Trift angelangt und blieben im
Schatten des Hofes ſtehen. Still war es um ſie her.
Kein Lüftchen regte ſich, die Rethwieſen ſchwiegen, in
den Pappeln flüſterte es nicht mehr; die luſtigen
Blät=
ter lagen unter dem Schnee und trugen weiße
Kriſtall=
tnoſpen. Das Bellen eines wachen Hundes klang ſcharf
Paſſendes Weihnachtsgeſchenk!
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
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durch die Winternacht. Aber der Klang kam aus der
Ferne; er ſtörte ſie nicht.
Rolf umfaßte die kleine Mädchengeſtalt und preßte
ſie an ſich, wie er oft das Verlangen gehabt hatte, es
zu tun. Antje, gib mir einen Süßen!
Geduldig bot ſie ihre Kinderlippen dar. Er war
ja ihr König, er konnte mit ihr machen, was er wollte;
ſie würde es ihm nicht wehren. Sie war gegen ihn gar
nichts. Nicht mehr, als eine der Schneeflocken, auf die
er jetzt mit dem Fuße trat. Was konnte er dazu, daß
ihm ihr ganzes Herz zuflog.
Sie waren zu Hauſe angelangt. Rolf ſchloß die
Hin=
tertür auf. Im Windfang ſtanden ſie noch einen
Augen=
blick beiſammen. Hier war es ſo finſter, daß ſie ſich nicht
ſehen konnten; aber eines hörte des anderen Atem, eines
fühlte das Herz des anderen klopfen.
Antje wollte in ihre Kammer eilen; er aber ließ ihre
Hand nicht los, bis ſie in ſeiner Stube waren.
Er zündete das Licht an, zog ſie in den Lichtkreis
und ſah ſie mit entzückten Augen an. Dann breitete er
die Arme weit auseinander, als wollte er ihre ganze
Ge=
ſtalt umſchließen und nimmer wieder loslaſſen. Mit
ge=
ſenktem Köpfchen, wie eine Blume, die ſchon bald
ge=
pflückt iſt, ſank ſie an ſeine Bruſt.
Ein bleicher, ſtiller Morgen brach an. Antje ſah blaß
und überwacht aus; ihre Augen blickten matt, und ihre
Lippen brannten.
Trina tuſchelte heimlich mit Heie Rehm.
Haſt Du ſie hereingelaſſen?
Nein, ſie kam erſt zwiſchen vier und fünf ius Bett.
Vom Tanzboden war ſie ſchon nach zwei Uhr fort.
Wo mag ſie ſo lange geweſen ſein?
Wer mag ihr die Tür aufgeſchloſſen haben?
Zwiſchen Rolf und ſeiner Mutter gab es einen
ern=
ſten Auftritt. Frau Anderſen ärgerte ſich darüber, daß
er Ingeborg nicht nach Hauſe begleitet hatte. Wann willſt
Du denn endlich mit ihr einig werden? fragte ſie in
ge=
reiztem Tone.
Mein Lebtag nicht, entgegnete er ruhig; ich heirate
keinen Pfingſtochſen, wenn er auch noch ſo viel wiegt.
Die Mutter war ſtarr, ſie wußte nichts auf des
Soh=
nes Worte zu erwidern. Inſtinktiv griff ſie mit der Hand
nach dem Magen und ſeufzte. Rolf aber ging ruhig an
ſeine Arbeit.
Antje war in der Hausdiele beim Schrubben. Sie
wurde blaß und zitterte, als Rolf an ihr vorbeikam, aber
ſie wagte es nicht, aufzublicken, und auch er ſah
gleich=
mütig an ihr vorbei.
An einem der folgenden Tage trafen ſie ſich
unver=
ſehens auf dem Boden. Da zog er ſie an ſich heran und
flüſterte ihr etwas ins Ohr, das ihre blaſſen Backen rot
färbte und ihre Augen glänzend machte. Seitdem hüpfte
und ſummte ſie wieder im Hauſe herum wie ein fleißiges
Bienchen und wurde alle Tage ſchöner.
Mit Heie Rehm geriet Rolf in dieſer Zeit einmal
ernſtlich zuſammen. Es gab Wäſche auf Rethwitſchhof.
Heie hatte auf dem Hofplatz die Leine feſtgemacht, und
die Mädchen waren dabei, das ſchneeweiße Linnen
auf=
zuhängen.
Heie blieb noch einen Augenblick an der Stallmauer
ſtehen und ſah ihnen zu, das heißt, er ſah eigentlich nur
auf Antje, die lieblich ausſah zwiſchen dem flatternden,
weißen Zeug.
Plötzlich ſtand Rolf neben ihm und folgte ſeinen
Blicken. Dann ſagte er mit einem Male — es klang wie
im Scherz, aber der Ernſt ſteckte breit dahinter: Sieh
nicht ſo viel hin, Heie; die iſt nicht für Dich.
Dem ehrlichen Jungen ſchoß das Blut ins Geſicht.
Er gab die Antwort in dem gleichen Tonne wie die Worte
des Herrn geweſen waren.
Warum nicht, unf Herr? Wenn unſereiner auch noch
ein paar Jahre warten muß, ehe man daran denken kann,
ſich ein Neſt zu bauen, ſo kann man ſich den kleinen Apfel
doch aufheben. Es iſt ein Wahrapfel, das kann unſ’ Herr
glauben.
Aber er iſt auch jetzt ſchon reif, und andere Leute
mö=
gen auch Aepfel, verſetzte Rolf mit erzwungenem Lachen.
Immer ernſter wurde der Scherz.
Wie meint der Herr das?
Ich glaube nicht, daß das Mädchen Jahr und Tag
wartet.
Aber wenn es einer doch ſo grundehrlich meint,
ent=
fuhr es Heie Rehm. Er ſah ſeinen Herrn treuherzig und
zugleich angſtvoll an.
Rolf zuckte die Achſeln. Brautſchaften dulde ich nicht
auf meinem Hofe.
Dann kann man ja gehen, gab Heie zurück und ein
finſterer Blick traf den Herrn.
Rolf ſchien die Worte zu überhören. Er ſchritt mit
langſamen Schritten ums Haus, ohne ſich umzuſehen,
(Fortſetzung folgt.)
Beliebteste 22 &. Jx Pfg. Cigarette
Eigaretten-Fabrik„Kios‟o E. Robert Böhme, Dresden.
Wehtense
[ ← ][ ][ → ]Nummer 275.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. Movember 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Gefundene und verlorene Sachen.
Gefunden: 1 Lederdecke für einen Handwagen. 1 ſchwarzes Portemonnaie mit
Inhalt. 1 Kinder=Leiterwagen. 1 Geldbetrag. 1 Wachstuch=Mappe mit Muſterheften
über ſchweizer Spitzen. 1 weißes rotgeſtreiftes Tuch, gez. M. G. 1 brauner Kinder=
Pelzkragen. 1 rotes Etui mit Zeichenutenſilien. 1 ſchwarzes Portemonnaie mit einigen
Pfennigen Inhalt. 1 verſchiedenfarbiges Theatertuch. 1 großer Schlüſſel. 1
Hunde=
marke mit der Nr. 689. 1 Brille mit Futteral. 1 ſchwarzer Damen=Handſchuh.
10 Stück verſchiedene Hutnadeln und 1 Kamm. 1 kleiner Vorhängeſchloß=Schlüſſel.
1 Hundemarke mit der Nr. 9891. 1 ſchwarze Wachstuch=Mappe. 1 neues leeres rotes
Portemonnaie. 1 Anhänger in Herzform mit einer Haarlocke. 5 Taſchentücher (im
Saalbau liegen geblieben), gez. D. W., R., N. S., K. K., E. B. 1 doppelreihige Korallen=
Kette. 3 Spazierſtöcke (im Orpheum liegen geblieben). 1 ſilbernes Kollier mit 1 mod.
Anhänger. 4 Schlüſſel an einem Ring mit der Aufſchrift „Franke”. 1 weißes
Taſchen=
tuch, gez. mit einem T. und einer Krone.
Verloren: 72 Pfennige (in Papier eingewickelt). 1 ſchwarzes Portemonnaie mit
1,80 Mk. Inhalt. 1 ſchwarze Kapuze von einem Kinder=Cape. 1 noch neuer Damen=
Nadelſchirm mit grünbraunem gebogenen Naturgriff. 1 Damen=Regenſchirm mit
geradem ſilbernem Griffchen. 1 mittelgroßer Schluſſel. 1 weißes Deckchen und ein
Strähnchen rote Seide. 1 runde goldene Broſche, in der Mitte 1 matte Perle. 1 gold.
Ohrring in Sternform mit ſchwarzen Einlagen. 1 Damen=Schirm mit kleinem ſchwarzen
gehäkelten Portemonnaie und gebogenem Naturgriff. 1 Opernglas mit Futteral.
1 ſchwarzes Damen=Portemonnaie mit einigem Silbergeld. 1 Theater=
Abonnements=
karte (2. Rang, Nr. 62). 1 goldener Damen=Ring mit hellblauem Stein. 1 Schildpatt=
Haarpfeil. 1 Hutnadel mit großem grünen geſchliffenen Stein und Silberfaſſung.
1 ſchwarzes ovales Damen=Portemonnaie mit 1,10 Mk. Inhalt. 1 ſilberne Teemaſchine
und 2 Teegläſer, gez. E. S. und H. S. 1 Hundertmarkſchein. 1 ſilberne Broſche mit
Frauenbild und kleinem Anhänger. 1 gold. Broſche in Schleifeform mit Gravierung.
1 Damen=Regenſchirm mit grünlichem Griff. 1 ſchwarzer Damen=Gummigürtel mit
Stahlſchnalle. 1 dunkelbraunes Portemonnaie mit über 3 Mk. Inhalt. 1 Damen=
Goldgürtel mit gelber Schnalle und 2 dunklen Steinen. 1 halbſeidener Damen=Schirm
mit brauner Krücke. 1 goldenes Kollier mit Medaillon, einem Bild und kleinen Steinchen.
1 Notiz=Kalender mit gelbem Umſchlag. 1 goldene Vorſtecknadel mit roten Steinchen
und Brillanten beſetzt. 1 ſchwarzes Portemonnaie mit etwa 13 Mk. Inhalt. 1 Heft mit
ſchwarzer Decke. 1 Päckchen mit Stickſeide in verſchiedenen Farben. 1 ſilbernes Ketten=
Armband. 1 ſchwarzer Samt=Gürtel mit runder Stahlſchnalle. 1 braunes Portemonnaie
mit über 4 Mk. Inhalt. 1 kleines braunes Portemonnaie mit 10 Mk., Poſtſchein und
1 kleines Spitzen=Taſchentuch.
Zugelaufen bei Privaten: 1 grau und weiße Katze. 1 junger grauer Kater.
Zugeflogen bei Privaten: 1 zahmer Rabe mit einem Ring am Fuß und
der Aufſchrift „Jakob”
Entlaufen: 1 ſchottiſcher Schäferhund.
Entflogen: 1 weiße Lockentaube. 2 ſtahlblaue Elſtertauben. 1 Kanarienvogel.
Das Fundbureau Großherzoglichen Polizeiamts
(22610
ſſt geöffnet an allen Werktagen von 8—12 Uhr vormittags und 2—6 Uhr nachmittags.
Dam lerManderund Haustris
Vielfach an uns herangetretenen Anforderungen entsprechend, haben
wir in unserem
feuer- u. diebessicheren Gewölbe
neben der bestehenden Einrichtung grösserer Stahlkammer-Fächer
kleine, sog. Sparkassen-Safes
Hnais
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aufgestellt, welche sich besonders zur Aufbewahrung von
Schmuck- und anderen Wertgegenständen geringeren
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fangs, sowie von Sparbüchern, Policen, Kaufbriefen,
Hypotheken-Urkunden etc. etc. eignen.
Der Mietpreis eines Sparkassen-Safe beträgt
5 Mark für ein ganzes Jahr
Unsere Depositenkasse Wilhelminenstraße 14 besitzt die
gleichen Safesanlagen. Die Einrichtungen können in den
Geschäfts-
stunden jederzeit besichtigt werden.
Darmstadt, im November 1910.
Bank für Handel und Industrie
22568P)
Landgraf Philipps-Anlage 6.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 3 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betr.; die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den photographiſchen
Geſchäfts=
betrieben an den vier letzten Sonntagen vor Weihnachten in der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns veranlaßt, die für die vier letzten
Sonn=
kage vor Weihnachten gültigen Vorſchriften über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe
und in den photographiſchen Geſchäftsbetrieben nachſtehend zur allgemeinen Kenntnis
zu bringen:
I. Für die vier Sonntage vor Weihnachten, den 27. November, den 4., 11. und
18. Dezember I. Js., ſind als Beſchäftigungs= und Verkaufszeiten für die
folgen=
den Handelsgewerbszweige zugelaſſen:
1. für Bäcker die Zeit von vormittags 7 Uhr bis nachmittags 5 Uhr,
2. für Konditoren die Zeit von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 7 Uhr,
3. für Metzger und Fleiſchhändler die Zeit von vormittags 7 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 7 Uhr,
4, für Milchhändler und Molkereien die Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr und nachmittags von 6 bis 8 Uhr,
5. für Blumenhändler die Zeit von vormittags 8 bis 9 Uhr und von
vor=
mittags 11 Uhr bis nachmittags 7 Uhr,
6. für alle übrigen Handelsgewerbszweige die Zeit von vormittags 11 Uhr
bis nachmittags 7 Uhr.
II. An den genannten Tagen darf im Photographengewerbe ein Betrieb nur
in=
ſoweit ſtattfinden, als an ihnen eine Beſchäftigung von Arbeitern in
photographi=
ſchen Anſtalten zugelaſſen iſt. Eine ſolche Beſchäftigung iſt erlaubt zum Zweck
der Aufnahmen, des Kopierens und des Retuſchierens von 9 Uhr vormittags
bis 5 Uhr nachmittags.
Darmſtadt, den 21. November 1910.
(22626mf
Großherzogliches Polizeiamt.
I. V.: Lauteſchläger.
Bekanntmachung.
Aus Anlaß der Feier des Geburtstags Seiner Königlichen Hoheit des
Groß=
herzogs bleiben am Freitag, den 25. I. Mts., die ſtädtiſchen Geſchäftszimmer und
Kaſſen geſchloſſen.
22614
Darmſtadt, den 23. November 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Verſteigerungs-Anzeige.
Von Donnerstag, den 24. und wenn nötig, bis Samstag,
den 26. November I. Js., jeweils vormittags 9 Uhr und
nachmittags 3 Uhr beginnend,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag wegen Umbau und Platzmangel öffentlich
meiſt=
bietend gegen gleich bare Zahlung
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ſcheiben, 2 Schaufenſterſchiebetüren mit Verglaſung, 1 Türe mit
Spiegel=
ſcheiben, 1 Glasabſchluß, div. Türen, Fenſter, Läden, Türfüllungen
und Schaufenſterrahmen, Lampendeckel mit Spiegelglas für
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fenſter oder Billard, 1 Holztreppe (12 Stufen), 1 gr. Schiebeleiter,
2teil. Granitſchwellen, diverſe Sandſteinplatten und Pfeiler, 50 qm
Mettlacher und 11 qm Saargemünder Platten, diverſe Muſter.
Ferner: 850 Streichholzſtänder, 1500 Bierbecher, Gläſer und
Humpen, 1600 Weinflaſchen, 1 elektriſche Deckenbeleuchtung (3 Fl.),
1 Gaslüſter, 3arm. Meſſing und 5arm. Bronze, 1 iriſcher Ofen,
2 große Kaffeemühlen für gr. Küchen, Dampftöpfe, Fleiſchmaſchine,
1 Serviettenpreſſe, Petroleum=Ampeln, 3 Spiritusheizöfen, 2
Dezimal=
wagen, Ofenſchirme, ſowie eine Partie Haus= und Küchengeräte.
Darmſtadt, den 21. November 1910.
Johannes Krummeck, Anktionator und Taxator.
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Mittwoch, den 21. Dezember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zur Konkursmaſſe des Bierbrauerei=
beſitzers Georg Diehl dahier gehörige Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
II 550 901 Hofreite Große Bach=
gaſſe Nr. 16,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K104/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
ntgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 5. November 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (D21749,9 Bekanntmachung.
Mittwoch, den 7. Dezember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Stukkateur Georg Gerlach
Eheleuten dahier zugeſchriebenen Immo=
bilien:
qm
Flur Nr.
V 59911/1000 339 Hofreite Viktoria=
ſtraße 50,
V 59215/1000 252 Hofreite Viktoria=
ſtraße 52,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert=
(K114/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 12. November 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (D22210,10 Bekanntmachung.
Mittwoch, den 21. Dezember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Hofchorſänger Friedrich Ed=
mund Göllnitz dahier zugeſchriebene Liegen=
ſchaft:
Flur Nr. qm
IV 594¾/100 295 Bauplatz Liebfrauen=
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K109/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
ingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 8. November 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(D21751,9 trifftaufdem Markte
Heute Mittwoch einetrische Sendung
Schellfiſche zu
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Nummer 275.
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Markt 5
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Wiſſenſchaftliche Vorträge über religtöſe Fragen
gehalten von Profeſſoren der Univerſität Gießen.
Fünfter Vortrag
(chn
Donnerstag, 24. November, abends 8 Uhr,
im Kaisersaal.
Professor D. Schian:
Geſchichte n. Gegenwart im Kampfumunſerkirchliches Leben.
Karten in der Hofbuchhandlung Waitz, im Verkehrsbüro und abends an der
Kaſſe zu 30 Pfg. und, für reſervierten Platz, zu 1 Mark.
(22613
Mittwoch den 23. Nov. cr., um 11 Uhr vorm.,
ündet im Fürstensaal (Grafenstrasse) eine
Gedächtnisfeier zu Ehren des verstorbenen
L. Tolsto
statt. Gäste willkommen.
Russische Akadem.
Tolstoj-Lesehalle.
*28668)
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Montag, den 28. November 1910, abends 8 Uhr
I.Winterkonzert im Saalbau
Mitwirkende: Frau Sophie Schmidt-Illing (Konzert-
Sängerin), Herr Hotkonzertmeister E. Schmidt von hier.
Für Nichtmitglieder sind reservierte Plätze für Mk. 3.—, für
Mit-
glieder ebensolche, unter Vorlegung ihrer Jahreskarten und gegen eine
Auf-
zahlung von 50 Pfg. für jede Karte in der Hofbuch- und Kunsthandlung von
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Müller & Rühle, Elisabethenstrasse 5, zu haben.
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empfehle ich mich in
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vor und nach der Vorstellung warme Speisen.
P. Bessinger.
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empfiehlt guten Mittagstisch in verschiedenen
Preislagen, sowie reichhaltige Speisenkarte.
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Mittuoch
Donnerstag und
Samstag
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Donnerstag findet ein kleines Schachtournier ſtatt mit zahlreichen
ſchmackhaften Preiſen. Auch ſehr wenig geübten Spielern iſt Gelegenheit geboten, einen
der hübſchen Preiſe zu gewinnen. Zu recht zahlreichem Beſuche ladet höflich ein
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Samstag Kapelle des Leibgarde=Inf.=Regts.
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Eintritt 25 Pfg.
10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an
der Kaſſe.
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Freunde herzlich um Gaben an Geld und Kleidungsſtücken, wie ſie für Kinder von
2 bis 6 Jahren paſſen.
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Frl. v. Gandenberger, Wienersſtraße 63, Frau Major v. Kietzell, Ohlyſtraße 38, Frl.
v. Knorr, Wilhelminenplatz 14, Frau Landgerichtsdirektor Meiſel, Mathildenſtraße 25,
Freifrau Schäffer v. Bernſtein, Schießhausſtraße 67 und Frl. Kratz, Mauerſtraße 5
Mittwoch, 23. Nov., wegen
anderweit. Vergebung
keine Vorstellung.
Donnerstag, 24. November
Gr. Vorstellung s
Sensationeller Erfolg
des großen Novitäten-Programms
Insgesamt
1a
20 Phmante Meints
I. Ranges d. internat. Schaubühne
Kue- Vom Guten das Restet s
Fratag, 25. Forember
(Großherzogs Geburtstag) wegen
anderw. Vergebung
keine Vorstellung!
Samstag, 26. November
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Mittwoch, den 23. November 1910.
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Abonnement B 15.
Zum erſten Male wiederholt:
Amphitryon.
Ein Luſtſpiel in 3 Akten nach Moliére von
Heinrich von Kleiſt.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Jupiter, in der Geſtalt des
Amphitryon
. Hr. Heinz.
Merkur, in der Geſtalt des
Soſias
. Hr. Jürgas
Amphitryon, Feldherr der
Thebaner
Hr. Baumeiſter
Soſias, ſein Diener
Hr. Jordan
Alkmene, Gemahlin des
Amphitryon
Frl. Oſter
Charis, Gemahlin d. Soſias Fr. Rudolph
Hr. Semler
Erſter
Zweiter 1 Feldherr
Hr. Knispel
Erſter
Hr. Riechmann
Zweiter Oberſter
Hr. Schwarze
Einer aus dem Volk.
. Hr. Klotz
Nach dem 1. und 2. Akte findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Krank: Frl. Howard.
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Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2. Rang
(1.—6. Reihe) 2.— Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 3.50 Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.— Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk.,
1. Galerie 1.— Mk., 2. Galerie 50 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. — Ende gegen 9½ Uhr.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr für die Vorſtellungen:
Donnerstag, 24. Nov. 63. Ab.=Vorſtell.
C 16. Neu einſtudiert: „Der
Regi=
ſtrator auf Reiſen.” Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 25. Nov. 64. Ab.=Vorſt. D 17
Feſtvorſtellung. Zur Feier des
Aller=
höchſten Geburtsfeſtes Sr. Königl. Hoheit
des Großherzogs. Zum erſten Male: „
Su=
ſannens Geheimnis” Intermezzo
in 1 Akt von Wolf=Ferrari. — Hierauf:
„Brüderlein fein”. Große Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Sonntaa, 27. Nov. 65. Ab.=Vorſt. C17.
„Die Zauberflöte.” Große Preiſe.
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Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt an allen
Wochentagen vormittags von 10 bis 12½
Uhr, geöffnet.
Programm
zu dem am Mittwoch, den 23. November
von 12—1 Uhr mittags vor dem Neuen
Palais ſtattfindenden Konzert der
Ka=
pelle des Garde=Dragoner=Regts. Nr. 23.
1. „Fürs Vaterland”, Marſch von Millöcker.
2. Ouvertüre zur Op. „Die Zigeunerin” von
Balfe. 3. Fantaſie aus „Der fliegende
Holländer” von Wagner. 4. Intermezzo
aus dem Drama „Der Bajazzo” von
Leoncavallo. 5. Potpourri aus der Operette
Der Vogelhändler” von Zeller. 6. „Lebende
Lieder”, Walzer van Morens.
Seite 14,
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23, November 1910.
Nummer 275.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Nummer 275₰
Das Billett war zuerſt perſönlich, vermittelte den
gei=
ſtigen, gemütreichen Kontakt von Perſon zu Perſon,
es als Geſchäftsſache für Beſtellungen uſw. zu benutzen,
kam erſt ſpäter anf. Der Fernſprecher wurde zunächſt
für geſchäftliche Zwecke in dieſer Ausdehnung dem
Pu=
blikum nutzbar gemacht — für perſönliche Plandereien
wurde er erſt ſpäter in Anſpruch genommen.
Wie geſagt: es iſt nun einmal ſo — der
Fernſpre=
cher hat uns das Billett genommen, überflüſſig gemacht
— aber — es iſt ſchade darum, ſehr ſchade! Und nun
erſt der lange Brief! Wer ſchreibt denn noch Briefe!
Man hat kaum Zeit, ſie zu leſen. Man lächelt über
die Zeit, da man Gedanken brieflich austauſchte, in
Gefühlen ſchwelgte, ſein Leben und Treiben den fernen
Lieben ſchilderte, um ſie teilnehmen zu laſſen an dem,
das man erlebte. An Stelle des Briefes ſchreibt man
einen Gruß auf eine Anſichtspoſtkarte, aber dieſer kurze
Gruß iſt weit davon entfernt, einen Erſatz für das
Billett zu bieten. Wir müſſen uns alſo an das Leben
ohne Billett gewöhnen und wir haben es ſchon getan.
Ebenſo, wie der Inhalt meiſt, hat ſich das Aeußere
des Briefes verändert. Wir lächeln über den kunſtvoll
gefalteten Brief der Urgroßeltern und Großeltern, der
uns auf drei Seiten eng beſchrieben war. Die vierte,
darauf die Adreſſe kam, mußte leer bleiben. Damit
das Briefgeheimnis, das ſchon, ſeit der Brief überhaupt
da iſt, ſtreng beachtet wird, gewahrt wurde, ſiegelte man
jeden Brief. Auch als der Engländer Brewer im Jahre
1820 die Kuverts erfunden hatte, in die man nunmehr
den vollſtändig beſchriebenen Bogen ſteckte, war das
Siegel notwendig, weil der Rand des Kuverts noch
nicht mit Gummi verſehen war. Es gehörte zum Brief
und man würde es für einen Verſtoß gegen die feine
Sitte, gegen alles Herkommen gehalten haben, wenn
der Brief ohne Siegel geweſen wäre, auch in der erſten
Zeit des Fortſchritts, der die Kuverts mit gummierten
Rändern brachte. Der Gebrauch des Siegels, das
zu=
erſt aus Wachs gebildet an den rund
zuſammengeroll=
ten Briefen hing, iſt uralt.
Zu jedem Brief, der damals auch als Urkunde galt,
gehörte das Siegel, um eben Urkunde und Brief
voll=
ſtändig und gültig zu machen. Selbſt in dem
Sprach=
gebrauch ſpäterer Zeit deckt ſich das Wort Brief mit
Urkunde: man ſpricht von Adelsbriefen, Kaufbriefen,
Lehrbriefen, Meiſterbriefen. Die Prieſter im alten
Aegypten benutzten zum Siegeln eine Art Siegelerde.
Von den byzantiſchen Kaiſern ſagt man, daß ſie
gol=
dene Siegel hatten, die Großmeiſter des deutſchen
Or=
dens im Mittelalter ſollen ſich bleierner Siegel bedient
haben. Im allgemeinen aber ſiegelte man im
Abend=
lande mit Wachs und zwar mit gefärbtem Wachs. Um
die zum Teil ſehr ſchön geformten Siegel gut zu
er=
halten, wurden ſie vielfach in Blechkapſeln verwahrt.
Kaiſer Friedrich I. und Rudolf I. hatten rotes Wachs
für ihre Siegel, eine Farbe, deren ſich niemand ſonſt
bedienen durfte, Fürſten und Standesgenoſſen hatten
weißes, Privatperſonen gelbes und Klöſter und Städte
grünes Wachs. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts
wurde der Siegellack, wie es heißt, in Spanien, wo er
durch Reiſende aus China bekannt geworden, erfunden.
Man nannte den Lack auch noch geraume Zeit „
ſpani=
ſches Wachs”.
Die älteſte mit Siegellack geſiegelte Urkunde ſoll
aus dem Jahre 1552 ſtammen, nach anderer Lesart
be=
fand ſich das erſte Lackſiegel auf einem Brief, der am
15. Auguſt 1554 aus London an den Rheingrafen Ph.
Fr. Daun geſchickt wurde.
Siegelringe mit irgend welchen beſonderen Zeichen
hat es ſchon immer gegeben. Während der römiſchen
Weltherrſchaft war das beliebteſte Symbol Merkur mit
dem Stab und Hundekopf, auch mit dem eigenen Bilde,
das in Stein geſchnitten war, wurde geſiegelt. Schon
ſehr früh finden ſich die Anfangsbuchſtaben des
Na=
mens, einzelne Worte und Deviſen. Mit der Kunſt des
Steinſchneidens und der Wiſſenſchaft der Heraldik
ent=
ſtanden die Wappenſiegel. Der deutſche Adel bediente
ſich ihrer allgemein, Wappenringe erbten als hoch und
wert gehaltene Stücke von Ahn zum Enkel. Leute ohne
Wappen ließen die Anfangsbuchſtaben ihrer Namen in
Siegelſteine ſchneiden, mancher Stand hatte auch ein
beſonderes Zeichen auf dem Petſchaft.
Aerzte und Apotheker ſiegelten ihre Briefe gern
mit dem Aeskulapſtab, um den ſich eine Schlange
win=
det, und die Sitte, mit kleinen Sprüchen die Siegel zu
verſehen, war noch in den ſechziger Jahren des
neun=
zehnten Jahrhunderts allgemein üblich. Man fand
da=
mals auf beſonders reich ausgeſtatteten Schreibtiſchen
der Damen kleine Metallringe, die mehrere
einge=
ſchraubte kleine Metall=Petſchafte zeigten. Auf jedem
ſtand ein anderer Spruch, oft in fremder Sprache.
Ich entſinne mich dieſer Petſchafte auf dem
Schreib=
tiſch meiner Großmutter. Auf einem ſtand „Toujours
à vous”, auf dem anderen „Forget me not”, auf dem
dritten „zur Erinnerung”, auf dem vierten und
fünf=
ten waren eine Roſe und Herz, Anker und Kreuz
ein=
geſchnitten. Seit ungefähr dreißig Jahren war das
Siegel ſehr abgekommen, der Verbrauch an Siegellack
ſehr gering geworden. Käſtchen mit „buntem Lack”, von
dem eine Stange mindeſtens „Goldlack” ſein mußte,
waren früher ein beliebtes Geſchenk für Damen.
Nun=
mehr traten ſie in den Hintergrund. Erſt ſeit kurzer
Zeit macht ſich, wahrſcheinlich durch Damen, die die alte
Gewohnheit des Briefſiegelns mit einem Male wieder
hübſch und paſſend fanden, angeregt, wieder eine
ver=
mehrte Steigerung ſichtbar, die Briefe zu ſiegeln. Nicht
mit einfach rotem, ſondern mit buntem Lack in zarteſten
Farben. Und zwar wählen ſich die Damen „ihre
Far=
ben”, von denen ſie nicht abgehen. Zartgrau, zartblau,
zartlila, mattſilber und hellroſa ſind ſehr beliebte
Sie=
gelfarben. Die Petſchaft= oder Siegel=Abdrücke ſind
meiſt einfach, meiſt Wappen oder Monogramme. Die
Deviſe, der Spruch iſt noch nicht wieder aufgelebt.
Viel=
leicht aber ſchlummert auch dieſe „Neuerung” nur noch
kurze Zeit, und erwacht bei der leiſeſten Berührung.
Steinſchneide=, Gravier= und Glasſchleifkunſt
wür=
den dadurch aufs neue zu reicherer Betätigung
ge=
drängt werden. Die Kleinkunſt würde wieder mehr
aufblühen. Dem Briefe oder vielmehr der äußeren
Geſtalt des Briefes würde dadurch mehr Bedeutſamkeit
gegeben werden, eine Vollſtändigkeit, die dem
unge=
ſiegelten Brief fehlt. Die Siegel=Oblate iſt ſtets nur
ein ſchwacher „Notbehelf” geweſen.
Billett, Brief und Siegel.
Von Käthe Damm.
(Nachdruck verboten.)
B. Wie wichtig Brief und Siegel früher waren,
ſagt uns die heut’ noch vielfach übliche Redensart: „Ich
geb’ dir Brief und Siegel drauf”, mit anderen Worten,
du kannſt dich ſicher auf das, was ich ſage oder tue,
ver=
laſſen.
Das „Billett” früher noch vor einem
Menſchen=
alter ein Prüfſtein für die vollendete Bildung oder für
eine beſondere Grazie im ſchriftlichen Ausdruck, iſt
an=
ſcheinend ſchon längſt zu allen jenen Dingen geworfen
worden, die man als „glücklich überwunden” preiſt.
Ein Billett! Vielleicht gibt es Menſchen, die gar
nicht wiſſen, was man ehemals unter dem Billett
ver=
ſtand. Man mußte ihm ſchon den fremden Namen
laſſen, da die Verdeutſchung etwa als „Briefchen” doch
nicht ganz den Kernpunkt der Sache traf und konnte
ihm ihn um ſo eher laſſen, als das Billett wirklich eine
Erfindung aus Frankreich war. Madame de Sable,
eine ſehr geiſtreiche, liebenswürdige und feingebildete
Frau, deren Bücher damals vielfach Aufſehen erregten,
erfand es im Jahre 1678 und für kurze Mitteilungen,
für Einladungen, Zuſagen, für Abſchiednehmen oder
Anmeldung hat es ſeine Wichtigkeit behalten, bis die
proſaiſche Poſtkarte kam und bis wir uns des
Tele=
phons erfreuten! Lächerlich! Wer ſchreibt noch
Bil=
letts, wenn man den Fernſprecher hat? Verabredungen
zum Treffen, Einladungen, Abſagen, Anfragen, ſelbſt
die Aufklärung von Mißverſtändniſſen vermittelt heut'
— der Fernſprecher.
Es iſt ſo viel bequemer und netter für die
ſchnell=
lebige heutige Zeit. Man hat ja gar keine Zeit, jetzt
noch Billette zu ſchreiben, Briefe nun erſt gar nicht
heut” iſt Schnelligkeit die Hauptſache. Es gibt gewiß
zahlreiche Menſchen, die dem verſchwundenen Billette
gar keinen Gedanken mehr ſchenken und doch — iſt das
Verſchwinden eigentlich zu bedauern. Denn dadurth,
daß man — auch in hochgebildeten Kreiſen gar nicht
mehr auf den Gedanken kommt, Billetts zu ſchreiben,
iſt eine der graziöſeſten Künſte des ſchriftlichen
Aus=
drucks verloren gegangen. Schade darum! Wenn wir
einmal Gelegenheit haben, eine kurze ſchriftliche
Mit=
teilung älterer Leute zu erhalten, die keinen
Fernſpre=
cher haben und denen es weit unbequemer iſt,
irgend=
wo in der Poſt oder im Geſchäft ſchnell einmal zu „
tele=
phonieren” ſondern die an der alten Art der kurzen
ſchriftlichen Mitteilungen feſthalten, können wir oft
ſehen, in welcher graziöſen, reizenden Art dieſe
Bil=
letts abgefaßt ſind. Und ich meine, vieleicht entgegen
der allgemeinen Meinung, daß der Empfänger weit
mehr Freude an dem Billett hat, als an der eiligen
Fernſprecher=Unterhaltung. Es kommt mir vor, als ſei
das Billett perſönlicher, direkter, jedenfalls äſthetiſcher.
Wenn auch dem eigenartigen Geſetz der Billetts
ent=
ſprechend die Mitteilung kurz iſt, ſie hat nicht das
Ge=
ſchäftsmäßige, Eilige des Fernſprechers.
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Nummer 275.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwochſeden 23. November 1910.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 23. November 1910.
Nummer 275.
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Ueber die Diamantenfunde in Südweſtafrika und
die Erwerbung unſerer Kolonien Südweſtafrika,
Kamerun und Togo erzählt der Herausgeber Prof.
Dr. J. W. Otto Richter (Otto v. Golmen), Godesberg,
in Band 23 der bei Stephan Geibel Verlag, Altenburg
S.=A., unter dem Geſamttitel Deutſche Seebücherei
erſcheinenden Sammlung, während er u. a. die
Beobach=
tung des Venusdurchganges in dem die
wiſſenſchaft=
liche Expedition der deutſchen Korvette
Gazelle betitelten Band 24 der Sammlung in überaus
feſſelnder Weiſe ſchildert. Auch in ihrer gediegenen
inne=
ren und eleganten äußeren Ausſtattung ſchließen ſich dieſe
neuen Bändchen der längſt bekannten und ſtark begehrten
Sammlung den in früheren Jahren erſchienenen
Bänd=
chen würdig an.
Wirklich künſtleriſchen Wert hat ein Kinderbuch,
das ſoeben unter dem vielſagenden Titel „Huckepack”
mit Bildern von Rich. Flockenhaus u. Verſen von Frieda
Schütte bei der Firma Stephan Geibel Verlag,
Alten=
burg S.=A., erſchienen iſt. Dieſes reizende Bilderbuch
umfaßt 40 Seiten Quart in Vierfarbendruck und 2
Voll=
bilder in Duplex=Autotypie und koſtet trotz ſeiner inneren
und äußeren gediegenen Ausſtattung kart. nur 3 Mark,
in Ganzleinen geb. nur 4 Mark. Zwei kongeniale
Künſt=
ler haben ſich verbunden, um in dieſem prächtigen
Kinder=
buche der deutſchen Kinderwelt von 4—10 Jahren in Wort
und Bild wirklich Wertvolles für frohe Erholungsſtunden
zu bieten.
— Im Verlag von Stephan Geibel, Altenburg S.=A.,
erſchien eine Sammlung unter dem Titel: „Helden,
Eine Sammlung geſchichtlicher
Erzählun=
gen”, herausgegeben von dem bekannten
Jugendſchrift=
ſteller Walter Heichen auf den Büchermarkt. In den
bis jetzt erſchienenen 5 Heften ſind enthalten die
Erzäh=
lungen: „Das Blutbad von Teutoburg” in Heft 1, „Die
Blume der Katakomben” in Heft 2, „Ellak, der
Steppen=
wolf” in Heft 3, „Kniva, der König der Sterbenden” in
Heft 4, und „Um Freiheit und Glauben” in Heft 5.
Je=
des dieſer Hefte hat den Preis von nur 25 Pfg., trotzdem
es 32 zweiſpaltige Seiten Quart umfaßt und in
Kunſt=
druckpapier mit farbigem Titelbild geheftet und
beſchnit=
ten iſt.
Das deutſche Studententum von den
älteſten Zeiten bis zur Gegenwart. Von Dr.
Friedrich Schulze und Dr. Paul Sſymank. Gr.=8.
34. 487 S. Preis 7.50 Mark, geb. 9 Mark. Das
vorlie=
gende Buch, deſſen Widmung die Univerſität Berlin aus
Anlaß ihres 100jährigen Jubiläums angenommen hat,
dürfte des Intereſſes aller, die mit dem Univerſitätsleben
in näherer oder fernerer Verbindung ſtehen, ſicher ſein.
Jeder, der einmal die Bänke der Hörſäle gedrückt hat und
teilgenommen an dem fröhlichen Leben der ſtudentiſchen
Jugend deſſen Auge offen war für ſeine vielgeſtaltige
Buntheit und ſein eigentümliches Weſen, und jeder, der
noch mitten drin ſteht in den Strömungen und Kämpfen,
in den Freuden und Leiden des heutigen Studententums,
wird ſich gerne einmal fragen, wie denn das alles
gewor=
den iſt, was ihm heute in ſo verwirrender Fülle
entgegen=
tritt. Das Buch wird zu beſſerem Verſtändnis und
gegen=
ſeitiger Duldung und damit zu weiterer Entwickelung
des Lebenskräftigen und Guten in der akademiſch
gebil=
deten Welt beitragen.
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Beöffnet an Wochentagen von 9—12 Uhr vorm. und
8—5 Uhr nachm. Samstags nachmittags nur für
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Seibert, Neue Ireneſtraße 16, eine T. Luiſe Anna
Eliſabeth. Am 14.: dem Heizer Franz Grün.
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nusſtraße 44, eine T. Franziska. Am 13.: dem
Schnei=
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eine T. Anni Eliſabeth. Dem Schaffner bei der
Staats=
bahn Stephau Schimpf, Blumenthalſtraße 52, ein S.
Anton. Am 15.: dem Schriftſetzer Georg Kilian,
Er=
bacher Straße 53, ein S. Paul Wilhelm. Am 18.: dem
Straßenreiniger Sigmund Utz, Kirchſtraße 8, ein S.
Eberhard. Am 20.: dem Taglöhner Johannes Zaun,
Dieburger Straße 4, eine T. Katharina Eliſabeth. Am
18.: dem Schreiner Ludwig Traſch, Gräfenhäuſer
Weg 37¼0 eine T. Emilie. Am 17.: dem Hausdiener
Phil. Dietrich, Gr. Bachgaſſe 4, ein S. Friedrich
Heinrich. Am 21.: dem Kaufmann Johannes Meß,
Bachgangweg 15, ein S. Heinrich Friedrich. Am 20.:
dem Schloſſer Heinr. Frickel, Wendelſtadtſtraße 34½,
eine T. Marie Eliſabeth Elfriede.
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Bohland in Schlierbach mit Maria Eliſab. Wenzel
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in Kelſterbach mit Chriſtina Miedreich in Kelſterbach.
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Poſtbote Georg Heinrich Lücker, Karlſtraße 11, mit
Köchin Anna Katharina Maul, Ballonplatz 3. Am
19.: Former Joſ. Friedrich Ludw. Maßong in
Fran=
kenthal mit Friſeurin Eva Karoline Loſer,
ebenda=
ſelbſt. Eiſenbahnſchloſſer Karl Scheurer hier mit
Veronika Braun in Oberlahnſtein. Bierbrauer
Rupert Bornſchlege in Straubing mit Köchin Maria
Sigl, ebendaſelbſt. Am 21.: Fabrikarbeiter Jakob
Heiland, Obergaſſe 30, mit Papierarbeiterin
Mag=
delena Hönig, ebendaſelbſt. Büfettier Guſt.
Metz=
ger, Riedeſelſtr. 70, mit Büfettfräulein Anna Merz,
Gutenbergſtraße 34.
Eheſchließungen. Am 17. Nov.: Kaufmann Oskar
Flues in Rio de Janeiro mit Selma Kepper, hier.
Kaufmann Albert Fuchs mit Schneiderin
Wilhel=
mine Jacobi, beide hier. Oberpfleger Wilh. Luft
in Haina mit Pflegerin Marie Leitner in Alzey.
Am 19.: Zuſchläger Peter Moritz mit Wilhelmine
Jordann, beide in Koſtheim. Großh.
Regierungs=
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Kredel in Michelſtadt i. Od. Bankbeamter Emil
Hummel in Frankfurt a. M. mit Gertrud Orth in
Aſchaffenburg. Schreiner Heinr. Götz hier mit
Margareta Breitwieſer in Kleeſtadt. Schloſſer
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länder, beide hier. Eiſenbahnarbeiter Joh. Fetſch II.
mit Anna Schuſter, beide in Unter=Hambach. Am
21.: Fabrikbetriebsleiter und Diplom=Ingenieur Ed.
Stübiger in Harburg mit Wilhelmine Jäger, hier.
Milchwirtſchafter Joſeph Fritſche mit Handſtickerin
Johanna Neff, beide hier.
Geſtorbene. Am 17. Nov.: Rechnungsrat i. P.
Gottlieb Schmierer, 70 J., ev., Wendelſtadtſtr. 29.
Am 18.: Adolf Sprengel, 29 T., ev., S. des
Kauf=
manns, Soderſtraße 7. Dachdecker Valentin
Win=
ter, 72 J., ev., Stiftsſtraße 46. Kathar. Haſſe geb.
Reiß, Witwe des Hoftheaterſouffleurs, 75 J., ev.,
Lich=
tenbergſtraße 21. Am 19.: Modiſtin Kathar. Amendt,
74 J., ev., Kiesſtraße 32. Am 20.: Büglerin Margar.
Klöß, 76 J., ev., Steinſtraße 20. Am 19.:
Schuh=
macher Joſ. Bayer, 65 J., kath., Große Bachgaſſe 19.
Am 20.: Wilhelm Grieſer, 1 J., ev., S. des
Fabrik=
arbeiters, Arheilger Straße 53. Taglöhner Johannes
Katzenmaier, 19 J., ev., von Wixhauſen. Taglöhner
Heinrich Römer, 61 J., ev., von Crumſtadt.
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terin Auguſte Thomas, 19 J., ev., Ludwigshöhſtr. 66.
Am 21.: Henriette Freitag geb. Degen, 57 J., ev.,
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27710 33060 40685 47299 94025 100801 127675 127813
127984 129659 130309 137827 144325 148135 148733
151103 157461 167733 182686 194171 201211 20216a
206080 20776 211527 20365 231700 232a0 290525
2a2324 245326 246359 265736 281373 266096 293470
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26774 28779 36872 36431 43919 48906 64740 72a4s
63565 84331 85508 89194 90744 99580 109163 110947
126629 131764 132066 134575 135779 140522 148597
149989 153759 153904 155387 159022 161544 167466
167818 168057 179935 193103 195938 207921 215818
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279725 279765 283036 266531 288433 268617 297015
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