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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47.
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die =Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 2oß.
Freitag, den 11. November.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Für wen gilt die kommende Privatbeamten=
Verſtcherung?
* Daß die kommende Vorlage auf dem Grundſatz
der Verſicherungspflicht für alle männlichen und
weiblichen Privatangeſtellten beruhen wird,
darf als ſicher angenommen werden. Dieſe
Verſicherungs=
pflicht wird ſich daher erſtrecken auf alle
Handlungsgehil=
fen und Lehrlinge einſchließlich der in den Apotheken
beſchäftigten, auf Betriebsbeamte, Werkmeiſter und
Tech=
niker einſchließlich der Betriebsleiter und der in leitender
Stellung ſtehenden Angeſtellten, ferner auf alle Lehrer,
Lehrerinnen, Erzieher, Erzieherinnen, ſoweit ſie nicht an
öffentlichen Schulen beſchäftigt ſind, ferner auf die
Be=
amten der Landwirtſchaft und auf alle ſonſtigen
Ange=
ſtellten, deren dienſtliche Beſchäftigung ihren Hauptberuf
bildet, und ſchließlich auf die gegen Lohn oder Gehalt
beſchäftigten Perſonen der Schiffsbeſatzung deutſcher
See=
fahrzeuge und von Fahrzeugen der Binnenſchiffahrt.
Die Verſicherungspflicht wird nicht an
einen Mindeſtbetrag des Einkommens
ge=
bunden werden. Denn wollte man den Eintritt in die
Verſicherung von einem beſtimmten Mindeſteinkommen
abhängig machen, ſo würde die Verſicherungsdauer und
damit auch der Rentenanſpruch eine Verkürzung
erfah=
ren. Auch aus verſicherungstechniſchen Gründen muß von
einer Befreiung der gering beſoldeten Angeſtellten
abge=
ſehen werden, weil die in jüngeren Jahren entrichteten
Beiträge von ungleich höherem Wert ſind, als die in
höheren Jahren enrichteten; ſie tragen zur Herabſetzung
des Durchſchnittsbeitrages weſentlich bei. Auch an eine
obere Gehaltsgrenze wird die
Verſicherungs=
pflicht nicht gebunden werden. Aber mit Rückſicht
auf die finanzielle Sicherheit wird es nötig ſein, daß der
Gehaltsſatz, nach dem die Beiträge und Leiſtungen
be=
meſſen werden, einen beſtimmten Höchſtſatz nicht
über=
ſchreitet. Eine Härte für die Verſicherten kann, ſo meint
man in amtlichen, mit der Sache befaßten Kreiſen, hierin
nicht gefunden werden, denn die Privatangeſtellten mit
hohen Gehaltsbezügen ſeien in der Lage, ſich die eigene
Verſorgung und die ihrer Angehörigen über den
geſetz=
lichen Rahmen hinaus aus eigenen Mitteln zu ſichern. —
Es werde aber nötig ſein, den Kreis der zum Eintritt
in die Privatangeſtellten=Verſicherung
ver=
pflichteten Perſonen in Bezug auf die höheren
Al=
ttersgrenzen einzu ſchränken. Es ſei dabei zu
prüfen, ob die in die Pflichtverſicherung eintretenden
älte=
ren Perſonen mit Rückſicht auf die notwendige
Karrenz=
zeit tatſächlich noch einen Anſpruch erwerben können, der
mit ihrer Beitragsleiſtung auch im Einklang ſteht. Werde
neben den Hinterbliebenenbezügen die Penſion vom
Ein=
tritte der Erwerbsunfähigkeit an nach zehnjähriger
Warte=
zeit gewährt, ohne daß es nach vollendetem 65. Lebensjahr
noch des Nachweiſes der Invalidität bedarf, ſo reiche
die Prämie für die im Alter von 59 Jahren in die
Ver=
ſicherung eintretenden Angeſtellten aus. Es werde ſich
daher empfehlen, diejenigen Privatangeſtellten, die beim
Inkrafttreten des kommenden Geſetzes das 60.
Lebens=
jahr bereits vollendet haben, von der
Verſicherungs=
pflicht zu befreien.
Verkürzung der Fahrzeit.
B. C. Mit der von Jahr zu Jahr fortſchreitenden
Entwickelung des wirtſchaftlichen Lebens hat auch der
Perſonenverkehr auf den Eiſenbahnen ſtetig zugenommen
und eine regelmäßige Vermehrung der Perſonenzüge zur
Folge gehabt. Hierbei iſt die Staatseiſenbahnverwaltung
planmäßig vorgegangen. Zunächſt wurden auf den
gro=
ßen Verkehrslinien zahlreiche Schnell= und
Eil=
züge eingelegt, die neben dem Durchgangsverkehr auf
weite Entfernungen auch dem Verkehr der
Zwiſchenſtatio=
nen zu dienen haben. Sodann wurden die Verbindungen
auf den Nebenbahnen, beſonders im Oſten, vermehrt und
beſchleunigt. Schließlich wurde für den Nahverkehr durch
Einlegung von leichten Zügen und von
Triebwagenfahr=
ten in großem Umfange Vorſorge getroffen. Auf dieſe
Weiſe iſt für den Perſonenverkehr eine feſte Grundlage
ge=
ſchaffen worden, die bisher den Anſprüchen im
weſent=
lichen genügte. In der letzten Zeit hat ſich nun im
Zu=
fammenhang mit den immer lebhafter gewordenen
ge=
ſchäftlichen Beziehungen zwiſchen großen Ver=
kehrsplätzen das Bedürfnis herausgeſtellt, Züge mit
großer Reiſegeſchwindigkeit zu ſchaffen, die ausſchließlich
dem Verkehr großer Städte untereinander dienen ſollen.
In England, Frankreich, Amerika gibt es bekanntlich ſchon
jetzt derartige Schnellzüge. Die Erfahrung hat gezeigt,
daß auch bei uns eine große, ſich ſtändig ſteigernde Zahl
von Reiſenden die durchgehenden Züge von ihrem
Aus=
gangspunkt bis zum Endpunkt benutzt. Es beſteht, einer
offiziöſen Mitteilung zufolge, die Abſicht, bei der weiteren
Ausgeſtaltung des Fahrplans auf Einlegung
einzel=
ner ſchnellfahrender Züge Bedacht zu nehmen,
die im allgemeinen nur der Verbindung großer
Verkehrspunkte dienen, möglichſt weite Strecken
ohne Aufenthalt durchfahren und die deshalb eine nicht
unbeträchtlich kürzere Reiſezeit haben werden, als
bisher üblich. Für den großen Verkehr Berlin-Köln iſt
ſchon mit ſolchen Zugverbindungen ein Anfang gemacht.
Zunächſt kommen Berlin-Breslau und Berlin-Hamburg
in Frage; weiterhin wird man unter anderem an Berlin-
Frankfurt a. M., Hamburg (Bremen)-Frankfurt a. M.
und demnächſt auch wohl an Berlin-Danzig-
Königs=
berg denken können.
Die Erfahrungen laſſen erwarten, daß ſolche Züge
nur durch den Verkehr zwiſchen den Hauptplätzen eine ſ
ausreichende Beſetzung erhalten, daß zum Zweck der
Wagenausnutzung ein häufigeres Anhalten nicht
erforder=
lich iſt. Ihr Zweck wäre aber auch verfehlt, wenn ſie an
mittleren Zwiſchenſtationen halten würden, denn dann
ließe ſich die notwendige Reiſegeſchwindigkeit nicht
er=
reichen. Eine Beeinträchtigung der Unterwegsſtationen
kann hierin nicht gefunden werden. Dieſe behalten
ſelbſt=
verſtändlich ihre bisherigen Zugverbindungen Eine
we=
ſentliche Verbeſſerung des großen durchgegenden
Reiſe=
verkehrs ſoll keineswegs die weitere ſorgſame Pflege und
Fortentwickelung auch des mehr lokalin Verkehrs
aus=
ſchließen.
Der demokratiſche Sieg in den Vereinigten
Staaten.
* Die Demokraten waren bei den Wahlen zum
Kon=
greß noch in einer Reihe weiterer Staaten ſiegreich, ſie
haben nach den letzten Meldungen eine Mehrheit von
etwa 50 Stimmen im
Repräſentanten=
hauſe. Die Demokraten gewannen außerdem acht Sitze
für den Senat, ſo daß die republikaniſche Mehrheit des
Senats herabgemindert wird. Der demokratiſche
Gouver=
neur wurde gewählt in den ausſchlaggebenden Staaten
New=York, Ohio, den republikaniſchen Hochburgen New=
Yerſey, Connecticut und Maſſachuſetts. Die
Republi=
kaner verloren auch in anderen Staaten viel Stimmen,
außerdem unterlag der Rooſevelt=Kandidat für den
Gou=
verneurspoſten in New=York dem Demokraten.
Bei ihrem Sieg iſt den Demokraten zuſtatten
gekom=
men: die allgemeine mißliche Lage der breiteſten
Bevöl=
kerungsſchichten infolge der unerſchwinglich hohen Koſten
der Lebensführung, die in der Hauptſache der
republika=
niſchen Tarifpolitik zugeſchrieben wird, und dann die
weitgehende Spaltung im republikaniſchen Lager ſelber,
von New=York bis hinüber an den Stillen Ozean. Im
Staate New=York war die Lage am intereſſanteſten, weil
ſich hier der ganze Wahlkampf weniger um die zur Wahl
ſtehenden Leute als um Theodor Rooſevelt drehte und
mit ihm um die nächſte Präſidentenſchaft. Die meiſten
der parteigetreuen Republikaner werden geneigt ſein, die
Niederlage dem Eingreifen des früheren Präſidenten
zu=
zuſchreiben, denn ſeine überaus ſchwankende Haltung in
der Tariffrage hat ebenſoviele kopfſcheu gemacht, wie ſich
viele abgeſtoßen fühlten von der Kampfesart, die der
Würde eines ehemaligen Präſidenten der Vereinigten
Staaten allzuviel vergab und ihm ſchwere Schlappen
ein=
trug. Die Wahl im Staate New=York war deshalb
weni=
ger gegen die republikaniſche Partei ſelbſt als gegen
Rooſevelt gerichtet und bietet inſofern kein ganz klares
Bild der wirklichen Lage. Aber die Ergebniſſe in den
anderen Staaten laſſen erkennen, daß man tatſächlich der
herrſchenden Partei müde geworden war, und ſelbſt
ein=
ſichtige Republikaner ſind der Anſicht, daß der Partei ein
kräftiges Sturzbad nottat. Der nächſte Kongreß, der am
4. März 1911 zuſammentritt, wird alſo ein demokratiſches
Abgeordnetenhaus aufweiſen, und der Senat wird
eben=
falls fortſchrittlich gefärbt ſein.
Die New=Yorker Blätter äußern ſich über
Rooſe=
velt, den Geſchlagenen. Die New=Yorker
Staats=
zeitung ſchreibt, er habe va banque mit ſeinem Anſehen
und ſeiner politiſchen Zukunft geſpielt und habe das
Spiel verloren. Der Wahlausfall ſei ein verdientes
Miß=
trauenszeugnis und eine angemeſſene Strafe auch für den
Präſidenten Taft für den von ihm und ſeiner Partei am
Volk begangenen Treubruch bei der Tarifreform. — Die
Sun erklärt, Sankt Helena ſei für Rooſevelt deutlich
ſicht=
bar. Das Volk habe ſowohl den Neuen Nationalismus
wie den Rooſeveltismus nachdrücklich zurückgewieſen. Die
erteilte Lektion müſſe bitter und tödlich ſein, aber ſie
ſei wohlverdient. — Die World ſchreibt, Rooſevelt und
der Neunationalismus hätten ihr Waterloo erlebt,
Rooſe=
velt ſei jedenfalls nicht der nächſte Kandidat für die
Prä=
ſidentſchaft. — Die New=Yorker Times ſpricht von einer
politiſchen Revolution und einer exemplariſchen Strafe.
Auch Taft verdiene keine Sympathie. — Nur die
Rooſe=
velt freundliche Tribune ſagt, die Partei ſei geſtraft für
die Tarifreform, für das, was ſie getan und nicht getan
habe, verantwortlich gemacht von denjenigen, denen ſie zu
weit, und von denjenigen, denen ſie nicht weit genug
ge=
gangen ſei.
Deutſches Reich.
* Eine Frühjahrsreiſe des Kaiſers
nach Rußland? Während unſere Mitteilung vom
2. ds. Mts., der Kaiſer werde den Beſuch des Zaren
als=
bald in Heſſen erwidern, am Dienstag von der Nordd.
Allg. Ztg. beſtätigt worden iſt, taucht gleichzeitig die
Nach=
richt auf, daß der Kaiſer zum Beſuch des Zaren im
Früh=
jahr nach Rußland reiſen werde. An unterrichteter Stelle
iſt von dieſer Reiſe nichts bekannt. Es iſt auch nicht
wahrſcheinlich, daß eine derartige Reiſe unternommen
wird, weil auch im nächſten Jahre der Zar und ſeine
Gemahlin Aufenthalt in Deutſchland nehmen und bei
die=
ſer Gelegenheit wiederum mit dem Kaiſer
zuſammen=
treffen dürften.
— Die Monarchenbegegnung in
Pots=
dam. In der ruſſiſchen Roſſija erſcheint folgende
Aus=
laſſung: Die Monarchenbegegnung in Potsdam, begleitet
von Unterredungen des Reichskanzlers Dr. v. Bethmann
Hollweg und des deutſchen Staatsſekretärs des Aeußern
v. Kiderlen=Wächter mit dem Verweſer des ruſſiſchen
Mi=
niſteriums des Aeußern Saſonow, hat ſehr erfreuliche
Reſultate ergeben. Wie ſich klar herausſtellte, beſtehen
in den Anſchauungen der Regierungen beider
Nachbar=
mächte über die Grundfragen der internationalen Politik
keine Meinungsverſchiedenheiten. Was verſchiedene
Fra=
gen von weniger weſentlicher Bedeutung betrifft, ſo
wurde die volle Möglichkeit feſtgeſtellt, die Löſung auf
die=
ſem Boden entſtehender Mißverſtändniſſe durch
aufrich=
tigen offenen Meinungaustauſch zwiſchen den beiden
Re=
gierungen zu erleichtern.
— Die Strafprozeßkommiſſion des
Reichstages führte die Beratung des Abſchnittes
über das Verfahren gegen Jugendliche zu Ende. Der
weſentlichſte unter den hierzu jetzt in zweiter Leſung
ge=
faßten Beſchlüſſen iſt die Wiederaufhebung des in erſter
Leſung beſchloſſenen § 375a, der eine verſchiedene
Behand=
lung der Jugendlichen unter 16 Jahren und der von 16
bis 18 Jahren einführte. Die Statiſtik hat ergeben, daß
die Beſſerungsfähigkeit Jugendlicher zwiſchen 16 und 18
Jahren erheblich größer iſt, als man bisher annahm;
damit rechtfertigt ſich die Aufhebung des Beſchluſſes erſter
Leſung. Ein Zentrumsantrag, der das Prinzip der
be=
dingten Begnadigung mit dem Verfahren gegen
Jugend=
liche verkoppeln wollte, wurde mit großer Mehrheit
ab=
gelehnt. Vor der Entſchließung über die Erhebung einer
Anklage gegen einen Jugendlichen iſt nach dem Beſchluß
erſter Leſung die Vormundſchaftsbehörde zu hören. Die
Regierung hatte hiergegen dringende Einwendungen
er=
hoben. Mit Rückſicht hierauf wurde dieſe Vorſchrift jetzt
in zweiter Leſung beſeitigt, ſoweit es ſich nur um
Ueber=
tretungen handelt. Ebenfalls gegen den Widerſpruch der
Regierung hatte die Kommiſſion in erſter Leſung
be=
ſchloſſen, daß gegen den Beſchluß, Anklage gegen einen
Jugendlichen zu erheben, Beſchwerde zuläſſig ſein ſoll.
Durch den Beſchluß zweiter Leſung wird dieſe Vorſchrift
wieder beſeitigt, ſo daß der Beſchluß, die Anklage zu
er=
heben, unanfechtbar bleibt.
— Schutz deutſchen Eigentums im
Aus=
lande. Der kleine Kreuzer „Bremen”, der infolge der
in Amapala (Honduras) ausgebrochenen Unruhen zum
Schutze des deutſchen Eigentums und der deutſchen
Inter=
eſſen dorthin beordert wurde, iſt, aus Panama kommend,
am 8. November in Amapala eingetroffen. Ein
franz=
zöſiſches Kriegsſchiff und ein Kreuzer der Vereinigten
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910.
Staaten ſind bereits dor, Ein engliſches Kriegsſchif
wird erwartet.
— Staatsbudget für Hamburg. Der der
Bürgerſchaft zugegangene Entwurf des Staatsbudgets
für 1911 veranſchlagt die Einnahmen auf 144 987 226 Mark,
die Ausgaben ohne Berückſichtigung der Mehrausgaben
infolge der bevorſtehenden Beamtengehaltserhöhung auf
161819563 Mark, ſo daß ein Fehlbetrag von 16832441
Mark beſteht.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
— Die deutſch=tſchechiſchen
Ausgleichs=
verhandlungen gerieten neuerlich ins Stocken, da
die Frage des Sprachengeſetzes ſtarke Meinungsgegenſätze
hervorrief. Die Lage hat ſich ſo zugeſpitzt, daß der
Statt=
halter Graf Coudenhove zum erſten Male die Obmänner
der Parteien zu einer vertraulichen Konferenz berief. Als
Ergebnis der Konferenz, der auch der Oberlandmaſchall
Fürſt Lobkowitz beiwohnte, verlautet, daß die
Ausgleichs=
verhandlungen fortgeſetzt werden.
In der ungariſchen Delegation traten
bei der fortgeſetzten Beratung des Heeresbudgets
ſämt=
liche Redner für die Erfüllung der nationalen
Forderun=
gen Ungarns für die Armee ein. Rakovszky ſtimmte für
das Heeresbudget trotz der oppoſitionellen Haltung der
Volkspartei, weil es nicht anginge, daß der große Kampf,
den Ungarn in militäriſchen Fragen führe, zum Schaden
der Armee ausgetragen würde.
In der Sitzung des mähriſchen
Land=
tags kam es zu ſtürmiſchen Szenen, als dem
Abgeord=
neten Grünfeld das Wort entzogen wurde. Die deutſchen
Abgeordneten ſchlugen mit den Pultdeckeln, ſtimmten
Lieder an und warfen Akten und andere Schriftſtücke gegen
das Präſidium. Schließlich verließen die deutſchen
Abge=
ordneten, der verfaſſungstreue Großgrundbeſitz, die
mäh=
riſche Mittelſtandspartei und die Sozialiſten den Saal,
wodurch das Haus beſchlußunfähig wurde. Der Tag
der nächſten Sitzung wird ſchriftlich bekanntgegeben.
Frankreich.
In der Debatte über die
Regierungs=
erklärung griff Delahaye (Rechte) unter ſtarkem Lärm
Briand und mehrere Miniſter, darunter beſonders Laferre,
perſönlich heftig an. Der Präſident drohte ihm einen
Ordnungsruf an. Leroy=Beaulien (Progreſſiſt) erklärte,
er könne zu einem Miniſterium, dem Laferre, der
Ver=
teidiger der Zettelwirtſchaft des Kriegsminiſters, und
an=
dere angehören, kein Vertrauen haben. In Erwiderung
auf die Ausführungen des Deputierten Charles Benoiſt
erklärte Briand, er werde hinſichtlich der Wahlreform die
Vertrauensfrage ſtellen, und hoffe, mit Unterſtützung der
Kommiſſion zu einer ſchnellen Löſung zu gelangen,
vor=
ausgeſetzt, daß die Kommiſſion den urſprünglichen
Ent=
wurf nicht allzu ſehr abändere. Der Konſervative Binder
erklärte, daß er die Regierung unterſtützen werde, weil er
ihr Verhalten gegenüber dem Eiſenbahnerausſtand billige
und ihr Kredit gewähre. Der Führer der radikalen
So=
zialiſten Pelletan kritiſierte mit ſcharfex Ironie die Art,
vie Briand ſeine Mitarbeiter und das Parlament
be=
handle. Briand erwidert, die Regierung habe über das
Streikrecht der Arbeiter die nämliche Auffaſſung, welche
Pelletan als Marineminiſter im Ausſtand der Seeleute
betätigt habe. Darauf wurde die Verhandlung geſchloſſen.
Es lagen drei Anträge auf Tagesordnung vor.
Briand erklärt, die Regierung nehme nur die
Tages=
ordnung Grosdidier an. Sie lautet einfach: Die
Kammer vertraut auf die Erklärungen der Regierung.
Die Kammer nahm die Tagesordnung
Gros=
didier mit 296 gegen 209 Stimmen an. Die
Regierung hat ſomit eine Mehrheit von 87 Stimmen.
Hierauf vertagte ſich die Kammer.
Eine Note des Miniſteriums des Innern betont, daß
die Regierungsmehrheit eine rein republikaniſche ſei, die,
Nummer 265.
von den progreſſiſtiſchen Stimmen abgeſehen, 241
Repu=
blikaner der Linken umfaßt, während die Minderheit mit
Einſchluß der geeinigten Sozialiſten nur 100
republika=
niſche Stimmen zähle.
Die republikaniſchen Blätter äußern ſich über den
Ausgang der Interpellationsdebatte befriedigt und
erklä=
ren, man könne dem Kabinett nicht mehr vorwerfen, daß
es ſich mit Hilfe der Rechten am Ruder erhalte. Die Rechte
habe ſich nunmehr zu den Gegnern der Regierung
geſchla=
gen und Briand könnte das von ihm
gekennzeich=
nete Programm unbehindert verwirklichen. — Der
mon=
archiſtiſche Gaulois meint, Briand habe nur ein
Gnadenvotum erhalten. Seine Politik habe bei keiner
Partei Achtung errungen. — Auch das nationaliſtiſche
Echo de Paris erklärt, daß Briand aus der zweitägigen
Interpellationsdebatte ſehr geſchwächt hervorgehe. —
Jaurés ſchreibt in der Humanité, die Abſtimmung
bedeute für Briand einen wahren Zuſammenbruch, er
habe nicht einmal die Hälfte der Kammer für ſich. —
Ebenſo meint der combiſtiſche Rappel, daß das
Miniſte=
rium nur mit knapper Not dem Sturze entgangen ſei.
England.
Eine Rede des Premierminiſters
Asquith. Auf dem Lordmayor=Bankett in der
Guild=
hall erklärte Premierminiſter Asquith, Tes habe einige
Regungen und Bewegungen an verſchiedenen Teilen
des internationalen Horizonts gegeben, aber keine, die
den Frieden unter den Großmächten zu ſtören drohe.
„Wir ſind ſtets bereit,” fuhr der Miniſter fort, „uns
anderen zur Erzielung der Beruhigung anzuſchließen.
Wir brauchen keine Abenteuer, ſondern Beſtändigkeit und
Frieden. Es iſt eine gewiſſe Beunruhigung durch den ſo
ſenſationellen wie unbegründeten Bericht verurſacht
wor=
den, daß wir im Begriffe ſeien, uns in die inneren
Ange=
legenheiten Perſiens einzumiſchen. Die Tatſachen ſind
folgende: Seit einiger Zeit haben ſich die Handelsſtraßen
in Nordperſien in einem Zuſtand größter Unſicherheit
be=
funden. Die britiſchen Firmen fordern naturgemäß von
uns, zu tun, was wir vermöchten, um dem abzuhelfen.
Wir ſtellten daher an die perſiſche Regierung das
drin=
gende Anſuchen, daß, wenn ſie nicht imſtande ſei, mit den
eigenen Truppen dieſe Wege zu überwachen, ſie ihre
Zu=
ſtimmung dazu erteilen ſoll, daß eine perſiſche Truppe
unter dem Befehl von britiſchen Offizieren aufgeſtellt
werde, die zu dieſem Zweck von der indiſchen Regierung
geſtellt werden ſollen. Indem Premierminiſter Asquith
ſodann die Rüſtungsfrage berührte, erklärte er, er ſei
voll=
ſtändig überzeugt, daß die Mehrheit der Völker in den
ziviliſierten Ländern der Welt den Frieden wünſche und
einem Krieg entſchieden abgeneigt ſei. Was für ein
Paradoxon ſei es dann, daß in faſt jedem Lande die
Aus=
gabe für die Rüſtungen der häufigſte Gegenſtand der
Debatte ſei, zuerſt in England ſelber, dann in
Deutſch=
land und dann in den öſterreichiſchen Delegationen. Es
wird uns oft geſagt, ſo fuhr der Premierminiſter fort, daß
gerade der Umfang dieſer Rüſtungen eine Sicherung des
Friedens iſt. Aber ſchon die Anſammlung und Anhäufung
von einer ſolchen Maſſe an exploſivem Material iſt an
und für ſich eine Gefahr, denn die Bürde der für dasſelbe
nötigen Beſteuerung erzeugt überall Beunruhigung, die
den Ausdruck in inneren Ruheſtörungen finden kann, die
ſich aber auch unter irgend einem neuen Impuls in einem
äußeren Angriff Erleichterung ſuchen kann. Kein einziges
Land kann ſeine Ausgaben herabſetzen und der Mäßigung
ſtärkerer, wachſamer Nachbarn vertrauen, am wenigſten
von allen wir mit unſeren Beſitzungen über die ganze
Länge und Breite der Welt. Wir ſcheinen uns in einem
cireulus vitiosus zu befinden. Das Vorhandenſein
aus=
gedehnter Rüſtungen ſchafft Furcht und Mißtrauen
zwi=
ſchen den Regierungen und ſtachelt ſie zur Ausgabe für
Rüſtungen an. Aber wenn die Stimmung der Völker
eine friedliche iſt, ſo ſollte es ſicherlich nicht unmöglich
ſein, daß ſich eine freundlichere Atmoſphäre nicht zwiſchen
zwei oder drei, ſondern zwiſchen allen größeren Ländern
Europas verbreitet. Ich bemerke, daß unter dem wach=
ſenden Drucke der beſen öſſntlichen Meinung in jedem
Weltteile die gute politiſche Stimmung, ob ſie die Form
tatſächlicher Verſtändigungen annimmt oder nicht, in nicht
zu langer Zeit ſo allgemein umfaſſend unter den
Groß=
mächten wird, daß ſie dem verſchwenderiſchen und
unheil=
vollen Wettbewerb zu kriegeriſchen Zwecken ein Ende
ſetzen wird.
Portugal.
Die Geſandten Frankreichs, Spaniens,
Italiens und Englands wurden vom Miniſter
des Aeußern empfangen, dem ſie mitteilten, daß ſie
er=
mächtigt ſeien, die laufenden Geſchäfte wieder
aufzuneh=
men. Die Geſandten brachten zu gleicher Zeit den
Wunſch nach herzlichen Beziehungen zwiſchen ihren
Län=
dern und Portugal zum Ausdruck.
Der Finanzminiſter beſchäftigt ſich mit der
Reform ſeines Miniſteriums, der Eintreibung alter
Schul=
den an den Staat im Betrage von 25 Millionen Francs,
der Wiedereinziehung von Staatsgütern, der
Organi=
ſation zur direkten Kontrolle der Geſellſchaften mit
be=
ſchränkter Haftung und aller Unternehmungen, die in
Be=
ziehungen zum Staate ſtehen, ſowie mit einer Reform
der Grundlagen der Steuern. Bei der Eintreibung der
alten Schulden an den Staat ſoll jedoch ohne Häxte
gegen die Schuldner vorgegangen werden,
* Die Ausgabe neuer Reichsbanknoten
zu 100 Mark iſt in Ausſicht genommen. Zu ihrer
Her=
ſtellung wird beſonders prüpariertes Papier verwendet
werden, um unbefugte Nachahmungen beſſer verhindern zu
können. Neben der Pflanzenfaſerung nach dem
Wilcox=
ſchen Verfahren werden die neuen Banknoten ein ſehr
ſchwierig nachzuahmendes Waſſerzeichen aufweiſen, das
ein anderes Bild als dasjenige der Reichskaſſenſcheine
zeigen wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. November.
* Vom Hofe. An der Mittagstafel am Mittwoch
nahm Dr. Grote=Nauheim teil. Nachmittags fuhren
die Majeſtäten mit den Großherzoglichen Herrſchaften
in die Stadt und beſichtigten das Schloß und das Neue
Palais. Von hier aus wurde um 6 Uhr das Theater
beſucht.
Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und die
Großherzogin von Baden trafen geſtern mit dem
fahrplanmäßigen Schnellzuge, der ausnahmsweiſe auf
der Station Egelsbach hielt, gegen 12 Uhr 35 Min. hier
ein und wurden am Bahnhof von dem Großherzog
und der Großherzogin von Heſſen empfangen.
Nach herzlicher Begrüßung fuhren die Allerhöchſten
Herrſchaften in Automobilen nach Jagdſchloß
Wolfs=
garten. Die Rückfahrt fand um 3 Uhr 28 Min. ſtatt.
* Prinzeſſin Viktoria von Battenberg iſt Mittwoch
nachmittag nach London abgereiſt, um ſich von dort
nach Gibraltar zu begeben.
* Kaiſer Wilhelm in Wolfsgarten. Der deutſche
Kai=
ſer trifft heute vormittag 10 Uhr in Wolfsgarten ein,
nimmt an der Frühſtückstafel teil und reiſt um 2 Uhr
57 Min. wieder ab.
— Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Geheimen Finanzrat Dr.
Lauer zu Darmſtadt die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen der ihm von Sr. Maj. dem König von
Preußen verliehenen Roten Kreuz=Medaille 2. Klaſſe erteilt.
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Johann Frieß aus Weinheim, Kreis Alzey, eine
Lehrer=
ſtelle an der Gemeindeſchule zu Herbſtein, Kreis
Lauter=
bach; dem Schulamtsaſpiranten Franz Lotz aus
Seligen=
ſtadt, Kreis Offenbach, eine Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Herbſtein, Kreis Lauterbach.
*e Militärdienſtnachrichten. Zur Teilnahme am
I. (85.) Lehrgang zur Feld=Artillerie=Schießſchule
komman=
diert: Major Goebel, Abteil.=Kommandeur vom Feld=
Art.=Regt. Nr. 61. — Zum II. (86.) Lehrgang zur Feld=
Art.=Schießſchule kommandiert: Hauptm. v. Eggeling
vom Feld=Art.=Regt. Nr. 25, Oberlt. Geppert vom Feld=
Art.=Regt. Nr. 61.
*X* Das Kriegsgericht verurteilte geſtern den
Schloſſer Jakob Sängerbeck von hier wegen
Ka=
meradendiebſtahls zu 5 Monaten Gefängnis
und Verſetzung in die zweite Klaſſe des Soldaten=
Die Empfindſamen in Darmſtadt.
* Im Verlage von Klinckhardt & Biermann in
Leipzig erſchien ſoeben ein außerordentlich
intereſſan=
tes, inhaltreiches und in ſeiner Art graziöſes
Büch=
lein von Dr. Valerian Tornius: „Die
Emp=
findſamen in Darmſtadt, Studien über
Män=
ner und Frauen aus der Wertherzeit”. (Preis geh.
4 Mark, geb. 5 Mark.) Das reich illuſtrierte, mit
An=
ſichten von Darmſtadt und Umgegend verſehene Buch
von Tornius gibt zum erſten Male eine
zuſammen=
faſſende Darſtellung jenes Kreiſes von Männern und
Frauen, die die Seele des jungen Dichters
beeinfluß=
ten, der in Darmſtadt ſeinen Sitz hatte und durch
Namen wie Herder, Karoline Flachsland, Henriette
von Rouſſillon und Luiſe von Ziegler umſchrieben iſt.
Mit dieſen Menſchen geht der „Wanderer”, der junge
Goethe, um den Freunden bei der Raſt ſeine neueſten
Gedichte vorzuleſen. Es iſt ein bunt bewegtes Bild,
das ſich in dieſem Kreiſe entrollt, in dem die faſt ſchon
erſtorbenen Sentimentalitäten des Rokoko, ſeine
Sehn=
ſucht nach Vergeiſtigung alles Materiellen, zum letzten
Male greifbar werden. Namentlich führt das Buch
uns auch in den uns heute wunderlich erſcheinenden
„Freundſchaftskultus der Empfindſamen” ein.
Wir entnehmen im folgenden eine Probe aus dem
Kapitel „Der Wanderer in der Gemeinſchaft der
Hei=
ligen”:
Zu. keiner Zeit wurden Freundſchaften ſchneller
geſchloſſen, als in der Epoche der Empfindſamkeit.
Man brauchte ſich nur flüchtig geſehen oder gegenſeitig
empfängliche Herzen wahrgenommen zu haben, ſo
ſtand man ſchon auf vertraulichem Fuße. Der alte
Vater Gleim hatte kaum die Schwelle von Mercks Haus
überſchritten, da ſchlangen ſich bereits Merck,
Leuchſen=
ring und Karoline in einer Ecke des Fenſters um den
guten, ſanften Greis und überließen ſich dem vollen
Empfinden der zärtlichſten Freundſchaft. „Hätten Sie
doch das ſanft=heitere Geſicht des guten Alten geſehen!“
ſchrieb Karoline an Herder. „Er weinte eine
Freu=
denträne, und ich, ich lag mit meinem Kopfe auf Mercks
Buſen. Er war außerordentlich gerührt, weinte mit,
und — ich weiß nicht alles, was wir getan. O ſüße
Träne meines Lebens! Im Arm der Freunde
ge=
weint! O ſüße Tränen der Freundſchaft, wie göttlich
glauben, daß Du dabei warſt?‟
Solche Freundſchaftsſzenen wiederholten ſich
häu=
fig in der Gemeinſchaft der Heiligen. Als Goethe in
den Kreis trat, geſchah es nicht viel anders
Umarm=
ungen, ſchwärmeriſche Blicke, gegenſeitige
Verhimmel=
ungen, Liebkoſungen, Küſſe waren an der
Tagesord=
nung. Felſen und Lauben der Umgegend Darmſtadts
hallten von Seufzern und Küſſen wider, und manchen
ſtillen Waldpfad feuchteten empfindſame
Freundſchafts=
tränen. Namentlich der Kuß ſpielte eine große Rolle
unter den Darmſtädter Heiligen. Wie quillt Goethes
Gefühl über, als er von Lila einen Kuß erhalten hat!
Und ich wanke, nahe mich,
Blicke, ſeufze, wanke
Seligkeit! Seligkeit!
Eines Kuſſes Gefühl!
Wieland ſpricht von einem „heiligen Kuß der
Freundſchaft” Ohne dieſen heiligen Kuß der
Freund=
ſchaft iſt das Vertrautſein der Empfindſamen gar nicht
denkbar. Die Zärtlichkeit war eine der
Grundbeding=
ungen des empfindſamen Freundſchaftskultus. Jacobi
ſchrieb darum an Vater Gleim: „Vergeſſen Sie nicht,
Glück ausmacht.” Zartheit und Zärtlichkeit ſind für Karoline meinte, lag am Gehaborner Hof, einem noch
die Empfindſamen untrennbare Begriffe. Dadurch
geſchah es aber auch, daß jede Zärtlichkeit ein gewiſſes
Maß der Schicklichkeit nie überſchritt. Jede Liebkoſung
behielt ſtets den Charakter einer unſchuldigen
Tän=
delei!
Der Wanderer fühlte ſich in der Gemeinſchaft der
Heiligen gleich wie zu Hauſe. Er wußte ſich ſofort in
die Eigenheiten dieſer ſonderbaren Vereinigung zu
finden; ſchwärmte bald mit Lila, bald mit Urania,
bald mit Pſyche, räumte keiner einen beſonderen Vor= weder zur Faſanerie oder zum Herrgottsberge oder zu
zug ein und bedichtete, um es mit keiner zu verderben,
alle drei, An ein ernſtliches Verlieben dachte er nicht, ſtadts, ließ ſich im ſchattigen Dunkel des Waldes
aber er war allen gleich wohl geſinnt. „Uns Mädchen
und Weibern iſt er auch beſſer als ſonſt, und iſt uns
herzlich gut,” berichtet Karoline, „aber überhaupt
lieben, dazu liegt noch zu viel Aſche von ſeiner erſten
ſeid ihr? Süßeſter, holder Freund, Du wirſt doch Liebe in ſeinem Herzen, und das ſcheint natürlich.”
Und trotzdem glaubte Karoline, daß Goethe eine ernſte
Neigung zu Lila gefaßt habe! So wurde der Wanderer
bald das unentbehrlichſte Mitglied der Gemeinſchaft.
Kauum hatte er ſeine Schritte zum erſten Male von
Darmſtadt heimwärts gelenkt, da ſpürte er wiederum
das Verlangen, zu den Heiligen zu pilgern; diesmal
kurz vor ſeiner Abreiſe nach Wetzlar. Und wiederum
waren es ſelige, ſchwärmeriſche Stunden, welche die
Empfindſamen miteinander verlebten.
Karoline, die es nie verſäumte, ihrem Herder des
Wanderers Ankunft mitzuteilen, ſchildert dieſen
zwei=
ten Aufenthalt Goethes in Darmſtadt mit folgenden
Worten: „Er hat uns einige der beſten Szenen aus
ſeinem „Gottfried von Berlichingen” das Sie vielleicht
von ihm haben, vorgeleſen. Meinen Liebling, den
Geiſt unſerer alten Deutſchen, habe ich da
wieder=
geſehen, und der kleine Georg, wie er um einen weißen
Schimmel und Harniſch=bittet, iſt mein Georg. Wir
ſind darauf auf dem Waſſer gefahren, von dem ich
Ihnen neulich geſagt, es war aber rauh Wetter. Goethe
ſteckt voller Lieder. Eins von einer Hütte, die in
Rui=
nen alter Tempel gebaut, iſt vortrefflich; er muß mir’s
geben, wenn er wiederkommt, und dann teile ich’s
liebſter Gleim, daß Ihre Zärtlichkeit mein größtes Ihnen, lieber, beſter Herder, mit.‟ Das Waſſer, das
heute beliebten Ausflugsorte der Darmſtädter.
Spaziergänge und Landpartien ſind überhaupt das
Lieblingsvergnügen der Darmſtädter Empfindſamen.
„Die ſchöne Abendröte,” ſchreibt Karoline an Herder,
„die ſchönen Herbſttage mit Nebel, den ich ſehr liebe,
Spaziergänge im Wald, an Teich und Fels gelagert,
und Du, Du ſüßer Jüngling, überall dabei, das ſind
meine ſüßen Beſchäftigungen.” In Geſellſchaft von
fünf bis ſechs Perſonen wanderte man hinaus,
ent=
anderen hübſchen Ortſchaften in der Umgebung Darm=
Nummer 265.
Därmſtädter Tagblatt, Freitäg, den 11. November 1910.
Seite 3.
ſtandes. Der Angeklagte war im Juli d. J. zu einer
Reſerveübung eingezögen und entwendete in der
dene Papiere und Briefſchaften, die teilweiſe
ſpä=
ter in ſeinem Beſitz gefunden wurden. Obwohl er über. Dieſer wurde verſchönt durch gemeinſam
ge=
leugnete, wurde er für überführt erachtet. — Weiter ſungene Lieder und durch Klaviervorträge des Herrn
Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte
Stellungsordre zu einer Reſerveübung erhalten, kam
der Staatsanwaltſchaft geſucht wurde. Er trieb ſich
umher, bis man ihn aufgriff.
D Desinfektionsweſen. Das Großh.
Polizei=
amt hat vor kurzem durch eine amtliche
Bekannt=
machung darauf hingewieſen, daß nach den beſtehenden
Beſtimmungen Desinfektionen von Zimmern oder
Gegenſtänden bei anſteckenden Krankheiten ausſchließlich
durch die amtlichen Desinfektoren, die dem Großh.
Polizeiamt unterſtellt ſind, vorgenommen werden
dürfen. Es iſt neuerdings wiederum vorgekommen, daß
eine hieſige Privatfirma, die Desinfektionen auf Er= (Klavier). Außer neuen Chören enthält das
Pro=
tionen vorgenommen hat, wo nur ein amtlicher
Des=
infektor tätig werden durfte. Da hiermit die amtliche
Desinfektion nicht überflüſſig geworden iſt, ſind der
beteiligten Familie doppelte Koſten erwachſen. Das
Großh. Polizeiamt erſucht uns daher, das Publikum
auf die beſtehenden Vorſchriften wegen Vornahme
amt=
licher Desinfektionen, die von Zeit zu Zeit öffentlich
bekannt gegeben werden, erneut aufmerkſam zu machen.
— Der Evang. Frauenverein des Schloßbezirks
veranſtaltet am nächſten Sonntag, den 13. November, nuten vor 9 Uhr im kleinen Turnſaal der Turnhalle
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, einen
Familien=
abend, zu dem die Mitglieder und Freunde des
Ver=
eins eingeladen ſind. Der Abend wird den Charakter
einer Lutherfeier tragen. Im Mittelpunkt des
Pro=
gramms ſteht ein Vortrag des Herrn Pfarrer Vogel
wird ein Lebensbild der Gattin des großen
Reforma=
tors zeichnen und die Hörer in deſſen häusliches Leben
vervollſtändigen. Außerdem enthält das Programm vormittags zur Einſichtnahme offen.
muſikaliſche Darbietungen (vierhändiges Klavierſpiel,
Sologeſang, Trio für Violine, Cello und Klavier), die
ron bewährten künſtleriſchen Kräften ausgeführt
wer=
den. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Konzert des Lehrerſängerchors. Unſere Leſer ſeien
noch einmal auf das Konzert des Lehrerſängerchors
auf=
merkſam gemacht, das morgen abend 8 Uhr im Saalbau
wirkende Altiſtin Lieder von Schubert, Schumann, 1 zogen. Es handelte ſich dabei um die Feſtſtellung, inwie=
Brahms und Reger.
* Konzert Hutter. Der Klaviervirtuoſe Willi
gemeiner Beliebtheit in Darmſtadts muſikliebenden
Krei=
ſen erfreuen, wird am 24. ds. Mts. im Saale des Hotels von Amts wegen geführt, das aber von der Staatsanwalt=
„Zur Traube” wieder ein Konzert veranſtalten, wor= ſchaft wieder eingeſtellt wurde.
auf ſchon jetzt hingewieſen ſei. Nähere Mitteilungen
folgen.
* Edwin Fiſcher, der berühmte junge Schwei=
Abend im „Hotel zur Traube‟. Das Programm
ent=
hält Kompoſitionen von Mozart, Bach=Buſoni,
Beet=
hoven, Chopin und Liſzt.
Wie in den Vorjahren, ſo veranſtaltet auch in dieſem
Jahre wieder die Direktion der Akademie für Tonkunſt
drei muſikwiſſenſchaftliche Vorträge im
Saale des Muſikvereins. Vortragender iſt wieder der
Tübinger Univerſitätsmuſikdirektor, Herr Profeſſor
Dr. Volbach. Der Name des Vortragenden,
ſowie die Wahl der Themen laſſen ſchon
von vornherein auf hohen geiſtigen Gehalt der
Dar=
bietungen ſchließen. In leicht faßlicher Form gehalten,
bieten ſie jedem Muſikfreunde ſowohl Anregung als
auch Gelegenheit, ſeine muſikaliſchen Kenntniſſe zu
be=
reichern. Außerdem wird das geſprochene Wort durch
ſtalten. Ausführende ſind dabei Lehrer und Schüler
der Akademie. Herr Prof. Volbach wird folgende
Themen behandeln: 1. „Der junge Beethoven” (21.
tung in der Muſik” (10. Jan.), 3. „Die Liebe im Leben
unſerer Meiſter” (20. Februar).
Der Stolze=Schreyſche Stenographenverein
hielt in ſeinem Vereinslokal „Heſſiſcher Hof” ſeine 1 licher Bedienung gegeben. Das Schöffengericht ſchloß
Monatsverſammlung ab, die außerordentlich zahlreich
beſucht war. Der erſte Vorſitzende, Herr Hähner,
er=
ſtattete zunächſt einen Bericht über den Vertretertag der
Schule Stolze=Schrey, der vom 8.—10. Oktober in
Ber=
lin ſtattfand. Nachdem der geſchäftliche Teil erledigt
Kaſerne einem anderen Reſerviſten verſchie= war und noch eine Reihe neuer Mitglieder
aufgenom=
men werden konnte, ging man zum gemütlichen Teil
wurde der Reſerviſt Auguſt Riemer von Seeheim † Krüger, der ſich als ausgezeichneter
Klavier=
wegen unerlaubter Entfernung zu 2 Monaten virtuoſe entpuppte. Die dargebrachten Lieder des
Herrn Wundenberg, Schüler der Joachimſchen
Ge=
ſangsſchule, fanden ungeteilten Beifall. Ein kleines
derſelben aber nicht nach, weil er wegen Betrugs vonf Tänzchen hielt die Anweſenden noch bis ſpät in die
Nacht hinein zuſammen.
Vortrag. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
ſpricht am nächſten Sonntag Herr Prediger Bloch von
der freireligiöſen Gemeinde in Offenbach über „
Frei=
religiöſe Jugenderziehung‟
* Orthſches Männer=Quartett. Anläßlich der
Stif=
tungsfeier veranſtaltet das Orthſche Männer=Quartett
kommenden Sonntag ein volkstümliches Konzert mit
heiteren Einlagen. Mitwirkende ſind die Herren M.
Vogel=Mainz (Violine) und Eugen Grim=Guſtavsburg
ſuchen von Privaten beſorgt, in einem Fall Desinfek= gramm: ein Bild aus dem Bergmannsleben für
Streichquartett, Soli und Chor von Hans Baſtyr, ein
Singſpiel von M. Legov u. a. m. (Näheres ſiehe Anz.)
— Der Ortsgewerbeverein macht darauf
aufmerk=
ſam, daß der Lichtbildervortrag des Herrn Profeſſor
Brockmann aus Offenbach über „Streifzüge durch
die Brüſſeler Weltausſtellung” nunmehr am nächſten
Donnerstag, den 17. November, ſtattfinden wird.
C Auf die Generalverſammlung der
Karnevalge=
ſellſchaft Narrhalla, die heute, am 11. im 11. 11
Mi=
am Woogsplatz ſtattfindet, ſei nochmals mit dem
Be=
merken hingewieſen, daß Eintritt in keiner Form
er=
hoben wird.
— Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 17 des 1911er
Adreßbuchs, enthaltend Einwohnerregiſter —„Wiegand,
mit dem Thema: „Frau Doktor Luther‟. Der Redner Margarete bis Zwingler, Leonhard — liegt im
Haupt=
meldebureau, Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer Nr. 13,
während der Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags
einführen. Einige Deklamationen werden das Bild und 2 bis 6 Uhr nachmittags) bis zum 12. November
§ Aſyl für Obdachloſe. Während des Monats
Ok=
tober wurde in dem im Lokale des fünften
Polizei=
reviers in der Ludwigshöhſtraße errichteten Aſyl für
Obdachloſe 328 Perſonen Obdach gewährt.
Wolfskehlen, 9. Nov. Am Samstag wurden durch das
Kreisamt Groß=Gerau etwa 20 Perſonen auf dem
ſtattfinden wird. Der Chor ſingt Volkslieder, die mit= hieſigen Rathaus einem eingehenden Verhör
unter=
weit die Einwände begründet ſind, die gegen den
neuge=
wählten Bürgermeiſter von der gegneriſchen Seite beim
Hutter, deſſen alljährliche Klavierabende ſich längſt all= Miniſterium des Innern vorgebracht wurden. Dieſe
Be=
hauptungen hatten ſchon zu einem Beleidigungsverfahren
Offenbach, 10. Nov. Das Großherzogspaar
traf heute morgen gegen 9½ Uhr mit Gefolge im
Auto=
mobil hier ein und begab ſich ſofort in den Neubau der
zer Pianiſt, gibt am 17. November einen Klavier= Firma J. Mayer und Sohn, um mit der Ausſtattung
ſei=
nes Verkaufsſtandes für den bevorſtehenden Verkaufstag
zu beginnen.
— Rüſſelsheim, 9. Nov. Den Bemühungen des Ge=
* Profeſſor Ph. Schmittſche Akademie für Tonkunſt. meinderatsmitglieds Herrn Dr. Spangenberg iſt es
gelungen, die unentgeltliche Lieferung der
Lehr=
mittel an arme Kinder der Volksſchule in hieſiger
Gemeinde nun doch noch zu erreichen. Dabei wurde
jedoch gleichzeitig der ſehr anerkennenswerte Beſchluß
gefaßt, die Lieferung der Lehrmittel auf Koſten der
Gemeindekaſſe nicht als Armenunterſtützung anzuſehen,
damit die betreffenden Väter der Kinder nicht ihr
Wahl=
recht verlieren.
Mainz, 10. Nov. Das Schöffengericht hatte
ſich geſtern mit dem Einſpruch gegen einen Strafbefehl
zu beſchäftigen, der von der Polizei gegen einen Wirt
in der Rheinſtraße erlaſſen worden war, weil er den
beſonders gewählte muſikaliſche Beiſpiele erläutert, gegen ſeine Wirtſchaft verfügten Zehnuhrſchluß
wodurch ſich die Vorträge ſehr abwechſelungsreich ge= unbeachtet gelaſſen hatte. Der Wirt behauptete, daß er
keine Wirtſchaft mit weiblicher Bedienung betreibe.
Er lebt von ſeiner Frau getrennt und läßt ſich von
einer entfernten Verwandten den Haushalt führen.
Nov.), 2. „Die Tonmalerei, ihr Weſen und ihre Bedeu= 1 Dieſe Haushälterin bediente in feiner Abweſenheit und
bei ſtarkem Geſchäftsgang nur zeitweiſe die Gäſte.
Unter dieſen Umſtänden ſei nicht die Grundlage für
die ſtädtiſche Verordnung über Wirtſchaften mit
weib=
ſich dieſen Ausführungen an und hob den Polizeibefehl
und damit auch den verfügten früheren Geſchäftsſchluß
bei dieſem Wirt auf, da es ſich in dieſem Fall nicht um
weibliche Bedienung, ſondern um gelegentliche
Aus=
hilfe durch die Haushälterin des Wirtes beim
Bedie=
nen handele. Die Stadt wird=gegen dieſe Entſcheidung
Berufung einlegen.
Worms, 10. Nov. Der Wormſer
Polizei=
hund, der dem Schutzmann Engelmann gehört, hat
ſich in der Pfalz mit beſtem Erfolg betätigt. In
Epp=
ſtein ſind in der letzten Zeit fortgeſetzt
Einbruchsdieb=
ſtähle verübt worden. Sonntag abend nun, kurz
nach=
dem von der Frankenthaler Zuckerfabrik an die
Epp=
ſteiner Landwirte das Geld für gelieferte Zuckerrüben
ausbezahlt worden war, wurden dem Wirt und Ackerer
Dilſer, der als Rübengeld ebenfalls eine größere
Summe erhalten hatte, zu einer Zeit, in der er ſich
mit ſeinen Angehörigen im Gaſtzimmer befand, aus
einem im Wohnzimmer befindlichen, verſchloſſenen
Schranke 3500 Mark geſtohlen. Der Dieb, den man,
ohne ihn zu erkennen, das Haus in wilder Flucht
ver=
laſſen ſah, wurde zwar ſofort eifrig verfolgt, doch
ge=
lang es ihm, ſeinen Verfolgern zu entrinnen. Der
Polizeihund aus Worms, der auf Veranlaſſung der
benachrichtigten Gendarmerie noch am Abend eintraf,
ſtellte aus einer vor dem Hauſe befindlichen
Menſchen=
menge bald den verheirateten Arbeiter Peter Dauth
von Eppſtein. Und als Dauth die Täterſchaft
entſchie=
den in Abrede ſtellte, und auf Anweiſung der
Polizei=
beamten wiederholt eine andere Stellung unter der
Menſchenmenge einnehmen mußte, wurde er von dem
Hund immer und immer wieder aufgeſucht und geſtellt.
Unter dieſen Umſtänden wurde Dauth unter dem
Ver=
dacht der Täterſchaft verhaftet und in das
Franken=
thaler Gerichtsgefängnis eingeliefert. (W. Ztg.)
A Gießen, 9. Nov. Die im Jahre 1901 in Angriff
genommenen Kanaliſationsarbeiten in
un=
ſerer Stadt werden demnächſt ihr Ende erreicht haben,
wenn auch der auf dem rechten Lahnufer
ge=
legene Stadtteil kanaliſiert iſt. Die Arbeiten
in dem links gelegenen Stadtteil ſind ſchon längere
Zeit beendet; die Kanaliſation erfolgte hier teilweiſe
nach dem Trennſyſtem, d. h. Regen= und Hausabwäſſer
wurden getrennt von einander in verſchiedenen Sielen
abgeleitet, zum Teil wurden die Abwäſſer aber auch
gemeinſchaftlich in einem Siel abgeführt. In dem
rechts der Lahn gelegenen Stadtteil ſoll das
Trenn=
ſyſtem ſtreng durchgeführt werden und die
Regen=
abwäſſer auf dem kürzeſten Wege in die Lahn, die
Hausabwäſſer und Fäkalien dagegen in die auf der
linken Lahnſeite gelegene Kläranlage abgeleitet
wer=
den. Zur Unterführung des Hauptſieles unter der
Lahn war ein aus zwei eiſernen Rohren hergeſtellter
Düker erforderlich, der in etwa einem Meter Tiefe
unter dem Flußbett verlegt wurde. Unſere
Klär=
beckenanlage, die eine rein mechaniſche
Abwaſſerreinig=
ung bezweckt und im weſentlichen im Abfangen und
Abſetzenlaſſen der Schmutzſtoffe beſteht, kann geradezu
als muſtergültig in ihrer Art bezeichnet werden. Das
Projekt für unſere Kanaliſation iſt von Geh.
Ober=
baurat Schmick, jetzt in München, entworfen worden.
A Herbſtein (Oberheſſen), 10. Nov. Das neue
Stadthaus, das an Stelle des vor drei Jahren
durch Feuersbrunſt zerſtörten alten Rathauſes erbaut
worden iſt, iſt jetzt vollſtändig fertig geſtellt. Im
weſt=
lichen Flügel befindet ſich das Stadtwirtshaus mit
Metzgerei, das jetzt verpachtet werden ſoll, während
der öſtliche Flügel das eigentliche Rathaus mit zwei
Lehrerwohnungen enthält. Das ſtattliche Gebäude in
ſeinem ſchmucken Bauſtil präſentiert ſich ſehr
vorteil=
haft auf dem Marktplatz. Die Pläne ſind von dem
Großh. Regierungsbaumeiſter Zang bearbeitet
wor=
den, in deſſen Händen auch die Bauausführung lag.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Nov. Die vom=
Volks=
bund zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild
eingerichtete Kinderleſehalle findet einen
außer=
ordentlichen Anklang. Der Andrang iſt ſo groß, daß
zahlreiche Kinder täglich keinen Einlaß finden können.
— Die Schließung der 158. Gemeinde=
Mäd=
chenſchule machte ſich notwendig, weil eine
Diph=
therie=Epidemie in den letzten Wochen ſo um ſich griff,
daß 60 bis 70 Kinder fehlten; auch mehrere Todesfälle
kamen vor. — Der Moabiter Krawallprozeß
wurde wiederum auf 12 Uhr mittags vertagt, da die
Beſchlußkammer über den geſtern von der Verteidigung
geſtellten Antrag auf Ablehnung des Richterkollegiums
der dritten Strafkammer zu beraten hat.
München, 9. Nov. In Gilgenberg (Oberbayern)
begann eine dreißigköpfige Bande böhmiſcher
Vagabunden, die die ganze Gegend ſchon ſeit einiger
Zeit bettelnd und ſtehlend gebrandſchatzt hatte, einen
nieder, pflegte anregende Unterhaltung, vergnügte
ſich am Spiel oder ſchwelgte in ſchwärmeriſchem
Ver=
kehr mit Natur und Menſchen. Faſt jeder lauſchige
Waldwinkel, jeder Teich, jeder Fels barg für die
Hei=
ligen ſüßeſte Erinnerungen.
Am häufigſten beſucht wurde der „Herrgottsberg‟,
der nicht weit von dem Forſthaus „Böllenfalltor”
in=
mitten des ſchönſten Buchenholzwaldes gelegen iſt.
Der daneben ſteil aufragende Felszacken, die
ſoge=
nannte „Teufelsklaue”, hatte für die Empfindſamen
eine ganz beſondere Bedeutung. Der Herrgottsberg
galt nämlich als eine ſagenumſponnene Stätte! Eine
alte Kapelle ſollte daſelbſt geſtanden haben und
unter=
irdiſche Gänge ſollten von dort bis nach Darmſtadt
führen. Hier weilte Pſyche am liebſten und
unter=
hielt ſich in Gedanken mit ihrem Herder; hier ſtand
jene dürftige Holzmacherhütte, die ſie ſo phantaſiereich
zur Heimſtätte ihres Eheglücks erkoren hatte; hier
trank man Milch und las dabei Klopſtocks „neue
Oden”; hier in die Felswand der Teufelsklaue grub
Goethe ſeinen Namen hinein; hier hat auch die
Ge=
burtsſtunde vom „Felsweihe=Geſang an Pſyche”
ge=
ſchlagen.
„Veilchen bring’ ich getragen,
Junge Blüten zu dir,
Daß ich dein mooſig Haupt
Ringsum bekränze,
Ringsum dich weihe,
Felſen des Tals ꝛc. ꝛc.”
Wenn es Frühling wurde, wanderten die
Hei=
ligen hierher und ſangen Frühlingslieder. Den
gan=
zen Winter über freute man ſich ſchon darauf. Auch
Goethe ſtimmte im Waldesdom zuweilen ein Liedchen
an, rezitierte Szenen aus Shakeſpeare oder trug
Selbſtgedichtetes vor. Er war der Anſtifter von
allerlei Kurzweil oder Geſellſchaftsſpielen, draußen
im Walde oder in Mercks Hauſe. Schon in der
Straßburger Zeit hatte er eine große Vorliebe für
ſolche Vergnügungen, die in „Dichtung und
Wahr=
heit” Nachhall gefunden haben. „Nach Tiſch ſuchte
man den Schatten,” erzählt er daſelbſt, „geſellſchaftliche
Spiele wurden vorgenommen, und Pfänderſpiele
kamen an die Reihe. Bei Löſung der Pfänder ging
alles jeder Art ins Uebertriebene: Geberden, die man
verlangte, Handlungen, die man ausüben, Aufgaben,
die man löſen ſollte, alles zeugte von einer verwegenen
Luſt, die keine Grenzen kennt.” Mit aufrichtigem
Genuß gedenkt der Greis der harmloſen
Luſtbar=
keiten, an denen er nicht allein in Seſenheim, ſondern
gewiß auch in Darmſtadt, ja überall, wo ein
mun=
terer Kreis junger Leute ſich zuſammenfand, eifrig
ſich beteiligt haben mag.
Viele Geſellſchaftsſpiele damaliger Zeit ſind noch
heute gang und gäbe. Beſonderer Beliebtheit
er=
freuten ſich natürlich die Pfänderſpiele, weil ſie am
meiſten durch ſinnige Aufgabenſtellung komiſche
Si=
tuationen herausforderten. Die Küſſe hatten
natür=
lich dabei den bedeutſamſten Löſewert. Goethe
be=
richtet, wie er ſich immer durch irgendeine Wendung
der „ſchwierigen” Aufgabe eines Kuſſes zu entledigen
ſuchte, ſobald ihm ein ſolcher als Strafe auferlegt
wurde. Dann gab es auch verſchiebene Frageſpiele.
Die Art und Weiſe derſelben verdeutlicht ein Gedicht
Goethes „Antworten bei einem geſellſchaftlichen
Frageſpiel‟. Goethes Improviſationsbegabung kam
ihm hierbei trefflich zuſtatten, und ſeine aus dem
Stegreife gedichteten Verſe trugen immer den
Charak=
ter ſinniger Erfindung. Geiſtreich konnten
ſelbſtver=
ſtändlich nicht alle Spiele ſein.
Bei ſchlechtem und kaltem Wetter vergnügte man
ſich meiſtens mit Muſik. Zuweilen wurde aber auch
Karten geſpielt, darunter das damals ſehr beliebte
Kartenſpiek „Triſett”. Karoline klagt einmal
dar=
über, ſie müſſe ſo davon am Spieltiſch ſitzen und
Tri=
ſett ſpielen, daß ſie oft Kopfweh bekomme. Bot ſich
irgend eine feierliche Gelegenheit, kam irgend ein
be=
deutender Gaſt oder feierte man die Einweihung
eines neuen Hauſes und dergleichen, ſo verlieh man
bei einem Glaſe Punſch der Feſtſtimmung ein noch
fröhlicheres Gepräge.
Es entſtand ſtets eine empfindliche Lücke in der
Gemeinſchaft der Heiligen, menn den „gutherzige
Wanderer” aus ihrem Kreiſe ſchied. Um Goethe an
ſeine Unentbehrlichkeit in Darmſtadt zu erinnern,
ſandten ihm die Heiligen eine Kiſte mit allerlei
ſinni=
gen und anzüglichen Gaben, darunter vielleicht eine
Jahrmarktspuppe aus Papiermaché, damit Goethe, der
damals gern (im Hinblick auf Kätchen) den Betrogenen
hervorkehrte, ſich wenigſtens in dieſe papierene Schöne
verliebe. Das Kiſtchen wird vermutlich von einem
gereimten Sammelbrief begleitet geweſen ſein, in dem
ſehnſüchtiges Verlangen nach dem lieben Vertrauten,
wahrſcheinlich auch manche Neckerei und luſtige
An=
ſpielung auf Darmſtädter Ereigniſſe ausgeſprochen
worden waren. Nur dieſe Deutung Köſters macht
Goethes wunderliche, karnevalstolle Antwort, welcher
er die Ueberſchrift „Concerto dramatico” gab, uns
heute verſtändlich. Freilich manche feine Einzelheiten
müſſen, da man die Anläſſe nicht kennt, ſtets
unauf=
geklärt bleiben. „Concerto dramatico. Composto dal
Bign. Dottore Flamminio, detto Panurgo secondo.
Aufzuführen in der Darmſtädter Gemeinſchaft der
Hei=
ligen” — heißt der Geſamttitel dieſes luſtigen, in
Kantatenſätzen niedergeſchriebenen Halbunſinns.
Selbſtverſtändlich kann jede Stelle nur auf
mut=
maßlicher Deutung beruhen. Wer mag jetzt noch
feſt=
ſtellen, was für neckiſche Streiche Goethe, der auch
ſpäter den Anführer der „Luſtigen in Weimar” ſpielte,
in Darmſtadt ausgeheckt hat. Daß die Empfindſamen
durchaus nicht ſo kopfhängeriſch waren, wie man ſie
ſich meiſt vorſtellt, läßt ſich aus dieſem luſtigen
Wirr=
warr erſehen. Keine ſchwerblütigen Naturen, keine
Grübler oder Melancholiker, nein — weichherzige,
be=
wegliche, nach dem Augenblick haſchende Menſchen,
die zu gleicher Zeit lachen und weinen konnten, in
deren Bruſt Frohſinn und Trübſinn dicht beieinander
wohnten — ſo haben wir uns dieſe Heiligen
auszu=
malen. Wären ſie alle nur tränenreiche, ſeufzende
Geſchöpfe geweſen, wie hätte dann der kraftvolle
Jun=
ker Berlichingen ſich wohl befunden in dieſem Kreiſe,
wie hätte er noch als Greis von jenen Menſchen ſagen
können: „Wie ſehr dieſer Kreis mich belebte und
för=
derte, wäre nicht auszuſprechent.,
Nummer 265
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910,
Wirtshausſtreit und lieferte dann der
Einwohner=
ſchaft eine förmliche Schlacht, bei der mehrere Perſonen
von den Strolchen durch Revolverſchüſſe und
Meſſer=
ſtiche ſchwer verletzt wurden.
Kaiſerslautern, 10. Nov. Wie die Pfälziſche Preſſe
meldet, wurde bei einem Automobilunfall der
Wirt Heinrich König aus Wolfſtein getötet und der
Arzt Kennel aus Offenbach am Queich
lebensge=
fährlich verletzt.
Kuxhaven, 9. Nov. Die heute in Kuxhaven
ange=
kommene deutſche Bark „Schiller”, mit Salpeter von
Hamburg unterwegs, hat in der Nordſee durch eine
Sturzſee fünf Mann der Beſatzung verloren.
Amſterdam, 10. Nov. Der frühere Sultan
von Marokko, Abdul Aſis, iſt von Liſſabon an
Bord des Poſtdampfers „Königin Wilhelmina” geſtern
abend in Ymuiden angekommen. Da Liſſabon als
peſt=
verdächtig erklärt wurde, bleibt der Dampfer, bevor er
nach Amſterdam weitergeht, in Quarantäne.
Dünkirchen, 10. Nov. Drei Torpedoboote
ſtießen bei einer Uebungsfahrt mit einem Fiſcherboot
zuſammen. Das Boot ſank, doch konnte die Mannſchaft
gerettet werden. Die Torpedoboote erlitten leichte
Havarien.
London, 9. Nov. Hier glitt die Droſchke, in der
Graf Berthold, der öſterreichiſch=ungariſche
Bot=
ſchafter in Petersburg, der ſich zurzeit hier auf Urlaub
befindet, ſaß, an den Straßenbahnſchienen ſchräg ab
und fuhr gegen eine eiſerne Waſſerpumpe. Sämtliche
Fenſterſcheiben wurden zerbrochen. Der Graf erlitt
erhebliche Schnittwunden im Geſicht durch die
Glas=
ſplitter.
Madrid, 10. Nov. Der zwiſchen Cuevas und
Vin=
rune verkehrende Poſtwagen wurde von den
ſcheu=
gewordenen Pferden gegen eine Mauer geworfen. Vier
Reiſende wurden getötet und neun ſchwer verletzt.
New=York, 10. Nov. Wie aus der Stadt Mexiko
gemeldet wird, veranſtalteten Studierende anläßlich des
Lynchgerichts gegen den Mexikaner Antonio
Rodriguez in Rockſprings (Texas) Kundgebungen gegen
die Vereinigten Staaten, die Mittwoch zu Angriffen
auf Amerikaner und amerikaniſche Handelshäuſer
führ=
ten, deren Fenſter zertrümmert wurden. Die
Menge zerriß amerikaniſche Fahnen und trat ſie mit
Füßen, ohne daß die Polizei einſchritt. Mehrere
Zei=
tungen veröffentlichen heftige Artikel, die die
Demon=
ſtranten noch mehr erregten. Die Menge griff die
Ge=
ſchäftsräume des El Imparcial an, zerſtörte ſie und
ſteckte ſie in Brand. Berittene Polizei gebrauchte nun
die Schußwaffe. Drei Demonſtranten wurden getötet
und viele verletzt; etwa 200 Perſonen wurden verhaftet.
Tokio, 9. Nov. Die 26 Japaner, die der
Teil=
nahme an der Verſchwörung gegen das Leben
des Kaiſers, der, während er die Militärſchule
be=
ſuchte, von ihnen ermordet werden ſollte, angeklagt
ſind, wurden heute vom Tribunal für ſchuldig
befun=
den. Das Gericht empfiehlt in dieſem Falle auf die
ſchwerſte, geſetzlich vorgeſchriebene Strafe, die
Todes=
ſtrafe, zu erkennen.
Kunſtnotizen.
(eber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im N
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vo
—. Großh. Hoftheater. „Amphitryon”
ein ſehr ſelten und hier noch gar nicht gegebenes
Luſt=
ſpiel Heinrich von Kleiſts, deſſen volle
Bedeu=
tung überhaupt erſt durch die neuere Forſchung erkannt
worden iſt, ſoll nächſten Montag an unſerer Hofbühne
ſeine Erſtaufführung erleben. Dazu ſei mitgeteilt:
Kleiſt bezeichnet zwar ſelbſt ſein Werk als ein Luſtſpiel
nach Moliére, aber die Moliéreſche Komödie iſt ihm,
wie Franz Servacs mit Recht ſagt, nicht mehr, als ein
alter Schlauch, in den er ſeinen völlig neuen Wein
gießt. Was bei Moliére zu einem frivol=galanten
Abenteuer=Schwank geworden — das Herabſteigen
Jupiters zu Alkmene in Geſtalt ihres Gatten
Amphi=
tryon und die daraus ſich ergebenden Verwickelungen
—, wird bei Kleiſt zu einem feſtlich=ernſten Spiel. Kleiſt
hat die antike Fabel ganz auf das Gebiet der Seele
übertragen und damit aus der Seele ſelbſt Geheimſtes
und Gewaltigſtes neu herausgeſchürft. Die Derbheit
ſeiner Komik in den niederen Figuren der Dienerin der
Alkmene, Charis, und deren Gatten Soſias, auch des
Merkur, der in der Geſtalt des letzteren Jupiter
be=
gleitet, iſt ein wirkſamer Kontraſt zu ſeinem Ernſt.
Kleiſt hat hier, ſagt Adolf Wilbrandt, ſeinen
drama=
tiſchen Stil gefunden, einen Stil, in dem ein feinfühlig
muſikaliſcher Geiſt ſich mit der lebendigſten Wahrheit
des Dialogs ſehr glücklich vermählt, und den er in
ſeinen ſpäteren Dramen kaum mehr zu übertreffen
vermocht hat. Die nächſten Montag, den 14. d. M., an
unſerer Hofbühne ſtattfindende Erſtaufführung des
„Amphitryon” darf alſo jedenfalls in mehrfachem
Sinne ein beſonderes Intereſſe beanſpruchen. Die
In=
ſzenierung des Werkes leitet Regiſſeur Hacker. Die
Darſteller der Hauptrollen ſind: die Damen Oſter
und Rudolph, ſowie die Herren Heinz, Jürgas,
Baumeiſter und Jordan.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 10. Nov. Der
Sonderaus=
ſchuß der Zweiten Kammer für die Reviſion der
Verwaltungsgeſetze hat heute in Gegenwart des
Herrn Miniſters des Innern v. Hombergk zu Vach
und der Miniſterialräte Dr. Georg und Wilhelm Beſt
unter Vorſitz des Abg. Dr. Gläſſing mit der
Bera=
tung des Geſetzentwurfes, betr. die
Verwaltungs=
rechtspflege, begonnen. Dieſe dritte Vorlage zur
Verwaltungsgeſetzreform iſt weſentlich kürzer, als die
Städte= und Landgemeindeordnung, umfaßt aber
immer=
hin 145 Artikel, deren einzelne Beſtimmungen teilweiſe
recht weſentlich von den jetzigen Vorſchriften abweichen.
Der Ausſchußberichterſtatter, Abg. Dr. Gutfleiſch,
er=
ſtattete heute zunächſt ein allgemeines Referat darüber
und erklärte ſich prinzipiell für die Vorlage, weil dieſelbe
zweifellos ſehr weſentliche Verbeſſerungen enthalte,
be=
ſonders die, daß an die Stelle des Miniſteriums des
In=
nern als Berufsinſtanz fortan der Verwaltungsgerichtshof
treten ſoll, und zwar in Fällen, in denen das Miniſterium
zurzeit in der weiteren Rekursinſtanz zu entſcheiden hat,
ls Reviſionsgericht, und in Fällen, in denen es als
Re=
kursinſtanz zuſtändig iſt, als Berufungsgericht.
Zweifel=
haft erſcheint dem Ausſchußreferenten, ob nicht die Koſten
und Gebühren des Verfahrens ſich als zu hohe erweiſen
werden. Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach
betonte, daß man bei dieſer Neuordnung den Kreis der
Geſchäfte noch nicht genau überblicken könne, ſagte aber
zu, über die Höhe der Koſten nähere Berechnungen zu
veranlaſſen. In der morgigen Sitzung des Ausſchuſſes ſoll
mit der Einzelberatung des Geſetzentwurfes begonnen
werden.
Kochkunſt=Ausſtellung.
Im Saale des Hotels „Zur Traube” wurde
geſtern mittag die vom Klub der Köche,
Darm=
ſtadt, veranſtaltete Kochkunſt=Ausſtellung eröffnet. Die
Ausſtellung weiſt 32 Ausſteller mit 72 Nummern auf.
Ausgeſtellt haben: Georg Phildius (Küchenchef, Hotel
Traube). Steinbutt à la Royale, Rehkotelett à la
Sarah Bernhardt, Hammelſattel à la Pariſienne,
Rouen=
neſer=Ente à la Japonaiſe. — Jules Pérard (Hofkoch
des Großherzogs). Gänſeleber in Gelée, Sulzgericht
von Wild, Gefüllte Poularde nach Nizzaer Art. Gateau
Napolitaine. — Heinr. Pieper (Hofkoch des
Großher=
zogs). Feldhühner auf Jäger=Art, Hühnergalantine
à la Marechall. — Karl Feßner (Küchenchef
Bahnhofs=
hotel). Aufbau von Hummer und Fiſch, Kalbsmilcher
à la Jeanette, Ochſenrippe à la Ruſſe, Chateau briand
à la Portugaiſe. — Joſ. Müller (Küchenchef Hotel
Bri=
tannia). Chaud=froide de Poularde, Chartreuſe de
faiſan, Wildpaſtete. — Joh. Kleinertz (Küchenchef Hotel
Kölniſcher Hof). Poularde à la Pariſienne, Getrüff.
Faſanenſchaumbrot in Gelée. — E. Schön (Hofkoch des
Großherzogs). Gefüllte Ente, Zunge in Gelée. — Karl
Berger (Stadtkochgeſchäft). Rehrücken à la Moderne.
Salm in Gelée à la Ruſſe, Kalbfleiſchpaſtete. — Herm.
Thiſſon (Reſtaurateur). Languſte à la Bavaroiſe.
A. Schumacher (Reſtaurateur, Ober=Ramſtadt).
Tur=
ban de filet de ſoles à la Moscovite, Coeur de filet de
Bveuf à la Wellington. — Ludw. Schramm (Küchenchef
Reſtaurant Sitte). Poularde nach Pariſer Art,
Roaſt=
beef und kalte Beilagen. — C. Stoek (Patiſier,
Kondi=
torei Ott). Baumkuchen, zwei Körbchen Deſſert.
W. Heim (Küchenchef Hotel Köhler). Mouſſe de jambon
en belle vue, Chaud=froide de faiſan. — Georg Fath
(Küchenchef, Ludwigshöhe). Capaun in Gelée. — Karl
Rupp (Reſtaurateur). Salm in Gelée. — Kurt Renner
(Küchenchef). Truits ſaumonee à la Norvegienne,
Pou=
larde à la Neva. — Guſtav Horn (Koch Hotel Traube).
Seezungenfilet nach Orleans, Ochſenlende à la
finan=
ciere, Galantine von Kapaun. — Otto Bubenheim
(Koch Hotel Traube). Chaud=froide de faiſan, Schinken
nach Bajonner Art. — G. Hahn (Koch Hotel Traube).
Paupiettes de veau à la Piemontaiſe, Gef.
Schweins=
fuß. — Reſtaurateur Jung (Schützenhof). Lachsforelle
à la Ruſſe, Ochſenlende à la Moderne. — Café=
Reſtau=
rant Oberwaldhaus. Neapolitan Prunkkuchen auf
Croquantſockel, Waldhaustorte, Punſchtorte,
Bienen=
ſtich, Käſekuchen, zwei Blumentöpfe. — Kuno Kant
(Café Ernſt Ludwig). Fantaſie=Aufſatz. — Aug. Wilch
(Kochlehrling Bahnhofshotel). Aufſatz von Früchten.
— Joſ. Happ (Konditor. Ludwigshöhe). Croquanttem=
Vorträge.
— „Die Bedeutung der Geologie für
die Menſchheit” lautete das Thema, über das Herr
Muſeumskuſtos Dr. Haupt auf Veranlaſſung des
Aka=
demiſchen Vereins für Arbeiter=Fortbildungskurſe im
Fürſtenſaal vor einer zahlreichen Zuhörerſchaft ſprach.
Zunächſt ſchilderte der Redner die Aufgaben der Geologie
oder Erdgeſchichte: Unterſuchung des Aufbaues und der
Zuſammenſetzung der Erde aus Sediment= und
vulkani=
ſchen Geſteinen, die Erklärung der gegenwärtig auf der
Erde ſich abſpielenden Vorgänge, wie Erdbeben, Vulkane,
Wirkungen des Waſſers, Eiſes und Windes, und als
letzte, ebenfalls hochintereſſante Aufgabe die Erforſchung
der im Laufe der Jahrtauſende entſtandenen und wieder
untergegangenen Tier= und Pflanzenwelt. Die
Ergeb=
niſſe dieſer Unterſuchungen hätten nun — ſo erklärte der
Vortragende — einen großen theoretiſchen Wert
für die Menſchen, da ſie die Grundlage abgäben für eine
richtige allgemeine Weltanſchauung. Die
Verſteinerungs=
kunde liefere die klarſten Beweiſe für die Entwickelung
aller Organismen, auch des Menſchen, von niederen zu
höheren Formen. Dann kam der Redner auf den
prak=
tiſchen Wert der Geologie zu ſprechen, der aber aus
Un=
kenntnis immer noch zu wenig gewürdigt würde. So
ſetze der Geologe dem Land= und Forſtwirt die Urſachen
der verſchiedenen Fruchtbarkeit der Bodenarten
ausein=
ander und gebe ihm die Mittel an, dieſelben zu
ver=
beſſern. Ferner ſei die Geologie von großer Bedeutung
für die geſamte Baukunde und Induſtrie, indem ſie die
Brauchbarkeit der Geſteine unterſuche und deren
Auffin=
dung veranlaſſe, und in noch höherem Maße für den
Eiſenbahnbau bei Herſtellung von Tunneln und für die
Verſorgung der Städte mit Trinkwaſſer. Dann wies der
Redner noch auf den Nutzen der Geologie für den
Berg=
bau hin, dem ſie die Auffindung und Gewinnung
nutz=
barer Mineralien erleichtere, und kam zum Schluß noch
auf die Bedeutung der geologiſchen Landesanſtalten und
der geologiſchen Sammlung des Landesmuſeums zu
ſprechen.
Die intereſſanten Ausführungen des Redners wurden
durch zahlreiche Zeichnungen an der Tafel unterſtützt und
am Ende derſelben erhielt noch ein jeder Teilnehmer eine
kurzgefaßte Inhaltsangabe des Vortrages überreicht.
Sicherlich hat derſelbe dazu beigetragen, weitere Kreiſe
für die geologiſche Wiſſenſchaft zu intereſſieren.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Arthur Volkmann. In der Galerie
Heinemann in München ſind zurzeit 67 Werke
des in Rom lebenden Bildhauers, Malers und
Zeich=
ners Profeſſor Arthur Volkmann ausgeſtellt.
Deutſchland erhält durch dieſe Kollektion wohl zum
erſten Male ein umfaſſendes Bild des nun bald
ſechzig=
jährigen Künſtlers. Volkmann iſt der konſequenteſte
Schüler Hans von Marées, damit die Höhe ſeiner
Kunſtauffaſſung, aber auch die Einſamkeit ſeines
Standpunktes teilend. Dieſe nach einer dekorativen
Vereinfachung der Formengebung ſtrebenden Bilder
wenden ſich, jeden koloriſtiſchen und ſtofflichen Reiz
asketiſch vermeidend, nur an die innere Anſchauung.
Fr. Th. Viſcher, einmal gefragt: „Was iſt reine
An=
ſchauung?” gab zur Antwort: „Reine Anſchauung iſt
reine Anſchauung” damit die Unerklärbarkeit dieſes
Phänomens bezeichnend. In ſolche Verlegenheit kommt
auch der Kunſtbetrachter, der den Wert eines Bildes
von Marées oder Volkmann beſtimmen ſoll. Es läßt
ſich nur ſoviel ſagen: es handelt ſich hier um „abſolute‟
Kunſt, zu deren Erfaſſung das geſchulte „innere‟
Auge nötig iſt, wie zum Verſtändnis abſoluter Muſik
das geſchulte Ohr. Auf dem Gebiet der polychromen
Plaſtik ſchuf Volkmann Werke, die zwar zum Teil nicht
unwiderſprochen blieben, die aber zum Bedeutendſten
zählen, was die neuere Plaſtik hervorgebracht hat. Sein
Name muß in unmittelbarer Nähe von A. Hildebrand
genannt werden. Bei Heinemann iſt auch der „Sitzende
Mann” zu ſehen, der wohl als das plaſtiſche Hauptwerk
A. Volkmanns bezeichnet werden darf. Der
unmittel=
bare Eindruck des Lebens iſt hier in ganz außerordent=
pel mit kleinem Aufſatz. — Daniel Ewald (
Kochlehr=
ling Ludwigshöhe). Forelle in Gelée. — Adolf
Wies=
ler (Küchenchef Hotel Prinz Karl). Schauſtück in
Gelée. — Karl Spahn (Koch). Canard aux Oranges.
— N. Hofmann (Koch Hotel Britannia).
Hammel=
rücken à la Moderne. — Georg Luley (Küchenchef Stadt
Koburg). Has auf engliſche Art, Feldhuhn=Aufſatz.
Gardiſt Fülling (Offizier=Kaſino). Corbeille de la fruits
au petit Fours. — Ad. Volk (Kochvolontär Offizier=
Kaſino). Gänſeleberpaſtete in Gelée, Fonds
d’Arti=
chauts à la Neva. — Otto Egner. Filet von
Seezun=
gen, Wildpaſtete in Madeira=Gelée, Kalbsrücken
à lOOrloff, Hummer en belle vue.
Die Ausſtellung gibt in erſter Linie ein Bild von
der modernen und vornehmen Anrichtekunſt. Und
man kann in der Tat bei einigen der ausgeſtellten
Platten von Kunſt ſprechen. Neben dem eigentlichen
Ausſtellungsraum befindet ſich ein kleiner,
anheimeln=
der Teeſalon, den die Bismarck=Drogerie Jakob
Streb hierſelbſt aufgeſchlagen hat und in dem
Tee=
proben gratis verabfolgt werden, gleichwie in dem
Maggi=Probierraum Suppen und Bouillon. In
einem anderen Raum hat die zweite Abteilung der
Ausſtellung Platz gefunden. In dieſer ſind die zum
Kochen, Braten und Backen nötigen Bedarfsartikel
untergebracht.
Handel und Verkehr.
Die türkiſche Anleihe.
* Berlin, 9. Nov. Ein von der Deutſchen
Bank geführtes Konſortium übernahm von der
tür=
kiſchen Regierung eine vierprozentige,
in 41 Jahren tilgbare, durch die Zolleinnahmen von
Konſtantinopel ſicher geſtellte Anleihe von ſieben
Millionen türkiſchen Pfund zum Kurſe von 84
Pro=
zent weniger den Pauſchalvergütungen für den
aus=
ländiſchen Stempel und die Emiſſionskoſten. Das
Konſortium hat die Anleihe bis ſpäteſtens 14. März
1912 abzunehmen und leiſtet der türkiſchen Regierung
inzwiſchen zu 5½ Prozent Diskont Vorſchuß auf
Schatzwechſel, welche aus dem Ausleiheerlös
heimzu=
zahlen ſind. Die türkiſche Regierung räumt dem
Konſortium außerdem das Recht ein, weitere 4
Mil=
lionen türkiſche Pfund der gleichen Anleihe zum
näm=
lichen Kurſe zu beziehen. Die Kontrahenten dieſes
Geſchäftes ſind: die Deutſche Bank, Berlin; S.
Bleich=
röder, Berlin; die k. k. priv. allgemeine Oeſterreichiſche
Bodenkreditanſtalt, Wien; die Anglo=Oeſterreichiſche
Bank, Wien; die Bank für Handel und Induſtrie,
Berlin; L. Behrens und Sohn, Hamburg; die
Ber=
liner Handelsgeſellſchaft, Berlin; Gebrüder Bethmann,
Frankfurt a. M.; k. k. priv. Böhmiſche Union=Bank,
Prag; Kommerz= und Diskonto=Bank, Hamburg;
k. k. priv. Oeſterreichiſche Kredit=Anſtalt für
Handel und Gewerbe, Wien: Delbrück Leo
& Ko., Berlin: Deutſche Orientbank, Berlin;
Deutſche Vereinsbank, Frankfurt a. M.; die Direktion
der Diskonto=Geſellſchaft, Berlin; Dresdener Bank,
Berlin; k. k. priv. Oeſterreichiſche Länderbank, Wien;
Mendelsſohn u. Ko., Berlin; Mitteldeutſche
Kredit=
bank, Berlin; Nationalbank für Deutſchland,
Ber=
lin; Niederöſterreichiſche Escompte=Geſellſchaft, Wien;
Norddeutſche Bank, Hamburg; Peſter ungariſche
Kom=
merzialbank, Peſt; S. M. von Rothſchild, Wien; A.
Schaaffhauſenſcher Bankverein, Berlin; Schweizeriſche
Kreditanſtalt, Zürich; Lazard Speyer=Elliſen,
Frank=
furt a. M.; Jakob S. H. Stern, Frankfurt a. M.;
Un=
gariſche allgemeine Kreditanſtalt, Peſt: Unionbank,
Wien; W. Warburg u. Ko., Hamburg; Wiener
Bank=
verein, Wien; Württembergiſche Vereinsbank,
Stutt=
gart.
Luftſchiffahrt.
* Berlin, 10. Nov. Der große
internatio=
nale europäiſche Rundflug, für deſſen erſte
Etappe die Berliner B. Z. am Mittag, Verlag Ullſtein
u. Co., den B. Z.=Preis der Lüfte in Höhe von 100000
Mark geſtiftet hat, wird, wie jetzt feſtſteht, am 4. Juni 1911
von Paris aus ſeinen Anfang nehmen. Es werden auf
dem Fluge nach Berlin die Städte Aachen, Düſſeldorf,
Bielefeld, Hannover und Magdeburg berührt werden.
Die Weiterfahrt nach Brüſſel ſoll von Berlin über
Hamburg, Bremen, Oldenburg, Münſter und Köln
er=
folgen.
* Bitterfeld, 9. Nov. Der für Rußland
be=
ſtimmte Lenkballon „P VII” machte heute
nachmit=
tag eine letzte Probefahrt von 35 Minuten. An der
Fahrt nahmen neun Perſonen teil, worunter ſich der
Führer des Luftſchiffes, Hauptmann Dinglinger,
und Oberingenieur Kiefer befanden. Das Luftſchiff
licher Weiſe mit hoher Stilſchönheit vereinigt. Auch
ein „Eros” iſt da, der jenen unergründlichen Zauber
beſitzt, der durch die vollkommene Beherrſchung aller
techniſchen Mittel allein nicht zu erklären iſt.
— Infolge der Auflöſung des Antiquariats K.
Th. Völcker in Frankfurt a. M., deſſen
Be=
ſtände ſukzeſſive verſteigert werden ſollen, fand die
erſte Bücher=Auktion Mitte Oktober ſtatt. Jetzt
kommt die eine Hälfte der großen Sammlung von
Städteanſichten zur Verſteigerung, welche die
Länder Schweiz, Elſaß=Lothringen, Baden,
Württem=
berg, Pfalz, Rheinland und Weſtfalen, Kurheſſen,
Großherzogtum Heſſen, Naſſau und Frankfurt
um=
faßt. Der Katalog enthält 3000 Nummern, darunter
viele Konvolute.
* Köln, 9. Nov. Der Leiter unſerer Vereinigten
Stadttheater, Geheimer Hofrat Max Marterſteig,
hat einen Ruf als Intendant an das Leipziger
Stadt=
theater erhalten. Herr Marterſteig hatte davon der
Kölner Verwaltung ſchon vor längerer Zeit Mitteilung
gemacht. Er iſt bereit, das Angebot unter den ihm
ge=
botenen günſtigen Bedingungen anzunehmen, und ſo
wird jetzt die Entſcheidung, ob Herr Marterſteig ſeine
Kölner Stellung verlaſſen wird, bei der
Stadtverord=
netenverſammlung in Leipzig liegen.
* Vom Nordpolſchwindel. In Kopenhagen
iſt von dem Grönlandsforſcher Knud Rasmuſſen, der ſich
augenblicklich auf Kap York aufhält, ein Bericht
eingetrof=
fen, den der eingeborene grönländiſche Pfarrer Guſtav
Olſen von den Eskimos Itukuſuk und Apilak erhalten
hat. In dieſem Bericht wird nochmals der Schwindel
Cooks entlarvt. Cook hat während des ganzen
Zuſam=
menſeins mit den Eskimos nicht erwähnt, daß er am
Nordpol geweſen iſt, ſondern ſprach nur von einer langen,
beſchwerlichen Reiſe. Erſt nach Verlaſſen ſeiner beiden
Begleiter begann der Schwindel. Die ſpäteren Begleiter
konnten ſich nicht die Möglichkeit vorſtellen, daß der weiße
Mann lüge.
Nummer 265
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910.
Seite 3.
wird vorausſichtlich in den nächſten Tagen per Bahn
nach Rußland gehen.
Hochwaſſer.
* Stuttgart, 10. Nov. Infolge des lang
an=
haltenden und ſtarken Regens liegen aus verſchiedenen
Teilen des Landes Nachrichten über Hochwaſſer
vor. Die meiſten Flüſſe ſind über die Ufer getreten
oder doch ufervoll und führen viel Treibholz mit ſich.
Die Täler ſind vollſtändig unter Waſſer. In Hall
konnte der Poſtwagen von Geislingen das Tal nicht
herauffahren. Die Poſt talabwärts mußte durch
Botengang beſtellt werden.
* Mannheim, 10. Nov. Der Waſſerſtand des
Rheins iſt in der vergangenen Nacht in
Mann=
heim von 442 auf 554 Zentimeter, in Maxau von 498
auf 590 Zentimeter und in Kehl von 356 auf 442
Zenti=
meter geſtiegen.
* Trier, 10. Nov. Die Moſel iſt in der
letz=
ten Nacht um 53 Zentimeter geſtiegen. Ihr
Waſſer=
ſtand betrug heute früh 479 Zentimeter. In den
tie=
fer gelegenen Häuſern iſt das Waſſer in die Keller
eingedrungen. Die Moſelkleinbahn Trier=Bullay
mußte zwiſchen Amdel und Völklingen ihren Betrieb
unterbrechen, da das Waſſer die Geleiſe überflutete.
Bei Pelm in der Eifel drang das Hochwaſſer in
die Neubauanlage der Bahn ein und zerſtörte ſie
teil=
weiſe. Ein Bauzug wurde vom Waſſer umgeworfen,
die Wagen und die Lokomotive wurden ſchwer
be=
ſchädigt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Erklärung.
Seit zwei Jahren der ſtädtiſchen Kommiſſion für
Straßen= und Außenbahnen beigewählt, bin ich zur
Uebernahme eines Stadtverordnetenmandats
aufgefordert worden, um auch weiter in dieſer
hoch=
wichtigen Sache mitwirken zu können. Ich ſelbſt bin
in keiner Weiſe, weder direkt noch indirekt, für meine
Kandidatur tätig geweſen, wie ich auch dieſe Erklärung
erſt nach erfolgter Wahl erſcheinen laſſe.
Nachdem aber heute in einem Eingeſandt in dieſer
Zeitung vor mir als der Parteinahme zugunſten der
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft verdächtig gewarnt
worden iſt, ſehe ich mich veranlaßt, hiermit zu erklären,
daß ich in keinerlei perſönlicher oder ſonſtiger
Ab=
hängigkeit zu der Geſellſchaft ſtehe und daß ich, um
jedem Schein von Einwand zu begegnen, ſofort meinen
kleinen Beſitz an Aktien derſelben verkauft habe. Ich
kenne die Geſellſchaft und deren Leiter ſeit ihrem
Be=
ſtehen und habe meine Auffaſſung über ihr Verhältnis
zur Stadt Darmſtadt ſchon 1909 in meinem auf
Er=
fordern der Stadt erſtellten öffentlichen Gutachten
ein=
gehend dargelegt. Wenn ich jetzt trotzdem in der
be=
zeichneten Weiſe verdächtigt werde, ſo darf ich die Art,
wie hiermit perſönliche und politiſche Ziele
verfolgt werden, dem Urteil jedes anſtändig denkenden
Menſchen überlaſſen.
Darmſtadt, 9. Nov. 1910.
A. Grooß, Eiſenbahndirektor a. Dienſt.
Deutſch=engliſche Freundſchaft.
* London, 10. Nov. Auf dem geſtrigen Bankett
in der Guildhall widerlegte John French in ſeiner
Erwiderung auf den Toaſt auf die Armee die Meldungen
und Schlüſſe bezüglich der engliſchen Armee, welche ein
früherer deutſcher Offizier als Zeitungsberichterſtatter
er=
hoben habe. French ſagte, er habe das Bedürfnis, den
Kameraden des großen Deutſchen Reiches
die Verſicherung zu geben, daß die engliſche Armee weit
davon entfernt ſei, zu denken, daß die Meinung über ſie,
welche von dem betreffenden Korreſpondenten
ausgeſpro=
chen wurde, die Anſchauung der deutſchen Kameraden über
die britiſche Armee widerſpiegle. (Beifall.) Zwiſchen
den deutſchen und engliſchen Soldaten hätten bisher die
innigſte Freundſchaft und Herzlichkeit und gegenſeitige
Achtung geherrſcht und würden, wie er hoffe, auch ſtets
unter ihnen herrſchen. Den engliſchen Offizieren ſei bei
den deutſchen Manövern ſtets der herzlichſte Empfang zu=
teil geworden und er ſei überzeugt, daß die engliſchen und
deutſchen Kameraden nur von den freundſchaftlichſten
Empfindungen beſeelt ſeien.
Literariſches.
* Kränzchen=Bibliothek. Jeder Band mit
einem Vollbild und zahlreichen Textilluſtrationen.
Ele=
gant gebunden je 3 Mark. Union, Deutſche
Verlags=
geſellſchaft, Stuttgart. — Eine Reihe der Erzählerinnen
unſerer Mädchenzeitſchrift Das Kränzchen iſt in der
Gunſt der deutſchen Backfiſche bis zum Grade
ſchwärme=
riſcher Verehrung emporgeſtiegen. Die Kränzchen=
Bibliothek bringt die beliebteſten Erzählungen dieſer
Autorinnen in ſchöner, moderner Ausſtattung zu ſehr
billigem Preiſe. Die Bände ſind reich mit Illuſtrationen
geſchmückt und werden, den jungen Mädchen anf den
Weihnachtstiſch gelegt, viele Frende bereiten.
Vermiſchtes.
— Bau einer Markthalle in München.
Wie in anderen großen Städten bereits ſeit Jahren
Markt=
hallen errichtet ſind, ſo iſt nun auch das ſeit 1904
ſchwe=
bende Projekt zwecks Errichtung einer ſtädtiſchen
Groß=
markthalle zur Ausführung gekommen. Aeußere Umſtände,
wie ſchwebende Projekte in Bahnen= und Zollanlagen,
vereitelten bisher die Inangriffnahme dieſes für den
Groß=
handel äußerſt wichtigen Baues in München. Dieſe
Groß=
markthalle iſt mit allen der Neuzeit entſprechenden
Ein=
richtungen, wie ſie der Großhandel erfordert, verſehen. So
findet man in demſelben außer den nötigen
Beförde=
rungsmitteln für Waren, Perſonen uſw. eine Abteilung
für eine Börſe, eine öffentliche Poſt, öffentliche
Reſtau=
rants und Erfriſchungsräume, Verwaltungsbüros und
komplette Wohnungen für die ſtändigen Perſonen uſw.
Die für den Neubau vorgeſehenen techniſchen
Einrich=
tungen dürften allen Anforderungen entſprechen, um den
Großhandel zu fördern.
Wie wir hörten, iſt an dieſem Bau auch eine
Darm=
ſtädter Firma beteiligt, indem die Ausführung der
Zen=
tralheizungsanlage der Darmſtädter
Zentralheizungs=
fabrik Ingenieur H. Fritz übertragen wurde.
Stadtverordnetenwahl.
Darmſtadt, 11. November.
** Bei der geſtrigen Erſatzwahl zur
Stadt=
verordneten=Verſammlung haben von 14060
Stimmberechtigten etwa 8260, genau 59 Prozent,
abgeſtimmt. Die Stimmabgabe bei den drei
vorher=
gegangenen Stadtverordnetenwahlen war folgende: 1907:
12971 Stimmberechtigte, 7450 Abſtimmende — 57,4
Pro=
zent, 1904 — 11935 Stimmberechtigte, 6396 Abſtimmende
oder 53,7 Prozent, 1901 — 11010 Stimmberechtigte, 5830
Abſtimmende oder 53 Prozent. Die Wahlbeteiligung war
hiernach etwas ſtärker als bei den letztvorhergegangenen
Wahlen. Ueber das Reſultat der Wahl ſind wir
heute noch zu folgenden Mitteilungen in der Lage.
Es wurden Stimmzettel abgegeben:
lichen Parteien u. Be= Unab=
geänderte Ab=
geänderte Zu=
ſammen zirksvereine
2. Für die Sozialdemo= 2243 1620 3863 kraten
3. Für den Zettel der 2866 810 3676 Mieter . . . 25 54 79
zuſammen 5134
2484 7618
Außerdem dürften etwa 600 zerſplitterte Zettel
abgegeben worden ſein.
Hiernach ſtehen rund 3863 Zetteln der vereinigten
bürgerlichen Parteien 3676 ſozialdemokratiſche
gegen=
über.
Als zunächſt bemerkenswert iſt wohl der Umſtand zu
verzeichnen, daß von den Wahlzetteln der verſchiedenen
bürgerlichen Parteien über die Hälfte 1620
hand=
ſchriftliche Abänderungen der Wähler an
ſich tragen, während nur 2242 unabgeändert
ab=
gegeben wurden. Demgegenüber haben ſich die Anhänger
der ſozialdemokratiſchen Partei als beſſer diſzipliniert
bewieſen, denn bei ihnen gibt es nur etwa 810 abgeänderte
Zettel.
Die amtliche Feſtſtellung des Wahlreſultates
iſt, wie wir hören, auf heute nachmittag um 5 Uhr im
Saale der Stadtverordneten anberaumt.
Die angeſtrengte Tätigkeit der Wahlvorſtände hat es
ermöglicht, daß von einzelnen der 20 Wahlabteilungen
ſchon in früherer Abendſtunde das endgültige Reſultat
feſtgeſtellt werden konnte. Das letzte — IV. — Bureau
hatte allerdings bis gegen 2 Uhr zu zählen. Das
Zähl=
geſchäft wurde durch die vielen Streichungen koloſſal
er=
ſchwert.
Vorausſichtlich werden alſo folgende Herren gewählt
ſein:
1. Dr. Kolb, Karl, Sanitätsrat und Stadtv., mit
7758 Stimmen,
2. Dr.=Ing. Heyd, Th., Stadtv, mit 7119 Stimmen,
3. Aßmuth, Peter, Bureaugeh., mit 7001 Stimmen,
4. Baſtian, Emil, Direktor der Hypothekenbank, mit
4585 Stimmen,
5. Hüfner, Ad., Werkmeiſter und Stadtv., mit 4508
Stimmen,
6. Ramdohr, Paul, Apotheker, mit 4503 Stimmen,
7. Bormet, F., Rechnungsrat und Stadtv., mit 4498
Stimmen,
8. Dr. Bender, Hugo, Rechtsanwalt und Stadtv.,
mit 4463 Stimmen,
9. Nodnagel, Ludw., Geh. Oberſchulrat und Stadtv.,
mit 4422 Stimmen,
10. Schäfer, Leonh., Architekt, mit 4322 Stimmen,
11. Lautz, Ludw., Fabrikant und Stadtv., mit 4275
Stimmen,
12. Gretzſchel, G., Landeswohnungsinſpektor, mit
4077 Stimmen,
13. Dr. Oſann, Art., Rechtsanw., mit 4071 Stimmen,
14. Dr. Vaubel, Wilh., Chemiker, mit 4004 Stimmen,
15. Friedrich, O., Ortskrankenkaſſe=Etheber, mit 4002
Stimmen,
16. Wagner, Ludw., Architekt, mit 3991 Stimmen,
17. Werner, Ludw., Glaſermſtr., mit 3925 Stimmen,
18. Fulda, Dr., Hch., Landtagsabgeordneter, mit 3906
Stimmen.
Von dieſen gelten die erſten 14 auf neun Jahre, der
15. und 16. auf ſechs Jahre und die beiden
niedrigſt=
beſtimmten auf drei Jahre gewählt.
Darmſtadt, 11. November.
* Konzert in der Stadtkirche. Geſtern abend fand
auf den Wunſch Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs für
die ruſſiſchen Herrſchaften in der Stadtkirche ein
außer=
ordentliches Konzert des Muſikvereins
un=
ter Leitung des Hofkapellmeiſters de Haan ſtatt, bei dem
das deutſche Requiem von Brahms zur Aufführung
gelangte. Ihr wohnten der Kaiſer von Rußland
mit der Großfürſtin Olga, der Großherzog
und die Großherzogin, Prinz Heinrich von
Preußen und die Fürſtin zu Erbach=
Schön=
berg und trotz der hohen Eintrittspreiſe ein ſehr
zahl=
reiches Publikum bei. Die Zarin und Prinzeſſin
Heinrich waren nicht erſchienen.
Die Aufführung des grandioſen Werkes, das ſich mit
ſeiner modern empfundenen Muſik und ſeiner von dem
üblichen traditionellen Oratorienſtil abweichenden
moder=
neren Form dem heutigen Geſchmack nähert und dem
Ver=
ſtändnis leichter erſchließt, war dank der von Begeiſterung
getragenen und energiſchen Leitung des Herrn Hofrats
de Haan und der liebevollen Hingabe aller Mitwirkenden
von einem vollen Erfolge gekrönt und hinterließ einen
tie=
fen Eindruck. Prachtvoll durchbrauſten die machtvollen
Chöre, unterſtützt und verſtärkt von dem
klangpräch=
tigen Orcheſter der Hofkapelle, den Raum des
Gotteshauſes. Die Sopran= und Baritonpartien
wurden von Frau Cahnbley=Hinken und
Herrn van Dort aus Amſterdam
geſun=
gen, die die hochliegenden Partien mit Ueberwindung
der geſanglichen Schwierigkeiten, ſtimmlicher Schönheit
und Wärme des Vortrags durchführten, was namentlich
von dem letztgenannten Sänger gilt. Der Orgelpart lag
bei Herrn Stadtorganiſten Borngäſſer in bewährten
Händen. So bot die wohlgelungene und eindrucksvolle
Aufführung des feierlichen Werkes allen Zuhörern Genuß
und Erbauung.
Kleines Feuilleton.
— Ein franzöſiſcher Hymnus auf das
deutſche Heer. Ein franzöſiſcher Beobachter, P. A.
Cheramy, der im Herbſt eine Reiſe durch Deutſchland
unternommen hat und dabei am 1. September Zeuge
der großen Parade auf dem Tempelhofer
Felde war, gibt im Gaulois eine intereſſante
Schilde=
rung ſeiner Eindrücke. „Die Paraden vor dem Kaiſer,
bei denen noch das von Friedrich dem Großen
feſtge=
ſetzte Zeremoniell gilt, haben nichts gemein mit unſeren
Paraden vom 14. Juli. Wir feiern dabei einen
poli=
tiſchen Jahrestag, und das heißblütige Pariſer Volk
kann dann ſeine Freude und ſeine Leidenſchaft für
be=
geiſterte Demonſtrationen frei betätigen. In Berlin
handelt es ſich um etwas ganz anderes. Die Paraden
haben den Zweck, die Bereitſchaft und die Ausbildung
der Truppen zu zeigen. Kein Tumult, kein Lärm, keine
patriotiſche Ekſtaſe. Alles vollzieht ſich in Ordnung und
Ruhe, ja ſozuſagen in ſtiller Sammlung. 45000 Mann,
Infanterie, Kavallerie und Artillerie, waren auf dem
Tempelhofer Feld vereint. Wie muß man vom
militä=
riſchen Standpunkt über dieſe Parade urteilen, welche
Schlüſſe hat man aus ihr zu ziehen? Es iſt nicht zu
beſtreiten, daß dieſe Heerſchau ein impoſantes,
herr=
liches Schauſpiel bietet. Die Infanterie, vor allem das
Alexander= und Eliſabeth=Reaiment, defilierten in
einer Haltung und mit einer Genauigkeit, die über
jedes Lob erhaben iſt. Niemals ſah ich den berühmten
preußiſchen Paradeſchritt ſo ſicher, ſo gebietend in all
ſeiner automatiſchen Würde. Man hat dieſen
Parade=
ſchritt bekämpft und eingeſchränkt, aber man muß
zu=
geben, daß er dem Fußſoldaten eine ſeltſame Sicherheit
gibt. Die Leute ſind wie ineinander eingeſchachtelt. Sie
halten „Ellbogenfühlung” wie der militäriſche
Aus=
druck lautet, und der Anblick des Ganzen iſt wirklich
kriegeriſch und eindrucksvoll. Die Stiefel ſchlagen zur
gleichen Sekunde auf den Boden, in feſtem Rhythmus
hallt dieſer Stoß fort und gibt das Gefühl von Kraft
und kriegeriſcher Energie. Die Kavallerie iſt ſehr gut
beritten, die Reiter haben ihre Pferde „in der Hand”.
Die weißen Küraſſiere auf ihren großen, ſchwarzen
Pferden ſind herrlich anzuſchauen. Alle Offiziere, die
vor ihren Abteilungen einherreiten, ſind vollkommene
Reiter. Die Artillerie, die mit einer fröhlichen,
mit=
reißenden Muſik defiliert, wahrt die Abſtände
ausge=
zeichnet, wenn ich auch von ihr nicht glauhe, daß ſie der
unſeren unbedingt überlegen iſt. Am Schluß der
Parade fehlt jener ſenſationelle Angriff, der bei uns
am 14. Juli ſo viel Effekt macht. Eine ſolche Epiſode
widerſprach dem ſtrengen Sinne Friedrichs des
Großen.”
Cheramy ſpricht dann vom Kaiſer, „dem
ge=
liebten, geachteten Chef dieſer fünfzehnhunderttauſend
Soldaten, die er in der Gewalt hat, als wären ſie nur
ein Mann, dem die Armee heute ihre Kraft, ihre
Ein=
heit und ihre Macht verdankt. Eines kann nicht
be=
ſtritten werden; daß der Kaiſer ſeine Armee
leiden=
ſchaftlich liebt. Jeden Morgen werden ihm alle
militä=
riſchen Neuigkeiten vorgelegt, alle Veränderungen
be=
ſprochen, alle Fortſchritte erörtert, die noch gemacht
werden müſſen. Bei allen Paraden, bei allen Manövern
ſieht man ihn zu Pferde inmitten ſeiner Truppen; vom
Anfang bis zum Ende beobachtet er mit unermüdlicher
Aufmerkſamkeit alle Einzelheiten. Man ſuche einen
anderen Staatschef, der für ſeine Armee eine ſolche
Tätigkeit, eine ſolche Aufmerkſamkeit und eine ſolche
Fürſorge bekundet. Darum iſt es auch nicht
verwun=
derlich, daß dieſe Armee ihr Oberhaupt, ihren Kaiſer
liebt und bewundert, ihn, der an ihrer Arbeit
teil=
nimmt, bis zu einem gewiſſen Grade auch an all ihren
Mühen und Anſtrengungen.” Cheramy kommt dann
wieder auf die Parade zurück und bewundert die
Prä=
ziſion aller Beſtimmungen und ihrer Ausführung:
„Man fühlt, daß alle dieſe Soldaten bewundernswert
in den Händen ihrer Führer ſind”, und dieſe Sicherheit
der Führer entlockt dem Franzoſen immer wieder
Worte vorbehaltloſer Anerkennung.
CK. Was Kronprinzen=Reiſen koſten.
Intereſſante Angaben über die Koſten der großen
Reiſen, die König Georg als Kronprinz nach Indien,
Auſtralien und Kanada unternommen hatte,
veröffent=
licht eine engliſche Wochenſchrift. Seine Reiſe nach
Auſtralien an Bord der „Ophir” hat insgeſamt
3 200000 Mark verſchlungen, verhältnismäßig wenig,
wenn man bedenkt, daß der Dampfer auf Monate
ge=
chartert und zugleich die Koſten für ein ſehr ſtattliches
Gefolge aufzubringen waren. Doch hat die kurze
Reiſe nach Kanada vor zwei Jahren nur 40000 Mark
gekoſtet. Eine gewaltige Summe hat dagegen die große
Reiſe nach Indien erfordert; die genaue Summe wurde
nie bekannt, da ein großer Teil der Koſten aus der
königlichen Schatulle beſtritten wurde. Das Parlament
bewilligte damals eine Reiſeunterſtützung von 400000
Mark. Alles in allem wird die Reiſe wohl gegen
5 Millionen Mark verſchlungen haben. Dasgiſt nicht
ſo viel, als die Indienreiſe König Eduards gekoſtet hat,
als er 1875 als Kronprinz die indiſche Fahrt antrat.
Das Parlament bewilligte dazu 1200000 Mark, aber
Sir Bartle Frere, der die Arrangements getroffen
hatte, bezeichnete dieſe Summe als völlig unzureichend,
da allein die Geſchenke an die indiſchen Fürſten faſt
ſo viel gekoſtet hätten. Er verlangte zwei Millionen,
aber als das Parlament ſie nicht bewilligen wollte,
wandte man ſich an den Vizekönig von Indien und
er=
hielt vom indiſchen Schatzamt noch weitere 200000 Mark.
Zu gleicher Zeit hatte das Marinedepartement für die
indiſche Reiſe des Kronprinzen 1040000 Mark
ausge=
geben. Man hielt das in England für zu viel, und es
kam ſogar zu Proteſtverſammlungen im Hyde=Park und
zu Interpellationen im Parlament. Die Zahlen, die
dann bekannt wurden, beſchwichtigten ſchnell die
ver=
frühte Erregung, denn es zeigte ſich, daß nicht weniger
als 800000 Mark allein für Geſchenke notwendig
ge=
worden waren. Im Verhältnis zu den Gaben, die der
britiſche Thronfolger von den indiſchen Fürſten erhielt,
waren dieſe 800000 Mark ſogar ſehr wenig, denn der
Wert der mit heimgebrachten Geſchenke wird mit
wenigſtens 10 Millionen Mark eingeſchätzt. Ein
Maha=
radſchah ſtiftete ein juwelenbeſetztes Schwert, das einen
Wert von 240000 Mark bedeutet. Die ganzen Koſten
der Indienreiſe des ſpäteren Königs Eduard betrugen
weit über 6 Millionen Mark.
* Chanteclers Einnahmeen. Seit dem
5 d. M. iſt Roſtands „Chantecler” vom Spielplan des
Pariſer Theaters Porte=Saint=Martin verſchwunden.
Das Stück hat ſehr bedeutende Einnahmen gebracht.
In Paris haben 162 Vorſtellungen zu gewöhnlichen
Preiſen (das heißt Kaſſen=, nicht
Billetthändler=
preiſen) und 160 Vorſtellungen zu Sommerpreiſen
ſtattgefunden, wofür 1995400 Francs eingenommen
wurden. Außerdem ſind in den Provinzſtädten und
im Auslande im ganzen 430 Aufführungen
veran=
ſtaltet worden, die weitere 1313658 Francs Einnahme
ergeben haben. Das ſind zuſammen 3309058 Francs.
* Die erſte Ausgabe. Der Schäferfranz
ſtudiert im Wirtshaus die Lotterieziehungsliſte.
Plötz=
lich ſpringt er auf und gibt dem am Nebentiſch
ſitzen=
den Müllerwaſtl, mit dem er ſeit langer Zeit in
Feindſchaft lebt, eine mächtige Ohrfeige. „So, da haſt
endlich die Watſch’n, die ich dir ſeit zwei Jahren
zu=
gedacht hab’” ſchreit er, „bis heut’ iſt ſ’ mir zu teuer
geweſen, aber jetzt kannſt mich verklagen, ich hab’ 500
Mark in der Lotterie gewonnen!”
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910.
Nummer 265.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Nov. Der Kaiſer gedenkt heute abend
die Reiſe nach Schloß Wolfsgarten, Baden=
Baden und Donaueſchingen anzutreten. Im Gefolge
wer=
den ſich befinden: Hofmarſchall Graf von Hencke l=
Donnersmarck, Generaloberſt v. Pleſſen, die
Flü=
geladjutanten Oberſt v. Chelius und Oberſtleutnant
v. Friedeberg, Leibarzt Dr. Niedner und als
Ver=
treter des Auswärtigen Amtes Frhr. v. Jeniſch. Für
den Beſuch in Wolfsgarten tritt noch hinzu der ruſſiſche
Generalmajor à la surte von Tatiſchtſchew.
* Berlin, 10. Nov. In der heutigen Sitzung des
Bundesrates wurde dem Entwurf einer
Beſtim=
mung über den Betrieb von Zinkhütten zugeſtimmt.
* Berlin, 10. Nov. Zu dem Verbrechen am
Humboldthafen wird mitgeteilt, daß der Schiffer
Ernſt ſein Alibi nachweiſen konnte. Der Täter iſt ein
Doppelgänger von Ernſt, der Schiffer Meißner, geboren
1875 zu Marienwerder im Kreis Niederbarnim, der heute
verhaftet wurde.
* Berlin, 10. Nov. Moabiter
Krawall=
prozeß. Um 2 Uhr 20 Min. eröffnete der Vorſitzende,
Landgerichtsdirektor Weſtermann, die Sitzung und
ver=
kündete, daß das Gericht dem gegen die dritte
Straf=
kammer geſtellten Ablehnungsantrag nicht ſtattgegeben
habe. Die dritte Strafkammer trat ſodann wieder in
ihre Rechte. Landgerichtsdirektor Lieber erklärte, daß
die Verhandlung wegen Erkrankung des
Berichterſtat=
ters, Landgerichtsrat Muſiol, auf Samstag 9½ Uhr
vertagt werden müſſe. Nach Sitzungsſchluß bat der
Verteidiger, Rechtsanwalt Bahn, nochmals um das
Wort, was der Vorſitzende verweigerte. Rechtsanwalt
Bahn erklärte zweimal, daß ihm bereits geſtern das
Wort abgeſchnitten worden ſei. Der Gerichtshof nahm
ihn darauf wegen des Ausdruckes in eine
Ordnungs=
ſtrafe von hundert Mark.
* Stuttgart, 10. Nov. Die engliſche
Spezial=
geſandtſchaft unter Führung von Sir Artur
Paget iſt heute nachmittag gegen 5 Uhr, von München
kommend, zur Notifizierung der Thronbeſteigung des
Königs Georg V. hier eingetroffen. Zum Empfange
auf dem Bahnſteig waren erſchienen im Auftrage des
Königs der Ehrendienſt, Mitglieder des Hofſtaates und
des Miniſteriums des Auswärtigen, ſowie der
eng=
liſche Konſul. Die Geſandtſchaft wird morgen vom
Könige in feierlicher Audienz empfangen werden.
Pirmaſens, 10. Nov. Wie die Pfälziſche Preſſe
meldet, ſperren die Pirmaſenſer Schuhfabriken am 26.
November alle Arbeiter, insgeſamt 5000 Mann, aus.
* Grunewald bei Berlin, 10. Nov. Die 16jährige
Tochter des in Oſtaſien weilenden Staatsſekretärs a. D.
Dernburg iſt heute geſtorben.
* Könisberg, 10. Nov. Hier wurde das aus Spenden
der ganzen Provinz errichtete Schillerſtandbild
heute mittag feierlich enthüllt. Die Weiherede hielt Prof.
Dr. Hecht. Oberpräſident von Windheim übergab als
Ehrenvorſitzender des Provinzialdenkmal=Ausſchuſſes das
Denkmal der Stadt Königsberg, in deren Namen
Ober=
bürgermeiſter Körte das Denkmal übernahm. Zahlreiche
Kränze, darunter einer von der Frau des Urenkels
Schil=
lers, von Freifrau Mathilde von Schiller, wurden am
Denkmal niedergelegt. Schöpfer des Denkmals iſt Profeſſor
Stanislaus Cauer.
* Brünn, 10. Nov. Die Landtagsſeſſion
wurde heute durch Allerhöchſtes Reſkript geſchloſſen.
* Paris, 10. Nov. Emile Combes übernahm heute
den Vorſitz im Komitee der radikalen und
ſozia=
liſtiſch=radikalen Partei mit einer Rede, in
der er erklärte, durch ihre Autonomie, das=heißt ganz
unabhängige Exiſtenz, werde die radikale und
ſozialiſtiſch=
radikale Partei die Reformpartei der demokratiſchen
und ſozialen Republik bleiben. Wir maßen uns nicht
an, ſo ſagte Combes, daß wir die Einzigen ſind, die
der Republik dienen; wir hegen keinen feindſeligen
Gedanken gegen die, die ihr an unſerer Seite aufrichtig
dienen. Im weiteren Verlaufe ſeiner Rede erklärte
Combes, daß er für die Bildung zweier Parteien ſei,
und zwar einer, die Progreſſiſten und Liberalen
um=
faſſenden republikaniſch=konſervativen Partei und einer
republikaniſchen Reformpartei, die die
Radikalen und Sozialiſtiſch=Radikalen in ſich ſchließe,
der ſich die Republikaner der Linken und die Sozialiſten
anzuſchließen hätten. Leider zögen gewiſſe Gruppen zu
viel Vorteil aus ihrer zweideutigen Stellung, um
darauf zu verzichten. Im Intereſſe der radikalen
Partei liege es, aus der Zweideutigkeit ohne Verzug
herauszutreten und ihre Kraft wieder zu gewinnen,
indem ſie ſich — wie ehemals — als geeinigte,
dis=
ziplinierte Partei aufs neue zuſammenſchließe.
* Belgrad, 10. Nov. Der Kronprinz hat die Nacht
ruhig verbracht. Das Fieber iſt nahezu geſchwunden.
* Belgrad, 10. Nov. Die Regierung brachte in der
Skupſchtina den Handelsvertrag zwiſchen
Oeſter=
reich=Ungarn und Serbien ein. Die Vorlage wurde
dem Finanzausſchuß überwieſen.
* London, 10. Nov. Das
Geſchworenenge=
richt beſchloß, das Verfahren gegen den Leutnant
Helm fortzuſetzen.
* Dover, 10. Nov. Die „Preußen” ſitzt noch immer
auf den Klippen. Ein Teil der Beſatzung, der vorgeſtern
an Land gegangen war, begab ſich wieder an Bord.
* Petersburg, 10. Nov. Vor dem durch Vertreter der
Stände verſtärkten Appellhof, als erſter Inſtanz,
be=
gann heute vormittag der Prozeß unter Ausſchluß der
Oeffentlichkeit gegen den Journaliſten Baron Ungern=
Sternberg. Die Anklage, die auf Grund des Artikels
111 des neuen Strafgeſetzes wegen Auslieferung eines
Staatsgeheimniſſes an eine fremde Macht erhoben wurde,
fußt auf Ausſagen des Angeklagten. Unter den 23 Zeugen
befinden ſich: der Präſident der Duma=Kommiſſion für
die Landesverteidigung, Dutſchkow, Duma=Referent für
das Kriegsbudget, Chwoſtſchtſchinski, Vertreter des
Ge=
neralſtabes, Beamte der Reichsduma, der Direktor der
Petersburger TelegraphenAgentur, Helffer, die
Korre=
ſpondenten Wilton von der Times, Polly von der
Poli=
tiſchen Korreſpondenz und Beringer vom Reuterbureau.
H. B. Berlin, 10. Nov. Heute vormittag gegen 9½ Uhr
ſtürzte ein Gerüſt, das zum Aufſchütten der
Beton=
decke eines Neubaues des ſtädtiſchen Elektrizitätswerkes
benutzt wurde, in ſich zuſammen und riß fünf Arbeiter
mit ſich in die Tiefe. Einer wurde ſchwer, die übrigen
leichter verletzt.
Wie das tägliche Brot!
Lüneburg, 23. April 1910. Ich teile Ihnen
hier=
durch mit, daß meine Frau und meine beiden Kinder
ſeit mehreren Monaten auf ärztliches Anraten täglich
„Bioſon” trinken und zwar mit Kakao, morgens zum
Frühſtück und abends. Das „Bioſon” wird von meinen
Angehörigen ſehr gern genommen, es hat auch eine gute
Wirkung, kräftigt undiſt als ein vorzügliches
Kräftigungs=
mittel für ſchwächliche und blutarme Perſonen zu
em=
pfehlen. „Bioſon” haben wir ſtets im Hauſe und es
hat uns wirklich gute Dienſte getan. Hochachtungsvoll!
Annacker, Magiſtratsſekretär. Unterſchrift beglaubigt:
Juſtizrat Freſſel, Notar. „Bioſon” iſt das beſte und
billigſte Kräftigungsmittel. Paket 3 Mk. in Apotheken,
Drogerien.
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Sobald ſie merken,
daß Ihr Magen nicht in Ordnung iſt, daß Sie
fort=
während Kopfkongeſtionen haben, ohne daß Ihnen
ein gewiſſes Unbehagen zu eigen iſt, dann ſollten
Sie ſofort zu einem bewährten Naturſchatz greifen,
um langwierigen Krankheiten, als Gicht, Rheuma,
Harnbeſchwerden, Nierenleiden vorzubeugen. Alle
Pillen, Tees ꝛc. greifen mehr oder weniger den
Magen an, ein natürliches Mineralwaſſer wie z. B.
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Schneiderei noch unbewandert ſind. Alles Nähere wolle
man aus dem der heutigen Stadtauflage beiliegenden
Proſpekt erſehen. Abonnements nehmen alle Buch=
(21929
handlungen und Poſtanſtalten entgegen.
Geſchäftliches.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 11. Nov.: Im
allgemeinen trocken, nur noch vereinzelt Regen, kälter bis
zu Froſt.
Beim Verkaufstag der Großherzogin von Heſſen
in Offenbach a. M. ſind zur Luftverbeſſerung
Ozon=
ventilatoren aufgeſtellt worden, welche die Firma
Siemens u. Halske, A.=G., Techniſches Bureau
Frankfurt a. M., zur Verfügung geſtellt hat. (21944
Todes-Anzeige.
Verwandten und Bekannten hiermit die
traurige Mitteilung, daß heute mittag mein
lieber Mann, unſer Onkel und Schwager
Bernhard Held
Poſtſchaffner i. P.
ſanft verſchieden iſt.
(21928
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 10. November 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, den 12.
No=
vember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe,
Wieſenſtraße 9 aus, auf dem Beſſunger
Fried=
hofe ſtatt.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und
Feldzugs=
kameraden
(21933
Herrn Bernhard Held
Poſtſchaffner i. P.
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Samstag, den
12. November, nachmittags 3 Uhr, vom
Sterbe=
haus, Wieſenſtraße 9 aus, ſtatt. Sammlung
am Sterbehaus.
Zur Teilnahme an der Beerdigung
wer=
den die Kameraden von Lahr bis Probſt,
ſowie der III. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſt unſerer lieben Mutter
ſprechen wir hiermit den Schweſtern der
Stadt=
gemeinde für ihre liebevolle unermüdliche Pflege
bei dem Krankenlager, dem Herrn Pfarrer D. Dr.
Diehl für ſeine troſtreiche Grabrede, dem Herrn
Chef, ſowie dem Perſonal der Großherzoglichen
Hofgärtnereien Roſenhöhe und Neues Palais für
die Blumenſpende und perſönliche Teilnahme,
ſo=
wie Allen, die der Verſtorbenen die letzte Ehre
erwieſen haben, unſeren tiefgefühlten Dank aus.
Darmſtadt, den 10. November 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Herling u. Familie,
Karl Ph. Herling u. Familie.
21911)
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 9. November 1910.
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 10. November 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbat=
ausgang 5 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 12. November.
Vorabend 4 Uhr 20 Min. Morgens 8 Uhr — Min.
Nachmittags 4 Uhr — Min. Sabbatausgang 5 Uhr
35 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 13. November,
an: Morgens 6 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr — Min.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Taifun”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert zum Beſten der Kleinkinder=Anſtalten der
Johannesgemeinde um 7 Uhr in der Johanneskirche.
Vortrag von Dr. Kienzle um 8½ Uhr im Saale der
Zentralſtelle für die Gewerbe (Neckarſtraße).
Karnevaliſt. Generalverſammlung der Karneval=
Geſellſchaft „Narrhalla” 11 Min. vor 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Konzert um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Kochkunſt=Ausſtellung im Hotel „Zur Traube‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroßt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Ekwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 265.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910.
Seite 7.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Nuven
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Antje Möller.
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II.
In der erſten Zeit kümmerte ſich Iven Anderſen
wenig um das neue Binnermädchen. Wenn ſein Blick
ſie auch zuweilen flüchtig ſtreifte, waren doch ſeine
Ge=
danken an ganz anderen Orten.
Eines Tages, als er im Garten zwiſchen den
Rabatten auf und niederging und dabei in Gedanken
verſunken mit ſich ſelbſt ſprach, lugte ihm Antjes Geſicht
aus einem Stachelbeerbuſch entgegen. Sie war dabei,
in eine Schüſſel unreife Stachelbeeren zur Grütze zu
pflücken, und hatte ihn ſchon eine ganze Weile
beob=
achtet. Ihre Geſtalt war hinter dem Buſch verſteckt, nur
ihr roſiges Antlitz ſah aus dem grünen Rahmen hervor.
Iven blieb vor ihr ſtehen und ſah ſie nachdenklich
an. Er hatte vorhin in einem Buche über Abſtammung
und Raſſe der Menſchen geleſen, und nun gingen ſeine
Gedanken von toten Gegenſtänden auf lebendige über.
Wo kommen Sie eigentlich her? fragte er. Er war
der einzige auf dem Hofe, der „Sie” zu ihr ſagte.
Ich bin doch Antje, die Binnerdeern, gab ſie
ver=
wundert zurück.
Soſo, jaja. Hm, wo iſt doch Ihre Heimat?
Immſtedt.
Immſtedt? Immen ſind Bienen. Ob es
woh=
ffrieſiſch iſt?
Er ſcheint in der Gegend nicht gut Beſcheid zu
wiſſen, dachte Antje. Es liegt doch in der Geeſt, ſagte ſie.
Hm, ſo. Es muß doch wohl frieſiſch ſein. Man
ſieht es an dem hellen Haar; das iſt wie Flachs. Schade,
daß der Flachsbau in der Gegend abgekommen iſt. —
Er ſah ihr in die Augen, aber ohne Wärme. — Sie
haben ja braune Augen! Wie kommt es, daß Sie
braune Augen haben?
Jetzt riß Antjes Geduldsfädchen. Quack! ſagte ſie
kurz und wandte ſich dem Buſche und ihrer
Beſchäfti=
gung zu. Der junge Herr war offenbar nicht recht
richtig im Kopfe.
Er ſtand einen Augenblick ſtill und ſah auf ihr
ſchönes Blondhaar, das wie ein Büſchel heller, feiner
Seide in dem Buſchwerk ſchimmerte. Dann ſeufzte er
auf, ging in ſeine Stube und ſchlug in einem Buche
nach, das von Stamm und Art der Frieſen handelte.
Antje hatte mit ihrem feinen Ohr den Seufzer
ver=
nommen, und es tat ihr hinterher leid, daß ſie den
jungen Mann ſo kurz abgefertigt hatte.
Sehr gern hätte ſie dies wieder gut gemacht. Die
kleine Unfreundlichkeit, die ſie einem Halbkranken
er=
wieſen hatte, lag ſchwer auf ihrem liebevollen Herzen.
Als ſie einige Tage ſpäter Ivens Stube
rein=
machte — die Brüder hatten jeder ihr eigenes Zimmer
—, war er dabei, ſeine Kakteen, von denen er eine
ganze Anzahl Pflänzchen auf dem Fenſterbrett ſtehen
hatte, zu begießen.
Was ſind das für kleine Stachelſchweine? fragte
Antje, mehr aus dem Bedürfnis heraus, dem jungen
Manne etwas Freundliches zu ſagen, als aus Neugier.
Sie mochte die kleinen Untiere, wie ſie ſie nannte, nicht
einmal leiden, weil ſie ſich gar nicht veränderten, nicht
blühten, nicht dufteten, ja nicht einmal neue Knoſpen
trieben.
Iven war glücklich, daß er jemand für ſein Tun
intereſſierte. Das ſind Kakteen, erklärte er; es ſind
ſehr merkwürdige Pflanzen.
Blühen ſie gar nicht?
O doch. Sie ſehen wohl aus, als ob ſie ſich gar
nicht veränderten, aber Sie werden ſehen, ganz
plötz=
lich iſt eine wunderbare Blüte aus der rauhen Hülle
hervorgegangen, wo man ſie gar nicht erwartet. Das
iſt gerade ſo, als wenn ein Vogel, der lange ſchwieg,
plötzlich an zu ſingen fängt. Und die Blume iſt ſo zart,
ſo rein, ſo prächtig, es iſt wirklich wie ein Wunder.
Dieſee hier muß wohl ſehr alt ſein; er hat ganz
weißes Haar, meinte Antie.
O nein, es iſt nur eine beſondere Art. Warten Sie,
ich werde Ihnen den eigentlichen Namen nennen. Ja,
die Kakteenzucht iſt lohnend und intereſſant. Er holte
ein Buch hervor, betitelt: „Die Kakteenzucht”, und
begann daraus vorzuleſen.
O weh, da habe ich etwas Schönes angerichtet,
dachte Antje. Sie ſtand wie auf Kohlen. Das Zimmer
war fertig und draußen wartete die Arbeit, da war
noch die Diele zu ſchrubben, Meſſer zu putzen, Kartoffeln
zu ſchälen. Als der junge Mann einen Moment
inne=
hielt, und Atem holte, ſagte ſie ſchnell: Ich dank” auch
ſchön, und fort war ſie.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
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Iven Anderſen aber war es zum Bewußtſein
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kommen, wie ſchön es war, einem anderen Weſen von
ſeinem Wiſſen mitzuteilen. Es war das herzliche
Ge=
fühl des willigen, reichen Gebers.
Sie iſt bildungsfähig, dachte er. Ich werde ſie zu
belehren ſuchen. Von dieſer Zeit an brachte er Antje
ein gewiſſes Intereſſe entgegen und fand an ihr eine
geduldige, teilnahmsvolle Zuhörerin.
Mehr noch als mit den Kakteen und Büchern
be=
freundete ſich Antje mit Ivens Kanarienvogel. Wenn
ſie in die Stube kam, machte ſie ſich durch ein „Piep”
bemerkbar. Sie ſprach mit ihm und er antwortete.
Antje meinte, er verſtände ſie ganz genau.
Fritzchen, Dein Herr iſt ein bißchen verdreht, ſagte
Antje.
Piep, antwortete Fritz.
Singe, Fritzchen, ſinge, damit er die Grillen
ver=
gißt. Singe, ſinge!
Dann ſang Fritzchen, daß es eine Luſt war, ihm
zuzuhören.
An dem Verſtand des jungen Herrn mußte Antje
noch oftmals zweifeln. Einmal traf ſie ihn in
Hemds=
ärmeln an, wie er mit Aufbietung ſeiner ganzen Kraft
turnte. Helle Schweißtropfen ſtanden ihm auf der Stirn.
Antje begriff anfangs gar nicht, wozu die
merkwür=
digen, ſchlenkernden Bewegungen dienen ſollten. Sie
dachte, der junge Herr wäre plötzlich verrückt geworden;
aber er erklärte es ihr.
Die Leibesübungen machen den Menſchen kräftig
und widerſtandsfähig. Ich mache jetzt gymnaſtiſche
Uebungen mit Hanteln. Das heißt: vorläufig ohne
Hanteln, weil dieſe mir zu ſchwer ſind. Wiſſen Sie,
was Hanteln ſind?
Nein.
Es ſind ſchwere Gewichte. Ich bilde mir nun ein,
daß ich Hanteln in den Händen halte. Sehen Sie, jetzt
hebe ich ſie hoch, jetzt laſſe ich ſie ſinken. Das kräftigt
die Muskeln. Er ließ ſich ermüdet auf einen Stuhl
fallen. Wollen Sie es nicht auch mal verſuchen? Man
ſchläft gut danach.
Quack, ſchwebte es auf Antjes Lippen; aber ſie
ver=
ſchluckte es. Ich turne ſchon den ganzen lieben Tag, im
Hauſe umher; ich ſchlafe ungewiegt.
Man bekommt auch Appetit davon.
Daran fehlt’s mir nicht, erwiderte Antje. Aber
mir ſcheint, die Turnerei iſt nicht viel was anderes, als
wenn Reimer Holz hackt. Beim Holzhacken kann einer
auch geſund bleiben!
Aber es iſt gefährlich, meinte Iven nachdenklich.
Eine Zeitlang ſetzte er die Gymnaſtik fort; dann
unterblieb es eine ganze Weile, weil er ſich zu ſchwach
fühlte. Eines Tages las er, daß ein Gelehrter täglich
eine Stunde Holz hacke, um durch die Bewegung ſeine
Geſundheit zu erhalten. Schon am nächſten Tage ließ
er ſich eine Anzahl dicker Aeſte auf den Holzplatz
brin=
gen. Er nickte Antje heiter zu, als er mit dem Beil
an ihr vorüberlief. Jetzt wird Holz gehackt.
Er legte einen Aſt auf den Block und holte zu einem
kräftigen Schlage aus. In weitem Bogen flog ihm
das Beil aus der Hand. Er holte es wieder, und Rolf,
der hinzukam, zeigte ihm mit gutmütigem Lächeln, wie
er es machen müſſe. Er ſtand dabei ſo gerade und feſt,
wie immer, und ſein Geſicht wurde nicht um einen
Schein röter.
Jetzt ging es beſſer. Iven ſchlug mit einem Eifer
darauf los, daß die Holzſtücke nach rechts und links
flogen und jeden, der in die Nähe kam, zu verletzen
drohten. Dann warf er mit einemmal das Beil ins
Gras und ließ die Arme hängen, er konnte nicht mehr.
Tagelang lag er auf dem harten Lederſofa in der
Wohnſtube. Die Mutter ſchüttelte mißbilligend den
Kopf und Rolf lachte ihn aus. — Ihm war jämmerlich
zumute; ſeine Schultern waren wie zerſchlagen, ſeine
Arme als wären ſie ausgerenkt, und an den zarten
Händen hatte er Blaſen.
Er wandte ſich an Antje um Rat. Sie unterdrückte
das Lachen und machte eine nachdenkliche Miene.
Ja, meinte ſie, es iſt durch die Bewegung gekommen,
es muß auch durch Bewegung wieder vergehen.
Iven ſprang in die Höhe. Was ſoll ich tun, hanteln?
Antje ſchüttelte den Kopf. Man bloß nicht. Da
gibt’s doch viel was beſſeres zu tun. Wir haben lange
keinen Regen gehabt, und die ſchönen Blumen im
Gar=
ten vertrocknen ſchier. Wenn der Herr mal eine
Gieß=
kanne nehmen würde, und alles beſprengen, mir ſcheint,
das wäre ſo ne recht paßliche Bewegung.
Sie haben recht, ſagte er, das iſt entſchieden für
mich das richtige. Er kam der Weiſung mit Eifer nach.
Antje aber lachte ſtill vor ſich hin, als ſie ihre lieben
Blumen erfriſcht ſah. Sie lachte auch, als er ihr
nach=
her treuherzig berichtete, die Kur habe geholfen.
Im Grunde genommen war der junge Mann ein
großes Kind: wenn man es richtig anfing, ließ er ſich
willig leiten.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 265₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11, November 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 1 Jagdhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(DDie Rohbauarbeiten bei Aufſtockung des Fahrzeugſchuppens im Kaſernement des
Train=Bataillons Nr. 18 an der Eſchollbrücker Straße hierſelbſt ſollen nach
ein=
zelnen Loſen getrennt verdungen werden, und zwar:
Los I Erd=, Maurer=, Asphalt= und Steinmetzarbeiten,
„ II Zimmerarbeiten,
„ III Schmiede= und Eiſenarbeiten.
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen im Geſchäftszimmer des Militär=
Bauamts, Riedeſelſtraße 60, II., während der Dienſtſtunden, vormittags 8½—12½
und nachmittags von 3—6 Uhr offen und können daſelbſt die Verdingungsunterlagen
zum Preiſe von 1.00 Mk. für Los I, von 0.70 Mk. für Los II und 0.50 Mk. für
Los III gegen poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung bezogen werden.
Die ausgefüllten Angebote nebſt den vorgeſchriebenen Proben ſind verſiegelt
und mit entſprechender Aufſchrift verſehen bis zum 19. November 1910, und zwar für
Los I um 10 Uhr, Los II um 10½ Uhr und Los III um 10¾ Uhr an vorgenanntes
Geſchäftszimmer poſt= und beſtellgeldfrei einzuſenden, zu welchen Zeiten die
Eröff=
nung erfolgt.
(21876
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 28 Tage.
Militär=Bauamt Darmſtadt.
Die Rechnungen der evang. Geſamtgemeinde
und der evang. Stadtgemeinde für 1909
liegen von heute ab 8 Tage lang in dem Pfarrhauſe, Hügelſtraße 28, offen.
21898)
Velte.
gezirkssparhasse Gross-Gerau.
Wir laden die Mitglieder der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau bezw. deren
Ver=
treter zu der
Freitag, den 25. November 1910, vormittags 11 Uhr,
in dem Sitzungsſaal unſeres Dienſtgebäudes ſtattfindenden diesjährigen
ordentlichen Mitgliederverſammlung
der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau ergebenſt ein.
Tagesordnung:
1. Erſtattung des Rechenſchaftsberichts und Genehmigung der Jahresbilanz
für das Geſchäftsjahr 1909.
2. Verteilung des Reingewinns aus 1909.
3. Entlaſtung des Vorſtandes.
4. Entlaſtung des Aufſichtsrates.
5. Bewilligung von Beträgen zu wohltätigen gemeinnützigen Zwecken.
6. Neuwahl von Aufſichtsratsmitgliedern (§ 21 der Satzungen).
7. Mitteilung in der Sache Müller gegen Sparkaſſe.
8. Anſtellungs= und Penſionsverhältniſſe des Rechners und Kontrolleurs
(§§ 26 und 29 der Satzungen).
Groß=Gerau, den 10. November 1910.
Der Aufſichtsrat der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau:
Senſtfelder, Vorſitzender.
Bezirkssparkasse Gross=Gerau.
Vermögensbilanz am 31. Dezember 1909.
Geſchäftsjahr 1909.
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Groß=Gerau, den 1. Oktober 1910.
Der Vorſtand der Bezirksſparkaſſe:
Arnold, Direktor.
Die Reviſionskommiſſion des Aufſichtsrats hat die einzelnen Poſten der
Ver=
mögensbilanz für 1909 eingehend geprüft und mit den Büchern in vollſtändiger
Ueber=
einſtimmung gefunden.
(21924
Groß=Gerau, den 10. November 1910.
Der Aufſichtsrat der Bezirksſparkaſſe Groß=Geran:
Senßfelder, Vorſitzender.
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Darmſtadt, den 5. November 1910.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910.
Nummer 265.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 265.
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Vortrag des Herrn Pfarrer Vogel: „Frau Doktor Luther”.
Muſikaliſche Darbietungen.
Muſikaliſche Darbietungen.
32
Teekarten 20 Pfg. bei Herrn Hausverwalter Spaar, Kiesſtraße 17 und abends
an der Kaſſe.
(21910)
Der Vorstand.
ſches
Männer=Quartett.
Orth’
Sonntag, den 13. November, abends 8 Uhr,
in der Turnhalle, Heidelbergerſtraße,
nit beiteren Einlagen
Volkstümliches Konzert
Herren M. Vogel, Mainz (Violine) und
Mitwirkende: Eugen Grim, Guſtavsburg (Klavier)
wozu ergebenſt einladet
Der Vorstand.
Zur gefl. Kenntnis, daß das Konzert punkt 8 Uhr beginnt.
Eintritt für Nichtmitglieder à Person 25 Pfg.
(21897
Kafh. Gesellen=verein.
Sonntag, den 13. November 1910, abends 8 Uhr,
findet im Vereinshauſe, Friedrichſtraße 30, der diesjährige
Herbstball
ſtatt. Ballkarten zu 75 Pfg. für Mitglieder und 1 Mk. für Nichtmitglieder ſind beim
Hausmeiſter zu haben.
Es werden hierzu alle Mitglieder, Ehrenmitglieder, ſowie Freunde und Gönner
des Vereins freundlichſt eingeladen.
(21925
Der Vorſtand.
Verein städtischer Arbeiter und Bediensteter.
Samstag den 12. November 1910, abends halb 9 Uhr
im „Mathildenhöhsaale‟. Dieburgerstrasse Nr. 26
Zehntes Stiftungsfest
verbunden mit Großherzogs Geburtstagsfeier
unter gütiger Mitwirkung des Orth’schen Männerquartetts, unter
Leitung ihres Dirigenten Herrn K. Grim, sowie einer Abteilung der
Kapelle des Infanterie-Leibg.-Regiments Nr. 115,
wozu wir Freunde und Gönner höflichst einladen. Der Vorstand.
(21799df
Nach Schluß des Programms: TANZ.
früher Stengel
Restaurant Schmiff uis-a-vis den Bahnhöfen.
Heute Freitag abend Wellfleiſch mit Kraut,
Bayeriſche Leber= und Bratwürſte.
Morgen Samstag abend Metzelſuppe nebſt
* Schweinspfeffer und Kartoffelknödel.
(*27777
D. O.
Hierzu ladet ergebenſt ein
Restauration zum Neuen Justiz-Palast.
Zu der am Samstag, den 12. d. Mts. ſtattfindenden
Metzelsuppe
früh Wellfleiſch mit Kraut
August Amme.
(*27731
ladet ergebenſt ein
estauration, Zur Oper
empfiehlt guten Mittagstisch in verschiedenen
Preislagen, sowie reichhaltige Speisenkarte.
Kleine Abendplatten für Theaterbesucher.
Pilsener — Münchener — hiesiges Bier.
Neuzeitliche Räume. — Aufmerksame Bedienung
Restaurant Brauerei Fau
23 Alexanderstrasse 23
Bier vom Fass Vorzügliche Küche Mässige Preise
Carl Gröltz, Inhaber.
120a)
Restaurant Turnhalle Woogsplatz.
Samstag, den 12. November:
Metzelsuppe
P
Heute Abend: Bratwurſteſſen, Wellfleiſch mit Kraut uſw.
Hierzu ladet freundlichſt ein
Michael Schnellbacher.
21909)
Zum Schlossgarten.
Samstag, den 12. November:
Heute Wellfleiſch mit Kraut, wozu
freund=
lichſt einladet Philipp Kreh. (*27713
Samstag, den 12. Nov. 1910:
mit Konzert.
Es ladet freundlichſt ein Jakob Reitz, Rest.
z. Fürstenauer Hof, Roßdörferſtr. 1. (*27710is
Morgen abend:
wozu freundlichſt einladet
Me
Heidelberger=
Hch. Kraussmüller, ſtraße 2.
Samstag, 12. Nonhr. 1910
Retzelſuppe.
Heute Freitag Wellfleisch mit Kraut.
Restaurant zur guten Quelle
*27786) Johann Biegler, Kaupſtr. 51.
Restaul
ion z. alten Fritz
*27782) Gardistenstr. 33.
Samstag, den 12. November:
Hierzu ladet ein Josef Eyberger.
Samstag 12. November
wozu freundlichſt einladet
(21901
Philipp Hartung
Reſtauration z. Landsberg, Ballonpl. 9.
Samstag, den 12. November 1910
I5u
(*27779fs
wvozu freundlichſt einladet
Familie Geiss
Ltasthaus „Zur Stadt Darmstadt‟.
5 Bände Weltall und Menſchheit
faſt neu, 1 Lueger=Lexikon, mehrere
Pharmazeutiſche Werke, 1 gut erhaltenes
Gobelinſofa mit 6 Seſſelchen, 1 Diwan
mit Decke, 1 großer Tiſch für Schneider,
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Empfehle prima
Hammelfleiſch
beſter Qualität
per Pfund 70 Pfg.
Kochfleisch
50 und 60 Pfg. (21926a
Beſonders zu empfehlen
prima altgeſchlachtete
Hammelkeulen
per Pfund 70 Pfg.
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J. Reuter,
Saalbauſtraße 16, Ecke Waldſtraße.
Telephon 373.
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per Pfund 1.30 Mk. empfiehlt
M. Greib, Schulstr. 9
Telephon 735.
(21930
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Deckel) 85 Mk., gold. Kavalierkette 25 Mk.,
gold. D.=Uhr 20 Mk., lange gold. Damen=
Uhrkette 35 Mk., Anhänger mit echten
Stei=
nen 25 Mk., ſilb. Damenuhr 5 Mk., extra
ſchwere moderne ſilb. Damenkette 10 Mk.,
ſilb. Kavalier=Herrenuhr 15 Mk., goldene
Scharnier=Herrenkette 15 Mk., 1 Brillant=
Damenring 25 Mk., gold. Kettenarmband
22 Mk., ſilb. Eßlöffel das Gramm 18 Pfg.,
ſilb. Brotkorb 30 Mk., ſchwerer ſilb.
Vor=
leger, innen vergold., 22 Mk., ſilb.
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lich niederzulegen.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. November 1910.
Nummer 265.
ler Von ſeltſamen Uhren und ihrer Geſchichte. Es
gibt wohl kaum eine Induſtrie, in der die Phantaſie und
die Erfindungsgabe des Menſchen ſich ſo raſtlos betätigt
hat, wie in dem altehrwürdigen Berufe der Uhrmacherkunſt.
Seit den längſt verklungenen Zeiten, da der Menſch aus
dem Schatten eines Baumes oder Berges die Tageszeit
zu erkennen ſuchte, haben kluge Köpfe künſtliche Mittel
zur Zeitbeſtimmung geſucht, gefunden, verfeinert und
fort=
gebildet. Die alten Aegypter ſollen ihre Obelisken als
Sonnenuhren benutzt haben, und der große Obelisk von
Luxor, der heute in Paris die Place de la Concorde ziert,
war nichts anderes als ein gewaltiger Zeiger, der den
Aegyptern die Stunde verriet. Aber mit der Zeit lernte
man erkennen, daß dieſe Uhren von den
Witterungsein=
flüſſen zu ſehr abhängig waren; wenn Wolken den
Him=
mel bedeckten, verſagte ihre Genauigkeit, und erfinderiſche
Mechaniker ſannen auf künſtliche Mittel, um dieſem
Uebel=
ſtande abzuhelfen. So entſtanden die Sand= und
Waſſer=
uhren; zu der nüchternen Zweckmäßigkeit geſellte ſich bald
die Kunſt, die Apparate wurden ausgeſchmückt, ſinnvolle
Mechanismen angefügt, und es wurden allerlei ſeltſame
Meiſterwerke der Uhrmacherkunſt geſchaffen.
Die berühmte Waſſeruhr, die Harun al Raſchid Karl
dem Großen zum Geſchenke machte, wurde von den
Zeit=
genoſſen als ein Wunderwerk beſtaunt. Sie war aus
Bronze gefertigt, kunſtvoll vergoldet, zeigte auf einem
Zifferblatt die Stunden, und immer, wenn eine Stunde
verſtrichen war, fiel eine entſprechende Anzahl von kleinen
Eiſenkugeln auf eine Glocke, ſodaß die Uhr ein regelrechtes
Schlagwerk beſaß. Wenn dann der Stundenſchlag ertönte,
öffneten ſich zwölf kleine Fenſter, ein Ritter trat aus jedem
hervor, vollzog eine gewiſſe Anzahl von Bewegungen, und
verſchwand dann wieder im Inneren des Mechanismus.
Im mittelalterlichen Gerichtsweſen ſpielte die Waſſeruhr
eine beſondere Rolle, ein beſtimmter Beamter hatte die
Aufgabe, den Lauf der Waſſeruhr zu überwachen, und
wenn die feſtgeſetzte Zeit abgelaufen war, kündete der
Beamte mit einem kurzen Schlage dem Advokaten an, daß
er nun ſein Plädoyer zu beenden habe. Kein Wunder,
daß die Advokaten der alten Zeit keine Freunde der
Waſſer=
uhr waren und bei ihren feurigen oder gelehrten Tiraden
ſtets angſtvoll nach dem Waſſerglas ſchielten, um
abzu=
meſſen, wann ihrem Redeſchwall das letzte Stündlein
ſchlagen würde. Als dann die Uhrmacherkunſt ſo weit
fortgeſchritten war, daß ſie durch eigene Triebwerke die
Uhren im Gang halten konnte, entſtanden jene
phanta=
ſtiſchen Turmuhren des Mittelalters, die die Bürger zu
ſtaunender Bewunderung hinriſſen. Denn man begnügte
ſich nicht mit dem Stundenſchlag, oben am Turme tauchten
ſeltſame Geſtalten auf, oft zogen ganze Prozeſſionen
vor=
über, um den Stundenabſchluß zu verkünden. Dem Geiſt
der Zeit entſprechend waren es meiſt religiöſe Motive,
man ſah die drei Weiſen aus dem Morgenlande, die alle
Stunde zur Jungfrau kamen und niederknieten, bisweilen
aber auch geharniſchte Ritter, mit Speer und Schwert
auf=
einander losgehend und durch Stiche und Hiebe die
Stun=
denzahl anzeigend. Bei der berühmten Turmuhr von
Lund in Schweden erklangen bei dem Erſcheinen der drei
Weiſen ſchmetternde Fanfaren, die Könige brachten ihre
Geſchenke dar, und dann plötzlich verſchwand wie durch
einen Spuk wieder die ganze Erſcheinung im Gehäuſe. Von
der altehrwürdigen Straßburger Münſteruhr erzählte man
denn auch allerlei geheimnisvolle Legenden, und im Volke
raunte man ſich zu, daß die Ratsherren den Meiſter der
Straßburger Uhr nach Vollendung ſeines Werkes blenden
ließen, damit er für keine andere Stadt der Welt ein ſolches
Wunderwerk herſtellen könnte. Gegen Ende des 17.
Jahr=
hunderts fertigte Burdeau für Ludwig XIV. eine
Meiſter=
uhr an: da ſah man den Sonnenkönig auf ſeinem Throne
ſitzen, und alle Stunden kamen genaue Nachbildungen
aller europäiſchen Fürſten, um ſich vor Ludwig bis zur
Erde zu verneigen. Beſonders Wilhelm III. von England,
deſſen Stolz den Sonnenkönig einſt verletzt hatte, mußte
ſich bis tief in den Staub neigen. Die Uhr wurde dann
öffentlich dem Publikum gezeigt, aber eines Tages
ereig=
nete ſich ein Zwiſchenfall. Eine der Federn im Werke löſte
ſich los, ſchleuderte Ludwig XIV. von ſeinem Throne, und
zwar gerade vor die Füße des aufrecht ſtehenden
Wil=
helm III. Am Hofe ſah man darin eine Intrige des
Uhrmachers, und der arme Burdeau mußte in die Baſtille
wandern und erhielt mehr Zeit als ihm lieb war, um
darüber nachzudenken, wie er ſeine Uhr hätte beſſer
regu=
lieren können. In Chicago exiſtiert eine merkwürdige
moderne Turmuhr, die eine genaue Darſtellung der
Ver=
handlungen gegen den Präſidentenmörder gibt, der im
Jahre 1881 Garfield tötete. Jede Stunde wird dies
vor=
geführt, zum Schluß ſieht man den Uebeltäter am Galgen
baumeln, die ganze Vorſtellung dauert nicht weniger als
50 Minuten.
Literariſches.
Griebens Reiſeführer. Band 106.
Venedig und Umgebung. (1,50 Mark.) Verlag
von Albert Goldſchmidt, Berlin W. Ein bewährter
Führer durch Venedig und ſeine vielen
Sehenswürdig=
keiten iſt der ſoeben in dritter (wieder von W. Schultz=
Rieſenberg bearbeiteten) Auflage erſchienene Griebens
Reiſeführer. Der Text des ſehr handlichen Buches iſt
in allen ſeinen Teilen einer genauen Nachprüfung
unterzogen worden. Die Aufführung der
Kunſtſamm=
lungen iſt nach den neueſten Anordnungen erfolgt. —
Band 70. Meran und Umgebung. (60 Pfg.) Die
ſoeben erſchienene 4. Auflage dieſes beliebten Führers
durch Meran und Umgebung hat in allen Teilen eine
gründliche Neubearbeitung gefunden. Das Buch
ent=
hält alles, was für den Kurgaſt oder den Touriſten von
beſonderem Intereſſe iſt. Das Kapitel „Unterkunft und
Verpflegung” gibt Aufſchluß über die dortigen Hotels,
Sanatorien, Penſionen, Reſtaurants uſw. Sehr
aus=
führlich iſt auch das Verkehrsweſen behandelt.
— In Martin Mörikes Verlag in München erſchien
ein neuer Roman von Friedrich Huch „Enzio”.
Friedrich Huch, deſſen Roman „Pitt und Fox” einen
ſo ſtarken Erfolg erzielte, nennt ſein neues Buch
„Enzio” einen muſikaliſchen Roman, weil Muſik eine
Grundnote dieſes Werkes bildet. Aber er hätte ihn
mit demſelben Recht einen Liebesroman nennen
können, denn auch Liebe iſt eine Grundnote ſeines
Buches. Das Buch enthält eine Fülle heiterer und
ernſter Erlebniſſe der Liebe, und auch die ernſten
Szenen durchleuchtet und durchwärmt Huchs Humor.
Was in dem Buche über Muſik geſagt wird, auch über
das muſikaliſche Problem der Gegenwart, wird Beifall
und Widerſpruch wecken.
* Im Verlag von J. G. Cotta Nachf. in Stuttgart
erſchienen: Ariſtophanes Werke. Ueberſetzt von
Ludwig Seeger. Neue Auflage, mit Einleitung von
Hermann Fiſcher und Wilhelm Schmid. 3 Bände in
1 Band gebunden. Preis 3 Mk. Wenn hier gerade
See=
gers Ueberſetzung des Ariſtophanes wieder ans Licht
ge=
zogen wird, ſo iſt das mit gutem Bedacht geſchehen. In
ihr hat ſich die ihrer ſelbſt immer ſichere ſchlagfertige
Ge=
wandtheit des Schriftſtellers an dem ſchwierigſten Stoff
erprobt; hier auch am glänzendſten ſeine Fähigkeit, bei
der fremdartigen Vorlage immer noch deutſch und
ver=
ſtändlich im Ausdruck zu bleiben. In dieſer Ueberſetzung
tritt auch ſeine Ueberlegenheit über die, welche ſich an dem
nämlichen Stoff verſucht haben, am glänzendſten und
ſieg=
hafteſten vor Augen. Das Erſcheinen der neuen Auflage
dieſes deutſchen Ariſtophanes wird daher mit Dank
be=
grüßt werden.
Gewinnanszug
der
223. Königlich Prenßiſchen Klaſſenlotterte.
6. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 9. November 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 36089 170360
1 Gewinn zu 10000 Mk. 92627
3 Gewinne zu 5000 Mk. 5768 267482 287836
53 Gewinne zu 3000 Mk. 1002 11590 24945 28474
33662 45672 47036 60228 60317 63168 72955 75703
77366 78238 80063 82815 89970 109812 116937 127401
144357 145708 156016 158287 170631 173288 174676
180305 163208 186048 188687 193071 197570 198604
205414 212153 215845 217824 220802 226261 228194
233725 235260 235465 249406 250224 250632 257162
271585 276760 280872 294244 300700
72 Gewinne zu 1000 Mk. 997 2424 6524 14626 19885
36031 36133 36602 37062 40937 44643 49180 54897
66196 57191 67622 58762 62073 78777 81089 82696
91074 93122 101910 104054 110211 124860 132750
133751. 134688 142705 149814 156230 168598 164001
164243 166753 167088 167132 168859 168960 177524
177985 179586 181822 164834 186751 190333 190395
190976 196218 203956 207676 226532 239545 244009
245174 246712 254990 256803 258232 260068 261457
261467 261666 266562 267851 283688 289426 291168
300505 302108
105 Gewinne zu 500 Mk. 3888 4248 10798 12663
23460 29729 32879 35617 36043 36244 37493 38684
39472 53112 66634 57295 58092 59036 59749 60290
65704 65801 65924 69638 71545 73733 78303 80781.
82080 82738 89802 91598 91929 99893 103151 103152
103317 105843 117673 121111 126655 128712 129639
131503 132768 133931 136400 141439 141795 146775
149734 153478 153636 154976 155166 155296 161789
163239 167537 169189 172885 174701 177397 180280
182368 183990 184013 192824 193566 194553 195578
196496 198676 199422 200247 201527 205433 209782
211085 211845 215946 217465 217883 222583 225601.
234549 234800 235878 237907 241931 243467 243577
244427 247316 249694 260353 271010 274464 277169
280034 280119 295694 300518 302478 303003
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 154043 252496
1 Gewinn zu 10000 Mk. 149458
6 Gewinne zu 5000 Mk. 14456 48618 71663 129588
132434 283779
38 Gewinne zu 3000 Mk. 4599 11000 16781 42380
51993 64463 71716 79890 88464 92131 111031 120826
135117 142336 154736 165850 173314 174500 176458
182293 183405 191187 197346 201052 201958 220747
220924 221847 230378 234163 236065 236719 244087
276587 277293 278889 288767 291639
71 Gewinne zu 1000 Mk. 1067 3622 4777 13938
19431 26982 35383 37770 45038 47100 47601 50197
60506 66169 56934 65402 69578 70063 71005 71184
71996 73805 75634 76070 85160 85709 125873 135685
136074 142675 144575 147415 151774 154009 157414
158431. 159980 161369 164911 168822 180774 180955
184662 185584 194935 199840 201023 212685 216063
217964 218407 221062 223711. 223931 233972 251991
52195 253056 256738 267879 271594 272773 278490
288835 292646 297475 298442 298931 300192 301573
302245
132 Gewinne zu 500 Mk. 258 2501 18655 22146
32321 33035 40034 45936 46585 47505 49855 52271.
63573 57486 58090 62954 67492 71458 72007 75159
77262 78180 78711 86665 87530 93351 95604 98004
98057 101429 101658 102835 103357 103763 106266
107581 108169 108481 111368 115567 117496 121050
121129 131242 133310 134156 136666 140870 147868
148504 150026 152423 153584 154221 155429 157699
161307 161356 162740 164916 165647 167675 168783
169562 171742 173175 175482 176405 177986 179134
181630 181829 184644 186267 187203 188547 188680
188709 190878 191135 193383 197734 198158 199578
202067 204058 207556 208334 209619 209807 216462
217027 217557 218736 219492 228527 228845 229749
232150 239288 240366 241204 241571 242124 242529
243224 246732 250913 253066 256736 257062 258709
261097 266093 272759 277464 279870 280130 280540
282410 282493 285225 287409 289168 289494 289579
292548 292633 297766 299499 301323 301548
Würze
mit dem Kreuzstern
achte man darauf, dass die Würze aus Maggi’s grosser
Original-
flasche gefüllt wird, denn in diesen Flaschenzdarf gesetzlich nichts
anderes als MAGuls Würze feilgehalten werden. (K21824,36
ut erhaltener Kücheuſchrank E
verkaufes Schwanenſtr. 2. pt.
Hüte werd. umgearb. u. ſchik garn., bill.
in u. auß. d. Hauſe, ält. Zutaten werd.
(20912a
verw. Ludwigsplatz 8, III.
werden ſchick u. bill. garniert,
Hute alte Sachen verwendbar, bei
I. AHmk, Kannſtraße 32. pt. (*27581mfo
sämtlicher
(19950a
Herren- und Knaben-Unterkleider
sowie
gestrickte u. gewebte Knaben-Anzüge
wegen vollständiger Aufgäbe dieser
Ar-
tikel teils zu u. unter Selbstkostenpreis.
Marktstr.
2.
evorzugen
Sie
Verweidern Sie
Verlanden Sie
Beschweren Sie
(20661a)
bei Ihren Einkäufen die
Mitglieder des Rabatt-
Spar-Vereins.
stets die Annahme von
Bar-Rabatt.
dagegen bei allen Ihren
Einkäufen schwarz-weisse
Rabattmarken.
sich schriftlich beim
Vor-
stand, wenn Ihnen die
Marken nicht gerne und
freiwillig gegeben werden.